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"language": "en",
"title": "Arakhin",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "ערכין",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Kodashim"
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" JEDER KANN SCHÄTZEN UND GESCHÄTZT WERDEN, [SEINEN GELDWERT] GELOBEN UND GELOBT WERDEN, PRIESTER, LEVITEN, JISRAÉLITEN, WEIBER UND SKLAVEN.",
"DER GESCHLECHTSLOSE UND DER ZWITTER KÖNNEN GELOBEN, GELOBT WERDEN UND SCHÄTZEN, ABER NICHT GESCHÄTZT WERDEN, DENN GESCHÄTZT WERDEN KANN NUR, WER ENTSCHIEDEN MANN ODER WEIB IST.",
"DER TAUBE, DER BLÖDE UND DER MINDERJÄHRIGE KÖNNEN GELOBT UND GESCHÄTZT WERDEN, NICHT ABER GELOBEN UND SCHÄTZEN, WEIL SIE KEINEN VERSTAND HABEN.",
"GEMARA. JEDER KANN SCHÄTZEN. Was schließt dies ein? — Dies schließt den Jüngling nahe dem Mannesalter ein. —",
"Was schließt dies beim Geschätztwerden ein? — Dies schließt Widerwärtige und Grindige ein.",
"Man könnte glauben, es heißt ja:Gelübde nach deiner Schätzung, wer einen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde einbegriffen, und wer keinen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde nicht einbegriffen,",
"so lehrt er uns, daß [das Wort] Seelen jeden einbegreife. —",
"Was schließt dies beim Geloben ein? — Nötig ist dies wegen des Gelobtwerdens. —",
"Was schließt dies beim Gelobtwerden ein: wenn etwa den Geschlechtslosen und Zwitter, so lehrt er ja von diesen ausdrücklich, wenn den Tauben, Blöden und Minderjährigen, so lehrt er es ja auch von diesen ausdrücklich,",
"wenn den unter einem Monat alten, so lehrt er es ja auch von diesem ausdrücklich, und wenn Nichtjuden, so lehrt er es ja auch von diesen ausdrücklich!? — Tatsächlich schließt dies den unter einem Monat alten ein, denn zuerst lehrt er es [allgemein] und nachher nennt er sie. —",
"Was schließen [die Worte] ‘jeder kann stützen’ein? — Diese schließen den Erben ein, gegen die Ansicht R. Jehudas. —",
"Was schließen [die Worte] ‘jeder kann umtauschen’ ein? — Diese schließen den Erben ein, gegen die Ansicht R. Jehudas.",
"Es wird nämlich gelehrt: Der Erbe kann stützen, der Erbe kann umtauschen. R. Jehuda sagt, der Erbe könne nicht stützen, der Erbe könne nicht umtauschen. —",
"Was ist der Grund R. Jehudas? — Sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Vaters, und er folgert hinsichtlich des Beginnes der Heiligung von der Beendigung der Heiligung; wie bei Beendigung der Heiligung der Erbe nicht stützen kann, ebenso kann bei Beginn der Heiligung der Erbe nicht umtauschen. —",
"Und die Rabbanan!? — Umtauschen wird er umtauschen, dies schließt den Erben ein, und wir folgern hinsichtlich der Beendigung der Heiligung vom Beginne der Heiligung, wie beim Beginne der Heiligung der Erbe umtauschen kann, ebenso kann bei Beendigung der Heiligung der Erbe stützen. —",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] sein Opfer? — Dies deuten sie: sein Opfer, nicht aber das Opfer eines Nichtjuden; sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Nächsten; sein Opfer, dies schließt alle Beteiligten hinsichtlich des Stützensein. —",
"Und R. Jehuda? — Er hält nichts von der Einschließung aller Beteiligten hinsichtlich des Stützens. Oder aber, er hält wohl davon,"
],
[
"nur folgert er hinsichtlich eines Nichtjuden und hinsichtlich seines Nächsten aus einem Schriftworte, somit bleiben zwei zurück, von denen eines deutet: sein Opfer, nicht aber das Opfer seines Vaters, und eines alle Beteiligten hinsichtlich des Stützens einschließt. —",
"Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte:] umtauschen wird er umtauschen!? — Diese verwendet er zur Einschließung des Weibes. Es wird nämlich gelehrt: Da die ganze Schriftstelle in männlicher Fassung gehalten ist, wo finden wir [einen Anhalt] auch das Weib einzuschließen? Es heißt: umtauschen wird er umtauschen. —",
"Und die Rabbanan!? — [Es heißt:] wenn [umtauschen]. — Und R. Jehuda!? — Er verwendet das wenn nicht zur Schriftforschung.",
"«Jeder ist zur Festhütte verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der seiner Mutter nicht mehr benötigt. Wir haben nämlich gelernt: Ein Minderjähriger, der seiner Mutter nicht mehr benötigt, ist zur Festhütte verpflichtet. —",
"«Jeder ist zum Feststrauße verpflichtet. » Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht. Wir haben nämlich gelernt: Ein Minderjähriger, der [den Feststrauß] zu schütteln versteht, ist zum Feststrauße verpflichtet.",
"«Jeder ist zu den Çiçith verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der sich in die Çiçith zu hüllen versteht. Es wird nämlich gelehrt: Ein Minderjähriger, der sich in die Çiçith zu hüllen versteht, ist zu den Çiçith verpflichtet. —",
"«Jeder ist zu den Tephillin verpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der die Tephillin zu verwahren versteht. Es wird nämlich gelehrt: Einem Minderjährigen, der die Tephillin zu verwahren versteht, kaufe der Vater Tephillin. —",
"«Jeder ist zum Erscheinenverpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt den Halbsklaven ein.",
"Nach Rabina aber, welcher sagt, der Halbsklave sei vom Erscheinen befreit, schließt dies den ein, der am ersten Tage lahm war und am zweiten Tage normal wurde. —",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, sie alleseien ein Ersatz für einander, was aber schließt dies nach demjenigen ein, welcher sagt, sie seien alle ein Ersatz für den ersten!? —",
"Dies schließt den auf einem Auge Blinden ein, gegen die Ansicht des Autors der folgenden Lehre:",
"R. Joḥanan b. Dahabaj sagte im Namen R. Jehudas: Der Blinde auf einem Auge ist vom Erscheinen frei, denn es heißt‘sehen’ und ‘gesehenwerden’; wie ersehen kommt, so muß man auch erscheinen: wie sehen mit beiden Augen, ebenso erscheinen mit beiden Augen.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich schließt dies den Halbsklaven ein, wenn du aber einen Einwand erhebst nach der Ansicht Rabinas, so ist dies kein Einwand, denn das eine gilt nach der ersten Fassung der Lehre und das andre nach der letzten Fassung der Lehre.",
"Wir haben nämlich gelernt: Der Halbsklave diene einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selber — so die Schule Hillels.",
"Die Schule Šammajs sprach zu ihnen: Ihr habt allerdings eine Vorsorge für seinen Herrn getroffen, ihr habt aber keine Vorsorge getroffen für ihn: er kann keine Sklavin heiraten und er kann keine Freie heiraten, und wollte er [die Heirat] ganz unterlassen, so ist ja die Welt zur Fortpflanzung erschaffen worden, wie es heißt:nicht zur Einöde hat er sie geschaffen, zum Wohnen vielmehr gebildet.",
"Als vorsorgende Institution zwinge man vielmehr seinen Herrn, ihn zum Freien zu machen, und dieser schreibe ihm einen Schuldschein über die Hälfte seines Wertes. Da trat die Schule Hillels zurück und lehrte wie die Schule Šammajs.",
"«Jeder ist zum Posaunenblasenverpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der zur Angewöhnung herangewachsen ist. Wir haben nämlich gelernt: Man hindere Kinder nicht, wenn sie am Feste blasen. —",
"«Jeder ist zum Lesen der Esterrolleverpflichtet. Jeder ist zum Vorlesen der Esterrolle zulässig.» Was schließt dies ein? —"
],
[
"Dies schließt Weiber ein, nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, Weiber seien zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, denn auch sie waren bei diesem Wunder einbegriffen.",
"«Jeder ist zum gemeinsamen Tischsegenverpflichtet.» Was schließt dies ein? — Dies schließt Weiber und Sklaven ein, denn es wird gelehrt: Weiber schließen sich zum Tischsegen besonders zusammen und Sklaven schließen sich besonders zusammen. —",
"«Jeder wird zum gemeinsamen Tischsegen angeschlossen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein, der versteht, wen man preist. R. Naḥman sagte nämlich: Versteht er, wen man preist, so wird er zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet. —",
"«Jeder ist durch den Fluß verunreinigend.» Was schließt dies ein? — Dies schließt ein eintägiges Kind ein. Es wird nämlich gelehrt:Mann, wozu heißt es jederMann? Dies schließt ein eintägiges Kind ein, daß es nämlich durch Fluß verunreinigend ist — so R. Jehuda.",
"R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:den Flußbehafteten, ob Mann oder Weib; ob Mann, was nur Mann ist, ob Kind oder Erwachsener; oder Weib, was nur Weib ist, ob Kind oder Erwachsene. — Wozu heißt es demnach jeder Mann? — Die Tora gebraucht die übliche Redewendung der Menschen. —",
"«Jeder ist verunreinigungsfähig durch einen Leichenunreinen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt ein Kind ein; man könnte glauben, [es heißt:]ein Mann, der sich verunreinigt und sich nicht reinigt, nur ein Mann und nicht ein Kind, so heißt es:und für die Seelen, die da waren. —",
"Was schließt demnach [das Wort] Mann aus? — Dies schließt einen Minderjährigen von der Ausrottungaus. —",
"«Jeder verunreinigt durch Aussatz.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Minderjährigen ein. Man könnte glauben, es heißt:ein aussätziger Mann, nur ein Mann und kein Minderjähriger, so lehrt er uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? —Wenn einem Menschen an der Haut seines Fleisches, wer es auch ist. —",
"Wieso heißt es demnach Mann!? — Wegen der folgenden Lehre: Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einem Weibe? Wenn es heißt:undder Aussätzige, so sind es zwei,",
"und da demnach [das Wort] Mann nicht nötig ist, so beziehe man es auf das folgende:der Mann entblöße [das Haar] und zerreiße [die Kleider], nicht aber entblöße und zerreiße das Weib. —",
"«Jeder besichtige die Aussatzmale; jeder ist zulässig, die Aussatzmale zu besichtigen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt den ein, der in diesen und in ihren Namen nicht kundig ist. —",
"Der Meister sagte ja aber, wer in diesen und in ihren Namen nicht kundig ist, dürfe die Aussatzmale nicht besichtigen!? Rabina erwiderte: Das ist kein Einwand; eines wenn man ihm erklärt, und er es versteht, und eines, wenn man ihm erklärt, und er es nicht versteht. —",
"«Jeder ist zur Heiligungzulässig.» Was schließt dies ein? — Nach R. Jehuda schließt dies einen Minderjährigen ein und nach den Rabbanan schließt dies ein Weib ein. Wir haben nämlich gelernt: Jeder ist zur Heiligung zulässig, ausgenommen der Taube, der Blöde und der Minderjährige; nach R. Jehuda ist der Minderjährige zulässig, ein Weib aber und ein Zwitter unzulässig. —",
"«Jeder ist zum Besprengenzulässig.» Was schließt dies ein? — Dies schließt einen Unbeschnittenen ein. Dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte, wenn ein Unbeschnittener besprengt hat, sei die Besprengung gültig. —",
"«Jeder darf schlachten.» Was schließt dies ein? — Einmal schließt dies einen Samaritaner ein, und einmal schließt dies einen abtrünnigen Jisraéliten ein. —",
"«Jeder kann zwingen, [mit ihm] nach dem Jisraéllandezu ziehen.» Was schließt dies ein? —"
],
[
"Dies schließt Sklaven ein. — Was schließt dies nach demjenigen ein, der Sklaven ausdrücklich in der Mišnalehrt? — Dies schließt [den Umzug] aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten Wohnungein. —",
"«Niemand kann fortzuziehenzwingen.» Dies schließt einen Sklaven ein, der aus dem Auslande nach dem Jisraéllande entflohen ist. —",
"«Jeder kann zwingen, [mit ihm] nach Jerušalem zu ziehen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt [den Umzug] aus einer schönen Wohnung nach einer schlechten Wohnung ein. — «Niemand kann fortzuziehen zwingen.» Was schließt dies ein? — Dies schließt [den Umzug] aus einer schlechten Wohnung nach einer schönen Wohnungein.",
"«Jeder ist zur Festhütteverpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich, wenn diese nicht verpflichtet sein sollten, wer denn sollte verpflichtet sein!? —",
"Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt: in Hütten sollt ihr weilen, und der Meister hierzu sagte: das Weilen müsse dem Wohnen gleichen, wie in der Wohnung Mann und Weib zusammen, ebenso in der Hütte Mann und Weib zusammen, so könnte man glauben, Priester seien, da sie den Dienst zu verrichtenhaben, nicht verpflichtet,",
"so lehrt er uns, daß sie, wenn sie auch zur Dienstzeit frei sind, außerhalb der Dienstzeit verpflichtet sind. Wie dies auch bei Reisenden der Fall ist, denn der Meister sagte, Tagreisende seien am Tage von der Festhütte frei und nachts dazu verpflichtet.",
"«Jeder ist zu den Çiçith verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? —",
"Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt: du sollst nicht Mischgewebe anlegen, mache dir Quastenschnüre, so könnte man glauben, wer Mischgewebe nicht anlegen darf, sei zum Gebote der Çiçith verpflichtet, Priester aber, denen Mischgewebe erlaubt ist, seien dazu nicht verpflichtet,",
"so lehrt er uns, daß es ihnen allerdings zur Dienstzeit erlaubt ist, außerhalb der Dienstzeit aber verboten. —",
"«Jeder ist zu den Tephillin verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt:du sollst sie zum Zeichen an deine Hand binden, und sie sollen zum Stirnbande zwischen deinen Augen sein, so könnte man glauben, dem die der Hand geboten ist, dem ist auch die des Kopfes geboten,",
"Priester aber, denen die der Hand nicht geboten ist, denn es heißt:soll er über seinen Leib ziehen, nichts darf zwischen [den Kleidern] und seinem Leibe trennen, seien auch zu der des Kopfes nicht verpflichtet,",
"so lehrt er uns, daß sie voneinander nicht abhängig sind. Wie wir gelernt haben: Die des Kopfes ist nicht von der der Hand abhängig, und die der Hand ist nicht von der des Kopfes abhängig. —",
"Die der der Handwohl deshalb, weil es heißt: soll er über seinen Leib ziehen, und auch vom Kopfe heißt es ja:du sollst ihm den Turban aufs Haupt setzen!? —",
"Es wird gelehrt: Zwischen dem Stirnblatteund dem Turban war sein Haar zu sehen, wo er die Tephillin anlegte.",
"«Jeder ist zum Posaunenblasen verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich? — Dies ist wegen der Priester nötig; da es heißt:ein Tag des Lärmblasens soll er euch sein, so könnte man glauben, dem das Blasen des einen Tages geboten ist, sei dazu verpflichtet,",
"Priester aber, denen das Blasen das ganze Jahr geboten ist, wie es heißt:ihr sollt bei euren Brandopfern mit Trompeten blasen, seien dazu nicht verpflichtet. — Ist es denn gleich: da sind es Trompeten, hierbei aber ist es ein Blashorn!? —",
"Dies ist nötig; da wir gelernt haben, der Jobeltaggleiche dem Neujahrsfeste hinsichtlich des Lärmblasens und der Segenssprüche, so könnte man glauben, wer dem Gebote des Jobels unterworfen ist, sei zum Gebote des Neujahres verpflichtet, und wer dem Gebote des Jobels nicht unterworfen ist, sei auch dem Gebote des Neujahres nicht unterworfen, somit seien Priester, die dem Gebote des Jobels nicht unterworfen sind, denn wir haben gelernt, Priester und Leviten dürfen immerverkaufen,"
],
[
"und immer auslösen, auch dem Gebote des Neujahres nicht unterworfen, so lehrt er uns; denn zugegeben, daß sie bei der Erlassung von Grundstückennicht einbegriffen sind, so sind sie immerhin bei der Erlassung von Geldforderungen und der Entlassung von Sklaveneinbegriffen.",
"«Jeder ist zum Lesen der Esterrolle verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist nötig wegen der Unterbrechung ihres Dienstes, und zwar nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Priester bei ihrem Dienste, die Leviten auf der Estradeund die Jisraéliten beim Beistande unterbrechen alle ihren Dienst und kommen das Vorlesen der Esterrolle hören. —",
"«Jeder ist zum gemeinsamen Tischsegen verpflichtet, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies istwegen des Falles nötig, wenn sie Heiliges essen; da der Allbarmherzige sagt:sie sollen es essen, wodurch ihnen Sühne verschafft wurde, so könnte man glauben, dies sei eine Sühne,",
"so lehrt er uns, denn der Allbarmherzige sagt: du sollst essen und satt sein, und sie sind es. —",
"«Jeder wird zum gemeinsamen Tischsegen mitvereinigt, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? — Dies ist wegen des Falles nötig, wenn die Priester Hebe oder Heiliges und die Gemeinen Profanes gegessen haben;",
"da der Jisraélit, wenn er mit dem Priester essen wollte, dies nicht dürfte, so könnte man glauben, sie werden nicht vereinigt, so lehrt er uns; denn zugegeben, daß der Jisraélit nicht mit einem Priester essen darf, aber ein Priester darf mit einem Jisraéliten essen.",
"«Jeder kann schätzen, Priester, Leviten und Jisraéliten.» Selbstverständlich!? Raba erwiderte: Dies ist wegen [der Lehre] des Ben Bokhri nötig, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagte: Ben Bokhri bekundete in Jabne, daß ein Priester, der den Šeqelentrichtet, keine Sünde begehe.",
"Da sprach R. Joḥanan b. Zakkaj zu ihm: Nicht so, vielmehr sündigt der Priester, der den Šeqel nicht entrichtet, nur legen die Priester folgenden Schriftvers zu ihren Gunsten aus:jedes Speisopfer eines Priesters soll Ganzopfer sein, es darf nicht gegessen werden;",
"wie dürften demnach die Schwingegarbe, die zwei Broteund die Schaubrote, wenn sie unserwären, gegessen werden!? —",
"Wenn sie aber nach Ben Bokhri von vornherein zu entrichten nicht verpflichtet sind, so sind sie ja Sünder, wenn sie bringen, denn er bringt ja Profane in den Tempelhof!? — Er bringe und übergebe ihn der Gemeinde.",
"Da es heißt:all deine Schätzungen sollen nach dem Šeqel des Heiligtumes sein, so könnte man glauben, wer den Šeqel zu entrichten hat, könne ein Schätzgelübde tun, die Priester aber, da sie den Šeqel nicht zu entrichten haben, können auch kein Schätzgelübde tun, so lehrt er uns.",
"Abajje sprach zu ihm: [Die Worte] all deine Schätzungen deuten ja darauf, daß alle Schätzgelübde, die du gelobst, nicht weniger als einen Sela͑ betragen dürfen!?",
"Vielmehr, erwiderte Abajje, ist dies deshalb nötig; da es heißt:und seine Lösung, im Alter von einem Monat sollst du nach der Schätzung lösen, so könnte man glauben, wer bei der Auslösung des Sohnes einbegriffen ist, sei auch bei der Schätzung einbegriffen, Priester aber, die bei der Auslösung eines Sohnes nicht einbegriffen sind, seien auch bei der Schätzung nicht einbegriffen, so lehrt er uns.",
"Raba sprach zu ihm: Auch beim Schuldopfer-Widder heißt es ja: und sein Schuldopfer bringe er dem Herrn, einen fehlerfreien Widder vom Kleinvieh, nach deiner Wertschätzung; demnach [wäre zu folgern:] wer bei der Wertschätzung einbegriffen ist, sei auch beim Schuldopfer-Widder einbegriffen, der Geschlechtslose aber und der Zwitter, die bei der Wertschätzung nicht einbegriffen sind, seien auch beim Schuldopfer-Widder nicht einbegriffen!?",
"Vielmehr, erwiderte Raba, nach andren R. Aši, ist dies deshalb nötig; da es heißt:er stelle ihn vor den Priester, so könnte man glauben, nicht aber ein Priester vor einen Priester, so lehrt er uns.",
"«Werden geschätzt, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.» Woher dies? —",
"Die Rabbanan lehrten: Nach deiner Wertschätzung, dies schließt die unbezeichnete Wertschätzung ein. Eine andre Auslegung: Nach deiner Wertschätzung, er gebe den Schätzungswert des ganzen [Körpers] und nicht den Schätzungswert einzelner Glieder.",
"Man könnte glauben, auszuschließen sei auch das, woran die Seele hängt, so heißt es Seelen. Seelen, nicht aber einen Toten.",
"Man könnte den Toten ausschließen und nicht den Sterbenden, so heißt es:er stelle hin und schätze, was zum Hinstellen geeignet ist, ist zum Schätzen geeignet, und was nicht zum Hinstellen geeignet ist, ist auch zum Schätzen nicht geeignet.",
"Eine andre Auslegung: Seelen, ich weiß dies nur von dem, der den Schätzungswert von einem gelobt hat, woher dies von dem, der den Schätzungswert von hundert gelobt hat? — Es heißt Seelen. Eine andre Auslegung: Seelen,"
],
[
"ich weiß dies nur von einem Manne, der den Schätzungswert gelobt hat, ob von einem Manne oder von einem Weibe, woher dies von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Mannes gelobt hat, von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Weibes gelobt hat? Es heißt Seelen.",
"Eine andre Auslegung: Seelen, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.",
"Man könnte nämlich auslegen:ein Gelübde nach deiner Wertschätzung, wer einen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde einbegriffen, und wer keinen Geldwert hat, sei beim Schätzgelübde nicht einbegriffen, so heißt es Seelen.",
"Und es sei deine Wertschätzung, dies schließt den Geschlechtslosen und den Zwitter hinsichtlich des Geldwertesein. Man könnte nämlich auslegen: ein Gelübde nach deiner Wertschätzung, wer beim Schätzgelübde einbegriffen ist, habe einen Geldwert, und wer beim Schätzgelübde nicht einbegriffen ist, habe keinen Geldwert, so heißt es es sei deine Wertschätzung,",
"Der Mann; ein Mann, nicht aber ein Geschlechtsloser und ein Zwitter. Man könnte glauben, sie seien nicht einbegriffen bei der Wertschätzung eines Mannes, wohl aber bei der Wertschätzung eines Weibes, so heißt es: es sei deine Wertschätzung, der Mann,und wenn ein Weib, entschieden Mann oder entschieden Weib, nicht aber der Geschlechtslose und der Zwitter.",
"Der Meister sagte: Nach deiner Wertschätzung, dies schließt die unbezeichnete Wertschätzung ein.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand gesagt hat, er nehme auf sich [die Spende] einer (unbezeichneten) Wertschätzung, so gebe er das niedrigste der Wertschätzung. — Was heißt das niedrigste? — Drei Šeqel. —",
"Vielleicht fünfzig!? — Ergreifst du viel, so hast du nichts ergriffen, ergreifst du wenig, so hast du es ergriffen. —",
"Vielleicht einen Šeqel, denn es heißt:und all deine Wertschätzung sei nach dem Šeqel des Heiligtumes!? — Dies steht bei Vermögens [losigkeit]geschrieben. —",
"Wozu ist demnachder Schriftvers nötig!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß hierbei Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigtwird. — Weshalb? — Weil es ebenso ist, als hätte er [eine Person] genannt.",
"Manche lesen: R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Hierbei wird die Vermögens[losigkeit] berücksichtigt. — Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, es sei ebenso als hätte er es bezeichnet, so lehrt er uns.",
"«Eine andre Auslegung. Nach deiner Wertschätzung; er gebe den Schätzungswert des ganzen [Körpers] und nicht den Schätzungswert einzelner Glieder.» Du hast dies ja auf die unbezeichnete Wertschätzung bezogen!? — Lies hierbei Wertschätzung, deine Wertschätzung.",
"«Man könnte glauben, auszuschließen sei auch das, woran die Seele hängt, so heißt es Seelen. Seelen, nicht aber einen Toten.»",
"Du hast es ja bereits ausgelegt!? — Lies hierbei Seele, Seelen.",
"«Man könnte den Toten ausschließen und nicht den Sterbenden, so heißt es: er stelle hin und schätze.»",
"Demnach ist ja auch der Tote auszuschließen durch [die Worte]: er stelle hin und schätze!? — Dem ist auch so. — Wozu ist demnach [die Auslegung] Seele, Seelen nötig!? — Wie wir weiter erklären werden.",
"«Eine andre Auslegung: Seelen, ich weiß dies nur von dem, der den Schätzungswert von einem gelobt hat, woher dies von dem, der den Schätzungswert von hundert gelobt hat? Es heißt Seelen.",
"Eine andre Auslegung: Seelen, ich weiß dies nur von einem Manne, der den Schätzungswert gelobt hat, ob von einem Manne oder von einem Weibe, woher dies von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Mannes gelobt hat, von einem Weibe, das den Schätzungswert eines Weibes gelobt hat? Es heißt Seelen.",
"Eine andre Auslegung: Seelen, dies schließt den Widerwärtigen und den Grindigen ein.» Du hast es ja für jene [Auslegungen] verwendet!? —",
"Für jene ist kein Schriftvers nötig, denn sie sind gleichwiegend und können alle gefolgert werden, nötig ist der Schriftvers nur wegen eines Widerwärtigen und Grindigen.",
"«Und es sei deine Wertschätzung, dies schließt den Geschlechtslosen und den Zwitter hinsichtlich des Geldwertes ein.» Wozu ist ein Schriftvers wegen des Geldwertes nötig, diese sind ja nicht weniger als eine Dattelpalme, und hat jemand, der den Wert einer Dattelpalme gelobt, diesen nicht zu geben!?",
"Raba erwiderte: Dies besagt, daß nach der Bedeutungzu schätzen ist.",
"Da es heißt: Gelübde nach deiner Wertschätzung, so könnte man glauben, wer bei der Wertschätzung einbegriffen ist, dem werde [das Glied] nach der Bedeutung geschätzt, und wer bei der Wertschätzung nicht einbegriffen ist, dem werde es nicht nach der Bedeutung geschätzt.",
"Abajje sprach zu ihm: Wird es denn bei dem, der in der Wertschätzung nicht einbegriffen ist, nach der Bedeutung geschätzt, es wird ja gelehrt: [Sagt jemand:] der Kopf dieses Sklaven sei Heiliges, so sind er und das Heiligtum Teilhaber an ihm. [Sagt jemand:] der Kopf des Sklaven sei dir verkauft, so schätze manzwischen ihnen. [Sagt jemand:] der Kopf dieses Esels sei Heiliges, so sind er und das Heiligtum Teilhaber an ihm. [Sagt jemand:] der Kopf des Esels sei dir verkauft, so schätze man zwischen ihnen.",
"[Sagt jemand:] der Kopf der Kuh sei dir verkauft, so hat er nur den Kopf der Kuh verkauft. Und noch mehr, selbst wenn [er sagt:] der Kopf der Kuh sei Heiliges, gehört dem Heiligtume nur der Kopf. Hierzu sagte R. Papa: Weil ein Kuhkopf beim Schlächter verkauft wird.",
"Esel und Kuh sind ja bei der Wertschätzung nicht einbegriffen und bei ihnen wird es nicht nach der Bedeutung geschätzt!? — Auch nach deiner Auffassung ist ja hinsichtlich des Sklaven einzuwenden: er ist ja bei der Wertschätzung einbegriffen, und bei ihm wird es nicht nach der Bedeutung geschätzt.",
"Vielmehr ist dies kein Einwand; eines gilt vom Heiligen für den Altar und eines vom Heiligen für den Tempelreparaturfonds. —",
"Wie ist, wenn du dies auf das Heilige für den Altar beziehst, der Schlußsatz zu erklären: und noch mehr, selbst wenn [er sagt:] der Kopf dieser Kuh sei Heiliges, gehört dem Heiligtume nur der Kopf. Weshalb denn, die Heiligkeit sollte doch auf das ganze ausgedehnt werden!? Es wird ja auch gelehrt: Man könnte glauben,"
],
[
"wenn jemand sagt: der Fuß von diesem sei ein Brandopfer, sei das ganze ein Brandopfer, so heißt es:alles, was er davon dem Herrn gibt, sei heilig; davon sei heilig, nicht aber sei das ganze heilig.",
"Man könnte glauben, es werde profan, so heißt es sei, es bleibe bei seinem Sein. Was mache man nun? Es werde zur Anschaffung von Brandopfern verkauft, und der Erlös ist mit Ausnahme des Wertes des betreffenden Gliedes profan — so R. Meír.",
"R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n sagen: Woher, daß, wenn jemand sagt: der Fuß von diesem sei ein Brandopfer, das ganze ein Brandopfer sei? Es heißt: alles, was er davon gibt, sei heilig, dies schließt das ganze ein.",
"Und auch nach demjenigen, welcher sagt, das ganze sei nicht Brandopfer, gilt dies nur dann, wenn man etwas heiligt, wovon das Leben nicht abhängt, wenn aber etwas, wovon das Leben abhängt, ist das ganze heilig.",
"Vielmehr ist dies kein Widerspruch; eines gilt von der Heiligkeit der Sache und eines gilt von der Heiligkeit des Geldwertes. —",
"Der Meister selber ist es ja aber, welcher sagt, wenn jemand den Geldwert eines Männchens weiht, sei es sachlich heilig!? —",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn man das ganze geheiligt hat, und eines, wenn man ein Glied geheiligt hat. —",
"Aber auch hinsichtlich eines Gliedes ist es uns ja fraglich, denn Raba fragte, wie es denn sei, wenn man den Geldwert eines Gliedes geheiligt hat!? —",
"Er fragte es nur hinsichtlich eines fehlerfreien, hier aber wird von einem fehlerbehafteten gesprochen, gleich einem Esel. —",
"Aber auch hinsichtlich eines fehlerbehafteten ist es uns ja fraglich, denn Raba fragte, wie es denn sei, wenn jemand sagt: der Wert meines Kopfes für den Altar!? — Fraglich war es ihm, bevor er diese Lehre gehört hatte, jetzt, wo er diese Lehre gehört hat, ist es ihm nicht fraglich.",
"Der Text. Raba fragte: Wie ist es, wenn jemand sagt: der Wert meines Kopfes für den Altar. Wird er bei ihm nach der Bedeutung geschätzt, oder wird er nicht nach der Bedeutung geschätzt?",
"[Sagen wir,] wir finden nicht, daß beim Geldwerte nicht nach der Bedeutung geschätzt werde, oder aber, wir finden nicht, daß bei [Spenden] für den Altar nach der Bedeutung geschätzt werde? — Dies bleibt unentschieden.",
"Raba fragte: Wie ist es, [wenn jemand sagt, er nehme] auf sich seinen Schätzungswert für den Altar: wird bei ihm Vermögens[losigkeit] berücksichtigt, oder wird bei ihm Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigt?",
"[Sagen wir,] wir finden nicht, daß beim Schätzgelübde Vermögens[losigkeit] nicht berücksichtigt werde, oder aber, wir finden nicht, daß bei [Spenden] für den Altar Vermögenslosigkeit berücksichtigt werde? — Dies bleibt unentschieden.",
"R. Aši fragte: Wie ist es, wenn jemand ein Erbbesitzfeld für den Altar geheiligt hat: sagen wir, wir finden nicht, daß ein Erbbesitzfeld anders ausgelöst werde als fünfzig Šeqel die Aussaatfläche eines Ḥomers Gerste, oder aber, wir finden nicht, daß [bei Spenden] für den Altar anders als nach dem Werte ausgelöst werde? — Dies bleibt unentschieden.",
" UNTER EINEM MONAT KANN ERGELOBT, ABER NICHT GESCHÄTZT WERDEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer [ein Kind] unter einem Monat schätzt, gebe, wie R. Meír sagt, seinen Geldwert; die Weisen sagen, er habe nichts gesagt.",
"Worin besteht ihr Streit? — R. Meír ist der Ansicht, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, und da man weiß, daß es bei einem unter einem Monat keinen Schätzungswert gebe, so meinte er den Geldwert, und die Rabbanan sind der Ansicht, man bringe seine Worte auch unnütz hervor. —",
"Die Lehre R. Gidels im Namen Rabhs, daß, wenn jemand sagt, er nehme auf sich, den Schätzungswert dieses Gerätes [zu spenden], er den Geldwert geben müsse, vertritt also die Ansicht R. Meírs. — Selbstverständlich, daß sie die des R. Meír vertritt!? —",
"Man könnte glauben, dies gelte auch nach den Rabbanan, denn da kann er sich geirrt haben, indem er glaubte, wie es einen Schätzungswert bei einem einen Monat alten [Kind] gibt, ebenso gebe es einen solchen auch bei einem unter einem Monat alten,",
"hierbei aber, wo man sich nicht irren kann, da jeder weiß, daß es bei einem Geräte keinen Schätzungswertgebe, meinte er den Geldwert. Daher lehrt er uns. —"
],
[
"Wozu ist dies nach R. Meír zu lehren nötig? —",
"Man könnte glauben, der Grund R. Meírs sei da, weil man bei einem Kinde unter einem Monat eines über einen Monat berücksichtige, nicht aber gilt dies hierbei, wo nichts zu berücksichtigen ist, so lehrt er uns, daß der Grund R. Meírs ist, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, einerlei ob in diesem oder in jenem Falle. —",
"Wessen Ansicht vertritt die Lehre des Rabba b. Joseph im Namen Rabhs, und wie manche sagen, des R. Jeba b. Jose im Namen Rabhs, daß, wenn jemand das Vieh seines Nächsten heiligt, er dessen Geldwertgebe? Die des R. Meír. —",
"Rabh sagte dies ja bereits einmal, denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs, wenn jemand sagt, er nehme auf sich den Schätzungswert dieses Gerätes [zu spenden], er den Geldwert gebe!? — Man könnte glauben, dies gelle nur da, weil jeder weiß, daß es bei einem Geräte keinen Schätzungswert gibt, somit meinte er den Geldwert,",
"bei einem Vieh aber, das geheiligt werden kann, könnte man glauben, habe er wie folgt gedacht: da der Eigentümer es mir, wenn ich es ihm sage, verkauft, so sei es von jetzt ab heilig und ich bringe es dar, er meinte aber nicht den Geldwert, so lehrt er uns.",
"R. Aši sagte: Dies nur, wenn er gesagt hat, er nehme auf sich, nicht aber wenn er ‘dieses’ gesagt hat.",
"ii EIN NICHTJUDE KANN, WIE R. MEÍR SAGT, GESCHÄTZT WERDEN, NICHT ABER SCHÄTZEN, UND WIE R. JEHUDA SAGT, SCHÄTZEN, NICHT ABER GESCHÄTZT WERDEN; BEIDE PFLICHTEN BEI, DASS NICHTJUDEN GELOBEN UND GELOBT WERDEN KÖNNEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Kinder Jisraél, nur diese können schätzen, nicht aber können Nichtjuden schätzen.",
"Man könnte glauben, sie können auch nicht geschätzt werden, so heißt es:Mann — so R. Meír.",
"R. Meír sprach: Wieso sage ich, wenn ein Schriftwort einschließt und ein Schriftwort ausschließt, er könne geschätzt werden und nicht schätzen?",
"Weil die Schrift bei denen, die geschätzt werden können, mehr einbegriffen hat als bei denen, die schätzen können, denn auch der Taube, der Blöde und der Minderjährige können geschätzt werden, aber nicht schätzen.",
"R. Jehuda sagte: Kinder Jisraél, nur diese können geschätzt werden, nicht aber können Nichtjuden geschätzt werden. Man könnte glauben, sie können auch nicht schätzen, so heißt es Mann.",
"R. Jehuda sprach: Wieso sage ich, wenn ein Schriftwort einschließt und ein Schriftwort ausschließt, ein Nichtjude könne schätzen und nicht geschätzt werden? Weil die Schrift bei denen, die schätzen können, mehr einbegriffen hat als bei denen, die geschätzt werden können, denn der Geschlechtslose und der Zwitter können schätzen, nicht aber geschätzt werden.",
"Raba sagte: Die Lehre R. Meírs ist einleuchtend, seine Begründung aber ist nicht einleuchtend; die Begründung R. Jehudas ist einleuchtend, seine Lehre aber ist nicht einleuchtend.",
"Die Lehre R. Meírs ist einleuchtend, denn es heißt: nicht euch und uns steht es an, das Haus unsres Gotteszu bauen. Seine Begründung ist nicht einleuchtend, denn er beruft sich auf Taube, Blöde und Minderjährige, aber anders ist es bei Tauben, Blöden und Minderjährigen, die nicht verständig sind.",
"Die Begründung R. Jehudas ist einleuchtend, denn er beruft sich auf Geschlechtslose und Zwitter, die der Allbarmherzige ausgeschlossen hat, obgleich sie verständig sind. Seine Lehre ist nicht einleuchtend, denn es heißt: nicht euch und uns steht es an, das Haus unsres Gottes zu bauen. —",
"Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte:] nicht euch und uns steht es an? R. Ḥisda erwiderte im Namen Abimis: Sein Schätzungswert ist zu verstecken. —",
"Demnach sollte es dabei keine Veruntreuunggeben, denn wir haben gelernt, von den fünf Sündopfern, die man verendenlassen, und von den Geldern, die man ins Salzmeer werfenmuß, dürfe man nicht genießen und man begehe daran keine Veruntreuung,",
"während von den heiligen [Spenden] der Nichtjuden gelehrt wird, dies gelte nur vom Heiligen für den Altar, am Heiligen für den Tempelreparaturfonds aber begehe man eine Veruntreuung!?",
"Vielmehr, erwiderte Raba, wegender Schlaffmachung der Hände, denn es heißt:und das Volk des Landes machte schlaff die Hände des Volkes Jehuda, und sie schreckten sie ab vom Bau."
],
[
"Eines lehrt, wenn ein Nichtjude eine freiwillige Gabe für den Tempelreparaturfonds spendet, nehme man es von ihm an, und ein Andres lehrt, man nehme es nicht an!?",
"R. Ila erwiderte im Namen R. Joḥanans: Das ist kein Widerspruch; eines bei Beginn und eines bei Beendigung.",
"R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Bei Beginnnehme man von ihnen nicht einmal Wasser und Salz an, bei Beendigung aber nehme man Gekennzeichnetesnicht an, Ungekennzeichnetes nehme man an. — Was heißt Gekennzeichnetes? R. Joseph erwiderte: Beispielsweise eine Elle Rabenscheuche.",
"R. Joseph wandte ein:Und einen Brief an Asaph, den Hüter des Parkes, der dem Könige gehört&c!? Abajje erwiderte ihm: Anders verhält es sich bei einem Könige, der nicht zurücktritt. Šemuél sagte nämlich: Sagt ein König, er wolle den Berg niederreißen, so reißt er den Berg nieder und tritt nicht zurück.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hat ein Nichtjude die Hebe von seinem Getreidehaufen abgesondert, so untersuche man es: hat er sie im Sinne eines Jisraéliten abgesondert, so gebe man sie einem Priester, wenn aber nicht, so benötigt sie des Versteckens, denn man berücksichtige, sein Herz war vielleicht dem Himmel zugewendet.",
"Man wandte ein: Wenn ein Nichtjude einen Balken spendet und der Gottesname darauf geschrieben ist, so untersuche man es: sagt er, er habe ihn im Sinne eines Jisraéliten gespendet, so schneide man [den Gottesnamen] heraus und benutze das übrige, wenn aber nicht, so benötigt er des Versteckens, denn man berücksichtige, sein Herz war vielleicht dem Himmel zugewendet. —",
"Er benötigt nur dann des Versteckens, wenn der Gottesname darauf geschrieben ist, wenn aber der Gottesname nicht darauf geschrieben ist, benötigt er nicht des Versteckens? —",
"Auch wenn der Gottesname nicht darauf geschrieben ist, benötigt er des Versteckens, nur lehrt er uns folgendes: auch wenn der Gottesname darauf geschrieben ist, darf man ihn herausschneiden und das übrige benutzen, denn der Gottesname an einer ungeeigneten Stelle ist nicht heilig.",
"Wir haben nämlich gelernt: Ist er auf Griffen von Geräten geschrieben oder den Füßen eines Bettes, so schneide man ihn heraus und verstecke ihn.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er ihn anderweitigverwenden. Man könnte hieraus entnehmen, nur für sich, nicht aber für einen andren, aber es wurde gelehrt, R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans, sowohl für sich als auch für einen andren.",
"R. Zee͑ri sagte: Dies nur, wenn er ‘auf mich’ gesagt hat, wenn er aber ‘dieser’ gesagthat, so muß er diesen geben.",
"Raba wandte ein: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte leuchtet ja ein: sagte er ‘dieser’, so mag er ihn benutzen, damit er für ihn haftbar sei, nicht aber, wenn er ‘auf mich’ gesagthat!? — Vielmehr, es gibt hierbei keinen Unterschied.",
"Es gibt eine Lehre, übereinstimmend mit Raba: Gelobtes für Almosen, nicht aber Heiliges für Almosen.",
"Wie ist dies zu verstehen: ist ja weder Gelobtes noch Heiliges für Almosen!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: Beim Almosen begeht man [wie beim Gelobten] das Verbotdes Versäumens, jedoch gleicht es nicht dem Heiligen, denn das Heilige darf man nicht benutzen, das Almosen aber darf man benutzen.",
"R. Kahana sagte: Ich trug diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vor, und er sprach: So lehrt ihr es, wir aber lehren es wie folgt: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er ihn anderweitig verwenden, ob für sich oder für einen andren, ob er ‘auf mich’ gesagt hat oder er ‘dieser’ gesagt hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand gesagt hat: dieser Sela͑ sei für Almosen, so darf er, solange er noch nicht in die Hand des Almoseneinnehmers gekommen ist, ihn anderweitig verwenden, ist er in die Hand des Almoseneinnehmers gekommen, so darf er ihn nicht anderweitig verwenden. —"
],
[
"Dem ist ja aber nicht so, R. Jannaj lieh jaund bezahlte!? — Anders verhielt es sich bei R. Jannaj; dies war den Armen lieb, denn je länger er [die Rückzahlung] verzögerte, desto mehr nötigte er andreund gab ihnen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat ein Jisraélit eine Leuchte oder eine Lampe für das Bethaus gespendet, so darf er sie nicht anderweitig verwenden, R. Ḥija b. Abba wollte sagen, einerlei ob zu Freigestelltem oder zu einer gottgefälligen Handlung, da sprach R. Ami zu ihm: Folgendes sagte R. Joḥanan: dies nur zu Freigestelltem, zu einer gottgefälligen Handlung aber darf man sie anderweitig verwenden.",
"R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Nichtjude eine Leuchte oder eine Lampe für das Bethaus gespendet hat, so darf man sie, solange der Name des Eigentümers nicht in Vergessenheit geraten ist, nicht anderweilig verwenden, und nachdem der Name des Eigentümers in Vergessenheit geraten ist, anderweitig verwenden.",
"Wofür: wenn für Freigestelltes, so gilt dies ja nicht nur von einem Nichtjuden, sondern auch von einem Jisraéliten,",
"doch wohl für eine gottgefällige Handlung, und dies gilt nur von einem Nichtjuden, weil erlärmt, bei einem Jisraéliten aber, der nicht lärmt, ist es zulässig.",
"Der Araber Šea͑zraq spendete eine Lampe für das Lehrhaus R. Jabudas, und als Reḥaba sie für einen andren Zweck verwandte, rügte es Rabba. Manche sagen, Rabba verwandte sie für einen andren Zweck und Raḥaba rügte es. Manche sagen, die Aufseher von Pumbeditha verwandten sie für einen andren Zweck, und Raḥaba und Rabba rügten es.",
"Wer sie für einen andren Zweck verwandte, rechnete damit, daß er nicht anwesend war, und wer dies rügte, rechnete damit, daß es zuweilen vorkam, daß er anwesend war.",
" DER STERBENDE UND DER ZUR HINRICHTUNG HINAUSGEFÜHRTE KANN NICHT GELOBT UND NICHT GESCHÄTZT WERDEN. R. ḤANINA B. A͑QABJA SAGT, ER KÖNNE GESCHÄTZT WERDEN, WEIL SEIN GELDWERT FESTGESETZTIST. R. JOSE SAGT, ER KÖNNE GELOBEN, SCHÄTZEN UND HEILIGEN; HAT ER SCHADEN ANGERICHTET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.",
"GEMARA. Erklärlich ist es, daß ein Sterbender nicht gelobt werden kann, denn er hat keinen Geldwert, und daß er nicht geschätzt werden kann, denn er kann nicht hingestellt und geschätztwerden, weshalb aber kann der zur Hinrichtung Hinausgeführte, wenn er auch nicht gelobt werden kann, da er keinen Geldwert hat, nicht geschätztwerden!? —",
"Es wird gelehrt: Woher, daß, wenn jemand, der zur Hinrichtung hinausgeführt wird, sagt, er gelobe seinen Schätzungswert, er nichts gesagt hat? Es heißt:alles Gebannte kann nicht ausgelöst werden. Man könnte glauben, auch vor seiner Aburteilung, so heißt es: vom Menschen, nicht aber der ganze Mensch. —",
"Wofür verwendet R. Ḥanina b. A͑qabja, welcher sagt, er könne geschätzt werden, weil sein Geldwert festgesetzt ist, [den Vers] alles Gebannte? —",
"Für folgende Lehre: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Da wir finden, daß diejenigen, die dem Tod durch den Himmel verfallen sind, Lösegeld zahlen und es ihnen vergeben wird, wie es heißt:wenn ihm ein Lösegeld auferlegt wird, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Tode durch Menschenhände, so heißt es: alles Gebannte kann nicht ausgelöst werden.",
"Ich weiß dies nur von den schweren Todesarten, für die es bei Versehen keine Sühne gibt, woher dies von den leichten Todesarten, für die es bei Versehen eine Sühne gibt? Es heißt: alles Gebannte.",
"R. JOSE SAGT, ER KÖNNE GELOBEN, SCHÄTZEN &C. Sagt denn der erste Autor, er könne dies nicht!? —",
"Vielmehr, über das Geloben, das Schätzen und das Heiligen streitet niemand, sie streiten nur über seine Schädigung; der erste Autor ist der Ansicht, wenn er Schaden angerichtet hat, sei er nicht ersatzpflichtig, und R. Jose ist der Ansicht, wenn er Schaden angerichtet hat, sei er ersatzpflichtig.",
"Worin besteht ihr Streit? R. Joseph erwiderte: Sie streiten, ob das mündliche Darlehnvon den Erben einzufordern sei; der erste Autor ist der Ansicht, das mündliche Darlehn sei von der Erben nicht einzufordern, und R. Jose ist der Ansicht, das mündliche Darlehn sei von den Erben einzufordern.",
"Raba erwiderte: Alle stimmen überein, daß das mündliche Darlehn von den Erben nicht einzufordern sei, hier aber streiten sie über das in der Tora geschriebene Darlehn; der erste Autor ist der Ansicht, das in der Tora geschriebene Darlehn gleiche nicht dem Darlehn auf einen Schuldschein, und R. Jose ist der Ansicht, es gleiche dem Darlehn auf einen Schuldschein.",
"Manche beziehen dies auf das folgende: Hat der zur Hinrichtung Hinausgeführte andere verletzt, so ist er schuldig, und haben andre ihn verletzt, so sind sie frei. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn er andre verletzt hat, sei er frei, denn er darf nicht nochmals vor das Gericht gestellt werden."
],
[
"Demnach ist der erste Autor der Ansicht, er könne nochmals vor das Gericht gestelltwerden!?",
"R. Joseph erwiderte: Sie streiten, ob das mündliche Darlehn von den Erben einzufordern sei; der erste Autor ist der Ansicht, das mündliche Darlehn sei von den Erben einzufordern, und R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, es sei nicht von den Erben einzufordern.",
"Rabba sagte: Alle stimmen überein, das mündliche Darlehn sei nicht von den Erben einzufordern, hier aber streiten sie über das in der Tora geschriebeneDarlehn, ob es dem Darlehn auf einen Schuldschein gleiche; der erste Autor ist der Ansicht, es gleiche dem Darlehn auf einen Schuldschein; und R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, es gleiche nicht dem Darlehn auf einen Schuldschein.",
"Man wandte ein: Wenn jemand eine Grube auf öffentlichem Gebiete gräbt und ein Rind auf ihn fällt und ihn tötet, so ist [der Besitzer] frei; und noch mehr: wenn das Rind verendet, haben die Erben des Besitzers der Grube dem Eigentümer den Wert des Rindes zu ersetzen!?",
"R. Ila erwiderte im Namen Rabhs: Wenn er vor Gericht gestanden hat. Er lehrt ja: und ihn tötet!? R.Ada b. Ahaba erwiderte: Wenn er ihn auf den Tod verletzthat. —",
"R. Naḥman sagte ja aber, Ḥaga lehrte: verendet und ihn begraben hat!? — Die Halakha ist: wenn das Gericht am Rande der Grube gesessen hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Für den, der zur Hinrichtung hinausgeführt wird, sprenge manvom Blute seines Sündopfers und vom Blute seines Schuldopfers. Begeht er um diese Zeit eine Sünde, so achte man nicht darauf. — Weshalb? R. Joseph erwiderte: Weil man seine Aburteilung nicht hinschleppen darf.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte dies auch vom Anfangsatzegelten!? — Wenn zur Stunde sein Opfer geschlachtet liegt. —",
"Weshalb lehrt er, wenn dies demnach nicht von dem Falle gilt, wenn sein Opfer nicht zur Stunde geschlachtet liegt, daß, wenn er die Sünde in dieser Stunde begangen hat, man darauf nicht achte, sollte er doch beim selben Falle einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn zur Stunde sein Opfer geschlachtet liegt, nicht aber, wenn sein Opfer nicht geschlachtet liegt!? —",
"Dies sagt er auch: dies gilt nur von dem Falle, wenn zur Stunde sein Opfer geschlachtet liegt, wenn aber sein Opfer nicht geschlachtet liegt, so ist es ebenso, als hätte er die Sünde in dieser Stunde begangen, und man achte nicht darauf.",
"iv WIRD EINE FRAU ZUR HINRICHTUNG HINAUSGEFÜHRT, SO WARTE MAN NICHT, BIS SIE GEBOREN HAT; SITZT SIE AUF DEM GEBÄRSTUHLE, SO WARTE MAN DAMIT, BIS SIE GEBOREN HAT. IST EINE FRAU HINGERICHTET WORDEN, SO DARF MAN IHR HAAR NUTZNIESSEN; IST EIN VIEH HINGERICHTET WORDEN, SO IST ES ZUR NUTZNIESSUNG VERBOTEN.",
"GEMARA. Selbstverständlich, es ist ja ihr Körper!? — Dies ist nötig; da es heißt:wie der Ehemann des Weibes ihm auferlegt, so könnte man glauben, [die Geburt] sei sein Eigentum und man dürfe ihm keinen Schaden zufügen, so lehrt er uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:sie sollen auch beide sterben, dies schließt die Geburt ein. —",
"Dies deutet ja auf [die Lehre]: Sie müssen beidegleich sein — so R. Jošija!? — Ich entnehme es aus [dem Worte] auch.",
"SITZT SIE AUF DEM GEBÄRSTUHLE &C. Aus welchem Grunde? — Sobald [die Geburt] sich lösgelöst hat, ist es ein andrer Körper.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wird eine Frau zur Hinrichtung hinausgeführt, so versetze man ihr einen Stoß gegen die Schwangerschaftsstelle, damit das Kind zuerst sterbe, um Häßlicheszu vermeiden. — Demnach stirbt sie zuerst, während doch uns bekannt ist, daß das Kind zuerst sterbe!?",
"Wir haben nämlich gelernt: Ein einen Tag altes Kind erbt und vererbt, und hierzu sagte R. Šešeth, es erbe das Vermögen seiner Mutterund vererbe es den Brüdern väterlicherseits.",
"Also nur ein einen Tag altes, die Geburt aber nicht, weil diese zuerst stirbt, und das Kind seine Mutter nicht im Grabe beerben kann, um [das Vermögen] den Brüdern väterlicherseits zu vererben. —",
"Dies nur bei einem [natürlichen] Tode, denn da das Leben des Kindes nur schwach ist, dringt der Tropfen des Todesengels ein und durchschneidet ihm die Halsgefäße, wenn [die Mutter] aber hingerichtet wird, stirbt sie zuerst. —",
"Einst ereignete es sich ja aber, daß [die Geburt] bis drei Zuckungen zuckte!? — Wie dies auch beim Eidechsenschwanze der Fall ist, der ebenfalls zuckt.",
"R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn eine Frau am Šabbath auf dem Gebärstuhl sitzt und stirbt, so hole man ein Messer, schlitze ihr den Bauch auf und hole das Kind heraus. — Selbstverständlich, man tut ja hierbei nichts weiter"
],
[
"als Fleischschneiden!? Raba erwiderte: Dies ist deshalb [zu lehren] nötig, daß man nämlich das Messer über öffentliches Gebietholen darf. —",
"Er lehrt uns somit, daß man des Zweifels wegen den Šabbath entweihen dürfe, und dies haben wir ja bereits gelernt!? Wenn über einen Trümmer zusammengestürzt sind und es zweifelhaft ist, ob er sich da befindet oder nicht, oder es zweifelhaft ist, ob er lebt oder tot ist, oder es zweifelhaft ist, ob er ein Nichtjude oder ein Jisraélit ist, so trage man seinethalben die Trümmer ab. —",
"Man könnte glauben, dies gelte nur da, wo es feststeht, daß er vorher gelebt hat, nicht aber hierbei, wo es nicht feststeht, daß er vorher gelebt hat, so lehrt er uns.",
"IST EINE FRAU HINGERICHTET WORDEN &C. Weshalb denn, es sind ja Dinge, die zur Nutznießung verbotensind!? Rabh erwiderte: Wenn sie verfügt hat, daß man ihr Haar ihrer Tochter gebe. — Würde man denn, wenn sie verfügt hätte, daß man ihre Hand ihrer Tochter gebe, sie ihr geben!?",
"R. Papa erwiderte: Dies gilt von einer Perücke. — Also nur in dem Falle, wenn sie verfügt hat, daß man es ihr gebe, wenn sie aber nicht verfügt hat, daß man es ihr gebe, gehört es zu ihrem Körper und ist verboten;",
"aber dies war ja R. Jose b. R. Ḥanina fraglich!? R. Jose b. R. Ḥanina fragte nämlich, wie es sich mit dem Haare der frommen Frauen verhalte,",
"und Raba sagte, er frage hinsichtlich einer Perücke. — Die Frage des R. Jose b. R. Ḥanina bezieht sich auf den Fall, wenn sie am Pflocke hängt,",
"hier aber, wenn sie sie anhat; nur wenn sie verfügt hat, daß man sie ihr gebe, wenn sie aber nicht verfügt hat, daß man sie ihr gebe, gehört sie zu ihrem Körper und ist verboten.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Er lehrt es ja [von der Frau] gleichlautend wie vom Vieh; wie es nun beim Vieh von seinem Körper gilt, ebenso bei [der Frau] von ihrem Körper!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Naḥman, diese macht der Todverboten, jenes aber macht die Verurteilungverboten.",
"Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh und Levi lehrte übereinstimmend mit R. Naḥman b. Jiçḥaq. Levi lehrte übereinstimmend mit Rabh: Wenn eine Frau zur Hinrichtung hinausgeführt wird und sagt, daß man ihr Haar ihrer Tochter gebe, so gebe man es ihr. Stirbt eine, so gebe man es ihr nicht, weil ein Toter zur Nutznießung verboten ist.",
"Dies ist ja selbstverständlich!? Wahrscheinlich [lehrt dies,] daß von einem Toten auch das Abgeändertezur Nutznießung verboten ist.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Naḥman b. Jiçḥaq: Ist eine Frau gestorben, so darf man ihr Haar nutznießen; ist ein Vieh hingerichtet worden, so ist eszur Nutznießung verboten. Welchen Unterschied gibt es zwischen diesem und jener? Jene macht der Tod verboten, dieses aber macht die Verurteilung verboten.",
"",
" DIE WERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN SELA͑ UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG SELA͑. ZUM BEISPIEL. WENN ER EINEN SELA͑ ENTRICHTET HAT UND REICH GEWORDEN IST, SO BRAUCHT ER NICHTS WEITER ZU ENTRICHTEN; WENN WENIGER ALS EINEN SELA͑ UND REICH GEWORDEN IST, SO ENTRICHTE ER FÜNFZIG SELA͑.",
"HAT ER FÜNF SELA͑ IN SEINEM BESITZE, SO ENTRICHTE ER, WIE R. MEÍR SAGT, NUR EINEN, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, ALLE. DIE WERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN SELA͑ UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG SELA͑.",
"GEMARA. DIE WERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN SELA͑. Woher dies? — Es heißt:all deine Schätzungen sollen mit dem Šeqel des Heiligtumes geschehen, alle Wertschätzungen, die du gelobst, sollen nicht unter einen Šeqel betragen.",
"UND NICHT MEHR ALS FÜNFZIG SELA͑. Denn es heißt:fünfzig.",
"HAT ER FÜNF IN SEINEM BESITZE &C. Was ist der Grund R. Meírs? — Es heißt fünfzig und es heißt Šeqel, entweder fünfzig oder einen Šeqel. —",
"Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß alle Wertschätzungen, die du schätzest, nicht weniger als einen Šeqel betragen dürfen. Von dem Falle aber, wenn er [Vermögen] besitzt, sagt die Schrift:soweit die Hand des Gelobenden reicht, und seine Hand reicht ja. —",
"Und R. Meír!? — Dies deutet darauf, daß es die Hand des Gelobenden sein muß, nicht aber die Hand des Gelobten. — Und die Rabbanan!? — Ist es denn nicht selbstverständlich, daß, wenn seine Hand reicht, man von ihm nehme?",
"R. Ada b. Ahaba sagte: Wenn jemand, der fünf Sela͑ hat, gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, dann wiederum gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und vier für den zweiten und einen für den ersten gegeben hat, so hat er der Pflicht beider genügt.",
"Dies aus folgendem Grunde: wenn ein späterer Gläubiger [dem ersteren] zuvorgekommen ist und eingefordert hat, so ist die Einforderung gültig.",
"Als er für den zweiten gab, schuldete er für den ersten, und als er für den ersten gab, hatte, er nichts mehr."
],
[
"Hat er aber vier für den ersten und einen für den zweiten gegeben, so hat er der Pflicht des zweiten genügt, der Pflicht des ersten aber nicht genügt, denn alles war dem ersten haftbar.",
"R. Ada b. Ahaba fragte: Wie ist es, wenn jemand fünf Sela͑ im Besitze hat und sagt, er gelobe zwei Schätzungswerte mit einem Male: erfassen ihn, da er mit einem Male gelobt hat, beide gleichzeitig, somit gebe er zweieinhalb für den einen und zweieinhalb für den andren, oder aber [sagen wir:] alle sind ja für den einen und alle sind für den andren geeignet? — Dies bleibt unentschieden.",
"DIE WERTSCHÄTZUNG BETRÄGT NICHT WENIGER ALS EINEN SELA͑ UND NICHT MEHR &C. Wozu dies wiederum? —",
"Er lehrt uns folgendes: es gibt keine unter einem Sela͑, wohl aber gibt es welche über einen Sela͑; es gibt keine über fünfzig, wohl aber gibt es welche unter fünfzig. Eine anonyme Lehrenach den Rabbanan.",
" DERMENSTRUATIONSBEGINNBEI EINER IN WIRKUNG GERATENENERFOLGT FRÜHESTENS NACH SIEBEN UND SPÄTESTENS NACH SIEBZEHN [TAGEN].",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine in Wirrung geraten ist und sagt, sie habe einen Tag Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach siebzehn [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe zwei Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach siebzehn [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe drei Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach siebzehn [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe vier Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach sechzehn [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe fünf Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach fünfzehn [Tagen. Sagt sie,] sie habe sechs Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach vierzehn [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe sieben Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach dreizehn [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe acht Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach zwölf [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe neun Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach elf [Tagen.",
"Sagt sie,] sie habe zehn Tage Unreinheit gemerkt, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach zehn Tagen. Wenn elf [Tage], so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach [neun Tagen]."
],
[
"Wenn zwölf, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach acht [Tagen].",
"Wenn dreizehn, so erfolgt ihr Menstruationsbeginn nach sieben [Tagen].",
"Bei einer in Wirrung Geratenen gibt es nämlich keinen Menstruationsbeginn vor sieben und keinen nach siebzehn Tagen.",
"R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Wozu dies alles, soll sie doch sieben Tage zählen und erlaubt sein!?",
"Dieser erwiderte: Wir sprechen von einer Vorsorge: der Eintritt der Menstruation und ihr Beginn.",
"Die Rabbanan lehrten: Alle flußbehaftet in Wirrung geratenen [Frauen] bringen ein Opfer dar, und es darf nicht gegessenwerden, ausgenommen diejenigen, deren Menstruationsbeginn nach sieben und deren Menstruationsbeginn nach acht [Tagen] erfolgt, die ein Opfer bringen, das zu essen ist. —",
"Sind denn alle in Wirrung Geratenen flußbehaftet!? Und hat denn ferner, die einen Tag oder zwei Tage gemerkt hat, ein Opfer darzubringen!? —",
"Vielmehr, alle Flußbehafteten, die in Wirrung geraten sind, haben ein Opfer darzubringen, und es darf nicht gegessen werden, ausgenommen diejenigen, deren Menstruationsbeginn nach sieben, und deren Menstruationsbeginn nach acht [Tagen] erfolgt, die ein Opfer darzubringen haben, das zu essen ist.",
" BEI DEN AUSSATZMALEN WÄHRT ESNICHT WENIGER ALS EINE WOCHE UND NICHT MEHR ALS DREI WOCHEN.",
"GEMARA. Nicht weniger als eine Woche, Aussatzmale eines Menschen; und nicht mehr als drei Wochen. Aussatzmale von Häusern.",
"R. Papa sagte:Deine Gerechtigkeit wie die Berge Gottes, das sind die Aussatzmale eines Menschen;deine Gerichte ein tiefer Abgrund, das sind die Aussatzmale von Häusern. —",
"Was ist der einfache Sinn des Schriftverses? R. Jehuda erwiderte: Wäre deine Gerechtigkeit nicht wie die Berge Gottes, wer könnte vor deinen Gerichten bestehen, die wie ein tiefer Abgrund sind. Rabba erklärte: Deine Gerechtigkeit wie die Berge Gottes, weil deine Gerichte wie ein tiefer Abgrund sind. —",
"Worin besteht ihr Streit? — Sie führen den Streit des R. Elea͑zar und R. Jose b. R. Ḥanina, denn er wurde gelehrt: R. Elea͑zar sagt, er halte zurück. R. Jose b. R. Ḥanina sagt, er verzeihe.",
"Rabba ist der Ansicht des R. Elea͑zarund R. Jehuda ist der Ansicht des R. Jose b. R. Ḥanina.",
"DAS JAHR DARF NICHT WENIGER ALS VIER VOLLMONATEHABEN, UND ES SCHEINT, NICHT MEHR ALS ACHT. DIE ZWEI BROTEWERDEN NICHT VOR ZWEI UND NICHT NACH DREI TAGEN GEGESSEN. DAS SCHAUBROT WIRD NICHT VOR NEUN UND NICHT NACH ELF TAGENGEGESSEN.",
"EIN KIND IST NICHT VOR ACHT UND NICHT NACH ZWÖLF TAGEN ZU BESCHNEIDEN.",
"GEMARA. Was heißt ‘scheint, nicht mehr als acht’? R. Hona erwiderte: Es schien den Weisen nicht richtig, mehr als acht Monate als voll festzusetzen. — Neun wohl deshalb nicht,"
],
[
"weil der [Neu]mond drei Tage zu früherscheinen könnte, und auch so kann er ja zwei Tage zu früh erscheinen!? —",
"Wie R. Mešaršeja erklärthat, wenn es ein Schaltjahr ist, ebenso auch hierbei, wenn das vorangehende ein Schaltjahr war; die Interkalation des Jahres beträgt einen Monat. — Wenn du einen vollen Monat und einen unvollen abziehst, bleibt ja immerhin ein Tag zurück!? — Die Leute nehmen es nicht genau.",
"U͑la erklärte: Es schien den Weisen nicht richtig, mehr als acht als unvoll festzusetzen. Dies ist nämlich eine Begründung: das Jahr hat deshalb nicht weniger als vier Vollmonate, weil es den Weisen nicht richtig schien, mehr als acht als unvoll festzusetzen. —",
"Neun wohl deshalb nicht, weil der [Neu]mond drei Tage zu späterscheinenkönnte und auch so kann er ja zwei Tage zu spät erscheinen!? —",
"Wie R. Mešaršeja erklärthat. wenn es ein Schaltjahr ist, ebenso auch hierbei, wenn das vorangehende ein Schaltjahr war. — Wenn du einen unvollen Monat,",
"und einen vollen abziehst, bleibt ja immerhin ein Tag zurück!? — Man denkt, er sei erschienen, nur haben wir es nicht gemerkt. —"
],
[
"Worin besteht ihr Streit? — [Sie streiten] über die Interkalation des Jahres. Es wird nämlich gelehrt: Wieviel beträgt die Interkalation des Jahres? Dreißig Tage; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, einen Monat.",
"Man wandte ein: Das Wochenfest fällt nur auf den Tagder Schwingung; das Neujahr fällt nur auf den Tag der Schwingung oder auf [den Tag], der der Nacht seinesVolltages[folgt]. Allerdings kann es nach U͑la, welcher sagt, man setze acht unvolle fest, man setze aber nicht acht volle fest, vorkommen, daß er,",
"wenn beideunvoll sind, auf den Tag der Schwingung,",
"und wenn einer voll und einer unvoll ist, auf [den Tag] nach der Nacht des Volltages fällt;",
"nach R. Hona aber, welcher sagt, man setze soviel volle fest, kann es ja auch vorkommen, daß er auf den Tag fällt, der dem Tage folgt, der auf die Nacht des Volltagesfolgt!? —",
"R. Hona kann dir erwidern: stimmt es denn nach U͑la? Nur acht dürfen es nicht sein, wohl aber sieben; wenn wir sie nicht im Winter, sondern nur im Sommer festsetzen, kann er ja auf den Tag fallen, der dem Tage folgt, der auf die Nacht des Volltages folgt!?",
"Vielmehr, hier sind die Anderen vertreten, denn es wird gelehrt: Andre sagen, von einem Wochenfeste zum folgenden Wochenfeste, von einem Neujahrstage zum folgenden Neujahrstage gebe es nur eine Differenzvon vier, und in einem Schaltjahre von fünf [Wochen]tagen. —",
"Aber immerhin kann er ja nach den Andren nicht auf den Tag der Schwingung fallen!?",
"R. Mešaršeja erwiderte: Wenn es ein Schaltjahr ist; die Schaltung des Jahres beträgt dreißig Tage, und wenn man zu einem [Sommer]monateden [Schalt]monat fügt, fällt er auf den Tag der Schwingung.",
"R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Wollen die Andren uns etwa die Zahl [der Tage] lehren!? — Folgendes lehren sie uns: es besteht kein Gebot, den Neumond nur bei Sichtung zu weihen.",
"Rabina wandte ein: Es gibt ja auch einen Tag von einzelnen Stunden und einen Tag in dreißig Jahren!? — Da dieser nicht jedes Jahr vorkommt, zählt er ihn nicht mit.",
"Und auch Šemuél ist der Ansicht R. Honas, denn Šemuél sagte: das Mondjahr hat nicht weniger als dreihundertzweiundfünfzig Tage und nicht mehr als dreihundertsechsundfünzig Tage.",
"Wieso dies? — Sind beidevoll, dann sechs, sind beideunvoll, dann zwei, ist einer voll und einer unvoll, dann vier.",
"Man wandte ein: [Sagte jemand,] er wolle Nazir sein in der Anzahl der Tage des Sonnenjahres, so absolviere er ein Nazirat von dreihundertfünfundsechzig Tagen, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; wenn in [der Anzahl] der Tage des Mondjahres, so absolviere er ein Nazirat von dreihundertvierundfünfzig Tagen, entsprechend den Tagen des Mondjahres. Wenn dem nun so wäre, so kommen ja auch sechs vor!? —",
"Bei den Gelübden richte man sich nach der Ausdrucksweise der Menschen, und ebenso nach den meisten Jahren.",
"Und auch Rabbi ist der Ansicht R. Honas, denn es wird gelehrt: Einst setzte Rabbi (übereinstimmend mit R. Hona) neun unvolle [Monate] fest, und der Neumonderschien zur Zeit. Da wunderte sich Rabbi und sprach: Wir haben neun unvoll festgesetzt, und der Neumond erschien zur Zeit! R. Šimo͑n b. Rabbi sprach vor ihm: Vielleicht war es ein Schaltjahr,"
],
[
"und die Schaltung des Jahres beträgt dreißig Tage; im vorigen Jahre setzten wir beideals voll fest, und wenn man drei gegen drei rechnet, gelangt er zur richtigen Stelle. Da sprach jener zu ihm: Leuchte Jisraéls, so war es auch.",
"MAN BLIES IM TEMPEL NICHT WENIGER ALS EINUNDZWANZIG TÖNEUND NICHT MEHR ALS ACHTUNDVIERZIG.",
"MAN HATTE DANICHT WENIGER ALS ZWEI UND NICHT MEHR ALS SECHS HARFEN. MAN HATTE DA NICHT WENIDER ALS ZWEI UND NICHT MEHR ALS ZWÖLF FLÖTEN. AN ZWÖLF TAGEN IM JAHRE TÖNTE DIE FLÖTE VOR DEM ALTAR: BEIM SCHLACHTEN DES ERSTEN PESAḤOPFERS, BEIM SCHLACHTEN DES ZWEITEN PESAḤOPFERS, AM ERSTEN TAG DES PESAḤFESTES, AM WOCHENFESTE UND AN DEN ACHT TAGEN DES [HÜTTEN]FESTES. MAN BLIES NICHT AUF EINER PFEIFE AUS KUPFER, SONDERN AUF EINER AUS ROHR, WEIL, DEREN TON ANGENEHMER IST. DER AUSKLANG ERFOLGTE MIT NUR EINER PFEIFE, WEIL ES SO SCHÖNER AUSKLINGT.",
"ES WARENSKLAVEN VON PRIESTERN — SO R. MEÍR. R. JOSE SAGT, [LEUTE AUS DEN] FAMILIEN DER PEGARÄER UND DER ÇIPARÄER UND AUS EMMAUS, DIE MIT DER PRIESTERSCHAFTIN HEIRATSVERBINDUNG STANDEN. R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, ES WAREN LEVITEN.",
"GEMARA. Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, nicht weniger als sieben und nicht mehr als sechzehn. —",
"Worin besteht ihr Streit? — R. Jehuda ist der Ansicht, Stoßton, Trillerton und Stoßtongelten zusammen als ein [Ton], und die Rabbanan sind der Ansicht, Stoßton besonders, Trillerton besonders und Stoßton besonders. —",
"Was ist der Grund R. Jehudas? — Es heißt:ihr sollt in Stoßtönen blasen, und es heißt:blasen sollen sie in Stoßtönen, somit ist hieraus zu entnehmen, daß Stoßton, Trillerton Und Stoßton zusammen als ein [Ton] gelten. — Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf hin, daß [dem Trillertone] ein einfacher Ton vorangehen und ein einfacher folgen muß. —",
"Was ist der Grund der Rabbanan? — Es heißt: und beim Versammeln der Gemeinde sollt ihr blasen und nicht lärmblasen, und wenn man sagen wollte, Stoßton, Trillerten und Stoßton gelten zusammen als ein [Ton], so würde ja der Allbarmherzige gesagt haben, daß man ein halbes Gebot ausübe. — Und R. Jehuda!? — Diesist nichts weiter als ein Signal.",
"Die Lehre R. Kahanas, daß zwischen Stoßton und Trillerton keinerlei [Unterbrechung] erfolgen darf, vertritt also die Ansicht R. Jehudas. — Selbstverständlich!? —",
"Man könnte glauben, auch die der Rabbanan, nur schließe sie die Ansicht R. Joḥanans aus, welcher sagt, wer die neun Tönein neun Stunden (am Tage) gehört hat, habe seiner Pflicht genügt, so lehrt er uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? — Wieso hieße es demnach ‘keinerlei’.",
"AN ZWÖLF TAGEN IM JAHR TÖNTE DIE FLÖTE &C. Weshalb gerade an diesen? — Weil an diesen der einzelnedas Loblied vollständig liest.",
"R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Achtzehn Tage sind es, an denen der einzelne das Loblied vollständig lese: die acht Tage des [Hütten]festes, die acht Tage des Ḥanukafestes, der erste Tag des Pesaḥfestes und der erste Tag des Wochenfestes. In der Diaspora sind es einundzwanzig Tage: die neun Tage des [Hütten]festes, die acht Tage des Ḥanukafestes, die zwei Tage des Pesaḥfestes und die zwei Tage des Wochenfestes. —",
"Weshalb wird es am [Hütten]feste jeden Tag gelesen, am Pesaḥfeste aber nicht jeden Tag gelesen? —"
],
[
"Die Tage des [Hütten]-festes unterscheiden sich von einander durch ihre Opfer, die des Pesaḥfestes unterscheiden sich nicht voneinander durch ihre Opfer. —",
"Sollte man es doch am Šabbath lesen, der sich durch seine Opfer unterscheidet!? — Dieser heißt nicht Fest. —",
"Am Neumondstage, der Fest heißt, sollte man es doch [vollständig] lesen!? — Er ist hinsichtlich der Arbeitsleistung nicht heilig. — Es heißt nämlich:Lieder werdet ihr singen, wie in der Nacht der Festweihe; die Nacht, die zum Feste geweiht ist, benötigt des Lobliedes, und die nicht zum Feste geweiht ist, benötigt nicht des Lobliedes. —",
"Sollte man es doch am Neujahrsfeste und am Versöhnungstage lesen, die Feste heißen und auch hinsichtlich der Arbeitsverrichtung heilig sind!? — Wegen einer Lehre R. Abahus,",
"denn R. Abahu sagte: Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, weshalb singt dir Jisraél kein Lied am Neujahrsfeste und am Versöhnungstage? Er erwiderte ihnen: Ist es denn schicklich, daß, während der König auf dem Richterstuhle sitzt, die Bücher der Lebenden und Sterbenden vor ihm aufgeschlagen sind, Jisraél vor ihm ein Lied singe!? —",
"Das Hanukafest ist ja weder dies noch jenes, und man liest es dann!? — Wegen des Wunders. — Sollte man es doch am Purimfeste lesen, an dem ebenfalls ein Wunder geschehen ist!? R. Jiçḥaq erwiderte: Weil man kein Loblied liest über ein Wunder, das außerhalb des Landes geschehen ist.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Beim Auszuge aus Miçrajim ist ja das Wunder ebenfalls außerhalb des Landes geschehen, und man liest das Loblied!? — Wie gelehrt wird: Bevor Jisraél in das Land kam, waren alle Länder würdig, ihrethalben ein Lied anzustimmen, nachdem sie aber in das Land gekommen waren, waren alle Länder nicht mehr würdig, ihrethalben ein Lied anzustimmen.",
"R. Naḥman erwiderte: Das Lesen [der Esterrolle] ersetzet das Loblied. Raba erwiderte: Allerdings [stimmt dies] da:preiset ihr Knechte des Herrn, nicht aber Knechte des Pareo͑, wieso aber hierbei: preiset ihr Knechte des Herrn, nicht aber Knechte des Aḥašveroš, wir sind ja noch Knechte des Aḥašveroš. —",
"Wieso sagte R. Naḥman, das Lesen [der Esterrolle] ersetze das Loblied, es wird ja gelehrt, nachdem sie in das Land gekommen waren, waren alle Länder nicht mehr würdig, ihrethalben ein Lied anzustimmen!? — Nachdem sie vertrieben waren, erlangten sie ihre frühere Würdigkeit.",
"MAN BLIES NICHT AUF EINER PFEIFE AUS KUPFER &C. Er beginnt mit der Flöte und endet mit der Pfeife!? R. Papa erwiderte: Flöte und Pfeife sind dasselbe, nur nennt er sie deshalb Pfeife, weil sie einen angenehmen Tonhat.",
"Die Rabbanan lehrten: Im Tempel war eine Flöte aus Rohr, sie war poliert und fein, und stammte aus den Tagen Mošes. Da befahl der König, und man überzog sie mit Gold; aber sie hatte keinen feinen Ton mehr. Hierauf nahm man den Überzug ab, und der Ton war wieder fein wie zuvor. Im Tempel war eine Zymbel aus Kupfer, und sie hatte einen feinen Ton; als sie einst beschädigt wurde, sandten die Weisen und ließen Handwerker aus Alexandrien in Miçrajim holen, und sie reparierten sie; aber sie hatte keinen feinen Ton mehr. Hierauf ließen sie die Reparatur entfernen, und der Ton war wieder fein wie zuvor.",
"Im Tempel war ein Mörser aus Kupfer, der aus den Tagen Mošes stammte, und er würztedas Räucherwerk; als er einst beschädigt wurde, ließ man Handwerker aus Alexandrien in Miçrajim holen, und sie reparierten ihn; aber er würzte nicht mehr wie zuvor. Hierauf ließen sie die Reparatur entfernen, und er würzte wie zuvor.",
"Es sind dies die beiden Geräte, die vom ersten Tempel zurückgeblieben und beschädigt worden waren, und für die es keine Reparatur mehr gab. Über sie sprach David:geglättetes Kupfer, poliertes Kupfer. Ferner heißt es über sie:und zwei Geräte von glänzendem feinem Kupfer, kostbar wie Gold.",
"Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, jedes von ihnen wog zwei aus Gold auf, und einer sagt, beide wogen eines aus Gold auf. R. Joseph lehrte: Beide wogen eines aus Gold auf.",
"Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Es warenje zwei, denn es heißt šnajim, und man lese nicht šnajim [zwei], sondern šnijim [Doppelstücke].",
"R. Šimo͑n b. Gamliél lehrte: Der Siloah hatte eine Strahlmündung wie ein Assar; da befahl der König, und man verbreiterte sie, damit sein Wasser sich vermehre; aber es verminderte sich. Hierauf verschmälerte man sie, und das Wasser hatte einen Strahl [wie zuvor]. Zur Bestätigung dessen, was geschrieben steht:es rühme sich nicht der Weise mit seiner Weisheit, und nicht rühme sich der Starke mit seiner Stärke.",
"Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: Im Tempel war kein Hirdoles. — Was ist Hirdoles? Abajje erwiderte: Eine gorgodanischeTafel. Weil es einen grobenKlang hat und die Feinheit [des Tones] beeinträchtigt.",
"Rabba b. Šila sagte im Namen R. Mathnas im Namen Šemuéls: Im Tempel war eine Schippe,"
],
[
"die zehn Löcher hatte, und jedes brachte zehn verschiedene Töne hervor, sodaß die ganze hundert verschiedene Töne hervorbrachte. In einer Barajtha wurde gelehrt: Sie war eine Elle groß und eine Elle hoch, und aus ihr ragte ein Stiel hervor, der zehn Löcher hatte; jedes brachte hundert verschiedene Töne hervor, sodaß die ganze tausend verschiedene Töne hervorbrachte. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen diene dir: die Barajtha übertreibt.",
"ES WAREN SKLAVEN VON PRIESTERN &C. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: derjenige, welcher sagt, es waren Sklaven, ist der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine vokale, und das Instrument diente nur zur Verfeinerung des Tones, und derjenige, welcher sagt, es waren Leviten, ist der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine instrumentale. —",
"Glaubst du: welcher Ansicht ist demnach R. Jose: ist er der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine vokale, so sollte es auch durch Sklaven erfolgen können, und ist er der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine instrumentale, so sollten doch Leviten erforderlich sein!? —",
"Tatsächlich ist er der Ansicht, die Tempelmusik war vornehmlich eine vokale, und hier streiten sie, ob die Estradedie Legitimitätbeweise und zu den Zehnten berechtige.",
"Derjenige, welcher sagt, es waren Sklaven, ist der Ansicht, die Estrade beweise nicht die Legitimität und berechtige nicht zu den Zehnten; derjenige, welcher sagt, es waren Leviten, ist der Ansicht, die Estrade beweise die Legitimität und berechtige zu den Zehnten; und derjenige, welcher sagt, es waren Jisraéliten, ist der Ansicht, die Estrade beweise die Legitimität, berechtige aber nicht zu den Zehnten.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Opferist vom [Tempel]gesange abhängig — so R. Meír; die Weisen sagen, es sei davon nicht abhängig.",
"Was ist der Grund R. Meírs? — Die Schrift sagt:ich gebe die Leviten als Gabe dem Ahron und seinen Söhnen aus der Mitte der Kinder Jisraél &c. und die Kinder Jisraél zu sühnen; wie die Sühne unerläßlich ist, ebenso ist der [Tempel]gesang unerläßlich. —",
"Und die Rabbanan!? — Dies deutet auf eine andere Lehre R. Elea͑zars, denn R. Elea͑zar sagte: Wie die Sühne am Tage [zu erfolgen hat], ebenso auch der [Tempel]gesang am Tage.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wo ist der [Tempel]gesang aus der Tora zu entnehmen? Es heißt:und wird den Amtsdienst verrichten im Namen seines Gottes; welcher Amtsdienst erfolgt beim Namen Gottes? Sage, das ist der [Tempel]gesang. —",
"Vielleicht der Priestersegen!? — Wenn es heißt:ihn zu bedienen und in seinem Namen zu segnen, so ist ja demnach der Priestersegen kein Dienst.",
"R. Mathna entnimmt dies aus folgendem:dafür daß du dem Herrn, deinem Gott, nicht mit Freude gedient hast und Herzenslust; welcher Dienst erfolgt mit Freude und Herzenslust? Sage, das ist der [Tempel]gesang. — Vielleicht Worte der Tora, denn es heißt:die Befehle des Herrn sind recht, herzerfreuend!? — Sie sind wohl herzerfreuend, nicht aber Herzenslust. —",
"Vielleicht die Erstlinge, denn es heißt:du sollst dich mit all dem Guten freuen!? — Sie heißen Gutes, nicht aber Herzenslust.",
"R. Mathna sagte: Woher, daß die Erstlinge des [Tempel]gesanges benötigen? Dies ist aus [dem Worte] Gutes zu entnehmen, das auch hier gebrauchtwird. —",
"Dem ist ja aber nicht so. R. Šemuél b. Naḥmani sagte ja im Namen R. Jonathans: Woher, daß man einen Lobgesang nur über den Wein spreche? Es heißt:es sprach die Rebe zu ihnen: Soll ich meinen Most lassen, der Menschen und Gott erfreut? Wenn er auch Menschen erfreut, wieso aber erfreut er Gott? Hieraus, daß man einen Lobgesang nur über den Wein spreche. —",
"Dies kann nach einer Lehre R. Joses vorkommen: Du darfst die Frucht bringen, nicht aber Flüssigkeilen. Woher diesvon dem Falle, wenn er Trauben gebracht hat, die er getreten hat? Es heißt:die du bringst.",
"Ḥizqija entnimmt dies hieraus:Und Kenanjahu, der Obere der Leviten, unterwies im Vortrage, und man lese nicht jasor [unterwies], sondern jašir [sang].",
"Balvati entnimmt dies im Namen R. Joḥanans hieraus:Die Leistung des Dienstes zu verrichten; welche Leistung benötigt des Dienstes? Sage, der [Tempel]gesang.",
"R. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:Bringet Saitenspiel und reichet Pauken her, liebliche Zithern mit Psaltern. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies hieraus:Sie erheben ihre Stimme, jauchzen, ob der Herrlichkeit des Herrn jubeln sie vom Meer her.",
"Ein Autor entnimmt dies hieraus:Aber den Söhnen Qehaths gab er nichts, denn der Dienst des Heiligtumes lag ihnen ob; auf den Schultern trugen sie; wenn es auf den Schultern heißt, so weiß ich ja, daß sie trugen, wozu heißt es trugen sie? Unter trugen sie ist vielmehr ein Gesang zu verstehen, wie es heißt: traget Gesang vor und reichet. Pauken her. Ferner heißt es: sie erheben ihre Stimme, jauchzen &c.",
"Ḥananja, Bruderssohn des R. Jeḥošua͑, entnimmt dies hieraus:Moše redete und Gott antwortete ihm mit der Stimme,"
],
[
"inbetreff dar Stimme. R. Aši entnimmt dies hieraus:Und als zugleich die Trompeter und die Sänger einstimmige Klänge ertönen ließen.",
"R. Joḥanan entnimmt dies hieraus:Sie sollen nicht sterben, weder sie noch ihr; wie ihr beim Altardienste, ebenso auch siebeim Altardienste.",
"Desgleichen wird gelehrt: Sie sollen nicht sterben, weder sie noch ihr, wenn ihr ihren oder sie euren [Dienst verrichten], so ist dies mit der Todesstrafe belegt, wenn sieuntereinander, so ist dies nicht mit der Todesstrafe, sondern nur mit der Verwarnung belegt.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn ein Sängerden Tordienst seines Genossen verrichtet, er des Todes schuldig sei, denn es heißt: und die vor der Wohnung gegen Norden lagerten vor der Stiftshütte &c. und der Gemeine der naht, soll sterben. Wer heißt ‘Gemeiner’: wenn ein wirklicherGemeiner, so steht dies ja bereits geschrieben; doch wohl ein Gemeiner hinsichtlich des betreffenden Dienstes.",
"Man wandte ein: Wenn ein Sänger Tordienst tat, oder wenn ein Torwärter Sängerdienst tat, so ist er nicht des Todes schuldig, sondern der Verwarnung!? —",
"Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Einst ging R. Jehošua͑ b. Ḥananja zu R. Joḥanan b. Gudgada, um ihm beim Einheben der Türen zu helfen; da sprach er zu ihm: Mein Sohn, kehre um; du gehörst zu den Sängern, und nicht zu den Torwärtern.",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer war der Ansicht, es sei mit dem Tode belegt, und die Rabbanan haben hierbei ein Verbot angeordnet, und einer ist der Ansicht, nur mit einer Verwarnung, und sie haben hierbei kein Verbot angeordnet. —",
"Alle sind der Ansicht, nur mit einer Verwarnung, nur ist einer der Ansicht, die Rabbanan haben auch bei der Hilfeleistung ein Verbot angeordnet, und einer ist der Ansicht, die Rabbanan haben dabei kein Verbot angeordnet.",
"R. Abin fragte: Benötigt das freiwillige Brandopfer der Gemeinde des Gesanges oder benötigt es nicht des Gesanges? Der Allbarmherzige sagt: eure Brandopfer, einerlei ob ein pflichtiges Brandopfer oder ein freiwilliges Brandopfer, oder aber, der Allbarmherzige sagt: eure Brandopfer, von ganz Jisraél. —",
"Komm und höre:Und Ḥizqijahu bestimmte, das Brandopfer auf den Altar zu bringen, und sobald das Opfer anfing, fing der Gesang des Herrn an und die Trompeten und die Saitenspiele Davids, des Königs von Jisraél. Was war dies für ein Gesang: wollte man sagen, zu einem pflichtigen Brandopfer, so braucht ja hierüber nichts bestimmt zu werden; doch wohl zu einem freiwilligen Brandopfer.",
"R. Joseph erwiderte: Nein, es war ein Brandopfer des Neumondes, und es war ihm fraglich, ob der Neumond zur richtigen Zeit festgesetzt wurde, daraufhin [das Opfer] darbringen zu können, oder nicht.",
"Abajje sprach zu ihm: Wieso kannst du dies sagen, es heißt ja:am sechzehnten Tage des ersten Monats &c. und Ḥizqijahu bestimmte, das Brandopfer auf den Altar zu bringen!?",
"Vielmehr, erwiderte Rami, Sohn des R. Jeba, war es das Lamm, das mit der Schwingegarbe dargebracht wird, und es war ihm fraglich, ob der Neumond zur richtigen Zeit festgesetzt wurde, daraufhin [das Opfer] darbringen zu können, oder nicht.",
"R. Ivja wandte ein: Man sollte doch gesehen haben, wann das Pesaḥopfer hergerichtet wurde, wann das Ungesäuerte gegessen wurde!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Aši, daverhielt es sich wie beim Gemeindevertreter, der ebenfallsberatschlagt. Da du nun daraufgekommen bist, kannst du auch erklären, daß es ein pflichtiges Brandopfer war, wie bei einem Gemeindevertreter, der ebenfalls beratschlagt. —",
"Komm und höre: R. Jose sagte: Man führt Gutes herbei an einem guten Tage und Böses an einem bösen Tage.",
"Sie sagten, der Tag, an dem der Tempel das erste Mal zerstört wurde, war der neunte Ab; es war am Ausgange eines Šabbaths und Ende eines Siebentjahres. Die Priesterwache Jehojaribhatte dann Dienst, und (die Priester und) die Leviten standen auf der Estrade und trugen den Tempelgesang vor. Welchen Gesang trugen sie vor? —Und er vergalt ihnen ihren Frevel und in ihrer Bosheit vertilgte er sie. Noch hatten sie [die Worte] vertilgte er sie, der Herr, unser Gott, nicht beendet, da kamen die Nichtjuden und bezwangen sie. Ebenso auch das zweite Mal.",
"Welcher Tempelgesang war es: wollte man sagen, des pflichtigen Brandopfers, so gab es ja dann keines mehr, denn am siebzehnten Tammuz war das beständige Opfer eingestelltworden; doch wohl des freiwilligen Brandopfers. —",
"Glaubst du: wieso sollte es denn Pflichtopfer nicht gegeben haben und freiwillige Opfer wohl gegeben haben!? — Das ist kein Einwand; ihnen kam gerade ein junges Rind zur Hand.",
"Raba, nach anderen R. Aši, sprach: Glaubst du: der Tempelgesang des Tageswar ja:Dem Herrn gehört die Erde und ihre Fülle, und [der Vers:] Er vergalt ihnen ihren Frevel, gehört ja zum Tempelgesange des Mittwochs!? Vielmehr kam ihnen gerade ein Klagevers in den Mund. —",
"Er lehrt ja aber: sie standen auf ihrer Estrade!? — Dies nach Reš Laqiš, welcher sagte, sie sprachen [den Tempelgesang] ohne Opfer[dienst]. — Demnach sollte diesauch vom freiwilligen Brandopfer gelten!? — Man könnte zu einem Verstoßekommen. —",
"Wie bleibt es damit? — Komm und höre: R. Mari, Sohn des R. Kahana, lehrte:Über eure Brandopfer und eure Heilsopfer;",
"wie das Brandopfer hochheilig ist, ebenso Heilsopfer, die hochheiligsind, und wie für die Heilsopfer eine Zeitfestgesetzt ist, ebenso Brandopfer, für die eine Zeit festgesetztist."
],
[
"Sie fragten: Benötigen Gußopfer, die gesondertdargebracht werden, des Tempelgesanges oder benötigen sie nicht des Tempelgesanges. Spricht man ihn wohl, da R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans gesagt hat, es sei zu entnehmen, daß man den Tempelgesang über den Wein spreche, oder aber spricht man ihn nur über Speise und Trank, nicht aber über Trank allein. —",
"Komm und höre: R. Jose sagte: Man führt Gutes herbei an einem guten Tage &c.",
"Was war es für ein Tempelgesang: wollte man sagen, zum pflichtigen Brandopfer, so gab es ja dann keines, denn am siebzehnten Tammuz war das beständige Opfer eingestellt worden, und wollte man sagen, zum freiwilligen Brandopfer, so lehrte ja R. Mari, Sohn des R. Kahana, daß ein solches dessen nicht benötige; doch wohl zum Gußopfer!?",
"Raba, nach andren R. Aši, erwiderte: Glaubst du: der Tempelgesang des Tages war ja: Dem Herrn gehört die Erde und ihre Fülle, und [der Vers:] Er vergalt ihnen ihren Frevel, gehört ja zum Tempelgesange des Mittwochs!? Vielmehr kam ihnen gerade ein Klagevers in den Mund. —",
"Er lehrt ja aber: sie standen auf ihrer Estrade!? — Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, sie sprachen den Tempelgesang ohne Opfer[dienst]. — Demnach sollte dies auch vom Gußopfer gellen!? — Man könnte zu einem Verstoße kommen.",
"Der Text. R. Jose sagte: Man führt Gutes herbei an einem guten Tage &c.",
"Wieso kann diesdas erste Mal am Ende eines Siebentjahres erfolgt sein, es heißt ja:im fünfundzwanzigsten Jahre seit unsrer Verbannung, am Jahresanfange, am zehnten des Monats, im vierzehnten Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war. Das Jahr, in dem der Jahresanfang am zehnten des Monats [gefeiert wird], ist ja das Jobeljahr,",
"und wenn man sagen wollte, er sei im ersten [Jahre] des Septenniums zerstört worden, so sind es ja vom ersten [Jahre] des Septenniums bis zum ersten des andren acht [Jahre], und bis zum ersten des folgenden fünfzehn!?",
"Rabina erwiderte: Im vierzehnten Jahre nach dem Jahre, in dem die Stadt geschlagen worden war. —",
"Wieso demnach im fünfundzwanzigsten Jahre, es war ja im sechsundzwanzigsten!? Der Meister sagte nämlich: Sie sind im siebenten verbannt worden, sie sind im achten verbannt worden,",
"sie sind im achtzehnten verbannt worden, und sie sind im neunzehnten verbannt worden.",
"Vom siebenten bis zum achtzehnten sind elf, und fünfzehn dazu sind sechsundzwanzig. —",
"Rabina kann dir erwidern: stimmt es etwa nach deiner Ansicht? Merke, sie sind ja auch im neunzehnten verbannt worden: vom siebenten bis zum neunzehnten sind zwölf, und vierzehn dazu sind sechsundzwanzig!? Du mußt also erklären, außer dem Jahre, in dem sie verbannt worden waren, ebenso auch nach mir, außer dem Jahre, in dem sie verbannt worden waren. —",
"Aber immerhin ist ja die Zahl neunzehn nach Rabina unerklärlich!? —",
"Du glaubst wohl, es waren drei [weitere] Verbannungen? Sie sind verbannt worden im siebenten [Jahre] seit der Unterwerfung Jehojaqims, das ist das achte Nebukhadneçars, und sie sind verbannt worden im achtzehnten [Jahre] seit der Unterwerfung Jehojaqims, das ist das neunzehnte Nebukhadneçars.",
"Der Meister sagte nämlich: Im ersten Jahre eroberte er Ninve,"
],
[
"im zweiten zog er hinauf und unterwarf Jehojaqim.",
"«Ebenso auch das zweite Mal.»",
"Kann es denn das zweite Mal am Ende eines Siebentjahres erfolgt sein, merke, der zweite Tempel bestand ja Vierhundertundzwanzig Jahre, und da vierhundert Jahre acht Jobelzyklen, und vierzehn Jahre zwei Septennien ausmachen, so bleiben sechs zurück, mithin erfolgte es ja im sechsten [Jahre] des Septenniums!? —",
"Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und nach untengerechnet; die acht der acht Jobelzyklen mit jenen sechs ergeben vierzehn, somit ergibt es sich, daß [der Tempel] am Ausgange des Siebentjahres zerstört worden ist. —",
"Wenn die des R. Jehuda, so kann es ja das erste Mal nicht dann erfolgt sein!? Es wird nämlich gelehrt: Siebzehn Jobelzyklen zählten die Jisraéliten seit ihrem Einzüge in das Land bis zu ihrem Auszuge. Du kannst nicht sagen, sie zählten sie seit ihrem wirklichen Einzüge, denn wolltest du dies sagen, so würde es sich ja ergeben, daß der Tempel zu Beginn des Jobelzyklus zerstört wurde, und man könnte nicht aufrecht erhalten [die Worte:] im vierzehnten Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war;",
"vielmehr sind von diesen die sieben [Jahre] der Eroberung und die sieben der Aufteilungabzuziehen, und aufrecht erhalten sind [die Worte:] im vierzehnten Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war.",
"Nach R. Jehuda aber kommen ja siebzehn der siebzehn Jobelzyklen zu diesen hinzu, demnach geschah es ja im dritten [Jahre] des Septenniums!? —",
"Die Jahre seit der Verbannung durch Sanḥerib, bis Jirmejahu kam und sie zurückbrachte, zählte er nicht mit.",
"Wenn du willst, sage ich: tatsächlich die der Rabbanan, und die Lehre, daß es ebenso das zweite Mal geschah, bezieht sich auf das übrige.",
"Dies ist auch einleuchtend: denn wenn man nicht so erklären wollte, [wäre ja einzuwenden:] im zweiten Tempel war ja keine Priesterwache Jehojarib!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Vier Priesterwachen zogen aus der Verbannung herauf: Jeda͑ja, Ḥarim, Pašḥur und Immer, darauf kamen die Propheten, die unter ihnen waren, und teilten sie in vierundzwanzig Priesterwachen. Man mischte [die Loszettel] durcheinander und tat sie in eine Urne; sodann kam Jeda͑jahu und zog sechs für sich und für seine Genossen,"
],
[
"dann kam Ḥarim und zog sechs für sich und für seine Genossen, und ebenso Pašḥur und ebenso Immer. Die Propheten, die unter ihnen waren, bestimmten, daß, selbst wenn die [einstige]Hauptwache Jehojarib heraufkommen sollte, Jeda͑ja dennoch nicht von seiner Stelle verdrängt werden solle, vielmehr bleibe Jeda͑ja Hauptwache und Jehojarib ihm angeschlossen. Dies bezieht sich also auf das übrige.",
"R. Aši erklärte: Die sechsJahre, bis E͑zra hinaufgezogen war und [den Tempel] eingeweiht hatte, zählt er nicht mit,",
"denn es heißt:da wurde gestört die Arbeit am Gotteshause in Jerušalem, und es heißt:und man vollendete dieses Haus bis zum dritten Tage des Monats Adar, das ist das sechste Jahr der Regierung des Königs Dariaveš.",
"Hierzu wird gelehrt: Um dieselbe Zeit im darauffolgenden Jahre zog E͑zra mit seinen Exulanten hinauf, wie es heißt:und er kam nach Jerušalem im fünften Jahre, das ist das siebente Jahr des Königs.",
"Der Text. Siebzehn Jobelzyklen zählten die Jisraéliten seit ihrem Einzuge in das Land bis zu ihrem Auszuge. Du kannst nicht sagen, sie zählten sie seit ihrem wirklichen Einzüge, denn wolltest du sagen, sie zählten sie seit ihrem Einzüge, so würde es sich ergeben, daß der Tempel zu Beginn des Jobelzyklus zerstört wurde, und man könnte nicht aufrecht erhalten [die Worte:] im vierzehnten Jahre, nachdem die Stadt geschlagen worden war &c.",
"Woher, daß die Eroberung sieben Jahre [währte]? — Kalebh sagte:vierzig Jahre war ich alt, als mich Moše, der Knecht des Herrn, von Qadeš Barnea͑ aussandte, um das Land auszukundschaften &c.und nun bin ich fünfundachtzig Jahre alt.",
"Und der Meister sagte: Im ersten Jahrefertigte Moše die Wohnung, im zweiten Jahre stellte er die Wohnung auf und sandte die Kundschafter aus. Kalebh war demnachals sie den Jarden überschritten achtzig weniger zwei [Jahre alt], und als er die Erbbesitze verteilte, sagte er, er sei fünfundachtzig Jahre alt; es ergibt sich also, daß sie [das Land] sieben Jahre eroberten. —",
"Woher, daß die Aufteilung sieben Jahre währte? — Wenn du willst, sage ich: wenn die Eroberung sieben währte, währte auch die Aufteilung sieben, und wenn du willst, sage ich: anders würden nicht aufrecht zu erhalten sein [die Worte:] vierzehn Jahre nachdem die Stadt geschlagen worden war.",
" ES MUSSTEN MINDESTENS SECHS UNTERSUCHTE LÄMMERIM LÄMMERSTALLE SEIN, WIE FÜR EINEN ŠABBATH UND DIE FESTTAGE DES NEUJAHRES, UND MEHR UNBESCHRÄNKT. ES MUSSTEN MINDESTENS ZWEI TROMPETEN SEIN UND NEUN HARFFN, UND MEHR UNBESCHRÄNKT; ZYMBELN NUR EINE.",
"GEMARA. Die beständigen Opfer und die Zusatzopferwaren ja mehr? —",
"Der Autor spricht von gewöhnlichen [Tagen], nur von den beständigen Opfern, und [die Worte] ‘wie für einen Šabbath und die beiden Festtage’ sind nur ein Merkzeichen. Er meint es wie folgt: es mußten mindestens sechs untersuchte Lämmer"
],
[
"im Lämmerstalle sein, die vier Tage vor der Schlachtung untersucht worden sind. Hier ist die Ansicht des Ben Bag Bag vertreten, denn es wird gelehrt: Ben Bag Bag sagte: Woher, daß das beständige Opfer vier Tage vor dem Schlachten untersucht werden muß?",
"Hierbei heißt es:sollt ihr wahren, mir zur bestimmten Zeit darzubringen, und dortheißt es: und es bleibe euch zur Verwahrung bis zum vierzehnten Tage dieses Monats, wie dort vier Tage vor dem Schlachteneine Untersuchung erforderlich war, ebenso ist hierbei vier Tage vor dem Schlachten eine Untersuchung erforderlich.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: wie für einen Šabbath, er lehrt aber nicht: für einen Šabbath. Schließe hieraus.",
"ZWEI TROMPETEN &C. Bis wieviel? R. Hona, manche sagen R. Zabdi im Namen R. Honas, erwiderte: Bis hundertundzwanzig, denn es heißt: mit ihnen Priester hundertundzwanzig auf Trompeten blasend.",
"NEUN HAUFEN &C. ZYMBELN NUR EINE. Woher dies? R. Asi erwiderte: Die Schrift sagt:und Asaph spielte auf Zymbeln. — Zymbeln sind ja zwei!? — Da sie eine Arbeit leisten und ein Mensch dabei tätig ist, nennt er sie eine.",
"vi ES WAREN NICHT WENIGER ALS ZWÖLF LEVITEN, DIE AUF DER ESTRADE STANDEN, UND MEHR UNBEGRENZT. EIN MINDERJÄHRIGER DURFTE NICHT DEN TEMPELHOF ZUM TEMPELDIENSTE BETRETEN, AUSSER WENN DIE LEVITEN BEIM TEMPELGESANGE WAREN. AUCH DURFTEN SIE NICHT MIT LAUTE UND HARFE BEGLEITEN, SONDERN NUR MIT DEM MUNDE, UM DEM TONE LIEBLICHKEIT ZU VERLEIHEN.",
"R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE: SIEWURDEN NICHT MITGEZÄHLT, AUCH DURFTEN SIE NICHT DIE ESTRADE BESTEIGEN, VIELMEHR STANDEN SIE AUF DER ERDE UND IHRE KÖPFE REICHTEN ZU DEN FÜSSEN DER LEVITEN: MAN NANNTE SIE DIE LEVITENQUÄLER.",
"GEMARA. Wem entsprechen diese? R. Papa erwiderte: Entsprechend den neun Harfen, zwei Lauten und einer Zymbel, wie es heißt:er und seine Söhne zwölf.",
"EIN MINDERJÄHRIGER DURFTE NICHT DEN TEMPELHOF ZUM TEMPELDIENSTE BETRETEN, AUSSER WENN DIE LEVITEN &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:und Jošua͑ trat auf und seine Söhne und seine Brüder, Qadmiél und seine Söhne, die Söhne Jehudas, wie ein Mann, vorzustehen den Arbeiten im Gotteshause &c.",
"AUCH DURFTEN SIE NICHT MIT LAUTE UND HARFE BEGLEITEN, SONDERN NUR MIT DEM MUNDE &C. Demnach sind Psalter und Harfevon einander verschieden, somit vertritt unsre Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Harfe im Tempel hatte sieben Saiten, denn es heißt:der Freuden Fülle ist vor deinem Antlitze, und man lese nicht soba͑ [Fülle] sondern šeba͑ [sieben].",
"Die der messianischen Tage hat acht, denn es heißt:dem Sangmeister auf dem Achter, auf der achten Saite.",
"Die der zukünftigen Welt hat zehn, denn es heißt:auf dem Zehnsaitigen und auf dem Psalter, auf dem Getöne der Harfe.",
"Ferner heißt es,danket dem Herrn mit der Harfe, mit dem zehnsaitigen Psalterspielet ihm; singet ihm ein neues Lied. —",
"Du kannst auch sagen, die des R. Jehuda, denn da sie in der zukünftigen Welt mehr Saiten hat und ihr Ton kräftig ist, wie der des Psalters, nennt er sie Psalter.",
"R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE: SIE WURDEN NICHT MITGEZÄHLT &C. Es wird gelehrt: Man nannte sie Levitengehilfen. — Und unser Autor!? — Da diese eine feine Stimme und jene eine grobe Stimme hatten, sodaß diese sie tief stimmen konnten, jene sie aber nicht tief stimmen konnten, nennt er sie Quäler.",
"",
" ES GIBT BEI DEN SCHÄTZUNGEN ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG, BEIM ERBBESITZFELDE ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG, BEIM VERWARNTEN OCHSEN, DER EINEN SKLAVEN GETÖTET HAT, ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG, UND BEIM NOTZÜCHTER, BEIM VERFÜHRER UND BEIM VERLEUMDER ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG.",
"WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEI DEN SCHÄTZUNGEN? WER DIE SCHÄTZUNG DES SCHÖNSTEN IN JISRAÉL ODER DES HÄSSLICHSTEN IN JISRAÉL GELOBT HAT, GEBE FÜNFZIG SELA͑. SAGTE ER ABER: ICH [GELOBE] SEINEN GELD[WERT], SO GEBE ER SEINEN GELDWERT.",
"GEMARA. WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEI DEN SCHÄTZUNGEN? WER GELOBT HAT DIE SCHÄTZUNG &C. Nur in Jisraél, nicht aber unter Nichtjuden,",
"somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Meírs vertritt, denn wir haben gelernt: R. Meír sagt, [ein Nichtjude] könne geschätzt werden, nicht aber schätzen. —",
"Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn dies gilt auch von einem Nichtjuden,"
],
[
"nur lehrt er uns nebenbei, daß die Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs zu berücksichtigen sei. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, man dürfe nicht sagen: wie schön ist dieser Nichtjude. —",
"Sollte er doch lehren: des Schönsten in Jisraél und des Häßlichsten unter den Nichtjuden!? — Er spricht von einer Nation und nicht von zwei Nationen. —",
"Etwa nicht, er lehrtja: die Vornehmste unter den Priestern und die Geringste in Jisraél!? — Da ist es eine Nation, nur sind die Priester heiliger.",
"Wenn du aber willst, sage ich: da er im Schlußsatze vom Erbbesitzfelde lehren will, das nur bei Jisraéliten und nicht bei Nichtjuden vorkommen kann, weil sie nicht erbbesitzfähig sind, so lehrt er es auch hierbei von Jisraéliten.",
" WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEIM ERBBESITZFELDE? EINERLEI OB JEMAND [EIN FELD] IM UMKREISE DER STADT ODER IN DEN OBSTGÄRTEN VON SEBASTE GEWEIHT HAT, ER MUSS FÜNFZIG ŠEQEL FÜR DIE AUSSAATFLÄCHE VON EINEM ḤOMER GERSTE GEBEN; FÜR EIN GEKAUFTES FELD GEBE ER DEN WERT.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, EINERLEI OB EIN GEKAUFTES FELD ODER EIN ERBBESITZFELD. WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES DEMNACH ZWISCHEN EINEM ERBBESITZFELDE UND EINEM GEKAUFTEN FELDE? BEI EINEM ERBBESITZFELDE FÜGE ER DAS FÜNFTEL HINZU UND BEI EINEM GEKAUFTEN FELDE FÜGE ER DAS FÜNFTEL NICHT HINZU.",
"GEMARA. R. Hona sagte: Hat jemand ein Feld voll Räume geweiht, so muß er, wenn er sie auslöst, die Räume um ihren Wert auslösen, dann das Grundstück um fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste. R. Hona ist somit der Ansicht, wer etwas weiht, tue dies mit gönnendemAuge.",
"R. Naḥman wandte gegen R. Hona ein: Einerlei ob jemand [ein Feld] im Umkreise der Stadt oder in den Obstgärten von Sebaste geweiht hat, er muß fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerstegeben!? Dieser erwiderte: Er meint, für Obstgärten geeignet.",
"Er wandte gegen ihn ein: Aussaatfläche; ich weiß dies nur von einem Saatfelde, woher dies von einem Grundstücke mit Weinstöcken, einem Grundstücke mit Röhricht, oder einem Grundstücke mit Räumen?",
"Es heißt:Feld, in jedem Falle!? Dieser erwiderte: Auch hierbei löse er aus und löse wiederumaus.",
"Er wandte gegen ihn ein: Wer drei Bäume in der Verteilung von zehn auf einer Seáflächegeweiht hat, hat auch das Grundstück samt den zwischen diesen befindlichen Bäumengeweiht; löst er sie aus, so muß er die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig Šeqelauslösen.",
"Sind es weniger oder mehr, oder hat er sie nach einander geweiht, so hat er weder das Grundstück noch die zwischen diesen befindlichen Bäume mitgeweiht.",
"Und noch mehr, selbst wenn er zuerst die Bäume und nachher das Grundstück geweiht hat, muß er, wenn er sie auslöst, die Bäume um ihren Wert auslösen, dann das Grundstück um fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste!?",
"Wolltest du erwidern, auch hierbei löse er einmal aus und löse abermals aus, so gilt dies ja, wenn er im Schlußsatze auslöse und abermals auslöse, nicht vom Anfangsatze. —",
"Vielmehr, hier ist R. Šimo͑n vertreten, welcher sagt, wer etwas dem Heiligtume weiht, tue dies mit mißgönnendem Auge. Es wird nämlich gelehrt: Wer ein Feld geweiht hat, hat allesmitgeweiht; R. Šimo͑n sagt, er habe nur den gepfropften Johannisbrotbaum und den Sykomorenstammmitgeweiht. —",
"Wie ist, wenn R. Šimo͑n, der Schlußsatz zu erklären: und noch mehr: selbst wenn er zuerst die Bäume und nachher das Grundstück geweiht hat, muß er, wenn er sie auslöst, die Bäume um ihren Wert auslösen, dann [das Grundstück] um fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche von einem Ḥomer Gerste.",
"Nach R. Šimo͑n sollte man sich doch nach der Auslösung richten, und [die Bäume ]sollten durch das Grundstück ausgelöst sein!? Wir wissen nämlich von R. Šimo͑n, daß er sich nach der Auslösung richtet,",
"denn es wird gelehrt: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft und es geweiht hat, und der Vater darauf gestorben ist, es als Erbbesitzfeld gilt? Es heißt:wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört;",
"ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitzsein würde, ausgenommen dieses, das sein erblicher Grundbesitz sein würde — so R. Jehuda und R. Šimo͑n,",
"R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft, und nachdem sein Vater gestorben ist, es geweiht hat, es als Erbbesitzfeld gilt?"
],
[
"Es heißt: wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, ausgenommen ein solches, das sein erblicher Grundbesitz ist.",
"Aus welchem Grunde gilt es nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, auch wenn er es geweiht und der Vater nachher gestorben ist, als Erbbesitzfeld: wenn wegen des Schriftverses, so deutet ja der Schriftvers auf die Lehre R. Meírs!?",
"Doch wohl, weil man sich nach der Auslösung richte.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: R. Jehuda und R. Šimo͑n fanden einen Schriftvers und legten ihn aus.",
"Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, wenn es aber heißt: zu seinem [erblichen] Grundbesitze, so heißt dies: ein Feld, das nicht geeignet ist, sein erblicher Grundbesitz zu sein.",
"R. Papa sagte: Hat jemand Felsboden geweiht, so löse er ihn um den richtigen Wert aus, denn der Allbarmherzige spricht von einer Saatfläche, und dieser ist zum Säen ungeeignet.",
"Löst er ihn nicht aus, so fällt erim Jobeljahre [den Priestern] zu, denn der Allbarmherzige spricht von einem Felde, welches es auch sei.",
"Hat jemand Felsboden verkauft, so ist er auch vor zwei Jahrenauszulösen. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt:nach Anzahl der Jahre des Ertrages, und dieser ist nicht ertragsfähig. Hat er ihn nicht ausgelöst, so geht er im Jobeljahre zurück an den Eigentümer. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt:er kehre zu seinem Erbbesitze zurück, und auch dieser ist Erbbesitz.",
"Hat jemand Bäume geweiht, so löse er sie um ihren Wert aus. — Weshalb? — Der Allbarmherzige spricht von einer Saatfläche, nicht aber Bäume. Hat er sie nicht ausgelöst, so fallen sie im Jobeljahre nicht den Priestern zu, denn der Allbarmherzige sagt:so soll das Feld sein, nicht aber Bäume.",
"Hat jemand Bäume verkauft, so sind sie nicht vor zwei Jahren auszulösen. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: Jahre des Ertrages, und diese sind Jahre des Ertrages. Hat er sie nicht ausgelöst, so gehen sie im Jobeljahre nicht an den Eigentümer zurück. — Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt: er kehre zu seinem Erbbesitze zurück, nicht aber zu Bäumen.",
"Der Meister sagte: Hat jemand Bäume geweiht, so löse er sie um ihren Wert aus. Weshalb denn, sie sollten doch durch den Boden geweiht werden und durch den Boden ausgelöst werden!?",
"Wolltest du erwidern, er habe nur die Bäume geweiht, nicht aber hat er den Boden geweiht, so sagten ja die Nehardee͑nser, wenn jemand seinem Nächsten eine Dattelpalme verkauft, eigne dieser [den Boden] von der Basisbis zum Abgrunde!? — Hierzu wurde ja gelehrt, wenn er sein Recht darauf geltend macht.",
"FÜR EIN GEKAUFTES FELD GEBE ER DEN WERT. Die Rabbanan lehrten: Den Betrag. Was lehrt dies? Da es heißt:die Aussaatfläche eines Ḥomer Gerste für fünfzig Silberšeqel, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem gekauften Felde, so heißt es: den Betrag.",
"R. Elie͑zer sagte: Hierheißt es: er rechne, und dortheißt es: er rechne, wie dort etwas festgesetztes, ebenso hier etwas festgesetztes.",
"Sie fragten: Halten die Rabbanan von dieser Wortanalogie und folgern hinsichtlich des Fünftels, oder halten sie nicht von der Wortanalogie und folgern nicht hinsichtlich des Fünftels?",
"Raba erwiderte: Es ist einleuchtend, daß sie von dieser Wortanalogie nicht halten, denn der Allbarmherzige lehrt dies vom Fünftel beim Erbbesitzfelde und bei der Heiligung eines Hauses, somit sind es zwei Schriftverse, die dasselbe lehren, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. —",
"Nach demjenigen aber, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? — Der Allbarmherzige lehrt vom Fünftel auch beim Zehnten vom reinen Vieh und vom unreinen Vieh, somit wird dies vielmals gelehrt, und ist hieraus nichts zu folgern.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba, aber nicht wegen des von ihm angegebenen Grundes. Es wird gelehrt: Den Betrag der Schätzung, die Schrift vergleicht es mit der Schätzung: wie bei der Schätzung das Fünftel nicht hinzuzufügen ist, ebenso ist beim gekauften Felde das Fünftel nicht hinzuzufügen.",
"iii WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEIM VERWARNTEN OCHSEN? EINERLEI, OB ER DEN SCHÖNSTEN UNTER DEN SKLAVEN ODER DEN HÄSSLICHSTEN UNTER DEN SKLAVEN GETÖTET HAT, ZAHLE [DER EIGENTÜMER] DREISSIG SELA͑ HAT ER EINEN FREIEN GETÖTET, SO ZAHLE ER DESSEN WERT. HAT ER DEN EINEN ODER DEN ANDREN VERLETZT, SO ZAHLE ER DEN VOLLEN SCHADENERSATZ.",
"GEMARA. Nur bei einem verwarnten, nicht aber bei einem nicht verwarnten, somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt. Wir haben nämlich gelernt: R. A͑qiba sagt, auch wenn der nicht verwarnte [Ochs] den Menschen [mehr] verletzt hat, sei die übersteigende Schädigung vollständig zu ersetzen. —",
"Du kannst auch sagen, die des R. A͑qiba, denn dies gilt auch von einem nicht verwarnten, und nur weil er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn er (einen Sklaven oder) einen Freien getötet hat, was nur bei einem verwarnten und nicht bei einem nicht verwarnten gilt, lehrt er es von einem verwarnten.",
"iv WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEIM NOTZÜCHTER UND BEIM VERFÜHRER? EINERLEI, OB ER DIE VORNEHMSTE AUS EINEM PRIESTERHAUSE ODER DIE GERINGSTE AUS EINEM JISRAÉLITENHAUSE GENOTZÜCHTIGT ODER VERFÜHRT HAT, ZAHLE ER FÜNFZIG SELA͑; BESCHÄMUNG UND WERTMINDERUNG NACH [DER STELLUNG DES] BESCHÄMENDEN UND DES BESCHÄMTEN.",
"GEMARA. Weshalb denn, vielleicht meint der Allbarmherzige fünfzig Sela͑ für alleszusammen!?",
"R. Zee͑ra erwiderte: Man würde dann sagen: wieso sollte, wer eine Königstochter beschlafen hat, fünfzig [zahlen], und wer die Tochter eines Gemeinen beschlafen hat, ebenfalls fünfzig [zahlen].",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen Sklaven, der Perlen locht, dreißig, und für einen Sklaven, der Nadelarbeit verrichtet, ebenfalls dreißig!?"
],
[
"Vielmehr, erwiderte R. Zee͑ra, wenn zwei [ein Weib] beschlafen würden, einer auf widernatürliche Weiseund einer auf natürliche Weise, würde man sagen: wieso sollte, der eine bescholtene beschlafen hat, fünfzig [zahlen], und der eine intakte beschlafen hat, ebenfalls fünfzig [zahlen]!?",
"Abajje sprach zu ihm: Ebenso kann man ja auch hinsichtlich eines Sklaven sagen: wieso für einen gesunden Sklaven dreißig und für einen grindigen Sklaven ebenfalls dreißig!?",
"Vielmehr, erwiderte Abajje, die Schrift sagt:weil er sie geschwächt; demnach gibt es außerdem noch Beschämung und Wertminderung.",
"Raba erwiderte: Die Schrift sagt:so gebe der Mann, der bei ihr gelegen hat; die fünfzig für den Genuß des Liegens, demnach gibt es noch außerdem andere Dinge, nämlich Beschämung und Wertminderung.",
"v WIESO ERLEICHTERUNG UND ERSCHWERUNG BEIM VERLEUMDER? WER EINE ÜBLE NACHREDE AUSBRINGT ÜBER DIE VORNEHMSTE AUS EINEM PRIESTERHAUSE ODER ÜBER DIE GERINGSTE AUS EINEM JISRAÉLITENHAUSE, ZAHLE HUNDERT SELA͑.",
"ES ERGIBT SICH ALSO, DASS DAS SPRECHEN MIT DEM MUNDE SCHWERER IST ALS DIE AUSÜBUNG EINER TAT. SO FINDEN WIR AUCH, DASS DAS VERHÄNGNIS ÜBER ONSRE VORFAHREN IN DER WÜSTE ERST WEGEN DER VERLEUMDUNG BESIEGELT WURDE, DENN ES HEISST:und sie versuchten mich nun zehnmal &c.",
"GEMARA. Woher dies, vielleicht aus dem Grunde, weil er ihren Tod herbeiführen wollte, denn es heißt:wenn aber die Sache wahr ist &c., so führe man die Jungfrau hinaus &c.!?",
"Raba erwiderte: Die Schrift sagt:denn er hat einen bösen Ruf ausgebracht, wegen des bösen Rufes, den er ausgebracht hat.",
"SO FINDEN WIR AUCH, DASS DAS VERHÄNGNIS &C. BESIEGELT WURDE. Woher dies, vielleicht deshalb, weil ihr Maß noch nicht voll war!? R. Hamnuna sagte nämlich: Der Heilige, gepriesen sei er, übt Vergeltung an einem Menschen erst dann, wenn sein Maß voll ist, denn es heißt:wenn sein Genüge voll ist, trifft ihn die Not.",
"Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt: sie versuchten mich nun zehnmal, wegen dieses Males ist das Verhängnis besiegelt worden.",
"Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Proto sagte: Komm und sieh, wie groß die Kraft der Verleumdung ist. Woher dies? Von den Kundschaftern: wenn es dem, der über Holz und Steineine üble Nachrede ausbringt, so ergeht, um wieviel mehr dem, der eine üble Nachrede über seinen Nächsten ausbringt. —",
"Woher dies, vielleicht wegen der Lehre des R. Ḥanina b. Papa!? R. Ḥanina b. Papa sagte nämlich: Ein starkes Wort sprachen die Kundschafter in jener Stunde. Es heißt:denn er ist stärker als wir, und man lese nicht: (denn er ist stärker) als wir, sondern als er; der Hausherr kann, als ob dies denkbar wäre, seine Geräte von dort nicht holen. —",
"Vielmehr, sagte Rabba im Namen des Reš Laqiš, die Schrift sagt:und es starben die Männer, die das üble Gerücht über das Land ausgebracht, wegen des üblen Gerüchtes, das sie über das Land ausgebracht.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Zehn Versuchungen sind es, durch die unsere Vorfahren den Heiligen, gepriesen sei er, versucht haben: zwei am Meere, zwei wegen des Wassers, zwei wegen des Manna, zwei wegen der Wachteln, eine durch das Kalb und eine in der Wüste von Paran.",
"Zwei am Meere, einmal beim Hinabsteigen und einmal beim Heraufsteigen. Beim Hinabsteigen, denn es heißt:gibt es denn keine Gräber in Miçrajim?",
"Beim Heraufsteigen, nach R. Hona, denn R. Hona sagte: Die Jisraéliten jenes Zeitalters waren kleingläubig; dies nach Rabba b. Mari, denn Rabba b. Mari sagte: Es heißt:sie widersetzten sich am Meere, am Schilfmeere, und er half ihnen wegen seines Namens; dies lehrt, daß die Jisraéliten sich in jener Stunde widersetzten und sprachen: Wie wir auf dieser Seite heraufgekommen sind, ebenso können ja die Miçrijim auf einer anderen Seite heraufkommen.",
"Hierauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zum Meeresfürsten: Speie sie aufs Festland aus. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, ist es denn üblich, daß der Herr seinem Diener ein Geschenk gibt und es ihm wieder abnimmt? Er erwiderte: Ich will dir [später] anderthalbmalsoviel geben.",
"Jener sprach vor ihm: Herr der Welt, ist es denn üblich, daß ein Diener seinen Herrn mahnt? Er erwiderte: Der Strom Qišon soll Bürge dafür sein. Hierauf spie er sie aufs Festland, wie es heißt:und Jisraél sah die Miçrijim tot &c.",
"Zwei wegen des Wassers, in Mara und in Rephidim. Im Mara, denn es heißt:und sie kamen nach Mara, aber sie konnten nicht trinken, und es heißt:und das Volk murrte wider Moše.",
"In Rephidim, denn es heißt:sie lagerten in Rephidim und es war kein Wasser zu trinken, und es heißt:das Volk haderte mit Moše.",
"Zwei wegen des Manna,"
],
[
"denn er sagtezu ihnen, daß sie nicht hinausgehensollten, sie aber gingen hinaus, daß sie nichts zurücklassensollten, sie aber ließen zurück.",
"Zwei wegen der Wachteln, wegen der ersteren Wachtelnund wegen der letzterenWachteln. Von den ersteren Wachteln heißt es:als wiram Fleischtopfe saßen.",
"Von den letzteren Wachteln heißt es:und das Gesindel in seiner Mitte.",
"Durch das Kalb, wie es da geschah. In der Wüste Paran, wie es da geschah.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jose b. Zimra: Eis heißt:was schenkt dir und was mehrt dir die trügerische Zunge. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zur Zunge: Alle Glieder des Menschen stehen, du aber liegst, alle Glieder des Menschen befinden sich außen, du aber innen; und noch mehr, ich habe dich mit zwei Mauern umgeben, einer aus Knochen und einer aus Fleisch: was schenkt dir und was mehrt dir dietrügerische Zunge.",
"Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Jose b. Zimra: Wenn jemand Verleumdung spricht, so ist es ebenso, als hätte er Gott verleugnet, denn es heißt:die da sprechen: mit unseren Zungen bringen wir es hoch, sind unsre Lippen mit uns, wer wird unser Herr sein.",
"Ferner sagte R. Jose b. Zimra: Wer Verleumdung spricht, über den kommen Aussatzplagen, denn es heißt:wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich, und dortheißt es: für ewig, was wir ‘absolut’erklären,",
"und es wird gelehrt, zwischen einem abgeschlossenen Aussätzigen und einem absoluten Aussätzigen gebe es keinen anderen Unterschied als den des ungepflegten Haares und der zerrissenen Gewänder.",
"Ferner sagte Reš Laqiš: Es heißt: dies ist das Gesetz inbetreff des Aussätzigen, dies ist das Gesetz für den Verleumder.",
"Ferner sagte Reš Laqiš: Es heißt:wenn die Schlange beißt ohne Geflüster, auch der Zungenfertige hat keinen Vorteil. Dereinst werden sich alle Tiere versammeln, zur Schlange kommen und zu ihr sprechen: Der Löwe packt zu und frißt, der Wolf zerfleischt und frißt, welchen Nutzen aber hast du!? Sie aber wird erwidern: Welchen Vorteil hat der Zungenfertige!?",
"Ferner sagte Reš Laqiš: Wer Verleumdung spricht, steigert die Sünde bis zum Himmel, denn es heißt:sie versetzen zum Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde.",
"R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Wer Verleumdung spricht, verdient (mit Steinen) gesteinigt zu werden, denn von diesem heißt es: den vernichte ich, und dortheißt es: sie vernichteten in der Grube mein Leben, und warfen Steine nach mir.",
"Ferner sagte R. Ḥisda im Namen Mar U͑qabas: Wenn jemand Verleumdung spricht, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: Ich und er können nicht zusammen auf der Welt wohnen, denn es heißt: wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich; der vom stolzen Blicke und hochfahrenden Sinne, den mag ich nicht, und man lese nicht: otho [den] mag ich nicht, sondern: itho [mit dem] mag ich nicht. Manche beziehen dies auf die Hochmütigen.",
"Ferner sagte R. Ḥisda im Namen Mar U͑qabas: Wenn jemand Verleumdung spricht, so spricht der Heilige, gepriesen sei er, zum Fegefeuer: Ich über ihm oben und du über ihm unten, und wir wollen ihn richten. So heißt es auch:die Pfeile eines Helden, geschärft, samt den Kohlen der Ginster. Pfeil ist nichts anderes als die Zunge, wie es heißt:ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge, redet Trug,",
"Held ist niemand anders als der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt:der Herr zieht wie ein Held aus, und Kohlen der Ginster ist das Fegefeuer.",
"R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Welches Mittel gibt es für die Verleumder? Ist er ein Schriftgelehrter, so befasse er sich mit der Gesetzeskunde, denn es heißt:Heilung der Zunge, ein Baum des Lebens. Zunge ist nichts anderes als die Verleumdung, wie es heißt: ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge, und Baum ist nichts anderes als die Tora, wie es heißt: sie ist ein Baum des Lebens für die, die sie halten. Und ist er ein Mann aus dem gemeinen Volke, so demütige er sich, denn es heißt:aber Falschheit darin ist ein Bruch des Geistes.",
"R. Aḥa b. R. Ḥanina sagte: Hat jemand bereits Verleumdung geredet, so gibt es für ihn kein Mittel mehr, denn bereits David hat ihn im heiligen Geiste ausgerottet, wie es heißt: ausrotten wird der Herr alle glatten Lippen, die großsprecherische Zunge. Welches Mittel gibt es vielmehr, daß man zur Verleumdung nicht komme? Ist er ein Schriftgelehrter, so befasse er sich mit der Tora, und ist er ein Mann aus dem gemeinen Volke, so demütige er sich, denn es heißt: Falschheit darin ist ein Bruch des Geistes.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer Verleumdung redet, steigert die Sünde, daß sie den drei Missetaten entspricht: Götzendienst, Unzucht und Blutvergießen. Hierbei heißt es: großsprecherische Zunge, beim Götzendienste heißt es:ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen,",
"bei der Unzucht heißt es:wie sollte ich diese große Übeltat begehen, und beim Blutvergießen heißt es:groß ist meine Sünde, um sie zu ertragen. —",
"Vielleicht sind unter großnur zwei zu verstehen!? — Welches von ihnen sollte denn ausgeschieden werden!?",
"Im Westen sagten sie: Die dreifaltigeZunge tötet drei: sie tötet den Erzähler, den Zuhörer und den Betroffenen.",
"R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Es heißt:Leben und Tod in der Hand der Zunge. Hat denn die Zunge eine Hand? Dies besagt dir, wie die Hand tötet, ebenso tötet die Zunge. Man könnte glauben, wie die Hand nur in der Nähe tötet, ebenso töte auch die Zunge nur in der Nähe, so heißt es: ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge.",
"Man könnte glauben, wie ein Pfeil nur bis vierzig oder fünfzig Ellen [reicht], ebenso die Zunge nur bis vierzig oder fünfzig Ellen, so heißt es:sie versetzten zum Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde. —",
"Wenn es schon heißt: sie versetzten zum Himmel ihren Mund, wozu heißt es weiter: ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge? — Folgendes lehrt er uns: sie tötet wie ein Pfeil. —",
"Wenn es schon heißt: ein mörderischer Pfeil ist ihre Zunge, wozu heißt es weiter: Leben und Tod in der Hand der Zunge? — Wegen einer Lehre Rabas, denn Raba sagte: Wer leben will: mit der Zunge; war sterben will: mit der Zunge. —",
"Was heißt Verleumdung? Rabba erwiderte: Schon wenn jemand beispielsweise sagt: bei jenem gibt es Feuer. Abajje sprach zu ihm: Was hat er denn getan, dies ist ja nur eine Auskunft!? — Vielmehr, wenn er es in verleumderischer Weise spricht; wenn er sagt: wo anders sollte es Feuer geben, als bei jenem?",
"Raba sagte: Alles, was man in Gegenwart des Betreffenden selbst sagt, gilt nicht als Verleumdung. [Abajje] sprach zu ihm: Dann ist es ja erst recht Grobheit und Verleumdung!? Dieser erwiderte: Ich halte es mit R. Jose, denn R. Jose sagte: Noch nie im Leben habe ich etwas gesagt und mich nach hinten umgesehen."
],
[
"Rabba b. R. Hona sagte: Was vor dreien gesagt wird, gilt nicht als Verleumdung, denn dein Freund hat einen Freund, und deines Freundes Freund hat einen Freund.",
"Als R. Dimi kam, sagte er: Es heißt:wer seinen Freund am frühen Morgen mit lauter Stimme segnet, dem wird dies als Fluch angerechnet. Wer beispielsweise irgendwo als Gast eingekehrt war, wo man ihm viel Aufmerksamkeit erwiesen hat, und am folgenden Morgen auf die Straße geht und sagt: möge der Allbarmherzige jenen segnen, der sich für mich soviel bemüht hat, so kommen Leute, die es hören, und belästigen ihn.",
"R. Dimi, der Bruder R. Saphras, lehrte: Nie unterhalte man sich über das Lob seines Nächsten, denn von [vielem] Loben kommt man zur Verunglimpfung.",
"Manche erzählen: R. Dimi, der Bruder R. Saphras, erkrankte, und R. Saphra besuchte ihn. Da sprach er: Möge es mir zugute kommen, daß ich alles gehalten habe, was die Rabbanan gesagt haben. Da sprach jener zu ihm: Hast du auch gehalten [das Verbot], sich nie über das Lob seines Nächsten zu unterhalten, weil man von [vielem] Loben zur Verunglimpfung kommt? Dieser erwiderte: Ich habe es nicht gehört; hätte ich es gehört, so würde ich es gehalten haben.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wegen sieben Vergehen kommen Aussatzplagen: wegen der Verleumdung, wegen des Blutvergießens, wegen des falschen Schwörens, wegen der Unzucht, wegen des Hochmutes, wegen des Raubes und wegen der Mißgunst.",
"Wegen der Verleumdung, denn es heißt: wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich.",
"Wegen des Blutvergießens, denn es heißt: und es soll nicht ausgehen im Hause Joábs Samenflüssiger und Aussätziger &c.",
"Wegen des falschen Schwörens, denn es heißt:da sprach Naa͑man: möge es dir gefallen, nimm zwei Kikar, und es heißt:so hafte der Aussatz Naa͑mans an dir &c.",
"Wegen der Unzucht, denn es heißt: und der Herr plagte den Pareo͑ &c. Plagen.",
"Wegen des Hochmutes, denn es heißt:aber wie er stark war, erhob sich sein Herz bis zur Ausartung, und er ward untreu dem Herrn, seinem Gott.und es brach Aussatz auf seiner Stirn hervor.",
"Wegen des Raubes, denn es heißt:und der Priester gebiete, daß sie das Haus ausräumen, und hierzu wird gelehrt: Er hat fremdes Geld eingeheimst, daher möge der Priester kommen und sein Geld verstreuen.",
"Wegen der Mißgunst, denn es heißt:so komme der, dem das Haus gehört &c., und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: der sein Haus für sich allein bestimmt. —",
"Dem ist ja aber nicht so, R. A͑nani b. Sason sagte ja: Der Abschnitt von den Priestergewändernist dem Abschnitte von den Opfern deshalb angereiht worden, um dir zu sagen: wie die Opfer sühnen, ebenso sühnen die Priestergewänder. Der Rock sühnt das Blutvergießen, denn es heißt:und sie tauchten den Rock in Blut. Die Beinkleider sühnen die Unzucht, denn es heißt:und mache ihnen Beinkleider aus Linnen, die Blöße des Fleisches zu bedecken.",
"Der Kopfbund sühnt den Hochmut, nach R. Ḥanina, denn R. Ḥanina sagte: Es komme das, was hoch ist, und sühne den Hochmut. Der Gürtel sühnt die sündhaften Gedanken des Herzens, wo er sich befindet, denn es heißt: er sei auf dem Herzen Ahrons.",
"Das Brustschild sühnt [Vergehen gegen] das Recht, denn es heißt:du sollst ein Brustschild des Rechtes machen. Der Schulterlatz sühnt den Götzendienst, denn es heißt:ohne Schulterlatz und ohne Teraphim. Das Oberkleid sühnt die Verleumdung, denn der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Möge das Tönendekommen und die Handlung des Tones sühnen.",
"Das Stirnblatt sühnt die Frechheit, denn von diesem heißt es:es soll auf der Stirn Ahrons sein, und dortheißt es: du hattest die Stirn eines Hurenweibes. —",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn seine HandlungFolgen hatte, und eines, wenn seine Handlung keine Folgen hatte. Hatte seine Handlung Folgen, so kommen Aussatzplagen über ihn, hatte seine Handlung keine Folgen, so sühnt das Oberkleid. —",
"R. Šimo͑n sagte ja aber im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, für zwei Dinge sei keine Sühne durch Opfer zu finden, wohl aber sei für sie eine Sühne durch andres zu finden: das Blutvergießen und die Verleumdung. Für das Blutvergießen das genickbrochene Kalb",
"und für die Verleumdung das Räucherwerk!? R. Ḥanina lehrte nämlich: Wir lernen, daß das Räucherwerk sühnt, denn es heißt:da legte er das Räucherwerk auf und sühnte das Volk. Ferner wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Was sühnt das Räucherwerk? Die Verleumdung. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach nämlich: es komme das Heimlicheund sühne das Heimliche.",
"Somit besteht ein Widerspruch hinsichtlich des Blutvergießens, und ebenso besteht ein Widerspruch hinsichtlich der Verleumdung. —",
"Hinsichtlich des Blutvergießens besteht kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn man weiß, wer ihn getötet hat, und eines gilt von dem Falle, wenn man nicht weiß, wer ihn getötet hat. —",
"Wenn man weiß, wer ihn getötet hat, ist er ja hinzurichten!? — Wenn es vorsätzlich erfolgt ist, man ihn aber nicht gewarnt hat.",
"Hinsichtlich der Verleumdung besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gilt, wenn heimlich,"
],
[
"und eines gilt, wenn öffentlich.",
"R. Šemuél b. Nadabh fragte R. Ḥanina, manche sagen, R. Šemuél b. Nadabh, der Schwiegersohn R. Ḥaninas, R. Ḥanina, und manche sagen, R. Jehošua͑ b. Levi: Weshalb ist es beim Aussätzigen anders, daß es von ihm heißt:abgeschieden toll er wohnen, außerhalb des Lagers sei seine Wohnung? Er hatzwischen Mann und Frau getrennt, zwischen einem und seinem Nächsten, darum sagt die Tora: abgeschieden soll er wohnen &c.",
"R. Jehuda b. Levi sagte: Weshalb ist es beim Aussätzigen anders, daß die Tora [von ihm]sagt, er bringe zwei Vögel zu seiner Reinigung? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Erhat wie ein Schnatterer gehandelt, daher, sagt die Tora, bringe er Schnatternde als Opfer.",
"Die Rabbanan lehrten:Du sollst nicht deinen Bruder in deinem Herzen hassen. Man könnte glauben, man dürfe nur ihn nicht schlagen, nicht puffen und ihm nicht fluchen, daher heißt es: in deinem Herzen, die Schrift spricht von Haß im Herzen.",
"Woher, daß, wenn man etwas Häßliches an seinem Nächsten sieht, man ihn zurechtweisen muß? Es heißt:zurechtweisen. Woher, daß, wenn man ihn zurechtgewiesen und dieser darauf nicht geachtet hat, man ihn wiederum zurechtweisen muß? Es heißt:sollst du zurechtweisen, wiederholt, Man könnte glauben, auch wenn sein Gesicht sich verfärbt, so heißt es:daß du nicht seinetwegen Sünde tragest.",
"Es wird gelehrt: R. Tryphon sagte: Es würde mich wundern, wenn es in diesem Zeitalter jemand geben sollte, der Zurechtweisung annimmt. Sagt man zu einem: nimm den Splitter, der zwischen deinen Augen, so erwidert er: nimm du den Balken, der zwischen deinen Augen. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Es würde mich wundern, wenn es in diesem Zeitalter jemand geben sollte, der zurechtzuweisenversteht.",
"Auch sagte R. Joḥanan b. Nuri: Ich rufe Himmel und Erde als Zeugen an, daß A͑qiba häufig durch mich geschlagen wurde, weil ich mich über ihn bei R. Šimo͑n b. Rabbi beklagt hatte; er aber liebte mich umso mehr. Dies bestätigt, was geschrieben steht:weise den Spötter nicht zurecht, denn er könnte dich hassen; weise den Klugen zurecht, und er wird dich lieben.",
"R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n, fragte ihn: Was ist von gutgemeinter Zurechtweisung und selbstsüchtiger Demutbevorzugter? Dieser erwiderte: Gibst du etwa nicht zu, daß gutgemeinte Demut bevorzugter ist, wo doch der Meister sagte, Demut sei bedeutender als siealle? Sie ist auch selbstsüchtig bevorzugter. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Man befasse sich stets mit der Tora und guten Werken auch nicht um ihrer selbst willen, denn auch wenn man es nicht um ihrer selbst willen tut, wird man dadurch veranlaßt, es um ihrer selbst willen zu tun. —",
"Was heißt gutgemeinte Zurechtweisung und selbstsüchtige Demut? — Wie in folgendem Falle. R. Hona und Ḥija b. Rabh saßen vor Šemuél, und Ḥija b. Rabh sprach zu ihm: Sehe doch der Meister, wie er mich quält. Da nahm er auf sich, ihn nicht mehr zu quälen. Nachdem jener hinausgegangen war, sprach dieser zu ihm: Er hat dies und jenes getan. Da sprach [Šemuél]: Weshalb hast du es ihm nicht ins Gesicht gesagt? Dieser erwiderte: Ich befürchtete die Nachkommen Rabh könnten durch mich beschämt werden.",
"Wie weit reiche die Zurechtweisung? — Rabh sagt, bis zum Schlagen; Šemuél sagt, bis zum Fluchen; R. Joḥanan sagt, bis zum Anschreien. Hierüber streiten auch Tannaím: R. Elie͑zer sagt, bis zum Schlagen; R. Jehošua͑ sagt, bis zum Fluchen; Ben A͑zaj sagt, bis zum Anschreien.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Alle drei legen ein und denselben Schriftvers aus:Da entbrannte der Zorn Šaúls über Jehonathan und er sprach zu ihm: Du Sohn verdrehter Widerspenstigkeit. Und es heißt:Da schleuderte Šaúl den Speer auf ihn, ihn zu treffen.",
"Einer sagt, bis zum Schlagen, denn es heißt: ihn zu treffen; einer sagt, bis zum Fluchen, denn es heißt:zu deiner Schande und der Schande deiner Mutter; und einer sagt, bis zum Anschreien, denn es heißt: da entbrannte der Zorn Šaúls. —",
"Aber nach demjenigen, der bis zum Anschreien sagt, [ist ja einzuwenden:] es werden ja auch Schlagen und Fluchen genannt!? — Anders verhielt es sich da; wegen der großen Freundschaft, die Jehonathan gegen David hegte, opferte er sich mehr.",
"Wie weit reiche die Beharrlichkeit in der Gaststätte? — Rabh sagt, bis zum Schlagen; Šemuél sagt, bis man ihm seine Sachen über den Rücken hängt.",
"Über den Fall, wenn man ihn selbst schlägt, streitet niemand, wenn man ihm selber seine Sachen über den Rücken hängt, streitet niemand, sie streiten nur über den Fall, wenn man seine Frau schlägt; einer ist der Ansicht, da man ihm selber nichts tut, gehe es ihn nicht an, und einer ist der Ansicht, er könnte in Streit geraten. —",
"Weshalb dies alles? — Weil der Meister sagte, ein Logiergast bemakele und werde bemakelt.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wo ist aus der Tora zu entnehmen, daß man seine Gaststätte nicht wechsle? Es heißt:bis an den Ort, wo sein Zelt zuvor war.",
"R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Hieraus:er zog über seine Reisestätten. — Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich einer gelegentlichen Gaststätte.",
"R. Joḥanan sagte: Woher, daß man seinen Beruf und seiner Väter Beruf nicht wechseln soll? Es heißt:da sandte der König Šelomo und ließ den Ḥiram aus Çor holen, den Sohn einer Witwe aus dem Stamme Naphtali, und sein Vater war ein Kupferschmied aus Çor.",
"Hierzu sagte der Meister, seine Mutter war aus dem Hause Dan, und es heißt:mit ihm Ahaliáb, der Sohn Aḥisamakhs, aus dem Stamme Dan.",
"Wie weit reicht die Grenzeder Züchtigung? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn man einem ein Gewand zum Anziehen gewebt hat, und es ihm nicht paßt. Raba der Kleine, nach andren R. Šemuél b. Naḥmani, wandte ein: Noch mehr als dies sagten sie: selbst wenn man einem mit Warmem mischen wollte, und man ihm mit Kaltem gemischt hat, oder mit Kaltem, und man ihm mit Warmem gemischt hat, und du sagst, so weit!?",
"Mar, der Sohn Rabinas, sagte: Selbst wenn einem das Hemd sich umgedreht hat. Raba sagte, nach andren R. Ḥisda, nach andren R. Jiçḥaq, und nach andren wurde es in einer Barajtha gelehrt: Selbst wenn man die Hand in die Tasche steckt, um drei hervorzuholen und ihm zwei in die Hand geraten.",
"Aber nur drei [hervorzuholen], und ihm zwei in die Hand geraten, nicht aber, wenn zwei [hervorzuholen], und drei ihm in die Hand geraten, weil es keine Mühe ist, es zurückzulegen. —",
"Weshalb dies alles? — Weil in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt wurde: Wenn einem vierzig Tage ohne Züchtigung vergehen, so hat er seine Welt erhalten. Im Westen sagten sie,"
],
[
"über einen solchen komme ein Verhängnis.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Wollte der Heilige, gepriesen sei er, selbst mit Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob zu Gericht gehen, so könnten sie vor der Zurechtweisung nicht bestehen, denn es heißt: nun stellt euch auf und ich will mit euch vor dem Herrn rechten, wegen all der Wohltaten des Herrn, die er an euch getan und an euren Vätern.",
"Also ist das Geschlecht seiner Verehrer, die dein Antlitz suchen, Ja͑qob, Sela. Hierüber streiten R. Jehuda der Fürst und die Rabbanan; einer sagt, wie der Führer, so das Geschlecht, und einer sagt, wie das Geschlecht, der Führer. —",
"In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich der Tugendhaftigkeit, einer ist der Ansicht, ist das Geschlecht tugendhaft, sei auch der Führer tugendhaft, und einer ist der Ansicht, ist der Führer tugendhaft, sei auch das Geschlecht tugendhaft, so war ja Çidqija tugendhaft, während sein Geschlecht nicht tugendhaft war, und ebenso war Jehojaqim nicht tugendhaft, während sein Geschlecht tugendhaft war!?",
"R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt:im Anfange der Regierung Jehojaqims, des Sohnes Jošijahus, des Königs von Jehuda;",
"der Heilige, gepriesen sei er, wollte die Welt in Leere und Öde verwandeln wegen des Jehojaqim, als er aber auf sein Geschlecht schaute, beruhigte er sich. Desgleichen wollte der Heilige, gepriesen sei er, die Welt in Leere und Öde verwandeln wegen des Geschlechtes Çidqijahus, als er aber auf Çidqijahu schaute, beruhigte er sich. —",
"Vielmehr, wir sagen es hinsichtlich des Zornes und der Milde.",
"",
" DIE VERMÖGENSAUSREICHUNG DES GELOBENDEN, DAS ALTER DES GELOBTEN, DER SCHÄTZUNGSWERT DES GESCHÄTZTEN UND DIE SCHÄTZUNG ZUR ZEIT DES SCHÄTZGELÜBDES.",
"DIE VERMÖGENSAUSREICHUNG DES GELOBENDEN, ZUM BEISPIEL: HAT EIN ARMER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN GELOBT, SO GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES ARMEN; HAT EIN REICHER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES ARMEN GELOBT, SO GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN.",
"ii,1 NICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN OPFERN. SAGTE JEMAND: ER NEHME AUF SICH DAS OPFER DIESES AUSSÄTZIGEN, SO BRINGE ER, WENN DEH AUSSÄTZIGE EIN ARMER IST, DAS OPFER EINES ARMEN, UND WENN EIN REICHER, DAS OPFER EINES REICHEN.",
"RABBI SAGTE: ICH SAGE, BEIM SCHÄTZGELÜBDE VERHALTE ES SICH EBENSO. DASS EIN ARMER, DER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN GELOBT, NUR DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES ARMEN GIBT, ERFOLGT NUR DESHALB, WEIL DER REICHE NICHTS SCHULDIG IST; WENN ABER EIN REICHER SAGT, ER NEHME AUF SICH SEINE SCHÄTZUNG, UND EIN ARMER ES HÖRT UND SAGT, ER NEHME AUF SICH, WAS DIESER GESAGT HAT, SO HAT ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN ZU GEBEN.",
"GEMARA. Die Vermögensausreichung ist ja nur beim Schätzgelübde zu berücksichtigen!? — Es heißt:wie das Vermögen des Gelobenden reicht, schätze ihn der Priester. —",
"Wieso das Alter des Gelobten, es richtet sich ja nach dem Geschätzten!? — Da er von der Vermögensausreichung des Gelobenden spricht, spricht er auch vom Alter des Gelobten.",
"DIE VERMÖGENSAUSREICHUNG DES GELOBENDEN, ZUM BEISPIEL: HAT EIN ARMER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN GELOBT, SO GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES ARMEN. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: wie das Vermögen des Gelobenden reicht, der Allbarmherzige hat es vom Gelobenden abhängig gemacht.",
"NICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN OPFERN. SAGTE JEMAND: ICH NEHME AUF MICH DAS OPFER DIESES AUSSÄTZIGEN, SO BRINGE ER, WENN DER AUSSÄTZIGE EIN ARMER IST, DAS OPFER EINES ARMEN. Auch wenn der Gelobende ein Reicher ist; aber der Allbarmherzige sagt ja:wenn er arm ist, während dieser nicht arm ist!?",
"R. Jiçḥaq erwiderte: Wenn er ihn arm gelobt hat. — Vielleicht aber hat der Allbarmherzige nur ihn selbst geschont, nicht aber den Gelobenden, denn es heißt er!?",
"R. Ada b. Ahaba erwiderte: Und sein Vermögen nicht reicht, dies schließt den Gelobenden ein. —",
"Wieso heißt es, wenn demnach der Gelobende, falls er reich ist, das Opfer eines Reichen darbringen muß,",
"nicht so aber verhalte es sich bei den Opfern!? —"
],
[
"Einesbezieht sich auf den Fall, wenn der Aussätzige arm und der Gelobende arm ist, und eines auf den Fall, wenn der Aussätzige reich und der Gelobende arm ist.",
"Man könnte nämlich glauben, daß sie, da sie einbegriffen sind, einbegriffen sind, so lehrt er uns.",
"Wir finden nämlich beim Schätzgelübde, daß, wenn ein Armer den Schätzungswert eines Reichen gelobt hat, er den Schätzungswert eines Armen gebe, somit könnte man glauben, dieser ebenso, so heißt es: wenn er arm ist. —",
"Rabbi sagte, er sage, beim Schätzgelübde verhalte es sich ebenso, wonach er der Ansicht ist, man richte sich nach der Verpflichtung der Person, wonach kein Schriftvers zur Ausschließung nötig ist; was schließt nun [das Wort] er aus? —",
"Dies schließt den Fall aus, wenn der Aussätzige arm und der Gelobende reich ist; man könnte glauben, Rabbi sagt ja, man richte sich nach der Verpflichtung der Person, so lehrt er uns.",
"ii,2 WEEN ER ARM WAR UND REICH GEWORDEN IST, ODER REICH WAR UND ARM GEWORDEN IST, SO GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN ER ARM WAR, REICH GEWORDEN, UND WIEDER ARM GEWORDEN IST, GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN.",
"iii NICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN OPFERN. SELBST WENN SEIN VATER STIRBT UND IHM EINE MYRIADE HINTERLÄSST ODER SEIN SCHIFF AUF DEM MEERE ANKOMMT UND IHM MYRIADEN BRINGT, HAT DAS HEILIGTUM DARAN NICHTS.",
"GEMARA. WENN ER ARM WAR UND REICH GEWORDEN IST. Soweit die Hand des Gelobenden reicht. REICH WAR UND ARM GEWORDEN IST. Je nachdem es reicht.",
"R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN ER ARM WAR, REICH GEWORDEN, UND WIEDER ARM GEWORDEN IST, GEBE ER DENN SCHÄTZUNGSWERT EINES REICHEN. Was ist der Grund R. Jehudas? — Die Schrift sagt: wenn er zu arm ist für diese Schätzung, nur wenn er sich von Anfang bis Ende in seiner Armut befindet. —",
"Es heißt ja auch: wenn er arm ist, etwa auch hierbei, wenn er sich von Anfang bis Ende in seiner Armut befindet!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt: Wenn ein Aussätziger [eines] seiner Opfer als Armer dargebracht und reich geworden ist, oder als Reicher und arm geworden ist, so richte man sich nach dem Sündopfer — so R. Šimo͑n:",
"R. Jehuda sagt, man richte sich nach dem Schuldopfer. Ferner wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, man richte sich nach den Vögeln. —",
"Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alle drei legen sie ein und denselben Schriftvers aus:Dessen Vermögen nicht ausreicht bei seiner Reinigung. R. Šimo͑n erklärt: das, was sühnt, das ist das Sündopfer.",
"R. Jehuda erklärt: das, was ihn tauglich macht, das ist das Schuldopfer. Und R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärt: das, was seine Reinheit veranlaßt, das sind die Vögel. —",
"Wozu heißt es demnach er? — Nach Rabbi, wie er es auslegt, und nach den Rabbanan, wie sie es auslegen. —",
"Es heißt ja auch:und er war Zeuge, demnach nur dann, wenn er von Anfang bis Ende zulässig ist!?",
"Wolltest du sagen, dem ist auch so, so wird ja gelehrt: Wenn er für ihn Zeugnis abzulegen wußte, bevor er sein Schwiegersohn geworden war, und sein Schwiegersohn geworden ist, oder wenn erhörend war und taub geworden ist, sehend War und erblindet ist, oder vernünftig war und blöde geworden ist, so ist er [als Zeuge] unzulässig; wenn er aber für ihn Zeugnis abzulegen wußte, bevor er sein Schwiegersohn geworden war, dann sein Schwiegersohn geworden"
],
[
"und darauf seine Tochtergestorben ist, oder wenn er hörend war, taub wurde und wieder hörend geworden ist, oder wenn er sehend war, blind wurde und wieder sehend geworden ist, oder vernünftig war, blöde wurde und wieder vernünftig geworden ist, so ist er zulässig. Die Regel hierbei ist: wenn er am Anfang fähig war und am Ende fähig ist, so ist er zulässig. —",
"Anders ist es da, denn die Schrift sagt:oder gesehen und nicht sagt, der Allbarmherzige hat es vom Sehen und vom Sagen abhängig gemacht, was hierbei der Fall ist. — Wozu heißt es demnach er? —",
"Wegen folgender Lehre: Man könnte glauben, wenn jemand eine Gesellschaft von Menschen sieht, unter welchen sich auch seine Zeugen befinden, und spricht: ich beschwöre euch, daß ihr, wenn ihr für mich Zeugnis abzulegen wisset, kommen und es ablegen sollt, seien sie schuldig, so heißt es: und er war Zeuge, während dieser seine Zeugen nicht bezeichnet hat.",
"Man könnte glauben, auch wenn er gesagt hat: jeder, der [weiß], so heißt es: und er war Zeuge, und dieser hat seine Zeugen bezeichnet.",
"NICHT SO ABER VERHÄLT ES SICH BEI DEN OPFERN &C. Wenn sein Vater gestorben ist und ihm eine Myriade hinterlassen hat, ist er ja ein Reicher!? R. Abahu erwiderte: Lies: und sein Vater, [wenn er stirbt,] ihm eine Myriade hinterläßt. —",
"Selbstverständlich!? — Wenn sein Vater in der Agonie liegt. Man könnte sagen, die meisten, die in der Agonie Hegen, sterben ja, so lehrt er uns. —",
"Wenn sein Schiff auf dem Meere ankommt und ihm Myriaden bringt, ist er ja ein Reicher!? R. Ḥisda erwiderte: Wenn es an andre verpachtet oder vermietet war. — Er erhält ja die Miete!? — Die Miete ist erst nachher zu zahlen. —",
"Er sollte es ja schon wegen des Schiffessein!? — Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, ist er Bauer, so lasse man ihm sein Rindergespann, ist er Eseltreiber, so lasse man ihm seinen Esel.",
"iv,1 DAS ALTER DES GELOBTEN, ZUM BEISPIEL: HAT EIN JUNGER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES ALTEN GELOBT, SO GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES ALTEN; HAT EIN ALTER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES JUNGEN GELOBT, SO GEBE ER DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES JUNGEN. DEN SCHÄTZUNGSWERT DES GESCHÄTZTEN, ZUM BEISPIEL: HAT EIN MANN DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES WEIBES GELOBT, SO GEBE ER DEN WERT EINES WEIBES; HAT EIN WEIB DEN SCHÄTZUNGSWERT EINES MANNES GELOBT, SO GEBE SIE DEN WERT EINES MANNES.",
"DIE SCHÄTZUNG ZUR ZEIT DES SCHÄTZGELÜBDES, ZUM BEISPIEL: WENN ER DEN SCHÄTZUNGSWERT GELOBT HAT, BEVOR ER FÜNF JAHRE ALT WAR UND FÜNF GEWORDEN IST, ODER BEVOR ER ZWANZIG JAHRE ALT WAR UND ZWANZIG GEWORDEN IST, SO GEBE ER NACH DEM ALTER ZUR ZEIT DES GELOBENS.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Du vergleichest das Wertgelübde mit dem Schätzungswerte, die Perle für Geringe, und man richte sich nach der Wichtigkeit;",
"man könnte somit glauben, man vergleiche auch das Schätzgelübde mit dem Wertgelübde, daß er nämlich gebe den Wert beim Geben, so heißt es:so gelte es nach dieser Schätzung, er gebe nur den Wert zur Zeit des Gelobens.",
" DER DREISSIGSTE TAGZÄHLT NACH UNTEN; DAS FÜNFTE JAHR UND DAS ZWANZIGSTE JAHR ZÄHLEN NACH UNTEN. ES HEISST NÄMLICH:und wenn von sechzig Jahren und darüber, UND WIR FOLGERN VOM SECHZIGSTEN JAHRE AUF DIE ANDREN: WIE DAS SECHZIGSTE JAHR NACH UNTENZÄHLT, EBENSO ZÄHLEN DAS FÜNFTE UND DAS ZWANZIGSTE JAHR NACH UNTEN.",
"ABER SOLLTEN DENN, WEIL DAS SECHZIGSTE JAHR ERSCHWEREND NACH UNTEN ZÄHLT, DAS FÜNFTE JAHR UND DAS ZWANZIGSTE JAHR ERLEICHTERND NACH UNTEN ZÄHLEN!?",
"ES HEISST DA UND DORT Jahr, ALS WORTANALOGIE: WIE DAS BEIM SECHZIGSTEN GENANNTE Jahr NACH UNTEN ZÄHLT, EBENSO ZÄHLT DAS BEIM FÜNFTEN UND BEIM ZWANZIGSTEN GENANNTE Jahr NACH UNTEN, SOWOHL ERLEICHTERND ALS AUCH ERSCHWEREND. R. ELIE͑ZER SAGT, NUR WENN EINEN MONAT UND EINEN TAG ÜBER DIE JAHRE HINAUS.",
"GEMARA. Sie sindentbehrlich, denn wären sie nicht entbehrlich, könnte maneinwenden, wie wir eingewandthaben. Aber [die Wiederholung des Wortes] Jahr ist überflüssig. —",
"Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht Rabbis vertritt, denn wenn die des Rabbi, so sagt er ja: bis, und das ‘bis’ ist einbegriffen.",
"Es wird nämlich gelehrt: Vom ersten Tage bis zum siebenten Tage; man könnte glauben, ersten, und der erste sei nicht einbegriffen, siebenten, und der siebente sei nicht einbegriffen,"
],
[
"wie es auch heißt:von seinem Kopfe bis zu seinen Füßen, Kopfe, und der Kopf ist nicht einbegriffen, Füßen, und die Füße sind nicht einbegriffen,",
"so heißt es:bis zum einundzwanzigsten Tage des Monats am Abend. Rabbi sagt, dies sei nicht nötig: ersten, und der erste ist einbegriffen, siebenten, und der siebente ist einbegriffen. —",
"Du kannst auch sagen, die des Rabbi, denn die Schriftworte sind schwebend. Merke, es heißt ja: von einem Monat bis zu fünf Jahren, wieso weiter: von fünf Monaten bis zu zwanzig Jahren? — Sie sind also schwebend.",
"Der Meister sagte: Kopf, und der Kopf ist nicht einbegriffen, Füßen, und die Füße sind nicht einbegriffen. Woher dies? — Wenn du willst, sage ich: weil die Kennzeichen des Körpers anders sind als die Kennzeichen des Kopfes, und wenn du willst, sage ich: [es heißt:]soweit die Augen des Priesters sehen.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, NUR WENN EINEN MONAT UND EINEN TAG ÜBER DAS JAHR HINAUS. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Hier heißt es: und darüber, und dortheißt es: einen Monat und darüber, wie dort von einem Monat und einem Tage an, ebenso hier einen Monat und einen Tag. —",
"Vielleicht aber, wie dort: wie dort einenTag, ebenso hier einen Tag!? — Welche Bedeutung hätte demnach die Wortanalogie.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Jahr beim Heiligen, das Jahr bei den Häusern einer ummauerten Stadt, die zwei Jahre beim Erbbesitzfelde, die sechs Jahre beim hebräischen Sklaven und ebenso die bei einem Sohn und bei einer Tochter sind sämtlich von Stunde bis Stundezu verstehen.",
"Woher dies vom Jahre beim Heiligen? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Schrift sagt:ein Lamm in seinem, ersten Jahre, nach seinem Jahre, nicht aber nach dem Kalenderjahre. —",
"Vom Jahre bei den Häusern einer ummauerten Stadt? — Es heißt:bis sein Verkaufsjahr zuende ist, sein Verkaufsjahr, nicht aber das Kalenderjahr. —",
"Von den zwei Jahren beim Erbbesitzfelde? — Es heißt:nach der Zahl der Ertragsjahre soll er dir verkaufen; es kann vorkommen, daß jemand drei Erntenin zwei Jahren genießt. —",
"Von den sechs beim hebräischen Sklaven? — Es heißt:sechs Jahre soll er dienen und im siebenten; es kommt also vor, daß er auch im siebenten dient. —",
"In welcher Hinsicht bei einem Sohne und bei einer Tochtervon Stunde bis Stunde? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Hinsichtlich des Schätzgelübdes. R. Joseph erwiderte: Hinsichtlich [der Lehren im] Abschnitte von der Seitengeburt.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Streitet ihr? Dieser erwiderte: Nein, ich sage eines und er sagt anderes. Dies ist auch einleuchtend; wieso kann man sagen, sie streiten, wer hinsichtlich der Schätzgelübde sagt, nach dem gelte es nicht von [den Lehren im Abschnitte] von der Seitengeburt, Rabh sagt ja, die Halakha sei bei allen Lehren in jenem ganzen Abschnitte: von Stunde bis Stunde. —",
"Weshalb sagt demnach derjenige, der hinsichtlich der Schätzgelübde sagt, nicht hinsichtlich [der Lehren im Abschnitte] von der Seitengeburt? — Gleich jenen, wie jene [in der Tora] geschrieben sind, ebenso diese, die geschrieben sind. —",
"Und jener!? — Wenn man sagen wollte, die geschrieben sind, wieso heißt es demnach ‘Sohn’ und ‘Tochter’,"
],
[
"es sollte ja ‘männlich’ und ‘weiblich’ heißen. —",
"Weshalb wird ein Weib, wenn es alt ist, mit einem Drittel bewertet, ein Mann aber nicht mit einem Drittelbewertet? Ḥizqija erwiderte: Die Leute pflegen zu sagen: Ein Greis im Hause, eine Lastim Hause; eine Greisin im Hause, ein Schatz im Hause.",
"",
" WENN JEMAND SAGT, ER GELOBE SEIN GEWICHT, SO GEBE EU SEIN GEWICHT, WENN SILBER, IN SILBER, WENN GOLD, IN GOLD. EINST SAGTE DIE MUTTER DER JERMAṬJA, SIE GELOBE DAS GEWICHT IHRER TOCHTER; HIERAUF KAM SIE NACH JERUŠALEM, WO MAN SIE WOG, UND SIE GAB IHR GEWICHT IN GOLD.",
"[SAGT JEMAND,] ER GELOBE DAS GEWICHT SEINER HAND, SO FÜLLE ER, WIE R. JEHUDA SAGT, EIN FASS MIT WASSER UND STECKE SIE BIS ZUM ELLENBOGEN HINEIN, SODANN WIEGE ER SOVIEL FLEISCH VON EINEM ESEL MIT KNOCHEN UND SEHNEN UND TUE ES HINEIN, BIS ES WIEDER VOLL WIRD. R. JOSE SPRACH: WIE IST ES SO ABZUPASSEN MÖGLICH, DASS DAS FLEISCH DEM FLEISCHE UND DIE KNOCHEN DEN KNOCHEN GENAU ENTSPRECHEN? VIELMEHR SCHÄTZE MAN DIE HAND, WIEVIEL SIE WOHL WIEGEN MAG.",
"GEMARA. Was heißt: wenn Silber, in Silber, wenn Gold, in Gold? R. Jehuda erwiderte: Nannte er Silber, in Silber, nannte er Gold, in Gold. — Selbstverständlich!? — Folgendes lehrt er uns: nur wenn er es genannt hat, wenn er es aber nicht genannt hat, kann er sich mit irgend etwas befreien.",
"Dies nach Reḥaba, denn Reḥaba sagte: In Orten, wo man Pech wiegt, kann er sich sogar mit Pech befreien. — Selbstverständlich!? — Dies ist wegen des Falles nötig, wenn mancher es wiegt und mancher es mißt; man könnte glauben, damit nicht, weil nicht alle es wiegen, so lehrt er uns.",
"R. Papa sagte: In Orten, wo man Zwiebeln wiegt, kann er sich sogar mit Zwiebeln befreien. — Selbstverständlich!? — Dies ist deshalb nötig, weil man nach dem Wiegen zwei oder drei hinzufügt; man könnte glauben, dadurch werde das Wiegen aufgehoben, so lehrt er uns.",
"EINST SAGTE DIE MUTTER DER JERMAṬJA &C. Ein Tatfall zur Widerlegung!? —",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ist es ein angesehener Mann, so hat es, auch wenn er nichts genannt hat, nach seiner Würde zu erfolgen. Einst sagte die Mutter der Jermatja, sie gelobe das Gewicht ihrer Tochter; hierauf kam sie nach Jerušalem, wo man sie wog, und sie gab ihr Gewicht in Gold.",
"R. Jehuda sagte: Sagt jemand, er gelobe seine Statur, so gebe er einen Stab, der nicht zu biegen ist; sagte er: die Höhe seiner Statur, so gebe er einen Stab, der zu biegen ist. Man wandte ein: Sagte jemand, er gelobe seine Statur, oder: die Höhe seiner Statur, so gebe er einen Stab, der nicht zu biegen ist!? —",
"Er ist der Ansicht R. A͑qibas, der es mit der überflüssigen Redewendung genau nimmt. Wir haben nämlich gelernt: Nicht den Brunnen und nicht die Zisterne, obgleich er ‘Tiefe und Höhe’ geschrieben hat. Er muß sich aber einen Weg zu diesen kaufen— so R. A͑qiba;",
"die Weisen sagen, er brauche dies nicht. Jedoch pflichtet R. A͑qiba bei, daß, wenn er ‘außer diesen’ gesagt hat, er sich den Weg nicht zu kaufen brauche. Demnach wollte er, da er es nicht zu sagen brauchte, es aber gesagt hat, etwas hinzufügen, ebenso wollte er hierbei, da er es nicht zu sagen brauchte, es aber gesagt hat, etwas hinzufügen.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn [er gesagt hat:] meine Stehe,"
],
[
"meine Breite, meine Sitze, meine Dicke, meinen Umfang. — Dies bleibt unentschieden.",
"ER GELOBE DAS GEWICHT SEINEU HAND &C. Die Rabbanan lehrten: Sagte jemand, er gelobe das Gewicht seiner Hand, er gelobe das Gewicht seines Fußes, so hole er, wie R. Jehuda sagt, ein Faß, fülle es mit Wasser und stecke die Hand hinein bis zum Armgelenke, den Fuß bis zum Kniegelenke,",
"sodann wiege er soviel Fleisch von einem Esel mit Sehnen und Knochen und tue es hinein, bis es wieder voll wird. Und obgleich es hierfür keinen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt: deren Fleisch Fleisch des Esels ist.",
"R. Jose sprach zu ihm: Wie ist es denn so abzupassen möglich, daß das Fleisch dem Fleische, die Sehnen den Sehnen und die Knochen den Knochen genau entsprechen? R. Jehuda sprach zu ihm: Man schätze. R. Jose erwiderte: Anstatt diese zu schätzen, schätze man doch die Hand selbst. — Und R. Jehuda!? — Soweit möglich, tue man dies. —",
"«Die Hand bis zum Armgelenke.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Das Waschen der Hände und der Füße im Tempel hat bis zum Gelenke zu erfolgen!? —",
"Nach der Tora bis zum Gelenke, bei den Gelübden aber richte man sich nach dem Sprachgebraucheder Menschen. — Wieso nach der Tora bis zum Gelenke, bei den Tephillin heißt es ja ebenfalls:deine Hand, und in der Schule Menašes wurde gelehrt: Deine Hand, das ist der Armmuskel!? —",
"Nach der Tora bis zum Armmuskel, bei den Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Menschen, und hinsichtlich der Waschung von Händen und Füßen im Tempel ist es eine überlieferte Lehre.",
"«Den Fuß bis zum Kniegelenke.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen. Füße, ausgenommen Stelzbeinige!? —",
"Bei den Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Menschen, nach der Tora aber sind Stelzbeinige ausgenommen. —",
"Bei der Ḥaliça heißt es ja:sein Fuß, und es wird gelehrt, wenn sie [die Sandale] unterhalb des Kniegelenkes gelöst hat, sei die Ḥaliça gültig!? —",
"Anders verhält es sich da, denn die Schrift sagt:von [über] seinem Fuße. — Demnach sollte es auch von dem Falle gelten, wenn oberhalb des Kniegelenkes!? — Von [über], nicht aber von über über [dem Fuße].",
"R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Sprungbeinbis zur Erde reicht, denn wenn man sagen wollte, es werdeunterbrochen, so befindet sich ja das Sprungbein über [dem Schenkel] und der Schenkel über über [dem Fuße]. R. Aši sagte: Du kannst auch sagen, es werde unterbrochen, denn was zum Fuße gehört, heißt Fuß.",
" SAGT JEMAND], ER GELOBE DEN WERT SEINER HAND, SO SCHÄTZE MAN IHN, WIEVIEL ER MIT HAND UND WIEVIEL ER OHNE HAND WERT IST. DIESBEZÜGLICH IST ES BEI GELÜBDEN STRENGER ALS BEI SCHÄTZGELÜBDEN.",
"GEMARA. Wie schätze man ihn? Raba erwiderte: Man schätze ihn, wie man bei Beschädigungen schätzt.",
"Abajje sprach zu ihm: Ist es denn gleich: da ist der Mann verkrüppelt, hierbei aber ist der Mann unversehrt!?",
"Vielmehr; erwiderte Abajje, schätze man, wieviel jemand für einen Sklaven zahlt, der Arbeit mit einer Hand verrichtet, und wieviel für einen, der sie mit beiden Händen verrichtet. — Mit einer Hand heißt ja, wenn die andre abgehauen ist, somit ist es ja dasselbe!? — Vielmehr, wenn eine Hand seinem früheren Herrn verschrieben ist.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn man ihn wegen einer Beschädigung geschätzt hat, und er sagt, er gelobe seinen Geldwert? Sagen wir, man hat ihn ja bereits einmal geschätzt, oder aber ist die Schätzung durch zehnanderes als die Schätzung durch drei?",
"Und wie ist es, falls du entscheidest, die Schätzung durch zehn sei anders als die Schätzung durch drei, wenn er gesagt hat, er gelobe seinen Geldwert, und man ihn geschätzt hat, und er dann wiederum sagt, er gelobe seinen Geldwert: hierbei haben ihn ja zehn geschätzt, oder aber, er kann währenddessen an Wert zugenommen haben?",
"Und wie ist es, wenn er gesagt hat, er gelobe seinen Geldwert, und man ihn nicht geschätzt hat, und er abermals sagt, gelobe seinen Geldwert: ist er hierbei entschieden"
],
[
"nur einmal zu schätzen, oder aber, da er nacheinander gelobt hat, schätze man ihn zweimal?",
"Und wie ist es, falls du entscheidest, da er nacheinander gelobt hat, schätze man ihn zweimal, wenn er zwei Geldwerte mit einem Male gelobt hat: hierbei hat er entschieden mit einem Male gelobt, somit schätze man ihn nur einmal, oder aber, da er zwei gesagt hat, so ist es ebenso wie nacheinander.",
"Und wie ist es, falls du entscheidest, da er zwei gesagt hat, sei es ebenso wie nacheinander, wenn man ihn ohne Anlaß geschätzt hat: sagen wir, wenn er auch ohne Anlaß geschätzt worden ist, bleibe es dabei, oder aber ist bei der Schätzung der Zweck erforderlich? —",
"Eines davon ist immerhin zu entscheiden, denn wir haben gelernt: Wenn jemand gesagt hat, er gelobe seinen Wert, und gestorben ist, so brauchen die Erben nichts zu geben, denn die Toten haben keinen Geldwert.",
"Wenn man nun sagen wollte, die Schätzung ohne Anlaß gelle als Schätzung, so ist er ja bereits geschätzt, denn es gibt ja keinen Menschen, der nicht vier Zuz wert wäre. —",
"Wer ohne Anlaß geschätzt wurde, ist zur Schätzung gelangt, wer aber nur gesagt hat, er gelobe seinen Geldwert, ist nicht zur Schätzung gelangt.",
"ii,2 IN WELCHER HINSICHT IST ES BEI SCHÄTZGELÜBDEN STRENGER ALS BEI GELÜBDEIN? WENN JEMAND GESAGT HAT, ER GELOBE SEINEN SCHÄTZUNGSWERT UND GESTORBEN IST, SO MÜSSEN DIE ERBEN ES GEBEN, WENN ABER: SEINEN GELDWERT, END GESTORBEN IST, SO BRAUCHEN DIE ERBEN ES NICUT ZU GEBEN, DENN DIE TOTEN HABEN KEINEN GELDWERT.",
"[SAGTE JEMAND,] ER GELOBE DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINER HAND ODER SEINES FUSSES, SO HAT ER NICHTS GESAGT, WENN ABER: DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINES KOPFES, ODER: DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINER LEBER, SO GEBE ER SEINEN GANZEN SCHÄTZUNGSWERT. DIE REGEL HIERBEI IST: IST ES EINE SACHE, VON DER DAS LEBEN ABHÄNGT, SO GEBE ER SEINEN GANZEN SCHÄTZUNGSWERT.",
"iii [SAGTE JEMAND,] ER GELOBE DIE HÄLFTE SEINES SCHÄTZUNGSWERTES, SO GEBE ER DIE HÄLFTE SEINES SCHÄTZUNGSWERTES, WENN ABER: DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINER HÄLFTE, SO GEBE ER SEINEN GANZEN SCHÄTZUNGSWERT. [SAGTE JEMAND,] ER GELOBE DIE HÄLFTE SEINES GELDWERTES, SO GEBE ER DIE HÄLFTE SEINES GELDWERTES, WENN ABER: DEN GELDWERT SEINER HÄLFTE, SO GEBE ER SEINEN GANZEN GELDWERT. DIE REGEL HIERBEI IST: IST ES EINE SACHE, VON DER DAS LEBEN ABHÄNGT, SO GEBE ER SEINEN GANZEN GELDWERT.",
"iv WENN JEMAND GESAGT HAT, ER GELOBE DEN SCHÄTZUNGSWERT VON JENEM, UND DER GELOBENDE UND DER GELOBTE GESTORBEN SIND, SO MÜSSEN DIE ERBEN ES GEBEN; WENN ABER: DEN GELDWERT VON JENEM, UND DER GELOBENDE GESTORBEN IST, SO MÜSSEN DIE ERBEN ES GEBEN, UND WENN DER GELOBTE GESTORBEN IST, SO BRAUCHEN DIE ERBEN ES NICHT ZU GEBEN, DENN DIE TOTEN HABEN KEINEN GELDWERT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Bei Gelübden ist es strenger als bei Schätzgelübden, denn das Gelübde erstreckt sich auch auf Vieh, Wild und Geflügel, auch wird bei ihnen nicht die Vermögensausreichung berücksichtigt, was beim Schätzgelübde nicht der Fall ist.",
"Und strenger ist es bei Schätzgelübden als bei Gelübden, zum Beispiel: wenn jemand gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und gestorben ist, so müssen die Erben es geben, wenn aber: seinen Geldwert, und er gestorben ist, so brauchen die Erben es nicht zu geben, denn die Toten haben keinen Geldwert.",
"«Wenn er gesagt hat, er gelobe seinen Schätzungswert, und gestorben ist, so müssen die Erben es geben.» Hieraus ist somit zu entnehmen, daß ein mündliches Darlehenvon den Erben einzufordern sei? — Anders ist es hierbei, denn es ist ein in der Tora genanntes Darlehen. —",
"Hieraus ist demnach zu entnehmen, daß das in der Tora genannte Darlehen dem Darlehen auf einem Schuldscheingleiche? — Hier handelt es sich um den Fall, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat. —",
"Dementsprechend beim Geloben des Geldwertes, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat: weshalb brauchen die Erben es nicht zu geben!? — Beim Geloben des Geldwertes fehlt die Schätzung, beim Geloben des Schätzungswertes fehlt nichts.",
"ER GELOBE DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINER HAND ODER SEINES FUSSES &C. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Er gebe jedoch ihren Geldwert. —",
"Er lehrt ja aber, er habe nichts gesagt!? — Er hat nichts gesagt, nach den Rabbanan, und er gebe ihren Geldwert, nach R. Meír. —",
"Dies sagte er ja bereits einmal, denn R. Gidel sagte im Namen Rabhs, wenn jemand sagt, er gelobe den Schätzungswert dieses Gerätes, gebe er den Geldwert desselben!? —",
"Man könnte glauben, nur da, weil ein Mensch weiß, daß es bei einem Geräte kein Schätzgelübde gebe, somit meinte er den Geldwert, hierbei aber kann er sich geirrt haben, denn er glaubte, wie es ein Wertschätzungsgelübde für Kopf und Leber gibt, ebenso gebe es ein Wertschätzungsgelübde für Hand und Fuß, den Geldwert aber meinte er nicht, so lehrt er uns.",
"DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINES KOPFES, ODER: DEN SCHÄTZUNGSWERT SEINER LEBER, SO GEBE ER SEINEN GANZEN SCHÄTZUNGSWERT. Weshalb? — Der Allbarmherzige sagt:Seelen.",
"DIE REGEL HIERBEI IST: IST ES EINE SACHE, VON DER DAS LEBEN ABHÄNGT &C. Dies schließt alles über dem Kniegelenke ein.",
"ER GELOBE DIE HÄLFTE SEINES SCHÄTZUNGSWERTES, SO GEBE ER &C. Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand,] er gelobe die Hälfte seines Schätzungswertes, so gebe er die Hälfte seines Schätzungswertes. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er sei zu geißeln und gebe seinen ganzen Schätzungswert.",
"Weshalb zu geißeln? R. Papa erwiderte: Er ist zu geißeln, indem er seinen ganzen Schätzungswert zu geben hat. — Aus welchem Grunde? — Man berücksichtige bei der Hälfte des Schätzungswertes den Schätzungswert seiner Hälfte, und beim Schätzungswert seiner Hälfte ist es eine Sache, von der das Leben abhängt.",
"ER GELOBE DIE HÄLFTE SEINES GELDWERTES, SO GEBE ER &C., DEN GELDWERT SEINER HÄLFTE, SO GEBE ER SEINEN GANZEN GELDWERT. Aus welchem Grunde?",
"Es heißt:ein Gelübde nach dem Schätzungswertevon Personen.",
"DIE REGEL HIERBEI IST: IST ES EINE SACHE, WOVON DAS LEBEN ABHÄNGT. Dies schließt alles über dem Kniegelenke ein.",
"Die Rabbanan lehrten.: Wenn jemand die Hälfte des Schätzungswertes eines Gerätes gelobt, so gebe er, wie R. Meír sagt, seinen Geldwert; die Weisen sagen, er habe nichts gesagt. Einst erkrankte Raba, und Abajje und die Rabbanan besuchten ihn. Als sie da saßen, sprachen sie: Allerdings ist R. Meír der Ansicht, niemand bringe seine Worte unnütz hervor, somit ist es einerlei, ob sein Ganzes oder seine Hälfte,",
"welcher Ansicht aber sind die Rabbanan: bringt man seine Worte unnütz hervor, so sollte es auch vom ganzengelten, und bringt man seine Worte nicht unnütz hervor, so sollte es auch von der Hälfte gellen!?",
"Da sprachen Raba und Abajje zu ihnen: Die Rabbanan dieser Lehre sind der Ansicht R. Meírs und der Ansicht R. Šimo͑ns. Sie sind der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, niemand bringe seine Worte unnütz hervor;",
"und sie sind der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, er habe nicht so gespendet, wie man zu spenden pflegt. Man pflegt ein Ganzes zu spenden, nicht aber pflegt man ein Halbes zu spenden.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT, ER GELOBE DEN SCHÄTZUNGSWERT VON JENEM, UND DER GELOBENDE GESTORBEN IST &C. Wohl in dem Falle, wenn er vor Gericht gestanden hat,",
"somit ist es ja dasselbe!? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn aber: den Geldwert von jenem, und der Gelobende gestorben ist, so müssen die Erben es geben."
],
[
"Man könnte glauben, da man ihn nicht geschätzt hat, seien die Güter nicht haftbar, so lehrt er uns, daß die Güter, da er vor Gericht gestanden hat, haftbar sind, und die Schätzung nichts weiter als eine Feststellung ist.",
"v WENN JEMAND GESAGT HAT, DIESER OCHS SEI EIN BRANDOPFER, ODER: DIESES HAUS SEI EIN OPFER, UND DER OCHS VERENDET ODER DAS HAUS EINGESTÜRZT IST, SO BRAUCHT ER KEINEN ERSATZ ZU LEISTEN; WENN ABER: ICH NEHME AUF MICH, DIESEN OCHSEN ALS BRANDOPFER [ZU SPENDEN], ODER: ICH NEHME AUF MICH, DIESES HAUS ALS OPFER [ZU SPENDEN], UND DER OCHS VERENDET ODER DAS HAUS EINGESTÜRZT IST, SO MUSS ER ERSATZ LEISTEN.",
"GEMARA. R. Ḥija b. Rabh sagte: Dies nur, wenn er gesagt hat: ich nehme auf mich, den Geldwert dieses Ochsen als Brandopfer [zu spenden], wenn er aber gesagt hat: ich nehme auf mich, diesen Ochsen als Brandopfer [zu spenden], ist er, da er ‘dieser’ gesagt hat, und er verendet ist, dafür nicht haftbar, denn er meinte: ihn darzubringen.",
"Man wandte ein: [Sagte jemand:] dieser Ochs sei ein Brandopfer, so ist der Ochs Heiliges und es gibt dabei eine Veruntreuung; ist er verendet oder gestohlen worden, so ist er nicht haftbar. Wenn aber: ich nehme auf mich, diesen Ochsen als Brandopfer [zu spenden], so ist der Ochs Heiliges und es gibt dabei eine Veruntreuung; ist er verendet oder gestohlen worden, so ist er haftbar!? —",
"Ist diese Lehre etwa bedeutender als unsere Mišna, die wir auf den Fall bezogen haben, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat? Auch diese, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat. —",
"Wenn aber der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat, so handelt ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn er nicht ‘den Geldwert’ gesagt hat!? Der Schlußsatz lehrt nämlich: [Sagte jemand:] der Geldwert des Ochsen sei ein Brandopfer, so ist der Ochs profan und es gibt dabei keine Veruntreuung; ist er verendet oder gestohlen worden, so ist er nicht haftbar, jedoch ist er haftbar für seinen Geldwert. —",
"Der Anfangsatz und der Schlußsatz, wenn er ‘den Geldwert’ gesagt hat, nur spricht der Anfangsatz von dem Falle, wenn er gesagt hat: der Ochs sei für seinen Gelderlös heilig, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er gesagt hat: sobald sein Gelderlös eingeht, sei er heilig. —",
"Man kann ja aber nicht das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier ist R. Meír vertreten, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist.",
"Manche lesen: R. Papa sprach zu Abajje, und wie manche sagen, Rami b. Ḥama zu R. Ḥisda: Also nach R. Meír, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? Dieser erwiderte: Nach wem denn sonst?",
"Manche beziehen dies auf das folgende: Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus vermietet hat und es aussätzig geworden ist, so kann er, obgleich der Priester es als aussätzig erklärthat, zu ihmsagen: da hast du deines vor dir; hat [der Priester] es bereits niederen gerissen, so muß er ihm ein [anderes] Haus zur Verfügung stellen."
],
[
"Hat es geweiht, der darin wohnt, so zahle er die Miete an das Heiligtum. — ‘Hat es geweiht, der darin wohnt’; wieso kann er es weihen, der Allbarmherzige sagt ja:wenn jemand sein Haus weiht, wie sein Haus in seinem Besitze ist, ebenso alles, was in seinem Besitze ist!? — Er meint es wie folgt: hat er es geweiht, der Vermieter, so zahle, der darin wohnt, die Miete an das Heiligtum.",
"Wieso darf er, wenn der Vermieter es geweiht hat, darin wohnen, er begeht ja eine Veruntreuung!? Und wieso zahle er ferner die Miete an das Heiligtum, nachdem er eine Veruntreuung begangen hat, wird ja die Miete profan!? —",
"Wenn er gesagt hat: sobald die Miete eingeht, sei sie heilig. Niemand kann ja aber das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier ist R. Meír vertreten, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist. Manche lesen: R. Papa sprach zu Abajje, und wie manche sagen, R. Mari b. Ḥama zu R. Ḥisda: Also nach R. Meír, welcher sagt, man könne das heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? Dieser erwiderte: Nach wem denn sonst?",
"vi DIE SCHÄTZGELÜBDE SCHULDEN, PFÄNDE MAN; DIE SÜNDOPFER ODER SCHULDOPFER SCHULDEN, PFÄNDE MAN NICHT; DIE BRANDOPFER ODER HEILSOPFER SCHULDEN, PFÄNDE MAN.",
"OBGLEICH ER NICHT EHER SÜHNE ERLANGT, ALS BIS ER ES AUS EIGENEM WILLEN [DARBRINGT], DENN ES HEISST: nach seinem Wohlgefallen, SO ZWINGE MAN IHN DENNOCH, BIS ER SAGT, ER WOLLE ES. DASSELBE FINDEST DU BEI EHESCHEIDUNGEN: MAN ZWINGEIHN, BIS ER SAGT, ER WOLLE ES.",
"GEMARA. R. Papa sagte: Zuweilen kann es vorkommen, daß man Schuldner von Sündopfern pfände und Schuldner von Brandopfern nicht pfände.",
"Daß man Schuldner von Sündopfern pfände; dies gilt vom Sündopfer eines Nazirs. Der Meister sagte nämlich, daß er, wenn er sich auf Grund eines der drei [Opfer] das Haar schneiden ließ, seiner Pflicht genügt habe, und daß der Nazir, wenn das Blut eines von diesen gesprengt worden ist, Wein trinken und sich an Toten verunreinigen dürfe, somit könnte er fahrlässig handeln und es nicht darbringen.",
"Daß man Schuldner von Brandopfern nicht pfände; dies gilt vom Brandopfer einer Wöchnerin. —",
"Wohl aus dem Grunde, weil die Schrift es zuerstnennt, aber Raba sagte ja, die Schrift ließ es nur bei der Nennung vorangehen!? —",
"Vielmehr, dies gilt vom Brandopfer eines Aussätzigen, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Wie esvon seinem Sündopfer und seinem Schuldopfer abhängig ist, ebenso ist es von seinem Brandopferabhängig.",
"OBGLEICH ER NICHT EHER SÜHNE ERLANGT, ALS BIS ER ES AUS SEINEM EIGENEN WILLEN [DARBRINGT]. Die Rabbanan lehrten:Soll er es darbringen, dies lehrt, daß man ihn zwinge. Man könnte glauben, auch durch Gewalt, so heißt es: nach seinem Wohlgefallen. Auf welche Weise? Man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es.",
"Šemuél sagte: Das Brandopfer benötigt des Einverständnisses, denn es heißt: nach seinem Wohlgefallen. — Was lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt: obgleich er nicht eher Sühne erlangt, als bis er es aus seinem eigenen Willen [darbringt], denn es heißt: nach seinem Wohlgefallen!? —",
"Dies ist wegen des Falles nötig, wenn ein andrer [das Opfertier] für ihn abgesondert hat. Man könnte glauben, das Einverständnis sei nur dann erforderlich, wenn es von seinemerfolgt, nicht aber, wenn von dem seines Nächsten, so lehrt er uns. Es kann nämlich vorkommen, daß er keine Sühne erlangen will durch das, was nicht sein ist.",
"Man wandte ein: [Sagt jemand:] ich nehme auf mich das Sündopfer oder das Schuldopfer von jenem,"
],
[
"so hat jener, wenn mit Einverständnis, seiner Pflicht genügt, und wenn ohne Einverständnis, seiner Pflicht nicht genügt;",
"wenn das Brandopfer oder das Heilsopfer von jenem, so hat er, ob mit Einverständnis oder ohne Einverständnis, seiner Pflicht genügt. —",
"Šemuél kann dir erwidern: diese Lehre spricht [vom Einverständnisse] bei der Sühne, nachdem er einverstanden war bei der Absonderung, ich aber spreche [vom Einverständnisse] bei der Absonderung.",
"Er streitet somit gegen U͑la, denn U͑la sagte: Sie unterschieden zwischen Sündopfer und Brandopfer nur insofern, als das Sündopfer bei der Absonderung des Einverständnisses benötigt und das Brandopfer bei der Absonderung nicht des Einverständnisses benötigt, bei der Sühne aber genügt er bei beiden seiner Pflicht nur mit Einverständnis, nicht aber ohne Einverständnis.",
"Man wandte ein: [Sagte jemand,] er nehme auf sich das Sündopfer, das Schuldopfer, das Brandopfer oder das Heilsopfer von jenem, so hat jener, wenn mit Einverständnis, seiner Pflicht genügt, und wenn ohne Einverständnis, seiner Pflicht nicht genügt!? —",
"Šemuél bezieht dies auf die Absonderung und U͑la bezieht dies auf die Sühne, R. Papa sagte: Die Lehren widersprechen einander nicht, denn eine spricht [vom Einverständnisse] bei der Sühne und eine [vom Einverständnisse] bei der Absonderung.",
"Sie widersprechen auch nicht den Amoraím, denn Šemuél bezieht die erste auf die Sühne und die andere auf die Absonderung, U͑la aber entgegengesetzt. Die Amoraím aber streiten entschieden. — Selbstverständlich!? —",
"Man könnte glauben, unter ‘bei der Absonderung’, von der Šemuél spricht, sei zu verstehen, auch bei der Absonderung, obgleich die erste [Lehre] dem widerspricht, so lehrt er uns.",
"DASSELBE BEI EHESCHEIDUNGEN &C. R. Šešeth sagte: Wenn jemand eine Erklärung abgibt hinsichtlich eines Scheidebriefes, so ist die Erklärung gültig. — Selbstverständlich!? —",
"In dem Falle, wenn man ihn [nachher] gezwungen und er eingewilligt hat; man könnte glauben, er habe [die Erklärung] aufgehoben, so lehrt er uns.",
"Es sollte dochheißen: bis er gibt, wenn es aber heißt: bis er sagt, so heißt dies: bis er seine Erklärung widerruft.",
"",
" DIE SCHÄTZUNG VON WAISENGUT WÄHRT DREISSIG TAGE, DIE SCHÄTZUNG VON HEILIGENGUT WÄHRT SECHZIG TAGE; DIE AUSBIETUNG ERFOLGT MORGENS UND ABENDS.",
"GEMARA. Weshalb morgens und abends? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Beim Fortgehen der Lohnarbeiter und beim Antreten der Lohnarbeiter. Beim Fortgehen der Lohnarbeiter, denn mancher will kaufen und sagt zu den Lohnarbeitern, daß sie gehen und es für ihn besichtigen mögen; beim Antreten der Lohnarbeiter, damit er sich erinnere, was er zu ihnen gesagt hat, und sie frage.",
"Desgleichen wird gelehrt: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage; die Ausbietung erfolgt morgens und abends, beim Fortgehen der Lohnarbeiter und beim Antreten der Lohnarbeiter.",
"Er spreche: Das Feld von N. mit seinen Grenzzeichen und Bäumen ist soviel wert und mit soviel geschätzt worden; wer es kaufen will, komme und kaufe, um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen. —",
"Wozu braucht er zu sagen: um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen? — Mancher will lieber mit einem Gläubiger zu tun haben, weil er die Geldzahlung erleichtert, und mancher will lieber mit einer Witwe zu tun haben, weil sie auch ratenweise nimmt."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage — so R. Meír. R. Jehuda sagt, die Schätzung von Waisengut währe sechzig Tage und die Schätzung von Heiligengut währte neunzig Tage. Die Weisen sagen, dieses und jenes sechzig Tage.",
"R. Ḥisda sagte im Namen Abimis: Die Halakha ist: die Schätzung von Waisengut währt sechzig Tage. R. Ḥija b. Abin saß und trug diese Lehre vor. Da sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu R. Ḥija b. Abin: Sagtest du sechzig, oder sagtest du dreißig? Dieser erwiderte: Sechzig. — Waisengut oder Heiligengut? Dieser erwiderte: Waisengut. —",
"Nach R. Meír oder nach R. Jehuda? Dieser erwiderte: Nach R. Meír. — R. Meír sagte ja aber dreißig!?",
"Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Ḥisda: Tüchtige Schläge erhielt ich von Abimi wegen dieser Lehre. Erfolgt die Ausbietung ununterbrochen, dann dreißig [Tage],",
"wenn aber am Montag und am Donnerstag, dann sechzig, obgleich es, wenn man die Ausbietungstage zusammenzählt, nur achtzehn sind, denn da es sich hinzieht, erfahren es die Leute.",
"R. Jehuda sagte im Namen R. Ašis: Man greife das Vermögen der Waisen nur dann an, wenn Zinsen daran zehren. Und R. Joḥanan sagte, entweder wegen eines Schuldscheines mit Zinsen, oder wegen der Morgengabe einer Frau, wegen ihres Unterhaltes. —",
"Weshalb sagt R. Asi nicht, wegen der Morgengabe einer Frau? — Die Weisen haben ihm ja ihrer Hände Arbeit zugesprochen. — Und der andre!? — Oft reicht sie nicht. —",
"Wir haben gelernt: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage, und die Ausbietung erfolgt morgens und abends. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es ein nichtjüdischer Gläubiger ist, so gehorcht er ja nicht, doch wohl ein jisraélitischer Gläubiger, und wenn ferner Zinsen daran zehren, so läßt man es ja nicht zu, doch wohl, wenn keine Zinsen daran zehren, und er lehrt, daß man angreife.",
"Allerdings kann R. Joḥanan es auf die Morgengabe einer Frau beziehen, gegen R. Asi aber ist dies ja ein Einwand!? — R. Asi kann dir erwidern: stimmt es denn nach R. Joḥanan: wieso lassen wir den Unterhalt, wodurch sie entschieden Schaden erleiden, und verlassen uns auf die Ausbietung, von der wir nicht wissen, ob sie dadurch gewinnen oder nicht!? —",
"Dies ist kein Einwand; wenn sie ihre Morgengabe durch das Gericht einfordert. Dies nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Fordert sie ihre Morgengabe durch das Gericht ein, so erhält sie keinen Unterhalt. —",
"Demnach braucht man sich ja mit ihr nicht zu befassen!? — Vielmehr, da man sich mit ihr vorher befaßt hat, befaßte man sich mit ihr auch nachher. —",
"Aber immerhin ist dies ja ein Einwand gegen R. Asi!? — Tatsächlich gilt dies von einem nichtjüdischen Gläubiger, wenn er aber auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. —",
"Demnach sollte er auch keine Zinsen nehmen!? — Wenn er das eine auf sich genommen hat, das andre aber nicht auf sich genommen hat. —",
"Komm und höre: Von Gütern der Waisen kann man nur Schlechteseinfordern. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es ein nichtjüdischer Gläubiger ist, so gehorcht er ja nicht, doch wohl ein jisraélitischer Gläubiger; und wenn ferner Zinsen daran zehren, so läßt man es ja nicht zu, doch wohl, wenn keine Zinsen daran zehren, und er lehrt, daß man sich damit befasse.",
"Allerdings kann R. Joḥanan es auf die Morgengabe einer Frau beziehen, gegen R. Asi ist dies ja aber ein Einwand? — R. Asi kann dir erwidern: stimmt es denn nach R. Joḥanan: wenn es sich um die Morgengabe handelt, so gilt dies ja nicht nur von Waisen, auch von ihm selber hat sie ja nur Schlechtes zu beanspruchen? —",
"Das ist kein Einwand, dies nach R. Meír, welcher sagt, die Morgengabe sei vom Mittelmäßigen einzufordern, von Waisen aber vom Schlechten.",
"Gegen R. Asi aber ist dies ja ein Einwand!? — Tatsächlich gilt dies von einem nichtjüdischen Gläubiger, wenn er aber auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. — Demnach sollte er auch keine Zinsen nehmen!? — Wenn er das eine auf sich genommen hat, das andre aber nicht auf sich genommen hat. —",
"Komm und höre: Um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen. Allerdings dem Gläubiger seine Schuld, nach dem einen und nach dem anderen, wie wir erklärthaben,",
"hinsichtlich der Morgengabe aber stimmt dies zwar nach R. Joḥanan, gegen R. Asi aber ist dies ja ein Einwand!? —",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn der Schuldner dem zugestimmthat. — Da du nun darauf gekommen bist, so sind auch all jene [Lehren] zu erklären, wenn der Schuldner dem zugestimmt hat.",
"Meremar ließ die Morgengabe einer Geschiedenen von Waisengütern einfordern; da sprach Rabina zu Amemar: R. Jehuda sagte ja im Namen R. Asis, man greife das Vermögen von Waisen nur dann an, wenn Zinsen daran zehren, und R. Joḥanan sagte, entweder wegen eines Schuldscheines mit Zinsen, oder wegen der Morgengabe einer Frau, wegen des Unterhaltes.",
"Und auch R. Joḥanan sagte es nur von einer Witwe, weil sie durch den UnterhaltSchaden erleiden, nicht aber von einer Geschiedenen.",
"Dieser erwiderte: Wir erklärten die Lehre R. Joḥanans: wegen der Gunstbezeugung.",
"R. Naḥman sagte: Früher ließ ich Waisengüter unangetastet, nachdem ich aber gehört habe, was unser Genösse Hona im Namen Rabhs sagte, daß nämlich Waisen, die Fremdes verzehren, dem folgen mögen, der sie zurückgelassen hat, halte ich mich auch an solche. —",
"Weshalb nicht vorher? R. Papa erwiderte: Die Bezahlung des Gläubigers ist ein Gebot, und Waisen sind zur Ausübung von Geboten nicht angehalten. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Er hat ihmvielleicht Vermögensstücke eingehändigt. —",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Schuldneres zugegeben hat. Oder auch, wenn man ihn in den Bann getanhat, und er im Banne gestorben ist.",
"Von dortließen sie sagen: Wenn man ihn in den Bann getan hat und er im Barme gestorben ist. Die Halakha ist wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑. —"
],
[
"Wir haben gelernt: Die Schätzung von Waisengut währt dreißig Tage, die Schätzung von Heiligengut währt sechzig Tage; die Ausbietung erfolgt morgens und abends. Von wem wird hier gesprochen: wollte man sagen, von einem nichtjüdischen Gläubiger, so gehorcht er ja nicht, doch wohl von einem jisraélitischen Gläubiger;",
"allerdings kann R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, es auf den Fall beziehen, wenn der Schuldneres zugegeben hat; gegen R. Papa aber ist dies ja ein Einwand!? —",
"R. Papa kann dir erwidern: wenn du willst, sage ich, dies gelte von der Morgengabe, wegen der Gunstbezeugung, und wenn du willst, sage ich, dies gelte von einem nichtjüdischen Gläubiger, der auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. —",
"Wenn er es auf sich genommen hat, so warte er doch, bis sie erwachen sind!? — Wenn er das eine auf sich genommen hat, das andere aber nicht auf sich genommen hat. —",
"Komm und höre: Um der Frau ihre Morgengabe, beziehungsweise dem Gläubiger seine Schuld zu bezahlen. In welchem Falle: ist es ein nichtjüdischer Gläubiger, so gehorcht er ja nicht, doch wohl ein jisraélitischer Gläubiger;",
"allerdings kann R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, es auf den Fall beziehen, wenn der Schuldner es zugibt, R. Papa aber kann zwar hinsichtlich der Morgengabe erklären, wegen der Gunstbezeugung, vom Gläubiger aber ist ja gegen ihn ein Einwand zu erheben!? —",
"Tatsächlich gilt dies von einem nichtjüdischen Gläubiger, wenn er auf sich genommen hat, sich einem jisraélitischen Gerichte zu unterwerfen. — Wenn er es auf sich genommen hat, so warte er doch, bis sie erwachsen sind!? — Wenn er auf sich das eine genommen hat, das andere aber nicht auf sich genommen hat.",
"Raba erklärte: Wegen einer etwaigen Quittung. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu Raba: Berücksichtigen wir denn [das Vorhandensein] einer Quittung, wir haben ja gelernt: Die sich [ihre Morgengabe in ihres Ehemannes] Abwesenheit auszahlen läßt, erhält sie nur gegen Eid.",
"Hierzu sagte R. Aḥa der Burgfürst: Einst kam ein solcher Fall vor R. Jiçḥaq den Schmied in Antiochien, und er entschied, dies gelte nur von der Morgengabe der Frau, wegen der Gunstbezeugung, nicht aber von einem Gläubiger. Rabba aber sagte im Namen R. Naḥmans, dies gelte auch von einem Gläubiger.",
"Wenn man nun [das Vorhandensein] einer Quittung berücksichtigt, so sollte man dies auch da berücksichtigen!? Dieser erwiderte: Da aus dem Grunde, der angegeben wird: damit nicht einer das Geld eines andren nehme und sich in einem überseeischen Lande niederlasse.",
"Raba sagte: Die Halakha ist, man nehme Güter der Waisen nicht weg; hat aber [der Vater] ‘gebt’ gesagt, so nehme man weg. [Sagte er:] ‘dieses Feld’ oder ‘diese Mine’, so nehme man weg, und man bestelle [für die Waisen] keinen Vormund. [Sagte er aber] schlechthin ‘ein Feld’, oder schlechthin ‘eine Mine’, so nehme man weg, und man bestelle ihnen einen Vormund.",
"Die Nehardeẻnser sagten: In all diesen Fällen nehme man weg, und bestelle ihnen einen Vormund, ausgenommen der Fall, wenn es sich herausstellt, daß das Feld nicht ihm gehörte, denn wir halten die Zeugennicht für lügenhaft.",
"R. Aši sagte: Man nehme daher nicht weg, denn Raba sagte, die Halakha sei, man nehme nicht weg. Hat man weggenommen, so bestelle man ihnen einen Vormund, denn die Nehardeẻnser sagten, in all diesen Fällen nehme man weg und bestelle ihnen einen Vormund, außer in dem Falle, wenn es sich herausstellt, daß das Feld nicht ihm gehörte, denn wir halten die Zeugen nicht für lügenhaft."
],
[
" WENN JEMAND SEINE GÜTER DEM HEILIGTUME GEWEIHT UND EU DIE MORGENGABE EINER FRAU [ZU BEZAHLEN] HAT, SO MUSS ER, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, WENN ER SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SICH DEN GENUSS VON IHR ABGELOBEN. R. JEHOŠUA͑ SAGT, ER BRAUCHE DIES NICHT. DESGLEICHEN SAGTE AUCH R. ŠIMO͑N B. GAMLIEL, WENN JEMAND EINER FRAU FÜR IHRE MORGENGABE GEBÜRGT HAT, UND IHR MANN SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SO MUSS ER SICH JEDEN GENUSS VON IHR ABGELOBEN, DENN SIE KÖNNTEN SONST EINE FRAUDULÖSE ABMACHUNG ÜBER DAS VERMÖGEN VON JENEN TREFFENUND ER SEINE FRAU WIEDER HEIRATEN.",
"GEMARA. Worin besteht ihr Streit? — R. Elie͑zer ist der Ansicht, man treffe eine fraudulöse Abmachung gegen das Vermögen des Heiligtumes, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, man treffe keine fraudulöse Abmachung gegen das Vermögen des Heiligtumes. —",
"R. Hona sagte, wenn ein Sterbender sein ganzes Vermögen dem Heiligtume geweiht hat und darauf sagt, jener habe bei ihm eine Mine, sei er glaubhaft, weil es als feststehend gilt, daß niemand eine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím streiten!? —",
"Nein, sie streiten über einen Gesunden, über einen Sterbenden aber stimmen alle überein, daß man keine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtum treffe, denn niemand sündigt, ohne selber etwas davon zu haben.",
"Manche lesen: Über einen Gesunden stimmen alle überein, daß man eine fraudulöse Abmachunggegen das Heiligtum treffe, hier aber streiten sie über das öffentlich abgelegte Gelübde; einer ist der Ansicht, es gebe dafür eine Auflösung, und einer ist der Ansicht, es gebe dafür keine Auflösung. —",
"Wenn du aber willst, sage ich, alle sind der Ansicht, für ein öffentlich abgelegtes Gelübde gebe es eine Auflösung, und hier streiten sie über ein im Sinne der Öffentlichkeit abgelegtes Gelübde. —",
"Amemar sagte, für ein öffentlich abgelegtes Gelübde gebe es eine Auflösung, für ein im Sinne der Öffentlichkeit abgelegtes gebe es keine Auflösung; demnach lehrte er etwas, worüber Tannaím streiten!? Und wieso heißt es ferner: R. Jehošua͑ sagt, er brauche es nicht, es sollte doch heißen: es nütze nicht!? —",
"Vielmehr, hier streiten sie über das Nachsuchen beim Heiligen.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand seine Güter dem Heiligtume geweiht und die Morgengabe einer Frau [zu bezahlen] hat, so muß er, wie R. Elie͑zer sagt, wenn er sich von ihr scheiden läßt, sich den Genuß von ihr abgeloben. R. Jehošua͑ sagt, er brauche dies nicht. Hierzu sagte R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Diese sind die Worte der Schule Šammajs und jene sind die Worte der Schule Hillels.",
"Die Schule Šammajs sagt nämlich, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, und die Schule Hillels sagt, die irrtümliche Heiligung gelte nicht als Heiligung.",
"DESGLEICHEN SAGTE AUCH R. ŠIMO͑N B. GAMLIEL &C. Moše b. Açri war Bürge für [die Morgengabe] seiner Schwiegertochter, und sein Sohn R. Hona war Gelehrtenjünger, und es ging ihm schlecht. Da sprach Abajje: Ist denn niemand da, der R. Hona den Rat erteilen könnte, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, sie dann ihre Morgengabe von seinem Vater einfordern zu lassen, und sie nachher wieder zu heiraten?",
"Raba sprach zu ihm: Wir haben ja gelernt, er müsse sich dann jeden Genuß von ihr abgeloben. — Und Abajje!? — Läßt sich denn jeder, der sich scheiden läßt, vor Gerichtscheiden!? Später stellte es sich heraus, daß er Priester war. Da sprach Abajje: Dem Armen folgt das Elend. —",
"Kann Abajje diesdenn gesagt haben, Abajje sagte ja, ein schlauer Bösewicht sei derjenige, der den Rat erteilt, Güterzu verkaufen, nach R. [Šimo͑n b.] Gamliél!? —",
"Anders verhält es sich bei einem eigenen Sohne, und anders verhält es sich bei einem Gelehrtenjünger. —",
"Aber es sollte ja der Umstand entscheidend sein, daß der Bürge einer Morgengabe nicht haftbarsei!? —"
],
[
"Er war Schuldübernehmer. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, bei einer Schuldübernahme sei er haftbar, auch wenn der Schuldner kein Vermögen hat, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, er sei haftbar, wenn dieser solches hat, aber nicht haftbar, wenn dieser keines hat!? —",
"Wenn du willst, sage ich: R. Hona hatte solches, und es war zerstört worden, und wenn du willst, sage ich: ein Vater für seinen Sohn verbürgtsich.",
"Es wurde nämlich gelehrt: Bei der Bürgschaft für die Morgengabe ist ernach aller Ansicht nicht haftbar, bei der Schuldübernahme einem Gläubiger gegenüber ist er nach aller Ansicht haftbar, und sie streiten nur über die Bürgschaft einem Gläubiger gegenüber und die Schuldübernahme für die Morgengabe; einer ist der Ansicht, er sei nur dann haftbar, wenn der Schuldner Vermögen hat, und nicht haftbar, wenn er keines hat, und einer ist der Ansicht, er sei haftbar, auch wenn er keines hat.",
"Die Halakha ist: er ist in allen Fällen haftbar, auch wenn dieser keines hat, ausgenommen der Bürge für die Morgengabe, der nicht haftbar ist, auch wenn dieser solches hat. — Aus welchem Grunde? — Er hat nur eine gottgefällige Handlung ausgeübt und ihr nichts abgenommen.",
"Einst verkaufte jemand seine Güter und ließ sich von seiner Frau scheiden. Da ließ R. Joseph, der Sohn Rabas, R. Papa fragen: Vom Bürgen wird es gelehrt, vom Heiligen wird es gelehrt, wie verhält es sich bei einem Käufer? Dieser ließ ihm erwidern: Sollte der Autor wie ein Hausierer alles aufzählen!?",
"Die Nehardee͑nser aber sagten: Was gelehrt worden ist, ist gelehrt worden, und was nicht gelehrt worden ist, ist nicht gelehrt worden. R. Mešaršeja sagte: Folgendes ist der Grund der Nehardee͑nser: allerdings beim Heiligen, wegen des Gewinnes des Heiligtums, ebenso beim Bürgen, denn er hat ein Gebot ausgeübt und ihr nichts abgenommen,",
"weshalb aber [die Rücksicht] auf den Käufer? Merke, er wußte ja, daß jener mit einer Morgengabe belastet ist, warum kaufte er es? Er hat sich also selber den Schaden zugefügt.",
" WENN JEMAND SEINE GÜTER DEM HEILIGTUME GEWEIHT UND SEINER FRAU DIE MORGENGABE ODER EINEN GLÄUBIGER [ZU BEZAHLEN] HAT, SO KANN DIE FRAU IHRE MORGENGABE NICHT VOM HEILIGEN EINFORDERN, AUCH NICHT DER GLÄUBIGER SEINE SCHULD, VIELMEHR LÖST DER AUSLÖSENDE ES UNTER DER BEDINGUNG AUS, DER FRAU IHRE MORGENGABE UND DEM GLÄUBIGER SEINE SCHULD ZU BEZAHLEN. HAT JEMAND DEM HEILIGTUME NEUNZIG MINEN GEWEIHT, WÄHREND SEINE SCHULD HUNDERT MINEN BETRÄGT, SO FÜGE ERNOCH EINEN DENAR HINZU UND LÖSE [DAMIT] DIESE GÜTER AUS, UNTER DER BEDINGUNG, DER FRAU IHRE MORGENGABE ODER DEM GLÄUBIGER SEINE SCHULD ZU BEZAHLEN.",
"GEMARA. Wozu sagt er: löst der Auslösendees aus? — Wegen einer Lehre R. Abahus, denn R. Abahu sagte: Damit man nicht sage, Heiliges werde ohne Auslösung profan. —",
"Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: entspricht seine Schuld dem Heiligen, so löse er es aus,",
"wenn aber nicht, so löse er es nicht aus. — Wieviel nach den Rabbanan? R. Hona b. Jehuda erwiderte im Namen des R. Šešeth: Bis zur Hälfte.",
"iii OBGLEICH SIE GESAGT HABEN, DASS MAN SCHULDNER VON SCHÄTZGELÜBDEN PFÄNDE, SO LASSE MAN IHM DENNOCH UNTERHALT FÜR DREISSIG TAGE, KLEIDUNG FÜR ZWÖLF MONATE, EIN HERGERICHTETES BETT, SANDALEN UND TEPHILLIN; FÜR IHN, NICHT ABER FÜR SEINE FRAU UND NICHT FÜR SEINE KINDER.",
"IST ER HANDWERKER, SO LASSE MAN IHM ZWEI HANDWERKSGERÄTE VON JEDER SORTE. EINEM ZIMMERMANN LASSE MAN ZWEI HOBEL UND ZWEI SÄGEN. R. ELIE͑ZER SAGTE: IST ER BAUER, SO LASSE MAN IHM SEIN GESPANN, IST ER ESELTREIBER, SO LASSE MAN IHM SEINEN ESEL.",
"iv HAT ER VON EINER SORTE MEHR UND VON EINER SORTE WENIGER, SO ERLAUBE MAN IHM NICHT ZU VERKAUFEN, VON DER ER MEHR HAT, UM ZU KAUFEN, VON DER ER WENIGER HAT, VIELMEHR LASSE MAN IHM ZWEI, VON DER ER MEHR HAT, UND ALLES, VON DER ER WENIGER HAT. WENN JEMAND [ALL] SEINE GÜTER DEM HEILIGTUME GEWEIHT HAT, SO VERSTEIGERE MAN SOGAR SEINE TEPHILLIN.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:"
],
[
"wenn er zu arm ist für dieseSchätzung, man lasse ihm zum Lehen von dieser Schätzung.",
"NICHT ABER FÜR SEINE FRAU UND NICHT FÜR SEINE KINDER &C. Aus welchem Grunde? — Erfür diese Schätzung, nicht aber seine Frau und seine Kinder für diese Schätzung.",
"R. ELIE͑ZER SAGTE: IST ER BAUER, SO LASSE MAN IHM SEIN GESPANN &C. Und die Rabbanan!? — Dieses ist kein Handwerksgerät, sondern Vermögen.",
"HAT ER VON EINER SORTE &C. Selbstverständlich, was ihm bisher gereicht hat, muß ihm ja auch weiter reichen!?",
"Man könnte glauben, bisher wohl, da andere ihm liehen, weil er auch verleihen konnte, jetzt aber nicht, weil niemand ihm mehr leiht, so lehrt er uns.",
"WENN JEMAND [ALL] SEINE GÜTER DEM HEILIGTUME GEWEIHT HAT, SO VERSTEIGERE MAN SOGAR SEINE TEPHILLIN. Einst verkaufte jemand all seine Güter, und als er vor R. Jemar kam, sprach er zu ihnen: Nehmet ihm seine Tephillin weg. — Was lehrt er uns da, dies lehrte ja die Mišna: wenn jemand seine Güter dem Heiligtume geweiht hat, so versteigere man sogar seine Tephillin!? —",
"Man könnte glauben, nur da, weil er denkt, er übe damit eine gottgefällige Handlung aus, beim Verkaufe aber verkaufe man nicht das, womit man ein Gebotausübt, so lehrt er uns.",
" EINERLEI OB JEMAND SEINE GÜTER DEM HEILIGTUME GEWEIHT ODER EIN SCHÄTZGELÜBDE GELOBT HAT, ERHAT KEIN ANRECHT AUF DIE KLEIDER SEINER FRAU, AUCH NICHT AUF DIE KLEIDER SEINER KINDER, NICHT AUF DIE FÜR SIE GEFÄRBTEN [STOFFE] UND NICHT AUF DIE NEUEN FÜR SIE GEKAUFTEN SANDALEN.",
"OBGLEICH SIE GESAGT HABEN, SKLAVEN SEIEN IN IHRER KLEIDUNG ZU VERKAUFEN, WEIL DIES VORTEILHAFT IST, DENN WENN MAN IHM EIN KLEID FÜR DREISSIG DENAR KAUFT, WIRD ER UM EINE MINE MEHR BEWERTET, EBENSO IST EINE KUH, WENN MAN MIT IHRAUF DEN VIEHMARKT WARTET, MEHR WERT, UND EBENSO IST EINE PERLE, WENN MAN SIE NACH EINER GROSSTADT BRINGT, MEHR WERT, SO HAT DAS HEILIGTUM DENNOCH [ANSPRUCH NUR AUF DEN WERT] AM ORTE UND ZUR ZEIT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Und er gebe die Schätzung an diesem Tage; man halte nicht zurück eine Perle für den Minderbemittelten. Heilig für den Herrn. Heiligungen schlechthin sind für den Tempelreparaturfonds zu verwenden.",
"",
" MAN HEILIGE NICHT WENIGER ALS ZWEI JAHRE VOR DEM JOBELJAHRE, UND MAN LÖSE NICHT AUS WENIGER ALS EIN JAHR NACH DEM JOBELJAHRE. MAN RECHNE DEM HEILIGTUME NICHT DIE [EINZELNEN] MONATE AN, WOHL ABER KANN DAS HEILIGTUM DIE [EINZELNEN] MONATE ANRECHNEN.",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man heilige sowohl vor dem Jobeljahre, als auch nach dem Jobeljahre, im Jobeljahre selber aber heilige man nicht; hat man geheiligt, so ist die Heiligung ungültig!? —",
"Rabh und Šemuél erklären beide, man kann nicht heiligen und mit einem Abzuge auslösen, wenn es weniger als zwei Jahre sind, und da man nicht heiligen und mit einem Abzuge auslösen kann, wenn es weniger als zwei Jahre sind, so schone jeder seine Güter und heilige sie nicht, wenn es keine zwei Jahre sind.",
"Es wurde gelehrt: Heiligt jemand sein Feld im Jobeljahre selbst, so ist es, wie Rabh sagt, heilig, und er zahle fünfzig [Šeqel], und wie Šemuél sagt, überhaupt nicht heilig.",
"R. Joseph wandte ein: Erklärlich ist es, daß Šemuél gegen Rabh über den Verkauf streitet, denn es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das bereits verkaufte [Feld im Jobeljahre] zurückgeht, um wieviel weniger kann das noch nicht verkaufte verkauft werden,",
"aber ist denn hierbei vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, es wird ja gelehrt, wenn das Jobeljahr heranreicht und es nicht ausgelöst wird, nehmen die Priester es in Besitz und zahlen den Wert — so R. Jehuda!? —",
"Šemuél ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, sie nehmen es in Besitz und zahlen nichts."
],
[
"Rabh aber ist der Ansicht, immerhin gelangt es nicht zurück zum Eigentümer; es gelangt zu den Priestern, und die Priester erhalten es vom Tische des Höchsten. —",
"Was ist der Grund Rabhs? — Die Schrift sagt: und wenn vom Jobeljahre ab, das Jobeljahr ist einbegriffen. —",
"Und Šemuél!? — Heißt es etwa: wenn im Jobeljahre, es heißt ja: wenn vom Jobeljahre, vom Jahre nach dem Jobeljahre ab. —",
"Erklärlich ist es nach Rabh, daß es heißt: wenn vom Jobeljahre, und:wenn nach dem Jobeljahre, was aber heißt nach Šemuél: wenn nach dem Jobeljahre!? — Nach nach. —",
"Man wandte ein: Man heilige sowohl vor dem Jobeljahre als auch nach dem Jobeljahre, im Jobeljahre selber aber heilige man nicht; hat man geheiligt, so ist die Heiligung ungültig!? — Rabh kann dir erwidern: es erfolgt keine Heiligung mit einem Abzuge, wohl aber ist es heilig, und er zahlefünfzig [Šeqel]. —",
"Demnach ist es vor dem Jobeljahre heilig und mit einem Abzuge auszulösen, dagegen sagen ja Rabh und Šemuél beide, man könne nicht unter zwei Jahren heiligen und mit einem Abzuge auslösen!? —",
"Rabh kann dir erwidern: hier ist die Ansicht der Rabbanan vertreten, während ich der Ansicht Rabbis bin; dieser sagt:ersten, und der erste ist einbegriffen,siebenten, und der siebente ist einbegriffen, ebenso auch hierbei: im [Jobeljahre], und das Jobeljahr ist einbegriffen. —",
"Welches Bewenden hat es, wenn Rabbi so auslegt, mit dem Pondion!?",
"Wolltest du erwidern, er halte nichts davon, so wird ja gelehrt: [Über den Fall], wenn er [das Feld] zwei oder drei Jahre vor dem Jobeljahre geheiligt hat, sagte Rabbi: Ich sage, er müsse einen Sela͑ und ein Pondion zahlen!? — Rabbi ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und nach unten gezählt. —",
"Nach Šemuélmuß man also sagen, Rabbi sei der Ansicht der Rabbanan, denn wenn der des R. Jehuda, müßte es ja heißen: einen Sela͑ und zweiPondion. Nach Šemuél ist Rabbi also notgedrungen der Ansicht der Rabbanan. —",
"Komm und höre: Und man löse nicht aus weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre. Erklärlich ist es nach Šemuél, daß man nicht weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre auslöse, wieso aber nach Rabh [nicht weniger] als ein Jahr nach dem Jobeljahre!? —",
"Du glaubst wohl, ‘nach dem Jobeljahre’ sei wörtlich zu verstehen, ‘nach dem Jobeljahre’ heißt"
],
[
"in der Mitte des Jobelzyklus; solange das Jahr nicht voll ist, ist nichts abzuziehen. —",
"Er lehrt uns also, daß man dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht anrechne, und dies lehrt er ja ausdrücklich: man rechne dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht an!? — Er gibt den Grund an: man löse weniger als ein Jahr nach dem Jobeljahre deshalb nicht aus, weil man dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht anrechne.",
"MAN RECHNE DIE [EINZELNEN] MONATE NICHT AN &C. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man dem Heiligtume die [einzelnen] Monate nicht anrechne? Es heißt:so berechne ihm der Priester das Geld nach Verhältnis der Jahre, die noch übrig bleiben; man rechne die Jahre, man rechne aber nicht die Monate.",
"Woher, daß man, wenn man die Monate zu einem Jahre zusammenrechnen will, dies tue, in dem Falle, wenn man es in der Mitte des achtundvierzigstengeheiligt hat?",
"Es heißt: so berechne ihm der Priester, in jedem Falle.",
" WENN JEMAND ZUR ZEIT DES JOBELGESETZESSEIN FELD HEILIGT, SO ZAHLE ER FÜR DIE AUSSAATFLÄCHE EINES ḤOMERS GERSTE FÜNFZIG SILBERŠEQEL. SIND DA ZEHN HANDBREITEN TIEFE SPALTEN ODER ZEHN HANDBREITEN HOHE FELSEN VORHANDEN, SO WERDEN SIE NICHT MITGEMESSEN, WENN KLEINERE, SO WERDEN SIE MITGEMESSEN.",
"HAT ER ES ZWEI ODER DHEI JAHRE VOR DEM JOBELJAHRE GEHEILIGT, SO ZAHLE ER EINEN SELA͑ UND EIN PONDIONFÜR DAS JAHR. Sagt jemand, er wolle jährlich den JAHRESBETRAG ZAHLEN, SO HÖRE MAN NICHT AUF IHN, VIELMEHR MUSS ER ALLES ZUSAMMEN BEZAHLEN. EINERLEI OB DER EIGENTÜMER ODER IRGEND EIN ANDERER. DER UNTERSCHIED ZWISCHEN DEM EIGENTÜMER UND JEDEM ANDEREN BESTEHT NUR DARIN, DASS DER EIGENTÜMER DAS FÜNFTELHINZGFÜGEN MUSS, WÄHREND EIN ANDERER DAS FÜNFTEL NICHT HINZUZUFÜGEN BRAUCHT.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Ein Kor Aussaat, nicht aber ein Kor Ertrag. Handwurf, nicht aber Ochsenwurf. Levi lehrte: Nicht zu dick und nicht zu dünn, sondern mittelmäßig.",
"SIND DA SPALTEN &C. TIEF VORHANDEN. Sollten sie doch gesondert heilig sein!?",
"Wolltest du erwidern, da sie keine Korfläche haben, seien sie nicht heilig, so wird ja gelehrt:Feld, was lehrt dies? Da es heißt:die Aussaat eines Ḥomers Gerste für fünfzig Šeqel Silber, so weiß ich dies nur von dem Falle, wenn er es auf diese Weisegeheiligt hat, woher, daß auch ein Lethekh oder ein halbes Lethekh, eine Sea oder eine halbe Sea͑, ein Trikab oder ein halber Trikab einbegriffen sind? Es heißt Feld, in jedem Falle.",
"Mar U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Hier wird von Spalten voll Wasser gesprochen, die zum Besäen ungeeignet sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt von diesen zusammen mit Felsen. Schließe hieraus. —",
"Demnach sollte dies auch von kleineren gelten!? — Solche heißen Erdritzen, oder heißen Erdadern.",
"HAT ER ZWEI ODER DREI &C. GEHEILIGT. Die Rabbanan lehrten:",
"Und es wird abgezogen von der Schätzung, auch dem Heiligtume; wenn das Heiligtum zwei oder drei Jahre davon genossen hat, oder es davon nichts hatte, sondern es in seinem Besitze war, so ziehe er ab einen Sela͑ und ein Pondion für das Jahr.",
"SAGT JEMAND, ER WOLLE &C. ZAHLEN. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn der Eigentümer sagt, er wolle jährlich den Jahresbetrag zahlen, man auf ihn nicht höre? Es heißt: so berechne ihm der Priester das Geld, nur das ganze Geld zusammen. Einerlei ob der Eigentümer oder irgend ein anderer; der Unterschied zwischen dem Heiligtume und jedem anderen besteht nur darin, daß der Eigentümer das Fünftel hinzufügen muß, während ein anderer das Fünftel nicht hinzuzufügen braucht.",
" HAT ER ES GEHEILIGT UND AUSGELÖST, SO KOMMT ES IM JOBELJAHRE NICHT AUS SEINEM BESITZE; HAT SEIN SOHN ES AUSGELÖST, SO GELANGT ES IM JOBELJAHRE AN SEINEN VATER. WENN EIN FREMDER ODER EINER VON DEN VERWANDTEN ES AUSGELÖST UND ER ES VON DIESEM AUSGELÖST, HAT, SO GELANGT ES IM JOBELJAHRE AN DIE PRIESTER.",
"WENN EINER DER PRIESTER ES AUSGELÖST HAT UND ES SICH IN SEINEM BESITZE BEFINDET, SO KANN ER NICHT SAGEN: DA ES IM JOBELJAHRE AN DIE PRIESTER GELANGT UND ES SICH IN MEINEM BESITZE BEFINDET, SO GEHÖRT ES MIR, VIELMEHR KOMMT ES AUS SEINEM BESITZE UND WIRD AN ALL SEINE PRIESTERBRÜDER VERTEILT."
],
[
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:",
"Wenn er das Feld nicht auslöst, der Eigentümer;wenn er das Feld verkauft, der Schatzmeister;",
"einem anderen Manne, einem anderen, nicht aber seinem Sohne. Du sagst, einem anderen, nicht aber seinem Sohne, vielleicht ist dem nicht so, sondern einem anderen, nicht aber seinem Bruder. — Wenn es Mann heißt, so gilt dies ja auch von seinem Bruder, somit schließt [das Wort] anderen seinen Sohn aus. —",
"Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? — Ich schließe den Sohn ein, der anstelle seines Vaters tritt hinsichtlich der Bestimmungund des hebräischen Sklaven. —",
"Im Gegenteil, der Bruder ist ja einzuschließen, da er anstelle des Bruders tritt bei der Schwagerehe!? — Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, ist aber ein Sohn vorhanden, so erfolgt keine Schwagerehe. —",
"Es sollte doch schon der Umstand genügen, daß bei jenem zweierlei und bei diesem nur eineszu berücksichtigen ist!? —",
"Hinsichtlich des hebräischen Sklavenwird es eben aus dieser Erwiderung gefolgert: die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist.",
"Rabba b. Abuha fragte: Kann eine Tochter ihrem Vater das Feld erhalten? Kann sie es ihm erhalten, wie auch bei der Schwagerehe Sohn und Tochter gleichmäßig entbinden, oder aber kann sie es ihm nicht erhalten, da auch bei der Erbschaft die Tochter dem Sohne gegenüber als Fremdegilt. —",
"Komm und höre: In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wer dem Sohne gegenüber als Fremdergilt. Einem Sohne gegenüber gilt auch diese als Fremde.",
"R. Zera fragte: Wer erhält einer Fraudas Feld? Erhältes ihr der Ehemann, der sie auch beerbt, oder erhält es ihr der Sohn, derauch das Anwartschaftlichewie das Vorhandene erhält? — Dies bleibt unentschieden.",
"Rami b. Ḥama fragte R. Ḥisda: Fällt es, wenn er es weniger als zwei Jahre vor dem Jobeljahre geheiligt hat, den Priestern zu?",
"Dieser erwiderte: Du denkst wohl, [weil es heißt:]und es wird abgezogen von der Schätzung,so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre ausgeht, nur wenn ein Abzug erfolgt, nicht aber, wenn kein Abzug erfolgt;",
"im Gegenteil, [es heißt:]wenn er das Feld nicht auslöst, so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre ausgeht, und auch dieses ist auszulösen.",
"WENN EINER VON DEN PRIESTERN ES AUSGELÖST HAT &C. Die Rabbanan lehrten:Dem Priester bleibe sein Erbbesitz. Was lehrt dies?",
"Woher, daß, wenn einer von den Priestern ein Feld, das im Jobeljahre den Priestern zufällt, ausgelöst hat, er nicht sagen kann, da es den Priestern zufällt und es sich in meinem Besitze befindet, so gehört es mir, denn dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn mir fremdes zufällt, um wieviel mehr mein eigenes,",
"so heißt es: sein Erbbesitz, und dies ist nicht seines. Was geschieht? Es kommt aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt.",
"iv WENN DAS JOBELJAHR HERANREICHT UND ES NICHT AUSGELÖST WIRD, SO NEHMEN ES DIE PRIESTER IN BESITZ UND ZAHLEN DEN GELDWERT — SO R. JEHUDA. R. ŠIMO͑N SAGT, SIE NEHMEN ES IN BESITZ UND ZAHLEN NICHTS.",
"R. ELIE͑ZERSAGT, WEDER NEHMEN SIE ES IN BESITZ NOCH ZAHLEN SIE ETWAS, VIELMEHR IIEISST ES ‘VERLASSENES FELD’, BIS ZUM NÄCHSTEN JOBELJAHRE; WENN DAS NÄCHSTE JOBELJAHR HERANREICHT UND ES NICHT AUSGELÖST WIRD, SO HEISST ES ‘WIEDERHOLT VERLASSENES FELD’, BIS ZUM DRITTEN JOBELJAHRE. NICHT EHER NEHMEN DIE PRIESTER ES IN BESITZ, ALS BIS EIN ANDERER ES AUSGELÖST HAT.",
"GEMARA. Was ist der Grund R. Jehudas? — Er folgert dies durch [das Wort] heilig von der Heiligung eines Hauses:",
"wie dieses durch eine Geldzahlung, ebenso jenes durch eine Geldzahlung. —",
"Und der des R. Šimo͑n? — Er folgert dies durch [das Wort] heilig von den Lämmern des Wochenfestes: wie diese unentgeltlich, ebenso jenes unentgeltlich. —",
"Sollte doch auch R. Jehuda es von den Lämmern des Wochenfestes folgern!? — Man folgere hinsichtlich des Heiligen für den Tempelreparaturfonds"
],
[
"vom Heiligen für den Tempelreparaturfonds, nicht aber folgere man hinsichtlich des Heiligen für den Tempelreparaturfonds vom Heiligen für den Altar. —",
"Sollte doch auch R. Šimo͑n es von der Heiligung eines Hauses folgern!? — Man folgere hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, von einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, nicht aber folgere man hinsichtlich einer Sache, die ein Geschenk an die Priester ist, von einer Sache, die kein Geschenk an die Priester ist.",
"R. ELIEZEK SAGT, WEDER NEHMEN SIE ES IN BESITZ NOCH ZAHLEN SIE ETWAS &C.",
"Rabba sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Die Schrift sagt: wenn er das Feld nicht auslöst, so kann es nicht mehr ausgelöst werden; oder wenn er das Feld verkauft, so soll das Feld,wenn es im Jobeljahre ausgeht.",
"Abajje sprach: Ein scharfes Messer zerschneidet die Schriftverse! Vielmehr, sagte Abajje, ist der Grund R. Elie͑zers, wie gelehrt wird: Es kann nicht ausgelöst werden; man könnte glauben, nicht ausgelöst, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um wie ein gekauftes Feld zu sein.",
"Wann: wollte man sagen, im ersten Jobeljahre, wieso kann es nicht ausgelöst werden, es bleibt ja sogar Erbbesitzfeld; doch wohl im nächsten Jobeljahre.",
"Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, so gelangt es ja an die Priester, doch wohl nach R. Elie͑zer. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß dies der Grund R. Elie͑zers ist. —",
"Glaubst du: wofür verwenden demnach R. Jehuda und R. Šimo͑n [das Wort] mehr? Vielmehr wird hier von einem Felde gesprochen, das den Priestern zugefallen war; wenn der Priester es geheiligt hat und der Eigentümer es auslösen will.",
"Man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.",
"Es wird auch gelehrt:Im Jobeljahre soll das Feld zu dem zurückkehren, von dem er es gekauft hat; man könnte glauben, es kehre zum Schatzmeister zurück, von dem er es gekauft hat, so heißt es:dessen der Erbbesitz des Landes ist.",
"Es sollte doch nur heißen: dessen der Erbbesitz des Landes ist, wozu heißt es noch: von dem er es gekauft hat? Wenn das Feld den Priestern zugefallen war und der Priester es verkauft hat, worauf der Käufer es geheiligt hat, und darauf ein andrer es ausgelöst hat. Man könnte glauben, es kehre zum ersten Eigentümer zurück, so heißt es: von dem er es gekauft hat.",
"Und sowohl [die Worte:] es kann nicht ausgelöst werden, als auch [die Worte:] von dem er es gekauft hat, sind nötig.",
"Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: es kann nicht ausgelöst werden, so könnte man glauben, wenn es überhaupt nicht zurückkehrt, hierbei aber, wo es zurückkehrt, kehre es zum Eigentümer zurück; daher schrieb der Allbarmherzige: von dem er es gekauft hat.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: von dem er es gekauft hat, so könnte man glauben, wenn der Eigentümer nicht das Geld zahlt, hierbei aber, wo der Eigentümer das Geld zahlt, bleibe es in seinem Besitze; daher schrieb der Allbarmherzige: es kann nicht ausgelöst werden.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: es kann nicht ausgelöst werden, nicht aber mehr, so könnte man glauben, es könne überhaupt nicht ausgelöst werden; daher schrieb der Allbarmherzige mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten. —",
"Wie bleibt es damit? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:so soll das Feld sein, wenn es im Jubeljahre ausgeht, wenn es aus dem Besitze eines anderen ausseht."
],
[
"Sie fragten: Gilt beim nächsten Jobeljahre der Eigentümer als anderer oder nicht? —",
"Komm und höre: Es kann nicht ausgelöst werden; man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.",
"Wann: wollte man sagen, im ersten Jobeljahre, wieso kann es nicht ausgelöst werden, es bleibt ja sogar Erbbesitzfeld; doch wohl im nächsten Jobeljahre.",
"Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda und R. Šimo͑n, so gelangt es ja an die Priester, doch wohl nach R. Elie͑zer. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Eigentümer im nächsten Jobeljahre als anderer gilt. —",
"Glaubst du: wofür verwenden demnach R. Jehuda und R. Šimo͑n [das Wort] mehr? Vielmehr wird hier von einem Felde gesprochen, das den Priestern zugefallen war, wenn der Priester es geheiligt hat und der Eigentümer es auslösen will. Man könnte glauben, es könne nicht ausgelöst werden, nicht einmal als gekauftes Feld zu gelten, so heißt es mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten.",
"Es wird auch gelehrt: Soll das Feld zu dem zurückkehren, von dem er es gekauft hat; man könnte glauben, es kehre zum Schatzmeister zurück, von dem er es gekauft hat, so heißt es: dessen der Erbbesitz des Landes ist.",
"Wieso aber heißt es: von dem er es gekauft hat? Wenn das Feld den Priestern zugefallen war und der Priester es verkauft hat, worauf der Käufer es geheiligt und ein anderer es gekauft hat. Man könnte glauben, es kehre zum ersten Eigentümer zurück, so heißt es: von dem er es gekauft hat.",
"Und sowohl [die Worte:] es kann nicht ausgelöst werden, als auch [die Worte:] von dem er es gekauft hat, sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: es kann nicht ausgelöst werden, so könnte man glauben, wenn es überhaupt nicht zurückkehrt; daher schrieb der Allbarmherzige: von dem er es gekauft hat.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: von dem er es gekauft hat, so könnte man glauben, wenn der Eigentümer nicht das Geld zahlt, hierbei aber, wo der Eigentümer das Geld zahlt, bleibe es in seinem Besitze; daher schrieb der Allbarmherzige: es kann nicht ausgelöst werden.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: es kann nicht ausgelöst werden, nicht aber mehr, so könnte man glauben, es könne überhaupt nicht ausgelöst werden; daher schrieb der Allbarmherzige mehr, es kann nicht ausgelöst werden, um das zu sein, was zuvor, wohl aber kann es ausgelöst werden, um als gekauftes Feld zu gelten. —",
"Wie ist es nun? — Komm und höre: R. Elie͑zer sagte: Hat der Eigentümer es im nächsten Jobeljahre ausgelöst, so fällt es im Jobeljahre den Priestern zu.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Wir haben ja aber eine anders lautende Lehre: R. Elie͑zer sagt, die Priester nehmen es nicht eher in Besitz, als bis ein anderer es ausgelöst hat!? Dieser erwiderte: Im nächsten Jobeljahre gleicht der Eigentümer einem anderen.",
"Manche lesen: R. Elie͑zer sagte: Hat [der Eigentümer] es im nächsten Jobeljahre ausgelöst, so fällt es im Jobeljahre den Priestern nicht zu. Rabina sprach zu R. Aši: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Elie͑zer sagt, die Priester nehmen es nicht eher in Besitz, als bis ein anderer es ausgelöst hat. Dieser erwiderte ihm: Wenn nur die Mišna, so könnte man glauben, im nächsten Jobeljahre gelte der Eigentümer als anderer, so lehrt er uns.",
"v WENN JEMAND VON SEINEM VATER EIN FELD GEKAUFT HAT UND SEIN VATER GESTORBEN IST, UND ER ES NACHHER GEHEILIGT HAT, SO GILT ES ALS ERBBESITZFELD; WENN ER ES ABER GEHEILIGT HAT UND SEIN VATER NACHHER GESTORBEN IST, SO GILT ES ALS GEKAUFTES FELD — SO R. MEÍR.",
"R. JEHUDA UND R. ŠIMO͑N SAGEN, ES GELTE ALS ERBBFSITZFELD, DENN ES HEISST:wenn sein gekauftes Feld, das nicht zu den Feldern seines Erbbesitzes gehört, EIN FELD, DAS ERBBESITZ ZU WERDEN NICHT GEEIGNET WAR, AUSGENOMMEN DIESES, DAS ERBBESITZFELD ZU WERDEN GEEIGNET WAR.",
"EIN GEKAUFTES FELD GELANGT IM JOBELJAHRE NICHT AN DIE PRIESTER, DENN NIEMAND KANN HEILIGEN, WAS NICHT IHMGEHÖRT. PRIESTER UND LEVITEN KÖNNEN IMMER HEILIGEN UND IMMER AUSLÖSEN, OB VOR DEM JOBELJAHRE ODER NACH DEM JOBELJAHRE.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft und es geheiligt hat, und der Vater darauf gestorben ist, es als sein Erbbesitzfeld gilt? Es heißt: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu den Feldern seines Erbbesitzes gehört, ein Feld, das Erbbesitzfeld zu werden nicht geeignet war, ausgenommen dieses, das Erbbesitzfeld zu werden geeignet war — so R. Jehuda und R. Šimo͑n.",
"R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand ein Feld von seinem Vater gekauft hat und sein Vater gestorben ist, und er es darauf geheiligt hat, es als sein Erbbesitzfeld gilt? Es heißt: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu den Feldern seines Erbbesitzes gehört, ein Feld, das nicht Erbbesitzfeld ist, ausgenommen dieses, das sein Erbbesitzfeld ist.",
"Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht. R. Meír ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze der Sache,",
"und R. Jehuda und R. Šimo͑n sind der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze der Sache.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Sonst gleicht auch nach R. Šimo͑n und R. Jehuda der Besitz der Früchte dem Besitze der Sache,"
],
[
"hierbei aber fanden sie einen Schriftvers und legten ihn aus. Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein Erbbesitzfeld ist, oder: das nicht Erbbesitzfeld ist, wenn es aber heißt: zu den Feldern seines Erbbesitzes, so bedeutet dies, ein Feld, das nicht geeignet ist, Erbbesitzfeld zu sein, ausgenommen dieses, das geeignet ist, Erbbesitzfeld zu sein.",
"PRIESTER UND LEVITEN KÖNNEN IMMER HEILIGEN &C. Allerdings ist dies vom Auslösen zu lehren nötig, um Jisraéliten auszuschließen, die nur bis zum Jobeljahre auslösen können, er lehrt uns daher, daß Priester und Leviten immer auslösen können: von der Heiligung aber gilt dies ja nicht nur von Priestern und Leviten, dies gilt ja auch von Jisraéliten!?",
"Wolltest du erwidern: im Jobeljahre selbst, so stimmt dies allerdings nach Šemuél, welcher sagt, man könne im Jobeljahre nicht heiligen, daher lehrt er uns, daß Priester und Leviten immer heiligen können, wieso aber wird dies nach Rabh von Priestern und Leviten gelehrt, dies gilt ja auch von Jisraéliten!? —",
"Wozu heißt es, auch nach deiner Auffassung: ob vor dem Jobeljahre oder nach dem Jobeljahre? Vielmehr lehrt er, da er im Anfangsatzelehrt: vor dem Jobeljahre und nach dem Jobeljahre, auch im Schlußsatze: ob nach dem Jobeljahre oder vor dem Jobeljahre.",
"Und da er im Anfangsatze lehrt: [Jisraéliten] können nicht heiligen und nicht auslösen, lehrt er auch im Schlußsatze: [Priester] können heiligen und auslösen.",
"",
" WENN JEMAND SEIN FELD GEHEILIGT HAT ZUR ZEIT, WO DAS JOBEL GESETZ KEINE GELTUNG HAT, SO SAGE MAN ZU IHM, FANGE DU ZUERST AN; DER EIGENTÜMER HAT NÄMLICH DAS FÜNFTEL HINZUZUFÜGEN, JEDER ANDERE ABER HAT DAS FÜNFTEL NICHT HINZUZUFÜGEN.",
"EINST HATTE JEMAND SEIN FELD GEHEILIGT, WEIL ES SCHLECHT WAR, UND ALS MAN ZU IHM SAGTE, DASS ER ZUERST ANFANGE, SPRACH ER: ES SEI MEIN UM EINEN ASSAR. R. JOSE SAGT, DIESER HABE NICHT UM EINEN ASSAR GESAGT, SONDERN UM EIN EI. DAS GEHEILIGTE KANN NÄMLICH DURCH GELD UND GELDESWERT AUSGELÖST WERDEN. DA SPRACH [DER SCHATZMEISTER] ZU IHM: ES SEI DEIN. ES ERGAB SICH, DASS ER EINEN ASSAR VERLOR UND SEIN FELD BEHIELT.",
"GEMARA. WENN JEMAND SEIN FELD GEHEILIGT HAT ZUR ZEIT &C. Wieso ‘sage man’, es wird ja gelehrt, daß man ihn zwinge!? — Unter ‘sagen’ ist eben zu verstehen, man zwinge ihn. Wenn du aber willst, sage ich: zuerst sage man zu ihm, und wenn er gehorcht, so ist es recht, wenn aber nicht, so zwinge man ihn.",
"DER EIGENTÜMER HAT NÄMLICH DAS FÜNFTEL HINZUZUFÜGEN &C. Wozu [die Begründung], der Eigentümer habe das Fünftel hinzuzufügen, es genügt ja der Umstand, daß der Eigentümer, da er daran hängt, mehr zahlt und es auslöst!?",
"Ferner hat ja das Gebot des Auslösens durch den Eigentümer zu erfolgen!? — Er meint es außerdem: erstens zahlt er mehr, da er daran hängt, und löst es aus, zweitens hat das Gebot des Auslösens durch den Eigentümer zu erfolgen, und außerdem hat der Eigentümer das Fünftel hinzuzufügen &c.",
"EINST HATTE JEMAND SEIN FELD GEHEILIGT &C. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. Jose ist der Ansicht, Geldeswert gleiche dem Gelde, und die Rabbanan sind der Ansicht, Geldes wert gleiche nicht dem Gelde;",
"aber uns ist es ja bekannt, daß Geldeswert dem Gelde gleiche!? — Alle sind der Ansicht, Geldeswert gleiche dem Gelde, hier aber streiten sie, ob man mit einer Sache auslösen könne, von der das Fünftel keine Peruṭa wert ist. Der erste Autor ist der Ansicht, man könne auslösen mit einem Assar, dessen Fünftel eine Peruṭa wert ist, und R. Jose ist der Ansicht, man könne auslösen auch mit einem Ei.",
"DA SPRACH [DER SCHATZMEISTER] ZU IHM: ES SEI DEIN. ES ERGAB SICH, DASS ER EINEN ASSAR VERLOR UND SEIN FELD BEHIELT. Anonym nach den Rabbanan.",
"ii WENN EINER SAGT: ES SEI MEIN FÜR ZEHN SELA͑, UND EINER SAGT: FÜR ZWANZIG, UND EINER SAGT: FÜR DREISSIG, UND EINER SAGT: FÜR VIERZIG, UND EINER SAGT: FÜR FÜNFZIG, UND DER FÜNFZIG GEBOTEN HAT, ZURÜCKTRITT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN GÜTERN; TRITT DER ZURÜCK, DER VIERZIG GEBOTEN HAT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN GÜTERN; \n",
"TRITT DER ZURÜCK, DER DREISSIG GEBOTEN HAT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN GÜTERN; TRITT DER ZURÜCK, DER ZWANZIG GEBOTEN HAT, SO PFÄNDE MAN BIS ZEHN VON SEINEN GÜTERN; TRITT DER ZURÜCK, DER ZEHN GEBOTEN HAT, SO VERKAUFE MAN ES FÜR DEN WERT, UND DEN REST FORDERE MAN EIN VON DEM, DER ZEHN GEBOTEN HAT.",
"WENN DER EIGENTÜMER ZWANZIG BIETET UND EIN ANDERER ZWANZIG BIETET, SO GEHT DER EIGENTÜMER VOR, WEIL ER DAS FÜNFTEL HINZUFÜGT. iii SAGT JEMAND: ES SEI MEIN FÜR EINUNDZWANZIG, \n"
],
[
"SO HAT DER EIGENTÜMER SECHSUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; WENN ZWEIUNDZWANZIG, SO HAT DER EIGENTÜMER SIEBENUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; \n",
"WENN DREIUNDZWANZIG, SO HAT DER EIGENTÜMER ACHTUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; WENN VTERUNDZWANZIG, SO HAT DER EIGENTÜMER NEUNUNDZWANZIG ZU ZAHLEN; WENN FÜNFUNDZWANZIG, SO HAT DER EIGENTÜMER DREISSIG ZU ZAHLEN; ER BRAUCHT NÄMLICH ZUM MEHRGEBOTE DES ANDEREN DAS FÜNFTEL NICHT HINZUZUFÜGEN.",
"WENN ABER EINER SAGT: ES SEI MEIN FÜR SECHSUNDZWANZIG, SO GEHT DER EIGENTÜMER VOR, WENN ER EINUNDDREISSIG UND EINEN DENAR BIETET, WENN ABER NICHT, SO SAGT MAN ZU JENEM: DU HAST ES ERSTANDEN.",
"GEMARA. R. Ḥisda sagte: Dies nur dann, wenn der, der vierzig geboten hat, bei seinem Gebote bleibt,",
"wenn aber der, der vierzig geboten hat, nicht bei seinem Gebote bleibt, so verteile man es unter ihnen. —",
"Es wird gelehrt: tritt der zurück, der vierzig geboten hat, so pfände man bei ihm bis zehn. Weshalb denn, der fünfzig geboten hat, sollte doch mit ihmzahlen!? — Wenn der, der fünfzig geboten hat, nicht mehr da ist. —",
"Tritt der zurück, der dreißig geboten hat, so pfände man bis zehn von seinen Gütern. Weshalb denn, der vierzig geboten hat, sollte doch mit ihm zahlen!? —Wenn der, der vierzig geboten hat, nicht mehr da ist.— Tritt der zurück, der zwanzig geboten hat, so pfände man bis [zehn] von seinen Gütern. Weshalb denn, der dreißig geboten hat, sollte doch mit ihm zahlen!? — Wenn der, der dreißig geboten hat, nicht mehr da ist. —",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären? Tritt der zurück, der zehn geboten hat, so verkaufe man es für den Wert, und den Rest fordere man ein von dem, der zehn geboten hat. Der zwanzig geboten hat, sollte doch mit ihm zahlen!? Wolltest du erwidern, auch hierbei in dem Falle, wenn der, der zwanzig geboten hat, nicht mehr da ist, wieso heißt es demnach: fordere man ein von dem, der zehn geboten hat, es sollte doch heißen: fordere man von ihmein!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Ḥisda, dies ist kein Einwand; eines, wenn gleichzeitig, und eines, wenn nach einander. Ebenso wird auch gelehrt: Treten sie alle gleichzeitig zurück, so verteile man es unter ihnen. Wir haben ja aber gelernt, daß man bis zehn von seinen Gütern pfände? Wahrscheinlich ist es nach R. Ḥisda zu erklären. Schließe hieraus.",
"Manche führen dies als Widerspruch an: Wir haben gelernt, wenn der zurücktritt, der zehn geboten hat, verkaufe man es für den Wert und fordere den Rest ein von dem, der zehn geboten hat, und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß man es unter ihnen verteile!? R. Ḥisda erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines, wenn gleichzeitig, und eines, wenn nach einander.",
"WENN DER EIGENTÜMER ZWANZIG BIETET UND EIN ANDERER ZWANZIG &C. Demnach ist das Fünftel bevorzugter; ich will auf einen Widerspruch hinweisen. Wennder Eigentümer einen Sela͑ bietet und ein anderer einen Sela͑ und einen Assar, so geht der vor, der einen Sela͑ und einen Assar bietet, weil er zum Grundwerte hinzufügt!? —",
"Hierbei, wo das Fünftel ein Gewinn des Heiligtumes ist, ist das Fünftel bevorzugter, da aber, wo das Fünftel ein Gewinn des Eigentümers ist, ist auf ein höheres Lösegeld zu achten, das Fünftel aber geht uns nicht an.",
"SAGT JEMAND: ES SEI MEIN &C. FÜR FÜNFUNDZWANZIG, SO HAT DER EIGENTÜMER DREISSIG ZU ZAHLEN. Der Eigentümer kann ja sagen: jemand ist meinerstatt eingetreten!? — Wenn der Eigentümer einen Denar [mehr] gebotenhat. —",
"Sollte er doch lehren: [und] einen Denar!? — Er nimmt es nichtgenau. — Etwa nicht, er lehrt ja: so geht der Eigentümer vor, wenn er einunddreißig und einen Denar bietet!? Vielmehr, erwiderte Raba, wenn der Eigentümer eine Peruṭa [mehr] bietet, und damit nimmt er es nicht genau.",
"ER BRAUCHT ZUM MEHRGEBOTE &C. NICHTS HINZUZUFÜGEN. R. Ḥisda sagte: Dies nur dann, wenn das Heilige nicht von dreien geschätzt wordenist, ist aber das Heilige von dreien geschätzt worden, so muß er hinzufügen.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, er füge hinzu, und die Schule Hillels sagt, er füge nicht hinzu. In welchem Falle: ist es nicht geschätzt worden, was ist dann der Grund der Schule Šammajs, doch wohl, wenn es geschätzt worden ist. —",
"Demnach lehrte R. Ḥisda nach der Schule Šammajs!? — Tatsächlich, wenn es nicht geschätzt worden ist, und die Schule Šammajs ist erschwerend.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wenn es geschätzt worden ist, und man wende es um: die Schule Šammajs sagt, er füge nicht, hinzu. — Demnach sollte er es doch unter den Erleichterungen der Schule Šammajs und Erschwerungen der Schule Hillelslehren!? — Vielmehr, tatsächlich, wenn es nicht geschätzt worden ist, und die Schule Šammajs ist erschwerend.",
"WENN EINER ABER SAGT: ES SEI MEIN FÜR SECHSUNDZWANZIG &C. Nur wenn er es will, sonst aber nicht,",
"denn er kann sagen: jemand ist meinerstatt eingetreten. —",
"Welches Bewenden hat es mit dem Denar? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn der Eigentümer von vornherein einen Betrag geboten hat, der einunddreißig und einem Denar entspricht;"
],
[
"wenn er nämlich einundzwanzig gebotenhat, so geht der Eigentümer vor; wenn aber nicht, so sagt man zu ihm: du hast es erstanden.",
"iv MAN KANN ALS BANNGUT WEIHEN [EINEN TEIL] VON SEINEN SCHAFEN, SEINEN RINDERN, SEINEN KENAA͑NITISCHEN SKLAVEN UND SKLAVINNEN UND VON SEINEM ERBBESITZFELDE. HAT JEMAND ALLES ALS BANNGUT GEWEIHT, SO IST ES KEIN BANNGUT — SO R. ELIE͑ZER. R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SPRACH: WENN EIN MENSCH NICHT EINMAL DEM HÖCHSTEN ALL SEINE GÜTER ALS BANNGUT WEIHEN DARF, UM WIEVIEL MEHR IST ES SONST PFLICHT EINES MENSCHEN, SEINE GÜTER ZU SCHONEN.",
"GEMARA. Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:Von allem, was sein, nicht aber alles, was sein; von Menschen, nicht aber alle Menschen; vom Vieh, nicht aber alles Vieh; vom Erbbesitzfelde, nicht aber alle Erbbesitzfelder.",
"Man könnte glauben, man dürfe es nicht als Banngut weihen, wenn man aber geweiht hat, sei es gültig, so heißt es nur — so R. Elie͑zer. R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach: Wenn ein Mensch nicht einmal dem Höchsten all seine Güter als Banngut weihen darf, um wieviel mehr ist es sonst Pflicht eines Menschen, sein Vermögen zu schonen.",
"Und alles ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: von allem, was sein, so könnte man glauben, alles, was er hat, dürfe man nicht als Banngut weihen, eine Art aber dürfe man vollständig als Banngut weihen, daher schrieb der Allbarmherzige: von Menschen, nicht aber alle Menschen.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: von Menschen, [so könnte man glauben,] weil man ohne Arbeitnicht auskommen kann, bei einem Felde aber ist Pacht möglich. Und würde er es nur von beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil dieses zum Leben nötig ist und jene zum Leben nötig sind, bewegliche Sachen aber könne man vollständig als Banngut weihen. Daher ist alles nötig.",
"Wozu ist dies vom Vieh nötig? — Wegen der folgenden Lehre: Man könnte glauben, ein Mensch dürfe seinen Sohn, seine Tochter, seine hebräischen Sklaven und Sklavinnen und sein gekauftes Feld als Banngut weihen, so heißt es Vieh; wie es einem freisteht, sein Vieh zu verkaufen, ebenso alles andre, was er verkaufen darf.",
"Man könnte glauben, man dürfe seine minderjährige Tochter, die man verkaufen darf, als Banngut weihen, so heißt es Vieh; wie man sein Vieh für immer verkaufen darf, ebenso alles andere, was man für immer verkaufen darf.",
"R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SPRACH: WENN EIN MENSCH NICHT EINMAL DEM HÖCHSTEN &C. Das sagt ja auch der erste Autor!? —",
"Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Lehre R. Ilas, denn R. Ila sagte: In Uša haben sie angeordnet, wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel.",
"Einst wollte jemand mehr als ein Fünftel verschwenden, und seine Genossen ließen es nicht zu; das war R. Ješebab. Manche sagen, R. Ješebab wollte es, und seine Genossen ließen es nicht zu, das war R. A͑qiba.",
" WENN JEMAND SEINEN SOHN, SEINE TOCHTER, SEINEN HEBRÄISCHEN SKLAVEN, SEINE HEBRÄISCHE SKLAVIN ODER SEIN GEKAUFTES FELD ALS BANNGUT WEIHT, SO SIND SIE KEIN BANNGUT, DENN NIEMAND KANN ALS BANNGUT WEIHEN, WAS NICHT IHM GEHÖRT. PRIESTER UND LEVITEN KÖNNEN NICHTS ALS BANNGUT WEIHEN — SO R. JEHUDA. R. ŠIMO͑N SAGT, PRIESTER KÖNNEN NICHT ALS BANNGUT WEIHEN, WEIL DAS BANNGUT IIINENZUFÄLLT, LEVITEN KÖNNEN ALS BANNGUT WEIHEN, WEIL DAS BANNGUT NICHT IHNEN ZUFÄLLT.",
"RABBI SAGTE: DIE WORTE R. JEHUDAS SIND EINLEUCHTEND BEI GRUNDSTÜCKEN, DENN ES HEISST:denn ein ewiger Erbbesitz ist es ihnen, UND DIE WORTE R. ŠIMO͑NS BEI BEWEGLICHEN SACHEN, DENN DAS BANNGUT GEHÖRT NICHT IHNEN.",
"GEMARA. Einleuchtend ist es nach R. Jehuda, daß Priester nichts als Banngut weihen können, weil das Banngut ihnen gehört, Leviten aber sollten doch, wenn sie auch Grundstücke nicht als Banngut weihen können, denn es heißt: denn ein ewiger Erbbesitz ist es ihnen, bewegliche Sachen als Banngut weihen können!? — Die Schrift sagt:von allem, was ihm gehört &c. von seinem Erbbesitzfelde, sie vergleicht bewegliche Sachen mit Grundstücken. —",
"Erklärlich ist es nach R. Šimo͑n von Priestern, wie wir eben gesagt haben, wieso aber können Leviten, wenn sie auch beweglicheSachen als Banngut weihen können, weil er sie nicht vergleicht, Grundstücke weihen, es heißt ja: denn ein ewiger Erbbesitz ist es ihnen!? — Das Bannen, von dem er spricht, bezieht sich auch nur auf bewegliche Sachen. —",
"Im Schlußsatz lehrt er ja aber: Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind einleuchtend bei Grundstücken und die Worte R. Šimo͑ns bei beweglichen Sachen. Demnach spricht ja R. Šimo͑n auch von Grundstücken!? — Er meint es wie folgt: Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind auch R. Šimo͑n einleuchtend bei Grundstücken, denn R. Šimo͑n streitet gegen ihn nur über bewegliche Sachen, bei Grundstücken aber pflichtet er ihm bei.",
"R. Ḥija b. Abin sagte: Hat jemand bewegliche Sachen als Banngut geweiht, so gebe er sie jedem ihm beliebigen Priester, denn es heißt:alles Gebannte in Jisraél \n"
],
[
"soll dein sein. Hat jemand Felder als Banngut geweiht, so gebe er sie dem Priester der betreffenden Priesterwache, denn es heißt:wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz, und es ist durch [das Wort] dem Priester vom Raube des Proselytenzu folgern. —",
"Woher dies von diesem? — Es wird gelehrt:Dem Herrn, dem Priester, Gott hat es geeignet und dem Priester der jeweiligen Priesterwache gegeben.",
"Da sagst, dem Priester der jeweiligen Priesterwache, vielleicht ist dem nicht so, sondern jedem Priester, der ihm beliebt? Es heißt:abgesehen von dem Sühnewidder, mit dem man ihm Sühne schafft; die Schrift spricht also vom Priester der jeweiligen Priesterwache.",
"Das Feld, das im Jobeljahre den Priestern zufällt, gebe man der Priesterwache, in deren Amtszeit das Jobel fällt. Sie fragten: Wie ist es, wenn erauf einen Šabbathfällt? R. Ḥija b. Ami erwiderte im Namen Ḥulphanas: Man gebe es der abtretenden Priesterwache.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Desgleichenwird auch gelehrt: Es ergibt sich also, daß das Jobeljahr und das Siebentjahr gleichzeitig Erlaßerwirken, jedoch das Jobeljahr am Beginne und das Siebentjahr am Schlusse. —",
"Im Gegenteil, deshalb eben!? — Lies: weil das Jobeljahr &c. —",
"Allerdings das Siebentjahr am Schlusse, denn es heißt:am Schlusse von sieben Jahren halte Erlaß, wieso aber das Jobel am Beginne, es erfolgt ja am Versöhnungstage, denn es heißt:am Versöhnungstage sollt ihr Posaunenschall ergehen lassen in eurem ganzen Linde!? — Hier ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, vertreten, welcher sagt, das Jobel beginne schon am Neujahr.",
"Als Ḥizqija b. Beloṭi dieshörte, ging er und trug es R. Abahu vor. [Er sprach:] Sollte er doch bewegliche Sachen mit Grundstücken vergleichen!? —",
"[Streiten] etwa nicht hierüber Tannaím? Einer vergleicht sie mit einander und einer vergleicht sie nicht, und er ist der Ansicht desjenigen, der sie nicht vergleicht.",
" FÜR DAS DEN PRIESTERN ZUFALLENDE BANNGUT GIBT ES KEINE AUSLÖSUNG, VIELMEHR IST ES DEM PRIESTER ZU GEBEN, WIE DIE HEBE. R. JEHUDA B. BETHERA SAGT, BANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEM TEMPELREPARATURFONDS, DENN ES HEISST:alles Gebannte (in Jisraél) ist hochheilig für den Herrn.",
"DIE WEISEN SAGEN, BANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEN PRIESTERN, DENN ES HEISST:wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz. WIESO ABER HEISST ES: alles Gebannte sei hochheilig für den Herrn? DASS ES HOCHHEILIGES UND MINDERHEILIGES ERFASST.",
" MAN KANN SEINE OPFERTIERE ALS BANNGUT WEIHEN, OB HOCHHEILIGES, ODER MINDERHEILIGES. IST ES GELOBTES, SO GEBE MAN DEN GELDWERT, UND IST ES EINE FREIWILLIGE SPENDE, SO GEBE MAN DEN WERT DER BEFRIEDIGUNG.",
"[HATTE ER GESAGT:] DIESER OCHS SEI EIN BRANDOPFER, SO SCHÄTZE MAN, WIEVIEL JEMAND FÜR DIESEN OCHSEN GEBEN WÜRDE, UM IHN ALS BRANDOPFER DARZUBRINGEN, OBGLEICH ER DAZU NICHT VERPFLICHTET IST.",
"MAN KANN DAS ERSTGEBORENE ALS BANNGUT WEIHEN, OB GEBRECHENFREI ODER GEBRECHENBEHAFTET. WIE LÖSE MAN ES AUS? MAN SCHÄTZE, WIEVIEL JEMAND FÜR DIESES ERSTGEBORENE GEBEN WÜRDE, UM ES DEM SOHNE SEINER TOCHTER ODER DEM SOHNE SEINER SCHWESTERZU GEBEN."
],
[
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Für das den Priestern zufallende Banngut gibt es keine Auslösung, vielmehr ist es dem Priester zu geben. Das Banngut, so lange es sich im Hause des Eigentümers befindet, gleicht in jeder Hinsicht dem Geheiligten, denn es heißt: alles Gebannte (in Jisraél) ist hochheilig für den Herrn. Hat man es dem Priester gegeben, so gilt es in jeder Hinsicht als profan, denn es heißt:alles Gebannte in Jisraél soll dein sein.",
"R. JEHUDA B. BETHERA SAGT, BANNGUT SCHLECHTHIN GEHÖRE DEM TEMPELREPARATURFONDS &C. Erklärlich ist die Ansicht der Rabbanan, wie sie ihren Grund angeben, und auch den Grunddes R. Jehuda b. Bethera [erklären], wofür aber verwendet R. Jehuda b. Bethera [die Worte:] wie das Feld des Bannes? —",
"Diese sind für folgende Lehre nötig: Wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz; was lehrt dies? Woher, daß ein Priester, der sein Banngutfeld geweiht hat, nicht sagen darf: da es den Priestern zufällt und sich in meinem Besitze befindet, bleibe es mein,",
"und dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn mir fremdes zufällt, um wieviel mehr mein eignes, so heißt es: wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als sein Erbbesitz.",
"Was lernen wir aus [den Worten] wie das Feld des Bannes? Was lehren sollte, lernt nun: man vergleiche sein Feld des Bannes mit dem Erbbesitzfelde eines Jisraéliten;",
"wie das Erbbesitzfeld eines Jisraéliten aus seiner Hand kommt und an die Priester verteilt wird, ebenso kommt sein Feld des Bannes aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt. —",
"Und jene!? — Aus [dem Artikel] des Bannes. — Und der andere!? — Die Folgerung aus [dem Artikel] des Bannes leuchtet ihm nicht ein. —",
"Woher entnimmt R. Jehuda b. Bethera, daß es Hochheiliges und Minderheiliges erfaßt!? — Er ist der Ansicht R. Jišma͑éls.",
"Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera. — Rabh läßt die Rabbanan und entscheidet nach R. Jehuda b. Bethera!? — Eine Barajtha lehrt entgegengesetzt. — Er läßt eine Mišna und entscheidet nach der Barajtha!? — Rabh lehrt auch die Mišna entgegengesetzt —",
"Was veranlaßt dich, die Mišna wegen der Barajtha entgegengesetzt zu lehren, sollte er doch die Barajtha wegen der Mišna entgegengesetzt lehren!? — Rabh hatte eine überlieferte Lehre. — Wieso sagte er demnach: wie R. Jehuda b. Bethera, er sollte doch sagen: wie die Rabbanan!? — Er meint es wie folgt: wie ihr sie entgegengesetzt lehrt, ist die Halakha wie R. Jehuda b. Bethera.",
"Einst, weihte jemand in Pumbeditha seine Güter als Banngut, und als er vor R. Jehuda kam, sprach dieser zu ihm: Nimm vier Zuz, weihe sie durch diese aus und wirf sie in den Fluß, sodann sind sie dir erlaubt. Er ist somit der Ansicht, Banngut schlechthin gehöre dem Tempelreparaturfonds. —",
"Also nach Šemuél, welcher sagt, wenn man Heiliges im Werte einer Mine durch den Wert einer Peruṭa ausgeweiht hat, sei es ausgeweiht, aber Šemuél sagt es ja nur von dem Falle, wenn man bereits ausgeweiht hat, sagt er es etwa auch von vornherein!? —",
"Dies nur zur Zeit, wenn der Tempel besteht, wo eine Schädigung vorliegt, in der Jetztzeit aber darf man es auch von vornherein. — Demnach sollte doch auch eine Peruṭa genügen!? — Um die Sache bekannt zu machen.",
"U͑la sagte: Wäre ich dabei gewesen, so hätte ich alles den Priestern gegeben. Demnach ist U͑la der Ansicht, Banngut schlechthin gehöre den Priestern.",
"Man wandte ein: [Das Gesetz] vom hebräischen Sklaven hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt:bis zum Jobeljahre soll er bei dir dienen;",
"[das Gesetz] vom Banngutfelde hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt.und im Jobeljahre wird, es frei und gelangt zu seinem Resitztume; [das Gesetz] von den Häusern einer ummauerten Stadt hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt:es wird im Jobeljahre nicht frei.",
"R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Das Gesetz] vom Banngutfelde hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat, denn es heißt:so soll das Feld, wenn es im Jobeljahre frei wird, heilig sein für den Herrn, wie das Feld des Bannes. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: [Das Gesetz] vom Beisaßproselyten hat Geltung nur zur Zeit, wenn das Jobelgesetz Geltung hat.",
"R. Bebaj sagte: Aus welchem Grunde? Dies ist durch [das Wort] wohl zu folgern; hierbei heißt es:weil es ihm wohl ist bei dir, und dort heißt es:wo es ihm wohl geht, du darfst ihn nicht kränken. —",
"Das ist kein Einwand: eines gilt von Grundstücken und eines gilt von beweglichen Sachen. — Beim Ereignisse in Pumbeditha waren es ja Grundstücke!? — Grundstücke außerhalb des Landes gleichen beweglichen Sachen im Lande.",
" R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: EIN SCHRIFTVERS LAUTET:sollst du heiligen, UND EIN SCHRIFTVERS LAUTET:soll er nicht heiligen; DU KANNST NICHT SAGEN, ES SEI HEILIG, DENN ES HEISST JA: soll er nicht heiligen, UND DU KANNST NICHT SAGEN, ES SEI NICHT HEILIG, DENN ES HEISST JA: Sollst du heiligen;",
"WIE IST ES NUN ZU ERKLÄREN? DU KANNST ES ZUR SCHÄTZUNG HEILIGEN, DU KANNST ES ABER NICHT FÜR DEN ALTAR HEILIGEN.",
"GEMARA. Und die Rabbanan!? — [Die Worte] nicht heiligen sind als Verbot nötig, und [die Worte] sollst du heiligen sind wegen der folgenden Lehre nötig: Woher, daß, wenn einem ein Erstgeborenes in seiner Herde geboren wurde, es Gebot sei, es zu heiligen? Es heißt:das Männliche sollst du heiligen. —",
"Und R. Jišma͑él!? — Ist es etwa nicht heilig, wenn man es nicht heiligt, es ist ja vom Mutterschoße aus heilig!? Da es nun heilig ist, auch wenn man es nicht heiligt, so braucht man es nicht zu heiligen."
],
[
"WER SEIN FELD VERKAUFT ZUR ZEIT, WENN DAS JOBELGESETZ GELTUNG HAT, DARF ES NICHT VOR ZWEI JAHREN EINLÖSEN, DENN ES HEISST: nach der Zahl der Jahre des Ertrages soll er es dir verkaufen.",
"WAR DARUNTER EIN JAHR DES KORNBRANDES, DES ROSTES ODER EIN SIEBENTJAHR, SO ZÄHLT ES NICHT MIT; HAT ER ES NUR AUFGERODET ODER BRACH LIEGEN LASSEN, SO ZÄHLT ES MIT. R. ELIE͑ZER SAGTE: HAT ER ES IHM VOR NEUJAHR VOLL MIT FRUCHT VERKAUFT, SO GENIESST ER DAVON DREI ERNTEN IN ZWEI JAHREN.",
"GEMARA. WER SEIN FELD VERKAUFT ZUR ZEIT, WENN DAS JOBELGESETZ GELTUNG HAT &C. Er lehrt nicht: löse es nicht aus, sondern: so darf er es nicht auslösen, somit ist er der Ansicht, es liege auch ein Verbot vor, sodaß man sogar nicht mit Münzen klimpern darf.",
"Selbstverständlich übertritt der Verkäufer ein Gebot, denn es heißt: nach der Zahl der Jahre des Ertrages soll er es dir verkaufen, aber auch der Käufer übertritt ein Gebot, denn es heißt:Jahren &c. sollst du kaufen, was hierbei nicht der Fall ist.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand sein Feld im Jobeljahre selbst verkauft, so ist es, wie Rabh sagt, verkauft und es geht zurück, und wie Šemuél sagt, überhaupt nicht verkauft. — Was ist der Grund Šemuéls? — Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das bereits verkaufte zurückgeht, um wieviel weniger kann das noch nicht verkaufte verkauft werden. —",
"Ist denn nach Rabh ein derartiger [Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht zu folgern, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, man dürfe seine Tochter im Mädchenalter verkaufen, so ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die bereits verkaufte dann frei ausgeht, um wieviel weniger kann die noch nicht verkaufte verkauft werden!? —",
"Diese kann nicht wiederum verkauft werden, jenes aber kann wiederum verkauft werden.",
"Man wandte ein:Jahre nach dem Jobeljahre sollst du kaufen; dies lehrt, daß man nahe dem Jobeljahre kaufen darf. Woher, daß auch weit vom Jobeljahre? Es heißt:nach Verhältnis der vielen Jahre &c. und nach Verhältnis der wenigen Jahre.",
"Im Jobeljahre selbst darf man nicht verkaufen, hat man verkauft, so ist der Verkauf ungültig!? — Rabh kann dir erwidern: der Verkauf ist ungültig hinsichtlich der Anzahl der Ertragsjahre, jedoch ist es verkauft und geht zurück. —",
"Sollte es doch, wenn der Verkauf gültig ist, bis nach dem Jobeljahre in seinem Besitze bleiben, und nach dem Jobeljahre, nachdem er [zwei] Ertragsjahre davon genossen hat, er es zurückgeben, denn es wird gelehrt, daß man ihm, wenn er es ein Jahr vor dem Jobeljahre genossen hat, ein Jahr nach dem Jobeljahre ergänze!? — Da hat er den Besitz des Genusses angetreten, hierbei aber hat er den Besitz des Genusses nicht angetreten.",
"R. A͑nan sagte: Ich hörte von Meister Šemuél zweierlei; eines ist dieses und das andre ist folgendes: Wenn jemand seinen Sklaven an Nichtjuden oder nach dem Auslande verkauft, so geht er frei aus.",
"Bei einem, [sagte er], sei der Verkauf rückgängig, und bei einem sei der Verkauf nicht rückgängig; ich weiß aber nicht, bei welchem von ihnen.",
"R. Joseph sagte: Wir wollen es feststellen. In einer Barajtha wird gelehrt, wenn jemand seinen Sklaven nach dem Auslande verkauft, gehe er frei aus und benötige einer Freilassungsurkunde von seinem zweiten Herrn; da er ihn ‘zweiten Herrn’ nennt, so ist der Verkauf nicht rückgängig; demnach sagte Šemuél von unserem Falle, es sei nicht verkauft und das Geld zurückzugeben."
],
[
"R. A͑nan aber hatte jene Barajtha nicht gehört, und auch aus der Lehre Šemuélsist nicht zu entnehmen, daß es nicht verkauft und das Geld zurückzugeben sei; vielleicht ist es nicht verkauft und das Geld ein Geschenk, wie dies auch bei der Antrauung einer Schwester der Fall ist. Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand sich seine Schwester angetraut hat, so ist, wie Rabh sagt, das Geld zurückzugeben, und wie Šemuél sagt, das Geld ein Geschenk.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Was veranlaßt dich, den Käufer zu maßregeln, sollte man doch den Verkäufer maßregeln!?",
"Dieser erwiderte: Nicht die Maus hat gestohlen, sondern das Loch hat gestohlen. — Woher hätte das Loch, wenn die Maus nicht wäre!? — Es ist einleuchtend, daß man den maßregle, bei dem das Verbotene sich befindet.",
"WAR DARUNTER EIN JAHR DES KORNBRANDES &C. Wenn es mitgezählt wird, falls er es brachliegen läßt, um wieviel mehr, wenn er es aufrodet!? —",
"Vom Aufroden ist dies zu lehren nötig; man könnte glauben, man sage zu ihm: bezahle ihm [das Auf roden], und er gehe, so lehrt er uns.",
"R. ELIE͑ZER SAGTE: HAT ER ES IHM VERKAUFT &C. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß, wenn er es ihm vor Neujahr voll mit Frucht verkauft hat, er zu ihm nicht sagen kann: gib es mir so, wie ich es dir gegeben habe? Es heißt:nach der Zahl der Jahre des Ertrages soll er es dir verkaufen; zuweilen genießt jemand drei Ernten in zwei Jahren",
" WENN ER ES AN EINEN FÜR EINE MINE, UND IMESER ES AN EINEN ANDEREN FÜR ZWEIHUNDERT ZUZ VERKAUFT HAT, SO HAT ER NUR MIT DEM ERSTEN ABZURECHNEN, DENN ES HEISST:mit dem Manne, an den er es verkauft hat.",
"WENN ER ES AN EINEN FÜR ZWEIHUNDERT ZUZ, UND DIESER ES AN EINEN ANDEREN FÜR EINE MINE VERKAUFT HAT, SO HAT ER NUR MIT DEM ANDEREN ABZURECHNEN, DENN ES HEISST:er rechne die Jahre seit seinem Verkaufe ab und gebe den Überschuß zurück dem Manne, DEM MANNE, DER ES IM BESITZ HATTE.",
"MAN DARF NICHT EIN ENTFERNTES VERKAUFEN UND EIN NAHES EINLÖSEN, EIN SCHLECHTES [VERKAUFEN] UND EIN GUTES EINLÖSEN, AUCH NICHT BORGEN UND EINLÖSEN, NOCH IN HÄLFTEN EINLÖSEN; BEIM HEILIGEN IST DIES ALLES ERLAUBT. HIERBEI IST ES BEI PROFANEM STRENGER ALS BEIM HEILIGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß er, wenn er es an einen für eine Mine, und dieser es an einen anderen für zweihundert Zuz verkauft hat, nur mit dem ersten abzurechnen hat? Es heißt: mit dem Manne, an den er es verkauft hat. Woher, daß er,",
"wenn er es an einen für zweihundert Zuz und dieser es an einen anderen für eine Mine verkauft hat, nur mit dem anderen abzurechnen hat? Es heißt: dem Manne, dem Manne, der es im Besitze hatte — so Rabbi.",
"R. Dostaj b. Jehuda sagte: Woher, daß er, wenn er es ihm für eine Mine verkauft und dieser es melioriert hat, sodaß es zweihundert [Zuz] wert ist, nur eine Mine zu verrechnen habe? Es heißt: er gebe den Überschuß zurück, den Überschuß, der in seiner Hand.",
"Woher, daß er, wenn er es ihm für zweihundert Zuz verkauft hat und es schlechter geworden, sodaß es nur eine Mine wert ist, nur eine Mine zu verrechnen habe? Es heißt: er gebe den Überschuß zurück, den Überschuß, der im Grundstücke. —",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Wenn es im Werte gestiegen, gesunken und wieder gestiegenist. —",
"Woher, daß erleichternd [zu verrechnen ist], vielleicht erschwerend!? —",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn es ist durch [das Wort] Auslösungvom hebräischen Sklaven zu folgern. — Woher dies von diesem? —",
"Es wird gelehrt: Woher, daß, wenn er für eine Mine verkauft worden war, dann zugenommen hat und zweihundert [Zuz] wert ist, nur eine Mine zu verrechnen ist? Es heißt:von seinem Kaufgelde.",
"Woher, daß, wenn er für zweihundert verkauft worden war und abgenommen hat und nur eine Mine wert ist, nur eine Mine zu verrechnen ist? Es heißt:entsprechend seinen Jahren.",
"Ich weiß dies nur von einem hebräischen Sklaven, der an einen Nichtjuden verkauft worden ist, daß er ausgelöst wird und die Oberhand hat, woher dies von einem, der an einen Jisraéliten verkauft worden ist? Es heißt zweimal Löhner, als Wortanalogie.",
"Einst sagte Abajje:"
],
[
"Ich fühle mich wie Ben A͑zajin den Straßen von Tiberias. Da sprach ein Jünger zu Abajje: [Jene Schriftverse]können ja erleichternd ausgelegt werden und können erschwerend ausgelegt werden, was veranlaßt nun, sie erleichternd auszulegen, vielleicht erschwerend? —",
"Dies ist nicht einleuchtend, da der Allbarmherzige für ihn erleichtert hat. Es wird nämlich gelehrt:Weil ihm wohl ist bei dir; mit dir beim Essen und mit dir beim Trinken. Du darfst nicht feines Brot essen und er grobes Brot, du [darfst nicht] alten Wein trinken und er neuen Wein; du [darfst nicht] auf Weichem schlafen und er auf der Erde. Hieraus folgernd sagten sie, wenn jemand einen hebräischen Sklaven kauft, sei es ebenso, als kaufte er einen Herrn über sich. —",
"Im Gegenteil, man sollte für ihn erschweren, wegen einer Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina!? R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich: Komm und sieh, wie streng sogar der Staub des Siebentjahrgesetzesist.",
"Wer mit Früchten des Siebentjahres handelt, verkauft endlich seine Mobilien, denn es heißt: in diesem Jobeljahre sollt ihr ein jeder zu seinem Besitze zurückkehren, und darauf folgt:wenn ihr eurem Nächsten etwas verkauft oder aus der Hand des Nächsten kauft, eine Sache, die von Hand zu Handgekauft wird.",
"Merkt er dies nicht, so verkauft er endlich seine Felder, denn es heißt:wenn dein Bruder verarmt und von seinem Erbbesitze verkauft.",
"Siereicht an ihn nicht heran, bis er endlich auch sein Haus verkauft, denn es heißt:wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft. — Weshalb heißt es anfangs: merkt er dies nicht, weiter aber: sie reicht an ihn nicht heran? — Nach R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, werde sie ihm erlaubt. —",
"‘Werde sie ihm erlaubt’, wie kommst du darauf!? — Sage vielmehr, sie kommt ihm erlaubt vor.",
"Sie reicht an ihn nicht heran, bis er sogar auf Wucher borgt, denn es heißt:wenn dein Bruder verarmt &c., und weiter:nimm von ihm nicht Zins und Wucher.",
"Sie reicht an ihn nicht heran, bis er auch seine Tochter verkauft, denn es heißt:wenn jemand seine Tochter als Magd verkauft. Dies obgleich [der Verkauf] einer Tochter in diesem Abschnitte nicht genannt wird, denn man verkaufe lieber seine Tochter, als auf Wucher borgen, weil im eisten Falle [der Betrag] sich fortwährend verringert, während er im anderen Falle fortwährend wächst.",
"Sie reicht an ihn nicht heran, bis er auch sich selbst verkauft, denn es heißt:wenn dein Bruder verarmt und sich dir verkauft. Nicht nur dir, sondern auch einem Fremdlinge, denn es heißt: einem Fremdlinge, und nicht nur einem wirklichen Proselyten, sondern auch einem Beisassen, denn es heißt: einem Beisaßfremdlinge.",
"Unter Fremdlingsgeschlechtist ein Nichtjude zu verstehen, und wenn es noch Abkömmling heißt, so ist darunter der Verkauf als Pfaffe für den Götzendienst selber zu verstehen.",
"Jener erwiderte: Diesbezüglich hat die Schrift ihn wieder aufgenommen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: [Man könnte glauben,] da dieser hingegangen ist und sich für den Götzendienst verkauft hat, werfe man dem Stürzenden einen Stein nach, so heißt es: soll ihm Einlösung werden, auch geht er im Jobeljahre frei aus. — Vielleicht soll ihm Einlösung werden, damit er nicht zwischen Nichtjuden untergehe, hinsichtlich des Lösegeldes aber erschwere man ihm!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt:sind es noch viel der Jahre, und es heißt:und wenn wenig der Jahre zurückbleiben; gibt es denn viele Jahre und wenigeJahre!?",
"Vielmehr, ist sein Wert gestiegen, so richte man sich nach seinem Kaufpreise, ist sein Wert gesunken, so richte man sich nach den Jahren. —",
"Vielleicht aber wie folgt: wenn er zwei [Jahre] gedient hat und vier zurückbleiben, zahle er ihm für vier zurück, von seinem Kaufgelde, und wenn er vier gedient hat und zwei zurückbleiben, zahle er ihm zwei zurück, nach den Jahren!? —",
"Demnach sollte es heißen: sind es noch viele Jahre, wenn es aber der Jahre heißt, [so heißt dies:] ist während der Jahre sein Wert gestiegen, so richte man sich nach seinem Kaufgelde, ist während der Jahre sein Wert gesunken, so richte man sich nach den Jahren. R. Joseph sagte: R. Naḥman b. Jiçḥaq legte die Schriftverse so aus, als wäre es vom Sinaj.",
"MAN DARF NICHT EIN ENTFERNTES VERKAUFEN &C. Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:Und seine Hand reicht, seine eigene Hand; er darf nicht borgen und einlösen.",
"Und findet, ausgenommen der Fall, wenn er es bereits hatte; er darf nicht ein entferntes verkaufen und ein nahes einlösen, ein schlechtes [verkaufen] und gutes einlösen. Als er zur Einlösung braucht, er darf das ganze einlösen, nicht aber in Hälften. —",
"Demnach ist unter ‘finden’ zu verstehen, was schon vorher da war; ich will auf einen Widerspruch hinweisen:Und treffenwird, ausgenommen der Fall, wenn jener sich treffen läßt. Hieraus folgerte R. Elie͑zer, daß, wenn nachdem der Stein aus seiner Hand gekommen war, jener den Kopf hervorgestreckt hat und getroffenwurde, er frei sei. Somit ist unter ‘finden’ zu verstehen, wenn die Sache schon vorher da war!?",
"Raba erwiderte: Hier berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses und dort berücksichtige man den Zusammenhang des Schriftverses. Hierbei gleich dem ‘erreichenseiner Hand’, wie das ‘erreichen seiner Hand’ erst jetzt, ebenso ‘finden’ erst jetzt. Ebenso dort gleich dem Walde; wie der Waldschon vorher da war, ebenso das ‘treffen’, wenn er schon vorher da war.",
"BEIM HEILIGEN &C. Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:Wenn einlösen wird er einlösen, dies lehrt, daß er borgen und einlösen darf, daß er in Hälften einlösen darf.",
"R. Šimo͑n sagte: Aus folgendem Grunde: Wir finden, daß beim Verkaufe eines Erbbesitzfeldes einerseits sein Recht gestärkt ist, indem es, wenn das Jobeljahr heranreicht und es nicht eingelöst worden ist, im Jobeljahre an den Eigentümer zurückgeht, andererseits aber sein Recht geschwächt ist, indem er nicht borgen und einlösen darf, auch nicht in Hälften einlösen darf.",
"Bei der Heiligung eines Erbbesitzfeldes aber ist sein Recht einerseits geschwächt, indem es, wenn das Jobeljahr heranreicht und es nicht eingelöst wird, den Priestern zufällt, dafür aber ist sein Recht andererseits gestärkt, indem er borgen und einlösen darf, auch in Hälften einlösen darf. —"
],
[
"Eines lehrt, er dürfe borgen und einlösen, er dürfe in Hälften einlösen, und ein Anderes lehrt, er dürfe nicht borgen und einlösen, er dürfe nicht in Hälften einlösen!? — Das ist kein Widerspruch; eines nach den Rabbanan und eines nach R. Šimo͑n.",
" WER EIN HAUS (VON HÄUSERN) IN EINER UMMAUERTEN STADTVERKAUFT HAT, KANN ES SOFORT EINLÖSEN UND KANN ES INNERHALB ZWÖLF MONATEN EINLÖSEN; DIES IST EINE ART WUCHERUND DOCH KEIN WUCHER.",
"STIRBT DER VERKÄUFER, SO KANN SEIN SOHN ES EINLÖSEN; STIRBT DER KÄUFER, SO KANN ER ES VON SEINEM SOHNE EINLÖSEN. MAN RECHNE DAS JAHR NUR VON DER STUNDE AN, WO ER ES VERKAUFT HAT, DENN ES HEISST: bis ihm ein Jahr voll ist,",
"UND WENN ES NOCH ganzes HEISST, SO SCHLIESST DIES AUCH DEN SCHALTMONAT EIN. RABBI SAGT, MAN BERECHNE IHM DAS JAHR MIT DEM ÜBERSCHUSSE. WENN DER [LETZTE] TAG DER ZWÖLF MONATE HERANREICHT UND ES NICHT EINGELÖST WIRD, SO VERFÄLLT ES IHM, EINERLEI OB GEKAUFT ODER ALS GESCHENK ERHALTEN, DENN ES HEISST: für immer.",
"GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:Tage, unter Tage sind nicht weniger als zwei zu verstehen. —",
"Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] Tage? — Sie deuten dieses: vom Tage bis zum Tage. — Woher entnimmt Rabbi die Deutung vom Tage bis zum Tage? — Er folgert dies aus:bis das Jahr seines Verkaufes zuende ist. —",
"Und die Rabbanan!? — Dies deutet darauf, daß man sich nach dem Jahre seines Verkaufes richte und nicht nach dem Kalenderjahre, und [das Wort] Tage deutet darauf, daß es von Stunde bis zur Stundeerfolge. Aus [den Worten:] bis das Jahr seines Verkaufes zuende ist, könnte man entnehmen, vom Tage bis zum Tage, nicht aber von Stunde bis zur Stunde, daher schrieb der Allbarmherzige Tage. —",
"Woher entnimmt Rabbi, daß es von Stunde bis zur Stunde erfolge? — Er entnimmt dies aus [dem Worte] ganzes. — Und die Rabbanan!? — Dieses deutet auf den Schaltmonat. —",
"Auch nach Rabbi ist es ja wegen des Schaltmonats nötig!? — Dem ist auch so, und daß es vom Tage bis zum Tage und von Stunde bis zur Stunde erfolge, entnimmt er aus [dem Verse]: bis zuende ist das Jahr seines Verkaufes.",
"DIES IST EINE ART WUCIIEH &C. Es wird ja aber gelehrt, es sei richtiger Wucher, nur habe die Tora es erlaubt!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine zu fordern und dieser ihm den Verkauf seines Feldes [verpfändet] hat, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn der Käufer die Früchte genießt, verboten.",
"R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt. R. Jehuda sagte: Einst [verpfändete] Boëthos, der Sohn Zonins, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer genoß die Früchte. Man erwiderte ihm: Soll dies ein Beweis sein!? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer. —",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des eventuellenWuchers. Der erste Autor ist der Ansicht, der eventuelle Wucher sei verboten, und R. Jehuda ist der Ansicht, der eventuelle Wucher sei erlaubt."
],
[
"Raba erwiderte: Alle sind der Ansicht, der eventuelle Wucher sei verboten, und ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des zurückzuerstattenden Wuchers. Einer ist der Ansicht, er sei verboten, und einer ist der Ansicht, er sei erlaubt.",
"STIRBT DER VERKÄUFER, SO KANN SEIN SOHN ES EINLÖSEN. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt ja:wenn jemand ein Wohnhaus verkauft, und dieser hat es ja nicht verkauft, so lehrt er uns:sei ihm Einlösung, in jedem Falle.",
"STIRBT DER KÄUFER, SO KANN ER ES VON SEINEM SOHNE EINLÖSEN &C. Selbstverständlich!? — Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt ja: der es gekauft hat, und dieser hat es ja nicht gekauft, so lehrt er uns: sei ihm Einlösung, in jedem Falle.",
"MAN RECHNE DAS JAHR NUR VON DER STUNDE AN, WO ER ES VERKAUFT HAT &C. Die Rabbanan lehrten: Jahr, ich würde nicht gewußt haben, ob ein Jahr seit dem [Verkaufe] an den ersten oder ein Jahr seit dem [Verkaufe] an den zweiten, wenn es aber heißt: bis ihm ein ganzes Jahr voll ist, so gilt dies vom ersten. —",
"Wem verfällt es? — R. Elea͑zar sagt, es verfalle dem ersten, und R. Joḥanan sagt, es verfalle dem zweiten. — Erklärlich ist die Ansicht R. Elea͑zars, denn man rechnet auch nach ihm, was aber ist der Grund R. Joḥanans? R. Abba b. Mamal erwiderte: Was der erste an den zweiten verkauft hat, ist jedes Recht, das ihm zusteht.",
"R. Abba b. Mamal sagte: Wenn jemand zwei Häuser in einer ummauerten Stadt verkauft hat, eines am fünfzehnten des ersten Adar und eines am ersten des zweiten Adar, so wird, wenn der erste Adar des folgenden Jahres heranreicht, das Jahr voll für das [am ersten] des zweiten Adar verkaufte, und für das am fünfzehnten des ersten Adar verkaufte wird das Jahr voll erst am fünfzehnten Adar des folgenden Jahres.",
"Rabina wandte ein: Er kann ja zu ihmsagen: Ich habe vor dir das Feuer angemacht! — Dieser kann ihm erwidern: Du bist in den Schaltmonat getreten.",
"Ferner sagte R. Abba b. Mamal: Wenn einem zwei Lämmergeboren worden sind, eines am fünfzehnten des ersten Adar und eines am ersten des zweiten Adar, so wird, wenn der erste Adar des folgenden Jahres heranreicht, das Jahr voll für den, dem es am ersten des zweiten Adar geboren wurde, und für den, dem es am fünfzehnten des ersten Adar geboren wurde, wird das Jahr voll erst am fünfzehnten des folgenden Jahres.",
"Rabina wandte ein: Er kann ja zu ihmsagen: Ich habe früher als du Grünkraut gegessen!? — Dieser kann ihm erwidern: Du bist in den Schaltmonat getreten, ich bin nicht in den Schaltmonat getreten. —",
"Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe!? — Man könnte glauben, [dies gelte nur] da, wobei es ganzes heißt, nicht aber hierbei, wo es nicht ganzes heißt, so lehrt er uns, daß dies durch [das Wort] Jahrvon jenem zu folgern ist.",
"WENN ES NOCH ganzes HEISST &C. RABBI SAGT, MAN BERECHNE IHM DAS JAHR MIT DEM ÜBERSCHUSS. Die Rabbanan lehrten:Ein ganzes Jahr. Rabbi sagte: Man zähle dreihundertfünfundsechzig Tage, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; die Weisen aber sagen, man zähle zwölf Monate vom Tage bis zum Tage, und wenn es ein Schaltjahr wird, so wird es Schaltjahr für ihn.",
"WENN DER [LETZTE] TAG DER ZWÖLF MONATE HERANREICHT UND ES NICHT EINGELÖST WIRD &C. Die Rabbanan lehrten:Für immer, ganz und gar. Eine andre Auslegung: Für immer, dies schließt das Geschenkte ein. — Wieso? — Weil es [statt] çamilh, çemiluthheißt.",
"Die Jünger sprachen vor R. Papa: Also nicht nach R. Meír, denn R. Meír sagt ja, die Schenkung gleiche nicht dem Verkaufe. R. Papa erwiderte: Man kann auch sagen, nach R. Meír, denn anders ist es hierbei, wo der Allbarmherzige sie durch [das Wort] çemituth einbegriffen hat.",
"Die Jünger sprachen zu R. Papa, und wie manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu R. Papa: Auch beim [Gesetze vom] Jobeljahre heißt es ja:ihr sollt zurückkehren, zur Einschließung des Geschenkten, dennoch schließt es R. Meír nicht ein!? Vielmehr, entschieden nicht nach R. Meír.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer ein Haus (von Häusern) in einer ummauerten Stadt geheiligt hat, kann es [sofort] einlösen und kann es ewig einlösen. Wenn ein andrer es aus dem Besitze des Heiligtumes eingelöst hat, und nachdem der [letzte] Tag der zwölf Monate herangereicht, [von jenem] nicht eingelöst worden ist, so verfällt es ihm.",
"Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt,dem der es kauft, auch aus der Hand des Heiligtumes. — Sollte es dem Heiligtume verfallen!? — Die Schrift sagt: für seine Geschlechter, ausgenommen das Heiligtum, das keine Geschlechter hat. —",
"Wozu heißt es:es geht im Jobeljahre nicht frei aus? R. Saphra erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn jemand ein Haus (von den Häusern) in einer ummauerten Stadt verkauft hat, und das Jobeljahr auf dieses Jahr fällt; man könnte glauben, es gehe im Jobel frei aus, so lehrt er uns, daß es im Jobel nicht frei ausgehe.",
" FRÜHER [KAM ES VOR], DASS ER SICH AM [LETZTEN] TAGE DER ZWÖLF MONATE VERBORGEN HIELT, DAMIT [DAS HAUS] IHM VERFALLE, DA ORDNETE HILLEL [DER ÄLTERE] AN, DASS [DER VERKÄUFER] DAS GELD IN DER KAMMEREINZAHLE, DIE TÜR EINBRECUE UND HINEINGEHE, UND JENER KANN DANN ZU JEDER IHM BELIEBIGEN ZEIT KOMMEN UND SEIN GELD IN EMPFANG NEHMEN.",
"GEMARA. Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, wenn jemand gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du, mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm gegeben hat, sie, wenn willig, geschieden, und wenn gezwungen, nicht geschieden sei."
],
[
"Da Hillel es anzuordnen nötig hatte, daß die gezwungene Zahlungals Zahlung gelte, so gilt wohl sonst die gezwungene Zahlung nicht als Zahlung.",
"R. Papa, nach andren R. Aši, wandte ein: Vielleicht brauchte Hillel es anzuordnen nur für den Fall, wenn es in seiner Abwesenheit erfolgt, in seiner Anwesenheit aber ist die Zahlung gültig, ob willig oder gezwungen!?",
"Manche lesen: Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, wenn jemand gesagt hat: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm gegeben hat, das Geben gültig sei, einerlei ob willig oder gezwungen. Hillel brauchte dies anzuordnen nur für den Fall. wenn es in seiner Abwesenheit erfolgt, in seiner Anwesenheit aber ist die Zahlung gültig, ob willig oder gezwungen.",
"R. Papa, nach andren R. Šimi b. Aši, wandte ein: Vielleicht sowohl in seiner Anwesenheit als auch in seiner Abwesenheit nur willig und nicht gezwungen, nur ordnete Hillel das an, was dann erforderlich war!?",
"v ALLES, WAS SICH INNERHALB DER MAUER BEFINDET, GLEICHT DEN HÄUSERN DER UMMAUERTEN STADT, AUSGENOMMEN DIE FELDER; R. MEÍR SAGT, AUCH DIE FELDER. EIN IN DER MAUER EINGEBAUTES HAUS GLEICHT, WIE R. JEHUDA SAGT, NICHT DEN HÄUSERN EINER UMMAUERTEN STADT; R. ŠIMO͑N SAGT, DIE ÄUSSERE WAND SEI SEINE [UMRINGENDE] MAUER.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Haus, ich weiß dies nur von einem Hause, woher, daß auch Kelterräume, Badehäuser, Verschlage, Taubenschläge, Gruben, Graben und Höhlen einbegriffen sind? Es heißt:die in der Stadt. Man könnte glauben, auch Felder seien einbegriffen, so heißt es Haus — so R. Jehuda.",
"R. Meír sagte: Haus, ich weiß dies nur von einem Hause, woher, daß auch Kelterräume, Badehäuser, Verschlage, Taubenschläge, Gruben, Graben, Höhlen und sogar Felder einbegriffen sind? Es heißt: die in der Stadt. —",
"Es heißt ja aber Haus!? R. Ḥisda erwiderte im Namen R. Qaṭṭinas: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Kieshügels oder einer Tiefung. Es wird auch gelehrt: Kieshügel und Tiefung gleichen, wie R. Meír sagt, Häusern, und wie R. Jehuda sagt, Feldern.",
"DAS IN DER MAUER EINGEBAUTE HAUS GLEICHT, WIE R. JEHUDA SAGT, NICHT DEN HÄUSERN EINER UMMAUERTEN STADT &C. R. Joḥanan sagte: Beide legen ein und denselben Schriftvers aus:Und sie ließ sie an einem Seile durch das Fenster hinunter, denn ihr Haus war in der Wand der Mauer, sodaß sie in der Mauer wohnte. R. Šimo͑n hält sich an den einfachen Sinn des Schriftverses; R. Jehuda aber erklärt: sie in der Mauer wohnte, nicht aber in der von der Mauer umgebenen Stadt.",
" EINE STADT, BEI DER DIE HAUSDÄCHER IHRE MAUERBILDEN, UND DIE NICHT IN DEN TAGEN JEHOŠUA͑S, DES SOHNES NUNS, MIT EINER MAUER UMGEBEN WAR, GILT NICHT ALS UMMAUERTE STADT, ALS HÄUSER EINER UMMAUERTEN STADT GELTEN SIE, WENN DIESE DREI HÖFE MIT JE ZWEI HÄUSERN HAT, UND IN DEN TAGEN JEHOŠUA͑S, DES SOHNES NUNS, MIT EINER MAUER UMGEBEN WAR, BEISPIELSWEISE DAS ALTE QAÇRABEI SEPPHORIS, ḤAQRA BEI GUŠ ḤALAB, DAS ALTE JOTAPATA, GAMLA, GEDUD, ḤADID, ONO, JERUŠALEM UND IHRESGLEICHEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Eine Mauer, nicht aber eine Dächerreihe;ringsum, ausgenommen Tiberias, dem das Meer als Mauer dient.",
"R. Elie͑zer b. R. Jose sagte: Der eine Mauer, auch wenn sie jetzt keine hat, früher aber eine hatte.",
"ALS HÄUSER EINER UMMAUERTEN STADT GELTEN SIE &C. Es wird gelehrt: Gamia in Galiläa, Gedud in Transjarden, Ḥadid, Ono und Jerušalem in Judäa. Wie meint eres?"
],
[
"Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: Bis Gamia in Galiläa, bis Gedud in Transjarden, Ḥadid, Ono und Jerušalem in Judäa.",
"Raba erwiderte: Gamia in Galiläa, dies schließt Gamia in andren Ländern aus; Gedud in Transjarden, dies schließt Gedud in andren Ländern aus; bei den übrigen aber, die anderswo nicht vorkommen, ist [die Angabe]nicht nötig. —",
"Verfällt denn in Jerušalem ein Haus für immer, es wird ja gelehrt: Zehn Dingewurden von Jerušalem gesagt: ein Haus verfällt darin nicht!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Wie Jerušalem, das in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, und nicht wie Jerušalem, denn in diesem verfällt ein Haus nicht, in jenem aber verfällt ein Haus. R. Aši erwiderte: Wie R. Joseph erklärthat, es waren zwei [Orte Namens] Qedeš, ebenso waren es zwei Jerušalem.",
"Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Wozu zählten die Weisen sie auf? — Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligtensie, während die erste [Heiligung]mit der Aufhebung der Heiligkeit des Landesaufgehört hatte. Er ist somit der Ansicht, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft;",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Waren es denn nur diese, es heißt ja:sechzig Städte, alles, was zum Bezirke Argob gehörte &c. lauter befestigte Städte; weshalb zählten die Weisen nur diese auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie. — ‘Und heiligten sie’, wir sagten ja, man brauchte sie nicht zu heiligen!? —",
"Vielmehr, und zählten sie auf. — Und nicht nur diese, sondern bei jeder Stadt, von der es dir von deinen Vorfahren überliefert ist, daß sie in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, mit einer Mauer umgeben war, haben all diese Gebote Geltung, weil die erste Heiligung sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. —",
"Wenn du willst, sage ich, zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jišma͑éls, und wenn du willst, sage ich, eine von diesen Lehren ist von R. Elea͑zar b. R. Jose. Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: Der eine Mauer, auch wenn sie jetzt keine hat, früher aber eine hatte. —",
"Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft? — Es heißt:und alle Exulanten, die aus der Gefangenschaft zurückkamen, machten Hütten, und sie wohnten in den Hütten, denn die Kinder Jisraél hatten seit den Tagen Jošua͑s, des Sohnes Nuns, nicht gemacht &c. und es war eine sehr große Freude. Ist es denn möglich, daß sie, seitdem David gekommen war, keine Hütten gemacht hatten, bis E͑zra kam?",
"Vielmehr vergleicht er ihre Ankunft in den Tagen E͑zras mit ihrer Ankunft in den Tagen Jehošua͑s; wie sie in den Tagen Jehošua͑s Erlaß- und Jobeljahre gezählt und ummauerte Städte geheiligt hatten, ebenso zählten sie bei ihrer Ankunft in den Tagen E͑zras Erlaß- und Jobeljahre und heiligten ummauerte Städte.",
"Ferner heißt es:und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen, und du wirst es in Besitz nehmen; er vergleicht deine Besitznahme mit der Besitznahme deiner Väter; wie die Besitznahme deiner Väter bei Erneuerung all dieser Dinge, ebenso deine Besitznahme bei Erneuerung all dieser Dinge. —",
"Und jener!? — Er flehte um Erbarmen ob des Triebes des Götzendienstes und schaffte ihn fort, und sein Verdienst gewährte ihnen Schutz wie eine Hütte.",
"Dasist es, weshalb die Schrift Jehošua͑ tadelte, indem es an jeder andren Stelle Jehošua͑ heißt, hier aber heißt es Jošua͑. — Erklärlich ist es, daß Moše nicht um Erbarmen gefleht hat, weil dann das Verdienst des Jisraéllandes noch nicht da war, weshalb aber flehte Jehošua͑ nicht um Erbarmen, bei dem das Verdienst des Jisraéllandes schon da war,",
"denn es heißt: das deine Väter besessen, und du wirst es in Besitz nehmen!? — Er meint es wie folgt: da deine Väter es besessen, hast du es in Besitz. —",
"Zählten sie denn dann Erlaß- und Jobeljahre, wenn sogar nach der Verbannung des Stammes Reúben, des Stammes Gad und des halben Stammes Menaše das Jobeljahr eingestellt wurde, wie sollte E͑zra sie gezählt haben, wo es heißt: die ganze Gemeinde zusammen vier Myriaden und zweitausendsechshundertundsechzig!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Als der Stamm Reúben, der Stamm Gad und der halbe Stamm Menaše verbannt wurden, hörten die Jobeljahre auf, denn es heißt:ihr sollt Erlaß ausrufen im Lande für all seine Bewohner; zur Zeit, wenn all seine Bewohner darin sind, nicht aber zur Zeit, wenn ein Teil in der Verbannung ist.",
"Man könnte glauben, wenn sie sich darin befinden und vermischt sind, der Stamm Binjamin unter Jehuda und der Stamm Jehuda unter Binjamin, habe das Jobelgesetz Geltung, so heißt es: für all seine Bewohner, wenn seine Bewohner nicht vermischt sind, nicht aber, wenn durcheinander vermischt.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Sie zählten die Jobeljahre, um die Erlaßjahre zu heiligen. —"
],
[
"Einleuchtend ist dies nach den Rabbanan, welche sagen, das fünfzigste Jahr werde nichtmitgezählt, wozu ist dies aber nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, das fünfzigste Jahr werde nach oben und unten gezählt, die [Zählung der] Erlaßjahre ist ja ausreichend!? — Entschieden nicht nach R. Jehuda. —",
"Zählten sie denn nicht Erlaß- und Jobeljahre, es heißt ja:nach Verlauf von sieben Jahren sollt ihr jeder seinen Bruder entlassen, den Hebräer, der sich dir verkaufen sollte,",
"und auf unseren Einwand, wieso denn nach sieben Jahren, es heißt ja:er soll dir sechs Jahre dienen, erwiderte R. Naḥman b. Jiçhtaq, sechs beim Verkaufe und sieben beim Anbohren!? —",
"Dies ist bei der Zurechtweisung geschrieben; der Prophet sprach nämlich: habt ihr etwa entlassen? — Es heißt ja aber:und sie hörten und entließen!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Joḥanan, Jirmeja hat sie zurückgebracht und Jošija, der Sohn Amons, regierte über sie. — Woher, daß sie zurückgekehrt waren? — Es heißt:denn der Verkäufer gelangt nicht wieder zum Verkauften; ist es denn möglich, daß das Jobel jähr aufgehört hatte, und der Prophet weissagte, es werde aufhören!? Vielmehr lehrt dies, daß Jirmeja sie zurückgebracht hatte. —",
"Woher, daß Jošija über sie regierte? — Es heißt:und er sprach: Was für ein Mal ist jenes, das ich sehe? Und die Stadtleute sprachen zu ihm: Es ist das Grab des Gottesmannes, der aus Jehuda gekommen war, und diese Dinge über den Altar in Beth El verkündet hat, die du getan.",
"Wie kommt Jošijanach Beth El? Vielmehr, als Jirmeja sie zurückbrachte, regierte Jošija über sie. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies aus folgendem:Auch dir, Jehuda, ist die Ernte bestellt, wenn ich die Gefangenen meines Volkes zurückführe.",
" DEN HÄUSERN IN DEN FLECKENGEWÄHRE MAN DIE VORRECHTE DER HÄUSER EINER UMMAUERTEN STADT UND DIE VORRECHTE DER FELDER; SIE KÖNNEN SOFORT EINGELÖST WERDEN UND DIE GANZEN ZWÖLF MONATE, WIE HÄUSER, UND SIE KEHREN ZURÜCK IM JOBEL ODER NACH ABZUGDES NUTZUNGSGELDES, WIE FELDER.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:Zu den Feldern des Landes werden sie gerechnet, die Schrift vergleicht sie mit den Erbbesitzfeldern; wie das Erbbesitzfeld im Jobel und nach Abzug des Nutzungsgeldes zurückgeht, ebenso gehen Häuser in Flecken im Jobel und nach Abzug des Nutzungsgeldes zurück.",
"Demnach sollten doch, wie das Erbbesitzfeld vor zwei Jahren nicht eingelöst werden kann, auch diese vor zwei Jahren nicht eingelöst werden können? Es heißt:Einlösung sei ihm, sofort. Da du ihnen nun die Vorrechte der Felder und die Vorrechte der Häuser gewährt hast, so könnte man glauben, sie kehren im Jobel nicht zurück, so heißt es:und im Jobel gehe es zurück.",
"Wie meint eres? R. Hona erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn jemand ein Haus in einem Flecken geheiligt und ein Fremder es aus dem Besitze des Heiligtumes eingelöst hat, und im folgenden Jahre das Jobel eingetroffen ist.",
"Womit willst du es vergleichen: vergleicht man es mit den Häusern einer ummauerten Stadt, so verfällt es ja dem Käufer für immer, und vergleicht man es mit dem Erbbesitzfelde, so fällt es ja den Priestern zu; daher heißt es: und im Jobel gehe es zurück.",
"R. Zee͑ra wandte ein: Wieso nur, wenn ein Fremder es eingelöst hat, dies erfolgt ja auch dann, wenn ein Fremder es nicht eingelöst hat!? Abajje erwiderte: Damit man nicht sage, das Heilige gehe ohne Auslösung aus. —",
"Woher dies? — Dies ist vom Leviten [zu folgern:] wenn einem Leviten, dessen Recht bei seinem Verkaufe gestärktist, sein Recht beim Heiligen geschwächtist, um wieviel mehr ist einem Jisraéliten, dessen Recht bei seinem Verkaufe geschwächt ist, beim Heiligen sein Recht zu schwächen. —",
"Woher dies von jenem? — Es wird gelehrt:So geht sein Verkauftes aus; man könnte verstehen, auch Sklaven, Mobilien und Schuldscheine, so heißt es:Haus und Stadt seines Besitzes.",
"Wieso heißt es demnach sein Verkauftes? Sein Verkauftes geht ohne Entgelt zurück, Heiliges aber geht nicht ohne Entgelt zurück, sondern nur gegen Auslösung.",
"Er streitet somit gegen R. Oša͑ja, denn R. Oša͑ja sagte: Alles war einbegriffen in der Verallgemeinerung:er gebe das Geld und es gehöre ihm,",
"und wenn der Allbarmherzige vom Erbbesitzfelde besonders sagt:so sei das Feld, wenn es im Jobel ausgeht, dem Herrn heilig, so ist nur das Feld auszulösen, und es fällt den Priestern zu, bei jenen aber bleibt die Bestimmung bestehen. —",
"Wozu heißt es: und im Jobel gehe es zurück? R. Papa erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn jemand ein Haus in einem Flecken verkauft und im folgenden Jahre das Jobel eintrifft.",
"Womit willst du es vergleichen: vergleicht man es mit den Häusern einer ummauerten Stadt, so verfällt es ja dem Käufer für immer, und vergleicht man es mit einem Erbbesitzfelde, so ist ja die Ergänzungnötig; daher heißt es: und im Jobel gehe es zurück.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Hona und zur Widerlegung R. Oša͑jas: Wer ein Haus in einem Flecken heiligt, kann es sofort einlösen und kann es ewig einlösen; wenn ein anderer es aus dem Besitze des Heiligtumes ausgelöst hat, und das Jobeljahr heranreicht und es nicht ausgelöst wird, so geht es im Jobeljahre an den Eigentümer zurück."
],
[
"vii,2 FOLGENDE SIND HÄUSER IN EINEM FLECKEN: ZWEI HÖFE MIT JE ZWEI HÄUSERN; AUCH WENN SIE IN DEN TAGEN JEHOŠUA͑S, DES SOHNES NUNS, MIT EINER MAUER UMGEBEN WAREN, GELTEN SIE ALS HÄUSER IN EINEM FLECKEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn es heißt: Häuser in Flecken, so weiß ich ja, daß sie keine Mauer haben, wozu heißt es: die keine Mauer haben? Auch wenn sie eine Mauer haben, ist es ebenso, als hätten sie keine Mauer. Unter ‘Häuser’ sind zwei zu verstehen, unter ‘Höfe’ sind zwei zu verstehen; zwei Höfe mit je zwei Häusern. —",
"Vielleicht ein Haus und ein Hof!? — Demnach sollte der Allbarmherzige nur ‘Höfe’ geschrieben haben. Wolltest du erwidern, hätte der Allbarmherzige nur ‘Höfe’ geschrieben, so würde man einen Hof ohne Haus verstanden haben, so wird ein solcher Gehege genannt.",
"viii,1 WENN EIN JISRAÉLIT DEN VATER SEINER MUTTER, EINEN LEVITEN, BEERBT, SO KANN ER NICHT AUF DIESE WEISE EINLÖSEN. EBENSO KANN EIN LEVITE, DER DEN VATER SEINER MUTTER, EINEN JISRAÉLITEN, BEERBT, NICHT AUF DIESE WEISE EINLÖSEN, \n",
"DENN ES HEISST:denn die Häuser in den Städten der Leviten sind ihr Besitztum, NUR WENN ER LEVITE IST UND IN STÄDTEN DER LEVITEN — SO RABBI. DIE WEISEN SAGEN, DIESE WORTE GELTEN NUR VON DEN STÄDTEN DER LEVITEN.",
"GEMARA. Alsovielmehr wie ein Levite, und später lehrt er: nur wenn er Levite ist und in Städten von Leviten!? —",
"Lies: er kann nur in dieser Weise einlösen, nur wenn er Levite ist und in Städten der Leviten — so Rabbi. —",
"Einleuchtend ist dies von den Städten der Leviten, denn es heißt: denn die Häuser in den Städten der Leviten, woher dies aber vom Leviten? — Es heißt:wenn jemand von den Leviten einlöst.",
"Es wird gelehrt: Wenn jemand von den Leviten einlöst, man könnte glauben, nur ein Levite von einem Jisraéliten könne einlösen, weil das Recht von jenem gestärkt und das Recht von diesem geschwächt ist, nicht aber ein Levite von einem Leviten, weil das Recht von diesem gestärkt ist und das Recht von jenem gestärkt ist, so heißt es: von den Leviten. \n",
"Von den Leviten, nicht aber alle Leviten, ausgenommen ein Levite, der Hurenkind oder Nathin ist.",
"DIE WEISEN SAGEN, DIESE WORTE GELTEN NUR VON DEN STÄDTEN DER LEVITEN. Wir sagen aber nicht, nur wenn er Levite ist.",
" MAN DARF NICHT EIN FELD ZUR TRIFTODER EINE TRIFT ZUM FELDE MACHEN, NICHT EINE TRIFT ZUR STADT ODER EINE STADT ZUR TRIFT.",
"R. ELEA͑ZAR SAGTE: DIES GILT NUR VON DEN STÄDTEN DER LEVITEN, BEI STÄDTEN VON JISRAÉLITEN ABER DARF MAN EIN FELD ZUR TRIFT MACHEN, NICHT ABER EINE TRIFT ZUM FELDE, EINE TRIFT ZUR STADT, NICHT ABER EINE STADT ZUR TRIFT, UM NICHT DIE STÄDTE JISRAÉLS ZU ZERSTÖREN. PRIESTER UND LEVITEN DÜRFEN EWIG VERKAUFEN UND EWIG EINLÖSEN, DENN ES HEISST: ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten.",
"GEMARA. R. ELEA͑ZAR SAGTE: DIES GILT NUR VON DEN STÄDTEN DER LEVITEN, BEI STÄDTEN VON JISRAÉLITEN ABER DARF MAN MACHEN &C. Alle sind immerhin der Ansicht, bei denen der Leviten dürfe man nicht ändern; woher dies?",
"R. Elea͑zar erwiderte: Die Schrift sagt:und ein Feld im Bezirke ihrer Städte darf nicht verkauft werden; was heißt ‘nicht verkauft werden’: wollte man sagen, überhaupt nicht verkauft werden, so heißt es ja: ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten, wonach sie verkauft werden können!? Wahrscheinlich ist unter ‘nicht verkauft werden’ zu verstehen, nicht abgeändert werden.",
"PRIESTER UND LEVITEN DÜRFEN EWIG VERKAUFEN UND EWIG EINLÖSEN. Die Rabbanan lehrten: Ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten; was lehrt dies? Da es heißt:nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen, so könnte man glauben, dieses ebenso, so heißt es: ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten.",
"Und da es heißt:und das Feld sei, wenn es im Jobel ausgeht, heilig dem Herrn, so könnte man glauben, dieses ebenso, so heißt es: ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten.",
"Und da es heißt:so bleibe das Haus, das in einer Stadt der eine Mauer, für immer, so könnte man glauben, dieses ebenso, so heißt es: ewiges Einlösungsrecht sei den Leviten.",
"Allerdings lasse man dies bei jenen beiden gelten, wieso aber kommen Leviten zu Häusern in einer ummauerten Stadt!? Es wird ja gelehrt: Diese Städtedürfen nicht kleine Dörfer sein, auch nicht Großstädte, sondern nur Mittelstädte.",
"R. Kahana erwiderte: Das ist kein Einwand; eines, wenn zuerst ummauertund nachher bewohnt, und eines, wenn zuerst bewohnt und nachher ummauert. —",
"Gilt sie denn in diesem Falle als ummauert, es wird ja gelehrt:Wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft, wenn sie zuerst ummauert war und nachher bewohnt wurde, nicht aber, wenn zuerst bewohnt und nachher ummauert.",
"Man könnte glauben, auch wenn die Jisraéliten sieummauert haben, so heißt es hierbei Mauer und dortheißt es ebenfalls Mauer, wie dort durch Nichtjuden, ebenso auch hierbei durch Nichtjuden.",
"Man könnte glauben, auch wenn Nichtjuden sie nachherummauert haben, so heißt es hier Mauer und auch dort heißt es Mauer, wie dort durch Nichtjuden vorher, ebenso auch hierbei durch Nichtjuden vorher.",
"R. Joseph, Sohn R. Sala des Frommen, erklärte es vor R. Papa: Wenn sie ihnen samt ihrer Trift zugefallen waren. —"
],
[
"Diese (und ihre Vorplätze) sind ja niederzureißen!? R. Aši erwiderte: [Von diesen zu lehren] ist nötig; man könnte glauben, was niederzureißen ist, reiße man nieder, wenn aber [vorher Häuser darin] verkauft worden sind, verfallen sie, so lehrt er uns.",
"Die Rabbanan lehrten:Wie das Feld des Bannes, dem Priester verbleibe es als Erbbesitz; was lehrt dies? Woher, daß ein Priester, der sein Bannfeld geweiht hat, nicht sagen darf: da es den Priestern zufällt und sich in meinem Besitze befindet, bleibe es mein,",
"und dies ist auch durch einen Schluß zu folgern: wenn fremdes mir zufällt, um wieviel mehr mein eigenes, so heißt es:so sei das Feld, wenn es im Jobel ausgeht, dem Herrn heilig, wie das Feld des Bannes.",
"Was lernen wir aus [den Worten] wie das Feld des Bannes? Was lehren sollte, lernt nun: man vergleiche sein Feld des Bannes mit dem Erbbesitzfelde eines Jisraéliten; wie das Erbbesitzfeld eines Jisraéliten im Jobeljahre aus seiner Hand kommt und an die Priester verteilt wird, ebenso kommt das Feld des Bannes aus seiner Hand und wird an seine Priesterbrüder verteilt.",
"Der Meister sagte: Wenn fremdes mir zufällt. Ist es denn gleich: da fällt es ihm zu, hierbei aber nimmt er es selber!?",
"Rami b. Ḥama erwiderte: Dies ist nötig; da es heißt:und eines jeden Heiligtümergehören ihm, so könnte man glauben, auch dies gelte als sein Heiligtum. —",
"Es ist ja nicht gleich: seine Heiligtümer sind nicht in seinemBesitze, dieses aber ist in seinem Besitze!?",
"Vielmehr, erwiderte R. Naḥman, ist dies deshalb nötig; da es heißt:denn ewiger Erbbesitz sei es ihnen, so könnte man glauben, auch dies sei sein Erbbesitz, so lehrt er uns: sein Erbbesitz, nur sein Erbbesitz und nicht sein Gebanntes."
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