{
"language": "en",
"title": "Megillah",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "מגילה",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Moed"
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"text": [
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[],
[
" DIE ESTERROLLE WIRD AM ELFTEN, AM ZWÖLFTEN, AM DREIZEHNTEN, AM VIERZEHNTEN ODER AM FÜNFZEHNTEN [ADAR] GELESEN, WEDER FRÜHER NOCH SPÄTER. BEFESTIGTE STÄDTE, DIE IN DEN TAGEN JEHOŠUA͑S, DES SOHNES NUNS, MIT EINER MAUER UMGEBEN WAREN, LESEN SIE AM FÜNFZEHNTEN, DÖRFER UND GRÖSSERE STÄDTE LESEN SIE AM VIERZEHNTEN, NUR DASS DIE DÖRFER ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VORGREIFEN.",
"ii UND ZWAR: FÄLLT DER VIERZEHNTE [ADAR] AUF EINEN MONTAG, SO LESEN SIE DIE DÖRFER UND GRÖSSEREN STÄDTE AN DIESEM TAGE UND DIE MIT EINER MAUER UMGEBENEN STÄDTE AM FOLGENDEN; FÄLLT ER AUF EINEN DIENSTAG, ODER EINEN MITTWOCH, SO GREIFEN DIE DÖRFER ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VOR, DIE GRÖSSEREN STÄDTE LESEN SIE AN DIESEM TAGE UND DIE MIT EINER MAUER UMGEBENEN STÄDTE AM FOLGENDEN; \n",
"FÄLLT ER AUF EINEN DONNERSTAG, SO LESEN SIE DIE DÖRFER UND DIE GRÖSSEREN STÄDTE AN DIESEM TAGE UND DIE MIT EINER MAUER UMGEBENEN STÄDTE AM FOLGENDEN; FÄLLT ER AUF EINEN FREITAG, SO GREIFEN DIE DÖRFER ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VOR UND DIE GRÖSSEREN STÄDTE UND DIE MIT EINER MAUER UMGEBENEN STÄDTE LESEN SIE AN DIESEM TAGE;\n",
"FÄLLT ER AUF EINEN ŠABBATH, SO GREIFEN DIE DÖRFER UND DIE GRÖSSEREN STÄDTE ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VOR UND DIE MIT EINER MAUER UMGEBENEN STÄDTE LESEN SIE AM FOLGENDEN TAGE; FÄLLT ER AUF DEN TAG NACH DEM ŠABBATH, SO GREIFEN DIE DÖRFER ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VOR, DIE GRÖSSEREN STÄDTE LESEN SIE AN DIESEM TAGE UND DIE MIT EINER MAUER UMGEBENEN STÄDTE AM FOLGENDEN.",
"GEMARA. DIE ESTERROLLE WIRD AM ELFTEN &C. GELESEN. Woher dies? – ‘Woher dies’, dies wie wir weiter erklären: die Weisen haben es für die Dörfer erleichtert, daß sie sie nämlich am vorangehenden Zusammenkunftstage vorgreifen dürfen, um ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen zu können!? –",
"Wir meinen es wie folgt: merke, diese Tage wurden ja alle von den Männern der Großsynode festgesetzt, denn wenn du sagen wolltest, die Männer der Großsynode hätten nur den vierzehnten und den fünfzehnten festgesetzt, wieso könnten die Rabbanan kommen und eine Anordnung aufheben, die die Männer der Großsynode eingeführt haben, wir haben ja gelernt, ein Gerichtshof könne nicht die Worte eines anderen Gerichtshofes aufheben, es sei denn, daß er größer ist als jener an Weisheit und Zahl!?",
"Sicherlich haben also die Männer der Großsynode alle angeordnet: wo sind sie [in der Schrift] angedeutet?",
"R. Šamen b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: um diese Purimtage zu ihren bestimmten Zeiten festzusetzen; sie haben also mehrere Zeiten festgesetzt. –",
"Dies ist ja an sich nötig!? – Es könnte ja Zeit heißen, wenn es aber Zeiten heißt, so deutet dies auf mehrere Zeiten. –",
"Aber auch dies ist ja nötig, daß nämlich die Zeit dieser der Zeit jener nicht gleiche!? – Demnach sollte es zu ihrer Zeit heißen, wenn es aber Zeiten heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. –",
"Vielleicht sind es viele Zeiten!? – Ihre Zeiten, wie ihre Zeit; wie unter ihre Zeit zwei zu verstehen sind, ebenso unter ihre Zeiten zwei. –",
"Vielleicht am zwölften und am dreizehnten!? – Wie R. Šemuél b. Jiçḥaq erklärt hat, der dreizehnte sei ohnehin für jede Gemeinde bestimmt und brauche nicht besonders einbegriffen zu werden, ebenso ist auch hierbei [zu erklären], der dreizehnte ist ohnehin für jede Gemeinde bestimmt, und braucht nicht besonders einbegriffen zu werden. –",
"Vielleicht am sechzehnten und am siebzehnten!? – Es heißt: und nicht versäumten.",
"R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Die Schrift sagt: wie an den Tagen, an denen die Juden Ruhe fanden; ‘wie an den Tagen’, dies schließt den elften und den zwölften ein. –",
"Vielleicht am zwölften und am dreizehnten!? R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Der dreizehnte ist ohnehin für jede Gemeinde bestimmt und braucht nicht besonders einbegriffen zu werden. – Vielleicht am sechzehnten und am siebzehnten!? – Es heißt: und nicht versäumen. –",
"Weshalb entnimmt es R. Šemuél b. Naḥmani nicht aus [dem Worte] Zeiten!? – [Die Unterscheidung von] Zeit, ihre Zeit und Zeiten leuchtet ihm nicht ein. –",
"Weshalb entnimmt es R. Šamen b. Abba nicht aus [den Worten] wie an den, Tagen!? – Er kann dir erwidern: dies deutet darauf, daß es auch in Zukunft erfolge.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht des Anonymus R. A͑qiba, der [die Ausdrücke] Zeit, ihre Zeit und Zeiten zur Forschung verwendet, die Weisen aber sagen, man lese sie nur zur festgesetzten Zeit.",
"Man wandte ein: R. Jehuda sagte: Dies nur dann, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Bodenwohnt, in der Jetztzeit aber, wo alle sich danachrichten, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.",
"Nach wem sagte R. Jehuda dies, wollte man sagen nach R. A͑qiba, so gilt dies ja nach ihm auch in der Jetztzeit,",
"doch wohl nach den Rabbanan, und nach diesen liest man sie, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Boden wohnt, wohl [an mehreren Tagen]!? Dies ist eine Widerlegung R. Jehudas. Eine Widerlegung.",
"Manche lesen: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansicht des Anonymus R. A͑qiba, die Weisen aber sagen, in der Jetztzeit, wo alle sich danach richten, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.",
"Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte: Dies nur dann, wenn die Jahre normal sind und Jisraél auf seinem Boden wohnt, in der Jetztzeit aber, wo alle sich danach richten, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.",
"R. Aši wies auf einen Widerspruch hin, in welchem R. Jehuda sich befindet"
],
[
"und addiziert die Barajtha R. Jose b. Jehuda.",
"Kann R. Jehuda denn gesagt haben, daß man sie in der Jetztzeit, wo man sich danach richtet, nur zur festgesetzten Zeit lese, dem widersprechend wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Nur dann wenn mau im Orte am Montag und Donnerstag zusammenkommt, in einem Orte aber, wo man am Montag und Donnerstag nicht zusammenkommt, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit.",
"Wo man am Montag und Donnerstag zusammenkommt, lese man sie also wohl, auch in der Jetztzeit!? Daher addiziert er die Barajtha R. Jose b. Jehuda. –",
"Ist denn, weil R, Jehuda sich in einem Widersprüche befindet, die Barajtha R. Jose b. Jehuda zu addizieren!? –",
"R. Aši hörte, daß einer sie im Namen R. Jehudas und ein anderer sie im Namen des R. Jose b. Jehuda lehrte, und da R. Jehuda sich in einem Widerspruche befinden würde, so sagte er, wer sie im Namen R. Jehudas lehrt, habe nicht Recht, und wer sie im Namen des R. Jose b. Jehuda lehrt, habe Recht.",
"BEFESTIGTE STÄDTE, DIE IN DEN TAGEN DES JEHOŠUA͑, DES SOHNES NUNS, MIT EINER MAUER UMGEBEN WAREN, LESEN SIE AM FÜNFZEHNTEN &C. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:darum, machen die Juden auf offenem Lande, die in offenen Städten wohnen &c.; wenn die offenen Städte am vierzehnten, so tun es die mit einer Mauer umgebenen am fünfzehnten. –",
"Vielleicht die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen überhaupt nicht!? – Sind diese denn keine Jisraéliten!? Und ferner [heißt es]:von Hodu bis Kuš. –",
"Vielleicht die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen am vierzehnten und am fünfzehnten, wie es auch heißt:daß sie alljährlich den vierzehnten Tag und den fünfzehnten Tag des Monats Adar begehen sollen!? –",
"Würde es ‘den vierzehnten und fünfzehnten Tag’ geheißen haben, so könntest du recht haben, wenn es aber ‘den vierzehnten Tag und den fünfzehnten Tag’ heißt, so sind sie getrennt: die einen am vierzehnten und die anderen am fünfzehnten. –",
"Vielleicht aber die offenen Städte am vierzehnten und die mit einer Mauer umgebenen beliebig, am vierzehnten oder am fünfzehnten!? – Die Schrift sagt: zu ihren Zeiten, die Zeit der einen gleicht nicht der Zeit der anderen. –",
"Vielleicht am dreizehnten!? – Wie in Šušan.",
"Wir wissen dies vom Begehen [des Festes], woher dies von der Erinnerung? – Die Schrift sagt:diese Tage sollen in Erinnerung bleiben und begangen werden; die Erinnerung gleicht dem Begehen.",
"Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Befestigte Städte, die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben waren, lesen sie am fünfzehnten. –",
"Was ist der Grund des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? – Wie in Šušan: wie Šušan in den Tagen Aḥašveroš‘ mit einer Mauer umgeben war, und man in ihr am fünfzehnten las, ebenso lese man sie in jeder [Stadt], die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben war, am fünfzehnten. – Was ist der Grund des Autors unserer [Mišna]? –",
"Er folgert es durch [das Wort] offen; hierheißt es: darum machen die Juden auf offenem Lande, und dortheißt es: außerdem noch sehr viel offene Landstädte; wie dort mit einer Mauer umgeben in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, ebenso auch hier mit einer Mauer umgeben in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns. –",
"Erklärlich ist es, daß R. Jehošua͑ b. Qorḥa nicht der Ansicht des Autors unserer [Mišna] ist, weil er durch [das Wort] offen nichts folgert; weshalb aber ist der Autor unserer Mišna nicht der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa? –",
"‘Weshalb’, weil er es durch [das Wort] offen folgert!? – Er meint es wie folgt: weshalb verfuhr man so in Šušan!?",
"Raba, wie manche sagen, Kadi, erwiderte: Šušan bildet eine Ausnahme, weil das Wunder sich da ereignet hatte. –",
"Erklärlich sind [die Worte]:in jeder Provinz und in jeder Stadt, nach dem Autor unserer [Mišna]: jede Provinz, zur Unterscheidung zwischen solchen, die in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben waren, und solchen, die in den Tagen Aḥašveroš’ mit einer Mauer umgeben waren,",
"jede Stadt, zur Unterscheidung zwischen Šušan und anderen Städten; nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa aber heißt es allerdings: in jeder Provinz, zur Unterscheidung zwischen Šušan und anderen Städten, wozu aber heißt es: in jeder Stadt!? –",
"R. Jehošua͑ b. Qorḥa kann dir erwidern: stimmt dies denn nach dem Autor unserer [Mišna]: wozu sind nach ihm die Worte in jeder Provinz nötig, wo er es doch aus [dem Worte] offen folgert!? Der Schriftvers ist vielmehr zur Forschungnötig, und zwar nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Jeder [Ort] nahe der befestigten Stadt, und was mit dieser zusammen zu sehen ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. –",
"Wie weit? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erwiderte: Wie von Ḥamtan bis Tiberias, ein Mil. – Sollte er doch sagen: ein Mil!? – Er lehrt uns folgendes: ein Mil ist soviel, wie von Ḥamtan bis Tiberias.",
"Ferner sagte R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba: [Die Finalbuchstaben] Mem, Nun, Çade, Pe und Kaph haben die Schauereingeführt. –",
"Glaubst du, es heißt ja:dies sind die Gebote, der Prophet darf von nun ab nichts mehr neu einführen!? Ferner sagte ja R. Ḥisda das Mem und das Samekh"
],
[
"standen auf den Gesetzestafeln durch ein Wunder!? –",
"Sie waren beidevorhanden, nur wußte man nicht, welche Medial- und welche Finalbuchstaben sind, da kamen die Schauer und führten die offenen als Medial- und die geschlossenen als Finalbuchstaben ein. –",
"Aber immerhin heißt es ja dies sind die Gebote, der Prophet darf von nun ab nichts mehr neu einführen!? – Vielmehr, man hatte es vergessen, und diese stellten es wieder her.",
"Ferner sagte R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba: Die [aramäische] Übersetzung der Tora verfaßte Onkelosder Proselyt nach der Unterweisung R. Elie͑zers und Jehošua͑s; die [aramäische] Übersetzung der Propheten verfaßte Jonathan, der Sohn U͑ziéls nach der Unterweisung Ḥaggajs, Zekharjas und Maleakhis. Das Jisraélland erbebte dann vierhundert zu vierhundert Parasangen, und eine Hallstimme ertönte und sprach: Wer ist es, der meine Geheimnisse den Menschenkindern verraten hat?",
"Da stellte sich Jonathan, der Sohn U͑ziéls (auf seine Füße) hin und sprach: Ich bin es, der deine Geheimnisse den Menschenkindern verraten hat; offen und bewußt ist es dir, daß ich es nicht mir zu Ehren, noch zu Ehren meines väterlichen Hauses getan habe, vielmehr habe ich es dir zu Ehren getan, damit keine Streitigkeiten in Jisraél sich mehren.",
"Er wollte auch die Übersetzung der Hagiographen veröffentlichen, da ertönte eine Hallstimme und sprach: Begnüge dich. – Weshalb? – Weil in diesen das messianische Ende enthalten ist. –",
"Ist es denn Onkelos der Proselyt, der die Übersetzung der Tora verfaßt hat, R. Iqa b. Abin sagte ja im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Es heißt:und sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, deutlich mit Angabe des Sinnes, sodaß sie das Gelesene verstanden. Sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, das ist die Schrift; deutlich, das ist die Übersetzung;",
"mit Angabe des Sinnes, das sind die Verstrennungen; das Gelesene verstanden, das sind die Akzente, und wie manche sagen, die Überlieferung!? – Man hatte sie vergessen und er stellte sie wieder her. –",
"Weshalb erbebte es nicht wegen der Übersetzung der Tora, wohl aber wegen der Propheten? – In der Tora ist alles klar, in den Propheten ist manches klar und manches dunkel. So heißt es:An jenem Tage wird sich in Jerušalem Totenklage erheben, wie die Totenklage Hadadrimmons in der Ebene von Megiddon.",
"Hierzu sagte R. Joseph: Wenn nicht die Übersetzung dieses Verses würde ich ihn nicht verstanden haben. [Diese lautet:] An jenem Tage wird in Jerušalem die Klage so groß sein, wie die Totenklage über Aḥáb, den Sohn O͑mris, den Hadadrimmon, Sohn des Ṭabrimon, in Ramoth Gilea͑d erschlug, und wie die Totenklage über Jošija, Sohn des Amon, den der lahme Pareo͑ in der Ebene von Megiddon erschlug.",
"Ich, Daniél, allein sah diese Erscheinung, während die Männer, die bei mir waren, nichts von der Erscheinung sahen; aber ein großer Schrecken hatte sie befallen, daß sie flohen, um sich zu verbergen. Wer waren diese Männer? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erwiderte: Das waren Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi;",
"diese waren bedeutender als er und er war bedeutender als diese. Diese waren bedeutender als er, da sie Propheten waren, er aber nicht; er war bedeutender als diese, da er [die Erscheinung] sah, sie aber nicht. –",
"Weshalb erschraken sie, wenn sie nichts sahen? – Obgleich sie selbst sie nicht sahen, so sah sie ihr Geist.",
"Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand in Angst ist, sein Geist etwas sieht, obgleich er selbst nichts sieht. – Welches Mittel gibt es dagegen? – Man lese das Šema͑. Wenn man sich aber auf einer schmutzigen Stelle befindet, so hüpfe man vier Ellen von seinem Platze. Wenn nicht das, so spreche man wie folgt: Die Ziege beim Schlächter ist fetter als ich.",
"Jetzt nun, wo du erklärt hast, [die Worte:] in jeder Provinz und in jeder Stadt. werden zur Forschungverwendet, wozu sind [die Worte:] in jeder Familie, nötig? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Diese deuten darauf, daß die priesterlichen und levitischen Familien den Tempeldienst unterbrechen und das Lesen der Esterrolle hören gehen.",
"R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn Priester beim Tempeldienste, Leviten auf der Estradeund Jisraéliten beim Beistande sich befinden, so verlassen sie alle ihren Dienst und gehen das Lesen der Esterrolle hören.",
"Ebenso wird gelehrt: Wenn Priester beim Tempeldienste, Leviten auf der Estrade und Jisraéliten beim Beistande sich befinden, so verlassen sie alle ihren Dienst und gehen das Lesen der Esterrolle hören. Darauf stützten sie sich im Hause Rabbis, das Studium der Tora zu unterbrechen, um das Lesen der Esterrolle hören zu gehen. Dies ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere, vom Tempeldienste, zu folgern: wenn man den strengeren Tempeldienst unterbreche, um wieviel mehr das Studium der Tora. –",
"Ist denn der Tempeldienst strenger als das Studium der Tora, es heißt ja:während sich aber Jehošua͑ in Jeriḥo befand, schaute er einst auf und sah, wie ihm ein Mann gegenüberstand &c., da warf er sich nieder. –",
"Wieso tat er dies, R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, man dürfe nachts seinen Nächsten nicht begrüßen, weil zu befürchten ist, es sei vielleicht ein Dämon!? – Anders war es da, wo er gesagt hatte:ich bin ein Heeresfürst des Herrn. –",
"Vielleicht hatte er gelogen!? – Es ist überliefert, daß sie nicht den Namen Gottes vergeblich aussprechen.",
"Er sprach nämlich zu ihm: Gestern habt ihr das beständige Abendopfer unterlassen und jetzt habt ihr das Studium der Tora unterlassen. Hierauf fragte er: Wegen welcher [Unterlassung] bist du gekommen? Dieser erwiderte:Jetztbin ich gekommen. Sodann:Da verbrachte Jehošua͑ jene Nacht in der Vertiefung, worüber R. Joḥanan sagte,"
],
[
"dies lehre, daß er jene Nacht bei der Vertiefung in der Halakha verbrachte. Auch sagte R, Šemuél b. Inja, das Studium der Tora sei bedeutender als die Darbringung des beständigen Opfers, denn es heißt: jetzt bin ich gekommen!? –",
"Das ist kein Einwand; eines gilt von einer Gesamtheit und eines gilt von einem einzelnen. –",
"Ist denn [das Studium] eines einzelnen geringer, vor haben ja gelernt: Frauen dürfen am Halbfeste einen Trauergesang anstimmen, nicht aber sich an die Brust schlagen; R. Jišma͑él sagt, die sich nahe der Bahre befinden, dürfen sich an die Brust schlagen. An Neumonds tagen, am Ḥanukafeste und am Purimfeste dürfen sie einen Trauergesang anstimmen und sich an die Brust schlagen, eine Rundklageaber dürfen sie an diesem und an jenem nicht anstimmen.",
"Hierzu sagte Rabba b. Ḥona, bei einem Schriftgelehrten gebe es kein Fest, und um so weniger ein Ḥanukafest oder ein Purimfest!? –",
"Du sprichst von der Ehrung der Tora: die Ehrung der Tora ist auch bei einem einzelnen strenger, beim Studium eines einzelnen ist es jedoch leichter.",
"Raba sagte: Es ist mir entschieden, daß von Tempeldienst und Lesen der Esterrolle das Lesen der Esterrolle wichtiger sei, wie dies aus der Lehre des R. Jose b. Ḥaninahervorgeht. Daß ferner von Studium der Tora und Lesen der Esterrolle das Lesen der Esterrolle wichtiger sei, wie sie sich darauf im Hause Rabbis stützten.",
"Daß ferner von Studium der Tora und [Bestattung eines] Pflichttoten[die Bestattung] des Pflichttoten wichtiger sei, denn es wird gelehrt, man unterbreche das Studium der Tora, um einen Toten hinauszubringen und um eine Braut unter den Baldachin zu führen. Daß ferner von Tempeldienst und [Bestattung eines] Pflichttoten [die Bestattung] des Pflichttoten wichtiger sei, was aus [dem Worte] seiner Schwester zu entnehmen ist.",
"Es wird gelehrt:Und wegen seiner Schwester. Was lehrt dies? Man könnte glauben, daß, wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht, und hört, daß ihm jemand gestorben sei, er sich verunreinigensolle, so heißt es:er darf sich nicht verunreinigen.",
"Man könnte nun glauben, daß, wie er sich an seiner Schwester nicht verunreinigen darf, ebenso dürfe er sich auch wegen eines Pflichttoten nicht verunreinigen, so heißt es: und wegen seiner Schwester; an seiner Schwester verunreinige er sich nicht, wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten.",
"Folgendes aber fragte Raba: Was ist von Lesen der Esterrolle und [Bestattung eines] Pflichttoten wichtiger: ist das Lesen der Esterrolle wichtiger, wegen der Bekanntmachung des Wunders, oder ist [die Bestattung] eines Pflichttoten wichtiger, wegen der Ehre des Menschen? Nachdem er es fragte, entschied er es: [die Bestattung] eines Pflichttoten ist wichtiger, denn der Meister sagte: Groß ist die Ehre des Menschen, daß sie ein Verbot der Tora verdrängt.",
"Der Text. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Jeder Ort nahe der befestigten Stadt, und was mit dieser zusammen zu sehen ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. Es wird gelehrt: Nahe, auch wenn er nicht mit dieser zu sehen ist; zu sehen ist, auch wenn nicht nahe. –",
"Allerdings kann es vorkommen, daß [ein Ort] zu sehen und nicht nahe ist, beispielsweise auf der Spitze eines Berges, wieso aber kann es vorkommen, daß [ein Ort] nahe und nicht zu sehen ist!? R. Jirmeja erwiderte: Wenn er sich in einem Tale befindet.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Eine befestigte Stadt, die zuerst besiedelt und nachher mit einer Mauer umgeben worden ist, istals Dorf zu behandeln. Aus welchem Grunde? – Es heißt:wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft; nur zuerst ummauert und nachher bewohnt, nicht aber zuerst bewohnt und nachher ummauert.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Eine befestigte Stadt, in der keine zehn Müßiggängervorhanden sind, ist als Dorf zu behandeln. – Was lehrt er uns damit, wir haben ja gelernt, als große Stadt gelte diejenige, in der zehn Müßiggänger sich befinden, wenn aber weniger, werde sie als Dorf behandelt!? – Er lehrt uns dies von einer befestigten Stadt, obgleich manche von auswärts kommen.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Eine befestigte Stadt, die zerstört worden war und wieder besiedelt worden ist, ist als befestigte Stadt zu behandeln. – Was heißt ‘zerstört’: wollte man sagen, wenn ihre Mauer zerstört worden war, wieso nur dann, wenn sie wieder errichtet worden ist, sonst aber nicht, es wird ja gelehrt: R. Elea͑zar b. Jose sagte:die eine Mauer hatte, auch wenn sie jetzt keine hat, einst aber eine hatte!? –",
"Vielmehr, ‘zerstört’ heißt, wenn sie keine zehn Müßiggänger mehr hat.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi:"
],
[
"Lud, Ono und Ge Harašim waren in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben. –",
"Hat sie denn Jehošua͑ erbaut, Elpaa͑l erbaute sie ja, wie es heißt:die Söhne Elpaa͑ls waren: E͑ber, Mišea͑m und Šemer. Dieser erbaute Ono und Lud und dessen Tochterstädte!? – Nach deiner Ansicht müßte sie ja erst Asa erbaut haben, denn es heißt:Asa baute die befestigten Städte in Jehuda!?",
"Vielmehr ist es mit R. Elea͑zar zu erklären: diese waren in den Tagen Jehošua͑s mit einer Mauer umgeben und wurden beim Ereignisse mit dem Kebsweibe von Gibea͑zerstört, darauf kam Elpaa͑l und erbaute sie wieder, und als sie später wieder einstürzten, kam Asa und stellte sie her.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: er sprach zu Jehuda: Laßt uns diese Städte erbauen, wahrscheinlich waren sie schon vorher Städte.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Frauen sind zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, denn auch sie waren an diesem Wunder beteiligt. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so trage man über die Bedeutung des Tages vor. –",
"Wieso gerade über das Purimfest, dies gilt ja auch von jedem anderen Feste!? Es wird nämlich gelehrt: Moše ordnete für Jisraél an, über die Bedeutung des Tages vorzutragen: über die Vorschriften des Pesaḥfestes am Pesaḥfeste, über die Vorschriften des Wochenfestes am Wochenfeste und über die Vorschriften des Hüttenfestes am Hüttenfeste!? –",
"Vom Purimfest ist dies besonders zu lehren nötig; man könnte glauben, man berücksichtige die Befürchtung Rabbas, so lehrt er uns.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Man muß die Esterrolle abends lesen und am folgenden Tage wiederholen, denn es heißt:mein Gott, ich rufe tagsüber, doch du antwortest nicht, und nachts, ohne daß ich Beruhigung fände.",
"Sie verstanden anfangs, man lese abends die Esterrolle und studiere am folgenden Tage den diese behandelnden Mišnatraktat; da sprach R. Jirmeja zu ihnen: Mir wurde von R. Ḥija b. Abba erklärt: wie die Leute sprechen: ich lese diesen Abschnitt und wiederholeihn.",
"Ebenso wird gelehrt: R. Ḥelbo sagte im Namen des U͑la Biraá: Man muß die Esterrolle abends lesen und am folgenden Tage wiederholen, denn es heißt:auf daß [meine Seele] lobsinge und nicht schweige. O Herr, mein Gott, immerdar will ich dich preisen.",
"NUR DASS DIE DÖRFER ZUM VORANGEHENDEN ZUSAMMENKUNFTSTAGE VORGREIFEN. R. Ḥanina sagte: Die Weisen haben es für die Dörfer erleichtert, daß sie nämlich zum vorangehenden Zusammenkunftstage vorgreifen dürfen, um ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen zu können. –"
],
[
"Demnach ist dies eine Vorsorge für die befestigten Städte, dagegen haben wir gelernt, daß wenn er auf einen Montag fällt, die Dörfer und größeren Städte sie am selben Tage lesen; demnach sollten sie sie am vorangehenden Zusammenkunftstage lesen!? – Dieser wäre ja der zehnte, und auf den zehnten haben es die Rabbanan nicht verlegt. –",
"Komm und höre: Fällt er auf einen Donnerstag, so lesen sie die Dörfer und größeren Städte am selben Tage. Demnach sollten sie sie am vorangehenden Zusammenkunftstage, am elften, lesen!? Man verschiebt nicht von einem Zusammenkunftstage auf den vorhergehenden. –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn man im Orte am Montag und am Donnerstag zusammenkommt, in einem Orte aber, wo man am Montag und am Donnerstag nicht zusammenkommt, lese man sie nur zur festgesetzten Zeit. Weshalb sollten, wenn du nun sagst, dies sei eine Vorsorge für die befestigten Städte, diese dadurch leiden, daß man da am Montag und am Donnerstag nicht zusammenkommt!? –",
"Sage nicht: um sie mit Wasser und Nahrung zu versorgen, sondern: weil sie dann ihre Brüder in den befestigten Städten mit Wasser und Nahrung versorgen.",
"UND ZWAR: FÄLLT ER AUF EINEN MONTAG, SO LESEN SIE DIE DÖRFER UND GRÖSSEREN STÄDTE AN DIESEM TAGE &C. Weshalb wählt er im Anfangssatze die Reihenfolge der Monatstage und im Schlußsatze die Reihenfolge der Wochentage? –",
"Da man in Verwirrung kommenkönnte, so wählt er die Reihenfolge der Wochentage.",
"FÄLLT ER AUF EINEN FREITAG &C. Vertritt unsere Mišna die Ansicht Rabbis oder die Ansicht R. Joses? –",
"Wieso die Ansicht Rabbis? – Es wird gelehrt: Fällt er auf einen Freitag, so greifen die Dörfer und die größeren Städte zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor und die mit einer Mauer umgebenen Städte lesen an diesem Tage. Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, es sei für die größeren Städte nicht zu verschieben, beide lesen sie vielmehr an diesem Tage. –",
"Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es heißt:von Jahr zu Jahr, wie in jedem anderen Jahre die größeren Städte früher [lesen] als die mit einer Mauer umgebenen Städte, ebenso auch in diesem die größeren Städte früher als die mit einer Mauer umgebenen Städte. –",
"Vielleicht aber wie folgt: von Jahr zu Jahr, wie es in jedem anderen Jahre für die größeren Städte nicht zu verschieben ist, ebenso ist es in einem solchen Jahre für die größeren Städte nicht zu verschieben!? – Anders ist es ja nicht möglich. –",
"Was ist der Grund Rabbis? – Von Jahr zu Jahr, wie es in jedem anderen Jahre für die größeren Städte nicht zu verschieben ist, ebenso ist es in diesem nicht für die größeren Städte zu verschieben. –",
"Vielleicht aber wie folgt: von Jahr zu Jahr, wie in jedem anderen Jahre die größeren Städte früher [lesen] als die mit einer Mauer umgebenen Städte, ebenso auch in diesem Jahre die größeren Städte früher als die mit einer Mauer umgebenen Städte!? – Anders ist es ja nicht möglich. –",
"Wieso die Ansicht R. Joses? – Es wird gelehrt: Fällt er auf einen Freitag, so greifen die mit einer Mauer umgebenen Städte und die Dörfer zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor und die größeren Städte lesen an diesem Tage. R. Jose sagt, die mit einer Mauer umgebenen Städte [lesen] nicht früher als die größeren Städte, vielmehr lesen diese und jene an diesem Tage. –",
"Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es heißt: von Jahr zu Jahr, wie in jedem anderen Jahre die größeren Städte am vierzehnten lesen und für diese eine andere Zeit als für jene festgesetzt ist, ebenso lesen auch in diesem Jahre die größeren Städte am vierzehnten und ist für diese eine andere Zeit als für jene festgesetzt. –",
"Vielleicht aber wie folgt: von Jahr zu Jahr, wie in jedem anderen Jahre die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher [lesen] als die größeren Städte, ebenso in diesem die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher als die größeren Städte!? – Anders ist es ja nicht möglich. –",
"Was ist der Grund R. Joses? – Von Jahr zu Jahr, wie in jedem anderen Jahre die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher [lesen] als die größeren Städte, ebenso in diesem die mit einer Mauer umgebenen Städte nicht früher als die größeren Städte. –",
"Vielleicht aber wie folgt: von Jahr zu Jahr, wie in jedem anderen Jahre für diese eine andere Zeit festgesetzt ist als für jene, ebenso ist auch in diesem für diese eine andere Zeit festgesetzt als für jene!? – Anders ist es ja nicht möglich. – Ist Rabbi denn der Ansicht, für die größeren Städte sei es nicht auf den Zusammenkunftstag zu verschieben, es wird ja gelehrt: Fällt er auf einen Šabbath, so greifen die Dörfer zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor, die größeren Städte lesen am Freitag und die mit einer Mauer umgebenen Städte am folgenden Tage.",
"Rabbi sagte: Ich bin der Ansicht, daß es für die größeren Städte, da es für sie ohnehin verschoben wird, auf den Zusammenkunftstag zu verschieben ist!? –",
"Was soll dies: da, wo er auf einen Šabbath fällt, ist es ja ohnehin zu verschieben, daher wird es verschoben, hierbei aber fällt er ja auf einen Freitag. –",
"Wessen Ansicht vertritt das, was R. Ḥelbo im Namen R. Honas lehrte: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so wird es für alle auf den vorangehenden Zusammenkunftstag verschoben. – Alle, wie kommst du darauf, die mit einer Mauer umgebenen Städte tun es ja erst am folgenden Tage!? – Vielmehr: für die es verschoben wird, wird es auf den Zusammenkunftstag verschoben. Wessen Ansicht? – Die Ansicht Rabbis.",
"Alle sind jedoch der Ansicht, am Šabbath lese man die Esterrolle nicht; aus welchem Grunde? Raba erwiderte: Jeder ist zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, nicht aber ist jeder im Lesen der Esterrolle kundig; es ist daher zu berücksichtigen, jemand könnte sie in die Hand nehmen und zu einem Kundigen lernen gehen, und so vier Ellen auf öffentlichem Gebiete tragen.",
"Dies ist auch der Grund bei der Posaune und bei der Festpalme.",
"R. Joseph erwiderte: Weil die Augen der Armen auf das Lesen der Esterrolle gerichtetsind. Ebenso wird gelehrt: Obgleich sie gesagt haben, die Dörfer greifen zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor, so fordert man an diesem Tage auch [die Armengeschenke] ein und verteilt sie an diesem Tage. –",
"‘Obgleich sie gesagt haben’, im Gegenteil: weil sie gesagt haben!? – Vielmehr, da sie gesagt haben, die Dörfer greifen zum vorangehenden Zusammenkunftstage vor, so fordert man an diesem Tage auch [die Armengeschenke] ein und verteilt sie an diesem Tage, weil die Augen der Armen auf das Lesen der Esterrolle gerichtet sind."
],
[
"Die Festfreude aber findet zur festgesetzten Zeit statt.",
"Rabh sagt, die Esterrolle werde zur festgesetzten Zeit auch von einem einzelnen gelesen, außer der festgesetzten Zeit, nur von zehn Personen; R. Asi sagt, sowohl zur festgesetzten Zeit, als auch außer der festgesetzten Zeit, nur von zehn Personen. Bei einer Entscheidung berücksichtigte einst Rabh die Ansicht R. Asis. –",
"Kann Rabh dies denn gesagt haben, R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, der Freitag dafür festgesetzt sei. Wieso der Freitag, der Šabbath ist es ja!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: außer der Zeit wie zur Zeit: wie zur Zeit auch ein einzelner [die Esterrolle lese], ebenso außer der Zeit auch ein einzelner!? –",
"Nein, hinsichtlich des Lesens der Esterrolle bei zehn Personen. – Was heißt demnach: der Freitag dafür festgesetzt sei!? – Dies schließt die Ansicht Rabbis aus; dieser sagt, da es für die größeren Städte ohnehin verschoben wird, werde es auf den Zusammenkunftstag verlegt, so lehrt er uns, daß der Freitag dafür festgesetzt sei.",
" WELCHE HEISST EINE GRÖSSERE STADT? IN DER ZEHN MÜSSIGGÄNGER SICH BEFINDEN; WENN WENIGER, SO IST ES EIN DORF.",
"NUR DIESBEZÜGLICH SAGTEN SIE, DASS ES VORHER ERFOLGE UND NICHT AUF, NACHHER VERSCHOBEN WERDE; DIE HOLZSPENDEABER, DER NEUNTE AB, DAS FESTOPFER UND DIE VOLKSVERSAMMLUNGWERDENAUF NACHHER UND NICHT AUF VORHER VERLEGT.",
"OBGLEICH SIE GESAGT HABEN, MAN VERLEGE SIE AUF VORHER UND NICHT AUF NACHHER, SO SIND AN DIESEN [TAGEN]DENNOCH TRAUER, FASTEN UND DIE BESCHENKUNG DER ARMENERLAUBT. R. JEHUDA SAGTE: NUR DANN, WENN MAN IM ORTE AM MONTAG UND DONNERSTAG ZUSAMMENKOMMT, IN EINEM ORTE ABER, WO MAN WEDER AM MONTAG NOCH AM DONNERSTAG ZUSAMMENKOMMT, LESE MAN SIE NUR ZUR FESTGESETZTEN ZEIT.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Die zehn Müßiggänger, die sich im Bethause aufzuhalten pflegen.",
"NUR DIESBEZÜGLICH SAGTEN SIE, DASS ES VORHER ERFOLGE UND NICHT AUF NACHHER VERSCHOBEN WERDE. Aus welchem Grunde? R. Abba erwiderte im Namen Šemuéls: Die Schrift sagt:und nicht versäumen.",
"Ferner sagte R. Abba im Namen Šemuéls: Woher, daß das Jahr nicht nach Tagengezählt wird? Es heißt:den Monaten des Jahres; du hast das Jahr nach Monaten zu zählen, nicht aber hast du das Jahr nach Tagen zu zählen.",
"Die Rabbanan aus Cäsarea sagten im Namen R. Abbas: Woher, daß der Monat nicht nach Stunden gerechnetwird? – Es heißt:einen Tagesmonat; du hast den Monat nach Tagen zu rechnen, nicht aber hast du den Monat nach Stunden zu rechnen.",
"DIE HOLZSPENDE ABER, DER NEUNTE AB, DAS FESTOPFER UND DIE VOLKSVERSAMMLUNG WERDEN AUF NACHHER UND NICHT AUF VORHER VERLEGT. Der Neunte Ab, weil man sich mit Unglücksfällen nicht beeile; das Festopfer und die Volksversammlung, weil die Pflichtzeit noch nicht herangereicht ist. Es wird gelehrt: Das Festopfer und auch die ganze Festzeit wird auf später verschoben. –",
"Allerdings kann das Festopfer, wenn [die Darbringung] auf einen Šabbath fällt, auf den Sonntag verschoben werden, wieso aber die Festzeit?",
"R. Oša͑ja erwiderte: Er meint es wie folgt: das Festopfer wird vom Šabbath, und das Wallfahrts-Brandopfer sogar vom Festtage, an dem das Festopfer dargebracht werden darf, verdrängt. –",
"Wer [ist der Autor dieser Lehre]? – Es ist die Schule Šammajs, denn wir haben gelernt: Die Schule Šammajs sagt, man bringe am Feste Heilsopfer dar und stützenicht,",
"jedoch keine Brandopfer; die Schule Hilleis sagt, man bringe Heilsopfer und Brandopfer dar und stütze auch.",
"Raba erwiderte: Das Festopfer wird nur für die Dauer der Festzeit aufgeschoben, länger aber nicht. Wir haben nämlich gelernt: Wer das Festopfer am ersten Festtage nicht dargebracht hat, bringe es während des ganzen Festes dar, auch am letzten Tage. Ist das Fest vorüber, ohne daß man das Festopfer dargebracht hat, so ist man dafür nicht haftbar.",
"R. Aši erwiderte: Das Festopfer, sowie die ganze Festzeit wird aufgeschoben, selbst das des Wochenfestes, das nur einen Tag währt. Es wird nämlich gelehrt: [Die Schule Hillels] pflichtet bei, daß, wenn das Wochenfest auf einen Šabbath fällt, die Schlachtung nach dem Šabbath erfolge.",
"R. Elea͑zar erzählte im Namen R. Ḥaninas: Rabbi pflanzte einen Setzling am Purimfeste,"
],
[
"auch badete er am siebzehnten Tammuzin der Quelle von Sepphoris. Ferner wollte er auch die Trauer des Neunten Ab aufheben, man pflichtete ihm aber nicht bei.",
"R. Abba b. Zabhda sprach vor ihm: Meister, nicht so verhielt es sich; der Neunte Ab fiel dann auf einen Šabbath und wir verlegten ihn auf Sonntag, da sagte Rabbi: Da er verdrängt worden ist, so möge er ganz verdrängt werden. Jedoch stimmten ihm die Weisen nicht bei. Da sprach er über ihn:Besser sind zwei als einer. –",
"Wieso pflanzte Rabbi einen Setzling am Purimfeste, R. Joseph lehrte ja:Fröhlichkeit, Gasterei und Festlichkeit; Fröhlichkeit, dies lehrt, daß die Trauer verboten ist; Gasterei, dies lehrt, daß das Fasten verboten ist; Festlichkeit, dies lehrt, daß die Arbeit verboten ist!? – Rabbi gehörte zu denen, die am vierzehnten lesen, und er pflanzte ihn am fünfzehnten. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Rabbi wohnte ja in Tiberias, und Tiberias war ja seit den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben!? – Vielmehr, Rabbi gehörte zu denen, die am fünfzehnten lesen, und er pflanzte ihn am vierzehnten. –",
"War er denn sicher, daß Tiberias in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, Ḥizqija las ja in Tiberias am vierzehnten und am fünfzehnten, weil es ihm zweifelhaft war, ob es in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war oder nicht!? – Ḥizqija war es zweifelhaft, Rabbi war es entschieden. –",
"Ist es denn erlaubt, auch wenn man es weiß, es heißt ja in der Fastenrolle, der vierzehnte und der fünfzehnte [Adar] seien Tage des Purimfestes, an denen die Trauer verboten ist,",
"und hierzu sagte Raba, dies lehre, daß es für diejenigen, die [die Esterrolle] an einem dieser Tage lesen, auch am anderen verboten sei!? – Dies gilt nur von der Trauer und dem Fasten, die Arbeit aber ist nur an einem Tage und nicht mehr verboten. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Rabh sah einst, wie jemand am Purimfeste Flachs säete, da fluchte er darüber, und der Flachs sproßte nicht hervor!? – Da war es am von ihm [zu feiernden] Tage gewesen.",
"Rabba, Sohn des Raba, erwiderte: Du kannst auch sagen, daß [Rabbi] dies am von ihm [zu feiernden] Tage tat, denn sie nahmen auf sich nur die [Unterlassung der] Trauer und das Fasten, nicht aber die [Unterlassung der] Arbeit.",
"Zuerstheißt es nämlich: Fröhlichkeit, Gasterei und Festlichkeit, nachher aber:sie als Tage der Gasterei und Fröhlichkeit zu begehen, von einer Festlichkeit wird aber nichts erwähnt. –",
"Weshalb fluchte nun Rabh über jenen Mann? – Dies gehört zu den Dingen, die zwar erlaubt sind, hinsichtlich welcher aber das Volk Verbot eingeführt hatte; in der Ortschaft Rabbis aber war kein [Verbot] eingeführt.",
"Wenn du aber willst, sage ich, tatsächlich war auch [in der Ortschaft Rabbis Verbot] eingeführt, nur hatte er ihn zu Festlichkeitszwecken gepflanzt. Wir haben nämlich gelernt: Sind auch diese [Fasttage] vorüber, ohne daß man erhört worden ist, so sind Kauf und Verkauf, Bauten, Pflanzungen, Verlobungen und Heiraten einzuschränken.",
"Hierzu wird gelehrt: Unter Bauten sind Festlichkeitsbauten und unter Pflanzungen sind Luxuspflanzungen zu verstehen. Welches heißt Festlichkeitsbau!? Wenn man ein Haus zur Verheiratung seines Sohnes baut. Welches heißt Luxuspflanzung? Wenn man königliche Vorgärten anlegt.",
"Der Text. Ḥizqija las [die Esterrolle] in Tiberias am vierzehnten und am fünfzehnten. Ihm war es nämlich zweifelhaft, ob es in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war oder nicht. – Wieso konnte ihm dies zweifelhaft sein, es heißt ja.und feste Städte, Çiddim, Çer, Ḥammath, Raqqath und Kinnereth, und es ist uns bekannt, daß Raqqath Tiberias ist!? – Ihm war es deswegen zweifelhaft, weil es an einer Seite durch das Meer abgeschlossenist. –",
"Wieso war es ihm demnach zweifelhaft, [das Meer] ist ja selbstverständlich keine Mauer!? Es wird nämlich gelehrt:Die eine Mauer hat, nicht aber eine durch die Häuser gebildete Mauer;ringsum, ausgenommen ist Tiberias, für das das Meer als Mauer dient!? –",
"Hinsichtlich des Verfallenswar es ihm auch nicht zweifelhaft, zweifelhaft war es ihm nur hinsichtlich des Lesens der Esterrolle. Was heißt beim Lesen der Esterrolle offen und was heißt umgeben: besteht der Unterschied darin, daß die einen frei liegen und die anderen nicht frei liegen, so liegt [Tiberias] ebenfalls frei, und besteht der Unterschied darin, daß die einen geschützt sind und die anderen nicht geschützt sind, so ist [Tiberias] ebenfalls geschützt. Daher war es ihm zweifelhaft.",
"R. Asi las die Esterrolle in Huçal am vierzehnten und am fünfzehnten. Ihm war es nämlich zweifelhaft, ob es in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war oder nicht. Manche lesen: R. Asi sagte: Das binjaminitische Huçal war in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben.",
"R. Joḥanan sagte: Als ich Jüngling war, sagte ich etwas, hinsichtlich dessen ich Greise gefragt hatte,"
],
[
"und es stellte sich heraus, daß ich recht hatte: Ḥammath ist Tiberias. Weshalb heißt es Ḥammath? Wegen seiner Warmbäder. Raqqath ist Sepphoris. Weshalb heißt es Raqqath? Weil es auf einer Erhöhung liegt, wie das Ufereines Flusses. Kinnereth ist Genezaret: Weshalb heißt es Kinnereth? Weil dessen Früchte süß sind wie die Artischocke.",
"Raba sprach: Wie kann denn jemand behaupten, Raqqath sei nicht Tiberias!? Wenn jemand hier [in Babylonien] stirbt, klagen sie dort [in Tiberias] wie folgt: Groß ist er in Šešakhund einen Namen hat er in Raqqath. Und wenn man die Bahre nach dort bringt, klagen sie wie folgt: Freunde der Entkommenen, Einwohner von Raqqath, geht hinaus, um die Toten des Taleszu empfangen.",
"Und als die Seele R. Zeras zur Ruhe einkehrte, sprach ein Trauerredner über ihn: Das Land Šinea͑r war schwanger und gebar, das Land der Prachtzog seinen Liebling groß; wehe ihm, daß es sein kostbares Gerät verloren hat, spricht Raqqath.",
"Vielmehr, erklärte Raba, Ḥammath ist (das Warmbad) Gerar, Raqqath ist Tiberias, und Kinnereth ist Genezaret. Weshalb heißt es Raqqath? Weil sogar die Leeren, die sich da befinden, voll guter Taten sind, wie ein Granatapfel. R. Jirmeja sagte: Der wirkliche Name ist Raqqath, und nur deshalb heißt es Tiberias, weil es auf dem Hochpunktedes Jisraéllandes liegt. Rabba sagte: Der wirkliche Name ist Raqqath, und nur deshalb heißt es Tiberias, weil es ein schönes Aussehenhat.",
"Zee͑ri sagte: Qiṭron ist Sepphoris. Weshalb heißt es Sepphoris? Weil es auf der Spitze eines Berges liegt, wie ein Vogel. –",
"Wieso kann Qiṭron Sepphoris sein, es liegt ja im Gebiete Zebuluns!? Es heißt:Zebulun vertrieb nicht die Bewohner von Qiṭron und die Bewohner von Nahalol. Zebulun war nämlich mürrisch über das ihm zuteil gewordene Los, denn es heißt:Zebulun ist ein Volk, das sein Leben dem Tode preisgibt, und zwar deshalb, weil:Naphtali auf den Höhen des Gefildes.",
"Zebulun sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, meinen Brüdern hast du Gefilde und Gärten gegeben, mir aber Gebirge und Hügel; meinen Brüdern hast du Ländereien gegeben, mir aber Seen und Flüsse! Er erwiderte ihm: Sie alle werden deiner benötigen, wegen der Purpurschnecke. Es heißt nämlich:die verborgenen Schätze des Sandes,",
"und R. Joseph erklärte, Verborgenes sei die Purpurschnecke, Schätze sei der Triton, und Sand sei der Kristall. Alsdann sprach er vor ihm: Herr der Welt, wer bürgt mir dafür? Er erwiderte:Dort opfern sie Opfer der Gerechtigkeit; dies diene dir als Merkzeichen: wer etwas von dir ohne Geld nimmt, der hat keinen Erfolg in seinem Handel.",
"Weshalb war er, wenn du sagst, Qiṭron sei Sepphoris, über das ihm zuteil gewordene Los mürrisch, Sepphoris ist ja sehr wertvoll!? Wolltest du sagen, da fließe keine Milch und kein Honig, so erzählte ja Reš Laqiš, er habe in Sepphoris Milch und Honig [in einer Ausdehnung] von sechzehn zu sechzehn Mil gesehen.",
"Wolltest du sagen, dies sei nicht so viel, wie seine Brüder es hatten, so erzählte ja Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, er habe [die Ausdehnung] von Milch und Honig vom ganzen Jisraéllande gesehen, und sie sei so groß, wie von Be Kube bis zur Burg von Telbenkane, zweiundzwanzig Parasangen lang und sechs Parasangen breit!? –",
"Dennoch wären ihm Gefilde und Gärten lieber. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: Naphtali auf den Höhen des Gefildes.",
"R. Abahu sagte:Und E͑qron wird entwurzelt werden, das ist das edomitische Cäsarea, das zwischen Sandsteppen liegt. Zur Griechenzeit war dasselbe ein festeingesetzter Pflock gegen Jisraél; als aber die Ḥašmonäischen Herrscher an Übermacht gewannen und jene besiegten, nannte man es ‘Festung der Burg Çor’.",
"R. Jose b. Ḥanina sagte: Es heißt:ich entreiße ihm das Blut aus seinem Munde und seine Greuel aus den Zähnen; dann bleibt auch er für unseren Gott übrig. Ich entreiße ihm das Blut aus seinem Munde, das sind ihre Tempel; seine Greuel aus den Zähnen, das sind ihre Versammlungshäuser;",
"dann bleibt auch er für unseren Gott übrig, das sind die Bet- und Lehrhäuser in Edom.Sie werden den Häuptlingen in Jehuda gleich sein, und die Leute von E͑qron den Jebusiten, das sind die Theater und Zirkusse in Edom, in denen dereinst die Fürsten Jehudas öffentlich die Tora lehren werden.",
"R. Jiçḥaq sagte: Lešemist Paneas, E͑qron (wird entwurzelt werden) ist das edomitische Cäsarea, das Hauptstadt der Könige war. Manche sagen, die Könige werden da erzogen, und manche sagen, die Könige werden da gekrönt.",
"Sagt dir jemand, Cäsarea und Jerušalem seien beide zerstört, so glaube es nicht; sie seien beide bewohnt, so glaube es nicht; Cäsarea sei zerstört und Jerušalem bewohnt, oder: Jerušalem sei zerstört und Cäsarea bewohnt, so glaube es. Es heißt:ich fülle mich durch ihre Zerstörung; ist diese gefüllt, so ist jene zerstört, ist jene gefüllt, so ist diese zerstört.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:ein Stamm wird dem anderen überlegen sein.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:begnadet wird der Frevler, er lernt keine Gerechtigkeit. Jiçḥaq sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, möge doch E͑sav begnadet werden! Er erwiderte: Er ist ein Frevler. Jener sprach: Ist nicht bei ihm Gerechtigkeit zu finden? Er erwiderte:Im Lande der Redlichkeit frevelt er. Hierauf sprach jener:So sehe er die Hoheit des Herrn nicht.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:gewähre nicht, o Herr, den Begehr des Frevlers, seinen Anschlag laß nicht gelingen, er würde sich erheben. Sela. Ja͑qob sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, gewähre dem ruchlosen E͑sav nicht seine Herzenslust. Seinen Anschlag lasse nicht gelingen,"
],
[
"das ist das edomitische Germanien, das, wenn es ausziehen würde, die ganze Welt zerstörenwürde.",
"Auch sagte R. Ḥama b. Ḥanina: Dreihundert Kronenträger gibt es im edomitischen Germanien und dreihundertfünfundsechzig Präfekte gibt es in Rom; an jedem Tage ziehen die einen gegen die anderen aus, wobei je einer von ihnen erschlagen wird, bis sie endlich Mühe haben, einen König einzusetzen.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: Sagt dir jemand: ich habe mich abgemüht und nicht gefunden, so glaube es nicht, ich habe mich nicht bemüht und gefunden, so glaube es nicht; ich habe mich abgemüht und gefunden, so glaube es.",
"Dies gilt nur von Dingen der Tora, bei geschäftlichen Angelegenheiten aber kann es eine Hilfe des Himmels sein. Auch bei Dingen der Tora gilt dies nur von der Erfassung, die Erhaltung aber ist eine Hilfe des Himmels.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: Siehst du einen Frevler, dem die Stunde lächelt, so reize ihn nicht, denn es heißt:streite nicht mit den Bösen. Und noch mehr, seine Unternehmungen glücken ihm auch, denn es heißt:seine Wege gedeihen allezeit. Und noch mehr, er wird auch bei Gericht begünstigt, denn es heißt:hoch, fern von ihm, sind deine Strafgerichte. Und noch mehr, er sieht auch Rache an seinen Feinden, denn es heißt:all seine Feinde bläst er weg. –",
"Dem ist aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, es sei erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen, denn es heißt:die die Lehre verlassen, rühmen die Frevler, die die Lehre beobachten, befehden sie!? Ferner wird gelehrt: R. Dostaj b. Mathon sagte: Es ist erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen. Sollte dir jedoch jemand zuflüstern, [es heißt ja:] streite nicht mit den Bösen, ereifere dich nicht über die Übeltäter, so deutet [diesen Vers] der nur, dem das Herzklopft;",
"vielmehr: wetteifere nicht mit den Bösen, um wie die Bösen zu sein; ereifere dich nicht über die Übeltäter, um wie die Übeltäter zu sein. Ferner heißt es: dein Herz beneide die Sünder nicht &c. –",
"Das ist kein Einwand; jenes gilt von eigenen Angelegenheiten, dies gilt von göttlichen Angelegenheiten.",
"Wenn du willst, sage ich: beides gilt von eigenen Angelegenheiten, dennoch ist dies kein Widerspruch, denn das eine gilt von einem vollkommen Gerechten und das andere gilt von einem unvollkommen Gerechten. R. Hona sagte nämlich: Es heißt:warum siehst du die Treulosen an, schweigest, wenn der Frevler einen gerechteren als er verschlingt; einen gerechteren als er verschlingt er, einen vollkommen Gerechten verschlingt er nicht.",
"Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es, wenn die Stunde ihm lächelt.",
"U͑la sagte: Das jonische Italien, das ist die große Stadt Rom, ist dreihundert zu dreihundert Parasangen groß; sie hat dreihundertfünfundsechzig Marktplätze, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; der kleinste ist der der Geflügelhändler, der sechzehn zu sechzehn Mil hat. Jeden Tag speist der König auf einem von diesen.",
"Und jeder, der da wohnt, wenn er auch da nicht geboren ist, und jeder, der da geboren ist, wenn er auch da nicht wohnt, bezieht Gehalt aus dem königlichen Hause. Sie hat dreitausend Badehäuser, von denen jedes fünfhundert Rauchfange hat, die den Rauch oberhalb der Mauer abziehen lassen. An einer Seite das Meer, an einer Seite Berge und Hügel, an einer Seite eine eiserne Wand und an einer Seite Kies und Sumpf.",
"iv WENN MAN DIE ESTERROLLE IM ERSTEN ADAR GELESEN HAT UND DARAUF DAS JAHR INTERKALIERT WURDE, SO LESE MAN SIE IM ZWEITEN ADAR WIEDERUM. DER ERSTE ADAR UNTERSCHEIDET SICH VOM ZWEITEN ADAR NUR DURCH DAS LESEN DER ESTERROLLE UND DIE ARMENGESCHENKE.",
"GEMARA. Hinsichtlich der Wochenabschnittegleichen sie also einander;",
"demnach lehrt unsere Mišna weder nach dem ersten Tanna noch nach R. Elea͑zar b. R. Jose noch nach R. Šimo͑n b. Gamliél!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man die Esterrolle im ersten Adar gelesen hat und darauf das Jahr interkaliert wurde, so lese man sie im zweiten Adar wiederum, denn alle Gebote, die im zweiten stattfinden, finden auch im ersten statt, ausgenommen das Lesen der Esterrolle.",
"R. Elea͑zar b. R. Jose sagt, man lese sie im zweiten Adar nicht, denn alle Gebote, die im zweiten stattfinden, finden auch im ersten statt.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt im Namen R. Joses, man lese sie auch im zweiten Adar, denn alle Gebote, die im zweiten Adar stattfinden, finden im ersten nicht statt. Sie stimmen überein, daß Trauer und Fasten in dem einen und dem anderen verboten seien.",
"Nun ist ja R. Šimo͑n b. Gamliél derselben Ansicht wie der erste Tanna!? Und R. Papa erwiderte: Sie streiten über die Wochenabschnitte: der erste Tanna ist der Ansicht, von vornherein [lese] man sie im zweiten [Adar], hat man es aber im ersten getan, so bleibe es dabei, ausgenommen ist das Lesen der Esterrolle, die man, obgleich man sie im ersten gelesen hat, im zweiten lesen muß.",
"R. Elea͑zar b. R. Jose ist der Ansicht, auch die Esterrolle lese man von vornherein im ersten [Adar], und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, auch die Wochenabschnitte lese man, wenn man sie im ersten gelesen hat, auch im zweiten.",
"Nach wem nun: wenn nach dem ersten Tanna, so ist ja von den [Armen]geschenken einzuwenden, wenn nach R. Elea͑zar b. R. Jose, so ist ja vom Lesen der Esterrolle einzuwenden, und wenn nach R. Šimo͑n b. Gamliél, so ist ja von den Wochenabschnitten einzuwenden!? –",
"Tatsächlich nach dem ersten Tanna, denn dieser lehrt es von der Esterrolle, und dies gilt auch von den Armengeschenken, da diese von jener abhängig sind.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist unsere Mišna lückenhaft und muß wie folgt lauten: der vierzehnte des ersten Adar unterscheidet sich vom vierzehnten des zweiten Adar nur durch das Lesen der Esterrolle und die [Armen]geschenke, hinsichtlich der Trauer und des Fastens aber gleichen sie einander, und von den Wochenabschnitten spricht er überhaupt nicht.",
"R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, der sie im Namen R. Joses lehrte.",
"R. Joḥanan sagte: Beide folgerten sie aus einem Schriftverse:Von Jahr zu Jahr. R. Elea͑zar b. R. Jose erklärt dies wie folgt: von Jahr zu Jahr, wie es in jedem anderen Jahre im Adar nächst dem Šebaṭ, ebenso in diesem im Adar nächst dem Šebaṭ;",
"R. Šimo͑n b. Gamliél aber erklärt: von Jahr zu Jahr, wie es in jedem anderen Jahre im Adar nächst dem Nisan, ebenso in diesem im Adar nächst dem Nisan. –",
"Einleuchtend ist die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Jose, weil man nämlich an Geboten nicht vorübergehe, was ist aber der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél?",
"R. Ṭabi erwiderte: Der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél ist, man verbinde lieber die Erlösungmit der Erlösung.",
"R. Elea͑zar erwiderte: R. Šimo͑n b. Gamliél entnimmt seine Ansicht aus folgendem:um dieses zweitePurimschreiben zu bestätigen.",
"Und sowohl [die Worte]"
],
[
"dieses zweite als auch [die Worte] von Jahr zu Jahr sind nötig. Hieße es nur von Jahr zu Jahr, so könnte der ebengenannte Einwand erhoben werden, daher heißt es auch dieses zweite; und hieße es nur dieses zweite, so könnte man glauben, man lese von vornherein im ersten und im zweiten, daher heißt es von Jahr zu Jahr. –",
"Welche Bedeutung haben [die Worte] dieses zweite nach R. Elea͑zar b. R. Jose? – Diese verwendet er für eine Lehre des R. Šemuél b. Jehuda, denn R. Šemuél b. Jehuda sagte: Zuerst hatte man [das Purimfest] für Šušan festgesetzt, später aber für die ganze Welt.",
"R. Šemuél b. Jehuda sagte: Ester ließ die Weisen bitten, man möge ihr Fest für die Dauer festsetzen. Diese antworteten ihr: Willst du Haß über uns unter den Völkern erwecken!? Jene erwiderte: Ich bin bereits in die Chroniken der Könige von Medien und Persien eingetragen.",
"Rabh, R. Ḥanina, R. Joḥanan und R. Habiba – manche setzen in der ganzen Sektion von den Feiertagen, überall, wo diese Gelehrtengesellschaft vorkommt, R. Jonathan statt R. Joḥanan – lehrten: Ester ließ die Weisen bitten, man möge sie in die [heilige] Schrifteintragen. Diese erwiderten:Fürwahr, ich habe dirs dreifach geschrieben; dreifachund nicht vierfach.",
"Bis sie dafür einen Vers in der Tora fanden:Schreibe dies zum Andenken in das Buch; schreibe dies, was hier und im Deuteronomium geschrieben steht; zum Andenken, was in den Propheten geschrieben steht; in das Buch, was in der Esterrolle geschrieben steht.",
"[Hierüber streiten] Tannaím: Schreibe dies, was hier geschrieben steht; zum Andenken, was im Deuteronomium geschrieben steht; in das Buch, was in den Propheten geschrieben steht – so R. Jehošua͑. R. Elea͑zar aus Modai͑m erklärte: Schreibe dies, was hier und im Deuteronomium geschrieben steht; zum Andenken, was in den Propheten geschrieben steht; in das Buch, was in der Esterrolle geschrieben steht.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Esterrolle verunreinigt die Hände nicht. –",
"Demnach wäre Šemuél der Ansicht, [das Buch] Ester sei nicht durch den heiligen Geistabgefaßt worden, während doch Šemuél sagte, [das Buch] Ester sei durch den heiligen Geist abgefaßt worden!? – Es sollte nur gelesen, aber nicht niedergeschrieben werden.",
"Man wandte ein: R. Meír sagt, das Buch Qoheleth verunreinige nicht die Hände, und über das Lied der Lieder bestehe ein Streit; R. Jose sagt, das Lied der Lieder verunreinige die Hände, und der Streit bestehe über das Buch Qoheleth. R. Šimo͑n sagt, das Buch Qoheleth gehöre zu den Erleichterungen der Schule Šammajs und Erschwerungen der Schule Hillels, während die Bücher Ruth, das Lied der Lieder und Ester die Hände verunreinigen!? – Er ist der Ansicht R. Jehošua͑s.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Das Buch Qoheleth verunreinige nicht die Hände, weil es nur die Weisheit Šelomosist. Man entgegnete ihm: Hat er denn nur dies verfaßt, es heißt ja:und er redete dreitausendSprüche!? Ferner heißt es:tu nichts hinzu zu seinen Worten. –",
"Wozu das ‘ferner’!? – Man könnte glauben, er habe noch mehr gedichtet, nur habe er manches niedergeschrieben und manches nicht, so komm und höre: tu nichts hinzu zu seinen Worten.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:und Haman dachte in seinem Herzen. R. A͑qiba sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:und Ester erwarb sich Gunst, bei allen, die sie sahen.",
"R. Meír sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:die Sache wurde Mordekhaj kund. R. Jose b. Durmasqith sagte: Das Buch Ester wurde durch den heiligen Geist niedergeschrieben, denn es heißt:aber nach der Beute streckten sie nicht ihre Hand aus.",
"Šemuél sagte: Wenn ich da wäre, würde ich eine Begründung gesagt haben, die besser ist, als jene alle. Es heißt:sie bestätigten es und nahmen es auf sich; sie bestätigten es droben, was sie hienieden auf sich genommen hatten.",
"Raba sprach: Jene alle sind zu widerlegen, ausgenommen die des Šemuél, die nicht zu widerlegen ist. Bei der von R. Elie͑zer [angezogenen Stelle] ist es nur ein Schluß. Da niemand beim Könige so angesehen wie [Haman] war und er soviel [Ehrung] verhieß, so ist anzunehmen, daß er es auf sich bezog.",
"Desgleichen ist [die Schriftstelle] R. A͑qibas nach R. Elea͑zar zu erklären, welcher sagte, dieslehre, [Ester] sei jedem vorgekommen, als gehöre sie zu seiner Nationalität.",
"Ebenso ist die des R. Meír nach R. Ḥija b. Abba zu erklären, welcher sagte, Bigtan und Tereš waren [zwei] Tarser.",
"Und auch die des R. Jose b. Durmasqith ist zu erklären, es sind vielleicht Botenausgesandt worden. Die Begründung Šemuéls aber ist entschieden nicht zu widerlegen. Rabina sprach: Das ist es, was die Leute sagen: Besser ein scharfes Pfefferkorn als ein Korb voll Kürbisse.",
"R. Joseph entnimmt dies hieraus:so daß diese Purimtage unter den Juden nicht vergehen werden. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:und ihr Gedächtnis bei ihren Nachkommen niemals aufhören wird.",
"UND DIE ARMENGESCHENKE. R. Joseph lehrte:Wobei jeder an seinen Nächsten Gaben sendet, zwei Gaben an eine Person;und Geschenke an die Armen, zwei Geschenke an zwei Personen.",
"R. Jehuda der Fürst schickte R. O͑ša͑ja eine Keule von einem Drittlingskalbe und einen Krug Wein; da ließ dieser ihm sagen:"
],
[
"Du hast, Meister, an uns das Gebot, Gaben an seinen Nächsten zu schicken, ausgeübt.",
"Rabba schickte durch Abajje an Mari b. Mar einen Sack voll Datteln und ein Gefäß voll Röstmehl, Da sprach Abajje: Mari wird nun sagen: Wenn der Bauer auch König wird, den Futterkorb nimmt er von seiner Schulter dennoch nichtab.",
"Hierauf schickte ihm jener einen Sack voll Ingwer und ein Gefäß voll langen Pfeffer. Da sprach Abajje: Nun wird der Meister sagen: Ich schickte ihm Süßes, er mir aber Scharfes.",
"Abajje erzählte: Als ich vom Meister fortging, war ich satt, und als ich da hinkam, reichte man mir sechzig Schüsseln mit sechzig Gerichten und ich aß sechzig Portionen. Das letzte Gericht nannte man Schmorbraten, und mit diesem wollte ich auch die Schüssel zerkauen.",
"Abajje sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Der Arme ist hungrig, ohne es zu merken. Oder auch: Für Süßigkeiten ist Platz da.",
"Abajje b. Abin und R. Ḥanina b. Abin wechselten ihre Mahlzeiten miteinander.",
"Raba sagte: Am Purimfeste muß man soviel zechen, bis man zwischen ‘verfluchtsei Haman’ und ‘gepriesen sei Mordekhaj’ nicht mehr zu unterscheiden vermag.",
"Rabba und R. Zera hielten zusammen das Purimfestmahl ab, und als sie bezecht waren, stand Rabba auf und schlachtete R. Zera. Am folgenden Tage flehte er um Erbarmen und belebte ihn. Im nächsten Jahre sprach er zu ihm: Möge der Meister kommen, wir wollen zusammen das Purimfestmahl abhalten. Dieser erwiderte: Nicht jederzeit geschieht ein Wunder.",
"Raba sagte: Wer das Purimfestmahl nachts abgehalten hat, hat seiner Pflicht nicht genügt. – Aus welchem Grunde? Es heißt:Tage der Gasterei und der Freude. R. Aši saß vor R. Kahana und als es spät wurde und die Jünger noch nicht da waren, fragte er ihn: Weshalb sind die Jünger noch nicht da? [Jener erwiderte:] Sie sind wahrscheinlich beim Purimfestmahle. Dieser sprach: Können sie es nicht abends abhalten? Jener entgegnete: Hat denn der Meister nicht das gehört, was Raba gesagt hat, daß man nämlich seiner Pflicht nicht genügt hat, wenn man das Purimfestmahl nachts abgehalten hat!? Da fragte dieser: Sagte dies Raba? Jener erwiderte: Jawohl. Er lernte es von ihm vierzigmal, und es kam ihm vor, als hätte er es im Beutel.",
" DERFESTTAG UNTERSCHEIDET SICH VOM ŠABBATH NUR HINSICHTLICH DER [BEREITUNG VON] SPEISEN.",
"GEMARA. Demnach gleichen sie einander hinsichtlich des zur Bereitung von Speisen Erforderlichen: somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas,",
"denn es wird gelehrt: Der Festtag unterscheidet sich vom Šabbath nur hinsichtlich der Bereitung von Speisen; R. Jehuda erlaubt auch das, was zur Bereitung von Speisen erforderlich ist. –",
"Was ist der Grund des ersten Tanna? – Die Schrift sagt:nur das, nicht aber das, was zur Bereitung erforderlich ist. – Und R. Jehuda!? – Es heißt:euch, all eure Bedürfnisse. –",
"Und jener, es heißt ja auch!? – Für euch, nicht aber für Nichtjuden; für euch, nicht aber für Hunde. –",
"Und der andere, es heißt ja nur das!? – Es heißt nur das und es heißt euch; eines gilt von Vorbereitungen, die man am Vorabend des Festes erledigen kann, und das andere gilt von Vorbereitungen, die man am Vorabend des Festes nicht erledigen kann.",
"v,2 DER ŠABBATH UNTERSCHEIDET SICH VOM VERSÖHNUNGSTAGE NUR DADURCH, DASS DIE VORSÄTZLICHE [ENTWEIHUNG] DES ERSTEN DURCH MENSCHEN UND DIE DES ANDEREN MIT DER AUSROTTUNG [BESTRAFT WIRD].",
"GEMARA. Demnach gleichen sie einander hinsichtlich der Ersatzleistung,",
"somit vertritt unsere Mišna die Ansicht des R. Neḥunja b. Haqana, denn es wird gelehrt: R. Neḥunja b. Haqana vergleicht den Versöhnungstag mit dem Šabbath hinsichtlich der Ersatzleistung: wie man durch [die Entweihung des] Šabbaths das Leben verwirkt hat und von der Ersatzleistung freiist, ebenso hat man durch [die Entweihung des] Versöhnungstages das Leben verwirkt und ist von einer Ersatzleistung frei.",
"Dort haben wir gelernt: Alle, die sich der Ausrottungsstrafe schuldig gemacht haben und gegeißelt wordensind, sind von der Ausrottung befreit, denn es heißt:und wenn dein Bruder vor deinen Augen entehrt wird, sobald er gegeißelt worden ist, ist er dein Bruder – so R. Ḥananja b. Gamliél. R. Joḥanan sagte: Die Genossen streiten gegen R. Ḥananja b. Gamliél.",
"Raba sprach: In der Schule Rabhs sagten sie: Wir haben gelernt: Der Versöhnungstag unterscheidet sich vom Šabbath nur dadurch, daß die vorsätzliche [Entweihung] des anderen durch Menschen und die des ersten mit der Ausrottung [bestraft wird]. Wenn nun dem soist, so erfolgt ja bei beiden [die Bestrafung] durch Menschen!?",
"R. Naḥman erwiderte: Unsere Mišna lehrt nach R. Jiçḥaq, welcher sagt, bei den mit der Ausrottung Belegten gebe es keine Geißelung. Es wird nämlich gelehrt: R. Jiçḥaq sagte: Alle [wegen Blutschande] mit der Ausrottung belegten sind jaeinbegriffen, weshalb wird die Ausrottung wegen [der Blutschande an] einer Schwester besondershervorgehoben? Daß dies mit der Ausrottung und nicht mit Geißelung bestraft werde.",
"R. Aši erklärte: Da kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn vornehmlich wird die vorsätzliche [Entweihung] des einen durch Menschen und die des anderen mit der Ausrottung [bestraft]."
],
[
" DER UNTERSCHIED ZWISCHEN DEM, DER SICH VON SEINEM NÄCHSTEN DEN GENUSS ABGELOBT HAT, UND DEM, DER SICH VON IHM ESSACHEN ABGELOBT HAT, BESTEHT NUR BEIM BETRETENUND BEI GERÄTEN, DIE MAN NICHT ZUR BEREITUNG VON SPEISEN VERWENDET.",
"GEMARA. Bei Geräten aber, die zur Bereitung von Speisen verwendet werden, gleichen sie einander.",
"BEIM BETRETEN. Man nimmt es ja damit nicht genau!? Raba erwiderte: Dies nach R. Elie͑zer, welcher sagt, dem des Genusses abgelobten sei auch das Wertloseverboten.",
"vi,2 GELOBTES UND GESPENDETES UNTERSCHEIDEN SICH VON EINANDER NUR DADURCH, INDEM MAN FÜR GELOBTES HAFTBAR IST, FÜR GESPENDETES ABER NICHT HAFTBAR IST.",
"GEMARA. Hinsichtlich des Versäumensaber gleichen sie einander.",
"Dort haben wir gelernt: Was heißt Gelobtes? Wenn man sagt: ‘ich nehme auf mich, ein Brandopfer [darzubringen]‘. Was heißt Gespendetes? Wenn man sagt: ‘dieses sei ein Brandopfer’. Welchen Unterschied gibt es zwischen Gelobtem und Gespendetem? Für das Gelobte ist man haftbar, für das Gespendete ist man, wenn es verendet, gestohlen wird oder abhanden kommt, nicht haftbar.",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:So wird es ihn wohlgefällig machen und ihm Sühne verschaffen. R. Šimo͑n erklärte: Was ihm obliegt, dafür ist er haftbar, was ihm aber nicht obliegt, dafür ist er nicht haftbar. –",
"Wieso geht dies daraus hervor? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Sobald man ‘ich nehme auf mich’ gesagt hat, ist es ebenso, als hätte man es auf seine Schulter genommen.",
" DER FLUSSBEHAFTETE, DER [FLUSS] ZWEIMAL BEMERKT HAT, UNTERSCHEIDET SICH VON DEM, DER DREIMAL BEMERKT, NUR HINSICHTLICH DES OPFERS.",
"GEMARA. Hinsichtlich des Lagers und des Sitzesund der Zählung von sieben [Reinheitstagen]aber gleichen sie einander.",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: R. Simaj sagte: Die Schrift zählt eszweimal auf und nennt ihn unrein, darauf dreimal und nennt ihn unrein; wie ist dies nun zu erklären?",
"Zweimal hinsichtlich der Unreinheit und dreimal hinsichtlich des Opfers. –Vielleicht aber zweimal hinsichtlich der Unreinheit und nicht hinsichtlich des Opfers, und dreimal hinsichtlich des Opfers und nicht hinsichtlich der Unreinheit? –",
"Ich will dir sagen, bevor er dreimal bemerkt hat, hat er bereits zweimal bemerkt. – Vielleicht aber zweimal hinsichtlich des Opfers und nicht hinsichtlich der Unreinheit, und dreimal auch hinsichtlich der Unreinheit!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt:Und der Priester soll ihm Sühne schaffen vor dem Herrn von seinem Flusse; manche Flußbehaftete bringen ein Opfer dar und manche Flußbehaftete bringen kein Opfer dar, und zwar: bemerkte er dreimal, so bringe er dar, wenn zweimal, so bringe er nicht dar. –",
"Vielleicht ist dem nicht so, sondern bringe er dar, wenn er zweimal bemerkt hat, und bringe nicht dar, wenn dreimal? – Ich will dir sagen, bevor er dreimal bemerkt hat, hat er bereits zweimal bemerkt.",
"Und sowohl die Lehre R. Simajs als auch [die Folgerung aus den Worten] von seinem Flusse sind nötig. Gegen die Lehre R. Simajs ist der vorhergenannte Einwand zu erheben, daher [die Folgerung aus den Worten] von seinem Flusse; und aus [den Worten] von seinem Flusse geht nicht hervor, wieviel Beobachtungen erforderlich sind, daher die Lehre des R. Simaj. –",
"Was folgerst du nun, wo du sagst, [die Worte] von seinem Flusse werden zur Forschung verwendet, aus [dem Schriftverse:]wenn der Flußbehaftete rein wird von seinem Flusse? –",
"Dieser ist für folgende Lehre zu verwenden: Wenn der Flußbehaftete rein wird, wenn der Fluß aufgehört hat; von seinem Flusse, nicht aber von Fluß und Aussatz; von seinem Flusse, so zähle er, dies lehrt, daß der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigt.",
"Dies wäre durch einen Schluß zu folgern: wenn erLager und SitzVerunreinigt, wie sollte er nicht der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigen!?"
],
[
"Aber die Menstruationsverdächtigebeweist [das Entgegengesetzte]: sie verunreinigt Lager und Sitz, dennoch benötigt sie nicht der Zählung von sieben [Reinheitstagen].",
"Es darf dich daher nicht wundern, wenn auch dieser, obgleich er Lager und Sitz verunreinigt, der Zählung von sieben [Reinheilstagen] nicht benötigt. Daher heißt es: von seinem Flusse, so zähle er, er zähle, auch wenn er nur zum Teilflußbehaftet ist. Dies lehrt, daß der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigt.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Weshalb wird diesbezüglich durch [die Worte] von seinem Flusse der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete einbegriffen, und bezüglich [des Opfers] der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete durch [die Worte] von seinem Flusse ausgeschlossen?",
"Dieser erwiderte: Wenn er diesbezüglich auszuschließen wäre, so brauchte ja die Schrift davon nur zu schweigen; und wolltest du sagen, man würde es durch einen Schluß folgern, so ist ja von der Menstruationsverdächtigen [das Entgegengesetzte] zu beweisen.",
"Wolltest du aber sagen, es sei nötig wegen [der Deutung:] nicht aber von Fluß und Aussatz, so könnte es ja heißen: wenn der Flußbehaftete rein wird; wenn es aber von seinem Flusse heißt, so lehrt dies, daß der nach zwei Beobachtungen Flußbehaftete der Zählung von sieben [Reinheitstagen] benötigt.",
" DER ABGESCHLOSSENE AUSSÄTZIGE UNTERSCHEIDETT SICH VOM ABSOLUT AUSSÄTZIGENNUR HINSICHTLICH DES UNGEPFLEGTENHAARES UND DER ZERRISSENEN KLEIDUNG.",
"DER NACH DER ABSCHLIESSUNG REINGEWORDENE UNTERSCHEIDET SICH VOM NACH ABSOLUTER UNREINHEIT REINGEWORDENEN NUR HINSICHTLICH DER HAARSCHUR UND DER OPFERVÖGEL.",
"GEMARA. Hinsichtlich des Hinausschickensaber gleichen sie einander.",
"Woher dies? – R. Šemuél b. Jiçḥaq lehrte vor R. Hona:So soll ihn der Priester für rein erklären, es ist bloß ein Ausschlag; er soll aber seine Kleider waschen und ist rein; er ist nämlich von vornhereinrein [und frei] vom ungepflegten Haare und der zerrissenen Kleidung.",
"Raba sprach zu ihm: Auch vom Flußbehafteten heißt es ja:er wasche aber seine Kleider &c. und er ist rein; was heißt bei diesem rein von vornherein!?",
"Vielmehr ist zu erklären, von jetzt ab rein, indem er kein Tongefäß durch das Schüttelnverunreinigt, und auch wenn er darauf wiederum [Fluß] bemerkt, die Unreinheit nicht rückwirkend ist, ebenso hierbei: rein von jetzt ab, indem er rückwirkend nicht verunreinigt.",
"",
"Vielmehr, sagte Raba, hieraus:der Aussätzige, dem das Übel anhaftet, bei dem der Aussatz am Körper haftet, ausgenommen dieser, bei dem der Aussatz nicht am Körper haftet, sondern von den Tagen abhängigist.",
"Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja:alle Tage, an denen er das Übel an sich hat, bleibt er unrein; etwa [auch hierbei:] an dessen Körper der Aussatz haftet, werde [aus dem Lager] geschickt, an dessen Körper der Aussatz nicht haftet, werde nicht hinausgeschickt!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so lehrt er ja, daß der abgeschlossene Aussätzige sich vom absoluten Aussätzigen nur hinsichtlich des Ungepflegten Haares und der zerrissenen Kleidung unterscheidet, wonach sie hinsichtlich des Hinausschickens und der Verunreinigung durch das Eintreteneinander gleichen!?",
"Dieser erwiderte: [Die Worte] alle Tage schließen den abgeschlossenen Aussätzigen hinsichtlich des Hinausschickens ein. –",
"Wieso benötigt er dennoch nicht der Haarschur und der Opfervögel!? Er lehrt nämlich, der nach der Abschließung Reingewordene unterscheide sich vom nach der absoluten Unreinheit Reingewordenen nur hinsichtlich der Haarschur und der Opfervögel!?",
"Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:der Priester gehe zu ihm außerhalb des Lagers hinaus, und wenn der Priester findet, daß die aussätzige Stelle heil geworden ist; nur bei dem der Aussatz von der Heilung abhängig ist, ausgenommen dieser, bei dem der Aussatz nicht von der Heilung, sondern von den Tagen abhängig ist.",
" DIE BÜCHERUNTERSCHEIDEN SICH VON DEN TEPHILLIN UND DEN MEZUZOTH NUR DADURCH, DASS DIE BÜCHER IN JEDER SPRACHE, TEPHILLIN UND MEZUZOTH ABER NUR IN ASSYRISCHER [SCHRIFT]GESCHRIEBEN WERDEN DÜRFEN.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, AUCH DIE BÜCHER HABE MAN NUR GRIECHISCH ZU SCHREIBEN ERLAUBT.",
"GEMARA. Darin aber, daß sie mit Sehnen zusammenzunähen sind und daß sie die Händeverunreinigen, gleichen sie einander.",
"DASS DIE BÜCHER IN JEDER SPRACHE GESCHRIEBEN WERDEN DÜRFEN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hebräischesin targumischer Sprache geschrieben, Targumischesin hebräischer Sprache geschrieben, und beides in [alt]hebräischer Schriftverunreinigen die Hände nicht; nur was in assyrischer Schrift, in Buchform und mit Tinte geschrieben ist!?",
"Raba erwiderte: Das ist kein Einwand;"
],
[
"eines gilt von unserer Schriftund eines gilt von ihrer Schrift.",
"Abajje sprach zu ihm: Wieso heißt es, wenn du diese Lehre auf den Fall beziehst, wenn in ihrer Schrift [geschrieben]: Hebräisches in targumischer Sprache geschrieben oder Targumisches in hebräischer Sprache geschrieben, dies gilt ja auch von Hebräischem in hebräischer Sprache geschrieben und Targumischem in targumischer Sprache geschrieben, denn er lehrt: nur was in assyrischer Schrift, in Buchform und mit Tinte geschrieben ist!? –",
"Vielmehr, dies ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Šimo͑n b. Gamliel. –",
"Nach R. Šimo͑n b, Gamliél gehört ja dazuauch das Griechische!? – Vielmehr, das ist kein Widerspruch; eines gilt von Büchernund eines gilt von Tephillin und Mezuzoth. –",
"Weshalb [nicht] Tephillin und Mezuzoth? – Weil es von ihnen heißt: sie sollen sein, sie müssen bei ihrem ‘sein’ verbleiben. – Was heißt bei diesen ‘Targumisches in hebräischer Sprache geschrieben’: allerdings kommt Targumisches in der Tora vor, beispielsweise [die Worte]jegar sahadutha, wieso aber kommt in jenen Targumisches vor!? –",
"Vielmehr, das ist kein Widerspruch; eines gilt von der Esterrolle und eines gilt von Büchern. – Weshalb [nicht] die Esterrolle? – Weil es darin heißt: gemäß ihrer Schrift und ihrer Sprache. – Was heißt bei dieser Targumisches in hebräischer Sprache geschrieben!?",
"R. Papa erwiderte: Wird dann die Verordnungdes Königs vernommen. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:So werden alle Frauen ihren Männern Ehregeben.",
"R. Aši erklärte: Jene Lehre spricht von den übrigenBüchern, und zwar nach R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Tephillin und Mezuzoth dürfen nur assyrisch geschrieben werden; unsere Meister erlaubten auch griechisch.",
"Es heißt ja aber: sie sollen sein!? – Lies vielmehr: die Bücher dürfen in jeder Sprache geschrieben werden; unsere Meister erlaubten griechisch. – ‘Erlaubten’, ist es denn nach dem ersten Tanna verboten!? –",
"Lies vielmehr: erlaubten nur griechisch zu schreiben. Hierzu wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn unsere Meister auch griechisch erlaubt haben, so haben sie es nur beim Buche der Tora erlaubt, wegen des Ereignisses mit dem Könige Ptolemäus.",
"Es wird nämlich gelehrt: Einst berief der König Ptolemäus zweiundsiebzig Greise und setzte sie in zweiundsiebzig Häuser, ohne ihnen zu sagen, zu welchem Behufe er sie berufen habe. Alsdann ging er zu jedem besonders und sprach zu ihm: Schreibe mirdie Tora eures Meisters Moše. Da gab der Heilige, gepriesen sei er, ein und denselben Gedanken in ihr Herz, daß sie alle in der gleichen Beschlußfassungübereinstimmten.",
"Sie schrieben:Der Herr schuf anfangs.Ich will einen Menschen machen in Bild und Form.",
"Und er vollendete am sechsten Tage &c. und ruhte am siebenten Tage.Als Mann und Weib erschuf er ihn; sie schrieben aber nicht: erschuf er sie.",
"Wohlan! ich fahre hinab und verwirre ihre Sprache.Da lachte Sara in sich hinein.\n",
"Denn in ihrem Zorne haben sie einen Ochsen erschlagen und in ihrem Übermute ein Mastvieh verstümmelt.Da ließ Moše sein Weib und seine Söhne auf einen Menschenträger sitzen. ",
"Die Zeit aber, die die Kinder Jisraél in Miçrajim und in den übrigen Ländern zugebracht hatten, betrug vierhundert [und dreißig] Jahre. Da sandte er die Zaṭuṭeder Kinder Jisraél.Wider die Zaṭuṭe der Kinder Jisraél aber reckte er seine Hand nicht aus."
],
[
"Keinem von ihnen habe ich irgend einen Wertgegenstand genommen.Die der Herr, dein Gott, allen Völkern zum Leuchten zugeteilt hat.",
"Und er hingeht, um anderen Göttern zu dienen, denen zu dienen ich nicht erlaubt habe.",
"Ferner schrieben sieden Kurzfüßigen statt den Hasen, weil die Frau des Ptolemäus Hasehieß. Er könnte nämlich gesagt haben, die Juden hätten, um ihn zu verspotten, den Namen seiner Frau in die Tora gesetzt.",
"R. ŠIMO͑N B.GAMLIÉL SAGT, AUCH DIE BÜCHER HABE MAN NUR GRIECHISCH ZU SCHREIBEN ERLAUBT. R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Ferner sagte R. Joḥanan: Folgendes ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél: die Schrift sagt:Schönheit schaffe Gott für Japheth and er wohne in den Zelten Šems; die Sprache Japheths sei in den Zelten Šems zu finden. –",
"Vielleicht die Sprachen Gomers und Magogs!? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Aus folgendem Grunde: es heißt: Schönheit schaffe Gott für Japheth; das Schönste Japhethssei in den Zelten Šems zu finden.",
" DER MIT DEM SALBÖL GESALBTE [HOCH]PRIESTER UNTERSCHEIDET SICH VOM DURCH DIE AMTSKLEIDUNG GEWEIHTENNUR HINSICHTLICH DES FARREN, DER WEGEN ALLER GEBOTEDARGEBRACHT WIRD.",
"DER DIENSTTUENDE [HOCH]PRIESTER UNTERSCHEIDET SICH VOM ZURÜCKGETRETENEN [HOCH]PRIESTER NUR HINSICHTLICH DES FARREN DES VERSÖHNUNGSTAGES UND DES ZEHNTELS EPHA.",
"GEMARA. Hinsichtlich des Farren des Versöhnungstages aber und des Zehntels Epha gleichen sie einander.",
"Unsere Mišna lehrt also nicht nach R. Meír, denn es wird gelehrt: Der durch die Amtskleidung geweihte [Hochpriester] bringe wegen aller Gebote einen Farren dar – so R. Meír; die Weisen sagen, er bringe ihn nicht dar. –",
"Was ist der Grund R. Meírs? – Es wird gelehrt:Gesalbter; ich weiß dies vom mit dem Salböl gesalbten [Hochpriester], woher dies vom durch die Amtskleidung geweihten? Es heißt: derGesalbte. –",
"Wie ist, wenn nicht nach R. Meír, der Schlußsatz zu erklären: Der diensttuende [Hoch]priester unterscheidet sich vom zurückgetretenen [Hoch]priester nur hinsichtlich des Farren des Versöhnungstages und des Zeluitels Epha. Demnach gleichen sie einander in jeder anderen Hinsicht, also nach R. Meír!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn [der Hochpriester] dienstunfähig geworden war und ein anderer seinerstatt eingesetzt worden ist, so trete der erste den Dienst wieder an, während dem zweiten alle Obliegenheiten des Hochpriesters verbleiben – so R. Meír; R. Jose sagt, der erste trete sein Amt wieder an, während der zweite weder Hochpriester noch gemeiner Priester ist.",
"R. Jose erzählte: Einst wurde [R.] Joseph b. Ulam aus Sepphoris, als der Hochpriester dienstunfähig geworden war, in dessen Amt eingesetzt, und als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie: Der erste trete wieder den Dienst an, und der zweite ist weder Hochpriester noch gemeiner Priester.",
"Hochpriester nicht, wegen der Unverträglichkeit, gemeiner Priester ebenfalls nicht, weil man beim Heiligen erhöht, aber nicht herabsetzt. Der Anfangssatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Meír!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Allerdings, der Anfangssatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Meír. R. Joseph erwiderte: [unsere Mišna] ist von Rabbi, und er lehrt es nach beiden Tannaím.",
" DIE GROSSE OPFERHÖHE UNTERSCHEIDET SICH VON DER KLEINEN OPFERHÖHENUR HINSICHTLICH DER PESAḤOPFER. DIE REGEL IST: ALLES WAS GELOBT UND GESPENDET WERDEN KANN, DURFTE AUF DER [KLEINEN] OPFERHÖHE DARGEBRACHT WERDEN, UND WAS NICHT GELOBT UND GESPENDET WERDEN KANN, DURFTE AUF DER [KLEINEN] OPFERHÖHE NICHT DARGEBRACHT WERDEN.",
"GEMARA. Nur hinsichtlich der Pesaḥopfer und nicht mehr? – Sage: hinsichtlich der Opfer, die dem Pesaḥopfer gleichen. –",
"Wer [ist der Autor]? – Es ist R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt: Auch Gemeindeopfer brachte man danicht dar, sondern nur Pesaḥopfer und solche, für die eine Zeit festgesetzt ist; pflichtige [Opfer] aber, für die keine Zeit festgesetzt ist, wurden weder da noch dort dargebracht.",
" ŠILO UNTERSCHEIDET SICH VON JERUŠALEM NUR DARIN, DASS MAN IN ŠILO MINDERHEILIGE [OPFER] UND ZWEITEN ZEHNTEN IM GANZEN GESICHTSKREISE ESSEN DURFTE, IN JERUŠALEM ABER NUR INNERHALB DER STADTMAUER.",
"DA UND DORT DURFTEN HOCHHEILIGE [OPFER]NUR INNERHALB DER VORHÄNGEGEGESSEN WERDEN. DER HEILIGKEIT VON ŠILO FOLGTE EINE ERLAUBNIS,"
],
[
"DER HEILIGKEIT VON JERUŠALEM FOLGTE KEINE ERLAUBNIS.",
"GEMARA. R. Jiçḥaq sagte: Ich hörte, daß man im Ḥonjotempel auch in der Jetztzeit Opfer darbringt. Er ist also der Ansicht, der Ḥonjotempel galt nicht als Götzentempel. Ferner ist er der Ansicht, daß die erste Heiligkeit [Jerušalems] nur eine zeitliche war und aber keine dauernde.",
"Es heißt nämlich:denn bis jetzt seid ihr noch nicht zur Ruhe und zum Besitze gelangt; ‘Ruhe’, das ist Šilo, ‘Besitz’, das ist Jerušalem. Er vergleicht ‘Besitz’ mit ‘Ruhe’: wie der ‘Ruhe’ eine Erlaubnis folgte, ebenso folgt dem ‘Besitze’ eine Erlaubnis.",
"Als man ihn fragte, ob er dies gesagt habe, erwiderte er: Nein. Raba sprach: Bei Gott, er sagte dies und ich lernte es von ihm. –",
"Weshalb ist er davon abgekommen? – Wegen des Einwandes R. Maris. R. Mari wandte nämlich ein: [Es heißt ja]: Der Heiligkeit von Šilo folgte eine Erlaubnis, der Heiligkeit von Jerušalem folgte keine Erlaubnis. Ferner haben wir gelernt: Als sie nach Jerušalem kamen, wurden die Opferhöhen verboten, darauf folgte keine Erlaubnis mehr. Es blieb ihnen zum Besitze. –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Ich hörte, daß sie, als sie den Tempel bauten, Vorhänge um den Tempel und Vorhänge um den Vorhofzogen, nur wurden [die Wände] des Tempels außerhalbund die des Vorhofes innerhalb gebaut.",
"R. Jehošua͑ sagte: Ich hörte, daß man Opfer darbringe, auch wenn kein Tempel vorhanden ist, daß man hochheilige [Opfer]esse, auch wenn keine Vorhänge und minderheilige [Opfer] und zweiten Zehntenesse, auch wenn keine [Stadt]mauer vorhanden ist, weil die erste Heiligkeit sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. Demnach ist R. Elie͑zer der Ansicht, die Heiligkeit gelte nicht für die Zukunft.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Wieso, vielleicht sind alle der Ansicht, die erste Heiligkeit galt sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft, nur erzählt der eine, was er gehört hat und der andere erzählte, was er gehört hat!? Wenn du aber einwendest, welche Bedeutung hätten nach R. Elie͑zer demnach die Vorhänge? Nur zur Aufbewahrung. –",
"Hierüber streiten vielmehr folgende Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Wozu zählten die Weisen dieseauf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie, die erste Heiligkeit aber hörte mit der Zerstörung des Landes auf. Demnach ist er der Ansicht, die erste Heiligkeit galt nur für die damalige Zeit, nicht aber für die Zukunft,",
"und dem widersprechend wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Waren es denn nur diese, es heißt ja:sechzig Städte, alles, was zum Bezirke Arqob gehörte, und ferner heißt es:lauter befestigte Städte, mit hoher Mauer; weshalb zählten nun die Weisen diese auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie. –",
"Heiligten sie sie denn"
],
[
"erst jetzt, du sagtest ja, man brauche sie überhaupt nicht zu heiligen!? –",
"Vielmehr, sie fanden diese vor und zählten sie mit auf. Und nicht nur diese, sondern in jeder Stadt, von der du eine Überlieferung von deinen Vorfahren hast, daß sie in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, gelten all dieseGebote, weil die erste Heiligkeit sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. Nun befindet sich ja R. Jišma͑él mit sich selbst in Widerspruch!?",
"Wahrscheinlich streiten zwei Tannaím über die Ansicht des R. Jišma͑él b. Jose. Wenn du aber willst, sage ich: eines davon lehrte R. Elea͑zar b. Jose, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Jose sagte:Die eine Mauer hatte, auch wenn sie jetzt keine hat, aber einst eine hatte.",
"Und es war in den Tagen des Aḥašveroš. R. Levi, nach anderen R. Jonathan, sagte: Es ist eine Überlieferung von den Männern der Großsynode, daß, überall wo es es war heißt, ein Unglück sich zugetragen habe.",
"Und es war in den Tagen des Aḥašveroš: da war Haman.Und es war in den Tagen, als die Richter regierten: da war eine Hungersnot. Und es war, als die Menschen anfingen, sich zu vermehren:da sah der Herr, daß die Bosheit der Menschen groß ward.",
"Und es war, als sie im Osten umherzogen:wohlan, wir wollen uns eine Stadt bauen. Und es war in den Tagen Amraphels:da fingen sie Krieg an.Und es war, als sich Jehošua͑ in Jeriḥo befand:mit gezücktem Schwerte in der Hand.Und der Herr war mit Jehošua͑:da treulosten die Kinder Jisraél.Und es war ein Mann aus Ramathajim:Ḥanna hatte er lieber; der Herr hatte aber ihren Mutterschoß verschlossen.",
"Und es war, als Šemuél alt geworden war:aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen.Und es war David erfolgreich:und Šaúl sah David scheel an. Und es war, als der König in seinem Hause saß:nur du wirst das Haus nicht bauen. –",
"Es heißt ja aber:und es war am achten Tage, worüber gelehrt wird, dieser sei für den Heiligen, gepriesen sei er, ein Tag der Freude gewesen, gleich dem Tage, an dem Himmel und Erde erschaffen wurden, denn bei diesem heißt es: und es war am achten Tage, und bei jenem heißt es:und es war Morgen, ein Tag!? –",
"An diesem starben ja Nabab und Abihu. –",
"Es heißt ja aber:und es war im vierhundertundachtzigsten Jahre!? Ferner heißt es:und es war, als Ja͑qob die Raḥel sah!? Ferner heißt es: und es war Abend und es war Morgen, ein Tag, ein zweiter, ein dritter, und so weiter!?",
"R. Aši erwiderte: Wenn es und es war heißt, so kann sich dieses oder anderes zugetragen haben, wenn es aber heißt: und es war in den Tagen, so hat sich nur ein Unglück zugetragen.",
"An fünf [Stellen] heißt es: und es war in den Tagen: Und es war in den Tagen des Aḥašveroš. Und es war in den Tagen, als die Richter regierten. Und es war in den Tagen Amraphels.Und es war in den Tagen des Aḥaz.Und es war in den Tagen des Jehojaqim.",
"Ferner sagte R. Levi: Es ist eine Überlieferung von unseren Vorfahren, daß Amoç und Amaçia Brüder waren.– Was lehrt er uns damit? –",
"Das, was R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans gesagt hat: Ist eine Schwiegertochter im Hause ihres Schwiegervaters keusch, so ist es ihr beschieden, daß Könige und Propheten aus ihr hervorgehen. – Woher dies? – Von Tamar. Es heißt:als Jehuda sie erblickte, hielt er sie für eine Buhldirne, denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt; hielt er sie denn deshalb für eine Buhldirne, weil sie ihr Gesicht verhüllt hatte?",
"Vielmehr, weil sie im Hause ihres Schwiegervaters das Gesicht zu verhüllen pflegte, sodaß er sie nicht erkannte. Daher war es ihr beschieden, daß Könige und Propheten aus ihr hervorgingen. Könige, das ist David, wieso Propheten? Das ist es, was R. Levi sagte, es sei eine Überlieferung von unseren Vorfahren, daß Amoç und Amaçia Brüder waren, und es heißt:die Offenbarung Ješa͑jas des Sohnes Amoç’.",
"Ferner sagte R. Levi: Es ist eine Überlieferung von unseren Vorfahren, daß die Bundeslade keinen Raum einnahm.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Die Bundeslade, die Moše gefertigt hatte, hatte an jeder Seite zehn Ellenfreien Raum. Es heißt nämlich:vor dem Hinterraume zwanzig Ellen lang; ferner heißtes, daß die Flügel des einen Kerub zehn Ellen hatten und die Flügel des anderen Kerub zehn Ellen hatten. Wo stand nun die Bundeslade selbst!? Schließe hieraus, daß sie durch ein Wunder gestanden hat.",
"R. Jonathan leitete diesen Abschnittmit folgendem Schriftverse ein: Und ich will mich wider sie erheben &c. und ich will von Babel ausrotten Namen und Rest, Schoß und Sproß, Spruch des Herrn. Namen, das ist die Schrift, Rest, das ist die Sprache, Schoß, das ist die Herrschaft, Sproß, das ist Vašti.",
"R. Šemuél b. Naḥmani leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Statt Dorngestrüpp wird die Cypresse emporwachsen und statt der Nesseln werden Myrten emporwachsen.",
"Statt Dorngestrüpp, statt des gottlosen Haman, der sich als Götze ausgab, denn es heißt:in allen Dornsträuchern und in allen Triften;",
"wird die Cypresse emporwachsen, das ist Mordekhaj, der das Haupt aller Gewürze ist, denn es heißt:du aber nimm dir die Hauptspezereien, die edelsten Myrrhen, was wir ‘mare dekhi’ übersetzen.",
"Statt der Nesseln, statt der gottlosen Vašti, der Tochter des Sohnes des Frevlers Nebukhadneçar, der die Deckedes Gotteshauses verbrannte, von der es heißt:seine Decke aus Gold;",
"werden Myrten emporwachsen, das ist die fromme Ester, die Myrte genannt wird, wie es heißt:und er war Pflegevater der Hadasa [Myrte].Und es wird dem Herrn zum Ruhme gereichen, das ist das Lesen der Esterrolle;zu einem ewigen unvertilgbaren Merkzeichen, das sind die Purimtage.",
"R. Jehošua͑ b. Levi leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Und wie der Herr daran Freude hatte, euch Gutes zukommen zu lassen, so wird er daran Freude haben, euch Böses zukommen zu lassen.",
"Freut sich denn der Heilige, gepriesen sei er, über das Unglück der Frevler, es heißt ja:während sie vor den Kampfgerüsteten einherzogen, sprachen sie: Danket dem Herrn, denn ewig währet seine Gnade, und hierzu sagte R. Joḥanan, in diesem Danksegen heiße es deshalb nicht denn gut ist er, weil der Heilige, gepriesen sei er, sich über das Unglück der Frevler nicht freue!?",
"Ferner sagte auch R. Joḥanan: Es heißt: und sie kamen sich die ganze Nacht hindurch nicht zu nahe; die Dienstengel wollten nämlich ein Lied anstimmen, da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen: Mein Händewerk ertrinkt im Meere, und ihr wollt ein Lied anstimmen!?",
"R. Elea͑zar erwiderte: Er selbst freut sich darüber nicht, andere aber läßt er sich freuen. Dies ist auch zu beweisen: es heißt ja: sich freuen lassen, nicht: sich freuen.",
"R. Abba b. Kahana leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Dem, der ihm gefällt, gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude, das ist der fromme Mordekhaj;dem Sünder aber gibt er das Geschäft, zu sammeln und aufzuhäufen, das ist Haman;um es dem zu geben, der Gott gefällt, das sind Mordekhaj und Ester, wie es heißt: Ester aber setzte Mordekhaj über das Haus Hamans.",
"Rabba b. O͑phran leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Ich will meinen Stuhl in E͑lam aufstellen und von dort König und Fürsten hinwegtilgen. König, das ist Vašti; Fürsten, das sind Haman und seine zehn Söhne.",
"R. Dimi b. Jiçḥaq leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:"
],
[
"Denn Knechte sind wir, doch hat uns unser Gott in unserer Knechtschaft nicht verlassen, sondern hat es gefügt, daß wir vor den Königen von Paras Gnade fanden; wann? Zur Zeit Hamans.",
"R. Ḥenana b. Papa leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Du hast Menschen über unser Haupt dahinfahren lassen, ins Feuer und ins Wasser sind wir gekommen. Ins Feuer, zur Zeit des gottlosen Nebukhadneçar; ins Wasser, zur Zeit des [gottlosen] Pareo͑;du hast uns ins Freie hinausgeführt, in den Tagen Hamans.",
"R. Joḥanan leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein: Er gedachte seiner Gnade und seiner Treue gegen das Haus Jisraél; alle Enden der Erde sahen das Heil unseres Gottes. Wann sahen alle Enden der Erde das Heil unseres Gottes? In den Tagen von Mordekhaj und Ester.",
"Reš Laqiš leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein: Wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär, so ist ein gottloser Herrscher über ein geringes Volk. Ein brüllender Löwe, das ist der gottlose Nebukhadneçar, von dem es heißt:heraufgestiegen ist der Löwe aus seinem Dickicht. Ein gieriger Bär, das ist Aḥašveroš, von dem es heißt:darauf erschien ein anderes, zweites Tier, das glich einem Bären, und R. Joseph lehrte, dies seien die Perser, die gleich einem Bären essen und trinken, gleich einem Bären beleibt sind, gleich einem Bären das Haar wachsen lassen und gleich einem Bären keine Ruhe haben.",
"Ein gottloser Herrscher, das ist Haman; ein geringes Volk, das sind die Jisraéliten, die arm an gottgefälligen Werken waren.",
"R. Elea͑zar leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein: Durch Faulheit senkt sich das Gebälk [jimakh hameqare] und durch Schlaffheit der Hände träufelt das Haus; wegen der Faulheit Jisraéls, sich mit der Tora zu befassen, ist der Feinddes Heiligen, gepriesen sei er, arm geworden. ‘Makh’ bedeutet nämlich ‘arm’, wie es heißt: und wenn er zu arm [makh] ist, um. den Schätzungswert zu entrichten, und ‘meqare’ deutet auf den Heiligen, gepriesen sei er, denn es heißt:der seine Söller im Wasser bälkt [meqare].",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Stufenlied. Wäre es nicht der Herr gewesen, der für ans war, so spreche Jisraél, wäre es nicht der Herr gewesen, der für uns war, als sich ein Mensch wider uns erhob; ein Mensch, aber kein König.",
"Raba leitete diesen Abschnitt mit folgendem Schriftverse ein:Wenn die Frommen sich mehren, freut sich das Volk, aber unter einem gottlosen Herrscher seufzt das Volk. Wenn sich die Frommen mehren, freut sich das Volk, das sind Mordekhaj und Ester, wie es heißt:und die Stadt Šušan jauchzte und freute sich; unter einem gottlosen Herrscher seufzt das Volk, das ist Haman, wie es heißt:und die Stadt Šušan geriet in Bestürzung.",
"R. Mathna zitierte folgenden Schriftvers:Denn wo wäre irgend eine große Nation, die einen Gott hätte, der ihr so nahe ist. R. Aši zitierte folgenden Schriftvers:Oder ob je ein Gott den Versuch gemacht hat &c.",
"Und es war in den Tagen des Aḥašveroš. Rabh sagte: Weheund ach! Hierauf bezieht sich der Schriftvers:und dort werdet ihr euren Feinden als Sklaven und Sklavinnen feilgeboten werden.",
"Šemuél zitierte:Ich verwerfe sie nicht und verabscheue sie nicht, daß ich sie vertilgen sollte. Ich verwerfe sie nicht, in den Tagen der Griechen; und verabscheue sie nicht, in den Tagen des Kaisers Vespasian; daß ich sie vertilgen sollte, in den Tagen Hamans;daß ich meinen Bund mit ihnen brechen sollte, in den Tagen der Römer;denn ich bin der Herr, euer Gott, [dereinst] in den Tagen von Gog und Magog.",
"In einer Barajtha wird gelehrt: Ich verwerfe sie nicht, in den Tagen der Kasdim, wo ich für sie Daniél, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja auftreten ließ; und verabscheue sie nicht, in den Tagen der Griechen, wo ich für sie Šimo͑n den Gerechten, den Hašmonäer mit seinen Söhnen und Matithjahu den Hochpriester auftreten ließ; daß ich sie vertilgen sollte, in den Tagen Hamans, wo ich für sie Mordekhaj und Ester auftreten ließ; daß ich meinen Bund mit ihnen brechen sollte, in den Tagen der Römer, wo ich für sie das Haus Rabbis und die Weisen des Zeitalters auftreten ließ; denn ich bin der Herr, euer Gott, in Zukunft, daß nämlich keine Nation und kein Sprachstamm über sie Gewalt haben soll.",
"R. Levi zitierte folgenden Schriftvers:Würdet ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euchaustreiben.",
"R. Ḥija zitierte folgenden Schriftvers:Und ich werde mit euch verfahren, wie ich mit ihnen zu verfahren gedachte.",
"Aḥašveroš; Rabh erklärte: Bruder des Hauptesund Wahlverwandterdes Hauptes. Bruder des Hauptes, Bruder des gottlosen Nebukhadneçar, der Haupt genannt wird, wie es heißt:du bist das goldene Haupt. Wahlverwandter des Hauptes, jener hat gemordet, dieser wollte morden; jener hat [den Tempel] zerstört, dieser wollte ihn zerstören, wie es heißt:und während der Regierung des Aḥašveroš, am Anfang seiner Regierung, schrieben sie eine Anklageschrift gegen die Bewohner von Jehuda und Jerušalem.",
"Šemuél erklärte: In dessen Tagen wurde das Gesicht Jisraéls geschwärztwie der Rand des Topfes. R. Joḥanan erklärte: Wer ihn nennt, der spricht: Achüber sein Haupt! R. Ḥanina erklärte: In dessen Tagen wurden alle verarmt, denn es heißt:und der König Aḥašveroš legte dem Lande einen Tribut auf.",
"Das ist der Aḥašveroš; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Gottlosigkeit verharrte.Das ist der E͑sav; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Gottlosigkeit verharrte.Das sind Dathan und Abiram; die von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende in ihrer Gottlosigkeit verharrten.Das ist der König Ahaz; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Gottlosigkeit verharrte.",
"Abram, das ist Abraham; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Frömmigkeit verharrte.Das sind Moše und Ahron; die von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende in ihrer Frömmigkeit verharrten.David, der war der kleinste; der von seinem Anfang bis zu seinem Ende in seiner Kleinheit verharrte: wie er während seiner Kleinheit bescheiden war dem gegenüber, der in der Tora größer war als er, so war er auch während seiner Regierung dem gegenüber bescheiden, der in der Weisheit größer war als er.",
"Der regierte. Rabh erklärte: Der durch sich selbst zur Regierung gelangt war. Manche erklären es zum Lobe und manche erklären es zum Tadel. Manche erklären es zum Lobe: niemand war für das Königtum würdiger als er; manche erklären es zum Tadel: er war für das Königtum unwürdig, nur gab er viel Geld und wurde zum Könige eingesetzt.",
"Von Hodu bis Kuš. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, Hodu liege an einem Ende der Welt und Kuš am entgegengesetzten Ende der Welt, und einer sagt, Hodu und Kuš liegen nebeneinander, er herrschte aber von einem Ende der Welt bis zum anderen, wie er von Hodu bis Kuš herrschte.",
"Desgleichen heißt es:Denn er hatte Gewalt über das ganze Gebiet jenseits des Stromes von Tiphsaḥ bis A͑za; [auch hierüber streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, Tiphsaḥ liege an einem Ende der Welt und A͑za liege den entgegengesetzten Ende der Welt, und einer sagt, Tiphsaḥ und A͑za liegen nebeneinander, er herrschte aber über die ganze Welt, wie er über Tiphsaḥ und A͑za herrschte.",
"Hundertsiebenundzwanzig Provinzen. R. Ḥisda sagte: Zuerst herrschte er über sieben, dann über zwanzig und später über hundert. – Es heißt ja:das Leben A͑mrams betrug hundertsiebenunddreißig Jahre, wie willst du nun dies auslegen!? – Anders ist es hierbei, wo der Schriftvers überflüssig ist; merke, es heißt ja bereits: von Hodu bis Kuš, wozu weiter: hundertsiebenundzwanzig Provinzen? Doch wohl zur Auslegung.",
"Die Rabbanan lehrten: Drei beherrschten die ganze Himmelswölbung, und zwar: Aḥáb, Aḥašveroš und Nebukhadneçar. Aḥáb, denn es heißt: so wahr der Herr, dein Gott lebt: es gibt kein Volk noch Königreich, dahin mein Herr nicht gesandt hätte, dich zu suchen; wieso könnte er es beschwören, wenn seine Herrschaft nicht überall gereicht hätte.",
"Nebukhadneçar, denn es heißt:dasjenige Volk und Königreich aber &c., das seinen Hals nicht in das Joch des Königs von Babel stecken will. Aḥašveroš, wie wir bereits erklärt haben. –"
],
[
"Gibt es denn keine anderen mehr, auch Šelomo gehört ja zu diesen!? – Er führte seine Herrschaft nicht zuende. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, er war König und dann Gemeiner, was ist aber nach demjenigen zu erwidern, welcher sagt, er war König, Gemeiner und wiederum König!? – Mit Šelomo verhielt es sich ganz anders; er herrschte über die Oberenund die Unteren, denn es heißt:und Šelomo saß auf dem Throne des Herrn. –",
"Aber Sanḥerib gehört ja zu diesen, denn es heißt:wo wären unter allen Göttern dieser Länder solche, die ihr Land aus meiner Gewalt gerettet hätten!? – Da ist ja Jerušalem, das er nicht besiegt hatte. –",
"Aber Darjaveš gehört ja zu diesen, denn es heißt:darauf ließ der König Darjaveš mitteilenallen Völkern, Nationen und Sprachstämmen, die allenthalben auf der Erde wohnen: Euer Friede möge gedeihen!? – Es gibt ja sieben [Provinzen], die er nicht beherrschte, denn es heißt: Es gefiel Darjaveš hundertundzwanzig Satrapen über das Reich zu setzen. –",
"Aber Koreš gehört ja zu diesen, denn es heißt:so spricht Koreš, der König von Paras: Alle Königreiche auf Erden hat mir der Herr gegeben!? – Dies war nur eine Prahlerei von ihm.",
"In jenen Tagen, als der König saß; darauf aber heißt es:in seinem dritten Regierungsjahre!? Raba erklärte: Nachdem er sich beruhigthatte. Er sagte nämlich: Belšaçar hatte es berechnet und sich geirrt, ich aber habe es berechnet und irre mich nicht. –",
"Welches Bewenden hat es damit? – Es heißt:erst wenn volle siebzig Jahre für Babel dahingegangen sind, werde ich euch bedenken, und ferner heißt es:daß Jerušalem siebzig Jahre in Trümmern liege; er zählte fünfundvierzig Jahre der Regierung Nebukhadneçars, dreiundzwanzig der Regierung Evil Merodakhs und zwei seiner eigenen Regierung zusammen, das sind siebzig; sodann ließ er die Gefäße des Tempels holenund bediente sich ihrer. –",
"Woher, daß Nebukhadneçar fünfundvierzig Jahre regierte? – Der Meister sagte, sie wurden im siebenten, im achten, im achtzehnten und im neunzehnten Jahreverbannt.",
"Im siebenten Jahre nach der Unterwerfung Jehojaqims, dem achten Regierungsjahre Nebukhadneçars, erfolgte die Wegführung Jehojaqims, und im achtzehnten Jahre nach der Unterwerfung Jehojaqims, dem neunzehnten Regierungsjahre Nebukhadneçars, erfolgte die Wegführung Çidqijahus. Der Meister sagte nämlich: Im ersten Jahre eroberte er Ninve und im zweiten unterwarf er Jehojaqim. Ferner heißt es:und im siebenunddreißigsten Jahre der Wegführung Jehojaqims, des Königs von Jehuda, im zwölften Monat, am siebenundzwanzigstendes Monats begnadigte Evil Merodakh, der König von Babel, im Jahre seines Regierungsantrittes, Jehojakhin, den König von Jehuda, und befreite ihn aus dem Kerker.",
"Acht und siebenunddreißig sind fünfundvierzig [des Nebukhadneçar]. Dazu dreiundzwanzig des Evil Merodakh, was wir aus einer Überlieferung wissen, und zwei seiner Regierung, das sind zusammen siebzig. Da er dachte, nun würden sie überhaupt nicht mehr erlöst werden, ließ er die Gefäße des Tempels holen und bediente sich ihrer.",
"Das ist es, was Daniél zu ihm sagte:Du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben; die Gefäße seines Tempels hat man vor dich bringen müssen. Darauf heißt es:in derselben Nacht wurde Belšaçar, der König der Kesdim, getötet, und hierauf folgt: und Darjaveš der Meder erhielt das Reich in einem Alter von zweiundsechzig Jahren.",
"Alsdann sprach er: Jener hatte sich geirrt, ich aber habe es berechnet und irre mich nicht; es heißt ja nicht; für das Reich Babel, sondern: für Babel, worunter die babylonische Gefangenschaft zu verstehen ist, und diese beginnt acht Jahre später. Statt dessen rechnete er ein Jahr der Regierung Belšaçars, fünf der Regierung Darjaveš’ und Koreš’ und zwei seiner Regierung. Als er sah, daß die siebzig Jahre verstrichen waren, ohne daß sie erlöst wurden, dachte er, sie würden nun überhaupt nicht mehr erlöst werden; da ließ er die Gefäße des Tempels holen und bediente sich ihrer. Alsdann kam ihm der Satan in den Weg, und er ließ Vašti töten. –",
"Er hatte ja richtig gerechnet!? – Er irrte ebenfalls; er sollte mit der Zerstörung Jerušalems zu zählen beginnen. –",
"Das sind also elf Jahre weniger, und da er vierzehn Jahre regierte, so sollte ja der Tempel in seinem vierzehnten Regierungsjahre erbaut sein, während es ja heißt:damals wurde die Arbeit am Tempel Gottes zu Jerušalem, eingestellt!? Raba erwiderte: Darunter waren unvollständige [Jahre]."
],
[
"Ebenso wird auch gelehrt: Noch ein Jahr [fehlte] zur babylonischen [Gefangenschaft], und Darjaveš ergänzte es.",
"Raba sagte: Auch Daniél hatte sich bei dieser Rechnung geirrt, denn es heißt:in seinem ersten Regierungsjahre achtete ich, Daniél, auf die Zahlen; aus [dem Worte] achteteist zu entnehmen, daß er sich geirrt hatte. –",
"Aber immerhin widersprechen ja die Verse einander; es heißt: volle [siebzig Jahre] für Babel, und es heißt: daß Jerušalem [siebzig Jahre] in Trümmern liege!?",
"Raba erwiderte: Einer spricht nur vom Bedenken, und deshalb heißt es auch:so spricht Koreš, der König von Paras: Alle Königreiche auf Erden hat mir der Herr, der Gott des Himmels, übergeben und er beauftragtemich, ihm einen Tempel in Jerušalem zu bauen.",
"R. Naḥman b. Ḥisda trug vor: Es heißt:so spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Koreš, dessen Rechte ich ergriffen habe; war Koreš denn Gesalbter [Messias]? Vielmehr der Heilige, gepriesen sei er, sprach zum Messias: Ich klage bei dir Koreš an: ich beauftragte ihn meinen Tempel zu bauen und meine Gefangenen heimzuführen, er aber sprach: Wer irgend unter euch zu seinem Volke gehört &c. der ziehe hinauf.",
"Das Heer von Paras und Madaj; dagegen aber heißt es:die Könige von Madaj und Paras!? Raba erwiderte: Sie verabredeten mit einander: wenn von uns Könige, dann Statthalter von euch, und wenn von euch Könige, dann Statthalter von uns.",
"Wobei er den Reichtum seiner königlichen Herrlichkeit zeigte. R. Jose b. Ḥanina sagte: Dies lehrt, daß er die priesterlichen Gewänder angelegt hatte, denn hierheißt es: und die glänzende Pracht seiner Größe, und dortheißt es: zur Ehre und zur Pracht.",
"Und nach Ablauf dieser Tage &c. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, er war ein weiser König, und einer sagt, er war ein törichter König. Nach demjenigen, welcher sagt, er war ein weiser König, handelte er vernünftig, daß er die Auswärtigen zuerst einlud, weil er die Einwohner seiner Stadt jeder Zeit besänftigen konnte; nach demjenigen aber, welcher sagt, er war ein törichter König, sollte er die Einwohner seiner Stadt zuerst einladen, denn, wenn jene abtrünnig geworden wären, so würden diese mit ihm gehalten haben.",
"Die Schüler fragten R. Šimo͑n b. Joḥaj: Weshalb hatten die Feinde Jisraéls des damaligen Zeitalters den Untergang verdient? Dieser entgegnete: Sagt ihr es! Jene erwiderten: Weil sie von der Mahlzeit dieses Frevlers genossen hatten. – Demnach sollten doch nur die [Jisraéliten] in Šušan getötet werden, nicht aber die der ganzen Welt!? Darauf sprachen jene: Sage du es. Dieser erwiderte: Weil sie sich vor dem Götzenbilde gebückt hatten.",
"Jene entgegneten: Würde man ihnen dies denn entschuldigt haben!? Dieser erwiderte: Sie taten es nur zum Scheine, und ebenso verfuhr der Heilige, gepriesen sei er, mit ihnen nur zum Scheine. Hierüber heißt es:denn nicht vom Herzen plagt er.",
"Im Hofe des Gartens am, königlichen Palaste. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, je nach ihrer Würde, manche im Hofe, manche im Garten und manche im Palaste, und einer sagt, er ließ sie zuerst im Hofe sitzen, der sie aber nicht faßte, dann in dem Garten, der sie aber ebenfalls nicht faßte, bis er sie in den Palast brachte, der sie faßte. In einer Barajtha wird gelehrt: Er ließ sie im Hofe sitzen und öffnete ihnen zwei Türen, eine zum Garten und eine zum Palaste.",
"Weißes Baumwollenzeug [ḥur, karpas] und purpurblaues Tuch. – Was heißt ḥur? – Rabh erklärte, Durchlöchertes, und Šemuél erklärte, weißes Linnen(habe er ihnen ausgebreitet). – Was heißt karpas? R. Jose b. Ḥanina erklärte: GestreiftePolster.",
"An silbernen Ringen und marmornen Säulen; Polster von Gold und Silber. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die für silberne würdig waren, auf silbernen, und die für goldene würdig waren, auf goldenen. R. Neḥemja sprach zu ihm: Demnach wird ja Neid bei der Mahlzeit heraufbeschworen! Vielmehr waren diese selbst aus Silber und die Füße aus Gold.",
"Alabaster und weißen Marmor. R. Asi erklärte: Steine, zu denen die Eigentümer durch Mühegelangen. So heißt es auch:Diademsteine, die auf seinem Boden funkeln.",
"Und Perlmutterstein und gefleckten Marmor. Rabh erklärte: Reihenweise. Šemuél erklärte: In den Seestädten gibt es einen Edelstein, der ‘Perlmutterstein’ heißt; diesen setzte er in die Mitte der Tafel, und er leuchtete ihnen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Er gewährte allen Händlern Freiheit.",
"Die Getränke aber reichte man in goldenen Gefäßen und vielen anderen Gefäßen. Es sollte doch ‘verschiedenen’ heißen!? Raba erwiderte: Eine Hallstimme ertönte und sprach zu ihnen: Die früheren gingen wegender Gefäße zugrunde, und ihr trinkt aus ihnen zum ‘anderen’ Male. Und königlichen Wein. Rabh sagte: Dies lehrt, daß man jedem Wein reichte, der älter war als er.",
"Das Trinken geschah nach Verordnung. Was heißt ‘nach Verordnung’? R. Ḥanan erwiderte im Namen R. Meírs: Nach Verordnung der Tora: wie nach Verordnung der ToraSpeisen mehr verbraucht werden als Getränke, ebenso wurden bei der Mahlzeit dieses Frevlers mehr Speisen verbraucht als Getränke.",
"Ohne Nötigung. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß man jedem vom Wein seiner Heimat reichte. Den Wunsch jedes Mannes zu erfüllen. Raba erklärte: Den Wunsch Mordekhajs und den Wunsch Hamans zu erfüllen; von Mordekhaj heißt es:ein Mann, ein Judäer, und von Haman heißt es:ein Mann, ein Widersacher und Feind.",
"Auch die Königin Vašti veranstaltete ein Gastmahl für die Frauen im königlichen Palaste. Dieses sollte doch im Frauenpalaste stattfinden!? Raba erwiderte: Beide hatten sie sündhafteAbsichten. Das ist es, was die Leute sagen: Er mit Kürbissen und seine Frau"
],
[
"mit Gurken.",
"Am siebenten Tage, als das Herz des Königs vom Weine fröhlich war. War denn sein Herz bis dahin nicht vom Weine fröhlich!? Raba erwiderte: Dieser siebente Tag war ein Šabbath, an dem die Jisraéliten, wenn sie essen und trinken, sich mit Worten der Tora und Lobgesängen befassen; wenn aber die weltlichen Völker essen und trinken, so befassen sie sich nur mit Worten der Ausgelassenheit.",
"So geschah es auch bei der Mahlzeit dieses Frevlers; die einen sagten, die Mederinnen seien schöner, und die anderen sagten, die Perserinnen seien schöner. Hierauf sprach Aḥašveroš: Das Gerät, dessen ich mich bediene, ist weder aus Medien noch aus Persien, sondern aus Kasdim, wollt ihr es sehen? Diese erwiderten: Freilich, nur muß sie nackt sein.",
"Wie der Mensch verfährt, so verfährt man mit ihm. Dies lehrt, daß die ruchlose Vašti Jisraélitinnen holen zu lassen, sie nackt auszuziehen und am Šabbath arbeiten zu lassen pflegte. Deshalb heißt es auch:nach diesen Begebenheiten, als sich der Zorn des Königs Aḥašveroš gelegt hatte, gedachte er der Vašti und dessen, was sie getan hatte, und dessen, was über sie beschlossen worden war; wie sie getan hatte, so wurde über sie beschlossen.",
"Und die Königin Vašti weigerte sich. Merke, sie war ja ausgelassen, denn der Meister sagte, sie hatten beide sündhafte Absichten, weshalb nun kam sie nicht!? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies lehrt, daß sie vom Aussatz befallen wurde. In einer Barajtha wird gelehrt, Gabriél kam und setzte ihr einen Schwanz an.",
"Und der König zürnte sehr. Weshalb entbrannte [sein Zorn] so sehr? Raba erwiderte: Sie ließ ihm antworten: Der Stallmeister meines Großvaters trank Wein vor Tausendenund betrank sich nicht, dieser Mann aber wurde in seinem Weinrausche sinnlos. Alsdann:und sein Zorn brannte in ihm.",
"Da sprach der König zu den Weisen. Wer sind diese Weisen? – Die Rabbanan. Die sich auf die Zeiten verstehen; die die Interkalation der Jahre und die Festsetzung der Monate verstehen. Er sprach zu ihnen: Urteilt sie mir ab. Da sprachen sie: Was machen wir nun: sagen wir ihm, daß er sie töten lasse, so könnte er morgen, wenn sein Weinrausch vorüber ist, sie von uns fordern; sagen wir ihm, daß er sie zufrieden lasse, so hat sie ja seine Majestät beleidigt. Hierauf sprachen sie zu ihm: Seitdem der Tempel zerstört worden ist und wir aus unserem Lande verbannt worden sind, ist uns Rat genommen worden, und wir verstehen uns auf das Strafrecht nicht. Wende dich vielmehr an A͑mmon und Moab, die auf ihrem Platze weilen, wie der Wein auf seiner Hefe.",
"Sie hatten auch Recht, denn es heißt:von Jugend auf hatte Moab Ruhe und lag ungestört auf seinen Hefen; es ward nicht aus einem Gefäße in ein anderes umgegossen, noch ist es in Gefangenschaft gewandert; darum hat es seinen Geschmack behalten und sein Duft hat sich nicht gewandelt. Alsdann: Und ihm am nächsten standen: Karšena, Šetar, Admata, Taršiš.",
"R. Levi sagte: Dieser Schriftvers bezieht sich ganz auf die Opfer.",
"Karšena: die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, haben etwa auch die anderen vor dir erstjährige Fettschafedargebracht, wie Jisraél solche vor dir dargebracht hat!? Šetar: haben etwa die anderen vor dir zwei Turteltaubendargebracht!? Admata: haben dir etwa auch die anderen einen irdenen Altarerrichtet!? Taršiš: haben etwa auch die anderen vor dir Dienst in Priestergewändern getan, bei denen es heißt:Taršiš, Šoham und Jaspe. Meres: haben etwa auch die anderen [Opfer]blut vor dir umgerührt!? Marsena: haben etwa auch die anderen vor dir Speisopfer umgerührt!? Memukhan: haben dir etwa auch die anderen einen Tischhergerichtet!?",
"Da sprach Memukhan: Es wird gelehrt: Memukhan ist Haman, und nur deshalb wird er Memukhan genannt, weil er für das Unglück vorbereitetwar. R. Kahana sagte: Hieraus, daß der Gemeine zuerst hervortritt.",
"Daß jeder Mann herrsche in seinem Hause. Raba sagte: Wenn nicht diese ersten Briefe, würde von den FeindenJisraéls kein Rest und kein Entkommener zurückgebliebensein.",
"Sie sprachen: Was sagt er uns da? Daß jeder Mann in seinem Hause herrsche, ist ja selbstverständlich! Auch der Glatzkopfist ja Befehlshaber in seinem Hause.",
"Und der König bestelle Beamte. Rabh sagte: Es heißt:der Kluge tut alles mit Verstand, ein Tor aber kramt Narrheit aus. \n",
"Der Kluge tut alles mit Verstand, das ist der König David, bei dem es heißt:da sprachen seine Diener zu ihm: Man muß für meinen Herrn, den König, ein Mädchen, eine Jungfrau suchen; wer eine Tochter hatte, brachte sie ihm: Ein Tor aber kramt Narrheit aus, das ist Aḥašveroš, bei dem es heißt: und der König bestelle Beamte; wer eine Tochter hatte, versteckte sie vor ihm.",
"Ein Mann, ein Judäer, war in der Burg Šušan &c. ein Binjaminite. Wozu [werden die Vorfahren genannt], wenn wegen seiner Abstammung, so sollte er sie doch bis Binjamin aufzählen, weshalb nur diese!? –",
"Es wird gelehrt: All diese Namen deuten auf ihn selbst hin; der Sohn Jaírs: ein Sohn, der durch sein Gebet die Augen Jisraéls aufleuchten [heír] ließ; der Sohn Šimiš: ein Sohn, dessen Gebet Gott erhört [šama͑] hat; der Sohn Qiš’: ein Sohn, der an die Pforten der Barmherzigkeit geklopft [heqiš] hat, und sie ihm geöffnet wurden. –",
"Er nennt ihn Judäer, wonach er von Jehuda stammte, dagegen nennt er ihn Binjaminite, wonach er von Binjamin stammte!? R. Naḥman erwiderte: Mordekhaj war mit Namengekrönt.",
"Raba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Sein Vater stammte von Binjamin und seine Mutter stammte von Jehuda, Die Rabbanan erwiderten: Die Stämme stritten mit einander um ihn: der Stamm Jehuda sagte, er habe die Geburt Mordekhajs veranlaßt, weil David den Šimi, den Sohn Geras, nicht tötete, und der Stamm Binjamin sagte, er stamme ja von ihm ab.",
"Raba sagte: Die Gemeinde Jisraél spricht entgegengesetzt: Sehet, was ein Judäer mir getan hat und wie ein Binjaminite mir vergolten hat. Was ein Judäer mir getan hat:"
],
[
"David tötete nicht den Šimi͑, dem Mordekhaj entstammte, gegen den Haman eiferte; Was ein Binjaminite mir vergolten hat. Šaúl tötete nicht den Agag, dem Haman entstammte, der Jisraél quälte.",
"R. Joḥanan erwiderte: Tatsächlich stammte er von Binjamin und nur deshalb heißt er Judäer, weil er den Götzendienst verleugnete, denn wer den Götzendienst verleugnet, heißt Judäer, wie es heißt:es sind Judäer da &c.",
"R. Šimo͑n b. Pazi pflegte, wenn er mit [dem Buche] der Chronik begann, folgendes zu sagen: All deine Worte sind die gleichen, wir aber wissen sie auszulegen.Und seine judäische Frau gebar Jered, den Vater des Gedor, und Ḥeber, den Vater des Sokho, und Jequthiél, den Vater des Zenoaḥ. Und dies sind die Söhne Bithjas, der Tochter des Pareo͑, die Mered heiratete.",
"Weshalb nennt er sie judäische? Weil sie den Götzendienst verleugnete, denn es heißt:da kam die Tochter des Pareo͑ an den Fluß, um zu baden, und R. Joḥanan erklärte, sie wollte sich von den Götzen ihres väterlichen Hauses rein waschen.",
"‘Gebar’, sie hat ihm ja nur erzogen!? Dies besagt, daß, wenn jemand einen Waisenknaben oder ein Waisenmädchen in seinem Hause großzieht, die Schrift es ihm anrechnet, als hätte er sie geboren.",
"Jered ist Moše, und er heißt deshalb Jered, weil in seinen Tagen den Jisraéliten das Manna herabkam [jarad]. Gedor [hieß er], weil er die Risse Jisraéls zäunte [gadar]. Ḥeber [hieß er], weil er Jisraél mit seinem Vater im Himmel verband [ḥiber]; Sokho [hieß er], weil er Jisraél wie eine Hütte [sukka] schützte. Jequthiél [hieß er], weil in seinen Tagen Jisraél zu Gott hoffte. Zenoaḥ hieß er, weil er die Sünden Jisraéls verstieß [zanaḥ].",
"Dreimal wird [das Wort] ‘Vater’ genannt: ein Vater in der Tora, ein Vater in der Weisheit und ein Vater in der Prophetie.",
"Und dies sind die Söhne Bithjas, der Tochter des Pareo͑, die Mered heiratete. Hieß er denn Mered, er hieß ja Kaleb!? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Möge Kaleb kommen, der sich dem Ratschlage der Kundschafter widersetzte[marad], und die Tochter des Pareo͑ heiraten, die sich den Götzen ihres väterlichen Hauses widersetzte.",
"Der aus Jerušalem weggeführt worden war. Raba sagte: Der freiwillig in die Gefangenschaft ging.",
"Und er war Pflegevater der Hadasa. Er nennt sie Hadasa und er nennt sie Ester!? – Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Ihr wirklicher Name war Ester, und er nennt sie deshalb Hadasa, weil die Frommen Myrte [hadasa] genannt werden, wie es heißt:er stand zwischen den Myrten.",
"R. Jehuda sagte: Ihr wirklicher Name war Hadasa, und er nennt sie deshalb Ester, weil sie ihre Worte verheimlichte [mastereth], wie es heißt:Ester hatte ihr Volk nicht verraten &c.",
"R. Neḥemja sagte: Ihr wirklicher Name war Hadasa, und er nennt sie deshalb Ester, weil die weltlichen Völker sie Istaharnannten. Ben A͑zaj sagte: Ester war weder groß noch klein, sondern mittelmäßig, gleich einer Myrte [hadasa]. R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Ester war [wie eine Myrte] grünlich, nur war sie anmutig.",
"Sie hatte weder Vater noch Mutter. Wozu heißt es weiter:und als ihr Vater und ihre Mutter starben!? R. Aḥa erwiderte: Sobald ihre Mutter schwanger ward, starb ihr Vater, und nach ihrer Geburt starb auch ihre Mutter.",
"Und als ihr Vater und ihre Mutter starben, hatte sie Mordekhaj als Tochter angenommen. Im Namen R. Meírs wird gelehrt: Lies nicht bath [Tochter] sondern bajith [Haus]. Desgleichen heißt es:Der Arme aber besaß garnichts, außer einem einzigen Lämmchen, das er sich gekauft und aufgezogen hatte, und das bei ihm und mit seinen Kindern zugleich groß wurde, von seinem Bissen aß es, von seinem Becher trank es, an seinem Busen schlief es und galt ihm wie eine Tochter [bath]. Galt es ihm denn deshalb wie eine Tochter, weil es an seinem Busen schlief!? Vielmehr lese man bajith, ebenso lese man auch hier bajith.",
"Und die sieben Dienerinnen &c. Raba sagte: Durch diese zählte sie die Wochentage. Und er zeichnete sie und ihre Dienerinnen aus &c. Rabh sagte, er habe ihr jüdische Speisen verabreicht,",
"und Šemuél sagte, er habe ihr Schweineschinkenverabreicht.",
"R. Joḥanan sagte, Pflanzenkost, denn es heißt:fortan ließ der Obermundschenk, was ihnen an Speise &c. bestimmt war, hinwegtragen und gab ihnen Pflanzenkost.",
"Sechs Monate mit Myrrhenöl. Was ist Myrrhenöl? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Stakte. R. Hona erwiderte: Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Omphakinonist ein Öl aus Oliven, die noch kein Drittel [der Reife] erlangt haben. – Weshalb schmiert man sich damit? – Weil es das Haar entfernt und die Haut geschmeidig macht.",
"Am Abend kam sie und am Morgen ging sie fort, R, Joḥanan sagte: Aus der Schändlichkeit dieses Frevlers ist auch seine Keuschheit zu ersehen: er übte den Beischlaf nicht am Tage aus.",
"Und Ester erwarb sich Gunst. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß sie jedem erschien, als wäre sie von seiner Nationalität. Und so ward Ester zum Könige Aḥašveroš in seinen königlichen Palast geholt, im zehnten Monate, das ist der Monat Ṭebeth; ein Monat, in dem der Körper vom Körper genießt.",
"Und der König gewann Ester lieb, mehr als alle anderen Frauen, und sie erwarb sich Gunst und Gnade vor ihm, mehr als alle anderen Jungfrauen. Rabh sagte: Wollte er den Genuß einer Jungfrau kosten, so hatte er es, wollte er den Genuß einer Deflorierten kosten, so hatte er es.",
"Sodann veranstaltete der König ein großes Gastmahl. Er veranstaltete ein großes Gastmahl, sie verriet ihm aber [ihre Herkunft] nicht; er erließ die Steuer, sie verriet es ihm aber nicht, er schickte Geschenke, sie verriet es ihm aber nicht.",
"Und als man ein zweites Mal Jungfrauen zusammenbrachte &c. Er ging und holte sich Rat von Mordekhaj, und dieser sprach zu ihm: Nichts macht eine Frau so eifersüchtig, wiedie Hüfte ihrer Genossin, dennoch verriet sie es ihm nicht, denn es heißt: Ester verriet ihre Herkunft nicht &c.",
"R. Elea͑zar sagte: Es heißt:"
],
[
"er zieht seine Augen nicht ab von den Frommen; wegen der Frömmigkeit Raḥels war es ihr beschieden, daß Šaúl von ihr hervorging, und wegen der Frömmigkeit Šaúls war es ihm beschieden, daß Ester von ihm hervorging. –",
"Worin bestand die Frömmigkeit Raḥels? – Es heißt:da erzählte Ja͑qob der Raḥel, daß er der Bruder ihres Vaters sei; war er denn ein Bruder ihres Vaters, er war ja ein Sohn der Schwester ihres Vaters!?",
"Vielmehr, er sprach zu ihr: Laß dich von mir heiraten. Da erwiderte sie: Gern, aber mein Vater ist listig, und du wirst ihm nicht beikommen. Darauf sprach er: Ich bin sein Bruder in der List. Sie sprach dann zu ihm: Dürfen die Gerechten sich einer List bedienen!? Er erwiderte: Jawohl,mit den Lautern verfährst du lauter, mit den Verkehrten verdreht.",
"Alsdann fragte er sie: Was ist das für eine List? Diese erwiderte: Ich habe eine ältere Schwester, und er will mich vor dieser nicht verheiraten. Da sagte er ihr Erkennungszeichen.",
"Als jene Nacht heranreichte, sagte sie: nun wird meine Schwester beschämt werden; da verriet sie ihr [die Erkennungszeichen]. Deshalb heißt es auch:am Morgen fand sich, daß es Lea war. War sie denn bis dahin nicht Lea? Vielmehr, da Raḥel der Lea die Erkennungszeichen verraten hatte, wußte er es bis dahin nicht. Daher war es ihr beschieden, daß von ihr Šaúl hervorging. –",
"Worin bestand die Frömmigkeit Šaúls? Es heißt:Was aber Šemuél in Betreff des Königtums gesagt hatte, das verriet er ihm nicht. Daher war es ihm beschieden, daß von ihm Ester hervorging. Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn der Heilige, gepriesen sei er, für einen Ehre aussetzt, so setzt er sie auch für seine Kinder und Kindeskinder aus, bis zum Ende aller Generationen, denn es heißt:da läßt er sie immerdar sitzen, erhöht &c. Wenn er aber hochmütig wird, dann erniedrigt ihn der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt:und die mit Ketten gefesselten &c.",
"Und den Befehl Mordekhajs führte Ester aus. R. Jirmeja sagte: Sie pflegte den Weisen das Menstrualblutvorzuzeigen. Ebenso wie damals, als sie noch in Pflege bei ihm war. Raba b. Lima sagte im Namen Rabhs: Sie pflegte den Schoß Aḥašveroš’ zu verlassen, zu baden und sich in den Schoß Mordekhajs zu setzen.",
"In jenen Tagen, während Mordekhaj gerade im Tore des Königs verweilte, gerieten Bigtan und Tereš in Zorn. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heilige, gepriesen sei er, ließ den Herrn in Zorn geraten über seine Diener, um den Wunsch eines Frommen zu erfüllen, das ist Joseph, denn es heißt:und war da hei uns ein hebräischer Jüngling &c.",
"und die Diener über ihren Herrn, um dem Frommen ein Wunder geschehen zu lassen, das ist Mordekhaj, denn es heißt:aber die Sache wurde Mordekhaj kund &c.",
"R. Joḥanan sagte: Bigtan und Tereš waren (zwei) Tarser und unterhielten sich in tarsischer Sprache. Sie sprachen nämlich: Seitdem diese da ist, kennen wir keinen Schlaf mehr; wir wollen Gift in die Schale tun, damit er sterbe. Sie wußten nicht, daß Mordekhaj zu den Insassen der Quaderhallegehörte und alle siebzig Sprachen beherrschte.",
"Darauf sprach einer: Wir haben ja nicht die gleicheWache! Der andere erwiderte: Ich werde für mich und für dich Dienst tun. Deshalb heißt es:die Sache wurde untersucht und als richtig befunden; man fand sie nicht bei ihrer Wache.",
"Nach diesen Begebenheiten. Nach welchen? Raba erwiderte: Nachdem der Heilige, gepriesen sei er, das Heilmittel vor der Wunde erschaffen hatte.",
"Reš Laqiš sagte nämlich: Der Heilige, gepriesen sei er, schlägt Jisraél erst dann, wenn er für sie ein Heilmittel geschaffen hat, denn es heißt:wenn ich Jisraél Heilung verschaffe, so wird die Sünde Ephrajims aufgedeckt. Anders aber bei den weltlichen Völkern; zuerst schlägt er sie, dann erst schafft er für sie das Heilmittel, denn es heißt: so wird der Herr Miçrajim schlagen und heilen.",
"Aber er verschmähte, an Mordekhaj allein Hand zu legen. Raba sagte: Anfangs an Mordekhaj allein, dann an das Volk Mordekhajs, das sind die Gelehrten, und darauf an alle Judäer.",
"Man warf das Pur, das ist das Los. Es wird gelehrt: Sobald das Los auf den Adar fiel, überkam ihn eine große Freude, indem er sprach: Das Los fiel mir auf den Monat, in dem Moše starb; er wußte aber nicht, daß Moše zwar am siebenten Adar starb, aber auch am siebenten Adar geboren wurde.",
"Es gibt ein Volk. Raba sagte: Niemand ist in der Verleumdung so kundig, wie es Haman war. Er sprach [zum Könige]: Komm, wir wollen sie vernichten. Dieser erwiderte: Ich fürchte mich vor ihrem Gotte, daß er nicht mit mir so verfahre, wie er mit meinen Vorfahren verfuhr. Jener entgegnete: Sie vernachlässigendie Gebote.",
"Dieser erwiderte: Es sind unter ihnen Gelehrte vorhanden. Jener entgegnete: Es ist ein Volk.",
"Glaubst du vielleicht, dadurch würde eine Lücke in deinem Reiche entstehen, so sind sie unter den Völkern zerstört. Wenn du aber glaubst, sie bringen irgend welchen Nutzen, so sind sie abgesondert: sie gleichen dem Maultiere, das keine Fruchtbringt. Und glaubst du, sie bewohnen eine Provinz vollständig, so sind sie in allen Provinzen deines Reiches.",
"Ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden; sie essen nicht von unserem, sie heiraten nicht von unseren, und sie wollen von uns nicht geheiratet weiden.Und die Gesetze des Königs befolgen sie nicht; sie verbringen das ganze Jahr in Müßiggang. Es ist für den König unangemessen, sie gewähren zu lassen; sie essen und trinken und beschimpfen den König. Wenn nämlich einem von ihnen eine Fliege in den Becher fällt, so entfernt er sie und trinkt ihn, wenn aber mein königlicher Herr den Becher eines von ihnen berührt, so schleudert er ihn zu Boden und trinkt ihn nicht.",
"Wenn es dem Könige recht ist, so möge schriftlich angeordnet werden, sie zu vertilgen, und zehntausend Talente Silbers &c. Reš Laqiš sagte: Offenbar und bewußt war es dem, der gesprochen und die Welt erschuf, daß einst Haman Šeqalim gegen Jisraél wiegen wird, daher ließ er ihre Šeqalimseinen vorangehen.",
"Das ist es, was wir gelernt haben: Am ersten Adar erläßt man eine Kundmachung inbetreff der Šeqalim und der Mischfrucht.",
"Da sprach der König zu Haman: Das Silber sei dir übergeben und mit dem Volke magst du verfahren, wie es dir gut dünkt. R. Abba sagte:"
],
[
"Der Vorgang von Haman und Aḥašveroš ist mit folgendem zu vergleichen. Einst waren zwei Leute, von denen der eine einen Hügel auf seinem Felde hatte und der andere einen Graben auf seinem Felde hatte; der den Graben hatte, sprach: wenn ich doch gegen Bezahlung den Hügel haben könnte, und der den Hügel hatte, sprach: wenn ich doch gegen Bezahlung den Graben haben könnte.",
"Einst trafen sie zusammen, und der den Graben hatte, sprach zu dem, der den Hügel hatte: Verkaufe mir deinen Hügel. Da erwiderte dieser: Nimm ihn doch umsonst.",
"Da zog der König seinen Siegelring. R. Abba b, Kahana sagte: Das Abziehen des Siegelringes wirkte mehr, als die achtundvierzig Propheten und sieben Prophetinnen, die Jisraél predigten; sie alle bekehrten sie nicht zum Guten, während das Abziehen des Siegelringes sie zum Guten bekehrte.",
"Die Rabbanan lehrten: Achtundvierzig Propheten und sieben Prophetinnen predigten Jisraél, sie ließen nichts zurück von dem, was in der Tora sich befindet, und fügten auch nichts hinzu, ausgenommen ist [das Lesen] der Esterrolle –",
"Woher folgerten sie es? R. Ḥija b. Abin erwiderte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Wenn man wegen [der Umwandlung] von Sklaverei in Freiheit ein Lied anstimme, um wieviel mehr wegen [der Umwandlung] von Tod zum Leben! –",
"Demnach sollte man auch das Loblied lesen!? – Man liest das Loblied nicht wegen eines Wunders außerhalb des Jisraéllandes. – Wieso liest man es wegen des Auszuges aus Miçrajim, der ja ebenfalls ein Wunder ist, das sich außerhalb des Jisraéllandes ereignete!? –",
"Es wird gelehrt: Bevor Jisraél in das Land zog, waren alle Länder würdig, ihretwegen ein Lied anzustimmen, nachdem aber Jisraél in das Land zog, waren alle Länder nicht mehr würdig, ihretwegen ein Lied anzustimmen.",
"R. Naḥman erwiderte: Das Lesen [der Esterrolle] ersetzt das Loblied. Raba entgegnete: Allerdings [stimmt dies] da:preiset, ihr Diener des Herrn, nicht aber Diener des Pareo͑, wieso aber hierbei: preiset, ihr Diener des Herrn, nicht aber Diener des Aḥašveroš, wir sind ja jetzt noch Diener des Aḥašveroš!? –",
"Sowohl gegen Raba als auch gegen R. Naḥmanist ja ein Einwand zu erheben aus der Lehre, daß, nachdem sie in das Land zogen, alle anderen Länder nicht mehr würdig waren, ihretwegen ein Lied anzustimmen!? –",
"Nachdem sie in die Gefangenschaft gingen, erlangten [die übrigen Länder] ihre ehemalige Würdigkeit wieder. – Gab es denn nicht mehr [Propheten], es heißt ja:es war ein Mann von Ramatajim Çophim, einer von den zweihundertPropheten, die Jisraél gepredigt haben!? –",
"Es waren bedeutend mehr, wie gelehrt wird: viele Propheten, doppelt so viel wie die Auszügler aus Miçrajim haben Jisraél gepredigt; jedoch wurde nur die Prophetie niedergeschrieben, die auch für die späteren Generationen nötig war, die aber nicht nötig war, wurde nicht niedergeschrieben.",
"R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Ein Mann [aus einer Ortschaft], da zwei Hügeleinander anschauen. R. Ḥanin erklärte: Ein Mann, der Männern entstammte, die auf der Höheder Welt standen, das sind die Söhne Qoraḥs, von denen es heißtund die Söhne Qoraḥs starben nicht. Im Namen unseres Meisters wurde gelehrt: Ein Ort wurde ihnen im Fegefeuer befestigt, da sie verblieben sind. –",
"Wer sind diese sieben Prophetinnen? – Sara, Mirjam, Debora, Ḥanna, Abigajil, Ḥulda und Ester. Von Sara heißt es:Vater der Milka und Jiska, und hierzu sagte R. Jiçḥaq, Jiska sei Sara, und nur deshalb werde sie Jiska genannt, weü sie durch den heiligen Geist schaute [saka], denn es heißt:gehorche Sara in allem, was sie dir sagt. Eine andere Erklärung: Jiska [wurde sie deshalb genannt], weil alle ihre Schönheit beschauten.",
"Von Mirjam heißt es:da nahm Mirjam die Prophetin, die Schwester Ahrons. – War sie denn nicht auch die Schwester Mošes!? R. Naḥman erwiderte im Namen Rabhs: Als sie noch nur die Schwester Ahronswar, prophezeite sie: Meine Mutter wird einen Sohn gebären, der Jisraél helfen wird. Als [Moše] geboren wurde, füllte sich das ganze Haus mit Licht; da stand ihr Vater auf, küßte sie aufs Haupt und sprach zu ihr: Meine Tochter, deine Prophezeiung ist in Erfüllung gegangen!",
"Als man ihn aber später in den Fluß warf, stand ihr Vater auf, klapste sie auf das Haupt und rief: Meine Tochter, was ist nun aus deiner Prophezeiung geworden! Deshalb heißt es:seine Schwester stellte sich in der Ferne, um zu erfahren; um zu erfahren, was aus ihrer Prophezeiung werden wird.",
"Von Debora heißt es:und Debora, eine Prophetin, die Frau des Lapidoth. – Was heißt ‘die Frau des Lapidoth’? – Sie fertigte Dochtefür das Heiligtum.",
"Und sie saß unter einer Palme. – Weshalb unter einer Palme? R. Šimo͑n b. Abšalom erwiderte: Wegen des Alleinseins. Eine andere Erklärung: Wie die Palme nur ein Herz hat, ebenso hatte Jisraél im damaligen Zeitalter nur ein Herz für seinen Vater im Himmel.",
"Von Hanna heißt es:und Ḥanna betete und sprach: Es jauchzt mein Herz durch den Herrn, mein Horn ist hoch erhoben durch den Herrn. Nur mein Horn ist hoch erhoben und nicht mein Krüglein: David und Šelomo wurden mit dem Horngesalbt, daher war auch ihre Regierung von Dauer, Šaúl und Jehu wurden mit dem Krügleingesalbt, daher war ihre Regierung nicht von Dauer.",
"Niemand ist heilig wie der Herr, denn keiner ist außer dir. R. Jehuda b. Menasja sagte: Man lese nicht biltekha [außer dir], sondern lebalotheka [der dich überdauert]. Denn nicht gleicht die Eigenschaft des Heiligen, gepriesen sei er, der Eigenschaft des Menschen. Den Menschen überdauert das Werk seiner Hände, der Heilige, gepriesen sei er, aber überdauert seine Werke.",
"Es gibt keinen Schöpfer [çur] wie unser Gott, es gibt keinen Bildner [çajar] wie unser Gott. Der Mensch malt eine Figur auf die Wand, kann aber nicht Geist und Seele, Inneres und Eingeweide in diese bringen; der Heilige, gepriesen sei er, aber bildet eine Figur in einer Figur, und doch bringt er in diese Geist und Seele, Inneres und Eingeweide.",
"Von Abigajil heißt es:sie ritt auf einem Esel und stieg im Dunkel des Berges herab. Wieso vom Dunkel des Berges, es sollte ja vom Berge heißen!?",
"Dies erklärte Rabba b. Šemuél: Wegen des Blutes, das von den dunklen Stellen kommt; sie nahm nämlich [Menstrual]blut und zeigte esihm. Jener sprach: Darf man denn nachts Blut untersuchen!? Diese entgegnete: Darf man denn nachts ein Todesurteilfällen!? Er erwiderte:"
],
[
"Er ist Hochverräter und er braucht nicht erst verurteilt zu werden. Diese erwiderte: Noch lebt Šaúl, und deine Autorität ist in der Welt nicht bekannt. Da sprach er zu ihr:Gepriesen sei deine Klugheit und gepriesen seist du selbst, die mich heute davon zurückhielt, in eine Blutschuld zu geraten.",
"‘Blutschuld’heißt zweierlei, dies lehrt, daß sie ihren Schenkel entblößte, bei dessen Glanz er drei Parasangen ging. Er sprach zu ihr: Sei mir erbötig. Diese erwiderte:Dies soll dir nicht zum Anstoße gereichen. Dies, demnach noch etwas anderes, das ist das Ereignis mit der Bath Šeba͑.",
"Und später war esauch so.So möge das Leben meines Herrn eingebunden sein in das Bündel der Lebendigen. Als sie sich von ihm verabschiedete, sprach sie zu ihm:Und wenn der Herr meinem Herrn wohltun wird, so denke an deine Sklavin.",
"R. Naḥman sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Die Frau spinntbeim Sprechen. Manche sagen: Mit gesenktem [Kopfe] geht die Ente, doch schweifen ihre Augen umher.",
"Von Ḥulda heißt es:da begab sich der Priester Ḥilqijahu mit Aḥiqam, A͑khbor &c. – Wieso durfte sie prophezeien, wo Jirmeja da war!? – In der Schule Rabhs erklärten sie im Namen Rabhs: Ḥulda war eine Verwandte Jirmejas und er nahm es ihr nicht übel. –",
"Wieso aber überging Jošija den Jirmeja und sandte zu ihr!? – In der Schule R. Šilas erklärten sie: Weil die Frauen mitleidig sind.",
"R. Joḥanan erklärte: Jirmeja war nicht anwesend, denn er ging die zehn Stämme holen. – Woher, daß er sie zurückbrachte? – Es heißt:denn der Verkäufer wird nicht wieder zu dem Verkauften gelangen; wieso könnte der Prophet das Aufhören des Jobeljahres prophezeit haben, wenn es nicht bestanden hätte!? Dies lehrt also, daß Jirmeja sie zurückbrachte,",
"und Jošijahu, der Sohn Amons, regierte über sie, denn es heißt:da fragte er: Was ist das für ein Denkmal, das ich da sehe? Die Leute der Stadt aber antworteten ihm: Das ist das Grab des Gottesmannes, der aus Jehuda kam, und diese Dinge, die du getan hast, über den Altar von Beth El verkündigte. Wie kommt nun Jošija beim Altar von Beth El? Dies lehrt also, daß er über jene regierte. R. Naḥman entnimmt dies hieraus:auch dir, Jehuda, hat man eine Ernte bereitet, wenn ich die Gefangenschaft meines Volkes heimführte.",
"Von Ester heißt es:am dritten Tage kleidete sich Ester königlich an; es sollte ja heißen: in königliche Gewänder!? Vielmehr bekleidete sie sich mit dem heiligen Geiste, denn hier heißt es kleidete und dortheißt es: und ein heiliger Geist bekleidete A͑masaj.",
"R. Naḥman sagte: Hochmut ziemt den Frauen nicht. Zwei [Prophetinnen] waren hochmütig und hatten häßliche Namen; eine hieß Biene [Debora] und die andere hieß Wiesel [Ḥulda]. Von der Biene heißt es:Sie sandte hin und ließ Baraq rufen; sie ging aber nicht selbst zu ihm hin. Von der Wiesel heißt es:saget dem Manne; sie sagte aber nicht: dem Könige.",
"R. Naḥiman sagte: Ḥulda gehört zu den Nachkommen Jehošua͑s; bei dieser heißt es:Sohn des Ḥarḥas, und bei jenem heißt es:in Timmath Ḥeres.",
"R. E͑na der Greis wandte gegen R. Naḥman ein: Acht Propheten, die Priester waren, gingen aus der Speisewirtin Raḥab hervor, und zwar: Nerija, Barukh, Seraja, Maḥseja, Jirmeja, Ḥilqija, Ḥanamél und Šallum. R. Jehuda sagt, auch die Prophetin Ḥulda gehöre zu den Nachkommen der Speisewirtin Raḥab, denn bei jener heißt es:Sohn des Tiqva, und bei dieser heißt es:die rote Schnur [tiqva].",
"Dieser erwiderte: Greiser E͑na, manche sagen: Schwarzer Topf, durch uns beide wird ja die Sache aufgeklärt; sie bekehrte sich, und Jehošua͑ heiratete sie. – Hatte denn Jehošua͑ Kinder. Es heißt ja:dessen Sohn Nun, dessen Sohn Jehošua͑!? – Er hatte keine Söhne, Töchter aber hatte er. –"
],
[
"Allerdings ist dies von ihnen bekannt, wieso aber von ihren Vätern!?",
"Nach einer Lehre U͑las, denn U͑la sagte: Wird der Name des Propheten und der Name seines Vaters genannt, so ist er Prophet und Sohn eines Propheten; wenn nur sein Name und nicht der seines Vaters, so ist er Prophet aber nicht Sohn eines Propheten. Wird sein Name und der Name seiner Vaterstadt genannt, so ist er aus dieser Stadt; wenn nur sein Name und nicht der Name seiner Vaterstadt, so ist er aus Jerušalem.",
"In einer Barajtha wird gelehrt: Wenn seine eigenen Taten und auch die Taten seiner Vorfahren verschwiegen werden, und die Schrift einen von ihnen nennt, der rühmlich bekannt ist, beispielsweise:das Wort des Herrn, das an Çephanja, den Sohn Kušis, des Sohnes Gedaljas, erging, so ist es ein Frommer und Sohn eines Frommen; und wenn die Schrift einen von ihnen nennt, der als berüchtigt bekannt ist, beispielsweise: im siebenten Monate aber kam Jišma͑él, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elišama͑s, so ist es ein Frevler und Sohn eines Frevlers.",
"R. Naḥman sagte: Maleakhi ist Mordekhaj, und er wird deshalb Maleakhi genannt, weil er Vizekönigwar. Man wandte ein: Barukh, der Sohn Nerijas, Saraja, der Sohn Maa͑sijas, Daniél, Mordekhaj, Bilšan, Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi prophezeiten sämtlich im zweiten RegierungsjahreDarjaveš’. Dies ist eine Widerlegung.",
"Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Maleakhi ist E͑zra; die Weisen sagen, er hieß Maleakhi. R. Naḥman sagte: Die Ansicht dessen, welcher sagt, Maleakhi sei E͑zra, ist einleuchtend, denn in der Prophétie Maleakhis heißt es:Treubruch hat Jehuda begangen, und Greuel sind in Jisraél und zu Jerušalem verübt worden; denn Jehuda hat entweiht, was dem, Herrn heilig war, indem er Töchter eines fremden Gottes liebgewonnen und begattet hat,",
"und E͑zra ist es ja, der die fremden Frauen ausgeschieden hatte, denn es heißt:da hob Šekhanja, der Sohn Jeḥiels, von den Nachkommen E͑lams, an und sprach zu E͑zra: Wir haben uns gegen unseren Gott vergangen, daß wir fremde Weiber heimgeführt haben.",
"Die Rabbanan lehrten: Vier schöne Frauen hat es auf der Welt gegeben, und zwar: Sara, Abigajil, Raḥab und Ester. Derjenige aber, welcher sagt, Ester war grünlich, läßt Ester fort und zählt Vašti mit.",
"Die Rabbanan lehrten: Raḥab war verführerisch schon durch ihren Namen, Jaél durch ihre Stimme, Abigajil durch ihre Nennung und Mikhal, die Tochter Šaúls, durch ihren Blick. R. Jiçḥaq sagte: Wer den Namen Raḥab ausspricht, bekommt sofort Pollution. R. Naḥman sprach zu ihm: Ich spreche den Namen Raḥab aus, ohne daß ich etwas empfinde. Jener erwiderte: Ich meine es nur, wenn man von ihr weiß und sie kennt.",
"Und Mordekhaj hatte alles erfahren, was geschehen war. Was sagte er? Rabh erwiderte: Haman spielte sich größer auf als Aḥašveroš. Šemúel erwiderte: Der König drobenbesiegte den König hienieden.",
"Und die Königin wurde von heftigem Schmerze ergriffen. Was für ein Schmerz? Rabh erwiderte: Sie bekam Monatsblutung. R. Jirmeja erwiderte: Sie bekam Notdurft.",
"Da rief Ester den Hathakh. Rabh sagte, Hathakh sei Daniél, nur werde er deshalb Hathakh genannt, weil man ihn seiner Größe entrissenhatte; Šemuél sagte, weil alle Angelegenheiten der Regierung durch ihn erledigtwurden.",
"Zu erkunden, was dies bedeute und warum es geschehe. R. Jiçḥaq sagte: Sie ließ ihn fragen, ob nicht Jisraél die fünf Bücher der Tora übertreten habe, von denen es heißt:auf der einen und auf der anderen Seitewaren sie beschrieben.",
"Und man berichtete Mordekhaj die Worte Esters. Er selbst ging aber nicht zu ihm; hieraus, daß man keine schlechte Nachricht übermittle.",
"Gehe hin, versammle alle Judäer &c. bis: dem Gesetze zuwider. R. Abba sagte: Dem Gesetze zuwider: bis jetzt geschah esgezwungen, von jetzt ab aber willig.Ich bin auf jeden Fall verloren. Wie ich für mein väterliches Haus verloren bin, so bin ich auch für dich verloren.",
"Und Mordekhaj ging vorüber. Rabh erklärte: Er ließ den ersten Pesaḥtag im Fasten vorübergehen. Šemuél erklärte: Er überschritt einen Fluß.",
"Am dritten Tage kleidete sich Ester königlich an. Es sollte doch heißen: in königliche Gewänder!? R. Elea͑zar erwiderte im Namen R. Ḥaninas: Dies lehrt, daß sie sich mit dem heiligen Geiste kleidete, denn hier heißt es kleidete und dortheißt es: und ein Geist bekleidete A͑masaj.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Nie sei der Segen eines Gemeinen gering in deinen Augen, denn zwei Große des Zeitalters, das sind David und Daniél, wurden von zwei Gemeinen gesegnet und es ging in Erfüllung. David wurde von Aravna gesegnet, wie es heißt:da sprach Aravna zum Könige &c. Daniél wurde von Darjaveš gesegnet, wie es heißt:dein Gott, den da stets anbetest, möge dich retten.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Nie sei der Fluch eines Gemeinen gering in deinen Augen. Abimelekh sprach zu Sara: dies soll dir eine Augendecke sein, und es ging an ihren Kindern in Erfüllung, wie es heißt:und als Jiçḥaq alt geworden war und seine Augen stumpf waren.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Komm und sieh, wie die Art des Menschen anders ist als die Art des Heiligen, gepriesen sei er. Der Mensch setzt zuerst den Topf auf und gießt das Wasser nachher hinein; der Heilige, gepriesen sei er, aber gießt zuerst das Wasser hinein, und setzt den Topf nachher auf, denn es heißt:wenn er donnert, so ist das Wasser am Himmel.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Wer etwas im Namen des Urhebers sagt, bringt Erlösung über die Welt, denn es heißt:und Ester erzählte es dem Könige im Namen Mordekhajs.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Der Fromme geht nur seinem Zeitalter verloren. Dies ist ebenso, als wenn jemand eine Perle verliert; die Perle ist überall Perle, verloren ist sie nur ihrem Eigentümer.",
"Aber dies alles genügt mir nicht. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Sobald Haman Mordekhaj am königlichen Tore sitzen sah, sprach er: dies alles genügt mir nicht. Dies nach R. Ḥisda, denn R. Ḥisda sagte: Der eine kam mit seiner Würde, der anderekam mit seiner Unterwürfigkeit."
],
[
"R. Papa sagte: Man nannte ihn einen Sklaven, der sich um einen Laib Brot verkaufte.",
"Aber dies alles genügt mir nicht; dies lehrt, daß alle Schätze dieses Frevlers ihm auf dem Herzen gezeichnet waren, und wenn er Mordekhaj am königlichen Tore sitzen sah, sprach er: Dies alles genügt mir nicht.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen R. Ḥaninas: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, eine Krone auf dem Haupte eines jeden Frommen sein, denn es heißt:an jenem Tage wird der Herr der Heerscharen eine Krone der Herrlichkeit sein &c. Was bedeutet: Krone der Herrlichkeit und prächtiger Stirnreif? Für die, die seinen Willen tunund auf seine Pracht hoffen. Man könnte glauben, für jeden, so heißt es: dem Reste seines Volkes; nur für den, der sich als Überrest betrachtet.",
"Und Gesinnung der Gerechtigkeit, der seinen Trieb richtet.Der zu Gerichte sitzt, der der Wahrheit gemäß Recht spricht:Und Heldenkraft, der seinen Trieb besiegt.Die Angriffe zurückschlagen, die sich mit dem Kampfe in der Tora befassen.Zum Tore hinaus, das sind die Schriftgelehrten, die morgens früh und abends spät in den Bet- und Lehrhäusern weilen.",
"Die Eigenschaft des Rechtes sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, womit sind diese anders als jene!? Auch diese wanken vom Weine und taumeln vom Rauschtrank; sie schwanken beim Urteilen.",
"Schwanken deutet auf das Fegefeuer, denn es heißt:dies soll dich nicht zum Schwanken veranlassen; Urteilen [pelilija] deutet auf die Richter, denn es heißt:nach Angabe der Richter [pelilim].",
"Und stellte sich in den inneren Vorhof des königlichen Palastes. R. Levi sagte: Als sie an das Götzenhaus herangereicht war, wich die Göttlichkeit von ihr, denn es heißt:mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!? Richtest du das Versehentliche wie das Vorsätzliche, das Erzwungene wie das Freiwillige!?",
"Oder vielleicht deshalb, weil ich ihn einen Hund nannte!? Denn es heißt:Errette mich vom Schwerte, aus Hundegewalt meine Einsame. Hierauf nannte sie ihn einen Löwen, wie es heißt:hilf mir aus dem Rachen des Löwen.",
"Als nun der König die Königin Ester stehen sah. R. Joḥanan sagte: In dieser Stunde stellten sich ihr drei Dienstengel ein; einer hob ihren Hals hoch, einer überzog sie mit Anmut und einer dehnte das Szepter aus. –",
"Wieviel? R. Jirmeja erwiderte: Es war zwei Ellen lang und er dehnte es auf zwölf Ellen aus. Manche sagen, auf sechzehn, manche sagen, auf vierundzwanzig, und in einer Barajtha wird gelehrt, auf sechzig. Ebenso geschah es mit dem Arme der Tochter des Pareo͑und ebenso geschah es mit den Zähnen der Frevler, von denen es heißt: die Zähne der Frevler hast du zerbrochen, worüber Reš Laqiš sagte, man lese nicht šibarta [zerbrochen], sondern širbabta [ausgedehnt]. Rabba b. O͑phran sagte im Namen R. Elea͑zars, der es von seinem Lehrer hörte, und sein Lehrer von seinem Lehrer: Zweihundert [Ellen].",
"Und der König sprach zur Königin Ester: Was ist dein Verlangen; bis zur Hälfte des Königreiches, es soll geschehen! Bis zur Hälfte des Königreiches, nicht aber das ganze Königreich, auch nicht das, was das Königreich behindern könnte, nämlich der Bau des Tempels.",
"So möge der König samt Haman zum Gastmahle kommen. Die Rabbanan lehrten: Was veranlaßte Ester, Haman einzuladen? R. Eliézer erklärte: Sie wollte ihm eine Schlinge legen, denn es heißt:möge ihr Tisch vor ihnen zur Schlinge werden.",
"R. Jehošua erklärte: Sie hatte es in ihrem väterlichen Hause gelernt, denn es heißt:ist dein Feind hungrig, so speise ihn mit Brot. R. Meír erklärte: Damit er sich nicht Rat hole und sich [gegen den König] auflehne.",
"R, Jehuda erklärte: Damit man nicht merke, daß sie Jüdin sei. R. Neḥemja erklärte: Damit die Jisraéliten nicht sagen: wir haben im königlichen Palaste eine Schwester und so ihre Gedanken vom [göttlichen] Erbarmen abwenden. R. Jose erklärte: Damit sie ihn stets vor sich habe. R. Šimo͑n b. Menasja erklärte: Damit Gott dies beachte und ein Wunder geschehen lasse.",
"R. Jehošua͑ b. Qorḥa erklärte: Sie wollte ihm ein freundliches Gesicht zeigen, damit er und sie getötet würden. R. Gamliél erklärte: Er war ein leichtsinniger Herrscher. R. Gamliél sprach: Wir brauchen immer noch des Modäers. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer aus Modai͑m erklärte: Sie machte den König eifersüchtig und sie machte die Fürsten eifersüchtig.",
"Rabba erklärte:Dem Sturze geht Stolz voran. Abajje und Raba erklärten: Wenn sie glühen, will ich ihnen ein Mahl bereiten &c. Rabba b. Abuha traf Elijahu und fragte ihn, welche Absichten von all diesen Ester wirklich hatte. Dieser erwiderte: Alle von den Tannaím und Amoraím genannten.",
"Haman erzählte ihnen von seinem gewaltigen Reichtume und der Menge seiner Söhne. Wieviel Söhne hatte er? Rabh erwiderte: Dreißig; zehn starben, zehn wurden aufgehängt und zehn gingen betteln.",
"Die Rabbanan sagten: Siebzig gingen betteln, denn es heißt:Satte vermieteten sich um Brot, und man lese nicht sebei͑m [Satte], sondern sibhi͑m [siebzig].",
"Rami b. Abba sagte: Zusammen hatte er zweihundertundacht, denn es heißt: und die Menge [νerob]seiner Söhne. – Das Wort verob beträgt ja zweihundertundvierzehn!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist [defektiv] verob.",
"In jener Nacht floh der Schlaf des Königs. R. Tanḥum sagte: Der Schlaf des Königs der Welt. Die Rabbanan sagten: Der der Oberen und der der Unteren. Raba sagte: Einfach, der Schlaf des Königs Aḥašveroš.",
"Es fiel ihm nämlich ein: Was hat es zu bedeuten, daß Ester den Haman einlud? Sie planen wahrscheinlich einen Anschlag gegen mich. Dann dachte er: Ich habe also gar keinen Freund, der es mir mitteilt! Weiter dachte er: Vielleicht gibt es jemand, der mir Gutes getan hat, dem ich es aber nicht belohnt habe, und deshalb unterlassen es die Leute, mich in Kenntnis zu setzen.Da befahl er das Buch der geschichtlichen Denkwürdigkeiten herbeizubringen.",
"Und sie wurden vorgelesen. Dies lehrt, daß sie sich von selbst gelesen haben. Da fand es sich aufgezeichnet. Es sollte ja heißen: daß aufgezeichnet war!?"
],
[
"Dies lehrt, daß [der Chronist] Šimšaj es ausgemerzt hatte und Gabriél es wieder niederschrieb. R. Asi sagte: R. Šila aus Kephar Temarta trug vor: Wenn ein das Verdienst Jisraéls enthaltendes Schrift-Stück schon hienieden nicht ausgemerzt wird, um wieviel weniger wird ein solches Schriftstück droben ausgemerzt.",
"Es ist ihm nichts erwiesen worden. Raba sagte: Nicht, weil sie Mordekhaj liebten, sondern weil sie Haman haßten.",
"Für ihn hergerichtet:Es wird gelehrt: Für ihn selbst.",
"Und tue so mit Mordekhaj. Er sprach: Welchem Mordekhaj? Jener erwiderte:Dem Judäer. Er sprach: Es gibt ja viele Mordekhaj unter den Judäern. Jener erwiderte:Der am königlichen Tore sitzt.",
"Er sprach: Genügt für ihn eine Ortschaft oder ein Strom[gebiet]? Jener erwiderte: Gib ihm beides; unterlasse nichts von dem, was du gesagt hast.",
"Da holte Haman das Gewand und das Roß. Als er zu ihm kam, traf er ihn, den Rabbanan, die vor ihm saßen, die Vorschriften über das Abheben des Haufenszeigen. Als Mordekhaj ihn mit dem Rosse an der Hand kommen sah, erschrak er und sprach zu den Rabbanan: Dieser Ruchlose kommt mich töten, entfernt euch von ihm, damit ihr euch nicht an seiner Kohle verbrennet. In jener Stunde hüllte sich Mordekhaj ein und stand zum Gebete auf. Darauf kam Haman, setzte sich neben sie und wartete. Als Mordekhaj zum Gebete aufgestanden war,",
"fragte er sie: Womit befaßt ihr euch? Diese erwiderten: Als der Tempel bestand, pflegte derjenige, der ein Speisopfer spendete, einen Haufen feines Mehl darzubringen, und er wurde entsündigt. Da sprach er: Euer Haufen Mehl kam also und verdrängte meine zehntausend Talente Silbers! Da sprach jener: Ruchloser, wem gehört, wenn ein Sklave Güter kauft, der Sklave selbst und wem gehören die Güter!?",
"Hierauf sprach er: Stehe auf, ziehe diese Kleider an und setze dich auf dieses Roß, denn der König verlangt nach dir. Jener erwiderte: Ich kann nicht eher, als bis ich im Bade gewesen bin und mir das Haar abgenommen habe, denn es ist keine Art, in solchem [Zustande] königliche Gewänder anzulegen.",
"Hierauf sandte Ester und ließ alle Badediener und Barbiere verstecken. Da brachte ihn [Haman] selber ins Bad und zog ihm die Kleider aus, sodann holte er eine Schere aus seiner Wohnung und schnitt ihm das Haar. Während er ihm das Haar schnitt, stöhnte und seufzte er. Als ihn Jener fragte, weshalb er stöhne, erwiderte er: Ein Mann, der beim Könige geachteter war als alle Würdenträger, muß jetzt Badediener und Barbier sein! Jener entgegnete: Ruchloser, warst du etwa nicht einst Barbier in Kephar Qarçom!? Es wird gelehrt: Haman war zweiundzwanzig Jahre Barbier in Kephar Qarçom.",
"Nachdem er ihm das Haar geschnitten hatte, zog er ihm die Kleider an und sprach zu ihm: Steige auf und reite. Jener erwiderte: Ich kann nicht, denn ich bin von den Fasttagen her schwach. Da bückte er sich, und jener stieg auf. Als er ihm beim Aufsteigen einen Fußtritt versetzte, sprach dieser: Heißt es nicht in eurer Tora:freue dich nicht, wenn dein Feind fällt!? Jener erwiderte: Dies gilt nur von einem Jisraéliten, von euch aber heißt es:du wirst über ihre Höhen dahinschreiten.",
"Und er rief vor ihm aus: So geschieht dem Manne, den der König gern ehren möchte. Als er sich in der Straße befand, in der Haman wohnte, schaute dies seine Tochter zu, die auf der Altane stand, und da sie glaubte, der Reitende sei ihr Vater und Mordekhaj der Führende, nahm sie ein Abortbecken und warf es auf den Kopf ihres Vaters. Da erhob er seine Augen, und als sie sah, daß es ihr Vater war, stürzte sie sich von der Altane zur Erde und starb.",
"Deshalb heißt es:hierauf kehrte Mordekhaj zum Tore des Königs zurück, und Rabh erklärte, er kehrte zu seinem Sacke und zu seinem Fasten zurück.Und Haman lief eilends nach Hause traurig mit verhülltem Haupte; trauernd über seine Tochter, mit verhülltem Haupte, wegen dessen, was ihm zustieß.",
"Und Haman erzählte seiner Frau Zeres und all seinen Freunden &c. [Zuerst] nennt er sie ‘Freunde’ und [nachher] nennt er sie ‘Weise’!? R. Joḥanan erwiderte: Wer irgend eine Weisheit sagt, selbst unter den weltlichen Völkern, heißt ein Weiser.",
"Wenn Mordekhaj vom Stamme der Judäer ist &c. Sie sprachen zu ihm: Ist er von einem der übrigen Stämme, so kannst du ihn besiegen, ist er aber vom Stamme Jehuda, Binjamin, Ephrajim oder Menase, so wirst du ihn nicht besiegen. Von Jehuda heißt es:es packt deine Hand das Genick deiner Feinde, und von den anderen heißt es: vor Ephrajim, Binjamin und Menase biete deine Macht auf.",
"Denn fallen, gänzlich fallen wirst du vor ihm. R. Jehuda b. Elea͑j trug vor: Wozu heißt es zweimal fallen? Sie sprachen zu ihm: Diese Nation gleicht sowohl dem Staube als auch den Sternen; wenn es sinkt, sinkt es bis zum Staube, und wenn es steigt, steigt es bis zu den Sternen.",
"Und die Kämmerer des Königs erschienen und führten [Haman] eilends. Dies lehrt, daß sie ihn in Überstürzungholten.",
"Denn verkauft worden sind wir, ich und mein Volk &c. denn der Widersacher ist der Schädigung des Königs nicht wert. Sie sprach zu ihm: Dieser Widersacher ist der Schädigung des Königs nicht wert. Er war eifersüchtig wegen Vašti und tötete sie, jetzt nun ist er meinetwegen eifersüchtig und will mich töten.",
"Da sprach der König Aḥašveroš und sprach zur Königin Ester. Wozu heißt es zweimal sprach? R. Abahu erwiderte: Anfangs sprach er mit ihr nur durch einen Dolmetscher, als sie ihm aber erzählte, daß sie aus dem Hause Šaúls stamme, da sprach er zur Königin Ester.",
"Und Ester sprach: Dieser Widersacher und Feind, dieser schlimme Haman. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß sie auf Aḥašveroš zeigte, aber ein Engel kam und ihre Hand gegen Haman lenkte.",
"Und der König stand in seinem Zorne auf &c.Als der König aus dem Garten des Palastes zurückkam. Das Zurückkommen glich dem Aufstehen: wie er im Zorne aufgestanden war, so kam er auch im Zorne zurück. Als er [in den Garten] kam, traf er Dienstengel, die ihm wie Menschen erschienen. Bäume fällen, da fragte er sie: Was soll dieses Treiben!? Diese erwiderten: Haman befahl uns dies.",
"Darauf kehrte er in das Haus zurück und sah:Haman lag fallend auf dem Lager. Es sollte ja ‘fiel’ heißen!? R. Elea͑zar erwiderte: Ein Engel kam und warf ihn nieder. Alsdann sprach er: Weh ihm im Hause, weh ihm draußen. Da rief der König: Soll etwa gar der Königin bei mir im Hause Gewalt angetan werden!?",
"Da sprach Ḥarbona &c. R. Elea͑zar sagte: Auch der ruchlose Ḥarbona war an diesem Rate beteiligt; als er aber sah, daß sein Rat fehl ging, blieb er fort, denn es heißt:erbarmungslos schleudert er auf ihn, vor seiner Hand maß er entfliehen.",
"Und der Zorn des Königs legte sich. Wozu die beiden Legungen? – Eine deutet auf die des Königs der Welt und die andere auf die des Aḥašveroš. Manche erklären: Eine wegen der Ester und eine wegen der Vašti.",
"Ihnen allen, Mann für Mann, schenkte er Ehrenkleider, und Binjamin schenkte er &c. fünf Ehrenkleider. Wie ist es möglich, daß dieser Fromme"
],
[
"in einer Sachestraucheln sollte, durch die er bereits zu leiden hatte? Raba b. Maḥsija sagte nämlich im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Wegen eines Gewandes im Gewichte von zwei Selaím, das Ja͑qob dem Joseph mehr als seinen übrigen Brüdern gab, entwickelte es sich, daß unsere Vorfahren nach Miçrajim hinabzogen. R. Binjamin b. Jepheth erwiderte: Er gab ihm Andeutung, daß von ihm ein Mann hervorgehen werde, der von dem Könige in fünferlei königlichen Gewändern hinausgehen wird, wie es heißt:und Mordekhaj ging hinaus in königlichem Gewande purpurblau &c.",
"Er fiel seinem Bruder Binjamin um den Hals. Wieviel Hälsehatte denn Binjamin? R. Elea͑zar erwiderte: Er weinte über die zwei Tempel, die im Gebiete Binjamins liegen werden und später zerstört werden sollen.Und Binjamin weinte an seinem Halse. Er weinte über die Stiftshütte zu Šilo, die im Gebiete Josephs liegen wird und zerstört werden soll.",
"ihr seht es ja mit euren Augen, und mein Bruder Binjamin sieht es ja mit seinen Augen. R. Elea͑zar erklärte: Er sprach zu ihnen: Wie ich in meinem Herzen nichts gegen meinen Bruder Binjamin habe, der ja bei meinem Verkaufe nicht zugegen war, ebenso habe ich in meinem Herzen nichts gegen euch.Das mein Mund zu euch redet; wie mein Mund, so mein Herz:",
"Seinem Vater aber sandte er gleichfalls zehn Esel, beladen mit dem Besten Miçrajims. Was war dieses Beste? R. Binjamin b. Jepheth erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Er sandte ihm alten Wein, woran Greise Gefallen haben.",
"Hierauf gingen seine Brüder selbst hin und warfen sich vor ihm nieder. R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Das ist es, was die Leute sagen: Bücke dich vor dem Fuchse, wenn es seine Zeit ist. –",
"‘Fuchs’, womit war er denn geringer als seine Brüder!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten:Und Jisraél verneigte sich gegen das Kopfende des Bettes. R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Bücke dich vor dem Fuchse, wenn es seine Zeit ist.",
"Er tröstete sie und sprach ihnen Mut zu. R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Dies lehrt, daß er ihnen für das Herz empfängliche Worte sagte: Wenn zehn Kerzen eine Kerze nicht auslöschen konnten, wie sollte eine Kerze zehn Kerzen auslöschen!?",
"Den Judäern war Licht und Freude und Wonne und Ehre zuteil geworden. R. Jehuda erklärte: Licht, das ist die Tora, denn es heißt: denn eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre [Tora] ein Licht. Freude, das ist das Fest, denn es heißt:Freue dich an deinem Feste. Wonne, das ist die Beschneidung, denn es heißt:ich bin voll Wonne über deine Worte.",
"Ehre, das sind die Tephillin, denn es heißt:damit alle Völker der Erde sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist, und sie werden vor dir fürchten, und hierzu wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte, das sind die Tephillin des Hauptes.",
"Und Paršandatha &c.die zehn Söhne Hamans. R. Ada aus Japho sagte: Die Namen der zehn Söhne Hamans und auch das Wort ‘zehn’ muß manin einem Atemzuge lesen. – Aus welchem Grunde? – Alle hauchten sie ihre Seele zusammen aus. R. Joḥanan sagte: Das Vav im Namen Vajezatha muß man galgenartig ausdehnen, wie ein Steuerruder auf dem [Strome] Labruth. – Aus welchem Grunde? – Sie wurden alle an einem Galgen gehängt.",
"R. Ḥanina b. Papa sagte: R. Šila aus Kephar Temarta trug vor: Alle Liedersind [wie] Halbziegel über Ziegelzu schreiben,",
"ausgenommen ist dieses Lied und das von den kenaa͑nitischen Königen, die [wie] Halbziegel über Halbziegel und Ziegel über Ziegelzu schreiben sind. Aus welchem Grunde? – Damit sie nach ihrem Falle nicht mehr aufstehen.",
"Da sprach der König zur Königin Ester: In der Burg Šušan haben die Judäer getötet. R. Abahu sagte: Dies lehrt, daß ein Engel kam und ihm auf den Mund schlug.",
"Als sie vor den König trat, befahler schriftlich. Es sollte ja heißen: sprach sie!? R. Joḥanan erwiderte: Sie sprach zu ihm, daß er seine schriftliche Anordnung mündlich wiederhole.",
"Worte der Freundschaft und Wahrheit. R. Tanḥum, manche sagen, R. Asi, sagte: Dies lehrt, daß [die Esterrolle] ebenso des Liniierens bedarf, wie die Wahrheitsworte der Tora.",
"Und der Befehl Esters bestätigte es. Also nur der Befehl Esters und nicht die Wirkung der Fasten!? R. Joḥanan erwiderte: Die Wirkung der Fasten und der Befehl Esters bestätigten diese Purimtage.",
"Denn der Judäer Mordekhaj hatte den zweiten Rang unmittelbar nach dem des Königs Aḥašveroš und stand in hohem Ansehen bei den Judäern und war beliebt beim größten Teile seiner Brüder. Nur beim größten Teile seiner Brüder, nicht aber bei all seinen Brüdern; dies lehrt, daß ein Teil des Synedriums sich von ihm zurückzog.",
"R. Joseph sagte: Das Studium der Tora ist bedeutender als die Lebensrettung: vorher wurde Mordekhaj als fünfter, nachher aber als sechster aufgezählt. Zuerst heißt es:die mit Zerubabel kamen: Ješua͑, Neḥemja, Seraja, Rea͑lja, Mordekhaj, Bilšan. Später aber heißt es:die mit Zerubabel kamen: Ješua͑, Neḥemja, A͑zar ja, Rea͑lja, Naḥmani, Mordekhaj, Bilšan.",
"Rabh, nach anderen R. Šemuél b. Martha sagte: Das Studium der Tora ist bedeutender als der Bau des Tempels; solange Barukh, der Sohn Nerijas, lebte, verließ ihn E͑zra nicht, und erst später zog er hinauf.",
"Rabba sagte im Namen R. Jiçḥaqs, Sohnes des [R.] Šemuél b. Martha: Das Studium der Tora ist bedeutender als die Ehrung von Vater und Mutter, denn unser Vater Ja͑qob wurde wegen all der Jahre, die er im Hause E͑bersverbracht hatte, nicht bestraft. Der Meister sagte nämlich:"
],
[
"Wozu wird die Anzahl der Jahre Jišma͑éls angegeben? Um aus dieser die Ereignisse im Leben Ja͑qobs zu entnehmen. Es heißt:und dies war die Lebensdauer Jišma͑éls: hundertsiebenunddreißig Jahre. Um vierzehn Jahre war Jišma͑él älter als Jiçḥaq, denn es heißt:Abraham war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar dem Abram den Jišma͑él gebar, und es heißt:Abraham war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Jiçḥaq geboren wurde. Ferner heißt es:Jiçḥaq war sechzig Jahre alt, als sie geboren wurden, somit war Jišma͑él bei der Geburt Ja͑qobs vierundsiebzig Jahre alt, wonach dreiundsechzig Jahrezurückbleiben.",
"Ferner wird gelehrt: unser Vater Ja͑qob war dreiundsechzig Jahre alt, als er von seinem Vater gesegnet wurde. Um diese Zeit starb Jišma͑él, denn es heißt:und E͑sav sah, daß gesegnet &c. da ging E͑sav zu Jišma͑él und heiratete Maḥlath, die Tochter Jišma͑éls, Schwester des Nebajoth, und da ich schon aus der Angabe ‘Tochter Jišma͑éls’ weiß, daß sie die Schwester des Nebajoth ist, so lehrt dies, daß Jišma͑él sie verlobt hatte, worauf er starb und ihr Bruder Nebajoth sie verheiratete.",
"Dreiundsechzig und vierzehn, bis Joseph geborenwurde, sind siebenundsiebzig. Ferner heißt es:Joseph war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pareo͑ stand, das sind hundertundsieben; und wenn man dazu die sieben Jahre der Sätte und zwei der Hungersjahrerechnet, so sind es hundertundsechzehn,",
"dagegen aber heißt es:da fragte der Pareo͑ Ja͑qob: Wie viele Lebensjahre zählst du? Ja͑qob antwortete dem Pareo͑: Die Dauer meiner Wanderschaft beträgt hundertunddreißig Jahre. Es waren ja nur hundertundsechzehn!?",
"Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß die vierzehn Jahre, die er im Hause E͑bers verbracht hatte, nicht mitgerechnet werden. Es wird auch gelehrt: Vierzehn Jahre hielt sich Ja͑qob im Hause E͑bers verborgen, zwei Jahre nach der Ankunft Ja͑qobs in Aram Naharajim starb E͑ber. Von da ging er nach Aram Naharajim, und als er zum Brunnenkam, war er siebenundsiebzig Jahre alt. –",
"Woher, daß er [wegen jener Jahre] nicht bestraft wurde? – Es wird gelehrt: Es ergibt sich also, daß Joseph zweiundzwanzig Jahre von seinem Vater getrennt war, wie unser Vater Ja͑qob sich von seinem Vater getrennthatte. Bei Ja͑qob waren es ja sechsunddreißig Jahre!? Vielmehr wurden ihm die vierzehn im Hause E͑bers verbrachten Jahre nicht mitgerechnet. –",
"Bei Laban war er ja nur zwanzig Jahre!? – Zwei Jahre verbrachte er auf der Reise. Es wird nämlich gelehrt: Ja͑qob verließ Aram Naharajim und kam nach Sukkoth, wo er achtzehn Monate verbrachte, denn es heißt:Ja͑qob zog weiter nach Sukkoth und er baute sich ein Haus, für sein Vieh aber errichtete er Laubhütten. In Bethel säumte er sechs Monate und brachte da Opfer dar.",
"",
"WER DIE ESTERROLLE RÜCKWÄRTS LIEST, HAT SEINER PFLICHT NIGHT GENÜGT. HAT MAN SIE AUSWENDIG, TARGUMISCH ODER IN IRGEND EINER ANDEREN SPRACHE GELESEN, SO HAT MAN SEINER PFLICHT NIGHT GENÜGT. DEN FREMDSPRACHIGEN LESE MAN SIE JEDOCH IN FREMDER SPRACHE VOR; HAT EIN FREMDSPRACHIGER SIE ASSYRISCH GEHÖRT, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT.",
"HAT MAN SIE UNTERBRECHEND ODER HALBSCHLUMMERND GELESEN, SO HAT MAN SEINER PFLICHT GENÜGT. WENN MAN SIE GESCHRIEBEN, AUSGELEGT ODER KORRIGIERT HAT, SO HAT MAN, FALLS MAN ES BEABSICHTIGT HAT, SEINER PFLICHT GENÜGT, SONST ABER NICHT.",
"IST SIE MIT FARBE, RÖTEL, GUMMI ODER SCHWÄRZE GESCHRIEBEN, ODER AUF PAPIER ODER DIPHTHERA, SO HAT MAN SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT. SIE MUSS IN ASSYRISCHER SCHRIFT AUF PERGAMENT UND MIT TINTE GESCHRIEBEN SEIN.",
"GEMARA. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: gemäß ihrer Schrift und ihrer Zeit; wie die festgesetzte Zeit nicht rückwärts [verschoben werden darf], ebenso darf das Lesen nicht rückwärts erfolgen. –",
"Ist denn hier die Rede vom Lesen, hier ist ja die Rede von der Begehung, wie es heißt: diese beiden Tage zu begehen!? Vielmehr, aus folgendem Schriftverse: und diese Tage werden in Erinnerung gebracht und begangen; die Erinnerung gleicht der Begehung: wie die Begehung nicht rückwärts [verschoben werden darf], ebenso darf die Erinnerung nicht rückwärts erfolgen.",
"Es wird gelehrt: Dasselbe gilt auch vom Lobliede, vom Šema͑ und vom Gebete. –",
"Woher dies vom Lobliede? Rabba erwiderte: Die Schrift sagt: vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Niedergange. R. Joseph erwiderte: [Es heißt:] dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat.",
"R. Ivja erwiderte: [Es heißt:]der Name des Herrn sei gepriesen. R. Naḥman b. Jiçḥaq, nach anderen R. Aḥa b. Ja͑qob, erwiderte: Hieraus:von nun an bis in Ewigkeit. –",
"Woher dies vom Šema͑? – Es wird gelehrt: [Man lese] das Šema͑ in der Ursprache – so Rabbi; die Weisen sagen, in jeder Sprache. – Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:"
],
[
"sie sollen sein, sie sollen bei ihrem Sein verbleiben. – Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt:höre, in jeder Sprache, die du hörst. –",
"Und Rabbi, es heißt ja höre!? – Dies deutet darauf, daß man die Ohren hören lasse, was der Mund spricht. – Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht desjenigen, welcher sagt, wer das Šema͑ liest, ohne es seine Ohren hören zu lassen, habe seiner Pflicht genügt. –",
"Und die Rabbanan, es heißt ja: sie sollen sein!? – Dies deutet darauf, daß man es nicht rückwärts lese!? – Woher entnimmt Rabbi, daß man es nicht rückwärts lese!? – Aus [dem Artikel]die Worte. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern nichts aus [dem Artikel] die Worte. –",
"Es ist anzunehmen, daß Rabbi der Ansicht ist, die ganze Tora dürfe in jeder Sprache gelesen werden, denn wollte man sagen, nur in der Heiligensprache, wozu heißt es: sie sollen sein!? –",
"Dies ist nötig; man könnte das höre nach den Rabbanan auslegen, daher schrieb der Allbarmherzige: sie sollen sein. –",
"Es wäre anzunehmen, daß die Rabbanan der Ansicht sind, die ganze Tora dürfe nur in der Heiligensprache gelesen werden; denn wollte man sagen, sie dürfe in jeder anderen Sprache gelesen werden, so brauchte er ja nicht höre zu schreiben? –",
"Dies ist nötig; man könnte [die Worte] sie sollen sein nach Rabbi auslegen, so schrieb der Allbarmherzige: höre. –",
"Woher dies vom Gebete? – Es wird gelehrt: Šimo͑n der Flachsmann ordnete vor R. Gamliél in Jabne die achtzehn Segenssprüche in ihrer Reihenfolge an. R. Joḥanan sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Hundertundzwanzig Greise, unter ihnen viele Propheten, ordneten die achtzehn Segenssprüche in ihrer Reihenfolge an.",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man den Vätersegenspricht? Es heißt:gebt dem Herrn, ihr Mächtigen. Woher, daß man [den Segen] von der [Regen]kraftspricht? Es heißt:gebt dem Herrn Herrlichkeit und Stärke. Woher, daß man [den Segen] von der Heiligung [Gottes] spricht? Es heißt:gebt dem Herrn die Herrlichkeit seines Namens, werft euch vor dem Herrn nieder in heiligem Schmucke. –",
"Weshalb setzten sie [den Segen] von der Einsichthinter den von der Heiligung Gottes? – Es heißt:sie werden den Heiligen Ja͑qobs heilig halten und vor dem Gotte Jisraéls Schrecken empfinden, und hierauf folgt:die verirrten Geistes waren, werden Einsicht lernen. – Weshalb setzten sie [den Segen] von der Bußehinter den von der Einsicht? – Es heißt:und sein Herz einsichtig werde und Buße tue und Heilung erfahre. –",
"Demnach sollte man ja [den Segen] von der Heilunghinter den von der Buße setzen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:er möge sich zum Herrn bekehren, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gotte, denn er wird reichlich vergeben. –",
"Was veranlaßt dich, dich auf diesen Schriftvers zu stützen, stütze dich auf jenen!? – Es gibt noch einen zweiten Schriftvers:der dir alle deine Schuld vergab, alle deine Gebrechen heilte und dein Leben aus der Grube erlöste. – Demnach sind [der Segen] von der Erlösung und der von der Heilung hinter den von der Vergebung zu setzen, während es ja heißt: und Buße tue und Heilung erfahre!? – Dies gilt nicht von der Heilung [physischer] Krankheiten, sondern von der Vergebung. –",
"Weshalb setzten sie den Segen von der Erlösung als siebenten? Raba erwiderte: Da sie dereinst im siebentenerlöst werden, so setzte man ihn als siebenten. – Der Meister sagte ja aber, daß im sechsten Jahre Stimmenerschallen, im siebenten Kriege entstehen werden und am Ausgange des siebenten Jahres der Sohn Davids kommen werde!? – Die Kriege sind eben Beginn der Erlösung. –",
"Weshalb setzten sie [den Segen] von der Heilung als achten? R. Aḥa erwiderte: Da die Beschneidung, die der Heilung bedarf, am achten [Tage] erfolgt, so setzte man ihn als achten. –",
"Weshalb setzten sie den Jahressegen als neunten? R. Alexandri erwiderte: Wider die Preistreiber, [von denen] es heißt:zerbrich den Arm des Gottlosen, und dies sagte David im neuntenPsalm.",
"Weshalb setzten sie [den Segen] von der Einsammlung der Exulantenhinter den Jahressegen? – Es heißt:ihr aber, ihr Berge Jisraéls, laßt euer Laub sprossen and tragt eure Frucht für mein Volk Jisraél; denn bald werden sie heimkehren. Sobald die Exulanten gesammelt sind, wird über die Gottlosen Gericht gehalten, denn es heißt:Ich will wieder meine Hand gegen dich kehren und will wie mit Lauge dein unedles Metall ausschmelzen; und darauf folgt:ich will dir wieder Richter geben, wie zuvor.",
"Sobald über die Gottlosen Gericht gehalten worden ist, gehen auch die Minäer zugrunde, und mit ihnen die Frevler, denn es heißt:Zerschmetterung über die Frevler und die Sünder insgesamt.",
"Sobald die Minäer zugrunde gegangen sind, erhebt sich das Horn der Frommen, denn es heißt:alle Hörner der Gottlosen will ich abhauen, und die Hörner der Frommen sollen hoch erhoben sein, und mit den Frommen auch die Proselyten, denn es heißt:vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren, und darauf folgt:wenn ein Fremder sich bei dir aufhält. –",
"Wo erhebt sich deren Horn? – In Jerušalem, denn es heißt: erbittet Frieden für Jerušalem; mögen deine Liebenden Ruhe finden.",
"Sobald Jerušalem erbaut ist, kommt David, denn es heißt:"
],
[
"darnach werden die Kinder Jisraéls umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen. Sobald David gekommen ist, kommt das Gebet, denn es heißt:ich bringe sie zu meinem heiligen Berge und erfreue sie in meinem Bethause.",
"Sobald das Gebet da ist, kommt der Tempeldienst, denn es heißt:ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar. Und sobald der Tempeldienst da ist, kommt das Dankopfer, denn es heißt:wer Dank opfert, ehrt mich. –",
"Weshalb setzten sie den Priestersegen hinter den Danksegen? – Es heißt:sodann erhob Ahron seine Hände nach dem Volke und segnete sie; und er stieg herab, nachdem er das Sündopfer, das Brandopfer und das Heilsopfer besorgt hatte. –",
"Vielleicht vor [dem Segen] vom Tempeldienste? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: er stieg herab, nachdem er besorgt hatte das Sündopfer &c.; es heißt nicht: um zu besorgen, sondern: nachdem er besorgt hatte. –",
"Sollte man ihn nach dem Segen vom Tempeldienste sprechen!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: wer Dank opfert, ehrt mich. –",
"Was veranlaßt dich, dich auf diesen Schriftvers zu stützen, stütze dich auf jenen!? – Es ist einleuchtend, weil der Tempeldienst und das Dankopfer im Zusammenhange stehen. –",
"Weshalb setzten sie [den Segen] ‘Setze Frieden’hinter den Priestersegen? – Es heißt:sie sollen meinen Namen auf die Kinder Jisraél legen, und ich will ihnen Segen zuteil werden lassen, und der Segen des Heiligen, gepriesen sei er, ist Frieden, denn es heißt:der Herr segnet sein Volk mit Frieden. –",
"Worin bestand, wenn hundertundzwanzig Greise, darunter viele Propheten, bereits vorher das Gebet in seiner Reihenfolge angeordnet hatten, die Ordnung Šimo͑n des Flachsmannes!? – Unter ‘ordnete’ ist zu verstehen, man hatte sie vergessen und er setzte die Reihenfolge wieder fest.",
"Weiter darf man die Lobpreisung des Heiligen, gepriesen sei er, nicht ausdehnen. R. Elea͑zar sagte nämlich: Es heißt:wer kann die Machttaten des Herrn ausreden, all seinen Ruhm verkünden; wem gebührt es, die Machttaten des Herrn auszureden? Dem, der all seinen Ruhm verkünden könnte.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wer den Ruhm des Heiligen, gepriesen sei er, übermäßig aufzählt, wird aus der Welt entwurzelt, denn es heißt:soll ihm erzählt werden, wenn ich reden will? Hat ein Mensch gefordert, daß er vernichtet werde?",
"R. Jehuda aus Kephar Neburja, manche sagen, aus Kephar Nebur Ḥajil, trug vor: Es heißt:Schweigen ist deine Lobpreisung; Schweigsamkeit ist die beste Würze. Als R. Dimi kam, erzählte er: Im Westen sagen sie: Ein Wort um einen Sela͑, Schweigen um zwei.",
"HAT MAN SIE AUSWENDIG &C. GELESEN, SO HAT MAN SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT. Woher dies? Raba erwiderte: Dies ist aus dem Worte Erinnerung zu entnehmen; hierheißt es: diese Tage sollen in Erinnerung bleiben, und dortheißt es: schreibe dies als Erinnerung in das Buch; wie dort in ein Buch, ebenso hierbei aus einem Buche. –",
"Woher daß die Erinnerung durch [lautes] Lesen erfolgen muß, vielleicht genügt auch das Denken!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt:Erinnere; man könnte glauben, im Herzen, so heißt es:du sollst nicht vergessen, womit es bereits vom Vergessen im Herzen gesagt ist; somit muß die Erinnerung mit dem Munde erfolgen.",
"HAT MAN SIE TARGUMISGH GELESEN, SO HAT MAN SEINER PFLICHT NIGHT GENÜGT &C. In welchem Falle? Wollte man sagen, wenn sie hebräisch geschrieben ist und man sie targumisch gelesen hat, so ist dies ja ‘auswendig’!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn sie targumisch geschrieben ist und man sie targumisch gelesen hat.",
"FREMDSPRACHIGEN LESE MAN SIE IN FREMDER SPRACHE VOR &C. Du sagtest ja, man habe seiner Pflicht nicht genügt, wenn man sie in einer anderen Sprache gelesen hat!? – Rabh und Šemuél erklärten beide: Unter ‘Fremdsprache’ ist das Griechische zu verstehen. –",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie assyrisch geschrieben ist und man sie griechisch gelesen hat, so ist dies ja ‘auswendig’!?",
"R. Aḥa erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Wenn sie griechisch geschrieben ist. Ferner sagte R. Aḥa im Namen R. Elea͑zars: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ja͑qob ‘El’ [Gott] nannte? Es heißt:und er nannte ihn El, der Gott Jisraéls; wollte man sagen, Ja͑qob habe den Altar ‘El’ genannt, so müßte es ja heißen: und Ja͑qob nannte ihn. Vielmehr heißt dies: und er nannte Ja͑qob ‘El’. Wer nannte ihn ‘El’? Der Gott Jisraéls.",
"Man wandte ein: Hat man sie ägyptisch, hebräisch, e͑lamisch, medisch oder griechisch gelesen, so hat man seiner Pflicht nicht genügt!? –",
"Dieser Fall gleicht folgender Lehre: Hat man sie ägyptisch für Ägypter, hebräischfür Hebräer, e͑lamisch für E͑lamer oder griechisch für Griechen gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt. –",
"Wozu brauchen demnach Rabh und Šamuel zu erklären, unter Fremdsprache in unserer Mišna sei das Griechische zu verstehen, sie können dies ja auf jede andere Fremdsprache beziehen!? – Die Lehre von Rabh und Šemuél ist anderweitig gelehrt worden. Rabh und Šemuél sagten nämlich beide, das fremdländische Griechisch sei für jeden zulässig. –",
"Er lehrt ja aber, Griechisch für Griechen sei zulässig; also nur für Griechen, für andere aber nicht!? – Sie sind der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch Bücher [der heiligen Schrift] habe man nur griechisch zu schreiben erlaubt. –",
"Sollten sie doch sagen, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél!? – Würden sie gesagt haben, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, so könnte man glauben, dies gelte nur von den übrigen Büchern, nicht aber von der Esterrolle, von der es heißt: gemäß ihrer Schrift, so lehrt er uns.",
"HAT EIN FREMDSPRACHIGER SIE ASSYRISCH GEHÖRT, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT &C. Er versteht ja aber nicht, was gesprochen wird!? – So verhält es sich auch bei Frauen und Leuten aus dem gemeinen Volke.",
"Rabina wandteein: Wissen wir denn, was die Aḥaštranim, Kinder der Ramakhim, sind? Vielmehr ist das Lesen an sich Gebot, zur Bekanntmachung des Wunders, ebenso ist auch in diesem Falle das Lesen an sich Gebot, zur Bekanntmachung des Wunders.",
"HAT MAN SIE UNTERBRECHEND &C. SO HAT MAN SEINER PFLICHT GENÜGT. Die Jünger wußten nicht, was serugin [unterbrechend] bedeute; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis den einzeln eintretenden Jüngern zurief: Wie lange noch werdet ihr serugin gehen!?",
"Die Jünger wußten nicht, was Ḥaluglugothbedeute; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis einem Manne, der ein Bündel Portulak löste, zurief: Wie lange noch wirst du deine Ḥaluglugoth ausstreuen!?",
"Die Jünger wußten nicht die Bedeutung [des Verses]:salseleha, so wird sie dich erheben; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis einem Manne, der sein Haar kräuselte, zurief: Wie lange noch wirst du dein Haar salsel tun!?",
"Die Jünger kannten nicht die Bedeutung [des Verses]:wirf dein Jehab [Bürde] auf den Herrn; da erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst ging ich, eine Bürde tragend, mit einem Araber, und er sprach zu mir: Lege dein Jehab auf mein Kamel.",
"Die Jünger kannten nicht die Bedeutung [des Verses]:ich werde sie mit einem Meṭaṭa [Besen] der Vernichtung wegfegen; da hörten sie einst, wie die Magd Rabbis zu ihrer Genossin sprach: Nimm ein Taṭita und fege das Zimmer aus.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat man sie unterbrechend gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt,"
],
[
"wenn springend, so hat man seiner Pflicht nicht genügt. R. Mona sagte im Namen R. Jehudas, auch wenn man unterbrechend beim Lesen so lange unterbrochen hat, als man sie ganz beenden kann, müsse man wieder vom Anfang beginnen. R. Joseph sagte: Die Halakha ist wie R. Mona, der im Namen R. Jehudas lehrte.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Als man sie ganz beenden kann, von der Stelle, da man stehen geblieben ist, bis zum Schlusse, oder vollständig, vom Anfang bis zum Schlusse? Dieser erwiderte: Vom Anfang bis zum Schlusse, denn sonst hast du deine Worte in Gradegeteilt.",
"R. Abba sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Rabh sagte, die Halakha sei wie R. Mona, Šemuél aber sagte, die Halakha sei nicht wie R. Mona. So wurde dies in Sura gelehrt; in Pumbeditha aber lehrten sie es wie folgt: R. Kahana sagte: Rabh sagte, die Halakha sei wie R. Mona, Šemuél aber sagte, die Halakha sei nicht wie R. Mona. R. Bebaj lehrte es entgegengesetzt: Rabh sagte, die Halakha sei nicht wie R. Mona, Šemuél aber sagte, die Halakha sei wie R. Mona.",
"R. Joseph sprach: Halte dich an die Lehre R. Bebajs, denn Šemuél ist es, der die [erschwerende] Ansicht eines einzelnen berücksichtigt. Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Bruder sich die Schwester der Anwärterin der Schwagereheangetraut hat, so spreche man, wie sie im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten, zu ihm: warte, bis dein ältester Bruder die Handlungvollzogen hat.",
"Hierzu sagte R. Šemuél, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn [der Schreiber] Buchstaben oder Verse ausgelassen hatte und der Lesende sie gelesen hat, wie der Dolmetsch bei der Übersetzung, so hat man seiner Pflicht genügt.",
"Man wandte ein: Befinden sich in dieser verwischte und zerrissene Buchstaben, so ist sie, wenn deren Spur zu merken ist, brauchbar, wenn aber nicht, unbrauchbar!? – Das ist kein Einwand; eines, wenn durchwegs, und eines, wenn teilweise.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat der Lesende einen Vers übersprungen, so sage er nicht, er wolle sie beenden und diesen Vers nachholen, vielmehr beginne er wiederum mit diesem Verse. Kommt jemand ins Bethaus, wo die Gemeinde die Hälfte bereits gelesen, so sage er nicht, er wolle die [zweite] Hälfte mit der Gemeinde lesen und die [erste] Hälfte nachholen, vielmehr lese er sie vom Anfange bis zum Schlusse.",
"HALBSCHLUMMERND, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT. – Was heißt halbschlummernd? R. Aši erwiderte: Halb schlummernd und halb wachend; wenn er, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn an etwas erinnert, er es weiß.",
"WENN MAN SIE GESCHRIEBEN, AUSGELEGT ODER KORRIGIERT HAT, SO HAT MAN, FALLS MAN ES BEABSICHTIGT HAT, SEINER PFLICHT GENÜGT &C. In Welchem Falle: wollte man sagen, wenn man die Verse einzeln spricht und sie erst niederschreibt, was nützt dann die Beabsichtigung, man liest ja auswendig, und wollte man sagen, wenn man die Verse einzeln niederschreibt und sie liest,",
"wieso genügt man seiner Pflicht, R. Ḥelbo sagte ja im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, man müsse sie vollständig lesen, und auch nach demjenigen, welcher [vom Absatz] ‘Ein Judäer’sagt, müsse sie vollständig geschrieben sein!? –",
"Vielmehr, wenn eine Esterrolle vor ihm liegt und er daraus die Verse einzeln liest und niederschreibt. – Dies wäre also eine Stütze für Rabba b. Bar Ḥana, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans, man dürfe auch nicht einen Buchstaben ohne Vorlage schreiben. – Vielleicht, wenn man gerade eine vor sich hat.",
"Der Text. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Man darf auch nicht einen Buchstaben ohne Vorlage schreiben. Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Elea͑zar erzählte: Einst ging R. Meír nach Asia, um da das Jahr zu interkalieren, und da er keine Esterrolle hatte, schrieb er sie aus dem Gedächtnisse und las sie. R. Abahu erwiderte: Anders ist R. Meír, an dem in Erfüllung ging:deine Augen sehen gerade vor sich.",
"Rami b. Ḥama sprach zu R. Jirmeja aus Diphte: Was bedeutet der Schriftvers: deine Augen sehen gerade vor sich? Dieser erwiderte: Er bezieht sich auf Dinge der Tora; von diesen heißt es:sollen deine Augen darüber fliegen und er verschwindet, dennoch sind sie für R. Meír gerade.",
"R. Ḥisda traf R. Ḥananél Bücher [der heiligen Schrift] ohne Vorlage schreiben; da sprach er zu ihm: Allerdings könnte durch dichsogar die ganze Tora ohne Vorlage geschrieben werden, jedoch sagten die Weisen, man dürfe auch nicht einen Buchstaben ohne Vorlage schreiben. Wenn er nun sagte: die ganze Tora könnte durch dich geschrieben werden, so war sie ihm wohl geläufig, und R. Meír schrieb sie ja!? – Anders ist es in einem Notfalle.",
"Abajje erlaubte Bar ḤaboTephillin und Mezuzoth ohne Vorlage zu schreiben. Also nach dem Autor der folgenden Lehre: R. Jirmeja sagte im Namen unseres Meisters, Tephillin und Mezuzoth dürfen ohne Vorlage geschrieben werden und benötigen nicht des Liniierens.",
"Die Halakha ist, die Mezuza benötigt des Liniierens, Tephillin benötigen des Liniierens nicht; beide aber dürfen ohne Vorlage geschrieben werden, weil sie geläufig sind.",
"IST SIE MIT FARBE &C. GESCHRIEBEN. (Farbe: Pulver).RÖTEL. Rabba b. Bar Ḥana sagte: Dieses wird Seqarta genannt. GUMMI: Harz."
],
[
"SCHWÄRZE: Schusterschwärze. DIPHTHERA. [Eine Haut], die mit Salz und Mehl, jedoch nicht mit Galläpfeln bearbeitet wurde. PAPIER: Staudenpapier.",
"IN ASSYRISCHER SCHRIFT GESCHRIEBEN. Denn es heißt: gemäß ihrer Schrift und ihrer Zeit.",
"AUF PERGAMENT UND MIT TINTE &C. Woher dies? – Dies ist aus [dem Ausdrucke] schreiben zu entnehmen; hierheißt es: und die Königin Ester schrieb, und dortheißt es: Barukh antwortete ihnen: Er sagte mir mündlich all diese Worte vor, während ich sie mit Tinte in das Buchschrieb.",
"WENN EIN EINWOHNER EINER [OFFENEN] STADT SICH IN EINE BEFESTIGTE STADT ODER EIN EINWOHNER EINER BEFESTIGTEN STADT SICH IN EINE [OFFENE] STADT BEGEBEN HAT, SO LESE ER, FALLS ER NACH SEINEM ORTE ZURÜCKKEHREN WIRD, NACH DEM BRAUCHESEINES ORTES, WENN ABER NICHT, SO LESE ER MIT IHNEN.",
"WO BEGINNE MAN DIE ESTERROLLE ZU LESEN, UM SEINER PFLICHT ZU GENÜGEN? R. MEÍR SAGT, MAN LESE SIE VOLLSTÄNDIG; R. JEHUDA SAGT, [VOM ABSATZ] ‘EIN JUDÄER’; R. JOSE SAGT, [VOM ABSATZ] ‘NACH DIESEN BEGEBENHEITEN.",
"GEMARA. Raba sagte: Dies bezieht sich nur auf den Fall, wenn er zur Nacht des vierzehnten zurückkehren wird, wenn er aber zur Nacht des vierzehnten nicht zurückkehren wird, so lese er mit ihnen. Raba sprach: Woher entnehme ich dies? Es heißt:daher machen die Judäer auf dem offenen Lande, die in offenen Städten wohnen; wozu heißt es: die in offenen Städten wohnen, wo es schon heißt: die Judäer auf dem offenen Lande? Dies lehrt uns folgendes: wer einen Tag in einer offenen Stadt [wohnt], gilt als [Einwohner einer] offenen Stadt. –",
"Wir wissen dies von der offenen Stadt, woher dies von der mit einer Mauer umgebenen Stadt!? – Dies ist einleuchtend; wenn man mit einem Tage [Einwohner einer] offenen Stadt heißt, so heißt man mit einem Tage auch [Einwohner einer] mit einer Mauer umgebenen Stadt.",
"Ferner sagte Raba: Wenn ein Dörflingsich in eine Stadt begibt, so lese er auf jeden Fall mit ihnen. – Aus welchem Grunde? – Dieser sollte eigentlich wie die Städter lesen, nur haben die Rabbanan für die Dörflinge eine Erleichterung getroffen, damit sie Zeit haben, Wasser und Speise für ihre Brüder in den Großstädten zu besorgen; aber dies nur, wenn er in seinem Orte ist, wenn er aber in der Stadt ist, lese er mit den Städtern.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn ein Einwohner einer befestigten Stadt sich in eine [offene] Stadt begibt, so lese er auf jeden Fall wie in seinem Orte. Wie ist dies bei einem Einwohner einer befestigten Stadt möglich, bei diesem hängt es ja davon ab, ob er zurückkommt!? Wahrscheinlich ist ‘Dörfling’ zu lesen. –",
"Du mußt ja korrigieren, so lies: er lese mit ihnen.",
"WO BEGINNE MAN DIE ESTERROLLE ZU LESEN &C. Es Wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Vom Absatz:] ‘In jener Nacht’.",
"R. Joḥanan sprach: Alle folgerten sie aus ein und demselben Schriftverse:Und die Königin Ester und der Judäer Mordekhaj schrieben mit der ganzen Macht. Nach demjenigen, welcher sagt, man müsse sie vollständig lesen, wird hier von der Macht des Aḥašverošgesprochen;",
"nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Ein Judäer’, wird hier von der Macht des Mordekhaj gesprochen; nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Nach diesen Begebenheiten’, wird hier von der Macht des Haman gesprochen; und nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘In jener Nacht’, wird hier von der Macht des Wunders gesprochen.",
"R. Hona sagte: Aus folgendem:was sie veranlaßt hat und was an sie gelangt war.",
"Nach demjenigen, welcher sagt, man müsse sie ganz lesen: was Aḥašveroš veranlaßt hat, sich der Gefäße des Tempels zu bedienen, weil nämlich die siebzig Jahreverstrichen und [die Jisraéliten] nicht erlöst worden waren; und was an sie gelangt war: daß er Vašti tötete.",
"Nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Ein Mann’: was Mordekhaj veranlaßt hat, Haman zu reizen, weil er sich als Götze ausgab; und was an sie gelangt war: daß ihnen ein Wunder geschah.",
"Nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Nach diesen Begebenheiten’: was Haman veranlaßt hat, sich gegen alle Judäer zu empören, weil Mordekhaj sich vor ihm nicht bückte; und was an sie gelangt war: daß man ihn samt seinen Söhnen an den Galgen hängte.",
"Und nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘In jener Nacht’: was Aḥašveroš veranlaßt hat, das Buch der Denkwürdigkeiten holen zu lassen, weil Ester Haman zum Gastmahle lud; und was an sie gelangt war: daß ein Wunder geschah.",
"R. Ḥelbo sagte im Namen des R. Ḥama b. Gorja im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie derjenige, welcher sagt, man müsse sie vollständig lesen; und auch nach demjenigen, welcher sagt, [vom Absatz] ‘Ein Judäer’, muß sie vollständig geschrieben sein.",
"Ferner sagte R. Ḥelbo im Namen Rabhs: Die Esterrolle heißt ‘Buch’ als auch ‘Brief’. Buch heißt sie insofern, als sie unbrauchbar ist, wenn man sie mit Leinenfäden zusammengenäht hat; Brief heißt sie insofern, als sie brauchbar ist, wenn man [beim Zusammennähen] drei Adern verwendet hat. R. Naḥman sagte: Nur müssen sie dreifaltigsein.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand die Esterrolle aus [einem Buche der] Hagiographen liest, mit denen sie geschrieben ist, so hat er seiner Pflicht nicht genügt. Raba sprach: Dies nur, wenn sie nicht etwas kürzer oder länger ist, wenn sie aber etwas kürzer oder längerist, ist nichts dabei.",
"Levi b. Šemuél las vor R. Jehuda aus einer Esterrolle,"
],
[
"die zusammen mit andren Hagiographen geschrieben war; da sprach er zu ihm: Sie sagten ja, daß man der Pflicht nicht genügt, wenn man die Esterrolle aus [einem Buche der] Hagiographen liest, mit denen sie geschrieben ist.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer die Esterrolle aus [einem Buche der] Hagiographen liest, mit denen sie geschrieben ist, hat seiner Pflicht nicht genügt. Er schlug [diese Lehre] jedoch auf die Gehirnschale: dies wurde nur von einer Gemeinde gelehrt.",
"Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Die Nahtkante [der Torarolle] ist eine Moše am Sinaj überlieferte Lehre. Er schlug sie jedoch auf die Gehirnschale: dies sagten sie nur deshalb, damit kein Riß entstehe.",
"Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Es heißt: Wäre die Höhle, in der Moše und Elijahu gestandenhaben, in der Größe eines Nähnadelöhrs ungeschützt geblieben, so könnten sie es nicht aushalten, wegen des Lichtstromes, denn es heißt:kein Mensch bleibt am Leben, wenn er mich sieht.",
"Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Es heißt:auf diesen waren alle Worte enthalten, die der Herr auf dem Berge mit euch geredet hat; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Moše die Subtilitäten der Tora und die Subtilitäten der Schriftkundigen zeigte, und was die Schriftkundigen später erneuert haben, das ist das Lesen der Esterrolle.",
"iv,1ALLE SIND ZUM VORLESEN DER ESTERROLLE ZULÄSSIG, AUSGENOMMEN EIN TAUBER, EIN BLÖDER UND EIN MINDERJÄHRIGER; NACH R. JEHUDA IST EIN MINDERJÄHRIGER ZULÄSSIG.",
"GEMARA. Wer lehrte, der Taube nicht, auch wenn es bereits erfolgt ist? R. Mathna erwiderte: Es ist R. Jose, denn wir haben gelernt: Wer das Šema͑ gelesen und es sein Ohr nicht hören ließ, hat seiner Pflicht genügt; R. Jose sagt, er habe seiner Pflicht nicht genügt. –",
"Woher, daß [unsere Mišna] nach R. Jose lehrt, auch nicht, wenn bereits erfolgt, vielleicht nach R. Jehuda, und nur von vornherein nicht, wenn aber bereits erfolgt, ist es gültig!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn er lehrt vom Tauben gleichlautend wie vom Blöden und vom Minderjährigen; wie beim Blöden und beim Minderjährigen auch nicht, wenn bereits erfolgt, ebenso beim Tauben, auch nicht, wenn bereits erfolgt. –",
"Vielleicht aber gilt es von diesem in dem einen Falle und von jenem im anderen Falle? – Da es im Schlußsatze heißt, nach R. Jehuda sei der Minderjährige zulässig, so ist anzunehmen, daß der Anfangssatz nicht die Ansicht R. Jehudas vertritt. –",
"Vielleicht lehrt die ganze Mišna nach R. Jehuda, nur spricht sie von zweierlei Minderjährigen, und zwar ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten:",
"Alle sind zum Vorlesen der Esterrolle zulässig, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger; dies gilt jedoch nur von einem Minderjährigen, der noch nicht zur Übung herangewachsen ist, ein Minderjähriger aber, der zur Übung herangewachsen ist, darf sie sogar von vornherein vorlesen, denn nach R. Jehuda ist ein Minderjähriger zulässig!? –",
"Du hast sie also R. Jehuda addiziert, wenn bereits erfolgt.",
"Wer ist demnach [der Autor] der folgenden Lehre [R.] Jehudas, des Sohnes des R. Šimo͑n b. Pazi: Ein Tauber, der sprechen und nicht hören kann, darf von vornherein die Hebe absondern; wer nun, wenn R. Jehuda, so gilt dies ja nur dann, wenn bereits erfolgt, nicht aber von vornherein, und wenn R. Jose, auch nicht, wenn bereits erfolgt!? –",
"Wer ist, wenn etwa R. Jehuda, auch von vornherein, [der Autor] der folgenden Lehre: Man lese den Tischsegen nicht im Herzen, hat man ihn bereits gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt. Wessen, weder R. Jehuda noch R. Jose: wenn R. Jehuda, auch von vornherein, und wenn R. Jose, auch nicht, wenn bereits erfolgt!? –"
],
[
"Tatsächlich R. Jehuda, auch von vornherein, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines ist seine Ansicht und eines ist die Ansicht seines Lehrers.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wer das Šema͑ liest, muß es sein Ohr hören lassen, denn es heißt:höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig; laß dein Ohr hören, was dein Mund spricht. R. Meír sagte:Was ich dir heute befehle, sei in deinem Herzen; alles hängt von der Intensität des Herzens ab. –",
"Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, kannst du auch sagen, R. Jehuda sei der Ansicht seines Meisters, nur vertritt die Lehre [R.] Jehudas, Sohnes des R. Šimo͑n b. Pazi, die Ansicht R. Meírs.",
"NACH R. JEHUDA IST EIN MINDERJÄHRIGER ZULÄSSIG. Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Als ich noch minderjährig war, las ich sie vor R. Tryphon und den Ältesten in Lud.",
"Jene entgegneten: Von einem Minderjährigen ist kein Beweis zu erbringen. Es wird gelehrt: Rabbi erzählte: Als ich noch minderjährig war, las ich sie vor R. Jehuda. Jene entgegneten: Vom Erlaubendenist kein Beweis zu erbringen. –",
"Sollten sie ihm entgegnet haben, man bringe keinen Beweis von einem Minderjährigen!? – Sie entgegneten ihm erstens und zweitens: erstens warst du minderjährig, zweitens ist vom Erlaubenden kein Beweis zu erbringen.",
"MAN LESE NICHT DIE ESTERROLLE, BESCHNEIDE NICHT, NEHME KEIN REINIGUNGSBAD, BESPRENGENICHT, EBENSOWENIG NEHME DIE FLUSSVERDÄCHTIGEEIN REINIGUNGSBAD, BEVOR DIE SONNE AUFGEHT. WENN DIES ALLES, NACHDEM DIE MORGENRÖTE AUFGEGANGEN, ERFOLGT IST, SO IST ES GILTIG.",
"GEMARA. Woher dies? – Die Schrift sagt:und daß diese Tage im Gedächtnisse behalten und begangen werden; nur am Tage und nicht nachts. – Dies wäre somit eine Widerlegung des R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, man müsse die Esterrolle nachts lesen und am Tage wiederholen! – Er lehrt es von der [Wiederholung] am Tage.",
"BESCHNEIDE NICHT &C. Denn es heißt:und am achten Tage ist zu beschneiden.",
"NEHME KEIN REINIGUNGSBAD, BESPRENGE NICHT &C. Denn es heißt: und der Reine soll den Unreinen besprengen, am siebenten Tage; das Reinigungsbad gleicht dem Besprengen.",
"EBENSOWENIG NEHME DIE FLUSSVERDÄCHTIGE EIN REINIGUNGSBAD, BEVOR DIE SONNE AUFGEHT &C. Selbstverständlich, womit ist denn die Flußverdächtige anders als alle anderen, die ein Reinigungsbad zu nehmen haben!? –",
"Dies [zu lehren] ist nötig; man könnte glauben, bei dieser gleiche es der ersten Beobachtung des Flußbehafteten, der dem Samenergußbehafteten gleicht, wie es heißt:das sind die Bestimmungen inbetreff des Flußbehafteten und dessen, dem der Same entgeht, wie dieser das Reinigungsbad am selben Tage nehmen muß,",
"ebenso auch jener, und da diese das Reinigungsbad am selben Tage nicht nehmen kann, da es ja heißt:so lange sie am Flusse leidet, hat ihr zu gelten, wie das Lager zur Zeit ihres Menstruums, so warte sie die Nacht ab und tauche unter, so lehrt er uns, daß dies am Tage geschehen muß,"
],
[
"da nur die Tage gezählt werden.",
"WENN DIES ALLES, NACHDEM DIE MORGENRÖTE AUFGEGANGEN, ERFOLGT IST, SO IST ES GILTIG. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt: und Gott nannte das Licht Tag, schon das Hellwerden nannte er Tag. –",
"Es heißt ja aber auch:und die Finsternis nannte er Nacht, [sollte auch dies heißen, er nannte das Finsterwerden Nacht,] wo wir doch wissen, daß die Nacht erst mit dem Hervortreten der Sterne beginnt!?",
"Vielmehr, erklärte R. Zera, hieraus:So arbeiteten wir an dem Bau, während die Hälfte von ihnen die Lanzen hielt, vom Aufgehen der Morgenröte bis zum Hervortreten der Sterne. Ferner heißt es:die Nacht war uns zur Wache.",
"Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, der Tag beginne tatsächlich nicht mit dem Aufgehen der Morgenröte, auch beginne die Nacht schon mit dem Untergange der Sonne, nur hatten jene früh und spät gearbeitet, so komm und höre: die Nacht diente uns zur Wache und der Tag zur Arbeit.",
"vDER GANZE TAG IST ZULÄSSIG FÜR DAS LESEN DER ESTERROLLE, DAS LESEN DES LOBLIEDES, DAS POSAUNENBLASEN, DAS NEHMEN DES FESTSTRAUSSES, DAS ZUSATZGEBET, DAS ZUSATZOPFER,",
"DAS BEKENNTNIS [BEI DER DARBRINGUNG] DER FARREN, DAS BEKENNTNIS [BEI DER FORTSCHAFFUNG] DES ZEHNTEN, DAS BEKENNTNIS AM VERSÖHNUNGSTAGE,",
"DAS STÜTZEN, DAS SCHLACHTEN, DAS SCHWINGEN, DAS DARREICHEN, DAS ABHEBEN DES HAUFENS, DAS AUFRÄUCHERN, DAS ABKNEIFEN, DAS AUFNEHMEN [DES OPFERBLUTES],",
"DAS TRINKENLASSEN DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN, DAS GENICKBRECHEN DES KALBESUND DIE REINIGUNG DES AUSSÄTZIGEN.",
"viDIE GANZE NACHT IST ZULÄSSIG FÜR DAS MÄHEN DER SCHWINGEGARBE UND DIE AUFRÄUCHERUNG DES FETTES UND DER OPFERGLIEDER. DIE REGEL IST: FÜR DAS GEBOT, DAS AM TAGE ZU ERFOLGEN HAT, IST DER GANZE TAG ZULÄSSIG, UND FÜR DAS GEBOT, DAS NACHTS ZU ERFOLGEN HAT, IST DIE GANZE NACHT ZULÄSSIG.",
"GEMARA. Woher dies? - Die Schrift sagt:daß diese Tage im Gedächtnisse behalten und begangen werden. DAS LESEN DES LOBLIEDES. Denn es heißt:von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergange. R. Jose erklärte:Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat.",
"DAS NEHMEN DER FESTPALME. Denn es heißt:ihr sollt am ersten Tage nehmen. DAS POSAUNENBLASEN. Denn es heißt:ein Tag des Lärmblasens sei er für euch. DAS ZUSATZOPFER. Denn es heißt:Tag für Tag.DAS ZUSATZGEBET. Denn die Rabbanan haben es dem Zusatzopfer gleichgestellt.",
"DAS BEKENNTNIS [BEI DER DARBRINGUNG] DER FARREN. Es ist durch [das Wort] Sühne zu folgern, das auch beim Versöhnungstage gebraucht wird. Vom Versöhnungstage wird gelehrt:Und Sühne schaffen sich und seinem Hause, der Schriftvers spricht von der Sühne durch Worte. Die Sühne erfolgt nur am Tage, denn es heißt:an diesem Tage wird er euch Sühne schaffen.",
"DAS BEKENNTNIS BEI DER FORTSCHAFFUNG DES ZEHNTEN &C. Denn es heißt:und du sollst vor dem Herrn, deinem Gotte, also sprechen: Ich habe das Heilige aus dem Hause geschafft, und darauf folgt:am heutigen Tage befiehlt dir der Herr.",
"DAS STÜTZEN, DAS SCHLACHTEN. Denn es heißt:er soll stützen &c. und schlachten, und vom Schlachten heißt es:am Tage, an dem ihr opfert.",
"DAS SCHWINGEN. Denn es heißt:am Tage, an dem ihr die Garbe schwinget. DAS DARREICHEN. Dies gleicht dem Schwingen, denn es heißt:sodann nehme der Priester dem Weibe das Eifersuchts-Speisopfer aus der Hand, schwinge es und bringe es dar. DAS ABKNEIFEN, DAS ABHEBEN DES HAUFENS, DAS AUFRÄUCHERN, DAS SPRENGEN. Denn es heißt:Am Tage, an dem er den Kindern Jisraél befahl.",
"DAS TRINKENLASSEN DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN. Dies ist durch [das Wort] Weisung zu folgern; hierbeiheißt es: der Priester verfahre mit ihr ganz nach dieser Weisung, und dortheißt es: gemäß der Weisung, die sie dir erteilen und dem Urteile;"
],
[
"wie die Urteilsfällung nur am Tage, ebenso auch dies nur am Tage.",
"DAS GENICKBRECHEN DES KALBES. In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Hierbei heißt es Sühne, wie bei den heiligen Opfern.UND DIE REINIGUNG DES AUSSÄTZIGEN. Denn es heißt:dies ist die Weisung in Betreff des Aussätzigen am Tage seiner Reinigung.",
"DIE GANZE NACHT IST ZULÄSSIG FÜR DAS MÄHEN DER SCHWINGEGARBE. Denn der Meister sagte, das Mähen und das Zählenerfolgen nachts und die Darbringung am Tage. DIE AUFRÄUCHERUNG DES FETTES UND DER OPFERGLIEDER. Denn es heißt: die ganze Nacht bis zum Morgen.",
"DIE REGEL IST: FÜR DAS GEBOT, DAS AM TAGE ZU ERFOLGEN HAT, IST DER GANZE TAG ZULÄSSIG. Was schließt die Regel ein? – Sie schließt die Aufstellung und die Fortnahme der Schalenein,",
"und zwar nach R. Jose, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Hat man morgens die alten [Schaubrote] fortgenommen und erst abends die frischen aufgestellt, so ist nichts dabei,",
"wie aber halte ich aufrecht den Schriftvers:beständig vor dem Herrn? Daß [über Nacht] der Tisch nicht ohne Schaubrote bleibe.",
"UND FÜR DAS GEBOT, DAS NACHTS ZU ERFOLGEN HAT, IST DIE GANZE NACHT ZULÄSSIG. Was schließt dies ein? –",
"Dies schließt das Essen des Pesaḥopfers ein, gegen die Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja. Es wird nämlich gelehrt:Sie sollen in dieser Nacht das Fleisch essen; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Hierbei heißt es: in dieser Nacht, und dortheißt es: ich werde in dieser Nacht durch Miçrajim ziehen, wie dort vor Mitternacht, ebenso auch hierbei vor Mitternacht.",
"",
"iWER DIE ESTERROLLE LIEST, DARF DABEI STEHEN ODER SITZEN: OB EINER ODER ZWEI SIE VORGELESEN HABEN, HAT MAN SEINER PFLICHT GENÜGT. IN ORTEN, WO ES BRAUCH IST, DEN SEGEN ZU SPRECHEN, SPRECHE MAN IHN, IHN NICHT ZU SPRECHEN, SPRECHE MAN IHN NICHT.",
"AM MONTAG, AM DONNERSTAG UND BEIM VESPERGEBETE DES ŠABBATHS LESEN [DREI PERSONEN AUS DER TORA], WEDER WENIGER NOCH MEHR, AUCH LIEST MAN DANN NICHT AUS DEN PROPHETEN. DER MIT [DEM LESEN] AUS DER TORA BEGINNT, UND DER ES BEENDET, SPRICHT EINEN SEGEN VORHER UND EINEN NACHHER.",
"iiAN NEUMONDEN UND AN DEN HALBFESTEN LESEN VIER, WEDER WENIGER NOCH MEHR; AUCH LESE MAN DANN NICHT AUS DEN PROPHETEN. DER MIT [DEM LESEN] AUS DER TORA BEGINNT, UND DER ES BEENDET, SPRICHT EINEN SEGEN VORHER UND EINEN NACHHER.",
"DIE REGEL IST: [AN EINEM TAGE], AN DEM ES EIN ZUSATZGEBETGIBT, DER ABER KEIN FESTTAG IST, LESEN VIER. AN EINEM FESTTAGE [LESEN] FÜNF, AM VERSÖHNUNGSTAGE SECHS UND AM ŠABBATH SIEBEN; NICHT WENIGER, WOHL ABER MEHR, AUCH LIEST MAN DANN AUS DEN PROPHETEN. DER MIT [DEM LESEN] AUS DER TORA BEGINNT, UND DER ES BEENDET, SPRICHT EINEN SEGEN VORHER UND EINEN NACHHER.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Was aber bei der Tora nicht der Fall ist. – Woher dies? R. Abahu erwiderte: Die Schrift sagt:du aber steh da mit mir. R. Abahu sagte: Wäre dies nicht ein geschriebener Schriftvers, so dürfte man es nicht sagen: auch der Heilige, gepriesen sei er, – als wäre es möglich, – im Stehen.",
"Ferner sagte R. Abahu: Woher, daß ein Lehrer nicht auf einem Polster sitzen und seinen auf dem Boden sitzenden Schüler unterrichten darf? Es heißt: du aber steh da mit mir.",
"Die Rabbanan lehrten: Seit Moše bis H. Gamliél studierte man die Tora nur stehend; nach dem Tode R. Gamliél kam eine Schwäche über die Welt, und man begann die Tora sitzend zu studieren. Das ist es, was wir gelernt haben: Mit dem Tode R. Gamliéls hörte die Ehrung der Tora auf. –",
"Ein Schriftvers lautet: ich saß auf dem Berge, und ein anderer lautet: ich stand auf dem Berge!? Rabh erklärte: Beim Lernen stand er, beim Wiederholen saß er. R. Ḥanina erklärte: Weder saß er noch stand er, vielmehr hockte er. R. Joḥanan erklärte: ‘Sitzen’ heißt überhaupt nur verweilen, wie es heißt: ihr mußtet in Qadeš lange Zeit sitzen. Raba erklärte: Leichtes stehend, Schweres sitzend.",
"OB EINER ODER ZWEI SIE VORGELESEN HABEN, HAT MAN SEINER PFLICHT GENÜGT &C."
],
[
"Es wird gelehrt: Was aber bei der Tora nicht der Fall ist. Die Rabbanan lehrten: Die Tora lese einer und einer übersetze, nur dürfe nicht einer lesen und zwei übersetzen; die Propheten lese einer und zwei übersetzen, nur dürfen nicht zwei lesen und zwei übersetzen. Das Loblied und die Esterrolle dürfen sogar zehn lesen und übersetzen. –",
"Aus welchem Grunde? – Da diese beliebt sind, so ist man aufmerksam und hört zu.",
"IN ORTEN, WO ES BRAUCH IST, DEN SEGEN ZU SPRECHEN, SPRECHE MAN IHN. Abajje sagte: Dies nur nachher, den Segen vorher aber ist zu lesen Gebot. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Über alle Gebote spreche man den Segen vor [o͑ber] der Ausübung. –",
"Wieso ist es erwiesen, daß o͑ber die Bedeutung ‘vor’ hat? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schrift sagt:da lief Aḥimaa͑ç durch die Aue und kam den Mohren vor [vajaa͑bor]. Abajje erwiderte: Hieraus:er ging vor [a͑bar] ihnen. Wenn du willst, sage ich: hieraus:vor ihnen schreitet [vajaa͑bor] ihr König, und der Herr an ihrer Spitze.",
"Welchen Segen spreche man vorher? – R. Šešeth aus Qeṭarzja befand sich einst bei R. Aši und sprach die Segenssprüche MNḤ. –",
"Welchen Segen spreche man nachher? – Gepriesen seist du, o Herr, unser Gott, König der Welt, der du unseren Streit führest, unser Recht verteidigest, Rache für uns nimmst, unseren Widersachern heimzahlest und allen Feinden unserer Seele vergeltest. ‘Gepriesen seist du, o Herr, der du für Jisraél all seinen Widersachern heimzahlest’. Raba sagte: ‘Der helfende Gott’. R. Papa sprach: Man sage daher Beides: ‘Gepriesen seist du, o Herr, der du allen Widersachern Jisraéls heimzahlest, und ein helfender Gott bist’.",
"AM MONTAG, AM DONNERSTAG UND BEIM VESPERGEBETE DES ŠABBATHS LESEN DREI &C. Wem entsprechen diese drei? R. Asi erwiderte: Entsprechend Tora, Propheten und Hagiographen. Raba erwiderte: Entsprechend Priester, Leviten und Jisraéliten. –",
"R. Šimi lehrte, daß man im Bethause [aus der Tora] nicht weniger als zehn Verse vorlese, wobei auch [der Einleitungsvers] ‘Und er sprach’ mitgezählt werde; wem entsprechen nun diese zehn?",
"R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Entsprechend den zehn Müßiggängernim Bethause. R. Joseph erwiderte: Entsprechend den zehn Geboten, die Moše am Sinaj erteilt wurden. R. Levi erwiderte: Entsprechend den zehn Lobliedern, die David im Buche der Psalmen gedichtet hat. R. Joḥanan erwiderte: Entsprechend den zehn Aussprüchen, durch die die Welt erschaffen wurde. –",
"Welche sind es? – [Die Worte] er sprach im [Abschnitte]Am Anfang. – Deren sind ja nur neun!? – Auch [der Vers] Am Anfang gehört zu den Aussprüchen, denn es heißt:durch den Ausspruch des Herrn wurden die Himmel erschaffen, und ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.",
"Raba sagte: Liest der erste vier [Verse], so ist dies lobenswert, liest der zweite vier, so ist dies lobenswert, liest der dritte vier, so ist dies lobenswert.",
"Liest der erste vier, so ist dies lobenswert, denn es wird gelehrt: In drei Körben von je drei Sea hebt man das Gold in der Schatzkammer ab; diese waren mit. [den Buchstaben] Aleph, Beth, Gimel gezeichnet, damit man wisse, welcher zuerst abgehoben wurde, um diesen zuerst zu Opferzwecken zu verwenden, denn das Gebot haftet am Ersten.",
"Liest der mittelste vier, so ist es lobenswert, denn es wird gelehrt:Auf die Vorderseite des Leuchters sollen sie ihr Licht werfen; dies lehrt, daß ihre Vorderseiten gegen die westlicheLeuchte sich richteten, und die der westlichen Leuchte gegen die Göttlichkeit. Hierzu sagte R. Joḥanan: Hieraus, daß das Mittelste das geschätzteste ist.",
"Liest der letzte vier, so ist dies lobenswert, weil man beim Heiligen erhöht und nicht herabsetzt. Einst war R. Papa im Bethause des Abe Gober, und als da jemand als erster vier [Verse] las, lobte er ihn.",
"WEDER WENIGER NOCH MEHR. Es wird gelehrt: Der beginnt, liest einen Segen vorher, und der beendet, liest einen Segen nachher.",
"Jetzt aber ist es üblich, daß jeder vorher und nachher lese, wegen der Kommenden und Fortgehenden.",
"AN NEUMONDEN UND AN HAEBFESTEN LESEN VIER &C. U͑la b. Rabh fragte Raba: Wie liest man den Neumondabschnitt:Befiehl den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen: Meine Opfergaben, meine Speise &c., der nur acht Verse hat? Lesen zwei je drei Verse, so bleiben ja nur zwei zurück, während man von einem Absatze nicht weniger als drei Verse zurücklassen darf. Lesen zwei je vier, so bleiben ja sieben zurück, denn der AbsatzUnd am Šabbath hat zwei und der AbsatzUnd an euren Neumonden hat fünf Verse: liest [der Dritte] die zwei Verse des ersten Absatzes und einen vom zweiten,",
"so darf man ja einen Absatz nicht mit weniger als drei Versen beginnen, und liest er die zwei des ersten Absatzes und drei aus dem folgenden, so bleiben ja nur zwei zurück!?"
],
[
"Dieser erwiderte: Diesbezüglich habe ich nichts gehört, wohl aber bezüglich eines ähnlichen Falles. Wir haben nämlich gelernt: Am Sonntag [lasen sieden Absatz]Am Anfang undEs werde eine Veste.",
"Hierzu wurde gelehrt, der Absatz Am Anfang werde von zweien und Es werde eine Veste von einem gelesen.",
"Dagegen wandten wir ein: Allerdings Es werde eine Veste von einem, da er nur drei Verse hat, wieso aber Am Anfang von zweien, er hat ja nur fünf Verse, während gelehrt wird, wer aus der Tora vorliest, lese mindestens drei Verse vor!?",
"Und hierzu wurde gelehrt: Rabh sagte, [der dritte Vers] wurde wiederholt, und Šemuél sagte, er wurde geteilt. –",
"Weshalb wurde er nach Rabh wiederholt und nicht geteilt? – Er ist der Ansicht, einen Vers, den Moše nicht teilte, dürfen auch wir nicht teilen. –",
"Wieso sagt Šemuél, man teile ihn, R. Ḥanina der Bibelleser erzählte ja, er habe sich viel mit R. Ḥanina dem Großen abgequält, dennoch erlaubte er ihm einen Schriftvers nur für Schulkinder zu teilen, weil es zum Unterrichte erfolgt!? –",
"[Beim Unterrichte] ist es deshalb erlaubt, weil es nicht anders möglich ist, und auch hierbei ist es nicht anders möglich. –",
"Weshalb wurde er nach Šemuél geteilt und nicht wiederholt? – Wegen der Kommenden und Fortgehenden.",
"Man wandte ein: Ein Absatz von sechs Versen ist von zweien und einer von fünf Versen von einem zu lesen; hat einer drei Verse gelesen, so lese der folgende die zwei Verse dieses Absatzes und einen aus dem folgenden; manche sagen, drei, weil man einen Absatz nicht mit weniger als drei Versen beginnen darf.",
"Man sollte doch [den dritten Vers] entweder nach der einen Ansicht wiederholen oder nach der anderen Ansicht teilen!? –",
"Anders ist es da, wo man [aus dem folgenden Absatz lesen] kann.",
"R. Tanḥum sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie die manchen. Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wie man einen Absatz nicht mit weniger als drei Versen beginnen darf, ebenso darf man von einem Absatze nicht weniger als drei Verse zurücklassen. –",
"Selbstverständlich, wenn beim Anfangen, bezüglich dessen der erste Tanna erleichternd ist, die manchen erschwerend sind, um wieviel mehr sind die manchen erschwerend beim Beenden, bezüglich dessen auch der erste Tanna erschwerend ist!? –",
"Man könnte glauben, wohl komme es oft vor, daß manche [spät] kommen, nicht aber, daß manche die Tora geöffnet lassen und fortgehen, so lehrt er uns. –",
"Nach dem ersten Tanna darf man wohl nicht [weniger als drei Verse] zurücklassen wegen der Fortgehenden, ebenso sollten auch beim Beginnen [drei Verse erforderlich sein], wegen der Kommenden!? – Ich will dir sagen: wer kommt, fragt.",
"Rabba, der Sohn Rabas, ließ R. Joseph fragen: Wie ist die Halakha? Dieser ließ ihm erwidern: Die Halakha ist, man wiederhole ihn, und zwar wiederhole ihn der mittelste.",
"DIE REGEL IST: AN EINEM TAGE, AN DEM ES EIN ZUSATZGEBET GIBT &C. Sie fragten: Wieviel an einem Gemeindefasttage? Lesen nur an Neumonden und Halbfesttagen vier, weil es an diesen ein Zusatzgebet gibt, nicht aber an jenem, an dem es kein Zusatzgebet gibt, oder auch an jenem, an dem ein Gebethinzugefügt wird? –",
"Komm und höre: An Neumonden und Halbfesten lesen vier. Demnach lesen an einem Gemeindefasttage nur drei. – Wie nun der Anfangssatz: am Montag, am Donnerstag und beim Vespergebete des Šabbaths lesen drei. Demnach lesen an einem Gemeindefasttage vier!? – Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –",
"Komm und höre: Rabh befand sich einst an einem Gemeindefasttage in Babylonien und sprach beim Vorlesen aus der Tora nur den Segen vorher und nicht nachher. Die ganze Gemeinde fielaufs Gesicht. Rabh aber fiel nicht aufs Gesicht.",
"Merke, Rabh las ja den Abschnitt für Jisraéliten, und wenn er nachher keinen Segen sprach, so geschah dies wohl deshalb, weil nach ihm noch jemand lesen sollte!? –",
"Nein, Rabh las den Abschnitt für Priester, denn auch R. Hona tat dies. –",
"Allerdings las R. Hona den Abschnitt für Priester, da sogar R. Ami und R. Asi, die die angesehensten Priester im Jisraéllande waren, sich vor ihm beugten, wieso aber tat dies Rabh, wo Šemuél da war, der Priester war und höher war!? –",
"Auch Šemuél beugte sich vor Rabh, nur erwies ihm Rabh Hochschätzung, jedoch nur in seiner Anwesenheit und nicht in seiner Abwesenheit. –",
"Es ist auch einleuchtend, daß Rabh den Abschnitt für Priester las, denn wenn du sagen wolltest, er habe den Abschnitt für Jisraéliten gelesen, so sprach er ja den Segen vorher nur wegen der Verordnung, somit sollte er ihn auch nachher gesprochen haben!? –",
"Anders war es da, wo Rabh anwesend war; wohl kamen manche [später],"
],
[
"niemand aber ging [früher] fort. –",
"Komm und höre: Die Regel ist: [An einem Tage], an dem für das Volk eine Störung der Arbeit entstehen würde, wie zum Beispiel an einem Gemeindefasttage oder am Neunten Ab, lesen drei [Personen] an einem Tage,",
"aber an dem für das Volk keine Störung der Arbeit entsteht, wie zum Beispiel an Neumonden und Halbfesttagen, lesen vier. Schließe hieraus.",
"R. Aši sprach: Wir haben ja aber anders gelernt: die Regel ist: [an einem Tage], an dem es ein Zusatzgebet gibt, der aber kein Festtag ist, lesen vier, und dies schließt wohl Gemeindefasttage und den Neunten Ab ein!? –",
"Nach R. Ašivertritt ja unsere Mišna weder die Ansicht des ersten Autors noch die des R. Jose!? Es wird nämlich gelehrt: Fällt [der Neunte Ab] auf einen Montag oder einen Donnerstag, so lesen drei [Personen aus der Tora], und einer von ihnen liest die Haphṭara; fällt er auf einen Dienstag oder einen Mittwoch, so liest einer, und dieser liest auch die Haphṭara. R. Jose sagt, in jedem Falle lesen drei, von denen einer die Haphṭara lese. –",
"Andernfalls besteht ja die Frage, was denn die Regel einschließe!? – Diese schließt Neumonde und das Halbfest ein. –",
"Von diesen lehrt er ja ausdrücklich: an Neumonden und an Halbfesten lesen vier!? –",
"Er gibt nur ein Merkzeichen: man glaube nicht, Feste und Halbfeste gleichen einander, vielmehr halte man sich an folgende Regel: je bedeutender der Tag ist, desto mehr Personen sind es;",
"somit lesen an Neumonden und Halbfesten, an denen es ein Zusatzopfer gibt, vier, an einem Festtage, an dem die Arbeit verboten ist, fünf, am Versöhnungstage, [dessen Entweihung] mit der Ausrottung belegt ist, sechs, und am Šabbath, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, sieben Personen.",
"Der Text. Einst befand sich Rabh an einem Gemeindefasttage in Babylonien und sprach beim Vorlesen aus der Tora den Segen vorher und nicht nachher. Die ganze Gemeinde fielaufs Gesicht, er aber nicht. Weshalb fiel Rabh nicht aufs Gesicht? –",
"Es war ein Steinpflaster, und es wird gelehrt:Ihr sollt keinen Stein mit Bildwerk in eurem Lande setzen, um sich auf diesen niederzuwerfen; auf diesen dürft ihr euch in eurem Lande nicht niederwerfen, wohl aber dürft ihr euch auf die Pflastersteine des Tempels niederwerfen. Dies nach einer Lehre U͑las, welcher sagte, die Tora habe nur das Steinpflaster verboten. –",
"Weshalb demnach nur Rabh, auch alle anderen sollten es [unterlassen]!? – Dieses befand sich nur vor Rabh. –",
"Sollte er zur Gemeinde gehen und da aufs Gesicht fallen!? – Er wollte die Gemeinde nicht belästigen. Wenn du aber willst, sage ich: Rabh pflegte beim Sichniederwerfen Hände und Füße vollständig auszubreiten, und [er unterließ es] nach einer Lehre U͑las, welcher sagte, die Tora habe nur das Ausbreiten von Händen und Füßen verboten. –",
"Sollte er aufs Gesicht fallen und nicht Hände und Füße ausbreiten!? – Er wollte von seiner Gepflogenheit nicht abweichen.",
"Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es bei einem vornehmen Manne. Dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Ein vornehmer Mann darf nicht aufs Gesicht fallen, es sei denn, daß er gleich Jehošua͑, dem Sohne Nuns, erhört wird, wie es heißt:und der Herr sprach zu Jehošua͑: Steh auf &c.",
"Die Rabbanan lehrten: ‘Bücken’ mit dem Gesichte [zur Erde], wie es heißt:Bath Šeba bückte sich mit dem Gesichte zur Erde. ‘Knien’, auf den Knieen [liegen], wie es heißt:von seinem Knien (auf den Knieen). ‘Sichhinstrecken’, Hände und Füße ausstrecken, wie es heißt:sollen wir etwa kommen, ich, deine Mutter und deine Brüder, uns vor dir zur Erde hinzustrecken!?",
"Levi zeigte das Bücken vor Rabbi und er wurde lahm. –",
"Hat ihm denn dies verursacht, R. Elea͑zar sagte ja, man stoße nie Worte gegen oben aus, denn ein bedeutender Mann, das ist Levi, stieß Worte gegen oben ausund er wurde lahm!? – Das eine und das andere verursachten dies.",
"R. Ḥija b. Abin erzählte: Ich beobachtete Abajje"
],
[
"und Raba, die sich nur verbeugten.",
"AN EINEM FESTTAGE [LESEN] FÜNF, AM VERSÖHNUNGSTAGE SECHS &C. Wer [ist der Autor] unserer Mišna: weder R. Jišma͑él noch R. A͑qiba!? Es wird nämlich gelehrt: An einem Festtage fünf, am Versöhnungstage sechs und am Šabbath sieben, weder weniger noch mehr – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt: an einem Festtage fünf, am Versöhnungstage sieben und am Šabbath sechs, nicht weniger, wohl aber mehr.",
"Wer nun: wenn R. Jišma͑él, stimmt ja nicht das mehr, und wenn R. A͑qiba, so stimmt ja nicht die Zahl sechs und sieben!?",
"Raba erwiderte: Es ist der Tanna aus der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Am Festtage fünf, am Versöhnungstage sechs und am Šabbath sieben, nicht weniger, wohl aber mehr – so R. Jišma͑él. –",
"Demnach befindet sich ja R. Jišma͑él mit sich selbst in Widerspruch!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jišma͑éls. –",
"Wer [ist der Autor] der folgenden Lehre: Am Festtage komme man spät[ins Bethaus] und gehe frühfort, am Versöhnungstage komme man früh und gehe spät fort, am Šabbathkomme man früh und gehe früh fort? Wohl R. A͑qiba, welcher sagt, [am Versöhnungstage] lese einer mehr. – Du kannst auch sagen, R. Jišma͑él, und zwar aus dem Grunde, weil an diesem der Gottesdienst umfangreicher ist.",
"Wem entsprechen diese drei, (vier), fünf, (sechs) und sieben? – Hierüber streiten R. Jiçḥaq b. Naḥmani und noch jemand, das ist R. Šimo͑n b. Pazi; manche sagen: R. Šimo͑n b. Pazi und noch jemand, das ist R. Jiçḥaq b. Naḥmani, und wie manche sagen, R. Šemuél b. Naḥmani: einer sagt, entsprechend dem Priestersegen, und einer sagt, entsprechend den drei Schwellenhütern, den fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs, und den sieben, die den König umgeben.",
"R. Joseph lehrte: Drei, fünf und sieben: drei Schwellenhüter, fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs, und sieben, die den König umgeben. Abajje sprach zu ihm: Weshalb hat es uns der Meister bisher nicht erklärt? Dieser erwiderte: Ich wußte nicht, daß ihr der Erklärung braucht, habt ihr mich denn nach einer solchen gefragt und ich sie euch verweigert!?",
"Ja͑qob der Minäer fragte R. Jehuda: Wem entsprechen die sechs des Versöhnungstages? Dieser erwiderte: Entsprechend den sechs Männern, die zur Rechten, und den sechs, die zur Linken E͑zras gestanden haben, wie es heißt:und Ezra, der Schriftgelehrte, stand auf einem hölzernen Gerüste, das sie für diesen Zweck errichtet hatten, und neben ihm standen Matithja, Šema͑, A͑anja, Urija, Ḥilqija und Maa͑seja zu seiner Rechten, und Pedaja, Mišaél, Malkija, Ḥašum, Ḥašbadana, Zekharja und Mešullam zu seiner Linken. –",
"Es sind ja sieben!? – Mešullam ist Zekharja, und nur deshalb wird er Mešullam genannt, weil er vollständig [mišlam] war in seinen Taten.",
"Die Rabbanan lehrten: Jeder ist zu den siebenzulässig, selbst ein Minderjähriger und selbst eine Frau; jedoch sagten die Weisen, eine Frau dürfe aus Achtung vor der Gemeinde aus der Tora nicht vorlesen.",
"Sie fragten: Darf derjenige, der die Haphṭara liest, zu den sieben mitgezählt werden? – R. Hona und R. Jirmeja b. Abba [streiten hierüber]; einer sagt, er werde mitgezählt, und einer sagt, er werde nicht mitgezählt.",
"Einer sagt, er werde mitgezählt, da er ja vorliest; einer sagt, er werde nicht mitgezählt, denn U͑la sagte: Weshalb liest derjenige, der die Haphṭara liest, vorher aus der Tora? Wegen der Achtung der Tora. Wenn dies nur wegen der Achtung der Tora erfolgt, so wird er nicht mitgezählt.",
"Man wandte ein: Wer die Haphṭara aus den Propheten liest, lese nicht weniger als einundzwanzig Verse, entsprechend den sieben, die aus der Toralesen: Wenn dem nun sowäre, so wären es ja vierundzwanzig!? – Da dies nur zu Ehren der Tora erfolgt,"
],
[
"so ist es ihm entsprechend nicht nötig.",
"Raba wandte ein: [Die Haphṭara]Fügt eure Brandopfer hinzu hat ja keine einundzwanzig Verse, und wir lesen ihn!? – Anders ist es bei diesem, wo das Thema abbricht. –",
"Ist dies denn nicht der Fall, auch wo das Thema nicht abbricht, R. Šemuél erzählte ja: Oft stand ich vor R. Joḥanan, und als wir zehn Verse gelesen hatten, sprach er zu uns: Hört auf!? – Anders ist es, wenn ein Dolmetsch vorhanden ist; R. Taḥlipha b. Šemuél lehrte nämlich: Dies nur, wenn kein Dolmetsch vorhanden ist, wenn aber ein Dolmetsch vorhanden ist, höre man früher auf.",
"MAN ZELEBRIERTNICHT DAS ŠEMA͑, TRITT NICHT VOR DIE LADE, ERHEBT NICHT DIE HÄNDE [ZUM PRIESTERSEGEN], LIEST NICHT AUS DER TORA VOR, LIEST NICHT DIE HAPHṬARA AUS DEN PROPHETEN,",
"VERANSTALTET KEIN STEHEN UND SITZEN, SPRICHT NICHT DEN TRAUERSEGEN, TROSTWORTE AN DIE LEIDTRAGENDEN UND DEN HOCHZEITSSEGEN UND VERANSTALTET KEINE VORBEREITUNG ZUM GEMEINSCHAFTLICHENTISCHSEGEN MIT NENNUNG DES GOTTESNAMENS, WENN WENIGER ALS ZEHN [PERSONEN ANWESEND SIND]. ZUR [AUSLÖSUNG VON] GRUNDSTÜCKENSIND NEUN [MÄNNER] UND EIN PRIESTER ERFORDERLICH. DESGLEICHEN BEI MENSCHEN.",
"GEMARA. Woher dies? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde; bei keiner heiligen Handlung dürfen es weniger als zehn sein. –",
"Wieso geht dies hieraus hervor? – R. Ḥija lehrte: Dies geht aus [dem Worte] Mitte hervor; hier heißt es: damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde, und dortheißt es: sondert euch ab aus der Mitte dieser Gemeinde.",
"Ferner folgere man aus [dem Worte] Gemeinde, denn es heißt:wie lange noch soll es mit dieser bösen Gemeinde währen? Wie es da zehn [Personen] waren, ebenso auch hierzehn.",
"VERANSTALTET KEIN STEHEN UND SITZEN. Weil man dann zu sagen hat: ‘Steht auf, Verehrte, steht auf! Setzt euch, Verehrte, setzt euch!’ Bei weniger als zehn [Personen] ist dies nicht angebracht.",
"SPRICHT NICHT DEN TRAUERSEGEN UND DEN HOCHZEITSSEGEN. Was ist das für ein Trauersegen? – Der Segen auf der Straße. R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Der Trauersegen ist bei [Anwesenheit von] zehn [Personen] zu sprechen, und die Leidtragenden werden nicht mitgezählt; der Hochzeitssegen ist bei [Anwesenheit von] zehn [Personen] zu sprechen, und der Bräutigam wird mitgezählt.",
"VERANSTALTET KEINE VORBEREITUNG ZUM GEMEINSCHAFTLICHEN TISCHSEGEN MIT NENNUNG DES GOTTESNAMENS. Weil man zu sprechen hat: ‘Wir wollen unseren Gott preisen’. Bei weniger als zehn [Personen] ist dies nicht angebracht.",
"ZUR [AUSLÖSUNG VON] GRUNDSTÜCKEN SIND NEUN [MÄNNER] UND EIN PRIESTER ERFORDERLICH. (DESGLEICHEN BEI MENSCHEN.) Woher dies?",
"Šemuél erwiderte: Zehn Mal wird [das Wort] Priester in diesem Abschnitte genannt; einmal ist es an sich nötig und die übrigen sind eine Ausschliessung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend: neun Jisraéliten und ein Priester. –",
"Vielleicht fünf Jisraéliten und fünf Priester!? – Ein Einwand.",
"DESGLEICHEN MENSCHEN. Kann denn ein Mensch heilig werden!?",
"R. Abahu erwiderte: Wenn jemand sagt: ‘Ich spende meinen Geldwert’. Es wird nämlich gelehrt: Sagt jemand: ‘Ich spende meinen Geldwert’, so wird er wie ein Sklave geschätzt. Sklaven gleichen Grundstücken, denn es heißt:ihr mögt sie auf eure Kinder nach euch vererben, daß sie ihr Eigentum seien.",
"ivWER AUS DER TORA VORLIEST, LESE NIGHT WENIGER ALS DREI VERSE. MAN LESE DEM DOLMETSCH NIGHT MEHR ALS EINEN VERS VOR, AUS"
],
[
"DEN PROPHETEN AUCH DREI; WENN DIE DREI ABER DREI EINZELNE ABSÄTZE BILDEN, SO LESE MAN SIE EINZELN.",
"MAN DARF [BEIM VORLESEN] AUS DEN PROPHETEN ÜBERSPRINGEN, NICHT ABER DARF MAN [BEIM VORLESEN] AUS DER TORA ÜBERSPRINGEN. WIEVIEL DARF MAN ÜBERSPRINGEN? DASS DER DOLMETSCH NICHT INNEZUHALTEN BRAUCHE.",
"GEMARA. Wem entsprechen diese drei Verse? R. Asi erwiderte: Entsprechend Tora, Propheten und Hagiographen.",
"MAN LESE DEM DOLMETSCH NICHT MEHR ALS EINEN VERS VOR, AUS DEN PROPHETEN AUCH DREI; WENN DIE DREI ABER DREI EINZELNE ABSÄTZE BILDEN, SO LESE MAN SIE EINZELN. Zum Beispiel:Denn so spricht der Herr: Umsonst wurdet ihr νerkauft.Denn so spricht Gott, der Herr: Nach Miçrajim zog mein Volk einst hinab.Und nun, was habe ich hier zu schaffen, Spruch des Herrn.",
"[BEIM VORLESEN] AUS DEN PROPHETEN DARF MAN ÜBERSPRINGEN, NICHT ABER DARF MAN [BEIM VORLESEN] AUS DER TORA ÜBERSPRINGEN. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Erliest [den Abschnitt]Nach dem Tode und [den Abschnitt]Am zehnten. Hierbei überspringt erja!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn der Dolmetsch innehalten muß, und das andere, wenn der Dolmetsch nicht innezuhalten braucht. –",
"Er lehrt ja aber weiter, man dürfe [beim Vorlesen] aus den Propheten überspringen, nicht aber dürfe man [beim Vorlesen] aus der Tora überspringen, und man dürfe soviel überspringen, daß der Dolmetsch nicht innezuhalten brauche; demnach ist es ja [beim Vorlesen] aus der Tora in jedem Falle verboten!?",
"Vielmehr, erwiderte Abajje, das eine gilt von einem Thema und das andere gilt von zwei Themen. Es wird auch gelehrt: Man darf [beim Vorlesen] aus der Tora bei einem Thema überspringen, [beim Vorlesen] aus den Propheten auch bei zwei Themen; in beiden Fällen jedoch nur so lange, daß der Dolmetsch nicht innezuhalten brauche.",
"Ein Anderes lehrt: Man darf nicht von einem Propheten zum anderen überspringen; bei den zwölf [kleinen] Propheten darf man überspringen, jedoch darf man nicht vom Ende des Buches zum Beginne springen.",
"vWER DIE HAPHṬARA AUS DEN PROPHETEN VORLIEST, ZELEBRIERT AUCH DAS ŠEMA͑, TRITT AUCH VOR DIE LADE UND ERHEBT AUCH DIE HÄNDE [ZUM PRIESTERSEGEN];IST ES EIN MINDERJÄHRIGER, SO TUE DIES SEIN VATER ODER SEIN LEHRER FÜR IHN.",
"viEIN MINDERJÄHRIGER DARF AUS DER TORA VORLESEN UND VERDOLMETSCHEN, JEDOCH NICHT DAS ŠEMA͑ ZELEBRIEREN, NOCH VOR DIE LADE TRETEN, NOCH DIE HÄNDE [ZUM PRIESTERSEGEN] ERHEBEN.",
"EIN ZERLUMPTER DARF DAS ŠEMA͑ ZELEBRIEREN UND VERDOLMETSCHEN, JEDOCH NICHT AUS DER TORA VORLESEN, NOCH VOR DIE LADE TRETEN, NOCH DIE HÄNDE [ZUM PRIESTERSEGEN] ERHEBEN.",
"EIN BLINDER DARF DAS ŠEMA͑ ZELEBRIEREN UND VERDOLMETSCHEN; R. JEHUDA SAGT, WER NIE IM LEBEN DIE LICHTKÖRPER GESEHEN HAT, DÜRFE DAS ŠEMA͑ NICHT ZELEBRIEREN.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde?R. Papa erklärte: Als Ehrung. Rabba b. Šimi erklärte: Um Streitigkeitenvorzubeugen. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –",
"Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn man dies unentgeltlich tut. –",
"Es wird gelehrt: Ist es ein Minderjähriger, so tue dies sein Vater oder sein Lehrer für ihn. Sind denn, wenn du wegen Streitigkeiten sagst, bei einem Minderjährigen Streitigkeiten zu berücksichtigen!? –",
"Ist denn, wenn du als Ehrung sagst, bei einem Minderjährigen die Ehrung zu berücksichtigen!?"
],
[
"Vielmehr als Ehrung für den Vater und als Ehrung für den Lehrer, ebenso Streitigkeiten mit dem Vater und Streitigkeiten mit dem Lehrer.",
"EIN ZERLUMPTER DARF DAS ŠEMA͑ ZELEBRIEREN &C. U͑la b. Rabh fragte Abajje: Darf ein zerlumpter Minderjähriger aus der Tora vorlesen?",
"Dieser entgegnete: Du könntest ebenso bezüglich des Nackten fragen! Der Nackte darf es nicht aus Achtung vor der Gemeinde, ebenso darf es dieser nicht aus Achtung vor der Gemeinde.",
"EIN BLINDER DARF DAS ŠEMA͑ ZELEBRIEREN &C. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Viele trugen über die Sphärenkunde vor, ohne sie je im Leben gesehen zu haben. –",
"Und R. Jehuda!? – Bei diesen kommt es auf das Verständnis an, sie vertiefen sich und verstehen es, hierbei aber kommt es auf den Nutzenan, und er hat ja [vom Lichte] keinen Nutzen. –",
"Und die Rabbanan!? – Auch er hat davon einen Nutzen. Es wird nämlich gelehrt: R. Jose erzählte: Mein ganzes Leben hatte ich mich mit folgendem Verse abgequält:du wirst am Mittag herumtasten, wie der Blinde im Finstern; welchen Unterschied gibt es für einen Blinden zwischen Finsternis und Licht!?",
"Einst aber ging ich in einer finsteren Nacht und Dunkelheit und sah einen Blinden mit einer Fackel in der Hand auf dem Wege gehen. Da sprach ich zu ihm: Mein Sohn, was soll dir diese Fackel!? Dieser erwiderte: Wenn ich eine Fackel in der Hand trage, so sehen mich die Leute und schützen mich vor Gruben, Gestrüpp und Dornen.",
"viiEIN PRIESTER, DER GEBRECHEN AN DEN HÄNDEN HAT, ERHEBE NIGHT DIE HÄNDE [ZUM PRIESTERSEGEN]; R. JEHUDA SAGT, AUCH DESSEN HÄNDE MIT WAIDFARBE BESCHMUTZT SIND, ERHEBE DIE HÄNDE NIGHT [ZUM PRIESTERSEGEN], WEIL DAS PUBLIKUM IHN ANSCHAUEN WÜRDE.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Die Gebrechen, von denen sie sprechen, wenn er sie am Gesichte, an den Händen oder an den Füßen hat. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Sind seine Hände mit weißen Flecken behaftet, so erhebe er nicht die Hände [zum Priestersegen]. Ebenso wird auch gelehrt: Sind seine Hände mit weißen Flecken behaftet, so erhebe er nicht die Hände [zum Priestersegen]; sind sie gekrümmt oder gebogen, so erhebe er nicht die Hände [zum Priestersegen].",
"R. Asi sagte: [Ein Priester] aus Ḥaifa oder Beth Šan erhebe nicht die Hände [zum Priestersegen]. Desgleichen wird gelehrt: Leute aus Ḥajpha. Beth Šan oder Tibo͑n darf man nicht vor die Lade treten lassen, weil diese das Aleph wie A͑jin und das A͑jin wie Aleph aussprechen.",
"R. Ḥija sprach zu R. Šimo͑n b. Rabbi: Wärest du aus dem Stamme Levi, so würdest du für die Estradeuntauglich sein, weil du eine grobe Stimme hast. Als er zu seinem Vater kam, und es ihm erzählte, sprach dieser zu ihm: Geh, sage ihm: Würdest du, wenn du [zum Verse]: ich will auf den Herrn hoffen, herankommst, nicht lästern und schmähen?",
"R. Hona sagte: Der Triefäugige darf die Hände nicht [zum Priestersegen] erheben. – Einer war ja aber in der Nachbarschaft R. Honas, der die Hände [zum Priestersegen] wohl erhob!? – Dieser war in der Stadt bekannt. Ebenso wird auch gelehrt: Der Triefäugige darf nicht die Hände [zum Priestersegen] erheben; ist er in der Stadt bekannt, so darf er dies.",
"R. Joḥanan sagte: Wer auf einem Auge blind ist, darf die Hände nicht [zum Priestersegen] erheben. – Einer war ja aber in der Nachbarschaft R. Joḥanans, der die Hände wohl [zum Priestersegen] erhob!? – Dieser war in der Stadt bekannt. Ebenso wird auch gelehrt: Wer auf einem Auge blind ist, darf nicht die Hände [zum Priestersegen] erheben: ist er in der Stadt bekannt, so darf er dies.",
"R. JEHUDA SAGT: AUCH DESSEN HÄNDE MIT WAIDFARBE BESCHMUTZT SIND, ERHEBE DIE HÄNDE NIGHT [ZUM PRIESTERSEGEN]. Es wird gelehrt: Ist dies die Beschäftigung der meisten Einwohner der Stadt, so ist es erlaubt.",
"viiiSAGT JEMAND: ‘ICH TRETE NICHT VOR DIE LADE IN FARBIGEN [KLEIDERN]’, SO DARF ER ES AUCH NICHT IN WEISSEN. ‘IN SANDALEN’, SO DARF ER ES AUCH NICHT BARFUSS.",
"MACHT MAN SEINE TEPHILLARUND, SO IST DIES GEFÄHRLICH, AUCH ÜBT MAN DAMIT DAS GEBOT NICHT AUS. LEGT MAN SIE AN DIE STIRN BEZIEHUNGSWEISE AN DIE HANDFLÄCHE, SO IST DIES HERÄTISCHE ART. BEKLEIDET MAN SIE MIT GOLD ODER LEGT MAN SIE AUF DEM ÄRMEL AN, SO IST DIES KETZERISCHEART.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? – Wir befürchten, er ist vielleicht von der Häresie befangen.",
"MACHT JEMAND SEINE TEPHILLA RUND, SO IST DIES GEFÄHRLICH, AUCH ÜBT MAN DAMIT DAS GEBOT NICHT AUS. Wir lernen also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Es ist eine dem Moše am Sinaj überlieferte Halakha, daß die Tephillin viereckig sein müssen.",
"Hierzu sagte Raba, auch in ihrer Naht und ihrem Querschnitte. R. Papa entgegnete: Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie wie eine Nuß gefertigt sind.",
"ix SAGT JEMAND:"
],
[
"‘DIE GUTENPREISEN DICH’, SO IST DIES HÄRESIE. [SAGT JEMAND:] ‘BIS AUF DAS VOGELNESTERSTRECKT SICH DEIN ERBARMEN’, ODER: ‘OB DEINES GUTEN SEI DEINES NAMENS GEDACHT’, ODER WENN JEMAND ‘WIR DANKEN, WIR DANKEN’ SAGT, SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN.",
"WENN JEMAND [DEN ABSCHNITT] VON DER BLUTSCHANDE UMSCHRIEBEN LIEST, SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN. WENN JEMAND [DEN VERS:]du sollst von deiner Nachkommenschaft nicht hergeben, um es dem Molekh zu weihen, PARAPHRASIERT: VON DEINEM SAMEN SOLLST DU NICHT HERGEBEN, EINE ARAMÄERIN ZU SCHWÄNGERN, SO BRINGT MAN IHN ZUM SCHWEIGEN.",
"GEMARA. Erklärlich ist es, daß man ihn schweigen heißt, wenn er ‘wir danken, wir danken’ sagt, weil es den Anschein hat, als [bete er] zwei Prinzipien an, ebenso wegen ‘ob des Guten sei deines Namens gedacht‘, weil dies heißt: nur für das Gute, nicht aber für das Schlechte, während wir gelernt haben, man sei verpflichtet, für das Schlechte zu preisen, wie man für das Gute preist, weshalb aber wegen ‘bis auf das Vogelnest erstreckt sich dein Erbarmen’!? –",
"Hierüber streiten im Westen zwei Amoraím, R. Jose b. Abin und R. Jose b. Zebida; einer erklärt: weil man dadurch Neid in der Schöpfung erregt, und einer erklärt: weil er die Gebotedes Heiligen, gepriesen sei er, zur Barmherzigkeit macht, während sie Befehle sind.",
"Einst trat jemand in Gegenwart Rabbas vor und betete: Du hast des Vogelnestes geschont, schone auch und erbarme dich unser! Du hast des [Tieres]und seines Jungen geschont, schone auch und erbarme dich unser! Da sprach Rabba: Wie sehr versteht es dieser Jünger, seinen Herrn zu besänftigen. Abajje sprach zu ihm: Wir haben ja gelernt, man heiße ihn schweigen!?",
"Rabba aber wollte Abajje nur prüfen.",
"Einst trat jemand in Gegenwart R. Ḥaninas vor und betete: Gott, der Große, der Mächtige, der Furchtbare, der Starke, der Feste und der Mutige.",
"Da sprach er zu ihm: Bist du mit allen Lobpreisungen des Herrn zu Ende? Wir würden auch diese dreinicht gesagt haben, hätte sie nicht Moše in der Tora geschrieben, und wären die Männer der Großsynode nicht gekommen und hätten sie [in das Gebet] aufgenommen; du aber sprichst dies alles!? Dies ist ebenso, als wenn man jemand, der tausend Millionen Golddenare besitzt, [als Besitzer von] tausend Silberdenaren rühmen würde. Wäre dies für ihn nicht eine Herabsetzung!?",
"R. Ḥanina sagte: Alles in den Händen des Himmels, ausgenommen die Gottesfurcht, denn es heißt:und nun Jisraél, was verlangt der Herr, dein Gott, von dir, als ihn zu fürchten. –",
"Demnach ist die Gottesfurcht also eine Kleinigkeit!? – Freilich für unseren Meister Moše war sie auch eine Kleinigkeit. Ein Gleichnis. Wenn man von jemand ein großes Gerät verlangt und er es besitzt, so kämmt es ihm wie ein kleines Gerät vor, wenn aber ein kleines und er es nicht besitzt, so kommt es ihm wie ein großes Gerät vor.",
"R. Zera sagte: Wenn man ‘höre, höre’ sagt, so ist es ebenso, als wenn man sagt ‘wir danken, wir danken’.",
"Man wandte ein: Wenn man das Šema͑ liest und es wiederholt, so ist dies verwerflich. Nur verwerflich ist es, schweigen aber heißt man ihn nicht!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn man Wort für Wortwiederholt, das andere, wenn man Satz für Satz wiederholt.",
"R. Papa sprach zu Raba: Vielleicht hatte er vorher seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, später aber seine Gedanken andächtig gestimmt!? Dieser erwiderte: Gibt es denn eine Kameradschaft mit dem Himmel!? Hat er vorher seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, so prügele man ihn mit einem Schmiedehammer, bis er sie andächtig stimmt.",
"WENN JEMAND [DEN ABSCHNITT] VON DER BLUTSCHANDE UMSCHRIEBEN LIEST, SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN. R. Joseph lehrte: [Wenn er liest]: Den Schimpf seines Vaters, den Schimpf seiner Mutter.",
"ODER WENN ER [DEN VERS:] du sollst von deiner Nachkommenschaft nicht hergeben &c. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Daß die Schrift von dem Falle spreche, wenn ein Jisraélit einer Nichtjüdin beiwohnt und von ihr ein Kind für den Götzendienst zeugt.",
"DIE ERZÄHLUNG VON REÚBENWIRD VORGELESEN, ABER NICHT VERDOLMETSCHT; DIE ERZÄHLUNG VON TAMARWIRD VORGELESEN UND VERDOLMETSCHT; DIE ERSTE ERZÄHLUNG VOM [GOLDENEN] KALBEWIRD VORGELESEN UND VERDOLMETSCHT, DIE ZWEITEWIRD VORGELESEN, ABER NICHT VERDOLMETSCHT. DER PRIESTERSEGEN UND DIE ERZÄHLUNGEN VON DAVIDUND VON AMNONWERDEN VORGELESEN ABER NICHT VERDOLMETSCHT.",
"MAN LESE NICHT [DAS KAPITEL] VOM HIMMELSWAGENALS HAPHṬARA; R. JEHUDA ERLAUBT DIES, R. ELIE͑ZER SAGT, AUCH NICHT [DAS KAPITEL:] Teile Jerušalem mit.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Manche [Stellen] werden vorgelesen und verdolmetscht, manche werden vorgelesen und nicht verdolmetscht und manche werden weder vorgelesen noch verdolmetscht. Folgende werden vorgelesen und verdolmetscht:",
"Die Schöpfungsgeschichte wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten, es können manche fragen,"
],
[
"was oben und was unten, was vorn und was hinten sich befindet, so lehrt er uns.",
"Die Erzählung von Loṭ und seinen zwei Töchternwird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Abrahams, so lehrt er uns.",
"Die Erzählung von Tamar und Jehuda wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Jehudas, so lehrt er uns, daß sein Geständnis ihm zum Lobe gereicht.",
"Die erste Erzählung vom [goldenen] Kalbe wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Jisraéls, so lehrt er uns, daß dies ihnen erst recht lieb ist, damit dies eine Sühne für sie sei.",
"Die Flüche und die Segenwerden vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu befürchten, die Gemeinde könnte entmutigt werden, so lehrt er uns.",
"Verwarnungen und Strafandrohungen werden vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, man könnte [die Gebote] nur aus Furcht ausüben, so lehrt er uns.",
"Die Erzählung von Amnon und Tamarwird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Davids, so lehrt er uns.",
"Die Erzählung vom Kebsweibe in Gibea͑ wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man berücksichtige die Ehre Binjamins, so lehrt er uns.",
"[Das Kapitel:] Teile Jerušalem seine Schandtaten mit, wird vorgelesen und verdolmetscht. – Selbstverständlich!? – Dies schließt die Ansicht R. Elie͑zers aus. Es wird nämlich gelehrt: Einst las jemand in Gegenwart R. Elie͑zers [das Kapitel:] Teile Jerušalem seine Schandtaten mit; da sprach er zu ihm: Während du die Schandtaten Jerušalems untersuchst, untersuche lieber die Schandtaten deiner Mutter. Als man hinter ihm her untersuchte, fand man an ihm den Makel der Illegitimität.",
"Folgende werden vorgelesen und nicht verdolmetscht: Die Erzählung von Reúben wird vorgelesen und nicht verdolmetscht. Einst kam R. Ḥanina b. Gamliél nach Kebul, und als der Gemeindebeorderte [zum Verse]:während Jisraél in dieser Gegend wohnte, herankam, sprach er zum Dolmetsch: Halte inne, verdolmetsche nur die zweite Hälfte. Die Weisen lobten ihn dieserhalb.",
"Die zweite Erzählung vom [goldenen] Kalbe wird vorgelesen und nicht verdolmetscht. – Wie weit reicht die zweite Erzählung? – Von: da sprach Moše bis:und Moše sah.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Stets sei man vorsichtig mit seiner Antwort, denn die Antwort, die Ahron Moše gab, gab den Minäern Anlaß zur Ausartung, denn es heißt:ich warf es ins Feuer, da kam dieses Kalb heraus.",
"DER PRIESTERSEGEN WIRD VORGELESEN UND NICHT VERDOLMETSCHT. Aus welchem Grunde? – Weil es in diesem heißt:er erhebe.",
"DIE ERZÄHLUNGEN VON DAVID UND AMNON WERDEN (NICHT) VORGELESEN UND NICHT VERDOLMETSCHT. Du sagtest ja aber, die Erzählungen von Amnon und Tamar werden vorgelesen und verdolmetscht!? – Das ist kein Einwand; das eine, wo es ‘Amnon, der Sohn Davids’ heißt, das andere, wo es nur ‘Amnon’ heißt.",
"Die Rabhanan lehrten: Alle häßlichen Verse in der Tora werden euphemistisch gelesen; zum Beispiel: beschlafen stattbegatten, Muskelgeschwüre stattAftergeschwüre, Taubenfluß stattTaubenmist, ihre Exkremente zu essen und ihr Fußwasser zu trinken",
"stattihren Dreck zu essen und ihren Urin zu trinken, Abtritt stattKloake. R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, [das Wort] Kloake spreche man richtig aus, weil es [an dieser Stelle] eine Beschimpfung der Götzen ist.",
"R. Naḥman sagte: Jeder Spott ist verboten, ausgenommen der Spott über die Götzen, der erlaubt ist, wie es heißt:gestürzt ist Bel, es krümmt sich Nebo; ferner heißt es:sie krümmten sich, stürzten insgesamt; sie vermochten nicht, die Last zu retten &c. R. Jennaj entnimmt dies hieraus:Um den Stier von Beth Aven werden die Bewohner von Šomron sorgen; seine Anhänger werden um ihn trauern und seine Pfaffen für ihn zittern, daß seine Herrlichkeit von ihm fortgewandert ist; lies nicht kebodo [Herrlichkeit] sondern: kebedo [Last].",
"R. Hona b. Manoaḥ sagte im Namen R. Aḥas, des Sohnes R. Iqas: Ein Jisraélit darf zu einem Nichtjuden sagen: Nimm den Götzen und lege ihn inST. R. Aši sagte: Den Übelberüchtigten darf manGS. schimpfen; wer einen guten Ruf hat, den lobe man, und auf dem Haupte des ihn Lobenden möge Segen ruhen.",
"",
"WENN DIE EINWOHNER DER STADT DEN STADTPLATZ VERKAUFT HABEN, SO DÜRFEN SIE FÜR DEN ERLÖS EIN BETHAUS KAUFEN; WENN EIN BETHAUS, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] EINE LADE KAUFEN; WENN EINE LADE, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] HÜLLEN KAUFEN; WENN HÜLLEN, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] BÜCHER KAUFEN;"
],
[
"WENN BÜCHER, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] EINE TORAROLLE KAUFEN.",
"HABEN SIE ABER EINE TORAROLLE VERKAUFT, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] KEINE BÜCHER KAUFEN; WENN BÜCHER, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] KEINE HÜLLEN KAUFEN; WENN HÜLLEN, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] KEINE LADE KAUFEN; WENN EINE LADE, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] KEIN BETHAUS KAUFEN; WENN EIN BETHAUS, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] KEINEN STADTPLATZ KAUFEN.",
"DASSELBE GILT AUCH VON DEN ÜBERSCHÜSSEN.",
"GEMARA. Wenn die Einwohner der Stadt den Stadtplatz verkauft haben. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies ist die Ansieht des Anonymus R. Menaḥem b. Jose, die Weisen aber sagen, dem Stadtplatz hafte keine Heiligkeit an. –",
"Was ist der Grund des R. Menahem b. Jose? – Weil das Volk an Fast- und Beistandstagen da betet. – Und die Rabbanan!? – Dies geschieht ja nur selten.",
"Wenn ein Bethaus, so dürfen sie für den Erlös eine Lade kaufen. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Dies lehrten sie nur von einem Bethause in einem Dorfe, ein Bethaus in einer großen Stadt aber darf man überhaupt nicht verkaufen, weil ein solches auch von Auswärtigen besucht wird, und somit Gemeingut ist.",
"R. Aši sprach: Das Bethaus von Matha Meḥasja wird zwar auch von Auswärtigen besucht, jedoch dürfte ich, wenn ich wollte, es verkaufen, weil diese nur meinetwegen kommen.",
"Man wandte ein: R. Jehuda erzählte: Einst wurde das Bethaus der Kupferschmiede in Jerušalem an R. Elie͑zer verkauft, und dieser verwendete es zu all seinen Bedürfnissen. Dies geschah ja in einer Großstadt!? – Dieses war ein ganz kleines Bethaus, das sie nur für sich erbaut hatten.",
"Man wandte ein: An einem Hause im Lande, das ihr zu eigen habt, nur was ihr zu eigen habt, ist durch Aussatz verunreinigungsfähig, Jerušalem aber ist nicht durch Aussatz verunreinigungsfähig. R. Jehuda sagte: Ich hörte dies nur vom Platze des Heiligtums.",
"Demnach sind also Bet- und Lehrhäuser wohl verunreinigungsfähig; wieso denn, sie sind ja Eigentum der Städte!? – Lies: R. Jehuda sagte: Ich hörte dies nur von einem geheiligten Platze in Jerušalem. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Der erste Tanna ist der Ansicht, Jerušalem sei nicht an die Stämme verteilt worden, und R. Jehuda ist der Ansicht, Jerušalem sei wohl an die Stämme verteilt worden.",
"Sie führen denselben Streit,",
"wie die Tannaím der folgenden Lehre: Was befand sich [vom Tempel] im Gebiete Jehudas? Der Tempelberg, die Hallen und die Tempelhöfe. Was befand sich im Gebiete Binjamins? Die Vorhalle, das Tempelschiff und das Allerheiligste.",
"Ein Streifen vom Gebiete Jehudas ragte in das Gebiet Binjamins, auf dem der Altar errichtet war, und darüber härmte sich der fromme Binjamin tagtäglich, ihn einzuverleiben, denn es heißt: er beschirmtihn allezeit. Daher war es Binjamin beschieden, ein Wirt der Göttlichkeitzu sein.",
"Folgender Tanna dagegen ist der Ansicht. Jerušalem sei nicht an die Stämme verteilt worden. Es wird nämlich gelehrt: Man darf in Jerušalem keine Häuservermieten, weil sie nicht ihr Eigentum sind, und wie R. Elea͑zar b. Çadoq sagt, auch keine Betten; daher pflegen die Wirte ihnen die Häute der heiligen Opfer gewaltsam abzunehmen.",
"Abajje sagte: Hieraus, daß es schicklich ist, Krug und Haut seinem Gastwirte zurückzulassen.",
"Raba sagte: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn der Verkauf nicht durch die sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner erfolgt ist, wenn der Verkauf aber durch die sieben Repräsentantenim Beisein der Stadtbewohner erfolgt ist,"
],
[
"so darf [der Erlös] sogar für Rauschtrank verwendet werden.",
"Rabina hatte [auf seinem Gebiete] eine Ruine eines Bethauses. Da kam er vor R. Aši und fragte ihn, ob er [den Platz] zum Besäen verwenden dürfe. Dieser erwiderte: Geh und kaufe sie von den sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner, sodann besäe ihn.",
"Rami b. Abba baute ein Bethaus und wollte ein altes Bethaus niederreißen, um Ziegel und Balken desselben zum neuen zu verwenden; da warf er folgende Frage auf: R. Ḥisda sagte, man dürfe kein Bethaus niederreißen, bevor man ein neues errichtet hat, wegen etwaiger Fahrlässigkeit; wie ist es nun in diesemFalle? Er fragte R. Papa, und dieser verbot es; hierauf fragte er R. Hona, und er verbot es ebenfalls.",
"Raba sagte: Ein Bethaus darf man austauschen oder verkaufen, aber nicht vermieten oder verpfänden. – Aus welchem Grunde? –",
"Weil es dann seine Heiligkeit behält. Die Ziegel darf man ebenfalls verkaufen oder austauschen, nicht aber verborgen. Dies gilt jedoch nur von alten, bei neuen aberist nichts dabei.",
"Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, die Bestimmung sei ausschlaggebend, gilt dies nur [in einem Falle], wenn man zum Beispiel ein Gewand für einen Totenwebt, während es in unserem Falle ebenso ist, als spinne man, [um aus der Wolle ein Gewand für einen Toten] zu weben; niemand ist der Ansicht, [daß dies eine Bestimmung sei].",
"Über das Schenken streiten R. Aḥa und Rabina; einer verbietet es und einer erlaubt es. Einer verbietet es, weil dadurch die Heiligkeit nicht schwindet, und einer erlaubt es, weil man nichts verschenkt, wenn man davon keinen Nutzen hat, somit gleicht das Schenken dem Verkaufe.",
"Die Rabbanan lehrten: Zu Gebotszwecken verwendete Dinge dürfen fortgeworfen werden, die aber zu heiligem Gebrauche verwendet worden, müssen verwahrt werden. Folgende sind zu Gebotszwecken verwendete Dinge: eine Festhütte, ein Feststrauß, eine Posaune und Çiçith. Folgende sind Dinge, die zum heiligen Gebrauche verwendet worden sind: Behälter für Bücher, (Tephillin) und Mezuzoth, ein Etui für eine Torarolle, das Futteral und die Riemender Tephillin.",
"Raba sagte: Anfangs glaubte ich, das Pult [im Bethause] sei Benutzungsgegenstand eines Benutzungsgegenstandes; nachdem ich aber bemerkt habe, daß man auf dieses die Torarolle legt, sage ich, auch dieses sei Benutzungsgegenstand des Heiligen, und [das Fortwerfen] ist somit verboten.",
"Ferner sagte Raba: Anfangs glaubte ich, der Vorhang [im Bethause] sei Benutzungsgegenstand eines Benutzungsgegenstandes, nachdem ich aber bemerkt habe, daß man ihn zusammenrollt und auf ihn die Torarolle legt, sage ich, er sei Benutzungsgegenstand des Heiligen, und [das Fortwerfen] ist somit verboten.",
"Ferner sagte Raba: Aus einer zerbrochenen Ladedarf man eine kleinere Lade machen, ein Pult aber nicht. Ferner sagte Raba: Aus einem abgenutzten Vorhange darf man eine Decke für die Torarolle machen, nicht aber für einzelne Pentateuchbücher.",
"Ferner sagte Raba: Futterale der Pentateuchbücher und Kisten der [heiligen] Schriften sind Benutzungsgegenstände des Heiligen und müssen verwahrt werden. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, diese dienen ja nicht als Schmuck, sondern sind nichts weiter als Schutz, so lehrt er uns.",
"Im Bethause der Römerwar eine Kammer offen, in der eine Leiche lag, und Priesterwollten zum Beten eintreten. Da sagten sie es Raba, und dieser sprach zu ihnen: Nehmet die Lade und stellt sie an die Tür, denn diese ist ein ruhendes Holzgerät, und ein ruhendes Holzgerät ist für die Unreinheit nicht empfänglich, somit bildet sie eine Scheidewand vor der Unreinheit.",
"Die Rabbanan sprachen zu Raba: Es kommt ja vor, daß sie fortbewegt wird, wenn man auf diese die Torarolle legt, somit ist sie ja ein Gerät, das gefüllt und leer fortbewegt wird!? – Wenn dem so ist, ist dies nicht zulässig.",
"Mar Zuṭra sagte: Aus abgenutzten Hüllen von [heiligen] Büchern darf man ein Gewand für einen Pflichttoten bereiten, denn das ist ihre Verwahrung.",
"Ferner sagte Raba: Eine verbrauchte Torarolle verwahre man neben einem Schriftgelehrten, selbst wenn er nur Halakoth zu studieren pflegte. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Und zwar in einem Tongefäße, denn es heißt:du sollst sie in ein Tongefäß tan, damit sie viele Tage erhalten bleiben.",
"R. Papi sagte im Namen Rabas: Aus einem Bethause darf man ein Lehrhaus machen, nicht aber aus einem Lehrhause ein Bethaus. R. Papa aber lehrte im Namen Rabas entgegengesetzt. R. Aḥa sprach:"
],
[
"Die Ansicht R. Papis ist einleuchtender, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, man dürfe aus einem Bethause ein Lehrhaus machen. Schließe hieraus.",
"Bar Qappara trug vor: Es heißt:er verbrannte das Haus Gottes und das Haus des Königs [und alle Häuser Jerušalems] und jedes große Haus verbrannte er im Feuer. Das Haus Gottes, das ist der Tempel; das Haus des Königs, das ist der königliche Palast; und alle Häuser Jerušalems, wörtlich: Und jedes große Haus verbrannte er im Feuer, [hierüber streiten] R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi; einer erklärt: Orte, da die Tora gepflegt wurde, und einer erklärt, Orte, da das Gebet gepflegt wurde.",
"Einer erklärt, da die Tora gepflegt wurde, denn es heißt:dem Herrn gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, die Tora groß und herrlich zu machen; einer erklärt, da das Gebet gepflegt wurde, denn es heißt:erzähle mir doch all die großen Taten, die Eliša verrichtet hat, und Eliša verrichtete sie durch das Gebet.",
"Es ist zu beweisen, daß R. Jehošua͑ b. Levi es ist, welcher erklärt: ein Ort, da die Tora gepflegt wurde, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, man dürfe aus einem Bethause ein Lehrhaus machen. Schließe hieraus.",
"HABEN SIE ABER EINE TORAROLLE VERKAUFT, SO DÜRFEN SIE [FÜR DEN ERLÖS] KEINE BÜCHER KAUFEN &C. Sie fragten: Darf man eine alte Torarolle verkaufen, um für den Erlös eine neue zu kaufen? Ist es verboten, weil [die Heiligkeit] nicht gesteigert wird, oder ist es erlaubt, da es Heiligeres nicht gibt? –",
"Komm und höre: Haben sie aber eine Torarolle verkauft, so dürfen sie [für den Erlös] keine Bücher kaufen. Nur keine Bücher, wohl aber eine Torarolle [für den Erlös] einer Torarolle. – Unsere Mišna [spricht von dem Falle], wenn bereits geschehen, wir aber fragen, ob dies von vornherein [erlaubt ist]. –",
"Komm und höre: Man darf eine Torarolle in eine Hülle von einem Pentateuchbuche, und ein Pentateuchbuch in eine Hülle von einem Propheten oder Hagiographen wickeln, nicht aber einen Propheten oder Hagiographen in eine Hülle von einem Pentateuchbuche, und nicht ein Pentateuchbuch in eine Hülle einer Torarolle.",
"Hier wird gelehrt, daß man eine Torarolle in eine Hülle von einem Pentateuchbuche wickeln darf; nur in die Hülle von einem Pentateuchbuche, nicht aber in die einer [anderen] Torarolle. –",
"Wie nun der Schlußsatz: und nicht ein Pentateuchbuch in die Hülle einer Torarolle; eine Torarolle in [die Hülle einer anderen] Torarolle ist demnach erlaubt!? – Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –",
"Komm und höre: Man darf eine Torarolle auf eine Torarolle, eine Torarolle auf ein Pentateuchbuch und ein Pentateuchbuch auf einen Propheten oder Hagiographen legen, nicht aber einen Propheten oder Hagiographen auf ein Pentateuchbuch und nicht ein Pentateuchbuch auf eine Torarolle. –",
"Du sprichst vom Hinauflegen? Anders ist das Hinauflegen, da es anders nicht möglich ist. Wieso dürfte man, wolltest du nicht sagen, eine [Torarolle] zusammenrollen, ein Blatt liegt ja auf dem anderen!? Vielmehr ist es erlaubt, weil es nicht anders möglich ist, ebenso ist auch dies erlaubt, da es nicht anders möglich ist. –",
"Komm und höre: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Šimo͑n b. Gamliél, man dürfe keine alte Torarolle verkaufen, um eine neue zu kaufen. –",
"Dies wegen etwaiger Fahrlässigkeit, wir aber fragen, wenn [die neue] bereits geschrieben ist und zur Einlösung da liegt. –",
"Komm und höre: R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs, man dürfe eine Torarolle nur zum Studium der Tora und um eine Frau zu heiraten verkaufen. Hieraus zu entnehmen, daß [der Verkauf von] Tora um Tora erlaubt ist. – V",
"ielleicht ist das Studium anders, weil es zur Ausübung [der Gebote] bringt, desgleichen auch, um eine Frau zu heiraten, denn:nicht zu einer Einöde hat er sie geschaffen, sondern daß sie bewohnt werde, hat er sie gebildet; eine Torarolle [verkaufen], um eine Torarolle zu kaufen, ist jedoch verboten.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf keine Torarolle verkaufen, auch wenn man sie nicht braucht. Noch mehr sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Selbst wer nicht zu essen hat und eine Torarolle oder seine Tochter verkauft, sieht [am Erlöse] nie ein Zeichen des Segens.",
"DASSELBE GILT AUCH VON DEN ÜBERSCHÜSSEN. Raba sagte: Dies nur, wenn sie etwas verkauft haben und [Geld] zurückbleibt, wenn sie aber [Geld] eingefordert habenund davon zurückbleibt, so ist es erlaubt.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Dies nur, wenn sie es sich nicht vorbehalten haben, wenn sie es sich aber vorbehalten haben, so dürfen sie [den Überschuß] sogar für einen Dexusja verwenden.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie etwas verkauft haben und [Geld] zurückbleibt, so nützt es ja nicht, daß sie es sich vorbehaltenhaben, doch wohl, wenn sie [Geld] eingefordert haben und davon zurückbleibt, dennoch ist es nur dann erlaubt, wenn sie es sich vorbehalten haben, nicht aber, wenn sie es sich nicht vorbehalten haben!? – Nein.",
"Tatsächlich, wenn sie etwas verkauft haben und [Geld] zurückbleibt, nur [ist die Lehre lückenhaft und] muß wie folgt lauten: Dies nur, wenn sich die sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner es nicht vorbehalten haben, wenn aber die sieben Repräsentanten im Beisein der Stadtbewohner sich es vorbehalten haben, so dürfen sie [den Überschuß] sogar für einen Dexusja verwenden.",
"Abajje fragte einen der Jünger, der vor R. Šešeth Barajtha vorzutragen pflegte: Hast du vielleicht von R. Šešeth gehört, was ,Dexusja’ bedeute? Dieser erwiderte: R. Šešeth erklärte es: Stadtreiter.",
"Abajje sprach: Wenn ein Jünger etwas hört und die Bedeutung nicht kennt, so frage er jemand, der bei den Rabbanan zu verkehren pflegt, denn es ist nicht möglich, daß er es von einem bedeutenden Manne nicht gehört haben sollte.",
"R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Wenn die Einwohner einer Stadt nach einer anderen Stadt kommen und man ihnen da Almosen auferlegt, so entrichten sie es, und wenn sie heimkehren, nehmen sie es mit und ernähren die Armen ihrer Stadt.",
"Ebenso wird gelehrt: Wenn Leute einer Stadt nach einer anderen Stadt kommen und man ihnen da Almosen auferlegt, so entrichten sie es, und wenn sie heimkehren, nehmen sie es mit. Wenn aber ein einzelner nach einer anderen Stadt kommt und man ihm da Almosen auferlegt, so ist es für die Armen dieser Stadt zu entrichten.",
"R. Hona verfügte einst ein Fasten, und als R. Ḥana b. Ḥanilaj und alle Einwohner seiner Stadt zu ihm kamen, legte man ihnen Almosen auf, und sie gaben. Als sie heimkehren wollten, sprachen sie zu ihm: Möge der Meister es uns zurückgeben, wir wollen damit die Armen unserer Stadt ernähren.",
"Dieser erwiderte: Wir haben gelernt, dies gelte nur dann, wenn da kein"
],
[
"Gemeindevorsteherist, wenn da aber ein Gemeindevorsteher ist, so ist es dem Gemeindevorsteher zu geben; und um so mehr, wo meine Armen und eure Armen auf mich rechnen.",
"i,2MAN VERKAUFE NICHT [EIGENTUM] DER GEMEINDE AN EINEN PRIVATEN, WEIL MAN ES DADURCH IN SEINER HEILIGKEIT HERABSETZT – SO R. MEÍR. MAN ENTGEGNETE IHM: DEMNACH AUCH NICHT DAS EINER GRÖSSEREN STADT AN EINE KLEINERE STADT!?",
"GEMARA. Die Rabbanan erwiderten ja R. Meír treffend!? – R. Meír [kann erwidern]: wenn eine große Stadt etwas an eine kleine Stadt verkauft, so war es vorher heilig und ist auch jetzt heilig, wenn aber eine Gemeinde an einen Privaten, so ist daran keine Heiligkeit mehr. –",
"Und die Rabbanan!? – Wenn solches berücksichtigt werden sollte, so müßte man auch berücksichtigen:in der Menge des Volkes die Verehrung des Königs.",
"MAN VERKAUFE EIN BETHAUS NUR UNTER DER BEDINGUNG, DASS MAN ES AUF VERLANGEN ZURÜCKERHALTE – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE ES FÜR IMMER VERKAUFEN, NUR NICHT ZU FOLGENDEN VIER ZWEKKEN: ZUM BADEHAUSE, ZUR GERBEREI, ZUM TAUCHBADE UND ZUR WASSERANSTALT. R. JEHUDA SAGT, MAN VERKAUFE ES ALS HOF, UND DER KÄUFER MACHE DARAUS WAS ER WILL.",
"GEMARA. Wieso darf man nach R. Meír darin wohnen, dasist ja Wucher!?",
"R. Joḥanan erwiderte: R. Meír sagte es nach der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, der Eventualwuchersei erlaubt.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine fordert und dieser ihm den Verkauf seines Feldes verpfändet, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn sie der Käufer genießt, verboten;",
"R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt. R. Jehuda sprach: Einst verpfändete Boëthos der Sohn Zonans, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer genoß die Früchte. Jene entgegneten: Soll dies ein Beweis sein? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer.",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen beim Eventualwucher; einer ist der Ansicht, der Eventualwucher sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, der Eventualwucher sei verboten.",
"Raba sagte: Alle sind der Ansicht, der Eventualwucher sei verboten, und der Unterschied zwischen ihnen besteht vielmehr beim zurückzuerstattendenWucher; einer ist der Ansicht, der zurückzuerstattende Wucher sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, er sei verboten.",
"DIE WEISEN SAGEN, MAN DÜRFE ES FÜR IMMER VERKAUFEN &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf innerhalb der vier Ellen, in denen das Gebet verrichtet wurde, Wasser abschlagen.",
"R. Joseph sprach: Was lehrt er uns damit, wir haben ja gelernt, R. Jehuda sagt, man verkaufe es als Hof, und der Käufer mache daraus, was er will!? Und auch die Rabbanan [verbieten] es ja nur bei einem Bethause, das eine permanente Heiligkeit hat, nicht aber bei vier Ellen, [in denen das Gebet verrichtet wurde,] die keine permanente Heiligkeit haben!?",
"Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman: Wer das Gebet verrichtet hat, entferne sich vier Ellen und uriniere; wer uriniert hat, entferne sich vier Ellen und verrichte das Gebet.",
"Dieser entgegnete: Allerdings entferne sich derjenige, der uriniert hat, vier Ellen und verrichte das Gebet, denn es wird gelehrt, daß man sich davon und vom Kote vier Ellen entferne,",
"wozu aber braucht derjenige, der das Gebet verrichtet hat, sich vier Ellen zu entfernen und zu urinieren: demnach sind ja alle Straßen von Nehardea͑ heilig!? Lehre vielmehr: man warte. –",
"Einleuchtend ist es, daß derjenige, der uriniert hat, so lange warte, als man vier Ellen gehen kann, wegen der nachtriefenden Tropfen, wozu aber warte derjenige, der das Gebet verrichtet hat, so lange, als man vier Ellen gehen kann!? R. Aši erwiderte: Solange, als man vier Ellen gehen kann, ist das Gebet noch im Munde geläufig und die Lippen lispeln noch.",
"",
"Seine Schüler sprachen zu R. Zakkaj: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich innerhalb der vier Ellen uriniert, in denen das Gebet verrichtet wurde, nie habe ich meinen Nächsten bei seinem Schimpfnamen genannt, und nie habe ich den Weihsegen versäumt. Einst verkaufte meine alte Mutter ihre Kappe vom Kopfe und brachte mir [Wein] zum Weihsegen.",
"Es wird gelehrt: Als sie starb, ließ sie ihm dreihundert Krüge Wein zurück, und als er starb, ließ er seinen Kindern dreitausend Krüge Wein zurück.",
"Einst stand R. Hona vor Rabh mit einem Bastgeflechte umgürtet, und dieser fragte: Was bedeutet dies? Jener erwiderte: Ich hatte keinen [Wein] zum Weihsegen, da verpfändete ich meinen Gürtel und holte mir [Wein] zum Weihsegen. Da sprach er: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß du dich in Seide hüllest.",
"Bei der Hochzeit seines Sohnes Rabba legte sich R. Hona, der sehr klein war, ins Bett, und als seine Tochter und seine Schwiegertochter ihre Kleider auszogen, legten sie sie auf ihn, sodaß er ganz in Seide eingehüllt war. Als Rabh dies hörte, war er ärgerlich und sprach zu ihm: Weshalb sagtest du nicht, als ich dich segnete: Ebenso auch der Meister!",
"Seine Schüler sprachen zu R. Elea͑zar b. Šamua: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich das Bethaus als Durchgangbenutzt, nie schritt ich über die Köpfe des heiligen Volkes, und nie habe ich die Händeohne Segensspruch erhoben.",
"Seine Schüler fragten R. Perida: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben war jemand früher als ich im Lehrhause,"
],
[
"nie habe ich [bei der Mahlzeit] den Segen früher als der Priester gesprochen, und nie habe ich von einem Tiere gegessen, von dem nicht die Priestergabenentrichtet worden sind.",
"R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Es ist verboten, von einem Tiere zu essen, von dem die Priester gaben nicht entrichtet worden sind. Ferner sagte R. Jiçḥaq: Wenn jemand von einem Tiere ißt, von dem die Priestergaben nicht entrichtet worden sind, so ist es ebenso, als hätte er Unverzehntetes gegessen. –",
"«Nie habe ich den Segen früher als der Priester gesprochen.»",
"Demnach ist dies lobenswert, dagegen sagte R. Joḥanan, daß, wenn selbst der Hochpriester früher als der Schriftgelehrte den Segen spricht, dieser Schriftgelehrte den Tod verdiene, denn es heißt:die mich hassen, wollen den Tod, und man lese nicht: die mich hassen, sondern: die mich verhaßt machen!? –",
"Er sagte dies von dem Falle, wenn sie beide gleich sind.",
"Seine Schüler fragten R. Neḥunja b. Haqana: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben habe ich mich durch die Schande meines Nächsten beehrt, nie kam auf mein Lager der Fluch meines Nächsten, und freigebig war ich mit meinem Gelde.",
"«Nie habe ich mich durch die Schande meines Nächsten beehrt.» So trug R. Hona einst eine Schaufel auf der Schulter, da kam R. Ḥana b. Ḥanilaj und nahm sie ihm ab. Jener sprach zu ihm: Pflegst du eine solche auch in deiner Stadt zu tragen, so trage sie, wenn aber nicht, so will ich nicht meine Würde durch deine Entwürdigung wahren.",
"«Nie kam der Fluch meines Nächsten auf mein Lager.» So pflegte Mar Zuṭra, wenn er zu Bett ging, zu sagen: Vergeben sei jedem, der mir zuleide tat.",
"«Freigebig war ich mit meinem Gelde.» Der Meister sagte nämlich: Ijob war freigebig mit seinem Gelde, denn er ließ dem Krämer eine Peruṭa von seinem Gelde zurück.",
"R. A͑qiba fragte R. Neḥunja den Großen: Wodurch hast du dein langes Leben? Da kamen die Eunuchenund wollten ihn schlagen, und er flüchtete sich auf die Spitze einer Dattelpalme.",
"Hierauf fragte er ihn: Meister, wozu heißt esdas eine, wenn es schon Lammheißt?",
"Da sprach jener: Laßt ihn, er ist Gelehrter. Hierauf erwiderte er: Das einzigstein der Herde. Alsdann sprach er: Nie im Leben habe ich Geschenke angenommen, nie bestand ich auf meinem Rechte, und ich war freigebig mit meinem Gelde.",
"«Nie habe ich Geschenke angenommen.» So pflegte R. Elea͑zar, wenn man ihm aus dem Hause des Fürsten Geschenke brachte, diese nicht anzunehmen, und wenn man ihn einlud, nicht hinzugehen, indem er erwiderte: Ist es euch unangenehm, daß ich lebe!? Es heißt nämlich:wer Geschenke haßt, wird leben. R. Zera pflegte, wenn man ihm aus dem Hause des Fürsten Geschenke brachte, diese nicht anzunehmen, wenn man ihn aber einlud, ging er hin, indem er sagte, sie fühlen sich durch ihn beehrt.",
"«Ich bestand nicht auf meinem Rechte.» Raba sagte nämlich, wer Unbill übergeht, dem übergehe man all seine Sünden, denn es heißt:er vergibt die Sünde und übersieht die Schuld. Wem vergibt er die Sünde? Dem, der die Schuld übersieht.",
"Rabbi fragte R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Wodurch hast du dein langes Leben? Dieser entgegnete: Ist dir mein Leben zum Überdrusse!? Jener erwiderte: Meister, es soll eine Belehrung sein; ich will lernen. Darauf erwiderte er: Nie im Leben habe ich in das Gesicht eines Frevlers geschaut. R. Joḥanan sagte nämlich: Es ist verboten, die Gesichtsform eines Frevlers anzuschauen, denn es heißt:wenn ich nicht auf Jehošaphaṭ, den König von Jehuda, Rücksicht nähme, so würde ich auf dich nicht blicken, noch dich anschauen.",
"R. Elea͑zar sagt, seine Augen werden stumpf, denn es heißt:als Jiçḥaq alt geworden war, da wurden seine Augen stumpf; weil er nämlich auf den gottlosen E͑sav schaute. –",
"War dies denn die Ursache, R. Jiçḥaq sagte ja, der Fluch eines Gemeinen sei niemals geringschätzig in deinen Augen, denn Abimelekh verfluchte Sara und es ging an ihren Kindern in Erfüllung, wie es heißt:dies soll dir eine Augendecke sein, und man lese nicht Augendecke, sondern Augenverdeckung!? – D",
"ies und jenes haben es veranlaßt. Raba entnimmt dies hieraus:Es ist nicht gut, das Gesicht des Gottlosen zu achten.",
"Beim Verabschieden sprach er zu ihm: Segne mich! Dieser sprach: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß du die Hälfte meines Alters erreichest – Das ganze nicht!? Dieser erwiderte: Sollen etwa deine Nachfahren das Vieh weiden!?",
"Von Abuha b. Ihi und Minjamin b. Ihi bat der eine, es möge ihm zugute kommen, daß er nie einen Nichtjuden angeschaut hat, und der andere bat, es möge ihm zugute kommen, daß er sich nie mit einem Nichtjuden assoziiert hat.",
"Seine Schüler fragten R. Zera: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie im Leben war ich unduldsam in meinem Hause, nie bin ich einem bedeutenderen als ich vorangeschritten, nie habe ich in schmutzigen Durchgängen [über Worte der Tora] nachgedacht, nie ging ich vier Ellen ohne Tora und ohne Tephillin, nie schlief ich im Lehrhause, ob einen regelmäßigen oder einen gelegentlichen Schlaf, nie freute ich mich beim Straucheln meines Nächsten, und nie nannte ich jemand bei seinem Spitznamen; manche lesen: Schimpfnamen.",
"FERNER SAGTE R. JEHUDA: IN EINEM BETHAUSE, DAS ZERSTÖRT WORDEN IST, VERANSTALTE MAN KEINE TOTENKLAGE, DREHE MAN KEINE STRIKKE, SPANNE MAN KEINE NETZE; AUF DEM DACHE SCHICHTE MAN KEINE FRÜCHTE UND MAN BENUTZE ES NICHT ALS DURCHGANG,",
"DENN ES HEISST: ich werde eure Heiligtümer verwüsten, DIE HEILIGKEIT HAFTET IHNEN AN, AUCH WENN SIE VERWÜSTET SIND.",
"SIND DA GRÄSER EMPORGEWACHSEN, SO REISSE MAN SIE NICHT AUS, UM WEHMUT ZU ERREGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man benehme sich in Bethäusern nicht würdelos; man esse da nicht, trinke da nicht,"
],
[
"putze sich da nicht und spaziere da nicht; ferner kehre man da nicht ein bei Sonnenschein wegen der Sonne und bei Regen wegen des Regens, auch veranstalte man da keine private Totenklage. Wohl aber darf man da [die Tora] lesen und studieren, auch eine öffentliche Totenklage veranstalten.",
"R. Jehuda sagte: Dies nur, wenn sie bewohnt sind, sind sie aber zerstört, so unterlasse man es, vielmehr lasse man da Gräser emporwachsen und reiße sie nicht aus, um Wehmut zu erregen. –",
"Wer spricht da von Gräsern!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: man fege und sprenge sie, damit keine Gräser emporwachsen. R. Jehuda sagte: Dies nur, wenn sie bewohnt sind, sind sie aber zerstört, so unterlasse man dies; wachsen da Gräser empor, so reiße man sie nicht aus, um Wehmut zu erregen.",
"R. Aši sagte: Die Bethäuser in Babylonien sind zwar unter Vorbehalt errichtet, dennoch benehme man sich da nicht leichtfertig. – Was ist dies? – Abrechnungen.",
"R. Asi sagte: In einem Bethause, in dem Rechnungen kalkuliert werden, lasse man einen Toten übernachten. – ‘Lasse man übernachten,’ wie kommst du darauf, muß man dies!? – Vielmehr: endlich [kommt es dazu], daß man da Pflichttote übernachten läßt.",
"«Putze sich da nicht.» Raba sagte: Die Weisen und ihre Schüler dürfen es, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt deshalb ‘Be-Rabbanan’, weil es das Haus der Rabbanan ist.",
"«Ferner kehre man da nicht ein bei Sonnenschein wegen der Sonne und bei Regen wegen des Regens.» So standen einst Rabina und R. Ada b. Mathna vor Raba und richteten an ihn eine Frage. Als währenddessen ein Regenstrom sich ergoß und sie in das Bethaus traten, sprachen sie: Nicht wegen des Regens traten wir ins Bethaus ein, sondern weil eine Lehre der Klarheit gleich der des Nordwindtages bedarf.",
"R. Aḥa b. Raba fragte R. Aši: Wie ist es, wenn jemand einen aus dem Bethause zu holen hat? Dieser erwiderte: Ist er ein Gelehrter, so trage er da eine Lehre vor, ist er ein Jünger, so trage er eine Mišna vor, und ist er bibelkundig, so lese er einen Bibelvers; wenn aber auch das nicht, so sage er zu einem Kinde, daß es ihm seinen Versvortrage, oder er verweile da ein wenig und stehe dann auf.",
"«Auch eine öffentliche Totenklage veranstalten.» ‘Was heißt eine öffentliche Totenklage? – R. Ḥisda zeigte auf R. Šešeth: eine Totenklage, bei der dieser anwesend ist. R. Šešeth zeigte auf R. Ḥisda: eine Totenklage, bei der dieser anwesend ist.",
"Einst veranstaltete Raphram eine Totenklage über seine Schwiegertochter im Bethause, indem er sprach: Mir und der Verstorbenen zu Ehren kommt alle Welt. R. Zera veranstaltete eine Totenklage über einen Gelehrten im Bethause, indem er sprach: Entweder mir zu Ehren oder zu Ehren des Verstorbenen kommt alle Welt.",
"Reš Laqiš veranstaltete eine Trauerfeier über einen Gelehrten, der häufig im Jisraéllande war und Lehren vor vierundzwanzig Bänken vorgetragen hatte. Da sprach er: Wehe, das Jisraélland hat einen großen Mann verloren!",
"Einst starb jemand, der Halakha, Siphra, Siphre und Tosephta studiert hatte, und als man zu R. Naḥman kam und ihn bat, über diesen eine Trauerrede zu halten, sprach er: Was soll ich über ihn sagen, etwa: wehe, ein Korb voll Bücherist hin!?",
"Komm und sieh den Unterschied zwischen den Mächtigen im Jisraéllande und den Frommen in Babylonien.",
"Dort haben wir gelernt: Wer sich der Krone bedient, schwindet hin. Reš Laqiš erklärte: Wer sich desjenigen bedient, der Halakha, die Krone der Tora, studiert.",
"Ferner sagte U͑la: Man bediene sich desjenigen, der die vier [Sektionen] studiert hat, nicht aber desjenigen, der die vier [Sektionen] gelehrt hat. So ging einst Reš Laqiš auf dem Wege, und als er an einen Strom herankam, kam ein Mann, nahm ihn auf die Schulter und wollte ihn hinübertragen. Da fragte er ihn: Hast du die Schrift gelesen? Dieser erwiderte: Ich habe sie gelesen. – Hast du Mišna studiert? – Ich habe die vier Sektionen der Mišna studiert. Da sprach er zu ihm: Du hast dir vier Felsengehauen, und du trägst den Sohn Laqiš’ auf der Schulter; wirf den Sohn Laqiš’ ins Wasser!",
"Jener erwiderte: Es ist mir lieb, den Meister bedienen zu können. – Wenn dem so ist, so lerne folgendes von ihm: R. Zera sagte: Die Töchter Jisraéls haben sich eine Erschwerung auferlegt, sieben Reinheitstage abzuwarten, auch wenn sie nur einen Bluttropfen in der Größe eines Senfkornesbemerken.",
"In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: Wer Halakha studiert, ist dessen sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist, denn es heißt:Pfade [Halikoth] der Welt, und man lese nicht Halikoth, sondern Halakhoth.",
"Die Rabbanan lehrten:"
],
[
"Man unterbreche das Studium der Tora, um einem Toten das Geleit zu geben oder eine Braut [unter den Baldachin] zu führen. Man erzählt von R. Jehuda b. R. Elea͑j, daß er das Studium der Tora zu unterbrechen pflegte, um einem Toten das Geleit zu geben oder eine Braut [unter den Baldachin] zu führen. Dies jedoch nur in dem Falle, wenn keine genügende [Beteiligung] da ist, wenn aber eine genügende [Beteiligung] da ist, unterbreche man nicht. –",
"Was heißt eine genügende [Beteiligung]? R. Šemuél b. Inja erwiderte im Namen Rabhs: Zwölftausend Personen und sechstausend mit Posaunen. Manche sagen: Zwölftausend Personen, und sechstausend von ihnen mit Posaunen. U͑la erklärte: Wenn das Publikum vom Stadttore bis zum Grabe Spalier bildet.",
"R. Šešeth sagte: Wie die Verleihung [der Tora], so auch die Fortnahme: wie die Verleihung bei sechzig Myriaden, so auch die Fortnahme bei sechzig Myriaden. Dies gilt von dem, der die Schrift und [die mündliche Lehre] studiert hat, für den aber, der auch gelehrt hat, gibt es keine Grenze.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Komm und sieh, wie beliebt die Jisraéliten sind beim Heiligen, gepriesen sei er, denn wohin sie auch verbannt wurden, war die Göttlichkeit immer bei ihnen. Wurden sie nach Miçrajim verbannt, war die Göttlichkeit bei ihnen, denn es heißt:ich habe mich deinem Vaterhause offenbart, als sie in Miçrajim waren &c. Wurden sie nach Babylonien verbannt, war die Göttlichkeit bei ihnen, denn es heißt:um euretwillen habe ich nach Babel entsendet. Wurden sie nach Edomverbannt, war die Göttlichkeit bei ihnen, denn es heißt: wer kommt da aus Edom, in hochroten Kleidern aus Boçra? Dieser da, prächtig geschmückt &c. Und auch wenn sie dereinst erlöst werden, wird die Göttlichkeit bei ihnen sein, denn es heißt:der Herr, dein Gott wird deine Gefangenschaft zurückkehren; es heißt nicht zurückbringen, sondern zurückkehren, und dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, mit ihnen aus dem Exil zurückkehren wird. –",
"Wo weilt sie in Babylonien? Abajje erwiderte: Im Bethause von Huçal und im zerstört gewesenen und wieder errichtetenBethause zu Nehardea͑. Man glaube aber nicht, da und dort, sondern zuweilen da und zuweilen dort. Abajje sprach: Möge es mir zugute kommen, daß ich sogar eine Parasange Umweg mache, um da beten zu gehen. Einst saßen der Vater Šemuéls [und Levi] im zerstört gewesenen und wieder errichteten Bethause zu Nehardea͑, und als die Göttlichkeit erschien und sie ein Geräusch hörten, [gingen sie hinaus.",
"Einst saß R. Šešeth im zerstört gewesenen und wieder errichteten Bethause zu Nehardea͑, und als die Göttlichkeit erschien], ging er nicht hinaus. Als darauf die Dienstengel kamen und ihn ängstigten, sprach er: Herr der Welt, wer ist von Gedemütigtem und Ungedemütigtem vor dem anderen zu verdrängen!? Da sprach er zu ihnen: Laßt ihn.",
"Ich will ihnen ein wenig zum Heiligtum sein. R. Jiçḥaq erklärte, das seien die Bet- und Lehrhäuser in Babylonien; R. Elea͑zar erklärte, das sei das Haus unseres Meistersin Babylonien.",
"Raba trug vor: Es heißt:Herr, eine Stätte warst du für uns, das sind die Bet- und Lehrhäuser. Abajje sagte: Anfangs pflegte ich zu Hause zu studieren und das Gebet im Bethause zu verrichten, nachdem ich aber das gehört habe, was David gesagt hat: Herr, ich liebe die Stätte deines Hauses, pflege ich nur im Bethause zu studieren.",
"Es wird gelehrt: R. Elea͑zar Haqappar sagte: Dereinst werden die Bet- und Lehrhäuser von Babylonien ins Jisraélland verpflanzt werden, denn es heißt:gleich dem Tabor unter den Bergen und dem Karmel über dem Meere wird er einrücken; es ist [ein Schluß, wie] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Tabor und der Karmel, die nur für eine Stunde die Tora zu hören gekommen waren, in das Jisraélland einrücken werden, um wieviel mehr die Bet- und Lehrhäuser, in denen die Tora studiert und gepflegt wird.",
"Bar Qappara trug vor: Es heißt:weshalb erbebt [teraçdun] ihr, ihr gipfligen Berge; eine Hallstimme ertönte und rief: Weshalb sucht ihr Rechtsstreit [tirçu din] mit dem Berge Sinaj; diesem gegenüber seid ihr ja alle Krüppel. Hier heißt es gabnunim [gipfligen] und dortheißt es: giben [bucklig] oder abgemagert. R. Aši sprach: Hieraus, daß der Hochmütige ein Krüppel ist.",
"MAN BENUTZE ES NICHT ALS DURCHGANG. Was heißt Copendarja [Durchgang]? Raba erklärte: AbgekürzterWeg, dem Wortlaute gemäß. – Wieso dem Wortlaute gemäß? – Wie wenn jemand sagt: Anstatt einen Umweg über Straßenzu machen, gehe ich hier durch.",
"R. Abahu sagte: War da ein Weg von früher her, so ist es erlaubt.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wer eingetreten ist ohne Absicht, es als Durchgang zu benutzen, darf es als Durchgang benutzen. R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: Wer in das Bethaus tritt, um da zu beṭen, darf es als Durchgang benutzen, denn es heißt:wenn das Volk des Landes an den Festzeiten vor den Herrn kommt, dann soll derjenige, der durch das Nordtor eintritt, um anzubeten, durch das Südtor hinausgehen.",
"SIND DA GRÄSER EMPORGEWACHSEN, SO REISSE MAN SIE NICHT AUS, UM WEHMUT ZU ERREGEN. Es wird ja aber gelehrt, man dürfe sie nicht ausreißen, um sie als Futter zu verwenden, wohl aber darf man sie ausreißen und zurücklassen!? – Unsere Mišna spricht eben vom Ausreißen, um sie als Futter zu verwenden.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf einen Begräbnisplatz nicht würdelos behandeln; man darf da kein Vieh weiden, keinen Wassergraben ziehen und keine Gräser sammeln; hat man gesammelt, so verbrenne man sie auf der Stelle, aus Achtung vor den Toten. –",
"Worauf bezieht sich dies: wollte man sagen, auf den Schlußsatz, worin besteht denn, wenn man sie auf der Stelle verbrennt, die Achtung vor den Toten!? – Vielmehr, auf den Anfangssatz.",
"WENN DER NEUMOND DES ADAR AUF EINEN ŠABBATH FÄLLT, SO LESE MAN AN DIESEM DEN ABSCHNITT VON DER TEMPELSTEUERVOR; FÄLLT ER IN DIE MITTE DER WOCHE, SO LESE MAN IHN AM VORANGEHENDEN [ŠABBATH] UND AM NÄCHSTEN SETZE MAN AUS.",
"AM ZWEITEN [LESE MAN DEN ABSCHNITT]Gedenke, AM DRITTEN [DEN ABSCHNITT] VON DER ROTEN KUH, AM VIERTEN [DEN ABSCHNITT]Dieser Monat sei euch, UND AM FÜNFTEN BEGINNT WIEDER DIE GEWÖHNLICHE REIHENFOLGE.",
"BEI ALLEN GELEGENHEITEN UNTERBRECHEMAN, AM NEUMOND, AM ḤANUKA, AM PURIM, AN FASTTAGEN, AN BEISTANDSTAGEN UND AM VERSÖHNUNGSTAGE.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Am ersten Adar erläßt man eine Kundmachung inbetreff der Tempelsteuer"
],
[
"und der Mischfrucht.",
"Allerdings inbetreff der Mischfrucht, da es die Zeit des Säens ist, woher dies von der Tempelsteuer?",
"[R. Ṭabi] erwiderte im Namen R. Jošijas: Die Schrift sagt:das ist das von Neumond zu Neumond darzubringende Brandopfer; die Tora sagt damit, daß man das Opfer von den neuen Beiträgen darbringe,",
"und da im Nisan von den neuen Beiträgen darzubringen ist, so künde man dies vorher, am ersten Adar, an, damit man die Tempelsteuer für die Tempelbedürfnisse entrichte. –",
"Also nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn R. Šimo͑n b. Gamliél sagt ja: zwei Wochen vorher. Es wird nämlich gelehrt: Dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste beginne man sich über die Satzungen des Pesaḥfestes zu informieren; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, zwei Wochen. –",
"Du kannst sogar sagen, nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn, da der Meister sagte, am fünfzehnten desselben wurden in der Provinz und am fünfundzwanzigsten im Tempel Wechseltischeerrichtet, so liest man ihn wegen der Wechsler früher.",
"Welcher ist der Abschnitt von der Tempelsteuer? – Rabh sagte: [Der Abschnitt:]Befiehl den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen: Meine Opfergaben, meine Speise. Šemuél sagte: [Der Abschnitt:]Wenn du aufnimmst. –",
"Allerdings heißt [der Abschnitt] Wenn du aufnimmst. ‘Abschnitt von der Tempelsteuer’, weil in diesem von Šeqalimdie Rede ist; wieso aber [der Abschnitt] Meine Opfergaben, meine Speise, ist denn in diesem von Šeqalim die Rede!? –",
"Allerdings, nach der Erklärung R. Ṭabis. – Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, es sei der Abschnitt] Befiehl den Kindern Jisraéls, da dieser von den Opfern spricht, nach R. Ṭabi, wieso aber [der Abschnitt] Wenn du aufnimmst, dieser spricht ja nicht von den Opfern, sondern von den Šeqalim zu den Fußgestellen!? –",
"Nach einer Lehre R. Josephs: die Altarhebe für den Altar, die Fußgestellhebe für die Fußgestelle und die Tempelreparaturhebe für die Tempelreparatur. –",
"Allerdings ist nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] Wenn du aufnimmst, dieser Neumond anders als jeder andere;",
"wieso aber ist nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] Befiehl &c. meine Opfergaben, dieser anders!? – Dieser ist dadurch anders, indem an einem anderen Neumond sechs den laufenden Wochenabschnitt vorlesen und einer [den Abschnitt] vom Neumond, während an diesem alle [den Abschnitt] vom Neumond vorlesen. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Wochenabschnittebeginne wieder,",
"wieso aber ist er anders nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Schlußabschnittebeginne wieder, während die Wochenabschnitte laufend gelesen werden!? –",
"Dieser ist dadurch anders, indem an jedem anderen Neumond sechs den laufenden Wochenabschnitt lesen und einer [den Abschnitt] vom Neumond liest, während an diesem drei den laufenden Wochenabschnitt lesen und vier [den Abschnitt] vom Neumond lesen.",
"Man wandte ein: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so lese man den Abschnitt von der Tempelsteuer vor und als Haphṭara [das Kapitel] vom Priester Jehojada͑. Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] Wenn du aufnimmst, daß man als Haphṭara [das Kapitel] vom Priester Jehojada͑ lese, weil dieses [inhaltlich] ähnlich ist, wie es heißt: das Schätzungsgeld,",
"ist es denn aber ähnlich nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] Meine Opfer, meine Speise!? – Nach R. Ṭabi.",
"Man wandte ein: Fällt der [Neumond des Adar auf einen Šabbath] nächst einem, an dem dieserals laufender Wochenabschnitt gelesen wird, ob vor- oder nachher, so lese man ihn einmal und wiederhole ihn.",
"Allerdings kann dies eintreffen nach demjenigen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] Wenn du aufnimmst,",
"wieso aber kann dies nach demjenigen eintreffen, welcher sagt, es sei [der Abschnitt] Meine Opfer!? – Freilich, im Westen, wo die Tora in drei Jahren beendet wird.",
"Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so liest man [den Abschnitt] Wenn du aufnimmst, und als Haphṭara [das Kapitel] vom Priester Jehojada͑.",
"R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so hole man drei Torarollen hervor; aus einer lese man den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Abschnitt] vom Neumond und aus einer [den Abschnitt] Wenn du aufnimmst. Ferner sagte R. Jiçḥaq der Schmied: Wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Šabbath fällt, so hole man drei Torarollen hervor; aus einer lese man den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Abschnitt] vom Neumond und aus einer [den Abschnitt] von der Einweihung.",
"Und beide Lehren sind nötig. Würde er nur diese gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Jiçḥaq sei dieser Ansicht nur hierbei, während er in jenem Falle der Ansicht Rabhs sei, der ‘Abschnitt von der Tempelsteuer’ sei [der Abschnitt] Meine Opfer, wonach zwei Torarollengenügen, so lehrt er uns. –",
"Sollte er nur jene lehren!? – Aus der einen wurde die andere gefolgert.",
"Es wurde gelehrt: Wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Wochentag fällt, so lesen, wie R. Jiçḥaq [der Schmied] sagt, drei [den Abschnitt] vom Neumond vor und einer [den Abschnitt] von der Einweihung, und wie R. Dimi aus Haifa sagt, drei [den Abschnitt] von der Einweihung und einer [den Abschnitt] vom Neumond.",
"R. Mani sagte: Die Ansicht R. Jiçḥaq des Schmiedes ist einleuchtender, denn von öfterem und Seltenerem ist das Öftere bevorzugter.",
"R. Abin sagte: Die Ansicht R. Dimis ist einleuchtender, denn der vierte liest ja nur wegen des Neumondes, daher lese der vierte auch [den Abschnitt] vom Neumond. –",
"Wie bleibt es nun damit? – R. Joseph sagt, der Neumond habe weniger Bedeutung; Rabba sagt, das Ḥanukafest habe weniger Bedeutung. Die Halakha ist: Das Ḥanukafest hat weniger Bedeutung und Hauptbedeutung hat der Neumond.",
"Es wurde gelehrt: Fällt [der Neumond des Adar] auf [den Šabbath, an dem der Wochenabschnitt]Und du befiehl [gelesen wird], so lesen, wie R. Jiçḥaq der Schmied sagt, sechs von und du befiehl bis wenn du aufnimmst, und einer von wenn du aufnimmst bismache. Abajje sprach:"
],
[
"Man kann ja glauben, der Abschnitt reiche bis dahin!?",
"Vielmehr sagte Abajje, lesen sechs von und du befiehl bis mache, und einer wiederholt von wenn du aufnimmst bis mache.",
"Man wandte ein: Fällt [der Neumond des Adar auf einen Šabbath] nächst einem, an dem dieser als laufender Wochenabschnitt gelesen wird, ob vor- oder nachher, so lese man ihn einmal und wiederhole ihn.",
"Allerdings nach Abajje, gegen R. Jiçḥaq den Schmied aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"R. Jiçḥaq der Schmied kann dir erwidern: stimmt dies etwa nach Abajje: allerdings [an einem Šabbath] vorher, wieso aber nachher!?",
"Vielmehr ist unter ‘wiederholen’ zu verstehen: an [zwei] Šabbathen hintereinander, ebenso auch hierbei, man wiederhole ihn an [zwei] Šabbathen hintereinander.",
"Fällt [der Neumond des Adar] auf [den Šabbath, an dem der Wochenabschnitt] Wenn du aufnimmst [gelesen wird], so lesen, wie R. Jiçḥaq der Schmied sagt, sechs von mache bisda versammelte, und einer von wenn du aufnimmst bis mache.",
"Abajje wandte ein: Man kann ja glauben, er lese rückwärts!? Vielmehr erklärte Abajje, lesen sechs [von wenn du aufnimmst] bis da versammelte, und einer wiederhole von wenn du aufnimmst bis mache.",
"Übereinstimmend mit Abajje wird gelehrt: Fällt er auf [den Šabbath, an dem der Wochenabschnitt] Wenn du aufnimmst gelesen wird, so lese man ihn einmal und wiederhole ihn.",
"FÄLLT ER IN DIE MITTE DER WOCHE, SO LESE MAN IHN AM VORHERGEHENDEN ŠABBATH. Es wurde gelehrt: Wenn der Neumond des Adar auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, so lese man ihn, wie Rabh sagt, am vorhergehenden, und wie Šemuél sagt, am folgenden Šabbath.",
"Rabh sagt, am vorhergehenden, denn sonst würden es ja weniger Tagesein. Šemuél sagt, am folgenden, denn schließlich fällt ja der fünfzehnte auf einen Vorabend des Šabbaths, und vor Sonntag kommen die Wechsler nicht; daher lieber am folgenden. –",
"Wir haben gelernt: Fällt er in die Mitte der Woche, so lese man ihn am vorhergehenden, und am nächsten setze man aus. Doch wohl, auch wenn er auf einen Vorabend des Šabbaths fällt!? – Nein, nur wenn in die Mitte der Woche. –",
"Komm und höre: Welcher heißt erster Šabbath? In dessen [Woche] der Neumond des Adar fällt, auch wenn auf den Vorabend des Šabbaths. Der Vorabend des Šabbaths gleicht wohl der Mitte [der Woche]: wie man am vorangehenden lese, wenn in die Mitte [der Woche], ebenso am vorangehenden, wenn auf den Vorabend des Šabbaths!? –",
"Šemuél erklärte: Auf den[der Neumond fällt]. Ebenso wurde auch in der Schule Šemuéls gelehrt: auf den er fällt.",
"Hierüber [streiten] Tannaím: Man überspringe einen Šabbath – so R. Jehuda der Fürst; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, man überspringe nicht. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Ich sage nur dann, daß man nicht überspringe, wenn er auf den Vorabend des Šabbaths fällt, wenn er aber in die Mitte der Woche fällt, so lese man am vorangehenden Šabbath, obgleich er noch zum Šebaṭ gehört.",
"AM ZWEITEN [LESE MAN DEN ABSCHNITT] Gedenke &c. Es wurde gelehrt: Wenn das Purimfest auf einen Vorabend des Šabbaths fällt, so lese man [den Abschnitt] Gedenke wie Rabh sagt, am vorangehenden, und wie Šemuél sagt, am folgenden [Šabbath].",
"Rabh sagt, am vorangehenden, damit nicht die Tat der Erinnerungvorangehe. Šemuél sagt, man lese ihn nachher, denn die mit einer Mauer umgebenen Städte begehen [das Purimfest] am fünfzehnten, somit erfolgen Tat und Erinnerung gleichzeitig. –",
"Wir haben gelernt: Am zweiten [lese man den Abschnitt] Gedenke. Wenn der Neumond auf einen Šabbath fällt, fällt ja das Purimfest auf einen Vorabend des Šabbaths, und er lehrt, daß man [den Abschnitt] Gedenke am zweiten lese!? R. Papa erwiderte: Unter ‘zweiten’ ist der zweite des übersprungenen zu verstehen. –",
"Komm und höre. Welcher heißt ‘zweiter’? In dessen [Woche] das Purimfest fällt, selbst am Vorabend des Šabbaths. Der Vorabend des Šabbaths gleicht wohl der Mitte [der Woche]: wie man am vorangehenden lese, wenn in die Mitte [der Woche], ebenso am vorangehenden, wenn auf den Vorabend des Šabbaths!? –",
"Šemuél erklärte: Auf den[das Purimfest fällt]. Ebenso wurde auch in der Schule Šemuéls gelehrt: auf den es fällt.",
"Fällt er auf den Šabbath selbst, so sind, wie R. Hona sagt, alle der Ansicht, daß man ihn nicht am vorangehenden lese. R. Naḥman aber sagt, der Streit bestehe auch [über diesen Fall]. Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Abbas im Namen Rabhs: Wenn das Purimfest auf einen Šabbath fällt, so lese man [den Abschnitt] Gedenke am vorangehenden Šabbath.",
"AM DRITTEN [DEN ABSCHNITT] VON DER ROTEN KUH &C. Die Rabbanan lehrten: Welcher ist der dritte Šabbath? Der nächste nach dem Purimfeste. Es wurde gelehrt: R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Der Šabbath vor dem Neumond des Nisan.",
"Sie streiten aber nicht; das eine, wenn der Neumond des Nisan auf einen Šabbath fällt, und das andere, wenn er in die Mitte der Woche fällt.",
"AM VIERTEN [DEN ABSCHNITT] Dieser Monat sei euch. Die Rabbanan lehrten: Wenn der Neumond des Adar auf einen Šabbath fällt, so lese man [den Abschnitt] Wenn du aufnimmst vor, und als Haphṭara [das Kapitel] von Jehojada͑. Welcher ist der erste Šabbath? In dessen [Woche] der Neumond des Adar fällt, auch wenn am Vorabend des Šabbaths. Am zweiten [lese man den Abschnitt] Gedenke, und als Haphṭara: Ich ahnde. Welcher ist der zweite Šabbath? In dessen [Woche] das Purimfest fällt, auch wenn am Vorabend des Šabbaths.",
"Am dritten lese man [den Abschnitt] von der roten Kuh, und als Haphṭara:Ich werde über euch sprengen. Welcher ist der dritte Šabbath? Der nächste nach dem Purimfeste. Am vierten lese man [den Abschnitt] Dieser Monat sei euch, und als Haphṭara:So spricht Gott der Herr: Im ersten [Monat],am ersten des Monats."
],
[
"Welcher ist der vierte Šabbath? In dessen [Woche] der Neumond des Nisan fällt, auch wenn am Vorabend des Šabbaths.",
"AM FÜNFTEN BEGINNT WIEDER DIE GEWÖHNLICHE REIHENFOLGE &C. Welche Reihenfolge? R. Ami sagte, die der Wochenabschnitte, R. Jirmeja sagte, die der Haphṭara.",
"Abajje sprach: Die Ansicht R. Amis ist einleuchtender, denn wir haben gelernt, bei allen Gelegenheiten unterbrecheman, an Neumonden, am Ḥanuka, am Purim, an Fasttagen, an Beistandstagen und am Versöhnungstage.",
"Allerdings gibt es, nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Wochenabschnitte beginne wieder, an Wochentageneinen Wochenabschnitt, aber gibt es denn nach demjenigen, welcher sagt, die Reihenfolge der Haphṭara beginne wieder, am Wochentage eine Haphṭara!? –",
"Und jener!? – An diesen das eine, an jenem das andere. –",
"Wozu braucht man an Fasttagen zu unterbrechen, man kann ja beim Morgengebete den Wochenabschnitt und beim Vespergebete [den Abschnitt] vom Fasttage lesen!? – Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, daß die Versammlungmorgens einberufen werde. –",
"Womit verbringt man [den Tag]? Abajje erwiderte: Vom Morgen bis Mittag prüft man die städtischen Angelegenheiten, von Mittag bis Abends liest man ein Viertel des Tages aus der Schrift und den Propheten, und ein Viertel des Tages fleht man um Erbarmen, denn es heißt:und man las aus dem Gesetzbuche des Herrn, ihres Gottes, ein Viertel des Tages und ein Viertel des Tages bekannten sie ihre Sünden und warfen sich nieder. –",
"Vielleicht umgekehrt!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt zuerst:da versammelten sich zu mir alle, die Ehrfurcht vor den Worten des Gottes Jisraéls hatten, wegen der Versündigung der Weggeführten, ich aber blieb starr sitzen bis zum Abendopfer, dann erst folgt:und zur Zeit des Abendopfers stand ich auf von meiner Kasteiung.",
"AM PESAḤFESTE LESE MAN DIE FESTABSCHNITTEIM BUCHE LEVITICUS VOR; AM WOCHENFESTE [DEN ABSCHNITT]Sieben Wochen; AM NEUJAHRSFESTE [DEN ABSCHNITT]Im siebenten Monat, am ersten des Monats; AM VERSÖHNUNGSTAGE [DEN ABSCHNITT]Nach dem Tode; AM ERSTEN TAGE DES HÜTTENFESTES DEN FESTABSCHNITT IM BUCHE LEVITICUSUND AN DEN ÜBRIGEN TAGEN DES HÜTTENFESTES [DEN ABSCHNITT] VON DEN FESTOPFERN.",
"AM ḤANUKA [DEN ABSCHNITT] VON DEN FÜRSTEN, AM PURIMFESTE [DEN ABSCHNITT]Da kam A͑maleq; AN NEUMONDEN [DEN ABSCHNITT]An euren Neumonden; AN DEN BEISTANDSTAGEN [DEN ABSCHNITT VON DER SCHÖPFUNGSGESCHICHTE; AN FASTTAGEN"
],
[
"[DEN ABSCHNITT] VON DEN SEGEN UND DEN FLÜCHEN. DIE FLÜCHE UNTERBRECHE MAN NICHT, EINER LESE SIE ALLE.",
"AM MONTAG, AM DONNERSTAG UND BEIM VESPERGEBETE DES ŠABBATHS LESE MAN VOM LAUFENDEN WOCHENABSCHNITTE, WAS ABER NICHT MITGERECHNETWIRD.",
"ES HEISST NÄMLICH:Moše sagte den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn; ES IST GEBOT, JEDES ZUR ENTSPRECHENDEN ZEIT ZU LESEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Am Pesaḥfeste lese man den Festabschnitt vor, und als Haphṭara [das Kapitel] von der Pesaḥfeierin Gilgal. Jetzt aber, wo zwei Tage [gefeiert werden], lese man am ersten Tage [das Kapitel] von der Pesaḥfeier in Gilgal und am zweiten Tage [das Kapitel] von der Pesaḥfeierdes Jošijahu;",
"an den übrigen Tagen werden andere Stellen, die vom Pesaḥfeste handeln, zusammengetragen und vorgelesen. – Welche sind es? R. Papa erwiderte: Deren Merkzeichen ist: MAPU.",
"Am letzten Tage des Pesaḥfestes lese man [den Abschnitt]Und als ziehen ließ, und als Haphṭara [das Kapitel]Und David sprach; am folgenden Tage den AbschnittJedes Erstgeborene, und als Haphṭara [das Kapitel]Noch heute.",
"Abajje sagte: Jetzt ist es Brauch zu lesen: Ziehe, Ochs, Heilig, Geld, Behaue, Wüste, Sende und Erstgeborenes.",
"Am Wochenfeste [lese man den Abschnitt]Sieben Wochen, und als Haphṭara [ein Kapitel]aus Ḥabaquq. Manche sagen, man lese [den Abschnitt]Im dritten Monat, und als Haphṭara [das Kapitel] vom Himmelskreise. Jetzt aber, wo zwei Tage [gefeiert werden], verfahren wir nach beider Ansicht, jedoch umgekehrt.",
"Am Neujahrsfeste [den Abschnitt]im siebenten Monat, und als Haphṭara [das Kapitel]Ist mir denn Ephrajim so ein teurer Sohn? Manche sagen: Man lese [den Abschnitt]:Und der Herr gedachte der Sara, und als Haphṭara [das Kapitel] von Ḥana.",
"Jetzt aber, wo zwei Tage [gefeiert werden], lese man am ersten Tage nach der anderen Ansicht, und am zweiten [den Abschnitt]:Und der Herr prüfte Abraham, und als Haphṭara [das Kapitel] Ein teurer Sohn.",
"Am Versöhnungstage lese man [den Abschnitt] Nach dem Tode, und als Haphṭara [das Kapitel]Denn so spricht der Hohe und Erhabene; beim Vespergebete lese man [den Abschnitt] von der Blutschande, und als Schlußabschnitt [das Buch] Jona.",
"R. Joḥanan sagte: Überall, wo du die Größe des Heiligen, gepriesen sei er, findest, findest du auch seine Milde. Dies ist in der Tora geschrieben, in den Propheten wiederholt und in den Hagiographen verdreifacht.",
"In der Tora geschrieben:denn der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, und darauf folgt:der Waisen und Witwen Recht schafft. In den Propheten wiederholt:denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig Thronende und Heilige &c., und darauf folgt:und die, die zerknirscht und demütigen Geistes sind. In den Hagiographen verdreifacht, denn es heißt:macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt, Jah ist sein Name, und darauf folgt: Vater der Waisen und Anwalt der Witwen.",
"Am ersten Tage des Hüttenfestes lese man den Festabschnitt im Leviticus, und als Haphṭara [das Kapitel]Fürwahr, es kommt ein Tag des Herrn. Und jetzt auch, wo zwei Tage [gefeiert werden], lese man dasselbe, und als Haphṭara [das Kapitel]Da versammelten sich zum Könige Šelomo.",
"An den übrigen Tagen des Hüttenfestes lese man [den Abschnitt] von den Festopfern. Am letzten Festtage lese man [den AbschnittJedes Erstgeborene und von den übrigen Geboten und Satzungen, und als Haphṭara [den Abschnitt]Und als Šelomo zu Ende geführt hatte. Am folgenden Tage lese man [den Abschnitt]Dies ist der Segen, und als Haphṭara [den Abschnitt]Und Šelomo trat.",
"R. Hona sagte im Namen Rabhs: An einem Šabbath, der in das Halbfest fällt, ob am Pesaḥ- oder am Hüttenfeste, lese man [den Abschnitt] Siehe, du, und als Schlußabschnitt am Pesaḥ [das Kapitel]Die verdorrten Gebeine, und am Hüttenfeste [das Kapitel]An dem Tage, da Gog kommt.",
"Am Ḥanukafeste [lese man den Abschnitt] von den Fürsten, und als Haphṭara [das Kapitel] von der LeuchteZekharjas. Gibt es an diesem zwei Šabbathe, so lese man am ersten [das Kapitel] von der Leuchte Zekharjas und am zweiten von der LeuchteŠelomos.",
"Am Purimfeste lese man [den Abschnitt]Da kam A͑maleq. An Neumonden lese man [den Abschnitt]An euren Neumonden, und an einem Neumond, der auf einen Šabbath fällt, als Haphṭara [das Kapitel]Und von Neumond zu Neumond; fällt er auf einen Sonntag, so lese man am vorangehenden [Šabbath das Kapitel]Da sprach Jonathan zu ihm: Morgen ist Neumond.",
"R. Hona sagte:"
],
[
"Am Neumond des Ab, der auf einen Šabbath fällt, lese man als Haphṭara [das Kapitel]Eure Neumonde und eure Feste mag ich nicht, sie sind mir zur Last geworden. Was meint er [mit den Worten]: sie sind mir zur Last geworden? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Jisraéliten gegen mich sündigen, sie belästigen mich auch, indem sie erfahren wollen, welches Verhängnis ich über sie bringen werde. –",
"Was liest man als Haphṭara am Neunten Ab selbst? Rabh erwiderte:Ach, wie ist zur Hure geworden. – Was liest man [aus der Tora]? – Es wird gelehrt: Manche sagen, [den Abschnitt]Wenn ihr mir aber nicht gehorcht; R. Nathan b. Joseph sagt, [den Abschnitt]Wie lange soll es währen, daß mich dieses Volk verhöhnt, manche sagen, [den Abschnitt]Wie lange soll es mit dieser bösen Gemeinde währen. Abajje sagte: Jetzt pflegt man zu lesen [den Abschnitt]Wenn dir Kinder geboren sind, und als Haphṭara [das Kapitel] Zusammenraffen will ich sie.",
"VON DER SCHÖPFUNGSGESCHICHTE &C. Woher dies? R. Ami erwiderte: Wenn nicht die Standbezirke, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt:wenn nicht mein Bündnis, bei Tag und bei Nacht, würde ich nicht die Ordnung des Himmels und der Erde gemacht haben.",
"Ferner heißt es:und er sprach: O Herr, mein Gott, woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde. Abraham sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, vielleicht sündigt Jisraél, behüte und bewahre, vor dir, und du verfährst mit ihm, wie du mit dem Zeitalter der Sintflut und dem der Sprachenteilung verfahren bist!? Er erwiderte: Nein. Jener sprach vor ihm: Herr der Welt, wodurch soll ich dies erkennen? Er erwiderte:Hole mir ein Drittlingskalb &c.",
"Jener sprach wiederum vor ihm: Herr der Welt, allerdings zur Zeit, da der Tempel besteht, was aber wird aus ihnen zur Zeit, wo er nicht besteht!? Er erwiderte: Ich habe für sie bereits die Opferungsordnung vorgesehen; wenn sie diese lesen, so rechne ich es ihnen an, als hätten sie mir Opfer dargebracht, und vergebe ihnen all ihre Sünden.",
"AN FASTTAGEN [DEN ABSCHNITT] VON DEN SEGEN UND FLÜCHEN; DIE FLÜCHE UNTERBRECHE MAN NICHT. Woher dies? R. Ḥija b. Gamda erwiderte im Namen R. Asis: Die Schrift sagt:verachte nicht, mein Sohn, die Zucht des Herrn.",
"Reš Laqiš erwiderte: Weil man über Verhängnisse keinen Segenspricht. – Wie mache man es nun? – Es wird gelehrt, man beginne mit einem Verse vorher und schließe mit einem Verse nachher.",
"Abajje sagte: Dies gilt nur von den Flüchen im Leviticus, die im Deuteronomiumaber unterbreche man. – Aus welchem Grunde? – Die sind in der Mehrzahl abgefaßt, und Moše sprach sie im Namen des Allmächtigen, die anderen sind in der Einzahl abgefaßt, und Moše sprach sie selbständig.",
"Levi b. Buṭi las die Flüche vor R. Hona stotternd, da sprach er zu ihm: Nach Belieben; sie lehrten es nur von den Flüchen im Leviticus, die im Deuteronomium aber unterbreche man.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: E͑zra ordnete für Jisraél an, die Flüche im Leviticus vor dem Wochenfeste und die im Deuteronomium vor dem Neujahrsfeste zu lesen. – Aus welchem Grunde? Abajje, nach anderen Reš Laqiš, erwiderte: Damit das Jahr mit seinen Flüchen zuende sei. –",
"Allerdings ist mit denen des Deuteronomium das Jahr mit seinen Flüchen zuende, wieso aber mit denen des Leviticus, beginnt denn mit dem Wochenfeste ein neues Jahr!? – Freilich, auch das Wochenfest ist ein Neujahr, denn wir haben gelernt, am Wochenfeste werden die Baumfrüchte [gerichtet].",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn Greise dich niederreißen heißen und Junge dich bauen heißen, so reiße nieder und baue nicht, denn das Niederreißen der Greise ist ein Bauen und das Bauen der Jungen ist ein Niederreißen. Als Vorbild diene Rehabea͑m, der Sohn Šelomos.",
"Die Rabbanan lehrten: Mit der Stelle, da man am Šabbath beim Morgengebete abbricht, beginne man beim Vespergebete zu lesen, da man beim Vespergebete [abbricht], beginne man am Montag zu lesen, da man am Montag [abbricht], beginne man am Donnerstag zu lesen, und da man am Donnerstag [abbricht], beginne man am folgenden Šabbath zu lesen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, da man am Šabbath beim Morgengebete abbricht, beginne man beim Vespergebete, am Montag, am Donnerstag und am folgenden Šabbath zu lesen.",
"R. Zera sagte: Die Halakha ist, wo man am Šabbath beim Morgengebete abbricht, beginne man beim Vespergebete, am Montag, am Donnerstag und am folgenden Šabbath zu lesen. – Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!? –"
],
[
"Weil manche [diesen Streit] entgegengesetzt lehren.",
"Die Rabbanan lehrten: Man öffne [die Torarolle], schaue hinein, rolle sie zusammen, spreche den Segen, öffne sie wiederum und lese – so R. Meír. R. Jehuda sagt, man öffne sie, schaue hinein, spreche den Segen und lese. –",
"Was ist der Grund R. Meírs? – Dies nach U͑la, denn U͑la sagte: Sie sagten deshalb, der Vorlesende dürfe dem Dolmetsch nicht nachhelfen, damit man nicht glaube, die Übersetzung stehe in der Tora. Ebenso auch hierbei: damit man nicht glaube, die Segenssprüche stehen in der Tora. –",
"Und R. Jehuda!? – Bezüglich der Übersetzung könnte man im Irrtum sein, bezüglich der Segenssprüche kann man nicht im Irrtum sein.",
"R. Zera sagte im Namen R. Mathnas: Die Halakha ist: man öffne sie, schaue hinein, spreche den Segen und lese. – Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda!? – Weil manche [diesen Streit] entgegengesetzt lehren.",
"R. Zera sagte [ferner] im Namen R. Mathnas: Den Tafelnund den Tribünenhaftet keine Heiligkeit an.",
"R. Šephaṭja sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Torarolle zusammenrollt, stelle man sie auf die Naht.",
"Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wenn man die Torarolle rollt, rolle man sie von außenund nicht von innen.",
"Beim Umbinden binde man sie von innenund nicht von außen.",
"Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wenn zehnaus der Torarolle vorlesen, so rolle sie der bedeutendste zusammen, denn der sie zusammenrollt, erhält den Lohn für alle. R. Jehošua͑ sagte nämlich: Wenn zehn aus der Torarolle lesen, so erhält derjenige, der sie zusammenrollt, den Lohn für alle. – ‘Den Lohn für alle’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: er erhält einen Lohn, wie alle zusammen.",
"Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Woher, daß man sich der Hallstimme bedienen darf? Es heißt:und deine Ohren werden hinter dir einen Ruf vernehmen. Jedoch nur dann, wenn man eine männliche Stimme in der Stadt oder eine weibliche auf dem Felde gehört hat. Auch nur dann, wenn sie zweimal ja oder zweimal nein gesagt hat.",
"Ferner sagte R. Šephaṭja im Namen R. Joḥanans: Wer die Schrift ohne Melodie liest und ohne Sangstudiert, über den spricht die Schrift: so gab ich ihnen Satzungen, die nicht ersprießlich waren &c.",
"Abajje wandte ein: Weil er seine Stimme nicht melodisch einstellen kann, sollte es über ihn heißen:Rechte, durch die sie nicht leben können!? Vielmehr ist dies auf das zu beziehen, was R. Mešaršeja gesagt hat; Wenn zwei Schriftgelehrte in einer Stadt wohnen und nicht verträglich mit einander in der Halakha sind, so spricht die Schrift über sie: so gab ich ihnen Satzungen, die nicht ersprießlich waren, und Rechte, durch die sie nicht leben können.",
"R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans: Wer eine Tora entblößt anfaßt, wird entblößt begraben. – ‘Entblößt begraben’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: wird der Gebote entblößt begraben. –",
"‘Der Gebote entblößt’, wie kommst du darauf!? Vielmehr, erklärte Abajje, er wird dieses Gebotes entblößt begraben.",
"R. Jannaj, Sohn R. Jannajs des Greisen, sagte im Namen R. Jannajs des Großen: Man drehe die Hülle [um die Torarolle], nicht aber die Torarolle.",
"Moše sagte den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn; ES IST GEBOT, JEDES ZUR ENTSPRECHENDEN ZEIT ZU LESEN. Die Rabbanan lehrten: Moše ordnete für Jisraél an, über die Bedeutung des Tages vorzutragen: über die Vorschriften des Pesaḥfestes am Pesaḥfeste, über die Vorschriften des Wochenfestes am Wochenfeste und über die Vorschriften des Hüttenfestes am Hüttenfeste."
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