database_export / json /Talmud /Bavli /Seder Moed /Megillah /English /Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de].json
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| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>D</b>IE E<small>STERROLLE WIRD AM ELFTEN, AM ZWÖLFTEN, AM DREIZEHNTEN, AM VIERZEHNTEN ODER AM FÜNFZEHNTEN</small> [A<small>DAR</small>] <small>GELESEN, WEDER FRÜHER NOCH SPÄTER</small>. B<small>EFESTIGTE</small> S<small>TÄDTE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Mit einer Mauer umgebene Stadt (wohl von <span dir=\"rtl\">כרך</span> umgeben), jed. wird <span dir=\"rtl\">כרך</span> gewöhnl. in der Bedeutung Großstadt gebraucht.</i>, <small>DIE IN DEN</small> T<small>AGEN</small> J<small>EHOŠUA͑S, DES</small> S<small>OHNES</small> N<small>UNS, MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBEN WAREN, LESEN SIE AM FÜNFZEHNTEN</small>, D<small>ÖRFER UND GRÖSSERE</small> S<small>TÄDTE LESEN SIE AM VIERZEHNTEN, NUR DASS DIE</small> D<small>ÖRFER ZUM VORANGEHENDEN</small> Z<small>USAMMENKUNFTSTAGE</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Am Montag u. am Donnerstag, an denen in der Stadt die Gerichtssitzungen stattfanden, wurden auch die Märkte abgehalten, u. die Dörflinge kamen nach der Stadt, wo ihnen auch die Esterrolle vorgelesen wurde.</i> <small>VORGREIFEN</small>.", | |
| "<sup>ii</sup> U<small>ND ZWAR: FÄLLT DER VIERZEHNTE</small> [A<small>DAR</small>] <small>AUF EINEN</small> M<small>ONTAG, SO LESEN SIE DIE</small> D<small>ÖRFER UND GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE AN DIESEM</small> T<small>AGE UND DIE MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBENEN</small> S<small>TÄDTE AM FOLGENDEN; FÄLLT ER AUF EINEN</small> D<small>IENSTAG, ODER EINEN</small> M<small>ITTWOCH, SO GREIFEN DIE</small> D<small>ÖRFER ZUM VORANGEHENDEN</small> Z<small>USAMMENKUNFTSTAGE VOR, DIE GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE LESEN SIE AN DIESEM</small> T<small>AGE UND DIE MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBENEN</small> S<small>TÄDTE AM FOLGENDEN; \n</small>", | |
| "FÄLLT ER AUF EINEN D<small>ONNERSTAG, SO LESEN SIE DIE</small> D<small>ÖRFER UND DIE GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE AN DIESEM</small> T<small>AGE UND DIE MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBENEN</small> S<small>TÄDTE AM FOLGENDEN; FÄLLT ER AUF EINEN</small> F<small>REITAG, SO GREIFEN DIE</small> D<small>ÖRFER ZUM VORANGEHENDEN</small> Z<small>USAMMENKUNFTSTAGE VOR UND DIE GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE UND DIE MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBENEN</small> S<small>TÄDTE LESEN SIE AN DIESEM</small> T<small>AGE;\n</small>", | |
| "FÄLLT ER AUF EINEN Š<small>ABBATH, SO GREIFEN DIE</small> D<small>ÖRFER UND DIE GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE ZUM VORANGEHENDEN</small> Z<small>USAMMENKUNFTSTAGE VOR UND DIE MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBENEN</small> S<small>TÄDTE LESEN SIE AM FOLGENDEN</small> T<small>AGE; FÄLLT ER AUF DEN</small> T<small>AG NACH DEM</small> Š<small>ABBATH, SO GREIFEN DIE</small> D<small>ÖRFER ZUM VORANGEHENDEN</small> Z<small>USAMMENKUNFTSTAGE VOR, DIE GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE LESEN SIE AN DIESEM</small> T<small>AGE UND DIE MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBENEN</small> S<small>TÄDTE AM FOLGENDEN</small>.", | |
| "GEMARA. D<small>IE</small> E<small>STERROLLE WIRD AM ELFTEN &C. GELESEN</small>. Woher dies? – ‘Woher dies’, dies wie wir weiter erklären: die Weisen haben es für die Dörfer erleichtert, daß sie sie nämlich am vorangehenden Zusammenkunftstage vorgreifen dürfen, um ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen zu können!? –", | |
| "Wir meinen es wie folgt: merke, diese Tage wurden ja alle von den Männern der Großsynode festgesetzt, denn wenn du sagen wolltest, die Männer der Großsynode hätten nur den vierzehnten und den fünfzehnten festgesetzt, wieso könnten die Rabbanan kommen und eine Anordnung aufheben, die die Männer der Großsynode eingeführt haben, wir haben ja gelernt, ein Gerichtshof könne nicht die Worte eines anderen Gerichtshofes aufheben, es sei denn, daß er größer ist als jener an Weisheit und Zahl!?", | |
| "Sicherlich haben also die Männer der Großsynode alle angeordnet: wo sind sie [in der Schrift] angedeutet?", | |
| "R. Šamen b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,31.</i><i>um diese Purimtage zu ihren bestimmten Zeiten festzusetzen</i>; sie haben also mehrere Zeiten festgesetzt. –", | |
| "Dies ist ja an sich nötig!? – Es könnte ja <i>Zeit</i> heißen, wenn es aber <i>Zeiten</i> heißt, so deutet dies auf mehrere Zeiten. –", | |
| "Aber auch dies ist ja nötig, daß nämlich die Zeit dieser<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Der offenen bezw. mit einer Mauer umgebenen Stadt.</i> der Zeit jener<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Der offenen bezw. mit einer Mauer umgebenen Stadt.</i> nicht gleiche!? – Demnach sollte es <i>zu ihrer Zeit</i> heißen, wenn es aber <i>Zeiten</i> heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. –", | |
| "Vielleicht sind es viele Zeiten!? – <i>Ihre Zeiten</i>, wie <i>ihre Zeit</i>; wie unter <i>ihre Zeit</i> zwei zu verstehen sind, ebenso unter <i>ihre Zeiten</i> zwei. –", | |
| "Vielleicht am zwölften und am dreizehnten!? – Wie R. Šemuél b. Jiçḥaq erklärt hat, der dreizehnte sei ohnehin für jede Gemeinde bestimmt<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Da an diesem das Wunder geschah.</i> und brauche nicht besonders einbegriffen zu werden, ebenso ist auch hierbei [zu erklären], der dreizehnte ist ohnehin für jede Gemeinde bestimmt, und braucht nicht besonders einbegriffen zu werden. –", | |
| "Vielleicht am sechzehnten und am siebzehnten!? – Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>und nicht versäumten</i>.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>wie an den Tagen, an denen die Juden Ruhe fanden</i>; ‘wie an den Tagen’, dies schließt den elften und den zwölften<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Vom 14. u. 15. wird vorher ausdrücklich gesprochen.</i> ein. –", | |
| "Vielleicht am zwölften und am dreizehnten!? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Der dreizehnte ist ohnehin für jede Gemeinde bestimmt und braucht nicht besonders einbegriffen zu werden. – Vielleicht am sechzehnten und am siebzehnten!? – Es heißt: <i>und nicht versäumen</i>. –", | |
| "Weshalb entnimmt es R. Šemuél b. Naḥmani nicht aus [dem Worte] <i>Zeiten</i>!? – [Die Unterscheidung von] <i>Zeit, ihre Zeit</i> und <i>Zeiten</i> leuchtet ihm nicht ein. –", | |
| "Weshalb entnimmt es R. Šamen b. Abba nicht aus [den Worten] <i>wie an den, Tagen</i>!? – Er kann dir erwidern: dies deutet darauf, daß es auch in Zukunft erfolge.", | |
| "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht des Anonymus R. A͑qiba, der [die Ausdrücke] <i>Zeit, ihre Zeit</i> und <i>Zeiten</i> zur Forschung verwendet, die Weisen aber sagen, man lese sie nur zur festgesetzten Zeit.", | |
| "Man wandte ein: R. Jehuda sagte: Dies nur dann<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Können die Dörfer mit dem Lesen vorgreifen.</i>, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Boden<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die Feste werden dann jedesmal vom Gerichte festgesetzt.</i>wohnt, in der Jetztzeit aber, wo alle sich danach<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Zur Zeit des Tempels wurden die Neumonde u. die Feste durch das Gericht festgesetzt; in der Jetztzeit aber, wo die Feste nach kalend. Berechnung festgesetzt werden, könnte daraus eine Verwirrung entstehen, indem man, falls das Purimfest zu früh gefeiert wird, auch das Pesaḥfest zu früh feiern würde.</i>richten, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.", | |
| "Nach wem sagte R. Jehuda dies, wollte man sagen nach R. A͑qiba, so gilt dies ja nach ihm auch in der Jetztzeit<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">RA. lebte nach der Zerstörung des Tempels.</i>,", | |
| "doch wohl nach den Rabbanan, und nach diesen liest man sie, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Boden wohnt, wohl [an mehreren Tagen]!? Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas. Eine Widerlegung.", | |
| "Manche lesen: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht des Anonymus R. A͑qiba, die Weisen aber sagen, in der Jetztzeit, wo alle sich danach richten, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.", | |
| "Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte: Dies nur dann, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Boden wohnt, in der Jetztzeit aber, wo alle sich danach richten, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.", | |
| "R. Aši wies auf einen Widerspruch hin, in welchem R. Jehuda sich befindet" | |
| ], | |
| [ | |
| "und addiziert die Barajtha R. Jose b. Jehuda.", | |
| "Kann R. Jehuda denn gesagt haben, daß man sie in der Jetztzeit, wo man sich danach richtet, nur zur festgesetzten Zeit lese, dem widersprechend wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Nur dann wenn mau im Orte am Montag und Donnerstag zusammenkommt<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Anm. 2.</i>, in einem Orte aber, wo man am Montag und Donnerstag nicht zusammenkommt, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.", | |
| "Wo man am Montag und Donnerstag zusammenkommt, lese man sie also wohl, auch in der Jetztzeit!? Daher addiziert er die Barajtha R. Jose b. Jehuda. –", | |
| "Ist denn, weil R, Jehuda sich in einem Widersprüche befindet, die Barajtha R. Jose b. Jehuda zu addizieren!? –", | |
| "R. Aši hörte, daß einer sie im Namen R. Jehudas und ein anderer sie im Namen des R. Jose b. Jehuda lehrte, und da R. Jehuda sich in einem Widerspruche befinden würde, so sagte er, wer sie im Namen R. Jehudas lehrt, habe nicht Recht, und wer sie im Namen des R. Jose b. Jehuda lehrt, habe Recht.", | |
| "B<small>EFESTIGTE</small> S<small>TÄDTE, DIE IN DEN</small> T<small>AGEN DES</small> J<small>EHOŠUA͑, DES</small> S<small>OHNES</small> N<small>UNS, MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBEN WAREN, LESEN SIE AM FÜNFZEHNTEN &C</small>. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,19.</i><i>darum, machen die Juden auf offenem Lande, die in offenen Städten wohnen &c</i>.; wenn die offenen Städte am vierzehnten, so tun es die mit einer Mauer umgebenen am fünfzehnten<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift spricht von 2 Tagen.</i>. –", | |
| "Vielleicht die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen überhaupt nicht<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Am 15. nur in Šušan.</i>!? – Sind diese denn keine Jisraéliten!? Und ferner [heißt es]:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i><i>von Hodu bis Kuš</i>. –", | |
| "Vielleicht die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen am vierzehnten und am fünfzehnten, wie es auch heißt:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Ib. 9,21.</i><i>daß sie alljährlich den vierzehnten Tag und den fünfzehnten Tag des Monats Adar begehen sollen</i>!? –", | |
| "Würde es ‘den vierzehnten und fünfzehnten Tag’ geheißen haben, so könntest du recht haben, wenn es aber ‘den vierzehnten Tag und den fünfzehnten Tag’ heißt, so sind sie getrennt: die einen am vierzehnten und die anderen am fünfzehnten. –", | |
| "Vielleicht aber die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen beliebig, am vierzehnten oder am fünfzehnten!? – Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,31.</i><i>zu ihren Zeiten</i>, die Zeit der einen gleicht nicht der Zeit der anderen. –", | |
| "Vielleicht am dreizehnten!? – Wie in Šušan.", | |
| "Wir wissen dies vom Begehen [des Festes], woher dies von der Erinnerung<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Dh. dem Lesen der Esterrolle.</i>? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i><i>diese Tage sollen in Erinnerung bleiben und begangen werden</i>; die Erinnerung gleicht dem Begehen.", | |
| "Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Befestigte Städte, die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben waren, lesen sie am fünfzehnten. –", | |
| "Was ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? – Wie in Šušan: wie Šušan in den Tagen Aḥašveroš‘ mit einer Mauer umgeben war, und man in ihr am fünfzehnten las, ebenso lese man sie in jeder [Stadt], die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben war, am fünfzehnten. – Was ist der Grund des Autors unserer [Mišna]? –", | |
| "Er folgert es durch [das Wort] <i>offen</i>; hier<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,19.</i>heißt es: <i>darum machen die Juden auf offenem Lande</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Dt. 3,5.</i>heißt es: <i>außerdem noch sehr viel offene Landstädte</i>; wie dort mit einer Mauer umgeben in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, ebenso auch hier mit einer Mauer umgeben in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns. –", | |
| "Erklärlich ist es, daß R. Jehošua͑ b. Qorḥa nicht der Ansicht des Autors unserer [Mišna] ist, weil er durch [das Wort] <i>offen</i> nichts folgert; weshalb aber ist der Autor unserer Mišna nicht der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? –", | |
| "‘Weshalb’, weil er es durch [das Wort] <i>offen</i> folgert!? – Er meint es wie folgt: weshalb verfuhr man so in Šušan<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Für Š. wurde der 15. festgesetzt, obgleich man nicht weiß, ob es in den Tagen Jehošua͑s mit einer Mauer umgeben war.</i>!?", | |
| "Raba, wie manche sagen, Kadi, erwiderte: Šušan bildet eine Ausnahme, weil das Wunder sich da ereignet hatte. –", | |
| "Erklärlich sind [die Worte]:<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i><i>in jeder Provinz und in jeder Stadt</i>, nach dem Autor unserer [Mišna]: jede Provinz, zur Unterscheidung zwischen solchen, die in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben waren, und solchen, die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben waren,", | |
| "jede Stadt, zur Unterscheidung zwischen Šušan und anderen Städten; nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa aber heißt es allerdings: <i>in jeder Provinz</i>, zur Unterscheidung zwischen Šušan und anderen Städten, wozu aber heißt es: <i>in jeder Stadt</i>!? –", | |
| "R. Jehošua͑ b. Qorḥa kann dir erwidern: stimmt dies denn nach dem Autor unserer [Mišna]: wozu sind nach ihm die Worte <i>in jeder Provinz</i> nötig, wo er es doch aus [dem Worte] <i>offen</i> folgert!? Der Schriftvers ist vielmehr zur Forschung<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Dh. um hieraus die folgende Lehre zu entnehmen.</i>nötig, und zwar nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Jeder [Ort] nahe der befestigten Stadt, und was mit dieser zusammen zu sehen ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. –", | |
| "Wie weit? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erwiderte: Wie von Ḥamtan bis Tiberias, ein Mil. – Sollte er doch sagen: ein Mil!? – Er lehrt uns folgendes: ein Mil ist soviel, wie von Ḥamtan bis Tiberias.", | |
| "Ferner sagte R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba: [Die Finalbuchstaben<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Die 5 folgenden Buchstaben des hebr. Alphabetes haben am Schlusse des Wortes eine andere Form.</i>] Mem, Nun, Çade, Pe und Kaph haben die Schauer<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Schon in der Bibel gebrauchter Ausdruck für Prophet, der auch in den genannten Buchstaben enthalten ist.</i>eingeführt. –", | |
| "Glaubst du, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,34.</i><i>dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts mehr neu einführen!? Ferner sagte ja R. Ḥisda das Mem und das Samekh" | |
| ], | |
| [ | |
| "standen auf den Gesetzestafeln durch ein Wunder<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Die Schrift auf den Gesetzestafeln war durch und durch eingegraben (cf. Sab. Fol. 104a), somit konnten sich die Innenflächen der Buchstaben <span dir=\"rtl\">ם</span> und <span dir=\"rtl\">ס</span> nur durch ein Wunder halten; demnach war nur das Final-Mem gebräuchlich.</i>!? –", | |
| "Sie waren beide<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Die Medial- u. Finalbuchstaben.</i>vorhanden, nur wußte man nicht, welche Medial- und welche Finalbuchstaben sind, da kamen die Schauer und führten die offenen als Medial- und die geschlossenen als Finalbuchstaben ein. –", | |
| "Aber immerhin heißt es ja <i>dies sind die Gebote</i>, der Prophet darf von nun ab nichts mehr neu einführen!? – Vielmehr, man hatte es vergessen, und diese stellten es wieder her.", | |
| "Ferner sagte R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba: Die [aramäische] Übersetzung der Tora verfaßte Onkelos<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Wohl identisch mit Aquila, wie auch Jonathan sprachlich mit Theodotion identisch ist.</i>der Proselyt nach der Unterweisung R. Elie͑zers und Jehošua͑s; die [aramäische] Übersetzung der Propheten verfaßte Jonathan, der Sohn U͑ziéls nach der Unterweisung Ḥaggajs, Zekharjas und Maleakhis. Das Jisraélland erbebte dann vierhundert zu vierhundert Parasangen, und eine Hallstimme ertönte und sprach: Wer ist es, der meine Geheimnisse den Menschenkindern verraten hat?", | |
| "Da stellte sich Jonathan, der Sohn U͑ziéls (auf seine Füße) hin und sprach: Ich bin es, der deine Geheimnisse den Menschenkindern verraten hat; offen und bewußt ist es dir, daß ich es nicht mir zu Ehren, noch zu Ehren meines väterlichen Hauses getan habe, vielmehr habe ich es dir zu Ehren getan, damit keine Streitigkeiten in Jisraél sich mehren.", | |
| "Er wollte auch die Übersetzung der Hagiographen veröffentlichen, da ertönte eine Hallstimme und sprach: Begnüge dich. – Weshalb? – Weil in diesen das messianische Ende enthalten ist. –", | |
| "Ist es denn Onkelos der Proselyt, der die Übersetzung der Tora verfaßt hat, R. Iqa b. Abin sagte ja im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Neh. 8,8<i></i>.</i><i>und sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, deutlich mit Angabe des Sinnes, sodaß sie das Gelesene verstanden. Sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes</i>, das ist die Schrift; <i>deutlich</i>, das ist die Übersetzung;", | |
| "<i>mit Angabe des Sinnes</i>, das sind die Verstrennungen; <i>das Gelesene verstanden</i>, das sind die Akzente, und wie manche sagen, die Überlieferung!?<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Die überlieferten Genauigkeiten u. Lesarten.</i> – Man hatte sie vergessen und er stellte sie wieder her. –", | |
| "Weshalb erbebte es nicht wegen der Übersetzung der Tora, wohl aber wegen der Propheten? – In der Tora ist alles klar, in den Propheten ist manches klar und manches dunkel. So heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Zach. 12,11.</i><i>An jenem Tage wird sich in Jerušalem Totenklage erheben, wie die Totenklage Hadadrimmons in der Ebene von Megiddon</i>.", | |
| "Hierzu sagte R. Joseph: Wenn nicht die Übersetzung dieses Verses würde ich ihn nicht verstanden haben. [Diese lautet:] An jenem Tage wird in Jerušalem die Klage so groß sein, wie die Totenklage über Aḥáb, den Sohn O͑mris, den Hadadrimmon, Sohn des Ṭabrimon, in Ramoth Gilea͑d erschlug, und wie die Totenklage über Jošija, Sohn des Amon, den der lahme Pareo͑ in der Ebene von Megiddon erschlug.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Dan. 10,7.</i><i>Ich, Daniél, allein sah diese Erscheinung, während die Männer, die bei mir waren, nichts von der Erscheinung sahen; aber ein großer Schrecken hatte sie befallen, daß sie flohen, um sich zu verbergen</i>. Wer waren diese Männer? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erwiderte: Das waren Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi;", | |
| "diese waren bedeutender als er und er war bedeutender als diese. Diese waren bedeutender als er, da sie Propheten waren, er aber nicht; er war bedeutender als diese, da er [die Erscheinung] sah, sie aber nicht. –", | |
| "Weshalb erschraken sie, wenn sie nichts sahen? – Obgleich sie selbst sie nicht sahen, so sah sie ihr Geist.", | |
| "Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand in Angst ist, sein Geist etwas sieht, obgleich er selbst nichts sieht. – Welches Mittel gibt es dagegen? – Man lese das Šema͑. Wenn man sich aber auf einer schmutzigen Stelle befindet, so hüpfe man vier Ellen von seinem Platze. Wenn nicht das, so spreche man wie folgt: Die Ziege beim Schlächter ist fetter als ich.", | |
| "Jetzt nun, wo du erklärt hast, [die Worte:] <i>in jeder Provinz und in jeder Stadt</i>. werden zur Forschung<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Dh. um hieraus die folgende Lehre zu entnehmen.</i>verwendet, wozu sind [die Worte:] <i>in jeder Familie</i>, nötig? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Diese deuten darauf, daß die priesterlichen und levitischen Familien den Tempeldienst unterbrechen und das Lesen der Esterrolle hören gehen.", | |
| "R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn Priester beim Tempeldienste, Leviten auf der Estrade<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Wo sie die Tempelmusik spielten.</i>und Jisraéliten beim Beistande sich befinden, so verlassen sie alle ihren Dienst und gehen das Lesen der Esterrolle hören.", | |
| "Ebenso wird gelehrt: Wenn Priester beim Tempeldienste, Leviten auf der Estrade und Jisraéliten beim Beistande sich befinden, so verlassen sie alle ihren Dienst und gehen das Lesen der Esterrolle hören. Darauf stützten sie sich im Hause Rabbis, das Studium der Tora zu unterbrechen, um das Lesen der Esterrolle hören zu gehen. Dies ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere, vom Tempeldienste, zu folgern: wenn man den strengeren Tempeldienst unterbreche, um wieviel mehr das Studium der Tora. –", | |
| "Ist denn der Tempeldienst strenger als das Studium der Tora, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,13.</i><i>während sich aber Jehošua͑ in Jeriḥo befand, schaute er einst auf und sah, wie ihm ein Mann gegenüberstand &c., da warf er sich nieder</i><sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Hieraus wird weiter gefolgert, daß das Studium der Tora wichtiger sei; diese Folgerung wird durch die folgenden Fragen u. Antworten unterbrochen.</i>. –", | |
| "Wieso tat er dies, R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, man dürfe nachts seinen Nächsten nicht begrüßen, weil zu befürchten ist, es sei vielleicht ein Dämon!? – Anders war es da, wo er gesagt hatte:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,15.</i><i>ich bin ein Heeresfürst des Herrn</i>. –", | |
| "Vielleicht hatte er gelogen!? – Es ist überliefert, daß sie nicht den Namen Gottes vergeblich aussprechen.", | |
| "Er sprach nämlich zu ihm: Gestern habt ihr das beständige Abendopfer unterlassen und jetzt habt ihr das Studium der Tora unterlassen. Hierauf fragte er: Wegen welcher [Unterlassung] bist du gekommen? Dieser erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,13.</i><i>Jetzt</i><sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Dh. Ich bin wegen der jetzigen Unterlassung, dh. der Tora, gekommen.</i><i>bin ich gekommen</i>. Sodann:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Jos. 8,9. Wie schon die Tosaphoth bemerken, liegt hier eine Verschmelzung von VV. 9 u. 13 vor.</i><i>Da verbrachte Jehošua͑ jene Nacht in der Vertiefung</i>, worüber R. Joḥanan sagte," | |
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| "dies lehre, daß er jene Nacht bei der Vertiefung in der Halakha verbrachte. Auch sagte R, Šemuél b. Inja, das Studium der Tora sei bedeutender als die Darbringung des beständigen Opfers, denn es heißt: <i>jetzt bin ich gekommen</i>!? –", | |
| "Das ist kein Einwand; eines gilt von einer Gesamtheit und eines gilt von einem einzelnen. –", | |
| "Ist denn [das Studium] eines einzelnen geringer, vor haben ja gelernt: Frauen dürfen am Halbfeste einen Trauergesang anstimmen, nicht aber sich an die Brust schlagen; R. Jišma͑él sagt, die sich nahe der Bahre befinden, dürfen sich an die Brust schlagen. An Neumonds tagen, am Ḥanukafeste und am Purimfeste dürfen sie einen Trauergesang anstimmen und sich an die Brust schlagen, eine Rundklage<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Cf. Mq. Fol. 28b.</i>aber dürfen sie an diesem und an jenem nicht anstimmen.", | |
| "Hierzu sagte Rabba b. Ḥona, bei einem Schriftgelehrten gebe es kein Fest, und um so weniger ein Ḥanukafest oder ein Purimfest<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Er darf auch dann betrauert werden.</i>!? –", | |
| "Du sprichst von der Ehrung der Tora: die Ehrung der Tora ist auch bei einem einzelnen strenger, beim Studium eines einzelnen ist es jedoch leichter.", | |
| "Raba sagte: Es ist mir entschieden, daß von Tempeldienst und Lesen der Esterrolle das Lesen der Esterrolle wichtiger sei, wie dies aus der Lehre des R. Jose b. Ḥanina<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Nach der hierzu der Tempeldienst zu unterbrechen ist.</i>hervorgeht. Daß ferner von Studium der Tora und Lesen der Esterrolle das Lesen der Esterrolle wichtiger sei, wie sie sich darauf im Hause Rabbis stützten<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Hierzu das Studium der Tora zu unterbrechen.</i>.", | |
| "Daß ferner von Studium der Tora und [Bestattung eines] Pflichttoten<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,7.</i>[die Bestattung] des Pflichttoten wichtiger sei, denn es wird gelehrt, man unterbreche das Studium der Tora, um einen Toten hinauszubringen und um eine Braut unter den Baldachin zu führen. Daß ferner von Tempeldienst und [Bestattung eines] Pflichttoten [die Bestattung] des Pflichttoten wichtiger sei, was aus [dem Worte] <i>seiner Schwester</i> zu entnehmen ist.", | |
| "Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,7.</i><i>Und wegen seiner Schwester</i>. Was lehrt dies? Man könnte glauben, daß, wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht, und hört, daß ihm jemand gestorben sei, er sich verunreinigen<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">An der Leiche, sodaß ihm dann die Ausübung des Gebotes unmöglich sein würde.</i>solle, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,7.</i><i>er darf sich nicht verunreinigen</i>.", | |
| "Man könnte nun glauben, daß, wie er sich an seiner Schwester nicht verunreinigen darf, ebenso dürfe er sich auch wegen eines Pflichttoten nicht verunreinigen, so heißt es: <i>und wegen seiner Schwester</i>; an seiner Schwester verunreinige er sich nicht, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.", | |
| "Folgendes aber fragte Raba: Was ist von Lesen der Esterrolle und [Bestattung eines] Pflichttoten wichtiger: ist das Lesen der Esterrolle wichtiger, wegen der Bekanntmachung des Wunders, oder ist [die Bestattung] eines Pflichttoten wichtiger, wegen der Ehre des Menschen? Nachdem er es fragte, entschied er es: [die Bestattung] eines Pflichttoten ist wichtiger, denn der Meister sagte: Groß ist die Ehre des Menschen, daß sie ein Verbot der Tora verdrängt.", | |
| "Der Text. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Jeder Ort nahe der befestigten Stadt, und was mit dieser zusammen zu sehen ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. Es wird gelehrt: Nahe, auch wenn er nicht mit dieser zu sehen ist; zu sehen ist, auch wenn nicht nahe. –", | |
| "Allerdings kann es vorkommen, daß [ein Ort] zu sehen und nicht nahe ist, beispielsweise auf der Spitze eines Berges, wieso aber kann es vorkommen, daß [ein Ort] nahe und nicht zu sehen ist!? R. Jirmeja erwiderte: Wenn er sich in einem Tale befindet.", | |
| "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Eine befestigte Stadt, die zuerst besiedelt und nachher mit einer Mauer umgeben worden ist, ist<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Bezüglich des Verfalls nach Ablauf der Rückkauffrist; cf. Lev. 25,29ff.</i>als Dorf zu behandeln. Aus welchem Grunde? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,29.</i><i>wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft</i>; nur zuerst ummauert und nachher bewohnt, nicht aber zuerst bewohnt und nachher ummauert.", | |
| "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Eine befestigte Stadt, in der keine zehn Müßiggänger<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Dh. Leute, die jeder Privatbeschäftigung entsagen und sich ausschließlich mit Gemeinde- und Synagogenangelegenheiten befassen.</i>vorhanden sind, ist als Dorf zu behandeln. – Was lehrt er uns damit, wir haben ja gelernt, als große Stadt gelte diejenige, in der zehn Müßiggänger sich befinden, wenn aber weniger, werde sie als Dorf behandelt!? – Er lehrt uns dies von einer befestigten Stadt, obgleich manche von auswärts kommen<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Auswärtige Müßiggänger, die sich in der Stadt aufhalten, zählen nicht mit.</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Eine befestigte Stadt, die zerstört worden war und wieder besiedelt worden ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. – Was heißt ‘zerstört’: wollte man sagen, wenn ihre Mauer zerstört worden war, wieso nur dann, wenn sie wieder errichtet worden ist, sonst aber nicht, es wird ja gelehrt: R. Elea͑zar b. Jose sagte:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>die eine Mauer hatte</i>, auch wenn sie jetzt keine hat, einst aber eine hatte!? –", | |
| "Vielmehr, ‘zerstört’ heißt, wenn sie keine zehn Müßiggänger mehr hat.", | |
| "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi:" | |
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| [ | |
| "Lud, Ono und Ge Harašim waren in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben. –", | |
| "Hat sie denn Jehošua͑ erbaut, Elpaa͑l erbaute sie ja, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">iChr. 8,12.</i><i>die Söhne Elpaa͑ls waren: E͑ber, Mišea͑m und Šemer. Dieser erbaute Ono und Lud und dessen Tochterstädte</i>!? – Nach deiner Ansicht müßte sie ja erst Asa erbaut haben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 14,5.</i><i>Asa baute die befestigten Städte in Jehuda</i>!?", | |
| "Vielmehr ist es mit R. Elea͑zar zu erklären: diese waren in den Tagen Jehošua͑s mit einer Mauer umgeben und wurden beim Ereignisse mit dem Kebsweibe von Gibea͑<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jud. Kapp. 19 u. 20.</i>zerstört, darauf kam Elpaa͑l und erbaute sie wieder, und als sie später wieder einstürzten, kam Asa und stellte sie her.", | |
| "Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 14,6.</i><i>er sprach zu Jehuda: Laßt uns diese Städte erbauen</i>, wahrscheinlich waren sie schon vorher Städte.", | |
| "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Frauen sind zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, denn auch sie waren an diesem Wunder beteiligt. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so trage man über die Bedeutung des Tages vor. –", | |
| "Wieso gerade über das Purimfest, dies gilt ja auch von jedem anderen Feste!? Es wird nämlich gelehrt: Moše ordnete für Jisraél an, über die Bedeutung des Tages vorzutragen: über die Vorschriften des Pesaḥfestes am Pesaḥfeste, über die Vorschriften des Wochenfestes am Wochenfeste und über die Vorschriften des Hüttenfestes am Hüttenfeste!? –", | |
| "Vom Purimfest ist dies besonders zu lehren nötig; man könnte glauben, man berücksichtige die Befürchtung Rabbas<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Man könnte veranlaßt werden, die Rolle am Šabbath auf öffentlichem Gebiete zu tragen; weit. Fol. 4b.</i>, so lehrt er uns.", | |
| "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Man muß die Esterrolle abends lesen und am folgenden Tage wiederholen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Ps. 22,3.</i><i>mein Gott, ich rufe tagsüber, doch du antwortest nicht, und nachts, ohne daß ich Beruhigung fände</i>.", | |
| "Sie verstanden anfangs, man lese abends die Esterrolle und studiere am folgenden Tage den diese behandelnden Mišnatraktat<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Das von RJ. in seiner hebräisch vorgetragenen Lehre gebrauchte Wort <span dir=\"rtl\">שנה</span> bat sowohl die Bedeutung <i>studieren</i> (der Mišna) als auch <i>wiederholen</i>; ebenso ist <span dir=\"rtl\">מגילה</span> sowohl Name der Esterrolle, als auch des diese behandelnden Mišna- (bezw. Talmud-)traktates.</i>; da sprach R. Jirmeja zu ihnen: Mir wurde von R. Ḥija b. Abba erklärt: wie die Leute sprechen: ich lese diesen Abschnitt und wiederhole<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Das von RJ. in seiner hebräisch vorgetragenen Lehre gebrauchte Wort <span dir=\"rtl\">שנה</span> bat sowohl die Bedeutung <i>studieren</i> (der Mišna) als auch <i>wiederholen</i>; ebenso ist <span dir=\"rtl\">מגילה</span> sowohl Name der Esterrolle, als auch des diese behandelnden Mišna- (bezw. Talmud-)traktates.</i>ihn.", | |
| "Ebenso wird gelehrt: R. Ḥelbo sagte im Namen des U͑la Biraá: Man muß die Esterrolle abends lesen und am folgenden Tage wiederholen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Ps. 30,13.</i><i>auf daß [meine Seele] lobsinge und nicht schweige. O Herr, mein Gott, immerdar will ich dich preisen</i><sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Dieser Psalm wird auf das Purimereignis bezogen; ‘lobsingen’ und ‘nicht schweigen’, am Abend u. am Tage.</i>.", | |
| "N<small>UR DASS DIE</small> D<small>ÖRFER ZUM VORANGEHENDEN</small> Z<small>USAMMENKUNFTSTAGE VORGREIFEN</small>. R. Ḥanina sagte: Die Weisen haben es für die Dörfer erleichtert, daß sie nämlich zum vorangehenden Zusammenkunftstage vorgreifen dürfen, um ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen zu können. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Demnach ist dies eine Vorsorge für die befestigten Städte, dagegen haben wir gelernt, daß wenn er auf einen Montag fällt, die Dörfer und größeren Städte sie am selben Tage lesen; demnach sollten sie sie am vorangehenden Zusammenkunftstage lesen!? – Dieser wäre ja der zehnte, und auf den zehnten haben es die Rabbanan nicht verlegt. –", | |
| "Komm und höre: Fällt er auf einen Donnerstag, so lesen sie die Dörfer und größeren Städte am selben Tage. Demnach sollten sie sie am vorangehenden Zusammenkunftstage, am elften, lesen!? Man verschiebt nicht von einem Zusammenkunftstage auf den vorhergehenden. –", | |
| "Komm und höre: R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn man im Orte am Montag und am Donnerstag zusammenkommt, in einem Orte aber, wo man am Montag und am Donnerstag nicht zusammenkommt, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit. Weshalb sollten, wenn du nun sagst, dies sei eine Vorsorge für die befestigten Städte, diese dadurch leiden, daß man da am Montag und am Donnerstag nicht zusammenkommt!? –", | |
| "Sage nicht: um sie mit Wasser und Nahrung zu versorgen, sondern: weil sie dann ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen.", | |
| "U<small>ND ZWAR: FÄLLT ER AUF EINEN</small> M<small>ONTAG, SO LESEN SIE DIE</small> D<small>ÖRFER UND GRÖSSEREN</small> S<small>TÄDTE AN DIESEM</small> T<small>AGE &C</small>. Weshalb wählt er im Anfangssatze die Reihenfolge der Monatstage und im Schlußsatze die Reihenfolge der Wochentage? –", | |
| "Da man in Verwirrung kommen<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Die Wochentage müßten dann rückwärts aufgezählt werden.</i>könnte, so wählt er die Reihenfolge der Wochentage.", | |
| "F<small>ÄLLT ER AUF EINEN</small> F<small>REITAG &C</small>. Vertritt unsere Mišna die Ansicht Rabbis oder die Ansicht R. Joses? –", | |
| "Wieso die Ansicht Rabbis? – Es wird gelehrt: Fällt er auf einen Freitag, so greifen die Dörfer und die größeren Städte zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor und die mit einer Mauer umgebenen Städte lesen an diesem Tage. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, es sei für die größeren Städte nicht zu verschieben, beide lesen sie vielmehr an diesem Tage. –", | |
| "Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>von Jahr zu Jahr</i>, wie in jedem anderen Jahre die größeren Städte früher [lesen] als die mit einer Mauer umgebenen Städte, ebenso auch in diesem die größeren Städte früher als die mit einer Mauer umgebenen Städte. –", | |
| "Vielleicht aber wie folgt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie es in jedem anderen Jahre für die größeren Städte nicht zu verschieben ist, ebenso ist es in einem solchen Jahre für die größeren Städte nicht zu verschieben!? – Anders ist es ja nicht möglich. –", | |
| "Was ist der Grund Rabbis? – <i>Von Jahr zu Jahr</i>, wie es in jedem anderen Jahre für die größeren Städte nicht zu verschieben ist, ebenso ist es in diesem nicht für die größeren Städte zu verschieben. –", | |
| "Vielleicht aber wie folgt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie in jedem anderen Jahre die größeren Städte früher [lesen] als die mit einer Mauer umgebenen Städte, ebenso auch in diesem Jahre die größeren Städte früher als die mit einer Mauer umgebenen Städte!? – Anders ist es ja nicht möglich. –", | |
| "Wieso die Ansicht R. Joses? – Es wird gelehrt: Fällt er auf einen Freitag, so greifen die mit einer Mauer umgebenen Städte und die Dörfer zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor und die größeren Städte lesen an diesem Tage. R. Jose sagt, die mit einer Mauer umgebenen Städte [lesen] nicht früher als die größeren Städte, vielmehr lesen diese und jene an diesem Tage. –", | |
| "Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es heißt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie in jedem anderen Jahre die größeren Städte am vierzehnten lesen und für diese eine andere Zeit als für jene festgesetzt ist, ebenso lesen auch in diesem Jahre die größeren Städte am vierzehnten und ist für diese eine andere Zeit als für jene festgesetzt. –", | |
| "Vielleicht aber wie folgt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie in jedem anderen Jahre die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher [lesen] als die größeren Städte, ebenso in diesem die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher als die größeren Städte!? – Anders ist es ja nicht möglich. –", | |
| "Was ist der Grund R. Joses? – <i>Von Jahr zu Jahr</i>, wie in jedem anderen Jahre die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher [lesen] als die größeren Städte, ebenso in diesem die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher als die größeren Städte. –", | |
| "Vielleicht aber wie folgt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie in jedem anderen Jahre für diese eine andere Zeit festgesetzt ist als für jene, ebenso ist auch in diesem für diese eine andere Zeit festgesetzt als für jene!? – Anders ist es ja nicht möglich. – Ist Rabbi denn der Ansicht, für die größeren Städte sei es nicht auf den Zusammenkunftstag zu verschieben, es wird ja gelehrt: Fällt er auf einen Šabbath, so greifen die Dörfer zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor, die größeren Städte lesen am Freitag und die mit einer Mauer umgebenen Städte am folgenden Tage.", | |
| "Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, daß es für die größeren Städte, da es für sie ohnehin verschoben wird, auf den Zusammenkunftstag zu verschieben ist!? –", | |
| "Was soll dies: da, wo er auf einen Šabbath fällt, ist es ja ohnehin zu verschieben, daher wird es verschoben, hierbei aber fällt er ja auf einen Freitag. –", | |
| "Wessen Ansicht vertritt das, was R. Ḥelbo im Namen R. Honas lehrte: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so wird es für alle auf den vorangehenden Zusammenkunftstag verschoben. – Alle, wie kommst du darauf, die mit einer Mauer umgebenen Städte tun es ja erst am folgenden Tage!? – Vielmehr: für die es verschoben wird, wird es auf den Zusammenkunftstag verschoben. Wessen Ansicht? – Die Ansicht Rabbis.", | |
| "Alle sind jedoch der Ansicht, am Šabbath lese man die Esterrolle nicht; aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Jeder ist zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, nicht aber ist jeder im Lesen der Esterrolle kundig; es ist daher zu berücksichtigen, jemand könnte sie in die Hand nehmen und zu einem Kundigen lernen gehen, und so vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen.", | |
| "Dies ist auch der Grund bei der Posaune<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Am Neujahrstage bezw. am Hüttenfeste, die beide am Šabbath ausfallen.</i> und bei der Festpalme<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Am Neujahrstage bezw. am Hüttenfeste, die beide am Šabbath ausfallen.</i>.", | |
| "R. Joseph erwiderte: Weil die Augen der Armen auf das Lesen der Esterrolle gerichtet<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Am Purimfeste werden Geschenke an die Armen verteilt; am Šabbath ist dies nicht möglich.</i>sind. Ebenso wird gelehrt: Obgleich sie gesagt haben, die Dörfer greifen zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor, so fordert man an diesem Tage auch [die Armengeschenke] ein und verteilt sie an diesem Tage. –", | |
| "‘Obgleich sie gesagt haben’, im Gegenteil: weil sie gesagt haben!? – Vielmehr, da sie gesagt haben, die Dörfer greifen zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor, so fordert man an diesem Tage auch [die Armengeschenke] ein und verteilt sie an diesem Tage, weil die Augen der Armen auf das Lesen der Esterrolle gerichtet sind." | |
| ], | |
| [ | |
| "Die Festfreude aber findet zur festgesetzten Zeit statt.", | |
| "Rabh sagt, die Esterrolle werde zur festgesetzten Zeit auch von einem einzelnen gelesen, außer der festgesetzten Zeit, nur von zehn Personen; R. Asi sagt, sowohl zur festgesetzten Zeit, als auch außer der festgesetzten Zeit, nur von zehn Personen. Bei einer Entscheidung berücksichtigte einst Rabh die Ansicht R. Asis. –", | |
| "Kann Rabh dies denn gesagt haben, R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, der Freitag dafür festgesetzt sei. Wieso der Freitag<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Er sagt nicht, daß man ihn auf den Freitag ‘verlege’.</i>, der Šabbath ist es ja!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: außer der Zeit wie zur Zeit: wie zur Zeit auch ein einzelner [die Esterrolle lese], ebenso außer der Zeit auch ein einzelner!? –", | |
| "Nein, hinsichtlich des Lesens der Esterrolle bei zehn Personen. – Was heißt demnach: der Freitag dafür festgesetzt sei!? – Dies schließt die Ansicht Rabbis aus; dieser sagt, da es für die größeren Städte ohnehin verschoben wird, werde es auf den Zusammenkunftstag verlegt, so lehrt er uns, daß der Freitag dafür festgesetzt sei.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>W</b><small>ELCHE HEISST EINE GRÖSSERE</small> S<small>TADT</small>? I<small>N DER ZEHN</small> M<small>ÜSSIGGÄNGER</small><sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Dh. Leute, die jeder Privatbeschäftigung entsagen und sich ausschließlich mit Gemeinde- und Synagogenangelegenheiten befassen.</i> <small>SICH BEFINDEN; WENN WENIGER, SO IST ES EIN</small> D<small>ORF</small>.", | |
| "N<small>UR DIESBEZÜGLICH SAGTEN SIE, DASS ES VORHER ERFOLGE UND NICHT AUF, NACHHER VERSCHOBEN WERDE; DIE</small> H<small>OLZSPENDE</small><sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Für das Altarfeuer; cf. Tan. Fol. 28a.</i><small>ABER, DER</small> N<small>EUNTE</small> A<small>B, DAS</small> F<small>ESTOPFER</small><sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Das jeder einzelne am Feste darzubringen hat.</i> <small>UND DIE</small> V<small>OLKSVERSAMMLUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Am Schlüsse des Siebentjahres, cf. Dt. 31,10ff.</i><small>WERDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie auf einen Šabbath fallen u. verlegt werden müssen.</i><small>AUF NACHHER UND NICHT AUF VORHER VERLEGT</small>.", | |
| "O<small>BGLEICH SIE GESAGT HABEN, MAN VERLEGE SIE AUF VORHER UND NICHT AUF NACHHER, SO SIND AN DIESEN</small> [T<small>AGEN</small>]<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">An den Tagen, auf die sie verlegt werden.</i><small>DENNOCH</small> T<small>RAUER</small>, F<small>ASTEN UND DIE</small> B<small>ESCHENKUNG DER</small> A<small>RMEN</small><sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Die am richtigen Purimtage zu erfolgen hat.</i><small>ERLAUBT</small>. R. J<small>EHUDA SAGTE</small>: N<small>UR DANN, WENN MAN IM</small> O<small>RTE AM</small> M<small>ONTAG UND</small> D<small>ONNERSTAG ZUSAMMENKOMMT, IN EINEM</small> O<small>RTE ABER, WO MAN WEDER AM</small> M<small>ONTAG NOCH AM</small> D<small>ONNERSTAG ZUSAMMENKOMMT, LESE MAN SIE NUR ZUR FESTGESETZTEN</small> Z<small>EIT</small>.", | |
| "GEMARA. Es wird gelehrt: Die zehn Müßiggänger, die sich im Bethause aufzuhalten pflegen.", | |
| "N<small>UR DIESBEZÜGLICH SAGTEN SIE, DASS ES VORHER ERFOLGE UND NICHT AUF NACHHER VERSCHOBEN WERDE</small>. Aus welchem Grunde? R. Abba erwiderte im Namen Šemuéls: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>und nicht versäumen</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Abba im Namen Šemuéls: Woher, daß das Jahr nicht nach Tagen<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dh. man rechne bei kultischen Handlungen nicht nach dem Sonnenzyklus, sondern nach dem Mondzyklus; das Jahr hat also 12 (im Schaltjahre 13) vollständige Mondzyklen, obgleich dies mit dem Sonnenjahre nicht genau übereinstimmt.</i>gezählt wird? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,2.</i><i>den Monaten des Jahres</i>; du hast das Jahr nach Monaten zu zählen, nicht aber hast du das Jahr nach Tagen zu zählen.", | |
| "Die Rabbanan aus Cäsarea sagten im Namen R. Abbas: Woher, daß der Monat nicht nach Stunden gerechnet<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Der Monat hat 29 bezw. 30 vollständige Tage, obgleich der Mondzyklus eigentl. 29½ Tage beträgt.</i>wird? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Num. 11,20.</i><i>einen Tagesmonat</i>; du hast den Monat nach Tagen zu rechnen, nicht aber hast du den Monat nach Stunden zu rechnen.", | |
| "D<small>IE</small> H<small>OLZSPENDE ABER, DER</small> N<small>EUNTE</small> A<small>B, DAS</small> F<small>ESTOPFER UND DIE</small> V<small>OLKSVERSAMMLUNG WERDEN AUF NACHHER UND NICHT AUF VORHER VERLEGT</small>. Der Neunte Ab, weil man sich mit Unglücksfällen nicht beeile; das Festopfer und die Volksversammlung, weil die Pflichtzeit noch nicht herangereicht ist. Es wird gelehrt: Das Festopfer und auch die ganze Festzeit wird auf später verschoben. –", | |
| "Allerdings kann das Festopfer, wenn [die Darbringung] auf einen Šabbath fällt, auf den Sonntag verschoben werden, wieso aber die Festzeit?", | |
| "R. Oša͑ja erwiderte: Er meint es wie folgt: das Festopfer wird vom Šabbath, und das Wallfahrts-Brandopfer sogar vom Festtage, an dem das Festopfer dargebracht werden darf, verdrängt<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Es ist nicht am Feste selbst, sondern erst am Halbfeste darzubringen.</i>. –", | |
| "Wer [ist der Autor dieser Lehre]? – Es ist die Schule Šammajs, denn wir haben gelernt: Die Schule Šammajs sagt, man bringe am Feste Heilsopfer dar und stütze<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Die Hände auf den Kopf des Opfers; cf. Lev. 3,2.</i>nicht,", | |
| "jedoch keine Brandopfer; die Schule Hilleis sagt, man bringe Heilsopfer und Brandopfer dar und stütze auch.", | |
| "Raba erwiderte: Das Festopfer wird nur für die Dauer der Festzeit aufgeschoben, länger aber nicht. Wir haben nämlich gelernt: Wer das Festopfer am ersten Festtage nicht dargebracht hat, bringe es während des ganzen Festes dar, auch am letzten Tage. Ist das Fest vorüber, ohne daß man das Festopfer dargebracht hat, so ist man dafür nicht haftbar.", | |
| "R. Aši erwiderte: Das Festopfer, sowie die ganze Festzeit wird aufgeschoben, selbst das des Wochenfestes, das nur einen Tag währt. Es wird nämlich gelehrt: [Die Schule Hillels] pflichtet bei, daß, wenn das Wochenfest auf einen Šabbath fällt, die Schlachtung nach dem Šabbath erfolge.", | |
| "R. Elea͑zar erzählte im Namen R. Ḥaninas: Rabbi pflanzte einen Setzling am Purimfeste," | |
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| "auch badete er am siebzehnten Tammuz<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Dem bekannten Trauertage; cf. Tan. Fol. 26a.</i>in der Quelle von Sepphoris. Ferner wollte er auch die Trauer des Neunten Ab aufheben, man pflichtete ihm aber nicht bei.", | |
| "R. Abba b. Zabhda sprach vor ihm: Meister, nicht so verhielt es sich; der Neunte Ab fiel dann auf einen Šabbath und wir verlegten ihn auf Sonntag, da sagte Rabbi: Da er verdrängt worden ist, so möge er ganz verdrängt werden. Jedoch stimmten ihm die Weisen nicht bei. Da sprach er über ihn:<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 4,9.</i><i>Besser sind zwei als einer</i><sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Allein würde er sich daran nicht erinnert haben.</i>. –", | |
| "Wieso pflanzte Rabbi einen Setzling am Purimfeste, R. Joseph lehrte ja:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,19.</i><i>Fröhlichkeit, Gasterei und Festlichkeit</i>; Fröhlichkeit, dies lehrt, daß die Trauer verboten ist; Gasterei, dies lehrt, daß das Fasten verboten ist; Festlichkeit, dies lehrt, daß die Arbeit verboten ist!? – Rabbi gehörte zu denen, die am vierzehnten lesen, und er pflanzte ihn am fünfzehnten. –", | |
| "Dem ist ja aber nicht so, Rabbi wohnte ja in Tiberias, und Tiberias war ja seit den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben!? – Vielmehr, Rabbi gehörte zu denen, die am fünfzehnten lesen, und er pflanzte ihn am vierzehnten. –", | |
| "War er denn sicher, daß Tiberias in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, Ḥizqija las ja in Tiberias am vierzehnten und am fünfzehnten, weil es ihm zweifelhaft war, ob es in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war oder nicht!? – Ḥizqija war es zweifelhaft, Rabbi war es entschieden. –", | |
| "Ist es denn erlaubt, auch wenn man es weiß, es heißt ja in der Fastenrolle, der vierzehnte und der fünfzehnte [Adar] seien Tage des Purimfestes, an denen die Trauer verboten ist,", | |
| "und hierzu sagte Raba, dies lehre, daß es für diejenigen, die [die Esterrolle] an einem dieser Tage lesen, auch am anderen verboten sei!? – Dies gilt nur von der Trauer und dem Fasten, die Arbeit aber ist nur an einem Tage und nicht mehr verboten. –", | |
| "Dem ist ja aber nicht so, Rabh sah einst, wie jemand am Purimfeste Flachs säete, da fluchte er darüber, und der Flachs sproßte nicht hervor!? – Da war es am von ihm [zu feiernden] Tage gewesen.", | |
| "Rabba, Sohn des Raba, erwiderte: Du kannst auch sagen, daß [Rabbi] dies am von ihm [zu feiernden] Tage tat, denn sie nahmen auf sich nur die [Unterlassung der] Trauer und das Fasten, nicht aber die [Unterlassung der] Arbeit.", | |
| "Zuerst<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,19.</i>heißt es nämlich: <i>Fröhlichkeit, Gasterei und Festlichkeit</i>, nachher aber:<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,22.</i><i>sie als Tage der Gasterei und Fröhlichkeit zu begehen</i>, von einer Festlichkeit wird aber nichts erwähnt. –", | |
| "Weshalb fluchte nun Rabh über jenen Mann? – Dies gehört zu den Dingen, die zwar erlaubt sind, hinsichtlich welcher aber das Volk Verbot eingeführt hatte; in der Ortschaft Rabbis aber war kein [Verbot] eingeführt.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich, tatsächlich war auch [in der Ortschaft Rabbis Verbot] eingeführt, nur hatte er ihn zu Festlichkeitszwecken gepflanzt. Wir haben nämlich gelernt: Sind auch diese [Fasttage] vorüber, ohne daß man erhört worden ist, so sind Kauf und Verkauf, Bauten, Pflanzungen, Verlobungen und Heiraten einzuschränken.", | |
| "Hierzu wird gelehrt: Unter Bauten sind Festlichkeitsbauten und unter Pflanzungen sind Luxuspflanzungen zu verstehen. Welches heißt Festlichkeitsbau!? Wenn man ein Haus zur Verheiratung seines Sohnes baut. Welches heißt Luxuspflanzung? Wenn man königliche Vorgärten anlegt.", | |
| "Der Text. Ḥizqija las [die Esterrolle] in Tiberias am vierzehnten und am fünfzehnten. Ihm war es nämlich zweifelhaft, ob es in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war oder nicht. – Wieso konnte ihm dies zweifelhaft sein, es heißt ja.<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Jos. 19,35.</i><i>und feste Städte, Çiddim, Çer, Ḥammath, Raqqath und Kinnereth</i>, und es ist uns bekannt, daß Raqqath Tiberias ist!? – Ihm war es deswegen zweifelhaft, weil es an einer Seite durch das Meer abgeschlossen<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">An dieser Seite war keine Mauer.</i>ist. –", | |
| "Wieso war es ihm demnach zweifelhaft, [das Meer] ist ja selbstverständlich keine Mauer!? Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>Die eine Mauer hat</i>, nicht aber eine durch die Häuser gebildete Mauer;<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 31.</i><i>ringsum</i>, ausgenommen ist Tiberias, für das das Meer als Mauer dient!? –", | |
| "Hinsichtlich des Verfallens<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Nach Ablauf der Auslösungsfrist.</i>war es ihm auch nicht zweifelhaft, zweifelhaft war es ihm nur hinsichtlich des Lesens der Esterrolle. Was heißt beim Lesen der Esterrolle offen und was heißt umgeben: besteht der Unterschied darin, daß die einen frei liegen und die anderen nicht frei liegen, so liegt [Tiberias] ebenfalls frei, und besteht der Unterschied darin, daß die einen geschützt sind und die anderen nicht geschützt sind, so ist [Tiberias] ebenfalls geschützt. Daher war es ihm zweifelhaft.", | |
| "R. Asi las die Esterrolle in Huçal am vierzehnten und am fünfzehnten. Ihm war es nämlich zweifelhaft, ob es in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war oder nicht. Manche lesen: R. Asi sagte: Das binjaminitische Huçal war in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Als ich Jüngling war, sagte ich etwas, hinsichtlich dessen ich Greise gefragt hatte," | |
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| "und es stellte sich heraus, daß ich recht hatte: Ḥammath ist Tiberias. Weshalb heißt es Ḥammath? Wegen seiner Warmbäder<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">חמת</span> vom <span dir=\"rtl\">חם</span> <i>Wärme</i> abgeleitet.</i>. Raqqath ist Sepphoris. Weshalb heißt es Raqqath? Weil es auf einer Erhöhung liegt, wie das Ufer<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">רקת</span> gleich <span dir=\"rtl\">רקתא</span> <i>Ufer</i>.</i>eines Flusses. Kinnereth ist Genezaret: Weshalb heißt es Kinnereth? Weil dessen Früchte süß sind wie die Artischocke<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">כינרת</span> gleich <span dir=\"rtl\">כינרא</span> cynara <i>Vaill</i>. Das W. <span dir=\"rtl\">קלא</span>, das keinen Sinn gibt, fehlt tatsächlich in der Erstausgabe. Unwahrscheinlich die Erklärung: <span dir=\"rtl\">כקלא דכינרי</span>, wie der Klang der Zither.</i>.", | |
| "Raba sprach: Wie kann denn jemand behaupten, Raqqath sei nicht Tiberias!? Wenn jemand hier [in Babylonien] stirbt, klagen sie dort [in Tiberias] wie folgt: Groß ist er in Šešakh<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Schon in der Bibel bekannte Umschreibung für Babylonien.</i>und einen Namen hat er in Raqqath. Und wenn man die Bahre nach dort bringt, klagen sie wie folgt: Freunde der Entkommenen, Einwohner von Raqqath, geht hinaus, um die Toten des Tales<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Bab. liegt in einem Tale.</i>zu empfangen.", | |
| "Und als die Seele R. Zeras zur Ruhe einkehrte, sprach ein Trauerredner über ihn: Das Land Šinea͑r war schwanger und gebar, das Land der Pracht<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Benennung Palästinas; cf. Ez. 20,6, jed. auch Ket. Fol. 112a.</i>zog seinen Liebling groß; wehe ihm, daß es sein kostbares Gerät verloren hat, spricht Raqqath.", | |
| "Vielmehr, erklärte Raba, Ḥammath ist (das Warmbad) Gerar, Raqqath ist Tiberias, und Kinnereth ist Genezaret. Weshalb heißt es Raqqath? Weil sogar die Leeren<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Sc. von tugendhaften Handlungen; <span dir=\"rtl\">רקת</span> von <span dir=\"rtl\">ריק</span> <i>leer</i> abgeleitet.</i>, die sich da befinden, voll guter Taten sind, wie ein Granatapfel. R. Jirmeja sagte: Der wirkliche Name ist Raqqath, und nur deshalb heißt es Tiberias, weil es auf dem Hochpunkte<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">טבריא</span> gleich <span dir=\"rtl\">טבור</span><i>Nabel</i>, Hoch- Mittelpunkt, bezw. Kompositum von <span dir=\"rtl\">טובה ראייתה</span> schön sein Aussehen.</i>des Jisraéllandes liegt. Rabba sagte: Der wirkliche Name ist Raqqath, und nur deshalb heißt es Tiberias, weil es ein schönes Aussehen<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">טבריא</span> gleich <span dir=\"rtl\">טבור</span><i>Nabel</i>, Hoch- Mittelpunkt, bezw. Kompositum von <span dir=\"rtl\">טובה ראייתה</span> schön sein Aussehen.</i>hat.", | |
| "Zee͑ri sagte: Qiṭron ist Sepphoris. Weshalb heißt es Sepphoris? Weil es auf der Spitze eines Berges liegt, wie ein Vogel<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">צפורי</span> gleich <span dir=\"rtl\">צפור</span> <i>Vogel</i>.</i>. –", | |
| "Wieso kann Qiṭron Sepphoris sein, es liegt ja im Gebiete Zebuluns!? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Jud. 1,30.</i><i>Zebulun vertrieb nicht die Bewohner von Qiṭron und die Bewohner von Nahalol</i>. Zebulun war nämlich mürrisch über das ihm zuteil gewordene Los, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,18.</i><i>Zebulun ist ein Volk, das sein Leben dem Tode preisgibt</i>, und zwar deshalb, weil:<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,18.</i><i>Naphtali auf den Höhen des Gefildes</i>.", | |
| "Zebulun sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, meinen Brüdern hast du Gefilde und Gärten gegeben, mir aber Gebirge und Hügel; meinen Brüdern hast du Ländereien gegeben, mir aber Seen und Flüsse! Er erwiderte ihm: Sie alle werden deiner benötigen, wegen der Purpurschnecke<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Deren Blut zum Färben der Çiçith, (cf. Num. 15,38) verwendet wurde.</i>. Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,19.</i><i>die verborgenen Schätze des Sandes</i>,", | |
| "und R. Joseph erklärte, Verborgenes sei die Purpurschnecke, Schätze sei der Triton, und Sand sei der Kristall. Alsdann sprach er vor ihm: Herr der Welt, wer bürgt mir dafür? Er erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,19.</i><i>Dort opfern sie Opfer der Gerechtigkeit</i>; dies diene dir als Merkzeichen: wer etwas von dir ohne Geld nimmt, der hat keinen Erfolg in seinem Handel.", | |
| "Weshalb war er, wenn du sagst, Qiṭron sei Sepphoris, über das ihm zuteil gewordene Los mürrisch, Sepphoris ist ja sehr wertvoll!? Wolltest du sagen, da fließe keine Milch und kein<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Wie dies oft vom Jisraéllande berichtet wird.</i> Honig, so erzählte ja Reš Laqiš, er habe in Sepphoris Milch und Honig [in einer Ausdehnung] von sechzehn zu sechzehn Mil gesehen.", | |
| "Wolltest du sagen, dies sei nicht so viel, wie seine Brüder es hatten, so erzählte ja Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, er habe [die Ausdehnung] von Milch und Honig vom ganzen Jisraéllande gesehen, und sie sei so groß, wie von Be Kube bis zur Burg von Telbenkane<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Eine am Euphrat liegende Stadt dieses Namens wird von manchen Geographen genannt.</i>, zweiundzwanzig Parasangen lang und sechs Parasangen breit!? –", | |
| "Dennoch wären ihm Gefilde und Gärten lieber. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: <i>Naphtali auf den Höhen des Gefildes</i>.", | |
| "R. Abahu sagte:<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Zeph. 2,4.</i><i>Und E͑qron wird entwurzelt werden</i>, das ist das edomitische Cäsarea, das zwischen Sandsteppen liegt. Zur Griechenzeit war dasselbe ein festeingesetzter Pflock gegen Jisraél; als aber die Ḥašmonäischen Herrscher an Übermacht gewannen und jene besiegten, nannte man es ‘Festung der Burg Çor’<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אחד</span> <i>verschließen</i>; jer. Sb. Fol. 36c heißt es <span dir=\"rtl\">חומות מגדל שיר</span>. Die richtige Lesart ist wohl <span dir=\"rtl\">צור</span> (so Handschriften, E͑n Ja͑qob); <span dir=\"rtl\">שד</span> ,<span dir=\"rtl\">שיר</span> od. <span dir=\"rtl\">שיד</span> sind Korruptionen.</i>.", | |
| "R. Jose b. Ḥanina sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Zach. 9,7.</i><i>ich entreiße ihm das Blut aus seinem Munde und seine Greuel aus den Zähnen; dann bleibt auch er für unseren Gott übrig. Ich entreiße ihm das Blut aus seinem Munde</i>, das sind ihre Tempel; <i>seine Greuel aus den Zähnen</i>, das sind ihre Versammlungshäuser<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">בית גליא</span> syr. Versammlungshaus, sc. zum Gottesdienste; die Ableitung aus dem Griechischen ist weder nötig noch befriedigend.</i>;", | |
| "<i>dann bleibt auch er für unseren Gott übrig</i>, das sind die Bet- und Lehrhäuser in Edom.<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Zach. 9,7.</i><i>Sie werden den Häuptlingen in Jehuda gleich sein, und die Leute von E͑qron den Jebusiten</i>, das sind die Theater und Zirkusse in Edom, in denen dereinst die Fürsten Jehudas öffentlich die Tora lehren werden<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Unter Edom ist im T. Rom zu verstehen.</i>.", | |
| "R. Jiçḥaq sagte: Lešem<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jos. 19,47.</i>ist Paneas, E͑qron (wird entwurzelt werden) ist das edomitische Cäsarea, das Hauptstadt der Könige war. Manche sagen, die Könige werden da erzogen, und manche sagen, die Könige werden da gekrönt.", | |
| "Sagt dir jemand, Cäsarea und Jerušalem seien beide zerstört, so glaube es nicht; sie seien beide bewohnt, so glaube es nicht; Cäsarea sei zerstört und Jerušalem bewohnt, oder: Jerušalem sei zerstört und Cäsarea bewohnt, so glaube es. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ez. 26,2.</i><i>ich fülle mich durch ihre Zerstörung</i>; ist diese gefüllt, so ist jene zerstört, ist jene gefüllt, so ist diese zerstört.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Gen. 25,23.</i><i>ein Stamm wird dem anderen überlegen sein</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Jes. 26,10.</i><i>begnadet wird der Frevler, er lernt keine Gerechtigkeit</i>. Jiçḥaq sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, möge doch E͑sav begnadet werden! Er erwiderte: Er ist ein Frevler. Jener sprach: Ist nicht bei ihm Gerechtigkeit zu finden? Er erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Jes. 26,10.</i><i>Im Lande der Redlichkeit frevelt er</i>. Hierauf sprach jener:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Jes. 26,10.</i><i>So sehe er die Hoheit des Herrn nicht</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Ps. 140,9.</i><i>gewähre nicht, o Herr, den Begehr des Frevlers, seinen Anschlag laß nicht gelingen, er würde sich erheben. Sela</i>. Ja͑qob sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, gewähre dem ruchlosen E͑sav nicht seine Herzenslust. <i>Seinen Anschlag lasse nicht gelingen</i>," | |
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| "das ist das edomitische Germanien, das, wenn es ausziehen würde, die ganze Welt zerstören<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi wird hier <span dir=\"rtl\">זמם</span> mit <i>Zaum, Zügel</i> übersetzt u. <span dir=\"rtl\">תפיק</span> von aram. <span dir=\"rtl\">נפק</span> <i>herausgehen, freikommen</i> abgeleitet; die Übersetzung des Versos lautet somit; seine Zügel löse nicht.</i>würde.", | |
| "Auch sagte R. Ḥama b. Ḥanina: Dreihundert Kronenträger gibt es im edomitischen Germanien und dreihundertfünfundsechzig Präfekte gibt es in Rom; an jedem Tage ziehen die einen gegen die anderen aus, wobei je einer von ihnen erschlagen wird, bis sie endlich Mühe haben, einen König einzusetzen.", | |
| "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Sagt dir jemand: ich habe mich abgemüht und nicht gefunden, so glaube es nicht, ich habe mich nicht bemüht und gefunden, so glaube es nicht; ich habe mich abgemüht und gefunden, so glaube es.", | |
| "Dies gilt nur von Dingen der Tora, bei geschäftlichen Angelegenheiten aber kann es eine Hilfe des Himmels sein. Auch bei Dingen der Tora gilt dies nur von der Erfassung, die Erhaltung aber ist eine Hilfe des Himmels.", | |
| "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Siehst du einen Frevler, dem die Stunde lächelt, so reize ihn nicht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Ps. 37,1.</i><i>streite nicht mit den Bösen</i>. Und noch mehr, seine Unternehmungen glücken ihm auch, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,5.</i><i>seine Wege gedeihen allezeit</i>. Und noch mehr, er wird auch bei Gericht begünstigt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,5.</i><i>hoch, fern von ihm, sind deine Strafgerichte</i>. Und noch mehr, er sieht auch Rache an seinen Feinden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,5.</i><i>all seine Feinde bläst er weg</i>. –", | |
| "Dem ist aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, es sei erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Pr. 28,4.</i><i>die die Lehre verlassen, rühmen die Frevler, die die Lehre beobachten, befehden sie</i>!? Ferner wird gelehrt: R. Dostaj b. Mathon sagte: Es ist erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen. Sollte dir jedoch jemand zuflüstern, [es heißt ja:] <i>streite nicht mit den Bösen, ereifere dich nicht über die Übeltäter</i>, so deutet [diesen Vers] der nur, dem das Herz<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Dh. der sieb sündig fühlt.</i>klopft;", | |
| "vielmehr: <i>wetteifere nicht mit den Bösen</i>, um wie die Bösen zu sein; <i>ereifere dich nicht über die Übeltäter</i>, um wie die Übeltäter zu sein. Ferner heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Ib, 23,17.</i><i>dein Herz beneide die Sünder nicht &c</i>. –", | |
| "Das ist kein Einwand; jenes gilt von eigenen Angelegenheiten, dies gilt von göttlichen Angelegenheiten.", | |
| "Wenn du willst, sage ich: beides gilt von eigenen Angelegenheiten, dennoch ist dies kein Widerspruch, denn das eine gilt von einem vollkommen Gerechten und das andere gilt von einem unvollkommen Gerechten. R. Hona sagte nämlich: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Hab. 1,13.</i><i>warum siehst du die Treulosen an, schweigest, wenn der Frevler einen gerechteren als er verschlingt</i>; einen gerechteren als er verschlingt er, einen vollkommen Gerechten verschlingt er nicht.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es, wenn die Stunde ihm lächelt<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Einen solchen reize man nicht.</i>.", | |
| "U͑la sagte: Das jonische Italien, das ist die große Stadt Rom, ist dreihundert zu dreihundert Parasangen groß; sie hat dreihundertfünfundsechzig Marktplätze, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; der kleinste ist der der Geflügelhändler, der sechzehn zu sechzehn Mil hat. Jeden Tag speist der König auf einem von diesen.", | |
| "Und jeder, der da wohnt, wenn er auch da nicht geboren ist, und jeder, der da geboren ist, wenn er auch da nicht wohnt, bezieht Gehalt aus dem königlichen Hause. Sie hat dreitausend Badehäuser, von denen jedes fünfhundert Rauchfange hat, die den Rauch oberhalb der Mauer abziehen lassen. An einer Seite das Meer, an einer Seite Berge und Hügel, an einer Seite eine eiserne Wand und an einer Seite Kies und Sumpf<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. Ufer u. Tiefe.</i>.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>W</b><small>ENN MAN DIE</small> E<small>STERROLLE IM ERSTEN</small> A<small>DAR GELESEN HAT UND DARAUF DAS</small> J<small>AHR INTERKALIERT WURDE, SO LESE MAN SIE IM ZWEITEN</small> A<small>DAR WIEDERUM</small>. D<small>ER ERSTE</small> A<small>DAR UNTERSCHEIDET SICH VOM ZWEITEN</small> A<small>DAR NUR DURCH DAS</small> L<small>ESEN DER</small> E<small>STERROLLE UND DIE</small> A<small>RMENGESCHENKE</small>.", | |
| "GEMARA. Hinsichtlich der Wochenabschnitte<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Die an jedem Šabbath im Adar gelesen werden.</i>gleichen sie also einander;", | |
| "demnach lehrt unsere Mišna weder nach dem ersten Tanna noch nach R. Elea͑zar b. R. Jose noch nach R. Šimo͑n b. Gamliél!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man die Esterrolle im ersten Adar gelesen hat und darauf das Jahr interkaliert wurde, so lese man sie im zweiten Adar wiederum, denn alle Gebote, die im zweiten stattfinden, finden auch im ersten statt, ausgenommen das Lesen der Esterrolle.", | |
| "R. Elea͑zar b. R. Jose sagt, man lese sie im zweiten Adar nicht, denn alle Gebote, die im zweiten stattfinden, finden auch im ersten statt.", | |
| "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt im Namen R. Joses, man lese sie auch im zweiten Adar, denn alle Gebote, die im zweiten Adar stattfinden, finden im ersten nicht statt. Sie stimmen überein, daß Trauer und Fasten in dem einen und dem anderen verboten seien.", | |
| "Nun ist ja R. Šimo͑n b. Gamliél derselben Ansicht wie der erste Tanna!? Und R. Papa erwiderte: Sie streiten über die Wochenabschnitte: der erste Tanna ist der Ansicht, von vornherein [lese] man sie im zweiten [Adar], hat man es aber im ersten getan, so bleibe es dabei, ausgenommen ist das Lesen der Esterrolle, die man, obgleich man sie im ersten gelesen hat, im zweiten lesen muß.", | |
| "R. Elea͑zar b. R. Jose ist der Ansicht, auch die Esterrolle lese man von vornherein im ersten [Adar], und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, auch die Wochenabschnitte lese man, wenn man sie im ersten gelesen hat, auch im zweiten.", | |
| "Nach wem nun: wenn nach dem ersten Tanna, so ist ja von den [Armen]geschenken einzuwenden, wenn nach R. Elea͑zar b. R. Jose, so ist ja vom Lesen der Esterrolle einzuwenden, und wenn nach R. Šimo͑n b. Gamliél, so ist ja von den Wochenabschnitten einzuwenden!? –", | |
| "Tatsächlich nach dem ersten Tanna, denn dieser lehrt es von der Esterrolle, und dies gilt auch von den Armengeschenken, da diese von jener abhängig sind.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist unsere Mišna lückenhaft und muß wie folgt lauten: der vierzehnte des ersten Adar unterscheidet sich vom vierzehnten des zweiten Adar nur durch das Lesen der Esterrolle und die [Armen]geschenke, hinsichtlich der Trauer und des Fastens aber gleichen sie einander, und von den Wochenabschnitten spricht er überhaupt nicht.", | |
| "R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, der sie im Namen R. Joses lehrte.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Beide folgerten sie aus einem Schriftverse:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>Von Jahr zu Jahr</i>. R. Elea͑zar b. R. Jose erklärt dies wie folgt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie es in jedem anderen Jahre im Adar nächst dem Šebaṭ, ebenso in diesem im Adar nächst dem Šebaṭ;", | |
| "R. Šimo͑n b. Gamliél aber erklärt: <i>von Jahr zu Jahr</i>, wie es in jedem anderen Jahre im Adar nächst dem Nisan, ebenso in diesem im Adar nächst dem Nisan. –", | |
| "Einleuchtend ist die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Jose, weil man nämlich an Geboten nicht vorübergehe<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Man übe sie aus, sobald man dazu Gelegenheit hat, daher schon im 1. Adar.</i>, was ist aber der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél?", | |
| "R. Ṭabi erwiderte: Der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél ist, man verbinde lieber die Erlösung<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Im Nisan wird die Erlösung aus Miçrajim gefeiert, das Pesaḥfest.</i>mit der Erlösung.", | |
| "R. Elea͑zar erwiderte: R. Šimo͑n b. Gamliél entnimmt seine Ansicht aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,29.</i><i>um dieses zweite</i><sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Das Wort ‘zweite’ deutet auf den 2. Adar.</i><i>Purimschreiben zu bestätigen</i>.", | |
| "Und sowohl [die Worte]" | |
| ], | |
| [ | |
| "<i>dieses zweite</i> als auch [die Worte] <i>von Jahr zu Jahr</i> sind nötig. Hieße es nur von <i>Jahr zu Jahr</i>, so könnte der ebengenannte Einwand erhoben werden, daher heißt es auch <i>dieses zweite</i>; und hieße es nur <i>dieses zweite</i>, so könnte man glauben, man lese von vornherein im ersten und im zweiten, daher heißt es <i>von Jahr zu Jahr</i>. –", | |
| "Welche Bedeutung haben [die Worte] <i>dieses zweite</i> nach R. Elea͑zar b. R. Jose? – Diese verwendet er für eine Lehre des R. Šemuél b. Jehuda, denn R. Šemuél b. Jehuda sagte: Zuerst hatte man [das Purimfest] für Šušan festgesetzt, später aber für die ganze Welt.", | |
| "R. Šemuél b. Jehuda sagte: Ester ließ die Weisen bitten, man möge ihr Fest für die Dauer festsetzen. Diese antworteten ihr: Willst du Haß über uns unter den Völkern erwecken!? Jene erwiderte: Ich bin bereits in die Chroniken der Könige von Medien und Persien eingetragen.", | |
| "Rabh, R. Ḥanina, R. Joḥanan und R. Habiba – manche setzen in der ganzen Sektion von den Feiertagen, überall, wo diese Gelehrtengesellschaft vorkommt, R. Jonathan statt R. Joḥanan – lehrten: Ester ließ die Weisen bitten, man möge sie in die [heilige] Schrift<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">So nach Handschriften; in unseren Texten: für die Dauer.</i>eintragen. Diese erwiderten:<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Pr. 22,20.</i><i>Fürwahr, ich habe dirs dreifach geschrieben</i>; dreifach<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Haman soll A͑maleqiter gewesen sein, u. dreimal wird in der Schrift eingeschärft, das Gedächtnis A͑maleqs zu vertilgen (Ex. 17,14. Dt. 25,19 iSam. 15,2ff.).</i>und nicht vierfach.", | |
| "Bis sie dafür einen Vers in der Tora fanden:<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Ex. 17,14.</i><i>Schreibe dies zum Andenken in das Buch</i>; schreibe dies, was hier und im Deuteronomium geschrieben steht; zum Andenken, was in den Propheten geschrieben steht; in das Buch, was in der Esterrolle geschrieben steht.", | |
| "[Hierüber streiten] Tannaím: Schreibe dies, was hier geschrieben steht; zum Andenken, was im Deuteronomium geschrieben steht; in das Buch, was in den Propheten geschrieben steht – so R. Jehošua͑. R. Elea͑zar aus Modai͑m erklärte: Schreibe dies, was hier und im Deuteronomium geschrieben steht; zum Andenken, was in den Propheten geschrieben steht; in das Buch, was in der Esterrolle geschrieben steht.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Esterrolle verunreinigt die Hände nicht<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Die Bücher der heiligen Schrift verunreinigen die Hände; cf. Sab. Fol. 14a.</i>. –", | |
| "Demnach wäre Šemuél der Ansicht, [das Buch] Ester sei nicht durch den heiligen Geist<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Dh. durch göttliche Inspiration.</i>abgefaßt worden, während doch Šemuél sagte, [das Buch] Ester sei durch den heiligen Geist abgefaßt worden!? – Es sollte nur gelesen, aber nicht niedergeschrieben werden.", | |
| "Man wandte ein: R. Meír sagt, das Buch Qoheleth verunreinige nicht die Hände, und über das Lied der Lieder bestehe ein Streit; R. Jose sagt, das Lied der Lieder verunreinige die Hände, und der Streit bestehe über das Buch Qoheleth. R. Šimo͑n sagt, das Buch Qoheleth gehöre zu den Erleichterungen der Schule Šammajs und Erschwerungen<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Während es sich in der Regel umgekehrt verhält.</i> der Schule Hillels, während die Bücher Ruth, das Lied der Lieder und Ester die Hände verunreinigen!? – Er ist der Ansicht R. Jehošua͑s.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Das Buch Qoheleth verunreinige nicht die Hände, weil es nur die Weisheit Šelomos<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Also nicht durch göttliche Inspiration niedergeschrieben.</i>ist. Man entgegnete ihm: Hat er denn nur dies verfaßt, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">iReg. 3,12.</i><i>und er redete dreitausend</i><sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Da nur manche seiner Schriften erhalten geblieben sind, so sind es wohl diejenigen, die durch göttliche Inspiration abgefaßt worden sind.</i><i>Sprüche</i>!? Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Pr. 30,6.</i><i>tu nichts hinzu zu seinen Worten</i>. –", | |
| "Wozu das ‘ferner’!? – Man könnte glauben, er habe noch mehr gedichtet, nur habe er manches niedergeschrieben und manches nicht, so komm und höre: <i>tu nichts hinzu zu seinen Worten</i>.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,6<i></i>.</i><i>und Haman dachte</i><sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Dies, sowie der Inhalt der folgenden Verse, konnte niemand ohne göttliche Inspiration wissen.</i> <i>in seinem Herzen</i>. R. A͑qiba sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,15.</i><i>und Ester erwarb sich Gunst, bei allen, die sie sahen</i>.", | |
| "R. Meír sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>die Sache wurde Mordekhaj kund</i>. R. Jose b. Durmasqith sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Ib. 9,10.</i><i>aber nach der Beute streckten sie nicht ihre Hand aus</i>.", | |
| "Šemuél sagte: Wenn ich da wäre, würde ich eine Begründung gesagt haben, die besser ist, als jene alle. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>sie bestätigten es und nahmen es auf sich</i>; sie bestätigten es droben, was sie hienieden auf sich genommen hatten.", | |
| "Raba sprach: Jene alle sind zu widerlegen, ausgenommen die des Šemuél, die nicht zu widerlegen ist. Bei der von R. Elie͑zer [angezogenen Stelle] ist es nur ein Schluß. Da niemand beim Könige so angesehen wie [Haman] war und er soviel [Ehrung] verhieß, so ist anzunehmen, daß er es auf sich bezog.", | |
| "Desgleichen ist [die Schriftstelle] R. A͑qibas nach R. Elea͑zar zu erklären, welcher sagte, dies<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Die weiter Fol. 13a angezogene Schriftstelle.</i>lehre, [Ester] sei jedem vorgekommen, als gehöre sie zu seiner Nationalität.", | |
| "Ebenso ist die des R. Meír nach R. Ḥija b. Abba zu erklären, welcher sagte, Bigtan und Tereš waren [zwei] Tarser<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Sie bedienten sich ihrer Muttersprache, die auch Mordekhaj verstand; cf. infra Fol. 13a.</i>.", | |
| "Und auch die des R. Jose b. Durmasqith ist zu erklären, es sind vielleicht Boten<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Die von der Unterlassung der Plünderung berichteten.</i>ausgesandt worden. Die Begründung Šemuéls aber ist entschieden nicht zu widerlegen. Rabina sprach: Das ist es, was die Leute sagen: Besser ein scharfes Pfefferkorn als ein Korb voll Kürbisse.", | |
| "R. Joseph entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i><i>so daß diese Purimtage unter den Juden nicht vergehen werden</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i><i>und ihr Gedächtnis bei ihren Nachkommen niemals aufhören wird</i>.", | |
| "U<small>ND DIE</small> A<small>RMENGESCHENKE</small>. R. Joseph lehrte:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>Wobei jeder an seinen Nächsten Gaben sendet</i>, zwei Gaben an eine Person;<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>und Geschenke an die Armen</i>, zwei Geschenke an zwei Personen.", | |
| "R. Jehuda der Fürst schickte R. O͑ša͑ja eine Keule von einem Drittlingskalbe und einen Krug Wein; da ließ dieser ihm sagen:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Du hast, Meister, an uns das Gebot, Gaben an seinen Nächsten zu schicken, ausgeübt.", | |
| "Rabba schickte durch Abajje an Mari b. Mar einen Sack voll Datteln und ein Gefäß voll Röstmehl, Da sprach Abajje: Mari wird nun sagen: Wenn der Bauer auch König wird, den Futterkorb nimmt er von seiner Schulter dennoch nicht<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">R. lebte vorher in ärmlichen Verhältnissen u. wurde Schuloberhaupt.</i>ab.", | |
| "Hierauf schickte ihm jener einen Sack voll Ingwer und ein Gefäß voll langen Pfeffer. Da sprach Abajje: Nun wird der Meister sagen: Ich schickte ihm Süßes, er mir aber Scharfes.", | |
| "Abajje erzählte: Als ich vom Meister fortging, war ich satt, und als ich da<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Zu RM.</i> hinkam, reichte man mir sechzig Schüsseln mit sechzig Gerichten und ich aß sechzig Portionen. Das letzte Gericht nannte man Schmorbraten, und mit diesem wollte ich auch die Schüssel zerkauen.", | |
| "Abajje sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Der Arme ist hungrig, ohne es zu merken. Oder auch: Für Süßigkeiten ist Platz da.", | |
| "Abajje b. Abin und R. Ḥanina b. Abin wechselten ihre Mahlzeiten miteinander<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Dies sollte wohl als gegenseitige Beschenkung gelten.</i>.", | |
| "Raba sagte: Am Purimfeste muß man soviel zechen, bis man zwischen ‘verflucht<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Satzteile aus einem Purimliede.</i>sei Haman’ und ‘gepriesen sei Mordekhaj’ nicht mehr zu unterscheiden vermag.", | |
| "Rabba und R. Zera hielten zusammen das Purimfestmahl ab, und als sie bezecht waren, stand Rabba auf und schlachtete R. Zera. Am folgenden Tage flehte er um Erbarmen und belebte ihn. Im nächsten Jahre sprach er zu ihm: Möge der Meister kommen, wir wollen zusammen das Purimfestmahl abhalten. Dieser erwiderte: Nicht jederzeit geschieht ein Wunder.", | |
| "Raba sagte: Wer das Purimfestmahl nachts abgehalten hat, hat seiner Pflicht nicht genügt. – Aus welchem Grunde? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>Tage der Gasterei und der Freude</i>. R. Aši saß vor R. Kahana und als es spät wurde und die Jünger noch nicht da waren, fragte er ihn: Weshalb sind die Jünger noch nicht da? [Jener erwiderte:] Sie sind wahrscheinlich beim Purimfestmahle. Dieser sprach: Können sie es nicht abends abhalten? Jener entgegnete: Hat denn der Meister nicht das gehört, was Raba gesagt hat, daß man nämlich seiner Pflicht nicht genügt hat, wenn man das Purimfestmahl nachts abgehalten hat!? Da fragte dieser: Sagte dies Raba? Jener erwiderte: Jawohl. Er lernte es von ihm vierzigmal, und es kam ihm vor, als hätte er es im Beutel.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v,1</sup> <b>D</b><small>ER</small><sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Diese Lehre u. die weiter folgenden bis zum Schlusse des Abschnittes stehen in gar keinem Zusammenhange mit dem Inhalte unseres Traktates; sie sind nichts weiter als eine Aufzählung von Lehren, die von einer Unterscheidung sprechen u. mit der gleichen Formel beginnen. Nach dieser Unterbrechung wird auf Fol. 10b mit der Auslegung des Buches Ester begonnen.</i>F<small>ESTTAG UNTERSCHEIDET SICH VOM</small> Š<small>ABBATH NUR HINSICHTLICH DER</small> [B<small>EREITUNG VON</small>] S<small>PEISEN</small>.", | |
| "GEMARA. Demnach gleichen sie einander hinsichtlich des zur Bereitung von Speisen Erforderlichen: somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas,", | |
| "denn es wird gelehrt: Der Festtag unterscheidet sich vom Šabbath nur hinsichtlich der Bereitung von Speisen; R. Jehuda erlaubt auch das, was zur Bereitung von Speisen erforderlich ist. –", | |
| "Was ist der Grund des ersten Tanna? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,16.</i><i>nur das</i>, nicht aber das, was zur Bereitung erforderlich ist. – Und R. Jehuda!? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,16.</i><i>euch</i>, all eure Bedürfnisse. –", | |
| "Und jener, es heißt ja <i>auch</i>!? – Für euch, nicht aber für Nichtjuden; für euch, nicht aber für Hunde. –", | |
| "Und der andere, es heißt ja <i>nur das</i>!? – Es heißt <i>nur das</i> und es heißt <i>euch</i>; eines gilt von Vorbereitungen, die man am Vorabend des Festes erledigen kann, und das andere gilt von Vorbereitungen, die man am Vorabend des Festes nicht erledigen kann.", | |
| "<sup>v,2</sup> <b>D</b><small>ER</small> Š<small>ABBATH UNTERSCHEIDET SICH VOM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE NUR DADURCH, DASS DIE VORSÄTZLICHE</small> [E<small>NTWEIHUNG</small>] <small>DES ERSTEN DURCH</small> M<small>ENSCHEN UND DIE DES ANDEREN MIT DER</small> A<small>USROTTUNG</small> [<small>BESTRAFT WIRD</small>].", | |
| "GEMARA. Demnach gleichen sie einander hinsichtlich der Ersatzleistung,", | |
| "somit vertritt unsere Mišna die Ansicht des R. Neḥunja b. Haqana, denn es wird gelehrt: R. Neḥunja b. Haqana vergleicht den Versöhnungstag mit dem Šabbath hinsichtlich der Ersatzleistung: wie man durch [die Entweihung des] Šabbaths das Leben verwirkt hat und von der Ersatzleistung frei<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Wenn dadurch einem anderen ein Schaden zugefügt wird; cf. Bd. II S. 394 Anm. 152.</i>ist, ebenso hat man durch [die Entweihung des] Versöhnungstages das Leben verwirkt und ist von einer Ersatzleistung frei.", | |
| "Dort haben wir gelernt: Alle, die sich der Ausrottungsstrafe schuldig gemacht haben und gegeißelt worden<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Weil sie von Zeugen gewarnt wurden.</i>sind, sind von der Ausrottung befreit, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,3.</i><i>und wenn dein Bruder vor deinen Augen entehrt wird</i>, sobald er gegeißelt worden ist, ist er dein Bruder – so R. Ḥananja b. Gamliél. R. Joḥanan sagte: Die Genossen streiten gegen R. Ḥananja b. Gamliél.", | |
| "Raba sprach: In der Schule Rabhs sagten sie: Wir haben gelernt: Der Versöhnungstag unterscheidet sich vom Šabbath nur dadurch, daß die vorsätzliche [Entweihung] des anderen durch Menschen und die des ersten mit der Ausrottung [bestraft wird]. Wenn nun dem so<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Daß durch die Geißelhiebe wegen der Entweihung des Versöhnungstages die Ausrottung fortfalle.</i>ist, so erfolgt ja bei beiden [die Bestrafung] durch Menschen!?", | |
| "R. Naḥman erwiderte: Unsere Mišna lehrt nach R. Jiçḥaq, welcher sagt, bei den mit der Ausrottung Belegten gebe es keine Geißelung. Es wird nämlich gelehrt: R. Jiçḥaq sagte: Alle [wegen Blutschande] mit der Ausrottung belegten sind ja<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">In der Strafandrohung wegen des Inzestes, Lev. 18,29.</i>einbegriffen, weshalb wird die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besonders<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 20,17.</i>hervorgehoben? Daß dies mit der Ausrottung und nicht mit Geißelung bestraft<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn vorher eine Warnung von Zeugen erfolgt ist, so daß dies die Geißelung zur Folge haben sollte.</i> werde.", | |
| "R. Aši erklärte: Da kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn vornehmlich wird die vorsätzliche [Entweihung] des einen durch Menschen und die des anderen mit der Ausrottung [bestraft]<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Sie fällt nur dann fort, wenn Warnung u. Geißelung erfolgt sind.</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vi,1</sup> <b>D</b><small>ER</small> U<small>NTERSCHIED ZWISCHEN DEM, DER SICH VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN DEN</small> G<small>ENUSS ABGELOBT HAT, UND DEM, DER SICH VON IHM</small> E<small>SSACHEN ABGELOBT HAT, BESTEHT NUR BEIM</small> B<small>ETRETEN</small><sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Sc. des Gebietes seines Nächsten.</i><small>UND BEI</small> G<small>ERÄTEN, DIE MAN NICHT ZUR</small> B<small>EREITUNG VON</small> S<small>PEISEN VERWENDET</small>.", | |
| "GEMARA. Bei Geräten aber, die zur Bereitung von Speisen verwendet werden, gleichen sie einander.", | |
| "B<small>EIM</small> B<small>ETRETEN</small>. Man nimmt es ja damit nicht genau!? Raba erwiderte: Dies nach R. Elie͑zer, welcher sagt, dem des Genusses abgelobten sei auch das Wertlose<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. das, worauf man verzichtet, was man verschenkt.</i>verboten.", | |
| "<sup>vi,2</sup> <b>G</b><small>ELOBTES UND</small> G<small>ESPENDETES UNTERSCHEIDEN SICH VON EINANDER NUR DADURCH, INDEM MAN FÜR</small> G<small>ELOBTES HAFTBAR IST, FÜR</small> G<small>ESPENDETES ABER NICHT HAFTBAR IST</small>.", | |
| "GEMARA. Hinsichtlich des Versäumens<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Der Einlösung, cf. Dt. 23,22.</i>aber gleichen sie einander.", | |
| "Dort haben wir gelernt: Was heißt Gelobtes? Wenn man sagt: ‘ich nehme auf mich, ein Brandopfer [darzubringen]‘. Was heißt Gespendetes? Wenn man sagt: ‘dieses sei ein Brandopfer’. Welchen Unterschied gibt es zwischen Gelobtem und Gespendetem? Für das Gelobte ist man haftbar, für das Gespendete ist man, wenn es verendet, gestohlen wird oder abhanden kommt, nicht haftbar.", | |
| "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,4.</i><i>So wird es ihn wohlgefällig machen und ihm Sühne verschaffen</i>. R. Šimo͑n erklärte: Was ihm obliegt, dafür ist er haftbar, was ihm aber nicht obliegt, dafür ist er nicht haftbar. –", | |
| "Wieso geht dies daraus hervor? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Sobald man ‘ich nehme auf mich’ gesagt hat, ist es ebenso, als hätte man es auf seine Schulter genommen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii,1</sup> <b>D</b><small>ER</small> F<small>LUSSBEHAFTETE, DER</small> [F<small>LUSS</small>] <small>ZWEIMAL BEMERKT HAT, UNTERSCHEIDET SICH VON DEM, DER DREIMAL BEMERKT, NUR HINSICHTLICH DES</small> O<small>PFERS</small><sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Das der Flußbehaftete nach seiner Reinigung durch den Priester darzubringen hat; cf. Lev. Kap. 15.</i>.", | |
| "GEMARA. Hinsichtlich des Lagers und des Sitzes<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Daß diese nämlich, wenn er darauf sitzt od. liegt, ohne sie direkt zu berühren, im selben Grade (cf. Bd. I S. 402 Anm. 7) unrein werden.</i>und der Zählung von sieben [Reinheitstagen]<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 15,13.</i>aber gleichen sie einander.", | |
| "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: R. Simaj sagte: Die Schrift zählt es<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,1 wird das W, ‘Fluß’ 2mal u. V. 3 wird es 3mal genannt.</i>zweimal auf und nennt ihn unrein, darauf dreimal und nennt ihn unrein; wie ist dies nun zu erklären?", | |
| "Zweimal hinsichtlich der Unreinheit und dreimal hinsichtlich des Opfers. –Vielleicht aber zweimal hinsichtlich der Unreinheit und nicht hinsichtlich des Opfers, und dreimal hinsichtlich des Opfers und nicht hinsichtlich der Unreinheit<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">Dh. der strengen Unreinheit des Flußbehafteten, der alles bei indirekter Berührung u. erstgradig verunreinigt; in leichterem Grade ist sogar der Ergußbehaftete unrein.</i>? –", | |
| "Ich will dir sagen, bevor er dreimal bemerkt hat, hat er bereits zweimal bemerkt. – Vielleicht aber zweimal hinsichtlich des Opfers und nicht hinsichtlich der Unreinheit, und dreimal auch hinsichtlich der Unreinheit!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,15.</i><i>Und der Priester soll ihm Sühne schaffen vor dem Herrn von seinem Flusse</i>; manche<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מזובו</span> (von seinem Flusse) das <span dir=\"rtl\">מ</span> ist partitiv.</i> Flußbehaftete bringen ein Opfer dar und manche Flußbehaftete bringen kein Opfer dar, und zwar: bemerkte er dreimal, so bringe er dar, wenn zweimal, so bringe er nicht dar. –", | |
| "Vielleicht ist dem nicht so, sondern bringe er dar, wenn er zweimal bemerkt hat, und bringe nicht dar, wenn dreimal? – Ich will dir sagen, bevor er dreimal bemerkt hat, hat er bereits zweimal bemerkt.", | |
| "Und sowohl die Lehre R. Simajs als auch [die Folgerung aus den Worten] <i>von seinem Flusse</i> sind nötig. Gegen die Lehre R. Simajs ist der vorhergenannte Einwand zu erheben, daher [die Folgerung aus den Worten] <i>von seinem Flusse</i>; und aus [den Worten] <i>von seinem Flusse</i> geht nicht hervor, wieviel Beobachtungen erforderlich sind, daher die Lehre des R. Simaj. –", | |
| "Was folgerst du nun, wo du sagst, [die Worte] <i>von seinem Flusse</i> werden zur Forschung verwendet, aus [dem Schriftverse:]<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,13.</i><i>wenn der Flußbehaftete rein wird von seinem Flusse</i>? –", | |
| "Dieser ist für folgende Lehre zu verwenden: <i>Wenn der Flußbehaftete rein wird</i>, wenn der Fluß aufgehört hat; <i>von seinem Flusse</i>, nicht aber von Fluß und Aussatz<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">Wenn jemand flußbehaftet und aussätzig ist, so beginnen die Reinheitstage mit dem Aufhören des Flusses, obgleich er noch aussätzig ist.</i>; <i>von seinem Flusse, so zähle er</i>, dies lehrt, daß der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigt.", | |
| "Dies wäre durch einen Schluß zu folgern: wenn er<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Nach zweimaliger Beobachtung.</i>Lager und Sitz<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Daß diese nämlich, wenn er darauf sitzt od. liegt, ohne sie direkt zu berühren, im selben Grade (cf. Bd. I S. 402 Anm. 7) unrein werden.</i>Verunreinigt, wie sollte er nicht der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigen!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Aber die Menstruationsverdächtige<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. II. S. 596 Anm. 102.</i>beweist [das Entgegengesetzte]: sie verunreinigt Lager und Sitz, dennoch benötigt sie nicht der Zählung von sieben [Reinheitstagen].", | |
| "Es darf dich daher nicht wundern, wenn auch dieser, obgleich er Lager und Sitz verunreinigt, der Zählung von sieben [Reinheilstagen] nicht benötigt. Daher heißt es: <i>von seinem Flusse, so zähle er</i>, er zähle, auch wenn er nur zum Teil<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מזובו</span> (von seinem Flusse) das <span dir=\"rtl\">מ</span> ist partitiv.</i>flußbehaftet ist. Dies lehrt, daß der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigt.", | |
| "R. Papa sprach zu Abajje: Weshalb wird diesbezüglich durch [die Worte] <i>von seinem Flusse</i> der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete einbegriffen, und bezüglich [des Opfers] der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete durch [die Worte] <i>von seinem Flusse</i> ausgeschlossen?", | |
| "Dieser erwiderte: Wenn er diesbezüglich auszuschließen wäre, so brauchte ja die Schrift davon nur zu schweigen; und wolltest du sagen, man würde es durch einen Schluß folgern, so ist ja von der Menstruationsverdächtigen [das Entgegengesetzte] zu beweisen.", | |
| "Wolltest du aber sagen, es sei nötig wegen [der Deutung:] nicht aber von Fluß und Aussatz, so könnte es ja heißen: <i>wenn der Flußbehaftete rein wird</i>; wenn es aber <i>von seinem Flusse</i> heißt, so lehrt dies, daß der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii,2</sup> <b>D</b><small>ER ABGESCHLOSSENE</small> A<small>USSÄTZIGE UNTERSCHEIDETT SICH VOM ABSOLUT</small> A<small>USSÄTZIGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Absol. Aussätziger heißt derjenige, der vom Priester als aussätzig befunden wird; abgeschlossener derjenige, der sich noch in Untersuchung abgeschlossen befindet; cf. Lev. Kap. 13.</i><small>NUR HINSICHTLICH DES UNGEPFLEGTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Ungeschoren u. entblößt; cf. Lev. 13,43.</i>H<small>AARES UND DER ZERRISSENEN</small> K<small>LEIDUNG</small>.", | |
| "D<small>ER NACH DER</small> A<small>BSCHLIESSUNG</small> R<small>EINGEWORDENE UNTERSCHEIDET SICH VOM NACH ABSOLUTER</small> U<small>NREINHEIT</small> R<small>EINGEWORDENEN NUR HINSICHTLICH DER</small> H<small>AARSCHUR UND DER</small> O<small>PFERVÖGEL</small><sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Zu denen letzterer verpflichtet ist; cf. Lev, 14,1ff.</i>.", | |
| "GEMARA. Hinsichtlich des Hinausschickens<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Aus dem Lager bezw. der Stadt; cf. Lev. 13,46.</i>aber gleichen sie einander.", | |
| "Woher dies? – R. Šemuél b. Jiçḥaq lehrte vor R. Hona:<sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Lev, 13,6.</i><i>So soll ihn der Priester für rein erklären, es ist bloß ein Ausschlag; er soll aber seine Kleider waschen und ist rein</i>; er ist nämlich von vornherein<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Es heißt nicht: er wird rein, sondern: er ist rein.</i>rein [und frei] vom ungepflegten Haare und der zerrissenen Kleidung.", | |
| "Raba sprach zu ihm: Auch vom Flußbehafteten heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,13.</i><i>er wasche aber seine Kleider &c. und er ist rein</i>; was heißt bei diesem rein von vornherein!?", | |
| "Vielmehr ist zu erklären, von jetzt ab rein, indem er kein Tongefäß durch das Schütteln<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Dh. indirekte Berührung; cf. Bd. I S. 681 Anm. 10.</i>verunreinigt, und auch wenn er darauf wiederum [Fluß] bemerkt, die Unreinheit nicht rückwirkend ist, ebenso hierbei: rein von jetzt ab, indem er rückwirkend nicht verunreinigt.", | |
| "", | |
| "Vielmehr, sagte Raba, hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,45.</i><i>der Aussätzige, dem das Übel anhaftet</i>, bei dem der Aussatz am Körper haftet, ausgenommen dieser, bei dem der Aussatz nicht am Körper haftet, sondern von den Tagen abhängig<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Die Entscheidung hängt davon ab, ob sich innerhalb der 7 Tage Symptome von Unreinheit zeigen.</i>ist.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,46.</i><i>alle Tage, an denen er das Übel an sich hat, bleibt er unrein</i>; etwa [auch hierbei:] an dessen Körper der Aussatz haftet, werde [aus dem Lager] geschickt, an dessen Körper der Aussatz nicht haftet, werde nicht hinausgeschickt!?", | |
| "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so lehrt er ja, daß der abgeschlossene Aussätzige sich vom absoluten Aussätzigen nur hinsichtlich des Ungepflegten Haares und der zerrissenen Kleidung unterscheidet, wonach sie hinsichtlich des Hinausschickens und der Verunreinigung durch das Eintreten<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">Wer mit ihm in einen Raum eintritt, ist unrein.</i>einander gleichen!?", | |
| "Dieser erwiderte: [Die Worte] <i>alle Tage</i> schließen den abgeschlossenen Aussätzigen hinsichtlich des Hinausschickens ein. –", | |
| "Wieso benötigt er dennoch nicht der Haarschur und der Opfervögel!? Er lehrt nämlich, der nach der Abschließung Reingewordene unterscheide sich vom nach der absoluten Unreinheit Reingewordenen nur hinsichtlich der Haarschur und der Opfervögel!?", | |
| "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,3.</i><i>der Priester gehe zu ihm außerhalb des Lagers hinaus, und wenn der Priester findet, daß die aussätzige Stelle heil geworden ist</i>; nur bei dem der Aussatz von der Heilung abhängig ist, ausgenommen dieser, bei dem der Aussatz nicht von der Heilung, sondern von den Tagen<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Die Entscheidung hängt davon ab, ob sich innerhalb der 7 Tage Symptome von Unreinheit zeigen.</i> abhängig ist.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">viii</sup> <b>D</b><small>IE</small> B<small>ÜCHER</small><sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Der heiligen Schrift.</i><small>UNTERSCHEIDEN SICH VON DEN</small> T<small>EPHILLIN UND DEN</small> M<small>EZUZOTH NUR DADURCH, DASS DIE</small> B<small>ÜCHER IN JEDER</small> S<small>PRACHE</small>, T<small>EPHILLIN UND</small> M<small>EZUZOTH ABER NUR IN ASSYRISCHER</small> [S<small>CHRIFT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Benennung der hehr. Quadratschrift. Diese Benennung wird im T. verschieden erklärt (cf. Syn. Fol. 22a); wahrsch. aber nicht assyrisch, sondern syrisch, da die syr. Estrangeloschrift der Kehr. Quadratschrift zugrunde liegt.</i><small>GESCHRIEBEN WERDEN DÜRFEN</small>.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGT, AUCH DIE</small> B<small>ÜCHER HABE MAN NUR GRIECHISCH ZU SCHREIBEN ERLAUBT</small>.", | |
| "GEMARA. Darin aber, daß sie mit Sehnen zusammenzunähen sind und daß sie die Hände<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Die Bücher der heiligen Schrift verunreinigen die Hände; cf. Sab. Fol. 14a.</i>verunreinigen, gleichen sie einander.", | |
| "D<small>ASS DIE</small> B<small>ÜCHER IN JEDER</small> S<small>PRACHE GESCHRIEBEN WERDEN DÜRFEN</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hebräisches<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Schrift- Textsprache; die Mišna separata (Jad. IV,5) hat <span dir=\"rtl\">עברית</span> dh. die hebräischen Bestandteile der hl. Schrift.</i>in targumischer Sprache geschrieben, Targumisches<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Die aramäischen Bestandteile der hl. Schrift.</i>in hebräischer Sprache geschrieben, und beides in [alt]hebräischer Schrift<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">כתב עברי</span> (auch <span dir=\"rtl\">כתב רעץ</span> od. <span dir=\"rtl\">כתב ליבונאה</span>) heißt die alte hebräische vulgäre Schrift, deren man sich zu profanen Zwecken bediente, und heute nur bei den Samaritanern gebräuchlich.</i>verunreinigen die Hände nicht; nur was in assyrischer Schrift, in Buchform und mit Tinte geschrieben ist!?", | |
| "Raba erwiderte: Das ist kein Einwand;" | |
| ], | |
| [ | |
| "eines gilt von unserer Schrift<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Die Lehre unserer Mišna, daß es in jeder Sprache erlaubt sei, gilt von dem Falle, wenn in hebräischer Schrift.</i>und eines gilt von ihrer Schrift.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Wieso heißt es, wenn du diese Lehre auf den Fall beziehst, wenn in ihrer Schrift [geschrieben]: Hebräisches in targumischer Sprache geschrieben oder Targumisches in hebräischer Sprache geschrieben, dies gilt ja auch von Hebräischem in hebräischer Sprache geschrieben und Targumischem in targumischer Sprache geschrieben, denn er lehrt: nur was in assyrischer Schrift, in Buchform und mit Tinte geschrieben ist!? –", | |
| "Vielmehr, dies ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Šimo͑n b. Gamliel. –", | |
| "Nach R. Šimo͑n b, Gamliél gehört ja dazu<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Zu den Schriften, die die Hände unrein machen.</i>auch das Griechische!? – Vielmehr, das ist kein Widerspruch; eines gilt von Büchern<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Der heiligen Schrift.</i>und eines gilt von Tephillin und Mezuzoth. –", | |
| "Weshalb [nicht] Tephillin und Mezuzoth? – Weil es von ihnen heißt: <sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,8.</i><i>sie sollen sein</i>, sie müssen bei ihrem ‘sein’ verbleiben. – Was heißt bei diesen ‘Targumisches in hebräischer Sprache geschrieben’: allerdings kommt Targumisches in der Tora vor, beispielsweise [die Worte]<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Gen. 31,47.</i><i>jegar sahadutha</i>, wieso aber kommt in jenen Targumisches vor!? –", | |
| "Vielmehr, das ist kein Widerspruch; eines gilt von der Esterrolle und eines gilt von Büchern. – Weshalb [nicht] die Esterrolle? – Weil es darin heißt: <sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Est. 8,9.</i><i>gemäß ihrer Schrift und ihrer Sprache</i>. – Was heißt bei dieser Targumisches in hebräischer Sprache geschrieben!?", | |
| "R. Papa erwiderte: <sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,20.</i><i>Wird dann die Verordnung</i><sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Die Worte <span dir=\"rtl\">פתגם</span> (eigentl. persisch) bezw. <span dir=\"rtl\">יקר</span> sind aramäisch (targumisch).</i><i>des Königs vernommen</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,20.</i><i>So werden alle Frauen ihren Männern Ehre</i><sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Die Worte <span dir=\"rtl\">פתגם</span> (eigentl. persisch) bezw. <span dir=\"rtl\">יקר</span> sind aramäisch (targumisch).</i><i>geben</i>.", | |
| "R. Aši erklärte: Jene Lehre spricht von den übrigen<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Von den Propheten u. Hagiographen u. nicht vom Pentateuche.</i>Büchern, und zwar nach R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Tephillin und Mezuzoth dürfen nur assyrisch geschrieben werden; unsere Meister erlaubten auch griechisch.", | |
| "Es heißt ja aber: <i>sie sollen sein</i>!? – Lies vielmehr: die Bücher dürfen in jeder Sprache geschrieben werden; unsere Meister erlaubten griechisch. – ‘Erlaubten’, ist es denn nach dem ersten Tanna verboten!? –", | |
| "Lies vielmehr: erlaubten nur griechisch zu schreiben. Hierzu wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn unsere Meister auch griechisch erlaubt haben, so haben sie es nur beim Buche der Tora erlaubt, wegen des Ereignisses mit dem Könige Ptolemäus.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Einst berief der König Ptolemäus zweiundsiebzig Greise und setzte sie in zweiundsiebzig Häuser, ohne ihnen zu sagen, zu welchem Behufe er sie berufen habe. Alsdann ging er zu jedem besonders und sprach zu ihm: Schreibe mir<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Dh. in griechischer Übersetzung.</i>die Tora eures Meisters Moše. Da gab der Heilige, gepriesen sei er, ein und denselben Gedanken in ihr Herz, daß sie alle in der gleichen Beschlußfassung<sup class=\"footnote-marker\">205</sup><i class=\"footnote\">Die folgenden Stellen in der Tora abweichend zu übersetzen.</i>übereinstimmten.", | |
| "Sie schrieben:<sup class=\"footnote-marker\">206</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,1; um mit dem Namen Gottes zu beginnen od. damit das W. ‘Himmel’ nicht als Subjekt aufgefaßt werde.</i><i>Der Herr schuf anfangs</i>.<sup class=\"footnote-marker\">207</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,26; die Pluralform im Urtexte hat einen polytheistischen Charakter.</i><i>Ich will einen Menschen machen in Bild und Form</i>.<sup class=\"footnote-marker\">208</sup><i class=\"footnote\">Gen. 2,2; im Urtexte am siebenten, was eigentl. ungenau ist.</i>", | |
| "<i>Und er vollendete am sechsten Tage &c. und ruhte am siebenten Tage</i>.<sup class=\"footnote-marker\">209</sup><i class=\"footnote\">Gen. 5,2; zur Hervorhebung, daß nur ein Mensch erschaffen wurde, der in Mann und Weib geteilt wurde.</i><i>Als Mann und Weib erschuf er ihn</i>; sie schrieben aber nicht: erschuf er sie.<sup class=\"footnote-marker\">210</sup><i class=\"footnote\">Gen. 11,7; cf. Anm. 207.</i>", | |
| "<i>Wohlan! ich fahre hinab und verwirre ihre Sprache</i>.<sup class=\"footnote-marker\">211</sup><i class=\"footnote\">Gen. 18,12; da von Abraham ebenfalls das W. <span dir=\"rtl\">ויצחק</span> gebraucht wird (Gen. 17,17), so sollte hervorgehoben werden, daß S. tatsächlich über die Mitteilung gelacht hatte.</i><i>Da lachte Sara in sich hinein</i>.<sup class=\"footnote-marker\">212</sup><i class=\"footnote\">Gen. 49,6; die Worte ‘haben sie einen Mann erschlagen’ wurden abgeändert, damit ihnen nicht ein Mord zum Vorwurf gemacht werde.</i><i>\n</i>", | |
| "Denn in ihrem Zorne haben sie einen Ochsen erschlagen und in ihrem Übermute ein Mastvieh verstümmelt.<sup class=\"footnote-marker\">213</sup><i class=\"footnote\">Ex. 4,20; im Urtexte; auf einen Esel, für M. nicht vornehm genug.</i><i>Da ließ Moše sein Weib und seine Söhne auf einen Menschenträger sitzen</i>. <sup class=\"footnote-marker\">214</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,40; die Worte ‘und in den and. Ländern’ wurden hinzugefügt, weil diese Zahl mit dem Aufenthalte in Miçrajim nicht übereinstimmt.</i>", | |
| "<i>Die Zeit aber, die die Kinder Jisraél in Miçrajim und in den übrigen Ländern zugebracht hatten, betrug vierhundert [und dreißig] Jahre</i>. <sup class=\"footnote-marker\">215</sup><i class=\"footnote\">Ex. 24,5.</i><i>Da sandte er die Zaṭuṭe</i><sup class=\"footnote-marker\">216</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi bedeutet <span dir=\"rtl\">זאטוט</span> (od. <span dir=\"rtl\">זעטוט ,זטוט</span>): vornehm: etymolog. bisher nicht befriedigend erklärt; wahrscheinl. aramäisch in der Bedeutung Kinder.</i><i>der Kinder Jisraél</i>.<sup class=\"footnote-marker\">217</sup><i class=\"footnote\">Ex. 24,11.</i><i>Wider die Zaṭuṭe der Kinder Jisraél aber reckte er seine Hand nicht aus</i>.<sup class=\"footnote-marker\">218</sup><i class=\"footnote\">Num. 16,15; im Urtexte: nicht einen Esel, was andere Gegenstände nicht ausschließt.</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "<i>Keinem von ihnen</i> <i>habe ich irgend einen Wertgegenstand genommen</i>.<sup class=\"footnote-marker\">219</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,19: ‘zum Leuchten’ wurde hinzugefügt, um die Anbetung auszuschließen.</i><i>Die der Herr, dein Gott, allen Völkern zum Leuchten zugeteilt hat</i>.<sup class=\"footnote-marker\">220</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,3, ‘zu dienen’ als besond. Betonung.</i>", | |
| "<i>Und er hingeht, um anderen Göttern zu dienen, denen zu dienen ich nicht erlaubt habe</i>.", | |
| "Ferner schrieben <i>sie</i><sup class=\"footnote-marker\">221</sup><i class=\"footnote\">Lev. 11,6.</i><i>den Kurzfüßigen</i> statt <i>den Hasen</i>, weil die Frau des Ptolemäus Hase<sup class=\"footnote-marker\">222</sup><i class=\"footnote\">Nach dem jer. T. habe seine Mutter so geheißen; beide Angaben beruhen jed. auf Irrtum (wahrscheinl. durch die weibl. Form des W.s <span dir=\"rtl\">ארנבת</span> verleitet); <i>Λᾶγοζ</i> (<i>λαγώζ</i>, Hase) hieß der Vater des Königs Ptolemäus I.</i>hieß. Er könnte nämlich gesagt haben, die Juden hätten, um ihn zu verspotten, den Namen seiner Frau in die Tora gesetzt.", | |
| "R. Š<small>IMO͑N B.</small>G<small>AMLIÉL SAGT, AUCH DIE</small> B<small>ÜCHER HABE MAN NUR GRIECHISCH ZU SCHREIBEN ERLAUBT</small>. R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Ferner sagte R. Joḥanan: Folgendes ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél: die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">223</sup><i class=\"footnote\">Gen. 9,27.</i><i>Schönheit schaffe Gott für Japheth and er wohne in den Zelten Šems</i>; die Sprache Japheths sei in den Zelten Šems zu finden. –", | |
| "Vielleicht die Sprachen Gomers und Magogs<sup class=\"footnote-marker\">224</sup><i class=\"footnote\">Die ebenfalls zum Stamme J. gehören.</i>!? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Aus folgendem Grunde: es heißt: <i>Schönheit schaffe Gott für Japheth</i>; das Schönste Japheths<sup class=\"footnote-marker\">225</sup><i class=\"footnote\">Die griech. ist die schönste unter den Sprachen dieses Stammes.</i>sei in den Zelten Šems zu finden.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ix</sup> <b>D</b><small>ER MIT DEM</small> S<small>ALBÖL GESALBTE</small> [H<small>OCH</small>]<small>PRIESTER UNTERSCHEIDET SICH VOM DURCH DIE</small> A<small>MTSKLEIDUNG GEWEIHTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">226</sup><i class=\"footnote\">Der Hochpriester wurde zur Zeit des 1. Tempels mit dem von Moše gefertigten (cf. Ex. 30,22ff.) Salböl geweiht; zur Zeit des 2. Tempels fehlte dieses Öl. u. der Hochpriester erhielt die Weihe nur durch die Amtskleidung.</i><small>NUR HINSICHTLICH DES</small> F<small>ARREN, DER WEGEN ALLER</small> G<small>EBOTE</small><sup class=\"footnote-marker\">227</sup><i class=\"footnote\">Dh. wegen Übertretung derselben; cf. Lev. 4,3ff.</i><small>DARGEBRACHT WIRD</small>.", | |
| "D<small>ER DIENSTTUENDE</small> [H<small>OCH]PRIESTER UNTERSCHEIDET SICH VOM ZURÜCKGETRETENEN</small><sup class=\"footnote-marker\">228</sup><i class=\"footnote\">Bezw. provisorischen; wenn der Hochpriester vor dem Versöhnungstage durch irgend einen Umstand dienstunfähig wird, so wird ein Vertreter eingesetzt, der die Würde eines Hochpriesters behält.</i> [H<small>OCH</small>]<small>PRIESTER NUR HINSICHTLICH DES</small> F<small>ARREN DES</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGES</small><sup class=\"footnote-marker\">229</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 16,3ff.</i> <small>UND DES</small> Z<small>EHNTELS</small> E<small>PHA</small><sup class=\"footnote-marker\">230</sup><i class=\"footnote\">Sc. Mehl zum Speisopfer; cf. Lev. 6,13ff.</i>.", | |
| "GEMARA. Hinsichtlich des Farren des Versöhnungstages aber und des Zehntels Epha gleichen sie einander.", | |
| "Unsere Mišna lehrt also nicht nach R. Meír, denn es wird gelehrt: Der durch die Amtskleidung geweihte [Hochpriester] bringe wegen aller Gebote einen Farren dar – so R. Meír; die Weisen sagen, er bringe ihn nicht dar. –", | |
| "Was ist der Grund R. Meírs? – Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">231</sup><i class=\"footnote\">Lev. 4,5.</i><i>Gesalbter</i>; ich weiß dies vom mit dem Salböl gesalbten [Hochpriester], woher dies vom durch die Amtskleidung geweihten? Es heißt: <i>der</i><sup class=\"footnote-marker\">232</sup><i class=\"footnote\">Der Artikel ist einschließend.</i><i>Gesalbte</i>. –", | |
| "Wie ist, wenn nicht nach R. Meír, der Schlußsatz zu erklären: Der diensttuende [Hoch]priester unterscheidet sich vom zurückgetretenen [Hoch]priester nur hinsichtlich des Farren des Versöhnungstages und des Zeluitels Epha. Demnach gleichen sie einander in jeder anderen Hinsicht, also nach R. Meír!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn [der Hochpriester] dienstunfähig geworden war und ein anderer seinerstatt eingesetzt worden ist, so trete der erste den Dienst wieder an, während dem zweiten alle Obliegenheiten des Hochpriesters verbleiben – so R. Meír; R. Jose sagt, der erste trete sein Amt wieder an, während der zweite weder Hochpriester noch gemeiner Priester ist.", | |
| "R. Jose erzählte: Einst wurde [R.] Joseph b. Ulam aus Sepphoris, als der Hochpriester dienstunfähig geworden war, in dessen Amt eingesetzt, und als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie: Der erste trete wieder den Dienst an, und der zweite ist weder Hochpriester noch gemeiner Priester.", | |
| "Hochpriester nicht, wegen der Unverträglichkeit, gemeiner Priester ebenfalls nicht, weil man beim Heiligen erhöht, aber nicht herabsetzt. Der Anfangssatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Meír!?", | |
| "R. Ḥisda erwiderte: Allerdings, der Anfangssatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Meír. R. Joseph erwiderte: [unsere Mišna] ist von Rabbi, und er lehrt es nach beiden Tannaím<sup class=\"footnote-marker\">233</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle ist er der Ansicht der Rabbanan u. im 2. Falle ist er der Ansicht RM.s.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">x</sup> <b>D</b><small>IE GROSSE</small> O<small>PFERHÖHE UNTERSCHEIDET SICH VON DER KLEINEN</small> O<small>PFERHÖHE</small><sup class=\"footnote-marker\">234</sup><i class=\"footnote\">Dh. Der Hauptaltar in den Gottesstätten zu Nob u. Gibeo͑n, von den Privataltären, die damals erlaubt waren.</i><small>NUR HINSICHTLICH DER</small> P<small>ESAḤOPFER</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: A<small>LLES WAS GELOBT UND GESPENDET WERDEN KANN, DURFTE AUF DER</small> [<small>KLEINEN</small>] O<small>PFERHÖHE DARGEBRACHT WERDEN, UND WAS NICHT GELOBT UND GESPENDET WERDEN KANN, DURFTE AUF DER</small> [<small>KLEINEN</small>] O<small>PFERHÖHE NICHT DARGEBRACHT WERDEN</small>.", | |
| "GEMARA. Nur hinsichtlich der Pesaḥopfer und nicht mehr? – Sage: hinsichtlich der Opfer, die dem Pesaḥopfer gleichen. –", | |
| "Wer [ist der Autor]? – Es ist R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt: Auch Gemeindeopfer brachte man da<sup class=\"footnote-marker\">235</sup><i class=\"footnote\">Auf der öffentlichen Opferhöhe in Nob u. Gibeo͑n.</i>nicht dar, sondern nur Pesaḥopfer und solche, für die eine Zeit festgesetzt ist; pflichtige [Opfer] aber, für die keine Zeit festgesetzt ist, wurden weder da noch dort dargebracht.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">xi</sup> <b>Š</b><small>ILO UNTERSCHEIDET SICH VON</small> J<small>ERUŠALEM NUR DARIN, DASS MAN IN</small> Š<small>ILO MINDERHEILIGE</small> [O<small>PFER</small>]<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Cf. Zeb. Abschn. V.</i> <small>UND ZWEITEN</small> Z<small>EHNTEN IM GANZEN</small> G<small>ESICHTSKREISE ESSEN DURFTE, IN</small> J<small>ERUŠALEM ABER NUR INNERHALB DER</small> S<small>TADTMAUER</small>.", | |
| "D<small>A UND DORT DURFTEN HOCHHEILIGE</small> [O<small>PFER</small>]<sup class=\"footnote-marker\">236</sup><i class=\"footnote\">Cf. Zeb. Abschn. V.</i><small>NUR INNERHALB DER</small> V<small>ORHÄNGE</small><sup class=\"footnote-marker\">237</sup><i class=\"footnote\">Die Vorhänge des Offenbarungszeltes (cf. Ex. 27,9ff.) entsprachen der Tempelmauer u. werden stets für diese gebraucht.</i><small>GEGESSEN WERDEN</small>. D<small>ER</small> H<small>EILIGKEIT VON</small> Š<small>ILO FOLGTE EINE</small> E<small>RLAUBNIS</small>," | |
| ], | |
| [ | |
| "<small>DER</small> H<small>EILIGKEIT VON</small> J<small>ERUŠALEM FOLGTE KEINE</small> E<small>RLAUBNIS</small><sup class=\"footnote-marker\">238</sup><i class=\"footnote\">Nach der Zerstörung Šilos durften Privataltäre (Opferhöhen) errichtet werden, nicht aber nach der Zerstörung Jerušalems.</i>.", | |
| "GEMARA. R. Jiçḥaq sagte: Ich hörte, daß man im Ḥonjotempel<sup class=\"footnote-marker\">239</sup><i class=\"footnote\">Gr. Form ‘Oniastempel’; der bekannte Tempel der alexandrinischen Diaspora; cf. Men. Fol. 109b.</i> auch in der Jetztzeit Opfer darbringt. Er ist also der Ansicht, der Ḥonjotempel galt nicht als Götzentempel. Ferner ist er der Ansicht, daß die erste Heiligkeit [Jerušalems] nur eine zeitliche war und aber keine dauernde<sup class=\"footnote-marker\">240</sup><i class=\"footnote\">Nach der Zerstörung des jer. Tempels sind andere Opferstätten erlaubt.</i>.", | |
| "Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">241</sup><i class=\"footnote\">Dt. 12,9.</i><i>denn bis jetzt seid ihr noch nicht zur Ruhe und zum Besitze gelangt</i>; ‘Ruhe’, das ist Šilo, ‘Besitz’, das ist Jerušalem. Er vergleicht ‘Besitz’ mit ‘Ruhe’: wie der ‘Ruhe’ eine Erlaubnis folgte, ebenso folgt dem ‘Besitze’ eine Erlaubnis.", | |
| "Als man ihn fragte, ob er dies gesagt habe, erwiderte er: Nein. Raba sprach: Bei Gott, er sagte dies und ich lernte es von ihm. –", | |
| "Weshalb ist er davon abgekommen? – Wegen des Einwandes R. Maris. R. Mari wandte nämlich ein: [Es heißt ja]: Der Heiligkeit von Šilo folgte eine Erlaubnis, der Heiligkeit von Jerušalem folgte keine Erlaubnis. Ferner haben wir gelernt: Als sie nach Jerušalem kamen, wurden die Opferhöhen verboten, darauf folgte keine Erlaubnis mehr. Es blieb ihnen zum Besitze. –", | |
| "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Ich hörte, daß sie, als sie den Tempel bauten, Vorhänge um den Tempel und Vorhänge um den Vorhof<sup class=\"footnote-marker\">242</sup><i class=\"footnote\">Provisorisch, da die Erbauung des Tempels 22 Jahre währte, während welcher Zeit der Tempeldienst verrichtet wurde; cf. Ezr. 3,3ff.</i>zogen, nur wurden [die Wände] des Tempels außerhalb<sup class=\"footnote-marker\">243</sup><i class=\"footnote\">Der Vorhänge, damit die Bauarbeiter den geheiligten Raum nicht betreten.</i>und die des Vorhofes innerhalb gebaut.", | |
| "R. Jehošua͑ sagte: Ich hörte, daß man Opfer darbringe, auch wenn kein Tempel vorhanden ist, daß man hochheilige [Opfer]<sup class=\"footnote-marker\">244</sup><i class=\"footnote\">Die innerhalb der Tempelmauern gegessen werden müssen.</i>esse, auch wenn keine Vorhänge und minderheilige [Opfer] und zweiten Zehnten<sup class=\"footnote-marker\">245</sup><i class=\"footnote\">Die innerhalb der Stadtmauer gegessen werden müssen.</i>esse, auch wenn keine [Stadt]mauer vorhanden ist, weil die erste Heiligkeit sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. Demnach ist R. Elie͑zer der Ansicht, die Heiligkeit gelte nicht für die Zukunft.", | |
| "Rabina sprach zu R. Aši: Wieso, vielleicht sind alle der Ansicht, die erste Heiligkeit galt sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft, nur erzählt der eine, was er gehört hat und der andere erzählte, was er gehört hat!? Wenn du aber einwendest, welche Bedeutung hätten nach R. Elie͑zer demnach die Vorhänge? Nur zur Aufbewahrung. –", | |
| "Hierüber streiten vielmehr folgende Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Wozu zählten die Weisen diese<sup class=\"footnote-marker\">246</sup><i class=\"footnote\">Die Ar. Fol. 32a aufgezählten Städte.</i>auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie, die erste Heiligkeit aber hörte mit der Zerstörung des Landes auf. Demnach ist er der Ansicht, die erste Heiligkeit galt nur für die damalige Zeit, nicht aber für die Zukunft,", | |
| "und dem widersprechend wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Waren es denn nur diese, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">247</sup><i class=\"footnote\">Dt. 3,4.</i><i>sechzig Städte, alles, was zum Bezirke Arqob gehörte</i>, und ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">248</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>lauter befestigte Städte, mit hoher Mauer</i>; weshalb zählten nun die Weisen diese auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie. –", | |
| "Heiligten sie sie denn" | |
| ], | |
| [ | |
| "erst jetzt, du sagtest ja, man brauche sie überhaupt nicht zu heiligen!? –", | |
| "Vielmehr, sie fanden diese vor und zählten sie mit auf. Und nicht nur diese, sondern in jeder Stadt, von der du eine Überlieferung von deinen Vorfahren hast, daß sie in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, gelten all diese<sup class=\"footnote-marker\">249</sup><i class=\"footnote\">Die in einer ummauerten Stadt gelten, beispielsweise das Lesen der Esterrolle am 15. Adar.</i>Gebote, weil die erste Heiligkeit sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. Nun befindet sich ja R. Jišma͑él mit sich selbst in Widerspruch!?", | |
| "Wahrscheinlich streiten zwei Tannaím über die Ansicht des R. Jišma͑él b. Jose. Wenn du aber willst, sage ich: eines davon lehrte R. Elea͑zar b. Jose, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Jose sagte:<sup class=\"footnote-marker\">250</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>Die eine Mauer hatte</i>, auch wenn sie jetzt keine hat, aber einst eine hatte.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">251</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i><i>Und es war in den Tagen des Aḥašveroš</i>. R. Levi, nach anderen R. Jonathan, sagte: Es ist eine Überlieferung von den Männern der Großsynode, daß, überall wo es <i>es war</i> heißt, ein Unglück sich zugetragen habe.", | |
| "<i>Und es war in den Tagen des Aḥašveroš</i>: da war Haman.<sup class=\"footnote-marker\">252</sup><i class=\"footnote\">Rut, 1,1.</i><i>Und es war in den Tagen, als die Richter regierten</i>: da war eine Hungersnot. <sup class=\"footnote-marker\">253</sup><i class=\"footnote\">Gen. 6,1.</i><i>Und es war, als die Menschen anfingen, sich zu vermehren</i>:<sup class=\"footnote-marker\">254</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>da sah der Herr, daß die Bosheit der Menschen groß ward</i>.<sup class=\"footnote-marker\">255</sup><i class=\"footnote\">Ib. 11,2.</i>", | |
| "<i>Und es war, als sie im Osten umherzogen</i>:<sup class=\"footnote-marker\">256</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i><i>wohlan, wir wollen uns eine Stadt bauen</i>. <sup class=\"footnote-marker\">257</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,1.</i><i>Und es war in den Tagen Amraphels</i>:<sup class=\"footnote-marker\">258</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 2.</i><i>da fingen sie Krieg an</i>.<sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,13.</i><i>Und es war, als sich Jehošua͑ in Jeriḥo befand</i>:<sup class=\"footnote-marker\">259</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,13.</i><i>mit gezücktem Schwerte in der Hand</i>.<sup class=\"footnote-marker\">260</sup><i class=\"footnote\">Ib. 6,27.</i><i>Und der Herr war mit Jehošua͑</i>:<sup class=\"footnote-marker\">261</sup><i class=\"footnote\">Ib, 7,1.</i><i>da treulosten die Kinder Jisraél</i>.<sup class=\"footnote-marker\">262</sup><i class=\"footnote\">iSam. 1,1.</i><i>Und es war ein Mann aus Ramathajim</i>:<sup class=\"footnote-marker\">263</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>Ḥanna hatte er lieber</i>; <i>der Herr hatte aber ihren Mutterschoß verschlossen</i>.<sup class=\"footnote-marker\">264</sup><i class=\"footnote\">Ib. 8,1.</i>", | |
| "<i>Und es war, als Šemuél alt geworden war</i>:<sup class=\"footnote-marker\">265</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 3.</i><i>aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen</i>.<sup class=\"footnote-marker\">266</sup><i class=\"footnote\">Ib. 18,14.</i><i>Und es war David erfolgreich</i>:<sup class=\"footnote-marker\">267</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 9.</i><i>und Šaúl sah David scheel an</i>. <sup class=\"footnote-marker\">268</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 7,1.</i><i>Und es war, als der König in seinem Hause saß</i>:<sup class=\"footnote-marker\">269</sup><i class=\"footnote\">iReg. 8,19.</i><i>nur du wirst das Haus nicht bauen</i>. –", | |
| "Es heißt ja aber:<sup class=\"footnote-marker\">270</sup><i class=\"footnote\">Lev. 9,1.</i><i>und es war am achten Tage</i>, worüber gelehrt wird, dieser sei für den Heiligen, gepriesen sei er, ein Tag der Freude gewesen, gleich dem Tage, an dem Himmel und Erde erschaffen wurden, denn bei diesem heißt es: <i>und es war am achten Tage</i>, und bei jenem heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">271</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,5.</i><i>und es war Morgen, ein Tag</i>!? –", | |
| "An diesem starben ja Nabab und Abihu<sup class=\"footnote-marker\">272</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. Kap. 10.</i>. –", | |
| "Es heißt ja aber:<sup class=\"footnote-marker\">273</sup><i class=\"footnote\">iReg. 6,1.</i><i>und es war im vierhundertundachtzigsten Jahre</i>!? Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">274</sup><i class=\"footnote\">Gen. 29,10.</i><i>und es war, als Ja͑qob die Raḥel sah</i>!? Ferner heißt es: <i>und es war Abend und es war Morgen, ein Tag</i>, ein zweiter, ein dritter, und so weiter!?", | |
| "R. Aši erwiderte: Wenn es <i>und es war</i> heißt, so kann sich dieses oder anderes zugetragen haben, wenn es aber heißt: <i>und es war in den Tagen</i>, so hat sich nur ein Unglück zugetragen.", | |
| "An fünf [Stellen] heißt es: und es war in den Tagen: <i>Und es war in den Tagen des Aḥašveroš</i>. <i>Und es war in den Tagen, als die Richter regierten</i>. <i>Und es war in den Tagen Amraphels</i>.<sup class=\"footnote-marker\">275</sup><i class=\"footnote\">Jes. 7,1.</i><i>Und es war in den Tagen des Aḥaz</i>.<sup class=\"footnote-marker\">276</sup><i class=\"footnote\">Jer, 1,3.</i><i>Und es war in den Tagen des Jehojaqim</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Levi: Es ist eine Überlieferung von unseren Vorfahren, daß Amoç und Amaçia Brüder waren<sup class=\"footnote-marker\">277</sup><i class=\"footnote\">Der Prophet Ješa͑ja war also Neffe des Königs Amaçia.</i>.– Was lehrt er uns damit? –", | |
| "Das, was R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans gesagt hat: Ist eine Schwiegertochter im Hause ihres Schwiegervaters keusch, so ist es ihr beschieden, daß Könige und Propheten aus ihr hervorgehen. – Woher dies? – Von Tamar. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">278</sup><i class=\"footnote\">Gen. 38,15.</i><i>als Jehuda sie erblickte, hielt er sie für eine Buhldirne, denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt</i>; hielt er sie denn deshalb für eine Buhldirne, weil sie ihr Gesicht verhüllt hatte?", | |
| "Vielmehr, weil sie im Hause ihres Schwiegervaters das Gesicht zu verhüllen pflegte, sodaß er sie nicht erkannte. Daher war es ihr beschieden, daß Könige und Propheten aus ihr hervorgingen. Könige, das ist David, wieso Propheten? Das ist es, was R. Levi sagte, es sei eine Überlieferung von unseren Vorfahren, daß Amoç und Amaçia Brüder waren, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">279</sup><i class=\"footnote\">Jes. 1,1.</i><i>die Offenbarung Ješa͑jas des Sohnes Amoç’</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Levi: Es ist eine Überlieferung von unseren Vorfahren, daß die Bundeslade keinen Raum einnahm.", | |
| "Ebenso wird auch gelehrt: Die Bundeslade, die Moše gefertigt hatte, hatte an jeder Seite zehn Ellen<sup class=\"footnote-marker\">280</sup><i class=\"footnote\">Obgleich der ganze Raum nur 20 zu 20 Ellen hatte.</i>freien Raum. Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">281</sup><i class=\"footnote\">iReg. 6,20.</i><i>vor dem Hinterraume zwanzig Ellen lang</i>; ferner heißt<sup class=\"footnote-marker\">282</sup><i class=\"footnote\">Cf. iReg. 6,24,25.</i>es, daß die Flügel des einen Kerub zehn Ellen hatten und die Flügel des anderen Kerub zehn Ellen hatten. Wo stand nun die Bundeslade selbst!? Schließe hieraus, daß sie durch ein Wunder gestanden hat.", | |
| "R. Jonathan leitete diesen Abschnitt<sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">Die Esterrolle.</i>mit folgendem Schriftverse ein: <sup class=\"footnote-marker\">284</sup><i class=\"footnote\">Jes. 14,22.</i><i>Und ich will mich wider sie erheben &c. und ich will von Babel ausrotten Namen und Rest, Schoß und Sproß, Spruch des Herrn. Namen</i>, das ist die Schrift, <i>Rest</i>, das ist die Sprache, <i>Schoß</i>, das ist die Herrschaft, <i>Sproß</i>, das ist Vašti.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Ib. 55,13.</i><i>Statt Dorngestrüpp wird die Cypresse emporwachsen und statt der Nesseln werden Myrten emporwachsen</i>.", | |
| "<i>Statt Dorngestrüpp</i>, statt des gottlosen Haman, der sich als Götze ausgab, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">286</sup><i class=\"footnote\">Ib. 7,19; dieser Schriftvers spricht von den Götzen.</i><i>in allen Dornsträuchern und in allen Triften</i>;", | |
| "<i>wird die Cypresse emporwachsen</i>, das ist Mordekhaj, der das Haupt aller Gewürze ist, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">287</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,23.</i><i>du aber nimm dir die Hauptspezereien, die edelsten Myrrhen</i>, was wir ‘mare dekhi’ übersetzen.", | |
| "<i>Statt der Nesseln</i>, statt der gottlosen Vašti, der Tochter des Sohnes des Frevlers Nebukhadneçar, der die Decke<sup class=\"footnote-marker\">288</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">סרפד</span> wird mit <span dir=\"rtl\">רפידה</span> in etymolog. Zusammenhang gebracht.</i>des Gotteshauses verbrannte, von der es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">289</sup><i class=\"footnote\">Cant. 3,10.</i><i>seine Decke aus Gold</i>;", | |
| "<i>werden Myrten emporwachsen</i>, das ist die fromme Ester, die Myrte genannt wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">290</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,7.</i><i>und er war Pflegevater der Hadasa [Myrte]</i>.<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Ib. 55,13.</i><i>Und es wird dem Herrn zum Ruhme gereichen</i>, das ist das Lesen der Esterrolle;<sup class=\"footnote-marker\">285</sup><i class=\"footnote\">Ib. 55,13.</i><i>zu einem ewigen unvertilgbaren Merkzeichen</i>, das sind die Purimtage.", | |
| "R. Jehošua͑ b. Levi leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">291</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,63.</i><i>Und wie der Herr daran Freude hatte, euch Gutes zukommen zu lassen, so wird er daran Freude haben, euch Böses zukommen zu lassen</i>.", | |
| "Freut sich denn der Heilige, gepriesen sei er, über das Unglück der Frevler, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">292</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 20,21.</i><i>während sie vor den Kampfgerüsteten einherzogen, sprachen sie</i>: <i>Danket dem Herrn, denn ewig währet seine Gnade</i>, und hierzu sagte R. Joḥanan, in diesem Danksegen heiße es deshalb nicht <sup class=\"footnote-marker\">293</sup><i class=\"footnote\">Wie im Danksegen Ps. 136,1.</i><i>denn gut ist er</i>, weil der Heilige, gepriesen sei er, sich über das Unglück der Frevler nicht freue!?", | |
| "Ferner sagte auch R. Joḥanan: Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">294</sup><i class=\"footnote\">Ex. 14,20.</i><i>und sie kamen sich die ganze Nacht hindurch nicht zu nahe</i>; die Dienstengel wollten nämlich ein Lied anstimmen, da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen: Mein Händewerk ertrinkt im Meere, und ihr wollt ein Lied anstimmen!?", | |
| "R. Elea͑zar erwiderte: Er selbst freut sich darüber nicht, andere aber läßt er sich freuen. Dies ist auch zu beweisen: es heißt ja: <i>sich freuen lassen</i>, nicht: <i>sich freuen</i><sup class=\"footnote-marker\">295</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">ישיש</span> (im Hiph.), wo nach dem T. <span dir=\"rtl\">ישוש</span> zu erwarten wäre.</i>.", | |
| "R. Abba b. Kahana leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Ecc, 2,26.</i><i>Dem, der ihm gefällt, gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude</i>, das ist der fromme Mordekhaj;<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Ecc, 2,26.</i><i>dem Sünder aber gibt er das Geschäft, zu sammeln und aufzuhäufen</i>, das ist Haman;<sup class=\"footnote-marker\">296</sup><i class=\"footnote\">Ecc, 2,26.</i><i>um es dem zu geben, der Gott gefällt</i>, das sind Mordekhaj und Ester, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">297</sup><i class=\"footnote\">Est. 8,2.</i><i>Ester aber setzte Mordekhaj über das Haus Hamans</i>.", | |
| "Rabba b. O͑phran leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">298</sup><i class=\"footnote\">Jer. 49,38.</i><i>Ich will meinen Stuhl in E͑lam aufstellen und von dort König und Fürsten hinwegtilgen</i>. <i>König</i>, das ist Vašti; <i>Fürsten</i>, das sind Haman und seine zehn Söhne.", | |
| "R. Dimi b. Jiçḥaq leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">299</sup><i class=\"footnote\">Ezr, 9,9.</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "<i>Denn Knechte sind wir, doch hat uns unser Gott in unserer</i> <i>Knechtschaft nicht verlassen, sondern hat es gefügt, daß wir vor den Königen von Paras Gnade fanden</i>; wann? Zur Zeit Hamans.", | |
| "R. Ḥenana b. Papa leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">300</sup><i class=\"footnote\">Ps. 66,12.</i><i>Du hast Menschen über unser Haupt dahinfahren lassen, ins Feuer und ins Wasser sind wir gekommen. Ins Feuer</i>, zur Zeit des gottlosen Nebukhadneçar; <i>ins Wasser</i>, zur Zeit des [gottlosen] Pareo͑;<sup class=\"footnote-marker\">300</sup><i class=\"footnote\">Ps. 66,12.</i><i>du hast uns ins Freie hinausgeführt</i>, in den Tagen Hamans.", | |
| "R. Joḥanan leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein: <sup class=\"footnote-marker\">301</sup><i class=\"footnote\">Ib. 98,3.</i><i>Er gedachte seiner Gnade und seiner Treue gegen das Haus Jisraél; alle Enden der Erde sahen das Heil unseres Gottes</i>. Wann sahen alle Enden der Erde das Heil unseres Gottes? In den Tagen von Mordekhaj und Ester.", | |
| "Reš Laqiš leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein: <sup class=\"footnote-marker\">302</sup><i class=\"footnote\">Pr. 28,15.</i><i>Wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär, so ist ein gottloser Herrscher über ein geringes Volk. Ein brüllender Löwe</i>, das ist der gottlose Nebukhadneçar, von dem es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">303</sup><i class=\"footnote\">Jer. 4,7.</i><i>heraufgestiegen ist der Löwe aus seinem Dickicht. Ein gieriger Bär</i>, das ist Aḥašveroš, von dem es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">304</sup><i class=\"footnote\">Dan. 7,5.</i><i>darauf erschien ein anderes, zweites Tier, das glich einem Bären</i>, und R. Joseph lehrte, dies seien die Perser, die gleich einem Bären essen und trinken, gleich einem Bären beleibt sind, gleich einem Bären das Haar wachsen lassen und gleich einem Bären keine Ruhe haben.", | |
| "<i>Ein gottloser Herrscher</i>, das ist Haman; <i>ein geringes Volk</i>, das sind die Jisraéliten, die arm an gottgefälligen Werken waren.", | |
| "R. Elea͑zar leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein: <sup class=\"footnote-marker\">305</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 10,18.</i><i>Durch Faulheit senkt sich das Gebälk [jimakh hameqare] und durch Schlaffheit der Hände träufelt das Haus</i>; wegen der Faulheit Jisraéls, sich mit der Tora zu befassen, ist der Feind<sup class=\"footnote-marker\">306</sup><i class=\"footnote\">Euphem. für Gott selbst.</i>des Heiligen, gepriesen sei er, arm geworden. ‘Makh’ bedeutet nämlich ‘arm’, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">307</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>und wenn er zu arm [makh] ist, um. den Schätzungswert zu entrichten</i>, und ‘meqare’ deutet auf den Heiligen, gepriesen sei er, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">308</sup><i class=\"footnote\">Ps. 104,3.</i><i>der seine Söller im Wasser bälkt [meqare]</i>.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">309</sup><i class=\"footnote\">Ib. 124,1,2.</i><i>Stufenlied. Wäre es nicht der Herr gewesen, der für ans war, so spreche Jisraél, wäre es nicht der Herr gewesen, der für uns war, als sich ein Mensch wider uns erhob</i>; ein Mensch, aber kein König.", | |
| "Raba leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:<sup class=\"footnote-marker\">310</sup><i class=\"footnote\">Pr. 29,2.</i><i>Wenn die Frommen sich mehren, freut sich das Volk, aber unter einem gottlosen Herrscher seufzt das Volk. Wenn sich die Frommen mehren, freut sich das Volk</i>, das sind Mordekhaj und Ester, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">311</sup><i class=\"footnote\">Est. 8,15.</i><i>und die Stadt Šušan jauchzte und freute sich; unter einem gottlosen Herrscher seufzt das Volk</i>, das ist Haman, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">312</sup><i class=\"footnote\">Ib. 3,15.</i><i>und die Stadt Šušan geriet in Bestürzung</i>.", | |
| "R. Mathna zitierte folgenden Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">313</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,7.</i><i>Denn wo wäre irgend eine große Nation, die einen Gott hätte, der ihr so nahe ist</i>. R. Aši zitierte folgenden Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">314</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 34.</i><i>Oder ob je ein Gott den Versuch gemacht hat &c</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i>Und es war in den Tagen des Aḥašveroš. Rabh sagte: Wehe<sup class=\"footnote-marker\">316</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">זיהי</span> aus <span dir=\"rtl\">וי</span> u. <span dir=\"rtl\">הי</span> kontrahiert.</i>und ach! Hierauf bezieht sich der Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">317</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,68.</i><i>und dort werdet ihr euren Feinden als Sklaven und Sklavinnen feilgeboten werden</i>.", | |
| "Šemuél zitierte:<sup class=\"footnote-marker\">318</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,44.</i><i>Ich verwerfe sie nicht und verabscheue sie nicht, daß ich sie vertilgen sollte. Ich verwerfe sie nicht</i>, in den Tagen der Griechen; <i>und verabscheue sie nicht</i>, in den Tagen des Kaisers Vespasian; <i>daß ich sie vertilgen sollte</i>, in den Tagen Hamans;<sup class=\"footnote-marker\">318</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,44.</i><i>daß ich meinen Bund mit ihnen brechen sollte</i>, in den Tagen der Römer;<sup class=\"footnote-marker\">318</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,44.</i><i>denn ich bin der Herr, euer Gott</i>, [dereinst] in den Tagen von Gog und Magog.", | |
| "In einer Barajtha wird gelehrt: <i>Ich verwerfe sie nicht</i>, in den Tagen der Kasdim, wo ich für sie Daniél, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja auftreten ließ; <i>und verabscheue sie nicht</i>, in den Tagen der Griechen, wo ich für sie Šimo͑n den Gerechten, den Hašmonäer mit seinen Söhnen und Matithjahu den Hochpriester auftreten ließ; <i>daß ich sie vertilgen sollte</i>, in den Tagen Hamans, wo ich für sie Mordekhaj und Ester auftreten ließ; <i>daß ich meinen Bund mit ihnen brechen sollte</i>, in den Tagen der Römer, wo ich für sie das Haus Rabbis und die Weisen des Zeitalters auftreten ließ; <i>denn ich bin der Herr, euer Gott</i>, in Zukunft, daß nämlich keine Nation und kein Sprachstamm über sie Gewalt haben soll.", | |
| "R. Levi zitierte folgenden Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">319</sup><i class=\"footnote\">Num. 33,55.</i><i>Würdet ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euch</i><sup class=\"footnote-marker\">320</sup><i class=\"footnote\">Dadurch daß sie ihre Feinde nicht vernichtet haben, ist das Verhängnis entstanden (cf. Anm. 129).</i><i>austreiben</i>.", | |
| "R. Ḥija zitierte folgenden Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">321</sup><i class=\"footnote\">Num. 33,56.</i><i>Und ich werde mit euch verfahren, wie ich mit ihnen zu verfahren gedachte</i>.", | |
| "Aḥašveroš; Rabh erklärte: Bruder des Hauptes<sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אחשורוש</span>, von <span dir=\"rtl\">אח</span> <i>Bruder</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span> <i>Haupt</i>, bezw. von <span dir=\"rtl\">אח</span>, <i>ach, wehe</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span>, oder von <span dir=\"rtl\">שחר</span>, <i>schwarz sein</i>, bezw. <span dir=\"rtl\">רש</span> <i>arm</i>, abgeleitet.</i>und Wahlverwandter<sup class=\"footnote-marker\">323</sup><i class=\"footnote\">Die etym. Ableitung des W.s <span dir=\"rtl\">גיל</span> ist dunkel; im T. heißt <span dir=\"rtl\">בן גיל</span> jemand, der mit einem anderen in derselben Stunde u. unter demselben Planeteneinflusse geboren ist.</i>des Hauptes. Bruder des Hauptes, Bruder des gottlosen Nebukhadneçar, der Haupt genannt wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">324</sup><i class=\"footnote\">Dan. 2,38.</i><i>du bist das goldene Haupt</i>. Wahlverwandter des Hauptes, jener hat gemordet, dieser wollte morden; jener hat [den Tempel] zerstört, dieser wollte ihn zerstören, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">325</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 4,6.</i><i>und während der Regierung des Aḥašveroš, am Anfang seiner Regierung, schrieben sie eine Anklageschrift gegen die Bewohner von Jehuda und Jerušalem</i>.", | |
| "Šemuél erklärte: In dessen Tagen wurde das Gesicht Jisraéls geschwärzt<sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אחשורוש</span>, von <span dir=\"rtl\">אח</span> <i>Bruder</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span> <i>Haupt</i>, bezw. von <span dir=\"rtl\">אח</span>, <i>ach, wehe</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span>, oder von <span dir=\"rtl\">שחר</span>, <i>schwarz sein</i>, bezw. <span dir=\"rtl\">רש</span> <i>arm</i>, abgeleitet.</i>wie der Rand des Topfes. R. Joḥanan erklärte: Wer ihn nennt, der spricht: Ach<sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אחשורוש</span>, von <span dir=\"rtl\">אח</span> <i>Bruder</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span> <i>Haupt</i>, bezw. von <span dir=\"rtl\">אח</span>, <i>ach, wehe</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span>, oder von <span dir=\"rtl\">שחר</span>, <i>schwarz sein</i>, bezw. <span dir=\"rtl\">רש</span> <i>arm</i>, abgeleitet.</i>über sein Haupt! R. Ḥanina erklärte: In dessen Tagen wurden alle verarmt<sup class=\"footnote-marker\">322</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אחשורוש</span>, von <span dir=\"rtl\">אח</span> <i>Bruder</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span> <i>Haupt</i>, bezw. von <span dir=\"rtl\">אח</span>, <i>ach, wehe</i>, und <span dir=\"rtl\">ראש</span>, oder von <span dir=\"rtl\">שחר</span>, <i>schwarz sein</i>, bezw. <span dir=\"rtl\">רש</span> <i>arm</i>, abgeleitet.</i>, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">326</sup><i class=\"footnote\">Est. 10,1.</i><i>und der König Aḥašveroš legte dem Lande einen Tribut auf</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i><i>Das ist der Aḥašveroš</i>; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Gottlosigkeit verharrte.<sup class=\"footnote-marker\">327</sup><i class=\"footnote\">Gen. 36,43.</i><i>Das ist der E͑sav</i>; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Gottlosigkeit verharrte.<sup class=\"footnote-marker\">328</sup><i class=\"footnote\">Num. 26,9.</i><i>Das sind Dathan und Abiram</i>; die von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende in ihrer Gottlosigkeit verharrten.<sup class=\"footnote-marker\">329</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 28,22.</i><i>Das ist der König Ahaz</i>; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Gottlosigkeit verharrte.<sup class=\"footnote-marker\">330</sup><i class=\"footnote\">iChr. 1,27.</i>", | |
| "<i>Abram, das ist Abraham</i>; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Frömmigkeit verharrte.<sup class=\"footnote-marker\">331</sup><i class=\"footnote\">Ex. 6,26.</i><i>Das sind Moše und Ahron</i>; die von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende in ihrer Frömmigkeit verharrten.<sup class=\"footnote-marker\">332</sup><i class=\"footnote\">iSam. 17,14.</i><i>David, der war der kleinste</i>; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Kleinheit verharrte: wie er während seiner Kleinheit bescheiden war dem gegenüber, der in der Tora größer war als er, so war er auch während seiner Regierung dem gegenüber bescheiden, der in der Weisheit größer war als er.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i><i>Der regierte</i>. Rabh erklärte: Der durch sich selbst zur Regierung gelangt war. Manche erklären es zum Lobe und manche erklären es zum Tadel. Manche erklären es zum Lobe: niemand war für das Königtum würdiger als er; manche erklären es zum Tadel: er war für das Königtum unwürdig, nur gab er viel Geld und wurde zum Könige eingesetzt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i><i>Von Hodu bis Kuš</i>. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, Hodu liege an einem Ende der Welt und Kuš am entgegengesetzten Ende der Welt, und einer sagt, Hodu und Kuš liegen nebeneinander, er herrschte aber von einem Ende der Welt bis zum anderen, wie er von Hodu bis Kuš herrschte.", | |
| "Desgleichen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">333</sup><i class=\"footnote\">iReg. 5,4.</i><i>Denn er hatte Gewalt über das ganze Gebiet jenseits des Stromes von Tiphsaḥ bis A͑za</i>; [auch hierüber streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, Tiphsaḥ liege an einem Ende der Welt und A͑za liege den entgegengesetzten Ende der Welt, und einer sagt, Tiphsaḥ und A͑za liegen nebeneinander, er herrschte aber über die ganze Welt, wie er über Tiphsaḥ und A͑za herrschte.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">315</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,1.</i><i>Hundertsiebenundzwanzig Provinzen</i>. R. Ḥisda sagte: Zuerst herrschte er über sieben, dann über zwanzig und später über hundert. – Es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">334</sup><i class=\"footnote\">Ex. 6,20.</i><i>das Leben A͑mrams betrug hundertsiebenunddreißig Jahre</i>, wie willst du nun dies auslegen!? – Anders ist es hierbei, wo der Schriftvers überflüssig ist; merke, es heißt ja bereits: <i>von Hodu bis Kuš</i>, wozu weiter: <i>hundertsiebenundzwanzig Provinzen</i>? Doch wohl zur Auslegung.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Drei beherrschten die ganze Himmelswölbung, und zwar: Aḥáb, Aḥašveroš und Nebukhadneçar. Aḥáb, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">335</sup><i class=\"footnote\">iReg. 18,10.</i><i>so wahr der Herr, dein Gott lebt: es gibt kein Volk noch Königreich, dahin mein Herr nicht gesandt hätte, dich zu suchen</i>; wieso könnte er es beschwören, wenn seine Herrschaft nicht überall gereicht hätte.", | |
| "Nebukhadneçar, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">336</sup><i class=\"footnote\">Jer. 27,8.</i><i>dasjenige Volk und Königreich aber &c</i>., <i>das seinen Hals nicht in das Joch des Königs von Babel stecken will</i>. Aḥašveroš, wie wir bereits erklärt haben. –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Gibt es denn keine anderen mehr, auch Šelomo gehört ja zu diesen!? – Er führte seine Herrschaft nicht zuende<sup class=\"footnote-marker\">337</sup><i class=\"footnote\">Cf. Git. Fol. 68b.</i>. –", | |
| "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, er war König und dann Gemeiner, was ist aber nach demjenigen zu erwidern, welcher sagt, er war König, Gemeiner und wiederum König!? – Mit Šelomo verhielt es sich ganz anders; er herrschte über die Oberen<sup class=\"footnote-marker\">338</sup><i class=\"footnote\">Auch die Geister.</i>und die Unteren, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">339</sup><i class=\"footnote\">iChr, 29,23.</i><i>und Šelomo saß auf dem Throne des Herrn</i>. –", | |
| "Aber Sanḥerib gehört ja zu diesen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">340</sup><i class=\"footnote\">Jes. 36,20.</i><i>wo wären unter allen Göttern dieser Länder solche, die ihr Land aus meiner Gewalt gerettet hätten</i>!? – Da ist ja Jerušalem, das er nicht besiegt hatte. –", | |
| "Aber Darjaveš gehört ja zu diesen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">341</sup><i class=\"footnote\">Dan. 6,26.</i><i>darauf ließ der König Darjaveš mitteilen</i><sup class=\"footnote-marker\">342</sup><i class=\"footnote\">Die kursierenden Ausgaben haben mit dem masor. Texte: <i>schreiben</i>.</i><i>allen Völkern, Nationen und Sprachstämmen, die allenthalben auf der Erde wohnen: Euer Friede möge gedeihen</i>!? – Es gibt ja sieben [Provinzen], die er nicht beherrschte, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">343</sup><i class=\"footnote\">Dan. 6,2.</i><i>Es gefiel Darjaveš hundertundzwanzig Satrapen über das Reich zu setzen</i>. –", | |
| "Aber Koreš gehört ja zu diesen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">344</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 1,2.</i><i>so spricht Koreš, der König von Paras: Alle Königreiche auf Erden hat mir der Herr gegeben</i>!? – Dies war nur eine Prahlerei von ihm.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">345</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,2.</i><i>In jenen Tagen, als der König saß</i>; darauf aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">346</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 3.</i><i>in seinem dritten Regierungsjahre</i>!? Raba erklärte: Nachdem er sich beruhigt<sup class=\"footnote-marker\">347</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">ישב</span> im Hitp. <i>sich legen, beruhigen</i>. Er hatte befürchtet, daß nach Ablauf der von Jirmejahu prophezeiten 70 Jahre (cf. Jer. 25,12) seine Herrschaft über Jisraél aufhören werde.</i>hatte. Er sagte nämlich: Belšaçar hatte es berechnet und sich geirrt, ich aber habe es berechnet und irre mich nicht. –", | |
| "Welches Bewenden hat es damit? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">348</sup><i class=\"footnote\">Jer. 29,10.</i><i>erst wenn volle siebzig Jahre für Babel dahingegangen sind, werde ich euch bedenken</i>, und ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">349</sup><i class=\"footnote\">Dan. 9,2.</i><i>daß Jerušalem siebzig Jahre in Trümmern liege</i>; er zählte fünfundvierzig Jahre der Regierung Nebukhadneçars, dreiundzwanzig der Regierung Evil Merodakhs und zwei seiner eigenen Regierung zusammen, das sind siebzig; sodann ließ er die Gefäße des Tempels holen<sup class=\"footnote-marker\">350</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dan. Kap. 5.</i>und bediente sich ihrer. –", | |
| "Woher, daß Nebukhadneçar fünfundvierzig Jahre regierte? – Der Meister sagte, sie wurden im siebenten, im achten, im achtzehnten und im neunzehnten Jahre<sup class=\"footnote-marker\">351</sup><i class=\"footnote\">Die Daten stimmen nicht überein; cf. Jer. 52,28 iiReg. 24,12, Jer. 52,12,29.</i>verbannt.", | |
| "Im siebenten Jahre nach der Unterwerfung Jehojaqims, dem achten Regierungsjahre Nebukhadneçars, erfolgte die Wegführung Jehojaqims, und im achtzehnten Jahre nach der Unterwerfung Jehojaqims, dem neunzehnten Regierungsjahre Nebukhadneçars, erfolgte die Wegführung Çidqijahus. Der Meister sagte nämlich: Im ersten Jahre eroberte er Ninve und im zweiten unterwarf er Jehojaqim. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">352</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 25,27.</i><i>und im siebenunddreißigsten Jahre der Wegführung Jehojaqims, des Königs von Jehuda, im zwölften Monat, am siebenundzwanzigsten</i><sup class=\"footnote-marker\">353</sup><i class=\"footnote\">So iiReg. 25,27, während der Schluß der Verses den Wortlaut der Parallelstelle Jer. 52,31 hat; die kursierenden Ausgaben haben hier <span dir=\"rtl\">וחמשח</span>, während Handschriften mit der Erstausgabe übereinstimmen.</i><i>des Monats begnadigte Evil Merodakh, der König von Babel, im Jahre seines Regierungsantrittes, Jehojakhin, den König von Jehuda, und befreite ihn aus dem Kerker</i>.", | |
| "Acht und siebenunddreißig sind fünfundvierzig [des Nebukhadneçar]. Dazu dreiundzwanzig des Evil Merodakh, was wir aus einer Überlieferung wissen, und zwei seiner Regierung, das sind zusammen siebzig. Da er dachte, nun würden sie überhaupt nicht mehr erlöst werden, ließ er die Gefäße des Tempels holen und bediente sich ihrer.", | |
| "Das ist es, was Daniél zu ihm sagte:<sup class=\"footnote-marker\">354</sup><i class=\"footnote\">Dan. 5,23.</i><i>Du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben; die Gefäße seines Tempels hat man vor dich bringen müssen</i>. Darauf heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">355</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 30.<br>356. Im oben angezogenen Verse Jer. 29,10.</i><i>in derselben Nacht wurde Belšaçar, der König der Kesdim, getötet</i>, und hierauf folgt: <i>und Darjaveš der Meder erhielt das Reich in einem Alter von zweiundsechzig Jahren</i>.", | |
| "Alsdann sprach er: Jener hatte sich geirrt, ich aber habe es berechnet und irre mich nicht; es heißt ja nicht; <i>für das Reich Babel</i>, sondern: <i>für Babel</i>, worunter die babylonische Gefangenschaft zu verstehen ist, und diese beginnt acht Jahre später. Statt dessen rechnete er ein Jahr der Regierung Belšaçars, fünf der Regierung Darjaveš’ und Koreš’ und zwei seiner Regierung. Als er sah, daß die siebzig Jahre verstrichen waren, ohne daß sie erlöst wurden, dachte er, sie würden nun überhaupt nicht mehr erlöst werden; da ließ er die Gefäße des Tempels holen und bediente sich ihrer. Alsdann kam ihm der Satan in den Weg, und er ließ Vašti töten. –", | |
| "Er hatte ja richtig gerechnet!? – Er irrte ebenfalls; er sollte mit der Zerstörung Jerušalems zu zählen beginnen. –", | |
| "Das sind also elf Jahre weniger, und da er vierzehn Jahre regierte, so sollte ja der Tempel in seinem vierzehnten Regierungsjahre erbaut sein, während es ja heißt:<sup class=\"footnote-marker\">357</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 4,24.</i><i>damals wurde die Arbeit am Tempel Gottes zu Jerušalem, eingestellt</i>!? Raba erwiderte: Darunter waren unvollständige [Jahre]." | |
| ], | |
| [ | |
| "Ebenso wird auch gelehrt: Noch ein Jahr [fehlte] zur babylonischen [Gefangenschaft], und Darjaveš ergänzte es.", | |
| "Raba sagte: Auch Daniél hatte sich bei dieser Rechnung geirrt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">319</sup><i class=\"footnote\">Num. 33,55.</i><i>in seinem ersten Regierungsjahre achtete ich, Daniél, auf die Zahlen</i>; aus [dem Worte] <i>achtete</i><sup class=\"footnote-marker\">358</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">בון</span> <i>verstehen, zur Einsteht gelangen</i>.</i>ist zu entnehmen, daß er sich geirrt hatte. –", | |
| "Aber immerhin widersprechen ja die Verse einander; es heißt: <i>volle [siebzig Jahre] für Babel</i>, und es heißt: <i>daß Jerušalem [siebzig Jahre] in Trümmern liege</i>!?", | |
| "Raba erwiderte: Einer spricht nur vom Bedenken, und deshalb heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">359</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 1,2.</i><i>so spricht Koreš, der König von Paras: Alle Königreiche auf Erden hat mir der Herr, der Gott des Himmels, übergeben und er beauftragte</i><sup class=\"footnote-marker\">360</sup><i class=\"footnote\">Hier wird das W. <span dir=\"rtl\">פקד</span> <i>erinnern, beauftragen, bedenken</i> gebraucht.</i><i>mich, ihm einen Tempel in Jerušalem zu bauen</i>.", | |
| "R. Naḥman b. Ḥisda trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">361</sup><i class=\"footnote\">Jes. 45,1.</i><i>so spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Koreš, dessen Rechte ich ergriffen habe</i>; war Koreš denn Gesalbter [Messias]? Vielmehr der Heilige, gepriesen sei er, sprach zum Messias: Ich klage bei dir Koreš an: ich beauftragte ihn meinen Tempel zu bauen und meine Gefangenen heimzuführen, er aber sprach: <sup class=\"footnote-marker\">362</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 1,3.</i><i>Wer irgend unter euch zu seinem Volke gehört &c. der ziehe hinauf</i><sup class=\"footnote-marker\">363</sup><i class=\"footnote\">Er stellte es ihm anheim, ohne sich selber damit zu befassen.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">364</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,3.</i><i>Das Heer von Paras und Madaj</i>; dagegen aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">365</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,2.</i><i>die Könige von Madaj und Paras</i>!? Raba erwiderte: Sie verabredeten mit einander: wenn von uns Könige, dann Statthalter von euch, und wenn von euch Könige, dann Statthalter von uns.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">366</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,4.</i><i>Wobei er den Reichtum seiner königlichen Herrlichkeit zeigte</i>. R. Jose b. Ḥanina sagte: Dies lehrt, daß er die priesterlichen Gewänder angelegt hatte, denn hier<sup class=\"footnote-marker\">366</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,4.</i>heißt es: <i>und die glänzende Pracht seiner Größe</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">367</sup><i class=\"footnote\">Ex. 28,2.</i>heißt es: <i>zur Ehre und zur Pracht</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">368</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,5.</i><i>Und nach Ablauf dieser Tage &c</i>. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, er war ein weiser König, und einer sagt, er war ein törichter König. Nach demjenigen, welcher sagt, er war ein weiser König, handelte er vernünftig, daß er die Auswärtigen zuerst einlud, weil er die Einwohner seiner Stadt jeder Zeit besänftigen konnte; nach demjenigen aber, welcher sagt, er war ein törichter König, sollte er die Einwohner seiner Stadt zuerst einladen, denn, wenn jene abtrünnig geworden wären, so würden diese mit ihm gehalten haben.", | |
| "Die Schüler fragten R. Šimo͑n b. Joḥaj: Weshalb hatten die Feinde<sup class=\"footnote-marker\">369</sup><i class=\"footnote\">Euphemistisch für Jisraél selbst.</i> Jisraéls des damaligen Zeitalters den Untergang verdient? Dieser entgegnete: Sagt ihr es! Jene erwiderten: Weil sie von der Mahlzeit dieses Frevlers genossen hatten. – Demnach sollten doch nur die [Jisraéliten] in Šušan getötet werden, nicht aber die der ganzen Welt!? Darauf sprachen jene: Sage du es. Dieser erwiderte: Weil sie sich vor dem Götzenbilde gebückt hatten.", | |
| "Jene entgegneten: Würde man ihnen dies denn entschuldigt haben!? Dieser erwiderte: Sie taten es nur zum Scheine, und ebenso verfuhr der Heilige, gepriesen sei er, mit ihnen nur zum Scheine. Hierüber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">370</sup><i class=\"footnote\">Thr. 3,33.</i><i>denn nicht vom Herzen plagt er</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">368</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,5.</i><i>Im Hofe des Gartens am, königlichen Palaste</i>. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, je nach ihrer Würde, manche im Hofe, manche im Garten und manche im Palaste, und einer sagt, er ließ sie zuerst im Hofe sitzen, der sie aber nicht faßte, dann in dem Garten, der sie aber ebenfalls nicht faßte, bis er sie in den Palast brachte, der sie faßte. In einer Barajtha wird gelehrt: Er ließ sie im Hofe sitzen und öffnete ihnen zwei Türen, eine zum Garten und eine zum Palaste.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">371</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,6.</i><i>Weißes Baumwollenzeug [ḥur, karpas] und purpurblaues Tuch</i>. – Was heißt <i>ḥur</i>? – Rabh erklärte, Durchlöchertes, und Šemuél erklärte, weißes Linnen<sup class=\"footnote-marker\">372</sup><i class=\"footnote\">Nach der ersten Ansicht von <span dir=\"rtl\">חור</span>, Loch, Decken in Häkel- u. Wirkarbeit, und nach der anderen Ansicht vom aram. <span dir=\"rtl\">חור</span> <i>weiß</i> abgeleitet.</i>(habe er ihnen ausgebreitet). – Was heißt <i>karpas</i>? R. Jose b. Ḥanina erklärte: Gestreifte<sup class=\"footnote-marker\">373</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">כר</span> <i>Polster</i>, <span dir=\"rtl\">פס</span> <i>Streifen</i> (von <span dir=\"rtl\">פסס</span> <i>spalten, trennen</i>).</i>Polster.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">371</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,6.</i><i>An silbernen Ringen und marmornen Säulen; Polster von Gold und Silber</i>. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die für silberne würdig waren, auf silbernen, und die für goldene würdig waren, auf goldenen. R. Neḥemja sprach zu ihm: Demnach wird ja Neid bei der Mahlzeit heraufbeschworen! Vielmehr waren diese selbst aus Silber und die Füße aus Gold.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">371</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,6.</i><i>Alabaster und weißen Marmor</i>. R. Asi erklärte: Steine, zu denen die Eigentümer durch Mühe<sup class=\"footnote-marker\">374</sup><i class=\"footnote\">So nach Raschi (von <span dir=\"rtl\">חטט</span> <i>suchen, grübeln</i>).</i>gelangen. So heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">375</sup><i class=\"footnote\">Zach. 9,16.</i><i>Diademsteine, die auf seinem Boden funkeln</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">371</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,6.</i><i>Und Perlmutterstein und gefleckten Marmor</i>. Rabh erklärte: Reihenweise<sup class=\"footnote-marker\">376</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">דר</span> gl. <span dir=\"rtl\">דרא</span> <i>Zeile, Reihe</i>; <span dir=\"rtl\">סוחרת</span> von <span dir=\"rtl\">סחר</span> <i>umringen, umkreisen</i>.</i>. Šemuél erklärte: In den Seestädten gibt es einen Edelstein, der ‘Perlmutterstein’ heißt; diesen setzte er in die Mitte der Tafel, und er leuchtete ihnen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Er gewährte allen Händlern Freiheit<sup class=\"footnote-marker\">377</sup><i class=\"footnote\">Wohl von der Zollabgabe; <span dir=\"rtl\">דר וסחרת</span> gleich <span dir=\"rtl\">דרור לסחרת</span>, Freiheit für den Handel.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">378</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,7.</i><i>Die Getränke aber reichte man in goldenen Gefäßen und vielen anderen Gefäßen</i>. Es sollte doch ‘verschiedenen’ heißen!? Raba erwiderte: Eine Hallstimme ertönte und sprach zu ihnen: Die früheren gingen wegen<sup class=\"footnote-marker\">379</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dan. 5,2ff.</i>der Gefäße zugrunde, und ihr trinkt aus ihnen zum ‘anderen’ Male. <sup class=\"footnote-marker\">378</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,7.</i><i>Und königlichen Wein</i>. Rabh sagte: Dies lehrt, daß man jedem Wein reichte, der älter war als er.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">380</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,8.</i><i>Das Trinken geschah nach Verordnung</i>. Was heißt ‘nach Verordnung’? R. Ḥanan erwiderte im Namen R. Meírs: Nach Verordnung der Tora: wie nach Verordnung der Tora<sup class=\"footnote-marker\">381</sup><i class=\"footnote\">Bei der Darbringung der Opfer.</i>Speisen mehr verbraucht werden als Getränke, ebenso wurden bei der Mahlzeit dieses Frevlers mehr Speisen verbraucht als Getränke.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">380</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,8.</i><i>Ohne Nötigung</i>. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß man jedem vom Wein seiner Heimat reichte. <sup class=\"footnote-marker\">380</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,8.</i><i>Den Wunsch jedes Mannes zu erfüllen</i>. Raba erklärte: Den Wunsch Mordekhajs und den Wunsch Hamans zu erfüllen; von Mordekhaj heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">382</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,5.</i><i>ein Mann, ein Judäer</i>, und von Haman heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">383</sup><i class=\"footnote\">Ib. 7,6.</i><i>ein Mann, ein Widersacher und Feind</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">384</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,9.</i><i>Auch die Königin Vašti veranstaltete ein Gastmahl für die Frauen im königlichen Palaste</i>. Dieses sollte doch im Frauenpalaste stattfinden!? Raba erwiderte: Beide hatten sie sündhafte<sup class=\"footnote-marker\">385</sup><i class=\"footnote\">Sie wollte sich zeigen.</i>Absichten. Das ist es, was die Leute sagen: Er mit Kürbissen und seine Frau" | |
| ], | |
| [ | |
| "mit Gurken<sup class=\"footnote-marker\">386</sup><i class=\"footnote\">Beide treiben Unzucht auf dieselbe Weise.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">387</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,10.</i><i>Am siebenten Tage, als das Herz des Königs vom Weine fröhlich war</i>. War denn sein Herz bis dahin nicht vom Weine fröhlich!? Raba erwiderte: Dieser siebente Tag war ein Šabbath, an dem die Jisraéliten, wenn sie essen und trinken, sich mit Worten der Tora und Lobgesängen befassen; wenn aber die weltlichen Völker essen und trinken, so befassen sie sich nur mit Worten der Ausgelassenheit.", | |
| "So geschah es auch bei der Mahlzeit dieses Frevlers; die einen sagten, die Mederinnen seien schöner, und die anderen sagten, die Perserinnen seien schöner. Hierauf sprach Aḥašveroš: Das Gerät, dessen ich mich bediene, ist weder aus Medien noch aus Persien, sondern aus Kasdim, wollt ihr es sehen? Diese erwiderten: Freilich, nur muß sie nackt sein.", | |
| "Wie der Mensch verfährt, so verfährt man mit ihm. Dies lehrt, daß die ruchlose Vašti Jisraélitinnen holen zu lassen, sie nackt auszuziehen und am Šabbath arbeiten zu lassen pflegte. Deshalb heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">388</sup><i class=\"footnote\">Ib. 2,1.</i><i>nach diesen Begebenheiten, als sich der Zorn des Königs Aḥašveroš gelegt hatte, gedachte er der Vašti und dessen, was sie getan hatte, und dessen, was über sie beschlossen worden war</i>; wie sie getan hatte, so wurde über sie beschlossen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">389</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,12.</i><i>Und die Königin Vašti weigerte sich</i>. Merke, sie war ja ausgelassen, denn der Meister sagte, sie hatten beide sündhafte Absichten, weshalb nun kam sie nicht!? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies lehrt, daß sie vom Aussatz befallen wurde. In einer Barajtha wird gelehrt, Gabriél kam und setzte ihr einen Schwanz an.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">389</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,12.</i><i>Und der König zürnte sehr</i>. Weshalb entbrannte [sein Zorn] so sehr? Raba erwiderte: Sie ließ ihm antworten: Der Stallmeister meines Großvaters trank Wein vor Tausenden<sup class=\"footnote-marker\">390</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dan. 5,1.</i>und betrank sich nicht, dieser Mann aber wurde in seinem Weinrausche sinnlos. Alsdann:<sup class=\"footnote-marker\">389</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,12.</i><i>und sein Zorn brannte in ihm</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">391</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,13.</i><i>Da sprach der König zu den Weisen</i>. Wer sind diese Weisen? – Die Rabbanan. <sup class=\"footnote-marker\">391</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,13.</i><i>Die sich auf die Zeiten verstehen</i>; die die Interkalation der Jahre und die Festsetzung der Monate verstehen. Er sprach zu ihnen: Urteilt sie mir ab. Da sprachen sie: Was machen wir nun: sagen wir ihm, daß er sie töten lasse, so könnte er morgen, wenn sein Weinrausch vorüber ist, sie von uns fordern; sagen wir ihm, daß er sie zufrieden lasse, so hat sie ja seine Majestät beleidigt. Hierauf sprachen sie zu ihm: Seitdem der Tempel zerstört worden ist und wir aus unserem Lande verbannt worden sind, ist uns Rat genommen worden, und wir verstehen uns auf das Strafrecht nicht. Wende dich vielmehr an A͑mmon und Moab, die auf ihrem Platze weilen, wie der Wein auf seiner Hefe.", | |
| "Sie hatten auch Recht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">392</sup><i class=\"footnote\">Jer. 48,11.</i><i>von Jugend auf hatte Moab Ruhe und lag ungestört auf seinen Hefen; es ward nicht aus einem Gefäße in ein anderes umgegossen, noch ist es in Gefangenschaft gewandert; darum hat es seinen Geschmack behalten und sein Duft hat sich nicht gewandelt</i>. Alsdann: <sup class=\"footnote-marker\">393</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,14.</i><i>Und ihm am nächsten standen: Karšena, Šetar, Admata, Taršiš</i>.", | |
| "R. Levi sagte: Dieser Schriftvers bezieht sich ganz auf die Opfer.", | |
| "Karšena: die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, haben etwa auch die anderen vor dir erstjährige Fettschafe<sup class=\"footnote-marker\">394</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">כרשנא</span> Kompos. von <span dir=\"rtl\">כרים שנה</span> ein Jahr alte Fettschafe.</i>dargebracht, wie Jisraél solche vor dir dargebracht hat!? Šetar: haben etwa die anderen vor dir zwei Turteltauben<sup class=\"footnote-marker\">395</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">שתר</span> Kompos. von <span dir=\"rtl\">שתי תורים</span> zwei Turteltauben.</i>dargebracht!? Admata: haben dir etwa auch die anderen einen irdenen Altar<sup class=\"footnote-marker\">396</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">אדמתא</span> von <span dir=\"rtl\">אדמה</span> <i>Erde</i> (sc. <span dir=\"rtl\">מובח</span>) abgeleitet.</i>errichtet!? Taršiš: haben etwa auch die anderen vor dir Dienst in Priestergewändern getan, bei denen es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">397</sup><i class=\"footnote\">Ex. 28,20. Namen von Edelsteinen.</i><i>Taršiš, Šoham und Jaspe</i>. Meres: haben etwa auch die anderen [Opfer]blut vor dir umgerührt<sup class=\"footnote-marker\">398</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מרס</span> bezw. <span dir=\"rtl\">מרסנא</span> von <span dir=\"rtl\">מרס</span> <i>umrühren, mischen</i>.</i>!? Marsena: haben etwa auch die anderen vor dir Speisopfer umgerührt<sup class=\"footnote-marker\">398</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מרס</span> bezw. <span dir=\"rtl\">מרסנא</span> von <span dir=\"rtl\">מרס</span> <i>umrühren, mischen</i>.</i>!? Memukhan: haben dir etwa auch die anderen einen Tisch<sup class=\"footnote-marker\">399</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">ממוכן</span> von <span dir=\"rtl\">(הכין) כין</span> <i>bereiten, dasein</i>.</i>hergerichtet!?", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">400</sup><i class=\"footnote\">Est. 1,16.</i><i>Da sprach Memukhan</i>: Es wird gelehrt: Memukhan ist Haman, und nur deshalb wird er Memukhan genannt, weil er für das Unglück vorbereitet<sup class=\"footnote-marker\">399</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">ממוכן</span> von <span dir=\"rtl\">(הכין) כין</span> <i>bereiten, dasein</i>.</i>war. R. Kahana sagte: Hieraus, daß der Gemeine zuerst hervortritt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">401</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>Daß jeder Mann herrsche in seinem Hause</i>. Raba sagte: Wenn nicht diese ersten Briefe, würde von den Feinden<sup class=\"footnote-marker\">369</sup><i class=\"footnote\">Euphemistisch für Jisraél selbst.</i>Jisraéls kein Rest und kein Entkommener zurückgeblieben<sup class=\"footnote-marker\">402</sup><i class=\"footnote\">Haman wurde durch diesen Erlaß als Tor bekannt, u. daher wurde sein Befehl, die Juden zu töten, nicht gebührend befolgt.</i>sein.", | |
| "Sie sprachen: Was sagt er uns da? Daß jeder Mann in seinem Hause herrsche, ist ja selbstverständlich! Auch der Glatzkopf<sup class=\"footnote-marker\">403</sup><i class=\"footnote\">Auch sonst im T. als Schimpfwort bekannt (cf. Sab. 152a); nach Raschi d. Weber, Walker.</i>ist ja Befehlshaber in seinem Hause.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">404</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,3.</i><i>Und der König bestelle Beamte</i>. Rabh sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">405</sup><i class=\"footnote\">Pr. 13,16.</i><i>der Kluge tut alles mit Verstand, ein Tor aber kramt Narrheit aus. \n</i>", | |
| "Der Kluge tut alles mit Verstand, das ist der König David, bei dem es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">406</sup><i class=\"footnote\">iReg. 1,2.</i><i>da sprachen seine Diener zu ihm: Man muß für meinen Herrn, den König, ein Mädchen, eine Jungfrau suchen</i>; wer eine Tochter hatte, brachte sie ihm: Ein Tor aber kramt Narrheit aus, das ist Aḥašveroš, bei dem es heißt: <i>und der König bestelle Beamte</i>; wer eine Tochter hatte, versteckte sie vor ihm.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">382</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,5.</i><i>Ein Mann, ein Judäer, war in der Burg Šušan &c. ein Binjaminite</i>. Wozu [werden die Vorfahren genannt], wenn wegen seiner Abstammung, so sollte er sie doch bis Binjamin aufzählen, weshalb nur diese!? –", | |
| "Es wird gelehrt: All diese Namen deuten auf ihn selbst hin; der Sohn Jaírs: ein Sohn, der durch sein Gebet die Augen Jisraéls aufleuchten [heír] ließ; der Sohn Šimiš: ein Sohn, dessen Gebet Gott erhört [šama͑] hat; der Sohn Qiš’: ein Sohn, der an die Pforten der Barmherzigkeit geklopft [heqiš] hat, und sie ihm geöffnet wurden. –", | |
| "Er nennt ihn Judäer, wonach er von Jehuda stammte, dagegen nennt er ihn Binjaminite, wonach er von Binjamin stammte!? R. Naḥman erwiderte: Mordekhaj war mit Namen<sup class=\"footnote-marker\">407</sup><i class=\"footnote\">Wie schon Raschi bemerkt, ist <span dir=\"rtl\">נימוס</span> griechisch, <span dir=\"rtl\">נימוס</span> wahrscheinl. <i>ὄνομα, Namen, Benennung</i>.</i>gekrönt.", | |
| "Raba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Sein Vater stammte von Binjamin und seine Mutter stammte von Jehuda, Die Rabbanan erwiderten: Die Stämme stritten mit einander um ihn: der Stamm Jehuda sagte, er habe die Geburt Mordekhajs veranlaßt, weil David den Šimi, den Sohn Geras, nicht tötete<sup class=\"footnote-marker\">408</sup><i class=\"footnote\">Cf. iiSam. 16,9ff.</i>, und der Stamm Binjamin sagte, er stamme ja von ihm ab.", | |
| "Raba sagte: Die Gemeinde Jisraél spricht entgegengesetzt: Sehet, was ein Judäer mir getan hat und wie ein Binjaminite mir vergolten hat. Was ein Judäer mir getan hat:" | |
| ], | |
| [ | |
| "David tötete nicht den Šimi͑, dem Mordekhaj entstammte, gegen den Haman eiferte; Was ein Binjaminite mir vergolten hat. Šaúl tötete nicht den Agag<sup class=\"footnote-marker\">409</sup><i class=\"footnote\">Cf. iSam. 15,8ff.</i>, dem Haman entstammte, der Jisraél quälte.", | |
| "R. Joḥanan erwiderte: Tatsächlich stammte er von Binjamin und nur deshalb heißt er Judäer, weil er den Götzendienst verleugnete, denn wer den Götzendienst verleugnet, heißt Judäer, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">410</sup><i class=\"footnote\">Dan. 3,12.</i><i>es sind Judäer da &c</i>.", | |
| "R. Šimo͑n b. Pazi pflegte, wenn er mit [dem Buche] der Chronik begann, folgendes zu sagen: All deine Worte sind die gleichen<sup class=\"footnote-marker\">411</sup><i class=\"footnote\">Viele Bestandteile im Buche der Chronik bestehen nur aus Aufzählungen von Personennamen, die anscheinend gar keinen didaktischen Wert haben.</i>, wir aber wissen sie auszulegen.<sup class=\"footnote-marker\">412</sup><i class=\"footnote\">iChr. 4,18.</i><i>Und seine judäische Frau gebar Jered, den Vater des Gedor, und Ḥeber, den Vater des Sokho, und Jequthiél, den Vater des Zenoaḥ. Und dies sind die Söhne Bithjas, der Tochter des Pareo͑, die Mered heiratete</i>.", | |
| "Weshalb nennt er sie judäische? Weil sie den Götzendienst verleugnete, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">413</sup><i class=\"footnote\">Ex. 2,5.</i><i>da kam die Tochter des Pareo͑ an den Fluß, um zu baden</i>, und R. Joḥanan erklärte, sie wollte sich von den Götzen ihres väterlichen Hauses rein waschen.", | |
| "‘Gebar’, sie hat ihm ja nur erzogen!? Dies besagt, daß, wenn jemand einen Waisenknaben oder ein Waisenmädchen in seinem Hause großzieht, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er sie geboren.", | |
| "Jered ist Moše, und er heißt deshalb Jered, weil in seinen Tagen den Jisraéliten das Manna herabkam [jarad]. Gedor [hieß er], weil er die Risse Jisraéls zäunte [gadar]. Ḥeber [hieß er], weil er Jisraél mit seinem Vater im Himmel verband [ḥiber]; Sokho [hieß er], weil er Jisraél wie eine Hütte [sukka] schützte. Jequthiél [hieß er], weil in seinen Tagen Jisraél zu Gott hoffte<sup class=\"footnote-marker\">414</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">יקותיאל</span> von <span dir=\"rtl\">קוה</span> <i>hoffen</i> u. <span dir=\"rtl\">אל</span> <i>Gott</i> abgeleitet.</i>. Zenoaḥ hieß er, weil er die Sünden Jisraéls verstieß [zanaḥ].", | |
| "Dreimal wird [das Wort] ‘Vater’ genannt: ein Vater in der Tora, ein Vater in der Weisheit und ein Vater in der Prophetie.", | |
| "<i>Und dies sind die Söhne Bithjas, der Tochter des Pareo͑, die Mered heiratete</i>. Hieß er denn Mered, er hieß ja Kaleb!? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Möge Kaleb kommen, der sich dem Ratschlage der Kundschafter widersetzte<sup class=\"footnote-marker\">415</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 14,6ff.</i>[marad], und die Tochter des Pareo͑ heiraten, die sich den Götzen ihres väterlichen Hauses widersetzte.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">416</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,6.</i><i>Der aus Jerušalem weggeführt worden war</i>. Raba sagte: Der freiwillig in die Gefangenschaft ging.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">417</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 7.</i><i>Und er war Pflegevater der Hadasa</i>. Er nennt sie Hadasa und er nennt sie Ester!? – Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Ihr wirklicher Name war Ester, und er nennt sie deshalb Hadasa, weil die Frommen Myrte [hadasa] genannt werden, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">418</sup><i class=\"footnote\">Zach. 1,8.</i><i>er stand zwischen den Myrten</i>.", | |
| "R. Jehuda sagte: Ihr wirklicher Name war Hadasa, und er nennt sie deshalb Ester, weil sie ihre Worte verheimlichte [mastereth], wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">419</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,20.</i><i>Ester hatte ihr Volk nicht verraten &c</i>.", | |
| "R. Neḥemja sagte: Ihr wirklicher Name war Hadasa, und er nennt sie deshalb Ester, weil die weltlichen Völker sie Istahar<sup class=\"footnote-marker\">420</sup><i class=\"footnote\"><i>´Aστήϱ</i> Aster, Stern; in der rabb. Literatur der Planet Venus.</i>nannten. Ben A͑zaj sagte: Ester war weder groß noch klein, sondern mittelmäßig, gleich einer Myrte [hadasa]. R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Ester war [wie eine Myrte] grünlich, nur war sie anmutig<sup class=\"footnote-marker\">421</sup><i class=\"footnote\">Sodaß ihre häßliche Gesichtsfarbe nicht auffiel. Der Versuch nachzuweisen, daß bei den Arabern die grüne Gesichtsfarbe als schön gilt (Jerusalem Bd. VI p. 261): sie war grünlich und anmutig, ist verfehlt, da der T. selbst sie weiter Fol. 15a als häßlich bezeichnet.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">422</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,7.</i><i>Sie hatte weder Vater noch Mutter</i>. Wozu heißt es weiter:<sup class=\"footnote-marker\">422</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,7.</i><i>und als ihr Vater und ihre Mutter starben</i>!? R. Aḥa erwiderte: Sobald ihre Mutter schwanger ward, starb ihr Vater, und nach ihrer Geburt starb auch ihre Mutter.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">422</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,7.</i><i>Und als ihr Vater und ihre Mutter starben, hatte sie Mordekhaj als Tochter angenommen</i>. Im Namen R. Meírs wird gelehrt: Lies nicht <i>bath [Tochter]</i> sondern <i>bajith [Haus]</i><sup class=\"footnote-marker\">423</sup><i class=\"footnote\">Bildliche Bezeichnung für Frau, Hausfrau.</i>. Desgleichen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">424</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 12,3.</i><i>Der Arme aber besaß garnichts, außer einem einzigen Lämmchen, das er sich gekauft und aufgezogen hatte, und das bei ihm und mit seinen Kindern zugleich groß wurde, von seinem Bissen aß es, von seinem Becher trank es, an seinem Busen schlief es und galt ihm wie eine Tochter [bath]</i>. Galt es ihm denn deshalb wie eine Tochter, weil es an seinem Busen schlief!? Vielmehr lese man <i>bajith</i>, ebenso lese man auch hier <i>bajith</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">425</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,9.</i><i>Und die sieben Dienerinnen &c</i>. Raba sagte: Durch diese zählte sie die Wochentage. <sup class=\"footnote-marker\">425</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,9.</i><i>Und er zeichnete sie und ihre Dienerinnen aus &c</i>. Rabh sagte, er habe ihr jüdische Speisen verabreicht,", | |
| "und Šemuél sagte, er habe ihr Schweineschinken<sup class=\"footnote-marker\">426</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">קדלי</span> syr. Hals, Nacken, Rücken; die anders lautende Erklärung der Lexikographen ist falsch.</i>verabreicht.", | |
| "R. Joḥanan sagte, Pflanzenkost, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">427</sup><i class=\"footnote\">Dan. 1,16.</i><i>fortan ließ der Obermundschenk, was ihnen an Speise &c</i>. <i>bestimmt war, hinwegtragen und gab ihnen Pflanzenkost</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">428</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,12.</i><i>Sechs Monate mit Myrrhenöl</i>. Was ist Myrrhenöl? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Stakte<sup class=\"footnote-marker\">429</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 673 Anm. 58.</i>. R. Hona erwiderte: Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Omphakinon<sup class=\"footnote-marker\">430</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 673 Anm. 59.</i>ist ein Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. – Weshalb schmiert man sich damit? – Weil es das Haar entfernt und die Haut geschmeidig macht.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">431</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,14.</i><i>Am Abend kam sie und am Morgen ging sie fort</i>, R, Joḥanan sagte: Aus der Schändlichkeit dieses Frevlers ist auch seine Keuschheit zu ersehen: er übte den Beischlaf nicht am Tage aus.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">432</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 15.</i><i>Und Ester erwarb sich Gunst</i>. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß sie jedem erschien, als wäre sie von seiner Nationalität. <sup class=\"footnote-marker\">433</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>Und so ward Ester zum Könige Aḥašveroš in seinen königlichen Palast geholt, im zehnten Monate, das ist der Monat Ṭebeth</i>; ein Monat, in dem der Körper vom Körper genießt.<sup class=\"footnote-marker\">434</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 17.</i>", | |
| "<i>Und der König gewann Ester lieb, mehr als alle anderen Frauen, und sie erwarb sich Gunst und Gnade vor ihm, mehr als alle anderen Jungfrauen</i>. Rabh sagte: Wollte er den Genuß einer Jungfrau kosten, so hatte er es, wollte er den Genuß einer Deflorierten kosten, so hatte er es.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">435</sup><i class=\"footnote\">Ib. V, 18.</i><i>Sodann veranstaltete der König ein großes Gastmahl</i>. Er veranstaltete ein großes Gastmahl, sie verriet ihm aber [ihre Herkunft] nicht; er erließ die Steuer, sie verriet es ihm aber nicht, er schickte Geschenke, sie verriet es ihm aber nicht.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">436</sup><i class=\"footnote\">Ib. V, 19.</i><i>Und als man ein zweites Mal Jungfrauen zusammenbrachte &c</i>. Er ging und holte sich Rat von Mordekhaj, und dieser sprach zu ihm: Nichts macht eine Frau so eifersüchtig, wie<sup class=\"footnote-marker\">437</sup><i class=\"footnote\">Kann auch heißen: nichts beneidet eine Frau so sehr, wie die Hüfte &c.</i>die Hüfte ihrer Genossin, dennoch verriet sie es ihm nicht, denn es heißt: <i>Ester verriet ihre Herkunft nicht &c</i>.", | |
| "R. Elea͑zar sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">438</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,7.</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "<i>er zieht seine Augen nicht ab von den</i> <i>Frommen</i>; wegen der Frömmigkeit Raḥels war es ihr beschieden, daß Šaúl von ihr hervorging, und wegen der Frömmigkeit Šaúls war es ihm beschieden, daß Ester von ihm hervorging. –", | |
| "Worin bestand die Frömmigkeit Raḥels? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">439</sup><i class=\"footnote\">Gen. 29,12.</i><i>da erzählte Ja͑qob der Raḥel, daß er der Bruder ihres Vaters sei</i>; war er denn ein Bruder ihres Vaters, er war ja ein Sohn der Schwester ihres Vaters!?", | |
| "Vielmehr, er sprach zu ihr: Laß dich von mir heiraten. Da erwiderte sie: Gern, aber mein Vater ist listig, und du wirst ihm nicht beikommen. Darauf sprach er: Ich bin sein Bruder in der List. Sie sprach dann zu ihm: Dürfen die Gerechten sich einer List bedienen!? Er erwiderte: Jawohl,<sup class=\"footnote-marker\">440</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 22,27.</i><i>mit den Lautern verfährst du lauter, mit den Verkehrten verdreht</i>.", | |
| "Alsdann fragte er sie: Was ist das für eine List? Diese erwiderte: Ich habe eine ältere Schwester, und er will mich vor dieser nicht verheiraten. Da sagte er ihr Erkennungszeichen.", | |
| "Als jene Nacht heranreichte, sagte sie: nun wird meine Schwester beschämt werden; da verriet sie ihr [die Erkennungszeichen]. Deshalb heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">441</sup><i class=\"footnote\">Gen. 29,25.</i><i>am Morgen fand sich, daß es Lea war</i>. War sie denn bis dahin nicht Lea? Vielmehr, da Raḥel der Lea die Erkennungszeichen verraten hatte, wußte er es bis dahin nicht. Daher war es ihr beschieden, daß von ihr Šaúl hervorging. –", | |
| "Worin bestand die Frömmigkeit Šaúls? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">442</sup><i class=\"footnote\">iSam. 10,16.</i>Was <i>aber Šemuél in Betreff des Königtums gesagt hatte, das verriet er ihm nicht</i>. Daher war es ihm beschieden, daß von ihm Ester hervorging. Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn der Heilige, gepriesen sei er, für einen Ehre aussetzt, so setzt er sie auch für seine Kinder und Kindeskinder aus, bis zum Ende aller Generationen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">443</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,7,8.</i><i>da läßt er sie immerdar sitzen, erhöht &c</i>. Wenn er aber hochmütig wird, dann erniedrigt ihn der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">443</sup><i class=\"footnote\">Ij. 36,7,8.</i><i>und die mit Ketten gefesselten &c</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">444</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,20.</i><i>Und den Befehl Mordekhajs führte Ester aus</i>. R. Jirmeja sagte: Sie pflegte den Weisen das Menstrualblut<sup class=\"footnote-marker\">445</sup><i class=\"footnote\">Ob es unrein ist.</i>vorzuzeigen. <sup class=\"footnote-marker\">444</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,20.</i><i>Ebenso wie damals, als sie noch in Pflege bei ihm war</i>. Raba b. Lima sagte im Namen Rabhs: Sie pflegte den Schoß Aḥašveroš’ zu verlassen, zu baden und sich in den Schoß Mordekhajs zu setzen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">446</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,21.</i><i>In jenen Tagen, während Mordekhaj gerade im Tore des Königs verweilte, gerieten Bigtan und Tereš in Zorn</i>. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heilige, gepriesen sei er, ließ den Herrn in Zorn geraten über seine Diener, um den Wunsch eines Frommen zu erfüllen, das ist Joseph, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">447</sup><i class=\"footnote\">Gen. 41,12.</i><i>und war da hei uns ein hebräischer Jüngling &c</i>.", | |
| "und die Diener über ihren Herrn, um dem Frommen ein Wunder geschehen zu lassen, das ist Mordekhaj, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">448</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,22.</i><i>aber die Sache wurde Mordekhaj kund &c</i>.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Bigtan und Tereš waren (zwei) Tarser und unterhielten sich in tarsischer Sprache. Sie sprachen nämlich: Seitdem diese da ist, kennen wir keinen Schlaf mehr; wir wollen Gift in die Schale tun, damit er sterbe. Sie wußten nicht, daß Mordekhaj zu den Insassen der Quaderhalle<sup class=\"footnote-marker\">449</sup><i class=\"footnote\">Sitzungssaal des Synedriums, dessen Mitglieder alle 70 Sprachen der Welt (die Völkertafel der Genesis kennt 70 Völker) verstehen mußten.</i>gehörte und alle siebzig Sprachen beherrschte.", | |
| "Darauf sprach einer: Wir haben ja nicht die gleiche<sup class=\"footnote-marker\">450</sup><i class=\"footnote\">Sie mußten sich ablösen, u. keiner von ihnen konnte die Wache für längere Zeit verlassen, um das Gift zu besorgen.</i>Wache! Der andere erwiderte: Ich werde für mich und für dich Dienst tun. Deshalb heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">451</sup><i class=\"footnote\">Est. 2 23.</i><i>die Sache wurde untersucht und als richtig befunden; man fand sie nicht bei ihrer Wache</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">452</sup><i class=\"footnote\">Ib. 3,1.</i><i>Nach diesen Begebenheiten</i>. Nach welchen? Raba erwiderte: Nachdem der Heilige, gepriesen sei er, das Heilmittel vor der Wunde erschaffen hatte.", | |
| "Reš Laqiš sagte nämlich: Der Heilige, gepriesen sei er, schlägt Jisraél erst dann, wenn er für sie ein Heilmittel geschaffen hat, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">453</sup><i class=\"footnote\">Hos. 7,1.</i><i>wenn ich Jisraél Heilung verschaffe, so wird die Sünde Ephrajims aufgedeckt</i>. Anders aber bei den weltlichen Völkern; zuerst schlägt er sie, dann erst schafft er für sie das Heilmittel, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">454</sup><i class=\"footnote\">Jes. 19,22.</i><i>so wird der Herr Miçrajim schlagen und heilen</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">455</sup><i class=\"footnote\">Est. 3,6.</i><i>Aber er verschmähte, an Mordekhaj allein Hand zu legen</i>. Raba sagte: Anfangs an Mordekhaj allein, dann an das Volk Mordekhajs, das sind die Gelehrten, und darauf an alle Judäer.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">456</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 7.</i><i>Man warf das Pur, das ist das Los</i>. Es wird gelehrt: Sobald das Los auf den Adar fiel, überkam ihn eine große Freude, indem er sprach: Das Los fiel mir auf den Monat, in dem Moše starb; er wußte aber nicht, daß Moše zwar am siebenten Adar starb, aber auch am siebenten Adar geboren wurde.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">457</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Es gibt ein Volk</i>. Raba sagte: Niemand ist in der Verleumdung so kundig, wie es Haman war. Er sprach [zum Könige]: Komm, wir wollen sie vernichten. Dieser erwiderte: Ich fürchte mich vor ihrem Gotte, daß er nicht mit mir so verfahre, wie er mit meinen Vorfahren verfuhr. Jener entgegnete: Sie vernachlässigen<sup class=\"footnote-marker\">458</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">ישנו</span> von <span dir=\"rtl\">שנה</span> <i>verändern, abweichen</i> abgeleitet.</i>die Gebote.", | |
| "Dieser erwiderte: Es sind unter ihnen Gelehrte vorhanden. Jener entgegnete: Es ist ein Volk.", | |
| "Glaubst du vielleicht, dadurch würde eine Lücke in deinem Reiche entstehen, so sind sie unter den Völkern zerstört. Wenn du aber glaubst, sie bringen irgend welchen Nutzen, so sind sie abgesondert: sie gleichen dem Maultiere, das keine Frucht<sup class=\"footnote-marker\">459</sup><i class=\"footnote\">Sich nicht fortpflanzt; <span dir=\"rtl\">מפורד</span> <i>abgesondert</i>, von <span dir=\"rtl\">פרדה</span> <i>Maultier</i>, abgeleitet.<br>460. Das W. <span dir=\"rtl\">שהי פהי</span> ist nach manchen eine Abbreviatur von <span dir=\"rtl\">שבת היום פסח היום</span>, heute ist Šabbath, heute ist Feiertag.</i>bringt. Und glaubst du, sie bewohnen eine Provinz vollständig, so sind sie in allen Provinzen deines Reiches.<sup class=\"footnote-marker\">457</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i>", | |
| "<i>Ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden</i>; sie essen nicht von unserem, sie heiraten nicht von unseren, und sie wollen von uns nicht geheiratet weiden.<sup class=\"footnote-marker\">457</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht</i>; sie verbringen das ganze Jahr in Müßiggang. <sup class=\"footnote-marker\">457</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Es ist für den König unangemessen, sie gewähren zu lassen</i>; sie essen und trinken und beschimpfen den König. Wenn nämlich einem von ihnen eine Fliege in den Becher fällt, so entfernt er sie und trinkt ihn, wenn aber mein königlicher Herr den Becher eines von ihnen berührt, so schleudert er ihn zu Boden und trinkt ihn nicht.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">461</sup><i class=\"footnote\">Est. 3,9.</i><i>Wenn es dem Könige recht ist, so möge schriftlich angeordnet werden, sie zu vertilgen, und zehntausend Talente Silbers &c</i>. Reš Laqiš sagte: Offenbar und bewußt war es dem, der gesprochen und die Welt erschuf, daß einst Haman Šeqalim gegen Jisraél wiegen wird, daher ließ er ihre Šeqalim<sup class=\"footnote-marker\">462</sup><i class=\"footnote\">Die als Tempelsteuer entrichtet werden.</i>seinen vorangehen.", | |
| "Das ist es, was wir gelernt haben: Am ersten Adar erläßt man eine Kundmachung inbetreff der Šeqalim und der Mischfrucht<sup class=\"footnote-marker\">463</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. II S. 687 Anm. 1 u, 2.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">464</sup><i class=\"footnote\">Est. 3,11.</i><i>Da sprach der König zu Haman: Das Silber sei dir übergeben und mit dem Volke magst du verfahren, wie es dir gut dünkt</i>. R. Abba sagte:" | |
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| "Der Vorgang von Haman und Aḥašveroš ist mit folgendem zu vergleichen. Einst waren zwei Leute, von denen der eine einen Hügel auf seinem Felde hatte und der andere einen Graben auf seinem Felde hatte; der den Graben hatte, sprach: wenn ich doch gegen Bezahlung den Hügel haben könnte, und der den Hügel hatte, sprach: wenn ich doch gegen Bezahlung den Graben haben könnte.", | |
| "Einst trafen sie zusammen, und der den Graben hatte, sprach zu dem, der den Hügel hatte: Verkaufe mir deinen Hügel. Da erwiderte dieser: Nimm ihn doch umsonst.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">465</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>Da zog der König seinen Siegelring</i>. R. Abba b, Kahana sagte: Das Abziehen des Siegelringes wirkte mehr, als die achtundvierzig Propheten und sieben Prophetinnen, die Jisraél predigten; sie alle bekehrten sie nicht zum Guten, während das Abziehen des Siegelringes sie zum Guten bekehrte.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Achtundvierzig Propheten und sieben Prophetinnen predigten Jisraél, sie ließen nichts zurück von dem, was in der Tora sich befindet, und fügten auch nichts hinzu, ausgenommen ist [das Lesen] der Esterrolle<sup class=\"footnote-marker\">466</sup><i class=\"footnote\">Andere Feste, wie die Hanukafeier, sind erst nach der prophetischen Zeit eingeführt worden.</i> –", | |
| "Woher folgerten sie es? R. Ḥija b. Abin erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Wenn man wegen [der Umwandlung] von Sklaverei in Freiheit ein Lied anstimme, um wieviel mehr wegen [der Umwandlung] von Tod zum Leben! –", | |
| "Demnach sollte man auch das Loblied lesen!? – Man liest das Loblied nicht wegen eines Wunders außerhalb des Jisraéllandes. – Wieso liest man es wegen des Auszuges aus Miçrajim, der ja ebenfalls ein Wunder ist, das sich außerhalb des Jisraéllandes ereignete!? –", | |
| "Es wird gelehrt: Bevor Jisraél in das Land zog, waren alle Länder würdig, ihretwegen ein Lied anzustimmen, nachdem aber Jisraél in das Land zog, waren alle Länder nicht mehr würdig, ihretwegen ein Lied anzustimmen.", | |
| "R. Naḥman erwiderte: Das Lesen [der Esterrolle] ersetzt das Loblied. Raba entgegnete: Allerdings [stimmt dies] da:<sup class=\"footnote-marker\">467</sup><i class=\"footnote\">Ps. 113,1.</i><i>preiset, ihr Diener des Herrn</i>, nicht aber Diener des Pareo͑, wieso aber hierbei: <i>preiset, ihr Diener des Herrn</i>, nicht aber Diener des Aḥašveroš, wir sind ja jetzt noch Diener des Aḥašveroš!? –", | |
| "Sowohl gegen Raba als auch gegen R. Naḥman<sup class=\"footnote-marker\">468</sup><i class=\"footnote\">Nach beiden liest man nicht das Loblied nur aus einem bestimmten Grunde.</i>ist ja ein Einwand zu erheben aus der Lehre, daß, nachdem sie in das Land zogen, alle anderen Länder nicht mehr würdig waren, ihretwegen ein Lied anzustimmen!? –", | |
| "Nachdem sie in die Gefangenschaft gingen, erlangten [die übrigen Länder] ihre ehemalige Würdigkeit wieder. – Gab es denn nicht mehr [Propheten], es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">469</sup><i class=\"footnote\">iSam. 1,1.</i><i>es war ein Mann von Ramatajim Çophim</i>, einer von den zweihundert<sup class=\"footnote-marker\">470</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">רמתים</span> gleich <span dir=\"rtl\">מאתים</span> zweihundert; <span dir=\"rtl\">צופים</span> <i>Seher, Schauer</i>, (synon. mit <span dir=\"rtl\">רואה</span>) ältere Bezeichnung der Propheten; cf. iSam. 9,9.</i>Propheten, die Jisraél gepredigt haben!? –", | |
| "Es waren bedeutend mehr, wie gelehrt wird: viele Propheten, doppelt so viel wie die Auszügler aus Miçrajim haben Jisraél gepredigt; jedoch wurde nur die Prophetie niedergeschrieben, die auch für die späteren Generationen nötig war, die aber nicht nötig war, wurde nicht niedergeschrieben.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Ein Mann [aus einer Ortschaft], da zwei Hügel<sup class=\"footnote-marker\">471</sup><i class=\"footnote\">Etymologische Erklärung des Namens Ramatajim Çophim.</i>einander anschauen. R. Ḥanin erklärte: Ein Mann, der Männern entstammte, die auf der Höhe<sup class=\"footnote-marker\">471</sup><i class=\"footnote\">Etymologische Erklärung des Namens Ramatajim Çophim.</i>der Welt standen, das sind die Söhne Qoraḥs, von denen es heißt<sup class=\"footnote-marker\">472</sup><i class=\"footnote\">Num. 26,11.</i><i>und die Söhne Qoraḥs starben nicht</i>. Im Namen unseres Meisters wurde gelehrt: Ein Ort wurde ihnen im Fegefeuer befestigt, da sie verblieben sind. –", | |
| "Wer sind diese sieben Prophetinnen? – Sara, Mirjam, Debora, Ḥanna, Abigajil, Ḥulda und Ester. Von Sara heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">473</sup><i class=\"footnote\">Gen. 11,29.</i><i>Vater der Milka und Jiska</i>, und hierzu sagte R. Jiçḥaq, Jiska sei Sara, und nur deshalb werde sie Jiska genannt, weü sie durch den heiligen Geist schaute [saka], denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">474</sup><i class=\"footnote\">Ib. 21,12.</i><i>gehorche Sara in allem, was sie dir sagt</i>. Eine andere Erklärung: Jiska [wurde sie deshalb genannt], weil alle ihre Schönheit beschauten.", | |
| "Von Mirjam heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">475</sup><i class=\"footnote\">Ex. 15,20.</i><i>da nahm Mirjam die Prophetin, die Schwester Ahrons</i>. – War sie denn nicht auch die Schwester Mošes!? R. Naḥman erwiderte im Namen Rabhs: Als sie noch nur die Schwester Ahrons<sup class=\"footnote-marker\">476</sup><i class=\"footnote\">Vor der Geburt Mošes.</i>war, prophezeite sie: Meine Mutter wird einen Sohn gebären, der Jisraél helfen wird. Als [Moše] geboren wurde, füllte sich das ganze Haus mit Licht; da stand ihr Vater auf, küßte sie aufs Haupt und sprach zu ihr: Meine Tochter, deine Prophezeiung ist in Erfüllung gegangen!", | |
| "Als man ihn aber später in den Fluß warf, stand ihr Vater auf, klapste sie auf das Haupt und rief: Meine Tochter, was ist nun aus deiner Prophezeiung geworden! Deshalb heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">477</sup><i class=\"footnote\">Ex. 2,4.</i><i>seine Schwester stellte sich in der Ferne, um zu erfahren</i>; um zu erfahren, was aus ihrer Prophezeiung werden wird.", | |
| "Von Debora heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">478</sup><i class=\"footnote\">Jud. 4,4.</i><i>und Debora, eine Prophetin, die Frau des Lapidoth</i>. – Was heißt ‘die Frau des Lapidoth’? – Sie fertigte Dochte<sup class=\"footnote-marker\">479</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">לפיד</span> <i>Fackel, Flamme</i>.</i>für das Heiligtum.<sup class=\"footnote-marker\">480</sup><i class=\"footnote\">Jud. 2,5.</i>", | |
| "<i>Und sie saß unter einer Palme</i>. – Weshalb unter einer Palme? R. Šimo͑n b. Abšalom erwiderte: Wegen des Alleinseins<sup class=\"footnote-marker\">481</sup><i class=\"footnote\">In einem geschlossenen Raume könnte sie in die Lage kommen, allein mit einem Manne zusammen zu sein, was verboten ist.</i>. Eine andere Erklärung: Wie die Palme nur ein Herz hat, ebenso hatte Jisraél im damaligen Zeitalter nur ein Herz für seinen Vater im Himmel.", | |
| "Von Hanna heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">482</sup><i class=\"footnote\">iSam. 2,1.</i><i>und Ḥanna betete und sprach: Es jauchzt mein Herz durch den Herrn, mein Horn ist hoch erhoben durch den Herrn</i>. Nur mein Horn ist hoch erhoben und nicht mein Krüglein: David und Šelomo wurden mit dem Horn<sup class=\"footnote-marker\">283</sup><i class=\"footnote\">Die Esterrolle.</i>gesalbt, daher war auch ihre Regierung von Dauer, Šaúl und Jehu wurden mit dem Krüglein<sup class=\"footnote-marker\">483</sup><i class=\"footnote\">In dem das Salböl sich befand; (cf. iSam. 10,1; 16,13, iReg. 1,39, iiReg. 9,1); dies hatte sie prophezeit.</i>gesalbt, daher war ihre Regierung nicht von Dauer.<sup class=\"footnote-marker\">484</sup><i class=\"footnote\">iSam. 2,2.</i>", | |
| "<i>Niemand ist heilig wie der Herr, denn keiner ist außer dir</i>. R. Jehuda b. Menasja sagte: Man lese nicht <i>biltekha</i> [außer dir], sondern <i>lebalotheka</i> [der dich überdauert<sup class=\"footnote-marker\">485</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. ermüdet, verbraucht, morsch macht.</i>]. Denn nicht gleicht die Eigenschaft des Heiligen, gepriesen sei er, der Eigenschaft des Menschen. Den Menschen überdauert das Werk seiner Hände, der Heilige, gepriesen sei er, aber überdauert seine Werke.<sup class=\"footnote-marker\">484</sup><i class=\"footnote\">iSam. 2,2.</i>", | |
| "<i>Es gibt keinen Schöpfer [çur] wie unser Gott</i>, es gibt keinen Bildner [çajar] wie unser Gott. Der Mensch malt eine Figur auf die Wand, kann aber nicht Geist und Seele, Inneres und Eingeweide in diese bringen; der Heilige, gepriesen sei er, aber bildet eine Figur in einer Figur, und doch bringt er in diese Geist und Seele, Inneres und Eingeweide.", | |
| "Von Abigajil heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">486</sup><i class=\"footnote\">iSam. 25,20.</i><i>sie ritt auf einem Esel und stieg im Dunkel des Berges herab</i>. Wieso vom Dunkel des Berges, es sollte ja vom Berge heißen!?", | |
| "Dies erklärte Rabba b. Šemuél: Wegen des Blutes, das von den dunklen Stellen kommt; sie nahm nämlich [Menstrual]blut und zeigte es<sup class=\"footnote-marker\">487</sup><i class=\"footnote\">David sollte entscheiden, ob es rein oder unrein sei.</i>ihm. Jener sprach: Darf man denn nachts Blut untersuchen!? Diese entgegnete: Darf man denn nachts ein Todesurteil<sup class=\"footnote-marker\">488</sup><i class=\"footnote\">David wollte den Nabal töten; cf. iSam. Kap. 25.</i>fällen!? Er erwiderte:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Er ist Hochverräter und er braucht nicht erst verurteilt zu werden. Diese erwiderte: Noch lebt Šaúl, und deine Autorität ist in der Welt nicht bekannt. Da sprach er zu ihr:<sup class=\"footnote-marker\">489</sup><i class=\"footnote\">iSam. 25,33.</i><i>Gepriesen sei deine Klugheit und gepriesen seist du selbst, die mich heute davon zurückhielt, in eine Blutschuld zu geraten</i>.", | |
| "‘Blutschuld’<sup class=\"footnote-marker\">490</sup><i class=\"footnote\">Die Pluralform <span dir=\"rtl\">דמים</span>.</i>heißt zweierlei, dies lehrt, daß sie ihren Schenkel entblößte, bei dessen Glanz er drei Parasangen ging. Er sprach zu ihr: Sei mir erbötig. Diese erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">491</sup><i class=\"footnote\">iSam. 25,31.</i><i>Dies soll dir nicht zum Anstoße gereichen</i>. Dies, demnach noch etwas anderes, das ist das Ereignis mit der Bath Šeba͑.", | |
| "Und später war es<sup class=\"footnote-marker\">492</sup><i class=\"footnote\">Dh. er beging mit der Bath Šeba͑ eine Sünde, was die Abigajil vorher prophezeite.</i>auch so.<sup class=\"footnote-marker\">493</sup><i class=\"footnote\">iSam. 25,29.</i><i>So möge das Leben meines Herrn eingebunden sein in das Bündel der Lebendigen</i>. Als sie sich von ihm verabschiedete, sprach sie zu ihm:<sup class=\"footnote-marker\">491</sup><i class=\"footnote\">iSam. 25,31.</i><i>Und wenn der Herr meinem Herrn wohltun wird, so denke an deine Sklavin</i>.", | |
| "R. Naḥman sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Die Frau spinnt<sup class=\"footnote-marker\">494</sup><i class=\"footnote\">Die Frau ist stets auf ihren Vorteil bedacht, ebenso bat auch A., an sie zu denken.</i>beim Sprechen. Manche sagen: Mit gesenktem [Kopfe] geht die Ente, doch schweifen ihre Augen umher.", | |
| "Von Ḥulda heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">495</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 22,14.</i><i>da begab sich der Priester Ḥilqijahu mit Aḥiqam, A͑khbor &c. –</i> Wieso durfte sie prophezeien, wo Jirmeja da war!? – In der Schule Rabhs erklärten sie im Namen Rabhs: Ḥulda war eine Verwandte Jirmejas und er nahm es ihr nicht übel. –", | |
| "Wieso aber überging Jošija den Jirmeja und sandte zu ihr!? – In der Schule R. Šilas erklärten sie: Weil die Frauen mitleidig sind.", | |
| "R. Joḥanan erklärte: Jirmeja war nicht anwesend, denn er ging die zehn Stämme holen. – Woher, daß er sie zurückbrachte? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">496</sup><i class=\"footnote\">Ez. 7,13.</i><i>denn der Verkäufer wird nicht wieder zu dem Verkauften gelangen</i>; wieso könnte der Prophet das Aufhören des Jobeljahres prophezeit haben, wenn es nicht bestanden<sup class=\"footnote-marker\">497</sup><i class=\"footnote\">Das Gesetz vom Jobeljahre gilt nur dann, wenn ganz Jisraél im Lande ist.</i> hätte!? Dies lehrt also, daß Jirmeja sie zurückbrachte,", | |
| "und Jošijahu, der Sohn Amons, regierte über sie, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">498</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 23,17.</i><i>da fragte er: Was ist das für ein Denkmal, das ich da sehe? Die Leute der Stadt aber antworteten ihm: Das ist das Grab des Gottesmannes, der aus Jehuda kam, und diese Dinge, die du getan hast, über den Altar von Beth El verkündigte</i>. Wie kommt nun Jošija beim Altar von Beth El? Dies lehrt also, daß er über jene regierte. R. Naḥman entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">499</sup><i class=\"footnote\">Hos. 6,11.</i><i>auch dir, Jehuda, hat man eine Ernte bereitet, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes heimführte</i>.", | |
| "Von Ester heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">500</sup><i class=\"footnote\">Est. 5,1.</i><i>am dritten Tage kleidete sich Ester königlich an</i>; es sollte ja heißen: in königliche Gewänder!? Vielmehr bekleidete sie sich mit dem heiligen Geiste, denn hier heißt es <i>kleidete</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">501</sup><i class=\"footnote\">iChr. 12, 19.</i>heißt es: <i>und ein heiliger Geist bekleidete A͑masaj</i>.", | |
| "R. Naḥman sagte: Hochmut ziemt den Frauen nicht. Zwei [Prophetinnen] waren hochmütig und hatten häßliche Namen; eine hieß Biene [Debora] und die andere hieß Wiesel [Ḥulda]. Von der Biene heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">502</sup><i class=\"footnote\">Jud. 4,6.</i><i>Sie sandte hin und ließ Baraq</i> rufen; sie ging aber nicht selbst zu ihm hin. Von der Wiesel heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">503</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 22,15.</i><i>saget dem Manne</i>; sie sagte aber nicht: dem Könige.", | |
| "R. Naḥiman sagte: Ḥulda gehört zu den Nachkommen Jehošua͑s; bei dieser heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">495</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 22,14.</i><i>Sohn des Ḥarḥas</i>, und bei jenem heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">504</sup><i class=\"footnote\">Jos. 24,30.</i><i>in Timmath Ḥeres</i>.", | |
| "R. E͑na der Greis wandte gegen R. Naḥman ein: Acht Propheten, die Priester waren, gingen aus der Speisewirtin Raḥab hervor, und zwar: Nerija, Barukh, Seraja, Maḥseja, Jirmeja, Ḥilqija, Ḥanamél und Šallum. R. Jehuda sagt, auch die Prophetin Ḥulda gehöre zu den Nachkommen der Speisewirtin Raḥab, denn bei jener heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">495</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 22,14.</i><i>Sohn des Tiqva</i>, und bei dieser heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">505</sup><i class=\"footnote\">Ib. 2,18.</i><i>die rote Schnur [tiqva]</i>.", | |
| "Dieser erwiderte: Greiser E͑na, manche sagen: Schwarzer Topf, durch uns beide wird ja die Sache aufgeklärt; sie bekehrte sich, und Jehošua͑ heiratete sie. – Hatte denn Jehošua͑ Kinder. Es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">506</sup><i class=\"footnote\">iChr. 7,27.</i><i>dessen Sohn Nun, dessen Sohn Jehošua͑</i><sup class=\"footnote-marker\">507</sup><i class=\"footnote\">Die Genealogie Ephrajims wird nur bis Jehošua͑ fortgesetzt.</i>!? – Er hatte keine Söhne, Töchter aber hatte er. –" | |
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| "Allerdings ist dies von ihnen bekannt, wieso aber von ihren Vätern<sup class=\"footnote-marker\">508</sup><i class=\"footnote\">Von den 8 oben genannten Propheten sind nur 4 als Propheten bekannt, die übrigen 4 waren deren Väter.</i>!?", | |
| "Nach einer Lehre U͑las, denn U͑la sagte: Wird der Name des Propheten und der Name seines Vaters genannt, so ist er Prophet und Sohn eines Propheten; wenn nur sein Name und nicht der seines Vaters, so ist er Prophet aber nicht Sohn eines Propheten. Wird sein Name und der Name seiner Vaterstadt genannt, so ist er aus dieser Stadt; wenn nur sein Name und nicht der Name seiner Vaterstadt, so ist er aus Jerušalem.", | |
| "In einer Barajtha wird gelehrt: Wenn seine eigenen Taten und auch die Taten seiner Vorfahren verschwiegen werden, und die Schrift einen von ihnen nennt, der rühmlich bekannt ist, beispielsweise:<sup class=\"footnote-marker\">509</sup><i class=\"footnote\">Zeph. 1,1.</i><i>das Wort des Herrn, das an Çephanja, den Sohn Kušis, des Sohnes Gedaljas, erging</i>, so ist es ein Frommer und Sohn eines Frommen; und wenn die Schrift einen von ihnen nennt, der als berüchtigt bekannt ist, beispielsweise: <sup class=\"footnote-marker\">510</sup><i class=\"footnote\">Jer. 41,1.</i><i>im siebenten Monate aber kam Jišma͑él, der Sohn Netanjas</i><sup class=\"footnote-marker\">511</sup><i class=\"footnote\">Er war der Mörder des Gedaljahu; cf. Jer. 41,2.</i><i>, des Sohnes Elišama͑s</i>, so ist es ein Frevler und Sohn eines Frevlers.", | |
| "R. Naḥman sagte: Maleakhi ist Mordekhaj, und er wird deshalb Maleakhi genannt, weil er Vizekönig<sup class=\"footnote-marker\">512</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מלאכי</span> gl. <span dir=\"rtl\">מלכי</span> der Königliche.</i>war. Man wandte ein: Barukh, der Sohn Nerijas, Saraja, der Sohn Maa͑sijas, Daniél, Mordekhaj, Bilšan, Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi prophezeiten sämtlich im zweiten Regierungsjahre<sup class=\"footnote-marker\">513</sup><i class=\"footnote\">Während Maleakhi zur Zeit des Tempels lebte.</i>Darjaveš’. Dies ist eine Widerlegung.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Maleakhi ist E͑zra; die Weisen sagen, er hieß Maleakhi. R. Naḥman sagte: Die Ansicht dessen, welcher sagt, Maleakhi sei E͑zra, ist einleuchtend, denn in der Prophétie Maleakhis heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">514</sup><i class=\"footnote\">Mal. 2,11.</i><i>Treubruch hat Jehuda begangen, und Greuel sind in Jisraél und zu Jerušalem verübt worden; denn Jehuda hat entweiht, was dem, Herrn heilig war, indem er Töchter eines fremden Gottes liebgewonnen und begattet hat</i>,", | |
| "und E͑zra ist es ja, der die fremden Frauen ausgeschieden hatte, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">515</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 10,2.</i><i>da hob Šekhanja, der Sohn Jeḥiels, von den Nachkommen E͑lams, an und sprach zu E͑zra: Wir haben uns gegen unseren Gott vergangen, daß wir fremde Weiber heimgeführt haben</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Vier schöne Frauen hat es auf der Welt gegeben, und zwar: Sara, Abigajil, Raḥab und Ester. Derjenige aber, welcher sagt, Ester war grünlich, läßt Ester fort und zählt Vašti mit.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Raḥab war verführerisch schon durch ihren Namen, Jaél durch ihre Stimme, Abigajil durch ihre Nennung und Mikhal, die Tochter Šaúls, durch ihren Blick. R. Jiçḥaq sagte: Wer den Namen Raḥab ausspricht, bekommt sofort Pollution. R. Naḥman sprach zu ihm: Ich spreche den Namen Raḥab aus, ohne daß ich etwas empfinde. Jener erwiderte: Ich meine es nur, wenn man von ihr weiß und sie kennt<sup class=\"footnote-marker\">516</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. III S. 649 Anm. 103.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">517</sup><i class=\"footnote\">Est. 4,1.</i><i>Und Mordekhaj hatte alles erfahren, was geschehen war</i>. Was sagte er? Rabh erwiderte: Haman spielte sich größer auf als Aḥašveroš. Šemúel erwiderte: Der König droben<sup class=\"footnote-marker\">518</sup><i class=\"footnote\">Euphemistisch für das entgegengesetzte.</i>besiegte den König hienieden.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">519</sup><i class=\"footnote\">Est. 4,4.</i><i>Und die Königin wurde von heftigem Schmerze ergriffen</i>. Was für ein Schmerz<sup class=\"footnote-marker\">520</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">התחלחל</span> wird von <span dir=\"rtl\">חלל</span> <i>hohl sein</i>, abgeleitet: Entleerung des Körpers.</i>? Rabh erwiderte: Sie bekam Monatsblutung. R. Jirmeja erwiderte: Sie bekam Notdurft.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">521</sup><i class=\"footnote\">Est. 4,5.</i><i>Da rief Ester den Hathakh</i>. Rabh sagte, Hathakh sei Daniél, nur werde er deshalb Hathakh genannt, weil man ihn seiner Größe entrissen<sup class=\"footnote-marker\">522</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">התך</span> gl. <span dir=\"rtl\">חתך</span> <i>schneiden, teilen</i>.</i>hatte; Šemuél sagte, weil alle Angelegenheiten der Regierung durch ihn erledigt<sup class=\"footnote-marker\">523</sup><i class=\"footnote\">Ex. 23,15.</i>wurden.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">521</sup><i class=\"footnote\">Est. 4,5.</i><i>Zu erkunden, was dies bedeute und warum es geschehe</i>. R. Jiçḥaq sagte: Sie ließ ihn fragen, ob nicht Jisraél die fünf Bücher der Tora übertreten habe, von denen es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">523</sup><i class=\"footnote\">Ex. 23,15.</i><i>auf der einen und auf der anderen Seite</i><sup class=\"footnote-marker\">524</sup><i class=\"footnote\">Wo ebenfalls das W. <span dir=\"rtl\">זה</span> gebraucht wird.</i><i>waren sie beschrieben</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">525</sup><i class=\"footnote\">Est. 4,12.</i><i>Und man berichtete Mordekhaj die Worte Esters</i>. Er selbst ging aber nicht zu ihm; hieraus, daß man keine schlechte Nachricht übermittle.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">526</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>Gehe hin, versammle alle Judäer &c</i>. bis: <i>dem Gesetze zuwider</i>. R. Abba sagte: Dem Gesetze zuwider: bis jetzt geschah es<sup class=\"footnote-marker\">527</sup><i class=\"footnote\">Ihr Umgang mit dem Könige.</i>gezwungen, von jetzt ab aber willig.<sup class=\"footnote-marker\">526</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>Ich bin auf jeden Fall verloren</i>. Wie ich für mein väterliches Haus verloren bin, so bin ich auch für dich verloren.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">528</sup><i class=\"footnote\">Est. 4,17.</i><i>Und Mordekhaj ging vorüber</i>. Rabh erklärte: Er ließ den ersten Pesaḥtag im Fasten vorübergehen. Šemuél erklärte: Er überschritt einen Fluß<sup class=\"footnote-marker\">529</sup><i class=\"footnote\">Um die auf der anderen Seite wohnenden Juden zu sammeln. Das im Schriftverse gebrauchte W. <span dir=\"rtl\">עבר</span> hat die Bedeutung ‘überschreiten’.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">530</sup><i class=\"footnote\">Est. 5,1.</i><i>Am dritten Tage kleidete sich Ester königlich an</i>. Es sollte doch heißen: in königliche Gewänder!? R. Elea͑zar erwiderte im Namen R. Ḥaninas: Dies lehrt, daß sie sich mit dem heiligen Geiste kleidete, denn hier heißt es <i>kleidete</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">501</sup><i class=\"footnote\">iChr. 12, 19.</i>heißt es: <i>und ein Geist bekleidete A͑masaj</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Nie sei der Segen eines Gemeinen gering in deinen Augen, denn zwei Große des Zeitalters, das sind David und Daniél, wurden von zwei Gemeinen gesegnet und es ging in Erfüllung. David wurde von Aravna gesegnet, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">531</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 24,23.</i><i>da sprach Aravna zum Könige &c</i>. Daniél wurde von Darjaveš gesegnet, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">532</sup><i class=\"footnote\">Dan. 6,17.</i><i>dein Gott, den da stets anbetest, möge dich retten</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Nie sei der Fluch eines Gemeinen gering in deinen Augen. Abimelekh sprach zu Sara: <sup class=\"footnote-marker\">533</sup><i class=\"footnote\">Gen. 20,16.</i><i>dies soll dir eine Augendecke sein</i>, und es ging an ihren Kindern in Erfüllung, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">534</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,1.</i>und <i>als Jiçḥaq alt geworden war und seine Augen stumpf waren</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Komm und sieh, wie die Art des Menschen anders ist als die Art des Heiligen, gepriesen sei er. Der Mensch setzt zuerst den Topf auf und gießt das Wasser nachher hinein; der Heilige, gepriesen sei er, aber gießt zuerst das Wasser hinein, und setzt den Topf nachher auf, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">535</sup><i class=\"footnote\">Jer. 10,13.</i><i>wenn er donnert, so ist das Wasser am Himmel</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Wer etwas im Namen des Urhebers sagt, bringt Erlösung über die Welt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">536</sup><i class=\"footnote\">Est, 2,22.</i><i>und Ester erzählte es dem Könige im Namen Mordekhajs</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Der Fromme geht nur seinem Zeitalter verloren. Dies ist ebenso, als wenn jemand eine Perle verliert; die Perle ist überall Perle, verloren ist sie nur ihrem Eigentümer.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">537</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,13.</i><i>Aber dies alles genügt mir nicht</i>. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Sobald Haman Mordekhaj am königlichen Tore sitzen sah, sprach er: <i>dies alles genügt mir nicht</i>. Dies nach R. Ḥisda, denn R. Ḥisda sagte: Der eine kam mit seiner Würde, der andere<sup class=\"footnote-marker\">538</sup><i class=\"footnote\">Hainan soll sich vorher an Mordekhaj um einen Laib Brot verkauft haben.</i>kam mit seiner Unterwürfigkeit." | |
| ], | |
| [ | |
| "R. Papa sagte: Man nannte ihn einen Sklaven, der sich um einen Laib Brot verkaufte.", | |
| "<i>Aber dies alles genügt mir nicht</i>; dies lehrt, daß alle Schätze dieses Frevlers ihm auf dem Herzen gezeichnet waren, und wenn er Mordekhaj am königlichen Tore sitzen sah, sprach er: <i>Dies alles genügt mir nicht</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, eine Krone auf dem Haupte eines jeden Frommen sein, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">539</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,5.</i><i>an jenem Tage wird der Herr der Heerscharen eine Krone der Herrlichkeit sein &c</i>. Was bedeutet: <i>Krone der Herrlichkeit und prächtiger Stirnreif</i>? Für die, die seinen Willen tun<sup class=\"footnote-marker\">540</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">צבי</span> (Pracht, Herrlichkeit) vom aram. <span dir=\"rtl\">צבא</span> <i>wollen, wünschen</i>; ebenso <span dir=\"rtl\">צפירה</span> (Stirnreif) von <span dir=\"rtl\">צפה</span> <i>hoffen</i>.</i>und auf seine Pracht hoffen. Man könnte glauben, für jeden, so heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">539</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,5.</i><i>dem Reste seines Volkes</i>; nur für den, der sich als Überrest betrachtet.<sup class=\"footnote-marker\">541</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,6.</i>", | |
| "<i>Und Gesinnung der Gerechtigkeit</i>, der seinen Trieb richtet.<sup class=\"footnote-marker\">541</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,6.</i><i>Der zu Gerichte sitzt</i>, der der Wahrheit gemäß Recht spricht:<sup class=\"footnote-marker\">541</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,6.</i><i>Und Heldenkraft</i>, der seinen Trieb besiegt.<sup class=\"footnote-marker\">541</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,6.</i><i>Die Angriffe zurückschlagen</i>, die sich mit dem Kampfe in der Tora befassen.<sup class=\"footnote-marker\">541</sup><i class=\"footnote\">Jes. 28,6.</i><i>Zum Tore hinaus</i>, das sind die Schriftgelehrten, die morgens früh und abends spät in den Bet- und Lehrhäusern weilen.", | |
| "Die Eigenschaft des Rechtes sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, womit sind diese anders als jene!? <sup class=\"footnote-marker\">542</sup><i class=\"footnote\">Ib. 28,7.</i><i>Auch diese wanken vom Weine und taumeln vom Rauschtrank; sie schwanken beim Urteilen</i>.", | |
| "Schwanken deutet auf das Fegefeuer, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">543</sup><i class=\"footnote\">iSam. 25,31.</i><i>dies soll dich nicht zum Schwanken veranlassen</i>; Urteilen [pelilija] deutet auf die Richter, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">544</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,22.</i><i>nach Angabe der Richter [pelilim]</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">530</sup><i class=\"footnote\">Est. 5,1.</i><i>Und stellte sich in den inneren Vorhof des königlichen Palastes</i>. R. Levi sagte: Als sie an das Götzenhaus herangereicht war, wich die Göttlichkeit von ihr, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">545</sup><i class=\"footnote\">Ps. 22,2.</i><i>mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen</i>!? Richtest du das Versehentliche wie das Vorsätzliche, das Erzwungene wie das Freiwillige!?", | |
| "Oder vielleicht deshalb, weil ich ihn einen Hund nannte!? Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">546</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 21.</i><i>Errette mich vom Schwerte, aus Hundegewalt meine Einsame</i>. Hierauf nannte sie ihn einen Löwen, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">547</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 22.</i><i>hilf mir aus dem Rachen des Löwen</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">548</sup><i class=\"footnote\">Est. 5,2.</i><i>Als nun der König die Königin Ester stehen sah</i>. R. Joḥanan sagte: In dieser Stunde stellten sich ihr drei Dienstengel ein; einer hob ihren Hals hoch, einer überzog sie mit Anmut und einer dehnte das Szepter aus. –", | |
| "Wieviel? R. Jirmeja erwiderte: Es war zwei Ellen lang und er dehnte es auf zwölf Ellen aus. Manche sagen, auf sechzehn, manche sagen, auf vierundzwanzig, und in einer Barajtha wird gelehrt, auf sechzig. Ebenso geschah es mit dem Arme der Tochter des Pareo͑<sup class=\"footnote-marker\">549</sup><i class=\"footnote\">Als sie ihren Arm ausstreckte, Moše aus dem Flusse zu holen; cf. Ex. 2,5.</i>und ebenso geschah es mit den Zähnen der Frevler<sup class=\"footnote-marker\">550</sup><i class=\"footnote\">Des Og; cf. Ber. Fol. 54b.</i>, von denen es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">551</sup><i class=\"footnote\">Ps. 3,8.</i><i>die Zähne der Frevler hast du zerbrochen</i>, worüber Reš Laqiš sagte, man lese nicht <i>šibarta</i> [zerbrochen], sondern <i>širbabta</i> [ausgedehnt]. Rabba b. O͑phran sagte im Namen R. Elea͑zars, der es von seinem Lehrer hörte, und sein Lehrer von seinem Lehrer: Zweihundert [Ellen].", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">552</sup><i class=\"footnote\">Est. 5,3.</i><i>Und der König sprach zur Königin Ester: Was ist dein Verlangen; bis zur Hälfte des Königreiches, es soll geschehen</i>! Bis zur Hälfte des Königreiches, nicht aber das ganze Königreich, auch nicht das, was das Königreich behindern könnte, nämlich der Bau des Tempels.<sup class=\"footnote-marker\">553</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i>", | |
| "<i>So möge der König samt Haman zum Gastmahle kommen</i>. Die Rabbanan lehrten: Was veranlaßte Ester, Haman einzuladen? R. Eliézer erklärte: Sie wollte ihm eine Schlinge legen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">554</sup><i class=\"footnote\">Ps. 69,23.</i><i>möge ihr Tisch vor ihnen zur Schlinge werden</i>.", | |
| "R. Jehošua erklärte: Sie hatte es in ihrem väterlichen Hause gelernt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">555</sup><i class=\"footnote\">Pr. 25,21.</i><i>ist dein Feind hungrig, so speise ihn mit Brot</i>. R. Meír erklärte: Damit er sich nicht Rat hole und sich [gegen den König] auflehne.", | |
| "R, Jehuda erklärte: Damit man nicht merke, daß sie Jüdin sei. R. Neḥemja erklärte: Damit die Jisraéliten nicht sagen: wir haben im königlichen Palaste eine Schwester und so ihre Gedanken vom [göttlichen] Erbarmen abwenden. R. Jose erklärte: Damit sie ihn stets vor sich habe. R. Šimo͑n b. Menasja erklärte: Damit Gott dies beachte und ein Wunder geschehen lasse.", | |
| "R. Jehošua͑ b. Qorḥa erklärte: Sie wollte ihm ein freundliches Gesicht zeigen, damit er und sie getötet würden. R. Gamliél erklärte: Er war ein leichtsinniger<sup class=\"footnote-marker\">556</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Gelingen, den Haß des Königs auf Haman heraufzubeschwören, sollte ihm keine Zeit zur Überlegung gelassen werden.</i> Herrscher. R. Gamliél sprach: Wir brauchen immer noch des Modäers. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer aus Modai͑m erklärte: Sie machte den König eifersüchtig und sie machte die Fürsten eifersüchtig.", | |
| "Rabba erklärte:<sup class=\"footnote-marker\">557</sup><i class=\"footnote\">Pr. 16,18.</i><i>Dem Sturze geht Stolz voran</i>. Abajje und Raba erklärten: <sup class=\"footnote-marker\">558</sup><i class=\"footnote\">Jer. 51,39.</i><i>Wenn sie glühen, will ich ihnen ein Mahl bereiten &c</i>. Rabba b. Abuha traf Elijahu und fragte ihn, welche Absichten von all diesen Ester wirklich hatte. Dieser erwiderte: Alle von den Tannaím und Amoraím genannten.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">559</sup><i class=\"footnote\">Est. 5,11.</i><i>Haman erzählte ihnen von seinem gewaltigen Reichtume und der Menge seiner Söhne</i>. Wieviel Söhne hatte er? Rabh erwiderte: Dreißig; zehn starben, zehn wurden aufgehängt und zehn gingen betteln.", | |
| "Die Rabbanan sagten: Siebzig gingen betteln, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">560</sup><i class=\"footnote\">iSam. 2,5.</i><i>Satte vermieteten sich um Brot</i>, und man lese nicht <i>sebei͑m</i> [Satte], sondern <i>sibhi͑m</i> [siebzig].", | |
| "Rami b. Abba sagte: Zusammen hatte er zweihundertundacht, denn es heißt: <i>und die Menge [νerob]</i><sup class=\"footnote-marker\">561</sup><i class=\"footnote\">Der Zahlenwert des W.s <span dir=\"rtl\">ורוב</span> (plane) beträgt 214, <span dir=\"rtl\">ורב</span> (defektiv) beträgt 208.</i><i>seiner Söhne</i>. – Das Wort <i>verob</i> beträgt ja zweihundertundvierzehn!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist [defektiv] <i>verob</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">562</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,1.</i><i>In jener Nacht floh der Schlaf des Königs</i>. R. Tanḥum sagte: Der Schlaf des Königs der Welt. Die Rabbanan sagten: Der der Oberen und der der Unteren. Raba sagte: Einfach, der Schlaf des Königs Aḥašveroš.", | |
| "Es fiel ihm nämlich ein: Was hat es zu bedeuten, daß Ester den Haman einlud? Sie planen wahrscheinlich einen Anschlag gegen mich. Dann dachte er: Ich habe also gar keinen Freund, der es mir mitteilt! Weiter dachte er: Vielleicht gibt es jemand, der mir Gutes getan hat, dem ich es aber nicht belohnt habe, und deshalb unterlassen es die Leute, mich in Kenntnis zu setzen.<sup class=\"footnote-marker\">562</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,1.</i><i>Da befahl er das Buch der geschichtlichen Denkwürdigkeiten herbeizubringen</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">562</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,1.</i><i>Und sie wurden vorgelesen</i>. Dies lehrt, daß sie sich von selbst gelesen haben. <sup class=\"footnote-marker\">563</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 2.</i><i>Da fand es sich aufgezeichnet</i>. Es sollte ja heißen: daß aufgezeichnet war!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dies lehrt, daß [der Chronist] Šimšaj es ausgemerzt hatte und Gabriél es wieder niederschrieb. R. Asi sagte: R. Šila aus Kephar Temarta trug vor: Wenn ein das Verdienst Jisraéls enthaltendes Schrift-Stück schon hienieden nicht ausgemerzt wird, um wieviel weniger wird ein solches Schriftstück droben ausgemerzt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">564</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 3.</i><i>Es ist ihm nichts erwiesen worden</i>. Raba sagte: Nicht, weil sie Mordekhaj liebten, sondern weil sie Haman haßten.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">565</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i><i>Für ihn hergerichtet</i>:Es wird gelehrt: Für ihn selbst.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">566</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>Und tue so mit Mordekhaj</i>. Er sprach: Welchem Mordekhaj? Jener erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">566</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>Dem Judäer</i>. Er sprach: Es gibt ja viele Mordekhaj unter den Judäern. Jener erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">566</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>Der am königlichen Tore sitzt</i>.", | |
| "Er sprach: Genügt für ihn eine Ortschaft oder ein Strom[gebiet]? Jener erwiderte: Gib ihm beides; unterlasse nichts von dem, was du gesagt hast.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">567</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 11.</i><i>Da holte Haman das Gewand und das Roß</i>. Als er zu ihm kam, traf er ihn, den Rabbanan, die vor ihm saßen, die Vorschriften über das Abheben des Haufens<sup class=\"footnote-marker\">568</sup><i class=\"footnote\">Vom Mehl des Speisopfers; cf. Lev. 5,12.</i>zeigen. Als Mordekhaj ihn mit dem Rosse an der Hand kommen sah, erschrak er und sprach zu den Rabbanan: Dieser Ruchlose kommt mich töten, entfernt euch von ihm, damit ihr euch nicht an seiner Kohle verbrennet. In jener Stunde hüllte sich Mordekhaj ein und stand zum Gebete auf. Darauf kam Haman, setzte sich neben sie und wartete. Als Mordekhaj zum Gebete aufgestanden war,", | |
| "fragte er sie: Womit befaßt ihr euch? Diese erwiderten: Als der Tempel bestand, pflegte derjenige, der ein Speisopfer spendete, einen Haufen feines Mehl darzubringen, und er wurde entsündigt. Da sprach er: Euer Haufen Mehl kam also und verdrängte meine zehntausend Talente Silbers! Da sprach jener: Ruchloser, wem gehört, wenn ein Sklave Güter kauft, der Sklave selbst und wem gehören die Güter!?", | |
| "Hierauf sprach er: Stehe auf, ziehe diese Kleider an und setze dich auf dieses Roß, denn der König verlangt nach dir. Jener erwiderte: Ich kann nicht eher, als bis ich im Bade gewesen bin und mir das Haar abgenommen habe, denn es ist keine Art, in solchem [Zustande] königliche Gewänder anzulegen.", | |
| "Hierauf sandte Ester und ließ alle Badediener und Barbiere verstecken. Da brachte ihn [Haman] selber ins Bad und zog ihm die Kleider aus, sodann holte er eine Schere aus seiner Wohnung und schnitt ihm das Haar. Während er ihm das Haar schnitt, stöhnte und seufzte er. Als ihn Jener fragte, weshalb er stöhne, erwiderte er: Ein Mann, der beim Könige geachteter war als alle Würdenträger, muß jetzt Badediener und Barbier sein! Jener entgegnete: Ruchloser, warst du etwa nicht einst Barbier in Kephar Qarçom!? Es wird gelehrt: Haman war zweiundzwanzig Jahre Barbier in Kephar Qarçom.", | |
| "Nachdem er ihm das Haar geschnitten hatte, zog er ihm die Kleider an und sprach zu ihm: Steige auf und reite. Jener erwiderte: Ich kann nicht, denn ich bin von den Fasttagen her schwach. Da bückte er sich, und jener stieg auf. Als er ihm beim Aufsteigen einen Fußtritt versetzte, sprach dieser: Heißt es nicht in eurer Tora:<sup class=\"footnote-marker\">569</sup><i class=\"footnote\">Pr. 24,17.</i><i>freue dich nicht, wenn dein Feind fällt</i>!? Jener erwiderte: Dies gilt nur von einem Jisraéliten, von euch aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">570</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,29.</i><i>du wirst über ihre Höhen dahinschreiten</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">567</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 11.</i><i>Und er rief vor ihm aus: So geschieht dem Manne, den der König gern ehren möchte</i>. Als er sich in der Straße befand, in der Haman wohnte, schaute dies seine Tochter zu, die auf der Altane stand, und da sie glaubte, der Reitende sei ihr Vater und Mordekhaj der Führende, nahm sie ein Abortbecken und warf es auf den Kopf ihres Vaters. Da erhob er seine Augen, und als sie sah, daß es ihr Vater war, stürzte sie sich von der Altane zur Erde und starb.", | |
| "Deshalb heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">571</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,12.</i><i>hierauf kehrte Mordekhaj zum Tore des Königs zurück</i>, und Rabh erklärte, er kehrte zu seinem Sacke und zu seinem Fasten zurück.<sup class=\"footnote-marker\">571</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,12.</i><i>Und Haman lief eilends nach Hause traurig mit verhülltem Haupte</i>; trauernd über seine Tochter, mit verhülltem Haupte, wegen dessen, was ihm zustieß<sup class=\"footnote-marker\">572</sup><i class=\"footnote\">Die 1, Hälfte des Verses u. deren Auslegung sind hier störend u. fehlen in manchen Handschriften.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">573</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,13.</i><i>Und Haman erzählte seiner Frau Zeres und all seinen Freunden &c</i>. [Zuerst] nennt er sie ‘Freunde’ und [nachher] nennt er sie ‘Weise’!? R. Joḥanan erwiderte: Wer irgend eine Weisheit sagt, selbst unter den weltlichen Völkern, heißt ein Weiser.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">573</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,13.</i><i>Wenn Mordekhaj vom Stamme der Judäer ist &c</i>. Sie sprachen zu ihm: Ist er von einem der übrigen Stämme, so kannst du ihn besiegen, ist er aber vom Stamme Jehuda, Binjamin, Ephrajim oder Menase, so wirst du ihn nicht besiegen. Von Jehuda heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">574</sup><i class=\"footnote\">Gen. 49,8.</i><i>es packt deine Hand das Genick deiner Feinde</i>, und von den anderen heißt es: <sup class=\"footnote-marker\">575</sup><i class=\"footnote\">Ps. 80,3.</i><i>vor Ephrajim, Binjamin und Menase biete deine Macht auf</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">573</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,13.</i><i>Denn fallen, gänzlich fallen wirst du vor ihm</i>. R. Jehuda b. Elea͑j trug vor: Wozu heißt es zweimal <i>fallen</i>? Sie sprachen zu ihm: Diese Nation gleicht sowohl dem Staube als auch den Sternen; wenn es sinkt, sinkt es bis zum Staube, und wenn es steigt, steigt es bis zu den Sternen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">576</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,14.</i><i>Und die Kämmerer des Königs erschienen und führten [Haman] eilends</i>. Dies lehrt, daß sie ihn in Überstürzung<sup class=\"footnote-marker\">577</sup><i class=\"footnote\">Sie ließen ihm keine Zeit, sich von der oben erwähnten Besudelung zu reinigen.</i>holten.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">578</sup><i class=\"footnote\">Est. 7,4.</i><i>Denn verkauft worden sind wir, ich und mein Volk &c</i>. <i>denn der Widersacher ist der Schädigung des Königs nicht wert</i>. Sie sprach zu ihm: Dieser Widersacher ist der Schädigung des Königs nicht wert. Er war eifersüchtig wegen Vašti und tötete sie, jetzt nun ist er meinetwegen eifersüchtig und will mich töten.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">579</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>Da sprach der König Aḥašveroš und sprach zur Königin Ester</i>. Wozu heißt es zweimal <i>sprach</i>? R. Abahu erwiderte: Anfangs sprach er mit ihr nur durch einen Dolmetscher, als sie ihm aber erzählte, daß sie aus dem Hause Šaúls stamme, <i>da sprach er zur Königin Ester</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">580</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>Und Ester sprach: Dieser Widersacher und Feind, dieser schlimme Haman</i>. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß sie auf Aḥašveroš zeigte, aber ein Engel kam und ihre Hand gegen Haman lenkte.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">581</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 7.</i><i>Und der König stand in seinem Zorne auf &c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">582</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Als der König aus dem Garten des Palastes zurückkam</i>. Das Zurückkommen glich dem Aufstehen: wie er im Zorne aufgestanden war, so kam er auch im Zorne zurück. Als er [in den Garten] kam, traf er Dienstengel, die ihm wie Menschen erschienen. Bäume fällen, da fragte er sie: Was soll dieses Treiben!? Diese erwiderten: Haman befahl uns dies.", | |
| "Darauf kehrte er in das Haus zurück und sah:<sup class=\"footnote-marker\">582</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Haman lag fallend auf dem Lager</i>. Es sollte ja ‘fiel’ heißen!? R. Elea͑zar erwiderte: Ein Engel kam und warf ihn nieder. Alsdann sprach er: Weh ihm im Hause, weh ihm draußen. <sup class=\"footnote-marker\">582</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 8.</i><i>Da rief der König: Soll etwa gar der Königin bei mir im Hause Gewalt angetan werden</i>!?<sup class=\"footnote-marker\">583</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 9.</i>", | |
| "<i>Da sprach Ḥarbona &c</i>. R. Elea͑zar sagte: Auch der ruchlose Ḥarbona war an diesem Rate beteiligt; als er aber sah, daß sein Rat fehl ging, blieb er fort, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">584</sup><i class=\"footnote\">Ij. 27,22.</i><i>erbarmungslos schleudert er auf ihn, vor seiner Hand maß er entfliehen</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">585</sup><i class=\"footnote\">Est. 7,10.</i><i>Und der Zorn des Königs legte sich</i>. Wozu die beiden Legungen<sup class=\"footnote-marker\">586</sup><i class=\"footnote\">Das Verbum <span dir=\"rtl\">שכך</span> wird nur an dieser Stelle in einer Form (3. perf. fem.) gebraucht, in dar beide Kaph erhalten bleiben.</i>? – Eine deutet auf die des Königs der Welt und die andere auf die des Aḥašveroš. Manche erklären: Eine wegen der Ester und eine wegen der Vašti.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">587</sup><i class=\"footnote\">Gen. 45,22.</i><i>Ihnen allen, Mann für Mann, schenkte er Ehrenkleider, und Binjamin schenkte er &c. fünf Ehrenkleider</i>. Wie ist es möglich, daß dieser Fromme" | |
| ], | |
| [ | |
| "in einer Sache<sup class=\"footnote-marker\">588</sup><i class=\"footnote\">Durch die Bevorzugung des einen Bruders.</i>straucheln sollte, durch die er bereits zu leiden hatte? Raba b. Maḥsija sagte nämlich im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wegen eines Gewandes im Gewichte von zwei Selaím, das Ja͑qob dem Joseph mehr als seinen übrigen Brüdern gab, entwickelte es sich, daß unsere Vorfahren nach Miçrajim hinabzogen. R. Binjamin b. Jepheth erwiderte: Er gab ihm Andeutung, daß von ihm ein Mann hervorgehen werde, der von dem Könige in fünferlei königlichen Gewändern hinausgehen wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">589</sup><i class=\"footnote\">Est. 8,15.</i><i>und Mordekhaj ging hinaus in königlichem Gewande purpurblau &c</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">590</sup><i class=\"footnote\">Gen. 45,14.</i><i>Er fiel seinem Bruder Binjamin um den Hals</i>. Wieviel Hälse<sup class=\"footnote-marker\">591</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">עוארי</span> in Pluralform.</i>hatte denn Binjamin? R. Elea͑zar erwiderte: Er weinte über die zwei Tempel, die im Gebiete Binjamins liegen werden und später zerstört werden sollen.<sup class=\"footnote-marker\">590</sup><i class=\"footnote\">Gen. 45,14.</i><i>Und Binjamin weinte an seinem Halse</i>. Er weinte über die Stiftshütte zu Šilo, die im Gebiete Josephs liegen wird und zerstört werden soll.<sup class=\"footnote-marker\">592</sup><i class=\"footnote\">Gen. 45 12.</i>", | |
| "<i>ihr seht es ja mit euren Augen, und mein Bruder Binjamin sieht es ja mit seinen Augen</i>. R. Elea͑zar erklärte: Er sprach zu ihnen: Wie ich in meinem Herzen nichts gegen meinen Bruder Binjamin habe, der ja bei meinem Verkaufe nicht zugegen war, ebenso habe ich in meinem Herzen nichts gegen euch.<sup class=\"footnote-marker\">592</sup><i class=\"footnote\">Gen. 45 12.</i><i>Das mein Mund zu euch redet</i>; wie mein Mund, so mein Herz:<sup class=\"footnote-marker\">593</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 23.</i>", | |
| "<i>Seinem Vater aber sandte er gleichfalls zehn Esel, beladen mit dem Besten Miçrajims</i>. Was war dieses Beste? R. Binjamin b. Jepheth erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Er sandte ihm alten Wein, woran Greise Gefallen haben.<sup class=\"footnote-marker\">594</sup><i class=\"footnote\">Ib. 50,18.</i>", | |
| "<i>Hierauf gingen seine Brüder selbst hin und warfen sich vor ihm nieder</i>. R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Das ist es, was die Leute sagen: Bücke dich vor dem Fuchse, wenn es seine Zeit ist. –", | |
| "‘Fuchs’, womit war er denn geringer als seine Brüder!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten:<sup class=\"footnote-marker\">595</sup><i class=\"footnote\">Ib. 47,31.</i><i>Und Jisraél verneigte sich gegen das Kopfende des Bettes</i>. R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Bücke dich vor dem Fuchse, wenn es seine Zeit ist.<sup class=\"footnote-marker\">596</sup><i class=\"footnote\">Ib. 50,21.</i>", | |
| "<i>Er tröstete sie und sprach ihnen Mut zu</i>. R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Dies lehrt, daß er ihnen für das Herz empfängliche Worte sagte: Wenn zehn Kerzen eine Kerze nicht auslöschen konnten, wie sollte eine Kerze zehn Kerzen auslöschen!?", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">597</sup><i class=\"footnote\">Est. 8,16.</i><i>Den Judäern war Licht und Freude und Wonne und Ehre zuteil geworden</i>. R. Jehuda erklärte: Licht, das ist die Tora, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">598</sup><i class=\"footnote\">Pr. 6,23.</i><i>denn eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre [Tora] ein Licht</i>. Freude, das ist das Fest, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">599</sup><i class=\"footnote\">Dt. 16,14.</i><i>Freue dich an deinem Feste</i>. Wonne, das ist die Beschneidung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">600</sup><i class=\"footnote\">Ps. 119.162.</i><i>ich bin voll Wonne über deine Worte</i><sup class=\"footnote-marker\">601</sup><i class=\"footnote\">Worunter die Beschneidung verstanden wird; cf. Men. Fol. 43b.</i>.", | |
| "Ehre, das sind die Tephillin, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">602</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,10.</i><i>damit alle Völker der Erde sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist, und sie werden vor dir fürchten</i>, und hierzu wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte, das sind die Tephillin des Hauptes.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">603</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,7.</i><i>Und Paršandatha &c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">604</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 10.</i><i>die zehn Söhne Hamans</i>. R. Ada aus Japho sagte: Die Namen der zehn Söhne Hamans und auch das Wort ‘zehn’ muß man<sup class=\"footnote-marker\">605</sup><i class=\"footnote\">Beim Lesen der Esterrolle am Purimfeste.</i>in einem Atemzuge lesen. – Aus welchem Grunde? – Alle hauchten sie ihre Seele zusammen aus. R. Joḥanan sagte: Das Vav im Namen Vajezatha muß man galgenartig ausdehnen, wie ein Steuerruder auf dem [Strome] Labruth<sup class=\"footnote-marker\">606</sup><i class=\"footnote\">Sonst nicht bekannt; vielleicht <span dir=\"rtl\">ליבורני</span> (st. <span dir=\"rtl\">לברות</span>) Liburne.</i>. – Aus welchem Grunde? – Sie wurden alle an einem Galgen gehängt.", | |
| "R. Ḥanina b. Papa sagte: R. Šila aus Kephar Temarta trug vor: Alle Lieder<sup class=\"footnote-marker\">607</sup><i class=\"footnote\">Der heiligen Schrift.</i>sind [wie] Halbziegel über Ziegel<sup class=\"footnote-marker\">608</sup><i class=\"footnote\">Beim Bau einer Mauer werden die Ziegelsteine abwechselnd gelegt: eine Schicht in der Länge u. eine Schicht in der Breite, sodaß die Ziegelsteine als Halbziegel erscheinen, u. zwar die Mitte über die Fuge; ebenso sind die Lieder in der Tora zu schreiben: eine Reihe hat 2 Trennungen an beiden Seiten, die folgende eine Trennung in der Mitte, die 3. wieder 2 an beiden Seiten usw.</i>zu schreiben,", | |
| "ausgenommen ist dieses Lied und das von den kenaa͑nitischen Königen, die [wie] Halbziegel über Halbziegel und Ziegel über Ziegel<sup class=\"footnote-marker\">609</sup><i class=\"footnote\">Die Zeilen werden durchgehend geteilt, sodaß die Seite aus 2 Spalten besteht.</i>zu schreiben sind. Aus welchem Grunde? – Damit sie nach ihrem Falle nicht mehr aufstehen<sup class=\"footnote-marker\">610</sup><i class=\"footnote\">Eine auf diese Weise erbaute Mauer hat keinen Halt.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">611</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,12.</i><i>Da sprach der König zur Königin Ester: In der Burg Šušan haben die Judäer getötet</i>. R. Abahu sagte: Dies lehrt, daß ein Engel kam und ihm auf den Mund schlug<sup class=\"footnote-marker\">612</sup><i class=\"footnote\">Er wollte darüber fluchen.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">613</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,25.</i><i>Als sie vor den König trat, befahl</i><sup class=\"footnote-marker\">614</sup><i class=\"footnote\">Im Texte: sprach er.</i><i>er schriftlich</i>. Es sollte ja heißen: sprach sie!? R. Joḥanan erwiderte: Sie sprach zu ihm, daß er seine schriftliche Anordnung mündlich wiederhole.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">615</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,30.</i><i>Worte der Freundschaft und Wahrheit</i>. R. Tanḥum, manche sagen, R. Asi, sagte: Dies lehrt, daß [die Esterrolle] ebenso des Liniierens bedarf, wie die Wahrheitsworte der Tora<sup class=\"footnote-marker\">616</sup><i class=\"footnote\">Die nur auf liniiertes Pergament geschrieben werden dürfen; cf. Men. Fol. 32b.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">617</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,32.</i><i>Und der Befehl Esters bestätigte es</i>. Also nur der Befehl Esters und nicht die Wirkung der Fasten!? R. Joḥanan erwiderte: Die Wirkung der Fasten und der Befehl Esters bestätigten diese Purimtage.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">618</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,3.</i><i>Denn der Judäer Mordekhaj hatte den zweiten Rang unmittelbar nach dem des Königs Aḥašveroš und stand in hohem Ansehen bei den Judäern und war beliebt beim größten Teile seiner Brüder</i>. Nur beim größten Teile seiner Brüder, nicht aber bei all seinen Brüdern; dies lehrt, daß ein Teil des Synedriums sich von ihm zurückzog.", | |
| "R. Joseph sagte: Das Studium der Tora ist bedeutender als die Lebensrettung: vorher wurde Mordekhaj als fünfter, nachher aber als sechster aufgezählt. Zuerst heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">619</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 2,2.</i><i>die mit Zerubabel kamen: Ješua͑, Neḥemja, Seraja, Rea͑lja, Mordekhaj, Bilšan</i>. Später aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">620</sup><i class=\"footnote\">Neh. 7,7.</i><i>die mit Zerubabel kamen: Ješua͑, Neḥemja, A͑zar ja, Rea͑lja, Naḥmani, Mordekhaj, Bilšan</i>.", | |
| "Rabh, nach anderen R. Šemuél b. Martha sagte: Das Studium der Tora ist bedeutender als der Bau des Tempels; solange Barukh, der Sohn Nerijas, lebte, verließ ihn E͑zra nicht, und erst später zog er hinauf.", | |
| "Rabba sagte im Namen R. Jiçḥaqs, Sohnes des [R.] Šemuél b. Martha: Das Studium der Tora ist bedeutender als die Ehrung von Vater und Mutter, denn unser Vater Ja͑qob wurde wegen all der Jahre, die er im Hause E͑bers<sup class=\"footnote-marker\">621</sup><i class=\"footnote\">während welcher er sich mit dem Studium der Tora befaßt hatte.</i>verbracht hatte, nicht bestraft. Der Meister sagte nämlich:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Wozu wird die Anzahl der Jahre Jišma͑éls angegeben? Um aus dieser die Ereignisse im Leben Ja͑qobs zu entnehmen. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">622</sup><i class=\"footnote\">Gen. 25,17.</i><i>und dies war die Lebensdauer Jišma͑éls: hundertsiebenunddreißig Jahre</i>. Um vierzehn Jahre war Jišma͑él älter als Jiçḥaq, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">623</sup><i class=\"footnote\">Ib. 16,16.</i><i>Abraham war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar dem Abram den Jišma͑él gebar</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">624</sup><i class=\"footnote\">Ib. 21,5.</i><i>Abraham war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Jiçḥaq geboren wurde</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">625</sup><i class=\"footnote\">Ib. 25,26.</i><i>Jiçḥaq war sechzig Jahre alt, als sie geboren wurden</i>, somit war Jišma͑él bei der Geburt Ja͑qobs vierundsiebzig Jahre alt, wonach dreiundsechzig Jahre<sup class=\"footnote-marker\">626</sup><i class=\"footnote\">Von der Lebensdauer Jišma͑éls nach der Geburt Ja͑qobs.</i>zurückbleiben.", | |
| "Ferner wird gelehrt: unser Vater Ja͑qob war dreiundsechzig Jahre alt, als er von seinem Vater gesegnet wurde. Um diese Zeit starb Jišma͑él, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">627</sup><i class=\"footnote\">Ib. 28,6.</i><i>und E͑sav sah, daß gesegnet &c. da ging E͑sav zu Jišma͑él und heiratete Maḥlath, die Tochter Jišma͑éls, Schwester des Nebajoth</i>, und da ich schon aus der Angabe ‘Tochter Jišma͑éls’ weiß, daß sie die Schwester des Nebajoth ist, so lehrt dies, daß Jišma͑él sie verlobt hatte, worauf er starb und ihr Bruder Nebajoth sie verheiratete.", | |
| "Dreiundsechzig und vierzehn, bis Joseph geboren<sup class=\"footnote-marker\">628</sup><i class=\"footnote\">Cf. Gen. 30,24 u. 31,41.</i>wurde, sind siebenundsiebzig. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">629</sup><i class=\"footnote\">Gen. 41,46.</i><i>Joseph war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pareo͑ stand</i>, das sind hundertundsieben; und wenn man dazu die sieben Jahre der Sätte und zwei der Hungersjahre<sup class=\"footnote-marker\">630</sup><i class=\"footnote\">Als Ja͑qob nach Ägypten kam; cf. Gen. 45,6.</i>rechnet, so sind es hundertundsechzehn,", | |
| "dagegen aber heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">631</sup><i class=\"footnote\">Ib. 47,8,9.</i><i>da fragte der Pareo͑ Ja͑qob: Wie viele Lebensjahre zählst du? Ja͑qob antwortete dem Pareo͑: Die Dauer meiner Wanderschaft beträgt hundertunddreißig Jahre</i>. Es waren ja nur hundertundsechzehn!?", | |
| "Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß die vierzehn Jahre, die er im Hause E͑bers verbracht hatte, nicht mitgerechnet werden. Es wird auch gelehrt: Vierzehn Jahre hielt sich Ja͑qob im Hause E͑bers verborgen, zwei Jahre nach der Ankunft Ja͑qobs in Aram Naharajim starb E͑ber. Von da ging er nach Aram Naharajim, und als er zum Brunnen<sup class=\"footnote-marker\">632</sup><i class=\"footnote\">Gf. Gen. 29,2ff.</i>kam, war er siebenundsiebzig Jahre alt. –", | |
| "Woher, daß er [wegen jener Jahre] nicht bestraft wurde? – Es wird gelehrt: Es ergibt sich also, daß Joseph zweiundzwanzig Jahre von seinem Vater getrennt war, wie unser Vater Ja͑qob sich von seinem Vater getrennt<sup class=\"footnote-marker\">633</sup><i class=\"footnote\">Als Strafe dafür, daß er dadurch seine Eltern gekränkt hatte.</i>hatte. Bei Ja͑qob waren es ja sechsunddreißig Jahre!? Vielmehr wurden ihm die vierzehn im Hause E͑bers verbrachten Jahre nicht mitgerechnet. –", | |
| "Bei Laban war er ja nur zwanzig Jahre!? – Zwei Jahre verbrachte er auf der Reise. Es wird nämlich gelehrt: Ja͑qob verließ Aram Naharajim und kam nach Sukkoth, wo er achtzehn Monate verbrachte, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">634</sup><i class=\"footnote\">Gen. 33,17.</i><i>Ja͑qob zog weiter nach Sukkoth und er baute sich ein Haus, für sein Vieh aber errichtete er Laubhütten</i><sup class=\"footnote-marker\">635</sup><i class=\"footnote\">Aus der Mehrzahl ‘Laubhütten’ wird gefolgert, daß er da 2 Winterperioden, zus. 18 Monate, verbracht hatte.</i>. In Bethel säumte er sechs Monate und brachte da Opfer dar.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup><b>W</b>ER <small>DIE</small> E<small>STERROLLE RÜCKWÄRTS LIEST</small>, <small>HAT SEINER</small> P<small>FLICHT NIGHT GENÜGT</small>. H<small>AT MAN SIE AUSWENDIG</small>, <small>TARGUMISCH ODER IN IRGEND EINER ANDEREN</small> S<small>PRACHE GELESEN</small>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT NIGHT GENÜGT</small>. D<small>EN</small> F<small>REMDSPRACHIGEN LESE MAN SIE JEDOCH IN FREMDER</small> S<small>PRACHE VOR</small>; <small>HAT EIN</small> F<small>REMDSPRACHIGER SIE ASSYRISCH</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Dh. hebräisch in assyrischer Schrift.</i> <small>GEHÖRT</small>, <small>SO HAT ER SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup>H<small>AT MAN SIE UNTERBRECHEND ODER HALBSCHLUMMERND GELESEN</small>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>. W<small>ENN MAN SIE GESCHRIEBEN</small>, <small>AUSGELEGT ODER KORRIGIERT HAT</small>, <small>SO HAT MAN</small>, <small>FALLS MAN ES</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Damit der Pflicht des Lesens zu genügen.</i> <small>BEABSICHTIGT HAT</small>, <small>SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>, <small>SONST ABER NICHT</small>.", | |
| "I<small>ST SIE MIT</small> F<small>ARBE</small>, R<small>ÖTEL</small>, G<small>UMMI ODER</small> S<small>CHWÄRZE</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Eigentlich Vitriol.</i> <small>GESCHRIEBEN</small>, <small>ODER AUF</small> P<small>APIER ODER</small> D<small>IPHTHERA</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Pergament in rohestem Zustande; cf. Bd. I S. 666. Anm. 32. Im Späthebräischen wird <span dir=\"rtl\">דפתרא</span> für Buch, Codex, gebraucht, als Ggs. zu <span dir=\"rtl\">ספר</span>, Buchrolle, in welchem Sinne es wahrscheinl. auch hier gebraucht wird.</i>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT NICHT GENÜGT</small>. S<small>IE</small> M<small>USS IN ASSYRISCHER</small> S<small>CHRIFT AUF</small> P<small>ERGAMENT</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 4; eigentl. Buch, Buchrolle.</i> <small>UND MIT</small> T<small>INTE GESCHRIEBEN SEIN</small>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>gemäß ihrer Schrift und ihrer Zeit</i>; wie die festgesetzte Zeit nicht rückwärts [verschoben werden darf], ebenso darf das Lesen nicht rückwärts erfolgen. –", | |
| "Ist denn hier die Rede vom Lesen, hier ist ja die Rede von der Begehung, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>diese beiden Tage zu begehen</i>!? Vielmehr, aus folgendem Schriftverse: <sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 28.</i><i>und diese Tage werden in Erinnerung gebracht und begangen</i>; die Erinnerung gleicht der Begehung: wie die Begehung nicht rückwärts [verschoben werden darf], ebenso darf die Erinnerung nicht rückwärts erfolgen.", | |
| "Es wird gelehrt: Dasselbe gilt auch vom Lobliede, vom Šema͑ und vom Gebete. –", | |
| "Woher dies vom Lobliede? Rabba erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Ps. 113,3.</i><i>vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergange</i><sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Alles in der richtigen Reihenfolge.</i>. R. Joseph erwiderte: [Es heißt:] <sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Ps. 118,24.</i><i>dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat</i>.", | |
| "R. Ivja erwiderte: [Es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ib. 113,2.</i><i>der Name des Herrn sei gepriesen</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq, nach anderen R. Aḥa b. Ja͑qob, erwiderte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ib. 113,2.</i><i>von nun an bis in Ewigkeit</i>. –", | |
| "Woher dies vom Šema͑? – Es wird gelehrt: [Man lese] das Šema͑ in der Ursprache<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. in seiner Schrift.</i> – so Rabbi; die Weisen sagen, in jeder Sprache. – Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:" | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>sie sollen sein</i>, sie sollen bei ihrem Sein verbleiben. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,4.</i><i>höre</i>, in jeder Sprache, die du hörst. –", | |
| "Und Rabbi, es heißt ja <i>höre</i>!? – Dies deutet darauf, daß man die Ohren hören lasse, was der Mund spricht. – Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht desjenigen, welcher sagt, wer das Šema͑ liest, ohne es seine Ohren hören zu lassen, habe seiner Pflicht genügt. –", | |
| "Und die Rabbanan, es heißt ja: <sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>sie sollen sein</i>!? – Dies deutet darauf, daß man es nicht rückwärts lese!? – Woher entnimmt Rabbi, daß man es nicht rückwärts lese!? – Aus [dem Artikel]<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>die Worte</i>. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern nichts aus [dem Artikel] <i>die Worte</i>. –", | |
| "Es ist anzunehmen, daß Rabbi der Ansicht ist, die ganze Tora dürfe in jeder Sprache gelesen werden, denn wollte man sagen, nur in der Heiligensprache, wozu heißt es: <i>sie sollen sein</i><sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Um dies beim Šema͑ zu verbieten.</i>!? –", | |
| "Dies ist nötig; man könnte das <i>höre</i> nach den Rabbanan auslegen, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>sie sollen sein</i>. –", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß die Rabbanan der Ansicht sind, die ganze Tora dürfe nur in der Heiligensprache gelesen werden; denn wollte man sagen, sie dürfe in jeder anderen Sprache gelesen werden, so brauchte er ja nicht <i>höre</i> zu schreiben? –", | |
| "Dies ist nötig; man könnte [die Worte] <i>sie sollen sein</i> nach Rabbi auslegen, so schrieb der Allbarmherzige: <i>höre</i>. –", | |
| "Woher dies vom Gebete? – Es wird gelehrt: Šimo͑n der Flachsmann ordnete vor R. Gamliél in Jabne die achtzehn Segenssprüche in ihrer Reihenfolge an. R. Joḥanan sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Hundertundzwanzig Greise, unter ihnen viele Propheten, ordneten die achtzehn Segenssprüche in ihrer Reihenfolge an.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man den Vätersegen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Erster Segen des 18gebetes.</i>spricht? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Ps. 29,1.</i><i>gebt dem Herrn, ihr Mächtigen</i><sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Bezeichnung der Erzväter; cf. Rh. Fol. 11a.</i>. Woher, daß man [den Segen] von der [Regen]kraft<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Zweiter Segen des 18gebetes.</i>spricht? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Ps. 29,1.</i><i>gebt dem Herrn Herrlichkeit und Stärke</i>. Woher, daß man [den Segen] von der Heiligung [Gottes]<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Dritter Segen des 18gebetes.</i> spricht? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Ps. 29,2.</i><i>gebt dem Herrn die Herrlichkeit seines Namens, werft euch vor dem Herrn nieder in heiligem Schmucke</i>. –", | |
| "Weshalb setzten sie [den Segen] von der Einsicht<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Vierter Segen des 18gebetes.</i>hinter den von der Heiligung Gottes? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Jes. 29,23.</i><i>sie werden den Heiligen Ja͑qobs heilig halten und vor dem Gotte Jisraéls Schrecken empfinden</i>, und hierauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 24.</i><i>die verirrten Geistes waren, werden Einsicht lernen</i>. – Weshalb setzten sie [den Segen] von der Buße<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Fünfter Segen des 18gebetes.</i>hinter den von der Einsicht? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Jes. 6,10.</i><i>und sein Herz einsichtig werde und Buße tue und Heilung erfahre</i>. –", | |
| "Demnach sollte man ja [den Segen] von der Heilung<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Achter Segen des 18gebetes.</i>hinter den von der Buße setzen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Jes. 55,7.</i><i>er möge sich zum Herrn bekehren, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gotte, denn er wird reichlich vergeben</i>. –", | |
| "Was veranlaßt dich, dich auf diesen Schriftvers zu stützen, stütze dich auf jenen!? – Es gibt noch einen zweiten Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Ps. 103,3,4.</i><i>der dir alle deine Schuld vergab, alle deine Gebrechen heilte und dein Leben aus der Grube erlöste</i>. – Demnach sind [der Segen] von der Erlösung und der von der Heilung hinter den von der Vergebung zu setzen, während es ja heißt: <i>und Buße tue und Heilung erfahre</i>!? – Dies gilt nicht von der Heilung [physischer] Krankheiten, sondern von der Vergebung. –", | |
| "Weshalb setzten sie den Segen von der Erlösung als siebenten? Raba erwiderte: Da sie dereinst im siebenten<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Jahre des Septenniums vor Ankunft des Messias; cf. Syn. 97a.</i>erlöst werden, so setzte man ihn als siebenten. – Der Meister sagte ja aber, daß im sechsten Jahre Stimmen<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Wohl die Jes. 27,13 erwähnten Posaunenschalle.</i>erschallen, im siebenten Kriege entstehen werden und am Ausgange des siebenten Jahres der Sohn Davids kommen werde!? – Die Kriege sind eben Beginn der Erlösung. –", | |
| "Weshalb setzten sie [den Segen] von der Heilung als achten<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Des 18gebetes.</i>? R. Aḥa erwiderte: Da die Beschneidung, die der Heilung bedarf, am achten [Tage] erfolgt, so setzte man ihn als achten. –", | |
| "Weshalb setzten sie den Jahressegen als neunten<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Des 18gebetes.</i>? R. Alexandri erwiderte: Wider die Preistreiber, [von denen] es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Ps. 10,15.</i><i>zerbrich den Arm des Gottlosen</i>, und dies sagte David im neunten<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Pss. 1 u. 2 gehören zusammen; cf. Ber. Fol. 9b.</i>Psalm.", | |
| "Weshalb setzten sie [den Segen] von der Einsammlung der Exulanten<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Zehnter Segen des 18gebetes.</i>hinter den Jahressegen? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Ez. 8.</i><i>ihr aber, ihr Berge Jisraéls, laßt euer Laub sprossen and tragt eure Frucht für mein Volk Jisraél; denn bald werden sie heimkehren</i>. Sobald die Exulanten gesammelt sind, wird über die Gottlosen Gericht<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">In dieser Reihenfolge folgen die weiteren Segen des 18gebetes.</i> gehalten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Jes. 1,25.</i><i>Ich will wieder meine Hand gegen dich kehren und will wie mit Lauge dein unedles Metall ausschmelzen</i>; und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 26.</i><i>ich will dir wieder Richter geben, wie zuvor</i>.", | |
| "Sobald über die Gottlosen Gericht gehalten worden ist, gehen auch die Minäer zugrunde, und mit ihnen die Frevler, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ib. V 28.</i><i>Zerschmetterung über die Frevler und die Sünder insgesamt</i>.", | |
| "Sobald die Minäer zugrunde gegangen sind, erhebt sich das Horn der Frommen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Ps. 75,11.</i><i>alle Hörner der Gottlosen will ich abhauen, und die Hörner der Frommen sollen hoch erhoben sein</i>, und mit den Frommen auch die Proselyten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,32.</i><i>vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 33.</i><i>wenn ein Fremder sich bei dir aufhält</i>. –", | |
| "Wo erhebt sich deren Horn? – In Jerušalem, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ps. 122,6.</i><i>erbittet Frieden für Jerušalem; mögen deine Liebenden Ruhe finden</i>.", | |
| "Sobald Jerušalem erbaut ist, kommt David, denn es heißt:" | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Hos. 3,5.</i><i>darnach werden</i> <i>die Kinder Jisraéls umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen</i>. Sobald David gekommen ist, kommt das Gebet, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Jes. 56,7.</i><i>ich bringe sie zu meinem heiligen Berge und erfreue sie in meinem Bethause</i>.", | |
| "Sobald das Gebet da ist, kommt der Tempeldienst, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Jes. 56,7.</i><i>ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar</i>. Und sobald der Tempeldienst da ist, kommt das Dankopfer, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Ps. 50,23.</i><i>wer Dank opfert, ehrt mich</i>. –", | |
| "Weshalb setzten sie den Priestersegen hinter den Danksegen<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Siebzehnter Segen des 18gebetes.</i>? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Lev. 9,22.</i><i>sodann erhob Ahron seine Hände nach dem Volke und segnete sie; und er stieg herab, nachdem er das Sündopfer, das Brandopfer und das Heilsopfer besorgt hatte</i>. –", | |
| "Vielleicht vor [dem Segen] vom Tempeldienste? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>er stieg herab, nachdem er besorgt hatte das Sündopfer &c</i>.; es heißt nicht: um zu besorgen, sondern: nachdem er besorgt hatte. –", | |
| "Sollte man ihn nach dem Segen vom Tempeldienste sprechen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>wer Dank opfert, ehrt mich</i><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Der Danksegen nach dem Segen vom Tempeldienste.</i>. –", | |
| "Was veranlaßt dich, dich auf diesen Schriftvers zu stützen, stütze dich auf jenen!? – Es ist einleuchtend, weil der Tempeldienst und das Dankopfer im Zusammenhange stehen. –", | |
| "Weshalb setzten sie [den Segen] ‘Setze Frieden’<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Achtzehnter Segen des 18gebetes.</i>hinter den Priestersegen? – Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,27.</i><i>sie sollen meinen Namen auf die Kinder Jisraél legen, und ich will ihnen Segen zuteil werden lassen</i>, und der Segen des Heiligen, gepriesen sei er, ist Frieden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ps. 29,11.</i><i>der Herr segnet sein Volk mit Frieden</i>. –", | |
| "Worin bestand, wenn hundertundzwanzig Greise, darunter viele Propheten, bereits vorher das Gebet in seiner Reihenfolge angeordnet hatten, die Ordnung Šimo͑n des Flachsmannes!? – Unter ‘ordnete’ ist zu verstehen, man hatte sie vergessen und er setzte die Reihenfolge wieder fest.", | |
| "Weiter darf man die Lobpreisung des Heiligen, gepriesen sei er, nicht ausdehnen. R. Elea͑zar sagte nämlich: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ps. 106,2.</i><i>wer kann die Machttaten des Herrn ausreden, all seinen Ruhm verkünden</i>; wem gebührt es, die Machttaten des Herrn auszureden? Dem, der all seinen Ruhm verkünden könnte<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Was aber niemandem möglich ist.</i>.", | |
| "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wer den Ruhm des Heiligen, gepriesen sei er, übermäßig aufzählt, wird aus der Welt entwurzelt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Ij. 37,20.</i><i>soll ihm erzählt werden, wenn ich reden will? Hat ein Mensch gefordert, daß er vernichtet werde</i>?", | |
| "R. Jehuda aus Kephar Neburja, manche sagen, aus Kephar Nebur Ḥajil, trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Ps. 65,2.</i><i>Schweigen ist deine Lobpreisung</i>; Schweigsamkeit ist die beste Würze. Als R. Dimi kam, erzählte er: Im Westen sagen sie: Ein Wort um einen Sela͑, Schweigen um zwei.", | |
| "H<small>AT MAN SIE AUSWENDIG</small> &<small>C</small>. <small>GELESEN</small>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT NICHT GENÜGT</small>. Woher dies? Raba erwiderte: Dies ist aus dem Worte <i>Erinnerung</i> zu entnehmen; hier<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i>heißt es: <i>diese Tage sollen in Erinnerung bleiben</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ex. 17,14.</i>heißt es: <i>schreibe dies als Erinnerung in das Buch</i>; wie dort in ein Buch, ebenso hierbei aus einem Buche. –", | |
| "Woher daß die Erinnerung durch [lautes] Lesen erfolgen muß, vielleicht genügt auch das Denken!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,17.</i><i>Erinnere</i>; man könnte glauben, im Herzen, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 19.</i><i>du sollst nicht vergessen</i>, womit es bereits vom Vergessen im Herzen gesagt ist; somit muß die Erinnerung mit dem Munde erfolgen.", | |
| "H<small>AT MAN SIE TARGUMISGH GELESEN</small>, <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT NIGHT GENÜGT</small> &<small>C</small>. In welchem Falle? Wollte man sagen, wenn sie hebräisch geschrieben ist und man sie targumisch gelesen hat, so ist dies ja ‘auswendig’!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn sie targumisch geschrieben ist und man sie targumisch gelesen hat.", | |
| "F<small>REMDSPRACHIGEN LESE MAN SIE IN FREMDER</small> S<small>PRACHE VOR</small> &<small>C</small>. Du sagtest ja, man habe seiner Pflicht nicht genügt, wenn man sie in einer anderen Sprache gelesen hat!? – Rabh und Šemuél erklärten beide: Unter ‘Fremdsprache’ ist das Griechische zu verstehen. –", | |
| "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie assyrisch geschrieben ist und man sie griechisch gelesen hat, so ist dies ja ‘auswendig’!?", | |
| "R. Aḥa erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Wenn sie griechisch geschrieben ist. Ferner sagte R. Aḥa im Namen R. Elea͑zars: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ja͑qob ‘El’ [Gott] nannte? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Gen. 33,20.</i><i>und er nannte ihn El, der Gott Jisraéls</i>; wollte man sagen, Ja͑qob habe den Altar ‘El’ genannt, so müßte es ja heißen: und Ja͑qob nannte ihn. Vielmehr heißt dies: und er nannte Ja͑qob ‘El’. Wer nannte ihn ‘El’? Der Gott Jisraéls.", | |
| "Man wandte ein: Hat man sie ägyptisch, hebräisch, e͑lamisch, medisch oder griechisch gelesen, so hat man seiner Pflicht nicht genügt!? –", | |
| "Dieser Fall gleicht folgender Lehre: Hat man sie ägyptisch für Ägypter, hebräisch<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Wohl Althebräisch; cf. Bd. I S. 787 Anm. 6.</i>für Hebräer, e͑lamisch für E͑lamer oder griechisch für Griechen gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt. –", | |
| "Wozu brauchen demnach Rabh und Šamuel zu erklären, unter Fremdsprache in unserer Mišna sei das Griechische zu verstehen, sie können dies ja auf jede andere Fremdsprache beziehen!? – Die Lehre von Rabh und Šemuél ist anderweitig gelehrt worden. Rabh und Šemuél sagten nämlich beide, das fremdländische Griechisch sei für jeden zulässig. –", | |
| "Er lehrt ja aber, Griechisch für Griechen sei zulässig; also nur für Griechen, für andere aber nicht!? – Sie sind der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch Bücher [der heiligen Schrift] habe man nur griechisch zu schreiben erlaubt. –", | |
| "Sollten sie doch sagen, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél!? – Würden sie gesagt haben, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, so könnte man glauben, dies gelte nur von den übrigen Büchern, nicht aber von der Esterrolle, von der es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,27.</i><i>gemäß ihrer Schrift</i>, so lehrt er uns.", | |
| "H<small>AT EIN</small> F<small>REMDSPRACHIGER SIE ASSYRISCH GEHÖRT</small>, <small>SO HAT ER SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small> &<small>C</small>. Er versteht ja aber nicht, was gesprochen wird!? – So verhält es sich auch bei Frauen und Leuten aus dem gemeinen<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Die ebenfalls kein Hebräisch verstehen.</i> Volke.", | |
| "Rabina wandte<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Als Antwort auf den vorangehenden Einwurf.</i>ein: Wissen wir denn, was die Aḥaštranim, Kinder der Ramakhim<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Est. 8,10; über deren Bedeutung man jetzt noch im Unklaren ist; gewöhnl. übersetzt: Rennpferde aus den Gestüten.</i>, sind? Vielmehr ist das Lesen an sich Gebot, zur Bekanntmachung des Wunders, ebenso ist auch in diesem Falle das Lesen an sich Gebot, zur Bekanntmachung des Wunders.", | |
| "H<small>AT MAN SIE UNTERBRECHEND</small> &<small>C</small>. <small>SO HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>. Die Jünger wußten nicht, was serugin [unterbrechend] bedeute; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis den einzeln eintretenden Jüngern zurief: Wie lange noch werdet ihr serugin gehen!?", | |
| "Die Jünger wußten nicht, was Ḥaluglugoth<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Portulak; cf. Sb. IX,1.</i>bedeute; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis einem Manne, der ein Bündel Portulak löste, zurief: Wie lange noch wirst du deine Ḥaluglugoth ausstreuen!?", | |
| "Die Jünger wußten nicht die Bedeutung [des Verses]:<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Pr. 4,8.</i><i>salseleha</i><sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Emporschichten, hochhallen.</i>, <i>so wird sie dich erheben</i>; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis einem Manne, der sein Haar kräuselte, zurief: Wie lange noch wirst du dein Haar salsel tun!?", | |
| "Die Jünger kannten nicht die Bedeutung [des Verses]:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Ps. 55,23.</i><i>wirf dein Jehab</i> [Bürde] <i>auf den Herrn</i>; da erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst ging ich, eine Bürde tragend, mit einem Araber, und er sprach zu mir: Lege dein Jehab auf mein Kamel.", | |
| "Die Jünger kannten nicht die Bedeutung [des Verses]:<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Jes. 14,23.</i><i>ich werde sie mit einem Meṭaṭa</i> [Besen] <i>der Vernichtung wegfegen</i>; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis zu ihrer Genossin sprach: Nimm ein Taṭita und fege das Zimmer aus.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Hat man sie unterbrechend gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt," | |
| ], | |
| [ | |
| "wenn springend<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Spätere Verse früher als die ersteren.</i>, so hat man seiner Pflicht nicht genügt. R. Mona sagte im Namen R. Jehudas, auch wenn man unterbrechend beim Lesen so lange unterbrochen hat, als man sie ganz beenden kann, müsse man wieder vom Anfang beginnen. R. Joseph sagte: Die Halakha ist wie R. Mona, der im Namen R. Jehudas lehrte.", | |
| "Abajje sprach zu R. Joseph: Als man sie ganz beenden kann, von der Stelle, da man stehen geblieben ist, bis zum Schlusse, oder vollständig, vom Anfang bis zum Schlusse? Dieser erwiderte: Vom Anfang bis zum Schlusse, denn sonst hast du deine Worte in Grade<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Die Unterbrechung kann demnach von längerer od. kürzerer Dauer sein.</i>geteilt.", | |
| "R. Abba sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Rabh sagte, die Halakha sei wie R. Mona, Šemuél aber sagte, die Halakha sei nicht wie R. Mona. So wurde dies in Sura gelehrt; in Pumbeditha aber lehrten sie es wie folgt: R. Kahana sagte: Rabh sagte, die Halakha sei wie R. Mona, Šemuél aber sagte, die Halakha sei nicht wie R. Mona. R. Bebaj lehrte es entgegengesetzt: Rabh sagte, die Halakha sei nicht wie R. Mona, Šemuél aber sagte, die Halakha sei wie R. Mona.", | |
| "R. Joseph sprach: Halte dich an die Lehre R. Bebajs, denn Šemuél ist es, der die [erschwerende] Ansicht eines einzelnen berücksichtigt. Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Bruder sich die Schwester der Anwärterin der Schwagerehe<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Der älteste Bruder muß die Witwe des kinderlos verstorbenen Bruders entweder heiraten od. an ihr die Ḥaliça vollziehen.</i>angetraut hat, so spreche man, wie sie im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten, zu ihm: warte, bis dein ältester Bruder die Handlung<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Die Schwagerehe od. die Ḥaliça; vorher sind auch die anderen Brüder von der Pflicht nicht entbunden, sodaß ihm die Schwester verboten ist.</i>vollzogen hat.", | |
| "Hierzu sagte R. Šemuél, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn [der Schreiber] Buchstaben oder Verse ausgelassen hatte und der Lesende sie gelesen hat, wie der Dolmetsch bei der Übersetzung, so hat man seiner Pflicht genügt.", | |
| "Man wandte ein: Befinden sich in dieser verwischte und zerrissene Buchstaben, so ist sie, wenn deren Spur zu merken ist, brauchbar, wenn aber nicht, unbrauchbar!? – Das ist kein Einwand; eines, wenn durchwegs, und eines, wenn teilweise.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Hat der Lesende einen Vers übersprungen, so sage er nicht, er wolle sie beenden und diesen Vers nachholen, vielmehr beginne er wiederum mit diesem Verse. Kommt jemand ins Bethaus, wo die Gemeinde die Hälfte bereits gelesen, so sage er nicht, er wolle die [zweite] Hälfte mit der Gemeinde lesen und die [erste] Hälfte nachholen, vielmehr lese er sie vom Anfange bis zum Schlusse.", | |
| "H<small>ALBSCHLUMMERND</small>, <small>SO HAT ER SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>. – Was heißt halbschlummernd? R. Aši erwiderte: Halb schlummernd und halb wachend; wenn er, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn an etwas erinnert, er es weiß.", | |
| "W<small>ENN MAN SIE GESCHRIEBEN</small>, <small>AUSGELEGT ODER KORRIGIERT HAT</small>, <small>SO HAT MAN</small>, <small>FALLS MAN ES BEABSICHTIGT HAT</small>, <small>SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small> &<small>C</small>. In Welchem Falle: wollte man sagen, wenn man die Verse einzeln spricht und sie erst niederschreibt, was nützt dann die Beabsichtigung, man liest ja auswendig, und wollte man sagen, wenn man die Verse einzeln niederschreibt und sie liest,", | |
| "wieso genügt man seiner Pflicht, R. Ḥelbo sagte ja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, man müsse sie vollständig lesen, und auch nach demjenigen, welcher [vom Absatz] ‘Ein Judäer’<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,5.</i>sagt, müsse sie vollständig geschrieben sein!? –", | |
| "Vielmehr, wenn eine Esterrolle vor ihm liegt und er daraus die Verse einzeln liest und niederschreibt. – Dies wäre also eine Stütze für Rabba b. Bar Ḥana, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, man dürfe auch nicht einen Buchstaben ohne Vorlage schreiben. – Vielleicht, wenn man gerade eine vor sich hat<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Unsere Mišna spricht von einem solchen Falle, jed. ist die Niederschrift auch ohne Vorlage erlaubt.</i>.", | |
| "Der Text. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Man darf auch nicht einen Buchstaben ohne Vorlage schreiben. Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Elea͑zar erzählte: Einst ging R. Meír nach Asia, um da das Jahr zu interkalieren, und da er keine Esterrolle hatte, schrieb er sie aus dem Gedächtnisse und las sie. R. Abahu erwiderte: Anders ist R. Meír, an dem in Erfüllung ging:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Pr. 4,25.</i><i>deine Augen sehen gerade vor sich</i><sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Er war beruflicher Toraschreiber (cf. Er. Fol. 13a) u. kannte die ganze Schrift auswendig.</i>.", | |
| "Rami b. Ḥama sprach zu R. Jirmeja aus Diphte: Was bedeutet der Schriftvers: <i>deine Augen sehen gerade vor sich?</i> Dieser erwiderte: Er bezieht sich auf Dinge der Tora; von diesen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Pr. 23,5.</i><i>sollen deine Augen darüber fliegen und er verschwindet</i>, dennoch sind sie für R. Meír gerade.", | |
| "R. Ḥisda traf R. Ḥananél Bücher [der heiligen Schrift] ohne Vorlage schreiben; da sprach er zu ihm: Allerdings könnte durch dich<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. durch deinen Mund, dh. aus dem Gedächtnisse.</i>sogar die ganze Tora ohne Vorlage geschrieben werden, jedoch sagten die Weisen, man dürfe auch nicht einen Buchstaben ohne Vorlage schreiben. Wenn er nun sagte: die ganze Tora könnte durch dich geschrieben werden, so war sie ihm wohl geläufig, und R. Meír schrieb sie ja!? – Anders ist es in einem Notfalle.", | |
| "Abajje erlaubte Bar Ḥabo<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Bekannter Tephillinschreiber; cf. Bm. Fol. 29b.</i>Tephillin und Mezuzoth ohne Vorlage zu schreiben. Also nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Jirmeja sagte im Namen unseres Meisters, Tephillin und Mezuzoth dürfen ohne Vorlage geschrieben werden und benötigen nicht des Liniierens.", | |
| "Die Halakha ist, die Mezuza benötigt des Liniierens, Tephillin benötigen des Liniierens nicht; beide aber dürfen ohne Vorlage geschrieben werden, weil sie geläufig sind.", | |
| "I<small>ST SIE MIT</small> F<small>ARBE</small> &<small>C</small>. <small>GESCHRIEBEN</small>. (Farbe: Pulver).R<small>ÖTEL</small>. Rabba b. Bar Ḥana sagte: Dieses wird Seqarta genannt. G<small>UMMI</small>: Harz." | |
| ], | |
| [ | |
| "S<small>CHWÄRZE</small>: Schusterschwärze. D<small>IPHTHERA</small>. [Eine Haut], die mit Salz und Mehl, jedoch nicht mit Galläpfeln bearbeitet wurde. P<small>APIER</small>: Staudenpapier<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">So nach Raschi.</i>.", | |
| "I<small>N ASSYRISCHER</small> S<small>CHRIFT GESCHRIEBEN</small>. Denn es heißt: <i>gemäß ihrer Schrift und ihrer Zeit</i>.", | |
| "A<small>UF</small> P<small>ERGAMENT UND MIT</small> T<small>INTE</small> &<small>C</small>. Woher dies? – Dies ist aus [dem Ausdrucke] <i>schreiben</i> zu entnehmen; hier<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,29.</i>heißt es: <i>und die Königin Ester schrieb</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Jer. 36,18.</i>heißt es: <i>Barukh antwortete ihnen: Er sagte mir mündlich all diese Worte vor, während ich sie mit Tinte in das Buch</i><sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 17a Anm. 5.</i><i>schrieb</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup><b>W</b><small>ENN EIN</small> E<small>INWOHNER EINER</small> [<small>OFFENEN</small>] S<small>TADT SICH IN EINE BEFESTIGTE</small> S<small>TADT ODER EIN</small> E<small>INWOHNER EINER BEFESTIGTEN</small> S<small>TADT SICH IN EINE</small> [<small>OFFENE</small>] S<small>TADT BEGEBEN HAT</small>, <small>SO LESE ER</small>, <small>FALLS ER NACH SEINEM</small> O<small>RTE ZURÜCKKEHREN WIRD</small>, <small>NACH DEM</small> B<small>RAUCHE</small><sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Am betreffenden Tage; ob, Fol. 2a.</i><small>SEINES</small> O<small>RTES</small>, <small>WENN ABER NICHT</small>, <small>SO LESE ER MIT IHNEN</small>.", | |
| "W<small>O BEGINNE MAN DIE</small> E<small>STERROLLE ZU LESEN</small>, <small>UM SEINER</small> P<small>FLICHT ZU GENÜGEN</small>? R. M<small>EÍR SAGT</small>, <small>MAN LESE SIE VOLLSTÄNDIG</small>; R. J<small>EHUDA SAGT</small>, [<small>VOM</small> A<small>BSATZ</small>] ‘E<small>IN</small> J<small>UDÄER</small>’<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,5.</i>; R. J<small>OSE SAGT</small>, [<small>VOM</small> A<small>BSATZ</small>] ‘N<small>ACH DIESEN</small> B<small>EGEBENHEITEN</small><sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Est. 2,1.</i>.", | |
| "GEMARA. Raba sagte: Dies bezieht sich nur auf den Fall, wenn er zur Nacht des vierzehnten zurückkehren wird, wenn er aber zur Nacht des vierzehnten nicht zurückkehren wird, so lese er mit ihnen. Raba sprach: Woher entnehme ich dies? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,19.</i><i>daher machen die Judäer auf dem offenen Lande, die in offenen Städten wohnen</i>; wozu heißt es: <i>die in offenen Städten wohnen</i>, wo es schon heißt: <i>die Judäer auf dem offenen Lande?</i> Dies lehrt uns folgendes: wer einen Tag in einer offenen Stadt [wohnt], gilt als [Einwohner einer] offenen Stadt. –", | |
| "Wir wissen dies von der offenen Stadt, woher dies von der mit einer Mauer umgebenen Stadt!? – Dies ist einleuchtend; wenn man mit einem Tage [Einwohner einer] offenen Stadt heißt, so heißt man mit einem Tage auch [Einwohner einer] mit einer Mauer umgebenen Stadt.", | |
| "Ferner sagte Raba: Wenn ein Dörfling<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Der als solcher bereits am Tage vorher die Esterrolle las.</i>sich in eine Stadt begibt, so lese er auf jeden Fall mit ihnen. – Aus welchem Grunde? – Dieser sollte eigentlich wie die Städter lesen, nur haben die Rabbanan für die Dörflinge eine Erleichterung getroffen, damit sie Zeit haben, Wasser und Speise für ihre Brüder in den Großstädten zu besorgen; aber dies nur, wenn er in seinem Orte ist, wenn er aber in der Stadt ist, lese er mit den Städtern.", | |
| "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn ein Einwohner einer befestigten Stadt sich in eine [offene] Stadt begibt, so lese er auf jeden Fall wie in seinem Orte. Wie ist dies bei einem Einwohner einer befestigten Stadt möglich, bei diesem hängt es ja davon ab, ob er zurückkommt!? Wahrscheinlich ist ‘Dörfling’ zu lesen. –", | |
| "Du mußt ja korrigieren, so lies: er lese mit ihnen.", | |
| "W<small>O BEGINNE MAN DIE</small> E<small>STERROLLE ZU LESEN</small> &<small>C</small>. Es Wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Vom Absatz:] ‘In jener Nacht’<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Est. 6,1.</i>.", | |
| "R. Joḥanan sprach: Alle folgerten sie aus ein und demselben Schriftverse:<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Ib. 9,29.</i><i>Und die Königin Ester und der Judäer Mordekhaj schrieben mit der ganzen Macht</i>. Nach demjenigen, welcher sagt, man müsse sie vollständig lesen, wird hier von der Macht des Aḥašveroš<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Mit der die Esterrolle beginnt.</i>gesprochen;", | |
| "nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Ein Judäer’, wird hier von der Macht des Mordekhaj gesprochen; nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Nach diesen Begebenheiten’, wird hier von der Macht des Haman gesprochen; und nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘In jener Nacht’, wird hier von der Macht des Wunders gesprochen.", | |
| "R. Hona sagte: Aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,26.</i><i>was sie veranlaßt hat und was an sie gelangt war</i>.", | |
| "Nach demjenigen, welcher sagt, man müsse sie ganz lesen: was Aḥašveroš veranlaßt hat, sich der Gefäße des Tempels zu bedienen, weil nämlich die siebzig Jahre<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Nach deren Ablauf die Jisraéliten erlöst werden sollten; cf. supra Fol. 11b.</i>verstrichen und [die Jisraéliten] nicht erlöst worden waren; und was an sie gelangt war: daß er Vašti tötete.", | |
| "Nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Ein Mann’: was Mordekhaj veranlaßt hat, Haman zu reizen, weil er sich als Götze ausgab; und was an sie gelangt war: daß ihnen ein Wunder geschah.", | |
| "Nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Nach diesen Begebenheiten’: was Haman veranlaßt hat, sich gegen alle Judäer zu empören, weil Mordekhaj sich vor ihm nicht bückte; und was an sie gelangt war: daß man ihn samt seinen Söhnen an den Galgen hängte.", | |
| "Und nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘In jener Nacht’: was Aḥašveroš veranlaßt hat, das Buch der Denkwürdigkeiten holen zu lassen, weil Ester Haman zum Gastmahle lud; und was an sie gelangt war: daß ein Wunder geschah.", | |
| "R. Ḥelbo sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie derjenige, welcher sagt, man müsse sie vollständig lesen; und auch nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Ein Judäer’, muß sie vollständig geschrieben sein.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥelbo im Namen Rabhs: Die Esterrolle heißt ‘Buch’ als auch ‘Brief’. Buch heißt sie insofern, als sie unbrauchbar ist, wenn man sie mit Leinenfäden zusammengenäht hat; Brief heißt sie insofern, als sie brauchbar ist, wenn man [beim Zusammennähen] drei Adern verwendet hat. R. Naḥman sagte: Nur müssen sie dreifaltig<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">In 3 Stichen genäht; dies wohl das einleuchtendste der vielfachen Erklärungen.</i>sein.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand die Esterrolle aus [einem Buche der] Hagiographen liest, mit denen sie geschrieben ist, so hat er seiner Pflicht nicht genügt. Raba sprach: Dies nur, wenn sie nicht etwas kürzer oder länger ist, wenn sie aber etwas kürzer oder länger<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Als die Bogen der übrigen Bücher, sodaß sie als besondere Rolle, jed. nur zusammengeheftet erscheint.</i>ist, ist nichts dabei.", | |
| "Levi b. Šemuél las vor R. Jehuda aus einer Esterrolle," | |
| ], | |
| [ | |
| "die zusammen mit andren Hagiographen geschrieben war; da sprach er zu ihm: Sie sagten ja, daß man der Pflicht nicht genügt, wenn man die Esterrolle aus [einem Buche der] Hagiographen liest, mit denen sie geschrieben ist.", | |
| "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer die Esterrolle aus [einem Buche der] Hagiographen liest, mit denen sie geschrieben ist, hat seiner Pflicht nicht genügt. Er schlug [diese Lehre] jedoch auf die Gehirnschale<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Dh. er beschränkte sie.</i>: dies wurde nur von einer Gemeinde gelehrt.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Die Nahtkante [der Torarolle] ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre. Er schlug sie jedoch auf die Gehirnschale: dies sagten sie nur deshalb, damit kein Riß entstehe.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Es heißt: Wäre die Höhle, in der Moše und Elijahu gestanden<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Als ihnen Gott erschienen war; cf. Ex. 33,17ff. u. iReg. 19,13.</i>haben, in der Größe eines Nähnadelöhrs ungeschützt geblieben, so könnten sie es nicht aushalten, wegen des Lichtstromes, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Ex. 33,20.</i><i>kein Mensch bleibt am Leben, wenn er mich sieht</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Dt. 9,10.</i><i>auf diesen waren alle Worte enthalten, die der Herr auf dem Berge mit euch geredet hat</i>; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Moše die Subtilitäten der Tora und die Subtilitäten der Schriftkundigen zeigte, und was die Schriftkundigen später erneuert haben, das ist das Lesen der Esterrolle.", | |
| "<sup>iv,1</sup><b>A</b><small>LLE SIND ZUM</small> V<small>ORLESEN DER</small> E<small>STERROLLE ZULÄSSIG</small>, <small>AUSGENOMMEN EIN</small> T<small>AUBER</small>, <small>EIN</small> B<small>LÖDER UND EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER</small>; <small>NACH</small> R. J<small>EHUDA IST EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER ZULÄSSIG</small>.", | |
| "GEMARA. Wer lehrte, der Taube nicht, auch wenn es bereits erfolgt ist? R. Mathna erwiderte: Es ist R. Jose, denn wir haben gelernt: Wer das Šema͑ gelesen und es sein Ohr nicht hören ließ, hat seiner Pflicht genügt; R. Jose sagt, er habe seiner Pflicht nicht genügt. –", | |
| "Woher, daß [unsere Mišna] nach R. Jose lehrt, auch nicht, wenn bereits erfolgt, vielleicht nach R. Jehuda, und nur von vornherein nicht, wenn aber bereits erfolgt, ist es gültig!? –", | |
| "Dies ist nicht einleuchtend, denn er lehrt vom Tauben gleichlautend wie vom Blöden und vom Minderjährigen; wie beim Blöden und beim Minderjährigen auch nicht, wenn bereits erfolgt, ebenso beim Tauben, auch nicht, wenn bereits erfolgt. –", | |
| "Vielleicht aber gilt es von diesem in dem einen Falle und von jenem im anderen Falle? – Da es im Schlußsatze heißt, nach R. Jehuda sei der Minderjährige zulässig, so ist anzunehmen, daß der Anfangssatz nicht die Ansicht R. Jehudas vertritt. –", | |
| "Vielleicht lehrt die ganze Mišna nach R. Jehuda, nur spricht sie von zweierlei Minderjährigen, und zwar ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten:", | |
| "Alle sind zum Vorlesen der Esterrolle zulässig, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger; dies gilt jedoch nur von einem Minderjährigen, der noch nicht zur Übung herangewachsen ist, ein Minderjähriger aber, der zur Übung herangewachsen ist, darf sie sogar von vornherein vorlesen, denn nach R. Jehuda ist ein Minderjähriger zulässig!? –", | |
| "Du hast sie also R. Jehuda addiziert, wenn bereits erfolgt.", | |
| "Wer ist demnach [der Autor] der folgenden Lehre [R.] Jehudas, des Sohnes des R. Šimo͑n b. Pazi: Ein Tauber, der sprechen und nicht hören kann, darf von vornherein die Hebe absondern; wer nun, wenn R. Jehuda, so gilt dies ja nur dann, wenn bereits erfolgt, nicht aber von vornherein, und wenn R. Jose, auch nicht, wenn bereits erfolgt!? –", | |
| "Wer ist, wenn etwa R. Jehuda, auch von vornherein, [der Autor] der folgenden Lehre: Man lese den Tischsegen nicht im Herzen, hat man ihn bereits gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt. Wessen, weder R. Jehuda noch R. Jose: wenn R. Jehuda, auch von vornherein, und wenn R. Jose, auch nicht, wenn bereits erfolgt!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Tatsächlich R. Jehuda, auch von vornherein, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines ist seine Ansicht und eines ist die Ansicht seines Lehrers.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wer das Šema͑ liest, muß es sein Ohr hören lassen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,4.</i><i>höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig</i>; laß dein Ohr hören, was dein Mund spricht. R. Meír sagte:<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>Was ich dir heute befehle, sei in deinem Herzen</i>; alles hängt von der Intensität des Herzens ab. –", | |
| "Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, kannst du auch sagen, R. Jehuda sei der Ansicht seines Meisters, nur vertritt die Lehre [R.] Jehudas, Sohnes des R. Šimo͑n b. Pazi, die Ansicht R. Meírs.", | |
| "N<small>ACH</small> R. J<small>EHUDA IST EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER ZULÄSSIG</small>. Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Als ich noch minderjährig war, las ich sie vor R. Tryphon und den Ältesten in Lud.", | |
| "Jene entgegneten: Von einem Minderjährigen ist kein Beweis zu erbringen. Es wird gelehrt: Rabbi erzählte: Als ich noch minderjährig war, las ich sie vor R. Jehuda. Jene entgegneten: Vom Erlaubenden<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Nach RJ, ist der Minderjährige tatsächlich zulässig.</i>ist kein Beweis zu erbringen. –", | |
| "Sollten sie ihm entgegnet haben, man bringe keinen Beweis von einem Minderjährigen!? – Sie entgegneten ihm erstens und zweitens: erstens warst du minderjährig, zweitens ist vom Erlaubenden kein Beweis zu erbringen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv,2</sup><b>M</b><small>AN LESE NICHT DIE</small> E<small>STERROLLE</small>, <small>BESCHNEIDE NICHT</small>, <small>NEHME KEIN</small> R<small>EINIGUNGSBAD</small>, <small>BESPRENGE</small><sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Einen Unreinen mit dem Entsündigungswasser; cf. Num. 19,17ff.</i><small>NICHT</small>, <small>EBENSOWENIG NEHME DIE</small> F<small>LUSSVERDÄCHTIGE</small><sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. die die Tage abwartende; cf. Bd. II S. 561 Anm. 132.</i><small>EIN</small> R<small>EINIGUNGSBAD</small>, <small>BEVOR DIE</small> S<small>ONNE AUFGEHT</small>. W<small>ENN DIES ALLES</small>, <small>NACHDEM DIE</small> M<small>ORGENRÖTE AUFGEGANGEN</small>, <small>ERFOLGT IST</small>, <small>SO IST ES GILTIG</small>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? – Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i><i>und daß diese Tage im Gedächtnisse behalten und begangen werden</i>; nur am Tage und nicht nachts. – Dies wäre somit eine Widerlegung des R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, man müsse die Esterrolle nachts lesen und am Tage wiederholen! – Er lehrt es von der [Wiederholung] am Tage.", | |
| "B<small>ESCHNEIDE NICHT</small> &<small>C</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,3.</i><i>und am achten Tage ist zu beschneiden</i>.", | |
| "N<small>EHME KEIN</small> R<small>EINIGUNGSBAD</small>, <small>BESPRENGE NICHT</small> &<small>C</small>. Denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Num. 9,19.</i><i>und der Reine soll den Unreinen besprengen, am siebenten Tage</i>; das Reinigungsbad gleicht dem Besprengen.", | |
| "E<small>BENSOWENIG NEHME DIE</small> F<small>LUSSVERDÄCHTIGE EIN</small> R<small>EINIGUNGSBAD</small>, <small>BEVOR DIE</small> S<small>ONNE AUFGEHT</small> &<small>C</small>. Selbstverständlich, womit ist denn die Flußverdächtige anders als alle anderen, die ein Reinigungsbad zu nehmen haben!? –", | |
| "Dies [zu lehren] ist nötig; man könnte glauben, bei dieser gleiche es der ersten Beobachtung des Flußbehafteten, der dem Samenergußbehafteten gleicht, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,32.</i><i>das sind die Bestimmungen inbetreff des Flußbehafteten und dessen, dem der Same entgeht</i>, wie dieser das Reinigungsbad am selben Tage nehmen muß,", | |
| "ebenso auch jener, und da diese das Reinigungsbad am selben Tage nicht nehmen kann, da es ja heißt:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 26.</i><i>so lange sie am Flusse leidet, hat ihr zu gelten, wie das Lager zur Zeit ihres Menstruums</i>, so warte sie die Nacht ab und tauche unter, so lehrt er uns, daß dies am Tage geschehen muß," | |
| ], | |
| [ | |
| "da nur die Tage gezählt werden.", | |
| "W<small>ENN DIES ALLES</small>, <small>NACHDEM DIE</small> M<small>ORGENRÖTE AUFGEGANGEN</small>, <small>ERFOLGT IST</small>, <small>SO IST ES GILTIG</small>. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,5.</i><i>und Gott nannte das Licht Tag</i>, schon das Hellwerden nannte er Tag. –", | |
| "Es heißt ja aber auch:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,5.</i><i>und die Finsternis nannte er Nacht</i>, [sollte auch dies heißen, er nannte das Finsterwerden Nacht,] wo wir doch wissen, daß die Nacht erst mit dem Hervortreten der Sterne beginnt!?", | |
| "Vielmehr, erklärte R. Zera, hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Neh. 4,25.</i><i>So arbeiteten wir an dem Bau, während die Hälfte von ihnen die Lanzen hielt, vom Aufgehen der Morgenröte bis zum Hervortreten der Sterne</i>. Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>die Nacht war uns zur Wache</i>.", | |
| "Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, der Tag beginne tatsächlich nicht mit dem Aufgehen der Morgenröte, auch beginne die Nacht schon mit dem Untergange der Sonne, nur hatten jene früh und spät gearbeitet, so komm und höre: <i>die Nacht diente uns zur Wache und der Tag zur Arbeit</i>.", | |
| "<sup>v</sup><b>D</b><small>ER GANZE</small> T<small>AG IST ZULÄSSIG FÜR DAS</small> L<small>ESEN DER</small> E<small>STERROLLE</small>, <small>DAS</small> L<small>ESEN DES</small> L<small>OBLIEDES</small>, <small>DAS</small> P<small>OSAUNENBLASEN</small>, <small>DAS</small> N<small>EHMEN DES</small> F<small>ESTSTRAUSSES</small>, <small>DAS</small> Z<small>USATZGEBET</small>, <small>DAS</small> Z<small>USATZOPFER</small>,", | |
| "<small>DAS</small> B<small>EKENNTNIS</small> [<small>BEI DER</small> D<small>ARBRINGUNG</small>] <small>DER</small> F<small>ARREN</small><sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 4,3,13ff.</i>, <small>DAS</small> B<small>EKENNTNIS</small> [<small>BEI DER</small> F<small>ORTSCHAFFUNG</small>] <small>DES</small> Z<small>EHNTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ms. V,10.</i>, <small>DAS</small> B<small>EKENNTNIS AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small>,", | |
| "<small>DAS</small> S<small>TÜTZEN</small><sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Der Hand auf den Kopf des Opfertieres (cf. Lev. 3,8); ebenso die weiter genannten Handlungen bei der Darbringung des Opfers.</i>, <small>DAS</small> S<small>CHLACHTEN</small>, <small>DAS</small> S<small>CHWINGEN</small>, <small>DAS</small> D<small>ARREICHEN</small>, <small>DAS</small> A<small>BHEBEN DES</small> H<small>AUFENS</small><sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Vom Speisopfer.</i>, <small>DAS</small> A<small>UFRÄUCHERN</small>, <small>DAS</small> A<small>BKNEIFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Des Kopfes des Geflügelopfers; cf. Lev. 1,15.</i>, <small>DAS</small> A<small>UFNEHMEN</small> [<small>DES</small> O<small>PFERBLUTES</small>],", | |
| "<small>DAS</small> T<small>RINKENLASSEN DER</small> E<small>HEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Cf. Num. 5,18ff.</i>, <small>DAS</small> G<small>ENICKBRECHEN DES</small> K<small>ALBES</small><sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 21,4.</i><small>UND DIE</small> R<small>EINIGUNG DES</small> A<small>USSÄTZIGEN</small>.", | |
| "<sup>vi</sup>D<small>IE GANZE</small> N<small>ACHT IST ZULÄSSIG FÜR DAS</small> M<small>ÄHEN DER</small> S<small>CHWINGEGARBE UND DIE</small> A<small>UFRÄUCHERUNG DES</small> F<small>ETTES UND DER</small> O<small>PFERGLIEDER</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: F<small>ÜR DAS</small> G<small>EBOT</small>, <small>DAS AM</small> T<small>AGE ZU ERFOLGEN HAT</small>, <small>IST DER GANZE</small> T<small>AG ZULÄSSIG</small>, <small>UND FÜR DAS</small> G<small>EBOT</small>, <small>DAS NACHTS ZU ERFOLGEN HAT</small>, <small>IST DIE GANZE NACHT ZULÄSSIG</small>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? - Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Est. 9,28.</i><i>daß diese Tage im Gedächtnisse behalten und begangen werden</i>. D<small>AS</small> L<small>ESEN DES</small> L<small>OBLIEDES</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Ps. 113,3.</i><i>von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergange</i>. R. Jose erklärte:<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Ib. 118,24.</i><i>Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat</i>.", | |
| "D<small>AS</small> N<small>EHMEN DER</small> F<small>ESTPALME</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,40.</i><i>ihr sollt am ersten Tage nehmen</i>. D<small>AS</small> P<small>OSAUNENBLASEN</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Num. 29,1.</i><i>ein Tag des Lärmblasens sei er für euch</i>. D<small>AS</small> Z<small>USATZOPFER</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,37.</i><i>Tag für Tag</i>.D<small>AS</small> Z<small>USATZGEBET</small>. Denn die Rabbanan haben es dem Zusatzopfer gleichgestellt.", | |
| "D<small>AS</small> B<small>EKENNTNIS</small> [<small>BEI DER</small> D<small>ARBRINGUNG</small>] <small>DER</small> F<small>ARREN</small>. Es ist durch [das Wort] <i>Sühne</i> zu folgern, das auch beim Versöhnungstage gebraucht wird. Vom Versöhnungstage wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Ib. 16,11.</i><i>Und Sühne schaffen sich und seinem Hause</i>, der Schriftvers spricht von der Sühne durch Worte<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Durch das Sündenbekenntnis.</i>. Die Sühne erfolgt nur am Tage, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,30.</i><i>an diesem Tage wird er euch Sühne schaffen</i>.", | |
| "D<small>AS</small> B<small>EKENNTNIS BEI DER</small> F<small>ORTSCHAFFUNG DES</small> Z<small>EHNTEN</small> &<small>C</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,13.</i><i>und du sollst vor dem Herrn, deinem Gotte, also sprechen: Ich habe das Heilige aus dem Hause geschafft</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>am heutigen Tage befiehlt dir der Herr</i>.", | |
| "D<small>AS</small> S<small>TÜTZEN</small>, <small>DAS</small> S<small>CHLACHTEN</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Lev. 3,2.</i><i>er soll stützen &c. und schlachten</i>, und vom Schlachten heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Ib. 19,6.</i><i>am Tage, an dem ihr opfert</i>.", | |
| "D<small>AS</small> S<small>CHWINGEN</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Ib. 23,12.</i><i>am Tage, an dem ihr die Garbe schwinget</i>. D<small>AS</small> D<small>ARREICHEN</small>. Dies gleicht dem Schwingen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,25.</i><i>sodann nehme der Priester dem Weibe das Eifersuchts-Speisopfer aus der Hand, schwinge es und bringe es dar</i>. D<small>AS</small> A<small>BKNEIFEN</small>, <small>DAS</small> A<small>BHEBEN DES</small> H<small>AUFENS</small>, <small>DAS</small> A<small>UFRÄUCHERN</small>, <small>DAS</small> S<small>PRENGEN</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Lev. 7,38.</i><i>Am Tage, an dem er den Kindern Jisraél befahl</i>.", | |
| "D<small>AS</small> T<small>RINKENLASSEN DER</small> E<small>HEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN</small>. Dies ist durch [das Wort] <i>Weisung</i> zu folgern; hierbei<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,30.</i>heißt es: <i>der Priester verfahre mit ihr ganz nach dieser Weisung</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Dt. 17,11.</i>heißt es: <i>gemäß der Weisung, die sie dir erteilen und dem Urteile</i>;" | |
| ], | |
| [ | |
| "wie die Urteilsfällung nur am Tage, ebenso auch dies nur am Tage.", | |
| "D<small>AS</small> G<small>ENICKBRECHEN DES</small> K<small>ALBES</small>. In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Hierbei heißt es <i>Sühne</i>, wie bei den heiligen Opfern<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Die nur am Tage darzubringen sind.</i>.U<small>ND DIE</small> R<small>EINIGUNG DES</small> A<small>USSÄTZIGEN</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,2.</i><i>dies ist die Weisung in Betreff des Aussätzigen am Tage seiner Reinigung</i>.", | |
| "D<small>IE GANZE</small> N<small>ACHT IST ZULÄSSIG FÜR DAS</small> M<small>ÄHEN DER</small> S<small>CHWINGEGARBE</small>. Denn der Meister sagte, das Mähen und das Zählen<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Der Tage zwischen dem Pesaḥfeste und dem Wochenfeste; cf. Lev. 23,15ff.</i>erfolgen nachts und die Darbringung am Tage. D<small>IE</small> A<small>UFRÄUCHERUNG DES</small> F<small>ETTES UND DER</small> O<small>PFERGLIEDER</small>. Denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,2.</i><i>die ganze Nacht bis zum Morgen</i>.", | |
| "D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: F<small>ÜR DAS</small> G<small>EBOT</small>, <small>DAS AM</small> T<small>AGE ZU ERFOLGEN HAT</small>, <small>IST DER GANZE</small> T<small>AG ZULÄSSIG</small>. Was schließt die Regel ein? – Sie schließt die Aufstellung und die Fortnahme der Schalen<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Weihrauch zum Schaubrote.</i>ein,", | |
| "und zwar nach R. Jose, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Hat man morgens die alten [Schaubrote] fortgenommen und erst abends die frischen aufgestellt, so ist nichts dabei,", | |
| "wie aber halte ich aufrecht den Schriftvers:<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Lev. 24,8.</i><i>beständig vor dem Herrn</i>? Daß [über Nacht] der Tisch nicht ohne Schaubrote bleibe.", | |
| "U<small>ND FÜR DAS</small> G<small>EBOT</small>, <small>DAS NACHTS ZU ERFOLGEN HAT</small>, <small>IST DIE GANZE</small> N<small>ACHT ZULÄSSIG</small>. Was schließt dies ein? –", | |
| "Dies schließt das Essen des Pesaḥopfers ein, gegen die Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja. Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,8.</i><i>Sie sollen in dieser Nacht das Fleisch essen</i>; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Hierbei heißt es: <i>in dieser Nacht</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 12.</i>heißt es: <i>ich werde in dieser Nacht durch Miçrajim ziehen</i>, wie dort vor Mitternacht, ebenso auch hierbei vor Mitternacht.", | |
| "", | |
| "<sup>i</sup><b>W</b>ER <small>DIE</small> E<small>STERROLLE LIEST</small>, <small>DARF DABEI STEHEN ODER SITZEN</small>: <small>OB EINER ODER ZWEI SIE VORGELESEN HABEN</small>, <small>HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small>. I<small>N</small> O<small>RTEN</small>, <small>WO ES</small> B<small>RAUCH IST</small>, <small>DEN</small> S<small>EGEN ZU SPRECHEN</small>, <small>SPRECHE MAN IHN</small>, <small>IHN NICHT ZU SPRECHEN</small>, <small>SPRECHE MAN IHN NICHT</small>.", | |
| "A<small>M</small> M<small>ONTAG</small>, <small>AM</small> D<small>ONNERSTAG UND BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE DES</small> Š<small>ABBATHS LESEN</small> [<small>DREI</small> P<small>ERSONEN AUS DER</small> T<small>ORA</small>], <small>WEDER WENIGER NOCH MEHR</small>, <small>AUCH LIEST MAN DANN NICHT AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 233 Anm. 47.</i>. D<small>ER MIT</small> [<small>DEM</small> L<small>ESEN</small>] <small>AUS DER</small> T<small>ORA BEGINNT</small>, <small>UND DER ES BEENDET</small>, <small>SPRICHT EINEN</small> S<small>EGEN VORHER UND EINEN NACHHER</small>.", | |
| "<sup>ii</sup>A<small>N</small> N<small>EUMONDEN UND AN DEN</small> H<small>ALBFESTEN LESEN VIER</small>, <small>WEDER WENIGER NOCH MEHR</small>; <small>AUCH LESE MAN DANN NICHT AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN</small>. D<small>ER MIT</small> [<small>DEM</small> L<small>ESEN</small>] <small>AUS DER</small> T<small>ORA BEGINNT</small>, <small>UND DER ES BEENDET</small>, <small>SPRICHT EINEN</small> S<small>EGEN VORHER UND EINEN NACHHER</small>.", | |
| "D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: [A<small>N EINEM</small> T<small>AGE</small>], <small>AN DEM ES EIN</small> Z<small>USATZGEBET</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. Zusatzopfer, an dessen Stelle das Gebet tritt.</i><small>GIBT</small>, <small>DER ABER KEIN</small> F<small>ESTTAG IST</small>, <small>LESEN VIER</small>. A<small>N EINEM</small> F<small>ESTTAGE</small> [<small>LESEN</small>] <small>FÜNF</small>, <small>AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE SECHS UND AM</small> Š<small>ABBATH SIEBEN</small>; <small>NICHT WENIGER</small>, <small>WOHL ABER MEHR</small>, <small>AUCH LIEST MAN DANN AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN</small>. D<small>ER MIT</small> [<small>DEM</small> L<small>ESEN</small>] <small>AUS DER</small> T<small>ORA BEGINNT</small>, <small>UND DER ES BEENDET</small>, <small>SPRICHT EINEN</small> S<small>EGEN VORHER UND EINEN NACHHER</small>.", | |
| "GEMARA. Es wird gelehrt: Was aber bei der Tora nicht der Fall ist<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Die Tora darf nicht sitzend vorgelesen werden.</i>. – Woher dies? R. Abahu erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28.</i><i>du aber steh da mit mir</i>. R. Abahu sagte: Wäre dies nicht ein geschriebener Schriftvers, so dürfte man es nicht sagen: auch der Heilige, gepriesen sei er, – als wäre es möglich, – im Stehen.", | |
| "Ferner sagte R. Abahu: Woher, daß ein Lehrer nicht auf einem Polster sitzen und seinen auf dem Boden sitzenden Schüler unterrichten darf? Es heißt: <i>du aber steh da mit mir</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Seit Moše bis H. Gamliél studierte man die Tora nur stehend; nach dem Tode R. Gamliél kam eine Schwäche über die Welt, und man begann die Tora sitzend zu studieren. Das ist es, was wir gelernt haben: Mit dem Tode R. Gamliéls hörte die Ehrung der Tora auf. –", | |
| "Ein Schriftvers lautet: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dt. 9,9.</i><i>ich saß auf dem Berge</i>, und ein anderer lautet: <sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,10.</i><i>ich stand auf dem Berge</i>!? Rabh erklärte: Beim Lernen stand er, beim Wiederholen saß er. R. Ḥanina erklärte: Weder saß er noch stand er, vielmehr hockte er. R. Joḥanan erklärte: ‘Sitzen’ heißt überhaupt nur verweilen, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,46.</i><i>ihr mußtet in Qadeš lange Zeit sitzen</i>. Raba erklärte: Leichtes stehend, Schweres sitzend.", | |
| "O<small>B EINER ODER ZWEI SIE VORGELESEN HABEN</small>, <small>HAT MAN SEINER</small> P<small>FLICHT GENÜGT</small> &<small>C</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "Es wird gelehrt: Was aber bei der Tora nicht der Fall ist. Die Rabbanan lehrten: Die Tora lese einer und einer übersetze, nur dürfe nicht einer lesen und zwei übersetzen; die Propheten lese einer und zwei übersetzen, nur dürfen nicht zwei lesen und zwei übersetzen. Das Loblied und die Esterrolle dürfen sogar zehn lesen und übersetzen. –", | |
| "Aus welchem Grunde? – Da diese beliebt sind, so ist man aufmerksam und hört zu.", | |
| "I<small>N</small> O<small>RTEN</small>, <small>WO ES</small> B<small>RAUCH IST</small>, <small>DEN</small> S<small>EGEN ZU SPRECHEN</small>, <small>SPRECHE MAN IHN</small>. Abajje sagte: Dies nur nachher, den Segen vorher aber ist zu lesen Gebot. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Über alle Gebote spreche man den Segen vor [o͑ber] der Ausübung. –", | |
| "Wieso ist es erwiesen, daß o͑ber die Bedeutung ‘vor’ hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 18,23.</i><i>da lief Aḥimaa͑ç durch die Aue und kam den Mohren vor</i> [vajaa͑bor]. Abajje erwiderte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Gen, 33,3.</i><i>er ging vor [a͑bar] ihnen</i>. Wenn du willst, sage ich: hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Mich. 1,13.</i><i>vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, und der Herr an ihrer Spitze</i>.", | |
| "Welchen Segen spreche man vorher? – R. Šešeth aus Qeṭarzja befand sich einst bei R. Aši und sprach die Segenssprüche <i>MNḤ</i><sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">מנ״ח</span> Anfangsbuchstaben von 3 Segenssprüchen: <span dir=\"rtl\">מקרא</span>, über das Lesen [der Esterrolle], <span dir=\"rtl\">נם</span>, über das Wunder, u. <span dir=\"rtl\">שהחיינו</span> der sog. ‘Zeitsegen’.</i>. –", | |
| "Welchen Segen spreche man nachher? – Gepriesen seist du, o Herr, unser Gott, König der Welt, der du unseren Streit führest, unser Recht verteidigest, Rache für uns nimmst, unseren Widersachern heimzahlest und allen Feinden unserer Seele vergeltest. ‘Gepriesen seist du, o Herr, der du für Jisraél all seinen Widersachern heimzahlest’. Raba sagte: ‘Der helfende Gott’. R. Papa sprach: Man sage daher Beides: ‘Gepriesen seist du, o Herr, der du allen Widersachern Jisraéls heimzahlest, und ein helfender Gott bist’.", | |
| "A<small>M</small> M<small>ONTAG</small>, <small>AM</small> D<small>ONNERSTAG UND BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE DES</small> Š<small>ABBATHS LESEN DREI</small> &<small>C</small>. Wem entsprechen diese drei? R. Asi erwiderte: Entsprechend Tora, Propheten und Hagiographen. Raba erwiderte: Entsprechend Priester, Leviten und Jisraéliten. –", | |
| "R. Šimi lehrte, daß man im Bethause [aus der Tora] nicht weniger als zehn Verse vorlese, wobei auch [der Einleitungsvers] ‘Und er sprach’ mitgezählt werde; wem entsprechen nun diese zehn?", | |
| "R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Entsprechend den zehn Müßiggängern<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Gf. supra Fol. 3b Anm. 48.</i>im Bethause. R. Joseph erwiderte: Entsprechend den zehn Geboten, die Moše am Sinaj erteilt wurden. R. Levi erwiderte: Entsprechend den zehn Lobliedern, die David im Buche der Psalmen gedichtet hat. R. Joḥanan erwiderte: Entsprechend den zehn Aussprüchen, durch die die Welt erschaffen wurde. –", | |
| "Welche sind es? – [Die Worte] <i>er sprach</i> im [Abschnitte]<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,1.</i><i>Am Anfang</i>. – Deren sind ja nur neun!? – Auch [der Vers] <i>Am Anfang</i> gehört zu den Aussprüchen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Ps. 33,6.</i><i>durch den Ausspruch des Herrn wurden die Himmel erschaffen, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes</i>.", | |
| "Raba sagte: Liest der erste vier [Verse], so ist dies lobenswert, liest der zweite vier, so ist dies lobenswert, liest der dritte vier, so ist dies lobenswert.", | |
| "Liest der erste vier, so ist dies lobenswert, denn es wird gelehrt: In drei Körben von je drei Sea hebt man das Gold in der Schatzkammer ab; diese waren mit. [den Buchstaben] Aleph, Beth, Gimel gezeichnet, damit man wisse, welcher zuerst abgehoben wurde, um diesen zuerst zu Opferzwecken zu verwenden, denn das Gebot haftet am Ersten.", | |
| "Liest der mittelste vier, so ist es lobenswert, denn es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Num. 8,2.</i><i>Auf die Vorderseite des Leuchters sollen sie ihr Licht werfen</i>; dies lehrt, daß ihre Vorderseiten gegen die westliche<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Die die mittelste war.</i>Leuchte sich richteten, und die der westlichen Leuchte gegen die Göttlichkeit. Hierzu sagte R. Joḥanan: Hieraus, daß das Mittelste das geschätzteste ist.", | |
| "Liest der letzte vier, so ist dies lobenswert, weil man beim Heiligen erhöht und nicht herabsetzt. Einst war R. Papa im Bethause des Abe Gober, und als da jemand als erster vier [Verse] las, lobte er ihn.", | |
| "W<small>EDER WENIGER NOCH MEHR</small>. Es wird gelehrt: Der beginnt, liest einen Segen vorher, und der beendet, liest einen Segen nachher.", | |
| "Jetzt aber ist es üblich, daß jeder vorher und nachher lese, wegen der Kommenden und Fortgehenden<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Wer nach Beginn kommt, könnte glauben, man lese keinen Segen vorher, und wer vor Beendigung fortgeht, könnte glauben, man lese keinen nachher.</i>.", | |
| "A<small>N</small> N<small>EUMONDEN UND AN</small> H<small>AEBFESTEN LESEN VIER</small> &<small>C</small>. U͑la b. Rabh fragte Raba: Wie liest man den Neumondabschnitt:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,2ff. Dieser Abschnitt besteht aus 3 Absätzen von 8, 2 u. 5 Versen.</i><i>Befiehl den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen: Meine Opfergaben, meine Speise &c.</i>, der nur acht Verse hat? Lesen zwei je drei Verse, so bleiben ja nur zwei zurück, während man von einem Absatze nicht weniger als drei Verse zurücklassen darf. Lesen zwei je vier, so bleiben ja sieben zurück, denn der Absatz<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 9.</i><i>Und am Šabbath</i> hat zwei und der Absatz<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 11.</i><i>Und an euren Neumonden</i> hat fünf Verse: liest [der Dritte] die zwei Verse des ersten Absatzes und einen vom zweiten,", | |
| "so darf man ja einen Absatz nicht mit weniger als drei Versen beginnen, und liest er die zwei des ersten Absatzes und drei aus dem folgenden, so bleiben ja nur zwei zurück!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dieser erwiderte: Diesbezüglich habe ich nichts gehört, wohl aber bezüglich eines ähnlichen Falles. Wir haben nämlich gelernt: Am Sonntag [lasen sie<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Die Beistände im Tempel; cf. Tan. Fol. 26a.</i>den Absatz]<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,1.</i><i>Am Anfang</i> und<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Gen. 1,6.</i><i>Es werde eine Veste</i>.", | |
| "Hierzu wurde gelehrt, der Absatz <i>Am Anfang</i> werde von zweien und <i>Es werde eine Veste</i> von einem gelesen.", | |
| "Dagegen wandten wir ein: Allerdings <i>Es werde eine Veste</i> von einem, da er nur drei Verse hat, wieso aber <i>Am Anfang</i> von zweien, er hat ja nur fünf Verse, während gelehrt wird, wer aus der Tora vorliest, lese mindestens drei Verse vor!?", | |
| "Und hierzu wurde gelehrt: Rabh sagte, [der dritte Vers] wurde wiederholt, und Šemuél sagte, er wurde geteilt. –", | |
| "Weshalb wurde er nach Rabh wiederholt und nicht geteilt? – Er ist der Ansicht, einen Vers, den Moše nicht teilte, dürfen auch wir nicht teilen. –", | |
| "Wieso sagt Šemuél, man teile ihn, R. Ḥanina der Bibelleser erzählte ja, er habe sich viel mit R. Ḥanina dem Großen abgequält, dennoch erlaubte er ihm einen Schriftvers nur für Schulkinder zu teilen, weil es zum Unterrichte erfolgt!? –", | |
| "[Beim Unterrichte] ist es deshalb erlaubt, weil es nicht anders möglich ist, und auch hierbei ist es nicht anders möglich. –", | |
| "Weshalb wurde er nach Šemuél geteilt und nicht wiederholt? – Wegen der Kommenden und Fortgehenden<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Kommen die ersteren spät u. hören den zweiten 3 Verse lesen, so glauben sie, der erstere haha nur 2 gelesen; entgegengesetzt die Fortgehenden.</i>.", | |
| "Man wandte ein: Ein Absatz von sechs Versen ist von zweien und einer von fünf Versen von einem zu lesen; hat einer drei Verse gelesen, so lese der folgende die zwei Verse dieses Absatzes und einen aus dem folgenden; manche sagen, drei, weil man einen Absatz nicht mit weniger als drei Versen beginnen darf.", | |
| "Man sollte doch [den dritten Vers] entweder nach der einen Ansicht wiederholen oder nach der anderen Ansicht teilen!? –", | |
| "Anders ist es da, wo man [aus dem folgenden Absatz lesen] kann.", | |
| "R. Tanḥum sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie die manchen. Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wie man einen Absatz nicht mit weniger als drei Versen beginnen darf, ebenso darf man von einem Absatze nicht weniger als drei Verse zurücklassen. –", | |
| "Selbstverständlich, wenn beim Anfangen, bezüglich dessen der erste Tanna erleichternd ist, die manchen erschwerend sind, um wieviel mehr sind die manchen erschwerend beim Beenden, bezüglich dessen auch der erste Tanna erschwerend ist!? –", | |
| "Man könnte glauben, wohl komme es oft vor, daß manche [spät] kommen, nicht aber, daß manche die Tora geöffnet lassen und fortgehen, so lehrt er uns. –", | |
| "Nach dem ersten Tanna darf man wohl nicht [weniger als drei Verse] zurücklassen wegen der Fortgehenden, ebenso sollten auch beim Beginnen [drei Verse erforderlich sein], wegen der Kommenden!? – Ich will dir sagen: wer kommt, fragt.", | |
| "Rabba, der Sohn Rabas, ließ R. Joseph fragen: Wie ist die Halakha? Dieser ließ ihm erwidern: Die Halakha ist, man wiederhole ihn, und zwar wiederhole ihn der mittelste.", | |
| "D<small>IE</small> R<small>EGEL IST</small>: A<small>N EINEM</small> T<small>AGE</small>, <small>AN DEM ES EIN</small> Z<small>USATZGEBET GIBT</small> &<small>C</small>. Sie fragten: Wieviel an einem Gemeindefasttage? Lesen nur an Neumonden und Halbfesttagen vier, weil es an diesen ein Zusatzgebet gibt, nicht aber an jenem, an dem es kein Zusatzgebet gibt, oder auch an jenem, an dem ein Gebet<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Das Gebet ‘Erhöre’ uns, das an Fasttagen in das 18gebet eingeschaltet wird.</i>hinzugefügt wird? –", | |
| "Komm und höre: An Neumonden und Halbfesten lesen vier. Demnach lesen an einem Gemeindefasttage nur drei. – Wie nun der Anfangssatz: am Montag, am Donnerstag und beim Vespergebete des Šabbaths lesen drei. Demnach lesen an einem Gemeindefasttage vier!? – Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –", | |
| "Komm und höre: Rabh befand sich einst an einem Gemeindefasttage in Babylonien und sprach beim Vorlesen aus der Tora nur den Segen vorher und nicht nachher. Die ganze Gemeinde fiel<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Beim Sprechen des sog. Tachnungebetes.</i>aufs Gesicht. Rabh aber fiel nicht aufs Gesicht.", | |
| "Merke, Rabh las ja den Abschnitt für Jisraéliten<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Die 3 Abschnitte werden an einen Priester, einen Leviten u. einen Jisraéliten verteilt.</i>, und wenn er nachher keinen Segen sprach, so geschah dies wohl deshalb, weil nach ihm noch jemand lesen sollte<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Demnach lesen 4 Personen.</i>!? –", | |
| "Nein, Rabh las den Abschnitt für Priester, denn auch R. Hona tat dies<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Seines hohen Ansehens wegen, obgleich er keiner war.</i>. –", | |
| "Allerdings las R. Hona den Abschnitt für Priester, da sogar R. Ami und R. Asi, die die angesehensten Priester im Jisraéllande waren, sich vor ihm beugten, wieso aber tat dies Rabh, wo Šemuél da war, der Priester war und höher war!? –", | |
| "Auch Šemuél beugte sich vor Rabh, nur erwies ihm Rabh Hochschätzung, jedoch nur in seiner Anwesenheit und nicht in seiner Abwesenheit. –", | |
| "Es ist auch einleuchtend, daß Rabh den Abschnitt für Priester las, denn wenn du sagen wolltest, er habe den Abschnitt für Jisraéliten gelesen, so sprach er ja den Segen vorher nur wegen der Verordnung<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Mit Rücksicht auf die Kommenden u. Fortgehenden; ob. Fol. 21b.</i>, somit sollte er ihn auch nachher gesprochen haben!? –", | |
| "Anders war es da, wo Rabh anwesend war; wohl kamen manche [später]," | |
| ], | |
| [ | |
| "niemand aber ging [früher] fort. –", | |
| "Komm und höre: Die Regel ist: [An einem Tage], an dem für das Volk eine Störung der Arbeit entstehen würde, wie zum Beispiel an einem Gemeindefasttage oder am Neunten Ab, lesen drei [Personen] an einem Tage,", | |
| "aber an dem für das Volk keine Störung der Arbeit<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Da an diesen ohnehin nicht gearbeitet wird.</i> entsteht, wie zum Beispiel an Neumonden und Halbfesttagen, lesen vier. Schließe hieraus.", | |
| "R. Aši sprach: Wir haben ja aber anders gelernt: die Regel ist: [an einem Tage], an dem es ein Zusatzgebet gibt, der aber kein Festtag ist, lesen vier, und dies schließt wohl Gemeindefasttage und den Neunten Ab ein!? –", | |
| "Nach R. Aši<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Nach dem die Regel unserer Mišna den Neunten Ab einbegreift, an dem ein Zusatzgebet gesprochen wird.</i>vertritt ja unsere Mišna weder die Ansicht des ersten Autors noch die des R. Jose!? Es wird nämlich gelehrt: Fällt [der Neunte Ab] auf einen Montag oder einen Donnerstag, so lesen drei [Personen aus der Tora], und einer von ihnen liest die Haphṭara; fällt er auf einen Dienstag oder einen Mittwoch, so liest einer, und dieser liest auch die Haphṭara. R. Jose sagt, in jedem Falle lesen drei, von denen einer die Haphṭara lese. –", | |
| "Andernfalls besteht ja die Frage, was denn die Regel einschließe!? – Diese schließt Neumonde und das Halbfest ein. –", | |
| "Von diesen lehrt er ja ausdrücklich: an Neumonden und an Halbfesten lesen vier!? –", | |
| "Er gibt nur ein Merkzeichen: man glaube nicht, Feste und Halbfeste gleichen einander, vielmehr halte man sich an folgende Regel: je bedeutender der Tag ist, desto mehr Personen sind es;", | |
| "somit lesen an Neumonden und Halbfesten, an denen es ein Zusatzopfer gibt, vier, an einem Festtage, an dem die Arbeit verboten ist, fünf, am Versöhnungstage, [dessen Entweihung] mit der Ausrottung belegt ist, sechs, und am Šabbath, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, sieben Personen.", | |
| "Der Text. Einst befand sich Rabh an einem Gemeindefasttage in Babylonien und sprach beim Vorlesen aus der Tora den Segen vorher und nicht nachher. Die ganze Gemeinde fiel<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Beim Sprechen des sog. Tachnungebetes.</i>aufs Gesicht, er aber nicht. Weshalb fiel Rabh nicht aufs Gesicht? –", | |
| "Es war ein Steinpflaster, und es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,1.</i><i>Ihr sollt keinen Stein mit Bildwerk in eurem Lande setzen, um sich auf diesen niederzuwerfen</i>; auf diesen dürft ihr euch in eurem Lande nicht niederwerfen, wohl aber dürft ihr euch auf die Pflastersteine des Tempels niederwerfen. Dies nach einer Lehre U͑las, welcher sagte, die Tora habe nur das Steinpflaster verboten<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Derartiges in Bethäusern zu legen, wie im Tempel.</i>. –", | |
| "Weshalb demnach nur Rabh, auch alle anderen sollten es [unterlassen]!? – Dieses befand sich nur vor Rabh. –", | |
| "Sollte er zur Gemeinde gehen und da aufs Gesicht fallen!? – Er wollte die Gemeinde nicht belästigen. Wenn du aber willst, sage ich: Rabh pflegte beim Sichniederwerfen Hände und Füße vollständig auszubreiten, und [er unterließ es] nach einer Lehre U͑las, welcher sagte, die Tora habe nur das Ausbreiten von Händen und Füßen verboten. –", | |
| "Sollte er aufs Gesicht fallen und nicht Hände und Füße ausbreiten!? – Er wollte von seiner Gepflogenheit nicht abweichen.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es bei einem vornehmen Manne. Dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Ein vornehmer Mann darf nicht aufs Gesicht fallen, es sei denn, daß er gleich Jehošua͑, dem Sohne Nuns, erhört wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Jos. 7,10.</i><i>und der Herr sprach zu Jehošua͑: Steh auf &c.</i>", | |
| "Die Rabbanan lehrten: ‘Bücken’ mit dem Gesichte [zur Erde], wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">iReg. 1,31.</i><i>Bath Šeba bückte sich mit dem Gesichte zur Erde</i>. ‘Knien’, auf den Knieen [liegen], wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Ib. 8,34.</i><i>von seinem Knien (auf den Knieen)</i>. ‘Sichhinstrecken’, Hände und Füße ausstrecken, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Gen. 37,10.</i><i>sollen wir etwa kommen, ich, deine Mutter und deine Brüder, uns vor dir zur Erde hinzustrecken</i>!?", | |
| "Levi zeigte das Bücken vor Rabbi und er wurde lahm. –", | |
| "Hat ihm denn dies verursacht, R. Elea͑zar sagte ja, man stoße nie Worte gegen oben aus, denn ein bedeutender Mann, das ist Levi, stieß Worte gegen oben aus<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Gegen Handlungen Gottes; cf. Tan. Fol. 25a.</i>und er wurde lahm!? – Das eine und das andere verursachten dies.", | |
| "R. Ḥija b. Abin erzählte: Ich beobachtete Abajje" | |
| ], | |
| [ | |
| "und Raba, die sich nur verbeugten.", | |
| "A<small>N EINEM</small> F<small>ESTTAGE</small> [<small>LESEN</small>] <small>FÜNF</small>, <small>AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE SECHS</small> &<small>C</small>. Wer [ist der Autor] unserer Mišna: weder R. Jišma͑él noch R. A͑qiba!? Es wird nämlich gelehrt: An einem Festtage fünf, am Versöhnungstage sechs und am Šabbath sieben, weder weniger noch mehr – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt: an einem Festtage fünf, am Versöhnungstage sieben und am Šabbath sechs, nicht weniger, wohl aber mehr.", | |
| "Wer nun: wenn R. Jišma͑él, stimmt ja nicht das mehr<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Das nach RJ. unzulässig ist.</i>, und wenn R. A͑qiba, so stimmt ja nicht die Zahl sechs und sieben!?", | |
| "Raba erwiderte: Es ist der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Am Festtage fünf, am Versöhnungstage sechs und am Šabbath sieben, nicht weniger, wohl aber mehr – so R. Jišma͑él. –", | |
| "Demnach befindet sich ja R. Jišma͑él mit sich selbst in Widerspruch!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jišma͑éls. –", | |
| "Wer [ist der Autor] der folgenden Lehre: Am Festtage komme man spät<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Wegen der Vorbereitungen zum Feste.</i>[ins Bethaus] und gehe früh<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Wegen der Festfreude.</i>fort, am Versöhnungstage komme man früh und gehe spät fort, am Šabbath<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Da alles bereits am Vorabend fertig ist.</i>komme man früh und gehe früh fort? Wohl R. A͑qiba, welcher sagt, [am Versöhnungstage] lese einer mehr. – Du kannst auch sagen, R. Jišma͑él, und zwar aus dem Grunde, weil an diesem der Gottesdienst umfangreicher ist.", | |
| "Wem entsprechen diese drei, (vier), fünf, (sechs) und sieben? – Hierüber streiten R. Jiçḥaq b. Naḥmani und noch jemand, das ist R. Šimo͑n b. Pazi; manche sagen: R. Šimo͑n b. Pazi und noch jemand, das ist R. Jiçḥaq b. Naḥmani, und wie manche sagen, R. Šemuél b. Naḥmani: einer sagt, entsprechend dem Priestersegen<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Dieser besteht aus 3 Versen, von drei, fünf und sieben Worten.</i>, und einer sagt, entsprechend den drei Schwellenhütern<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Cf. iiReg. 25,18,19 u. Est. 1,14.</i>, den fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Cf. iiReg. 25,18,19 u. Est. 1,14.</i>, und den sieben, die den König umgeben.", | |
| "R. Joseph lehrte: Drei, fünf und sieben: drei Schwellenhüter, fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs, und sieben, die den König umgeben. Abajje sprach zu ihm: Weshalb hat es uns der Meister bisher nicht erklärt? Dieser erwiderte: Ich wußte nicht, daß ihr der Erklärung braucht, habt ihr mich denn nach einer solchen gefragt und ich sie euch verweigert!?", | |
| "Ja͑qob der Minäer fragte R. Jehuda: Wem entsprechen die sechs des Versöhnungstages? Dieser erwiderte: Entsprechend den sechs Männern, die zur Rechten, und den sechs, die zur Linken E͑zras gestanden haben, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Neh. 8,4.</i><i>und Ezra, der Schriftgelehrte, stand auf einem hölzernen Gerüste, das sie für diesen Zweck errichtet hatten, und neben ihm standen Matithja, Šema͑, A͑anja, Urija, Ḥilqija und Maa͑seja zu seiner Rechten, und Pedaja, Mišaél, Malkija, Ḥašum, Ḥašbadana, Zekharja und Mešullam zu seiner Linken</i>. –", | |
| "Es sind ja sieben!? – Mešullam ist Zekharja, und nur deshalb wird er Mešullam genannt, weil er vollständig [mišlam] war in seinen Taten.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Jeder ist zu den sieben<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Die aus der Tora vorzulesen haben.</i>zulässig, selbst ein Minderjähriger und selbst eine Frau; jedoch sagten die Weisen, eine Frau dürfe aus Achtung vor der Gemeinde aus der Tora nicht vorlesen.", | |
| "Sie fragten: Darf derjenige, der die Haphṭara liest, zu den sieben mitgezählt werden? – R. Hona und R. Jirmeja b. Abba [streiten hierüber]; einer sagt, er werde mitgezählt, und einer sagt, er werde nicht mitgezählt.", | |
| "Einer sagt, er werde mitgezählt, da er ja vorliest; einer sagt, er werde nicht mitgezählt, denn U͑la sagte: Weshalb liest derjenige, der die Haphṭara liest, vorher aus der Tora? Wegen der Achtung der Tora<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Damit man das Vorlesen aus dem Prophetenbuche nicht als gleichwertig betrachte.</i>. Wenn dies nur wegen der Achtung der Tora erfolgt, so wird er nicht mitgezählt.", | |
| "Man wandte ein: Wer die Haphṭara aus den Propheten liest, lese nicht weniger als einundzwanzig Verse, entsprechend den sieben, die aus der Tora<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Sieben Personen je 3 Verse.</i>lesen: Wenn dem nun so<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Daß er nicht mitgezählt wird.</i>wäre, so wären es ja vierundzwanzig!? – Da dies nur zu Ehren der Tora erfolgt," | |
| ], | |
| [ | |
| "so ist es ihm entsprechend nicht nötig.", | |
| "Raba wandte ein: [Die Haphṭara]<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Jer. 7,21.</i><i>Fügt eure Brandopfer hinzu</i> hat ja keine einundzwanzig Verse, und wir lesen ihn!? – Anders ist es bei diesem, wo das Thema abbricht. –", | |
| "Ist dies denn nicht der Fall, auch wo das Thema nicht abbricht, R. Šemuél erzählte ja: Oft stand ich vor R. Joḥanan, und als wir zehn Verse gelesen hatten, sprach er zu uns: Hört auf!? – Anders ist es, wenn ein Dolmetsch vorhanden ist; R. Taḥlipha b. Šemuél lehrte nämlich: Dies nur, wenn kein Dolmetsch vorhanden ist, wenn aber ein Dolmetsch vorhanden ist, höre man früher auf.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup><b>M</b><small>AN ZELEBRIERT</small><sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Das Šema͑ nebst den dazugehörenden vorangehenden u. folgenden Segenssprüchen u. Gebeten im Chor vortragen od. im Wechselvortrag lesen. <span dir=\"rtl\">פורסין</span> v. <span dir=\"rtl\">פרס</span> <i>brechen, teilen</i>, da die Segenssprüche teils vor u. teils nach dem Šema͑ gelesen wurden; nach Maimonides: v. <span dir=\"rtl\">פרש</span> <i>ausbreiten, vortragen</i>.</i><small>NICHT DAS</small> Š<small>EMA͑</small>, <small>TRITT NICHT VOR DIE</small> L<small>ADE</small>, <small>ERHEBT NICHT DIE</small> H<small>ÄNDE</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>], <small>LIEST NICHT AUS DER</small> T<small>ORA VOR</small>, <small>LIEST NICHT DIE</small> H<small>APHṬARA AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN</small>,", | |
| "<small>VERANSTALTET KEIN</small> S<small>TEHEN UND</small> S<small>ITZEN</small><sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Bei einer größeren Trauerfeier wurde das Publikum vom Trauerredner 7mal zum Sitzen und zum Aufstehen aufgefordert; cf. Bb. Fol. 100b.</i>, <small>SPRICHT NICHT DEN</small> T<small>RAUERSEGEN</small>, T<small>ROSTWORTE AN DIE</small> L<small>EIDTRAGENDEN UND DEN</small> H<small>OCHZEITSSEGEN UND VERANSTALTET KEINE</small> V<small>ORBEREITUNG ZUM GEMEINSCHAFTLICHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ber. Fol. 49b.</i>T<small>ISCHSEGEN MIT</small> N<small>ENNUNG DES</small> G<small>OTTESNAMENS</small>, <small>WENN WENIGER ALS ZEHN</small> [P<small>ERSONEN ANWESEND SIND</small>]. Z<small>UR</small> [A<small>USLÖSUNG VON</small>] G<small>RUNDSTÜCKEN</small><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Die man dem Heiligtume geweiht hat; cf. Lev. 27,14ff.</i><small>SIND NEUN</small> [M<small>ÄNNER</small>] <small>UND EIN</small> P<small>RIESTER ERFORDERLICH</small>. D<small>ESGLEICHEN BEI</small> M<small>ENSCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wenn jemand seinen Geldwert dem Heiligtume weiht; cf. Lev. 27,2ff.</i>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,32.</i><i>damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde</i>; bei keiner heiligen Handlung dürfen es weniger als zehn sein. –", | |
| "Wieso geht dies hieraus hervor? – R. Ḥija lehrte: Dies geht aus [dem Worte] <i>Mitte</i> hervor; hier heißt es: <i>damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Num. 16,21.</i>heißt es: <i>sondert euch ab aus der Mitte dieser Gemeinde</i>.", | |
| "Ferner folgere man aus [dem Worte] <i>Gemeinde</i>, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,27.</i><i>wie lange noch soll es mit dieser bösen Gemeinde währen</i>? Wie es da zehn [Personen] waren, ebenso auch hier<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Dh. in jedem anderen Falle, wo eine Gemeinde erforderlich ist.</i>zehn.", | |
| "V<small>ERANSTALTET KEIN</small> S<small>TEHEN UND</small> S<small>ITZEN</small>. Weil man dann zu sagen hat: ‘Steht auf, Verehrte, steht auf! Setzt euch, Verehrte, setzt euch!’ Bei weniger als zehn [Personen] ist dies nicht angebracht.", | |
| "S<small>PRICHT NICHT DEN</small> T<small>RAUERSEGEN UND DEN</small> H<small>OCHZEITSSEGEN</small>. Was ist das für ein Trauersegen? – Der Segen auf der Straße. R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Der Trauersegen ist bei [Anwesenheit von] zehn [Personen] zu sprechen, und die Leidtragenden werden nicht mitgezählt; der Hochzeitssegen ist bei [Anwesenheit von] zehn [Personen] zu sprechen, und der Bräutigam wird mitgezählt.", | |
| "V<small>ERANSTALTET KEINE</small> V<small>ORBEREITUNG ZUM GEMEINSCHAFTLICHEN</small> T<small>ISCHSEGEN MIT</small> N<small>ENNUNG DES</small> G<small>OTTESNAMENS</small>. Weil man zu sprechen hat: ‘Wir wollen unseren Gott preisen’. Bei weniger als zehn [Personen] ist dies nicht angebracht.", | |
| "Z<small>UR</small> [A<small>USLÖSUNG VON</small>] G<small>RUNDSTÜCKEN SIND NEUN</small> [M<small>ÄNNER</small>] <small>UND EIN</small> P<small>RIESTER ERFORDERLICH</small>. (D<small>ESGLEICHEN BEI</small> M<small>ENSCHEN</small>.) Woher dies?", | |
| "Šemuél erwiderte: Zehn Mal wird [das Wort] Priester in diesem Abschnitte<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Lev. Kap. 27.</i> genannt; einmal ist es an sich nötig und die übrigen sind eine Ausschliessung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend: neun Jisraéliten und ein Priester. –", | |
| "Vielleicht fünf Jisraéliten und fünf Priester!? – Ein Einwand.", | |
| "D<small>ESGLEICHEN</small> M<small>ENSCHEN</small>. Kann denn ein Mensch heilig werden!?", | |
| "R. Abahu erwiderte: Wenn jemand sagt: ‘Ich spende meinen Geldwert’. Es wird nämlich gelehrt: Sagt jemand: ‘Ich spende meinen Geldwert’, so wird er wie ein Sklave geschätzt. Sklaven gleichen Grundstücken, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,46.</i><i>ihr mögt sie auf eure Kinder nach euch vererben, daß sie ihr Eigentum seien</i>.", | |
| "<sup>iv</sup><b>W</b><small>ER AUS DER</small> T<small>ORA VORLIEST</small>, <small>LESE NIGHT WENIGER ALS DREI</small> V<small>ERSE</small>. M<small>AN LESE DEM</small> D<small>OLMETSCH NIGHT MEHR ALS EINEN</small> V<small>ERS VOR</small>, <small>AUS</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "<small>DEN</small> P<small>ROPHETEN AUCH DREI</small>; <small>WENN DIE DREI ABER DREI EINZELNE</small> A<small>BSÄTZE BILDEN</small>, <small>SO LESE MAN SIE EINZELN</small>.", | |
| "M<small>AN DARF</small> [<small>BEIM</small> V<small>ORLESEN</small>] <small>AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN ÜBERSPRINGEN</small>, <small>NICHT ABER DARF MAN</small> [<small>BEIM</small> V<small>ORLESEN</small>] <small>AUS DER</small> T<small>ORA ÜBERSPRINGEN</small>. W<small>IEVIEL DARF MAN ÜBERSPRINGEN</small>? D<small>ASS DER</small> D<small>OLMETSCH NICHT INNEZUHALTEN BRAUCHE</small>.", | |
| "GEMARA. Wem entsprechen diese drei Verse? R. Asi erwiderte: Entsprechend Tora, Propheten und Hagiographen.", | |
| "M<small>AN LESE DEM</small> D<small>OLMETSCH NICHT MEHR ALS EINEN</small> V<small>ERS VOR</small>, <small>AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN AUCH DREI</small>; <small>WENN DIE DREI ABER DREI EINZELNE</small> A<small>BSÄTZE BILDEN</small>, <small>SO LESE MAN SIE EINZELN</small>. Zum Beispiel:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Jes. 52,3.</i><i>Denn so spricht der Herr: Umsonst wurdet ihr νerkauft</i>.<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 4.</i><i>Denn so spricht Gott, der Herr: Nach Miçrajim zog mein Volk einst hinab</i>.<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>Und nun, was habe ich hier zu schaffen, Spruch des Herrn</i>.", | |
| "[B<small>EIM</small> V<small>ORLESEN</small>] <small>AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN DARF MAN ÜBERSPRINGEN</small>, <small>NICHT ABER DARF MAN</small> [<small>BEIM</small> V<small>ORLESEN</small>] <small>AUS DER</small> T<small>ORA ÜBERSPRINGEN</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Er<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Der Hochpriester am Versöhnungstage.</i>liest [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,1.</i><i>Nach dem Tode</i> und [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Ib. 23,27.</i><i>Am zehnten</i>. Hierbei überspringt er<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Der 2. Abschnitt befindet sich viele Kapitel weiter.</i>ja!?", | |
| "Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn der Dolmetsch innehalten muß, und das andere, wenn der Dolmetsch nicht innezuhalten braucht. –", | |
| "Er lehrt ja aber weiter, man dürfe [beim Vorlesen] aus den Propheten überspringen, nicht aber dürfe man [beim Vorlesen] aus der Tora überspringen, und man dürfe soviel überspringen, daß der Dolmetsch nicht innezuhalten brauche; demnach ist es ja [beim Vorlesen] aus der Tora in jedem Falle verboten!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Abajje, das eine gilt von einem Thema und das andere gilt von zwei Themen. Es wird auch gelehrt: Man darf [beim Vorlesen] aus der Tora bei einem Thema überspringen, [beim Vorlesen] aus den Propheten auch bei zwei Themen; in beiden Fällen jedoch nur so lange, daß der Dolmetsch nicht innezuhalten brauche.", | |
| "Ein Anderes lehrt: Man darf nicht von einem Propheten zum anderen überspringen; bei den zwölf [kleinen] Propheten darf man überspringen, jedoch darf man nicht vom Ende des Buches zum Beginne springen.", | |
| "<sup>v</sup><b>W</b><small>ER DIE</small> H<small>APHṬARA AUS DEN</small> P<small>ROPHETEN VORLIEST</small>, <small>ZELEBRIERT AUCH DAS</small> Š<small>EMA͑</small>, <small>TRITT AUCH VOR DIE</small> L<small>ADE UND ERHEBT AUCH DIE</small> H<small>ÄNDE</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>];<small>IST ES EIN</small> M<small>INDERJÄHRIGER</small>, <small>SO TUE DIES SEIN</small> V<small>ATER ODER SEIN</small> L<small>EHRER FÜR IHN</small>.", | |
| "<sup>vi</sup>E<small>IN MINDERJÄHRIGER DARF AUS DER</small> T<small>ORA VORLESEN UND VERDOLMETSCHEN</small>, <small>JEDOCH NICHT DAS</small> Š<small>EMA͑ ZELEBRIEREN</small>, <small>NOCH VOR DIE</small> L<small>ADE TRETEN</small>, <small>NOCH DIE</small> H<small>ÄNDE</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>] <small>ERHEBEN</small>.", | |
| "E<small>IN</small> Z<small>ERLUMPTER DARF DAS</small> Š<small>EMA͑</small> <small>ZELEBRIEREN UND VERDOLMETSCHEN</small>, <small>JEDOCH NICHT AUS DER</small> T<small>ORA VORLESEN</small>, <small>NOCH VOR DIE</small> L<small>ADE TRETEN</small>, <small>NOCH DIE</small> H<small>ÄNDE</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>] <small>ERHEBEN</small>.", | |
| "E<small>IN</small> B<small>LINDER DARF DAS</small> Š<small>EMA͑</small> <small>ZELEBRIEREN UND VERDOLMETSCHEN</small>; R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>WER NIE IM</small> L<small>EBEN DIE</small> L<small>ICHTKÖRPER GESEHEN HAT</small>, <small>DÜRFE DAS</small> Š<small>EMA͑ NICHT ZELEBRIEREN</small>.", | |
| "GEMARA. Aus welchem Grunde?<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Verrichtet der Vorlesende auch die übrigen Funktionen.</i>R. Papa erklärte: Als Ehrung. Rabba b. Šimi erklärte: Um Streitigkeiten<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Über die Verteilung dieser Funktionen.</i>vorzubeugen. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –", | |
| "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man dies unentgeltlich tut. –", | |
| "Es wird gelehrt: Ist es ein Minderjähriger, so tue dies sein Vater oder sein Lehrer für ihn. Sind denn, wenn du wegen Streitigkeiten sagst, bei einem Minderjährigen Streitigkeiten zu berücksichtigen!? –", | |
| "Ist denn, wenn du als Ehrung sagst, bei einem Minderjährigen die Ehrung zu berücksichtigen!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Vielmehr als Ehrung für den Vater und als Ehrung für den Lehrer, ebenso Streitigkeiten mit dem Vater und Streitigkeiten mit dem Lehrer.", | |
| "E<small>IN</small> Z<small>ERLUMPTER DARF DAS</small> Š<small>EMA͑ ZELEBRIEREN</small> &<small>C</small>. U͑la b. Rabh fragte Abajje: Darf ein zerlumpter Minderjähriger aus der Tora vorlesen?", | |
| "Dieser entgegnete: Du könntest ebenso bezüglich des Nackten fragen! Der Nackte darf es nicht aus Achtung vor der Gemeinde, ebenso darf es dieser nicht aus Achtung vor der Gemeinde.", | |
| "E<small>IN</small> B<small>LINDER DARF DAS</small> Š<small>EMA͑ ZELEBRIEREN</small> &<small>C</small>. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Viele trugen über die Sphärenkunde vor, ohne sie je im Leben gesehen zu haben. –", | |
| "Und R. Jehuda!? – Bei diesen kommt es auf das Verständnis an, sie vertiefen sich und verstehen es, hierbei aber kommt es auf den Nutzen<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Vom Lichte, das im betreffenden Segensspruche genannt wird.</i>an, und er hat ja [vom Lichte] keinen Nutzen. –", | |
| "Und die Rabbanan!? – Auch er hat davon einen Nutzen. Es wird nämlich gelehrt: R. Jose erzählte: Mein ganzes Leben hatte ich mich mit folgendem Verse abgequält:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,29.</i><i>du wirst am Mittag herumtasten, wie der Blinde im Finstern</i>; welchen Unterschied gibt es für einen Blinden zwischen Finsternis und Licht!?", | |
| "Einst aber ging ich in einer finsteren Nacht und Dunkelheit und sah einen Blinden mit einer Fackel in der Hand auf dem Wege gehen. Da sprach ich zu ihm: Mein Sohn, was soll dir diese Fackel!? Dieser erwiderte: Wenn ich eine Fackel in der Hand trage, so sehen mich die Leute und schützen mich vor Gruben, Gestrüpp und Dornen.", | |
| "<sup>vii</sup><b>E</b><small>IN</small> P<small>RIESTER</small>, <small>DER</small> G<small>EBRECHEN AN DEN</small> H<small>ÄNDEN HAT</small>, <small>ERHEBE NIGHT DIE</small> H<small>ÄNDE</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>]; R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>AUCH DESSEN</small> H<small>ÄNDE MIT</small> W<small>AIDFARBE BESCHMUTZT SIND</small>, <small>ERHEBE DIE</small> H<small>ÄNDE NIGHT</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>], <small>WEIL DAS</small> P<small>UBLIKUM IHN ANSCHAUEN WÜRDE</small>.", | |
| "GEMARA. Es wird gelehrt: Die Gebrechen, von denen sie sprechen, wenn er sie am Gesichte, an den Händen oder an den Füßen hat. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Sind seine Hände mit weißen Flecken behaftet, so erhebe er nicht die Hände [zum Priestersegen]. Ebenso wird auch gelehrt: Sind seine Hände mit weißen Flecken behaftet, so erhebe er nicht die Hände [zum Priestersegen]; sind sie gekrümmt oder gebogen, so erhebe er nicht die Hände [zum Priestersegen].", | |
| "R. Asi sagte: [Ein Priester] aus Ḥaifa oder Beth Šan erhebe nicht die Hände [zum Priestersegen]. Desgleichen wird gelehrt: Leute aus Ḥajpha. Beth Šan oder Tibo͑n darf man nicht vor die Lade treten lassen, weil diese das Aleph wie A͑jin und das A͑jin wie Aleph aussprechen.", | |
| "R. Ḥija sprach zu R. Šimo͑n b. Rabbi: Wärest du aus dem Stamme Levi, so würdest du für die Estrade<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Auf der die Leviten das Tempellied sangen.</i>untauglich sein, weil du eine grobe Stimme hast. Als er zu seinem Vater kam, und es ihm erzählte, sprach dieser zu ihm: Geh, sage ihm: Würdest du, wenn du [zum Verse]: <sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Jes. 8,17.</i><i>ich will auf den Herrn hoffen</i>, herankommst, nicht lästern und schmähen<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Er sprach das Ḥeth wie He; er würde somit <span dir=\"rtl\">והכיתי</span>, <i>ich will schlagen</i>, statt <span dir=\"rtl\">וחכיתי</span>, <i>ich will</i>I <i>hoffen</i>, gelesen haben.</i>?", | |
| "R. Hona sagte: Der Triefäugige darf die Hände nicht [zum Priestersegen] erheben. – Einer war ja aber in der Nachbarschaft R. Honas, der die Hände [zum Priestersegen] wohl erhob!? – Dieser war in der Stadt bekannt<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Er lenkte nicht mehr die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich.</i>. Ebenso wird auch gelehrt: Der Triefäugige darf nicht die Hände [zum Priestersegen] erheben; ist er in der Stadt bekannt, so darf er dies.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Wer auf einem Auge blind ist, darf die Hände nicht [zum Priestersegen] erheben. – Einer war ja aber in der Nachbarschaft R. Joḥanans, der die Hände wohl [zum Priestersegen] erhob!? – Dieser war in der Stadt bekannt. Ebenso wird auch gelehrt: Wer auf einem Auge blind ist, darf nicht die Hände [zum Priestersegen] erheben: ist er in der Stadt bekannt, so darf er dies.", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT</small>: A<small>UCH DESSEN</small> H<small>ÄNDE MIT</small> W<small>AIDFARBE BESCHMUTZT SIND</small>, <small>ERHEBE DIE</small> H<small>ÄNDE NIGHT</small> [<small>ZUM</small> P<small>RIESTERSEGEN</small>]. Es wird gelehrt: Ist dies die Beschäftigung der meisten Einwohner der Stadt, so ist es erlaubt.", | |
| "<sup>viii</sup><b>S</b><small>AGT JEMAND</small>: ‘I<small>CH TRETE NICHT VOR DIE</small> L<small>ADE IN FARBIGEN</small> [K<small>LEIDERN</small>]’, <small>SO DARF ER ES AUCH NICHT IN WEISSEN</small>. ‘I<small>N</small> S<small>ANDALEN</small>’, <small>SO DARF ER ES AUCH NICHT BARFUSS</small>.", | |
| "M<small>ACHT MAN SEINE</small> T<small>EPHILLA</small><sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Die Gebetkapsel (cf. Bd. I S. 18 Anm. 197); die Gefahr der runden (od. spitzen) T. besteht darin, daß sie durch einen Stoß leicht den Kopf verletzen kann.</i><small>RUND</small>, <small>SO IST DIES</small> G<small>EFÄHRLICH</small>, <small>AUCH ÜBT MAN DAMIT DAS</small> G<small>EBOT NICHT AUS</small>. L<small>EGT MAN SIE AN DIE</small> S<small>TIRN BEZIEHUNGSWEISE AN DIE</small> H<small>ANDFLÄCHE</small>, <small>SO IST DIES HERÄTISCHE</small><sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Mit <span dir=\"rtl\">מינים</span> sind hier wahrscheinl. die Saduzäer gemeint, die sich (wie heute noch die Karäer) genau an den Wortlaut der Schrift hielten, nach der die Tephilla ‘zwischen den Augen’ (cf. Dt. 6,8), während sie nach der rabbinischen Auslegung über der Stirn sitzen muß. <span dir=\"rtl\">חיעונים</span> die Außenstehenden, Ketzer, Sektierer, Häretiker.</i> A<small>RT</small>. B<small>EKLEIDET MAN SIE MIT</small> G<small>OLD ODER LEGT MAN SIE AUF DEM</small> Ä<small>RMEL AN</small>, <small>SO IST DIES KETZERISCHE</small><sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Mit <span dir=\"rtl\">מינים</span> sind hier wahrscheinl. die Saduzäer gemeint, die sich (wie heute noch die Karäer) genau an den Wortlaut der Schrift hielten, nach der die Tephilla ‘zwischen den Augen’ (cf. Dt. 6,8), während sie nach der rabbinischen Auslegung über der Stirn sitzen muß. <span dir=\"rtl\">חיעונים</span> die Außenstehenden, Ketzer, Sektierer, Häretiker.</i>A<small>RT</small>.", | |
| "GEMARA. Aus welchem Grunde? – Wir befürchten, er ist vielleicht von der Häresie befangen.", | |
| "M<small>ACHT JEMAND SEINE</small> T<small>EPHILLA RUND</small>, <small>SO IST DIES GEFÄHRLICH</small>, <small>AUCH ÜBT MAN DAMIT DAS</small> G<small>EBOT NICHT AUS</small>. Wir lernen also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Es ist eine dem Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß die Tephillin viereckig sein müssen.", | |
| "Hierzu sagte Raba, auch in ihrer Naht und ihrem Querschnitte. R. Papa entgegnete: Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie wie eine Nuß gefertigt sind<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Kugelrund; oval od. platt dürfen sie demnach sein.</i>.", | |
| "<sup>ix</sup> <b>S</b><small>AGT JEMAND</small>:" | |
| ], | |
| [ | |
| "‘<small>DIE</small> G<small>UTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Was die Schlechten ausschließt.</i><small>PREISEN DICH</small>’, <small>SO IST DIES</small> H<small>ÄRESIE</small>. [S<small>AGT JEMAND</small>:] ‘<small>BIS AUF DAS</small> V<small>OGELNEST</small><sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 22,6ff.</i><small>ERSTRECKT SICH DEIN</small> E<small>RBARMEN</small>’, <small>ODER</small>: ‘<small>OB DEINES</small> G<small>UTEN SEI DEINES</small> N<small>AMENS GEDACHT</small>’, <small>ODER WENN JEMAND</small><sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Im Danksegen des 18gebetes.</i> ‘<small>WIR DANKEN</small>, <small>WIR DANKEN</small>’ <small>SAGT</small>, <small>SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN</small>.", | |
| "W<small>ENN JEMAND</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DER</small> B<small>LUTSCHANDE UMSCHRIEBEN LIEST</small>, <small>SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN</small>. W<small>ENN JEMAND</small> [<small>DEN</small> V<small>ERS</small>:]<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Lev. 18,21.</i><i>du sollst von deiner Nachkommenschaft nicht hergeben, um es dem Molekh zu weihen</i>, <small>PARAPHRASIERT</small>: <small>VON DEINEM</small> S<small>AMEN SOLLST DU NICHT HERGEBEN</small>, <small>EINE</small> A<small>RAMÄERIN ZU SCHWÄNGERN</small>, <small>SO BRINGT MAN IHN ZUM</small> S<small>CHWEIGEN</small>.", | |
| "GEMARA. Erklärlich ist es, daß man ihn schweigen heißt, wenn er ‘wir danken, wir danken’ sagt, weil es den Anschein hat, als [bete er] zwei Prinzipien an, ebenso wegen ‘ob des Guten sei deines Namens gedacht‘, weil dies heißt: nur für das Gute, nicht aber für das Schlechte, während wir gelernt haben, man sei verpflichtet, für das Schlechte zu preisen, wie man für das Gute preist, weshalb aber wegen ‘bis auf das Vogelnest erstreckt sich dein Erbarmen’!? –", | |
| "Hierüber streiten im Westen zwei Amoraím, R. Jose b. Abin und R. Jose b. Zebida; einer erklärt: weil man dadurch Neid in der Schöpfung erregt, und einer erklärt: weil er die Gebote<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Eigenschaften, Handlungen.</i>des Heiligen, gepriesen sei er, zur Barmherzigkeit macht, während sie Befehle sind.", | |
| "Einst trat jemand in Gegenwart Rabbas vor und betete: Du hast des Vogelnestes geschont, schone auch und erbarme dich unser! Du hast des [Tieres]<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 22,28.</i>und seines Jungen geschont, schone auch und erbarme dich unser! Da sprach Rabba: Wie sehr versteht es dieser Jünger, seinen Herrn zu besänftigen. Abajje sprach zu ihm: Wir haben ja gelernt, man heiße ihn schweigen!?", | |
| "Rabba aber wollte Abajje nur prüfen.", | |
| "Einst trat jemand in Gegenwart R. Ḥaninas vor und betete: Gott, der Große, der Mächtige, der Furchtbare, der Starke, der Feste und der Mutige.", | |
| "Da sprach er zu ihm: Bist du mit allen Lobpreisungen des Herrn zu Ende? Wir würden auch diese drei<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Epitheta Gottes (Der Große, der Starke, der Furchtbare).</i>nicht gesagt haben, hätte sie nicht Moše in der Tora geschrieben, und wären die Männer der Großsynode nicht gekommen und hätten sie [in das Gebet] aufgenommen; du aber sprichst dies alles!? Dies ist ebenso, als wenn man jemand, der tausend Millionen Golddenare besitzt, [als Besitzer von] tausend Silberdenaren rühmen würde. Wäre dies für ihn nicht eine Herabsetzung!?", | |
| "R. Ḥanina sagte: Alles in den Händen des Himmels, ausgenommen die Gottesfurcht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Dt. 10,12.</i><i>und nun Jisraél, was verlangt der Herr, dein Gott, von dir, als ihn zu fürchten</i>. –", | |
| "Demnach ist die Gottesfurcht also eine Kleinigkeit!? – Freilich für unseren Meister Moše war sie auch eine Kleinigkeit. Ein Gleichnis. Wenn man von jemand ein großes Gerät verlangt und er es besitzt, so kämmt es ihm wie ein kleines Gerät vor, wenn aber ein kleines und er es nicht besitzt, so kommt es ihm wie ein großes Gerät vor.", | |
| "R. Zera sagte: Wenn man ‘höre<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Erstes Wort des Šema͑.</i>, höre’ sagt, so ist es ebenso, als wenn man sagt ‘wir danken, wir danken’.", | |
| "Man wandte ein: Wenn man das Šema͑ liest und es wiederholt, so ist dies verwerflich. Nur verwerflich ist es, schweigen aber heißt man ihn nicht!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn man Wort für Wort<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Dies ist nur als lächerlich verwerflich, jedoch keine Anbetung zweier Prinzipien.</i>wiederholt, das andere, wenn man Satz für Satz wiederholt.", | |
| "R. Papa sprach zu Raba: Vielleicht hatte er vorher seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, später aber seine Gedanken andächtig gestimmt!? Dieser erwiderte: Gibt es denn eine Kameradschaft mit dem Himmel!? Hat er vorher seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, so prügele man ihn mit einem Schmiedehammer, bis er sie andächtig stimmt.", | |
| "W<small>ENN JEMAND</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DER</small> B<small>LUTSCHANDE UMSCHRIEBEN LIEST</small>, <small>SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN</small>. R. Joseph lehrte: [Wenn er liest]: Den Schimpf seines Vaters, den Schimpf seiner Mutter<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Nach manchen Erklärungen liegt hier die Euphemie im Gebrauche der 3. Person, während die Schrift überall in der 2. Person spricht; nach anderen liegt sie im Gebrauche des milderen Ausdruckes <span dir=\"rtl\">קלון</span> <i>Schimpf</i>. <i>Beschämung</i>, während in der Schrift überall der Ausdruck <span dir=\"rtl\">ערוה</span> <i>Scham, Schande</i>, gebraucht wird.</i>.", | |
| "O<small>DER WENN ER</small> [<small>DEN</small> V<small>ERS</small>:] <i>du sollst von deiner Nachkommenschaft nicht hergeben &c</i>. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Daß die Schrift von dem Falle spreche, wenn ein Jisraélit einer Nichtjüdin beiwohnt und von ihr ein Kind für den Götzendienst zeugt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">x</sup><b>D</b><small>IE</small> E<small>RZÄHLUNG VON</small> R<small>EÚBEN</small><sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Cf. Gen. 35,22.</i><small>WIRD VORGELESEN</small>, <small>ABER NICHT VERDOLMETSCHT</small>; <small>DIE</small> E<small>RZÄHLUNG VON</small> T<small>AMAR</small><sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Cf. Gen. 38,1ff.</i><small>WIRD VORGELESEN UND VERDOLMETSCHT</small>; <small>DIE ERSTE</small> E<small>RZÄHLUNG VOM</small> [<small>GOLDENEN</small>] K<small>ALBE</small><sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 32,3ff.</i><small>WIRD VORGELESEN UND VERDOLMETSCHT</small>, <small>DIE ZWEITE</small><sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Das ganze Ereignis wird von Ahron wiederholt (ib. VV. 22–24).</i><small>WIRD VORGELESEN</small>, <small>ABER NICHT VERDOLMETSCHT</small>. D<small>ER</small> P<small>RIESTERSEGEN UND DIE</small> E<small>RZÄHLUNGEN VON</small> D<small>AVID</small><sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Cf. iiSam. 11,2ff.</i><small>UND VON</small> A<small>MNON</small><sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. 13,1ff.</i><small>WERDEN VORGELESEN ABER NICHT VERDOLMETSCHT</small>.", | |
| "M<small>AN LESE NICHT</small> [<small>DAS</small> K<small>APITEL</small>] <small>VOM</small> H<small>IMMELSWAGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Die Vision des Jeḥezqel; Ez. Kap. 1.</i><small>ALS</small> H<small>APHṬARA</small>; R. J<small>EHUDA ERLAUBT DIES</small>, R. E<small>LIE͑ZER SAGT</small>, <small>AUCH NICHT</small> [<small>DAS</small> K<small>APITEL</small>:] <i>Teile Jerušalem mit</i><sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Das 16. Kapitel im Buche Ezechiel, das viele obszöne Ausdrücke enthält.</i>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Manche [Stellen] werden vorgelesen und verdolmetscht, manche werden vorgelesen und nicht verdolmetscht und manche werden weder vorgelesen noch verdolmetscht. Folgende werden vorgelesen und verdolmetscht:", | |
| "Die Schöpfungsgeschichte wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten, es können manche fragen," | |
| ], | |
| [ | |
| "was oben und was unten, was vorn und was hinten sich befindet, so lehrt er uns.", | |
| "Die Erzählung von Loṭ und seinen zwei Töchtern<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Cf. Gen. 19,30ff.</i>wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Abrahams, so lehrt er uns.", | |
| "Die Erzählung von Tamar und Jehuda wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Jehudas, so lehrt er uns, daß sein Geständnis ihm zum Lobe gereicht.", | |
| "Die erste Erzählung vom [goldenen] Kalbe wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Jisraéls, so lehrt er uns, daß dies ihnen erst recht lieb ist, damit dies eine Sühne für sie sei.", | |
| "Die Flüche und die Segen<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 28,1ff.</i>werden vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten, die Gemeinde könnte entmutigt werden, so lehrt er uns.", | |
| "Verwarnungen und Strafandrohungen werden vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, man könnte [die Gebote] nur aus Furcht ausüben, so lehrt er uns.", | |
| "Die Erzählung von Amnon und Tamar<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. 13,1ff.</i>wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Davids, so lehrt er uns.", | |
| "Die Erzählung vom Kebsweibe in Gibea͑<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Cf. Jud. 19,1ff.</i> wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Binjamins, so lehrt er uns.", | |
| "[Das Kapitel:] <i>Teile Jerušalem seine Schandtaten mit</i>, wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Dies schließt die Ansicht R. Elie͑zers aus. Es wird nämlich gelehrt: Einst las jemand in Gegenwart R. Elie͑zers [das Kapitel:] <i>Teile Jerušalem seine Schandtaten mit</i>; da sprach er zu ihm: Während du die Schandtaten Jerušalems untersuchst, untersuche lieber die Schandtaten deiner Mutter. Als man hinter ihm her untersuchte, fand man an ihm den Makel der Illegitimität.", | |
| "Folgende werden vorgelesen und nicht verdolmetscht: Die Erzählung von Reúben wird vorgelesen und nicht verdolmetscht. Einst kam R. Ḥanina b. Gamliél nach Kebul, und als der Gemeindebeorderte [zum Verse]:<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Die Erzählung von Reúben, Gen. 35,22.</i><i>während Jisraél in dieser Gegend wohnte</i>, herankam, sprach er zum Dolmetsch: Halte inne, verdolmetsche nur die zweite Hälfte. Die Weisen lobten ihn dieserhalb.", | |
| "Die zweite Erzählung vom [goldenen] Kalbe wird vorgelesen und nicht verdolmetscht. – Wie weit reicht die zweite Erzählung? – Von: <i>da sprach Moše</i> bis:<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Ex. 32,21–25.</i><i>und Moše sah</i>.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Stets sei man vorsichtig mit seiner Antwort, denn die Antwort, die Ahron Moše gab, gab den Minäern Anlaß zur Ausartung, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Ex. 32,24.</i><i>ich warf es ins Feuer, da kam dieses Kalb heraus</i>.", | |
| "D<small>ER</small> P<small>RIESTERSEGEN WIRD VORGELESEN UND NICHT VERDOLMETSCHT</small>. Aus welchem Grunde? – Weil es in diesem heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Num. 6,26. Dieser Vers widerspricht dem Verse Dt. 10,17.</i><i>er erhebe</i>.", | |
| "D<small>IE</small> E<small>RZÄHLUNGEN VON</small> D<small>AVID UND</small> A<small>MNON WERDEN</small> (<small>NICHT</small>) <small>VORGELESEN UND NICHT VERDOLMETSCHT</small>. Du sagtest ja aber, die Erzählungen von Amnon und Tamar werden vorgelesen und verdolmetscht!? – Das ist kein Einwand; das eine, wo es ‘Amnon, der Sohn Davids’ heißt, das andere, wo es nur ‘Amnon’ heißt.", | |
| "Die Rabhanan lehrten: Alle häßlichen Verse in der Tora werden euphemistisch gelesen; zum Beispiel: <i>beschlafen</i> statt<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Dt. 28,30.</i><i>begatten, Muskelgeschwüre</i> statt<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27 uö.</i><i>Aftergeschwüre, Taubenfluß</i> statt<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 6,25.</i><i>Taubenmist, ihre Exkremente zu essen und ihr Fußwasser zu trinken</i>", | |
| "statt<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Ib. 18,27.</i><i>ihren Dreck zu essen und ihren Urin zu trinken, Abtritt</i> statt<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,27.</i><i>Kloake</i>. R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, [das Wort] <i>Kloake</i> spreche man richtig aus, weil es [an dieser Stelle] eine Beschimpfung der Götzen ist.", | |
| "R. Naḥman sagte: Jeder Spott ist verboten, ausgenommen der Spott über die Götzen, der erlaubt ist, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Jes. 46,1.</i><i>gestürzt ist Bel, es krümmt sich Nebo</i>; ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 2.</i><i>sie krümmten sich, stürzten insgesamt; sie vermochten nicht, die Last zu retten &c</i>. R. Jennaj entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Hos. 10,5.</i><i>Um den Stier von Beth Aven werden die Bewohner von Šomron sorgen; seine Anhänger werden um ihn trauern und seine Pfaffen für ihn zittern, daß seine Herrlichkeit von ihm fortgewandert ist</i>; lies nicht <i>kebodo</i> [Herrlichkeit] sondern: <i>kebedo</i> [Last<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Dh. sein Unrat.</i>].", | |
| "R. Hona b. Manoaḥ sagte im Namen R. Aḥas, des Sohnes R. Iqas: Ein Jisraélit darf zu einem Nichtjuden sagen: Nimm den Götzen und lege ihn in<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">שת</span> Gesäß.</i><i>ST</i>. R. Aši sagte: Den Übelberüchtigten darf man<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Die Abbreviatur <span dir=\"rtl\">נ׳</span> bedeutet <span dir=\"rtl\">ניורא</span> od. <span dir=\"rtl\">תיופא</span> Buhler, Ehebrecher, u. <span dir=\"rtl\">ש׳</span> bedeutet <span dir=\"rtl\">שטיא</span> Tor od. <span dir=\"rtl\">סריא</span> stinkend.</i><i>GS</i>. schimpfen; wer einen guten Ruf hat, den lobe man, und auf dem Haupte des ihn Lobenden möge Segen ruhen.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup><b>W</b>ENN <small>DIE</small> E<small>INWOHNER DER</small> S<small>TADT DEN</small> S<small>TADTPLATZ VERKAUFT HABEN</small>, <small>SO DÜRFEN SIE FÜR DEN</small> E<small>RLÖS EIN</small> B<small>ETHAUS KAUFEN</small>; <small>WENN EIN</small> B<small>ETHAUS</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>EINE</small> L<small>ADE KAUFEN</small>; <small>WENN EINE</small> L<small>ADE</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] H<small>ÜLLEN</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Zum Einhüllen der Torarolle.</i> <small>KAUFEN</small>; <small>WENN</small> H<small>ÜLLEN</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] B<small>ÜCHER</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Der heiligen Schrift.</i> <small>KAUFEN</small>;" | |
| ], | |
| [ | |
| "<small>WENN</small> B<small>ÜCHER</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>EINE</small> T<small>ORAROLLE KAUFEN</small>.", | |
| "H<small>ABEN SIE ABER EINE</small> T<small>ORAROLLE VERKAUFT</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>KEINE</small> B<small>ÜCHER KAUFEN</small>; <small>WENN</small> B<small>ÜCHER</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>KEINE</small> H<small>ÜLLEN KAUFEN</small>; <small>WENN</small> H<small>ÜLLEN</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>KEINE</small> L<small>ADE KAUFEN</small>; <small>WENN EINE</small> L<small>ADE</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>KEIN</small> B<small>ETHAUS KAUFEN</small>; <small>WENN EIN</small> B<small>ETHAUS</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>KEINEN</small> S<small>TADTPLATZ KAUFEN</small>.", | |
| "D<small>ASSELBE GILT AUCH VON DEN</small> Ü<small>BERSCHÜSSEN</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Der nach der Neuanschaffung zurückbleibende Betrag darf ebenfalls nicht zu minderheiligen Gegenständen verwendet werden.</i>.", | |
| "GEMARA. Wenn die Einwohner der Stadt den Stadtplatz verkauft haben. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansieht des Anonymus<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 567 Anm. 105.</i> R. Menaḥem b. Jose, die Weisen aber sagen, dem Stadtplatz hafte keine Heiligkeit an. –", | |
| "Was ist der Grund des R. Menahem b. Jose? – Weil das Volk an Fast- und Beistandstagen<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. I S. 433 Anm. 1.</i> da betet. – Und die Rabbanan!? – Dies geschieht ja nur selten.", | |
| "Wenn ein Bethaus, so dürfen sie für den Erlös eine Lade kaufen. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Dies lehrten sie nur von einem Bethause in einem Dorfe, ein Bethaus in einer großen Stadt aber darf man überhaupt nicht verkaufen, weil ein solches auch von Auswärtigen besucht wird, und somit Gemeingut ist.", | |
| "R. Aši sprach: Das Bethaus von Matha Meḥasja wird zwar auch von Auswärtigen besucht, jedoch dürfte ich, wenn ich wollte, es verkaufen, weil diese nur meinetwegen kommen.", | |
| "Man wandte ein: R. Jehuda erzählte: Einst wurde das Bethaus der Kupferschmiede in Jerušalem an R. Elie͑zer verkauft, und dieser verwendete es zu all seinen Bedürfnissen. Dies geschah ja in einer Großstadt!? – Dieses war ein ganz kleines Bethaus, das sie nur für sich erbaut hatten.", | |
| "Man wandte ein: <sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,34.</i><i>An einem Hause im Lande, das ihr zu eigen habt</i>, nur was ihr zu eigen habt, ist durch Aussatz verunreinigungsfähig, Jerušalem aber ist nicht durch Aussatz verunreinigungsfähig. R. Jehuda sagte: Ich hörte dies nur vom Platze des Heiligtums.", | |
| "Demnach sind also Bet- und Lehrhäuser wohl verunreinigungsfähig; wieso denn, sie sind ja Eigentum der Städte!? – Lies: R. Jehuda sagte: Ich hörte dies nur von einem geheiligten Platze<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Auch Bet- und Lehrhäuser.</i> in Jerušalem. –", | |
| "Worin besteht ihr Streit? – Der erste Tanna ist der Ansicht, Jerušalem sei nicht an die Stämme<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Bei der Aufteilung des Landes; es blieb Gemeingut.</i> verteilt worden, und R. Jehuda ist der Ansicht, Jerušalem sei wohl an die Stämme verteilt worden.", | |
| "Sie führen denselben Streit,", | |
| "wie die Tannaím der folgenden Lehre: Was befand sich [vom Tempel] im Gebiete Jehudas? Der Tempelberg, die Hallen und die Tempelhöfe. Was befand sich im Gebiete Binjamins? Die Vorhalle, das Tempelschiff und das Allerheiligste.", | |
| "Ein Streifen vom Gebiete Jehudas ragte in das Gebiet Binjamins, auf dem der Altar errichtet war, und darüber härmte sich der fromme Binjamin tagtäglich, ihn einzuverleiben, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,12.</i><i>er beschirmt</i><sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">חפף</span> <i>kratzen, reiben</i>, als Zeichen des Mißbehagens.</i><i>ihn allezeit</i>. Daher war es Binjamin beschieden, ein Wirt der Göttlichkeit<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">In seinem Gebiete stand die Bundeslade; nach dieser Lehre gehörte Jerušalem den Stämmen Jehuda und Binjamin.</i>zu sein.", | |
| "Folgender Tanna dagegen ist der Ansicht. Jerušalem sei nicht an die Stämme verteilt worden. Es wird nämlich gelehrt: Man darf in Jerušalem keine Häuser<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die Wallfahrer hatten in J. freie Wohnung.</i>vermieten, weil sie nicht ihr Eigentum sind, und wie R. Elea͑zar b. Çadoq sagt, auch keine Betten; daher pflegen die Wirte ihnen die Häute der heiligen Opfer gewaltsam abzunehmen.", | |
| "Abajje sagte: Hieraus, daß es schicklich ist, Krug und Haut seinem Gastwirte zurückzulassen.", | |
| "Raba sagte: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn der Verkauf nicht durch die sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner erfolgt ist, wenn der Verkauf aber durch die sieben Repräsentanten<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. die Besten [Gewählten] der Stadt.</i>im Beisein der Stadtbewohner erfolgt ist," | |
| ], | |
| [ | |
| "so darf [der Erlös] sogar für Rauschtrank verwendet werden.", | |
| "Rabina hatte [auf seinem Gebiete] eine Ruine eines Bethauses. Da kam er vor R. Aši und fragte ihn, ob er [den Platz] zum Besäen verwenden dürfe. Dieser erwiderte: Geh und kaufe sie von den sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner, sodann besäe ihn.", | |
| "Rami b. Abba baute ein Bethaus und wollte ein altes Bethaus niederreißen, um Ziegel und Balken desselben zum neuen zu verwenden; da warf er folgende Frage auf: R. Ḥisda sagte, man dürfe kein Bethaus niederreißen, bevor man ein neues errichtet hat, wegen etwaiger Fahrlässigkeit; wie ist es nun in diesem<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Wo das alte Material für den Neubau verwendet werden soll.</i>Falle? Er fragte R. Papa, und dieser verbot es; hierauf fragte er R. Hona, und er verbot es ebenfalls.", | |
| "Raba sagte: Ein Bethaus darf man austauschen oder verkaufen, aber nicht vermieten oder verpfänden. – Aus welchem Grunde? –", | |
| "Weil es dann seine Heiligkeit behält. Die Ziegel darf man ebenfalls verkaufen oder austauschen, nicht aber verborgen. Dies gilt jedoch nur von alten, bei neuen aber<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Die zum Bau eines Bethauses gefertigt, jedoch noch nicht benutzt wurden.</i>ist nichts dabei.", | |
| "Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, die Bestimmung sei ausschlaggebend, gilt dies nur [in einem Falle], wenn man zum Beispiel ein Gewand für einen Toten<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Es ist gebrauchsfertig.</i>webt, während es in unserem Falle ebenso ist, als spinne man, [um aus der Wolle ein Gewand für einen Toten] zu weben; niemand ist der Ansicht, [daß dies eine Bestimmung sei].", | |
| "Über das Schenken streiten R. Aḥa und Rabina; einer verbietet es und einer erlaubt es. Einer verbietet es, weil dadurch die Heiligkeit nicht schwindet, und einer erlaubt es, weil man nichts verschenkt, wenn man davon keinen Nutzen hat, somit gleicht das Schenken dem Verkaufe.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Zu Gebotszwecken verwendete Dinge dürfen fortgeworfen werden, die aber zu heiligem Gebrauche verwendet worden, müssen verwahrt werden. Folgende sind zu Gebotszwecken verwendete Dinge: eine Festhütte, ein Feststrauß, eine Posaune und Çiçith. Folgende sind Dinge, die zum heiligen Gebrauche verwendet worden sind: Behälter für Bücher, (Tephillin) und Mezuzoth, ein Etui für eine Torarolle, das Futteral und die Riemen<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bd. II S. 282 Anm. 29.</i>der Tephillin.", | |
| "Raba sagte: Anfangs glaubte ich, das Pult [im Bethause] sei Benutzungsgegenstand eines Benutzungsgegenstandes; nachdem ich aber bemerkt habe, daß man auf dieses die Torarolle legt, sage ich, auch dieses sei Benutzungsgegenstand des Heiligen, und [das Fortwerfen] ist somit verboten.", | |
| "Ferner sagte Raba: Anfangs glaubte ich, der Vorhang [im Bethause] sei Benutzungsgegenstand eines Benutzungsgegenstandes, nachdem ich aber bemerkt habe, daß man ihn zusammenrollt und auf ihn die Torarolle legt, sage ich, er sei Benutzungsgegenstand des Heiligen, und [das Fortwerfen] ist somit verboten.", | |
| "Ferner sagte Raba: Aus einer zerbrochenen Lade<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Im Bethause zur Aufbewahrung der Torarolle.</i>darf man eine kleinere Lade machen, ein Pult aber nicht. Ferner sagte Raba: Aus einem abgenutzten Vorhange darf man eine Decke für die Torarolle machen, nicht aber für einzelne Pentateuchbücher.", | |
| "Ferner sagte Raba: Futterale der Pentateuchbücher und Kisten der [heiligen] Schriften sind Benutzungsgegenstände des Heiligen und müssen verwahrt werden. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, diese dienen ja nicht als Schmuck, sondern sind nichts weiter als Schutz, so lehrt er uns.", | |
| "Im Bethause der Römer<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Wohl einer römisch-jüdischen Gemeinde.</i>war eine Kammer offen, in der eine Leiche lag, und Priester<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Die keinen Raum betreten dürfen, in dem sich ein Leichnam befindet.</i>wollten zum Beten eintreten. Da sagten sie es Raba, und dieser sprach zu ihnen: Nehmet die Lade und stellt sie an die Tür, denn diese ist ein ruhendes Holzgerät, und ein ruhendes Holzgerät ist für die Unreinheit nicht empfänglich, somit bildet sie eine Scheidewand vor der Unreinheit.", | |
| "Die Rabbanan sprachen zu Raba: Es kommt ja vor, daß sie fortbewegt wird, wenn man auf diese die Torarolle legt, somit ist sie ja ein Gerät, das gefüllt und leer fortbewegt wird!? – Wenn dem so ist, ist dies nicht zulässig.", | |
| "Mar Zuṭra sagte: Aus abgenutzten Hüllen von [heiligen] Büchern darf man ein Gewand für einen Pflichttoten bereiten, denn das ist ihre Verwahrung.", | |
| "Ferner sagte Raba: Eine verbrauchte Torarolle verwahre man neben einem Schriftgelehrten, selbst wenn er nur Halakoth zu studieren pflegte. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Und zwar in einem Tongefäße, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Jer. 32,14.</i><i>du sollst sie in ein Tongefäß tan, damit sie viele Tage erhalten bleiben</i>.", | |
| "R. Papi sagte im Namen Rabas: Aus einem Bethause darf man ein Lehrhaus machen, nicht aber aus einem Lehrhause ein Bethaus. R. Papa aber lehrte im Namen Rabas entgegengesetzt. R. Aḥa sprach:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Die Ansicht R. Papis ist einleuchtender, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, man dürfe aus einem Bethause ein Lehrhaus machen. Schließe hieraus.", | |
| "Bar Qappara trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 25,9.</i><i>er verbrannte das Haus Gottes und das Haus des Königs [und alle Häuser Jerušalems] und jedes große Haus verbrannte er im Feuer. Das Haus Gottes</i>, das ist der Tempel; <i>das Haus des Königs</i>, das ist der königliche Palast; <i>und alle Häuser Jerušalems</i>, wörtlich: <i>Und jedes große Haus verbrannte er im Feuer</i>, [hierüber streiten] R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi; einer erklärt: Orte, da die Tora gepflegt wurde, und einer erklärt, Orte, da das Gebet gepflegt wurde.", | |
| "Einer erklärt, da die Tora gepflegt wurde, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Jes. 42,21.</i><i>dem Herrn gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, die Tora groß und herrlich zu machen</i>; einer erklärt, da das Gebet gepflegt wurde, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 8,4.</i><i>erzähle mir doch all die großen Taten, die Eliša verrichtet hat</i>, und Eliša verrichtete sie durch das Gebet.", | |
| "Es ist zu beweisen, daß R. Jehošua͑ b. Levi es ist, welcher erklärt: ein Ort, da die Tora gepflegt wurde, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, man dürfe aus einem Bethause ein Lehrhaus machen. Schließe hieraus.", | |
| "H<small>ABEN SIE ABER EINE</small> T<small>ORAROLLE VERKAUFT</small>, <small>SO DÜRFEN SIE</small> [<small>FÜR DEN</small> E<small>RLÖS</small>] <small>KEINE</small> B<small>ÜCHER KAUFEN</small> &<small>C</small>. Sie fragten: Darf man eine alte Torarolle verkaufen, um für den Erlös eine neue zu kaufen? Ist es verboten, weil [die Heiligkeit] nicht gesteigert wird, oder ist es erlaubt, da es Heiligeres nicht gibt? –", | |
| "Komm und höre: Haben sie aber eine Torarolle verkauft, so dürfen sie [für den Erlös] keine Bücher kaufen. Nur keine Bücher, wohl aber eine Torarolle [für den Erlös] einer Torarolle. – Unsere Mišna [spricht von dem Falle], wenn bereits geschehen, wir aber fragen, ob dies von vornherein [erlaubt ist]. –", | |
| "Komm und höre: Man darf eine Torarolle in eine Hülle von einem Pentateuchbuche, und ein Pentateuchbuch in eine Hülle von einem Propheten oder Hagiographen wickeln, nicht aber einen Propheten oder Hagiographen in eine Hülle von einem Pentateuchbuche, und nicht ein Pentateuchbuch in eine Hülle einer Torarolle.", | |
| "Hier wird gelehrt, daß man eine Torarolle in eine Hülle von einem Pentateuchbuche wickeln darf; nur in die Hülle von einem Pentateuchbuche, nicht aber in die einer [anderen] Torarolle. –", | |
| "Wie nun der Schlußsatz: und nicht ein Pentateuchbuch in die Hülle einer Torarolle; eine Torarolle in [die Hülle einer anderen] Torarolle ist demnach erlaubt!? – Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –", | |
| "Komm und höre: Man darf eine Torarolle auf eine Torarolle, eine Torarolle auf ein Pentateuchbuch und ein Pentateuchbuch auf einen Propheten oder Hagiographen legen, nicht aber einen Propheten oder Hagiographen auf ein Pentateuchbuch und nicht ein Pentateuchbuch auf eine Torarolle<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Dasselbe sollte auch vom Verkaufe gelten.</i>. –", | |
| "Du sprichst vom Hinauflegen? Anders ist das Hinauflegen, da es anders nicht möglich ist. Wieso dürfte man, wolltest du nicht sagen, eine [Torarolle] zusammenrollen<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Od. binden, sc. ein Buch der hl. Schrift.</i>, ein Blatt liegt ja auf dem anderen!? Vielmehr ist es erlaubt, weil es nicht anders möglich ist, ebenso ist auch dies erlaubt, da es nicht anders möglich ist. –", | |
| "Komm und höre: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Šimo͑n b. Gamliél, man dürfe keine alte Torarolle verkaufen, um eine neue zu kaufen. –", | |
| "Dies wegen etwaiger Fahrlässigkeit, wir aber fragen, wenn [die neue] bereits geschrieben ist und zur Einlösung da liegt. –", | |
| "Komm und höre: R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs, man dürfe eine Torarolle nur zum Studium der Tora und um eine Frau zu heiraten verkaufen. Hieraus zu entnehmen, daß [der Verkauf von] Tora um Tora erlaubt ist. – V", | |
| "ielleicht ist das Studium anders, weil es zur Ausübung [der Gebote] bringt, desgleichen auch, um eine Frau zu heiraten, denn:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Jer. 45,18.</i><i>nicht zu einer Einöde hat er sie geschaffen, sondern daß sie bewohnt werde, hat er sie gebildet</i>; eine Torarolle [verkaufen], um eine Torarolle zu kaufen, ist jedoch verboten.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Man darf keine Torarolle verkaufen, auch wenn man sie nicht braucht. Noch mehr sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Selbst wer nicht zu essen hat und eine Torarolle oder seine Tochter verkauft, sieht [am Erlöse] nie ein Zeichen des Segens.", | |
| "D<small>ASSELBE GILT AUCH VON DEN</small> Ü<small>BERSCHÜSSEN</small>. Raba sagte: Dies nur, wenn sie etwas verkauft haben und [Geld] zurückbleibt, wenn sie aber [Geld] eingefordert haben<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Zum Ankauf der genannten Dinge.</i>und davon zurückbleibt, so ist es erlaubt.", | |
| "Abajje wandte gegen ihn ein: Dies nur, wenn sie es sich nicht vorbehalten haben, wenn sie es sich aber vorbehalten haben, so dürfen sie [den Überschuß] sogar für einen Dexusja verwenden.", | |
| "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie etwas verkauft haben und [Geld] zurückbleibt, so nützt es ja nicht, daß sie es sich vorbehalten<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Da dies verboten ist.</i>haben, doch wohl, wenn sie [Geld] eingefordert haben und davon zurückbleibt, dennoch ist es nur dann erlaubt, wenn sie es sich vorbehalten haben, nicht aber, wenn sie es sich nicht vorbehalten haben!? – Nein.", | |
| "Tatsächlich, wenn sie etwas verkauft haben und [Geld] zurückbleibt, nur [ist die Lehre lückenhaft und] muß wie folgt lauten: Dies nur, wenn sich die sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner es nicht vorbehalten haben, wenn aber die sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner sich es vorbehalten haben, so dürfen sie [den Überschuß] sogar für einen Dexusja verwenden.", | |
| "Abajje fragte einen der Jünger, der vor R. Šešeth Barajtha vorzutragen pflegte: Hast du vielleicht von R. Šešeth gehört, was ,Dexusja’ bedeute? Dieser erwiderte: R. Šešeth erklärte es: Stadtreiter<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Reitender Stadtbeamter, von <span dir=\"rtl\">דוך</span> <i>Ort</i> u. <span dir=\"rtl\">סוסיא</span> <i>Pferd</i> abgeleitet; etymologisch ebenso unwahrscheinlich wie die Abteilung der Lexikographen von <i>ἐξονσία Macht, Herrschaft</i>; richt. <i>Können, Willkür</i>, nach <i>Belieben</i>. Manche Handschriften haben <span dir=\"rtl\">פדאשא</span> pes. Herrscher, zur Verwendung für den Stadtverwalter.</i>.", | |
| "Abajje sprach: Wenn ein Jünger etwas hört und die Bedeutung nicht kennt, so frage er jemand, der bei den Rabbanan zu verkehren pflegt, denn es ist nicht möglich, daß er es von einem bedeutenden Manne nicht gehört haben sollte.", | |
| "R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Wenn die Einwohner einer Stadt nach einer anderen Stadt kommen und man ihnen da Almosen auferlegt, so entrichten sie es, und wenn sie heimkehren, nehmen sie es mit und ernähren die Armen ihrer Stadt.", | |
| "Ebenso wird gelehrt: Wenn Leute einer Stadt nach einer anderen Stadt kommen und man ihnen da Almosen auferlegt, so entrichten sie es, und wenn sie heimkehren, nehmen sie es mit. Wenn aber ein einzelner nach einer anderen Stadt kommt und man ihm da Almosen auferlegt, so ist es für die Armen dieser Stadt zu entrichten.", | |
| "R. Hona verfügte einst ein Fasten, und als R. Ḥana b. Ḥanilaj und alle Einwohner seiner Stadt zu ihm kamen, legte man ihnen Almosen auf, und sie gaben. Als sie heimkehren wollten, sprachen sie zu ihm: Möge der Meister es uns zurückgeben, wir wollen damit die Armen unserer Stadt ernähren.", | |
| "Dieser erwiderte: Wir haben gelernt, dies gelte nur dann, wenn da kein" | |
| ], | |
| [ | |
| "Gemeindevorsteher<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">חבר</span> eigentl. Gelehrter, der sich den Stadtinteressen widmet; viell, aber <span dir=\"rtl\">חבר</span> Verband, Verein, Gemeindevorstand.</i>ist, wenn da aber ein Gemeindevorsteher ist, so ist es dem Gemeindevorsteher zu geben; und um so mehr, wo meine Armen und eure Armen auf mich rechnen.", | |
| "<sup>i,2</sup><b>M</b><small>AN VERKAUFE NICHT</small> [E<small>IGENTUM</small>] <small>DER</small> G<small>EMEINDE AN EINEN</small> P<small>RIVATEN</small>, <small>WEIL MAN ES DADURCH IN SEINER</small> H<small>EILIGKEIT HERABSETZT</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR</small>. M<small>AN ENTGEGNETE IHM</small>: D<small>EMNACH AUCH NICHT DAS EINER GRÖSSEREN</small> S<small>TADT AN EINE KLEINERE</small> S<small>TADT</small>!?", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan erwiderten ja R. Meír treffend!? – R. Meír [kann erwidern]: wenn eine große Stadt etwas an eine kleine Stadt verkauft, so war es vorher heilig und ist auch jetzt heilig, wenn aber eine Gemeinde an einen Privaten, so ist daran keine Heiligkeit mehr<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Zu jedem heil. Akte sind 10 Personen nötig.</i>. –", | |
| "Und die Rabbanan!? – Wenn solches berücksichtigt werden sollte, so müßte man auch berücksichtigen:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Pr. 14,28.</i><i>in der Menge des Volkes die Verehrung des Königs</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup><b>M</b><small>AN VERKAUFE EIN</small> B<small>ETHAUS NUR UNTER DER</small> B<small>EDINGUNG</small>, <small>DASS MAN ES AUF</small> V<small>ERLANGEN ZURÜCKERHALTE</small> – <small>SO</small> R. M<small>EÍR</small>; <small>DIE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>MAN DÜRFE ES FÜR IMMER VERKAUFEN</small>, <small>NUR NICHT ZU FOLGENDEN VIER</small> Z<small>WEKKEN</small>: <small>ZUM</small> B<small>ADEHAUSE</small>, <small>ZUR</small> G<small>ERBEREI</small>, <small>ZUM</small> T<small>AUCHBADE UND ZUR</small> W<small>ASSERANSTALT</small><sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi Waschanstalt od. Pissoir.</i>. R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>MAN VERKAUFE ES ALS</small> H<small>OF</small>, <small>UND DER</small> K<small>ÄUFER MACHE DARAUS WAS ER WILL</small>.", | |
| "GEMARA. Wieso darf man nach R. Meír darin wohnen, das<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Käufer später sein Geld zurückerhält, aber darin gewohnt hat.</i>ist ja Wucher!?", | |
| "R. Joḥanan erwiderte: R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, der Eventualwucher<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle ist kein Wuchergeschäft abgeschlossen worden; nur wenn am bestimmten Termin nicht bezahlt wird, gelte das Darlehen als Kaufpreis.</i>sei erlaubt.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine fordert und dieser ihm den Verkauf seines Feldes verpfändet, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn sie der Käufer genießt, verboten;", | |
| "R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt. R. Jehuda sprach: Einst verpfändete Boëthos der Sohn Zonans, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer genoß die Früchte. Jene entgegneten: Soll dies ein Beweis sein? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer.", | |
| "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen beim Eventualwucher; einer ist der Ansicht, der Eventualwucher sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, der Eventualwucher sei verboten.", | |
| "Raba sagte: Alle sind der Ansicht, der Eventualwucher sei verboten, und der Unterschied zwischen ihnen besteht vielmehr beim zurückzuerstattenden<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Auch RJ. erlaubt es nur in dem Falle, wenn der Gläubiger ihm bei Rückzahlung der Schuld die Früchte ersetzt; nach dem ersten Autor ist es auch in diesem Falle verboten, weil der Genuß der Früchte Wucher ist, woran die Rückerstattung nichts ändert.</i>Wucher; einer ist der Ansicht, der zurückzuerstattende Wucher sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, er sei verboten.", | |
| "D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>MAN DÜRFE ES FÜR IMMER VERKAUFEN</small> &<small>C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf innerhalb der vier Ellen, in denen das Gebet verrichtet wurde, Wasser abschlagen.", | |
| "R. Joseph sprach: Was lehrt er uns damit, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man verkaufe es als Hof, und der Käufer mache daraus, was er will!? Und auch die Rabbanan [verbieten] es ja nur bei einem Bethause, das eine permanente Heiligkeit hat, nicht aber bei vier Ellen, [in denen das Gebet verrichtet wurde,] die keine permanente Heiligkeit haben!?", | |
| "Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman: Wer das Gebet verrichtet hat, entferne sich vier Ellen und uriniere; wer uriniert hat, entferne sich vier Ellen und verrichte das Gebet.", | |
| "Dieser entgegnete: Allerdings entferne sich derjenige, der uriniert hat, vier Ellen und verrichte das Gebet, denn es wird gelehrt, daß man sich davon und vom Kote vier Ellen entferne,", | |
| "wozu aber braucht derjenige, der das Gebet verrichtet hat, sich vier Ellen zu entfernen und zu urinieren: demnach sind ja alle Straßen von Nehardea͑ heilig!? Lehre vielmehr: man warte<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">So lange, als man 4 Ellen gehen kann.</i>. –", | |
| "Einleuchtend ist es, daß derjenige, der uriniert hat, so lange warte, als man vier Ellen gehen kann, wegen der nachtriefenden Tropfen, wozu aber warte derjenige, der das Gebet verrichtet hat, so lange, als man vier Ellen gehen kann!? R. Aši erwiderte: Solange, als man vier Ellen gehen kann, ist das Gebet noch im Munde geläufig und die Lippen lispeln noch.", | |
| "", | |
| "Seine Schüler sprachen zu R. Zakkaj: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich innerhalb der vier Ellen uriniert, in denen das Gebet verrichtet wurde, nie habe ich meinen Nächsten bei seinem Schimpfnamen genannt, und nie habe ich den Weihsegen versäumt. Einst verkaufte meine alte Mutter ihre Kappe vom Kopfe und brachte mir [Wein] zum Weihsegen.", | |
| "Es wird gelehrt: Als sie starb, ließ sie ihm dreihundert Krüge Wein zurück, und als er starb, ließ er seinen Kindern dreitausend Krüge Wein zurück.", | |
| "Einst stand R. Hona vor Rabh mit einem Bastgeflechte umgürtet, und dieser fragte: Was bedeutet dies? Jener erwiderte: Ich hatte keinen [Wein] zum Weihsegen, da verpfändete ich meinen Gürtel und holte mir [Wein] zum Weihsegen. Da sprach er: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß du dich in Seide hüllest.", | |
| "Bei der Hochzeit seines Sohnes Rabba legte sich R. Hona, der sehr klein war, ins Bett, und als seine Tochter und seine Schwiegertochter ihre Kleider auszogen, legten sie sie auf ihn, sodaß er ganz in Seide eingehüllt war. Als Rabh dies hörte, war er ärgerlich und sprach zu ihm: Weshalb sagtest du nicht, als ich dich segnete: Ebenso auch der Meister<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Da sein Segen in Erfüllung ging, so war die Stunde offenbar günstig.</i>!", | |
| "Seine Schüler sprachen zu R. Elea͑zar b. Šamua: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich das Bethaus als Durchgang<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 29a Anm. 80.</i>benutzt, nie schritt ich über die Köpfe des heiligen Volkes<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Gemeint sind die Jünger, die im Lehrhause auf der Erde saßen.</i>, und nie habe ich die Hände<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Wohl zum Priestersegen.</i>ohne Segensspruch erhoben.", | |
| "Seine Schüler fragten R. Perida: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben war jemand früher als ich im Lehrhause," | |
| ], | |
| [ | |
| "nie habe ich [bei der Mahlzeit] den Segen früher als der Priester gesprochen, und nie habe ich von einem Tiere gegessen, von dem nicht die Priestergaben<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 18,3.</i>entrichtet worden sind.", | |
| "R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Es ist verboten, von einem Tiere zu essen, von dem die Priester gaben nicht entrichtet worden sind. Ferner sagte R. Jiçḥaq: Wenn jemand von einem Tiere ißt, von dem die Priestergaben nicht entrichtet worden sind, so ist es ebenso, als hätte er Unverzehntetes gegessen. –", | |
| "«Nie habe ich den Segen früher als der Priester gesprochen.»", | |
| "Demnach ist dies lobenswert, dagegen sagte R. Joḥanan, daß, wenn selbst der Hochpriester früher als der Schriftgelehrte den Segen spricht, dieser Schriftgelehrte den Tod verdiene, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Pr. 8,36.</i><i>die mich hassen, wollen den Tod</i>, und man lese nicht: <i>die mich hassen</i>, sondern: <i>die mich verhaßt machen</i>!? –", | |
| "Er sagte dies von dem Falle, wenn sie beide gleich sind.", | |
| "Seine Schüler fragten R. Neḥunja b. Haqana: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich mich durch die Schande meines Nächsten beehrt, nie kam auf mein Lager der Fluch meines Nächsten, und freigebig war ich mit meinem Gelde.", | |
| "«Nie habe ich mich durch die Schande meines Nächsten beehrt.» So trug R. Hona einst eine Schaufel auf der Schulter, da kam R. Ḥana b. Ḥanilaj und nahm sie ihm ab. Jener sprach zu ihm: Pflegst du eine solche auch in deiner Stadt zu tragen, so trage sie, wenn aber nicht, so will ich nicht meine Würde durch deine Entwürdigung wahren.", | |
| "«Nie kam der Fluch meines Nächsten auf mein Lager.» So pflegte Mar Zuṭra, wenn er zu Bett ging, zu sagen: Vergeben sei jedem, der mir zuleide tat.", | |
| "«Freigebig war ich mit meinem Gelde.» Der Meister sagte nämlich: Ijob war freigebig mit seinem Gelde, denn er ließ dem Krämer eine Peruṭa von seinem Gelde zurück.", | |
| "R. A͑qiba fragte R. Neḥunja den Großen: Wodurch hast du dein langes Leben? Da kamen die Eunuchen<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Die Diener RN.s, die in der Frage eine Berufung erblickten.</i>und wollten ihn schlagen, und er flüchtete sich auf die Spitze einer Dattelpalme.", | |
| "Hierauf fragte er ihn: Meister, wozu heißt es<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,4.</i><i>das eine</i>, wenn es schon <i>Lamm</i><sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,4.</i>heißt?", | |
| "Da sprach jener: Laßt ihn, er ist Gelehrter. Hierauf erwiderte er: Das einzigste<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Dh. das beste, vorzüglichste.</i>in der Herde. Alsdann sprach er: Nie im Leben habe ich Geschenke angenommen, nie bestand ich auf meinem Rechte, und ich war freigebig mit meinem Gelde.", | |
| "«Nie habe ich Geschenke angenommen.» So pflegte R. Elea͑zar, wenn man ihm aus dem Hause des Fürsten Geschenke brachte, diese nicht anzunehmen, und wenn man ihn einlud, nicht hinzugehen, indem er erwiderte: Ist es euch unangenehm, daß ich lebe!? Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Pr. 15,27.</i><i>wer Geschenke haßt, wird leben</i>. R. Zera pflegte, wenn man ihm aus dem Hause des Fürsten Geschenke brachte, diese nicht anzunehmen, wenn man ihn aber einlud, ging er hin, indem er sagte, sie fühlen sich durch ihn beehrt.", | |
| "«Ich bestand nicht auf meinem Rechte.» Raba sagte nämlich, wer Unbill übergeht, dem übergehe man all seine Sünden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Mich. 7,18.</i><i>er vergibt die Sünde und übersieht die Schuld</i>. Wem vergibt er die Sünde? Dem, der die Schuld übersieht.", | |
| "Rabbi fragte R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Wodurch hast du dein langes Leben? Dieser entgegnete: Ist dir mein Leben zum Überdrusse!? Jener erwiderte: Meister, es soll eine Belehrung sein; ich will lernen. Darauf erwiderte er: Nie im Leben habe ich in das Gesicht eines Frevlers geschaut. R. Joḥanan sagte nämlich: Es ist verboten, die Gesichtsform eines Frevlers anzuschauen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 3,14.</i><i>wenn ich nicht auf Jehošaphaṭ, den König von Jehuda, Rücksicht nähme, so würde ich auf dich nicht blicken, noch dich anschauen</i>.", | |
| "R. Elea͑zar sagt, seine Augen werden stumpf, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Gen. 27,1.</i><i>als Jiçḥaq alt geworden war, da wurden seine Augen stumpf</i>; weil er nämlich auf den gottlosen E͑sav schaute. –", | |
| "War dies denn die Ursache, R. Jiçḥaq sagte ja, der Fluch eines Gemeinen sei niemals geringschätzig in deinen Augen, denn Abimelekh verfluchte Sara und es ging an ihren Kindern in Erfüllung, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Ib. 20,16.</i><i>dies soll dir eine Augendecke sein</i>, und man lese nicht <i>Augendecke</i>, sondern <i>Augenverdeckung</i>!? – D", | |
| "ies und jenes haben es veranlaßt. Raba entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Pr. 18,5.</i><i>Es ist nicht gut, das Gesicht des Gottlosen zu achten</i>.", | |
| "Beim Verabschieden sprach er zu ihm: Segne mich! Dieser sprach: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß du die Hälfte meines Alters erreichest – Das ganze nicht!? Dieser erwiderte: Sollen etwa deine Nachfahren das Vieh weiden<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">R. bekleidete ein hohes Amt, das er seinem Sohne vererben sollte.</i>!?", | |
| "Von Abuha b. Ihi und Minjamin b. Ihi bat der eine, es möge ihm zugute kommen, daß er nie einen Nichtjuden angeschaut hat, und der andere bat, es möge ihm zugute kommen, daß er sich nie mit einem Nichtjuden assoziiert hat.", | |
| "Seine Schüler fragten R. Zera: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben war ich unduldsam in meinem Hause, nie bin ich einem bedeutenderen als ich vorangeschritten, nie habe ich in schmutzigen Durchgängen [über Worte der Tora] nachgedacht, nie ging ich vier Ellen ohne Tora und ohne Tephillin, nie schlief ich im Lehrhause, ob einen regelmäßigen oder einen gelegentlichen Schlaf, nie freute ich mich beim Straucheln meines Nächsten, und nie nannte ich jemand bei seinem Spitznamen; manche lesen: Schimpfnamen.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup><b>F</b><small>ERNER SAGTE</small> R. J<small>EHUDA</small>: I<small>N EINEM</small> B<small>ETHAUSE</small>, <small>DAS ZERSTÖRT WORDEN IST</small>, <small>VERANSTALTE MAN KEINE</small> T<small>OTENKLAGE</small>, <small>DREHE MAN KEINE</small> S<small>TRIKKE</small><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Wofür ein größerer Raum erforderlich ist; dies gilt auch von jeder anderen Verwendung.</i>, <small>SPANNE MAN KEINE</small> N<small>ETZE</small>; <small>AUF DEM</small> D<small>ACHE SCHICHTE MAN KEINE</small> F<small>RÜCHTE UND MAN BENUTZE ES NICHT ALS</small> D<small>URCHGANG</small>,", | |
| "<small>DENN ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,31.</i><i>ich werde eure Heiligtümer verwüsten</i><small>, DIE HEILIGKEIT HAFTET IHNEN AN, AUCH WENN SIE VERWÜSTET SIND</small>.", | |
| "S<small>IND DA</small> G<small>RÄSER EMPORGEWACHSEN</small>, <small>SO REISSE MAN SIE NICHT AUS</small>, <small>UM</small> W<small>EHMUT ZU ERREGEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man benehme sich in Bethäusern nicht würdelos; man esse da nicht, trinke da nicht," | |
| ], | |
| [ | |
| "putze sich da nicht und spaziere da nicht; ferner kehre man da nicht ein bei Sonnenschein wegen der Sonne und bei Regen wegen des Regens, auch veranstalte man da keine private Totenklage. Wohl aber darf man da [die Tora] lesen und studieren, auch eine öffentliche Totenklage veranstalten.", | |
| "R. Jehuda sagte: Dies nur, wenn sie bewohnt sind, sind sie aber zerstört, so unterlasse man es, vielmehr lasse man da Gräser emporwachsen und reiße sie nicht aus, um Wehmut zu erregen. –", | |
| "Wer spricht da von Gräsern<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Von einer zu unterlassenden Handlung, auf die RJ. bezug nimmt.</i>!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: man fege und sprenge sie, damit keine Gräser emporwachsen. R. Jehuda sagte: Dies nur, wenn sie bewohnt sind, sind sie aber zerstört, so unterlasse man dies; wachsen da Gräser empor, so reiße man sie nicht aus, um Wehmut zu erregen.", | |
| "R. Aši sagte: Die Bethäuser in Babylonien sind zwar unter Vorbehalt<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Darin auch profane Handlungen ausüben zu dürfen.</i> errichtet, dennoch benehme man sich da nicht leichtfertig. – Was ist dies? – Abrechnungen.", | |
| "R. Asi sagte: In einem Bethause, in dem Rechnungen kalkuliert werden, lasse man einen Toten übernachten. – ‘Lasse man übernachten,’ wie kommst du darauf, muß man dies!? – Vielmehr: endlich [kommt es dazu], daß man da Pflichttote übernachten läßt.", | |
| "«Putze sich da nicht.» Raba sagte: Die Weisen und ihre Schüler dürfen es, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt deshalb ‘Be-Rabbanan’, weil es das Haus der Rabbanan ist.", | |
| "«Ferner kehre man da nicht ein bei Sonnenschein wegen der Sonne und bei Regen wegen des Regens.» So standen einst Rabina und R. Ada b. Mathna vor Raba und richteten an ihn eine Frage<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Die von ihnen an R. gerichtete Frage befindet sich Ber. Fol. 23a u. betrifft das Betreten eines schmutzigen Ortes mit den Tephillin.</i>. Als währenddessen ein Regenstrom sich ergoß und sie in das Bethaus traten, sprachen sie: Nicht wegen des Regens traten wir ins Bethaus ein, sondern weil eine Lehre der Klarheit gleich der des Nordwindtages bedarf.", | |
| "R. Aḥa b. Raba fragte R. Aši: Wie ist es, wenn jemand einen aus dem Bethause zu holen hat? Dieser erwiderte: Ist er ein Gelehrter, so trage er da eine Lehre vor, ist er ein Jünger, so trage er eine Mišna vor, und ist er bibelkundig, so lese er einen Bibelvers; wenn aber auch das nicht, so sage er zu einem Kinde, daß es ihm seinen Vers<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Den es heute gelernt hat.</i>vortrage, oder er verweile da ein wenig und stehe dann auf.", | |
| "«Auch eine öffentliche Totenklage veranstalten.» ‘Was heißt eine öffentliche Totenklage? – R. Ḥisda zeigte auf R. Šešeth: eine Totenklage, bei der dieser anwesend ist. R. Šešeth zeigte auf R. Ḥisda: eine Totenklage, bei der dieser anwesend ist.", | |
| "Einst veranstaltete Raphram eine Totenklage über seine Schwiegertochter im Bethause, indem er sprach: Mir und der Verstorbenen zu Ehren kommt alle Welt<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Die Totenklage ist eine öffentliche.</i>. R. Zera veranstaltete eine Totenklage über einen Gelehrten im Bethause, indem er sprach: Entweder mir zu Ehren oder zu Ehren des Verstorbenen kommt alle Welt.", | |
| "Reš Laqiš veranstaltete eine Trauerfeier über einen Gelehrten, der häufig im Jisraéllande war und Lehren vor vierundzwanzig Bänken vorgetragen hatte. Da sprach er: Wehe, das Jisraélland hat einen großen Mann verloren!", | |
| "Einst starb jemand, der Halakha, Siphra, Siphre und Tosephta studiert hatte, und als man zu R. Naḥman kam und ihn bat, über diesen eine Trauerrede zu halten, sprach er: Was soll ich über ihn sagen, etwa: wehe, ein Korb voll Bücher<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Dh. er studierte alles nur kursorisch.</i>ist hin!?", | |
| "Komm und sieh den Unterschied zwischen den Mächtigen im Jisraéllande und den Frommen in Babylonien<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">RL. gehörte zu den ersteren, RN. zu den letzteren.</i>.", | |
| "Dort haben wir gelernt: Wer sich der Krone bedient, schwindet hin. Reš Laqiš erklärte: Wer sich desjenigen bedient, der Halakha, die Krone der Tora, studiert.", | |
| "Ferner sagte U͑la: Man bediene sich desjenigen, der die vier [Sektionen<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Von den 6 Sektionen der Mišna wurden in Babylonien die 1. (von den Sämereien) u. die 6. (von den Heiligtümern) nicht studiert, weil sie für das praktische Leben ohne Bedeutung waren.</i>] studiert hat, nicht aber desjenigen, der die vier [Sektionen] gelehrt hat. So ging einst Reš Laqiš auf dem Wege, und als er an einen Strom herankam, kam ein Mann, nahm ihn auf die Schulter und wollte ihn hinübertragen. Da fragte er ihn: Hast du die Schrift gelesen? Dieser erwiderte: Ich habe sie gelesen. – Hast du Mišna studiert? – Ich habe die vier Sektionen der Mišna studiert. Da sprach er zu ihm: Du hast dir vier Felsen<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Od. Reihen, Ordnungen.</i>gehauen, und du trägst den Sohn Laqiš’ auf der Schulter; wirf den Sohn Laqiš’ ins Wasser!", | |
| "Jener erwiderte: Es ist mir lieb, den Meister bedienen zu können. – Wenn dem so ist, so lerne folgendes von ihm: R. Zera sagte: Die Töchter Jisraéls haben sich eine Erschwerung auferlegt, sieben Reinheitstage abzuwarten, auch wenn sie nur einen Bluttropfen in der Größe eines Senfkornes<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Nach biblischem Gesetze (Lev. 15,28) folgen die 7 Reinheitstage nur auf eine 3 Tage hintereinander anhaltende Menstruation.</i>bemerken.", | |
| "In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: Wer Halakha studiert, ist dessen sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Hab. 3,6.</i><i>Pfade [Halikoth] der Welt</i>, und man lese nicht <i>Halikoth</i>, sondern <i>Halakhoth</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:" | |
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| "Man unterbreche das Studium der Tora, um einem Toten das Geleit zu geben oder eine Braut [unter den Baldachin] zu führen. Man erzählt von R. Jehuda b. R. Elea͑j, daß er das Studium der Tora zu unterbrechen pflegte, um einem Toten das Geleit zu geben oder eine Braut [unter den Baldachin] zu führen. Dies jedoch nur in dem Falle, wenn keine genügende [Beteiligung] da ist, wenn aber eine genügende [Beteiligung] da ist, unterbreche man nicht. –", | |
| "Was heißt eine genügende [Beteiligung]? R. Šemuél b. Inja erwiderte im Namen Rabhs: Zwölftausend Personen und sechstausend mit Posaunen. Manche sagen: Zwölftausend Personen, und sechstausend von ihnen mit Posaunen. U͑la erklärte: Wenn das Publikum vom Stadttore bis zum Grabe Spalier bildet.", | |
| "R. Šešeth sagte: Wie die Verleihung [der Tora], so auch die Fortnahme: wie die Verleihung bei sechzig Myriaden, so auch die Fortnahme bei sechzig Myriaden. Dies gilt von dem, der die Schrift und [die mündliche Lehre] studiert hat, für den aber, der auch gelehrt hat, gibt es keine Grenze.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Komm und sieh, wie beliebt die Jisraéliten sind beim Heiligen, gepriesen sei er, denn wohin sie auch verbannt wurden, war die Göttlichkeit immer bei ihnen. Wurden sie nach Miçrajim verbannt, war die Göttlichkeit bei ihnen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">iSam. 2,27.</i><i>ich habe mich deinem Vaterhause offenbart, als sie in Miçrajim waren &c</i>. Wurden sie nach Babylonien verbannt, war die Göttlichkeit bei ihnen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Jes. 43,14.</i><i>um euretwillen habe ich nach Babel entsendet</i>. Wurden sie nach Edom<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Mit E. ist das röm. Reich gemeint, weshalb dieser ganze Passus in den kursierenden Ausgaben fehlt.<br>71. Jes. 63,1.</i>verbannt, war die Göttlichkeit bei ihnen, denn es heißt: <i>wer kommt da aus Edom, in hochroten Kleidern aus Boçra</i>? <i>Dieser da, prächtig geschmückt &c</i>. Und auch wenn sie dereinst erlöst werden, wird die Göttlichkeit bei ihnen sein, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dt. 30,3.</i><i>der Herr, dein Gott wird deine Gefangenschaft zurückkehren</i>; es heißt nicht <i>zurückbringen</i>, sondern <i>zurückkehren</i>, und dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, mit ihnen aus dem Exil zurückkehren wird. –", | |
| "Wo weilt sie in Babylonien? Abajje erwiderte: Im Bethause von Huçal und im zerstört gewesenen und wieder errichteten<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">שף ויתיב</span> (od. <span dir=\"rtl\">שף יתיב</span> richt. <span dir=\"rtl\">שביתיב</span>), nach manchen Erklärern Ortsname.</i>Bethause zu Nehardea͑. Man glaube aber nicht, da und dort, sondern zuweilen da und zuweilen dort. Abajje sprach: Möge es mir zugute kommen, daß ich sogar eine Parasange Umweg mache, um da beten zu gehen. Einst saßen der Vater Šemuéls [und Levi] im zerstört gewesenen und wieder errichteten Bethause zu Nehardea͑, und als die Göttlichkeit erschien und sie ein Geräusch hörten, [gingen sie hinaus.", | |
| "Einst saß R. Šešeth im zerstört gewesenen und wieder errichteten Bethause zu Nehardea͑, und als die Göttlichkeit erschien], ging er nicht hinaus. Als darauf die Dienstengel kamen und ihn ängstigten, sprach er: Herr der Welt, wer ist von Gedemütigtem und Ungedemütigtem vor dem anderen zu verdrängen!? Da sprach er zu ihnen: Laßt ihn.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Ez. 11,16.</i><i>Ich will ihnen ein wenig zum Heiligtum sein</i>. R. Jiçḥaq erklärte, das seien die Bet- und Lehrhäuser in Babylonien; R. Elea͑zar erklärte, das sei das Haus unseres Meisters<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Rabh.</i>in Babylonien.", | |
| "Raba trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Ps. 90,1.</i><i>Herr, eine Stätte warst du für uns</i>, das sind die Bet- und Lehrhäuser. Abajje sagte: Anfangs pflegte ich zu Hause zu studieren und das Gebet im Bethause zu verrichten, nachdem ich aber das gehört habe, was David gesagt hat: <i>Herr, ich liebe die Stätte deines Hauses</i>, pflege ich nur im Bethause zu studieren.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar Haqappar sagte: Dereinst werden die Bet- und Lehrhäuser von Babylonien ins Jisraélland verpflanzt werden, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Jer. 46,18.</i><i>gleich dem Tabor unter den Bergen und dem Karmel über dem Meere wird er einrücken</i>; es ist [ein Schluß, wie] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Tabor und der Karmel, die nur für eine Stunde die Tora zu hören gekommen waren, in das Jisraélland einrücken werden, um wieviel mehr die Bet- und Lehrhäuser, in denen die Tora studiert und gepflegt wird.", | |
| "Bar Qappara trug vor: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Ps. 68,17.</i><i>weshalb erbebt [teraçdun] ihr, ihr gipfligen Berge</i>; eine Hallstimme ertönte und rief: Weshalb sucht ihr Rechtsstreit [tirçu din] mit dem Berge Sinaj; diesem gegenüber seid ihr ja alle Krüppel. Hier heißt es <i>gabnunim [gipfligen]</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,20.</i>heißt es: <i>giben [bucklig]</i> oder <i>abgemagert</i>. R. Aši sprach: Hieraus, daß der Hochmütige ein Krüppel ist.", | |
| "M<small>AN BENUTZE ES NICHT ALS</small> D<small>URCHGANG</small>. Was heißt Copendarja [Durchgang]? Raba erklärte: Abgekürzter<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Compendiaria [sc.via], <i>abgekürzter Weg</i>, fälschlich als Kompositum von <span dir=\"rtl\">אמקיפדנא אדרא</span> erklärt.</i>Weg, dem Wortlaute gemäß. – Wieso dem Wortlaute gemäß? – Wie wenn jemand sagt: Anstatt einen Umweg über Straßen<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Compendiaria [sc.via], <i>abgekürzter Weg</i>, fälschlich als Kompositum von <span dir=\"rtl\">אמקיפדנא אדרא</span> erklärt.</i>zu machen, gehe ich hier durch.", | |
| "R. Abahu sagte: War da ein Weg von früher her, so ist es erlaubt.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wer eingetreten ist ohne Absicht, es als Durchgang zu benutzen, darf es als Durchgang benutzen. R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: Wer in das Bethaus tritt, um da zu beṭen, darf es als Durchgang benutzen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ez. 46,9.</i><i>wenn das Volk des Landes an den Festzeiten vor den Herrn kommt, dann soll derjenige, der durch das Nordtor eintritt, um anzubeten, durch das Südtor hinausgehen</i>.", | |
| "S<small>IND DA</small> G<small>RÄSER EMPORGEWACHSEN</small>, <small>SO REISSE MAN SIE NICHT AUS</small>, <small>UM</small> W<small>EHMUT ZU ERREGEN</small>. Es wird ja aber gelehrt, man dürfe sie nicht ausreißen, um sie als Futter zu verwenden, wohl aber darf man sie ausreißen und zurücklassen!? – Unsere Mišna spricht eben vom Ausreißen, um sie als Futter zu verwenden.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Man darf einen Begräbnisplatz nicht würdelos behandeln; man darf da kein Vieh weiden, keinen Wassergraben ziehen und keine Gräser sammeln; hat man gesammelt, so verbrenne man sie auf der Stelle, aus Achtung vor den Toten. –", | |
| "Worauf bezieht sich dies<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Die W.e ‘aus Achtung von den Toten’.</i>: wollte man sagen, auf den Schlußsatz, worin besteht denn, wenn man sie auf der Stelle verbrennt, die Achtung vor den Toten!? – Vielmehr, auf den Anfangssatz.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv</sup><b>W</b><small>ENN DER</small> N<small>EUMOND DES</small> A<small>DAR AUF EINEN</small> Š<small>ABBATH FÄLLT</small>, <small>SO LESE MAN AN DIESEM DEN</small> A<small>BSCHNITT VON DER</small> T<small>EMPELSTEUER</small><sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. der Šeqalim, um das Volk an die Entrichtung der Opfersteuer zu erinnern.</i><small>VOR</small>; <small>FÄLLT ER IN DIE</small> M<small>ITTE DER</small> W<small>OCHE</small>, <small>SO LESE MAN IHN AM VORANGEHENDEN</small> [Š<small>ABBATH</small>] <small>UND AM NÄCHSTEN SETZE MAN AUS</small>.", | |
| "A<small>M ZWEITEN</small> [<small>LESE MAN DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,17ff.</i><i>Gedenke</i>, <small>AM DRITTEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DER ROTEN</small> K<small>UH</small><sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Num. 19,1ff.</i>, <small>AM VIERTEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,1ff.</i><i>Dieser Monat sei euch</i>, <small>UND AM FÜNFTEN BEGINNT WIEDER DIE GEWÖHNLICHE</small> R<small>EIHENFOLGE</small><sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Der Haphṭara zum Wochenabschnitte.</i>.", | |
| "B<small>EI ALLEN</small> G<small>ELEGENHEITEN UNTERBRECHE</small><sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Dh. man lese nicht die Haphṭara zum betreffenden Wochenabschnitte, sondern aus einer Stelle, die von der Bedeutung des bezüglichen Tages spricht.</i><small>MAN</small>, <small>AM</small> N<small>EUMOND</small>, <small>AM</small> Ḥ<small>ANUKA</small>, <small>AM</small> P<small>URIM</small>, <small>AN</small> F<small>ASTTAGEN</small>, <small>AN</small> B<small>EISTANDSTAGEN UND AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small>.", | |
| "GEMARA. Dort haben wir gelernt: Am ersten Adar erläßt man eine Kundmachung inbetreff der Tempelsteuer" | |
| ], | |
| [ | |
| "und der Mischfrucht.", | |
| "Allerdings inbetreff der Mischfrucht, da es die Zeit des Säens ist, woher dies von der Tempelsteuer?", | |
| "[R. Ṭabi] erwiderte im Namen R. Jošijas: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,14; cf. Rh. Fol. 7a.</i><i>das ist das von Neumond zu Neumond darzubringende Brandopfer</i>; die Tora sagt damit, daß man das Opfer von den neuen Beiträgen darbringe,", | |
| "und da im Nisan von den neuen Beiträgen darzubringen ist, so künde man dies vorher, am ersten Adar, an, damit man die Tempelsteuer für die Tempelbedürfnisse entrichte. –", | |
| "Also nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn R. Šimo͑n b. Gamliél sagt ja: zwei Wochen vorher. Es wird nämlich gelehrt: Dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste beginne man sich über die Satzungen des Pesaḥfestes zu informieren; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, zwei Wochen. –", | |
| "Du kannst sogar sagen, nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn, da der Meister sagte, am fünfzehnten desselben wurden in der Provinz und am fünfundzwanzigsten im Tempel Wechseltische<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Die Geldwechsler hatten ihre Geldgefäße vor sich auf einem Tische oder einer Bank stehen; daher die Bezeichnung <span dir=\"rtl\">שולחני</span> wie in den okzident. Sprachen Bankier.</i>errichtet, so liest man ihn wegen der Wechsler früher.", | |
| "Welcher ist der Abschnitt von der Tempelsteuer? – Rabh sagte: [Der Abschnitt:]<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,2.</i><i>Befiehl den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen: Meine Opfergaben, meine Speise</i>. Šemuél sagte: [Der Abschnitt:]<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Ex. 30,12.</i><i>Wenn du aufnimmst</i>. –", | |
| "Allerdings heißt [der Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>. ‘Abschnitt von der Tempelsteuer’, weil in diesem von Šeqalim<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 83.</i>die Rede ist; wieso aber [der Abschnitt] <i>Meine Opfergaben, meine Speise</i>, ist denn in diesem von Šeqalim die Rede!? –", | |
| "Allerdings, nach der Erklärung R. Ṭabis<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Weil in diesem Abschnitte von den Opfern die Rede ist.</i>. – Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, es sei der Abschnitt] <i>Befiehl den Kindern Jisraéls</i>, da dieser von den Opfern spricht, nach R. Ṭabi, wieso aber [der Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>, dieser spricht ja nicht von den Opfern, sondern von den Šeqalim zu den Fußgestellen<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 38,27.<br>96. Im genannten Abschnitte (Ex. 30,11–16) kommt das Wort ‘Hebe’ dreimal vor, VV. 13, 14 u. 15.</i>!? –", | |
| "Nach einer Lehre R. Josephs: die Altarhebe für den Altar, die Fußgestellhebe für die Fußgestelle und die Tempelreparaturhebe für die Tempelreparatur. –", | |
| "Allerdings ist nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>, dieser Neumond anders als jeder andere;", | |
| "wieso aber ist nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] <i>Befiehl &c. meine Opfergaben</i>, dieser anders<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Dieser Abschnitt wird an jedem Neumond gelesen.</i>!? – Dieser ist dadurch anders, indem an einem anderen Neumond sechs den laufenden Wochenabschnitt vorlesen und einer [den Abschnitt] vom Neumond, während an diesem alle [den Abschnitt] vom Neumond vorlesen. –", | |
| "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Wochenabschnitte<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 30b.</i>beginne wieder,", | |
| "wieso aber ist er anders nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Schlußabschnitte<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Cf. infra Fol. 30b.</i>beginne wieder, während die Wochenabschnitte laufend gelesen werden!? –", | |
| "Dieser ist dadurch anders, indem an jedem anderen Neumond sechs den laufenden Wochenabschnitt lesen und einer [den Abschnitt] vom Neumond liest, während an diesem drei den laufenden Wochenabschnitt lesen und vier [den Abschnitt] vom Neumond lesen.", | |
| "Man wandte ein: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so lese man den Abschnitt von der Tempelsteuer vor und als Haphṭara [das Kapitel] vom Priester Jehojada͑<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">iiReg. Kap. 12.</i>. Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>, daß man als Haphṭara [das Kapitel] vom Priester Jehojada͑ lese, weil dieses [inhaltlich] ähnlich ist, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 12,5.</i><i>das Schätzungsgeld</i>,", | |
| "ist es denn aber ähnlich nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] <i>Meine Opfer, meine Speise</i>!? – Nach R. Ṭabi<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Weil in diesem Abschnitte von den Opfern die Rede ist.</i>.", | |
| "Man wandte ein: Fällt der [Neumond des Adar auf einen Šabbath] nächst einem, an dem dieser<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Die Tora wird im Laufe eines Jahres beendet, die Wochenabschnitte werden somit in jedem Jahre um dieselbe Zeit gelesen; der in Rede stehende Abschnitt wird im Monate Ab gelesen.</i>als laufender Wochenabschnitt gelesen wird, ob vor- oder nachher, so lese man ihn einmal und wiederhole ihn.", | |
| "Allerdings kann dies eintreffen nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>,", | |
| "wieso aber kann dies nach demjenigen eintreffen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] <i>Meine Opfer</i>!?<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Die Tora wird im Laufe eines Jahres beendet, die Wochenabschnitte werden somit in jedem Jahre um dieselbe Zeit gelesen; der in Rede stehende Abschnitt wird im Monate Ab gelesen.</i> – Freilich, im Westen, wo die Tora in drei Jahren beendet wird.", | |
| "Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so liest man [den Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>, und als Haphṭara [das Kapitel] vom Priester Jehojada͑.", | |
| "R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so hole man drei Torarollen hervor; aus einer lese man den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Abschnitt] vom Neumond und aus einer [den Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i>. Ferner sagte R. Jiçḥaq der Schmied: Wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Šabbath fällt, so hole man drei Torarollen hervor; aus einer lese man den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Abschnitt] vom Neumond und aus einer [den Abschnitt] von der Einweihung<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Num. Kap. 7, das von der Einweihung der Stiftshütte handelt u. mit dem Ḥanuka-(Einweihungs)feste im Zusammenhang steht.</i>.", | |
| "Und beide Lehren sind nötig. Würde er nur diese gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jiçḥaq sei dieser Ansicht nur hierbei, während er in jenem Falle der Ansicht Rabhs sei, der ‘Abschnitt von der Tempelsteuer’ sei [der Abschnitt] <i>Meine Opfer</i>, wonach zwei Torarollen<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Der Abschnitt von der Tempelsteuer wäre demnach mit dem Abschnitte vom Neumond identisch.</i>genügen, so lehrt er uns. –", | |
| "Sollte er nur jene lehren!? – Aus der einen wurde die andere gefolgert.", | |
| "Es wurde gelehrt: Wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Wochentag fällt, so lesen, wie R. Jiçḥaq [der Schmied] sagt, drei [den Abschnitt] vom Neumond vor und einer [den Abschnitt] von der Einweihung, und wie R. Dimi aus Haifa sagt, drei [den Abschnitt] von der Einweihung und einer [den Abschnitt] vom Neumond.", | |
| "R. Mani sagte: Die Ansicht R. Jiçḥaq des Schmiedes ist einleuchtender, denn von öfterem und Seltenerem ist das Öftere bevorzugter.", | |
| "R. Abin sagte: Die Ansicht R. Dimis ist einleuchtender, denn der vierte liest ja nur wegen des Neumondes, daher lese der vierte auch [den Abschnitt] vom Neumond. –", | |
| "Wie bleibt es nun damit? – R. Joseph sagt, der Neumond habe weniger Bedeutung; Rabba sagt, das Ḥanukafest habe weniger Bedeutung. Die Halakha ist: Das Ḥanukafest hat weniger Bedeutung und Hauptbedeutung hat der Neumond.", | |
| "Es wurde gelehrt: Fällt [der Neumond des Adar] auf [den Šabbath, an dem der Wochenabschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Ex. 27,20ff.</i><i>Und du befiehl</i> [gelesen wird], so lesen, wie R. Jiçḥaq der Schmied sagt, sechs von <i>und du befiehl</i> bis <i>wenn du aufnimmst</i>, und einer von <i>wenn du aufnimmst</i> bis<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Ib. 30,18.</i><i>mache</i>. Abajje sprach:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Man kann ja glauben, der Abschnitt reiche bis dahin!?", | |
| "Vielmehr sagte Abajje, lesen sechs von <i>und du befiehl</i> bis <i>mache</i>, und einer wiederholt von <i>wenn du aufnimmst</i> bis <i>mache</i>.", | |
| "Man wandte ein: Fällt [der Neumond des Adar auf einen Šabbath] nächst einem, an dem dieser als laufender Wochenabschnitt gelesen wird, ob vor- oder nachher, so lese man ihn einmal und wiederhole ihn.", | |
| "Allerdings nach Abajje, gegen R. Jiçḥaq den Schmied aber ist dies ja ein Einwand!? –", | |
| "R. Jiçḥaq der Schmied kann dir erwidern: stimmt dies etwa nach Abajje: allerdings [an einem Šabbath] vorher, wieso aber nachher!?", | |
| "Vielmehr ist unter ‘wiederholen’ zu verstehen: an [zwei] Šabbathen hintereinander, ebenso auch hierbei, man wiederhole ihn an [zwei] Šabbathen hintereinander.", | |
| "Fällt [der Neumond des Adar] auf [den Šabbath, an dem der Wochenabschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i> [gelesen wird], so lesen, wie R. Jiçḥaq der Schmied sagt, sechs von <i>mache</i> bis<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Ib. 35,1ff.</i><i>da versammelte</i>, und einer von <i>wenn du aufnimmst</i> bis <i>mache</i>.", | |
| "Abajje wandte ein: Man kann ja glauben, er lese rückwärts!? Vielmehr erklärte Abajje, lesen sechs [von <i>wenn du aufnimmst</i>] bis <i>da versammelte</i>, und einer wiederhole von <i>wenn du aufnimmst</i> bis <i>mache</i>.", | |
| "Übereinstimmend mit Abajje wird gelehrt: Fällt er auf [den Šabbath, an dem der Wochenabschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i> gelesen wird, so lese man ihn einmal und wiederhole ihn.", | |
| "F<small>ÄLLT ER IN DIE</small> M<small>ITTE DER</small> W<small>OCHE</small>, <small>SO LESE MAN IHN AM VORHERGEHENDEN</small> Š<small>ABBATH</small>. Es wurde gelehrt: Wenn der Neumond des Adar auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, so lese man ihn, wie Rabh sagt, am vorhergehenden, und wie Šemuél sagt, am folgenden Šabbath.", | |
| "Rabh sagt, am vorhergehenden, denn sonst würden es ja weniger Tage<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Als 14, die als Wechseltage bestimmt sind; ob. Fol. 29b.</i>sein. Šemuél sagt, am folgenden, denn schließlich fällt ja der fünfzehnte auf einen Vorabend des Šabbaths, und vor Sonntag kommen die Wechsler nicht; daher lieber am folgenden. –", | |
| "Wir haben gelernt: Fällt er in die Mitte der Woche, so lese man ihn am vorhergehenden, und am nächsten setze man aus. Doch wohl, auch wenn er auf einen Vorabend des Šabbaths fällt!? – Nein, nur wenn in die Mitte der Woche. –", | |
| "Komm und höre: Welcher heißt erster Šabbath? In dessen [Woche] der Neumond des Adar fällt, auch wenn auf den Vorabend des Šabbaths. Der Vorabend des Šabbaths gleicht wohl der Mitte [der Woche]: wie man am vorangehenden lese, wenn in die Mitte [der Woche], ebenso am vorangehenden, wenn auf den Vorabend des Šabbaths!? –", | |
| "Šemuél erklärte: Auf den<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Dh. wenn er auf den Š. selbst fällt.</i>[der Neumond fällt]. Ebenso wurde auch in der Schule Šemuéls gelehrt: auf den er fällt.", | |
| "Hierüber [streiten] Tannaím: Man überspringe einen Šabbath<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Beim Lesen der genannten Abschnitte, falls der Neumond des Adar auf einen Wochentag fällt.</i> – so R. Jehuda der Fürst; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, man überspringe nicht. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Ich sage nur dann, daß man nicht überspringe, wenn er auf den Vorabend des Šabbaths fällt, wenn er aber in die Mitte der Woche fällt, so lese man am vorangehenden Šabbath, obgleich er noch zum Šebaṭ gehört.", | |
| "A<small>M ZWEITEN</small> [<small>LESE MAN DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <i>Gedenke &c</i>. Es wurde gelehrt: Wenn das Purimfest auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, so lese man [den Abschnitt] <i>Gedenke</i> wie Rabh sagt, am vorangehenden, und wie Šemuél sagt, am folgenden [Šabbath].", | |
| "Rabh sagt, am vorangehenden, damit nicht die Tat der Erinnerung<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Man würde das Purimfest feiern, bevor noch die Erinnerung an dieses gelesen worden ist.</i>vorangehe. Šemuél sagt, man lese ihn nachher, denn die mit einer Mauer umgebenen Städte begehen [das Purimfest] am fünfzehnten, somit erfolgen Tat und Erinnerung gleichzeitig. –", | |
| "Wir haben gelernt: Am zweiten [lese man den Abschnitt] <i>Gedenke</i>. Wenn der Neumond auf einen Šabbath fällt, fällt ja das Purimfest auf einen Vorabend des Šabbaths, und er lehrt, daß man [den Abschnitt] <i>Gedenke</i> am zweiten lese!? R. Papa erwiderte: Unter ‘zweiten’ ist der zweite des übersprungenen zu verstehen. –", | |
| "Komm und höre. Welcher heißt ‘zweiter’? In dessen [Woche] das Purimfest fällt, selbst am Vorabend des Šabbaths. Der Vorabend des Šabbaths gleicht wohl der Mitte [der Woche]: wie man am vorangehenden lese, wenn in die Mitte [der Woche], ebenso am vorangehenden, wenn auf den Vorabend des Šabbaths!? –", | |
| "Šemuél erklärte: Auf den<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 108 mut. mut.</i>[das Purimfest fällt]. Ebenso wurde auch in der Schule Šemuéls gelehrt: auf den es fällt.", | |
| "Fällt er auf den Šabbath selbst, so sind, wie R. Hona sagt, alle der Ansicht, daß man ihn nicht am vorangehenden lese. R. Naḥman aber sagt, der Streit bestehe auch [über diesen Fall]. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Abbas im Namen Rabhs: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so lese man [den Abschnitt] <i>Gedenke</i> am vorangehenden Šabbath.", | |
| "A<small>M DRITTEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DER ROTEN</small> K<small>UH</small> &<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Welcher ist der dritte Šabbath? Der nächste nach dem Purimfeste. Es wurde gelehrt: R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Der Šabbath vor dem Neumond des Nisan.", | |
| "Sie streiten aber nicht; das eine, wenn der Neumond des Nisan auf einen Šabbath fällt, und das andere, wenn er in die Mitte der Woche fällt.", | |
| "A<small>M VIERTEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <i>Dieser Monat sei euch</i>. Die Rabbanan lehrten: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so lese man [den Abschnitt] <i>Wenn du aufnimmst</i> vor, und als Haphṭara [das Kapitel] von Jehojada͑. Welcher ist der erste Šabbath? In dessen [Woche] der Neumond des Adar fällt, auch wenn am Vorabend des Šabbaths. Am zweiten [lese man den Abschnitt] <i>Gedenke</i>, und als Haphṭara: <sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">iSam. 15,2.</i><i>Ich ahnde</i>. Welcher ist der zweite Šabbath? In dessen [Woche] das Purimfest fällt, auch wenn am Vorabend des Šabbaths.", | |
| "Am dritten lese man [den Abschnitt] von der roten Kuh, und als Haphṭara:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Ez. 36,25.</i><i>Ich werde über euch sprengen</i>. Welcher ist der dritte Šabbath? Der nächste nach dem Purimfeste. Am vierten lese man [den Abschnitt] <i>Dieser Monat sei euch</i>, und als Haphṭara:<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Ib. 45,18.</i><i>So spricht Gott der Herr: Im ersten [Monat],</i><i>am ersten des Monats</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "Welcher ist der vierte Šabbath? In dessen [Woche] der Neumond des Nisan fällt, auch wenn am Vorabend des Šabbaths.", | |
| "A<small>M FÜNFTEN BEGINNT WIEDER DIE GEWÖHNLICHE</small> R<small>EIHENFOLGE</small> &<small>C</small>. Welche Reihenfolge? R. Ami sagte, die der Wochenabschnitte, R. Jirmeja sagte, die der Haphṭara.", | |
| "Abajje sprach: Die Ansicht R. Amis ist einleuchtender, denn wir haben gelernt, bei allen Gelegenheiten unterbreche<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Dh. man lese nicht die Haphṭara zum betreffenden Wochenabschnitte, sondern aus einer Stelle, die von der Bedeutung des bezüglichen Tages spricht.</i>man, an Neumonden, am Ḥanuka, am Purim, an Fasttagen, an Beistandstagen und am Versöhnungstage.", | |
| "Allerdings gibt es, nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Wochenabschnitte beginne wieder, an Wochentagen<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Am Montag und Donnerstag; die Fasttage können nur an Wochentagen begangen werden.</i>einen Wochenabschnitt, aber gibt es denn nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Haphṭara beginne wieder, am Wochentage eine Haphṭara!? –", | |
| "Und jener!? – An diesen das eine, an jenem das andere<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Am Wochentage, an dem keine Haphṭara gelesen wird, fällt der Wochenabschnitt aus.</i>. –", | |
| "Wozu braucht man an Fasttagen zu unterbrechen, man kann ja beim Morgengebete den Wochenabschnitt und beim Vespergebete [den Abschnitt] vom Fasttage lesen!? – Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, daß die Versammlung<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Zum allgemeinen Fasten.</i>morgens einberufen werde. –", | |
| "Womit verbringt man [den Tag]? Abajje erwiderte: Vom Morgen bis Mittag prüft man die städtischen Angelegenheiten, von Mittag bis Abends liest man ein Viertel des Tages aus der Schrift und den Propheten, und ein Viertel des Tages fleht man um Erbarmen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Neh. 9,3.</i><i>und man las aus dem Gesetzbuche des Herrn, ihres Gottes, ein Viertel des Tages und ein Viertel des Tages bekannten sie ihre Sünden und warfen sich nieder</i>. –", | |
| "Vielleicht umgekehrt<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Dies während der 1. Hälfte des Tages.</i>!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt zuerst:<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 9,4.</i><i>da versammelten sich zu mir alle, die Ehrfurcht vor den Worten des Gottes Jisraéls hatten, wegen der Versündigung der Weggeführten, ich aber blieb starr sitzen bis zum Abendopfer</i>, dann erst folgt:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 5.</i><i>und zur Zeit des Abendopfers stand ich auf von meiner Kasteiung</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup><b>A</b><small>M</small> P<small>ESAḤFESTE LESE MAN DIE</small> F<small>ESTABSCHNITTE</small><sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Lev. 22,26ff.</i><small>IM</small> B<small>UCHE</small> L<small>EVITICUS VOR</small>; <small>AM</small> W<small>OCHENFESTE</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Dt. 16,9.</i><i>Sieben Wochen</i>; <small>AM</small> N<small>EUJAHRSFESTE</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,24.</i><i>Im siebenten Monat, am ersten des Monats</i>; <small>AM</small> V<small>ERSÖHNUNGSTAGE</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Ib. 16,1.</i><i>Nach dem Tode</i>; <small>AM ERSTEN</small> T<small>AGE DES</small> H<small>ÜTTENFESTES DEN</small> F<small>ESTABSCHNITT IM</small> B<small>UCHE</small> L<small>EVITICUS</small><sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Lev. Kap. 23.</i><small>UND AN DEN ÜBRIGEN</small> T<small>AGEN DES</small> H<small>ÜTTENFESTES</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DEN</small> F<small>ESTOPFERN</small><sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Num. 29,1ff.</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup>A<small>M</small> Ḥ<small>ANUKA</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DEN</small> F<small>ÜRSTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Num. Kap. 7.</i>, <small>AM</small> P<small>URIMFESTE</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Ex. 17,8.</i><i>Da kam A͑maleq</i>; <small>AN</small> N<small>EUMONDEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,11.</i><i>An euren Neumonden</i>; <small>AN DEN</small> B<small>EISTANDSTAGEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT VON DER</small> S<small>CHÖPFUNGSGESCHICHTE</small><sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Gen. Kap. 1.</i>; <small>AN</small> F<small>ASTTAGEN</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "[<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON</small> <small>DEN</small> S<small>EGEN UND DEN</small> F<small>LÜCHEN</small><sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Lev. Kap. 26.</i>. D<small>IE</small> F<small>LÜCHE UNTERBRECHE MAN NICHT</small>, <small>EINER LESE SIE ALLE</small>.", | |
| "A<small>M</small> M<small>ONTAG</small>, <small>AM</small> D<small>ONNERSTAG UND BEIM</small> V<small>ESPERGEBETE DES</small> Š<small>ABBATHS LESE MAN VOM LAUFENDEN</small> W<small>OCHENABSCHNITTE</small>, <small>WAS ABER NICHT MITGERECHNET</small><sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Dieselben Abschnitte werden am nächsten Šabbath wiederholt.</i><small>WIRD</small>.", | |
| "E<small>S HEISST NÄMLICH</small>:<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,44.</i><i>Moše sagte den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn</i>; <small>ES IST</small> G<small>EBOT</small>, <small>JEDES ZUR ENTSPRECHENDEN</small> Z<small>EIT ZU LESEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Am Pesaḥfeste lese man den Festabschnitt vor, und als Haphṭara [das Kapitel] von der Pesaḥfeier<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Jos. 5,9ff.</i>in Gilgal. Jetzt aber, wo zwei Tage [gefeiert werden], lese man am ersten Tage [das Kapitel] von der Pesaḥfeier in Gilgal und am zweiten Tage [das Kapitel] von der Pesaḥfeier<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">iiReg. Kap. 23.</i>des Jošijahu;", | |
| "an den übrigen Tagen werden andere Stellen, die vom Pesaḥfeste handeln, zusammengetragen und vorgelesen. – Welche sind es? R. Papa erwiderte: Deren Merkzeichen ist: <i>MAPU</i><sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Anfangsbuchstaben der betreffenden Abschnitte; cf. Anm. 142.</i>.", | |
| "Am letzten Tage des Pesaḥfestes lese man [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Ex. 13,17.</i><i>Und als ziehen ließ</i>, und als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 22,1.</i><i>Und David sprach</i>; am folgenden Tage den Abschnitt<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,19.</i><i>Jedes Erstgeborene</i>, und als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Jes. 10,32.</i><i>Noch heute</i>.", | |
| "Abajje sagte: Jetzt ist es Brauch zu lesen: <i>Ziehe, Ochs, Heilig, Geld, Behaue, Wüste, Sende</i> und <i>Erstgeborenes</i><sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Stichworte der betreffenden Abschnitte (Ex. 12,21; Lev. 22,26; Ex. 13,1; Ex. 22,24; Ex. 34,1; Num. 9,1; Ex. 13,17; Dt. 15,19). Diese einzelnen Wörter können auch als Mnemotechnicum zusammenhängende Sätze bilden; ungefähr: Hole den Ochsen; traue dir ein Weib durch Geld an; behaue in der Wüste; schicke das Erstgeborene fort.</i>.", | |
| "Am Wochenfeste [lese man den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Dt. 16,9.</i><i>Sieben Wochen</i>, und als Haphṭara [ein Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Das 3. Kapitel.</i>aus Ḥabaquq. Manche sagen, man lese [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Ex. 19,1.</i><i>Im dritten Monat</i>, und als Haphṭara [das Kapitel] vom Himmelskreise<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Ez. Kap. 1.</i>. Jetzt aber, wo zwei Tage [gefeiert werden], verfahren wir nach beider Ansicht, jedoch umgekehrt<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Am 2. Tage nach der ersten Ansicht.</i>.", | |
| "Am Neujahrsfeste [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Num. 29,1.</i><i>im siebenten Monat</i>, und als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Jer. 31,19.</i><i>Ist mir denn Ephrajim so ein teurer Sohn</i>? Manche sagen: Man lese [den Abschnitt]:<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Gen. 21,1.</i><i>Und der Herr gedachte der Sara</i>, und als Haphṭara [das Kapitel] von Ḥana<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">iSam. Kap. 2.</i>.", | |
| "Jetzt aber, wo zwei Tage [gefeiert werden], lese man am ersten Tage nach der anderen Ansicht, und am zweiten [den Abschnitt]:<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Gen. 22,1.</i><i>Und der Herr prüfte Abraham</i>, und als Haphṭara [das Kapitel] <i>Ein teurer Sohn</i>.", | |
| "Am Versöhnungstage lese man [den Abschnitt] <sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Lev. 16,1.</i><i>Nach dem Tode</i>, und als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">Jes. 57,15.</i><i>Denn so spricht der Hohe und Erhabene</i>; beim Vespergebete lese man [den Abschnitt] von der Blutschande<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">Lev. Kap. 20.</i>, und als Schlußabschnitt [das Buch] Jona.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Überall, wo du die Größe des Heiligen, gepriesen sei er, findest, findest du auch seine Milde. Dies ist in der Tora geschrieben, in den Propheten wiederholt und in den Hagiographen verdreifacht.", | |
| "In der Tora geschrieben:<sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Dt. 10,17.</i><i>denn der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>der Waisen und Witwen Recht schafft</i>. In den Propheten wiederholt:<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Jes. 57,15.</i><i>denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig Thronende und Heilige &c</i>., und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">Jes. 57,15.</i><i>und die, die zerknirscht und demütigen Geistes sind</i>. In den Hagiographen verdreifacht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Ps. 68,5.</i><i>macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt, Jah ist sein Name</i>, und darauf folgt: <sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>Vater der Waisen und Anwalt der Witwen</i>.", | |
| "Am ersten Tage des Hüttenfestes lese man den Festabschnitt im Leviticus, und als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Zach. 14,1.</i><i>Fürwahr, es kommt ein Tag des Herrn</i>. Und jetzt auch, wo zwei Tage [gefeiert werden], lese man dasselbe, und als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">iReg. 8,2.</i><i>Da versammelten sich zum Könige Šelomo</i>.", | |
| "An den übrigen Tagen des Hüttenfestes lese man [den Abschnitt] von den Festopfern. Am letzten Festtage lese man [den Abschnitt<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,19.</i><i>Jedes Erstgeborene</i> und von den übrigen Geboten und Satzungen, und als Haphṭara [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">iReg. 9,1.</i><i>Und als Šelomo zu Ende geführt hatte</i>. Am folgenden Tage lese man [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Dt. 33,1.</i><i>Dies ist der Segen</i>, und als Haphṭara [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">iReg. 8,22.</i><i>Und Šelomo trat</i>.", | |
| "R. Hona sagte im Namen Rabhs: An einem Šabbath, der in das Halbfest fällt, ob am Pesaḥ- oder am Hüttenfeste, lese man [den Abschnitt] <sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Ex. 33,12.</i><i>Siehe, du</i>, und als Schlußabschnitt am Pesaḥ [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">167</sup><i class=\"footnote\">Ez. 37,4.</i><i>Die verdorrten Gebeine</i>, und am Hüttenfeste [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">168</sup><i class=\"footnote\">Ib. 38,18.</i><i>An dem Tage, da Gog kommt</i>.", | |
| "Am Ḥanukafeste [lese man den Abschnitt] von den Fürsten<sup class=\"footnote-marker\">169</sup><i class=\"footnote\">Num. Kap. 7.</i>, und als Haphṭara [das Kapitel] von der Leuchte<sup class=\"footnote-marker\">170</sup><i class=\"footnote\">Zach. Kap. 4.</i>Zekharjas. Gibt es an diesem zwei Šabbathe, so lese man am ersten [das Kapitel] von der Leuchte Zekharjas und am zweiten von der Leuchte<sup class=\"footnote-marker\">171</sup><i class=\"footnote\">iReg. Kap. 7.</i>Šelomos.", | |
| "Am Purimfeste lese man [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">172</sup><i class=\"footnote\">Ex. 17,8.</i><i>Da kam A͑maleq</i>. An Neumonden lese man [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">173</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,11.</i><i>An euren Neumonden</i>, und an einem Neumond, der auf einen Šabbath fällt, als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">174</sup><i class=\"footnote\">Jes. 66,22.</i><i>Und von Neumond zu Neumond</i>; fällt er auf einen Sonntag, so lese man am vorangehenden [Šabbath das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">175</sup><i class=\"footnote\">iSam. 20,18.</i><i>Da sprach Jonathan zu ihm: Morgen ist Neumond</i>.", | |
| "R. Hona sagte:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Am Neumond des Ab, der auf einen Šabbath fällt, lese man als Haphṭara [das Kapitel]<sup class=\"footnote-marker\">176</sup><i class=\"footnote\">Jes. 1,14.</i><i>Eure Neumonde und eure Feste mag ich nicht, sie sind mir zur Last geworden</i>. Was meint er [mit den Worten]: <i>sie sind mir zur Last geworden</i>? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Jisraéliten gegen mich sündigen, sie belästigen mich auch, indem sie erfahren wollen, welches Verhängnis ich über sie bringen werde. –", | |
| "Was liest man als Haphṭara am Neunten Ab selbst? Rabh erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">177</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,21.</i><i>Ach, wie ist zur Hure geworden</i>. – Was liest man [aus der Tora]? – Es wird gelehrt: Manche sagen, [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">178</sup><i class=\"footnote\">Lev. 26,14.</i><i>Wenn ihr mir aber nicht gehorcht</i>; R. Nathan b. Joseph sagt, [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">179</sup><i class=\"footnote\">Num. 14,11.</i><i>Wie lange soll es währen, daß mich dieses Volk verhöhnt</i>, manche sagen, [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">180</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>Wie lange soll es mit dieser bösen Gemeinde währen</i>. Abajje sagte: Jetzt pflegt man zu lesen [den Abschnitt]<sup class=\"footnote-marker\">181</sup><i class=\"footnote\">Dt. 4,25.</i><i>Wenn dir Kinder geboren sind</i>, und als Haphṭara [das Kapitel] <sup class=\"footnote-marker\">182</sup><i class=\"footnote\">Jer. 8,13.</i><i>Zusammenraffen will ich sie</i>.", | |
| "V<small>ON DER</small> S<small>CHÖPFUNGSGESCHICHTE</small> &<small>C</small>. Woher dies? R. Ami erwiderte: Wenn nicht die Standbezirke<sup class=\"footnote-marker\">183</sup><i class=\"footnote\">Die Institution des Opferwesens.</i>, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">184</sup><i class=\"footnote\">Jer. 23,25.</i><i>wenn nicht mein Bündnis, bei Tag und bei Nacht, würde ich nicht die Ordnung des Himmels und der Erde gemacht haben</i>.", | |
| "Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">185</sup><i class=\"footnote\">Gen. 15,8.</i><i>und er sprach: O Herr, mein Gott, woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde</i>. Abraham sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, vielleicht sündigt Jisraél, behüte und bewahre, vor dir, und du verfährst mit ihm, wie du mit dem Zeitalter der Sintflut und dem der Sprachenteilung verfahren bist!? Er erwiderte: Nein. Jener sprach vor ihm: Herr der Welt, wodurch soll ich dies erkennen? Er erwiderte:<sup class=\"footnote-marker\">186</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 9.</i><i>Hole mir ein Drittlingskalb &c</i>.", | |
| "Jener sprach wiederum vor ihm: Herr der Welt, allerdings zur Zeit, da der Tempel besteht, was aber wird aus ihnen zur Zeit, wo er nicht besteht!? Er erwiderte: Ich habe für sie bereits die Opferungsordnung<sup class=\"footnote-marker\">187</sup><i class=\"footnote\">Die Zusammenstellung der Abschnitte über die Opferung, die täglich beim Gebete gelesen werden.</i> vorgesehen; wenn sie diese lesen, so rechne ich es ihnen an, als hätten sie mir Opfer dargebracht, und vergebe ihnen all ihre Sünden.", | |
| "A<small>N</small> F<small>ASTTAGEN</small> [<small>DEN</small> A<small>BSCHNITT</small>] <small>VON DEN</small> S<small>EGEN UND</small> F<small>LÜCHEN</small>; <small>DIE</small> F<small>LÜCHE</small> <small>UNTERBRECHE MAN NICHT</small>. Woher dies<sup class=\"footnote-marker\">188</sup><i class=\"footnote\">Daß man sie nicht unterbreche.</i>? R. Ḥija b. Gamda erwiderte im Namen R. Asis: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">189</sup><i class=\"footnote\">Pr. 3,11.</i><i>verachte nicht, mein Sohn, die Zucht des Herrn</i>.", | |
| "Reš Laqiš erwiderte: Weil man über Verhängnisse keinen Segen<sup class=\"footnote-marker\">190</sup><i class=\"footnote\">Bei einer Unterbrechung müßte man den Segen sprechen.</i>spricht. – Wie mache man es nun? – Es wird gelehrt, man beginne mit einem Verse vorher und schließe mit einem Verse nachher.", | |
| "Abajje sagte: Dies gilt nur von den Flüchen im Leviticus, die im Deuteronomium<sup class=\"footnote-marker\">191</sup><i class=\"footnote\">Dt. Kap. 28.</i>aber unterbreche man. – Aus welchem Grunde? – Die sind in der Mehrzahl abgefaßt, und Moše sprach sie im Namen des Allmächtigen, die anderen sind in der Einzahl abgefaßt, und Moše sprach sie selbständig.", | |
| "Levi b. Buṭi las die Flüche vor R. Hona stotternd, da sprach er zu ihm: Nach Belieben<sup class=\"footnote-marker\">192</sup><i class=\"footnote\">Dh. du darfst sie unterbrechen.</i>; sie lehrten es nur von den Flüchen im Leviticus, die im Deuteronomium aber unterbreche man.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: E͑zra ordnete für Jisraél an, die Flüche im Leviticus vor dem Wochenfeste und die im Deuteronomium vor dem Neujahrsfeste zu lesen. – Aus welchem Grunde? Abajje, nach anderen Reš Laqiš, erwiderte: Damit das Jahr mit seinen Flüchen zuende sei. –", | |
| "Allerdings ist mit denen des Deuteronomium das Jahr mit seinen Flüchen zuende, wieso aber mit denen des Leviticus, beginnt denn mit dem Wochenfeste ein neues Jahr!? – Freilich, auch das Wochenfest ist ein Neujahr, denn wir haben gelernt, am Wochenfeste werden die Baumfrüchte [gerichtet]<sup class=\"footnote-marker\">193</sup><i class=\"footnote\">Cf. Rh. Fol. 16a.</i>.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn Greise dich niederreißen heißen und Junge dich bauen heißen, so reiße nieder und baue nicht, denn das Niederreißen der Greise ist ein Bauen und das Bauen der Jungen ist ein Niederreißen. Als Vorbild diene Rehabea͑m, der Sohn Šelomos<sup class=\"footnote-marker\">194</sup><i class=\"footnote\">Cf. iReg. Kap. 12.</i>.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Mit der Stelle, da man am Šabbath beim Morgengebete abbricht, beginne man beim Vespergebete zu lesen, da man beim Vespergebete [abbricht], beginne man am Montag zu lesen, da man am Montag [abbricht], beginne man am Donnerstag zu lesen, und da man am Donnerstag [abbricht], beginne man am folgenden Šabbath zu lesen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, da man am Šabbath beim Morgengebete abbricht, beginne man beim Vespergebete, am Montag, am Donnerstag und am folgenden Šabbath zu lesen.", | |
| "R. Zera sagte: Die Halakha ist, wo man am Šabbath beim Morgengebete abbricht, beginne man beim Vespergebete, am Montag, am Donnerstag und am folgenden Šabbath zu lesen. – Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!? –" | |
| ], | |
| [ | |
| "Weil manche [diesen Streit] entgegengesetzt lehren.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Man öffne [die Torarolle], schaue hinein, rolle sie zusammen, spreche den Segen, öffne sie wiederum und lese – so R. Meír. R. Jehuda sagt, man öffne sie, schaue hinein, spreche den Segen und lese. –", | |
| "Was ist der Grund R. Meírs? – Dies nach U͑la, denn U͑la sagte: Sie sagten deshalb, der Vorlesende dürfe dem Dolmetsch nicht nachhelfen, damit man nicht glaube, die Übersetzung stehe in der Tora. Ebenso auch hierbei: damit man nicht glaube, die Segenssprüche stehen in der Tora. –", | |
| "Und R. Jehuda!? – Bezüglich der Übersetzung könnte man im Irrtum sein, bezüglich der Segenssprüche kann man nicht im Irrtum sein.", | |
| "R. Zera sagte im Namen R. Mathnas: Die Halakha ist: man öffne sie, schaue hinein, spreche den Segen und lese. – Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!? – Weil manche [diesen Streit] entgegengesetzt lehren.", | |
| "R. Zera sagte [ferner] im Namen R. Mathnas: Den Tafeln<sup class=\"footnote-marker\">195</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi Buchdeckel, nach anderen Buchränder; wahrscheinlich Nachbildungen der Bundestafeln, oder Wandtafeln mit Aufschriften, wie man sie jetzt noch in den Synagogen hat.</i>und den Tribünen<sup class=\"footnote-marker\">196</sup><i class=\"footnote\">Wohl in den Bethäusern.</i>haftet keine Heiligkeit an.", | |
| "R. Šephaṭja sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Torarolle zusammenrollt, stelle man sie auf die Naht<sup class=\"footnote-marker\">197</sup><i class=\"footnote\">Diese muß sich in der Mitte zwischen beiden Teilen befinden.</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Torarolle rollt, rolle man sie von außen<sup class=\"footnote-marker\">198</sup><i class=\"footnote\">Wenn man sie auf dem Schöße rollt, fasse man die äußere Walze an u. rolle sie zu sich, damit sie nicht auf die Erde falle.</i>und nicht von innen.", | |
| "Beim Umbinden binde man sie von innen<sup class=\"footnote-marker\">199</sup><i class=\"footnote\">Die Torarolle wird mit einem Wickelbande umwickelt, das vorn zu verknoten od. zu befestigen ist, damit man es in der richtigen Lage lösen kann.</i>und nicht von außen.", | |
| "Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wenn zehn<sup class=\"footnote-marker\">200</sup><i class=\"footnote\">Dh. bei einer Anwesenheit von 10 Personen.</i>aus der Torarolle vorlesen, so rolle sie der bedeutendste zusammen, denn der sie zusammenrollt, erhält den Lohn für alle. R. Jehošua͑ sagte nämlich: Wenn zehn aus der Torarolle lesen, so erhält derjenige, der sie zusammenrollt, den Lohn für alle. – ‘Den Lohn für alle’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: er erhält einen Lohn, wie alle zusammen.", | |
| "Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Woher, daß man sich der Hallstimme bedienen darf? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">201</sup><i class=\"footnote\">Jes. 30,21.</i><i>und deine Ohren werden hinter dir einen Ruf vernehmen</i>. Jedoch nur dann, wenn man eine männliche Stimme in der Stadt oder eine weibliche auf dem Felde gehört hat. Auch nur dann, wenn sie zweimal ja oder zweimal nein gesagt hat.", | |
| "Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wer die Schrift ohne Melodie liest und ohne Sang<sup class=\"footnote-marker\">202</sup><i class=\"footnote\">Wie diese nicht nur beim Studium des Talmud, sondern auch bei den Mohammedanern beim Lesen des Koran üblich (cf. Kor. 25,34; 73,4).</i>studiert, über den spricht die Schrift: <sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Ez. 20,25.</i><i>so gab ich ihnen Satzungen, die nicht ersprießlich waren &c</i>.", | |
| "Abajje wandte ein: Weil er seine Stimme nicht melodisch einstellen kann, sollte es über ihn heißen:<sup class=\"footnote-marker\">203</sup><i class=\"footnote\">Ez. 20,25.</i><i>Rechte, durch die sie nicht leben können</i>!? Vielmehr ist dies auf das zu beziehen, was R. Mešaršeja gesagt hat; Wenn zwei Schriftgelehrte in einer Stadt wohnen und nicht verträglich mit einander in der Halakha sind, so spricht die Schrift über sie: <i>so gab ich ihnen Satzungen, die nicht ersprießlich waren, und Rechte, durch die sie nicht leben können</i>.", | |
| "R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans: Wer eine Tora entblößt<sup class=\"footnote-marker\">204</sup><i class=\"footnote\">Ohne Hülle.</i> anfaßt, wird entblößt begraben. – ‘Entblößt begraben’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: wird der Gebote entblößt begraben. –", | |
| "‘Der Gebote entblößt’, wie kommst du darauf!? Vielmehr, erklärte Abajje, er wird dieses Gebotes entblößt begraben.", | |
| "R. Jannaj, Sohn R. Jannajs des Greisen, sagte im Namen R. Jannajs des Großen: Man drehe die Hülle [um die Torarolle], nicht aber die Torarolle.", | |
| "<i>Moše sagte den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn</i>; <small>ES IST</small> G<small>EBOT</small>, <small>JEDES ZUR ENTSPRECHENDEN</small> Z<small>EIT ZU LESEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Moše ordnete für Jisraél an, über die Bedeutung des Tages vorzutragen: über die Vorschriften des Pesaḥfestes am Pesaḥfeste, über die Vorschriften des Wochenfestes am Wochenfeste und über die Vorschriften des Hüttenfestes am Hüttenfeste." | |
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