database_export / json /Talmud /Bavli /Seder Kodashim /Arakhin /English /Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de].json
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| "Seder Kodashim" | |
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| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> <b>J</b>EDER <small>KANN SCHÄTZEN</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Unter ‘schätzen’ ist in diesem Traktate die Spende seiner ‘Einschätzung’ für die Tempelkasse zu verstehen, wobei der Wert sich nach dem Alter richtet u. Lev. 27,2ff. festgelegt ist, unterschieden vom Gelübde seines Geldwertes, wobei die Person wie ein Sklave nach der Leistungsfähigkeit geschätzt wird.</i> <small>UND GESCHÄTZT WERDEN</small>, [<small>SEINEN</small> G<small>ELDWERT</small>]<sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Unter ‘schätzen’ ist in diesem Traktate die Spende seiner ‘Einschätzung’ für die Tempelkasse zu verstehen, wobei der Wert sich nach dem Alter richtet u. Lev. 27,2ff. festgelegt ist, unterschieden vom Gelübde seines Geldwertes, wobei die Person wie ein Sklave nach der Leistungsfähigkeit geschätzt wird.</i> <small>GELOBEN UND GELOBT WERDEN</small>, P<small>RIESTER</small>, L<small>EVITEN,</small> J<small>ISRAÉLITEN,</small> W<small>EIBER UND</small> S<small>KLAVEN</small>.", | |
| "D<small>ER</small> G<small>ESCHLECHTSLOSE UND DER</small> Z<small>WITTER KÖNNEN GELOBEN, GELOBT WERDEN UND SCHÄTZEN, ABER NICHT GESCHÄTZT WERDEN, DENN GESCHÄTZT WERDEN KANN NUR, WER ENTSCHIEDEN</small> M<small>ANN ODER</small> W<small>EIB IST</small>.", | |
| "D<small>ER</small> T<small>AUBE, DER</small> B<small>LÖDE UND DER</small> M<small>INDERJÄHRIGE KÖNNEN GELOBT UND GESCHÄTZT WERDEN, NICHT ABER GELOBEN UND SCHÄTZEN, WEIL SIE KEINEN</small> V<small>ERSTAND HABEN</small>.", | |
| "GEMARA. J<small>EDER KANN SCHÄTZEN</small>. Was schließt dies ein? — Dies schließt den Jüngling nahe dem Mannesalter ein. —", | |
| "Was schließt dies beim Geschätztwerden ein? — Dies schließt Widerwärtige und Grindige ein.", | |
| "Man könnte glauben, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>Gelübde nach deiner Schätzung</i>, wer einen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde einbegriffen, und wer keinen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde nicht einbegriffen,", | |
| "so lehrt er uns, daß [das Wort] <sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>Seelen</i> jeden einbegreife. —", | |
| "Was schließt dies beim Geloben ein? — Nötig ist dies wegen des Gelobtwerdens. —", | |
| "Was schließt dies beim Gelobtwerden ein: wenn etwa den Geschlechtslosen und Zwitter, so lehrt er ja von diesen ausdrücklich, wenn den Tauben, Blöden und Minderjährigen, so lehrt er es ja auch von diesen ausdrücklich,", | |
| "wenn den unter einem Monat alten, so lehrt er es ja auch von diesem<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Weit. Fol. 5a.</i> ausdrücklich, und wenn Nichtjuden, so lehrt er es ja auch von diesen<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Weit. Fol. 5b.</i> ausdrücklich!? — Tatsächlich schließt dies den unter einem Monat alten ein, denn zuerst lehrt er es [allgemein] und nachher nennt er sie. —", | |
| "Was schließen [die Worte] ‘jeder kann stützen’<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Die Hände auf den Kopf des darzubringenden Opfers; ef. Lev. 1,4 uö.</i>ein? — Diese schließen den Erben ein, gegen die Ansicht R. Jehudas<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Ein Erbe könne das Opfer seiner Vaters nicht darbringen.</i>. —", | |
| "Was schließen [die Worte] ‘jeder kann umtauschen’<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Ein Opfertier auf ein andres.</i> ein? — Diese schließen den Erben ein, gegen die Ansicht R. Jehudas.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Der Erbe kann stützen, der Erbe kann umtauschen. R. Jehuda sagt, der Erbe könne nicht stützen, der Erbe könne nicht umtauschen. —", | |
| "Was ist der Grund R. Jehudas? — <sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Lev. 1,3.</i><i>Sein Opfer</i>, nicht aber das Opfer seines Vaters, und er folgert hinsichtlich des Beginnes der Heiligung von der Beendigung der Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Die Heiligung des Tieres zum Opfer beginnt mit dem Umtausche u. endet mit dem Stützen der Hände auf dessen Kopf zur Opferung.</i>; wie bei Beendigung der Heiligung der Erbe nicht stützen kann, ebenso kann bei Beginn der Heiligung der Erbe nicht umtauschen. —", | |
| "Und die Rabbanan!? — <sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>Umtauschen wird er umtauschen</i>, dies schließt den Erben ein, und wir folgern hinsichtlich der Beendigung der Heiligung vom Beginne der Heiligung, wie beim Beginne der Heiligung der Erbe umtauschen kann, ebenso kann bei Beendigung der Heiligung der Erbe stützen. —", | |
| "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>sein Opfer</i>? — Dies deuten sie: <i>sein Opfer</i>, nicht aber das Opfer eines Nichtjuden; <i>sein Opfer</i>, nicht aber das Opfer seines Nächsten; <i>sein Opfer</i>, dies schließt alle Beteiligten hinsichtlich des Stützens<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Bringen mehrere Personen gemeinsam ein Opfer dar, so müssen alle die Hände auf den Kopf des Opfers stützen.</i>ein. —", | |
| "Und R. Jehuda? — Er hält nichts von der Einschließung aller Beteiligten hinsichtlich des Stützens. Oder aber, er hält wohl davon," | |
| ], | |
| [ | |
| "nur folgert er hinsichtlich eines Nichtjuden und hinsichtlich seines Nächsten aus einem Schriftworte, somit bleiben zwei <sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Einschränkungen ‘sein Opfer’.</i>zurück, von denen eines deutet: <i>sein Opfer</i>, nicht aber das Opfer seines Vaters, und eines alle Beteiligten hinsichtlich des Stützens einschließt. —", | |
| "Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte:] <i>umtauschen wird er umtauschen</i>!? — Diese verwendet er zur Einschließung des Weibes. Es wird nämlich gelehrt: Da die ganze Schriftstelle in männlicher Fassung gehalten ist, wo finden wir [einen Anhalt] auch das Weib einzuschließen? Es heißt: <i>umtauschen wird er umtauschen</i>. —", | |
| "Und die Rabbanan!? — [Es heißt:] <i>wenn [umtauschen]</i>. — Und R. Jehuda!? — Er verwendet das <i>wenn</i> nicht zur Schriftforschung.", | |
| "«Jeder ist zur Festhütte verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der seiner Mutter nicht mehr benötigt. Wir haben nämlich gelernt: Ein Minderjähriger, der seiner Mutter nicht mehr benötigt, ist zur Festhütte verpflichtet. —", | |
| "«Jeder ist zum Feststrauße verpflichtet. » Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht. Wir haben nämlich gelernt: Ein Minderjähriger, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht, ist zum Feststrauße verpflichtet.", | |
| "«Jeder ist zu den Çiçith verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der sich in die Çiçith zu hüllen versteht. Es wird nämlich gelehrt: Ein Minderjähriger, der sich in die Çiçith zu hüllen versteht, ist zu den Çiçith verpflichtet. —", | |
| "«Jeder ist zu den Tephillin verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der die Tephillin zu verwahren versteht. Es wird nämlich gelehrt: Einem Minderjährigen, der die Tephillin zu verwahren versteht, kaufe der Vater Tephillin. —", | |
| "«Jeder ist zum Erscheinen<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Im Tempel zu Jerušalem an den 3 Festen des Jahres; vgl. Ex. 23,17.</i>verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt den Halbsklaven ein.", | |
| "Nach Rabina aber, welcher sagt, der Halbsklave sei vom Erscheinen befreit, schließt dies den ein, der am ersten Tage lahm war und am zweiten Tage normal wurde. —", | |
| "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, sie alle<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Die einzelnen Tage des Festes; wer am 1. Tage zur Darbringung nicht verpflichtet od. verhindert war, ist am 2. verpflichtet, wer am 2. verhindert war, am 3. verpflichtet usw. Demnach ist der während des Festes Genesende dazu verpflichtet; nach der anderen Ansicht ist, wer am 1. Tage nicht verpflichtet od. verhindert war, überhaupt nicht mehr verpflichtet.</i>seien ein Ersatz für einander, was aber schließt dies nach demjenigen ein, welcher sagt, sie seien alle ein Ersatz für den ersten!? —", | |
| "Dies schließt den auf einem Auge Blinden ein, gegen die Ansicht des Autors der folgenden Lehre:", | |
| "R. Joḥanan b. Dahabaj sagte im Namen R. Jehudas: Der Blinde auf einem Auge ist vom Erscheinen frei, denn es heißt<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Ex. 23,17.</i>‘sehen’ und ‘gesehen<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Das vokallose <span dir=\"rtl\">יראה</span> kann aktiv (sehen) u. passiv (gesehen werden, erscheinen) gelesen werden.</i>werden’; wie er<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Das Pronomen wird von den Kommentaren auf Gott bezogen, der mit beiden Augen die Besucher sehen kommt.</i>sehen kommt, so muß man auch erscheinen: wie sehen mit beiden Augen, ebenso erscheinen mit beiden Augen.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich schließt dies den Halbsklaven ein, wenn du aber einen Einwand erhebst nach der Ansicht Rabinas, so ist dies kein Einwand, denn das eine gilt nach der ersten Fassung der Lehre und das andre nach der letzten Fassung der Lehre.", | |
| "Wir haben nämlich gelernt: Der Halbsklave diene einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selber — so die Schule Hillels.", | |
| "Die Schule Šammajs sprach zu ihnen: Ihr habt allerdings eine Vorsorge für seinen Herrn getroffen, ihr habt aber keine Vorsorge getroffen für ihn: er kann keine Sklavin heiraten und er kann keine Freie heiraten, und wollte er [die Heirat] ganz unterlassen, so ist ja die Welt zur Fortpflanzung erschaffen worden, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Jes. 45,18.</i><i>nicht zur Einöde hat er sie geschaffen, zum Wohnen vielmehr gebildet</i>.", | |
| "Als vorsorgende Institution zwinge man vielmehr seinen Herrn, ihn zum Freien zu machen, und dieser schreibe ihm einen Schuldschein über die Hälfte seines Wertes. Da trat die Schule Hillels zurück und lehrte wie die Schule Šammajs.", | |
| "«Jeder ist zum Posaunenblasen<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Am Neujahrsfeste, cf. Lev. 23,24 u. Num. 29,1.</i>verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der zur Angewöhnung herangewachsen ist. Wir haben nämlich gelernt: Man hindere Kinder nicht, wenn sie am Feste blasen. —", | |
| "«Jeder ist zum Lesen der Esterrolle<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Am Purimfeste: cf. Meg. Fol. 2a.</i>verpflichtet. Jeder ist zum Vorlesen der Esterrolle zulässig.» Was schließt dies ein? —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dies schließt Weiber ein, nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, Weiber seien zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, denn auch sie waren bei diesem Wunder einbegriffen.", | |
| "«Jeder ist zum gemeinsamen Tischsegen<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. Vorbereitung, eigentl. Zusammenschluß; wenn 3 od. mehr Personen gemeinsam gespeist haben, so müssen sie sich zusammenschließen u. den Tischsegen gemeinsam sprechen; cf. Ber. Fol. 49b.</i>verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt Weiber und Sklaven ein, denn es wird gelehrt: Weiber schließen sich zum Tischsegen besonders zusammen und Sklaven schließen sich besonders zusammen. —", | |
| "«Jeder wird zum gemeinsamen Tischsegen angeschlossen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der versteht, wen man preist. R. Naḥman sagte nämlich: Versteht er, wen man preist, so wird er zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet. —", | |
| "«Jeder ist durch den Fluß verunreinigend.» Was schließt dies ein? — Dies schließt ein eintägiges Kind ein. Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,2.</i><i>Mann</i>, wozu heißt es <i>jeder</i><sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Hebräisch durch die Wiederholung des W.es ‘Mann’ ausgedrückt.</i><i>Mann</i>? Dies schließt ein eintägiges Kind ein, daß es nämlich durch Fluß verunreinigend ist — so R. Jehuda.", | |
| "R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,33.</i><i>den Flußbehafteten, ob Mann oder Weib</i>; <i>ob Mann</i>, was nur Mann ist, ob Kind oder Erwachsener; <i>oder Weib</i>, was nur Weib ist, ob Kind oder Erwachsene. — Wozu heißt es demnach <i>jeder Mann</i>? — Die Tora gebraucht die übliche Redewendung der Menschen<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Das W. ‘jeder’ gehört zur Satzkonstruktion.</i>. —", | |
| "«Jeder ist verunreinigungsfähig durch einen Leichenunreinen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt ein Kind ein; man könnte glauben, [es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Num. 19,20.</i><i>ein Mann, der sich verunreinigt und sich nicht reinigt</i>, nur ein Mann und nicht ein Kind, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>und für die Seelen, die da waren</i>. —", | |
| "Was schließt demnach [das Wort] <i>Mann</i> aus? — Dies schließt einen Minderjährigen von der Ausrottung<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Wegen Verunreinigung des Tempels, wovon die Schrift spricht.</i>aus. —", | |
| "«Jeder verunreinigt durch Aussatz.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein. Man könnte glauben, es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,44.</i><i>ein aussätziger Mann</i>, nur ein Mann und kein Minderjähriger, so lehrt er uns. —", | |
| "Vielleicht ist dem auch so!? —<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 2.</i><i>Wenn einem Menschen an der Haut seines Fleisches</i>, wer es auch ist. —", | |
| "Wieso heißt es demnach <i>Mann</i>!? — Wegen der folgenden Lehre: <i>Mann</i>, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einem Weibe? Wenn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 45.</i><i>und</i><sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Nach der Konstruktion eine Hinzufügung zum vorangehend genannten Aussätzigen.</i><i>der Aussätzige</i>, so sind es zwei,", | |
| "und da demnach [das Wort] <i>Mann</i> nicht nötig ist, so beziehe man es auf das folgende:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Weiter spricht die Schrift nicht von der Unreinheit, sondern vom Zerreißen der Kleider u. dem Entblößen des Haares.</i>der Mann entblöße [das Haar] und zerreiße [die Kleider], nicht aber entblöße und zerreiße das Weib. —", | |
| "«Jeder besichtige die Aussatzmale; jeder ist zulässig, die Aussatzmale zu besichtigen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt den ein, der in diesen und in ihren Namen nicht kundig ist. —", | |
| "Der Meister sagte ja aber, wer in diesen und in ihren Namen nicht kundig ist, dürfe die Aussatzmale nicht besichtigen!? Rabina erwiderte: Das ist kein Einwand; eines wenn man ihm erklärt, und er es versteht, und eines, wenn man ihm erklärt, und er es nicht versteht. —", | |
| "«Jeder ist zur Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Des Entsündigungswassers; cf. Num. 19,9.</i>zulässig.» Was schließt dies ein? — Nach R. Jehuda schließt dies einen Minderjährigen ein und nach den Rabbanan schließt dies ein Weib ein. Wir haben nämlich gelernt: Jeder ist zur Heiligung zulässig, ausgenommen der Taube, der Blöde und der Minderjährige; nach R. Jehuda ist der Minderjährige zulässig, ein Weib aber und ein Zwitter unzulässig. —", | |
| "«Jeder ist zum Besprengen<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Des unreinen mit dem Entsündigungswasser.</i>zulässig.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Unbeschnittenen ein. Dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte, wenn ein Unbeschnittener besprengt hat, sei die Besprengung gültig. —", | |
| "«Jeder darf schlachten.» Was schließt dies ein? — Einmal<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Dieser Passus kommt im Abschnitte über das Schlachten zweimal vor; cf. Hul. Fol. 2a et Fol. 15b.</i> schließt dies einen Samaritaner ein, und einmal schließt dies einen abtrünnigen Jisraéliten ein. —", | |
| "«Jeder kann zwingen, [mit ihm] nach dem Jisraéllande<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Der Ehemann muß sich der Frau fügen od. in die Scheidung willigen.</i>zu ziehen.» Was schließt dies ein? —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dies schließt Sklaven<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Widrigenfalls der Herr ihn freilassen muß. Nach anderer Erkl., wenn der Herr ihn verkaufen will, muß er ihn auf Wunsch nach dem Jisraéllande verkaufen.</i> ein. — Was schließt dies nach demjenigen ein, der Sklaven ausdrücklich in der Mišna<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. V S. 356 Anm. 165.</i>lehrt? — Dies schließt [den Umzug] aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten Wohnung<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Aus dem Auslande nach dem Jisraéllande, die Frau muß sich fügen.</i>ein. —", | |
| "«Niemand kann fortzuziehen<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Aus dem Jisraéllande nach dem Auslande.</i>zwingen.» Dies schließt einen Sklaven ein, der aus dem Auslande nach dem Jisraéllande entflohen ist. —", | |
| "«Jeder kann zwingen, [mit ihm] nach Jerušalem zu ziehen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt [den Umzug] aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten Wohnung<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 40 mut. mut.</i> ein. — «Niemand kann fortzuziehen zwingen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt [den Umzug] aus einer schlechten Wohnung nach einer schönen Wohnung<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 40 mut. mut.</i>ein.", | |
| "«Jeder ist zur Festhütte<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Wiederholung der vorangehenden Einwürfe, jed. gegen die Spezialisierung.</i>verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich, wenn diese nicht verpflichtet sein sollten, wer denn sollte verpflichtet sein!? —", | |
| "Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Lev. 23,42.</i><i>in Hütten sollt ihr weilen</i>, und der Meister hierzu sagte: das Weilen müsse dem Wohnen gleichen, wie in der Wohnung Mann und Weib zusammen, ebenso in der Hütte Mann und Weib zusammen, so könnte man glauben, Priester seien, da sie den Dienst zu verrichten<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Lind sich von ihren Frauen zurückziehen.</i>haben, nicht verpflichtet,", | |
| "so lehrt er uns, daß sie, wenn sie auch zur Dienstzeit frei sind, außerhalb der Dienstzeit verpflichtet sind. Wie dies auch bei Reisenden der Fall ist, denn der Meister sagte, Tagreisende seien am Tage von der Festhütte frei und nachts dazu verpflichtet.", | |
| "«Jeder ist zu den Çiçith verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? —", | |
| "Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,11.</i><i>du sollst nicht Mischgewebe anlegen, mache dir Quastenschnüre</i>, so könnte man glauben, wer Mischgewebe nicht anlegen darf, sei zum Gebote der Çiçith verpflichtet, Priester aber, denen Mischgewebe erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Manche der Dienstgewänder waren aus Wolle u. Flachs gefertigt.</i> ist, seien dazu nicht verpflichtet,", | |
| "so lehrt er uns, daß es ihnen allerdings zur Dienstzeit erlaubt ist, außerhalb der Dienstzeit aber verboten. —", | |
| "«Jeder ist zu den Tephillin verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Dt. 6,8.</i><i>du sollst sie zum Zeichen an deine Hand binden, und sie sollen zum Stirnbande zwischen deinen Augen sein</i>, so könnte man glauben, dem die der Hand geboten ist, dem ist auch die des Kopfes geboten,", | |
| "Priester aber, denen die der Hand nicht geboten ist, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,3.</i><i>soll er über seinen Leib ziehen</i>, nichts darf zwischen [den Kleidern] und seinem Leibe trennen, seien auch zu der des Kopfes nicht verpflichtet,", | |
| "so lehrt er uns, daß sie voneinander nicht abhängig sind. Wie wir gelernt haben: Die des Kopfes ist nicht von der der Hand abhängig, und die der Hand ist nicht von der des Kopfes abhängig. —", | |
| "Die der der Hand<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Sc. ist ihnen nicht geboten.</i>wohl deshalb, weil es heißt: <i>soll er über seinen Leib ziehen</i>, und auch vom Kopfe heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Ex. 29,6.</i><i>du sollst ihm den Turban aufs Haupt setzen</i>!? —", | |
| "Es wird gelehrt: Zwischen dem Stirnblatte<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 28,36.</i>und dem Turban war sein Haar zu sehen, wo er die Tephillin anlegte.", | |
| "«Jeder ist zum Posaunenblasen verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich? — Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Num. 29,1.</i><i>ein Tag des Lärmblasens soll er euch sein</i>, so könnte man glauben, dem das Blasen des einen Tages geboten ist, sei dazu verpflichtet,", | |
| "Priester aber, denen das Blasen das ganze Jahr geboten ist, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ib. 10,10.</i><i>ihr sollt bei euren Brandopfern mit Trompeten blasen</i>, seien dazu nicht verpflichtet. — Ist es denn gleich: da sind es Trompeten, hierbei aber ist es ein Blashorn!? —", | |
| "Dies ist nötig; da wir gelernt haben, der Jobeltag<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Der Versöhnungstag im Jobeljahre, an dem ebenfalls das Posaunenblasen geboten ist; cf. Lev. 25,9.</i>gleiche dem Neujahrsfeste hinsichtlich des Lärmblasens und der Segenssprüche, so könnte man glauben, wer dem Gebote des Jobels unterworfen ist, sei zum Gebote des Neujahres verpflichtet, und wer dem Gebote des Jobels nicht unterworfen ist, sei auch dem Gebote des Neujahres nicht unterworfen, somit seien Priester, die dem Gebote des Jobels nicht unterworfen sind, denn wir haben gelernt, Priester und Leviten dürfen immer<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Auch im Jobeljahre, in dem der Verkauf eines Jisraéliten ungültig ist.</i>verkaufen," | |
| ], | |
| [ | |
| "und immer auslösen, auch dem Gebote des Neujahres nicht unterworfen, so lehrt er uns; denn zugegeben, daß sie bei der Erlassung von Grundstücken<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Die nur für Jisraéliten gilt; cf. Lev. 25,10ff.</i>nicht einbegriffen sind, so sind sie immerhin bei der Erlassung von Geldforderungen und der Entlassung von Sklaven<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. V. 39ff.</i>einbegriffen.", | |
| "«Jeder ist zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist nötig wegen der Unterbrechung ihres Dienstes, und zwar nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Priester bei ihrem Dienste, die Leviten auf der Estrade<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Auf der die Tempelmusik spielte.</i>und die Jisraéliten beim Beistande unterbrechen alle ihren Dienst und kommen das Vorlesen der Esterrolle hören. —", | |
| "«Jeder ist zum gemeinsamen Tischsegen verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Von Priestern zu lehren.</i>wegen des Falles nötig, wenn sie Heiliges essen; da der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Ex. 29,33.</i><i>sie sollen es essen, wodurch ihnen Sühne verschafft wurde</i>, so könnte man glauben, dies sei eine Sühne,", | |
| "so lehrt er uns, denn der Allbarmherzige sagt: <i>du sollst essen und satt sein</i>, und sie sind es. —", | |
| "«Jeder wird zum gemeinsamen Tischsegen mitvereinigt, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist wegen des Falles nötig, wenn die Priester Hebe oder Heiliges und die Gemeinen Profanes gegessen haben;", | |
| "da der Jisraélit, wenn er mit dem Priester essen wollte, dies nicht dürfte, so könnte man glauben, sie werden nicht vereinigt, so lehrt er uns; denn zugegeben, daß der Jisraélit nicht mit einem Priester essen darf, aber ein Priester darf mit einem Jisraéliten essen.", | |
| "«Jeder kann schätzen, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? Raba erwiderte: Dies ist wegen [der Lehre] des Ben Bokhri nötig, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagte: Ben Bokhri bekundete in Jabne, daß ein Priester, der den Šeqel<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Die Tempel-Steuer.</i>entrichtet, keine Sünde begehe.", | |
| "Da sprach R. Joḥanan b. Zakkaj zu ihm: Nicht so, vielmehr sündigt der Priester, der den Šeqel nicht entrichtet, nur legen die Priester folgenden Schriftvers zu ihren Gunsten aus:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Lev. 6,16.</i><i>jedes Speisopfer eines Priesters soll Ganzopfer sein, es darf nicht gegessen werden</i>;", | |
| "wie dürften demnach die Schwingegarbe, die zwei Brote<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 23,17.</i>und die Schaubrote<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 25,30.</i>, wenn sie unser<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Wenn wir dazu beitrügen.</i>wären, gegessen werden!? —", | |
| "Wenn sie aber nach Ben Bokhri von vornherein zu entrichten nicht verpflichtet sind, so sind sie ja Sünder, wenn sie bringen, denn er bringt ja Profane in den Tempelhof!? — Er bringe und übergebe ihn der Gemeinde.", | |
| "Da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,25.</i><i>all deine Schätzungen sollen nach dem Šeqel des Heiligtumes sein</i>, so könnte man glauben, wer den Šeqel zu entrichten hat, könne ein Schätzgelübde tun, die Priester aber, da sie den Šeqel nicht zu entrichten haben, können auch kein Schätzgelübde tun, so lehrt er uns.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: [Die Worte] <i>all deine Schätzungen</i> deuten ja darauf, daß alle Schätzgelübde, die du gelobst, nicht weniger als einen Sela͑ betragen dürfen!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Abajje, ist dies deshalb nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,16.</i><i>und seine Lösung, im Alter von einem Monat sollst du nach der Schätzung lösen</i>, so könnte man glauben, wer bei der Auslösung des Sohnes einbegriffen ist, sei auch bei der Schätzung einbegriffen, Priester aber, die bei der Auslösung eines Sohnes nicht einbegriffen sind, seien auch bei der Schätzung nicht einbegriffen, so lehrt er uns.", | |
| "Raba sprach zu ihm: Auch beim Schuldopfer-Widder heißt es ja: <sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Lev. 5,25.</i><i>und sein Schuldopfer bringe er dem Herrn, einen fehlerfreien Widder vom Kleinvieh, nach deiner Wertschätzung</i>; demnach [wäre zu folgern:] wer bei der Wertschätzung einbegriffen ist, sei auch beim Schuldopfer-Widder einbegriffen, der Geschlechtslose aber und der Zwitter, die bei der Wertschätzung nicht einbegriffen sind, seien auch beim Schuldopfer-Widder nicht einbegriffen!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Raba, nach andren R. Aši, ist dies deshalb nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,8.</i><i>er stelle ihn vor den Priester</i>, so könnte man glauben, nicht aber ein Priester vor einen Priester, so lehrt er uns.", | |
| "«Werden geschätzt, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.» Woher dies? —", | |
| "Die Rabbanan lehrten: <i>Nach deiner Wertschätzung</i>, dies schließt die unbezeichnete Wertschätzung ein. Eine andre Auslegung: <i>Nach deiner Wertschätzung</i>, er gebe den Schätzungswert des ganzen [Körpers] und nicht den Schätzungswert einzelner Glieder<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Gelobt man ein Glied, so ist dies nichts.</i>.", | |
| "Man könnte glauben, auszuschließen sei auch das, woran die Seele hängt<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Ein Glied, wovon das Leben abhängt.</i>, so heißt es <sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>Seelen. Seelen</i>, nicht aber einen Toten.", | |
| "Man könnte den Toten ausschließen und nicht den Sterbenden, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,11,12.</i><i>er stelle hin und schätze</i>, was zum Hinstellen geeignet ist, ist zum Schätzen geeignet, und was nicht zum Hinstellen geeignet ist, ist auch zum Schätzen nicht geeignet.", | |
| "Eine andre Auslegung: <i>Seelen</i>, ich weiß dies nur von dem, der den Schätzungswert von einem gelobt hat, woher dies von dem, der den Schätzungswert von hundert gelobt hat? — Es heißt <i>Seelen</i>. Eine andre Auslegung: <i>Seelen</i>," | |
| ], | |
| [ | |
| "ich weiß dies nur von einem Manne, der den Schätzungswert gelobt hat, ob von einem Manne oder von einem Weibe, woher dies von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Mannes gelobt hat, von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Weibes gelobt hat? Es heißt <i>Seelen</i>.", | |
| "Eine andre Auslegung: <i>Seelen</i>, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.", | |
| "Man könnte nämlich auslegen:<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>ein Gelübde nach deiner Wertschätzung</i>, wer einen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde einbegriffen, und wer keinen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde nicht einbegriffen, so heißt es <i>Seelen.</i>", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,3.</i><i>Und es sei deine Wertschätzung</i>, dies schließt den Geschlechtslosen und den Zwitter hinsichtlich des Geldwertes<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 643 Anm. 1.</i>ein. Man könnte nämlich auslegen: <i>ein Gelübde nach deiner Wertschätzung</i>, wer beim Schätzgelübde einbegriffen ist, habe einen Geldwert, und wer beim Schätzgelübde nicht einbegriffen ist, habe keinen Geldwert, so heißt es <i>es sei deine Wertschätzung,</i>", | |
| "<i>Der Mann</i>; ein Mann, nicht aber ein Geschlechtsloser und ein Zwitter. Man könnte glauben, sie seien nicht einbegriffen bei der Wertschätzung eines Mannes, wohl aber bei der Wertschätzung eines Weibes, so heißt es: <i>es sei deine Wertschätzung, der Mann</i>,<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,4.</i><i>und wenn ein Weib</i>, entschieden Mann oder entschieden Weib, nicht aber der Geschlechtslose und der Zwitter.", | |
| "Der Meister sagte: <i>Nach deiner Wertschätzung</i>, dies schließt die unbezeichnete Wertschätzung ein.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand gesagt hat, er nehme auf sich [die Spende] einer (unbezeichneten)<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Wenn er weder seine noch sonst eine Person genannt hat.</i> Wertschätzung, so gebe er das niedrigste der Wertschätzung. — Was heißt das niedrigste? — Drei Šeqel. —", | |
| "Vielleicht fünfzig<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Das Höchste der Wertschätzung.</i>!? — Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. —", | |
| "Vielleicht einen Šeqel, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,25.</i><i>und all deine Wertschätzung sei nach dem Šeqel des Heiligtumes</i>!? — Dies steht bei Vermögens [losigkeit]<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Wobei überhaupt nicht geschätzt wird.</i>geschrieben. —", | |
| "Wozu ist demnach<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Wenn der niedrigste Betrag zu zahlen ist.</i>der Schriftvers nötig!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß hierbei Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigt<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Er muß 3 Šeqel zahlen, auch wenn er vermögenslos ist.</i>wird. — Weshalb? — Weil es ebenso ist, als hätte er [eine Person] genannt.", | |
| "Manche lesen: R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Hierbei wird die Vermögens[losigkeit] berücksichtigt. — Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, es sei ebenso als hätte er es bezeichnet, so lehrt er uns.", | |
| "«Eine andre Auslegung. <i>Nach deiner Wertschätzung</i>; er gebe den Schätzungswert des ganzen [Körpers] und nicht den Schätzungswert einzelner Glieder.» Du hast dies ja auf die unbezeichnete Wertschätzung bezogen!? — Lies hierbei <i>Wertschätzung, deine Wertschätzung</i><sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Das Suffix deutet auf die andere Auslegung.</i>.", | |
| "«Man könnte glauben, auszuschließen sei auch das, woran die Seele hängt, so heißt es <i>Seelen. Seelen</i>, nicht aber einen Toten.»", | |
| "Du hast es ja bereits ausgelegt!? — Lies hierbei <i>Seele, Seelen</i><sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Die Mehrzahl deutet auf die andere Auslegung.</i>.", | |
| "«Man könnte den Toten ausschließen und nicht den Sterbenden, so heißt es: <i>er stelle hin und schätze</i>.»", | |
| "Demnach ist ja auch der Tote auszuschließen durch [die Worte]: <i>er stelle hin und schätze</i>!? — Dem ist auch so. — Wozu ist demnach [die Auslegung] <i>Seele, Seelen</i> nötig!? — Wie wir weiter erklären werden.", | |
| "«Eine andre Auslegung: <i>Seelen</i>, ich weiß dies nur von dem, der den Schätzungswert von einem gelobt hat, woher dies von dem, der den Schätzungswert von hundert gelobt hat? Es heißt <i>Seelen</i>.", | |
| "Eine andre Auslegung: <i>Seelen</i>, ich weiß dies nur von einem Manne, der den Schätzungswert gelobt hat, ob von einem Manne oder von einem Weibe, woher dies von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Mannes gelobt hat, von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Weibes gelobt hat? Es heißt <i>Seelen</i>.", | |
| "Eine andre Auslegung: <i>Seelen</i>, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.» Du hast es ja für jene [Auslegungen] verwendet!? —", | |
| "Für jene ist kein Schriftvers nötig, denn sie sind gleichwiegend und können alle gefolgert werden, nötig ist der Schriftvers nur wegen eines Widerwärtigen und Grindigen.", | |
| "«<i>Und es sei deine Wertschätzung</i>, dies schließt den Geschlechtslosen und den Zwitter hinsichtlich des Geldwertes ein.» Wozu ist ein Schriftvers wegen des Geldwertes nötig, diese sind ja nicht weniger als eine Dattelpalme, und hat jemand, der den Wert einer Dattelpalme gelobt, diesen nicht zu geben!?", | |
| "Raba erwiderte: Dies besagt, daß nach der Bedeutung<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Des Gliedes, wenn es beispielsweise der Kopf ist, so ist die ganze Person zu schätzen.</i>zu schätzen ist.", | |
| "Da es heißt: <i>Gelübde nach deiner Wertschätzung</i>, so könnte man glauben, wer bei der Wertschätzung einbegriffen ist, dem werde [das Glied] nach der Bedeutung geschätzt, und wer bei der Wertschätzung nicht einbegriffen ist, dem werde es nicht nach der Bedeutung geschätzt.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Wird es denn bei dem, der in der Wertschätzung nicht einbegriffen ist, nach der Bedeutung geschätzt, es wird ja gelehrt: [Sagt jemand:] der Kopf dieses Sklaven sei Heiliges, so sind er und das Heiligtum Teilhaber an ihm. [Sagt jemand:] der Kopf des Sklaven sei dir verkauft, so schätze man<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Den Wert des Sklaven, der zu teilen ist.</i>zwischen ihnen. [Sagt jemand:] der Kopf dieses Esels sei Heiliges, so sind er und das Heiligtum Teilhaber an ihm. [Sagt jemand:] der Kopf des Esels sei dir verkauft, so schätze man zwischen ihnen.", | |
| "[Sagt jemand:] der Kopf der Kuh sei dir verkauft, so hat er nur den Kopf der Kuh verkauft. Und noch mehr, selbst wenn [er sagt:] der Kopf der Kuh sei Heiliges, gehört dem Heiligtume nur der Kopf. Hierzu sagte R. Papa: Weil ein Kuhkopf beim Schlächter verkauft wird.", | |
| "Esel und Kuh sind ja bei der Wertschätzung nicht einbegriffen und bei ihnen wird es nicht nach der Bedeutung geschätzt!? — Auch nach deiner Auffassung ist ja hinsichtlich des Sklaven einzuwenden: er ist ja bei der Wertschätzung einbegriffen, und bei ihm wird es nicht nach der Bedeutung geschätzt.", | |
| "Vielmehr ist dies kein Einwand; eines gilt vom Heiligen für den Altar und eines vom Heiligen für den Tempelreparaturfonds. —", | |
| "Wie ist, wenn du dies auf das Heilige für den Altar beziehst, der Schlußsatz zu erklären: und noch mehr, selbst wenn [er sagt:] der Kopf dieser Kuh sei Heiliges, gehört dem Heiligtume nur der Kopf. Weshalb denn, die Heiligkeit sollte doch auf das ganze ausgedehnt werden!? Es wird ja auch gelehrt: Man könnte glauben," | |
| ], | |
| [ | |
| "wenn jemand sagt: der Fuß von diesem sei ein Brandopfer, sei das ganze ein Brandopfer, so heißt <i>es</i>:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,9.</i><i>alles, was er davon dem Herrn gibt, sei heilig</i>; davon sei heilig, nicht aber sei das ganze heilig.", | |
| "Man könnte glauben, es werde profan, so heißt es <i>sei</i>, es bleibe bei seinem Sein. Was mache man nun? Es werde zur Anschaffung von Brandopfern verkauft, und der Erlös ist mit Ausnahme des Wertes des betreffenden Gliedes profan — so R. Meír.", | |
| "R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n sagen: Woher, daß, wenn jemand sagt: der Fuß von diesem sei ein Brandopfer, das ganze ein Brandopfer sei? Es heißt: <i>alles, was er davon gibt, sei heilig</i>, dies schließt das ganze ein.", | |
| "Und auch nach demjenigen, welcher sagt, das ganze sei nicht Brandopfer, gilt dies nur dann, wenn man etwas heiligt, wovon das Leben nicht abhängt, wenn aber etwas, wovon das Leben abhängt, ist das ganze heilig.", | |
| "Vielmehr ist dies kein Widerspruch; eines gilt von der Heiligkeit der Sache und eines gilt von der Heiligkeit des Geldwertes. —", | |
| "Der Meister selber ist es ja aber, welcher sagt, wenn jemand den Geldwert eines Männchens weiht, sei es sachlich heilig<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Da es als Brandopfer geeignet ist.</i>!? —", | |
| "Das ist kein Einwand; eines, wenn man das ganze geheiligt hat, und eines, wenn man ein Glied geheiligt hat. —", | |
| "Aber auch hinsichtlich eines Gliedes ist es uns ja fraglich, denn Raba fragte, wie es denn sei, wenn man den Geldwert eines Gliedes geheiligt hat!? —", | |
| "Er fragte es nur hinsichtlich eines fehlerfreien, hier aber wird von einem fehlerbehafteten gesprochen, gleich einem Esel<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Der ebenfalls nicht sachlich heilig werden kann.</i>. —", | |
| "Aber auch hinsichtlich eines fehlerbehafteten ist es uns ja fraglich, denn Raba fragte, wie es denn sei, wenn jemand sagt: der Wert meines Kopfes<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Ein Mensch gleicht einem fehlerbehafteten Vieh, da er zur Opferung nicht verwendbar ist.</i> für den Altar!? — Fraglich war es ihm, bevor er diese Lehre gehört hatte, jetzt, wo er diese Lehre gehört hat, ist es ihm nicht fraglich.", | |
| "Der Text. Raba fragte: Wie ist es, wenn jemand sagt: der Wert meines Kopfes für den Altar. Wird er bei ihm nach der Bedeutung geschätzt, oder wird er nicht nach der Bedeutung geschätzt?", | |
| "[Sagen wir,] wir finden nicht, daß beim Geldwerte nicht nach der Bedeutung geschätzt werde, oder aber, wir finden nicht, daß bei [Spenden] für den Altar nach der Bedeutung geschätzt werde? — Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Raba fragte: Wie ist es, [wenn jemand sagt, er nehme] auf sich seinen Schätzungswert für den Altar: wird bei ihm Vermögens[losigkeit] berücksichtigt, oder wird bei ihm Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigt?", | |
| "[Sagen wir,] wir finden nicht, daß beim Schätzgelübde Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigt werde, oder aber, wir finden nicht, daß bei [Spenden] für den Altar Vermögenslosigkeit berücksichtigt werde<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften.</i>? — Dies bleibt unentschieden.", | |
| "R. Aši fragte: Wie ist es, wenn jemand ein Erbbesitzfeld für den Altar geheiligt hat: sagen wir, wir finden nicht, daß ein Erbbesitzfeld anders ausgelöst werde als fünfzig Šeqel die Aussaatfläche eines Ḥomers Gerste<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 27,16.</i>, oder aber, wir finden nicht, daß [bei Spenden] für den Altar anders als nach dem Werte ausgelöst werde? — Dies bleibt unentschieden.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,2</sup> <b>U</b><small>NTER EINEM</small> M<small>ONAT KANN ER</small><sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Der Wert eines solchen Kindes.</i><small>GELOBT, ABER NICHT GESCHÄTZT WERDEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer [ein Kind] unter einem Monat schätzt<sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Unter ‘schätzen’ ist in diesem Traktate die Spende seiner ‘Einschätzung’ für die Tempelkasse zu verstehen, wobei der Wert sich nach dem Alter richtet u. Lev. 27,2ff. festgelegt ist, unterschieden vom Gelübde seines Geldwertes, wobei die Person wie ein Sklave nach der Leistungsfähigkeit geschätzt wird.</i>, gebe, wie R. Meír sagt, seinen Geldwert; die Weisen sagen, er habe nichts gesagt.", | |
| "Worin besteht ihr Streit? — R. Meír ist der Ansicht, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, und da man weiß, daß es bei einem unter einem Monat keinen Schätzungswert gebe, so meinte er den Geldwert, und die Rabbanan sind der Ansicht, man bringe seine Worte auch unnütz hervor. —", | |
| "Die Lehre R. Gidels im Namen Rabhs, daß, wenn jemand sagt, er nehme auf sich, den Schätzungswert dieses Gerätes [zu spenden], er den Geldwert geben müsse, vertritt also die Ansicht R. Meírs. — Selbstverständlich, daß sie die des R. Meír vertritt!? —", | |
| "Man könnte glauben, dies gelte auch nach den Rabbanan, denn da kann er sich geirrt haben, indem er glaubte, wie es einen Schätzungswert bei einem einen Monat alten [Kind] gibt, ebenso gebe es einen solchen auch bei einem unter einem Monat alten,", | |
| "hierbei aber, wo man sich nicht irren kann, da jeder weiß, daß es bei einem Geräte keinen Schätzungswert<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 643 Anm. 1.</i>gebe, meinte er den Geldwert. Daher lehrt er uns. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Wozu ist dies nach R. Meír zu lehren nötig? —", | |
| "Man könnte glauben, der Grund R. Meírs sei da, weil man bei einem Kinde unter einem Monat eines über einen Monat berücksichtige, nicht aber gilt dies hierbei, wo nichts zu berücksichtigen ist, so lehrt er uns, daß der Grund R. Meírs ist, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, einerlei ob in diesem oder in jenem Falle. —", | |
| "Wessen Ansicht vertritt die Lehre des Rabba b. Joseph im Namen Rabhs, und wie manche sagen, des R. Jeba b. Jose im Namen Rabhs, daß, wenn jemand das Vieh seines Nächsten heiligt, er dessen Geldwert<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Da jeder weiß, daß man ein fremdes Vieh nicht zur Opferung heiligen kann, so meinte er den Geldwert.</i>gebe? Die des R. Meír. —", | |
| "Rabh sagte dies ja bereits einmal, denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs, wenn jemand sagt, er nehme auf sich den Schätzungswert dieses Gerätes [zu spenden], er den Geldwert gebe!? — Man könnte glauben, dies gelle nur da, weil jeder weiß, daß es bei einem Geräte keinen Schätzungswert gibt, somit meinte er den Geldwert,", | |
| "bei einem Vieh aber, das geheiligt werden kann, könnte man glauben, habe er wie folgt gedacht: da der Eigentümer es mir, wenn ich es ihm sage, verkauft, so sei es von jetzt ab heilig und ich bringe es dar, er meinte aber nicht den Geldwert, so lehrt er uns.", | |
| "R. Aši sagte: Dies nur, wenn er gesagt hat, er nehme auf sich<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Sc. die Heiligung des Viehs; wenn es nicht das Vieh selbst ist, so gebe er den Geldwert.</i>, nicht aber wenn er ‘dieses’ gesagt hat<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Haftbarkeit keine persönliche, sondern eine dingliche ist, so sind seine Worte nichtig, da es nicht ihm gehört.</i>.", | |
| "<sup>ii</sup> <b>E</b><small>IN</small> N<small>ICHTJUDE KANN, WIE</small> R. M<small>EÍR SAGT, GESCHÄTZT WERDEN, NICHT ABER SCHÄTZEN, UND WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, SCHÄTZEN, NICHT ABER GESCHÄTZT WERDEN; BEIDE PFLICHTEN BEI, DASS</small> N<small>ICHTJUDEN GELOBEN UND GELOBT WERDEN KÖNNEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>Kinder Jisraél</i>, nur diese können schätzen, nicht aber können Nichtjuden schätzen.", | |
| "Man könnte glauben, sie können auch nicht geschätzt werden, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>Mann</i> — so R. Meír.", | |
| "R. Meír sprach: Wieso sage ich, wenn ein Schriftwort einschließt und ein Schriftwort ausschließt, er könne geschätzt werden und nicht schätzen?", | |
| "Weil die Schrift bei denen, die geschätzt werden können, mehr einbegriffen hat als bei denen, die schätzen können, denn auch der Taube, der Blöde und der Minderjährige können geschätzt werden, aber nicht schätzen.", | |
| "R. Jehuda sagte: <i>Kinder Jisraél</i>, nur diese können geschätzt werden, nicht aber können Nichtjuden geschätzt werden. Man könnte glauben, sie können auch nicht schätzen, so heißt es <i>Mann</i>.", | |
| "R. Jehuda sprach: Wieso sage ich, wenn ein Schriftwort einschließt und ein Schriftwort ausschließt, ein Nichtjude könne schätzen und nicht geschätzt werden? Weil die Schrift bei denen, die schätzen können, mehr einbegriffen hat als bei denen, die geschätzt werden können, denn der Geschlechtslose und der Zwitter können schätzen, nicht aber geschätzt werden.", | |
| "Raba sagte: Die Lehre R. Meírs ist einleuchtend, seine Begründung aber ist nicht einleuchtend; die Begründung R. Jehudas ist einleuchtend, seine Lehre aber ist nicht einleuchtend.", | |
| "Die Lehre R. Meírs ist einleuchtend, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 4,3.</i><i>nicht euch und uns steht es an, das Haus unsres Gottes</i><sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Nichtjuden sollen also nichts für den Tempel spenden.</i><i>zu bauen</i>. Seine Begründung ist nicht einleuchtend, denn er beruft sich auf Taube, Blöde und Minderjährige, aber anders ist es bei Tauben, Blöden und Minderjährigen, die nicht verständig sind.", | |
| "Die Begründung R. Jehudas ist einleuchtend, denn er beruft sich auf Geschlechtslose und Zwitter, die der Allbarmherzige ausgeschlossen hat, obgleich sie verständig sind. Seine Lehre ist nicht einleuchtend, denn es heißt: <i>nicht euch und uns steht es an, das Haus unsres Gottes zu bauen</i>. —", | |
| "Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte:] <i>nicht euch und uns steht es an?</i> R. Ḥisda erwiderte im Namen Abimis: Sein Schätzungswert ist zu verstecken<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Sein Schätzgelübde ist zwar gültig, jed. ist es nicht zu verwenden, vielmehr ist es zu verstecken u. als heilig zur Nutznießung verboten.</i>. —", | |
| "Demnach sollte es dabei keine Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Am Heiligen, wenn ein Gemeiner davon nutznießt; cf. Lev. 5,15.</i>geben, denn wir haben gelernt, von den fünf Sündopfern, die man verenden<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Weil sie nicht mehr darzubringen sind.</i>lassen, und von den Geldern, die man ins Salzmeer werfen<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Wie beispielsweise in diesem Falle.</i>muß, dürfe man nicht genießen und man begehe daran keine Veruntreuung,", | |
| "während von den heiligen [Spenden] der Nichtjuden gelehrt wird, dies gelte nur vom Heiligen für den Altar, am Heiligen für den Tempelreparaturfonds aber begehe man eine Veruntreuung!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Raba, wegen<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Deshalb wurde beim Tempelbau von den Nichtjuden keine Hilfeleistung angenommen; sonst aber können sie wohl Spenden geloben.</i>der Schlaffmachung der Hände, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 4,4.</i><i>und das Volk des Landes machte schlaff die Hände des Volkes Jehuda, und sie schreckten sie ab vom Bau</i><sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Ihr Anerbieten zur Hilfeleistung war nicht ernst gemeint; sie wollten sie später zurückziehen, damit der Bau nicht fortgeführt werde.</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "Eines lehrt, wenn ein Nichtjude eine freiwillige Gabe für den Tempelreparaturfonds spendet, nehme man es von ihm an, und ein Andres lehrt, man nehme es nicht an!?", | |
| "R. Ila erwiderte im Namen R. Joḥanans: Das ist kein Widerspruch; eines bei Beginn und eines bei Beendigung.", | |
| "R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Bei Beginn<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Eines baulichen Unternehmens: man nehme es von ihnen nicht an, weil sie viell. ihr Versprechen nicht einlösen u. nur die Fortführung verhindern wollen.</i>nehme man von ihnen nicht einmal Wasser und Salz an, bei Beendigung aber nehme man Gekennzeichnetes<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Was dauernd als Spende von Nichtjuden sichtbar bleibt.</i>nicht an, Ungekennzeichnetes nehme man an. — Was heißt Gekennzeichnetes? R. Joseph erwiderte: Beispielsweise eine Elle Rabenscheuche<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Die eisernen Dachplatten waren mit langen Stacheln versehen, als Schutz gegen Beschmutzung durch Raben u. andere Vögel.</i>.", | |
| "R. Joseph wandte ein:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Neh. 2,8.</i><i>Und einen Brief an Asaph, den Hüter des Parkes, der dem Könige gehört</i><sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Diese Schriftstelle spricht von den Schenkungen des Königs Cyrus für den Tempelbau bei Beginn desselben.</i><i>&c</i>!? Abajje erwiderte ihm: Anders verhält es sich bei einem Könige, der nicht zurücktritt. Šemuél sagte nämlich: Sagt ein König, er wolle den Berg niederreißen, so reißt er den Berg nieder und tritt nicht zurück.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hat ein Nichtjude die Hebe von seinem Getreidehaufen abgesondert, so untersuche man es: hat er sie im Sinne eines Jisraéliten abgesondert<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Daß die Hebe so verwandt werde, wie die eines Jisraéliten. Nach einer anderen Erklärung: auf Geheiß eines Jisraéliten.</i>, so gebe man sie einem Priester, wenn aber nicht, so benötigt sie des Versteckens, denn man berücksichtige, sein Herz war vielleicht dem Himmel zugewendet.", | |
| "Man wandte ein: Wenn ein Nichtjude einen Balken spendet und der Gottesname darauf geschrieben ist, so untersuche man es: sagt er, er habe ihn im Sinne eines Jisraéliten gespendet, so schneide man [den Gottesnamen] heraus und benutze das übrige, wenn aber nicht, so benötigt er des Versteckens, denn man berücksichtige, sein Herz war vielleicht dem Himmel zugewendet. —", | |
| "Er benötigt nur dann des Versteckens, wenn der Gottesname darauf geschrieben ist, wenn aber der Gottesname nicht darauf geschrieben ist, benötigt er nicht des Versteckens? —", | |
| "Auch wenn der Gottesname nicht darauf geschrieben ist, benötigt er des Versteckens, nur lehrt er uns folgendes: auch wenn der Gottesname darauf geschrieben ist, darf man ihn herausschneiden und das übrige benutzen, denn der Gottesname an einer ungeeigneten Stelle ist nicht heilig.", | |
| "Wir haben nämlich gelernt: Ist er auf Griffen von Geräten geschrieben oder den Füßen eines Bettes, so schneide man ihn heraus und verstecke ihn.", | |
| "R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er ihn anderweitig<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Und Ersatz leisten.</i>verwenden. Man könnte hieraus entnehmen, nur für sich, nicht aber für einen andren, aber es wurde gelehrt, R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans, sowohl für sich als auch für einen andren.", | |
| "R. Zee͑ri sagte: Dies nur, wenn er ‘auf <sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Er nehme auf sich die Spende eines Sela͑.</i>mich’ gesagt hat, wenn er aber ‘dieser’ gesagt<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Er spende diesen Sela͑.</i>hat, so muß er diesen geben.", | |
| "Raba wandte ein: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte leuchtet ja ein: sagte er ‘dieser’, so mag er ihn benutzen, damit er für ihn haftbar sei, nicht aber, wenn er ‘auf mich’ gesagt<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Da er ohnehin haftbar ist.</i>hat!? — Vielmehr, es gibt hierbei keinen Unterschied.", | |
| "Es gibt eine Lehre, übereinstimmend mit Raba: Gelobtes für Almosen, nicht aber Heiliges für Almosen.", | |
| "Wie ist dies zu verstehen: ist ja weder Gelobtes noch Heiliges für Almosen!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: Beim Almosen begeht man [wie beim Gelobten] das Verbot<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Wenn man es nicht rechtzeitig abliefert; cf. Rh. Fol. 6a.</i>des Versäumens, jedoch gleicht es nicht dem Heiligen, denn das Heilige darf man nicht benutzen, das Almosen aber darf man benutzen.", | |
| "R. Kahana sagte: Ich trug diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vor, und er sprach: So lehrt ihr es, wir aber lehren es wie folgt: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er ihn anderweitig verwenden, ob für sich oder für einen andren, ob er ‘auf mich’ gesagt hat oder er ‘dieser’ gesagt hat.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er, solange er noch nicht in die Hand des Almoseneinnehmers gekommen ist, ihn anderweitig verwenden, ist er in die Hand des Almoseneinnehmers gekommen, so darf er ihn nicht anderweitig verwenden. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Dem ist ja aber nicht so, R. Jannaj lieh ja<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Almosengeld für seinen Gebrauch.</i>und bezahlte!? — Anders verhielt es sich bei R. Jannaj; dies war den Armen lieb, denn je länger er [die Rückzahlung] verzögerte, desto mehr nötigte er andre<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Almosen zu geben, da ihm das Geld fehlte.</i>und gab ihnen.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Hat ein Jisraélit eine Leuchte oder eine Lampe für das Bethaus gespendet, so darf er sie nicht anderweitig verwenden, R. Ḥija b. Abba wollte sagen, einerlei ob zu Freigestelltem oder zu einer gottgefälligen Handlung, da sprach R. Ami zu ihm: Folgendes sagte R. Joḥanan: dies nur zu Freigestelltem, zu einer gottgefälligen Handlung aber darf man sie anderweitig verwenden.", | |
| "R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Nichtjude eine Leuchte oder eine Lampe für das Bethaus gespendet hat, so darf man sie, solange der Name des Eigentümers nicht in Vergessenheit geraten ist, nicht anderweilig verwenden, und nachdem der Name des Eigentümers in Vergessenheit geraten ist, anderweitig verwenden.", | |
| "Wofür: wenn für Freigestelltes, so gilt dies ja nicht nur von einem Nichtjuden, sondern auch von einem Jisraéliten,", | |
| "doch wohl für eine gottgefällige Handlung, und dies gilt nur von einem Nichtjuden, weil er<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie anderweitig verwandt wird.</i>lärmt, bei einem Jisraéliten aber, der nicht lärmt, ist es zulässig.", | |
| "Der Araber Šea͑zraq spendete eine Lampe für das Lehrhaus R. Jabudas, und als Reḥaba sie für einen andren Zweck verwandte, rügte es Rabba. Manche sagen, Rabba verwandte sie für einen andren Zweck und Raḥaba rügte es. Manche sagen, die Aufseher von Pumbeditha verwandten sie für einen andren Zweck, und Raḥaba und Rabba rügten es.", | |
| "Wer sie für einen andren Zweck verwandte, rechnete damit, daß er nicht anwesend war, und wer dies rügte, rechnete damit, daß es zuweilen vorkam, daß er anwesend war.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>D</b><small>ER</small> S<small>TERBENDE UND DER ZUR</small> H<small>INRICHTUNG</small> H<small>INAUSGEFÜHRTE KANN NICHT</small> <small>GELOBT UND NICHT GESCHÄTZT WERDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Wie bereits erklärt, deren Geldwert gelobt od. deren Schätzung gespendet werden.</i>. R. Ḥ<small>ANINA B.</small> A͑<small>QABJA SAGT, ER KÖNNE GESCHÄTZT WERDEN, WEIL SEIN</small> G<small>ELDWERT FESTGESETZT</small><sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Im bezüglichen Abschnitte; cf. Lev. 27,8.</i><small>IST</small>. R. J<small>OSE SAGT, ER KÖNNE GELOBEN, SCHÄTZEN UND HEILIGEN; HAT ER</small> S<small>CHADEN ANGERICHTET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG</small>.", | |
| "GEMARA. Erklärlich ist es, daß ein Sterbender nicht gelobt werden kann, denn er hat keinen Geldwert, und daß er nicht geschätzt werden kann, denn er kann nicht hingestellt und geschätzt<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich nicht um den Geldwert, sondern um den in der Schrift festgelegten Schätzungswert.</i>werden, weshalb aber kann der zur Hinrichtung Hinausgeführte, wenn er auch nicht gelobt werden kann, da er keinen Geldwert hat, nicht geschätzt<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Hierbei handelt es sich nicht um den Geldwert, sondern um den in der Schrift festgelegten Schätzungswert.</i>werden!? —", | |
| "Es wird gelehrt: Woher, daß, wenn jemand, der zur Hinrichtung hinausgeführt wird, sagt, er gelobe seinen Schätzungswert, er nichts gesagt hat? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,29.</i><i>alles Gebannte kann nicht ausgelöst werden</i>. Man könnte glauben, auch vor seiner Aburteilung, so heißt es: <i>vom Menschen</i>, nicht aber der ganze Mensch<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Als welcher er vor seiner Aburteilung noch gilt.</i>. —", | |
| "Wofür verwendet R. Ḥanina b. A͑qabja, welcher sagt, er könne geschätzt werden, weil sein Geldwert festgesetzt ist, [den Vers] <i>alles Gebannte</i>? —", | |
| "Für folgende Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Da wir finden, daß diejenigen, die dem Tod durch den Himmel verfallen sind, Lösegeld zahlen und es ihnen vergeben wird, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,30.</i><i>wenn ihm ein Lösegeld auferlegt wird</i>, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Tode durch Menschenhände, so heißt es: <i>alles Gebannte kann nicht ausgelöst werden</i>.", | |
| "Ich weiß dies nur von den schweren Todesarten, für die es bei Versehen keine Sühne gibt, woher dies von den leichten Todesarten, für die es bei Versehen eine Sühne gibt? Es heißt: <i>alles Gebannte</i>.", | |
| "R. J<small>OSE SAGT, ER KÖNNE GELOBEN, SCHÄTZEN &C</small>. Sagt denn der erste Autor, er könne dies nicht!? —", | |
| "Vielmehr, über das Geloben, das Schätzen und das Heiligen streitet niemand, sie streiten nur über seine Schädigung; der erste Autor ist der Ansicht, wenn er Schaden angerichtet hat, sei er nicht ersatzpflichtig, und R. Jose ist der Ansicht, wenn er Schaden angerichtet hat, sei er ersatzpflichtig.", | |
| "Worin besteht ihr Streit? R. Joseph erwiderte: Sie streiten, ob das mündliche Darlehn<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Als welches die Ersatzleistung vor der Verurteilung gilt.</i>von den Erben einzufordern sei; der erste Autor ist der Ansicht, das mündliche Darlehn sei von der Erben nicht einzufordern, und R. Jose ist der Ansicht, das mündliche Darlehn sei von den Erben einzufordern.", | |
| "Raba erwiderte: Alle stimmen überein, daß das mündliche Darlehn von den Erben nicht einzufordern sei, hier aber streiten sie über das in der Tora geschriebene<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Als solche gilt die Ersatzleistung für angerichteten Schaden.</i> Darlehn; der erste Autor ist der Ansicht, das in der Tora geschriebene Darlehn gleiche nicht dem Darlehn auf einen Schuldschein, und R. Jose ist der Ansicht, es gleiche dem Darlehn auf einen Schuldschein.", | |
| "Manche beziehen dies auf das folgende: Hat der zur Hinrichtung Hinausgeführte andere verletzt, so ist er schuldig, und haben andre ihn verletzt, so sind sie frei. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn er andre verletzt hat, sei er frei, denn er darf nicht nochmals vor das Gericht gestellt werden." | |
| ], | |
| [ | |
| "Demnach ist der erste Autor der Ansicht, er könne nochmals vor das Gericht gestellt<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Was aber nicht der Fall ist, da die Exekution nicht hingezogen werden darf.</i>werden!?", | |
| "R. Joseph erwiderte: Sie streiten, ob das mündliche Darlehn von den Erben einzufordern sei; der erste Autor ist der Ansicht, das mündliche Darlehn sei von den Erben einzufordern, und R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, es sei nicht von den Erben einzufordern.", | |
| "Rabba sagte: Alle stimmen überein, das mündliche Darlehn sei nicht von den Erben einzufordern, hier aber streiten sie über das in der Tora geschriebene<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Als solche gilt die Ersatzleistung für angerichteten Schaden.</i>Darlehn, ob es dem Darlehn auf einen Schuldschein gleiche; der erste Autor ist der Ansicht, es gleiche dem Darlehn auf einen Schuldschein; und R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, es gleiche nicht dem Darlehn auf einen Schuldschein.", | |
| "Man wandte ein: Wenn jemand eine Grube auf öffentlichem Gebiete gräbt und ein Rind auf ihn fällt und ihn tötet, so ist [der Besitzer] frei; und noch mehr: wenn das Rind verendet, haben die Erben des Besitzers der Grube dem Eigentümer den Wert des Rindes zu ersetzen!?", | |
| "R. Ila erwiderte im Namen Rabhs: Wenn er vor Gericht gestanden hat. Er lehrt ja: und ihn tötet!? R.Ada b. Ahaba erwiderte: Wenn er ihn auf den Tod verletzt<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Wenn er nach der Verurteilung gestorben ist.</i>hat. —", | |
| "R. Naḥman sagte ja aber, Ḥaga lehrte: verendet und ihn begraben hat!? — Die Halakha ist: wenn das Gericht am Rande der Grube gesessen hat.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Für den, der zur Hinrichtung hinausgeführt wird, sprenge man<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Auf den Altar; sein Opfer gilt nicht als eines, dessen Eigentümer gestorben ist.</i>vom Blute seines Sündopfers und vom Blute seines Schuldopfers. Begeht er um diese Zeit eine Sünde, so achte man nicht darauf<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Daß er dieserhalb ein Opfer darbringe.</i>. — Weshalb? R. Joseph erwiderte: Weil man seine Aburteilung nicht hinschleppen darf.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte dies auch vom Anfangsatze<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Durch das Blutsprengen wird die Exekution verzögert.</i>gelten!? — Wenn zur Stunde sein Opfer geschlachtet liegt. —", | |
| "Weshalb lehrt er, wenn dies demnach nicht von dem Falle gilt, wenn sein Opfer nicht zur Stunde geschlachtet liegt, daß, wenn er die Sünde in dieser Stunde begangen hat, man darauf nicht achte, sollte er doch beim selben Falle einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn zur Stunde sein Opfer geschlachtet liegt, nicht aber, wenn sein Opfer nicht geschlachtet liegt!? —", | |
| "Dies sagt er auch: dies gilt nur von dem Falle, wenn zur Stunde sein Opfer geschlachtet liegt, wenn aber sein Opfer nicht geschlachtet liegt, so ist es ebenso, als hätte er die Sünde in dieser Stunde begangen, und man achte nicht darauf.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>W</b><small>IRD EINE</small> F<small>RAU ZUR</small> H<small>INRICHTUNG HINAUSGEFÜHRT, SO WARTE MAN NICHT, BIS SIE GEBOREN HAT; SITZT SIE AUF DEM</small> G<small>EBÄRSTUHLE, SO WARTE MAN DAMIT, BIS SIE GEBOREN HAT</small>. I<small>ST EINE</small> F<small>RAU HINGERICHTET WORDEN, SO DARF MAN IHR</small> H<small>AAR NUTZNIESSEN; IST EIN</small> V<small>IEH HINGERICHTET WORDEN, SO IST ES ZUR</small> N<small>UTZNIESSUNG VERBOTEN</small>.", | |
| "GEMARA. Selbstverständlich, es ist ja ihr Körper!? — Dies ist nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,22.</i><i>wie der Ehemann des Weibes ihm auferlegt</i>, so könnte man glauben, [die Geburt] sei sein Eigentum und man dürfe ihm keinen Schaden zufügen, so lehrt er uns. —", | |
| "Vielleicht ist dem auch so!? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,22.</i><i>sie sollen auch beide sterben</i>, dies schließt die Geburt ein. —", | |
| "Dies deutet ja auf [die Lehre]: Sie müssen beide<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Der Ehebrecher u. die Ehebrecherin.</i>gleich sein — so R. Jošija!? — Ich entnehme es aus [dem Worte] <i>auch</i>.", | |
| "S<small>ITZT SIE AUF DEM</small> G<small>EBÄRSTUHLE &C</small>. Aus welchem Grunde? — Sobald [die Geburt] sich lösgelöst hat, ist es ein andrer Körper.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wird eine Frau zur Hinrichtung hinausgeführt, so versetze man ihr einen Stoß gegen die Schwangerschaftsstelle, damit das Kind zuerst sterbe, um Häßliches<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Damit das Kind nicht nach der Hinrichtung herauskomme.</i>zu vermeiden. — Demnach stirbt sie zuerst, während doch uns bekannt ist, daß das Kind zuerst sterbe!?", | |
| "Wir haben nämlich gelernt: Ein einen Tag altes Kind erbt und vererbt, und hierzu sagte R. Šešeth, es erbe das Vermögen seiner Mutter<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Vom Vermögen des Vaters braucht dies nicht gelehrt zu werden, da dieses die Brüder auch ohne seine Vermittlung erben.</i>und vererbe es den Brüdern väterlicherseits.", | |
| "Also nur ein einen Tag altes, die Geburt aber nicht, weil diese zuerst stirbt, und das Kind seine Mutter nicht im Grabe beerben kann, um [das Vermögen] den Brüdern väterlicherseits zu vererben. —", | |
| "Dies nur bei einem [natürlichen] Tode, denn da das Leben des Kindes nur schwach ist, dringt der Tropfen des Todesengels ein und durchschneidet ihm die Halsgefäße, wenn [die Mutter] aber hingerichtet wird, stirbt sie zuerst. —", | |
| "Einst ereignete es sich ja aber, daß [die Geburt] bis drei Zuckungen zuckte!? — Wie dies auch beim Eidechsenschwanze der Fall ist, der ebenfalls zuckt<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Nachdem er vom Körper getrennt worden ist; es ist kein Leben, sondern ein Reflex.</i>.", | |
| "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn eine Frau am Šabbath auf dem Gebärstuhl sitzt und stirbt, so hole man ein Messer, schlitze ihr den Bauch auf und hole das Kind heraus. — Selbstverständlich, man tut ja hierbei nichts weiter" | |
| ], | |
| [ | |
| "als Fleisch<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Strafbar ist nur die Verletzung eines Lebenden am Šabbath.</i>schneiden!? Raba erwiderte: Dies ist deshalb [zu lehren] nötig, daß man nämlich das Messer über öffentliches Gebiet<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Was sonst am Šabbath verboten ist; cf. Sab. Fol. 2a.</i>holen darf. —", | |
| "Er lehrt uns somit, daß man des Zweifels wegen den Šabbath entweihen dürfe, und dies haben wir ja bereits gelernt!? Wenn über einen Trümmer zusammengestürzt sind und es zweifelhaft ist, ob er sich da befindet oder nicht, oder es zweifelhaft ist, ob er lebt oder tot ist, oder es zweifelhaft ist, ob er ein Nichtjude oder ein Jisraélit ist, so trage man seinethalben die Trümmer ab. —", | |
| "Man könnte glauben, dies gelte nur da, wo es feststeht, daß er vorher gelebt hat, nicht aber hierbei, wo es nicht feststeht, daß er vorher gelebt hat, so lehrt er uns.", | |
| "I<small>ST EINE</small> F<small>RAU HINGERICHTET WORDEN &C</small>. Weshalb denn, es sind ja Dinge, die zur Nutznießung verboten<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Der Tote ist zur Nutznießung verboten.</i>sind!? Rabh erwiderte: Wenn sie verfügt hat, daß man ihr Haar ihrer Tochter gebe. — Würde man denn, wenn sie verfügt hätte, daß man ihre Hand ihrer Tochter gebe, sie ihr geben!?", | |
| "R. Papa erwiderte: Dies gilt von einer Perücke<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. fremde Locke; falsches Haar, falscher Zopf.</i>. — Also nur in dem Falle, wenn sie verfügt hat, daß man es ihr gebe, wenn sie aber nicht verfügt hat, daß man es ihr gebe, gehört es zu ihrem Körper und ist verboten;", | |
| "aber dies war ja R. Jose b. R. Ḥanina fraglich!? R. Jose b. R. Ḥanina fragte nämlich, wie es sich mit dem Haare der frommen Frauen<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">In einer abtrünnigen Stadt (cf. Dt. 13,13ff.), die am Götzendienste nicht beteiligt waren, ob dieses zur in der Schrift genannten ‘Beute’ gehört.</i> verhalte,", | |
| "und Raba sagte, er frage hinsichtlich einer Perücke. — Die Frage des R. Jose b. R. Ḥanina bezieht sich auf den Fall, wenn sie am Pflocke hängt,", | |
| "hier aber, wenn sie sie anhat; nur wenn sie verfügt hat, daß man sie ihr gebe, wenn sie aber nicht verfügt hat, daß man sie ihr gebe, gehört sie zu ihrem Körper und ist verboten.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Er lehrt es ja [von der Frau] gleichlautend wie vom Vieh; wie es nun beim Vieh von seinem Körper gilt, ebenso bei [der Frau] von ihrem Körper!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Naḥman, diese macht der Tod<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Das Haar aber wird vom Tode nicht berührt u. ist erlaubt.</i>verboten, jenes aber macht die Verurteilung<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Die Verurteilung des Viehs, wodurch es zur Nutznießung verboten wird, erstreckt sich auch auf das Haar.</i>verboten.", | |
| "Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh und Levi lehrte übereinstimmend mit R. Naḥman b. Jiçḥaq. Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh: Wenn eine Frau zur Hinrichtung hinausgeführt wird und sagt, daß man ihr Haar ihrer Tochter gebe, so gebe man es ihr. Stirbt eine, so gebe man es ihr nicht, weil ein Toter zur Nutznießung verboten ist.", | |
| "Dies ist ja selbstverständlich!? Wahrscheinlich [lehrt dies,] daß von einem Toten auch das Abgeänderte<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Dh. was nicht direkt von seinem Körper kommt, wie das falsche Haar.</i>zur Nutznießung verboten ist.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Naḥman b. Jiçḥaq: Ist eine Frau gestorben, so darf man ihr Haar nutznießen; ist ein Vieh hingerichtet worden, so ist es<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">Sogar das Haar.</i>zur Nutznießung verboten. Welchen Unterschied gibt es zwischen diesem und jener? Jene macht der Tod verboten, dieses aber macht die Verurteilung verboten.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> <b>D</b>IE W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑</small>. Z<small>UM</small> B<small>EISPIEL</small>. W<small>ENN ER EINEN</small> S<small>ELA͑ ENTRICHTET</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Als Armer, der nur diesen Betrag zu entrichten hat; cf. Lev. 27,8.</i> <small>HAT UND REICH GEWORDEN IST, SO BRAUCHT ER NICHTS WEITER ZU ENTRICHTEN; WENN WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND REICH GEWORDEN IST, SO ENTRICHTE ER FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑.</small>", | |
| "H<small>AT ER FÜNF</small> S<small>ELA͑ IN SEINEM</small> B<small>ESITZE, SO ENTRICHTE ER, WIE</small> R. M<small>EÍR SAGT, NUR EINEN, UND WIE DIE</small> W<small>EISEN SAGEN, ALLE.</small> D<small>IE</small> W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑</small>.", | |
| "GEMARA. D<small>IE</small> W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑</small>. Woher dies? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,25.</i><i>all deine Schätzungen sollen mit dem Šeqel des Heiligtumes geschehen</i>, alle Wertschätzungen, die du gelobst, sollen nicht unter einen Šeqel betragen.", | |
| "U<small>ND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑</small>. Denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 3.</i><i>fünfzig</i>.", | |
| "H<small>AT ER FÜNF IN SEINEM</small> B<small>ESITZE &C</small>. Was ist der Grund R. Meírs? — Es heißt <i>fünfzig</i> und es heißt <i>Šeqel</i>, entweder fünfzig oder einen Šeqel. —", | |
| "Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß alle Wertschätzungen, die du schätzest, nicht weniger als einen Šeqel betragen dürfen. Von dem Falle aber, wenn er [Vermögen] besitzt, sagt die Schrift:<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Ib. V.8.</i><i>soweit die Hand des Gelobenden reicht</i>, und seine Hand reicht ja. —", | |
| "Und R. Meír!? — Dies deutet darauf, daß es die Hand des Gelobenden sein muß, nicht aber die Hand des Gelobten<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Dessen Schätzungswert gelobt worden ist.</i>. — Und die Rabbanan!? — Ist es denn nicht selbstverständlich, daß, wenn seine Hand reicht, man von ihm<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Das Vermögen dessen, dessen Wert gelobt wird, ist nicht zu berücksichtigen.</i> nehme?", | |
| "R. Ada b. Ahaba sagte: Wenn jemand, der fünf Sela͑ hat, gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, dann wiederum gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und vier für den zweiten und einen für den ersten gegeben hat, so hat er der Pflicht beider genügt.", | |
| "Dies aus folgendem Grunde: wenn ein späterer Gläubiger [dem ersteren] zuvorgekommen ist und eingefordert<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Vom Schuldner, der nur einen befriedigen kann.</i> hat, so ist die Einforderung gültig.", | |
| "Als er für den zweiten gab, schuldete er für den ersten, und als er für den ersten gab, hatte, er nichts mehr." | |
| ], | |
| [ | |
| "Hat er aber vier für den ersten und einen für den zweiten gegeben, so hat er der Pflicht des zweiten genügt, der Pflicht des ersten aber nicht genügt, denn alles war dem ersten haftbar.", | |
| "R. Ada b. Ahaba fragte: Wie ist es, wenn jemand fünf Sela͑ im Besitze hat und sagt, er gelobe zwei Schätzungswerte mit einem Male: erfassen ihn, da er mit einem Male gelobt hat, beide gleichzeitig, somit gebe er zweieinhalb für den einen und zweieinhalb für den andren, oder aber [sagen wir:] alle sind ja für den einen und alle sind für den andren geeignet<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Somit schuldet er noch für einen.</i>? — Dies bleibt unentschieden.", | |
| "D<small>IE</small> W<small>ERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN</small> S<small>ELA͑ UND NICHT MEHR &C</small>. Wozu dies wiederum? —", | |
| "Er lehrt uns folgendes: es gibt keine unter einem Sela͑, wohl aber gibt es welche über einen Sela͑; es gibt keine über fünfzig, wohl aber gibt es welche unter fünfzig<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Besitzt der Gelobende beispielsweise 5 Sela͑, so hat er diese, die der letzten Stufe entsprechen, zu entrichten.</i>. Eine anonyme Lehre<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Nach der entschieden wird.</i>nach den Rabbanan.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,2</sup> <b>D</b><small>ER</small><sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Die folgenden Lehren dieses Abschnittes stehen in gar keinem Zusammenhange mit dem Inhalte unseres Traktates; sie wurden nur deshalb zusammengestellt, weil sie alle gleich der ersten mit der gleichen Formel <span dir=\"rtl\">אין</span> (es gibt nicht) beginnen.</i>M<small>ENSTRUATIONSBEGINN</small><sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Die Unreinheit der Menstruation, einerlei ob sie nur einen Tag od. länger anhält, währt 7 Tage; nach 7 Tagen gilt der Fluß als krankhafter Ausfluß, der Lev. 15,25ff. behandelt wird. Auf jede Beobachtung eines solchen innerhalb von 11 Tagen hat ein Reinheitstag zu folgen u. erst dann gilt die Frau als rein; hält der Fluß 3 Tage hintereinander an, so ist sie darauf 7 Tage unrein u. hat 7 Reinheitstage abzuwarten u. ein Opfer darzubringen, u. erst dann ist sie rein. Mit dem 1. Flusse nach der erlangten Reinheit beginnt eine neue Menstruationsperiode.</i><small>BEI EINER IN</small> W<small>IRKUNG</small> G<small>ERATENEN</small><sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie nicht weiß, ob es sich um Menstruation od. einen krankhaften Fluß handelt.</i><small>ERFOLGT</small> <small>FRÜHESTENS NACH SIEBEN UND SPÄTESTENS NACH SIEBZEHN</small> [T<small>AGEN</small>]<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Der Reinheit.</i>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine in Wirrung geraten ist und sagt, sie habe einen Tag Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach siebzehn [Tagen<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Die dann erfolgende Blutung gilt als Beginn einer neuen Periode.</i>.", | |
| "Sagt sie,] sie habe zwei Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach siebzehn [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe drei Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach siebzehn [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe vier Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach sechzehn [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe fünf Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach fünfzehn [Tagen. Sagt sie,] sie habe sechs Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach vierzehn [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe sieben Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach dreizehn [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe acht Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach zwölf [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe neun Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach elf [Tagen.", | |
| "Sagt sie,] sie habe zehn Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach zehn Tagen. Wenn elf [Tage], so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach [neun Tagen]." | |
| ], | |
| [ | |
| "Wenn zwölf, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach acht [Tagen].", | |
| "Wenn dreizehn, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach sieben [Tagen].", | |
| "Bei einer in Wirrung Geratenen gibt es nämlich keinen Menstruationsbeginn vor sieben und keinen nach siebzehn Tagen.", | |
| "R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Wozu dies alles, soll sie doch sieben Tage zählen und erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">RA. glaubte, die Frau sei nach den hier aufgezählten Tagen rein.</i> sein!?", | |
| "Dieser erwiderte: Wir sprechen von einer Vorsorge: der Eintritt der Menstruation und ihr Beginn.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Alle flußbehaftet in Wirrung geratenen [Frauen] bringen ein Opfer dar, und es darf nicht gegessen<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Weil es viell. kein Fluß war u. das Opfer ungültig ist.</i>werden, ausgenommen diejenigen, deren Menstruationsbeginn nach sieben und deren Menstruationsbeginn nach acht [Tagen] erfolgt, die ein Opfer bringen, das zu essen ist. —", | |
| "Sind denn alle in Wirrung Geratenen flußbehaftet!? Und hat denn ferner, die einen Tag oder zwei Tage gemerkt hat, ein Opfer darzubringen!? —", | |
| "Vielmehr, alle Flußbehafteten, die in Wirrung geraten sind, haben ein Opfer darzubringen, und es darf nicht gegessen werden, ausgenommen diejenigen, deren Menstruationsbeginn nach sieben, und deren Menstruationsbeginn nach acht [Tagen] erfolgt, die ein Opfer darzubringen haben, das zu essen ist.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,3</sup> <b>B</b><small>EI DEN</small> A<small>USSATZMALEN WÄHRT ES</small><sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Die Dauer der Abschließung zur Untersuchung; cf. Lev. Kap. 13.</i><small>NICHT WENIGER ALS EINE</small> W<small>OCHE UND NICHT MEHR ALS DREI</small> W<small>OCHEN</small>.", | |
| "GEMARA. Nicht weniger als eine Woche, Aussatzmale eines Menschen; und nicht mehr als drei Wochen. Aussatzmale von Häusern.", | |
| "R. Papa sagte:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ps. 36,7.</i><i>Deine Gerechtigkeit wie die Berge Gottes</i>, das sind die Aussatzmale eines Menschen;<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Ps. 36,7.</i><i>deine Gerichte ein tiefer Abgrund</i>, das sind die Aussatzmale von Häusern. —", | |
| "Was ist der einfache Sinn des Schriftverses? R. Jehuda erwiderte: Wäre deine Gerechtigkeit nicht wie die Berge Gottes, wer könnte vor deinen Gerichten bestehen, die wie ein tiefer Abgrund sind. Rabba erklärte: Deine Gerechtigkeit wie die Berge Gottes, weil deine Gerichte wie ein tiefer Abgrund sind. —", | |
| "Worin besteht ihr Streit? — Sie führen den Streit des R. Elea͑zar und R. Jose b. R. Ḥanina, denn er wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagt, er halte zurück<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Gott verstecke die Sünden des Menschen, damit sie bei der Gerichtsverhandlung nicht zum Vorschein kommen.</i>. R. Jose b. R. Ḥanina sagt, er verzeihe.", | |
| "Rabba ist der Ansicht des R. Elea͑zar<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Die Gerichte wie ein tiefer Abgrund, wo Gott die Sünden versteckt.</i>und R. Jehuda ist der Ansicht des R. Jose b. R. Ḥanina.", | |
| "<b>D</b><small>AS</small> J<small>AHR DARF NICHT WENIGER ALS VIER</small> V<small>OLLMONATE</small><sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Der volle Monat hat 30 Tage u. der unvolle (<span dir=\"rtl\">חסר</span>, mangelhaft) hat 29 Tage; sie hatten keinen festen Kalender u. der Monatsanfang wurde beim Erscheinen des Neumondes festgestellt.</i><small>HABEN, UND ES SCHEINT, NICHT MEHR ALS ACHT</small>. D<small>IE ZWEI</small> B<small>ROTE</small><sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Am Wochenfeste; cf. Lev. 15ff.</i><small>WERDEN NICHT VOR ZWEI UND NICHT NACH DREI</small> T<small>AGEN GEGESSEN</small>. D<small>AS</small> S<small>CHAUBROT WIRD NICHT VOR NEUN UND NICHT NACH ELF</small> T<small>AGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Backen.</i><small>GEGESSEN</small>.", | |
| "E<small>IN</small> K<small>IND IST NICHT VOR ACHT UND NICHT NACH ZWÖLF</small> T<small>AGEN ZU</small> B<small>ESCHNEIDEN</small>.", | |
| "GEMARA. Was heißt ‘scheint, nicht mehr als acht’? R. Hona erwiderte: Es schien den Weisen nicht richtig, mehr als acht Monate als voll festzusetzen. — Neun wohl deshalb nicht," | |
| ], | |
| [ | |
| "weil der [Neu]mond drei Tage zu früh<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Vor dem Neujahrstage.</i>erscheinen könnte, und auch so kann er ja zwei Tage zu früh erscheinen!? —", | |
| "Wie R. Mešaršeja erklärt<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Folgt weiter.</i>hat, wenn es ein Schaltjahr ist, ebenso auch hierbei, wenn das vorangehende ein Schaltjahr war; die Interkalation des Jahres beträgt einen Monat. — Wenn du einen vollen Monat und einen unvollen abziehst, bleibt ja immerhin ein Tag zurück!? — Die Leute nehmen es nicht genau.", | |
| "U͑la erklärte: Es schien den Weisen nicht richtig, mehr als acht als unvoll festzusetzen. Dies ist nämlich eine Begründung: das Jahr hat deshalb nicht weniger als vier Vollmonate, weil es den Weisen nicht richtig schien, mehr als acht als unvoll festzusetzen. —", | |
| "Neun wohl deshalb nicht, weil der [Neu]mond drei Tage zu spät<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">So besser nach Handschriften u. anderen Texten.</i>erscheinen<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Neujahrstage.</i>könnte und auch so kann er ja zwei Tage zu spät erscheinen!? —", | |
| "Wie R. Mešaršeja erklärt<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Folgt weiter.</i>hat. wenn es ein Schaltjahr ist, ebenso auch hierbei, wenn das vorangehende ein Schaltjahr war. — Wenn du einen unvollen Monat,", | |
| "und einen vollen abziehst, bleibt ja immerhin ein Tag zurück!? — Man denkt, er sei erschienen, nur haben wir es nicht gemerkt. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Worin besteht ihr Streit? — [Sie streiten] über die Interkalation des Jahres. Es wird nämlich gelehrt: Wieviel beträgt die Interkalation des Jahres? Dreißig Tage; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, einen Monat<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Der gewöhnlich 29 Tage hat.</i>.", | |
| "Man wandte ein: Das Wochenfest fällt nur auf den Tag<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Auf denselben Wochentag.</i>der Schwingung<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Der Darbringung der Schwingegarbe; cf. Lev. 23,10ff.</i>; das Neujahr fällt nur auf den Tag der Schwingung oder auf [den Tag]<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Auf denselben Wochentag.</i>, der der Nacht seines<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Des Monats Nisan.</i>Volltages<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Des letzten Tages des vollzähligen Monats; der Tag, der diesem folgt, ist der 1. des folgenden Monats, War der 1. Nisan ein Sonntag, so ist dieser ein Dienstag.</i>[folgt]. Allerdings kann es nach U͑la, welcher sagt, man setze acht unvolle fest, man setze aber nicht acht volle fest, vorkommen, daß er,", | |
| "wenn beide<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Der 3. Monat nach Tišri (Kislev) u. der 3. nach Nisan (Sivan).</i>unvoll sind, auf den Tag der Schwingung,", | |
| "und wenn einer voll und einer unvoll ist, auf [den Tag] nach der Nacht des Volltages fällt;", | |
| "nach R. Hona aber, welcher sagt, man setze soviel volle fest, kann es ja auch vorkommen, daß er auf den Tag fällt, der dem Tage folgt, der auf die Nacht des Volltages<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Also 4 Tage später.</i>folgt!? —", | |
| "R. Hona kann dir erwidern: stimmt es denn nach U͑la? Nur acht dürfen es nicht sein, wohl aber sieben; wenn wir sie nicht im Winter, sondern nur im Sommer festsetzen, kann er ja auf den Tag fallen, der dem Tage folgt, der auf die Nacht des Volltages folgt!?", | |
| "Vielmehr, hier sind die Anderen vertreten, denn es wird gelehrt: Andre sagen, von einem Wochenfeste zum folgenden Wochenfeste, von einem Neujahrstage zum folgenden Neujahrstage gebe es nur eine Differenz<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Durch die Unteilbarkeit der Monate in Wochen.</i>von vier, und in einem Schaltjahre von fünf [Wochen]tagen. —", | |
| "Aber immerhin kann er ja nach den Andren nicht auf den Tag der Schwingung fallen!?", | |
| "R. Mešaršeja erwiderte: Wenn es ein Schaltjahr ist; die Schaltung des Jahres beträgt dreißig Tage, und wenn man zu einem [Sommer]monate<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Der nur 29 Tage hat.</i>den [Schalt]monat fügt<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Wodurch der Neujahrstag um 2 Tage hinausgeschoben wird.</i>, fällt er auf den Tag der Schwingung.", | |
| "R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Wollen die Andren uns etwa die Zahl [der Tage] lehren!? — Folgendes lehren sie uns: es besteht kein Gebot, den Neumond nur bei Sichtung zu weihen.", | |
| "Rabina wandte ein: Es gibt ja auch einen Tag von einzelnen Stunden<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Die beim Ausgleich mit dem Sonnenjahre zurückbleiben u. alle 3 Jahre zu einem Tage vereinigt werden.</i> und einen Tag in dreißig Jahren<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Auch beim 3jährigen Zyklus bleiben einzelne unvollständige Stunden zurück, die in 30 Jahren einen Tag ergeben.</i>!? — Da dieser nicht jedes Jahr vorkommt, zählt er ihn nicht mit.", | |
| "Und auch Šemuél ist der Ansicht R. Honas, denn Šemuél sagte: das Mondjahr hat nicht weniger als dreihundertzweiundfünfzig Tage und nicht mehr als dreihundertsechsundfünzig Tage.", | |
| "Wieso dies? — Sind beide<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die sonst unvollen Monate, wie Ḥešvan u. Ijar (8. Monat des jüdischen Kalenders, ungefähr Mai).</i>voll, dann sechs, sind beide<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Die sonst vollen Monate, wie Kislev u. Sivan; nach dieser Lehre können 8 Monate voll sein.</i>unvoll, dann zwei, ist einer voll und einer unvoll, dann vier.", | |
| "Man wandte ein: [Sagte jemand,] er wolle Nazir sein in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres, so absolviere er ein Nazirat von dreihundertfünfundsechzig Tagen, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; wenn in [der Anzahl] der Tage des Mondjahres, so absolviere er ein Nazirat von dreihundertvierundfünfzig Tagen, entsprechend den Tagen des Mondjahres. Wenn dem nun so wäre, so kommen ja auch sechs vor!? —", | |
| "Bei den Gelübden richte man sich nach der Ausdrucksweise der Menschen, und ebenso nach den meisten Jahren.", | |
| "Und auch Rabbi ist der Ansicht R. Honas, denn es wird gelehrt: Einst setzte Rabbi (übereinstimmend mit R. Hona) neun unvolle [Monate] fest, und der Neumond<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Der des Tišri, bei der Festsetzung des Neujahrs.</i>erschien zur Zeit. Da wunderte sich Rabbi und sprach: Wir haben neun unvoll festgesetzt<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Der Neumond sollte dann später erscheinen.</i>, und der Neumond erschien zur Zeit! R. Šimo͑n b. Rabbi sprach vor ihm: Vielleicht war es ein Schaltjahr," | |
| ], | |
| [ | |
| "und die Schaltung des Jahres beträgt dreißig Tage; im vorigen Jahre setzten wir beide<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die sonst unvollen Monate, wie Ḥešvan u. Ijar (8. Monat des jüdischen Kalenders, ungefähr Mai).</i>als voll fest, und wenn man drei gegen drei<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Die 3 vollen gegen die 3 von Rabbi unvoll festgesetzten.</i> rechnet, gelangt er zur richtigen Stelle. Da sprach jener zu ihm: Leuchte Jisraéls, so war es auch.", | |
| "<b>M</b><small>AN BLIES IM</small> T<small>EMPEL NICHT WENIGER ALS EINUNDZWANZIG</small> T<small>ÖNE</small><sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">An einem Tage; cf. Suk. Fol. 53b.</i><small>UND NICHT MEHR ALS ACHTUNDVIERZIG</small>.", | |
| "M<small>AN HATTE DA</small><sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Bei der Tempelmusik.</i><small>NICHT WENIGER ALS ZWEI UND NICHT MEHR ALS SECHS</small> H<small>ARFEN</small>. M<small>AN HATTE DA NICHT WENIDER ALS ZWEI UND NICHT MEHR ALS ZWÖLF</small> F<small>LÖTEN.</small> A<small>N ZWÖLF</small> T<small>AGEN IM</small> J<small>AHRE TÖNTE DIE</small> F<small>LÖTE VOR DEM</small> A<small>LTAR: BEIM</small> S<small>CHLACHTEN DES ERSTEN</small> P<small>ESAḤOPFERS, BEIM</small> S<small>CHLACHTEN DES ZWEITEN</small> P<small>ESAḤOPFERS</small><sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Wer verhindert war, das Pesaḥopfer darzubringen, hatte es einen Monat später nachzuholen; cf. Num. 9,10ff.</i><small>, AM ERSTEN</small> T<small>AG DES</small> P<small>ESAḤFESTES, AM</small> W<small>OCHENFESTE UND AN DEN ACHT</small> T<small>AGEN DES</small> [H<small>ÜTTEN</small>]<small>FESTES.</small> M<small>AN BLIES NICHT AUF EINER</small> P<small>FEIFE AUS</small> K<small>UPFER, SONDERN AUF EINER AUS</small> R<small>OHR, WEIL, DEREN</small> T<small>ON ANGENEHMER IST</small>. D<small>ER</small> A<small>USKLANG ERFOLGTE MIT NUR EINER</small> P<small>FEIFE, WEIL ES SO SCHÖNER AUSKLINGT</small>.", | |
| "E<small>S</small> <small>WAREN</small><sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Die die Flöte spielten.</i>S<small>KLAVEN VON</small> P<small>RIESTERN — SO</small> R. M<small>EÍR</small>. <sup class=\"footnote-marker\">iv</sup> R. J<small>OSE SAGT</small>, [L<small>EUTE AUS DEN</small>] F<small>AMILIEN DER</small> P<small>EGARÄER UND DER</small> Ç<small>IPARÄER UND AUS</small> E<small>MMAUS, DIE MIT DER</small> P<small>RIESTERSCHAFT</small><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Die Priester verschwägerten sich nur mit besonders vornehmen Familien.</i>IN H<small>EIRATSVERBINDUNG STANDEN</small>. R. Ḥ<small>ANINA B.</small> A<small>NTIGONOS SAGT, ES WAREN</small> L<small>EVITEN</small>.", | |
| "GEMARA. Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, nicht weniger als sieben und nicht mehr als sechzehn. —", | |
| "Worin besteht ihr Streit? — R. Jehuda ist der Ansicht, Stoßton, Trillerton und Stoßton<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Der Trillerton besteht aus 3 kurzen Stößen, die zusammen die Länge eines Stoßtones haben (cf. Rh. Fol. 33b.); beim Posaunenblasen geht dem Trillertone ein Stoßton voran u. folgt ihm einer.</i>gelten zusammen als ein [Ton], und die Rabbanan sind der Ansicht, Stoßton besonders, Trillerton besonders und Stoßton besonders. —", | |
| "Was ist der Grund R. Jehudas? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Num. 10,5.</i><i>ihr sollt in Stoßtönen blasen</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 6.</i><i>blasen sollen sie in Stoßtönen</i>, somit ist hieraus zu entnehmen, daß Stoßton, Trillerton Und Stoßton zusammen als ein [Ton] gelten. — Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf hin, daß [dem Trillertone] ein einfacher Ton vorangehen und ein einfacher folgen muß. —", | |
| "Was ist der Grund der Rabbanan? — Es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 7.</i><i>und beim Versammeln der Gemeinde sollt ihr blasen und nicht lärmblasen</i>, und wenn man sagen wollte, Stoßton, Trillerten und Stoßton gelten zusammen als ein [Ton], so würde ja der Allbarmherzige gesagt haben, daß man ein halbes Gebot ausübe. — Und R. Jehuda!? — Dies<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Das Blasen zur Versammlung der Gemeinde.</i>ist nichts weiter als ein Signal<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Und keine rituelle Handlung; die Vorschriften des rituellen Blasens sind hierbei nicht zu berücksichtigen.</i>.", | |
| "Die Lehre R. Kahanas, daß zwischen Stoßton und Trillerton keinerlei [Unterbrechung] erfolgen darf, vertritt also die Ansicht R. Jehudas. — Selbstverständlich!? —", | |
| "Man könnte glauben, auch die der Rabbanan, nur schließe sie die Ansicht R. Joḥanans aus, welcher sagt, wer die neun Töne<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Der Posaune am Neujahrstage.</i>in neun Stunden (am Tage) gehört hat, habe seiner Pflicht genügt, so lehrt er uns. —", | |
| "Vielleicht ist dem auch so!? — Wieso hieße es demnach ‘keinerlei’<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Es darf also gar keine Unterbrechung erfolgen.</i>.", | |
| "A<small>N ZWÖLF</small> T<small>AGEN IM</small> J<small>AHR TÖNTE DIE</small> F<small>LÖTE &C</small>. Weshalb gerade an diesen? — Weil an diesen der einzelne<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Der das Gebet allein u. nicht mit der Gemeinde verrichtet.</i>das Loblied vollständig liest.", | |
| "R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Achtzehn Tage sind es, an denen der einzelne das Loblied vollständig lese: die acht Tage des [Hütten]festes, die acht Tage des Ḥanukafestes, der erste Tag des Pesaḥfestes und der erste Tag des Wochenfestes. In der Diaspora<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Wo des Zweifels wegen die biblischen Feste einen Tag länger gefeiert werden.</i> sind es einundzwanzig Tage: die neun Tage des [Hütten]festes, die acht Tage des Ḥanukafestes, die zwei Tage des Pesaḥfestes und die zwei Tage des Wochenfestes. —", | |
| "Weshalb wird es am [Hütten]feste jeden Tag gelesen, am Pesaḥfeste aber nicht jeden Tag gelesen? —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Die Tage des [Hütten]-festes unterscheiden sich von einander durch ihre Opfer, die des Pesaḥfestes unterscheiden sich nicht voneinander durch ihre Opfer<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">An allen 8 Tagen des Pesaḥfestes werden die gleichen Opfer dargebracht, was aber am Hüttenfeste nicht der Fall ist; cf. Num. 29,12ff.</i>. —", | |
| "Sollte man es doch am Šabbath lesen, der sich durch seine Opfer unterscheidet!? — Dieser heißt nicht Fest. —", | |
| "Am Neumondstage, der Fest heißt, sollte man es doch [vollständig] lesen!? — Er ist hinsichtlich der Arbeitsleistung nicht heilig<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">An diesem ist die Arbeit erlaubt.</i>. — Es heißt nämlich:<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Jes. 30,29.</i><i>Lieder werdet ihr singen, wie in der Nacht der Festweihe</i>; die Nacht, die zum Feste geweiht ist, benötigt des Lobliedes, und die nicht zum Feste geweiht ist, benötigt nicht des Lobliedes. —", | |
| "Sollte man es doch am Neujahrsfeste und am Versöhnungstage lesen, die Feste heißen und auch hinsichtlich der Arbeitsverrichtung heilig sind!? — Wegen einer Lehre R. Abahus,", | |
| "denn R. Abahu sagte: Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, weshalb singt dir Jisraél kein Lied am Neujahrsfeste und am Versöhnungstage? Er erwiderte ihnen: Ist es denn schicklich, daß, während der König auf dem Richterstuhle sitzt, die Bücher der Lebenden und Sterbenden vor ihm aufgeschlagen sind, Jisraél vor ihm ein Lied singe!? —", | |
| "Das Hanukafest ist ja weder dies noch jenes<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Es ist nicht heilig hinsichtl. der Arbeit, auch sind die Opfer nicht abweichend.</i>, und man liest es dann!? — Wegen des Wunders<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Das dann geschehen ist.</i>. — Sollte man es doch am Purimfeste lesen, an dem ebenfalls ein Wunder geschehen ist!? R. Jiçḥaq erwiderte: Weil man kein Loblied liest über ein Wunder, das außerhalb des Landes geschehen ist.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Beim Auszuge aus Miçrajim ist ja das Wunder ebenfalls außerhalb des Landes geschehen, und man liest das Loblied!? — Wie gelehrt wird: Bevor Jisraél in das Land kam, waren alle Länder würdig, ihrethalben ein Lied anzustimmen, nachdem sie aber in das Land gekommen waren, waren alle Länder nicht mehr würdig, ihrethalben ein Lied anzustimmen.", | |
| "R. Naḥman erwiderte: Das Lesen [der Esterrolle] ersetzet das Loblied. Raba erwiderte: Allerdings [stimmt dies] da:<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Ps. 113,1; Beginn des Lobliedes.</i><i>preiset ihr Knechte des Herrn</i>, nicht aber Knechte des Pareo͑, wieso aber hierbei: <i>preiset ihr Knechte des Herrn</i>, nicht aber Knechte des Aḥašveroš, wir sind ja noch Knechte des Aḥašveroš. —", | |
| "Wieso sagte R. Naḥman, das Lesen [der Esterrolle] ersetze das Loblied, es wird ja gelehrt, nachdem sie in das Land gekommen waren, waren alle Länder nicht mehr würdig, ihrethalben ein Lied anzustimmen!? — Nachdem sie vertrieben waren, erlangten sie ihre frühere Würdigkeit.", | |
| "M<small>AN BLIES NICHT AUF EINER</small> P<small>FEIFE AUS</small> K<small>UPFER &C</small>. Er beginnt mit der Flöte und endet mit der Pfeife!? R. Papa erwiderte: Flöte und Pfeife sind dasselbe<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Dh. sprachlich; sie führen beide abwechselnd die gleiche Benennung.</i>, nur nennt er sie deshalb Pfeife, weil sie einen angenehmen Ton<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\"><span dir=\"rtl\">חליל</span> v. <span dir=\"rtl\">חלי</span>, süß sein.</i>hat.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Im Tempel war eine Flöte aus Rohr, sie war poliert und fein, und stammte aus den Tagen Mošes. Da befahl der König, und man überzog sie mit Gold; aber sie hatte keinen feinen Ton mehr. Hierauf nahm man den Überzug ab, und der Ton war wieder fein wie zuvor. Im Tempel war eine Zymbel aus Kupfer, und sie hatte einen feinen Ton; als sie einst beschädigt wurde, sandten die Weisen und ließen Handwerker aus Alexandrien in Miçrajim holen, und sie reparierten sie; aber sie hatte keinen feinen Ton mehr. Hierauf ließen sie die Reparatur entfernen, und der Ton war wieder fein wie zuvor.", | |
| "Im Tempel war ein Mörser aus Kupfer, der aus den Tagen Mošes stammte, und er würzte<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Durch den feinen Ton; cf. Ker. Fol. 6b.</i>das Räucherwerk<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Für den Tempel; cf. Ex. 30,34ff.</i>; als er einst beschädigt wurde, ließ man Handwerker aus Alexandrien in Miçrajim holen, und sie reparierten ihn; aber er würzte nicht mehr wie zuvor. Hierauf ließen sie die Reparatur entfernen, und er würzte wie zuvor.", | |
| "Es sind dies die beiden Geräte, die vom ersten Tempel zurückgeblieben und beschädigt worden waren, und für die es keine Reparatur mehr gab. Über sie sprach David:<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">iReg. 7,45; wie schon die Kommentare bemerken, ist dieser Schriftvers nicht von David.</i><i>geglättetes Kupfer, poliertes Kupfer</i>. Ferner heißt es über sie:<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 8,27.</i><i>und zwei Geräte von glänzendem feinem Kupfer, kostbar wie Gold</i>.", | |
| "Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, jedes von ihnen wog zwei aus Gold auf, und einer sagt, beide wogen eines aus Gold auf. R. Joseph lehrte: Beide wogen eines aus Gold auf.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Es waren<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Zymbel u. Mörser.</i>je zwei, denn es heißt <i>šnajim</i>, und man lese nicht <i>šnajim</i> [zwei], sondern <i>šnijim</i> [Doppelstücke].", | |
| "R. Šimo͑n b. Gamliél lehrte: Der Siloah hatte eine Strahlmündung wie ein Assar; da befahl der König, und man verbreiterte sie, damit sein Wasser sich vermehre; aber es verminderte sich. Hierauf verschmälerte man sie, und das Wasser hatte einen Strahl [wie zuvor]. Zur Bestätigung dessen, was geschrieben steht:<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Jer. 9,22.</i><i>es rühme sich nicht der Weise mit seiner Weisheit, und nicht rühme sich der Starke mit seiner Stärke</i>.", | |
| "Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Im Tempel war kein Hirdoles<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Wie weiter erklärt wird, ein Schlaginstrument; keine der in den Texten abweichenden Lesarten (<span dir=\"rtl\">הרדבלין</span>, <span dir=\"rtl\">הרדווה</span>, <span dir=\"rtl\">ערד׳</span>, <span dir=\"rtl\">ארד׳</span>) berechtigt die hier nicht passende Korrektur <span dir=\"rtl\">הדראוליס</span> (Wasserorgel).</i>. — Was ist Hirdoles? Abajje erwiderte: Eine gorgodanische<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Wahrscheinl. Ortsname.</i>Tafel. Weil es einen groben<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">St. <span dir=\"rtl\">ערב</span> ist wohl <span dir=\"rtl\">עב</span> zu lesen od. <span dir=\"rtl\">לא</span> hinzuzusetzen.</i>Klang hat und die Feinheit [des Tones] beeinträchtigt.", | |
| "Rabba b. Šila sagte im Namen R. Mathnas im Namen Šemuéls: Im Tempel war eine Schippe," | |
| ], | |
| [ | |
| "die zehn Löcher hatte, und jedes brachte zehn verschiedene Töne hervor, sodaß die ganze hundert verschiedene Töne hervorbrachte. In einer Barajtha wurde gelehrt: Sie war eine Elle groß und eine Elle hoch, und aus ihr ragte ein Stiel hervor, der zehn Löcher hatte; jedes brachte hundert verschiedene Töne hervor, sodaß die ganze tausend verschiedene Töne hervorbrachte. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen diene dir: die Barajtha übertreibt<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Wie dies auch in anderen Fällen vorkommt.</i>.", | |
| "E<small>S WAREN</small> S<small>KLAVEN VON</small> P<small>RIESTERN &C</small>. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: derjenige, welcher sagt, es waren Sklaven, ist der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine vokale, und das Instrument diente nur zur Verfeinerung des Tones, und derjenige, welcher sagt, es waren Leviten, ist der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine instrumentale. —", | |
| "Glaubst du: welcher Ansicht ist demnach R. Jose<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Nach dem es vornehme Jisraéliten waren.</i>: ist er der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine vokale, so sollte es auch durch Sklaven erfolgen können, und ist er der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine instrumentale, so sollten doch Leviten erforderlich sein!? —", | |
| "Tatsächlich ist er der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine vokale, und hier streiten sie, ob die Estrade<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Auf der die Priester den Priestersogen sprachen.</i>die Legitimität<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Pflegt jemand die Estrade zu betreten, so gilt er als legitimer Priester, u. er ist zum Empfange der priesterlichen Abgaben berechtigt.</i>beweise und zu den Zehnten berechtige.", | |
| "Derjenige, welcher sagt, es waren Sklaven, ist der Ansicht, die Estrade beweise nicht die Legitimität und berechtige nicht zu den Zehnten; derjenige, welcher sagt, es waren Leviten, ist der Ansicht, die Estrade beweise die Legitimität und berechtige zu den Zehnten; und derjenige, welcher sagt, es waren Jisraéliten, ist der Ansicht, die Estrade beweise die Legitimität, berechtige aber nicht zu den Zehnten.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Das Opfer<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Nach den Kommentaren, das zu diesem gehörende Gußopfer.</i>ist vom [Tempel]gesange abhängig — so R. Meír; die Weisen sagen, es sei davon nicht abhängig.", | |
| "Was ist der Grund R. Meírs? — Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Lev. 8,19.</i><i>ich gebe die Leviten als Gabe dem Ahron und seinen Söhnen aus der Mitte der Kinder Jisraél &c. und die Kinder Jisraél zu sühnen</i>; wie die Sühne unerläßlich ist, ebenso ist der [Tempel]gesang unerläßlich. —", | |
| "Und die Rabbanan!? — Dies deutet auf eine andere Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte: Wie die Sühne am Tage [zu erfolgen hat], ebenso auch der [Tempel]gesang am Tage.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wo ist der [Tempel]gesang aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Dt. 18,7.</i><i>und wird den Amtsdienst verrichten im Namen seines Gottes</i>; welcher Amtsdienst erfolgt beim Namen Gottes? Sage, das ist der [Tempel]gesang. —", | |
| "Vielleicht der Priestersegen<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. das Erheben der Hände, sc. zum Segen.</i>!? — Wenn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Dt. 10,8.</i><i>ihn zu bedienen und in seinem Namen zu segnen</i>, so ist ja demnach der Priestersegen kein Dienst.", | |
| "R. Mathna entnimmt dies aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Ib. 28,47.</i><i>dafür daß du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude gedient hast und Herzenslust</i>; welcher Dienst erfolgt mit Freude und Herzenslust? Sage, das ist der [Tempel]gesang. — Vielleicht Worte der Tora, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Ps. 19,7.</i><i>die Befehle des Herrn sind recht, herzerfreuend</i>!? — Sie sind wohl herzerfreuend, nicht aber Herzenslust. —", | |
| "Vielleicht die Erstlinge, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,11.</i><i>du sollst dich mit all dem Guten freuen</i>!? — Sie heißen Gutes, nicht aber Herzenslust.", | |
| "R. Mathna sagte: Woher, daß die Erstlinge des [Tempel]gesanges benötigen? Dies ist aus [dem Worte] <i>Gutes</i> zu entnehmen, das auch hier gebraucht<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Wie beim Tempelgesange; Dt. 28,47.</i>wird. —", | |
| "Dem ist ja aber nicht so. R. Šemuél b. Naḥmani sagte ja im Namen R. Jonathans: Woher, daß man einen Lobgesang nur über den Wein spreche? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Jud. 9,13.</i><i>es sprach die Rebe zu ihnen: Soll ich meinen Most lassen, der Menschen und Gott erfreut</i>? Wenn er auch Menschen erfreut, wieso aber erfreut er Gott? Hieraus, daß man einen Lobgesang nur über den Wein spreche. —", | |
| "Dies kann nach einer Lehre R. Joses vorkommen: Du darfst die Frucht bringen<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">In den Tempelhof, als Erstlingsgabe; cf. Dt. 26,1ff.</i>, nicht aber Flüssigkeilen. Woher dies<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Daß man der Pflicht genügt.</i>von dem Falle, wenn er Trauben gebracht hat, die er getreten hat? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Dt. 26,2.</i><i>die du bringst</i>.", | |
| "Ḥizqija entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">iChr. 15,22.</i><i>Und Kenanjahu, der Obere der Leviten, unterwies im Vortrage</i>, und man lese nicht <i>jasor</i> [unterwies], sondern <i>jašir</i> [sang].", | |
| "Balvati entnimmt dies im Namen R. Joḥanans hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Num. 4,47.</i><i>Die Leistung des Dienstes zu verrichten</i>; welche Leistung benötigt des Dienstes? Sage, der [Tempel]gesang<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Er wurde beim Gußopfer aus Wein angestimmt; cf. Num. 20,10.</i>.", | |
| "R. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Ps. 81,3.</i><i>Bringet Saitenspiel und reichet Pauken her, liebliche Zithern mit Psaltern</i>. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Jes. 24,14.</i><i>Sie erheben ihre Stimme, jauchzen, ob der Herrlichkeit des Herrn jubeln sie vom Meer her</i>.", | |
| "Ein Autor entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">Num. 7,9.</i><i>Aber den Söhnen Qehaths gab er nichts, denn der Dienst des Heiligtumes lag ihnen ob; auf den Schultern trugen sie</i>; wenn es <i>auf den Schultern</i> heißt, so weiß ich ja, daß sie trugen, wozu heißt es <i>trugen sie</i>? Unter <i>trugen sie</i> ist vielmehr ein Gesang zu verstehen, wie es heißt: <i>traget Gesang vor und reichet. Pauken her</i>. Ferner heißt es: <i>sie erheben</i><sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Od. tragen.</i><i> ihre Stimme, jauchzen &c</i>.", | |
| "Ḥananja, Bruderssohn des R. Jeḥošua͑, entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Ex. 19,19.</i><i>Moše redete</i> <i>und Gott antwortete ihm mit der Stimme</i>," | |
| ], | |
| [ | |
| "inbetreff dar Stimme<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Des Tempelgesanges; Moše war Levite.</i>. R. Aši entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 5,13.</i><i>Und als zugleich die Trompeter und die Sänger einstimmige Klänge ertönen ließen</i>.", | |
| "R. Joḥanan entnimmt dies hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,3.</i><i>Sie sollen nicht sterben, weder sie noch ihr</i>; wie ihr beim Altardienste, ebenso auch sie<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Die Leviten wie die Priester; der Dienst der Leviten bestand in der Tempelmusik.</i>beim Altardienste.", | |
| "Desgleichen wird gelehrt: <i>Sie sollen nicht sterben, weder sie noch ihr</i>, wenn ihr ihren oder sie euren [Dienst verrichten], so ist dies mit der Todesstrafe belegt, wenn sie<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Sc. den Dienst vertauschen; manche Leviten hatten Dienst bei der Tempelmusik, manche hingegen beim Schließen der Tore.</i>untereinander, so ist dies nicht mit der Todesstrafe, sondern nur mit der Verwarnung belegt.", | |
| "Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn ein Sänger<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Ein Levite, der beim Tempelgesange Dienst tut.</i>den Tordienst seines Genossen verrichtet, er des Todes schuldig sei, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Num. 3,38.</i><i>und die vor der Wohnung gegen Norden lagerten vor der Stiftshütte &c. und der Gemeine der naht, soll sterben</i>. Wer heißt ‘Gemeiner’: wenn ein wirklicher<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Ein Jisraélit, der bei keinem Dienste zulässig ist.</i>Gemeiner, so steht dies ja bereits geschrieben; doch wohl ein Gemeiner hinsichtlich des betreffenden Dienstes.", | |
| "Man wandte ein: Wenn ein Sänger Tordienst tat, oder wenn ein Torwärter Sängerdienst tat, so ist er nicht des Todes schuldig, sondern der Verwarnung!? —", | |
| "Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Einst ging R. Jehošua͑ b. Ḥananja zu R. Joḥanan b. Gudgada, um ihm beim Einheben der Türen zu helfen; da sprach er zu ihm: Mein Sohn, kehre um; du gehörst zu den Sängern, und nicht zu den Torwärtern.", | |
| "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer war der Ansicht, es sei mit dem Tode belegt, und die Rabbanan haben hierbei ein Verbot angeordnet, und einer ist der Ansicht, nur mit einer Verwarnung, und sie haben hierbei kein Verbot angeordnet. —", | |
| "Alle sind der Ansicht, nur mit einer Verwarnung, nur ist einer der Ansicht, die Rabbanan haben auch bei der Hilfeleistung ein Verbot angeordnet, und einer ist der Ansicht, die Rabbanan haben dabei kein Verbot angeordnet.", | |
| "R. Abin fragte: Benötigt das freiwillige Brandopfer der Gemeinde des Gesanges oder benötigt es nicht des Gesanges? Der Allbarmherzige sagt: <sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Num. 10,10.</i><i>eure Brandopfer</i>, einerlei ob ein pflichtiges Brandopfer oder ein freiwilliges Brandopfer, oder aber, der Allbarmherzige sagt: <i>eure Brandopfer</i>, von ganz Jisraél. —", | |
| "Komm und höre:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 29,27.</i><i>Und Ḥizqijahu bestimmte, das Brandopfer auf den Altar zu bringen, und sobald das Opfer anfing, fing der Gesang des Herrn an und die Trompeten und die Saitenspiele Davids, des Königs von Jisraél</i>. Was war dies für ein Gesang: wollte man sagen, zu einem pflichtigen Brandopfer, so braucht ja hierüber nichts bestimmt zu werden; doch wohl zu einem freiwilligen Brandopfer.", | |
| "R. Joseph erwiderte: Nein, es war ein Brandopfer des Neumondes, und es war ihm fraglich, ob der Neumond zur richtigen Zeit festgesetzt wurde, daraufhin [das Opfer] darbringen zu können, oder nicht.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Wieso kannst du dies sagen, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 17.</i><i>am sechzehnten Tage des ersten Monats &c. und Ḥizqijahu bestimmte, das Brandopfer auf den Altar zu bringen</i>!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Rami, Sohn des R. Jeba, war es das Lamm, das mit der Schwingegarbe dargebracht wird, und es war ihm fraglich, ob der Neumond zur richtigen Zeit festgesetzt wurde, daraufhin [das Opfer] darbringen zu können, oder nicht.", | |
| "R. Ivja wandte ein: Man sollte doch gesehen haben, wann das Pesaḥopfer hergerichtet wurde, wann das Ungesäuerte gegessen<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 23,5ff. Sind die Tage hierfür festgestellt, so ist auch der Tag der Schwingegarbe nicht zweifelhaft.</i> wurde!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Aši, da<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Bei der Besprechung Ḥizqijas über die Darbringung der Opfer, wobei nichts zweifelhaft war.</i>verhielt es sich wie beim Gemeindevertreter, der ebenfalls<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Über Angelegenheiten der Gemeinde.</i>beratschlagt. Da du nun daraufgekommen bist, kannst du auch erklären, daß es ein pflichtiges Brandopfer war, wie bei einem Gemeindevertreter, der ebenfalls beratschlagt<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Darüber Rücksprache nimmt, ohne daß irgend etwas zweifelhaft ist.</i>. —", | |
| "Komm und höre: R. Jose sagte: Man führt Gutes herbei an einem guten Tage<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">An dem auch sonst Gutes geschehen ist.</i> und Böses an einem bösen Tage.", | |
| "Sie sagten, der Tag, an dem der Tempel das erste Mal zerstört wurde, war der neunte Ab; es war am Ausgange eines Šabbaths und Ende eines Siebentjahres. Die Priesterwache Jehojarib<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Name der 1. od. 2. P. cf. iChr. 24,7.</i>hatte dann Dienst, und (die Priester und) die Leviten standen auf der Estrade und trugen den Tempelgesang vor. Welchen Gesang trugen sie vor? —<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Ps. 94,23.</i><i>Und er vergalt ihnen ihren Frevel und in ihrer Bosheit vertilgte er sie</i>. Noch hatten sie [die Worte] <i>vertilgte er sie, der Herr, unser Gott</i>, nicht beendet, da kamen die Nichtjuden und bezwangen sie. Ebenso auch das zweite Mal.", | |
| "Welcher Tempelgesang war es: wollte man sagen, des pflichtigen Brandopfers, so gab es ja dann keines mehr, denn am siebzehnten Tammuz war das beständige Opfer eingestellt<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Aus Mangel an Opfertieren, durch die Belagerung.</i>worden; doch wohl des freiwilligen Brandopfers. —", | |
| "Glaubst du: wieso sollte es denn Pflichtopfer nicht gegeben haben und freiwillige Opfer wohl gegeben haben!? — Das ist kein Einwand; ihnen kam gerade ein junges Rind zur Hand.", | |
| "Raba, nach anderen R. Aši, sprach: Glaubst du: der Tempelgesang des Tages<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">An jedem Wochentage wurde ein anderer Psalm gesungen; cf. Tam. Fol. 33b.</i>war ja:<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Ps. 24,1.</i><i>Dem Herrn gehört die Erde und ihre Fülle</i>, und [der Vers:] <i>Er vergalt ihnen ihren Frevel</i>, gehört ja zum Tempelgesange des Mittwochs!? Vielmehr kam ihnen gerade ein Klagevers in den Mund. —", | |
| "Er lehrt ja aber: sie standen auf ihrer Estrade!? — Dies nach Reš Laqiš, welcher sagte, sie sprachen [den Tempelgesang] ohne Opfer[dienst]. — Demnach sollte dies<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Daß Tempelgesang u. Opfer voneinander unabhängig sind; die obige Frage des R. Abin wäre hieraus zu entscheiden.</i>auch vom freiwilligen Brandopfer gelten!? — Man könnte zu einem Verstoße<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Man könnte glauben, wie beim freiwilligen Brandopfer sei auch beim pflichtigen Brandopfer die Tempelmusik freigestellt.</i>kommen. —", | |
| "Wie bleibt es damit<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Mit der Frage RA.s.</i>? — Komm und höre: R. Mari, Sohn des R. Kahana, lehrte:<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Num. 10,10.</i><i>Über eure Brandopfer und eure Heilsopfer;</i>", | |
| "wie das Brandopfer hochheilig ist, ebenso Heilsopfer, die hochheilig<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Dies gilt nur von den Lämmern des Wochenfestes (cf. Lev. 23,19), die, obgleich Heilsopfer, hochheilig sind (cf. ib. V. 20).</i>sind, und wie für die Heilsopfer eine Zeit<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Am Wochenfeste.</i>festgesetzt ist, ebenso Brandopfer, für die eine Zeit festgesetzt<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Dies gilt nur vom pflichtigen Brandopfer.</i>ist." | |
| ], | |
| [ | |
| "Sie fragten: Benötigen Gußopfer, die gesondert<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Ohne Schlachtopfer.</i>dargebracht werden, des Tempelgesanges oder benötigen sie nicht des Tempelgesanges. Spricht man ihn wohl, da R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans gesagt hat, es sei zu entnehmen, daß man den Tempelgesang über den Wein spreche, oder aber spricht man ihn nur über Speise und Trank, nicht aber über Trank allein. —", | |
| "Komm und höre: R. Jose sagte: Man führt Gutes herbei an einem guten Tage &c.", | |
| "Was war es für ein Tempelgesang: wollte man sagen, zum pflichtigen Brandopfer, so gab es ja dann keines, denn am siebzehnten Tammuz war das beständige Opfer eingestellt worden, und wollte man sagen, zum freiwilligen Brandopfer, so lehrte ja R. Mari, Sohn des R. Kahana, daß ein solches dessen nicht benötige; doch wohl zum Gußopfer!?", | |
| "Raba, nach andren R. Aši, erwiderte: Glaubst du: der Tempelgesang des Tages war ja: <i>Dem Herrn gehört die Erde und ihre Fülle</i>, und [der Vers:] <i>Er vergalt ihnen ihren Frevel</i>, gehört ja zum Tempelgesange des Mittwochs!? Vielmehr kam ihnen gerade ein Klagevers in den Mund. —", | |
| "Er lehrt ja aber: sie standen auf ihrer Estrade!? — Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, sie sprachen den Tempelgesang ohne Opfer[dienst]. — Demnach sollte dies auch vom Gußopfer gellen!? — Man könnte zu einem Verstoße<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 125 mut. mut.</i> kommen.", | |
| "Der Text. R. Jose sagte: Man führt Gutes herbei an einem guten Tage &c.", | |
| "Wieso kann dies<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Die Zerstörung des Tempels.</i>das erste Mal am Ende eines Siebentjahres erfolgt sein, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Kz. 40,1.</i><i>im fünfundzwanzigsten Jahre seit unsrer Verbannung, am Jahresanfange, am zehnten des Monats, im vierzehnten Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war</i>. Das Jahr, in dem der Jahresanfang am zehnten des Monats [gefeiert wird], ist ja das Jobeljahr<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Ein Jobelzyklus besteht aus 7 Septennien, sodaß das letzte Jahr des Septenniums nicht mit dem Jobeljahre zusammentreffen kann.</i>,", | |
| "und wenn man sagen wollte, er sei im ersten [Jahre] des Septenniums zerstört worden, so sind es ja vom ersten [Jahre] des Septenniums bis zum ersten des andren acht [Jahre], und bis zum ersten des folgenden fünfzehn!?", | |
| "Rabina erwiderte: Im vierzehnten Jahre nach dem Jahre, in dem die Stadt geschlagen worden war. —", | |
| "Wieso demnach im fünfundzwanzigsten Jahre, es war ja im sechsundzwanzigsten!? Der Meister sagte nämlich: Sie sind im siebenten verbannt worden, sie sind im achten<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Wird weiter erklärt.</i> verbannt worden,", | |
| "sie sind im achtzehnten verbannt worden, und sie sind im neunzehnten verbannt worden.", | |
| "Vom siebenten bis zum achtzehnten sind elf, und fünfzehn dazu sind sechsundzwanzig. —", | |
| "Rabina kann dir erwidern: stimmt es etwa nach deiner Ansicht? Merke, sie sind ja auch im neunzehnten verbannt worden: vom siebenten bis zum neunzehnten sind zwölf, und vierzehn dazu sind sechsundzwanzig!? Du mußt also erklären, außer dem Jahre, in dem sie verbannt worden waren, ebenso auch nach mir, außer dem Jahre, in dem sie verbannt worden waren. —", | |
| "Aber immerhin ist ja die Zahl neunzehn nach Rabina unerklärlich!? —", | |
| "Du glaubst wohl, es waren drei [weitere] Verbannungen? Sie sind verbannt worden im siebenten [Jahre] seit der Unterwerfung Jehojaqims, das ist das achte Nebukhadneçars, und sie sind verbannt worden im achtzehnten [Jahre] seit der Unterwerfung Jehojaqims, das ist das neunzehnte Nebukhadneçars.", | |
| "Der Meister sagte nämlich: Im ersten Jahre eroberte er Ninve," | |
| ], | |
| [ | |
| "im zweiten zog er hinauf und unterwarf Jehojaqim.", | |
| "«Ebenso auch das zweite Mal.»", | |
| "Kann es denn das zweite Mal am Ende eines Siebentjahres erfolgt sein, merke, der zweite Tempel bestand ja Vierhundertundzwanzig Jahre, und da vierhundert Jahre acht Jobelzyklen, und vierzehn Jahre zwei Septennien ausmachen, so bleiben sechs zurück, mithin erfolgte es ja im sechsten [Jahre] des Septenniums!? —", | |
| "Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und nach unten<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Es gilt zugleich als erstes des neuen Jobelzyklus, der somit nur 49 Jahre hat.</i>gerechnet; die acht der acht Jobelzyklen mit jenen sechs ergeben vierzehn, somit ergibt es sich, daß [der Tempel] am Ausgange des Siebentjahres zerstört worden ist. —", | |
| "Wenn die des R. Jehuda, so kann es ja das erste Mal nicht dann erfolgt sein!? Es wird nämlich gelehrt: Siebzehn Jobelzyklen zählten die Jisraéliten seit ihrem Einzüge in das Land bis zu ihrem Auszuge. Du kannst nicht sagen, sie zählten sie seit ihrem wirklichen Einzüge, denn wolltest du dies sagen, so würde es sich ja ergeben, daß der Tempel zu Beginn des Jobelzyklus zerstört wurde, und man könnte nicht aufrecht erhalten [die Worte:] <i>im vierzehnten Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war</i>;", | |
| "vielmehr sind von diesen die sieben [Jahre] der Eroberung und die sieben der Aufteilung<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Des Landes unter Jehošua͑.</i>abzuziehen, und aufrecht erhalten sind [die Worte:] <i>im vierzehnten Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war</i>.", | |
| "Nach R. Jehuda aber kommen ja siebzehn der siebzehn Jobelzyklen zu diesen hinzu, demnach geschah es ja im dritten [Jahre] des Septenniums!? —", | |
| "Die Jahre seit der Verbannung durch Sanḥerib, bis Jirmejahu kam und sie zurückbrachte, zählte er nicht mit.", | |
| "Wenn du willst, sage ich: tatsächlich die der Rabbanan, und die Lehre, daß es ebenso das zweite Mal geschah, bezieht sich auf das übrige<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Daß es am 9. Ab u. Ausgange des Šabbaths geschah.</i>.", | |
| "Dies ist auch einleuchtend: denn wenn man nicht so erklären wollte, [wäre ja einzuwenden:] im zweiten Tempel war ja keine Priesterwache Jehojarib!?", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Vier Priesterwachen zogen aus der Verbannung herauf: Jeda͑ja, Ḥarim, Pašḥur und Immer, darauf kamen die Propheten, die unter ihnen waren, und teilten sie in vierundzwanzig Priesterwachen. Man mischte [die Loszettel] durcheinander und tat sie in eine Urne; sodann kam Jeda͑jahu und zog sechs für sich und für seine Genossen," | |
| ], | |
| [ | |
| "dann kam Ḥarim und zog sechs für sich und für seine Genossen, und ebenso Pašḥur und ebenso Immer. Die Propheten, die unter ihnen waren, bestimmten, daß, selbst wenn die [einstige]<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Zur Zeit des 1. Tempels.</i>Hauptwache Jehojarib heraufkommen sollte, Jeda͑ja dennoch nicht von seiner Stelle verdrängt werden solle, vielmehr bleibe Jeda͑ja Hauptwache und Jehojarib ihm angeschlossen. Dies bezieht sich also auf das übrige.", | |
| "R. Aši erklärte: Die sechs<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Seit dem Beginne des 2. Tempelbaues.</i>Jahre, bis E͑zra hinaufgezogen war und [den Tempel] eingeweiht hatte, zählt er nicht mit,", | |
| "denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 4,24.</i><i>da wurde gestört die Arbeit am Gotteshause in Jerušalem</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Ib. 6,15.</i><i>und man vollendete dieses Haus bis zum dritten Tage des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Dariaveš</i>.", | |
| "Hierzu wird gelehrt: Um dieselbe Zeit im darauffolgenden Jahre zog E͑zra mit seinen Exulanten hinauf, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Ib. 7,8.</i><i>und er kam nach Jerušalem im fünften Jahre, das ist das siebente Jahr des Königs</i>.", | |
| "Der Text. Siebzehn Jobelzyklen zählten die Jisraéliten seit ihrem Einzuge in das Land bis zu ihrem Auszuge. Du kannst nicht sagen, sie zählten sie seit ihrem wirklichen Einzüge, denn wolltest du sagen, sie zählten sie seit ihrem Einzüge, so würde es sich ergeben, daß der Tempel zu Beginn des Jobelzyklus zerstört wurde, und man könnte nicht aufrecht erhalten [die Worte:] <i>im vierzehnten Jahre, nachdem die Stadt geschlagen worden war &c</i>.", | |
| "Woher, daß die Eroberung sieben Jahre [währte]? — Kalebh sagte:<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Jos. 14,7.</i><i>vierzig Jahre war ich alt, als mich Moše, der Knecht des Herrn, von Qadeš Barnea͑ aussandte, um das Land auszukundschaften &c</i>.<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Jos. 14,10.</i><i>und nun bin ich fünfundachtzig Jahre alt</i>.", | |
| "Und der Meister sagte: Im ersten Jahre<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Seit dem Auszuge aus Ägypten.</i>fertigte Moše die Wohnung, im zweiten Jahre stellte er die Wohnung auf und sandte die Kundschafter aus. Kalebh war demnach<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Da der ganze Aufenthalt in der Wüste 40 Jahre währte.</i>als sie den Jarden überschritten achtzig weniger zwei [Jahre alt], und als er die Erbbesitze verteilte, sagte er, er sei fünfundachtzig Jahre alt; es ergibt sich also, daß sie [das Land] sieben Jahre eroberten. —", | |
| "Woher, daß die Aufteilung sieben Jahre währte? — Wenn du willst, sage ich: wenn die Eroberung sieben währte, währte auch die Aufteilung sieben, und wenn du willst, sage ich: anders würden nicht aufrecht zu erhalten sein [die Worte:] <i>vierzehn Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> <b>E</b><small>S MUSSTEN MINDESTENS SECHS UNTERSUCHTE</small> L<small>ÄMMER</small><sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Für das beständige Opfer.</i><small>IM</small> L<small>ÄMMERSTALLE SEIN, WIE FÜR EINEN</small> Š<small>ABBATH UND DIE</small> F<small>ESTTAGE DES</small> N<small>EUJAHRES, UND MEHR UNBESCHRÄNKT</small>. E<small>S MUSSTEN MINDESTENS ZWEI</small> T<small>ROMPETEN SEIN UND NEUN</small> H<small>ARFFN, UND MEHR UNBESCHRÄNKT</small>; Z<small>YMBELN NUR EINE</small>.", | |
| "GEMARA. Die beständigen Opfer und die Zusatzopfer<sup class=\"footnote-marker\">149</sup><i class=\"footnote\">An den genannten 3 auf einander folgenden Tagen.</i>waren ja mehr? —", | |
| "Der Autor spricht von gewöhnlichen [Tagen], nur von den beständigen Opfern, und [die Worte] ‘wie für einen Šabbath und die beiden Festtage’ sind nur ein Merkzeichen. Er meint es wie folgt: es mußten mindestens sechs untersuchte Lämmer<sup class=\"footnote-marker\">150</sup><i class=\"footnote\">Ausreichend für 3 gewöhnliche Tage.</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "im Lämmerstalle sein, die vier Tage vor der Schlachtung untersucht worden sind. Hier ist die Ansicht des Ben Bag Bag vertreten, denn es wird gelehrt: Ben Bag Bag sagte: Woher, daß das beständige Opfer vier Tage vor dem Schlachten untersucht werden muß?", | |
| "Hierbei heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">151</sup><i class=\"footnote\">Num. 28,2.</i><i>sollt ihr wahren, mir zur bestimmten Zeit darzubringen</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">152</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,6.</i>heißt es: <i>und es bleibe euch zur Verwahrung bis zum vierzehnten Tage dieses Monats</i>, wie dort vier Tage vor dem Schlachten<sup class=\"footnote-marker\">153</sup><i class=\"footnote\">Das Pesaḥlamm wurde am 10. Nisan geholt u. am 14. geschlachtet; cf. Ex. 12,3ff.</i>eine Untersuchung erforderlich war, ebenso ist hierbei vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich.", | |
| "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wie für einen Šabbath, er lehrt aber nicht: für einen Šabbath. Schließe hieraus.", | |
| "Z<small>WEI</small> T<small>ROMPETEN &C</small>. Bis wieviel? R. Hona, manche sagen R. Zabdi im Namen R. Honas, erwiderte: Bis hundertundzwanzig, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">154</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 5,12.</i><i>mit ihnen Priester hundertundzwanzig auf Trompeten blasend</i>.", | |
| "N<small>EUN</small> H<small>AUFEN &C.</small> Z<small>YMBELN NUR EINE</small>. Woher dies? R. Asi erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">155</sup><i class=\"footnote\">iChr. 16,5.</i><i>und Asaph spielte auf Zymbeln</i>. — Zymbeln sind ja zwei!? — Da sie eine Arbeit leisten und ein Mensch dabei tätig ist, nennt er sie eine.", | |
| "<sup>vi</sup> <b>E</b><small>S WAREN NICHT WENIGER ALS ZWÖLF</small> L<small>EVITEN, DIE AUF DER</small> E<small>STRADE STANDEN, UND MEHR UNBEGRENZT</small>. E<small>IN</small> M<small>INDERJÄHRIGER DURFTE NICHT DEN</small> T<small>EMPELHOF ZUM</small> T<small>EMPELDIENSTE BETRETEN, AUSSER WENN DIE</small> L<small>EVITEN BEIM</small> T<small>EMPELGESANGE WAREN</small>. A<small>UCH DURFTEN SIE NICHT MIT</small> L<small>AUTE UND</small> H<small>ARFE BEGLEITEN, SONDERN NUR MIT DEM</small> M<small>UNDE, UM DEM</small> T<small>ONE</small> L<small>IEBLICHKEIT ZU VERLEIHEN</small>.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER B.</small> J<small>A͑QOB SAGTE</small>: S<small>IE</small><sup class=\"footnote-marker\">156</sup><i class=\"footnote\">Die Minderjährigen; nach anderen, die nur das Instrument spielten u. nicht sangen.</i><small>WURDEN NICHT</small><sup class=\"footnote-marker\">157</sup><i class=\"footnote\">Zu den 12 Leviten.</i> <small>MITGEZÄHLT, AUCH DURFTEN SIE NICHT DIE</small> E<small>STRADE BESTEIGEN, VIELMEHR STANDEN SIE AUF DER ERDE UND IHRE</small> K<small>ÖPFE REICHTEN ZU DEN</small> F<small>ÜSSEN DER</small> L<small>EVITEN: MAN NANNTE SIE DIE</small> L<small>EVITENQUÄLER</small>.", | |
| "GEMARA. Wem entsprechen diese? R. Papa erwiderte: Entsprechend den neun Harfen, zwei Lauten und einer Zymbel, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">158</sup><i class=\"footnote\">iChr. 25,9.</i><i>er und seine Söhne zwölf</i>.", | |
| "E<small>IN</small> M<small>INDERJÄHRIGER DURFTE NICHT DEN</small> T<small>EMPELHOF ZUM</small> T<small>EMPELDIENSTE BETRETEN, AUSSER WENN DIE</small> L<small>EVITEN &C</small>. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">159</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 3,9.</i><i>und Jošua͑ trat auf und seine Söhne und seine Brüder, Qadmiél und seine Söhne, die Söhne Jehudas, wie ein Mann, vorzustehen den Arbeiten im Gotteshause &c</i>.", | |
| "A<small>UCH DURFTEN SIE NICHT MIT</small> L<small>AUTE UND</small> H<small>ARFE BEGLEITEN, SONDERN NUR MIT DEM</small> M<small>UNDE &C</small>. Demnach sind Psalter und Harfe<sup class=\"footnote-marker\">160</sup><i class=\"footnote\">Dh. im hebr. Sprachgebrauche. Daß <span dir=\"rtl\">כנור</span> gegen die anders lautende Übersetzung nur die Harfe sein kann, geht aus Ber. Fol. 3b hervor, wo von einem <span dir=\"rtl\">כנור</span> gesprochen wird, der durch den Luftzug Töne erklingen läßt (Aeolsharfe).</i>von einander verschieden, somit vertritt unsre Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Harfe im Tempel hatte sieben Saiten, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">161</sup><i class=\"footnote\">Ps. 16,11.</i><i>der Freuden Fülle ist vor deinem Antlitze</i>, und man lese nicht <i>soba͑</i> [Fülle] sondern <i>šeba͑</i> [sieben].", | |
| "Die der messianischen Tage hat acht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">162</sup><i class=\"footnote\">Ib. 12,1.</i><i>dem Sangmeister auf dem Achter</i>, auf der achten Saite.", | |
| "Die der zukünftigen Welt hat zehn, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">163</sup><i class=\"footnote\">Ib. 92,4.</i><i>auf dem Zehnsaitigen und auf dem Psalter, auf dem Getöne der Harfe</i>.", | |
| "Ferner heißt es,<sup class=\"footnote-marker\">164</sup><i class=\"footnote\">Ib. 33,2,3.</i><i>danket dem Herrn mit der Harfe, mit dem zehnsaitigen Psalter</i><sup class=\"footnote-marker\">165</sup><i class=\"footnote\">Nach RJ. in der Bedeutung Harfe.</i><i>spielet ihm; singet ihm ein neues Lied</i>. —", | |
| "Du kannst auch sagen, die des R. Jehuda, denn da sie in der zukünftigen Welt mehr Saiten hat und ihr Ton kräftig ist, wie der des Psalters, nennt er sie Psalter.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER B.</small> J<small>A͑QOB SAGTE</small>: S<small>IE WURDEN NICHT MITGEZÄHLT &C</small>. Es wird gelehrt: Man nannte sie Levitengehilfen. — Und unser Autor!? — Da diese eine feine Stimme und jene eine grobe Stimme hatten, sodaß diese sie tief stimmen konnten, jene sie aber nicht tief stimmen konnten, nennt er sie Quäler<sup class=\"footnote-marker\">166</sup><i class=\"footnote\">Die t.sche Auslegung des W.es <span dir=\"rtl\">צוערי</span> ist so gezwungen, daß sie nur als Mißverständnis bezeichnet werden kann. Es ist nichts weiter als das biblische <span dir=\"rtl\">צעיר</span> (so tatsächlich in manchen Texten) jung, junger Mann, u. wohl eine Nebenform desselben. Entsprechend dem bibl. <span dir=\"rtl\">עירי הצאן</span> (Hirtenjunge) hat <span dir=\"rtl\">צעירי לןיה</span> die Bedeutung Levitenjunge.</i>.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>E</b>S <small>GIBT BEI DEN</small> S<small>CHÄTZUNGEN ERLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG, BEIM</small> E<small>RBBESITZFELDE</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Bei der Weihung eines solchen; cf. Lev. 27,16ff.</i> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG, BEIM VERWARNTEN</small> O<small>CHSEN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Einen stößigen Ochsen, dessen Eigentümer verwarnt worden ist (Ex. 21,29); der Kürze wegen spricht der T. von einem verwarnten bezw. nicht verwarnten Ochsen.</i><small>, DER EINEN</small> S<small>KLAVEN GETÖTET HAT,</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG, UND BEIM</small> N<small>OTZÜCHTER</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 22,23ff.</i>, <small>BEIM</small> V<small>ERFÜHRER</small><sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 22,15ff.</i> <small>UND BEIM</small> V<small>ERLEUMDER</small><sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Hinsichtl. der Unbescholtenheit seiner Frau; cf. Dt. 22,13ff.</i> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG.</small>", | |
| "W<small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEI DEN</small> S<small>CHÄTZUNGEN?</small> W<small>ER DIE</small> S<small>CHÄTZUNG DES</small> S<small>CHÖNSTEN IN</small> J<small>ISRAÉL ODER DES</small> H<small>ÄSSLICHSTEN IN</small> J<small>ISRAÉL GELOBT HAT, GEBE FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑.</small> S<small>AGTE ER ABER: ICH</small> [<small>GELOBE</small>] <small>SEINEN</small> G<small>ELD</small>[<small>WERT</small>]<small>, SO GEBE ER SEINEN GELDWERT</small>.", | |
| "GEMARA. W<small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEI DEN</small> S<small>CHÄTZUNGEN?</small> W<small>ER GELOBT HAT DIE</small> S<small>CHÄTZUNG &C</small>. Nur in Jisraél, nicht aber unter Nichtjuden,", | |
| "somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Meírs vertritt, denn wir haben gelernt: R. Meír sagt, [ein Nichtjude] könne geschätzt werden, nicht aber schätzen. —", | |
| "Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn dies gilt auch von einem Nichtjuden," | |
| ], | |
| [ | |
| "nur lehrt er uns nebenbei, daß die Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs zu berücksichtigen sei. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, man dürfe nicht sagen: wie schön ist dieser Nichtjude. —", | |
| "Sollte er doch lehren: des Schönsten in Jisraél und des Häßlichsten unter den Nichtjuden!? — Er spricht von einer Nation und nicht von zwei Nationen. —", | |
| "Etwa nicht, er lehrt<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Weit. Fol. 14b u. 15a.</i>ja: die Vornehmste unter den Priestern und die Geringste in Jisraél!? — Da ist es eine Nation, nur sind die Priester heiliger.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: da er im Schlußsatze vom Erbbesitzfelde lehren will, das nur bei Jisraéliten und nicht bei Nichtjuden vorkommen<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Daß es für den in der Schrift genannten Betrag eingelöst werden kann; Nichtjuden haben vielmehr den richtigen Wert zu zahlen.</i> kann, weil sie nicht erbbesitzfähig sind, so lehrt er es auch hierbei von Jisraéliten.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> <b>W</b><small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEIM</small> E<small>RBBESITZFELDE?</small> E<small>INERLEI OB JEMAND</small> [<small>EIN</small> F<small>ELD</small>] <small>IM</small> U<small>MKREISE DER</small> S<small>TADT</small><sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Das wegen des schlechten Bodens nur wenig wert ist.</i> <small>ODER IN DEN</small> O<small>BSTGÄRTEN VON</small> S<small>EBASTE GEWEIHT HAT, ER MUSS FÜNFZIG</small> Š<small>EQEL FÜR DIE</small> A<small>USSAATFLÄCHE VON EINEM</small> Ḥ<small>OMER</small> G<small>ERSTE GEBEN; FÜR EIN GEKAUFTES</small> F<small>ELD GEBE ER DEN</small> W<small>ERT</small>.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGT, EINERLEI OB EIN GEKAUFTES</small> F<small>ELD ODER EIN</small> E<small>RBBESITZFELD.</small> W<small>ELCHEN</small> U<small>NTERSCHIED GIBT ES DEMNACH ZWISCHEN EINEM</small> E<small>RBBESITZFELDE UND EINEM GEKAUFTEN</small> F<small>ELDE?</small> B<small>EI EINEM</small> E<small>RBBESITZFELDE FÜGE ER</small><sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Der Eigentümer, wenn er selber es einlöst.</i> <small>DAS</small> F<small>ÜNFTEL HINZU UND BEI EINEM GEKAUFTEN</small> F<small>ELDE FÜGE ER DAS</small> F<small>ÜNFTEL NICHT HINZU</small>.", | |
| "GEMARA. R. Hona sagte: Hat jemand ein Feld voll Räume geweiht, so muß er, wenn er sie auslöst, die Räume um ihren Wert auslösen, dann das Grundstück um fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste. R. Hona ist somit der Ansicht, wer etwas weiht, tue dies mit gönnendem<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die Bäume besonders u. das Feld besonders.</i>Auge.", | |
| "R. Naḥman wandte gegen R. Hona ein: Einerlei ob jemand [ein Feld] im Umkreise der Stadt oder in den Obstgärten von Sebaste geweiht hat, er muß fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Nicht für die Bäume besonders.</i>geben!? Dieser erwiderte: Er meint, für Obstgärten geeignet.", | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Aussaatfläche; ich weiß dies nur von einem Saatfelde, woher dies von einem Grundstücke mit Weinstöcken, einem Grundstücke mit Röhricht, oder einem Grundstücke mit Räumen?", | |
| "Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,16.</i><i>Feld</i>, in jedem Falle!? Dieser erwiderte: Auch hierbei löse er aus und löse wiederum<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Zuerst die Bäume, für ihren Wert, dann das Feld.</i>aus.", | |
| "Er wandte gegen ihn ein: Wer drei Bäume in der Verteilung von zehn auf einer Seáfläche<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Cf. Sb. 1,6.</i>geweiht hat, hat auch das Grundstück samt den zwischen diesen befindlichen Bäumen<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Den jungen Setzlingen, die nicht mitzählen.</i>geweiht; löst er sie aus, so muß er die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig Šeqel<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Die Bäume gehören zum Felde.</i>auslösen.", | |
| "Sind es weniger oder mehr<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie eine größere od. kleinere Fläche einnehmen; im 1. Falle ist das Feld nicht wegen der Bäume da, im 2. Falle werden sie später umgepflanzt.</i>, oder hat er sie nach einander geweiht, so hat er weder das Grundstück noch die zwischen diesen befindlichen Bäume mitgeweiht.", | |
| "Und noch mehr, selbst wenn er zuerst die Bäume und nachher das Grundstück geweiht hat, muß er, wenn er sie auslöst, die Bäume um ihren Wert auslösen, dann das Grundstück um fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste!?", | |
| "Wolltest du erwidern, auch hierbei löse er einmal aus und löse abermals aus, so gilt dies ja, wenn er im Schlußsatze auslöse und abermals auslöse, nicht vom Anfangsatze. —", | |
| "Vielmehr, hier ist R. Šimo͑n vertreten, welcher sagt, wer etwas dem Heiligtume weiht, tue dies mit mißgönnendem Auge. Es wird nämlich gelehrt: Wer ein Feld geweiht hat, hat alles<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Was sich auf diesem befindet.</i>mitgeweiht; R. Šimo͑n sagt, er habe nur den gepfropften Johannisbrotbaum und den Sykomorenstamm<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Die den Boden sehr verbrauchen.</i>mitgeweiht. —", | |
| "Wie ist, wenn R. Šimo͑n, der Schlußsatz zu erklären: und noch mehr: selbst wenn er zuerst die Bäume und nachher das Grundstück geweiht hat, muß er, wenn er sie auslöst, die Bäume um ihren Wert auslösen, dann [das Grundstück] um fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste.", | |
| "Nach R. Šimo͑n sollte man sich doch nach der Auslösung<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Bei der Auslösung befinden sich die Bäume auf dem Grundstücke, u. es ist ganz irrelevant, ob er sie zusammen oder nacheinander geweiht hat.</i> richten, und [die Bäume ]sollten durch das Grundstück ausgelöst sein!? Wir wissen nämlich von R. Šimo͑n, daß er sich nach der Auslösung richtet,", | |
| "denn es wird gelehrt: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft und es geweiht hat, und der Vater darauf gestorben ist, es als Erbbesitzfeld gilt? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,22.</i><i>wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört</i>;", | |
| "ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Das er von einem Fremden gekauft hat.</i>sein würde, ausgenommen dieses, das sein erblicher Grundbesitz sein würde — so R. Jehuda und R. Šimo͑n,", | |
| "R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft, und nachdem sein Vater gestorben ist, es geweiht hat, es als Erbbesitzfeld gilt?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Es heißt: <i>wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das</i> <i>nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört</i>; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, ausgenommen ein solches, das sein erblicher Grundbesitz ist.", | |
| "Aus welchem Grunde gilt es nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, auch wenn er es geweiht und der Vater nachher gestorben ist, als Erbbesitzfeld: wenn wegen des Schriftverses, so deutet ja der Schriftvers auf die Lehre R. Meírs!?", | |
| "Doch wohl, weil man sich nach der Auslösung richte.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: R. Jehuda und R. Šimo͑n fanden einen Schriftvers und legten ihn aus.", | |
| "Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, wenn es aber heißt: <i>zu seinem [erblichen] Grundbesitze</i>, so heißt dies: ein Feld, das nicht geeignet ist, sein erblicher Grundbesitz zu sein.", | |
| "R. Papa sagte: Hat jemand Felsboden geweiht, so löse er ihn um den richtigen Wert aus, denn der Allbarmherzige spricht von einer Saatfläche, und dieser ist zum Säen ungeeignet.", | |
| "Löst er ihn nicht aus, so fällt er<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 27,20.</i>im Jobeljahre [den Priestern] zu, denn der Allbarmherzige spricht von einem Felde, welches es auch sei.", | |
| "Hat jemand Felsboden verkauft, so ist er auch vor zwei Jahren<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Obgleich bei einem normalen Felde eine Einlösung erst nach 2 Jahren erfolgen kann; cf. infra Fol. 29bff.</i>auszulösen. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15.</i><i>nach Anzahl der Jahre des Ertrages</i>, und dieser ist nicht ertragsfähig. Hat er ihn nicht ausgelöst, so geht er im Jobeljahre zurück an den Eigentümer. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>er kehre zu seinem Erbbesitze zurück</i>, und auch dieser ist Erbbesitz.", | |
| "Hat jemand Bäume geweiht, so löse er sie um ihren Wert aus. — Weshalb? — Der Allbarmherzige spricht von einer Saatfläche, nicht aber Bäume. Hat er sie nicht ausgelöst, so fallen sie im Jobeljahre nicht den Priestern zu, denn der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 21.</i><i>so soll das Feld sein</i>, nicht aber Bäume.", | |
| "Hat jemand Bäume verkauft, so sind sie nicht vor zwei Jahren auszulösen. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: <i>Jahre des Ertrages</i>, und diese sind Jahre des Ertrages. Hat er sie nicht ausgelöst, so gehen sie im Jobeljahre nicht an den Eigentümer zurück. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: <i>er kehre zu seinem Erbbesitze zurück</i>, nicht aber zu Bäumen.", | |
| "Der Meister sagte: Hat jemand Bäume geweiht, so löse er sie um ihren Wert aus. Weshalb denn, sie sollten doch durch den Boden geweiht werden und durch den Boden ausgelöst werden!?", | |
| "Wolltest du erwidern, er habe nur die Bäume geweiht, nicht aber hat er den Boden geweiht, so sagten ja die Nehardee͑nser, wenn jemand seinem Nächsten eine Dattelpalme verkauft, eigne dieser [den Boden] von der Basis<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Verdorrt der Baum, so darf er einen andren pflanzen.</i>bis zum Abgrunde!? — Hierzu wurde ja gelehrt, wenn er sein Recht darauf geltend macht<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Wenn er nachher behauptet, er habe ausdrücklich den Boden mitgekauft.</i>.", | |
| "F<small>ÜR EIN GEKAUFTES</small> F<small>ELD GEBE ER DEN</small> W<small>ERT</small>. Die Rabbanan lehrten: <sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,23.</i><i>Den Betrag</i>. Was lehrt dies? Da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>die Aussaatfläche eines Ḥomer Gerste für fünfzig Silberšeqel</i>, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem gekauften Felde, so heißt es: <i>den Betrag</i><sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. den eingeschätzten, dem Werte entsprechenden Betrag.</i>.", | |
| "R. Elie͑zer sagte: Hier<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Beim gekauften Felde, Lev. 27,23.</i>heißt es: <i>er rechne</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Beim Erbbesitzfelde, ib. V. 18.</i>heißt es: <i>er rechne</i>, wie dort etwas festgesetztes<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Die 50 Šeqel.</i>, ebenso hier etwas festgesetztes.", | |
| "Sie fragten: Halten die Rabbanan von dieser Wortanalogie und folgern hinsichtlich des Fünftels<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Daß es auch beim gekauften Felde hinzuzufügen ist.</i>, oder halten sie nicht von der Wortanalogie und folgern nicht hinsichtlich des Fünftels?", | |
| "Raba erwiderte: Es ist einleuchtend, daß sie von dieser Wortanalogie nicht halten, denn der Allbarmherzige lehrt dies vom Fünftel beim Erbbesitzfelde und bei der Heiligung eines Hauses, somit sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Die Wiederholung deutet darauf, daß dies nur von diesen gilt.</i>. —", | |
| "Nach demjenigen aber, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? — Der Allbarmherzige lehrt vom Fünftel auch beim Zehnten vom reinen Vieh und vom unreinen Vieh, somit wird dies vielmals gelehrt, und ist hieraus nichts zu folgern.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba, aber nicht wegen des von ihm angegebenen Grundes. Es wird gelehrt: <i>Den Betrag der Schätzung</i>, die Schrift vergleicht es mit der Schätzung: wie bei der Schätzung das Fünftel nicht hinzuzufügen ist, ebenso ist beim gekauften Felde das Fünftel nicht hinzuzufügen.", | |
| "<sup>iii</sup> <b>W</b><small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEIM VERWARNTEN</small> O<small>CHSEN</small>? E<small>INERLEI, OB ER DEN SCHÖNSTEN UNTER DEN</small> S<small>KLAVEN ODER DEN HÄSSLICHSTEN UNTER DEN</small> S<small>KLAVEN GETÖTET HAT, ZAHLE</small> [<small>DER</small> E<small>IGENTÜMER</small>] <small>DREISSIG</small> S<small>ELA͑ HAT ER EINEN</small> F<small>REIEN GETÖTET, SO ZAHLE ER DESSEN</small> W<small>ERT</small>. H<small>AT ER DEN EINEN ODER DEN ANDREN VERLETZT, SO ZAHLE ER DEN VOLLEN</small> S<small>CHADENERSATZ</small>.", | |
| "GEMARA. Nur bei einem verwarnten, nicht aber bei einem nicht verwarnten, somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt. Wir haben nämlich gelernt: R. A͑qiba sagt, auch wenn der nicht verwarnte [Ochs] den Menschen [mehr] verletzt hat, sei die übersteigende Schädigung vollständig zu ersetzen<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn ein Mensch u. ein Tier einander verletzt haben; war der Eigentümer des Tieres nicht verwarnt worden, so ist der übersteigende Schaden nach dem 1. Autor nur zur Hälfte zu ersetzen. Ausführl. Bq. Fol. 33a.</i>. —", | |
| "Du kannst auch sagen, die des R. A͑qiba, denn dies gilt auch von einem nicht verwarnten, und nur weil er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn er (einen Sklaven oder) einen Freien getötet hat, was nur bei einem verwarnten und nicht bei einem nicht verwarnten gilt, lehrt er es von einem verwarnten.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>W</b><small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEIM</small> N<small>OTZÜCHTER UND BEIM</small> V<small>ERFÜHRER?</small> E<small>INERLEI, OB ER DIE</small> V<small>ORNEHMSTE AUS EINEM</small> P<small>RIESTERHAUSE ODER DIE</small> G<small>ERINGSTE AUS EINEM</small> J<small>ISRAÉLITENHAUSE GENOTZÜCHTIGT ODER VERFÜHRT HAT, ZAHLE ER FÜNFZIG</small> S<small>ELA͑;</small> B<small>ESCHÄMUNG UND</small> W<small>ERTMINDERUNG NACH</small> [<small>DER</small> S<small>TELLUNG DES</small>] B<small>ESCHÄMENDEN UND DES</small> B<small>ESCHÄMTEN</small>.", | |
| "GEMARA. Weshalb denn, vielleicht meint der Allbarmherzige fünfzig Sela͑ für alles<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Beschämung u. Wertminderung sind nicht zu zahlen.</i>zusammen!?", | |
| "R. Zee͑ra erwiderte: Man würde dann sagen: wieso sollte, wer eine Königstochter beschlafen hat, fünfzig [zahlen], und wer die Tochter eines Gemeinen beschlafen hat, ebenfalls fünfzig [zahlen]<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Die Schmach der einen ist bedeutend größer als die der andren.</i>.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Demnach kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen Sklaven, der Perlen locht, dreißig, und für einen Sklaven, der Nadelarbeit verrichtet, ebenfalls dreißig!?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Zee͑ra, wenn zwei [ein Weib] beschlafen würden, einer auf widernatürliche Weise<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Sodaß sie noch Jungfer bleibt u. ein 2. Mal Anspruch auf die Geldbuße hat.</i>und einer auf natürliche Weise, würde man sagen: wieso sollte, der eine bescholtene beschlafen hat, fünfzig [zahlen], und der eine intakte beschlafen hat, ebenfalls fünfzig [zahlen]!?", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Ebenso kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen gesunden Sklaven dreißig und für einen grindigen Sklaven ebenfalls dreißig!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte Abajje, die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,29.</i><i>weil er sie geschwächt</i>; demnach gibt es außerdem noch Beschämung und Wertminderung.", | |
| "Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,29.</i><i>so gebe der Mann, der bei ihr gelegen hat</i>; die fünfzig für den Genuß des Liegens, demnach gibt es noch außerdem andere Dinge, nämlich Beschämung und Wertminderung.", | |
| "<sup>v</sup> <b>W</b><small>IESO</small> E<small>RLEICHTERUNG UND</small> E<small>RSCHWERUNG BEIM</small> V<small>ERLEUMDER?</small> W<small>ER EINE ÜBLE</small> N<small>ACHREDE AUSBRINGT ÜBER DIE</small> V<small>ORNEHMSTE AUS EINEM</small> P<small>RIESTERHAUSE ODER ÜBER DIE</small> G<small>ERINGSTE AUS EINEM</small> J<small>ISRAÉLITENHAUSE, ZAHLE HUNDERT</small> S<small>ELA͑.</small>", | |
| "E<small>S ERGIBT SICH ALSO, DASS DAS</small> S<small>PRECHEN MIT DEM</small> M<small>UNDE SCHWERER IST ALS DIE</small> A<small>USÜBUNG EINER</small> T<small>AT</small><sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Wer eine üble Nachrede ausbringt, hat mehr zu zahlen als der Notzüchter.</i>. S<small>O FINDEN WIR AUCH, DASS DAS</small> V<small>ERHÄNGNIS ÜBER ONSRE</small> V<small>ORFAHREN IN DER</small> W<small>ÜSTE ERST WEGEN DER</small> V<small>ERLEUMDUNG BESIEGELT WURDE, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Num. 14,22.</i><i>und sie versuchten mich nun zehnmal &c</i>.", | |
| "GEMARA. Woher dies<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Daß der Verleumder deshalb mehr zahlen muß, weil das Sprechen schwerer gilt.</i>, vielleicht aus dem Grunde, weil er ihren Tod herbeiführen wollte, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Dt. 22,20.</i><i>wenn aber die Sache wahr ist &c., so führe man die Jungfrau hinaus &c</i>.!?", | |
| "Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 19.</i><i>denn er hat einen bösen Ruf ausgebracht</i>, wegen des bösen Rufes, den er ausgebracht hat.", | |
| "S<small>O FINDEN WIR AUCH, DASS DAS</small> V<small>ERHÄNGNIS &C. BESIEGELT WURDE</small>. Woher dies, vielleicht deshalb, weil ihr Maß noch nicht voll war!? R. Hamnuna sagte nämlich: Der Heilige, gepriesen sei er, übt Vergeltung an einem Menschen erst dann, wenn sein Maß voll ist, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ij. 20,22.</i><i>wenn sein Genüge voll ist, trifft ihn die Not</i>.", | |
| "Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt: <i>sie versuchten mich nun zehnmal</i>, wegen dieses Males ist das Verhängnis besiegelt worden.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Proto sagte: Komm und sieh, wie groß die Kraft der Verleumdung ist. Woher dies? Von den Kundschaftern: wenn es dem, der über Holz und Stein<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Wie dies bei den Kundschaftern der Fall war, die üble Nachrede über das Land ausbrachten.</i>eine üble Nachrede ausbringt, so ergeht, um wieviel mehr dem, der eine üble Nachrede über seinen Nächsten ausbringt. —", | |
| "Woher dies, vielleicht wegen der Lehre des R. Ḥanina b. Papa!? R. Ḥanina b. Papa sagte nämlich: Ein starkes Wort sprachen die Kundschafter in jener Stunde. Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Num. 13,31.</i><i>denn er ist stärker als wir</i>, und man lese nicht: <i>(denn er ist stärker) als wir</i>, sondern <i>als er</i><sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Als Gott; vgl. Bd. VI S. 119 Anm. 130.</i>; der Hausherr kann, als ob dies denkbar wäre, seine Geräte von dort nicht holen. —", | |
| "Vielmehr, sagte Rabba im Namen des Reš Laqiš, die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Num. 14,37.</i><i>und es starben die Männer, die das üble Gerücht über das Land ausgebracht</i>, wegen des üblen Gerüchtes, das sie über das Land ausgebracht.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Zehn Versuchungen sind es, durch die unsere Vorfahren den Heiligen, gepriesen sei er, versucht haben: zwei am Meere, zwei wegen des Wassers, zwei wegen des Manna, zwei wegen der Wachteln, eine durch das Kalb und eine in der Wüste von Paran.", | |
| "Zwei am Meere, einmal beim Hinabsteigen und einmal beim Heraufsteigen. Beim Hinabsteigen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ex. 14,11.</i><i>gibt es denn keine Gräber in Miçrajim</i>?", | |
| "Beim Heraufsteigen, nach R. Hona, denn R. Hona sagte: Die Jisraéliten jenes Zeitalters waren kleingläubig; dies nach Rabba b. Mari, denn Rabba b. Mari sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ps. 106,7.</i><i>sie widersetzten sich am Meere, am Schilfmeere, und er half ihnen wegen seines Namens</i>; dies lehrt, daß die Jisraéliten sich in jener Stunde widersetzten und sprachen: Wie wir auf dieser Seite heraufgekommen sind, ebenso können ja die Miçrijim auf einer anderen Seite heraufkommen.", | |
| "Hierauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zum Meeresfürsten: Speie sie aufs Festland aus. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, ist es denn üblich, daß der Herr seinem Diener ein Geschenk gibt und es ihm wieder abnimmt? Er erwiderte: Ich will dir [später] anderthalbmal<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Am Schilfmeere waren es 600 Streitwagen (Ex. 14,7), am weiter genannten Strome Qišon aber waren es 900 Streitwagen (Jud. 4,3).</i>soviel geben.", | |
| "Jener sprach vor ihm: Herr der Welt, ist es denn üblich, daß ein Diener seinen Herrn mahnt? Er erwiderte: Der Strom Qišon soll Bürge dafür sein. Hierauf spie er sie aufs Festland, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Ex. 14,30.</i><i>und Jisraél sah die Miçrijim tot &c</i>.", | |
| "Zwei wegen des Wassers, in Mara und in Rephidim. Im Mara, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Ib. 15,23.</i><i>und sie kamen nach Mara, aber sie konnten nicht trinken</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Ib. 17,3.</i><i>und das Volk murrte wider Moše</i>.", | |
| "In Rephidim, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 1.</i><i>sie lagerten in Rephidim und es war kein Wasser zu trinken</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Ib. V, 2.</i><i>das Volk</i> <i>haderte mit Moše</i>.", | |
| "Zwei wegen des Manna," | |
| ], | |
| [ | |
| "denn er sagte<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Das in Handschriften fehlende <span dir=\"rtl\">דכתיב</span> ist zu streichen.</i>zu ihnen, daß sie nicht hinausgehen<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Am Šabbath, um das Manna zu sammeln; cf. Ex. Kap. 16.</i>sollten, sie aber gingen hinaus, daß sie nichts zurücklassen<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Das Manna für den nächsten Tag.</i>sollten, sie aber ließen zurück.", | |
| "Zwei wegen der Wachteln, wegen der ersteren Wachteln<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 16,13 u. Num. 11,31.</i>und wegen der letzteren<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. 16,13 u. Num. 11,31.</i>Wachteln. Von den ersteren Wachteln heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Ex. 16,3.</i><i>als wir</i><sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">So richt. nach dem masor. Texte.</i><i>am Fleischtopfe saßen</i>.", | |
| "Von den letzteren Wachteln heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Num. 11,4.</i><i>und das Gesindel in seiner Mitte</i>.", | |
| "Durch das Kalb, wie es da geschah<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. Kap. 32.</i>. In der Wüste Paran, wie es da geschah<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Das Ereignis mit den Kundschaftern; cf. Num. Kap. 13.</i>.", | |
| "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jose b. Zimra: Eis heißt:<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Ps. 120,3.</i><i>was schenkt dir und was mehrt dir die trügerische Zunge</i>. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zur Zunge: Alle Glieder des Menschen stehen, du aber liegst, alle Glieder des Menschen befinden sich außen, du aber innen; und noch mehr, ich habe dich mit zwei Mauern umgeben, einer aus Knochen und einer aus Fleisch: <i>was schenkt dir und was mehrt dir die</i><sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Nach der t.schen Auslegung besser vocativ: du.</i><i>trügerische Zunge</i><sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Dh. welcher Schutz ist noch weiter nötig.</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Jose b. Zimra: Wenn jemand Verleumdung spricht, so ist es ebenso, als hätte er Gott verleugnet, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Ps. 12,5.</i><i>die da sprechen: mit unseren Zungen bringen wir es hoch, sind unsre Lippen mit uns, wer wird unser Herr sein</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Jose b. Zimra: Wer Verleumdung spricht, über den kommen Aussatzplagen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Ps. 101,5.</i><i>wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i>heißt es: <i>für ewig</i>, was wir ‘absolut’<sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Die W.e ‘vernichte ich’ (eigentl. lasse ich verstummen) u. ‘für ewig’ (eigentl. bis zur Verstummung) werden beide von der gleichen Wurzel <span dir=\"rtl\">צמת</span> abgeleitet, u. im 2. Verse wird es durch ein Wort erklärt, das beim Gesetze vom Aussatze gebraucht wird.</i>erklären,", | |
| "und es wird gelehrt, zwischen einem abgeschlossenen<sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Zur Feststellung; cf. Lev. Kap. 13.</i> Aussätzigen und einem absoluten Aussätzigen gebe es keinen anderen Unterschied als den des ungepflegten Haares und der zerrissenen Gewänder<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Was nur beim letzteren zu erfolgen hat; cf. Lev. Kap. 13.</i>.", | |
| "Ferner sagte Reš Laqiš: Es heißt: <i>dies ist das Gesetz inbetreff des Aussätzigen</i>, dies ist das Gesetz für den Verleumder<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Der mit dem Aussatze bestraft wird; <span dir=\"rtl\">מצורע</span> als Compositum v. <span dir=\"rtl\">מולצא רע</span>.</i>.", | |
| "Ferner sagte Reš Laqiš: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Ecc. 10,11.</i><i>wenn die Schlange beißt ohne Geflüster, auch der Zungenfertige hat keinen Vorteil</i>. Dereinst werden sich alle Tiere versammeln, zur Schlange kommen und zu ihr sprechen: Der Löwe packt zu und frißt, der Wolf zerfleischt und frißt, welchen Nutzen aber hast du!? Sie aber wird erwidern: Welchen Vorteil hat der Zungenfertige!?", | |
| "Ferner sagte Reš Laqiš: Wer Verleumdung spricht, steigert die Sünde bis zum Himmel, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ps. 73,9.</i><i>sie versetzen zum Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde</i>.", | |
| "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Wer Verleumdung spricht, verdient (mit Steinen) gesteinigt zu werden, denn von diesem heißt es: <i>den vernichte ich</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Thr. 3,53.</i>heißt es: <i>sie vernichteten in der Grube mein Leben, und warfen Steine nach mir</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥisda im Namen Mar U͑qabas: Wenn jemand Verleumdung spricht, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: Ich und er können nicht zusammen auf der Welt wohnen, denn es heißt: <i>wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich; der vom stolzen Blicke und hochfahrenden Sinne, den mag ich nicht</i>, und man lese nicht: <i>otho [den] mag ich nicht</i>, sondern: <i>itho [mit dem] mag ich nicht</i>. Manche beziehen dies auf die Hochmütigen.", | |
| "Ferner sagte R. Ḥisda im Namen Mar U͑qabas: Wenn jemand Verleumdung spricht, so spricht der Heilige, gepriesen sei er, zum Fegefeuer: Ich über ihm oben und du über ihm unten, und wir wollen ihn richten. So heißt es auch:<sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Ps. 120,4.</i><i>die Pfeile eines Helden, geschärft, samt den Kohlen der Ginster</i>. Pfeil ist nichts anderes als die Zunge, wie es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Jer. 9,7.</i><i>ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge, redet Trug</i>,", | |
| "Held ist niemand anders als der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Jes. 42,43.</i><i>der Herr zieht wie ein Held aus</i>, und Kohlen der Ginster ist das Fegefeuer.", | |
| "R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Welches Mittel gibt es für die Verleumder? Ist er ein Schriftgelehrter, so befasse er sich mit der Gesetzeskunde, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Pr. 15,4.</i><i>Heilung der Zunge, ein Baum des Lebens</i>. Zunge ist nichts anderes als die Verleumdung, wie es heißt: <i>ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge</i>, und Baum ist nichts anderes als die Tora, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">Ib.3,18.</i><i>sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie halten</i>. Und ist er ein Mann aus dem gemeinen Volke, so demütige er sich, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Pr. 15,4.</i><i>aber Falschheit darin ist ein Bruch des Geistes</i>.", | |
| "R. Aḥa b. R. Ḥanina sagte: Hat jemand bereits Verleumdung geredet, so gibt es für ihn kein Mittel mehr, denn bereits David hat ihn im heiligen Geiste ausgerottet, wie es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Ps. 12,4.</i><i>ausrotten wird der Herr alle glatten Lippen, die großsprecherische Zunge</i>. Welches Mittel gibt es vielmehr, daß man zur Verleumdung nicht komme? Ist er ein Schriftgelehrter, so befasse er sich mit der Tora, und ist er ein Mann aus dem gemeinen Volke, so demütige er sich, denn es heißt: <i>Falschheit darin ist ein Bruch des Geistes</i>.", | |
| "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer Verleumdung redet, steigert die Sünde, daß sie den drei Missetaten entspricht: Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen. Hierbei heißt es: <i>großsprecherische Zunge</i>, beim Götzendienste heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Ex. 32,31.</i><i>ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen</i>,", | |
| "bei der Unzucht heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Gen. 39,9.</i><i>wie sollte ich diese große Übeltat begehen</i>, und beim Blutvergießen heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Ib. 4,13.</i><i>groß ist meine Sünde, um sie zu ertragen</i>. —", | |
| "Vielleicht sind unter <i>groß</i><sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">In Ps. 12,4; im Texte in der Mehrzahl.</i>nur zwei zu verstehen!? — Welches von ihnen sollte denn ausgeschieden werden!?", | |
| "Im Westen sagten sie: Die dreifaltige<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Die mit dem Sprecher u. dem Hörer eine Dreiheit bildet.</i>Zunge tötet drei: sie tötet den Erzähler, den Zuhörer und den Betroffenen.", | |
| "R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Pr. 18,2f.</i><i>Leben und Tod in der Hand der Zunge</i>. Hat denn die Zunge eine Hand? Dies besagt dir, wie die Hand tötet, ebenso tötet die Zunge. Man könnte glauben, wie die Hand nur in der Nähe tötet, ebenso töte auch die Zunge nur in der Nähe, so heißt es: <i>ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge</i>.", | |
| "Man könnte glauben, wie ein Pfeil nur bis vierzig oder fünfzig Ellen [reicht], ebenso die Zunge nur bis vierzig oder fünfzig Ellen, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Ps. 73,9.</i><i>sie versetzten zum Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde</i>. —", | |
| "Wenn es schon heißt: <i>sie versetzten zum Himmel ihren Mund</i>, wozu heißt es weiter: <i>ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge</i>? — Folgendes lehrt er uns: sie tötet wie ein Pfeil. —", | |
| "Wenn es schon heißt: <i>ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge</i>, wozu heißt es weiter: <i>Leben und Tod in der Hand der Zunge</i>? — Wegen einer Lehre Rabas, denn Raba sagte: Wer leben will: mit der Zunge; war sterben will: mit der Zunge. —", | |
| "Was heißt Verleumdung? Rabba erwiderte: Schon wenn jemand beispielsweise sagt: bei jenem gibt es Feuer. Abajje sprach zu ihm: Was hat er denn getan, dies ist ja nur eine Auskunft!? — Vielmehr, wenn er es in verleumderischer Weise spricht; wenn er sagt: wo anders sollte es Feuer geben, als bei jenem<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Bei ihm wird stets gekocht, er ist gefräßig.</i>?", | |
| "Raba sagte: Alles, was man in Gegenwart des Betreffenden selbst sagt, gilt nicht als Verleumdung. [Abajje] sprach zu ihm: Dann ist es ja erst recht Grobheit und Verleumdung!? Dieser erwiderte: Ich halte es mit R. Jose, denn R. Jose sagte: Noch nie im Leben habe ich etwas gesagt und mich nach hinten umgesehen<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Ob nicht der Betreffende es hört; er sagte es ins Gesicht. Nach einer andren Erklärung ist hier <span dir=\"rtl\">חזר</span> in der Bedeutung ‘wiederrufen’ zu verstehen: wenn der Betreffende ihm Vorhaltungen machte, nahm er es nicht zurück.</i>." | |
| ], | |
| [ | |
| "Rabba b. R. Hona sagte: Was vor dreien gesagt wird, gilt nicht als Verleumdung, denn dein Freund hat einen Freund, und deines Freundes Freund hat einen Freund<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">‘Verleumdung’ bedeutet wohl hier: ausplaudern, weiter erzählen; der Erzählende rechnete damit.</i>.", | |
| "Als R. Dimi kam, sagte er: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Pr. 27,14.</i><i>wer seinen Freund am frühen Morgen mit lauter Stimme segnet, dem wird dies als Fluch angerechnet</i>. Wer beispielsweise irgendwo als Gast eingekehrt war, wo man ihm viel Aufmerksamkeit erwiesen hat, und am folgenden Morgen auf die Straße geht und sagt: möge der Allbarmherzige jenen segnen, der sich für mich soviel bemüht hat, so kommen Leute, die es hören, und belästigen ihn.", | |
| "R. Dimi, der Bruder R. Saphras, lehrte: Nie unterhalte man sich über das Lob seines Nächsten, denn von [vielem] Loben kommt man zur Verunglimpfung.", | |
| "Manche erzählen: R. Dimi, der Bruder R. Saphras, erkrankte, und R. Saphra besuchte ihn. Da sprach er: Möge es mir zugute kommen, daß ich alles gehalten habe, was die Rabbanan gesagt haben. Da sprach jener zu ihm: Hast du auch gehalten [das Verbot], sich nie über das Lob seines Nächsten zu unterhalten, weil man von [vielem] Loben zur Verunglimpfung kommt? Dieser erwiderte: Ich habe es nicht gehört; hätte ich es gehört, so würde ich es gehalten haben.", | |
| "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wegen sieben Vergehen kommen Aussatzplagen: wegen der Verleumdung, wegen des Blutvergießens, wegen des falschen Schwörens, wegen der Unzucht, wegen des Hochmutes, wegen des Raubes und wegen der Mißgunst.", | |
| "Wegen der Verleumdung, denn es heißt: <i>wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich</i><sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Wie ob. erklärt wird, durch Aussatz.</i>.", | |
| "Wegen des Blutvergießens, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">iiSam. 3,29.</i><i>und es soll nicht ausgehen im Hause Joábs Samenflüssiger und Aussätziger &c</i>.", | |
| "Wegen des falschen Schwörens, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 5,23.</i><i>da sprach Naa͑man: möge es dir gefallen, nimm zwei Kikar</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 27.</i><i>so hafte der Aussatz Naa͑mans an dir &c</i>.", | |
| "Wegen der Unzucht, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Gen. 12,17.</i><i>und der Herr plagte den Pareo͑ &c. Plagen</i>.", | |
| "Wegen des Hochmutes, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">iiChr. 26,16.</i><i>aber wie er stark war, erhob sich sein Herz bis zur Ausartung, und er ward untreu dem Herrn, seinem Gott.</i><sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 19.</i><i>und es brach Aussatz auf seiner Stirn hervor</i>.", | |
| "Wegen des Raubes, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,36.</i><i>und der Priester gebiete, daß sie das Haus ausräumen</i>, und hierzu wird gelehrt: Er hat fremdes Geld eingeheimst, daher möge der Priester kommen und sein Geld verstreuen.", | |
| "Wegen der Mißgunst, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,35.</i><i>so komme der, dem das Haus gehört &c</i>., und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: der sein Haus für sich allein bestimmt. —", | |
| "Dem ist ja aber nicht so, R. A͑nani b. Sason sagte ja: Der Abschnitt von den Priestergewändern<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Cf. Ex. Kap. 28.</i>ist dem Abschnitte von den Opfern deshalb angereiht worden, um dir zu sagen: wie die Opfer sühnen, ebenso sühnen die Priestergewänder. Der Rock sühnt das Blutvergießen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Gen. 37,31.</i><i>und sie tauchten den Rock in Blut</i>. Die Beinkleider sühnen die Unzucht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">Ex. 28,42.</i><i>und mache ihnen Beinkleider aus Linnen, die Blöße des Fleisches zu bedecken</i>.", | |
| "Der Kopfbund sühnt den Hochmut, nach R. Ḥanina, denn R. Ḥanina sagte: Es komme das, was hoch ist, und sühne den Hochmut. Der Gürtel sühnt die sündhaften Gedanken des Herzens, wo er sich befindet, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 30, wo es <span dir=\"rtl\">והיו</span> heißt; dieser Vers bezieht sich jed. nicht auf den Gürtel, sondern auf das Brustschild, weshalb der ganze Passus in Handschriften fehlt.</i><i>er sei auf dem Herzen Ahrons</i>.", | |
| "Das Brustschild sühnt [Vergehen gegen] das Recht, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Ex. 28,15.</i><i>du sollst ein Brustschild des Rechtes machen</i>. Der Schulterlatz sühnt den Götzendienst, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Hos. 3,4.</i><i>ohne Schulterlatz und ohne Teraphim</i>. Das Oberkleid sühnt die Verleumdung, denn der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Möge das Tönende<sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Das Oberkleid hatte am Saume kleine Glöckchen, damit man das Kommen des Hochpriesters höre; cf. Ex. 28,33ff.</i>kommen und die Handlung des Tones sühnen.", | |
| "Das Stirnblatt sühnt die Frechheit, denn von diesem heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">Ex. 28,38.</i><i>es soll auf der Stirn Ahrons sein</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Jer. 3,3.</i>heißt es: <i>du hattest die Stirn eines Hurenweibes</i>. —", | |
| "Das ist kein Einwand; eines, wenn seine Handlung<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Die Verleumdung.</i>Folgen hatte, und eines, wenn seine Handlung keine Folgen hatte. Hatte seine Handlung Folgen, so kommen Aussatzplagen über ihn, hatte seine Handlung keine Folgen, so sühnt das Oberkleid. —", | |
| "R. Šimo͑n sagte ja aber im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, für zwei Dinge sei keine Sühne durch Opfer zu finden, wohl aber sei für sie eine Sühne durch andres zu finden: das Blutvergießen und die Verleumdung. Für das Blutvergießen das genickbrochene Kalb<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. Kap. 21.</i>", | |
| "und für die Verleumdung das Räucherwerk!? R. Ḥanina lehrte nämlich: Wir lernen, daß das Räucherwerk sühnt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Num. 17,12.</i><i>da legte er das Räucherwerk auf und sühnte das Volk</i>. Ferner wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Was sühnt das Räucherwerk? Die Verleumdung. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach nämlich: es komme das Heimliche<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Das Räucherwerk wurde im Heiligtume heimlich dargebracht (cf. Jom. Fol. 44a) u. ebenso wird die Verleumdung gewöhnt, heimlich gesprochen.</i>und sühne das Heimliche.", | |
| "Somit besteht ein Widerspruch hinsichtlich des Blutvergießens, und ebenso besteht ein Widerspruch hinsichtlich der Verleumdung. —", | |
| "Hinsichtlich des Blutvergießens besteht kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn man weiß, wer ihn getötet hat, und eines gilt von dem Falle, wenn man nicht weiß, wer ihn getötet hat. —", | |
| "Wenn man weiß, wer ihn getötet hat, ist er ja hinzurichten!? — Wenn es vorsätzlich erfolgt ist, man ihn aber nicht gewarnt hat.", | |
| "Hinsichtlich der Verleumdung besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gilt, wenn heimlich," | |
| ], | |
| [ | |
| "und eines gilt, wenn öffentlich.", | |
| "R. Šemuél b. Nadabh fragte R. Ḥanina, manche sagen, R. Šemuél b. Nadabh, der Schwiegersohn R. Ḥaninas, R. Ḥanina, und manche sagen, R. Jehošua͑ b. Levi: Weshalb ist es beim Aussätzigen anders, daß es von ihm heißt:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,46.</i><i>abgeschieden toll er wohnen, außerhalb des Lagers sei seine Wohnung</i>? Er hat<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Durch Verleumdung.</i>zwischen Mann und Frau getrennt, zwischen einem und seinem Nächsten, darum sagt die Tora: <i>abgeschieden soll er wohnen &c.</i>", | |
| "R. Jehuda b. Levi sagte: Weshalb ist es beim Aussätzigen anders, daß die Tora [von ihm]<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 14,4.</i>sagt, er bringe zwei Vögel zu seiner Reinigung? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Er<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Der Verleumder, der mit dem Aussatze bestraft wird.</i>hat wie ein Schnatterer gehandelt, daher, sagt die Tora, bringe er Schnatternde als Opfer.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,17.</i><i>Du sollst nicht deinen Bruder in deinem Herzen hassen</i>. Man könnte glauben, man dürfe nur ihn nicht schlagen, nicht puffen und ihm nicht fluchen, daher heißt es: <i>in deinem Herzen</i>, die Schrift spricht von Haß im Herzen.", | |
| "Woher, daß, wenn man etwas Häßliches an seinem Nächsten sieht, man ihn zurechtweisen muß? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,17.</i><i>zurechtweisen</i>. Woher, daß, wenn man ihn zurechtgewiesen und dieser darauf nicht geachtet hat, man ihn wiederum zurechtweisen muß? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,17.</i><i>sollst du zurechtweisen</i>, wiederholt, Man könnte glauben, auch wenn sein Gesicht sich verfärbt<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Durch die Zurechtweisung öffentlich beschämt wird.</i>, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Lev. 19,17.</i><i>daß du nicht seinetwegen Sünde tragest</i>.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Tryphon sagte: Es würde mich wundern, wenn es in diesem Zeitalter jemand geben sollte, der Zurechtweisung annimmt. Sagt man zu einem: nimm den Splitter, der zwischen deinen Augen, so erwidert er: nimm du den Balken, der zwischen deinen Augen. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Es würde mich wundern, wenn es in diesem Zeitalter jemand geben sollte, der zurechtzuweisen<sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Ohne den Zurechtgewiesenen zu beschämen.</i>versteht.", | |
| "Auch sagte R. Joḥanan b. Nuri: Ich rufe Himmel und Erde als Zeugen an, daß A͑qiba häufig durch mich geschlagen wurde, weil ich mich über ihn bei R. Šimo͑n b. Rabbi beklagt hatte; er aber liebte mich umso mehr. Dies bestätigt, was geschrieben steht:<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Pr. 9,8.</i><i>weise den Spötter nicht zurecht, denn er könnte dich hassen; weise den Klugen zurecht, und er wird dich lieben</i>.", | |
| "R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n, fragte ihn: Was ist von gutgemeinter Zurechtweisung und selbstsüchtiger Demut<sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Wenn man bescheiden tut u. die Zurechtweisung unterläßt; nur um sich keiner Unannehmlichkeit auszusetzen.</i>bevorzugter? Dieser erwiderte: Gibst du etwa nicht zu, daß gutgemeinte Demut bevorzugter ist, wo doch der Meister sagte, Demut sei bedeutender als sie<sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Die Az. Fol. 20b aufgezählten sittlichen Handlungen.</i>alle? Sie ist auch selbstsüchtig bevorzugter. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Man befasse sich stets mit der Tora und guten Werken auch nicht um ihrer selbst willen, denn auch wenn man es nicht um ihrer selbst willen tut, wird man dadurch veranlaßt, es um ihrer selbst willen zu tun. —", | |
| "Was heißt gutgemeinte Zurechtweisung und selbstsüchtige Demut? — Wie in folgendem Falle. R. Hona und Ḥija b. Rabh saßen vor Šemuél, und Ḥija b. Rabh sprach zu ihm: Sehe doch der Meister, wie er mich quält. Da nahm er auf sich, ihn nicht mehr zu quälen. Nachdem jener hinausgegangen war, sprach dieser zu ihm: Er hat dies und jenes getan. Da sprach [Šemuél]: Weshalb hast du es ihm nicht ins Gesicht gesagt? Dieser erwiderte: Ich befürchtete die Nachkommen Rabh könnten durch mich beschämt werden.", | |
| "Wie weit reiche die Zurechtweisung? — Rabh sagt, bis zum Schlagen<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Daß der Zurechtgewiesene in Wut gerät u. den Zurechtweisenden schlägt.</i>; Šemuél sagt, bis zum Fluchen; R. Joḥanan sagt, bis zum Anschreien. Hierüber streiten auch Tannaím: R. Elie͑zer sagt, bis zum Schlagen; R. Jehošua͑ sagt, bis zum Fluchen; Ben A͑zaj sagt, bis zum Anschreien.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Alle drei legen ein und denselben Schriftvers aus:<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">iSam. 20,30.</i><i>Da entbrannte der Zorn Šaúls über Jehonathan und er sprach zu ihm: Du Sohn verdrehter Widerspenstigkeit</i>. Und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 33.</i><i>Da schleuderte Šaúl den Speer auf ihn, ihn zu treffen</i>.", | |
| "Einer sagt, bis zum Schlagen, denn es heißt: <i>ihn zu treffen</i>; einer sagt, bis zum Fluchen, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">iSam. 20,30.</i><i>zu deiner Schande und der Schande deiner Mutter</i>; und einer sagt, bis zum Anschreien, denn es heißt: <i>da entbrannte der Zorn Šaúls</i>. —", | |
| "Aber nach demjenigen, der bis zum Anschreien sagt, [ist ja einzuwenden:] es werden ja auch Schlagen und Fluchen genannt!? — Anders verhielt es sich da; wegen der großen Freundschaft, die Jehonathan gegen David hegte, opferte er sich mehr.", | |
| "Wie weit reiche die Beharrlichkeit in der Gaststätte<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Daß der Gast sie trotz der schlechten Behandlung nicht verlasse.</i>? — Rabh sagt, bis zum Schlagen; Šemuél sagt, bis man ihm seine Sachen über den Rücken hängt.", | |
| "Über den Fall, wenn man ihn selbst schlägt, streitet niemand, wenn man ihm selber seine Sachen über den Rücken hängt, streitet niemand, sie streiten nur über den Fall, wenn man seine Frau schlägt; einer ist der Ansicht, da man ihm selber nichts tut, gehe es ihn nicht an, und einer ist der Ansicht, er könnte in Streit geraten. —", | |
| "Weshalb dies alles? — Weil der Meister sagte, ein Logiergast bemakele und werde bemakelt<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Logiergast seinen Wirt verläßt, so kommen beide in den Ruf, unverträgliche Menschen zu sein.</i>.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wo ist aus der Tora zu entnehmen, daß man seine Gaststätte nicht wechsle? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Gen. 13,3.</i><i>bis an den Ort, wo sein Zelt zuvor war</i>.", | |
| "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Hieraus:<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Gen. 13,3.</i><i>er zog über seine Reisestätten</i>. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich einer gelegentlichen Gaststätte<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Die man nicht aufgesucht, sondern in die man zufällig hineingeraten ist; solche waren die im 2. Schriftverse genannten.</i>.", | |
| "R. Joḥanan sagte: Woher, daß man seinen Beruf und seiner Väter Beruf nicht wechseln soll? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">iReg. 7,13,14.</i><i>da sandte der König Šelomo und ließ den Ḥiram aus Çor holen, den Sohn einer Witwe aus dem Stamme Naphtali, und sein Vater war ein Kupferschmied aus Çor</i>.", | |
| "Hierzu sagte der Meister, seine Mutter war aus dem Hause Dan, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Ex. 31,6.</i><i>mit ihm Ahaliáb, der Sohn Aḥisamakhs, aus dem Stamme Dan</i><sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Die ganze Familie hatte den gleichen Beruf.</i>.", | |
| "Wie weit reicht die Grenze<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Nach unten; irgend eine Unannehmlichkeit, die als Züchtigung anzusehen ist.</i>der Züchtigung? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn man einem ein Gewand zum Anziehen gewebt hat, und es ihm nicht paßt. Raba der Kleine, nach andren R. Šemuél b. Naḥmani, wandte ein: Noch mehr als dies sagten sie: selbst wenn man einem mit Warmem mischen wollte, und man ihm mit Kaltem gemischt hat, oder mit Kaltem, und man ihm mit Warmem gemischt hat, und du sagst, so weit!?", | |
| "Mar, der Sohn Rabinas, sagte: Selbst wenn einem das Hemd sich umgedreht hat. Raba sagte, nach andren R. Ḥisda, nach andren R. Jiçḥaq, und nach andren wurde es in einer Barajtha gelehrt: Selbst wenn man die Hand in die Tasche steckt, um drei hervorzuholen und ihm zwei in die Hand geraten.", | |
| "Aber nur drei [hervorzuholen], und ihm zwei in die Hand geraten, nicht aber, wenn zwei [hervorzuholen], und drei ihm in die Hand geraten, weil es keine Mühe ist, es zurückzulegen. —", | |
| "Weshalb dies alles? — Weil in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt wurde: Wenn einem vierzig Tage ohne Züchtigung vergehen, so hat er seine Welt erhalten. Im Westen sagten sie," | |
| ], | |
| [ | |
| "über einen solchen komme ein Verhängnis.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Wollte der Heilige, gepriesen sei er, selbst mit Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob zu Gericht gehen, so könnten sie vor der Zurechtweisung nicht bestehen, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">iSam. 12,7.</i><i>nun stellt euch auf und ich will mit euch vor dem Herrn rechten, wegen all der Wohltaten des Herrn, die er an euch getan und an euren Vätern</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Ps. 24,6.</i><i>Also ist das Geschlecht seiner Verehrer, die dein Antlitz suchen, Ja͑qob, Sela</i>. Hierüber streiten R. Jehuda der Fürst und die Rabbanan; einer sagt, wie der Führer, so das Geschlecht, und einer sagt, wie das Geschlecht, der Führer. —", | |
| "In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich der Tugendhaftigkeit, einer ist der Ansicht, ist das Geschlecht tugendhaft, sei auch der Führer tugendhaft, und einer ist der Ansicht, ist der Führer tugendhaft, sei auch das Geschlecht tugendhaft, so war ja Çidqija tugendhaft, während sein Geschlecht nicht tugendhaft war, und ebenso war Jehojaqim nicht tugendhaft, während sein Geschlecht tugendhaft war!?", | |
| "R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Jer. 26,1.</i><i>im Anfange der Regierung Jehojaqims, des Sohnes Jošijahus, des Königs von Jehuda</i>;", | |
| "der Heilige, gepriesen sei er, wollte die Welt in Leere und Öde verwandeln wegen des Jehojaqim, als er aber auf sein Geschlecht schaute, beruhigte er sich. Desgleichen wollte der Heilige, gepriesen sei er, die Welt in Leere und Öde verwandeln wegen des Geschlechtes Çidqijahus, als er aber auf Çidqijahu schaute, beruhigte er sich. —", | |
| "Vielmehr, wir sagen es hinsichtlich des Zornes und der Milde<sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Das Geschlecht gleicht diesbezüglich seinem Führer u. vice versa.</i>.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>D</b>IE V<small>ERMÖGENSAUSREICHUNG DES</small> G<small>ELOBENDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Daß er nach Lev. 27,8 den normierten Betrag des Schätzgelübdes nicht zu zahlen braucht.</i><small>, DAS</small> A<small>LTER DES</small> G<small>ELOBTEN, DER</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT DES</small> G<small>ESCHÄTZTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Dessen Schätzungswert gelobt worden ist; cf. Lev. 27,2ff.</i> <small>UND DIE</small> S<small>CHÄTZUNG ZUR</small> Z<small>EIT DES</small> S<small>CHÄTZGELÜBDES.</small>", | |
| "D<small>IE</small> V<small>ERMÖGENSAUSREICHUNG DES</small> G<small>ELOBENDEN, ZUM</small> B<small>EISPIEL: HAT EIN</small> A<small>RMER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN GELOBT, SO GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> A<small>RMEN; HAT EIN</small> R<small>EICHER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> A<small>RMEN GELOBT, SO GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN</small>.", | |
| "<sup>ii,1</sup> N<small>ICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN</small> O<small>PFERN.</small> S<small>AGTE JEMAND: ER NEHME AUF SICH DAS</small> O<small>PFER DIESES</small> A<small>USSÄTZIGEN, SO BRINGE ER, WENN DEH</small> A<small>USSÄTZIGE EIN</small> A<small>RMER IST, DAS</small> O<small>PFER EINES</small> A<small>RMEN, UND WENN EIN</small> R<small>EICHER, DAS</small> O<small>PFER EINES</small> R<small>EICHEN.</small>", | |
| "R<small>ABBI SAGTE:</small> I<small>CH SAGE, BEIM</small> S<small>CHÄTZGELÜBDE VERHALTE ES SICH EBENSO.</small> D<small>ASS EIN</small> A<small>RMER, DER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN GELOBT, NUR DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> A<small>RMEN GIBT, ERFOLGT NUR DESHALB, WEIL DER</small> R<small>EICHE NICHTS SCHULDIG IST; WENN ABER EIN</small> R<small>EICHER SAGT, ER NEHME AUF SICH SEINE</small> S<small>CHÄTZUNG, UND EIN</small> A<small>RMER ES HÖRT UND SAGT, ER NEHME AUF SICH, WAS DIESER GESAGT HAT, SO HAT ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN ZU GEBEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Vermögensausreichung ist ja nur beim Schätzgelübde zu berücksichtigen<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Während unsre Mišna vom ‘Gelobenden’ spricht; vgl. S. 643 Anm. 1.</i>!? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>wie das Vermögen des Gelobenden reicht, schätze ihn der Priester</i>. —", | |
| "Wieso das Alter des Gelobten, es richtet sich ja nach dem Geschätzten!? — Da er von der Vermögensausreichung des Gelobenden spricht, spricht er auch vom Alter des Gelobten.", | |
| "D<small>IE</small> V<small>ERMÖGENSAUSREICHUNG DES</small> G<small>ELOBENDEN, ZUM</small> B<small>EISPIEL: HAT EIN</small> A<small>RMER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN GELOBT, SO GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> A<small>RMEN</small>. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: <i>wie das Vermögen des Gelobenden reicht</i>, der Allbarmherzige hat es vom Gelobenden abhängig gemacht.", | |
| "N<small>ICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN</small> O<small>PFERN.</small> S<small>AGTE JEMAND: ICH NEHME AUF MICH DAS</small> O<small>PFER DIESES</small> A<small>USSÄTZIGEN, SO BRINGE ER, WENN DER</small> A<small>USSÄTZIGE EIN</small> A<small>RMER IST, DAS</small> O<small>PFER EINES</small> A<small>RMEN</small>. Auch wenn der Gelobende ein Reicher ist; aber der Allbarmherzige sagt ja:<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,21.</i><i>wenn er arm ist</i>, während dieser nicht arm ist!?", | |
| "R. Jiçḥaq erwiderte: Wenn er ihn arm gelobt hat. — Vielleicht aber hat der Allbarmherzige nur ihn selbst geschont, nicht aber den Gelobenden, denn es heißt <sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>er</i>!?", | |
| "R. Ada b. Ahaba erwiderte: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,21.</i><i>Und sein Vermögen nicht reicht</i>, dies schließt den Gelobenden ein. —", | |
| "Wieso heißt es, wenn demnach der Gelobende, falls er reich ist, das Opfer eines Reichen darbringen muß,", | |
| "nicht so aber verhalte es sich bei den Opfern!? —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Eines<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Dh. ein Fall weicht tatsächlich nicht ab.</i>bezieht sich auf den Fall, wenn der Aussätzige arm und der Gelobende arm ist, und eines auf den Fall, wenn der Aussätzige reich und der Gelobende arm ist.", | |
| "Man könnte nämlich glauben, daß sie, da sie einbegriffen sind, einbegriffen sind<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Sc. in jeder Hinsicht.</i>, so lehrt er uns.", | |
| "Wir finden nämlich beim Schätzgelübde, daß, wenn ein Armer den Schätzungswert eines Reichen gelobt hat, er den Schätzungswert eines Armen gebe, somit könnte man glauben, dieser ebenso, so heißt es: <i>wenn er arm ist</i>. —", | |
| "Rabbi sagte, er sage, beim Schätzgelübde verhalte es sich ebenso, wonach er der Ansicht ist, man richte sich nach der Verpflichtung der Person<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Die das Schätzgelübde zuerst gelobt hat.</i>, wonach kein Schriftvers zur Ausschließung nötig ist; was schließt nun [das Wort] <i>er</i> aus? —", | |
| "Dies schließt den Fall aus, wenn der Aussätzige arm und der Gelobende reich ist; man könnte glauben, Rabbi sagt ja, man richte sich nach der Verpflichtung der Person, so lehrt er uns<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Daß er in diesem Falle das Opfer eines Reichen zu bringen hat.</i>.", | |
| "<sup>ii,2</sup> <b>W</b><small>EEN ER ARM WAR UND REICH GEWORDEN IST, ODER REICH WAR UND ARM GEWORDEN IST, SO GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN</small>. R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH WENN ER ARM WAR, REICH GEWORDEN, UND WIEDER ARM GEWORDEN IST, GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN</small>.", | |
| "<sup>iii</sup> N<small>ICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN</small> O<small>PFERN.</small> S<small>ELBST WENN SEIN</small> V<small>ATER STIRBT UND IHM EINE</small> M<small>YRIADE HINTERLÄSST ODER SEIN</small> S<small>CHIFF AUF DEM</small> M<small>EERE ANKOMMT UND IHM</small> M<small>YRIADEN BRINGT, HAT DAS</small> H<small>EILIGTUM DARAN NICHTS</small>.", | |
| "GEMARA. W<small>ENN ER ARM WAR UND REICH GEWORDEN IST</small>. <sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>Soweit die Hand des Gelobenden reicht</i>. R<small>EICH WAR UND ARM GEWORDEN IST</small>. <sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>Je nachdem es reicht</i>.", | |
| "R. J<small>EHUDA SAGT, AUCH WENN ER ARM WAR, REICH GEWORDEN, UND WIEDER ARM GEWORDEN IST, GEBE ER DENN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> R<small>EICHEN</small>. Was ist der Grund R. Jehudas? — Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>wenn er zu arm ist für diese Schätzung</i>, nur wenn er sich von Anfang bis Ende in seiner Armut befindet. —", | |
| "Es heißt ja auch: <sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Ib. 14,21.</i><i>wenn er arm ist</i>, etwa auch hierbei, wenn er sich von Anfang bis Ende in seiner Armut befindet!?", | |
| "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt: Wenn ein Aussätziger [eines] seiner Opfer als Armer dargebracht und reich geworden ist, oder als Reicher und arm geworden ist, so richte man sich nach dem Sündopfer — so R. Šimo͑n:", | |
| "R. Jehuda sagt, man richte sich nach dem Schuldopfer. Ferner wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man richte sich nach den Vögeln<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Die er lebend für die Besprengungen zu bringen hat; cf. Lev. 14,4.</i>. —", | |
| "Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alle drei legen sie ein und denselben Schriftvers aus:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Lev. 14,32.</i><i>Dessen Vermögen nicht ausreicht bei seiner Reinigung</i>. R. Šimo͑n erklärt: das, was sühnt, das ist das Sündopfer.", | |
| "R. Jehuda erklärt: das, was ihn tauglich macht, das ist das Schuldopfer. Und R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärt: das, was seine Reinheit veranlaßt, das sind die Vögel. —", | |
| "Wozu heißt es demnach <i>er</i>? — Nach Rabbi, wie er es auslegt, und nach den Rabbanan, wie sie es auslegen. —", | |
| "Es heißt ja auch:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,1.</i><i>und er war Zeuge</i>, demnach nur dann, wenn er von Anfang bis Ende zulässig ist!?", | |
| "Wolltest du sagen, dem ist auch so, so wird ja gelehrt: Wenn er für ihn Zeugnis abzulegen wußte, bevor er sein Schwiegersohn geworden war, und sein Schwiegersohn geworden ist, oder wenn er<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Als er das Zeugnis abzulegen wußte.</i>hörend war und taub geworden ist, sehend War und erblindet ist, oder vernünftig war und blöde geworden ist, so ist er [als Zeuge] unzulässig; wenn er aber für ihn Zeugnis abzulegen wußte, bevor er sein Schwiegersohn geworden war, dann sein Schwiegersohn geworden" | |
| ], | |
| [ | |
| "und darauf seine Tochter<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Die Frau des Zeugen.</i>gestorben ist, oder wenn er hörend war, taub wurde und wieder hörend geworden ist, oder wenn er sehend war, blind wurde und wieder sehend geworden ist, oder vernünftig war, blöde wurde und wieder vernünftig geworden ist, so ist er zulässig. Die Regel hierbei ist: wenn er am Anfang fähig war und am Ende fähig ist, so ist er zulässig. —", | |
| "Anders ist es da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Ib. 5,1.</i><i>oder gesehen und nicht sagt</i>, der Allbarmherzige hat es vom Sehen und vom Sagen abhängig gemacht, was hierbei der Fall ist. — Wozu heißt es demnach <i>er</i>? —", | |
| "Wegen folgender Lehre: Man könnte glauben, wenn jemand eine Gesellschaft von Menschen sieht, unter welchen sich auch seine Zeugen befinden, und spricht: ich beschwöre euch, daß ihr, wenn ihr für mich Zeugnis abzulegen wisset, kommen und es ablegen sollt, seien sie schuldig, so heißt es: <i>und er war Zeuge</i>, während dieser seine Zeugen nicht bezeichnet hat.", | |
| "Man könnte glauben, auch wenn er gesagt hat: jeder, der [weiß], so heißt es: <i>und er war Zeuge</i>, und dieser hat seine Zeugen bezeichnet<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Im 1. Falle hat er alle beschworen, im 2. Falle nur seine Zeugen.</i>.", | |
| "N<small>ICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN</small> O<small>PFERN &C</small>. Wenn sein Vater gestorben ist und ihm eine Myriade hinterlassen hat, ist er ja ein Reicher!? R. Abahu erwiderte: Lies: und sein Vater, [wenn er stirbt,] ihm eine Myriade hinterläßt. —", | |
| "Selbstverständlich!? — Wenn sein Vater in der Agonie liegt. Man könnte sagen, die meisten, die in der Agonie Hegen, sterben ja, so lehrt er uns. —", | |
| "Wenn sein Schiff auf dem Meere ankommt und ihm Myriaden bringt, ist er ja ein Reicher!? R. Ḥisda erwiderte: Wenn es an andre verpachtet oder vermietet war. — Er erhält ja die Miete!? — Die Miete ist erst nachher zu zahlen. —", | |
| "Er sollte es ja schon wegen des Schiffes<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Das einen hohen Wert hat.</i>sein!? — Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, ist er Bauer, so lasse man ihm sein Rindergespann, ist er Eseltreiber, so lasse man ihm seinen Esel<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Dinge, durch die er seinen Lebensunterhalt bestreitet, sind wegen seines Gelübdes nicht pfändbar.</i>.", | |
| "<sup>iv,1</sup> <b>D</b><small>AS</small> A<small>LTER DES</small> G<small>ELOBTEN, ZUM</small> B<small>EISPIEL: HAT EIN</small> J<small>UNGER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> A<small>LTEN GELOBT, SO GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> A<small>LTEN; HAT EIN</small> A<small>LTER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> J<small>UNGEN GELOBT, SO GEBE ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> J<small>UNGEN.</small> D<small>EN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT DES</small> G<small>ESCHÄTZTEN, ZUM</small> B<small>EISPIEL: HAT EIN</small> M<small>ANN DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> W<small>EIBES GELOBT, SO GEBE ER DEN</small> W<small>ERT EINES</small> W<small>EIBES; HAT EIN</small> W<small>EIB DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT EINES</small> M<small>ANNES GELOBT, SO GEBE SIE DEN</small> W<small>ERT EINES</small> M<small>ANNES.</small>", | |
| "D<small>IE</small> S<small>CHÄTZUNG ZUR</small> Z<small>EIT DES</small> S<small>CHÄTZGELÜBDES, ZUM</small> B<small>EISPIEL: WENN ER DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT GELOBT HAT, BEVOR ER FÜNF</small> J<small>AHRE ALT WAR UND FÜNF GEWORDEN IST, ODER BEVOR ER ZWANZIG</small> J<small>AHRE ALT WAR UND ZWANZIG GEWORDEN IST, SO GEBE ER NACH DEM ALTER ZUR</small> Z<small>EIT DES</small> G<small>ELOBENS</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Du vergleichest das Wertgelübde<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 643 Anm. 1.</i> mit dem Schätzungswerte, die Perle für Geringe<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Dh. Unbemittelte; wenn der Gelobende eine Perle besitzt, die an Ort u. Stelle, weil keine kauffähigen Interessenten da sind, nur 30 Sela͑ wert ist, in einer Großstadt aber die erforderlichen 50 Sela͑ erzielen würde, so richte man sich nach dem gegenwärtigen Werte.</i>, und man richte sich nach der Wichtigkeit<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Sc. des Organes; wenn er einen Körperteil, mit dem das Leben verbunden ist, als Schätzgelübde gelobt hat, so ist es ebenso, als hätte er seine ganze Person gelobt.</i>;", | |
| "man könnte somit glauben, man vergleiche auch das Schätzgelübde mit dem Wertgelübde, daß er nämlich gebe den Wert beim Geben, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,17.</i><i>so gelte es nach dieser Schätzung</i>, er gebe nur den Wert zur Zeit des Gelobens.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv,2</sup> <b>D</b><small>ER DREISSIGSTE</small> T<small>AG</small><sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Mindestalter beim Schätzgelübde.</i><small>ZÄHLT NACH UNTEN; DAS</small> F<small>ÜNFTE</small> J<small>AHR UND DAS ZWANZIGSTE</small> J<small>AHR ZÄHLEN NACH UNTEN</small>. E<small>S HEISST NÄMLICH</small>:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,7.</i><i>und wenn von sechzig Jahren und darüber</i>, <small>UND WIR FOLGERN VOM SECHZIGSTEN</small> J<small>AHRE AUF DIE ANDREN: WIE DAS SECHZIGSTE</small> J<small>AHR NACH UNTEN</small><sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Da es heißt: und darüber.</i><small>ZÄHLT, EBENSO ZÄHLEN DAS FÜNFTE UND DAS ZWANZIGSTE</small> J<small>AHR NACH UNTEN.</small>", | |
| "A<small>BER SOLLTEN DENN, WEIL DAS SECHZIGSTE</small> J<small>AHR ERSCHWEREND NACH UNTEN ZÄHLT, DAS FÜNFTE</small> J<small>AHR UND DAS ZWANZIGSTE</small> J<small>AHR ERLEICHTERND NACH UNTEN ZÄHLEN</small>!?", | |
| "E<small>S HEISST DA UND DORT</small> <i>Jahr</i>, <small>ALS</small> W<small>ORTANALOGIE: WIE DAS BEIM SECHZIGSTEN GENANNTE</small> <i>Jahr</i> <small>NACH UNTEN ZÄHLT, EBENSO ZÄHLT DAS BEIM FÜNFTEN UND BEIM ZWANZIGSTEN GENANNTE</small> <i>Jahr</i> <small>NACH UNTEN, SOWOHL ERLEICHTERND ALS AUCH ERSCHWEREND</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGT, NUR WENN EINEN</small> M<small>ONAT UND EINEN</small> T<small>AG ÜBER DIE</small> J<small>AHRE HINAUS</small>.", | |
| "GEMARA. Sie sind<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Das W. ‘Jahr’ in den betreffenden Schriftstellen.</i>entbehrlich, denn wären sie nicht entbehrlich, könnte man<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Gegen den Schluß durch die Wortanalogie.</i>einwenden, wie wir eingewandt<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">In unsrer Mišna.</i>haben. Aber [die Wiederholung des Wortes] <i>Jahr</i> ist überflüssig. —", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Rabbis vertritt, denn wenn die des Rabbi, so sagt er ja: <i>bis</i>, und das ‘bis’ ist einbegriffen.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: <sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,15.</i><i>Vom ersten Tage bis zum siebenten Tage</i>; man könnte glauben, ersten, und der erste sei nicht einbegriffen, siebenten, und der siebente sei nicht einbegriffen," | |
| ], | |
| [ | |
| "wie es auch heißt:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,12.</i><i>von seinem Kopfe bis zu seinen</i> <i>Füßen</i>, Kopfe, und der Kopf ist nicht einbegriffen, Füßen, und die Füße sind nicht einbegriffen,", | |
| "so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,18.</i><i>bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats am Abend</i><sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Ebenso beginnt das Pesaḥfest am Abend vorher.</i>. Rabbi sagt, dies sei nicht nötig: <i>ersten</i>, und der erste ist einbegriffen, <i>siebenten</i>, und der siebente ist einbegriffen. —", | |
| "Du kannst auch sagen, die des Rabbi, denn die Schriftworte sind schwebend<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Das 5. bezw. 20. Jahr kann sowohl nach unten als auch nach oben einbegriffen sein; es ist also nur durch die Wortanalogie zu folgern.</i>. Merke, es heißt ja: <i>von einem Monat bis zu fünf Jahren</i>, wieso weiter: <i>von fünf Monaten bis zu zwanzig Jahren</i>? — Sie sind also schwebend.", | |
| "Der Meister sagte: Kopf, und der Kopf ist nicht einbegriffen, Füßen, und die Füße sind nicht einbegriffen. Woher dies? — Wenn du willst, sage ich: weil die Kennzeichen des Körpers anders sind als die Kennzeichen des Kopfes, und wenn du willst, sage ich: [es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Lev. 13,12.</i><i>soweit die Augen des Priesters sehen</i><sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Während die Kennzeichen des Aussatzes am Kopfe wegen des Haars nicht zu sehen sind, u. ebensowenig zwischen den Zehen.</i>.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGT, NUR WENN EINEN</small> M<small>ONAT UND EINEN</small> T<small>AG ÜBER DAS</small> J<small>AHR HINAUS</small>. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Hier heißt es: <i>und darüber</i>, und dort<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Num. 3,43.</i>heißt es: <i>einen Monat und darüber</i>, wie dort von einem Monat und einem Tage an, ebenso hier einen Monat und einen Tag. —", | |
| "Vielleicht aber, wie dort: wie dort einen<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Monat beträgt der Zuschuß nur einen Tag.</i>Tag, ebenso hier einen Tag!? — Welche Bedeutung hätte demnach die Wortanalogie.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Das Jahr beim Heiligen<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Worauf sich dies bezieht, geht aus den weiter angezogenen Schriftversen hervor.</i>, das Jahr bei den Häusern einer ummauerten Stadt<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Worauf sich dies bezieht, geht aus den weiter angezogenen Schriftversen hervor.</i>, die zwei Jahre beim Erbbesitzfelde, die sechs Jahre beim hebräischen Sklaven und ebenso die bei einem Sohn und bei einer Tochter sind sämtlich von Stunde bis Stunde<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Bis zur gleichen Stunde des folgenden Jahres.</i>zu verstehen.", | |
| "Woher dies vom Jahre beim Heiligen? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Lev. 12,6.</i><i>ein Lamm in seinem, ersten Jahre</i>, nach seinem Jahre, nicht aber nach dem Kalenderjahre. —", | |
| "Vom Jahre bei den Häusern einer ummauerten Stadt? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Ib. 25,29.</i><i>bis sein Verkaufsjahr zuende ist</i>, sein Verkaufsjahr, nicht aber das Kalenderjahr. —", | |
| "Von den zwei Jahren beim Erbbesitzfelde? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 15.</i><i>nach der Zahl der Ertragsjahre soll er dir verkaufen</i>; es kann vorkommen, daß jemand drei Ernten<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Das W, ‘Ertragsjahr’ deutet darauf, daß mehrere Erträge im Jahre einbegriffen sind; dies kann vorkommen, wenn man ein Feld mit der Ernte kurz vor Beginn des neuen Kalenderjahres gekauft hat; richtet man sich aber nach dem Kalenderjahre, so beginnt mit diesem ein neues Jahr.</i>in zwei Jahren genießt. —", | |
| "Von den sechs beim hebräischen Sklaven? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,2.</i><i>sechs Jahre soll er dienen und im siebenten</i>; es kommt also vor, daß er auch im siebenten dient. —", | |
| "In welcher Hinsicht bei einem Sohne und bei einer Tochter<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Die mit 13 bzw. 12 Jahren großjährig werden.</i>von Stunde bis Stunde? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Hinsichtlich des Schätzgelübdes<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Wobei man sich genau nach dem Alter richte.</i>. R. Joseph erwiderte: Hinsichtlich [der Lehren im] Abschnitte von der Seitengeburt<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Der 5. Abschnitt im Traktate Nidda, in dem das Alter hinsichtl. der Gelübdefähigkeit normiert wird.</i>.", | |
| "Abajje sprach zu R. Joseph: Streitet ihr? Dieser erwiderte: Nein, ich sage eines und er sagt anderes. Dies ist auch einleuchtend; wieso kann man sagen, sie streiten, wer hinsichtlich der Schätzgelübde sagt, nach dem gelte es nicht von [den Lehren im Abschnitte] von der Seitengeburt, Rabh sagt ja, die Halakha sei bei allen Lehren in jenem ganzen Abschnitte: von Stunde bis Stunde. —", | |
| "Weshalb sagt demnach derjenige, der hinsichtlich der Schätzgelübde sagt, nicht hinsichtlich [der Lehren im Abschnitte] von der Seitengeburt? — Gleich jenen, wie jene [in der Tora] geschrieben sind, ebenso diese, die geschrieben sind<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Bei denen des Abschnittes von der Seitengeburt handelt es sich um rabbanitische Lehren.</i>. —", | |
| "Und jener!? — Wenn man sagen wollte, die geschrieben sind, wieso heißt es demnach ‘Sohn’ und ‘Tochter’," | |
| ], | |
| [ | |
| "es sollte ja ‘männlich’ und ‘weiblich’ heißen<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Da auch die Schrift diesen Ausdruck gebraucht; cf. Lev. 27,4ff.</i>. —", | |
| "Weshalb wird ein Weib, wenn es alt ist, mit einem Drittel bewertet, ein Mann aber nicht mit einem Drittel<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Ein Weib unter 60 Jahren mit 30 Šeqel u. über 60 mit 10 Šeqel, ein Mann aber mit 50 bzw. 15.</i>bewertet? Ḥizqija erwiderte: Die Leute pflegen zu sagen: Ein Greis im Hause, eine Last<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Wahrscheinl. v. neusyr. <span dir=\"rtl\">פאח</span>, kalt, matt, schlaff.</i>im Hause; eine Greisin im Hause, ein Schatz im Hause<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Sie ist noch für manche Hausarbeiten zu gebrauchen.</i>.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>W</b>ENN <small>JEMAND SAGT, ER GELOBE SEIN</small> G<small>EWICHT, SO GEBE EU SEIN</small> G<small>EWICHT, WENN</small> S<small>ILBER, IN</small> S<small>ILBER, WENN</small> G<small>OLD, IN</small> G<small>OLD.</small> E<small>INST SAGTE DIE</small> M<small>UTTER DER</small> J<small>ERMAṬJA</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Viell. v. <i>̔ιϵϱομαϑής</i>, Heiliges lernend, die sich dem Heiligen Hingebende.</i><small>, SIE GELOBE DAS</small> G<small>EWICHT IHRER</small> T<small>OCHTER; HIERAUF KAM SIE NACH</small> J<small>ERUŠALEM, WO MAN SIE WOG, UND SIE GAB IHR</small> G<small>EWICHT IN</small> G<small>OLD</small>.", | |
| "[S<small>AGT JEMAND</small>,] <small>ER GELOBE DAS</small> G<small>EWICHT SEINER</small> H<small>AND, SO FÜLLE ER, WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, EIN</small> F<small>ASS MIT</small> W<small>ASSER UND STECKE SIE BIS ZUM</small> E<small>LLENBOGEN HINEIN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Sodaß das durch die Hand verdrängte Wasser überläuft.</i><small>, SODANN WIEGE ER SOVIEL</small> F<small>LEISCH VON EINEM</small> E<small>SEL MIT</small> K<small>NOCHEN UND</small> S<small>EHNEN UND TUE ES HINEIN, BIS ES WIEDER VOLL WIRD</small>. R. J<small>OSE SPRACH</small>: W<small>IE IST ES SO ABZUPASSEN MÖGLICH, DASS DAS</small> F<small>LEISCH DEM</small> F<small>LEISCHE UND DIE</small> K<small>NOCHEN DEN</small> K<small>NOCHEN GENAU ENTSPRECHEN</small>? V<small>IELMEHR SCHÄTZE MAN DIE</small> H<small>AND, WIEVIEL SIE WOHL WIEGEN MAG</small>.", | |
| "GEMARA. Was heißt: wenn Silber, in Silber, wenn Gold, in Gold? R. Jehuda erwiderte: Nannte er Silber, in Silber, nannte er Gold, in Gold. — Selbstverständlich!? — Folgendes lehrt er uns: nur wenn er es genannt hat, wenn er es aber nicht genannt hat, kann er sich mit irgend etwas<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Es braucht kein Edelmetall zu sein.</i> befreien.", | |
| "Dies nach Reḥaba, denn Reḥaba sagte: In Orten, wo man Pech wiegt, kann er sich sogar mit Pech befreien. — Selbstverständlich!? — Dies ist wegen des Falles nötig, wenn mancher es wiegt und mancher es mißt; man könnte glauben, damit nicht, weil nicht alle es wiegen, so lehrt er uns.", | |
| "R. Papa sagte: In Orten, wo man Zwiebeln wiegt, kann er sich sogar mit Zwiebeln befreien. — Selbstverständlich!? — Dies ist deshalb nötig, weil man nach dem Wiegen zwei oder drei hinzufügt; man könnte glauben, dadurch werde das Wiegen aufgehoben, so lehrt er uns.", | |
| "E<small>INST SAGTE DIE</small> M<small>UTTER DER</small> J<small>ERMAṬJA &C</small>. Ein Tatfall zur Widerlegung<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Vorher heißt es, nur wenn man das Edelmetall genannt hat, sonst braucht es nicht solches zu sein.</i>!? —", | |
| "[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ist es ein angesehener Mann, so hat es, auch wenn er nichts genannt hat, nach seiner Würde zu erfolgen. Einst sagte die Mutter der Jermatja, sie gelobe das Gewicht ihrer Tochter; hierauf kam sie nach Jerušalem, wo man sie wog, und sie gab ihr Gewicht in Gold.", | |
| "R. Jehuda sagte: Sagt jemand, er gelobe seine Statur, so gebe er einen Stab<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">In Metall, das er genannt hat.</i>, der nicht zu biegen ist; sagte er: die Höhe seiner Statur, so gebe er einen Stab, der zu biegen ist<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Da er die Höhe betont hat, so kommt es nur auf die Höhe an, auch dünn.</i>. Man wandte ein: Sagte jemand, er gelobe seine Statur, oder: die Höhe seiner Statur, so gebe er einen Stab, der nicht zu biegen ist!? —", | |
| "Er ist der Ansicht R. A͑qibas, der es mit der überflüssigen Redewendung genau nimmt. Wir haben nämlich gelernt: Nicht den Brunnen<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Hat der Verkäufer des Feldes mitverkauft.</i> und nicht die Zisterne, obgleich er ‘Tiefe und Höhe’ geschrieben hat. Er muß sich aber einen Weg zu diesen kaufen<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Der Käufer des Feldes kann ihm den Zutritt zu diesen verbieten.</i>— so R. A͑qiba;", | |
| "die Weisen sagen, er brauche dies nicht. Jedoch pflichtet R. A͑qiba bei, daß, wenn er ‘außer diesen’ gesagt hat, er sich den Weg nicht zu kaufen brauche. Demnach wollte er, da er es nicht zu sagen brauchte, es aber gesagt hat, etwas hinzufügen, ebenso wollte er hierbei, da er es nicht zu sagen brauchte, es aber gesagt hat, etwas hinzufügen.", | |
| "Sie fragten: Wie ist es, wenn [er gesagt hat:] meine Stehe," | |
| ], | |
| [ | |
| "meine Breite, meine Sitze, meine Dicke, meinen Umfang. — Dies bleibt unentschieden.", | |
| "E<small>R GELOBE DAS</small> G<small>EWICHT SEINEU</small> H<small>AND &C</small>. Die Rabbanan lehrten: Sagte jemand, er gelobe das Gewicht seiner Hand, er gelobe das Gewicht seines Fußes, so hole er, wie R. Jehuda sagt, ein Faß, fülle es mit Wasser und stecke die Hand hinein bis zum Armgelenke, den Fuß bis zum Kniegelenke,", | |
| "sodann wiege er soviel Fleisch von einem Esel mit Sehnen und Knochen und tue es hinein, bis es wieder voll wird. Und obgleich es hierfür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Ez. 23,20.</i><i>deren Fleisch Fleisch des Esels ist</i>.", | |
| "R. Jose sprach zu ihm: Wie ist es denn so abzupassen möglich, daß das Fleisch dem Fleische, die Sehnen den Sehnen und die Knochen den Knochen genau entsprechen? R. Jehuda sprach zu ihm: Man schätze. R. Jose erwiderte: Anstatt diese zu schätzen, schätze man doch die Hand selbst. — Und R. Jehuda!? — Soweit möglich, tue man dies<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Das Gewicht durch Wiegen feststellen.</i>. —", | |
| "«Die Hand bis zum Armgelenke.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Das Waschen der Hände und der Füße im Tempel hat bis zum Gelenke zu erfolgen!? —", | |
| "Nach der Tora bis zum Gelenke, bei den Gelübden aber richte man sich nach dem Sprachgebrauche<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Unter Hand versteht man diese mit dem Arm.</i>der Menschen. — Wieso nach der Tora bis zum Gelenke, bei den Tephillin heißt es ja ebenfalls:<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Ex. 13,9.</i><i>deine Hand</i>, und in der Schule Menašes wurde gelehrt: <i>Deine Hand</i>, das ist der Armmuskel!? —", | |
| "Nach der Tora bis zum Armmuskel, bei den Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Menschen, und hinsichtlich der Waschung von Händen und Füßen im Tempel ist es eine überlieferte Lehre.", | |
| "«Den Fuß bis zum Kniegelenke.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen. <i>Füße</i><sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">So wird das W. <span dir=\"rtl\">רגלים</span> (Ex. 23,14) verstanden.</i>, ausgenommen Stelzbeinige<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Diese sind zur Wallfahrt nicht verpflichtet; unter Fuß ist also nur der Fuß bis zum Knöchel zu verstehen.</i>!? —", | |
| "Bei den Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Menschen, nach der Tora aber sind Stelzbeinige ausgenommen. —", | |
| "Bei der Ḥaliça heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,9.</i><i>sein Fuß</i>, und es wird gelehrt, wenn sie [die Sandale] unterhalb des Kniegelenkes gelöst hat, sei die Ḥaliça gültig!? —", | |
| "Anders verhält es sich da, denn die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Dt. 25,9.</i><i>von [über] seinem Fuße</i>. — Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn oberhalb des Kniegelenkes!? — <i>Von [über]</i>, nicht aber von über über [dem Fuße].", | |
| "R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Sprungbein<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Bd. IV S. 683 Anm. 85.</i>bis zur Erde reicht, denn wenn man sagen wollte, es werde<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Durch noch ein anderes Gelenk.</i>unterbrochen, so befindet sich ja das Sprungbein über [dem Schenkel] und der Schenkel über über [dem Fuße]. R. Aši sagte: Du kannst auch sagen, es werde unterbrochen, denn was zum Fuße gehört, heißt Fuß.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii,1</sup> <b>S</b><small>AGT JEMAND</small>], <small>ER GELOBE DEN</small> W<small>ERT SEINER</small> H<small>AND, SO SCHÄTZE MAN IHN, WIEVIEL ER MIT</small> H<small>AND UND WIEVIEL ER OHNE</small> H<small>AND WERT IST</small>. D<small>IESBEZÜGLICH IST ES BEI</small> G<small>ELÜBDEN STRENGER ALS BEI</small> S<small>CHÄTZGELÜBDEN</small><sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Solche erstrecken sich nicht auf Glieder, von denen das Leben nicht abhängt.</i>.", | |
| "GEMARA. Wie schätze man ihn? Raba erwiderte: Man schätze ihn, wie man bei Beschädigungen schätzt.", | |
| "Abajje sprach zu ihm: Ist es denn gleich: da ist der Mann verkrüppelt, hierbei aber ist der Mann unversehrt!?", | |
| "Vielmehr; erwiderte Abajje, schätze man, wieviel jemand für einen Sklaven zahlt, der Arbeit mit einer Hand verrichtet, und wieviel für einen, der sie mit beiden Händen verrichtet. — Mit einer Hand heißt ja, wenn die andre abgehauen ist, somit ist es ja dasselbe!? — Vielmehr, wenn eine Hand seinem früheren Herrn verschrieben ist<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Daß er mit dieser für seinen neuen Herrn keine Arbeit verrichte.</i>.", | |
| "Raba fragte: Wie ist es, wenn man ihn wegen einer Beschädigung geschätzt hat, und er sagt, er gelobe seinen Geldwert<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Ob man ihn dieserhalb abermals schätzen muß.</i>? Sagen wir, man hat ihn ja bereits einmal geschätzt, oder aber ist die Schätzung durch zehn<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Bei Gelübden hat die Schätzung durch 10 Personen zu erfolgen, bei Schädigungen aber durch drei.</i>anderes als die Schätzung durch drei<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Bei Gelübden hat die Schätzung durch 10 Personen zu erfolgen, bei Schädigungen aber durch drei.</i>?", | |
| "Und wie ist es, falls du entscheidest, die Schätzung durch zehn sei anders als die Schätzung durch drei, wenn er gesagt hat, er gelobe seinen Geldwert, und man ihn geschätzt hat, und er dann wiederum sagt, er gelobe seinen Geldwert: hierbei haben ihn ja zehn geschätzt, oder aber, er kann währenddessen an Wert zugenommen haben?", | |
| "Und wie ist es, wenn er gesagt hat, er gelobe seinen Geldwert, und man ihn nicht geschätzt hat, und er abermals sagt, gelobe seinen Geldwert: ist er hierbei entschieden" | |
| ], | |
| [ | |
| "nur einmal zu schätzen<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Und er gebe den doppelten Betrag.</i>, oder aber, da er nacheinander gelobt hat, schätze man ihn zweimal?", | |
| "Und wie ist es, falls du entscheidest, da er nacheinander gelobt hat, schätze man ihn zweimal, wenn er zwei Geldwerte mit einem Male gelobt hat: hierbei hat er entschieden mit einem Male gelobt, somit schätze man ihn nur einmal, oder aber, da er zwei gesagt hat, so ist es ebenso wie nacheinander.", | |
| "Und wie ist es, falls du entscheidest, da er zwei gesagt hat, sei es ebenso wie nacheinander, wenn man ihn ohne Anlaß geschätzt<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Durch 10 Personen.</i> hat: sagen wir, wenn er auch ohne Anlaß geschätzt worden ist, bleibe es dabei, oder aber ist bei der Schätzung der Zweck erforderlich? —", | |
| "Eines davon ist immerhin zu entscheiden, denn wir haben gelernt: Wenn jemand gesagt hat, er gelobe seinen Wert, und gestorben ist, so brauchen die Erben nichts zu geben, denn die Toten haben keinen Geldwert.", | |
| "Wenn man nun sagen wollte, die Schätzung ohne Anlaß gelle als Schätzung, so ist er ja bereits geschätzt, denn es gibt ja keinen Menschen, der nicht vier Zuz wert wäre. —", | |
| "Wer ohne Anlaß geschätzt wurde, ist zur Schätzung gelangt, wer aber nur gesagt hat, er gelobe seinen Geldwert, ist nicht zur Schätzung gelangt.", | |
| "<sup>ii,2</sup> <b>I</b><small>N WELCHER</small> H<small>INSICHT IST ES BEI</small> S<small>CHÄTZGELÜBDEN STRENGER ALS BEI</small> G<small>ELÜBDEIN?</small> W<small>ENN JEMAND GESAGT HAT, ER GELOBE SEINEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT UND GESTORBEN IST, SO MÜSSEN DIE</small> E<small>RBEN ES GEBEN, WENN ABER: SEINEN</small> G<small>ELDWERT, END GESTORBEN IST, SO BRAUCHEN DIE</small> E<small>RBEN ES NICUT ZU GEBEN, DENN DIE</small> T<small>OTEN HABEN KEINEN</small> G<small>ELDWERT.</small>", | |
| "[S<small>AGTE JEMAND,</small>] <small>ER GELOBE DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINER</small> H<small>AND ODER SEINES</small> F<small>USSES, SO HAT ER NICHTS GESAGT, WENN ABER: DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINES</small> K<small>OPFES, ODER: DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINER</small> L<small>EBER, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT.</small> D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: IST ES EINE</small> S<small>ACHE, VON DER DAS</small> L<small>EBEN ABHÄNGT, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT</small>.", | |
| "<sup>iii</sup> [S<small>AGTE JEMAND,] ER GELOBE DIE</small> H<small>ÄLFTE SEINES</small> S<small>CHÄTZUNGSWERTES, SO GEBE ER DIE</small> H<small>ÄLFTE SEINES</small> S<small>CHÄTZUNGSWERTES, WENN ABER: DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINER</small> H<small>ÄLFTE, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT.</small> [S<small>AGTE JEMAND,</small>] <small>ER GELOBE DIE</small> H<small>ÄLFTE SEINES</small> G<small>ELDWERTES, SO GEBE ER DIE</small> H<small>ÄLFTE SEINES</small> G<small>ELDWERTES, WENN ABER: DEN</small> G<small>ELDWERT SEINER</small> H<small>ÄLFTE, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> G<small>ELDWERT</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: IST ES EINE</small> S<small>ACHE, VON DER DAS</small> L<small>EBEN ABHÄNGT, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> G<small>ELDWERT</small>.", | |
| "<sup>iv</sup> W<small>ENN JEMAND GESAGT HAT, ER GELOBE DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT VON JENEM, UND DER</small> G<small>ELOBENDE UND DER</small> G<small>ELOBTE GESTORBEN SIND, SO MÜSSEN DIE</small> E<small>RBEN ES GEBEN; WENN ABER: DEN</small> G<small>ELDWERT VON JENEM, UND DER</small> G<small>ELOBENDE GESTORBEN IST, SO MÜSSEN DIE</small> E<small>RBEN ES GEBEN, UND WENN DER</small> G<small>ELOBTE GESTORBEN IST, SO BRAUCHEN DIE</small> E<small>RBEN ES NICHT ZU GEBEN, DENN DIE</small> T<small>OTEN HABEN KEINEN</small> G<small>ELDWERT</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Bei Gelübden ist es strenger als bei Schätzgelübden, denn das Gelübde erstreckt sich auch auf Vieh, Wild und Geflügel, auch wird bei ihnen nicht die Vermögensausreichung berücksichtigt, was beim Schätzgelübde nicht der Fall ist.", | |
| "Und strenger ist es bei Schätzgelübden als bei Gelübden, zum Beispiel: wenn jemand gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und gestorben ist, so müssen die Erben es geben, wenn aber: seinen Geldwert, und er gestorben ist, so brauchen die Erben es nicht zu geben, denn die Toten haben keinen Geldwert.", | |
| "«Wenn er gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und gestorben ist, so müssen die Erben es geben.» Hieraus ist somit zu entnehmen, daß ein mündliches Darlehen<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Als welches das Gelobte gilt.</i>von den Erben einzufordern sei<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Hierüber besteht ein Streit.</i>? — Anders ist es hierbei, denn es ist ein in der Tora genanntes Darlehen. —", | |
| "Hieraus ist demnach zu entnehmen, daß das in der Tora genannte Darlehen dem Darlehen auf einem Schuldschein<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Hierüber besteht ein Streit.</i>gleiche? — Hier handelt es sich um den Fall, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat. —", | |
| "Dementsprechend beim Geloben des Geldwertes, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat: weshalb brauchen die Erben es nicht zu geben!? — Beim Geloben des Geldwertes fehlt die Schätzung, beim Geloben des Schätzungswertes fehlt nichts<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Die Höhe des Betrages ist in der Schrift festgesetzt.</i>.", | |
| "E<small>R GELOBE DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINER</small> H<small>AND ODER SEINES</small> F<small>USSES &C</small>. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Er gebe jedoch ihren Geldwert. —", | |
| "Er lehrt ja aber, er habe nichts gesagt!? — Er hat nichts gesagt, nach den Rabbanan, und er gebe ihren Geldwert, nach R. Meír<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Cf. supra Fol. 5a.</i>. —", | |
| "Dies sagte er ja bereits einmal, denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs, wenn jemand sagt, er gelobe den Schätzungswert dieses Gerätes, gebe er den Geldwert desselben!? —", | |
| "Man könnte glauben, nur da, weil ein Mensch weiß, daß es bei einem Geräte kein Schätzgelübde gebe, somit meinte er den Geldwert, hierbei aber kann er sich geirrt haben, denn er glaubte, wie es ein Wertschätzungsgelübde für Kopf und Leber gibt, ebenso gebe es ein Wertschätzungsgelübde für Hand und Fuß, den Geldwert aber meinte er nicht, so lehrt er uns.", | |
| "D<small>EN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINES</small> K<small>OPFES, ODER: DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT SEINER</small> L<small>EBER, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT</small>. Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>Seelen</i>.", | |
| "D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: IST ES EINE</small> S<small>ACHE, VON DER DAS</small> L<small>EBEN ABHÄNGT &C</small>. Dies schließt alles über dem Kniegelenke ein.", | |
| "E<small>R GELOBE DIE</small> H<small>ÄLFTE SEINES</small> S<small>CHÄTZUNGSWERTES, SO GEBE ER &C</small>. Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand,] er gelobe die Hälfte seines Schätzungswertes, so gebe er die Hälfte seines Schätzungswertes. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er sei zu geißeln und gebe seinen ganzen Schätzungswert.", | |
| "Weshalb zu geißeln? R. Papa erwiderte: Er ist zu geißeln<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Dh. er ist gestraft.</i>, indem er seinen ganzen Schätzungswert zu geben hat. — Aus welchem Grunde? — Man berücksichtige bei der Hälfte des Schätzungswertes den Schätzungswert seiner Hälfte, und beim Schätzungswert seiner Hälfte ist es eine Sache, von der das Leben abhängt<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Sodaß seine ganze Person erfaßt wird.</i>.", | |
| "E<small>R GELOBE DIE</small> H<small>ÄLFTE SEINES</small> G<small>ELDWERTES, SO GEBE ER &C., DEN</small> G<small>ELDWERT SEINER</small> H<small>ÄLFTE, SO GEBE ER SEINEN GANZEN</small> G<small>ELDWERT</small>. Aus welchem Grunde?", | |
| "Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,2.</i><i>ein Gelübde nach dem Schätzungswerte</i><sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Das Gelübde gleicht dem Schätzgelübde.</i><i>von Personen</i>.", | |
| "D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: IST ES EINE</small> S<small>ACHE, WOVON DAS</small> L<small>EBEN ABHÄNGT</small>. Dies schließt alles über dem Kniegelenke ein.", | |
| "Die Rabbanan lehrten.: Wenn jemand die Hälfte des Schätzungswertes eines Gerätes gelobt, so gebe er, wie R. Meír sagt, seinen Geldwert; die Weisen sagen, er habe nichts gesagt. Einst erkrankte Raba, und Abajje und die Rabbanan besuchten ihn. Als sie da saßen, sprachen sie: Allerdings ist R. Meír der Ansicht, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, somit ist es einerlei, ob sein Ganzes oder seine Hälfte,", | |
| "welcher Ansicht aber sind die Rabbanan: bringt man seine Worte unnütz hervor, so sollte es auch vom ganzen<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Daß ein Gerät vom Schätzgelübde nicht erfaßt wird.</i>gelten, und bringt man seine Worte nicht unnütz hervor, so sollte es auch von der Hälfte gellen<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Das Schätzgelübde sollte als Sachgelübde gelten.</i>!?", | |
| "Da sprachen Raba und Abajje zu ihnen: Die Rabbanan dieser Lehre sind der Ansicht R. Meírs und der Ansicht R. Šimo͑ns. Sie sind der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnütz hervor;", | |
| "und sie sind der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, er habe nicht so gespendet, wie man zu spenden pflegt. Man pflegt ein Ganzes zu spenden, nicht aber pflegt man ein Halbes zu spenden.", | |
| "W<small>ENN JEMAND GESAGT HAT, ER GELOBE DEN</small> S<small>CHÄTZUNGSWERT VON JENEM, UND DER</small> G<small>ELOBENDE GESTORBEN IST &C</small>. Wohl in dem Falle, wenn er vor Gericht gestanden hat,", | |
| "somit ist es ja dasselbe<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Was der Anfangsatz lehrt, der oben auf diesen Fall bezogen wird.</i>!? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn aber: den Geldwert von jenem, und der Gelobende gestorben ist, so müssen die Erben es geben." | |
| ], | |
| [ | |
| "Man könnte glauben, da man ihn nicht geschätzt hat, seien die Güter nicht haftbar, so lehrt er uns, daß die Güter, da er vor Gericht gestanden hat, haftbar sind, und die Schätzung nichts weiter als eine Feststellung ist.", | |
| "<sup>v</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND GESAGT HAT, DIESER</small> O<small>CHS SEI EIN</small> B<small>RANDOPFER, ODER: DIESES</small> H<small>AUS SEI EIN</small> O<small>PFER, UND DER</small> O<small>CHS VERENDET ODER DAS</small> H<small>AUS EINGESTÜRZT IST, SO BRAUCHT ER KEINEN</small> E<small>RSATZ ZU LEISTEN; WENN ABER: ICH NEHME AUF MICH, DIESEN</small> O<small>CHSEN ALS</small> B<small>RANDOPFER</small> [<small>ZU SPENDEN</small>]<small>, ODER: ICH NEHME AUF MICH, DIESES</small> H<small>AUS ALS</small> O<small>PFER</small> [<small>ZU SPENDEN</small>]<small>, UND DER</small> O<small>CHS VERENDET ODER DAS</small> H<small>AUS EINGESTÜRZT IST, SO MUSS ER</small> E<small>RSATZ LEISTEN</small>.", | |
| "GEMARA. R. Ḥija b. Rabh sagte: Dies nur, wenn er gesagt hat: ich nehme auf mich, den Geldwert dieses Ochsen als Brandopfer [zu spenden], wenn er aber gesagt hat: ich nehme auf mich, diesen Ochsen als Brandopfer [zu spenden], ist er, da er ‘dieser’ gesagt hat, und er verendet ist, dafür nicht haftbar, denn er meinte: ihn darzubringen.", | |
| "Man wandte ein: [Sagte jemand:] dieser Ochs sei ein Brandopfer, so ist der Ochs Heiliges und es gibt dabei eine Veruntreuung<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Am Heiligen, wenn ein Gemeiner davon genießt.</i>; ist er verendet oder gestohlen worden, so ist er nicht haftbar. Wenn aber: ich nehme auf mich, diesen Ochsen als Brandopfer [zu spenden], so ist der Ochs Heiliges und es gibt dabei eine Veruntreuung; ist er verendet oder gestohlen worden, so ist er haftbar!? —", | |
| "Ist diese Lehre etwa bedeutender als unsere Mišna, die wir auf den Fall bezogen haben, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat? Auch diese, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat. —", | |
| "Wenn aber der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat, so handelt ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn er nicht ‘den Geldwert’ gesagt hat!? Der Schlußsatz lehrt nämlich: [Sagte jemand:] der Geldwert des Ochsen sei ein Brandopfer, so ist der Ochs profan und es gibt dabei keine Veruntreuung; ist er verendet oder gestohlen worden, so ist er nicht haftbar, jedoch ist er haftbar für seinen Geldwert. —", | |
| "Der Anfangsatz und der Schlußsatz, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat, nur spricht der Anfangsatz von dem Falle, wenn er gesagt hat: der Ochs sei für seinen Gelderlös heilig, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er gesagt hat: sobald sein Gelderlös eingeht, sei er heilig. —", | |
| "Man kann ja aber nicht das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier ist R. Meír vertreten, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist.", | |
| "Manche lesen: R. Papa sprach zu Abajje, und wie manche sagen, Rami b. Ḥama zu R. Ḥisda: Also nach R. Meír, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? Dieser erwiderte: Nach wem denn sonst?", | |
| "Manche beziehen dies auf das folgende: Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus vermietet hat und es aussätzig geworden ist, so kann er, obgleich der Priester es als aussätzig erklärt<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Sodaß es niedergerissen werden muß; cf. Lev. 14,34ff.</i>hat, zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Der Vermieter zum Mieter.</i>sagen: da hast du deines vor dir; hat [der Priester] es bereits niederen gerissen, so muß er ihm ein [anderes] Haus zur Verfügung stellen." | |
| ], | |
| [ | |
| "Hat es geweiht, der darin wohnt, so zahle er die Miete an das Heiligtum. — ‘Hat es geweiht, der darin wohnt’; wieso kann er es weihen, der Allbarmherzige sagt ja:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,14.</i><i>wenn jemand sein Haus weiht</i>, wie sein Haus in seinem Besitze ist, ebenso alles, was in seinem Besitze ist!? — Er meint es wie folgt: hat er es geweiht, der Vermieter, so zahle, der darin wohnt, die Miete an das Heiligtum.", | |
| "Wieso darf er, wenn der Vermieter es geweiht hat, darin wohnen, er begeht ja eine Veruntreuung!? Und wieso zahle er ferner die Miete an das Heiligtum, nachdem er eine Veruntreuung begangen hat, wird ja die Miete profan!? —", | |
| "Wenn er gesagt hat: sobald die Miete eingeht, sei sie heilig. Niemand kann ja aber das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!?", | |
| "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier ist R. Meír vertreten, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist. Manche lesen: R. Papa sprach zu Abajje, und wie manche sagen, R. Mari b. Ḥama zu R. Ḥisda: Also nach R. Meír, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? Dieser erwiderte: Nach wem denn sonst?", | |
| "<sup>vi</sup> <b>D</b><small>IE</small> S<small>CHÄTZGELÜBDE SCHULDEN, PFÄNDE MAN; DIE</small> S<small>ÜNDOPFER ODER</small> S<small>CHULDOPFER SCHULDEN, PFÄNDE MAN NICHT; DIE</small> B<small>RANDOPFER ODER</small> H<small>EILSOPFER SCHULDEN, PFÄNDE MAN.</small>", | |
| "O<small>BGLEICH ER NICHT EHER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT, ALS BIS ER ES AUS EIGENEM</small> W<small>ILLEN</small> [<small>DARBRINGT</small>], <small>DENN ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,3.</i><i>nach seinem Wohlgefallen</i>, <small>SO</small> <small>ZWINGE MAN IHN DENNOCH, BIS ER SAGT, ER WOLLE ES.</small> D<small>ASSELBE FINDEST DU BEI</small> E<small>HESCHEIDUNGEN: MAN ZWINGE</small><sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Wenn er aus gesetzlichen Gründen gezwungen wird, sich von seiner Frau scheiden zu lassen.</i><small>IHN, BIS ER SAGT, ER WOLLE ES</small>.", | |
| "GEMARA. R. Papa sagte: Zuweilen kann es vorkommen, daß man Schuldner von Sündopfern pfände und Schuldner von Brandopfern nicht pfände.", | |
| "Daß man Schuldner von Sündopfern pfände; dies gilt vom Sündopfer eines Nazirs. Der Meister sagte nämlich, daß er<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Der Nazir, der nach Beendigung des Nazirates 3 Opfer (Brandopfer, Sündopfer u. Heilsopfer) darbringen muß, u. sich dann das Haar schneiden lasse; cf. Num. 6,14ff.</i>, wenn er sich auf Grund eines der drei [Opfer] das Haar schneiden ließ, seiner Pflicht genügt habe, und daß der Nazir, wenn das Blut eines von diesen gesprengt worden ist, Wein trinken und sich an Toten verunreinigen dürfe, somit könnte er fahrlässig handeln und es nicht darbringen.", | |
| "Daß man Schuldner von Brandopfern nicht pfände; dies gilt vom Brandopfer einer Wöchnerin<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Die erst nach der Darbringung ihres Brandopfers völlige Reinheit erlangt; cf. Lev. 12,4ff.</i>. —", | |
| "Wohl aus dem Grunde, weil die Schrift es zuerst<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Es wird früher genannt als das Sundopfer; cf. ib. V. 6.</i>nennt, aber Raba sagte ja, die Schrift ließ es nur bei der Nennung<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Dargebracht wird jed. zuerst das Sündopfer.</i> vorangehen!? —", | |
| "Vielmehr, dies gilt vom Brandopfer eines Aussätzigen, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wie es<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Die Reinigung des Aussätzigen.</i>von seinem Sündopfer und seinem Schuldopfer abhängig ist, ebenso ist es von seinem Brandopfer<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 14,10ff. Auch ohne Pfändung unterläßt er nicht die Darbringung desselben.</i>abhängig.", | |
| "O<small>BGLEICH ER NICHT EHER</small> S<small>ÜHNE ERLANGT, ALS BIS ER ES AUS SEINEM EIGENEN</small> W<small>ILLEN</small> [<small>DARBRINGT</small>]. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Ib. 1,3.</i><i>Soll er es darbringen</i>, dies lehrt, daß man ihn zwinge. Man könnte glauben, auch durch Gewalt, so heißt es: <i>nach seinem Wohlgefallen</i>. Auf welche Weise? Man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es.", | |
| "Šemuél sagte: Das Brandopfer benötigt des Einverständnisses, denn es heißt: <i>nach seinem Wohlgefallen</i>. — Was lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt: obgleich er nicht eher Sühne erlangt, als bis er es aus seinem eigenen Willen [darbringt], denn es heißt: <i>nach seinem Wohlgefallen</i>!? —", | |
| "Dies ist wegen des Falles nötig, wenn ein andrer [das Opfertier] für ihn abgesondert hat. Man könnte glauben, das Einverständnis sei nur dann erforderlich, wenn es von seinem<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Wenn er beispielsweise wegen des Opfers gepfändet wird.</i>erfolgt, nicht aber, wenn von dem seines Nächsten, so lehrt er uns. Es kann nämlich vorkommen, daß er keine Sühne erlangen will durch das, was nicht sein ist.", | |
| "Man wandte ein: [Sagt jemand:] ich nehme auf mich das Sündopfer oder das Schuldopfer von jenem," | |
| ], | |
| [ | |
| "so hat jener, wenn mit Einverständnis, seiner Pflicht genügt, und wenn ohne Einverständnis, seiner Pflicht nicht genügt;", | |
| "wenn das Brandopfer oder das Heilsopfer von jenem, so hat er, ob mit Einverständnis oder ohne Einverständnis, seiner Pflicht genügt. —", | |
| "Šemuél kann dir erwidern: diese Lehre spricht [vom Einverständnisse] bei der Sühne<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Dh. bei der Darbringung.</i>, nachdem er einverstanden war bei der Absonderung, ich aber spreche [vom Einverständnisse] bei der Absonderung.", | |
| "Er streitet somit gegen U͑la, denn U͑la sagte: Sie unterschieden zwischen Sündopfer und Brandopfer nur insofern, als das Sündopfer bei der Absonderung des Einverständnisses benötigt und das Brandopfer bei der Absonderung nicht des Einverständnisses benötigt, bei der Sühne aber genügt er bei beiden seiner Pflicht nur mit Einverständnis, nicht aber ohne Einverständnis.", | |
| "Man wandte ein: [Sagte jemand,] er nehme auf sich das Sündopfer, das Schuldopfer, das Brandopfer oder das Heilsopfer von jenem, so hat jener, wenn mit Einverständnis, seiner Pflicht genügt, und wenn ohne Einverständnis, seiner Pflicht nicht genügt!? —", | |
| "Šemuél bezieht dies auf die Absonderung und U͑la bezieht dies auf die Sühne, R. Papa sagte: Die Lehren widersprechen einander nicht, denn eine spricht [vom Einverständnisse] bei der Sühne und eine [vom Einverständnisse] bei der Absonderung.", | |
| "Sie widersprechen auch nicht den Amoraím, denn Šemuél bezieht die erste auf die Sühne und die andere auf die Absonderung, U͑la aber entgegengesetzt. Die Amoraím aber streiten entschieden. — Selbstverständlich!? —", | |
| "Man könnte glauben, unter ‘bei der Absonderung’, von der Šemuél spricht, sei zu verstehen, auch bei der Absonderung, obgleich die erste [Lehre] dem widerspricht, so lehrt er uns.", | |
| "D<small>ASSELBE BEI</small> E<small>HESCHEIDUNGEN &C</small>. R. Šešeth sagte: Wenn jemand eine Erklärung abgibt hinsichtlich eines Scheidebriefes<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Daß er ihn gezwungen gibt u. er somit ungültig ist.</i>, so ist die Erklärung gültig. — Selbstverständlich!? —", | |
| "In dem Falle, wenn man ihn [nachher] gezwungen und er eingewilligt hat; man könnte glauben, er habe [die Erklärung] aufgehoben, so lehrt er uns.", | |
| "Es sollte doch<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">In unsrer Mišna.</i>heißen: bis er gibt, wenn es aber heißt: bis er sagt, so heißt dies: bis er seine Erklärung widerruft.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> <b>D</b>IE S<small>CHÄTZUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Dh. die Ausbietung gepfändeter Sachen zur Befriedigung der Gläubiger.</i> <small>VON</small> W<small>AISENGUT WÄHRT DREISSIG</small> T<small>AGE, DIE</small> S<small>CHÄTZUNG VON</small> H<small>EILIGENGUT WÄHRT SECHZIG</small> T<small>AGE; DIE</small> A<small>USBIETUNG ERFOLGT MORGENS UND ABENDS</small>.", | |
| "GEMARA. Weshalb morgens und abends? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Beim Fortgehen der Lohnarbeiter und beim Antreten der Lohnarbeiter. Beim Fortgehen der Lohnarbeiter, denn mancher will kaufen und sagt zu den Lohnarbeitern, daß sie gehen und es für ihn besichtigen mögen; beim Antreten der Lohnarbeiter, damit er sich erinnere, was er zu ihnen gesagt hat, und sie frage.", | |
| "Desgleichen wird gelehrt: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage; die Ausbietung erfolgt morgens und abends, beim Fortgehen der Lohnarbeiter und beim Antreten der Lohnarbeiter.", | |
| "Er spreche: Das Feld von N. mit seinen Grenzzeichen und Bäumen ist soviel wert<sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. gut, dh. bringt diesen Ertrag.</i> und mit soviel geschätzt worden; wer es kaufen will, komme und kaufe, um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen. —", | |
| "Wozu braucht er zu sagen: um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen? — Mancher will lieber mit einem Gläubiger zu tun haben, weil er die Geldzahlung erleichtert, und mancher will lieber mit einer Witwe zu tun haben, weil sie auch ratenweise nimmt." | |
| ], | |
| [ | |
| "Die Rabbanan lehrten: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage — so R. Meír. R. Jehuda sagt, die Schätzung von Waisengut währe sechzig Tage und die Schätzung von Heiligengut währte neunzig Tage. Die Weisen sagen, dieses und jenes sechzig Tage.", | |
| "R. Ḥisda sagte im Namen Abimis: Die Halakha ist: die Schätzung von Waisengut währt sechzig Tage. R. Ḥija b. Abin saß und trug diese Lehre vor. Da sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu R. Ḥija b. Abin: Sagtest du sechzig, oder sagtest du dreißig? Dieser erwiderte: Sechzig. — Waisengut oder Heiligengut? Dieser erwiderte: Waisengut. —", | |
| "Nach R. Meír oder nach R. Jehuda? Dieser erwiderte: Nach R. Meír. — R. Meír sagte ja aber dreißig!?", | |
| "Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Ḥisda: Tüchtige Schläge erhielt ich von Abimi wegen dieser Lehre. Erfolgt die Ausbietung ununterbrochen, dann dreißig [Tage],", | |
| "wenn aber am Montag und am Donnerstag, dann sechzig, obgleich es, wenn man die Ausbietungstage zusammenzählt, nur achtzehn sind, denn da es sich hinzieht, erfahren es die Leute.", | |
| "R. Jehuda sagte im Namen R. Ašis: Man greife das Vermögen der Waisen nur dann an, wenn Zinsen daran zehren. Und R. Joḥanan sagte, entweder wegen eines Schuldscheines mit Zinsen, oder wegen der Morgengabe einer Frau, wegen ihres Unterhaltes<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Den die Witwe bis zur Auszahlung ihrer Morgengabe zu erhalten hat. Bei allen andren Forderungen haben die Gläubiger bis zur Großjährigkeit derselben zu warten.</i>. —", | |
| "Weshalb sagt R. Asi nicht, wegen der Morgengabe einer Frau? — Die Weisen haben ihm ja ihrer Hände Arbeit zugesprochen<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Die nun den Waisen gehört, sodaß sie keinen Schaden erleiden.</i>. — Und der andre!? — Oft reicht sie nicht. —", | |
| "Wir haben gelernt: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage, und die Ausbietung erfolgt morgens und abends. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es ein nichtjüdischer Gläubiger ist, so gehorcht er ja nicht<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Er achtet nicht auf die Ausbietungstage.</i>, doch wohl ein jisraélitischer Gläubiger, und wenn ferner Zinsen daran zehren, so läßt man es ja nicht zu, doch wohl, wenn keine Zinsen daran zehren, und er lehrt, daß man angreife.", | |
| "Allerdings kann R. Joḥanan es auf die Morgengabe einer Frau beziehen, gegen R. Asi aber ist dies ja ein Einwand!? — R. Asi kann dir erwidern: stimmt es denn nach R. Joḥanan: wieso lassen wir den Unterhalt, wodurch sie entschieden Schaden erleiden, und verlassen uns auf die Ausbietung, von der wir nicht wissen, ob sie dadurch gewinnen oder nicht!? —", | |
| "Dies ist kein Einwand; wenn sie ihre Morgengabe durch das Gericht einfordert. Dies nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Fordert sie ihre Morgengabe durch das Gericht ein, so erhält sie keinen Unterhalt. —", | |
| "Demnach braucht man sich ja mit ihr nicht zu befassen<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Güter der Waisen zu verkaufen; sie kann warten.</i>!? — Vielmehr, da man sich mit ihr vorher befaßt hat, befaßte man sich mit ihr auch nachher<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Sie hat durch das Gericht ihren Unterhalt eingebüßt, u. das Gericht muß ihr zu ihrer Morgengabe verhelfen.</i>. —", | |
| "Aber immerhin ist dies ja ein Einwand gegen R. Asi!? — Tatsächlich gilt dies von einem nichtjüdischen Gläubiger, wenn er aber auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. —", | |
| "Demnach sollte er auch keine Zinsen nehmen!? — Wenn er das eine auf sich genommen hat, das andre aber nicht auf sich genommen hat. —", | |
| "Komm und höre: Von Gütern der Waisen kann man nur Schlechtes<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Für eine Forderung. Der T. teilt den Landbesitz in 3 Klassen, u. ein Gläubiger hat sonst auf Mittelmäßiges Anspruch; cf. Git. Fol. 48b et Bq. Fol. 7b.</i>einfordern. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es ein nichtjüdischer Gläubiger ist, so gehorcht er ja nicht, doch wohl ein jisraélitischer Gläubiger; und wenn ferner Zinsen daran zehren, so läßt man es ja nicht zu, doch wohl, wenn keine Zinsen daran zehren, und er lehrt, daß man sich damit<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Verkaufe der Güter von Waisen.</i> befasse.", | |
| "Allerdings kann R. Joḥanan es auf die Morgengabe einer Frau beziehen, gegen R. Asi ist dies ja aber ein Einwand? — R. Asi kann dir erwidern: stimmt es denn nach R. Joḥanan: wenn es sich um die Morgengabe handelt, so gilt dies ja nicht nur von Waisen, auch von ihm selber hat sie ja nur Schlechtes zu beanspruchen? —", | |
| "Das ist kein Einwand, dies nach R. Meír, welcher sagt, die Morgengabe sei vom Mittelmäßigen einzufordern, von Waisen aber vom Schlechten.", | |
| "Gegen R. Asi aber ist dies ja ein Einwand!? — Tatsächlich gilt dies von einem nichtjüdischen Gläubiger, wenn er aber auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. — Demnach sollte er auch keine Zinsen nehmen!? — Wenn er das eine auf sich genommen hat, das andre aber nicht auf sich genommen hat. —", | |
| "Komm und höre: Um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen. Allerdings dem Gläubiger seine Schuld, nach dem einen und nach dem anderen, wie wir erklärt<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wenn es ein nichtjüdischer Gläubiger ist.</i>haben,", | |
| "hinsichtlich der Morgengabe aber stimmt dies zwar nach R. Joḥanan, gegen R. Asi aber ist dies ja ein Einwand!? —", | |
| "Hier handelt es sich um den Fall, wenn der Schuldner dem zugestimmt<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Vor seinem Tode.</i>hat. — Da du nun darauf gekommen bist, so sind auch all jene [Lehren] zu erklären, wenn der Schuldner dem zugestimmt hat.", | |
| "Meremar ließ die Morgengabe einer Geschiedenen von Waisengütern einfordern; da sprach Rabina zu Amemar: R. Jehuda sagte ja im Namen R. Asis, man greife das Vermögen von Waisen nur dann an, wenn Zinsen daran zehren, und R. Joḥanan sagte, entweder wegen eines Schuldscheines mit Zinsen, oder wegen der Morgengabe einer Frau, wegen des Unterhaltes.", | |
| "Und auch R. Joḥanan sagte es nur von einer Witwe, weil sie durch den Unterhalt<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Den die Waisen an die Witwe bis zur Auszahlung der Morgengabe zu zahlen haben.</i>Schaden erleiden, nicht aber von einer Geschiedenen.", | |
| "Dieser erwiderte: Wir erklärten die Lehre R. Joḥanans: wegen der Gunstbezeugung<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Gegen die Frau, sodaß auch die Geschiedene Unterhalt erhält.</i>.", | |
| "R. Naḥman sagte: Früher ließ ich Waisengüter unangetastet, nachdem ich aber gehört habe, was unser Genösse Hona im Namen Rabhs sagte, daß nämlich Waisen, die Fremdes verzehren, dem folgen mögen, der sie zurückgelassen hat, halte ich mich auch an solche. —", | |
| "Weshalb nicht vorher? R. Papa erwiderte: Die Bezahlung des Gläubigers ist ein Gebot<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Dh. eine religiöse Pflicht.</i>, und Waisen sind zur Ausübung von Geboten nicht angehalten. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Er hat ihm<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Der Schuldner dem Gläubiger, als Sicherheit für seine Schuld.</i>vielleicht Vermögensstücke eingehändigt. —", | |
| "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Schuldner<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Daß der Gläubiger von ihm nichts erhalten hat.</i>es zugegeben hat. Oder auch, wenn man ihn in den Bann getan<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Wegen Nichtbefolgung des Urteils, die Schuld zu bezahlen.</i>hat, und er im Banne gestorben ist.", | |
| "Von dort<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Aus Palästina.</i>ließen sie sagen: Wenn man ihn in den Bann getan hat und er im Barme gestorben ist. Die Halakha ist wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Hat man ihn nicht in den Bann getan, so ist zu berücksichtigen, er kann ihm Vermögensstücke übergeben haben.</i>. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Wir haben gelernt: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage; die Ausbietung erfolgt morgens und abends. Von wem wird hier gesprochen: wollte man sagen, von einem nichtjüdischen Gläubiger, so gehorcht er ja nicht, doch wohl von einem jisraélitischen Gläubiger;", | |
| "allerdings kann R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, es auf den Fall beziehen, wenn der Schuldner<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Daß der Gläubiger von ihm nichts erhalten hat.</i>es zugegeben hat; gegen R. Papa aber ist dies ja ein Einwand!? —", | |
| "R. Papa kann dir erwidern: wenn du willst, sage ich, dies gelte von der Morgengabe, wegen der Gunstbezeugung<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Gegen die Frau, sodaß auch die Geschiedene Unterhalt erhält.</i>, und wenn du willst, sage ich, dies gelte von einem nichtjüdischen Gläubiger, der auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. —", | |
| "Wenn er es auf sich genommen hat, so warte er doch, bis sie erwachen sind!? — Wenn er das eine auf sich genommen hat, das andere aber nicht auf sich genommen hat. —", | |
| "Komm und höre: Um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen. In welchem Falle: ist es ein nichtjüdischer Gläubiger, so gehorcht er ja nicht, doch wohl ein jisraélitischer Gläubiger;", | |
| "allerdings kann R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, es auf den Fall beziehen, wenn der Schuldner es zugibt, R. Papa aber kann zwar hinsichtlich der Morgengabe erklären, wegen der Gunstbezeugung, vom Gläubiger aber ist ja gegen ihn ein Einwand zu erheben!? —", | |
| "Tatsächlich gilt dies von einem nichtjüdischen Gläubiger, wenn er auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. — Wenn er es auf sich genommen hat, so warte er doch, bis sie erwachsen sind!? — Wenn er auf sich das eine genommen hat, das andere aber nicht auf sich genommen hat.", | |
| "Raba erklärte: Wegen einer etwaigen Quittung<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Die der Vater vielleicht hatte, die die Waisen aber nicht finden.</i>. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Berücksichtigen wir denn [das Vorhandensein] einer Quittung, wir haben ja gelernt: Die sich [ihre Morgengabe in ihres Ehemannes] Abwesenheit auszahlen läßt, erhält sie nur gegen Eid.", | |
| "Hierzu sagte R. Aḥa der Burgfürst: Einst kam ein solcher Fall vor R. Jiçḥaq den Schmied in Antiochien, und er entschied, dies gelte nur von der Morgengabe der Frau, wegen der Gunstbezeugung, nicht aber von einem Gläubiger. Rabba aber sagte im Namen R. Naḥmans, dies gelte auch von einem Gläubiger.", | |
| "Wenn man nun [das Vorhandensein] einer Quittung berücksichtigt, so sollte man dies auch da berücksichtigen!? Dieser erwiderte: Da aus dem Grunde, der angegeben wird: damit nicht einer das Geld eines andren nehme und sich in einem überseeischen Lande niederlasse.", | |
| "Raba sagte: Die Halakha ist, man nehme Güter der Waisen nicht weg; hat aber [der Vater] ‘gebt’<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Daß man dem Gläubiger die Schuld bezahle.</i> gesagt, so nehme man weg. [Sagte er:] ‘dieses Feld’ oder ‘diese Mine’<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Gebe man dem Gläubiger.</i>, so nehme man weg, und man bestelle [für die Waisen] keinen Vormund<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Der hierbei ihre Interessen wahrnimmt.</i>. [Sagte er aber] schlechthin ‘ein Feld’, oder schlechthin ‘eine Mine’, so nehme man weg, und man bestelle ihnen einen Vormund.", | |
| "Die Nehardeẻnser sagten: In all diesen Fällen nehme man weg, und bestelle ihnen einen Vormund, ausgenommen der Fall, wenn es sich herausstellt, daß das Feld nicht ihm gehörte, denn wir halten die Zeugen<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Die bekunden, daß das Feld gar nicht dem Vater gehörte.</i>nicht für lügenhaft.", | |
| "R. Aši sagte: Man nehme daher nicht weg, denn Raba sagte, die Halakha sei, man nehme nicht weg. Hat man weggenommen, so bestelle man ihnen einen Vormund, denn die Nehardeẻnser sagten, in all diesen Fällen nehme man weg und bestelle ihnen einen Vormund, außer in dem Falle, wenn es sich herausstellt, daß das Feld nicht ihm gehörte, denn wir halten die Zeugen nicht für lügenhaft." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,2</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINE</small> G<small>ÜTER DEM</small> H<small>EILIGTUME GEWEIHT UND EU DIE</small> M<small>ORGENGABE EINER</small> F<small>RAU</small> [<small>ZU BEZAHLEN</small>] <small>HAT, SO MUSS ER, WIE</small> R. E<small>LIE͑ZER SAGT, WENN ER SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SICH DEN</small> G<small>ENUSS VON IHR ABGELOBEN</small><sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Weil er sie vielleicht ihre Morgengabe vom Heiligtume einfordern lassen u. sie wieder heiraten will.</i>. R. J<small>EHOŠUA͑ SAGT, ER BRAUCHE DIES NICHT</small>. D<small>ESGLEICHEN SAGTE AUCH</small> R. Š<small>IMO͑N B. GAMLIEL, WENN JEMAND EINER</small> <small>FRAU FÜR IHRE</small> M<small>ORGENGABE GEBÜRGT HAT, UND IHR</small> M<small>ANN SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SO MUSS ER SICH JEDEN</small> G<small>ENUSS VON IHR ABGELOBEN, DENN SIE KÖNNTEN SONST EINE FRAUDULÖSE</small> A<small>BMACHUNG ÜBER DAS</small> V<small>ERMÖGEN VON JENEN TREFFEN</small><sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Die Morgengabe von jenem einfordern.</i><small>UND ER SEINE</small> F<small>RAU WIEDER HEIRATEN</small>.", | |
| "GEMARA. Worin besteht ihr Streit? — R. Elie͑zer ist der Ansicht, man treffe eine fraudulöse Abmachung gegen das Vermögen des Heiligtumes, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man treffe keine fraudulöse Abmachung gegen das Vermögen des Heiligtumes. —", | |
| "R. Hona sagte, wenn ein Sterbender sein ganzes Vermögen dem Heiligtume geweiht hat und darauf sagt, jener habe bei ihm eine Mine, sei er glaubhaft, weil es als feststehend gilt, daß niemand eine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím streiten!? —", | |
| "Nein, sie streiten über einen Gesunden, über einen Sterbenden aber stimmen alle überein, daß man keine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe, denn niemand sündigt, ohne selber etwas davon zu haben.", | |
| "Manche lesen: Über einen Gesunden stimmen alle überein, daß man eine fraudulöse Abmachung<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">So richtiger nach Handschriften.</i>gegen das Heiligtum treffe, hier aber streiten sie über das öffentlich abgelegte Gelübde; einer ist der Ansicht, es gebe dafür eine Auflösung, und einer ist der Ansicht, es gebe dafür keine Auflösung. —", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich, alle sind der Ansicht, für ein öffentlich abgelegtes Gelübde gebe es eine Auflösung, und hier streiten sie über ein im Sinne der Öffentlichkeit abgelegtes Gelübde. —", | |
| "Amemar sagte, für ein öffentlich abgelegtes Gelübde gebe es eine Auflösung, für ein im Sinne der Öffentlichkeit abgelegtes gebe es keine Auflösung; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím streiten!? Und wieso heißt es ferner: R. Jehošua͑ sagt, er brauche es nicht, es sollte doch heißen: es nütze nicht<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Weil es aufgelöst werden kann.</i>!? —", | |
| "Vielmehr, hier streiten sie über das Nachsuchen<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Gelehrten um Auflösung des Gelübdes, wenn man einen Grund zur Reue hat.</i> beim Heiligen.", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand seine Güter dem Heiligtume geweiht und die Morgengabe einer Frau [zu bezahlen] hat, so muß er, wie R. Elie͑zer sagt, wenn er sich von ihr scheiden läßt, sich den Genuß von ihr abgeloben. R. Jehošua͑ sagt, er brauche dies nicht. Hierzu sagte R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Diese sind die Worte der Schule Šammajs und jene sind die Worte der Schule Hillels.", | |
| "Die Schule Šammajs sagt nämlich, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, und die Schule Hillels sagt, die irrtümliche Heiligung gelte nicht als Heiligung<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Nach der einen Ansicht kann man nicht um Auflösung nachsuchen, nach der andren Ansicht kann man, wenn die Heiligung auf eiern Irrtum beruht, um Auflösung nachsuchen.</i>.", | |
| "D<small>ESGLEICHEN SAGTE AUCH</small> R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIEL &C</small>. Moše b. Açri war Bürge für [die Morgengabe] seiner Schwiegertochter, und sein Sohn R. Hona war Gelehrtenjünger, und es ging ihm schlecht. Da sprach Abajje: Ist denn niemand da, der R. Hona den Rat erteilen könnte, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, sie dann ihre Morgengabe von seinem Vater einfordern zu lassen, und sie nachher wieder zu heiraten?", | |
| "Raba sprach zu ihm: Wir haben ja gelernt, er müsse sich dann jeden Genuß von ihr abgeloben. — Und Abajje!? — Läßt sich denn jeder, der sich scheiden läßt, vor Gericht<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Erfolgt die Scheidung nicht vor Gericht, so ist niemand da, der ihn zum Gelöbnis zwingt.</i>scheiden!? Später stellte es sich heraus, daß er Priester war<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Der keine Geschiedene heiraten darf.</i>. Da sprach Abajje: Dem Armen folgt das Elend. —", | |
| "Kann Abajje dies<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Daß man ihm einen solchen Rat erteile.</i>denn gesagt haben, Abajje sagte ja, ein schlauer Bösewicht sei derjenige, der den Rat erteilt, Güter<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Die jemand einem hinterlassen hat, mit der Bestimmung, daß sie nach seinem Tode einem andren zufallen sollen.</i>zu verkaufen, nach R. [Šimo͑n b.] Gamliél<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Nach dem der Verkauf gültig ist; cf. Ket. Fol. 95b.</i>!? —", | |
| "Anders verhält es sich bei einem eigenen Sohne, und anders verhält es sich bei einem Gelehrtenjünger. —", | |
| "Aber es sollte ja der Umstand entscheidend sein, daß der Bürge einer Morgengabe nicht haftbar<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Der Grund wird weiter angegeben.</i>sei!? —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Er war Schuldübernehmer<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Er eignete ihr gleich diesen Betrag von seinem Vermögen zu; in diesem Falle ist man auch für die Morgengabe haftbar.</i>. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, bei einer Schuldübernahme sei er haftbar, auch wenn der Schuldner kein Vermögen hat, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, er sei haftbar, wenn dieser solches hat, aber nicht haftbar, wenn dieser keines hat!? —", | |
| "Wenn du willst, sage ich: R. Hona hatte solches, und es war zerstört worden, und wenn du willst, sage ich: ein Vater für seinen Sohn verbürgt<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Auch wenn dieser kein Vermögen hat.</i>sich.", | |
| "Es wurde nämlich gelehrt: Bei der Bürgschaft für die Morgengabe ist er<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Der die Bürgschaft übernommen hat.</i>nach aller Ansicht nicht haftbar, bei der Schuldübernahme einem Gläubiger gegenüber ist er nach aller Ansicht haftbar, und sie streiten nur über die Bürgschaft einem Gläubiger gegenüber und die Schuldübernahme für die Morgengabe; einer ist der Ansicht, er sei nur dann haftbar, wenn der Schuldner Vermögen hat, und nicht haftbar, wenn er keines hat, und einer ist der Ansicht, er sei haftbar, auch wenn er keines hat.", | |
| "Die Halakha ist: er ist in allen Fällen haftbar, auch wenn dieser keines hat, ausgenommen der Bürge für die Morgengabe, der nicht haftbar ist, auch wenn dieser solches hat. — Aus welchem Grunde? — Er hat nur eine gottgefällige Handlung<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Er hat ihm die Verheiratung ermöglicht.</i> ausgeübt und ihr nichts abgenommen<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Bei einem Darlehen dagegen veranlaßt der Bürge den Gläubiger, einen Geldbetrag herzugeben.</i>.", | |
| "Einst verkaufte jemand seine Güter und ließ sich von seiner Frau scheiden. Da ließ R. Joseph, der Sohn Rabas, R. Papa fragen: Vom Bürgen wird es gelehrt, vom Heiligen wird es gelehrt, wie verhält es sich bei einem Käufer? Dieser ließ ihm erwidern: Sollte der Autor wie ein Hausierer alles aufzählen<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Wenn dies von jenen gilt, so gilt dies auch von diesem.</i>!?", | |
| "Die Nehardee͑nser aber sagten: Was gelehrt worden ist, ist gelehrt worden, und was nicht gelehrt worden ist, ist nicht gelehrt worden. R. Mešaršeja sagte: Folgendes ist der Grund der Nehardee͑nser: allerdings beim Heiligen, wegen des Gewinnes des Heiligtums, ebenso beim Bürgen, denn er hat ein Gebot ausgeübt und ihr nichts abgenommen,", | |
| "weshalb aber [die Rücksicht] auf den Käufer? Merke, er wußte ja, daß jener mit einer Morgengabe belastet ist, warum kaufte er es? Er hat sich also selber den Schaden zugefügt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINE</small> G<small>ÜTER DEM</small> H<small>EILIGTUME GEWEIHT UND SEINER</small> F<small>RAU DIE</small> M<small>ORGENGABE ODER EINEN</small> G<small>LÄUBIGER</small> [<small>ZU BEZAHLEN</small>] <small>HAT, SO KANN DIE</small> F<small>RAU IHRE</small> M<small>ORGENGABE NICHT VOM</small> H<small>EILIGEN EINFORDERN, AUCH NICHT DER</small> G<small>LÄUBIGER SEINE</small> S<small>CHULD, VIELMEHR LÖST DER</small> A<small>USLÖSENDE ES UNTER DER</small> B<small>EDINGUNG AUS, DER</small> F<small>RAU IHRE MORGENGABE UND DEM</small> G<small>LÄUBIGER SEINE</small> S<small>CHULD ZU BEZAHLEN.</small> H<small>AT JEMAND DEM</small> H<small>EILIGTUME NEUNZIG</small> M<small>INEN GEWEIHT, WÄHREND SEINE</small> S<small>CHULD HUNDERT</small> M<small>INEN BETRÄGT, SO FÜGE ER</small><sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Der Gläubiger, leihweise.</i><small>NOCH EINEN</small> D<small>ENAR HINZU UND LÖSE</small> [<small>DAMIT</small>] <small>DIESE</small> G<small>ÜTER AUS, UNTER DER</small> B<small>EDINGUNG, DER</small> F<small>RAU IHRE</small> M<small>ORGENGABE ODER DEM</small> G<small>LÄUBIGER SEINE</small> S<small>CHULD ZU BEZAHLEN</small>.", | |
| "GEMARA. Wozu sagt er: löst der Auslösende<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Wenn die Heiligung sich nicht auf das erstreckt, was nicht ihm gehört, so ist ja die Auslösung nicht nötig.</i>es aus? — Wegen einer Lehre R. Abahus, denn R. Abahu sagte: Damit man nicht sage, Heiliges werde ohne Auslösung profan. —", | |
| "Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: entspricht seine Schuld dem Heiligen, so löse er es aus,", | |
| "wenn aber nicht, so löse er es nicht aus<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Ist die Schuld größer, so hat er sich überhaupt nicht auf die Güter gestützt.</i>. — Wieviel nach den Rabbanan? R. Hona b. Jehuda erwiderte im Namen des R. Šešeth: Bis zur Hälfte.", | |
| "<sup>iii</sup> <b>O</b><small>BGLEICH SIE GESAGT HABEN, DASS MAN</small> S<small>CHULDNER VON</small> S<small>CHÄTZGELÜBDEN PFÄNDE, SO LASSE MAN IHM DENNOCH</small> U<small>NTERHALT FÜR DREISSIG</small> T<small>AGE,</small> K<small>LEIDUNG FÜR ZWÖLF</small> M<small>ONATE, EIN HERGERICHTETES</small> B<small>ETT,</small> S<small>ANDALEN UND</small> T<small>EPHILLIN</small>; <small>FÜR IHN, NICHT ABER FÜR SEINE</small> F<small>RAU UND NICHT FÜR SEINE</small> K<small>INDER.</small>", | |
| "I<small>ST ER</small> H<small>ANDWERKER, SO LASSE MAN IHM ZWEI</small> H<small>ANDWERKSGERÄTE VON JEDER</small> S<small>ORTE.</small> E<small>INEM</small> Z<small>IMMERMANN LASSE MAN ZWEI</small> H<small>OBEL UND ZWEI</small> S<small>ÄGEN</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGTE:</small> I<small>ST ER</small> B<small>AUER, SO LASSE MAN IHM SEIN</small> G<small>ESPANN, IST ER</small> E<small>SELTREIBER, SO LASSE MAN IHM SEINEN</small> E<small>SEL.</small>", | |
| "<sup>iv</sup> H<small>AT ER VON EINER</small> S<small>ORTE MEHR UND VON EINER</small> S<small>ORTE WENIGER, SO ERLAUBE MAN IHM NICHT ZU VERKAUFEN, VON DER ER MEHR HAT, UM ZU KAUFEN, VON DER ER WENIGER HAT, VIELMEHR LASSE MAN IHM ZWEI, VON DER ER MEHR HAT, UND ALLES, VON DER ER WENIGER HAT</small>. W<small>ENN JEMAND</small> [<small>ALL</small>] <small>SEINE</small> G<small>ÜTER DEM</small> H<small>EILIGTUME GEWEIHT HAT, SO VERSTEIGERE MAN SOGAR SEINE TEPHILLIN</small>.", | |
| "GEMARA. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:" | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,8.</i><i>wenn er zu arm ist für diese</i><sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. von dieser Schätzung; von dieser lasse man ihm zum Leben zu nick.</i><i>Schätzung</i>, man lasse ihm zum Lehen von dieser Schätzung.", | |
| "N<small>ICHT ABER FÜR SEINE</small> F<small>RAU UND NICHT FÜR SEINE</small> K<small>INDER &C</small>. Aus welchem Grunde? — <i>Er</i><sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Aus diesen Worten wird oben gefolgert, daß man ihm zum Leben zurücklasse.</i><i>für diese Schätzung</i>, nicht aber seine Frau und seine Kinder für diese Schätzung.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGTE:</small> I<small>ST ER</small> B<small>AUER, SO LASSE MAN IHM SEIN</small> G<small>ESPANN &C</small>. Und die Rabbanan!? — Dieses ist kein Handwerksgerät, sondern Vermögen.", | |
| "H<small>AT ER VON EINER</small> S<small>ORTE &C</small>. Selbstverständlich, was ihm bisher gereicht hat, muß ihm ja auch weiter reichen!?", | |
| "Man könnte glauben, bisher wohl, da andere ihm liehen, weil er auch verleihen konnte, jetzt aber nicht, weil niemand ihm mehr leiht, so lehrt er uns.", | |
| "W<small>ENN JEMAND</small> [<small>ALL</small>] <small>SEINE</small> G<small>ÜTER DEM</small> H<small>EILIGTUME GEWEIHT HAT, SO VERSTEIGERE MAN SOGAR SEINE</small> T<small>EPHILLIN</small>. Einst verkaufte jemand all seine Güter, und als er vor R. Jemar kam, sprach er zu ihnen: Nehmet ihm seine Tephillin weg. — Was lehrt er uns da, dies lehrte ja die Mišna: wenn jemand seine Güter dem Heiligtume geweiht hat, so versteigere man sogar seine Tephillin!? —", | |
| "Man könnte glauben, nur da, weil er denkt, er übe damit eine gottgefällige Handlung aus, beim Verkaufe aber verkaufe man nicht das, womit man ein Gebot<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. das Gebot an seinem Körper, dh. die Tephillin, die man am Körper anhat.</i>ausübt, so lehrt er uns.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> <b>E</b><small>INERLEI OB JEMAND SEINE</small> G<small>ÜTER DEM</small> H<small>EILIGTUME GEWEIHT ODER EIN</small> S<small>CHÄTZGELÜBDE GELOBT HAT, ER</small><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Der Schatzmeister des Heiligtums.</i><small>HAT KEIN</small> A<small>NRECHT AUF DIE</small> K<small>LEIDER SEINER</small> F<small>RAU, AUCH NICHT AUF DIE</small> K<small>LEIDER SEINER</small> K<small>INDER, NICHT AUF DIE FÜR SIE GEFÄRBTEN</small> [S<small>TOFFE</small>] <small>UND NICHT AUF DIE NEUEN FÜR SIE GEKAUFTEN</small> S<small>ANDALEN</small><sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Obgleich sie sie noch garnicht angehabt haben.</i><small>.</small>", | |
| "O<small>BGLEICH SIE GESAGT HABEN,</small> S<small>KLAVEN SEIEN IN IHRER</small> K<small>LEIDUNG ZU VERKAUFEN, WEIL DIES VORTEILHAFT IST, DENN WENN MAN IHM EIN</small> K<small>LEID FÜR DREISSIG</small> D<small>ENAR KAUFT, WIRD ER UM EINE</small> M<small>INE MEHR BEWERTET, EBENSO IST EINE</small> K<small>UH, WENN MAN MIT IHR</small><sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Verkaufe derselben.</i><small>AUF DEN</small> V<small>IEHMARKT WARTET, MEHR WERT, UND EBENSO IST EINE</small> P<small>ERLE, WENN MAN SIE NACH EINER</small> G<small>ROSSTADT BRINGT, MEHR WERT, SO HAT DAS</small> H<small>EILIGTUM DENNOCH</small> [A<small>NSPRUCH NUR AUF DEN</small> W<small>ERT</small>] <small>AM</small> O<small>RTE UND ZUR</small> Z<small>EIT</small><sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">In der es in den Besitz des Heiligtumes gelangt.</i>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,23.</i><i>Und er gebe die Schätzung an diesem Tage</i>; man halte nicht zurück eine Perle für den Minderbemittelten<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Wenn ein Armer ein Schätzgelübde schuldet, jedoch eine Perle besitzt, die, wenn man mit dem Verkaufe wartet od. sie nach einer Großstadt bringt, einen höheren Erlös bringen würde, so richte man sich nach dem gegenwärtigen Werte im betreffenden Orte.</i>. <i>Heilig für den Herrn</i>. Heiligungen schlechthin sind für den Tempelreparaturfonds zu verwenden.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,1</sup> <b>M</b>AN <small>HEILIGE NICHT</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Ein Erbbesitzfeld, das im Jobeljahre auszulösen ist; cf. Lev. 27,16ff.</i> <small>WENIGER ALS ZWEI</small> J<small>AHRE VOR DEM</small> J<small>OBELJAHRE, UND MAN LÖSE NICHT AUS WENIGER ALS EIN</small> J<small>AHR NACH DEM</small> J<small>OBELJAHRE</small>. M<small>AN RECHNE DEM</small> H<small>EILIGTUME NICHT DIE</small> [<small>EINZELNEN</small>] M<small>ONATE</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Vor dem ersten Jahre der Heiligung, bei der Auslösung im Jobeljahre.</i> <small>AN, WOHL ABER KANN DAS</small> H<small>EILIGTUM DIE</small> [<small>EINZELNEN</small>] M<small>ONATE ANRECHNEN</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Zu seinem Vorteil; wird weiter erklärt.</i>.", | |
| "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man heilige sowohl vor dem Jobeljahre, als auch nach dem Jobeljahre, im Jobeljahre selber aber heilige man nicht; hat man geheiligt, so ist die Heiligung ungültig!? —", | |
| "Rabh und Šemuél erklären beide, man kann nicht heiligen und mit einem Abzuge<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Nach der Schrift sind bei der Auslösung eines Feldes für den Jobelzyklus 50 Sela͑ für die Korfläche zu zahlen u. die vom Jobelzyklus fehlenden Jahre sind in Abzug zu bringen; da die Schrift die Mehrzahl ‘Jahre’ gebraucht, so hat, wenn es keine vollen 2 Jahre sind, hierbei das Gesetz vom Abzuge keine Geltung u. der Auslösende hat den Betrag für den ganzen Jobelzyklus zu zahlen.</i> auslösen, wenn es weniger als zwei Jahre sind, und da man nicht heiligen und mit einem Abzuge auslösen kann, wenn es weniger als zwei Jahre sind, so schone jeder seine Güter und heilige sie nicht, wenn es keine zwei Jahre sind.", | |
| "Es wurde gelehrt: Heiligt jemand sein Feld im Jobeljahre selbst, so ist es, wie Rabh sagt, heilig, und er zahle<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Bei der Auslösung; vgl. Anm. 4.</i> fünfzig [Šeqel], und wie Šemuél sagt, überhaupt nicht heilig.", | |
| "R. Joseph wandte ein: Erklärlich ist es, daß Šemuél gegen Rabh über den Verkauf<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Eines Feldes an einen Gemeinen, das ebenfalls im Jobeljahre auszulösen ist (cf. Lev. 25,8ff.); hierüber weiter Fol. 29b.</i> streitet, denn es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das bereits verkaufte [Feld im Jobeljahre] zurückgeht<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">An den Verkäufer.</i>, um wieviel weniger kann das noch nicht verkaufte verkauft werden,", | |
| "aber ist denn hierbei vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, es wird ja gelehrt, wenn das Jobeljahr heranreicht und es nicht ausgelöst wird, nehmen die Priester es in Besitz und zahlen den Wert<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Es gelangt also ohne Auslösung nicht aus dem Besitze des Heiligtumes.</i> — so R. Jehuda!? —", | |
| "Šemuél ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, sie nehmen es in Besitz und zahlen nichts." | |
| ], | |
| [ | |
| "Rabh aber ist der Ansicht, immerhin gelangt es nicht zurück zum Eigentümer; es gelangt zu den Priestern, und die Priester erhalten es vom Tische des Höchsten. —", | |
| "Was ist der Grund Rabhs? — Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,17.</i><i>und wenn vom Jobeljahre ab</i>, das Jobeljahr ist einbegriffen. —", | |
| "Und Šemuél!? — Heißt es etwa: wenn im Jobeljahre, es heißt ja: <i>wenn vom Jobeljahre</i>, vom Jahre nach dem Jobeljahre ab. —", | |
| "Erklärlich ist es nach Rabh, daß es heißt: <i>wenn vom Jobeljahre</i>, und:<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 18.</i><i>wenn nach dem Jobeljahre</i>, was aber heißt nach Šemuél: <i>wenn nach dem Jobeljahre</i><sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Auch der vorangehende Schriftvers gilt ja nach dem Jobeljahre.</i>!? — Nach nach<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Im 2. Jahre; erst dann beginnt die Bestimmung vom Abzuge, nicht aber im 1. Jahre nach dem Jobeljahre.</i>. —", | |
| "Man wandte ein: Man heilige sowohl vor dem Jobeljahre als auch nach dem Jobeljahre, im Jobeljahre selber aber heilige man nicht; hat man geheiligt, so ist die Heiligung ungültig!? — Rabh kann dir erwidern: es erfolgt keine Heiligung mit einem Abzuge, wohl aber ist es heilig, und er zahle<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Bei der Auslösung.</i>fünfzig [Šeqel]. —", | |
| "Demnach ist es vor dem Jobeljahre heilig und mit einem Abzuge auszulösen, dagegen sagen ja Rabh und Šemuél beide, man könne nicht unter zwei Jahren heiligen und mit einem Abzuge auslösen!? —", | |
| "Rabh kann dir erwidern: hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während ich der Ansicht Rabbis bin; dieser sagt:<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,15; dieser Schriftvers spricht von den Tagen des Pesaḥfestes; cf. supra Fol. 18a.</i><i>ersten</i>, und der erste ist einbegriffen,<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Ex. 12,15; dieser Schriftvers spricht von den Tagen des Pesaḥfestes; cf. supra Fol. 18a.</i><i>siebenten</i>, und der siebente ist einbegriffen, ebenso auch hierbei: <i>im [Jobeljahre]</i>, und das Jobeljahr ist einbegriffen. —", | |
| "Welches Bewenden hat es, wenn Rabbi so auslegt, mit dem Pondion<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Der Auslösende hat zum Sela͑ für das Jahr noch ein Pondion (<sup>1</sup>/<sub>48</sub> eines Sela͑) hinzuzufügen, weil angenommen wird, die Schrift spreche vom 2. Jahre, wonach für 48 Jahre 50 Sela͑ zu zahlen sind; nach dieser Auslegung spricht die Schrift vom Jobeljahre, sodaß genau ein Sela͑ für des Jahr zu zahlen ist.</i>!?", | |
| "Wolltest du erwidern, er halte nichts davon, so wird ja gelehrt: [Über den Fall], wenn er [das Feld] zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre geheiligt hat, sagte Rabbi: Ich sage, er müsse einen Sela͑ und ein Pondion zahlen!? — Rabbi ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und nach unten gezählt<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Es ist letztes des allen u. erstes des neuen Jobelzyklus, sodaß es in diesem selber nur 49 Jahre sind.</i>. —", | |
| "Nach Šemuél<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Welcher sagt, nach Rabbi sei das Jobeljahr nicht einbegriffen, wonach 50 für 49 Jahre zu zahlen sind.</i>muß man also sagen, Rabbi sei der Ansicht der Rabbanan, denn wenn der des R. Jehuda, müßte es ja heißen: einen Sela͑ und zwei<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Da es nur 48 Jahre sind.</i>Pondion. Nach Šemuél ist Rabbi also notgedrungen der Ansicht der Rabbanan. —", | |
| "Komm und höre: Und man löse nicht aus weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre. Erklärlich ist es nach Šemuél, daß man nicht weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre auslöse, wieso aber nach Rabh [nicht weniger] als ein Jahr nach dem Jobeljahre!? —", | |
| "Du glaubst wohl, ‘nach dem Jobeljahre’ sei wörtlich zu verstehen, ‘nach dem Jobeljahre’ heißt" | |
| ], | |
| [ | |
| "in der Mitte des Jobelzyklus; solange das Jahr nicht voll ist, ist nichts abzuziehen<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Auch für das unvollständige Kalenderjahr ist der volle Betrag von einem Sela͑ und einem Pondion zu zahlen.</i>. —", | |
| "Er lehrt uns also, daß man dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht anrechne, und dies lehrt er ja ausdrücklich: man rechne dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht an!? — Er gibt den Grund an: man löse weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre deshalb nicht aus, weil man dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht anrechne.", | |
| "M<small>AN RECHNE DIE</small> [<small>EINZELNEN</small>] M<small>ONATE NICHT AN &C</small>. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht anrechne? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,18.</i><i>so berechne ihm der Priester das Geld nach Verhältnis der Jahre, die noch übrig bleiben</i>; man rechne die Jahre, man rechne aber nicht die Monate.", | |
| "Woher, daß man, wenn man die Monate zu einem Jahre zusammenrechnen will, dies tue, in dem Falle, wenn man es in der Mitte des achtundvierzigsten<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Wenn man die verstrichenen Monate dieses Jahres als volles Jahr rechnet, so bleiben keine 2 Jahre zurück, die bei der Heiligung erforderlich sind.</i>geheiligt hat?", | |
| "Es heißt: <i>so berechne ihm der Priester</i>, in jedem Falle.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i,2</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND ZUR</small> Z<small>EIT DES</small> J<small>OBELGESETZES</small><sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Wenn dieses Geltung hat.</i><small>SEIN</small> F<small>ELD HEILIGT, SO ZAHLE ER FÜR DIE</small> A<small>USSAATFLÄCHE EINES</small> Ḥ<small>OMERS</small> G<small>ERSTE FÜNFZIG</small> S<small>ILBERŠEQEL</small>. S<small>IND DA ZEHN</small> H<small>ANDBREITEN TIEFE</small> S<small>PALTEN ODER ZEHN</small> H<small>ANDBREITEN HOHE</small> F<small>ELSEN VORHANDEN, SO WERDEN SIE NICHT MITGEMESSEN, WENN KLEINERE, SO WERDEN SIE MITGEMESSEN</small>.", | |
| "H<small>AT ER ES ZWEI ODER DHEI</small> J<small>AHRE VOR DEM</small> J<small>OBELJAHRE GEHEILIGT, SO ZAHLE ER EINEN</small> S<small>ELA͑ UND EIN</small> P<small>ONDION</small><sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Vgl. Anm. 15.</i><small>FÜR DAS</small> J<small>AHR</small>. Sagt jemand, er wolle jährlich den J<small>AHRESBETRAG ZAHLEN, SO HÖRE MAN NICHT AUF IHN, VIELMEHR MUSS ER ALLES ZUSAMMEN BEZAHLEN</small>. <sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> E<small>INERLEI OB DER</small> E<small>IGENTÜMER ODER IRGEND EIN ANDERER</small>. D<small>ER</small> U<small>NTERSCHIED ZWISCHEN DEM</small> E<small>IGENTÜMER UND JEDEM ANDEREN BESTEHT NUR DARIN, DASS DER</small> E<small>IGENTÜMER DAS</small> F<small>ÜNFTEL</small><sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 27,19.</i><small>HINZGFÜGEN MUSS, WÄHREND EIN ANDERER DAS</small> F<small>ÜNFTEL NICHT HINZUZUFÜGEN BRAUCHT</small>.", | |
| "GEMARA. Es wird gelehrt: Ein Kor Aussaat, nicht aber ein Kor Ertrag. Handwurf, nicht aber Ochsenwurf<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Man pflegte die Aussaat in durchlöcherte Säcke zu tun u. diese den Ochsen anzuhängen, die über das Feld geführt wurden; die Körner fielen dichter u. die erforderliche Fläche war kleiner.</i>. Levi lehrte: Nicht zu dick und nicht zu dünn, sondern mittelmäßig.", | |
| "S<small>IND DA</small> S<small>PALTEN &C. TIEF VORHANDEN</small>. Sollten sie doch gesondert heilig sein!?", | |
| "Wolltest du erwidern, da sie keine Korfläche haben, seien sie nicht heilig, so wird ja gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>Feld</i>, was lehrt dies? Da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,10.</i><i>die Aussaat eines Ḥomers Gerste für fünfzig Šeqel Silber</i>, so weiß ich dies nur von dem Falle, wenn er es auf diese Weise<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Eine ganze Korfläche.</i>geheiligt hat, woher, daß auch ein Lethekh oder ein halbes Lethekh, eine Sea oder eine halbe Sea͑, ein Trikab oder ein halber Trikab einbegriffen sind? Es heißt <i>Feld</i>, in jedem Falle.", | |
| "Mar U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Hier wird von Spalten voll Wasser gesprochen, die zum Besäen ungeeignet sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt von diesen zusammen mit Felsen<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Die zum Besäen ungeeignet sind.</i>. Schließe hieraus. —", | |
| "Demnach sollte dies auch von kleineren gelten!? — Solche heißen Erdritzen, oder heißen Erdadern.", | |
| "H<small>AT ER ZWEI ODER DREI &C. GEHEILIGT</small>. Die Rabbanan lehrten:", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,18.</i><i>Und es wird abgezogen von der Schätzung</i>, auch dem Heiligtume; wenn das Heiligtum zwei oder drei Jahre davon genossen hat, oder es davon nichts hatte, sondern es in seinem Besitze war, so ziehe er ab einen Sela͑ und ein Pondion für das Jahr.", | |
| "S<small>AGT JEMAND, ER WOLLE &C. ZAHLEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn der Eigentümer sagt, er wolle jährlich den Jahresbetrag zahlen, man auf ihn nicht höre? Es heißt: <i>so berechne ihm der Priester das Geld</i>, nur das ganze Geld zusammen. Einerlei ob der Eigentümer oder irgend ein anderer; der Unterschied zwischen dem Heiligtume und jedem anderen besteht nur darin, daß der Eigentümer das Fünftel hinzufügen muß, während ein anderer das Fünftel nicht hinzuzufügen braucht.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>H</b><small>AT ER ES GEHEILIGT UND AUSGELÖST, SO KOMMT ES IM</small> J<small>OBELJAHRE NICHT AUS SEINEM</small> B<small>ESITZE</small><sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Wie dies bei einem Fremden der Fall ist, aus dessen Besitz es im Jobeljahre kommt u. in den Besitz der Priester gelangt; cf. Lev. 27,21.</i>; <small>HAT SEIN</small> S<small>OHN ES AUSGELÖST, SO GELANGT ES IM</small> J<small>OBELJAHRE AN SEINEN</small> V<small>ATER</small>. W<small>ENN EIN</small> F<small>REMDER ODER EINER VON DEN</small> V<small>ERWANDTEN ES AUSGELÖST UND ER ES VON DIESEM AUSGELÖST, HAT, SO GELANGT ES IM</small> J<small>OBELJAHRE AN DIE</small> P<small>RIESTER</small>.", | |
| "W<small>ENN EINER DER</small> P<small>RIESTER ES AUSGELÖST HAT UND ES SICH IN SEINEM</small> B<small>ESITZE BEFINDET, SO KANN ER NICHT SAGEN: DA ES IM</small> J<small>OBELJAHRE AN DIE</small> P<small>RIESTER GELANGT UND ES SICH IN MEINEM</small> B<small>ESITZE BEFINDET, SO GEHÖRT ES MIR, VIELMEHR KOMMT ES AUS SEINEM</small> B<small>ESITZE UND WIRD AN ALL SEINE</small> P<small>RIESTERBRÜDER VERTEILT</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,20.</i><i>Wenn er das Feld nicht auslöst</i>, der Eigentümer;<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,20.</i><i>wenn er das Feld verkauft</i>, der Schatzmeister;", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,20.</i><i>einem anderen Manne</i>, einem anderen, nicht aber seinem Sohne. Du sagst, einem anderen, nicht aber seinem Sohne, vielleicht ist dem nicht so, sondern einem anderen, nicht aber seinem Bruder. — Wenn es <i>Mann</i> heißt, so gilt dies ja auch von seinem Bruder, somit schließt [das Wort] <i>anderen</i> seinen Sohn aus. —", | |
| "Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? — Ich schließe den Sohn ein, der anstelle seines Vaters tritt hinsichtlich der Bestimmung<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Der hebräischen Magd zur Ehefrau (cf. Ex. 21,9); das vom Vater gezahlte Kaufgeld gilt als Antrauungsgeld auch für den Sohn.</i>und des hebräischen Sklaven<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Der, wenn sein Herr stirbt, die 6 Jahre (cf. Ex. 21,2) beim Sohne, nicht aber beim Bruder abdienen muß.</i>. —", | |
| "Im Gegenteil, der Bruder ist ja einzuschließen, da er anstelle des Bruders tritt bei der Schwagerehe<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Cf. Dt. 25,5ff.</i>!? — Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, ist aber ein Sohn vorhanden, so erfolgt keine Schwagerehe. —", | |
| "Es sollte doch schon der Umstand genügen, daß bei jenem zweierlei und bei diesem nur eines<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Der Sohn gleicht seinem Vater in 2 Hinsichten, der Bruder seinem Bruder nur in einer Hinsicht.</i>zu berücksichtigen ist!? —", | |
| "Hinsichtlich des hebräischen Sklaven<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Daß der Sohn an die Stelle seines Vaters tritt.</i>wird es eben aus dieser Erwiderung gefolgert: die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Diese Bestimmung befindet sich nicht in der Schrift, u. die Einschließung des Sohnes wird, wie hier hinsichtl. der Auslösung, aus dieser Erwiderung gefolgert (cf. Qid. 17b), u. in Wirklichkeit geht jeder von ihnen dem andren nur in einer Hinsicht vor.</i>.", | |
| "Rabba b. Abuha fragte: Kann eine Tochter ihrem Vater das Feld erhalten<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Ob das Feld, wenn sie es ausgelöst hat, im Jobeljahre ihm zurück od. den Priestern zufällt.</i>? Kann sie es ihm erhalten, wie auch bei der Schwagerehe Sohn und Tochter gleichmäßig entbinden, oder aber kann sie es ihm nicht erhalten, da auch bei der Erbschaft die Tochter dem Sohne gegenüber als Fremde<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Sie ist nicht erbberechtigt.</i>gilt. —", | |
| "Komm und höre: In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer dem Sohne gegenüber als Fremder<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Kann ihm das Feld nicht erhalten.</i>gilt. Einem Sohne gegenüber gilt auch diese als Fremde.", | |
| "R. Zera fragte: Wer erhält einer Frau<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die ein ihr gehöriges Feld dem Heiligtume geweiht hat.</i>das Feld? Erhält<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Cf. Anm. 38 mut. mut.</i>es ihr der Ehemann, der sie auch beerbt, oder erhält es ihr der Sohn, der<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie keinen Mann hinterläßt u. er sie beerbt.</i>auch das Anwartschaftliche<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Was bei ihrem Tode noch nicht vorhanden ist, sondern erst später eingeht; der Ehemann erbt solches nicht; cf. Bb. Fol. 113a.</i>wie das Vorhandene erhält? — Dies bleibt unentschieden.", | |
| "Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Fällt es, wenn er es weniger als zwei Jahre vor dem Jobeljahre geheiligt hat, den Priestern zu?", | |
| "Dieser erwiderte: Du denkst wohl, [weil es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,18.</i><i>und es wird abgezogen von der Schätzung</i>,<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre ausgeht</i>, nur wenn ein Abzug erfolgt, nicht aber, wenn kein Abzug erfolgt;", | |
| "im Gegenteil, [es heißt:]<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,20.</i><i>wenn er das Feld nicht auslöst, so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre ausgeht</i>, und auch dieses ist auszulösen.", | |
| "W<small>ENN EINER VON DEN</small> P<small>RIESTERN ES AUSGELÖST HAT &C</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>Dem Priester bleibe sein Erbbesitz</i>. Was lehrt dies?", | |
| "Woher, daß, wenn einer von den Priestern ein Feld, das im Jobeljahre den Priestern zufällt, ausgelöst hat, er nicht sagen kann, da es den Priestern zufällt und es sich in meinem Besitze befindet, so gehört es mir, denn dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn mir fremdes zufällt, um wieviel mehr mein eigenes,", | |
| "so heißt es: <i>sein Erbbesitz</i>, und dies ist nicht seines<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Er hat es nicht von seinem Vater geerbt.</i>. Was geschieht? Es kommt aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>W</b><small>ENN DAS</small> J<small>OBELJAHR HERANREICHT UND ES NICHT AUSGELÖST WIRD, SO NEHMEN ES DIE</small> P<small>RIESTER IN</small> B<small>ESITZ UND ZAHLEN DEN</small> G<small>ELDWERT — SO</small> R. J<small>EHUDA</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT, SIE NEHMEN ES IN</small> B<small>ESITZ UND ZAHLEN NICHTS</small>.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER</small><sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">So weiter im T.; richtiger wohl Elea͑zar [b. Šamua͑], Zeitgenosse R. Jehudas.</i><small>SAGT, WEDER NEHMEN SIE ES IN</small> B<small>ESITZ NOCH ZAHLEN SIE ETWAS, VIELMEHR IIEISST ES ‘VERLASSENES</small> F<small>ELD’, BIS ZUM NÄCHSTEN JOBELJAHRE; WENN DAS NÄCHSTE</small> J<small>OBELJAHR HERANREICHT UND ES NICHT AUSGELÖST WIRD, SO HEISST ES ‘WIEDERHOLT VERLASSENES</small> F<small>ELD</small>’, <small>BIS ZUM DRITTEN</small> J<small>OBELJAHRE</small>. N<small>ICHT EHER NEHMEN DIE</small> P<small>RIESTER ES IN</small> B<small>ESITZ, ALS BIS EIN ANDERER ES AUSGELÖST HAT</small>.", | |
| "GEMARA. Was ist der Grund R. Jehudas? — Er folgert dies durch [das Wort] <i>heilig</i> von der Heiligung eines Hauses<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Das bei beiden gebraucht wird; cf. Lev. 27,14 u. ib. V. 23.</i>:", | |
| "wie dieses durch eine Geldzahlung, ebenso jenes durch eine Geldzahlung. —", | |
| "Und der des R. Šimo͑n? — Er folgert dies durch [das Wort] <i>heilig</i> von den Lämmern des Wochenfestes<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 23,20.</i>: wie diese unentgeltlich, ebenso jenes unentgeltlich. —", | |
| "Sollte doch auch R. Jehuda es von den Lämmern des Wochenfestes folgern!? — Man folgere hinsichtlich des Heiligen für den Tempelreparaturfonds" | |
| ], | |
| [ | |
| "vom Heiligen für den Tempelreparaturfonds, nicht aber folgere man hinsichtlich des Heiligen für den Tempelreparaturfonds vom Heiligen für den Altar. —", | |
| "Sollte doch auch R. Šimo͑n es von der Heiligung eines Hauses folgern!? — Man folgere hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, von einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, nicht aber folgere man hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, von einer Sache, die kein Geschenk an die Priester ist<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Was beim geheiligten Hause der Fall ist.</i>.", | |
| "R. E<small>LIEZEK SAGT, WEDER NEHMEN SIE ES IN</small> B<small>ESITZ NOCH ZAHLEN SIE ETWAS &C</small>.", | |
| "Rabba sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Die Schrift sagt: <sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,20.</i><i>wenn er das Feld nicht auslöst, so kann es nicht mehr ausgelöst werden; oder wenn er das Feld verkauft, so soll das Feld</i>,<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>wenn es im Jobeljahre ausgeht</i>.", | |
| "Abajje sprach: Ein scharfes Messer zerschneidet die Schriftverse<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Die hier angezogenen Schriftverse befinden sich in der Schrift in einer ganz andren Verbindung.</i>! Vielmehr, sagte Abajje, ist der Grund R. Elie͑zers, wie gelehrt wird: <i>Es kann nicht ausgelöst werden</i>; man könnte glauben, nicht ausgelöst, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es <i>mehr</i>, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Ein Erbbesitzfeld.</i>, wohl aber kann es ausgelöst werden, um wie ein gekauftes Feld zu sein.", | |
| "Wann: wollte man sagen, im ersten Jobeljahre, wieso kann es nicht ausgelöst werden, es bleibt ja sogar Erbbesitzfeld; doch wohl im nächsten Jobeljahre.", | |
| "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, so gelangt es ja an die Priester, doch wohl nach R. Elie͑zer. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dies der Grund R. Elie͑zers ist. —", | |
| "Glaubst du: wofür verwenden demnach R. Jehuda und R. Šimo͑n [das Wort] <i>mehr</i>? Vielmehr wird hier von einem Felde gesprochen, das den Priestern zugefallen war; wenn der Priester es geheiligt hat und der Eigentümer es auslösen will.", | |
| "Man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es <i>mehr</i>, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.", | |
| "Es wird auch gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,24.</i><i>Im Jobeljahre soll das Feld zu dem zurückkehren, von dem er es gekauft hat</i>; man könnte glauben, es kehre zum Schatzmeister zurück, von dem er es gekauft hat, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,24.</i><i>dessen der Erbbesitz des Landes ist</i>.", | |
| "Es sollte doch nur heißen: <i>dessen der Erbbesitz des Landes ist</i>, wozu heißt es noch: <i>von dem er es gekauft hat</i>? Wenn das Feld den Priestern zugefallen war und der Priester es verkauft hat, worauf der Käufer es geheiligt hat, und darauf ein andrer es ausgelöst hat. Man könnte glauben, es kehre zum ersten Eigentümer zurück, so heißt es: <i>von dem er es gekauft hat</i>.", | |
| "Und sowohl [die Worte:] <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>, als auch [die Worte:] <i>von dem er es gekauft hat</i>, sind nötig.", | |
| "Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>, so könnte man glauben, wenn es überhaupt nicht zurückkehrt, hierbei aber, wo es zurückkehrt, kehre es zum Eigentümer zurück; daher schrieb der Allbarmherzige: <i>von dem er es gekauft hat</i>.", | |
| "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>von dem er es gekauft hat</i>, so könnte man glauben, wenn der Eigentümer nicht das Geld zahlt, hierbei aber, wo der Eigentümer das Geld zahlt, bleibe es in seinem Besitze; daher schrieb der Allbarmherzige: <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>.", | |
| "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>, nicht aber <i>mehr</i>, so könnte man glauben, es könne überhaupt nicht ausgelöst werden; daher schrieb der Allbarmherzige <i>mehr</i>, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten. —", | |
| "Wie bleibt es damit<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Grunde RE.s, woher er seine Ansicht entnimmt.</i>? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,22.</i><i>so soll das Feld sein, wenn es im Jubeljahre ausgeht</i>, wenn es aus dem Besitze eines anderen ausseht." | |
| ], | |
| [ | |
| "Sie fragten: Gilt beim nächsten Jobeljahre der Eigentümer als anderer oder nicht? —", | |
| "Komm und höre: <i>Es kann nicht ausgelöst werden</i>; man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es <i>mehr</i>, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.", | |
| "Wann: wollte man sagen, im ersten Jobeljahre, wieso kann es nicht ausgelöst werden, es bleibt ja sogar Erbbesitzfeld; doch wohl im nächsten Jobeljahre.", | |
| "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, so gelangt es ja an die Priester, doch wohl nach R. Elie͑zer. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Eigentümer im nächsten Jobeljahre als anderer gilt. —", | |
| "Glaubst du: wofür verwenden demnach R. Jehuda und R. Šimo͑n [das Wort] <i>mehr</i>? Vielmehr wird hier von einem Felde gesprochen, das den Priestern zugefallen war, wenn der Priester es geheiligt hat und der Eigentümer es auslösen will. Man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es <i>mehr</i>, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.", | |
| "Es wird auch gelehrt: <i>Soll das Feld zu dem zurückkehren, von dem er es gekauft hat</i>; man könnte glauben, es kehre zum Schatzmeister zurück, von dem er es gekauft hat, so heißt es: <i>dessen der Erbbesitz des Landes ist</i>.", | |
| "Wieso aber heißt es: <i>von dem er es gekauft hat</i>? Wenn das Feld den Priestern zugefallen war und der Priester es verkauft hat, worauf der Käufer es geheiligt und ein anderer es gekauft hat. Man könnte glauben, es kehre zum ersten Eigentümer zurück, so heißt es: <i>von dem er es gekauft hat</i>.", | |
| "Und sowohl [die Worte:] <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>, als auch [die Worte:] <i>von dem er es gekauft hat</i>, sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>, so könnte man glauben, wenn es überhaupt nicht zurückkehrt; daher schrieb der Allbarmherzige: <i>von dem er es gekauft hat</i>.", | |
| "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>von dem er es gekauft hat</i>, so könnte man glauben, wenn der Eigentümer nicht das Geld zahlt, hierbei aber, wo der Eigentümer das Geld zahlt, bleibe es in seinem Besitze; daher schrieb der Allbarmherzige: <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>.", | |
| "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>es kann nicht ausgelöst werden</i>, nicht aber <i>mehr</i>, so könnte man glauben, es könne überhaupt nicht ausgelöst werden; daher schrieb der Allbarmherzige <i>mehr</i>, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten. —", | |
| "Wie ist es nun? — Komm und höre: R. Elie͑zer sagte: Hat der Eigentümer es im nächsten Jobeljahre ausgelöst, so fällt es im Jobeljahre den Priestern zu.", | |
| "Rabina sprach zu R. Aši: Wir haben ja aber eine anders lautende Lehre: R. Elie͑zer sagt, die Priester nehmen es nicht eher in Besitz, als bis ein anderer es ausgelöst hat!? Dieser erwiderte: Im nächsten Jobeljahre gleicht der Eigentümer einem anderen.", | |
| "Manche lesen: R. Elie͑zer sagte: Hat [der Eigentümer] es im nächsten Jobeljahre ausgelöst, so fällt es im Jobeljahre den Priestern nicht zu. Rabina sprach zu R. Aši: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Elie͑zer sagt, die Priester nehmen es nicht eher in Besitz, als bis ein anderer es ausgelöst hat. Dieser erwiderte ihm: Wenn nur die Mišna, so könnte man glauben, im nächsten Jobeljahre gelte der Eigentümer als anderer, so lehrt er uns.", | |
| "<sup>v</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND VON SEINEM</small> V<small>ATER EIN</small> F<small>ELD GEKAUFT HAT UND SEIN</small> V<small>ATER GESTORBEN IST, UND ER ES NACHHER GEHEILIGT HAT, SO GILT ES ALS</small> E<small>RBBESITZFELD; WENN ER ES ABER GEHEILIGT HAT UND SEIN</small> V<small>ATER NACHHER GESTORBEN IST, SO GILT ES ALS GEKAUFTES</small> F<small>ELD — SO</small> R. M<small>EÍR</small>.", | |
| "R. J<small>EHUDA UND</small> R. Š<small>IMO͑N SAGEN, ES GELTE ALS</small> E<small>RBBFSITZFELD, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>wenn sein gekauftes Feld, das nicht zu den Feldern seines Erbbesitzes gehört</i>, <small>EIN</small> F<small>ELD, DAS</small> E<small>RBBESITZ ZU WERDEN NICHT GEEIGNET WAR, AUSGENOMMEN DIESES, DAS</small> E<small>RBBESITZFELD ZU WERDEN GEEIGNET WAR</small>.", | |
| "E<small>IN GEKAUFTES</small> F<small>ELD GELANGT IM</small> J<small>OBELJAHRE NICHT AN DIE</small> P<small>RIESTER, DENN NIEMAND KANN HEILIGEN, WAS NICHT IHM</small><sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Im Jobeljahre kommt es aus seinem Besitz.</i><small>GEHÖRT</small>. P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN KÖNNEN IMMER HEILIGEN UND IMMER AUSLÖSEN, OB VOR DEM</small> J<small>OBELJAHRE ODER NACH DEM</small> J<small>OBELJAHRE</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft und es geheiligt hat, und der Vater darauf gestorben ist, es als sein Erbbesitzfeld gilt? Es heißt: <i>wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu den Feldern seines Erbbesitzes gehört</i>, ein Feld, das Erbbesitzfeld zu werden nicht geeignet war, ausgenommen dieses, das Erbbesitzfeld zu werden geeignet war — so R. Jehuda und R. Šimo͑n.", | |
| "R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand ein Feld von seinem Vater gekauft hat und sein Vater gestorben ist, und er es darauf geheiligt hat, es als sein Erbbesitzfeld gilt? Es heißt: <i>wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu den Feldern seines Erbbesitzes gehört</i>, ein Feld, das nicht Erbbesitzfeld ist, ausgenommen dieses, das sein Erbbesitzfeld ist.", | |
| "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht. R. Meír ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze der Sache<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Der Sohn galt schon bei Lebzeiten des Vaters durch das Besitzrecht auf die Früchte als Eigentümer, somit hat er es vom Vater nicht geerbt; die Schrift lehrt aber, daß es in diesem Falle trotzdem als Erbbesitzfeld gilt.</i>,", | |
| "und R. Jehuda und R. Šimo͑n sind der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze der Sache.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Sonst gleicht auch nach R. Šimo͑n und R. Jehuda der Besitz der Früchte dem Besitze der Sache," | |
| ], | |
| [ | |
| "hierbei aber fanden sie einen Schriftvers und legten ihn aus. Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein Erbbesitzfeld ist, oder: das nicht Erbbesitzfeld ist, wenn es aber heißt: zu den Feldern seines Erbbesitzes, so bedeutet dies, ein Feld, das nicht geeignet ist, Erbbesitzfeld zu sein, ausgenommen dieses, das geeignet ist, Erbbesitzfeld zu sein.", | |
| "P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN KÖNNEN IMMER HEILIGEN &C</small>. Allerdings ist dies vom Auslösen zu lehren nötig, um Jisraéliten auszuschließen, die nur bis zum Jobeljahre auslösen können, er lehrt uns daher, daß Priester und Leviten immer auslösen können: von der Heiligung aber gilt dies ja nicht nur von Priestern und Leviten, dies gilt ja auch von Jisraéliten!?", | |
| "Wolltest du erwidern: im Jobeljahre selbst, so stimmt dies allerdings nach Šemuél, welcher sagt, man könne im Jobeljahre nicht heiligen, daher lehrt er uns, daß Priester und Leviten immer heiligen können, wieso aber wird dies nach Rabh von Priestern und Leviten gelehrt, dies gilt ja auch von Jisraéliten!? —", | |
| "Wozu heißt es, auch nach deiner Auffassung: ob vor dem Jobeljahre oder nach dem Jobeljahre? Vielmehr lehrt er<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Wenn er vom Jobeljahre selbst spricht.</i>, da er im Anfangsatze<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Zu Beginn des Abschnittes, Fol. 24a.</i>lehrt: vor dem Jobeljahre und nach dem Jobeljahre, auch im Schlußsatze: ob nach dem Jobeljahre oder vor dem Jobeljahre.", | |
| "Und da er im Anfangsatze lehrt: [Jisraéliten] können nicht heiligen und nicht auslösen, lehrt er auch im Schlußsatze: [Priester] können heiligen und auslösen.", | |
| "", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">i</sup> <b>W</b>ENN <small>JEMAND SEIN</small> F<small>ELD GEHEILIGT HAT ZUR</small> Z<small>EIT, WO DAS</small> J<small>OBEL</small> G<small>ESETZ KEINE</small> G<small>ELTUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Sodaß der in der Schrift festgesetzte Lösebetrag von 50 Šeqel für das Kor nicht zur Anwendung kommt, vielmehr ist der Wert durch eine öffentliche Ausbietung festzustellen.</i> <small>HAT, SO SAGE MAN</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Bei der Ausbietung.</i> <small>ZU IHM, FANGE DU ZUERST AN</small><sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Gebote.</i><small>; DER</small> E<small>IGENTÜMER HAT NÄMLICH DAS</small> F<small>ÜNFTEL HINZUZUFÜGEN, JEDER ANDERE ABER HAT DAS</small> F<small>ÜNFTEL NICHT HINZUZUFÜGEN</small>.", | |
| "E<small>INST HATTE JEMAND SEIN</small> F<small>ELD GEHEILIGT, WEIL ES SCHLECHT WAR, UND ALS MAN ZU IHM SAGTE, DASS ER ZUERST ANFANGE, SPRACH ER</small>: E<small>S SEI MEIN UM EINEN</small> A<small>SSAR</small>. R. J<small>OSE SAGT, DIESER HABE NICHT UM EINEN</small> A<small>SSAR GESAGT, SONDERN UM EIN</small> E<small>I</small>. D<small>AS</small> GE<small>HEILIGTE KANN NÄMLICH DURCH</small> G<small>ELD UND</small> G<small>ELDESWERT AUSGELÖST WERDEN</small>. D<small>A SPRACH</small> [<small>DER</small> S<small>CHATZMEISTER</small>] <small>ZU IHM</small>: E<small>S SEI DEIN</small>. E<small>S ERGAB SICH, DASS ER EINEN</small> A<small>SSAR VERLOR UND SEIN</small> F<small>ELD BEHIELT</small>.", | |
| "GEMARA. W<small>ENN JEMAND SEIN</small> F<small>ELD GEHEILIGT HAT ZUR</small> Z<small>EIT &C</small>. Wieso ‘sage man’, es wird ja gelehrt, daß man ihn zwinge!? — Unter ‘sagen’ ist eben zu verstehen, man zwinge ihn. Wenn du aber willst, sage ich: zuerst sage man zu ihm, und wenn er gehorcht, so ist es recht, wenn aber nicht, so zwinge man ihn.", | |
| "D<small>ER</small> E<small>IGENTÜMER HAT NÄMLICH DAS</small> F<small>ÜNFTEL HINZUZUFÜGEN &C</small>. Wozu [die Begründung], der Eigentümer habe das Fünftel hinzuzufügen, es genügt ja der Umstand, daß der Eigentümer, da er daran hängt, mehr zahlt und es auslöst!?", | |
| "Ferner hat ja das Gebot des Auslösens durch den Eigentümer<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">In der Schrift (Lev. 27,27) heißt es: wenn der Eigentümer es nicht auslöst, so werde es an einen Fremden verkauft.</i> zu erfolgen!? — Er meint es außerdem: erstens zahlt er mehr, da er daran hängt, und löst es aus, zweitens hat das Gebot des Auslösens durch den Eigentümer zu erfolgen, und außerdem hat der Eigentümer das Fünftel hinzuzufügen &c.", | |
| "E<small>INST HATTE JEMAND SEIN</small> F<small>ELD GEHEILIGT &C</small>. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. Jose ist der Ansicht, Geldeswert gleiche dem Gelde, und die Rabbanan sind der Ansicht, Geldes wert gleiche nicht dem Gelde;", | |
| "aber uns ist es ja bekannt, daß Geldeswert dem Gelde gleiche<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Bei Zahlungen; cf. Bq. Fol. 7a.</i>!? — Alle sind der Ansicht, Geldeswert gleiche dem Gelde, hier aber streiten sie, ob man mit einer Sache auslösen könne, von der das Fünftel keine Peruṭa wert ist. Der erste Autor ist der Ansicht, man könne auslösen mit einem Assar, dessen Fünftel eine Peruṭa<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Ein A. hat 6 P.s.</i> wert ist, und R. Jose ist der Ansicht, man könne auslösen auch mit einem Ei.", | |
| "D<small>A SPRACH</small> [<small>DER</small> S<small>CHATZMEISTER</small>] <small>ZU IHM:</small> E<small>S SEI DEIN</small>. E<small>S ERGAB SICH, DASS ER EINEN</small> A<small>SSAR VERLOR UND SEIN</small> F<small>ELD BEHIELT</small>. Anonym nach den Rabbanan.", | |
| "<sup>ii</sup> <b>W</b><small>ENN EINER SAGT: ES SEI MEIN FÜR ZEHN</small> S<small>ELA͑, UND EINER SAGT: FÜR ZWANZIG, UND EINER SAGT: FÜR DREISSIG, UND EINER SAGT: FÜR VIERZIG, UND EINER SAGT: FÜR FÜNFZIG, UND DER FÜNFZIG GEBOTEN HAT, ZURÜCKTRITT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN</small> G<small>ÜTERN; TRITT DER ZURÜCK, DER VIERZIG GEBOTEN HAT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN</small> G<small>ÜTERN; \n</small>", | |
| "TRITT DER ZURÜCK, DER DREISSIG GEBOTEN HAT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN G<small>ÜTERN; TRITT DER ZURÜCK, DER ZWANZIG GEBOTEN HAT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN</small> G<small>ÜTERN; TRITT DER ZURÜCK, DER ZEHN GEBOTEN HAT, SO VERKAUFE MAN ES FÜR DEN</small> W<small>ERT, UND DEN</small> R<small>EST FORDERE MAN EIN VON DEM, DER ZEHN GEBOTEN HAT</small>.", | |
| "W<small>ENN DER</small> E<small>IGENTÜMER ZWANZIG BIETET UND EIN ANDERER ZWANZIG BIETET, SO GEHT DER</small> E<small>IGENTÜMER VOR, WEIL ER DAS</small> F<small>ÜNFTEL HINZUFÜGT</small>. <sup>iii</sup> S<small>AGT JEMAND: ES SEI MEIN</small> <small>FÜR EINUNDZWANZIG, \n</small>" | |
| ], | |
| [ | |
| "SO HAT DER E<small>IGENTÜMER SECHSUNDZWANZIG</small><sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Auch gegen seinen Willen; mit dem Fünftel beträgt sein Gebot 25, also mehr als das Gebot des anderen, u. damit das Heiligtum nicht zu Schaden komme, muß er das Gebot des anderen annehmen u. zu seinem eignen das Fünftel hinzufügen.</i> <small>ZU ZAHLEN; WENN ZWEIUNDZWANZIG, SO HAT DER</small> E<small>IGENTÜMER SIEBENUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; \n</small>", | |
| "WENN DREIUNDZWANZIG, SO HAT DER E<small>IGENTÜMER ACHTUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; WENN VTERUNDZWANZIG, SO HAT DER</small> E<small>IGENTÜMER NEUNUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; WENN FÜNFUNDZWANZIG, SO HAT DER</small> E<small>IGENTÜMER DREISSIG ZU ZAHLEN; ER BRAUCHT NÄMLICH ZUM</small> M<small>EHRGEBOTE DES ANDEREN DAS</small> F<small>ÜNFTEL NICHT HINZUZUFÜGEN</small>.", | |
| "W<small>ENN ABER EINER SAGT: ES SEI MEIN FÜR SECHSUNDZWANZIG, SO GEHT DER</small> E<small>IGENTÜMER VOR, WENN ER EINUNDDREISSIG UND EINEN</small> D<small>ENAR</small><sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Ein Viertel Sela͑, von welcher Münzeinheit die Mišna spricht.</i> <small>BIETET, WENN ABER NICHT, SO SAGT MAN ZU JENEM: DU HAST ES ERSTANDEN</small>.", | |
| "GEMARA. R. Ḥisda sagte: Dies<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Daß man bei dem, der 50 geboten hat, nur 10 pfände.</i> nur dann, wenn der, der vierzig geboten hat, bei seinem Gebote bleibt,", | |
| "wenn aber der, der vierzig geboten hat, nicht bei seinem Gebote bleibt, so verteile man es unter ihnen<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Ausfall 20 beträgt, so zahle der erstere 15 u. der andre 5.</i>. —", | |
| "Es wird gelehrt: tritt der zurück, der vierzig geboten hat, so pfände man bei ihm bis zehn. Weshalb denn, der fünfzig geboten hat, sollte doch mit ihm<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Die Hälfte seines Gebotes.</i>zahlen!? — Wenn der, der fünfzig geboten hat, nicht mehr da ist. —", | |
| "Tritt der zurück, der dreißig geboten hat, so pfände man bis zehn von seinen Gütern. Weshalb denn, der vierzig geboten hat, sollte doch mit ihm zahlen!? —Wenn der, der vierzig geboten hat, nicht mehr da ist.— Tritt der zurück, der zwanzig geboten hat, so pfände man bis [zehn] von seinen Gütern. Weshalb denn, der dreißig geboten hat, sollte doch mit ihm zahlen!? — Wenn der, der dreißig geboten hat, nicht mehr da ist. —", | |
| "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären? Tritt der zurück, der zehn geboten hat, so verkaufe man es für den Wert, und den Rest fordere man ein von dem, der zehn geboten hat. Der zwanzig geboten hat, sollte doch mit ihm zahlen!? Wolltest du erwidern, auch hierbei in dem Falle, wenn der, der zwanzig geboten hat, nicht mehr da ist, wieso heißt es demnach: fordere man ein von dem, der zehn geboten hat, es sollte doch heißen: fordere man von ihm<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Da er der einzige ist, von dem gesprochen wird.</i>ein!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Ḥisda, dies ist kein Einwand; eines, wenn gleichzeitig, und eines, wenn nach einander<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Wenn gleichzeitig, sind alle haftbar, nach RḤ., wenn nacheinander, so scheidet jeder aus u. überläßt den andren die Haftbarkeit für den Betrag vor seinem Gebote.</i>. Ebenso wird auch gelehrt: Treten sie alle gleichzeitig zurück, so verteile man es unter ihnen. Wir haben ja aber gelernt, daß man bis zehn von seinen Gütern pfände? Wahrscheinlich ist es nach R. Ḥisda zu erklären. Schließe hieraus.", | |
| "Manche führen dies als Widerspruch an: Wir haben gelernt, wenn der zurücktritt, der zehn geboten hat, verkaufe man es für den Wert und fordere den Rest ein von dem, der zehn geboten hat, und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß man es unter ihnen verteile!? R. Ḥisda erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines, wenn gleichzeitig, und eines, wenn nach einander.", | |
| "W<small>ENN DER</small> E<small>IGENTÜMER ZWANZIG BIETET UND EIN ANDERER ZWANZIG &C</small>. Demnach ist das Fünftel bevorzugter; ich will auf einen Widerspruch hinweisen. Wenn<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Bei der Auslösung des zweiten Zehnten.</i>der Eigentümer einen Sela͑ bietet und ein anderer einen Sela͑ und einen Assar<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Der nur <sup>1</sup>/<sub>96</sub> eines Sela͑ beträgt.</i>, so geht der vor, der einen Sela͑ und einen Assar bietet, weil er zum Grundwerte hinzufügt!? —", | |
| "Hierbei, wo das Fünftel ein Gewinn des Heiligtumes ist, ist das Fünftel bevorzugter, da aber, wo das Fünftel ein Gewinn des Eigentümers ist, ist auf ein höheres Lösegeld zu achten, das Fünftel aber geht uns nicht an.", | |
| "S<small>AGT JEMAND: ES SEI MEIN &C. FÜR FÜNFUNDZWANZIG, SO HAT DER</small> E<small>IGENTÜMER DREISSIG ZU ZAHLEN</small>. Der Eigentümer kann ja sagen: jemand ist meinerstatt eingetreten!? — Wenn der Eigentümer einen Denar [mehr] geboten<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Fünftel mehr als das Gebot des andren.</i>hat. —", | |
| "Sollte er doch lehren: [und] einen Denar!? — Er nimmt es nicht<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Er spricht nur von Steigerungen um einen Sela͑.</i>genau. — Etwa nicht, er lehrt ja: so geht der Eigentümer vor, wenn er einunddreißig und einen Denar bietet!? Vielmehr, erwiderte Raba, wenn der Eigentümer eine Peruṭa [mehr] bietet, und damit nimmt er es nicht genau.", | |
| "E<small>R BRAUCHT ZUM</small> M<small>EHRGEBOTE &C. NICHTS HINZUZUFÜGEN</small>. R. Ḥisda sagte: Dies nur dann, wenn das Heilige nicht von dreien geschätzt worden<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Übereinstimmend mit dem Gebote des letzteren</i>ist, ist aber das Heilige von dreien geschätzt worden, so muß er hinzufügen.", | |
| "Ebenso wird auch gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, er füge hinzu, und die Schule Hillels sagt, er füge nicht hinzu. In welchem Falle: ist es nicht geschätzt worden, was ist dann der Grund der Schule Šammajs, doch wohl, wenn es geschätzt worden ist. —", | |
| "Demnach lehrte R. Ḥisda nach der Schule Šammajs<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Während die Halakha nach der Schule H.s zu entscheiden ist.</i>!? — Tatsächlich, wenn es nicht geschätzt worden ist, und die Schule Šammajs ist erschwerend.", | |
| "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wenn es geschätzt worden ist, und man wende es um: die Schule Šammajs sagt, er füge nicht, hinzu. — Demnach sollte er es doch unter den Erleichterungen der Schule Šammajs und Erschwerungen der Schule Hillels<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Vgl. S. 537 Anm. 82.</i>lehren!? — Vielmehr, tatsächlich, wenn es nicht geschätzt worden ist, und die Schule Šammajs ist erschwerend.", | |
| "W<small>ENN EINER ABER SAGT: ES SEI MEIN FÜR SECHSUNDZWANZIG &C</small>. Nur wenn er es will, sonst aber nicht,", | |
| "denn er kann sagen: jemand ist meinerstatt eingetreten. —", | |
| "Welches Bewenden hat es mit dem Denar<sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Zum Mehrgebote ist ja das Fünftel nicht hinzuzufügen.</i>? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn der Eigentümer von vornherein einen Betrag geboten hat, der einunddreißig und einem Denar entspricht;" | |
| ], | |
| [ | |
| "wenn er nämlich einundzwanzig geboten<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Mit dem Fünftel 26 u. ein Denar, u. dieser um 5 gesteigert hat.</i>hat, so geht der Eigentümer vor; wenn aber nicht, so sagt man zu ihm: du hast es erstanden.", | |
| "<sup>iv</sup> <b>M</b><small>AN KANN ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN</small> [<small>EINEN</small> T<small>EIL</small>] <small>VON SEINEN</small> S<small>CHAFEN, SEINEN</small> R<small>INDERN, SEINEN KENAA͑NITISCHEN</small> S<small>KLAVEN UND</small> S<small>KLAVINNEN UND VON SEINEM</small> E<small>RBBESITZFELDE.</small> H<small>AT JEMAND ALLES ALS</small> B<small>ANNGUT GEWEIHT, SO IST ES KEIN</small> B<small>ANNGUT — SO</small> R. E<small>LIE͑ZER</small>. R. E<small>LEA͑ZAR B.</small> A͑<small>ZARJA SPRACH:</small> W<small>ENN EIN</small> M<small>ENSCH NICHT EINMAL DEM</small> H<small>ÖCHSTEN ALL SEINE</small> G<small>ÜTER ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN DARF, UM WIEVIEL MEHR IST ES SONST</small> P<small>FLICHT EINES</small> M<small>ENSCHEN, SEINE</small> G<small>ÜTER ZU SCHONEN</small>.", | |
| "GEMARA. Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,28.</i><i>Von allem, was sein</i>, nicht aber alles, was sein; <i>von Menschen</i>, nicht aber alle Menschen; <i>vom Vieh</i>, nicht aber alles Vieh; <i>vom Erbbesitzfelde</i>, nicht aber alle Erbbesitzfelder.", | |
| "Man könnte glauben, man dürfe es nicht als Banngut weihen, wenn man aber geweiht hat, sei es gültig, so heißt es <i>nur</i> — so R. Elie͑zer. R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach: Wenn ein Mensch nicht einmal dem Höchsten all seine Güter als Banngut weihen darf, um wieviel mehr ist es sonst Pflicht eines Menschen, sein Vermögen zu schonen.", | |
| "Und alles ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>von allem, was sein</i>, so könnte man glauben, alles, was er hat, dürfe man nicht als Banngut weihen, eine Art aber dürfe man vollständig als Banngut weihen, daher schrieb der Allbarmherzige: <i>von Menschen</i>, nicht aber alle Menschen.", | |
| "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>von Menschen</i>, [so könnte man glauben,] weil man ohne Arbeit<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Einen Menschen, der für ihn arbeitet.</i>nicht auskommen kann, bei einem Felde aber ist Pacht möglich. Und würde er es nur von beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil dieses zum Leben nötig ist und jene zum Leben nötig sind, bewegliche Sachen aber könne man vollständig als Banngut weihen. Daher ist alles nötig.", | |
| "Wozu ist dies vom Vieh nötig? — Wegen der folgenden Lehre: Man könnte glauben, ein Mensch dürfe seinen Sohn, seine Tochter, seine hebräischen Sklaven und Sklavinnen und sein gekauftes Feld als Banngut weihen, so heißt es <i>Vieh</i>; wie es einem freisteht, sein Vieh zu verkaufen, ebenso alles andre, was er verkaufen darf.", | |
| "Man könnte glauben, man dürfe seine minderjährige Tochter, die man verkaufen darf, als Banngut weihen, so heißt es <i>Vieh</i>; wie man sein Vieh für immer verkaufen darf, ebenso alles andere, was man für immer verkaufen darf.", | |
| "R. E<small>LEA͑ZAR B.</small> A<small>͑ZARJA SPRACH:</small> W<small>ENN EIN</small> M<small>ENSCH NICHT EINMAL DEM</small> H<small>ÖCHSTEN &C</small>. Das sagt ja auch der erste Autor!? —", | |
| "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Lehre R. Ilas, denn R. Ila sagte: In Uša haben sie angeordnet, wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel.", | |
| "Einst wollte jemand mehr als ein Fünftel verschwenden, und seine Genossen ließen es nicht zu; das war R. Ješebab. Manche sagen, R. Ješebab wollte es, und seine Genossen ließen es nicht zu, das war R. A͑qiba.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">v</sup> <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINEN</small> S<small>OHN, SEINE</small> T<small>OCHTER, SEINEN HEBRÄISCHEN</small> S<small>KLAVEN, SEINE HEBRÄISCHE</small> S<small>KLAVIN ODER SEIN GEKAUFTES</small> F<small>ELD ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHT, SO SIND SIE KEIN</small> B<small>ANNGUT, DENN NIEMAND KANN ALS</small> B<small>ANNGUT</small> <small>WEIHEN, WAS NICHT IHM GEHÖRT</small>. P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN KÖNNEN NICHTS ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN — SO</small> R. J<small>EHUDA</small>. R. Š<small>IMO͑N SAGT,</small> P<small>RIESTER KÖNNEN NICHT ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN, WEIL DAS</small> B<small>ANNGUT IIINEN</small><sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">Der Weihende behält es für sich.</i><small>ZUFÄLLT,</small> L<small>EVITEN KÖNNEN ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN, WEIL DAS</small> B<small>ANNGUT NICHT IHNEN ZUFÄLLT</small>.", | |
| "R<small>ABBI SAGTE:</small> D<small>IE</small> W<small>ORTE</small> R. J<small>EHUDAS SIND EINLEUCHTEND BEI</small> G<small>RUNDSTÜCKEN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,34.</i><i>denn ein ewiger Erbbesitz ist es ihnen</i>, <small>UND DIE</small> W<small>ORTE</small> R. Š<small>IMO͑NS BEI BEWEGLICHEN</small> S<small>ACHEN, DENN DAS</small> B<small>ANNGUT GEHÖRT NICHT IHNEN</small>.", | |
| "GEMARA. Einleuchtend ist es nach R. Jehuda, daß Priester nichts als Banngut weihen können, weil das Banngut ihnen gehört, Leviten aber sollten doch, wenn sie auch Grundstücke nicht als Banngut weihen können, denn es heißt: <i>denn ein ewiger Erbbesitz ist es ihnen</i>, bewegliche Sachen als Banngut weihen können!? — Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Ib. 28.</i><i>von allem, was ihm gehört &c. von seinem Erbbesitzfelde</i>, sie vergleicht bewegliche Sachen mit Grundstücken. —", | |
| "Erklärlich ist es nach R. Šimo͑n von Priestern, wie wir eben gesagt haben, wieso aber können Leviten, wenn sie auch bewegliche<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Mit Grundstücken.</i>Sachen als Banngut weihen können, weil er sie nicht vergleicht, Grundstücke weihen, es heißt ja: <i>denn ein ewiger Erbbesitz ist es ihnen</i>!? — Das Bannen, von dem er spricht, bezieht sich auch nur auf bewegliche Sachen. —", | |
| "Im Schlußsatz lehrt er ja aber: Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind einleuchtend bei Grundstücken und die Worte R. Šimo͑ns bei beweglichen Sachen. Demnach spricht ja R. Šimo͑n auch von Grundstücken!? — Er meint es wie folgt: Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind auch R. Šimo͑n einleuchtend bei Grundstücken, denn R. Šimo͑n streitet gegen ihn nur über bewegliche Sachen, bei Grundstücken aber pflichtet er ihm bei.", | |
| "R. Ḥija b. Abin sagte: Hat jemand bewegliche Sachen als Banngut geweiht, so gebe er sie jedem ihm beliebigen Priester, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Num. 18,14.</i><i>alles</i> <i>Gebannte in Jisraél \n</i>" | |
| ], | |
| [ | |
| "soll dein sein. Hat jemand Felder als Banngut geweiht, so gebe er sie dem Priester der betreffenden Priesterwache, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz</i>, und es ist durch [das Wort] <i>dem Priester</i> vom Raube des Proselyten<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Der, weil dieser keine Verwandten hat, an den Priester zu erstatten ist. Auch hierbei wird, wie weiter folgt, das W. ‘dem Priester’ gebraucht</i>zu folgern. —", | |
| "Woher dies von diesem? — Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,8.</i><i>Dem Herrn, dem Priester</i>, Gott hat es geeignet und dem Priester der jeweiligen Priesterwache gegeben.", | |
| "Da sagst, dem Priester der jeweiligen Priesterwache, vielleicht ist dem nicht so, sondern jedem Priester, der ihm beliebt? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,8.</i><i>abgesehen von dem Sühnewidder, mit dem man ihm Sühne schafft</i>; die Schrift spricht also vom Priester der jeweiligen Priesterwache.", | |
| "Das Feld, das im Jobeljahre den Priestern zufällt, gebe man der Priesterwache, in deren Amtszeit das Jobel fällt. Sie fragten: Wie ist es, wenn er<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Der Wendetag des Jobeljahres.</i>auf einen Šabbath<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">An dem die Priesterwachen wechseln.</i>fällt? R. Ḥija b. Ami erwiderte im Namen Ḥulphanas: Man gebe es der abtretenden Priesterwache.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Desgleichen<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Daß der Jobelzyklus mit der abtretenden beginnt.</i>wird auch gelehrt: Es ergibt sich also, daß das Jobeljahr und das Siebentjahr gleichzeitig Erlaß<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Aller Schuldforderungen; cf. Dt. 15,1ff.</i>erwirken, jedoch das Jobeljahr am Beginne und das Siebentjahr am Schlusse. —", | |
| "Im Gegenteil, deshalb eben<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Sie erwirken gleichzeitig Erlassung, weil der Schluß des Siebentjahres mit dem Beginne des Jobeljahres zusammentrifft; der Ausdruck jedoch’ ist mithin nicht richtig.</i>!? — Lies: weil das Jobeljahr &c. —", | |
| "Allerdings das Siebentjahr am Schlusse, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,1.</i><i>am Schlusse von sieben Jahren halte Erlaß</i>, wieso aber das Jobel am Beginne, es erfolgt ja am Versöhnungstage<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Am 10. des Monats.</i>, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,9.</i><i>am Versöhnungstage sollt ihr Posaunenschall ergehen lassen in eurem ganzen Linde</i>!? — Hier ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, vertreten, welcher sagt, das Jobel beginne schon am Neujahr.", | |
| "Als Ḥizqija b. Beloṭi dies<sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">Die vorangehende Lehre des RḤbA, der dies nur von Grundstücken lehrte.</i>hörte, ging er und trug es R. Abahu vor. [Er sprach:] Sollte er doch bewegliche Sachen mit Grundstücken vergleichen!? —", | |
| "[Streiten] etwa nicht hierüber Tannaím<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 28a.</i>? Einer vergleicht sie mit einander und einer vergleicht sie nicht, und er ist der Ansicht desjenigen, der sie nicht vergleicht.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> <b>F</b><small>ÜR DAS DEN</small> P<small>RIESTERN ZUFALLENDE</small> B<small>ANNGUT GIBT ES KEINE</small> A<small>USLÖSUNG, VIELMEHR IST ES DEM</small> P<small>RIESTER ZU GEBEN, WIE DIE</small> H<small>EBE</small>. R. J<small>EHUDA B.</small> B<small>ETHERA SAGT,</small> B<small>ANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEM</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,28.</i><i>alles Gebannte (in Jisraél) ist hochheilig für den Herrn</i>.", | |
| "D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN,</small> B<small>ANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEN</small> P<small>RIESTERN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz</i>. W<small>IESO ABER HEISST ES:</small> <i>alles Gebannte sei hochheilig für den Herrn</i>? D<small>ASS ES</small> H<small>OCHHEILIGES UND</small> M<small>INDERHEILIGES ERFASST</small>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii,1</sup> M<small>AN KANN SEINE</small> O<small>PFERTIERE ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN, OB</small> H<small>OCHHEILIGES, ODER</small> M<small>INDERHEILIGES.</small> I<small>ST ES</small> G<small>ELOBTES, SO GEBE MAN DEN</small> G<small>ELDWERT, UND IST ES EINE FREIWILLIGE SPENDE, SO GEBE MAN DEN WERT DER BEFRIEDIGUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Ein Opfer dargebracht zu haben, zu dem er nicht verpflichtet ist; hierfür legt man nur einen geringen Betrag an.</i>.", | |
| "[H<small>ATTE ER GESAGT:</small>] <small>DIESER</small> O<small>CHS SEI EIN</small> B<small>RANDOPFER, SO SCHÄTZE MAN, WIEVIEL JEMAND FÜR DIESEN</small> O<small>CHSEN GEBEN WÜRDE, UM IHN ALS</small> B<small>RANDOPFER DARZUBRINGEN, OBGLEICH ER DAZU NICHT VERPFLICHTET IST.</small>", | |
| "M<small>AN KANN DAS</small> E<small>RSTGEBORENE ALS</small> B<small>ANNGUT WEIHEN, OB GEBRECHENFREI ODER GEBRECHENBEHAFTET.</small> W<small>IE LÖSE MAN ES AUS?</small> M<small>AN SCHÄTZE, WIEVIEL JEMAND FÜR DIESES</small> E<small>RSTGEBORENE GEBEN WÜRDE, UM ES DEM SOHNE SEINER</small> T<small>OCHTER ODER DEM</small> S<small>OHNE SEINER</small> S<small>CHWESTER</small><sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Der Priester ist.</i><small>ZU GEBEN</small>." | |
| ], | |
| [ | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Für das den Priestern zufallende Banngut gibt es keine Auslösung, vielmehr ist es dem Priester zu geben. Das Banngut, so lange es sich im Hause des Eigentümers befindet, gleicht in jeder Hinsicht dem Geheiligten, denn es heißt: <i>alles Gebannte (in Jisraél) ist hochheilig für den Herrn</i>. Hat man es dem Priester gegeben, so gilt es in jeder Hinsicht als profan, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">ISum. 18,14.</i><i>alles Gebannte in Jisraél soll dein sein</i>.", | |
| "R. J<small>EHUDA B.</small> B<small>ETHERA SAGT,</small> B<small>ANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEM</small> T<small>EMPELREPARATURFONDS &C</small>. Erklärlich ist die Ansicht der Rabbanan, wie sie ihren Grund angeben, und auch den Grund<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Dh. den von ihm zur Begründung angeführten Schriftvers.</i>des R. Jehuda b. Bethera [erklären], wofür aber verwendet R. Jehuda b. Bethera [die Worte:] <i>wie das Feld des Bannes</i>? —", | |
| "Diese sind für folgende Lehre nötig: <i>Wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz</i>; was lehrt dies? Woher, daß ein Priester, der sein Banngutfeld geweiht hat, nicht sagen darf: da es den Priestern zufällt und sich in meinem Besitze befindet, bleibe es mein,", | |
| "und dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn mir fremdes zufällt, um wieviel mehr mein eignes, so heißt es: <i>wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz</i>.", | |
| "Was lernen wir aus [den Worten] <i>wie das Feld des Bannes</i>? Was lehren sollte, lernt nun: man vergleiche sein Feld des Bannes mit dem Erbbesitzfelde eines Jisraéliten;", | |
| "wie das Erbbesitzfeld eines Jisraéliten aus seiner Hand kommt und an die Priester verteilt wird, ebenso kommt sein Feld des Bannes aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt. —", | |
| "Und jene<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Woher entnehmen sie dies.</i>!? — Aus [dem Artikel] <i>des Bannes</i><sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Der Artikel könnte fortbleiben u. der kürzere Status constructs ‘Bannfeld’ gebraucht werden.</i>. — Und der andere!? — Die Folgerung aus [dem Artikel] <i>des Bannes</i> leuchtet ihm nicht ein. —", | |
| "Woher entnimmt R. Jehuda b. Bethera, daß es Hochheiliges und Minderheiliges erfaßt!? — Er ist der Ansicht R. Jišma͑éls<sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">In der weiter folgenden Mišna, der es aus einem andren Schriftverse entnimmt.</i>.", | |
| "Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera. — Rabh läßt die Rabbanan und entscheidet nach R. Jehuda b. Bethera!? — Eine Barajtha lehrt entgegengesetzt. — Er läßt eine Mišna und entscheidet nach der Barajtha!? — Rabh lehrt auch die Mišna entgegengesetzt —", | |
| "Was veranlaßt dich, die Mišna wegen der Barajtha entgegengesetzt zu lehren, sollte er doch die Barajtha wegen der Mišna entgegengesetzt lehren!? — Rabh hatte eine überlieferte Lehre. — Wieso sagte er demnach<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">Wenn nach ihm die Mišna entgegengesetzt lautet.</i>: wie R. Jehuda b. Bethera, er sollte doch sagen: wie die Rabbanan!? — Er meint es wie folgt: wie ihr sie entgegengesetzt lehrt, ist die Halakha wie R. Jehuda b. Bethera.", | |
| "Einst, weihte jemand in Pumbeditha seine Güter als Banngut, und als er vor R. Jehuda kam, sprach dieser zu ihm: Nimm vier Zuz, weihe sie durch diese aus und wirf sie in den Fluß, sodann sind sie dir erlaubt. Er ist somit der Ansicht, Banngut schlechthin gehöre dem Tempelreparaturfonds. —", | |
| "Also nach Šemuél, welcher sagt, wenn man Heiliges im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruṭa ausgeweiht hat, sei es ausgeweiht, aber Šemuél sagt es ja nur von dem Falle, wenn man bereits ausgeweiht hat, sagt er es etwa auch von vornherein!? —", | |
| "Dies nur zur Zeit, wenn der Tempel besteht, wo eine Schädigung vorliegt, in der Jetztzeit aber darf man es auch von vornherein. — Demnach sollte doch auch eine Peruṭa genügen!? — Um die Sache bekannt zu machen.", | |
| "U͑la sagte: Wäre ich dabei gewesen, so hätte ich alles den Priestern gegeben. Demnach ist U͑la der Ansicht, Banngut schlechthin gehöre den Priestern.", | |
| "Man wandte ein: [Das Gesetz] vom hebräischen Sklaven hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,40.</i><i>bis zum Jobeljahre soll er bei dir dienen</i>;", | |
| "[das Gesetz] vom Banngutfelde hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt.<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 28.</i><i>und im Jobeljahre wird, es frei und gelangt zu seinem Resitztume</i>; [das Gesetz] von den Häusern einer ummauerten Stadt hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 30.</i><i>es wird im Jobeljahre nicht frei</i>.", | |
| "R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Das Gesetz] vom Banngutfelde hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre frei wird, heilig sein für den Herrn, wie das Feld des Bannes</i>. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: [Das Gesetz] vom Beisaßproselyten hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat.", | |
| "R. Bebaj sagte: Aus welchem Grunde? Dies ist durch [das Wort] <i>wohl</i> zu folgern; hierbei heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,16.</i><i>weil es ihm wohl ist bei dir</i>, und dort heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Ib. 23,17.</i><i>wo es ihm wohl geht, du darfst ihn nicht kränken</i>. —", | |
| "Das ist kein Einwand: eines gilt von Grundstücken und eines gilt von beweglichen Sachen. — Beim Ereignisse in Pumbeditha waren es ja Grundstücke!? — Grundstücke außerhalb des Landes gleichen beweglichen Sachen im Lande.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii,2</sup> <b>R.</b> J<small>IŠMA͑ÉL SAGTE:</small> E<small>IN</small> S<small>CHRIFTVERS LAUTET</small>:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Vom Erstgeborenen, Dt. 15,19.</i><i>sollst du heiligen</i>, <small>UND EIN</small> S<small>CHRIFTVERS LAUTET</small>:<sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,26.</i><i>soll er nicht heiligen;</i> <small>DU KANNST NICHT SAGEN, ES SEI HEILIG, DENN ES HEISST JA:</small> <i>soll er nicht heiligen</i>, <small>UND DU KANNST NICHT SAGEN, ES SEI NICHT HEILIG, DENN ES HEISST JA</small>: <i>Sollst du heiligen</i>;", | |
| "<small>WIE IST ES NUN ZU ERKLÄREN?</small> D<small>U KANNST ES ZUR</small> S<small>CHÄTZUNG</small><sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Des Wertes, den es nach der obigen Erklärung (vgl. Anm. 44) für den Eigentümer hat, der den Priestern zufällt.</i> <small>HEILIGEN, DU KANNST ES ABER NICHT FÜR DEN</small> A<small>LTAR HEILIGEN</small><sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Als Opfer darbringen.</i>.", | |
| "GEMARA. Und die Rabbanan!? — [Die Worte] <i>nicht heiligen</i> sind als Verbot nötig, und [die Worte] <i>sollst du heiligen</i> sind wegen der folgenden Lehre nötig: Woher, daß, wenn einem ein Erstgeborenes in seiner Herde geboren wurde, es Gebot sei, es zu heiligen? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Lev. 15,19.</i><i>das Männliche sollst du heiligen</i>. —", | |
| "Und R. Jišma͑él!? — Ist es etwa nicht heilig, wenn man es nicht heiligt, es ist ja vom Mutterschoße aus heilig!? Da es nun heilig ist, auch wenn man es nicht heiligt, so braucht man es nicht zu heiligen." | |
| ], | |
| [ | |
| "<b>W</b>ER <small>SEIN</small> F<small>ELD VERKAUFT ZUR</small> Z<small>EIT, WENN DAS</small> J<small>OBELGESETZ</small> G<small>ELTUNG HAT, DARF ES NICHT VOR ZWEI</small> J<small>AHREN EINLÖSEN, DENN ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,15.</i><i>nach der Zahl der Jahre des Ertrages soll er es dir verkaufen</i>.", | |
| "W<small>AR DARUNTER EIN</small> J<small>AHR DES</small> K<small>ORNBRANDES, DES</small> R<small>OSTES ODER EIN</small> S<small>IEBENTJAHR, SO ZÄHLT ES NICHT MIT</small><sup class=\"footnote-marker\">2</sup><i class=\"footnote\">Da die Schrift von Ertragsjahren spricht.</i><small>; HAT ER ES NUR AUFGERODET ODER BRACH LIEGEN LASSEN, SO ZÄHLT ES MIT</small>. R. E<small>LIE͑ZER SAGTE</small>: H<small>AT</small> <small>ER ES IHM VOR</small> N<small>EUJAHR VOLL MIT</small> F<small>RUCHT VERKAUFT, SO GENIESST ER DAVON DREI</small> E<small>RNTEN IN ZWEI</small> J<small>AHREN</small>.", | |
| "GEMARA. W<small>ER SEIN</small> F<small>ELD VERKAUFT ZUR</small> Z<small>EIT, WENN DAS</small> J<small>OBELGESETZ</small> G<small>ELTUNG HAT &C</small>. Er lehrt nicht: löse es nicht aus, sondern: so darf er es nicht auslösen, somit ist er der Ansicht, es liege auch ein Verbot vor, sodaß man sogar nicht mit Münzen klimpern<sup class=\"footnote-marker\">3</sup><i class=\"footnote\">Um dem Käufer anzudeuten, daß er Geld hat u. es einlösen möchte.</i> darf.", | |
| "Selbstverständlich übertritt der Verkäufer ein Gebot, denn es heißt: <i>nach der Zahl der Jahre des Ertrages soll er es dir verkaufen</i>, aber auch der Käufer übertritt ein Gebot, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,15.</i><i>Jahren &c. sollst du kaufen</i>, was hierbei<sup class=\"footnote-marker\">4</sup><i class=\"footnote\">Wenn der erstere Besitzer es vor Ablauf von ‘Jahren’ zurückkauft.</i> nicht der Fall ist.", | |
| "Es wurde gelehrt: Wenn jemand sein Feld im Jobeljahre selbst verkauft, so ist es, wie Rabh sagt, verkauft und es geht<sup class=\"footnote-marker\">5</sup><i class=\"footnote\">Im selben Jobeljahre, sodaß der Käufer sein Geld verliert.</i> zurück, und wie Šemuél sagt, überhaupt nicht verkauft. — Was ist der Grund Šemuéls? — Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das bereits verkaufte zurückgeht, um wieviel weniger kann das noch nicht verkaufte verkauft werden. —", | |
| "Ist denn nach Rabh ein derartiger [Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht zu folgern, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, man dürfe seine Tochter im Mädchenalter<sup class=\"footnote-marker\">6</sup><i class=\"footnote\">Im 12. Lebensjahre.</i> verkaufen<sup class=\"footnote-marker\">7</sup><i class=\"footnote\">Als Magd; cf. Ex. 21,7.</i>, so ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die bereits verkaufte dann frei<sup class=\"footnote-marker\">8</sup><i class=\"footnote\">Cf. Qid. Fol. 4a.</i> ausgeht, um wieviel weniger kann die noch nicht verkaufte verkauft werden!? —", | |
| "Diese kann nicht wiederum verkauft<sup class=\"footnote-marker\">9</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. Fol. 18a.</i> werden, jenes aber kann wiederum verkauft werden.", | |
| "Man wandte ein:<sup class=\"footnote-marker\">10</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,15.</i><i>Jahre nach dem Jobeljahre sollst du kaufen</i>; dies lehrt, daß man nahe dem Jobeljahre kaufen darf. Woher, daß auch weit vom Jobeljahre? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">11</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 16.</i><i>nach Verhältnis der vielen Jahre &c. und nach Verhältnis der wenigen Jahre</i>.", | |
| "Im Jobeljahre selbst darf man nicht verkaufen, hat man verkauft, so ist der Verkauf ungültig!? — Rabh kann dir erwidern: der Verkauf ist ungültig hinsichtlich der Anzahl der Ertragsjahre<sup class=\"footnote-marker\">12</sup><i class=\"footnote\">Der Käufer hat nichts davon, da er es zurückgeben muß.</i>, jedoch ist es verkauft und geht zurück. —", | |
| "Sollte es doch, wenn der Verkauf gültig ist, bis nach dem Jobeljahre in seinem Besitze bleiben, und nach dem Jobeljahre, nachdem er [zwei] Ertragsjahre davon genossen hat, er es zurückgeben, denn es wird gelehrt, daß man ihm, wenn er es ein Jahr vor dem Jobeljahre genossen hat, ein Jahr nach dem Jobeljahre ergänze<sup class=\"footnote-marker\">13</sup><i class=\"footnote\">Weil es 2 Jahre in seinem Besitze sein muß.</i>!? — Da hat er den Besitz des Genusses angetreten, hierbei aber hat er den Besitz des Genusses nicht angetreten.", | |
| "R. A͑nan sagte: Ich hörte von Meister Šemuél zweierlei; eines ist dieses und das andre ist folgendes: Wenn jemand seinen Sklaven an Nichtjuden oder nach dem Auslande verkauft, so geht er frei aus.", | |
| "Bei einem, [sagte er], sei der Verkauf rückgängig, und bei einem sei der Verkauf nicht rückgängig<sup class=\"footnote-marker\">14</sup><i class=\"footnote\">Vielmehr verliert der Käufer sein Geld.</i>; ich weiß aber nicht, bei welchem von ihnen.", | |
| "R. Joseph sagte: Wir wollen es feststellen. In einer Barajtha wird gelehrt, wenn jemand seinen Sklaven nach dem Auslande verkauft, gehe er frei aus und benötige einer Freilassungsurkunde von seinem zweiten Herrn; da er ihn ‘zweiten Herrn’ nennt, so ist der Verkauf nicht rückgängig; demnach sagte Šemuél von unserem Falle, es sei nicht verkauft und das Geld zurückzugeben." | |
| ], | |
| [ | |
| "R. A͑nan aber hatte jene Barajtha nicht gehört, und auch aus der Lehre Šemuéls<sup class=\"footnote-marker\">15</sup><i class=\"footnote\">Das Feld sei nicht verkauft.</i>ist nicht zu entnehmen, daß es nicht verkauft und das Geld zurückzugeben sei; vielleicht ist es nicht verkauft und das Geld ein Geschenk, wie dies auch bei der Antrauung einer Schwester der Fall ist. Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand sich seine Schwester angetraut hat, so ist, wie Rabh sagt, das Geld zurückzugeben, und wie Šemuél sagt, das Geld ein Geschenk<sup class=\"footnote-marker\">16</sup><i class=\"footnote\">Da er vorher wußte, daß die Antrauung ungültig ist.</i>.", | |
| "Abajje sprach zu R. Joseph: Was veranlaßt dich, den Käufer zu maßregeln, sollte man doch den Verkäufer<sup class=\"footnote-marker\">17</sup><i class=\"footnote\">Das Geld zurückgeben zu müssen.</i> maßregeln!?", | |
| "Dieser erwiderte: Nicht die Maus hat gestohlen, sondern das Loch hat gestohlen<sup class=\"footnote-marker\">18</sup><i class=\"footnote\">Der Käufer gab die Gelegenheit.</i>. — Woher hätte das Loch, wenn die Maus nicht wäre!? — Es ist einleuchtend, daß man den maßregle, bei dem das Verbotene sich befindet.", | |
| "W<small>AR DARUNTER EIN</small> J<small>AHR DES</small> K<small>ORNBRANDES &C</small>. Wenn es mitgezählt wird, falls er es brachliegen läßt, um wieviel mehr, wenn er es aufrodet!? —", | |
| "Vom Aufroden ist dies zu lehren nötig; man könnte glauben, man sage zu ihm: bezahle ihm [das Auf roden], und er gehe, so lehrt er uns.", | |
| "R. E<small>LIE͑ZER SAGTE:</small> H<small>AT ER ES IHM VERKAUFT &C</small>. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß, wenn er es ihm vor Neujahr voll mit Frucht verkauft hat, er zu ihm nicht sagen kann: gib es mir so, wie ich es dir gegeben habe? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">1</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,15.</i><i>nach der Zahl der Jahre des Ertrages soll er es dir verkaufen</i>; zuweilen genießt jemand drei Ernten in zwei Jahren", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">ii</sup> <b>W</b><small>ENN ER ES AN EINEN FÜR EINE</small> M<small>INE, UND IMESER ES AN EINEN ANDEREN FÜR ZWEIHUNDERT</small> Z<small>UZ VERKAUFT HAT, SO HAT ER NUR MIT DEM ERSTEN ABZURECHNEN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,27.</i><i>mit dem Manne, an den er es verkauft hat</i>.", | |
| "W<small>ENN ER ES AN EINEN FÜR ZWEIHUNDERT</small> Z<small>UZ, UND DIESER ES AN EINEN ANDEREN FÜR EINE</small> M<small>INE VERKAUFT HAT, SO HAT ER NUR MIT DEM ANDEREN ABZURECHNEN, DENN ES HEISST</small>:<sup class=\"footnote-marker\">19</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,27.</i><i>er rechne die Jahre seit seinem Verkaufe ab und gebe den Überschuß zurück dem Manne</i>, <small>DEM</small> M<small>ANNE, DER ES IM</small> B<small>ESITZ HATTE.</small>", | |
| "M<small>AN DARF NICHT EIN ENTFERNTES VERKAUFEN UND EIN NAHES EINLÖSEN, EIN SCHLECHTES</small> [<small>VERKAUFEN</small>] <small>UND EIN GUTES EINLÖSEN, AUCH NICHT BORGEN UND EINLÖSEN, NOCH IN</small> H<small>ÄLFTEN EINLÖSEN; BEIM</small> H<small>EILIGEN IST DIES ALLES ERLAUBT.</small> H<small>IERBEI IST ES BEI</small> P<small>ROFANEM STRENGER ALS BEIM</small> H<small>EILIGEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß er, wenn er es an einen für eine Mine, und dieser es an einen anderen für zweihundert Zuz verkauft hat, nur mit dem ersten abzurechnen hat? Es heißt: <i>mit dem Manne, an den er es verkauft hat</i>. Woher, daß er,", | |
| "wenn er es an einen für zweihundert Zuz und dieser es an einen anderen für eine Mine verkauft hat, nur mit dem anderen abzurechnen hat? Es heißt: <i>dem Manne</i>, dem Manne, der es im Besitze hatte — so Rabbi.", | |
| "R. Dostaj b. Jehuda sagte: Woher, daß er, wenn er es ihm für eine Mine verkauft und dieser es melioriert hat, sodaß es zweihundert [Zuz] wert ist, nur eine Mine zu verrechnen habe? Es heißt: <i>er gebe den Überschuß zurück</i>, den Überschuß, der in seiner Hand.", | |
| "Woher, daß er, wenn er es ihm für zweihundert Zuz verkauft hat und es schlechter geworden, sodaß es nur eine Mine wert ist, nur eine Mine zu verrechnen habe? Es heißt: <i>er gebe den Überschuß zurück</i>, den Überschuß, der im Grundstücke. —", | |
| "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Wenn es im Werte gestiegen, gesunken und wieder gestiegen<sup class=\"footnote-marker\">20</sup><i class=\"footnote\">Wenn es im Besitze des ersten Käufers, der 200 gezahlt hat. auf 100 gesunken war u. im Besitze des anderen wieder auf 200 gestiegen ist. Nach Rabbi ist nur eine Mine zu verrechnen, die der zweite gezahlt hat.</i>ist. —", | |
| "Woher, daß erleichternd [zu verrechnen ist], vielleicht erschwerend!? —", | |
| "Dies ist nicht einleuchtend, denn es ist durch [das Wort] <i>Auslösung</i><sup class=\"footnote-marker\">21</sup><i class=\"footnote\">Das bei beiden gebraucht wird; cf. Lev. 25,26 u. ib. V. 51.</i>vom hebräischen Sklaven zu folgern. — Woher dies von diesem? —", | |
| "Es wird gelehrt: Woher, daß, wenn er für eine Mine verkauft worden war, dann zugenommen hat und zweihundert [Zuz] wert ist, nur eine Mine zu verrechnen ist? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">22</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,51.</i><i>von seinem Kaufgelde</i>.", | |
| "Woher, daß, wenn er für zweihundert verkauft worden war und abgenommen hat und nur eine Mine wert ist, nur eine Mine zu verrechnen ist? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">23</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 52.</i><i>entsprechend seinen Jahren</i>.", | |
| "Ich weiß dies nur von einem hebräischen Sklaven, der an einen Nichtjuden verkauft worden ist, daß er ausgelöst wird und die Oberhand hat, woher dies von einem, der an einen Jisraéliten verkauft worden ist? Es heißt zweimal<sup class=\"footnote-marker\">24</sup><i class=\"footnote\">Lev. 21,50, beim Verkaufe an einen Nichtjuden, u. Dt. 15,18, beim Verkaufe an einen Jisraéliten.</i> <i>Löhner</i>, als Wortanalogie.", | |
| "Einst sagte Abajje:" | |
| ], | |
| [ | |
| "Ich fühle mich wie Ben A͑zaj<sup class=\"footnote-marker\">25</sup><i class=\"footnote\">In der Gesetzeskunde so bewandert u. zum Lehren aufgelegt.</i>in den Straßen von Tiberias. Da sprach ein Jünger zu Abajje: [Jene Schriftverse]<sup class=\"footnote-marker\">26</sup><i class=\"footnote\">Aus denen oben hinsichtl. der Auslösung eines Sklaven gefolgert wird.</i>können ja erleichternd ausgelegt werden und können erschwerend ausgelegt werden, was veranlaßt nun, sie erleichternd auszulegen, vielleicht erschwerend? —", | |
| "Dies ist nicht einleuchtend, da der Allbarmherzige für ihn erleichtert hat. Es wird nämlich gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">27</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,16.</i><i>Weil ihm wohl ist bei dir</i>; mit dir beim Essen und mit dir beim Trinken. Du darfst nicht feines Brot essen und er grobes Brot, du [darfst nicht] alten Wein trinken und er neuen Wein; du [darfst nicht] auf Weichem schlafen und er auf der Erde. Hieraus folgernd sagten sie, wenn jemand einen hebräischen Sklaven kauft, sei es ebenso, als kaufte er einen Herrn über sich. —", | |
| "Im Gegenteil, man sollte für ihn erschweren, wegen einer Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina!? R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich: Komm und sieh, wie streng sogar der Staub des Siebentjahrgesetzes<sup class=\"footnote-marker\">28</sup><i class=\"footnote\">Die leichteste Übertretung dieses Gesetzes, wie der weiter genannte Handel mit Siebentjahrsfrüchten.</i>ist.", | |
| "Wer mit Früchten des Siebentjahres handelt, verkauft endlich seine Mobilien, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">29</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,13.</i><i>in diesem Jobeljahre sollt ihr ein jeder zu seinem Besitze zurückkehren</i>, und darauf folgt:<sup class=\"footnote-marker\">30</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 14.</i><i>wenn ihr eurem Nächsten etwas verkauft oder aus der Hand des Nächsten kauft</i>, eine Sache, die von Hand zu Hand<sup class=\"footnote-marker\">31</sup><i class=\"footnote\">Mobilien, die durch Übergabe geeignet werden.</i>gekauft wird.", | |
| "Merkt er dies nicht<sup class=\"footnote-marker\">32</sup><i class=\"footnote\">Wenn diese Strafe, Mobilien verkaufen zu müssen, wirkungslos bleibt.</i>, so verkauft er endlich seine Felder, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">33</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,25.</i><i>wenn dein Bruder verarmt und von seinem Erbbesitze verkauft</i>.", | |
| "Sie<sup class=\"footnote-marker\">34</sup><i class=\"footnote\">Die Reue; wenn auch diese Strafe wirkungslos bleibt.</i>reicht an ihn nicht heran, bis er endlich auch sein Haus verkauft, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">35</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,29.</i><i>wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft</i>. — Weshalb heißt es anfangs: merkt er dies nicht, weiter aber: sie reicht an ihn nicht heran? — Nach R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, werde sie ihm erlaubt. —", | |
| "‘Werde sie ihm erlaubt’, wie kommst du darauf!? — Sage vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.", | |
| "Sie reicht an ihn nicht heran, bis er sogar auf Wucher borgt, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">36</sup><i class=\"footnote\">Ib V. 25.</i><i>wenn dein Bruder verarmt &c.</i>, und weiter:<sup class=\"footnote-marker\">37</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 36.</i><i>nimm von ihm nicht Zins und Wucher</i>.", | |
| "Sie reicht an ihn nicht heran, bis er auch seine Tochter verkauft, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">38</sup><i class=\"footnote\">Ex. 21,7.</i><i>wenn jemand seine Tochter als Magd verkauft</i>. Dies obgleich [der Verkauf] einer Tochter in diesem Abschnitte nicht genannt wird, denn man verkaufe lieber seine Tochter, als auf Wucher borgen, weil im eisten Falle [der Betrag] sich fortwährend verringert, während er im anderen Falle fortwährend wächst.", | |
| "Sie reicht an ihn nicht heran, bis er auch sich selbst verkauft, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">39</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,39.</i><i>wenn dein Bruder verarmt und sich dir verkauft</i>. Nicht nur dir, sondern auch einem Fremdlinge, denn es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">40</sup><i class=\"footnote\">Ib. V, 47.</i><i>einem Fremdlinge</i>, und nicht nur einem wirklichen Proselyten, sondern auch einem Beisassen, denn es heißt: <i>einem Beisaßfremdlinge</i>.", | |
| "Unter <i>Fremdlingsgeschlecht</i><sup class=\"footnote-marker\">41</sup><i class=\"footnote\">So richt. in Handschriften u. der Parallelstelle Qid. 20a.</i>ist ein Nichtjude zu verstehen, und wenn es noch <i>Abkömmling</i> heißt, so ist darunter der Verkauf als Pfaffe für den Götzendienst selber zu verstehen.", | |
| "Jener erwiderte: Diesbezüglich hat die Schrift ihn wieder aufgenommen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: [Man könnte glauben,] da dieser hingegangen ist und sich für den Götzendienst verkauft hat, werfe man dem Stürzenden einen Stein nach, so heißt es: <i>soll ihm Einlösung werden</i>, auch geht er im Jobeljahre frei aus. — Vielleicht soll ihm Einlösung werden, damit er nicht zwischen Nichtjuden untergehe, hinsichtlich des Lösegeldes aber erschwere man ihm!?", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">42</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,51.</i><i>sind es noch viel der Jahre</i>, und es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">43</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 52.</i><i>und wenn wenig der Jahre zurückbleiben</i>; gibt es denn viele Jahre und wenige<sup class=\"footnote-marker\">44</sup><i class=\"footnote\">Der Verkauf erfolgt auf 6 Jahre.</i>Jahre!?", | |
| "Vielmehr, ist sein Wert gestiegen<sup class=\"footnote-marker\">45</sup><i class=\"footnote\">Unter ‘viel’ u. ‘wenig’ ist zu verstehen, im Werte gestiegen od. gesunken.</i>, so richte man sich nach seinem Kaufpreise, ist sein Wert gesunken, so richte man sich nach den Jahren<sup class=\"footnote-marker\">46</sup><i class=\"footnote\">Nach seinem Werte bei der Einlösung.</i>. —", | |
| "Vielleicht aber wie folgt: wenn er zwei [Jahre] gedient hat und vier zurückbleiben, zahle er ihm für vier zurück, von seinem Kaufgelde, und wenn er vier gedient hat und zwei zurückbleiben, zahle er ihm zwei zurück, nach den Jahren<sup class=\"footnote-marker\">47</sup><i class=\"footnote\">Die er noch zu dienen hat; die Schrift spricht aber nicht vom Fallen u. Sinken des Wertes.</i>!? —", | |
| "Demnach sollte es heißen: sind es noch viele Jahre, wenn es aber <i>der Jahre</i> heißt, [so heißt dies:] ist während der Jahre sein Wert gestiegen, so richte man sich nach seinem Kaufgelde, ist während der Jahre sein Wert gesunken, so richte man sich nach den Jahren. R. Joseph sagte: R. Naḥman b. Jiçḥaq legte die Schriftverse so aus, als wäre es vom Sinaj.", | |
| "M<small>AN DARF NICHT EIN ENTFERNTES VERKAUFEN &C</small>. Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">48</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,26.</i><i>Und seine Hand reicht</i>, seine eigene Hand; er darf nicht borgen und einlösen.", | |
| "<i>Und findet</i>, ausgenommen der Fall, wenn er es bereits hatte; er darf nicht ein entferntes verkaufen und ein nahes einlösen, ein schlechtes [verkaufen] und gutes einlösen. <i>Als er zur Einlösung braucht</i>, er darf das ganze einlösen, nicht aber in Hälften. —", | |
| "Demnach ist unter ‘finden’ zu verstehen, was schon vorher da war; ich will auf einen Widerspruch hinweisen:<sup class=\"footnote-marker\">49</sup><i class=\"footnote\">Dt. 19,5.</i><i>Und treffen</i><sup class=\"footnote-marker\">50</sup><i class=\"footnote\">Im Hebräischen das gleiche Wort wie für ‘finden’.</i><i>wird</i>, ausgenommen der Fall, wenn jener sich treffen läßt. Hieraus folgerte R. Elie͑zer, daß, wenn nachdem der Stein aus seiner Hand gekommen war, jener den Kopf hervorgestreckt hat und getroffen<sup class=\"footnote-marker\">51</sup><i class=\"footnote\">In diesem Falle ist der Totschläger frei.</i>wurde, er frei sei. Somit ist unter ‘finden’ zu verstehen, wenn die Sache schon vorher da war!?", | |
| "Raba erwiderte: Hier berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses und dort berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses. Hierbei gleich dem ‘erreichen<sup class=\"footnote-marker\">52</sup><i class=\"footnote\">Dh. zu Vermögen kommen; cf. Lev. 25,26.</i>seiner Hand’, wie das ‘erreichen seiner Hand’ erst jetzt, ebenso ‘finden’ erst jetzt. Ebenso dort gleich dem Walde; wie der Wald<sup class=\"footnote-marker\">53</sup><i class=\"footnote\">Von dem die angezogene Schriftstelle spricht.</i>schon vorher da war, ebenso das ‘treffen’, wenn er schon vorher da war.", | |
| "B<small>EIM</small> H<small>EILIGEN &C</small>. Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">54</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,31.</i><i>Wenn einlösen wird er einlösen</i>, dies lehrt, daß er borgen und einlösen darf, daß er in Hälften einlösen darf.", | |
| "R. Šimo͑n sagte: Aus folgendem Grunde: Wir finden, daß beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes einerseits sein Recht gestärkt ist, indem es, wenn das Jobeljahr heranreicht und es nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre an den Eigentümer zurückgeht, andererseits aber sein Recht geschwächt ist, indem er nicht borgen und einlösen darf, auch nicht in Hälften einlösen darf.", | |
| "Bei der Heiligung eines Erbbesitzfeldes aber ist sein Recht einerseits geschwächt, indem es, wenn das Jobeljahr heranreicht und es nicht eingelöst wird, den Priestern zufällt, dafür aber ist sein Recht andererseits gestärkt, indem er borgen und einlösen darf, auch in Hälften einlösen darf. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Eines lehrt, er dürfe borgen und einlösen, er dürfe in Hälften einlösen, und ein Anderes lehrt, er dürfe nicht borgen und einlösen, er dürfe nicht in Hälften einlösen!? — Das ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Šimo͑n.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iii</sup> <b>W</b><small>ER EIN</small> H<small>AUS (VON</small> H<small>ÄUSERN) IN EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT</small><sup class=\"footnote-marker\">55</sup><i class=\"footnote\">Cf. Lev. 25,29ff.</i><small>VERKAUFT HAT, KANN ES SOFORT EINLÖSEN UND KANN ES INNERHALB ZWÖLF MONATEN EINLÖSEN; DIES IST EINE</small> A<small>RT</small> W<small>UCHER</small><sup class=\"footnote-marker\">56</sup><i class=\"footnote\">Wenn er es ohne Abzug einlöst, so hat der Käufer darin für die Benutzung des Geldes unentgeltlich gewohnt.</i><small>UND DOCH KEIN</small> W<small>UCHER.</small>", | |
| "S<small>TIRBT DER</small> V<small>ERKÄUFER, SO KANN SEIN</small> S<small>OHN ES EINLÖSEN; STIRBT DER</small> K<small>ÄUFER, SO KANN ER ES VON SEINEM</small> S<small>OHNE EINLÖSEN.</small> M<small>AN RECHNE DAS</small> J<small>AHR NUR VON DER</small> S<small>TUNDE AN, WO ER ES VERKAUFT HAT, DENN ES HEISST:</small> <sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 52,29.</i><i>bis ihm ein Jahr voll ist</i>,", | |
| "<small>UND WENN ES NOCH</small> <i>ganzes</i> <small>HEISST, SO SCHLIESST DIES AUCH DEN</small> S<small>CHALTMONAT EIN.</small> R<small>ABBI SAGT, MAN BERECHNE IHM DAS</small> J<small>AHR MIT DEM</small> Ü<small>BERSCHUSSE</small><sup class=\"footnote-marker\">58</sup><i class=\"footnote\">Das Mondjahr hat 354 od. 355 Tage u. zum Ausgleiche mit dem Sonnenjahre werden die 10 od. 11 Überschußtage alle 3 Jahre zu einem Monat (Schaltmonat) vereinigt; in diesem Falle rechne man nach dem Sonnenjahre.</i>. <sup class=\"footnote-marker\">iv,1</sup> W<small>ENN DER</small> [<small>LETZTE</small>] T<small>AG DER ZWÖLF</small> M<small>ONATE HERANREICHT UND ES NICHT EINGELÖST WIRD, SO VERFÄLLT ES IHM, EINERLEI OB GEKAUFT ODER ALS</small> G<small>ESCHENK ERHALTEN, DENN ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>für immer</i>.", | |
| "GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 52,29.</i><i>Tage</i>, unter Tage sind nicht weniger als zwei zu verstehen<sup class=\"footnote-marker\">60</sup><i class=\"footnote\">Es muß sich mindestens 2 Tage im Besitze des Käufers befunden haben, während nach unserer Mišna die Einlösung sofort nach dem Verkaufe erfolgen kann.</i>. —", | |
| "Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>Tage</i>? — Sie deuten dieses: vom Tage bis zum Tage<sup class=\"footnote-marker\">61</sup><i class=\"footnote\">Vom Verkaufstage bis zum selben Tage des nächsten Jahres u. nicht bis zum Ablaufe des Kalenderjahres.</i>. — Woher entnimmt Rabbi die Deutung vom Tage bis zum Tage? — Er folgert dies aus:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 52,29.</i><i>bis das Jahr seines Verkaufes zuende ist</i>. —", | |
| "Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß man sich nach dem Jahre seines Verkaufes richte und nicht nach dem Kalenderjahre, und [das Wort] <i>Tage</i> deutet darauf, daß es von Stunde bis zur Stunde<sup class=\"footnote-marker\">62</sup><i class=\"footnote\">Bis zur gleichen Stunde des nächsten Jahres.</i>erfolge. Aus [den Worten:] <i>bis das Jahr seines Verkaufes zuende ist</i>, könnte man entnehmen, vom Tage bis zum Tage, nicht aber von Stunde bis zur Stunde, daher schrieb der Allbarmherzige <i>Tage</i>. —", | |
| "Woher entnimmt Rabbi, daß es von Stunde bis zur Stunde erfolge? — Er entnimmt dies aus [dem Worte] <i>ganzes</i>. — Und die Rabbanan!? — Dieses deutet auf den Schaltmonat<sup class=\"footnote-marker\">63</sup><i class=\"footnote\">Daß er mitzurechnen ist.</i>. —", | |
| "Auch nach Rabbi ist es ja wegen des Schaltmonats nötig!? — Dem ist auch so, und daß es vom Tage bis zum Tage und von Stunde bis zur Stunde erfolge, entnimmt er aus [dem Verse]: <i>bis zuende ist das Jahr seines Verkaufes</i>.", | |
| "D<small>IES IST EINE</small> A<small>RT</small> W<small>UCIIEH &C</small>. Es wird ja aber gelehrt, es sei richtiger Wucher, nur habe die Tora es erlaubt!?", | |
| "R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine zu fordern und dieser ihm den Verkauf seines Feldes [verpfändet] hat, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn der Käufer die Früchte genießt, verboten.", | |
| "R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt<sup class=\"footnote-marker\">64</sup><i class=\"footnote\">Weil die Rückzahlung des Kaufbetrages unsicher ist.</i>. R. Jehuda sagte: Einst [verpfändete] Boëthos, der Sohn Zonins, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer genoß die Früchte. Man erwiderte ihm: Soll dies ein Beweis sein!? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer. —", | |
| "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des eventuellen<sup class=\"footnote-marker\">65</sup><i class=\"footnote\">Wörtl. des einseitigen Wuchers; Wucher liegt nur dann vor, wenn er das Feld einlöst.</i>Wuchers. Der erste Autor ist der Ansicht, der eventuelle Wucher sei verboten, und R. Jehuda ist der Ansicht, der eventuelle Wucher sei erlaubt." | |
| ], | |
| [ | |
| "Raba erwiderte: Alle sind der Ansicht, der eventuelle Wucher sei verboten, und ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des zurückzuerstattenden Wuchers<sup class=\"footnote-marker\">66</sup><i class=\"footnote\">Wenn sie vereinbart haben, daß im Falle des Rückkaufes der Käufer die genossenen Früchte bezahle; auch nach RJ. ist es nur in diesem Falle erlaubt.</i>. Einer ist der Ansicht, er sei verboten, und einer ist der Ansicht, er sei erlaubt.", | |
| "S<small>TIRBT DER</small> V<small>ERKÄUFER, SO KANN SEIN</small> S<small>OHN ES EINLÖSEN</small>. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt ja:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 52,29.</i><i>wenn jemand ein Wohnhaus verkauft</i>, und dieser hat es ja nicht verkauft, so lehrt er uns:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 52,29.</i><i>sei ihm Einlösung</i>, in jedem Falle.", | |
| "S<small>TIRBT DER</small> K<small>ÄUFER, SO KANN ER ES VON SEINEM</small> S<small>OHNE EINLÖSEN &C</small>. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt ja: <sup class=\"footnote-marker\">67</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>der es gekauft hat</i>, und dieser hat es ja nicht gekauft, so lehrt er uns: <i>sei ihm Einlösung</i>, in jedem Falle.", | |
| "M<small>AN RECHNE DAS</small> J<small>AHR NUR VON DER</small> S<small>TUNDE AN, WO ER ES VERKAUFT HAT &C</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Jahr</i>, ich würde nicht gewußt haben, ob ein Jahr seit dem [Verkaufe] an den ersten oder ein Jahr seit dem [Verkaufe] an den zweiten<sup class=\"footnote-marker\">68</sup><i class=\"footnote\">Wenn der Käufer es weiter verkauft hat.</i>, wenn es aber heißt: <i>bis ihm ein ganzes Jahr voll ist</i>, so gilt dies vom ersten. —", | |
| "Wem verfällt es? — R. Elea͑zar sagt, es verfalle dem ersten, und R. Joḥanan sagt, es verfalle dem zweiten. — Erklärlich ist die Ansicht R. Elea͑zars, denn man rechnet auch nach ihm<sup class=\"footnote-marker\">69</sup><i class=\"footnote\">Nach dem Verkaufe an den ersten.</i>, was aber ist der Grund R. Joḥanans? R. Abba b. Mamal erwiderte: Was der erste an den zweiten verkauft hat, ist jedes Recht, das ihm zusteht.", | |
| "R. Abba b. Mamal sagte: Wenn jemand zwei Häuser in einer ummauerten Stadt verkauft hat, eines am fünfzehnten des ersten Adar und eines am ersten des zweiten Adar, so wird, wenn der erste Adar des folgenden Jahres heranreicht, das Jahr voll für das [am ersten] des zweiten Adar verkaufte, und für das am fünfzehnten des ersten Adar verkaufte wird das Jahr voll erst am fünfzehnten Adar des folgenden Jahres<sup class=\"footnote-marker\">70</sup><i class=\"footnote\">Obgleich es dann 13 Monate sind.</i>.", | |
| "Rabina wandte ein: Er kann ja zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">71</sup><i class=\"footnote\">Der erste Käufer zum zweiten, wenn es 2 sind.</i>sagen: Ich habe vor dir das Feuer angemacht<sup class=\"footnote-marker\">72</sup><i class=\"footnote\">Das Haus in Benutzung genommen: seines sollte daher früher verfallen.</i>! — Dieser kann ihm erwidern: Du bist in den Schaltmonat getreten<sup class=\"footnote-marker\">73</sup><i class=\"footnote\">Du hast bekundet, daß du ein Schaltjahr, eines von 13 Monaten, haben wolltest.</i>.", | |
| "Ferner sagte R. Abba b. Mamal: Wenn einem zwei Lämmer<sup class=\"footnote-marker\">74</sup><i class=\"footnote\">Die im 1. Jahre als Opfer darzubringen sind; nach and. Erklärung hinsichtl. der Verzehntung, vgl. jed. Bek. Fol. 57b.</i>geboren worden sind, eines am fünfzehnten des ersten Adar und eines am ersten des zweiten Adar, so wird, wenn der erste Adar des folgenden Jahres heranreicht, das Jahr voll für den, dem es am ersten des zweiten Adar geboren wurde, und für den, dem es am fünfzehnten des ersten Adar geboren wurde, wird das Jahr voll erst am fünfzehnten des folgenden Jahres.", | |
| "Rabina wandte ein: Er kann ja zu ihm<sup class=\"footnote-marker\">75</sup><i class=\"footnote\">Nicht recht verständlich; wahrscheinl. nur bildlich, das eine Lamm zum anderen.</i>sagen: Ich habe früher als du Grünkraut gegessen!? — Dieser kann ihm erwidern: Du bist in den Schaltmonat getreten, ich bin nicht in den Schaltmonat getreten. —", | |
| "Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe!? — Man könnte glauben, [dies gelte nur] da, wobei es <i>ganzes</i> heißt, nicht aber hierbei, wo es nicht <i>ganzes</i> heißt, so lehrt er uns, daß dies durch [das Wort] <i>Jahr</i><sup class=\"footnote-marker\">76</sup><i class=\"footnote\">Das bei beiden gebraucht wird; cf. Lev. 25,30 u. Dt. 15,20.</i><i>von</i> jenem zu folgern ist.", | |
| "W<small>ENN ES NOCH</small> <i>ganzes</i> <small>HEISST &C.</small> R<small>ABBI SAGT, MAN BERECHNE IHM DAS</small> J<small>AHR MIT DEM</small> Ü<small>BERSCHUSS</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>Ein ganzes Jahr</i>. Rabbi sagte: Man zähle dreihundertfünfundsechzig Tage, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; die Weisen aber sagen, man zähle zwölf Monate vom Tage bis zum Tage, und wenn es ein Schaltjahr wird, so wird es Schaltjahr für ihn.", | |
| "W<small>ENN DER</small> [<small>LETZTE</small>] T<small>AG DER ZWÖLF</small> M<small>ONATE HERANREICHT UND ES NICHT EINGELÖST WIRD &C</small>. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>Für immer</i>, ganz und gar. Eine andre Auslegung: <i>Für immer</i>, dies schließt das Geschenkte ein. — Wieso? — Weil es [statt] <i>çamilh, çemiluth</i><sup class=\"footnote-marker\">77</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. gänzlich, unwiderruflich; die längere Form statt der kürzeren deutet hierauf.</i><i>heißt</i>.", | |
| "Die Jünger sprachen vor R. Papa: Also nicht nach R. Meír, denn R. Meír sagt ja, die Schenkung gleiche nicht dem Verkaufe. R. Papa erwiderte: Man kann auch sagen, nach R. Meír, denn anders ist es hierbei, wo der Allbarmherzige sie durch [das Wort] <i>çemituth</i> einbegriffen hat.", | |
| "Die Jünger sprachen zu R. Papa, und wie manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu R. Papa: Auch beim [Gesetze vom] Jobeljahre heißt es ja:<sup class=\"footnote-marker\">78</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,10.</i><i>ihr sollt zurückkehren</i>, zur Einschließung des Geschenkten<sup class=\"footnote-marker\">79</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bek. Fol. 52b.</i>, dennoch schließt es R. Meír nicht ein!? Vielmehr, entschieden nicht nach R. Meír.", | |
| "Die Rabbanan lehrten: Wer ein Haus (von Häusern) in einer ummauerten Stadt geheiligt hat, kann es [sofort] einlösen und kann es ewig einlösen. Wenn ein andrer es aus dem Besitze des Heiligtumes eingelöst hat, und nachdem der [letzte] Tag der zwölf Monate herangereicht, [von jenem] nicht eingelöst worden ist, so verfällt es ihm.", | |
| "Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt,<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>dem der es kauft</i>, auch aus der Hand des Heiligtumes. — Sollte es dem Heiligtume verfallen!? — Die Schrift sagt: <i>für seine Geschlechter</i>, ausgenommen das Heiligtum, das keine Geschlechter hat. —", | |
| "Wozu heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>es geht im Jobeljahre nicht frei aus</i>? R. Saphra erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn jemand ein Haus (von den Häusern) in einer ummauerten Stadt verkauft hat, und das Jobeljahr auf dieses Jahr fällt; man könnte glauben, es gehe im Jobel frei aus, so lehrt er uns, daß es im Jobel nicht frei ausgehe.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">iv,2</sup> <b>F</b><small>RÜHER</small> [<small>KAM ES VOR</small>], <small>DASS ER SICH AM</small> [<small>LETZTEN</small>] T<small>AGE DER ZWÖLF</small> M<small>ONATE VERBORGEN HIELT, DAMIT</small> [<small>DAS</small> H<small>AUS</small>] <small>IHM VERFALLE, DA ORDNETE</small> H<small>ILLEL</small> [<small>DER</small> Ä<small>LTERE</small>] <small>AN, DASS</small> [<small>DER</small> V<small>ERKÄUFER</small>] <small>DAS</small> G<small>ELD IN DER</small> K<small>AMMER</small><sup class=\"footnote-marker\">80</sup><i class=\"footnote\">Beim Gerichte, Gerichtskasse.</i><small>EINZAHLE, DIE TÜR EINBRECUE UND HINEINGEHE, UND JENER KANN DANN ZU JEDER IHM BELIEBIGEN</small> Z<small>EIT KOMMEN UND SEIN</small> G<small>ELD IN</small> E<small>MPFANG NEHMEN</small>.", | |
| "GEMARA. Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, wenn jemand gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du, mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm gegeben hat, sie, wenn willig, geschieden, und wenn gezwungen, nicht geschieden sei." | |
| ], | |
| [ | |
| "Da Hillel es anzuordnen nötig hatte, daß die gezwungene Zahlung<sup class=\"footnote-marker\">81</sup><i class=\"footnote\">Gegen den Willen des Käufers.</i>als Zahlung gelte, so gilt wohl sonst die gezwungene Zahlung nicht als Zahlung.", | |
| "R. Papa, nach andren R. Aši, wandte ein: Vielleicht brauchte Hillel es anzuordnen nur für den Fall, wenn es in seiner Abwesenheit erfolgt, in seiner Anwesenheit aber ist die Zahlung gültig, ob willig oder gezwungen!?", | |
| "Manche lesen: Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, wenn jemand gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm gegeben hat, das Geben gültig sei, einerlei ob willig oder gezwungen. Hillel brauchte dies anzuordnen nur für den Fall. wenn es in seiner Abwesenheit erfolgt, in seiner Anwesenheit aber ist die Zahlung gültig, ob willig oder gezwungen.", | |
| "R. Papa, nach andren R. Šimi b. Aši, wandte ein: Vielleicht sowohl in seiner Anwesenheit als auch in seiner Abwesenheit nur willig und nicht gezwungen, nur ordnete Hillel das an, was dann erforderlich war!?", | |
| "<sup>v</sup> <b>A</b><small>LLES, WAS SICH INNERHALB DER</small> M<small>AUER BEFINDET, GLEICHT DEN</small> H<small>ÄUSERN DER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT, AUSGENOMMEN DIE</small> F<small>ELDER</small>; R. M<small>EÍR SAGT, AUCH DIE</small> F<small>ELDER</small>. E<small>IN IN DER</small> M<small>AUER EINGEBAUTES</small> H<small>AUS GLEICHT, WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, NICHT DEN</small> H<small>ÄUSERN EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT</small>; R. Š<small>IMO͑N SAGT, DIE ÄUSSERE</small> W<small>AND SEI SEINE</small> [<small>UMRINGENDE</small>] M<small>AUER</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">57</sup><i class=\"footnote\">Lev. 52,29.</i><i>Haus</i>, ich weiß dies nur von einem Hause, woher, daß auch Kelterräume, Badehäuser, Verschlage, Taubenschläge, Gruben, Graben und Höhlen einbegriffen sind? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>die in der Stadt</i>. Man könnte glauben, auch Felder seien einbegriffen, so heißt es <i>Haus</i> — so R. Jehuda.", | |
| "R. Meír sagte: <i>Haus</i>, ich weiß dies nur von einem Hause, woher, daß auch Kelterräume, Badehäuser, Verschlage, Taubenschläge, Gruben, Graben, Höhlen und sogar Felder einbegriffen sind? Es heißt: <i>die in der Stadt</i>. —", | |
| "Es heißt ja aber <i>Haus</i>!? R. Ḥisda erwiderte im Namen R. Qaṭṭinas: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Kieshügels oder einer Tiefung. Es wird auch gelehrt: Kieshügel und Tiefung gleichen, wie R. Meír sagt, Häusern, und wie R. Jehuda sagt, Feldern.", | |
| "D<small>AS IN DER</small> M<small>AUER EINGEBAUTE</small> H<small>AUS GLEICHT, WIE</small> R. J<small>EHUDA SAGT, NICHT DEN</small> H<small>ÄUSERN EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT &C</small>. R. Joḥanan sagte: Beide legen ein und denselben Schriftvers aus:<sup class=\"footnote-marker\">82</sup><i class=\"footnote\">Jos. 2,15.</i><i>Und sie ließ sie an einem Seile durch das Fenster hinunter, denn ihr Haus war in der Wand der Mauer, sodaß sie in der Mauer wohnte</i>. R. Šimo͑n hält sich an den einfachen Sinn des Schriftverses; R. Jehuda aber erklärt: <i>sie in der Mauer wohnte</i>, nicht aber in der von der Mauer umgebenen Stadt.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vi</sup> <b>E</b><small>INE</small> S<small>TADT, BEI DER DIE</small> H<small>AUSDÄCHER IHRE</small> M<small>AUER</small><sup class=\"footnote-marker\">83</sup><i class=\"footnote\">Wenn die eng aneinander gebauten Häuser eine Mauer um die Stadt bilden.</i><small>BILDEN, UND DIE NICHT IN DEN</small> T<small>AGEN</small> J<small>EHOŠUA͑S, DES</small> S<small>OHNES</small> N<small>UNS, MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBEN WAR, GILT NICHT ALS UMMAUERTE</small> S<small>TADT</small>, A<small>LS</small> H<small>ÄUSER EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT GELTEN SIE, WENN DIESE DREI</small> H<small>ÖFE MIT JE ZWEI</small> H<small>ÄUSERN HAT, UND IN DEN</small> T<small>AGEN</small> J<small>EHOŠUA͑S, DES</small> S<small>OHNES</small> N<small>UNS, MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBEN WAR, BEISPIELSWEISE DAS ALTE</small> Q<small>AÇRA</small><sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Wahrscheinl. castra, bezw. <span dir=\"rtl\">אקרא</span> (<i>ἄϰϱα</i>) Burg, Festung, Kastell.</i><small>BEI</small> S<small>EPPHORIS,</small> Ḥ<small>AQRA</small><sup class=\"footnote-marker\">84</sup><i class=\"footnote\">Wahrscheinl. castra, bezw. <span dir=\"rtl\">אקרא</span> (<i>ἄϰϱα</i>) Burg, Festung, Kastell.</i> <small>BEI</small> G<small>UŠ</small> Ḥ<small>ALAB</small><sup class=\"footnote-marker\">85</sup><i class=\"footnote\">Wohl identisch mit Giskala bei Josephus.</i>, <small>DAS ALTE</small> J<small>OTAPATA</small>, G<small>AMLA,</small> G<small>EDUD,</small> Ḥ<small>ADID,</small> O<small>NO,</small> J<small>ERUŠALEM UND IHRESGLEICHEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>Eine Mauer</i>, nicht aber eine Dächerreihe;<sup class=\"footnote-marker\">59</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,30.</i><i>ringsum</i>, ausgenommen Tiberias, dem das Meer als Mauer dient.", | |
| "R. Elie͑zer b. R. Jose sagte: <i>Der eine Mauer</i>, auch wenn sie jetzt keine hat, früher aber eine hatte.", | |
| "A<small>LS</small> H<small>ÄUSER EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT GELTEN SIE &C</small>. Es wird gelehrt: Gamia in Galiläa, Gedud in Transjarden, Ḥadid, Ono und Jerušalem in Judäa. Wie meint er<sup class=\"footnote-marker\">86</sup><i class=\"footnote\">Es ist ja nicht anzunehmen, daß in den aufgezählten Ländern nur diese als solche gelten.</i>es?" | |
| ], | |
| [ | |
| "Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Bis Gamia in Galiläa, bis Gedud in Transjarden, Ḥadid, Ono und Jerušalem in Judäa.", | |
| "Raba erwiderte: Gamia in Galiläa, dies schließt Gamia in andren Ländern aus; Gedud in Transjarden, dies schließt Gedud in andren Ländern aus; bei den übrigen aber, die anderswo nicht vorkommen, ist [die Angabe]<sup class=\"footnote-marker\">87</sup><i class=\"footnote\">In welchem Lande sie sich befinden.</i>nicht nötig. —", | |
| "Verfällt denn in Jerušalem ein Haus für immer, es wird ja gelehrt: Zehn Dinge<sup class=\"footnote-marker\">88</sup><i class=\"footnote\">Cf. Bq. Fol. 82b.</i>wurden von Jerušalem gesagt: ein Haus verfällt darin nicht!?", | |
| "R. Joḥanan erwiderte: Wie Jerušalem, das in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, und nicht wie Jerušalem, denn in diesem verfällt ein Haus nicht, in jenem aber verfällt ein Haus. R. Aši erwiderte: Wie R. Joseph erklärt<sup class=\"footnote-marker\">89</sup><i class=\"footnote\">Cf. Mak. Fol. 10a.</i>hat, es waren zwei [Orte Namens] Qedeš, ebenso waren es zwei Jerušalem.", | |
| "Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Wozu zählten die Weisen sie auf? — Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten<sup class=\"footnote-marker\">90</sup><i class=\"footnote\">Cf. ib. Fol. 16a.</i>sie, während die erste [Heiligung]<sup class=\"footnote-marker\">91</sup><i class=\"footnote\">Bei der Verteilung des Landes durch Jehošua͑.</i>mit der Aufhebung der Heiligkeit des Landes<sup class=\"footnote-marker\">92</sup><i class=\"footnote\">Durch die Zerstörung des 1. Tempels.</i>aufgehört hatte. Er ist somit der Ansicht, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft;", | |
| "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Waren es denn nur diese, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">93</sup><i class=\"footnote\">Dt. 3,4,5.</i><i>sechzig Städte, alles, was zum Bezirke Argob gehörte &c. lauter befestigte Städte</i>; weshalb zählten die Weisen nur diese auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie. — ‘Und heiligten sie’, wir sagten ja, man brauchte sie nicht zu heiligen!? —", | |
| "Vielmehr, und zählten sie auf. — Und nicht nur diese, sondern bei jeder Stadt, von der es dir von deinen Vorfahren überliefert ist, daß sie in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, haben all diese Gebote Geltung, weil die erste Heiligung sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. —", | |
| "Wenn du willst, sage ich, zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jišma͑éls, und wenn du willst, sage ich, eine von diesen Lehren ist von R. Elea͑zar b. R. Jose. Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: Der <i>eine Mauer</i>, auch wenn sie jetzt keine hat, früher aber eine hatte. —", | |
| "Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">94</sup><i class=\"footnote\">Weh. 8,17.</i><i>und alle Exulanten, die aus der Gefangenschaft zurückkamen, machten Hütten, und sie wohnten in den Hütten, denn die Kinder Jisraél hatten seit den Tagen Jošua͑s, des Sohnes Nuns, nicht gemacht &c. und es war eine sehr große Freude</i>. Ist es denn möglich, daß sie, seitdem David gekommen war, keine Hütten gemacht hatten, bis E͑zra kam?", | |
| "Vielmehr vergleicht er ihre Ankunft in den Tagen E͑zras mit ihrer Ankunft in den Tagen Jehošua͑s; wie sie in den Tagen Jehošua͑s Erlaß- und Jobeljahre gezählt und ummauerte Städte geheiligt hatten, ebenso zählten sie bei ihrer Ankunft in den Tagen E͑zras Erlaß- und Jobeljahre und heiligten ummauerte Städte.", | |
| "Ferner heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">95</sup><i class=\"footnote\">Dt. 30,5.</i><i>und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen, und du wirst es in Besitz nehmen</i>; er vergleicht deine Besitznahme mit der Besitznahme deiner Väter; wie die Besitznahme deiner Väter bei Erneuerung all dieser Dinge, ebenso deine Besitznahme bei Erneuerung all dieser Dinge<sup class=\"footnote-marker\">96</sup><i class=\"footnote\">Es mußte von Neuem geheiligt, werden.</i>. —", | |
| "Und jener!? — Er flehte um Erbarmen ob des Triebes des Götzendienstes und schaffte ihn fort, und sein Verdienst gewährte ihnen Schutz wie eine Hütte.", | |
| "Das<sup class=\"footnote-marker\">97</sup><i class=\"footnote\">Daß er ob des Triebes des Götzendienstes nicht gefleht halte; cf. Syn. 64a.</i>ist es, weshalb die Schrift Jehošua͑ tadelte, indem es an jeder andren Stelle Jehošua͑ heißt, hier aber heißt es Jošua͑. — Erklärlich ist es, daß Moše nicht um Erbarmen gefleht hat, weil dann das Verdienst des Jisraéllandes noch nicht da war, weshalb aber flehte Jehošua͑ nicht um Erbarmen, bei dem das Verdienst des Jisraéllandes schon da war,", | |
| "denn es heißt: <i>das deine Väter besessen, und du wirst es in Besitz nehmen</i>!? — Er meint es wie folgt: da deine Väter es besessen, hast du es in Besitz<sup class=\"footnote-marker\">98</sup><i class=\"footnote\">Es braucht nicht von neuem geheiligt zu werden.</i>. —", | |
| "Zählten sie denn dann Erlaß- und Jobeljahre, wenn sogar nach der Verbannung des Stammes Reúben, des Stammes Gad und des halben Stammes Menaše das Jobeljahr eingestellt wurde, wie sollte E͑zra sie gezählt haben, wo es heißt: <sup class=\"footnote-marker\">99</sup><i class=\"footnote\">Ezr. 2,64.</i><i>die ganze Gemeinde zusammen vier Myriaden und zweitausendsechshundertundsechzig</i><sup class=\"footnote-marker\">100</sup><i class=\"footnote\">In den alten Übersetzungen übereinstimmend mit dem masor. Texte; Handschriften haben ebenfalls <span dir=\"rtl\">ושש</span>, also kein Druckfehler für <span dir=\"rtl\">ושלש</span>.</i>!?", | |
| "Es wird nämlich gelehrt: Als der Stamm Reúben, der Stamm Gad und der halbe Stamm Menaše verbannt wurden, hörten die Jobeljahre auf, denn es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">101</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,10.</i><i>ihr sollt Erlaß ausrufen im Lande für all seine Bewohner</i>; zur Zeit, wenn all seine Bewohner darin sind, nicht aber zur Zeit, wenn ein Teil in der Verbannung ist.", | |
| "Man könnte glauben, wenn sie sich darin befinden und vermischt sind, der Stamm Binjamin unter Jehuda und der Stamm Jehuda unter Binjamin, habe das Jobelgesetz Geltung, so heißt es: <i>für all seine Bewohner</i>, wenn seine Bewohner nicht vermischt sind, nicht aber, wenn durcheinander vermischt.", | |
| "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Sie zählten die Jobeljahre, um die Erlaßjahre zu heiligen<sup class=\"footnote-marker\">102</sup><i class=\"footnote\">Die Gesetze des Erlaß Jahres hatten Geltung, jedoch nicht die des Jobeljahres.</i>. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Einleuchtend ist dies nach den Rabbanan, welche sagen, das fünfzigste Jahr werde nicht<sup class=\"footnote-marker\">103</sup><i class=\"footnote\">Zum Jobelzyklus.</i>mitgezählt, wozu ist dies<sup class=\"footnote-marker\">104</sup><i class=\"footnote\">Die Zählung der Jobeljahre.</i> aber nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und unten gezählt, die [Zählung der] Erlaßjahre ist ja ausreichend!? — Entschieden nicht nach R. Jehuda. —", | |
| "Zählten sie denn nicht Erlaß- und Jobeljahre, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">105</sup><i class=\"footnote\">Jer. 34,14.</i><i>nach Verlauf von sieben Jahren sollt ihr jeder seinen Bruder entlassen, den Hebräer, der sich dir verkaufen sollte</i>,", | |
| "und auf unseren Einwand, wieso denn nach sieben Jahren, es heißt ja:<sup class=\"footnote-marker\">106</sup><i class=\"footnote\">Dt. 15,12.</i><i>er soll dir sechs Jahre dienen</i>, erwiderte R. Naḥman b. Jiçhtaq, sechs beim Verkaufe und sieben beim Anbohren<sup class=\"footnote-marker\">107</sup><i class=\"footnote\">Des Ohres des Sklaven, der seinen Herrn nicht verlassen will (cf. Ex. 21,6), der ewig, dh. bis zum Jobeljahre dienen muß, das in das 7. od. 8. Dienstjahr fallen kann. Dieser Schriftvers spricht von der Zeit Çidqijahus, lange nach der Verbannung durch Sanḥrib, u. das Jobelgesetz hatte dann Geltung.</i>!? —", | |
| "Dies ist bei der Zurechtweisung geschrieben; der Prophet sprach nämlich: habt ihr etwa entlassen? — Es heißt ja aber:<sup class=\"footnote-marker\">108</sup><i class=\"footnote\">Jer. 34,10.</i><i>und sie hörten und entließen</i>!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Joḥanan, Jirmeja hat sie zurückgebracht und Jošija, der Sohn Amons, regierte über sie. — Woher, daß sie zurückgekehrt waren? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">109</sup><i class=\"footnote\">Ez. 7,13.</i><i>denn der Verkäufer gelangt nicht wieder zum Verkauften;</i> ist es denn möglich, daß das Jobel jähr aufgehört hatte, und der Prophet weissagte, es werde aufhören!? Vielmehr lehrt dies, daß Jirmeja sie zurückgebracht hatte. —", | |
| "Woher, daß Jošija über sie regierte? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">110</sup><i class=\"footnote\">iiReg. 23,17.</i><i>und er sprach: Was für ein Mal ist jenes, das ich sehe? Und die Stadtleute sprachen zu ihm: Es ist das Grab des Gottesmannes, der aus Jehuda gekommen war, und diese Dinge über den Altar in Beth El verkündet hat, die du getan</i>.", | |
| "Wie kommt Jošija<sup class=\"footnote-marker\">111</sup><i class=\"footnote\">Der König von Jehuda war, während Beth El in Jisraél lag.</i>nach Beth El? Vielmehr, als Jirmeja sie zurückbrachte, regierte Jošija über sie. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies aus folgendem:<sup class=\"footnote-marker\">112</sup><i class=\"footnote\">Hos. 6,11.</i><i>Auch dir, Jehuda, ist die Ernte</i><sup class=\"footnote-marker\">113</sup><i class=\"footnote\">Nach Raschi ist, da die Dentales oft miteinander vertauscht werden, <span dir=\"rtl\">קציר</span> (Ernte) wie <span dir=\"rtl\">קצין</span> (Fürst) zu lesen.</i> <i>bestellt, wenn ich die Gefangenen meines Volkes zurückführe</i>.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">vii,1</sup> <b>D</b><small>EN</small> H<small>ÄUSERN IN DEN</small> F<small>LECKEN</small><sup class=\"footnote-marker\">114</sup><i class=\"footnote\">Eigentl. Gehöfte, hier in der Bedeutung unbefestigte Städte.</i><small>GEWÄHRE MAN DIE</small> V<small>ORRECHTE DER</small> H<small>ÄUSER EINER UMMAUERTEN</small> S<small>TADT UND DIE</small> V<small>ORRECHTE DER</small> F<small>ELDER; SIE KÖNNEN SOFORT EINGELÖST WERDEN UND DIE GANZEN ZWÖLF</small> M<small>ONATE, WIE</small> H<small>ÄUSER</small><sup class=\"footnote-marker\">115</sup><i class=\"footnote\">In einer ummauerten Stadt.</i><small>, UND SIE KEHREN ZURÜCK IM</small> J<small>OBEL ODER NACH</small> A<small>BZUG</small><sup class=\"footnote-marker\">116</sup><i class=\"footnote\">Ob. Fol. 29b.</i><small>DES</small> N<small>UTZUNGSGELDES, WIE</small> F<small>ELDER</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,31.</i><i>Zu den Feldern des Landes werden sie gerechnet</i>, die Schrift vergleicht sie mit den Erbbesitzfeldern; wie das Erbbesitzfeld im Jobel und nach Abzug des Nutzungsgeldes zurückgeht, ebenso gehen Häuser in Flecken im Jobel und nach Abzug des Nutzungsgeldes zurück.", | |
| "Demnach sollten doch, wie das Erbbesitzfeld vor zwei Jahren nicht eingelöst werden kann, auch diese vor zwei Jahren nicht eingelöst werden können? Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,31.</i><i>Einlösung sei ihm</i>, sofort. Da du ihnen nun die Vorrechte der Felder und die Vorrechte der Häuser gewährt hast, so könnte man glauben, sie kehren im Jobel nicht zurück, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">117</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,31.</i><i>und im Jobel gehe es zurück</i>.", | |
| "Wie meint er<sup class=\"footnote-marker\">118</sup><i class=\"footnote\">Wieso sollten sie im Jobeljahre nicht zurückgehen.</i>es? R. Hona erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn jemand ein Haus in einem Flecken geheiligt und ein Fremder es aus dem Besitze des Heiligtumes eingelöst hat, und im folgenden Jahre das Jobel eingetroffen ist.", | |
| "Womit willst du es vergleichen: vergleicht man es mit den Häusern einer ummauerten Stadt, so verfällt es ja dem Käufer für immer, und vergleicht man es mit dem Erbbesitzfelde, so fällt es ja den Priestern zu; daher heißt es: <i>und im Jobel gehe es zurück</i>.", | |
| "R. Zee͑ra wandte ein: Wieso nur, wenn ein Fremder es eingelöst hat, dies erfolgt ja auch dann, wenn ein Fremder es nicht eingelöst hat!? Abajje erwiderte: Damit man nicht sage, das Heilige gehe ohne Auslösung aus. —", | |
| "Woher dies? — Dies ist vom Leviten [zu folgern:] wenn einem Leviten, dessen Recht bei seinem Verkaufe gestärkt<sup class=\"footnote-marker\">119</sup><i class=\"footnote\">Er kann sein verkauftes Feld sofort einlösen, Häuser immer, auch gehen sie im Jobeljahre an ihn zurück.</i>ist, sein Recht beim Heiligen geschwächt<sup class=\"footnote-marker\">120</sup><i class=\"footnote\">Er erhält ohne Lösung nichts zurück.</i>ist, um wieviel mehr ist einem Jisraéliten, dessen Recht bei seinem Verkaufe geschwächt ist, beim Heiligen sein Recht zu schwächen. —", | |
| "Woher dies von jenem? — Es wird gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,33.</i><i>So geht sein Verkauftes aus</i>; man könnte verstehen, auch Sklaven, Mobilien und Schuldscheine, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">121</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,33.</i><i>Haus und Stadt seines Besitzes</i>.", | |
| "Wieso heißt es demnach <i>sein Verkauftes</i>? Sein Verkauftes geht ohne Entgelt zurück, Heiliges aber geht nicht ohne Entgelt zurück, sondern nur gegen Auslösung.", | |
| "Er streitet somit gegen R. Oša͑ja, denn R. Oša͑ja sagte: Alles war einbegriffen in der Verallgemeinerung:<sup class=\"footnote-marker\">122</sup><i class=\"footnote\">Ex. 27,19, jedoch abweichend.</i><i>er gebe das Geld und es gehöre ihm</i>,", | |
| "und wenn der Allbarmherzige vom Erbbesitzfelde besonders sagt:<sup class=\"footnote-marker\">123</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>so sei das Feld, wenn es im Jobel ausgeht, dem Herrn heilig</i>, so ist nur das Feld auszulösen, und es fällt den Priestern zu, bei jenen aber bleibt die Bestimmung bestehen. —", | |
| "Wozu heißt es: <i>und im Jobel gehe es zurück</i>? R. Papa erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn jemand ein Haus in einem Flecken verkauft und im folgenden Jahre das Jobel eintrifft.", | |
| "Womit willst du es vergleichen: vergleicht man es mit den Häusern einer ummauerten Stadt, so verfällt es ja dem Käufer für immer, und vergleicht man es mit einem Erbbesitzfelde, so ist ja die Ergänzung<sup class=\"footnote-marker\">124</sup><i class=\"footnote\">Zu den 2 Jahren, die es im Besitze des Käufers sein muß, ob. Fol. 29b.</i>nötig; daher heißt es: <i>und im Jobel gehe es zurück</i>.", | |
| "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Hona und zur Widerlegung R. Oša͑jas: Wer ein Haus in einem Flecken heiligt, kann es sofort einlösen und kann es ewig einlösen; wenn ein anderer es aus dem Besitze des Heiligtumes ausgelöst hat, und das Jobeljahr heranreicht und es nicht ausgelöst wird, so geht es im Jobeljahre an den Eigentümer zurück." | |
| ], | |
| [ | |
| "<sup>vii,2</sup> <b>F</b><small>OLGENDE SIND</small> H<small>ÄUSER IN EINEM</small> F<small>LECKEN: ZWEI</small> H<small>ÖFE MIT JE ZWEI</small> H<small>ÄUSERN; AUCH WENN SIE IN DEN</small> T<small>AGEN</small> J<small>EHOŠUA͑S, DES</small> S<small>OHNES</small> N<small>UNS, MIT EINER</small> M<small>AUER UMGEBEN WAREN, GELTEN SIE ALS</small> H<small>ÄUSER IN EINEM</small> F<small>LECKEN</small>.", | |
| "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn es heißt: <i>Häuser in Flecken</i>, so weiß ich ja, daß sie keine Mauer haben, wozu heißt es: <i>die keine Mauer haben</i>? Auch wenn sie eine Mauer haben, ist es ebenso, als hätten sie keine Mauer. Unter ‘Häuser’ sind zwei zu verstehen, unter ‘Höfe’<sup class=\"footnote-marker\">125</sup><i class=\"footnote\">Das im Texte gebrauchte Wort für Flecken.</i> sind zwei zu verstehen; zwei Höfe mit je zwei Häusern. —", | |
| "Vielleicht ein Haus und ein Hof!? — Demnach sollte der Allbarmherzige nur ‘Höfe’ geschrieben haben. Wolltest du erwidern, hätte der Allbarmherzige nur ‘Höfe’ geschrieben, so würde man einen Hof ohne Haus verstanden haben, so wird ein solcher Gehege genannt.", | |
| "<sup>viii,1</sup> <b>W</b><small>ENN EIN</small> J<small>ISRAÉLIT DEN</small> V<small>ATER SEINER</small> M<small>UTTER, EINEN</small> L<small>EVITEN, BEERBT, SO KANN ER NICHT AUF DIESE</small> W<small>EISE EINLÖSEN</small>. E<small>BENSO KANN EIN</small> L<small>EVITE, DER DEN</small> V<small>ATER SEINER</small> M<small>UTTER, EINEN</small> J<small>ISRAÉLITEN, BEERBT, NICHT AUF DIESE</small> W<small>EISE EINLÖSEN, \n</small>", | |
| "DENN ES HEISST:<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,33.</i><i>denn die Häuser in den Städten der Leviten sind ihr Besitztum</i>, <small>NUR WENN ER</small> L<small>EVITE IST UND IN</small> S<small>TÄDTEN DER</small> L<small>EVITEN — SO</small> R<small>ABBI.</small> D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, DIESE</small> W<small>ORTE GELTEN NUR VON DEN</small> S<small>TÄDTEN DER</small> L<small>EVITEN</small><sup class=\"footnote-marker\">127</sup><i class=\"footnote\">Einerlei wer der Besitzer des Hauses ist.</i>.", | |
| "GEMARA. Also<sup class=\"footnote-marker\">128</sup><i class=\"footnote\">Wenn nicht in dieser Weise, wie ein Jisraélit.</i>vielmehr wie ein Levite, und später lehrt er: nur wenn er Levite ist und in Städten von Leviten!? —", | |
| "Lies: er kann nur in dieser Weise einlösen, nur wenn er Levite ist und in Städten der Leviten — so Rabbi. —", | |
| "Einleuchtend ist dies von den Städten der Leviten, denn es heißt: <i>denn die Häuser in den Städten der Leviten</i>, woher dies aber vom Leviten? — Es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">126</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,33.</i><i>wenn jemand von den Leviten einlöst</i>.", | |
| "Es wird gelehrt: <i>Wenn jemand von den Leviten einlöst</i>, man könnte glauben, nur ein Levite von einem Jisraéliten könne einlösen, weil das Recht von jenem gestärkt und das Recht von diesem geschwächt ist, nicht aber ein Levite von einem Leviten, weil das Recht von diesem gestärkt ist und das Recht von jenem gestärkt ist, so heißt es: <i>von den Leviten. \n</i>", | |
| "Von den Leviten, nicht aber alle Leviten, ausgenommen ein Levite, der Hurenkind oder Nathin ist.", | |
| "D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, DIESE</small> W<small>ORTE GELTEN NUR VON DEN</small> S<small>TÄDTEN DER</small> L<small>EVITEN</small>. Wir sagen aber nicht, nur wenn er Levite ist.", | |
| "<sup class=\"footnote-marker\">viii,2</sup> <b>M</b><small>AN DARF NICHT EIN</small> F<small>ELD ZUR</small> T<small>RIFT</small><sup class=\"footnote-marker\">129</sup><i class=\"footnote\">Um die Stadt der Leviten; cf. Num. 35,3ff.</i><small>ODER EINE</small> T<small>RIFT ZUM</small> F<small>ELDE MACHEN, NICHT EINE</small> T<small>RIFT ZUR</small> S<small>TADT ODER EINE</small> S<small>TADT ZUR TRIFT</small>.", | |
| "R. E<small>LEA͑ZAR SAGTE:</small> D<small>IES GILT NUR VON DEN</small> S<small>TÄDTEN DER</small> L<small>EVITEN, BEI</small> S<small>TÄDTEN VON</small> J<small>ISRAÉLITEN ABER DARF MAN EIN</small> F<small>ELD ZUR</small> T<small>RIFT MACHEN, NICHT ABER EINE</small> T<small>RIFT ZUM</small> F<small>ELDE, EINE</small> T<small>RIFT ZUR</small> S<small>TADT, NICHT ABER EINE</small> S<small>TADT ZUR</small> T<small>RIFT, UM NICHT DIE</small> S<small>TÄDTE</small> J<small>ISRAÉLS ZU ZERSTÖREN.</small> P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN DÜRFEN EWIG VERKAUFEN UND EWIG EINLÖSEN, DENN ES HEISST</small>: <sup class=\"footnote-marker\">130</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,32.</i><i>ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten</i>.", | |
| "GEMARA. R. E<small>LEA͑ZAR SAGTE:</small> D<small>IES GILT NUR VON DEN</small> S<small>TÄDTEN DER</small> L<small>EVITEN, BEI</small> S<small>TÄDTEN VON</small> J<small>ISRAÉLITEN ABER DARF MAN MACHEN &C</small>. Alle sind immerhin der Ansicht, bei denen der Leviten dürfe man nicht ändern; woher dies?", | |
| "R. Elea͑zar erwiderte: Die Schrift sagt:<sup class=\"footnote-marker\">131</sup><i class=\"footnote\">Ib. V. 34.</i><i>und ein Feld im Bezirke ihrer Städte darf nicht verkauft werden</i>; was heißt ‘nicht verkauft werden’: wollte man sagen, überhaupt nicht verkauft werden, so heißt es ja: <i>ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten</i>, wonach sie verkauft werden können!? Wahrscheinlich ist unter ‘nicht verkauft werden’ zu verstehen, nicht abgeändert werden.", | |
| "P<small>RIESTER UND</small> L<small>EVITEN DÜRFEN EWIG VERKAUFEN UND EWIG EINLÖSEN</small>. Die Rabbanan lehrten: <i>Ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten</i>; was lehrt dies? Da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">132</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,15.</i><i>nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen</i>, so könnte man glauben, dieses ebenso, so heißt es: <i>ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten</i>.", | |
| "Und da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">133</sup><i class=\"footnote\">Ib. 27,21.</i><i>und das Feld sei, wenn es im Jobel ausgeht, heilig dem Herrn</i>, so könnte man glauben, dieses ebenso, so heißt es: <i>ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten</i>.", | |
| "Und da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">134</sup><i class=\"footnote\">Ib. 25,30.</i><i>so bleibe das Haus, das in einer Stadt der eine Mauer, für immer</i>, so könnte man glauben, dieses ebenso, so heißt es: <i>ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten</i>.", | |
| "Allerdings lasse man dies bei jenen beiden gelten, wieso aber kommen Leviten zu Häusern in einer ummauerten Stadt!? Es wird ja gelehrt: Diese Städte<sup class=\"footnote-marker\">135</sup><i class=\"footnote\">Der Leviten; cf. Mak. 10a.</i>dürfen nicht kleine Dörfer sein, auch nicht Großstädte, sondern nur Mittelstädte<sup class=\"footnote-marker\">136</sup><i class=\"footnote\">Ohne Stadtmauer.</i>.", | |
| "R. Kahana erwiderte: Das ist kein Einwand; eines, wenn zuerst ummauert<sup class=\"footnote-marker\">137</sup><i class=\"footnote\">Dies kann bei Levitenstädten nicht vorkommen.</i>und nachher bewohnt, und eines, wenn zuerst bewohnt und nachher ummauert<sup class=\"footnote-marker\">138</sup><i class=\"footnote\">Die Priester können sie nachher mit einer Mauer umgeben haben.</i>. —", | |
| "Gilt sie denn in diesem Falle als ummauert, es wird ja gelehrt:<sup class=\"footnote-marker\">139</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,29.</i><i>Wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft</i>, wenn sie zuerst ummauert war und nachher bewohnt wurde, nicht aber, wenn zuerst bewohnt und nachher ummauert.", | |
| "Man könnte glauben, auch wenn die Jisraéliten sie<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Nach der Aufteilung des Landes.</i>ummauert haben, so heißt es hierbei <i>Mauer</i> und dort<sup class=\"footnote-marker\">141</sup><i class=\"footnote\">Bei den Städten der Urbewohner Palästinas, Dt. 3,5.</i>heißt es ebenfalls <i>Mauer</i>, wie dort durch Nichtjuden, ebenso auch hierbei durch Nichtjuden.", | |
| "Man könnte glauben, auch wenn Nichtjuden sie nachher<sup class=\"footnote-marker\">140</sup><i class=\"footnote\">Nach der Aufteilung des Landes.</i>ummauert haben, so heißt es hier <i>Mauer</i> und auch dort heißt es <i>Mauer</i>, wie dort durch Nichtjuden vorher, ebenso auch hierbei durch Nichtjuden vorher.", | |
| "R. Joseph, Sohn R. Sala des Frommen, erklärte es vor R. Papa: Wenn sie ihnen samt ihrer Trift zugefallen waren<sup class=\"footnote-marker\">142</sup><i class=\"footnote\">Und die innere Stadt erst nachher ausgebaut wurde.</i>. —" | |
| ], | |
| [ | |
| "Diese (und ihre Vorplätze) sind ja niederzureißen!? R. Aši erwiderte: [Von diesen zu lehren] ist nötig; man könnte glauben, was niederzureißen ist, reiße man nieder, wenn aber [vorher Häuser darin] verkauft worden sind, verfallen sie, so lehrt er uns.", | |
| "Die Rabbanan lehrten:<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>Wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als Erbbesitz;</i> was lehrt dies? Woher, daß ein Priester, der sein Bannfeld geweiht hat, nicht sagen darf: da es den Priestern zufällt und sich in meinem Besitze befindet, bleibe es mein,", | |
| "und dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn fremdes mir zufällt, um wieviel mehr mein eigenes, so heißt es:<sup class=\"footnote-marker\">143</sup><i class=\"footnote\">Lev. 27,21.</i><i>so sei das Feld, wenn es im Jobel ausgeht, dem Herrn heilig, wie das Feld des Bannes</i>.", | |
| "Was lernen wir aus [den Worten] <i>wie das Feld des Bannes</i>? Was lehren sollte, lernt nun: man vergleiche sein Feld des Bannes mit dem Erbbesitzfelde eines Jisraéliten; wie das Erbbesitzfeld eines Jisraéliten im Jobeljahre aus seiner Hand kommt und an die Priester verteilt wird, ebenso kommt das Feld des Bannes aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt.", | |
| "Der Meister sagte: Wenn fremdes mir zufällt. Ist es denn gleich: da fällt es ihm zu, hierbei aber nimmt er es selber!?", | |
| "Rami b. Ḥama erwiderte: Dies ist nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">144</sup><i class=\"footnote\">Num. 5,10.</i><i>und eines jeden Heiligtümer</i><sup class=\"footnote-marker\">145</sup><i class=\"footnote\">Die Opfer, die ein Priester für sich selber darbringt.</i><i>gehören ihm</i>, so könnte man glauben, auch dies gelte als sein Heiligtum. —", | |
| "Es ist ja nicht gleich: seine Heiligtümer sind nicht in seinem<sup class=\"footnote-marker\">146</sup><i class=\"footnote\">Durch die Darbringung der Opferteile wird ihm alles übrige von Gott zugeteilt.</i>Besitze, dieses aber ist in seinem Besitze<sup class=\"footnote-marker\">147</sup><i class=\"footnote\">Er hält es eigenmächtig zurück.</i>!?", | |
| "Vielmehr, erwiderte R. Naḥman, ist dies deshalb nötig; da es heißt:<sup class=\"footnote-marker\">148</sup><i class=\"footnote\">Lev. 25,34.</i><i>denn ewiger Erbbesitz sei es ihnen</i>, so könnte man glauben, auch dies sei sein Erbbesitz, so lehrt er uns: <i>sein Erbbesitz</i>, nur sein Erbbesitz und nicht sein Gebanntes." | |
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