{ "language": "en", "title": "Berakhot", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "ברכות", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Zeraim" ], "text": [ [], [], [ "iVON WANN AN LIEST MAN DAS ŠEMA͑1Das Šema͑ (dh. höre, Anfangswort des Verses), das morgens und abends gelesen wird, besteht aus drei aus verschiedenen Stellen des Pentateuchs (Dt. 6,4–10; ib. 11,13–22; Num. 15,37–41) zusammengestellten Abschnitten. AMBEND? – VON DER STUNDE AN, DA DIE PRIESTERN2Unrein gewordene Priester, die, nachdem sie gebadet, den völligen Sonnenuntergang abwarten müssen und erst dann ins Heiligtum treten und von der Hebe essen dürfen. Cf. Lev. 22,4–7. EINTRETEN, VON IHRER HEBE3Die priesterl. Abgaben von Baum- und Feldfrüchten. Cf. Num. 18,8. ZU ESSEN, BIS ZUM SCHLUSS DER ERSTEN NACHTWACHE4Die Nacht wird in drei Wachen geteilt; hierüber weiter Fol. 3a.SO R.5Dh. Rabbi, Ehrentitel der Gelehrten vor Abschluß der Mišna, bezw. Rabh, dass. nach Einholung der Approbation, entspricht ungefähr unserem Doktor oder Magister. ELIE͑ZER.", "DIE WEISEN6Mišnalehrer (Tannaím); unter dieser Bezeichnung oft auch eine Person gemeint. SAGEN, BIS MITTERNACHT;", "R. GAMLIÉL SAGT, BIS DIE MORGENRÖTE AUFSTEIGT.", "EINST KAMEN SEINE SÖHNE VOM GASTMAHL UND SPRACHEN ZU IHM: WIR HABEN [NOCH] DAS ŠEMA͑ NICHT GELESEN. DA SPRACH ER ZU IHNEN: IST DIE MORGENRÖTE NOCH NICHT AUFGESTIEGEN, SO SEID IHR ZU LESEN VERPFLICHTET. UND NICHT NUR DIESBEZÜGLICH SAGTEN SIE DIES7Die Weisen; daß das Gebot bis Mitternacht reicht., SONDERN VON ALLEM, WORÜBER DIE WEISEN SAGTEN, [ES HABE ZEIT] BIS MITTERNACHT, GILT DAS GEBOT, BIS DIE MORGENRÖTE AUFSTEIGT.", "DAS GEBOT DER AUFRAUCHERUNG DES FETTES UND DER GLIEDERN8Des Opfers; cf. Lev. 6,5. REICHT, BIS DIE MORGENRÖTE AUFSTEIGT, UND DAS GEBOT DESSEN, WAS AN EINEM TAGE9ZBs. Opferteile; Lev. 7,15. GEGESSEN WERDEN SOLL, REICHT, BIS DIE MORGENRÖTE AUFSTEIGT. WARUM SAGTEN DIE WEISEN, WENN DEM SO IST: BIS MITTERNACHT? UM DEN MENSCHEN VON DER ÜBERTRETUNG FERNZUHALTEN.", "GEMARA10Etym. Lehre (syn. mit Talmud) od. Ergänzung (sc. zur Mišna). Auslegung der Mišna beim Vortrag und der Debatte im Lehrhause.. Worauf bezieht sich der Tanna11Autor einer Lehre in der Mišna od. der Barajtha., daß er lehrt: von wann an?", "Ferner, warum lehrt er zuerst: am Abend, er sollte doch zuerst vom Morgen lehren? –", "Der Tanna bezieht sich auf den Schriftvers. Es heißt: 12Dt. 6,7.bei deinem Schlafengehen und bei deinem Aufstehen; darauf bezugnehmend lehrt er: wann [beginnt] die Zeit des Šema͑lesens beim Schlafengehen? – von der Stunde an, da die Priester eintreten, von ihrer Hebe zu essen.", "Wenn du willst, sage ich: er lernte dies13Zuerst den Abend zu nennen.von der Weltschöpfung, denn so heißt es:14Gen. 1,5.es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag. –", "Demnach sollte er doch am Schlusse15In der folgenden Mišna auf Fol. 11a., wo er lehrt: am Morgen spreche man zwei Segenssprüche vorher und einen nachher16Vor und nach dem Šema͑.; am Abend spreche man zwei vorher und zwei nachher, [ebenfalls] vom Abend zuerst lehren? –", "Der Tanna beginnt mit dem Abend und lehrt nachher über den Morgen, und da er vom Morgen spricht, erklärt er die Angelegenheiten des Morgens, und nachher erst erklärt er die Angelegenheiten des Abends.", "Der Meister sagte: Von der Stunde an, da die Priester eintreten, von ihrer Hebe zu essen. Merke, die Priester essen ja die Hebe von der Stunde an, da Sterne hervortreten, so sollte er doch lehren: von der Stunde an, da Sterne hervortreten!? –", "Nebenbei lehrt er ein Zweites, daß nämlich die Priester von der Hebe essen von der Stunde an, da Sterne hervortreten, und damit lehrt er uns, daß die Sühne17Erklärendes folgt.nicht hindernd sei. So wird auch gelehrt:18Lev. 22,7.und wenn die Sonne untergegangen, so ist er rein, nur sein Sonnenuntergang hindert ihn, von der Hebe zu essen, nicht aber hindert ihn seine Sühne19Wenn er sein verpflichtetes Sühnopfer nicht dargebracht., von der Hebe zu essen. –", "Woher aber, daß [die Worte]: wenn die Sonne untergegangen, auf den [völligen] Untergang der Sonne20Mit dem Hervortreten der Sterne.und [die Worte]: so ist er rein, auf das Reinsein das Tages21Von jeglichem Tageslicht. hinweist," ], [ "vielleicht ist hier das Schwinden des Sonnenlichtes22Dh. der Sonnenuntergang.und (was heißt: er ist rein?) das Rein werden der Person zu verstehen?", "Rabba b.23Bar od. ben, Sohn.R. Šila erwiderte: Demnach hätte die Schrift sagen sollen: er soll rein werden; unter: er ist rein [verstehe man] das Reinsein des Tages. So spricht auch das Volk: die Sonne ist untergegangen, der Tag ist gesäubert.", "Im Westen24Palästina, weil westlich von Babylonien.hatten sie von der Erklärung des Rabba b. R. Šila nicht gehört und stellten folgende Frage: Wenn die Sonne untergegangen; ist hier der [völlige] Untergang der Sonne und (was heißt: er ist rein?) das Reinsein des Tages, oder aber das Schwinden des Sonnenlichtes und (was heißt: er ist rein?) das Rein werden der Person zu verstehen?", "Sie entschieden dies nachher aus einer Barajtha25Etym. Apokryphes; Bezeichnung der Lehren, die in den Mišnakanon nicht aufgenommen worden sind.. Eine Barajtha lehrt: Ein Zeichen dafür26Wann die Priester ihre Hebe essen.ist das Hervortreten der Sterne. Schließe daraus, daß hier der [völlige] Untergang der Sonne und (was heißt: er ist rein?) das Reinsein des Tages zu verstehen ist.", "Der Meister sagte: Von der Stunde an, da die Priester eintreten, von ihrer Hebe zu essen. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Von wann an liest man das Šema͑ am Abend? – von der Stunde an, da der Arme eintritt, sein Brot mit Salz zu essen, bis zur Stunde, da er aufsteht, sich von seiner Mahlzeit zu entfernen.", "Der Schlußsatz widerspricht entschieden unserer Mišna; ist aber anzunehmen, daß auch der Anfangssatz unserer Mišna widerspricht? –", "Nein, der Arme und der Priester haben eine Zeit.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Von wann an beginnt man das Šema͑ am Abend zu lesen? – von der Stunde an, da die Leute an den Vorabenden27Da alles vorrätig ist, wird früh gespeist.der Šabbathe eintreten, ihr Brot zu essen – so R. Meír. Die Weisen sagen, von der Stunde an, da die Priester berechtigt sind, von ihrer Hebe zu essen. Ein Zeichen dafür ist das Hervortreten der Sterne. Und obgleich es hierfür keinen Beweis gibt, so gibt es doch eine Andeutung, denn es heißt:28Neh. 4,15.wir arbeiteten bei dem Werke, und ihre Hälfte hielten die Lanzen vom Anfang der Morgenröte bis zum Hervortreten der Sterne. Ferner heißt es:29Ib. 4,16.es war uns die Nacht zur Wache und der Tag zur Arbeit. –", "Wozu das ‘ferner’? –", "Man könnte sagen, die Nacht beginne tatsächlich mit dem Sonnenuntergang, nur hätten sie30Neḥemja und seine Leute.früh und spät gearbeitet, so heißt es: es war uns die Nacht zur Wache und der Tag zur Arbeit31In der zur Nacht gehörigen Zeit wurde also nicht gearbeitet..", "Er glaubte, der Arme und die [gewöhnlichen] Menschen haben32Zum Abendessen; letztere am Vorabend der Šabbathe.eine Zeit, und wenn man sagen wollte, auch der Arme und der Priester haben eine Zeit33Ersterer zum Abendessen, letzterer zur Berechtigung, von der Hebe zu essen., so wären ja die Weisen [derselben Ansicht wie] R. Meír!?", "Vielmehr schließe man hieraus, daß die Zeitangabe des Armen eine andere ist, als die der Priester. – Nein, der Arme und der Priester haben eine Zeit, nicht aber haben der Arme und die [gewöhnlichen] Menschen eine Zeit. –", "Haben etwa der Arme und der Priester eine Zeit, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Von wann an beginnt man das Šema͑ am Abend zu lesen? – von der Stunde an, da der Tag an den Vorabenden der Šabbathe heilig wird – so R. Elie͑zer. R. Jehošua͑ sagt, von der Stunde an, da die Priester rein sind, von ihrer Hebe zu essen. R. Meír sagt, von der Stunde an, da die Priester untertauchen, um von ihrer Hebe zu essen. R. Jehuda sprach zu ihm34Zu R. Meír.: Die Priester tauchen ja noch am Tage unter35So früh soll das Šema͑ doch nicht gelesen werden.!? R. Ḥanina sagt, von der Stunde an, da der Arme eintritt, sein Brot und Salz zu essen. R. Aḥaj, nach anderen R. Aḥa, sagt, von der Stunde an, da die meisten Menschen zur Mahlzeit eintreten.", "Wenn du sagen wolltest, der Arme und der Priester haben eine Zeit, so wäre ja R. Ḥanina [derselben Ansicht wie] R. Jehošua͑!?", "Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß die Zeitangabe des Armen eine andere ist, als die der Priester. Schließe hieraus. –", "Welche von ihnen36Von den beiden Zeitpunkten.ist später? – Es ist anzunehmen, daß die des Armen später ist; wollte man sagen, die des Armen sei früher, so wäre ja R. Ḥanina [derselben Ansicht wie] R. Elie͑zer!? Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß die des Armen später ist. Schließe hieraus.", "Der Meister sagte: R. Jehuda sprach zu ihm: Die Priester tauchen ja noch am Tage unter!?", "Zutreffend entgegnete ja R. Jehuda dem R. Meír!? –", "R. Meír erwiderte ihm folgendes: Du glaubst wohl, ich meine deine37Deine Definition der Abenddämmerung. Dämmerung, ich meine die Dämmerung R. Joses, denn R. Jose sagt, die Dämmerung währe einen Augenblick: diese kommt und jener38Die Nacht bezw. der Tag.geht, es ist nicht möglich, es auseinander zu halten. –" ], [ "R. Meír befindet sich ja in einem Widerspruch39Seine Ansicht über die Zeit des Šema͑lesens in der ersten Barajtha widerspricht seiner Ansicht in der zweiten Barajtha.!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Meírs.", "R. Elie͑zer befindet sich ja in einem Widerspruch40Seine Ansicht über die Zeit des Šema͑lesens in unserer Mišna widerspricht der in der Barajtha.!? –", "Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Elie͑zers. Wenn du willst, sage ich, der Anfangssatz41Unserer Mišna.ist nicht von R. Elie͑zer42Die Worte des R. Elie͑zer beziehen sich nur auf den zweiten Satz, bis wann das Šema͑ gelesen wird..", "BIS ZUM SCHLUSS DER ERSTEN NACHTWACHE.", "Welcher Ansicht ist R. Elie͑zer, ist er der Ansicht, die Nacht sei [in] drei Nachtwachen [geteilt], so sollte er ja sagen: bis vier Stunden, und ist er der Ansicht, die Nacht sei [in] vier Nachtwachen [geteilt], so sollte er sagen: bis drei Stunden!? –", "Tatsächlich ist er der Ansicht, die Nacht sei [in] drei Nachtwachen [geteilt], aber er lehrt uns folgendes: es gibt Nachtwachen im Himmel, und Nachtwachen auf Erden. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die Nacht ist [in] drei Nachtwachen [geteilt]; an jeder Nachtwache sitzt der Heilige, gepriesen sei er, und brüllt wie ein Löwe, wie es heißt:43Jer. 25,30.der Herr brüllt von der Höhe, und aus der Wohnung seines Heiligtums gibt er seine Stimme, brüllen brüllt er wegen seines Wohnortes44Die dreimalige Wiederholung des Wortes ‘brüllen’ weist auf drei Nachtwachen hin..", "Ein Merkzeichen: an der ersten Nachtwache schreit der Esel, an der zweiten heulen die Hunde, an der dritten saugt [bereits] der Säugling von der Brust seiner Mutter und plaudert die Frau mit ihrem Manne. –", "Was meint R. Elie͑zer: meint er den Beginn der Nachtwachen, wozu ein Zeichen für die erste Nachtwache, es ist ja Abend, und meint er den Schluß der Nachtwachen, wozu ein Zeichen für das Ende der letzten Nachtwache, es ist ja Tag!? –", "Vielmehr, er meint den Schluß der ersten, den Beginn der letzten und die Mitte der mittelsten Nachtwache. Wenn du aber willst, sage ich: er meint den Schluß aller Nachtwachen, und wenn du einwendest, die letzte [zu bezeichnen] sei nicht nötig, dies sei ohne Belang, –", "wegen des Lesens des Šema͑ für den, der in einem dunklen Zimmer schläft und die Zeit des Šema͑lesens nicht kennt; sobald die Frau mit ihrem Manne plaudert, und der Säugling von der Brust seiner Mutter saugt, stehe er auf und lese.", "R. Jiçḥaq b. Šemuél sagte im Namen Rabhs: Die Nacht ist [in] drei Nachtwachen [geteilt]; an jeder Nachtwache sitzt der Heilige, gepriesen sei er, und brüllt wie ein Löwe, indem er spricht: Wehe, daß ich mein Haus zerstört, meinen Tempel verbrannt und meine Kinder unter die Völker verbannt habe.", "Es wird gelehrt: R. Jose erzählte: Als ich einst auf Reisen war, trat ich in eine von den Ruinen Jerušalems ein, um zu beten. Da kam Elijahu43Elias, der Prophet., gesegneten Andenkens, und erwartete mich am Eingange; er verweilte, bis ich mein Gebet beendet hatte. Nachdem ich mein Gebet beendet halte, sprach er zu mir: Friede mit dir, mein Herr! Ich erwiderte ihm: Friede mit dir, mein Herr und Meister! Er sprach zu mir: Mein Sohn, wozu bist du in diese Ruine getreten? Ich erwiderte ihm: Um zu beten. Da sprach er zu mir: Du hättest ja auf der Straße beten können. Ich erwiderte ihm: Ich befürchtete, von den Vorübergehenden gestört zu werden. Darauf sprach er zu mir: Du hättest ja das kurze Gebet44Hierüber weit. Fol. 29a.verrichten können.", "In dieser Stunde lernte ich von ihm dreierlei: ich lernte, daß man keine Ruine betrete, ich lernte, daß man auf der Straße beten darf, und ich lernte, daß wer auf der Reise betet, das kurze Gebet verrichte.", "Er sprach ferner zu mir: Mein Sohn, was sprach die Stimme, die du in dieser Ruine gehört? Ich erwiderte: Ich hörte eine wie eine Taube girrende Hallstimme sprechen: Wehe, daß ich mein Haus zerstört, meinen Tempel verbrannt und meine Kinder unter die Völker verbannt habe. Da sprach er zu mir: Bei deinem Leben, beim Leben deines Hauptes: nicht allein an dieser Stunde spricht sie so, sondern dreimal täglich (spricht sie so). Und nicht das nur, auch zur Stunde, da die Jisraéliten in die Bet- und Lehrhäuser eintreten und rufen: Amen, gepriesen sei sein großer Name, schüttelt der Heilige, gepriesen sei er, sein Haupt und spricht: Heil dem König, den man in seinem Hause preist; wehe dem Vater, der seine Kinder vertrieben, und wehe den Kindern, die vom Tische ihres Vaters vertrieben wurden.", "Die Rabbanan lehrten: Aus drei Gründen betrete man keine Ruine: wegen Verdachtes45Daß man mit einem Weibe verbotenen Umgang pflege., wegen Einsturzes und wegen der Gespenster46Die sich nach dem Volksglauben im Orient in den Ruinen aufhalten.. «Wegen Verdachtes», es genügt ja [die Begründung:] wegen Einsturzes!? –" ], [ "Bei einer neuen47Dh. bei der man vor Einsturz nicht zu fürchten hat.. – E", "s genügt ja [die Begründung:] wegen der Gespenster!? –", "Wenn es zwei sind48Zwei Personen gegenüber sind die Gespenster machtlos.. – Bei zweien gibt es ja auch keinen Grund zum Verdacht49Eine Frau darf mit zwei Personen allein sein.!? – Bei zwei Zuchtlosen. –", "«Wegen Einsturzes», es genügt ja [die Begründung:] wegen Verdachtes und wegen der Gespenster!?–", "Bei zwei Züchtigen50Die weder vor Verdacht noch vor Gespenstern zu fürchten haben.. –", "«Wegen der Gespenster», es genügt ja [die Begründung:] wegen Verdachtes und wegen Einsturzes!? –", "Bei einer neuen Ruine und zwei Züchtigen51Die weder vor Verdacht noch vor Einsturz zu fürchten haben.. –", "Bei Zweien gibt es ja auch keine Gespenster!? –", "An ihrem Aufenthaltsorte befürchte man sie52Auch zwei Personen.. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich bei einer Person und einer neuen Ruine, wenn sie aber auf dem Felde steht; hier gibt es keinen Verdacht, da eine Frau sich im Felde nicht aufhält, wohl aber befürchte man Gespenster.", "Die Rabbanan lehrten: Vier Nachtwachen hat die Nacht – so Rabbi53R. Jehuda, ‘der Fürst’ od. ‘der Heilige’, Redactor der Mišna, wird par excellence ‘Rabbi’ genannt.;", "R. Nathan sagt, drei. Was ist der Grund R. Nathans? – Es heißt:54Jud. 7,19.da kam Gideo͑n und die hundert Mann, die mit ihm, an das Ende des Lagers zu Beginn der mitfeisten Nachtwache. Es wird gelehrt: Keine mittelste, wenn nicht eine vorher und eine nachher. –", "Und Rabbi55Wie erklärt er das W. ‘mittelste’?!? – ‘Mittelste’ heißt eine von den mittelsten (unter den mittelsten). –", "Und R. Nathan!? – Es heißt nicht die mittelste von den mittelsten, sondern: die mittelste. –", "Was ist der Grund Rabbis? – R. Zeriqa erwiderte im Namen R. Amis im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Ein Schriftvers lautet:56Ps. 119,62.Mitternachts stehe ich auf, dir für deine gerechten Urteile zu danken, ein anderer aber lautet:57Ps. 119,148.meine Augen kommen den Nachtwachen zuvor; dies kann nur dann sein, wenn die Nacht vier Nachtwachen hat58Nach letzterem Verse stand David auf, als noch Nachtwachen, also zwei folgen sollten; diese Zeit nennt er in ersterem Verse ‘Mitternacht’, wonach die ganze Nacht vier Nachtwachen hat.. –", "Und R. Nathan59Wie erklärt er die Pluralform ‘Nachtwachen’?!? – Er ist der Ansicht R. Jehošua͑s, denn wir haben gelernt: R. Jehošua͑ sagt, bis drei Stunden60Nach Sonnenaufgang liest man das Šema͑ am Morgen., denn Könige pflegen in der dritten Stunde aufzustehen. Sechs [Stunden] der Nacht und zwei des Tages sind zwei Nachtwachen61Die Nachtwache hat nach R. Nathan vier Stunden..", "R. Aši erklärte: Eine Nachtwache und eine halbe nennt man ebenfalls ‘Nachtwachen’62Daher die Pluralform..", "Ferner sagte R. Zeriqa im Namen R. Amis im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Man rede in Gegenwart des Toten nichts als Worte [bezüglich] des Toten.", "R. Abba b. Kahana sagte: Dies bezieht sich nur auf Worte der Tora63Weil der Tote am Gespräche nicht teilnehmen könnte, was ihm zur Schande gereichen würde., gegen weltliche Dinge aber ist nichts einzuwenden.", "Manche sagen: R. Abba b. Kahana sagte: Dies bezieht sich auch auf Worte der Tora, und um so mehr auf weltliche Dinge.", "Pflegte David denn um Mitternacht aufzustehen, er pflegte ja schon abends aufzustehen, denn es heißt:64Ps. 119,147.ich wachte in der Dämmerung auf und schrie. – Woher, daß hier unter ‘Dämmerung’ der Abend zu verstehen ist? – Es heißt:65Pr. 7,9.in der Dämmerung, am Abend des Tages, in der Tiefe der Nacht und der Dunkelheit.", "R. Oša͑ja erklärte im Namen R. Aḥas: David sprach: Niemals ist mir die Mitternachtszeit im Schlafe vergangen.", "R. Zera erwiderte: Bis Mitternacht schlummerte er wie ein Pferd66Ein Pferd schlummert nur; sein Schlaf währt 60 Atemzüge (Suk. 26b)., von da an stärkte er sich wie ein Löwe67Cf. Aboth V. 20.. R. Aši erwiderte: Bis Mitternacht befaßte er sich mit Worten der Tora, von da an mit Liedern und Lobgesängen. –", "Ist denn unter ‘Dämmerung’ der Abend zu verstehen, mit ‘Dämmerung’ ist ja der Morgen gemeint, denn es heißt:68i Sam. 30,17.David schlug sie von der Dämmerung bis zum Abend des folgenden Tages; doch wohl von Morgen bis Abend!? –", "Nein, von Abend bis Abend. –", "Demnach sollte es doch heißen: von Dämmerung bis Dämmerung, oder: von Abend bis Abend!? –", "Vielmehr, sagte Raba, es gibt zweierlei Dämmerungen, eine Dämmerung der Nacht, worauf der Tag folgt, und eine Dämmerung des Tages, worauf die Nacht folgt. –", "Kannte David denn die [genaue] Mitternachtszeit, selbst unser Lehrer Moše kannte sie ja nicht!? Es heißt:69Ex. 11,4.gegen Mitternacht ziehe ich durch Miçrajim.", "Warum ‘gegen Mitternacht’: wollte man sagen, der Heilige, gepriesen sei er, habe zu ihm70Zu Moše.‘gegen Mitternacht’ gesagt, so gibt es ja nichts Unsicheres vor dem Himmel; vielmehr sagte er71Gott.zu ihm ‘um Mitternacht’, worauf dieser ‘gegen Mitternacht’ sagte. Hieraus, daß ihm dies72Die genaue Mitternachtszeit.unsicher war, und David sollte dies gekannt haben!? –", "David hatte ein Kennzeichen. R. Aḥa b. Bizna sagte nämlich im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Über dem Bette Davids hing eine Harfe, und als die Mitternachtszeit heranreichte, wehte der Nordwind und blies daran, und sie spielte von selbst. Sofort stand er auf und befaßte sich mit der Tora, bis die Morgenröte aufstieg. Sobald die Morgenröte aufgestiegen war, traten die Weisen Jisraéls bei ihm ein und sprachen zu ihm: Unser Herr und König, dein Volk Jisraél bedarf des Unterhalts. Er erwiderte ihnen: Geht und ernährt euch einer vom anderen. Sie sprachen zu ihm: Die Handfülle sättigt nicht den Löwen, und die Grube wird von ihrem eigenen Schutt nicht voll. Er erwiderte ihnen: Geht, und streckt eure Hände aus in der Truppe73Veranstaltet Feldzüge und plündert..", "Alsdann beriet man sich mit Ahithophel, überlegte mit dem Synedrium und befragte das Orakelschild.", "R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:74iChr. 27,34.Nach Aḥithophel waren Benajahu, Sohn Jehojada͑s75Lies Jehojada͑, Sohn Benajahus.und Ebjathar; Joab war Feldherr des Königs.", "Aḥithophel war der Ratgeber, denn es heißt:76ii Sam. 16,23.Und der Ratschlag Ahithophels, den er in jener Zeit erteilte, war, als hätte man das Wort Gottes befragt," ], [ "Benajahu, Sohn Jehojada͑s, war das [Oberhaupt des] Synedriums, und Ebjathar war [Träger des] Orakelschildes,", "denn es heißt:77ii Sam. 20,23.Benajahu, Sohn Jehojada͑s, war über das Krethi und Plethi78Benennung des Synedriums.. Weshalb werden sie79Die Mitglieder des Synedriums.Krethi und Plethi genannt? – Krethi, weil sie ihre Worte schneiden80כרת schneiden, dh. genau erwägen., Plethi, weil sie durch ihre Worte ausgezeichnet81פלא auszeichnen, sondern.sind. Nachher82Nachdem erst Aḥithophel, das Synedrium und das Orakelschild befragt worden, zogen sie zum Kriege aus.erst wird Joab, der Feldherr des Königs, genannt.", "R. Jiçḥaq b. Ada, nach anderen, R. Jiçḥaq b. R. Idi sagte: Hierauf83Auf die Harfe Davids.deutet folgender Schriftvers:84Ps. 57,9.Wache auf, meine Ehre, erwache, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken.", "R. Zera sagte: Tatsächlich kannte dies85Die genaue Mitternachtszeit.Moše und kannte dies David. –", "Wenn David dies kannte, was sollte ihm die Harfe!? – Um ihn aus dem Schlafe zu wecken. –", "Wenn Moše dies kannte, weshalb sagte er ‘gegen Mitternacht’!? – Moše dachte, die Astrologen des Pareo͑ könnten sich irren86In der genauen Mitternachtszeit.und dann sagen, Moše sei ein Lügner. Der Meister sagte nämlich: Lehre deine Zunge ‘ich weiß nicht’ zu sagen, denn du könntest als Lügner erscheinen und gefaßt werden.", "R. Aši erwiderte: Dies87Die Verkündung Mošes (Ex. 11,4).war um Mitternacht des dreizehnten zum vierzehnten, und Moše sprach zu den Jisraéliten: der Heilige, gepriesen sei er, sagte: morgen um Mitternacht, wie eben88Die Partikel כ heißt gegen, wie; כחצות הלילה gegen Mitternacht, auch wie [heute] Mitternacht., werde ich durch Miçrajim ziehen.", "89Ps. 86,2.Des David: Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm. Levi und R. Jiçḥaq [streiten hierüber]. Einer sagt, David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, bin ich etwa nicht fromm? Alle Könige des Ostens und des Westens schlafen bis drei Stunden90In den Tag; cf. oben S. 6., ich aber: 91Ps. 119,62.um Mitternacht stehe ich auf, um dich zu preisen.", "Der andere sagt: David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, bin ich etwa nicht fromm! Alle Könige des Ostens und des Westens sitzen scharenweise in ihrer Herrlichkeit, ich aber: meine Hände sind stets vom Blute [der] Eihäute und Nachgeburten beschmutzt, um eine Frau ihrem Manne reinzusprechen92David beschäftigte sich nicht nur mit politischen, sondern auch mit religiösen Gegenständen.. Und noch mehr, alles, was ich tun will, überlege ich vorher mit meinem Lehrer Mephibošeth93Eine ganz besondere Bescheidenheit; cf. ii Sam. Kap. 9.und spreche zu ihm: Meister Mephibošeth, habe ich richtig gerichtet? habe ich richtig schuldig gesprochen? habe ich richtig freigesprochen? habe ich richtig reingesprochen? habe ich richtig unreingesprochen? Ich schäme mich dessen nicht.", "R. Jehošua͑ b. R. Idi sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:94Ps. 119,46.vor Königen spreche ich über deine Zeugnisse und schäme mich dessen nicht.", "Es wird gelehrt: Nicht Mephibošeth, sondern Išbošeth95Die Tosaph. (Jab. Fol. 79a) lesen Išbaa͑l, was auch richtiger ist.war sein Name; und nur deshalb wird er Mephibošeth genannt, weil er bei der Halakha96Die Entscheidung eines Gesetzes; etym. Gang, Entwicklung. das Gesicht Davids zu beschämen pflegte97מפי aus meinem Munds בושת Schande.. Deshalb war es David beschieden, daß von ihm Kiláb98Cf. ii Sam. 3,3.hervorging.", "R. Joḥanan sagte: Nicht Kiláb, sondern Daniél war sein Name; und nur deshalb wird er Kiláb genannt, weil er das Gesicht des Mephibošeth bei der Halakha zu beschämen99כלאב, Compositum v. מכלים אב beschämt den Vater.pflegte.", "Über ihn spricht Selomo in seiner Weisheit:100Prov. 23,15.mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, wird sich auch mein Herz freuen. Ferner:101Prov. 27,11.Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, auf daß ich meinen Lästerern Antwort gebe. –", "Wieso nannte sich David ‘fromm’, es heißt ja:102Ps. 27,13.wenn ich nicht glaubte, im Lande des Lebens die Güte des Herrn zu schauen, und im Namen des R. Jose wird gelehrt, auf [den Worten] wenn nicht stehen Punkte, denn David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, ich vertraue auf dich, daß du dereinst den Gerechten eine gute Belohnung geben wirst, ich weiß jedoch nicht, ob ich unter ihnen einen Anteil habe oder nicht!? –", "Die Sünde könnte es verursachen.", "Dies nach R. Ja͑qob b. Idi, denn R. Ja͑qob b. Idi wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:103Gen. 28,15.siehe, ich bin mit dir und werde dich überall behüten, wo du hingehst, dagegen aber heißt es:104Gen. 32,8.und Ja͑qob fürchtete sehr. Er dachte, die Sünde könnte es verursachen.", "Wie gelehrt wird:105Ex. 15,16.Bis hinübergezogen dein Volk, o Herr, bis hinübergezogen das Volk, das du erworben. \n", "Bis hinübergezogen dein Volk, o Herr, dies ist der erste Einzug106In Palästina durch Jehošua͑., bis hinübergezogen das Volk, das du erworben, dies ist der zweite Einzug107Durch E͑zra.. Hieraus folgern die Weisen, die Jisraéliten waren würdig, daß ihnen in den Tagen E͑zras Wunder geschähen, wie in den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, die Sünde aber hat es verursacht.", "DIE WEISEN SAGEN, BIS MITTERNACHT. Wessen Ansicht vertreten die Weisen: sind sie der Ansicht R. Elie͑zers, so sollten sie wie R. Elie͑zer lehren," ], [ "und sind sie der Ansicht R. Gamliéls, so sollten sie doch wie R. Gamliél lehren!? –", "Tatsächlich sind sie der Ansicht R. Gamliéls, nur deshalb sagen sie: bis Mitternacht, um den Menschen von einer Übertretung fern zu halten. Es wird nämlich gelehrt: Die Weisen machten eine Umzäunung für ihre Worte, damit nicht der Mensch, wenn er abends von der Arbeit kommt, sage: ich gehe nach Hause, esse ein wenig, trinke ein wenig und schlafe ein wenig, nachher erst werde ich das Šema͑ lesen und beten; der Schlaf könnte ihn überwältigen, und er die ganze Nacht hindurch schlafen. Vielmehr gehe der Mensch, wenn er von der Arbeit kommt, ins Bethaus; ist er im Lesen [der Schrift] bewandert, so lese er, ist er im Studium [der Mišna] bewandert, so studiere er, dann lese er das Šema͑ und bete; nachher erst esse er sein Brot und spreche den Segen.", "Wer aber die Worte der Weisen übertritt, verdient den Tod. –", "Weshalb heißt es sonst108Von derartigen Übertretungen.nicht, er verdiene den Tod, hier aber heißt es, er verdiene den Tod? –", "Wenn du willst, sage ich: weil [hier] die Gewalt des Schlafes [zu befürchten] ist, und wenn du willst, sage ich: um die Ansicht desjenigen auszuschließen, welcher sagt, das Abendgebet sei Freigestelltes; er lehrt uns, daß es Pflicht sei.", "Der Meister sagte: Dann lese er das Šema͑ und bete. Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wer ist ein Kind der zukünftigen Welt? – der den Erlösungssegen109Die Eulogie zwischen dem Šema͑ und dem Achtzehngebet.an das Abendgebet anschließt. R. Jehošua͑ b. Levi sagt, die Gebete seien in die Mitte eingereiht.", "Worin besteht ihr Streit? –", "Wenn du willst, sage ich: es ist ein Schriftvers,", "und wenn du willst, sage ich: ein Vernunftgrund. Wenn du willst, sage ich: ein Vernunftgrund;", "R. Joḥanan ist der Ansicht, die Erlösung110Der Auszug aus Ägypten.habe schon am Abend begonnen, nur die vollständige Erlösung geschah erst am Morgen; R. Jehošua͑ b. Levi aber ist der Ansicht, da sie111Die vollständige Erlösung.erst am Morgen geschah, so ist die vorherige Erlösung keine wirkliche.", "Wenn du willst, sage ich: es ist ein Schriftvers, und zwar folgern beide aus einem Vers. Es heißt:112Dt. 6,7.bei deinem Schlafengehen und deinem Aufstehen.", "R. Joḥanan ist der Ansicht, man vergleiche das Schlafengehen mit dem Aufstehen hierin: wie man beim Aufstehen zuerst das Šema͑ liest und dann das Gebet verrichtet, ebenso lese man beim Schlafengehen zuerst das Šema͑ und verrichte dann das Gebet. R. Jehošua͑ b. Levi ist der Ansicht, man vergleiche das Schlafengehen mit dem Aufstehen hierin: wie man beim Aufstehen das Šema͑ nahe am Bette113Sofort nach dem Aufstehen, ohne vorher zu beten.liest, ebenso lese man das Šema͑ beim Schlafengehen nahe am Bette114Vor dem Schlafengehen, ohne nachher zu beten..", "Mar b. Rabina wandte ein: Am Abend spreche man zwei Segenssprüche vorher und zwei nachher. Wie kann man, wenn du sagst, man müsse den Erlösungssegen an das Gebet anschließen, ihn anschließen, wo man doch [das Gebet] ‘Laß uns niederlegen’115Anfang des in Rede stehenden Gebetes. hersagen muß!?", "Ich will dir sagen: Da die Rabbanan [das Gebet] ‘Laß uns niederlegen’ angeordnet haben, so ist es als verlängerter Erlösungssegen zu betrachten. Wie könnte man, wolltest du nicht so116Daß die von den Rabb. angeordneten Gebete zum Hauptgebete gehören.sagen, es morgens anschließen, R. Joḥanan sagte ja, daß man zu Beginn117Des Morgengebetes.sage:118Ps. 51,17.Herr, öffne meine Lippen, und zum Schluß:119Ps. 19,15.Es mögen die Worte meines Mundes zum Wohlgefallen sein!?", "Vielmehr, wie [die Formel:] Herr, öffne meine Lippen, die als verlängertes Gebet betrachtet wird, weil die Rabbanan sie angeordnet haben, ebenso ist hier [das Gebet:] ‘Laß uns niederlegen’, als verlängerter Erlösungssegen zu betrachten, weil die Rabbanan es angeordnet haben.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Abinas: Wer dreimal täglich [den Psalm] Loblied Davids120Ps. Kap. 145.liest, sei dessen sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist.", "Aus welchem Grund:", "wollte man sagen, weil dieser [Psalm] alphabetisch ist, so lese man doch lieber [den Psalm]121Ps. Kap. 119.Heil den Vollkommenen im Wandel, der achtfach alphabetisch ist!?", "Vielmehr, weil es darin heißt: er öffnet seine (deine) Hand. – So lese man doch lieber den großen Lobpsalm122Der 136. Psalm., in welchem es heißt: allem Fleische gibt er Nahrung!? –", "Vielmehr, weil bei diesem beides ist.", "R. Joḥanan sagte: Weshalb fehlt des Nun123Ein mit dem Buchstaben Nun beginnender Vers.im [Psalm] Heil? – weil mit diesem die Niederlage der Feinde124Euphemistisch für Jisraél selbst. Jisraéls beginnt; denn es heißt: 125Am. 5,2; dieser Vers beginnt mit dem Buchstaben Nun.Gefallen ist sie, nicht wird sie mehr aufstehen, die Jungfrau Jisraél.", "Im Westen erklären sie diesen Vers wie folgt: Gefallen ist sie, aber nicht wird sie mehr fallen; aufstehen sollst du, Jungfrau Jisraél. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Dennoch deutete David darauf126Auf die Niederlage Jisraéls.hin, indem er sie im heiligen Geist127In der jüd. Lit. gleich Prophetie.stützte; denn es heißt:128Ps. 145,14.der Herr stützt alle Fallende.", "R. Elea͑zar b. Abina sagte: Größer ist das, was von Mikhaél gesagt wird, als das, was von Gabriél gesagt wird. Von Mikhaél heißt es:129Jes. 6,6.da flog zu mir einer der Seraphim, während es von Gabriél heißt:130Dan.9,21.der Mann Gabriél, den ich im Traumgesicht gesehen, flog in Flügen131Während der Engel M. in einem Fluge flog.&c. –", "Woher daß jener eine Mikhaél war?", "R. Joḥanan erwiderte: Dies ist aus [dem Wort] einer zu entnehmen. Hier heißt es: da flog zu mir einer der Seraphim, und dort heißt es:132Dan. 10,13.da kam Mikhaél, einer der ersten Fürsten, mir beizustehen.", "Es wird gelehrt: Mikhaél [fliegt] in einem [Fluge], Gabriél in zwei, Elijahu in vier und der Todesengel in acht; zur Zeit der Seuche aber in einem.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Obgleich man das Šema͑ im Bethause gelesen, so ist es dennoch Gebot, es auch im Bette zu lesen. R. Jose sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers:133Ps. 4,5.zürnet und fehlet nicht, sprechet in euerem Herzen, auf euerem Lager, und schweiget, Selah.", "R. Naḥman sagte:" ], [ "Ist er Schriftgelehrter, so braucht er es nicht. Abajje sagte: Auch ein Schriftgelehrter hat einen Vers des Gebetes zu lesen, beispielsweise:134Ps. 31,6.In deine Hand befehle ich meine Seele; du, o Herr, Gott der Wahrheit, hast mich erlöst.", "R. Levi b. Ḥama sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Stets erzürne der Mensch den guten Trieb gegen den bösen Trieb, denn so heißt es: zürnet und fehlet nicht. Hat er ihn besiegt, gut, wenn nicht, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: sprechet in euerem Herzen. Hat er ihn besiegt, gut, wenn nicht, so lese er das Šema͑, denn es heißt: auf euerem Lager. Hat er ihn dann besiegt, gut, wenn nicht, so denke er an den Tod, denn es heißt: und schweiget, Selah.", "Ferner sagte R. Levi b. Ḥama im Namen des R. Simo͑n b. Laqiš: Es heißt:135Ex. 24,12.Ich will dir gehen die Steintafeln, die Lehre und das Gebot, das ich geschrieben, um sie zu lehren. Die Tafeln, das sind die zehn Gebote; die Lehre, das ist die Schrift; das Gebot, das ist die Mišna; das ich geschrieben, das sind die Prophetenbücher und die Hagiographen; um sie zu belehren, das ist der Talmud. Dies lehrt, daß sie sämtlich dem Moše am Sinaj überliefert wurden.", "R. Jiçḥaq sagte: Wenn man im Bett das Šema͑ liest, so ist es ebenso, als hielte man ein zweischneidiges Schwert in der Hand136Als Schutz gegen die Gespenster., denn es heißt:137Ps. 149,6.die Erhabenheit Gottes in ihrer Kehle und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand. – Wieso geht dies138Daß man das Šema͑ im Bette lese.hieraus hervor? Mar Zuṭra, manche sagen, R. Aši erwiderte: Aus dem Anfang des Satzes, denn es heißt:139Ps. 149,5.jauchzen werden die Frommen in Ehren, jubeln werden sie auf ihren Lagern; hierauf folgt: die Erhabenheit Gottes in ihrer Kehle, und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Von jedem, der auf seinem Bette das Šema͑ liest, weichen die Gespenster; denn es heißt:140Ij. 5,7.die Schwirrenden141Das im Text gebrauchte Wort heißt Vögel, nach anderen Funken.erheben sich zum Fliegen. ‘Fliegen’ deutet auf die Tora, denn es heißt:142Pr. 23,5.lassest du deine Blicke darüber fliegen, so ist es nicht mehr, und ‘Schwirrende’ bedeutet Gespenster, denn es heißt:143Dt. 32,24.verschmachtet vor Hunger und aufgezehrt von den Schwirrenden144Gew. mit Glut übersetzt; der Talm. versteht an beiden Stellen Gespenster..", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Wer sich mit der Tora befaßt, dem bleiben die Züchtigungen fern, denn es heißt: die Schwirrenden erheben sich zum Fliegen; ‘Fliegen’ deutet auf die Tora, denn es heißt: lassest du deine Blicke darüber fliegen, so ist es nicht mehr, und ‘Schwirrende’ bedeutet Züchtigungen, denn es heißt: verschmachtet vor Hunger und aufgezehrt von den Schwirrenden145Unter Schwirrende versteht er Züchtigungen..", "R. Joḥanan sprach zu ihm: Dies wissen ja selbst Schulkinder, denn es heißt:146Ex. 15,26.Er sprach: Wenn du hörest auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, tust, was recht in seinen Augen, horchest auf seine Gebote und beobachtest all seine Gesetze, so werde ich all die Krankheiten, die ich auf Miçrajim gebracht, auf dich nicht bringen, denn ich, der Herr, bin dein Arzt. Vielmehr über den, der die Möglichkeit hat, sich mit der Tora zu befassen, sich aber damit nicht befaßt, bringt der Heilige, gepriesen sei er, ekelhafte Züchtigungen, die ihn betrüben, denn so heißt es:147Ps. 39,3.ich wurde zum Schweigen verstummt, schwieg vom Guten, und mein Schmerz war betrübend, ‘Gut’ bedeutet nichts anderes als die Tora, denn es heißt:148Pr. 4,2.eine gute Belehrung habe ich euch gegeben, meine Lehre sollt ihr nicht verlassen.", "R. Zera, manche sagen, R. Ḥanina b. Papa, sagte: Komm und siehe, das Verfahren des Menschen gleicht nicht dem Verfahren des Heiligen, gepriesen sei er. Das Verfahren des Menschen: wenn ein Mensch seinem Nächsten eine Sache verkauft, so ist der Verkäufer traurig, und der Käufer freut sich; nicht so der Heilige, gepriesen sei er: er gab Jisraél die Tora und freute sich dabei, denn es heißt: eine gute Belehrung habe ich euch gegeben, meine Lehre sollt ihr nicht verlassen.", "Raba, nach anderen, R. Ḥisda sagte: Sieht jemand, daß Züchtigungen über ihn kommen, so untersuche er seine Handlungen, denn es heißt: 149Thr. 3,40.wir wollen unseren Wandel untersuchen und prüfen, wir wollen uns dem Herrn zuwenden.", "Hat er untersucht und nichts gefunden, so schreibe er sie der Vernachlässigung der Tora zu, denn es heißt:150Ps. 94,12.heil dem Manne, den du züchtigst, o Herr, und ihn aus deiner Tora belehrst. Hat er auch dazu keinen Grund gefunden, so sind es sicherlich Züchtigungen der Liebe, denn es heißt:151Pr. 3,12.wenn der Herr liebt, den züchtigt er.", "Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: An wem der Heilige, gepriesen sei er, Wohlgefallen hat, den drückt er durch Züchtigungen nieder, wie es heißt:152Jes. 53,10.und der Herr hatte Wohlgefallen [an ihm], er drückte ihn durch Krankheit nieder.", "Man könnte glauben, auch wenn er sie nicht aus Liebe153Zu Gott; dh. mit Zufriedenheit.aufnimmt, so heißt es:152Jes. 53,10.wenn seine Seele sich als Schuldopfer hingibt; wie das Schuldopfer gutwillig [dargebracht wird], so auch die Züchtigungen, wenn gutwillig.", "Was ist, wenn er sie [in Liebe] aufgenommen, seine Belohnung? – 152Jes. 53,10.er wird Nachkommenschaft sehen und lange leben. Und noch mehr, auch sein Studium bleibt ihm erhalten, wie es heißt:152Jes. 53,10.und der Wille Gottes wird ihm gelingen.", "R. Ja͑qob b. Idi und R. Aḥa b. Ḥanina streiten hierüber. Einer sagt, Züchtigungen der Liebe seien solche, durch die [das Studium] der Tora nicht vernachlässigt wird, denn es heißt:154Ps. 94,12.Heil dem Manne, den du züchtigst, o Herr, und ihn aus deiner Lehre belehrst.", "Der andere aber sagt, Züchtigungen der Liebe seien solche, durch welche das Gebet nicht vernachlässigt wird, denn es heißt:155Ps. 66,20.gepriesen sei der Herr, der mein Gebet und seine Gnade von mir nicht weichen ließ.", "R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sprach zu ihnen: So sagte R. Ḥija b. Abba im Namen des R. Joḥanan: Sowohl diese, als auch jene sind Züchtigungen der Liebe, denn es heißt: wen der Herr liebt, den züchtigt er.", "Wieso aber heißt es: und aus deiner Tora belehrst du ihn? – lies nicht: belehrst du ihn, sondern: belehrst du uns156Im unvokalisierten Text kann das Verbum auch 1. Pers. Plur. gelesen werden..", "Du lehrst uns dies aus deiner Tora durch [einen Schluß157Wörtl. leicht und schwer, Schluß a majore ad minorem, bezw. a minore ad majorem. vom] Leichteren auf das Schwerere, von Zahn und Auge158Cf. Ex. 21,26.: Zahn und Auge sind ja nur einzelne Glieder des Menschen, dennoch geht ein Sklave ihrethalben in Freiheit aus159Wenn ihm sein Herr ein Auge oder einen Zahn ausschlägt., um wie viel mehr bewirken dies Züchtigungen, die den ganzen Körper des Menschen aufreiben.", "Dies ist es, was R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Beim Salz heißt es Bündnis und bei den Züchtigungen heißt es Bündnis. Beim Salz heißt es Bündnis, denn es heißt:160Lev. 2,13.du sollst nicht fehlen lassen das Bündnis des Salzes, und bei den Züchtigungen heißt es Bündnis, denn es heißt:161Dt. 28,69. Schluß des Kapitels, in welchem die Züchtigungen aufgezählt werden, die bei Vernachlässigung des Gesetzes über Jisraél hereinbrechen werden.dies sind die Worte des Bündnisses. Wie das Salz, wobei es Bündnis heißt, das Fleisch schmackhaft macht, ebenso läutern die Züchtigungen, wobei es Bündnis heißt, alle Sünden des Menschen.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Drei gute Gaben schenkte der Heilige, gepriesen sei er, Jisraél; alle aber wurden nur durch Züchtigungen erworben. Und zwar: die Tora, das Jisraélland und die zukünftige Welt.", "Woher dies von der Tora? – es heißt: Heil dem Manne, den du züchtigst, o Herr, und ihn aus deiner Lehre belehrst.", "Vom Jisraélland? – denn es heißt:162Dt. 8,5.wie ein Mensch seinen Sohn züchtigt, so züchtigt dich der Herr, dein Gott, und hierauf folgt: denn der Herr, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land.", "Von der zukünftigen Welt? – denn es heißt:163Pr. 6,23.denn eine Leuchte ist das Gebot und ein Licht die Lehre; ein Weg zum Leben sind die Züchtigungen.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Joḥanan: Wer sich mit der Tora und mit Liebeshandlungen befaßt," ], [ "und wer seine Kinder begräbt, dem vergibt man all seine Sünden.", "R. Joḥanan sprach zu ihm: Zugegeben sei dies von der Tora und den Liebeshandlungen, denn es heißt:164Pr. 16,6.durch Gnade und Wahrheit wird die Sünde verziehen; ‘Gnade’, das sind Liebeshandlungen, denn es heißt:165Pr. 21,21.wer nach Freigiebigkeit und Gnadenerweisung strebt, findet Leben, Recht und Ehre. ‘Wahrheit’, das ist die Tora, denn es heißt:166Pr. 23,23.Wahrheit erwirb und verkaufe nicht; woher dies aber von dem, der seine Kinder begräbt?", "Da lehrte es ein Greis im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Dies folgt aus [dem Worte] Sünde; hier heißt es: durch Liebe und Wahrheit wird die Sünde verziehen, und dort167Jer. 32,18.heißt es: er zahlt heim die Sünde der Väter in den Schoß ihrer Kinder.", "R. Joḥanan sagte: Aussatz und Kinderlosigkeit sind keine Züchtigungen der Liebe. –", "Ist es denn der Aussatz nicht, es wird ja gelehrt, daß wenn einem eine der vier Aussatzerscheinungen168In Palästina wurden die Aussätzigen streng behandelt; sie durften innerhalb der Stadtmauer nicht weilen (cf. Lev. Kap. 14), daher wird der Aussatz von R. Joḥanan, der Palästinenser war, nicht als Züchtigung aus Liebe betrachtet; in Babylonien aber, wo die Aussätzigen vom gesellschaftlichen Verkehr nicht ausgeschlossen waren, kann der Aussatz als Züchtigung aus Liebe betrachtet werden. Unter ‘uns’ sind überall die Babylonier zu verstehen.anhaftet, dies ein Altar der Sühne sei!?", "Es ist wohl ein Altar der Sühne, Züchtigungen der Liebe aber nicht.", "Wenn du willst, sage ich: dies für uns, jenes für sie168In Palästina wurden die Aussätzigen streng behandelt; sie durften innerhalb der Stadtmauer nicht weilen (cf. Lev. Kap. 14), daher wird der Aussatz von R. Joḥanan, der Palästinenser war, nicht als Züchtigung aus Liebe betrachtet; in Babylonien aber, wo die Aussätzigen vom gesellschaftlichen Verkehr nicht ausgeschlossen waren, kann der Aussatz als Züchtigung aus Liebe betrachtet werden. Unter ‘uns’ sind überall die Babylonier zu verstehen.. W", "enn du aber willst, sage ich auch: dies bei unsichtbaren169Wenn der Aussatz sich auf bekleid. Körperstellen befindet.und jenes bei sichtbaren170An unbekl. Körperstellen..", "Kinderlosigkeit ist es nicht: in welchem Falle, wollte man sagen, wenn er welche hatte und sie gestorben sind, so sagte ja R. Joḥanan: das ist ein Knochen171Wahrsch. ein Zahn, den er zum Andenken aufbewahrt hatte.von [meinem] zehnten Sohn!? – Vielmehr, dies, wenn er keine hatte, jenes, wenn er weiche hatte, und sie gestorben sind.", "R. Ḥija b. Abba erkrankte, und R. Joḥanan besuchte ihn. Da sprach er zu ihm: Sind dir die Züchtigungen lieb? Dieser erwiderte: Weder sie noch ihre Belohnung. Da sprach er zu ihm: Reiche mir deine Hand. Er reichte sie ihm, und jener richtete ihn auf.", "R. Joḥanan erkrankte, und R. Ḥanina besuchte ihn. Da sprach er zu ihm: Sind dir die Züchtigungen lieb? Dieser erwiderte: Weder sie noch ihre Belohnung. Da sprach er zu ihm: Reiche mir deine Hand. Er reichte sie ihm, und jener richtete ihn auf.", "Wozu dies, sollte R. Joḥanan selber sich aufrichten!?", "Ich will dir sagen, der Gefangene kann sich nicht selber aus dem Gefängnis befreien.", "R. Elie͑zer erkrankte, und R. Joḥanan besuchte ihn. Da fand er ihn in einem dunklen Zimmer liegen und entblößte seinen Arm, aus welchem Licht172RJ. war von seltener Schönheit (cf. Bm. 84a), so daß durch die Entblößung seines Körpers das Zimmer beleuchtet wurde.hervorstrahlte. Als er R. Elie͑zer weinen sah, sprach er zu ihm: Warum weinst du: wenn etwa, weil du dich nicht viel mit der Tora befaßt hast, so haben wir ja gelernt: ob viel oder wenig, wenn man nur seine Gedanken auf den Himmel richtet; wenn etwa wegen Nahrungssorgen, so sind nicht jedem beide Tische173Reichtum hienieden und Seligkeit droben.beschieden; und wenn wegen der Kinderlosigkeit, so ist hier ein Knochen von meinem zehnten Sohn.", "Dieser erwiderte: Ich weine über diese Schönheit, die einst in der Erde modern soll. Da sprach jener: Darüber weinst du mit Recht. Sie weinten dann beide.", "Währenddessen fragte er ihn: Sind dir die Züchtigungen lieb? Dieser erwiderte: Weder sie noch ihre Belohnung. Da sprach er zu ihm: Reiche mir deine Hand. Er reichte sie ihm, und jener richtete ihn auf.", "R. Hona wurden vierhundert Fässer Wein sauer. Da besuchte ihn R. Jehuda, Bruder R. Sala des Frommen, und die Rabbanan, manche sagen, R. Ada b. Ahaba und die Rabbanan, und sie sprachen zu ihm: Möge der Meister seine Taten prüfen.", "Er erwiderte ihnen: Bin ich in eueren Augen verdächtig? Sie entgegneten: Ist denn etwa der Heilige, gepriesen sei er, verdächtig, eine Strafe ohne Recht zu verhängen?", "Da erwiderte er ihnen: Wenn jemand etwas über mich gehört, so möge er es sagen.", "Da sprachen sie zu ihm: Dies haben wir gehört, der Meister gäbe seinem Gärtner keine Weinranken174Von welchen der Gärtner (oder Gartenpächter) laut Vorschrift (Bm. Fol. 103b) einen Teil zu erhalten hat.. Er erwiderte ihnen: Läßt er mir etwa davon etwas übrig, er stiehlt sie mir ja ganz. Da sprachen sie zu ihm: Das ist es, was die Leute sagen: Stiehl vom Diebe, und du empfindest den Geschmack175Auch wer von einem Diebe stiehlt, hat einen Diebstahl begangen.. Hierauf sprach er zu ihnen: Ich nehme auf mich [die Verpflichtung], sie ihm zu geben. Manche sagen, der Essig176Der sauer gewordene Wein des RH.wurde wieder Wein, und manche sagen, der Essig wurde so teuer, daß er zum Weinpreise verkauft wurde.", "Es wird gelehrt: Abba Binjamin sagte: Um zwei Dinge war ich in meinem ganzen Leben besorgt: daß mein Gebet vor meinem Bette verrichtet werde, und daß mein Bett in der Richtung von Norden nach Süden gesetzt werde177Damit nicht die Füße nach dem Osten oder Westen, in welchen Richtungen sich die Manifestation Gottes befindet, gerichtet seien.. «Daß mein Gebet vor meinem Bette verrichtet werde.» Was heißt vor meinem Bette, wollte man sagen, wirklich vor meinem Bette, so sagte ja R. Jehuda im Namen Rabhs, nach anderen, R. Jehošua͑ b. Levi: Woher, daß nichts den Betenden von der Wand trennen darf? – denn es heißt:178Jes. 38,2.Ḥizqijahu kehrte sein Gesicht zur Wand und betete!? – Sage nicht: vor meinem Bette, sondern: nahe meinem Bette179Sofort nach dem Aufstehen..", "«Und daß mein Bett in der Richtung von Norden nach Süden gesetzt werde.»", "R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte nämlich im Namen R. Jiçḥaqs: Wer sein Bett in der Richtung von Norden nach Süden setzt, bekommt männliche Kinder180Was im Orient als besonderer Segen betrachtet wird., denn es heißt:181Ps. 17,14.durch deinen Norden182So nach seiner Auslegung; die eigentliche Übersetzung dieses Verses ist: mit deinem Schatze füllst du ihren Leib &c.machst du voll ihren Leib, sie werden Söhne in Fülle haben.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch gebärt dessen Frau keine Fehlgeburt; hier heißt es: durch deinen Norden machst du voll ihren Leib, und dort183Gen. 25,24.heißt es: und ihre Tage voll zum Gebären, siehe da, Zwillinge in ihrem Leibe.", "Es wird gelehrt: Abba Binjamin sagte: Wenn zwei184In das Bethaus.zum Beten eintreten, und einer von ihnen zuerst mit dem Gebete fertig wird und hinausgeht, ohne auf den anderen zu warten, so fetzt man ihm sein Gebet vor seinem Gesicht, denn es heißt:185Ij. 18,4.er fetzt seine Seele186Unter Seele wird das Gebet verstanden: auch hier ist dies nur eine Auslegung des Verses; die richtige Übersetzung ist: er vernichtet seine Seele in seinem Zorne &c.vor seinem Gesicht; soll um deinetwillen die Erde verlassen werden?", "Und noch mehr, er veranlaßt auch, daß die Göttlichkeit von Jisraél weiche, denn es heißt: 187Fortsetz, des vorher zitiert. Verses.es wurde entrückt der Fels von seinem Orte, und unter ‘Fels’ ist kein anderer, als der Heilige, gepriesen sei er, zu verstehen, denn es heißt: 188Dt. 32,18.den Fels, der dich gezeugt, vergißt du.", "Was ist seine Belohnung, wenn er wartet?" ], [ "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Ihm sind folgende Segnungen beschieden:189Jes. 48,18–19. Wenn du auf meine Gebote gewartet190Richt. gehorcht.hättest, so würde einem Strome gleich dein Friede sein und den Wellen des Meeres gleich dein Sieg; wie der Ufersand dein Same und die Sprößlinge deines Leibes &c.", "Es wird gelehrt: Abba Binjamin sagte: Wäre dem Auge die Macht zu sehen gegeben, so könnte kein Geschöpf vor [dem Anblick der] Gespenster bestehen.", "Abajje sagte: Sie sind zahlreicher als wir; sie umgeben uns, wie die Furche das Beet.", "R. Hona sagte: Jeder von uns hat deren Tausend an seiner Linken und Myriaden an seiner Rechten.", "Raba sagte: Das Gedränge beim Vortrag191Wörtl. Braut, Benennung der öffentlichen Gelehrtenvorträge, besond. der beiden Schlußmonate des Semesters.rührt von ihnen her; daß die Kniee matt werden, rührt von ihnen her; daß die Kleider der Gelehrten schäbig werden, rührt von ihrer Reibung her; daß die Füße verwundet werden, rührt von ihnen her.", "Wer Kenntnis von ihnen haben will, nehme gesiebte Asche und streue sie um das Bett; am Morgen wird er Fußspuren wie von einem Hahne sehen. Wer sie sehen will, nehme die Nachgeburt einer Katze, einer schwarzen von einer schwarzen geboren, einer erstgeborenen von einer erstgeborenen geboren, verbrenne sie im Feuer, zerreibe sie und streue sich davon etwas in die Augen; dann wird er sie sehen. Sodann tue man sie in ein eisernes Rohr und versiegle es mit einem eisernen Siegelring, denn sonst könnten sie davon stehlen; man schließe aber auch den Mund, damit man nicht zu Schaden komme. R. Bebaj b. Abajje tat dies und kam zu Schaden. Da beteten die Gelehrten für ihn, und er genas.", "Es wird gelehrt: Abba Binjamin sagte: Das Gebet des Menschen wird nirgends als im Bethause erhört, denn es heißt:192iReg. 8,28.den Gesang und das Gebet zu hören; wo der Gesang, da auch das Gebet.", "Rabin b. R. Ada sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, im Bethause zu finden ist? – es heißt:193Ps. 82,1.Gott steht in der Gottesgemeinde.", "Woher, daß, wenn zehn beten, die Göttlichkeit mit ihnen ist? – es heißt: Gott steht in der Gottesgemeinde194Zehn Personen werden ‘Gemeinde’ genannt..", "Woher, daß, wenn drei zu Gericht sitzen, die Göttlichkeit mit ihnen ist? – es heißt:193Ps. 82,1.er richtet in der Mitte der Richter.", "Woher, daß, wenn zwei sitzen und sich mit der Tora befassen, die Göttlichkeit mit ihnen ist? – es heißt:195Mal. 3,16.dann unterhielten sich die Gottesfürchtigen, einer mit seinem Nächsten, und der Herr horchte &c.", "Was heißt:195Mal. 3,16.die da denken an seinen Namen? R. Aši erwiderte: Wenn der Mensch ein Gebot auszuüben dachte, und durch einen Notfall es auszuüben verhindert wird, so rechnet die Schrift es ihm an, als hätte er es ausgeübt.", "Und woher, daß, wenn auch nur einer sich mit der Tora befaßt, die Göttlichkeit mit ihm ist? – es heißt:196Ex. 20,21.an jedem Orte, wo ich meinen Namen erwähnt wissen werde, werde ich zu dir kommen und dich segnen. –", "Wenn dies schon bei einem geschieht, wozu ist dies von zweien [zu lehren] nötig? – Bei zweien werden ihre Worte in das Gedenkbuch eingetragen, bei einem aber werden seine Worte nicht in das Gedenkbuch eingetragen. –", "Wenn aber dies schon bei zweien geschieht, wozu ist dies von dreien [zu lehren] nötig? – Man könnte glauben, die Gerichtssitzung sei nur ein Schlichtungsakt, wobei die göttliche Niederlassung sich nicht befindet, so lehrt er uns, daß auch das Gericht Gesetzeskunde ist. –", "Wenn aber dies sogar bei dreien geschieht, wozu ist dies vor zehn [zu lehren] nötig? – Bei zehn kommt die göttliche Niederlassung vorher, bei drei aber, erst wenn sie sitzen.", "R. Abin b. R. Ada sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, Tephillin197Zwei Pergamentkapseln, die während des Gebetes mittelst Riemen oberhalb der Stirn, bzw. am linken Oberarm befestigt werden. Die Kopfkapsel besteht aus vier ‘Gehäusen’ (Abteilungen), in denen sich vier Pergamentrollen, je ein Stück aus dem Pentateuch (Dt. 6,4–9; ib. 11,13–21; Ex. 13,1–10; ib. 13,11–16) enthaltend, befinden. Die Handkapsel, die aus einem Gehäuse besteht, enthält diese vier Stücke auf einer Pergamentrolle.anlegt? –", "es heißt:198Jes. 62,8.Der Herr hat bei seiner Rechten geschworen und bei seinem mächtigen Arm. Seine Rechte, das ist die Tora, wie es heißt:199Dt. 33,2.an meiner Rechten ist ein Feuer des Gesetzes für sie. Bei seinem mächtigen Arm, das sind die Tephillin, wie es heißt:200Ps. 29,11.der Herr wird seinem Volke Macht verleihen. –", "Woher, daß die Tephillin eine Macht Jisraéls sind? – Es heißt:201Dt. 28,10.und alle Völker der Erde werden sehen, daß der Name des Herrn über dich genannt wird, und sie werden sich vor Dir fürchten, und hierzu wird gelehrt, R. Elie͑zer der Große sagte, dies202Was die Völker mit Ehrfurcht sehen.seien die Tephillin des Hauptes.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu R. Ḥija b. Abin: Was steht in den Tephillin des Herrn der Welt geschrieben? Dieser erwiderte:203iChr. 17,21.Wer ist wie dein Volk Jisraél ein einziges Volk auf Erden. – Prahlt denn der Heilige, gepriesen sei er, mit dem Ruhme Jisraéls? –", "Freilich; es heißt ja:204Dt. 26,17.du hast heute den Herrn verherrlicht, und darauf folgt: und der Herr hat dich heute verherrlicht. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Ihr habt mich zu einer Verherrlichung auf der Welt gemacht, daher werde ich euch zu einer Verherrlichung auf der Welt machen.", "Ihr habt mich zu einer Verherrlichung auf der Welt gemacht, denn es heißt:205Dt. 6,4.höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. Auch ich mache euch zu einer Verherrlichung auf der Welt, denn es heißt:206iChr. 17,21.wer ist wie dein Volk Jisraél ein einziges Volk auf Erden.", "R. Aḥa b. Raba sprach zu R. Aši: Allerdings in dem einen Gehäuse, was aber steht in den übrigen Gehäusen207Der Kopfkapsel.?", "Dieser erwiderte:208Dt. 4,7.Denn wer ist ein großes Volk;209Ib. V. 8.Welches große Volk; 210Ib. 33,29.Heil dir, Jisraél;211Ib. 4,34.Hat ein Gott etwa versucht;212Ib. 26,19.Daß er dich zum, Höchsten mache. –", "Demnach sind es ja mehr213Es werden sechs Schriftverse auf gezählt.Gehäuse!? – Vielmehr [die Verse:] Denn wer ist ein großes Volk, und: Welches große Volk, die einander gleichen, in einem Gehäuse; [die Verse:] Heil dir, Jisraél, und: Wer ist wie dein Volk Jisraél, ebenfalls in einem Gehäuse; [der Vers:] Hat ein Gott etwa versucht, in einem Gehäuse; und [der Vers:] Daß er dich zum Höchsten mache, in einem Gehäuse." ], [ "Diese alle sind auch in der [Tephilla] des Arms geschrieben.", "Rabin b. R. Ada sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Wer [täglich] in das Bethaus zu gehen pflegt und einen Tag nicht kommt, nach dem erkundigt sich der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt:214Jes. 50,10.wer unter euch, der den Herrn fürchtet, der da höret auf die Stimme seines Knechtes; wer im Finstern wandelt und kein Licht hat.", "Ist er zur Ausübung eines Gebotes gegangen, so ist ihm Licht, ist er aber zu freigestellten Dingen gegangen, so ist ihm kein Licht.214Jes. 50,10.", "Der vertraue auf den Namen des Herrn: aus dem Grunde, weil er auf den Namen des Herrn vertrauen sollte, aber nicht vertraut hat.", "R. Joḥanan sagte: Wenn der Heilige, gepriesen sei er, in das Bethaus kommt und da keine zehn [Personen] findet, gerät er sofort in Zorn, wie es heißt:215Jes. 50,2.warum kam ich, und niemand war da, ich rief, und niemand antwortete.", "R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: Wer einen Ort für sein Gebet bestimmt, dem steht der Gott Abrahams bei,", "und wenn er stirbt, sagt man über ihn: Wo ist der Demütige, wo ist der Fromme, von den Schülern unseres Vaters Abraham? –", "Woher, daß unser Vater Abraham einen Ort [für das Gebet] bestimmt hatte? – es heißt:216Gen. 19,27.und Abraham machte sich am Morgen früh auf zu dem Orte, woselbst er gestanden, und stehen bedeutet nichts anderes als beten, denn es heißt:217Ps. 106,30.und Pinḥas stand auf und betete.", "R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: Wer aus dem Bethause geht, mache keine großen Schritte. Abajje sagte: Dies bezieht sich nur auf das Herausgehen, beim Hineingehen aber ist es sogar Gebot, zu laufen, denn es heißt:218Hos. 6,3.lasset uns nachjagen, um den Herrn zu erkennen.", "R. Zera sagte: Früher glaubte ich, als ich die Rabbanan am Šabbath zum Vortrag laufen sah, sie entweihten den Šabbath, seitdem ich aber gehört habe, was R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi sagte, daß nämlich der Mensch stets zur Halakha eile, selbst am Šabbath, denn es heißt: 219Hos. 11,10.dem Herrn sollen sie folgen, wie ein Löwe brüllt er, laufe ich ebenfalls.", "R. Zera sagte: Das Verdienst der Vorlesung ist das Laufen.", "Abajje sagte: Das Verdienst des öffentlichen Vortrages ist das Gedränge.", "Raba sagte: Das Verdienst der Lehre220Wörtl. Gehörtes. Die aus eigener Deduktion vorgetragene Lehre.ist das Grübeln.", "R. Papa sagte: Das Verdienst der Beileidsbezeugung ist das Schweigen.", "Mar Zuṭra sagte: Das Verdienst des Fastens ist die Almosengabe221Was man am Essen spart, gebe man den Armen..", "R. Šešeth sagte: Das Verdienst der Trauer ist das Erheben [der Klage].", "R. Aši sagte: Das Verdienst des Hochzeitsfestes ist die Unterhaltung.", "R. Hona sagte: Wer hinter dem Bethaus betet, heißt Gottloser, denn es heißt:222Ps. 12,9.ringsum wandeln die Gottlosen.", "Abajje sagte: Dies nur dann, wenn er sein Gesicht nicht nach dem Bethause wendet, wenn er aber sein Gesicht dem Bethause zuwendet, so ist nichts daran.", "Einst betete jemand hinter dem Bethause und wandte sein Gesicht nicht dem Bethause zu; da ging Elijahu an ihm vorüber, der ihm wie ein Araber erschien, und als er ihn sah, sprach er zu ihm: Mit dem Rücken gewendet stehst du vor deinem Herrn!? Da zog er sein Schwert und tötete ihn.", "Einer der Jünger sprach zu R. Bebaj b. Abajje, manche sagen, R. Bebaj b. Abajje zu R. Naḥman b. Jiçḥaq:223Ps. 12,9.Wie das Erhabene den Menschenkindern als Geringschätzigkeit gilt; was bedeutet dies?", "Dieser erwiderte: Es sind die Dinge, die in der Höhe der Welt224Das Gebet, welches in die Höhe steigt.stehen, die aber die Menschen gering schätzen.", "R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagten beide: Sobald ein Mensch der Mitmenschen benötigt, wird sein Gesicht wie Kerum225Gr. χϱῶμα, syr. כרומא Farbe.verändert, wie es heißt: Kerum [wie das Erhabene] gilt den Menschenkindern als Geringschätzigkeit.", "Was ist Kerum? Als R. Dimi kam, erklärte er: In den [über]seeischen226Bezeichnung für ferne Orte, die weite Welt.Städten gibt es einen Vogel, der Kerum227Cf. Levysohn, Zool. d. T. p. 183.heißt, der, sobald die Sonne ihn bescheint, seine Farbe verwandelt.", "R. Ami und R. Asi sagten beide: Wie wenn er228Der Hilfsbedürftige.von zwei Strafgerichten, dem Feuer und dem Wasser, heimgesucht worden wäre, denn es heißt:229Ps. 66,12.du hast den Menschen auf unserem Haupte reiten lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten.", "Ferner sagte R. Ḥelbo im Namen R. Honas: Stets achte der Mensch auf das Vespergebet, denn Elijahu wurde ja nur beim Vespergebet erhört, wie es heißt:230iReg. 18,36.es war zur Zeit, wo das Nachmittagsopfer231מנחה Opfergabe, spez. Nachmittagsopfer; später übertragen für Vespergebet, da das Gebet an die Stelle des Opfers getreten ist.dargebracht wird, da trat der Prophet Elijahu hin und sprach &c.: Erhöre mich, o Herr, erhöre mich.", "Erhöre mich, daß ein Feuer vom Himmel herabkomme, und erhöre mich, daß sie nicht sagen, es sei Zauberwerk.", "R. Jonathan sagte: Auch auf das Abendgebet, denn es heißt:232Ps. 141,2.mein Gebet möge wie Räucherwerk vor dir bereitet sein, die Erhebung meiner Hände wie das Abendopfer. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch auf das Morgengebet, denn es heißt:233Ps. 5,4.am Morgen erhöre meine Stimme, o Herr, am Morgen rüste ich mich vor dir und harre.", "Ferner sagte R. Ḥelbo im Namen R. Honas: Wer vom Gastmahl des Bräutigams genießt und ihn nicht erheitert, übertritt fünf Stimmen234Den folgenden Vers, in dem das W. ‘Stimme’ fünfmal vorkommt., denn es heißt:235Jer. 33,11.Stimme der Wonne und Stimme der Freude, Stimme des Bräutigams und Stimme der Braut, Stimme derer, die da sprechen: Danket dem Herrn der Heerscharen.", "Was ist seine Belohnung, wenn er ihn aber erheitert? R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Ihm wird die Tora zuteil, die durch fünf Stimmen gegeben wurde, wie es heißt:236Ex. 19,16ff.es geschah am dritten Tage, des Morgens, da waren [Donner]stimmen und Blitze und schweres Gewölk auf dem Berge, und die Stimme der Posaune &c.; und es war die Stimme der Posaune; und Gott antwortete ihm mit der Stimme. –", "Dem237Daß das W. ‘Stimme’ hier nur fünfmal erwähnt wird, der Plural ‘Stimmen’ bedeutet zwei Stimmen.ist ja aber nicht so, es heißt ja auch:238Ex. 20,15.das ganze Volk sah die Stimmen!? –", "Dies waren Stimmen vor der Tora.", "R. Abahu sagte: Es ist ebenso, als hätte er Dankopfer dargebracht, denn es heißt:239Jer. 33,11.sie bringen Dankopfer in das Haus des Herrn240Dieser Vers folgt dem von RH. angezogenen.. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es ist ebenso, als hätte er eine von den Ruinen Jerušalems aufgebaut, denn es heißt:239Jer. 33,11.denn ich werde die Gefangenschaft des Landes zurückführen wie ehemals, spricht der Herr.", "Ferner sagte R. Ḥelbo im Namen R. Honas: Wem Gottesfurcht eigen, dessen Worte werden erhört, denn es heißt:241Ecc. 12,13.endlich wird alles dem erhört, der Gott fürchtet &c. –", "Was bedeutet:241Ecc. 12,13.denn dies ist der ganze Mensch? R. Elea͑zar erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: die ganze Welt ist nur seinethalben242Wegen des Gottesfürchtigen.erschaffen worden.", "R. Abba b. Kahana sagte: Dieser wiegt die ganze Welt auf. R. Šimo͑n b. A͑zaj, manche sagen, R. Šimo͑n b. Zoma, sagte: Die ganze Welt wurde nur dazu geschaffen, um sich diesem anzuschließen.", "Ferner sagte R. Ḥelbo im Namen R. Honas: Wenn jemand von seinem Nächsten weiß, daß er ihn zu grüßen pflegt, so komme er diesem mit seinem Gruße zuvor, denn es heißt:243Ps. 34,15.suche den Frieden244Die Grußformel lautet ‘Friede’.und jage ihm nach. Wenn er ihm aber seinen Gruß nicht erwidert, so wird er Räuber genannt, denn es heißt:245Jes. 3,14.ihr habt abgeweidet den Weinberg, der Raub des Armen246Dem man nichts nehmen kann, als die Erwiderung seines Grußes.ist in eueren Häusern." ], [ "R. Joḥanan sagte im Namen R. Joses: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, betet? – es heißt:247Jes. 56,7.ich werde sie nach meinem heiligen Berge bringen und sie in meinem Bethause erfreuen. Es heißt nicht ‘ihrem Bethause’, sondern ‘meinem Bethause’, woraus zu entnehmen, daß der Heilige, gepriesen sei er, betet. –", "Was betet er?", "R. Zuṭra b. Ṭobia erwiderte im Namen Rabhs: Es möge mein Wille sein, daß meine Barmherzigkeit meinen Zorn bezwinge, daß meine Barmherzigkeit sich über meine Eigenschaften [des Rechtes] wälze, daß ich mit meinen Kindern nach der Eigenschaft der Barmherzigkeit verfahre und daß ich ihrethalben innerhalb der Rechtslinie248Dh. nicht streng nach dem Recht verfahre.trete.", "Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. Eliša͑ erzählte: Einst trat ich in das Allerinnerste249Das Allerheiligste.ein, um die Spezereien zu räuchern und sah Ochteriél, Jah, den Herrn der Heerscharen, auf einem hohen und erhabenen Throne sitzen. Da sprach er zu mir: Jišma͑él, mein Sohn, segne mich! Ich sprach zu ihm: Möge es dein Wille sein, daß deine Barmherzigkeit deinen Zorn bezwinge, daß deine Barmherzigkeit sich über deine Eigenschaften [des Rechtes] wälze, daß du mit deinen Kindern nach der Eigenschaft der Barmherzigkeit verfahrest und daß du ihretwegen innerhalb der Rechtslinie tretest. Da nickte er mir (mit seinem Haupte) Beifall zu. Dies lehrt uns, daß der Segen eines Gemeinen nicht gering in deinen Augen sei.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen R. Joses: Woher, daß man einen Menschen während seines Zornausbruches nicht zu besänftigen suche? – es heißt: 250Ex. 33.14.mein Gesicht wird vorübergehen, und ich willfahre dir. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Warte ein wenig, bis das zornige Gesicht vorüber ist, und ich willfahre dir. –", "Gibt es etwa Zorn beim Heiligen, gepriesen sei er? –", "Freilich, denn es wird gelehrt:251Ps. 7,12.Gott zürnt jeden Tag. –", "Wie lange währt sein Zorn? –Einen Augenblick. – Wieviel ist ein Augenblick? – Der achtundfünfzigtausendachthundertachtundachtzigste Teil einer Stunde; dies ist ein Augenblick. Kein Geschöpf kann diese Zeit abpassen, und nur der ruchlose Bilea͑m [vermochte es]; denn von ihm heißt es:252Num. 24.16.er kennt die Gedanken des Höchsten. –", "Wenn er nicht einmal die Gedanken seines Tieres253Cf. ib. Kap. 22.kannte, wie konnte er die Gedanken des Höchsten gekannt haben?", "Vielmehr lehrt dies, daß er die Stunde abzupassen wußte, in der der Heilige, gepriesen sei er, zürnt.", "Dies ist es, was der Prophet zu Jisraél sagte:254Mich. 6,5.mein Volk, bedenke doch, was Balaq, der König von Moab, geraten hat &c. – Was bedeutet:254Mich. 6,5.um die Wohltaten des Herrn zu erkennen?", "R. Elea͑zar erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Bedenket, wieviel Wohltaten ich euch erwiesen habe, indem ich nicht zürnte in den Tagen des ruchlosen Bilea͑m. denn hätte ich gezürnt, so wäre von den Feinden255Cf. Anm. 124.Jisraéls weder Flüchtling noch Entronnener übrig geblieben.", "Dies ist es, was Bilea͑m zu Balaq gesagt hat:256Num. 23,8.wie soll ich fluchen, dem, Gott nicht flucht, und wie soll ich zürnen, wenn Gott nicht zürnt. Dies lehrt, daß er in all jenen Tagen nicht zürnte. –", "Wie lange währt sein Zorn? – Einen Augenblick. – Wieviel ist ein Augenblick? R. Abin, manche sagen, R. Abina, erwiderte: Wie man [das Wort] ‘Rega͑’ [Augenblick] ausspricht. –", "Woher, daß er einen Augenblick zürnt? – Es heißt:257Ps. 30,6.denn einen Augenblick in seinem Zorne, lebenslänglich in seinem Wohlwollen. Wenn du aber willst, sage ich, hieraus:258Jes. 26,20.verbirg dich nur einen Augenblick, bis der Zorn vorübergeht. –", "Wann zürnt er? Abajje erwiderte: In den drei ersten [Tages]stunden, wenn dem Hahn der Kamm weiß wird und er auf einem Fuße steht. –", "So steht er ja auch zu jeder anderen Stunde!? –", "Zu jeder anderen Stunde hat er rote Streifen, in dieser Stunde aber hat er keine roten Streifen.", "Ein Minäer258מין Sektierer, Häretiker; wahrscheinlich Judenchrist., der in der Nachbarschaft des R. Jehošua͑ b. Levi wohnte, quälte diesen sehr durch Schriftverse259In denen er Beweise für seine Häresie fand.. Eines Tages holte er einen Hahn, stellte ihn zwischen die Füße des Bettes und beobachtete ihn, indem er dachte, sobald diese Stunde kommt, verfluche ich ihn. Als aber diese Stunde herankam, schlief er ein. Da sprach er: Hieraus ist zu ersehen, daß es keine Lebensart ist, so zu handeln, denn es heißt:260Ps. 145,9.seine Liebe mit all seinen Geschöpfen;", "ferner:261Pr. 17,26.auch ist das Strafen dem Gerechten nicht lieb.", "Im Namen R. Meírs wird gelehrt: Wenn die Sonne hervorstrahlt, und alle Könige des Ostens und Westens ihre Kronen auf ihre Häupter setzen und die Sonne anbeten, erzürnt der Heilige, gepriesen sei er, sofort.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen R. Joses: Besser eine Züchtigung262Gewissensbisse, Reue. im Herzen des Menschen, als viele Geißelhiebe, denn es heißt:263Hos. 2,9.sie setzt ihrem Buhlen nach &c. und spricht: ich will gehen und zu meinem ersten Manne zurückkehren, denn besser erging es mir damals als jetzt. Reš Laqiš318Compositum von R. Šimo͑n b. Laqiš, zuweilen, besonders im jerušalemischen Talmud, aufgelöst; in vorliegender Übersetzung stets mit dem Text übereinstimmend.sagte: Besser als hundert Geißelhiebe, denn es heißt:264Pr. 17,10.tiefer dringt Schelte bei einem Verständigen ein, als hundert Schläge bei einem Toren.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen R. Joses: Drei Dinge erbat sich Moše von dem Heiligen, gepriesen sei er, und er gewährte sie ihm. Er bat, daß die göttliche Niederlassung auf Jisraél ruhen möge, und er gewährte es ihm, wie es heißt:265Ex. 33,16.fürwahr, wenn du mit uns gehest.", "Er bat, daß die göttliche Niederlassung auf den Völkern der Welt nicht ruhen möge, und er gewährte es ihm, wie es heißt:265Ex. 33,16.damit wir ausgezeichnet sind, ich und dein Volk.", "Er bat, ihn die Wege des Heiligen, gepriesen sei er, erkennen zu lassen, und er gewährte es ihm, wie es heißt:266Ex. 33,13.laß mich erkennen deine Wege. Er sprach vor ihm: Herr der Welt, warum gibt es einen Gerechten, dem es gut geht, und einen Gerechten, dem es schlecht geht, einen Frevler, dem es gut geht, und einen Frevler, dem es schlecht geht? Er antwortete ihm: Moše, der Gerechte, dem es gut geht, ist ein Gerechter, Sohn des Gerechten, der Gerechte aber, dem es schlecht geht, ist ein Gerechter, Sohn eines Frevlers; der Frevler, dem es gut geht, ist ein Frevler, Sohn eines Gerechten, der Frevler aber, dem es schlechtgeht, ist ein Frevler, Sohn eines Frevlers.", "Der Meister sagte: Der Gerechte, dem es gut geht, ist ein Gerechter, Sohn eines Gerechten, der Gerechte aber, dem es schlecht geht, ist ein Gerechter, Sohn eines Frevlers. Dem ist ja aber nicht so!? Es heißt: 267Ib. 34,7.er ahndet die Sünde der Väter an den Kindern, dagegen aber heißt es: 268Dt. 24,16.nicht sollen Kinder wegen der Väter getötet werden, und auf unseren Einwand, die Schriftverse widersprechen ja einander,", "wurde erwidert, dies sei kein Widerspruch: das eine, wenn sie an den Werken ihrer Väter festhalten, und das andere, wenn sie nicht an den Werken ihrer Väter festhalten!? –", "Vielmehr, sprach er zu ihm wie folgt: der Gerechte, dem es gut geht, ist ein vollkommener Gerechter, der Gerechte aber, dem es schlecht geht, ist ein unvollkommener Gerechter; der Frevler, dem es gut geht, ist kein vollkommener Frevler, der Frevler aber, dem es schlecht geht, ist ein vollkommener Frevler.", "Er streitet gegen R. Meír, denn R. Meír sagte, er habe ihm zwei Dinge gewährt, eines aber habe er ihm nicht gewährt, denn es heißt:269Ex. 33,19.ich hin gnädig, dem ich gnädig sein will, obgleich er dessen nicht würdig ist,269Ex. 33,19.und ich erbarme mich, dessen ich mich erbarmen will, obgleich er dessen nicht würdig ist270Hier werden zwei Ausdrücke ‘Gnade’ und ‘Erbarmen’ für das Willfahren Gottes gebraucht, als Zeichen dafür, daß ihm nur zwei Bitten gewährt wurden..", "271Ex. 33,20–23.Und er sprach, du vermagst nicht mein Antlitz zu schauen. Es wird im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa gelehrt: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše wie folgt: Als ich wollte272Mich offenbaren; cf. Ex. 3,2–6 (Moše verbarg sein Gesicht)., wolltest du nicht, jetzt, wo du willst, will ich nicht.", "Er streitet gegen R. Šemuél b. Naḥmani, im Namen R. Jonathans, denn R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Als Belohnung für drei Dinge ist Moše mit drei Dingen bedacht worden.", "Als Belohnung für:273Ex. 3,6.und Moše verbarg sein Antlitz, ward ihm ein [strahlendes] Antlitz beschieden; als Belohnung für:273Ex. 3,6.er fürchtete, ward ihm beschieden, daß:274Ib. 34,30.sie fürchteten, ihm zu nahen; und als Belohnung für:273Ex. 3,6.zu schauen, ward ihm beschieden, daß:275Num. 12,8.er schaute das Gesicht des Herrn.", "271Ex. 33,20–23.Ich will meine Hand entfernen, und du wirst meine Rückseite schauen. Hierüber sagte R. Ḥana b. Bizna im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Moše den Knoten276Der Tephillinriemen (Gebetriemen), mittelst dessen die Kopftephilla oberhalb der Stirn befestigt wird, hat einen Knoten in der Form des Buchstaben Mem oder Da1eth, der gegenüber der Tephilla, am Hinterkopfe, zu liegen kommt. der Tephillin gezeigt hat.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen R. Joses: Kein Gutes verheißendes Wort, das aus dem Mund des Heiligen, gepriesen sei er, kommt, auch wenn nur bedingungsweise, wird von ihm277Auch wenn die Bedingung nicht in Erfüllung geht.widerrufen.", "Woher dies? – Von unserem Meister Moše, denn es heißt:278Dt. 9,14.laß mich, ich will sie vertilgen &c. und dich zum mächtigen Volke machen; obgleich Moše diesbezüglich um Erbarmen flehte und es abwandte, erfüllte er [seine Verheißung] an dessen Nachkommen, wie es heißt:279iChr. 23,15.die Söhne Mošes waren Geršom und Elie͑zer, und die Söhne Elie͑zers waren Reḥabja, das Oberhaupt &c.; und die Söhne Reḥabjas mehrten sich überaus &c.", "Hierzu lehrte R. Joseph: Mehr als sechzig Myriaden, denn dies ist aus dem Worte mehren zu entnehmen; hier heißt es: sie mehrten sich überaus, und dort280Ex. 1,7.heißt es: die Kinder Jisraéls waren fruchtbar, wimmelten und mehrten sich281Cf. Ex. 12,37.." ], [ "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Seit dem Tage, da der Heilige, gepriesen sei er, die Welt erschaffen, gab es niemand, der den Heiligen, gepriesen sei er, Herr genannt hätte, bis Abraham kam und ihn Herr nannte, wie es heißt:282Gen. 15,8.und er sprach: O Herr, woran werde ich erkennen, daß ich es ererben werde?", "Rabh sagte: Auch Daniél wurde nur um Abrahams willen erhört, denn es heißt:283Dan. 9,17.so höre doch nun, o Gott, auf das Gebet und auf das Flehen deines Knechtes, und laß dein Antlitz über dein verwüstetes Heiligtum leuchten, um, des Herrn willen; er sollte ja um deinetwillen sagen, –", "vielmehr, um Abrahams willen, der dich Herr nannte.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Woher daß man einen Menschen während seines Zornausbruches nicht zu besänftigen suche? – es heißt:284Ex. 33,14.mein Zorn wird vorübergehen, und ich willfahre dir.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Seit dem Tage, da der Heilige, gepriesen sei er, seine Welt erschaffen, gab es niemand, der dem Heiligen, gepriesen sei er, gedankt hätte, bis Leá kam und ihm dankte, wie es heißt:285Gen. 29,35.diesmal danke ich dem Herrn.", "286Ib. 25,33.Reúben. R. Elea͑zar sagte: Leá sprach: Sehet [reú], welch ein Unterschied zwischen meinem Sohne [ben] und dem Sohne meines Schwiegervaters. Der Sohn meines Schwiegervaters verkaufte seine Erstgeburt freiwillig, wie es heißt: er verkaufte dem Ja͑qob seine Erstgeburt,dennoch, sehet, heißt es von ihm:287Ib. 27,41.E͑saw haßte Ja͑qob,", "ferner:288Ib. V. 36.er sprach: Man nennt ihn mit Recht Ja͑qob, denn er hat mich zweimal betrogen &c.;", "mein Sohn aber: obgleich Joseph ihm seine Erstgeburt gegen seinen Willen abgenommen hat, wie es heißt:289iChr. 5,1.als er das Bett seines Vaters entweihte, wurde seine Erstgeburt dem Joseph gegeben, dennoch beneidete er ihn nicht, wie es heißt:290Gen. 37,21.als Reúben dies hörte, rettete er ihn aus ihrer Hand.", "Ruth. Warum [heißt sie] Ruth? R. Joḥanan erklärte: Weil ihr beschieden war, daß David, der den Heiligen, gepriesen sei er, mit Liedern und Lobgesängen letzte291Der Name Ruth wird von רוה, letzen, laben, sättigen, abgeleitet., ihr entstammte.", "Woher, daß Namen vorbedeutend sind? R. Elea͑zar erwiderte: Es heißt:292Ps. 46,9.gehet, schauet die Werke des Herrn, der Verwüstungen auf Erden gemacht; lies nicht Šamoth [Verwüstungen], sondern Šemoth [Namen].", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Schlimmer ist böse Zucht im Hause des Menschen, als der Krieg von Gog293G. u. M. (mit Bezug auf Ez. 38,2ff.) sind zwei Völker, die, der Sage nach, vor Ankunft des Messias einen die ganze Welt verheerenden Krieg führen werden.und Magog. Es heißt:294Im Betreff des mißratenen Sohnes; Ps. 3,1.ein Gesang Davids, als er vor seinem Sohne Abšalom floh, und hierauf folgt: Herr, wie zahlreich sind meine Feinde, wie viel, die gegen mich auftreten! Vom Krieg von Gog und Magog aber heißt es nur:295Ib. 2,1.warum toben die Völker, die Nationen sinnen Eitles, es heißt aber nicht: wie zahlreich sind meine Feinde.", "Ein Gesang Davids, als er vor seinem Sohne Abšalom floh. – Ein ‘Gesang’ Davids, es hätte ja ein ‘Klagelied’ Davids heißen sollen!?", "R. Šimo͑n b. Abišalom erwiderte: Ein Gleichnis, womit dies zu vergleichen ist. Mit einem Menschen, auf den ein Schuldschein in den Verkehr gebracht wurde; bevor er ihn einlöst, ist er traurig, hat er ihn aber eingelöst, freut er sich.", "So auch David. Als der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm sagte: 296iiSam. 12,11.Siehe, ich lasse dir ein Unglück aus deinem Hause erstehen, war er traurig, denn er dachte: es wird vielleicht ein Sklave oder ein Bastard sein, der sich meiner nicht erbarmen wird; als er aber sah, daß es Abšalom war, freute er sich. Darum ein ‘Gesang’.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es ist erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen, denn es heißt:297Pr. 28,4.die die Lehre verlassen, rühmen den Frevler, die aber die Lehre wahren, reizen sie.", "Diesbezüglich wird gelehrt: R. Dostaj b. R. Mathon sagte: Es ist erlaubt, auf dieser Welt die Frevler zu reizen, denn es heißt: die die Lehre verlassen, rühmen den Frevler, die aber die Lehre wahren, reizen sie. Sollte dir jedoch jemand zuflüstern, es heißt ja:298Ps. 37,1.streite mit den Bösen nicht und beneide nicht die Übeltäter, so antworte ihm: so deutet [diesen Vers], dem das Herz299Wer sich sündig fühlt.klopft; vielmehr: wetteifere nicht mit den Bösen, um wie die Bösen zu sein, und beneide nicht die Übeltäter, um wie die Übeltäter zu sein.", "Ferner heißt es:300Pr. 23,17.dein Herz beneide die Sünder nicht, es verharre vielmehr täglich in der Furcht des Herrn. –", "Dem ist doch aber nicht so, R. Jiçḥaq sagte ja folgendes: Wenn du einen Frevler siehst, dem die Stunde lächelt, so reize ihn nicht, denn es heißt:301Ps. 10,5.seine Wege gedeihen allezeit. Und noch mehr, er wird auch bei Gericht begünstigt, denn es heißt:301Ps. 10,5.hoch, fern von ihm sind deine Strafgerichte. Und noch mehr, er sieht auch Rache an seinen Feinden, denn es heißt:301Ps. 10,5.all seine Feinde bläst er weg. –", "Das ist kein Einwand; dies gilt von eigenen Angelegenheiten, jenes von göttlichen302Wörtl. himmlischen.Angelegenheiten.", "Wenn du willst, sage ich: beides gilt von göttlichen Angelegenheiten, nur gilt dieses von einem Frevler, dem die Stunde lächelt, jenes aber von einem Frevler, dem die Stunde nicht lächelt.", "Wenn du aber willst, sage ich: beides gilt von einem Frevler, dem die Stunde lächelt, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn das eine gilt, von einem vollkommen Gerechten, und das andere gilt von einem unvollkommen Gerechten. R. Hona sagte nämlich: Es heißt:303Hab. 1,13.warum siehst du die Treulosen an, schweigest, wenn der Frevler den gerechteren als er verschlingt; kann etwa der Frevler den Gerechten verschlingen, es heißt ja:304Ps. 37,33.der Herr verläßt ihn nicht in seiner Hand, ferner:305Pr. 12,21.dem Gerechten begegnet kein Unheil!? Vielmehr einen, der gerechter ist als er, verschlingt er, einen vollkommen Gerechten verschlingt er nicht.", "Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es, wenn ihm die Stunde lächelt306RŠ. spricht von Frevlern im allgemeinen, RJ. aber von einem. dem das Glück besonders hold ist..", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wer für sein Gebet einen Platz bestimmt, dem unterliegen seine Feinde, denn es heißt:307iiSam. 7,10.ich werde einen Platz für mein Volk Jisraél bestimmen, ich pflanze es, daß es an seiner Stätte verharre; nicht wird es fortan beunruhigt werden, und nicht werden es ferner die Boshaften bedrücken wie vorher.", "R. Hona wies auf einen Widerspruch hin, es heißt: zu bedrücken, und es heißt [anderweitig308iChr. 17,9.:] zu309In unseren Texten heißt es לבלותו ermüden, aufreiben, die älteren Kommentare bemerken nichts; wahrscheinlich liegt hier ein Schreibfehler vor.vernichten!?", "Anfangs: zu bedrücken, später310Als sie gesündigt.: zu vernichten.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wichtiger ist die Pflege311Wörtl. Bedienung sc. der Gelehrten, der Umgang mit den Lehrern.der Tora, als das Studium derselben, denn es heißt:312iiReg. 3,11.hier ist Eliša͑, Sohn des Šaphaṭ, der auf die Hände des Elijahu Wasser gegossen. Es heißt nicht: gelernt, sondern: gegossen; dies lehrt, daß ihre Pflege wichtiger ist, als ihr Studium.", "R. Jiçḥaq sprach zu R. Naḥman: Weshalb kam der Meister nicht ins Bethaus, um zu beten? Dieser erwiderte: Ich konnte nicht. Jener sprach: Der Meister hätte ja zehn [Männer] versammeln können und beten!? Dieser erwiderte: Dies wäre mir zu beschwerlich. – So sollte der Meister dem Gemeindediener sagen, daß er zur Zeit, da die Gemeinde betet, komme und es dem Meister künde!?", "Dieser entgegnete; Wozu dies alles? Jener erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj:" ], [ "Es heißt:313Ps. 69,14.ich richte mein Gebet zu dir, o Herr, zur Zeit des Wohlwollens, die Zeit des Wohlwollens ist die Stunde, in der die Gemeinde betet.", "R. Jose b. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem:314Jes. 49,8.So spricht der Herr, zur Zeit des Wohlwollens habe ich dich erhört.", "R. Aḥa b. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem:315Ij. 36,5.Fürwahr, Gott verachtet die Mächtigen316Od. Zahlreichen, d. i. das Gebet der Gemeinde; eine ganz willkürliche Auslegung des Verses.nicht. Ferner heißt es:317Ps. 55,19.er erlöste meine Seele in Frieden aus dem Ansturm gegen mich, denn Viele waren mit mir.", "Desgleichen wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, das Gebet der Menge nicht verachtet? Es heißt: Gott verachtet die Mächtigen nicht. Ferner heißt es: er erlöste meine Seele in Frieden aus dem Ansturm gegen mich &c. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Wer sich mit der Tora und Liebeswerken bei aßt und mit der Gemeinde betet, dem rechne ich es an, als hätte er mich und meine Kinder von den weltlichen Völkern erlöst.", "Reš318Compositum von R. Šimo͑n b. Laqiš, zuweilen, besonders im jerušalemischen Talmud, aufgelöst; in vorliegender Übersetzung stets mit dem Text übereinstimmend.Laqiš sagte: Wer in einer Stadt ein Bethaus hat und nicht in dieses beten geht, heißt ein böser Nachbar, denn es heißt:319Jer. 12,14.so spricht der Herr: Über all meine bösen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das ich meinem Volke Jisraél zugeteilt habe. Und noch mehr, er verursacht auch Verbannung sich und seinen Kindern, denn es heißt:319Jer. 12,14.siehe, ich reiße sie aus ihrem Lande heraus, und das Haus Jehudas reiße ich aus ihrer Mitte.", "Man erzählte R. Joḥanan, daß es in Babylonien Greise gäbe. Dies wunderte ihn, und er sprach: Es heißt ja:320Dt. 11,21.auf daß sich mehren euere Tage und die Tage euerer Kinder im Lande, nicht aber außerhalb des Landes. Als man ihm aber sagte, daß sie früh morgens und spät abends im Bethause verweilen, sprach er: Das ist es, was ihnen dazu verhilft.", "So sagte auch R. Jehošua͑ b. Levi zu seinen Söhnen: Geht ins Bethaus morgens früh und [verweilet da] abends spät, damit ihr lange lebet. R. Aḥa b. R. Ḥanina sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:321Pr. 8,34.Heil dem Menschen, der auf mich hört, Tag für Tag an meinen Türen zu wachen, zu wahren die Pfosten meiner Türen, und darauf folgt: denn wer mich gefunden, hat Leben gefunden.", "R. Ḥisda sagte: Stets trete man zwei Türen in das Bethaus ein. – ‘Zwei Türen’, wie ist dies zu verstehen? – Sage vielmehr: zwei Türen weit322Man bleibe nicht an der Tür stehen., dann bete er.", "323Ps. 32,6.Darob bete jeder Fromme zu dir, zur Zeit des Findens. R. Ḥanina sagte: Zur Zeit des Findens, dies bezieht sich auf das Weib, denn es heißt:324Pr. 18,22.wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden.", "Wenn jemand im Westen ein Weib heimführte, pflegte man ihn folgendes zu fragen: ‘Gefunden’ oder ‘ich finde’? ‘Gefunden’, denn es heißt: wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden, er wird des Herrn Wohlwollen erzielen; ‘ich finde’, denn es heißt:325Ecc. 7,26.ich finde, daß das Weib bitterer ist als der Tod.", "R. Nathan erklärte: Zur Zeit des Findens, dies bezieht sich auf die Tora, denn es heißt:326Pr. 8,35.wer mich findet, findet Leben.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Zur Zeit des Findens, dies bezieht sich auf den Tod, denn es heißt:327Ps. 68,21.für den Tod sind (Ausgänge) [gefunden]328Ganz willkürliche Wortanspielung; תוצאות hängt etymologisch mit der Wurzel מצא, finden, nicht zusammen..", "Desgleichen wird gelehrt: Neunhundertdrei Todesarten sind in der Welt erschaffen worden, denn es heißt:328Ganz willkürliche Wortanspielung; תוצאות hängt etymologisch mit der Wurzel מצא, finden, nicht zusammen.für den Tod sind Toçaoth [Ausgänge] vorhanden; ‘Toçaoth’ hat diesen Zahlenwert329Der Zahlenwert der Buchslaben des Wortes תוצאות beträgt 903.. Die schwerste unter allen ist die Bräune, die leichteste unter allen ist der Kuß[tod]. Die Bräune gleicht einem Dornstrauch in einem Bündel Wolle, den man rückwärts herauszieht. Manche sagen, einem Schiffstau in der Schlundöffnung. Der Kuß[tod], wie man ein Haar aus der Milch zieht.", "R. Joḥanan erklärte: Zur Zeit des Findens, dies bezieht sich auf das Begräbnis. R. Ḥanina sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:330Ij. 3,22.die mit Frohlocken sich gefreut, sind froh, wenn sie ein Grab finden. Rabba b. R. Šilo sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Der Mensch bete um Frieden, selbst bis zum letzten Spaten [stich].", "Mar Zuṭra erklärte: Zur Zeit des Findens, dies bezieht sich auf den Abort331In Babylonien hatten sie in den Städten keine Aborte und mußten aufs Feld hinausgehen, was ihnen große Unbequemlichkeiten verursachte.. Im Westen sagten sie: Die Erklärung Mar Zuṭras ist die beste von allen.", "Raba sprach zu Raphram b. Papa: Möge uns doch der Meister einen von den schönen Aussprüchen sagen, die er im Namen des R. Ḥisda im Betreff des Bethauses gesagt hat.", "Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Ḥisda: Es heißt:332Ps. 87,2.der Herr liebt die Pforten Çijons vor allen Wohnungen Ja͑qobs; der Herr liebt die Pforten, die ausgezeichnet333Das im Text gebrauchte Verbum ist von ציון, Zeichen, abgeleitet.sind, durch die Halakha, mehr als die Bet- und Lehrhäuser.", "Das ist es, was R. Ḥija b. Ami im Namen U͑las gesagt hat: Seit dem Tage, an dem das Heiligtum zerstört wurde, hat der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Welt nichts weiter, als die vier Ellen334Der Raum des Menschen wird auf vier Ellen bemessen und gehört ihm.der Halakha.", "Abajje sagte: Anfangs pflegte ich zu Hause zu lernen und im Bethause zu beten, nachdem ich aber das gehört, was R. Ḥija b. Ami im Namen U͑las gesagt hat, seit dem Tage, an dem das Heiligtum zerstört wurde, habe der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Welt nichts weiter, als die vier Ellen der Halakha, bete ich nur da, wo ich lerne.", "R. Ami und R. Asi beteten, obgleich sie in Ṭiberias dreizehn Bethäuser hatten, dennoch nirgends anders als zwischen den Säulen, wo sie zu lernen pflegten.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Ami im Namen U͑las: Größer ist, der von seiner Arbeit genießt, als der Gottesfürchtige. Vom Gottesfürchtigen heißt es:335Ps. 112,1.Heil dem Manne, der den Herrn fürchtet, von dem aber, der von seiner Arbeit genießt, heißt es:336Ib. 128,2.wenn du von deiner Hände Arbeit issest, Heil dir und wohl dir, Heil dir in dieser Welt, und wohl dir in der zukünftigen Welt; von dem Gottesfürchtigen heißt es nicht: und wohl dir.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Ami im Namen U͑las: Stets wohne der Mensch im Wohnorte seines Lehrers, denn während der ganzen Zeit, da Šimi? b. Gera lebte, heiratete Šelomo nicht die Tochter des Pareo͑. –", "Es wird ja aber gelehrt, man wohne nicht!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn er sich seinem Lehrer unterwirft, das andere, wenn er sich ihm nicht unterwirft.", "R. Hona b. Jehuda sagte im Namen R. Menaḥems im Namen R. Amis: Es heißt:337Jes.1,28.Die den Herrn verlassen, werden zugrunde gehen. Dies bezieht sich auf den, der die Torarolle338Bei der Vorlesung des Wochenabschnittes am Šabbath.liegen läßt und hinausgeht.", "R. Abahu ging zwischen Mann und Mann339Der Wochenabschnitt wird in sieben Parašen (Kapitel) geteilt, und zum Vorlesen derselben wird je ein Mann aufgerufen, der vorher und nachher den Segensspruch herzusagen hat.hinaus.", "R. Papa fragte: Ist es zwischen den Versen [erlaubt]?", "Dies bleibt unentschieden.", "R. Šešeth wandte sein Gesicht ab340Beim Vorlesen des Wochenabschnittes.und lernte, indem er sagte: wir mit unserem und sie341Das Vorlesen aus der Torarolle sei nur für das Volk bestimmt.mit ihrem.", "R. Hona b. Jehuda sagte im Namen R. Amis: Stets beende man seinen Wochenabschnitt zusammen mit der Gemeinde, zweimal den Text und einmal die Übersetzung," ], [ "selbst A͑taroth342Num. 32,3; dh. selbst Eigennamen, die auch in der Übersetzung unverändert bleiben.und Dibon, denn dem, der seinen Wochenabschnitt mit der Gemeinde beendet, werden Tage und Jahre verlängert.", "R. Bebaj b. Abajje wollte sämtliche Wochenabschnitte des ganzen Jahres am Vortage des Versöhnungstages beenden, da trug ihm R. Ḥija b. Rabh aus Diphte folgende Lehre vor: Es heißt:343Lev. 23,32.ihr sollt am neunten des Monats, am Abend, euere Leiber kasteien;", "fastet man etwa am neunten, man fastet ja am zehnten!? Dies besagt dir vielmehr, daß die Schrift jedem, der am neunten ißt und trinkt, es anrechnet, als faste er am neunten und am zehnten.", "Er wollte sie sodann vorher lesen, da sprach ein Greis zu ihm: Es wird gelehrt: nur darf man sie nicht früher oder später lesen.", "So sagte auch R. Jehošua͑ b. Levi zu seinen Söhnen: Beendet euere Wochenabschnitte mit der Gemeinde, zweimal den Text und einmal die Übersetzung.", "Seid vorsichtig mit den Arterien344Daß diese beim Schächten durchschnitten werden.. Dies nach R. Jehuda, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, nur wenn man die Arterien durchschnitten hat.", "Und seid aufmerksam gegen einen Greis, der sein Wissen durch Zwang345Schuldlos, durch das hohe Alter; auch dieser muß geehrt werden.vergessen, denn wir sagen: die Tafeln und die Bruchstücke der Tafeln346Die Moše zerbrochen; cf. Ex. 32,19; Dt. 10,2.liegen in der Bundeslade.", "Raba sprach zu seinen Söhnen: Wenn ihr Fleisch schneidet, schneidet es nicht auf der Handfläche. Manche erklären, wegen der Gefahr, und manche erklären, wegen Besudelung der Mahlzeit.", "Setzt euch nicht auf das Lager einer Aramäerin. Und geht an einem Bethause nicht vorüber, wenn die Gemeinde betet. «Setzt euch nicht auf das Lager einer Aramäerin.» Manche sagen, [dies bedeute]: legt euch nicht nieder, ohne das Šema͑ gelesen zu haben; manche sagen: heiratet keine Proselytin; und manche sagen: wirklich [das Lager] einer Aramäerin,", "und zwar wegen des Ereignisses R. Papas. Einst besuchte nämlich R. Papa eine Nichtjüdin, und als sie ihm das Lager zurechtrückte347In Handschriften durchweg in der Mehrzahl, wonach mehrere Personen anwesend waren; dies scheint jedoch eine absichtl. Änderung zu sein. Übrigens ist diese ganze Erzählung ein späteres Einschiebsel.und ihn zum Sitzen aufforderte, sprach er zu ihr: Ich setze mich nicht eher, als bis ihr das Lager aufgedeckt habt. Da deckten sie das Lager auf und fanden darin ein totes Kind. Daher sagten die Weisen, es sei verboten, sich auf das Lager einer Aramäerin zu setzen.", "«Geht an einem Bethause nicht vorüber, wenn die Gemeinde betet.» Dies ist eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es ist einem verboten, an einem Bethause vorüber zu gehen, wenn die Gemeinde betet.", "Hierzu sagte Abajje: Dies nur dann, wenn keine andere Tür da ist, wenn aber eine andere Tür da ist, ist nichts dabei. Auch nur dann, wenn kein anderes Bethaus da ist, wenn aber ein anderes Bethaus da ist, ist nichts dabei. Endlich nur dann, wenn man weder eine Last trägt, noch läuft, noch Tephillin anhat, ist aber eines von diesen der Fall, so ist nichts dabei.", "Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Bei drei Handlungen liebe ich die Meder: wenn sie Fleisch schneiden, schneiden sie es nur auf dem Tisch; wenn sie küssen, küssen sie nur auf die Hand, und wenn sie sich beraten, beraten sie sich nur auf dem Felde.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:348Gen. 31,4.da schickte Ja͑qob und ließ Raḥel und Leá nach dem Felde zu seinen Schafen rufen.", "Es wird gelehrt: R. Gamliél sagte: Um drei Dinge liebe ich die Perser: sie sind reinlich beim Speisen, züchtig im Abort und keusch bei jener349Euphem. für Beischlaf. Sache.350Jes. 13,3.\n", "Ich habe meinen Geweihten geboten. R. Joseph lehrte: Das sind die Perser, die geweiht und vorbereitet sind für das Fegefeuer.", "R. GAMLIÉL SAGT. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Gamliél.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Zuweilen liest jemand das Šema͑ beide Male bei Nacht, einmal vor Aufgang der Morgenröte und einmal nach Aufgang der Morgenröte, und er entledigt sich seiner Pflicht: einmal für das des Tages und einmal für das der Nacht. –", "Dies widerspricht ja sich selbst: du sagst, zuweilen liest jemand das Šema͑ beide Male bei Nacht, wonach [die Zeit] nach Aufgang der Morgenröte zur Nacht gehört, später aber sagst du, er entledige sich seiner Pflicht: einmal für das des Tages und einmal für das der Nacht, wonach diese zum Tage gehört!? –", "Nein, tatsächlich gehört sie zur Nacht, dennoch nennt er sie Tag, weil es Leute gibt, die zu dieser Zeit aufstehen.", "R. Aḥa b. Ḥanina sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimon b. Joḥaj.", "Manche beziehen [die Worte] des R. Aḥa b. Ḥanina auf folgende Lehre: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte im Namen R. Aqibas: Zuweilen liest jemand das Šema͑ beide Male am Tage, einmal vor Sonnenaufgang und einmal nach Sonnenaufgang, und er entledigt sich seiner Pflicht: einmal für das des Tages und einmal für das der Nacht. –", "Dies widerspricht ja sich selbst: du sagst, zuweilen liest jemand das Šema͑ beide Male am Tage, wonach [die Zeit] vor Sonnenaufgang zum Tage gehört, später aber sagst du, er entledige sich seiner Pflicht: einmal für das des Tages und einmal für das der Nacht, wonach diese Zeit zur Nacht gehört!? –" ], [ "Nein, talsächlich gehört sie zum Tage, dennoch nennt er sie Nacht, weil es Leute gibt, die zu dieser Zeit schlafen.", "R. Aḥa b. R. Ḥanina sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n, der es im Namen des R. A͑qiba lehrte. R. Zera sagte: Jedoch lese er351Wer das Abendšema͑ bei Tagesanbruch liest.nicht [das Gebet] ‘Laß uns niederlegen’.", "Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er: Das, was R. Aḥa b. R. Ḥanina im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi gesagt hat, ist nicht ausdrücklich gesagt worden, sondern aus einem Schlüsse gefolgert.", "Einst hatten sich nämlich ein paar Jünger bei der Hochzeit eines Sohnes des R. Jehošua͑ b. Levi betrunken352Sie schliefen dann bis Sonnenaufgang, ohne das Šema͑ gelesen zu haben., und als sie zu R. Jehošua͑ b. Levi353Und fragten, ob sie noch das Šema͑ lesen dürfen.kamen, sagte er: R. Šimo͑n ist es wert, daß man sich auf ihn in einem Notfalle verlasse.", "EINST KAMEN SEINE SÖHNE &C.", "Hatten sie denn bis dahin die Lehre R. Gamliéls nicht gekannt!? –", "Sie sprachen zu ihm wie folgt: streiten die Rabbanan354Wie Tannaím, ursprüngl. Lehrer, Mišnalehrer; später auch Gelehrtenjünger, Schüler. In vorliegender Übersetzung entsprechend übertragen.gegen dich, und wenn ein Einzelner gegen eine Mehrheit streitet, so ist die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden, oder sind die Rabbanan ebenfalls deiner Ansicht und sagen nur deshalb: bis Mitternacht, um den Menschen von einer Übertretung fernzuhalten? Darauf erwiderte er ihnen: Die Rabbanan sind meiner Ansicht, und ihr seid [zu lesen] verpflichtet, und nur deshalb sagen sie: bis Mitternacht, um den Menschen von einer Übertretung fernzuhalten.", "UND NICHT NUR DIESBEZÜGLICH SAGTEN SIE DIES, SONDERN &C.", "Ist R. Gamliél denn der Ansicht: bis Mitternacht, daß er sagt: und nicht nur diesbezüglich sagten sie dies!? –", "Vielmehr, R. Gamliél sprach zu seinen Söhnen, wie folgt: selbst nach den Rabbanan, die bis Mitternacht sagen, reicht das Gebot, bis die Morgenröte aufsteigt, und nur deshalb sagen sie: bis Mitternacht, um den Menschen von einer Übertretung fernzuhalten.", "DAS GEBOT DER AUFRÄUCHERUNG DES FETTES.", "Das Essen des Pesaḥopfers355Des Opferlammes des (cf. Ex. Kap. 12) Pesaḥ festes; Pesaḥ ist der Name des Festes sowie des Opfers.aber nennt er nicht.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Das Gebot des Šema͑lesens am Abend, des Lobliedes an den Pesaḥabenden und des Essens des Pesaḥopfers, bis die Morgenröte aufsteigt!?", "R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Elea͑zar b. A͑zarja und das andere nach R. A͑qiba. Es wird nämlich gelehrt:356Ex. 12,8.Sie sollen das Fleisch in dieser Nacht essen. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Hier heißt es: in dieser Nacht, und dort357Ib. V. 12.heißt es: ich werde in dieser Nacht durch das Land Miçrajim ziehen; wie dort bis Mitternacht, so auch hier bis Mitternacht.", "R. A͑qiba entgegnete: Es heißt vorher:358Ib. V. 11.in Eile, bis zur Zeit der Eile359Die Zeit des Auszuges aus Ägypten, am Morgen.. Wieso heißt es demnach Nacht!? –", "Man könnte glauben, es sei gleich den geheiligten [Opfern] am Tage zu essen, daher heißt es Nacht, es darf nur bei Nacht gegessen werden, nicht aber am Tage. –", "Erklärlich ist es nach R. Elea͑zar b. A͑zarja, der eine Wortanalogie360נזירח שוה Schluß aus der Gleichheit, hermeneutische Regel, die Bestimmungen des einen Gesetzes auf ein anderes, selbst ganz verschiedenes, kraft der Wortanalogie zu beziehen.anwendet, daß die Schrift in dieser sagt, worauf aber deutet nach R. A͑qiba [das Wort] in dieser!? –", "Dieses schließt die darauffolgende Nacht aus. Man könnte glauben, daß, da das Pesaḥopfer zu den minderheiligen gehört und das Friedensopfer ebenfalls zu den minderheiligen Opfern gehört, wie das Friedensopfer während zweier Tage und einer Nacht gegessen werden darf, auch das Pesaḥopfer statt an zwei Tagen an zwei Nächten zu essen sei, mithin während zweier Nächte und eines Tages gegessen werden dürfe, so heißt es: in dieser Nacht, es darf nur m dieser Nacht gegessen werden, nicht aber darf es in der folgenden Nacht gegessen werden. –", "Und jener!? – Es heißt bereits:361Ex. 12,10.Morgen, somit ist kein Schriftvers zur Ausschließung der folgenden Nacht nötig. –", "Und der andere!? – Wenn nur dies, so könnte man glauben, Morgen heiße bis zum zweiten Morgen. –", "Und jener!? – Er kann dir erwidern: Unter ‘Morgen’ ist überall der nächstfolgende Morgen zu verstehen.", "", "Diese Tannaím [führen denselben Streit] wie jene Tannaím. Es wird gelehrt:362Dt. 16,6.Dort sollst du das Pesaḥopfer schlachten, am Abend bei Sonnenuntergang, zur Zeit, wo du aus Miçrajim zogst.", "R. Elie͑zer sagte: Am Abend sollst du es schlachten, bei Sonnenuntergang sollst du es essen, und in der Zeit, wo du aus Miçrajim359Die Zeit des Auszuges aus Ägypten, am Morgen.zogst, sollst du es363Was davon übrig bleibt; cf. Ex. 12,10.verbrennen. R. Jehošua͑ aber sagte: Am Abend sollst du es schlachten, bei Sonnenuntergang sollst du es zu essen beginnen, und mit dem Essen fortfahren kannst du bis zur Zeit, wo du aus Miçrajim zogst.", "R. Abba sagte: Alle stimmen überein, daß die Jisraéliten, als sie aus Miçrajim erlöst wurden, am Abend erlöst wurden, denn es heißt:364Dt. 16,1.der Herr, dein Gott, hat dich nachts aus Miçrajim geführt, und daß sie, als sie auszogen, am Tage auszogen, denn es heißt:365Num. 3,3.am Morgen nach dem Pesaḥfest zogen die Kinder Jisraél mit erhobener Hand aus,", "und sie streiten nur über die Zeit der Eile: R. Elea͑zar b. A͑zarja ist der Ansicht, unter ‘Eile’ sei die Eile Miçrajims366Beim Tod der Erstgeborenen, um Mitternacht, eilten sie, die Jisraéliten aus dem Lande zu entfernen; cf. Ex. 12,30ff.zu verstehen,", "und R. A͑qiba ist der Ansicht, unter ‘Eile’ sei die Eile Jisraéls367Am Morgen beim Auszug.zu verstehen.", "Desgleichen wird gelehrt: Der Herr, dein Gott, hat dich nachts aus Miçrajim geführt; zogen sie denn nachts aus, sie zogen ja am Tage aus, wie es heißt: am Morgen nach dem Pesaḥfest zogen die Kinder Jisraél mit erhobener Hand aus!? Dies lehrt vielmehr, daß die Erlösung schon am Abend begonnen hatte.", "368Ex. 11,2.Rede doch in die Ohren des Volkes &c. In der Schule R. Jannajs wurde gesagt: ‘Doch’ ist nichts anderes als der Ausdruck einer Bitte; der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Ich bitte dich, geh und sprich zu den Jisraéliten: ich bitte euch, fordert von den Miçrijim Gold- und Silbergeräte," ], [ "damit nicht jener Gerechte369Der Erzvater Abraham.sage: [Die Verheißung,]370Gen. 15,13.man wird sie knechten und bedrücken, hat er an ihnen erfüllt, [die Verheißung,]370Gen. 15,13.nachher werden sie mit großem Besitztum ausziehen, hat er an ihnen nicht erfüllt.", "Da sprachen sie371Die Jisraéliten zu Moše.zu ihm: O, daß doch wir selbst hinauskommen könnten! Ein Gleichnis. Wenn man zu einem Menschen, der im Gefängnis eingesperrt ist, sagt: morgen wird man dich aus dem Gefängnis herausholen und dir viel Geld geben, so erwidert dieser: befreiet mich heute, und ich verlange nichts.", "372Ex. 12,36.Und sie liehen ihnen. Hierzu sagte R. Ami: Dies373Die im Texte gebrauchte kausative Hiphilform: sie machten sie leihen.lehrt, daß sie sie wider ihren Willen zu leihen genötigt haben. Manche sagen, wider den Willen der Miçrijim, und manche sagen, wieder den Willen der Jisraéliten.", "Manche sagen, wider den Willen der Miçrijim, denn es heißt: 374Ps. 68,13.und die Mitbewohnerin des Hauses teilt die Beute, und manche sagen, wider den Willen der Jisraéliten wegen der Last375Um ihnen den Auszug zu erschweren..", "376Ex. 12,36.Und sie leerten Miçrajim. Hierzu sagte R. Ami: Dies lehrt, daß sie es wie ein Netz377Wegen der Wortähnlichkeit des Verbums נצל mit מצולח, Meerestiefe, bzw. מצודח, Netz.machten, das keine Getreidekörner mehr hat. Reš Laqiš sagte: Sie machten es wie eine Meerestiefe377Wegen der Wortähnlichkeit des Verbums נצל mit מצולח, Meerestiefe, bzw. מצודח, Netz., die keine Fische hat.", "378Ex. 3,14.Ich werde sein, der ich sein werde. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Gehe hin und sage den Jisraéliten: Ich werde mit euch in dieser Knechtschaft sein, und ich werde mit euch in der Knechtschaft der [späteren] Regierungen sein.", "Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, es genügt die Not zu ihrer Zeit379Sie braucht nicht schon vorher angekündigt zu werden.. Der Heilige, gepriesen sei er, erwiderte: Geh und sage ihnen: ‘Ich werde sein’ hat mich zu euch geschickt.", "380iReg. 18,37.Erhöre mich, o Herr, erhöre mich. R. Abahu sagte: Weshalb rief Elijahu zweimal ‘erhöre mich’? Dies lehrt, daß Elijahu vor dem Heiligen, gepriesen sei er, sprach: Herr der Welt, erhöre mich, daß ein Feuer vom Himmel herabkomme und alles verzehre, was sich auf dem Altar befindet, und erhöre mich, daß du ihre [bösen] Gedanken abwendest, damit sie nicht sagen, es sei Zauberwerk. Daher heißt es: 380iReg. 18,37.du hast ihr Herz rückwärts gewendet.", "ii VON WANN AN LIEST MAN DAS ŠEMA͑ AM MORGEN? – SOBALD MAN ZWISCHEN PURPURBLAU UND WEISS UNTERSCHEIDEN KANN; R. ELIE͑ZER SAGT, ZWISCHEN PURPURBLAU UND LAUCHGRÜN. MAN BEENDE ES BIS SONNENAUFGANG; R. JEHOŠUA͑ SAGT, BIS DREI STUNDEN60Nach Sonnenaufgang liest man das Šema͑ am Morgen., DENN KÖNIGE PFLEGEN IN DER DRITTEN STUNDE AUFZUSTEHEN.", "WER VON DA AB LIEST, HAT NICHTS VERLOREN, ALS WENN JEMAND IN DER TORA LIEST.", "GEMARA. Was heißt: zwischen purpurblau und weiß; wollte man sagen, zwischen einem weißen (Wollbündel) und einem purpurblauen Wollbündel, so ist dies ja auch nachts zu unterscheiden!? – Vielmehr, zwischen blau und weiß, das daran381Wahrscheinlich ist hier, wie schon Maimonides bemerkt, der weiße, blau oder schwarz gestreifte Gebetmantel gemeint..", "Es wird gelehrt: R. Meír sagt, sobald man zwischen einem Wolfe und einem Hunde unterscheiden kann; R. A͑qiba sagt, zwischen einem Esel und einem Waldesel; Andere sagen, sobald man seinen Nächsten in einer Entfernung von vier Ellen sehen und erkennen kann.", "R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die Anderen. Abajja sagte: Bezüglich des Gebetes, wie die Anderen; bezüglich des Šema͑lesens, wie die Erzfrommen. R. Joḥanan sagte nämlich, die Erzfrommen pflegten es mit Sonnenaufgang zu beenden.", "Desgleichen wird gelehrt: Die Erzfrommen pflegten es mit Sonnenaufgang zu beenden, um das Gebet an den Erlösungssegen anschließen zu können; man betet dann bei Tage.", "R. Zera sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:382Ps. 72,5.sie mögen dich mit der Sonne fürchten, auch vor dem Monde, von Geschlecht zu Geschlecht.", "R. Jose b. Eljaqim bekundete im Namen der heiligen Gemeinde zu Jerušalem: Wer das Gebet an den Erlösungssegen anschließt, kommt den ganzen Tag nicht zu Schaden. –", "Dem ist ja nicht so; R. Zera sagte ja: Ich schließe ihn an, dennoch kam ich zu Schaden. Man erwiderte ihm: Dein Schaden bestand wohl darin, daß du eine Myrte in den königlichen Palast bringen mußtest, aber du solltest noch eine Belohnung entrichten, um das Gesicht des Königs zu schauen. R. Joḥanan sagte nämlich: Man sei stets bestrebt, den jisraélitischen Königen entgegenzueilen, und nicht nur jisraélitischen Königen, sondern auch Königen der weltlichen Völker, denn, wenn es ihm beschieden sein383Das messianische Reich zu sehen.sollte, wird er zwischen den jisraélitischen Königen und den Königen der weltlichen Völker unterscheiden können.", "R. Elea͑ sagte zu U͑la: Wenn du nach dort384Nach Palästina, das höher liegt als Babylonien.hinaufgehst, so grüße meinen Bruder R. Bruna in Gegenwart der ganzen Genossenschaft, denn er ist ein großer Mann und freut sich der Gebote. Eines Tages hatte er das Gebet an den Erlösungssegen angeschlossen, und den ganzen Tag wich das Lächeln nicht von seinem Munde.", "Wieso kann man anschließen, R. Joḥanan sagte ja, daß man zu Beginn sage:118Ps. 51,17.Herr, öffne meine Lippen, und zum Schluß:119Ps. 19,15.Es mögen die Worte meines Mundes zum Wohlgefallen sein!?", "R. Elea͑zar erwiderte: Dies385Die Vorschrift RJ.sgeschehe beim Abendgebet. –", "R. Joḥanan sagte ja aber, ein Kind der zukünftigen Welt sei derjenige, der den Erlösungssegen des Abends an das Gebet des Abends anschließt!? –", "Vielmehr erwiderte R. Elea͑zar, dies geschehe beim Nachmittagsgebet.", "R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, bei allen [Gebeten], denn da die Rabbanan sie zum Gebete gefügt haben, so ist es als verlängertes Gebet zu betrachten.", "Wie könnte man, wolltest du nicht so sagen, es abends anschließen, wo man ja [das Gebet] ‘Laß uns niederlegen’ hersagen muß!? Vielmehr, wie [das Gebet] ‘Laß uns niederlegen’ als verlängerter Erlösungssegen betrachtet wird, weil die Rabbanan es angeordnet haben, ebenso ist es hierbei, da die Rabbanan sie386Die Formel ‘Herr öffne meine Lippen’.zum Gebete gefügt haben, als verlängertes Gebet zu betrachten. –", "Merke [die Formel:] Es mögen zum Wohlwollen sein die Worte meines Mundes, paßt ja zu Beginn wie zum Schluß, weshalb haben sie die Rabbanan nach dem Achtzehngebet angeordnet, sollte man sie vorher sagen!?", "R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte; Da David sie erst nach achtzehn Abschnitten gesagt hat, so haben auch die Rabbanan sie nach dem Achtzehngebet angeordnet. –", "Wieso achtzehn, es sind ja neunzehn387Die genannte Formel ist der letzte Vers des 19. Kapitels.!? –", "[Der Psalm] Heil dem Manne und [der Psalm] Warum toben die Völker388Die zwei ersten Psalmen.sind ein Abschnitt.", "R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, sagte nämlich: Hundertdrei Psalmen hatte David gesagt, doch sagte er nicht eher ‘Halelujah’, als bis er die Niederlage der Frevler gesehen, denn es heißt:389Ps. 104,35.Mögen die Sünder von der Erde verschwinden und die Frevler nicht mehr da sein; preise, meine Seele, den Herrn, Halelujah,", "Es sind ja nicht hundertdrei, sondern hundertvier390Der angezogene Schriftvers befindet sich im 104. Kapitel.!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß [der Psalm] Heil dem Manne und [der Psalm] Warum toben die Völker ein Abschnitt sind.", "Ebenso sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Joḥanans:" ], [ "Jeden Psalm, der David besonders lieb war, begann er mit ‘Heil’ und schloß ihn mit ‘Heil’; er begann ihn mit ‘Heil’, wie es heißt: Heil dem Manne, und er schloß ihn mit ‘Heil’, wie es heißt:391Ps. 2,12; letzter Vers des 2. Psalmes; hieraus folgt, daß beide Psalmen ein Abschnitt sind.Heil allen, die in ihm Schutz suchen.", "In der Nachbarschaft des R. Meír wohnten Rohlinge392Barjone, ursprüngl. wohl Name einer Kriegspartei in Jerušalem (cf. Git. 56a u. meine Anm. daselbst); später übertragen Rohlinge, Strolche., die ihn sehr quälten, und R. Meír flehte wider sie, daß sie stürben. Da sprach seine Frau Berurja zu ihm: Du stützest dich wohl auf den Schriftvers:393Ps.104,35.mögen schwinden die Sünden, aber es heißt nicht Sünder, sondern Sünden.", "Und beachte ferner den Schluß des Verses: und die Frevler werden nicht mehr da sein; sind die Sünden vernichtet, so sind auch keine Frevler mehr da. Flehe vielmehr für sie um Erbarmen, daß sie Buße tun.", "Hierauf flehte er für sie um Erbarmen, und sie taten Buße.", "Ein Minäer sprach zu Berurja: Es heißt:394Jes.54,1.juble, Unfruchtbare, die nicht geboren; weil sie nicht geboren, soll sie jubeln!?", "Sie erwiderte ihm: Tor, beachte den Schluß des Verses, denn es heißt: denn zahlreicher sind die Kinder der Verlassenen als die Kinder der Vermählten, spricht der Herr.", "[Die Worte:] unfruchtbare, die nicht geboren, sind also zu verstehen: Juble, Gemeinde Jisraél, die einer unfruchtbaren Frau gleicht, die nicht, wie ihr, Kinder für das Fegefeuer geboren hat.", "Ein Minäer sprach zu R. Abahu: Es heißt:395Ps. 3,1.ein Loblied Davids, als er vor seinem Sohne Abšalom floh, und weiter heißt es:396Ps. 57,1.ein Lied Davids, als er vor Šaúl in die Höhle floh. Welches Ereignis geschah zuerst? Das Ereignis mit Šaúl geschah ja zuerst, somit sollte er doch dieses zuerst geschrieben haben!?", "Dieser erwiderte: Euch, die ihr das Nebeneinanderstehen397Von Schriftstellen und Gesetzen, die nicht zusammen gehören.nicht zur Forschung verwendet, ist dies unerklärlich, uns aber, die wir das Nebeneinanderstehen zur Forschung verwenden, ist dies erklärlich.", "R. Joḥanan sagte nämlich: Wo ist das Nebeneinanderstehen aus der Tora zu entnehmen? – es heißt:398Ps. 111,8.nebeneinander stehen sie für immer und ewig, gemacht zu Treue und Recht,", "Der Abschnitt von Abšalom steht deshalb neben dem Abschnitt von Gog399Ps. 2 wird auf die messian. Kriege von G. u. M. bezogen; cf. Anm. 293.und Magog, damit, wenn jemand dir vorhält, ob es denn einen Sklaven gäbe, der sich gegen seinen Herrn auflehnt, du ihm entgegnest, ob es denn einen Sohn gäbe, der sich gegen seinen Vater auflehnt. Wie es diesen gegeben, so wird es auch jenen geben.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt:400Pr. 31,26.Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und die Lehre der Liebe ist auf ihrer Zunge. Auf wen bezüglich sprach Šelomo diesen Vers? – Er bezog ihn auf niemand anderes, als auf seinen Vater David, der in fünf Welten geweilt, und [jedesmal] ein Lied angestimmt hat.", "Als er im Leibe seiner Mutter weilte, stimmte er ein Lied an, wie es heiβt:401Ps. 103,1.Preise, meine Seele, den Herrn, und all mein Inneres402Das W. ‘Inneres’ bedeutet, daß er noch im Innern war.seinen heiligen Namen.", "Als er in den Weltenraum hinaustrat und die Sterne und Sternbilder betrachtete, stimmte er ein Lied an, wie es heißt:403Ps. 103,20ff.Preiset den Herrn, ihr Engel, Helden an Kraft, die ihr sein Werk ausführt, auf die Stimme seines Wortes zu hören. Preiset den Herrn, all seine Heerscharen &c.", "Als er an den Brüsten seiner Mutter saugte und ihre Zitzen betrachtete, stimmte er ein Lied an, wie es heißt:404Ib. V. 2.Preise, meine Seele, den Herrn, und vergiß nicht all seine Wohltaten405גמול entwöhntes Kind, Säugling.. –", "Worin bestehen diese Wohltaten? R. Abahu antwortete: Daß er [dem Weibe] die Brüste an den Ort der Vernunft406Neben dem Herzen, nicht wie bei anderen Säugetieren.setzte. –", "Weshalb? R. Jehuda erwiderte: Damit [das Kind] nicht die Schamstelle schaue. R. Mathna erwiderte: Damit es nicht aus der Stelle des Schmutzes sauge.", "Als er die Niederlage der Frevler sah, stimmte er ein Lied an, wie es heißt:407Ps.104,35.Es mögen schwinden die Sunden von der Erde und die Frevler nicht mehr da sein; preise, meine Seele, den Herrn; Halelujah.", "Als er den Tag des Sterbens betrachtete, stimmte er ein Lied an, wie es heißt:408Ib. V.1.Preise, meine Seele, den Herrn; o Herr, mein Gott, du bist sehr groß, mit Glanz und Herrlichkeit bekleidet. –", "Woher, daß dies sich auf den Tag des Sterbens bezieht? Rabba b. R. Šilo erwiderte: Dies geht aus der Fortsetzung hervor, wo es heißt:409Ib. V.29.Verbirgst du sein Antlitz, so erschrecken sie &c.", "R. Šimi b. U͑qaba, manche sagen. Mar U͑qaba, pflegte bei R. Šimo͑n b. Pazi anwesend zu sein, der vor R. Jehošua͑ b. Levi Agada410Homiletische Auslegung der Schrift; meist mit Haggada (Mythe, Erzählung) verwechselt, sodaß beide Worte abwechselnd und willkürlich gebraucht werden, für alle Bestandteile der Talmud- u. Midrašliteratur, die nicht zur Halakha gehören.vortrug. Dieser sprach zu ihm: Was bedeutet der Schriftvers: Preise, meine Seele, den Herrn, und all mein Inneres seinen heiligen Namen? Jener erwiderte: Komm und sieh, wie die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, nicht der Handlungsweise des Menschen gleicht. Ein Mensch malt eine Figur an die Wand, kann aber nicht Geist und Seele, Inneres und Eingeweide in diese bringen; nicht so aber der Heilige, gepriesen sei er: er bildet eine Figur in einer Figur, und doch bringt er in diese Geist und Seele, Inneres und Eingeweide. Dies ist es, was Ḥanna gesagt hat:411iSam. 2,2.Es gibt keinen Heiligen, wie der Herr, denn niemand ist außer dir; und es gibt keinen Schöpfer, wie unser Gott.", "Was heißt: es gibt keinen Schöpfer [çur] wie unser Gott? – es gibt keinen Bildner [çajar] wie unser Gott. –", "Was bedeuten [die Worte]: niemand ist außer dir? R. Jehuda b. Menasja erwiderte: Man lese nicht: niemand biltekha [außer dir], sondern: niemand lebalotheka, [der dich überdauert412Eigentlich: ermüdet, verbraucht, morsch macht.]. Denn nicht gleicht die Eigenschaft des Heiligen, gepriesen sei er, der Eigenschaft des Menschen. Den Menschen überdauert das Werk seiner Hände, der Heilige, gepriesen sei er, überdauert seine Werke.", "Dieser entgegnete: Ich fragte dich folgendes: bezüglich wessen sagte David fünfmal: Preise meine Seele? – Er bezog sie auf niemand anders, als auf den Heiligen, gepriesen sei er, und die Seele.", "Wie der Heilige, gepriesen sei er, die ganze Welt füllt, so füllt auch die Seele den ganzen Körper; wie der Heilige, gepriesen sei er, sieht und nicht gesehen wird, so sieht auch die Seele und wird nicht gesehen; wie der Heilige, gepriesen sei er, die gesamte Welt ernährt, so ernährt auch die Seele den ganzen Körper; wie der Heilige, gepriesen sei er, rein ist, so ist auch die Seele rein; wie der Heilige, gepriesen sei er, in den innersten Gemächern wohnt, so wohnt auch die Seele in den innersten Gemächern. Daher komme die, in der diese fünf Eigenschaften vereinigt sind, und preise den, in dem diese fünf Eigenschaften vereinigt sind.", "R. Hamnuna sagte: Es heißt:413Ecc. 1,8.Wer ist dem Weisen gleich, und wer kennt die Lösung der Dinge. Wer ist dem Heiligen, gepriesen sei er, gleich, der eine Lösung kannte bei den beiden Frommen, zwischen Ḥizqijahu und Ješa͑jahu [zu schlichten]. Ḥizqijahu sagte nämlich: Ješa͑jahu besuche mich, denn so finden wir es auch bei Elijahu, daß er Aḥáb besuchte, wie es heißt:414iReg. 18,2.und Elijahu ging hin, um vor Aḥáb zu erscheinen; Ješa͑jahu aber sagte: Ḥizqijahu besuche mich, denn so finden wir es auch bei Jehoram, dem Sohne Aḥábs, daß er den Eliša͑ besuchte.", "Was tat der Heilige, gepriesen sei er? – er brachte Züchtigungen über Ḥizqujahu und sprach zu Ješa͑jahu: Geh und besuche den Kranken. Denn es heißt:415Jes. 38,1.In jenen Tagen erkrankte Ḥizqijahu zum Sterben, und der Prophet Ješa͑jahu, Sohn des Amoç, kam zu ihm und sprach: So sprach der Herr der Heerscharen: Bestelle dein Haus, denn sterben wirst du und nicht leben. Was heißt: denn sterben wirst du und nicht leben? – Sterben wirst du, in dieser Welt, und nicht leben, in der zukünftigen Welt. Er sprach zu ihm: Weshalb dies alles?", "Jener erwiderte: Weil du nicht die Fortpflanzung gepflegt hast. Dieser sprach: Weil ich im heiligen Geist geschaut, daß mir ungeratene Kinder entstammen werden.", "Jener entgegnete: Was gehen dich die Geheimnisse des Allbarmherzigen an? Du solltest tun, was dir geboten, und der Heilige, gepriesen sei er, mag tun, was ihm gefällt.", "Dieser sprach: So gib mir deine Tochter, vielleicht bewirken meine und deine Verdienste zusammen, daß mir geratene Kinder entstammen. Jener erwiderte: Das Unheil ist bereits über dich verhängt worden. Da sprach er: Sohn Amoç, höre auf mit deiner Weissagung und geh.", "Folgendes ist mir aus dem Hause meines Ahnherrn überliefert: Selbst wenn ein scharfes Schwert schon auf dem Halse des Menschen ruht, verzweifle er an der Barmherzigkeit nicht.", "Auch wurde gelehrt: R. Joḥanan und R. Elie͑zer sagten beide: Selbst wenn ein scharfes Schwert schon auf dem Halse des Menschen ruht, verzweifle er an der Barmherzigkeit nicht, denn es heißt:416Ij. 13.15.wenn er mich auch tötet, hoffe ich dennoch auf ihn." ], [ "R. Ḥanan sagte: Selbst wenn der Traumengel zu einem Menschen sagt, daß er morgen sterben werde, verzweifle er nicht an der Barmherzigkeit, denn es heißt:417Ecc. 5,6.wo viele Träume, da Eitelkeit und viele Worte; vielmehr fürchte Gott418Aus Rücksicht für die Ehre Ḥizqijahus (vgl. Lebrecht, Lesarten p. 5 f.) wurde an dieser Stelle in den gedruckten Talmudausgaben die Erzählung von der Ungeratenheit der Söhne Ḥizqijahus fortgelassen; diese ist in Handschriften sowie im E͑n Jisraél erhalten: Schließlich gab er ihm seine Tochter, und es entstammten ihm Menaše und Rabšaqe. Eines Tages nahm er sie auf die Schulter und brachte sie in das Lehrhaus. Da sagte der eine: Die Glatze des Vaters ist geeignet, darauf Nüsse zu zerschlagen. Der andere sagte: Fische zu braten. Da schlug er sie zu Boden. Rabšaqe starb, Menaše starb nicht..", "Hierauf:419Jes. 38,2.da kehrte Ḥizqijahu sein Antlitz zur Wand und betete zum Herrn. –", "Worauf deutet [das Wort] Wand? R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte: Daß er aus den Wänden420Aus dem Innersten.seines Herzens [betete], wie es beißt: 421Jer. 4,19.mein Eingeweide, mein Eingeweide, ich bete aus den Wänden meines Herzens.", "R. Levi erwiderte: In betreff der Wand. Er sprach nämlich vor ihm: Herr der Welt, wenn du den Sohn der Šunamith, die nur eine kleine Wand422Für den Propheten Eliša͑, cf. iiReg. 4,10.gemacht hatte, wiederbelebt hast, um wieviel mehr mich, wo doch mein Ahnherr den ganzen Tempel mit Silber und Gold bedeckt hat! 423Jes. 38,3.Gedenke doch, daß ich vor dir gewandelt bin in Wahrheit und mit ganzem Herzen, und was recht ist in deinen Augen, habe ich getan. –", "Was bedeuten [die Worte]: und was recht ist in deinen Augen, habe ich getan? – R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Er hat den Erlösungssegen an das Gebet angeschlossen. R. Levi sagte, er habe das Heilmittelbuch424Angebl. vom König Šelomo geschrieben.versteckt.", "Die Rabbanan lehrten: Sechs Verfügungen traf der König Ḥizqijahu; in dreien stimmten sie ihm bei, in dreien stimmten sie ihm nicht bei.", "In dreien stimmten sie ihm bei: er versteckte das Heilmittelbuch, und sie stimmten ihm bei; er zertrümmerte die kupferne Schlange425Cf. Num. 21,9; beide Verfügungen, damit das Volk nur auf Gott vertraue., und sie stimmten ihm bei; er schleifte die Gebeine seines Vaters auf einer Strickbahre, und sie stimmten ihm bei.", "In dreien stimmten sie ihm nicht bei: er sperrte das Wasser des Gihon426Cf. iiChr. 32,30.ab, und sie stimmten ihm nicht bei; er zerschlug die Tempeltüren und schickte sie dem König427Cf. iiReg. 18,16.von Ašur, und sie stimmten ihm nicht bei; er machte den Nisan428Name des 7. resp. 1. Monats (cf. Rh. 10b) im jüdischen Kalender, ungefähr April.im Nisan zum Schaltmonat429Cf. iiChr. 30,2. Das jüdische Schaltjahr hat 13 Monate, und zwar wird der Schaltmonat zwischen Adar und Nisan eingeschoben u. führt den Namen 2. Adar. Nach dem Wortlaut ist hier zu verstehen, Ḥ. habe den bereits als Nisan geweihten Monat (sie hatten keinen festen Kalender u. der Neumond wurde beim Erscheinen geweiht) zum 2. Adar gemacht., und sie stimmten ihm nicht bei. –", "Kannte denn Ḥizqijahu nicht [den Schriftvers]:430Ex. 12,2.dieser Monat sei euch der erste der Monate, nur dieser soll Nisan sein, nicht aber soll ein anderer431Wenn der Nisan Schaltmonat (2. Adar) wird, so wird der ihm folgende Ijar zum Nisan.Nisan sein? –", "Vielmehr, er irrte sich in [der Lehre] Šemuéls. Šemuél sagte nämlich: Man mache am dreißigsten Tage des Adar das Jahr nicht mehr zum Schaltjahre, weil es möglich ist, daß man ihn zum Nisan432Falls Zeugen nachträglich bekunden, daß sie den Neumond gesehen.hinzuzieht. Er aber war der Ansicht, daß wir die Möglichkeit nicht berücksichtigen.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jose b. Zimra: Wer sich auf sein eigenes Verdienst beruft, bei dem berücksichtigt man das Verdienst anderer, und wer sich auf das Verdienst anderer beruft, bei dem berücksichtigt man sein eigenes Verdienst.", "Moše berief sich auf das Verdienst anderer, denn es heißt:433Ex. 32,13.gedenke doch deiner Knechte Abraham, Jiçḥaq und Jisraél, und man berücksichtigte sein eigenes Verdienst, denn es heißt: 434Ps. 106,23.er gedachte sie zu vertilgen, wenn ihm nicht sein Aaserwählter, Moše, in den Riß getreten wäre, um seinen Grimm abzuwenden, daß er nicht verderbe.", "Ḥizqijahu hingegen berief sich auf sein eigenes Verdienst, denn es heißt:435Jes. 38,3.gedenke doch, daß ich vor dir gewandelt, und man berücksichtigte bei ihm das Verdienst anderer, denn es heißt:436Ib. 37,35.ich werde diese Stadt schützen, sie zu retten, um meinetwillen und um meines Knechtes David willen. Das ist es, was R. Jehošua͑ b. Levi gesagt hat; denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte:437Ib. 38,17.Siehe, um den Frieden ist es mir bitter, o bitter; selbst zur Stunde, wo der Heilige, gepriesen sei er, ihm Frieden geschickt hatte, war es ihm bitter.", "438iiReg. 4,10.Wir wollen ein kleines Wandobergemach errichten.", "Rabh und Šemuél [streiten hierüber]. Einer sagt, es war ein offenes Obergemach, und sie bedachten es, und einer sagt, es war eine große Halle, und sie teilten sie in zwei Teile. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war eine Halle, daß es Wand439Da sie sie durch eine Wand teilten.heißt, was aber bedeutet Wand nach demjenigen, welcher sagt, es war ein offenes Obergemach!? –", "Daß sie es bedachten440קיר Wand, etymol. verwandt mit קרה bedachen.. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Obergemach, daß es Obergemach heißt, was aber bedeutet Obergemach nach demjenigen, welcher sagt, es war eine Halle!? –", "Das gemächlichste im Haus.", "438iiReg. 4,10.Und wir wollen ihm dort Bett, Tisch, Stuhl und Lampe hineinsetzen.", "Abajje, nach anderen, R. Jiçḥaq, sagte: Wer [von Fremden] genießen will, genieße, wie Eliša͑, wer aber nicht genießen will, genieße nichts, wie Šemuél aus Rama, denn es heißt:441Von Šemuél, iSam. 7,17.und er pflegte nach Rama zurückzukehren, denn dort hatte er sein Haus, worüber R. Joḥanan sagte, wo er hinging, führte er sein Haus mit sich.", "442iiReg. 4,9.Und sie sprach zu ihrem Manne: Siehe, ich weiß, daß er ein heiliger Gottesmann ist. R. Jose b. Ḥanina sagte: Hieraus, daß die Frau die Gäste besser erkennt als der Mann.", "Ein Heiliger. Woran merkte sie dies? – Rabh und Šemuél [streiten hierüber]. Einer sagt, sie bemerkte niemals eine Fliege über seinen Tisch fliegen, und einer sagt, sie hatte ein Linnentuch über sein Bett gebreitet und niemals daran Samenerguß bemerkt.", "Er ein Heiliger. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Er ist ein Heiliger, sein Diener ist kein Heiliger, denn es heißt:443iiReg. 4,27.und Geḥazi trat hinzu, sie wegzustoßen, und R. Jose b. R. Ḥanina sagte, er faßte sie beim Herrlichsten ihrer Reize444Bei den Brüsten. Das Verbum הדפח wird in חוד יפיה zerlegt..", "445iiReg. 4,9.Es zieht an uns beständig vorüber. R. Jose b. R. Ḥanina sagte im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Wer einen Schriftgelehrten in seinem Hause beherbergt und ihn von seinen Gütern genießen läßt, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er das beständige Opfer dargebracht.", "Ferner sagte R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Man stehe beim Beten nicht auf einem hohen Platze, sondern auf einem niedrigen (Platze), denn es heißt:446Ps. 130.1.aus den Tiefen rufe ich zu dir, o Herr.", "Desgleichen wird gelehrt: Man stehe beim Beten weder auf einem Stuhl, noch auf einem Schemel, noch auf sonst einem hohen Platze, sondern auf einem niedrigen (Platze), weil es vor Gott447Wörtl. Raum, dh. der Unendliche, der die ganze Schöpfung faßt.keine Erhöhung gibt, denn es heißt; aus den Tiefen rufe ich zu dir, o Herr; ferner:448Ps. 102,1.das Gebet eines Armen, der verschmachtet.", "Ferner sagte R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Der Betende muß seine Füße gerade richten, denn es heißt:449Ez. 1,7.und ihre Füße waren grade.", "R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Es heißt:450Lev. 19,26.esset nicht mit dem Blut: esset nicht, bevor ihr für euer Blut gebetet habt.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Wer vorher ißt und trinkt und nachher erst betet, über den sagt die Schrift:451iReg. 14,9.und mich hast du hinter deinen Rücken geschleudert, und man lese nicht gevekha [Rücken], sondern geékha [Übermut]. Der Heilige, gepriesen sei er, spricht: Nachdem sich dieser übermütig gemacht hat, unterwirft er sich der himmlischen Herrschaft.", "R. JEHOŠUA͑ SAGT, BIS DREI STUNDEN. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, wie R. Jehošua͑.", "WER VON DA AB LIEST, HAT NICHTS VERLOREN.", "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Er darf dann aber [das Gebet] ‘Schöpfer des Lichtes’ nicht lesen.", "Man wandte ein: Wer von da ab liest, hat nichts verloren, als wenn jemand in der Tora liest; jedoch sage er zwei Segenssprüche452Zu denen das Gebet ‘Schöpfer des Lichtes’ gehört. vorher und einen nachher. Dies ist eine Widerlegung R. Ḥisdas. Eine Widerlegung.", "Manche sagen: R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas: Unter ‘er hat nichts verloren’ ist zu verstehen, er habe die Segenssprüche nicht verloren. Desgleichen wird gelehrt: Wer von da ab liest, hat nichts verloren, als wenn jemand in der Tora liest; jedoch sage er zwei Segenssprüche vorher und einen nachher her.", "R. Mani sagte: Größer ist, wer das Šema͑ zur Zeit liest, als der, der sich mit der Tora befaßt. Er lehrt, wer von da ab liest, habe nichts verloren, [es sei] als wenn jemand in der Tora liest; demnach ist das rechtzeitige Šema͑lesen zu bevorzugen.", "iii DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, AM ABEND LESE MAN [DAS ŠEMA͑] ANGELEHNT, UND AM MORGEN STEHE MAN, DENN ES HEISST:453Dt. 6,7.wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst;", "DIE SCHULE HILLELS SAGT, JEDER LESE AUF SEINE WEISE, DENN ES HEISST:453Dt. 6,7.wenn du auf dem Wege gehst.", "WIESO ABER HEISST ES DEMNACH: wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst? – ZUR STUNDE, DA DIE MENSCHEN SICH NIEDERLEGEN, UND ZUR STUNDE, DA DIE MENSCHEN AUFSTEHEN.", "R. TRYPHON ERZÄHLTE: EINST BEFAND ICH MICH UNTERWEGS UND LEHNTE MICH AN, UM DAS ŠEMA͑ NACH DER ANSICHT DER SCHULE ŠAMMAJS ZU LESEN; ICH SETZTE MICH DER GEFAHR AUS, WIEGEN DER RÄUBER.", "MAN ERWIDERTE IHM: DU HAST ES VERDIENT, SELBER SCHULD ÜBER DICH ZU BRINGEN, WEIL DU DIE WORTE DER SCHULE HILLELS ÜBERTRETEN HAST." ], [ "GEMARA. Allerdings erklärt die Schule Hillels ihren Grund und [widerlegt] den Grund der Schule Šammajs, weshalb aber lehrt die Schule Šammajs nicht wie die Schule Hillels? –", "Die Schule Šammajs kann dir erwidern: demnach müßte die Schrift sagen: am Morgen und am Abend, es heißt aber: wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; [dies bedeutet:] beim Niederlegen wirklich liegend, beim Aufstehen, wirklich stehend. –", "Wofür verwendet die Schule Šammajs [die Worte] wenn du auf dem Wege gehst? –", "Dieses verwendet sie für die folgende Lehre: Wenn du in deinem Hause sitzest, ausgenommen derjenige, der sich mit der Ausübung eines Gebotes befaßt; wenn du auf dem Wege gehst, ausgenommen der Bräutigam. Hieraus folgerten die Weisen: wer eine Jungfrau ehelicht, ist [vom Šema͑lesen] frei, wer eine Witwe, ist verpflichtet.", "Wieso ist dies454Daß der sich mit der Ausübung eines Gebotes Befassende vom Šema͑ befreit ist.erwiesen?", "R. Papa erwiderte: Aus [dem Worte] Weg; wie der Weg Freigestelltes ist, so auch bei allem anderen, was freigestellt. –", "Es kann ja auch vorkommen, daß einer zur Ausübung eines Gebotes geht, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß er [das Šema͑] lese!? – Demnach sollte der Allbarmherzige schreiben: beim Sitzen und beim Gehen, wenn es aber heißt: wenn du sitzest und wenn du gehst, [so bedeutet dies:] wenn du für dich sitzest und für dich gehst, bist du verpflichtet, wenn aber zur Ausübung eines Gebotes, bist du befreit. –", "Denmach sollte das auch von dem gelten, der eine Witwe ehelicht!? –", "Jener455Der sich in größerer Aufregung befindet.ist zerstreut, dieser aber nicht. –", "Wenn dies von der Zerstreuung abhängt, sollte auch der [befreit sein], dessen Schiff im Meere456Dh. wer großen Schaden erlitten hat.unterging!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, wieso sagte demnach R. Abba b. Zabda im Namen Rabhs, der Leidtragende sei zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet, mit Ausnahme der Tephillin, weil es von ihnen Kopfschmuck heißt, denn es heißt:457Ez. 24,17.lege dir deinen Kopfschmuck an!? –", "Da ist er durch die Ausübung eines Gebotes zerstreut, hierbei aber durch Freigestelltes.", "(– Und die Schule Šammajs458Was schließt sie aus dem Satz: wenn du auf dem Wege gehst. Die Frage, sowie die folg. Antwort sind zu streichen.!? –", "Dies verwendet sie zur Ausschließung desjenigen, der zur Ausübung eines Gebotes geht.) –", "Und die Schule Hillels459Die das W. Weg mit Weise erklärt; woher entnimmt sie demnach, daß man das Šema͑ auch im Gehen lese.!? – Ich will dir sagen, es ist selbstverständlich, daß man es auch auf dem Wege lese.", "Die Rabbanan lehrten: Die Schule Hilleis sagt, man lese stehend, man lese sitzend, man lese angelehnt, man lese auf dem Wege gehend, und man lese Arbeit verrichtend. Einst waren R. Jišma͑él und R. Elea͑zar b. A͑zarja an einem Orte (beim Essen) beisammen. R. Jišma͑él angelehnt und R. Elea͑zar b. A͑zarja stehend; als die Zeit des Šema͑lesens heranreichte, lehnte sich R. Elea͑zar an und R. Jišma͑él richtete sich auf. Da sprach R. Elea͑zar b. A͑zarja zu R. Jišma͑él: Bruder Jišma͑él, ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Dies ist ebenso, als wenn man zu einem sagt: dein Bart ist schön gewachsen, und er erwidert: für die Rasierenden460Die gar keinen Bart haben; ostensiv anders als der andere. So sprachlich und logisch richtiger als die Erklärung Raschis.. So auch du. Solange ich stand, warst du angelehnt, jetzt aber, wo ich mich anlehne, richtest du dich auf.", "Dieser erwiderte: Ich handelte nach der Ansicht der Schule Hilleis, und du nach der Ansicht der Schule Šammajs. Und außerdem könnten die Schüler dies461Daß wir lehnend lesen.bemerken und die Halakha für immer so festsetzen.", "Wozu das ‘außerdem’!? –", "Du könntest erwidern: auch nach der Schule Hillels kann dies lehnend erfolgen. Aber dies nur dann, wenn man bereits angelehnt war, du aber hast bis jetzt aufrecht gestanden und dich erst jetzt angelehnt, somit könnte man glauben, hieraus sei erwiesen, daß wir es mit der Schule Šammajs halten, und wenn die Schüler dies bemerken, könnten sie die Halakha für immer so festsetzen.", "R. Jeḥezqel rezitierte: Wer nach der Lehre der Schule Šammajs verfährt, tut recht, und wer nach der Lehre der Schule Hillels verfährt, tut recht.", "R. Joseph aber sagt, wer nach der Lehre der Schule Šammajs verfährt, tut nichts, denn wir haben gelernt: Wenn jemand sich mit dem Haupte und dem größeren Teile des Körpers in der Festhütte462Während des 8 Tage dauernden Hüttenfestes muß eine vorschriftsmäßig rituell brauchbare Hütte dem erwachsenen Manne die Stelle der Wohnung (bei günstigem Wetter) vollständig vertreten., sein Tisch aber sich in der Wohnung463Wenn die Hütte sehr klein u. an der Wohnung angebaut ist.befindet, so ist [die Festhütte] nach der Schule Šammajs unbrauchbar und nach der Schule Hillels brauchbar.", "Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Einst besuchten ja die Ältesten der Schule Šammajs und die Ältesten der Schule Hillels den R. Joḥanan Ben-Heḥoranith, und als sie ihn mit dem Haupte und dem größeren Teile des Körpers in der Festhütte und den Tisch in der Wohnung trafen, sagten sie ihm nichts!?", "Diese erwiderten: Hieraus ein Beweis. Sie sagten auch zu ihm: Wenn du stets so verfährst, so hast du nie im Leben das Gebot des Hüttenfestes ausgeübt.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wer nach der Lehre der Schule Šammajs verfährt, ist des Todes schuldig, denn wir haben gelernt: R. Tryphon erzählte: Einst befand ich mich unterwegs und lehnte mich an, um das Šema͑ nach der Schule Šammajs zu lesen, und setzte mich der Gefahr aus, wegen der Räuber. Man erwiderte ihm: Du hast es verdient, selber Schuld über dich zu bringen, weil du die Worte der Schule Hillels übertreten hast.", "iv AM MORGEN SPRECHE MAN ZWEI SEGENSSPRÜCHE VORHER464Vor und nach dem Šema͑.UND EINEN NACHHER; AM ABEND SPRECHE MAN ZWEI VORHER UND ZWEI NACHHER, EINEN LÄNGEREN UND EINEN KÜRZEREN.", "WO SIE EINEN LANGEN SEGENSSPRUGH ANGEORDNET HABEN, DARF MAN NICHT KÜRZEN, UND WO SIE EINEN KURZEN ANGEORDNET HABEN, DARF MAN NICHT VERLÄNGERN; WO DIE SCHLUSSFORMEL465Die bekannte Formel ‘Gesegnet seist du &c.’ am Schluß des Segensspruches.ZU SPRECHEN, DARF MAN SIE NICHT FORTLASSEN, WO DIE SCHLUSSFORMEL NICHT ZU SPRECHEN, DARF MAN SIE NICHT HINZUFÜGEN.", "GEMARA. Welchen Segensspruch spreche man?", "R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Oša͑jas:" ], [ "‘Er bildet das Licht und schafft die Finsternis’. –", "Sage man doch: ‘Er bildet das Licht und schafft den Glanz’!? –", "Man spreche, wie es in der Schrift heißt466So heißt es Jes. 45,7..", "Sprechen wir etwa auch ‘Er stiftet Frieden und schafft Böses’, wie es in der Schrift466So heißt es Jes. 45,7.heißt!? Vielmehr heißt es in der Schrift ‘Böses’, und wir sagen beschönigend467Der Segen lautet: Er bildet das Licht und schafft die Finsternis, er stiftet den Frieden und schafft alles.‘alles’, ebenso sollte man beschönigend ‘Glanz’ sagen!?", "Vielmehr, erwiderte Raba, um das Kennzeichen des Tages bei Nacht und das Kennzeichen der Nacht bei Tage zu erwähnen. –", "Allerdings das Kennzeichen der Nacht bei Tage, wie wir gesagt; ‘Er bildet das Licht und schafft die Finsternis’, wieso aber das Kennzeichen des Tages bei Nacht468Der angezogene Segen wird nur morgens gelesen.!?", "Abajje erwiderte: [Man sagt469Im Segensspruche des Abends.ja:] ‘Er rollt hinweg das Licht vor der Finsternis und die Finsternis vor dem Lichte’. –", "Welcher ist der andere470Segensspruch, den man morgens vor dem Šema͑ liest.? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: [Das Gebet] ‘Mit großer Liebe’. So lehrte auch R. Elea͑zar seinen Sohn R. Pedath: ‘Mit großer Liebe’.", "Desgleichen wird gelehrt: Man sage nicht ‘Mit ewiger Liebe’, sondern ‘Mit großer Liebe’. Die Rabbanan aber sagen, man sage ‘Mit ewiger Liebe’, denn es heißt:471Jer. 31,3.ich liebte dich mit ewiger Liebe, daher zog ich dich mit Gnade heran.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wer früh aufsteht, um zu lernen, muß, wenn bevor er das Šema͑ gelesen hat, den Segensspruch sagen, und wenn nachdem er das Šema͑ gelesen hat, ihn nicht sagen, denn er ist bereits durch [das Gebet] ‘Mit großer Liebe’472In dem ebenfalls vom Studium der Tora gesprochen wird.davon befreit.", "R. Hona sagte: Zum Studium der Schrift und des Midraš473Wörtl. Auslegung, sc. der Schrift, hauptsächlich homiletischen Charakters, jedoch gibt es auch halakhische Midrašim.muß man den Segensspruch sagen, zum Studium des Talmud braucht man keinen zu sagen.", "R. Elea͑zar sagte: Zum Studium der Schrift und des Talmud muß man den Segensspruch sagen, zum Studium der Mišna braucht man keinen zu sagen.", "R. Joḥanan sagte: Auch zum Studium der Mišna muß man den Segensspruch sagen.", "", "R. Ḥija b. Aši erzählte nämlich: Oft stand ich vor Rabh, um (Abschnitte) aus dem Siphra474Wörtl. Buch. Name eines bekannten halakhischen Midraš zum Buche Leviticus; die Pluralform Siphre führt ein solcher zu den beiden Büchern Numeri u. Deuteronomium.der Schule Rabhs zu lernen. Er wusch zuerst seine Hände, las den Segensspruch und dann erst lehrte er uns den Abschnitt. –", "Wie lautet der Segensspruch? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: ‘Der uns geheiligt hat durch seine Gebote und uns befohlen hat, uns mit den Worten der Tora zu befassen’.", "R. Joḥanan beendete ihn also: ‘Laß angenehm sein, o Herr, unser Gott, die Worte deiner Tora in unserem Munde, sowie in dem Munde deines Volkes, des Hauses Jisraél. Mögen wir alle, unsere Nachkommen und die Nachkommen deines Volkes, des Hauses Jisraél, deinen Namen erkennen und uns mit deiner Tora befassen. Gepriesen seist du, o Herr, der sein Volk Jisraél die Tora lehrt’.", "R. Hamnuna sprach also: ‘Der uns von allen Völkern erwählt und uns seine Tora gegeben hat. Gepriesen seist du, o Herr, der du die Tora gegeben’. R. Hamnuna sagte: Dieser ist der beste unter den Segenssprüchen.", "Daher sage man sie alle.", "Dort haben wir gelernt: Der Vorgesetzte rief ihnen475Den tempeldiensttuenden Priestern beim Tempeldienst.zu: ‘Sprechet den einen Segensspruch’. Sodann sprachen sie ihn, lasen das Zehngebot, das ‘Šema͑476Anfangsworte der drei Šema͑abschnitte.-vehaja-vajjomer’, sprachen mit dem Volke drei Segenssprüche: ‘Wahr477Anfangsworte des Gebetes nach dem Šema͑.und feststehend’, den Tempeldienstsegen und den Priestersegen; am Šabbath fügten sie einen Segensspruch für die abtretende Priesterwache478Beim Wechsel des Wachpostens. hinzu. –", "Welchen einen Segensspruch? – R. Abba und R. Jose b. Abba trafen einst in einem Orte ein, und man fragte sie, welcher dieser eine Segensspruch sei; sie wußten es aber nicht. Da gingen sie und fragten es R. Mathna, aber auch er wußte es nicht. Als sie endlich zu R. Jehuda kamen und ihn fragten, erwiderte er ihnen: Šemuél sagte, [das Gebet] ‘Mit großer Liebe’,", "R. Zeriqa aber sagte im Namen R. Amis im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš, [das Gebet] ‘Er schafft das Licht’. Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er: Das, was R. Zeriqa gesagt [haben soll], ist nicht ausdrücklich gesagt worden, sondern aus einem Schlüsse gefolgert. R. Zeriqa sagte im Namen R. Amis im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Dies479Die Aufforderung einen Segensspruch zu sprechen. besagt, daß die Segenssprüche voneinander unabhängig sind.", "Erklärlich ist [die Folgerung], die Segenssprüche seien voneinander nicht abhängig, wenn man sagt, daß sie [das Gebet] ‘Er schafft das Licht’ lasen, da sie ja [das Gebet] ‘Mit großer Liebe’ nicht lasen," ], [ "wieso aber ist es erwiesen, daß die Segenssprüche voneinander unabhängig sind, wenn man sagt, sie lasen [das Gebet] ‘Mit großer Liebe’, vielleicht lasen sie [das Gebet] ‘Er schafft das Licht’ deshalb nicht, weil hierfür die Zeit480Die Priesterwache las das Šema͑ vor Tagesanbruch.noch nicht herangereicht war, jedoch lasen sie es später, wenn die Zeit hierfür heranreichte!?", "Was ist denn dabei, wenn aus einem Schlusse!? –", "Da nur aus einem Schlusse, so ist zu erwidern: tatsächlich lasen sie [das Gebet] ‘Mit großer Liebe’, und wenn die Zeit zum [Gebete] ‘Er schafft das Licht’ heranreichte, lasen sie auch dieses. – Wieso sind demnach die Segenssprüche voneinander unabhängig!? – die Reihenfolge481Er schafft das L.’ ist das erste und ‘Mit großer Liebe’ ist das zweite Gebet.der Segenssprüche.", "«Lasen das Zehngebot, das ‘Sema͑-vehaja-vajjomer’, ‘Wahr und feststehend’, den Tempeldienstsegen und den Priestersegen.»", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Auch in der Provinz482Dh. außerhalb Jerušalems.wollte man es483Die zehn Gebote beim Šema͑.lesen, wegen der Rederei der Minäer484Nach Raschi, weil sie hierin für ihre Behauptung, nur die zehn Gebote seien echt, eine Bestätigung finden könnten.aber nahm man davon Abstand.", "Desgleichen wird gelehrt: R. Nathan sagte: In der Provinz wollte man es ebenfalls lesen, wegen der Rederei der Minäer aber nahm man davon Abstand.", "Rabba b. Bar Ḥana wollte es in Sura einführen, da sprach R. Ḥisda zu ihm: Längst hat man wegen der Rederei der Minäer davon Abstand genommen.", "Amemar wollte es in Nehardea͑ einführen, da sprach R. Aši zu ihm: Längst hat man wegen der Rederei der Minäer davon Abstand genommen.", "«Am Šabbath fügten sie einen Segensspruch für die abtretende Priesterwache hinzu.» Was war das für ein Segensspruch? R. Ḥelbo erwiderte: Die abtretende Priesterwache sprach zu der eintretenden (Priesterwache): ‘Der seinen Namen in diesem Hause wohnen läßt, lasse unter euch Liebe, Brüderschaft, Frieden und Freundschaft wohnen’.", "WO SIE EINEN LANGEN SEGENSSPRUCH ANGEORDNET HABEN. Selbstverständlich hat man sich seiner Pflicht entledigt, wenn man einen Becher Wein in der Hand hält und im Glauben, es sei Met, den Segensspruch in diesem Sinne begonnen, aber mit [der Formel] des Weines geschlossen hat, denn man genügt seiner Pflicht auch mit [der Formel] ‘Alles485Denn unter dem Ausdrucke ‘Alles’ ist auch der Wein zu verstehen, obgleich es für den Genuß des Weines einen eigens dazu bestimmten Segensspruch gibt.entsteht durch sein Wort’, wie wir gelernt haben: bei486Es ist eine Pflicht, vor jedem Genuß einen Segensspruch herzusagen.allen [Genüssen] genügt man seiner Pflicht, wenn man [die Formel] ‘Alles entsteht durch sein Wort’ gesagt hat;", "wie ist es aber, wenn man einen Becher Met in der Hand hält und im Glauben, es sei Wein, den Segensspruch in diesem Sinne begonnen, aber mit [der Formel] des Mets geschlossen hat:", "richten wir uns nach dem Hauptsegensspruche, oder richten wir uns nach dem Schlusse? –", "Komm und höre: Wenn man morgens mit [dem Gebete] ‘Er bildet das Licht’ begonnen und mit ‘Er läßt die Abende dämmern’ geschlossen hat, so hat man seiner Pflicht nicht genügt; wenn man aber mit [dem Gebete] ‘Er läßt die Abende dämmern’ begonnen und mit ‘Er bildet das Licht’ geschlossen hat, so hat man seiner Pflicht wohl genügt.", "Wenn man abends mit [dem Gebete] ‘Er läßt die Abende dämmern’ begonnen und mit ‘Er bildet das Licht’ geschlossen hat, so hat man seiner Pflicht nicht genügt; wenn man aber mit [dem Gebete] ‘Er bildet das Licht’ begonnen und mit ‘Er läßt die Abende dämmern’ geschlossen hat, so hat man seiner Pflicht wohl genügt.", "Die Regel hierbei ist: Man richte sich stets nach dem Schlusse. –", "Anders ist es hierbei, wo man [den Segen] ‘Gepriesen sei der Schöpfer des Lichtes’ gesagt487Dh. man sagt ja einen abgeschlossenen Segensspruch für das Morgengebet, während bei obiger Frage nur die Hälfte des Segensspruches sich auf den Met bezieht.hat. –", "Allerdings nach Rabh, welcher sagt, ein Segensspruch, in dem der Gottesname nicht erwähnt wird, sei kein Segensspruch, was ist aber nach R. Joḥanan einzuwenden, welcher sagt, ein Segensspruch, in dem das Königtum [Gottes]488Die Formel ‘König der Welt’.nicht erwähnt wird, sei kein Segensspruch489Da danach auch der Segen ‘Gepriesen sei der Schöpfer des Lichtes’ kein Segensspruch für sich ist, weil darin das Königtum Gottes nicht erwähnt wird.!? –", "Vielmehr, da Rabba b. U͑la ja gesagt hat, dies geschehe, um das Kennzeichen des Tages bei Nacht und das Kennzeichen der Nacht bei Tage zu erwähnen, so bezieht sich der Segensspruch samt [der Erwähnung] des Königtumes von vornherein auf beides490Auf die Erwähnung des Tages und Erw. der Nacht; folglich ist aus der Barajtha nicht zu entscheiden.. –", "Komm und höre, aus dem Schlußsatze: Die Regel hierbei ist: Man richte sich stets nach dem Schlusse. Was schließt ‘die Regel hierbei’ ein? – sie schließt wohl den Fall ein, von dem wir sprechen. –", "Nein, sie schließt [den Fall von] Brot und Datteln ein. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand Brot ißt und im Glauben, er esse Datteln, [den Segensspruch] in diesem Sinne begonnen, aber mit dem des Brotes geschlossen, so wäre es ja genau dasselbe491Der Segensspr. der Datt. ist anders als der des Brotes; dieser Fall gleicht daher dem Falle von Wein und Met.!? –", "Nein, in dem Falle, wenn jemand Datteln ißt und im Glauben, er esse Brot, [den Segensspruch] in diesem Sinne begonnen, aber mit dem der Datteln geschlossen hat. Dieser hat seiner Pflicht genügt, denn er würde seiner Pflicht genügt haben, selbst wenn er mit dem des Brotes geschlossen hätte. –", "Aus welchem Grunde? – Weil Datteln ebenfalls nähren.", "Rabba, Sohn Ḥenana des Greisen, sagte im Namen Rabhs: Wer nicht morgens [das Gebet] ‘Wahr und feststehend’ und abends [das Gebet] ‘Wahr und treu’ liest, genügt nicht seiner Pflicht, denn es heißt: 492Ps. 92,3.deine Gnade am Morgen zu verkünden und deine Treue in den Nächten.", "Ferner sagte Rabba, Sohn des Ḥenana, im Namen Rabhs: Wenn der Betende sich493Beim Achtzehngebet.bückt, bücke er sich beim [Worte] ‘Gepriesen’, und wenn er sich aufrichtet, richte er sich [beim Aussprechen] des Gottesnamens auf.", "Šemuél sagte: Folgendes ist der Grund Rabhs, es heißt:494Ps. 146,8.der Herr richtet die Gebeugten auf.", "Man wandte ein:495Mal. 2,5.Und vor meinem Namen bückt er sich!? –", "Es heißt ja nicht ‘bei496Woraus zu schließen wäre, daß man beim Aussprechen des Gottesnamens sich bücke.meinem Namen’, sondern ‘vor meinem Namen’.", "Šemuél sprach zu Ḥija b. Rabh: Gelehrtensohn, komm her, ich will dir etwas Schönes sagen, das dein Vater gesagt hat. Folgendes sagte dein Vater: Wenn man sich bückt, bücke man sich beim [Worte] ‘Gepriesen’, und wenn man sich aufrichtet, richte man sich beim [Aussprechen des] Gottesnamens auf." ], [ "Wenn R. Šešeth sich bückte, bückte er sich wie ein Dornenstock, und wenn er sich aufrichtete, richtete er sich wie eine Schlange auf497Langsam nach u. nach..", "Ferner sagte Rabba, Sohn Ḥenana des Greisen, im Namen Rabhs: Das ganze Jahr hindurch sage man im Gebete ‘heiliger Gott’ und ‘Gerechtigkeit und Recht liebender König’, ausgenommen die zehn Tage zwischen Neujahr und Versöhnungstag, während welcher man im Gebete ‘heiliger König’ und ‘König des Rechtes’ sage.", "R. Elea͑zar sagte: Auch wenn man ‘heiliger Gott’ gesagt hat, hat man seiner Pflicht genügt, denn es heißt: 498Jes. 5,16.erhaben ist der Herr der Heerscharen im Rechte, und der heilige Gott wird durch Gerechtigkeit geheiligt. Wann ist der Herr der Heerscharen im Rechte erhaben? – in den zehn Tagen zwischen Neujahr und Versöhnungstag, und es heißt: der heilige Gott. –", "Was bleibt damit? –", "R. Joseph sagt, [man sage] ‘heiliger Gott’ und ‘Gerechtigkeit und Recht liebender König’, und Rabba sagt, [man sage] ‘heiliger König’ und ‘König des Rechtes’. Die Halakha ist wie Rabba.", "Ferner sagte Rabba, Sohn Ḥenana des Greisen, im Namen Rabhs: Wer für seinen Nächsten um Barmherzigkeit bitten kann und nicht bittet, wird ein Sünder genannt, denn es heißt: 499iSam. 12,23.auch sei es mir fern, mich gegen den Herrn zu versündigen, daß ich unterließe, für euch zu beten.", "Raba sagte: Ist es ein Schriftgelehrter, so muß man sich für ihn abhärmen. – W", "oher dies, wollte man sagen, weil es heißt:500Ib. 22,8.niemand von euch härmt sich für mich, und niemand offenbart es meinem Ohre, so ist es vielleicht bei einem König anders!? – Vielmehr hieraus: 501Ps. 35,13.Ich aber, wenn sie krank waren, legte einen Sack an502David über Doég u. Ahitophel..", "Ferner sagte Rabba, Sohn Ḥenana des Greisen, im Namen Rabhs: Wer eine Sünde begangen hat und sich dessen schämt, dem vergibt man all seine Sünden, denn es heißt: 503Ez. 16,63.damit du daran denkst und dich schämst, und vor Schamgefühl nicht mehr deinen Mund auftust, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht Gott, der Herr. –", "Vielleicht aber ist es bei einer Gemeinschaft etwas anderes!? – Vielmehr hieraus:504iSam. 28,15.Und Šemuél sprach zu Šaúl: Warum hast du mich beunruhigt, mich emporbringen zu lassen? Šaúl sprach: Ich bin sehr bedrängt, die Pelištim kämpfen gegen mich, und der Herr ist von mir gewichen; er gab mir keine Antwort, weder durch die Propheten noch durch Träume; daher ließ ich dich rufen, mich wissen zu lassen, was ich tun soll. – Das Orakelschild nannte er aber nicht!? –", "Weil er [die Bewohner der] Priesterstadt Nob hingemordet hatte. –", "Woher, daß ihm vom Himmel vergeben wurde? – Es heißt:505Ib. V. 19.(Šemuél sprach zu Šaúl:) morgen bist du samt deinen Söhnen bei mir, und R. Joḥanan erklärte: bei mir, in meinem Abteil.", "Die Rabbanan entnehmen dies aus folgendem:506iiSam. 21,6.Wir wollen sie vor dem Herrn aufhängen, am Hügel Šaúls, des Auserwählten Gottes. Eine Hallstimme rief ihnen zu: Er ist ein Auserwählter Gottes507Seine Feinde, die Gibo͑niten, würden ihn sonst nicht so genannt haben..", "R. Abahu b. Zuṭarti sagte im Namen des R. Jehuda b, Zebida: Sie hatten die Absicht, auch den Balaq-Abschnitt508Num. Kap. 22ff.dem Šema͑ anzufügen, sie unterließen es aber wegen der Belästigung der Gemeinde. –", "Aus welchem Grunde509Wollten sie den genannten Abschnitt zum Šema͑ hinzusetzen.: wollte man sagen, weil es darin heißt: der Gott, der sie aus Miçrajim geführt hat, so könnte man ja ebensogut die Abschnitte vom Wucher und von den Gewichten510Die Abschnitte Lev. 25,36ff. u. Ib. 19,36.anfügen, in denen ebenfalls der Auszug aus Miçrajim erwähnt wird!? –", "Vielmehr sagte R. Jose b. Abin, weil darin folgender Vers steht:511Num. 24,9.er kauert, liegt512Hier ist vom Liegen die Rede, daher lese man es, wenn man sich legt.wie ein Löwe, wie eine Löwin, wer schreckt ihn auf. –", "So sollte man nur diesen einen Vers lesen!? –", "Es ist überliefert, daß wir den Abschnitt teilen, den unser Meister Moše geteilt, jedoch keinen teilen, den unser Meister Moše nicht geteilt. –", "Warum wurde der Abschnitt von den Çiçith513Wörtl. Franse, Quaste, vulgo: Schaufäden, cf. Num. 15,38ff.hinzugesetzt?", "R. Jehuda b. Ḥabiba erwiderte: Weil darin fünf Dinge vorkommen: das Çiçithgebot, der Auszug aus Miçrajim, das Joch der Gesetze, die Häresie und die Sünden- und Götzendienstgedanken. –", "Allerdings werden die [ersten] drei ausdrücklich genannt: das Joch der Gesetze, denn es heißt:514Num. 15,39.ihr sollt es ansehen und euch an alle Gebote des Herrn erinnern, das Çiçithgebot, denn es heißt:515Ib. V. 38.sie sollen sich Çiçith machen &c.; der Auszug aus Miçrajim, denn es heißt: 516Ib. V. 41.das ich herausgeführt habe &c., wieso aber die Häresie und die Sünden- und Götzendienstgedanken? –", "Es wird gelehrt:514Num. 15,39.Nach euerem Herzen, das ist die Häresie, denn es heißt:517Ps. 14,1.der Ruchlose spricht in seinem Herzen: es gibt keinen Gott;514Num. 15,39.nach eueren Augen, das sind die Sündengedanken, denn es heißt:518Jud. 14,3.und Šimšon sprach zu seinem Vater: Nimm mir diese, denn sie ist gefällig in meinen Augen;514Num. 15,39.denen ihr nachbuhlt, das sind die Götzendienstgedanken, denn es heißt: 519Ib.8,33.und sie buhlten nach den Baa͑lgötzen.", "v MAN ERWÄHNE DEN AUSZUG AUS MIÇRAJIM [AUCH] NACHTS520Auch dem Šema͑ des Abends wird der Çiçithabschnitt, in dem der Ausz. aus Miç. erwähnt wird, angehängt, obgl. das Çiçithgebot nur eine Tagespflicht ist.. R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SPRACH: ICH BIN BEREITS WIE EIN SIEBZIGJÄHRIGER521Vgl. weit. Fol. 28a., DENNNOCH KONNTE ICH [MEINE ANSICHT] NICHT DURCHSETZEN, DASS MAN DEN [ABSCHNITT VOM] AUSZUG AUS MIÇRAJIM AUCH NACHTS LESE; BIS BEN ZOMA KAM UND DIES AUS DER SCHRIFT DEUTETE.", "ES HEISST:522Dt. 16,3.damit du des Tages deines Auszuges aus Miçrajim alle Tage deines Lebens gedenkest; DIE TAGE DEINES LEBENS, DAS SIND DIE TAGE, ALLE TAGE DEINES LEBENS, DAS SIND DIE NÄCHTE.", "DIE WEISEN ABER SAGEN: DIE TAGE DEINES LEBENS, DAS IST DIESE WELT; ALLE TAGE DEINES LEBENS, DIES SCHLIESST DIE MESSIANISCHEN TAGE EIN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Ben Zoma sprach zu den Weisen: Wird man denn in den messianischen Tagen des Auszuges aus Miçrajim gedenken, es heißt ja:523Jer. 23,7f.siehe, Tage kommen, spricht der Herr, und man wird nicht mehr sagen: so wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél aus Miçrajim geführt hat, sondern: so wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél aus dem Nordlande und aus allen Landen, wohin ich sie verstoßen habe, herausgeführt und hergebracht hat.", "Sie erwiderten ihm: Nicht etwa, daß die Erwähnung des Auszuges aus Miçrajim ganz abgeschafft werden wird, vielmehr wird die [Erlösung aus der] Knechtschaft der Regierungen Hauptsache, der Auszug aus Miçrajim Nebensache sein.", "Desgleichen findest du:524Gen. 35,10.dein Name soll nicht mehr Ja͑qob sein, Jisraél soll dein Name sein;" ], [ "nicht etwa, daß der Name Ja͑qob ganz abgeschafft werde, vielmehr soll Jisraél Hauptname und Ja͑qob Nebenname sein. Desgleichen heißt es: 525Jes. 43,18.Gedenket des Ersteren nicht und nach dem Früheren sehet euch nicht um. Gedenket des Ersteren nicht, dies ist die Knechtschaft der Regierungen, und nach dem Früheren sehet euch nicht um, dies ist der Auszug aus Miçrajim.", "526Ib. V. 19.Siehe, ich lasse Neues eintreten, jetzt soll es hervorsprießen. R. Joseph lehrte: Das ist der Krieg von Gog und Magog.", "Ein Gleichnis. Dies ist mit einem Menschen zu vergleichen, der auf dem Wege gehend auf einen Wolf stieß und gerettet wurde, der fortwährend das Ereignis mit dem Wolfe erzählte. Als er hierauf auf einen Löwen stieß und gerettet wurde, erzählte er immerfort das Ereignis mit dem Löwen. Als er aber später auf eine Schlange stieß und abermals gerettet wurde, vergaß er das Ereignis mit jenen beiden und erzählte fortan das Ereignis mit der Schlange. So auch bei Jisraél; die späteren Leiden machen die ersteren vergessen.", "527iChr. 1,27. Abram, das ist Abraham.", "Vorher war er Vater528Cf. Gen. 17,4f.von Aram, später wurde er Vater der ganzen Welt.", "Saraj, das ist Sarah.", "Vorher war sie Fürstin ihres529Das j am Schlusse des Namens ist Suffix der 1. Pers. Sing.Stammes, später wurde sie Fürstin der ganzen Welt.", "Bar Qappara rezitierte: Wer den Abraham Abram nennt, der übertritt ein Gebot, denn es heißt:530Gen. 17,5.dein Name soll Abraham sein. R. Elie͑zer sagte, er übertrete ein Verbot, denn es heißt: 530Gen. 17,5.du sollst fortan nicht Abram heißen.", "– Demnach sollte dies auch der Fall sein, wenn man die Sarah Saraj nennt!? –", "Nur zu Abraham sagte der Heilige, gepriesen sei er:531Gen. 17,15.Deine Frau Saraj sollst du fortan nicht mit dem Namen Saraj nennen, denn Sarah soll ihr Name sein. –", "Demnach sollte dies auch der Fall sein, wenn man den Ja͑qob Ja͑qob nennt!? –", "Anders ist es da, denn die Schrift selbst wiederholte ihn nachher, wie es heißt: 532Ib. 46,2.und Gott redete zu Jisraél in der Nachterscheinung und sprach: Ja͑qob, Ja͑qob.", "R. Jose b. Abin, nach anderen, R. Jose b. Zebida, wandte ein:533Neh. 9,7.Du, o Herr, Gott, hast den Abram erwählt. –", "Man erwiderte ihm: Da trägt der Prophet zur Verherrlichung des Allbarmherzigen vor, was vorher war.", "", "i WENN JEMAND IN DER TORA1Den Abschnitt, der das Šema͑ enthält. LIEST, UND DIE ZEIT DES ŠEMALESENS HERANREICHT, SO GENÜGT ER, WENN ER DIES2Der Pflicht des Šema͑ nachzukommen. BEABSICHTIGT, SEINER PFLICHT.", "AN DEN ABSÄTZEN DARF MAN AUS EHRERBIETUNG GRÜSSEN UND EINEN GRUSS ERWIDERN; IN DER MITTE3Eines Segensspruches od. eines Absatzes. ABER DARF MAN NUR AUS FURCHT GRÜSSEN UND EINEN GRUSS ERWIDERN – SO R. MEÎR.", "R. JEHUDA SAGT, IN DER MITTE DÜRFE MAN AUS FURCHT GRÜSSEN UND AUS EHRERBIETUNG EINEN GRUSS ERWIDERN, UND AN DEN ABSÄTZEN AUS EHRERBIETUNG GRÜSSEN UND JEDERMANN SEINEN GRUSS ERWIDERN.", "ii FOLGENDE [STELLEN] SIND ABSÄTZE: ZWISCHEN DEM ERSTEN UND DEM ZWEITEN SEGENSSPRUCHE, ZWISCHEN DEM ZWEITEN SEGENSSPRUCHE UND ‘HÖRE JISRAÉL’, ZWISCHEN ‘HÖRE JISRAÉL’ UND ‘WENN IHR HÖREN WERDET’, ZWISCHEN ‘WENN IHR HÖREN WERDET’ UND ‘ER SPRACH’, ZWISCHEN ‘ER SPRACH’ UND ‘WAHR UND FESTSTEHEND’.", "R. JEHUDA SAGT, MAN DÜRFE ZWISCHEN ‘ER SPRACH’ UND ‘WAHR UND FESTSTEHEND’ NICHT UNTERBRECHEN.", "R. JEHOŠUE͑ B. QORḤA SAGTE: DER ABSCHNITT ‘HÖRE JISRAÉL’ GEHT [DEM ABSCHNITTE] ‘WENN IHR HÖREN WERDET’ DESHALB VORAN, DAMIT MAN VORHER DAS JOCH DER HIMMLISCHEN HERRSCHAFT UND HERNACH DAS JOCH DER GESETZE AUF SICH NEHME. UND [DER ABSCHNITT] ‘WENN IHR HÖREN WERDET’ [DEM ABSCHNITT] ‘ER SPRACH’ DESHALB, WEIL DER ERSTEHE4Der vom Studium der Tora spricht. SOWOHL AM TAGE ALS AUCH IN DER NACHT, DER LETZTERE5Dieser handelt von den Çiçilh, die nur Pflicht des Tages sind. ABER NUR AM TAGE GELTUNG HAT.", "GEMARA. Hieraus6Aus den Worten ‘wenn er dies beabsichtigt’. wäre zu entnehmen, daß die Ausübung der Gebote der Beabsichtigung bedarf? –", "Nein, was er beabsichtigen muß, ist das Lesen selbst. – Er liest ja7Man kann ja nicht lesen, ohne dies zu beabsichtigen.!? –", "Wenn er berichtigungshalber liest.", "Die Rabbanan lehrten: Das Šema͑lesen [erfolge] in der Ursprache8Wörtl.: in seiner Schrift. – so Rabbi; die Weisen sagen, in jeder Sprache.", "Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:9Dt. 6,6.sie sollen sein, sie sollen bei ihrem Sein verbleiben. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt: 10Dt. 6,4.höre, nämlich, in jeder Sprache, die du hörst11Im Rabbinischen hat das im Text gebrauchte Verbum auch die Bedeutung verstehen.. –", "Und Rabbi, es heißt ja höre!? – Dies deute man: laß deine Ohren hören, was du aus deinem Munde hervorbringst. –", "Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man habe seiner Pflicht genügt, auch wenn man es seine Ohren nicht hören ließ. –", "Und die Rabbanan, es heißt ja: sie sollen sein!? – Hieraus deuten sie, daß man das Šema͑ nicht rückwärts lesen darf. –", "Woraus entnimmt Rabbi, daß man das Šema͑ nicht rückwärts lese? – Er folgert dies aus [dem Artikel] die Worte. – Und die Rabbanan? – Sie verwenden [den Artikel] die Worte nicht12Der Artikel ist an sich nötig.zur Forschung. –", "Es wäre anzunehmen, daß Rabbi der Ansicht ist, die ganze Tora dürfe in jeder Sprache gelesen werden, denn wollte man sagen, sie dürfe nur in der Heiligensprache gelesen werden, so brauchte ja der Allbarmherzige sie sollen sein13Um dies beim Šema͑ zu verbieten.nicht zu schreiben? –", "Dies ist deshalb nötig, weil es höre14Damit man es nicht wie die Rabbanan auslege.heißt. –", "Es wäre anzunehmen, daß die Rabbanan der Ansicht sind, die ganze Tora dürfe nur in der Heiligensprache gelesen werden, denn wollte man sagen, sie dürfe in jeder Sprache gelesen werden, so brauchte ja der Allbarmherzige nicht höre zu schreiben? –", "Dies ist deshalb nötig, weil es sie sollen sein heißt15Damit man sie nicht wie Rabbi auslege..", "Die Rabbanan lehrten: Sie sollen sein, man darf sie nicht rückwärts lesen; diese Worte in deinem Herzen: man könnte meinen, der ganze Abschnitt bedarf der Intensität, so heißt es diese, bis hier ist die Intensität erforderlich, von hier ab ist die Intensität nicht erforderlich – so R. Elie͑zer.", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Es heißt: das ich dir heute befehle,\n" ], [ "sei in deinem Herzen, hieraus ersiehst du, daß der ganze Abschnitt der Intensität bedarf.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Joḥanan: Die Halakha ist wie R. A͑qiba.", "Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Wer das Šema͑ liest, muß seinen Sinn darauf richten. R. Aḥa sagt im Namen R. Jehudas: Hat er beim ersten Abschnitt seinen Sinn darauf gerichtet, so ist dies weiter nicht nötig. Hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Aḥa, der im Namen R. Jehudas lehrte.", "Ein Anderes lehrt: Sie sollen sein, man darf sie nicht rückwärts lesen; in deinem Herzen, R. Zuṭra deutete: bis hier das Gebot der Intensität, von da ab das Gebot des Lesens; R. Jošija deutete: bis hier16Dem ersten Absätze des Šema͑.das Gebot des Lesens, von da ab17Dem 2. Absätze.das Gebot der Intensität.", "Von da ab das Gebot des Lesens wohl deshalb, weil es darin17Dem 2. Absätze.heißt: davon zu sprechen, aber auch in jenem16Dem ersten Absätze des Šema͑.heißt es ja: du sollst davon sprechen!? –", "Er meint es wie folgt: bis hier das Gebot der Intensität und des Lesens, von da ab des Lesens ohne Intensität. –", "Bis hier das Gebot der Intensität und des Lesens wohl deshalb, weil es darin heißt: in deinem Herzen, und: du sollst davon sprechen, aber auch in jenem heißt es ja: in euerem Herzen, und: davon zu sprechen!? –", "Da16Dem ersten Absätze des Šema͑.deutet dies auf eine Lehre R. Jiçḥaqs hin, welcher sagte:18Dt. 11,18.Ihr sollt diese meine Worte [in euer Herz] tun, das Tun19Die Befestigung der Handtephilla an dem Arm.muß gegenüber dem Herzen erfolgen.", "Der Meister sagte: R. Jošija deutete: bis hier das Gebot des Lesens, von da ab das Gebot der Intensität. Von da ab das Gebot der Intensität wohl deshalb, weil es darin heißt: in eurem Herzen, aber auch in jenem16Dem ersten Absätze des Šema͑.heißt es ja: in deinem Herzen!? –", "Er meint es wie folgt: bis hier das Gebot des Lesens und der Intensität, von da ab Intensität ohne das Lesen. –", "Bis hier das Gebot des Lesens und der Intensität wohl deshalb, weil es darin heißt: in deinem Herzen, und: du sollst davon sprechen; aber auch in jenem17Dem 2. Absätze.heißt es ja: in euerem Herzen, und: davon zu sprechen!? –", "Da bezieht sich dies auf die Worte der Tora, und der Allbarmherzige meint es wie folgt: lehrt euere Söhne die Tora, damit sie davon sprechen20Eigentl. lernen, sich laut sprechend damit befassen..", "Die Rabbanan lehrten: 21Dt. 6,4: mit diesem Verse beginnt das Šema͑.Höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig; bis hier ist die Intensität erforderlich – so R. Meír. Raba sagte: Die Halakha ist wie R. Meír.", "Es wird gelehrt: Symmachos sagte: Wer [das Wort] einzig lange dehnt, dem werden Tage und Jahre verlängert. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: das Daleth22Des Wortes אחד. einzig.. R. Aši sagte: Jedoch verschlucke man das Ḥeth22Des Wortes אחד. einzig.nicht.", "Einst saß R. Jirmeja vor R. [Ḥija b. Abba], und als dieser ihn sehr lange dehnen hörte, sprach er zu ihm: Sobald du [Gott] als König droben und hienieden, sowie in allen vier Himmelsrichtungen anerkannt hast, brauchst du nicht länger.", "R. Nathan b. Mar U͑qaba sagte im Namen R. Jehudas: [Die Worte] in deinem Herzen [lese man] stehend23Selbst nach der Hillelschen Schule, nach der man beim Šema͑lesen auch umhergehen darf.. – Nur [die Worte] in deinem Herzen, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: bis zu [den Worten] in deinem Herzen lese man stehend, von da ab ist dies nicht mehr nötig. R. Joḥanan aber sagt, man lese den ganzen Abschnitt stehend.", "R. Joḥanan vertritt hierin seine Ansicht, denn Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Aḥa, der im Namen R. Jehudas lehrte24Daß der erste Abschnitt des Šema͑ der Intensität bedarf..", "Die Rabbanan lehrten: Höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig, dies ist das Šema͑ R. Jehuda des Fürsten. Rabh sprach zu R. Ḥija: Ich sah Rabbi nicht [das Joch der] himmlischen Herrschaft auf sich nehmen25Er stellte die Vorlesung nicht ein, als die Zeit des Šema͑ heranreichte.. Jener erwiderte: Fürstensohn, während er mit den Händen über das Gesicht fährt, nimmt er das Joch der himmlischen Herrschaft auf sich, –", "Pflegte er es nachher26Nach der Vorlesung.zu beenden, oder pflegte er es nicht zu beenden? Bar Qappara sagte, er pflegte es nicht zu beenden; R. Šimo͑n b. Rabbi sagte, er pflegte es wohl zu beenden. Bar Qappara sprach zu R. Šimo͑n b. Rabbi: Erklärlich ist es nach meiner Ansicht, er pflegte es nicht zu beenden, daß Rabbi [täglich] nach einer Lehre suchte, in der der Auszug aus Miçrajim27Als Ersatz für die folgenden Absätze des Šema͑.vorkommt, wozu aber suchte er nach einer solchen nach deiner Ansicht, daß er es nachher wohl zu beenden pflegte!? –", "Um des Auszuges aus Miçrajim zur festgesetzten Zeit zu gedenken.", "R. IIa, Sohn des R. Šemuél b. Martha, lehrte im Namen Rabhs: Wer nur [den Vers:] Höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig, las und vom Schlafe übermannt wurde, hat seiner Pflicht genügt. R. Naḥman sprach zu seinem Diener Daro: Beim ersten Verse quäle28Durch Rütteln bei etwaiger Übermüdung.mich, weiter aber quäle mich nicht. R. Joseph fragte R. Joseph, den Sohn des Raba: Wie pflegte dein Vater zu handeln? Dieser erwiderte: Beim ersten Verse pflegte er sich zu quälen, weiter pflegte er sich nicht zu quälen.", "R. Joseph sagte, man lese das Šema͑ nicht auf dem Rücken liegend. Darf man etwa nur das Šema͑ nicht so lesen, wohl aber sonst schlafen, R. Jehošua͑ b. Levi fluchte ja dem, der auf dem Rücken29Dies bringt zur Erektion.schläft!? –", "Ich will dir sagen, schlafen ist etwas seitlich erlaubt, das Šema͑lesen aber ist auch etwas seitlich verboten. –", "R. Joḥanan pflegte es ja aber etwas seitlich zu lesen!? –", "Anders R. Joḥanan, er war sehr beleibt.", "AN DEN ABSÄTZEN DARF MAN &C. GRÜSSEN.", "Aus welcher Veranlassung erwidern: wollte man sagen, aus Ehrerbietung, so ist ja sogar zu grüßen erlaubt, selbstverständlich einen Gruß zu erwidern!? – Vielmehr aus Ehrerbietung grüßen und jedermann den Gruß erwidern. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: in der Mitte aber darf man nur aus Furcht grüßen und einen Gruß erwidern.", "Aus welcher Veranlassung erwidern: wollte man sagen, aus Furcht, so ist sogar zu grüßen erlaubt, selbstverständlich einen Gruß zu erwidern!? – Vielmehr, aus Ehrerbietung. – Dies ist ja die Ansicht R. Jehudas, denn wir haben gelernt: R. Jehuda aber sagt, in der Mitte dürfe man aus Furcht grüßen und aus Ehrerbietung einen Gruß erwidern und an den Absätzen aus Ehrerbietung grüßen und jedermann seinen Gruß erwidern!? –", "[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: an den Absätzen darf man aus Ehrerbietung grüßen und selbstverständlich einen Gruß erwidern; in der Mitte aber darf man aus Furcht grüßen und selbstverständlich einen Gruß erwidern – so R. Meír; R. Jehuda aber sagt, in der Mitte dürfe man aus Furcht grüßen und den Gruß erwidern" ], [ "und an den Absätzen aus Ehrerbietung grüßen und jedermann seinen Gruß erwidern.", "Desgleichen wird gelehrt: Wenn jemand das Šema͑ liest, und sein Lehrer oder ein vornehmer Mann ihm begegnet, so darf er ihn an den Absätzen aus Ehrerbietung grüßen und selbstverständlich seinen Gruß erwidern; in der Mitte aber darf man nur aus Furcht grüßen und selbstverständlich den Gruß erwidern – so R. Meír. R. Jehuda sagt, in der Mitte dürfe man aus Furcht grüßen und aus Ehrerbietung den Gruß erwidern, an den Absätzen aber dürfe man aus Ehrerbietung grüßen und jedermann seinen Gruß erwidern.", "Aḥi, ein Schüler der Schule R. Ḥijas, fragte R. Ḥija: Darf man das Lesen des Lobliedes30Das Loblied (Hallel) besteht aus den Psalmen 113–118 und wird nur an Festtagen gelesen; an manchen fallen die Psalmen 115,1–11 u. 116,1–11 aus.und der Esterrolle31Die liturgische Rezitation des Buches Ester am Purimfeste. [durch einen Gruß] unterbrechen? Sagen wir, es sei [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn man das Šema͑, ein Gebot der Tora, unterbrechen darf, um so mehr das Loblied, das rabbanitisch ist, oder ist das Bekanntmachen der Wundertaten32Im Lobliede und in der Esterrolle.bedeutender?", "Jener erwiderte: Man unterbreche es, es ist nichts dabei. Rabba lehrte: An den Tagen, an denen man das ganze Loblied33Cf. Arakhin Fol. 10a.liest, darf man zwischen den Absätzen unterbrechen, nicht aber darf man in der Mitte des Absatzes unterbrechen; an den Tagen aber, an denen man nicht das ganze Loblied liest, darf man auch in der Mitte unterbrechen. –", "Dem ist ja nicht so, einst traf ja Rabh b. Šaba bei Rabina ein, es war gerade an den Tagen, an denen man nicht das ganze Loblied liest, und dieser unterbrach nicht!? –", "Anders verhielt es sich bei Rabh b. Šaba, den Rabina nicht würdigte.", "Ašjan, ein Schüler der Schule R. Amis, fragte R. Ami: Darf der Fastende [eine Speise] kosten? Hat er nur dem Essen und Trinken entsagt, und dies ist es nicht, oder hat er dem Genüsse entsagt, und dies ist es?", "Dieser erwiderte: Er darf kosten, es ist nichts dabei. Desgleichen wird gelehrt: Die Kostende braucht keinen Segen34Der über jede Speise zu sprechen ist.zu sprechen; der Fastende darf kosten, es ist nichts dabei. –", "Wieviel? –", "R. Ami und R. Asi kosteten bis zum Quantum eines Viertellog35Hohlmaß, eineinhalb Eier enthaltend..", "Rabh sagte: Wenn jemand seinen Nächsten grüßt, bevor er gebetet, so ist es ebenso, als hätte er ihn zur Opferstätte gemacht, denn es heißt: 36Jes. 2,22.lasset ab von dem Menschen, dem ein Odem in der Nase, denn wofür wird er geachtet, und man lese nicht bamme [wofür], sondern Bama [Opferstätte].", "Šemuél erklärte: Wofür hast du diesen und nicht Gott geachtet.", "R. Šešeth wandte ein: An den Absätzen darf man aus Ehrerbietung grüßen und den Gruß erwidern!?", "R. Abba erklärte dies: Wenn er ihm morgens [den Gruß] zur Tür bringt37Viell, die Morgenbegrüßung nach röm. Sitte (cf. Lübker, Reallex. 833), in diesem Falle ist die Begrüßung verboten..", "R. Jona sagte im Namen R. Zeras: Wenn jemand seine Geschäfte verrichtet, bevor er gebetet, so ist es ebenso, als hätte er eine Opferstätte errichtet. Man sprach zu ihm: Du sagst eine Opferstätte! Dieser erwiderte: Nein, ich meine, daß es verboten sei.", "Dies nach R. Idi b. Abin, denn R. Idi b. Abin sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Asjan: Man darf seine Geschäfte nicht verrichten, bevor man gebetet, denn es heißt:38Ps. 85,14.Rechtschaffenheit gehe vor ihm einher, und er lenke seine Schritte zum Wege.", "Ferner sagte R. Idi b. Abin im Namen des R. Jiçḥaq b. Asjan: Wer vorher betet und erst nachher seine Reise antritt, dem erfüllt der Heilige, gepriesen sei er, seine Wünsche, denn es heißt: Rechtschaffenheit gehe vor ihm einher, und er lenke seine Schritte zum Wege.", "Ferner sagte R. Jona im Namen R. Zeras: Wer sieben Tage ohne Traum übernachtet, heißt ein Böser, denn es heißt:39Pr. 19,23.Wer gesättigt übernachtet, ohne bedacht zu werden, ein Böser40Willkürliche Auslegung., und man lese nicht sabea͑ [gesättigt], sondern šeba͑ [sieben].", "R. Aḥa, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sprach zu ihm: Folgendes sagte R. Ḥija im Namen R. Joḥanans: Wer sich vorher mit Worten der Tora sättigt und dann übernachtet, dem verkündet man keine schlechten Botschaften, denn es heißt: wer gesättigt übernachtet, wird mit Bösem nicht bedacht.", "FOLGENDE [STELLEN] SIND ABSÄTZE &C.", "R. Abahu sagte im Namen des R. Joḥanan: Die Halakha ist wie R. Jehuda, der lehrt, man unterbreche nicht zwischen den Worten euer Gott41Schluß des 3. Šema͑abschnittes.und Wahr und feststehend42Beginn des dem Šema͑ folgenden Lobgebetes.. R. Abahu sagte im Namen des R. Joḥanan: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt:" ], [ "43Jer. 10,10.Gott, der Herr, ist wahr. –", "Wiederhole44Falls man unterbricht.man [das Wort] wahr, oder wiederhole man [das Wort] wahr nicht? –", "R. Abahu sagt im Namen des R. Joḥanan, man wiederhole [das Wort] wahr; Rabba sagt, man wiederhole [das Wort] wahr nicht. Einst trat45Wörtl. stieg hinab; der Platz des Vorbeters befand sich in einer Vertiefung (ob. Fol. 10b).jemand [vor das Vorbetpult] in Gegenwart Rabbas, und als Rabba ihn [das Wort] wahr zweimal hersagen hörte, sprach er: Das ‘Wahr’ hat diesen befallen.", "R. Joseph sagte: Wie vortrefflich ist die Lehre, die R. Šemuél b. Jehuda, als er hierher kam, mitgeteilt hat: Im Westen liest man abends: Rede zu den Kindern Jisraél und sprich zu ihnen. Ich bin der Herr, euer Gott, Wahr46Beginn und Schluß des 3. Šema͑absatzes; die Mitte wurde fortgelassen, da diese vom Çiçith geböte handelt, das nachts keine Geltung hat..", "Abajje sprach zu ihm: Worin besteht die Vortrefflichkeit, R. Kahana sagte ja im Namen Rabhs, daß man [den dritten Absatz] überhaupt nicht beginne, daß man ihn aber beende, wenn man ihn begonnen hat!? Wolltest du erwidern, [die Worte] und sprich zu ihnen seien kein Beginn, so sagte ja R. Šemuél b. Jiçḥaq im Namen Rabhs, [die Worte] rede zu den Kindern Jisraéls seien kein Beginn, wohl aber seien [die Worte] und sprich zu ihnen ein Beginn!?", "R. Papa erwiderte: Im Westen sind sie der Ansicht, auch [die Worte] und sprich zu ihnen seien kein Beginn, sondern erst, wenn man gesagt hat: sie sollen sich Çiçith machen.", "Abajje sagte: Daher beginnen auch wir, weil sie ihn im Westen beginnen, und da wir ihn beginnen, beenden wir ihn auch, denn R. Kahana sagte im Namen Rabhs, man beginne ihn nicht, hat man ihn aber begonnen, so beende man ihn auch.", "Ḥija b. Rabh sagte: Hat man [die Worte] ich bin der Herr, euer Gott47Schluß des 3. Absatzes.gesagt, so muß man auch [das Gebet] Wahr 48Das sich an das Šema͑ schließende Gebet.sagen, hat man [die Worte] ich bin der Herr, euer Gott nicht gesagt, so braucht man auch [das Gebet] Wahr nicht zu sagen. –", "Man muß ja aber den Auszug aus Miçrajim erwähnen!? –", "Man sage Folgendes: ‘Wir danken dir, o Herr, unser Gott, daß du uns aus Miçrajim geführt, aus dem Sklavenhaus befreit und uns am Meer Wunder und Großtaten erwiesen hast; wir sangen dir ein Lied49Worauf das Lied Wer ist deinesgleichen (Ex. 15,11), das abends gelesen wird, folge.’.", "R. JEHOZŠUA͑ B. QORḤA LEHRTE: DER ABSCHNITT ‘HÖRE JISRAÉL’ GEHT &C. VORAN.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Mit Recht geht [der Abschnitt] ‘Höre Jisraél’ [dem Abschnitte] ‘Wenn ihr hören werdet’ voran, denn in jenem wird das Lernen und in diesem das Lehren geboten; [der Abschnitt] ‘Wenn Ihr hören werdet’ [dem Abschnitte] ‘Er sprach’, denn in jenem wird das Lehren und in diesem das Ausüben geboten.", "Kommt denn im [Abschnitte] ‘Höre’ nur das Lernen, nicht das Lehren und das Ausüben vor, es heißt ja darin: du sollst sie lehren, du sollst sie anknüpfen, du sollst sie schreiben!? Und kommt denn ferner im [Abschnitte] ‘Wenn ihr hören werdet’ nur das Lehren, nicht aber das Ausüben vor, es heißt ja darin: ihr sollt sie anknüpfen, du sollst sie schreiben!?", "Vielmehr er meint es also: mit Recht geht [der Abschnitt] ‘Höre’ [dem Abschnitte] ‘Wenn ihr hören werdet’ voran, denn in jenem wird das Lernen, das Lehren und das Ausüben geboten; [der Abschnitt] ‘Wenn ihr hören werdet’ [dem Abschnitte] ‘Er sprach’, denn in jenem kommt das Lehren und das Ausüben vor, während im [Abschnitte] ‘Er sprach’ nur das Ausüben vorkommt. –", "Hierfür genügt ja schon die [Erklärung] des R. Jehošua͑ b. Qorḥa!? – Er gibt zu der einen [Erklärung] noch eine zweite: erstens, damit man zuerst das Joch der himmlischen Herrschaft und hernach das Joch der Gebote auf sich nehme, und ferner, weil darin jene Dinge vorkommen.", "Rabh wusch die Hände, las das Šema͑, legte die Tephillin an und betete. Wieso aber durfte er so verfahren, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand für einen Toten eine Gruft gräbt, er vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten befreit sei, und wenn die Zeit des Šema͑lesens heranreicht, er heraufsteige, die Hände wasche, die Tephillin anlege, das Šema͑ lese und bete!? –", "Dies widerspricht sich ja selbst: im Anfangssatze heißt es, er sei frei, im Schlußsatze hingegen, er sei verpflichtet!? –", "Das ist kein Einwand, denn der Schlußsatz gilt von zwei [ Personen ]50Wo einer den zweiten vertreten kann.und der Anfangssatz von einer.", "Jedenfalls ist dies ein Einwand wider Rabh!? –Rabh ist der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa, welcher sagt, vorher das Joch der himmlischen Herrschaft, nachher das Joch der Gebote. –", "R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte ja aber nur, daß das Lesen dem Lesen51Zuerst den Abschnitt vom Joch der himmlischen Herrschaft, nachher den der Gebote.vorangehe, sagte er etwa auch, daß das Lesen der Ausübung52Dem Anlegen der Tephillin.vorangehe!?", "Und wieso kann er ferner der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Qorḥa sein, R. Ḥija b. Aši erzählte ja, daß er oftmals vor Rabh stand, und dieser die Hände zu waschen, den Segensspruch zu lesen, (uns) den Abschnitt zu lehren, die Tephillin anzulegen und erst nachher das Šema͑ zu lesen pflegte!? Wolltest du erwidern, wenn die Zeit des Šema͑lesens noch nicht herangereicht, – welche Bedeutung hätte dann die Bekundung des R. Ḥija b. Aši!? –", "Um die Ansicht desjenigen auszuschließen, welcher sagt, man brauche zum Studium der Mišna keinen Segensspruch zu lesen, erzählt er uns, daß man auch zum Studium der Mišna einen Segensspruch lesen müsse. –", "Allenfalls bleibt ja der Einwand wider Rabh!? – Sein Bote hatte es verschuldet53Verspätete sich mit den Tephillin, und da Rabh die Zeit des Šema͑ nicht versäumen wollte, las er es zuerst..", "U͑la sagte: Wenn jemand das Šema͑, ohne die Tephillin angelegt zu haben, liest, so ist dies ebenso, als hätte er falsches Zeugnis gegen sich54Euphem. für Gott.abgelegt. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Als hätte er ein Brandopfer ohne Speisopfer55Cf. Num. 28,5., oder ein Schlachtopfer ohne Gußopfer56Cf. Num. 28,14.dargebracht.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Wer das Joch der himmlischen Herrschaft vollkommen auf sich nehmen will," ], [ "verrichte die Notdurft, wasche die Hände, lege die Tephillin an, lese das Šema͑ und bete. Dies ist das Joch der himmlischen Herrschaft in seiner Vollkommenheit.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen des R. Joḥanan: Wer seine Notdurft verrichtet, die Hände wäscht, die Tephillin anlegt, das Šema͑ liest und betet, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er einen Altar errichtet und darauf ein Opfer dargebracht, denn es heißt:57Ps. 26,6.ich wasche meine Hände rein und umkreise deinen Altar, o Herr. Raba sprach zu ihm: Glaubt der Meister nicht, daß dies auch ebenso sei, als hätte er untergetaucht, weil es ich wasche heißt und nicht ich begieße58Unter ‘wasche’ wird das Waschen des ganzen Körpers, das rituelle Tauchbad, verstanden; cf. Lev. 14,8 uö.?", "Rabina sprach zu Raba: Hat der Herr den Gelehrten jünger gesehen, der aus dem Westen kam und gesagt hat, wer kein Wasser zum Waschen der Hände hat, reibe seine Hände mit Sand, Kies oder Spänen ab?", "Dieser erwiderte: Er hat recht, denn es heißt nicht: ich wasche mit Wasser, vielmehr heißt es: ich wasche rein, mit allem, was reinigt. So fluchte auch R. Ḥisda demjenigen, der zur Zeit des Gebetes nach Wasser suchte.", "Dies gilt aber nur vom Šema͑lesen, zum Beten suche man wohl darnach. – Wie weit? – Eine Parasange weit59Persisches Wegmaß, dreiviert, geograph. Meilen.. Dies jedoch nur vorwärts, zurück aber braucht man nicht einmal ein Mil60Wegmaß, 2000 Ellen.umzukehren. – Ein Mil braucht man nicht umzukehren, weniger als ein Mil aber kehre man wohl um.", "iii WER DAS ŠEMA͑ LIEST, OHNE ES SEINEM OHRE HÖRBAR ZU MACHEN, GENÜGT SEINER PFLICHT; R. JOSE SAGT, ER GENÜGE IHR NICHT.", "WER ES GELESEN UND DIE BUCHSTABEN NICHT GENAU AUSGESPROCHEN HAT, HAT, WIE R. JOSE SAGT, SEINER PFLICHT GENÜGT, UND WIE R. JEHUDA SAGT, IHR NIGHT GENÜGT.", "WER RÜCKWÄRTS LIEST, GENÜGT SEINER PFLICHT NIGHT. WER GELESEN UND SICH VERIRRT HAT, FANGE VON DER STELLE WIEDER AN, WO ER SICH VERIRRT HAT.", "GEMARA. Was ist der Grund des R. Jose? – Weil es höre heißt; laß deine Ohren hören, was du aus deinem Munde hervorbringst. – Und der erste Tanna!? – Er erklärt das Wort höre: in jeder Sprache, die du verstehst61Cf. Anm. 11.. –", "Und R. Jose!? – Hieraus ist beides zu entnehmen.", "Dort haben wir gelernt: Ein Tauber, der sprechen und nicht hören kann, darf die Hebe nicht abheben; hat er sie abgehoben, so ist seine Hebe gültig.", "Wer62Bezieht sich auf die zitierte Mišna, die keinen Autor nennt.lehrt, daß [die Verrichtung] eines Tauben, der sprechen und nicht hören kann, gültig ist, wenn sie bereits geschehen ist, nicht aber von vornherein?", "R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jose, denn wir haben gelernt: Wer das Šema͑ liest, ohne es seinem Ohre hörbar zu machen, genügt seiner Pflicht –so R. Jehuda; R. Jose sagt, er genüge ihr nicht.", "Nur hier, beim Šema͑lesen, sagt R. Jose, daß er seiner Pflicht nicht genüge, weil es [ein Gebot] der Tora ist, bei der Hebe aber handelt es sich ja nur um den Segensspruch, der ein rabbanitisches [Gebot] ist, während die Sache selbst vom Segensspruch nicht abhängt. –", "Woher, daß sie63Die angezogene Lehre von der Hebe.die Ansicht R. Joses vertritt, vielleicht die des R. Jehuda, und auch er ist der Ansicht, daß man beim Šema͑lesen nur dann seiner Pflicht genügt hat, wenn es bereits geschehen ist, nicht aber von vornherein!? Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt ‘liest’, wenn es bereits geschieht, von vornherein aber nicht. –", "Ich will dir sagen, er lehrt deshalb ‘liest’, um dir die entgegengesetzte Ansicht R. Joses hervorzuheben, welcher sagt, auch wenn es bereits geschehen, habe man seiner Pflicht nicht genügt. Nach R. Jehuda aber hat man auch von vornherein seiner Pflicht genügt.", "Du addizierst sie63Die angezogene Lehre von der Hebe.also R. Jose; wie ist es nun mit folgender Lehre: Man lese den Tischsegen64Od. Tischgebet (wörtl. Speisesegen); dieser ist ein biblisches Gebot.nicht im Herzen; hat man ihn bereits gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt.", "Wer [ist der Autor]? Weder R. Jose noch R. Jehuda: nach R. Jehuda genügt man seiner Pflicht auch von vornherein, und nach R. Jose nicht, auch wenn bereits geschehen!? –", "Also nach R. Jehuda, und zwar nur dann, wenn bereits geschehen, nicht aber von vornherein;", "wie ist es nun mit der folgenden Lehre R. Jehudas, Sohnes des R. Šimo͑n b. Pazi: Ein Tauber, der sprechen und nicht hören kann, darf von vornherein die Hebe abheben. Wer [ist dieser Ansicht]?", "Weder R. Jehuda noch R. Jose: R. Jehuda ist ja der Ansicht, nur wenn bereits geschehen, nicht aber von vornherein, und R. Jose ist ja der Ansicht, auch nicht, wenn bereits geschehen!?", "Vielmehr, tatsächlich nach R. Jehuda, und zwar auch von vornherein, dennoch ist hier nichts einzuwenden; das Eine vertritt seine Ansicht, das Andere die seines Lehrers. Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagt im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wer das Šema͑ liest, muß es seinem Ohre hörbar machen, denn es heißt: höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. R. Meír sprach zu ihm: Es heißt: 65Dt. 6,6.das ich dir heute befehle, sei in deinem Herzen, es kommt auf die Intensität des Herzens an.", "Jetzt nun, wo du darauf gekommen bist, kannst du auch sagen, R. Jehuda sei der Ansicht seines Lehrers, dennoch ist hier nichts einzuwenden, denn das Eine vertritt die Ansicht R. Meírs und das Andere die des R. Jehuda.", "Dort haben wir gelernt: Jeder ist zulässig, die Esterrolle vorzulesen, ausgenommen der Taube, der Blöde und der Minderjährige66Ein Knabe unter 13 Jahren.; nach R. Jehuda ist der Minderjährige zulässig.", "Wer lehrt, daß es beim Tauben ungültig ist, auch wenn bereits geschehen? R. Mathna erwiderte: Sie ist von R. Jose, denn wir haben gelernt: Wer das Šema͑ liest, ohne es seinem Ohre hörbar zu machen, genügt seiner Pflicht – so R. Jehuda; R. Jose sagt, er genüge ihr nicht.", "Woher, daß sie67Die Lehre von der Esterrolle.von R. Jose ist, wenn bereits geschehen," ], [ "vielleicht von R. Jehuda, und nur von vornherein ist dies verboten, wenn aber bereits geschehen, so ist es gültig!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn er lehrt ja vom Tauben gleichlautend, wie vom Blöden und vom Minderjährigen, wie es beim Blöden und Minderjährigen ungültig ist, auch wenn bereits geschehen, ebenso auch beim Tauben, wenn bereits geschehen. –", "Vielleicht aber bei diesem so und bei jenen anders!? –", "Du kannst sie überhaupt nicht R. Jehuda addizieren, denn da der Schlußsatz lehrt, nach R. Jehuda sei der Minderjährige zulässig, so ist ja der Anfangssatz nicht R. Jehuda zu addizieren. –", "Vielleicht ist die ganze [Lehre] von R. Jehuda, jedoch spricht sie von zweierlei Minderjährigen, und zwar ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Jeder ist zulässig, die Esterrolle vorzulesen, ausgenommen der Taube, der Blöde und der Minderjährige; dies gilt jedoch nur von einem Minderjährigen, der für die Einübung noch nicht reif ist, ein Minderjähriger aber, der für die Einübung reif ist, ist von vornherein zulässig – so R. Jehuda, denn nach R. Jehuda, ist der Minderjährige zulässig!? –", "Du addizierst sie also R. Jehuda, und zwar, wenn bereits geschehen, nicht aber von vornherein, wie ist es demnach mit folgender Lehre R. Jehudas, Sohnes des R. Šimo͑n b. Pazi: Ein Tauber, der sprechen und nicht hören kann, darf von vornherein die Hebe abheben.", "Wer [ist der Autor]? Weder R. Jehuda noch R. Jose: nach R. Jehuda gilt es ja nur dann, wenn bereits geschehen, nicht aber von vornherein, und nach R. Jose nicht, auch wenn bereits geschehen!? –", "Also nach R. Jehuda, und zwar auch von vornherein; – wie ist es nun mit folgender Lehre: Man lese den Tischsegen nicht im Herzen; hat man ihn bereits gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt. Wer [ist der Autor]?", "Weder R. Jehuda noch R. Jose: nach R. Jehuda gilt es ja auch von vornherein, und nach R. Jose nicht auch, wenn bereits geschehen!? –", "Vielmehr tatsächlich nach R. Jehuda und zwar auch von vornherein, dennoch ist hier nichts einzuwenden; das Eine vertritt seine Ansicht, das Andere die seines Lehrers. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Wer das Šema͑ liest, muß es seinem Ohre hörbar machen, denn es heißt: höre Jisraél. R. Meír sprach zu ihm: Es heißt: das ich dir heute befehle, sei in deinem Herzen, die Worte hängen also von der Intensität des Herzens ab.", "Jetzt, wo du darauf gekommen bist, kannst du auch sagen, R. Jehuda sei der Ansicht seines Lehrers, dennoch ist hier nichts einzuwenden, denn das Eine vertritt die Ansicht R. Jehudas und das Andere die des R. Meír.", "R. Ḥisda lehrte im Namen R. Šilas. Die Halakha ist wie R. Jehuda im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja und wie R. Jehuda selbst.", "Und beides ist nötig. Hätte er nur gelehrt, die Halakha sei wie R. Jehuda, so könnte man glauben, auch von vornherein, daher lehrt er auch, die Halakha sei wie R. Jehuda im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja;", "und hätte er nur gelehrt, die Halakha sei wie R. Jehuda im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja, so könnte man glauben, ‘muß’, es gäbe keine Gutmachung68Wenn bereits geschehen, habe man der Pflicht nicht genügt., daher lehrt er auch, die Halakha sei wie R. Jehuda.", "R. Joseph sagte: Der Streit [besteht nur] über das Šema͑lesen, bezüglich anderer Gebote69Worüber Segen zu sprechen sind.aber stimmen alle überein, daß man seiner Pflicht nicht genüge, denn es heißt: 70Dt. 27,9.merke auf und höre, Jisraél.", "Man wandte ein: Man lese den Tischsegen nicht im Herzen; hat man ihn bereits gelesen, so hat man seiner Pflicht genügt!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Joseph sagte: Der Streit [besteht nur] über das Šema͑lesen, denn es heißt: höre Jisraél, bezüglich anderer Gebote aber stimmen alle überein, daß man seiner Pflicht genüge. –", "Es heißt ja aber: merke auf und höre, Jisraél!? –", "Dies bezieht sich auf Worte der Tora.", "WER GELESEN UND DIE BÜCHSTABEN NICHT GENAU AUSGESPROCHEN HAT.", "R. Ṭabi sagte im Namen R. Jošijas: Die Halakha ist wie die erleichternde Ansicht71Auch wenn man beim Lesen des Šema͑ die Worte nicht deutlich ausgesprochen, bzw. es dem Ohre nicht hörbar gemacht, hat man seiner Pflicht genügt. beider.", "Ferner sagte R. Ṭabi im Namen R. Jošijas: Es heißt: 72Pr. 30,15 f.drei sind unersättlich: das Grab und der verschlossene Mutterschoß; welcher Zusammenhang besteht zwischen Grab und Mutterschoß? Um dir zu sagen: wie der Mutterschoß aufnimmt und zurückgibt, ebenso nimmt das Grab und gibt zurück.", "Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Mutterschoß, der geheim aufnimmt, unter Lärmen73Wie dies bei Geburt und Tod zu geschehen pflegt. zurückgibt, um wieviel mehr sollte nicht das Grab, das unter Lärmen<endnote1>73</endnote1>aufnimmt, erst recht unter Lärmen zurückgeben. Hieraus eine Widerlegung derer, die behaupten, die Auferstehung der Toten sei in der Tora nicht [nachweisbar].", "R. Oša͑ja rezitierte vor Raba: 74Dt. 6,9.Du sollst sie schreiben; alles ist zu schreiben, selbst die Befehlsausdrücke75Auch die das Gebot einleitenden Worte (zBs. ‘schreibe sie’ udgl.) sind auf die Tephillinrolle zu schreiben..", "Jener sprach zu ihm: Dies76Die Berufung auf einen Schriftvers.hast du wohl von R. Jehuda, welcher sagt, man schreibe bei einer Ehebruchverdächtigten nur die Flüche und nicht die Befehlsausdrücke. Nur da, weil es ausdrücklich heißt:77Num. 5,23.er soll diese Flüche schreiben, hier aber heißt es: du sollst sie schreiben, auch die Befehlsausdrücke.", "Aber der Grund R. Jehudas ist ja nicht, weil es er soll schreiben heißt, sein Grund ist vielmehr, weil es Flüche heißt: nur die Flüche, nicht aber die Befehlsausdrücke. –", "Dies78Einen Beweis aus der Schrift anzuführen, daß auch die Befehlsausdrücke geschrieben werden.ist nötig. Man könnte glauben, es sei durch [das Wort] schreiben79Das an beiden Stellen gebraucht wird.von dort zu folgern, wie dort nur die Flüche, nicht aber die Befehlsausdrücke, ebenso auch hier nicht die Befehlsausdrücke, daher schrieb der Allbarmherzige: du sollst sie schreiben, auch die Befehlsausdrücke.", "R. O͑badja rezitierte vor Raba: 80Dt. 11,19.Ihr sollt sie lehren, die Lehre sei ganz81למד+תם=למדתם.; man mache eine Pause zwischen Worten, die sich einander anschließen82Vor einem Worte, dessen Anlaut dem Auslaut des vorhergehenden gleicht, halte man inne..", "Raba ergänzte ihm: Zum Beispiel: a͑l-lebabkha, a͑l-lebabkhem, bekhol-lebabkha, bekhol-lebabkhem, e͑seb-besadkha, vaábadtem-mehera, hakanaph-pethil, ethkhem-meéreç.", "R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Wer das Šema͑ liest und dessen Buchstaben genau ausspricht, dem kühlt man das Fegefeuer, denn es heißt: 83Ps. 68,15.wenn der Allmächtige Könige zerstreut, da schneite es auf Çalmon; man lese nicht bephares [zerstreut], sondern bephareš [Sondern], und man lese nicht beçalmon, sondern beçalmaveth [Totenreich]84Unter schneit wird Kühlung verstanden; dies erfolgt, wenn die Worte des Allmächtigen zerstreut, dh. getrennt werden..", "Ferner sagte R. Ḥama b. Ḥanina:" ], [ "Zelte und Bäche stehen deshalb nebeneinander, wie es heißt:85Num. 42,6.wie Bäche sich hinstrecken, wie Gärten am Fluß, wie Zelte auf geschlagen86So nach dem Talmud.&c., um dir zu sagen: wie die Bäche den Menschen aus Unreinheit in Reinheit bringen, so bringen auch die Zelte87Die Lehrhäuser, die der Talmud Zelte nennt (cf. Sabb. 63b).den Menschen aus der Wagschale der Schuld in die Wagschale des Verdienstes.", "WER RÜCKWÄRTS LIEST, GENÜGT SEINER PFLICHT NICHT.", "R. Ami und R. Asi errichteten für R. Elea͑zar einen Hochzeitsbaldachin, und er sprach zu ihnen: Mittlerweile will ich ins Lehrhaus gehen, um etwas zu hören; dann komme ich zurück und sage es euch. Da ging er hin und traf einen Schüler vor R. Joḥanan rezitieren:", "Wer beim Šema͑lesen sich verirrt und nicht weiß, an welcher Stelle er sich verirrt hat, beginne wieder, falls es in der Mitte des Absatzes geschehen, mit dem Anfang des Absatzes, falls zwischen zwei Absätzen, mit dem ersteren Absätze, und wenn zwischen den beiden [Sätzen] vom Schreiben88Im Abschnitt kommt der Satz du sollst sie schreiben zweimal vor; wenn er nicht weiß, bei welchem er war., mit dem ersten.", "R. Joḥanan rief ihm zu: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er [den Satz:] damit sich mehren euere Tage, noch nicht begonnen, hat er ihn aber begonnen, so wird er wohl gewohnheitsmäßig fortgesetzt haben.", "Als er zurück kam und es ihnen sagte, sprachen sie zu ihm: Wären wir gekommen, nur um diese Sache zu hören, so hätten wir genug.", "iv HANDWERKER DÜRFEN AUF DER SPITZE DES BAUMES UND AUF DER HÖHE DES GERÜSTES DAS ŠEMA͑ LESEN, NICHT ABER SO DAS GEBET VERRICHTEN.", "v DER BRÄUTIGAM IST IN DER ERSTEN NACHT, UND FALLS ER DEN AKT NOCH NICHT VOLLZOGEN HAT, BIS ZUM ŠABBATH AUSGANGE, VOM ŠEMAA͑LESEN BEFREIT. ALS EINST R. GAMLIÉL, ALS ER EINE FRAU NAHM, IN DER ERSTEN NACHT DAS ŠEMA͑ LAS, SPRACHEN SEINE SCHÜLER ZU IHM: MEISTER, DU HAST UNS JA GELEHRT, EIN BRÄUTIGAM SEI VOM ŠEMA͑LESEN BEFREIT. ER ERWIDERTE IHNEN: ICH GEBE EUCH NICHT NACH, DAS HLMMLISCHE JOCH AUCH NUR EINE STUNDE VON MIR ABZULEGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Handwerker dürfen auf der Spitze des Baumes und auf der Höhe des Gerüstes das Šema͑ lesen, sowie auf der Spitze des Olivenbaumes und des Feigenbaumes beten; von allen anderen Bäumen müssen sie herabsteigen und beten. Der Hausherr hingegen muß in jedem Falle herabsteigen und beten, weil seine Gedanken zerstreut sind.", "R. Mari, Sohn der Tochter Šemuéls, wies Raba auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, Handwerker dürfen auf der Spitze des Baumes und auf der Höhe des Gerüstes89Auch während der Arbeit.das Šema͑ lesen, wonach die Intensität nicht erforderlich ist, und dem widersprechend wird gelehrt: Wer das Šema͑ liest, muß sein Herz darauf richten, denn hier90Dt. 6,4.heißt es: höre Jisraél und dort91Ib. 27,9.heißt es: merke auf und höre, Jisraél, wie dort mit Aufmerksamkeit, so auch hier mit Aufmerksamkeit.", "Dieser schwieg. Hierauf sprach er zu ihm: Hast du etwas hierüber gehört? Jener erwiderte: Folgendes sagte R. Šešeth, nur wenn sie die Arbeit unterbrechen und lesen. –", "Es wird ja aber gelehrt: Die Schule Hillels sagt, sie verrichten ihre Arbeit und lesen!? –", "Das ist kein Einwand; dies vom ersten und jenes vom zweiten Absätze.", "Die Rabbanan lehrten: Arbeiter, die für den Hausherrn Arbeit verrichten, lesen das Šema͑ samt den vorangehenden und folgenden Segenssprüchen, essen ihr Brot und lesen vor und nachher die Segenssprüche und beten das Achtzehngebet; sie dürfen aber nicht vor das Vorbetpult treten92Sie dürfen nicht allzulange die Arbeit unterbrechen.noch die Hände [zum Priestersegen] erheben.", "Es wird ja aber gelehrt, daß sie nur den Auszug des Achtzehngebetes93Das sog. kurze Gebet (חביננו); hierüber weiter.beten!? R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Einwand; das Eine nach R. Gamliél und das Andere nach R. Jehošua͑.", "Wieso spricht er, wenn nach R. Jehošua͑, von Arbeitern, dies gilt ja [nach ihm] auch von jedem Menschen!? –", "Vielmehr, beides nach R. Gamliél, dennoch ist dies kein Widerspruch; das Eine, wenn sie für Lohn, das Andere, wenn sie nur für das Essen arbeiten.", "So wird auch gelehrt: Arbeiter, die für den Hausherrn Arbeit verrichten, lesen das Šema͑, beten und essen ihr Brot, lesen aber vorher keinen Segensspruch und nachher nur zwei, und zwar, den ersten Segensspruch vorschriftsmäßig, während der zweite mit dem Segen über das Land94Segensspruch über Palästina.begonnen wird, in den man [den Segen] ‘Erbauer Jerušalems’ einschalte.", "Diese Worte gelten nur, wenn sie für Lohn arbeiten; arbeiten sie aber nur für das Essen, oder speist der Hausherr mit ihnen, so lesen sie [alle] Segenssprüche vorschriftsmäßig.", "DER BRÄUTIGAM IST VOM ŠEMA͑LESEN BEFREIT. Die Rabbanan lehrten: 95Dt. 6,7.Wenn du in deinem Hause sitzest, ausgenommen derjenige, der sich mit der Ausübung eines Gebotes befaßt; wenn du auf dem Wege gehst, ausgenommen der Bräutigam. Hieraus folgerten die Weisen: wer eine Jungfrau ehelicht, ist frei, wer eine Witwe, ist verpflichtet.", "Wieso ist dies erwiesen? R. Papa erwiderte: Aus [dem Worte] Weg; wie der Weg Freigestelltes ist, so auch [bei allem anderen], was freigestellt. –", "Es kann ja auch vorkommen, daß einer zur Ausübung eines Gebotes geht, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß er das Šema͑ lese!? –", "Demnach müßte der Schriftvers lauten ‘beim Gehen’, wenn es aber heißt: wenn du gehst, [so bedeutet dies:] wenn du für dich gehst, bist du verpflichtet, wenn aber zur Ausübung eines Gebotes, bist du befreit. –" ], [ "Wieso demnach nur derjenige, der eine Jungfrau ehelicht, es sollte doch auch von dem gelten, der eine Witwe ehelicht!? –", "Jener ist zerstreut, dieser aber nicht. –", "Wenn es von der Zerstreuung abhängt, sollte auch der [befreit sein], dessen Schiff im Meere unterging!? Wieso sagte R. Abba b. Zabda im Namen Rabhs, der Leidtragende sei zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet, mit Ausnahme der Tephillin, weil es von ihnen Kopfschmuck heißt, denn es heißt:96Ez. 24,17.lege dir deinen Kopfschmuck an &c.!?", "Ich will dir sagen: da ist er durch Freigestelltes zerstreut, hier aber durch die Ausübung eines Gebotes.", "vi A1S ER IN DER ERSTEN NACHT, NACHDEM SEINE FRAU GESTORBEN WAR, BADETE, SPRACHEN SEINE SCHÜLER ZU IHM: MEISTER, DU HAST UNS JA GELEHRT, DER LEIDTRAGENDE DÜRFE NICHT BADEN. ER ERWIDERTE IHNEN: ICH GLEICHE NICHT ANDEREN MENSCHEN, ICH BIN VERWEICHLICHT.", "vii ALS SEIN SKLAVEABI GESTORBEN WAR, UND ER BEILEIDSBEZEUGUNGEN ENTGEGENNAHM, SPRACHEN SEINE SCHÜLER ZU IHM: MEISTER, DU HAST UNS JA GELEHRT, MAN NEHME KEINE BEILEIDSBEZEUGUNGEN ÜBER [DEN TOD VON] SKLAVEN ENTGEGEN.ER ERWIDERTE IHNEN: MEIN SKLAVEABI GLICH NICHT ALL DEN ANDEREN SKLAVEN, ER WAR TUGENDHAFT.", "viii DER BRÄUTIGAM DARF, FALLS ER WILL, AUCH IN DER ERSTEN NACHT DAS ŠEMA͑ LESEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL ABER SAGT, NIGHT EIN JEDER, DER SICH DEN RUF97Eines übermäßig Frommen.BEILEGEN WILL, DARF IHN SICH BEILEGEN.", "GEMARA. Er98R. Gamliél, der schon am ersten Abend badete.ist demnach der Ansicht, die Trauer99Das W. אנינות (bzw. אונן), eigentl. Klagetrauer, erstreckt sich nur auf den ersten Tag, vom Tode bis zum Begräbnis, das am selben Tage zu erfolgen hatte.während der [folgenden] Nacht sei nur rabbanitisch, denn es heißt:100Am. 8,10.und ihr Ende, wie ein Tag des Trauerns; für einen Verweichlichten aber haben die Rabbanan dies nicht angeordnet.", "ALS SEIN SKLAVEABI GESTORBEN WAR &C.", "Die Rabbanan lehrten: Wegen Sklaven und Sklavinnen stellt man sich nicht in einer Reihe101Die Tröstenden pflegten den Leidtragenden in Reihen (von mind. 10 Personen) zu umgeben und ihm Trostworte zu sagen.auf, auch spricht man ihretwegen nicht den Segensspruch der Leidtragenden102Gf. Keth. Fol. 8a.und die Trostworte für Leidtragende.", "Als einst R. Elie͑zer seine Sklavin starb, traten seine Schüler ein, ihn zu trösten. Als er sie sah, ging er in den Söller, und sie folgten ihm; er trat in das Vorzimmer, und sie folgten ihm; er trat in den Saal, und sie folgten ihm. Da sprach er zu ihnen: Ich glaubte, ihr würdet euch mit lauem Wasser verbrühen, nun aber verbrüht ihr euch nicht einmal mit kochend heißem Wasser. Habe ich euch nicht wie folgt gelehrt: Wegen Sklaven und Sklavinnen stellt man sich nicht in einer Reihe auf, auch spricht man ihretwegen nicht den Segensspruch der Leidtragenden und die Trostworte für Leidtragende. Vielmehr, wie man zu einem, wenn ihm ein Ochs oder ein Esel verendet ist, sagt: Gott möge dir deinen Schaden ersetzen, so auch sage man zu ihm wegen seines Sklaven oder seiner Sklavin: Gott möge dir deinen Schaden ersetzen.", "Ein Anderes lehrt: Über Sklaven und Sklavinnen halte man keine Trauerrede. R. Jose sagt, war es ein tugendhafter Sklave, so sage man über ihn: Wehe, der gute, treue Mann, der von seiner Mühe genossen! Man entgegnete ihm: Was läßt du demnach für die Freigeborenen!?", "Die Rabbanan lehrten: Man nennt niemand anders Väter als die drei103Die Erzväter: Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob.; man nennt niemand anders Mütter als die vier104Sara, Ribqa, Rahel und Lea..", "Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil wir nicht wissen, ob wir von Reúben oder von Šimo͑n105Welcher der Stammesvater, Familienahn ist.abstammen, so wissen wir ja auch bei den Müttern nicht, ob wir von Raḥel oder von Leá abstammen!? – Vielmehr, (bis auf) diese sind (es) die ausgezeichneten, weiter aber nicht mehr.", "Ein Anderes lehrt: Sklaven und Sklavinnen nenne man nicht Vater so und so, oder Mutter so und so; die des R. Gamliél nannte man wohl Vater so und so und Mutter so und so.", "Eine Tatsache zur Widerlegung!? – Weil sie geachtet waren.", "R. Elea͑zar sagte: Es heißt:106Ps. 63,5.so will ich dich lebenslänglich preisen, bei deinem Namen, meine Hände erheben. So will ich dich lebenslänglich preisen, das ist das Šema͑lesen; bei deinem Namen meine Hände erheben, das ist das Gebet. Wenn man so handelt, so spricht der Schriftvers über ihn:107Ib. V. 6.wie mit Fett und Mark ist meine Seele gesättigt. Und nicht nur dies, er erbt auch beide Welten, diese Welt und die zukünftige Welt, denn es heißt:107Ib. V. 6.mit Lippen der Lobgesänge preiset mein Mund.", "Wenn R. Elea͑zar sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du uns in unserem Lose Liebe, Brüderschaft, Frieden und Freundschaft angedeihen lassest, daß du unsere Grenze mit Schülern erweiterst, daß du unser Ende mit Erfolg und Hoffnung gelingen lassest, daß du unseren Anteil in das Paradies108Wörth Edengarten, dh. Wonnegarten (nach Gen. 2,15), Benennung des Paradieses in der ält. Literatur.setzest, daß du uns in deiner Welt mit gutem Umgange und mit gutem Triebe rüstest, daß wir aufstehen und das Verlangen unseres Herzens finden, deinen Namen zu fürchten, und daß vor dich unser Seelenwunsch zum Guten komme.", "Wenn R. Joḥanan sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du auf unsere Schmach blickest und auf unser Elend schauest, daß du dich mit deiner Barmherzigkeit bekleidest und mit deiner Macht bedeckest, dich in deine Liebe hüllest und mit deiner Gnade umgürtest; so möge doch deine Eigenschaft der Güte und der Sanftmut vor dich treten.", "Wenn R. Zera sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß wir nicht sündigen und uns nicht vor unseren Vätern schämen und zu Schanden werden.", "R. Ḥija pflegte, nachdem er gebetet, folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß deine Tora unsere Beschäftigung sei, und das unser Herz nicht betrübt und unsere Augen nicht verdunkelt werden.", "Rabh pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du uns ein langes Leben gibst; ein Leben des Friedens, ein Leben der Güte, ein Leben des Segens, ein Leben des Erwerbs, ein Leben der Körperkraft, ein Leben, in dem Sündenscheu sei, ein Leben ohne Schande und Schmach, ein Leben des Reichtums und der Ehre, ein Leben, in dem die Liebe zur Tora und Gottesfurcht in uns sei, ein Leben, in dem du uns alle unsere Herzenswünsche zum Guten erfüllest.", "Rabbi pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott und Gott unserer Väter, daß du mich schützest vor Frechlingen und vor Frechheit, vor einem bösen Menschen und bösem Ereignis, vor dem bösen Trieb, vor schlechtem Umgange, vor einem bösen Nachbar, vor dem verderbenden Satan, vor strengem Gericht und vor einem hartherzigen Prozeßgegner, sei er Glaubensgenosse oder sei er kein Glaubensgenosse.", "Obgleich Rabbi von Bedienten umgeben war.", "R. Saphra pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du Frieden stiftest" ], [ "in der oberen und in der unteren Familie, und unter den Schülern, die sich mit deiner Tora befassen, sei es, daß sie es um ihrer selbst willen, sei es, daß sie es nicht um ihrer selbst willen tun. Alle aber, die sich damit nicht um ihrer selbst willen befassen, mögen, so sei es dein Wille, sich damit um ihrer selbst willen befassen.", "R. Alexandri pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du uns stellest in eine Ecke des Lichtes und (stelle uns) nicht in eine Ecke der Finsternis, daß unser Herz nicht betrübt und unsere Augen nicht verdunkelt werden. Manche sagen, dies pflegte R. Hamnuna zu sagen, R. Alexandri aber pflegte, nachdem er gebetet, folgendes zu sagen: Herr des Weltalls109Das W. עולם in der späthebräischen Bedeutung Welt hat die Mehrzahl עולמות; die Form עולמים ist die Mehrzahl vom Adjectivum עולמי der od. das Weltliche, Weltbewohner. Ähnl. auch im Koran 1,1., offen und bekannt ist es vor dir, daß es unser Wille ist, deinen Willen zu vollziehen, doch verhindert dies nichts anderes, als das Saure im Teig110Der böse Trieb im Herzen.und die Knechtschaft der Regierungen. Möge es dein Wille sein, daß du sie vor und hinter uns unterwirfst, und daß wir zurückkehren, die Gesetze deines Willens mit ganzem Herzen auszuüben.", "Raba pflegte nach seinem Gebete folgendes zu sagen: Mein Gott, bevor ich gebildet wurde, war ich nichts wert, und auch jetzt, da ich gebildet worden bin, ist es ebenso, als wäre ich nicht gebildet worden. Staub bin ich bei meinem Leben, umsomehr bei meinem Tode. Siehe, ich bin vor dir wie ein Gefäß voll Scham und Schmach. Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß ich nimmer sündige, was ich aber vor dir gesündigt, spüle weg mit deiner großen Barmherzigkeit, jedoch nicht durch Züchtigungen und böse Krankheiten. Dies war auch das Sündenbekenntnis R. Hamnuna des Kleinen am Versöhnungstage.", "Wenn Mar, der Sohn Rabinas, sein Gebet beendete, pflegte er folgendes zu sagen: Mein Gotti Bewahre mein Zunge vor Bösem, meine Lippen vor trügerischen Reden. Denen, die mir fluchen, schweige meine Seele, und wie Staub sei meine Seele gegen jedermann. Öffne mein Herz für deine Lehre, und deinen Geboten jage meine Seele nach. Beschütze mich vor einem bösen Ereignis, vor dem bösen Trieb, vor einem bösen Weib und vor allem Übel, das in die Welt zu kommen sich drängt. Den Rat derer, die wider mich Böses sinnen, vereitele schnell, und ihre Anschläge zerstöre. Mögen zum Wohlgefallen sein die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens vor dir, o Herr, mein Fels und Erlöser.", "Wenn R. Šešeth gefastet hatte, pflegte er, nachdem er gebetet, folgendes zu sagen: Herr des Weltalls! Offenbar ist es vor dir, daß zur Zeit, da das Heiligtum noch bestand, ein Mensch, der gesündigt hatte, ein Opfer brachte, von dem das Fett nur und das Blut dargebracht wurde, und es wurde ihm vergeben; jetzt aber verweilte ich im Fasten, und mein Fett und mein Blut wurde vermindert. So möge es dein Wille sein, daß mein Fett und mein Blut, das vermindert wurde, als von mir vor dir auf dem Altar dargebracht betrachtet werde, und sei mir wohlgefällig.", "Als R. Joḥanan das Buch Ijob beendete, sprach er folgendes: Das Ende des Menschen ist das Sterben, das Ende des Viehes das Schlachten, und alles ist für den Tod bestimmt. Heil dem, der in der Tora groß wird und sich mit der Tora abmüht, der seinem Schöpfer Annehmlichkeiten bereitet, der mit gutem Namen aufgewachsen und mit gutem Namen aus der Welt geschieden ist. Über ihn sagt Šelomo: 111Ecc. 7,1.besser ist ein Name als gutes Öl, und der Tag des Sterbens als der Tag seiner Geburt.", "Ein Wahlspruch112Nach Lebrecht (Lesartenρ. 19) uAA. Perle (μαϱγηλις).war es im Munde R. Meírs: Lerne mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, meine Wege zu erkennen und an die Türen meiner Tora zu pochen. Bewahre meine Tora in deinem Herzen, und meine Furcht möge vor deinen Augen sein; hüte deinen Mund vor jeder Sünde; reinige und heilige dich von jeder Schuld und jedem Vergehen, und ich werde mit dir sein an jedem Orte.", "Ein Wahlspruch war es im Munde der Rabbanan aus Jabne: Ich bin ein Geschöpf und mein Nächster ist ein Geschöpf: meine Arbeit ist in der Stadt und seine Arbeit ist auf dem Felde; ich mache mich früh zu meiner Arbeit auf, und er macht sich früh zu seiner Arbeit auf; wie er sich nicht meine Arbeit anmaßt, so maße ich mir nicht seine Arbeit an. Vielleicht aber sagst du: ich tue viel, er aber wenig, so haben wir gelernt: ob man viel oder wenig tut, wenn man nur sein Herz auf den Himmel richtet.", "Ein Wahlspruch war es im Munde Abajjes: Stets sei der Mensch klug in der Gottesfurcht. Eine sanfte Antwort stillt den Zorn. Man mehre den Frieden mit seinen Brüdern, mit seinen Verwandten und mit jedermann, selbst mit einem Nichtjuden auf der Straße, damit man droben beliebt und hienieden gewogen sei, und wohlgelitten unter den Menschen.", "Man erzählte von R. Joḥanan b. Zakkaj, daß ihm niemals jemand mit einem Gruß zuvorgekommen sei, nicht einmal ein Nichtjude auf der Straße.", "Ein Wahlspruch war es im Munde Rabas: Der Endzweck der Weisheit ist Buße und gute Werke; daß der Mensch nicht lese und lerne, sich dann aber gegen Vater und Mutter auflehne, gegen seine Lehrer und gegen den, der größer ist als er in Weisheit und Zahl113Dh. Bedeutung; diese Wendung wird sonst von einer Körperschaft gebraucht, wobei es sich um die Zahl der Mitglieder handelt.. So heißt es:114Ps. 111,10.der Weisheit Anfang ist die Gottesfurcht, ein gutes Ansehen für alle, die sie ausüben; es heißt nicht ‘lernen’, sondern ‘ausüben’: nur denen, die sie um ihrer selbst willen ausüben, nicht aber denen, die sie nicht um ihrer selbst willen ausüben. Für jeden aber, der sie nicht um ihrer selbst willen ausübt, wäre es besser, er wäre nicht erschaffen worden.", "Ein Wahlspruch war es im Munde Rabhs. In der zukünftigen Welt gibt es weder Essen noch Trinken, noch Fortpflanzung und Vermehrung, noch Kauf und Verkauf, noch Neid, Haß und Streit. Vielmehr sitzen die Gerechten mit ihren Kronen auf ihren Häuptern und weiden sich an dem Glänze der Göttlichkeit, denn es heißt:115Ex. 24,11.sie schauten Gott, und aßen und tranken.", "Größer ist das Versprechen, das der Heilige, gepriesen sei er, den Frauen gegeben, als das, das er den Männern gegeben hat, denn es heißt: 116Jes. 32,9.stehet auf, sorglose Frauen, höret auf meine Stimme; ihr zuversichtlichen Töchter, horchet auf meine Rede.", "Rabh sprach zu R. Ḥija: Wodurch machen Frauen sich verdienstlich? – Daß sie ihre Kinder im Bethause unterrichten lassen, ihre Männer im Lehrhause (der Rabbanan) lernen lassen und auf ihre Männer warten, bis sie aus dem Lehrhause heimkehren.", "Als die Rabbanan sich von dem Hause R. Amis, manche sagen, dem Hause R. Ḥaninas, verabschiedeten, sprachen sie zu ihm wie folgt: Mögest du während deines Lebens deine Welt schauen, dein Ende sei für das Leben der zukünftigen Welt und deine Hoffnung für alle Zeitkreise. Möge dein Herz Einsicht denken, dein Mund Weisheit sprechen und deine Zunge Jubelgesänge lispeln; mögen deine Wimpern geradeaus vor dir hinsehen, deine Augen im Lichte der Tora leuchten, dein Gesicht wie der Glanz des Himmels glänzen, deine Lippen Erkenntnis sprechen, dein Inneres im Rechte aufjauchzen und deine Schritte laufen, die Worte des Hochbetagten117Gott; cf. Dan. 7,9.zu hören.", "Ab die Rabbanan sich von dem Hause R. Ḥisdas, manche sagen, dem Hause des R. Šemuél b. Naḥmani, verabschiedeten, sprachen sie zu ihm wie folgt:118Ps. 144,14.Unsere Lehrer sind überbürdet &c.", "Rabh und Šemuél, manche sagen, R. Joḥanan und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; Einer erklärte: unsere Lehrer in der Tora sind überbürdet, mit Geboten; der andere erklärte: unsere Lehrer in der Tora und den Geboten, sind überbürdet, mit Züchtigungen." ], [ "118Ps. 144,14.Kein Riß: es sei unsere Gesellschaft nicht wie die Gesellschaft Šaúls, aus der der Edomite Doég hervorging. 118Ps. 144,14.Kein Durchlaß: es sei unsere Gesellschaft nicht wie die Gesellschaft Davids, aus der der Ahitophel hervorging. 118Ps. 144,14.Kein Jammergeschrei: es sei unsere Gesellschaft nicht wie die Gesellschaft Eliša͑s, aus der der Geḥazi hervorging. 118Ps. 144,14.In unseren Straßen: daß wir keinen Sohn oder Schüler haben mögen, der seine Speise öffentlich anbrennen119Dh. Die überlieferte Lehre verschmähen.läßt, wie beispielsweise Jesus der Nazarener.", "120Jes. 46,12.Höret auf mich, ihr Hartherzigen, die ihr fern seid von Freigebigkeit. Rabh und Šemuél, manche sagen, R. Joḥanan und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; Einer erklärte: die ganze Welt wird durch Freigebigkeit121Gottes., jene122Die Frommen, auf welche sich der angez. Vers bezieht. Das W. Hartherzige wird gedeutet: beherzt, tapfer, stark.aber durch Gewalt ernährt; der andere erklärte: die ganze Welt wird durch das Verdienst jener ernährt, sie selbst aber werden nicht einmal durch ihr eigenes Verdienst ernährt. Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs,", "denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: An jedem Tage ertönt eine Hallstimme vom Berge Ḥoreb und spricht: Die ganze Welt wird nur wegen meines Sohnes Ḥanina ernährt, mein Sohn Ḥanina aber begnügt sich mit einem Kab123Κάβος, Getreidemaß von 24 Eiern Inhalt.Johannisbrot von Sabbathvorabend zu Sabbathvorabend.", "Er streitet gegen R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte, mit ‘Hartherzigen’ seien die verstockten Gobäer124Gobia, Ortschaft in Babylonien.gemeint. R. Joseph sprach: Das siehst du, noch nie ist von ihnen ein Proselyt hervorgegangen.", "R. Aši sagte: Die ‘Hartherzigen’ sind die Einwohner von Matha-Meḥasja, denn, obgleich sie zweimal jährlich125Cf. Abschn. I. Anm. 191.die Verherrlichung der Tora sehen, so ist dennoch von ihnen nie ein Proselyt hervorgegangen.", "DER BRÄUTIGAM DARF, FALLS ER WILL &C. LESEN.", "Man müßte also sagen, R. Šimo͑n b. Gamliél berücksichtige die Großtuerei, während die Rabbanan die Großtuerei nicht berücksichtigen, und wir wissen ja von ihnen das Entgegengesetzte!? Wir haben nämlich gelernt: Wo es üblich ist, am Neunten Ab126Trauer- und Fasttag über die Zerstörung des jüd. Reiches.Arbeit zu verrichten, verrichte man, wo es üblich ist, nicht zu verrichten, verrichte man nicht; überall aber müssen die Gelehrten feiern. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, jedermann betrachte sich stets als einen Gelehrten127In dieser Hinsicht..", "Die Rabbanan befinden sich hier in einem Widerspruch, und ebenso befindet sich R. Šimo͑n b. Gamliél in einem Widerspruch.", "R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen. R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Tatsächlich brauchst du nicht zu vertauschen. Die Rabbanan befinden sich in keinem Widerspruch, denn da alle Welt das Šema͑ liest und er es ebenfalls liest, so erscheint dies nicht als Großtuerei; dort aber, wo alle Welt Arbeit verrichtet, er aber nicht, erscheint dies als Großtuerei.", "R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ebenfalls in keinem Widerspruch, denn hier kommt es auf die Intensität an, und wir sind Zeugen, daß er seinen Sinn nicht andächtig stimmen kann; dort aber glaubt, wer dies sieht, er habe keine Beschäftigung. Geh und sieh, wie viele Müßiggänger es doch auf der Straße gibt.", "", "i WER SEINEN TOTEN VOR SICH LIEGEN HAT, IST VOM ŠEMA͑LESEN, VOM GEBETE UND VON ALLEN IN DER TORA GENANNTEN GEBOTEN BEFREIT.", "VON DEN TRÄGERN DER BAHRE, IHREN ABLÖSERN UND DEN ABLÖSERN IHRER ABLÖSER, DIE VOR DER BAHRE UND DIE HINTER DER BAHRE, SIND, DIE VOR DER BAHRE SICH BEFINDEN, FALLS MAN SIE BRAUCHT, BEFREIT, UND DIE HINTER DER BAHRE SICH BEFINDEN, AUCH FALLS MAN SIE BRAUCHT, VERPFLICHTET. ii DIESE UND JENE SIND VOM GEBETE BEFREIT.", "SOBALD SIE DEN TOTEN BESTATTET HABEN UND ZURÜCKGEKEHRT SIND, MÜSSEN SIE, FALLS SIE ANFANGEN UND BEENDEN KÖNNEN, BEVOR SIE NOCH IN DIE REIHE1Cf. Abschn. II. Anm. 101.KOMMEN, ANFANGEN, WENN ABER NICHT, SO FANGEN SIE NICHT AN.", "VON DEN IN DER REIHE STEHENDEN SIND DIE INNEREN BEFREIT UND DIE ÄUSSEREN VERPFLICHTET. iii (FRAUEN, SKLAVEN UND MINDERJÄHRIGE SIND VOM SEMA͑LESEN UND VON DEN TEPHILLIN BEFREIT, ZUM GEBETE, ZUR MEZUZA2Wörtl. Pfosten; übertragen für die die ersten zwei Šema͑abschnitte enthaltende Pergamentrolle, die oberhalb des rechten Türpfostens angebracht ist (cf. Dt. 6,9; 11,20). UND ZUM TISCHSEGEN VERPFLICHTET.)", "GEMARA. Nur wenn er ihn vor sich liegen hat, nicht aber, wenn er ihn nicht vor sich liegen hat;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer seinen Toten vor sich liegen hat, esse in einem anderen Räume; hat er keinen anderen Raum, so esse er im Hause seines Nächsten; hat er keinen Raum bei seinem Nächsten [zur Verfügung], so mache er eine Scheidewand und esse; hat er nichts, woraus eine Scheidewand zu machen, so wende er das Gesicht ab und esse. Er darf nicht angelehnt speisen, auch darf er kein Fleisch essen und keinen Wein trinken; ferner spreche er nicht3Vor der Mahlzeit. den Segensspruch, spreche nicht den gemeinsamen4Hierüber weit. Ber. 45aff. Tischsegen," ], [ "auch spreche man für ihn nicht den Segensspruch und zähle ihn zum gemeinsamen Tischsegen nicht mit; ferner ist er vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten befreit. Am Šabbath aber darf er angelehnt speisen, Fleisch essen, Wein trinken; ferner spreche er den Segensspruch und den gemeinsamen Tischsegen, auch spreche man für ihn den Segensspruch und zähle ihn mit zum gemeinsamen Tischsegen; er ist ferner zu allen in der Tora genannten Geboten verpflichtet. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, da er zu diesen [Geboten] verpflichtet ist, sei er auch zu allen verpflichtet.", "Hierzu sagte R. Joḥanan: Eine Meinungsverschiedenheit besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Bettpflicht5Nach RŠ. ist er auch zur ehelichen Pflicht verpflichtet..", "Hier wird also gelehrt, daß er vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten befreit6Selbst wenn er sich in einem anderen Räume befindet u. den Toten nicht vor sich liegen hat. ist!? R. Papa erwiderte: Dies ist [auf den Fall] zu beziehen, wenn er das Gesicht abwendet und ißt. R. Aši erwiderte: Da es ihm obliegt, ihn zu bestatten, so ist es ebenso, als hätte er ihn vor sich liegen, wie es heißt: 7Gen. 23,3.Abraham stand auf vom Gesichte seines Toten, solange es ihm obliegt, ihn zu bestatten, ist es ebenso, als hätte er ihn vor sich.", "Dies gilt demnach nur von seinem Toten, nicht aber, wenn man ihn nur bewacht,", "dagegen wird ja aber gelehrt, wer einen Toten bewacht, auch wenn es nicht sein Toter ist, sei vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten befreit!? – Wenn er ihn bewacht, auch wenn es nicht sein Toter ist, wenn es sein Toter ist, auch wenn er ihn nicht bewacht. –", "Nur wenn es sein Toter ist, oder wenn er einen bewacht, nicht aber, wer auf einem Begräbnisplatze umhergeht, dagegen wird ja aber gelehrt, daß man nicht auf einem Begräbnisplatze mit den Tephillin auf dem Haupte oder einer Torarolle im Arme gehe und lese, und wer dies tut, übertrete [das Schriftwort:] 8Pr. 17,5.wer des Armen9Der Tote schämt sich, daß er die Gebote nicht ausüben kann.spottet, lästert seinen Schöpfer!? –", "Da ist es nur innerhalb seiner vier Ellen verboten, außerhalb seiner vier Ellen ist er verpflichtet, denn der Meister sagte, der Tote belege vier Ellen hinsichtlich des Šema͑lesens; hier aber ist er auch außerhalb der vier Ellen befreit.", "Der Text. Wer einen Toten bewacht, auch wenn es nicht sein Toter ist, ist vom Šema͑lesen, vom Gebete, von den Tephillin und von allen in der Tora genannten Geboten befreit. Sind es zwei, so bewache dieser, und jener lese, dann bewache jener, und dieser lese. Ben A͑zaj sagte: Reisen [zwei] auf einem Schiffe, so legen sie ihn in die eine Ecke und beten beide in einer anderen Ecke.", "Worin besteht ihre Meinungsverschiedenheit? Rabina erwiderte: Ihre Meinungsverschiedenheit besteht darin, ob wir Mäuse10Vor denen die Leiche zu schützen ist.berücksichtigen. Einer ist der Ansicht, wir berücksichtigen sie, der andere ist der Ansicht, wir berücksichtigen sie nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Wer Gebeine von Ort zu Ort führt, darf sie nicht in einen Doppelsack legen, auf den Esel laden und darauf reiten, weil er dadurch mit ihnen in verächtlicher Weise verfährt; wenn er aber vor Nichtjuden oder vor Räubern fürchtet, so ist dies erlaubt. Wie sie dies von Gebeinen sagten, so sagten sie es auch von einer Torarolle.", "Worauf [bezieht sich dies]: wenn etwa auf den Anfangssatz, so ist dies ja selbstverständlich, ist etwa eine Torarolle minderwertiger als Gebeine!? – Nein, auf den Schlußsatz.", "Reḥaba sagte im Namen R. Jehudas: Wer einen Toten [führen] sieht und ihm kein Geleit gibt, übertritt [das Schriftwort:] wer des Armen spottet, lästert seinen Schöpfer. Was ist seine Belohnung, wenn er ihm Geleit gibt? R. Asi erwiderte: Über ihn spricht die Schrift:11Pr. 17,19.Den Herrn begleitet12Er liest melave st. malve (leiht)., wer dem Armen gnädig ist.13Pr. 14,31.Es ehrt ihn, wer dem Dürftigen mildtätig ist.", "R. Ḥija und R. Jonathan gingen sich unterhaltend auf dem Begräbnisplatze umher, und R. Jonathan entfiel ein Çiçithfaden. Da sprach R. Ḥija zu ihm: Hebe ihn auf, damit sie nicht sagen: morgen kommen sie zu uns, jetzt spotten sie unser.", "Jener sprach: Wissen sie denn dies alles, es heißt ja:14Ecc. 9,5.die Toten wissen von nichts!? Dieser erwiderte: Hast du es gelesen, so hast du es nicht wiederholt, hast du es wiederholt, so hast du es nicht drittmals gelesen, und hast du es auch drittmals gelesen, so hat man es dir nicht erklärt.14Ecc. 9,5.Denn die Lebenden wissen, daß sie sterben werden, das sind die Gerechten, die auch nach ihrem Tode ‘Lebende’ genannt werden, denn es heißt:15iiSam. 23,20.Und Benajahu, der Sohn Jehojada͑s, der Sohn eines lebenden, tatenreichen Mannes, aus Qabçeél, er schlug die zwei, Ariél, Moáb, und er stieg hinab und erschlug den Löwen in der Grube, am Schneetage." ], [ "Der Sohn eines lebenden Mannes; sind denn [alle anderen auf] der ganzen Welt Kinder von Toten!? – Vielmehr, der Sohn eines lebenden Mannes, der auch nach seinem Tode ‘Lebender’ genannt wird. Eines tatenreichen aus Qabçeél; der Tatkräfte für die Tora mehrte und sammelte. Er schlug die zwei, Ariél, Moáb; er hinterließ seinesgleichen weder zur Zeit des ersten Heiligtumes, noch des zweiten16Unter Ariél (cf. Jes. 29,1) wird der Tempel verstanden, ebenso deutet auf diesen der Name Moáb, da er von Šelomo erbaut wurde, der von der Moábiterin Ruth stammte.Heiligtumes.", "Und er stieg hinab und erschlug den Löwen in der Grube am Schneetage; manche erklären: er zerschlug Eisschollen, stieg hinab und nahm ein Tauchbad; manche erklären: erlernte das Siphra der Schule Rabhs an einem Wintertage.", "Die Toten wissen von nichts, das sind die Frevler, die auch bei ihren Lebzeiten ‘Tote’ genannt werden, denn es heißt:17Ez. 21,30.und du erschlagener Frevler, Fürst Jisraéls. Wenn du willst, entnehme ich es hieraus: 18Dt. 17,6.nach Aussage zweier oder dreier Zeugen soll der Tote getötet werden; er lebt ja noch, – vielmehr, der schon von vorher ein Toter war.", "Die Söhne R. Ḥijas gingen aufs Dorf19Wo sie sich mit Landwirtschaft befaßten.und vergaßen ihr Studium; sie quälten sich ab, sich desselben zu erinnern. Da sprach der eine zum anderen: Weiß unser Vater von [unserer] Qual? Der andere erwiderte: Woher sollte er es wissen, es heißt ja:20Ij. 14,21.seine Kinder sind in Ehren, und er weiß nicht.", "Jener entgegnete: Sollte er es nicht wissen, es heißt ja: 21Ib. V. 22.solange sein Fleisch auf ihm, schmerzt es ihn, und seine Seele trauert in ihm, und hierzu sagte R. Jiçḥaq, das Gewürm im Fleische des Toten sei so schmerzhaft, wie eine Nadel im Fleische des Lebenden!? –", "Ich will dir sagen, ihren eigenen Schmerz empfinden sie wohl, vom Schmerze anderer wissen sie aber nichts. –", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Einst gab ein Frommer in einem Jahre der Dürre am Vortage des Neujahrs einem Armen einen Denar22Denarius; röm. Münze in Silber u. Gold, 1:24., weshalb seine Frau mit ihm zankte; da ging er fort und übernachtete auf dem Begräbnisplatze. Da hörte er zwei Geister sich miteinander unterhalten. Der eine sprach zum anderen: Genösse, komm, wir wollen in der Welt umherstreifen und hinter dem [himmlischen] Vorhange horchen, welche Heimsuchung über die Welt kommen wird. Der andere erwiderte: Ich kann nicht, denn ich bin in einer Rohrmatte bestattet; geh du vielmehr und erzähle mir, was du hörest. Jener ging, streifte umher und kam zurück. Da fragte der andere: Genosse, was hast du hinter dem Vorhange gehört? Dieser erwiderte: Ich hörte, daß alles, was man zum ersten Regenfall säen wird, der Hagel niederschlagen wird. Hierauf ging er und säete zum zweiten Regenfall. Der ganzen Welt wurde niedergeschlagen, seines aber wurde nicht niedergeschlagen.", "Im nächsten Jahre ging er wieder hin und übernachtete auf dem Begräbnisplatze und hörte abermals die beiden Geister sich miteinander unterhalten. Der eine sprach zum anderen: Komm, wir wollen in der Welt umherstreifen und hinter dem Vorhange horchen, welche Heimsuchung über die Welt kommen wird. Der andere erwiderte: Genosse, habe ich dir etwa nicht gesagt, daß ich nicht kann, weil ich in einer Rohrmatte bestattet bin!? Geh du vielmehr und erzähle mir, was du hörest. Jener ging, streifte umher und kam zurück. Da fragte der andere: Genosse, was hast du hinter dem Vorhange gehört? Dieser erwiderte: Ich hörte, daß alles, was man zum zweiten Regenfall säen wird, der Kornbrand vernichten wird. Hierauf ging er und säete zum ersten Regenfall. Der ganzen Welt wurde vernichtet, seines aber wurde nicht vernichtet.", "Da sprach seine Frau zu ihm: Wieso wurde im Vorjahre der ganzen Welt niedergeschlagen, deines aber nicht niedergeschlagen, und jetzt ebenfalls der ganzen Welt vernichtet, deines aber nicht vernichtet? Da erzählte er ihr all diese Ereignisse. Man erzählt, daß, nachdem nur wenige Tage verstrichen waren, ein Streit zwischen dem Weibe jenes Frommen und der Mutter des Mädchens23Das in der Rohrmatte bestattet war.ausbrach, und jene ihr zurief: Komm, ich will dir zeigen, wie deine Tochter in einer Rohrmatte bestattet ist.", "Im nächsten Jahre ging er wiederum hin und übernachtete auf dem Begräbnisplatze und hörte abermals jene beiden Geister miteinander sprechen. Der eine sprach: Genosse, komm, wir wollen in der Welt umherstreifen und hinter dem Vorhange horchen, welche Heimsuchung über die Welt kommen wird. Der andere erwiderte: Genosse, laß mich, das Gespräch zwischen mir und dir ist längst unter den Lebenden bekannt. Hieraus, daß sie wohl wissen!? –", "Vielleicht hat ein anderer, der [unterdessen] gestorben war, es ihnen erzählt. –", "Komm und höre: Zee͑ri gab seiner Wirtin Geld24Zuz, Name einer Silbermünze (nach Mussaphia, weil sich auf derselben das Bild des Zeus befunden); im Plural übertrag, für Geld allgemein. in Verwahrung, und während er ins Lehrhaus ging und zurückkam, starb sie. Da ging er zu ihr auf den Friedhof und sprach zu ihr: Wo ist das Geld? Sie erwiderte ihm: Geh, hole es dir an jenem Orte aus der unteren Türpfanne; sage auch meiner Mutter, daß sie mir meinen Kamm und meine Schminkbüchse durch jene, die morgen herkommt, schicke. Hieraus, daß sie wohl wissen!? –", "Vielleicht verkündet es ihnen Duma25In der Bibel (cf. Ps. 94,17) Totenreich; in der eschatologischen Literatur Engel des Totenreiches. Er kann den Toten erzählt haben, wer nächstens kommt.vorher. –", "Komm und höre: Beim Vater Šemuéls wurden Waisengelder aufbewahrt; als er starb, war Šemuél nicht anwesend, und man nannte ihn ‘Sohn des Waisengeld-Verzehrers’. Da ging er zu ihm auf den Friedhof und sprach zu ihnen: Ich suche Abba. Man erwiderte ihm: Es gibt hier viele Abba, – Ich suche Abba, Sohn Abbas. Man erwiderte ihm: Auch Abba, Sohn Abbas, gibt es hier viele. Da sprach er zu ihnen: Ich suche Abba, Sohn Abbas, den Vater Šemuéls; wo ist er? Man erwiderte ihm: Er ging in das Kollegium des Himmels hinauf. Indeß sah er Levi außerhalb sitzen und sprach zu ihm: Warum sitzest du außerhalb, weshalb gehst du nicht hinauf? Dieser erwiderte: Es wurde mir beschieden: entsprechend all den Jahren, die du das Kollegium des R. Aphes nicht besucht26Beim Streite zwischen RA. und seinen Kollegen (Sabb. Fol. 103b) Schloß sich L. den letzteren an.und ihn dadurch gekränkt hast, lassen wir dich in das Kollegium des Himmels nicht ein.", "Währenddessen kam sein Vater, den er weinen und freudig sah. Da fragte er ihn: Warum weinst du? Dieser erwiderte: Weil du bald [zu uns] kommen wirst. – Warum freust du dich? – Weil du in dieser Welt sehr geachtet bist. Da sprach er: Wenn ich so geachtet bin, so lasse man Levi hinein. Hierauf ließ man Levi hinein.", "Alsdann fragte er ihn: Wo ist das Waisengeld? Dieser erwiderte: Geh, hol es dir aus dem Mühlsteinbalken; das obere und untere gehört uns, das mittlere den Waisen. Jener fragte: Warum hast du es so gemacht? Dieser erwiderte: Damit, wenn Diebe es stehlen sollten, unseres gestohlen, und wenn die Erde es zerfressen sollte, unseres zerfressen werden mag. Hieraus, daß sie wohl wissen!? – Vielleicht verhält es sich bei Šemuél anders; da er hochgeachtet war, so rief man vorher aus: Machet Platz!", "Auch R. Jonathan27Dessen entgegengesetzte Ansicht oben mitgeteilt ist.ist davon abgekommen, denn R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß die Toten sich miteinander unterhalten? – es heißt: 28Dt. 34,4.und der Herr sprach zu ihm: Das ist das Land, das ich Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob zugeschworen habe, zu sagen. Was heißt: zu sagen? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Geh und sage Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob: den Schwur, den ich euch geschworen, habe ich an euren Kindern bereits erfüllt." ], [ "Welchen Sinn hätte es, wenn man sagen wollte, sie wissen von nichts, daß er es ihnen sagt!? – Wozu brauchte er, wenn sie es wissen, es ihnen zu sagen!? – Damit sie Moše dankbar seien.", "R. Jiçḥaq sagte: Wenn man dem Toten Böses nachsagt, so ist es ebenso, als sagte man einem Steine nach. Manche erklären, weil sie es nicht wissen, und manche erklären, weil ihnen, obgleich sie es wissen, daran nichts liegt. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Papa erzählte29Hier sind in den späteren Ausg. die Worte אמר u. חד eingeschoben worden, um R. Papa nicht als Sünder und Opfer, sondern als Erzähler dieses Ereignisses erscheinen zu lassen.einst etwas über Mar Šemuél, und eine Stange fiel vom Dach und spaltete ihm die Hirnschale!? –", "Anders ist es bei einem Gelehrten; der Heilige, gepriesen sei er, nimmt sich seiner Ehre an.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer Schriftgelehrten hinter ihrer Bahre nachredet, verfällt dem Fegefeuer, denn es heißt: 30Ps. 125,5.die auf krummen Wegen31Nach der Auslegung des Talmuds: die ihre (der im vorangehenden Verse genannten Frommen) Wege krumm beurteilen.wandeln, wird der Herr mit den Übeltätern wegführen; Friede über Jisraél; auch wenn Friede über Jisraél, wird der Herr sie mit den Übeltätern wegführen.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Hast du einen Schriftgelehrten nachts eine Sünde begehen sehen, denke über ihn tags nicht nach, er hat vielleicht Buße getan. – ‘Vielleicht’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, er hat sicher Buße getan. Dieses gilt jedoch nur von persönlichen Angelegenheiten, bei Geldangelegenheiten aber, erst wenn er dem Eigentümer zurückerstattet hat.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: An vierundzwanzig Stellen [wird erwähnt], daß der Gerichtshof wegen Ehrverletzung eines Gelehrten den Bann verhänge; von diesen allen haben wir in unserer Mišna gelernt. R. Elea͑zar sprach zu ihm: Wo? Jener erwiderte: Finde es.", "Als er fortging und nachforschte, fand er drei: Wenn man das Händewaschen32Vor der Mahlzeit; angebl. von König Šelomo angeordnet.geringschätzig vernachlässigt, wenn man Schriftgelehrten hinter ihrer Bahre nachredet, und wenn man gegen oben hochmütig ist. –", "Welches Bewenden hat es mit der Nachrede hinter der Bahre eines Schriftgelehrten? – Wir haben gelernt: Er sagte33A͑qabja b. Mahalalél, der über mehrere Lehren bekundete; cf. Ed. V. 6.: Man lasse weder die Proselytin, noch die freigelassene Sklavin [das Fluchwasser]34Vgl. hierüber Num. 5,12 ff.trinken; die Weisen aber sagen, man lasse sie wohl trinken. Sie sprachen zu ihm: Einst geschah es ja, daß Šema͑ja und Ptollion die Karkemith, eine Sklavin in Jerušalem, [das Fluchwasser] trinken ließen!? Er erwiderte ihnen: Ähnliche35Sie waren selber Proselyten (cf. Syn. Fol. 96b). Nach anderer Erklärung: Ähnliches, dh. kein richtiges, vorschriftsmäßig bereitetes Fluchwasser, sondern etwas, was diesem glich; dies wäre jedoch keine üble Nachrede.haben trinken lassen. Da taten sie ihn in den Bann, und da er im Banne starb, ließ das Gericht seinen Sarg mit Steinen bewerfen. –", "Welches Bewenden hat es mit der geringschätzigen Vernachlässigung des Händewaschens? – Wir haben gelernt: R. Jehuda sprach: Behüte36Wörtl. Schonung und Frieden.und bewahre, daß Äqabja b. Mahalalél in den Bann getan worden sei, denn unter allen Männern Jisraéls, hinter denen der Tempelhof geschlossen wurde, gab es keinen, der A͑qabja b. Mahalalél in Weisheit, Reinheit und Sündenscheu gliche; in den Bann getan haben sie vielmehr den Elea͑zar b. Ḥanokh, der [am Gesetze des] Händewaschens rüttelte. Als er starb, ließ das Gericht einen großen Stein auf seinen Sarg legen. Dies lehrt dich, daß, wenn jemand in den Bann getan wird und im Banne stirbt, das Gericht seinen Sarg mit Steinen bewerfe. –", "Welches Bewenden hat es mit dem Hochmut gegen oben? – Wir haben gelernt: Šimo͑n b. Šataḥ ließ Ḥoni dem Kreiszeichner37Cf. Tan. 19a, wohl mit dem bei Josephus (Antt. 4, 2, 1) genannten Onias identisch.sagen: Eigentlich solltest du in den Bann getan werden, und wärest du nicht Ḥoni, würde ich auch über dich den Bann verhängt38Weil er mit seinen Gebeten sehr zudringlich war.haben; was aber soll ich machen, wo du gegen Gott ungezogen bist, und er dir doch deinen Willen tut, wie ein Kind gegen seinen Vater ungezogen ist, und er ihm dennoch seinen Willen tut. Über dich spricht die Schrift:39Pr. 23,25.freuenmögen sich dein Vater und deine Mutter, frohlocken deine Gebärerin. –", "Mehr etwa nicht, es gibt ja noch folgende Lehre R. Josephs!? Theodos aus Rom führte in der Gemeinde Roms ein, an den Pesaḥabenden ausgerüstete40Mit Knieen und Eingeweiden gebraten; cf. Ex. 12,9.Ziegenböcke zu essen. Da ließ man ihm sagen: Wärest du nicht Theodos, so würden wir über dich den Bann verhängt haben, weil du Jisraél außerhalb [Jerušalems] Geheiligtes zu essen veranlaßtest. –", "Wir sprechen von in unserer Mišna [genannten Fällen], dies hingegen ist eine Barajtha. –", "Gibt es denn in der Mišna keine mehr, es gibt ja noch folgende Lehre: Hat man ihn41Einen Ofen, der unbeschädigt verunreinigungsfähig ist; cf. Lev. 11,35.in Ringe geschnitten und zwischen die Ringe Sand getan, so ist er nach R. Elie͑zer nicht verunreinigungsfähig und nach den Weisen verunreinigungsfähig; das ist ein Schlangenofen42Nach anderen ist A͑khnaj der Name des Besitzers.. –", "Weshalb [heißt er] Schlangenofen? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Weil man ihn gleich einer Schlange mit Halakhoth umringt hat. Schließlich erklärten sie ihn als verunreinigungsfähig.", "Hierzu wird gelehrt: An jenem Tage brachte man alles Reingesprochene, was R. Elie͑zer reingesprochen hatte, und verbrannte es vor ihm im Feuer, und endlich tat man ihn in den Bann43Wörtlich (euphem.) sie segneten ihn (cf. iReg. 21,10; Ij. 1,5).. –", "Vom Banne jedoch steht in der Mišna nichts. – Wo findet man die vierundzwanzig Stellen? – R. Jehošua͑ b. Levi vergleicht einen Fall44Streitfälle wie des RE.; demnach ist in allen Fällen, wo ein Einzelner sich gegen eine Mehrheit auflehnt, der Bann zu verhängen.mit dem anderen, R. Elea͑zar vergleicht nicht einen Fall mit dem anderen.", "VON DEN TRÄGERN DER BAHRE, IHREN ABLÖSERN. Die Rabbanan lehrten: Man führe den Toten nicht kurz vor dem Šema͑lesen hinaus, hat man aber damit angefangen, so unterbreche man nicht. – Dem ist ja aber nicht so, den R. Joseph hat man ja kurz vor dem Šema͑lesen hinausgeführt!? – Anders ist es bei einem bedeutenden Manne.", "DIE VOR DER BAHRE UND DIE HINTER DER BAHRE. Die Rabbanan lehrten: Die sich mit der Trauer befassen, ziehen sich, solange der Tote vor ihnen liegt, einzeln zurück und lesen, er aber sitze und schweige. Sie stehen auf und beten, er aber stehe auf und erkenne die Strafe an. Er spreche: Herr des Weltalls, viel habe ich vor dir gesündigt, und du hast es mir nicht um ein Tausendstel heimgezahlt; möge es doch dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du unsere Risse und die Risse deines ganzen Volkes, des Hauses Jisraél, erbarmungsvoll verzäunest!", "Abajje sagte: Man spreche nicht so, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte, auch wurde es im Namen R. Joses gelehrt: Nimmer öffne der Mensch seinen Mund vor dem Satan.", "R. Joseph sprach: Hierauf deutet folgender Schriftvers:45Jes. 1,9.fast wären wir wie Sedom; und der Prophet erwiderte ihnen:46Ib. V. 10.höret das Wort des Herrn, Fürsten Sedoms.", "SOBALD SIE DEN TOTEN BESTATTET HABEN UND ZURÜCKGEKEHRT &C. Nur wenn sie es anfangen und ganz beenden können, nicht aber, wenn nur einen Absatz oder einen Vers; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn sie den Toten bestattet haben und zurückgekehrt sind, wenn sie anfangen und beenden können, auch nur einen Absatz oder einen Vers!? –", "So meint er es auch: wenn sie anfangen und beenden können, nämlich auch nur einen Absatz oder einen Vers, bevor sie noch in die Reihe kommen, müssen sie anfangen, wenn aber nicht, so fangen sie nicht an." ], [ "VON DEN IN DER REIHE STEHENDEN &C. Die Rabbanan lehrten: Die Reihe, die das Innere47Der von den Trauerreihen umgebene Raum, wo der Leidtragende sitzt.sieht, ist befreit, und die das Innere nicht sieht, ist verpflichtet; R. Jehuda sagt, die wegen des Leidtragenden kommen, sind befreit, die um ihrer selbst willen, sind verpflichtet.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer in seinem Gewände Mischgewebe48Leinen- und Wollenzeug; cf. Lev. 19,19; Dt.22,9ff. findet, lege es ab, selbst auf offener Straße. Denn es heißt: 49Pr. 21,30.keine Weisheit, keine Einsicht and keinen Ausweg wider den Herrn; wenn der [Gottes]name entweiht wird, erweise man auch einem Lehrer keine Ehre.", "Man wandte ein: Wenn sie den Toten bestattet haben und umkehren, und zwei Wege vor sich haben, einen reinen und einen unreinen, so gehen sie, wenn [der Leidtragende] den reinen geht, mit ihm den reinen, und wenn er den unreinen geht, mit ihm den unreinen, ihm zu Ehren. Warum denn, man sollte doch sagen: keine Weisheit, keine Einsicht wider den Herrn!? –", "R. Abba bezieht dies auf einen Gräberpflug50Ein Platz, auf dem man beim Pflügen auf ein Grab stieß; er ist rabb. verunreinigend, da Gebeine und Knochensplitter aufgewühlt worden sein können. Zur Erkl. vgl. meine Talmudausgabe Bd. IV. S. 546 Anm. 339., der nur rabbanitisch [verunreinigend] ist.", "R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Man darf auf einem Gräberpfluge [die Erde] wegblasen51Um zu sehen, ob nicht Gebeine daliegen.und weitergehen. Ferner sagte R. Jehuda b. Aši im Namen Rabhs: Ein ausgetretener Gräberpflug ist rein. –", "Komm und höre: R. Elea͑zar b. Çadoq52Der Priester war und keinen Sarg berühren durfte.sagte: Wir sind, jisraélitische Könige [zu sehen], über Särge gesprungen. Und nicht nur bei jisraélitischen Königen erlaubten sie es, sondern auch bei Königen der weltlichen Völker, damit man, wenn es einem beschieden ist, zwischen jisraélitischen Königen und Königen der weltlichen Völker unterscheiden könne. Warum denn, man sollte doch sagen: keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn!? –", "Dies nach Raba, denn Raba sagte, nach der Tora sei ein Zelt, das eine Höhlung von Faustgröße hat, eine Schutzwand gegen die Unreinheit53Der Leiche, die sich unter diesen befindet., und das keine Höhlung von Faustgröße hat, keine Schutzwand gegen die Unreinheit.", "Die meisten Särge haben zwar eine Höhlung von Faustgröße, trotzdem haben die Rabbanan über die, die sie haben, wegen derer, die sie nicht haben, [Unreinheit] verhängt. Wenn aber die Ehrung von Königen zu berücksichtigen ist, haben die Rabbanan es nicht angeordnet. –", "Komm und höre: Groß ist die Ehre der Menschen, daß sie sogar ein Verbot der Tora verdrängt.", "Warum denn, man sollte doch sagen: keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn!? – Rabh b. Šaba bezog dies vor R. Kahana auf das Verbot: 54Dt. 17,11; dies bezieht sich auf die Anordnungen der Rabbanan.du sollst nicht abweichen. Man lachte über ihn: auch das Verbot: du sollst nicht abweichen, ist ja aus der Tora!?", "Da sprach R. Kahana: Ein großer Mann hat etwas gesprochen, spottet seiner nicht; alle Verordnungen der Rabbanan haben sie durch das Verbot: du sollst nicht abweichen, gestützt, wo aber Ehre zu berücksichtigen ist, haben die Rabbanan es erlaubt. –", "Komm und höre:55Dt. 22,1; richt.: du wirst dich &c.Du darfst dich ihrer entziehen; bisweilen darfst du dich ihrer entziehen, bisweilen darfst du dich ihrer nicht entziehen.", "Zum Beispiel: wenn er Priester56Unter Priester bzw. Priesterin sind im Talmud Abkömmlinge des Hochpriesters Ahron zu verstehen, die nach der Zerstörung des Tempels keinerlei priesterl. Funktionen auszuüben haben.ist, und jenes57Das Verlorengehende.sich auf einem Begräbnisplatze befindet, oder er ein vornehmer Mann ist, und es seiner Ehre nicht ziemend, oder wenn dadurch sein Verlust58So nach Handschriften; nach den Ausgaben: seine Tätigkeit als [der Gewinn] des anderen.größer sein würde als der seines Nächsten. Diesbezüglich heißt es: du darfst dich ihrer entziehen. Warum denn, man sollte doch sagen: keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn!? –", "Anders dort, da es ja heißt: du darfst dich ihrer entziehen. – Folgere man doch hieraus59Auf den Fall, wenn man Mischgewebe im Gewände findet, daß man auf off. Straße das Gewand nicht abzulegen brauche.!? – Wir folgern nicht von Geldangelegenheiten auf Verbote. –", "Komm und höre:", "60Num. 6,7.Und wegen seiner Schwester. Was lehrt dies? Man könnte glauben, daß, wenn jemand sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht und hört, daß ihm jemand gestorben ist, er umkehren und sich verunreinigen solle, so heißt es:60Num. 6,7.er darf sich nicht verunreinigen.", "Man könnte nun glauben, wie an jenen nicht, so dürfe er sich auch wegen eines Pflichttoten61Ein Leichnam auf dem Wege, wo niemand zu einer Bestattung anwesend ist.nicht verunreinigen, so heißt es: und wegen seiner Schwester, an seiner Schwester verunreinige er sich nicht," ], [ "wohl aber verunreinige er sich an einem Pflichttoten. Warum denn, man sollte doch sagen: keine Weisheit, keine Einsicht und keinen Ausweg wider den Herrn!? –", "Anders ist es dort: es heißt ja: wegen seiner Schwester. –", "Folgere man doch hieraus59Auf den Fall, wenn man Mischgewebe im Gewände findet, daß man auf off. Straße das Gewand nicht abzulegen brauche.!? Anders ist es bei einer Unterlassung62Wenn jemand Mischgewebe trägt, so wird die Übertretung ausgeübt, während durch die Unterlassung des Pesaḥopfers od. der Beschneidung keine Tätigkeit ausgeübt wird..", "R. Papa sprach zu Abajje: Inwiefern anders waren die Früheren, daß ihnen Wunder geschahen, während uns keine Wunder geschehen? Sollte es auf das Gesetzesstudium ankommen, so bestand ja in den Jahren R. Jehudas das ganze Studium in [der Abteilung von den] Schäden63Wörtl. Schädiger, wenn man nicht gegen die traditionelle Lesart Nezaqin lesen will. Benennung der 4. Sektion der Mišna, deren in 3 Teile zerfallender erster Traktat von diesen Dingen handelt., während wir alle sechs Abteilungen studieren. Als nämlich R. Jehuda im Traktat U͑qçin64Stacheln, Spitzen; dieser in der 6. Sektion befindliche Traktat handelt von den Rein- und Unreinheitsgesetzen eckiger Dinge.[zum Passus] «Eine Frau, die Kräuter in einen Topf eingelegt hat», manche sagen, [zum Passus] «Oliven, die man mit ihren Blättern eingelegt hat, sind rein», herankam, rief er: die Disputationen von Rabh und Šemuél65Die so scharfsinnig und verworren wurden, daß man ihnen kaum folgen konnte.finden wir hier! Wir aber lernen U͑qçin in dreizehn Vorlesungen. Und dennoch, sobald R. Jehuda einen Schuh abzuziehen66Sich beim Regenausfall zum Gebete vorbereiten.pflegte, kam Regen, wir aber kasteien uns und schreien, doch achtet niemand auf uns.", "Jener erwiderte: Die Früheren haben für die Heiligung des [Gottes]namens ihr Leben eingesetzt, wir aber setzen unser Leben für die Heiligung des [Gottes]namens nicht ein. So sah R. Ada b. Ahaba einst eine Nichtjüdin auf der Straße einen Turban tragen, und da er glaubte, sie wäre eine Jisraélitin, machte er sich auf und riß67Da das Tragen eines solchen Kleidungsstückes untersagt ist.ihn ihr ab. Als es sich herausgestellt, daß sie Nichtjüdin war, bestrafte man ihn mit vierhundert Zuz. Hierauf fragte er sie: Wie heißt du? Sie erwiderte: Mathon. Da sprach er zu ihr: Gelassen, gelassen ist vierhundert Zuz68Offenbar Volksspruch; hier soll Mathon auf מאתן zweihundert anspielen: zweihundert und zweihundert beträgt vierhundert.wert.", "R. Gidel pflegte hinzugehen und sich vor den Toren der Reinigungsbäder zu setzen; er belehrte sie69Die badenden Frauen.: taucht so unter, und taucht so unter. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Fürchtet der Meister nicht vor dem bösen Trieb? Er erwiderte ihnen: Sie kommen mir wie die weißen Löffelgänse vor.", "R. Joḥanan pflegte hinzugehen und sich vor den Toren der Reinigungsbäder zu setzen, indem er sagte: mögen die Töchter Jisraéls, wenn sie heraufsteigen und vom Bade kommen, auf mich schauen, damit sie Kinder bekommen, die so schön sind, wie ich. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Fürchtet der Meister nicht das böse Auge? Er erwiderte ihnen: Ich stamme vom Samen Josephs ab, über den das böse Auge keine Gewalt hat; denn es heißt:70Gen. 49,22.ein fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an einer Quelle, worüber R. Abahu sagte, man lese nicht a͑le-a͑jin [an einer Quelle], sondern o͑le-a͑jin [das Auge übersteigend].", "R. Jose b. Ḥanina folgerte dies hieraus: 71Ib. 48,16.Sie mögen sich fischähnlich auf Erden vermehren; wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das böse Auge keine Gewalt über sie hat, so hat auch über die Kinder Josephs das böse Auge keine Gewalt.", "Wenn du aber willst, sage ich: Über das Auge, das von Fremdem72Gemeint ist das Ereignis mit der Frau Potiphars, Gen. Kap. 39.nicht genießen wollte, hat das böse Auge keine Gewalt.", "iii FRAUEN, SKLAVEN UND MINDERJÄHRIGE SIND VOM ŠEMA͑LESEN \n" ], [ "UND VON DEN TEPHILLIN BEFREIT; SIE SIND ABER ZUM GEBETE, ZUR MEZUZA UND ZUM TISCHSEGEN VERPFLICHTET.", "GEMARA. Vom Šema͑lesen und den Tephillin deshalb, weil diese Gebote sind, die von der Zeit abhängen, und von Geboten, die von der Zeit abhängen, sind Frauen befreit, zum Gebete, zur Mezuza und zum Tischsegen deshalb, weil es Gebote sind, die von der Zeit nicht abhängen, und zu solchen sind Frauen verpflichtet.", "Vom Šema͑lesen ist es ja selbstverständlich, da es ein Gebot ist, das von der Zeit abhängt, und von den Geboten, die von der Zeit abhängen, Frauen befreit sind!? – Man könnte glauben, weil darin die Anerkennung der himmlischen Regierung enthalten 73So seien auch Frauen dazu verpflichtet.ist, so lehrt er uns.", "UND VON DEN TEPHILLIN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, weil sie mit der Mezuza verglichen73So seien auch Frauen dazu verpflichtet.werden, so lehrt er uns.", "SIE SIND ABER ZUM GEBETE VERPFLICHTET. Dieses ist ja ein Flehen74Weshalb sollten Frauen davon befreit sein.!? – Man könnte glauben, da es von diesem heißt:75Ps. 55,18.abends, morgens und mittags, so gleiche es den Geboten, die von der Zeit abhängen, lehrt er uns.", "ZUR MEZUZA. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, weil sie mit dem Studium der Tora76Wovon Frauen befreit sind.verglichen wird, so lehrt er uns.", "ZUM TISCHSEGEN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da es ja heißt:77Ex. 16,8.der Herr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben, am Morgen Brot, zur Sattheit, so vergleiche man es mit den von der Zeit abhängenden Geboten, so lehrt er uns.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Frauen sind nach der Tora [zum Segen] zur Weihe des Tages78Der Segensspruch, der beim Eintritt des Šabbaths od. des Festtages vor der Mahlzeit gesprochen wird.verpflichtet. Warum denn, dies ist ja ein von der Zeit abhängendes Gebot, und von den von der Zeit abhängenden Geboten sind ja Frauen befreit!? Abajje erwiderte: Rabbanitisch.", "Raba sprach zu ihm: Er sagt ja: nach der Tora! Ferner könnte man sie ja demnach rabbanitisch zu allen Geboten verpflichten!? –", "Vielmehr, erwiderte Raba, es heißt79Ex. 20,8.gedenke und es heißt80Dt. 5,12.beobachte: wer zur Beobachtung verpflichtet ist, ist auch zum Gedenken verpflichtet, und da Frauen zur Beobachtung81Der Šabbathgesetze, da sie sämtl. Verboten unterworfen sind.verpflichtet sind, so sind sie auch zum Gedenken verpflichtet.", "Rabina fragte Raba: Sind die Frauen zum Tischsegen nach der Tora, oder nur rabbanitisch verpflichtet!? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob sie eine Gruppe ihrer Pflicht entledigen82Einer aus der Gruppe liest den Tischsegen vor.können; sagst du, nach der Tora, so kann der nach der Tora verpflichtete einen nach der Tora verpflichteten seiner Pflicht entledigen, sagst du aber, rabbanitisch, so wären sie dazu nicht verpflichtet, und wer zu etwas selbst nicht verpflichtet ist, kann auch eine Gruppe dieser Pflicht nicht entledigen. Wie ist es nun? –", "Komm und höre: Tatsächlich sagten sie, ein [minderjähriger] Sohn könne für seinen Vater, ein Sklave für seinen Herrn und eine Frau für ihren Mann den [Tisch]segen sprechen, aber die Weisen sagten, Fluch treffe den, dem seine Frau oder seine Kinder den [Tisch]segen sprechen.", "Richtig ist dies, wenn du sagst, nach der Tora, denn ein nach der Tora verpflichteter kann einen nach der Tora verpflichteten [der Pflicht] entledigen, wenn du aber sagst, nur rabbanitisch – kann denn ein rabbanitisch verpflichteter einen nach der Tora verpflichteten [der Pflicht] entledigen!? –", "Ist etwa, auch nach deiner Ansicht, der Minderjährige pflichtfähig!? Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn jemand ein rabbanitisches Quantum83In der Größe einer Olive, nach R. Meír, od. eines Eies, nach R. Jehuda (weit. Fol. 45a), während man nach der Tora sich sattgegessen haben muß, um zum Tischsegen verpflichtet zu sein; in diesem Falle ist man zum Tischsegen rabbanitisch verpflichtet.gegessen hat; da kann der rabbanitisch verpflichtete den rabbanitisch verpflichteten [der Pflicht] entledigen.", "R. A͑vira trug vor, zuweilen sagte er es im Namen R. Amis und zuweilen im Namen R. Asis: Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, es heißt in deiner Tora:84Dt. 10,17.der das Gesicht nicht zuwendet85Nicht schont.und keine Bestechung annimmt, und du wendest dein Gesicht Jisraél zu, wie es heißt:86Num. 6,26.der Herr wende dir sein Gesicht zu! Da sprach er zu ihnen: Wie sollte ich ihnen mein Gesicht nicht zuwenden!? Ich habe ihnen in der Tora geschrieben:87Dt. 8,10.wenn du gegessen und dich gesättigt hast, sollst du den Herrn, deinen Gott, preisen, sie aber nehmen es so genau, auch beim Quantum einer Olive und eines Eies88Den Segen zu sprechen..", "iv DER SAMENERGUSSBEHAFTETE DENKE [DAS ŠEMA͑] IN SEINEM HERZEN UND SPRECHE DIE SEGENSSPRÜCHE WEDER VORHER NOCH NACHHER. ÜBER DIE MAHLZEIT SPRECHE ER DEN SEGENSSPRUCH NACHHER, NICHT ABER VORHER. R. JEHUDA SAGT, ER SPRECHE DIE SEGENSSPRÜCHE VORHER UND NACHHER.", "GEMARA. Rabina sagte: Dies besagt, daß das Denken dem Sprechen gleiche, denn welchen Sinn hätte das Denken, wolltest du sagen, es gleiche dem Sprechen nicht. –", "Wenn nun das Denken dem Sprechen gleicht, so sollte er es mit den Lippen aussprechen!? –", "Weil wir es so beim Berg Sinaj89Bei der Gesetzgebung; die Jisraéliten mußten sich zum Empfang der Tora von ihren Frauen absondern; (cf. Ex. 19,10).finden. R", ". Ḥisda aber sagte: Das Denken gleiche dem Sprechen nicht, denn wolltest du sagen, das Denken gleiche dem Sprechen, so sollte er es mit den Lippen aussprechen. –", "Wenn nun das Denken dem Sprechen nicht gleicht, welchen Sinn hat das Denken!? R. Elea͑zar erwiderte: Damit nicht die ganze Welt sich damit befasse, er aber müßig dasitze. –", "Soll er doch einen anderen Abschnitt lesen!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Mit dem, womit die Gemeinde sich befaßt. –" ], [ "Aber das Gebet ist ja etwas, womit die Gemeinde sich befaßt, dennoch haben wir gelernt, daß wenn jemand beim Gebete steht und sich erinnert, daß er samenergußbehaftet ist, er sein Gebet nicht abbreche, sondern kürze. Also nur, wenn er es bereits begonnen, wenn er es aber nicht begonnen hat, beginne er nicht!? –", "Anders ist das Gebet, da es die Anerkennung der himmlischen Herrschaft nicht enthält. – Auch im Tischsegen (nachher) ist ja die Anerkennung der himmlischen Herrschaft nicht enthalten, dennoch haben wir gelernt, daß man über die Mahlzeit den Segensspruch nachher lese, aber nicht vorher!? – Vielmehr, das Šema͑lesen und der Tischsegen sind [Gebote] der Tora, das Gebet aber ist rabbanitisch.", "R. Jehuda sagte: Wo ist der Segensspruch nach der Mahlzeit aus der Tora zu entnehmen? – es heißt:90Dt. 8,10.wenn du gegessen und dich gesättigt hast, sollst du preisen. –", "Wo ist der Segensspruch vor [dem Lesen] der Tora aus der Tora zu entnehmen? – es heißt: 91Ib. 32,3.denn den Namen des Herrn will ich nennen, gebet Ehre unserem Gott.", "R. Joḥanan sagte: Wir können den Segensspruch nach dem Lesen der Tora vom Tischsegen, und den Segensspruch vor der Mahlzeit vom Segensspruche über die Tora folgern. Den Segensspruch nach [dem Lesen] der Tora vom Tischsegen durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: die Mahlzeit erfordert keinen [Segensspruch] vorher, dennoch erfordert sie einen nachher, wie sollte nicht die Tora, die vorher einen erfordert, einen nachher erfordern!? Den Segensspruch vor der Mahlzeit vom Segensspruche über die Tora durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: die Tora erfordert keinen Segensspruch nachher, dennoch erfordert sie einen vorher, wie sollte nicht die Mahlzeit, die nachher einen erfordert, einen vorher erfordern!? –", "Dies ist zu widerlegen: wohl die Mahlzeit, weil man einen Genuß hat; [und entgegengesetzt:] wohl die Tora, weil sie das ewige Leben [gewährt]!? Ferner haben wir gelernt, über die Mahlzeit spreche man den Segensspruch nachher, nicht aber vorher. Eine Widerlegung.", "R. Jehuda sagte: Wer im Zweifel ist, ob er das Šema͑ gelesen oder nicht gelesen hat, braucht es nicht wieder zu lesen. Wer im Zweifel ist, ob er ‘Wahr92Anfang des Segensspruches nach dem Šema͑.und feststehend’ gelesen oder nicht gelesen hat, muß es wieder lesen. – Aus welchem Grunde? – das Šema͑lesen ist rabbanitisch, ‘Wahr und feststehend’ aber ist [ein Gebot] der Tora93Weil darin die in der Tora gebotene Erinnerung an den Auszug aus Ägypten vorkommt..", "R. Joseph wandte ein: [Es heißt ja:]94Dt. 6,7.Bei deinem Schlafengehen und bei deinem Aufstehen!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf die Worte der Tora. –", "Wir haben gelernt: Der Samenergußbehaftete denke [das Šema͑] in seinem Herzen und spreche die Segenssprüche weder vorher noch nachher. Über die Mahlzeit spreche er den Segensspruch nachher, nicht aber vorher.", "Wenn du sagst, ‘Wahr und feststehend’ sei ein [Gebot] der Tora, so sollte er es nachher sprechen!? –", "Aus welchem Grunde sollte er es sprechen: wenn etwa, weil darin der Auszug aus Miçrajim enthalten ist, so hat er ja diesen schon im Šema͑lesen erwähnt!? –", "Sollte er dieses sprechen und jenes nicht!? – Das Šema͑lesen ist vorzuziehen, weil darin beides95Der Auszug aus Ägypten und die Aufsichtnahme des himmlischen Joches.enthalten ist.", "R. Elea͑zar sagte: Wer im Zweifel ist, ob er das Šema͑ gelesen oder nicht gelesen hat, muß das Šema͑ wieder lesen. Wer im Zweifel ist, ob er gebetet oder nicht gebetet hat, braucht nicht wieder zu beten. R. Joḥanan sagt, daß doch der Mensch den ganzen Tag bete!", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wer beim Gebet steht und sich erinnert, daß er schon gebetet hat, breche ab, selbst in der Mitte eines Segensspruches. – Dem ist ja nicht so, R. Naḥman erzählte ja folgendes: Als wir in der Schule des Rabba b. Abuha waren, fragten wir ihn: Soll, wenn jemand von den Jüngern sich erinnert, daß er sich geirrt und [den Segensspruch] des Wochentages am Šabbath gesagt, ihn auch beenden? Er erwiderte uns: Er beende diesen Segensspruch. –", "Es ist ja nicht gleich. Da ist die Person verpflichtet, nur haben sie die Rabbanan wegen der Ehrung des Šabbaths nicht belästigt, hier aber hat er ja bereits gebetet.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wenn jemand, nachdem er bereits gebetet hat, in das Bethaus kommt und die Gemeinde beten findet, so soll er, falls er was Neues hinzufügen kann, abermals beten, falls aber nicht, nicht abermals beten.", "Und [beide Lehren sind] nötig. Würde er nur die erste gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur wenn vorher und nachher einzeln96Beim Beten u. bei der Erinnerung.," ], [ "oder vorher und nachher mit der Gemeinde, wenn aber vorher einzeln und nachher mit der Gemeinde, sei es ebenso, als hätte er nicht gebetet, so lehrt er uns. Und würde er nur die zweite gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er noch nicht begonnen hat, nicht aber da, wo er bereits begonnen hat. Daher sind [beide] nötig.", "R. Hona sagte: Wenn jemand in das Bethaus kommt und die Gemeinde beten findet, so soll er, falls er anfangen und beenden kann, bevor der Vorbeter zu ‘Wir danken’97Anfang des 17. Segensspruches im Achtzehngebet.herankommt, beten, falls nicht, bete er nicht98Sondern warte, bis er diesen Segen mit der Gemeinde sagen kann.. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Falls er anfangen und beenden kann, bevor der Vorbeter zum Huldigungssegen99Der Huldigungssegen, die Qeduša, wird vom Vorbeter, dem sich die Gemeinde anschließt, nach Beendigung des zweiten Segensspruches im Achtzehngebet gesprochen.herankommt, bete er, falls nicht, bete er nicht. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, der Einzelne sage das ‘Heilig’100Beginn des Huldigungssegens.und einer ist der Ansicht, der Einzelne sage nicht das ‘Heilig’.", "So sagte auch R. Ada b. Ahaba: Woher, daß der Einzelne nicht das ‘Heilig’ sage? – Es heißt: 101Lev. 22,32.auf daß ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde; jeder Heiligungsakt erfordert nicht weniger als zehn [Personen],", "Wieso ist dies hieraus erwiesen? – Rabbanaj, Bruder des R. Ḥija b. Abba, lehrte, dies gehe aus [dem Worte] Mitte hervor; hier heißt es: auf daß ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde; und dort102Num. 16,21.heißt es: scheidet aus aus der Mitte dieser Gemeinde; wie es dort zehn103Eine Parallelstelle bezieht sich auf Num. 14,27, wo es ebenfalls ‘Gemeinde’ heißt u. von den 10 verleumderischen Kundschaftern gesprochen wird.[waren], so auch hier zehn.", "Alle stimmen jedoch überein, man unterbreche [das Gebet] nicht.", "Hierzu fragten sie: Darf man zu ‘Gepriesen sei sein großer Name’104Der von der Gemeinde mitzusprechende Satz im Qaddiš.unterbrechen? Als R. Dimi kam, sagte er: R. Jehuda und R. Šimo͑n, die Schüler R. Joḥanans, sagen, man unterbreche sonst nicht, nur zu ‘Gepriesen sei sein großer Name’, wozu man unterbreche, auch wenn man sich mit der Sphärenkunde105Wörtl. Wagenkunde, wohl mit Bezug auf iChr. 28,18 u. Ez. Kap. 1 der göttliche Himmelswagen; im Talmud soviel wie Theogonie. Etwas freier dürfte מעשה בראשית und מעשח מרכבה mit Physik und Metaphysik wiedergegeben werden.befaßt. Die Halakha ist aber nicht wie er.", "R. JEHUDA SAGT, ER SPRECHE SIE VORHER. Hieraus wäre zu entnehmen, daß R. Jehuda der Ansicht ist, der Samenergußbehaftete dürfe sich mit Worten der Tora befassen, dagegen sagte ja aber R. Jehošua͑ b. Levi: Woher, daß der Samenergußbehaftete sich nicht mit Worten der Tora befassen darf? Es heißt:106Dt. 4,9.du sollst sie deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne mitteilen, und darauf folgt:107Ib. V. 10.den Tag, den du gestanden &c., wie da Samenergußbehaftete ausgeschlossen108Gf. Anm. 89.waren, so sind auch hierbei Samenergußbehaftete ausgeschlossen!?", "Wollest du erwidern, R. Jehuda verwende das Nebeneinanderstehen [der Schriftverse] nicht zur Forschung, so sagte ja R. Joseph, daß auch derjenige, der in der ganzen Tora das Nebeneinanderstehen zur Forschung nicht verwendet, es im Deuteronomium verwende; denn auch R. Jehuda verwendet in der ganzen Tora das Nebeneinanderstehen nicht zur Forschung, im Deuteronomium aber verwendet er es wohl. –", "Woher, daß er es in der ganzen Tora zur Forschung nicht verwendet? – Es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Es heißt: 109Ex. 22,17.eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und es heißt [daneben]: 110Ib. V. 18.wer ein Vieh beschläft, soll des Todes sterben; dies steht neben jenem, um zu lehren: wie derjenige, der ein Vieh beschläft, durch Steinigung, so auch die Zauberin durch Steinigung.", "R. Jehuda sprach zu ihm: Sollten wir nur deshalb, weil sie nebeneinanderstehen, diese zur Steinigung hinausführen!? Vielmehr, auch Totenbeschwörer und Wahrsager gehören zu den Zauberern, und sie wurden deshalb hervorgehoben, um diese mit jenen zu vergleichen und dir zu sagen: wie der Totenbeschwörer und Wahrsager durch Steinigung, so auch die Zauberin durch Steinigung. –", "Woher, daß er es im Deuteronomium zur Forschung verwendet? – Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt: Man darf die Genotzüchtigte seines Vaters und die Verführte seines Vaters, sowie die Genotzüchtigte seines Sohnes und die Verführte seines Sohnes heiraten.", "R. Jehuda verbietet die Genotzüchtigte seines Vaters und die Verführte seines Vaters. Hierzu sagte R. Gidel im Namen Rabhs: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt: 111Dt. 23,1.ein Mann soll nicht die Frau seines Vaters nehmen und die Decke seines Vaters nicht aufdecken: die Decke, die sein Vater gesehen, soll er nicht aufdecken.", "Woher aber, daß hier von einer Genotzüchtigten seines Vaters gesprochen wird? – Weil es vorangehend heißt:112Ib. 22,29.es gebe der Mann, der sie113Die Genotzüchtigte.beschlafen hat &c. –", "Ich will dir sagen, tatsächlich verwendet er es im Deuteronomium zur Forschung, aus dem Nebeneinanderstehen jener Schriftverse aber folgert er eine andere Lehre des R. Jehošua͑ b. Levi. R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Wer seinen Sohn in der Tora unterrichtet, dem rechnet die Schrift es an, als hätte er sie vom Berge Ḥoreb empfangen, denn es heißt: du sollst sie deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne mitteilen, und darauf: den Tag, den du vor dem Herrn, deinem Gott, am Ḥoreb gestanden hast. –", "Wir haben gelernt: Der Flußbehaftete, der Samenerguß hatte, die Menstruierende, die Samen ausgestoßen, und die bei der Begattung [Monats]blutung gemerkt, benötigen des Reinigungsbades114Wegen des Samenergusses, zum Studium der Tora und zum Gebete, während die Unreinheit wegen des Flusses &c. bestehen bleibt.; R. Jehuda befreit115Da sie doch nicht rein werden.sie davon.", "R. Jehuda befreit also nur den Flußbehafteten, der Samenerguß hatte, der für die Reinigung ungeeignet ist, wohl aber ist der verpflichtet, der nur samenergußbehaftet ist!?", "Wolltest du erwidern, R. Jehuda befreie auch den, der nur samenergußbehaftet ist, und sie streiten nur deshalb über einen Flußbehafteten, der Samenerguß hatte, um dir die entgegengesetzte Ansicht der Rabbanan hervorzuheben, wie wäre dann der Schlußsatz zu erklären: die bei der Begattung Blut gemerkt, bedarf eines Reinigungsbades.", "Nach wessen Ansicht lehrt er dies: wenn nach den Rabbanan, so ist es ja selbstverständlich, wenn sie sogar den Flußbehafteten, der Samenerguß hatte, verpflichten, der für die Reinigung ungeeignet ist, um wieviel mehr, die bei der Begattung Blut gemerkt, die für die Reinigung geeignet ist!? Doch wohl nach R. Jehuda, und nur diese." ], [ "Nur die bei der Begattung Blut gemerkt, braucht keines Reinigungsbades, wohl aber ist der verpflichtet, der nur samenergußbehaftet ist!? – Lies116In unserer Mišna.nicht: er spreche [den Segensspruch], sondern: er denke. –", "Hält denn R. Jehuda vom Denken, es wird ja gelehrt: Der Samenergußbehaftete, der kein Wasser zum Untertauchen hat, lese das Šema͑, spreche aber nicht die Segenssprüche, weder vorher noch nachher, esse sein Brot und spreche den Segensspruch nachher, aber nicht vorher, jedoch denke er ihn in seinem Herzen, ohne ihn mit seinen Lippen auszusprechen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, diesen oder jenen spreche er mit seinen Lippen aus!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: R. Jehuda stellt dies den Umgangslehren117Mit denen der Samenergußbehaftete sich befassen darf.gleich.", "Es wird nämlich gelehrt: Du sollst sie deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne mitteilen, und darauf: den Tag, den du vor dem Herrn, deinem Gott, am Ḥoreb gestanden hast; wie da mit Angst, mit Furcht, mit Zittern und mit Schrecken, so auch hier mit Angst, mit Furcht, mit Zittern und mit Schrecken.", "Hieraus folgerten sie: Flußbehaftete, Aussätzige und die, welche Menstruierenden beigewohnt, dürfen die Tora118In engerem Sinn: das Fünfbuch, im Ggs. zu den übrigen biblischen Büchern., die Prophetenbücher und die Hagiographen lesen, Mišna, Talmud, Halakhoth und Agadoth studieren; nicht aber dürfen es die Samenergußbehafteten.", "R. Jose sagt, er dürfe Geläufiges studieren, nicht aber Mišna erläutern. R. Jonathan b. Joseph sagt, er dürfe auch Mišna erläutern, jedoch nicht Talmud erläutern. R. Nathan b. Abišalom sagt, er dürfe auch Talmud erläutern, jedoch die [dabei vorkommenden] Gottesnamen nicht aussprechen. R. Joḥanan der Schuster119So nach der üblichen Annahme; die Form סנדלר entspricht jedoch dem lat. sandaliarius und nicht dem Hebr.-Aramäischen. Eine korrekte Handschrift hat wiederholt סנדלר, dem syr. סנדלדא entsprechend., Schüler R. A͑qibas, sagt im Namen R. A͑qibas, er dürfe sich mit der Lehre überhaupt nicht befassen. Manche lesen: er dürfe in das Lehrhaus überhaupt nicht hineingehen. R. Jehuda sagt, er befasse sich mit der Umgangslehre.", "Es ereignete sich, daß R. Jehuda, der Samenerguß hatte, am Flusse einherging. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, lehre uns doch einen Abschnitt aus der Umgangslehre. Da stieg er hinab, tauchte unter und trug ihnen eine Lehre vor. Sie sprachen zu ihm: Hast du uns nicht gelehrt, Meister, daß er sich mit der Umgangslehre befassen120Auch ohne ein Tauchbad genommen zu haben.darf!? Er erwiderte ihnen: Obgleich ich es für andere erleichtere, bin ich mir selbst gegenüber strenger.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda b. Bethera sagte: Worte der Tora nehmen keine Unreinheit an. Es ereignete sich, daß ein Jünger vor R. Jehuda b. Bethera stammelte121Er hatte Samenerguß und scheute sich, Worte der Tora zu sprechen.; da sprach dieser zu ihm: Mein Sohn, öffne deinen Mund und lasse deine Worte leuchten; Worte der Tora nehmen keine Unreinheit an, denn es heißt:122Jer. 23,29.ist nicht mein Wort wie das Feuer, spricht der Herr; wie das Feuer keine Unreinheit annimmt, so nehmen auch Worte der Tora keine Unreinheit an.", "Der Meister sagte: Er dürfe auch Mišna erläutern, jedoch nicht Talmud. Dies ist eine Stütze für R. Elea͑j, denn R. Elea͑j sagte im Namen des R. Aḥa b. Ja͑qob im Namen unseres Lehrers, die Halakha sei, daß er Mišna erläutern darf, Talmud aber nicht erläutern darf. Wie auch folgende Tannaím [hierüber streiten]: Er darf Mišna erläutern, jedoch darf er nicht Talmud erläutern – so R. Meír. R. Jehuda b. Gamliél sagt im Namen des R. Ḥanina b. Gamliél, dies wie jenes sei verboten.", "Manche sagen, dies wie jenes sei erlaubt. Derjenige, welcher sagt, dies wie jenes sei verboten, wie R. Joḥanan der Schuster, und derjenige, welcher sagt, dies wie jenes sei erlaubt, wie R. Jehuda b. Bethera.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Die Welt verfährt nach jenen drei Greisen: nach R. Elea͑j bei der Erstschur123Cf. Dt. 18,4., nach R. Jošija bei den Mischsaaten124Cf. Dt. 22,9.und nach R. Jehuda b. Bethera bei den Worten der Tora.", "Wie R. Elea͑j bei der Erstschur, denn es wird gelehrt: R. Elea͑j sagt, die Erstschur hat nur im [Jisraél]lande Gültigkeit.", "Wie R. Jošija bei den Mischsaaten, denn es wird gelehrt: R. Jošija sagt, man sei nicht eher strafbar, als bis man Weizen, Gerste und Weinbeerkerne mit einem Handwurf säet.", "Wie R. Jehuda b. Bethera bei den Worten der Tora, denn es wird gelehrt: R. Jehuda b. Bethera sagt, Worte der Tora nehmen keine Unreinheit an.", "Als Zee͑ri kam, sagte er: Man hat das Reinigungsbad125Für die Samenergußbehafteten, um sich mit der Tora befassen zu dürfen.abgeschafft; manche sagen: man hat das Händewaschen125Für die Samenergußbehafteten, um sich mit der Tora befassen zu dürfen.abgeschafft. Derjenige, welcher sagt, man habe das Reinigungsbad abgeschafft, wie R. Jehuda b. Bethera; und derjenige, welcher sagt, man habe das Hände waschen abgeschafft, wie R. Ḥisda. Dieser fluchte nämlich auf den, der zur Zeit des Gebetes nach Wasser suchte.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Samenergußbehafteter, über den man neun Kab Wasser gegossen hat, ist rein. Naḥum aus Gamzu126Nach der Erklärung des Talmud (Tan. Fol. 21a) Beiname, weil er bei jedem bösen Ereignis zu sagen pflegte: auch dies (gam zu) zum Guten; demnach mit dem in der Bibel genannten Ort Gimzo nicht identisch.raunte dies R. A͑qiba zu; R. A͑qiba raunte dies Ben A͑zaj zu; und BenA͑zaj ging und lehrte dies öffentlich seinen Schülern. Im Westen streiten hierüber zwei Amoraím127Amora (der Lehrer, der Sagende), spez. Bezeichnung der Talmudlehrer nach dem endgült. Abschluß der Mišna; diesen Titel führten auch die Übermittler, die den Vortrag der Gelehrten vielfach erklärten, den Hörern übermittelten., R. Jose b. Abin und R. Jose b. Zebida; einer liest: er lehrte, der andere liest: er raunte zu.", "Einer liest: er lehrte, wegen der Störung der Tora und wegen der Störung der Fortpflanzung und Vermehrung; einer liest: er raunte zu, damit nicht die Schriftgelehrten wie die Hähne stets bei ihren Weibern weilen.", "R. Jannaj sagte: Ich hörte, daß man es in dieser Hinsicht strenger nimmt, und ich hörte, daß man es leichter nimmt; wer es aber für sich strenger nimmt, dem verlängert man Tage und Jahre.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Welche Bewandtnis hat es mit denen, die morgens ein Reinigungsbad nehmen? – Welche Bewandtnis, er selber ist es ja, der sagt, der Samenergußbehaftete dürfe sich nicht mit Worten der Tora befassen!? – So meint er es: warum gerade mit vierzig Seá128Biblisches Hohlmaß; das rituelle Tauchbad (od. Reinigungsbad) muß 40 Seá (1 S. = 6 Kab) Wasser haben. In leichteren Fällen sind 9 Kab Wasser über den Körper zu gießen., man kann es ja auch mit neun Kab; warum durch Untertauchen, man kann es ja auch durch Begießen!?", "R. Ḥanina erwiderte: Sie haben damit eine wichtige Vorsichtsmaßregel getroffen. Es wird nämlich gelehrt: Es forderte jemand eine Frau zur Sünde auf; da sprach sie zu ihm: Wicht, hast du vierzig Seá, um ein Tauchbad zu nehmen? Er entfernte sich sofort.", "R. Hona sprach zu den Rabbanan: Meine Herren, warum geringschätzt ihr dieses Reinigungsbad: wenn wegen der Kälte, so kann man dies ja in Warmbädern.", "R. Ḥisda sprach zu ihm: Gibt es denn ein Reinigungsbad in warmem129Das Reinigungsbad muß in Quellwasser erfolgen.Wasser!? Dieser erwiderte: R. Ada b. Ahaba ist deiner Ansicht130Daß ein vorschriftsmäßiges Quellbad erforderlich ist..", "R. Zera saß im Badehause in einer Badewanne; da sprach er zu seinem Diener: Geh, hole mir neun Kab Wasser und gieße über mich. Da sprach R. Ḥija b. Abba zu ihm: Wozu braucht dies der Meister, er sitzt ja darin? Dieser erwiderte: Entsprechend den vierzig Seá: die vierzig Seá sind zum Untertauchen und nicht zum Begießen, ebenso die neun Kab, zum Begießen und nicht zum Untertauchen.", "R. Naḥman ließ einen Krug von neun Kab131Zur Benutzung für die samenergußbehafteten Jünger im Lehrhause.anfertigen. Als hierauf R. Dimi kam, sagte er: R. A͑qiba und R. Jehuda Kolaster132So rieht. nach Handschriften; viell, ϰολαστήϱ, Züchtiger.sagten, dies wurde nur von einem schuldlosen Kranken133Samenflußbehafteten.gelehrt, bei einem selbstschuldigen134Der den Samenerguß selber verschuldet hat.Kranken aber sind vierzig Seá erforderlich.", "Da sprach R. Joseph: Zerschlagen ist nun der Krug R. Naḥmans. Als Rabin kam, erzählte er: Einst stand ein Kranker" ], [ "in der Veranda R. Oša͑jas, und man ging hin und fragte R. Asi, und er erwiderte ihnen: Dies wurde nur von einem selbstschuldigen Kranken gelehrt, ein schuldloser Kranker aber ist von allem befreit. Da sprach R. Joseph: Hergestellt ist wieder der Krug R. Naḥmans.", "Merke, all diese Amoraím und Tannaím streiten über die Anordnung E͑zras135Der das Reinigungsbad für Samenergußbehaftete eingeführt hat, cf. Bq. 82aff., – wollen wir doch sehen, wie E͑zra es angeordnet hat!?", "Abajje erwiderte: E͑zra hat für einen selbstschuldig Gesunden vierzig Seá und für einen schuldlosen Gesunden neun Kab angeordnet; da kamen die Amoraím und stritten über einen Kranken: einer ist der Ansicht, der selbstschuldige Kranke gleiche dem selbstschuldigen Gesunden, und der schuldlose Kranke gleiche dem schuldlosen Gesunden, und einer ist der Ansicht, der selbstschuldige Kranke gleiche dem schuldlosen Gesunden, während der schuldlose Kranke von allem befreit ist.", "Raba sprach: Zugegeben, daß E͑zra das Untertauchen angeordnet hat, aber hat er etwa das Begießen angeordnet, der Meister sagte ja, E͑zra habe für Samenergußbehaftete das Reinigungsbad angeordnet!? Vielmehr, sagte Raba, hat E͑zra für den selbstschuldigen Gesunden das Reinigungsbad von vierzig Seá angeordnet, die Rabbanan aber kamen und ordneten auch für den schuldlosen Gesunden neun Kab an, hierauf kamen die Amoraím und stritten über einen Kranken: einer ist der Ansicht, der selbstschuldige Kranke gleiche dem selbstschuldigen Gesunden, und der schuldlose Kranke gleiche dem schuldlosen Gesunden, und der andere ist der Ansicht, für den selbstschuldigen Gesunden vierzig Seá, für den selbstschuldigen Kranken und für den schuldlosen Gesunden neun Kab, der schuldlose Kranke aber sei von allem befreit.", "Raba sagte: Die Halakha ist: für den selbstschuldigen Gesunden, sowie für den selbstschuldigen Kranken vierzig Seá; für den schuldlosen Gesunden neun Kab; der schuldlose Kranke ist von allem befreit.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Samenergußbehafteter, über den neun Kab Wasser gegossen wurden, ist rein; diese Worte gelten nur für ihn selbst, für andere136Anderen Worte der Tora vorzutragen.aber sind vierzig Seá erforderlich. R. Jehuda sagt, in jedem Falle seien vierzig Seá erforderlich.", "R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi, R. Elie͑zer und R. Jose b. R. Ḥanina, einer von diesem Paar und einer von jenem Paar [streiten] über den Anfangssatz; einer sagt, [die Worte:] diese Worte gelten nur für ihn selbst, für andere aber sind vierzig Seá erforderlich, beziehen sich nur auf einen selbstschuldigen Kranken, für einen schuldlosen Kranken aber genügen neun Kab,", "und der andere sagt, wenn für andere, sind auch für einen unverschuldeten Kranken vierzig Seá erforderlich. Ferner [streiten] einer von diesem Paar und einer von jenem Paar über den Schlußsatz: Einer sagt, die Ansicht R. Jehudas, vierzig Seá seien in jedem Falle erforderlich, gelte nur, wenn es sich in der Erde befindet, nicht aber, wenn in Gefäßen, und der andere sagt, auch wenn in Gefäßen.", "Erklärlich ist es nach dem, der auch in Gefäßen sagt, daß gelehrt wird, R. Jehuda sagt, vierzig Seá seien in jedem Falle erforderlich, was aber schließt dies nach demjenigen ein, welcher sagt, nur in der Erde, nicht aber in Gefäßen!? –", "Dies schließt geschöpftes Wasser ein137Es braucht kein Quellwasser zu sein..", "R. Papa, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, und Raba b. Šemuél speisten beisammen (ihr Brot), und R. Papa sprach: Lasset mich den Segensspruch sprechen, denn die neun Kab sind über mich gekommen. Da sprach Raba b. Šemuél: Wir haben gelernt, diese Worte gelten nur für ihn selbst, für andere aber sind vierzig Seá erforderlich; lasset mich vielmehr den Segensspruch sprechen, denn über mich sind vierzig Seá gekommen. Hierauf sprach R. Hona: Lasset mich den Segensspruch sprechen, denn ich benötige weder des einen noch des anderen.", "R. Ḥama pflegte am Vortage des Pesaḥfestes ein Reinigungsbad zu nehmen, um andere ihrer Pflicht zu entledigen. Die Halakha ist aber nicht wie er.", "v WENN JEMAND BEIM BETEN STEHT UND SICH ERINNERT, DASS ER SAMENERGUSSBEHAFTET IST, SO BRECHE ER [DAS GEBET] NICHT AB, SONDERN KÜRZE ES.", "WER ZUM REINIGUNGSBADE HINABGESTIEGEN IST, MUSS, FALLS ER NOCH VOR SONNENAUFGANG HERAUFSTEIGEN, SICH ANKLEIDEN UND DAS ŠEMA͑ LESEN KANN, HERAUFSTEIGEN, SICH ANKLEIDEN UND LESEN, WENN ABER NICHT, SO BEDECKE ER SICH MIT DEM WASSER UND LESE. MAN BEDECKE SICH ABER, NICHT MIT SCHMUTZIGEM WASSER, NOCH MIT EINWEICHWASSER138In welchem Wäsche, Flachs udgl. eingeweicht wurde., ES SEI DENN, MAN HAT [FRISCHES] WASSER HINZUGEGOSSEN. WIE WEIT ENTFERNE MAN SICH HIERVON UND VOM KOT139Um beten zu dürfen.? – VIER ELLEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten, wenn jemand beim Gebete steht und sich erinnert, daß er samenergußbehaftet ist, so breche er [das Gebet] nicht ab, sondern kürze es. Wer in der Tora liest und sich erinnert, daß er samenergußbehaftet ist, soll nicht unterbrechen und fortgehen, sondern murmele [schnell] zu Ende. R. Meír sagt, der Samenergußbehaftete dürfe in der Tora nicht mehr als drei Verse lesen.", "Ein Anderes lehrt: Wenn jemand beim Gebete steht und Kot vor sich erblickt, so gehe er vorwärts, bis er ihn vier Ellen hinter sich hat. – Es wird ja aber gelehrt: [auch] seitwärts!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es möglich ist, das andere, wenn es nicht möglich ist.", "Wenn jemand gebetet und auf der Stelle Kot gefunden hat, so ist, wie Rabba sagte, sein Gebet, obgleich er gesündigt, dennoch gültig. Raba wandte ein: Es heißt ja:140Pr. 21,27.das Schlachtopfer der Frevler ist Greuel!? Vielmehr, sagte Raba, da er gesündigt, so ist sein Gebet, obgleich er gebetet hat, dennoch Greuel. Welches Mittel gibt es? – Er bete nochmals.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand beim Gebete steht, und das Wasser ihm über die Kniee rinnt, breche er ab, bis das Wasser zu rinnen aufgehört hat, und beginne weiter zu beten. – Wo beginne er? R. Ḥisda und R. Hamnuna [streiten hierüber]; einer sagt, er beginne vom Anfang, und einer sagt, er beginne da, wo er abgebrochen hat.", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit hierin besteht:" ], [ "einer ist der Ansicht, wenn man so lange innegehalten, als man das ganze [Gebet] hätte beenden können, beginne man vom Anfang, und der andere ist der Ansicht, wo man abgebrochen hat.", "R. Aši sprach: Wieso, wenn man so lange innegehalten, es sollte ja heißen: wenn man nicht so lange141In obigem Streit unterscheiden sie nicht, ob man so lange innegehalten od. nicht.innegehalten!? Vielmehr stimmen alle überein, daß, wenn man so lange innegehalten, als man das ganze [Gebet] hätte beenden können, man vom Anfang beginne, und hier streiten sie, wenn man nicht so lange innegehalten; einer ist der Ansicht, der Mann142Der mit dem Gebete begonnen, wo er seine Notdurft zu verrichten hatte.war zurückgesetzt und ungeeignet, und sein Gebet gelte daher nicht als Gebet, und der andere ist der Ansicht, der Mann war wohl geeignet, und sein Gebet gelte als Gebet.", "Die Rabbanan lehrten: Wer seine Notdurft verrichten muß, bete nicht; hat er gebetet, so ist sein Gebet ein Greuel. R. Zebid, manche sagen, R. Jehuda, sagte: Dies nur, wenn er sich nicht enthalten kann, wenn er sich aber enthalten kann, so ist sein Gebet gültig.", "Wie lange143Muß er sich enthalten können.? R. Šešeth erwiderte: Bis zu einer Parasange. Manche lehren dies in der Barajtha: Diese Worte gelten nur von dem Falle, wenn er sich nicht enthalten kann, wenn er sich aber enthalten kann, so ist sein Gebet gültig. Wie lange? R. Zebid erwiderte: Bis zu einer Parasange.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer seine Notdurft verrichten muß, bete nicht, denn es heißt:144Am. 4,12.rüste dich, Jisraél, vor deinem Gott.", "Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Es heißt: 145Ecc. 4,17.bewahre deinen Fuß, wenn du in das Haus Gottes gehst; bewahre dich, daß du nicht sündigst; hast du gesündigt, so bringe mir ein Opfer dar. 145Ecc. 4,17.Sei nahe zu hören; Raba erklärte: Sei nahe, die Worte der Weisen zu hören, denn, wenn sie sündigen, bringen sie ein Opfer dar und tun Buße. 145Ecc. 4,17.Als die Gabe der Toren; gleiche nicht den Toren, die, wenn sie sündigen, Opfer darbringen und keine Buße tun.", "145Ecc. 4,17.Denn sie wissen nicht, daß sie Böses tun. Demnach sind sie ja Gerechte!? – Vielmehr, gleiche nicht den Toren, die, wenn sie sündigen und Opfer darbringen, nicht wissen, ob sie es wegen des Guten oder wegen des Bösen darbringen. Der Heilige, gepriesen sei er, spricht: Sie wissen nicht, zwischen Gutem und Bösem zu unterscheiden, und bringen mir Opfer dar.", "R. Aši, manche sagen, R. Ḥanina b. Papa erklärte: Hüte dich in Betreff der Notdurft146Dies ist unter ‘Fuß’ zu verstehen; cf. iSam. 24,4., wenn du vor mir beim Gebete stehst.", "Die Rabbanan lehrten: Wer in den Abort geht, lege in einer Entfernung von vier Ellen seine Tephillin ab und trete ein. R. Aḥa b. R. Hona sagte im Namen des R. Šešeth: Dies lehrten sie nur von einem ständigen Aborte, bei einem gelegentlichen147Unter ständig und gelegentlich ist wohl benutzt bzw. unbenutzt zu verstehen.Aborte aber lege er sie ab und verrichte seine Notdurft unmittelbar; wenn er herauskommt, entferne er sich vier Ellen und lege sie an, da er ihn nunmehr zum Aborte bestimmt hat.", "Sie fragten: Darf man mit den Tephillin in einen ständigen Abort eintreten, um Wasser zu lassen? Rabina erlaubte es. R. Ada b. Mathna verbot es. Als sie es darauf Raba fragten, sprach er zu ihnen: Es ist verboten, weil zu befürchten ist, man könnte damit seine Notdurft verrichten. Manche sagen, man könnte damit Blähungen haben.", "Ein Anderes lehrt: Wer in einen ständigen Abort hineingeht, lege in einer Entfernung von vier Ellen seine Tephillin ab; er lege sie in eine nach der Straße gelegene Fensteröffnung und trete ein; wenn er herauskommt, entferne er sich vier Ellen und lege sie an – so die Schule Šammajs. Die Schule Hillels sagt, er halte sie in der Hand und trete ein. R. A͑qiba sagt, er halte sie im Gewände und trete ein. –", "Im Gewände, wie kommst du darauf, er kann ja vergessen und sie fallen lassen!? – Sage vielmehr, er halte sie im Gewände mit der Hand und trete ein.", "Er lege sie aber nicht in ein nach der Straße gelegenes Loch, weil Vorübergehende sie fortnehmen könnten, wodurch er in Verdacht kommen würde.", "Es ereignete sich mit einem Jünger, der seine Tephillin in ein nach der Straße gelegenes Loch legte; da kam eine Hure und nahm sie fort; alsdann ging sie in das Lehrhaus und sagte: Sehet, was mir jener als Belohnung gegeben hat. Als der Jünger dies hörte, stieg er auf die Spitze des Daches, stürzte sich herab und starb. In jener Stunde ordneten sie an, daß man sie im Gewände mit der Hand halte und eintrete.", "Die Rabbanan lehrten: Anfangs pflegten sie die Tephillin in nach dem Aborte gelegene Löcher zu legen; da aber Mäuse kamen und sie fortschleppten, ordneten sie an, daß man sie in nach der Straße gelegene Fensteröffnungen lege; nun aber kamen Vorübergehende und nahmen sie fort, da ordneten sie an, daß man sie in der Hand halte und eintrete.", "R. Mejaša b. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Die Halakha ist, man rolle sie wie eine Buchrolle zusammen und halte sie in der Hand gegenüber dem Herzen. R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Jedoch darf keine Handbreite vom Riemen148Cf. Abschn. I Anni. 276.aus der Hand herabhängen.", "R. Ja͑qob b. Aḥa sagte im Namen R. Zeras: Dies wurde nur für den Fall gelehrt, wenn noch am Tage Zeit da ist, sie anzulegen, ist aber am Tage keine Zeit mehr da, sie anzulegen, so mache man für sie eine Art Beutel von Faustgröße und lege sie darin.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Joḥanan: Am Tage rolle man sie wie eine Buchrolle zusammen und halte sie in der Hand gegenüber dem Herzen; für die Nacht mache man für sie eine Art Beutel von Faustgröße und lege sie darin.", "Abajje sagte: Dies wurde nur von einem eigens für sie bestimmten Behälter gelehrt, bei einem nicht eigens für sie bestimmten Behälter genügt auch weniger als Faustgröße.", "Mar Zuṭra, manche sagen, R. Aši, sagte: Bemerke, kleine [geschlossene] Fläschchen schützen ja auch im Zelte des Toten149Vor Verunreinigung durch die Leiche (cf. Num. 19,14), auch wenn sie weniger als Faustgröße haben..", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte (ferner:) Wenn wir R. Joḥanan folgten, und er in den Abort gehen wollte, so gab er, wenn er ein Agadabuch hielt, es uns, wenn aber die Tephillin, so gab er sie uns nicht. Er sagte: Da die Rabbanan es150Die Tephillin in den Abort mitzunehmen.erlaubt haben," ], [ "so mögen sie mich beschützen. Raba erzählte: Wenn wir R. Naḥman folgten, so gab er, wenn er ein Agadabuch hielt, es uns, wenn aber die Tephillin, so gab er sie uns nicht. Er sagte: Da die Rabbanan es erlaubt haben, so mögen sie mich beschützen.", "Die Rabbanan lehrten: Man halte nicht Tephillin in seiner Hand oder eine Torarolle auf seinem Arme und bete; auch halte man sie nicht, während man Wasser läßt, man schlafe nicht mit ihnen, weder einen regelmäßigen Schlaf, noch einen ausnahmsweisen Schlaf. Šemuél sagte: Das Messer, das Geld, die Schüssel und der Brotlaib gleichen hierin151Man darf sie während des Gebetes nicht in den Händen halten, weil die Befürchtung, sie fallen zu lassen, die Andacht stören würde.jenen.", "Raba sagte im Namen des R. Šešeth: Die Halakha ist nicht wie diese Lehre, denn sie vertritt die Ansicht der Schule Šammajs; nach der Schule Hilleis darf man dies ja sogar in einem ständigen Aborte, um wieviel mehr in einem gelegentlichen152Ein solcher ist der Platz, wo man Wasser abschlägt..", "Man wandte ein: Was ich dir dort erlaubt habe, habe ich dir hier verboten. Dies gilt wohl von den Tephillin. Allerdings nach der Schule Hillels: ich habe dir dort [mitzunehmen] erlaubt, sogar in einen ständigen Abort, hier aber verboten, sogar bei einem gelegentlichen Aborte; wenn aber nach der Schule Šammajs, so erlaubt sie ja überhaupt nichts!? —", "Diese Lehre bezieht sich [auf die Bestimmung von] einer Handbreite und zwei Handbreiten. Eines lehrt nämlich, wenn man sich entleert, entblöße man sich hinten eine Handbreite und vorn zwei Handbreiten, und ein Anderes lehrt, hinten eine Handbreite und vorn überhaupt nicht.", "Offenbar handeln beide von einem Manne, dennoch besteht hier kein Widerspruch; denn eines handelt von der großen und eines von der kleinen [Entleerung]153Bei der kleinen sind 2 Handbreiten erlaubt, bei der großen aber verboten.. —", "Wozu ist nach deiner Ansicht bei der kleinen hinten eine Handbreite nötig!? — Vielmehr handeln beide von der großen, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines handelt von einem Manne und eines von einer Frau. —", "Wieso heißt es demnach hierzu im Schlußsatze, dies sei [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, gegen den es keine Einwendung gibt, hierbei gibt es ja nichts einzuwenden, dies154Daß nur der Mann sich vorn zu entblößen braucht.ist ja das Gewöhnliche!? —", "Dies bezieht sich vielmehr auf die Tephillin, und ist somit eine Widerlegung Rabas, der im Namen des R. Šešeth lehrte!? Eine Widerlegung.", "Immerhin ist ja einzuwenden: wenn es bei einem ständigen Aborte erlaubt ist, um so eher sollte es bei einem gelegentlichen sein!? —", "So meint er es: bei einem ständigen Aborte, wobei [Urin]spritzer nicht vorkommen, ist es erlaubt, bei einem gelegentlichen Aborte, wobei [Urin]spritzer vorkommen, ist es verboten. —", "Wieso gibt es demnach keine Einwendung dagegen, dies ist ja eine treffliche Einwendung!? —", "Er meint es wie folgt: hierfür hast du eine Begründung, und man folgere [keinen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere155Daß es beim Wasserlassen erst recht erlaubt sei., denn wolltest du [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern, so gäbe es dagegen keine Einwendung.", "Die Rabbanan lehrten: Wer zu einer regelmäßigen Mahlzeit gehen will, gehe vorher zehnmal vier Ellen, oder viermal zehn Ellen, entleere sich und gehe erst dann.", "R. Jiçḥaq sagte: Wer zu einer regelmäßigen Mahlzeit gehen will, lege vorher die Tephillin ab und gehe erst dann. Er streitet gegen R. Ḥija, denn R. Ḥija sagte, man lege sie auf den Tisch, und so geziemt es sich.", "Bis wann? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Bis zur Zeit des Segensspruches.", "Das Eine lehrt, man dürfe seine Tephillin mit seinem Gelde in ein Kopftuch einwickeln, und ein Anderes lehrt, man dürfe das nicht!? —", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er es für [die Tephillin] bestimmt hat, das andere, wenn er es nicht dafür bestimmt hat. R. Ḥisda sagte nämlich: In einem Tephillinbeutel, den man zur Aufbewahrung der Tephillin bestimmt und darin Tephillin aufbewahrt hat, darf man kein Geld156Im Text פשיטי, kleine Scheidemünze, abwechselnd mit Zuz (cf. Ber. III Anm. 24) gebraucht.verwahren, wenn man ihn aber dafür bestimmt, jedoch nicht verwahrt, oder in ihm verwahrt, jedoch ihn nicht dafür bestimmt hat, so darf man in ihm Geld verwahren.", "Nach Abajje aber, welcher sagt, die Bestimmung sei entscheidend, auch wenn man ihn dafür nur bestimmt und darin nicht verwahrt hat; hat man darin verwahrt, so ist es, wenn man ihn dafür bestimmt hat, verboten, und wenn man ihn dafür nicht bestimmt hat, nicht [verboten].", "R. Joseph, der Sohn R. Neḥunjas, fragte R. Jehuda: Darf man seine Tephillin unter sein Kopflager legen? Unter sein Fußlager ist es mir nicht fraglich, da man dadurch mit ihnen in verächtlicher Weise verfahren würde; fraglich ist es mir nur, ob unter sein Kopflager. Dieser erwiderte ihm: So sagte Šemuél: es ist erlaubt, selbst wenn seine Frau bei ihm ist.", "Man wandte ein: Man darf seine Tephillin nicht unter sein Fußlager legen, weil man dadurch mit ihnen in verächtlicher Weise verfahren würde, wohl aber sie unter sein Kopflager legen; ist seine Frau bei ihm, so ist es verboten. Ist eine Stelle157Am Kopfende.da, die drei Handbreiten höher oder drei Handbreiten niedriger ist, so ist es erlaubt.", "Dies ist eine Widerlegung Šemuéls. Eine Widerlegung.", "Raba sagte: Obgleich eine Lehre zur Widerlegung Šemuéls da ist, so ist die Halakha dennoch wie er. — Aus welchem Grunde? —" ], [ "Je mehr sie bewacht werden, desto besser. — Wo lege man sie hin? R. Jirmeja sagte: Zwischen Kissen und Polster, jedoch nicht gegen den Kopf. —", "R. Ḥija lehrte ja aber, man lege sie in einer Tasche unter das Kopflager!? — Wenn die Bauchung158Wie die Tephillin sich markieren.der Tasche nach außen ragt.", "Bar Qappara wickelte sie in den Bettvorhang und ließ die Bauchung nach außen ragen. R. Šešeth, Sohn R. Idis, legte sie auf eine Bank und breitete über sie ein Tuch.", "R. Hamnuna, Sohn R. Josephs, erzählte: Einst stand ich vor Raba und er sprach zu mir: Geh und hole mir die Tephillin. Ich fand sie zwischen Kissen und Polster, nicht gegen den Kopf; ich wußte, daß es ein Tag der Reinigung159Seiner Frau, woraus hervorging, daß sie bei ihm war u. er sich nach Šemuél richtete.war, und er tat dies, um eine Halakha zur Übung zu lehren.", "R. Joseph, der Sohn R. Neḥunjas, fragte R. Jehuda: Wie ist es, wenn zwei in einem Bette schlafen: darf dieser das Gesicht wegwenden und das Šema͑ lesen, und jener das Gesicht wegwenden und das Šema͑ lesen? Dieser erwiderte ihm: So sagte Šemuél: sogar, wenn seine Frau bei ihm ist.", "R. Joseph entgegnete: Wenn seine Frau, um so mehr ein Anderer; im Gegenteil, seine Frau gleicht seinem eigenen Körper, ein anderer aber gleicht nicht seinem eigenen Körper!?", "Man wandte ein: Wenn zwei in einem Bette schlafen, so wende dieser das Gesicht weg und lese, und jener wende das Gesicht weg und lese. Ein Anderes aber lehrt: Wer mit seinen Kindern und Familienangehörigen an seiner Seite in einem Bette schläft, lese das Šema͑ nicht, es sei denn, daß ein Gewand sie trennt; wenn aber seine Kinder und seine Familienangehörigen klein sind, so ist es erlaubt.", "Erklärlich ist dies nach R. Joseph, denn das eine handelt von seiner Frau und das andere160Wo von Familienangehörigen gesprochen wird.von einer anderen Person; nach Šemuél aber besteht ja ein Widerspruch!? —", "Šemuél kann dir erwidern: stimmt dies etwa nach R. Joseph, es wird ja gelehrt, wer mit seinen Kindern und Familienangehörigen161Zu denen auch die Frau gehört.in einem Bette schläft, lese das Šema͑ nicht, es sei denn, daß ein Gewand sie trennt!? Du mußt also erklären, nach R. Joseph bestehe hinsichtlich der Frau [ein Streit von] Tannaím, ebenso streiten hierüber Tannaím nach mir.", "Der Meister sagte: So wende dieser das Gesicht weg und lese. Die Hinterbacken [berühren ja einander]!? Dies ist also eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, die Hinterbacken gelten nicht als Scham. Folgendes wäre eine Stütze für R. Hona: Eine Frau darf nackt sitzend die Teighebe162Cf. Num. 15,20.abschneiden, weil sie das Gesicht163Euphem. für Scham; obgleich die Hinterbacken unbedeckt bleiben.durch den Boden verdecken kann; nicht aber der Mann.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Wenn ihr ganzes Gesicht in den Boden eingedrückt ist.", "Der Meister sagte: Wenn aber seine Kinder und seine Familienangehörigen klein sind, so ist dies erlaubt. Bis zu welchem Alter? R. Ḥisda erwiderte: Bei einem Mädchen bis zu drei Jahren und einem Tage, bei einem Knaben bis zu neun Jahren und einem Tage. Manche sagen: Bei einem Mädchen, bis zu elf Jahren und einem Tage, bei einem Knaben, bis zu zwölf Jahren und einem Tage. Bei beiden bis:164Ez. 16,7.deine Brüste gerundet und dein Haar gewachsen.", "R. Kahana sprach zu R. Aši: Oben sagte Raba, die Halakha sei wie Šemuél, obgleich eine Lehre ihn widerlegt, wie ist es hier? Dieser erwiderte: Willst du etwa alles in ein Gewebe zusammenweben!? Vielmehr, wo dies gesagt wurde, gilt dies, wo dies nicht gesagt wurde, gilt dies nicht.", "R. Mari fragte R. Papa: Wie ist es, wenn Haar durch sein Gewand165Das an der Schamstelle beschädigt ist; ob dies hinsichtlich des Šema͑lesens als Scham gilt. vorragt? Dieser rief ihm zu: Haar [ist nichts als] Haar.", "R. Jiçḥaq sagte: Eine Handbreite an einem Weibe ist Scham. — In welcher Hinsicht, wollte man sagen, hinsichtlich des Betrachtens, so sagte ja R. Šešeth, die Schrift habe166Cf. Jes. 3,18-24.die äußerlichen Schmucksachen zusammen mit den intimen Schmucksachen aufgezählt, um dir zu sagen, daß, wenn man auch nur den kleinen Finger eines Weibes betrachtet, dies ebenso sei, als hätte man die Scham betrachtet!? —", "Vielmehr beim eigenen Weibe, hinsichtlich des Šema͑lesens.", "R. Ḥisda sagte: Die Wade ist bei einem Weibe Scham, denn es heißt: 167Jes. 47,2.entblöße die Wade und durchwate Ströme, und darauf folgt:168Ib. V. 3.daß deine Scham aufgedeckt und deine Schande gesehen wird. Šemuél sagte: Die Stimme ist bei einem Weibe Scham, denn es heißt:169Cant. 2,14.denn deine Stimme st süß, und lieblich deine Gestalt. R. Šešeth sagte: Das Haar ist bei einem Weibe Scham, denn es heißt:170Ib. 4,1.dein Haar wie der Ziegenherde.", "R. Ḥanina erzählte: Ich sah, wie Rabbi seine Tephillin aufhängte. Man wandte ein: Wer die Tephillin aufhängt, dem läßt man das Leben hängen.", "Die Schrifterklärer171Wörtl. schwieriger Stellen, nach einer anderen Lesart, schöner Stellen.sagten:172Dt. 28,66.Dein Leben wird dir gegenüber hängen, dies bezieht sich auf denjenigen, der seine Tephillin aufhängt!? —", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn am Riemen173Mit der Kapsel nach unten hängend; dies ist mißächtlich., das andere, wenn an der Kapsel.", "Wenn du willst, sage ich: es ist verboten, einerlei, ob am Riemen oder an der Kapsel, Rabbi aber hätte sie im Beutel aufgehängt. — Wozu erzählt er dies demnach!? —", "Man könnte glauben, sie benötigten des Hinlegens wie eine Torarolle, so lehrt er es uns.", "Ferner erzählte R. Ḥanina: Ich sah, wie Rabbi [beim Beten] rülpste, gähnte, nieste, spie" ], [ "und sein Gewand ordnete, aber sich nicht wieder umhüllte174Wenn es herunterfiel.; wenn er gähnte, legte er seine Hand an das Kinn.", "Man wandte ein: Wer beim Gebete seine Stimme hören läßt, gehört zu den Kleingläubigen; wer beim Gebete seine Stimme erhebt, gehört zu den falschen Propheten;", "wer [beim Gebete] rülpst oder gähnt, gehört zu den Ungesitteten; wer beim Gebete niest, für den ist es ein böses Zeichen; manche sagen, er ist als widerwärtiger Mensch erkennbar; wer beim Gebete spuckt, so ist dies, als spucke er vor dem König.", "Allerdings ist bezüglich des Rülpsens und Gähnens nichts einzuwenden: das eine, wenn gezwungen, das andere, wenn absichtlich, aber bezüglich des Niesens ist dies ja ein Einwand!? —", "Auch bezüglich des Niesens ist es kein Einwand; das eine, wenn von oben, das andere, wenn von unten. R. Zera sagte nämlich: Folgendes wurde mir in der Schule des R. Hamnuna eingeschärft und ist mir so gewichtig, wie meine ganze Lehre: wer bei seinem Gebete niest, für den ist es ein gutes Zeichen: wie man ihm hienieden eine Annehmlichkeit bereitet, so bereitet man ihm auch droben eine Annehmlichkeit. —", "Bezüglich des Ausspeiens ist dies ja aber ein Einwand!? — Bezüglich des Ausspeiens ist dies ebenfalls kein Einwand, denn man kann nach R. Jehuda verfahren. R. Jehuda sagte nämlich: Wenn jemand beim Gebete steht und Speichel ihm kommt, so lasse er ihn in seinem Mantel verschwinden, und ist es ein wertvoller Mantel, so lasse er ihn in sein Kopftuch verschwinden. Rabina stand hinter R. Aši, und als ihm Speichel kam, warf er ihn hinter sich. Da sprach dieser zu ihm: Ist der Meister nicht der Ansicht R. Jehudas, daß man ihn in das Kopftuch verschwinden lasse? Jener erwiderte: Ich bin empfindlich.", "«Wer beim Gebete seine Stimme hören läßt, gehört zu den Kleingläubigen.» R. Hona sagte: Dies wurde [nur über den Fall] gelehrt, wenn er auch leise sein Herz andächtig stimmen kann, wenn er aber leise sein Herz nicht andächtig stimmen kann, ist es erlaubt. Dies nur, wenn er allein ist, in der Gemeinde aber, könnte er dadurch die Gemeinde stören.", "R. Abba suchte R. Jehuda auszuweichen, weil er nach dem Jisraélland gehen wollte, während R. Jehuda gesagt hat, wer von Babylonien nach dem Jisraélland geht, übertrete ein Gebot, denn es heißt:175Jer. 17,22.nach Babylonien sollen sie geführt werden und daselbst bleiben, bis zum Tage, da ich ihrer denken werde, spricht der Herr. Einst sagte er: Ich will zu ihm hingehen und etwas lauschen, [dann gehe ich hinauf.]", "Da ging er hin und fand einen Schüler vor R. Jehuda rezitieren: Wer beim Gebete steht und [unten] niest, warte, bis der Geruch verflogen ist, und bete weiter. Manche sagen: Wer beim Gebete steht und [unten] niesen muß, entferne sich vier Ellen rückwärts, niese und warte, bis der Geruch verflogen ist, und bete weiter. Er spreche: Herr der Welt, du hast uns Öffnung an Öffnung, Höhlung an Höhlung geschaffen; offen und bekannt ist vor dir unsere Schande und unsere Schmach bei Lebzeiten, und daß wir nach unserem Tode Maden und Gewürm sind. Alsdann beginne er, wo er abgebrochen hat.", "Da sprach er: Wäre ich gekommen, nur um diese Sache zu hören, so hätte ich genug.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand [nackt] in einem Gewande schläft und der Kälte wegen den Kopf nicht hervorstrecken kann, so mache er mit dem Gewande eine Scheidewand um seinen Hals und lese das Šema͑; manche sagen: an seinem Herzen.", "Nach dem ersten Tanna sieht ja das Herz die Scham!? — Er ist der Ansicht, wenn das Herz die Scham sieht, sei es erlaubt.", "R. Hona sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand in schmutzigen Durchgangshallen176Oder Eingangshallen, durch die man in die umliegenden Höfe und Häuser gelangt; eine Art Basar, wie im alten Orient gebräuchlich.geht, so lege er die Hand auf seinen Mund und lese das Šema͑. R. Ḥisda sprach zu ihm: Bei Gott, hätte mir dies R. Joḥanan mit eigenem Munde gesagt, ich würde ihm nicht gehorchen.", "Manche sagen: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn jemand in schmutzigen Durchgangshallen geht, so lege er die Hand auf seinen Mund und lese das Šema͑. R. Ḥisda sprach zu ihm: Bei Gott, hätte mir dies R. Jehošua͑ b. Levi mit eigenem Munde gesagt, ich würde ihm nicht gehorchen. —", "Kann R. Hona dies denn gesagt haben, R. Hona sagte ja, ein Schriftgelehrter dürfe an einem schmutzigen Orte nicht stehen, weil er ohne Nachsinnen in der Tora nicht stehen kann!? — Das ist kein Einwand; das eine, wenn er steht, das andere, wenn er geht. —", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, überall dürfe man über Worte der Tora nachsinnen, außer in einer Badstube und einem Aborte!? Wolltest du hier ebenfalls erwidern, das eine, wenn er steht, das andere, wenn er geht, so ist ja dem nicht so!? Einst folgte nämlich R. Abahu dem R. Joḥanan und las das Šema͑, und als sie an schmutzige Durchgangshallen herankamen, hörte er auf. Hierauf fragte er R. Joḥanan, wo er wieder zu beginnen habe, und dieser erwiderte ihm: Hast du so lange innegehalten, daß man es ganz beenden könnte, so mußt du vom Anfang beginnen. —", "Er meinte es wie folgt: Ich selbst bin nicht dieser Ansicht177Daß man unterbrechen muß., da du aber dieser Ansicht bist, so mußt du, falls du so lange innegehalten hast, daß man es ganz beenden kann, vom Anfang beginnen.", "Es wird übereinstimmend mit R. Hona gelehrt, und es wird übereinstimmend mit R. Ḥisda gelehrt. Übereinstimmend mit R. Hona wird gelehrt: Wenn jemand in schmutzigen Durchgangshallen geht, so lege er die Hand auf seinen Mund und lese das Šema͑. Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: Wer in schmutzigen Durchgangshallen geht, lese das Šema͑ nicht; und noch mehr: wenn er lesend hineinging, unterbreche er. — Was geschieht, wenn er nicht unterbricht?", "R. Mejaša, Sohnessohn des R. Jehošua͑ b. Levi, erwiderte: Über ihn spricht die Schrift:178Ez. 20,25.so gab auch ich ihnen Gesetze, die nicht gut, und Rechte, mit denen sie nicht leben sollen.", "R. Asi sagte:179Jes. 5,18.Wehe denen, die die Sünde mit Banden des Truges180Nach den Kommentaren: die nur durch Worte Sünden begehen.heranziehen. R. Ada b. Ahaba sagte: Hieraus:181Num. 15,31.Denn das Wort des Herrn hat er verachtet. —", "Was ist seine Belohnung, wenn er unterbricht? R. Abahu erwiderte: Über ihn spricht die Schrift: 182Dt. 32,47.und um dessentwillen werdet ihr lange leben.", "R. Hona sagte: Hat man ein Gewand um seine Hüften gegürtet, so darf man183Auch mit nacktem Oberkörper.das Šema͑ lesen. Desgleichen wird gelehrt: Ist ein Gewand aus Stoff, aus Leder oder aus Sackleinen um seine Hüften gegürtet, so darf man das Šema͑ lesen;" ], [ "zum Gebete aber muß auch das Herz bedeckt sein.", "Ferner sagte R. Hona: Wenn jemand vergessentlich mit den Tephillin in den Abort getreten ist, so bedecke er sie mit der Hand, bis er fertig ist. — Bis er fertig ist, wie kommst du darauf!? — Vielmehr, wie R. Naḥman b. Jiçḥaq gesagt hat, bis er mit der ersten [Kot]säule fertig ist. — Soll er doch sofort unterbrechen und aufstehen!? — Wegen [einer Lehre] des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: R. [Šimo͑n b.] Gamliél sagte: Die zurückgehaltene [Kot]säule bringt den Menschen zur Wassersucht184So nach den Lexikographen (aus ν͑δϱώπιϰον verkürzt); wahrscheinlich aber Diarrhöe., der zurückgehaltene Strahl bringt den Menschen zur Gelbsucht.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand Kot an seinem Leibe hat oder seine Hand im Aborte hält, so darf er, wie R. Hona sagt, das Šema͑ lesen; R. Ḥisda sagt, er dürfe das Šema͑ nicht lesen. Raba sagte: Folgendes ist der Grund R. Honas, es heißt:185Ps. 150,6.alles, was Odem hat, lobe den Herrn. —", "«R. Ḥisda sagt, er dürfe das Šema͑ nicht lesen. » Was ist der Grund R. Ḥisdas? — Es heißt:186Ib. 35,10.alle meine Gebeine sprechen: Herr, wer ist deinesgleichen.", "Es wurde gelehrt: Von einem schlechten Geruche, der einen Ausgangspunkt187Von in der Nähe liegendem Kot ausgehend.hat, entferne man sich, wie R. Hona sagt, vier Ellen und lese das Šema͑; R. Ḥisda sagt, man entferne sich vier Ellen von der Stelle, wo der schlechte Geruch aufhört, und lese das Šema͑.", "Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: Man darf das Šema͑ nicht vor Menschenkot, vor Hundekot, vor Schweinekot, vor Hühnerkot oder vor übelriechendem Misthaufen(kot) lesen. Ist da ein zehn Handbreiten hoher oder zehn Handbreiten tiefer Platz, so setze man sich daneben und lese das Šema͑, wenn aber nicht, entferne man sich, soweit das Auge reicht. Dasselbe gilt auch vom Gebete. Von einem schlechten Geruche, der einen Ausgangspunkt hat, entferne man sich vier Ellen, von der Stelle aus, wo der schlechte Geruch [aufhört], und lese das Šema͑.", "Raba sagte: Die Halakha ist bei all diesen Lehren nicht wie diese Barajtha, sondern wie folgende Lehre: Man darf das Šema͑ nicht vor Menschenkot lesen, noch vor Schweinekot oder Hundekot, wenn Häute darin sind.", "Man fragte R. Šešeth: Wie ist es bei einem schlechten Geruche, der keinen Ausgangspunkt hat? Er erwiderte: Kommt, seht diese Matten in den Lehrhäusern, auf denen diese schlafen und jene lernen188Obgleich die Schlafenden übl. Geruch verbreiten.. Dies gilt nur vom Studium der Tora, nicht aber vom Šema͑lesen; und auch beim Studium der Tora gilt dies nur vom [üblen Geruche] seines Nächsten, nicht aber von seinem eigenen.", "Es wurde gelehrt: Vor vorüberziehendem Kot darf man, wie Abajje sagt, das Šema͑ lesen; Raba sagt, es sei verboten, das Šema͑ zu lesen.", "Abajje sagte: Ich entnehme dies aus folgender Lehre: Wenn der Unreine unter dem Baume steht und der Reine vorübergeht, so wird er unrein, wenn aber der Reine unter dem Baume steht und der Unreine vorübergeht, so ist er rein, bleibt er aber stehen, so wird er unrein. Ebenso beim aussätzigen189Cf. Lev. 14,34ff.Steine. —", "Und Raba? — Er kann dir folgendes erwidern: Da hängt es vom festen Platze ab, wie es heißt:190Lev. 13,46.getrennt soll er sitzen, außerhalb des Lagers sei sein Aufenthalt, hierbei aber sagt der Allbarmherzige: 191Dt. 23,15.heilig sei dein Lager, was hier nicht der Fall ist.", "R. Papa sagte: Die Schnauze des Schweines gleicht vorüberziehendem Kot. — Selbstverständlich!? — Nötig ist dies: selbst wenn es vom Flusse heraufkommt.", "R. Jehuda sagte: Bei einem Zweifel, ob es Kot ist, ist es verboten, bei einem Zweifel, ob Urin, ist es erlaubt. Manche sagen: R. Jehuda sagte: Bei einem Zweifel, ob es Kot ist, ist es, wenn im Zimmer, erlaubt, wenn auf einem Misthaufen, verboten; bei einem Zweifel, ob Urin, ist es, auch wenn auf dem Misthaufen, erlaubt.", "Er ist der Ansicht R. Hamnunas, denn R. Hamnuna sagte: die Tora hat es nur vor dem [Urin-] strahl verboten.", "Dies auch nach R. Jonathan, denn R. Jonathan wies auf einen Widerspruch hin; es heißt:192Dt. 23,13.du sollst außerhalb des Lagers einen Platz haben, daß du dort hinausgehst, dagegen heißt es:193Ib. V. 14.und eine Schaufel sollst du haben &c.", "Wie ist dies [zu erklären]? — das eine bei der großen, das andere bei der kleinen [Notdurft]. Hieraus, daß bei der kleinen die Tora es nur vor dem Strahle verboten hat, wenn er aber schon zur Erde gefallen, ist es erlaubt, nur haben die Rabbanan es verboten; die Rabbanan haben es aber nur bei Zweifellosem verboten, nicht aber haben sie es bei Zweifelhaftem verboten. —", "Wie lange bei Zweifellosem? — R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Solange er feucht ist. So sagte auch Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans: Solange er feucht ist. So sagte auch U͑la: Solange er feucht ist. Geniba sagte im Namen Rabhs: Solange Spuren wahrnehmbar sind.", "R. Joseph sprach: Möge der Herr Geniba194Er hat von Rabh Unwahres berichtet.verzeihen. Sogar vom Kot sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, es sei erlaubt, sobald sich oben eine Kruste gebildet hat, um so mehr gilt dies vom Urin.", "Abajje sprach zu ihm: Was veranlaßt dich, dich hierauf zu verlassen, verlasse dich auf das, was Rabba b. R. Hona im Namen Rabhs gesagt hat, bei Kot sei es verboten, auch wenn er einer Scherbe gleicht!? —", "Welcher heißt scherbengleicher Kot? — Es wurde gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des R. Joḥanan: wenn man ihn wirft und er nicht zerbröckelt; manche sagen; wenn man ihn wälzt und er nicht zerbröckelt.", "Rabina erzählte: Ich stand einmal vor R. Jehuda aus Diphte, und er bemerkte Kot; da sprach er zu mir: Sieh nach, ob sich eine Kruste gebildet hat oder nicht. Manche sagen, er habe zu ihm wie folgt gesagt: Sieh nach, ob er zerplatzt ist. —", "Wie bleibt es damit? — Es wurde gelehrt: Vor scherben[hartem] Kot, ist es, wie Amemar sagt, verboten, und wie Mar Zuṭra sagt, erlaubt. Raba sagte: Die Halakha ist: vor Scherben [hartem] Kot ist es verboten, vor Urin, solange er feucht ist.", "Man wandte ein: Vor Urin ist es verboten, solange er feucht ist, ist er aufgesogen oder verdunstet, so ist es erlaubt. Doch wohl ‘aufgesogen’ in gleicher Weise wie ‘verdunstet’; wie ‘verdunstet’, daß keine Spuren zurückbleiben, so auch ‘aufgesogen’, daß keine Spuren zurückbleiben; wenn aber Spuren zurückbleiben, ist es verboten, auch wenn er nicht feucht ist!? —", "Wie ist, auch nach deiner Auffassung, der Anfangssatz zu erklären: ist es denn verboten, nur solange es feucht ist, und erlaubt, wenn Spuren zu merken sind!? Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím [streiten]: Vor einem Gefäße, aus dem Urin ausgegossen wurde, darf man nicht das Šema͑ lesen; vor dem Urin selbst, der ausgegossen wurde, ist es, wenn er aufgesogen wurde, erlaubt, und wenn er nicht aufgesogen wurde, verboten. R. Jose sagt, solange er feucht ist.", "Was ist nun unter ‘aufgesogen’ und ‘nicht aufgesogen’, von dem er spricht, zu verstehen: wollte man sagen, ‘aufgesogen’ heiße nicht feucht, ‘nicht aufgesogen’ heiße feucht, und hierzu sagt R. Jose, solange er feucht ist, sei es verboten, wenn aber nur Spuren zu merken sind, sei es erlaubt, so ist dies ja das, was der erste Tanna sagt!? Vielmehr bedeutet ‘aufgesogen’, wenn keine Spuren zu merken sind, ‘nicht aufgesogen’, wenn Spuren zu merken sind, und hierzu sagt R. Jose, nur solange er feucht ist, sei es verboten, wenn aber nur Spuren zu merken sind, sei es erlaubt. —", "Nein; alle stimmen überein, daß es verboten sei, solange er feucht ist, und erlaubt, wenn Spuren zu merken sind," ], [ "hier aber besteht ihre Meinungsverschiedenheit darin, ob feucht zum Befeuchten195Nach dem ersten Tanna ist es nur dann verboten, wenn er so feucht ist, um noch anderes befeuchten zu können.erforderlich ist.", "WER ZUM REINIGUNGSBADE HINABGESTIEGEN IST, MUSS, FALLS ER NOCH &C. HERAUFSTEIGEN KANN. Es wäre anzunehmen, daß der Tanna [unsere Mišna] nach R. Elie͑zer abgeschlossen196Rabbi stellte die Lehren, die seiner Ansicht entsprachen, als abgeschlossen hin, ohne Nennung des Autors, daher (Sab. 46a uso.): die Halakha ist, wie die geschlossene Mišna.hat, der der Ansicht ist, bis Sonnenaufgang197Sei das Šema͑ zu lesen; ob. Fol. 9b.. —", "Du kannst auch wie R. Jehošua͑ sagen, hier aber lehrt er vielleicht nach [der Gepflogenheit] der Erzfrommen, denn R. Joḥanan sagte, die Erzfrommen beenden es mit Sonnenaufgang.", "WENN ABER NICHT, SO BEDECKE ER SICH MIT DEM WASSER UND LESE. Sein Herz sieht ja aber die Scham?", "R. Elea͑zar, manche sagen, R. Aḥa b. Abba, sagte im Namen unseres Meisters: Dies wurde von trübem Wasser gelehrt, das fester Erde gleicht, sodaß sein Herz die Scham nicht sieht.", "Die Rabbanan lehrten: In klarem Wasser darf man bis zum Halse sitzen und lesen; manche sagen, man trübe es mit dem Fuße. Nach dem ersten Tanna sieht ja sein Herz die Scham!? —", "Er ist der Ansicht, es sei erlaubt, wenn sein Herz die Scham sieht. — Seine Ferse aber sieht ja die Scham!? — Er ist der Ansicht, es sei erlaubt, wenn seine Ferse die Scham sieht.", "Es wurde gelehrt: Wenn seine Ferse die Scham sieht, ist es erlaubt; wenn sie sie berührt, so ist es, wie Abajje sagt, verboten, und wie Raba sagt, erlaubt. So rezitierte R. Zebid diese Lehre; R. Ḥenana, Sohn R. Iqas, rezitierte sie wie folgt: Wenn sie sie berührt, ist es nach aller Ansicht verboten, wenn sie sie sieht, so ist es, wie Abajje sagt, verboten, und wie Raba sagt, erlaubt, weil die Tora nicht für die Dienstengel gegeben wurde. Die Halakha ist: Berührt sie, so ist es verboten, sieht sie, so ist es erlaubt.", "Raba sagte: Vor Kot hinter einer Glaswand198Wörtl. Laterne, Glasgefäß.darf man das Šema͑ lesen, vor Scham hinter einer Glaswand, darf man das Šema͑ nicht lesen. Vor Kot hinter einer Glaswand darf man das Šema͑ lesen, weil es beim Kot vom Bedecken abhängt, und er ist ja bedeckt; vor Scham hinter einer Glaswand darf man das Šema͑ nicht lesen, weil der Allbarmherzige sagt: 199Dt. 23,15.daß keine Scham unter dir gesehen werde, und es wird gesehen.", "Abajje sagte: Unwesentlichen Kot mache man durch Speichel zu Nichts. Raba sagte: Und zwar, mit dickem Speichel. Raba sagte: Über Kot in einem Grübchen darf man seine Sandale legen und das Šema͑ lesen. Mar, der Sohn Rabinas, fragte: Wie ist es, wenn Kot an seiner Sandale haftet? Dies bleibt unentschieden.", "R. Jehuda sagte: Es ist verboten, das Šema͑ vor einem nackten Nichtjuden zu lesen. — Wieso gerade vor einem Nichtjuden, dies gilt ja auch von einem Jisraéliten!? — Von einem Nichtjuden ist dies [zu lehren] nötig; da es von ihnen heißt:200Ez. 23,20. deren Fleisch dem Fleische des Esels gleicht, so könnte man glauben, er sei nur als Esel zu betrachten, so lehrt er uns, daß auch bei ihnen von Scham gesprochen wird, denn es heißt:201Gen. 9,23.und die Scham ihres Vaters sahen sie nicht.", "MAN BEDECKE SICH ABER NICHT MIT SCHMUTZIGEM WASSER, NOCH MIT EINWEICHWASSER, ES SEI DENN, MAN HAT [FRISCHES] WASSER HINZUGEGOSSEN. Wieviel Wasser202Ein so großes Quantum hat man ja gar nicht bei der Hand.sollte man denn hinzugießen!? — Er meint es vielmehr wie folgt: man bedecke sich mit schmutzigem Wasser oder mit Einweichwasser überhaupt nicht; [neben] Urin lese man nur dann, wenn man Wasser hineingegossen hat.", "Die Rabbanan lehrten: Wieviel Wasser muß man hineingießen? Etwas; R. Zakkaj sagt, ein Viertellog.", "R. Naḥman sagte: Der Streit [besteht nur], wenn nachher, vorher aber genügt etwas203Wenn der Urin ins Wasser gegossen wird, so verliert sich nach und nach jeder Tropfen, der hinzukommt.[nach aller Ansicht].", "R. Joseph sagte: Der Streit [besteht nur], wenn [das Wasser] vorher darin war, wenn aber nachher, stimmen alle überein, daß ein Viertellog erforderlich ist. R. Joseph sprach zu seinem Diener: Hole mir ein Viertellog Wasser. Also wie R. Zakkaj.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf das Šema͑ nicht vor einem Kotbecken oder einem Harngefäße lesen, auch wenn in ihnen nichts enthalten ist; vor dem Urin selbst, nur wenn man Wasser hineingegossen hat. Wieviel Wasser muß man hineingießen? Etwas; R. Zakkaj sagt, ein Viertellog. Ob vor dem Bette oder hinter dem Bette. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn hinter dem Bette, dürfe man lesen, wenn vor dem Bette, dürfe man nicht lesen. Man darf es aber vier Ellen entfernen und lesen. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, selbst in einem Räume von hundert Ellen dürfe man nicht eher lesen, als bis man es hinausgebracht oder unter das Bett gestellt hat.", "Sie fragten: Wie meint er dies: wenn hinter dem Bette, dürfe man gleich lesen, wenn vor dem Bette, entferne man es vier Ellen und lese, oder meint er es wie folgt: wenn hinter dem Bette, entferne man es vier Ellen und lese, wenn vor dem Bette, dürfe man überhaupt nicht lesen? —", "Komm und höre. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, wenn hinter dem Bette, lese man gleich, wenn vor dem Bette, entferne man es vier Ellen; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, selbst in einem Räume von hundert Ellen, dürfe man nicht eher lesen, als bis man es hinausgebracht oder unter das Bett gestellt hat.", "Unsere Frage ist uns entschieden, aber die Lehren widersprechen ja einander!? — Man wende die letztere um. —", "Was veranlaßt dich die letztere umzuwenden, wende die erstere um!? —", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist es, der der Ansicht ist, der ganze Raum gelte als vier Ellen.", "R. Joseph sagte: Ich fragte R. Hona: Daß ein Bett niedriger als drei [Handbreiten] wie [mit dem Boden] vereint204Was sich unter einem solchen Bette befindet, gilt als versteckt.gilt, ist mir klar, wie ist es aber bei drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht und neun [Handbreiten]? Er erwiderte mir: Ich weiß es nicht. Bei zehn ist es mir sicher nicht fraglich. Abajje sprach: Du hast recht, daß es dir nicht fraglich ist; zehn sind stets ein Gebiet für sich.", "Raba sagte: Die Halakha ist: niedriger als drei gilt als vereint, zehn sind ein Gebiet für sich; von drei bis zehn, das ist es, bezüglich dessen R. Joseph den R. Hona gefragt, und er ihm nicht beantwortet hat. Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. So sagte auch Bali im Namen R. Ja͑qobs, Sohnes der Tochter Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. Raba aber sagt, die Halakha sei nicht wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar.", "R. Aḥaj beschäftigte sich im Hause des R. Jiçḥaq b. Šemuél, des Sohnes der Martha, [mit der Hochzeitsfeier] seines Sohnes. Er führte ihn in die Brautkammer, aber diesem gelang die Sache nicht. Als jener zu ihm nachzusehen kam und eine Torarolle liegen fand, sprach er zu ihm: Wäre ich jetzt nicht gekommen, so hättet ihr meinen Sohn gefährdet, denn es wird gelehrt, daß man in einem Räume, in dem eine Torarolle oder Tephillin sich befinden, nicht eher die Bettpflicht ausüben darf, als bis man sie hinausgebracht oder in einen Behälter in einem Behälter gelegt hat.", "Abajje sagte: Dies lehrten sie nur von einem nicht dazu bestimmten Behälter, bei einem dazu bestimmten Behälter aber, werden auch zehn Behälter wie ein Behälter betrachtet. Raba sagte: Ein Kleidungsstück" ], [ "auf einer Kiste wird wie ein Behälter in einem Behälter betrachtet. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Vor einer Torarolle muß man eine zehn [Handbreiten] hohe Scheidewand machen. Einst kam Mar Zuṭra zu R. Aši, und als er am Platze [des Bettes] Mars, des Sohnes R. Ašis, eine Torarolle liegen sah, vor der eine zehn [Handbreiten] hohe Scheidewand hergerichtet war, sprach er zu ihm: Wohl nach der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Levi, aber R. Jehošua͑ b. Levi sagt dies nur dann, wenn man keinen anderen Raum hat, der Meister aber hat ja einen anderen Raum. Dieser erwiderte: Ich dachte nicht daran.", "WIE WEIT ENTFERNE MAN SICH HIERVON UND VOM KOT? — VIER ELLEN. Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Dies lehrten sie nur [von dem Falle], wenn hinter sich, wenn aber vor sich, entferne man sich, soweit das Auge reicht. Dies gilt auch vom Gebete. —", "Dem ist ja nicht so, Raphram b. Papa sagte ja im Namen R. Ḥisdas, man dürfe vor einem Aborte stehen und beten!? — Hier wird von einem Aborte gesprochen, in dem kein Kot ist. —", "Dem ist ja nicht so, R. Joseph b. Ḥanina sagte ja: der Abort, von dem sie sprechen, auch wenn kein Kot darin ist, das Badehaus, von dem sie sprechen, auch wenn kein Mensch darin ist!? —", "Vielmehr, hier wird von einem neuen gesprochen. — Bezüglich eines solchen fragte ja Rabina, wie es denn sei, wenn man ihn zum Aborte nur bestimmt hat, ob die Bestimmung entscheidend sei oder nicht!? — Was Rabina fraglich war, bezog sich darauf, ob man darin stehen und beten darf, nicht aber, ob daneben.", "Raba sagte: Die persischen Aborte205Bei diesen rollte der Kot durch einen schrägen Kanal in die entfernt liegende Kloake.sind, auch wenn Kot darin ist, als geschlossene zu betrachten.", "vi DER FLUSSBEHAFTETE, DER SAMENERGUSS HATTE, DIE MENSTRUIERENDE, DIE SAMEN AUSGESTOSSEN, UND DIE BEI DER BEGATTUNG MONATSBLUTUNG GEMERKT, BENÖTIGEN DES REINIGUNGSBADES. R. JEHUDA BEFREIT SIE DAVON.", "GEMARA. Sie fragten: Wie ist es nach R. Jehuda, wenn ein Samenergußbehafteter Fluß bemerkt; befreit R. Jehuda nur einen Flußbehafteten, der Samenerguß hatte, weil er vorher für das Reinigungsbad nicht befähigt war, ein Samenergußbehafteter aber, der Fluß bemerkt, ist verpflichtet, weil er ja vorher für das Reinigungsbad befähigt war, oder gibt es hierin keinen Unterschied? —", "Komm und höre: Die bei der Begattung Monatsblutung gemerkt, benötigt des Reinigungsbades. R. Jehuda befreit sie davon. Die bei der Begattung Monatsblutung gemerkt, gleicht ja einem Samenergußbehafteten, der Fluß bemerkt, und R. Jehuda befreit sie davon. Schließe hieraus. R. Ḥija lehrte ausdrücklich: Ein Samenergußbehafteter, der Fluß bemerkt, benötigt des Reinigungsbades; R. Jehuda befreit ihn davon.", "", "i DAS MORGENGEBET [HAT ZEIT] BIS MITTAG; R. JEHUDA SAGT, BIS VIER STUNDEN. DAS VESPERGEBET [HAT ZEIT] BIS ZUM ABEND; R. JEHUDA SAGT, BIS ZUR VESPERHÄLFTE1Die Vesperzeit beginnt 2½ Stunden vor Beginn der Nacht, die Vesperhälfte 10¾..", "DAS ABENDGEBET HAT KEINE FESTGESETZTE ZEIT. DAS ZUSATZGEBET2An den Feiertagen. [HAT ZEIT] DEN GANZEN TAG; R. JEHUDA SAGT, BIS SIEBEN STUNDEN.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Das Gebot [des Šema͑lesens] ist bei Sonnenaufgang, damit man den Erlösungssegen an das Gebet anschließe und somit bei Tage bete!? —", "Diese Lehre gilt für die Erzfrommen. R. Johanan sagte nämlich: Die Erzfrommen pflegten es mit Sonnenaufgang zu beenden. —", "Für alle Welt aber nur bis Mittag und nicht später; dagegen sagte ja aber R. Mari, Sohn R. Honas, Sohnes des R. Jirmeja b. Abba, im Namen R. Joḥanans, daß, wenn jemand sich geirrt und das Abendgebet nicht verrichtet hat, er morgens zweimal, und wenn das Morgengebet, er zur Vesper zweimal bete!? —", "Man kann während des ganzen Tages das Gebet verrichten, wenn aber bis Mittag, gibt man ihm Belohnung für das rechtzeitig verrichtete Gebet, und wenn später, gibt man ihm wohl Belohnung für das Gebet, nicht aber (gibt man ihm Belohnung) für das rechtzeitig verrichtete Gebet.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn man sich geirrt und das Vespergebet nicht verrichtet hat; bete man abends zweimal? Sage man, wer sich geirrt und das Abendgebet nicht verrichtet hat, bete deshalb morgens zweimal, weil es ein Tag ist, denn es heißt: 3Gen. 1,5.es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag, während hierbei das Gebet an Stelle des Opfers ist, und wenn sein Tag vorbei ist, sei auch sein Opfer aufgehoben, oder aber kann man, da das Gebet ein Flehen ist, es verrichten, wann man will? —", "Komm und höre: R. Hona b. Jehuda sagte im Namen R. Jiçḥaqs im Namen R. Joḥanans: Wer sich geirrt und das Vespergebet nicht verrichtet hat, bete abends zweimal; hierbei gilt nicht: ist sein Tag vorbei, so ist sein Opfer aufgehoben.", "Man wandte ein; 4Ecc. 1,15.Krummes kann nicht grade werden, das Fehlende kann nicht vollzählig werden. Krummes kann nicht grade werden, das ist, wenn man das Šema͑lesen des Abends oder das Šema͑lesen des Morgens, das Gebet des Abends oder das Gebet des Morgens unterlassen hat; das Fehlende kann nicht vollzählig werden, das ist, wenn einen seine Genossen zu einer gottgefälligen Handlung mitgezählt haben, er aber sich ihnen nicht angeschlossen hat!? —", "R. Jiçḥaq erwiderte im Namen R. Joḥanans: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man es absichtlich unterlassen hat.", "R. Aši sagte: Dies ist auch zu erweisen, denn es heißt ‘unterlassen’ hat, nicht aber ‘sich geirrt’ hat. Schließe hieraus." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Wer sich geirrt und am Šabbathvorabend das Vespergebet nicht verrichtet hat, bete am Šabbathabend zweimal5Obgleich das Šabbathgebet ein anderes als des Wochentages ist.. Wer sich geirrt und am Šabbath das Vespergebet nicht verrichtet hat, bete am Šabbathausgang das wochentägliche Gebet zweimal; den Unterscheidungssegen6Am Ausgang des Šabbaths und der Festtage wird ein Segen über die Unterscheidung, sc. zwischen Feier- u. Werktag, in das 4. Gebet des Achtzehngebetes eingeschaltet. spreche er im ersten [Gebete] und spreche ihn nicht im zweiten. Hat er den Unterscheidungssegen im zweiten gesprochen und nicht im ersten, so wird ihm das zweite angerechnet, das erste aber nicht.", "Demnach ist es, wenn man im ersten den Unterscheidungssegen nicht gesprochen hat, ebenso, als hätte man überhaupt nicht gebetet, und man lasse ihn wiederholen,", "und dem widersprechend [wird gelehrt], daß, wenn jemand sich geirrt und des Regens7Wörtl. die Macht des Regens (hierüber Tan. 2a); ein diesbezüglicher Satz ist während des Winters in den genannten Segen einzuschieben. im Auferstehungssegen8Das 2. des Achtzehngebetes., oder der Bitte9Schlechtweg für die Bitte um Tau und Regen. im Segen über das Jahr10Das 9. des Achtzehngebetes.nicht erwähnt hat, man ihn wiederholen lasse, wenn aber den Unterscheidungssegen im Segen ‘Der Erkenntnis verleiht’11Schlußformel des 4. des Achtzehngebetes., man ihn nicht wiederholen lasse, weil er ihn auch über den Becher12Außer dem genannten in das Gebet eingeschalteten Unterscheidungssegen, wird später, in Verbindung mit anderen Genuß-Segenssprüchen, noch ein weiterer gesprochen, wobei auch der Segensspruch über den Genuß eines Getränkes erforderlich ist. sprechen kann!? — Ein Einwand.", "Es wurde gelehrt: R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Die Gebete haben die Erzväter angeordnet; R. Jehošua͑ b. Levi sagt, die Gebete habe man den täglichen Opfern entsprechend angeordnet.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jose b. R. Ḥanina, und eine übereinstimmend mit R. Jehošua͑ b. Levi. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jose b. R. Ḥanina: Abraham hat das Morgengebet angeordnet, denn es heißt:13Gen. 19,27.und Abraham machte sich früh am Morgen auf zu dem Orte, woselbst er gestanden, und stehen ist nichts weiter als beten, denn es heißt:14Ps. 106,30.und Pinḥas stand auf und betete.", "Jiçḥaq hat das Vespergebet angeordnet, denn es heißt: 15Gen. 24,63.und Jiçḥaq ging gegen Abend ins Feld hinaus, um nachzudenken, und nachdenken ist nichts weiter als beten, denn es heißt: 16Ps. 102,1.ein Gebet des Armen, wenn er verschmachtet und vor Gott seine Gedanken ausschüttet.", "Ja͑qob hat das Abendgebet angeordnet, denn es heißt: 17Gen. 28,11.er kam an den Ort heran, und herankommen ist nichts weiter als beten, denn es heißt:18Jer. 7,16.und du sollst für dieses Volk nicht bitten, keine Klage und kein Gebet für sie erheben, und mir mit Fürbitte nicht herankommen.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehošua͑ b. Levi: Sie sagten deshalb, das Morgengebet habe Zeit bis Mittag, weil das tägliche Opfer des Morgens bis Mittag Zeit hatte; R. Jehuda sagt, bis vier Stunden, weil das tägliche Opfer des Morgens bis vier Stunden Zeit hatte.", "Und sie sagten deshalb, das Vespergebet habe Zeit bis zum Abend, weil das tägliche Opfer der Abenddämmerung bis zum Abend Zeit hatte; R. Jehuda sagt, bis zur Hälfte [der Zeit] des Vespergebetes, weil das tägliche Opfer der Abenddämmerung bis zur Hälfte [der Zeit] des Vespergebetes Zeit hatte.", "Und sie sagten deshalb, das Abendgebet habe keine festgesetzte Zeit, weil das Aufbrennen der abends noch nicht aufgebrannten Opferteile und des Schmeeres19Anderer Opfer.die ganze Nacht erfolgen konnte.", "Und sie sagten deshalb, das Zusatzgebet habe den ganzen Tag Zeit, weil das Zusatzopfer den ganzen Tag Zeit hatte; R. Jehuda sagt, bis sieben Stunden, weil das Zusatzopfer bis sieben Stunden Zeit hatte. —", "Welches ist das große Vespergebet20Das in der Stunde verrichtet wird, in der das beständige Abendopfer frühestens dargebracht werden durfte; das kleine Vespergebet in der für das beständige Abendopfer festgesetzten Dämmerstunde.? — von sechseinhalb Stunden ab; welches ist das kleine Vespergebet? — von neuneinhalb Stunden ab.", "Sie fragten: Meint R. Jehuda die erste Vesperhälfte, oder meint er die letzte Vesperhälfte? — Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, sie sagten bis zur letzten Vesperhälfte, nämlich elf Stunden weniger ein Viertel. —", "Dies wäre ja eine Widerlegung des R. Jose b. R. Ḥanina? — R. Jose b. R. Ḥanina kann dir erwidern: Tatsächlich, kann ich dir sagen, haben die Erzväter die Gebete angeordnet, nur stützen sie die Rabbanan auf die Opfer. Wer hat, wolltest du nicht so sagen, nach R. Jose b. R. Ḥanina das Zusatzgebet angeordnet!? Vielmehr haben die Erzväter die Gebete angeordnet, und die Rabbanan stützen sie auf die Opfer.", "R. JEHUDA SAGT, BIS VIER STUNDEN. Sie fragten: Ist das ‘bis’ einschließlich zu verstehen, oder ist das ‘bis’ ausschließlich zu verstehen? — Komm und höre: R. Jehuda sagt, bis zur Vesperhälfte. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen R. Jehuda und den Rabbanan, wenn du sagst, ‘bis’ ausschließlich, wenn du aber sagst, ‘bis’ einschließlich, ist ja R. Jehuda" ], [ "[derselben Ansicht wie] die Rabbanan!? —", "Wie ist, wenn ‘bis’ ausschließlich, der Schlußsatz zu erklären: das Zusatzgebet [hat Zeit] den ganzen Tag. R. Jehuda sagt, bis sieben Stunden. Ferner wird gelehrt: Wenn jemand zwei Gebete zu verrichten hat, das Zusatzgebet und das Vespergebet, verrichte er das Vespergebet und nachher das Zusatzgebet, denn jenes ist ein ständiges, dieses aber kein ständiges; R. Jehuda sagt, er verrichte das Zusatzgebet und nachher das Vespergebet, denn jenes ist ein versäumbares, dieses aber kein versäumbares.", "Allerdings können, wenn du sagst, ‘bis’ einschließlich, beide Gebete zusammentreffen21In der zweiten Hälfte der 7. Stunde, in der das große Vespergebet verrichtet werden kann., wieso aber können, wenn du sagst, ‘bis’ ausschließlich, beide Gebete zusammentreffen, sobald die Zeit des Vespergebetes heranreicht, ist ja die des Zusatzgebetes bereits vorüber!? —", "Wie denn, ‘bis’ einschließlich, demnach ist ja vom Anfangssatze einzuwenden: welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jehuda und den Rabbanan!? — Glaubst du etwa, er meine die letztere Vesperhälfte; er meint die erstere Vesperhälfte. [Jener Autor] meint es wie folgt: die erstere Hälfte hört auf, und die letztere beginnt, wenn elf Stunden weniger ein Viertel vorüber22Dh. er bezeichnet nur die Zeit der letzteren Hälfte; damit soll aber nicht gesagt sein, daß diese die Zeit des Gebetes ist.sind.", "R. Naḥman sagte: Auch wir haben es23B ist, einschließlich.gelernt:", "R. Jehuda b. Baba bezeugte fünf Dinge: daß man eine Minderjährige zur Weigerungserklärung24Ein unmündig. Mädchen, das von seiner Mutter od. seinem Bruder verheiratet wurde, ist später berechtigt, da diese Ehe nur rabbin. Geltung hat, dieselbe durch Weigerung aufzulösen. Über die Veranlassung zur Weigerung vgl. Jab. 109a.veranlaßt; daß man eine Witwe durch Aussage eines Zeugen25Daß der Mann tot ist; bei allen anderen Angelegenheiten sind zwei Zeugen erforderlich.zur Heirat zuläßt; daß ein Hahn in Jerušalem gesteinigt wurde, weil er einen Menschen getötet hatte; daß vierzigtägiger Wein auf den Altar gegossen26Er ist nicht mehr neu u. kann als Gußopfer (cf. Num. 28,2) verwendet werden.wurde und daß das beständige Morgenopfer in der vierten Stunde dargebracht wurde27Also: bis einschließlich; hier wird auch die Ansicht RJ.s vertreten..", "Schließe hieraus: ‘bis’ einschließlich. Schließe hieraus.", "R. Kahana sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda, weil wir mit ihm übereinstimmend in der Beḥirta28Auserwählte; Benennung des Traktates E͑dijoth; in diesem Tr. sind die Zeugnisse über tradition. Lehren gesammelt.gelernt haben.", "«Und daß das beständige Morgenopfer in der vierten Stunde dargebracht wurde». Wer ist der Autor der folgenden Lehre:29Ex. 16,21.Und als die Sonne wärmend wurde, schmolz es; in der vierten Stunde.", "Du sagst in der vierten, vielleicht ist dem nicht so, sondern in der sechsten!? Wenn es heißt:30Gen. 18,1.als der Tag warm war, geschah es in der sechsten Stunde, hier aber heißt es: als die Sonne wärmend wurde, schmolz es, in der vierten Stunde. Wer: weder R. Jehuda noch die Rabbanan. Nach R. Jehuda gehört [die Zeit] bis zur vierten Stunde zum Morgen und nach den Rabbanan gehört auch [die Zeit] bis Mittag zum Morgen!? —", "Wenn du willst, sage ich: R. Jehuda, wenn du willst, sage ich: die Rabbanan. Wenn du willst, sage ich: die Rabbanan, denn die Schrift sagt:31Ex. 16,21.Morgen für Morgen, teile ihn also in zwei Morgen32Der angezog. Vers bezieht sich auf die erste Hälfte, sie sammelten bis zur 3. Stunde.. Wenn du willst, sage ich: R. Jehuda, denn das überflüssige Wort ‘Morgen’ deutet darauf, daß es eine Stunde früher geschah. — Alle erklären übereinstimmend: als die Sonne wärmend wurde, schmolz es, in der vierten Stunde;", "wieso ist dies erwiesen? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Es heißt: als die Sonne wärmend wurde, schmolz es, und die vierte Stunde ist die Zeit, in der die Sonne warm, der Schatten aber kühl ist.", "DAS VESPERGEBET [HAT ZEIT] BIS ZUM ABEND &C. R. Ḥisda sprach zu R. Jiçḥaq: Dort33Beim Morgengebet.sagte R. Kahana, die Halakha sei wie R. Jehuda, weil wir mit ihm übereinstimmend in der Beḥirta gelernt haben; wie ist es hier? Er schwieg und erwiderte ihm nichts. Da sprach R. Ḥisda: Dies wollen wir sehen. Rabh verrichtete das Šabbathgebet am Šabbathvorabend, als es noch Tag war; demnach ist die Halakha wie R. Jehuda34Sofort nach der Vesperhälfte beginnt die Zeit für das Abendgebet.. — Im Gegenteil, R. Hona und die Rabbanan verrichten das Gebet nicht vor Abend, demnach ist die Halakha nicht wie R. Jehuda!? —", "Da nun die Halakha weder wie dieser noch wie jener entschieden wurde, so hat, wer nach diesem handelt, recht getan, und wer nach jenem handelt, recht getan.", "Rabh trat einst bei Geniba ein und verrichtete das Šabbathgebet am Šabbathvorabend; R. Jirmeja b. Abba stand hinter Rabh und verrichtete ebenfalls das Gebet, und als Rabh geendet hatte, unterbrach er R. Jirmeja35Durch Vorübergehen.nicht. Hieraus ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß man das Šabbathgebet schon am Šabbathvorabend verrichte; es ist zu entnehmen, daß ein Schüler hinter seinem Lehrer bete; und es ist zu entnehmen, daß man vor dem Betenden nicht vorübergehen darf.", "Dies ist eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, es sei verboten, vor dem Betenden vorüberzugehen. — Dem ist ja aber nicht so, R. Ami und R. Asi gingen ja wohl vorüber!? — R. Ami und R. Asi gingen außerhalb [der] vier Ellen vorüber. —", "Wieso tat dies R. Jirmeja, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, daß man weder" ], [ "vor seinem Lehrer noch hinter seinem Lehrer bete!?", "Ferner wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wer hinter seinem Lehrer betet, wer seinen Lehrer grüßt36Mit gewöhnlichem Gruß, ohne die Anrede ‘mein Lehrer’; vgl. jedoch Jeruš. Šeq. 2,7., wer seinem Lehrer den Gruß erwidert, wer gegen die Schule seines Lehrers Streit führt, und wer etwas sagt, was er aus dem Munde seines Lehrers nicht gehört, der verursacht, daß die Göttlichkeit von Jisraél weiche. —", "Anders verhielt es sich bei R. Jirmeja b. Abba, er war Schüler und Genösse [Rabhs]. Deshalb sagte auch R. Jirmeja b. Abba zu Rabh: Hast d u schon aufgehört37Ob er schon den Šabbath eingeweiht und die Arbeit niedergelegt hat.? Und dieser erwiderte: Jawohl, ich habe schon aufgehört. Er sagte nicht: Hat der Meister schon aufgehört. —", "Aber mußte er denn aufgehört haben, R. Abin erzählte ja, daß Rabbi einst das Sahbathgebet am Šabbathvorabend verrichtete, dann ins Bad ging, herauskam und (uns) den Abschnitt lehrte; es war aber noch38Deshalb badete er, obgleich dies am Šabbath verboten ist.nicht dunkel!? Raba erwiderte: Er ging nur schwitzen, und zwar dies vor der Anordnung39Daß man am Šabbath nicht bade; cf. Sah. 40a.. —", "Dem ist ja nicht so, Abajje erlaubte ja dem R. Dimi b. Levaj, Körbe zu beschwefeln40Am Šabbathvorabend, nachdem er schon das Šabbathgebet verrichtet hatte.!? —", "Da war es ein Irrtum41Er wollte gar nicht die Šabbathfeier früher beginnen, vielmehr war es ein wolkiger Tag, u. er glaubte, es sei schon dunkel.. —", "Wiederholt man denn eines Irrtums wegen, Abidan erzählte ja folgendes: Einst überzog sich der Himmel mit Wolken, und da das Volk glaubte, es sei schon finster, trat es in das Bethaus und verrichtete am Šabbath das Gebet des Šabbathausganges. Als später die Wolken sich teilten, und die Sonne hervorleuchtete,", "kamen sie zu Rabbi und befragten ihn. Er erwiderte: Da sie schon gebetet, so haben sie ihr Gebet verrichtet!? — Anders ist es bei einer Gemeinschaft, die wir nicht belästigen.", "R. Ḥija b. Abin sagte: Rabh verrichtete das Šabbathgebet am Šabbathvorabend; R. Jošija verrichtete das Gebet des Šabbathausgangs am Šabbath. «Rabh verrichtete das Šabbathgebet am Šabbathvorabend. » Spricht man auch42Nach dem Gebete.den Weihsegen über den Becher oder spricht man den Weihsegen über den Becher nicht? — Komm und höre: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls, man verrichte das Šabbathgebet am Šabbathvorabend und spreche auch den Weihsegen über den Becher. Die Halakha ist wie er. —", "«R. Jošija verrichtete das Gebet des Šabbathausgangs am Šabbath.» Spricht man auch42Nach dem Gebete.den Unterscheidungssegen über den Becher, oder spricht man den Unterscheidungssegen über den Becher nicht? — Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, man verrichte das Gebet des Šabbathausgangs am Šabbath und spreche auch den Unterscheidungssegen über den Becher.", "R. Zera sagte im Namen R. Asis im Namen R. Elea͑zars im Namen R. Ḥaninas im Namen Rabhs: Neben dieser Säule verrichtete R. Jišma͑él b. R. Jose das Šabbathgebet am Šabbathvorabend.", "Als U͑la kam, sagte er: Es war neben einer Palme, nicht neben einer Säule, ferner war es nicht R. Jišma͑el b. R. Jose, sondern R. Elea͑zar b. R. Jose, auch war es nicht das Šabbathgebet am Šabbathvorabend, sondern das Gebet des Šabbathausgangs am Šabbath.", "DAS ABENDGEBET HAT KEINE FESTGESETZTE ZEIT. Was heißt: keine festgesetzte Zeit: wollte man sagen, wenn man will, bete man die ganze Nacht, so sollte er ja lehren, das Abendgebet habe Zeit die ganze Nacht!? —", "Vielmehr, hat keine festgesetzte Zeit, dies nach demjenigen, welcher sagt, das Abendgebet sei Freigestelltes. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls: Das Abendgebet ist, wie R. Gamliél sagt, Pflicht, und wie R. Jehošua͑ sagt, Freigestelltes. Die Halakha ist wie derjenige, welcher Pflicht sagt; Rabh sagt, die Halakha sei wie derjenige, welcher Freigestelltes sagt.", "Die Rabbanan lehrten: Einst trat ein Jünger vor R. Jehošua͑ und fragte ihn: Ist das Abendgebet Freigestelltes oder Pflicht? Er erwiderte: Freigestelltes.", "Hierauf kam er vor R. Gamliél und fragte ihn: Ist das Abendgebet Freigestelltes oder Pflicht? Er erwiderte: Pflicht. — R. Jehošua͑ sagte mir ja aber: Freigestelltes!? Dieser erwiderte: Warte, bis die Schildträger43Od. Bepanzerten, dh. die Gelehrten.in das Lehrhaus kommen.", "Als die Schildträger kamen, stellte der Fragesteller sich hin und fragte: Ist das Abendgebet Freigestelltes oder Pflicht? R. Gamliél antwortete: Pflicht. Dann sprach R. Gamliél zu den Weisen: Gibt es jemand, der dies bestreitet? R. Jehošua͑ erwiderte: Nein. Jener sprach: Man sagte mir ja in deinem Namen, es sei Freigestelltes!", "Hierauf sprach er: Jehošua͑, steh auf (auf deine Füße), damit man gegen dich zeuge. Da stand R. Jehošua͑ auf (auf seine Füße) und sprach: Wäre ich lebendig und er tot, so könnte der Lebende den Toten der Lüge zeihen, nun aber, da ich lebe, und er ebenfalls lebt, wie kann der Lebende den Lebenden der Lüge zeihen!?", "R. Gamliél saß und trug vor, während R. Jehošua͑ auf seinen Füßen stand, bis das Volk zu murren begann und dem Dolmetsch44Der den Vortrag des Gelehrten dem Publikum übermittelte; vgl. auch Amora.Ḥuçpith zurief: Halt ein. Da hielt er inne.", "[Das Volk] sprach: Wie lange noch wird er fortfahren, ihn zu quälen!? Wegen des Neujahres quälte er ihn im Vorjahre45Cf. Rh. 25a., wegen der Erstgeburt beim Ereignis46Cf. Brk. 36a. mit R. Çadoq quälte er ihn, und jetzt quält er ihn wieder; auf, wir setzen ihn47Von seinem Amte als Oberhaupt.ab. —", "Wen aber setzen wir nun ein? Setzen wir R. Jehošua͑ ein, so ist er es ja, wegen dessen es geschehen, setzen wir R. A͑qiba ein, so kann er über ihn Strafe heraufbeschwören, da er keine Ahnenverdienste hat;", "setzen wir nun R. Elea͑zar b. A͑zarja ein, denn er ist weise, er ist reich und er ist das zehnte Glied E͑zras. Er ist weise, und wenn man an ihn eine Frage richtet, beantwortet er sie. Er ist reich, und wenn es nötig wird, im kaiserlichen Hofe zu dienen, kann er hingehen und dienen. Er ist das zehnte Glied E͑zras, er hat auch Ahnenverdienste, und jener kann über ihn keine Strafe heraufbeschwören. Alsdann kamen sie zu ihm und sprachen: Ist es dem Meister gefällig, Oberhaupt des Kollegiums zu werden? Er erwiderte ihnen: Ich will gehen und mich mit meinen Hausleuten beraten. Als er darauf ging und sich mit seiner Frau beriet, sprach sie zu ihm:" ], [ "Man könnte dich absetzen. Er erwiderte: Man erhöht beim Heiligen und erniedrigt nicht. — Er könnte Strafe über dich heraufbeschwören. Er erwiderte: Einen Tag einen kostbaren Becher, und sollte er auch morgen zerbrechen. — Du hast noch kein weißes [Haar]. An jenem Tage war er achtzehn Jahre alt, da geschah ihm ein Wunder, und er bekam achtzehn Reihen weißes [Haar], Daher sagte48Oben Fol. 12b.R. Elea͑zar b. A͑zarja: Ich bin bereits wie ein Siebzigjähriger, er sagte aber nicht: ein Siebzigjähriger.", "Es wird gelehrt: An jenem Tage schaffte man den Türwärter ab, und den Schülern wurde die Erlaubnis zum Eintreten erteilt. R. Gamliél pflegte nämlich ausrufen und sagen zu lassen: Kein Schüler, dessen Inneres seinem Äußeren nicht entspricht, trete in das Lehrhaus ein.", "An jenem Tage kamen viele Bänke hinzu. R. Joḥanan sagte: Hierüber streiten Abba Joseph b. Dostaj und die Rabbanan; nach einer Ansicht kamen vierhundert Bänke hinzu, nach der anderen Ansicht kamen siebenhundert Bänke hinzu. Da ward R. Gamliél entmutigt und sprach: Vielleicht habe ich, behüte und bewahre, Jisraél die Tora vorenthalten. Da zeigte man ihm im Traume weiße Töpfe voll Asche. Dies ist aber bedeutungslos, denn man zeigte sie ihm nur zu seiner Beruhigung.", "Es wird gelehrt: E͑dijoth49Cf. Ber. IV. Anm. 28.wurde an jenem Tage gelehrt; und überall, wo es ‘an jenem Tage’ heißt, ist dieser Tag gemeint. Es blieb keine schwebende Halakha im Lehrhause, die damals nicht entschieden wurde. Auch R. Gamliél selbst mied das Lehrhaus nicht,", "denn wir haben gelernt: An jenem Tage kam Jehuda, ein a͑mmonitischer Proselyt, zu ihnen ins Lehrhaus und fragte: Darf ich in die Gemeinde aufgenommen werden?", "R. Gamliél erwiderte ihm: Du darfst in die Gemeinde nicht aufgenommen werden. R. Jehošua͑ aber erwiderte ihm: Wohl darfst du in die Gemeinde aufgenommen werden. R. Gamliél sprach zu ihm: Lange schon heißt es:50Dt. 23,4.A͑mmoniter und Moábiter sollen in die Gemeinde des Herrn nicht kommen. R. Jehošua͑ erwiderte ihm: Weilen denn A͑mmon und Moáb noch an ihrem Orte!? Lange schon kam Sanḥerib, König von Assyrien, und vermischte alle Völker, denn es heißt:51Jes. 10,13.ich habe die Grenzen der Völker entfernt und ihre Vorräte geraubt, ich ließ die Macht der Bewohner sinken, und wer ausscheidet, scheidet aus der Mehrheit aus.", "R. Gamliél sprach zu ihm: Lange schon heißt es ja aber:52Jer. 49,6.und nachher führe ich die Gefangenschaft der Kinder A͑mmon zurück, spricht der Herr, sie sind also zurückgekehrt.", "R. Jehošua͑ erwiderte: Lange schon heißt es ja auch:53Am. 9,14(?).ich führe die Gefangenschaft meines Volkes Jisraél zurück, und sie sind noch nicht zurückgekehrt! Hierauf erlaubten sie, ihn in die Gemeinde aufzunehmen.", "Da sprach R. Gamliél: Wenn dem so ist, so will ich gehen und R. Jehošua͑ um Verzeihung bitten. Als er in sein Haus kam und sah, daß die Wände seines Hauses schwarz waren, sprach er zu ihm: An den Wänden deines Hauses ist es zu erkennen, daß du Köhler54Selt. Schmied; wie aus der Parallelstelle im jerus. Talmud zu ersehen, ist hier diese Übersetzung wahrscheinlicher.bist. Dieser entgegnete: Wehe dem Zeitalter, dessen Vorsteher du bist; du kennst die Qual der Schriftgelehrten nicht, wie sie ihren Erwerb herbeischaffen, und womit sie sich ernähren.", "Jener erwiderte: Ich ergebe mich dir, verzeihe mir! Dieser aber beachtete ihn nicht. — So tue dies wegen der Ehre meiner Ahnen. Da ließ er sich besänftigen.", "Alsdann sprachen sie: Wer soll gehen und dies den Rabbanan mitteilen? Da sprach ein Wäscher55Die כוםין werd. im T. oft erwähnt, auch wird (Bb. 134a) von משלות כובםין Wäscherfabeln gesprochen; wahrscheinl. eine Sekte od. Klasse.zu ihnen: Ich will gehen. Hierauf ließ R. Jehošua͑ im Lehrhause verkünden: Wer den Mantel56Wohl die Amtsrobe des Fürsten.trug, trage den Mantel auch fernerhin. Soll denn der, der den Mantel nicht trug, zu dem, der den Mantel trug, sagen: Schicke mir den Mantel, ich will ihn anziehen!? Darauf sprach R. A͑qiba zu den Rabbanan: Schließet die Türen, damit nicht die Diener R. Gamliéls kommen und die Rabbanan quälen.", "Sodann sprach R. Jehošua͑: Es ist besser, ich mache mich auf und gehe selbst zu ihnen. Er ging hin, klopfte an die Tür und sprach: Ein Sprengender57Priester, der im Tempel das Wasser sprengt; Anspielung auf RG., dessen Vorfahren ebenfalls Fürsten waren., Sohn eines Sprengenden, soll auch fernerhin sprengen; soll denn der, der weder selbst Sprengender noch Sohn eines Sprengenden ist, zum Sprengenden, dem Sohne eines Sprengenden, sagen: Dein Wasser ist Spülwasser58Kein echtes Sprengwasser., und deine Asche ist Herdasche59Nicht von der roten Kuh; vgl. Num. Kap. 19.!? Auch R. A͑qiba sprach zu ihm: R. Jehošua͑, du hast dich besänftigen lassen; wir haben es nur deiner Ehre wegen getan; morgen machen wir uns auf, ich und du, und gehen an seine Tür.", "Alsdann sprachen sie: Was machen wir nun; setzen wir jenen ab, so ist es ja überliefert, daß man beim Heiligen erhöhe und nicht erniedrige; trägt der eine an einem Šabbath und der andere am zweiten Šabbath vor, so könnte er neidisch sein; vielmehr, mag R. Gamliél drei Šabbathe und R. Elea͑zar b. A͑zarja einen Šabbath den Vortrag halten. Das ist es, was der Meister sagte: Wessen Šabbath war es? — es war des R. Elea͑zar b. A͑zarja. Jener Schüler60Der an beide die Frage hinsichtlich des Abendgebetes richtete.war R. Šimo͑n b. Joḥaj.", "DAS ZUSATZGEBET [HAT ZEIT] DEN GANZEN TAG. R. Joḥanan sagte: Er heißt jedoch Frevler.", "Die Rabbanan lehrten: Wer zwei Gebete zu verrichten hat, das Vespergebet und das Zusatzgebet, verrichte das Vespergebet und nachher das Zusatzgebet, denn jenes ist ein ständiges, dieses aber kein ständiges; R. Jehuda sagt, er verrichte das Zusatz- und nachher das Vespergebet, denn jenes ist ein versäumbares, dieses aber kein versäumbares. R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist, er verrichte das Vespergebet und nachher das Zusatzgebet.", "Wenn R. Zera von seinem Studium müde war, pflegte er hinzugehen und sich vor der Tür der Schule des R. Nathan b. Ṭobi zu setzen; er sagte nämlich, wenn die Rabbanan vorüberziehen, werde ich vor ihnen aufstehen und dafür Belohnung erhalten. Als R. Nathan b. Ṭobi herauskam, fragte er ihn: Wer lehrte die Halakha im Lehrhause? Dieser erwiderte: R. Joḥanan lehrte folgendes: die Halakha ist nicht wie R. Jehuda, welcher lehrt, man bete das Zusatzgebet und nachher das Vespergebet.", "Jener fragte: Hat dies R. Joḥanan gesagt? Dieser erwiderte: Jawohl. Ich lernte es von ihm vierzigmal. Alsdann fragte er: Ist es dir einzig oder ist es dir neu61Dh, hast du diese einzige Lehre vom RJ., oder ist es dir neu, daß er deren Autor ist. Der Gleichklang der Worte ‘einzig’ und ‘neu’, läßt sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.? Dieser erwiderte: Es ist mir neu, denn ich war im Zweifel, ob sie nicht von R. Jehošua͑ b. Levi ist.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Über den, der das Zusatzgebet nach sieben Stunden, nach R. Jehuda, betet, spricht die Schrift:62Zeph. 3,18.die Betrübten [nuge] wegen der Feste sammle ich, denn von dir waren sie. Wieso ist es erwiesen, daß nuge zerbrechen bedeute? — So übersetzte R. Joseph: Ein Zusammenbruch komme über die Feinde des Hauses Jisraél, weil sie die Festtage63An denen die Zusatzgebete verrichtet werden.in Jerušalem versäumten.", "R. Elea͑zar sagte: Über den, der das Morgengebet nach vier Stunden, nach R. Jehuda, verrichtet, spricht die Schrift: die Betrübten wegen der Feste, sammle ich, denn von dir [waren sie]. Wieso ist es erwiesen, daß nuge betrübt bedeute? — Es heißt:64Ps. 119,28.meine Seele zerfließt vor Trübsal [tuga]. R. Naḥman b. Jiçḥaq entnimmt dies aus folgendem:65Thr. 1,4,ihre Jungfrauen sind betrübt [nugoth], und ihr ist bitter." ], [ "R. Ivja war krank und kam nicht zum Vortrage R. Josephs. Als er am folgenden Tage kam, fragte ihn Abajje, weil er R. Joseph besänftigen wollte: Weshalb kam der Meister nicht zur Vorlesung? Dieser erwiderte: Ich fühlte mich schwach und konnte nicht. Jener sprach: Warum hast du nicht etwas genossen und bist gekommen? Dieser erwiderte: Hält denn der Meister nichts von der Lehre R. Honas? R. Hona sagte nämlich, man dürfe nichts genießen, bevor man das Zusatzgebet verrichtet hat! Jener sprach: Der Meister konnte ja das Zusatzgebet als Einzelner verrichten, etwas genießen und dann kommen. Dieser entgegnete: Hält denn der Meister nichts von der Lehre R. Joḥanans, daß es nämlich verboten sei, das Gebet früher zu verrichten, als die Gemeinde es verrichtet!? Jener erwiderte: Ist etwa hierzu nicht gelehrt worden, R. Abba sagte, sie lehrten es [von dem Falle], wenn man mit der Gemeinde ist!?", "Die Halakha ist weder wie R. Hona noch wie R. Jehošua͑ b. Levi. Wie R. Hona bezüglich des eben Gesagten; wie R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, sobald die Zeit des Vespergebetes herangereicht ist, dürfe man nichts genießen, bevor man das Vespergebet verrichtet hat.", "ii R. NEḤUNJA B. HAQANA PFLEGTE BEI SEINEM EINTRETEN IN DAS LEHRHAUS UND BEI SEINEM HERAUSGEHEN EIN KURZES GEBET ZU VERRICHTEN. SIE FRAGTEN IHN: WELCHE BEWANDTNIS HAT ES MIT DIESEM GEBETE? ER ERWIDERTE IHNEN: BEI MEINEM EINTRETEN BETE ICH, DASS SICH DURCH MICH KEIN ANSTOSS EREIGNE, BEI MEINEM HERAUSGEHEN STATTE ICH DANK AB FÜR MEIN LOS.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Was spreche man bei seinem Eintreten? — Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß sich durch mich kein Anstoß ereigne, daß ich in einer Halakha nicht irre, und daß meine Genossen sich meiner freuen; daß ich über das Unreine nicht rein sage, noch über das Reine unrein, daß nicht meine Genossen durch mich in einer Halakha irren, und daß ich mich ihrer freue.", "Was spricht er bei seinem Herausgehen? — Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du meinen Anteil unter den Bewohnern des Lehrhauses beschieden hast, und nicht hast meinen Anteil unter den Eckensitzern66Dh. Müßiggänger; manche erklären קרנות vom lat. corona, Versammlung, Gesellschaftler, Müßiggänger.beschieden. Ich stehe früh auf, und jene stehen früh auf: ich stehe früh auf zu Dingen der Tora, jene stehen früh auf zu eitlen Dingen; ich mühe mich ab, und jene mühen sich ab: ich mühe mich ab und erhalte Belohnung, jene mühen sich ab und erhalten keine Belohnung; ich laufe, und jene laufen: ich laufe zum Leben der zukünftigen Welt, jene laufen zur Grube des Verderbens.", "Die Rabbanan lehrten: Als R. Elie͑zer erkrankte, traten seine Schüler ein, ihn zu besuchen. Sie sprachen zu ihm: Meister, lehre uns die Wege des Lebens, damit wir durch sie zum Leben der zukünftigen Welt gelangen.", "Er erwiderte ihnen: Seid behutsam mit der Ehre euerer Genossen; haltet euere Kinder vom Nachsinnen67Wie manche erklären, die Kinder nicht dem eigenen Nachdenken überlassen. Im Neuhebräischen, wahrscheinlich auch hier, bezeichnet הגיון das philosophische Denken.zurück und setzet sie in den Schoß der Schriftgelehrten; und wenn ihr das Gebet verrichtet, wisset, vor wem ihr stehet. Dadurch werdet ihr zum Leben der zukünftigen Welt gelangen.", "Und als R. Joḥanan b. Zakkaj erkrankte, traten seine Schüler ein, ihn zu besuchen. Als er sie sah, begann er zu weinen. Seine Schüler sprachen zu ihm: Leuchte Jisraéls, rechte Säule, mächtiger Hammer, warum weinst du?", "Er erwiderte ihnen: Wenn man mich vor einen König aus Fleisch und Blut führte, der heute hier und morgen im Grabe ist, dessen Zorn, wenn er über mich zürnt, kein ewiger Zorn ist, dessen Fessel, wenn er mich fesselt, keine ewige Fessel ist, dessen Töten, wenn er mich tötet, kein ewiges Töten ist, den ich auch mit Worten besänftigen und mit Geld bestechen kann, würde ich dennoch weinen; jetzt, da man mich vor den König der Könige, den Heiligen, gepriesen sei er, führt, der in alle Ewigkeit lebt und besteht, dessen Zorn, wenn er über mich zürnt, ein ewiger Zorn ist, dessen Fessel, wenn er mich fesselt, eine ewige Fessel ist, dessen Töten, wenn er mich tötet, ein ewiges Töten ist, den ich mit Worten nicht besänftigen und mit Geld nicht bestechen kann, und außerdem auch zwei Wege vor mir sind, einer zum Paradiese, und einer zum Fegefeuer, und ich nicht weiß, welchen von ihnen man mich führen wird, soll ich da nicht weinen!?", "Sie sprachen zu ihm: Meister, segne uns! Er erwiderte ihnen: Möge es sein Wille sein, daß die Furcht vor dem Himmel in euch so sei, wie die Furcht vor [einem Menschen aus] Fleisch und Blut. Seine Schüler sprachen zu ihm: Nur so weit!? Er erwiderte ihnen: O, wenn dem doch so wäre! Merket, wenn der Mensch eine Sünde begeht, spricht er: daß mich doch niemand sehe!", "Bei seinem Hinscheiden sprach er zu ihnen: Räumet die Hausgeräte fort, wegen der Verunreinigung68Durch den Toten., und bereitet einen Stuhl für Ḥizqijahu, den König Jehudas, der da kommt.", "iii R. GAMLIÉL SAGT, MAN BETE JEDEN TAG DAS ACHTZEHNGEBET; R. JEHOŠUA͑ SAGT, DEN AUSZUG DES ACHTZEHNGEBETES; R. A͑QIBA SAGT, IST EINEM DAS GEBET IM MUNDE GELÄUFIG, SO BETE ER DAS ACHTZEHNGEBET, WENN NICHT, SO BETE ER DEN AUSZUG DES ACHTZEHNGEBETES.", "R. ELIE͑ZER SAGTE: WER SEIN GEBET ALS ETWAS OBLIGATORISCHES BETRACHTET, DESSEN GEBET IST KEIN FLEHEN.", "R. JEHOŠUA͑ SAGTE: WER AN EINEM ORTE DER GEFAHR GEHT, BETE EIN KURZES GEBET, ER SPRECHE: HILF, O HERR, DEINEM VOLKE, DEM ÜBERRESTE JISRAÉLS; MÖGEN IHRE BEDÜRFNISSE AUF ALLEN SCHEIDEWEGEN DIR GEGENWÄRTIG SEIN. GEPRIESEN SEIST DU, O HERR, DER DU DAS GEBET ERHÖREST.", "v WER AUF EINEM ESEL REITET, STEIGE AB UND BETE; KANN ER NICHT ABSTEIGEN, SO WENDE ER SEIN GESICHT [GEN JERUŠALEM]; KANN ER SEIN GESICHT NICHT WENDEN, SO RICHTE ER SEINEN SINN AUF DAS ALLERHEILIGENHAUS. vi WER ZU SCHIFF ODER AUF EINEM FLOSSE69Nach Maimonides Boot.REIST, RICHTE SEINEN SINN AUF DAS ALLERHEILIGENHAUS.", "GEMARA. Wem entsprechen diese achtzehn [Segenssprüche]?", "R. Hillel, Sohn des R. Šemuél b. Naḥmani, erwiderte: Entsprechend den achtzehn Nennungen [des Gottesnamens], die David im [Psalm:] 70Beginn des 29. Psalms.Gebet dem Herrn, ihr Göttersöhne, erwähnt hat. R. Joseph erwiderte: Entsprechend den achtzehn Nennungen im Šema͑. R. Tanḥum sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Entsprechend den achtzehn71Vgl. Ahiluth 1,8.Wirbeln des Rückgrates.", "Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer betet, muß sich bücken, bis alle Wirbel des Rückgrates erschüttert werden.", "U͑la sagte: Bis die Falte vor seinem Herzen zu sehen ist. R. Ḥanina sagte: Sobald man nur mit dem Haupte genickt, sei nichts mehr nötig. Raba bemerkte: Dies nur, wenn man sich Mühe gibt und es den Anschein hat, als bücke man sich.", "Wieso achtzehn [Gebete], es sind ja neunzehn!?", "R. Levi antwortete: Den Minäersegen hat man [später] in Jabne angeordnet. — Wem entsprechend hat man ihn72Nach der obigen Erklärung entsprechen die 18 Segenssprüche den 18 Nennungen des Gottesnamens im genannten Psalm.angeordnet?", "R. Levi, Sohn des R. Šemuél b. Naḥmani, erwiderte: Nach R. Hillel, entsprechend [dem Verse]:73Ps. 29,3; diese Benennung gehört ebenfalls zu den Erwähnungen des Gottesnamens.Der Gott der Ehre läßt donnern, nach R. Joseph, entsprechend dem [Worte] einzig74Im 1. Vers des Šema͑.im Šema͑, und nach R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, entsprechend dem kleinen Wirbel im Rückgrat.", "Die Rabbanan lehrten: Šimo͑n der Flachsmann ordnete vor R. Gamliél in Jabne die achtzehn Segenssprüche in ihrer Reihenfolge. Da sprach R. Gamliél zu den Weisen: Gibt es jemand, der einen Segensspruch gegen die Minäer abzufassen weiß? Hierauf stand Šemuél der Kleine auf und faßte ihn ab.", "Im folgenden Jahre vergaß er ihn" ], [ "und dachte zwei, drei Stunden über ihn nach; man hieß ihn aber nicht abtreten75Wörtl. heraufsteigen, weil der Vorbeter in einer Vertiefung steht.. —", "Wieso hieß man ihn nicht abtreten, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn er bei einem aller anderen Segenssprüche sich geirrt hat, man ihn nicht wiederholen lasse, wenn aber beim Minäersegen, man ihn wiederholen lasse, weil wir befürchten, er sei Minäer!? —", "Anders war es bei Šemuél dem Kleinen, denn er selbst hat ihn ja abgefaßt. —", "Man sollte ja aber befürchten, er sei übergetreten!? Abajje erwiderte: Es ist überliefert, der Gute werde nicht schlecht. —", "Etwa nicht, es heißt ja:76Ez. 18,24.wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit zurücktritt und Unrecht tut!? — Dies bezieht sich auf einen, der früher Frevler war, nicht aber auf einen, der früher Gerechter war. —", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt: Traue dir selbst nicht bis an deinen Sterbetag, denn Joḥanan der Hochpriester war achtzig Jahre Hochpriester und zuletzt wurde er Saduzäer!?", "Hierzu sagte Abajje, Jannaj77Der berüchtigte König Alexander Janäus, der nach einem talmudischen Bericht (Qid. 66a) die Schriftgelehrten hinmorden ließ.sei identisch mit Joḥanan, und Raba sagte, Jannaj und Joḥanan seien verschiedene [Personen], Jannaj war früher ein Frevler, und Joḥanan war früher ein Gerechter. Richtig ist dies nach Abajje, nach Raba aber ist dies ja ein Einwand!? —", "Raba kann dir erwidern: auch bei einem Gerechten von früher her befürchte man, er könnte zurückgetreten sein. — Wieso ließ man ihn demnach nicht abtreten!? —", "Anders war es bei Šemuél dem Kleinen, er hätte [den Segen] begonnen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, manche sagen, des R. Jehošua͑ b. Levi: Dies lehrten sie nur [von dem Falle], wenn er ihn nicht begonnen, hat er ihn aber begonnen, beende er ihn.", "Wem entsprechen die sieben [Segenssprüche] am Šabbath? R. Ḥalaphta b. Šaúl erwiderte: Entsprechend den sieben ‘Stimmen’, welche David über das Wasser78Im 29. Psalm.gesprochen hat. —", "Wem entsprechen die neun am Neujahr? R. Jiçḥaq aus Karthagene erwiderte: Entsprechend den neun Nennungen [des Gottesnamens], die Ḥanna in ihrem Gebete erwähnte. Der Meister sagte nämlich: Am Neujahrsfeste wurden Sara, Raḥel und Ḥanna bedacht. —", "Wem entsprechen die vierundzwanzig am Fasttage? R. Helbo erwiderte: Entsprechend den vierundzwanzig Lobgesängen, die Selomo sagte, als er die Bundeslade in das Allerheiligenhaus brachte. — Demnach sollte man sie täglich sprechen!? (Man erwiderte:) Šelomo sagte sie an einem Tage des Flehens, daher lesen auch wir sie nur an einem Tage des Flehens.", "R. GAMLIÉL SAGT, MAN BETE JEDEN TAG DAS ACHTZEHNGEBET &C. Was heißt ‘Auszug des Achtzehngebetes’? — Rabh sagt, etwas aus jedem Segensspruche79Beginn und Schluß eines jeden Segensspruches., und Šemuél sagt folgendes: Mache uns verständig, o Herr, unser Gott, deine Wege zu erkennen. Beschneide unser Herz, dich zu, fürchten. Vergib uns, daß wir erlöst werden. Halte uns von (unseren) Schmerzen fern. Sättige uns auf den Auen deines Landes. Unsere Zerstreuung sammle aus den vier [Weltenden]. Irrende lasse nach deinem Sinne richten. Über die Frevler erhebe deine Hand. Die Gerechten mögen sich erfreuen an dem Aufbau deiner Stadt, an der Herstellung deines Tempels, an dem Erblühen des Glanzes deines Knechtes David und an der Aufrichtung einer Leuchte für den Sohn Jišajs, deines Gesalbten. Ehe wir noch rufen, antworte du. Gepriesen seist du, o Herr, der das Gebet erhört80In diesem Gebete ist auszüglich das ganze Achtzehngebet mit Ausnahme der 3 ersten u. 3 letzten enthalten..", "Abajje fluchte über den, der ‘Mache uns verständig’ betete.", "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Das ganze Jahr hindurch darf man ‘Mache uns verständig’ beten, ausgenommen am Šabbathausgang und am Ausgang der Festtage, weil man in [den Segensspruch] ‘Der Erkenntnis verleiht’ den Unterscheidungssegen einschalten muß.", "Rabba b. Šemuél wandte ein: So lese man den vierten Segensspruch besonders!? Wir haben ja gelernt: R. A͑qiba sagt, man lese ihn als vierten Segensspruch besonders, R. Elie͑zer sagt, im Danksegen. —", "Verfahren wir denn das ganze Jahr nach R. A͑qiba, daß wir es jetzt tun sollten!? Das ganze Jahr verfahren wir nicht nach R. A͑qiba, weil sie achtzehn (angeordnet) und nicht neunzehn angeordnet haben, ebenso haben sie auch hier sieben81Die 3 ersten, 3 letzten u. der genannte Auszugssegen. (angeordnet) und nicht acht angeordnet.", "Mar Zuṭra wandte ein: Schalte man ihn folgendermaßen ein: Mache uns verständig, o Herr, unser Gott, der zwischen Heilig und Gemein unterscheidet!? — Ein Einwand.", "R. Bebaj b. Abajje sagte: Das ganze Jahr hindurch darf man ‘Mache uns verständig’ beten, ausgenommen die Regenzeit82Entspricht unserem Winter., weil man die Bitte in den Segensspruch über das Jahr einschalten muß. Mar Zuṭra wandte ein: Schalte man sie doch folgendermaßen ein: Sättige uns auf den Auen deines Landes, und gib Tau und Regen!? —", "Es könnte entfallen. — Demnach könnte ja auch [die Einschaltung des] Unterscheidungssegens in ‘Der Erkenntnis verleiht’ entfallen!? —", "Ich will dir sagen: dort, wo beim Beginn des Gebetes eingeschaltet wird, entfällt es nicht, hier aber, wo in der Mitte des Gebetes eingeschaltet wird, entfällt es.", "R. Aši wandte ein: Schalte man sie in ‘Der das Gebet erhört’ ein!? R. Tanḥum sagte ja im Namen R. Asis: Wer sich geirrt und nicht des Regens im Auferstehungssegen erwähnt hat, den läßt man wiederholen; wenn die Bitte im Segen über das Jahr, so läßt man ihn nicht wiederholen, weil er sie in ‘Der das Gebet erhört’ einschalten kann; wenn den Unterscheidungssegen in ‘Der Erkenntnis verleiht’, so läßt man ihn nicht wiederholen, weil er ihn über den Becher83Siehe Anm. zu IV,12.sprechen kann. — Anders ist es, wenn man sich geirrt hat.", "Der Text. R. Tanḥum sagte im Namen R. Asis: Wer sich geirrt und nicht des Regens im Auferstehungssegen erwähnt hat, den läßt man wiederholen; wenn die Bitte im Segen über das Jahr, so läßt man ihn nicht wiederholen, weil er sie in ‘Der das Gebet erhört’ einschalten kann; wenn den Unterscheidungssegen in ‘Der Erkenntnis verleiht’, so läßt man ihn nicht wiederholen, weil er ihn über den Becher sprechen kann.", "Man wandte ein: Wer sich geirrt und nicht des Regens im Auferstehungssegen erwähnt hat, den läßt man wiederholen; wenn die Bitte im Segensspruche über das Jahr, so läßt man ihn wiederholen; wenn den Unterscheidungssegen in ‘Der Erkenntnis verleiht’, so läßt man ihn nicht wiederholen, weil er ihn über den Becher sprechen kann. —", "Das ist kein Einwand; das eine bei einem Einzelnen, das andere bei der Gemeinde. —", "Bei der Gemeinde wohl deshalb nicht, weil man sie vom Vorbeter hört; weshalb begründet er: weil er sie in ‘Der das Gebet erhört’ einschalten kann, er sollte ja begründen, weil er sie vom Vorbeter hört!? —", "Vielmehr, beide handeln von einem Einzelnen, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn er sich vor ‘Der das Gebet erhört’ erinnert," ], [ "das andere, wenn er sich nach ‘Der das Gebet erhört’ erinnert.", "R. Tanḥum sagte im Namen R. Asis im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer sich geirrt und des Neumondes nicht im Tempeldienstsegen84Der 16. Segensspruch des Achtzehngebetes.erwähnt, aber sich dessen im Danksegen erinnert hat, beginne wieder mit dem Tempeldienstsegen; wenn in ‘Verleihe Frieden85Beginn des 18. Segensspruches im Achtzehngebet.’, so beginne er wieder mit dem Tempeldienstsegen; hat er [das Gebet] beendet, so beginne er von vorn.", "R. Papa, Sohn des R. Aḥa b. Ada, sagte: Das, was gesagt wird, hat er beendet, so beginne er von vorn, bezieht sich nur [auf den Fall], wenn er seine Füße bereits fortbewegt86Das Achtzehngebet wird stehend gesprochen; nach Beendigung desselben tritt man 3 Schritte zurück.hat, wenn er aber seine Füße noch nicht fortbewegt hat, beginne er mit dem Tempeldienstsegen.", "Jener sprach zu ihm: Woher hast du dies? Dieser erwiderte: Ich hörte dies von Abba Mari, und Abba Mari von Rabh.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Das, was gesagt wird, hat er seine Füße bereits fortbewegt, so beginne er von vorn, bezieht sich nur [auf den Fall], wenn er nach seinem Gebete keine sonstigen Bitten zu richten pflegt, wenn er aber nach seinem Gebete sonstige Bitten zu richten pflegt, so beginne er mit dem Tempeldienstsegen.", "Manche sagen: R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Das, was gesagt wird, hat er seine Füße noch nicht fortbewegt, so beginne er mit dem Tempeldienstsegen, bezieht sich nur [auf den Fall], wenn er nach seinem Gebete sonstige Bitten zu richten pflegt, wenn er aber nach seinem Gebete keine sonstigen Bitten zu richten pflegt, beginne er von vorn.", "R. ELIE͑ZER SAGT: WER SEIN GEBET ALS ETWAS OBLIGATORISCHES BETRACHTET &C. Was heißt ‘Obligatorisches’? R. Ja͑qob b. Idi erwiderte im Namen R. Oša͑jas: Wenn ihm sein Gebet wie eine Last vorkommt. Die Rabbanan erklärten: Wenn man es nicht flehentlich spricht. Rabba und R. Joseph erklärten beide: Wenn man darin nichts Neues einzuschalten weiß.", "R. Zera sagte: Ich wäre imstande, etwas Neues einzuschalten, fürchte aber, ich könnte mich verirren.", "Abajje b. Abin und R. Ḥanina b. Abin erklärten beide: Wenn man das Gebet nicht bei Sonnenröte87Wenn die Sonne sich beim Aufgange bzw. Untergange grell rötet.verrichtet. R. Ḥija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Es ist Gebot, das Gebet bei Sonnenröte zu verrichten. R. Zera sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:88Ps. 72,5.sie mögen dich mit der Sonne fürchten, auch vor dem Monde, von Geschlecht zu Geschlecht. Im Westen fluchten sie über den, der das [Vesper]gebet hei Sonnenröte verrichtet, weil man die Zeit versäumen kann.", "R. Jehošua͑ SAGT: WER AN EINEM ORTE DER GEFEHR GEHT, BETE EIN KURZES GEBET [&C. AUF ALLEN SCHEIDEWEGEN]. Was heißt ‘Scheidewege’ [i͑bbur]? R. Ḥisda erklärte im Namen Mar U͑qabas: Auch wenn du über sie voll Zorn [e͑bra] bist, wie eine schwangere Frau [u͑bereth], mögen dir ihre Bedürfnisse gegenwärtig sein. Manche sagen: R. Ḥisda erklärte im Namen Mar U͑qabas: Auch wenn sie die Worte der Tora übertreten [o͑brim], mögen dir ihre Bedürfnisse gegenwärtig sein89Diese etymologische Auslegung des Talmud ist Spielerei, auch an sich ist der Satz בכל פרשת העיבור dunkel u. bisher von niemand erklärt (die Erkl. Rappoports, Hamagid 1865 Nr. 27 ist nicht befriedigend). עיבור heißt sonst Kalenderinterkalation; wegen einer solchen Affäre hätte einst RJ., der Verfasser dieser Lehre, viel Verdruß, worüber der Talmud (Rh. Fol. 25a) ausführlich berichtet. Der genannte Satz ist zu übersetzen: die ganze Angelegenheit der Interkalation, und ist nichts weiter als eine ihn selber betreffende Einschaltung..", "Die Rabbanan lehrten: Wer an einem Orte von Tier- und Räuberscharen geht, verrichte ein kurzes Gebet. Welches ist dieses kurze Gebet? R. Elie͑zer sagte: Tue deinen Willen im Himmel droben, und spende hienieden Annehmlichkeit denen, die dich fürchten; und tue, was gefällig ist in deinen Augen. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Gebet erhörest.", "R. Jehošua͑ sagte: Erhöre den Hilferuf deines Volkes Jisraél und erfülle bald ihr Verlangen. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Gebet erhörest.", "R. Elie͑zer b. R. Çadoq sagte: Erhöre den Schrei deines Volkes Jisraél und erfülle bald ihr Verlangen. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Gebet erhörest.", "Andere sagten: Der Bedürfnisse deines Volkes Jisraél sind viel, ihr Wissen aber gering; möge es doch dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du jedem einzelnen genügenden Erwerb und jedem Körper Genüge seiner Bedürfnisse gewährst. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Gebet erhörest.", "R. Hona sagte: Die Halakha ist wie diese anderen.", "Elijahu sprach zu R. Jehuda, Bruder des R. Sala: Zürne nicht, und du wirst nicht sündigen; trinke nicht, und du wirst nicht sündigen; und wenn du dich auf den Weg begibst, berate dich mit deinem Schöpfer und geh hinaus. Was heißt: berate dich mit deinem Schöpfer und geh hinaus? R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Das ist das Reisegebet. Ferner sagte R. Ja͑qob im Namen R. Ḥisdas: Wer sich auf den Weg begibt, verrichte das Reisegebet. —", "Welches ist dieses Reisegebet? — Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich in Frieden führest, daß du mich in Frieden schreiten lassest, daß du mich in Frieden stützest, daß du mich aus der Hand jedes Feindes und jedes Wegelagerers errettest, daß du den Segen in meiner Hände Arbeit sendest, daß du mich Gunst, Gnade und Erbarmen in deinen Augen und in den Augen aller, die mich sehen, finden lassest. Gepriesen seist du, o Herr, der du das Gebet erhörest.", "Abajje sagte: Man verbinde sich stets" ], [ "mit der Gesamtheit. — Wie sage man? — Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß du uns in Frieden führest &c. —", "Wann bete man es? R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Von der Stunde, da man seine Reise antritt. — Wie weit90Darf man gehen, ohne die Zeit des Reisegebetes zu versäumen; manche erklären: wie groß sei die Reise, um zum Reisegebet verpflichtet zu sein.? R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Bis zu einer Parasange. — Wie bete man? R. Ḥisda sagt, stehend; R. Šešeth sagt, auch gehend.", "R. Ḥisda und R. Šešeth befanden sich auf der Reise, und R. Ḥisda blieb stehen und betete. Da fragte R. Šešeth seinen Diener: Was tut R. Ḥisda? Dieser erwiderte: Er steht und betet. Hierauf sprach jener: Laß mich ebenfalls stehen bleiben, und ich werde beten. Kannst du ein Guter sein, laß dich nicht einen Schlechten nennen.", "Was ist der Unterschied zwischen ‘Mache uns verständig’ und dem kurzen Gebet? — Zu ‘Mache uns verständig’ müssen die drei ersten und die drei letzten [Segenssprüche]91Des Achtzehngebetes.gesprochen werden, und wenn man nach Hause kommt, braucht man nicht nochmal zu beten, beim kurzen Gebete aber braucht man die drei ersten und die drei letzten nicht zu sagen, und wenn man nach Hause kommt, muß man nochmal beten.", "Die Halakha ist: ‘Mache uns verständig’ [bete man] stehend, das kurze Gebet sowohl stehend als auch gehend.", "WER AUF EINEM ESEL REITET &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand auf einem Esel reitet und die Zeit des Gebetes heranreicht, so steige er ab und bete, falls er jemand hat, der ihm den Esel hält, wenn aber nicht, bleibe er auf seinem Platze sitzen und bete. Rabbi sagt, ob so oder so, bleibe er auf seinem Platze sitzen und bete, weil er seine Gedanken nicht beisammen hat.", "Raba, manche sagen, R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Die Halakha ist wie Rabbi.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Blinder, oder jemand, der die Richtungen nicht genau zu bestimmen vermag, richte sein Herz auf seinen Vater im Himmel, denn es heißt:92iReg. 8,44.sie werden zum Herrn, ihrem Gott, beten.", "Steht er außerhalb des Landes, so richte er sein Herz auf das Jisraélland, denn es heißt: 93Ib. V. 48.sie werden zu dir beten, durch ihr Land. Steht er im Jisraélland, so richte er sein Herz auf Jerušalem, denn es heißt:94iiChr. 6,34. Die folgg. Zitate sind corrupt.sie werden zu dir beten, durch diese Stadt, die du erwählt hast. Steht er in Jerušalem, so richte er sein Herz auf das Heiligtum, denn es heißt:95iiChr, 6,32.sie werden zu diesem Hause beten. Steht er im Heiligtum, so richte er sein Herz auf das Allerheiligste, denn es heißt:96iReg. 8,35.sie werden zu diesem Orte beten. Steht er im Allerheiligsten, so richte er sein Herz auf die Gnadenkammer97So nach Peš. Vulg. Luth.; nach LXX uAA. Deckelkammer (cf. Ex. 25,17 ff).. Steht er hinter der Gnadenkammer98Westlich., so denke er sich, er stehe vor der Gnadenkammer. Es ergibt sich also, daß, wer östlich steht, das Gesicht nach dem Westen wende, wer westlich, das Gesicht nach dem Osten wende, wer südlich, das Gesicht nach dem Norden wende, wer nördlich, das Gesicht nach dem Süden wende; so richtet ganz Jisraél sein Herz nach einem Punkt.", "R. Abin, manche sagen, R. Abina, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:99Cant, 4,4,Wie der Davidsturm, ist dein Hals, als Waffenburg [talpijoth] gebaut; ein Hügel [tel], dem alles sich zuwendet [ponim].", "So oft der Vater Šemuéls und Levi sich zur Reise vorbereiteten, machten sie sich früh auf und beteten, und als die Zeit des Šema͑lesens heranreichte, lasen sie. —", "Nach wessen Ansicht? — Nach dem Tanna der folgenden Lehre: Wer sich früh aufmacht, um eine Reise anzutreten, dem hole man das Blashorn100Am Neujahrsfest; cf. Num. 29,1., und er blase, den Feststrauß101Palmzweig zum liturg. Gebrauch am Hüttenfest; cf. Lev. 23,40ff., und er schüttele, oder die Esterrolle102Am Purimfest., und er lese, und sobald die Zeit des Šema͑lesens heranreicht, lese er. Wer sich früh aufmacht, um sich in einen Wagen oder in ein Schiff zu setzen, bete, und sobald die Zeit des Šema͑lesens heranreicht, lese er.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, ob so oder so, lese er [zuerst] das Šema͑ und bete [nachher], um an den Erlösungssegen das Gebet anzuschließen.", "Worin besteht ihr Streit? — Einer ist der Ansicht, das Beten stehend103Mit Andacht.sei zu bevorzugen, und der andere ist der Ansicht, die Verbindung des Erlösungssegens mit dem Gebete sei zu bevorzugen.", "Meremar und Mar Zuṭra pflegten an einem Festšabbath104Dh. der Šabbath vor dem Fest, an dem sie im Lehrhause vorzutragen hatten.zehn [Personen] zu sammeln und zu beten, dann zur Vorlesung zu gehen.", "R. Aši pflegte vor der Versammlung sitzend105Während sein Dolmetsch vortrug; er blieb sitzen, um das Publikum nicht zum Aufstehen zu veranlassen.allein zu beten, und wenn er nach Hause kam, betete er nochmals stehend. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Möge doch der Meister ebenso wie Meremar und Mar Zuṭra verfahren! Er erwiderte ihnen: Dies ist mir zu beschwerlich. — Der Meister kann ja aber ebenso wie der Vater Šemuéls und Levi verfahren! Er erwiderte ihnen: Wir haben nicht gesehen, daß die Rabbanan, die älter als wir, so verfahren hätten.", "vii R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, DAS ZÜSATZGEBET SEI NUR FÜR DIE STADTGEMEINDE106Nur in einer Ortschaft, in der eine Gemeinde da ist; der einzelne braucht dieses Gebet nicht zu verrichten.; DIE WEISEN SAGEN, FÜR DIE STADTGEMEINDE, AUCH WO KEINE STADTGEMEINDE. R. JEHUDA SAGT IN DESSEN NAMEN, WO SICH EINE STADTGEMEINDE BEFINDET, SEI DER EINZELNE VOM ZUSATZGEBETE BEFREIT.", "GEMARA. R. Jehuda sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bezüglich eines einzelnen, wo keine Stadtgemeinde; der erste Tanna ist der Ansicht, er sei befreit, und R. Jehuda ist der Ansicht, er sei verpflichtet.", "R. Hona b. Ḥenana sagte im Namen des R. Ḥija b. Rabh: Die Halakha ist wie R. Jehuda, der im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja lehrte. R. Ḥija b. Abin sprach zu ihm: Du hast recht, denn auch Šemuél sagte: Nie im Leben habe ich in Nehardea͑ das Zusatzgebet einzeln verrichtet," ], [ "außer an jenem Tage, an dem ein Kriegstrupp des Königs in die Stadt kam, wo die Rabbanan in Verwirrung gerieten und nicht das Gebet verrichteten; damals betete ich einzeln und war ein einzelner, wo keine Stadtgemeinde.", "R. Ḥanina, der Bibelkundige, saß vor R. Jannaj, (er saß) und sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda, der im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja lehrte. Dieser sprach zu ihm: Geh hinaus und lies deine Bibelverse draußen vor; die Halakha ist nicht wie R. Jehuda, der im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja lehrte.", "R. Joḥanan erzählte: Ich sah R. Jannaj beten und wieder107Wahrscheinl. war das 2. das Zusatzgebet. beten. Da sprach R. Jirmeja zu R. Zera: Vielleicht hätte er zuerst seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, später aber stimmte er seine Gedanken andächtig!? Dieser erwiderte: Bedenke doch, welch ein großer Mann dies bezeugt108RJ. wird wohl überzeugt gewesen sein, daß es das Zusatzgebet war..", "R. Ami und R. Asi beteten, obgleich sie in Ṭiberias dreizehn Bethäuser hatten, dennoch nirgends als zwischen den Säulen, wo sie zu lernen pflegten.", "Es wurde gelehrt: R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte im Namen unseres Lehrers109Rabh.: Die Halakha ist wie R. Jehuda, der im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja lehrte. R. Ḥija b. Abba betete und betete wiederum. R. Zera sprach zu ihm: Weshalb tut dies der Meister: hat der Meister seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, so sagte ja R. Elea͑zar, daß der Mensch sich stets prüfe, kann er sein Herz andächtig stimmen, so bete er, wo nicht, so bete er nicht; hat der Meister etwa des Neumondes nicht erwähnt,", "so haben wir ja gelernt, daß, wenn jemand sich geirrt, und des Neumondes im Abendgebete nicht erwähnt hat, man ihn nicht wiederholen lasse, weil er dessen im Morgengebete erwähnen kann; und wenn im Morgengebete, man ihn nicht wiederholen lasse, weil er dessen im Zusatzgebete erwähnen kann; und wenn im Zusatzgebete, man ihn nicht wiederholen lasse, weil er dessen im Vespergebete erwähnen kann!?", "Jener erwiderte: Ist hierüber etwa nicht gelehrt worden, R. Joḥanan sagte, dies sei bei einer Gemeinschaft110Weil man das Neumondsgebet vom Vorbeter hört.gelehrt worden.", "Wie lange warte man zwischen Gebet und Gebet111Wenn man das Gebet zu wiederholen hat.? R. Hona und R. Ḥisda [streiten hierüber]; einer sagt, bis seine Gedanken zum Flehen gestimmt sind, der andere sagt, bis seine Gedanken zum Beten gestimmt sind.", "Einer sagt, bis seine Gedanken zum Flehen gestimmt sind, denn es heißt:112Dt. 3,23.und ich flehte zum Herrn; einer sagt, bis seine Gedanken zum Beten gestimmt sind, denn es heißt:113Ex. 32,11.und Moše betete.", "R. A͑nan sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sich geirrt und des Neumondes im Abendgebete nicht erwähnt hat, so läßt man ihn nicht wiederholen, weil das Gericht den Neumond erst am Tage114In Ermangelung eines festen Kalenders wurde jeder Monat bei Erscheinen des Neumondes geweiht.weiht.", "Amemar sagte: Es ist einleuchtend, daß die Worte Rabhs sich auf einen vollzähligen115Wo der vorhergehende Monat 30 Tage hatte; in diesem Falle hat der folgende Monat zwei Neumondstage, so daß man das am 2. Abend nachholen kann. Der unvollzählige Monat hat 29 Tage.Monat beziehen, bei einem unvollzähligen Monate aber, lasse man ihn wohl wiederholen.", "R. Aši sprach zu Amemar: Merke, Rabh gibt ja einen Grund an, was liegt nun daran, ob unvollzählig oder vollzählig? Vielmehr besteht hierbei kein Unterschied.", "", "i MAN STELLE SICH ZUM BETEN NICHT ANDERS ALS MIT SCHWEREM1Wörtl. Schwere des Hauptes, als Ggs. zu ראש קלות Leichte des Hauptes, Leichtfertigkeit. ERNST. DIE FRÜHEREN FROMMEN PFLEGTEN EINE STUNDE ZU VERWEILEN UND DANN ZU BETEN, UM ZUVOR IHR HERZ AUF IHREN VATER IM HIMMEL ZU RICHTEN. SELBST WENN EINEN DER KÖNIG GRÜSST, ERWIDERE MAN IHM NICHT; SELBST WENN EINE SCHLANGE SICH UM SEINE FERSE WINDET, UNTERBRECHE MAN NICHT.", "GEMARA. Woher dies? R. Elea͑zar erwiderte: Es heißt:2iSam. 1,10.und sie war betrübten Gemüts. —", "Wieso dies, vielleicht war es bei Ḥanna anders, da sie sehr betrübten Gemüts war!?", "Vielmehr, erwiderte R. Jose b. R. Ḥanina, hieraus: 3Ps. 5,8.ich aber komme durch die Fülle deiner Liebe in dein Haus; in Furcht vor dir bücke ich mich zum Tempel deiner Heiligkeit. —", "Wieso dies, vielleicht war es bei David anders, da er sich sehr um Barmherzigkeit abhärmte. Vielmehr, erwiderte R. Jehošua͑ b. Levi, hieraus: 4Ps. 29,2.bücket euch vor dem Herrn im Glanze der Heiligkeit, und man lese nicht behadrath [im Glanze], sondern beḥerdath [in Angst]. —", "Wieso dies, vielleicht ist wirklich Glanz zu verstehen, denn R. Jehuda pflegte sich vorher zu schmücken und dann das Gebet zu verrichten!? Vielmehr, erwiderte R. Naḥman b. Jiçḥaq, hieraus: 5Ib. 2,11.dicnet dem Herrn in Furcht und frohlocket mit Beben. —", "Was heißt: frohlocket mit Beben? — R. Ada b. Mathna sagte im Namen Rabbas: Wo das Frohlocken, dort das Beben.", "Abajje saß vor Rabba, und als dieser bemerkte, daß er sehr heiter war, sprach er zu ihm: Es heißt: und frohlocket mit Beben!", "Jener erwiderte: Ich habe Tephillin angelegt7Dies bürgt dafür, daß es keine Ausgelassenheit ist..", "R. Jirmeja saß vor R. Zera, und als dieser bemerkte, daß er sehr heiter war, sprach er zu ihm: Es heißt ja:6Pr. 14,23. wo Kummer, da folgt Überfluß!", "Jener erwiderte: Ich habe Tephillin angelegt7Dies bürgt dafür, daß es keine Ausgelassenheit ist..", "Mar, der Sohn Rabinas, feierte die Hochzeit seines Sohnes, und als er bemerkte, daß die Rabbanan sehr heiter waren," ], [ "holte er einen kostbaren Becher im Werte von vierhundert Zuz und zerbrach ihn vor ihnen. Da wurden sie betrübt.", "R. Aši feierte die Hochzeit seines Sohnes, und als er bemerkte, daß die Rabbanan sehr heiter waren, holte er einen Becher von weißem Krystall und zerbrach ihn vor ihnen. Da wurden sie betrübt.", "Die Rabbanan sprachen zu R. Hamnuna dem Kleinen auf der Hochzeitsfeier Mars, des Sohnes Rabinas: Möge uns der Meister etwas vorsingen. Da trug er ihnen vor: Wehe uns, daß wir sterben, wehe uns, daß wir sterben! Sie sprachen zu ihm: Wie sollten wir nach dir einstimmen? Er erwiderte ihnen: Wo ist denn die Tora, wo das Gebot, die uns ja beschützen!", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es ist dem Menschen verboten, auf dieser Welt mit vollem Munde zu lachen, denn es heißt: 8Ps. 126,2.dann wird unser Mund des Lachens voll, und unsere Zunge voll Jubel; dies dann:8Ps. 126,2.da man unter den Völkern sprechen wird: Großes hat der Herr an diesen getan. Man erzählte von Reš Laqiš, daß er, seitdem er dies von seinem Lehrer R. Joḥanan gehört, nie mehr auf dieser Welt mit vollem Munde gelacht hat.", "Die Rabbanan lehrten: Man stelle sich nicht zum Beten hin nach einer Rechtsverhandlung, noch nach einer Halakhaerörterung, sondern nach einer abgeschlossenen9Über die man nicht nachzudenken braucht. Halakha.", "Was heißt [beispielsweise] eine ‘abgeschlossene Halakha’?", "Abajje sagte: Beispielsweise die des R. Zera, denn R. Zera sagte: Die Töchter Jisraéls haben es sich erschwert; wenn sie Bluttropfen, auch nur wie ein Senfkorn, bemerken, sitzen sie daraufhin die sieben10Während nach bibl. Gesetz (Lev. 15,28) nur die 3 Tage hintereinander erscheinende Menstruation 7 Reinheitstage erfordert.Reinheitstage.", "Raba sagte: Beispielsweise die des R. Hoša͑ja, denn R. Hoša͑ja sagte: Man darf mit seinem Getreide eine List anwenden, indem man es mit der Spreu11Man ist erst dann zum Getreidezehnten &c. verpflichtet, wenn das Getreide mittels Wurfschaufel gereinigt ist (cf. Pea I. 6); andernfalls darf zwar ein Mensch davon nicht essen, wohl aber das Vieh.einbringt, damit sein Vieh davon essen darf, ohne daß man zum Getreidezehnten verpflichtet ist.", "Wenn du willst, sage ich: Beispielsweise die des R. Hona, denn R. Hona sagte im Namen R. Zee͑ras: Wenn man einem Vieh des Heiligtums zur Ader läßt, so ist die Nutznießung [des Blutes] verboten, und man begeht daran12Wenn man es benutzt; cf. Lev. 5,15.eine Veruntreuung.", "Die Rabbanan verfuhren nach der Mišna, R. Aši verfuhr nach der Barajtha13Nach der ersteren, mit tiefem Ernst, nach der letzteren, nach einer Halakha..", "Die Rabbanan lehrten: Man stelle sich nicht zum Beten hin in Traurigkeit, noch in Trägheit, noch im Scherzen, noch im Geplauder, noch in leichtfertigem Treiben, noch in eitlem Geschwätz, sondern in Fröhlichkeit wegen einer gottgefälligen Handlung.", "Desgleichen verabschiede man sich nicht von seinem Nächsten im Geplauder, noch im Scherzen, noch in leichtfertigem Treiben, sondern mit Worten einer Halakha; denn so finden wir es auch bei den früheren Propheten, daß sie ihre Reden mit Lob- und Trostworten zu beendigen pflegten.", "Ebenso lehrte Mari, Sohnessohn R. Honas, des Sohnes des R. Jirmeja b. Abba: Man verabschiede sich von seinem Nächsten nicht anders als mit Worten der Halakha, denn dadurch gedenkt er seiner.", "So begleitete R. Kahana den R. Šimi b. Aši von Pum-Nahara bis Be-Çinjata14Ungefähr Palmenhain, wegen der da befindlichen Steinpalmen.in Babylonien, und als er da herankam, sprach er zu ihm: Ist es wahr, was die Leute sagen, daß diese Steinpalmen Babyloniens schon seit Adam dem Urmenschen bis jetzt bestehen?", "Dieser erwiderte: Du hast mich an etwas erinnert, was R. Jose b. R. Ḥanina gesagt hat. R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich: Es heißt:15Jer. 2,6.in einem Lande, das niemand durchzogen, in dem kein Mensch gewohnt hat; wenn niemand es durchzogen hat, wie sollte jemand da gewohnt haben!? Dies besagt dir vielmehr, daß jedes Land, über das Adam der Urmensch bestimmt hat, daß es bewohnt werde, bewohnt wurde, und das Land, über das Adam der Urmensch nicht bestimmt hat, daß es bewohnt werde, nicht bewohnt wurde.", "R. Mardekhaj begleitete R. Šimi b. Aši von Hagronja bis Be-Kephe und, wie manche sagen, bis Be-Dura.", "Die Rabbanan lehrten: Der Betende muß sein Herz zum Himmel richten. Abba Šaúl sagte: Eine Andeutung hierfür:16Ps. 10,17.du richtest ihr Herz und läßt dein Ohr horchen.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Folgendes war die Gepflogenheit R. A͑qibas: betete er mit der Gemeinde, so pflegte er wegen der Belästigung der Gemeinde abzukürzen und heraufzusteigen17Vom vertieften Betplatz.; betete er aber für sich allein, so fand man ihn, wenn man ihn in diesem Winkel zurückließ, in einem anderen Winkel; dies alles wegen der Verbeugungen und Bückungen.", "R. Ḥija b. Abba sagte: Man bete stets in einem Räume, wo Fenster sind, denn es heißt:18Dan. 6,11.die Fenster in seinem Söller waren gen Jerušalem geöffnet.", "Man könnte glauben, der Mensch bete den ganzen Tag, so ist es längst durch Daniél erklärt:18Dan. 6,11.und dreimal täglich fiel er auf seine Kniee, betete und dankte seinem Herrn.", "Man könnte glauben, der Mensch bete nach jeder beliebigen Richtung, so heißt es: die Fenster waren gen Jerušalem geöffnet.", "Man könnte glauben, er habe damit begonnen, erst nachdem er in die Gefangenschaft gekommen, so heißt es längst:18Dan. 6,11.wie er von jeher zu tun pflegte.", "Man könnte glauben, man vereinige sie alle zusammen, so ist es längst durch David erklärt, indem es heißt:19Ps. 55,18.abends, morgens und mittags klage ich und jammere.", "Man könnte glauben, man lasse beim Gebete die Stimme hören, so ist es längst durch Ḥanna erklärt, indem es heißt:20iSam. 1,13.und ihre Stimme wurde nicht gehört.", "Man könnte glauben, der Mensch bitte zuerst um seine Bedürfnisse, nachher verrichte er das Gebet, so ist es längst durch Šelomo erklärt, indem es heißt:21iReg. 8,28.auf den Gesang und auf das Beten zu hören; Gesang, das ist das Gebet, Beten, das ist die Bitte. Man spreche keine Bitte nach ‘Wahr und feststehend’; nach dem Gebete aber sogar eine, wie das Sündenbekenntnis des Versöhnungstages.", "Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Obgleich sie gesagt haben, daß man [Bitten] um seine Bedürfnisse in ‘Der das Gebet erhört’ einschalte, so kann man, wenn man will, auch nach dem Gebete eine Bitte sprechen, wie die Bekenntnisreihe des Versöhnungstages.", "R. Hamnuna sagte: Wie viele wichtige Halakhot sind zu entnehmen aus jenen Versen von Ḥanna.20iSam. 1,13.Sie redete in ihrem Herzen; hieraus, daß der Betende sein Herz andächtig stimmen muß. 20iSam. 1,13.Nur ihre Lippen bewegten sich; hieraus, daß der Betende mit seinen Lippen deutlich spreche. 20iSam. 1,13.Und ihre Stimme wurde nicht gehört; hieraus, daß man beim Beten die Stimme nicht erheben darf. 20iSam. 1,13.Und E͑li hielt sie für eine Betrunkene: hieraus, daß der Betrunkene das Gebet nicht verrichten darf.", "22iSam. 1,14.Und er sprach zu ihr: Wie lange noch wirst du trunken sein? Tue ab deinen Wein von dir. R. Elea͑zar sagte: Hieraus, daß, wenn jemand an seinem Nächsten" ], [ "Unschickliches bemerkt, er ihn zur Rede stelle. 23Ib. V. 15.Und Ḥanna antwortete und sprach: Nein, mein Herr. U͑la, manche sagen, R. Jose b. R. Ḥanina, sagte: Sie sprach zu ihm: Du bist nicht Herr in dieser Sache.", "Manche sagen, sie sprach zu ihm wie folgt: Bist du denn nicht Herr? Ist etwa nicht die Göttlichkeit und der heilige Geist bei dir, daß du mich zum Schlechten und nicht zum Guten beurteilst!? Weißt du denn nicht, daß: 23Ib. V. 15.ich eine schwermütige Frau bin?", "23Ib. V. 15.Wein und Rauschtrank habe ich nicht getrunken. R. Elea͑zar sagte: Hieraus, daß wenn jemand einer Sache verdächtigt wird, die nicht an ihm, man ihm dies mitteilen muß.24Ib. V. 16.", "Halte deine Magd nicht für ein nichtswürdiges Weib. R. Elea͑zar sagte: Hieraus, daß, wenn ein Betrunkener das Gebet verrichtet, dies ebenso sei, als hätte er Götzendienst getrieben. Hier heißt es: für ein nichtswürdiges Weib, und dort25Dt. 13,14.heißt es: es sind aus deiner Mitte nichtswürdige Leute hervorgegangen; wie dort Götzendienst, ebenso hier Götzendienst.", "26iSam. 1,17.Und E͑li antwortete und sprach: Gehe in Frieden. R. Elea͑zar sagte: Hieraus, daß, wenn jemand seinen Nächsten einer Sache verdächtigt, die nicht an ihm, er ihn besänftigen müsse; und nicht nur dies, er segne ihn auch, wie es heißt: 26iSam. 1,17.und der Herr Jisraéls möge deine Bitte gewähren.", "27Ib. V. 11.Und sie tat ein Gelübde und sprach: Herr der Heerscharen. R. Elea͑zar sagte: Seit dem Tage, da der Heilige, gepriesen sei er, seine Welt erschaffen, gab es keinen Menschen, der den Heiligen, gepriesen sei er, [Herr der] Heerscharen genannt hätte, bis Ḥanna kam und ihn [Herr der] Heerscharen nannte.", "Ḥanna sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, erscheint es dir denn so schwer, mir von all den Scharen der Scharen, die du in deiner Welt geschaffen, einen einzigen Sohn zu geben!?", "Ein Gleichnis, womit diese Sache zu vergleichen ist. Ein König aus Fleisch und Blut bereitete für seine Diener ein Gastmahl, da kam ein Armer, stellte sich an die Tür und sprach zu ihnen: Gebet mir ein Stückchen [Brot]. Aber man beachtete ihn nicht. Da drängte er sich vor, trat vor den König und sprach zu ihm: Herr und König, erscheint es dir denn so schwer, mir vom ganzen Gastmahle, das du bereitet, ein Stückchen [Brot] zu geben!?", "27Ib. V. 11.Wenn du schauen wirst. R. Elea͑zar sagte: Ḥanna sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, schauest du, so ist es recht, wenn du aber nicht schauest,", "so will ich gehen und mich meinem Manne Elqana verbergen28Sich mit einem fremden Manne einschließen; cf. Num. 5,12 ff., und wenn ich mich verborgen habe, wird man mich das Fluchwasser29Wörtl. Wasser der Ehebruchverdächtigten; cf. Num. 5,18.trinken lassen. Du aber wirst ja deine Tora nicht falsch erscheinen lassen, und es heißt: 30Num. 5,28.sie bleibt rein und wird befruchtet. —", "Allerdings nach demjenigen, welcher31Bezüglich einer unschuldig des Ehebruches Verdächtigten.sagt, wenn sie kinderlos war, werde sie bedacht; wie ist dies aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wenn sie mit Schmerzen gebar, werde sie leicht gebären, wenn Mädchen, werde sie Knaben gebären, wenn schwarze, werde sie weiße gebären, wenn kleine, werde sie große gebären!?", "Es wird nämlich gelehrt: Sie bleibt rein und wird befruchtet; dies lehrt, daß, wenn sie kinderlos war, sie bedacht wird — so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sprach zu ihm: Demnach könnten ja alle Kinderlosen hingehen und sich verbergen, und diejenige, die nicht gefehlt hat, würde bedacht werden!? Vielmehr lehrt dies, daß, wenn sie sonst mit Schmerzen gebar, sie leicht gebiert, wenn kleine, gebiert sie große, wenn schwarze, gebiert sie weiße, wenn einen, gebiert sie zwei. —", "Was bedeutet: wenn du (schauen) schauen wirst!? — Die Tora gebraucht die übliche Redewendung32Die Hinzufügung des Infinitivs zum Verbum (wie hier: ראה תראה) hat nach mancher Ansicht eine exeget. Bedeutung (cf. Bm. 31a f.); dies ist hier nicht der Fall.der Menschen.", "33iSam. 1,11.Auf die Pein deiner Magd; nicht vergessen wirst du deiner Magd; und geben wirst du deiner Magd.", "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Warum diese drei ‘Mägde’? Ḥanna sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, drei Prüfungen34Beide Worte haben im Text dieselben Buchstaben, jedoch in verschiedener Zusammensetzung; auf die Übertretung ist der Tod gesetzt.des Todes, manche lesen, drei Anhaftungen34Beide Worte haben im Text dieselben Buchstaben, jedoch in verschiedener Zusammensetzung; auf die Übertretung ist der Tod gesetzt. des Todes, hast du der Frau geschaffen, und zwar, die Monatsblutung, die Teighebe und das Lichtanzünden35Am Šabbathvorabend. Diese 3 Gebote beginnen mit den Buchstaben Ḥ. N. H. (Ḥannah).; habe ich etwa eines von diesen übertreten!?", "33iSam. 1,11.Und du wirst deiner Magd Mannessamen geben.", "Was heißt Mannessamen? Rabh erklärte: Einen Mann unter Männern. Šemuél erklärte: Einen Nachkommen, der zwei Männer gesalbt hat. — Wer sind diese. — Šaúl und David. R. Joḥanan erklärte: Einen Nachkommen, der zwei Männer aufwiegt. — Wer sind diese? — Moše und Ahron, denn es heißt: 36Ps. 99,6.Moše und Ahron unter seinen Priestern, und Šemuél unter denen, die seinen Namen anrufen. Die Rabbanan erklärten: Mannessamen: einen Nachkommen, der unter Menschen nicht auffällt.", "Als R. Dimi kam, erklärte er dies: Weder hoch noch niedrig, weder winzig noch korpulent, weder zart noch rot, weder [über]klug noch dumm.", "37iSam. 1,26.Ich bin die Frau, die hier mit dir gestanden. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Hieraus, daß es verboten ist, innerhalb der vier Ellen des Gebetes38Des Betenden.zu sitzen.39iSam. 1,27.", "Um diesen Knaben habe ich gebetet. R. Elea͑zar sagte: Šemuél hatte eine Halakha vor seinem Lehrer gelehrt, denn es heißt:40Ib. 1,25.sie schlachteten den Farren und brachten den Knaben zu E͑li. Brachten sie den Knaben etwa deshalb zu E͑li, weil sie den Farren geschlachtet hatten!?", "Vielmehr, E͑li sprach zu ihnen: Rufet mir einen Priester, daß er komme und schlachte. Als nun Šemuél sah, daß sie einen Priester zum Schlachten suchten, sprach er zu ihnen: Weshalb sucht ihr nach einem Priester zum Schlachten? Das Schlachten ist auch durch einen Gemeinen gültig. Hierauf führte man ihn vor E͑li und dieser sprach zu ihm: Woher hast du dies? Er erwiderte: Es heißt nicht: der Priester soll schlachten, es heißt: 41Lev. 1,5.die Priester sollen darbringen; von der Aufnahme [des Blutes] ab beginnt das Gebot durch die Priesterschaft. Hieraus, daß das Schlachten eines Gemeinen gültig ist.", "Dieser sprach zu ihm: Du hast zwar richtig gesprochen, jedoch hast du eine Halakha vor deinem Lehrer gelehrt, und wer eine Halakha vor seinem Lehrer lehrt, ist des Todes schuldig. Darauf kam Ḥanna und schrie vor ihm: Ich bin die Frau, die hier mit dir gestanden &c. Er sprach zu ihr: Laß mich ihn strafen, sodann will ich flehen, und man gibt dir einen besseren als er. Sie erwiderte: Um diesen Knaben habe ich gebetet.", "42iSam. 1,13.Und Ḥanna sprach in ihrem Herzen. R. Elea͑zar sagte im Namen des R. Jose b. Zimra: In der Angelegenheit ihres Herzens. Sie sprach vor ihm: Herr der Welt, von allem, was du an der Frau erschaffen, hast du nichts zwecklos erschaffen: Augen zum Schauen, Ohren zum Hören, eine Nase zum Riechen, einen Mund zum Sprechen, Hände, um Arbeit zu verrichten, Füße zum Gehen, Brüste zum Säugen. Hast du mir etwa die Brüste an meinem Herzen nicht zum Säugen gegeben!? So gib mir ein Kind, daß ich es damit säuge.", "Ferner sagte R. Elea͑zar im Namen des R. Jose b. Zimra: Wer am Šabbath im Fasten weilt, dem zerreißt man seine siebzigjährige43Des normalen Menschenlebens. Verurteilung. Dennoch zieht man ihn später zur Rechenschaft, wegen [Störung] der Šabbathfreude. —", "Welche Gutmachung gibt es für ihn? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er faste ob des Fastens.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Ḥanna hat Worte gegen oben ausgestoßen, denn es heißt:44iSam. 1,10.Ḥanna betete über Gott; dies lehrt, daß sie Worte gegen oben ausgestoßen hat.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Elijahu hat Worte gegen oben ausgestoßen, denn es heißt: 45iReg. 18,37.und du hast ihr Herz rückwärts gewendet R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, zurückgetreten und Elijahu zugestimmt hat? —" ], [ "es heißt: 46Micha 4,6.und dem ich Böses getan habe.", "Auch sagte R. Ḥama b. R. Ḥanina: Wenn nicht folgende drei Schriftverse, würden die Füße (der Feinde) Jisraéls gewankt haben.", "Einer lautet: Dem ich Böses getan habe. Einer lautet:47Jer. 18,6. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Jisraél. Und einer lautet:48Ez. 36,26.Ich entferne das steinerne Herz aus eurem Leibe und gebe euch ein fleischernes Herz.", "R. Papa sagte: Hieraus:49Ib. V. 27.Ich will meinen Geist in euch geben, und ich will machen, daß ihr in meinen Satzungen wandelt.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Moše hat Worte gegen oben ausgestoßen, denn es heißt:50Num. 11,2.Moše flehte zu Gott; lies nicht él [zu] Gott, sondern a͑l [über]51Er liest על über statt אל zu, weil da das Gebet nicht angegeben wird.Gott.", "In der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob lesen sie nämlich das Aleph wie A͑jin und das A͑jin wie Aleph.", "In der Schule R. Jannajs sagten sie: Hieraus:52Dt. 1,1.Und Di-zahab53Und genug Goldes.,", "Was bedeutet Di-zahab? Dies erklärten sie in der Schule R. Jannajs: Folgendes sprach Moše vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, das viele Silber und Gold, das du Jisraél in Überfluß gegeben, bis sie ‘genug’ sagten, hat es veranlaßt, daß sie das Kalb machten.", "In der Schule R. Jannajs sagten sie ferner: Der Löwe brüllt nicht über einen Korb Stroh, sondern über einen Korb Fleisch.", "R. Oša͑ja sagte: Ein Gleichnis. Einst hatte jemand eine magere Kuh mit hervorstehenden Gliedern, die er mit Wicken fütterte; als sie dann nach ihm ausschlug, sprach er zu ihr: Was veranlaßte dich, nach mir auszuschlagen, wenn nicht die Wicken, womit ich dich gefüttert!?", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Ein Gleichnis. Einst hatte jemand einen Sohn, den er gebadet, gesalbt, gespeist und getränkt hat; dann hängte er ihm einen Beutel [Geld] an den Hals und setzte ihn an die Tür eines Hurenhauses. Was anderes sollte dieser Sohn tun, als sündigen?", "R. Aḥa b. R. Hona sagte im Namen des R. Šešeth: Das ist es, was die Leute sagen: Wessen Bauch voll, ist schlechter Art. So heißt es auch: 54Hos. 13,6.Sie weideten und wurden satt, als sie satt waren, erhob sich ihr Herz; darum vergaßen sie mich. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Hieraus: 55Dt. 8,14.Es erhebt sich dein Herz, und du vergißt den Herrn. Die Rabbanan sagten: Hieraus:56Ib. 31,20.Er ißt, wird satt und fett, und wendet sich ab.", "Wenn du willst, sage ich, hieraus:57Ib. 32,15.Ješurun wurde fett und schlug aus. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, zurückgetreten ist und Moše zugestimmt hat? — es heißt: 58Hos. 2,10.Silber habe ich ihr viel gegeben, auch Gold, das sie für den Baa͑l verwendete.", "59Ex. 32,7.Und der Herr sprach zu Moše: Geh, steig hinab. Was bedeutet: geh, steig hinab? R. Elea͑zar erklärte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Moše, steige von deiner Würde hinab; habe ich dir doch nur um Jisraéls willen Würde verliehen, jetzt, da Jisraél gesündigt, wozu brauche ich deiner!? Sogleich erschlaffte die Kraft Mošes, und er hätte keine Kraft zum Reden. Als er aber sprach:60Dt. 9,14.laß ab von mir, ich will sie vertilgen, sagte Moše: Es hängt also von mir ab. Sogleich richtete er sich auf, stärkte sich im Gebete und flehte um Erbarmen.", "Ein Gleichnis. Ein König zürnte seinem Sohne und versetzte ihm wuchtige Schläge; sein Freund saß vor ihm, fürchtete aber, ihm etwas zu sagen. Dann sprach der König: Wenn nicht dieser mein Freund, vor mir säße, hätte ich dich erschlagen. Da sagte dieser: Es hängt also von mir ab. Sogleich richtete er sich auf und rettete ihn.", "61Ex. 32,10.Jetzt laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme und ich sie verzehre; ich will dich zum großen Volke machen &c. R. Abahu sagte: Wäre dies nicht ein geschriebener Schriftvers, so dürfte man es nicht aussprechen. Dies lehrt, daß Moše den Heiligen, gepriesen sei er, angefaßt hat, wie ein Mensch seinen Nächsten an seinem Gewande anfaßt, und vor ihm gesprochen hat: Herr der Welt, ich lasse dich nicht eher los, als bis du ihnen vergeben und verziehen hast!", "61Ex. 32,10.Ich will dich zum großen Volke machen &c. R. Elea͑zar sagte: Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wenn ein Stuhl mit drei Beinen62Damit sind die drei Erzväter gemeint.in der Stunde deines Zornes vor dir nicht stehen kann, um wieviel weniger ein Stuhl mit einem Beine!", "Und nicht nur das, vielmehr schäme ich mich auch vor meinen Vätern; jetzt werden sie sagen: Sehet doch den Verwalter, den er über sie gesetzt hat; er suchte Größe für sich und flehte nicht für sie um Erbarmen.", "63Ex. 32,11.Und Moše betete vor dem Angesicht des Herrn. R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß Moše so lange vor dem Heiligen, gepriesen sei er, im Gebete dastand, bis er es bei ihm durchsetzte. Raba sagte: Bis er ihm sein Gelübde löste; hier heißt es: vajeḥal64Nur Gleichlaut; ersteres aus חלה bitten, letzteres aus חלל entweihen, auflösen.und dort65Num. 30,3.heißt es: er löse [jeḥal] sein Wort nicht auf, worüber der Meister sagte, er selbst dürfe nicht auflösen, wohl aber dürfen ihm andere auflösen.", "Šemuél sagte: Dies lehrt, daß er sich für sie dem Tode ausgesetzt hat, denn es heißt:66Ex. 32,32.wenn nicht, so streiche mich aus deinem Buche.", "Raba im Namen R. Jiçḥaqs sagte: Dies lehrt, daß er die Eigenschaft des Erbarmens auf sie gewälzt67הול kreisen. hat.", "Die Rabbanan sagten: Dies lehrt, daß Moše vor dem Heiligen, gepriesen sei er, gesprochen hat: Herr der Welt, es wäre eine Entweihung64Nur Gleichlaut; ersteres aus חלה bitten, letzteres aus חלל entweihen, auflösen. für dich, dies zu tun.", "Und Moše betete vor dem Angesicht des Herrn. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Dies lehrt, daß Moše vor dem Heiligen, gepriesen sei er, im Gebete dastand, bis ihn ein Fieber ergriff. — Was heißt Fieber? R. Elea͑zar sagte: Ein Feuer der Knochen. — Was heißt Feuer der Knochen? Abajje sagte: Knochenfieber68Im Text aram. Übersetzung der hebr. Worte..", "69Ex. 32,13.Gedenke doch deiner Knechte Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, denen du bei dir geschworen hast. Was heißt: bei dir? R. Elea͑zar sagte: Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, hättest du ihnen bei Himmel und Erde geschworen, so könnte man sagen: wie Himmel und Erde einst aufhören werden, so kann auch dein Schwur aufhören; du hast aber bei deinem großen Namen geschworen: wie dein großer Name in alle Ewigkeit lebt und besteht, so besteht auch dein Schwur in alle Ewigkeit.", "69Ex. 32,13.Du hast zu ihnen gesprochen: Ich will eueren Samen wie die Sterne des Himmels mehren; und dies ganze Land, von dem ich gesprochen habe. Wieso von dem ich gesprochen habe, es sollte ja heißen: von dem du gesprochen hast!?", "R. Elea͑zar sagte: Bis hierher sind es die Worte des Schülers, von hier ab sind es die Worte des Meisters. R. Šemuél b. Naḥmani aber sagte: Sowohl diese wie jene sind Worte des Schülers, aber Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er, wie folgt: Herr der Welt, es ist dein Wort, das du zu mir gesagt hast: geh, sage es Jisraél in meinem Namen; ich ging und sagte es ihnen in deinem Namen; was aber soll ich ihnen jetzt sagen?", "70Num. 14,16.Weil es außer Macht des Herrn ist. Warum ‘außer Macht’, es sollte ja heißen: [nicht] vermag71Warum die fem. Form?der Herr!?", "R. Elea͑zar sagte: Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Die Völker der Welt würden dann sagen, seine Kraft ist wie die eines Weibes erschlafft, er vermag nicht zu retten. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Haben sie nicht bereits die Wunder und Machttaten gesehen, die ich ihnen am Meere erwiesen habe!? Moše aber erwiderte: Herr der Welt, immerhin können sie sagen: gegen einen König konnte er bestehen, gegen einunddreißig72Cf. Jos. 12,24. Könige kann er nicht bestehen.", "R. Joḥanan sagte: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, später Moše zustimmte? — es heißt:73Num. 14,20.der Herr sprach: Vergeben habe ich gemäß deinem Worte. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Gemäß deinem Worte; die Völker der Welt werden dereinst wie folgt sagen:", "wohl dem Schüler, dem sein Meister zustimmt.", "74Ib. V. 21.Indeß, so wahr ich lebe. Raba sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše sprach: Moše, du hast mich durch Worte belebt.", "R. Šamlaj trug vor: Stets trage man zuerst die Lobpreisung des Heiligen, gepriesen sei er, vor und nachher bete man. Woher dies? — Von Moše, denn es heißt: 75Dt. 3,23.in dieser Zeit flehte ich vor dem Herrn, und es heißt: Herr, Gott, du hast begonnen deinem Knechte deine Größe und starke Hand zu zeigen. Denn wo ist ein Gott im Himmel oder auf Erden, der gleich deinen Werken und deinen Machttaten tun könnte. Nachher76Ib. V. 25. erst heißt es: ich möchte doch hinübergehen und das schöne Land sehen &c." ], [ "R. Elea͑zar sagte: Größer ist das Gebet als gute Taten, denn du hast ja keinen größeren in guten Taten als unseren Meister Moše, dennoch wurde er nur durch das Gebet erhört, wie es heißt: 77Ib. V. 26.fahre nicht fort, weiter zu mir zu reden, und darauf folgt:78Ib. V. 27.steige hinauf auf den Gipfel des Pisga.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Größer ist das Fasten als Almosengaben. Weshalb? — Jenes [übt er] mit seinem Körper, dieses mit seinem Gelde.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Größer ist das Gebet als die Opfer, denn es heißt:79Jes. 1,11.wozu mir die Menge euerer Schlachtopfer, und es heißt ferner: 80Ib. V. 15.auch wenn ihr euere Hände ausbreitet.", "(R. Joḥanan sagte: Ein Priester, der einen Menschen erschlagen hat, erhebe seine Hände nicht81Zum Priestersegen., denn es heißt:80Ib. V. 15. Euere Hände sind voll Blut.)", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Seit dem Tage, da das Heiligtum zerstört worden ist, sind die Pforten des Gebetes verschlossen, wie es heißt:82Thr. 3,8.auch wenn ich schreie und wehklage, verschloß er mein Gebet. Obgleich aber die Pforten des Gebetes verschlossen sind, die Pforten der Tränen sind nicht verschlossen, denn es heißt: 83Ps. 39,13.erhöre mein Gebet, o Herr, horche auf mein Wehklagen, zu meinen Tränen wirst du ja nicht schweigen.", "Raba pflegte an einem wolkigen Tage kein Fasten anzuordnen, weil es heißt: 84Thr. 3,44.du hast dich mit einer Wolke bedeckt, daß kein Gebet durchdringe.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Seit dem Tage, da das Heiligtum zerstört worden ist, ist die eiserne Wand zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel durchbrochen, denn es heißt: 85Ez. 4,3.und du nimm eine eiserne Pfanne und laß sie eine eiserne Wand sein zwischen dir und der Stadt.", "R. Ḥanin sagte im Namen R. Ḥaninas: Wer sein Gebet lange ausdehnt, dem kehrt das Gebet nicht unerfüllt zurück. Woher uns dies? — Von unserem Meister Moše, denn es heißt: 86Dt. 9,26.ich betete zum Herrn, sodann folgt: 87Ib. 10,10.und der Herr erhörte mich auch diesmal. —", "Dem ist ja nicht so, R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen R. Joḥanans, wer sein Gebet lange ausdehnt und [auf Erfüllung] sinnt, bekomme endlich Herzweh, denn es heißt:88Pr. 13,12.hingezogenes Hoffen89תוחלת (aus יחל hoffen) wird von חלה bitten, besänftigen abgeleitet.macht das Herz weh. — Weiches Mittel gibt es für ihn? — Er befasse sich mit der Tora, denn es heißt:88Pr. 13,12.aber ein Baum des Lebens ist der erfüllte Wunsch, und nichts anderes ist ein Baum des Lebens als die Tora, denn es heißt:90Pr. 3,18.ein Baum des Lebens ist sie denen, die an ihr festhalten. — Das ist kein Widerspruch; dieses, wenn er es lange ausdehnt und [auf Erfüllung] sinnt, jenes, wenn er es lange ausdehnt und nicht darauf sinnt.", "R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Wenn jemand sieht, daß er gebetet und nicht erhört worden ist, so wiederhole er und bete nochmals, denn es heißt: 91Ps. 27,14.hoffe auf den Herrn, sei stark, dein Herz fasse Mut, und hoffe auf den Herrn.", "Die Rabbanan lehrten: Vier Dinge benötigen der Stärkung, und zwar: die Tora, die guten Werke, das Gebet und die Berufstätigkeit.", "Woher dies von der Tora und den guten Werken? —Es heißt: 92Jos. 1,7.nur sei stark und sehr fest, zu beobachten und zu üben, wie die ganze Tora; stark: in der Tora, fest: in den guten Werken.", "Woher dies vom Gebete? — Es heißt: hoffe auf den Herrn, sei stark, dein Herz fasse Mut, und hoffe auf den Herrn. —", "Woher dies von der Berufstätigkeit? — Es heißt: 93iiSam. 10,12.sei stark und laß uns stark sein für unser Volk &c.", "94Jes. 49,14.Und Çijon sprach: Verlassen hat mich der Herr, der Herr hat mich vergessen! Verlassen ist ja dasselbe, was vergessen!? Reš Laqiš erklärte: Die Gemeinschaft Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wenn ein Mann ein Weib nach seinem ersten Weibe heiratet, so gedenkt er der Taten seines ersten Weibes, du aber hast mich verlassen und vergessen:95Ib. V. 15.Vergißt ein Weib ihren Säugling?", "Der Heilige, gepriesen sei er, sprach sodann zu ihr: Meine Tochter, zwölf Sternbilder erschuf ich an der Himmelswölbung; jedem Sternbilde erschuf ich dreißig Heere96Eigentl. Heerführer usw., jedem Heere erschuf ich dreißig Legionen, jeder Legion erschuf ich dreißig Rotten, jeder Rotte erschuf ich dreißig Co horten, jeder Cohorte erschuf ich dreißig Castren und jedem Castrum habe ich dreihundertfünfundsechzigtausend Myriaden Sterne angehängt, entsprechend den Tagen des Sonnenjahres; sie alle erschuf ich nur deinetwegen, und du sagst: verlassen hast du mich und vergessen!", "Vergißt ein Weib ihren Säugling? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Kann ich denn die Brandopfer, Widder und Erstgeborenen vergessen, die du mir in der Wüste dargebracht hast!? Sie sprach dann zu ihm: Herr der Welt, da es keine Vergessenheit vor dem Throne deiner Herrlichkeit gibt, so vergißt du mir vielleicht auch das Ereignis mit dem Kalb nicht? Er erwiderte ihr: 95Ib. V. 15.auch diese97‘Diese’, Anspielung auf das gold. Kalb, von dem es heißt (Ex. 32,4): Diese sind &c.wer den vergessen.", "Sie sprach dann vor ihm: Herr der Welt, wenn es eine Vergessenheit vor dem Throne deiner Herrlichkeit gibt, so vergißt du mir vielleicht auch das Ereignis am Sinaj? Er erwiderte ihr:95Ib. V. 15.Ich98‘Ich’, Anspiel, auf das Zehngebot, das mit ‘Ich’ beginnt.aber vergesse deiner nicht.", "Das ist es, was R. Elea͑zar im Namen R. Oša͑jas sagte: Es heißt: auch diese werden vergessen; dies bezieht sich auf das Ereignis mit dem Kalb; ich aber vergesse deiner nicht, dies bezieht sich auf das Ereignis am Sinaj.", "DIE FRÜHEREN FROMMEN PFLEGTEN EINE STUNDE ZU VERWEILEN.", "Woher dies? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Die Schrift sagt: 99Ps. 84,5.Heil denen, die in deinem Hause weilen.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Der Betende soll eine Stunde nach seinem Gebete verweilen, denn es heißt: 100Ib. 140,14.wahrlich, die Gerechten werden deinem Namen danken, und die Redlichen werden vor deinem Angesichte weilen.", "Desgleichen wird gelehrt: Der Betende soll eine Stunde vor seinem Gebete und eine Stunde nach seinem Gebete verweilen. — Woher, daß vor seinem Gebete? — Es heißt: Heil denen, die in deinem Hause weilen. — Woher, daß nach seinem Gebete? — Es heißt: wahrlich, die Gerechten werden deinem Namen danken und die Redlichen werden vor deinem Angesichte weilen.", "Die Rabbanan lehrten: Die früheren Frommen pflegten eine Stunde zu verweilen, eine Stunde zu beten, dann wiederum eine Stunde zu verweilen. Wenn sie aber neun Stunden täglich mit ihrem Gebete verbrachten, wieso wurde ihr Studium bewahrt, und wie wurde ihre Arbeit verrichtet!? —", "Doch, da sie Fromme waren, wurde ihr Studium bewahrt und ihre Arbeit gesegnet.", "SELBST WENN EINEN DER KÖNIG GRÜSST, ERWIDERE MAN IHM NICHT.", "R. Joseph sagte: Dies haben sie nur in Bezug auf Könige Jisraéls gelehrt, bei Königen der weltlichen Völker unterbreche man wohl.", "Man wandte ein: Wenn jemand betet und einen Gewalttäter auf sich zukommen sieht, einen Wagen auf sich zukommen sieht, so unterbreche er nicht, sondern kürze ab und gehe weiter!? —", "Das ist kein Widerspruch, wenn man kürzen kann, kürze man, wenn nicht, unterbreche man.", "Die Rabbanan lehrten: Einst ereignete es sich mit einem Frommen, daß er auf der Reise betete, und als ein Hegemon101Griech. Amtsname (Feldherr, Befehlshaber), übertragen für Herrscher, Fürst; in den kursierenden Ausgaben überall von der Zensur gestrichen.herankam und ihn grüßte, erwiderte er ihm den Gruß nicht. Dieser wartete, bis er sein Gebet beendete, und nachdem er sein Gebet beendet hatte, sprach er zu ihm: Wicht, heißt es nicht in euerer Tora: 102Dt. 4,9.nur hüte dich und bewahre deine Seele; ferner heißt es:103Ib. V. 15.hütet euch sehr für euere Seelen!? Warum hast du, nachdem ich dich gegrüßt, mir den Gruß nicht erwidert? Wenn ich dein Haupt mit einem Schwerte abschlagen würde, wer würde dein Blut von meiner Hand fordern!?", "Jener erwiderte: Warte etwas, ich will dich mit Worten besänftigen. Er sprach zu ihm: Wenn du vor einem König von Fleisch und Blut stündest und dein Freund käme und dich grüßte, würdest du" ], [ "ihm erwidern? Dieser erwiderte: Nein. — Und wenn du ihm erwidern würdest, was würde man dir tun? Dieser erwiderte: Man würde mir mein Haupt mit einem Schwerte abschlagen. Jener sprach dann zu ihm: 1st es nicht etwas, das man vom Leichteren auf das Schwerere folgern kann!? Wenn du vor einem König von Fleisch und Blut stündest, der heute hier und morgen im Grabe ist, würdest du so verfahren, um wieviel mehr ich, der ich vor dem König aller Könige, vor dem Heiligen, gepriesen sei er, der ja in alle Ewigkeit lebend und bestehend ist, gestanden habe.", "Der Hegemon ließ sich darauf besänftigen, und der Fromme verabschiedete sich in Frieden nach seinem Hause.", "SELBST WENN EINE SCHLANGE SICH UM SEINE FERSE WINDET, UNTERBRECHE MAN NICHT. R. Šešeth sagte: Dies lehrten sie nur von einer Schlange, wegen eines Skorpions aber unterbreche man wohl.", "Man wandte ein: Fiel jemand in eine Löwenhöhle, so bezeuge man über ihn nicht, daß er tot sei; fiel jemand aber in eine Grube voll Schlangen, oder Skorpione, so bezeuge man über ihn, daß er tot sei!? —", "Da104Wenn man auf sie in die Grube fällt.ist es anders, sie verletzen ihn wegen des Druckes.", "R. Jiçḥaq sagte: Wer Ochsen [auf sich zukommen] sieht, unterbreche, denn R. Oša͑ja lehrte: Man entferne sich von einem harmlosen105תם fromm, dh. ein Ochs, der keine drei Mal gestoßen (cf. Ex. 21,35), als Ggs. zu מועד verwarnt (cf. ib. V. 29), dh. ein Ochs, der drei (nach R. Jehuda vier) Mal gestoßen hat, und dessen Besitzer verwarnt worden ist; cf. Bq. 23b.Ochsen fünfzig Ellen und von einem stößigen105תם fromm, dh. ein Ochs, der keine drei Mal gestoßen (cf. Ex. 21,35), als Ggs. zu מועד verwarnt (cf. ib. V. 29), dh. ein Ochs, der drei (nach R. Jehuda vier) Mal gestoßen hat, und dessen Besitzer verwarnt worden ist; cf. Bq. 23b. Ochsen, soweit das Auge reicht.", "Im Namen R. Meírs wird gelehrt: Vor einem Ochsenkopf im Heukorb steige auf das Dach und wirf die Leiter unter dir um. Šemuél sagte: Dies gilt nur von einem schwarzen Ochsen und in den Tagen des Nisan106Weil er im Frühling ausgelassen wird., weil dann der Satan zwischen seinen Hörnern springt.", "Die Rabbanan lehrten: Einst befand sich an einem Orte eine Wasserschlange107Der hier erwähnte ערוד (in der Bibel wie im Talmud: wilder Esel) ist viell. aus עדר, ύ͑δϱος verstellt; cf. Hol. 127a. Eine Parallelstelle hat hier חברבור gefleckte Schlange., die die Menschen verletzte, und als man zu R. Ḥanina b. Dosa kam und es ihm erzählte, sprach er zu ihnen: Zeiget mir ihr Schlupfloch. Als man ihm ihr Schlupfloch zeigte, setzte er seine Ferse auf die Öffnung des Schlupfloches; da kam sie heraus und biß ihn, aber die Wasserschlange krepierte.", "Hierauf nahm er sie auf seine Schulter, brachte sie ins Lehrhaus und sprach zu ihnen: Sehet, meine Rinder, nicht die Wasserschlange tötet, sondern die Sünde tötet.", "In dieser Stunde sagten sie: Wehe dem Menschen, dem eine Wasserschlange begegnet, und wehe der Wasserschlange, der R. Ḥanina b. Dosa begegnet.", "ii MAN ERWÄHNE DES REGENS IM AÜFERSTEHUNGSSEGEN, DIE BITTE, IM SEGEN ÜBER DAS JAHR UND DEN UNTERSCHEIDUNGSSEGEN, IM [SEGEN] ‘DER ERKENNTNIS VERLEIHT’. R. A͑QIBA SAGT, MAN LESE IHN ALS VIERTEN SEGENSSPRUCH BESONDERS; R. ELIE͑ZER SAGT, IM DANKSEGEN.", "GEMARA. MAN ERWÄHNE DES REGENS. Aus welchem Grunde?", "R. Joseph erwiderte: Da er der Auferstehung (der Toten) gleich ist, so hat man ihn in den Segen von der Auferstehung (der Toten) eingeschaltet.", "DIE BITTE, IM SEGEN ÜBER DAS JAHR. Aus welchem Grunde?", "R. Joseph erwiderte: Da diese den Erwerb betrifft, so hat man sie in den Segensspruch vom Erwerb eingeschaltet.", "DEN UNTERSCHEIDUNGSSEGEN, IM [SEGEN] ‘DER ERKENNTNIS VERLEIHT’. Aus welchem Grunde?", "R. Joseph erwiderte: Da ja dies108Die Unterscheidung.eine Weisheit ist, so hat man ihn in den Segen von der Weisheit eingeschaltet. Die Rabbanan erklärten: Da er von Profanem spricht, so hat man ihn in den Wochentagssegen eingeschaltet.", "R. Ami sagte: Groß ist die Erkenntnis, daß sie zu Beginn des Wochentagssegens gesetzt wurde.", "Ferner sagte R. Ami: Groß ist die Erkenntnis, daß sie zwischen zwei Gottesnamen109Wörtl. Buchstaben.gesetzt wurde, denn es beißt:110iSam. 2,3.Ein Gott, [der] Erkenntnis [ist der] Herr. (Wer keine Erkenntnis besitzt, dessen darf man sich nicht erbarmen, denn es heißt:111Jes. 27,11.es ist kein verständiges Volk, darum erbarmt sich seiner sein Schöpfer nicht.)", "R. Elea͑zar sagte: Groß ist das Heiligtum, daß es zwischen zwei Gottesnamen gesetzt wurde, denn es heißt: 112Ex. 15,27.du hast errichtet, Herr, [das] Heiligtum, Herr.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn jemand Erkenntnis besitzt, so ist es ebenso, als wäre das Heiligtum in seinen Tagen erbaut worden, denn ‘Erkenntnis’ wird zwischen zwei Gottesnamen gesetzt und ‘Heiligtum’ wird zwischen zwei Gottesnamen gesetzt.", "R. Aḥa aus Qorḥina wandte ein: Demnach ist ja auch die Rache groß, denn sie ist ebenfalls zwischen zwei Gottesnamen gesetzt, wie es heißt: 113Ps. 94,1.ein Gott [der] Rache [ist der] Herr!?", "Jener erwiderte: Freilich, wenn erforderlich, ist sie auch groß. Das ist es, was U͑la gesagt hat: Weshalb diese zweifache114Im Text ‘Rachen’, in der Mehrzahl. ‘Rache’? Eine zum Guten und eine zum Bösen. Zum Guten, denn es heißt: 115Dt. 33,2.er erschien vom Berge Paran; zum Bösen, denn es heißt: ein Gott der Rache ist der Herr, als Gott der Rache erschien er.", "R. A͑QIBA SAGT, MAN LESE IHN ALS VIERTEN SEGENSSPRUCH &C.", "R. Samen b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Merke, die Männer der Großsynode116Die mit E͑zra beginnende, das Volk leitende Körperschaft während des 2. Tempels, aus der sich später das Synedrium entwickelte.haben ja für Jisraél die Segenssprüche, Gebete, Weihsegen und Unterscheidungssegen angeordnet; sehe man doch, wo sie ihn117Den Unterscheidungssegen.angeordnet haben!?", "Dieser erwiderte: Anfangs hätte man ihn in das Gebet gesetzt, als sie reich geworden waren, bestimmte man, ihn über den Becher [zu sprechen], und als sie wieder arm wurden, setzte man ihn wieder in das Gebet. Sie bestimmten aber, daß, auch wer den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, ihn über den Becher sprechen müsse.", "Desgleichen wurde gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Johanans: Die Männer der Großsynode ordneten für Jisraél die Segenssprüche, Gebete, Weihsegen und Unterscheidungssegen an; anfangs hätte man ihn in das Gebet gesetzt, als sie reich geworden waren, bestimmte man, ihn über den Becher [zu sprechen], und als sie wieder arm wurden, setzte man ihn wieder in das Gebet. Sie bestimmten aber, daß, auch wer den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, ihn über den Becher sprechen müsse.", "Es wurde auch gelehrt: Rabba und R. Joseph sagen beide, auch wer den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, müsse ihn über den Becher sprechen.", "Raba sagte: Gegen diese Lehre wenden wir folgendes ein: Wer sich geirrt und des Regens im Auferstehungssegen, oder die Bitte im Segen über das Jahr nicht erwähnt hat, den lasse man wiederholen; wegen des Unterscheidungssegens im [Segen] ‘Der Erkenntnis verleiht’, lasse man ihn nicht wiederholen, weil man ihn auch über den Becher sprechen kann!? —", "Sage nicht: weil er ihn auch über den Becher sprechen kann, sage vielmehr: weil er ihn über den Becher spricht.", "Es wurde auch gelehrt: R. Binjamin b. Jephet sagte: R. Jose fragte R. Joḥanan in Çajdan, manche sagen, R. Šimo͑n b. Ja͑qob aus Çor [fragte] R. Joḥanan, und ich habe dies gehört: Braucht derjenige, der den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, ihn über den Becher zu sprechen? Und dieser erwiderte: Er muß ihn über den Becher sprechen.", "Sie fragten: Braucht derjenige, der den Unterscheidungssegen über den Becher gesprochen hat, ihn auch im Gebete zu sprechen?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Man folgere dies, [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Gebete: die ursprüngliche Anordnung war ja, ihn im Gebete [zu sprechen], dennoch sagten sie, wer den Unterscheidungssegen im Gebete gesprochen hat, müsse ihn auch über den Becher sprechen, um so mehr gilt dies von demjenigen, der den Unterscheidungssegen über den Becher gesprochen hat, wo er ursprünglich nicht angeordnet worden ist.", "R. Aḥa der Lange rezitierte vor R. Ḥenana: Wer den Unterscheidungssegen im Gebete spricht, ist lobenswerter als der, der ihn über den Becher spricht; spricht man den Unterscheidungssegen bei diesem und jenem, so werden Segnungen auf seinem Haupte ruhen. —", "Dies widerspricht sich ja selbst!? Du sagst, wer den Unterscheidungssegen im Gebete spricht, sei lobenswerter als der, der ihn über den Becher spricht, folglich genügt es, [ihn] im Gebete [zu sprechen], später lehrt er, daß, wenn man den Unterscheidungssegen bei diesem und jenem spricht, Segnungen auf seinem Haupte ruhen werden. Wenn man einmal seiner Pflicht genügt, ist man ja befreit, somit ist [der andere] ein unnötiger Segensspruch, und Rabh, manche sagen, Reš Laqiš, sagte, manche sagen, R. Joḥanan und Reš Laqiš sagten beide, daß, wer einen unnötigen Segensspruch spricht, [das Verbot:]118Ex. 20,7.du sollst nicht aussprechen, übertrete!? —", "Sage vielmehr, wie folgt: hat er den Unterscheidungssegen bei jenem und nicht bei diesem gesprochen, so werden Segnungen auf seinem Haupte ruhen.", "R. Ḥisda fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn man sich bei diesem und bei jenem geirrt hat? Dieser erwiderte: Hat man sich bei diesem und bei jenem geirrt, so beginne man vom Anfang." ], [ "Rabina sprach zu Raba: Wie ist die Halakha? Dieser erwiderte: Gleich dem Weihsegen; wie man den Weihsegen, obgleich man ihn im Gebete spricht, auch über den Becher spreche, so spreche man auch den Unterscheidungssegen, obgleich man ihn im Gebete spricht, auch über den Becher.", "R. ELIE͑ZER SAGT, IM DANKSEGEN.", "R. Zera ritt einst auf einem Esel und R. Ḥija b. Abin ging, sich unterhaltend, hinter ihm einher. Da sprach er zu ihm: Ist es wahr, daß ihr im Namen R. Joḥanans gesagt habt, die Halakha sei wie R. Elie͑zer, wenn ein Festtag auf den Šabbath folgt? Jener erwiderte: Gewiß.", "Ob so die Halakha ist, streitet denn jemand dagegen!? —", "Streiten sie etwa nicht, die Rabbanan streiten ja dagegen!? —", "Die Rabbanan streiten nur hinsichtlich der übrigen Tage des Jahres, aber streiten sie etwa [über den Fall], wenn ein Festtag auf den Šabbath folgt!? —", "R. A͑qiba streitet ja dagegen!? —", "Verfahren wir denn das ganze Jahr nach R. A͑qiba, daß wir jetzt nach seiner Ansicht verfahren sollten!? — Das ganze Jahr verfahren wir nicht nach R. A͑qiba, weil sie achtzehn (angeordnet) und nicht neunzehn angeordnet haben; ebenso haben sie auch hier, sieben (angeordnet), und nicht acht angeordnet.", "Jener sprach: Es wurde nicht gelehrt, daß die Halakha so sei, sondern daß man dazu119Nach der ersten Fassung wurde so öffentl. im Lehrhaus vorgetragen, nach der zweiten, so entschieden, wenn ein einzelner nach der Halakha fragte. neige.", "Es wurde gelehrt: R. Jiçḥaq b. Evdämi sagt im Namen unseres Meisters, so sei die Halakha; manche sagen, man neige dazu;", "R. Joḥanan sagt, sie120Die Weisen dem RE.gäben es zu; R. Ḥija b. Abba sagt, so121Hat man bereits gelesen, braucht man nicht zu wiederholen.leuchte es ein.", "R. Zera sagte: Halte an der [Ansicht] des R. Ḥija b. Abba, denn er erwog und lernte die Lehre aus dem Munde seines Lehrers so genau, wie Reḥaba aus Pumbeditha.", "Reḥaba sagte nämlich im Namen R. Jehudas: Der Tempelberg hatte eine Doppelstoa, eine Stoa innerhalb einer Stoa122Wortlaut seines Lehrers, während der Talmud sonst statt Stoa einen anderen Ausdruck gebraucht. Nach einer anderen Erklärung bestand die Genauigkeit in der Aussprache des Wortes Rabbi. Er wußte nicht, ob diese Lehre von Rabh Jehuda oder Rabbi Jehuda herrühre u. sprach deshalb Rabbi Jehuda aus. Diese Erklärung beruht auf der Schreibweise רבי mancher Handschriften..", "R. Joseph sagte: Ich weiß weder das eine, noch weiß ich das andere, aber das des Rabh und Šemuél weiß ich, die uns in Babylonien Köstliches angeordnet haben:", "‘Du hast uns erkennen lassen die Gesetze deiner Gerechtigkeit, und hast uns gelehrt, die Satzungen deines Willens zu üben. Du hast uns zuteil werden lassen Zeiten der Freude und Feste der Freiwilligkeit, und hast uns erben lassen die Heiligkeit des Šabbaths, die Herrlichkeit des Feiertages und die Feier des Festes. Zwischen der Heiligkeit des Šabbaths und der Heiligkeit des Festtages hast du gesondert; und den siebenten Tag hast du vor den sechs Werktagen geheiligt und gesondert. Du hast uns gegeben123Beginn des Festsegens.&c.’", "iiiWENN JEMAND SAGT124Im Gebet.: ‘BIS AUF DAS VOGELNEST125Cf. Dt. 22,6 ff. ERSTRECKT SICH DEIN ERBARMEN’, ODER: ‘OB DES GUTEN SEI DEINES NAMENS GEDACHT’, ODER: ‘WIR DANKEN, WIR DANKEN’,", "SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN. WENN JEMAND VOR DAS VORBETERPULT TRITT UND SICH IRRT, SO TRETE EIN ANDERER AN SEINER STELLE; MAN LASSE SICH DABEI NICHT NÖTIGEN. WO BEGINNE DIESER? – WO JENER SICH GEIRRT HAT. GEMARA. Erklärlich ist es, daß man ihn schweigen heißt, wenn er ‘wir danken, wir danken’ sagt, weil es den Anschein hat, als [glaube er an] zwei Prinzipien, ebenso wegen ‘ob des Guten sei deines Namens gedacht’, weil das heißt: nur für das Gute, nicht aber für das Schlechte, während wir gelernt haben, man sei verpflichtet, für das Schlechte zu preisen, wie man für das Gute preist, warum aber wegen ‘bis auf das Vogelnest erstreckt sich dein Erbarmen’!? –", "Hierüber streiten im Westen zwei Amoraím, R. Jose b. Abin und R. Jose b. Zebida; einer erklärt: weil er dadurch Neid in der Schöpfung erregt, und der andere erklärt, weil er die Gebote126Wörtl. Eigenschaften.des Heiligen, gepriesen sei er, zur Barmherzigkeit macht, während sie Befehle sind.", "Einst trat jemand in Gegenwart Rabbas vor und betete: Du hast des Vogelnestes geschont, schone auch und erbarme dich unser! Da sprach Rabba: Wie sehr versteht es dieser Jünger, seinen Herrn zu besänftigen. Abajje sprach zu ihm: Wir haben ja gelernt, man heiße ihn schweigen!?", "Rabba aber wollte nur Abajje prüfen127Wörtl. schärfen, den Scharfsinn wecken: ob er das Unrichtige merken wird..", "Einst trat jemand in Gegenwart R. Ḥaninas vor und betete: Gott, der Große, der Mächtige, der Furchtbare, der Starke, der Kräftige, der Gefürchtete, der Feste, der Mutige, der Zuverlässige und der Verehrte.", "Dieser wartete, bis er beendete, und als er beendet hatte, sprach er zu ihm: Bist du mit allen Lobpreisungen deines Herrn zu Ende, wozu dies alles!? Auch die drei128Epitheta Gottes (der Große, der Starke, der Furchtbare)., die wir [im Gebete] sagen, dürften wir nicht sagen, hätte unser Lehrer Moše sie nicht in der Tora gesagt, und wären die Männer der Großsynode nicht gekommen und sie im Gebete angeordnet; du aber fährst fort und sagst dies alles!? Ein Gleichnis. Als wenn man einen König von Fleisch und Blut, der tausende Myriaden Golddenare besitzt, wegen silberner preisen würde. Wäre dies nicht für ihn eine Herabsetzung!?", "R. Ḥanina sagte: Alles in den Händen des Himmels, ausgenommen die Gottesfurcht, denn es heißt: 129Dt. 10,12.und nun Jisraél, was verlangt der Herr, dein Gott, von dir, als ihn zu fürchten.", "Ist denn die Gottesfurcht eine Kleinigkeit!? R. Ḥanina sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Nichts hat der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Schatzkammer, als den Schatz der Gottesfurcht, denn es heißt: 130Jes. 33,6.die Gottesfurcht, das ist sein Schatz. –", "Freilich, für Moše war es eine Kleinigkeit. R. Ḥanina sagte nämlich: Ein Gleichnis. Wenn man von einem Menschen ein großes Gerät verlangt und er es hat, so kommt es ihm wie ein kleines Gerät vor, wenn ein kleines und er es nicht hat, so kommt es ihm wie ein großes Gerät vor.", "‘WIR DANKEN, WIR DANKEN’, SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN.", "R. Zera sagte: Wenn man ‘höre, höre’ sagt, so ist es ebenso, als wenn man sagt ‘wir danken, wir danken’.", "Man wandte ein: Wenn man das Šema͑ liest und es wiederholt, so ist dies verwerflich. Nur verwerflich ist es, schweigen aber heißt man ihn nicht!? –", "Das ist kein Einwand; dies, wenn er Wort nach Wort wiederholt, jenes, wenn er Satz nach Satz wiederholt.", "R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht hatte er vorher seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, später aber seine Gedanken wohl andächtig gestimmt?", "Dieser erwiderte:" ], [ "Gibt es denn eine Kameradschaft gegenüber dem Himmel!? Hat er vorher seine Gedanken nicht andächtig gestimmt, so prügeln wir ihn mit einem Schmiedehammer, bis er seine Gedanken andächtig stimmt.", "ivSAGT JEMANDDIE GUTEN PREISEN DICH’, SO IST DIES HÄRESIE. WENN JEMAND VOR DAS VORBETERPULT TRITT UND SICH IRRT, SO TRETE EIN ANDERER AN SEINER STELLE VOR; MAN LASSE SICH DABEI NICHT NÖTIGEN. WO BEGINNT DIESER? – VOM ANFANG DES SEGENSSPRUCHES, BEI DEM JENER SICH GEIRRT HAT.", "WER VOR DEM VORBETERPULTE STEHT, SAGE NICHT DAS AMEN NACH [DEM SEGEN] DER PRIESTER, WEGEN DER VERWIRRUNG. IST KEIN ANDERER PRIESTER ANWESEND ALS ER, SO ERHEBE ER SEINE HÄNDE NICHT131Zum Priestersegen.; IST ER ABER SICHER, DASS ER DIE HÄNDE ERHEBEN UND DAS GEBET FORTSETZEN KANN, SO DARF ER DIES.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer vor das Vorbeterpult treten soll, lasse sich nötigen, läßt er sich nicht nötigen, so gleicht dies einem Brei ohne Salz, läßt er sich zu sehr nötigen, so gleicht dies einem versalzenen Brei. Wie verhalte er sich? Bei der ersten [Aufforderung] sträube er sich, bei der zweiten rege er sich, bei der dritten strecke er die Füße aus und trete vor.", "Die Rabbanan lehrten: Bei dreien ist das Viel schlecht und das Wenig gut; und zwar: beim Sauerteig, beim Salz und beim Sichsträuben.", "R. Hona sagte: Hat jemand sich bei den drei ersten [Segenssprüchen] geirrt, so beginne er wieder vom Anfang; wenn bei den mittelsten1324.-15. Segensspruch., so beginne er wieder von ‘Du verleihst’; wenn bei den letzten13316.-18. Segensspruch., so beginne er wieder vom Tempeldienstsegen.", "R. Asi sagt, die mittelsten haben keine [bestimmte] Reihenfolge.", "R. Šešeth wandte ein: Wo beginne dieser? – vom Anfang des Segensspruches, bei dem jener sich geirrt hat. Dies ist ja eine Widerlegung R. Honas134Nach dem man, wenn bei den mittelsten, stets mit dem 4. wieder beginne.!? –", "R. Hona kann dir erwidern: die mittelsten sind zusammen ein Segensspruch.", "R. Jehuda sagte: Nie bitte man um seine Bedürfnisse in den drei ersten oder in den drei letzten [Segenssprüchen], sondern in den mittelsten, denn R. Ḥanina sagte: Bei den ersten gleicht man einem Diener, der seinem Herrn Lob spendet; bei den mittelsten gleicht man einem Diener, der von seinem Herrn Lohn erbittet; bei den letzten gleicht man einem Diener, der von seinem Herrn Lohn erhalten hat, sich verabschiedet und fortgeht.", "Die Rabbanan lehrten: Einst trat ein Schüler in Gegenwart R. Elie͑zers vor das Vorbeterpult und dehnte [das Gebet] aus mehr als nötig. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was für ein Ausdehner ist doch dieser! Er erwiderte ihnen: Dehnt er es etwa länger als unser Meister Moše, von dem es heißt:135Dt. 9,25.die vierzig Tage und die vierzig Nächte &c.!?", "Ein anderes Mal trat ein Schüler in Gegenwart R. Elie͑zers vor das Vorbeterpult und kürzte [das Gebet] mehr als nötig. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was für ein Kürzer ist doch dieser! Er erwiderte ihnen: Kürzt er es etwa mehr als unser Meister Moše, wie es heißt: 136Num. 12,13.o Gott, heile sie doch!?", "R. Ja͑qob sagte im Namen R. Ḥisdas: Wer für seinen Nächsten um Erbarmen bittet, braucht dessen Namen nicht zu erwähnen, denn es heißt: o Gott, heile sie doch! Er erwähnte nicht den Namen Mirjams.", "Die Rabbanan lehrten: Folgende sind die Segenssprüche, bei welchen man sich bücke: beim Vätersegen137Erster Segensspruch des Achtzehngebetes., am Anfang und am Ende, und beim Danksegen, am Anfang und am Ende; wenn jemand am Anfang eines jeden Segensspruches und am Ende eines jeden Segensspruches sich bücken will, so belehre man ihn, sich nicht zu bücken.", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Der Gemeine [bücke sich], wie wir bereits gesagt haben," ], [ "der Hochpriester am Ende eines jeden Segensspruches, und der König am Anfang eines jeden Segensspruches und am Ende eines jeden Segensspruches.", "R. Jiçḥaq b. Naḥmani sagte: Mir wurde von R. Jehošua͑ b. Levi erklärt: Der Gemeine [bücke sich], wie wir bereits gesagt haben, der Hochpriester am Anfang eines jeden Segensspruches, und der König, sobald er sich gebückt hat, richte sich nicht wieder auf, denn es heißt:138iReg.8,54.und als Šelomo zu beten beendet hatte [&c.], erhob er sich vor dem Altar des Herrn, von seinem Knien (auf den Knieen).", "Die Rabbanan lehrten: ‘Bücken’ mit dem Gesicht [zur Erde], wie es heißt:139Ib.1,31.Bath-Šeba͑ bückte sich mit dem Gesicht zur Erde; ‘Knien’, auf den Knieen liegen, wie es heißt: von seinem Knien (auf den Knieen); ‘Sichhinstrecken’, Hände und Füße ausstrecken, wie es heißt:140Gen.37,10.sollen wir etwa kommen, ich, deine Mutter und deine Brüder, uns vor dir zur Erde hinzustrecken!?", "R. Ḥija, Sohn R. Honas, erzählte: Ich sah Abajje und Raba, sich [bloß] seitwärts neigen.", "Eines lehrt, wer beim Danksegen kniet, sei lobenswert, und ein Anderes lehrt, er sei tadelnswert!? –", "Das ist kein Widerspruch; das Eine, wenn am Anfang, das Andere, wenn am Ende.", "Raba pflegte beim Danksegen am Anfang und am Ende zu knien. Die Rabbanan sprachen zu ihm: Weshalb tut dies der Meister? Er erwiderte ihnen: Ich habe R. Naḥman knien sehen, auch habe ich R. Šešeth so verfahren sehen. –", "Es wird ja aber gelehrt, wer beim Danksegen kniet, ist tadelnswert!? –", "Da handelt es sich um den Danksegen des Lobliedes. –", "Es wird ja aber gelehrt, wer beim Danksegen oder beim Danksegen des Lobliedes kniet, sei tadelnswert!? –", "Jene Lehre bezieht sich auf den Danksegen des Tischsegens.", "vWER BEIM BETEN SICH IRRT, FÜR DEN IST ES EIN BÖSES ZEICHEN; GESCHIEHT ES DEM VORBETER, SO IST DIES EIN BÖSES ZEICHEN FÜR SEINE AUFTRÄGER, DENN DER BEAUFTRAGTE DES MENSCHEN GLEICHT DIESEM SELBER. MAN ERZÄHLT VON R. ḤANINA B. DOSA, DASS ER, WENN ER FÜR KRANKE BETETE, ZU SAGEN PFLEGTE, DIESER WERDE LEBEN, JENER WERDE STERBEN. MAN FRAGTE IHN: WOHER WEISST DU DIES? ER ERWIDERTE: IST MIR MEIN GEBET IM MUNDE GELÄUFIG, SO WEISS ICH, DASS ES ANGENOMMEN, WENN NICHT, SO WEISS ICH, DASS ES GEWIRRT WURDE.", "GEMARA. Worauf bezieht sich dies?", "R. Ḥija erwiderte im Namen R. Saphras im Namen Eines aus der Schule Rabbis: Auf den Vätersegen.", "Manche beziehen dies auf folgende Barajtha: Der Betende muß bei allen [Segenssprüchen] seine Gedanken andächtig stimmen; kann er dies nicht bei allen, so muß er bei einem seine Gedanken andächtig stimmen. Auf welchen?", "R. Ḥija erwiderte im Namen R. Saphras im Namen Eines aus der Schule Rabbis: Auf den Vätersegen.", "MAN ERZÄHLT VON R. ḤANINA &C. Woher dies? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Die Schrift sagt:141Jes. 57,19.er schafft142ברא stark, kräftig sein; wenn die Worte kräftig sind, dann: Friede &c. und werde ihn heilen.die Rede der Lippen; Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen, spricht der Herr; ich werde ihn heilen.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Sämtliche Propheten haben geweissagt nur über den, der seine Tochter mit einem Schriftgelehrten vermählt, der für den Schriftgelehrten das Geschäft betreibt, und der den Schriftgelehrten von seinen Gütern genießen läßt; von den Schriftgelehrten selber aber [heißt es:]143Jes. 64,3.es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut, was er denen tut, die auf ihn harren.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Sämtliche Propheten haben geweissagt nur über die messianischen Tage; von der zukünftigen Welt aber [heißt es:] es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut.", "Er streitet gegen Šemuél, denn Šemuél sagte, zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen gebe es keinen anderen Unterschied als die Knechtschaft der Regierungen, denn es heißt:144Dt. 15,11.nie wird der Dürftige im Lande aufhören.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Sämtliche Propheten haben geweissagt nur über die Bußfertigen, von den vollkommen Gerechten aber [heißt es:] es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut.", "Er streitet gegen R. Abahu, denn R. Abahu sagte, wo die Bußfertigen stehen, vermögen auch die vollkommen Gerechten nicht zu stehen, denn es heißt: Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen, zuerst dem Fernen, nachher dem Nahen. –", "Und R. Joḥanan? – Er kann dir erwidern: ‘Fernen’ heißt, der seit jeher von der Sünde fern war, und ‘Nahen’ heißt, der der Sünde nahe war und sich ihr jetzt entfernt hat.", "Was heißt: kein Auge hat geschaut? R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Das ist der seit den sechs Schöpfungstagen in seinen Trauben aufbewahrte Wein, R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Das ist der E͑den, der dem Auge irgendeines Geschöpfes nie ausgesetzt war.", "Wenn du vielleicht einwendest, wo denn Adam, der Urmensch, weilte, – im Garten.", "Entgegnest du aber, der Garten sei ja identisch mit E͑den, so heißt es:145Gen. 2,10.und ein Strom ging von E͑den aus, den Garten zu tränken: der Garten besonders, E͑den besonders.", "Die Rabbanan lehrten: Einst erkrankte der Sohn R. Gamliéls und er sandte zwei Schriftgelehrte zu R. Ḥanina b. Dosa, daß er für ihn um Erbarmen flehe. Als dieser sie sah, stieg er auf den Söller und flehte für ihn um Erbarmen. Beim Herabsteigen sprach er zu ihnen: Gehet, das Fieber hat ihn verlassen. Da sprachen sie zu ihm: Bist du denn ein Prophet? Er erwiderte: 146Am. 7,14.weder bin ich ein Prophet, noch der Sohn eines Propheten; allein so ist es mir überliefert: ist mir das Gebet im Munde geläufig, so weiß ich, daß es angenommen, wenn nicht, so weiß ich, daß es gewirrt wurde. Hierauf ließen sie sich nieder und schrieben die Stunde genau auf, und als sie zu R. Gamliél kamen, sprach er zu ihnen: Beim Kult, weder habt ihr vermindert noch vermehrt: genau dann geschah es, in jener Stunde verließ ihn das Fieber, und er bat uns um Wasser zum Trinken.", "Abermals ereignete es sich mit R. Ḥanina b. Dosa, daß er zu R. Joḥanan b. Zakkaj die Tora studieren ging, und da gerade der Sohn des R. Joḥanan b. Zakkaj erkrankte, sprach dieser zu ihm: Ḥanina, mein Sohn, flehe doch für ihn um Erbarmen, daß er genese! Da legte er sein Haupt zwischen seine Kniee und flehte für ihn um Erbarmen; und jener genas. Hierauf sprach R. Joḥanan b. Zakkaj: Hätte der Sohn Zakkajs den ganzen Tag seinen Kopf zwischen seine Kniee geschlagen, man würde ihn nicht beachtet haben. Da sprach seine Frau zu ihm: Ist denn Ḥanina bedeutender als du? Er erwiderte ihr: Nein; allein, er ist wie ein Diener vor dem König, ich aber wie ein Fürst vor dem König.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Man bete nur in einem Raume, in dem Fenster vorhanden sind, denn es heißt:147Dan. 6,11.und die Fenster in seinem Söller waren gen Jerušalem geöffnet.", "R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen R. Joḥanans: Wer für seinen Nächsten um Erbarmen bittet, braucht dessen Namen nicht zu erwähnen. – Woher dies? – Von unserem Meister Moše, denn es heißt:148Num. 12,13.o Gott, heile sie doch; er erwähnte jedoch nicht den Namen Mirjams. R. Kahana sagte: Frech ist mir derjenige, der in einer [freien] Ebene betet.", "Ferner sagte R. Kahana: Frech ist mir derjenige, der seine Sünde nennt, denn es heißt:149Ps. 32,1.Heil dem, dessen Fehler verdeckt, dessen Sünde verborgen ist." ], [ "iWIE SPRECHE MAN DEN SEGEN ÜBER FRÜCHTE? ÜBER BAUMFRÜCHTE SPRECHE MAN ‘DER DIE BAUMFRUCHT ERSCHAFFT’, AUSGENOMMEN DER WEIN, DENN ÜBER DEN WEIN SPRECHE MAN ‘DER DIE REBENFRUCHT ERSCHAFFT’. ÜBER BODENFRÜCHTE SPRECHE MAN ‘DER DIE BODENFRUCHT ERSCHAFFT’, AUSGENOMMEN DAS BROT, DENN ÜBER DAS BROT SPRECHE MAN ‘DER BROT AUS DER ERDE HERVORBRINGT’. ÜBER KRÄUTER SPRECHE MAN ‘DER DIE BODENFRUCHT ERSCHAFFT’; R. JEHUDA SAGT, [MAN SPRECHE] ‘DER ALLERLEI GRASARTEN ERSCHAFFT’.", "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:1Lev. 19,24.Heilig, Lobpreisungen des Herrn; dies lehrt, daß sie eines Segensspruches vorher und nachher benötigen. Hieraus folgerte R. A͑qiba, daß es verboten ist, etwas zu genießen, bevor er den Segensspruch gesprochen hat.", "Sind denn [die Worte] Heilig, Lobpreisungen hierfür zu verwenden, diese deuten ja erstens, daß der Allbarmherzige angeordnet hat, ausweihen2Das Wort הלולים wird חלולים gelesen; cf. Ms. V. 4. und nachher essen, und zweitens, daß das, was des Lobgesanges benötigt, des Ausweihens benötige, und was des Lobgesanges nicht benötigt, des Ausweihens nicht benötige!? Dies nach R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, denn R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß man einen Lobgesang3Beim Trankopfer. nur über den Wein spreche? Es heißt: 4Jud. 9,13.die Rebe sprach zu ihnen: Soll ich meinen Most lassen, der Gott und Menschen erfreut? Wenn er auch Menschen erfreut, wieso aber erfreut er Gott? Hieraus, daß man nur über den Wein einen Lobgesang spreche.", "Allerdings nach demjenigen, der 5In den diesbezüglichen Mišnastellen; cf. Ms. Abschn. V.‘vierjährige Pflanze’ liest, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, der ‘vierjähriger Weinberg’ liest6Er verwendet ja den angezog. Vers als Beleg für seine Lesart.!? Es wurde nämlich gelehrt: R. Ḥija und R. Šimo͑n b. Rabbi [streiten]; einer liest ‘vierjähriger Weinberg’, und einer liest ‘vierjährige Pflanze’.", "Und auch nach demjenigen, der ‘vierjähriger Weinberg’ liest, nur dann, wenn er durch Wortanalogie folgert. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Hier7Lev. 19,25. heißt es: euch seinen Ertrag zu vermehren, und dort8Dt. 22,9.heißt es: und der Ertrag des Weinberges, wie dort vom Weinberge die Rede ist, ebenso hier vom Weinberge. Danach bleibt ihm eine ‘Lobpreisung’, um [die Pflicht] des Segensspruches zu folgern; wenn er aber durch Wortanalogie nicht folgert, woraus folgert er [die Pflicht] des Segensspruches!?", "Und auch wenn er durch Wortanalogie folgert, wissen wir es nur [vom Segen] nachher9Wo er hauptsächlich zu sprechen ist; cf. Dt. 8,10., woher aber vom vorherigen!? –", "Das ist kein Einwand; es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man satt einen Segen sprechen muß, um wieviel mehr hungrig10Wo man sich erst recht an Gott wenden muß.. –", "Wir wissen dies vom Weinberge, woher dies von den übrigen Arten? –", "Er folgert dies vom Weinberge: wie der Weinberg eine Sache des Genusses ist und eines Segensspruches benötigt, ebenso benötigt jede andere Sache des Genusses eines Segensspruches.", "Widerlegt man: wohl der Weinberg, der zur Nachlese11Cf. Lev. 19,10.pflichtig ist,", "so ist vom Getreide12Das zur Nachlese nicht pflichtig ist, und dennoch einen Segensspruch erfordert.ein Gegenbeweis zu erbringen; [erwidert man:] wohl das Getreide, weil es zur Teighebe pflichtig ist,", "so ist vom Weinberge13Der zur Teighebe nicht pflichtig ist und dennoch eines Segensspruches benötigt.ein Gegenbeweis zu erbringen. Die Replikation wiederholt sich. Die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen, die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des ersten; das Gemeinsame an ihnen ist: eine Sache des Genusses, und sie benötigen eines Segensspruches, ebenso benötigt jede andere Sache des Genusses eines Segensspruches. –", "Das Gemeinsame an ihnen ist ja aber, daß sie Beziehung zum Altar haben, somit komme die Olive hinzu, die auch Beziehung14Mehl u. Öl zum Speisopfer, Wein zum Gußopfer.zum Altar hat!? –", "Ist denn die Olive wegen ihrer Beziehung zum Altar einzubegreifen, sie heißt ja ausdrücklich ‘Weinberg’, denn es heißt:15Jud. 5.und er brannte nieder vom Garbenhaufen bis zum Halmgetreide und Olivenweinberge!? R. Papa erwiderte: Sie heißt wohl ‘Olivenweinberg’, nicht aber ‘Weinberg’ schlechthin. –", "Immerhin bleibt ja der Einwand, das Gemeinsame an ihnen sei die Beziehung zum Altar!? – Vielmehr, er folgert dies von den sieben Arten16Von Bodenerzeugnissen, die Dt. 8,8 aufgezählt werden.: wie die sieben Arten Sachen des Genusses sind und eines Segensspruches benötigen, ebenso benötigt jede andere Sache des Genusses eines Segensspruches. –", "Wohl die sieben Arten, weil sie zur Erstlingsgabe pflichtig sind!? Ferner gilt dies allerdings [vom Segen] nachher, woher dies vom vorherigen!? –", "Das ist kein Einwand, denn es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man satt einen Segen sprechen muß, um wieviel mehr hungrig. –", "Auch nach demjenigen, der ‘vierjährige Pflanze’ liest, ist dies von allem Gepflanzten erklärlich, woher aber von dem, was nicht gepflanzt wird, beispielsweise Fleisch, Eier, Fische!? – Vielmehr, es ist begreiflich, daß es dem Menschen verboten ist, von dieser Welt ohne Segensspruch zu genießen.", "Die Rabbanan lehrten: Es ist dem Menschen verboten, von dieser Welt ohne Segensspruch zu genießen; wer von dieser Welt ohne Segensspruch genießt, begeht eine Veruntreuung. – Welche Gutmachung gibt es hierfür? – Er gehe zu einem Gelehrten. –", "«Er gehe zu einem Gelehrten», was kann dieser ihm helfen, wo er das Verbotene bereits begangen hat!? Vielmehr, sagte Raba, man gehe vorher zu einem Gelehrten, daß er einen die Segenssprüche lehre, damit man zu keiner Veruntreuung komme.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand von dieser Welt ohne Segensspruch genießt, so ist dies ebenso, als genieße er vom Heiligengute des Himmels, denn es heißt:17Ps. 24,1.dem Herrn gehört die Erde und ihr Inhalt. R. Levi wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: dem Herrn gehört die Erde und ihr Inhalt, dagegen heißt es:18Ib. 115,16.der Himmel ist Himmel des Herrn, die Erde aber gab er den Menschenkindern!? – Das ist kein Widerspruch; das eine vor dem Segen," ], [ "das andere nach dem Segen19RL. spricht wohl nicht vom Segensspruche, sondern vom Segen, den Gott den Menschen erteilt hat; cf. Gen. 1,28..", "R. Ḥanina b. Papa sagte: Wenn jemand von dieser Welt ohne Segensspruch genießt, so ist dies ebenso, als beraube er den Heiligen, gepriesen sei er, und die Gemeinde Jisraél, denn es heißt:20Pr. 28,24.wer Vater und Mutter beraubt und spricht: kein Verbrechen, ist Genosse des Verderbenden. Vater bedeutet nichts weiter als der Heilige, gepriesen sei er, wie es heißt:21Dt. 32,6.ist er nicht dein Vater, der dich geschaffen? Mutter bedeutet nichts weiter als die Gemeinde Jisraél, denn es heißt:22Pr. 1,8.höre, mein Sohn, die Strafrede deines Vaters und verlasse nicht die Lehre deiner Mutter. –", "Was bedeutet ‘Genosse des Verderbenden’? R. Ḥanina b. Papa sagte: Er ist Genosse des Jerobea͑, Sohnes Nebaṭs, der Jisraél seinem Vater im Himmel verdorben hat.", "R. Ḥanina b. Papa wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:23Hos. 2,11.und ich nehme fort mein Korn zu seiner Zeit &c., dagegen heißt es:24Dt. 11,14.du wirst dein Korn einbringen!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn Jisraél den Willen Gottes ausübt, das andere, wenn Jisraél den Willen Gottes nicht ausübt.", "Die Rabbanan lehrten: Du wirst dein Korn einbringen, was lehrt dies? Es heißt:25Jos. 1,8.nicht soll dieses Buch der Tora von deinem Munde weichen, somit könnte man glauben, man nehme dies wörtlich, so heißt es: du wirst dein Korn einbringen, verfahre außerdem nach der Landessitte – so R. Jišma͑él.", "R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Ist es denn möglich, daß ein Mensch zur Zeit des Pflügens [nur] pflüge, zur Zeit des Säens [nur] säe, zur Zeit des Mähens [nur] mähe, zur Zeit des Dreschens [nur] dresche und zur Zeit des Windes [nur] worfele, was sollte aus der Tora werden!? Vielmehr, wenn Jisraél den Willen Gottes tut, wird seine Arbeit durch andere verrichtet, wie es heißt:26Jes. 61,5.Fremde werden auftreten und eure Schafe weiden &c., und wenn Jisraél den Willen Gottes nicht tut, muß seine Arbeit durch ihn selbst verrichtet werden, wie es heißt: du wirst dein Korn einbringen; und nicht nur das, auch die Arbeit anderer muß durch ihn verrichtet werden, wie es heißt:27Dt. 28,48.du wirst deinen Feinden dienen &c.", "Abajje sagte: Viele handelten nach R. Jišma͑él und es gelang ihnen, nach R. Šimo͑n b. Johaj, und es gelang ihnen nicht.", "Raba sprach zu den Rabbanan: Ich bitte euch, erscheinet vor mir nicht in den Tagen des Nisan28Ernte- und Keltermonate.und des Tišre, damit ihr nicht wegen eures Erwerbes das ganze Jahr zu sorgen habt.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jehuda b. R. Elea͑j: Komm und sieh, daß nicht wie die früheren Geschlechter die späteren Geschlechter sind. Die früheren Geschlechter machten ihre Lehre zur Hauptbeschäftigung und ihre Arbeit zur Nebenbeschäftigung, so blieb sowohl dieses, wie jenes in ihrer Hand bestehen, die späteren Geschlechter aber machten ihre Arbeit zur Hauptbeschäftigung und ihre Lehre zur Nebenbeschäftigung, und so blieb weder dieses, noch jenes in ihrer Hand bestehen.", "Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Jehuda b. R. Elea͑j: Komm und sieh, daß nicht wie die früheren Geschlechter die späteren Geschlechter sind. Die früheren Geschlechter pflegten ihre Früchte durch das offene Tor zu bringen, um sie zum Zehnten pflichtig zu machen, die späteren Geschlechter aber bringen ihre Früchte über Dächer, Höfe und Hage, um sie der Zehntpflicht zu entziehen. R. Jannaj sagte nämlich: Unverzehntetes29Dh. Getreide, von dem der Zehnt und die übr. priesterl. und levit. Abgaben noch nicht entrichtet sind.ist nicht eher zehntpflichtig, als bis es die Front des Hauses gesehen hat, denn es heißt:30Dt. 26,13.ich habe das Heilige aus dem Hause geräumt.", "R. Joḥanan aber sagte: Auch der Hof ist hierfür bestimmend, denn es heißt:31Ib. V. 12.sie sollen in deinen Toren essen und satt sein.", "AUSGENOMMEN DER WEIN &C. Womit ist der Wein anders: wollte man sagen, da er sich zum Vorteil32Wein und Öl sind wertvoller als Weinbeeren, bzw. Oliven, aus denen sie hergestellt werden.verändert hat, verändere er sich auch bezüglich des Segensspruches, so verändert sich ja auch das Öl32Wein und Öl sind wertvoller als Weinbeeren, bzw. Oliven, aus denen sie hergestellt werden.zum Vorteil, dennoch verändert es sich nicht bezüglich des Segensspruches, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, und ebenso sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans, über Olivenöl spreche man den Segen ‘Der die Baumfurcht erschafft’!? –", "Ich will dir sagen, da ist es ja nicht anders möglich. Welchen Segen sollte man denn sprechen: spräche man: ‘Der die Olivenfrucht erschafft’, so wird ja nur die Frucht selbst Olive genannt. –", "Spreche man doch darüber: ‘Der die Olivenbaumfrucht erschafft’!? Vielmehr, erwiderte Mar Zutra, Wein nährt, Öl dagegen nährt nicht.–", "Nährt Öl etwa nicht, wir haben ja gelernt: Wer sich Speisen abgelobt, dem sind Wasser und Salz erlaubt. Dagegen wandten wir ein: Demnach heißen nur Wasser und Salz nicht ‘Speise’, wohl aber heißt alles andere ‘Speise’,", "somit wäre dies eine Widerlegung Rabhs und Šemuéls, welche sagen, daß man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ nur über die fünf Getreidearten33Weizen, Gerste, Dinkel, Hafer und Spelt.spreche!? Und R. Hona erwiderte: Wenn er gesagt hat ‘alles, was nährt, sei mir verboten’. Hieraus, daß Öl wohl nährt!? –", "Vielmehr, Wein stärkt, Öl aber stärkt nicht. – Stärkt denn der Wein, Raba pflegte ja an jedem Vortage des Pesaḥfestes Wein zu trinken, um seinen Appetit zu reizen und desto besser das Ungesäuerte34Das ungesäuerte Brot für das Pesaḥfest; cf. Ex. 12,15 uö.essen zu können!? – Viel reizt, wenig stärkt. –", "Aber stärkt er denn überhaupt, es heißt ja:35Ps. 104,15.Wein erheitert des Menschen Herz36Schluß des Verses: und Brot stärkt das Herz des Menschen. &c., also nur Brot stärkt, Wein aber stärkt nicht!? – Vielmehr, beim Wein ist beides vorhanden, er stärkt und er erheitert, Brot dagegen stärkt zwar, erheitert aber nicht. –", "Demnach sollte man über ihn die drei Segenssprüche [nachher] sprechen!? –", "Die Leute setzen ihn nicht als Mahlzeit an. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Wie ist es, wenn jemand ihn als Mahlzeit ansetzt? Dieser erwiderte: Wenn Elijahu kommen wird, wird er entscheiden, ob er als Mahlzeit anzusetzen ist, vorläufig aber verschwindet seine Gepflogenheit gegenüber der aller anderen Menschen.", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, und so sagte auch R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans: Über Olivenöl spreche man den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft.’ Wie meint er es: wollte man sagen, wenn man es trinkt, so ist es ja schädlich37In einem solchen Falle spreche man keinen Segensspruch., denn es wird gelehrt, daß, wenn jemand Öl von Hebe trinkt, er den Grundwert und nicht das Fünftel38Wer etwas, das dem Heiligtum gehört, genießt, hat ein Fünftel mehr zu ersetzen; cf. Lev. 22,14. Das Trinken des Öls ist kein Genuß, sondern im Gegenteil schädlich. zahle, wenn aber jemand sich mit Öl von Hebe salbt, er den Grundwert und das Fünftel zahle!? –", "Vielmehr, wenn man es zum Brote ißt. – Demnach ist es ja Zukost zum Brote, das Hauptspeise ist, und wir haben gelernt, die Regel sei, bei Hauptspeise und Zukost spreche man den Segen über die Hauptspeise und dieser befreie die Zukost!? – Vielmehr, wenn man es mit Inogaron trinkt. Rabba b. Šemuél sagte: Inogaron ist eine Sauce aus Mangold, Oxygaron ist eine Sauce" ], [ "aus allen anderen gekochten Kräutern. –", "Demnach ist ja das Öl Zukost zum Inogaron, das Hauptspeise ist, und wir haben gelernt, die Regel sei, bei Hauptspeise und Zukost spreche man den Segen über die Hauptspeise und dieser befreie die Zukost!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man Halsschmerzen39Da das Öl heilend ist, nimmt man davon mehr, somit ist es Hauptspeise.hat. Es wird nämlich gelehrt: Wer Halsschmerzen hat, gurgele nicht am Šabbath40Es ist verboten, am Š. Arzneien zu bereiten u. zur Vorsicht, in manchen Fällen auch zu benutzen.mit Öl direkt, vielmehr tue er viel Öl in Inogaron und schlucke herunter. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man spreche überhaupt keinen Segen, da man nur die Heilung bezweckt, so lehrt er uns, daß man, da man davon einen Genuß hat, den Segen sprechen muß.", "Über Weizenmehl41Rohes, nach anderen, geröstetes. [spreche man], wie R. Jehuda sagt, ‘Der die Erdfrucht erschafft’, und wie R. Naḥman sagt. ‘Alles entsteht durch sein Wort’.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Streite nicht gegen R. Jehuda, denn R. Joḥanan und Šemuél sind seiner Ansicht. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls, und ebenso sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans, daß man über Olivenöl den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’ spreche. Demnach verbleibt es bei seinem Wesen, obgleich es verändert42Das öl, bzw. das Mehl sind nicht mehr ‘Frucht’.wurde, ebenso verbleibt es hierbei bei seinem Wesen, obgleich es verändert42Das öl, bzw. das Mehl sind nicht mehr ‘Frucht’.wurde. –", "Es ist ja nicht gleich, [beim Öl] gibt es keine weitere Steigerung, hier bei aber gibt es noch eine weitere Steigerung, das Brot!? –", "Spricht man denn über eine Sache, bei der es noch eine weitere Steigerung gibt, nicht den Segen ‘Der die Erdfrucht erschafft’, sondern den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’, R. Zera sagte ja im Namen R. Mathnas im Namen Šemuéls, daß man über rohen Kürbis und über Gerstenmehl den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spreche; demnach spricht man über Weizenmehl ‘Der die Erdfrucht erschafft’!? –", "Nein, auch über Weizenmehl [spricht man] ‘Alles entsteht durch sein Wort’. –", "Sollte er es doch vom Weizenmehl lehren, und umsomehr gilt dies vom Gerstenmehl!? –", "Hätte er dies vom Weizenmehl gelehrt, so könnte man glauben, nur über Weizenmehl, über Gerstenmehl aber spreche man überhaupt keinen Segen, so lehrt er uns. –", "Ist es denn weniger als Salz und Salztunke, und wir haben gelernt, daß man über Salz und Salztunke ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spreche!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, allerdings pflegt man Salz und Salztunke in den Mund zu nehmen, Gerstenmehl aber ist wegen der Darmwürmer schädlich, somit spreche man darüber überhaupt keinen Segen, so lehrt er uns, daß man, da man einen Genuß davon hat, darüber den Segen spreche.", "Über Palmkraut43Junge Schößlinge der Palme.[spreche man], wie R. Jehuda sagt, ‘Der die Erdfrucht erschafft’, und wie Šemuél sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’.", "R. Jehuda sagt, ‘Der die Erdfrucht erschafft’, denn es ist eine Frucht; Šemuél sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, weil es später hart wird.", "Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, deine Ansicht ist einleuchtend, denn der Rettich wird ja ebenfalls später hart, dennoch spricht man über ihn den Segen ‘Der die Erdfrucht erschafft’. Das ist aber nichts; wohl pflanzt man den Rettich wegen des jungen Rettichs, man pflanzt aber nicht die Palme wegen des Palmkraules. –", "Spricht man denn über das, was nicht als solches gepflanzt wird, nicht diesen44Über die Erdfrucht.Segen, den Kapernstrauch pflanzt man ja wegen der Blüten, dennoch haben wir gelernt, daß man über die verschiedenen Arten der Kaper, über die Blätter und Blütenknospen ‘Der die Erdfrucht erschafft’ und über die Kerne und Schalen ’Der die Baumfrucht erschafft’ spreche!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Kapern pflanzt man wegen der Erzeugnisse, die Palme aber pflanzt man nicht wegen des Palmkrautes45Durch das Ausschneiden des Palmkrautes verdorrt der Baum.. Obgleich Šemuél R. Jehuda gelobt hat, ist die Halakha dennoch wie Šemuél.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Außerhalb des Landes werfe man von ungeweihten46Baumfrüchte werden im vierten Jahre geweiht; die Früchte der ersten drei Jahre, ערלה, Vorhäutiges, sind für den Genuß verboten; cf. Lev. 19,23.Kapern die Kerne weg und esse die Schalen. – Demnach sind die Kerne eine Frucht und die Schalen keine Frucht, und dem widersprechend wird gelehrt, daß man über die verschiedenen Arten der Kaper, über die Blätter und Blütenknospen ‘Der die Erdfrucht erschafft’ und über die Kerne und Schalen ‘Der die Baumfrucht erschafft’ spreche!? –", "Er ist der Ansicht R. A͑qibas. Wir haben nämlich gelernt: R. Elie͑zer sagt, von der Kaper seien die Blütenknospen, die Kerne und die Schalen zehntpflichtig; R. A͑qiba sagt, nur die Kerne seien zehntpflichtig, weil sie die Frucht sind. –", "Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. A͑qiba!? – Hätte er gesagt, die Halakha sei wie R. A͑qiba, so könnte man glauben, auch innerhalb des Landes, so lehrt er uns, daß, wenn jemand erleichternd ist für das [Jisraél]land, die Halakha wie er sei außerhalb des Landes, nicht aber im [Jisraél]land. –", "Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. A͑qiba außerhalb des Landes, weil, wenn jemand für das [Jisraél]land erleichternd ist, die Halakha wie er sei außerhalb des Landes!? – Hätte er so gesagt, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Zehnten der Baumfrüchte, der auch im [Jisraél]land selbst nur rabbanitisch ist, beim Ungeweihten aber, das im [Jisraél]land [ein Verbot] der Tora ist, sei es auch außerhalb des Landes verboten, so lehrt er uns.", "Rabina traf Mar b. R. Aši die Kerne wegwerfen und die Schalen essen; da sprach er zu ihm: Du bist wohl der Ansicht R. A͑qibas, der erleichternd ist, der Meister kann ja nach der Schule Šammajs verfahren, die noch erleichternder ist. Wir haben nämlich gelernt: Die Kaper ist, wie die Schule Šammajs sagt, im Weinberge Mischsaat47Es ist verboten, zwischen den Weinstöcken andere Arten oder sonst verschiedene Arten von Sämereien durcheinander zu pflanzen; cf. Dt. 22,9., und wie die Schule Hillels sagt, im Weinberge keine Mischsaat; diese und jene stimmen überein, daß diese dem Gesetze vom Ungeweihten unterliegt. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst sagst du, die Kaper sei nach der Schule Šammajs im Weinberge Mischsaat, wonach sie eine Krautart ist, nachher aber lehrt er, diese und jene stimmen überein, daß diese dem Gesetze vom Ungeweihten unterliege, wonach sie eine Baumart ist!? –", "Das ist kein Widerspruch; der Schule Šammajs ist es zweifelhaft, und sie entscheidet da erschwerend und dort erschwerend. Immerhin ist dies nach der Schule Šammajs zweifelhaft Ungeweihtes, und wir haben gelernt, das zweifelhaft Ungeweihte sei im Jisraélland verboten und in Syrien erlaubt, und außerhalb des Landes dürfe man gehen" ], [ "und kaufen, nur ihn48Den Gärtner, der hinsichtlich des Ungeweihten verdächtig ist.nicht lesen sehen!? –", "Wir entscheiden nach R. A͑qiba gegen R. Elie͑zer, und die Schule Šammajs gegen die Schule Hillels ist bedeutungslos49Da die Halakha nach der Schule Hillels entschieden wird.. –", "Es ist ja aber zu berücksichtigen, daß [die Schale] ein Schutz der Frucht ist, und der Allbarmherzige sagt:50Lev. 19,23.ihr sollt ihn Ungeweihtes sein lassen, seine Frucht, auch51Im Text wird dies durch die Accusativpartikel angedeutet, die hier die Bedeutung mit hat.das, was zur Frucht gehört, nämlich das, was die Frucht52Obgleich sie nach RA͑. hinsichtlich des Zehnten nicht als Frucht gilt.beschützt.", "Raba erwiderte: Als Schutz der Frucht gilt nur das, was sich sowohl am Gepflückten, als auch am [am Baume] Haftenden befindet, diese aber befindet sich nur am Haftenden, nicht aber am Gepflückten.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Der Knopf des Granatapfels wird mit diesem vereinigt53Zum verunreinigungsfähigen Quantum; cf. Ukc. II,3., die Blüte wird nicht vereinigt. Da er sagt, die Blüte werde nicht vereinigt, so ist sie ja keine Speise, hinsichtlich des Ungeweihten aber wird gelehrt, die Schale des Granatapfels und seine Blüte, Nußschale und Fruchtkerne unterliegen54Obgleich die Blüte der gepflückten Frucht fehlt.dem Gesetze vom Ungeweihten!?", "Vielmehr, erwiderte Raba, Schutz der Frucht heißt nur das, was auch bei Reife der Frucht vorhanden ist, die Kapernschale aber ist bei der Reife der Frucht nicht mehr vorhanden. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Naḥman sagte ja im Namen des Rabba b. Abuha, die Dattelschoten von Ungeweihtem seien verboten, weil sie ein Schutz der Frucht sind. Schutz der Frucht sind sie ja nur bei der unreifen Dattel, dennoch nennt er sie Schutz für die Frucht!? –", "R. Naḥman ist der Ansicht R. Joses, denn wir haben gelernt, R. Jose sagt, der Weintraubenansatz sei55Als Ungeweihtes.verboten, weil er eine Frucht ist; die Rabbanan aber streiten gegen ihn.", "R. Šimi aus Nehardea͑ wandte ein: Streiten denn die Rabbanan gegen ihn bezüglich anderer Bäume, wir haben ja gelernt: Von wann an darf man die Fruchtbäume im Siebentjahre56Od. Brachjahr, in dem die Felder nicht bestellt werden dürfen; cf. Dt. 15,9. Das Fällen eines Fruchtbaumes ist dann verboten, da die Tora ihn dann ‘zum Essen’ bestimmt hat.nicht mehr abhauen? Die Schule Šammajs sagt, keinen Baum, sobald er Frucht hervorbringt; die Schule Hillels sagt, den Johannisbrotbaum, sobald er kettenartig herunterhängt, Weinstöcke, sobald sie kernig sind, Oliven, sobald sie blühen, alle anderen Bäume, sobald sie [Frucht] hervorbringen.", "Hierzu sagte R. Asi: ‘Unreifes’, ‘Kerniges’ und ‘weiße Bohne’ sind dasselbe. – ‘Weiße Bohne’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: so groß, wie die weiße57Ist die ‘unreife’ od. ‘kernige’ Weinbeere.Bohne. Die Rabbanan sind es ja, die der Ansicht sind, nur das Unreife [heiße Frucht], und nicht der Weintraubenansatz, und er lehrt: alle anderen Bäume, sobald sie [Frucht] hervorbringen!?", "Vielmehr, erwiderte Raba, Schutz der Frucht heißt es nur dann, wenn die Frucht abstirbt, falls man den Schutz entfernt, hierbei aber stirbt die Frucht nicht ab, wenn man ihn auch entfernt.", "Einst entfernte man die Blüte eines Granatapfels, und der Granatapfel verdorrte; man entfernte die Blüte [des Blumenkelches], und der Blumenkelch58Hier die Kapernschale.blieb erhalten.", "Die Halakha ist wie Mar b. R. Aši, der die Kerne weggeworfen und die Schale gegessen hat. Und da sie bezüglich des Ungeweihten keine Früchte sind, sind sie auch bezüglich des Segensspruches keine Früchte, man spricht über sie nicht den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’, sondern ‘Der die Erdfrucht erschafft’.", "Über Pfeffer [spreche man], wie R. Šešeth sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und wie Raba sagt, überhaupt nichts. Raba richtet sich hierin nach seiner Ansicht, denn Raba sagte, wer am Versöhnungstage59An dem das Essen verboten ist.Pfeffer kaut, sei straffrei, wer Ingwer am Versöhnungstage kaut, sei straffrei.", "Man wandte ein: R. Meír sagte: Wenn es heißt:60Lev. 19,23.ihr sollt ihn Ungeweihtes sein lassen, seine Frucht, so weiß ich ja, daß ein Baum eßbarer Frucht gemeint ist, wozu heißt es:60Lev. 19,23.Bäume eßbarer Frucht? – um einen Baum einzuschließen, dessen Holz und Früchte den gleichen Geschmack haben, nämlich die Pfefferpflanze, dich zu lehren, daß die Pfefferpflanze dem Gesetze vom Ungeweihten unterliegt, und dich zu lehren, daß es im Jisraélland an nichts fehle, wie es heißt:61Dt. 8,9.ein Land, in dem du nicht in Dürftigkeit Brot essen wirst, darin an nichts mangelt. –", "Das ist kein Einwand; das eine gilt von eingemachtem62Er ist dann eßbar, und man spricht darüber den Segen über Bodenfrucht., und das andere von trockenem.", "Die Rabbanan sprachen zu Meremar: Ist denn, wer Ingwer am Versöhnungstage kaut, straffrei, Raba sagte ja, das indische Ingwermus sei [zum Genuß] erlaubt, und man spreche darüber den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von eingemachtem und das andere von trockenem.", "Über den Topfpudding63Eine Speise aus Mehl, Honig und Öl., ebenso Graupenbrei spreche man, wie R. Jehuda sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und wie R. Kahana sagt, ‘Der allerlei Speisen erschafft’. Bezüglich des gewöhnlichen Graupenbreies stimmen alle überein, daß man ‘Der allerlei Speisen erschafft’ spreche, sie streiten nur über den Graupenbrei nach Art eines Topfpuddings: R. Jehuda sagt, ‘Alles’, denn er ist der Ansicht, der Honig sei die Hauptsache, R. Kahana sagt, ‘Der allerlei Speisen erschafft‘, denn er ist der Ansicht, das Mehl sei die Hauptsache. R. Joseph sagte: Die Ansicht R. Kahanas ist einleuchtender, denn Rabh und Šemuél sagten beide, über alles, worin eine der fünf Getreidearten enthalten ist, spreche man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’.", "Der Text. Rabh und Šemuél sagten beide: Über alles, worin eine der fünf Getreidearten enthalten ist, spreche man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’. Ferner wurde gelehrt: Rabh und Šemuél sagten beide: Über alles, was aus einer der fünf Getreidearten besteht, spreche man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’.", "Und [beide Lehren] sind nötig; würde es nur von dem, was besteht, gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil es sein Wesen behält, nicht aber gelte dies von Mischungen;" ], [ "daher lehrt er dies von dem, worin enthalten ist. Und würde es nur von dem, worin enthalten ist, gelehrt worden sein, so könnte man glauben, nur, wenn darin eine der fünf Arten enthalten ist, nicht aber Reis und Hirse in einer Mischung, wenn sie aber ihr Wesen behalten, spreche man auch über Reis und Hirse den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’, so lehrt er uns, von dem, was aus den fünf Arten besteht, daß man über diese den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ spreche, über Reis und Hirse aber, auch wenn sie ihr Wesen behalten, spreche man nicht den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’. –", "Spricht man denn über Reis nicht den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’, es wird ja gelehrt, daß, wenn man einem Reisbrot oder Hirsebrot vorsetzt, er darüber den Segensspruch vorher und nachher spreche, wie über eine Topfspeise, und bezüglich der Topfspeise wird gelehrt, vorher spreche man darüber den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’, und nachher spreche man darüber den aus den drei gezogenen64Auszug der drei Segenssprüche des Tischsegens; cf. Weiter Fol. 44a.Segensspruch? –", "Gleich der Topfspeise und nicht gleich der Topfspeise; gleich der Topfspeise, indem man darüber den Segensspruch vorher und nachher spreche, nicht gleich der Topfspeise, denn über die Topfspeise spricht man vorher ‘Der allerlei Speisen erschafft‘ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch, während man über dieses vorher den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’ und nachher ‘Der viele Seelen und ihre Bedürfnisse erschafft, für alles, was er erschaffen hat’ spreche. –", "Gehört denn der Reis nicht zu den Topfspeisen, es wird ja gelehrt: folgende sind Topfspeisen65Cf. Mq. 13b.: Speltgraupe, Weizengraupe, Dinkelgraupe (Mehl), Gerstengraupe und Reis!? –", "Dies nach R. Joḥanan b. Nuri, denn es wird gelehrt, R. Joḥanan b. Nuri sagt, Reis sei eine Getreideart: man verwirke die Ausrottung, wenn man ihn gesäuert66Cf. Ex. 12,19.am Pesaḥfeste ißt, und man erfülle damit67Mit daraus bereitetem Ungesäuerten.seine Pflicht am Pesaḥfeste; die Rabbanan aber sind nicht dieser Ansicht. –", "Sind denn die Rabbanan nicht dieser Ansicht, es wird ja gelehrt: Wer Weizen kaut, spreche den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’; hat man ihn gemahlen, gebacken und dann gekocht, so spreche man, falls es noch ganze Stücke sind, vorher den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’ und nachher die drei Segenssprüche, und wenn es keine ganzen Stücke sind, vorher den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch.", "Wer Reis kaut, spreche den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’; hat man ihn gemahlen, gebacken und dann gekocht, so spreche man darüber, selbst wenn es noch ganze Stücke sind, vorher den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch.", "Nach wessen Ansicht: wollte man sagen, nach R. Joḥanan b. Nuri, welcher sagt, der Reis sei eine Getreideart, so müßte man ja darüber den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’ und die drei Segenssprüche sprechen.", "Doch wohl nach den Rabbanan, und dies ist somit eine Widerlegung Rabhs und Šemuéls.", "Eine Widerlegung.", "Der Meister sagte: Wer Weizen kaut, spreche den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. Es wird ja aber gelehrt: ‘Der allerlei Samenkörner erschafft’!? – Das ist kein Einwand; dies nach R. Jehuda und jenes nach den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Über Kräuter spreche man ‘Der die Bodenfrucht erschafft’; R. Jehuda sagt: ‘Der allerlei Gräser erschafft’.", "Der Meister sagte: Wer Reis kaut, spreche den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’; hat man ihn gemahlen, gebacken und dann gekocht, so spreche man darüber, selbst wenn es noch ganze Stücke sind, vorher den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch. Es wird ja aber gelehrt: nachher gar keinen!? R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Einwand; dies nach R. Gamliél und jenes nach den Rabbanan.", "Es wird nämlich gelehrt: Die Regel hierbei ist: Über alles, was zu den sieben Arten gehört, spreche man, wie R. Gamliél sagt, die drei Segenssprüche, und wie die Weisen sagen, den aus den drei gezogenen Segensspruch.", "Einst saßen R. Gamliél und die Ältesten in Jeriḥo beisammen in einem Söller, und man setzte ihnen Datteln vor. Nachdem sie gegessen hatten, erteilte R. Gamliél R. A͑qiba Erlaubnis, den Segen zu sprechen. Da richtete sich R. A͑qiba auf und sprach den aus den drei gezogenen Segensspruch68Aus der Dattel wird Honig gewonnen, der zu den 7 in der Tora genannten Arten gehört.. R. Gamliél sprach zu ihm: A͑qiba, wie lange noch wirst du deinen Kopf in Streitigkeit stecken!? Dieser erwiderte: Meister, obgleich du so sagst und deine Genossen anders, so hast du uns ja gelehrt, daß [bei einem Streit zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden sei.", "R. Jehuda sagte in dessen Namen: Über alles, was zu den sieben Arten gehört," ], [ "aber keine Getreideart ist, oder eine Getreideart ist, aber man daraus kein Brot gemacht hat, spreche man, wie R. Gamliél sagt, die drei Segenssprüche, und wie die Weisen sagen, einen Segensspruch; und über alles, was nicht zu den sieben Arten gehört und keine Getreideart ist, wie beispielsweise Reisbrot oder Hirsebrot, spreche man, wie R. Gamliél sagt, den aus den drei gezogenen Segensspruch, und wie die Weisen sagen, überhaupt keinen. –", "Wie ist, wo du es R. Gamliél addiziert hast, der Schluß des Anfangssatzes zu erklären: wenn es keine ganzen Stücke mehr sind, vorher den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch. Nach wem: wenn nach R. Gamliél, so sind ja nach ihm sogar über Datteln und Graupenbrei die drei Segenssprüche zu sprechen, und um so mehr, wenn es keine ganzen Stücke sind!?", "Also nach den Rabbanan. – Demnach befinden sich ja die Rabbanan in einem Widerspruch!? – Tatsächlich nach den Rabbanan, man lese aber bezüglich des Reises: nachher spreche man überhaupt keinen Segen.", "Raba sagte: Über einen Bauernpudding, in den man viel Mehl tut, spreche man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’, weil darin das Mehl Hauptsache ist; über einen der Städter, in welchen man nicht viel Mehl tut, spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’, weil darin der Honig Hauptsache ist. Später aber sagte Raba, über diesen und jenen [spreche man] ‘Der allerlei Speisen erschafft’. Rabh und Šemuél sagten nämlich beide: Über alles, worin eine der fünf Getreidearten enthalten ist, spreche man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’.", "R. Joseph sagte: Über eine Brotspeise, in der olivengroße Brocken sind, spreche man vorher den Segen ’Der Brot aus der Erde hervorbringt’ und nachher die drei Segenssprüche; in der keine olivengroßen Brocken sind, vorher den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch.", "R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wer in Jerušalem steht und Speisopfer darbringt, spreche ‘Gepriesen sei er, der uns leben, bestehen und diese Zeit erreichen ließ’; nahm sie [der Priester] zum Essen, so spreche er den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’. Und diesbezüglich wird gelehrt: Bei diesen allen69Den verschiedenen Speisopfern; cf. Lev. 2,6 u. hierzu Men. 75b.müssen die Brocken olivengroß sein.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach braucht er nach dem Tanna der Schule Jišma͑éls, welcher sagt, er zerreibe sie70Der Priester die Speisopfer.wieder zu Mehl, den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’ nicht zu sprechen!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, daß, wenn jemand von allen71Von den Krumen des Speisopfers; nach anderer Erklärung: von den fünf Getreidearten.bis zur Größe einer Olive gesammelt und gegessen hat, er, wenn es Gesäuertes72Und es am Pesaḥfeste ißt.ist, die Ausrottung verwirke, und wenn Maçça, seiner Pflicht am Pesaḥfeste73Diese Barajtha ist auf RJ. zurückzuführen, da darin die Ansicht vertreten wird, daß die Krumen des Speisopfers kleiner als eine Olive waren.genüge. –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er sie wieder zusammengeknetet hat. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: dies nur dann, wenn er sie in einer Zeit, während welcher man ein Peras74Durchgebrochenes, die Hälfte eines 8 Eier großen Brotes.essen kann, gegessen hat. Wenn zusammengeknetet, so sollte es nicht ‘sie gegessen’, sondern ‘es gegessen’ heißen!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie von einem nicht vollständig zerbröckelten75Wörtl.: großem; die Brocken behalten ihren Charakter als Brot, auch wenn sie nicht olivengroß sind.Brote herrühren.", "Was bleibt nun damit? R. Šešeth sagte: Über eine Brotspeise spreche man den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’, auch wenn darin keine olivengroßen Brocken sind. Raba sagte: Dies nur, wenn es das Aussehen des Brotes hat.", "Ṭroqanin ist zur Teighebe76Wie vom Getreide, so ist auch vom fertigen Teig ein Teil dem Priester zu entrichten; cf. Num. 15,20-21.pflichtig. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, Ṭroqanin sei von der Teighebe frei. – Was ist Ṭroqanin?", "Abajje erwiderte: Eine Bodenloch [speise]77Die nicht in einem Gefäße, sondern in einer Vertiefung des Ofenbodens gebacken wird.. Ferner sagte Abajje: Ṭerita ist von der Teighebe frei. – Was ist Ṭerita? Manche erklären: Pfannkuchen, manche erklären: Brot nach indischer78Nach den Kommentaren: Teig, den man unter ständigem Bestreichen mit Öl oder Eiern am Spieß bäckt.Art, und manche erklären: Brot, das für den Quark79Cf. Pes. 42a.bereitet80Dieses wird in der Sonne gebacken.wird.", "R. Ḥija lehrte: Das für den Quark bereitete Brot ist von der Teighebe frei. – Es wird ja aber gelehrt, es sei zur Teighebe pflichtig!? – Da wird der Grund ausdrücklich gelehrt: R. Jehuda sagt, die Zubereitung entscheide;" ], [ "hat man es in Küchelchen geformt, so ist es pflichtig, wenn aber formlose Plätzchen, so ist es frei.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Welchen Segen spreche man über die Bodenloch [speise]? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, es sei Brot, es ist nur eine Teigmasse und man spreche darüber den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’.", "Mar Zuṭra bestimmte es zu seiner Mahlzeit und sprach darüber den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’ und die drei Segenssprüche.", "Mar b. R. Aši sagte: Man genügt damit seiner Pflicht am Pesaḥfest, denn auch hiervon heißt es:81Dt. 16,3.Brot der Armut.", "Ferner sagte Mar b. R. Aši: Über Dattelhonig spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’, denn es ist nichts weiter als ein Saft. –", "Nach wessen Ansicht? –Nach dem Tanna der folgenden Lehre: Wegen des Dattelhonigs, Apfelweines, Weintraubenessigs und anderer Fruchtsäfte von Hebe, ist man nach R. Elie͑zer [zum Ersatze] des Grundwertes und des Fünftels82Wenn man davon aus Versehen genießt; cf. Lev. 5,15.verpflichtet, nach R. Jehošua͑ aber frei. Einer der Jünger fragte Raba: Welchen [Segen spreche man] über Trimma83Tϱῑμμα, Geriebenes, Speise aus gequetschten Früchten.? Raba verstand nicht, was jener ihn fragte, und Rabina, der vor Raba saß, sprach zu jenem: Meinst du solche aus Sesam, oder aus Safflor, oder aus Weintraubenkernen?", "Währenddessen verstand ihn Raba und sprach zu ihm: Du meinst gewiß Zerriebenes, da hast du mich an etwas erinnert, das R. Asi gesagt hat: Aus Datteln von Hebe darf man Ṭrimma bereiten, jedoch darf man daraus keinen Rauschtrank bereiten84Wonach Ṭ. noch als Frucht betrachtet wird.. Die Halakha ist: Hat man aus Datteln Ṭrimma bereitet, so spreche man darüber den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’, denn sie behalten ihr Wesen, wie vorher.", "Über Šetita85Nach den Kommentaren eine Speise aus gerösteten Ähren und Honig.spreche man, wie Rabh sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und wie Šemuél sagt, ‘Der allerlei Speisen erschafft’.", "R. Ḥisda sagte: Sie streiten aber nicht; einer spricht von hartem, der andere von weichem; das harte bereitet man zum Essen, das weiche bereitet man zu Heilzwecken.", "R. Joseph wandte ein: Sie stimmen überein, daß man am Šabbath Šetita umrühren und ägyptisches Bier86Ein Getränk aus Gerste, Saflor u. Salz; cf. Pes. 42b.trinken dürfe. Ist denn, wo du erklärst, wenn man es zu Heilzwecken bereitet, [die Bereitung] eines Heilmittels am Šabbath erlaubt!?", "Abajje erwiderte ihm: Bist du etwa nicht dieser Ansicht, wir haben ja gelernt, man dürfe am Šabbath zu Heilzwecken jede Speise essen und jedes Getränk trinken!? Du mußt also erklären, er beabsichtige das Essen, ebenso beabsichtigt man hierbei das Essen.", "Eine andere Lesart. Du mußt also erklären, er beabsichtige das Essen, und Heilmittel ist es nebenbei, ebenso beabsichtigt man auch hierbei das Essen, und ein Heilmittel ist es nebenbei.", "Und auch die [Lehre] Rabhs und Šemuéls ist nötig. Aus jener87Der hier angezogenen Mišna.könnte man es nur von dem Falle wissen, wenn man das Essen beabsichtigt und es Heilmittel nebenbei ist, hierbei aber, wo man es von vornherein zur Heilung bereitet, spreche man darüber gar keinen Segen, so lehrt er uns, daß man, da man einen Genuß davon hat, darüber den Segen spreche.", "DENN ÜBER DAS BROT SPRECHE MAN ‘DER [BROT AUS DER ERDE] HERVORBRINGT’. Die Rabbanan lehrten: Wie spricht man? – ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt [hamoçi]’; R. Neḥemja sagt: ‘Der Brot aus der Erde hervorgebracht hat [moçi]’. Raba sagte: Über ‘moçi’ stimmen alle überein, daß es ‘hervorgebracht’ bedeute, denn es heißt:88Num. 23,22.der Gott, der sie aus Miçrajim herausgebracht [moçiám], sie streiten nur über ‘hamoçi’; die Rabbanan sind der Ansicht, auch ‘hamoçi’ bedeute ‘hervorgebracht’, denn es heißt: 89Dt. 8,15.der dir Wasser aus einem Kieselstein hervorgebracht [hamoçi], und R. Neḥemja ist der Ansicht, ‘hamoçi’ bedeute ‘hervorbringt’, denn es heißt:90Ex. 6,7.Der euch aus der Knechtschaft Miçrajims herausbringt [hamoçi]. –", "Und die Rabbanan!? – Hier spricht der Heilige, gepriesen sei er, zu Jisraél wie folgt: Wenn ich euch herausgeführt habe, vollbringe ich euch etwas, wodurch ihr erkennen werdet, daß ich es bin, der euch aus Miçrajim herausgeführt hat, wie es auch heißt: 90Ex. 6,7.ihr sollt erkennen, daß ich, der Herr, euer Gott bin, der herausgebracht hat91Er spricht in der Vergangenheit, obgleich es noch gar nicht geschehen war..", "Die Rabbanan lobten R. Zera vor R. Zebid, dem Vater92So nach der editio princeps herzustellen; unsere Ausgaben sind korrupt.des R. Šimo͑n b. R. Zebid, daß er ein bedeutender Mann und in den Segenssprüchen kundig sei. Da sprach er zu ihnen: Wenn er zu euch kommt, bringet ihn zu mir. Als er einst bei ihm war, und man ihm Brot vorsetzte, begann er und sprach: ‘Der hervorgebracht hat [moçi]’. Da sprach jener: Der ist es, über den man sagt, er sei ein bedeutender Mann und in den Segenssprüchen kundig! Hätte er ‘hervorbringt [hamoçi]’ gesagt," ], [ "so würde er uns die Erklärung93Des oben angezogenen Verses., und daß die Halakha wie die Rabbanan sei, mitgeteilt haben; was aber lehrt er uns, wenn er ‘hervorgebracht [moçi]’ sagt!? Er aber tat dies, um sich einer Streitigkeit zu entziehen.", "Die Halakha ist, man spreche ‘Der Brot aus dem Boden hervorbringt [hamoçi]’, denn wir richten uns nach den Rabbanan, welche sagen, es bedeute ‘hervorbringt’.", "ÜBER KRÄUTER SPRECHE MAN &C. Er lehrt von Kräutern, wie vom Brote: wie das Brot durch das Feuer verändert wurde, ebenso Kräuter, [auch] wenn sie durch das Feuer verändert wurden. Rabbanaj sagte im Namen Abajjes: Dies besagt, daß man über gedünstete Kräuter den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spreche. – Woher dies? – Da er von Kräutern wie vom Brote lehrt.", "R. Ḥisda trug vor im Namen unseres Meisters, das ist Rabh: Über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. Unsere Lehrer, die aus dem Jisraélland herabgekommen sind – das ist U͑la im Namen R. Joḥanans – sagen, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’. Ich sage, über das, worüber man sonst ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spricht94Was man roh ißt., spreche man, wenn gedünstet, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und über das, worüber man sonst ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spricht95Was man gekocht ißt., spreche man, wenn gedünstet, ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. –", "Allerdings, über das, worüber man sonst ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spricht, wenn gedünstet, ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, dies kann bei Kohl, Mangold und Kürbis der Fall sein, in welchem Falle aber über das, worüber man sonst ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spricht, wenn gedünstet, ‘Alles &c.’!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist bei Knoblauch und Lauch der Fall.", "R. Naḥman trug vor im Namen unseres Meisters, das ist Šemuél: Über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. Unsere Genossen, die aus dem Jisraélland herabgekommen sind – das ist U͑la im Namen R. Joḥanans – sagen, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’.", "Ich sage, darüber besteht ein Streit, denn es wird gelehrt: Man genügt der Pflicht96Ungesäuertes am Pesaḥfeste zu essen. mit einem eingeweichten oder gekochten Kuchen, der nicht zergangen ist – so R. Meír; R. Jose sagt, man genüge der Pflicht mit einem eingeweichten Kuchen, nicht aber mit einem gekochten, auch wenn er nicht zergangen97Sie streiten also, ob die gekochte Speise ihr Wesen behält.ist. –", "Dies ist aber nichts; tatsächlich sind alle der Ansicht, man spreche über gedünstete Kräuter den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, denn nur da sagt dies98Daß man mit Gekochtem der Pflicht nicht genüge.R. Jose, weil da der Geschmack des Ungesäuerten erforderlich ist, der dann nicht vorhanden ist, hier aber pflichtet auch R. Jose bei.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft‘; R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Joḥanans, über gedünstete Kräuter spreche man den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: U͑la hat sich seinen Irrtum nach R. Binjamin b. Jepheth99Er hat es von diesem und nicht von RJ. gehört. eingeprägt.", "R. Zera staunte darüber: welche Bedeutung hat R. Binjamin b. Jepheth gegenüber R. Ḥija b. Abba!? R. Ḥija b. Abba lernte die Halakha von seinem Lehrer R. Joḥanan und erwog sie genau, R. Binjamin b. Jepheth aber erwog nicht; ferner wiederholte R. Ḥija b. Abba alle dreißig Tage sein Studium vor seinem Lehrer R. Joḥanan, R. Binjamin b. Jepheth aber wiederholte nicht. Und abgesehen von diesem und von jenem, – einst geschah es, daß man wegen einer Lupine, die man siebenmal in einem Topfe gekocht und zum Nachtisch gegessen hatte, zu R. Joḥanan kam und ihn fragte, und er erwiderte, daß man darüber den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ spreche.", "Ferner erzählte R. Ḥija b. Abba, er habe gesehen, wie R. Joḥanan eine eingesalzene100Das Eingesalzene gleicht hierin dem Gedünsteten.Olive gegessen und über sie den Segen vorher und nachher gesprochen hat. Allerdings spricht man, wenn du sagst, gedünstete Kräuter behalten ihr Wesen, vorher ‘Der die Baumfrucht erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch; wenn du aber sagst, gedünstete Kräuter behalten ihr Wesen nicht, so spricht man zwar vorher den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’, welchen Segen aber spricht man nachher!? –", "Vielleicht [den Segen] ‘Der viele Wesen und ihre Bedürfnisse erschafft, für alles, was er erschaffen hat’.", "R. Jiçḥaq b. Šemuél wandte ein: Mit den [bitteren] Kräutern, mit denen man seiner Pflicht am Pesaḥfeste101Cf. Ex. 12,8.genügt, genügt man sowohl mit ihnen selbst, wie auch mit ihrem Strunke, nicht aber mit eingelegten, gedünsteten und gekochten. Weshalb nicht mit gedünsteten, wenn du sagst, sie behalten ihr Wesen!? –", "Anders ist es da, wo der Geschmack des Bitteren erforderlich ist, der dann nicht vorhanden ist.", "R. Jirmeja sprach zu R. Zera: Wieso sprach R. Joḥanan den Segensspruch über eine eingesalzene Olive, da man ihr den Kern genommen hat, fehlt ihr ja das Quantum102Was kleiner ist als eine Olive, benötigt keines Segensspruches.!? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl," ], [ "das Quantum einer großen Olive sei erforderlich,", "erforderlich ist das einer mittelgroßen Olive, und dieses war vorhanden; die man R. Joḥanan vorgesetzt, war eine große Olive, und obgleich man ihr den Kern genommen hatte, blieb das Quantum zurück.", "Wir haben nämlich gelernt: Die Olive, von der sie sprechen, ist weder eine kleine noch eine große, sondern eine mittelgroße, das ist die Aguri. Hierzu sagte R. Abahu: Ihr Name ist nicht Aguri, sondern Abrusi (ist ihr Name), und wie manche sagen: Semrusi (ist ihr Name), sie heißt aber deshalb Aguri, weil das Öl in ihr gesammelt [agur] ist.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím [streiten]. Einst saßen nämlich zwei Schüler vor Bar Qappara, und man setzte ihnen Kohl, damascenische [Pflaumen] und junges Geflügel vor. Als Bar Qappara einem von ihnen die Erlaubnis, den Segen zu sprechen, erteilte, und dieser sich aufrichtete und den Segen über das Geflügel sprach, lachte sein Genosse über ihn. Da zürnte Bar Qappara und sprach: Ich zürnte nicht über den, der den Segensspruch gesprochen, ich zürnte vielmehr über den, der gelacht hat; wenn dein Genosse anscheinend noch nie den Geschmack des Fleisches103Es war ihm neu, u. aus Bevorzugung sprach er darüber den Segen zuerst.gekostet, warum lachst du da über ihn!? Alsdann sprach er: Ich zürnte nicht über den, der gelacht, ich zürnte vielmehr über den, der den Segensspruch gesprochen hat: mangelt es hier auch an Weisheit, so ist ja immerhin Alter104Du solltest mich fragen.vorhanden.", "Es wird gelehrt: Beide überlebten das Jahr nicht.", "Ihr Streit bestand wahrscheinlich in folgendem: der den Segensspruch sprach, war der Ansicht, man spreche über gedünstete Kräuter und über Geflügel ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und das Beliebtere ist zu bevorzugen, und der gelacht hat, war der Ansicht, man spreche über gedünstete Kräuter ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, über Geflügel aber ‘Alles entsteht durch sein Wort’, und die Frucht ist zu bevorzugen. –", "Nein, beide waren der Ansicht, man spreche über gedünstete Kräuter und über Geflügel ‘Alles entsteht durch sein Wort’, ihr Streit aber bestand in folgendem: einer war der Ansicht, das Beliebtere sei zu bevorzugen, und der andere war der Ansicht, der Kohl sei zu bevorzugen, weil er nahrhaft ist.", "R. Zera erzählte: Als ich bei R. Hona war, sagte er zu uns: Über Rübenköpfe in großen Stücken zerstückelt [spreche man] ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, wenn in kleinen Stücken zerstückelt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’. Als wir aber zu R. Jehuda kamen, sagte er zu uns: Über diese und jene spreche man ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, denn man zerstückelt sie nur deshalb kleiner, um ihren Geschmack zu erhöhen.", "R. Aši sagte: Als wir bei R. Kahana waren, sagte er zu uns: Über die gekochte Speise aus Mangold, worin man nicht viel Mehl tut, [spreche man] ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, über die aus Rüben, worin man viel Mehl tut, ‘Der allerlei Speisen erschafft’. Später aber sagte er: Über diese und jene: ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, denn nur zum Binden tut man darin viel Mehl.", "R. Ḥisda sagte: Die Marigoldspeise ist zuträglich für das Herz und gut für die Augen und noch mehr für die Gedärme. Abajje sagte: Dies nur, wo sie auf dem Herde steht und ‘tuch, tuch’105Nachahmung des Schalles beim Kochen.macht.", "R. Papa sagte: Es ist mir gewiß, daß die Mangoldbrühe dem Mangold, die Rübenbrühe der Rübe und die Brühe aller gekochten Gemüse dem Gemüse gleiche. Aber folgendes fragte R. Papa: Wie ist es mit der Dillbrühe: tut man ihn hinein, um den Geschmack106Wonach der Segen über die Bodenfrucht zu sprechen ist.zu erhöhen, oder tut man ihn hinein, um den Schaum zu entfernen? –", "Komm und höre: Der Dill ist, sobald er im Topfe einen Geschmack verliehen hat, nicht mehr Hebe107Wenn er von Hebe herrührt, ist er dann einem Gemeinen nicht mehr verboten., auch ist er als Speise nicht mehr verunreinigungsfähig. Schließe hieraus, daß man ihn zur Erhöhung des Geschmackes hineintut. Schließe hieraus.", "R. Ḥija b. Aši sagte: Über vertrocknetes Brot in einer Schüssel [eingeweicht] spreche man den Segen ‘Der hervorbringt’. Er streitet gegen R. Ḥija, denn R. Ḥija sagte, der Segensspruch sei mit dem [Durchbrechen des] Brotes zu beenden.", "Raba wandte ein: Über vertrocknetes Brot wohl deshalb nicht, weil man den Segen über ein angebrochenes Stück beendet, aber auch bei einem [frischen] Brote beendet man ihn ja über ein angebrochenes Stück!?" ], [ "Vielmehr, sagte Raba, spreche man den Segen vorher, und erst dann breche man an.", "Die Nehardee͑nser verfahren nach R. Ḥija, die Rabbanan verfahren nach Raba. Rabina sprach: Die Mutter sagte zu mir: dein Vater verfuhr nach R. Ḥija, denn R. Ḥija sagte, der Segen sei mit dem [Durchbrechen des] Brotes zu beenden, und die Rabbanan verfuhren nach Raba. Die Halakha ist wie Raba, welcher sagt, man spreche den Segen vorher, dann breche man an.", "Hat man ihnen Brocken und Ganze108Und sie kleiner sind als die Brocken.vorgesetzt, so spreche man, wie R. Hona sagt, den Segen über die Brocken und enthebe die Ganzen; R. Joḥanan aber sagt, über ein Ganzes sei das Gebot bevorzugter. Wenn aber ein Stück aus Weizenmehl und ein Ganzes aus Gerstenmehl, so stimmen alle überein, daß man den Segen über das Stück aus Weizenmehl spreche und das Ganze aus Gerstenmehl enthebe.", "R. Jirmeja b. Abba sagte: Hierüber [streiten] Tannaím: Man sondere ab als Hebe eine kleine ganze Zwiebel, nicht aber eine halbe große Zwiebel; R. Jehuda sagt: nicht doch, vielmehr die halbe große. Ihr Streit besteht wohl in folgendem; einer ist der Ansicht, das Wertigere sei zu bevorzugen, und der andere ist der Ansicht, das Ganze sei zu bevorzugen. Ist ein Priester anwesend, so stimmen alle überein, daß das Wertigere zu bevorzugen sei, sie streiten nur, wenn kein Priester anwesend ist.", "Wir haben nämlich gelernt: Wo ein Priester anwesend ist, sondere man die Hebe ab von dem Besseren ab. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Der Gottesfürchtige wird von dem Dauerhafteren; R. Jehuda sagt, man sondere die Hebe nur vom Besseren ab.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Der Gottesfürchtige wird beiden gerecht. – Wer ist dieser? – Mar, der Sohn Rabinas, denn Mar, der Sohn Rabinas, pflegt das Stück unter das Ganze zu legen und anzubrechen.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman b. Jiçḥaq: Man lege das Stück unter das Ganze, breche an und spreche den Segen. Dieser sprach zu ihm: Wie ist dein Name? Er erwiderte: Šalmon109Der Friedliche.. Da sprach er: Friede bist du, und friedlich ist deine Lehre, denn Frieden hast du zwischen den Schülern gestiftet.", "R. Papa sagte: Alle stimmen überein, daß man am Pesaḥfeste das Stück unter das Ganze lege und anbreche. – Weshalb? – Es heißt:110Dt. 16,3.Brot der Armut.", "R. Abba sagte: Am Šabbath muß man zwei Brote anbrechen. – Weshalb? – Es heißt:111Ex. 16,22.doppeltes Brot.", "R. Aši erzählte: Ich sah R. Kahana zwei halten und eines anbrechen. R. Zera brach [am Šabbath] ein Brot an, das für die ganze Mahlzeit reichte. Rabina sprach zu R. Aši: Dies sieht ja wie Gefräßigkeit aus! Dieser erwiderte: Da er an keinem anderen Tage, sondern nur heute so verfährt, so sieht es nicht wie Gefräßigkeit aus.", "Wenn R. Ami und R. Asi ein E͑rubbrot112Es ist verboten, am Šabbath mehr als 2000 Ellen zu gehen; man kann jedoch vor Eintritt des Š.s am Ende der 2000 Ellen eine Speise niederlegen, wodurch diese Stelle quasi als seine Wohnung betrachtet wird, dann ist es ihm erlaubt, weitere 2000 Ellen zu gehen. Auf ähnliche Weise, wenn jeder dazu etwas beiträgt, können mehrere Anwohner ihre Höfe ‘vereinigen’, so daß sie hinsichtl. des Šabbathgesetzes als ein Gebiet zu betrachten sind. Diese Speise wird E͑rub (Vermischung, Vereinigung sc. der Gebiete) genannt.sich darbot, pflegten sie darüber den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’ zu sprechen. Sie sagten nämlich: Da damit ein Gebot bereits ausgeübt worden ist, so wollen wir damit ein zweites Gebot ausüben." ], [ "Rabh sagte: [Spricht jemand113Zum Tischnachbar, nachdem er den Segen gesprochen hat; nach dem Segensspruche darf man, bevor man gekostet hat, nicht unnötigerweise unterbrechen.:] ‘Nimm, gesegnet, nimm, gesegnet’, so braucht er den Segen nicht abermals zu sprechen; wenn aber: ‘Salz her, Zukost her’, so muß er den Segen abermals sprechen; R. Joḥanan sagt, auch wenn [er spricht:] ‘Salz her, Zukost her’, brauche er den Segen nicht abermals zu sprechen. [Spricht jemand:] ‘Mische für die Ochsen, mische für die Ochsen’, so muß er den Segen abermals sprechen; R. Šešeth sagt, auch wenn [er spricht:] ‘Mische für die Ochsen’, brauche er den Segen nicht abermals zu sprechen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Es ist zu essen verboten, bevor er seinem Vieh Futter gegeben, denn es heißt:114Dt. 11,15.ich werde Gras auf deinem Felde für dein Vieh geben, nachher erst:114Dt. 11,15.und du wirst essen und satt werden.", "Raba b. Šemuél sagte im Namen R. Ḥijas: Wer [das Brot] anbricht, darf nicht eher anbrechen, als bis man für jeden einzelnen Salz oder Zukost gebracht hat. Einst war Raba b. Šemuél beim Exilarchen eingetroffen, und als man ihm Brot vorsetzte, brach er es sofort an. Sie sprachen zu ihm: Ist der Meister von seiner Lehre zurückgetreten? Dieser erwiderte: Dieses heischt kein Warten115Dh. dieses Brot kann man auch ohne Zukost essen..", "Ferner sagte Raba b. Šemuél im Namen R. Ḥijas: Der Urin wird nicht anders entleert, als im Sitzen116Stehend befürchtet man, sich zu bespritzen.. R. Kahana sagte: Auf lockere Erde auch stehend. Wo keine lockere Erde da ist, stehe man auf einem hohen Orte und uriniere auf einen abschüssigen Ort.", "Ferner sagte Raba b. Šemuél im Namen R. Ḥijas: Nach jedem Essen iß Salz, und nach jedem Trinken trinke Wasser, so wirst du nie zu Schaden kommen. Ebenso wird gelehrt: Nach jedem Essen iß Salz, und nach jedem Trinken trinke Wasser, so wirst du nie zu Schaden kommen. Ein Anderes lehrt: Wer irgend eine Speise gegessen und kein Salz gegessen hat, wer irgend ein Getränk getrunken und kein Wasser getrunken hat, der sei am Tage wegen üblen Mundgeruches und bei Nacht wegen der Bräune besorgt.", "Die Rabbanan lehrten: Wer sein Essen im Wasser schwimmen läßt, kommt nicht zu Leibsehmerzen. – Wieviel? – Einen Trinkbecher für ein Brot.", "R. Mari sagte im Namen R. Joḥanans: Wer einmal in dreißig Tagen Linsen [zu essen] pflegt, hält die Bräune von seinem Hause zurück; jeden Tag aber nicht. – Weshalb? – Weil es wegen üblen Mundgeruches schädlich ist.", "Ferner sagte R. Mari im Namen R. Joḥanans: Wer einmal in dreißig Tagen Senf zu essen pflegt, hält böse Krankheiten von seinem Hause zurück; jeden Tag aber nicht. – Weshalb? – Weil es wegen Herzschwäche schädlich ist.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Wer kleine Fische [zu essen] pflegt, bekommt keine Leibschmerzen; und noch mehr, kleine Fische lassen auch gedeihen, nähren und kräftigen den ganzen Körper des Menschen.", "R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Wer Schwarzkümmel [zu essen] pflegt, kommt nicht zu Herzschmerzen. Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Der Schwarzkümmel ist eines der sechzig117Die Zahl sechzig bedeutet im Talmud soviel wie recht viel u. ist nicht genau zu nehmen.tödlichen Gewürze, und wer im Osten seiner Tenne schläft, dessen Blut kommt über sein eigenes Haupt!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von seinem Geruche und das andere gilt von seinem Geschmacke. Die Mutter R. Jirmejas buk ihm Brot und streute ihn darauf, kratzte ihn aber wieder ab.", "R. JEHUDA SAGT, [MAN SPRECHE] ‘DER ALLERLEI GRASARTEN ERSCHAFFT’. R. Zera, manche sagen, R. Ḥenana b. Papa sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Jehuda. Ferner sagte R. Zera, manche sagen, R. Ḥenana b. Papa: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: die Schrift sagt:118Ps. 68,20.gepriesen sei der Herr Tag für Tag; preist man ihn denn nur am Tage und [preist ihn] nicht in der Nacht? Vielmehr besagt dies: für jeden besonderen Tag gib ihm seine entsprechenden Segenssprüche; ebenso hier: für jede besondere Art gib ihm seine entsprechenden Segenssprüche.", "Ferner sagte R. Zera, manche sagen, R. Ḥenana b. Papa: Komm und sieh, daß nicht die Art des Heiligen, gepriesen sei er, die Art des Menschen ist. Beim Menschlichen nimmt ein leeres Gefäß auf, ein volles aber nicht; bei dem des Heiligen, gepriesen sei er, ist es aber nicht so, das Volle119Der Gelehrte, der mit Wissen voll ist.nimmt auf, das Leere aber nimmt nicht auf, denn es heißt:120Ex. 15,26.und er sprach: Wenn hören, wirst du hören; wenn du bereits gehört hast, wirst du hören, wenn aber nicht, so wirst du nicht hören. Eine andere Erklärung: Hast du das Alte gehört, so wirst du auch das Neue hören, wendet sich aber dein Herz weg, so wirst du nichts mehr hören.", "iiHAT JEMAND ÜBER BAUMFRÜCHTE ‘DER DIE BODENFRUCHT ERSCHAFFTGESPROCHEN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT; WENN ÜBER BODENFRÜCHTE ‘DER DIE BAUMFRUCHT ERSCHAFFT’, SO HAT ER SEINER PFLICHT NICHT GENÜGT. BEI ALLEN ABER HAT MAN SEINER PFLICHT GENÜGT, WENN MAN ‘ALLES ENTSTEHT DURCH SEIN WORTGESPROCHEN HAT.", "GEMARA. Wer lehrt, daß beim Baume der Boden die Hauptsache ist? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es ist nach R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Ist die Quelle versiegt, oder der Baum abgehauen worden, so bringe er dar121Die Erstlingshebe.und lese nicht; R. Jehuda sagt, er bringe dar und lese auch122Weil der Boden vorhanden ist; cf. Bik. I,6..", "WENN ÜBER BODENFRÜCHTE &C. Selbstverständlich!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist nach R. Jehuda nötig, welcher sagt, der Weizen sei eine Baumart. Es wird nämlich gelehrt: Der Baum, von dem Adam, der Urmensch, gegessen hat, war, wie R. Meír sagt, ein Weinstock, denn du hast nichts, was über den Menschen Wehklage bringt, als den Wein, wie es heißt: 123Gen. 9,21.und er trank vom Weine und wurde trunken. R. Neḥemja sagt, es war ein Feigenbaum, denn womit sie sich versündigt, damit wurde es ihnen gut gemacht, wie es heißt:124Ib. 3,7.und sie nähten Feigenblätter zusammen. R. Jehuda sagt, es war Weizen, denn das Kind weiß noch nicht, Vater und Mutter zu sprechen, als es schon den Geschmack des Getreides gekostet125Deshalb ‘Baum der Erkenntnis’.hat.", "Man könnte glauben, da nach R. Jehuda der Weizen eine Baumart ist, so spreche man über ihn den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’, so lehrt er uns, daß man den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’ nur dann spricht, wenn das Gezweige, nachdem man die Frucht gepflückt, zurückbleibt und wieder [Früchte] hervorbringt," ], [ "wenn aber, nachdem man die Frucht gepflückt, das Gezweige nicht zurückbleibt und wieder [Früchte] trägt, so spricht man nicht den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’, sondern ‘Der die Bodenfrucht erschafft’.", "BEI ALLEN ABER &C. WENN MAN ‘ALLES &C’. Es wurde gelehrt: R. Hona sagt, außer Brot und Wein; R. Joḥanan sagt, auch Brot und Wein.", "Es wäre anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen] wie die folgenden Tannaím. Wenn jemand Brot gesehen und gesprochen hat: wie schön ist dieses Brot, gepriesen sei Gott, der es erschaffen hat, so hat er seiner Pflicht genügt. Wenn er eine Feige gesehen und gesprochen hat: wie schön ist diese Feige, gepriesen sei Gott, der sie erschaffen hat, so hat er seiner Pflicht genügt – so R. Meír. R. Jose sagt, wer das von den Weisen bei den Segenssprüchen festgesetzte Gepräge ändert, genüge seiner Pflicht nicht. Es wäre anzunehmen, daß R. Hona der Ansicht R. Joses, und R. Joḥanan der Ansicht R. Meírs ist. –", "R. Hona kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Meír, denn R. Meír vertritt seine Ansicht nur da, wo er den Namen des Brotes genannt hat, wenn man aber den Namen des Brotes nicht nennt, pflichtet auch R. Meír bei;", "und auch R. Joḥanan kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jose, denn R. Jose vertritt seine Ansicht nur da, wo er einen Segen gesprochen hat, den die Rabbanan nicht angeordnet haben, wenn man aber ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spricht, das die Rabbanan angeordnet haben, pflichtet auch R. Jose bei.", "Binjamin der Hirt aß sein Brot und sprach: Gepriesen sei der Herr dieses Brotes. Da sagte Rabh: Er hat seiner Pflicht genügt. – Rabh sagte ja aber, ein Segensspruch, in dem der Gottesname nicht erwähnt wird, sei kein Segensspruch!? – Er hatte gesprochen: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der Herr dieses Brotes. –", "Es sind ja aber drei Segenssprüche erforderlich!? – Mit ‘genügt’ meinte Rabh auch nur, er habe der Pflicht des ersten Segensspruches genügt. –", "Er lehrt uns damit, [es genüge,] wenn man es in profaner Sprache gesprochen hat, und dies wurde ja bereits gelehrt!?", "Folgendes kann in jeder Sprache gelesen werden: der Abschnitt der Ehebruchverdächtigten126Cf. Num. Kap. 5., das Bekenntnis127Cf. Dt. Kap. 26.beim Zehnten, das Šema͑, das Gebet und der Tischsegen. – Dies ist nötig; man könnte glauben, nur in dem Falle, wenn man ihn in profaner Sprache genau so spricht, wie ihn die Rabbanan in der Heiligensprache angeordnet haben, nicht aber, wenn man ihn in der profanen Sprache nicht so spricht, wie ihn die Rabbanan in der Heiligensprache angeordnet haben, so lehrt er uns.", "Der Text. Rabh sagte: Ein Segensspruch, in dem der Gottesname nicht erwähnt wird, ist kein Segensspruch. R. Joḥanan sagte: Ein Segensspruch, in dem das Königtum [Gottes] nicht erwähnt wird, ist kein Segensspruch. Abajje sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtender, denn es wird gelehrt: 128Dt. 26,13.Deine Gebote habe ich nicht übertreten, noch vergessen: nicht übertreten, dich zu preisen, noch vergessen, darüber deinen Namen zu erwähnen. Er lehrt aber nicht: darüber dein Königtum [zu nennen]. –", "Und R. Joḥanan!?– Lies: nicht vergessen, darüber deinen Namen und dein Königtum zu erwähnen.", "iiiÜBER DAS, WAS NICHT AUS DER ERDE WÄCHST, SPRECHE MAN ‘ALLES ENTSTEHT DURCH SEIN WORT’. ÜBER DEN ESSIG, ÜBER ABGEFALLENES UND ÜBER HEUSCHRECKEN SPRECHE MAN ‘ALLES ENTSTEHT DURCH SEIN WORT’. R. JEHUDA SAGT, ÜBER ALLES, WAS EINE ART FLUCH129Was bei den genannten Dingen der Fall ist; Essig entsteht durch das Sauerwerden des Weines, ebenso sind Fallobst und Heuschrecken ein Fluch. IST, SPRECHE MAN KEINEN SEGEN.", "ivWER MEHRERE ARTEN VOR SICH HAT, SPRECHE, WIE R. JEHUDA SAGT, WENN DARUNTER EINE VON DEN SIEBEN ARTEN IST, DEN SEGEN ÜBER DIESE; DIE WEISEN SAGEN, ER SPRECHE DEN SEGEN, ÜBER WELCHE ER WILL.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Über das, was nicht aus der Erde wächst, beispielsweise Fleisch vom Vieh, Wild, Geflügel oder Fische, spreche man ‘Alles entsteht durch sein Wort’; über Milch, Eier und Käse spreche man ‘Alles’; über verschimmeltes Brot, kahmigen Wein und verdorbene130Wörtl.: deren Aussehen vorüber ist.Kochspeise spreche man ‘Alles’; über Salz, Salztunke, Schwämme und Pilze spreche man ‘Alles’. Demnach sind Schwämme und Pilze keine Erdgewächse, dagegen aber wird gelehrt, daß, wenn jemand sich Früchte der Erde abgelobt, ihm Früchte der Erde verboten, Schwämme und Pilze aber erlaubt seien; und wenn er gesagt hat: alle Erdgewächse sollen mir verboten sein, ihm auch Schwämme und Pilze verboten seien!?", "Abajje erwiderte: Sie wachsen zwar aus der Erde, ihre Nahrung aber ziehen sie nicht aus der Erde. –", "Er lehrt ja aber: über das, was nicht aus der Erde wächst!? – Lies: über das, was nicht aus der Erde seine Nahrung zieht.", "ÜBER ABGEFALLENES. Was heißt Abgefallenes? – R. Zera und R. Ilea͑ [erklärten es]; einer erklärt, durch die Hitze überreift, und einer erklärt, Datteln, die der Wind [abgeschüttelt]. –", "Wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, über alles, was eine Art Fluch ist, spreche man keinen Segen. Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘durch die Hitze überreift’ erklärt, daß er es einen Fluch nennt; was für ein Fluch ist es aber nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt!? –", "Dies bezieht sich auf die übrigen.", "Manche lesen: Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘durch die Hitze überreift’ erklärt, daß man darüber ‘Alles’ spricht; wieso aber spricht man darüber ‘Alles’ nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt, man sollte ja den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’ sprechen!? –", "Vielmehr über ‘Abgefallenes’ schlechthin stimmen alle überein, daß es durch die Hitze überreifte [Früchte] sind, sie streiten nur über ‘Abgefallenes der Dattelpalme’. Wir haben nämlich gelernt: Die bezüglich des Demaj131Früchte, von denen es zweifelhaft ist, ob von ihnen der Zehnt &c. entrichtet worden ist. Bezüglich der hier aufgezählten minderwertigen Früchte besteht noch ein zweiter Zweifel: ob sie überhaupt zehntpflichtig sind.leichter zu nehmenden sind: Šitin, Rimin, O͑zardin, Benoth šuaḥ, Benoth šiqma, Guphnin, Niçpa, Nobloth temara [Abgefallenes der Dattelpalme].", "Šitin, wie Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans erklärte: eine Art Feigen; Rimin: Pistazien; O͑zardin: Speierlinge; Benoth šuaḥ, wie Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans erklärte: weiße Feigen; Benoth šiqma, wie Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans erklärte: gepfropfte132So nach den Kommentaren zur Mišna, der Text ist auch in Handschriften korrumpiert.Feigen; Guphnin: späte Weintrauben; Niçpa: Kapern. Über Nobloth temara [Abgefallenes der Dattelpalme streiten] R. Ilea͑ und R. Zera; einer erklärt: durch die Hitze überreift, und einer erklärt: Datteln, die der Wind abgeschüttelt. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘durch Hitze überreift’ erklärt, daß er von ‘hinsichtlich des Demaj leichter zu nehmenden’ spricht, denn nur im Zweifel sind sie [zehnt]frei, die sicher [unverzehnteten] hingegen sind pflichtig; wieso aber sollten nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt, die sicher [unverzehnteten] pflichtig sein, sie sind ja Freigut!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man sie in die Tenne gesammelt hat. R. Jiçḥaq sagte nämlich im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Nachlese133Was beim Mähen der Feldfrüchte zurückbleibt; cf. Lev. 19,9., Vergessenes134Die bei der Ernte vergessene Garbe; cf. Dt. 24,19.und Eckenlaß135Beim Mähen muß an einer Ecke des Feldes etwas Getreide am Halm zurückgelassen werden; cf. Lev. 19,9. All dies ist Freigut und bleibt für die Armen.in die Tenne gesammelt, sind zehntpflichtig136Obgleich sie sonst als Freigut zehntfrei sind.geworden.", "Manche sagen:" ], [ "Erklärlich ist es nach demjenigen, der ‘Datteln, die der Wind abgeschüttelt’ erklärt, daß er es hier137In unserer Mišna, in der es sich um überreifte Früchte handelt.‘Abgefallenes’ schlechthin und dort ‘[Abgefallenes] der Dattelpalme’ nennt; nach demjenigen aber, der ‘durch die Hitze überreift’ erklärt, sollte es doch da und dort ‘Abgefallenes der Dattelpalme’, oder da und dort ‘Abgefallenes’ schlechthin heißen!? – Ein Einwand.", "WER MEHRERE ARTEN VOR SICH HAT &C. U͑la sagte: Der Streit besteht nur, wo ihre Segenssprüche die gleichen sind: R. Jehuda ist der Ansicht, was zu den sieben Arten gehört, sei zu bevorzugen, und die Rabbanan sind der Ansicht, das Beliebtere sei zu bevorzugen138Auf jeden Fall nur einen Segensspruch für alle.; wo aber ihre Segenssprüche nicht die gleichen sind, stimmen alle überein, daß man zuerst über die eine und dann über die andere den Segen spreche.", "Man wandte ein: Wer einen Rettich und eine Olive vor sich hat, spreche den Segen über den Rettich und er befreit die Olive!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Rettich Hauptsache ist. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Jehuda sagt, man spreche den Segen über die Olive, weil die Olive von den sieben Arten ist. Hält denn R. Jehuda nichts von dem, was wir gelernt haben, daß man bei Hauptspeise und Zukost den Segen über die Hauptspeise spreche und die Zukost befreie!? Wolltest du erwidern, dem sei auch so, er halte nichts davon, so wird ja gelehrt, R. Jehuda sagt, ist die Olive des Rettichs wegen da, so spreche er den Segen über den Rettich und er befreit die Olive!? –", "Tatsächlich in dem Falle, wenn der Rettich Hauptsache ist, und R. Jehuda und die Rabbanan streiten über einen anderen Fall. [Die Barajtha] ist nämlich lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wer einen Rettich und eine Olive vor sich hat, spreche den Segen über den Rettich und er befreit die Olive; diese Worte gelten nur, wenn der Rettich Hauptsache ist, wenn aber der Rettich nicht Hauptsache ist, stimmen alle überein, daß er zuerst über das eine (den Segensspruch spreche) und dann über das andere den Segensspruch spreche. Bei zwei Arten, deren Segenssprüche die gleichen sind, spreche man den Segen, über welche man will; R. Jehuda sagt, er spreche über die Olive, weil die Olive zu den sieben Arten gehört.", "Hierüber streiten R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied. Einer sagt, der Streit bestehe nur, wo ihre Segenssprüche die gleichen sind, denn R. Jehuda ist der Ansicht, was zu den sieben Arten gehört, sei zu bevorzugen, und die Rabbanan sind der Ansicht, das Beliebtere sei zu bevorzugen; wo aber ihre Segenssprüche nicht die gleichen sind, stimmen alle überein, daß man zuerst über die eine und dann über die andere den Segen spreche. Der andere sagt, der Streit bestehe auch da, wo ihre Segenssprüche nicht die gleichen sind. –", "Erklärlich ist [ihr Streit] nach demjenigen, welcher sagt, ihr Streit bestehe nur da, wo ihre Segenssprüche die gleichen sind, worin aber besteht ihr Streit nach demjenigen, welcher sagt, der Streit bestehe da, wo ihre Segenssprüche nicht die gleichen139Auch RJ. muß zugeben, daß das eine, wenn es auch zu den sieben Arten gehört, das andere nicht befreien könne.sind!? R. Jirmeja erwiderte: Worüber man zuerst spricht.", "R. Joseph, manche sagen, R. Jiçḥaq, sagte nämlich: Was im Schriftverse zuerst genannt wird, ist auch bezüglich des Segensspruches bevorzugt, denn es heißt:140Dt. 8,8.ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel, ein Land der Ölbäume und des Honigs.", "Er streitet gegen R. Ḥanin, denn R. Ḥanin sagte, dieser ganze Schriftvers sei der Quanten wegen da:", "Weizen, denn wir haben gelernt: Wenn jemand in ein aussätziges Haus141Cf. Lev. Kap. 14.tritt und seine Kleider auf der Schulter, seine Sandalen in der Hand und seine Ringe in der Faust hält, so ist er samt diesen sofort142Sie gehören nicht zur eintretenden Person, sondern als selbständig in das Haus gekommene Sachen.unrein; wenn er aber seine Kleider [am Körper], seine Sandalen an den Füßen und seine Ringe an den Fingern hat, so ist er sofort unrein, diese aber bleiben rein, bis er da so lange verweilt, als man ein Peras Weizenbrot, nicht Gerstenbrot, und zwar angelehnt und mit Zukost143Wodurch das Essen bedeutend weniger Zeit erfordert.aufessen kann.", "Gerste, denn wir haben gelernt: Ein Knochen144Von einer menschlichen Leiche.wie eine Gerste [groß] verunreinigt durch das Berühren und durch das Tragen, nicht aber verunreinigt er im Zelte145Dh. durch das Zusammensein in einem Raume. Die Schrift gebraucht beim Gesetze von der Verunreinigung durch eine Leiche den Ausdruck Zelt (cf. Num. 19,14), u. dieses Wort ist im Talmud als Terminus für die Verunreinigung durch den gemeinsamen Raum beibehalten worden..", "Weinstöcke, das Quantum eines Viertellog Wein für den Nazir146Wörtl. Geweihter, der sich auf bestimmte Zeit Gott weiht, dem der Weingenuß verboten ist (cf. Num. Kap. 3). Der Genuß des genannten Quantums ist strafbar.. Feigenbäume, das Quantum einer getrockneten Feige bezüglich des Heraustragens am Šabbath147An dem das Umhertragen einer Sache aus einem Gebiet nach einem anderen verboten ist; cf. Sab. 75b.. Granatäpfel, denn wir haben gelernt: Für alle Gefäße des Hausherrn148Als Ggs. zum Handwerker, der das Gefäß herstellt.gilt es" ], [ "in der Größe eines Granatapfels149Wenn das Gefäß ein Loch in der Größe eines Granatapfels hat, ist es nicht mehr verunreinigungsfähig..", "Ein Land der Ölbäume, hierzu sagte R. Jose b. R. Ḥanina: Ein Land, dessen Quanten sämtlich von Olivengröße sind. – ‘Dessen Quanten sämtlich’, wie kommst du darauf, da sind ja die eben genannten!? – Vielmehr, dessen Quanten meistens von Olivengröße sind.", "Honig, das Quantum einer großen Honigdattel am Versöhnungstage150An dem das Essen verboten ist; der Genuß eines solchen Quantums ist strafbar.. – Und jener? – Sind denn diese Quanten ausdrücklich vorgeschrieben!? Sie sind vielmehr rabbanitisch und der Vers nur eine Anlehnung.", "R. Ḥisda und R. Hamnuna saßen bei einer Mahlzeit, und man setzte ihnen Datteln und Granatäpfel vor. Als R. Hamnuna zulangte und den Segen zuerst über die Datteln sprach, sprach R. Ḥisda zu ihm: Hält der Meister nichts von dem, was R. Joseph, manche sagen, R. Jiçḥaq, gesagt hat, daß nämlich das, was im Schriftverse zuerst genannt wird, auch bezüglich des Segensspruches zu bevorzugen sei!? Jener erwiderte: Dieses151Die Dattel, die mit dem in der Schrift genannten ‘Honig’ identisch ist.ist das zweite nach [dem Worte] ‘Land’, jenes ist das fünfte nach [dem Worte] ‘Land’.", "Da sprach dieser: Daß uns doch jemand eiserne Füße gäbe, um dich bedienen zu können.", "Es wurde gelehrt: Setzt man ihnen während der Mahlzeit Feigen und Weintrauben vor, so benötigen diese, wie R. Hona sagt, eines Segensspruches vorher, nicht aber benötigen sie eines Segensspruches nachher. Ebenso sagte R. Naḥman, sie benötigen eines Segensspruches vorher, nicht aber benötigen sie eines Segensspruches nachher. R. Šešeth aber sagte, sie benötigen eines Segensspruches sowohl vorher als auch nachher, denn außer dem Brote152Mit Mandeln, Nüssen, Gewürzen udgl. zubereitet, zum Dessert mit Rostähren gegessen.zu den Rostähren hast du nichts, was vorher eines Segensspruches benötigt und nachher keines Segensspruches benötigt. Er streitet gegen R. Ḥija, denn R. Ḥija sagte, das Brot enthebe jede Art von Speise, und der Wein enthebe jede Art von Getränk.", "R. Papa sagte: Die Halakha ist: Zur Mahlzeit Gehöriges, während der Mahlzeit gegessen, benötigt keines Segensspruches, weder vorher noch nachher. Nicht zur Mahlzeit Gehöriges, während der Mahlzeit gegessen, benötigt eines Segensspruches vorher, nicht aber benötigt es eines Segensspruches nachher; nach der Mahlzeit gegessen, benötigt es eines Segensspruches sowohl vorher als auch nachher.", "Man fragte Ben Zoma: Weshalb sagten sie, zur Mahlzeit Gehöriges, während der Mahlzeit gegessen, benötige keines Segensspruches, weder vorher noch nachher? Er erwiderte: Weil das Brot es enthebt. –Demnach sollte das Brot auch den Wein entheben!?" ], [ "– Anders ist der Wein, der selber Segenssprüche153Man trinkt ihn auch zu rituellen Zwecken, wo man das Trinken nicht beabsichtigt.veranlaßt.", "R. Hona aß dreizehn Brötchen154Von jenen Dessertbrötchen.von je drei im Kab und sprach nicht den Tischsegen. R. Naḥman sprach zu ihm: Diese sind schon gegen den Hunger; über das, was für andere als Mahlzeit ausreicht, muß man den Segen sprechen.", "R. Jehuda befaßte sich [mit der Hochzeitsfeier] seines Sohnes im Hause des R. Jehuda b. Ḥabiba, und man setzte ihnen Rostährenbrot vor. Als er kam und sie ‘hamoçi’ sprechen hörte, sprach er zu ihnen: Was für ein ‘çi-çi’ höre ich da? Habt ihr vielleicht ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt [hamoçi]’ gesprochen? Sie erwiderten: Jawohl, es wird ja gelehrt, R. Mona sagte im Namen R. Jehudas, über Rostähren-Brot spreche man ‘Der hervorbringt’, und Šemuél sagte, die Halakha sei wie R. Mona.", "Da sprach er zu ihnen: Es wurde gelehrt, die Halakha sei nicht wie R. Mona. Jene erwiderten: Der Meister selbst ist es ja, der im Namen Šemuéls gesagt hat, daß man Waffeln zum E͑rub verwenden dürfe und daß man über sie ‘Der hervorbringt’ spreche!? – Anders ist es da, wo man es als Mahlzeit ansetzt, nicht aber, wenn man es nicht als Mahlzeit ansetzt.", "R. Papa war bei R. Hona, dem Sohne R. Nathans, eingetroffen. Nachdem sie ihre Mahlzeit beendet hatten, brachte man ihnen etwas zum Essen, und R. Papa langte zu und aß. Da sprachen sie zu ihm: Ist der Meister nicht der Ansicht, wenn man beendet hat, sei es zu essen155Man muß den Tischsegen lesen und dann wieder den betr. Segensspruch sprechen.verboten? Er erwiderte ihnen: Die Lehre lautet: wenn man bereits abgeräumt hat.", "Raba und R. Zera waren beim Exilarchen eingetroffen, und nachdem man den Tisch von ihnen entfernt hatte, schickte man ihnen vom Exilarchen noch einen Gang. Raba aß, R. Zera aß nicht. Da sprach dieser zu ihm: Ist der Meister nicht der Ansicht, wenn man abgeräumt hat, sei es zu essen verboten? Jener erwiderte: Wir verlassen uns auf die Tafel des Exilarchen.", "Rabh sagte: Wer an Öl gewöhnt ist, dem gewährt das Öl Aufschub156Er darf noch ohne Segensspruch essen, solange er nicht, seiner Gewohnheit gemäß, die Hände mit Öl bestrichen hat.. R. Aši erzählte: Als wir bei R. Kahana waren, sagte er zu uns: Uns beispielsweise, die wir an Öl gewöhnt sind, gewährt das Öl Aufschub. Die Halakha ist aber nicht, wie all diese Lehren, sondern wie R. Ḥija b. Aši im Namen Rabhs gesagt hat: Es gibt drei sofortige Handlungen: sofort nach dem Stützen157Der Hand auf den Kopf des Opfertieres; cf. Lev. 1,4 uö.das Schächten, sofort nach dem Erlösungssegen das Gebet und sofort nach dem Händewaschen158Vor der Mahlzeit; nach anderer Erklärung: nach der Mahlzeit.den Segensspruch.", "Abajje sagte: Auch wir wollen [desgleichen] sagen: sofort nach dem Schriftgelehrten den Segen, denn es heißt:159Gen. 30,27.und der Herr segnete mich um deinetwillen. Wenn du willst, hieraus: 160Ib. 39,5.und der Herr segnete das Haus des Miçri um Josephs willen.", "vHAT MAN DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN VOR DER MAHLZEIT GESPROCHEN, SO ENTHEBT ER DEN WEIN NACH DER MAHLZEIT. HAT MAN DEN SEGEN ÜBER DEN ZUBISS VOR DER MAHLZEIT GESPROCHEN, SO ENTHEBT ER DEN ZUBISS NACH DER MAHLZEIT. HAT MAN DEN SEGEN ÜBER DAS BROT GESPROCHEN, SO ENTHEBT ER DEN ZUBISS, WENN ÜBER DEN ZUBISS, SO ENTHEBT ER DAS BROT NICHT; DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, AUCH NICHT DIE TOPFSPEISE.", "viSASSEN SIE [BEI TISCH], SO SPRECHE JEDER DEN SEGEN FÜR SICH, LEHNTEN SIE, SO SPRECHE EINER DEN SEGEN FÜR ALLE." ], [ "WIRD IHNEN WEIN WÄHREND DER MAHLZEIT VORGESETZT, SO SPRECHE JEDER DEN SEGEN FÜR SICH, WENN NACH DER MAHLZEIT, SO SPRECHE EINER FÜR ALLE. DERSELBE SPRECHE AUCH ÜBER DAS RÄUCHERWERK, OBGLEICH MAN DAS RÄUCHERWERK161Das nach der Mahlzeit herumgereicht wurde. ERST NACH DER MAHLZEIT ZU BRINGEN PFLEGT.", "GEMARA. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies wurde nur bezüglich der Šabbathe und der Festtage gelehrt, wo man den Wein zu seiner Mahlzeit bestimmt, an den übrigen Tagen des Jahres aber spreche man den Segen über jeden Becher besonders.", "Ebenso wurde gelehrt: Rabba b. Mari sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Dies wurde nur bezüglich der Šabbathe und der Festtage gelehrt, [ebenso bezüglich des Falles,] wenn man aus dem Badehause kommt, oder sich zur Ader läßt, da man dann Wein zu seiner Mahlzeit bestimmt, an den übrigen Tagen des Jahres aber spreche er den Segen über jeden Becher besonders.", "Rabba b. Mari befand sich an einem Wochentage bei Raba, und als er ihn einen Segen vor der Mahlzeit und nachher einen Segen nach der Mahlzeit sprechen sah, sprach er zu ihm: Recht so, so sagte auch R. Jehošua͑ b. Levi.", "R. Jiçḥaq b. Joseph befand sich an einem Festtage bei Abajje, und als er ihn über jeden Becher besonders den Segen sprechen sah, sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Jehošua͑ b. Levi gesagt hat? Dieser erwiderte: Es fällt mir nachher ein162Noch einen Becher zu trinken..", "Sie fragten: Wie ist es, wenn ihnen Wein während der Mahlzeit vorgesetzt wird, ob dieser den Wein nach der Mahlzeit enthebt; sage man, nur der Segensspruch über den Wein vor der Mahlzeit enthebe den Wein nach der Mahlzeit, weil dieser zum Trinken und jener zum Trinken bestimmt ist, nicht aber hierbei, wo dieser zum Trinken und jener zum Weichen163Während der Mahlzeit trinkt man den Wein nur, um die festen Speisen zu weichen, während er vorher u. nachher ein Gang für sich ist.bestimmt ist, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Rabh sagt, er enthebe ihn, und R. Kahana sagt, er enthebe ihn nicht; R. Naḥman sagt, er enthebe ihn, und R. Šešeth sagt, er enthebe ihn nicht; R. Hona und R. Jehuda und alle Schüler Rabhs sagen, er enthebe ihn nicht. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wird ihnen Wein während der Mahlzeit vorgesetzt, so spreche jeder den Segen für sich, wenn nach der Mahlzeit, so spreche einer für alle164R. mißverstand die Mišna und erklärte sie folgendermaßen: wird ihnen Wein während der Mahlzeit vorgesetzt, so spreche jeder den Segen für sich, und wenn er nach der Mahlzeit wieder vorgesetzt wird, spreche einer für alle.. Dieser erwiderte: So meint er es: wird ihnen der Wein nicht während der Mahlzeit, sondern nach der Mahlzeit vorgesetzt, so spreche einer den Segen für alle.", "HAT MAN DEN SEGEN ÜBER DAS BROT GESPROCHEN, SO ENTHEBT ER DEN ZUBISS &C.", "Sie fragten: Streitet die Schule Šammajs bezüglich des Anfangssatzes, oder streitet sie bezüglich des Schlußsatzes? Bezüglich des Anfangssatzes: der erste Tanna sagt, wenn man den Segen über das Brot gesprochen hat, so enthebt er den Zubiß, um so mehr die Topfspeise, und hierzu sagt die Schule Šammajs, nicht nur den Zubiß enthebt er nicht, sondern nicht einmal die Topfspeise; oder aber bezüglich des Schlußsatzes: er lehrt, wenn man den Segen über den Zubiß gesprochen hat, enthebe er nicht das Brot, nur das Brot enthebt er nicht, wohl aber die Topfspeise, und hierzu sagt die Schule Šammajs, er enthebe auch die Topfspeise nicht. –", "Dies bleibt unentschieden.", "SASSEN SIE [BEI TISCH], SO SPRECHE JEDER DEN SEGEN FÜR SICH &C. Nur, wenn gelehnt, nicht aber, wenn nicht gelehnt; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn zehn [Personen] einen Weg gehen, so muß, selbst wenn sie von einem Laib essen, jeder für sich den Segen sprechen; setzen sie sich hin, so spreche einer den Segen für alle, selbst wenn jeder von seinem eigenen Laibe ißt. Er lehrt ja: setzen sie sich hin, auch wenn sie nicht lehnen!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Wenn sie sagen: wir wollen gehen und an jenem Orte speisen165Das Verabreden ist, wie das Lehnen, eine Festsetzung der Mahlzeit..", "Als die Seele Rabhs zur Ruhe eingekehrt war, gaben ihm seine Schüler das Geleit, und als sie zurückkehrten, sprachen sie: Wir wollen gehen, und am Strom Denaq speisen. Nachdem sie gespeist hatten, blieben sie sitzen und warfen die Frage auf: Ist [das Wort] ‘lehnten’ genau zu nehmen, nicht aber wenn man sitzt, oder ist es, wenn man verabredet, nach jenem Orte speisen zu gehen, ebenso wie angelehnt? Sie wußten es nicht.", "Da stand R. Ada b. Ahaba auf," ], [ "drehte seinen Riß166Beim Todesfalle eines nahen Verwandten, sowie eines Lehrers muß man, als Zeichen der Trauer, das Gewand einreißen.nach hinten und machte einen zweiten Riß, indem er sprach: Die Seele Rabhs ist zur Ruhe eingekehrt, und wir haben die Speise-Segenssprüche nicht gelernt! Hierauf kam ein Greis, und nachdem er auf den Widerspruch zwischen der Mišna und der Barajtha hinwies, erklärte er es: wenn man sagt: wir wollen gehen und an jenem Orte speisen, so ist es ebenso wie angelehnt.", "LEHNTEN SIE, SO SPRECHE EINER DEN SEGENSSPRUCH. Rabh sagte, dies sei nur vom Brote gelehrt worden, daß es des Lehnens benötige, der Wein aber benötige des Lehnens nicht; R. Joḥanan sagte, auch der Wein benötige des Lehnens.", "Manche sagen: Rabh sagte, diese sei nur vom Brote gelehrt worden, daß bei diesem das Lehnen wirke, beim Wein aber wirke auch das Lehnen nicht; R. Joḥanan sagte, auch beim Wein wirke das Lehnen.", "Man wandte ein: In welcher Ordnung erfolgt das Anlehnen? Die Gäste treten ein und setzen sich auf Bänke und auf Stühle, bis alle eingetreten sind. Sodann reicht man ihnen Wasser, und jeder wäscht eine Hand, und man reicht ihnen Wein, und jeder spricht den Segen für sich. Hierauf steigen sie hinauf 167Auf das Lager, nach orient. Sitte.und lehnen sich an. Alsdann reicht man ihnen [abermals] Wasser, und obgleich jeder bereits eine Hand gewaschen hat, wäscht er beide Hände, dann reicht man ihnen [wiederum] Wein, und obgleich bereits jeder den Segen für sich gesprochen hat, spricht einer den Segen für alle.", "Gegen die Lesart, nach der Rabh gesagt hat, dies sei nur vom Brote gelehrt worden, daß es des Lehnens benötige, der Wein aber benötige des Lehnens nicht, ist ja vom Anfangssatze ein Einwand zu erheben!? –", "Anders ist es bei Gästen, die mit dem Platzwechsel rechnen. –", "Gegen die Lesart, nach der Rabh gesagt hat, dies sei nur vom Brote gelehrt worden, daß bei diesem das Lehnen wirke, beim Wein aber wirke auch das Lehnen nicht, ist ja vom Schlußsatze ein Einwand zu erheben!? –", "Anders ist es hierbei; da das Lehnen für das Brot wirkt, wirkt es auch für den Wein.", "WIRD IHNEN WEIN WÄHREND DER MAHLZEIT VORGESETZT. Man fragte Ben Zoma: Aus welchem Grunde sagten sie, wenn ihnen der Wein während der Mahlzeit gereicht wird, spreche jeder den Segen für sich, und wenn nach der Mahlzeit, spreche einer den Segen für alle? Er erwiderte: Weil der Schlund nicht frei ist168Jeder denkt an das Essen und nicht an den Segensspruch..", "DERSELBE SPRECHE AUCH ÜBER DAS RÄUCHERWERK &C. Also auch, wenn ein würdigerer als er anwesend ist, und zwar deshalb, weil er nach dem Essen die Hände zuerst gewaschen hat, somit ist dies eine Stütze für Rabh. R. Ḥija b. Aši sagte nämlich im Namen Rabhs:", "Wer nach dem Essen die Hände zuerst wäscht, ist für den Segensspruch bestimmt.", "Rabh und R. Ḥija saßen vor Rabbi bei Tisch. Da sprach Rabbi zu Rabh: Auf, wasche die Hände. Als R. Ḥija bemerkte, daß er erschrak169Er glaubte nämlich, seine Hände seien schmutzig, oder er habe zu viel gegessen., sprach er zu ihm: Fürstensohn, er sagt dir nur, daß du dich für den Tischsegen vorbereiten sollst.", "R. Zera sagte im Namen des Raba b. Jirmeja: Über den Wohlgeruch170Des Räucherwerkes. spricht man den Segen, wenn die Rauchsäule aufsteigt. R. Zera sprach zu Raba b. Jirmeja: Man hat ja noch nicht gerochen!? Dieser erwiderte: Wieso spricht man nach deiner Auffassung den Segen ‘Der Brot aus der Erde hervorbringt’, man hat ja noch nicht gegessen!? – Doch wohl, weil man zu essen beabsichtigt, ebenso hierbei, weil man zu riechen beabsichtigt.", "R. Ḥija, Sohn des Rabba b. Naḥmani, sagte im Namen R. Ḥisdas im Namen Rabhs, manche sagen, R. Ḥisda sagte im Namen Zee͑ris: Über alle Räucherwerke spreche man ‘Der Wohlgeruchbäume erschafft’, ausgenommen der Moschus, der von einem Tiere herkommt, über den man ‘Der allerlei Wohlgerüche erschafft’ spreche.", "Man wandte ein: Man spreche den Segen ‘Der Wohlgeruchbäume erschafft’ nur über den Balsam des Hauses Rabbis, über den Balsam des kaiserlichen Hauses und über die Myrte jederorts!? –", "Eine Widerlegung.", "R. Ḥisda sprach zu R. Jiçḥaq: Welchen Segen spreche man über das Balsamöl? Dieser erwiderte: So sagte R. Jehuda: ‘Der das Öl unseres Landes erschafft’. Jener sprach: Abgesehen von R. Jehuda, dem das Jisraélland lieb war, welchen spreche die ganze Welt?", "Dieser erwiderte: So sprach R. Joḥanan: ‘Der duftendes Öl erschafft’.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Über den Costus spreche man ‘Der Wohlgeruchbäume erschafft’, nicht aber über das Öl, in dem er geweicht wurde. R. Kahana sagte: Auch über das Öl, in dem er geweicht wurde, nicht aber über das Öl, in dem er gemahlen wurde. Die Nehardee͑nser sagten, auch über das Öl, in dem er gemahlen wurde." ], [ "R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Über den Jasmin spreche man den Segen ‘Der Wohlgeruchbäume erschafft’. R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Über den Rosmarin spreche man den Segen ‘Der Wohlgeruchbäume erschafft’. Mar Zuṭra sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: 171Jos. 2,6.und sie führte sie auf das Dach und verbarg sie unter dem Baumflachs172Hieraus, daß auch Stengel und Stauden ‘Baum’ od. ‘Holz’ genannt werden..", "R. Mešaršeja sagte: Über die Gartennarzisse spreche man den Segen ‘Der Wohlgeruchbäume erschafft’; über die Feldnarzisse: ‘Der Wohlgeruchgräser erschafft’. R. Šešeth sagte: Über Veilchen spreche man den Segen ‘Der Wohlgeruchgräser erschafft’. Mar Zuṭra sagte: Wer an einem Etrog173Eine Art Zitrone (vulgo Paradiesapfel); citrus medica var. rugosa, cf. Risso, Hist. nat. des Oranges i. p. 203, ii. t. 103.oder an einer Quitte riecht, spreche ‘Gepriesen sei er, der den Früchten Wohlgeruch verlieh’.", "R. Jehuda sagte: Wer in den Tagen des Nisan174Siebenter (od. 1.) Monat des jüd. Kalenders, ungefähr April.hinausgeht und die Bäume blühen sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der in seiner Welt an nichts fehlen ließ und in dieser schöne Geschöpfe und schöne Bäume erschaffen hat, die Menschen an ihnen sich ergötzen zu lassen’. R. Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Woher, daß man über den Geruch einen Segen spreche? Es heißt: 175Ps. 150,6.jede Seele lobe den Herrn, und das, wovon die Seele einen Genuß hat und der Körper keinen (Genuß hat), ist der Geruch.", "Ferner sagte R. Zuṭra b. Ṭobija im Namen Rabhs: Dereinst werden die Jünglinge Jisraéls einen Wohlgeruch ausströmen, wie der Lebanon, denn es heißt:176Hos. 14,7.es erweitern sich seine Reiser, seine Schönheit gleicht dem Ölbaume und ein Duft ihm eigen, wie dem Lebanon.", "Ferner sagte R. Zuṭra b. Ṭobija im Namen Rabhs: Es heißt:177Ecc. 3,11.Alles hat er schön gemacht in seiner Zeit. Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, jeden an seiner Beschäftigung Gefallen finden läßt.", "R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Hänge jenem178Einem Schwein.ein Palmreis um den Hals, er tut dennoch das Seinige.", "Ferner sagte R. Zuṭra b. Ṭobija im Namen Rabhs: Bei einer Fackel, wie zwei179Man soll nachts, wegen der Gespenster, nicht allein ausgehen., beim Monde, wie drei. Sie fragten: Ist die Fackel wie zwei mit ihm, oder ist die Fackel wie zwei außer ihm? – Komm und höre: Beim Monde, wie drei. Erklärlich ist dies, wenn du mit ihm sagst; wozu aber sind, wenn du außer ihm sagst, vier nötig, der Meister sagte ja, einem könne es180Das Gespenst.erscheinen und schaden, zweien könne es erscheinen, aber nicht schaden, dreien könne es überhaupt nicht erscheinen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß es bei einer Fackel wie zwei mit ihm ist. Schließe hieraus.", "Ferner sagte R. Zuṭra b. Ṭobija im Namen Rabhs, manche sagen, R. Ḥana b. Bizna im Namen R. Šimo͑n des Frommen, und manche sagen, R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Lieber lasse sich ein Mensch in einen brennenden Schmelzofen werfen, als das Gesicht seines Nächsten öffentlich erbleichen zu lassen. Dies ist von Tamar zu entnehmen, denn es heißt:181Gen. 38,25.sie wurde hinausgeführt182Und nannte dennoch nicht den Namen Jehudas.&c.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man einem Öl und eine Myrte vorsetzt, so spreche er, wie die Schule Šammajs sagt, zuerst den Segen über das Öl und nachher den Segen über die Myrte, und wie die Schule Hillels sagt, zuerst den Segen über die Myrte und nachher den Segen über das Öl. R. Gamliél sagte: Ich werde entscheiden: vom Öl haben wir den Wohlgeruch und die Salbung, von der Myrte haben wir nur den Wohlgeruch und nicht die Salbung. R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist, wie der Entscheidende gesagt hat.", "R. Papa war bei R. Hona, dem Sohne R. Iqas, anwesend, und als man ihnen Öl und eine Myrte brachte, sprach R. Papa den Segen über die Myrte zuerst, und nachher sprach er den Segen über das Öl. Da sprach jener zu ihm: Ist der Meister nicht der Ansicht, die Halakha sei, wie der Entscheidende gesagt hat!? Dieser erwiderte: So sagte Raba: Die Halakha ist wie die Schule Hillels. Dies ist aber nichts; er wollte ihm damit nur ausweichen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn man ihnen Öl und Wein vorsetzt, so nehme man, wie die Schule Šammajs sagt, das Öl in die Rechte und den Wein in die Linke und spreche den Segen über das Öl und nachher über den Wein, und wie die Schule Hillels sagt, den Wein in die Rechte und das Öl in die Linke und spreche den Segen über den Wein und nachher über das Öl. Man wische es am Kopfe des Tischdieners ab, und ist der Tischdiener ein Schriftgelehrter, so wische man es an der Wand ab, weil es für einen Schriftgelehrten unschicklich ist, parfümiert auf die Straße zu gehen.", "Die Rabbanan lehrten: Sechs Dinge sind für einen Schriftgelehrten unschicklich: er gehe nicht parfümiert auf die Straße; er gehe nicht nachts allein; er gehe nicht in geflickten Schuhen; er unterhalte sich nicht mit einem Weibe auf offener Straße; er weile nicht in einer Gesellschaft von Unwissenden; und er komme nicht als Letzter ins Lehrhaus. Manche sagen: er mache auch keine großen Schritte und er gehe nicht in emporgerichteter Haltung.", "«Er gehe nicht parfümiert auf die Straße.» R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte im Namen R. Joḥanans: In Orten, wo man der Päderastie verdächtig ist. R. Šešeth sagte: Dies nur, wenn an den Kleidern, am Körper aber entfernt es ihm den Schweiß. R. Papa sagte: Am Haar ist es ebenso, wie an den Kleidern. Manche sagen, wie am Körper.", "«Er gehe nicht nachts allein.» Wegen des Verdachtes. Dies nur dann, wenn es nicht seine festgesetzte Stunde ist, ist es aber seine festgesetzte Stunde, so weiß man, daß er zur festgesetzten Stunde geht.", "«Er gehe nicht mit geflickten Schuhen.» Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥija b. Abba ging ja [in solchen]!? Mar Zuṭra b. R. Naḥman erwiderte: An denen Flick auf Flick sitzt. Dies gilt jedoch nur vom Oberleder, bei der Sohle aber ist nichts dabei. Auch vom Oberleder gilt dies nur auf der Straße, zu Hause aber ist nichts dabei. Ferner gilt dies nur im Sommer, in der Regenzeit aber ist nichts dabei.", "«Er unterhalte sich nicht mit einem Weibe auf offener Straße.» R. Ḥisda sagte: Selbst wenn es seine Frau ist. Ebenso wird gelehrt: Selbst wenn es seine Frau ist, selbst wenn es seine Tochter ist, selbst wenn es seine Schwester ist, weil nicht jeder in seiner Verwandtschaft kundig ist.", "«Er weile nicht in einer Gesellschaft von Unwissenden.» Aus welchem Grunde? – Er könnte sich von ihnen verleiten lassen.", "«Er komme nicht als Letzter ins Lehrhaus.» Weil man ihn Übertreter nennen würde.", "«Manche sagen: er mache auch keine großen Schritte.» Der Meister sagte nämlich, ein großer Schritt nehme ein Fünfhundertstel vom Augenlicht des Menschen. – Welches Mittel gibt es für ihn? – Er erlangt es wieder durch den Weihsegen am [Šabbath-] Abend.", "«Er gehe nicht in emporgerichteter Haltung.» Der Meister sagte nämlich, wenn jemand auch nur vier Ellen in emporgerichteter Haltung geht, so sei dies ebenso, als verdränge er die Füße der Göttlichkeit, denn es heißt: 183Jes. 6,3.die ganze Welt füllt seine Herrlichkeit." ], [ "vii SETZT MAN EINEM ZUERST EINGESALZENES UND BROT DAZU VOR, SO SPRECHE ER DEN SEGEN ÜBER DAS EINGESALZENE UND ER ENTHEBT DAS BROT, DENN DAS BROT IST EINE ZUKOST. DIE REGEL HIERBEI IST: BEI EINER HAUPTSPEISE MIT ZUKOST SPRECHE MAN DEN SEGEN ÜBER DIE HAUPTSPEISE, UND ER ENTHEBT DIE ZUKOST.", "GEMARA. Gibt es denn so etwas, daß das Eingesalzene Hauptspeise und das Brot Zukost ist!? R. Aḥa, der Sohn R. A͑viras, erwiderte im Namen R. Ašis: Dies lehrten sie von dem, der genezaretische Früchte gegessen184Und nachher Salziges ißt, um den bekannten allzu süßen Geschmack dieser Früchte zu vertreiben.hatte.", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Als wir R. Joḥanan folgten, um genezaretische Früchte zu essen, pflegten wir, wenn wir hundert waren, je zehn zu nehmen, und wenn wir zehn waren, je hundert zu nehmen; und obgleich ein Korb von drei Seá keine hundert von diesen fassen konnte, schwor er, wenn er sie aß, daß er noch nichts Eßbares gekostet hat. ‘Eßbares’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: Sättigendes.", "R. Abahu aß sie, bis ihm eine Fliege von der Stirn herabglitt. R. Ami und R. Asi aßen sie, bis ihnen das Kopfhaar ausfiel. R. Šimo͑n b. Laqiš aß sie, bis er rasend wurde. Da berichtete es R. Joḥanan im Hause des Fürsten, und R. Jehuda der Fürst schickte nach ihm Wachtleute, die ihn nach Hause brachten.", "Als R. Dimi kam, erzählte er: Der König Jannaj hatte eine Stadt auf dem Königsberge, aus der man von Šabbathvorabend zu Šabbathvorabend sechzig Myriaden Becken Thunfische für die Feigenleser auszuführen pflegte.", "Als Rabin kam, erzählte er: Der König Jannaj hatte einen Baum auf dem Königsberge, von dem man monatlich von drei Bruten vierzig Seá junger Tauben herunterzuholen pflegte. Als R. Jiçḥaq kam, erzählte er: Im Jisraélland war eine Stadt namens Guphnin, in der achtzig priesterliche Brüderpaare an achtzig priesterliche Schwesternpaare verheiratet waren. Die Rabbanan suchten von Sura bis Nehardea͑ und fanden keine, als die Töchter R. Ḥisdas, die an Rami b. Ḥama und Mar U͑qaba b. Ḥama verheiratet waren; und wenn auch jene Priesterstöchter waren, so waren diese keine Priester.", "Rabh sagte: Eine Mahlzeit, der Salz fehlt, ist keine Mahlzeit. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Eine Mahlzeit, der Suppe fehlt, ist keine Mahlzeit.", "viiiHAT JEMAND WEINTRAUBEN, FEIGEN UND GRANATÄPFEL GEGESSEN, SO SPRECHE ER NACHHER DIE DREI SEGENSSPRÜCHESO R. GAMLIÉL; DIE WEISEN SAGEN, DEN AUS DEN DREI GEZOGENEN SEGENSSPRUCH; R. A͑QIBA SAGT, SELBST WENN JEMAND GEKOCHTE KRÄUTER GEGESSEN HAT, DIES ABER SEINE MAHLZEIT IST, SPRECHE ER DIE DREI SEGENSSPRÜCHE. WER DES DURSTES WEGEN WASSER TRINKT, SPRECHE [DEN SEGEN] ‘ALLES ENTSTEHT DURCH SEIN WORT’; R. TRYPHON SAGT: ‘DER VIELE SEELEN UND IHRE BEDÜRFNISSE ERSCHAFFT’.", "GEMARA. Was ist der Grund R. Gamliéls? – Es heißt: 185Dt. 8,8.ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigen und Granatäpfel, dann heißt es:186Ib. V. 9.in welchem du nicht in Dürftigkeit Brot essen wirst, und darauf folgt: 187Ib. V. 10.wenn du gegessen und dich gesättigt hast, sollst du den Herrn, deinen Gott, preisen. –", "Und die Rabbanan!? – Das [Wort] Land unterbricht den Zusammenhang188Das ‘preisen’ bezieht sich nur auf das nachfolgend genannte Brot.. – Und R. Gamliél, das [Wort] Land unterbricht ja den Zusammenhang!? – Dieses verwendet er, um das Kauen von Weizen auszuschließen.", "R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen R. Ḥaninas: Über alles, was zu den fünf Getreidearten gehört, spreche man vorher den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch.", "Rabba b. Mari sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Über alles, was zu den sieben Arten gehört, spreche man vorher den Segen ‘Der die Baumfrucht erschafft’ und nachher den aus den drei gezogenen Segensspruch.", "Abajje sprach zu R. Dimi: Wie lautet der aus den drei gezogene Segensspruch? Dieser erwiderte: Über Baumfrüchte: ‘Für den Baum und für die Frucht des Baumes, für den Ertrag des Feldes und für das weite, gute und köstliche Land, das du unsere Väter erben ließest, von dessen Frucht zu essen und sich von dessen Gut zu sättigen. Erbarme dich, o Herr, unser Gott, deines Volkes Jisraél, deiner Stadt Jerušalem, deines Tempels und deines Altars. Erbaue schnell, in unseren Tagen, deine heilige Stadt Jerušalem und führe uns in sie und erfreue uns an ihr; denn du bist gut und wohltätig für alle’.", "Über die fünf Getreidearten: ‘Für die Ernährung und für die Speisung und für den Ertrag des Feldes &c.’, und man beende: ‘Für das Land und für die Ernährung’. –", "Wie beende man über Früchte? – Als R. Dimi kam, sagte er: Rabh pflegte am Neumondstage zu beenden: ‘Gepriesen sei er, der Jisraél heiligt und die Neumonde189Er nannte zwei Objekte, obgleich es sich nur um eines handelt.’. – Wie ist es hierbei190Ob man im Schlusse neben den Früchten auch das Land nenne.? –", "R. Ḥisda sagt: ‘Für das Land und seine Früchte’; R. Joḥanan sagt: ‘Für das Land und die Früchte’. R. A͑mram sprach: Sie streiten nicht; das eine für uns, und das andere für sie191Uns, die Babylonier, zu denen RḤ. zählte, sie, die Palästinenser, zu denen RJ. zählte..", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Sie essen, und wir sprechen den Segen!? – Kehre vielmehr um: R. Ḥisda sagt: ‘Für das Land und die Früchte’, R. Joḥanan sagt: ‘Für das Land und seine Früchte’." ], [ "R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte im Namen unseres Meisters: Über Eier und über allerlei Fleischarten spreche man vorher den Segen ‘Alles’ und nachher ‘Der viele Seelen erschafft &c.’ Über Kräuter aber keinen [nachher], R. Jiçḥaq sagt, auch über Kräuter; über Wasser aber keinen. R. Papa sagt, auch über Wasser.", "Mar Zuṭra pflegte nach R. Jiçḥaq b. Evdämi zu verfahren; R. Šimi b. Aši pflegte nach R. Jiçḥaq zu verfahren. Ein Merkzeichen dafür: einer192Dh. ohne Vatersname.wie zwei, und zwei wie einer.", "R. Aši sagte: Wenn ich daran denke, verfahre ich nach allen. –", "Wir haben gelernt: Was nachher eines Segensspruches benötigt, benötigt eines Segensspruches vorher, manches aber benötigt eines Segensspruches vorher, aber keines Segensspruches nachher. Allerdings schließt dies nach R. Jiçḥaq b. Evdämi Kräuter aus, nach R. Jiçḥaq schließt dies Wasser aus, was aber schließt dies nach R. Papa aus!? –", "Dies schließt die Gebote193Man spricht einen Segensspruch vor der Ausübung, nicht aber nach der Ausübung.aus. –", "Was aber schließt es für jene im Westen aus, die, nachdem sie ihre Tephillin abgelegt haben, sprechen: ‘Der uns durch seine Gebote geheiligt und uns geboten hat, seine Gesetze zu beobachten’? –", "Dies schließt Wohlgerüche aus.", "R. Jannaj sagte im Namen Rabhs: Besser ist ein Ei als alles, was dem Ei [quantitativ] gleicht. Als Rabin kam, sagte er: Besser ist ein gerolltes194Durch das Rollen auf dem heißen Herd ganz weich gebacken. Ei, als sechs Löffel Mehl. Als R. Dimi kam, sagte er: Besser ist ein gerolltes Ei, als sechs195Löffel. Nach einer handschriftlichen Lesart zu übersetzen: ein gerolltes Ei ist besser als sechs gebackene, ein gebackenes als vier gekochte; alles, was dem Ei &c., und ein gebackenes, als vier; das gekochte ist es, [von dem es heißt], ein Ei sei besser als alles, was dem Ei [quantitativ] gleicht, außer Fleisch.", "R. A͑QIBA SAGT, SELBST WENN JEMAND GEKOCHTE KRÄUTER GEGESSEN HAT &C. Gibt es denn gekochte Kräuter, die als Mahlzeit dienen? R. Aši erwiderte: Dies wird vom Kohlstrunke gelehrt.", "Die Rabbanan lehrten: Milz ist gut für die Zähne, aber schädlich für die Gedärme; Lauch ist schädlich für die Zähne, aber gut für die Gedärme. Alles Grüne macht196Die Gesichtsfarbe.grün; alles Kleine197Unreifes.macht klein; alles Lebende erfrischt das Leben; was [dem Sitze] des Lebens am nächsten ist, erfrischt das Leben. Kohl als Nahrungsmittel, Mangold als Heilmittel; wehe dem Hause198Dem Bauche., in das Rüben hineinkommen.", "Der Meister sagte: Milz ist gut für die Zähne, aber schädlich für die Gedärme. Welches Mittel gibt es dagegen? –", "Man zerkaue sie und werfe sie fort. «Lauch ist schädlich für die Zähne, aber gut für die Gedärme.» Welches Mittel gibt es dagegen? – Man koche ihn gut und schlucke ihn.", "«Alles Grüne macht grün.» R. Jiçḥaq sagte: Bei der ersten Mahlzeit nach dem Aderlaß.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Wer vor der vierten Stunde Kräuter ißt, mit dem darf man nicht sprechen. – Aus welchem Grunde? – Wegen des [üblen] Geruches. Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es ist verboten, vor der vierten Stunde rohe Kräuter zu essen.", "Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen, und man setzte ihnen vor vier Stunden rohe Kräuter vor; Amemar und R. Aši aßen, Mar Zuṭra aß nicht. Da sprachen sie zu ihm: Du denkst wohl an das, was R. Jiçḥaq gesagt hat, daß man mit dem, der vor der vierten Stunde Kräuter ißt, wegen des [üblen] Geruches nicht sprechen dürfe; wir essen ja, dennoch sprichst du mit uns!?", "Dieser erwiderte: Ich halte es mit dem anderen [Ausspruch] R. Jiçḥaqs; R. Jiçḥaq sagte nämlich, es sei verboten, vor der vierten Stunde rohe Kräuter zu essen.", "«Alles Kleine macht klein.» R. Ḥisda sagte: Selbst ein Bröcklein im Werte eines Zuz199Dh. auch wenn es ein sehr gutes ist.. Dies nur, wenn es noch kein Viertel200Der natürl. Größe.hat, hat es aber ein Viertel, so ist nichts dabei.", "«Alles Lebende erfrischt das Leben.» R. Papa sagte: Selbst kleine201Die auch ausgewachsen klein sind.Schilf-Fische.", "«Alles, was [dem Sitze] des Lebens am nächsten ist, erfrischt das Leben.» R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Der Hals. Rabba sprach zu seinem Diener: Wenn du mir rohes Fleisch bringst, bemühe dich und bringe mir von dem, was der Segensspruchstelle202Beim Schächten.am nächsten ist.", "«Kohl als Nahrungsmittel, Mangold als Heilmittel.» Der Kohl nur als Nahrungsmittel und nicht als Heilmittel, und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß sechs Dinge den Kranken von seiner Krankheit heilen und ihre Heilung eine wirkliche Heilung sei, und zwar: Kohl, Mangold, Sisinsaft203סיסין Levy vermutet σισων ein syr. Gewächs, dessen Same als Gewürz und als Heilmittel diente; Raschi: פוליאול (Polei?)., Honig, Magen, Gebärmutter und Leberanhängsel204Unter יותרת ist viell. die Leberkapsel od. die Appendices der L. zu verstehen.!? – Sage vielmehr: der Kohl auch als Nahrungsmittel.", "«Wehe dem Hause, in das Rüben hineinkommen.» Dem ist ja aber nicht so, Rabh sagte ja zu seinem Diener: siehst du Rüben auf dem Markte, so frage mich nicht: was willst du essen!? –", "Abajje sagte: ohne Fleisch; Raba sagte: ohne Wein. Es wurde gelehrt: Rabh sagte: ohne Fleisch, Šemuél sagte: ohne Holz205Nicht genügend gekocht., und R. Joḥanan sagte: ohne Wein.", "Raba sprach zu R. Papa: Metbrauer, wir brechen sie206Die schädliche Wirkung des Kohls.mit Fleisch und Wein, womit aber brechet ihr sie, die ihr nicht viel Wein habt? Dieser erwiderte: Mit Holz. So pflegte die Frau R. Papas, wenn sie diese kochte, sie mit acht persischen Holzkloben zu brechen.", "Die Rabbanan lehrten: Ein kleiner eingesalzener Fisch tötet manchmal: am siebenten, am siebzehnten oder am siebenundzwanzigsten207Nach Raschi: Tag des Einsalzens.; manche sagen, am dreiundzwanzigsten. Dies nur dann, wenn er gebraten und nicht [richtig] gebraten ist; ist er aber gut gebraten, so ist nichts dabei. Auch bei einem nicht gut gebratenen nur dann, wenn man nachher keinen Met getrunken; hat man aber nachher Met getrunken, so ist nichts dabei.", "WER DES DURSTES WEGEN WASSER TRINKT &C. Was soll dies ausschließen? R. Idi b. Abin erwiderte: Dies schließt [den Fall] aus," ], [ "wenn einen ein Stück Fleisch würgt.", "R. TRYPHON SAGT: ‘DER VIELE SEELEN UND IHRE BEDÜRFNISSE ERSCHAFFT’. Raba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje, manche sagen, zu R. Joseph: Wie ist die Halakha? Dieser erwiderte: Geh und sieh, wie das Volk verfährt.", "", "iWENN DREI ZUSAMMEN GESPEIST HABEN, SO MÜSSEN SIE DEN TISCHSEGEN GEMEINSAM SPRECHEN. WER DEMAJ, ODER DEN ERSTEN ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE1Der Levite, der den Zehnten von den Feldfrüchten erhält, hat hiervon eine Hebe an den Priester zu entrichten. ABGESONDERT WURDE, ODER DEN ZWEITEN ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE AUSGEWEIHT WURDEN, GEGESSEN HAT, FERNER DER TISCHDIENER, DER IM QUANTUM EINER OLIVE GEGESSEN HAT, SOWIE EIN SAMARITANER WERDEN ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN MITGERECHNET.", "WER UNVERZEHNTETES, ODER DEN ERSTEN ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE NICHT ABGESONDERT WURDE, ODER DEN ZWEITEN ZEHNTEN, UND HEILIGENGUT, DIE NICHT AUSGEWEIHT WURDEN, FERNER DER TISCHDIENER, DER WENIGER ALS IM QUANTUM EINER QLIVE GEGESSEN HAT, SOWIE EIN FREMDLING2Ein Nichtjude. WERDEN ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN NICHT MITGERECHNET. iiFRAUEN, SKLAVEN UND MINDERJÄHRIGE WERDEN ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN NICHT MITGERECHNET. WIEVIEL [MUSS MAN GEGESSEN HABEN], UM ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN MITGERECHNET ZU WERDEN? – BIS ZUM QUANTUM EINER OLIVE; R. JEHUDA SAGT, BIS ZUM QUANTUM EINES EIES.", "GEMARA. Woher dies? – R. Asi sagte: Der Schriftvers sagt: 3Ps. 34,4.verherrlicht den Herrn mit mir, wir wollen seinen Namen gemeinsam erheben. R. Abahu sagte: Hieraus: 4Dt. 32,3.denn den Namen des Herrn will ich nennen, gebet Ehre unserem Gott5In den angezogenen Schriftversen spricht eine zu mehreren Personen; es müssen mithin mindestens 3 Personen sein..", "R. Ḥanan b. Abba sagte: Woher, daß derjenige, der ‘Amen’ antwortet, seine Stimme nicht lauter erheben darf, als derjenige, der den Segen spricht? Es heißt: verherrlicht den Herrn mit mir, wir wollen seinen Namen gemeinsam erheben.", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Woher, daß der Dolmetsch seine Stimme nicht lauter erheben darf, als der Vorlesende? Es heißt: 6Ex. 19,19.Moše redete, und Gott antwortete ihm mit der Stimme. Es hätte ja nicht zu heißen brauchen mit der Stimme, es heißt aber mit der Stimme, mit der Stimme Mošes.", "Ebenso wird gelehrt: Der Dolmetsch darf seine Stimme nicht lauter erheben als der Vorlesende; wenn der Dolmetsch aber seine Stimme gegenüber der des Vorlesenden nicht genügend erheben kann, so dämpfe der Vorlesende seine Stimme und lese.", "Es wurde gelehrt: Über zwei, die zusammen gespeist haben, [streiten] Rabh und R. Joḥanan; einer sagt, wenn sie wollen, sprechen sie den Tischsegen gemeinsam, und der andere sagt, auch wenn sie wollen, dürfen sie den Tischsegen nicht gemeinsam sprechen.", "Wir haben ja aber gelernt, wenn drei zusammen gespeist haben, so müssen sie den Tischsegen gemeinsam sprechen; nur drei, zwei aber nicht!? –", "Hier ist es Pflicht, da aber freigestellt. –", "Komm und höre: Wenn drei zusammen gespeist haben, so müssen sie den Tischsegen gemeinsam sprechen; sie dürfen sich nicht trennen; nur drei, zwei aber nicht7Da auch einer nicht fortgehen darf, obgleich zwei zurückbleiben.!? –", "Anders ist es hier, wo sie bereits verpflichtet8Ein verpflichtendes Gebot ist bedeutender als ein freigestelltes. waren. –", "Komm und höre: Der Tischdiener, der zwei bedient, speise mit ihnen, auch wenn sie ihm keine Erlaubnis erteilt haben, wenn er drei bedient, so speise er mit ihnen nur dann, wenn sie ihm Erlaubnis erteilt haben!? –", "Anders ist es hier," ], [ "es ist ihnen erwünscht, daß es ihnen zur Pflicht8Ein verpflichtendes Gebot ist bedeutender als ein freigestelltes. werde. –", "Komm und höre: Frauen sprechen für sich selbst den gemeinsamen Tischsegen; Sklaven sprechen für sich selbst den gemeinsamen Tischsegen. Frauen, Sklaven und Minderjährige dürfen, auch wenn sie es wollen, sich nicht zum gemeinsamen Tischsegen vereinigen. Hundert Frauen gleichen ja9Da sie dazu nicht verpflichtet sind. zwei Männern, und er lehrt: Frauen sprechen für sich selbst den gemeinsamen Tischsegen, Sklaven sprechen für sich selbst den gemeinsamen Tischsegen!? –", "Anders ist es hierbei, es sind ja [viele] Personen10Obgleich es hinsichtlich der Gesetze einerlei ist, ob es nur 2 oder 100 sind.. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Frauen und Sklaven dürfen, auch wenn sie es wollen, sich nicht zum gemeinsamen Tischsegen vereinigen; wieso nicht, es sind ja [viele] Personen!? –", "Anders ist es hierbei: wegen der Zuchtlosigkeit.", "Es ist zu schließen, daß Rabh es ist, welcher sagt, auch wenn sie es wollen, dürfen sie nicht den gemeinsamen Tischsegen sprechen. R. Dimi b. Joseph sagte nämlich im Namen Rabhs: Wenn drei zusammen gespeist haben und einer von ihnen auf die Straße hinausgeht, so rufen sie ihn und zählen ihn mit11Auch wenn er nicht herankommt.zum gemeinsamen Tischsegen. Nur wenn sie ihn rufen, nicht aber, wenn sie ihn nicht rufen!? –", "Anders ist es hier, wo es ihnen von vornherein eine Pflicht war. –", "Es ist zu schließen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, auch wenn sie es wollen, dürfen sie nicht den gemeinsamen Tischsegen sprechen. Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn zwei zusammen essen, so entledigt sich der eine seiner Pflicht durch den Segen seines Genossen.", "Dagegen wandten wir ein: Was Neues lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt, wer zugehört hat, auch wenn er nicht geantwortet12Diese Lehre spricht vom Vorlesen des Lobliedes; der Zuhörende hat Halleluja zu antworten.hat, habe seiner Pflicht genügt!? Und R. Zera erwiderte, dies lehre, daß es bei ihnen keinen gemeinsamen Tischsegen13Vielmehr genügt einer seiner Pflicht durch den Segensspruch des anderen.gebe. – Es ist zu schließen.", "Raba b. R. Hona sprach zu R. Hona: Die Rabbanan, die aus dem Westen gekommen, sagen ja, wenn sie es wollen, dürfen sie den gemeinsamen Tischsegen sprechen, und dies werden sie wohl von R. Joḥanan gehört haben!? – Nein, sie hörten dies von Rabh, bevor er nach Babylonien herabkam.", "Der Text. R. Dimi b. Joseph sagte im Namen Rabhs: Wenn drei zusammen gespeist haben, und einer von ihnen auf die Straße hinausgeht, so rufen sie ihn und zählen ihn mit zum gemeinsamen Tischsegen. Abajje sagte: Dies nur, wenn sie ihn rufen, und er ihnen antwortet.", "Mar Zuṭra sagte: Dies nur, wenn drei, wenn aber zehn14Bei der Vorbereitung od. Aufforderung zum Tischsegen wird dann auch der Gottesname genannt; weit. Fol. 49b., nur wenn er herankommt.", "R. Aši wandte ein: Im Gegenteil, das Entgegengesetzte ist ja einleuchtender: neun erscheinen wohl wie zehn, nicht aber erscheinen zwei wie drei!?", "Die Halakha ist wie Mar Zuṭra. – Aus welchem Grunde? – Weil man dann den Namen Gottes erwähnen muß, und dies ist, wenn weniger als zehn, nicht schicklich.", "Abajje sagte: Es ist uns erhalten: wenn zwei zusammen speisen, so ist es Gebot, daß sie sich trennen15Damit jeder selbst die Segenssprüche vorher und nachher lese.. Ebenso wird gelehrt: Wenn zwei zusammen essen, so ist es Gebot, daß sie sich trennen. Diese Worte gelten nur, wenn beide Schriftkundige sind, wenn aber einer Schriftkundiger und der andere ein Unwissender ist, so spreche der Schriftkundige den Segen, und der Unwissende ist vertreten.", "Raba sagte: Folgendes habe ich gesagt, und übereinstimmend mit mir wurde es auch im Namen R. Zeras gelehrt: Wenn drei speisen, so unterbreche einer16Wenn sie den gemeinsamen Tischsegen sprechen wollen, muß er seine Mahlzeit unterbrechen.für zwei, nicht aber unterbrechen zwei für einen. –", "Etwa nicht, R. Papa unterbrach ja zusammen mit noch jemandem für seinen Sohn Abba Mar!? Anders R. Papa, er verfuhr innerhalb der Rechtslinie.", "Jehuda b. Meremar, Mar b. R. Aši und R. Aḥa aus Diphte speisten zusammen, und unter ihnen war keiner, der bedeutender wäre als seine Genossen, um für sie den Segensspruch zu sprechen. Sie sprachen17So besser nach einer Randglosse.: Wir haben gelernt: Wenn drei zusammen gespeist haben, so müssen sie den Tischsegen gemeinsam sprechen. Dies nur, wenn einer [unter ihnen] bedeutender ist, wenn sie aber gleich sind, ist die Trennung bei den Segenssprüchen vorzuziehen,", "und jeder spreche den Segen für sich. Als sie zu Meremar kamen, sprach er zu ihnen: Ihr habt der Pflicht des Tischsegens genügt, der des gemeinsamen Tischsegens habt ihr nicht genügt. Wenn ihr aber sagt, ihr wollt umkehren und ihn gemeinsam sprechen, so gibt es rückwirkend keinen Zusammenschluß.", "Was spricht, der hereinkommt und sie beim Tischsegen18Bei der Vorbereitung; die Formel der Aufforderung wendet sich an die Speisenden, zu denen dieser nicht gehört.trifft, mit ihnen mit? R. Zebid sagte: ‘Gepriesen und gesegnet’. R. Papa sagte: Er antworte ‘Amen’.", "Sie streiten aber nicht; das eine, wann er sie bei der Formel ‘Wir wollen preisen’ trifft, das andere, wenn er sie bei der Formel ‘Gepriesen’ trifft. Trifft er sie bei der Formel ‘Wir wollen preisen’, so spreche er: ‘Gepriesen und gesegnet’, trifft er sie bei der Formel ‘Gepriesen’, so antworte er ‘Amen’.", "Eines lehrt, wer nach seinen eigenen Segenssprüchen ‘Amen’ spricht, sei lobenswert, und ein Anderes lehrt, er sei tadelnswert!? –", "Das ist kein Widerspruch; das Eine nach dem Segen ‘Der Jerušalem erbaut’19Nach dem letzten Segensspruche des Tischsegens, ebenso andere Folgen von Segenssprüchen., das Andere nach den übrigen Segenssprüchen.", "Abajje pflegte es20Das Amen nach dem genannten Segensspruche.laut zu sprechen, damit die Tagelöhner es hören und aufstehen21Und zu ihrer Arbeit gehen.sollen, denn [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’22Der noch folgt.ist kein Gebot der Tora. R. Aši pflegte ihn leise zu sprechen, damit sie [den Segen] ‘Der Gute und Gütige’ nicht vernachlässigen sollen." ], [ "R. Zera war krank, und als R. Abahu ihn besuchte, nahm er auf sich, wenn der Kleine mit den versengten Schenkeln23Spitzname RZ.s; cf. Bm. 85a.genesen sollte, für die Jünger ein Fest zu veranstalten. Dieser genas, und er veranstaltete ein Fest für alle Jünger. Als es zum Anbrechen [des Brotes] kam, sprach er zu R. Zera: Möge der Meister anbrechen. Dieser sprach: Hält der Meister nichts von dem, was R. Joḥanan gesagt hat, daß nämlich der Hausherr anbreche? Da brach er an.", "Als es zum Tischsegen kam, sprach er zu ihm: Möge uns der Meister den Segen sprechen. Dieser erwiderte: Hält der Meister nichts von dem, was R. Hona aus Babylonien gesagt hat, daß nämlich, wer angebrochen hat, auch den Tischsegen spreche!? –", "Wessen Ansicht war jener? –", "Der des R. Joḥanan, der im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj gesagt hat, der Hausherr breche an, und der Gast spreche den Tischsegen. Der Hausherr breche an, damit er mit wohlwollendem Auge anbreche, der Gast spreche den Tischsegen, damit er den Hausherrn segne. –", "Welchen Segen spreche er? – ‘Möge es sein Wille sein, daß der Hausherr in dieser Welt nicht beschämt und in der zukünftigen Welt nicht zu Schanden werde’.", "Rabbi fügte noch Worte hinzu: ‘Möge er in all seinem Besitztum viel Glück haben; seine sowie unsere Güter mögen gedeihen und der Stadt nahe sein. Möge der Satan keine Macht haben über die Werke seiner Hände, noch über die Werke unserer Hände. Kein Gedanke der Sünde, der Übertretung und des Vergehens komme ihm sowie uns in den Weg, von jetzt an bis in Ewigkeit’.", "Wie weit reicht der gemeinsame Tischsegen24Wie lange der sieh zum gemeinsamen Tischsegen anschließende seine Mahlzeit unterbrechen muß.? –", "R. Naḥman sagt, bis ‘Wir wollen preisen’, R. Šešeth sagt, bis ‘Der25Erster Segensspruch des Tischsegens.da ernährt’.", "Es wäre anzunehmen, daß [sie denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím. Eines lehrt, den Tischsegen [sprechen] zwei oder drei26Dh. er wird ergänzt, wenn jeder der Tischgenossen nur einen Segen liest., und ein Anderes lehrt, drei oder vier. Sie glaubten, alle seien der Ansicht, [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ sei kein Gebot der Tora, somit besteht ihr Streit in folgendem: derjenige, der zwei oder drei sagt, ist der Ansicht, [er reiche] bis ‘Der da ernährt’, und derjenige, der drei oder vier sagt, ist der Ansicht, bis ‘Wir wollen preisen’. –", "Nein; R. Naḥman bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht, und R. Šešeth bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht.", "R. Naḥman bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht: alle stimmen überein, [er reiche] bis ‘Wir wollen preisen’, also nach demjenigen, der drei oder vier sagt, aber auch nach demjenigen, der zwei oder drei sagt, kann er dir erklären, hier werde vom Tischsegen der Tagelöhner gesprochen, denn der Meister sagte, er beginne mit [dem Segen] ‘Der da ernährt’ und schalte [den Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ in den Segen über das Land ein27Die beiden Segen werden zusammengezogen, somit sind es 2 Segenssprüche..", "R. Šešeth bringt sie in Übereinstimmung nach seiner Ansicht: alle sind der Ansicht, [er reiche] bis ‘Der da ernährt’, also nach demjenigen, der zwei oder drei sagt, derjenige aber, der drei oder vier sagt, ist der Ansicht, auch [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ sei ein Gebot der Tora28Mit diesem sind es 4 Segenssprüche..", "R. Joseph sagte: Du siehst, daß [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ kein Gebot der Tora ist, denn Tagelöhner lassen ihn fort.", "R. Jiçhaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Du siehst, daß [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ kein Gebot der Tora ist, denn man beginnt ihn mit ‘Gepriesen’ und schließt ihn nicht mit ‘Gepriesen’. Es wird nämlich gelehrt: Man beginne alle Segenssprüche mit ‘Gepriesen’ und schließe sie mit ‘Gepriesen’, ausgenommen die Segenssprüche über Früchte, die Segenssprüche über die Gebote, der sich einem anderen anschließende Segensspruch, und der letzte Segensspruch des Sema. Manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen," ], [ "und manche von ihnen werden mit ‘Gepriesen’ geschlossen aber nicht mit ‘Gepriesen’ begonnen. Und [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ wird mit ‘Gepriesen’ begonnen, aber nicht mit ‘Gepriesen’ geschlossen. (Er ist demnach ein Segensspruch für sich.)", "R. Naḥman b. Jiçhaq sagte: Du siehst, daß [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ kein Gebot der Tora ist, denn man läßt ihn ja29Nach der maßgebenderen Ansicht RA͑.s.im Hause des Leid tragenden fort. Es wird nämlich gelehrt: Was spricht man im Hause des Leidtragenden? – ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’. R. A͑qiba sagt: ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’. –", "Nur ‘Der Gute und Gütige’, nicht aber ‘Richter der Wahrheit’!? – Sage vielmehr: Auch ‘Der Gute und Gütige’.", "Mar Zutra kam zu R. Aši, bei dem sich ein Unglücksfall30Ein Todesfall.ereignet hatte. Da begann er und sprach folgenden Segensspruch: ‘Der Gute und Gütige; ein Gott der Wahrheit, ein Richter der Wahrheit; der mit Gerechtigkeit richtet, mit Recht nimmt und in seiner Welt waltet, darin nach seinem Willen zu verfahren. Alle seine Wege sind Recht, denn alles ist sein; wir sind sein Volk und seine Knechte, und für alles sind wir verpflichtet, ihm zu danken und ihn zu preisen. Er, der die Risse in Jisraél verzäunt, möge auch diesen Riß in Jisraél verzäunen zum Leben’.", "Wo beginnt man wieder31Wenn man des gemeinsamen Tischsegens wegen die Mahlzeit unterbrochen hat und später den Tischsegen fortsetzen will.? – R. Zebid sagte im Namen Abajjes, man beginne vom Anfang; die Rabbanan sagten, man beginne von der Stelle, wo man abgebrochen hat. Die Halakha ist: von der Stelle, wo man abgebrochen hat.", "Der Exilarch sprach zu R. Šešeth: Wenn ihr auch alte Rabbanan seid, so sind die Perser in den Gebräuchen der Mahlzeit erfahrener als ihr. Sind es zwei Lager, so lehnt sich der Größere zuerst an und der andere oberhalb seiner; sind es drei, so lehnt sich der Größere in der Mitte an, der andere oberhalb seiner und der dritte unterhalb seiner.", "Dieser entgegnete: Und wenn er mit ihm32Mit dem, der oberhalb sitzt.sprechen will, muß er sich gerade aufrichten, hinsetzen und dann sprechen!? Jener erwiderte: Anders sind die Perser, sie verständigen sich durch Winken. –", "Bei wem beginnt das Waschen vor Tisch? Jener erwiderte: Beim Größten. –", "Der Größte muß dann sitzen und seine Hände beobachten, bis alle die Hände gewaschen haben!? Jener erwiderte: Man bringt ihm seinen Tisch sofort33Sie speisten getrennt an kleinen Tischen.. –", "Bei wem beginnt das Waschen nach Tisch? Jener erwiderte: Beim Kleinsten. –", "Der Größte muß dann mit schmutzigen Händen sitzen, bis alle die Hände gewaschen haben!? Jener erwiderte: Man bringt seinen Tisch nicht eher fort, als bis man ihm Wasser gebracht34Er speist länger.hat.", "Da sprach R. Šešeth: Ich kenne folgende Lehre : In welcher Ordnung erfolgt das Anlehnen? Sind es zwei Lager, so lehnt sich der größere zuerst an und der andere unterhalb seiner; sind es drei Lager, so lehnt sich der Größere zuerst an, der andere oberhalb seiner und der dritte unterhalb seiner. Das Waschen vor Tisch beginnt beim Größten; das Waschen nach Tisch beginnt, wenn sie [bis] fünf sind, beim Größten, und wenn sie aber [bis] hundert sind, beim Kleinsten, bis es zum fünften herankommt, dann beginnt es wieder beim Größten; und wer mit dem Waschen nach Tisch wieder beginnt, spreche auch den Tischsegen.", "Dies ist eine Stütze für Rabh, denn R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Wer nach dem Essen die Hände zuerst wäscht, ist für den Segensspruch bestimmt.", "Rabh und R. Ḥija saßen vor Rabbi bei Tisch. Da sprach Rabbi zu Rabh : Auf, wasche die Hände. Als jener bemerkte, daß er erschrak35Cf. Abschn. VI, Anm. 169., sprach er zu ihm: Fürstensohn, er sagt dir nur, daß du dich für den Tischsegen vorbereiten sollst.", "Die Rabbanan lehrten: Man erweist keine Ehrerbietung36Durch Überlassung des Vortritts.auf der Straße, noch auf Brücken," ], [ "noch bei schmutzigen37Beim Waschen nach Tisch.Händen.", "Rabin und Abajje gingen auf dem Wege, und als der Esel Rabins vor dem des Abajje voranschritt, sagte jener nicht: möge der Meister [voran] gehen. Da dachte dieser: Seitdem dieser Jünger aus dem Westen gekommen, ist er stolz geworden. Als sie zur Tür eines Bethauses herankamen, sprach jener zu ihm: Möge doch der Meister eintreten! Dieser erwiderte: Bis jetzt war ich kein Meister? Da sprach jener: So sagte R. Johanan: Man erweise Ehrerbietungen nur vor einer Tür, an der eine Mezuza ist. –", "Nur an der eine Mezuza ist, nicht aber, an der keine Mezuza ist: demnach erweise man vor einem Bethause oder einem Lehrhause, die doch keine Mezuza haben, keine Ehrerbietung!? – Vielmehr, vor einer Tür, die für eine Mezuza geeignet ist38Nicht auf der Straße od. vor einem Durchbruch..", "R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs: Die Tischgäste dürfen nicht eher etwas essen, als bis der Anbrechende gekostet hat. R. Saphra saß dabei und sprach: ‘Kosten’ wurde gelehrt.", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Daß man den Wortlaut seines Lehrers gebrauchen muß.", "Die Rabbanan lehrten: Zwei müssen bei der Schüssel auf einander warten, drei brauchen nicht zu warten. Wer anbricht, strecke seine Hand zuerst aus; wenn er aber seinem Lehrer, oder einem Größeren als er, Ehrung erweisen will, so steht es ihm frei.", "Rabba b. Bar Hana befaßte sich [mit der Hochzeitsfeier] seines Sohnes im Hause des R. Šemuél b. R. Qattina und er setzte sich hin und lehrte seinen Sohn: Der Anbrechende darf nicht eher anbrechen, als bis das Amen aus dem Munde der Antwortenden verklungen ist. R. Ḥisda sagte: Aus dem Munde der Mehrheit der Antwortenden.", "Da sprach Rami b. Hama zu ihm : Der Mehrheit wohl deshalb, weil der Segensspruch noch nicht zu Ende39Das Amen gehört ebenfalls zum Segensspruche.ist, und auch bei der Minderheit ist ja der Segensspruch noch nicht zu Ende!?", "Jener erwiderte: Ich sage, wer das Amen mehr als nötig [gedehnt] antwortet, ist im Irrtum.", "Die Rabbanan lehrten: Man antworte kein verschlucktes Amen, noch ein abgerissenes Amen, noch ein verwaistes40Ohne den Segensspruch gehört zu haben.Amen ; auch schleudere man nicht den Segensspruch aus dem Munde.", "Ben A͑zaj sagte: Wer ein verwaistes Amen antwortet, dessen Kinder werden Waisen; wer ein verschlucktes Amen antwortet, dem werden seine Tage verschluckt; wer ein abgerissenes Amen antwortet, dem werden seine Tage abgerissen; und wer das Amen lange dehnt, dem verlängert man seine Tage und Jahre.", "Rabli und Šemuél saßen bei Tisch, und als R. Šimi b. Ḥija herankam und sich zu essen beeilte, sprach Rabh zu ihm: Du willst dich wohl uns [zum Tischsegen] anschließen; wir haben aber bereits gegessen. Da rief Šemuél: Würden wir, wenn man mir Pilze und junge Tauben für Abba41Eigentlicher Name Rabhs. bringen würde, nicht weiter essen42Dh. wir würden unter Umständen unsere Mahlzeit fortsetzen.!?", "Die Schüler Rabhs saßen bei Tisch, und als Rabh eintrat, sprachen sie: Ein hervorragender Mann ist gekommen, der uns den Tischsegen sprechen wird. Da sprach er zu ihnen: Ihr glaubt wohl, Hervorragende sprechen den Tischsegen, die Hauptperson bei der Mahlzeit spreche den Segen. Die Halakha ist: der Hervorragende spreche den Segen, auch wenn er zuletzt kommt.", "WER DEMAJ &C. GEGESSEN &C. Es ist ja für ihn ungeeignet43Wenn man solches nicht essen darf, darf man darüber auch den Segen nicht sprechen.!? – Wenn er will, kann er sein Vermögen freigeben und ein Armer werden, sodann ist es für ihn geeignet. Wir haben nämlich gelernt: Man darf den Armen (Demaj zu essen geben) und den einquartierten Truppen Demaj zu essen geben. R. Hona sagte : Es wird gelehrt : die Schule Šammajs sagt, man dürfe den Armen und den einquartierten Truppen kein Demaj zu essen geben.", "DEN ERSTEN ZEHNTEN, VON DEM HEBE ABGESONDERT WURDE. Selbstverständlich!? – Dies ist nur für den Fall nötig, wenn er44Der Levite dem Priester; cf. Num. 18,26 ff.ihm am Halme zuvorgekommen und davon die Zehnthebe abgesondert hat, bevor noch die große Hebe abgesondert worden war. Dies nach R. Abahu, denn R. Abahu sagte im Namen des Reš Laqiš: Der erste Zehnt, den man vorher vom Halme [abgesondert] hat, ist von der großen Hebe frei, denn es heißt :45Num. 18,26.ihr sollt davon eure Hebe für den Herrn abheben, einen Zehnten vom Zehnten, einen Zehnten vom Zehnten habe ich dir geboten, nicht aber die große Hebe und die Zehnthebe vom Zehnten.", "R. Papa sprach zu Abajje: Demnach auch dann, wenn er ihm46Dem Priester, der die große Hebe vorher zu bekommen hat.am Getreidehaufen zuvorgekommen ist!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:" ], [ "47Num. 18,29.von all eueren Zehnten48In Parallelstellen rieht, wie im masoret. Text : eueren Gaben.sollt ihr abheben. – Was veranlaßt dich dazu49Diesbezüglich zwischen dem Getreide am Halm u. dem Getreide im Haufen zu unterscheiden, wo doch die Pflicht zur Absonderung der Hebe erst nach der Einfuhr erfolgt.!? – Dieses ist bereits Getreide, jenes ist noch nicht Getreide.", "DEN ZWEITEN ZEHNTEN UND HEILIGENGUT, DIE AUSGEWEIHT WURDEN. Selbstverständlich!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er nur den Grundwert und nicht das Fünftel gegeben hat. Er lehrt uns folgendes: das Fünftel hindert nicht.", "DER TISCHDIENER, DER IM QUANTUM EINER OLIVE GEGESSEN HAT. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Tischdiener habe keine bestimmte Mahlzeit, so lehrt er uns.", "SOWIE DER SAMARITANER, WERDEN ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN MITGERECHNET. Warum denn, er sollte ja nicht mehr als einer aus dem gemeinen Volke gelten, und es wird gelehrt, daß man einen Mann aus dem gemeinen Volke nicht zum Tischsegen mitzähle!?", "Abajje erwiderte: Ein Samaritaner, der Genosse50Mil G. werden die Gelehrten bezeichnet, als Gegensatz zum Mann aus dem gemeinen Volke.ist. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen: ein Samaritaner aus dem gemeinen Volke, hier aber wird von einem gesprochen, der nur rabbanitisch zum gemeinen Volke gehört, hinsichtlich dessen sie gegen R. Meír streiten. Es wird nämlich gelehrt: Wer ist ein Mann aus dem gemeinen Volke? Wer sein Profanes51Was nicht zu den heiligen Speisen gehört.nicht in Reinheit ißt – so R. Meír; die Weisen sagen, wer seine Früchte nicht richtig verzehntet. Die Samaritaner aber entrichten den Zehnten richtig, denn was in der Tora steht, beobachten sie genau. Der Meister sagte nämlich: Mit jedem Gebote, das sie halten, nehmen die Samaritaner es viel genauer als die Jisraéliten.", "Die Rabbanan lehrten: Wer ist ein Mann aus dem gemeinen Volke? Wer morgens und abends das Šema͑ nicht liest – so R. Elie͑zer; R. Jehošua͑ sagt, wer keine Tephillin anlegt; Ben A͑zaj sagt, wer keine Çiçith an seinem Gewande hat; R. Nathan sagt, wer keine Mezuza an seiner Tür hat; R. Jonathan b. Joseph sagt, wer Kinder hat und sie nicht zum Studium der Tora erzieht; Andere sagen, selbst wenn einer die Schrift gelesen und Mišna gelernt, aber bei Schriftgelehrten nicht famuliert hat, sei ein Mann aus dem gemeinen Volke. R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die Anderen.", "Rami b. Ḥama zählte R. Menasja b. Taḥlipha, der Siphra, Siphre und Halakha studiert hat, zum gemeinsamen Tischsegen nicht mit. Als Rami b. Ḥama starb52Wörtl. seine Seele kehrte zur Ruhe ein., sprach Raba: Rami b. Ḥama starb nur deshalb, weil er R. Menasja b. Taḥlipha nicht zum gemeinsamen Tischsegen mitgezählt hat. – Es wird ja aber gelehrt: Andere sagen, selbst wenn einer die Schrift gelesen und Mišna gelernt, aber bei Schriftgelehrten nicht famuliert hat, sei ein Mann aus dem gemeinen Volke!? – Anders R. Menasja b. Taḥlipha, er hat ja bei den Rabbanan famuliert, nur hatte sich Rami b. Ḥama nach ihm nicht genau erkundigt. Eine andere Lesart: Wer die Lehren aus dem Munde der Rabbanan hört und sie studiert, gleicht einem Gelehrten.", "WER UNVERZEHNTETES &C., ODER DEN ZEHNTEN GEGESSEN HAT. Vom Unverzehnteten ist es ja selbstverständlich!? – Dies ist nötig bezüglich des rabbanitisch53Das nach der Tora überhaupt nicht verzehntet zu werden braucht.Unverzehnteten, beispielsweise in einem undurchlochten Topf gezogen.", "DEN ERSTEN ZEHNTEN &C. Selbstverständlich!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn er44Der Levite dem Priester; cf. Num. 18,26 ff.ihm zuvorgekommen und vom Getreidehaufen den Zehnten abgehoben hat; man könnte glauben, man richte sich nach dem, was R. Papa zu Abajje gesagt hat, so lehrt er uns, daß es so sei, wie dieser ihm erwidert hat.", "DEN ZWEITEN ZEHNTEN &C. Selbstverständlich!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn man sie ausgeweiht, aber nicht der Halakha entsprechend ausgeweiht hat; wenn man beispielsweise den ersten Zehnten durch ein ungemünztes Silberstück ausgeweiht hat, während der Allbarmherzige sagt :54Dt. 14,25.du sollst das Geld in deiner Hand binden, Geld, worauf eine Figur55וצרת Figurr aus צורה abgeleitet.; oder wenn man das Heiligengut durch ein Grundstück und nicht durch Geld ausgeweiht hat, während der Allbarmherzige sagt: 56Lev. 27,19.er gebe das Geld, und er hat es erstanden.", "DER TISCHDIENER, DER WENIGER ALS IM QUANTUM EINER OLIVE GEGESSEN HAT. Selbstverständlich!? – Da er im Anfangssatze vom Quantum einer Olive lehrt, lehrt er im Schlußsätze vom Quantum weniger als eine Olive.", "SOWIE EIN FREMDLING WERDEN ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN NICHT MITGERECHNET. Selbstverständlich!? – Hier wird von einem Proselyten gesprochen, der schon beschnitten, aber noch nicht untergetaucht ist. R. Zera sagt nämlich im Namen R. Joḥanans: Er ist nicht eher Proselyt, als bis er beschnitten und untergetaucht ist. Solange er nicht untergetaucht ist, ist er Nichtjude.", "FRAUEN, SKLAVEN UND MINDERJÄHRIGE WERDEN ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN NICHT MITGERECHNET. R. Jose sagte, ein in der Wiege liegendes Kind wird zum Tischsegen mitgerechnet. –", "Wir haben ja aber gelernt: Frauen, Sklaven und Minderjährige werden zum Tischsegen nicht mitgerechnet!? –", "Er ist der Ansicht des R. Jehošua͑ b. Levi. R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Obgleich sie gesagt haben, ein in der Wiege liegendes Kind werde zum Tischsegen nicht mitgerechnet, so macht man ihn dennoch zum Anschlüsse zur Zehnzahl57Sind 9 Personen vorhanden, so zählt es hinsichtlich des gemeinsamen Segens als 10. mit..", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Neun und ein Sklave werden vereinigt. Man wandte ein: Einst kam R. Elie͑zer ins Bethaus und fand keine zehn [Personen] ; da befreite er seinen Sklaven und ergänzte mit ihm die Zehnzahl. Nur befreit, nicht aber unbefreit!? – Er brauchte zwei; einen befreite er, und mit dem anderen genügte er der Pflicht. –", "Wieso aber tat er dies, R. Jehuda sagt ja, wer seinen Sklaven befreit, übertrete ein Gebot, denn es heißt: :58Lev. 25,46.ewig sollt ihr sie zur Arbeit halten!? – Zum Zwecke des Gebotes ist es anders. – Es ist ja aber ein Gebot mit einer Übertretung verbunden!? – Anders ist ein Gebot für die Gemeinschaft.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Stets mache man sich früh nach dem Bethause auf, damit man das Verdienst habe, zu den ersten Zehn gezählt zu werden, denn auch, wenn nach ihm hundert kommen, erhält er die Belohnung aller. – Die Belohnung aller, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: man gibt ihm einen Lohn, wie allen zusammen.", "R. Hona sagte: Neun und die [Tora-]Lade werden vereinigt. R. Naḥman sprach zu ihm: Ist denn die Lade ein Mensch!? Vielmehr, sagte R. Hona, neun, die wie zehn59Wahrscheinlich lag hier eine Verwechselung zwischen den beiden ähnlich lautenden Wörtern נראין und ארון vor. Möglicherweise ist וארון (Lade) eine Abbreviatur von ואחד רואה ואינו נראה (einer, der sieht, aber nicht gesehen wird).erscheinen, werden vereinigt. Manche sagen, wenn sie zusammen sind; manche sagen, wenn sie zerstreut sind.", "R. Ami sagte: Zwei und der Šabbath werden60Zum gemeinsamen Tischsegen.vereinigt. R. Naḥman sprach zu ihm: Ist denn der Šabbath ein Mensch!? Vielmehr, sagte R. Ami, zwei61Auch שבת ist möglicherweise eine Abbreviatur von שונים בדברי תורה (die sich mit der Tora befassen).Schriftgelehrte, die einander in der Halakha schärfen, werden vereinigt. R. Ḥisda bemerkte: Zum Beispiel ich und R. Šešeth. R. Šešeth bemerkte: Zum Beispiel ich und R. Ḥisda.", "R. Joḥanan sagte: Ein in der Schwebe befindlicher Knabe62Der Pubertätszeichen, aber nicht das erforderliche Alter hat.wird zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet. Ebenso wird gelehrt: Ein Minderjähriger, der zwei Haare63An der Scham, als Zeichen der Pubertät.bekommen hat, wird zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet; der noch keine zwei Haare bekommen hat, wird zum gemeinsamen Tischsegen nicht mitgerechnet. Doch nehme man es beim Minderjährigen nicht genau. – Dies widerspricht sich ja selbst: du sagst, nur wenn er zwei Haare bekommen hat, nicht aber, wenn er sie nicht bekommen hat, nachher aber lehrt er, man nehme es beim Minderjährigen nicht genau!?" ], [ "Was anderes sollte dies einschließen, wenn nicht einen in der Schwebe befindlichen Knaben?", "Die Halakha ist aber nicht wie all diese Lehren, sondern wie die des R. Naḥman: Ein Minderjähriger, der versteht, wen man preist, wird zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet.", "Abajje und Raba64Als Kinder; ersterer war Pflegekind Rabbas.saßen vor Rabba. Da fragte sie Rabba: Wen preist man? Sie erwiderten: Den Allbarmherzigen. – Wo wohnt der Allbarmherzige? Raba zeigte nach der Decke. Abajje ging draußen hinaus und zeigte nach dem Himmel. Da sprach Rabba zu ihnen: Ihr werdet beide Rabbanan sein. Das ist es, was die Leute sagen: Jede Gurke erkennt man beim Abpflücken65Nach einer anderen Lesart: schon an der Blüte..", "R. Jehuda, Sohn des R. Šemuél b. Šilath, sagte im Namen Rabhs: Wenn neun Getreidespeisen und einer Kräuter gegessen haben, so vereinigen sie sich. R. Zera sagte: Ich fragte R. Jehuda, wie ist es bei acht oder sieben, und er erwiderte, es gebe hierbei keinen Unterschied. Bezüglich sechs fragte ich nicht. R. Jirmeja sprach zu ihm: Du hast recht getan, daß du nicht gefragt hast; in jenen Fällen aus dem Grunde, weil eine Mehrheit vorhanden ist, und auch hierbei ist eine Mehrheit vorhanden. Jener aber dachte, vielleicht ist eine kenntliche Mehrheit erforderlich.", "Der König Jannaj und die Königin speisten zusammen, und da er die Rabbanan getötet66Cf. Qid. 66a.hatte, so war niemand da, ihnen den Tischsegen zu sprechen. Da sprach er zu seiner Frau: Wer schafft uns einen Mann her, der uns den Segen sprechen könnte? Seine Frau erwiderte: Schwöre mir, daß du, wenn ich dir einen solchen Mann schaffe, ihm nichts zu Leide tun wirst. Nachdem er es ihr geschworen hatte, holte sie ihren Bruder Simon b. Satah. Da ließ er ihn Platz nehmen zwischen sich und ihr und sprach zu ihm: Sieh doch, welche Ehre ich dir erweise! Dieser erwiderte: Nicht du erweisest mir Ehre, die Tora ist es vielmehr, die mir Ehre erweist, denn es heißt: 67Pr. 4,8.halte sie hoch, so wird sie dich erheben und zwischen Fürsten setzen. Jener sprach dann: Du siehst ja, daß sie68Die Pharisäer, die sich mit der Tora befassen. die Herrschaft nicht anerkennen.", "Als man ihm den Becher reichte, den Segen zu sprechen, sprach er: Wie soll ich den Segen sprechen, etwa gepriesen sei er, dessen Jannaj und seine Genossen gegessen69Er selber hatte nichts genossen.haben? Da trank er diesen Becher aus, und sie reichten ihm einen anderen Becher, über den er den Tischsegen sprach.", "R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte : Simón b. Satah tat dies nur für sich selbst, denn folgendes sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Man kann eine Mehrheit nur dann [mit dem Segen] vertreten, wenn man von einer Getreidespeise in Olivengröße gegessen hat.", "Man wandte ein: R. Simón b. Gamliél sagte: Wenn er [auf das Lager] steigt und sich mit ihnen anlehnt, selbst wenn er mit ihnen nur etwas in Tunke eintaucht oder mit ihnen nur eine Feige ißt, wird man mitgerechnet!? –", "Mitgerechnet wird man allerdings, aber um die Mehrheit [beim Segen] zu vertreten, muß man von einer Getreidespeise in Olivengröße mitgegessen haben.", "Ebenso wurde gelehrt: R. Ḥana b. Jehuda sagte im Namen Rabas: Selbst wenn man" ], [ "mit ihnen nur etwas in Tunke eintaucht oder mit ihnen nur eine Feige ißt, wird man mitgerechnet, aber die Mehrheit [beim Segen] vertreten kann man nur dann, wenn man von einer Getreidespeise in Olivengröße gegessen hat. R. Ḥana b. Jehuda sagte im Namen Rabas: Die Halakha ist: hat man ein Krautblatt mitgegessen oder einen Becher Wein getrunken, so wird man mitgerechnet, aber [beim Segen] vertreten kann man nur dann, wenn man von einer Getreidespeise in Olivengröße mitgegessen hat.", "R. Naḥman sagte: Mose ordnete für Jisraél den Segen ‘Der da ernährt’ an, als ihnen das Manna herabfiel. Jehošua͑ ordnete ihnen den Segen über das Land an, als sie in das Land eingezogen waren. David und Selomo ordneten [den Segen] ‘Der Jerusalem erbaut’ an. David ordnete an: ‘Über dein Volk Jisraél und über deine Stadt Jerusalem’; Selomo ordnete an: ‘Über das große und heilige Haus’. [Den Segen] ‘Der Gute und Gütige’ ordnete man in Jabne an, ob der Erschlagenen zu Bitther. R. Mathna sagte nämlich: An dem Tage, an dem die Erschlagenen zu Bitther zum Begräbnis freigegeben wurden, ordnete man in Jabne [den Segen] ‘Der Gute und Gütige’ an; der Gute: daß sie nicht verwesten, der Gütige: daß sie zum Begräbnis freigegeben wurden.", "Die Rabbanan lehrten: Folgendes ist die Reihenfolge des Tischsegens. Der erste Segensspruch ist der Segen ‘Der da ernährt’, der zweite ist der Segen über das Land, der dritte ist ‘Der Jerušalem erbaut’, der vierte ist ‘Der Gute und Gütige’. Am Šabbath beginne man70Den Segen ‘Der Jerušalem erbaut’.mit Trost, schließe mit Trost und erwähne der Weihe des Tages in der Mitte. R. Elie͑zer sagt, wenn man ihrer im Trostsegen erwähnen will, erwähne man, wenn im Segen über das Land, erwähne man, wenn im Segen, den die Weisen in Jabne angeordnet haben, erwähne man. Die Weisen sagen, man erwähne ihrer nirgends als im Trostsegen. –", "Die Weisen sagen ja dasselbe, was der erste Tanna!? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn bereits geschehen71Nach der letzten Ansicht, nur im genannten Segen..", "Die Rabbanan lehrten: Wo ist der Tischsegen aus der Tora zu entnehmen? – Es heißt :72Dt. 8,10.wenn du gegessen und dich gesättigt hast, sollst du preisen, dies ist der Segen ‘Der da ernährt; 72Dt. 8,10.den Herrn, deinen Gott, dies ist der Vorbereitungssegen; 72Dt. 8,10.für das Land, dies ist der Segen über das Land ;72Dt. 8,10.das gute, dies ist [der Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’, denn es heißt : 73Ib. 3,25.dieses gute Gebirge und der Lebanon;72Dt. 8,10.das er dir gegeben hat, dies ist [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’. Ich weiß dies [vom Segen] nachher, woher, daß auch vorher? Es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man einen Segensspruch satt spricht, um wieviel mehr hungrig.", "Rabbi sagte: Wenn du gegessen und dich gesättigt hast, sollst du preisen, dies ist der Segen ‘Der da ernährt’; der Vorbereitungssegen (aber) geht hervor aus:74Ps. 34,4.verherrlicht den Herrn mit mir; für das Land, dies ist der Segen über das Land; das gute, dies ist [der Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’, denn es heißt: dieses gute Gebirge und der Lebanon; [den Segen] ‘Der Gute und Gütige’ hat man in Jabne angeordnet. Ich weiß [vom Segen] nachher, woher, daß auch vorher? Es heißt: das er dir gegeben hat, sobald er dir gegeben hat.", "R. Jiçhaq sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt :75Ex. 23,25.er wird dein Brot und dein Wasser segnen, und man lese nicht ‘er wird segnen’, sondern ‘du sollst76Die nur aus Konsonanten bestehenden Textworte erhalten durch Änderung der Vokalzeichen einen anderen Sinn. segnen’, und Brot heißt es, bevor man es gegessen hat.", "R. Nathan sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:77iSam. 9,13.wenn ihr in die Stadt kommt, findet ihr ihn, bevor er zur Höhe hinauf steig t, zu essen, denn das Volk speist nicht, ehe er kommt, da er den Segen über das Opfer spricht; nachher speisen die Geladenen. –", "Wozu [erzählten sie] dies alles? – Weil die Frauen geschwätzig sind. Šemuél sagte: Um die Schönheit Šaúls betrachten zu können, denn es heißt:78Ib. V.2.von seiner Schulter an überragte er das ganze Volk. R. Joḥanan sagte: Weil die eine Regierung die andere nicht um ein Haar verdrängt79Die Zeit, während welcher Šaúl mit den Frauen sprach, gehörte noch zur Regierungszeit Šemuéls..", "Ich weiß dies nur vom Segensspruche über Speisen, woher dies aber vom Segensspruche über die Tora? – R. Jišmaél sagte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man über das, was zeitliches Leben gewährt, einen Segen spricht, um wieviel mehr über das, was das zukünftige ewige Leben gewährt. R. Ḥija b. Naḥmani, Schüler R. Jišmaéls, sagte im Namen R. Jišmaéls: Dies ist nicht nötig; es heißt :80Dt. 8,10.für das gute Land, das [er] dir gegeben hat, und dort81Ex. 24,12.heißt es: ich will dir geben die Steintafeln, die Lehre und das Gebot &c.", "R. Meír sagte: Woher, daß man, wie man für das Gute preist, auch für das Schlechte preisen muß? Es heißt: das dir gegeben hat der Herr, dein Gott; er ist dein Richter bei jedem Urteil, das er über dich verhängt, sei es mit dem Maße82Nach der rabbinischen Auslegung deutet der Gattungsname אלהים auf die göttliche Eigenschaft des Rechtes u. der Eigenname יהוה auf die der Milde.der Güte, sei es mit dem Maße82Nach der rabbinischen Auslegung deutet der Gattungsname אלהים auf die göttliche Eigenschaft des Rechtes u. der Eigenname יהוה auf die der Milde.der Vergeltung.", "R. Jehuda b. Bethera sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:83Dt. 8,7.gutes und84Ib. V. 10.das gute. ‘Gutes’ bezeichnet die Tora, denn es heißt :85Pr. 4,2.eine gute Belehrung habe ich euch gegeben; ‘das gute’ bezeichnet [den Segen über die] Erbauung Jerušalems, denn es heißt 86Dt. 3,25.das gute Gebirge und der Lebanon.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wer im Segen über das Land nicht gesagt hat ‘das köstliche, gute und weite Land’, und im [Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ nicht gesagt hat ‘[über] das Reich des Hauses David’, hat seiner Pflicht nicht genügt. Naḥum der ältere sagte: Man muß darin des [Beschneidungs-]Bündnisses erwähnen. R. Jose sagte: Man muß darin der Tora erwähnen. Pelemo87Vermutlich Philemon.sagte: Man soll des [Beschneidungs-]Bündnisses vor der Tora erwähnen, denn diese wurde mit drei ‘Bündnissen’88An 3 Orten wurde den Jisraéliten das Gesetz verliehen (auf dem Berge Sinaj, auf dem Berge Gerizim und im Gefilde Moábs).verliehen," ], [ "jenes aber (wurde gegeben) mit dreizehn89Im bezügl. Abschnitte (Gen. Kap. 17) wird das Wort Bündnis 13mal genannt.‘Bündnissen’.", "R. Abba sagte : Man soll einen Dank am Anfang und am Ende sprechen; und wer abkürzt, darf nicht mehr als um einen abkürzen, wer aber mehr als um einen abkürzt, ist tadelnswert.", "Wer den Segen über das Land schließt mit ‘der die Länder erben läßt’, oder [den Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ mit ‘der seinem Volke Jisraél hilft’, ist ein Unwissender. Wer des [Beschneidungs-]Bündnisses und der Tora im Segen über das Land, oder des Reiches des Hauses David im [Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ nicht erwähnt hat, hat seiner Pflicht nicht genügt.", "Dies ist eine Stütze für R. Ila͑; denn R. Ila͑ sagte im Namen des R. Jáqob b. Aha im Namen unseres Meisters: Wer des [Beschneidungs-]Bündnisses und der Tora im Segen über das Land, oder des Reiches des Hauses David im [Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ nicht erwähnt hat, hat seiner Pflicht nicht genügt.", "Hierüber streiten Abba Jose b. Dostaj und die Rabbanan; nach der einen Ansicht benötigt [der Segen] ‘Der Gute und Gütige’ [der Nennung] des Königtums [Gottes], und nach der anderen Ansicht benötigt er nicht [der Nennung] des Königtums [Gottes]. Wer sagt, er benötige [der Nennung] des Königtums [Gottes], ist der Ansicht, er sei rabbanitisch, wer sagt, er benötige nicht [der Nennung] des Königtums [Gottes], ist der Ansicht, er sei aus der Tora90Er gehört zum in der Schrift genannten Segen über das Land..", "Die Rabbanan lehrten: Wie schließt man [den Segen über die] Erbauung Jerušalems? R. Jose b. R. Jehuda sagte: ‘Der Jisraél hilft’. – Nur: ‘der Jisraél hilft’, nicht aber: ‘der Jerušalem erbaut’!? – Sage vielmehr: auch: ‘der Jisraél hilft’.", "Rabba b. R. Hona war einst beim Exilarchen eingetroffen, und als er mit einer [Formel] begann und mit zwei beendete, sprach R. Ḥisda: Es ist eine Kühnheit, mit zwei zu beenden, wo doch gelehrt wird: Rabbi sagt, man beende nicht mit zwei.", "Der Text. Rabbi sagte: Man beende nicht mit zwei [Formeln], Levi wandte gegen Rabbi ein: [Man sagt ja:] ‘für das Land und für die Speise’!? – Für das Land, das Speise hervorbringt. – [Man sagt ja:] ‘für das Land und für die Früchte’!? – Für das Land, das Früchte hervorbringt. –", "[Man sagt ja:] ‘der Jisraél und die Zeiten heiligt’!? – Jisraél, das die Zeiten heiligt. – [Man sagt ja:] ‘der Jisraél und die Neumonde heiligt’!? – Jisraél, das die Neumonde heiligt. –", "[Man sagt ja:] ‘der den Šabbath, Jisraél und die Zeiten heiligt’91Wohl werden Fest- und Neumondstage von Jisraél selbst, durch die Festsetzung des Neumondes, geheiligt, nicht aber der Šabbath.!? – Ausgenommen dieser. –", "Womit ist dieser anders? – Hier ist es eins92Die Formel ‘Der den Šabbath &c.’ hat nur ein Prädicat ‘heiligt’., dort sind es zwei; jedes für sich besonders. –", "Warum beende man nicht mit zwei? – Man soll die Gebote nicht bündelweise ausüben. –", "Wie bleibt es damit?", "R. Šešeth sagte: Hat man ‘erbarme dich deines Volkes Jisraél’ begonnen, so beende man ‘der Jisraél hilft’; hat man ‘erbarme dich Jerušalems’ begonnen, so beende man ‘der Jerušalem erbaut’. R. Naḥman aber sagte: Selbst wenn man ‘erbarme dich Jisraéls’ begonnen hat, beende man ‘der Jerušalem erbaut’, denn es heißt: 93Ps. 147,2.der Herr erbaut Jerušalem, er sammelt die Verstoßenen Jisraéls; der Herr erbaut Jerušalem, wenn er die Verstoßenen Jisraéls sammelt.", "R. Zera sprach zu R. Ḥisda: Möge der Meister kommen und lehren. Dieser erwiderte: Den Tischsegen habe ich nicht erlernt, und lehren soll ich!? Jener sprach: Was soll dies bedeuten? Dieser erwiderte: Als ich einst beim Exilarchen war und den Tischsegen las, reckte R. Šešeth seinen Hals gegen mich wie eine Schlange. Und warum? Weil ich des [Beschneidungs-]Bündnisses, der Tora und des Königtums [Gottes] nicht erwähnt habe. – Warum hast du deren nicht erwähnt? – [Ich verfuhr] nach R. Ḥananél, im Namen Rabhs, denn R. Ḥananél sagte im Namen Rabhs: Wer des [Beschneidungs-]Bündnisses, der Tora und des Königturns [Gottes] nicht erwähnt hat, hat seiner Pflicht genügt. Des [Beschneidungs-]Bündnisses, weil es auf die Frauen keinen Bezug hat; der Tora und des Königtums [Gottes], weil sie weder auf Frauen noch auf Sklaven Bezug haben. – Du hast also alle jene Tannaím und Amoraím übergangen und nach Rabh verfahren!?", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: [der Segen] ,Der Gute und Gütige’ benötigt [der Nennung] des Königtums [Gottes]. – Er lehrt uns damit, daß ein Segensspruch, in dem das Königtum [Gottes] nicht genannt ist, nicht Segensspruch heiße, und dies hat ja R. Joḥanan bereits einmal gesagt!? R. Zera erwiderte: Dies besagt, daß er einer zweimaligen Nennung des Königtums [Gottes] benötige: einmal für sich selbst und einmal für [den Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’. –", "Demnach sollte eine dreimalige erforderlich sein: einmal für sich selbst, einmal für ‘Der Jerušalem erbaut’ und einmal für den Segen über das Land!? Er benötigt keiner für den Segen über das Land, weil dieser ein Segensspruch ist, der sich einem anderen anschließt, ebenso sollte er keiner für [den Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ benötigen, weil dieser ein Segensspruch ist, der sich einem anderen anschließt. –", "Eigentlich sollte dies auch für [den Segen] ‘Der Jerušalem erbaut’ nicht erforderlich sein, da man aber darin des Reiches des Hauses David erwähnt, so ist es nicht schicklich, darin des Königtums [Gottes] nicht zu erwähnen. R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: er benötigt einer zweimaligen Nennung des Königturns [Gottes], außer seiner eigenen.", "R. Zera saß hinter R. Gidel, und R. Gidel saß vor R. Hona und sagte : Wer sich geirrt und des Šabbaths nicht erwähnt hat, spreche: ‘Gepriesen sei er, der seinem Volke Jisraél in Liebe Šabbathe zur Ruhe gegeben hat, zum Zeichen und zum Bündnisse. Gepriesen sei er, der den Šabbath heiligt’. Dieser fragte ihn: Wer sagte dies? – Rabh.", "Alsdann sagte er ferner: Wer sich geirrt und der Festtage nicht erwähnt hat, spreche: ‘Gepriesen sei er, der seinem Volke Jisraél Festtage zur Freude und zur Erinnerung gegeben hat. Gepriesen sei er, der Jisraél und die Zeiten heiligt.’ Dieser fragte ihn: Wer sagte dies? – Rabh.", "Hierauf sagte er ferner: Wer sich geirrt und des Neumondes nicht erwähnt hat, spreche: ‘Gepriesen sei er, der seinem Volke Neumonde zur Erinnerung gegeben hat.’ Ich94Bern. R. Zeras.weiß aber nicht, ob er darin der Freude erwähnt hat, oder der Freude nicht erwähnt hat, ob er ihn95Den letztgenannten Segensspruch.geschlossen96Mit einer Benedictionsformel.oder nicht geschlossen hat, ob [diese Lehre] von ihm selbst oder von seinem Lehrer ist.", "Einst stand Gidel b. Minjomi vor R. Naḥman, und als R. Naḥman sich irrte" ], [ "und wieder von Anfang begann, sprach er zu ihm: Weshalb tut dies der Meister? Dieser erwiderte: R. Šila sagte im Namen Rabhs, wer sich geirrt hat, beginne wieder vom Anfang. –", "R. Hona sagte ja aber im Namen Rabhs, wer sich geirrt hat, spreche : ‘Gepriesen sei er, der gegeben hat [&c.]’!? Da erwiderte dieser: Hierzu ist ja gelehrt worden: R. Menasja b. Taḥlipha sagte im Namen Rabhs, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man ‘Der Gute und Gütige’ noch nicht begonnen, hat man aber ‘Der Gute und Gütige’ begonnen, so beginne man wieder vom Anfang.", "R. Idi b. Abin sagte im Namen R. A͑mrams im Namen R. Naḥmans im Namen Šemuéls: Wenn jemand sich geirrt und des Neumondes im Gebete nicht erwähnt hat, so läßt man ihn wiederholen; wenn im Tischsegen, so läßt man ihn nicht wiederholen.", "R. Abin sprach zu R. A͑mram: Womit ist es beim Gebete anders als beim Tischsegen? Dieser erwiderte: Auch mir war dies fraglich, und ich fragte es R. Naḥman, und er erwiderte mir, er habe es von Meister Šemuél nicht gehört. Aber wir wollen es selber erklären: Beim Gebete, das eine Pflicht ist, heißt man ihn wiederholen, beim Tischsegen hingegen, heißt man ihn, da er, wenn er will, ißt, und wenn er will, nicht ißt, nicht wiederholen. –", "An Šabbathen und an Festtagen aber, an denen es nicht angeht, nicht zu essen, sollte man wiederholen lassen, wenn man sich geirrt hat!? Dieser erwiderte: Freilich, R. Šila sagte auch im Namen Rabhs, wer sich geirrt hat, beginne wieder vom Anfang. – R. Hona sagte ja aber im Namen Rabhs, wer sich geirrt hat, spreche: ‘Gepriesen sei er, der gegeben hat [&c.]’!? – Hierzu ist ja auch gelehrt worden, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man ‘Der Gute und Gütige’ noch nicht begonnen, hat man aber ‘Der Gute und Gütige’ begonnen, so beginne man wieder vom Anfang.", "WIEVIEL [MUSS MAN &C.] GEMEINSAMEN TISCHSEGEN &C.", "Demnach ist nach R. Meír das Quantum einer Olive und nach R. Jehuda das Quantum eines Eies erforderlich, und anderweitig sind sie ja entgegengesetzter Ansicht!? Wir haben nämlich gelernt: Ebenso muß, wer Jerušalem verlassen und sich erinnert hat, daß er bei sich heiliges Fleisch habe, falls er an Çophim97Ortschaft in der Nähe Jerušalems.vorüber ist, es an Ort und Stelle verbrennen, wenn aber nicht, umkehren und es vor der Tempelhalle mit dem Holze des Altars verbrennen.", "Wegen wieviel muß man zurückkehren? R. Meír sagt, in beiden Fällen beim Quantum eines Eies; R. Jehuda sagt, in beiden Fällen beim Quantum einer Olive.", "R. Joḥanan erwiderte: Die Ansichten sind zu vertauschen. Abajje erwiderte: Tatsächlich brauchst du sie nicht zu vertauschen. Hier streiten sie nämlich über [den Sinn] des Schriftverses; R. Meír erklärt :98Dt. 8,10.wenn du gegessen, dies bezieht sich auf das Essen,98Dt. 8,10.und dich gesättigt, dies bezieht sich auf das Trinken, und Essen [heißt es] beim Quantum einer Olive; und R. Jehuda erklärt: wenn du gegessen und dich gesättigt, ein Essen, das sättigend ist, und dies ist es beim Quantum eines Eies.", "Dort aber streiten sie über eine Auffassung; R. Meír ist der Ansicht, das Quantum zur Rückkehr gleiche dem Quantum zur Verunreinigung, wie es im Quantum eines Eies verunreinigungsfähig ist, so ist auch zur Rückkehr das Quantum eines Eies erforderlich; und R. Jehuda ist der Ansicht, das Quantum zur Rückkehr gleiche dem Quantum des Verbotenen, wie es99Geheiligtes Fleisch, das unbrauchbar geworden, od. Gesäuertes am Pesaḥfeste.im Quantum einer Olive verboten ist, so ist auch zur Rückkehr das Quantum einer Olive erforderlich.", "iiiWIE LAUTET DIE ‘VORBEREITUNGZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN? SIND ES DREI, SO SPRECHE ER100Der den Tischsegen leitet.: WIR WOLLEN PREISEN. WENN DREI UND ER, SO SPRECHE ER: PREISET.", "WENN ZEHN, SO SPRECHE ER: WIR WOLLEN UNSEREN GOTT PREISEN. WENN ZEHN UND ER, SO SPRECHE ER: PREISET. EINERLEI OB ZEHN ODER ZEHN MYRIADEN.", "WENN HUNDERT, SO SPRECHE ER: WIR WOLLEN DEN HERRN, UNSEREN GOTT, PREISEN. WENN HUNDERT UND ER, SO SPRECHE ER: PREISET. WENN TAUSEND, SO SPRECHE ER: WIR WOLLEN DEN HERRN, UNSEREN GOTT, DEN GOTT JISRAÉLS PREISEN. WENN TAUSEND UND ER, SO SPRECHE ER: PREISET. WENN EINE MYRIADE, SO SPRECHE ER: WIR WOLLEN DEN HERRN, UNSEREN GOTT, DEN GOTT JISRAÉLS, DEN GOTT DER HEERSCHAREN, DER ÜBER DEN KHERUBIM THRONT, FÜR DIE SPEISE, DIE WIR GEGESSEN HABEN, PREISEN. WENN EINE MYRIADE UND ER, SO SPRECHE ER: PREISET.", "WIE ER DIE PREISUNG SPRICHT, SO ANTWORTEN SIE: ‘GEPRIESEN SEI DER HERR, UNSER GOTT, DER GOTT JISRAÉLS, DER GOTT DER HEERSCHAREN, DER ÜBER DEN KHERUBIM THRONT, FÜR DIE SPEISE, DIE WIR GEGESSEN HABEN.’", "R. JOSE DER GALILÄER SAGT, ER SPRECHE DIE PREISUNG GEMÄASS DER MENGE DER GESELLSCHAFT, DENN ES HEISST:101Ps. 68,27. in Gesellschaften preiset Gott, den Herrn, ihr am der Quelle Jisraéls. R. A͑QIBA SAGTE: WIE WIR ES IM BETHAUSE FINDEN: OB VIEL ODER WENIG, SPRECHE ER STETS: PREISET DEN HERRN. R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: PREISET DEN HERRN, DEN VIELGEPRIESENEN.", "GEMARA. Šemuél sagte: Nie schließe der Mensch sich aus der Gemeinschaft aus. –", "Wir haben ja aber gelernt, wenn drei und er, spreche er: ‘preiset’!? –", "Sage:" ], [ "auch ‘preiset’, besser aber, ‘wir wollen preisen’. R. Ada b. Ahaba sagte nämlich im Namen der Schule Rabhs: Es wird gelehrt: Sechs bis zehn dürfen sich trennen102In der Weise, daß mind. je 3 Personen beisammen bleiben..", "Erklärlich ist es, daß sie sich trennen dürfen, wenn du sagst, ‘wir103Die Formel, die bei dreien gesprochen wird.wollen preisen’ sei vorzuziehen, wieso aber dürfen sie sich trennen, wenn du sagst, ‘preiset’ sei vorzuziehen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß ‘wir wollen preisen’ vorzuziehen ist. Schließe hieraus.", "Ebenso wird gelehrt: Einerlei, ob er ‘preiset’ gesagt hat, oder er ‘wir wollen preisen’ gesagt hat; man behellige ihn deswegen nicht; die Wortklauber aber behelligen jemanden deswegen. An den Segenssprüchen eines Menschen ist auch zu erkennen, ob er ein Schriftgelehrter ist oder nicht. Wieso? Rabbi sagte: [Sagt jemand] ‘durch104Satz aus der ‘Vorbereitung’ zum Tischsegen, ebenso die weiter folgenden Formeln.seine Güte’, so ist es ein Schriftgelehrter, wenn ‘von105Er sagt damit, daß G. seine Güte nur zum Teil spendet.seiner Güte’, so ist es ein Unwissender.", "Abajje sprach zu R. Dimi: Es heißt: 106iiSam. 7,29.und von deinem Segen werde das Haus deines Knechtes ewig gesegnet!? – Anders ist es bei einer Bitte. – Auch bei einer Bitte heißt es ja:107Ps. 81,11.öffne deinen Mund, daß ich ihn fülle108Vollständig u. nicht nur einen Teil.!? – Dies bezieht sich auf Worte der Tora.", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: [Sagt jemand] ‘durch seine Güte leben wir’, so ist es ein Schriftgelehrter, wenn ‘leben sie’, so ist es ein Unwissender. Die Neharbelaenser lehren es entgegengesetzt. Die Halakha ist aber nicht wie die Neharbelaenser.", "R. Joḥanan sagte: [Sagt jemand] ‘wir wollen preisen, dessen wir gegessen haben’, so ist es ein Schriftgelehrter; wenn ‘den, dessen109Nach diesem Wortlaut sind es mehrere, die die Menschen speisen.wir gegessen haben’, so ist es ein Unwissender.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wir sagen ja: ‘den, der unseren Vätern und uns allen diese Wunder vollbracht hat’!? Dieser erwiderte: Hier ist es ja deutlich, daß nur der Heilige, gepriesen sei er, es ist, der die Wunder vollbringt.", "R. Joḥanan sagte: [Sagt jemand] ‘gepriesen sei er, dessen wir gegessen haben’, so ist es ein Schriftgelehrter, wenn ‘für die Speise110Es hat den Anschein, man danke dem Hausherrn., die wir gegessen haben’, so ist es ein Unwissender.", "R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, sagte: Dies nur bei drei, wo der Name Gottes nicht genannt wird, bei zehn aber, wo der Name Gottes genannt wird, ist es deutlich, wie wir ja gelernt haben: Wie er die Preisung spricht, so antworten sie: ‘Gepriesen sei der Herr, der Gott Jisraéls, der Gott der Heerscharen, der über den Kherubim thront, für die Speise, die wir gegessen haben.’", "EINERLEI OB ZEHN ODER ZEHN MYRIADEN. Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst sagst du: einerlei ob zehn oder zehn Myriaden, wonach es einerlei ist, nachher aber lehrt er: wenn hundert, spreche er [so], wenn tausend, spreche er [so], wenn eine Myriade, spreche er [so]!?", "R. Joseph erwiderte : Das ist kein Widerspruch; dies nach R. Jose dem Galiläer, jenes nach R. A͑qiba. Es wird nämlich gelehrt: R. Jose der Galiläer sagt, er spreche die Preisung gemäß der Menge der Gesellschaft, denn es heißt: in Gesellschaften preiset Gott", "R. A͑QIBA SAGTE: WIE WIR ES IM BETHAUSE FINDEN &C. Wofür verwendet R. A͑qiba den von R. Jose dem Galiläer angezogenen Schriftvers? – Diesen verwendet er für folgende Lehre: R. Meír sagte: Woher, daß sogar Kinder im Mutterleibe am Meere den Lobgesang gesungen haben? – es heißt: in Versammlungen preiset Gott, den Herrn, ihr aus der Quelle Jisraéls. – Und jener!? – Er folgert dies aus [dem Worte] Quelle.", "Raba sagte: Die Halakha ist wie R. A͑qiba. Als einst Rabina und R. Ḥama b. Buzi beim Exilarchen waren, stand R. Ḥama auf und suchte nach hundert; da sprach Rabina zu ihm: Das ist nicht nötig; so sagte Raba: Die Halakha ist wie R. A͑qiba.", "Raba erzählte: Als wir beim Exilarchen speisten, pflegten wir je drei111Da sie nicht warten wollten, bis der Exilarch mit der Mahlzeit fertig war. den Tischsegen zu sprechen. – Sollten sie je zehn sprechen!? – Der Exilarch könnte es hören112Sie müßten dann lauter sprechen.und übel nehmen. – Sollten sie sich ihrer Pflicht mit dem Tischsegen des Exilarchen entledigen!? – Da alle [Tischgenossen] laut antworteten, hörte man nicht.", "Rabba Tosphaáh sagte: Wenn drei zusammen gespeist haben, und einer von ihnen zuerst fertig wurde und den Tischsegen für sich gesprochen hat, so entledigen sich jene ihrer Pflicht zum gemeinsamen Tischsegen durch ihn, er aber entledigt sich nicht seiner Pflicht zum gemeinsamen Tischsegen durch sie, weil es rückwärts keinen Zusammenschluß gibt.", "R. JISMA͑ÉL SAGT. Raphram b. Papa war im Bethause des Abi Gibar; da stand er auf und las in der Schrift und sprach: ‘Preiset den Herrn’. Dann brach er ab und setzte nicht fort: ‘den Vielgepriesenen’. Das Publikum antwortete: ‘Preiset den Herrn, den Vielgepriesenen’. Da rief Raba: Schwarzer Topf, warum mischest du dich in einen Streit113Auch nach RA͑. steht es frei, ‘den Vielgepriesenen’ zu sprechen.? Außerdem verfährt ja die ganze Welt nach R. Jišma͑él.", "ivWENN DREI ZUSAMMEN GEGESSEN HABEN, SO DÜRFEN SIE SICH NICHT TRENNEN, EBENSO VIER, EBENSO FÜNF; SECHS BIS ZEHN DÜRFEN SICH TRENNEN, ZEHN ABER DÜRFEN SICH NICHT TRENNEN, BIS SIE ZWANZIG SIND.", "vWENN ZWEI GESELLSCHAFTEN IN EINEM RAUME SPEISEN, SO VEREINIGEN SIE SICH ZUM GEMEINSAMEN TISCHSEGEN, FALLS SIE SICH TEILWEISE GEGENSEITIG SEHEN KÖNNEN; WENN ABER NICHT, SO SPRECHEN DIESE DEN GEMEINSAMEN TISCHSEGEN FÜR SICH, UND JENE SPRECHEN DEN GEMEINSAMEN TISCHSEGEN FÜR SICH.", "MAN SPRECHE DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN NICHT EHER, ALS BIS MAN WASSER114Der Wein wurde nur mit Wasser verdünnt getrunken. HINEINGETAN HATSO R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, MAN SPRECHE WOHL.", "GEMARA. Was lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt, daß, wenn drei zusammen gespeist haben, sie verpflichtet sind, den Tischsegen gemeinsam zu sprechen!? –", "Er lehrt uns das, was R. Abba im Namen Šemuéls gesagt hat: Wenn drei sich zusammen zum Essen hingesetzt und noch nicht gegessen haben, so dürfen sie sich nicht mehr trennen.", "Eine andere Lesart: R. Abba sagt im Namen Šemuéls: Folgendes lehrt er: Wenn drei sich zusammen zum Essen hingesetzt haben, so dürfen sie, auch wenn jeder seinen eigenen Laib ißt, sich nicht mehr trennen. Oder das, was R. Hona gesagt hat, denn R. Hona sagte: Wenn drei aus drei verschiedenen Tischgesellschaften zusammengekommen sind, so dürfen sie sich nicht mehr trennen.", "R. Ḥisda sagte: Dies nur, wenn sie aus drei Tischgesellschaften von je drei Personen gekommen sind115Da sie bereits zum gemeinsamen Tischsegen verpflichtet waren..", "Raba sagte:" ], [ "Dies nur, wenn jene sie nicht vorher an ihrem Platze zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet116Wenn sie beispielsweise je 4 waren.haben, haben jene sie aber zum gemeinsamen Tischsegen mitgerechnet, so ist die Pflicht des gemeinsamen Tischsegens von ihnen gewichen.", "Raba sagte: Dies entnehme ich aus dem, was wir gelernt haben: Ein Bett, dessen Hälfte gestohlen wurde, dessen Hälfte verloren ging, oder das Brüder oder Teilhaber geteilt haben, ist rein117Nur ein ganzes Gerät ist verunreinigungsfähig., setzt man es wieder zusammen, so ist es fortan verunreinigungsfähig.", "Nur fortan, rückwirkend aber nicht. Demnach weicht die Unreinheit davon, sobald man es teilt, ebenso ist es hierbei: sobald man sie zum gemeinsamen Tischsegen schon mitgezählt hat, ist von ihnen die Pflicht zum gemeinsamen Tischsegen gewichen.", "WENN ZWEI GESELLSCHAFTEN &C. Es wird gelehrt: Haben sie einen gemeinschaftlichen Tischdiener, so vereinigt sie der Tischdiener.", "MAN SPRECHE DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN NICHT EHER &C. Die Rabbanan lehrten: Über Wein, in den man noch kein Wasser getan hat, spreche man nicht [den Segen] ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, sondern ‘der die Baumfrucht erschafft’, auch darf man damit die Hände waschen; sobald man darin Wasser getan hat, spreche man über ihn [den Segen] ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, auch darf man damit nicht die Hände waschen – so R. Elie͑zer. Die Weisen sagen, ob so oder so spreche man über ihn [den Segen] ‘Der die Rebenfrucht erschafft’, auch wasche man damit nicht die Hände.", "Mit wem übereinstimmend ist das, was Šemuél gesagt hat, daß man nämlich das Brot zu jeglichem Gebrauche verwenden dürfe? – mit wem? – mit R. Elie͑zer.", "R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Die Weisen pflichten R. Elie͑zer bei, daß man über den Becher des Tischsegens nicht eher den Tischsegen spreche, als bis man darin Wasser getan hat. – Aus welchem Grunde? R. Oša͑ja erwiderte: Bei einem Gebote ist das Beste erforderlich. –", "Wofür ist er118Der unverdünnte Wein.nach den Rabbanan verwendbar? – Er kann mit Karyotis119Eine Dattelart, die auch den Talmudisten unbekannt war; cf. Az. 4b. begangen hat, darf er nicht weiter ohne Segensspruch essen.verwendet werden.", "Die Rabbanan lehrten: Viererlei wurde von Brot gelehrt: Man lege auf Brot kein rohes Fleisch, man führe über Brot keinen vollen Becher, man werfe Brot nicht, und man stütze mit Brot nicht die Schüssel.", "Arnemar, Mar Zutra und R. Aši speisten zusammen, und man setzte ihnen Datteln und Granatäpfel vor. Da nahm Mar Zutra [eine Portion] und warf sie R. Aši zu. Dieser sprach zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was gelehrt wird, daß man nämlich keine Speise werfe I? – Das wurde vom Brote gelehrt. – Es wird ja aber gelehrt, wie man kein Brot werfen darf, dürfe man auch keine [anderen] Speisen werfen!? Jener erwiderte: Es wird aber [entgegengesetzt] gelehrt: obgleich man kein Brot werfen darf, so dürfe man dennoch [andere] Speisen werfen.", "Vielmehr ist dies kein Widerspruch; das eine gilt von Dingen, die unappetitlich werden, das andere von Dingen, die nicht unappetitlich werden.", "Die Rabbanan lehrten: Man lasse vor dem Bräutigam und der Braut Wein in Röhren fließen, und im Sommer werfe man vor ihnen Rostähren und Nüsse, jedoch nicht in der Regenzeit; nicht aber darf man Backwerk werfen, weder im Sommer noch in der Regenzeit.", "R. Jehuda sagte: Hat jemand versehentlich Speisen ohne Segensspruch in seinen Mund getan, so schiebe er sie in eine Seite und spreche den Segen.", "Eines lehrt, man schlucke herunter, ein Anderes lehrt, man spucke aus, und ein Drittes lehrt, man schiebe es in eine Seite!? –", "Das ist kein Widerspruch; was gelehrt wird, man schlucke herunter, bezieht sich auf Getränke; was gelehrt wird, man spucke aus, bezieht sich auf Dinge, die nicht unappetitlich werden, und was gelehrt wird, man schiebe es in eine Seite, bezieht sich auf Dinge, die unappetitlich werden. –" ], [ "Sollte man doch auch Dinge die nicht unappetitlich werden, nach einer Seite schieben und den Segen sprechen!? R. Jiçḥaq Qasqasaáh erklärte vor R. Jose b. R. Abin im Namen R. Johan ans: Weil es heißt:120Ps. 71,8.mein Mund sei deines Lobes voll.", "Man fragte R. Ḥisda: Muß, wer gegessen und vergessentlich den Segen nicht gesprochen hat, ihn nachher sprechen? Dieser erwiderte: Soll, wer Knoblauch gegessen hat und einen Geruch verbreitet, nochmals Knoblauch essen, damit sein Geruch sich noch mehr verbreite121Wenn er durch das Essen ohne Segensspruch eine Sünde!?", "Rabina sagte: Daher spreche man, auch wenn man die Mahlzeit beendet hat, den Segen nachher, denn es wird gelehrt: Wer untergetaucht ist und herauf steigt, spreche beim Herauf steigen: ‘Gepriesen sei er, daß er uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Untertauchen geboten hat’.", "Dies ist aber nichts; da war er vorher ungeeignet122Da der Unreine den Segensspruch nicht sprechen darf., hierbei aber war er vorher geeignet, und da er es versäumt hat, so hat er es versäumt.", "Die Rabbanan lehrten: Der Spargeltrank ist gut für das Herz und gut für die Augen, und noch mehr für die Gedärme. Für den, der daran gewohnt ist, ist er für den ganzen Körper gut; für den aber, der sich damit betrinkt, ist er für den ganzen Körper schädlich.", "Wenn er ‘gut für das Herz’ lehrt, so handelt es sich hier wohl um Wein123Um einen Spargeltrank, der mit Wein hergestellt wurde., und hierzu lehrt er ‘und noch mehr für die Gedärme’, dagegen aber wird gelehrt, daß ein solcher für Herz, Augen und Milz gut und für Kopf, Gedärme und Unterleib schädlich sei!?", "Was dort gelehrt wird, bezieht sich auf alten. Wie wir gelernt haben: [Wenn jemand sagt:] Qonam124Umschreibung für Gelübde’, ‘Schwur’ od. ,Verwünschung’ (nach dem T. aus קרבן, Opfer, verstümmelt), das etymologisch noch nicht erklärt ist; cf. Ned. 10a., daß ich keinen Wein kosten werde, weil der Wein für die Gedärme schädlich ist, und als man ihm erklärte, der alte sei für die Gedärme zuträglich, er geschwiegen hat, so ist ihm der neue Wein verboten und der alte erlaubt. – Schließe hieraus.", "Die Rabbanan lehrten: Sechserlei wurde vom Spargeltranke gelehrt: Man trinke ihn nicht anders als roh125Unverdünnt.und voll126Dh. aus vollem Becher. ; man nehme ihn mit der Rechten und trinke aus der Linken; man spreche nicht, nachdem [man ihn getrunken] ; man unterbreche nicht, [während des Trinkens] ; man gebe ihn abermals nur einem, der, nachdem man ihn ihm gegeben, hinterher ausgespien hat; und man stütze127Dh. man esse darauf.ihn nur mit seiner Art. –", "Es wird ja aber gelehrt, man stütze ihn nur mit Brot!? – Das ist kein Widerspruch; dies gilt von einem aus Wein, jenes von einem aus Met128Nach ersterem esse man Brot, nach letzterem Früchte, die zum Met verwendet worden sind.. –", "Eines lehrt, er sei gut für Herz, Augen und Milz, aber schädlich für Kopf, Gedärme und Unterleib, und ein Anderes lehrt, er sei gut für Kopf, Gedärme und Unterleib, aber schädlich für Herz, Augen und Milz!? – Das ist kein Widerspruch; dies gilt von einem aus Wein, jenes von einem aus Met. –", "Eines lehrt, daß man, wenn man hinterher ausgespien, gestraft werde, und ein anderes lehrt, daß man, wenn man hinterher nicht ausgespien, gestraft werde!? – Das ist kein Widerspruch; dieses gilt von solchern aus Wein, jenes gilt von solchem aus Met.", "R. Aši sagte: Da du nun sagtest, man werde gestraft, wenn man hinterher nicht ausgespien hat, darf man ihn selbst vor dem König ausspeien.", "R. Jišma͑él b. Eliša͑ erzählte: Drei Dinge sagte mir Innenfürst129Viell. פנים Gesicht, der vor dem Gesichte Gottes erscheinen darf. Suriél: Du sollst morgens nicht dein Hemd aus der Hand des Dieners nehmen und anziehen; wasche deine Hände nicht mittelst dessen, der seine Hände noch nicht gewaschen hat; und gib den Spargelbecher nur dem zurück, der ihn dir gegeben hat, weil Taxephith, manche sagen, Istalganith, [eine Schar] von verderbenden Engeln, auf den Menschen wartet und spricht: Wann schon wird ein Mensch eines dieser Dinge begehen und gefaßt werden!", "R. Jehošua͑ b. Levi130Von ihm wird berichtet, er habe sich mit dem Todesengel unterhalten; cf. Ket. 77b.erzählte: Drei Dinge sagte mir der Todesengel: Du sollst morgens nicht dein Hemd aus der Hand des Dieners nehmen und anziehen; wasche deine Hände nicht mittelst dessen, der seine Hände noch nicht gewaschen hat ; und stehe nicht vor den Weibern, wenn sie von einem Leichenzuge zurückkehren, weil ich mit einem Schwerte in der Hand vor ihnen einherspringe und die Erlaubnis habe, zu verderben. –", "Welches Mittel gibt es, wenn man ihnen begegnet? – Man weiche vier Ellen von seiner Stelle zurück. Ist da ein Fluß, so überschreite man ihn; ist da ein anderer Weg, so gehe man diesen; ist da eine Wand, so stelle man sich hinter diese. Wenn aber nichts da ist, so wende man das Gesicht ab und spreche:131Zach. 3,2.und der Herr sprach zum Satan: Möge dich der Herr anfahren, o Satan &c., bis sie vorüber sind.", "R. Zera sagte im Namen R. Abahus, und wie manche sagen, wurde dies in einer Barajtha gelehrt: Zehn Dinge wurden vom Becher des Tischsegens gesagt: Er benötigt des Ausspülens und Abspülens, er muß roh132Unverdünnt; so ist er in den Becher zu gießen, u. die Verdünnung hat nachher zu erfolgen. und voll sein, er benötigt der Bekränzung und der Umhüllung; man fasse ihn mit beiden Händen an und halte ihn in der Rechten, man erhebe ihn eine Handbreite vom Boden133Bzw. von der Unterlage.und richte auf ihn die Augen; manche sagen, auch schicke man ihn seinen Hausleuten als Gabe.", "R. Joḥanan sagte: Wir haben nur vier: Ausspülen und Abspülen, roh und voll. Es wird gelehrt: Ausspülen, von innen; abspülen, von außen.", "R. Joḥanan sagte: Wer den Segen über einen vollen Becher spricht, dem gibt man ein Erbteil ohne Grenzen; denn es heißt:134Dt. 33,23.voll des Segens des Herrn; West und Süd wird sein Besitz sein. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Es ist ihm beschieden, beide Welten zu erben, diese Welt und die zukünftige Welt.", "«Der Bekränzung.» R. Jehuda sagt, man bekränze135Man versammle dabei seine Schüler um sich.ihn mit Schülern; R. Ḥisda sagt, man bekränze ihn mit Gläsern. (R. Ḥanan sagte: Aber mit rohem. R. Šešeth sagte: Beim Segen über das Land.)", "«Der Umhüllung.» R. Papa pflegte sich zu umhüllen und hinzusetzen; R. Aši pflegte ein Tuch über das Haupt zu nehmen.", "«Man fasse ihn mit beiden Händen an.» R. Ḥenana b. Papa sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:136Ps. 134,2.erhebet euere Hände in Heiligkeit, und preiset den Herrn.", "«Und halte ihn in der Rechten.» R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Die Früheren fragten: Darf die Linke die Rechte unterstützen? R. Aši sagte: Da dies den Früheren fraglich war und nicht entschieden wurde," ], [ "so verfahren wir erschwerend.", "«Man erhebe ihn eine Handbreite vom Boden.» R. Aḥa b. R. Ḥanina sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:137Ib. 116,13.einen Becher des Heiles erhebe ich, und den Namen des Herrn rufe ich an.", "«Man richte auf ihn die Augen.» Damit man seine Aufmerksamkeit von ihm nicht ablenke.", "«Auch schicke man ihn seinen Hausleuten als Gabe.» Damit seine Frau gesegnet werde.", "Einst war U͑la bei R. Naḥman eingekehrt, und nachdem er gespeist hatte, sprach er den Tischsegen und gab R. Naḥman den Becher des Segens. Da sprach R. Naḥman zu ihm: Möge doch der Meister den Becher des Segens Jalta138Frau RN.s.schicken. Dieser erwiderte: So sprach R. Joḥanan: Die Leibesfrucht der Frau wird nur durch die Leibesfrucht des Mannes gesegnet, denn es heißt :139Dt. 7,13.er wird deine Leibesfrucht segnen; es heißt aber nicht ihre Leibesfrucht, sondern deine Leibesfrucht.", "Ebenso wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß die Leibesfrucht der Frau nur durch die Leibesfrucht des Mannes gesegnet wird? – es heißt: er wird deine Leibesfrucht segnen; es heißt aber nicht ihre Leibesfrucht, sondern deine Leibesfrucht.", "Als Jalta dies unterdessen hörte, stand sie wütend auf, ging in die Weinkammer und zerschlug vierhundert Fässer Wein. Hierauf sprach R. Naḥman zu ihm: Möge der Meister ihr doch einen anderen Becher schicken. Da ließ er ihr sagen: Dies alles140Der ganze Wein im Faß.gehört zum Becher des Segens. Sie erwiderte ihm: Von Herumtreibern kommt Geschwätz, von Lumpen Ungeziefer.", "R. Asi sagte: Man spreche nicht beim Becher des Tischsegens. Ferner sagte R. Asi: Man spreche über einen Unglücksbecher nicht den Segen. – Was heißt ein Unglücksbecher? R. Nahm an b. Jiçḥaq erwiderte: Ein zweiter141Die gerade Zahl (Paare) galt als gefährlich, wegen der Dämonen; cf. Pes. 110a.Becher. Ebenso wird gelehrt: Wer paarig trinkt, spreche nicht den Segen, denn es heißt :142Am. 4,12.bereite dich deinem Gott vor, o Jisraél ; dieser aber tat es nicht richtig143Dies scheint er aus der Ähnlichkeit der Radd. תקן und כון zu folgern..", "R. Abahu sagte, und wie manche sagen, wurde dies in einer Barajtha gelehrt: Wer beim Essen herumgeht, lese den Tischsegen stehend, wer stehend ißt, lese den Tischsegen sitzend, und wer angelehnt ißt, setze sich hin und lese den Tischsegen. Die Halakha ist: in allen Fällen lese man den Tischsegen sitzend.", "", "iFOLGENDE DIFFERENZEN BESTEHEN ZWISCHEN DER SCHULE ŠAMMAJS UND DER SCHULE HILLELS INBETREFF DER MAHLZEIT: DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN SPRECHE ZUERST DEN SEGEN [ZUR WEIHE] DES TAGES, NACHHER SPRECHE MAN DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN SPRECHE ZUERST DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN, NACHHER DEN SEGEN [ZUR WEIHE] DES TAGES.", "iiDIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZUERST WASCHE MAN DIE HÄNDE, NACHHER SCHENKE MAN DEN BECHER EIN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ZUERST SCHENKE MAN DEN BECHER EIN, NACHHER WASCHE MAN DIE HÄNDE.", "iiiDIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN TROCKNE DIE HÄNDE MIT DEM TUCHE AB UND LEGE ES AUF DEN TISCH; DIE SCHULE HILLELS SAGT, AUF DAS POLSTER.", "ivDIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZUERST FEGE MAN DEN TISCH1Wörtl. das Zimmer, dh. den Raum, wo man gespeist hat. AB, NACHHER WASCHE MAN2Nach dem Essen. DIE HÄNDE; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ZUERST WASCHE MAN DIE HÄNDE, NACHHER FEGE MAN DEN TISCH AB.", "vDIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT: LICHT, SPEISE, WOHLGERÜCHE, UNTERSCHEIDUNGSSEGEN3Reihenfolge der Sprüche am Ausgang des Šabbaths.; DIE SCHULE HILLELS SAGT: LICHT, WOHLGERÜCHE, SPEISE, UNTERSCHEIDUNGSSEGEN.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, [MAN SPRECHE] ‘DASS ER DAS LICHT DES FEUERS ERSCHAFFEN HAT’; DIE SCHULE HILLELS SAGT: ‘DER DIE LICHTER DES FEUERS ERSCHAFFT’.", "viMAN SPRECHE DEN SEGEN NICHT ÜBER LICHT UND ÜBER WOHLGERÜCHE DER NICHTJUDEN, NOCH ÜBER LICHT UND WOHLGERÜCHE VON LEICHEN, NOCH ÜBER LICHT UND WOHLGERÜCHE EINES GÖTZEN; AUCH SPRECHE MAN ÜBER DAS LICHT DEN SEGEN NIGHT EHER, ALS BIS MAN SEIN LICHT BENUTZT HAT.", "viiWER GESPEIST UND VERGESSENTLICH DEN TISCHSEGEN NICHT GESPROCHEN HAT, MUSS, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NACH SEINEM PLATZE UMKEHREN UND IHN LESEN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER LESE IHN AM ORTE, WO ER SICH ERINNERT HAT. WIE LANGE MUSS MAN DEN TISCHSEGEN [NACHTRÔGLICH] SPRECHEN? BIS DIE SPEISE IM DARM VERDAUT IST.", "viiiWENN IHNEN WEIN NACH DER MAHLZEIT VORGESETZT WIRD UND SIE NUR DEN EINEN BECHER HABEN, SO SPRECHE MAN DEN SEGEN, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZUERST ÜBER DEN WEIN UND NACHHER DEN SEGEN ÜBER DIE MAHLZEIT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN SPRECHE ZUERST DENSEGEN ÜBER DIE MAHLZEIT UND NACHHER DEN SEGEN ÜBER DEN WEIN.", "MAN ANTWORTE AMEN, WENN EIN JISRAÉLIT EINEN SEGEN SPRICHT, WENN ABER EIN SAMARITANER EINEN SEGEN SPRICHT, ANTWORTE MAN AMEN NUR DANN, WENN MAN DEN GANZEN SEGENSSPRUCH GEHÖRT HAT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: [Folgende sind] die Differenzen zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels inbetreff der Mahlzeit. Die Schule Šammajs sagt, man spreche zuerst den Segen [zur Weihe] des Tages, nachher spreche man den Segen über den Wein, denn der Tag veranlaßt ja, daß der Wein kommt, auch ist bereits die Weihe des Tages eingetreten, als der Wein noch nicht da war;", "die Schule Hillels sagt, man spreche zuerst den Segen über den Wein, nachher spreche man den Segen [zur Weihe] des Tages, denn der Wein veranlaßt ja, daß der Weihsegen gesprochen wird. Eine andere Begründung: Der Segen über den Wein ist häufig und der Segen [zur Weihe] des Tages ist nicht häufig, und von Häufigem und Nichthäufigem, geht das Häufige vor. Die Halakha ist wie die Schule Hillels. –", "Wozu die andere Begründung? – Man könnte sagen, jene hat zwei [Begründungen], diese nur eine, so hat auch diese zwei: der Segen über den Wein ist häufig und der Segen [zur Weihe] des Tages ist nicht häufig, und von Häufigem und Nichthäufigem, geht das Häufige vor. –", "Daß die Halakha wie die Schule Hillels ist, ist ja selbstverständlich, eine Hallstimme hat ja entschieden4Daß die Halakha stets wie die Ansicht der Schule Hillels ist. Unter Hallstimme wird überall eine himmlische Stimme verstanden.!? –", "Wenn du willst, sage ich: vor der Hallstimme [wurde dies gelehrt], wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach der Hallstimme," ], [ "jedoch nach R. Jehošua͑, welcher sagt, man beachte die Hallstimme nicht. –", "Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, der Segen [zur Weihe] des Tages sei vorzuziehen, es wird ja gelehrt: Wer am Šabbathausgang sein Haus betritt, spreche den Segen über den Wein, über das Licht, über die Wohlgerüche, nachher spreche er den Unterscheidungssegen; hat er aber nur einen Becher, so lasse er ihn bis nach der Mahlzeit und nachher reihe er alle an !? –", "Woher, daß hier die Ansicht der Schule Šammajs vertreten ist, vielleicht die der Schule Hillels!? –", "Dies ist nicht anzunehmen, denn er nennt zuerst das Licht und nachher die Wohlgerüche, und wir wissen von der Schule Šammajs, daß sie dieser Ansicht ist. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels sind einig, daß der Segen über die Speise zuerst und der Unterscheidungssegen nachher [zu sprechen sei], sie streiten nur über den Segen über das Licht und den Segen über die Wohlgerüche; die Schule Šammajs sagt, zuerst über das Licht und nachher über die Wohlgerüche, und die Schule Hillels sagt, zuerst über die Wohlgerüche und nachher über das Licht. –", "Woher, daß hier die Schule Šammajs vertreten ist, nach R. Jehuda, vielleicht ist hier die Schule Hillels vertreten, nach R. Meír5Der den Streit zwischen der Schule Š.s u. H.s anders formuliert.!? –", "Dies ist nicht anzunehmen. Hier, in unserer Mišna, wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt: Licht, Speise, Wohlgerüche, Unterscheidungssegen; die Schule Hillels sagt: Licht, Wohlgerüche, Speise, Unterscheidungssegen, und dort, in der Barajtha, wird gelehrt: wenn er aber nur einen Becher hat, so lasse er ihn bis nach der Mahlzeit und nach her6Nach der Speise, nach RJ. reihe er alle an. Schließe hieraus, daß hier die Schule Šammajs vertreten ist, nach R. Jehuda. –", "Immerhin besteht ja ein Widerspruch7In der Mišna lehrt die Schule Š.s, daß man zuerst den Segen zur Weihe des Tages spreche, in der Barajtha aber, daß man zuerst den Segen über den Wein spreche.!? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht, der Eintritt der Tages [weihe] sei anders als der Ausgang der Tages[ weihe ]; beim Eintritt der Tages [weihe] ist je früher desto besser, beim Ausgang der Tages [weihe] ist je später desto besser, damit er uns nicht wie eine Last erscheine. –", "Ist denn die Schule Šammajs der Ansicht, der Tischsegen benötige des Bechers, wir haben ja gelernt, daß, wenn ihnen nach der Mahlzeit Wein gereicht wird und nur der eine Becher vorhanden ist, man, wie die Schule Šammajs sagt, den Segen über den Wein spreche und nachher den Segen über die Mahlzeit; dies heißt wohl, man spreche über ihn den Segen und trinke ihn aus!? – Nein, man spreche den Segen und man lasse ihn stehen. –", "Der Meister sagte ja aber, wer den Segen spricht, müsse ihn auch kosten!? – Nachdem er gekostet hat. –", "Der Meister sagte ja aber, hat man davon gekostet, sei er8Er kann nicht mehr für andere Zwecke, für den Tischsegen od. für den Weihsegen, verwendet werden. unbrauchbar!? – Wenn er aus der Hand gekostet hat. – Der Meister sagte ja, der Becher des Tischsegens müsse das erforderliche Quantum haben, und er hat dann das Maß gemindert!? –", "Wenn mehr als das erforderliche Quantum vorhanden war. – Er lehrt ja aber, ist da nur der eine Becher vorhanden!? – Keine zwei, aber mehr als einer. –", "R. Ḥija lehrte ja aber, die Schule Šammajs sagt, man spreche den Segen über den Wein und trinke ihn aus, nachher spreche man den Tischsegen!? – Vielmehr, zwei Tannaím streiten über die Ansicht der Schule Šammajs.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT &C.", "Die Rabbanan lehrten: Die Schule Šammajs sagt, man wasche die Hände, und nachher schenke man den Becher ein; denn wolltest du sagen, man schenke den Becher zuerst ein, so ist ja zu befürchten, die Flüssigkeit an der Außenseite des Bechers könnte durch die Hände unrein werden und den Becher unrein machen. –", "Auch die Hände selber können ja den Becher unrein machen!? –", "Die Hände sind nur zweitgradig9Diese sehr komplizierten Reinheits- und Unreinheitsgesetze werden in einer besonderen Mišnaabteilung ausführlich behandelt. [unrein], und bei Profanem macht das Zweitgradige nicht drittgradig, außer bei einer Flüssigkeit.", "Die Schule Hillels sagt, man schenke den Becher ein, und nachher wasche man die Hände; denn wolltest du sagen, man wasche die Hände zuerst, so ist ja zu befürchten, die Flüssigkeit könnte in der Hand durch den Becher unrein werden und die Hände verunreinigen. –", "Auch der Becher selber kann ja die Hände unrein machen!? – Ein Gefäß kann keinen Menschen unrein machen. –", "Er kann ja die in ihm befindliche Flüssigkeit unrein machen!? – Hier handelt es sich um ein Gefäß, dessen Außenseite durch Flüssigkeit unrein wurde, wo seine Innenseite rein und seine Außenseite unrein ist. Wir haben nämlich gelernt: Von einem Gefäße, dessen Außenseite durch Flüssigkeit unrein wurde, ist die Außenseite unrein," ], [ "die Innenseite, der Rand, der Henkel und die Griffe sind rein; ist seine Innenseite unrein geworden, so ist es gänzlich unrein. –", "Worin besteht ihr Streit? –", "Die Schule Šammajs ist der Ansicht, es sei verboten, sich eines Gefäßes zu bedienen, dessen Außenseite durch Flüssigkeit unrein wurde, weil Spritzer zu berücksichtigen10Es könnte etwas vom Inhalte des Bechers auf die unreine Außenseite herabrieseln, selbst unrein werden und die Hand unrein machen.sind, somit ist nicht mehr zu befürchten, die Flüssigkeit an der Hand könnte durch den Becher unrein werden.", "Die Schule Hillels aber ist der Ansicht, es sei erlaubt, sich eines Gefäßes zu bedienen, dessen Außenseite durch Flüssigkeit unrein wurde, denn Spritzer sind nicht häufig, somit ist zu befürchten, die Flüssigkeit an der Hand könnte durch den Becher unrein werden.", "Eine andere Begründung: Sofort nach dem Händewaschen folge die Mahlzeit. –", "Wozu die andere Begründung? – Die Schule Hilleis sprach zur Schule Šammajs wie folgt: Selbst nach euerer Ansicht, es sei verboten, sich eines Gefäßes zu bedienen, dessen Außenseite unrein wurde, weil Spritzer zu berücksichtigen sind, ist dies trotzdem vorzuziehen, weil sofort nach dem Händewaschen die Mahlzeit folge.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN TROCKNE &C.", "Die Rabbanan lehrten: Die Schule Šammajs sagt, man trockne die Hände mit dem Tuche ab, und man lege es auf den Tisch; denn wolltest du sagen, auf das Polster, so ist ja zu befürchten, die Flüssigkeit am Tuche könnte durch das Polster unrein werden und die Hände11Bei der Benutzung des Tuches während der Mahlzeit.unrein machen. –", "Auch das Polster selber kann ja das Tuch unrein machen!? – Ein Gerät kann kein Gerät unrein machen. –", "Das Polster selber kann ja den Mann unrein machen!? – Ein Gerät kann keinen Menschen unrein machen.", "Die Schule Hilleis sagt, [man lege es] auf das Polster, denn wolltest du sagen, auf den Tisch, so ist ja zu befürchten, die Flüssigkeit am Tuche könnte durch den Tisch unrein werden und die Speise unrein machen. –", "Auch der Tisch selber kann ja die auf ihm befindlichen Speisen unrein machen!? – Hier handelt es sich um einen zweitgradig [unreinen] Tisch, und bei Profanem macht das Zweitgradige nicht drittgradig, außer bei einer Flüssigkeit. –", "Worin besteht ihr Streit? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht, es sei verboten, sich eines zweitgradig [unreinen] Tisches zu bedienen, aus Rücksicht auf solche, die Hebe12Die auch durch eine zweitgradige Unreinheit verboten wird.essen.", "Die Schule Hillels aber ist der Ansicht, es sei erlaubt, sich eines zweitgradig [unreinen] Tisches zu bedienen, denn solche, die Hebe essen, sind vorsichtig.", "Eine andere Begründung: Das Händewaschen ist [bei Profanem] keine Pflicht der Tora. –", "Wozu die andere Begründung? – Die Schule Hillels sprach zur Schule Šammajs wie folgt: Wollt ihr erwidern: womit ist es bei Speisen anders, daß bei ihnen befürchtet wird, als bei den Händen, daß bei ihnen nicht befürchtet wird, so ist dieses13Das Verfahren nach der Ansicht der Schule H.s.trotzdem vorzuziehen, denn da bei Profanem das Händewaschen nicht aus der Tora ist, so mögen lieber die Hände unrein werden, die keine Grundlage in der Tora haben, als daß die Speisen verunreinigt werden sollten, die eine Grundlage in der Tora haben.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN FEGE&C.", "Die Rabbanan lehrten: Die Schule Šammajs sagt, man fege zuerst den Tisch ab, nachher wasche man die Hände; denn wolltest du sagen, man wasche die Hände zuerst, so würde man ja die Speisen verderben14Durch Spritzer beim Waschen.. (Die Schule Šammajs ist also nicht der Ansicht, daß man zuerst die Hände wasche. Aus welchem Grunde? – Wegen der Brocken.)", "Die Schule Hillels sagte: Ist der Tischdiener Schriftgelehrter, so nimmt er die olivengroßen Brocken fort, und läßt nur Brocken zurück, die nicht olivengroß sind.", "Dies ist eine Stütze für R. Jochanan, denn R. Joḥanan sagte: Brocken, die nicht olivengroß sind, darf man mit Händen vernichten. –", "Worin besteht ihr Streit? – Die Schule Hilleis ist der Ansicht, es sei verboten, sich eines Tischdieners aus dem gemeinen Volke zu bedienen; die Schule Šammajs aber ist der Ansicht, es sei erlaubt, sich eines Tischdieners aus dem gemeinen Volke zu bedienen.", "R. Jose b. Ḥanina sagte im Namen R. Honas: im ganzen Abschnitt ist die Halakha wie die Schule Hillels, ausgenommen diese [Lehre], wobei die Halakha wie die Schule Šammajs ist. R. Oša͑ja lehrte dies15Den eben genannten Streit zwischen der Schule Š.s u. H.s.entgegengesetzt, und auch hierbei ist die Halakha wie die Schule Hillels.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT: LICHT, SPEISE &C.", "R. Hona b. Jehuda war bei Raba eingekehrt und bemerkte, daß Raba den Segen über die Wohlgerüche zuerst sprach. Da sprach er zu ihm: Merke, über das Licht16Alle stimmen überein, daß darüber der Segen zuerst zu sprechen ist.streiten ja nicht einmal die Schule Šammajs und die Schule Hillels!? Denn wir haben ja gelernt: Die Schule Šammajs sagt: Licht, Speise, Wohlgerüche, Unterscheidungssegen; die Schule Hillels sagt: Licht, Wohlgerüche, Speise, Unterscheidungssegen.", "Da fuhr Raba fort: Das sind die Worte R. Meírs, R. Jehuda aber sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels sind einig, daß man [den Segen über] die Speise zuerst und den Unterscheidungssegen zuletzt spreche; sie streiten nur über das Licht und über die Wohlgerüche; die Schule Šammajs sagt, zuerst über das Licht und nachher über die Wohlgerüche, und die Schule Hillels sagt, zuerst über die Wohlgerüche, und nachher über das Licht.", "Hierzu sagte R. Joḥanan: Das Volk verfährt nach der Schule Hillels und zwar nach dem Ausspruche R. Jehudas.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT: ‘DASS ER &C. ERSCHAFFEN HAT’.", "Raba sagte: Bezüglich [des Wortes] bara sind alle einig, daß es die Bedeutung ‘bereits erschaffen’ hat, sie streiten nur über [das Wort] bore. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, bore habe die Bedeutung ‘wird erschaffen’, die Schule Hillels aber ist der Ansicht, auch bore habe die Bedeutung ‘bereits erschaffen’.", "R. Joseph wandte ein: [Es heißt ja:]17Jes. 45,7.er bildet das Licht und erschafft [bore] die Finsternis.18Am. 4,13.Er bildet Gebirge und erschafft [bore] den Wind.19Jes. 42,5.Er erschafft [bore] den Himmel und spannt ihn aus!? – Vielmehr, sagte R. Joseph, bezüglich [der Worte] bara und bore sind alle einig, daß sie die Bedeutung ‘bereits erschaffen’ haben, sie streiten nur über [die Worte] Licht und Lichter. Die Schule Šammajs ist der Ansicht, das Feuer habe ein Licht, und die Schule Hillels ist der Ansicht, das Feuer habe mehrere20Die versch. Farben in der Flamme.Lichter. Desgleichen wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zur Schule Šammajs: Im Feuer sind mehrere Lichter enthalten.", "MAN SPRECHE DEN SEGEN NICHT &C. Einleuchtend ist dies bezüglich des Lichtes, da es ja nicht gefeiert21Es ist vorauszusetzen, daß der Nichtjude es am Šabbath bat brennen lassen.hat, warum aber nicht über Wohlgerüche!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hier handelt es sich um eine Tischgesellschaft von Nichtjuden, und bei einer Tischgesellschaft von Nichtjuden ist es gewöhnlich den Götzen gewidmet. –", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, man spreche den Segen nicht über ein Licht und über Wohlgerüche eines Götzen, so handelt wohl der Anfangssatz nicht von einem Götzen!? –", "R. Ḥanina aus Sura erwiderte: Er gibt den Grund22Der Schlußsatz ist die Begründung des Anfangssatzes. an: aus welchem Grunde spreche man nicht den Segen über das Licht und über Wohlgerüche der Nichtjuden? – weil es bei einer Tischgesellschaft von Nichtjuden gewöhnlich den Götzen gewidmet ist.", "Die Rabbanan lehrten: Über ein Licht, das gefeiert hat, spreche man den Segen, das nicht gefeiert hat, spreche man den Segen nicht. Was heißt ‘gefeiert’ und was heißt ‘nicht gefeiert’:" ], [ "wollte man sagen, von der Arbeit nicht gefeiert, selbst einer erlaubten Arbeit, so wird ja gelehrt, daß man über ein für eine Wöchnerin oder für einen Kranken verwendetes Licht den Segen spreche!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter ‘gefeiert’ ist zu verstehen, für verbotene Arbeit gefeiert. Desgleichen wird gelehrt: Über eine Lampe, die den ganzen Tag hindurch gebrannt hat, spreche man am Ausgang des Šabbaths den Segensspruch23Weil sie nicht am ‘Šabbath angezündet, also mit dieser keine verbotene Handlung begangen worden ist..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Nichtjude an einem Lichte eines Jisraéliten, oder ein Jisraélit an einem Lichte eines Nichtjuden angezündet hat, so darf man darüber den Segen sprechen; wenn ein Nichtjude an einem Lichte eines Nichtjuden, so darf man darüber den Segen nicht sprechen. –", "Wenn ein Nichtjude an dem eines Nichtjuden wohl deshalb nicht, weil es nicht gefeiert hat, und auch wenn ein Jisraélit an dem eines Nichtjuden, hat es ja nicht gefeiert!?", "Wolltest du erwidern, das verbotene [Licht] sei geschwunden, und dieses sei ein anderes, und im Besitze des Jisraéliten entstanden, so wird ja gelehrt, wer [am Šabbath] eine Flamme auf die Straße hinausbringt, sei strafbar; wieso ist er24Wenn angenommen wird, die Flamme befinde sich dauernd in einem Schwinden und Entstehen. strafbar, was er genommen, legt er nicht nieder, und was er niederlegt, hat er nicht genommen!? –", "Vielmehr, das verbotene [Licht] besteht weiter, den Segen aber spricht er über das hinzukommende, das erlaubt ist. – Demnach sollte dies auch dann gelten, wenn ein Nichtjude an dem eines Nichtjuden!? –", "Dem ist auch so, dies ist aber eine Vorsichtsmaßregel mit Rücksicht auf einen einzigen25Wörtl. ersteren; wenn der Segen unmittelbar vor der Dunkelheit gesprochen wird, so daß das Licht noch am Šabbath brennt.Nichtjuden und eine einzige25Wörtl. ersteren; wenn der Segen unmittelbar vor der Dunkelheit gesprochen wird, so daß das Licht noch am Šabbath brennt.Flamme.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand außerhalb der Stadt geht und ein Licht sieht, so spreche er darüber, wenn die Mehrzahl [der Einwohner] Nichtjuden sind, den Segen nicht, und wenn die Mehrzahl Jisraéliten sind, spreche er ihn wohl. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: du sagst, wenn die Mehrzahl Nichtjuden sind, spreche er den Segen nicht, wonach er ihn spreche, wenn Hälfte gegen Hälfte, nachher aber lehrt er, daß er ihn spreche, wenn die Mehrzahl Jisraéliten sind, wonach er ihn nicht spreche, wenn Hälfte gegen Hälfte!? –", "Tatsächlich spreche er ihn auch, wenn Hälfte gegen Hälfte, da er aber im Anfangssatze «Mehrzahl Nichtjuden» lehrt, lehrt er auch im Schlußsätze «Mehrzahl Jisraéliten».", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand außerhalb der Stadt geht und ein Kind mit einer Fackel in der Hand sieht, so untersuche er, ist es ein jisraélitisches, so spreche er darüber den Segen, ist es ein nichtjüdisches, so spreche er ihn nicht. –", "Weshalb nur ein Kind, dies gilt ja auch von einem Erwachsenen!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies gilt kurz vor Sonnenuntergang ; ist es ein Erwachsener, so ist es sicher26Ein Jisraélit würde nicht vor Dunkelheit eine Fackel tragen.ein Nichtjude, ist es ein Kind, so kann es auch ein jisraélitisches sein, das zufällig zu einer solchen gekommen ist.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand außerhalb der Stadt geht und ein Feuer sieht, so spreche er, wenn es dick wie aus einem Schmelzofen ist, darüber den Segen, wenn aber nicht, so spreche er ihn nicht27Da es nicht genügend leuchtet.. –", "Eines lehrt, über das Licht eines Schmelzofens spreche man den Segen, und ein Anderes lehrt, man spreche darüber den Segen nicht!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine zu Beginn28Wenn das Feuer noch nicht genügend Licht verbreitet., das andere am Schluß. –", "Eines lehrt, über das Licht eines Ofens und eines Herdes spreche man den Segen, und ein Anderes lehrt, man spreche darüber den Segen nicht!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine zu Beginn, das andere am Schluß. –", "Eines lehrt, über das Licht in einem Bethause oder einem Lehrhause spreche man den Segen, und ein Anderes lehrt, man spreche darüber den Segen nicht!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn ein hochgeachteter Mann anwesend29Dem zu Ehren das Licht angezündet wurde, nicht zur Beleuchtung.ist, und das andere, wenn kein hochgeachteter Mann anwesend ist.", "Wenn du willst, sage ich: das eine und das andere, wenn ein hochgeachteter Mann anwesend ist, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine, wenn ein Kastellan vorhanden30Der bei diesem Lichte zugleich seine Arbeit verrichtet.ist, das andere, wenn kein Kastellan vorhanden ist.", "Wenn du aber willst, sage ich: das eine und das andere, wenn ein Kastellan vorhanden ist, dennoch ist dies kein Widerspruch; das eine, wenn Mondschein vorhanden31Das Licht ist sicher nicht zur Beleuchtung angezündet worden.ist, das andere, wenn kein Mondschein vorhanden ist.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie im Lehrhause sitzen, und man ihnen Licht bringt, so spreche, wie die Schule Šammajs sagt, jeder den Segen für sich; die Schule Hillels sagt, einer spreche den Segen für alle, denn es heißt :32Pr. 14,28.in der Masse des Volkes ist die Pracht des Königs. –", "Einleuchtend ist die Ansicht der Schule Hillels, den sie gibt einen Grund an, was aber ist der Grund der Schule Šammajs? – Sie ist dieser Ansicht wegen der Störung33Wenn einer spricht, müssen alle übrigen ihr Studium unterbrechen.im Lehr hause.", "Desgleichen wird auch gelehrt: Die aus dem Hause R. Gamliéls pflegten im Lehrhause nicht ‘zur Genesung’ zu sagen, wegen der Störung im Lehrhause.", "MAN SPRECHE DEN SEGEN NICHT ÜBER LICHT UND ÜBER WOHLGERÜCHE VON LEICHEN. Aus welchem Grunde? – Das Licht wird [dem Toten] zu Ehren angezündet, die Wohlgerüche sind, um den Geruch zu vertreiben.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Würde man [das Licht vor dem Toten] bei Tag und bei Nacht tragen, so spreche man darüber nicht34Es ist ersichtlich, daß man das Licht nur zu Ehren des Toten angezündet hat.den Segen, würde man es aber vor ihm nur bei Nacht tragen, so spreche man darüber den Segen.", "R. Hona sagte: Über Wohlgerüche im Aborte35Die nur den Zweck haben, den schlechten Geruch zu vertreiben.und über Öl, mit dem man den Schmutz36Nach dem Essen pflegte man sich die Hände mit wohlriechendem Öl zu reinigen. Hier handelt es sich um den Segen über Wohlgerüche, doch ist über manches Öl ein diesbezüglicher Segen zu sprechen.entfernt, spreche man nicht den Segen. – Demnach spreche man den Segen nicht über das, was nicht zum Riechen ist.", "Dagegen ist [aus folgender Lehre] einzuwenden: Wenn jemand in den Laden eines Gewürzkrämers eintritt und den Duft riecht, so spreche er den Segen nur einmal, auch wenn er da den ganzen Tag verweilt; wenn er aber fortwährend ein und aus geht, so spreche er den Segen jedesmal.", "Da ist ja [der Laden] nicht zum Riechen da, dennoch spreche man den Segen!? – Auch dieser ist zum Riechen da, damit die Leute riechen und zu ihm kaufen kommen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand außerhalb der Stadt geht und einen Duft riecht, so spreche er, wenn die Mehrzahl [der Einwohner] Nichtjuden sind, den Segen nicht, und wenn die Mehrzahl Jisraéliten sind, spreche er ihn wohl. R. Jose sagt, auch wenn die Mehrzahl Jisraéliten sind, spreche er den Segen nicht, weil die Töchter Jisraéls zwecks Zauberei räuchern. –", "Räuchern denn alle zwecks Zauberei!? – Eine Minderheit räuchert zwecks Zauberei, und eine Minderheit, um die Kleider zu durchräuchern, somit räuchert die Mehrzahl nicht zum Riechen, und wenn es bei der Mehrzahl nicht zum Riechen erfolgt, spreche man den Segen nicht.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer an den Vorabenden des Šabbaths in Ṭiberjas oder an den Ausgangsabenden des Šabbaths in Sepphoris geht und einen Duft riecht, spreche darüber keinen Segen, weil es sicher ist, daß er nur, um die Kleider zu durchräuchern, bereitet wurde.", "Die Rabbanan lehrten: Wer in einer Straße des Götzendienstes geht und mit Willen riecht, ist ein Sünder." ], [ "AUCH SPRECHE MAN ÜBER DAS LICHT DEN SEGEN NICHT EHER, ALS BIS MAN SEIN LICHT BENUTZT HAT.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Unter ‘benutzt’ ist nicht tatsächlich benutzt zu verstehen, sondern wenn man in der Nähe stehend das Licht benutzen könnte, selbst wenn man sich in der Ferne befindet. Ebenso sagte auch R. Aši: Wir haben es von einer entfernten Stelle gelernt.", "Man wandte ein: Wenn jemand ein Licht in seinem Busen versteckt hat, oder in einer Laterne, oder eine Flamme sieht und deren Licht nicht benutzt, oder deren Licht benutzt, aber die Flamme nicht sieht, so spreche er nicht den Segen, nur wenn er die Flamme sieht und deren Licht benutzt.", "Allerdings kann es Vorkommen, daß man das Licht benutzt und die Flamme selbst nicht sieht, wenn man an einer Ecke steht, daß man aber die Flamme sieht und deren Licht nicht benutzt, kann ja nur dann Vorkommen, wenn sie sich in der Ferne befindet!? –", "Nein, wenn sie im Erlöschen ist.", "Die Rabbanan lehrten: Über knisternde Kohlen spreche man den Segen, über verglimmende spreche man den Segen nicht. – Was heißt knisternde? R. Ḥisda erwiderte: Wenn man einen Span hineinwirft, und er sich von seihst entzündet.", "Sie fragten: Omemoth oder o͑memoth37אמם sowie עמם verdunkeln; der Unterschied besteht nur in der Orthographie.? –", "Komm und höre : R. Ḥisda b. Evdämi zitierte :38Ez. 31,8.Zedern verdunkeln [a͑mamuhu] ihn nicht im Garten Gottes.", "Raba aber sagte: Tatsächlich benutzt hat.", "Wie weit? – U͑la sagte: Daß man zwischen einem Assar39Römische Kupfermünze (Ass, Assar), die Hälfte eines Pondion (lat. dipondium), im T. nur als Münze bekannt.und einem Pondion unterscheiden kann. Hizqija sagte: Daß man zwischen einem tiberjanischen Melozma40M. ist nach den Kommentaren Name eines Gewichtes od. einer Münze; die Übersetzung Hafen, Erdzunge (μóλος) ist sehr unwahrscheinlich.und einem sepphorischen Melozma unterscheiden kann.", "R. Jehuda pflegte den Segen zu sprechen über [das Licht] im Hause Ada41Der fern von RJ. wohnte.des Dieners; Raba pflegte den Segen zu sprechen über [das Licht] im Hause des Gorja42Der in der Nähe R.s wohnte. b. Ḥama; Abajje pflegte den Segensspruch zu sprechen über [das Licht] im Hause des Bar Abuha.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man suche nicht nach Licht, wie man bei [anderen] Geboten sucht. R. Zera sagte: Anfangs pflegte ich zu suchen, als ich aber das hörte, was R. Jehuda im Namen Rabs gesagt hat, suchte ich ebenfalls nicht; wenn es sich mir gerade trifft, spreche ich den Segen.", "WER GESPEIST HAT&C. R. Zebid, manche sagen, R. Dimi b. Abba sagte: Der Streit besteht nur, wenn vergessentlich; wenn aber absichtlich, stimmen alle überein, daß man auf seinen Platz zurückkehren und den Segen sprechen muß. –", "Selbstverständlich, er lehrt ja: vergessentlich !? –", "Man könnte glauben, dies gelte auch vorsätzlich, er lehre aber deshalb den Fall, wenn vergessentlich, um dir die Ansicht der Schule Šammajs hervorzuheben, so lehrt er uns.", "Es wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zur Schule Šammajs: Nach eurer Ansicht müßte, wer auf der Turmspitze einer Burg gegessen hat und vergessentlich, ohne den Segen zu sprechen, herabgestiegen ist, wieder auf die Turmspitze der Burg steigen und den Segen sprechen!? Die Schule Šammajs erwiderte der Schule Hillels: Würde, nach eurer Ansicht, wer auf der Turmspitze einer Burg einen Goldbeutel vergessen hat, nicht wieder hinaufsteigen und ihn holen!? Wenn man dies in eigenem Interesse43Wörtl.: sich zu Ehren.tut, um wieviel mehr tue man es zur Ehre des Himmels.", "Einst waren zwei Jünger, von denen einer vergessentlich nach der Schule Šammajs verfuhr, und er fand einen Geldbeutel, und der andere vorsätzlich nach der Schule Hillels verfuhr, und ein Löwe fraß ihn.", "Rabba b. Bar Ḥana reiste mit einer Karawane; als er einst gegessen und den Tischsegen zu sprechen vergessen hatte, sprach er: Was mache ich nun: sage ich ihnen, daß ich den Tischsegen zu sprechen vergessen habe, so antworten sie mir: sprich ihn [hier], denn wo du ihn auch sprichst, sprichst du ihn für den Allbarmherzigen; lieber sage ich ihnen, daß ich eine goldene Taube vergessen habe. Hierauf sprach er zu ihnen: Wartet auf mich, ich habe eine goldene Taube vergessen. Alsdann kehrte er um, und nachdem er den Tischsegen gesprochen hatte, fand er eine goldene Taube. –", "Warum gerade eine Taube? – Weil die Gemeinschaft Jisraéls mit einer Taube verglichen wird, wie es heißt:44Ps. 68,14.Flügel einer Taube, mit Silber bedeckt, and ihre Fittiche mit dem Rotgelb des Goldes. Wie die Taube sich durch ihre Flügel rettet, so rettet sich auch Jisraél durch die Gebote.", "BIS WIE LANGE &C.", "Wie lange währt die Verdauung? R. Joḥanan sagte: Solange man nicht hungrig wird. Reš Laqiš sagte: Solange man vom Essen Durst hat.", "R. Jemar b. Šelemja sprach zu Mar Zuṭra, manche sagen, R. Jemar b. Šezbi zu Mar Zuṭra: Kann denn Reš Laqiš dies gesagt haben, R. Ami sagte ja im Namen des Reš Laqiš, die Verdauung dauere solange, als man vier Mil gehen kann!? –", "Das ist kein Einwand; dies nach einem kräftigen Essen, jenes nach einem leichten Essen.", "WENN IHNEN WEIN VORGESETZT WIRD &C.", "Demnach antworte man [Amen nach dem Segen] eines Jisraéliten, auch wenn man den ganzen Segensspruch nicht gehört hat; – wie kann man der Pflicht genügen, wenn man ihn nicht gehört hat!?", "Ḥija b. Rabh erwiderte: Wenn man mit ihnen nicht gespeist45Und man zum Segen überhaupt nicht verpflichtet war.hat. Ebenso sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn man mit ihnen nicht gespeist hat. Rabh sprach zu seinem Sohn Ḥija: Mein Sohn, hasche [nach dem Becher] und sprich den Segen. Ebenso sagte R. Hona zu seinem Sohn Rabba: Hasche [nach dem Becher] und sprich den Segen. –", "Demnach ist, wer den Segen spricht, bevorzugter als der, der Amen antwortet, dagegen wird gelehrt, R. Jose sagte, wer Amen antwortet, sei bedeutender als der, der den Segen spricht!?", "[Und auch] R. Nehoraj sprach zu ihm: Beim Himmel, so ist es. Du siehst ja, die Lanzknechte treten vor und greifen an, und die Helden folgen und erringen den Sieg. –", "[Hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Sowohl, wer den Segen spricht, wie auch, wer Amen antwortet, ist damit46Mit dem Verse (Neh. 9,5) ‘Preiset den Herrn &c.’ gemeint, nur daß man den, der den Segen spricht, schneller [belohnt] als den, der Amen antwortet.", "Šemuél fragte Rabh: Antwortet man Amen, wenn Schulkinder [den Segen lernen]? Dieser erwiderte: Nach jedem [Segen] antworte man Amen, ausgenommen nach dem der Schulkinder, da sie ihn nur zur Übung hersagen. Dies nur, wenn sie nicht die Haphtara47Am Šabbath und an Feiertagen wird, außer dem Wochenabschnitte aus dem Pentateuch, noch ein dem Inhalt desselben od. der Bedeutung des Tages entsprechendes Kapitel aus den Propheten vorgelesen. Dieses wird Haphtara (aram. Aphtarta), Abschluß, genannt.lesen, wenn sie aber die Haphtara lesen, antworte man48Da sie dann den Segen sprechen.[Amen].", "Die Rabbanan lehrten: Das Öl49Zum Reinigen der Hände nach der Mahlzeit.hält den Tischsegen auf50Man warte darauf mit dem Tischsegen. – so R. Zilaj; R. Zivaj sagt, es halte ihn nicht auf; R. Aha sagte: Wohlriechendes Öl hält auf. R. Zuhamaj sagte: Wie ein Beschmutzter beim Tempeldienst unzulässig ist, so sind beschmutzte Hände beim Tischsegen unzulässig.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Ich kenne weder Zilaj, noch Zivaj, noch Zuhamaj, ich kenne nur folgende Lehre: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt:51Lev. 11,14.Ihr sollt euch heiligen, dies ist das Waschen vor Tisch; ihr sollt heilig sein, dies ist das Waschen nach Tisch; denn heilig, dies ist das Öl; ich, der Herr, euer Gott, dies ist der Segensspruch." ], [ "i WENN JEMAND EINEN ORT SIEHT, AN DEM JISRAÉL WÜNDER GESCHEHEN SIND, SO SPRECHE ER: ‘GEPRIESEN SEI ER, DER UNSEREN VÄTERN AN DIESEM ORTE WUNDER ERWIESEN HAT’; WENN EINEN ORT, AN DEM GÖTZENDIENST AUSGEROTTET WURDE, SO SPRECHE ER: ‘GEPRIESEN SEI ER, DER DEN GÖTZENDIENST AUS UNSEREM LANDE AUSGEROTTET HAT’.", "iiÜBER KOMETEN, BEBEN, DONNER, ORKANE UND BLITZE SPRECHE MAN: ‘GEPRIESEN SEI ER, DESSEN KRAFT UND DESSEN MACHT DIE GANZE WELT VOLL IST’. ÜBER BERGE, HÜGEL, MEERE, FLÜSSE UND WÜSTEN SPRECHE MAN: ‘GEPRIESEN SEI ER, DER DAS SCHÖPFUNGSWERK VOLLBRACHT HAT’. R. JEHUDA SAGT, WER DAS GROSSE MEER SIEHT, SPRECHE: ‘GEPRIESEN SEI ER, DER DAS GROSSE MEER ERSCHAFFEN HAT’ DIES NUR, WENN ER ES ZEITWEISE SIEHT.", "ÜBER DEN REGEN UND ÜBER GUTE NACHRICHTEN SPRECHE MAN: ‘GEPRIESEN SEI DER GUTE UND GÜTIGE’. ÜBER SCHLECHTE NACHRICHTEN SPRECHE MAN: ‘GEPRIESEN SEI DER RICHTER DER WAHRHEIT’. iiiWER EIN NEUES HAUS GEBAUT ODER NEUE SACHEN GEKAUFT HAT, SPRECHE: ‘GEPRIESEN SEI ER, DER UNS LEBEN, BESTEHEN UND ZU DIESER ZEIT HERANREICHEN LIESS’. MAN PREISE FÜR DAS SCHLECHTE, DAS MIT GUTEM VERBUNDEN IST, UND FÜR DAS GUTE, DAS MIT SCHLECHTEM VERBUNDEN IST.", "FLEHT JEMAND ÜBER GESCHEHENES, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET. WENN SEINE FRAU SCHWANGER IST, UND ER SPRICHT: MÖGE ES [GOTT] WOHLGEFÄLLIG SEIN, DASS MEINE FRAU EINEN KNABEN GEBÄRE, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET. WENN ER SICH AUF DER REISE BEFINDET UND GESCHREI AUS DER STADT HÖRT UND SPRICHT: MÖGE ES [GOTT] WOHLGEFÄLLIG SEIN, DASS DIES NICHT IN MEINEM HAUSE SEI, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET.", "ivWER IN EINE GROSSSTADT1Eine nichtjüdische, wo die Fremden von der Obrigkeit viel zu leiden hatten. KOMMT, SPRECHE ZWEI GEBETE, EINES BEI SEINEM EINZUGE UND EINES BEI SEINEM AUSZUGE; BENZAJ SAGT, VIER, ZWEI BEI SEINEM EINZUGE, EINES BEI SEINEM AUSZUGE, EINEN DANK FÜR DAS VERGANGENE UND EIN GEBET FÜR DAS KOMMENDE.", "vDER MENSCH MUSS FÜR DAS SCHLECHTE EBENSO PREISEN, WIE ER FÜR DAS GUTE PREIST, DENN ES HEISST: 2Dt. 6,5.du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit deinem ganzen Herzen &c. Mit deinem ganzen Herzen: MIT DEINEN BEIDEN TRIEBEN, MIT DEM GUTEN TRIEB UND MIT DEM BÖSEN TRIEB; mit deiner ganzen Seele: SELBST WENN ER DIR DEINE SEELE NIMMT; mit deinem ganzen Vermögen:MIT DEINER GANZEN HABE. EINE ANDERE ERKLÄRUNG: mit deinem ganzen Vermögen: DANKE3Wegen der Ähnlichkeit der Worte מדה ,מאד u. מודה IHM FÜR JEDES MASS, MIT DEM ER DIR MISST.", "DER MENSCH BENEHME SICH NICHT LEICHTFERTIG VOR DEM OSTTORE [DES TEMPELS], WEIL ES SICH GENAU GEGENÜBER DEM ALLERHEILIGSTEN BEFINDET. MAN GEHE NICHT AUF DEM TEMPELBERG MIT STOCK, SCHUHEN, GELDGÜRTEL UND STAUB AUF DEN FÜSSEN. MAN BENUTZE IHN FERNER NICHT ALS DURCHGANG, UND WAS VOM LEICHTEREN AUF DAS SCHWERERE [ZU SCHLIESSEN], ZUM AUSSPUCKEN.", "ALLE, DIE IM TEMPEL DEN SEGEN BEENDIGTEN, PFLEGTEN ZU SAGEN: ‘BIS IN DIE EWIGKEIT’; ALS ABER DIE MINÔER AUSARTETEN UND SAGTEN, ES GÄBE NUR EINE WELT4עולם Welt, Ewigkeit., ORDNETEN SIE AN, DASS MAN SAGE: ‘VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT’.", "SIE ORDNETEN AUCH AN, DASS MAN SEINEN NÄCHSTEN MIT DEM GOTTESNAMEN GRÜSSE, WIE ES HEISST: 5Rt. 2,4.und siehe, Boa͑z kam aus Beth-Leḥem und sprach zu den Schnittern: Der Herr sei mit euch. Da erwiderten sie: Der Herr segne dich. FERNER HEISST ES:6Jud. 12.der Herr sei mit dir, tapferer Held. FERNER HEISST ES: 7Pr. 23,22.verachte nicht deine Mutter, daß sie alt geworden ist. FERNER HEISST ES: 8Ps. 119,126.da es galt für den Herrn zu wirken, brachen sie deine Lehre. R. NATHAN SAGTE: SIE BRACHEN DEINE LEHRE, WEIL ES GALT, FÜR DEN HERRN ZU WIRKEN.", "GEMARA. Woher dies? R.Joḥanan erwiderte: Weil es heißt: 9Ex. 18,10.und Jithro sprach: Gepriesen sei der Herr, der errettet hat &c. –", "Aber preist man denn nur für ein Wunder, das Vielen geschieht, und nicht auch für ein Wunder, das einem Einzelnen geschieht!? Es ereignete sich ja, daß ein Mann in E͑ber Jamina ging, und als ein Löwe über ihn herfiel, geschah ihm ein Wunder, und er wurde errettet. Hierauf kam er vor Raba, und dieser sprach zu ihm: Sooft du dort vorübergehst, sprich: Gepriesen sei er, der mir an dieser Stelle ein Wunder tat.", "Ebenso ging Mar, der Sohn Rabinas, im Tale A͑raboth und lechzte nach Wasser; da geschah ihm ein Wunder, und eine Wasserquelle ward ihm erschaffen, aus der er trank.", "Ein anderes Mal ging er in der Umgebung von Maḥoza, und ein tolles Kamel fiel ihn an; da öffnete sich ihm eine Mauer, und er flüchtete sich darin. Sooft er nach A͑raboth kam, sprach er: ‘Gepriesen sei er, der mir in A͑raboth und mit dem Kamele ein Wunder tat’. Und sooft er nach der Umgebung von Maḥoza kam, sprach er: ‘Gepriesen sei er, der mir mit dem Kamel und in A͑raboth ein Wunder tat’. – Ich will dir sagen, über ein Wunder, das Vielen geschah, sind alle einen Segen zu sprechen verpflichtet, über ein Wunder, das einem Einzelnen geschah, ist nur er allein einen Segen zu sprechen verpflichtet.", "Die Rabbanan lehrten: Wer die Furt des Meeres10Des Schilfmeeres, das die Jisraéliten beim Auszuge aus Ägypten überschritten., die Furt des Jarden, die Furt der Arnonbäche, die Elgabiš-Steine11Hagel od. Eisstücke, weiter vom T. anders erklärt.am Abhange zu Beth Horon, den Stein, den O͑g, König von Bašan, auf Moše werfen wollte, den Stein, auf dem Moše saß, als Jehošua͑ gegen A͑maleq kämpfte, die Frau Loṭs, die Mauer von Jeriḥo, die an ihrem Orte versunken ist, sieht, muß für jedes Dank und Lob vor Gott abstatten. –", "Erklärlich ist es von der Furt des Meeres, denn es heißt :12Ex. 14,22.die Kinder Jisraéls gingen inmitten des Meeres auf dem Trockenen; ebenso von der Furt des Jarden, denn es heißt: 13Jos. 3,17.und die Priester, die die Lade des Herrn trugen, standen bereit inmitten des Jarden im Trockenen und ganz Jisraél zog im Trockenen hinüber, bis das ganze Volk über den Jarden gezogen war;", "welches Bewenden hat es aber mit der Furt der Arnonbäche? – Es heißt :14Num. 21,14.daher heißt es im Buche der Kriege des Herrn: Eth15Nach den meisten Übersetzungen: gegeben in Supha.und Heb am Ende, und hierzu wird gelehrt: Eth und Heb am Ende, dies waren zwei Aussätzige, die am Ende des jisraélitischen Zuges gingen. Als nämlich die Jisraéliten vorüberzogen, kamen die Emoriter" ], [ "und machten sich Erdschluchten, worin sie sich versteckten, indem sie dachten: sobald die Jisraéliten hier vorüberziehen, töten wir sie. Sie wußten aber nicht, daß die Lade vor Jisraél zog und die Berge vor ihnen ebnete. Als die Lade herankam, schlossen sich die Berge aneinander und töteten sie, sodaß ihr Blut in die Arnonbäche floß. Hierauf kamen Eth und Heb heran, und als sie Blut zwischen den Bergen hervorfließen sahen, gingen sie und erzählten es Jisraél, und sie stimmten ein Lied an. Daher heißt es:16Num. 21,15.Und die Ergießung der Bäche, die sich ausdehnte bis zum Sitze von A͑r und stieß an die Grenze Moábs.", "«Elgabiš-Steine.» Was sind Elgabiš-Steine? –", "Es wird gelehrt: Steine die durch einen Mann17על גב איש=אלגבישaufgehalten wurden und durch einen Mann herabfielen. Sie wurden aufgehalten durch einen Mann, das ist Moše, denn es heißt :18Num. 12,3.der Mann Moše war sehr demütig, und es heißt :19Ex. 9,33.und Donner und Hagel hörten auf, der Regen strömte nicht mehr zur Erde. Sie fielen herab durch einen Mann, das ist Jehošua͑, denn es heißt: 20Num. 27,18.nimm dir Jehošua͑, den Sohn Nuns, einen Mann von Geist &c., und es heißt :21Jos. 10,11.und es geschah, als sie vor (den Kindern) Jisraéls flohen, sie waren am Abhange von Beth Ḥoron, da warf der Herr auf sie große Steine.", "«Den Stein, den O͑g, König von Bašan, auf Moše werfen wollte.» Das ist eine Überlieferung: Er sprach: Das Lager Jisraéls ist drei Parasangen groß; ich will gehen und einen Berg von drei Parasangen ausreißen, ihn auf sie werfen und sie töten. Alsdann ging er und riß einen Berg von drei Parasangen aus und trug ihn auf seinem Kopfe. Da brachte der Heilige, gepriesen sei er, auf diesen Ameisen, die ihn durchlochten, sodaß er ihm auf den Hals fiel.", "Als er ihn abwerfen wollte, dehnten sich seine Zähne nach der einen Seite und nach der anderen Seite aus, und er konnte ihn nicht abwerfen. Daher heißt es: 22Ps.3,8.die Zähne der Frevler hast du zerbrochen. Dies nach R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Es heißt: die Zähne der Frevler hast du zerbrochen, und man lese nicht šibarta [zerbrochen], sondern širbabta [groß werden lassen].", "Wie groß war Moše? Zehn Ellen. Er nahm eine Axt von zehn Ellen, sprang zehn Ellen hoch, schlug ihn am Fußgelenk und tötete ihn.", "«Den Stein, auf dem Moše saß.» Wie es heißt :23Ex. 17,12.die Hände Mošes waren schwer geworden, da nahmen sie einen Stein, legten ihn unter ihn, und er setzte sich darauf.", "«Die Frau Loṭs.» Wie es heißt :24Gen. 19,26.seine Frau schaute hinter sich, und sie ward eine Salzsäule. «Die Mauer von Jeriḥo, die versunken ist.» Wie es heißt :25Jos. 6,20.die Mauer stürzte unter sich zusammen.", "Einleuchtend ist es bei allen Wundertaten, bei der Frau Loṭs aber war es ja eine Strafe!? – Man spreche: ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’. –", "Er lehrt ja aber: Dank und Lob!? – Lies: über Loṭ und seine Frau spreche man zwei Segenssprüche; über seine Frau spreche man: ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’, über Loṭ spreche man: ‘Der der Gerechten gedenkt’. R. Joḥanan sagte: Sogar in seinem Zorne gedenkt der Heilige, gepriesen sei er, der Gerechten, denn es heißt :26Gen. 19,29.und es geschah, als Gott die Städte des Umkreises verdarb, da gedachte Gott Abrahams und schichte Loṭ aus der Zerstörung weg.", "«Die Mauer von Jeriḥo, die versunken ist.» Ist denn die Mauer von Jeriḥo versunken, sie ist ja eingestürzt, denn es heißt: 27Jos. 6,20.und es geschah, als das Volk die Stimme der Posaune hörte, da erhob das Volk einen großen Freudenlärm, und die Mauer stürzte unter sich zusammen. – Da ihre Breite und ihre Höhe gleich waren, so muß sie versunken sein28Da sonst der Einsturz nicht zu merken wäre. Ferner sagte R. Jehuda: Drei Dinge verlängern die Tage und die.", "R. Jehuda sagte: Vier müssen einen Danksegen sprechen: die das Meer befahren, die in der Wüste reisen, wer krank war und genesen ist, und wer im Gefängnis eingesperrt war und frei geworden ist.", "Woher dies von denen, die das Meer befahren? – Es heißt:29Ps. 107,23ff.die zu Schiff das Meer fahren. Sie schauten die Taten des Herrn. Ferner: und er ließ einen Sturmwind entstehen. Sie steigen bis zum Himmel und sinken bis zum Abgrund. Ferner: sie taumeln und wanken gleich einem Trunkenen. Ferner: in ihrer Not schrieen sie zum er errettete sie aus ihrer Bedrängnis. Ferner: er bringt den Sturm zum Schweigen. Ferner: sie freuen sich, daß sie ruhig geworden. Ferner: sie mögen dem Herrn für seine Güte danken, und wegen seiner Wunder für die Menschenkinder. –", "Woher dies von denen, die in der Wüste reisen? – Es heißt: 30Ib. V. 4ff.sie irrten in der Wüste umher, auf ödem Wege, und fanden keine bewohnte Stadt. Da schrieen sie zum Herrn und er führte sie auf den geraden Weg. Sie mögen dem Herrn für seine Güte danken. –", "Woher dies von dem, der krank war und genesen ist? – Es heißt :31Jb. V. 17ff.Toren werden durch ihren frevelhaften Wandel und durch ihre Sünden geplagt. Jegliche Speise verabscheut ihre Seele. In ihrer Not schrieen sie zum Herrn. Er sendet sein Wort und heilt sie &c. Sie mögen dem Herrn für seine Güte danken. –", "Woher dies von dem, der im Gefängnis eingesperrt war? – Es heißt: 32Ib. V. 10ff. die in Finsternis und Dunkelheit sitzen. Weil sie den Worten Gottes wider gehandelt &c. Ferner: und er beugte ihr Herz durch Mühsal &c. Ferner: sie schrieen in ihrer Not zum Herrn. Ferner: er führt sie aus Dunkelheit und Finsternis heraus &c. Ferner: sie mögen dem Herrn für seine Güte danken. –", "Wie lautet der Segen? R. Jehuda sagte: ‘Gepriesen sei er, der Liebestaten angedeihen läßt’. Abajje sagte: Man soll den Danksegen vor zehn [Personen] sprechen, denn es heißt: 33Ib. V. 32.sie erheben dich vor einer Versammlung des Volkes &c. Mar Zuṭra sagte: Zwei von diesen müssen Gelehrte sein, denn es heißt: 33Ib. V. 32.und in der Sitzung von Ältesten lobpreisen sie ihn.", "R. Aši wandte ein: Demnach müssen sie ja alle Gelehrte sein!? – Es heißt nicht: vor einer Versammlung von Ältesten, es heißt: vor einer Versammlung des Volkes. – Vielleicht von zehn aus dem Volke und zwei Gelehrten!? – Eine Frage.", "R. Jehuda war krank, und als er genas, besuchten ihn R. Ḥana aus Bagdad und die Rabbanan, und sie sprachen (zu ihm) : Gepriesen sei der Allbarmherzige, der dich uns wiedergegeben und dich nicht dem Staube übergeben hat. Da sprach er zu ihnen: Ihr habt mich der Pflicht des Danksegens enthoben. –", "Abajje sagte ja aber, daß man den Danksegen vor zehn [Personen] sprechen muß!? – Er antwortete nachher ‘Amen’.", "R. Jehuda sagte: Drei benötigen der Bewachung, und zwar: Der Kranke, der Bräutigam und die Braut. In einer Barajtha wird gelehrt: Der Kranke, die Wöchnerin, der Bräutigam und die Braut. Manche sagen: Auch der Leidtragende. Manche sagen: Auch Schriftgelehrte in der Nacht.", "Ferner sagte R. Jehuda: Drei Dinge verlängern die Tage und die Jahre des Menschen: wenn man sein Gebet in die Länge zieht, wenn man lange bei Tisch yerweilt und wenn man lange im Aborte verweilt. –", "Ist es denn was Gutes, sein Gebet in die Länge zu ziehen, R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen R. Joḥanans," ], [ "wer sein Gebet lange ausdehnt und [auf Erfüllung] sinnt, bekomme endlich Herz weh, denn es heißt: 34Pr. 13,12.hingezogenes Hoffen macht das Herz weh!? Auch sagte R. Jiçḥaq: Drei Dinge bringen die Sünden des Menschen in Erinnerung, und zwar: eine sich neigende Wand, das Nachsinnen beim Gebete, und wenn man seinen Nächsten beim Himmel anklagt. –", "Das ist kein Widerspruch; dies, wenn man [auf Erfüllung] sinnt, jenes, wenn man nicht darauf sinnt. – Wie mache man dies? – Man lese viel Gebete.", "«Wenn man lange bei Tisch verweilt.» Vielleicht kommt ein Armer, dem man etwas geben kann. Es heißt:35Ez. 41,22.der Altar war aus Holz, drei Ellen hoch, und darauf heißt es :35Ez. 41,22.er sprach zu mir: Das ist der Tisch vor dem Herrn. Er beginnt mit ‘Altar’ und schließt mit ‘Tisch’; R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagten beide: Solange das Heiligtum bestand, pflegte der Altar für Jisraél zu sühnen, jetzt aber sühnt der Tisch des Menschen für ihn.", "Ist es denn was Gutes, lange im Aborte zu verweilen, es wird ja gelehrt, zehn Dinge bringen dem Menschen Unterleibsschmerzen: wenn man Rohrlaub, Weinlaub, Weinranken, das papillose Fleisch des Viehes, das Rückgrat des Fisches, oder einen nicht genügend gekochten gesalzenen Fisch ißt, wenn man Weinhefe trinkt, wenn man sich mit Kalk oder einer Scherbe oder mit einer Scholle, die sein Nächster benutzt hat, abwischt, und manche sagen, auch wenn man mehr als nötig im Aborte kauert!? –", "Das ist kein Widerspruch; dieses, wenn man sich lange kauernd aufhält, jenes, wenn man sich lange nicht kauernd auf hält.", "So sagte auch eine Matrone zu R. Jehuda b. R. Elea͑j: Dein Gesicht gleicht dem der Schweinezüchter und Wucherer36Diese haben einen leichten Erwerb und sind daher wohlgenährt.. Da sprach er zu ihr: Bei meiner Treu, beides ist mir verboten, aber vierundzwanzig Aborte habe ich von meiner Wohnung bis zum Lehrhause, und wenn ich gehe, versuche ich mich in jedem.", "Ferner sagte R. Jehuda: Drei Dinge verkürzen die Tage und Jahre des Menschen: wenn man einem das Torabuch zum Lesen vorlegt, und er nicht liest, wenn man einem den Becher des Tischsegens vorsetzt, daß er den Segen spreche, und er ihn nicht spricht, und wenn einer sich herrisch gebärdet.", "«Das Torabuch zum Lesen und er nicht liest», denn es heißt37Dt. 30,20.sie ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage. «Den Becher des Tischsegens, daß er den Segen spreche, und er ihn nicht spricht», denn es heißt :38Gen. 12,3.ich werde segnen, die dich segnen. «Wer sich herrisch gebärdet», denn R. Ḥama b. Ḥanina sagte, Joseph starb deshalb früher als seine Brüder, weil er sich herrisch gebärdete.</risch>", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Drei benötigen der Barmherzigkeit: ein guter König, ein gutes Jahr und ein guter Traum. Ein guter König, denn es heißt:39Pr. 21,1.gleich Wasserflüssen ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn. Ein gutes Jahr, denn es heißt: 40Dt.11,12.die Augen des Herrn, deines Gottes, sind stets darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres &c. Ein guter Traum, denn es heißt:41Jes. 38,16.laß mich träumen42Sonach dem T.und laß mich leben.", "R. Joḥanan sagte: Drei Dinge ruft der Heilige, gepriesen sei er, selbst aus, und zwar: Hungersnot, Sattheit und einen guten Gemeindeverwalter. Hungersnot, denn es heißt : 43iiReg.8,1.der Herr hat die Hungersnot herbeigerufen &c. Sattheit, denn es heißt :44Ez. 36,29.ich will das Getreide herbeirufen und es vermehren. Einen [guten] Gemeindeverwalter, denn es heißt: 45Ex. 31, 1f.der Herr sprach zu Moše: Siehe, ich habe Beçalél mit Namen berufen &c.", "R. Jiçḥaq sagte: Man setzt über die Gemeinde keinen Verwalter, als bis man sich mit der Gemeinde beraten hat, denn es heißt: siehe, ich habe Beçalél mit Namen berufen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše : Moše, ist dir Beçalél recht? Dieser erwiderte : Herr der Weit, wenn er dir recht ist, um so mehr mir. [Gott] sprach: Geh dennoch und sage es ihnen. Da ging er hin und sprach zu Jisraél: Ist euch Beçalél recht? Sie erwiderten: Wenn er dem Heiligen, gepriesen sei er, und dir recht ist, um so mehr uns.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Beçalél wurde er wegen seiner Weisheit46בצל אל im Schatten Gottes.genannt. Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše sprach: Geh und sage Beçalél, daß er mir eine Wohnung, eine Lade und Geräte mache, ging Moše hin und sagte es ihm verkehrt: mache eine Lade, Geräte und eine Wohnung. Da sprach jener zu ihm: Meister Moše, in der Welt ist es Brauch, daß der Mensch ein Haus zuerst baut, nachher erst bringt er Geräte hinein; du aber sprichst: mache mir eine Lade, Geräte und eine Wohnung. Wohin sollte ich die Geräte bringen, die ich anfertige!? Vielleicht aber hat der Heilige, gepriesen sei er, dir wie folgt gesagt: mache eine Wohnung, eine Lade und Geräte? Dieser erwiderte: Du warst wahrscheinlich im Schatten Gottes und hast dies erfahren.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Beçalél verstand die Buchstaben zusammenzusetzen, mit denen Himmel und Erde erschaffen wurden; denn hier47Ex. 35,31.heißt es: und der göttliche Geist erfüllte ihn mit Weisheit, Einsicht und Erkenntnis, und dort48Pr. 3,19.heißt es: der Herr gründete die Erde mit Weisheit, mit Einsicht errichtet er den Himmel. Ferner: 49Pr. 3,20.mit seiner Einsicht wurden die Tiefen gespalten.", "R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, verleiht Weisheit nur demjenigen, der schon Weisheit besitzt, denn es heißt: 50Dan. 2,21.er verleiht Weisheit den Weisen und Erkenntnis den Einsichtsvollen. R. Taḥlipha aus dem Westen hörte dies und sagte es vor R. Abahu; da sprach dieser zu ihm: Ihr entnehmet dies hieraus, wir entnehmen dies aus folgendem, es heißt:51Ex. 31,6.in das Herz jedes Weisen habe ich Weisheit getan.", "R. Ḥisda sagte: Jeder Traum [bedeutet etwas], nur nicht, wenn infolge des Fastens. Ferner sagte R. Ḥisda: Ein ungedeuteter Traum ist wie ein ungelesener Brief. Ferner sagte R. Ḥisda: Weder geht ein guter Traum ganz in Erfüllung, noch geht ein schlechter Traum ganz in Erfüllung. Ferner sagte R. Ḥisda: Besser ist ein schlechter Traum als ein guter Traum. Ferner sagte R. Ḥisda: Bei einem schlechten Traume genügt schon die Betrübnis52Die Erfüllung zu verhindern., bei einem guten Traume genügt schon die Freude. R. Joseph sagte: Sogar bei mir53RJ. war blind.macht die Heiterkeit den guten Traum wirkungslos. Ferner sagte R. Ḥisda: Ein schlechter Traum ist schlimmer als Geißelung, denn es heißt:54Ecc. 3,14.Gott tat es, damit man ihn fürchte, worüber Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans sagte, dies beziehe sich auf einen schlechten Traum.", "55Jer. 23,28.Ein Prophet, der einen Traum hat, verkünde den Traum, der aber mein Wort hat, verkünde mein Wort in Wahrheit. Was soll das Stroh beim Korn? Spruch des Herrn. Welche Bewandtnis haben Korn und Stroh zum Traume? Vielmehr, sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Johaj: Wie kein Korn ohne Stroh möglich ist, so wenig gibt es einen Traum ohne eitle Worte.", "R. Berekhja sagte: Wenn auch der Traum teilweise in Erfüllung geht, so geht er doch nicht ganz in Erfüllung. Woher dies? – Von Joseph, denn es heißt:56Gen. 37,9.und siehe, die Sonne, der Mond &c.," ], [ "und damals war seine Mutter nicht mehr.", "R. Levi sagte: Bis zweiundzwanzig Jahren hoffe der Mensch stets auf die Erfüllung eines guten Traumes. Woher dies? – Von Joseph. Es heißt: 57Ib. V. 2.das ist die Geschlechtsfolge Ja͑qobs; Joseph war siebzehn Jahre alt &c.; ferner :58Ib. 41,46.Joseph war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pareo stand &c. Von siebzehn bis dreißig sind dreizehn; dazu die sieben Überflußjahre und zwei der Hungerjahre, das sind zweiundzwanzig.", "R. Hona sagte: Einen guten Menschen läßt man keinen guten Traum sehen, einen schlechten Menschen läßt man keinen schlechten Traum sehen.", "Desgleichen wird auch gelehrt: In seinem ganzen Leben59Wörth: All seine Jahre.sah David keinen guten Traum, und in seinem ganzen Leben sah Ahitophel keinen schlechten Traum. –", "Es heißt ja aber :60Ps. 91,10.dir wird nichts Böses begegnen, was R. Ḥisda im Namen des R. Jirmeja b. Abba erklärte: weder schlechte Träume noch böse Gedanken werden dich erschrecken!? – Vielmehr, er selbst sieht einen solchen nicht, wohl aber sehen andere über ihn. –", "Ist es denn was Gutes, wenn man selber keinen sieht, R. Zeéra sagte ja, wer sieben Tage ohne einen Traum übernachtet, werde ein Böser genannt, denn es heißt: 61Pr. 19,23.wer gesättigt übernachtet, ohne bedacht zu werden, ist ein Böser, und man lese nicht sabea͑ [gesättigt], sondern šeba͑ [sieben]!? – Vielmehr, er meint es wie folgt: er sieht wohl, weiß aber nicht, was er gesehen.", "R. Hona b. Ami sagte im Namen R. Pedaths im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand einen Traum sieht und seine Seele betrübt ist, so gehe er und lasse ihn vor dreien deuten. – Deuten, R. Ḥisda sagte ja, ein ungedeuteter Traum sei wie ein ungelesener Brief!? – Sage vielmehr: vor dreien zum Guten auslegen. Er lasse drei [Personen] kommen und spreche vor ihnen: Ich habe einen guten Traum gesehen. Jene erwidern: Gut ist er, gut möge er sein, und der Allbarmherzige möge ihn zum Guten wenden; siebenmal beschließe man über dich im Himmel, daß er gut sein möge, und er wird gut sein. Sodann lesen sie drei ‘Verwandlungen, drei Erlösungen’ und drei ‘Frieden’.", "Drei ‘Verwandlungen’:62Ps. 30,12.Du hast mir mein Klagen in Tanz verwandelt, du hast meinen Sack gelöst und mich mit Freude umgürtet.63Jer. 31,13. Dann freut sich die Jungfrau im Tanze, Jünglinge und Greise zusammen; ich werde ihre Trauer in Jubel verwandeln &c.64Dt. 23,6.Und der Herr, dein Gott, wollte auf Bilea͑m nicht hören, er verwandelte &c.", "Drei ‘Erlösungen’, (es heißt:)65Ps. 55,19.Er erlöste meine Seele in Frieden, aus dem Andrang gegen mich &c.66Jes. 35,10.Die Erlösten des Herrn kehren zurück &c.67iSam. 14,45.Und das Volk sprach zu Šaúl: Soll Jonathan sterben, der die Rettung vollbracht hat &c., [und das Volk erlöste &c.].", "Drei ‘Frieden’, (es heißt:)68Jes. 57,19.Er erschafft die Sprache der Lippen; Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen, spricht der Herr; ich werde ihn heilen.69iChr. 12,18.Und ein Geist kam über A͑masaj, den Hauptmann &c. [Friede].70iSam. 25,6.Und sprechet. So für das Friede mit dir und Friede mit deinem Hause &c.", "Amemar, Mar Zuṭra und R. Aši saßen beisammen. Sie sprachen: Ein jeder von uns sage etwas, das seinem Genossen nicht bekannt war. Da begann einer von ihnen und sprach: Wer einen Traum gesehen und nicht mehr weiß, was er gesehen hat, trete vor die Priester, wenn sie ihre Hände ausbreiten71Beim Priestersegen., und spreche folgendes: ‘Herr der Welt, ich bin dein und meine Träume sind dein; ich habe einen Traum geträumt und weiß nicht, was er bedeute. Sei es, daß ich über mich selbst geträumt, sei es, daß meine Genossen über mich geträumt, und sei es, daß ich über Fremde geträumt. Sind sie gut, so stärke sie und befestige sie, wie die Träume Josephs; wenn sie aber einer Heilung bedürfen, so heile sie wie das Wasser zu Mara durch Moše, wie Mirjam von ihrem Aussatze, wie Ḥizqijahu von seiner Krankheit und wie das Wasser zu Jeriḥo durch Eliša͑. Und wie du den Fluch des ruchlosen Bilea͑m verwandelt hast zum Segen, so verwandele mir alle meine Träume zum Guten’. Er beendige dies gleichzeitig mit den Priestern, damit die Gemeinde Amen antworte. Wenn nicht dies, so spreche er folgendes: ‘Allherrlichster in der Höhe, in Kraft Thronender, du bist Friede und dein Name ist Friede; möge es dein Wille sein, über uns Frieden zu verhängen’.", "Darauf begann der andere und sprach: Wer in eine Stadt kommt und vor bösem Auge fürchtet, nehme den Daumen seiner rechten Hand in seine linke Hand und den Daumen seiner linken Hand in seine rechte Hand und spreche wie folgt: ‘Ich N., Sohn des N., entstamme dem Stamme Josephs, über den das böse Auge keine Macht hat’. Es heißt nämlich: 72Gen. 49,22.ein fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an einer Quelle &c., und man lese nicht a͑le-a͑jin [an einer Quelle], sondern o͑le-a͑jin [das Auge übersteigend]. R. Jose b. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem: 73Ib. 48,16.sie mögen sich fischartig auf Erden vermehren; wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das böse Auge keine Macht über sie hat, so hat auch über die Kinder Josephs das böse Auge keine Macht. Wer aber vor seinem eigenen bösen Auge fürchtet, schaue auf seinen linken Nasenflügel.", "Alsdann begann der Dritte und sprach: Wenn jemand krank wird, so tue er dies am ersten Tage nicht kund, damit er seinen Glücksstern nicht gefährde; von da ab und weiter, tue er es kund. So verfuhr Raba. Wenn er krank war, tat er dies am ersten Tage nicht kund, von da ab und weiter sagte er zu seinem Diener: Geh und mache bekannt, daß Raba krank ist. Wer mir ein Freund ist, möge für mich um Erbarmen flehen; wer mir ein Feind ist, möge sich über mich freuen, und es heißt:74Pr. 24,17f.wenn dein Feind fällt, freue dich nicht, wenn er wankt, juble dein Herz nicht; es könnte dies der Herr sehen und es könnte ihm mißfallen, und er wendet dann seinen Zorn von ihm ab.", "Wenn Šemuél einen schlechten Traum hatte, pflegte er zu sagen:75Zach. 10,2.Die Träume reden Nichtigkeit. Wenn er aber einen guten Traum hatte, pflegte er zu sagen: Reden [etwa] die Träume Nichtigkeit; es heißt ja:76Num. 12,6.im Traume rede ich mit ihm !", "Raba wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: im Traume rede ich mit ihm, dagegen heißt es: die Träume reden Nichtigkeit!? Das ist aber kein Widerspruch; das eine durch einen Engel, das andere durch einen Dämon.", "R. Bizna b. Zabhda erzählte im Namen R. A͑qibas im Namen R. Pandas im Namen R. Naḥums im Namen R. Birjams im Namen eines Greises, das ist R. Banaá : Vierundzwanzig Traumdeuter waren in Jerušalem. Einst hatte ich einen Traum und ging zu allen, und was mir der eine deutete, deutete mir der andere nicht, aber alles ging mir in Erfüllung. Dies bestätigt, was gesagt wird: Alle Träume richten sich nach dem Munde. –", "Ist denn [der Spruch] ‘alle Träume richten sich nach dem Munde’ ein Schriftvers77Mit שנאמר, das hier gebraucht wird, werden nur Schriftverse zitiert.? – Freilich: dies nach R. Elea͑zar, denn R. Elea͑zar sagte: Woher, daß sich alle Träume nach dem Munde richten? – es heißt: 78Gen. 41,13.und es geschah, wie er uns gedeutet hatte. Raba sagte: Dies nur, wenn man ihm dem Traume entsprechend deutet, wie es heißt:79Ib. V. 12.jedem deutete er nach seinem Traume. –", "80Ib. 40,16.Und der Oberbäcker sah. Woher wußte er es? R. Elea͑zar erwiderte: Dies lehrt, daß jedem sein Traum und die Deutung des Traumes seines Gefährten gezeigt wurde.", "R. Joḥanan sagte: Wenn jemand morgens auf steht und ihm ein Schriftvers in den Mund kommt, so ist dies eine kleine Prophezeiung.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Drei Träume gehen in Erfüllung: ein Morgentraum, ein Traum, den sein Genosse über ihn träumte, und ein Traum, der im Traume selbst gedeutet wurde. Manche sagen, auch ein Traum, der sich wiederholt hat, wie es heißt :81Gen. 41,32.und wegen der Wiederholung des Traumes &c.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Man zeigt dem Menschen nur das, woran sein Herz denkt, denn es heißt :82Dan. 2,29.du, o König, deine Gedanken stiegen dir auf dem Lager auf. Wenn du aber willst, hieraus :83Ib. V. 30.die Gedanken deines Herzens wirst du wissen. Raba sagte: Du kannst es sehen; man zeigt niemandem eine goldene Palme, noch einen Elefanten84Ursprünglich wohl Schiffstau, das durch Wortähnlichkeit (filum, fil) in Elefant geändert wurde., der durch ein Nadelöhr geht." ], [ "Der Kaiser sprach zu R. Jehošua͑ b. R. Ḥanina: Ihr sagt ja, daß ihr sehr weise seid, so sage mir, was ich in meinem Traume sehen werde. Dieser erwiderte: Du wirst sehen, daß die Perser dich zum Frondienste einziehen, dich berauben und dich gräuliche Tiere mit einem goldenen Stabe weiden lassen. Er dachte daran den ganzen Tag, und nachts träumte er dies. Der König Sapor sprach zu Šemuél: Ihr sagt ja, daß ihr sehr weise seid, so sage mir, was ich in meinem Traume sehen werde. Dieser erwiderte: Du wirst sehen, daß die Römer kommen, dich gefangen nehmen und dich harte Kerne in einer goldenen Mühle mahlen lassen. Er dachte daran den ganzen Tag, und nachts träumte er dies.", "Bar Hedja war Traumdeuter; wer ihm Lohn gab, dem deutete er Gutes, wer ihm keinen Lohn gab, dem deutete er Böses. Abajje und Raba hatten einen gleichen Traum; Abajje gab ihm einen Zuz, Raba gab ihm nichts. Sie sprachen zu ihm: Man las85Richt.: man ließ uns lesen.uns im Traume vor :86Dt. 28,31.dein Ochs wird vor deinen Augen geschlachtet. Da sprach er zu Raba: Dein Geschäft wird Schaden erleiden, und vor Herzensgram wirst du keine Lust zum Essen haben. Zu Abajje aber sprach er: Dein Geschäft wird sich erweitern, und vor Herzensfreude wirst du keine Lust zum Essen haben.", "Sie sprachen zu ihm: Man las uns vor:87Ib. V. 41.Söhne und Töchter wirst du zeugen &c. Raba deutete er es zum Bösen; zu Abajje aber sprach er: Deine Söhne und deine Töchter werden zahlreich sein; deine Töchter werden sich in alle Welt verheiraten, und dies wird dir erscheinen, als gingen sie in die Gefangenschaft. –", "Man las uns vor :88Ib. V. 32.Deine Söhne und deine Töchter werden einem fremden Volke gegeben. Da sprach er zu Abajje: Deine Söhne und deine Töchter werden zahlreich sein. Du wirst sagen, mit deinen Verwandten, und sie89Deine Frau.wird sagen, mit ihren Verwandten; sie wird dich besiegen, daß du sie ihren Verwandten geben wirst, die dir gleich einem fremden Volke sind. Zu Raba aber sprach er: Deine Frau wird sterben, und ihre Söhne und ihre Töchter werden in die Hände einer anderen Frau kommen. Raba sagte nämlich im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Rabhs. Es heißt: deine Söhne und deine Töchter werden einem fremden Volke gegeben, das ist eine Stiefmutter. –", "Man las uns im Traume vor :90Ecc. 9,7.Geh, iß dein Brot mit Freuden. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird sich erweitern, und aus Herzensfreude wirst du essen, trinken und Schriftverse lesen. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird zugrunde gehen; du wirst schlachten und nicht essen, und um deinen Kummer zu verscheuchen, wirst du trinken und Schriftverse lesen. –", "Man las uns vor:91Dt. 28,38.Viel Saat wirst du auf das Feld bringen. Abajje deutete er aus dem Anfang [des Verses], Raba aber aus dem Schlüsse [des Verses]92Wenig wirst du einsammeln.. –", "Man las uns vor:93Dt. 28,40.Ölbäume wirst du in deinem ganzen Gebiete haben &c. Abajje deutete er aus dem Anfang [des Verses], Raba aber aus dem Schlüsse [des Verses]94Und kein öl schmieren.. –", "Man las uns vor:95Ib. V. 10.Alle Völker der Erde werden sehen &c. Da sprach er zu Abajje: Es wird sich von dir das Gerücht verbreiten, daß du Schuloberhaupt geworden bist, und Furcht vor dir wird in der Welt herrschen. Zu Raba aber sprach er: Im königlichen Amtsgebäude wird ein gebrochen werden; du wirst als Dieb verhaftet werden, und die ganze Welt wird sich an dir ein Beispiel nehmen. Am folgenden Tage wurde im königlichen Amtsgebäude eingebrochen, und man kam und verhaftete Raba.", "Sie sprachen zu ihm: Wir sahen Lattich auf der Öffnung eines Fasses. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird sich wie der Lattich verdoppeln. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird wie der Lattich bitter sein.", "Sie sprachen zu ihm: Wir sahen Fleisch auf der Öffnung eines Fasses. Da sprach er zu Abajje: Dein Wein wird schmackhaft sein, und alle Welt wird bei dir Fleisch und Wein kaufen gehen. Zu Raba aber sprach er: Dein Wein wird sauer sein, sodaß alle Welt [bei dir] Fleisch kaufen wird, um es damit zu essen.", "Sie sprachen zu ihm: Wir sahen ein Faß an einer Dattelpalme hängen. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird sich wie die Palme heben. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird wie eine Dattel süß sein96Süß für die Käufer, durch erzwungene Billigkeit..", "Sie sprachen zu ihm: Wir sahen einen Granatapfel an der Öffnung eines Fasses wachsen. Da sprach er zu Abajje: Deine Ware wird wie der Granatapfel teuer sein. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird herb wie ein Granatapfel sein.", "Sie sprachen zu ihm: Wir sahen ein Faß in eine Grube fallen. Da sprach er zu Abajje: Dein Geschäft wird gesucht sein, wie man zu sagen pflegt: Das Brot ist in die Grube gefallen und nicht gefunden worden. Zu Raba aber sprach er: Dein Geschäft wird zugrunde gehen und in die Grube fallen.", "Sie sprachen zu ihm: Wir sahen einen jungen Esel zu Häupten stehen und schreien. Da sprach er zu Abajje: Du wirst Herrscher97Oberhaupt des Kollegiums. werden, und der Dolmetsch wird an deiner Seite stehen. Zu Raba aber sprach er: [Die Worte] ‘das Erstgeborene deines Esels’ in deiner Tephilla sind ausgemerzt. Dieser entgegnete: Ich habe ja nachgesehen, und sie sind vorhanden. Da erwiderte jener: Das o in peter ḥamor98Der Schreiber schrieb das W. חמר irrtümlich plene, merzte aber später das ו aus. ist gewiß ausgemerzt.", "Später ging Raba allein zu ihm und sprach: Ich sah die äußere Tür einfallen. Dieser erwiderte: Deine Frau wird sterben. Jener sprach: Ich sah meine Backenzähne und Schneidezähne ausfallen. Dieser erwiderte: Deine Söhne und Töchter werden sterben. Jener sprach: Ich sah zwei Tauben wegfliegen. Dieser erwiderte: Du wirst dich von zwei Frauen scheiden lassen. Jener sprach: Ich sah zwei Rübenköpfe. Dieser erwiderte: Du wirst zwei Knüttelhiebe bekommen. An jenem Tage ging Raba und verweilte den ganzen Tag im Lehrhause. Als er da zwei Blinde miteinander zanken sah und Raba sie auseinanderbringen wollte, versetzten sie ihm zwei Schläge. Als sie ihn weiter schlagen wollten, sprach er: Genug, ich habe nur zwei gesehen.", "Schließlich gab ihm Raba eine Belohnung und sprach zu ihm: Ich sah die Wand einstürzen. Dieser erwiderte: Güter ohne Grenzen wirst da erwerben. Jener sprach: Ich sah das Haus Abajjes einfallen und mich mit Staub bedecken. Dieser erwiderte: Abajje wird sterben, und seine Schule wird dir zufallen. Jener sprach: Ich sah mein Haus einfallen und alle Welt kommen und sich einzelne Ziegel holen. Dieser erwiderte: Deine Lehren werden sich in der Welt verbreiten. Jener sprach: Ich sah, daß mein Haupt gespalten war und mein Hirn hervorfloß. Dieser erwiderte: Die Federn fallen aus deinem Kopfkissen heraus. Jener sprach: Man las mir im Traume das Loblied von Miçrajim99Das L. vom Auszug aus Miçrajim (Ps. Kapp. 113, 114), das am Festabend des Pesah gelesen wird.vor. Dieser erwiderte: Es werden dir Wunder geschehen.", "Als er einst mit ihm zusammen ein Schiff bestieg, sprach er: was soll ich mit einem Manne, dem Wunder geschehen100Das Wunder setzt eine Gefahr voraus.!? Während er heraufstieg, entfiel ihm das [Traum-]Buch, und Raba, der es fand, sah, daß darin geschrieben war: Alle Träume richten sich nach dem Munde. Da sprach er: Ruchloser, das hängt also von dir ab, und du hast mir so viel Schmerz bereitet! Alles verzeihe ich dir, nur nicht inbetreff der Tochter101Die Frau Rabas.R. Ḥisdas. Möge es der Wille [Gottes] sein, daß dieser Mensch in die Hände der Regierung falle, die sich seiner nicht erbarmen wird.", "Da sprach jener: Was mache ich nun; es ist ja überliefert, daß der Fluch eines Gelehrten, wenn sogar grundlos, eintrifft, um so mehr der Rabas, der ja mit Recht geflucht hat. Ich will nun gehen, sprach er, und auswandern, denn der Meister sagte, die Verbannung sühne die Schuld.", "Da machte er sich auf und wanderte zu den Römern aus. Er setzte sich vor die Tür des königlichen Obergarderobenmeisters. Der Obergarderobenmeister hatte einen Traum und sprach zu ihm: Ich sah im Traume eine Nadel in meinen Finger fahren. Dieser erwiderte: Gib mir einen Zuz. Jener gab ihm nicht, und dieser gab ihm keine Antwort. Jener sprach weiter: Ich sah eine Motte auf meine zwei Finger fallen. Dieser erwiderte: Gib mir einen Zuz. Jener gab ihm nicht, und dieser gab ihm keine Antwort. Jener sprach ferner: Ich sah eine Motte auf meine ganze Hand fallen. Dieser erwiderte: Motten sind in alle Seidengewänder102Die unter der Aufsicht dieses Beamten standen.gekommen. Als man dies beim König erfuhr, holte man den Obergarderobenmeister, um ihn zu töten. Dieser sprach: Warum mich, hole man doch den, der dies gewußt und nicht gesagt hat!? Da holte man Bar Hedja und sprach zu ihm: Wegen deines Zuz gingen die Seidengewänder des Königs zugründe." ], [ "Hierauf band man zwei Zedern mit einem Stricke zusammen, dann band man ihm das eine Bein an die eine Zeder und das andere Bein an die andere Zeder. Als der Strick gelöst und ihm der Kopf abgenommen wurde, ging jede [Zeder] zurück und kam an ihren Ort, und er ward in zwei Teile geteilt.", "Ben Dama, der Schwesterssohn R. Jišma͑éls, fragte R. Jišma͑él: Ich sah [im Traume] meine zwei Kinnbacken herausfallen. Dieser erwiderte: Zwei Große Roms haben wider dich Böses gesonnen und sind gestorben.", "Bar Qappara sprach zu Rabbi: Ich sah meine Nase herabfallen. Dieser erwiderte: Die Zornglut103אף Zorn, sowie Nase.hat sich von dir abgewendet. Jener sprach: Ich sah, daß meine beiden Hände abgeschnitten wurden. Dieser erwiderte: Du wirst deiner Hände Arbeit nicht mehr benötigen. Jener sprach: Ich sah, daß meine beiden Füße abgehauen wurden. Dieser erwiderte: Du wirst auf einem Pferde reiten. Jener sprach: Ich sah, daß man zu mir sagte: Im Adar104Sechster Monat des jüd. Kalenders, ungefähr März.stirbst du, den Nisan wirst du nicht mehr sehen. Dieser erwiderte: In Ehren105אדר ehren, verherrlichen.wirst du sterben und zur Versuchung106ניסן gl. ניסיון Versuchung. wirst du nicht kommen.", "Ein Minäer sprach zu R. Jišma͑él: Ich sah, daß ich Olivenbäume mit Olivenöl begoß. Dieser erwiderte ihm: Er hat seine Mutter beschlafen. Jener sprach: Ich sah, daß ich einen Stern ausriß. Dieser erwiderte: Du hast einen Jisraéliten gestohlen. Jener sprach: Ich sah, daß ich einen Stern verschlang. Dieser erwiderte: Du hast den Jisraéliten verkauft und den Erlös verzehrt. Jener sprach: Ich sah, daß meine Augen einander berührten. Dieser erwiderte: Er hat seine Schwester beschlafen. Jener sprach: Ich sah, daß ich den Mond küßte. Dieser erwiderte: Er hat die Frau eines Jisraéliten beschlafen. Jener sprach: Ich sah, daß ich in den Schatten einer Myrte trat. Dieser erwiderte: Er hat eine verlobte Jungfrau beschlafen. Jener sprach: Ich sah den Schatten über mir und mich selbst unten. Dieser erwiderte: Er hat sein Lager umgewendet107Widernatürlichen Beischlaf ausgeübt.. Jener sprach: Ich sah Raben auf mein Bett zukommen. Dieser erwiderte: Deine Frau hat mit vielen Männern gebuhlt. Jener sprach: Ich sah Tauben auf mein Bett zukommen. Dieser erwiderte: Du hast viele Frauen befleckt. Jener sprach: Ich sah, daß ich zwei Tauben hielt und sie fortflogen. Dieser erwiderte: Du hast zwei Frauen genommen und sie ohne Scheidebrief fortgeschickt.", "Jener sprach: Ich sah, daß ich Eier schälte. Dieser erwiderte: Du hast Leichen beraubt. Jener sprach: Alles ist an mir, dieses aber nicht. Währenddessen kam eine Frau heran und rief ihm zu: Dieses Gewand, das du anhast, gehörte jenem Manne, der gestorben ist, du hast ihn beraubt.", "Jener sprach ferner: Ich träumte, man habe mir berichtet: Dein Vater hinterließ dir Güter in Kappadokien. Dieser sprach: Hast du Güter in Kappadokien? Jener erwiderte: Nein. – Ging dein Vater nach Kappadokien? Jener erwiderte: Nein. Da sprach dieser: Wenn dem so ist, [so bedeutet] Kappa einen Balken108Nach Rasch! bedeutet Kappa im Pers. u. Griech. Balken; dies ist aber nicht zutreffend.und deka109Gr. δέκα.[heißt] zehn; geh und untersuche den ersten der zehn Balken, der voll Geld ist. Hierauf ging er hin und fand, daß er voll Geld war.", "R. Ḥanina sagte: Wer einen Brunnen im Traume sieht, sieht Frieden, denn es heißt:110Gen. 26,19.die Knechte Jiçhaqs gruben im Tale und fanden dort einen Brunnen lebendigen Wassers. R. Nathan sagte: Er findet die Tora, denn es heißt:111Pr 8,35.wer mich findet, findet Leben, und dort heißt es: einen Brunnen lebendigen Wassers. Raba sagte: Wirkliches Leben.", "R. Ḥanan sagte: Drei [Dinge bedeuten] Frieden: der Strom, der Vogel und der Topf. Der Strom, denn es heißt: 112Jes. 66,12.siehe, ich wende ihr gleich einem Strome Frieden zu. Der Vogel, denn es heißt:113Ib. 31,5.gleich flatternden Vögeln wird sie der Herr beschützen &c. Der Topf, denn es heißt: 114Ib. 26,12.Herr, du läßt uns Frieden angedeihen115Das Verb שפת wird gew. in der Bibel, sowie im Talmud vom Aufsetzen des Topfes aufs Feuer gebraucht.. R. Ḥanina sagte: Nur ein Topf, in dem kein Fleisch ist, denn es heißt: 116Mich. 3,3.sie zerbrechen, wie das, was im Topfe, und wie das Fleisch im Kessel.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer einen Strom im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche: siehe, ich wende ihr gleich einem Strome Frieden zu, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:117Jes. 59,19.gleich einem Strome kommt der Feind. Wer einen Vogel im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche: gleich flatternden Vögeln wird beschützen &c., ehe ihm ein anderer Vers einfällt:118Pr. 27,8.gleich einem Vogel, der aus seinem Neste fortwandert &c. Wer einen Topf im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche: Herr, du läßt uns Frieden angedeihen, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:119Ez. 24,3.setze auf den Topf, setze auf.", "Wer Trauben im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:120Hos. 9,10.gleich Trauben in der Wüste, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:121Dt. 32,23.ihre Trauben sind Gifttrauben. Wer einen Berg im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:122Jes. 52,7.wie reizend sind auf den Bergen die Tritte des Heilboten, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:123Jer. 9,9.auf den Bergen erhebe ich Jammer und Klage.", "Wer eine Posaune im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:124Jes. 27,13.und es wird geschehen, an jenem Tage wird in eine große Posaune gestoßen werden, ehe ihm ein anderer Vers einfällt :125Hos. 5,8.stoßet in die Posaune, in Gibea͑.", "Wer einen Hund im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche :126Ex. 11,7.und gegen alle Kinder Jisraéls wird ein Hund seine Zunge nicht schärfen, ehe ihm ein anderer Vers einfällt :127Jes. 56,11.die Hunde sind gierig. Wer einen Löwen im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:128Am. 3,8.der Löwe brüllt, wer fürchtet nicht, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:129Jer. 4,7.der Löwe steigt von seinem Dickicht herauf.", "Wer Haarschneiden im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:130Gen. 41,14.er schor sich das Haar und wechselte seine Kleider, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:131Jud. 16,17.wenn ich geschoren werde, so weicht meine Kraft von mir. Wer einen Brunnen im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:132Cant. 4,15.ein Brunnen lebendigen Wassers, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:133Jer. 6,7.wie ein Brunnen sein Wasser quellen läßt. Wer ein Rohr im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:134Jes. 42,3.ein geknicktes Rohr zerbricht er nicht, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:135Ib. 36,6.siehe, du hast auf die Stütze eines geknickten Rohres vertraut.", "Die Rabbanan lehrten: Wer ein Rohr im Traume sieht, hoffe auf Weisheit, denn es heißt:136Pr. 4,5.erwirb137Qana erwerben, Qane Rohr.Weisheit. Wer Rohre [sieht], hoffe auf Vernunft, denn es heißt:138Pr. 4,7.unter all deinen Erwerbungen, erwirb137Qana erwerben, Qane Rohr.Vernunft. R. Zera sagte: Kürbis, Palmkraut, Wachs und Rohr sind sämtlich im Traume von guter Bedeutung. Es wird gelehrt: Man läßt niemanden Kürbis sehen, als den, der mit ganzer Kraft Gott fürchtet.", "Wer einen Ochsen im Traume sieht, stehe morgens auf und spreche:139Dt. 33,17.der Erstgeborene seines Ochsen ist ihm eine Pracht, ehe ihm ein anderer Vers einfällt:140Ex. 21,28.wenn ein Ochs einen Menschen stößt.", "Die Rabbanan lehrten: Fünf Dinge wurden vom Ochsen gesagt: Wer [im Traume] von seinem Fleische ißt, wird reich; wen er stößt, wird Kinder haben, die sich in der Tora bekämpfen; wen er beißt, über den werden Leiden kommen; wen er tritt, dem steht eine weite Reise bevor; und wer auf ihm reitet, gelangt zur Größe. –", "Es wird ja aber gelehrt, reitet er auf ihm, so stirbt er!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er auf dem Ochsen reitet, das andere, wenn der Ochs auf ihm reitet.", "Wer einen Esel im Traume sieht, hoffe auf das Heil, denn es heißt:141Zach. 9,9.dein König kommt zu dir, gerecht und hilfreich ist er; ein Demütiger, auf einem Esel reitend. Wer eine Katze im Traume sieht, in einem Orte, wo man sie Šunara142Die Wortspiele lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.nennt, dem wird ein schönes Lied gemacht, wo man sie Šinara142Die Wortspiele lassen sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.nennt, den trifft eine böse Veränderung. Wenn man Trauben im Traume sieht, so ist dies, falls weiße, sowohl zur Zeit, als auch außer der Zeit, immer gutbedeutend, falls schwarze, zur Zeit gutbedeutend, außer der Zeit schlechtbedeutend. Wenn man ein weißes Pferd im Traume sieht, ob im Schritt oder im Trabe, ist es immer gutbedeutend, wenn ein braunes, so ist es im Schritt gutbedeutend, im Trabe schlechtbedeutend.", "Wer Jišma͑él im Traume sieht, dem wird das Gebet erhört; aber nur Jišma͑él, den Sohn Abrahams, nicht aber einen gewöhnlichen Araber143Der Araber wird nach seinem Urahn auch Jiš. genannt.. Wer ein Kamel im Traume sieht, über den war im Himmel der Tod verhängt worden, und man hat ihn davon errettet. R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: 144Gen. 46,4.ich werde mit dir nach Miçrajim hinabziehen, und ich werde dich auch145נמל gl. נם עלהheraufführen. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Hieraus:146iiSam. 12,13.auch hat dir der Herr deine Sünde verziehen, du wirst nicht sterben.", "Wer Pinḥas im Traume sieht, dem geschieht ein Wunder. Wer einen Elefanten im Traume sieht, dem geschehen Wunder; wer Elefanten, dem geschehen Wunder über Wunder. –", "Es wird ja aber gelehrt, alle Arten Tiere seien im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Elefant und der Affe!? – Das ist kein Widerspruch;" ], [ "dies, wenn er einen Reitkorb aufhat, jenes, wenn er keinen Reitkorb aufhat. Wer Hona im Traume sieht, dem geschieht ein Wunder; wer Ḥanina, Ḥananja, Joḥanan, dem geschehen Wunder über Wunder. Wer eine Trauerfeier im Traume sieht, der ist im Himmel verschont und erlöst worden. Dies alles aber nur, wenn geschrieben.", "Wer ‘Dessen großer Name sei gepriesen’ antwortet, der sei sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist. Wer das Šema͑ liest, der ist würdig, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dessen nicht würdig.", "Wer Tephillin im Traume anlegt, der hoffe auf Größe, denn es heißt: 147Dt. 28,10.alle Völker der Erde werden sehen, daß der Name des Herrn über dich genannt wird &c., worüber gelehrt wird, R. Elie͑zer der Große sagte, dies seien die Tephillin des Hauptes. Wer im Traume betet, für den ist dies ein gutes Zeichen, aber nur, wenn er nicht beendet hat.", "Wer im Traume seine Mutter beschläft, der hoffe auf Vernunft, denn es heißt: 148Pr. 2,3.die Vernunft sollst du Mutter nennen. Wer eine verlobte Jungfrau beschläft, hoffe auf die Tora, denn es heißt:149Dt. 33,4.die Tora hat uns Moše anbefohlen, ein Erbteil für die Gemeinde Ja͑qobs, und man lese nicht moraša [Erbteil], sondern meórasa [Verlobte]. Wer seine Schwester im Traume beschläft, hoffe auf Weisheit, denn es heißt: 150Pr. 7,4.sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester. Wer ein Eheweib im Traume beschläft, sei sicher, daß er ein Kind der zukünftigen Welt ist; jedoch nur, wenn er sie nicht kennt und abends an sie nicht gedacht hat.", "R. Ḥija b. Abba sagte: Wer Weizen im Traume sieht, sieht Frieden, denn es heißt:151Ps. 147,14.der Frieden in deinen Grenzen schafft, und dich mit dem Fette des Weizens sättigt. Wer Gerste [seorim] im Traume sieht, von dem sind seine Missetaten gewichen [saru], denn es heißt: 152Jes. 6,7.deine Missetat ist gewichen und deine Sünde wird vergeben. R. Zera sagte: Ich zog nicht eher aus Babylonien nach dem Jisraélland hinauf, als bis ich Gerste im Traume gesehen hatte.", "Wer im Traume beladene Weinstöcke sieht, dessen Frau gebärt keine Fehlgeburten, denn es heißt: 153Ps. 128,3.deine Frau gleicht einem fruchtbaren Weinstocke. Wer einen Rebenzweig [sieht], der hoffe auf den Messias, denn es heißt: 154Gen. 49,11.der an den Weinstock seinen Esel bindet und an den Rebenzweig seinen jungen Esel.", "Wer einen Feigenbaum im Traume sieht, dem bleibt die Tora in seinem Innern bewahrt, denn es heißt: 155Pr. 27,18.wer den Feigenbaum pflegt, ißt seine Frucht. Wer Granatäpfel im Traume sieht, falls kleine, dessen Geschäft wird sich wie ein Granatapfel vermehren, falls große, dessen Geschäft wird sich wie ein Granatapfel vergrößern, falls halbe, so hoffe er, wenn er Schriftgelehrter ist, auf die Tora, denn es heißt: 156Gant. 8,2.ich will dich mit gewürztem Weine tränken, mit dem Safte der Granatäpfel, und wenn er aus dem gemeinen Volke ist, auf gottgefällige Werke, denn es heißt:157Ib. 4,3.wie die Hälfte des Granatapfels ist deine Wange [raqathekh], und raqathekh bedeutet, daß sogar die Leeren [reqanin] unter dir wie ein Granatapfel voll sind mit gottgefälligen Werken.", "Wer Oliven im Traume sieht, und zwar kleine, dessen Geschäft vermehrt und vergrößert sich und gedeiht wie die Oliven; jedoch nur, wenn er die Frucht [sieht], wenn aber Bäume, so bekommt er viele Kinder, denn es heißt:158Ps. 128,3.deine Kinder wie die Sprößlinge der Olivenbäume &c. Manche sagen: Wer einen Olivenbaum im Traume sieht, über den wird sich ein guter Ruf verbreiten, denn es heißt:159Jer. 11,16.einen belaubten Olivenbaum, schön an Frucht und Gestalt, hat der Herr deinen Namen genannt. Wer Olivenöl im Traume sieht, der hoffe auf das Licht der Tora, denn es heißt: 160Ex. 27,20.daß sie dir klares Olivenöl bringen. Wer Datteln [temarim] im Traume sieht, dessen Missetaten verschwinden, denn es heißt:161Thr. 4,22.verschwunden [tam] ist deine Missetat, Tochter Çijon.", "R. Joseph sagte: Wer eine Ziege im Traume sieht, dem wird das Jahr gesegnet; wer Ziegen, dem werden Jahre gesegnet, denn es heißt:162Pr. 27,27.und genug Ziegenmilch zu deiner Nahrung. Wer eine Myrte im Traume sieht, dem werden seine Güter glücklich gedeihen; wenn er aber keine Güter hat, so wird ihm eine Erbschaft aus anderer Stelle zufallen. U͑la sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Dies nur, wenn er sie an ihrem Stamme sieht. Wer einen Etrog im Traume sieht, der ist seinem Herrn wohlgefällig, denn es heißt:163Lev. 23,40.Früchte des gefälligen Baumes, Palmzweige. Wer einen Feststrauß [Lulab] im Traume sieht, dessen Herz [lo leb] ist einzig für seinen Vater im Himmel.", "Wer eine Gans im Traume sieht, hoffe auf Weisheit, denn es heißt:164Pr. 1,20.die Weisheit ruft auf der Straße165Wohl wegen der Ähnlichkeit der Worte אוז Gans, und חוץ Straße. Nach anderer Erklärung ist hier an das lat. p1atea zu denken, das sowohl Straße als auch Kropfgans bedeutet.; wer sie beschläft, wird Schuloberhaupt. R. Aši sagte: Ich sah sie und beschlief sie, und bin zur Würde gelangt.", "Wer einen Hahn im Traume sieht, hoffe auf ein männliches Kind; wer Hähne, hoffe auf männliche Kinder; wer eine Henne, hoffe auf einen schönen Garten166תרביצא auch bildl. für das Lehrhaus. Das W. תרנגולת wird in גילה ,נאה ,תר]ביצא[ zerlegt.und auf Freude. Wer Eier im Traume sieht, dessen Bitte befindet sich in der Schwebe; werden sie zerschlagen, so ist seine Bitte gewährt167Erst nach dem Aufschlagen des Eies zeigt es sich, ob der Inhalt genießbar ist.worden. Dasselbe gilt auch von Nüssen, Gurken, sowie von allen Glasgefäßen und dergleichen Zerbrechlichem.", "Wer in eine Großstadt kommt, dem werden seine Wünsche erfüllt, denn es heißt:168Ps. 107,30.er führte sie an das Ziel ihres Wunsches. Wer sein Haupt im Traume schert, für den ist dies ein gutes Zeichen; wenn Haupt und Bart, dann für ihn und für seine ganze Familie.", "Wer in einem kleinen Boote sitzt, über den verbreitet sich ein guter Ruf; wenn in einem großen Boote, dann über ihn und seine ganze Familie. Dies aber nur dann, wenn es in die Höhe gehoben wird.", "Wer im Traume die Notdurft verrichtet, für den ist dies ein gutes Zeichen, denn es heißt:169Jes. 51,14.der unterdrückte170צועה st. צואה.eilt, sich loszulösen. Dies aber nur dann, wenn er sich nicht abgewischt hat.", "Wer im Traume auf ein Dach steigt, gelangt zur Würde; wer herabsteigt, sinkt von seiner Würde herab. Abajje und Raba sagen beide: Sobald er heraufgestiegen ist, bleibt es beim Aufstiege. Wer im Traume seine Kleider zerreißt, dem zerreißt man das über ihn gefällte Urteil. Wer im Traume nackt steht, der steht, wenn in Babylonien, bar von Sünden, wenn im Jisraélland, bar von gottgefälligen Handlungen. Wer vom Vogt ergriffen wird, dem wird Schutz zuteil werden; hat man ihm Halsfesseln angelegt, so wird ihm Schutz über Schutz zuteil werden; indes nur eine Halsfessel, nicht aber gewöhnliche Stricke.", "Wer im Traume in einen Sumpf geht, der wird Schuloberhaupt; wer in einen Wald [geht], wird Oberhaupt beim Vortrag.", "R. Papa und R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, sahen einen solchen Traum; R. Papa, der in einen Sumpf ging, wurde Schuloberhaupt, R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, der in einen Wald ging, wurde Oberhaupt beim Vortrag. Wie manche sagen, gingen beide in einen Sumpf, allein R. Papa, der eine Pauke trug, wurde Schuloberhaupt, R. Hona, Sohn R. Jehošua͑s, der keine Pauke trug, wurde Oberhaupt beim Vortrag. R. Aši sagte: Ich ging in einen Sumpf, trug eine Pauke und schlug damit Lärm.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Naḥman b. Jiçḥaq: Wer sich im Traume zur Ader läßt, dem werden seine Missetaten verziehen. –", "Es wird ja aber gelehrt, seine Missetaten werden ihm geordnet!? – «Geordnet» heißt eben zum Verzeihen geordnet.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Šešeth: Wer eine Schlange171Die Erde fressende Schlange findet ihre Nahrung überall.im Traume sieht, dem liegt sein Erwerb bereit; biß sie ihn, so wird er ihm verdoppelt; tötete er sie, so verliert er seinen Erwerb. R. Šešeth sprach zu ihm: Um so mehr, daß ihm sein Erwerb verdoppelt wird. Das ist aber nichts; R. Šešeth hatte im Traume eine Schlange gesehen und sie erschlagen.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Joḥanan: Alle Arten Getränke sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Wein; mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn gutbedeutend, mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn schlechtbedeutend. Mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn gutbedeutend, denn es heißt: 172Ps. 104,15.der Wein erheitert das Herz des Menschen; mancher trinkt ihn, und dies ist für ihn schlechtbedeutend, denn es heißt: 173Pr, 31,6.gebet Berauschendes dem Untergehenden, Wein den Betrübten.", "Da sprach R. Joḥanan zum Schüler: Rezitiere: für einen Schriftgelehrten ist er immer gutbedeutend, denn es heißt:174Ib. 9,5.kommet, esset von meinem Brote, trinket von meinem gemischten Weine." ], [ "R. Joḥanan sagte: Wenn jemand morgens aufsteht und ihm ein Schriftvers in den Mund kommt, so ist dies eine kleine Prophetie. Die Rabbanan lehrten: Drei Könige sind es. Wer David im Traume sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer Šelomo, der hoffe auf Weisheit; wer Aḥa͑b, der befürchte Strafe.", "Drei Propheten sind es. (Wer das Buch der Könige sieht, hoffe auf Würde.) Wer Jeḥezqel [sieht], der hoffe auf Weisheit; wer Ješa͑ja, der hoffe auf Trost; wer Jirmeja, der befürchte Strafe.", "Drei große Hagiographenbücher sind es. Wer das Buch der Psalmen sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer [das Buch] der Sprüche, der hoffe auf Weisheit; wer [das Buch] Ijob, der befürchte Strafe.", "Drei kleine Hagiographenbücher sind es. Wer das Lied der Lieder sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer Qoheleth, der hoffe auf Weisheit; wer die Klagelieder, der befürchte Strafe. Und wer die Esterrolle, dem geschieht ein Wunder.", "Drei Weise sind es. Wer Rabbi im Traume sieht, der hoffe auf Weisheit; wer R. Elea͑zar b. A͑zarja, der hoffe auf Reichtum; wer R. Jišma͑él b. Eliša͑, der befürchte Strafe.", "Drei Schriftgelehrte sind es. Wer Ben A͑zaj im Traume sieht, der hoffe auf Frömmigkeit; wer Ben Zoma, der hoffe auf Weisheit; wer Aḥer,175Eliša͑ b. Abuja; cf. Hag. 15a.der befürchte Strafe.", "Alle Arten Tiere sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen der Elefant, der Affe und die Meerkatze. – Der Meister sagte ja aber, wer einen Elefanten im Traume sieht, dem geschehe ein Wunder!? – Das ist kein Widerspruch; dies, wenn er einen Reitkorb aufhat, jenes, wenn er keinen Reitkorb aufhat.", "Alle Arten Metallgeräte sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die Hacke, das Hobeleisen und die Axt; dies jedoch nur dann, wenn man sie mit ihren Griffen sieht. Alle Arten Früchte sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die unreifen Datteln. Alle Arten Kräuter sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die Rübenköpfe. Rabh sagte ja aber, er sei nicht eher reich geworden, als bis er Rübenköpfe gesehen hatte!? – Die er sah, waren mit ihrem Strunke. Alle Arten Farben sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen das Blaugrün. Alle Arten Vögel sind im Traume gutbedeutend, ausgenommen die Ohreule, die Nachteule und die Fledermaus.", "", "Drei Dinge kommen in den Körper, und der Körper genießt von ihnen nichts: Kirschen, schlechte Feigen und unreife Datteln. Drei Dinge kommen nicht in den Körper, und der Körper hat von ihnen einen Genuß, und zwar: das Baden, das Salben und der Beischlaf. Drei Dinge haben etwas von der zukünftigen Welt, und zwar: der Šabbath, die Sonne und der Ausfluß176תשמיש sonst nur für Beischlaf gebraucht.. –", "Welcher Ausfluß: wollte man sagen der beim Beischlaf, so magert dies ja ab!? – Vielmehr, der Ausfluß beim Bedürfnis.", "Drei Dinge regen das Gemüt des Menschen an, und zwar: die Melodie, die Ansicht und der Duft. Drei Dinge erheitern den Sinn des Menschen, und zwar: eine schöne Wohnung, eine schöne Frau und schöne Geräte.", "Fünf Dinge sind ein Sechzigstel177Cf. Abschn. 6, Anm. 117., und zwar: das Feuer, der Honig, der Šabbath, der Schlaf und der Traum. Das Feuer ist ein Sechzigstel des Fegefeuers, der Honig ist ein Sechzigstel des Manna, der Šabbath ist ein Sechzigstel der zukünftigen Welt, der Schlaf ist ein Sechzigstel des Todes, der Traum ist ein Sechzigstel der Prophetie.", "Sechs Dinge sind ein gutes Zeichen für den Kranken, und zwar: das Niesen, der Schweiß, der Durchfall, der Samenerguß, der Schlaf und der Traum. Das Niesen, denn es heißt: 178Ij. 41,10.sein Niesen strahlt Licht aus. Der Schweiß, denn es heißt:179Gen. 3,19.im Schweiße deines Angesichtes wirst du Brot essen. Der Durchfall, denn es heißt: 180Jes. 51,14.der Unterdrückte170צועה st. צואה.eilt, sich loszulösen, er wird nicht hinsterben zur Grube. Der Samenerguß, denn es heißt:181Ib. 53,10.er wird Samen sehen und lange leben. Der Schlaf, denn es heißt:182Ij. 3,13.schliefe ich, so hätte ich Ruhe. Der Traum, denn es heißt:183Jes. 38,16.du läßt mich träumen und läßt mich leben.", "Sechs Dinge heilen den Kranken von seiner Krankheit, und seine Heilung ist eine wirkliche Heilung, und zwar: Kohl, Mangold, getrockneter Sisinsaft, Magen, Gebärmutter und Leberanhängsel. Manche sagen: Auch kleine Fische; und nicht nur das, kleine Fische lassen auch gedeihen und kräftigen den ganzen Körper des Menschen.", "Zehn Dinge bringen den Kranken zum Rückfall in seine Krankheit, und seine Krankheit wird noch schwerer, und zwar: (wenn man ißt:) Ochsenfleisch, fettes Fleisch, gebratenes Fleisch, Geflügelfleisch, gebackenes Ei, Haarschneiden, Kresse, Milch, Käse, Baden. Manche sagen, auch Nüsse; manche sagen, auch Gurken.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Sie heißen deshalb Qišuím [Gurken], weil sie für den Körper schädlich [qašim] sind, wie Schwerter. – Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja:184Gen. 25,23.und Gott sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leibe, und man lese nicht Gojim [Völker], sondern Gejim185Die La. גיים das Ketib im massoretischen Text.[Große]. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Das sind Antoninus und Rabbi, an deren Tafel Rettich, Lattich und Gurken nie gefehlt haben, weder im Sommer noch in der Regenzeit!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von großen, das andere von kleinen.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Toter im Hause bedeutet Frieden im Hause; hat er im Hause gegessen und getrunken, so ist dies ein gutes Zeichen für das Haus; nahm er Geräte vom Hause fort, so ist dies ein schlechtes Zeichen für das Haus. R. Papa bezog dies auf Schuhe und Sandalen. Alles, was der Tote fortnimmt, ist gutbedeutend, ausgenommen Schuhe und Sandalen; alles, was der Tote gibt, ist gutbedeutend, ausgenommen Erde und Senf.", "EINEN ORT, AN DEM GÖTZENDIENST AUSGEROTTET WURDE. Die Rabbanan lehrten: Wer einen Ort sieht, an dem Götzendienst ausgerottet wurde, spreche: ‘Gepriesen sei er, der den Götzendienst aus unserem Lande ausgerottet hat; und wie er aus diesem Orte ausgerottet wurde, so möge er auch aus allen Orten Jisraéls ausgerottet werden; und lasse das Herz seiner Diener sich deinem Dienste zuwenden’. Außerhalb des Landes braucht er nicht zu sagen: ‘Und lasse das Herz seiner Diener sich deinem Dienste zuwenden’, weil hier die Mehrheit aus Nichtjuden besteht; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch außerhalb des Landes sage er dies, weil sie sich dereinst bekehren werden, wie es heißt:186Zeph. 3,9.dann werde ich den Völkern eine deutliche Sprache zuwenden.", "R. Hamnuna trug vor: Wer das ruchlose Babel sieht, muß fünf Segenssprüche sprechen. Sieht er Babel, so spreche er: ‘Gepriesen sei er, der das ruchlose Babel zerstört hat’. Sieht er das Haus Nebukhadneçars, so spreche er: ‘Gepriesen sei er, der das Haus des ruchlosen Nebukhadneçar zerstört hat’. Sieht er die Löwengrube187Cf. Dan. 3,19ff. u. 6,17ff.oder den Schmelzofen, so spreche er: ‘Gepriesen sei er, der unseren Vätern an diesem Orte Wunder getan hat’. Sieht er eine Merkurstatue, so spreche er: ‘Gepriesen sei er, der denen, die seinen Willen übertreten, Langmut gewährt’. Sieht er einen Ort, wo Schutt abgefahren wird, so spreche er: ‘Gepriesen sei er, der da spricht und tut, befiehlt und vollzieht’.", "Wenn Raba Esel Erde abtragen sah, klopfte er ihnen mit der Hand auf den Rücken und sprach: Laufet, ihr Gerechten, den Willen eueres Herrn zu tun. Wenn Mar, der Sohn Rabinas, nach Babylonien kam, pflegte er Erde in sein Gewand zu nehmen, und sie dann fortzuwerfen, damit erfüllt werde, was gesagt wurde:188Jes. 14,23.ich fege es fort mit einem Besen der Vertilgung. R. Aši sagte: Ich habe das des R. Hamnuna nicht gehört, habe aber von selbst all diese Segenssprüche gesprochen." ], [ "R. Jirmeja b. Elea͑zar sagte: Als Babel verflucht wurde, wurden auch seine Nachbarn verflucht; als Šomron verflucht wurde, wurden seine Nachbarn gesegnet. Als Babel verflucht wurde, wurden auch seine Nachbarn verflucht, denn es heißt: 189Jes. 14,23.ich mache sie zum Besitztum des Stachelschweines und zu wässerigen Sümpfen. Als Šomron verflucht wurde, wurden seine Nachbarn gesegnet, denn es heißt: 190Mich. 1,6.ich mache Šomron zu Trümmerhaufen des Feldes und zu Weinbergpflanzungen &c.", "Ferner sagte R. Hamnuna: Wer Scharen von Jisraéliten sieht, spreche: ‘Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse’; wer Scharen von den Völkern der Welt sieht, spreche: 191Jer. 50,12.‘Beschämt ist euere Mutter, zu Schanden, die euch geboren hat’.", "Die Rabbanan lehrten: Wer Scharen von Jisraéliten sieht, spreche: ‘Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse’; denn das Wesen des einen gleicht nicht dem des anderen, und das Gesicht des einen gleicht nicht dem des anderen. Ben Zoma sah eine Schar auf der Höhe des Tempelberges, da sprach er: ‘Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse’ und ‘Gepriesen sei er, der sie alle erschaffen hat, um mich zu bedienen’.", "Dieser pflegte zu sagen: Wie viel Mühe hatte Adam der Urmensch bis er Brot zum Essen erhielt. Er pflügte, säete, mähete, band Garben, drosch, worfelte, siebte, mahlte, beutelte, knetete und buk, dann erst aß er; ich aber stehe morgens auf und finde all dies vor mir zubereitet. Und wie viel Mühe hatte Adam der Urmensch bis er ein Kleid zum Anziehen erhielt. Er schor, wusch, hechelte, spann und webte, dann erst erhielt er ein Kleid zum Anziehen; ich aber stehe morgens auf und finde all dies vor mir zubereitet.192Dieser Satz gibt keinen guten Sinn, in Handschriften fehlt er ganz; eine Randglosse liest אומניות Handwerker.Alle Völker bestreben sich und kommen zur Tür meines Hauses, und wenn ich morgens aufstehe, finde ich diese alle vor mir.", "Dieser pflegte zu sagen: Was spricht ein guter Gast? Wie viel Mühe gab sich der Hausherr meinetwegen; wie viel Fleisch setzte er mir vor, wie viel Wein setzte er mir vor, wie viele Semmeln setzte er mir vor, und alle Mühe, die er sich gab, geschah nur meinetwegen. Was spricht aber ein schlechter Gast? Welche Mühe gab sich der Hausherr meinetwegen? Ein Brot aß ich, ein Stück [Fleisch] aß ich, einen Becher trank ich; und alle Mühe, die sich dieser Hausherr gab, geschah nur seiner Frau und seiner Kinder wegen.", "Vom guten Gaste spricht er:193Ij. 36,24.Denke, daß du seine Tat lobest, soweit Menschen schauen. Vom schlechten Gaste heißt es:194Ib. 37,24.Darum fürchten ihn die Menschen &c.", "195iSam. 17,12.Und der Mann war in den Tagen Šaúls alt, er kam mit Menschen. Raba sagte, manche sagen, R. Zebid, manche sagen, R. Oša͑ja: das ist Jišaj, der Vater Davids, der mit einer Schar auszog, mit einer Schar einging und vor einer Schar vortrug. U͑la sagte: Es ist uns erhalten, daß es in Babylonien keine Schar gibt. Es wird gelehrt: Eine Schar hat nicht weniger als sechzig Myriaden.", "Die Rabbanan lehrten: Wer Weise von Jisraél sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der von seiner Weisheit denen, die ihn fürchten, mitgeteilt hat’. Wer Weise von den weltlichen Völkern [sieht], spreche: ‘Gepriesen sei er, der von seiner Weisheit an [Menschen aus] Fleisch und Blut gegeben hat’. Wer Könige von Jisraél sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der von seiner Herrlichkeit denen, die ihn fürchten, mitgeteilt hat’. Wer Könige von den weltlichen Völkern [sieht], spreche: ‘Gepriesen sei er, der von seiner Herrlichkeit an [Menschen aus] Fleisch und Blut gegeben hat’.", "R. Joḥanan sagte: Der Mensch bemühe sich stets, Königen von Jisraél entgegenzueilen. Aber nicht nur Königen von Jisraél, sondern auch Königen der weltlichen Völker, denn wenn es ihm beschieden ist, wird er unterscheiden können zwischen den Königen von Jisraél und den Königen der weltlichen Völker.", "R. Šešeth war blind, und als alle Welt den König empfangen ging, machte sich auch R. Šešeth auf und ging mit. Da traf ihn ein Minäer und sprach zu ihm: Die Krüge zum Flusse, aber wohin Scherben!? Jener erwiderte ihm: Komm und siehe, daß ich besser weiß als du. Als die erste Schar vorüberzog und Gedröhn machte, sprach der Minäer: Der König kommt. Da erwiderte R. Šešeth: Er kommt noch nicht. Als die zweite Schar vorüberzog und Gedröhn machte, sprach der Minäer: Nun kommt der König. Da erwiderte R. Šešeth: Der König kommt noch nicht. Als die dritte Schar vorüberzog und es still war, sprach R. Šešeth: Jetzt kommt der König bestimmt.", "Der Minäer fragte ihn: Woher weißt du dies? Jener erwiderte: Die Königschaft auf Erden gleicht der Königschaft im Himmel. Es heißt nämlich: 196iReg. 19,11.geh hinaus und tritt an den Berg vor den Herrn, und siehe, der Herr zieht vorüber, und ein großer und mächtiger Wind, Berge zerreißend und Felsen zertrümmernd, kommt vor dem Herrn, aber nicht im Winde kommt der Herr; und nach dem Winde ein Getöse, aber nicht im Getöse kommt der Herr; und nach dem Getöse ein Feuer, aber nicht im Feuer kommt der Herr; und nach dem Feuer ein stilles sanftes Säuseln.", "Als der König herankam, begann R. Šešeth und sprach über ihn den Segen. Da sprach der Minäer zu ihm: Du sprichst ja den Segen über einen, den du nicht siehst!–Was geschah mit jenem Minäer? – Manche sagen, seine Genossen stachen ihm die Augen aus; manche sagen, R. Šešeth richtete auf ihn sein Auge, und er ward ein Knochen häuf en.", "R. Šila geißelte einen Mann, der eine Nichtjüdin beschlafen hatte; da ging dieser Mann und verleumdete ihn beim König, indem er sprach: Es gibt unter den Juden einen Mann, der ohne Genehmigung des Königs richtet. Da schickte er nach ihm einen Beamten, und als er kam, sprachen sie zu ihm: Warum hast du diesen gegeißelt? Er erwiderte: Er hat eine Eselin beschlafen. Jene sprachen: Hast du Zeugen? Er erwiderte: Ja. Da kam Elijahu, der ihnen wie ein Mensch erschien, und bezeugte dies. Jene sprachen: Wenn dem so ist, so verdient er ja den Tod. Er erwiderte: Seitdem wir aus dem Lande vertrieben wurden, haben wir keine Freiheit, zu töten; ihr aber, tut mit ihm, was ihr wollt.", "Während sie das Urteil erwogen, begann R. Šila und sprach:197iChr. 29,11. Dein, o Herr, ist die Größe und die Macht &c. Jene fragten ihn: Was sprichst du da? Er erwiderte: Folgendes sprach ich: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der die Regierung auf Erden eingerichtet hat, wie die Regierung im Himmel, und euch Macht und Gerechtigkeitsliebe verliehen hat. Hierauf sprachen sie: Er schätzt ja so sehr die Majestät der Regierung. Da übergaben sie ihm einen Stab und sprachen zu ihm: Sprich Recht.", "Nachdem er fortgegangen war, sprach ein Mann zu ihm: Der Allbarmherzige läßt also den Lügnern Wunder geschehen! Er erwiderte: Ruchloser, werden sie denn nicht Esel genannt!? Es heißt ja:198Ez. 23,20.deren Fleisch dem Fleische der Esel gleicht. Als er ihn hinausgehen sah, um ihnen zu erzählen, daß er sie Esel genannt habe, sprach er: Dieser ist ja ein Verfolger, und die Tora sagt: Will jemand dich töten, so komm ihm zuvor und töte ihn. Da schlug er ihn mit dem Stabe und tötete ihn.", "Nun sprach er: Da mir durch jenen Vers ein Wunder geschah, so will ich ihn auslegen. Dein, o Herr, ist die Größe, das ist das Schöpfungswerk, wie es heißt:199Ij. 9,10.er tut Großes, das nicht zu erforschen ist. Und die Macht, das ist der Auszug aus Miçrajim, wie es heißt: 200Ex. 14,31.und Jisraél sah die mächtige Hand &c. Und die Herrlichkeit, das sind Sonne und Mond, die für Jehošua͑ stehen geblieben sind, wie es heißt: 201Jos. 10,13.und die Sonne stand still und der Mond blieb stehen &c. Und der Sieg, das ist der Fall Roms, wie es heißt:202Jes. 63,3.er spritzte ihren Sieg auf mein Gewand &c. Und die Schönheit, das ist der Krieg an den Bächen von Arnon, wie es heißt: 203Num. 21,14.daher heißt es in dem Buche von den Kämpfen des Herrn: Gegeben in Supha &c. Denn alles im Himmel und auf Erden, das ist der Krieg mit Sisra, wie es heißt: 204Jud. 5,20.vom Himmel herab stritten sie, die Sterne aus ihren Bahnen &c. Dein, o Herr, ist das Reich, das ist der Krieg mit A͑maleq, wie es heißt: 205Ex. 17,16.denn die Hand am Throne Gottes &c. Der Erhabene, das ist der Krieg von Gog und Magog, wie es heißt:206Ez. 38,3.siehe, ich wende mich zu dir Gog, Fürst von Roš, Mešekh und Tubal. Das Haupt über alles. Hierüber sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen R. Joḥanans: Selbst ein Zisternenaufseher wird vom Himmel eingesetzt.", "In einer Barajtha wird im Namen R. A͑qibas gelehrt: Dein, o Herr, ist die Größe, das ist die Spaltung des Schilfmeeres; und die Macht, das ist die Plage der Erstgeborenen; und die Herrlichkeit, das ist die Gesetzgebung; und der Sieg, das ist Jerušalem; und die Schönheit, das ist das Heiligtum." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand Häuser von Jisraéliten sieht, so spreche er, falls sie bewohnt sind: ‘Gepriesen sei, der die Grenze der Witwe aufrichtet’, und falls sie zerstört sind, ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’. Wenn Häuser der weltlichen Völker, so spreche er, falls sie bewohnt sind:207Pr. 15,25.Das Haus der Stolzen wird der Herr niederreißen. Sind sie zerstört, so spreche er:208Ps. 94,1.Ein Gott der Rache ist der Herr, als Gott der Rache erschien er.", "U͑la und R. Ḥisda gingen auf dem Wege. Als sie zur Tür des Hauses des R. Ḥana b. Ḥanilaj herankamen, brach R. Ḥisda zusammen und seufzte. Da sprach U͑la zu ihm: Warum seufzest du, der Seufzer zerbricht ja, wie Rabh sagte, einen halben Körper des Menschen, denn es heißt: 209Ez. 21,11.und du Menschenkind, seufze, mit Brechen der Lenden &c., und wie R. Joḥanan sagte, den ganzen Körper des Menschen, denn es heißt:210Ib. V. 12.und wenn sie dich fragen, warum du seufzest, so antworte: Wegen des Gerüchtes, [das eingetroffen ist], und schmelzen wird jedes Herz &c. (bis: hin ist jeder Mut. &c.)!?", "Dieser erwiderte: Wie sollte ich nicht seufzen! Ein Haus, in dem sich sechzig Bäcker bei Tage und sechzig Bäcker bei Nacht befanden, die für jeden, der es nötig hatte, zu backen pflegten; in dem [der Besitzer] die Hand nicht aus dem Beutel zu nehmen pflegte, da er dachte, vielleicht kommt ein Armer aus guter Herkunft, der sich schämt zu warten, bis ich zum Beutel greife; in dem ferner vier Türen nach den vier Windrichtungen der Welt geöffnet waren, und wer hungrig hineinging, kam gesättigt heraus; aus dem man ferner in den Jahren der Dürre Weizen und Gerste draußen hinausschüttete, und wer sich am Tage zu nehmen schämte, bei Nacht kam und nahm – jetzt ist es in Trümmer verfallen, und ich sollte nicht seufzen!?", "Da sprach jener: Folgendes sagte R. Joḥanan: Seit dem Tage, da das Heiligtum zerstört worden ist, ist über die Häuser der Gerechten ein Beschluß gefaßt worden, daß sie zerstört werden sollen, wie es heißt: 211Jes. 5,9.vor meinen Ohren [sprach] der Herr der Heerscharen: Ob nicht viele Häuser zur Öde werden, große und gute, ohne Bewohner. R. Joḥanan sagte aber auch, daß der Heilige, gepriesen sei er, sie dereinst wieder bewohnt machen werde, denn es heißt: 212Ps. 125,1.Stufenlied Davids: Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Çijon; wie der Heilige, gepriesen sei er, dereinst den Berg Çijon wieder bewohnt machen wird, so wird der Heilige, gepriesen sei er, dereinst auch die Häuser der Gerechten wieder bewohnt machen. Als er aber bemerkte, daß dieser sich nicht beruhigte, sprach er: Es genügt, wenn es dem Knechte [so ergeht], wie seinem Herrn.", "Die Rabbanan lehrten: Wer Gräber von Jisraéliten sieht, spreche: ‘Gepriesen sei, der euch nach Recht erschaffen, euch nach Recht ernährt, euch nach Recht versorgt und euch nach Recht versammelt hat; er wird euch auch dereinst nach Recht auferstehen lassen’. Mar, der Sohn Rabinas, beendigte noch im Namen R. Naḥmans: ‘Er kennt die Zahl von euch allen, und er wird euch dereinst beleben und auferstehen lassen. Gepriesen sei er, der die Toten belebt’. Wer Gräber der weltlichen Völker [sieht], spreche:213Jes. 50,12.Beschämt ist euere Mutter, zu Schanden, die euch geboren hat &c.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen Genossen nach dreißig Tagen sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der uns leben, bestehen und an diese Zeit heranreichen ließ’. Nach zwölf Monaten, spreche er: ‘Gepriesen sei er, der die Toten belebt’. Rabh sagte: Der Tote wird vor zwölf Monaten nicht (aus dem Herzen) vergessen, denn es heißt: 214Ps. 31,13.ich wurde wie ein Toter aus dem Herzen vergessen, ich bin gleich einem verlorenen Geräte215Eine verlorene Sache wird nach 12 Monaten aufgegeben; cf. Bm. 28a..", "R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, gingen auf dem Wege und begegneten R. Ḥanina, Sohn R. Iqas. Da sprachen sie zu ihm: Als wir dich erblickten, sprachen wir über dich zwei Segenssprüche: ‘Gepriesen sei er, der von seiner Weisheit denen, die ihn fürchten, mitgeteilt hat’, und ‘Der uns leben ließ’. Hierauf sprach er zu ihnen: Als ich euch erblickte, betrachtete ich euch wie sechzig Myriaden Jisraéliten und sprach über euch drei Segenssprüche: jene zwei und ‘Gepriesen sei der Allweise der Geheimnisse’. Da sprachen sie zu ihm: Du bist ja so sehr weise! Sie richteten auf ihn ihre Augen, und er starb.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer einen mit Flechten Behafteten sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der die Geschöpfe verändert’. Man wandte ein: Wer einen Neger, einen Roten, einen blendend Weißen, einen sehr Schlanken, einen Zwerg oder einen Rosenroten sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der die Geschöpfe verändert’. [Sieht jemand] einen Verstümmelten, einen Blinden, einen Breitköpfigen, einen Lahmen, einen Aussätzigen oder einen mit Flechten Behafteten, so spreche er: ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’. –", "Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er sie vom Mutterleibe an hat, das andere, wenn er sie nach seiner Geburt bekam. Dies ist auch ersichtlich, denn er lehrt [von diesem] im Zusammenhang mit dem Verstümmelten.", "Die Rabbanan lehrten: Wer einen Elefanten, einen Affen oder eine Meerkatze sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der die Geschöpfe verändert’. Wer schöne Geschöpfe oder schöne Bäume sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der in seiner Welt solches hat’.", "ÜBER KOMETEN. Was sind Kometen? Šemuél erklärte: Der Schwanzstern. Ferner sagte Šemuél: Die Bahnen des Himmels sind mir ebenso bekannt, wie die Straßen Nehardea͑s, mit Ausnahme des Schwanzsternes, von dem ich nicht weiß, was er ist. Es ist mir indeß überliefert, daß er am Orion nicht vorüberzieht, denn wenn er am Orion vorüberziehen würde, so würde die Welt zerstört werden. – Wir sehen ihn ja vorüberziehen!? – Nur sein Schein zieht vorüber, und es scheint so, als ziehe er vorüber. R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, erwiderte: Er reißt den Vorhang216Vilon ist auch der Name des untersten der sieben Himmel (cf. Hag. 12b), der nächste heißt Raqia͑, wonach hier zu verstehen: er reißt den Vilon auf, so daß das Licht des Raqia͑ sichtbar wird.durch, rollt ihn fort, und das Licht des Himmels216Vilon ist auch der Name des untersten der sieben Himmel (cf. Hag. 12b), der nächste heißt Raqia͑, wonach hier zu verstehen: er reißt den Vilon auf, so daß das Licht des Raqia͑ sichtbar wird.wird sichtbar. R. Aši erwiderte: Es ist ein Stern, der sich aus der einen Seite des Orion herausreißt; sein Gefährte auf der entgegengesetzten Seite sieht ihn und erschrickt, und es erscheint, als ginge er [am Orion] vorüber.", "Šemuél wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:217Ij. 9,9.er schuf A͑š, Orion und Kima, dagegen heißt es:218Am. 5,8.er schuf Kima und Orion; wie ist dies219Da wird dieser, und dort wird jener zuerst genannt.zu erklären? Wenn nicht die Wärme des Orion, könnte die Welt nicht vor der Kälte des Kima bestehen, und wenn nicht die Kälte des Kima, könnte die Welt nicht vor der Wärme des Orion220Sie gleichen einander im Range.bestehen.", "Es ist uns überliefert, daß wenn der Stachel des Skorpions221Das Sternbild Skorpion ist mit Kima identisch.nicht im Feuerstrom läge, der, den ein Skorpion biß, nicht am Leben bleiben würde. Das ist es, was der Allbarmherzige zu ljob sprach: 222Ij. 38,31.Könntest du die Bande des Kima knüpfen, würdest du die Fessel des Orion lösen? –", "Was ist Kima? Šemuél erwiderte: Wie hundert [kemeá] Sterne. Manche sagen, wenn sie beisammen sind, und manche sagen, wenn sie getrennt sind. –", "Was ist A͑š? R. Jehuda erwiderte: Juta. – Was ist Juta? – Manche sagen, der Schwanz des Widders, und manche sagen, der Kopf des Stieres. Wahrscheinlicher ist die Ansicht derjenigen, welche sagen, der Schwanz des Widders, denn es heißt: 223Ib. V. 32.und kannst du den A͑jiš über seine Kinder leiten; demnach fehlt ihm etwas, und es sieht aus," ], [ "wie ein nachschleifendes Anhängsel. Er geht224Der A͑jiš dem Kima.ihm deshalb nach, weil er zu ihm spricht: Gib mir meine Kinder. Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, die Sintflut über die Welt bringen wollte, nahm er zwei Sterne aus dem Kima fort und brachte hierdurch die Sintflut über die Welt; und als er sie wieder absperren wollte, nahm er zwei Sterne aus dem A͑jiš und sperrte sie ab. –", "Sollte er jene zurückbringen!? – Die Grube wird von ihrem eigenen Schutt nicht voll. Oder auch, der Ankläger kann nicht Verteidiger werden. –", "Sollte er jenem zwei neue Sterne erschaffen!? – 225Ecc. 1,9.Nichts Neues gibt es unter der Sonne. R. Naḥman sagte: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, sie ihm wiedergeben, denn es heißt:226Ij. 38,32.A͑jiš wird sich über seine Kinder trösten.", "BEBEN. Was heißt Beben? R. Qaṭṭina erwiderte: Eine Erderschütterung. R. Qaṭṭina befand sich einst unterwegs, und als er an die Tür des Hauses eines Totenbeschwörers herankam und eine Erderschütterung entstand, sprach er: Weiß der Totenbeschwörer, was diese Erderschütterung ist? Da rief ihm dieser zu: Qaṭṭina, Qaṭṭina, weshalb sollte ich dies nicht wissen!? Zur Zeit, da der Heilige, gepriesen sei er, seiner Kinder gedenkt, die im Elend unter den weltlichen Völkern weilen, läßt er zwei Tränen in das große Meer fallen, und der Schall wird von einem Ende der Welt bis zum anderen Ende der Welt gehört; das ist eine Erderschütterung.", "Da sprach R. Qaṭṭina: Der Totenbeschwörer ist ein Lügner und seine Worte sind lügenhaft; wenn dem so wäre, so sollte ja der Erschütterung eine [zweite] Erschütterung227Dh. 2 Erschütterungen, für die beiden Tränen.folgen. Dies ist aber nichts; tatsächlich folgt auch der Erschütterung eine [zweite] Erschütterung, er stimmte ihm aber deshalb nicht zu, damit sich nicht alle Welt von ihm verleiten lasse.", "R. Qaṭṭina selbst erklärte: [Gott] schlägt seine Hände zusammen, wie es heißt:228Ez. 21,22.auch ich werde Hand an Hand schlagen, und meinen Grimm stillen. R. Nathan erklärte: Er stößt einen Seufzer aus, wie es heißt:229Ib. 5,13.ich habe an ihnen meinen Grimm gestillt und mich beruhigt. Die Rabbanan erklärten: Er stampft gegen den Himmel, wie es heißt: 230Jer. 25,30.einen Jubelruf, gleich dem der Weintreter, wird er allen Bewohnern der Erde zurufen. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Er stößt seine Füße unter den Thron der Herrlichkeit, wie es heißt:231Jes. 66,1.so spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße.", "DONNER. Was ist ein Donner? Šemuél erwiderte: Die Wolken am Himmelskreise, wie es heißt:232Ps. 77,19.bei der Stimme deines Donners im Kreise erhellten Blitze das Weltall, die Erde zitterte und bebte. Die Rabbanan erklärten: Es sind Wolken, die aufeinander Wasser gießen, wie es heißt: 233Jer. 10,13.bei dem Geräusche, wenn er das Wasser im Himmel rauschen läßt. R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: ein starker Blitz, der in den Wolken leuchtet und die Hagelklumpen zerschlägt. R. Aši erklärte: Die Wolken erbeben, und ein Wind kommt und bläst gegen ihre Öffnungen, wie wenn ein Wind gegen die Öffnung eines Fasses bläst. Am wahrscheinlichsten ist [ die Erklärung ] des R. Aḥa b. Ja͑qob, denn zuerst leuchtet der Blitz, dann dröhnen die Wolken, dann kommt der Regen.", "ORKANE. Was sind Orkane? Abajje erklärte: Heftige Stürme. Ferner sagte Abajje: Es ist uns überliefert, daß nachts keine heftigen Stürme vorkommen. – Wir sehen ja aber, daß sie vorkommen!? – Sie haben schon tags begonnen. Ferner sagte Abajje: Es ist uns überliefert, daß ein heftiger Sturm keine zwei Stunden anhält, um zu bestätigen, was gesagt wird:234Nah. 1,9.nicht in Zweien besteht das Leid. – Wir sehen ja aber, daß er anhält!? – Er läßt zwischendurch nach.", "UND BLITZE SPRECHE MAN: ‘GEPRIESEN SEI ER, DESSEN KRAFT UND DESSEN MACHT DIE WELT VOLL IST’. Was sind Blitze? Raba sagte: Ein Glänzen. Ferner sagte Raba: Der einzelne Blitz, der weiße Blitz, der gelbe Blitz, Wolken, die in der westlichen Ecke aufsteigen und aus der südlichen Ecke kommen, und zwei Wolken, die gegeneinander aufsteigen, diese alle sind schadenbringend. –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Daß man dieserhalb um Erbarmen flehe. Dies aber nur nachts, tags dagegen haben sie keine Bedeutung.", "R. Šemuél b. Jiçḥaq sagte: Die Wolken am Morgen haben keine Bedeutung, wie es heißt:235Hos. 6,4.und euere Liebe ist wie eine Wolke am Morgen &c. R. Papa sprach zu Abajje: Die Leute sagen ja aber: Wenn du beim Öffnen der Tür Regen siehst, Eseltreiber, breite deinen Sack aus und schlafe236Da infolge des Regens der Preis des Getreides sinken wird.!? – Das ist kein Einwand; dies, wenn [der Himmel] mit einer dicken Wolke überzogen ist, jenes, wenn er mit einer durchsichtigen Wolke überzogen ist.", "R. Alexandri sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Donner sind nur dazu geschaffen worden, um die Verstocktheit des Herzens zu entfernen, wie es heißt:237Ecc. 3,14. dies tat Gott, damit man vor ihm fürchte. Ferner sagte R. Alexandri im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer den Regenbogen in der Wolke sieht, muß auf sein Gesicht niederfallen, denn es heißt:238Ez. 1,28.wie die Erscheinung des Regenbogens, der in der Wolke &c., ich sah und fiel auf mein Gesicht. Im Westen fluchten sie darüber, weil es den Anschein hat, als bücke man sich vor dem Regenbogen. Einen Segensspruch aber muß man entschieden sprechen. – Was für einen spreche man? – ‘Gepriesen sei er, der des Bündnisses gedenkt’. In einer Barajtha wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: ‘Der seinem Bündnisse treu und bei seinem Worte beharrend ist’. R. Papa sagte: Man spreche daher beides: ‘Gepriesen sei er, der des Bündnisses gedenkt und seinem Bündnisse treu und bei seinem Worte beharrend ist’.", "ÜBER BERGE, HÜGEL. Gehören denn all jene Dinge, die bisher genannt worden sind, nicht zum Schöpfungswerke, es heißt ja:239Ps. 135,7.Blitze zum Regen hat er erschaffen!? Abajje erwiderte: Verbinde sie und lehre demgemäß. Raba erwiderte: Über jene spreche man zwei Segenssprüche: ‘Gepriesen sei er, dessen Kraft die Welt voll ist’ und ‘Der das Schöpfungswerk vollbracht hat’, über diesen nur ‘Der das Schöpfungswerk vollbracht hat’, nicht aber ‘Dessen Kraft die Welt voll ist’.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer den Himmel in seiner Klarheit sieht, spreche: ‘Der das Schöpfungswerk vollbracht hat’. Abajje sagte: Dies, wenn es die ganze Nacht geregnet und morgens der Nordwind gekommen ist und den Himmel sichtbar gemacht hat.", "Er streitet gegen Raphram b. Papa im Namen R. Ḥisdas, denn Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Seit dem Tage, da das Heiligtum zerstört wurde, erschien der Himmel nicht in seiner Klarheit, denn es heißt: 240Jes. 50,3.ich kleide den Himmel in Finsternis, einen Sack mache ich zu seinem Gewände." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Wer die Sonne in ihrer Wende, den Mond in seiner Stärke, die Sterne in ihren Bahnen und die Sternbilder in ihrer Ordnung sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat’. Wann geschieht dies? Abajje erwiderte: Alle achtundzwanzig Jahre, wenn der Zyklus wiederkehrt und die Jahreszeitwende des Nisan241Beginn des Frühlings.in den Saturn fällt, in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch.", "R. JEHUDA SAGT, WER DAS GROSSE MEER SIEHT &C. In welchen Zwischenräumen heißt es ‘zeitweise’? Rami b. Abba sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Bis zu dreißig Tagen.", "Ferner sagte Rami b. Abba im Namen R. Jiçḥaqs: Wer den Euphrat an der Brücke von Babylonien sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat’. Jetzt aber, wo die Perser ihn geändert haben, [spreche man, wenn man ihn sieht,] von Be Sapor aufwärts. R. Joseph sagte: Von Ihi Daqira aufwärts. Ferner sagte Rami b. Abba: Wer den Tigris bis zur Brücke von Šebistana sieht, spreche: ‘Gepriesen sei er, der das Schöpfungswerk vollbracht hat’.", "Was bedeutet Ḥiddeqel242Hebr. Name des Tigris.? R. Aši erwiderte: Dessen Wasser reißend [ḥad] und leicht [qal] ist. Was bedeutet Perath243Hebr. Name des Euphrat.? – Dessen Wasser anwachsend [parim] und sich vermehrend ist.", "Auch sagte Raba: Daß die Einwohner von Maḥoza scharfsinnig sind, kommt daher, weil sie das Wasser des Tigris trinken; daß sie hochrot sind, kommt daher, weil sie am Tage den Beischlaf ausüben; und daß sie mit den Augen zwinkern, geschieht daher, weil sie in finsteren Häusern wohnen.", "ÜBER DEN REGEN &C. Spricht man denn über den Regen ‘Der Gute und Gütige’, folgendes sagte ja R. Abahti, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Den Segen über den Regen spreche man erst dann, wenn der Bräutigam der Braut244Wenn dem herabfallenden Tropfen ein Tropfen vom Boden entgegenspritzt.entgegenkommt.", "Was spreche man? R. Jehuda sagte: ‘Wir danken dir für jeden Tropfen, den du uns herabfallen ließest’. R. Joḥanan beendigte wie folgt: ‘Wäre unser Mund voll des Gesanges, wie das Meer, und unsere Zunge voll des Jubels, wie das Brausen seiner Wogen, und unsere Lippen voll des Lobes, wie die Weite des Himmels &c., es würde uns nicht hinreichen, dir zu danken, o Herr, unser Gott’245Bekanntes Gebet, das am Šabbath gesprochen wird.bis ‘bückt sich vor dir. Gepriesen seiest du, o Herr, dem die meisten Danksagungen gebühren’. –", "Die meisten Danksagungen und nicht alle Danksagungen!? Raba erwiderte: Sage also: ‘Der Gott der Danksagungen’. R. Papa sagte: Darum sage man beides: ‘Dem die meisten Danksagungen gebühren’ und ‘Gott der Danksagungen’.", "Dies ist ja ein Widerspruch!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn man es246Daß Regen gekommen; in diesem Falle spreche man den Segen ‘Der Gute und Gütige’. hört, das andere, wenn man ihn sieht. –", "Wenn er aber hört, so ist es ja eine gute Nachricht, und wir haben bereits gelernt, daß man über gute Nachrichten ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’ spreche!? –", "Vielmehr, das eine wie das andere, wenn man ihn sieht, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn es wenig regnet, das andere, wenn es stark regnet. Wenn du aber willst, sage ich: das eine und das andere, wenn es stark regnet, dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn man Land besitzt, das andere, wenn man kein Land besitzt. –", "Aber spricht man denn, wenn man Land besitzt, ‘Der Gute und Gütige’, wir haben ja gelernt, daß, wer ein neues Haus gebaut oder neue Sachen gekauft hat, ‘Gepriesen sei er, der uns leben, bestehen und an diese Zeit heranreichen ließ’ spreche, und daß man über das, was ihm und anderen gehört, ‘Der Gute und Gütige’ spreche!? –", "Das ist kein Widerspruch; dieser247Wer Land besitzt; auch jeder andere hat Nutzen vom Regen, u. er spreche daher den Segen ‘Der Gute etc.’hat Mitbeteiligte, jener hat keine Mitbeteiligte. Es wurde auch gelehrt: Kurz gefaßt: Über das, wovon man allein genießt, spreche man: ‘Gepriesen sei er, der uns leben und bestehen ließ’, und über das, wovon man selber und auch sein Nächster genießt, spreche man: ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’. –", "Aber spricht man denn, wenn kein anderer mit ihm genießt, nicht ‘Der Gute und Gütige’, es wird ja gelehrt, daß, wenn man ihm mitteilt, seine Frau habe einen Knaben geboren, er ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’ spreche!? – Da kommt ebenfalls noch seine Frau hinzu, die sich einen Knaben wünscht. –", "Komm und höre: Wenn einem sein Vater stirbt und er ihn beerbt, so spreche er zuerst: ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’, nachher spreche er: ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’!? – Da sind ebenfalls Brüder vorhanden, die mit ihm erben. –", "Komm und höre: Wegen der Änderung des Weines248Dh. wenn ihm ein besserer Wein vorgesetzt wird.braucht man nicht nochmals den Segen zu sprechen, wegen der Änderung des Platzes249Wenn man ihm in einem anderen Hause nochmals Wein vorsetzt.spreche man wohl den Segen nochmals. Hierzu sagte R. Joseph b. Abba im Namen R. Joḥanans: Obgleich sie gesagt haben, daß man wegen der Änderung des Weines den Segen nicht nochmals zu sprechen brauche, so spreche man dennoch: ‘Gepriesen sei der Gute und Gütige’!? Da sind ebenfalls Tischgenossen vorhanden, die mit ihm trinken.", "WER EIN NEUES HAUS GEBAUT ODER NEUE SACHEN GEKAUFT HAT &C. R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er solche nicht hatte, wenn er aber solche hatte, braucht er den Segen nicht zu sprechen. R. Joḥanan aber sagt, auch wenn er solche hatte, müsse er250Wenn er sie kauft, da dies für ihn neu ist.den Segen sprechen." ], [ "Demnach stimmen alle überein, daß, wenn er bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, er den Segen nicht zu sprechen brauche.", "Manche sagen: R. Hona sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er nicht bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, wenn er aber bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, braucht er den Segen nicht zu sprechen. R. Joḥanan aber sagt, auch wenn er bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, müsse er den Segen sprechen. Demnach stimmen alle überein, daß, wenn er solche hat und auch kauft, er den Segen sprechen müsse.", "Man wandte ein: Wer ein neues Haus baut und ein solches nicht hatte, wer neue Sachen kauft und solche nicht hatte, spreche den Segen; hatte er solche, so braucht er den Segen nicht zu sprechen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, ob so oder so, müsse er den Segen sprechen.", "Allerdings ist nach der ersten Lesart R. Hona der Ansicht R. Meírs und R. Joḥanan der R. Jehudas, nach der anderen Lesart aber kann zwar R. Hona der Ansicht R. Jehudas sein, wessen Ansicht ist aber R. Joḥanan: weder der R. Meírs noch der R. Jehudas!? –", "R. Joḥanan kann dir erwidern: Tatsächlich muß er nach R. Jehuda den Segen sprechen, auch wenn er bereits einmal gekauft hat und wiederum kauft, nur streiten sie deshalb über den Fall, wenn er es hatte und jetzt kauft, um dir die Ansicht R. Meírs hervorzuheben, daß er den Segen nicht zu sprechen brauche, auch wenn er es hatte und jetzt kauft, und um so weniger braucht er den Segen zu sprechen, wenn er bereits einmal gekauft hat und jetzt wiederum kauft. –", "Sollten sie über den Fall streiten, wenn er es bereits einmal gekauft hat und jetzt wiederum kauft, wo man den Segen nicht zu sprechen braucht, um dir die Ansicht R. Jehudas hervorzuheben251Daß man trotzdem den Segen sprechen muß.!? – Die erleichternde Ansicht ist ihm bevorzugter.", "MAN PREISE FÜR DAS SCHLECHTE &C.", "Wie kann dies der Fall sein? – Wenn beispielsweise sein Feld überschwemmt worden ist; obgleich dies eigentlich zu seinem Vorteil ist, da das Feld dadurch Schlamm erhält und besser wird, so ist dies vorläufig dennoch Schlimmes.", "UND ÜBER DAS GUTE &C.", "Wie kann dies der Fall sein? – Wenn er beispielsweise etwas gefunden hat; obgleich dies für ihn schlimm [werden kann], denn wenn die Regierung dies erfährt, so nimmt man es ihm ab, so ist dies vorläufig dennoch Gutes.", "WENN SEINE FRAU SCHWANGER IST UND ER SPRICHT: MÖGE ES [GOTT] WOHLGEFÄLLIG SEIN, DASS &C. GEBÄRE, SO IST DIES EIN VERGEBLICHES GEBET.", "Demnach hilft das Beten nicht. R. Joseph wandte ein: 252Gen. 30,21.und nachher gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina. Was heißt ‘nachher’? Rabh erklärte: Nachdem Leá selber das Urteil gesprochen hatte. Sie sagte nämlich: Zwölf Stämme sollen von Ja͑qob hervorgehen; sechs sind bereits von mir hervorgegangen und vier von den Mägden, das sind zehn, und sollte auch dieses ein Knabe sein, so würde meine Schwester Raḥel nicht einmal so viel sein, wie eine der Mägde. Da wurde es sogleich in ein Mädchen verwandelt, wie es heißt: und sie nannte sie Dina253Von דין ihr Urteil.. – Man beweise nichts von Wundertaten.", "Wenn du aber willst, sage ich: bei Leá geschah es innerhalb der vierzig Tage. Es wird nämlich gelehrt: In den ersten drei Tagen flehe man, daß [der Same] nicht verwese; von drei bis vierzig flehe man, daß es ein Knabe werde; vom vierzigsten Tage bis zu drei Monaten flehe man, daß es nicht eine Mißgeburt254Im Text: Sandalfötus; cf. Nid. 25b.werde; von drei bis sechs Monaten flehe man, daß es keine Fehlgeburt werde; von sechs bis neun flehe man, daß es in Frieden herauskomme. –", "Nützt ihm denn das Flehen, R. Jiçḥaq b. R. Ami sagte ja, wenn der Mann zuerst den Samen ausstößt, gebäre sie ein Mädchen, und wenn die Frau zuerst den Samen ausstößt, gebäre sie einen Knaben, denn es heißt: 255Lev. 12,2.wenn eine Frau Samen bringt und einen Knaben gebärt!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn beide zugleich den Samen ausgestoßen haben.", "WENN ER SICH AUF DER REISE BEFINDET.", "Die Rabbanan lehrten: Einst befand sich Hillel der Ältere auf der Reise und hörte Geschrei aus der Stadt; da sprach er: Ich bin dessen sicher, daß dies nicht in meinem Hause ist. Über ihn spricht der Schriftvers: 256Ps. 112,7. Vor bösem Gerüchte fürchtet er nicht; fest ist sein Herz, vertrauend auf den Herrn. Raba sagte: Wie du auch diesen Vers auslegst; du kannst ihn vom Anfang zum Schlusse auslegen, und du kannst ihn vom Schlüsse zum Anfang auslegen. Du kannst ihn vom Anfang zum Schlusse auslegen: er fürchtet sich nicht vor bösem Gerüchte, weil sein Herz fest ist und auf den Herrn vertrauend. Du kannst ihn vom Schlusse zum Anfang auslegen: ist sein Herz auf den Herrn vertrauend, so fürchtet er nicht vor bösem Gerüchte.", "Einst folgte ein Schüler R. Jišma͑él b. R. Jose auf der Straße (in Çijon), und als dieser bemerkte, daß er sich fürchtete, sprach er zu ihm: Du bist ein Sünder, denn es heißt:257Jes. 33,14.die Sünder in Çijon fürchten sich. Jener entgegnete: Es heißt ja:258Pr. 28,14.Heil dem Manne, der stets fürchtet!? Da erwiderte dieser: Dies bezieht sich ja auf Worte der Tora.", "Jehuda b. Nathan folgte R. Hamnuna, sich mit ihm unterhaltend, und da er seufzte, sprach dieser: Dieser Mann will Leiden auf sich heraufbeschwören, denn es heißt:259Ij. 3,25.die Angst, wovor ich mich ängstigte, traf mich; das, wovor ich gefürchtet, kam über mich. – Es heißt ja aber: Heil dem Manne, der sich stets ängstigt!? – Dies bezieht sich auf Worte der Tora.", "WER IN EINE GROSSSTADT KOMMT.", "Die Rabbanan lehrten: Was spreche er bei seinem Einzüge? – Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich in diese Großstadt in Frieden hineinführest. Ist er eingezogen, so spreche er: Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du mich in diese Großstadt in Frieden hereingeführt hast. Will er hinausgehen, so spreche er: Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich aus dieser Großstadt in Frieden hinausführest. Ist er hinausgegangen, so spreche er: Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du mich aus dieser Großstadt in Frieden herausgeführt hast; und wie du mich in Frieden herausgeführt hast, so leite mich in Frieden, stütze mich in Frieden und lasse mich in Frieden schreiten und errette mich aus der Hand jedes Feindes und Wegelagerers.", "R. Mathna sagte: Dies lehrten sie nur von einer Großstadt, in der man ohne Urteilsspruch hinrichtet, in einer Großstadt aber, in der man nur mit Urteilsspruch hinrichtet, ist nichts dabei.", "Manche sagen: R. Mathna sagte: Auch in einer Großstadt, in der man nur mit Urteilsspruch hinrichtet, denn es kann vorkommen, daß er niemand findet, der ihn verteidigt.", "Die Rabbanan lehrten: Wer in ein Badehaus eintritt, spreche: Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich vor diesem und Ähnlichem beschützest, und daß mir keine Verderbnis und keine Sünde widerfahre; sollte mir Verderbnis und Sünde widerfahren, so sei mein Tod eine Sühne für all meine Sünden.", "Abajje sagte: Der Mensch spreche nicht so, damit er seinen Mund nicht öffne vor dem Satan. Reš Laqiš sagte nämlich, auch wurde es im Namen R. Joses gelehrt: Nie öffne der Mensch seinen Mund vor dem Satan.", "R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers; es heißt:260Jes. 1,9.fast wären wir wie Sedom, glichen wir A͑mora, und darauf erwiderte ihnen der Prophet: 261Ib. V. 10.höret das Wort des Herrn, Fürsten Sedoms &c. –", "Was spreche er, wenn er herauskommt? R. Aḥa erwiderte: Ich danke dir, o Herr, mein Gott, daß du mich vor Feuer geschützt hast.", "Als einst R. Abahu im Badehause war, wurde das Bad unter ihm262Wahrsch. der Boden über den Kanälen; cf. Ket. 62a.schadhaft, und es geschah ihm ein Wunder, daß er auf einem Balken stehen blieb; er rettete dann hundert und eine Person mit einem Arm. Da sprach er: Das ist es, was R. Aḥa gesagt hat.", "Wer sich zur Ader lassen geht, spreche: Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß mir diese Handlung zur Genesung diene, und heile mich, denn du, o Gott, bist der wahre Arzt, und deine Heilung ist eine wirkliche. Die Gewohnheit der Menschen, sich heilen zu lassen, erfolgt nur deshalb, weil es so Brauch ist.", "Abajje sagte: Man sage dies aber nicht, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:263Ex. 21,19.Und heilen lasse er ihn; hieraus, daß dem Arzt die Erlaubnis zu heilen gegeben ist. –", "Was [spricht er], wenn er aufsteht? R. Aḥa sagte: Gepriesen sei er, der unentgeltlich heilt." ], [ "Wer in den Abort tritt, spreche264Ansprache an die Engel, die den Menschen stets begleiten.: Gehabt euch, ihr Geehrten, Heilige, Diener des Allerhöchsten; gebet Ehre dem Gott Jisraéls, und verlasset mich, bis ich eingetreten bin, mein Vorhaben vollbracht habe und zu euch wieder komme. Abajje sagte: Der Mensch spreche nicht so; sie könnten ihn wirklich verlassen und fortgehen. Er sage vielmehr: Bewachet mich, bewachet mich, helfet mir, helfet mir; stützet mich, stützet mich, wartet auf mich, wartet auf mich, bis ich hineingegangen und herausgekommen bin, denn dies ist einmal die Art der Menschenkinder. Wenn er herauskommt, spreche er: Gepriesen sei er, der in Weisheit den Menschen gebildet und in ihm Öffnung an Öffnung, Höhlung an Höhlung erschaffen hat. Offenbar und bekannt ist es vor deinem Throne der Herrlichkeit, daß, wenn eine von ihnen geöffnet würde, oder eine von ihnen verschlossen würde, es unmöglich wäre, sich zu erhalten und vor dir zu bestehen. –", "Wie schließe er? Rabh erwiderte: ‘Der die Kranken heilt’. Šemuél sprach: Abba betrachtet also die ganze Welt als Kranke!? [Man sage] vielmehr: ‘Der alles Fleisch heilt’. R. Šešeth sagte: Der Wunderbares tut’. R. Papa sprach: Man sage daher beides: ‘Der alles Fleisch heilt und Wunderbares tut’.", "Wer sich ins Bett schlafen legt, lese von ‘Höre Jisraél’ bis ‘Wenn ihr hören werdet’; sodann spreche er: Gepriesen sei er, der die Bande des Schlafes auf meine Augen und den Schlummer auf meine Lider fallen läßt, und dem Augapfel Licht gewährt. Möge es dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich zum Frieden hinlegen lassest, und gib mir Anteil an deiner Tora. Gewöhne mich zu gottgefälligen Handlungen und gewöhne mich nicht zur Übertretung, laß mich nicht zur Sünde kommen noch zur Versuchung noch zur Schmach. Laß den bösen Trieb mich nicht beherrschen, und schütze mich vor bösem Begegnis und vor bösen Krankheiten. Mögen schlechte Träume und böse Gedanken mich nicht beunruhigen, mein Lager sei makellos vor dir, und erleuchte meine Augen, damit ich nicht des Todes entschlafe. Gepriesen seist du, o Herr, der die ganze Welt mit seiner Herrlichkeit erleuchtet.", "Wenn man aufwacht, spreche man: Mein Gott, die Seele, die du mir gegeben, ist rein; du hast sie gebildet, du hast sie mir eingehaucht und du bewahrst sie in mir; du wirst sie einst von mir nehmen, und du wirst sie mir in Zukunft wiedergeben. Solange die Seele in mir ist, danke ich dir, o Herr, mein Gott und Gott meiner Väter, Gebieter aller Welten und Herr aller Seelen. Gepriesen seist du, o Herr, der den toten Körpern die Seele wiedergibt.", "Wenn man das Krähen des Hahnes hört, spreche man: Gepriesen sei er, der dem Hahne Verstand verliehen, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Wenn man die Augen öffnet, spreche man: Gepriesen sei er, der die Blinden sehend macht. Wenn man sich aufrichtet und hinsetzt, spreche man: Gepriesen sei er, der die Gefesselten löst. Wenn man sich ankleidet, spreche man: Gepriesen sei er, der die Nackten bekleidet. Wenn man sich hinstellt, spreche man: Gepriesen sei er, der die Gebeugten aufrichtet. Wenn man den Boden betritt, spreche man: Gepriesen sei er, der die Erde auf dem Wasser ausspannt. Wenn man einen Schritt macht, spreche man: Gepriesen sei er, der die Schritte des Menschen richtet. Wenn man die Schuhe anzieht, spreche man: Gepriesen sei er, der mir all meinen Bedarf gewährt. Wenn man sich den Gürtel umlegt, spreche man: Gepriesen sei er, der Jisraél mit Stärke umgürtet. Wenn man das Tuch um das Haupt windet, spreche man: Gepriesen sei er, der Jisraél mit Herrlichkeit krönt.", "Wenn man sich in das Çiçithgewand hüllt, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns geboten hat, sich in die Çiçith zu hüllen. Wenn man die Tephillin an den Arm anlegt, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns Tephillin anzulegen befohlen hat. [Wenn man die Tephillin] an sein Haupt anlegt, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Tephillingebot anbefohlen hat. Wenn man die Hände wäscht, spreche man: Gepriesen sei er, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Händewaschen befohlen hat. Wenn man das Gesicht wäscht, spreche man: Gepriesen sei er, der Schlaf von meinen Augen und Schlummer von meinen Lidern entfernt. Möge es auch dein Wille sein, o Herr, mein Gott, daß du mich an deine Tora gewöhnest; laß mich an deiner Tora und an deinen Geboten festhalten. Laß mich nicht zur Vergehung kommen, noch zur Versuchung, noch zur Schmach, und beuge meinen Trieb, sich dir zu unterwerfen. Halte mich fern von bösen Menschen und böser Gesellschaft; laß mich festhalten an dem guten Trieb und an guter Gesellschaft; laß mich heute und jeden Tag Gunst, Wohlwollen und Erbarmen finden in deinen Augen und in den Augen aller, die mich sehen; und laß mir (gute) Wohltaten angedeihen. Gepriesen seist du, o Herr, der seinem Volke Jisraél gütiges Wohlwollen angedeihen läßt.", "DER MENSCH MUSS &C PREISEN. Was heißt: muß für das Schlechte ebenso preisen, wie er für das Gute preist? Wollte man sagen, wie man über das Gute ‘Der Gute und Gütige’ spricht, so spreche man ‘Der Gute und Gütige’ auch über das Schlechte, so haben wir ja gelernt, über gute Nachrichten spreche man ‘Der Gute und Gütige’, und über schlechte Nachrichten spreche man ‘Gepriesen sei der Richter der Wahrheit’!? Raba erwiderte: Das besagt nur, daß man es mit Freuden hinnehme.", "R. Aḥa sagte im Namen R. Levis: Hierauf deutet folgender Schriftvers:265Ps. 101,1.Gnade und Recht will ich singen, dir, o Herr, lobsingen; ob Gnade, will ich singen, ob Recht, will ich singen.", "R. Šemuél b. Naḥmani entnimmt dies aus folgendem: 266Ib. 56,11.Mit dem Herrn will ich preisen das Wort, mit Gott will ich preisen das Wort. Mit dem Herrn will ich preisen das Wort, dies ob des Maßes der Güte; mit Gott will ich preisen das Wort, dies ob des Maßes der Vergeltung.", "R. Tanḥum entnimmt dies aus folgendem: 267Ib. 116,13.Erhebe ich einen Becher des Heiles, so rufe ich den Namen des Herrn an; widerfährt mir Leid und Trauer, so rufe ich den Namen des Herrn an.", "Die Rabbanan entnehmen dies aus folgendem: 268Ij. 1,21.Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen.", "R. Hona sagte im Namen Rabhs im Namen R. Meírs, und ebenso wurde es im Namen R. A͑qibas gelehrt: Der Mensch pflege stets zu sagen: Alles, was der Allbarmherzige tut, tut er zum Guten.", "So befand sich R. A͑qiba einst auf der Reise, und als er in eine Stadt kam und um Beherbergung bat, gewährte man sie ihm nicht. Da sprach er: Alles, was der Allbarmherzige tut, tut er zum Guten. Hierauf ging er und übernachtete auf dem Felde. Er hatte bei sich einen Hahn, einen Esel und eine Kerze; da kam ein Wind und löschte die Kerze aus, dann kam eine Katze und fraß den Hahn, und endlich kam ein Löwe und fraß den Esel. Da sprach er wiederum: Alles, was der Allbarmherzige tut, ist zum Guten. In derselben Nacht kam ein Trupp und nahm die [Leute der] Stadt gefangen. Hierauf sprach er zu ihnen: Habe ich euch nicht gesagt, daß alles, was der Heilige, gepriesen sei er, tut," ], [ "zum Guten sei!?", "Ferner sagte R. Hona im Namen Rabhs im Namen R. Meírs: Die Worte des Menschen vor dem Heiligen, gepriesen sei er, sollen stets wenig sein, denn es heißt:269Ecc. 5,1.überstürze dich nicht mit deinem Munde, und dein Herz eile nicht, vor Gott Worte auszustoßen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf Erden, darum mögen deine Worte wenig sein.", "R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: Es heißt: 270Gen. 2,7.und der Herr, Gott, bildete den Menschen; [das Wort vajjiçer] hat zwei Jod, weil der Heilige, gepriesen sei er, [im Menschen] zwei Triebe schuf, einen guten Trieb und einen bösen Trieb.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Demnach hat das Vieh, bei dem [das Wort] vajjiçer nicht geschrieben steht, keinen [bösen] Trieb, und wir sehen ja aber, daß es Schaden anrichtet, beißt und ausschlägt!? Dies ist vielmehr nach R. Šimo͑n b. Pazi zu erklären, denn R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Wehe mir vor meinem Schöpfer [joçri]271Wenn ich meinem Trieb gehorche. und wehe mir vor meinem Trieb [jiçri]272Wenn ich meinem Schöpfer gehorche..", "Oder auch nach R. Jirmeja b. Elea͑zar, denn R. Jirmeja b. Elea͑zar sagte: Zwei Gesichter273Je ein Gesicht vorn und hinten; er teilte ihn und bildete die Eva.hatte der Heilige, gepriesen sei er, Adam dem Urmenschen erschaffen, wie es heißt: 274Ps. 139,5.hinten und vorn hast du mich gebildet.", "275Gen. 2,22.Und der Herr, Gott, baute die Rippe.", "Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, es276Woraus Eva erschaffen wurde.war ein Gesicht, der andere sagt, es war ein Schwanz. –", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß es heißt: hinten und vorn hast du mich gebildet, wieso aber heißt es: hinten und vorn hast du mich gebildet, nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz!? – Dies nach R. Ami, denn R. Ami sagte: Als Hintersten beim Schöpfungswerke und als Vordersten bei der Vergeltung. –", "Allerdings als Hintersten beim Schöpfungswerke, denn er wurde erst am Vorabend des Šabbaths erschaffen; wieso aber als Vordersten bei der Vergeltung? Bei welcher Vergeltung: wollte man sagen, bei der Vergeltung [beim Ereignisse mit] der Schlange, so wird ja gelehrt: Rabbi sagte: Bei einer Würde beginnt man mit dem Größten und bei einem Fluche beginnt man mit dem Kleinsten.", "Bei einer Würde beginnt man mit dem Größten, denn es heißt: 277Lev. 10,12.und Moše sprach zu Ahron und zu Elea͑zar und Ithamar, seinen am Leben gebliebenen Söhnen, nehmet &c.; bei einem Fluche beginnt man mit dem Kleinsten, denn zuerst wurde die Schlange verflucht, nachher wurde Ḥava verflucht und nachher wurde Adam verflucht!? –", "Vielmehr ist hier die Vergeltung bei den Sintflut gemeint, wie es heißt:278Gen. 7,23.und er vernichtete alles Bestehende, das auf der Oberfläche der Erde war, von Mensch bis Vieh; zuerst den Menschen, dann das Vieh. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß [das Wort] vajjiçer mit zwei Jod geschrieben ist, warum aber heißt es vajjiçer nach demjenigen, welcher sagt, daß es ein Schwanz war!? –", "Dies nach R. Šimo͑n b, Pazi, denn R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Wehe mir vor meinem Schöpfer [joçri] und wehe mir vor meinem Trieb [jiçri]. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß es heißt: 279Ib. 5,2.Mann und Weib schuf er sie280Ein Gesicht des Mannes und ein Gesicht der Frau., wieso aber heißt es: Mann und Weib schuf er sie, nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz!? – Dies nach R. Abahu, denn R. Abahu wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: Mann und Weib schuf er sie, dagegen heißt es:281Gen. 9,6.im Ebenbilde Gottes erschuf er den Menschen!? Dies ist wie folgt zu erklären: zuerst war es sein Wille, zwei zu erschaffen, schließlich aber wurde nur einer erschaffen. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht, daß es heißt: 282Ib. 2,21.er schloß Fleisch an ihre Stelle, wieso aber heißt es: er schloß Fleisch an ihre Stelle, nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz!? R. Jirmeja, manche sagen, R. Zebid, und manche sagen, R. Naḥman b. Jiçḥaq, erwiderte: Dies bezieht sich nur auf die Schnittstellen. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Schwanz, daß es283Gen. 2,22.er baute heißt, wieso aber heißt es er baute nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht284Es war ja bereits fertig.!? –", "Dies nach R.Šimo͑n b. Menasja, denn R.Šimo͑n b. Menasja trug vor: Es heißt: der Herr baute die Rippe; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Ḥava flocht und sie zu Adam dem Urmenschen brachte, denn in den überseeischen Städten nennt man das Geflecht ‘Gebäude’.", "Eine andere Erklärung: Er baute; hierüber sagte R. Ḥisda, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ḥava nach Art eines Speichers baute; wie der Speicher oben schmal und unten breit ist, um die Früchte aufzunehmen, so ist auch die Frau oben schmal und unten breit, um das Kind aufzunehmen.", "285Gen. 2,22.Und er brachte sie zu Adam; R. Jirmeja b. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, bei Adam dem Urmenschen Brautführer war. Hiermit lehrt die Tora eine Anstandsregel, daß der Vornehme beim Geringen die Brautführung übernehme und dies ihm nicht leid sei. –", "Wer ging vorwärts nach demjenigen, welcher sagt, es war ein Gesicht? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es ist wahrscheinlich, daß der Mann vorwärts ging, denn es wird gelehrt: Man gehe auf dem Wege nicht hinter einer Frau, selbst wenn sie seine Ehefrau ist. Traf er sie auf einer Brücke, so lasse er sie seitwärts; und wer hinter einer Frau über einen Fluß286So daß sie die Röcke hochheben muß. geht, hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt.", "Die Rabbanan lehrten: Wer von seiner Hand in die Hand einer Frau Geld zählt, um sie zu betrachten, wird, auch wenn er die Tora und gute Werke gleich unserem Meister Moše besitzt, vor dem Gerichte des Fegefeuers nicht verschont bleiben, denn es heißt:287Pr. 11,21.Hand zu Hand, bleibt vor Bösem nicht verschont; bleibt vom Gerichte des Fegefeuers nicht verschont.", "R. Naḥman sagte: Manoah war ein Mann aus dem gemeinen Volke, denn es heißt: 288Jud. 13,11.und Manoaḥ ging hinter seiner Frau.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Auch bei Elqana heißt es ja: 289Ein solcher Vers befindet sich, wie schon Tos. bemerkt, in der Bibel nicht.und Elqana ging hinter seiner Frau; ebenso heißt es bei Eliša͑:290iiReg. 4,30.er machte sich auf und ging hinter ihr. Ist dies denn wörtlich zu nehmen: hinter ihr? Vielmehr, nach ihren Worten und nach ihrem Rate, ebenso da nach ihren Worten und nach ihrem Rate!?", "R. Aši sagte: Nach dem, was R. Naḥman gesagt hat, hat Manoaḥ sogar in der Schule nichts gelernt. Es heißt ja:291Gen. 24,61.und Ribqa machte sich auf mit ihren Mägden, und sie ritten auf den Kamelen, und sie zogen hinter dem Manne; hinter dem Manne, nicht aber vor dem Manne.", "R. Joḥanan sagte: Hinter einem Löwen, aber nicht hinter einer Frau; hinter einer Frau, aber nicht hinter einem Götzen; hinter einem Götzen, aber nicht hinter einem Bethause, wenn die Gemeinde betet292Dh. man gehe am Bethause nicht vorüber..", "Dies aber nur dann, wenn man nichts trägt, wenn man aber etwas trägt, ist nichts dabei. Auch nur dann, wenn keine andere Tür da ist, wenn aber eine andere Tür da ist, ist nichts dabei. Ferner nur dann, wenn man nicht auf einem Esel reitet, wenn man aber auf einem Esel reitet, ist nichts dabei. Endlich nur dann, wenn man keine Tephillin anhat, wenn man aber Tephillin anhat, so ist nichts dabei.", "Rabh sagte: Der böse Trieb gleicht einer Fliege und sitzt zwischen den beiden Öffnungen des Herzens, denn es heißt:293Ecc. 10,1.tote Fliegen machen stinkend und gärend das würzige Öl. Šemuél sagte: Er gleicht dem Weizen, wie es heißt:294Gen. 4,7.vor der Tür lagert die Sünde295Dies aus der Ähnlichkeit der Worte חטה, Weizen, und חטאת, Sünde..", "Die Rabbanan lehrten: Zwei Nieren sind im Menschen, die eine rät ihm zum Guten, und die andere rät ihm zum Bösen, und es ist wahrscheinlich, daß die gute zu seiner Rechten und die böse zu seiner Linken [sich befindet], denn es heißt: 296Ecc. 10,2.das Herz des Weisen ist zu seiner Rechten, und das Herz des Toren ist zu seiner Linken.", "Die Rabbanan lehrten: Die Nieren raten, das Herz prüft, die Zunge schneidet297Die Laute.zurecht, der Mund vollendet, die Speiseröhre nimmt alle Arten von Speisen auf und gibt sie weiter, die Luftröhre bringt die Stimme hervor," ], [ "die Lunge saugt alle Arten von Flüssigkeiten auf, die Leber erregt Zorn, die Galle wirft in ihn einen Tropfen und beruhigt ihn, die Milz erregt Lachen, der Kröpf zermalmt, der Magen erregt Schlaf, die Nase bewirkt das Erwachen. Wenn das, was Schlaf bewirkt, Erwachen bewirkte, oder das, was Erwachen bewirkt, Schlaf bewirkte, so würde man dahinsiechen. Es wird gelehrt: Sollten beide Schlaf oder beide Erwachen bewirken, so würde man sofort sterben.", "Es wird gelehrt: R. Jose Galiläer sagte: Die Gerechten richtet der gute Trieb, wie es heißt:298Ps. 109,22.mein Herz ist in mir erschlagen; die Ruchlosen richtet der böse Trieb, wie es heißt: 299Ib. 36,2.es spricht der Frevel zum Ruchlosen, so denke ich in meinem Herzen, daß keine Furcht Gottes vor seinen Augen sei; die Mittelmäßigen richten dieser und jener, wie es heißt: 300Ib. 109,31.er steht zur Rechten des Bedrückten, ihm zu helfen vor denen, die seine Seele richten.", "Raba sagte: Wir zum Beispiel sind Mittelmäßige. Da sprach Abajje zu ihm: Der Meister läßt ja keinem Geschöpfe301Wenn R. nur zu den Mittelmäßigen gehören sollte, so gäbe es überhaupt keinen vollk. Gerechten.das Leben!", "Ferner sagte Raba: Die Welt wurde nur für die vollkommen Frevelhaften oder für die vollkommen Gerechten erschaffen. Raba sagte: Jeder Mensch wisse bei sich, ob er ein vollkommen Gerechter ist oder nicht. Rabh sagte: Die Welt wurde nur für Aḥab b. O͑mri und für R. Ḥanina b. Dosa erschaffen; für Aḥab b. O͑mri302Der sehr reich war; cf. iReg. 20,3.diese Welt, und die zukünftige Welt für R. Ḥanina b. Dosa303Der sehr arm war; cf. Ber. Fol. 17b..", "DU SOLLST DEN HERRN, DEINEN GOTT, LIEBEN. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn es heißt: mit deiner ganzen Seele, wozu heißt es: mit deinem ganzen Vermögen, und wenn es heißt: mit deinem ganzen Vermögen, wozu heißt es: mit deiner ganzen Seele? Allein, wenn es einen Menschen gibt, dem sein Körper lieber ist als sein Geld, so heißt es: mit deiner ganzen Seele, und wenn es einen Menschen gibt, dem sein Geld lieber ist als sein Körper, so heißt es: mit deinem ganzen Vermögen. R. A͑qiba sagte: Mit deiner ganzen Seele, sogar wenn er deine Seele nimmt.", "Die Rabbanan lehrten: Einst hatte die ruchlose Regierung einen Befehl erlassen, daß die Jisraéliten sich nicht mit der Tora befassen sollen. Da kam Papos b. Jehuda und traf R. A͑qiba, wie er öffentlich Versammlungen abhielt und sich mit der Tora befaßte. Da sprach er zu ihm: A͑qiba, fürchtest du denn nicht vor der ruchlosen Regierung?", "Dieser erwiderte: Ich will dir ein Gleichnis vortragen, womit dies zu vergleichen ist. Ein Fuchs ging einst am Ufer eines Flusses, und als er Fische sich von Ort zu Ort versammeln sah, sprach er zu ihnen: Wovor flüchtet ihr euch? Sie erwiderten: Vor den Netzen, die die Menschenkinder nach uns auswerfen. Da sprach er zu ihnen: So möge es euch belieben aufs Land zu kommen, und wir, ich und ihr, wollen beisammen wohnen, wie einst meine Vorfahren mit euren Vorfahren beisammen gewohnt haben. Darauf erwiderten ihm jene: Bist du es, von dem man sagt, er sei der klügste unter den Tieren? Du bist nicht klug, sondern dumm; wenn wir schon in der Stätte unseres Lebens fürchten, um wieviel mehr in der Stätte unseres Todes! So auch wir; wenn es schon jetzt so ist, wo wir sitzen und uns mit der Tora befassen, von der es heißt:304Dt. 30,20.denn sie ist dein Leben und die Verlängerung deiner Tage, um wieviel mehr erst, wenn wir gehen und uns ihr entziehen!", "Man erzählt, kaum waren wenige Tage verstrichen, da nahm man R. A͑qiba fest und sperrte ihn ins Gefängnis. Als man auch Papos b. Jehuda festnahm und ihn mit jenem einsperrte, sprach er zu ihm: Papos, was brachte dich hierher? Dieser erwiderte: Heil dir, R. A͑qiba, daß du festgenommen worden bist wegen Worte der Tora, wehe aber dem Papos, der festgenommen worden ist wegen eitler Dinge.", "Die Stunde, da man R. A͑qiba zur Hinrichtung führte, war gerade die Zeit des Šema͑lesens, und man riß sein Fleisch mit eisernen Kämmen; er aber nahm das Joch der himmlischen Herrschaft auf sich. Seine Schüler sprachen zu ihm: Meister, so weit!? Er erwiderte ihnen: Mein ganzes Leben grämte ich mich über den Schriftvers: mit deiner ganzen Seele, sogar, wenn er deine Seele nimmt, indem ich dachte: wann bietet sich mir die Gelegenheit, und ich will es erfüllen, und jetzt, wo sie sich mir darbietet, sollte ich es nicht erfüllen!? Er dehnte so lange [das Wort] einzig305Im Verse Höre Jisraél; cf. Ber. Fol. 19b., bis ihm die Seele bei einzig ausging. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Heil dir, R. A͑qiba, daß deine Seele bei einzig ausging!", "Die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Ist das die Tora und das ihre Belohnung?306Ps. 17,14.Von den Sterblichen, von deiner307Er sollte durch deine Hand sterben.Hand, o Herr; von den Sterblichen!? Er erwiderte ihnen: 306Ps. 17,14.Ihr Anteil ist im Leben. Darauf ertönte eine Hallstimme und sprach: Heil dir, R. A͑qiba, du bist für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt.", "DER MENSCH BENEHME SICH NICHT LEICHTFERTIG VOR DEM OSTTORE [DES TEMPELS], WEIL ES SICH GENAU GEGENÜBER DEM ALLERHEILIGSTEN BEFINDET &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies sagten sie nur von Çophim ab nach einwärts, und zwar, wenn man freie Aussicht hat. Desgleichen wurde auch gelehrt: R. Abba, Sohn des R. Ḥija b. Abba, sagte: Folgendes sagte R. Joḥanan: Dies sagten sie, nur von Çophim ab nach einwärts, und zwar, wenn man freie Aussicht hat, wenn kein Zaun vorhanden ist, und zur Zeit, wenn die Göttlichkeit dort wohnt308Beim Bestehen des Tempels..", "Die Rabbanan lehrten: Wer in Judäa seine Notdurft verrichtet, tue dies309Das Entblößen des Hinterteils; dies darf auf keinen Fall in der Richtung nach Jerušalem erfolgen.nicht [in Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; in Galiläa310Das nördlich vom Jisraélland liegt.tue man dies nur [in Richtung] nach Osten oder Westen. R. Jose erlaubt dies, denn R. Jose sagte, sie haben es nur dann verboten, wenn man freie Aussicht hat, wenn kein Zaun vorhanden ist, und wenn die Göttlichkeit dort wohnt. Die Weisen aber verbieten dies.", "Die Weisen sagen ja dasselbe, was der erste Tanna!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob dies seitwärts311In schräger Richtung, nicht genau gegen Jerušalem; nach den Rabb., die nur die Ansicht RJ.s bestreiten, ist dies erlaubt.erlaubt ist.", "Ein Anderes lehrt: Wer in Judäa seine Notdurft verrichtet, tue dies nicht [in der Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; in Galiläa ist es [in der Richtung] nach Norden oder Süden verboten, nach Osten oder Westen erlaubt. R. Jose erlaubt dies, denn R. Jose sagte, sie haben es nur dann verboten, wenn man freie Aussicht hat. R. Jehuda sagte: Wenn das Heiligtum besteht, ist es verboten, wenn das Heiligtum nicht besteht, ist es erlaubt. R. A͑qiba verbietet es überall. –", "R. A͑qiba sagt ja dasselbe, was der erste Tanna!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen außerhalb des Landes.", "Für Rabba legte man Ziegelsteine312Zum Hinsetzen bei Verrichtung der Notdurft.hin [in der Richtung] nach Osten oder Westen. Einst ging Abajje und legte sie um313Um zu sehen, ob es R. mit dieser Vorschrift genau nimmt.[in der Richtung] nach Norden oder Süden; da ging Rabba, legte sie zurecht, indem er sprach: Wer ist es, der mich ärgert? Ich bin der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, daß es überall verboten ist." ], [ "Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Einst folgte ich R. Jehošua͑ in den Abort, und ich lernte von ihm dreierlei: ich lernte, daß man nicht seine Notdurft verrichte [in der Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; ich lernte, daß man sich nicht stehend entblöße, sondern [erst] sitzend; und ich lernte, daß man sich nicht mit der Rechten abwische, sondern mit der Linken. Ben A͑zaj sprach zu ihm: So weit hast du dich gegen deinen Lehrer erdreistet!? Jener erwiderte: Dies ist ja Lehre; ich wollte lernen.", "Es wird gelehrt: Ben A͑zaj erzählte: Einst folgte ich R. A͑qiba in den Abort, und ich lernte von ihm dreierlei: ich lernte, daß man nicht seine Notdurft verrichte [in der Richtung] nach Osten oder Westen, sondern nach Norden oder Süden; ich lernte, daß man sich nicht stehend entblöße, sondern [erst] sitzend; und ich lernte, daß man sich nicht mit der Rechten abwische, sondern mit der Linken. R. Jehuda sprach zu ihm: So weit hast du dich gegen deinen Lehrer erdreistet!? Jener erwiderte: Das ist ja Lehre; ich wollte lernen.", "R. Kahana legte sich unter das Bett Rabhs, und als er ihn plaudern, scherzen und das Erforderliche verrichten hörte, sprach er zu ihm: Es hat den Anschein, als hätte der Mund Abbas314Eigenname Rabhs.die Speise noch nie gekostet. Da sprach dieser zu ihm: Kahana, hier bist du; hinaus, es ist nicht schicklich! Dieser erwiderte: Es ist ja Lehre; ich will dabei lernen.", "Weshalb wischt man sich nicht mit der Rechten ab, sondern mit der Linken? Raba erklärte: Weil die Tora mit der Rechten gegeben wurde, wie es heißt:315Dt. 33,2.von seiner Rechten kommt ihnen das Feuer des Gesetzes. Rabba b. Bar Ḥana erklärte: Weil sie dem Munde nahe316Man ißt mit dieser.ist. R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte: Weil man mit dieser die Tephillin befestigt. R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Weil man mit dieser die Tonzeichen der Tora zeigt.", "Hierüber [streiten] auch Tannaím. R. Elie͑zer erklärte: Weil man mit dieser ißt. R. Jehošua͑ erklärte: Weil man mit dieser schreibt. R. A͑qiba erklärte: Weil man mit dieser die Tonzeichen der Tora zeigt.", "R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Wer sich im Aborte züchtig benimmt, wird vor dreierlei bewahrt: vor Schlangen, vor Skorpionen und vor Gespenstern. Manche sagen, auch hat er beruhigende Träume.", "In Ṭiberjas war ein Abort, in welchem man beschädigt wurde, auch wenn man zu zweien und am Tage hineinging; doch gingen R. Ami und R. Asi in diesen einzeln hinein und wurden nicht beschädigt. Da sprachen die Rabbanan zu ihnen: Fürchtet ihr euch nicht? Diese erwiderten: Wir haben Überlieferungen erhalten; eine Überlieferung inbetreff des Abortes: Züchtigkeit und Schweigsamkeit; eine Überlieferung inbetreff der Züchtigungen: Duldsamkeit und Flehen.", "Für Abajje zog [seine Mutter] ein Lamm groß, das ihn in den Abort begleitete. – Sie konnte ihm ja einen Bock großziehen? – Bock317Die Gespenster der Aborte, die dasselbe Aussehen haben.und Bock wären miteinander zu verwechseln.", "Für Raba pflegte, bevor er Schuloberhaupt war, die Tochter R. Ḥisdas318Die Frau Rabas.mit einer Nuß in einem Becken zu klappern; nachdem er Schuloberhaupt geworden war, machte sie eine Öffnung und legte ihm die Hand auf den Kopf.", "U͑la sagte: Hinter einem Zaune verrichte man seine Notdurft sofort, auf freiem Platze [entferne man sich] soweit, daß sein Nächster seine Blähungen nicht höre. Isi b. Nathan lehrte folgendermaßen: Hinter einem Zaune, daß sein Nächster seine Blähungen nicht höre, auf freiem Platze [entferne man sich], daß ihn sein Nächster nicht sehen könne.", "Man wandte ein: Sie319Die rituell reinen Arbeiter bei der Olivenpressung.dürfen aus der Tür der Kelter hinausgehen und hinter dem Zaune ihre Notdurft verrichten, und sie bleiben rein!? –", "Bei [der Beobachtung der] Reinheitsgesetze hat man es hierin erleichtert. –", "Komm und höre: Um noch rein zu bleiben, dürfen sie sich soweit entfernen, daß man sie sehen kann!? – Anders bei denen, die Reines320Speisen, die unter Beobachtung der Reinheitsgesetze zubereitet wurden.essen, bei diesen hat man es erleichtert.", "R. Aši erwiderte: Die Worte des Isi b. Nathan, daß ihn sein Nächster nicht sehen könne, sind zu verstehen, daß sein Nächster seine Entblößung nicht sehe, ihn selbst aber kann er wohl sehen.", "Ein Trauerredner trat vor R. Naḥman und sprach: Jener war züchtig in seinem Wandel. Da sprach R. Naḥman zu ihm: Bist du ihm etwa in den Abort gefolgt, um zu wissen, ob er züchtig war oder nicht? Es wird nämlich gelehrt: Züchtig heißt nur der, der züchtig im Aborte ist.", "Was ging dies aber R. Naḥman an? – Weil gelehrt wird: Wie an den Toten Vergeltung geübt wird, so wird Vergeltung geübt auch an den Trauerrednern321Wenn sie ihm wahrheitswidrig gute Handlungen nachsagen.und an denen, die mit einstimmen.", "Die Rabbanan lehrten: Züchtig ist derjenige, der seine Notdurft nachts am selben Orte verrichtet, wo er dies tags tut. –", "Dem ist ja nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, der Mensch gewöhne sich, dies stets frühmorgens und spätabends zu verrichten, damit er sich nicht weit zu entfernen brauche!? Auch entfernte sich Raba am Tage bis zu einem Mil, nachts aber sagte er zu seinem Diener: Suche mir einen Ort auf dem Stadtplatze. Ebenso sagte R. Zera zu seinem Diener: Sieh nach, ob nicht jemand hinter dem Hause der Genossen da ist, denn ich will meine Notdurft verrichten. – Sage nicht: am selben Orte, sondern: in derselben Art, wie er es tags tut322Cf. Ber. Fol. 23b..", "R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen: am selben Orte, denn damit ist eine [entlegene] Ecke gemeint.", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Mensch gewöhne sich, [seine Notdurft] stets frühmorgens und spätabends zu verrichten, damit er sich nicht weit zu entfernen brauche.", "Ebenso wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Mache dich früh auf und gehe hinaus, warte abends spät und gehe hinaus, damit du dich nicht zu entfernen brauchest; betaste dich323Gf. Sab. Fol. 82a.und setze dich hin, nicht aber sollst du dich zuerst hinsetzen und dann betasten, denn wer sich zuerst hinsetzt und dann betastet, dem schadet Zauberei, selbst wenn sie in Spanien324Wird im T. stets als entferntester Ort angeführt.wider ihn getrieben wird.", "Welches Mittel gibt es, wenn man vergessentlich sich zuerst hingesetzt und dann betastet hat? – Wenn man aufsteht, spreche man folgendes: Nicht mir, nicht mir, weder Taḥim325Wahrscheinl. Namen von Zaubereien.noch Taḥtim, nicht diese noch von diesen, nicht die Zauberei des Zauberers noch die Zauberei der Zauberin." ], [ "Es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Auf jedes Lager lege dich hin, nur nicht auf den Erdboden; auf jeden Sitz setze dich hin, nur nicht auf einen Balken. Šemuél sagte: Der Schlaf am Morgen ist wie das Stählen für das Eisen; die Entleerung am Morgen ist wie das Stählen für das Eisen.", "Bar Qappara verkaufte Sprüche um Denare: Iß, solange du Hunger hast. Trinke, solange du Durst hast. Solange dein Topf heiß ist, entleere326Man verrichte die Notdurft, sobald sie nötig ist.ihn. Ertönt das Horn in Rom, so verkaufe, Sohn des Feigenhändlers, die Feigen deines Vaters.", "Abajje sprach zu den Rabbanan: Wenn ihr durch die Gäßchen von Mahoza geht, um aufs Feld zu gelangen, so schauet weder nach der einen Seite, noch nach der anderen Seite; es könnten da Frauen sitzen, und es ist ja nicht schicklich, sie zu betrachten.", "Einst war R. Saphra in den Abort hineingegangen, und als R. Abba kam und sich an der Tür räusperte, rief jener: Möge der Meister eintreten. Als er herauskam, sprach dieser zu ihm: Bis jetzt hast du den Bock nicht hineingebracht, und nun hast du die Weise des Bockes327Das unanständige Benehmen im Abort.gelernt. Wir haben ja folgendes gelernt: Eine Flamme war dort328Im Tempelhof.und ein Abort der Ehrbarkeit. Seine Ehrbarkeit bestand darin: fand man ihn zu, so wußte man, daß jemand darin ist; fand man ihn offen, so wußte man, daß niemand darin ist. Demnach ist dies329Das Sprechen im Abort.nicht anständig!", "Jener aber dachte, dies330Das Zurückhalten der Notdurft.ist gefährlich. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Die zurückgehaltene Säule bringt den Menschen zur Wassersucht, der zurückgehaltene Strahl bringt den Menschen zur Gelbsucht.", "R. Elea͑zar trat in einen Abort ein, und ein Römer kam und stieß ihn fort; da stand R. Elea͑zar auf und ging hinaus. Hierauf kam ein Drache und riß jenem den Mastdarm heraus. Da las R. Elea͑zar über ihn:331Jes. 43,4.ich gebe einen Menschen statt deiner; lies nicht Adam [Menschen], sondern Edom332Edom ist die Benennung Roms..", "333iSam. 24,11.Er sagte, dich zu erschlagen, aber sie334So im masoret. Texte; wahrscheinl. ואומר bzw. ותחס עיני zu lesen.schonte deiner.", "‘Er sagte’, es müßte ja heißen: ich sagte; ‘sie schonte’, es müßte ja heißen: ich schonte. Hierüber sagte R. Elea͑zar: David sprach zu Šaúl wie folgt: Dem Gesetze nach bist du ein Mann des Todes, denn du bist ein Verfolger, und die Tora sagt, will jemand dich töten, so komm ihm zuvor und töte ahn; die Züchtigkeit aber, die an dir war, hat dich geschützt. –", "Worin bestand sie? – Es heißt:335iSam. 24,4.er kam zu den Umzäunungen der Schafe auf dem Wege, und daselbst war eine Höhle; da ging Šaúl hinein, seine Füße zu bedecken. Hierzu wird gelehrt: Ein Zaun hinter einem Zaun, eine Höhle innerhalb einer Höhle. Zu bedecken; hierzu sagte R. Elea͑zar: Dies lehrt daß er sich wie mit einer Decke336Wörtl. Hütte, die er aus seinem Mantel gebildet hat.bedeckt hat.", "337iSam. 24,5.Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Gewande Šaúls. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Wer Kleider mißachtet, hat später von ihnen keinen Nutzen, wie es heißt: 338iReg. 1,1.der König David ward alt und betagt; und sie bedeckten ihn mit Kleidern, aber es wurde ihm nicht warm.", "339iSam. 26,19.Wenn dich der Herr gegen mich aufgereizt hat, so wird er eine Opfergabe riechen. R. Elea͑zar sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu David: Du hast mich Aufreizer genannt; ich werde dich an einer Sache straucheln lassen, die sogar Schulkinder kennen. Es heißt: 340Ex. 30,12.wenn du die Zahl der Kinder Jisraél aufnimmst, so gebe ein jeder ein Sühnegeld für seine Seele. (Alsbald: 341iChr. 21,1.da erhob sich ein Widersacher gegen Jisraél.) Ferner heißt es:342iiSam. 24,1.und er reizte David gegen sie auf, indem er sprach: Gehe und zähle Jisraél. Und als er sie zählte, nahm er von ihnen kein Sühnegeld. Ferner heißt es:343Ib. V. 15.und der Herr brachte eine Seuche über Jisraél, vom Morgen bis zur bestimmten Zeit. –", "Was heißt: bis zur bestimmten Zeit? Šemuél, der Greis, Schwiegersohn R. Ḥaninas, erklärte im Namen R. Ḥaninas: Von der Schlachtstunde des beständigen Opfers bis zur Stunde des Blutsprengens. R. Joḥanan sagte: Bis Mittag.344Ib. V. 16.", "Und er sprach zu dem Engel, der im Volke würgte: Genug! R. Elea͑zar sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zum Engel: Nimm den Größten345Im Text: רב, der Große.unter ihnen, durch den viele ihrer Schulden gesühnt346Der Tod des Frommen sühnt die Sünden.werden können. In dieser Stunde starb Abišaj b. Çeruja, der die Mehrheit des Synedriums aufwog.", "347iChr. 21,15.Und als er würgte, sah der Herr und bereute. Was sah er?", "Rabh sagte: Er sah unseren Vater Ja͑qob, bei dem es heißt: 348Gen. 32,3.und Ja͑qob sprach, als er sie sah. Šemuél sagte: Er sah die Asche Jiçḥaqs, von dem es heißt: 349Ib. 22,8.Gott wird sich das Lamm ersehen.", "R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Er sah das Sühnegeld, wie es heißt: 350Ex. 30,1.nimm das Sühnegeld von den Kindern Jisraél &c. R. Joḥanan sagte: Er sah das Heiligtum, wie es heißt: 351Gen. 22,14.auf dem Berge des Herrn wird er sich sehen lassen.", "Hierüber streiten auch R. Ja͑qob b. Idi und R. Šemuél b. Naḥmani; einer sagt, er sah das Sühnegeld, und der andere sagt, er sah das Heiligtum. Wahrscheinlicher ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, er sah das Heiligtum, denn es heißt: daß heute noch gesagt wird: Auf dem Berge des Herrn wird er sich sehen lassen.", "MAN GEHE NICHT AUF DEM TEMPELBERGE MIT STOCK &C. Was heißt Copendaria [Durchgang]? Raba erklärte: Abgekürzter352Compendiaria (sc. via) abgekürzter Weg.Weg, wie der Name besagt. R. Ḥana b. Ada erklärte im Namen R. Samas, des Sohnes R. Maris: Wie wenn jemand sagt: Anstatt über Straßen einen Umweg353מקפנא + אדרי = קפנדרטא.zu machen, gehe ich hier durch. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wer in das Bethaus tritt ohne Absicht, es als Durchgang zu benutzen, darf es [nachher] als Durchgang benutzen.", "R. Abahu sagte: War dort ein Weg von früher354Bevor das Bh. erbaut wurde.her, so ist es erlaubt. R. Ḥelbo sagte im Namen R. Honas: Wer in das Bethaus tritt, um da zu beten, darf es [nachher] als Durchgang benutzen, denn es heißt: 355Ez. 46,9.und wenn das Volk des Landes an den Festtagen vor den Herrn kommt &c.", "UND VOM LEICHTEREN AUF DAS SCHWERERE [ZU SCHLIESSEN], ZUM AUSSPUCKEN. R. Bebaj sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn man in der Jetztzeit auf dem Tempelberge ausspuckt, so ist dies ebenso, als spucke man in seinen356Euphemistisch, dh. Gottes.Augapfel, denn es heißt:357iReg. 9,3.meine Augen und mein Herz werden dort alle Tage sein.", "Raba sagte: Das Ausspucken im Bethause ist erlaubt, wie dies bei den Schuhen der Fall ist. [Das Anhaben] der Schuhe ist ja auf dem Tempelberge verboten, im Bethause aber erlaubt, ebenso ist das Ausspeien, obgleich auf dem Tempelberge verboten, im Bethause erlaubt.", "R. Papa sprach zu Raba, manche sagen, Rabina zu Raba, und manche sagen, R. Ada b. Mathna zu Raba: Warum von den Schuhen folgern, folgere man es vom Durchgang358Es ist verboten, das Bethaus als Durchgang zu benutzen; cf. Meg. 28a.!?", "Dieser erwiderte: Der Tanna folgert von den Schuhen, und du sagst, man sollte vom Durchgang [folgern]. – Wo dies? – Es wird gelehrt: Der Mensch gehe nicht auf dem Tempelberge mit seinem Stocke in der Hand, noch mit den Schuhen an den Füßen, noch mit Geld im Tuche gewickelt oder im Geldbeutel und über den Rücken geworfen, und man benutze ihn ferner nicht als Durchgang und zum Ausspucken. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von den Schuhen, zu folgern: [das Anhaben] der Schuhe hat ja nichts Verächtliches, dennoch ist es verboten, denn die Tora sagt: 359Ex. 3,5.ziehe deine Schuhe von deinen Füßen ab, um wieviel mehr das Ausspucken, das Verächtliches an sich hat.", "R. Jose b. Jehuda sagte: Dies ist gar nicht nötig. Es heißt:360Est. 4,2.denn man darf nicht mit einem Sacke bekleidet in das Tor des Königs kommen, und [man schließe] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn dies vom Sacke gilt, der ja nichts Verächtliches hat, dazu noch vor [einem Menschen aus] Fleisch und Blut, wie erst vom Ausspucken, das Verächtliches an sich hat, dazu noch vor dem König aller Könige.", "Jener entgegnete: Ich meine es wie folgt: man sollte da erschwerend und dort erschwerend folgern:" ], [ "bezüglich des Tempelberges, wo Schuhe verboten sind, sollte man es361Daß das Ausspeien verboten ist.von den Schuhen folgern, und bezüglich des Bethauses, wo Schuhe erlaubt sind, sollte man es, statt von den Schuhen zu folgern, daß es erlaubt ist, vom Durchgehen folgern, daß es verboten ist.", "Vielmehr, sagte Raba, wie bei seinem eigenen Hause; wie man in seinem Hause den Durchgang verbietet, nicht aber das Ausspeien und [das Anhaben von] Schuhen, so ist auch im Bethause nur der Durchgang verboten, das Ausspeien und [das Anhaben von] Schuhen aber erlaubt.", "ALLE, DIE IM TEMPEL DEN SEGEN BEENDIGTEN &C.", "Warum dies alles? – Weil man im Tempel nicht Amen antwortet. – Woher, daß man im Tempel nicht Amen antwortet? – Es heißt:362Neh. 9,5.stehet auf, preiset eueren Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ferner: 362Neh. 9,5.sie sollen deinen herrlichen Namen preisen, der über allen Segen und alles Lob erhaben ist.", "Man könnte glauben, alle Segenssprüche haben nur ein Lob, so heißt es: erhaben über allen Segen und alles Lob; für jeden Segen gib ihm ein besonderes Lob363Man antworte dieselbe Formel nach allen Segenssprüchen..", "SIE ORDNETEN AUCH AN, DASS MAN SEINEN NÄCHSTEN GRÜSSE &C. Wozu das ‘ferner’? –", "Man könnte glauben, Boa͑z habe es aus eigenem Ermessen getan, so heißt es: der Herr sei mit dir, tapferer Held. Wolltest du erwidern, zu Gideo͑n habe es der Engel364Die Worte des Engels wären kein Gruß, sondern eine Verkündung, daß Gott bei ihm weile.gesprochen, so heißt es: verachte nicht deine Mutter, daß sie alt geworden ist;", "ferner:da es galt, für den Herrn zu wirken, brachen sie deine Lehre. Raba sagte: Diesen Vers kann man vom Anfang zum Schlusse auslegen und vom Schlüsse zum Anfang auslegen.", "Man kann ihn vom Anfang zum Schlüsse auslegen: es galt für den Herrn365Der Herr als Subjekt.zu wirken, weil sie deine Lehre brachen; man kann ihn vom Schlüsse zum Anfang auslegen: sie brachen deine Lehre, weil es galt, für den Herrn zu wirken.", "Es wird gelehrt: Hillel der Ältere sagte: Wenn auf gesammelt366Bezügl. der Tora, wenn andere nicht lehren.wird, streue du aus, wenn ausgestreut wird, sammle du auf. Wenn du ein Zeitalter siehst, dem die Tora lieb ist, so streue du aus, denn es heißt: 367Pr. 11,24.mancher streut aus und wird noch reicher, und wenn du ein Zeitalter siehst, dem die Tora nicht lieb ist, so sammle, denn es heißt: da es galt, für den Herrn zu wirken, brachen sie deine Lehre.", "Bar Qappara trug vor: Ist es billig, so sammle und kaufe davon. Wo kein Mann ist, sei du ein Mann. Abajje sagte: Hieraus entnehme man: Wo ein Mann ist, tritt nicht als Mann auf. –", "Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn beide gleich sind.", "Bar Qappara trug vor: Welches ist ein kleiner Abschnitt in der Tora, von dem alle Bestandteile der Tora abhängen? – 368Ib. 3,6.in all deinen Wegen achte auf ihn, und er wird deine Pfade ebnen. Raba sagte: Selbst bei einer Übertretung. R. Papa369Dieser Passus fehlt in den Ausgaben und ist nur in einem völlig untergegangenen portugiesischen Drucke enthalten; ähnlich in Handschriften.sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Auch der Dieb beim Einbruche ruft den Allbarmherzigen an.", "Bar Quappara trug vor: Stets lehre der Mensch seinen Sohn ein reines und leichtes Handwerk. – Welches ist dies? R. Ḥisda sagte: Nadelstickerei.", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Mensch mehre nicht Freunde in seinem Hause, denn es heißt: 370Pr. 18,24.ein Mann von Freunden ist zum Zerbrechen.", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Mensch setze keinen Verwalter in sein Haus ein, denn hätte Poṭiphar nicht Joseph zum Verwalter in sein Haus eingesetzt, so wäre es nicht zu jener Sache gekommen.", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Abschnitt vom Nazir ist dem Abschnitte von der Ehebruchsverdächtigten deshalb angereiht worden, um dir zu sagen: wer die Ehebruchsverdächtigte in ihrer Besudelung sieht, entziehe sich dem Weine.", "Ḥizqija, Sohn des R. Parnakh, sagte im Namen R. Parnakhs im Namen R. Joḥanans: Der Abschnitt von der Ehebruchsverdächtigten ist dem Abschnitte von den Heben und den Zehnten deshalb angereiht worden, um dir zu sagen, wer Heben und Zehnte [zu entrichten] hat und sie dem Priester nicht gibt, benötige endlich des Priesters in Sachen seiner Frau. Es heißt nämlich: 371Num. 5,10.ein Mann, der seine heiligen Gaben für372So nach dieser Auslegung. sich [zurückbehält], und darauf folgt:373Num. 5,12.dem Mann, dessen Frau untreu wird; ferner: 374Ib. V. 15.und es bringe der Mann seine Frau &c. Und nicht nur das, vielmehr wird er schließlich derselben bedürftig, denn es heißt: ein Mann, der seine heiligen Gaben für372So nach dieser Auslegung.sich [nötig] hat.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wenn er sie aber entrichtet, wird er schließlich reich, denn es heißt: 371Num. 5,10.der Mann, der dem Priester gibt, wird372So nach dieser Auslegung.haben; er wird viel Geld haben.", "R. Hona b. Berekhja sagte im Namen des R. Elea͑zar Haqappar: Wer den Namen des Himmels mit seiner Not verbindet375Dh. für das Schlechte preist., dem verdoppelt man seinen Erwerb, denn es heißt: 376Ij. 22,25.wenn der Allmächtige bei deiner Not sein wird, so wird doppeltes377תועפות vom aram. ע ף , עיף verdoppeln, bezw. vom hebr. עוף fliegen.Silber dein eigen sein.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Sein Erwerb fliegt ihm wie ein Vogel zu, denn es heißt: so wird fliegendes377תועפות vom aram. ע ף , עיף verdoppeln, bezw. vom hebr. עוף fliegen.Silber dein eigen sein.", "R. Ṭabi sagte im Namen des R. Jošija: Wer in der Tora erschlafft, hat keine Kraft, am Tage der Not bestehen zu können, denn es heißt:378Pr. 24,10.warst du erschlafft, so ist am Tage der Not deine Kraft gesunken. R. Ami b. Mathna sagte im Namen Šemuéls: Sogar wenn bei einem einzigen Gebote, denn es heißt: warst du erschlafft, in jedem Falle.", "R. Saphra sagte: R. Abahu erzählte folgendes: Als R. Ḥananja, Bruderssohn R. Jehošua͑s, sich zur Diaspora begab und daselbst, außerhalb des Landes, Schaltjahre einsetzte und die Monate festsetzte,", "schickte man ihm379Gegen ihn zu protestieren.zwei Schriftgelehrte nach, R. Jose b. Kipper und den Sohnessohn des Zekharja b. Qebuṭal. Als er sie sah, sprach er zu ihnen: Wozu seid ihr hergekommen? Sie erwiderten: Wir sind hergekommen, die Tora zu studieren. Da ließ er bekanntmachen: Diese Männer gehören zu den Größten des Zeitalters, ihre Vorfahren haben im Heiligtum den Dienst versehen. Wir haben nämlich gelernt: Zekharja b. Qebuṭal erzählte: Oft habe ich [dem Hochpriester] aus dem Buche Daniél vorgelesen.", "Als es [später] dazu kam, daß er als unrein erklärte und jene als rein erklärten, daß er verbot und jene erlaubten, ließ er von ihnen bekanntmachen: Diese Männer sind lügenhaft, sie sind nichtig. Sie sprachen zu ihm: Du hast ja bereits gebaut und kannst nicht mehr niederreißen, du hast bereits umzäunt und kannst nicht mehr durchbrechen.", "Da fragte er sie: Warum sprechet ihr rein, was ich unrein spreche? Warum erlaubt ihr, was ich verbiete? Sie erwiderten: Weil du außerhalb des Landes Schaltjahre einsetzest und die Monate festsetzest.", "Da entgegnete er: Auch A͑qiba b. Joseph setzte außerhalb des Landes Schaltjahre ein und setzte die Monate fest. Sie erwiderten: Laß R. A͑qiba, der im Jisraélland seinesgleichen nicht hinterlassen hat. Da sprach er: Auch ich habe im Jisraélland meinesgleichen nicht hinterlassen. Sie erwiderten: Die Böcklein, die du hinterlassen hast, sind gehörnte Ziegenböcke geworden; diese sandten uns zu dir und sprachen zu uns folgendermaßen: Gehet hin und sagt es380Die Interkalation und die Festsetzung der Monate außerhalb des Jisraéllandes zu unterlassen. ihm in unserem Namen; gehorcht er, so ist es gut, wenn nicht, so sei er im Bann." ], [ "Sagt es auch unseren Brüdern in der Diaspora; gehorchen sie, so ist es gut, wenn nicht, so mögen sie auf einen Berg gehen, wo Aḥija381Wohl bekannte Persönlichkeit in der Diaspora. einen Altar errichten, Ḥananja auf der Harfe spielen, und sie allesamt [Gott] verleugnen und sprechen mögen: Wir haben keinen Anteil an dem Gott Jisraéls.", "Hierauf begann das ganze Volk laut zu weinen, indem sie sprachen: Behüte und bewahre, wir haben einen Anteil an dem Gott Jisraéls. –", "Warum dies alles?–Weil es heißt: 382Jes. 2,3.denn von Çijon geht die Tora aus und das Wort des Herrn von Jerušalem. –", "Allerdings durften sie unreinsprechen, was er reingesprochen, weil erschwerend, wieso aber durften sie reinsprechen, was er unreingesprochen, es wird ja gelehrt, was ein Gelehrter unreingesprochen, dürfe sein Genösse nicht reinsprechen, was er verboten, dürfe sein Genösse nicht erlauben!? – Sie beabsichtigten damit, daß man ihm nicht folge.", "Die Rabbanan lehrten: Als unsere Lehrer in der Akademie383Wörtl. Weinberg, bildl. Benennung der Akademie zu Jabne. Eine Parallelstelle im jerušalemischen Talmud erklärt (auf die Frage, weshalb sie Weinberg heißt) wie folgt: es sind die Schriftgelehrten, die wie die Weinstöcke in Reihen saßen.zu Jabne zusammentraten, waren da R. Jehuda, R. Jose, R. Neḥemja und R. Elea͑zar, Sohn R. Jose des Galiläers, anwesend. Sie fingen alle an und trugen zur Ehre des Gastgebers vor.", "R. Jehuda, überall das Haupt der Redner, begann und trug zur Ehre der Tora vor:384Ex. 33,7.Und Moše nahm das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: die Lade des Herrn war nur zwölf Mil entfernt, dennoch sagt die Tora:384Ex. 33,7.und jeder, der den Herrn suchte, ging nach dem Stiftszelt hinaus, um wieviel mehr gilt dies385Daß es von ihnen heißen muß ‘die Gott suchen’.von den Schriftgelehrten, die von Stadt zu Stadt und von Land zu Land wandern, um die Tora zu lernen.", "386Ex. 33,11.Und der Herr redete mit Moše von Angesicht zu Angesicht R. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Moše, ich und du, wir wollen bei der Halakha das Gesicht387Dh. die H. erörtern.zuwenden. Manche sagen, er sprach zu ihm wie folgt: Moše, wie ich dir das Gesicht freundlich zugewendet habe, so wende auch du Jisraél das Gesicht freundlich zu, und bringe das Zelt nach seinem Orte zurück.", "388Ex. 33,11.Und er kehrte in das Lager zurück. R. Abahu sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, hatte zu Moše gesprochen: Jetzt werden sie sagen: Der Lehrer ist böse, und der Schüler ist böse, was soll nun aus Jisraél werden? Bringst du das Zelt nach seinem Orte zurück, so ist es gut, wenn aber nicht, so soll dein Schüler Jehošua͑, der Sohn Nuns, an deiner Stelle deinen Dienst versehen.", "Daher heißt es: und er kehrte in das Lager zurück. Raba sagte: Trotzdem ist dies nicht vergeblich gesprochen worden, denn es heißt:389Ex. 33,11.und sein Diener Jehošua͑, der Sohn Nuns, ein Jüngling, wich nicht aus dem Zelte.", "Ferner begann R. Jehuda und trug zur Ehre der Tora vor: 390Dt. 27,9.Merke auf und höre, Jisraél, an diesem Tage bist du zu einem Volke geworden. Ist denn die Tora Jisraél erst an diesem Tage gegeben worden, dieser Tag war ja das Ende der vierzig Jahre! Allein, dies lehrt dich, daß die Tora denen, die sie lernen, an jedem Tage so lieb ist, wie am Tage, an dem sie am Berge Sinaj gegeben wurde.", "R. Tanḥum, der Sohn R. Ḥijas, aus Kephar-A͑kko sagte: Das siehst du auch; der Mensch liest ja das Šema͑ morgens und abends, dennoch scheint es einem, der es einen Abend nicht liest, als hätte er es nie gelesen.", "Merke auf: Teilet euch in Klassen391עשו + כתות = הסכת.und befaßt euch mit der Tora, denn die Tora wird nur in einer Gemeinschaft erworben. Dies nach R. Jose b. R. Ḥanina, denn R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Es heißt:392Jer. 50,36.ein Schwert über die einzelnen, sie werden töricht; ein Schwert über die Feinde393Euphemistisch.der Schriftgelehrten, die einzeln sitzen und sich mit der Tora befassen. Und noch mehr, sie werden auch töricht, denn hier heißt es: sie werden töricht, und dort394Num. 12,11. Dieser Vers belegt, daß ונואלו von אול töricht sein abzuleiten ist.heißt es: daß wir uns betören ließen. Und noch mehr, sie sündigen auch, denn es heißt: 394Num. 12,11. Dieser Vers belegt, daß ונואלו von אול töricht sein abzuleiten ist.und daß wir gesündigt haben.", "Wenn du aber willst, entnehme ich dies aus folgendem: 395Jes. 19,13.betört werden die Fürsten von Çoa͑n.", "Eine andere Auslegung: Merke auf und höre, Jisraél; laßt euch zerstoßen396עשו + כתת.für die Worte der Tora. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Woher, daß Worte der Tora nur dem erhalten bleiben, der sich für sie töten läßt? Es heißt:397Num. 19,14. das ist die Tora: wenn ein Mensch im Zelte stirbt.", "Eine andere Auslegung: Merke auf und höre Jisraél; schweige und nachher zerstoße398הס + כתת = הסכת.. Dies nach Raba, denn Raba sagte: Zuerst lerne man die Tora, und nachher erörtere man sie.", "In der Schule R. Jannajs sagten sie: Es heißt: 399Pr. 30,33.die Pressung der Milch bringt Butter hervor, die Pressung der Nase bringt Blut hervor und die Pressung des Zornes bringt Hader hervor;", "die Butter der Tora findest du nur bei dem, der ihretwegen die Milch ausbricht, die er aus den Brüsten seiner Mutter gesogen.", "Die Pressung der Nase bringt Blut hervor; wenn ein Schüler von seinem Lehrer einmal angefahren wird und schweigt, so ist es ihm beschieden, zwischen unreinem Blut400Menstruationsblut; in fraglichen Fällen hat der Gelehrte zu entscheiden, ob die Blutung eine menstruale ist, oder von einer inneren Verletzung herrührt, in welchem Fall die Frau rituell rein ist.und reinem Blut zu unterscheiden.", "Und die Pressung des Zornes bringt Hader hervor; wenn ein Schüler von seinem Lehrer einmal und zweimal angefahren wird und schweigt, so ist es ihm beschieden, zwischen Zivilrecht401Wörtl.: Gelderrecht, dh. alles, was Geldangelegenheiten betrifft.und Strafrecht zu unterscheiden. Wir haben nämlich gelernt: R. Jišma͑él sagte: Wer weise werden will, befasse sich mit dem Zivilrecht, denn du hast in der Tora kein [umfassenderes] Gebiet als dieses; es ist wie eine unversiegbare Quelle.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Es heißt:402Pr. 30,32.wenn du schändlich warst durch Erhebung und Böses gesonnen hast, so lege die Hand auf den Mund; wer sich für die Worte der Tora schändet, wird endlich hochgestellt werden, wer aber schweigt403זמם zäumen; dh. wer zu fragen sich schämt., wird endlich die Hand vor den Mund legen müssen.", "Hierauf begann R. Neḥemja und trug zur Ehre des Gastgebers vor: Es heißt:404iSam. 15,6.und Šaúl sprach zum Qeni: Gehe, weiche und ziehe fort aus der Mitte A͑maleqs, daß ich dich nicht mit ihm zusammen vertilge, wo du doch allen Kindern Jisraéls Liebestaten erwiesen hast. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von Jithro gilt, der Moše nur sich zu Nutze aufgenommen hat, um wieviel mehr gilt dies von dem, der einen Schriftgelehrten in seinem Hause bewirtet, ihm zu essen und zu trinken gibt und ihn von seinen Gütern genießen läßt.", "Hierauf begann R. Jose und trug zu Ehren des Gastgebers vor:405Dt. 23,8.Du sollst den Edomiter nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder; du sollst den Miçri nicht verabscheuen, denn ein Fremdling warst du in seinem Lande. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies von den Miçrijim gilt, die die Jisraéliten nur zu ihrem Nutzen aufgenommen haben, wie es heißt:406Gen. 47,6.und wenn du weißt, daß unter ihnen wackere Männer da sind, so setze sie ein als Aufseher über mein Vieh, um wieviel mehr gilt dies von dem, der einen Schriftgelehrten in seinem Hause bewirtet, ihm zu essen und zu trinken gibt und ihn von seinen Gütern genießen läßt.", "Hierauf begann R. Elea͑zar, Sohn R. Jose des Galiläers, und trug zu Ehren des Gastgebers vor:407ii Sam. 6,11.Und der Herr segnete O͑bed Edom aus Gath wegen der Lade Gottes. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dies bei der Lade der Fall war, die weder gegessen noch getrunken hat, sondern er vor ihr nur gefegt und gesprengt hat, um wieviel mehr gilt dies von dem, der einen Schriftgelehrten in seinem Hause bewirtet, ihm zu essen und zu trinken gibt und ihn von seinen Gütern genießen läßt. –", "Welchen Segen ließ er ihm angedeihen? R. Jehuda b. Zebida sagte: Daß Ḥamoth408Dessen Frau.und ihre acht Schwiegertöchter je sechs (in einem Leibe) gebaren," ], [ "wie es heißt:409iChr. 26,5.Peu͑ltaj, der achte. Ferner heißt es:409iChr. 26,5.denn Gott segnete ihn.410Ib. V. 8.Diese alle entstammen dem O͑bed Edom; ihre Söhne und ihre Brüder waren wackere Männer und kräftig zur Arbeit; zweiundsechzig von O͑bed Edom411O͑E. hatte von früher her 8 Söhne, seine Frau u. Schwiegertöchter je 6, zus. 62..", "R. Abin der Levite sagte: Wer das Geschick412Wörtl.: die Stunde.drängt, den drängt das Geschick, und wer sich von seinem Geschicke zurückdrängen läßt, von dem läßt das Geschick sich zurückdrängen.", "So war es bei Rabba und R. Joseph. R. Joseph war Vielwisser413Sinaj, bildl. für einen, der viel gelernt hat, der die sinaitische Lehre kennt; viell, aber sjoni v. lat. sciens., während Rabba Scharfsinniger414Wörtl.: Berge versetzend.war, und die Zeit bedurfte415Man brauchte einen von ihnen als Schuloberhaupt.ihrer. Da fragte man dort416Bei den Gelehrten in Palästina.an: Wer ist von Vielwissendem und Scharfsinnigem vorzuziehen? Jene erwiderten: Der Vielwisser ist vorzuziehen, denn alle benötigen des Weizenbesitzers. Dennoch nahm R. Joseph [das Amt] nicht an, weil ihm die Chaldäer sagten, er werde zwei Jahre herrschen417Und dann sterben..", "So herrschte Rabba zweiundzwanzig Jahre, dann herrschte R. Joseph zweiundeinhalb Jahre.", "Während aller Jahre, da Rabba herrschte, ließ jener nicht einmal den Heilgehilfen nach seiner Wohnung kommen418Um jeden Anschein des Herrschens zu vermeiden..", "Ferner sagte R. Abin der Levite: Es heißt: 419Ps. 20,2.der Herr erhöre dich am Tage der Not, es stärke dich der Name des Gottes Ja͑qobs; des Gottes Ja͑qobs und nicht des Gottes Abrahams und Jiçḥaqs? Hieraus, daß der Besitzer des Balkens an die dicke Stelle des Balkens herangehe420Ja͑qob war der eigentliche Stammvater..", "Ferner sagte R. Abin der Levite: Wenn jemand von einer Mahlzeit genießt, bei der ein Schriftgelehrter anwesend ist, so ist es ebenso, als hätte er vom Glänze der Göttlichkeit genossen, denn es heißt: 421Ex. 18,12.und Ahron und all die Ältesten Jisraéls kamen, um mit dem Schwiegervater Mošes vor Gott Brot zu essen. Haben sie denn vor Gott gegessen, sie haben ja vor Moše gegessen?", "Allein, dies besagt dir, daß, wenn jemand von einer Mahlzeit genießt, bei der ein Schriftgelehrter anwesend ist, es ebenso ist, als hätte er vom Glänze der Göttlichkeit genossen.", "Ferner sagte R. Abin der Levite: Wer sich von seinem Genossen verabschiedet, spreche zu ihm nicht: gehe in Frieden, sondern: gehe zum Frieden. Denn Jithro sprach zu Moše: 422Ex. 4,18.gehe zum Frieden, und dieser gelangte zur Größe und hatte Glück; David aber sprach zu Abšalom: 423iiSam. 15,9.gehe in Frieden, und dieser ging fort und wurde erhängt.", "Ferner sagte R. Abin der Levite: Wer von einem Toten Abschied nimmt, spreche zu ihm nicht: gehe zum Frieden, sondern: gehe in Frieden, wie es heißt: 424Gen. 15,15.und du wirst in Frieden zu deinen Vätern kommen.", "R. Levi b. Ḥija sagte: Wer das Bethaus verläßt und in das Lehrhaus geht und sich da mit der Tora befaßt, dem ist es beschieden, das Antlitz der Göttlichkeit zu empfangen, denn es heißt:425Ps. 84,8.sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Die Schriftgelehrten haben keine Ruhe, weder in dieser Welt, noch in der zukünftigen Welt, denn es heißt: sie gehen von Heer zu Heer, sie erscheinen vor Gott in Çijon.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren Frieden in der Welt, denn es heißt:426Jes. 54,13.und alle deine Kinder sind Gottesgelehrte, und viel ist der Friede deiner Kinder;", "lies nicht: banajikh [deiner Kinder], sondern bonajikh [deiner Erbauer427Nach einer Erklärung des Talmud (Sabb. 114a): die Schriftgelehrten, die sich mit dem Ausbau der Welt befassen. Eine besondere Sekte Bannaím, die eine Untersekte der Essäer sein soll, kennt der Talmud nicht.].428Ps. 119,65.Viel Frieden denen, die deine Lehre lieben, kein Anstoß treffe sie.429Ib. 122,7ff.Friede möge in deinen Mauern sein und Sicherheit in deinen Palästen. Um meiner Brüder und Freunde willen, will ich dir Frieden wünschen. Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, flehe ich Gutes für dich.430Ib. 29,11.Der Herr verleihe Macht seinem Volke, der Herr segne sein Volk mit Frieden." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }