diff --git "a/data/en-de/tst2020/IWSLT.TED.tst2020.en-de.de.xml" "b/data/en-de/tst2020/IWSLT.TED.tst2020.en-de.de.xml" new file mode 100644--- /dev/null +++ "b/data/en-de/tst2020/IWSLT.TED.tst2020.en-de.de.xml" @@ -0,0 +1,1963 @@ + + + + +talks, hearing, TEDx, sound, human body, humanity, science, self, speech, vocals +Rébecca Kleinberger +5990 +TED Talk Subtitles and Transcript: Unsere Stimme ist ein untrennbarer Teil dessen, wie andere uns sehen, doch unser Verhältnis zu unserer eigenen Stimme ist äußerst diffus. Rébecca Kleinberger erforscht, wie wir unsere eigene Stimme und die Stimmen anderer einsetzen und auffassen. Sie erklärt, warum wir eine Tonaufnahme unserer eigenen Stimme nicht gern hören, den Unterschied zwischen unserer Auswärts-, Einwärts- und Innenstimme – und was wir alles nach außen kommunizeren, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. +Rébecca Kleinberger: Warum wir den Klang unserer Stimme nicht mögen +Fragt man Evolutionsbiologen, wann der Mensch zum Menschen wurde, werden einige sagen, dass wir irgendwann anfingen, aufrecht zu stehen, zu Zweibeinern wurden und unsere Umgebung beherrschten. +Andere werden sagen, dass unser Gehirn sich stark vergrößerte, was uns zu sehr viel komplexeren Denkprozessen befähigte. +Wieder andere könnten die Entwicklung von Sprache als Grund anführen, das die Entwicklung unserer Spezies ermöglichte. +Interessanterweise hängen alle drei Phänomene zusammen. +Wir sind nicht sicher, wie und und in welcher Reihenfolge, aber sie alle haben zu tun mit der Umformung eines kleinen Knochens hinten am Hals, der den Winkel zwischen Kopf und Körper veränderte. +Wir konnten nun aufrecht stehen, außerdem konnte sich unser Gehirn nach hinten hin vergrößern, und der Kehlkopf wuchs von den für Primaten typischen sieben Zentimetern auf elf oder sogar 17 Zentimeter. +Das wird als Kehlkopfabsenkung bezeichnet. +Und im Kehlkopf sitzt die Stimme. +Bei Neugeborenen hat sich der Kehlkopf noch nicht abgesenkt. +Das passiert erst im Alter von 3 Monaten. +Das heißt, jeder hier hat gewissermaßen die komplette Evolution unserer Spezies durchlebt. +Um bei Babys zu bleiben: Beim Heranwachsen in der Gebärmutter... Der erste Sinneseindruck, der von der Außenwelt zu uns vordrang — als wir gerade so groß waren wie ein Schrimp, drei Wochen alt — war eine Tastempfindung, von den Schwingungen der Stimme unserer Mutter. +Wir sehen also, die menschliche Stimme ist von zentraler Bedeutung für unsere Spezies, für unser Miteinander — über sie kommunizieren wir und knüpfen Beziehungen — auch auf persönlicher und zwischenmenschlicher Ebene — über sie teilen wir viel mehr mit als Worte und Informationen, wir teilen im Grunde uns selbst mit. +Unsere Stimme ist ein untrennbarer Teil dessen, wie andere uns sehen. +Sie ist unsere soziale Maske. +Wir selbst haben zu unserer Stimme ein diffuses Verhältnis. +Wir setzen sie kaum bei uns selbst ein; sie ist etwas, das wir anderen geben. +Durch sie berühren wir einander. +Eine Art verbale Fellpflege. +Aber wie denken wir über unsere Stimme? +Bitte heben Sie die Hand, wenn Sie den Klang Ihrer Stimme auf Tonband nicht mögen. +Ja, danke, genau, die meisten sagen, dass sie Tonaufnahmen der eigenen Stimme nicht gern hören. Was bedeutet das? Versuchen wir mal, das in zehn Minuten zu verstehen. +Ich bin Forscherin am MIT Media Lab, Teil der Gruppe Opera of the Future, Meine Forschung konzentriert sich auf die Beziehung der Menschen zu ihrer Stimme und den Stimmen von anderen. +Ich erforsche, was sich über den Klang von Stimmen lernen lässt, auf verschiedenen Feldern, von Neurologie bis Biologie, Kognitivwissenschaften, Linguistik. +In unserer Gruppe entstehen Tools und Erfahrungswerte, die uns ein besseres Verständnis der Stimme ermöglichen, damit Befangenheiten abgebaut werden, um bessere Zuhörer aus uns zu machen, um gesündere Beziehungen zu führen oder sich selbst besser zu verstehen. +Das geht nur durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Stimme. +Denn die Stimme könnte immer mehr an Bedeutung gewinnen, je mehr wir über sie herausfinden. +Unsere Stimme ist ein sehr komplexes Phänomen. +Über 100 Muskeln im Körper müssen für sie zusammenwirken. +Bloßes Anhören der Stimme kann über mögliche Probleme im Körperinneren Aufschluss geben. +Zum Beispiel: Es gibt einige sehr spezifische Verzerrungen und Unregelmäßigkeiten in der Stimme, an denen sich ein sehr frühes Stadium von Parkinson erkennen ließe, sogar durchs Telefon. +Kurzatmigkeit in der Stimme kann auf Herzprobleme hindeuten. +Schwankungen im Aussprachetempo einzelner Wörter sind verlässliche Kennzeichen einer Depression. +Auch mit dem Hormonspiegel besteht ein Zusammenhang. +Forscher konnten Frauen anhand ihrer Stimmen sehr präzise der entsprechenden Phase im Menstruationszyklus zuordnen. +Nur durch akustische Informationen. +Durch die neuen Technologien, die uns ständig zuhören, weiß Alexa von Amazon Echo vielleicht, dass Sie schwanger sind, bevor Sie es selbst wissen. +Überlegen Sie mal, was das aus ethischer Sicht nach sich zieht. +Die Stimme spielt auch eine große Rolle, wenn wir Beziehungen eingehen. +Sie haben für jeden, mit dem Sie sprechen, eine eigene Stimme. +Wenn ich einen kleinen Sprachausschnitt Ihrer Stimme analysiere, kann ich sagen, ob Sie mit Ihrer Mutter reden, Ihrem Bruder, einem Freund oder mit dem Chef. +Als Indikator können wir auch die Stimmlage heranziehen, also wie hoch Sie die Stimme ansetzen, wenn Sie mit jemandem reden. +Die Stimmlage, in der Sie mit Ihrem Ehepartner sprechen, +verrät, ob und sogar wann Sie sich scheiden lassen. +Am Klang einer Stimme lässt sich also viel erkennen. +Dazu müssen wir zunächst verstehen, dass wir mehr als eine Stimme haben. +Die meisten von uns besitzen drei Stimmen, organisiert in einer Art Maske. +Wenn man die Maske anschaut, sieht man die Projektion einer Person. +Ich nenne das mal die Auswärtsstimme. +Sie entspricht der klassischen Vorstellung einer Stimme, sie ist unser Entwurf von uns selbst in der Welt. +Wie diese Projektion abläuft, ist gut erforscht. +Die Lungen kontrahieren das Zwerchfell, das wiederum eine anhaltende Vibration der Stimmlippen auslöst, was einen Ton erzeugt. +Je nachdem, wie man die Mundhöhle öffnet und schließt, verändert der Vokaltrakt entsprechend den Ton. +Das funktioniert bei jedem gleich. +Trotzdem ist jede Stimme einmalig. +Denn sehr feine Unterschiede in Größe, Physiologie und Hormonspiegel verändern die Auswärtsstimme geringfügig. +Und das Gehirn ist sehr gut darin, diese feinen Unterschiede in der Auswärtsstimme wahrzunehmen. +Wir arbeiten daran, Maschinen beizubringen, diese feinen Unterschiede zu erkennen. +Wir entwickeln ein deep-learning-basiertes System, das Sprecher in Echtzeit erkennt, um transparent zu machen, wie Gesprächsanteile gewichtet sind — wer etwa in Besprechungen viel spricht und wer gar nicht — um so wiederum die Gruppenintelligenz zu erhöhen. +Eine Schwierigkeit dabei ist, dass die Stimme nicht statisch ist. +Wie gesagt ändert sich unsere Stimme je nach Gesprächspartner, außerdem verändert sie sich ein Leben lang. +Alles in allem lässt sich aber sagen, dass männliche und weibliche Stimmen sich sehr ähnlich sind. +Es ist sehr schwer, die Stimmen von sehr jungen Mädchen und Jungen zu unterscheiden. +Aber immer wieder setzt die Stimme Markierungen in der Identitätsentwicklung. +Bei männlichen Stimmen gibt es eine große Veränderung in der Pubertät. +Bei weiblichen Stimmen gibt es Veränderungen nach jeder Schwangerschaft und in der Menopause. +All das macht eine Stimme aus, wenn wir mit anderen sprechen. +Also wie kommt es, dass wir davon kaum etwas wissen? +Woran liegt es, dass das nicht die Stimme ist, die wir hören? +Überlegen wir mal. Wenn man eine Maske trägt, kann man sie nicht direkt sehen. +Versucht man, sie zu betrachten, sieht man nur die Innenseite. +Das ist die Einwärtsstimme. +Um den Unterschied zu verstehen, muss man verstehen, wie die Einwärtsstimme wahrgenommen wird. +Der Körper filtert sie nämlich vielfach und ganz anders als die Auswärtsstimme. +Damit man sie hören kann, muss sie zunächst zu den Ohren. +Während die Auswärtsstimme durch die Luft übertragen wird, wandert die Einwärtsstimme durch die Knochen. +Das nennt man Knochenleitung. +Darum klingt die Einwärtsstimme tiefer und auch melodisch harmonischer als die Auswärtsstimme. +Über die Knochenleitung muss sie dann zum Innenohr. +Hier greift ein weiterer Mechanismus, ein mechanischer Filter, ein kleiner Bereich, der das Innenohr schützt, immer wenn ein Ton erzeugt wird. +Es wird also auch der Höreindruck vermindert. +Als drittes gibt es noch einen biologischen Filter. +Die Hörschnecke — ein Teil des Innenohrs, das die Töne verarbeitet — besteht aus lebenden Zellen. +Diese Zellen werden unterschiedlich angeregt, je nachdem, wie oft sie einen Ton wahrnehmen. +Es ist ein Gewöhnungseffekt. +Daher, dass wir unsere eigene Stimme andauernd hören, +nehmen wir sie tatsächlich weniger wahr. +Es gibt noch einen vierten Filter: Einen neurologischen Filter. +Neurologen haben herausgefunden, dass immer wenn wir den Mund zum Sprechen öffnen, der auditive Kortex abschaltet. +Wir hören zwar unsere Stimme, aber das Gehirn hört nie hin, wie die Stimme klingt. +Also aus evolutionärer Sicht kann das Sinn ergeben, denn uns ist ja schon bewusst, wie wir klingen, also müssen wir keine Energie vergeuden, um das Signal zu analysieren. +Das nennt man Reafferenzprinzip und das passiert mit jeder Bewegung im Körper. +Unter einer Efferenzkopie versteht man die Kopie eines Bewegungsbefehls aus dem Gehirn. +Diese Kopie sorgt selbst für keine Bewegung, sondern wird in andere Hirnregionen gesendet, um die Bewegung anzukündigen. +Bezogen auf die Stimme, heißt diese Efferenzkopie anders, nämlich: innere Stimme. +Fassen wir also zusammen. Wir haben die Maske, die Auswärtsstimme, die Innenseite der Maske, die Einwärtsstimme, und dann noch die innere Stimme. +Ich vergleiche sie gerne mit einem Puppenspieler, der alle Fäden des Systems in der Hand hält. +Die innere Stimme hört man, wenn man einen Text leise liest, oder für eine wichtiges Gespräch probt. +Sie ist mitunter schwer abzustellen. Es ist schwer, einen Text in der Muttersprache zu betrachten, ohne dass die innere Stimme ihn vorliest. +Das ist dieselbe Stimme, die nicht aufhören will zu singen, wenn man dieses dämliche Lied im Kopf hat. +Manche können sie tatsächlich gar nicht kontrollieren. +Das ist der Fall bei schizophrenen Patienten mit akustischen Halluzinationen, die nicht unterscheiden können, ob die Stimmen von innen oder von außen kommen. +In unserem Labor arbeiten wir an kleinen Apparaturen, die diesen Menschen helfen sollen, zu unterscheiden, ob die Stimme internen oder externen Ursprungs ist. +Man könnte auch sagen, die innere Stimme ist die Stimme, die im Traum spricht. +Sie kann viele Formen annehmen. +Im Traum entfaltet sie tatsächlich ihr ganzes Potential. +Auch daran arbeiten wir in unserem Labor: wie wir Zugriff auf die innnere Stimme im Traum bekommen. +Auch wenn man sie nicht immer kontrollieren kann, diese Stimme — man kann mit ihr in Verbindung treten über Dialoge, auch innere Dialoge. +Sie kann sogar gesehen werden als Verbindungsglied zwischen Gedanke und Aktion. +Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein besseres Gespür vermitteln, eine neue Wertschätzung für all Ihre Stimmen und die Rolle, die sie nach innen und außen spielen — denn die Stimme ist ein entscheidender Faktor des Menschseins und wie Sie mit der Umwelt interagieren. +Vielen Dank. + + +talks, pollution, oceans, farming, food, life, biosphere, science, marine biology +Nancy Rabalais +13029 +TED Talk Subtitles and Transcript: Die Meeresexpertin Nancy Rabalais erforscht die bedrohlich klingende „Todeszone“ im Golf von Mexiko, die nicht mehr genug Sauerstoff im Wasser enthält, um das Unterwasserleben zu erhalten. Der Golf verfügt über die zweitgrößte Todeszone der Welt und vernichtet neben den darin lebenden Fischen und Krustentieren auch die Fischer dieser Gewässer. Rabalais erklärt uns die Ursache – und wie wir die schädliche Wirkung umkehren und einen der bedeutendsten Naturschätze Amerikas wiederherstellen können. +Nancy Rabalais: Die „Todeszone“ im Golf von Mexiko +Guten Abend, willkommen in New Orleans. +Vielleicht wissen Sie es noch nicht, aber Sie sitzen 15 Minuten von einem der größten Flüsse der Welt entfernt, dem Mississippi. „Old Man River“ — „Big Muddy“. +Er fließt nördlich aus Minnesota, im Osten bis in den Staat New York, im Westen bis nach Montana. +100 Flussmeilen von hier entleert er sein Frischwasser und das Sediment in den Golf von Mexiko. +So weit das kleine Einmaleins der Geographie. +Sehen wir uns nun die Zusammensetzung des Wassers an. +Neben dem Sediment enthält es gelöste Moleküle, Stickstoff und Phosphor. +Diese formen durch einen biologischen Prozess sogenannte Todeszonen. „Todeszone“ ist ein bedrohliches Wort, falls Sie ein Fisch oder eine Krabbe sind. +Sogar für einen kleinen Wurm im Sediment. +Es bedeutet, dass nicht genug Sauerstoff enthalten ist, damit diese Lebewesen überleben. +Aber wie kann das passieren? +Der Stickstoff und Phosphor stimulieren das Wachstum von Mikropflanzen, Phytoplankton genannt. +Kleine Tiere namens Zooplankton fressen den Phytoplankton, kleine Fische fressen den Zooplankton, große Fische fressen die kleinen und so geht es die Nahrungskette entlang. +Leider ist die aktuelle Konzentration an Stickstoff und Phosphor zu hoch. Dadurch fällt zu viel Phytoplankton auf den Meeresboden und wird von Bakterien kompostiert, die den Sauerstoff verbrauchen. Das ist Biologie. +Dieses Phänomen sieht man von der Wasseroberfläche nicht, auch nicht auf Satellitenbildern, woher wissen wir also davon? +Wenn ein Trawler sein Schleppnetz auswirft und es nach 20 Minuten immer noch leer wieder einholt, dann weiß er, er ist in der Todeszone. +Und er muss woanders hinfahren. +Aber wohin fährt man in einem Gebiet von 20.000 Quadratkilometern? +Das ist ungefähr die Größe von New Jersey. +Man fischt also entweder weiter, ohne einen großen Fang zu machen, oder man fährt zurück zum Hafen. +Als Forscherin habe ich Zugang zu Hightech-Ausrüstung. Ich kann einfach ein Messgerät von Bord ins Wasser abseilen und damit Sauerstoff und vieles andere messen. +Wir starten am Mississippi, fahren den Golf von Mexiko in Zickzacklinien ab bis nach Texas. Manchmal schleiche ich mich auch nach Texas und messe deren Wasser. +Anhand des Bodensauerstoffs kann man alles unter 0,2 mg / l kartieren, das ist die magische Grenze, ab der Fische das Gewässer verlassen. +Ich tauche auch in der Todeszone. +Manche Sauerstoffmessgeräte müssen wir küstennah anbringen. Sie melden uns stetige Messungen der hohen oder geringen Sauerstoffkonzentration. +Wenn man im Wasser taucht, sieht man viele Fische: Tonnenweise Fische, alle möglichen Arten, so auch meinen Freund, den Barrakuda, den ich eines Tages entdeckte. +Alle schwammen in eine Richtung und ich schwamm in die andere mit meiner Kamera. +Bei neun Metern werden es weniger Fische. +Und dann ist man am Meeresgrund. +Kein einziger Fisch zu sehen. +Es gibt kein Leben auf der Plattform; nichts Lebendiges schwimmt herum. +Und man weiß, man ist in der Todeszone. +Was ist also die Verbindung zwischen dem Herzen der USA und dem Golf von Mexiko? +Die Wasserscheide besteht großteils aus Ackerland, besonders aus Feldern mit Mais-Soja-Fruchtfolge. +Der Stickstoff und Phosphor aus den Düngemitteln versickert im Boden, fließt in den Mississippi und landet letztendlich im Golf von Mexiko. +Das Wasser des Mississippi enthält heute dreimal so viel Stickstoff wie in den 1950ern. Dreimal so viel. Der Phosphorgehalt hat sich verdoppelt. +Das führt zu mehr Phytoplankton, mehr Bakterien und weniger Sauerstoff. +Das ist kein natürlicher Effekt des Golfs, er ist vom Menschen verursacht. +Die Landschaft hat sich verändert. +Früher waren hier Prärien, Wälder, Tümpel, Entenbiotope und vieles mehr. +Aber jetzt gibt es nur noch Reihenkultur. +Es gibt Wege zur Verbesserung dieser Landwirtschaft, indem wir weniger düngen oder Präzisionsdünger einsetzen und nachhaltige Landwirtschaft betreiben, wie mehrjähriges Weizengras, das viel längere Wurzeln hat als die 15 Zentimeter der Maispflanze und damit den Stickstoff im Boden und den Boden festhalten kann. +Und wie überzeugen wir unsere Nachbarn im Norden, über 1.000 Meilen entfernt, dass ihr Handeln das schlechte Wasser im Golf von Mexiko verursacht? +Zu Anfang könnten wir ihnen ihren eigenen Hinterhof zeigen. +Wenn Sie im Sommer in Ihrem Lieblingssee in Wisconsin schwimmen wollen, könnten Sie so etwas finden, das wie grüne Farbe aussieht und riecht und auf der Wasseroberfläche wächst. +Das ist ein giftiger Blaualgenbefall und das ist nicht gut für Sie. +Im Eriesee gab es Ähnliches vor einigen Jahren. Diese Blaualge breitete sich hunderte Meilen aus und die Stadt Toledo in Ohio konnte ihr Trinkwasser über mehrere Tage nicht abpumpen. +Wenn Sie den Nachrichten folgen, wissen Sie, dass viele Gemeinden Trinkwasserprobleme haben. +Ich bin Wissenschaftlerin. Ich weiß nicht, ob man mir das ansieht. +Ich betreibe fundierte Forschung, ich publiziere meine Ergebnisse, meine Kollegen lesen sie, ich werde von anderen zitiert. +Aber ich glaube fest daran, dass ich es als Forscherin, die häufig öffentliche Fördermittel nutzt, der Öffentlichkeit schuldig bin, mit den Behörden und Abgeordneten mein Wissen zu teilen, damit sie es für bessere Entscheidungen über unsere Umwelt nutzen können. +Ich danke Ihnen. +Eine Möglichkeit dazu ist die Verbreitung über die Medien. +Joby Warrick von der „Washington Post“ setzte dieses Bild zu einem Artikel auf der Titelseite der Sonntagsausgabe, fünf Zentimeter über dem Falz. +Das ist eine große Sache. +Senator John Breaux aus Louisiana sagte: „Oh mein Gott, sieht so etwa der Golf von Mexiko aus?“ Ich antwortete ihm: „Nun ja, hier ist der Beweis. +Wir müssen zweifellos etwas dagegen tun. “Zur gleichen Zeit hatte Senator Olympia Snowe aus Maine Ärger mit schädlichen Algenblüten im Golf von Maine. +Sie schlossen sich zusammen — es war parteiübergreifend — +und fragten mich, ob ich vor dem Kongress aussagen wollte. Ich sagte: „Ich habe doch nur nach Krabben in Südtexas gesucht, wie soll ich das machen?“ +Aber ich machte es. +Und schließlich wurde das Gesetz verabschiedet. +Man nannte es — ja, juhu! — „Gesetz zur Erforschung und Eindämmung von schädlichen Algen und Hypoxie von 1998“. +Danke. Deswegen nennen wir es das Snowe-Breaux-Gesetz. +Außerdem hielten wir 2001 eine Konferenz auf Initiative der Nationalen Akademie der Wissenschaften ab, auf der wir uns mit Düngern, Stickstoff und der Wasserqualität beschäftigten. +Unsere Plenarsprecherin war die frühere Gouverneurin des Bundesstaats New Jersey. +Und sie... Man merkte ihr den Ernst beim Sprechen an und ich dachte: „Sicher schaut sie gerade auf mich.“ Wissen Sie, ich habe es satt, nur New Jersey zu hören. +Nehmen Sie irgendeinen Staat, ich kann es nicht mehr hören. Doch sie brachte den Aktionsplan über den Schreibtisch von Präsident George H.W. Bush, sodass die Umweltziele festgelegt waren und wir an ihrer Lösung arbeiten konnten. +Der Mittlere Westen ernährt nicht die ganze Welt. +Er ernährt vor allem viele Hühner, Schweine und Rinder und produziert viel Ethanol für unser Benzin, was durch Bundesgesetze geregelt wird. +Wir können das besser. +Wir müssen neue Entscheidungen treffen, die unseren Konsum reduzieren und unsere Abhängigkeit von Stickstoff verringern. +Es ist wie die Klimabilanz. +Aber jeder von uns kann seine Stickstoffbilanz verbessern. +Ich tue das, indem ich weniger Fleisch esse — dann und wann esse ich doch gerne ein wenig —, ich benutze kein Maisöl, ich fahre ein Auto ohne Ethanoltreibstoff und erreiche einen besseren Benzinverbrauch. +Solche einfachen Dinge verändern unsere Welt. +Ich fordere nicht nur Sie auf, sondern viele Menschen, vor allem im Mittleren Westen: Denken Sie über Ihren Umgang mit Ihrem Land nach und darüber, wie Sie etwas ändern können. +Ich mache kleine Schritte. Eine Veränderung der Landwirtschaft in den USA benötigt viele große Schritte. +Und es braucht politischen und sozialen Willen. +Aber wir können es schaffen. +Ich glaube fest, dass wir die Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Politik einbringen können, um die Umwelt zu schützen. +Wir alle wollen eine saubere Umwelt. +Und wir können durch Zusammenarbeit die Todeszonen im Golf von Mexiko auflösen. +Danke schön. + + +talks, activism, United States, guns, communication, community, culture, education, history, society, leadership, social change, violence +Diane Wolk-Rogers +14608 +TED Talk Subtitles and Transcript: Diane Wolk-Rogers unterrichtet Geschichte an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, Schauplatz einer entsetzlichen Schulschießerei am Valentinstag 2018. Wie können wir diese sinnlose Gewalt beenden? In einem ergreifenden Vortrag bietet Wolk-Rogers drei Wege, wie Amerikaner vorankommen können, um für mehr Sicherheit und Verantwortung bzgl. Schusswaffen zu sorgen -- und lädt Leute ein, sich ihre eigenen Antworten zu überlegen. Vor allem bittet sie uns, uns von den Schüleraktivisten an ihrer Schule inspirieren zu lassen, Überlebende, deren Arbeit für Veränderung Millionen zum Handeln animiert hat. "Sie sollten das nicht alleine tun müssen", sagt Wolk-Rogers. "Sie bitten Sie, sich zu engagieren." +Diane Wolk-Rogers: Hausaufgaben einer Parkland-Lehrerin für uns alle +Ich unterrichte Geschichte an der Marjory Stoneman Douglas High School. +Am 14. Februar 2018 erlebte meine Schule eine der schlimmsten Massenerschießungen der amerikanischen Geschichte. +Leute wollen wissen, was wir gesehen haben, was ich gefühlt habe. +Ich erinnere mich nicht an alles, aber ich erinnere mich, dass ich in den Krisenmodus schaltete, den Muttermodus. +Da gab es keine Emotionen. +Ich reihte die Kinder auf, ich hielt ein Schild hoch, sodass sie mir folgen konnten, wie bei einer Feuerübung. +Ich hörte Schüsse aus einer Richtung. +Zum Glück bewegten wir uns bereits in die andere Richtung. +Wir schafften es nach draußen. Wir waren in Sicherheit. +Ich rief meine Mutter an. "Ich bin okay." Ich rief meinen Ehemann an. "Ich bin okay." Meine Tochter rief an, meine Stimme brach. Ich wusste, ich muss mich zusammenreißen. +Ich saß alleine in Gedanken, besorgt über meine Kollegen und Schüler. +Wir saßen dort und wussten nur, dass Valentinstag irgendwie —. Wir saßen dort und wussten nur, dass Valentinstag irgendwie damit geendet hatte, dass unsere Babys tot waren, und wir wussten nicht, was wir nun tun sollten. +Es ist zwei Monate her und jeden Tag höre ich noch immer die Echos und das "Pop, Pop" der Schüsse. +Ich sehe noch die ängstlichen Gesichter meiner Schüler, als wir merkten, dass es keine Übung war. +Trotzdem ist da noch immer keine konstante Emotion, abgesehen vom Aufblitzen von Schmerz, Trauer und Wut, ausgelöst durch die Nachrichten, oder einem unsensiblen Kommentar, oder nur Stille. +Marjory Stoneman Douglas High School verlor an diesem schrecklichen Tag 17 kostbare Leben. +Danach fragten Schüler uns, die Erwachsenen, die schwierigste Frage: Wie können wir die sinnlose Gewalt stoppen? +Das war die schwierigste Frage, die ich je gefragt wurde. +Aber es war nicht das erste Mal, dass mich die Frage eines Schülers überwältigte. +Ich unterrichte seit 33 Jahren an öffentlichen Schulen, also weiß ich, dass man zugeben muss, was man nicht weiß, bevor man berichten kann, was man weiß. +Es gibt tatsächlich eine Methode, um ein engagierter Schüler, Lehrer oder Bürger zu sein. +Erstens, höre der Person, die dir eine Frage stellt, genau zu. +Zweitens, gib deine Verwundbarkeit zu: Gib zu, was du nicht weißt. +Drittens, mach deine Hausaufgaben. +Viertens, teile dein Wissen bescheiden. +Ich weiß alles über diesen Prozess. +Meine Schüler stellen ständig sehr durchdachte Fragen. +Sie sind wissbegierig und manchmal sind sie eifrig bestrebt, ihr Wissen zu beweisen. +Glauben Sie mir, sie wissen, wenn ich keine Ahnung von der Antwort habe, in solchen Fällen sage ich zu ihnen: "Das ist eine gute Frage. +Lass mich das nachsehen und auf dich zurückkommen ". +Als meine Schüler also fragten: "Wie stoppen wir diese sinnlose Gewalt?", hörte ich zu, und gab dann zu: "Ich weiß es nicht." Und wie ich es immer tue, wenn ich die Antwort auf eine Frage nicht weiß, begann ich, meine Hausaufgaben zu machen. +Als Geschichtslehrerin wusste ich, dass ich beim 2. Zusatzartikel und der NRA anfangen musste. +Falls es eine Weile her ist, dass Sie im Geschichtsunterricht saßen, so lautet der 2. Zusatzartikel: "Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Das bedeutet, die Bundesregierung konnte das Bürgerrecht, an wohlgeordneten Milizen teilzunehmen, nicht beeinträchtigen. +Der 2. Zusatzartikel wurde vor 226 Jahren bestätigt. +Er wurde zu einer Zeit geschrieben, bevor die Bundesstreitkräfte zu den weltweit mächtigsten gehörten und als Staatsmilizen als notwendig für den Schutz der Staaten angesehen wurden. +Spulen wir 80 Jahre vor ins Jahr 1871. +Der amerikanische Bürgerkrieg hatte ein paar Jahre zuvor geendet, aber einige Offiziere des Unionsheeres erlebten auf dem Schlachtfeld eine ziemlich schlechte Treffsicherheit. +Um ihre Männer auf weitere zukünftige Kämpfe vorzubereiten, gründeten sie die Nationale Schusswaffenvereinigung, um Schießübungen zu fördern. +Kurzum, der 2. Zusatzartikel wurden geschrieben, um sicherzustellen, dass unser neu geformtes und fragiles Land Zugang zu organisierten Staatsmilizen hat. +Und die ursprüngliche Mission der NRA war sicherzustellen, dass zukünftige Soldaten gut zielen konnten. +Man kann einen ganzen Kurs darüber geben wie die nächsten 150 Jahre die Gespräche über Waffenregulierung beeinflusst haben, die wir in den USA haben, und über unsere Interpretation des 2. Zusatzartikels. +Fast jeder Schlüsselmoment in der Geschichte unserer Nation hat auf irgendeine Weise beeinflusst, wie wir als Volk Waffen herstellen, über sie debattieren, sie regulieren und über sie denken. +Es gab viele Veränderungen. +Tatsächlich war es erst 2008, dass das Verfassungsgericht zum ersten Mal entschieden hat, dass der 2. Zusatzartikel das individuelle Recht schützt, eine Schusswaffe zu besitzen, ohne dafür im Dienst einer Miliz zu stehen, und diese Waffe für traditionell rechtmäßige Zwecke zu nutzen, wie z.B. Selbstverteidigung innerhalb des Zuhauses. Innerhalb des Zuhauses. +Diese Veränderung im Laufe der Zeit finde ich bemerkenswert, denn sie erinnert uns daran, dass die Interpretation des 2. Zusatzartikels und kulturelle Einstellung gegenüber Waffen sich über die Zeit verändert haben. +Das gibt mir die Hoffnung, dass sie sich erneut verändern könnten. +Es ist eine unglaublich komplexe und dynamische Geschichtslektion, aber die will ich heute hier nicht geben, denn wir haben keine Zeit. +Ich spreche nicht über Zeit, die Zeit, die ich habe, um hier zu stehen und zu sprechen. +Ich spreche über die Tatsache, dass wir keine Zeit zu verlieren haben. +In den letzten fünf Jahren wurden laut dem CDC in den USA im Durchschnitt jeden Tag 96 Menschen durch Schusswaffen getötet und wenn wir nicht bald eine Antwort auf die Frage meiner Schüler finden, kann einer von uns der nächste sein. +Wenn die Frage also lautet, wie wir diese sinnlose Gewalt stoppen, ist für mich die beste Art zu antworten, sich Multiple-Choice anzuschauen. +Sie erinnern sich doch an Multiple-Choice-Fragen aus der Schule. Fangen wir an. +Option A: Es wird enden, wenn wir Waffenhersteller für die Tödlichkeit ihrer Produkte verantwortlich machen. +Es mag Sie überraschen, dass wir darüber bereits nachgedacht haben. +Zwischen 1998 und 2000 verklagten 30 Bezirke und Städte Waffenhersteller und sagten, sie sollten ihre Produkte sicherer machen und besser nachverfolgen, wo ihre Produkte verkauft werden. +Als Antwort argumentierten die Hersteller, dass sie keine direkte Verantwortung hätten, wie ihre Produkte genutzt werden. +Sie sagten, die Einzelhändler und diejenigen, die sie kauften, seien verantwortlich, sollte etwas Schlimmes passieren. +Als Antwort auf diese und viele weitere Klagen warb die NRA für die Verabschiedung des PLCAA, das Gesetz zum Schutz des rechtmäßigen Handels mit Waffen. +Das PLCAA wurde 2005 mit überparteilicher Unterstützung verabschiedet und beauftragt Hersteller, Waffen sicher herzustellen, Geschäfte, diese Waffen verantwortungsvoll zu verkaufen, und Waffenbesitzer, die Waffe verantwortungsvoll zu nutzen. +Wenn also 17 Schüler und Lehrkörper an meiner Schule sterben, wird keiner in dieser Kette Verantwortung übernehmen. +Lassen Sie uns eine andere Option ansehen, Option B: Es wird aufhören, wenn wir uns selbst verantwortlich sehen und die geschätzt 300 Millionen Schusswaffen, die in den USA vorhanden sind, regulieren. +Wählen ist eine der besten Möglichkeiten, persönliche Verantwortung für Waffengewalt zu übernehmen. +Sicherstellen, dass unsere Abgeordneten gewillt sind, vernünftige Waffenreformen zu verabschieden, ist eine der effektivsten Wege, diese 300 Millionen Waffen zu kontrollieren. +Außerdem können Waffenbesitzer Eigeninitiative ergreifen. +Wenn Sie eine Waffe besitzen, fragen Sie sich: Habe ich eine extra Waffe, die ich nicht brauche? +Könnte sie in falsche Hände fallen? +Habe ich die jüngste Schulung besucht? +Als Waffenbesitzer sollten Sie vielleicht auch fragen, ob Sie sich um Ihre geistige Gesundheit gekümmert haben? +Wenn es um Waffengewalt geht, scheitert das Argument der geistigen Gesundheit, wenn wir nicht die eigene Verwundbarkeit für psychische Störungen anerkennen. +Einer von sechs Amerikanern hat mit psychischen Störungen zu kämpfen. +Wenn wir eine Waffe besitzen, sollten wir uns konsequent um den Erhalt unseres emotionalen Wohlbefindens kümmern, damit wir in Zeiten der Krankheit nicht den Abzug betätigen. +Ansonsten sollten wir uns ernsthaft fragen, ob wir wirklich die Zeit und die Sorgfalt haben, um eine Waffe zu besitzen. +Vielleicht ist es für einige von uns Zeit, unsere Waffen niederzulegen. +Dann haben wir Option C: Es wird aufhören, wenn wir uns besser um einander kümmern können. +Viele soziale Probleme beeinflussen, warum Leute Waffen kaufen und benutzen. +62% der Schusswaffentodesfälle in den USA zwischen 2012 und 2016 waren Suizide. Doch wir bezeichnen Leute als Irre oder Psychos, beschämen sie. +Wir bauen Hürden auf für Leute, die Hilfe brauchen. +Warum beschämen wir einander? +Machen wir es Leuten leichter, nicht schwerer, eine bessere psychische Gesundheitsversorgung zu erhalten. Was noch? Sexismus, Rassismus und Armut beeinflussen Waffenbesitz und Schusswaffentodesfälle. +Man schätzt, dass in jedem Monat zwischen 2010 und 2014 50 Frauen aufgrund von häuslicher Gewalt erschossen wurden. Und es sterben immer noch Frauen in ihren Häusern. +Lasst uns Frauen stärken und Jungen die Chance geben, zu lernen wie sie ihre Konflikte und Emotionen mit Worten, nicht mit Waffen, lösen. +Die "Washington Post" berichtete, dass im letzten Jahr fast 1000 Menschen von Polizisten im Dienst tödlich verwundet wurden. +Sprechen Sie mit Black Lives Matter und der Polizeigewerkschaft darüber. +Wir müssen das angehen. +Und am Ende des Tages werden Leute vielleicht nicht mehr das Bedürfnis haben, eine Waffe zu kaufen und zu nutzen, wenn sie sich alle gleichermaßen sicher fühlen, gesund, respektiert und umsorgt. +Gut, die Diskussionszeit ist vorbei. +Es ist nun Zeit, die Frage zu beantworten. +Wie stoppen wir diese sinnlose Gewalt? +Ist es Antwort A, [Verantwortung der Hersteller] Antwort B, [eigene Verantwortung] Antwort C? [füreinander da sein] Ich weiß, was Sie alle denken. +Sie erinnern sich, dass Multiple-Choice-Fragen fast nie mit nur drei Antwortmöglichkeiten enden. +Es gibt immer diese vierte, Antwort D: Alle Antworten sind richtig. +Vielleicht ist das hier die Antwort. +Vielleicht ist "alle Antworten sind richtig" zu einfach und das hier ist kein einfaches Problem. +Es erfordert typisches analytisches Denken von uns allen. +Stattdessen bitte ich Sie, Ihre Hausaufgaben zu machen, schreiben Sie Ihre eigene Antwort D und nutzen Sie dabei unterstützende Details. +Falls Sie keinen Anfang finden, nehmen Sie meine Schüler als Vorbild. +Sie haben unglaubliche Kommunikationsfähigkeiten und einem Sinn für Staatsbürgerschaft, den ich so inspirierend finde. +Das sind Kinder öffentlicher Schulen, engagiert in Fragen der Waffenregulierung, und ihr Bemühen hat unsere Herzen bewegt. +Und sie sollten das nicht alleine tun müssen. +Sie bitten Sie, sie bitten uns alle, sich zu engagieren. +Das hier ist kein Zuschauersport. +Also, was ist die richtige Antwort? +Ich weiß es nicht. +Hören Sie, ich bin kein Experte im Waffenrecht. Ich unterrichte Humanwissenschaften. Menschlich zu sein, heißt zu lernen, und Teil einer Zivilisation zu sein, heißt sein Wissen zu teilen. +Diese Art von echtem, mutigem und aufrichtigem Engagement fordere ich von meinen Schülern, erwarte ich von mir selbst als Lehrer und fordere ich jetzt von Ihnen. +Jeder von Ihnen muss seine Hausaufgaben machen. Und was dann? Teilen Sie Ihr Wissen bescheiden mit anderen. +Bitte lehren Sie Ihre Familie, lehren Sie Ihre Gemeinde, Ihren Stadtrat, Ihren Landtag. +Erteilen Sie dem Kongress eine Lektion. +Vielen Dank. Vielen Dank. + + +talks, animals, biology, body language, primates, apes, communication, community, nature, science, politics, empathy, peace, biodiversity +Frans de Waal +15290 +TED Talk Subtitles and Transcript: In diesem faszinierenden Porträt des "Alpha-Männchens" erforscht der Primatologe Frans de Waal die Vorzüge und Kosten der Macht und zieht überraschende Parallelen zwischen der Wahl von Führern bei Menschen und Primaten. Seine Forschung offenbart einige der unerwarteten Fähigkeiten von Alpha-Männern -- Großzügigkeit, Einfühlungsvermögen, sogar Friedenserhaltung -- und wirft Licht auf die Machtkämpfe menschlicher Politiker. "Jemand, der groß und stark ist und jeden einschüchtert und beleidigt, ist nicht unbedingt ein Alpha-Mann", sagt de Waal. +Frans de Waal: Die überraschende Wissenschaft der Alpha-Männer +Ich habe in meinem Leben viele Alpha-Männer kennen gelernt, Schimpansen-Alpha-Männer. Ich möchte darüber sprechen, was ein Alpha-Männchen ist, weil ich denke, dass wir alle viel von unseren nahen Verwandten lernen können bei denen es Alpha-Männchen gibt. +Nehmen wir zum Beispiel Amos, ein Männchen das ich schon kannte als er ein junges Alpha-Männchen war, er war sehr beliebt. Aber er wurde krank und er verlor seine Position, weil Schimpansenmännchen aus einer Meile Entfernung erkennen, wenn Sie schwach sind, und sie gingen auf ihn los, und er verlor seine Position, und dann wurde er immer kränker, bis wir ihn irgendwann isolieren mussten. +Die Gruppe lebte auf einer grasbewachsenen Insel, und wir mussten ihn in einen Käfig sperren, aber wir öffneten den Käfig, damit die anderen Schimpansen Zugang zu ihm hatten. +Und was passiert ist, war sehr berührend. +Andere Schimpansen brachten ihm Nahrung, sie brachten ihm Baumwolle, was sie zum Schlafen und zum Nestbau benutzen, und die Weibchen legten die Baumwolle hinter seinen Rücken. +Er lehnte sich schwer gegen die Wand, und genauso wie wir Patienten in einem Krankenhaus Kissen geben, stopften Sie das Zeug hinter seinen Rücken. +Ich dachte, so geht es einem Alpha-Männchen. +Es wurde geliebt und respektiert, und alle kümmerten sich um ihn. Doch das ist nicht immer so, weil manche Männer nicht gut auf den Verlust ihrer Position reagieren. +Amos war ein Beispiel für einen Mann, der als Anführer gemocht wurde, doch wenn Sie den Begriff Alpha-Mann im Internet nachschlagen, finden Sie all diese Business-Bücher, die erklären, wie ein Alpha-Mann ist, und sie meinen damit, wie man andere fertigmacht, sie einschüchtert und sie wissen lässt, dass du der Boss bist und leg dich nicht mit mir an, und so weiter. +Im Grunde ist für sie ein Alpha-Männchen ein Tyrann. +Ich mag diese Beschreibung gar nicht, weil ich teilweise mitverantwortlich für den Begriff "Alpha-Mann" bin, denn ich schrieb das Buch "Schimpansenpolitik", das dann von Newt Gingrich neuen Kongressabgeordneten empfohlen wurde. +Ich weiß nicht, wofür das gut war, aber er empfahl ihnen das Buch, und danach wurde der Begriff "Alpha-Mann" sehr populär. +Doch ich denke, es wird falsch verwendet. +Es wird sehr oberflächlich verwendet und hat nichts damit zu tun, was ein echter Alpha-Mann ist. +Ich bin hier, um zu erklären, was das ist. +Der Begriff selbst geht eigentlich viel weiter zurück. +Es geht zurück auf die 40er und 50er Jahre, auf die Erforschung von Wölfen. Im Grunde ist die Definition sehr einfach. +Das ranghöchste Männchen ist der Alpha-Mann. +Das ranghöchste Weibchen ist die Alpha-Frau. +Jede Primatengruppe hat ein Alpha-Männchen und ein Alpha-Weibchen, und nicht mehr, es gibt nur eins. +Und das geht so. +Zuerst die Körpersprache. Was Sie hier sehen, sind zwei männliche Schimpansen, die gleich groß sind, aber einer geht aufrecht, seine Haare stehen ab, einen großen Stein in der Hand; er ist der Alpha-Mann. +Das andere Männchen grunzt ihm zu, ist ihm unterwürfig und verbeugt sich vor ihm. Diese Art von Ritual müssen sie viele Male am Tag durchlaufen, um eine stabile Beziehung zu haben. +Ich werde Ihnen ein Video aus dem Feld zeigen. +Sie sehen gleich ein Weibchen, das ein Alpha-Männchen angrunzt und das geht so. +Das Männchen nähert sich, sie grunzt ihn an. +(Schimpanse grunzt) +Er hat alle seine Haare aufgerichtet und er zeigt sich. +Ich stehe tatsächlich viel zu nah. +Ein Schimpanse ist viel stärker als ich, und ich war einfach nicht sehr klug, in diesem speziellen Video. +Sie konnten sehen, wie er sich auf zwei Beine aufrichtet, und die Arme ausstreckt; genannt "zweifüßiger Prahler." Das ist eine sehr häufige Haltung bei hochrangigen Männern. +Man erkennt es leicht, weil Menschen das genauso machen. +Menschen machen das die ganze Zeit. +Und was ich an genau diesem Bild besonders mag, sind die zwei alten Kerle an der Seite. +Das ist sehr Schimpansisch Bei Schimpansen, haben wir normalerweise alte Männer, die über den Berg sind, die selbst nicht mehr Alpha-Männchen sein können, aber anfangen, Spiele zu spielen und Koalitionen zu bilden, hinter dem Rücken der anderen. +Sie werden sehr einflussreich, und es gibt auch alte Männer, die einflussreicher als der Alpha-Mann selbst sind. +Zum Beispiel, die drei Männchen, mit denen ich am meisten gearbeitet habe, in dem holländischen Zoo, in dem ich gearbeitet habe, ist der mittlere Mann hier ein 17-jähriger Alpha-Mann. +Das Männchen, das er da pflegt, ist doppelt so alt, und dieser alte Mann hat ihn zum Anführer gemacht. +Man kann sich vorstellen, dass dieser alte Mann eine enorme Macht hat, weil er es zum Alpha-Mann gemacht hat. +Der Mann auf der rechten Seite ist individuell der stärkste Mann. +In Gefangenschaft können Sie das testen, und man kann wissen, dass dieses Männchen keine Probleme mit beiden hat. +Er hat nur Probleme mit der Kombination der beiden. +Die Koalitionsbildung, die in der Schimpansengesellschaft vor sich geht, ist viel komplexer als man denkt. +Es bedeutet zum Beispiel, dass der kleinste in einer Gruppe der Alpha-Mann sein kann. +Man muss nicht der größte und stärkste Mann sein. +Wenn der kleinste Mann die richtigen Freunde hat und sie glücklich hält, oder weibliche Unterstützung hat, kann er der Alpha-Mann sein. +Das Koalitionssystem macht alles komplex. Hier in den USA warte ich immer auf das Ende der Vorwahlen. Denn das ist ein Moment, in dem man Einheit demonstrieren muss. +Lassen Sie mich zunächst zeigen, wie Einheit bei Schimpansen gezeigt wird. +Hier sehen Sie auf der linken Seite zwei Männer, die zusammen stehen. +Sie sehen auch die großen Eckzähne, die sie haben. +Sie stehen zusammen und demonstrieren dem Rest der Gruppe: "Wir sind zusammen. +Wir sind eine Einheit. "Die Männchen auf der rechten Seite laufen synchron miteinander. +Das ist eine andere Art zu zeigen, dass man zusammen ist. +Einheit zu demonstrieren ist sehr wichtig in einem Koalitionssystem. Wie gesagt, bei den Vorwahlen warte ich immer auf diesen Moment denn dann hat man zwei Mitglieder derselben Partei die gegeneinander gekämpft haben. Sie müssen sich irgendwann wieder einigen. +Das führt zu sehr peinlichen Situationen. +Menschen, die sich nicht mögen, müssen sich umarmen und zusammenstehen. Das ist absolut notwendig für die Einheit der Partei. Tun sie das nicht, kann die Partei auseinander fallen. +Wenn es nicht gut läuft, wie in diesem speziellen Fall — +dann steckt die Party in großem Mist, weil sie keine Einheit bewiesen haben. +Das ist also ein sehr wichtiger Teil des Koalitionssystems, und das ist etwas, was wir Menschen mit den Schimpansen gemeinsam haben. +Wie wird man ein Alpha-Mann? +Zunächst muss man beeindruckend und einschüchternd sein, und man zeigt gelegentlich seine Kraft, beweist, dass man sehr stark ist. Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun. +Sie müssen aber auch großzügig sein. +Zum Beispiel werden Männchen, die eine Kampagne machen um den Anführer zu entthronen, was zwei oder drei Monate dauern kann, in denen sie alle Koalitionen in der Gruppe testen, auch sehr großzügig. +Sie teilen sehr gerne Essen mit allen. +Oder sie beginnen die Babys der Weibchen zu kitzeln. +Männliche Schimpansen sind gewöhnlich kaum an Kleinkindern interessiert, aber wenn sie im Wahlkampf sind, interessieren sie sich sehr für Kinder, kitzeln sie, und versuchen, sich bei den Frauen einzuschmeicheln. +Bei Menschen bin ich immer fasziniert von diesen Männern, die als Kandidaten die Babys so hoch halten. +Nicht, dass die Babys das besonders mögen — +aber weil es ein Signal für den Rest der Welt ist, müssen sie sie in die Luft halten. +Ich war wirklich fasziniert, als wir bei den letzten Wahlen eine Kandidatin hatten, hat sie die Babys eher so gehalten, was Babys wirklich mögen. +Sie musste auch nicht beweisen, dass sie Babys halten kann, ohne sie fallen zu lassen, was der Mann tat. +Das ist eine verbreitete Taktik. Männliche Schimpansen verbringen viel Zeit damit, sich bei vielen beliebt zu machen, wenn sie im Wahlkampf sind. +Was sind die Privilegien und die Kosten eines Alpha-Männchens? +Das größte Privileg sind Frauen. +Essen ist wirklich irrelevant. +Männliche Schimpansen brauchen eine Woche keine Nahrung, wenn sie an einem Weibchen im Östrus sexuell interessiert sind. +Essen ist sekundär zum Sex. +Die männlichen Schimpansen — wir Evolutionsbiologen haben natürlich eine Erklärung dafür, nämlich, dass Sex zur Fortpflanzung führt, und reproduktiver Erfolg ist das Maß der Evolution. +So entwickelt sich alles. +Wenn Männer ihre Fortpflanzung verbessern können durch einen hohen Rang, bekommen sie automatisch den Ehrgeiz, bei den Rüden hochrangig zu sein. +Das ist also das Privileg. +Eine Art der Kosten ist natürlich, dass man seine Partner bei Laune halten muss. +Wenn man mit der Unterstützung eines alten Mannes an die Macht kommt, muss man diesen alten Mann mit Frauen paaren lassen. +Wenn man das nicht tut, wird dieser alte Mann böse auf dich und man verliert ihn als Partner. +Es läuft also eine Transaktion. +Wenn Sie so Alpha-männlich werden, müssen Sie Ihre Partner bei Laune halten. +Das ist eine Art der Kosten. +Die zweite Kostenart ist, dass jeder Ihre Position will. +Die Position des Alpha-Männchens ist sehr begehrt und jeder möchte sie von Ihnen nehmen. Deshalb muss man ständig aufpassen. +Man muss extrem wachsam sein. +Zum Beispiel müssen Sie die Koalitionen anderer stören. Das machen männliche Schimpansen sehr oft. +Ihre Strategie ist: "Teile und Herrsche". +Das ist eine sehr stressige Situation, und wir haben Daten darüber. +Die Daten stammen aus dem Feld, von Pavianen in diesem Fall, nicht Schimpansen, wo man Kotproben von Pavianen gesammelt, und auf Glukokortikoide analysiert hat. +Was Sie hier sehen, ist eine Grafik die zeigt, dass je niedriger der Rang des männlichen Pavians ist, desto höher ist sein Cortisolspiegel im Kot, aber sie sehen auch, dass das Alpha-Männchen einen ähnlich hohes Niveau wie die niedrigsten Männchen hat. Man denkt vielleicht, dass Alpha-Männchen sein angenehm, prima und wundervoll ist, aber eigentlich ist es eine sehr stressige Position, und das können wir physiologisch nachweisen. +Was sind die Verpflichtungen? Hier wird es für mich sehr interessant und weicht sehr von dem typischen Image des Alpha-Männchen ab. +Der Alpha-Mann hat zwei Verpflichtungen. +Eine ist, den Gruppenfrieden zu bewahren. +Das ist die Kontrollrolle, die Kämpfe in der Gruppe zu kontrollieren, und die zweite ist, der empathischste, sozusagen der Cheftröster der Nation zu sein. +Also vor allem den Frieden bewahren. +Hier beendet ein Männchen einen Kampf zwischen zwei Frauen. +Zwei Frauen, links und rechts, haben sich über das Essen gestritten und geschrien, weil Essen für die Frauen sehr wichtig ist, und so stoppt er den Kampf zwischen ihnen und steht zwischen ihnen. +Ich finde es sehr interessant, dass Alpha-Männer, wenn sie das tun, unparteiisch werden. +Sie halten nicht zu ihrer Mutter oder dem besten Kumpel. +Nein, sie beenden Kämpfe, sie unterstützen den Außenseiter. +Das macht sie extrem beliebt in der Gruppe, weil sie Sicherheit für die untersten Mitglieder der Gruppe bieten. +Und so werden sie unparteiisch, eine ungewöhnliche Eigenschaft für einen Schimpansen, weil sie normalerweise ihre Freunde sehr mögen und so weiter, und Alpha-Männchen, die gut darin sind, können sehr effektiv den Frieden in der Gruppe bewahren. +Als zweites, zeigen sie Mitgefühl für andere. +Ich forsche sehr viel über Empathie und ich habe keine Zeit, darauf einzugehen, aber Empathie ist heutzutage ein Thema, das wir bei Nagern und Hunden untersuchen und Elefanten und Primaten, alle möglichen Tiere. +Was Sie hier sehen, sind zwei Bonobos. +Der eine da vorne wurde in einem Kampf verprügelt. +Die hintere legt ihre Arme um sie und tröstet sie. +So messen wir Empathie auch bei kleinen Kindern, indem man sich ansieht, wie sie auf notleidende Menschen reagieren. +Und hochrangige Männer tun das sehr oft. +Hochrangige Männer bieten der Gruppe viel Trost. Sie gehen zu Orten, wo es Erdbeben gibt, oder Wirbelstürme, und sie bieten Trost. +Der Papst macht das. Die Präsidenten auch. Alle Führer der Welt müssen diesen Job machen. +Die Königin macht es und so weiter. +Sie alle müssen das tun, Trost spenden, und das ist eine sehr wichtige Aufgabe. +Männer, die diese beiden Dinge gut können, den Frieden bewahren und trösten, werden extrem populäre Führer, und natürlich sind da einige Eigeninteressen involviert. +Sie tun es nicht nur für die Gruppe, sondern auch, weil es ihre Position stabilisiert. +Je beliebter ein Männchen als Alpha-Männchen wird, und je mehr der Rest sie respektiert und zu ihnen aufschaut, umso besser wird ihre Position verteidigt, falls sie herausgefordert werden, weil die ganze Gruppe dieses Männchen unterstützen wird, weil sie den Anführer behalten wollen, der gut für sie ist. +Daher unterstützt die Gruppe normalerweise Männer, die gute Anführer sind, und unterstützt auf keinen Fall Tyrannen. +Wenn Tyrannen ihre Position verlieren, können sie in einer sehr schlechten Situation enden. +Das sind Daten zum Trostverhalten. +Dies sind Daten zum Trost bei Schimpansen. Hier die mittleren und niedrigrangigen Individuen, die Frauen machen da mehr als die Männer. +Das ist in allen Gemeinschaften so. +Und für alle Säugetierstudien über Empathie gilt, dass Frauen mehr davon haben als Männer. +Beachten Sie das Alpha-Männchen. +Das Alpha-Männchen macht viel mehr als jeder andere. +Das sind die Daten über Alpha-Männchen, die im Grunde genommen die Tröster sind. +Schließlich möchte ich etwas über Alpha-Frauen sagen. +Dies ist ein Bild von Mama, der Alpha-Frau im Zoo von Arnheim wo ich früher gearbeitet habe, die populär im Internet ist, ich glaube 100 Mio. Klicks im Moment, mit einem Video ihres Todes im Alter von 59, aus dem letzten Jahr. +Und Mama war ein absolutes Zentrum der Gruppe. +Sie war körperlich nicht in der Lage, die Männchen zu dominieren. +Sie stand unter den Männern, aber sie war das Zentrum der Gemeinschaft, und nach großen Problemen in der Gemeinschaft, endete jeder in den Armen von Mama. +Deshalb war sie eine sehr wichtige Figur. +Deshalb möchte ich die Position der Alpha-Weibchen nicht minimieren in der Schimpansengruppe. +Und dann haben wir eine Spezies, die uns ähnlich nah ist wie der Schimpanse, der Bonobo. +Wir vergessen oft den Bonobo, die eine matriarchale Gesellschaft haben, und das Alpha-Individuum ist generell weiblich. +An der Spitze der Gruppe ist normalerweise ein Weibchen. Wir wissen wenig darüber, wie das passiert, wie sie zu dieser Position kommen und was sie damit machen, weil wir im Allgemeinen viel weniger über Bonobos wissen. +Aber ich möchte betonen, dass das Alpha in einer Gruppe nicht männlich sein muss, und das es tatsächlich bei einem unserer nahen Verwandten, eine Frau ist. +Die Botschaft, mit der ich Sie verlassen möchte ist, dass, wenn Sie Männer in unserer Gesellschaft betrachten — wer ist der Boss, sagen wir mal, eine Familie oder ein Geschäft oder Washington oder was auch immer, und Sie nennen ihn ein Alpha-Männchen; Beleidigen Sie Schimpansen nicht mit einem falschen Etikett. +Sie sollten einen Tyrannen nicht als Alpha-Männchen bezeichnen. +Jemand, der groß und stark ist und jeden einschüchtert und beleidigt ist kein Alpha-Männchen. +Ein Alpha-Männchen hat viele Qualitäten und ich habe tyrannische Alpha-Männchen bei Schimpansen gesehen, sie kommen vor, aber die meisten haben Führungsfähigkeiten und sind in ihrer Gemeinschaft integriert, und, wie Amos am Ende, werden sie geliebt und respektiert und das ist eine ganz anders als Sie vielleicht denken. +Ich danke Ihnen. + + +talks, TED Residency, life, garden, art, public spaces, nature, teaching, beauty, culture, plants +tobacco brown +15398 +TED Talk Subtitles and Transcript: Gärten sind die Spiegel unseres Lebens, sagt die Umweltkünstlerin tobacco brown, und wir müssen sie sorgfältig pflegen, um ihre volle Schönheit ernten zu können. Basierend auf ihrer Erfahrung, Naturkunst im öffentlichen Raum in Städte auf der ganzen Welt zu bringen, erzählt brown, wie Gartnarbeit uns lehrt ein Leben, das von Mitgefühl, zwischenmenschlichen Beziehungen und Harmonie geprägt ist, zu schaffen. +tobacco brown: Was mich die Gartenarbeit über das Leben lehrte +Mit vier Jahren fand ich einen Garten, der unter dem Küchenboden lebte. +Er versteckte sich hinter übrig gebliebenem Linoleum auf dem verschlissenen Boden, den meine Mutter gerade entsorgte. +Der Handwerker war gerade beschäftigt, als mir der Garten auffiel. +Mein Blick blieb an den aufgestickten Rosen kleben, die in der Landschaft meiner Kindheit blühten. +Als ich sie sah, freute ich mich und verspürte Abenteuerlust. +Ich war so aufgeregt, dass ich etwas erkunden wollte, über das ich absolut nichts wusste. +In genau diesem Moment begann meine Leidenschaft für Gärten. +Mit Frühlingsbeginn rannte ich so schnell durchs Haus, der Stimme meiner Mutter voraus. +Ich zog mein rotes Cordkleid und meinen grau karierten Hut an, bevor meine Mutter ihre Jacke anziehen konnte. +Ich schoss aus der Haustür und warf mich auf den frischen Grasteppich. +Ich sprang aufgeregt auf die Füße und schlug noch drei Räder, bevor ich wieder neben ihr landete. +Meine liebe Mutter arbeitete im Garten und grub den Boden um, während ich neben ihr saß und mit Matschkuchen im Blumenbeet spielte. +Als sie fertig war, belohnte sie mich mit einem eiskalten Glas bittersüßer Limonade und legte dann meine Schuhe mit Minze aus, um meine Füße abzukühlen. +Meine Mutter kochte mit den Farben und Strukturen aus ihrem Garten. +Sie backte mit Süßkartoffeln und Kürbissen und Urtomaten und Karotten. +Liebevoll ernährte sie eine ganze Generation mit lila Augenbohnen und Blattgemüse. +Seit meiner Kindheit haben die Blüten aus dem Garten meiner Mutter wohl alles von ihrem Heiligenschein bis hin zu den Wurzeln an unseren Fußsohlen geheilt. +In unserem letzten Gespräch vor ihrem Tod machte sie mir Mut, irgendwo auf der Welt hinzugehen, wo ich glücklich wäre. +Von da an pflanzte ich ihre Gärten als Installationen auf der ganzen Welt, in den Ländern der Leute, die ich treffe. +Nun zieren sie Parks und Innenhöfe, sind auf Mauern gemalt und sogar auf kahlen Parzellen abseits der Straße. +Wenn Sie in Berlin gewesen wären, hätten Sie meinen Garten am Stilwerk sehen können, wo sich Rosmarin und Lavendel, Hortensien und Zitronenmelisse an den Glasaufzügen zu allen sechs Stockwerken ranken. +2009 pflanzte ich "Philosophers' Garden", [Garten der Philosophen], ein Gartenwandbild, das an der historischen Frederick Douglass Oberschule in Memphis, Tennessee blüht. +Der Garten dieser Schule ernährte eine ganze Gemeinde und wurde während der Großen Depression von Eleanor Roosevelt ausgezeichnet. +2011 pflanzte ich am Court Square Park sechs Eingangsgärten mit 80 verschiedenen fein duftenden Floribundarosen und hybriden Teerosen. +Gärtnern hat mir gezeigt, dass das Anlegen und die Pflege eines Gartens dasselbe ist, wie die Erschaffung unseres Lebens. +Dieser Schöpfungsprozess beginnt im Frühling, wenn man den Boden aufbricht und von neuem beginnt. +Danach entsorgt man die welken Blätter, Schmutz und Wurzeln des Winters. +Dann muss der Gärtner dafür sorgen, dass eine gute Mischung der passenden Nährstoffe richtig im Boden vermengt ist. +Dann sollte man den Mutterboden auflockern und ihn lose auf der Oberfläche lassen. +Man bekommt die schönen Blüten des Lebens erst, wenn man davor einfach richtig arbeitet. +Wenn unsere Gärten sorgfältig ausbalanciert sind, können wir die Schönheit eines harmonischen Lebens ernten. +In den Wäldern, wenn Bäume durch ihre Wurzeln spüren, dass ein anderer Baum krank ist, senden sie zur Heilung einen Teil ihrer eigenen Nährstoffe zu diesem kranken Baum. +Sie denken dabei nicht an sich selbst oder fühlen sich dadurch gefährdet. +Stirbt ein Baum, setzt er all seine Nährstoffe für andere Bäume frei, die sie am meisten brauchen. +Unter der Oberfläche sind wir alle miteinander verwurzelt und teilen Nährstoffe miteinander. +Nur in Gemeinschaft können wir wirklich wachsen. +Dasselbe gilt für Menschen im Garten der Not. +In diesem Garten, wenn die Raupe sich in einem Kokon verpuppt, muss man viel kämpfen. +Aber diese Herausforderung hat Sinn. +Ohne diesen schmerzvollen Kampf, aus dem Gefängnis dieses Kokons auszubrechen, kann der neu entstandene Schmetterling seine Flügel nicht stärken. +Ohne Kampf stirbt der Schmetterling, ohne auch nur einmal geflogen zu sein. +Mein Lebensinhalt ist zu zeigen, wie man menschliche Verbundenheit in den Garten bringt. +Gärten sind voll von der magischen Weisheit dieser Verwandlung. +Mutter Natur ist die schöpferische Kraft, die darauf wartet, geboren zu werden. +Gärten sind ein Spiegel, die ihr eigenes Bild auf unser Wachleben projizieren. +Fördern Sie also Ihre Talente und Stärken und schätzen Sie, was Ihnen gegeben wurde. +Öffnen Sie sich demütig der Heilung. +Und bewahren Sie Ihr Mitgefühl für andere. +Entwickeln Sie Ihren Garten um zu geben und pflanzen Sie die Samen für die Zukunft. +Der Garten ist die Welt, die tief in Ihnen lebt. +Danke. + + +talks, creativity, demo, personal growth, design, funny, robots, technology +Simone Giertz +15518 +TED Talk Subtitles and Transcript: In diesem fröhlichen und aufrichtigen Vortrag lässt Simone Giertz uns mit Demonstrationen ihrer verrückten Erfindungen an ihrem Handwerk teilhaben: nutzlose Roboter bauen. Ihre Erfindungen – mit dem Zweck Gemüse zu schnippeln, Haare zu schneiden, Lippenstift aufzutragen und mehr – funktionieren fast nie, und genau das ist der Punkt. "Die wahre Schönheit beim Bauen von nutzlosen Dingen liegt darin, dass man nicht immer weiß, was die beste Lösung ist", sagt Giertz. "Es knipst die Stimme im Kopf aus, die einem sagt, dass man schon genau weiß, wie die Welt funktioniert. Ein Zahnbürstenhelm mag vielleicht nicht die Lösung sein, aber wenigstens stellt man sich die Frage." +Simone Giertz: Warum man nutzlose Sachen machen sollte +Hallo. Ich bin Simone. Kennen Sie diesen Ratschlag?: "Wenn du auf der Bühne nervös wirst, stell dir das Publikum einfach nackt vor." Das soll uns dabei helfen, uns wohler zu fühlen. +Aber Sie mir nackt vorzustellen, heutzutage im Jahr 2018? Das ist irgendwie seltsam und falsch. +Wir sind gerade dabei, uns so etwas abzugewöhnen, also brauchen wir etwas Neues, das uns hilft, wenn wir auf der Bühne nervös werden. +Mir würde wirklich helfen, wenn ich Sie genau so oft angucken kann, wie Sie alle zusammen mich — nur um das etwas auszugleichen. +Wenn ich also deutlich mehr Augen hätte, dann wäre es für jeden sehr angenehm, oder? +Also machte ich mir für diesen Vortrag ein T-Shirt. +Es sind Kulleraugen. Ich brauchte 14 Stunden und 227 Kulleraugen für das Shirt. +Und ich machte das eigentlich nicht nur, damit ich Sie genauso oft sehen kann wie Sie mich, sondern auch, damit ich das hier machen kann. +(Kulleraugen rascheln) +Ich mache so etwas oft. +Ich sehe ein Problem und erfinde irgendeine Lösung dafür. +Zum Beispiel Zähne putzen. +Jeder muss es machen, es ist ziemlich langweilig, und niemand mag es wirklich. +Wenn 7-Jährige im Publikum wären, würden die jetzt absolut zustimmen. Was, wenn eine Maschine die Arbeit für Sie erledigen könnte? +Ich nenne sie... Ich nenne sie den "Zahnbürstenhelm." +(Roboterarm summt) +Meinen Zahnbürstenhelm empfehlen 0 von 10 Zahnärzte und er revolutionierte definitiv nicht die Welt der Zahnmedizin, aber dafür änderte er mein Leben von Grund auf. +Denn ich stellte den Zahnbürstenhelm vor drei Jahren fertig und als ich fertig war, ging ich ins Wohnzimmer, stellte eine Kamera auf und filmte einen 7-Sekunden-Clip von ihm in Aktion. +Mittlerweile ist das eigentlich ein ganz normales modernes Märchen von einem Mädchen, das im Internet postet; das Internet erobert das Mädchen; tausende von Männern wandern in den Kommentarbereich, um um ihre Hand anzuhalten — +Sie ignoriert alle, gründet einen YouTube-Kanal und baut weiterhin Roboter. +Seitdem habe ich diese kleine Nische für mich im Internet herausgearbeitet, als Erfinderin von sinnlosen Maschinen, denn wie wir alle wissen, ist der einfachste Weg, in einem Gebiet an der Spitze zu stehen, ein sehr kleines Gebiet zu wählen. +Ich legte einen Youtube-Kanal über meine Roboter an, ließ unter anderem Drohnen Haare schneiden — +(Drohne summt) +und baute eine Maschine, die mir morgens beim Aufstehen hilft. +Simone: Au! +Und diese Maschine, die mir beim Gemüseschneiden hilft. +Ich bin keine Ingenieurin. Ich hatte in der Schule keinen Maschinenbau. +Aber ich war eine super-fleißige Schülerin. +In der Mittel- und Oberstufe hatte ich nur Einsen und ich hatte einen der besten Abschlüsse. +Auf der Kehrseite aber litt ich unter sehr schlimmer Leistungsangst. +Hier ist eine E-Mail, die ich damals meinem Bruder schickte. "Du wirst nicht verstehen, wie schwer es für mich ist, dir das zu beichten. +Das ist verdammt peinlich. +Andere sollen nicht denken, ich sei blöd. +Jetzt fang ich noch an zu weinen. +Verdammt. "Und nein, ich brannte nicht aus Versehen das Haus unserer Eltern ab. +Worüber ich in der E-Mail schreibe und weswegen ich so aufgeregt bin: Ich hatte eine 2 in einem Mathetest. +Es passierte also definitiv etwas zwischen hier und hier. +Eine Sache davon war die Pubertät. +Eine wirklich schöne Zeit. Aber außerdem fand ich Interesse daran, Roboter zu bauen, und ich wollte mir selbst etwas über Hardware beibringen. +Aber Sachen mit Hardware bauen, vor allem, wenn man es sich selbst beibringt, ist wirklich sehr schwierig. +Sehr wahrscheinlich scheitert es, und vielmehr noch, sehr wahrscheinlich fühlt man sich dumm. +Und das war damals meine größte Angst. +Also dachte ich mir ein Konzept aus, das immer Erfolg versprechen würde. +Damit wäre ein Scheitern praktisch unmöglich. +Anstelle von Sachen, die funktionieren sollten, baute ich nämlich welche, die scheitern sollten. +Auch wenn ich es damals noch nicht bemerkte — dumme Sachen zu bauen, war eigentlich ziemlich smart, denn während ich weiterhin etwas über Hardware lernte, musste ich zum ersten Mal nicht mit meiner Leistungsangst kämpfen. +Und sowie ich all den Ballast und die Erwartungen von mir warf, wurde aus dem Druck sehr schnell Enthusiasmus. So konnte ich einfach spielen. +Als Erfinderin interessiere ich mich für die Probleme anderer. +Das können kleine Dinge, große oder mittlere Dinge sein. Einen TED Talk zu halten stellt eine ganz neue Reihe an Problemen dar, die ich lösen kann. +Das Problem zu identifizieren ist der erste Schritt, wenn ich eine nutzlose Maschine baue. +Bevor ich hier herkam, dachte darüber nach, welche Probleme ich haben könnte, wenn ich die Rede halte: meinen Text vergessen; die Leute lachen nicht — also Sie. +Oder noch schlimmer, Sie lachen über die falschen Sachen — hier war es OK zu lachen, vielen Dank. +Oder meine Hände zittern, wenn ich nervös werde, und das verunsichert mich wirklich sehr. +Oder dass mein Hosenstall die ganze Zeit offenstand und jeder außer mir es merkte, aber er ist zu, also ist der Punkt auch in Ordnung. +Aber was mich wirklich nervös macht, ist mein Händezittern. +Ich weiß noch, dass ich als Kind bei Präsentationen in der Schule meine Notizen auf einem Blatt Papier hatte und einen Block dahinter hielt, sodass niemand das Papier flattern sehen würde. +Ich halte viele Reden. +Ich weiß, dass etwa die Hälfte von Ihnen im Publikum wahrscheinlich denken: "Nutzlose Roboter zu bauen macht Spaß, aber in welcher Weise ist das irgendwo ein Geschäft?" Reden halten ist Teil davon. +Die Veranstalter stellen immer ein Glas Wasser auf die Bühne. So hat man etwas zu trinken, wenn man durstig wird. Ich will das Wasser immer unbedingt trinken, aber ich traue mich nie, es anzuheben, weil die Leute dann sehen könnten, dass meine Hände zittern. +Wie wäre es also mit einem Apparat, der einem ein Glas Wasser reicht? +Verkauft an das nervöse Mädchen mit dem Kulleraugenshirt. +Ich muss das jetzt ausziehen, weil ich da was hab — +(Kulleraugen rascheln) +Oh. +Ich weiß noch nicht, wie ich es nennen soll, aber ich glaube eine Art "Orbit-Kopfgerät", weil es diese Plattform um den Kopf rotieren lässt und man kann was draufstellen. +Wenn man eine Kamera hat, kann man Fotos vom ganzen Kopf machen. +Es ist wirklich ein sehr vielseitiges Gerät. +Okay — man kann zum Beispiel auch Snacks daraufstellen, wenn man will — ich habe hier etwas Popcorn. +Und dann legt man ein bisschen davon darauf. +Und dann — ein kleines Opfer für die Wissenschaft — nur ein bisschen Popcorn, das auf den Boden fällt. +Wir nehmen den langen Weg. +(Roboter summt) +Es gib noch eine kleine Hand. +Man passt ihre Höhe an, indem man mit den Achseln zuckt. +Ich hab gerade mein Mikrofon abgemurkst, aber es ist alles in Ordnung. +Ich muss auch noch das Popcorn kauen, also klatschen Sie einfach noch kurz weiter. +Es ist eine Art persönliches kleines Sonnensystem, weil ich ein "Millenial" bin und will, dass sich alles um mich dreht. +Zurück zum Wasserglas, deswegen sind wir da, versprochen. +Da ist doch kein Wasser drin. Tut mir leid. Aber ich muss trotzdem noch ein bisschen an diesem Gerät arbeiten, weil ich das Glas noch anheben und daraufstellen muss, aber wenn die Hände zittern, merkt das keiner, weil man eine faszinierende Gerätschaft um sich trägt. +Soweit alles klar. Ok. +(Roboter summt) +Oh nein, es hat sich aufgehängt. +Ist es nicht beruhigend, dass selbst Roboter Lampenfieber kriegen? Ein kleiner Durchhänger. Das ist ziemlich menschlich. +Moment, ein kleines Stück zurück, und dann — +Ist das Leben nicht schön? +Auch wenn meine Apparate wie eine einfache Slapstickkomödie wirken mögen, weiß ich, dass ich auf etwas größeres gestoßen bin. +Es ist der Ausdruck von Freude und Demut, der beim Maschinenbau oft verloren geht. +Für mich war es ein Weg, mehr über Hardware zu lernen, ohne dass mir meine Leistungsangst in die Quere kam. +Ich werde oft gefragt, ob ich jemals etwas Nützliches bauen werde. Vielleicht eines Tages. Aber so wie ich das sehe, tat ich das bereits, indem ich diesen Job für mich machte und das hätte ich so nicht plannen können, oder das ich — +Das hätte ich so nie planen können. +Im Gegenteil, es passierte einfach, weil ich voller Enthusiasmus war, und indem ich diesen Enthusiasmus mit anderen teilte. +Das ist für mich die wahre Schönheit beim Bauen von unnötigen Sachen, weil es die Bestätigung ist, dass man nicht immer die beste Lösung kennt. +Und es knipst die Stimme im Kopf aus, die einem immer sagt, dass man genau weiß, wie die Welt funktioniert. +Ein Zahnbürstenhelm mag nicht die Lösung sein, aber wenigstens stellt man die Frage. +Danke schön. + + +talks, TED Fellows, health, Syria, violence, health care, medicine, humanity, war, society, social change, crowdsourcing, entrepreneur +Rola Hallam +15553 +TED Talk Subtitles and Transcript: Helfer vor Ort sind die Leitsterne in der Dunkelheit des Krieges, sagt die Unternehmerin für humanitäre Hilfe und TED-Sprecherin Rola Hallam. Ihre Arbeit unterstützt Helfer vor Ort in zerstörten Gesellschaften wie Syrien, wo die Zerstörung des Gesundheitswesens als Kriegswaffe verwendet wird. Einer ihrer Kampagnen gelang eine Weltneuheit: ein Krankenhaus dank Crowdfunding. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2017 hat das mit dem passenden Namen "Hope Hospital" ("Krankenhaus der Hoffnung") getaufte Krankenhaus tausende von Kindern behandelt. "Örtliche Helfer haben den Mut nicht aufzuhören, sich von den Trümmern zu befreien und von neuem anzufangen, ihr Leben zu riskieren, um andere zu retten", so Hallam. "Wir können genauso mutig sein, wenn wir hinsehen und uns nicht abwenden." +Rola Hallam: Die Ärzte, Krankenschwestern und Helfer des Wiederaufbaus Syriens +"Fünf Krankenhäuser wurden in Aleppo bombardiert." Diese SMS erhielt ich in einer dunklen Nacht im November 2016. +Eines davon war ein Kinderkrankenhaus, das von meinen syrischen Kollegen von der IDA, der Vereinigung unabhängiger Ärzte, geleitet wurde. +Das war das sechste Mal, dass es bombardiert wurde. +Entsetzt und erschüttert sah ich das Video von Oberschwester Malak nach dem Angriff, wie sie hastig Frühchen aus ihren Brutkästen nahm, um sie schnell in Sicherheit zu bringen, bevor sie unter Tränen zusammenbrach. +Und ich war am Boden zerstört. +Andere humanitäre Helfer und ich haben Blut und Wasser geschwitzt, um Krankenhäuser zu erneuern, damit unsere Patienten überleben und nicht sterben. +Bei dieser Arbeit machte ich eine Entdeckung. +Der Grund, warum Menschen in Krisen überleben, ist die beachtliche Arbeit dieser selbst krisenbetroffenen Menschen. +Menschen überleben dank Ärzten, Krankenschwestern und Helfern vor Ort, die aus dieser Gemeinde stammen, die Leute, die dort arbeiten, wo es andere nicht können oder wollen. +Menschen überleben dank Leuten wie Malak, die, trotz einer schweren Brandverletzung im Dienst, nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus, als allererstes zu den Kleinen zurückging. +Aus den Trümmern von Tod und Verwüstung erheben sich die tapfersten und edelsten Menschen. +Katastrophenhelfer vor Ort sind die Leitsterne des Lichts in der Dunkelheit des Krieges. +Nun ergeben Statistiken, dass syrische Organisationen 75% der humanitären Hilfe in Syrien ausführen. +Dennoch erhalten sie nur 0,3% der Hilfsleistungen für Syrien. +Und nicht nur das: Dasselbe passiert in anderen Krisen auf der ganzen Welt. +Ich kann diese Realität bezeugen. +Es bedeutet, dass die, die vollends dazu befähigt sind, an vorderster Front zu agieren, nur über einen Bruchteil der Mittel und Ausrüstungen verfügen, die sie brauchen, um Leben zu retten. +Das heißt, dass Gruppen wie IDA kein Geld für eine Krankenhaussanierung haben. +Das humanitäre System lässt die verwundbarsten Gemeinschaften in dunkelster Stunde im Stich. +Als ich die Nachricht bekam, hatte ich ein Sabbatjahr von der Klinik und baute CanDo auf, ein Start-up gegen dieses Ungleichgewicht, das örtlichen Helfern ermöglichen sollte, Kriegsgebiete medizinisch zu versorgen. +Wir hatten ein simples Modell: Finde effiziente lokale Gruppen denen man vertrauen kann, fördere deren Entwicklung durch ein Beschleunigungs-Programm, und verbinde sie mit Ihnen über unsere Crowdfunding-Plattform, wo sie die benötigten Gelder aufbringen können. +Als die IDA uns um Hilfe bat, startete ich CanDo sieben Monate früher, mit sehr wenig Geld, und viele Leute, mich eingeschlossen, dachten, ich wäre endgültig durchgedreht. +Ich wollte etwas tun, das unsere kollektive Wut in etwas Wundervolles verwandelte. +Damit war People 's Convoy geboren, eine globale Crowdfunding-Kampagne für IDAs Wiederaufbau eines völlig neuen Kinderkrankenhauses und, im Falle eines Erfolges, würden wir die medizinische Ausstattung persönlich von London an die syrische Grenze bringen. +Und wir haben es geschafft. +Tausende Menschen aus aller Welt taten sich zusammen, und schafften eine Weltneuheit: Wir bauten das allererste Krankenhaus dank Crowdfunding. +Der Standort wurde von örtlichen Experten der IDA sorgfältig ausgewählt, wo sie um die Sicherheit wussten, und wo sie den meisten vertriebenen Kindern halfen. +Aufgrund der überwältigenden Reaktion tauften sie es "Krankenhaus der Hoffnung". Seit genau einem Jahr ist es geöffnet, und es konnte bereits über 15.000 Kindern geholfen werden. +Wir können am instabilsten Ort der Welt Leben retten. +Das System muss geändert werden und das beginnt damit, dass wir alle die gleiche neue humanitäre Vision haben, bei der Sie, Weltbürger mit Fähigkeiten, Expertise und Ressourcen, Seite an Seite mit den Helfern vor Ort stehen. Eine Vision, bei der wir alle Helfer sind und die nötigen Ressourcen denen geben, die sie am meisten brauchen und wo sie effektiv und effizient genutzt werden können. +Wir müssen die Menschen unterstützen, die nicht nur gerade Leben retten, sondern auch ihre verwundeten Gemeinschaften wieder zusammennähen, damit diese heilen können, sobald der Konflikt vorüber ist. +Örtliche Helfer haben den Mut durchzuhalten, den Staub der Trümmer von sich zu wischen und von neuem alles zu riskieren, um andere zu retten. +Und wir können auch so mutig sein wie sie, indem wir hinsehen und uns nicht abwenden und jenen helfen, die sich selbst helfen, und zusammen mehr Leben retten. +Ich danke Ihnen. +Shoham Arad: Kommen Sie bitte her. +Wieso greift man Krankenhäuser an? +Rola Hallam: Ja, gute Frage. +Laut Physicians for Human Rights [Ärzte für Menschenrechte] gab es fast 500 Angriffe, und dort wurden über 800 Mitarbeiter getötet — über 90% von ihnen von der syrischen Regierung — und sie sagen, dass das Teil einer planmäßigen Zerstörung der medizinischen Versorgung als Waffe im Krieg ist. +Doch das ist nicht nur unser Problem, sondern auch Ihres und das von jedermann, weil a) ein dezimiertes Gesundheitswesen die Lage der Flüchtlinge verschlimmert. Das heißt, das nächste Seuchenepizentrum à la Ebola wird in Syrien sein, und es schafft einen gefährlichen Präzedenzfall, der all unsere Krankenhäuser auf der ganzen Welt gefährdet, und das sollte es nicht geben. +SA: Hier geht es also nicht nur um Geld, auch bei CanDo geht es nicht ums Geld. +Was bedeutet es für Sie, dass 5.000 Menschen auf der ganzen Welt 350.000 Dollar für den Bau des Hope Hospital gespendet haben? +RH: Ich denke, die Antwort liegt in dem Wort 'Hoffnung'. +Ich glaube, jeder, der gespendet hat, hat wieder an die Menschheit geglaubt, im Wissen, dass es Menschen wie IDA und diese Ärzte gibt, die das allerbeste Beispiel für Menschlichkeit sind, und das war wie eine absolute Hinwendung. +IDA und diese Syrer und viele Menschen in Krisengebieten fühlen sich nicht erhört und unsichtbar. +Und ich glaube, dass das — sie sehen alles durch das Prisma der Regierung, den untätigen Staat, und glauben dann, dass es keinen dort interessiert. +Wenn sie dann die Anzeige sehen, erneuert es einfach den Glauben an die Menschheit. +SA: Danke Rola. +RH: Ich danke Ihnen. SA: Danke für alles. + + +talks, aging, cancer, comedy, death, creativity, funny, happiness, humanity, humor, life, illness +Emily Levine +15555 +TED Talk Subtitles and Transcript: Mit ihrem charakteristischen Witz und ihrer Weisheit stellt sich Emily Levine ihrer ultimativen Herausforderung als Komikerin/Philosophin: Sie macht das Sterben lustig. In diesem sehr persönlichen Talk nimmt sie uns mit auf ihre Reise, Freundschaft mit der Realität zu schließen -- und Frieden mit dem Tod. Das Leben ist ein großes Geschenk, sagt Levine: "Du bereicherst es so gut du kannst, und dann gibst du es zurück." +Emily Levine: Die Realität und ich +Zuerst werde ich Ihnen etwas erzählen, das bei meiner Großmutter folgende Reaktion hervorgerufen hätte: "Oi, oi, oi, oi, oi." Jetzt kommt 's... seid Ihr bereit? Ok. Ich habe Lungenkrebs im 4. Stadium. +Ich weiß, "du Arme". So empfinde ich es nicht. +Mir geht es gut damit. +Auch weil ich gewisse Privilegien habe — nicht jeder kann so unbekümmert sein. +Ich habe keine kleinen Kinder. +Meine Tochter ist erwachsen, brilliant, glücklich und wundervoll. +Ich habe keine finanziellen Probleme. +Mein Krebs ist nicht sehr aggressiv. +Er ist wie die demokratische Regierung: +nicht sicher, ob er gewinnen kann. +Er wartet einfach ab, dass die Bank ihm Geld gibt. +Und das Beste von allem: ich habe eine große Leistung vollbracht. Ja. Ich wusste es nicht einmal, bis ich einen Tweet bekam, der besagte: "Sie sind verantwortlich für die Verweichlichung der amerikanischen Männer." +Ich bin zwar nicht allein dafür verantwortlich, aber... +Was, wenn man nicht meine Vorteile hat? +Der einzige Rat, den ich Ihnen geben kann: Freunden Sie sich mit der Realität an. +Meine Beziehung zur Realität hätte nicht schlechter sein können. +Von Anfang an, mochte ich die Realtät nicht. +Wäre sie auf Tinder, hätte ich links geswiped und es wäre vorbei gewesen. +Die Realität und ich — wir haben nicht die selben Werte, oder die selben Ziele — +Ehrlich gesagt, habe ich keine Ziele; ich habe Fantasien. +Sie sind wie Ziele, nur ohne den Aufwand. +Ich mag harte Arbeit nicht, aber die Realität schon — sie sagt: arbeite, arbeite, arbeite durch ihren Stellvertreter: der exekutiven Hirnfunktion — ein Vorteil des Sterbens: Mein Gehirn kann mich nicht mehr herumschubsen. +Aber etwas ist passiert, dass mir klar machte, dass Realität nicht Realität ist. +Was passierte ist, weil ich von der Realität in Ruhe gelassen werden wollte — aber in einem schönen Haus mit Wolf Herd und Sub-Zero Kühlschrank... privaten Yoga Stunden — habe ich einen Vertrag mit Disney abgeschlossen. +Eines Tages fand ich mich in meinem neuen Büro auf dem Two Dopey Drive wieder — +worauf ich laut Realität stolz sein sollte — +Ich starre auf das Willkommensgeschenk — nicht die Kristallvase oder den Konzertflügel, den andere vermutlich bekommen hatten, sondern ein ein Meter großes Mickey Mouse Stofftier +mit einem Katalog, falls ich noch mehr von dem bestellen wollte, das ich nicht schön fand. +Als ich im Katalog nachsah wieviel diese ein Meter Maus kostet, fand ich folgende Beschreibung: "Lebensgroß". +Und da wusste ich, Realität ist nicht gleich Realität. +Ich habe gerade einen Film beendet ja, endlich beendet — über dieses Thema — heute spreche ich nicht darüber. Es war nach den Dreharbeiten, als ich mein Bein brach und es nicht heilte und ein Jahr später wieder operiert werden musste und ich ein, nein, zwei Jahre im Rohlstuhl saß, dass ich mit der wirklichen Realität in Kontakt kam: Einschränkungen. +Die Einschränkungen, die ich immer verleugnet, weggeschoben und ignoriert hatte, waren real und ich musste mit ihnen umgehen. Dafür brauchte ich meine Fantasie, Kreativität und all meine Fähigkeiten. +Es stellte sich heraus, dass ich super in wirklicher Realität bin. +Ich habe mich nicht nur arrangiert, ich habe mich in sie verliebt. +Und ich hätte wissen sollen, aufgund meiner instabilen Beziehung mit dem Zeitgeist... Ich es sage nur, falls jemand an Videokassetten interessiert ist — +dass, sobald ich mich in die Realität verliebt hatte, der Rest des Landes in die andere Richtung gehen würde. +Ich werde nicht über Trump, die Alt-Right oder die Klimawandelleugner sprechen oder über die Macher dieses Dings, das ich eine Box genannt hätte, doch hier steht: "Das ist keine Box." +Sie machen mich wahnsinnig. +Das worüber ich heute sprechen will ist eine persönliche Herausforderung an die Realitat, die ich persönlich nehme. Zu Beginn möchte ich sagen, dass ich Wissenschaft liebe. +Ich habe diese — ich bin selbst keine Wissenschaftlerin — eine unglaubliche Fähigkeit alles über Wissenschaft zu verstehen, außer der eigentlichen Wissenschaft — +die Mathematik. Ich verstehe die befremdlichsten Konzepte. +Die Stringtheorie; die Idee, dass die Realität ausgeht von den Vibrationen dieser kleinen — Ich nenne es "Das große Doing". +der Welle-Teilchen-Dualismus: die Idee, dass etwas sich als zwei Dinge manifestieren kann... wissen Sie? +Das ein Photon sowohl Welle als auch Teilchen sein kann, stimmt mit meiner Intuition überein, dass Menschen gut und böse sind, Ideen richtig und falsch sind. +Freud lag richtig beim Penisneid, irrte sich aber dabei, wer ihn hat. +Danke. +Und diese Variation davon, dass Realität wie zwei Dinge aussieht, aber in Wahrheit ist es die Interaktion dieser zwei Dinge, wie Raum — Zeit, Masse — Energie und Leben und Tod. +Deshalb verstehe ich nicht — ich verstehe sie einfach nicht, die Geisteshaltung von Menschen, die den Tod "besiegen" wollen. Wie soll das funktionieren? +Wie besiegt man den Tod, ohne das Leben zu zerstören? +Das macht für mich keinen Sinn. +Außerdem muss ich sagen, finde ich es unglaublich undankbar. +Man bekommt dieses unglaubliche Geschenk, das Leben, aber es ist als hätte man den Nikolaus um einen Rolls-Royce Silver Shaow gebeten und eine Salatschleuder bekommen. +Das Problem ist — dass es mit einem Ablaufdatum kommt. +Der Tod ist der deal breaker. +Ich verstehe das nicht. +Ich verstehe nicht — für mich ist das respektlos. +Es ist respektos der Natur gegenüber. +Die Idee, dass wir die Natur dominieren, die Natur beherrschen, die Natur zu schwach ist, um gegen unseren Intellekt zu bestehen — nein, das finde ich nicht richtig. +Wenn man über Quantenphysik gelesen hat, so wie ich — naja, ich habe eine Mail gelesen von jemanden der davon gelesen hat — +Sie müssen verstehen, dass wir nicht mehr in Newtons Uhrwerk-Universum leben. +Es ist eher ein Bananenschalen-Universum und wir werden nie alles wissen oder alles kontrollieren oder alles vorhersehen können. +Die Natur ist wie ein selbstfahrendes Auto. +Wir können nur wie die alte Frau in dem Witz sein — ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen. +Eine alte Frau fährt mit ihrer erwachsenen Tocher auf dem Beifahrersitz, und die Mutter fährt über eine rote Ampel. +Und die Tochter möchte nichts sagen, dass klingen könnte wie: "Du bist zu alt zum Fahren." also sagte sie nichts. +Und dann fährt die Mutter über eine weitere rote Ampel, und die Tochter sagt so taktvoll wie möglich: "Mutter, hast du bemerkt, dass du über zwei rote Ampeln gefahren bist?" Und die Mutter sagt: "Oh, ich fahre?" +Also... und jetzt machen wir einen Gedankensprung, was leicht für mich ist, weil ich der Evel Kievel der Gedankensprünge bin. Mein Kennzeichen besagt: "Cogito, ergo zoom." Ich hoffe Sie wollen mir folgen, aber mein wirkliches Problem mit dem Anti-Tod Mindset ist, dass wenn man Anti-Tod ist, was für mich auch Anti-Leben ist, was heißt Anti-Natur, was auch heißt Anti-Frau, weil Frauen schon lange mit der Natur identifiziert wurden. +Meine Quelle hierzu ist Hannah Arendt, die deutsche Philosophin die "Vom tätigen Leben" schrieb. Darin sagt sie, dass traditionell Arbeit mit Männern assoziiert wird. +Arbeit ist was aus dem Kopf kommt; was wir erfinden, was wir kreieren, was wir auf dieser Welt hinterlassen. +Während man harte Arbeit mit dem Körper verbindet. +Es wird verbunden mit den Menschen, die die Arbeit leisten oder Kinder gebären. +Für mich, die Einstellung die dies negiert, die negiert, dass wir nach einem Biorhythmus leben, dem zyklischen Rhythmus des Universums, schafft kein angenehmes Umfeld für Frauen oder Menschen, die man mit harter Arbeit verbindet, was bedeutet, Menschen, die wir als Nachfahren von Sklaven sehen. oder Menschen, die physischer Arbeit nachgehen. +So sieht es von meiner Perspektive aus, von meinem Mindset, das ich "Emilys Universum" nenne. Erstens, ich bin sehr dankbar für das Leben, aber ich will nicht unsterblich sein. +Mein Name soll nicht nach mir weiterleben. +Ich will nicht, dass er es tut, weil ich festgestellt habe, dass egal wie nett und wie brilliant oder wie talentiert Sie sind, 50 Jahre nachdem Sie tot sind, wenden sie sich gegen Sie. +Und ich habe Beweise dafür. +Eine Schlagzeile der Los Angeles Times: "Anne Frank: doch nicht so nett." +Außerdem liebe ich es, im Einklang zu sein, mit dem zyklischen Rhythmus des Universums. +Das ist das Außergewöhnliche am Leben: es ist ein Zyklus von Erzeugung, Degeneration, Regeneration. "Ich" bin nur eine Sammlung von Teilchen, die in diesem Muster arrangiert sind, dann verrotten und verfügbar werden, in allen seinen Teilen, für die Natur, um ein anderes Muster zu formen. +Ich finde das sehr aufregend und es macht mich noch dankbarer, ein Teil dieses Prozesses zu sein. +Wissen Sie, ich betrachte den Tod aus der Sicht eines deutschen Biologen, Andreas Weber, als Teil der Schenkökonomie. +Sie erhalten dieses große Geschenk: Leben, bereichern es so gut Sie können und geben es dann zurück. +Und Tante Mame sagte: "Das Leben ist ein Bankett" — naja, ich habe mich satt gegessen. +Ich hatte riesigen Appetit auf das Leben, ich habe das Leben konsumiert, aber im Tod werde ich konsumiert. +Ich gehe unter die Erde so wie ich bin, und ich lade jede Mikrobe, alle Detritivoren und Zersetzer ein, sich satt zu essen — ich glaube sie werden mich köstlich finden. +Das glaube ich. +Das beste an meiner Einstellung ist, glaube ich, dass sie echt ist. +Man kann sie sehen. +Man kann sie beobachten. Es passiert wirklich. Naja, vielleicht nicht das Bereichern, da bin ich mir nicht so sicher — aber mein Leben wurde auf jeden Fall von anderen bereichert. +Von TED, das mir ein Netzwerk von Menschen gezeigt hat, die mein Leben bereichtert haben, einschließlich Tricia McGillis, meiner Webseitendesignerin, die mit meiner tollen Tochter arbeitet um meine Website so aufzubereiten, dass ich nur einen Blog schreiben muss. +Ich muss meine exekutiven Gehirnfunktion nicht verwenden... Ha, ha, ha, ich gewinne! +Und ich bin Ihnen so dankbar. +Ich möchte nicht "das Publikum" sagen, weil ich uns nicht als getrennt wahrnehme. +Ich sehe es auch hier aus der Perspektive der Quantenphysik. +Und Quantenphysiker sind nicht sicher, was wirklich passiert, wenn die Welle zum Teilchen wird. +Es gibt verschiedene Theorien — der Kollaps der Wellenfunktion, Dekohärenz — aber sie besagen alle: Realität entsteht durch Interaktion. (Stimme bricht) Sie genauso. +Und alle meine Publikums, in der Vergangeheit und heute. +Danke, dass Sie mein Leben real machen. +Danke. + + +talks, algorithm, AI, biotech, democracy, future, government, history, humanity, leadership, politics, social change, society, technology +Yuval Noah Harari +16159 +TED Talk Subtitles and Transcript: In einem fundierten Vortrag über Technologie und Macht erklärt der Autor und Historiker Yuval Noah Harari den wichtigen Unterschied zwischen Faschismus und Nationalismus -- und was das Zusammenführen unserer Daten für die Zukunft der Demokratie bedeutet. Harari, der als Hologramm live aus Tel Aviv auftritt, warnt, dass die größte Gefahr, die sich die liberale Demokratie nun gegenübersieht, die Revolution der Informationstechnologie ist, die Diktaturen effizienter und fähiger zur Kontrolle machen wird. "Die Feinde der liberalen Demokratie dringen in unsere Gefühle wie Angst, Hass und Eitelkeit ein und benutzen diese Gefühle, um zu polarisieren und zu zerstören", meint Harari. "Es ist die Verantwortung von uns allen, unsere Schwächen kennenzulernen und sicherzustellen, dass sie nicht zu Waffen werden." (Es schließt sich ein kurzes Gespräch mit dem TED-Kurator Chris Anderson an.) +Yuval Noah Harari: Warum ist der Faschismus so verlockend -- und wie Ihre Daten ihn befeuern +Hallo, allerseits. Es ist ein wenig ulkig, weil ich schrieb, dass Menschen digital werden, aber ich dachte nicht, dass es so schnell und mit mir geschieht. +Aber hier bin ich als digitaler Avatar. Sie sind hier. Also fangen wir an. +Beginnen wir mit einer Frage. +Wie viele Faschisten sind hier heute im Publikum? +Das ist schwer zu sagen, weil wir vergaßen, was Faschismus ist. +Leute benutzen den Begriff "Faschist" als eine Art Allzweck-Beleidigung oder verwechseln Faschismus mit Nationalismus. +Nehmen wir uns ein paar Minuten, um zu klären, was Faschismus wirklich ist, und was die Unterschiede zum Nationalismus sind. +Die milderen Formen des Nationalismus gehörten zu den gütigsten, menschlichen Schöpfungen. +Nationen sind Gemeinschaften von Millionen Fremden, die einander nicht wirklich kennen. +Beispielsweise kenne ich die acht Millionen Menschen nicht, die, wie ich, Israelis sind. +Aber dank des Nationalismus können wir uns alle umeinander kümmern und wirkungsvoll zusammenarbeiten. +Das ist sehr gut. +Manche Leute wie John Lennon stellen sich vor, dass die Welt ohne Nationalismus ein friedliches Paradies wäre. +Aber viel wahrscheinlicher würden wir ohne Nationalismus in Stammeswirren leben. +Schaut man sich die reichsten und friedlichsten Länder auf der Welt wie Schweden, die Schweiz und Japan an, erkennt man, dass sie einen sehr starken Nationalismus pflegen. +Dagegen neigen Länder, die keinen starken Nationalismus haben, wie Kongo, Somalia und Afghanistan, dazu, gewalttätig und arm zu sein. +Was ist Faschismus und wie unterscheidet er sich vom Nationalismus? +Der Nationalismus sagt mir, dass meine Nation einzigartig ist und ich eine besondere Verpflichtung gegenüber meiner Nation habe. +Dagegen sagt mir der Faschismus, dass meine Nation die höchste ist und ich alleinige Verpflichtungen ihr gegenüber habe. +Ich brauche mich um niemanden oder irgendwas anderes als um meine Nation zu kümmern. +Selbstverständlich haben Leute gewöhnlich viele Identitäten und Loyalitäten gegenüber unterschiedlichen Gruppen. +Beispielsweise kann ich ein guter Patriot und loyal gegenüber meinem Land sein und gleichzeitig loyal gegenüber meiner Familie, meiner Nachbarschaft, meinem Beruf, der Menschheit insgesamt, der Wahrheit und Schönheit sein. +Wenn ich verschiedene Identitäten und Loyalitäten habe, erzeugt das selbstverständlich manchmal Konflikte und Komplikationen. +Aber wer sagt denn, dass das Leben einfach ist? Das Leben ist kompliziert. Komm damit klar. +Faschismus entsteht, wenn Leute versuchen, die Komplikationen zu ignorieren und sich das Leben zu einfach machen. +Faschismus verleugnet alle Identitäten außer der nationalen Identität und beharrt darauf, dass ich nur meiner Nation gegenüber verpflichtet bin. +Fordert meine Nation, dass ich meine Familie opfere, werde ich meine Familie opfern. +Fordert die Nation, dass ich Millionen Menschen töte, werde ich Millionen Menschen töten. +Fordert meine Nation, dass ich Wahrheit und Schönheit verrate, sollte ich Wahrheit und Schönheit verraten. +Wie bewertet ein Faschist z.B. Kunst? +Wie entscheidet ein Faschist, ob ein Film gut oder schlecht ist? +Es ist sehr, sehr einfach. +Es gibt wirklich nur einen Maßstab: Dient der Film den Interessen der Nation, ist es ein guter Film. Dient er nicht den Interessen der Nation, ist es ein schlechter Film. Das ist es. Genauso: Wie entscheidet ein Faschist, was Kindern in Schulen gelehrt wird? Nochmals. Es ist sehr einfach. +Es gibt nur eine Richtschnur: Man lehrt die Kinder, was den Interessen der Nation dient. +Die Wahrheit spielt überhaupt keine Rolle. +Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust erinnern uns an die furchtbaren Folgen dieses Denkens. +Aber meistens, wenn man über die Übel des Faschismus spricht, tut man das auf eine wirkungslose Weise, weil man dazu neigt, Faschismus als grauenhaftes Monster zu beschreiben, ohne wirklich zu erklären, was daran so verführerisch ist. +Es ist ein bisschen wie in den Hollywood-Filmen, die die Bösewichter — Voldemort, Sauron oder Darth Vader — als abstoßend, niederträchtig und grausam beschreiben. +Sie sind sogar gegenüber ihren eigenen Anhängern grausam. +Schaue ich diese Filme an, verstehe ich nie, warum irgendwer in Versuchung wäre, einem widerlichen Fiesling wie Voldemort zu folgen. +Das Problem mit dem Bösen ist, dass das Böse im echten Leben nicht unbedingt abstoßend aussieht. +Es kann sehr schön aussehen. +Das kennt das Christentum sehr gut, weshalb in christlicher Kunst im Gegensatz zu Hollywood, Satan gewöhnlich als prächtiger Kerl dargestellt wird. +Deshalb ist es so schwierig, den Versuchungen Satans zu widerstehen. Deshalb ist es auch schwierig, den Versuchungen des Faschismus zu widerstehen. +Faschismus lässt die Leute sich selbst als Angehörige der schönsten und wichtigsten Sache auf der Welt sehen: der Nation. +Dann denken die Leute: "Sie lehrten uns, dass Faschismus abstoßend ist. +Aber wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich etwas sehr Schönes. Also kann ich kein Faschist sein, oder? "Falsch. +Das ist das Problem mit dem Faschismus. +Schaut man in den faschistischen Spiegel, findet man sich selbst viel schöner, als man wirklich ist. +Als die Deutschen in den 1930er Jahren in den faschistischen Spiegel schauten, sahen sie Deutschland als das Schönste auf der Welt an. +Wenn heute die Russen in den faschistischen Spiegel sehen, erkennen sie Russland als das Schönste auf der Welt. +Schauen Israelis in den faschistischen Spiegel, betrachten sie Israel als das Schönste auf der Welt. +Das bedeutet nicht, dass wir jetzt vor einer Wiederholung der 1930er Jahre stehen. +Faschismus und Diktaturen kommen vielleicht zurück, aber sie werden in neuer Form zurückkehren, die für die neuen technischen Realitäten des 21. Jahrhunderts bedeutender ist. +Im Altertum war Land das wichtigste Vermögen der Welt. +Die Politik kämpfte deshalb darum, das Land zu kontrollieren. +Diktatur bedeutete, dass ein einziger Machthaber das ganze Land besaß; oder wenige Oligarchen. +In der Moderne wurden Maschinen wichtiger als Land. +Politik wurde zum Kampf um die Kontrolle über die Maschinen. +Diktatur bedeutete, dass zu viele Maschinen in den Händen der Regierung oder einer kleinen Elite konzentriert wurden. +Jetzt ersetzen Daten sowohl das Land als auch die Maschinen als das wichtigste Vermögen. +Politik wird zum Kampf, den Datenfluss zu kontrollieren. +Diktatur bedeutet jetzt, dass zu viele Daten in den Händen der Regierung oder einer kleinen Elite konzentriert werden. +Die größte Gefahr für liberale Demokratien ist, dass die Revolution in der Informationstechnologie Diktaturen effizienter macht als Demokratien. +Im 20. Jahrhundert besiegten die Demokratie und der Kapitalismus den Faschismus und den Kommunismus, weil die Demokratie besser im Verarbeiten von Daten und beim Treffen von Entscheidungen war. +Mit der Technologie des 20. Jahrhunderts war es einfach ineffizient, zu viele Daten und zu viel Macht an einer Stelle zu konzentrieren. +Aber es ist kein Naturgesetz, dass zentralisierte Datenverarbeitung immer weniger effizient ist als dezentralisierte Datenverarbeitung. +Mit dem Fortschritt bei künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen wird es vielleicht durchführbar, riesige Informationsmengen sehr effizient an einer Stelle zu verarbeiten, alle Entscheidungen an einer Stelle zu treffen. Dann wird zentralisierte Datenverarbeitung effizienter als dezentralisierte Datenverarbeitung werden. +Dann wird das größte Manko autoritärer Regime im 20. Jahrhundert — ihr Versuch alle Informationen an einer Stelle zu konzentrieren — ihr größter Vorteil werden. +Eine weitere technische Gefahr, die die Zukunft der Demokratie bedroht, ist die Verschmelzung von Informations- mit Biotechnologie, die vielleicht in der Erstellung von Algorithmen endet, die mich besser als ich mich selbst kennen. +Hat man einmal solche Algorithmen kann ein externes System wie die Regierung nicht nur meine Entscheidungen absehen, es kann auch meine Gefühle, meine Emotionen manipulieren. +Ein Diktator kann mir vielleicht keine gute Gesundheitsversorgung bieten, aber er wird erreichen können, dass ich ihn liebe und die Opposition hasse. +Die Demokratie wird es schwer haben, eine solche Entwicklung zu überleben, weil Demokratie letztendlich nicht auf menschlicher Rationalität ruht. Sie basiert auf menschlichen Gefühlen. +Bei Wahlen und Referenden wird man nicht gefragt: "Was denken Sie?" Man wird eigentlich gefragt: "Wie fühlen Sie sich?" Wenn jemand Ihre Gefühle wirksam manipulieren kann, wird die Demokratie ein emotionales Puppentheater. +Was können wir tun, um die Rückkehr des Faschismus und das Aufkommen neuer Diktaturen zu verhindern? +Die wichtigste Frage, die sich stellt: Wer kontrolliert die Daten? +Sind Sie Ingenieur, dann verhindern Sie, die Konzentration von vielen Daten in zu wenigen Händen. +Finden Sie Wege, um sicherzustellen, dass dezentralisierte Datenverarbeitung mindestens genauso effizient ist wie zentralisierte Datenverarbeitung. +Das wird der beste Schutz für die Demokratie sein. +Für alle anderen, die keine Ingenieure sind, ist die wichtigste Frage, wie wir verhindern können, dass uns diejenigen manipulieren, die die Daten kontrollieren. +Die Feinde der liberalen Demokratie haben eine Methode. +Sie dringen in unsere Gefühle ein. +Nicht in unsere E-Mails oder unsere Bankkonten — Sie dringen in unsere Angst, den Hass und die Eitelkeit ein und benutzen diese Gefühle, um zu polarisieren und die Demokratie von innen heraus zu zerstören. +Das ist eigentlich eine Methode, die das Silicon Valley entwickelte, um uns Produkte zu verkaufen. +Aber nun nutzen die Feinde der Demokratie ebenjene Methode, um uns Angst, Hass und Eitelkeit zu verkaufen. +Sie können diese Gefühle nicht aus dem Nichts erzeugen. +Also müssen sie unsere eigenen vorhandenen Schwächen kennen. +Und sie dann gegen uns selbst verwenden. +Deshalb ist es unser aller Verantwortung, unsere Schwächen herauszufinden und sicherzustellen, dass sie nicht zu Waffen in den Händen der Demokratiefeinde werden. +Unsere eigenen Schwächen zu erkennen, wird uns auch helfen, die Falle des faschistischen Spiegels zu vermeiden. +Wie bereits erklärt: Der Faschismus nutzt unsere Eitelkeit aus. +Er lässt uns selbst viel schöner finden, als wir wirklich sind. +Das ist die Verführung. +Aber wenn Sie sich wirklich selbst kennen, fallen Sie nicht auf diese Schmeichelei herein. +Hält Ihnen jemand einen Spiegel vor, der Ihre hässlichen Stellen verbirgt, und Sie sich als viel schöner und viel wichtiger sehen lässt, als Sie wirklich sind, zerbrechen Sie einfach den Spiegel. +Danke. +Chris Anderson: Danke, Yuval. Gute Güte. Es ist so schön, Sie wiederzusehen. +Wenn ich Sie richtig verstehe, warnen Sie uns vor zwei großen Gefahren. +Eine ist das mögliche Wiederaufleben einer verführenden Form des Faschismus, dennoch sind Diktaturen vielleicht nicht direkt faschistisch, aber kontrollieren die ganzen Daten. +Ich frage mich, ob es eine dritte Sorge gibt, die einige Leute hier schon äußerten, nämlich, dass nicht Regierungen, sondern Großkonzerne unsere ganzen Daten kontrollieren. +Wie bezeichnen Sie das und wie besorgt sollten wir darüber sein? +Yuval Noah Harari: Letztlich gibt es keinen großen Unterschied zwischen Unternehmen und Regierungen, weil die Frage ist: Wer kontrolliert die Daten? +Der ist die tatsächliche Regierung. +Ob man es Unternehmen oder Regierung nennt — wenn es ein Unternehmen ist und tatsächlich die Daten kontrolliert, ist es unsere tatsächliche Regierung. +Also ist der Unterschied mehr scheinbar als real. +CA: Aber irgendwie kann man sich zumindest bei Unternehmen Marktmechanismen vorstellen, die sie zu Fall bringen können. +Wenn Kunden einfach entscheiden, dass das Unternehmen nicht länger ihren Interessen dient, öffnet es die Tür zu einem anderen Markt. +Das scheint einfacher vorstellbar, als, z.B. Bürger, die sich erheben und die Regierung stürzen, die alles kontrolliert. +YNH: Da sind wir noch nicht, aber nochmal, wenn ein Unternehmen Sie besser kennt, als Sie sich selbst — zumindest dass es Ihre tiefsten Gefühle und Wünsche manipulieren kann und Sie es nicht einmal merken — werden Sie glauben, dass es Ihr authentisches Selbst ist. +Theoretisch kann man sich gegen ein Unternehmen auflehnen, wie man sich theoretisch gegen eine Diktatur erheben kann. +Aber praktisch ist es äußerst schwierig. +CA: Im Buch "Homo Deus" erörtern Sie, dass dies das Jahrhundert sein würde, wenn Menschen eine Art Götter werden, entweder durch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz oder durch Gentechnik. +Hat diese Aussicht auf politischen Systemwechsel, Zusammenbruch, einen Einfluss darauf, wie Sie diese Möglichkeit sehen? +YNH: Es macht es sogar wahrscheinlicher und dass es schneller geschieht, weil Leute in Krisenzeiten bereitwilliger Risiken auf sich nehmen, als sie es zu anderen Zeiten tun würden. +Leute sind bereit, alle möglichen hochriskanten Hochleistungstechniken zu testen. +Diese Arten von Krisen haben vielleicht dieselbe Funktion wie die zwei Weltkriege im 20. Jahrhundert. +Die zwei Weltkriege beschleunigten die Entwicklung von neuen und gefährlichen Technologien stark. +Dasselbe geschieht vielleicht im 21. Jahrhundert. +Man muss ein wenig verrückt sein, um z.B. Gentechnik zu schnell zu akzeptieren. +In unterschiedlichen Ländern der Welt gibt es jetzt aber immer mehr aberwitzige Leute in verantwortlicher Position, so dass die Chancen zunehmen statt geringer werden. +CA: Yuval, alles zusammengenommen haben Sie diese einzigartige Vision. +Drehen Sie die Uhr 30 Jahre vor. +Was vermuten Sie — kommt die Menschheit knapp davon, schaut zurück und meint: "Das war eng. +Wir schafften es! "Oder nicht? +YNH: Bis jetzt haben wir es geschafft alle Krisen zu überwinden. +Besonders wenn man sich liberale Demokratien anschaut und denkt, dass die Lage jetzt schlecht ist, erinnern Sie sich einfach, wie viel schlechter die Lage 1938 oder 1968 aussah. +Das ist wirklich nichts, das ist nur eine kleine Krise. +Aber man kann nie wissen, denn als Historiker weiß ich, dass man die menschliche Dummheit niemals unterschätzen sollte. +CA: Yuval, es war eine reine Freude, Sie bei uns zu haben. +Danke für die virtuelle Reise. +Einen schönen Abend in Tel Aviv. Yuval Harari! +YNH: Vielen Dank. + + +talks, bionics, design, future, human body, humanity, prosthetics, nature, science, technology +Hugh Herr +17238 +TED Talk Subtitles and Transcript: Schon bald werden Menschen neuartige Körper haben, die die Grenze zwischen der natürlichen und der synthetischen Welt verwischen, sagt der Bionik-Designer Hugh Herr. In einem unvergesslichen Vortrag erläutert er "NeuroEmbodied Design", eine von ihm am MIT entwickelte Methode zur Schaffung von Cyborg-Funktionalität. Und er zeigt uns eine Zukunft, in der wir unsere Körper so ergänzt haben werden, dass das menschliche Potenzial neu bestimmt wird -- und wir vielleicht sogar zu Superhelden werden. "Gegen Ende dieses Jahrhunderts werden Menschen hinsichtlich Morphologie und Dynamik nicht mehr vergleichbar sein mit heutigen Menschen", glaubt Herr. "Die Menschheit wird fliegen und sich in die Höhe schwingen". +Hugh Herr: Wie wir Cyborgs werden und das menschliche Potential ausweiten +Ich bin ein MIT-Professor, aber ich entwerfe keine Gebäude oder Computersysteme. +Ich baue Körperteile, bionische Beine, die das Gehen und Laufen unterstützen. +1982 hatte ich einen Bergsteigerunfall und beide Beine mussten aufgrund von Erfrierungen amputiert werden. +Hier sieht man meine Beine: 24 Sensoren, sechs Mikroprozessoren und muskelsehnenartige Aktuatoren. +Ich bin im Grunde vom Knie abwärts ein Haufen Schrauben und Muttern. +Aber mit dieser fortschrittlichen bionischen Technologie kann ich springen, tanzen und rennen. +Vielen Dank. +Ich bin ein bionischer Mann, aber noch kein Cyborg. +Wenn ich daran denke, meine Beine zu bewegen, laufen von meinem Zentralnervensystem neurale Signale durch meine Nerven und aktivieren Muskeln in meinen Restgliedmaßen. +Künstliche Elektroden spüren diese Signale und kleine Computer im bionischen Bein übersetzen meine Nervenimpulse in meine beabsichtigten Bewegungen. +Einfach gesagt, wenn ich über das Bewegen nachdenke, wird der Befehl dem synthetischen Teil meines Körpers mitgeteilt. +Jedoch können diese Computer keine Signale in mein Nervensystem einspeisen. +Berühre und bewege ich meine künstlichen Gliedmaßen, erlebe ich keine normalen Berührungs- und Bewegungsempfindungen. +Wäre ich ein Cyborg und könnte meine Beine über kleine Computer fühlen, die Informationen in mein Nervensystem einspeisen, würde sich meine Beziehung zu meinem synthetischen Körper grundlegend verändern. +Heute kann ich meine Beine nicht fühlen, und deshalb sind meine Beine von meinem Verstand und meinem Körper getrennte Werkzeuge. +Sie sind kein Teil von mir. +Wäre ich ein Cyborg und könnte meine Beine fühlen, würden sie ein Teil von mir, Teil meines Selbst, werden. +Am MIT entwickeln wir NeuroEmbodied Design. +In diesem Design-Prozess entwirft der Designer zusammen mit synthetischen Teilen menschliches Fleisch und Knochen, den biologischen Körper selbst, um die bidirektionale Kommunikation zwischen dem Nervensystem und der gebauten Umwelt zu verbessern. +NeuroEmbodied Design ist eine Methodik zum Erzeugen von Cyborg-Funktionalität. +Im Entwurfsprozess denken Designer über eine Zukunft nach, in der die Technologie nicht länger aus unabhängigen, leblosen Werkzeugen unseres Geistes und Körpers besteht, über eine Zukunft, in der Technologie sorgfältig in unsere Natur integriert wurde. Eine Welt, in der Biologisches und Abiologisches, Menschliches und Nicht-Menschliches, Natur und Künstliches für immer verwischt sein werden. +Diese Zukunft wird der Menschheit neue Körper bieten. +NeuroEmbodied Design wird unser Nervensystem und die synthetische Welt miteinander verzahnen und so im Grunde ändern, wer wir sind. +Durch Gestalten des biologischen Körpers zur besseren Kommunikation mit der errichteten Entwurfswelt wird die Menschheit die Behinderung im 21. Jahrhundert beenden, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für die menschliche Augmentation schaffen und die menschlichen Fähigkeiten über die angeborene Physiologie hinaus kognitiv, emotional und physisch erweitern. +Es gibt viele Möglichkeiten, neue Körper aufzubauen, von molekularer bis hin zur Gewebs- und Organebene. +Heute möchte ich über einen Bereich von NeuroEmbodied Design sprechen, bei dem mittels chirurgischer und regenerativer Prozessen das Gewebe des Körpers beeinflusst und geformt wird. +Seit dem US-amerikanischen Bürgerkrieg hat sich das jetzige Amputationsparadigma nicht grundlegend geändert und angesichts dramatischer Fortschritte bei Aktuatoren, Steuerungssystemen und neuralen Verbindungstechnologien ist es obsolet geworden. +Ein Hauptmangel ist das Fehlen dynamischer Muskelinteraktionen zur Steuerung und Propriozeption. +Was ist Propriozeption? Wenn Sie Ihren Knöchel beugen, kontrahieren die Muskeln am Schienbein und dehnen gleichzeitig die Muskeln Ihrer Wade. +Das Gegenteil passiert, wenn Sie Ihren Knöchel strecken. +Dann kontrahieren die Muskeln in der Wade und strecken sich Muskeln vorne. +Wenn Muskeln sich beugen und strecken, senden biologische Sensoren im Muskel Informationen durch die Nerven zum Gehirn. +So können wir fühlen, wo unsere Füße sind, ohne sie mit unseren Augen zu sehen. +Das aktuelle Amputationsparadigma ruiniert diese dynamischen Muskelbeziehungen und eliminiert dabei normale propriozeptive Empfindungen. +Folglich kann eine Standardprothese keine Informationen darüber in das Nervensystem rückkoppeln, wo sich die Prothese im Raum befindet. +Der Patient kann daher die Positionen und Bewegungen der Prothese nicht wahrnehmen und fühlen, ohne sie zu sehen. +Meine Beine wurden mit dieser Methode aus der Bürgerkriegsära amputiert. +Ich kann meine Füße fühlen, ich kann sie genau jetzt als Phantomempfindung spüren. +Aber will ich sie bewegen, geht das nicht. +Es fühlt sich an, als steckten sie in starren Skistiefeln. +Um diese Probleme zu lösen, erfanden wir am MIT das "agonist-antagonist myoneural Interface" . +Die AMI-Methode verbindet im verbliebenen Gliedmaß Nerven mit einer externen, bionischen Prothese. +Wie ist das AMI gestaltet und wie funktioniert es? +Das AMI besteht aus zwei Muskeln, einem Agonisten und einem Antagonisten, die operativ verbunden sind. +Kontrahiert sich der Agonist nach elektrischer Aktivierung, dehnt sich der Antagonist. +Die muskeldynamische Interaktion bewirkt, dass biologische Sensoren im Muskel Informationen zur Länge der Muskelsehne, zur Geschwindigkeit und Kraft des Muskels an das zentrale Nervensystem senden, So funktioniert die Propriozeption der Muskelsehnen. +Es ist die primäre Art, wie wir als Menschen Positionen, Bewegungen und Kräfte auf unseren Gliedmaßen fühlen können. +Wenn ein Bein amputiert wird, verbindet der Chirurg diese gegenüberliegenden Muskeln, um ein AMI zu erzeugen. +Für die Steuerung und das Empfinden von mehrteiligen Gelenkprothesen können mannigfache AMI-Gebilde geschaffen werden. +Künstliche Elektroden werden dann auf jedem AMI-Muskel platziert und kleine Computer im bionischen Teil entschlüsseln diese Signale, um an der bionischen Extremität starke Motoren zu steuern. +Wenn sich das bionische Bein bewegt, bewegen sich die AMI-Muskeln hin und her und senden Signale an das Gehirn, wodurch die Person mit der Prothese natürliche Empfindungen von Positionen und Bewegungen der Prothese erfährt. +Können diese Prinzipien des Gewebedesigns bei einem Menschen eingesetzt werden? +Vor ein paar Jahren hat mich mein guter, 34-jähriger Freund Jim Ewing um Hilfe gebeten. +Jim hatte einen furchtbaren Kletterunfall. +Er ist auf den Cayman Islands 15 Meter tief gefallen, als sein Seil ihn nicht halten konnte und er auf dem Boden aufschlug. +Er erlitt sehr viele Verletzungen: Punktierte Lunge und viele Knochenbrüche. +Nach seinem Unfall träumte er davon, wieder Bergsteigen zu können. Aber wie könnte das möglich sein? +Die Antwort war Team Cyborg, ein Team von Chirurgen, Wissenschaftlern und Ingenieuren, die am MIT versammelt wurden, um Jim wieder das Klettern zu ermöglichen. +Teammitglied Dr. Matthew Carty amputierte Jims schwer beschädigtes Bein mit dem AMI-Chirurgie-Verfahren am Brigham and Women 's Hospital in Boston. +Ringbänder wurden erstellt und an Jims Schienbein befestigt, um die gegenüberliegenden Muskeln wieder zu verbinden. +Das AMI-Verfahren stellte die neurale Verbindung zwischen Jims Knöchel-Fuß-Muskeln und seinem Gehirn wieder her. +Wenn Jim sein Phantombein bewegt, bewegen sich die so verbundenen Muskeln in dynamischen Paaren und erzeugen Signale der Propriozeption, die über die Nerven zum Gehirn gelangen. Und so erlebt Jim normale Empfindungen von Knöchel-Fuß-Positionen und Bewegungen, selbst mit verbundenen Augen. +Nach seinen Operationen ist Jim hier im MIT-Labor. +Über die Elektroden verknüpften wir Jims AMI-Muskeln elektrisch mit einem bionischen Bein, und Jim lernte schnell, wie man das bionische Bein in vier verschiedenen Knöchel-Fuß- Bewegungsrichtungen bewegt. +Wir waren schon davon begeistert, aber dann stand Jim auf, und was geschah, war wirklich bemerkenswert. +Alle natürlichen Biomechaniken, die vom zentralen Nervensystem kommen, ergaben sich über die Prothese als unwillkürliche, reflexive Handlung. +Alle Feinheiten der Fußplatzierung während des Treppenaufgangs — +erschienen vor unseren Augen. Hier geht Jim Stufen hinunter, greift mit seinem bionischen Zeh zur nächsten Stufe und zeigt ganz automatisch natürliche Bewegungen, ohne dass er versucht, seine Gliedmaßen zu bewegen. +Weil Jims Zentralnervensystem die propriozeptiven Signale empfängt, kann es das synthetische Bein auf natürliche Weise genau kontrollieren. +Jetzt bewegt sich Jim und benimmt sich, als wäre die Prothese ein Teil von ihm. +Zum Beispiel trat er eines Tages im Labor versehentlich auf eine Rolle Isolierband. +Was tun Sie, wenn etwas an Ihrem Schuh klebt? +Man bückt sich nicht runter; das ist viel zu unbequem. +Stattdessen schüttelt man es ab, und genau das tat Jim, nachdem er erst seit ein paar Stunden neural mit dem Bein verbunden war. +Am interessantesten war für mich, als Jim uns erzählte, was er empfand. +Er sagte: "Der Roboter wurde ein Teil von mir." +Jim Ewing: Am Morgen nach dem ersten Mal, als ich am Roboter angeschlossen war, kam meine Tochter runter und fragte mich, wie es sich anfühlte, ein Cyborg zu sein, und meine Antwort war, dass ich mich nicht wie ein Cyborg fühlte. +Es war, als hätte ich mein Bein, und ich war nicht so sehr an den Roboter angeschlossen, wie der Roboter an mich, und der Roboter wurde ein Teil von mir. +Er wurde ziemlich schnell mein Bein. +Hugh Herr: Danke. +Indem wir Jims Nervensystem bidirektional mit seinem künstlichen Bein verbanden, bewirkte es eine neurologische Verkörperlichung. +Vermutlich weil Jim sein künstliches Bein mitdenken und bewegen kann und weil er diese Bewegungen in seinem Nervensystem fühlen kann, ist die Prothese nicht mehr ein gesondertes Hilfsmittel, sondern ein integraler Bestandteil von Jim und seinem Körper. +Wegen der neurologischen Verkörperlichung fühlt sich Jim nicht wie ein Cyborg. +Er fühlt sich, als hätte er sein Bein zurück, als hätte er seinen Körper zurück. +Jetzt werde ich oft gefragt, wann ich mich mit meinen Prothesen neural bidirektional verbinden lasse, wann ich ein Cyborg werden will. +Die Wahrheit ist, ich zögere, ein Cyborg zu werden. +Bevor meine Beine amputiert wurden, war ich ein schrecklicher Schüler. +Ich bekam in der Schule Fünfen und oft Sechsen. +Nachdem meine Glieder amputiert wurden, wurde ich plötzlich ein MIT-Professor. +Ich befürchte, sobald ich wieder neural mit meinen Beinen verbunden bin, wird mein Gehirn wieder zu seinem nicht so hellen Selbst zurückkehren. +Aber wissen Sie, das ist okay, denn ich bin am MIT schon fest angestellt. +Ich glaube, die Reichweite von NeuroEmbodied Design wird weit über den Ersatz von Gliedmaßen hinausreichen und die Menschheit in Bereiche führen, die das menschliche Potenzial grundlegend neu definieren. +In diesem 21. Jahrhundert werden Designer das Nervensystem mit kraftvollen Exoskeletten verbinden, die der Mensch mit seinen Gedanken steuern und fühlen kann. +Die Muskeln im Körper können umgestaltet werden, um starke Motoren zu steuern, exoskeletale Bewegungen zu fühlen, und die menschliche Stärke, Sprunghöhe und Laufgeschwindigkeit zu erhöhen. +In diesem 21. Jahrhundert werden Menschen zu Superhelden. +Menschen können ihre Körper auch um nicht-anthropomorphe Strukturen wie z. B. Flügel erweitern und jede Flügelbewegung im Nervensystem fühlen. +Leonardo da Vinci sagte: "Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet, denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen." Gegen Ende dieses Jahrhunderts, sind Menschen in Morphologie und Dynamik, verglichen mit dem, wie wir heute sind, nicht wiederzuerkennen. +Die Menschheit wird fliegen und sich in die Höhe schwingen. +Jim Ewing fiel auf die Erde und war schwer verletzt, aber seine Augen wanderten zum Himmel, wo er sich immer hinsehnte. +Nach seinem Unfall träumte er nicht nur, wieder gehen zu können, sondern auch davon, zu seinem geliebten Bergsteigen zurückzukehren. +Am MIT baute Team Cyborg Jim ein Bein für die vertikale Welt, ein hirngesteuertes mit vollen Positions- und Bewegungsempfindungen. +Mit dieser Technologie kehrte Jim zu den Cayman Islands, dem Ort seines Unfalls, zurück, um als ein wiedererbauter Cyborg erneut in den Himmel zu klettern. +(Brechende Wellen) +Vielen Dank. +Meine Damen und Herren, Jim Ewing, der erste Cyborg-Bergsteiger. + + +talks, refugees, mental health, humanity, children, communication, community, compassion, emotions, empathy, global issues, education, war, society, social change, Syria, TED Fellows +Essam Daod +18394 +TED Talk Subtitles and Transcript: Die globale Flüchtlingskrise ist eine psychische Katastrophe, die Millionen von Menschen psychologische Unterstützung zur Überwindung der Traumata von Vertreibung und Konflikten benötigen. Um den Schaden zu heilen, hat der Kinderpsychiater und TED-Fellow Essam Daod in Lagern, Rettungsbooten und an den Küsten Griechenlands und des Mittelmeers gearbeitet, um Flüchtlingen (von denen ein Viertel Kinder sind) zu helfen, ihre Erfahrungen durch kurze, starke psychologische Interventionen neu zu gestalten. "Wir alle können etwas tun, um diese psychische Katastrophe zu verhindern", sagt Daod. "Wir müssen erkennen, dass Erste Hilfe nicht nur für den Körper notwendig ist, sondern auch für den Geist, die Seele." +Essam Daod: Wie Flüchtlinge psychische Unterstützung bekommen +In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich als einer der wenigen, wenn nicht der einzige, Kinderpsychiater in den Flüchtlingslagern, Küsten und Rettungsbooten in Griechenland und dem Mittelmeer gearbeitet. +Und ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass wir Zeugen einer seelischen Katastrophe sind, welche die meisten von uns beeinflussen und unsere Welt verändern wird. +Ich lebe in Haifa, aber heutzutage verbringe ich die meiste Zeit im Ausland. +Während meiner Zeit auf der griechischen Insel Lesbos und auf den Rettungsbooten im Mittelmeer erreichten tausende von Flüchtlingsbooten die Küste, überfüllt mit mehr als 1,5 Millionen Flüchtlingen. +Ein Viertel von ihnen sind Kinder, welche vor Krieg und Elend flüchten. +Jedes Boot transportiert verschiedene Leiden und Traumata von Syrien, Irak, Afghanistan und unterschiedlichen afrikanischen Ländern. +Allein in den letzten drei Jahren verloren mehr als 12.000 Flüchtlinge ihr Leben. +Hunderttausende haben ihre Seele und ihre psychische Gesundheit, durch diese grausame und traumatische Erfahrung, verloren. +Ich möchte Ihnen von Omar erzählen, ein fünfjähriger syrischer Flüchtlingsjunge, der an der Küste von Lesbos in einem überfüllten Schlauchboot ankam. +Weinend, angstvoll, nicht in der Lage zu verstehen, was mit ihm geschieht, war er dicht davor, ein neues Trauma zu entwickeln. +Ich wusste sofort, dass dies eine goldene Stunde war, eine kurze Zeitspanne, in der ich seine Geschichte verändern konnte. Ich könnte die Geschichte ändern, die er sich selbst den Rest seines Lebens erzählen würde. +Ich könnte seine Erinnerung neu gestalten. +Ich streckte schnell meine Hände aus und sagte zu seiner zitternden Mutter: +"Ateeni elwalad o khudi nafas." "Gib mir den Jungen und atme durch." Seine Mutter gab ihn mir. +Omar schaute mich mit angstvollen, tränenden Augen an und sagte: "Ammo", Onkel auf Arabisch, "shu hada?", "Was ist das?", während er auf den Polizeihelikopter über uns zeigte. +"Das ist ein Helikopter! +Die machen mit großen Kameras Fotos von dir, weil nur die großen und starken Helden wie du, Omar, das Meer überqueren können. " +Omar schaute mich an, hörte auf zu weinen und fragte mich: "Ana batal?" "Bin ich ein Held?" +Ich sprach 15 Minuten lang mit Omar. +Ich gab seinen Eltern einige Hinweise. +Diese kurze psychologische Intervention senkt die Prävalenz posttraumatischer Belastungsstörungen und anderen psychischen Erkrankungen in der Zukunft, bereitet Omar darauf vor, unterrichtet zu werden, zu arbeiten, eine Familie zu gründen und mehr. Wie? Durch Stimulation guter Erinnerungen, die in der Amygdala, dem Gefühlsspeicher des Gehirns, gespeichert werden. +Diese Erlebnisse bekämpfen die traumatischen, wenn diese in der Zukunft reaktiviert werden. +Omar wird der Geruch vom Meer nicht nur an seine traumatische Reise von Syrien erinnern. +Denn für Omar ist diese Geschichte nun eine Geschichte über Mut. +Das ist die Macht der goldenen Stunde, in der ein Trauma mit einer neuen Geschichte umgedeutet werden kann. +Allerdings ist Omar nur eines von mehr als 350.000 Kindern ohne sachgerechte psychiatrische Betreuung in dieser Krise. +Dreihundertfünfzigtausend Kinder und ich. +Wir brauchen psychiatrische Fachkräfte, die Rettungskräfte während aktiver Krisen begleiten. +Darum haben meine Frau, ich und Freunde die "Humanity Crew" gegründet. Eine der wenigen Hilfsorganisationen weltweit, speziell für die Bereitstellung von psychosozialer Hilfe und von erster Hilfe bei psychischen Verletzungen für Flüchtlinge und vertriebene Bevölkerungsgruppen. +Um geeignete Maßnahmen zu ergreifen entwickelten wir den Vier-Schritte-Ansatz, einen psychosozialer Arbeitsplan, der Flüchtlingen über Ihre ganze Reise folgt. +Auf See fängt es an, auf den Rettungsbooten, als psychiatrische Rettungsschwimmer. +Später in den Lagern, Krankenhäuser und über unsere Online-Klinik, die Landesgrenzen und Sprachbarrieren überwindet. +Es endet in den Zielländern, wo Hilfe zur Integration geleistet wird. +Seit unserer ersten Mission in 2015 entsandte "Humanity Crew" 194 Delegationen von qualifizierten, ausgebildeten Freiwilligen und Therapeuten. +Wir haben 26.000 Stunden psychiatrischer Hilfe geleistet, für mehr als 10.000 Flüchtlinge. +Wir alle können etwas tun, um diese seelische Katastrophe zu vermeiden. +Wir müssen erkennen, dass Erste Hilfe nicht nur für den Körper notwendig ist, sondern auch für den Geist, die Seele. +Die Auswirkungen auf die Seele sind kaum sichtbar, können aber ein Leben lang Schaden anrichten. +Lasst uns nicht vergessen, was uns Menschen von Maschinen unterscheidet. Es ist die wunderschöne und zarte Seele in uns. +Wir müssen uns mehr anstrengen um weitere Omars zu retten. +Danke. + + +talks, art, creativity, design, culture, empathy, humor, beauty, communication, humanity +Christoph Niemann +20089 +TED Talk Subtitles and Transcript: Ohne es zu merken, beherrschen wir fließend die Sprache der Bilder, sagt der Zeichner Christoph Niemann. In seinem bezaubernden Vortrag, voll von geistreichen, wunderlichen Zeichnungen, nimmt Niemann uns auf eine herrliche visuelle Reise mit, die zeigt, wie Künstler in unsere Gefühle und Gedanken eindringen -- und all das ohne Worte. +Christoph Niemann: Sie beherrschen diese Sprache fließend (und wissen es nicht mal) +Ich bin Künstler. Künstler zu sein, ist der beste Beruf überhaupt. +Ich bemitleide jeden einzelnen von Ihnen, der seine Tage damit verbringen muss, neue Galaxien zu entdecken oder die Menschheit vor der Erderwärmung zu retten. +Künstler zu sein, ist auch ein entmutigender Beruf. +Ich verbringe jeden Tag von 9 bis 18 Uhr damit. +Ich begann sogar einen Nebenberuf, der einzig und allein darin besteht, sich über die Schwierigkeiten des kreativen Prozesses zu beschweren. +Aber heute will ich nicht darüber reden, was mein Leben schwer macht. +Ich will über das reden, was mein Leben erleichtert. +Und das sind Sie und die Tatsache, dass Sie eine Sprache fließend beherrschen, ohne es zu merken. +Sie beherrschend die Sprache des Bilderlesens fließend. +Ein Bild wie dies zu entziffern beansprucht doch einige intellektuelle Anstrengungen. +Niemand aber hat Ihnen beigebracht, wie das funktioniert, Sie wissen es einfach. +Universität, Einkaufen, Musik. +Das Kraftvolle an einer Sprache ist, dass Sie eine sehr komplexe Idee nehmen können und sie sehr einfach, effektiv vermitteln. +Diese Bilder stehen für genau dieselben Ideen. +Wenn Sie z. B. den Doktorhut sehen, wissen Sie, es ist kein Accessoire, das man nur auf dem Kopf trägt, wenn man seinen Abschluss macht, sondern es steht für die ganze Idee von Universität. +Zeichnungen können nicht nur Bilder übermitteln, sondern auch Gefühle hervorrufen. +Sagen wir, Sie landen an einem unbekannten Ort und sehen das. +Sie fühlen sich glücklich und erleichtert. +Oder ein bisschen besorgt oder vielleicht völlig panisch. +Oder wohltuenden Frieden und Ruhe. +Aber Bilder sind natürlich mehr als bloß grafische Zeichen. +Wenn ich die Geschichte des Kampfs unserer heutigen Zeit erzähle, würde ich mit den Armlehnen zwischen Flugzeugsitzen beginnen, und zwei Ellenbögen, die kämpfen. +Was mir hier gefällt, ist das universelle Gesetz: Sie haben nur 30 Sekunden, um es auszufechten, und sobald es Ihre ist, gehört sie Ihnen es bis zum Flugende. +Kommerzielles Fliegen ist voll mit solchen Bildern. +Wenn ich Unbehagen zeigen will, ist nichts besser als diese Nackenkissen. +Sie wurden designt, um es Ihnen gemütlicher zu machen. +Nur dass sie das nicht tun. +Ich schlafe also nie im Flugzeug. +Was ich ab und zu mache, ist, in eine Art schmerzhaftes Koma zu fallen. +Wenn ich davon aufwache, habe ich den schrecklichsten Geschmack im Mund. +Der ist so furchtbar, dass es sich nicht mit Worten beschreiben lässt, man kann das aber zeichnen. +Es ist so, ich schlafe gern. +Und am liebsten schlafe ich in Löffelchenstellung. +Ich mache das seit fast 20 Jahren beinahe professionell, aber in all der Zeit habe ich nicht heraugefunden was mit dem unterem Arm zu tun ist. +Und das Einzige — das Einzige, das das Schlafen noch mehr erschwert, als der Versuch, es im Flugzeug zu tun, ist, wenn Sie noch kleine Kinder haben, Sie tauchen etwa morgens um vier an Ihrem Bett auf mit einer schlechten Ausrede: "Ich habe schlecht geträumt." +Und dann tun sie dir leid, sie sind doch deine Kinder, und du lässt sie in dein Bett. +Ich muss zugeben, anfangs waren sie echt goldig und warm und kuschelig. +Genau wenn man wieder einschläft, fangen sie unerklärlicherweise an — +sich zu drehen. +Wir nennen das Hubschraubermodus. +Je tiefer etwas in ihr Bewusstsein eingraviert ist, desto weniger Details brauchen wir für eine emotionale Reaktion. +Also, warum wirkt ein solches Bild so? +Das Bild funktioniert, da wir als Leser durchaus gut darin sind, Lücken zu füllen. +Wenn man zeichnet, gibt es das Konzept des Negativ-Raums. +Die Idee ist, statt das eigentliche Objekt zu zeichnen, zeichnet man den umgebenden Raum. +Die Schüsseln auf dem Bild sind leer. +Die schwarze Tinte fordert Ihr Gehirn auf, sich in der Leere Essen vorzustellen. +Was wir sehen, ist keine fliegende Eule. +Was wir wirklich sehen, sind AA-Batterien, die auf einem sinnlosem Bild stehen, und ich belebe die Szene, indem ich meine Tischlampe nach oben und unten bewege. +Das Bild existiert nur in Ihren Köpfen. +Wie viel Informationen benötigen wir, um so ein Bild auszulösen? +Mein Ziel als Künstlers ist, die kleinstmögliche Menge zu gebrauchen. +Ich versuche, eine Einfachheit zu erreichen, bei der, wenn Sie nur ein Element entfernen würden, das ganze Konzept zusammenbricht. +Mein persönliches Lieblingsmittel als Künstler ist die Abstraktion. +Ich habe ein System namens "Abstakt-O-Meter" erfunden, und so funktioniert es. +Sie nehmen ein beliebieges Zeichen, z. B. ein Herz und einen Pfeil, das die meisten von uns als Zeichen für Liebe lesen, und ich bin Künstler, also kann ich es zeichnen, in jedem Realitäts- oder Abstraktionsgrad. +Wenn ich zu realistisch bin, widert das jeden an. +Wenn ich andersrum übertreibe und zu abstrakt bin, weiß keiner, was sie anschauen. +Ich muss die richtige Position auf der Skala finden, in dem Fall ist es irgendwo in der Mitte. +Sobald wir das Bild vereinfacht haben, werden neue Verbindungen möglich. +Das ermöglicht völlig neue Blickwinkel beim Geschichten erzählen. +Was ich gern mache, ist, Bilder aus entlegenen Kulturräumen zu nehmen und diese zusammenzubringen. Mit mutigeren Anspielungen — +kann ich mehr Spaß haben. +Aber natürlich weiß ich, die Dinge werden irgendwann unklar, sodass ich einige von Ihnen verliere. +Als Künstler ist es unentbehrlich, ein gutes Verständnis vom visuellen und kulturellen Wortschatz der Zielgruppe zu haben. +Mit dem Bild hier, einem Kommentar zu den olympischen Spielen in Athen, nahm ich an, Leser vom "New Yorker" hätten eine Grundvorstellung von griechischer Kunst. +Wenn man das nicht hat, funktioniert das Bild nicht. +Wenn ja, schätzt man vielleicht das kleinste Detail, wie das Bierdosenmuster hier unten auf der Vase. +Immer wieder habe ich Diskussion mit Zeitschriftenredakteuren, die meistens Wörter-Typen sind, darüber, dass ihre Zielgruppe, Sie, viel besser darin sind, riesige Sprünge durch Bilder zu machen, als man erwarten kann. +Mich frustriert nur, dass sie mich oft dazu bringen wollen, eine kleine Zahl an wirklich banalen visuellen Klischees zu benutzen, die als sicher angesehen werden. +Wissen Sie, ein auf die Leiter steigender Geschäftsmann, dann bewegt sich die Leiter, wird zu einer Börsenkurve, oder sonst was mit Dollarzeichen; das ist immer gut. +Wenn es hier im Publikum redaktionelle Entscheider gibt, würde ich Ihnen gerne einen Rat geben. +Immer wenn so ein Bild veröffentlicht wird, stirbt ein Baby-Panda. +Im wahrsten Sinne des Wortes. +Wann ist ein visuelles Klischee gut oder schlecht? +Das ist eine Gratwanderung. +Das kommt wirklich auf die Geschichte an. +2011 beim Erdbeben und Tsunami in Japan habe ich über das Titelblatt nachgedacht. +Ich habe klassische Symbole ausprobiert: die japanische Flagge, "Die große Welle" von Hokusai, eines der besten Gemälde aller Zeiten. +Und dann änderte sich die Gechichte, als die Situation im AKW in Fukushima außer Kontrolle geraten war. +Ich erinnere mich an die Fernsehbilder von den Arbeitern in Schutzanzügen, wie sie über das Gelände gingen, und mich erstaunte, wie leise und gelassen alles war. +Daher wollte ich das Bild der stummen Katastrophe schaffen. +Und das ist das Bild, das ich mir ausgedacht habe. +Danke. +Ich wollte ein Aha-Erlebnis schaffen. +Das heißt leider nicht, dass ich ein Aha-Erlebnis habe, wenn ich diese Bilder erschaffe. +Ich sitze nie an meinem Tisch mit der sprichwörtlichen Glühbirne, die in meinem Kopf angeht. +Eigentlich braucht man einen sehr langsamen, unsexy Prozess an kleinsten Entwurfsentscheidungen, die dann, wenn ich Glück habe, zu einer guten Idee führen. +Eines Tages war ich im Zug und versuchte, etwas zu entziffern: grafische Regeln für Tropfen am Fenster. +Und endlich begreife ich: "Es ist das Veschwommene und Umgedrehte im Hintergrund in einem scharfen Bild." Ich dachte, wow, das ist echt cool, ich hatte echt keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. +Bald darauf, zurück in New York, zeichnete ich das Bild, wo man im Stau auf der Brooklyn Bridge steht. +Das ist wirklich nervig, aber auch irgendwie poetisch. +Erst später habe ich begriffen, ich kann beide Gedanken nehmen und sie in Verbindung bringen. +Ich will keine realistische Szene zeigen. +Sondern vielleicht so wie Poesie einem bewusst macht, dass man das Bild schon kennt, aber mir erst jetzt bewusst wird, dass ich es schon die ganze Zeit in mir getragen hatte. +Aber wie Poesie war das ein heikler Prozess, der weder effizient noch skalierbar ist. +Und vielleicht ist die wichtigste Fertigkeit für Künstler Einfühlungsvermögen. +Man braucht Geschick und — +man braucht Kreativität — +danke — um ein solches Bild zu schaffen. +Dann muss man einen Schritt zurücktreten und das, was man geschaffen hat, aus der Perspektive des Lesers ansehen. +Ich habe versucht, besser zu werden, indem ich besser im Ansehen der Bilder wurde. +Daher habe ich angefangen, ewas für mich selbst zu üben, das ich Sontagskizzieren nenne, d. h., sonntags wählte ich zufällig etwas, das ich im Haus fand, und versuche zu erkennen, ob das Ding eine Idee auslöst, die nichts mit dem ursprünglichem Zweck zu tun hatte. +In meinem Kopf ist es eine Weile leer. +Der einzige Trick, der funktioniert, ist, wenn ich den Verstand öffne und jedes Bild durchspiele, das ich hier gespeichert habe, und sehe, ob mich etwas anspricht. +Wenn ja, verbinde ich es nur mit ein paar Tintenlinien — um diesen kurzen Einfall einzuprägen. +Die größte Lehre ist: Der wahre Zauber findet nicht auf dem Papier statt, sondern ensteht im Kopf des Betrachters. +Wenn Ihre Erwartungen und Wissen auf meine künstlerischen Absichten prallen. +Ihre Interaktion mit der Zeichnung, Ihre Fähigkeit, zu lesen, zu hinterfragen, gelangweilt oder inspiriert zu sein durch eine Zeichnung ist genauso wichtig wie mein künstlerischer Beitrag. +Denn das macht eine künstlerische Aussage zu einem kreativen Dialog. +Ihre Fertigkeit, Bilder zu lesen ist nicht nur umwerfend. Das ist es, was meine Kunst ermöglicht. +Dafür bedanke ich mich bei Ihnen. +Danke. + + +talks, poetry, performance, performance art, personal growth, art +Asali DeVan Ecclesiastes +20172 +TED Talk Subtitles and Transcript: Die Schriftstellerin und Aktivistin Asali DeVan Ecclesiastes begeistert auf der Bühne mit einem stimmungsvollen Gedicht über Hoffnung, Wahrheit und den Raum zwischen dem, was wir sind und wer wir sein wollen. +Asali DeVan Ecclesiastes: "Schluchten" +Manche Schluchten haben solch Tiefe und Weite, dass wir kaum wissen: Erreichen wir die andere Seite? +Der Raum dazwischen, wie wir sind und wie wir gern wären. Die Lücke zwischen hohen Idealen und unserem Gebaren. +Die Ferne zwischen dem, was wir sagen, und dem, was wir wirklich meinen. +Ein wilder Fluss trennt Wahres von den Erinnerungen, die wir uns so bequem zusammenreimen. +Die Lügen, die wir uns selbst erzählen, sind überbordende Seen. Ihr ätzendes, stinkendes Wasser überschwemmt unsere Rede. +Die einzige Brücke ist die Wahrheit. Sie führt durch dich und mich, wenn wir uns in die Augen sehen. +Doch unser Zögern, zu oft wird 's den Blick beenden und wir können nicht anders, als uns abzuwenden. +Schon längst uns keine Worte mehr bleiben, um unser sanfteres Wesen zu beschreiben. +Früh lernen wir: Die mit weichem Herzen leiden. +Deshalb geben wir Macht den simplen Gefühlen und merken nicht, dass unsere Fesseln nur schmerzen und quälen. +Wir sind dem Schmerz nicht entkommen. +Die Narben des Kampfes sind allzu offenbar. +Und doch und immer noch, trotz Wunsch und Willen zur Heilung kämpfen wir oft zäh mit all unserer Kraft, klammern uns an falsche Bilder von all dem, was wir nicht sind. +In stimmigen Träumen gefangen, brechen wir unter Ängsten zusammen. +Wir wollen einander kennen, glauben jedoch, das nicht zu können. +Die Kluft zwischen Mitgefühl und Gerechtigkeit ist so unergründlich wie die Risse in unserer gemeinsamen Integrität. +Und wir verbringen ganze Ewigkeiten mit dem Versuch, umzusetzen, wie das geht. +Vielleicht bist du einem begegnet auf deinem Weg, der das kann. +Nur wenige sind so gesegnet. Und manchmal, ich weiß es genau, verwechselte ich Realität mit Schau. Vielleicht war ich es ja, die so tat, als ob. +Bitte verzeih ', ich brauche noch Heilung, aber ich bin nicht mehr gebunden an den Willen meiner Wunden noch an den meiner Verletzer. +Wie Nut will ich die Arme ausbreiten, verschmelzen mit des Himmels Weiten. +Meine Zunge soll lieber Wahrheit künden als Brücke zum anderen, damit unsere Blicke sich finden. +Doch Zunge und Herz ermatten. +Schwache nehmen den Starken die Begeisterung, die sie hatten, Verlorene hindern Erwählte, aus dem Sumpf zu entrinnen, Verdammte lassen Erleuchtete uns nicht nach vorne bringen. +Doch egal, mit welchen Lügen die Lügner betrügen, wir sind ein Volk mit einem Schicksal und einem gemeinsamen Feind. +Sorgen machen mir daher unsere Herzen, verbittert, unser Verstand, so zersplittert, unser Ego, so einfach verführt. +Wir sind versklavt und halten doch die Ketten für Geschenke, Widerstandslos lassen wir unsere Herren die Kluft verbreitern; wie hirnlose, materielle Junkies suchen wir zu erniedrigen, statt zu erweitern. +Doch irgendwo in unserer Mitte gibt es einen Paradigmenwechsel. +Die Gerechtigkeit wird ungeduldig in ihren Ketten. +Die Jugend lehnt ab, dass Seele und Verstand eine Grenze hätten. Ihre Wahrheit wurzelt tief, ihre Integrität ist stets aktiv. +Achtet auf die, die als Beispiel dienen. +Die täglich alles geben und dennoch mit großen Reserven leben. +Die gegen Freund und Feind kämpfen, doch nie die Hoffnung aufgeben. Sie machen Musik, ohne zu üben, und das Hässliche der Welt kann niemals trüben die Fülle und Süße ihrer Kompositionen. +Auch nicht die unverfälschte Wahrheit ihrer Mission. +Es wird Zeit zu verstummen und zuzuhören, unsere Augen zu schließen und zu beten für Demut und Geleit und ihren Weg zu betreten. Vielen Dank. +Vielen Dank. +Ganz herzlichen Dank. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie mich das erfüllt und aufbaut. +In den letzten drei Jahren hatte ich das Privileg, zusammen mit meinen Nachbarn einen Platz in New Orleans zu gestalten, der "Unter der Brücke" genannt wird. +Im Jahr 1966 erreichte die Autobahn 10 den Ortsteil Tremé und 326 Geschäfte von Schwarzen und über 300 Eichen mussten verschwinden. Das löschte das erfolgreichste schwarze Geschäftsviertel der Gegend aus, beendete den Wohlstand von Generationen und zerstörte die gewachsene Gemeinschaft des ältesten afroamerikanischen Viertels. +Heute, nach 45 Jahren gemeinnütziger Interessenvertretung, 500 Stunden gemeinnützigen Engagements und 80 Stunden gemeinschaftlicher Planung geben wir voller Stolz bekannt, dass wir 2018, gemäß dem Wunsch Tausender Einwohner, mit der Unterstützung unserer lokalen, staatlichen und gemeinnützigen Partner und zur Feier der 300-jährigen Stadtgeschichte der Weltveränderung 19 Häuserblocks unter der Autobahn in Gemeinschafts- und Geschäftsräume für Schwarze verwandeln werden: in Form des "Claiborne-Korridor Kulturinnovationsviertels". +Damit bauen wir Brücken über Zeit und Erinnerungen, über Trennung und Ungerechtigkeit. Wir können es kaum erwarten, Sie alle auf der anderen Seite zu empfangen. +Vielen Dank. + + +talks, AI, media, future, invention, innovation, technology, machine learning, society, computers, intelligence +Kai-Fu Lee +20368 +TED Talk Subtitles and Transcript: Künstliche Intelligenz verändert gerade unsere Welt im großen Stil, eines beherrscht sie aber nicht: Liebe. In einem visionären Vortrag erklärt der Computer-Wissenschaftler Kai-Fu Lee, wie die "Deep Learning"-Revolution von den USA und von China angetrieben wird. Er beschreibt einen Plan, wie Menschen im Zeitalter von KI gedeihen und aufblühen können, indem sie Mitgefühl und Kreativität einsetzen. "KI ist immer für positive Überraschungen gut", sagt Lee, "KI wird uns von den Routine-Aufgaben befreien und uns daran erinnern, was uns als Menschen ausmacht." +Kai-Fu Lee: Wie KI die Menschlichkeit retten kann +Ich werde darüber sprechen, wie KI und die Menschheit koexistieren können. Doch zuerst müssen wir unsere menschlichen Werte überdenken. +Ich beginne mit ein Geständnis über meine Fehler bei meinen Werten. +Es war 11 Uhr, am 16. Dezember 1991. +Ich stand kurz davor, zum ersten Mal Vater zu werden. +Meine Frau, Shen-Ling, lag im Krankenhaus und durchlitt sehr anstrengende, zwölfstündige Geburtswehen. +Ich saß an ihrem Bett und sah angstvoll auf meine Uhr. Ich wusste etwas, dass sie nicht wusste. +Ich wusste, dass ich sie in einer Stunde dort zurücklassen würde, wenn unser Kind bis dahin nicht da wäre. Ich würde zurück zur Arbeit gehen, um meinem Chef, dem Geschäftsführer von Apple, eine Präsentation über KI zu geben. +Zum Glück kam meine Tochter um 11: 30 Uhr zur Welt — +und ersparte mir, das Undenkbare zu tun. Bis heute tut es mir sehr leid, dass ich meiner Arbeitsmoral den Vorrang gegeben habe vor der Liebe für meine Familie. +Mein Vortrag über KI ging jedoch perfekt über die Bühne. +Apple gefiel meine Arbeit und beschloss, sie bei TED1992 vorzustellen, vor 26 Jahren, auf genau dieser Bühne. +Ich dachte, ich hätte eine der größten Entdeckungen über KI gemacht. So stellte es auch das "Wall Street Journal" am nächsten Tag dar. +Doch was Entdeckungen angeht, stellte sich heraus, ich hatte weder Indien noch Amerika entdeckt. +Eher vielleicht eine kleine Insel vor der Küste Portugals. +Doch das KI-Zeitalter der Entdeckungen ging weiter und mehr Wissenschaftler widmeten sich dem mit Herz und Seele. +Vor ungefähr 10 Jahren gelang drei nordamerikanischen Wissenschaftlern die große KI Entdeckung, die als' Deep Learning 'bekannt wurde. +'Deep Learning' ist eine Technik, die großen Datenmengen einer Domäne nutzt, und lernt, daraus hoch-genaue Vorhersagen oder Entscheidungen abzuleiten. +Wenn wir zum Beispiel dem 'Deep Learning' Netzwerk eine riesige Anzahl von Fotos mit Nahrungsmitteln zeigen, kann es Nahrungsmittel erkennen, etwa ob es ein Hotdog ist oder nicht. +Wenn wir ihm viele Bilder und Videos und Daten anderer Sensoren von einer Autobahnfahrt zeigen, kann es auf der Autobahn so gut Auto fahren wie ein Mensch. +Und was, wenn wir diesem 'Deep Learning' Netzwerk alle Reden von Präsident Trump vorspielen würden? +Dieser künstlich intelligente Präsident Trump könnte dann — genauer gesagt, das Netzwerk — +kann — +Doppelte Oxymorons gefallen Ihnen? +Dieses Netzwerk würde, wenn man ihm die Aufgabe gäbe, eine Rede über KI zu halten, sagen — +(Stimme von Donald Trump): Es ist großartig, mithilfe von KI eine bessere Welt zu erschaffen. +Kai-Fu Lee: Auch in einer anderen Sprache? +DT: (spricht Chinesisch) +KFL: Sie wussten nicht, dass er chinesisch spricht? +'Deep Learning' ist also zum Kern des Zeitalters der KI Entdeckung geworden und das wird von den USA angeführt. +Aber jetzt befinden wir uns in der Ära der Umsetzung, in der es auf Ausführung, Produktqualität, Geschwindigkeit und Daten ankommt. +Und da kommt China ins Spiel. +Chinesische Unternehmer, die ich als Risikokapitalgeber fördere, sind unglaublich harte Arbeiter mit einer beeindruckenden Arbeitseinstellung. +Mein Beispiel aus dem Kreißsaal ist nichts im Vergleich dazu, wie hart die Menschen in China arbeiten. +Z. B. versuchte ein Startup seine gute Work-Life-Balance anzupreisen. Sie nutzten den Slogan: "Kommt für uns arbeiten. Wir sind 996." Und was bedeutet das? +Damit sind die Arbeitszeiten von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends 6 Tage pro Woche gemeint. +Im Gegensatz dazu arbeiten andere Startups oft "997". +Die Qualität chinesischer Produkte ist im letzten Jahrzehnt stetig angestiegen. Das liegt an einem extrem harten Wettbewerbs-Umfeld. +Im Silicon Valley kämpfen die Unternehmer mehr wie Gentlemen miteinander, wie in den alten Kriegen, als die Seiten abwechselnd aufeinander schossen. +Aber im chinesischen Geschäftsumfeld ist es wahrlich ein Kampf um Leben und Tod, wie bei den Gladiatoren. +In so einem brutalen Umfeld lernen die Unternehmer, sehr schnell zu wachsen, und blitzschnell ihre Produkte zu verbessern. Sie lernen, ihre Geschäftsmodelle so lange zu verbessern, bis sie unbezwingbar sind. +Deshalb sind große chinesische Produkte wie WeChat und Weibo dann wohl sogar besser als entsprechende amerikanische Produkte von Facebook und Twitter. +Und der chinesische Markt nimmt die beschleunigten Veränderungen und Paradigmenwechsel an. +Z. B., wenn Sie nach China kommen, werden Sie sehen, dass es fast bargeldlos und ohne Kreditkarten funktioniert, weil das mobile Bezahlen, worüber wir alle reden, in China schon Realität geworden ist. +Im letzten Jahr wurden 18.8 Billionen US-Dollar im mobilen Internet umgesetzt. Eine Folge der robusten Technologien, auf denen das basiert. +Das ist sogar mehr als das chinesische Bruttosozialprodukt. +Sie fragen, wie kann das sein? +Weil dabei alle Transaktionen mitgezählt werden: der Großhandel, alle Kanäle, Einzelhandel, Online und Offline, Einkaufszentren, Bauernmärkte alles gleichermaßen. +Diese Technologie wird heute von 700 Millionen Menschen genutzt, um untereinander zu zahlen, nicht nur beim Händler, alle sind gleichrangig. +Die Transaktionen kosten fast keine Gebühren und sind sofort wirksam. Das wird überall genutzt. +Der chinesische Markt hat eine enorme Größe. +Der Markt ist groß, was den Unternehmern mehr Kunden bringt, mehr Umsatz, mehr Investitionen, aber am wichtigsten: Es erlaubt den Unternehmen, eine große Menge Daten zu sammeln, die dann zum Raketentreibstoff für die KI-Maschine werden. +Infolgedessen haben die chinesischen KI-Firmen einen Vorsprung gewonnen, sodass heute die wertvollsten Firmen in den Bereichen Computer-Sehen, Spracherkennung, Sprachsynthese, automatische Übersetzung und Drohnen alle chinesische Firmen sind. +Während die USA im Zeitalter der Entdeckung führend waren, und China im Zeitalter der Implementierung führend ist, sind wir jetzt in einem tollen Zeitalter, in dem die beiden Maschinen der beiden Supermächte zusammenarbeiten, um die schnellste Revolution in der Technik voranzutreiben, die wir Menschen je gesehen haben. +Dies wird zu enormem Reichtum führen, beispiellosem Reichtum: 16 Billionen Dollar, laut PwC, an zusätzlichem Bruttosozialprodukt weltweit, bis zum Jahr 2030. +Das führt aber auch zu massiven Herausforderungen, was die Verdrängung von Jobs angeht. +Das Industriezeitalter hat mehr und neue Jobs geschaffen, weil Handwerker-Jobs auf Jobs am Fließband verteilt wurden. Es wurden also mehr Jobs geschaffen. +Aber KI ersetzt die individuellen Jobs am Fließband vollständig durch Roboter. +Nicht nur in den Fabriken, auch bei LKW- und PKW-Fahrern, selbst bei Kundenbetreuern und im telefonischen Verkauf, und für Hämatologen und Radiologen werden über die nächsten 15 Jahre die Arbeitsplätze nach und nach durch künstliche Intelligenz ersetzt. +Nur die kreativen Jobs — +Ich muss mich doch selbst absichern, nicht wahr? +Die kreativen Jobs sind deshalb geschützt, weil KI zwar optimieren kann, aber nicht erschaffen. +Aber schlimmer als der Verlust von Jobs ist der Verlust von Bedeutung, weil die Arbeitsmoral im Industriezeitalter uns einer Gehirnwäsche unterzogen hat, die uns glauben macht, dass Arbeit der Grund dafür ist, dass wir existieren, dass die Arbeit den Sinn unseres Lebens definiert. +Ich war ein erstklassiges und williges Opfer dieses arbeitssüchtigen Denkens. +Ich habe unglaublich hart gearbeitet. +Deshalb habe ich fast meine Frau im Kreißsaal allein gelassen. Deshalb habe ich zusammen mit meinen Unternehmern 996 gearbeitet. +Diese Besessenheit von meiner Arbeit endete abrupt vor ein paar Jahren, als bei mir ein Lymphom im vierten Stadium diagnostiziert wurde. +Diese PET-Bilder zeigen mehr als 20 bösartige Tumore, die wie Feuerbälle hervortreten, und mir jeden Ehrgeiz nahmen. +Doch viel wichtiger, es hat mir geholfen, mein Leben nochmal neu zu überdenken. +Mit dem Wissen, vielleicht nur noch ein paar Monate zu leben, sah ich, wie dumm es von mir war, meinen Selbstwert daran zu messen, wie hart ich arbeitete, und welche Leistungen ich damit erzielte. +Meine Prioritäten waren komplett falsch. +Ich vernachlässigte meine Familie. +Mein Vater starb und ich hatte nie die Gelegenheit ihm zu sagen, dass ich ihn liebte. +Meine Mutter litt an Demenz und erkannt mich nicht mehr und meine Kinder sind jetzt erwachsen. +Während meiner Chemotherapie las ich ein Buch von Bronnie Ware, die über letzten Wünsche und das Bedauern von Menschen auf dem Sterbebett schrieb. +Sie fand heraus, dass angesichts des Todes niemand bedauerte, dass er oder sie nicht hart genug gearbeitet hatte. +Sie bedauerten nur, dass sie nicht genug Zeit mit ihren Lieben verbracht hatten und dass sie ihre Liebe nicht weitergegeben hatten. +Glücklicherweise bin ich heute auf dem Weg der Genesung. +Deshalb kann ich wieder bei TED sein, um Ihnen mitzuteilen, dass ich mein Leben verändert habe. +Ich arbeite jetzt nur noch 965 — manchmal auch 996, aber meist 965. +Ich bin näher zu meiner Mutter gezogen, meine Frau reist meist mit mir zusammen. Wenn meine Kinder in den Ferien nicht zu uns kommen, fahre ich zu ihnen. +Das ist eine neue Art zu leben, die mir half, zu erkennen, wie wichtig die Liebe für mich ist. Den Tod vor Augen zu haben, half mir, mein Leben zu ändern, aber es half mir auch, einen neuen Weg zu sehen, wie KI die Menschheit beeinflussen sollte und mit der Menschheit koexistieren und arbeiten sollte. Natürlich vernichtet KI eine Menge von Routine-Jobs, aber Routine-Jobs sind nicht das, wofür wir leben. +Der Grund, dass wir existieren, ist Liebe. +Wenn wir unser Neugeborenes halten, Liebe auf den ersten Blick, wenn wir jemandem in Not helfen, sind Menschen einzigartig darin, Liebe zu geben und zu empfangen. Das unterscheidet uns von KI. +Auch wenn es Science-Fiction anders darstellt, kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen, dass KI keine Liebe hat. +Als AlphaGo den Weltmeister Ke Jie besiegte, weinte Ke Jie weil er das Spiel Go liebte, aber AlphaGo fühlte kein Glücksgefühl über den Sieg, und sicherlich keinen Wunsch, einen seiner Lieben zu umarmen. +Wie differenzieren wir uns als Menschen im Zeitalter von KI? +Wir sprachen bereits über die Kreativitäts-Achse, das ist bestimmt eine Möglichkeit. Jetzt führen wir eine weitere Achse ein, die wir Mitgefühl, Liebe oder Empathie nennen können. +Das sind Dinge, die KI nicht beherrscht. +Während KI die Routine-Jobs vernichtet, glaube ich, dass wir neue Arbeitsplätze für Mitgefühl schaffen sollten und müssen. +Sie fragen vielleicht, wie viele es davon gibt. Ich frage Sie: Glauben Sie nicht, dass wir sehr viele soziale Arbeitskräfte brauchen, um diese Veränderung zu schaffen? +Glauben Sie nicht, dass wir viele mitfühlende Pflegekräfte brauchen, um mehr medizinische Pflege zu mehr Menschen zu bringen. +Glauben Sie nicht, dass wir 10 mal so viele Lehrer brauchen, um unseren Kindern zu helfen, Ihren Weg zu finden, um in dieser schönen neuen Welt zu überleben und zu gedeihen. +Mit all dem neu gewonnenen Reichtum, sollten wir nicht die Arbeiten der Liebe auch zu einer Karriere-Laufbahn machen und die Begleitung für Ältere oder Hausunterricht nicht auch? +Diese Grafik ist nicht perfekt, aber sie zeigt 4 Wege auf, die wir mit KI beschreiten können. +KI wird zunächst alle Arbeitsplätze mit Routine-Aufgaben vernichten. Irgendwann werden wir dafür dankbar sein. +KI wird zu einem wichtigen Werkzeug für Kreative werden. Wissenschaftler, Künstler, Musiker, Schriftsteller und Journalisten können so noch kreativer sein. +KI wird für die Menschen als Analyse-Werkzeug da sein, damit die Menschen ihre Wärme für Jobs mit Mitgefühl einsetzen können. +Wir können uns immer über einzigartige Jobs differenzieren, die sowohl kreativ sind, als auch Mitgefühl beinhalten, wobei wir unsere unersetzbaren Gehirne und Herzen einsetzen. +Das ist er also: Ein Plan für die Koexistenz von Menschen und KI. +KI ist gut für überraschende Entdeckungen. Sie befreit uns von Routine-Aufgaben und sie erinnert uns an das, was uns als Menschen ausmacht. +Lasst uns also KI willkommen heißen und lasst uns einander lieben. +Danke. + + +talks, forensics, crime, science, human body, technology, criminal justice, molecular biology +Simona Francese +20390 +TED Talk Subtitles and Transcript: Unsere Fingerabdrücke sind das, was uns einzigartig macht -- aber sie sind auch Tor zu einer Welt voller in Molekülen versteckter Informationen, die unsere Handlungen, Lebensstile und Gewohnheiten offenbaren. In dieser fesselnden Rede zeigt Chemikerin Simona Francese, wie sie diese mikroskopisch kleinen Spuren mittels Massenspektografie untersucht, eine Technologie, die Fingerabdrücke in vorher undenkbarem Detail analysiert und demonstriert, wie diese supermoderne, forensische Wissenschaft der Polizei dabei helfen kann, Kriminelle zu fangen. +Simona Francese: Ihre Fingerabdrücke verraten mehr als Sie denken +Halten Sie manchmal inne und denken während eines romantischen Dinners: "Ich habe gerade meine Fingerabdrücke auf dem ganzen Weinglas hinterlassen." +Oder machen Sie sich je Sorgen, wenn Sie einen Freund besuchen, über jedes kleine Stück von sich, das Sie auf jeder Oberfläche, die sie berühren, hinterlassen? +Haben Sie heute Abend darauf geachtet, sich zu setzen, ohne etwas anzufassen? +Sie sind nicht die Einzigen. +Zum Glück unterschätzen Kriminelle auch die Macht der Fingerabdrücke. +Und ich rede nicht nur von den gebogenen Teilen der Linien, die unsere Fingerabdrücke einmalig machen. +Ich rede von einer ganzen Welt an Informationen, versteckt in einem kleinen, oftmals unsichtbaren Ding. +Tatsächlich sind Fingerabdrücke aus Molekülen aufgebaut, die zu drei Klassen gehören: Schweißmoleküle, die wir alle in sehr unterschiedlichen Mengen produzieren... Moleküle, die wir unserem Körper zuführen und dann wieder ausschwitzen und Moleküle, mit denen wir womöglich unsere Fingerspitzen beschmutzen, wenn wir mit Substanzen in Berührung kommen wie Blut, Farbe, Fett, aber auch unsichtbare Substanzen. +Moleküle sind erzählen Geschichten darüber, wer wir sind und was wir gemacht haben. +Wir brauchen nur die richtige Technologie, um sie zum Sprechen zu bringen. +Lassen Sie mich Sie auf eine Reise undenkbarer Möglichkeiten nehmen. +Katie wurde vergewaltigt und ihr lebloser Körper ist drei Tage später im Wald gefunden worden, nach ihrem Verschwinden. +Die Polizei verfolgt drei Verdächtige, nachdem sie die Suche von über 20 Männern eingeschränkt hat, die alle am selben Tag in diesem Gebiet gesehen worden sind. +Das einzige Beweisstück sind zwei sehr undeutliche, sich überlappende Fingerabdrücke auf dem Klebeband, dass um Katies Nacken herum gewickelt gefunden worden ist. +Oft können undeutliche und überlappte Abdrücke der Polizei nicht helfen, jemanden zu identifizieren. +Bis vor kurzem könnte dies das Ende gewesen sein, aber hier können wir den Unterschied machen. +Das Klebeband wird an unser Labor geschickt, wo wir damit beauftragt werden unsere Spitzentechnologie anzuwenden, um bei den Ermittlungen zu helfen. +Und hier benutzen wir eine existierende Form von bildgebender Massenspektrometrie, die wir weiterentwickelt und angepasst haben insbesondere für die molekulare und bildgebende Analyse von Fingerabdrücken. +Im Wesentlichen feuern wir einen UV-Laser auf den Abdruck und verursachen eine Desorption der Moleküle vom Abdruck, die vom Massenspektrometer eingefangen werden. +Das Massenspektrometer misst das Gewicht der Moleküle — oder wie wir sagen, die Masse — und diese Zahlen, die Sie dort sehen, zeigen diese Masse an. +Viel entscheidender jedoch, sie zeigen an, was diese Moleküle sind — ob ich Paracetamol sehe oder etwas Unheimliches, forensisch gesprochen. +Wir haben diese Technologie auf das vorhandene Beweisstück angewandt, und das Vorhandensein von Kondom-Gleitmittel entdeckt. +Tatsächlich haben wir sogar Protokolle entwickelt, die uns ermöglichen sogar darauf hinzudeuten, welche Kondome-Marke verwendet wurde. +Also geben wir diese Information an die Polizei weiter, die inzwischen einen Durchsuchungsbefehl erhalten hat, und dieselbe Kondom-Marke in Daltons Räumlichkeiten gefunden hat. +Bei Dalton und Thomson haben wir sogar Akteneinträge für Sexualstraftaten, wodurch Chapman womöglich der unwahrscheinlichere Verdächtige wird. +Aber reicht diese Information aus, um eine Verhaftung durchzuführen? +Natürlich nicht, und wir werden gebeten, unsere Ermittlungen vertieft anzugehen. +Also haben wir auch die Präsenz zweier anderer interessanter Moleküle entdeckt. +Eines davon ist ein Antidepressivum und eines ist ein sehr besonderes Molekül. +Es wird nur im Körper gebildet, wenn man Alkohol trinkt und gleichzeitig Kokain konsumiert. +Alkohol ist dafür bekannt, die Wirkung von Kokain zu verstärken, also haben wir hier einen Hinweis auf den geistigen Zustand der Person während des Begehens der Tat. +Wir haben diese Information an die Polizei weitergereicht und sie haben herausgefunden, dass Thomson tatsächlich drogenabhängig ist und dass er sogar eine Krankenakte wegen psychotischer Episoden hat, für welche vermutlich Antidepressiva verschrieben worden sind. +Also wird Thomson nun der wahrscheinlichere Verdächtige. +Aber in der Realität weiß ich noch nicht, woher diese Moleküle kommen, von welchem Fingerabdruck und wem diese beiden Fingerabdrücke gehören. +Keine Angst. Bildgebende Massenspektrometrie kann uns weiterhelfen. +Tatsächlich ist diese Technologie so mächtig, dass wir sehen, wo sich auf dem Fingerabdruck die Moleküle befinden. +Wie Sie in diesem Video sehen, entspricht jeder dieser Scheitelpunkte einer Masse, jede Masse einem Molekül, und wir können die Software fragen, indem wir einzelne Moleküle auswählen, wo diese auf dem Fingerabdruck auftreten. +Manche dieser Bilder sind nicht besonders aufschlussreich, einige sind besser und einige sind sehr gut. +Wir können mehrere Bilder desselben Merkmals erstellen — in der Theorie hunderte von Bildern desselben Fingerabdrucks — für so viele Moleküle, wie wir entdeckt haben. +Also Schritt eins... bei sich überlappenden Fingerabdrücken besteht die Chance, insbesondere wenn sie von verschiedenen Personen kommen, dass die molekulare Zusammensetzung nicht identisch ist, also lassen Sie uns die Software diese einzigartigen Moleküle visualisieren, die nur auf einem Fingerabdruck sind, aber nicht auf dem anderen. +Indem dies getan wird, kann man die zwei Muster trennen. +Und das ist sehr wichtig, weil die Polizei nun in der Lage ist, einen der zwei Abdrücke zu identifizieren, der tatsächlich mit Katie übereinstimmt. +Und sie waren dazu in der Lage, weil sie die zwei separaten Bilder verglichen mit einem posthumen Bild von Katie. +Also können wir uns nun auf einen einzigen Fingerabdruck konzentrieren — den des Mörders. +Also dann, Schritt zwei... wo sind diese drei Moleküle, die ich gesehen habe? +Lassen Sie uns die Software fragen — zeig mir wo sie sind. +Indem man das macht, werden nur die Bildteile mit dem Fingerabdruck des Mörders erscheinen. +Anders gesagt sind diese Substanzen nur auf dem Abdruck des Mörders vorhanden. +Nun beginnen unsere molekularen Befunde gut mit dem übereinzustimmen, was der polizeiliche Erkennungsdienst über Thomson weiß, sollte dieser Fingerabdruck ihm gehören. +In Wirklichkeit ist dieser Abdruck jedoch immer noch nicht gut genug, um eine Identifizierung durchzuführen. +Schritt drei: Da wir hunderte von Bildern desselben Fingerabdrucks erstellen können, warum überlagern wir sie dann nicht, und indem wir das tun, versuchen wir das detaillierte Muster in Sachen Stetigkeit und Klarheit zu bessern? +Dies ist das Ergebnis. Bemerkenswert. Wir haben nun ein sehr klares Bild des Fingerabdrucks und die Polizei kann es durch die Datenbank laufen lassen. +Es gibt eine Übereinstimmung mit Thomson. +Thomson ist unser Mörder. +Katie, die Verdächtigen und die Umstände des Verbrechens sind nicht real, aber die Geschichte enthält Elemente echter Polizeiarbeit, mit der wir konfrontiert werden, und das ist eine Zusammensetzung von Intelligenz, die wir bereitstellen können- die wir der Polizei bereitgestellt haben. +Ich bin sehr, sehr aufgeregt, dass wir nach neun Jahren intensiver Forschung, Stand 2017, in der Lage waren, zu Polizeiermittlungen beizutragen. +Nach Gold zu suchen, ist nicht mehr ein Traum, es ist ein Ziel. +Wir werden dies immer breiter gefächert machen, größer und größer, und wir werden mehr über den Verdächtigen wissen, und wir werden ein Phantombild schaffen. +Ich glaube, das ist auch eine neue Ära für das Erstellen von Täterprofilen. +Die Arbeit der Kriminologen beruht auf der fachmännischen Erkennung von Verhaltensmustern, die der Erfahrung nach einem bestimmten Typ angehören, einem bestimmten Profil. +Im Gegensatz zu dieser fachmännischen, aber subjektiven Bewertung, versuchen wir dasselbe zu tun, jedoch mittels des molekularen Make-Ups auf dem Fingerabdruck, sodass die zwei zusammen arbeiten können. +Ich habe gesagt, dass Moleküle Geschichtenerzähler sind, die Informationen über Ihre Gesundheit, Ihre Taten, Ihren Lebensstil, Ihre Gewohnheiten, sie sind alle da, verfügbar auf einem Fingerabdruck. +Moleküle sind die Geschichtenerzähler unserer Geheimnisse — nur durch eine Berührung. +Danke. +Wow. + + +talks, communication, compassion, identity, data, race, teaching, social change, work +Tamekia MizLadi Smith +20554 +TED Talk Subtitles and Transcript: "Es ist an der Zeit, in Präsenzschulungen zu investieren, die Mitarbeiter dazu befähigen, schwierige Gespräche zu führen", sagt Tamekia MizLadi Smith. In einem witzigen, provokativen Vortrag stellt Smith ein Schulungsprogramm für den Arbeitsplatz mit dem Namen "Ich bin S.E.L.I.G." vor, das Vorgesetzte und Mitarbeiter gleichermaßen dazu animiert, mit Mitgefühl und Respekt miteinander zu sprechen. Fazit: Lassen Sie Menschen immer wissen, warum ihre Arbeit wichtig ist. +Tamekia MizLadi Smith: Wie man Mitarbeitern beibringt, schwierige Gespräche zu führen +In unserer Welt werden Daten 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr gesammelt. +Diese Daten werden von sogenannten Empfangsspezialisten gesammelt. +Das sind Einzelhändler in Ihrem Lieblingskaufhaus, die Kassierer im Supermarkt, die Aufnahme im Krankenhaus und sogar die Person, die Ihnen Ihre Kinokarte verkauft. +Sie fragen diskret nach: "Darf ich Ihre Postleitzahl erfragen?" Oder: "Möchten Sie Ihre Kundenkarte benutzen?" Das alles erzeugt Daten. +Die Gespräche werden aber schwieriger, wenn schwierigere Fragen gestellt werden müssen. +Ich erzähle Ihnen eine Geschichte. +Es war einmal eine Frau namens Miss Margaret. +Miss Margaret war 20 Jahre lang Empfangsdame gewesen. +In all dieser Zeit hatte sie wirklich niemals einen Patienten nach Geschlecht, Rasse oder Ethnie fragen müssen. +Denn Miss Margaret kann Sie einfach ansehen. Oh ja. Und sie kann sehen, ob man Mädchen oder Junge, schwarz oder weiß, Amerikaner oder Nicht-Amerikaner ist. +Nach ihrer Auffassung waren das die einzigen Kategorien. +Stellen Sie sich den Tag vor, als ihre freche Chefin sie zum "Ändere alles" -Treffen bat und ihr sagte, dass sie jeden einzelnen ihrer Patienten bitten müsse, sich selbst zu identifizieren. +Sie gab ihr sechs Geschlechter, acht Rassen und über 100 Ethnien. +Miss Margaret war geschockt. +Ich meine richtiggehend beleidigt. So sehr, dass sie zur Personalabteilung ging, um herauszufinden, ob sie in Frührente gehen könne. +Sie beendete ihre Wutrede mit den Worten, dass ihre schlaue Chefin sie zu diesem "Ändere alles" -Treffen eingeladen habe und nicht einmal, ja nicht einmal etwas zu Essen mitgebracht habe. +Man bringt doch Essen zu so einem Meeting mit. +Jedenfalls... +Das war ein Beispiel aus der Gesundheitsbranche, aber natürlich sammeln alle Unternehmen in der ein oder anderen Form Daten. +Wahre Geschichte: Ich wollte Geld überweisen. +Die Kundenberaterin fragte mich, ob ich in den USA geboren sei. +Ich zögerte, ihre Frage zu beantworten, und bevor sie wusste, warum ich zögerte, fing sie an, das Unternehmen, für das sie arbeitete, schlecht zu machen. +Sie sagte: "Ich weiß, es ist dumm, aber wir müssen diese Fragen stellen." +Wegen der Art, wie sie es mir vortrug, dachte ich: "Warum? +Warum müsst ihr diese Fragen stellen? +Deportieren sie Leute? " +Aber ich wandte mich an mein anderes Ich, +das professionellere Sprecher-Ich. Das, das versteht, dass es Miss Margarets überall gibt. +Gutherzige Menschen, sogar gute Angestellte, aber ohne die Fähigkeit, ihre Fragen richtig zu stellen, und das ließ sie schlecht dastehen, und noch schlimmer, das ließ das Unternehmen noch schlechter dastehen als sie selbst. +Denn sie hatte keine Ahnung, wer ich war. +Ich hätte eine Frau sein können, die einen TED-Talk halten und sie als Beispiel benutzen würde. +Und leider passiert es, dass Leute die Fragen nicht beantworten, weil sie denken, die Informationen würden benutzt, um sie zu diskriminieren, und zwar nur wegen der Art, wie die Information präsentiert wurde. +Und hier bekommen wir schlechte Daten. +Jeder weiß, was schlechte Daten bewirken. +Schlechte Daten kosten Zeit, sie kosten Geld und sie kosten Ressourcen. +Leider, wenn man schlechte Daten erhält, kostet Sie das sogar noch mehr, denn wir haben ungleiche Gesundheitsversorgung, wir haben soziale Determinanten bezüglich Gesundheit und wir haben Säuglingssterblichkeit. All das hängt von unseren Daten ab, und wenn wir schlechte Daten haben, bleiben diese Probleme. +Wir haben unterprivilegierte Menschen, die unterprivilegiert bleiben, denn die Daten, die wir nutzen, sind entweder veraltet oder nicht gut, oder wir haben gar keine. +Wäre es nicht fantastisch, wenn es Leute wie Miss Margaret und die Kundenberaterin in der Bank selig machen würde, Daten mit Mitgefühl zu erfragen? +Ich erkläre, was ich mit "selig" meine. Ich habe ein Akrostichon geschrieben. +S: Sorge tragen, dass die Empfangsperson einbezogen wird, +E: erkennt, wie wichtig ihre Rolle ist, +L: lernt, die Richtigkeit der Daten zu gewährleisten, +I: imstande ist, den Menschen mit Mitgefühl zu begegnen, +G: die Gabe besitzt, Menschen angemessen darüber zu informieren, +Ich bin Künstlerin. +Was mir passiert: Wenn ich etwas Künstlerisches schaffe, erwacht die Lehrerin in mir. Ich wandelte das Akrostichon also in eine Schulung mit dem Titel "Ich bin S.E.L.I.G." um. +Denn ich erinnere mich, als ich am Empfang war, und als ich zur Bank ging, um dort zu arbeiten, dachte ich: "Sollen wir deswegen diese Fragen stellen?" Es leuchtete mir plötzlich ein und mir wurde klar, dass ich Menschen mit dem falschen Geschlecht, mit der falschen Rasse, der falschen Ethnie angesprochen hatte, und es wurde unangenehm. Die Leute waren beleidigt und ich war frustriert, weil ich nicht "selig" war. +Ich erinnere mich an mein computerbasiertes Training, das mich leider nicht darauf vorbereitet hatte, solche Situationen zu deeskalieren. +Es zeigte mir keine Lehr-Momente auf, wenn ich Fragen dazu hatte, wie man die Fragen stellt. +Ich sah den PC an und fragte: "Was mache ich, wenn das passiert?" Und der PC sagte.... Nichts, denn ein Computer spricht nicht Ihnen. +der gelernt hat, einem beizubringen, was man in solchen Situationen zu tun hat. +Als ich "Ich bin S.E.L.I.G." erschuf, entwickelte ich es mit Erfahrung, aber auch mit Überzeugung. +Ich wollte die Schulung so aufbauen, dass sie einen sicheren und offenen Dialog ermöglicht. +Ich wollte über Vorurteile sprechen, die unbewussten und die bewussten, und was wir tun. +Denn ich weiß, dass sich, wenn man Leuten die Gründe erklärt, ihre Perspektive und ihre Haltung ändern. +Ich weiß, dass mit den Daten, die wir am Empfang erheben, in der Forschung Ungleichheiten bekämpft und Heilungen gefunden werden. +Ich weiß, dass es ein besserer Weg ist, Menschen Änderung zu lehren, als sie damit zu überrumpeln, um eine wahre Änderung hervorzurufen. +Ich weiß, dass die Menschen eher Informationen teilen, wenn sie von kompetentem Personal mit Respekt behandelt werden. +Ich weiß, man muss kein Statistiker sein, um Macht und Zweck der Daten zu verstehen, aber man muss Menschen mit Respekt und Mitgefühl begegnen. +Ich weiß, wenn man "selig" ist, liegt es in der eigenen Verantwortung, auch jemand anderen zu befähigen. +Aber vor allem weiß ich jetzt: Wenn man Menschen beibringt, mit anderen Menschen zu kommunizieren, sollte das durch einen Menschen geschehen. +Wenn Sie also alle zur Arbeit gehen +und ein "Ändere alles" -Meeting vereinbaren, — denken Sie an Miss Margaret. +Und vergessen Sie das Essen nicht. + + +talks, TED Fellows, astronomy, physics, space, science, discovery, universe +Burçin Mutlu-Pakdil +20753 +TED Talk Subtitles and Transcript: Wie wäre es, wenn Sie eine Galaxie entdecken, die nach Ihnen benannt wird? In diesem kurzen Vortrag erzählt die Astrophysikerin und TED Fellow Burçin Mutlu-Pakdil wie ihr Team, ganz überraschend, einen geheimnisvollen neuen Galaxientyp entdeckte. +Burçin Mutlu-Pakdil: Eine seltene Galaxie, die unser Verständnis des Universums infrage stellt +Es gibt mehr als eine Billion Galaxien im Universum. +Mein Team hat eine äußerst seltene Galaxie entdeckt, die anders aussieht als alle, die bisher beobachtet wurden. +Diese Galaxie ist so einzigartig, dass sie unsere Theorien und Annahmen über die Funktionsweise des Universums herausfordert. +Die meisten Galaxien sind Spiralen, genau wie unsere Milchstraße. +Wir haben fundierte Theorien über die Bildung und Entwicklung dieser häufigen Galaxien. +Aber wir verstehen nicht, wie sich seltene Galaxien bilden und entwickeln. +Hoags Objekt ist ein besonders rätselhafter Fall. +Sein symmetrischen Zentralkörper wird von einem runden Außenring umgeben. Nichts Sichtbares verbindet die beiden miteinander. +Hoag-Typ Galaxien gehören zu den seltensten aktuell bekannten Galaxien. +Weniger als eine von tausend Galaxien haben diese Form. +Es ist ein Rätsel, wie die Sterne im Außenring in so geordneter Weise dort schweben. +Das ist interessant, oder? Warten Sie. Es wird noch mysteriöser. +Die Galaxie, die mein Team entdeckte, ist noch seltener und noch viel komplexer. +Manchmal sucht und sucht man nach diesen Objekten und man findet nichts. +Aber manchmal erscheinen sie einfach im Hintergrund, wenn man nicht einmal nach ihnen sucht. +Dieses System ähnelt Hoags Objekt, mit seinem Zentralkörper und dem kreisförmigen Außenring. +Wir waren begeistert und dachten, dass wir ein weiteres Hoags Objekt entdeckt hatten. +Aber meine Forschung zeigte, dass es ein völlig neuer Typ von Galaxie ist und sie wird jetzt "Burçins Galaxie" genannt. +In naher Zukunft werden wir diese Galaxie nicht besuchen. +Sie ist rund 359 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. +Sie denken vielleicht, dass das weit weg ist. +In Wahrheit ist es eine der benachbarten Galaxien. +Ich beobachte dieses Objekt bei verschiedenen Wellenlängen: im ultravioletten, sichtbaren und im nah-infraroten Licht. +Kleine Einzelheiten unseres Körpers, wie eine Narbe oder Falten, erzählen unsere Lebensgeschichte. +Ebenso kann die Beobachtung der Struktur einer Galaxie in verschiedenen Wellenlängen uns helfen, ihren Ursprung und Entwicklung zurückzuverfolgen. +Wie suche ich nach diesen Einzelheiten? +Zuerst mache ich ein Modell des hellen Zentralkörpers und dann entferne ich mein Modell aus dem Bild, um versteckte Eigenschaften zu finden, weil eine helle Struktur in einer Galaxie kleine Merkmale vor uns verstecken könnte, wie wenn man Sonnenbrille benutzt, wenn man von starkem Licht geblendet ist. +Das Ergebnis war eine große Überraschung. +Diese Galaxie hat nicht nur einen Außenring, sondern auch einen weiteren diffusen Innenring. +Es war schon schwierig, die Herkunft des Außenrings in Hoag-Typ Galaxien zu erklären. +Jetzt müssen wir diesen zweiten mysteriösen Ring erklären. +Es gibt zurzeit keinen bekannten Mechanismus, der das Bestehen eines Innenrings in solch einer seltsamen Galaxie erklären kann. +Die Entdeckung von Burçins Galaxie betont klar die Lücke in unsere Kenntnis der Galaxienentwicklung. +Weitere Forschung über die Entstehung dieser extrem seltenen Galaxie kann neue Hinweise auf die Funktionsweise des Universums liefern. +Diese Entdeckung zeigt uns, dass wir noch viel zu lernen haben, dass wir tiefer und tiefer in den Weltraum schauen und weiter nach Unbekanntem suchen sollten. +Vielen Dank. + + +talks, collaboration, disability, creativity, exoskeleton, human body, love, neurology, personal growth, science, technology, future, innovation +Mark Pollock, Simone George +20975 +TED Talk Subtitles and Transcript: Wenn wir uns mit schlimmen Lebensumständen konfrontiert sehen, fragen wir uns, wie wir reagieren sollen: Als Optimist, als Realist oder ganz anders? In einem unvergesslichen Vortrag erkunden der Entdecker Mark Pollock und die Menschenrechtsanwältin, Simone George, die Spannung zwischen Akzeptanz und Hoffen zu einer Zeit der tiefen Trauer – und sie teilen ihre bahnbrechende Arbeit zur Heilung von Querschnittslähmung mit uns. +Mark Pollock, Simone George: Ein Liebesbrief an den Realismus zu einer Zeit der Trauer +Simone George: Als ich Mark traf, war er nur blind. +Ich war wieder nach Dublin zurückgekehrt, nach der Odyssee in meinen Zwanzigern. Ich studierte Menschenrechte und Gleichberechtigung an der Uni. Ich bereiste die Welt, wie meine nomadische Großmutter. +Während eines zweijährigen Arbeitsaufenthalts in Madrid, tanzte ich in Salsa-Clubs die Nächte durch. +Als ich Mark traf, bat er mich, ihm Tanzen beizubringen. Und das tat ich. +Es waren wundervolle Zeiten; nächtelange Unterhaltungen. Wir wurden Freunde und verliebten uns schließlich. +Der Mann, den ich acht Jahre später traf, war dabei, sich wiederzufinden, seine unglaubliche innere Stärke, ermöglichte ihm, ihn in der Wüste Gobi sechs Marathons in sieben Tagen zu laufen, und zwei Marathons am Nordpol und vom Basislager des Mount Everest aus. +Als ich ihn fragte, was zu seinem hyper-dynamischen Leben führte, antwortete er mit Nietzsche: "Wer ein Warum hat zu Leben, erträgt fast jedes Wie." Er fand dieses Zitat in einem wundervollen Buch, "... trotzdem Ja zum Leben sagen: Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" von Viktor Frankl, dem Neurologen und Psychiater, der viele Jahre in einem Nazi-Konzentrationslager überlebte. +Frankl drückte mit dem Zitat von Nietzsche aus, wenn wir unsere Umstände nicht ändern können, werden wir herausgefordert, uns selbst zu ändern. +Mark Pollock: Ich habe wieder zu mir gefunden. Das Warum war für mich der Wettkampf. Indem ich Erfolg anstrebte und Niederlagen riskierte, fühlte ich mich ganz einfach normal. +Und ich fand zu mir zum 10. Jubiläum meiner Erblindung. +Ich nahm an einem 43-tägigen Expeditionsrennen teil, am kältesten, abgelegensten und anspruchsvollsten Ort der Welt. +Es war das erste Wettrennen zum Südpol, seit Shackleton, Scott and Amundsen vor 100 Jahren in die Antarktis kamen. +Mit jedem Schritt näher zum Pol, ließ ich die Dämonen der Blindheit hinter mir. Das gab mir ein lange anhaltendes Gefühl von Zufriedenheit. +Wie sich herausstellte, sollte ich das als Reserve brauchen. Denn ein Jahr nach meiner Rückkehr, an den wohl sichersten Ort der Welt, das Schlafzimmer eines Freundes, fiel ich aus dem Fenster im dritten Stock auf Beton. +Ich weiß nicht, wie es passierte. +Ich muss aufgestanden sein, um ins Bad zu gehen. +Und weil ich blind bin, strich ich zur Orientierung mit meiner Hand an der Wand entlang. +In dieser Nacht fand meine Hand nur Leere, da wo ein geschlossenes Fenster hätte sein sollen. +Ich fiel vornüber nach draußen. +Als meine Freunde mich fanden, dachten ich sei tot. +Als ich im Krankenhaus ankam, dachten die Ärzte, ich würde sterben. Als ich begriff, was mit mir passierte, dachte ich, dass sterben vielleicht... vielleicht das Beste gewesen wäre. +Als ich auf der Intensivstation lag, vollgepumpt mit Morphin mit der Aussicht, blind und querschnittsgelähmt zu sein, versuchte ich zu verstehen, was vor sich ging. +Als ich eines Nachts so da lag, suchte ich nach meinem Telefon und schrieb einen Blog, ich versuchte zu klären, wie ich reagieren sollte. +Er hieß "Optimist, Realist oder etwas anderes?" Er bezog sich auf die Erlebnisse von Admiral Stockdale, einem Kriegsgefangenen in Vietnam. +Er wurde über sieben Jahre inhaftiert und gefoltert. +Seine Umstände waren düster, aber er überlebte. +Diejenigen, die starben, waren die Optimisten. Sie sagten: "Weihnachten kommen wir raus". +Weihnachten kam, Weihnachten ging, als es wieder Weihnachten war und sie nicht freikamen, waren sie enttäuscht und mutlos. +Viele starben in ihren Zellen. Stockdale war Realist. Er war angetan von den Stoikern. +Er nahm die brutalen Tatsachen seiner Situation an, während er sich den Glauben an seinen Sieg bewahrte. +In diesem Blog habe ich versucht, sein Denken als Realist auf meine desolate Situation zu übertragen. +Während der vielen Monate nach meinem Sturz, in denen ich unter Herz- und Niereninfektionen litt und ums Überleben kämpfte, mussten Simone und ich uns die grundlegende Frage stellen: Wie findet man das Gleichgewicht zwischen Akzeptanz und Hoffnung? +Und dieser Frage wollen wir nun mit Ihnen nachgehen. +SG: Als ich die Nachricht bekam, flog ich sofort nach England. Ich kam auf die hell erleuchtete Intensivstation, wo Mark nackt unter einem Tuch lag, angeschlossen an Maschinen, an denen sein Leben hing. +Ich sagte: "Ich bin hier Mark." Tränen traten in seine Augen, die er für mich aufgespart hatte. +Ich wollte Ihn in meine Arme schließen, aber ich konnte ihn nicht bewegen. Also küsste ich ihn, wie ein Neugeborenes, erschrocken über seine Zerbrechlichkeit. +Später an diesem Abend schilderte man uns das ganz Ausmaß: Schädelfraktur, Hirnblutungen, ein möglicher Aorta-Riss, eine zweifach gebrochene Wirbelsäule, eine Lähmung von der Hüfte abwärts. Mark sagte zu mir: "Komm her. +Du musst soweit weg von hier, wie irgend möglich. "Während ich versuchte, das zu verarbeiten, dachte ich:" Was zu Teufel stimmt mit dir nicht? " +"Das können wir jetzt nicht tun." Als fragt ich ihn: "Machst du Schluss mit mir?" +Er meinte: "Du hast die Blindheit in Kauf genommen, aber nicht das hier." Ich antwortete: "Wir wissen noch gar nicht, was das hier ist, aber ich weiß, dass ich jetzt nicht mit einer Trennung klarkomme, von jemandem, den ich liebe, der auf der Intensivstation liegt." +Also nutzte ich mein Verhandlungsgeschick und schlug einen Deal vor. +Ich sagte: "Ich bleibe so lange bei dir, wie du mich brauchst, so lange, wie dein Rücken mich braucht. +Und wenn du mich nicht mehr brauchst, dann reden wir über unsere Beziehung. "Wie eine Option auf Verlängerung eines Vertrags nach sechs Monaten. +Er willigte ein und ich blieb. +Ich weigerte mich nach Hause zu gehen, selbst um eine Tasche zu packen. Ich schlief an seinem Bett. +Ich traf all die schwierigen Entscheidungen mit den Ärzten. Ich sprang in den reißenden Fluss voller Stromschnellen, der Mark mit sich zog. +An der ersten Flussbiegung, erzählte uns Marks Chirurg, dass Bewegungen und Gefühle, die nicht in den ersten 12 Wochen zurückkehren, wahrscheinlich nie mehr zurückkehren. +Als ich an seinem Bett saß, begann ich zu recherchieren, warum es nach dieser Periode, die spinaler Schock heißt, keine Besserung, keine Therapie, keine Heilung, keine Hoffnung gibt. +Das Internet wurde zu einem magischem Portal in diese andere Welt. +Ich mailte Wissenschaftlern, die Bezahlschranken umgingen, um mir ihre Wissenschaftsberichte und Fachzeitschriften direkt zuzusenden. +Ich las alles was Supermann-Autor Christopher Reeve erreicht hatte, der nach einem Reitunfall vom Hals abwärts gelähmt war und beatmet werden musste. +Christopher hat diesen 12-Wochen-Fluch gebrochen. Jahre nach dem Unfall gewann er etwas Empfindung und Motorik zurück. +Er träumte von einer Welt ohne Rollstühle. +Christopher und die Wissenschaftler, mit denen er zusammenarbeitete, erfüllten uns mit Hoffnung. +MP: Verletzungen des Rückenmarks treffen uns im Kern dessen, was es bedeutet, Mensch zu sein. +Sie hat mich aus meiner aufrechten, stehenden, laufenden Form in einen sitzenden Kompromiss meiner selbst verwandelt. +Es ist nicht nur die Taubheit und Unbeweglichkeit. +Lähmung betrifft auch die inneren Funktionssysteme, die dafür gemacht sind, uns am Leben zu halten. +Multiple Infektionen, Nervenschmerzen, Spastiken, ein kürzeres Leben sind üblich. +All das entkräftet selbst die Entschlossensten der weltweit 60 Millionen Querschnittsgelähmten. +Nach 16 Monaten im Krankenhaus wurden Simone und ich mit der Expertenmeinung konfrontiert, dass die Hoffnung auf eine Heilung, psychologisch schädlich sein kann. +Es war, als ob das formale medizinische System, Hoffnung abschaffen würde, allein zugunsten von Akzeptanz. +Aber die Hoffnung aufzugeben, war gegen alles, woran wir glaubten. +Ja, bis zu diesem Punkt in der Geschichte, war es unmöglich, ein Heilmittel für Querschnittslähmung zu finden, aber die Geschichte ist voll von unmöglichen Dingen, die durch menschliches Streben möglich wurden. +Die Art von menschlichem Streben, die Anfang des letzten Jahrhunderts Forscher zum Nordpol führte. +Die Art menschlichen Strebens, die am Anfang dieses Jahrhunderts, Abenteurer zum Mars bringen wird. +Also fragten wir uns: "Warum sollte dasselbe Streben, nicht auch zu unseren Lebzeiten Querschnittslähmung heilen?" +SG: Wir glaubten wirklich, dass es das könnte. +Meine Recherche ergab, wir müssten Marks geschädigtes und inaktives Rückenmark an seine aufrecht stehende, laufende Form erinnern. Bei Ekso Bionics in San Francisco, fanden wir Ingenieure, die das Roboter-Exoskelett gebaut haben, das es Mark ermöglichen würde, im Labor zu stehen und zu gehen, das wir gerade in Dublin bauten. Mark war der erste mit einem eigenen Exoskelett. +Seitdem ist er mit dem Roboter über eine Million Schritte gelaufen. +Wir haben uns etwas zu früh gefreut, denn das war nicht genug, Der Roboter übernahm die ganze Arbeit. Also mussten wir Mark einstöpseln. +Wir vernetzten die Ingenieure in San Francisco mit einem echten Visionär an der University of California in LA, Dr. Reggie Edgerton, einem wundervollen Mann, und seinem Team dessen Lebenswerk zu einem wissenschaftlichen Durchbruch geführt hat. +Mit elektrischer Stimulation des Rückenmarks, waren einige Personen in der Lage zu stehen und so etwas Beweglichkeit und Sensorik zurückzugewinnen und wichtiger noch, manche ihrer inneren Körperfunktionen, die uns am Leben erhalten und das Leben lebenswert machen, konnten wiederhergestellt werden. +Wir denken, die elektrische Stimulation des Rückenmarks ist die erste sinnvolle Therapie für Querschnittsgelähmte. +Die Ingenieure in San Francisco und die Wissenschaftler der UCLA kannten sich natürlich und wussten von ihren Studien. +Aber wie so oft, wenn wir mit bahnbrechenden Forschungen beschäftigt sind, haben auch sie es nicht geschafft, sich zusammenzutun. +Das schien nun unsere Aufgabe zu sein. +Also starteten wir eine erste Zusammenarbeit. Und der Moment, als wir Marks Rückenmark elektrischen stimulierten, als er herumlief, in seinem Roboter-Exoskelett, war das wie der Moment, in dem Ironman seien Mini-Reaktor in seine Brust einsteckt. Plötzlich werden er und sein Anzug eins und damit zu etwas ganz anderem. +MP: Simone, mein Roboter und ich zogen für drei Monate ins Labor der UCLA. +Jeden Tag hefteten Reggie und sein Team Elektroden auf meine Haut, im unteren Bereich meines Rückens, und schickten Elektrizität in mein Rückenmark, um mein Nervensystem zu stimulieren, während ich in meinem Exo umherlief. +Zum ersten Mal seit meiner Lähmung konnte ich meine Beine wieder unter mir spüren. Nicht auf normale Weise — +Es fühlte sich nicht normal an, aber mit dem eingeschalteten Stimulator und in aufrechter Position im Exo fühlen sich meine Beine fest an. +Ich konnte mein Muskelfleisch auf den Knochen meiner Beine spüren. Während ich ging, konnte ich dank der Stimulation, meine gelähmten Beine aus eigenem Antrieb bewegen. +Sowie ich mehr machte, tat der Roboter auf intelligente Weise weniger. +Mein Herz schlug in einer normalen Frequenz im Trainingsbereich von 140 bis 160 Schlägen pro Minute. Und meine Muskeln, die fast ganz verschwunden waren, bauten sich wieder auf. +Während eines Standardtest, als ich flach auf meinem Rücken lag, schalteten die Wissenschaftler den Simulator aus, und nach zwölf Wochen, sechs Monaten und drei Jahren, nachdem ich aus dem Fenster gefallen und querschnittsgelähmt war, zog ich mein Knie zur Brust. +Mann: Okay, fang an, los, los, los, los. +Gut, gut, gut. +SG: Ja, weiter Mark, weiter so, weiter, weiter, weiter, toll! +SG: Gut gemacht! +MP: Wissen Sie, diese Woche habe ich zu Simone gesagt, wenn wir die Querschnittslähmung vergessen könnten, währen die letzten paar Jahre wirklich aufregend gewesen. +Wir können die Querschnittslähmung noch nicht ganz vergessen. +Wir sind eindeutig noch nicht am Ende, denn als wir die Pilotstudie verließen und zurück nach Dublin kamen, fuhr ich im Rollstuhl nach Hause. Ich bin immer noch querschnittsgelähmt und immer noch blind, und momentan konzentrieren wir uns auf die Lähmung, aber wo wir schon mal hier sind, fragen wir uns, ob nicht jemand ein Heilmittel für Blindheit hat, das würden wir auch gern mitnehmen. +Wenn Sie sich an den Blog erinnern, den ich erwähnte, ich fragte dort, wie wir reagieren sollten, optimistisch, realistisch oder ganz anders. +Ich denke, wir haben verstanden, dass sich Optimisten ganz auf ihre Hoffnung verlassen und dadurch Enttäuschung und Mutlosigkeit riskieren. +Die Realisten andererseits, akzeptieren die harten Fakten und sind trotzdem hoffnungsvoll. +Realisten schaffen es mit der Spannung zwischen Akzeptanz und Hoffen umzugehen, indem sie beides sehen. +Genau das haben Simone und ich in den letzten Jahren versucht. +Ich versuche, den Rollstuhl zu akzeptieren — es ist fast unmöglich, das nicht zu tun. +Wir trauern manchmal, um das, was wir verloren haben. +Ich akzeptiere, das ich und andere Rollstuhlfahrer, ein erfülltes Leben leben und leben können, trotz Nervenschmerzen, Spastiken, Infektionen und verkürzter Lebenszeit. +Ich weiß, das ist viel schwerer für jene, die vom Hals abwärts querschnittsgelähmt sind. +Für die, die Beatmungsgeräte brauchen und für die, die keinen Zugang zu ausreichender, kostenloser Gesundheitsversorgung haben. +Darum also hoffen wir auch noch auf ein anderes Leben. +Ein Leben, in dem wir durch Zusammenarbeit ein Heilmittel finden. +Ein Heilmittel, das wir aktiv an den Universitäten dieser Welt entwickeln und es mit allen teilen, die es brauchen. +SG: Ich traf Mark als er nur blind war. +Er bat mich, ihm tanzen beizubringen, und das tat ich. +Eines abends in seiner Wohnung, nach dem Tanzunterricht, als ich ihm und seinem großartigen Blindenhund Larry eine gute Nacht wünschte, und bevor ich ging alle Lichter ausmachte, wurde mir bewusst, dass ich ihn im Dunkeln zurücklasse. +Ich brach in Tränen aus und versuchte, es zu verstecken, aber er wusste Bescheid. +Er umarmte mich und sagte: "Oh, arme Simone. +Du bist zurück im Jahr 1998, als ich blind wurde. +Mach dir keine Sorgen, am Ende wird alles gut. " +Akzeptanz bedeutet zu wissen, dass Trauer ein reißender Fluss ist. +Und man muss hineingehen. +Denn wenn man das tut, trägt er einen zum nächsten Punkt. +Zuletzt bringt er einen zu neuen Ufern, irgendwohin, wo alles am Ende gut wird. +Es ist ein echte Liebesgeschichte, eine allumfassende, reichhaltige, zutiefst erfüllende Art der Liebe, für unsere Mitmenschen und alle, die an diesem Schöpfungsprozess beteiligt waren. Wissenschaft ist Liebe. Jeder auf diesem Gebiet, den wir getroffen haben, wollte seine Arbeit runter vom Prüfstand und hinein in den Alltag bringen. +Und es ist unsere Aufgabe, ihnen dabei zu helfen. +Denn wenn wir das tun, dann werden wir und alle, die mit uns Teil dieser Schöpfung sind, sagen können: "Wir haben es geschafft" Und dann tanzten wir. +SG: Danke schön. + + +talks, storytelling, gaming, design, media, entertainment, technology, culture, innovation, animation, art, creativity +David Cage +22919 +TED Talk Subtitles and Transcript: Hast du dir jemals gewünscht, du könntest die Handlung eines Films oder eines Romans ändern, um deinen Lieblingscharakter zu retten? Genau das macht der Spieledesigner David Cage in seinen Videospielen möglich. In diesen treffen die Spieler Entscheidungen, die eine unglaublich komplexe Handlung formen. In seinem Talk führt Cage eine Live-Demo seines neuen Projektes vor und lässt das Publikum über die Handlungen des Hauptcharakters bestimmen. Ihm zufolge hat das interaktive Storytelling das Potenzial, "zu dem zu werden, was das Kino für das 20. Jahrhundert war: eine Kunstform, die eine neue Ära einläutet", meint Cage. +David Cage: Wie Videospiele ihre Spieler zu Geschichtenerzählern machen +Unsere Art, Geschichten zu erzählen, hat sich naturgemäß verändert, seit Aristoteles vor etwa 2500 Jahren seine Regeln für das Schreiben von Tragödien aufstellte. +Ihm zufolge musste die Erzählkunst das Leben nachahmen und Gefühle in uns wachrufen. +Genau das hat sie, so wie wir sie kennen, seitdem sehr gut getan. +Aber einen Lebensbereich gibt es, den das Storytelling nie wirklich einfangen konnte, und zwar das Konzept der Wahl. +Entscheidungen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. +Wir definieren uns darüber, welche Entscheidungen wir treffen. +Manche unserer Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen und stellen unser Leben auf den Kopf. +Aber in einem Theaterstück, einem Roman oder einem Film trifft der Autor im Voraus alle Entscheidungen für die Charaktere. Wir, das Publikum, können nur passiv mitverfolgen, welche Folgen seine Entscheidungen haben. +Mich als Geschichtenerzähler hat schon immer die Vorstellung fasziniert, das Konzept der Wahl in fiktiven Geschichten nachzubilden. +Ich träumte davon, das Publikum in die Rolle der Hauptcharaktere zu versetzen, sie ihre eigenen Entscheidungen treffen und so ihre eigenen Geschichten erzählen zu lassen. +Die letzten 20 Jahre habe ich nach einem Weg gesucht, das zu erreichen. +Nun möchte ich Ihnen diese neue Art des Geschichtenerzählens vorstellen, eine Art, die auf Interaktivität basiert. +Ich sage nichts zur Theorie dahinter, denn das wäre wohl zu abstrakt und auch etwas langweilig. Ich dachte, wir nutzen die Gelegenheit doch lieber für ein kleines Experiment. +Ich möchte Sie, die TED-Teilnehmer, gerne dazu auffordern, Ihre eigenen Geschichten zu erzählen. +Deshalb spielen wir jetzt eine interaktive Szene miteinander durch. +Ich habe Vicky — hallo, Vicky — darum gebeten, unseren Spielercharakter zu steuern. +Und Ihre Rolle, liebes Publikum, wird sein, zu entscheiden, was passieren soll. +Vicky und ich wissen nicht, was passieren wird, denn das ist einzig und allein von Ihren Entscheidungen abhängig. +Diese Szene stammt aus unserem nächsten Spiel, "Detroit: Become Human". Es spielt in der nahen Zukunft, in der technologische Errungenschaften Androide hervorgebracht haben, die wie Menschen aussehen. +Wir stecken in den Schuhen dieses Charakters, Conner: ein Android, der echt coole Dinge mit Münzen machen kann. +Auf seiner Brust befindet sich ein blaues Dreieck, wie bei allen Androiden. Jetzt lenkt Vicky diesen Charakter. +Sie kann umherlaufen, dahin gehen, wo sie will, sich umschauen und mit ihrer Umgebung interagieren. +Durch Entscheidungen erzählt sie ihre Geschichte. +Hier kommt auch schon unsere erste: Da liegt ein Fisch auf dem Boden. +Sollen wir ihn retten oder ihn dort liegen lassen? +Beachten Sie das Zeitlimit, wir müssen schnell handeln. +Was sollen wir tun? +Publikum: Ihn retten! +David Cage: Gut, retten wir ihn. DC: Na also. +Gut, unser Android mag also Tiere. Und weiter. Sie müssen wissen, es findet eine Geiselnahme statt. Frau: Bitte, bitte, retten Sie meine Kleine... Was... Sie schicken einen Androiden? +Polizist: Wir müssen jetzt gehen. +F: Das können Sie nicht machen! +DC: Ihr geht 's nicht gut. +Sie steht unter Schock, weil ein Android ihre Tochter zur Geisel genommen hat. +Wir können ihre Wohnung weiter durchsuchen, und wie wir sehen, stehen die SWAT-Einheiten bereit. +Aber zuerst müssen wir einen gewissen Captain Allen finden. +Wir können uns wie gehabt frei bewegen, Vicky steuert nach wie vor den Charakter. +Ich glaube, das da ist Captain Allen. +Er telefoniert gerade. Connor: Captain Allen? Ich heiße Connor. Ich bin der Android, den CyberLife geschickt hat. +Captain Allen: Er feuert auf alles, was sich bewegt, er hat schon zwei meiner Männer erschossen... Wir hätten leichtes Spiel, aber sie sind auf dem Balkon. +Wenn er fällt, fällt auch sie. +DC: Was sollen wir Captain Allen jetzt über den Abweichler fragen? +Name, Verhalten oder emotionaler Schock? C: Erlitt er kürzlich einen emotionalen Schock? +CA: Ich habe keine Ahnung. Ist das wichtig? C: Ich brauche Informationen für das beste Vorgehen. +DC: Noch eine Frage, vielleicht erfahren wir mehr. Wonach fragen wir? Publikum: Verhalten. C: Hat er sich zuvor schon einmal merkwürdig verhalten? +CA: Hör zu, das Kind zu retten, ist alles, was zählt. +DC: Aus dem ist nichts mehr rauszukriegen. +Wir müssen was tun. +Gehen wir mal zurück in die Eingangshalle... Moment, ich glaube, rechts von dir ist ein Raum, Vicky. +Vielleicht gibt 's da ja was Interessantes. +Ah, da ist ein Tablet. +Schauen wir uns das mal an. [Wische zum Interagieren über das Touchpad] Mädchen: Das ist Daniel, der coolste Android auf der Welt! +DC: Diese Szene kann sich auf viele Arten abspielen. +Je nach dem, wie man sich entscheidet, sind die Handlungen, Konsequenzen und Endresultate komplett unterschiedlich. +Jetzt haben Sie einen Eindruck, wie interaktives Schreiben funktioniert. +Bei linearen Handlungen muss man Zeit- und Raumbedingungen beachten, bei interaktiven Handlungen kommt das Kriterium der Wahl dazu. +Ich muss extrem komplexe Dialogbäume konstruieren, in denen jeder Zweig einen alternativen Handlungsablauf darstellt. +Ich muss genau darüber nachdenken, auf wie viele Arten sich eine Szene entfalten könnte. +Ich muss Tausende und Abertausende Variablen, Bedingungen und Möglichkeiten berücksichtigen. +Im Gegensatz zu einem Filmdrehbuch, das generell etwa 100 Seiten lang ist, füllen solche interaktiven Drehbücher daher oft 4000 bis 5000 Seiten. +Sie haben nun einen Eindruck davon, worum es bei dieser Tätigkeit geht, aber ich glaube, letztendlich ist diese Erfahrung sehr einzigartig. +Sie resultiert nämlich aus der Zusammenarbeit zwischen dem Autor, der diese Erzählstruktur kreiert, und dem Spieler, der seine eigenen Entscheidungen trifft. Dadurch wird er nicht nur zum Co-Autor, sondern auch zum Mitdarsteller und Co-Regisseur seiner eigenen Geschichte. +Interaktives Storytelling revolutioniert die Art, wie wir Geschichten erzählen. +Dank der Entstehung neuer Plattformen wie dem interaktiven Fernsehen, Virtual Reality und Videospielen könnte daraus eine neue Form der Unterhaltung und vielleicht sogar eine neue Kunstform entstehen. +Wir werden bestimmt in den kommenden Jahren immer mehr berührende und bedeutungsvolle interaktive Erlebnisse haben, die den Köpfen einer neuen Avantgarde entspringen. +Dieses Medium wartet nur auf seinen eigenen Orson Welles oder Stanley Kubrick, und ich zweifle nicht daran, dass dieser sich bald zeigen und als solcher anerkannt wird. +Interaktives Storytelling kann zu dem werden, was das Kino für das 20. Jahrhundert war: eine Kunstform, die eine neue Ära einläutet. +Vielen Dank. + + +talks, music, cello, performance art, performance, TED Fellows +Paul Rucker +24865 +TED Talk Subtitles and Transcript: Der multidisziplinäre Künstler und TED Fellow Paul Rucker hat seinen eigenen Cellostil entwickelt; er legt Essstäbchen zwischen die Saiten, nutzt das Instrument als eine Trommel und experimentiert mit Elektronik, wie dem Loop Pedal. Rucker erzählt uns von seiner Inspiration durch eine Mischung aus reflexivem Geschichtenerzählen und Performance -- und spielt definitiv nicht den üblichen Bach. +Paul Rucker: Wie meine Mutter meinen Zugang zum Cello inspirierte +Auf dem Flug hierher, wurde ich an meine Mutter erinnert. +Ich bin ein autodidaktischer Cellist, ich hatte nie Unterricht. +Ich habe Kontrabass gelernt, aber ich habe einfach angefangen, Cello zu spielen, weil ich es liebe. +Aber meine Mutter inspirierte mich. +Ich merkte nicht, dass sie mich inspirierte, weil sie ihren Musikabschluss durch einen Fernkurs erlangt hatte, an der US School of Music. +Während sie zwei Kinder großzog, erhielt sie pro Woche eine Lektion in der Post und übte. +Nach ein paar Jahren hatte sie eine Aufführung. +Ich werde diesen Monat 50 und ich habe so lange gebraucht, um zu verstehen, dass sie eine so große Inspiration für mich war. +Ich werde einfach weitermachen — ja, danke, Mama. +Abgesehen von einer wundervollen Musikerin ist sie eine der außergewöhnlichsten Personen, die ich kenne. +Ich möchte ein bisschen für meine Mutter spielen, und auch für Ihre Mütter. +(Musik endet) +Wissen Sie, wenn man ein Cello hört, denkt man meist an das. +(Spielt Bachs Suite 1 für Violoncello) +Das werden wir heute nicht tun. +(Lachen und Applaus) +Hey! +(Loop-Mitschnitte von Bühnensounds) + + +talks, entrepreneur, Africa, women in business, business, global issues, economics, global development, investment, future +Magatte Wade +25029 +TED Talk Subtitles and Transcript: Viele afrikanische Länder sind aus einem einfachen Grund arm, sagt Unternehmerin Magatte Wade: Regierungen haben viel zu viele Hindernisse geschaffen, um ein Unternehmen zu gründen und zu führen. In dieser leidenschaftlichen Rede erzählt Wade, wie sie die Herausforderung meistert, auf dem Kontinent Geschäfte zu machen und bietet selbst Lösungen -- und fordert Regierungen auf, selbst dazu beizutragen. +Magatte Wade: Warum es so schwierig ist, ein Geschäft in Afrika zu starten - und wie man es ändert +Was ich heute mit Ihnen teilen möchte, ist etwas, was mir passiert ist, vor etwa vier Wochen. +Mir wurden Dinge ins Gesicht gesagt, von denen ich nie gedacht hätte, sie je direkt von einem anderen Menschen zu hören. +Diese Worte brachen mir das Herz. +Und sie erfüllten mich gleichzeitig mit so viel Hoffnung. +Diese Erfahrung bestärkte mich, für die Idee einzustehen, die ich heute mit Ihnen teilen möchte. +Wissen Sie, ich erzähle jedem, dass ich eine Verfolgte bin. +Was mich verfolgt, sind die unmöglichen Geschichten. Geschichte um Geschichte um Geschichte, von jungen Menschen, meinen Menschen, Menschen wie ich, die gerade draußen auf dem Meer ertrinken, auf dem Meeresgrund liegen, und als Fischfutter dienen. +Glauben Sie, das ist das Beste, was wir tun können? Als Fischfutter dienen? +Und diejenigen, die versuchen, nach Europa auszuwandern, denn darum geht das alles, sie wollen nach Europa, um einen Job zu finden. Dafür gehen sie durch Libyen. Wissen Sie, was uns passiert, wenn wir Libyen durchqueren und dort gefasst werden? +Nun, wir werden als Sklaven verkauft. +Für 300 Dollar, vielleicht manchmal 500 Dollar. +Manchmal höre ich Geschichten von Leichen, die aus einem Flugzeug fallen. +Jemand versteckte sich im Fahrwerk eines Flugzeuges, oder im Frachtraum, um dann erfroren aufgefunden zu werden. +Würden Sie nicht heimgesucht werden, wenn Sie, wie ich, von Kindesalter an, diese sich immer wiederholenden Geschichten hören würden, immer und immer wieder? +Würde dies Sie nicht verfolgen? Mich schon. +Während mein Volk stirbt, stirbt auch meine Kultur. +Ich sage es Ihnen. +Wissen Sie, wir haben ein kulturelles Minderwertigkeitsgefühl was heißt, dass nichts, was von uns kommt, gut genug ist. +Aber wissen Sie, in meiner Situation, und weil ich lernte, durch Erschaffen zu kritisieren, ist es Michelangelos. +Mein Vater sagte: "Komm 'mir nicht mit Problemen an, bis du keine Alternativen parat hast. +Sie müssen nicht richtig sein, ich will nur wissen, dass du nachgedacht hast. " +Ich habe also die Lebenseinstellung — es gibt ein Problem, finde eine Lösung. +Daher fing ich mit meinen Geschäften an, und vertreibe Endprodukte, die das Allerbeste meiner afrikanischen Kultur enthalten. +Meine Produkte sind verpackt, zeitgerecht und qualitativ sehr hochwertig, und ich vertreibe sie auf einem der anspruchsvollsten Märkte weltweit, den USA. +Meine erste Firma vertrieb Getränke, die zweite Hautpflegeprodukte, die dritte wird nächsten Monat eingeführt, und sie alle haben das Eine gemeinsam. +Warum also gehen diese Menschen? +Sie gehen, weil sie keine Arbeit haben. +Sie gehen, weil es dort, wo sie sind, keine Arbeit gibt. +Also... Armut, die sie wirklich hart trifft, ist die Grundursache, warum sie gehen. +Nun, warum ist man also arm? +Man ist arm, weil man kein Geld hat. +Man hat kein Geld, wenn man keine Einnahmequelle hat. +Was ist für die meisten eine Einnahmequelle? +Was ist für die meisten eine Einnahmequelle? Was? Sagen Sie es! Arbeitplätze, danke. Woher kommen Arbeitsplätze? Woher? Unternehmen, danke. +Wenn Arbeit also Armut bekämpft, und Arbeit von Firmen geschaffen wird, glauben Sie nicht — dass Jobs besonders durch kleine und mittlere Unternehmen geschaffen werden? Denken Sie nie daran, dass wir es kleinen Unternehmern erleichtern sollten, ihr Unternehmen zu gründen und zu führen? +Denken Sie nicht, das macht Sinn? +Warum sehe ich dann im Doing Business Index Ranking der Weltbank, die jedes Land weltweit darüber bewertet, wie einfach oder schwierig es ist, ein Unternehmen zu gründen, sagen Sie mir, warum afrikanische Länder, und zwar alle 50, ganz unten auf dieser Liste stehen? +Darum sind wir arm. +Wir sind arm, weil es buchstäblich unmöglich ist, in unserem Ländern Geschäfte zu machen. +Aber ich werde Ihnen genau verraten, was das konkret heißt, für jemanden wie mich. +Ich habe eine Produktionsstätte in Senegal. +Wussten Sie, dass ich für alle Rohstoffe, die es in meinem Land nicht gibt, 45 Prozent Zollgebühren zahlen muss für alles, was importiert wird? 45 Prozent Zollgebühren. Wissen Sie, dass ich nicht einmal Feinkartonagen finde, um meine Endprodukte in die USA zu senden? Dass ich keine neuen, fertigen Kartons finde? Unmöglich. Weil die Vertreiber nicht hierher kommen, um ihr Geschäft zu gründen, weil das auch keinen Sinn macht. +Jetzt brauche ich also Kartonage im Wert von 3000 Dollars in meinem Lager, um Kartons zu haben, und diese kommen erst in 5 Wochen an. +Uns werden mit den unsinnigsten Gesetzen da draußen die Hände gebunden. +Darum können wir keine Geschäfte führen. +Wir treten auf der Stelle. +Was können wir also dagegen tun? +Wie vorhin erzählt, sagte mir jemand etwas, das mich sehr getroffen hat, denn ich erklärte meinen Angestellten in Senegal dieselbe Sache. +Eine von Ihnen fing an zu weinen — sie heißt Yahara. Sie begann zu weinen. Ich fragte: "Warum weinst du?" Sie sagte: "Ich weine, weil ich zu dem Schluss gekommen war — wir werden immer als arme Leute dargestellt — ich war zu dem Schluss gekommen, dass wir vielleicht minderwertig sind. +Denn, wie erklärt man sonst, dass wir immer um alles betteln müssen? Das brach mir das Herz. +Aber als sie das sagte, weil ich ihr erklärt hatte, was ich Ihnen erklärt habe, sagte sie: "Aber jetzt weiß ich, dass es nicht an mir liegt. +Das Umfeld, in dem ich lebe, ist das Problem. Ich sagte: "Ja." Und das gab mir Hoffnung — dass Menschen, sobald sie das verstehen, ihre Sicht aufs Leben ändern. +Was sind also unsere Lösungen dafür? +Wenn Arbeit eine Lösung ist, denken Sie dann nicht, dass wir das Geschäftsumfeld in all diesen Ländern vereinfachen sollten? +Denken Sie das nicht? +Und zusammen mit Ihnen möchte ich alle Ihre Freunde aus diesen 50 Ländern bitten, die ganz unten auf dieser Liste stehen, dasselbe zu tun. +Sie tun das, wir übernehmen den Rest. +Ich übernehme meinen Teil des Spiels, was tun Sie? +Was tun Sie? +Was tun Sie? +Für Sie, für jeden in diesem Raum, habe ich zwei Anordnungen. +Machen Sie mit, und das tun Sie, indem Sie sich informieren, ein Bewusstsein um sich schaffen, und setzen Sie sich auch für e-Government-Lösungen ein. +Er sagte, "Oh, Korruption, wie bekämpfen wir Korruption?" Nun, ich bin hier, um Ihnen zu zeigen, dass das ganz einfach und schnell geht. +Man braucht niemanden, der einem sagt, wann und wie man das tun soll. +Es ist nur eine Sache, bei der man nicht auf andere warten muss, also tun Sie es. +Und wenn nicht, dann tun Sie nicht so, als täten Sie etwas gegen Korruption. +Sie und Ihre 50 Freunde aus den 50 anderen Ländern, die ganz unten auf der Liste stehen. +So bekämpft man Korruption. +Wenn ich nur 5 Prozent bezahlen müsste, um Dinge zu importieren, meine Rohstoffe, statt 45 Prozent, denken Sie wirklich, dass ich Leute bestechen müsste? Dadurch entsteht Korruption. Schlechte Gesetze, viele schreckliche, unsinnige Gesetze. +Sie wollen Korruption bekämpfen? Genau das tun Sie. +Und denken Sie daran, Sie müssen auf niemanden warten. +Sie können das alleine tun. +Außer Sie sagen mir, dass es Ihnen an Souveränität fehlt, aber das ist ein ganz anderes Problem. +Okay, von hier an habe ich einfache Worte für unsere "Regierung". Das kann auf zwei Arten gehen. +Es kann auf die böse Art gehen, denn es gibt hunderte Millionen junger Leute, die sich gerade in Bewegung setzen, und wenn sie keine Perspektive im Leben haben, wird es eine Revolution geben. +Sie werden Gewalt anwenden. +Und niemand von uns will das. +Niemand, niemand von uns. +Das ist die erste Art. +Die zweite ist, alles verläuft friedlich, produktiv, und alles ist gut, und Sie tun, was Sie zu tun haben, Sie lassen mir freie Bahn und Leute wie mich unseren Job machen, wir schaffen alle nötigen Arbeitsplätze und dann wird Afrika zu diesem sehr wohlhabenden Land, das es eigentlich schon lange sein sollte. +So geht das, jeder ist glücklich, wir leben unser Leben weiter. +Es kann auf zwei Arten gehen — auf die gewaltsame, oder auf die ruhige, produktive Art. Ich will die ruhige, produktive Art. Niemand von uns sollte je auch nur versuchen sich vorzustellen, was passiert, wenn wir das nicht schaffen. Also, bitte. Und die Zeit ist da. +Dieses Bild — Wohlstand, Freude, menschliches Aufblühen — habe ich, wenn wir unseren Job machen. +Danke. +Danke. + + +talks, science, electricity, invention, history, technology, curiosity, TEDx, physics, discovery, society +Suzie Sheehy +27219 +TED Talk Subtitles and Transcript: Scheinbar sinnlose wissenschaftliche Forschung kann zu außergewöhnlichen Entdeckungen führen, sagt Physikerin Suzie Sheehy. Mit ihrem Vortrag und einigen technischen Experimenten demonstriert sie uns, wie viele unserer modernen Technologien auf jahrhundertealte Experimente zurückgehen, die nur auf Neugier basierten. Damit hält sie ein Plädoyer dafür, dass wir mehr investieren müssen, um die Welt besser zu verstehen. +Suzie Sheehy: Ein Plädoyer für Neugier getriebene Forschung +Im späten 19. Jahrhundert versuchten Wissenschaftler ein Rätsel zu lösen. +Wenn Sie eine Vakuumröhre wie diese unter Hochspannung setzten, passierte etwas Merkwürdiges. +Sie nannten sie Kathodenstrahlen. +Aber die Frage war: woraus bestehen sie? +J.J. Thompson, ein englischer Physiker des 19. Jahrhunderts, führte mit Magneten und Elektrizität Experimente wie diese durch. +Und er entdeckte etwas Unglaubliches. +Diese Strahlen bestanden aus negativ geladenen Teilchen, die etwa 2.000 mal leichter waren als ein Wasserstoffatom, das kleinste damals bekannte Teilchen. +Damit hatte Thompson das erste subatomare Teilchen entdeckt, das wir heute Elektron nennen. +Nun damals erschien das wie eine komplett unnütze Entdeckung. +Damit meine ich, dass Thompson keine Anwendungen für Elektronen sah. +Auf sein Labor in Cambridge brachte er gerne folgenden Trinkspruch aus: "Auf das Elektron. +Möge es nie Jemandem von Nutzen sein. " +Er war ein großer Verfechter davon, Forschung aus reiner Neugier zu betreiben, um damit zu einem tieferen Verständis der Welt zu gelangen. +Und was er entdeckte, löste eine wissenschaftliche Revolution aus. +Aber es brachte auch einen unerwarteten technologischen Fortschritt. +Heute möchte ich ein Plädoyer halten für Forschung, die auf Neugier basiert, denn ohne sie, wäre keine der Technologien, über die ich heute rede, überhaupt möglich. +Thompsons Entdeckung hat wirklich unsere Sicht auf die Welt verändert. +Ich denke, ich stehe hier auf einer Bühne, und Sie denken, Sie sitzen in einem Sitz. +Aber das sind nur die Elektronen in Ihrem Körper, die gegen die Elektronen in Ihrem Sitz drücken, und sich der Schwerkraft entgegensetzten. +Sie berühren nicht einmal wirklich den Sitz. +Sie schweben in der Tat immer ganz leicht darüber. +In vieler Hinsicht basiert unsere moderne Gesellschaft auf dieser Entdeckung. +Diese Bildröhren waren der Beginn aller Elektronik. +Und dann für viele Jahre, hatten die meisten von uns sogar eine im Wohnzimmer, als Bestandteil von Bildröhrenfernsehern. +Aber wie jämmerlich wäre unser Leben, wenn Fernseher das einzige Produkt dieser Entdeckung geblieben wären. +Glücklicherweise war die Bildröhre nur der Beginn, denn es passiert noch etwas anderes, wenn Elektronen hier auf das Metall in der Röhre auftreffen. +Ich zeige es Ihnen. +Das erst wieder Einschalten. +Wenn die Elektronen also plötzlich im Metall abbremsen, wird ihre Energie freigesetzt als hochenergetische Strahlung, sogenannte Röntgenstrahlen. +Innerhalb von 15 Jahren nach Entdeckung des Elektrons wurden Röntgenstrahlen zum Blick in das Körperinnere verwendet, was Chirurgen half, das Leben von Soldaten zu retten, denn sie konnten nun Projektil- und Schrapnell-Splitter im Körper auffinden. +Wir hätten diese Technologie niemals gefunden, wenn wir nur nach neuen chirurgischen Instrumenten geforscht hätten. +Allein eine Forschung getrieben von Neugier und ohne Nutzen im Sinn, erlaubte uns die Entdeckung des Elektrons und der Röntgenstrahlen. +Diese Röhre hat uns auch die Türen zum Verständis unseres Universums geöffnet und die Teilchenphysik begründet, denn dies ist auch der erste, sehr einfache Teilchenbeschleuniger. +Ich selbst bin Beschleunigerphysikerin und entwickle Teilchenbeschleuniger, und ich erforsche das Verhalten von Strahlen. +Mein Fachgebiet ist etwas anders, da es von Neugier getriebene Forschung und Technologie mit praktischen Anwendungen vereint. +Es ist die Kombination dieser beiden Aspekte, die mich an meiner Arbeit wirklich begeistert. +In den letzten 100 Jahren gab es zu viele Beispiele, um sie alle aufzulisten. +Darum nenne ich nur einige Ausgewählte. +1928 fand der Physiker Paul Dirac etwas Ungewöhnliches in seinen Gleichungen. +Allein auf seinem mathematischen Verständnis basierend, sagte er voraus, dass eine zweite Form von Materie existieren müsste, das Gegenstück zu normaler Materie, und beide sollten sich bei Kontakt gegenseitig auslöschen: Antimaterie. +Das hörte sich zunächst unvorstellbar an. +Aber vier Jahre später war sie gefunden. +Heute nutzen wir sie täglich in Krankenhäusern zum Finden von Krankheiten mit Positronen- Emissions-Tomographie, oder PET-Scans. +Oder die Röntgenstrahlen. Wenn wir die Energie dieser Elektronen erhöhen, in etwa um das Tausendfache im Vergleich zu dieser Röhre, dann würden die entstehenden Röntgenstrahlen genug ionisierende Strahlung liefern, um menschliche Zellen zu zerstören. +Und wenn wir Form und Richtung dieser Röntgenstrahlen lenken können, ermöglicht uns das etwas Großartiges: Die Behandlung von Krebs ohne Medikamente oder Operation durch Strahlentherapie. +In Australien und Großbritannien wird etwa die Hälfte aller Krebspatienten mit Strahlentherapie behandelt. +Damit sind Elektronenbeschleuniger tatsächlich Standardausstattung in den meisten Kliniken. +Oder schauen wir doch mal in Ihr Zuhause: Sie haben ein Smartphone oder einen Computer — und da wir hier bei TEDx sind, haben Sie vermutlich beides dabei, oder? +Nun, in diesen Geräten sitzen Prozessoren, hergestellt durch den Einbau einzelner Ionen in Silikon. +Dieses Verfahren heißt Ionen-Implantation und basiert auf einem Teilchenbeschleuniger. +Allerdings würde ohne Forschung aus Neugier keines dieser Dinge überhaupt existieren. +Über die Jahre haben wir gelernt, dass Innere des Atoms zu erforschen. +Und dafür mussten wir lernen, wie man Teilchenbeschleiniger baut. +Die ersten Geräte ermöglichten uns, das Atom zu spalten. +Und dann mit immer höherer Energie kamen kreisförmige Beschleuniger, die uns Zugang zum Atomkern ermöglichten, und uns dann sogar erlaubten, neue Elemente zu erschaffen. +Ab diesem Punkt erforschten wir nicht mehr nur das Atominnere. +Wir hatten gelernt, diese Partikel zu kontrollieren. +Wir hatten gelernt mit unserer Welt zu interagieren auf einer Ebene, die so winzig ist, das wir Menschen sie weder sehen, anfassen oder wahrnehmen können. +Dann bauten wir immer größere Beschleuniger, aus Neugier über die Beschaffenheit des Universums. +Als wir dann immer tiefer bohrten, fanden wir immer neue Teilchen. +Jetzt haben wir diese riesigen, ringförmigen Maschinen, die zwei entgegengesetzte Teilchenstrahlen nehmen, sie auf etwa Haaresbreite komprimieren und dann miteinander kollidieren. +Und auf Basis von Einsteins' s E = mc2 kann die frei werdende Energie, in neue Materie umgewandelt werden, neue Teilchen, die wir dem Stoff, der unser Universum bildet, entreißen. +Heute gibt es etwa 35.000 Teilchenbeschleuniger weltweit, ohne Fernseher mitzuzählen. +In jeder dieser unglaublichen Maschinen, finden sich Hunderte und Milliarden winziger Teilchen, die Tanzen und Wirbeln in Systemen, die weitaus komplexer sind als die Geburt von Galaxien. +Mir fehlen die Worte zu beschreiben, wie fantastisch es ist, dass wir dazu in der Lage sind. +Ich möchte sie heute dazu ermutigen, ihre Zeit und Energie in Menschen zu investieren, die aus Neugier forschen. +Es war Jonathan Swift, der einst sagte: "Vorstellungskraft ist die Fähigkeit, das Unsichtbare zu sehen." Und genau das hat J.J. Thompson vor über 100 Jahren getan, als er den Schleier von der subatomaren Welt lüftete. +Wir müssen jetzt in Forschung investieren, die von Neugier getrieben ist, denn wir haben so viele Probleme zu lösen. +Und wir brauchen Geduld. Wir müssen Wissenschaftlern die Zeit, den Freiraum und die Mittel geben, ihre Suche fortzusetzen, denn die Geschichte lehrt uns, wenn wir neugierig und offen bleiben können, in Bezug auf die Ergebnisse unserer Forschung, werden unsere Entdeckungen umso mehr die Welt verändern. +Vielen Dank. + + +