{ "language": "en", "title": "Shevuot", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "שבועות", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nezikin" ], "text": [ [], [], [ "iBEI DEN SCHWÜREN1Der T. unterscheidet 4 Klassen von Schwüren. 1. der Bekräftigungs- oder Beteuerungsschwur, (wörtlich Ausspruchsschwur, שבועת ביטוי), dh. wenn jemand eine gleichgültige, niemand betreffende Handlung promissorisch od. assertorisch beschwört; bei diesem gibt es 2 Arten: bejahend u. verneinend, die in 4 zerfallen: promissorisch u. assertorisch.GIBT ES ZWEI ARTEN, DIE IN VIER ZERFALLEN.", "BEI DER UNREINHEIT GIBT ES ZWEI ARTEN DES BEWUSSTSEINS2der Nichtigkeitsschwur (שבועת שלא), dh. ein Schwur, der !an und für sich eine Verletzung der Heiligkeit des Eides ist; dieser zerfällt ebenfalls in 4 Abteilungen: X. wenn jemand ein Absurdum beschwört u. jedermann von der Unwahrheit überzeugt ist; 2. wenn jemand etwas Selbstverständliches beschwört; 3. wenn jemand schwört, er werde eine biblische Vorschrift unterlassen; 4. wenn jemand schwört, etwas Unmögliches zu tun. 3. der Beweiseid (שבועת הפקדון), der vom Gerichte dem Beklagten auf erlegte Eid. 4. der Zeugniseid (שבועת העדות), wenn ein als Zeuge Genannter nichts zu wissen behauptet, so hat er dies zu beschwören. Die aussagenden Zeugen werden nicht vereidigt. Unser Abschnitt handelt von der 1. Klasse. 2. Daß man unrein ist, bezw. daß man die betreffende Sache nicht unrein berühren darf., DIE IN VIER3Die Erklärung folgt weiter.ZERFALLEN.", "BEIM SABBATHGESETZE GIBT ES ZWEI ARTEN DES HINAUSBRINGENS4Es ist verboten, am S. eine Sache aus einem Gebiete nach einem anderen umzutragen., DIE IN VIER5Herauslangen einer Sache aus der Wohnung nach der Straße, Hinausreichen einer Sache aus der Wohnung nach der Straße, Hereinlangen einer Sache aus der Straße in die Wohnung, Hineinreichen einer Sache aus der Straße nach der Wohnung.ZERFALLEN.", "BEI DEN AUSSATZMALEN GIBT ES ZWEI ARTEN, DIE IN VIER6Glanzfleck (בהרת) und Hochfleck (שאת), u. jede hat noch eine Unterart (ספחת).ZERFALLEN.", "iiWARAR BEWUSSTSEIN VORHANDEN VORHER7Bevor, bezw. nachdem der Unreine mit dem Heiligen in Berührung gekommen ist.UND NACHHER7Bevor, bezw. nachdem der Unreine mit dem Heiligen in Berührung gekommen ist., ZWISCHENDURCH ABER EIN ENTFALLEN, SO HAT MAN EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER8Je nach den Vermögensverhältnissen der Person; der Reiche ein Viehopfer, der Ärmere ein Geflügelopfer u. der Ärmste ein Speisopfer; cf. Lev. 5,6ff.DARZUBRINGEN.", "WAR VORHER BEWUSSTSEIN VORHANDEN, NICHT ABER BEWUSSTSEIN NACHHER, SO BRINGEN DER INNERHALB HERGERICHTETE BOCK9Dessen Blut am Versöhnungstage auf dem Altar im Allerheiligsten gesprengt wird; cf. Lev. Kap. 16.UND DER VERSÖHNUNGSTAG [DIE SÜNDE] IN DIE SCHWEBE, UND WENN ER SICH DERSELBEN BEWUSST WIRD, SO BRINGE ER EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER DAR.", "iiiWAR VORHER KEIN BEWUSSTSEIN VORHANDEN, WOHL ABER BEWUSSTSEIN NACHHER, SO SCHAFFEN IHM DER AUSSERHALB HERGERICHTETE BOCK UND DER VERSÖHNUNGSTAG SÜHNE, DENN ES HEISST:10Num. 29,11. außer dem Sündopfer der Versöhnung, WOFÜR DER EINE SÜHNE SCHAFFT, SCHAFFT AUCH DER ANDERE SÜHNE: WIE DER INNERHALB HERGERICHTETE NUR FÄLLE SÜHNT, WOBEI BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR, EBENSO SÜHNT AUCH DER AUSSERHALB HERGERICHTETE NUR FÄLLE, WOBEI BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR.", "ivWAR BEWUSSTSEIN WEDER VORHER NOCH NACHHER VORHANDEN, SO SCHAFFEN IHM DIE BÖCKE DER FESTTAGE UND DIE BÖCKE DER NEUMONDE SÜHNE – SO R. JEHUDA. R. ŠIMO͑N SAGT, DIE BÖCKE DER FESTTAGE SCHAFFEN IHM SÜHNE, NICHT ABER DIE BÖCKE DER NEUMONDE; DIE BÖCKE DER NEUMONDE SÜHNEN NUR DEN FALL," ], [ "WENN EIN REINER UNREINES11Ein reiner Gemeiner unreine Opferspeisen. GEGESSEN HAT.", "R. MEÍR SAGT, ALLE BÖCKE SÜHNEN GLEICHMÄSSIG DIE VERUNREINIGUNG DES HEILIGTUMS UND DER HEILIGEN OPFER.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: DIE BÖCKE DER NEUMONDE SÜHNEN DEN FALL, WENN EIN REINER UNREINES GEGESSEN HAT, UND DIE DER FESTTAGE DEN FALL, WENN WEDER VORHER NOCH NACHHER BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR, UND DER DES VERSÖHNUNGSTAGES DEN FALL, WENN VORHER KEIN BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR, WOHL ABER NACHHER. [DIE WEISEN]", "SPRACHEN ZU IHM: DÜRFEN SIE FÜR EINANDER DARGEBRACHT12Wenn beispielsweise das als Neumondopfer bestimmte Tier abhanden gekommen war und man ein anderes dargebracht hat, so darf das erste, wenn es sich später einfindet, als Festopfer dargebracht werden.WERDEN? ER ERWIDERTE IHNEN: SIE DÜRFEN DARGEBRACHT WERDEN. DA ENTGEGNETEN SIE IHM: WIESO DÜRFEN SIE FÜR EINANDER DARGEBRACHT WERDEN, WENN IHRE SÜHNE NICHT GLEICHMÄSSIG IST!? ER ERWIDERTE IHNEN: ALLE SIND DAZU BESTIMMT, DIE VERUNREINIGUNG DES HEILIGTUMS UND DER HEILIGEN OPFER ZU SÜHNEN.", "vR. ŠIMO͑N B. JEḤUDA SAGTE IN SEINEM NAMEN: DIE BÖCKE DER NEUMONDE SÜHNEN DEN FALL, WENN EIN REINER UNREINES GEGESSEN HAT; MEHR ALS DIESE DIE DER FESTTAGE, DENN SIE SÜHNEN DEN FALL, WENN EIN REINER UNREINES GEGESSEN HAT, UND DEN FALL, WENN WEDER VORHER NOCH NACHHER BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR;\n", "UND MEHR ALS DIESE DER DES VERSÖHNUNGSTAGES, DENN ER SÜHNT DEN FALL, WENN EIN REINER UNREINES GEGESSEN HAT, UND DEN FALL, WENN WEDER VORHER NOCH NACHHER BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR, UND DEN FALL, WENN VORHER KEIN BEWUSSTSEIN VORHANDEN WAR, WOHL ABER BEWUSSTSEIN NACHHER.", "[DIE WEISEN] SPRACHEN ZU IHM: DARF DER EINE FÜR DEN ANDEREN DARGEBRACHT WERDEN? ER ERWIDERTE IHNEN: JAWOHL. SIE ENTGEGNETEN IHM: WENN DEM SO IST, SO KÖNNEN ALLERDINGS DIE DES VERSÖHNUNGSTAGES AN NEUMONDEN DARGEBRACHT WERDEN, WIESO ABER KÖNNEN DIE DER NEUMONDE AM VERSÖHNUNGSTAGE DARGEBRACHT WERDEN UND EINE IHNEN NICHT INNEWOHNENDE SÜHNE ERWIRKEN!? ER ERWIDERTE IHNEN: ALLE SIND DAZU BESTIMMT, DIE VERUNREINIGUNG DES HEILIGTUMS UND DER HEILIGEN OPFER ZU SÜHNEN.", "viDIE VORSÄTZLICHE VERUNREINIGUNG DES HEILIGTUMS UND DER HEILIGEN OPFER SÜHNEN DER INNERHALB HERGERICHTETE BOCK UND DER VERSÖHNUNG STAG.", "ANDERE IN DER TORA GENANNTE SÜNDEN, LEICHTE UND SCHWERE, VORSÄTZLICHE UND UNVORSÄTZLICHE, BEWUSSTE UND UNBEWUSSTE, GEBOTE UND VERBOTE, MIT DER AUSROTTUNG ODER MIT DER TODESSTRAFE DURCH DAS GERICHT BELEGTE, SÜHNT DER FORTGESCHICKTE [SÜHNE]BOCK.", "JISRAÉLITEN, PRIESTER UND DER GESALBTE [HOCH]PRIESTER SIND HIERIN EINANDER GLEICH. viiEIN UNTERSCHIED ZWISCHEN JISRAÉLITEN, PRIESTERN UND DEM GESALBTEN [HOCH]PRIESTER BESTEHT DARIN, INDEM DER FARRE13Cf. Lev. 16,3ff.DEN PRIESTERN SÜHNE SCHAFFT FÜR VERUNREINIGUNG DES HEILIGTUMS UND DER HEILIGEN OPFER.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: WIE DAS BLUT DES INNERHALB HERGERICHTETEN BOCKES DEN JISRAÉLITEN SÜHNE SCHAFFT, EBENSO SCHAFFT DAS BLUT DES FAHREN DEN PRIESTERN SÜHNE, UND WIE DAS SÜNDENBEKENNTNIS BEIM FORTZUSCIIICKENDEN BOCKE DEN JISRAÉLITEN SÜHNE SCHAFFT, EBENSO SCHAFFT DAS SÜNDENBEKENNTNIS BEIM FARREN DEN PRIESTERN SÜHNE.", "GEMARA. Merke, der Autor schließt ja mit [dem Traktate von] der Geißelung, weshalb lehrt er [im Anschluß daran den Traktat] von der Eidesleistung!? – Dort14Im Traktate von der Geißelung, Mak. Fol. 20a.lehrt er, man sei strafbar wegen [des Rasierens] des Haupthaares zweimal: einmal wegen der einen Seite und einmal wegen der anderen Seite," ], [ "und wegen des Rasierens des Bartes: zweimal wegen der einen Seite, zweimal wegen der anderen Seite und einmal wegen der unteren [Ecke],", "also eine [Sünde], derentwegen man zweifach strafbar ist, deshalb lehrt er hier von zwei Arten von Schwüren, die in vier zerfallen.–", "Weshalb lehrt er hier alle [Gesetze dieser Art]15Bei denen es 2 Arten gibt, die in 4 zerfallen., während er [beim Gesetze] vom Hinausbringen am Sabbath und [beim Gesetze] von den Arten des Aussatzes nicht alle [Gesetze dieser Art] lehrt!? –", "Ich will dir sagen, die [Gesetze von den] Eidesleistungen und dem Bewußtsein der Unreinheit stehen nebeneinander16In der Schrift; cf. Lev. 5,1ff.und gleichen einander hinsichtlich des auf- und absteigenden Opfers, deshalb lehrt er sie auch zusammen, und da er diese beiden lehrt, so lehrt er sie alle. –", "Er beginnt mit [dem Gesetze von] den Schwüren und erläutert das Gesetz von der Unreinheit!? – Da die Einzelheiten desselben nur wenige sind, so entledigt er sich ihrer, und darauf17In den weiter folgenden Abschnitten.erläutert er [das Gesetz von den] Schwüren, deren Einzelheiten zahlreich sind.", "Es gibt zwei Arten von Schwüren, die in vier zerfallen; zwei: ein Schwur, daß ich essen werde, oder: daß ich nicht essen werde; die in vier zerfallen: daß ich gegessen habe, oder: daß ich nicht gegessen habe.", "Es gibt bei der Verunreinigung zwei Arten von Bewußtsein, die in vier zerfallen; zwei: das Bewußtsein seiner Unreinheit beim [Essen von] Heiligem und das Bewußtsein seiner Unreinheit beim [Eintritt in das] Heiligtum; die in vier zerfallen: das Bewußtsein inbetreff des Heiligen und inbetreff des Heiligtums.", "Es gibt beim Sabbathgesetze zwei Arten von Hinausbringen, die in vier zerfallen; zwei: das Herauslangen des Armen18Hier wird der Fall als Beispiel gewählt, wenn der Arme draußen u. der Hausherr in der Wohnung sich befindet.und das Hinausreichen des Hausherrn18Hier wird der Fall als Beispiel gewählt, wenn der Arme draußen u. der Hausherr in der Wohnung sich befindet.; die in vier zerfallen: das Hineinreichen des Armen und das Hereinlangen des Hausherrn.", "Es gibt zwei Arten von Aussatzmalen, die in vier zerfallen; zwei: Hochfleck und Glanzfleck; die in vier zerfallen: der Hochfleck und seine Unterart, der Glanzfleck und seine Unterart.", "Wer [ist der Autor] unserer Mišna: weder R. Jišma͑él noch R. A͑qiba; wenn R. Jišma͑él, so sagt er ja, man sei schuldig19Bei Vorsätzlichkeit Geißelung u. bei Unvorsätzlichkeit muß man ein Opfer darbringen.nur wegen des promissorischen [Schwures], und wenn R. A͑qiba, so sagt er ja, man sei schuldig nur beim Entfallen der Unreinheit, nicht aber beim Entfallen der Heiligkeit!? –", "Wenn du willst, sage ich, R. Jišma͑él, und wenn du willst, sage ich, R. A͑qiba. Wenn du willst, sage ich, R. Jišma͑él, denn wegen mancher20In der Mišna heißt es zwar, daß es 4 Arten von Schwüren gebe, jedoch nicht, daß man schuldig sei wegen der Verletzung aller.ist man schuldig und wegen mancher ist man frei, und wenn du willst, sage ich, R. A͑qiba, denn wegen mancher ist man schuldig und wegen mancher ist man frei21Cf. Anm. 20 mut. mut.. –", "Wieso frei," ], [ "er lehrt ja von allen übrigen in der gleichen Weise wie von den Aussatzmalen, und wie man bei diesen wegen aller Arten schuldig ist, ebenso ist man ja wahrscheinlich auch bei jenen wegen aller Arten schuldig!? –", "Tatsächlich ist es R. Jišma͑él, denn nach R. Jišma͑él ist man allerdings wegen des assertorischen [Schwures] kein Opfer schuldig, wohl aber macht man sich der Geißelung schuldig.", "Dies22Daß dieserhalb zu geißeln ist, obgleich durch die Verletzung des Schwures keine Tätigkeit erfolgt.nach Raba, denn Raba sagt, die Tora habe ausdrücklich den Falschschwur23Vgl. Anm. 2.mit dem Nichtigkeitsschwure23Vgl. Anm. 2.verglichen: wie der Nichtigkeitsschwur assertorisch ist, ebenso ist auch der Falschschwur assertorisch. –", "Allerdings kann die Lehre Rabas in Betracht kommen in dem Falle, wenn jemand [schwört:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen24Weil der Schwur an u. für sich ein falscher ist., erklärlich ist auch der Fall, wenn er geschworen hat, daß er nicht essen werde und gegessen hat, denn dies ist ein Verbot, wobei eine Tätigkeit ausgeübt wird, wieso aber der Fall, [wenn er geschworen hat,] daß er essen werde, und nicht gegessen hat, dies ist ja ein Verbot, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird!? –", "R. Jišma͑él ist der Ansicht, wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, sei zu geißeln. –", "Demnach befindet sich ja R. Joḥanan mit sich selbst im Widerspräche:", "R. Joḥanan sagte, die Halakha sei nach der anonymen Lehre zu entscheiden,", "und [dem widersprechend] wurde gelehrt: Wenn jemand geschworen hat, er werde diesen Laib an diesem Tage essen, und der Tag vorüber ist, ohne daß er ihn gegessen hat, so ist er, wie R. Joḥanan und Reš Laqiš übereinstimmend sagen, nicht zu geißeln. R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, weil dies ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln; Reš Laqiš sagt, er sei nicht zu geißeln, weil die Warnung nur eine eventuelle25Beim Schwören konnten die Zeugen nicht wissen, ob er seinen Schwur halten oder brechen werde.sein kann, und die eventuelle Warnung gilt nicht als Warnung. –", "R. Joḥanan fand eine andere anonyme Lehre. –", "Welche anonyme Lehre: wollte man sagen, das, was wir gelernt haben: Wer aber von einem reinen [Pesaḥlamme] etwas zurückgelassen26Cf. Ex. 12,10,46.hat, oder von einem unreinen [einen Knochen] zerbrochen26Cf. Ex. 12,10,46.hat, erhält nicht die vierzig Streiche.", "Einleuchtend ist dies vom Zerbrechen [eines Knochens] von einem unreinen, denn es heißt:27Ex. 12,46.ihr sollt keinen Knochen an ihm zerbrechen, an einem tauglichen, nicht aber an einem untauglichen, weshalb aber, wenn man etwas von einem reinen zurückgelassen hat? Doch wohl, weil dies ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, nicht zu geißeln ist.", "Aber woher, daß hier die Ansicht R. Ja͑qobs vertreten ist, welcher sagt, wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, sei nicht zu geißeln, vielleicht ist hier die Ansicht R. Jehudas vertreten, und zwar deshalb, weil die Schrift hierbei dem Verbote ein Gebot folgen läßt; sonst aber würde dieserhalb zu geißeln sein!?", "Es wird nämlich gelehrt:28Ib. V. 10.Ihr sollt davon nichts bis zum Morgen zurücklassen, und was bis zum Morgen zurückbleibt, sollt ihr im Feuer verbrennen; die Schrift läßt dem Verbote ein Gebot folgen, um zu sagen, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist–so R. Jehuda. R. Ja͑qob sagte: Nicht dies ist der Grund, sondern weil dies ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln!?–", "Vielmehr, er fand folgende anonyme Lehre: [Sagt jemand:] ein Schwur, daß ich diesen Laib nicht essen werde, ein Schwur, daß ich ihn nicht essen werde, so ist er, wenn er ihn gegessen hat," ], [ "nur einmal29Obgleich er 2 Schwüre geleistet hat, denn mit dem 2. schwört er, den 1. zu halten.schuldig; dies ist ein Bekräftigungsschwur, wegen dessen [Verletzung] man sich bei Vorsatz der Geißelung schuldig macht, und bei Unvorsätzlichkeit ein auf- und absteigendes Opfer darzubringen hat.", "Also nur in diesem Falle30Wo durch die Verletzung des Schwures eine Tätigkeit ausgeübt wird.macht man sich bei Vorsatz der Geißelung schuldig, wenn man aber geschworen hat, zu essen, und nicht gegessen hat, wird man nicht gegeißelt. –", "Merke, diese Lehre ist eine anonyme und jene ist ebenfalls eine anonyme, was veranlaßte ihn nun, nach dieser zu entscheiden, er könnte ja ebensogut nach jener entscheiden!? –", "Auch nach deiner Auffassung ist ja einzuwenden: wieso normierte Rabbi selber hier so und dort so?", "Vielmehr war er zuerst der Ansicht, wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, sei zu geißeln, und normierte demgemäß, nachher aber gelangte er zur Ansicht, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist, und normierte demgemäß; jene Lehre aber wurde von ihrem Platz nicht verdrängt31Der Gelehrte weiß jedoch, nach welcher er sich zu richten habe.. –", "Du hast sie also R. Jišma͑él addiziert, und zwar hinsichtlich der Geißelung; welche Geißelung gibt es denn bei den Aussatzmalen32Bei diesen kann es sich ja nur um das Opfer handeln.!? – Wenn man ein Aussatzmal ausschneidet. Dies nach R. Abin im Namen R. Ilea͑s, denn R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑s, überall, wo es achte, daß nicht und nicht heißt, sei ein Verbot ausgedrückt33Beim Aussatze wird Dt. 24,8 der Ausdruck ‘achte’ gebraucht, womit das Verbot des Ausschneidens ausgedrückt wird.. –", "Welche Geißelung gibt es beim Hinausbringen am Šabbath, dies ist ja ein Verbot, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, und wegen eines Verbotes, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, ist ja nicht zu geißeln34Selbst wenn die Todesstrafe aus formalen Gründen fortfällt.!? – Deshalb haben wir sie35Die Mišna.ja R. Jišma͑él addiziert, der der Ansicht ist, wegen eines Verbotes, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, sei zu geißeln. –", "Sonst aber würde sie die Ansicht R. A͑qibas vertreten haben; demnach wäre ja hinsichtlich des Bewußtseins ein Einwand zu erheben36Nach RA. ist man bei Unbewußtsein der Unreinheit schuldig u. bei Unbewußtsein der Heiligkeit frei; ob. Fol. 3a.!? – Wir sagten ja, daß sie die Ansicht R. Jišma͑éls vertrete und zwar hinsichtlich der Geißelung, ebenso gilt dies nach R. A͑qiba hinsichtlich der Geißelung. –", "Wieso heißt es demnach ‘Bewußtsein’, es müßte ja heißen ‘Warnung’37Geißelung kann nur bei Warnung erfolgen, wo Unbewußtsein überhaupt ausgeschlossen ist.!? – Das ist kein Einwand; er spricht vom Bewußtsein der Warnung. –", "Wieso heißt es demnach: zwei, die in vier zerfallen, es sind ja nur zwei38Verunreinigung des Heiligtums u. Verunreinigung der heiligen Opfer; die 2. Einteilung: Unbewußtsein der Unreinheit u. Unbewußtsein der Heiligkeit muß fortfallen, da bei Geißelung das Unbewußtsein überhaupt ausgeschlossen ist.!? Ferner: [es heißt:] war Bewußtsein vorhanden vorher und Bewußtsein nachher, zwischendurch aber ein Entfallen. Wieso ist denn bei der Geißelung ein Unbewußtsein möglich!? Ferner [heißt es ausdrücklich:] so bringe er ein auf- und absteigendes Opfer!?", "Vielmehr, erklärte R. Joseph, ist sie von Rabbi39Dem Redaktor der Mišna.selber, der sie nach verschiedenen Autoren lehrt; hinsichtlich des Bewußtseins [der Heiligkeit] ist er der Ansicht R. Jišma͑éls, und hinsichtlich der Schwüre ist er der Ansicht R. A͑qibas.", "R. Aši sagte: Ich trug diese Lehre R. Kahana vor, und er sprach zu mir: sage nicht, Rabbi lehre dies nach verschiedenen Autoren, ohne selber dieser Ansicht zu sein, vielmehr lehrt er hier seine eigene Ansicht,", "denn es wird gelehrt: Woher, daß man nur dann schuldig sei, wenn Bewußtsein vorher, Bewußtsein nachher und Unbewußtsein zwischendurch vorhanden war? Es heißt zweimal entfällt40Cf. Lev. 5,2 3.– so R. A͑qiba.", "Rabbi sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:" ], [ "entfällt, wahrscheinlich wußte er es vorher, darauf:41Lev. 5,3.und inne wird, das sind also zwei Bewußtwerdungen. Wozu heißt es demnach zweimal entfällt? Daß man schuldig sei sowohl bei Unbewußtsein der Unreinheit, als auch bei Unbewußtsein der Heiligkeit.", "Wir finden also, daß er hinsichtlich des Bewußtseins [der Heiligkeit] seine eigene Ansicht vertritt, woher, daß er auch hinsichtlich der Schwüre seine eigene Ansicht vertritt? – Dies ist einleuchtend.", "Eine andere Lesart: Wir finden also, daß er hinsichtlich des Bewußtseins [der Heiligkeit] der Ansicht R. Jišma͑éls ist, woher, daß er hinsichtlich der Schwüre der Ansicht R. A͑qibas ist? – Dies ist einleuchtend.", "R. A͑qiba ist wohl deshalb der Ansicht, daß man auch wegen des assertorischen [Schwures] schuldig sei, weil er [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung42Cf. infra Fol. 26a.anwendet, und auch Rabbi wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an,", "denn es wird gelehrt: Rabbi sagt, man könne den Erstgeborenen eines Menschen43Cf. Ex. 13,2ff. 34,20 u. Num. 18,15ff.mit allem auslösen, nur nicht mit Schuldscheinen; die Rabbanan sagen, man könne den Erstgeborenen eines Menschen mit allem auslösen, nur nicht mit Sklaven, Schuldscheinen und Grundstücken.", "Was ist der Grund Rabbis? Er wendet an [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung:44Num. 18,16.und die Auslösung im Alter von einem Monat, einschließend,44Num. 18,16.nach Schätzung im Betrage von fünf Šeqeln, ausschließend,44Num. 18,16.sollst du auslösen, wiederum einschließend;", "dies ist also einschließend, ausschließend und einschließend, somit ist alles eingeschlossen; eingeschlossen ist daher jede Sache ausgeschlossen sind Schuldscheine.", "Die Rabbanan aber wenden [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: und die Auslösung im Alter von einem Monat, generell, nach Schätzung im Betrage von fünf Šeqeln, speziell, sollst du auslösen, wiederum generell;", "dies ist also Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei man sich nach dem Speziellen richte45Vgl. S. 146 Anm. 42.; wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso alles andere, was beweglich und selbst Geld ist; ausgenommen sind somit Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen, und ausgenommen sind Schuldscheine, die, obgleich beweglich, nicht selbst Geld sind.", "Rabina sprach zu Amemar: Wendet Rabbi denn [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an, er wendet ja die von der Generalisierung und Spezialisierung an,", "denn es wird gelehrt:46Dt. 15,17.Pfriemen, ich weiß dies vom Pfriemen, woher, daß auch Stachel, Dorn, Nadel, Bohrer und Griffel einbegriffen sind? Es heißt:46Dt. 15,17.du sollst nehmen, alles, was mit der Hand genommen werden kann – so R. Jose b. R. Jehuda. Rabbi sagte: Pfriemen, wie ein Pfriemen aus Metall ist, ebenso auch alles andere, was aus Metall ist.", "Hierzu sagten wir, daß ihr Streit in folgendem bestehe: Rabbi wendet [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an, und R. Jose b. R. Jehuda wendet" ], [ "[die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an!? –", "Allerdings; sonst wendet er auch [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an, hierbei aber ist eine Lehre aus der Schule R. Jišma͑éls zu berücksichtigen,", "denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es heißt zweimal47Lev. 11,9.im Wasser, dies ist nicht eine Generalisierung und Spezialisierung, sondern eine Einschließung und Ausschließung48Im in Rede stehenden Schriftverse stehen beide generalisierende, bezw. einschließende Ausdrücke nebeneinander, u. in solchen Fällen wird die letztere Regel angewandt; ebenso verhält es sich beim Schriftverse von den Erstgeborenen.. –", "Und die Rabbanan!? Rabina erwiderte: Im Westen sagten sie, daß man überall, wo man zwei Generalisierungen nebeneinander findet, die Spezialisierung zwischen beide schiebe und [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an wende. –", "Jetzt nun, wo du sagst, Rabbi wende [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an, bleibt ja der Einwand hinsichtlich der Schwüre49Da nun die ob. Fol. 4b angegebene Begründung hinfällig ist, so gibt es ja keinen Beleg dafür, daß Rabbi der Ansicht R. A͑qibas ist.bestehen!? – Vielmehr, den Fall von den Schwüren lehrt er nach R. A͑qiba, während er selber nicht dieser Ansicht ist.", "Der Text. Woher, daß man nur dann schuldig sei, wenn Bewußtsein vorher, Bewußtsein nachher und ein Entfallen zwischendurch vorhanden war? Es heißt zweimal entfällt – so R. A͑qiba.", "Rabbi sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: entfällt, wahrscheinlich wußte er es vorher, darauf: und inne wird, das sind also zwei Bewußtwerdungen. Wozu heißt es demnach [zweimal] entfällt? Daß man sowohl bei Unbewußtsein der Unreinheit als auch bei Unbewußtsein der Heiligkeit schuldig sei.", "Der Meister sagte: Entfällt, wahrscheinlich wußte er es vorher. Wieso ist dies erwiesen? Raba erwiderte: Da es nicht heißt: und dies ihm unbekannt ist.", "Abajje entgegnete ihm: Bei der Ehebruchsverdächtigten heißt es ja ebenfalls:50Num. 5,13.und dies ihrem Mann verborgen51Hier wird ebenfalls der Ausdruck נעלם gebraucht.blieb; demnach wäre auch hierbei zu erklären: wenn er es vorher gewußt hat; wenn er es vorher gewußt hat, prüft sie ja das [Fluch]wasser überhaupt nicht!?", "Es wird nämlich gelehrt:52Num. 5,31.So soll der Mann frei bleiben von Verschuldung, die Frau aber lädt die Verschuldung auf sich; wenn der Mann frei von Verschuldung53Wenn er ihr inzwischen nicht beigewohnt hat.ist, so prüft das [Fluch]wasser seine Frau, wenn aber der Mann nicht frei von Verschuldung ist, so prüft das [Fluch]wasser seine Frau nicht.", "Ferner heißt es auch von der Tora:54Ij. 28,21.Verhüllt51Hier wird ebenfalls der Ausdruck נעלם gebraucht.ist sie vor den Augen aller Lebenden, auch den Vögeln des Himmels ist sie verborgen; demnach haben manche sie vorher gekannt, während es ja heißt:55Ib. V. 13.kein Mensch kannte ihren Wert!?", "Vielmehr, erklärte Raba, Rabbi ist der Ansicht, das Bewußtsein, das man aus dem Hause seines Lehrers56Dh. wenn man das Gesetz gekannt hat, daß nämlich ein Unreiner nicht in den Tempel eintreten und nichts Heiliges berühren dürfe, obgleich man beim Eintritt, bezw. bei der Berührung daran nicht dachte.hat, gilt als Bewußtsein.", "R. Papa sprach zu Raba: Er lehrt: war vorher kein Bewußtsein vorhanden, wohl aber Bewußtsein nachher; gibt es denn jemand, der dieses Bewußtsein nicht aus dem Hause seines Lehrers hätte!? Dieser erwiderte; Freilich; dies kann bei einem Vorkommen, der als Kind in die Gefangenschaft von Nichtjuden geraten war.", "BEIM ŠABBATHGESETZE GIBT ES ZWEI ARTEN DES HINAUSBRINGENS, DIE IN VIER ZERFALLEN. Dort haben wir gelernt: Das Hinausbringen am Šabbath erfolgt in zwei Arten, die in vier zerfallen, für den, der sich innen57Im Privatgebiete.befindet, und in zwei Arten, die in vier zerfallen, für den, der sich außen befindet. Weshalb lehrt er nun hier: zwei, die in vier zerfallen, und nichts weiter, während er dort lehrt: zwei, die in vier zerfallen, für den, der sich innen befindet, und zwei, die in vier zerfallen, für den, der sich außen befindet58Dort werden zusammen 8 Fälle auf gezählt, 4, derentwegen man schuldig ist, u. 4, derentwegen man frei ist; cf. Sab. Fol. 2a.!? –", "Dort, wo das Šabbathgesetz hauptsächlich behandelt wird, lehrt er von den Hauptarbeiten und von den Abzweigungen, hier aber, wo nicht hauptsächlich das Šabbathgesetz behandelt wird, lehrt er nur von den Hauptarbeiten, nicht aber von den Abzweigungen. –", "Hauptarbeiten sind ja die des Hinausbringens59In der Schrift wird nur das Hinausbringen einer Sache aus Privatgebiet nach öffentlichem Gebiete verboten (cf. Jer. 17,22 u. hierzu Sab. Fol. 96a), u. dies erfolgt in 2 Arten: 1. wenn man sich innen befindet und die Sache hinausreicht, 2. wenn man sich außen befindet u. sie herauslangt., und des Hinausbringens gibt es ja nur zwei59In der Schrift wird nur das Hinausbringen einer Sache aus Privatgebiet nach öffentlichem Gebiete verboten (cf. Jer. 17,22 u. hierzu Sab. Fol. 96a), u. dies erfolgt in 2 Arten: 1. wenn man sich innen befindet und die Sache hinausreicht, 2. wenn man sich außen befindet u. sie herauslangt. Arten!?", "Wolltest du erwidern: manche, derentwegen man schuldig ist, und manche, derentwegen man frei60Außer den in Anm. 59 genannten Fällen werden in der das S.gesetz behandelnden Mišna (Sab. Fol. 2a) noch 2 andere Fälle des Hinausbringens genannt: wenn der Hinaus- od. Herauslangende die Sache nicht mit seiner Hand nimmt, sondern ein anderer sie ihm in die Hand legt; wegen dieser Fälle ist man jedoch frei.ist, so wird ja von ihnen in der gleichen Weise gelehrt, wie von den Aussatzmalen, und wie man bei diesen in allen Fällen schuldig ist, ebenso ist man auch bei jenen in allen Fällen schuldig!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, dort, wo das Šabbathgesetz hauptsächlich behandelt wird, lehrt er die Fälle, derentwegen man schuldig ist, und die Fälle, derentwegen man frei ist, hier aber lehrt er nur die Fälle, derentwegen man schuldig ist, nicht aber die Fälle, derentwegen man frei ist.", "Die Fälle, derentwegen man schuldig ist, sind ja die des Hinausbringens, und solcher gibt es ja nur zwei!? – Zwei des Hinausbringens und zwei des Hereinbringens. –", "Es heißt ja aber ‘des Hinausbringens’!? R. Aši erwiderte: Der Autor nennt das Hereinbringen ebenfalls Hinausbringen. – Woher dies? –" ], [ "Wir haben gelernt: Wer etwas aus einem Gebiete in ein anderes hinausbringt, ist schuldig. Hier handelt es sich ja [auch] um den Fall], wenn er etwas hereinbringt, dennoch nennt er es hinausbringen. –", "Vielleicht handelt es sich [nur] um den Fall, wenn er etwas aus Privatgebiet nach öffentlichem Gebiete hinausbringt!? – Demnach sollte es ja heißen: wer etwas aus Privatgebiet nach öffentlichem Gebiete hinausbringt, wenn es aber heißt: aus einem Gebiet in ein anderes, so ist auch der Fall einbegriffen, wenn aus öffentlichem Gebiete in Privatgebiet,", "dennoch nennt er dies ‘hinausbringen’, – Aus welchem Grunde? – Der Autor nennt jedes Fortbringen einer Sache von ihrem Platze ‘hinausbringen’61Da sie von ihrem Platze hinweggebracht wird..", "Rabina sagte: Dies ist auch aus der Mišna zu entnehmen, denn es heißt: das Hinausbringen am Šabbath erfolgt in zwei Arten, die in vier zerfallen, für den, der sich innen befindet, und in zwei Arten, die in vier zerfallen, für den, der sich außen befindet, und dies wird durch [Fälle des] Hereinbringens erklärt. Schließe hieraus.", "Raba erklärte: Er lehrt von den Gebieten: es gibt beim Šabbathgesetze zwei Arten von Gebieten62Dh. Transportationen aus einem Gebiete nach einem anderen..", "BEI DEN AUSSATZMALEN GIBT ES ZWEI ARTEN, DIE IN VIER ZERFALLEN. Dort haben wir gelernt: Es gibt zwei Arten63Die in der Schrift behandelt werden.von Aussatzmalen, die in vier zerfallen: der Glanzfleck, intensiv [weiß] wie Schnee, und seine Unterart, wie der Kalk des Tempels;", "der Hoch fleck, wie weiße Wolle, und seine Unterart, wie die Schale eines Eies.", "R. Ḥanina sagte: Der Autor der Lehre von den Aussatzmalen64Der sie in 2 Arten nebst dazu gehörenden Unterarten einteilt, u. sie somit wie folgt klassifiziert: schneefarbig, kalkfarbig, wollfarbig u. eierschalfarbig.ist nicht der Ansicht R. A͑qibas, denn nach R. A͑qiba, welcher sagt, eines stehe über dem anderen65Zuerst kommen die beiden in der Schrift behandelten Arten, nachher die Unterarten; er hat somit folgende Klassifizierung: schneefarbig, wollfarbig, kalk farbig u. eierschalfarbig.und das andere über jenem, müßtest du ja66Da jedem der Hauptarten eine Unterart beigegeben wird.den kalkfarbigen [Fleck], in einem Falle, wo eine Vereinigung67Der Aussatzfleck ist nur dann unrein, wenn er die Größe eines Graupenkornes hat; ist er kleiner, so wird er eventuell mit der ihm unmittelbar folgenden Art vereinigt.zu erfolgen bat, als rein erklären,", "weil man ihn mit den anderen nicht vereinigen kann: will man ihn mit dem [schneeweißen] Glanzfleck vereinigen68Da er seine Unterart ist., so steht ja der [wollfarbige] Hochfleck über69Er folgt also nicht unmittelbar dem schneefarbigen. ihm, und will man ihn mit dem [wollfarbigen] Hochfleck vereinigen70Da er ihm unmittelbar folgt., so ist er ja nicht seine Unterart. –", "Demnach ist ja auch beim eierschalfarbigen einzuwenden: mit welchem sollte man ihn vereinigen: will man ihn mit dem [wollfarbigen] Hochfleck68Da er seine Unterart ist.vereinigen, so steht der kalkfarbige [Glanzfleck] über ihm, und will man ihn mit dem kalkfarbigen [Glanzfleck]70Da er ihm unmittelbar folgt.vereinigen, so gehört er ja nicht zu seiner Art!?" ], [ "[Dieser erwiderte:] Das ist nichts; wenn man vom kalkfarbigen absieht, so ist von dem eierschalfarbigen nichts einzuwenden, denn der eierschalfarbige gehört zum Hochfleck, obgleich er viel tiefer als dieser steht, denn der Allbarmherzige sagt:71Lev. 14,56.Hochfleck und Ansatzfleck, womit der Ansatzfleck72Der T. leitet ספהת (Schorf, Grind) von ספח anschließen, anhängen, anfügen, sich gesellen ab, u. versteht darunter die Unterarten zu בהרת u. שאת. dem Hochfleck angehängt wird, auch wenn er viel tiefer als dieser steht; vom kalkfarbigen aber ist ei 1 Einwand zu erheben. – Am richtigsten ist vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. A͑qibas.", "Wo finden wir, daß R. A͑qiba der Ansicht ist, eines stehe über dem anderen;", "wollte man sagen, in der folgenden Lehre: R. Jose erzählte: Jehošua͑, der Sohn R. A͑qibas, fragte R. A͑qiba: Weshalb sagten sie, daß es zwei Arten der Aussatzmale gebe, die in vier zerfallen? Dieser erwiderte: Was denn73Er verstand seine Frage nicht.sollten sie sagen? – Sie sollten sagen, was über dem eierschalfarbigen [Fleck]74Die Nennung ist unnötig.steht, sei75Sie sollten eine kürzere Fassung wählen. unrein!?", "Dieser erwiderte: Dies besagt, daß sie mit einander vereinigt werden. Jener entgegnete: Sollten sie sagen, was über dem eierschalfarbigen steht, sei unrein, und sie werden mit einander vereinigt!? Dieser erwiderte: Dies besagt, daß ein Priester, der in diesen und in ihren Namen nicht kundig ist, die Aussatzmale nicht besichtigen dürfe.", "Da er nun nicht sagte: was über dem kalkfarbigen steht, so ist zu entnehmen,", "daß er von R. A͑qiba gehört hatte, daß sie alle mit dem [wollfarbigen] Hochfleck vereinigt76Es ist anzunehmen, daß RJ. die Ansicht seines Vaters kannte, und wenn er von ihm gehört hätte, daß die Aussatzmale in 2 Klassen mit je einer Ober- und einer Unterart eingeteilt werden, so würde ei beide Klassen genannt haben.werden.", "Vielleicht aber spricht er vom Hochfleck und seiner Unterart und vom Glanzfleck und seiner Unterart77Er nannte als Beispiel nur die eine Klasse.. –", "Vielmehr, dies ist aus einer Lehre R. Ḥaninas zu entnehmen, denn R. Ḥanina sagte: [Die Klassifizierung] R. A͑qibas ist zu vergleichen mit vier Bechern Milch: in einen fielen zwei Tropfen Blut, in einen vier Tropfen, in einen acht [Tropfen] und in einen zwölf, und wie manche sagen, sechzehn [Tropfen]; alle haben sie eine weiße Farbe, jedoch einer in höherem Grade als der andere, und der andere in höherem Grade als jener. –", "R. A͑qiba sagte dies nur von den [rot] melierten78Da er sie mit blutvermischter Milch vergleicht, so ist zu entnehmen, daß hier von den Lev. 13,19ff. beschriebenen weißroten Aussatzflecken gesprochen wird., sagte er es etwa auch von den einfarbigen!?", "Wolltest du entgegnen, wie er dieser Ansicht hinsichtlich der [rot] melierten ist, sei er dieser Ansicht auch hinsichtlich der einfarbigen, so ist es ja überhaupt nicht ausgemacht, daß er dieser Ansicht selbst hinsichtlich der [rot] melierten ist, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagt, die Röte ist bei diesem und jenem wie beim mit Wasser verdünnten Weine, nur ist die des [schneefarbigen] Glanzflecks intensiv und die des kalkfarbigen matter als jene." ], [ "Wenn dem nun so79Daß nach der Klassifizierung RA.s der wollfarbige dem schneefarbigen folge.wäre, so müßte er ja sagen, die des wollfarbigen sei matter als jene!? –", "Ich will dir sagen, dem ist auch so, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: R. A͑qiba sagte nicht, die der kalkfarbigen sei matter als jene, sondern, die der wollfarbigen sei matter als jene. –", "Woher, daß unter Glanzfleck der intensive zu verstehen ist? Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:80Lev. 13,4.findet sich aber ein weißer Fleck, dieser ist [intensiv] weiß, nicht aber ein anderer.", "Die Rabbanan lehrten: Der Glanzfleck [erscheint] tiefer liegend, denn so heißt es:81Ib. V. 25.und er erscheint tiefer liegend als die Haut, wie eine besonnte [Stelle] tiefer erscheint als eine beschattete; der Hochfleck erscheint höher liegend, denn so heißt es:82Jes. 2,14. Dieser Vers wird nur als Beleg dafür angeführt, daß שאת von נשא abzuleiten sei u. etwas Hochliegendes, Überragendes bezeichnet.über alle hohe Berge und über alle hochragende Hügel. Der Ansatzfleck ist eine sich anschließende [Unterart], denn so heißt es:83iSam. 2,36; cf. Anm. 82 mut. mut.indem er spricht: schließe mich doch an. –", "Wir finden [in der Schrift]84Im oben angeführten Schriftverse Lev. 14,56.die sich anschließende [Unterart] des Hochflecks, woher ist die sich anschließende [Unterart] des Glanzflecks zu entnehmen? R. Zera erwiderte: Beim Hochfleck heißt es weiß und ebenso heißt es weiß beim Glanzfleck, wie nun die Weißheit des Hochflecks eine sich anschließende [Unterart] hat, ebenso hat auch die Weißheit des Glanzflecks eine sich anschließende [Unterart].", "In einer Barajtha wurde gelehrt: Die Schrift setzte den Ansatz fleck zwischen Hockfleck und Glanzfleck, um dir zu sagen, wie der Hochfleck eine sich anschließende [Unterart] hat, ebenso hat auch der Glanzfleck eine sich anschließende [Unterart].", "«Der Hochfleck, wie weiße Wolle.» Was heißt: wie weiße Wolle? R. Bebaj erwiderte im Namen R. Asis: Wie die saubere Wolle eines eintägigen Schafes, das zur [Gewinnung von] feiner Wolle eingehüllt wird.", "R. Ḥanina sagte: Die Klassifizierung der Rabbanan ist zu vergleichen mit zwei Königen und zwei Eparchen; der König des einen steht höher als der König des anderen, und der Eparch des einen steht höher als der Eparch des anderen85Der Glanzfleck steht über dem Hochfleck, u. die kalkfarbige Unterart des ersteren steht über der eierschalfarbigen Unterart des letzteren.. –", "Das heißt ja also, dieser steht höher als jener, und jener steht höher als der andere86Demnach steht ja die kalkfarbige Unterart unter dem Hochfleck.!? –", "Vielmehr, der eine König steht höher als sein eigner Eparch und der andere König steht höher als sein eigner Eparch87Jede Unterart schließt sich an eine Hauptart an..", "R. Ada b. Abba sagte: Wie beispielsweise der König, der Rufulus, der Alkafta88Auch ארקפתא od. ארקבתא; Benennung eines Würdenamtes (etwa Statthalter) pers.-griechischen Ursprungs.und der Exilarch. – Hierbei steht ja ebenfalls der eine über dem anderen!? – Vielmehr, wie beispielsweise der König und sein Rufulus, der Alkafta und der Exilarch89Der Rufulus steht unmittelbar unter dem König u. der Exilarch steht unmittelbar unter dem Alkafta..", "Raba sagte: Wie beispielsweise der [persische] König Sapor und der [römische] Kaiser.", "R. Papa sprach zu Raba: Wer von beiden90Ihm war es wahrscheinl. auffallend, weshalb Raba den persischen König zuerst nannte.steht höher? Dieser erwiderte ihm: Er frisst ihn in seinem Walde91Diese Übersetzung ist etwas gezwungen; anders, jedoch viel gezwungener, erklären Raschi u. Arukh sv.auf. Sieh doch, ob es in der Welt eine größere Macht gibt. Es heißt:92Dan. 7,23.es die ganze Erde fressen, zerstampfen und zermalmen, und R. Joḥanan sagte, dies sei das schuldbeladene Rom, dessen Macht über die ganze Welt ausgedehnt ist.", "Rabina erklärte: Wie beispielsweise ein wollenes Gewand im Vergleiche zu einem abgetragenen, und ein leinenes Gewand im Vergleiche zu einem abgetragenen93Die Farben beider neuen Gewänder sind zwar einander ähnlich, jedoch gehören die abgetragenen zu den neuen..", "WAR BEWUSSTSEIN VORHANDEN VORHER &C. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß die Schrift nur von der Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer spricht? –", "Dies ist durch einen Schluß zu folgern: bei der Verunreinigung gibt es94Bei Vorsatz.eine Verwarnung und eine Strafe, und ebenso gibt es95Bei Unvorsätzlichkeit.wegen der Verunreinigung eine Verpflichtung zu einem Opfer, wie nun die Verwarnung und die Strafe sich nur auf die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer96Cf. Num. 5,3 u. Lev. 22,4 u. dazu Num. 19,20 u. Lev. 7,20.beziehen, ebenso bezieht sich auch die Verpflichtung zu einem Opfer nur auf die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer. –", "Vielleicht [spricht die Schrift] von der Hebe, bei der es ebenfalls eine Verwarnung und eine Strafe97Cf. Lev. 22,9. gibt!? – Wir finden keine mit der Todesstrafe belegte Sünde, derentwegen man zu einem Opfer verpflichtet wäre. –", "Vielleicht aber nur kein bestimmtes Opfer," ], [ "wohl aber ein auf- und absteigendes Opfer, wie dies auch beim Hören [eines Zeugenaufrufs]98Cf. Ley. 5,1.und bei Aussprechen [eines Schwures] der Fall ist!? –", "Die Schrift sagt:99Lev. 5,3,damit, und dies schließt die Hebe aus. –", "Vielleicht schließt [das Wort] damit [die Verunreinigung] des Heiligtums aus, und zwar insofern, als dieserhalb ein auf- und absteigendes Opfer nicht ausreicht, sondern nur ein bestimmtes Opfer!?", "Da rief Raba über Rabbi: Er schöpft Wasser aus tiefen Brunnen.", "Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Es heißt ja schon Tier, wozu heißt es100Lev. 5,2 wird von der Verunreinigung durch Berührung eines Aases von einem Tiere (eigentl. Wilde) od. einem Vieh gesprochen; die Nennung des letzteren ist überflüssig, da ein Vieh ebenfalls ein Tier ist.noch Vieh? Hier heißt es unreines Vieh, und dort101Lev. 7,21, wo von dem Falle gesprochen wird, wenn ein Unreiner Fleisch heiliger Opfer ißt.heißt es ebenfalls unreines Vieh, wie es sich nun dort um die Verunreinigung der heiligen Opfer handelt, ebenso handelt es sich auch hier um die Verunreinigung der heiligen Opfer. –", "Wir wissen dies also von der Verunreinigung der heiligen Opfer, woher dies von der Verunreinigung des Heiligtums? – Die Schrift sagt:102Lev. 12,4.sie darf nichts Heiliges berühren und nicht ins Heiligtum kommen; das Heiligtum wird mit dem Heiligen verglichen. –", "Demnach sollte auch die Hebe einbegriffen sein, denn der Meister sagte: sie darf nichts Heiliges berühren, dies schließt die Hebe ein!? –", "Der Allbarmherzige hat diese durch [das Wort] damit ausgeschlossen103Wie vorangehend ausgeführt.. – Vielleicht schließt [das Wort] damit das Heiligtum aus!? –", "Es ist einleuchtend, daß das Heiligtum nicht auszuschließen sei, denn die [Übertretung] wird ebenso mit der Ausrottung104Diese Strafe ist sowohl auf die Verunreinigung des Heiligtums als auch auf die der heil. Opfer gesetzt.bestraft. Im Gegenteil, die Hebe sollte nicht ausgeschlossen werden, denn diese wird ebenso wie jene gegessen!? –", "Vielmehr, erklärte Raba, wozu die drei Ausrottungen105Wegen Essens in Unreinheit; cf. Lev. 7,20,21 u. 22,3.beim Heilsopfer? Eine als Generalisierung, eine als Spezialisierung106Lev. 22,3 wird von den heiligen Opfern generell gesprochen, ib. 7,20 dagegen speziell vom Heilsopfer; das Spezielle gilt als Beispiel für das Generelle, daß sich nämlich diese Vorschrift nur auf Opfer erstrecke.und eine bezieht sich auf die Verunreinigung, von der in der Tora allgemein gesprochen wird107Hinsichtl. des auf- u. absteigenden Opfers., und da man nicht weiß, von welcher,", "so ist darunter die Verunreinigung der heiligen Opfer zu verstehen, und da dies nicht auf die Verunreinigung der heiligen Opfer zu beziehen ist, weil dies schon aus der Schlußfolgerung Rabbis zu entnehmen ist, so beziehe man dies auf die Verunreinigung des Heiligtums. –", "Dies ist ja aber wegen einer Lehre R. Abahus nötig!? R. Abahu sagte nämlich: Wozu die drei Ausrottungen beim Heilsopfer? Eine als Generalisierung, eine als Spezialisierung und eine wegen der Dinge, die nicht gegessen108Jed. für den Altardienst verwendet werden, als Holz, Weihrauch, Spezereien udgl.werden.", "Nach R. Šimo͑n aber, welcher sagt, man sei bei Dingen, die nicht gegessen werden, nicht der Ausrottung schuldig, schließt dies die inneren Sündopfer109Dh. deren Blut auf den inneren Altar gesprengt wird, wie beispielsweise die am Versöhnungstage dargebrachten.ein; man könnte glauben, daß man bei diesen, da R. Šimo͑n sagt, man sei bei Opfern, die nicht gleich dem Heilsopfer auf dem äußeren Altar hergerichtet werden, nicht wegen Verwerflichkeit schuldig, auch nicht wegen Verunreinigung schuldig sei, so lehrt er uns, daß man wohl schuldig sei.", "Vielmehr, die Nehardee͑nser sagten im Namen Rabas: Wozu die drei Unreinheiten110In den Anm. 105 angeführten Stellen.beim Heilsopfer? Eine als Generalisierung, eine als Spezialisierung und eine bezieht sich auf die Verunreinigung, von der in der Tora allgemein gesprochen wird, und da man nicht weiß, von welcher,", "so ist darunter die Verunreinigung der heiligen Opfer zu verstehen, und da dies nicht auf die Verunreinigung der heiligen Opfer zu beziehen ist, weil dies schon aus der Schlußfolgerung Rabbis zu entnehmen ist, so beziehe man dies auf die Verunreinigung des Heiligtums. –", "Aber auch dies ist ja nötig, denn da die [Wiederholung der] Ausrottung wegen der Lehre R. Abahus nötig ist, so gehören dazu auch die Unreinheiten111Auch das W. Unreinheit muß 3mal wiederholt werden.!?", "Vielmehr, erklärte Raba, dies ist durch [das Wort] Unreinheit zu folgern; hierbei112Lev. 5,3.heißt es: mit irgend einer Unreinheit," ], [ "und dort113Num. 19,13.heißt es: er ist unrein, seine Unreinheit haftet ihm an; wie nun dort die Verunreinigung des Heiligtums zu verstehen ist, ebenso auch hier die Verunreinigung des Heiligtums. –", "Wozu ist nun [das Wort] damit nötig114Dieses soll diesbezüglich die Hebe ausschließen, u. die Ausschließung ist nicht nötig, wo kein Grund zur Einschließung vorhanden ist.!? –", "Dies schließt das Aas eines reinen Vogels115Ein solches ist nicht durch Berührung, sondern erst beim Herunterschlucken verunreinigend (cf. Lev. 17,15), während der angezogene Schriftvers von einem Unreinen durch Berührung spricht.ein. –", "Du sagtest ja aber, [das Wort] damit sei ausschließend!? – Eben deshalb, weil es ausschließend ist, ist es überflüssig; es heißt oder berührt, nur das, was durch Berührung [verunreinigend] ist, anderes aber nicht, ferner heißt es damit, was ebenfalls ausschließend ist, dies ist also eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend.", "WAR VORHER BEWUSSTSEIN VORHANDEN, NICHT ABER BEWUSSTSEIN NACHHER, SO BRINGEN DER INNERHALB HERGERICHTETE BOCK &C. Die Rabbanan lehrten:116Lev. 16,16.Und er entsündige das Heiligtum von den Unreinheiten der Kinder Jisraél &c.", "Ich habe hier drei Arten von Verunreinigung: die Verunreinigung durch den Götzendienst, die Verunreinigung durch Unzucht und die Verunreinigung durch Blutvergießen.", "Beim Götzendienste heißt es:117Ib. 20,3.um mein Heiligtum zu verunreinig; bei der Unzucht heißt es:118Ib. 18,30.so befolgt denn meine Anordnungen, daß ihr nicht tut nach den greulichen Sitten &c. und euch dadurch nicht verunreinigt; und beim Blutvergießen heißt es:119Num. 35,34.und das Land soll nicht verunreinigt werden. Man könnte nun glauben, der Bock sühne diese drei Verunreinigungen, so heißt es: von den Unreinheiten der Kinder Jisraél, nicht aber alle Verunreinigungen.", "Welche Verunreinigung hat die Schrift von den übrigen getrennt? Sage, die Verunreinigung des Heiligt ums120Wird weiter begründet.und der heiligen Opfer, ebenso handelt es sich auch hier um die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer – so R. Jehuda.", "R. Šimo͑n sagt, dies gehe auch aus dieser Stelle selbst hervor; es heißt:121Lev. 16,16.und er entsündige das Heiligtum von den Unreinheiten, von den Verunreinigungen des Heiligen.", "Man könnte nun glauben, dieser Bock sühne jede Verunreinigung des Heiligen, so heißt es: 121Lev. 16,16.und ihre Freveltaten und all ihre Sünden, Sünden, die den Freveltaten gleichen; wie wegen Freveltaten122Dh. vorsätzlich begangene Sünden.kein Opfer dargebracht wird, ebenso handelt es sich um solche Sünden, derentwegen kein Opfer dargebracht wird.", "Woher ferner, daß dieser Bock solche Fälle, wo vorher Bewußtsein vorhanden war, nicht aber Bewußtsein nachher, in die Schwebe bringt? Eis heißt: und all ihre Sünden, auch solche Fälle, derentwegen man ein Sündopfer dar bringen muß123Sobald man sich bewußt wird..", "Der Meister sagte: Ich habe hier drei Arten von Verunreinigungen: die Verunreinigung durch den Götzendienst, die Verunreinigung durch Unzucht und die Verunreinigung durch Blutvergießen.", "Welcher Fall von Götzendienst: wenn vorsätzlich, so verfällt er ja der Todesstrafe, und wenn unvorsätzlich, so hat er ja ein Opfer darzubringen !? – W", "enn vorsätzlich, man ihn aber nicht gewarnt hat, oder unvorsätzlich, er sich aber nicht bewußt geworden ist. –" ], [ "Welcher Fall von Unzucht: wenn vorsätzlich, so verfällt er ja der Todesstrafe, und wenn unvorsätzlich, so hat er ja ein Opfer darzubringen!? –", "Wenn vorsätzlich, man ihn aber nicht gewarnt hat, oder unvorsätzlich, er sich aber nicht bewußt geworden ist, –", "Welcher Fall von Blutvergießen: wenn vorsätzlich, so verfällt er ja der Todesstrafe, und wenn unvorsätzlich, so muß er ja in die Verbannung!? –", "Wenn vorsätzlich, man ihn aber nicht gewarnt hat, oder unvorsätzlich, er sich aber nicht bewußt geworden ist, oder in solchen Fällen, wo er nicht in die Verbannung muß124Cf. Mak. Fol. 7b..", "Der Meister sagte: Man könnte nun glauben, dieser Bock sühne diese drei Verunreinigungen, so heißt es: von den Unreinheiten, nicht aber alle Verunreinigungen. Welche Verunreinigung hat die Schrift von den übrigen getrennt? Die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer, ebenso handelt es sich auch hier um die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer – so R. Jehuda.", "In welcher Hinsicht ist diese getrennt? – Indem derentwegen ein auf- und absteigendes Opfer darzubringen ist. – Vielleicht die durch Götzendienst, und zwar ist diese dadurch getrennt,", "", "indem derentwegen durchaus eine Ziege, aber kein Lamm125Während in anderen Fällen ein Lamm od. eine Ziege dargebracht werden kann.darzubringen ist!?", "R. Kahana erwiderte: Wir sprechen von der erleichternden Trennung, während hierbei die Trennung erschwerend ist. –", "Vielleicht [die Unreinheit] der Wöchnerin, und zwar ist diese dadurch getrennt, indem sie ein auf- und absteigendes Opfer darbringt126Cf. Lev. 12,6ff.!? R. Hoša͑ja erwiderte: All ihre Sünden, nicht aber all ihre Unreinheiten. –", "Wie ist es aber zu erklären nach R. Šimo͑n b. Johaj, welcher sagt, eine Wöchnerin sei ebenfalls127Weil sie bei ihrer schmerzhaften Niederkunft schwört, sich von ihrem Manne zu trennen; cf. Nid. Fol. 31b.eine Sünderin!? – R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, daß dies128Daß die Schriftstelle von der Verunreinigung des Heiligen spricht.aus dieser Stelle selbst hervorgehe. –", "Vielleicht [die Unreinheit] des Aussätzigen129Der ebenfalls nur ein auf- u. absteigendes Opfer darbringt; cf. Lev. 14,10ff.!? R. Hoša͑ja erwiderte: All ihre Sünden, nicht aber all ihre Unreinheiten. –", "Wie ist es aber zu erklären nach R. Šemuél b. Naḥmani, welcher sagt, daß man wegen sieben Vergehen vom Aussatz befallen130Cf. Ar. Fol. 16a.werde!? – Bei diesen ist ja der Aussatz, der sühnt, die Wirkung des Opfers besteht nur darin, daß er in die Gemeinde kommen darf. –", "Vielleicht [die Unreinheit] des unreinen Naziräers, und zwar ist diese dadurch getrennt, indem er Turteltauben und junge Tauben darbringt!? R. Hoša͑ja erwiderte: All ihre Sünden, nicht aber all ihre Unreinheiten. –", "Wie ist es aber zu erklären nach R. Ele͑zar haQappar, welcher sagt, der Naziräer sei131Weil er sich des Weingenusses entzogen hat; cf. Tan. Fol. 11a.ebenfalls ein Sünder!? – Er ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, dies gehe aus dieser Stelle selbst hervor; es heißt:121Lev. 16,16.und er entsündige das Heiligtum von den Unreinheiten, von den Unreinheiten des Heiligen &c.", "Der Meister sagte: R. Šimo͑n sagt, dies gehe aus dieser Stelle selbst hervor. R. Šimo͑n hat ja recht!? – R. Jehuda kann dir erwidern: dieser [Schriftvers] deutet darauf, daß er im Tempel ebenso132Beim Blutsprengen.verfahre, wie im Allerheiligsten. –", "Und R. Šimo͑n!? – Dies geht hervor aus:121Lev. 16,16.und ebenso verfahre er. – Und R. Jehuda!? – Wenn nur dieser Schriftvers, so könnte man glauben, er hole einen anderen Farren und einen anderen! Bock und richte sie her, so lehrt er uns. – Und R. Šimo͑n!?–121Lev. 16,16.Und so verfahre er mit dem Offenbarungszelte, dies heißt: mit demselben.", "Der Meister sagte: Man könnte nun glauben, dieser Bock sühne jede Verunreinigung des Heiligen, so heißt es: und ihre Freveltaten und all ihre Sünden &c. Welche sind es? – Wenn vorher und nachher Bewußtsein vorhanden war. – In diesem Falle ist ja ein Opfer darzubringen!? –", "In dem Falle, wenn er sich kurz vor Sonnenuntergang133Am Vorabend des Versöhnungstages, wo keine Zeit mehr vorhanden war, ein Opfer darzubringen.bewußt wurde; man könnte glauben, er134Der in Rede stehende Sündopfer-Bock.bringe [die Sünde] in die Schwebe," ], [ "bis dieser [sein Opfer] gebracht hat, so lehrt er uns.", "Der Meister sagte: Woher ferner, daß dieser Bock solche Fälle, wo vorher Bewußtsein vorhanden war, nicht aber Bewußtsein nachher, in die Schwebe bringt. Was ist ihm denn da schwierig, daß er diese Frage aufwirft!? –", "Folgendes ist ihm schwierig: jetzt mm, wo du erklärt hast, Sünden gleich Frevel taten, wie nämlich wegen Frevel taten kein Opfer darzubringen ist, ebenso auch Sünden, derentwegen kein Opfer darzubringen ist, sollte man doch auch erklären: wie wegen Frevel taten niemals ein Opfer darzubringen ist, ebenso auch solche Sünden, derentwegen niemals ein Opfer darzubringen ist, also nur in dem Falle, wenn vorher kein Bewußtsein vorhanden war, nachher aber Bewußtsein vorhanden war, wenn aber vorher Bewußtsein vorhanden war, nachher aber kein Bewußtsein vorhanden war, wobei, wenn man nachher Bewußtsein erlangt, ein Opfer darzubringen ist, könnte man glauben, bringe er134Der in Rede stehende Sündopfer-Bock. [die Sünde] nicht in die Schwebe, so lehrt er uns.", "Wollte man einwenden, wenn vorher kein Bewußtsein und nachher Bewußtsein vorhanden war, sühnen es der außerhalb hergerichtete Bock und der Versöhnungstag,", "so könnte man glauben, es verhalte sich entgegengesetzt ; es heißt also: all ihre Sünden, derentwegen man zur Darbringung eines Sündopfers kommen kann. –", "Sollte er doch eine vollständige Sühne schaffen!? – Würde es geheißen haben: von ihren Sünden, so würdest du Recht haben, es heißt aber: all ihre Sünden, die Sündopfer darzubringen haben. –", "Was nützt es nun, wenn er keine Sühne schafft, daß er [die Sünde] in die Schwebe bringt!? R. Zera erwiderte: Wenn er135Ohne davon Kenntnis erhalten zu haben.stirbt, so stirbt er ohne Sünde. Raba entgegnete: Wenn er stirbt, läutert ihn ja der Tod!? Vielmehr, erklärte Raba, dies schützt ihn vor Züchtigungen.", "WAR VORHER KEIN BEWUSSTSEIN VORHANDEN, WOHL ABER BEWUSSTSEIN NACHHER, SO SCHAFFEN IHM DER AUSSERHALB HERGERICHTETE BOCK UND DER VERSÖHNUNGSTAG SÜHNE &C.", "Merke, sie gleichen ja einander, sollte doch der innere Sühne schaffen für sich selbst und für den äußeren, und zwar ist dies von Bedeutung in dem Falle, wenn der äußere nicht hergerichtet worden ist!? – Die Schrift sagt:136Ex. 30,10.einmal, er erwirkt nur eine Sühne, nicht aber zwei Sühnen. –", "Sollte doch der äußere Sühne schaffen für sich selbst und für den inneren; und zwar ist dies von Bedeutung in dem Falle, wenn zwischen beiden eine Verunreinigung erfolgt ist!? – Die Schrift sagt: einmal im Jahre, diese Sühne137Diese Beschränkung wird im angezogenen Schriftverse 2mal wiederholt.findet" ], [ "nur einmal im Jahre statt.", "Was sühnt der außerhalb hergerichtete Bock nach R. Jišma͑él, welcher sagt, wenn vorher kein Bewußtsein vorhanden war, wohl aber Bewußtsein nachher, sei ein Opfer darzubringen!? – Den Fall, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war. –", "Diesen Fall sühnen ja die Böcke der Feste und die der Neumonde!? – Er ist der Ansicht R. Meirs, welcher sagt, alle Böcke sühnen gleichmäßig die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer. –", "In welcher Hinsicht gleicht demnach138Wenn sie einander hinsichtlich des Bewußtseins nicht gleichen.der äußere dem inneren? – Wie der innere keine anderen Sünden sühnt, ebenso sühnt auch der äußere keine anderen Sünden.", "WAR BEWUSSTSEIN WEDER VORHER NOCH NACHHER VORHANDEN, SO SCHAFFEN IHM DIE BÖCKE DER FESTE UND DIE BÖCKE DER NEUMONDE SÜHNE – SO R. JEHUDA.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Was ist der Grund R. Jehudas? Die Schrift sagt:139Num. 28,15.ein Ziegenbock zum Sündopfer für den Herrn, dieser Bock sühnt nur Sünden, die nur der Herr allein kennt. –", "Dieser Schriftvers ist ja aber für eine Lehre des Reš Laqiš nötig!? Reš Laqiš sagte nämlich: Womit ist denn der Bock des Neumonds anders, daß es bei diesem heißt: für den Herrn? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Dieser Bock soll mir Sühne schaffen dafür, daß ich den Mond verkleinert140Nach einer t.schen Sage hatten ursprüngl. Sonne u. Mond eine gleichmäßige Größe; da letzterer aber neidisch war, so wurde er zur Strafe verkleinert; cf. Hol. Fol. 60b.habe!? –", "Demnach könnte es ja heißen: auf den Herrn, wenn es aber heißt: für den Herrn, so lehrt dies auch das, was wir gesagt haben. –", "Vielleicht deutet der Schriftvers nur darauf!? – Demnach könnte es ja heißen: Sündopfer des Herrn, wenn es aber heißt: für den Herrn, so ist hieraus beides zu entnehmen. –", "Sollte er auch andere Sünden sühnen!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: der eine141Der Bock des Versöhnungstages, bezw. der des Neumondes.wird zu einer bestimmten Zeit dargebracht und der andere141Der Bock des Versöhnungstages, bezw. der des Neumondes.wird ebenfalls zu einer bestimmten Zeit dargebracht; wie nun der eine nur die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer sühnt, ebenso sühnt auch der andere nur die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer. –", "Wir wissen dies nun von den Böcken der Neumonde, woher dies von den Böcken der Feste? Wolltest du erwidern, dies gehe ebenfalls aus der Lehre der Schule R. Jišma͑éls142Indem man die der Feste mit dem des Neumondes od. mit dem des Versöhnungstages vergleicht.hervor, so ist, wenn man es von dem des Neumonds folgern wollte, zu entgegnen: dieser wird oft dargebracht, und wenn von dem des Versöhnungstages, [so ist zu entgegnen:] dessen Sühne ist eine bedeutendere. Wolltest du erwidern," ], [ "wir verglichen ja den des Neumonds mit dem des Versöhnungstages, ohne daß etwas dagegen eingewandt worden ist, [so ist zu entgegnen:] bei jenem befindet sich ja die [Art der] Sühne143Die W.e לחטאת ליהוה (Num. 28,15) sind zu erklären: eine Sünde, die nur dem Herrn allein bekannt ist, wenn also keine Kenntnis vorhanden war.ausdrücklich in der Schrift, und nur die nähere Erklärung wird gefolgert, während man hierbei erwidern kann: das Ganze sei nicht aus einer Folgerung zu entnehmen!? –", "Vielmehr, wie R. Ḥama b. Ḥanina erklärt hat, [man folgere aus] und144Die überflüssige Partikel ‘und’ bei den Sündopferböcken der Feste verbindet diese mit dem vorangehenden Abschnitt, der vom Sündopfer-Bock des Neumondes spricht.ein Bock, ebenso [folgere man auch hierbei aus] und ein Bock, und man vergleiche die Böcke der Feste mit den Böcken des Neumonds; wie die Böcke des Neumonds nur Fälle sühnen, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war, ebenso sühnen auch die Böcke der Feste nur Fälle, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war.", "Sie fragten: Beziehen sich die Worte R. Jehudas, ‘war Bewußtsein weder vorher noch nachher vorhanden’, nur auf eine Sünde, von der man später kein Bewußtsein erhalten kann, eine Sünde aber, von der man später Bewußtsein erhalten145Wenn andere, die es ihm später mitteilen können, die Verunreinigung gesehen haben.kann, gilt als Fall, wo nachher Bewußtsein vorhanden ist, und wird somit durch den außerhalb hergerichteten Bock und den Versöhnungstag gesühnt, oder gilt dies auch von einer Sünde, von der man später Bewußtsein erhalten kann, denn gegenwärtig ist sie ja eine Sünde, die nur ‘der Herr allein kennt’? –", "Komm und höre, es wird gelehrt: Fälle, wobei weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war, und Sünden, von denen man später Bewußtsein erhalten kann, sühnen die Böcke der Feste und die der Neumonde – so R. Jehuda.", "R. ŠIMO͑N SAGTE, DIE BÖCKE DER FESTTAGE SCHAFFEN IHM SÜHNE, NICHT ABER DIE DER NEUMONDE &C.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Die Schrift sagt:146Lev. 10,17.dieses hat er euch verliehen, um die Verfehlung der Gemeinde hinwegzuschaffen; dieser Schriftvers spricht vom Bocke des Neumonds, und er folgert durch [das Wort] Verfehlung, das auch beim Stirnblatt gebraucht wird; hier heißt es Fehlung und bei diesem heißt es ebenfalls Verfehlung, wie es sich nun bei diesem um die Unreinheit des Opferfleisches147Die das Stirnblatt sühnt; cf. Ex. 28,38.handelt, ebenso handelt es sich auch hier um die Unreinheit des Opferfleisches. –", "Demnach: wie dieser nur für das dargebrachte Opfer von Wirkung ist, ebenso auch hierbei, nur für das dargebrachte148Das Stirnblatt wirkt nur insofern, als das Opfer ‘wohlgefällig’ wird, auf die Verunreinigung selbst hat es keinen Einfluß.Opfer!? – Es heißt: Verfehlung der Gemeinde149Es schafft also auch den Darbringenden Sühne.. –", "Merke, sie werden ja mit einander verglichen, sollte nun der des Neumonds für sich selbst und für das Stirnblatt Sühne schaffen; dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn das Stirnblatt zerbrochen ist!? – Die Schrift sagt: die Verfehlung, er sühnt nur eine Verfehlung, nicht aber zwei Verfehlungen. –", "Sollte aber das Stirnblatt für sich selbst und für [den Bock] des Neumonds Sühne schaffen; dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn eine Verunreinigung zwischen dem einen und dem anderen eingetreten ist!? – Die Schrift sagt: dieses, dieses schafft die Verfehlung fort, nicht aber etwas anderes.", "R. Aši erklärte: Hier heißt es: die Verfehlung der Gemeinde, der Gemeinde und nicht der heiligen Opfer, und dort heißt es es:150Ex. 28,38.die Verfehlungen inbetreff der heiligen Opfer, der heiligen Opfer und nicht der Gemeinde. –", "Wir wissen also, daß die Böcke des Neumonds den Fall sühnen, wenn ein Reiner Unreines gegessen hat, woher aber, daß die Böcke der Feste den Fall sühnen, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war? –", "Wie R. Ḥama b. Ḥanina erklärt hat, es sei aus und144Die überflüssige Partikel ‘und’ bei den Sündopferböcken der Feste verbindet diese mit dem vorangehenden Abschnitt, der vom Sündopfer-Bock des Neumondes spricht.ein Bock zu folgern, ebenso folgere man auch dies aus und ein Bock," ], [ "und man vergleiche die Böcke der Feste mit den Böcken der Neumonde; wie die Böcke der Neumonde Sühne schaffen in Sachen des Heiligtums, ebenso schaffen auch die Böcke der Feste Sühne in Sachen des Heiligtums.", "Wolltest du einwenden, demnach sollten sie auch für die des Neumonds Sühne schaffen, so sagten wir ja, [das Wort] dieses besage, dieses sühne die Verschuldung, nicht aber sühne ein anderes die Verschuldung.", "Wolltest du einwenden, sie sollten für den des Versöhnungstages Sühne schaffen, so erklärter] wir ja:151Lev. 16,34.einmal im Jahre, diese Sühne findet nur einmal im Jahre statt.", "Welche Fälle sühnen sie nun:", "war Bewußtsein vorher und Bewußtsein nachher vorhanden, so hat er ja ein Opfer darzubringen, war vorher Bewußtsein und nachher kein Bewußtsein vorhanden, so bringen ja der innerhalb hergerichtete Bock und der Versöhnungstag solche Fälle in die Schwebe, und war vorher kein Bewußtsein und nachher Bewußtsein vorhanden, so werden ja solche Fälle durch den außerhalb hergerichteten Bock und den Versöhnungstag gesühnt.", "Du mußt also sagen, daß er die Fälle sühnt, wenn weder vorher noch nachher Bewußtsein vorhanden war.", "R. MEÍR SAGT: ALLE BÖCKE SÜHNEN GLEICHMÄSSIG &C.", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Was ist der Grund R. Meírs? Die Schrift sagt: und ein Bock, alle Böcke gleichen einander, denn das und ist eine Hinzufügung zum Vorangehenden.", "Er glaubte anfangs, man folgere das eine152Der Abschnitt vom Pesaḥfeste folgt unmittelbar auf den vom Neumond, und der vom Hüttenfeste unmittelbar auf den vom Versöhnungstage; der Fragesteller glaubte also, man vergleiche die ersten 2 miteinander hinsichtlich des Essens eines Reinen von unreinem Opferfleische, und die letzten 2 hinsichtlich des Unbewußtseins, u. dann beides miteinander.vom anderen, aber R. Joḥanan sagte ja, in der ganzen Tora könne man folgern von dem, was gefolgert wird, nur nicht beim Gesetze vom Heiligen, bei dem man nicht folgern kann von dem, was gefolgert wird!?", "Dies ist jedoch kein Einwand; sie werden alle vom ersten gefolgert. –", "Erklärlich ist dies von allen, bei denen es heißt: und ein Bock, woher dies aber bezüglich des Wochenfestes und des Versöhnungstages, bei denen es nicht heißt: und ein Bock!?", "Vielmehr, erklärte R. Jona, die Schrift sagt:153Num. 29,39.diese sollt ihr an euren Festen herrichten, alle Feste werden miteinander verglichen. –", "Aber der Neumond ist ja kein Fest!? – Freilich, wie Abajje sagte, ist auch der Neumond ein Fest, denn es heißt:154Thr. 1,15.er hat ein Fest gegen mich ausgerufen155Dieser Schriftvers wird auf die Festsetzung des Neumondes bezogen; cf. Tan. Fol. 29a..", "R. Joḥanan sagte: R. Meír pflichtet jedoch bei, daß der innerhalb hergerichtete Bock nicht das sühnt, was jene sühnen, und jene nicht das sühnen, was dieser sühnt.", "Er sühnt nicht das, was jene sühnen, denn er schafft nur eine Sühne, nicht aber zwei Sühnen; jene sühnen nicht das, was er sühnt, denn die Schrift sagt: einmal im Jahre, die Sühne findet nur einmal im Jahre statt.", "Ebenso wird auch gelehrt: War Bewußtsein weder vorher noch nachher vorhanden, oder war vorher kein Bewußtsein vorhanden, wohl aber Bewußtsein nachher, oder wenn ein Reiner Unreines gegessen hat, so sühnen die Böcke der Feste, die Böcke des Neumonds und der außerhalb hergerichtete Bock – so R. Meír.", "Der innerhalb hergerichtete Bock wird hier also fortgelassen, und auch das, was er sühnt, wird fortgelassen.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: DIE BÖCKE DER NEUMONDE SÜHNEN DEN FALL, WENN EIN REINER UNREINES GEGESSEN HAT &C.", "Erklärlich ist es, daß die der Neumonde nicht das sühnen, was die der Feste, denn die Schrift sagt: Verfehlung, er sühnt nur eine Verfehlung, nicht aber zwei Verfehlungen, aber die der Feste sollten doch das sühnen, was die des Neumonds!? – Die Schrift sagt: dieses, dieses sühnt die Verfehlung, nicht aber ein anderes. –", "Erklärlich ist es, daß die der Feste nicht das sühnen, was der des Versöhnungstages, denn die Schrift sagt: einmal im Jahre, diese Sühne findet nur einmal im Jahre statt, aber der des Versöhnungstages sollte doch auch das sühnen, was die der Feste!? – Die Schrift sagt einmal, er schafft nur einmal Sühne, nicht aber zweimal. –", "Aber das einmal wird ja beim innerhalb hergerichteten Bocke gebraucht!? –" ], [ "Die Schrift sagt:156Num. 29,11.außer dem Sündopfer der Entsündigung, der äußere gleicht dem inneren.", "R. ŠIMO͑N B. JEHUDA SAGTE IN SEINEM NAMEN &C.", "Die des Neumonds sühnen wohl deshalb nicht das, was die der Feste, weil die Schrift157Lev. 10,17.Verfehlung sagt, sie sühnen nur eine Verfehlung, nicht aber zwei Verfehlungen, ebenso sollten doch auch die der Feste nicht das sühnen, was die der Neumonde, denn die Schrift sagt dieses, dieses sühnt die Verfehlung, nicht aber ein anderes!? – [Die Auslegung des Wortes] dieses leuchtet ihm nicht ein. –", "Die der Feste sühnen wohl deshalb nicht das, was der des Versöhnungstages, weil die Schrift sagt: einmal im Jahre; diese Sühne findet nur einmal im Jahre statt, ebenso sollten auch die des Versöhnungstages nicht das sühnen, was die der Feste, denn es heißt einmal, es schafft nur einmal Sühne, nicht aber zweimal!? – [Die Auslegung des Wortes] einmal leuchtet ihm nicht ein. –", "Weshalb? – Das einmal wird beim innerhalb hergerichteten Bocke gebraucht. –Demnach sollten doch auch die der Feste das sühnen, was der des Versöhnungstages, denn das einmal wird beim innerhalb hergerichteten Bocke gebraucht!?", "Tatsächlich leuchtet ihm [die Auslegung des Wortes] einmal wohl ein, jedoch ist es hierbei anders, denn die Schrift sagt:158Ex. 30,10.und Ahron soll einmal im Jahre an seinen Hörnern die Sühne vollziehen, die Hörner des inneren Altars schaffen nur einmal im Jahre Sühne, nicht aber zweimal, die des äußeren aber auch zweimal.", "U͑la sagte im Namen R. Joḥanans: [Tiere für das] beständige Opfer, die von der Gemeinde nicht mehr verwendet159Im Stalle mußten stets 6 Lämmer für das beständige Opfer vorrätig sein; vom 1. Nisan ab (Beginn des Hebejahres) durften die vorjährigen nicht mehr dargebracht werden (Rh. Fol. 7a), somit blieben 4 zurück.werden, werden fehlerfrei160Opfertiere von Privaten dürfen nur dann ausgelöst werden, wenn sie ein Gebrechen bekommen.ausgelöst161Der Erlös fällt dem Tempelreparaturfonds zu; die Tiere gelten nun als profan und können wiederum für das beständige Opfer gekauft werden..", "Einst saß Rabba und trug diese Lehre vor, da sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und auf deinen Meister R. Joḥanan hören; wo sollte denn die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen sein!?", "Jener erwiderte: Du bist also nicht der Ansicht, daß wir nicht danach fragen, wo denn die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen sei; aber wir haben ja gelernt: Wofür verwendete man den Überschuß162Vom Gelde des Vorjahres. des Räucherwerkes? Man sonderte ihn zur Löhnung für die Verfertiger aus. Man weihte ihn durch den für die Verfertiger bestimmten Lohn aus, den man ihnen als Löhnung gab, und kaufte ihn [für Geld aus der neuen Hebe] zurück.", "Wieso nun, man sollte doch sagen: wo ist denn die ihm anhaftende Heiligkeit hingekommen!? –", "Anders ist es beim Raucherwerke," ], [ "bei dem die Heiligkeit nur am Kaufpreis haftet163An und für sich ist es nicht heilig, da es nicht in einem Dienstgefäße zubereitet wird.. –", "sollte es nicht unrein werden durch einen, der am selben Tage untergetaucht164Der Unreine hat nach dem Untertauchen ein Opfer darzubringen, u. erst dann erlangt er völlige Reinheit.ist, während gelehrt wird, daß es, sobald man es in den Mörser getan hat, unrein werde durch einen, der am selben Tage untergetaucht ist!?", "Wolltest du erwidern, alles, wovon nur der Kaufpreis heilig ist, werde unrein durch einen, der am selben Tage untergetaucht ist, so haben wir ja gelernt, daß man an Speisopfern eine Veruntreuung165Wenn ein Gemeiner sich an geheiligten Speisen vergreift; cf. Lev. 5,15.begehen könne, sobald sie geheiligt worden sind, und daß sie, sobald sie durch ein Dienstgefäß geheiligt worden sind, geeignet sind, untauglich zu werden durch einen, der am selben Tage untergetaucht ist, oder dem noch die Sühne fehlt, und durch das Übernachten.", "Also nur dann, wenn sie durch ein Dienstgefäß geheiligt worden sind, sonst aber nicht!? –", "Wenn es demnach an sich heilig ist, so sollte es doch durch das Übernachten heilig werden, während wir gelernt haben, daß man bei der Handvoll166Mehl vom Speisopfer; cf. Lev. 6,8., dem Weihrauch, dem Räucherwerke, dem Speisopfer der Priester, dem Speisopfer des Hochpriesters und dem Speisopfer des Gußopfers eine Veruntreuung begehen könne, sobald sie geheiligt worden sind, und daß sie, sobald sie durch ein Dienstgefäß geheiligt worden sind, geeignet sind untauglich zu werden durch einen, der am selben Tage untergetaucht ist, oder dem noch die Sühne fehlt, und das Übernachten.", "Also nur dann, wenn sie durch ein Dienstgefäß geheiligt worden sind, sonst aber nicht!?", "Dieser erwiderte: Du sprichst vom Übernachten: beim Räucherwerke ist es anders, da es sein Aussehen das ganze Jahr hindurch behält. –", "Immerhin bleibt ja der Einwand bestehen: wo ist denn die ihnen anhaftende Heiligkeit hingekommen!? Rabba erwiderte: Das Gericht setzt die Bedingung voraus: wird es verbraucht, so ist es recht, wenn aber nicht, so soll es als Kaufpreis verwendet werden.", "Abajje entgegnete ihm: Der Meister sagte ja aber selber, wenn jemand ein männliches Tier als Wertsache167Und nicht zur Opferung.weiht, werde es an sich168Somit müßte doch auch die Bedingung des Gerichtes ungültig sein.heilig!? – Das ist kein Ein wand; dies, wenn er gesagt hat, als Kaufpreis für ein Brandopfer169Und da das Tier als solches geeignet ist, so gilt es auch als solches., jenes, wenn er gesagt hat, als Kaufpreis für ein Gußopfer.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn der Farre oder der Bock des Versöhnungstages abhanden gekommen war und man an seiner Stelle einen anderen abgesondert hat," ], [ "ebenso wenn die Böcke wegen Götzendienstes abhanden gekommen waren und man an ihrer Stelle andere abgesondert hat, so sind sie170Wenn sie sich später wieder einfinden.alle verenden171Man sperrt sie ein und verabreicht ihnen keine Nahrung.zu lassen – so R. Jehuda. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, sie seien weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann verkaufe man sie, und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu, denn Gemeinde-Sündopfer sind nicht verenden zu lassen.", "Weshalb denn, man sollte doch auch hierbei sagen, das Gericht setze über sie eine Bedingung voraus!? –", "Du sprichst von abhandengekommenen; bei abhandengekommenen verhält es sich anders, da dies selten ist172Somit denkt das Gericht nicht daran, eine Bedingung vorauszusetzen.. –", "Aber auch die [rote] Kuh173Cf. Num. 19,2ff.ist ja selten, dennoch wird gelehrt: die rote Kuh wird wegen jeder Untauglichkeit, die ihr anhaftet, ausgelöst; verendet sie, so wird sie ausgelöst, wurde sie geschlachtet, so wird sie ausgelöst, findet man eine schönere als sie, so wird sie ausgelöst, hat man sie auf ihrem Herrichtungsplatze174Cf. Zeb. Fol. 113a.geschlachtet, so kann sie nimmermehr ausgelöst werden!? – Anders ist es bei der [roten] Kuh’, da sie Heiliges des Tempelreparaturfonds175Sie besitzt nur einen niedrigen Grad von Heiligkeit, da sie nicht zu den Altaropfern gehört.ist. –", "Wieso wird sie ausgelöst, wenn sie verendet oder geschlachtet wurde, hierbei ist ja eine Aufstellung und Schätzung erforderlich!? – Hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, Heiligtümer des Altars seien in [der Vorschrift von der] Aufstellung und Schätzung einbegriffen. Heiligtümer des Tempelreparaturfonds seien in [der Vorschrift von der] Aufstellung und Schätzung nicht einbegriffen. –", "Wie ist nun, wenn hier die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: hat man sie auf ihrem Herrichtungsplatze geschlachtet, so kann sie nimmermehr ausgelöst werden,", "es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagte, die [rote] Kuh ist als Speise verunreinigungsfähig, weil sie eine Zeit der Tauglichkeit176Zum Genüsse nach dem Schlachten; Dinge aber, deren Nutznießung verboten ist, sind nicht als Speisen verunreinigungsfähig.hatte, und Reš Laqiš erklärte: R. Šimo͑n sei der Ansicht, die [rote] Kuh könne noch dann ausgelöst werden, wenn sie sich auf ihrem Herrichtungsplatze befindet!? –", "Vielmehr, anders ist es bei der [roten] Kuh, weil sie einen sehr hohen Wert hat177Eine rote Kuh, die allen Vorschriften genügt, gehört zu den größten Seltenheiten und repräsentiert einen außerordentlich hohen Wert (cf. Qid. Fol. 31a), daher denkt das Gericht an die Voraussetzung einer Bedingung..", "Der Meister sagte: Verendet sie, so wird sie ausgelöst. Löst man denn heilige Opfer aus, um sie den Hunden zu fressen178Da der Genuß verboten ist.zu geben!? R. Mešaršeja erwiderte: Wegen ihrer Haut. – Sollte denn das Gericht eine Bedingung voraussetzen nur wegen der Haut!? R. Kahana erwiderte: Die Leute pflegen zu sagen: vom Kamele das Ohr.", "Er wandte gegen ihn ein: Sie sprachen zu R. Šimo͑n: Dürfen sie für einander dargebracht werden? Er erwiderte ihnen: Sie dürfen dargebracht werden. Sie entgegneten ihm: Wieso dürfen sie [für einander] dargebracht werden, wenn ihre Sühne nicht gleichmäßig ist!? Er erwiderte ihnen: Alle sind sie bestimmt, die Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer zu sühnen.", "Weshalb nun, er sollte ihnen doch erwidert haben, das Gericht setze eine diesbezügliche Bedingung voraus!? – Du sprichst von R. Šimo͑n: R. Šimo͑n ist nicht der Ansicht, daß das Gericht eine diesbezügliche Bedingung voraussetze. R. Idi b. Abin sagte nämlich im Namen R. A͑mrams im Namen R. Joḥanans, für das beständige Opfer bestimmte Tiere, die von der Gemeinde nicht verwendet worden sind, können nach R. Šimo͑n nicht fehlerfrei ausgelöst werden, und nach den Weisen wohl fehlerfrei ausgelöst werden. –", "Wer sind die Weisen, die gegen R. Šimo͑n streiten: wollte man sagen, die Rabbanan der Lehre vom Räucherwerke," ], [ "so ist es ja beim Räucherwerke anders, da bei diesem das Weidenlassen ausscheidet;", "wenn die Rabbanan der Lehre von der [roten] Kuh, so ist es vielleicht bei der [roten] Kuh anders, weil sie einen hohen Wert hat;", "wenn die Rabbanan, die ihm entgegnet179Wieso die Böcke für einander dargebracht werden dürfen; cf. supra Fol. 2b.haben,", "[so ist zu erwidern:] woher, daß es R. Jehuda ist, und er habe zu ihm wie folgt gesprochen: erklärlich ist es, daß sie für einander dargebracht werden, nach meiner Ansicht, da ich sage, der Gerichtshof setze eine diesbezügliche Bedingung voraus, weshalb aber werden sie nach deiner Ansicht, daß dem nicht so sei, für einander dargebracht,", "vielleicht ist es R. Meír und er sprach zu ihm wie folgt: erklärlich ist es, daß sie für einander dargebracht werden, nach meiner Ansicht, da ich sage, die Sühne aller Böcke sei gleichmäßig, weshalb werden sie aber nach deiner Ansicht für einander dargebracht!? –", "Vielmehr, R. Johanan hatte eine Überlieferung, daß sie nach R. Šimo͑n [fehlerfrei] nicht ausgelöst werden dürfen und nach den Weisen wohl ausgelöst werden.", "Was geschieht mit ihnen nach R. Šimo͑n, nach welchem das Gericht eine diesbezügliche Bedingung nicht voraussetzt? R. Jiçḥaq erwiderte im Namen R. Joḥanans: Sie dienen als Zehrung180Wenn es dem Altar an Privatopfern fehlt.für den Altar.", "R. Semuél b. R. Jiçḥaq sagte: R. Šimo͑n pflichtet jedoch hinsichtlich der Sündopferböcke181Wenn sie abhanden gekommen waren u. sich wieder eingefunden haben.bei, daß nicht sie selbst als Zehrung für den Altar dienen, sondern ihr Erlös,", "denn nur hierbei ist er dieser Ansicht, wo sie vorher als Brandopfer bestimmt waren, und später ebenfalls als Brandopfer182Die Opfer zur Zehrung für den Altar (קייץ המזבח) werden als Brandopfer dargebracht.dargebracht werden, während jene zuerst als Sündopfer bestimmt waren und später als Brandopfer dargebracht werden mußten, und man berücksichtige den Fall nach Erlangung der Sühne183Wenn ein anderes Tier an ihrer Stelle als Opfer dargebracht wurde.wegen des Falles vor Erlangung der Sühne.", "Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn der Farre oder der Bock des Versöhnungstages abhanden gekommen war, und man an seiner Stelle einen anderen abgesondert hat, ebenso wenn die Böcke wegen Götzendienstes abhanden gekommen waren und man an ihrer Stelle andere abgesondert hat, so sind sie alle verenden zu lassen – so R. Jehuda. R. Elea͑zar und R. Šimo͑n sagen, sie seien weiden zu lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sodann verkaufe man sie, und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu, denn Gemeinde-Sündopfer sind nicht verenden zu lassen.", "Weshalb denn, man sollte doch sie selbst als Brandopfer darbringen!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man den Fall nach Erlangung der Sühne wegen des Falles vor Erlangung der Sühne berücksichtige.", "Raba sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Der andere184Der beiden Sündenböcke des Versöhnungstages, wenn einer verendet ist; cf. Jom. Fol. 62a.ist weiden zu lassen, bis er ein Gebrechen bekommt, sodann verkaufe man ihm und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu.", "Weshalb denn, man sollte doch ihn selbst als Brandopfer darbringen!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man den Fall nach Erlangung der Sühne wegen des Falls vor Erlangung der Sühne berücksichtige.", "Rabina sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn der Eigentümer eines Schuldopfers gestorben ist, oder [durch Ersatz] Sühne erhalten hat, so ist es weiden zu lassen, bis es ein Gebrechen bekommt, sodann verkaufe man es, und der Erlös fällt dem freiwilligen [Opferfonds] zu; R. Eliézer sagt, es sei verenden zu lassen; R. Jehošua͑ sagt, man bringe für den Erlös ein Brandopfer dar.", "Sollte man doch es selbst als Brandopfer darbringen!? Vielmehr deshalb, weil man den Fall nach Erlangung der Sühne wegen des Falls vor Erlangung der Sühne berücksichtige. Schließe hieraus.", "Ebenso wird auch gelehrt: Wofür verwendet man die Überschüsse185Der Opfer am Schlüsse des Tempelsteuerjahres.?" ], [ "Als Zehrung für den Altar, wie weiße Feigen186Die zum Nachtisch gegessen werden; dh. neben den Pflichtopfern werden auch andere dargebracht, damit der Altar nicht leer stehe.. – Es heißt ja aber:187Lev. 2,11. Keinerlei Sauerteig oder Honig &c.188Darf auf den Altar kommen, auch keinerlei Früchte. Der Fragesteiler hatte verstanden, weiße Feigen werden auf dem Altar dargebracht.!? – R. Ḥanina lehrte: Wie weiße Feigen für Menschen189Nach der Mahlzeit, als Nachtisch..", "R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: Man verwende nicht Geflügel-Brandopfer als Zehrung [für den Altar]. Raba sprach: Dies ist Erfindung! R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Wieso Erfindung, ich selber sagte es ihm, und zwar sagte ich es ihm im Namen des R. Šimi aus Nehardea͑. R. Šimi aus Nehardea͑ sagte nämlich: Die Überschüsse werden für freiwillige Gemeindeopfer verwendet, und die Gemeinde bringt keine Geflügelbrandopfer dar.", "Und auch Šemuèl ist der Ansicht R. Joḥanans190Hinsichtl. der nicht verwendeten Opfertiere für das beständige Opfer, ob. Fol. 11b., denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuèls, Gemeindeopfer werden erst durch das Messer zu dem gemacht, was sie sind.", "Ebenso wird auch gelehrt: R. Šimo͑n pflichtet jedoch bei, daß, wenn der Bock nicht am Festtage dargebracht worden ist, er am Neumond dargebracht werde, und wenn er nicht am Neumond dargebracht worden ist, er am Versöhnungstage dargebracht werde, und wenn er nicht am Versöhnungstage dargebracht worden ist, er am Feste dargebracht werde, und wenn er nicht an diesem Feste dargebracht worden ist, er an einem anderen Feste dargebracht werde, denn er war von vornherein nur dazu bestimmt, auf dem äußeren Altar Sühne zu schaffen.", "Es wird gelehrt: Er ist nur dazu geheiligt worden, auf dem äußeren Altar Sühne zu schaffen.", "DIE VORSÄTZLICHE VERUNREINIGUNG DES HEILIGTUMS UND DER HEILIGEN OPFER SÜHNEN DER INNERHALB HERGERICHTETE BOCK &C. Woher dies? –", "Die Rabbanan lehrten:121Lev. 16,16.Und er entsündige das Heiligtum von wegen der Unreinheiten der Kinder Jisraél &c. Erevel, das sind die widersetzlichen Missetaten, denn so heißt es:191iiReg. 3,7.der König von Moáb widersetzte192Hier wird, wie im vorangehenden Schriftverse, der Ausdruck פשע gebraucht.sich mir; ferner heißt es:193Ib. 8,22.damals, zu jener Zeit, widersetzte191iiReg. 3,7.sich auch Libhna. Verfehlungen, das sind die unvorsätzlichen Misse taten, denn so heißt es:194Lev. 4,2.wenn jemand unvorsätzlich eine Verfehlung begeht.", "ANDERE IN DER TORA GENANNTE SÜNDEN, LEICHTE UND SCHWERE, VORSÄTZLICHE UND UNVORSÄTZLICHE &C.", "Leichte sind ja dasselbe, was Gebote und Verbote, und schwere sind ja dasselbe, was mit der Ausrottung oder der Todesstrafe durch das Gericht belegte Verbrechen, bewußte sind ja dasselbe, was vorsätzliche, und unbewußte sind ja dasselbe, was unvorsätzliche!?", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: wegen anderer in der Tora genannter Sünden, ob leichte oder schwere, ob man sie unvorsätzlich oder vorsätzlich begangen hat, und wenn man sie unvorsätzlich begangen hat, einerlei ob ihm der Zweifel195Ob er eine Sünde begangen habe.bekannt wurde oder nicht; leichte sind: Gebote und Verbote, schwere sind: mit der Ausrottung oder der Todesstrafe durch das Gericht belegte Verbrechen. –", "Von welchem Falle wird hier hinsichtlich der Gebote gesprochen; hat er keine Buße getan, so heißt es ja:196Pr. 21,27.das Schlachtopfer der Gottlosen ist ein Greuel, und hat er Buße getan, so wird ja gelehrt, wer ein Gebot übertreten und Buße getan hat, verlasse nicht seinen Platz, ohne daß man es ihm vergeben197Auch an jedem anderen Tage.hat!?", "R. Zera erwiderte:" ], [ "Wenn er bei seiner Widersetzlichkeit verbleibt, und zwar nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Versöhnungstag sühnt alle in der Tora genannten Sünden, einerlei, ob man Buße getan hat oder keine Buße getan hat, außer wenn jemand das Joch198Der Gott verleugnet.abwirft, das Gesetz falsch deutet, oder das Bündnis des Fleisches199Die Beschneidung.bricht; hat er Buße getan, so sühnt es der Versöhnungstag, wenn aber nicht, so sühnt es der Versöhnungstag nicht. –", "Was ist der Grund Rabbis? – Es wird gelehrt:200Num. 15,31.Denn er hat das Wort des Herrn verachtet, das ist derjenige, der das Joch abwirft und das Gesetz falsch deutet; und sein Gebot hat er gebrochen, das ist derjenige, der das Bündnis des Fleisches bricht; vertilgt, ja vertilgt soll er werden, vertilgt, vor dem Versöhnungstage, ja vertilgt, auch nach dem Versöhnungstage.", "Man könnte glauben, auch wenn er Buße getan hat, so heißt es: seine Sünde haftet ihm an, ich sagte dies nur von dem Falle, wenn seine Sünde ihm anhaftet. –", "Und die Rabbanan!? – Vertilgt, auf dieser Welt, ja vertilgt, in der zukünftigen Welt; seine Sünde haftet ihm an, wenn er aber Buße getan hat und gestorben ist, so spült dies der Tod hinweg. –", "Wieso kannst du [diese Lehre] Rabbi addizieren, wenn der Schlußsatz die Ansicht R. Jehudas vertritt, so vertritt ja wahrscheinlich auch der Anfangssatz die Ansicht R. Jehudas!? Im Schlußsätze wird nämlich gelehrt: Jisraéliten, Priester und der gesalbte [Hoch]priester sind hierin einander gleich. Der diese Ansicht vertritt, ist ja R. Jehuda, somit vertritt ja auch der Anfangssatz die Ansicht R. Jehudas. –", "R. Joseph erwiderte: Hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, und er ist hierbei der Ansicht R. Jehudas201Cf. infra Fol. 13b..", "Abajje sprach zu ihm: Meint es der Meister genau wörtlich: Rabbi ist der Ansicht R. Jehudas, R. Jehuda ist aber nicht der Ansicht Rabbis, oder aber ist, da Rabbi der Ansicht R. Jehudas ist, auch R. Jehuda der Ansicht Rabbis, nur gebraucht er diesen Ausdruck deshalb, weil man sich gewöhnlich so ausdrückt, der Schüler sei der Ansicht seines Lehrers?", "Jener erwiderte: Jawohl, ich meine es wörtlich: Rabbi ist der Ansicht R. Jehudas, R. Jehuda ist aber nicht der Ansicht202Daß der Versöhnungstag Sühne schaffe, auch wenn man keine Buße getan hat.Rabbis.", "Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, der Versöhnungstag schaffe Sühne sowohl denjenigen, die Buße tun, als auch denjenigen, die keine Buße tun, und zwar wäre dies durch einen Schluß zu folgern: Sündopfer und Schuldopfer schaffen Sühne und der Versöhnungstag schafft ebenfalls Sühne, wie nun Sündopfer und Schuldopfer nur denjenigen Sühne schaffen, die Buße tun, ebenso schafft auch der Versöhnungstag nur denjenigen Sühne, die Buße tun. [Aber nein,] wohl gilt dies von Sündopfer und Schuldopfer, die nicht bei Vorsätzlichkeit Sühne schaffen wie bei Unvorsätzlichkeit, während der Versöhnungstag bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schafft.", "Da er nun bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schafft, [so könnte man glauben,] er schaffe Sühne sowohl denjenigen, die Buße tun, als auch denjenigen, die keine Buße tun, so heißt es:203Lev. 23,27.nur, teilend.", "Eine anonyme Lehre im Siphra ist ja von R. Jehuda, und diese lehrt: nur denjenigen, die Buße tun, nicht aber denjenigen, die keine Buße tun. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in welchem zwei anonyme Lehren im Siphra sich befinden: Man könnte glauben, der Versöhnungstag schaffe nur dann Sühne, wenn man sich an ihm kasteit, ihn heilige Festberufung204Biblische Bezeichnung der Festtage.genannt und an ihm keine Arbeit verrichtet hat, woher, daß auch dann, wenn man sich an ihm nicht kasteit, ihn nicht heilige Festberufung genannt und an ihm Arbeit verrichtet hat? Es heißt:205Lev. 23,27.er ist ein Tag der Sühne, in jedem Falle!?", "Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eine nach Rabbi und eine nach R. Jehuda.", "Raba erklärte: Beide nach Rabbi, denn Rabbi pflichtet bei hinsichtlich der Ausrottung206Dh. wenn man am Versöhnungstage selbst eine Handlung begangen hat, die an diesem Tage verboten u. mit Ausrottung belegt ist; von einem solchen Falle (essen od. arbeiten) spricht die erste Lehre.desselben Tages. Wolltest du nicht so erklären, so gäbe es ja nach Rabbi keine Ausrottung wegen [Entweihung] des Versöhnungstages. –", "Wieso denn nicht, dies kann ja vorkommen, wenn jemand etwas in der Nacht207Die dem Versöhnungstage yorangeht u. in jeder Hinsicht diesem gleicht; Sühne schafft jed. erst der Tag.begangen hat und gestorben ist; der Tag war noch nicht herangereicht, um ihm Sühne zu schaffen!? –", "Sage vielmehr:" ], [ "nach Rabbi könnte es keine Ausrottung wegen [Entweihung] des Tages [der Versöhnung] geben. –", "Wieso denn nicht, dies kann ja vorkommen, wenn jemand beim Essen einer Fleischschnitte durch Ersticken gestorben ist, oder wenn er unmittelbar vor Sonnenuntergang gegessen hat, wo keine Zeit für seine Sühne zurückgeblieben war.", "JISRAÉLITEN, PRIESTER UND DER GESALBTE [HOCH]PRIESTER.", "Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst heißt es: Jisraéliten, Priester und der gesalbte [Hoch]priester, und darauf lehrt er: einen Unterschied zwischen Jisraéliten, Priestern und dem gesalbten [Hoch]priester!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: Jisraéliten, Priester und der gesalbte [Hoch]priester erhalten ohne Unterschied Sühne wegen anderer Sünden durch den fortzuschickenden Bock, ein Unterschied zwischen Jisraéliten, Priestern und dem gesalbten [Hoch]priester besteht nur darin, indem der Farre den Priestern Sühne schafft wegen Verunreinigung des Heiligturns und der heiligen Opfer &c. –", "Nach wessen Ansicht? – Nach der des R. Jehuda; denn es wird gelehrt: Er sühne das Heilige des Heiligturns, das ist das Allerheiligste; das Offenbarungszelt, das ist der Tempel; den Altar, dem Worte gemäß; soll er sühnen, das sind die Vorhöfe; die Priester, dem Worte gemäß; das Volk, das sind die Jisraéliten; soll er sühnen, das sind die Leviten.", "Sie alle gleichen einander bei der einen Entsündigung, denn sie alle werden wegen anderer Sünden durch den fortzuschickenden Bock entsündigt – so R. Jehuda.", "R. Šimo͑n sagte: Wie das innerhalb [zu sprengende] Blut des Bockes Jisraél Sühne schafft wegen Verunreinigung des Heiligtums und seiner heiligen Opfer, ebenso schafft das Blut des Farren den Priestern Sühne wegen Verunreinigung des Heiligtums und seiner heiligen Opfer; und wie ferner das Sündenbekenntnis über den fortzuschickenden Bock Jisraél Sühne schafft wegen anderer Sünden, ebenso schafft das Sündenbekenntnis über den Farren den Priestern Sühne wegen anderer Sünden. –", "Und R. Šimo͑n, sie gleichen ja einander!? Sie gleichen einander insofern, als sie alle Sühne erhalten, jedoch jeder durch seines208Die einen durch den Farren, die anderen durch den Bock.. –", "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Es heißt:209Lev. 16,7.er soll die zwei Böcke nehmen, der fortzuschickende Bock gleicht also dem innerhalb hergerichteten; wie der innerhalb hergerichtete Bock den Priestern keine Sühne wegen der Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer schafft, denn bei diesem heißt es: 210Ib. V. 15.der für das Volk, ebenso schafft auch der fortzuschickende Bock den Priestern keine Sühne wegen aller anderen Sünden. –", "Und R. Jehuda!? – Er kann dir erwidern: sie gleichen einander insofern, als sie in ihrem Aussehen, ihrer Größe und ihrem Preise gleichmäßig sein müssen. –", "Wer ist der Autor der folgenden Lehre:210Ib. V. 15.Er soll den für das Volk stimmten Sündopferbock schlachten, daß nämlich die Priester durch diesen keine Sühne erhalten; wodurch erhalten sie Sühne? Durch den Farren Ahrons.", "Man könnte nämlich glauben, sie erhalten durch den Farren Ahrons keine Sühne: da es bereits 211Ib. V. 11.für ihn heißt, so haben sie keinen Anteil an der Sühne, wenn es aber heißt: er schaffe den Priestern Sühne, so finden wir, daß sie Sühne erhalten; wodurch erhalten sie nun diese Sühne?", "Es ist richtiger, daß sie durch den Farren Ahrons Sühne erhalten, der schon wegen seines Hauses212Die Beschränkung ‘für ihn’ kann nicht aufrecht gehalten werden, da durch diesen Farren auch seine Familie (cf. Lev. 16,11) Sühne erhält.aus seiner Beschränkung gekommen ist, und nicht durch den innerhalb hergerichteten Bock, der [wegen seines Hauses] nicht aus seiner Beschränkung gekommen ist.", "Wenn du aber dagegen einwenden willst, so heißt es:213Ps. 135,19.ihr vom Hause Ahrons214Die Priester werden also als ‘Haus Ahrons’ bezeichnet., preiset den Herrn, ihr vom Hause Levis, preiset den Herrn, ihr, die ihr den Herrn fürchtet, preiset den Herrn.", "Wer ist der Autor? R. Jirmeja erwiderte: Es ist nicht R. Jehuda, denn R. Jehuda sagt, die Priester erhalten Sühne durch den fortzuschickenden Bock. Wer ist nun der Autor? Raba erwiderte: Es ist R. Šimo͑n, welcher sagt, die Priester erhalten keine Sühne durch den fortzuschickenden Bock.", "Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, es ist R. Jehuda, denn er meint es wie folgt: demnach erhalten sie keine Sühne wegen der Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer, wenn es aber heißt: so schaffe er den Priestern Sühne, so finden wir, daß sie wegen anderer Sünden Sühne erhalten, und wie sie Sühne erhalten wegen anderer Sünden, so erhalten sie Sühne auch wegen der Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer;" ], [ "wodurch erhalten sie nun diese Sühne? Es ist richtiger, daß sie durch den Farren Ahrons Sühne erhalten, der wegen seines Hauses aus seiner Beschränkung gekommen ist, nicht aber durch den innerhalb hergerichteten Bock, der nicht aus seiner Beschränkung gekommen ist.", "Wenn du aber einwenden willst, so heißt es: ihr, vom Hause Ahrons, preiset den Herrn &c. –", "Was wäre dagegen einzuwenden? – Man könnte einwenden: es heißt ja: sein Haus, [so ist zu erwidern:] sie215Die Priester.heißen alle sein Haus, denn es heißt: ihr vom Hause Ahrons, preiset den Herrn, ihr, die ihr den Herrn fürchtet, preiset den Herrn. –", "Deuten denn [die Worte] für das Volk, hierauf, damit sagt ja der Allbarmherzige, daß er auf Kosten des Volkes angeschafft werde!? – Dies geht hervor aus:216Lev. 16,5.und von der Gemeinde der Kinder Jisraél. –", "Deuten denn [die Worte] der für ihn hierauf, diese sind ja für die folgende Lehre nötig: Er bringe [den Farren] von seinem Vermögen, nicht aber von dem der Gemeinde.", "Man könnte glauben, er dürfe ihn nur von dem der Gemeinde nicht darbringen, weil die Gemeinde durch ihn keine Sühne erlangt, wohl aber aus dem seiner Priesterbrüder, weil seine Priesterbrüder durch ihn Sühne erlangen, so heißt es: das für ihn. Man könnte glauben, er dürfe ihn nur von vornherein nicht darbringen, jedoch sei es gültig, wenn er ihn bereits dargebracht hat, so heißt es wiederum: der für ihn; die Schrift hat dies wiederholt, daß dies nämlich unerläßlich ist!? –", "Dem Autor ist folgendes schwierig: durch den des Volkes erhalten sie wohl deshalb keine Sühne, weil sie an diesem nicht mit ihrem Gelde beteiligt sind, aber auch an dem Ahrons sind sie ja nicht mit ihrem Gelde beteiligt!? Darauf erwidert er: sie gelten alle als sein Haus. –", "Einleuchtend ist es nach R. Šimo͑n, daß beim Farren zwei Bekenntnisse217Cf. Jom. Fol. 36b.und Blutsprengen218Das sind also 3 Sühnen.erforderlich sind, einmal entsprechend dem innerhalb hergerichteten Bocke, einmal entsprechend dem außerhalb hergerichteten Bocke und einmal entsprechend dem fortzuschickenden Bocke219Für alle 3 in der Mišna genannten Klassen von Sünden (1. wenn bezüglich der Unreinheit vorher, aber nicht nachher Kenntnis vorhanden war, 2. wenn vorher keine Kenntnis vorhanden war, wohl aber nachher, 3. andere, die Verunreinigung des Heiligen nicht betreffende Sünden).,", "weshalb aber sind nach R. Jehuda220Nach dem alle wegen anderer Sünden durch den fortzuschickenden Bock Sühne erhalten.beim Farren zwei Bekenntnisse und Blutsprengen erforderlich, ein Bekenntnis und Blutsprengen sollten ja ausreichen!? –", "Einmal für ihn persönlich und einmal für seine ganze Familie. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt: So ist es richtig, daß nämlich der Schuldfreie221Durch beide Bekenntnisse schafft er einmal Sühne, jedoch zuerst für sich selbst, nachher für sich u. alle übrigen Priester. komme und dem Schuldbeladenen Sühne schaffe, nicht aber, daß der Schuldbeladene komme und dem Schuldbeladenen Sühne schaffe.", "", "iBEI DER UNREINHEIT GIBT ES ZWEI ARTEN DES BEWUSSTSEINS, DIE INVIER ZERFALLEN. WENN JEMAND WUSSTE, DASS ER UNREIN GEWORDEN, DIES IHM ABER ENTFALLEN IST, JEDOCH KENNTNIS VON DER HEILIGKE IT HAT, \n", "ODER IHM DIE KENNTNIS DER HEILIGKEIT FEHLTE, JEDOCH KENNTNIS DER UNREINHEIT HAT, ODER IHM VON BEIDEM DIE KENNTNIS FEHLTE, UND ER OHNE KENNTNIS HEILIGES GEGESSEN, UND NACH DEM ESSEN KENNTNIS ERLANGT HAT, SO MUSS ER EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER DARBRINGEN.", "WENN ER WUSSTE, DASS ER UNREIN GEWORDEN, DIES IHM ABER ENTFALLEN IST, JEDOCH KENNTNIS DES HEILIGTUMS HAT, ODER IHM DIE KENNTNIS DES HEILIGTUMS FEHLTE, JEDOCH KENNTNIS DER UNREINHEIT HAT, ODER IHM VON BEIDEM1Der 3. Fall wird nicht besonders gezählt, da er in den ersten 2 enthalten ist, mithin sind es nur 4 Arten. DIE KENNTNIS FEHLTE, UND ER OHNE KENNTNIS IN DAS HEILIGTUM EINGETRETEN IST, UND NACH SEINEM HERAUSKOMMEN KENNTNIS ERLANGT HAT, SO MUSS ER EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER DARBRINGEN.", "iiEINERLEI OB ER IN DEN TEMPELHOF SELBST ODER IN DEN ZU DIESEM HINZUGEFÜGTEN RAUM EINGETRETEN IST, DENN MAN DARF DIE STADT2Jerušalem. UND DEN TEMPELHOF ERWEITERN NUR MIT [ZUSTIMMUNG3Sie müssen auch an der Prozession beteiligt sein. DES] KÖNIGS, DES PROPHETEN, DES ORAKELS, UND DES AUS EINUNDSIEBZIG MITGLIEDERN BESTEHENDEN SYNEDRIUMS, AUCH GEHÖREN DAZU ZWEI DANKOPFER UND GESANG; \n", "IHNENFOLGT DAS GERICHTSKOLLEGTUM MIT ZWEI DANKOPFERN HINTER IHNEN, UND GANZ JISRAÉL FOLGT HINTERHER4Somit haben auch die später hinzugefügten Räume dieselbe Heiligkeit.." ], [ "DAS INNERE5Der beiden Dankopfer. WURDE GEGESSEN UND DAS ÄUSSERE VERBRANNT. IST [BEI DER ERWEITERUNG] DIES ALLES NICHT ERLIL FOLGT, SO IST, WER DA EINTRITT, NICHT SCHULDIG.", "iiiWENN JEMAND IM TEMPELHOFE UNREIN GEWORDEN UND DIES IHM ENTFALLEN IST, JEDOCH KENNTNIS HAT, DASS ER SICH IM HEILIGTUME BEFINDET, ODER IHM DIE KENNTNIS DES HEILIGTUMS ENTFALLEN IST, JEDOCH KENNTNIS DER UNREINHEIT HAT, ODER BEIDES IHM ENTFALLEN IST, UND ER SICH DA NIEDERWIRFT ODER DIE DAUER EINER NIEDERWERFUNG VERWEILT, ODER ER BEIM HINAUSGEHEN DEN WEITEREN WEG WÄHLT, SO IST ER SCHULDIG, WENN ABER DEN KÜRZEREN, SO IST ER FREI6Falls er da die oben bezeichnete Zeit nicht verweilt hat..", "ivDIES IST EIN DAS HEILIGTUM BETREFFENDES GEIV BOT, WEGEN DESSENBERTRETUNG] MAN7Die Gemeinde, bei irrtümlicher Entscheidung (cf. Lev. 4,13), der es obliegt, die Unreinen zu entfernen (cf. Num. 5,2). NICHT SCHULDIG IST.", "WELCHES IST DAS DIE MENSTRUATION BETREFFENDE GEBOT, WEGEN DESSENBERTRETUNG] MAN SCHULDIG IST? WENN JEMAND DEN BEISCHLAF MIT EINER REINEN FRAU VOLLZIEHT UND SIE ZU IHM SAGT, SIE SEI UNREIN GEWORDEN, UND ER SICH SOFORT ZURÜCKZIEHT, SO IST ER SCHULDIG, DENN DAS HERAUSZIEHEN GEWÄHRT IHM EINEN EBENSOLCHEN GENUSS WIE DAS HINEINBRINGEN.", "vR. ELIEZ͑ER SAGTE: [ES HEISST:] 8Lev. 5,2.das Kriechtier &c. und es ihm entfällt, BEIM ENTFALLEN9Er muß also vorher gewußt haben, woran er sich verunreinigt hat. DES KRIECHTIERES IST MAN SCHULDIG, NICHT ABER IST MAN SCHULDIG BEIM ENTFALLEN DES HEILIGTUMS.", "R. A͑QIBA SAGTE: [ES HEISST:] 8Lev. 5,2.und es ihm entfällt, und er ist unrein, BEIM ENTFALLEN DER UNREINHEIT IST MAN SCHULDIG, NICHT ABER IST MAN SCHULDIG BEIM ENTFALLEN DES HEILIGTUMS.", "R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: [ES HEISST] ZWEIMAL und es ihm entfällt, [DIES LEHRT,] DASS MAN SOWOHL BEIM ENTFALLEN DER UNREINHEIT ALS AUCH BEIM ENTFALLEN DES HEILIGTUMS SCHULDIG SEI.", "GEMARA. R. Papa sprach zu Abajje: [Wieso heißt es:] zwei, die in vier zerfallen, es sind ja zwei, die in sechs zerfallen: Bewußtsein der Unreinheit vorher und nachher, Bewußtsein des Heiligen vorher und nachher, Bewußtsein des Heiligtums vorher und nachher!? –", "Nach deiner Auffassung sind es ja sogar acht, denn es kommt ja noch hinzu [Bewußtsein der] Unreinheit des Heiligen und [Bewußtsein der] Unreinheit des Heiligturns vorher und nachher. –", "Dies ist kein Einwand ; die Bezeichnung Unreinheit ist nur eine. Aber immerhin sind es ja sechs!?", "R. Papa erwiderte: Tatsächlich sind es acht, nur zählt er die ersten vier, derentwegen kein Opfer darzubringen ist, nicht mit, sondern nur die letzten vier, derentwegen ein Opfer darzubringen ist10Wenn Kenntnis, nachher vorhanden ist..", "Manche lesen: R. Papa erwiderte: Tatsächlich sind es acht, jedoch zählt er nur die ersten vier11Wenn Kenntnis vorher vorhanden war.auf, die bei anderen Gesetzen der ganzen Tora keine Geltung12Wegen aller anderen Sünden bringt man ein Opfer, sobald man Kenntnis erlangt hat.haben, nicht aber zählt er die letzten vier mj.t, die auch bei anderen Gesetzen der ganzen Tora Geltung haben.", "R. Papa fragte: Wie ist es, wenn einem das ganze Gesetz von der Unreinheit entfallen13Wenn er überhaupt nicht wußte, daß die Sache, mit der er in Berührung gekommen war, unrein ist.war? – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er überhaupt nicht wußte, ob ein Kriechtier unrein sei, ob ein Frosch unrein sei, so sollte er dies ja aus der Schule14Diese Kenntnis hat jeder Mensch.wissen!? –", "Tatsächlich, wenn er die Unreinheit eines Kriechtieres kannte, jedoch in dem Falle, wenn er ein linsengroßes Quantum berührt hat, und nicht wußte, ob ein linsengroßes Quantum verunreinigend sei oder nicht. Wie ist es nun: heißt dies Bewußtsein, da er gewußt hat, daß ein Kriechtier verunreinigend ist, oder heißt dies Unbewußtsein, da er nicht wußte, ob ein linsengroßes Quantum verunreinigend sei oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn ein Babylonier nach Palästina gekommen ist und den Platz des Heiligtums nicht kannte? –", "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. A͑qiba, nach dem Bewußtsein vorher erforderlich ist, so ist man ja nach ihm bei Unbewußtsein des Heiligturns nicht schuldig, und wenn nach R. Jišma͑él, nach dem man auch bei Unbewußtsein des Heiligtums schuldig ist, so ist ja nach diesem Bewußtsein vorher nicht erforderlich? –", "Die Frage besteht nach Rabbi, nach dem Bewußtsein vorher erforderlich ist, man aber bei Unbewußtsein des Heiligtums schuldig15Cf. supra Fol. 4a.ist, und auch sagt, daß das Bewußtsein aus der Schule als Bewußtsein gelte. Wie ist es nun, heißt dies Bewußtsein, da er wußte, daß es ein Heiligtum auf der Welt gibt, oder heißt dies Unbewußtsein, da er den Platz nicht kannte? – Dies bleibt unentschieden.", "EINERLEI OB ER IN DEN TEMPELHOF SELBST &C. EINGETRETEN IST. Woher dies? R. Šimi b. Ḥija erwiderte: Die Schrift sagt:16Ex. 25,9.ganz wie ich dir zeige, das Modell der Wohnung und das Modell all ihrer Geräte, \n" ], [ "so sollt ihr es errichten, für alle Zukunft.", "Raba wandte ein: Alle Geräte, die Moše gefertigt hatte, wurden durch die Salbung geheiligt, die späteren wurden durch den Dienst geweiht. Wieso nun, man sollte doch sagen, genau so müsse es auch in aller Zukunft erfolgen!? –", "Anders ist es bei diesen; die Schrift sagt:17Num. 7,1.er salbte und weihte sie, nur diese durch Salbung, nicht aber die späteren durch Salbung. – V", "ielleicht aber: diese durch Salbung und die späteren sowohl durch Salbung als auch durch den Dienst!? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:18Ib. 4,12.mit denen der Dienst im Heiligtum besorgt wird, die Schrift hat es also vom Dienste abhängig gemacht. – Wozu ist nun, wo es der Allbarmherzige durch [das Wort] Dienst angedeutet hat, [das Wort] sie nötig!? –", "Wenn der Allbarmherzige [das Wort] sie nicht geschrieben hätte, so könnte man glauben, nur jene durch Salbung, die späteren aber sowohl durch Salbung als auch durch den Dienst, denn es heißt ja: so sollt ihr es errichten, daher hat es der Allbarmherzige durch [das Wort] sie ausgeschlossen, nur sie durch Salbung, nicht aber die späteren durch Salbung.", "ZWEI DANKOPFER. Es wird gelehrt: Mit zwei ‘Dankopfer’ sind nur die Brote gemeint, nicht aber die Fleischopfer. – Woher dies? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:19Neh. 12,31.und ich stellte zwei große Dankopfer auf, und Aufzüge oben auf der Mauer nach rechts.", "Was ist nun unter ‘große’ zu verstehen: wollte man sagen, wörtlich, von der großen20Großvieh.Gattung, so sollte er doch ‘Rinder’ sagen, und wollte man sagen, große Exemplare,", "so gibt es doch beim Himmel keine Bevorzugung!? Es wird nämlich gelehrt: Beim Viehopfer heißt es:21Lev. 1,9.Feueropfer lieblichen Geruches, beim Geflügelopfer heißt es:22Ib. V. 17.Feueropfer lieblichen Geruches, und beim Speisopfer heißt es:23Ib. 2,9.Feueropfer lieblichen Geruches, dies lehrt, daß es einerlei sei, ob viel oder wenig, nur muß man sein Herz auf seinen Vater im Himmel richten.", "Vielmehr ist darunter zu verstehen: das größte unter den Dankopfern, nämlich aus Gesäuertem24Also Speisopfer., denn wir haben gelernt: Das Speisdankopfer bestand aus fünf jerušalemischen Sea͑ [Mehl], das sind sechs der Wüste, gleich zwei Epha, die Epha je drei Sea͑, gleich zwanzig I͑saron, zehn für das Gesäuerte und zehn für das Ungesäuerte; das Ungesäuerte bestand aus drei Arten: Kuchen, Fladen und Gemengtes25Mit heißem Wasser zubereitet, eine Art Mehlspeise. Für beide war ein gleiches Quantum Mehl bestimmt, mithin war das Gesäuerte 3mal so groß wie das Ungesäuerte..", "Rami b. Ḥama sagte: Bei der Einweihung des Tempelhofes sind die zurückbleibenden [Brote] des Speisopfers26Die von den Priestern gegessen werden.erforderlich, denn [diese muß der Einweihung] Jerušalems gleichen; wie Jerušalem geweiht wurde durch eine Sache, die nur darin gegessen werden27Mit den Broten des Dankopfers.darf, ebenso ist der Tempelhof zu weihen durch eine Sache, die nur in diesem gegessen werden darf. –", "Dürfen denn die Brote des Dankopfers nicht im Tempelhofe gegessen werden!? – Vielmehr, gleich [der Einweihung] Jerušalems; wie hei [der Einweihung] Jerušalems eine Sache, die man nur da essen darf und außerhalb desselben untauglich wird, ebenso beim Tempelhofe eine Sache die man nur innerhalb desselben essen darf und außerhalb desselben untauglich wird. –", "Demnach sollte es, wie da Ungesäuertes, auch hierbei Ungesäuertes sein!? –" ], [ "Glaubst du: gibt es denn ein Speisopfer aus Gesäuertem28Dieses kann nur ungesäuert sein; cf. Lev. 2,11.!? Wolltest du erwidern, man lasse das Zurückbleibende29Nachdem der Priester die Handvoll abgehoben hat.säuern und weihe damit, so heißt es ja:30Lev. 6,10.es nicht gesäuert gebacken werden; einen Anteil &c., und Reš Laqiš erklärte, selbst ein Teil darf nicht gesäuert gebacken werden. –", "Wieso denn nicht, man kann ja mit den zwei Broten des Wochenfestes31Diese werden gesäuert gebacken; cf. Lev. 23,17.einweihen!? – Dies ist nicht möglich;", "wie sollte man es denn machen: wollte man die Bauarbeiten am Tage vorher verrichten und die Weihung am Tage vorher vollziehen, so werden ja die zwei Brote erst durch das Schlachten der Lämmer32Also am Wochenfeste selbst.heilig;", "wollte man die Bauarbeiten am Tage vorher verrichten und die Weihung an diesem selbst vollziehen, so muß ja die Weihung beim Bauen erfolgen;", "wollte man die Bauarbeiten am Feste verrichten und die Weihung am Fest vollziehen, so verdrängt ja das Bauen des Heiligtums nicht [die Feier des] Festes;", "wollte man es auf den folgenden [Tag] verschieben und dann die Bauarbeiten verrichten und die Weihung vollziehen, so werden sie33Die 2 Brote.ja durch das Übernachten untauglich;", "wollte man die Bauarbeiten am Tage vorher verrichten und etwas zurücklassen, und sobald die Heiligkeit des Tages vorüber ist34Bei Anbruch der Nacht., sofort beenden und die Weihung vollziehen, so darf ja der Tempel nicht nachts gebaut werden!? Abajje sagte nämlich: Woher, daß das Bauen des Tempels nicht nachts erfolgen darf? Es heißt:35Num. 9,15.an dem Tage aber, an dem er die Wohnung aufrichtete, sie werde nur am Tage auf gerichtet, nicht aber nachts. Dies ist also nicht möglich.", "GESANG. Die Rabbanan lehrten: Der Gesang [war begleitet] von Zithern, Harfen und Zymbeln in jedem Winkel und auf jedem großen Steine in Jerušalem. Man sprach [den Psalm:]36Ps. 30,2.Ich will dich erheben, Herr, daß du mich herausgezogen hast &c. Ferner auch das Lied von den Plagegeistern37Den Psalm 91, der als Schutz vor den Plagegeistern gilt., und wie manche sagen, das Lied von den Plagen.", "Manche sagen, von den Plagen, denn es heißt darin:38Ps. 91,10.es wird keine Plage deinem Zelte nahen;manche sagen, von den Plagegeistern, denn es heißt darin: 39Ib. V. 7.es fallen tausend an deiner Seite.", "Man liest:40Ib. V. 1.Der im Schirm des Höchsten sitzt, im Schatten des Allmächtigen weilt, bis:41Ib. V. 9.Denn du, Herr, bist mein Schutz; den Höchsten machtest du zu deiner Zuflucht. Ferner liest man:42Ib. 3,1.Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohne Abšalom floh, bis:43Ib. V. 9,Bei dem Herrn ist die Hilfe; über dein Volk komme dein Segen. Sela.", "R. Jehošua͑ b. Levi las diese Schriftverse44Als Schutz.und schlief darauf ein. – Wieso tat er dies, R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja, man dürfe sich keine Heilung verschaffen durch Worte der Tora? – Anders ist es, wenn nur als Schutz. –", "Demnach bezieht sich das Verbot auf den Fall, wenn es sich um eine Wunde handelt; aber ist es denn, wenn es sich um eine Wunde handelt, nur verboten und nichts weiter, wir haben ja gelernt, wer über eine Wunde flüstert45Einen Schriftvers; cf. Syn. Fol. 90a., habe keinen Anteil an der zukünftigen Welt!? – Hierzu wird ja gelehrt, R. Joḥanan sagte, dies gelte von dem Falle, wenn man dabei ausspuckt, weil man beim Ausspucken den Gottesnamen nicht nennen darf.", "IHNEN FOLGT DAS GERICHTSKOLLEGIUM MIT ZWEI DANKOPFERN HINTER IHNEN&C. Demnach geht das Gerichtskollegium vor dem Dankopfer, dagegen heißt es ja aber:46Neh. 12,32.und hinter ihnen her zogen Hoša͑ja und die Hälfte der Obersten von Jehuda!? – Er meint es wie folgt: das Gerichtskollegium folgt und zwei Dankopfer folgen, das Gerichtskollegium aber hinter diesen. –", "Wie war der Zug [der Dankopfer]? – R. Ḥija und R. Šimo͑n b. Rabbi [streiten hierüber] ; einer sagt, eines neben dem anderen, und einer sagt, eines hinter dem anderen. Nach demjenigen, welcher sagt, eines neben dem anderen, ist unter ‘inneres’ dasjenige zu verstehen, das sich nahe der Mauer befand; und nach demjenigen, welcher sagt, eines hinter dem anderen, ist unter ‘inneres’ dasjenige zu verstehen das sich nahe dem Gerichtskollegium befand. –", "Wir haben gelernt: das innere wurde gegessen und das äußere verbrannt. Einleuchtend ist es nun, daß das innere gegessen wurde, nach demjenigen, der eines hinter dem anderen sagt, denn das erste ging voran und heiligte [den Ort47Somit wurde das 1. untauglich u. mußte verbrannt werden, während das 2. gegessen werden durfte.], nach demjenigen aber, der eines neben dem anderen sagt, erwirken ja beide gleichzeitig die Heiligkeit!? –", "Auch nach deiner Ansicht [ist ja einzuwenden:] kann denn nach demjenigen, der eines hinter dem anderen sagt, [eines] Heiligkeit erwirken, wir haben ja gelernt: wenn dies alles nicht erfolgt48Die Heiligkeit erfolgt erst nach Vollendung der ganzen Prozession.? Und selbst nach demjenigen, welcher erklärt: eines49Genügt für die Einweihung.von allem, sind ja beide zusammen eine Vorschrift!?", "Vielmehr ist mit R. Joḥanan zu erklären," ], [ "das eine wurde auf Anweisung des Propheten gegessen und das andere wurde auf Anweisung des Propheten verbrannt50Ohne irgend welche Begründung..", "WENN DIES ALLES NICHT ERFOLGT &C. Es wird gelehrt: R. Hona erklärte: alles zusammen; R. Naḥman erklärte: eines von allem.", "R. Hona erklärte: alles zusammen, denn er ist der Ansicht, die erste Heiligung51Der Stadt Jerušalem u. des Tempels durch David bezw. Šelomo. galt für die damalige Zeit und! auch für die Zukunft, nur tat dies E͑zra zur Erinnerung52Die von ihm vollzogene Heiligung war ungültig, da bei dieser König u. Orakel fehlten (cf. Jom. Fol. 21b)..", "R. Naḥman erklärte: eines von allem, denn er ist der Ansicht, die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht für die Zukunft, und E͑zra vollzog die Heiligung, obgleich damals das Orakel nicht vorhanden war.", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn dies alles nicht erfolgt!? – Lies: eines von dies allem. –", "Komm und höre: Abba Saúl sagte: Zwei Tiefungen53Od. Wiesen; sonst ist ביצע in dieser Bedeutung unbekannt.waren am Ölberg, eine untere und eine obere; die untere war durch dies alles geheiligt worden, die obere war nicht durch dies alles geheiligt worden, sondern nur durch die heimkehrenden Exulanten, ohne König und ohne Orakel.", "In die untere, die eine vollständige Heiligkeit hatte, pflegten die Leute aus dem gemeinen Volke zu kommen und da Minderheiliges zu essen, nicht aber den zweiten Zehnten, während Genossen da sowohl Minderheiliges als auch den zweiten Zehnten zu essen pflegten;", "in die obere aber, die keine vollständige Heiligkeit hatte, pflegten die Leute aus dem! gemeinen Volke zu kommen und da Minderheiliges zu essen, nicht aber den zweiten Zehnten, während Genossen da weder Minderheiliges noch den zweiten Zehnten aßen. Weshalb heiligte man sie nicht? Weil man die Stadt und den Tempel erweitern darf nur [im Beisein] des Königs, des Propheten, des Orakels, des aus einundsiebzig Mitgliedern bestehenden Synedriums, mit zwei Dankopfern und Gesang. Weshalb heiligte man sie? –", "‘Weshalb heiligte man sie’, du sagtest ja, man heiligte sie nicht!? – Vielmehr: weshalb arrondierte man sie? Weil sie die schwache Seite von Jerušalem und leicht zu besiegen54Hier wird also ausdrücklich gelehrt, daß alles erforderlich war.war!? –", "Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Ich hörte, daß, als man55Unter Èzra.den Tempel baute, man Vorhänge vor dem Tempel und Vorhänge vor dem Vorhof errichtet hatte, und nachher wurden die Wände der Tempelhalle außerhalb und die des Vorhofes innerhalb [dieser Vorhänge] errichtet.", "R. Jehošua͑ sagte: Ich hörte, daß man Opfer darbringe, auch wenn kein Tempel vorhanden ist, und daß man Hochheiliges esse, auch wenn keine Hofmauer, und Minderheiliges und den zweiten Zehnten, auch wenn keine Stadtmauer vorhanden56Obgleich dies nur innerhalb derselben erlaubt ist.ist, weil die erste Heiligung sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. Wahrscheinlich ist R. Elie͑zer der Ansicht, daß die Heiligung nicht für die Zukunft57Die Heiligung wurde also durch Èzra ohne König und ohne Orakel vollzogen; nach der anderen Ansicht dagegen ist durchaus alles erforderlich.galt.", "Rabina sprach zu R. Aši: Wieso ist dies erwiesen, vielleicht sind alle der Ansicht, die erste Heiligung galt sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft, nur erzählte der eine das, was er gehört hat, und der andere das, was er gehört hat!? Wenn du aber einwendest, welche Verwendung demnach nach R. Elie͑zer die Vorhänge hätten, [so ist zu erwidern:] nur als Aufbewahrungsort. –", "Vielmehr, [hierüber streiten] folgende Tannaím: R. Jišma͑él b. Jose sagte: Wozu zählten die Weisen sie58Die seit der Zeit des Jehošua͑ befestigten Städte; cf. Ar. Fol. 32a.auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie, während die erste [Heiligung] mit der Zerstörung des Landes aufgehört hatte. Demnach ist er der Ansicht, daß die erste Heiligung nur für die damalige Zeit galt, nicht aber für die Zukunft;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jišma͑él b. Jose sagte: Waren es denn nur diese, es heißt ja:59Dt. 3,4,5.sechzig Städte, alles was zum Bezirke Argob gehörte, zum Königreiche O͑gs in Bašan; lauter befestigte Städte, mit hoher Mauer; weshalb zählten nun die Weisen nur diese auf? Als die Exulanten heimkehrten, fanden sie diese vor und heiligten sie. –", "‘Und heiligten sie’, wir sagen ja weiter, daß man sie nicht zu heiligen brauchte!? –", "Vielmehr, sie fanden diese vor und zählten sie auf. Und nicht nur diese, sondern bei jeder Stadt, von der es dir von deinen Vorfahren überliefert ist, sie sei seit den Tagen Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, von einer Mauer umgeben, haben all diese Gebote60Cf. Ar. Abschn. 9. Geltung, weil die erste Heiligung sowohl für die damalige Zeit als auch für die Zukunft galt. Somit befindet sich ja R. Jišma͑él b. Jose mit sich selbst im Widerspruche!? –", "Wenn du willst, sage ich, zwei Tannaím streiten über die Ansicht des R. Jišma͑él b. Jose. Und wenn du willst, sage ich, eine dieser Lehren ist von R. Elea͑zar b. Jose, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Jose sagte:61Lev. 25,30,Da eine Mauer, auch wenn sie jetzt keine hat, früher aber eine hatte." ], [ "WENN ER IM TEMPELHOFE UNREIN GEWORDEN UND DIES IHM ENTFALLEN IST &C. Woher dies vom Unreinwerden im Tempelhofe62In der Schrift wird nur von dem Falle gesprochen, wenn man unrein in den Tempel eintritt.? R. Elea͑zar erwiderte: Ein Schriftvers lautet:63Num. 19,13.die Wohnung des Herrn hat er verunreinigt, und ein anderer Schriftvers lautet:64Ib. V. 20.denn das Heiligtum des Herrn hat er verunreinigt, und da [der zweite] wegen der außerhalb erfolgten Verunreinigung nicht nötig !ist, so beziehe man ihn auf die innerhalb erfolgte Verunreinigung. –", "Ist denn [einer der] Schriftverse überflüssig, sie sind ja beide nötig, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Wenn es ‘Wohnung’ heißt, wozu heißt es ‘Heiligtum’, und wenn es ‘Heiligtum’ heißt, wozu heißt es ‘Wohnung’? Wenn es nur ‘Wohnung’ und nicht ‘Heiligtum’ hieße, so würde ich gesagt haben, man sei nur wegen [Verunreinigung] der Wohnung65Der von Moše errichteten Stiftshütte; Heiligtum bezeichnet den später errichteten Tempel.schuldig, weil diese mit dem Salböl gesalbt war, nicht aber wegen der des Heiligtums; und wenn es nur ‘Heiligtum’ und nicht ‘Wohnung’ hieße, so würde ich gesagt haben, man sei nur wegen [Verunreinigung] des Heiligtums schuldig, weil dessen Heiligkeit eine ewige ist, nicht aber wegen der der Wohnung; daher heißt es ‘Wohnung’ und ‘Heiligtum’!? –", "R. Elea͑zar fragte folgendes ; merke, die Wohnung heißt ja auch ‘Heiligtum’ und das Heiligtum heißt ja auch ‘Wohnung’, wozu sind nun zwei verschiedenartige Schriftverse nötig, sollte es doch entweder in beiden ‘Heiligtum’ oder in beiden ‘Wohnung’ heißen, wozu heißt es nun ‘Wohnung’ und ‘Heiligtum’? Hieraus ist also beides zu entnehmen, und da er nicht auf die außerhalb erfolgte Verunreinigung zu beziehen ist, so beziehe man ihn auf die innerhalb erfolgte Verunreinigung. –", "Allerdings wird das Heiligtum ‘Wohnung’ genannt, denn es heißt:66Lev. 26,11.ich werde meine Wohnung unter euch aufschlagen, wo finden wir aber, daß die Wohnung ‘Heiligtum’ genannt wird? Wollte man sagen, in folgendem Schriftverse:67Num. 10,21.sodann brachen die Qehathiten auf, die das Heiligtum trugen, so bezieht dies sich ja auf die Bundeslade!? – Vielmehr, in folgendem:68Ex. 25,8.und sie sollen mir ein Heiligtum errichten, daß ich in ihrer Mitte wohne, und darauf heißt es:69Ib. V. 9.genau wie ich dir zeige, das Modell der Wohnung.", "DA NIEDERWIRFT ODER DIE DAUER EINER NIEDERWERFUNG VERWEILT. Raba sagte: Dies70Daß er, wenn er sich niedergeworfen hat, schuldig sei, auch wenn er da nicht die Dauer einer Niederwerfung verweilt hat.lehrten sie nur von dem Falle, wenn er sich nach innen nieder geworfen hat, wenn aber nach außen, so ist er nur dann [schuldig], wenn er so lange verweilt hat, nicht aber, wenn er nicht so lange verweilt hat.", "Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: oder die Dauer einer Niederwerfung verweilt hat; demnach ist auch beim Niederwerfen das Verweilen erforderlich. Hierzu sagte Raba: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er sich nach außen niedergeworfen hat, wenn aber nach innen, auch wenn er nicht so lange verweilt hat. Er meint es also wie folgt: hat er sich nach innen niedergeworfen oder bei einer Niederwerfung nach außen die Dauer einer Niederwerfung verweilt, so ist er schuldig. –", "Welche heißt eine Niederwerfung, wobei ein Verweilen erfolgt, und welche heißt eine Niederwerfung, wobei kein Verweilen erfolgt? – Ein einfaches Niederknien heißt eine Niederwerfung, wobei kein Verweilen erfolgt, das Ausbreiten von Händen und Füßen heißt eine Niederwerfung, wobei ein Verweilen erfolgt. –", "Welche Dauer hat ein Verweilen? – Hierüber streiten R. Jiçḥaq b. Naḥmani und noch einer, das ist R. Šimo͑n b. Pazi, wie manche sagen, R. Šimo͑n b. Pazi und noch einer, das ist R. Jiçḥaq b. Naḥmani, und wie manche sagen, R. Šimo͑n b. Naḥmaní; einer sagt, wie das Lesen des [weiter folgenden] Schriftverses, und einer sagt, wie von beugten bis zum Schlüsse des Schriftverses.71iiChr. 7,3.Und alle Kinder Jisraél sahen, wie das Feuer herabfuhr und die Herrlichkeit des Herrn über dem Tempel lagerte; da beugten sie sich mit dem Angesichte zur Erde nieder auf das Steinpflaster, warfen sich nieder und priesen den Herrn, daß er gütig sei und seine Gnade ewig währt.", "Die Rabbanan lehrten: ‘Bücken’, mit dem Gesichte [zur Erde], wie es heißt:72iReg. 1,31.Bath Šeba͑ bückte sich mit dem Gesichte zur Erde. ‘Knien’, auf den Knien [liegen], wie es heißt:73Ib. 8,54.von seinem Knien (auf den Knien). ‘Niederwerfung’, Hände und Füße ausstrecken, wie es heißt:74Gen. 37,10.sollen wir etwa kommen, ich, deine Mutter und deine Brüder, uns vor dir zur Erde niederzuwerfen?", "Raba fragte: Ist für die Geißelung75Wenn er vorsätzlich unrein im Tempel verweilt hat u. Zeugen ihn gewarnt haben.ein Verweilen erforderlich oder ist für die Geißelung kein Verweilen erforderlich? Ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert nur für das Opfer, nicht aber für die Geißelung," ], [ "oder ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert bei der innerhalb erfolgten [Verunreinigung], einerlei ob für das Opfer oder für die Geißelung? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn jemand [unrein] im Tempelhofe in der Luft schwebend sich befindet? Ist [die Bedingung des] Verweilens nur von dem Falle überliefert, wenn eine Niederwerfung möglich ist, nicht aber ist sie überliefert, wenn keine Niederwerfung möglich ist, oder ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert bei der innerhalb erfolgten [Verunreinigung], einerlei ob eine Niederwerfung möglich 1st oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Aši fragte: Wie ist es, wenn jemand sich vorsätzlich verunreinigt hat? Ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert nur von einem Zwangsfalle, nicht aber ist sie überliefert bei Vorsätzlichkeit, oder ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert bei der innerhalb erfolgten [Verunreinigung], einerlei ob bei einem Zwangsfalle oder bei Vorsätzlichkeit? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Aši fragte: Ist bei einem Naziräer an einem Grabe76Wenn er sich an einem Grabe verunreinigt, od. jemand an einem Grabe ein Nazirat gelobt; cf. Naz. Fol. 17a.für die Geißelung [die Bedingung des] Verweilens erforderlich oder nicht erforderlich? Ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert nur bei der innerhalb [des Vorhofes] erfolgten [Verunreinigung], nicht aber bei der außerhalb desselben erfolgten, oder ist [die Bedingung des] Verweilens überliefert bei einem Zwangsfalle77Die Frage bezieht sich auf den Fall, wenn er auf erlaubte Weise auf die Grabstätte gekommen ist, zBs. in einem geschlossenen Kasten, den ein anderer geöffnet hat., einerlei ob außerhalb oder innerhalb? – Dies bleibt unentschieden.", "BEIM HINAUSGEHEN DEN WEITEREN WEG WÄHLT, SO IST ER SCHULDIG, WENN ABER DEN KÜRZEREN, SO IST ER FREI. Raba sagte: Wenn den kürzeren, selbst wenn er Hacken an Zeh, und sogar wenn er den ganzen Tag geht78So ist er frei..", "Raba fragte: Werden die Verweilungen79Wenn sie einzeln die in der Mišna angegebene Dauer nicht erreichen.vereinigt? – Sollte er dies aus seiner eigenen Auslegung80Daß er, wenn er den kürzeren Weg wählt, frei sei, selbst wenn er den ganzen Tag geht.entscheiden!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn er nicht verweilt hat.", "Abajje fragte Rabba: Wie ist es, wenn er den längeren gegangen ist, und die Dauer des kürzeren gesäumt hat? Bezieht sich die Überlieferung auf die Dauer, somit ist er frei, wenn er den längeren gegangen ist und die Dauer des kürzeren gesäumt hat, oder lautet die Überlieferung wörtlich: wenn den längeren, so ist er schuldig, und wenn den kürzeren, so ist er frei? Dieser erwiderte: Der längere ist nicht zu verdrängen81Er ist also schuldig..", "R. Zera wandte ein: Es ist uns bekannt, daß, wenn ein Unreiner den Tempeldienst verrichtet, er dem Tode verfalle; wie kann dies82Daß er nicht der Ausrottung verfalle; hier handelt es sich um den Fall, wenn er im Tempelhofe selbst unrein wurde, denn sonst müßte er ja schon beim Eintritt der Ausrottung verfallen.nun der Fall sein; hat er nicht so lange verweilt, wieso kann er einen Dienst verrichtet haben, und hat er so lange verweilt, so verfällt er ja der Ausrottung?", "Allerdings kann dies, wenn du sagst, die Überlieferung beziehe sich auf die Zeit, dann Vorkommen, wenn er sich beeilt und den Dienst verrichtet hat," ], [ "wieso aber kann dies vorkommen, wenn du sagst, die Überlieferung laute wörtlich?", "Abajje erwiderte: Was ist dies für ein Einwand; dies kann ja vorkommen in dem Falle, wenn er den kürzeren gegangen ist und einen Feuerhaken83Auf dem Altar; einen ganz kurzen Dienst, der gar keine Zeit beansprucht.umgedreht hat. Dies nach R. Hona, denn R. Hona sagte, wenn ein Gemeiner einen Feuerhaken umdreht, sei er des Todes schuldig.", "Der Text. R. Hona sagte: Wenn ein Gemeiner einen Feuerhaken umdreht, so ist er des Todes schuldig. – In welchem Falle: würden [die Fleischstücke], wenn er ihn nicht umgedreht hätte, nicht verbrennen, so ist dies ja selbstverständlich, und würden sie verbrennen, auch wenn er ihn nicht umgedreht hätte, so hat er ja nichts getan!? –", "In dem Falle, wenn sie, hätte er sie nicht umgedreht, in zwei Stunden verbrennen würden, !nun aber in nur einer Stunde; er lehrt uns damit, daß jede Beschleunigung einer Dienstverrichtung als Dienst angesehen werde.", "R. Oša͑ja sagte: Ich möchte etwas sagen, nur fürchte ich mich vor den Kollegen. Wer in das Haus eines Aussätzigen rückwärts ein tritt, ist, selbst wenn er sich in diesem vollständig befindet, nur nicht mit der Nase, rein, denn !es heißt:84Lev. 14,46.und wer in das Haus kommt, die Tora hat es also nur auf gewöhnliche Weise des Kommens verboten.", "Ich fürchte mich vor den Kollegen, denn demnach sollte dies auch vom vollständigen [Körper] gelten. Raba sprach: Wenn vollständig, so ist er ja nicht weniger als ein im Hause befindliches Gerät, denn es heißt:85Ib. V. 36.damit nicht alles, was sich im Hause befindet, unrein werde.", "Ebenso wird auch gelehrt: Auf diesen Dächern86Im Tempelhofe.darf man weder Hochheiliges essen noch Minderheiliges schlachten; und wenn ein Unreiner über die Dächer in den Tempel kommt, so ist er frei, denn es heißt:87Lev. 12,4.und in das Heiligtum soll sie nicht kommen, die Tora hat dies nur auf gewöhnliche Weise des Kommens verboten.", "DIES IST EIN DAS HEILIGTUM BETREFFENDES GEBOT, WEGEN DESSENBERTRETUNG] MAN NICHT SCHULDIG IST &C. Worauf bezieht er sich, daß er ‘dies ist’ sagt? – Er bezieht sich auf folgende Lehre: Sie88Die Richter, wegen einer falschen Entscheidung.sind nicht schuldig wegen eines das Heiligtum betreffenden Gebotes oder Verbotes;", "ferner ist auch wegen eines das Heiligtum betreffenden Gebotes oder Verbotes kein Schwebe-Schuldopfer89Dieser Passus bezieht sich auf Private.darzubringen.", "Wohl aber ist man wegen eines die Menstruation betreffenden Gebotes oder Verbotes schuldig, auch ist wegen eines die Menstruation betreffenden Gebotes oder Verbotes ein Schwebe-Schuldopfer darzubringen.", "Hierzu sagt er: dies ist ein das Heiligtum betreffendes Gebot, wegen dessen [Übertretung] man nicht schuldig ist. Welches ist das die Menstruation betreffende Gebot, wegen dessen [Übertretung] man schuldig ist? Wenn jemand den Beischlaf mit einer reinen Frau vollzieht, und sie zu ihm sagt, sie sei unrein geworden, und er sich sofort zurückzieht, so ist er schuldig, denn das Herausziehen gewährt ihm einen ebensolchen Genuß, wie das Hineinbringen.", "Es wurde gelehrt: Abajje sagte im Namen des R. Ḥija b. Rabh, man sei zweifach90Wenn man das Glied bei Erektion herauszieht.schuldig ; ebenso sagte auch Raba im Namen des R. Šemuèl b. Šaba im Namen R. Honas, man sei zweifach schuldig; einmal wegen des Hineinbringens und einmal wegen des Herausziehens.", "Rabba wandte dagegen ein: In welchem Falle: wollte man sagen, nahe ihrer Periode, und zwar gelte dies von einem Schriftgelehrten91Der weiß, daß man das Glied bei Erektion nicht herausziehen darf., so sollte er allerdings wegen des Hineinbringens schuldig sein, da er glauben könnte, er werde noch mit dem Beischlaf fertig werden, weshalb aber ist er wegen des Herausziehens schuldig, er tat es ja vorsätzlich92Somit sollte er der Strafe verfallen und kein Opfer darbringen.;" ], [ "wenn aber von einem Manne aus dem gemeinen Volke, so [gleicht dies ja dem Falle] des Essens von zwei olivengroßen Stücken Talges bei einem Entfallen93Wegen dieses Falles ist man nur einmal schuldig.;", "wenn aber nicht nahe ihrer Periode, und zwar gilt dies von einem Schriftgelehrten, so sollte er nicht einmal schuldig sein, denn es war ein Zwangsfall94Er konnte nicht wissen, daß sie Menstruation bekommen werde.beim Hineinbringen und Vorsätzlichkeit beim Herausziehen; wenn aber von einem Mann aus dem gemeinen Volke, so sollte er ja nur einmal schuldig sein, wegen des Herausziehens!?", "Später erklärte Raba: Tatsächlich nahe ihrer Periode, und zwar gilt dies von einem Schriftgelehrten, jedoch wenn er nur das eine95Daß der geschlechtliche Verkehr mit einer Menstruierenden verboten sei, jedoch nicht, daß man das Glied bei Erektion nicht herausziehen darf.wußte und nicht das andere.", "Raba sagte: Beides haben wir gelernt; wir haben dies vom Hineinbringen gelernt und wir haben dies vom Herausziehen gelernt. Wir haben es vom Herausziehen gelernt, denn er lehrt: wenn jemand den Beischlaf mit einer reinen Frau vollzieht, und sie zu ihm sagt, sie sei unrein geworden, und er sich sofort zurückzieht, so ist er schuldig.", "Wir haben es vom Hineinbringen gelernt: findet es96Menstrualblut.sich auf seinem97Tuch, mit dem er sich nachher abwischt., so sind sie unrein, und müssen ein Opfer darbringen. Doch wohl nach ihrer Periode, und zwar wegen des Hineinbringens.", "R. Ada b. Mathna sprach zu Raba: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, nicht nahe ihrer Periode, und zwar wegen des Herausziehens; wenn du aber einwendest, vom Herausziehen sei dies nicht [zu lehren] nötig, da dies bereits gelehrt98In unserer Mišna.wurde, so lehrt er uns hauptsächlich folgendes: findet es sich auf ihrem, so sind sie des Zweifels wegen unrein und brauchen kein Opfer darzubringen. Und da er den Fall lehrt, wenn es sich auf ihrem findet, so lehrt er auch den Fall, wenn es sich auf seinem findet.", "Rabina entgegnete R. Ada: Wieso kannst du dies auf den Fall beziehen, wenn nicht nahe ihrer Periode, und es gelte vom Herausziehen, er lehrt ja: ‘findet es sich’, worunter nachher zu verstehen ist, und beim Herausziehen erfolgt es von vornherein, wo er Kenntnis hat!?", "Raba sprach zu ihm: Höre auf das, was dir dein Meister sagt. – Wieso kann ich darauf hören, hierzu wird ja gelehrt, dies sei ein die Menstruation betreffendes Gebot, dessentwegen man schuldig ist, und wenn dem so99Daß hier vom Hineinbringen gesprochen werde.wäre, so wäre dies ja ein Verbot!?", "Dieser erwiderte: Wenn du [diese Lehre] lehrst, so erkläre sie als lückenhaft und lehre sie wie folgt: dies ist ein die Menstruation betreffendes Verbot, dessentwegen man schuldig ist; wenn jemand den Beischlaf mit einer reinen Frau vollzieht, und sie zu ihm sagt, sie sei unrein geworden, und er sich sofort zurückzieht, so ist er schuldig; dies ist ein die Menstruation betreffendes Gebot &c.", "Der Meister sagte: Und er sich sofort zurückzieht, so ist er schuldig. Wie mache er es nun? R. Ilona erwiderte im Namen Rabas: Er stemme seine zehn Fingerspitzen100Wörtl. Nägel.gegen den Boden, bis [das Glied] schlaff wird, und gut.", "Raba sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand einen inzestuösen Beischlaf mit schlaffem Gliede vollzieht, er frei sei; wenn man nämlich sagen wollte, er sei schuldig, und in unsrem’ Falle sei er nur deshalb frei, weil dies ein Zwangsfall ist, so müßte er ja, wenn dies ein Zwangsfall ist, frei sein, auch wenn er sich sofort zurückzieht, denn es ist ja ein Zwangsfall.", "Abajje entgegnete ihm: Tatsächlich, kann man sagen, ist man, wenn man einen inzestuösen Beischlaf mit schlaffem Gliede vollzieht, schuldig, und in unsrem Falle ist er deshalb frei, weil dies ein Zwangsfall ist, wenn du aber einwendest, weshalb er denn schuldig sei, wenn er sich sofort zurückzieht, [so ist zu erwidern:] weil er sich bei einem kleineren Genüsse zurückziehen sollte und sich bei einem größeren Genüsse zurückgezogen hat.", "Rabbab. Hanan sprach zu Abajje: Demnach gibt es ja den Unterschied zwischen lang und kurz101Die Unterscheidung zwischen der Zurückziehung bei größerem u. kleinerem Genüsse gleicht der Unterscheidung zwischen der Wahl eines längeren u. kürzeren Weges beim Verlassen des Heiligtums.auch bei der Menstruation," ], [ "während wir dies nur vom Heiligtume gelernt haben!?–Es102Das W. אלא gibt hier keinen Sinn; wahrscheinl. Abbreviatur von ליה אביי אמר, wofür auch die Lesart א״ל mancher Handschriften spricht.ist nicht gleich; lang103Bei der Menstruierenden muß man die Zurückziehung möglichst in die Länge ziehen, bei der Unreinheit muß man sich möglichst beeilen.in diesem Falle ist gleich kurz in jenem Falle, und lang in jenem Falle ist gleich kurz in diesem Falle.", "R. Hona, Sohn des R. Nathan, wandte ein: Rann denn Abajje gesagt haben: weil dies ein Zwangsfali ist, wonach es von einem Falle nicht nahe ihrer Periode handelt, Abajje selber sagte ja, er sei zweifach schuldig, demnach handelt es ja von einem Falle nahe ihrer Periode!? –", "Die Auslegung Abajjes bezieht sich auf eine andere Lehre.", "R. Jonathan b. Jose b. Laqonja fragte R. Šimo͑n b. Jose b. Laqonja: Wo findet sich in der Tora das Verbot, eine Menstruierende zu beschlafen? Da nahm er einen Erdklumpen und warf nach ihm; ‘das Verbot, eine Menstruierende zu beschlafen’, [es heißt:]104Lev. 18,19.du sollst einer Frau in der Unreinheit ihrer Menstruation nicht nahen.", "Vielmehr, wo finden wir das Verbot, sich, wenn jemand den Beischlaf mit einer reinen Frau vollzieht, und sie zu ihm sagt, sie sei unrein geworden, sofort zurückzuziehen? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:105Ib. 15,24.und ihre Unreinheit auf ihn kommt, auch zur Zeit ihrer Menstruation bleibe106Die Form תהי wird als Imperativ aufgefaßt.sie bei ihm. –", "Wir finden nun das Gebot, wo aber das Verbot? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt: nicht nahen, und nicht nahen heißt auch: nicht zurücktreten, denn es heißt: 107Jes. 65,5.rücke108Im Texte durch קרב nahen ausgedrückt, eigentl. nähere dich dir selber.ab, nähere dich mir nicht, denn ich mache dich heilig.", "Die Rabbanan lehrten:109Lev. 15,31.Ihr sollt die Kinder Jisraél verwarnen inbetreff ihrer Unreinheit. R. Jošija sagte: Dies ist eine Verwarnung für die Kinder Jisraél, daß sie sich von ihren Frauen nahe ihrer Periode zurückziehen sollen. – Wieviel? Rabba erwiderte: Einen Halbtag11012 Stunden; cf. Bd. I S. 688 Anm. 52..", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wer sich von seiner Frau nahe ihrer Periode nicht zurückzieht, dem sterben seine Söhne, selbst wenn sie den Söhnen Ahrons gleichen, denn es heißt: Ihr sollt die Kinder Jisraél verwarnen, inbetreff ihrer Unreinheit &c. und inbetreff der Menstruierenden, und darauf folgt 111Lev. 16,1.nach dem Tode112Der Söhne Ahrons &c..", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer sich von seiner Frau nahe ihrer Periode zurückzieht, bekommt männliche Kinder, denn es heißt:113Lev. 11,47.damit man zwischen dem Unreinen und dem Reinen unterscheide, und darauf folgt:114Ib. 12,2.wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Er bekommt Söhne, die das Gesetz zu lehren würdig sind, denn es heißt:115Ib. 10,10,11.zu unterscheiden und zu lehren.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer am Ausgange des Šabbaths den Unterscheidungssegen über den Wein spricht, bekommt männliche Kinder, denn in diesem heißt es: zwischen Heiligem und Profanem zu unterscheiden, und dort heißt es: damit man zwischen dem Unreinen und dem Reinen unterscheide, und darauf folgt: wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: [Er bekommt] Kinder, die das Gesetz zu lehren würdig sind, denn es heißt: zu unterscheiden und zu lehren.", "R. Binjamin b. Jepheth sagte im Namen R. Elea͑zars: Wer sich beim Beischlaf heiligt116Dh. sich keusch benimmt., bekommt männliche Kinder, denn es heißt:117Lev. 11,44.erweiset euch als heilig und seid heilig, und darauf folgt: wenn eine Frau niederkommt &c.", "R. ELIEZ͑ER SAGTE: [ES HEISST:] das Kriechtier &c. und es ihm entfällt. Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen?", "Ḥizqija erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei [der Verunreinigung durch] ein Kriechtier oder118Wenn er sich vorher bewußt war, unrein zu sein, jedoch nicht wußte, oh durch ein Kriechtier od. durch ein Aas.ein Aas; R. Elie͑zer ist der Ansicht, nur wenn man weiß, ob man sich an einem Kriechtiere oder an einem Aase verunreinigt hat, und R. A͑qiba ist der Ansicht, auch wenn man nicht weiß, ob man sich an einem Kriechtiere oder an einem Aase verunreinigt hat, wenn man nur weiß, daß man sich verunreinigt hat.", "Ebenso sagte auch U͑la, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen bei [der Verunreinigung durch] ein Kriechtier oder ein Aas. U͑la wies nämlich auf einen Widerspruch hin, in dem R. Elie͑zer sich befindet, und erklärte ihn auch. Kann R. Elie͑zer denn gesagt haben, nur wenn man weiß, ob man sich an einem Kriechtiere oder an einem Aase verunreinigt hat,", "dem widersprechend wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wie du es nimmst: hat er Talg119Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn jemand weiß, daß er eine von zwei mit gleicher Strafe belegten Sünden begangen hat, jedoch nicht weiß, welche; nach RE. ist er zur Darbringung eines Sündopfers verpflichtet, nach RJ. ist er frei.gegessen, so ist er schuldig, hat er Übriggebliebenes gegessen, so ist er schuldig; hat er den Šabbath entweiht, so ist er schuldig, hat er den Versöhnungstag entweiht, so ist er schuldig; hat er seine menstruierende Frau beschlafen, so ist er schuldig, hat er seine Schwester beschlafen, so ist er schuldig.", "R. Jehošua͑ entgegnete ihm: Es heißt:120Lev. 4,23.und ihm bekannt geworden ist sein Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, ihm bekannt ist, wodurch er sich schuldig gemacht hat.", "Er erklärte ihn auch. Hierbei sagt der Allbarmherzige: dessen er sich schuldig gemacht hat, also irgend eine Sünde, dort aber heißt es:121Ib. 5,2.oder irgend etwas Unreines, wozu heißt es noch: oder das Aas eines unreinen Kriechtieres? Schließe hieraus: nur wenn er weiß, ob er sich an einem Kriechtiere oder an einem Aase verunreinigt hat. –", "Und R. A͑qiba!? –" ], [ "Da er Vieh und Wild besonders nennen muß, wegen der Lehre122Cf. supra Fol. 7a.Rabbis, so nennt er auch das Kriechtier besonders. So wurde auch in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Wenn ein Abschnitt gelehrt und wiederholt wird, so ist er nur wegen einer in diesem vorkommenden Neuerung wiederholt worden.–", "Wofür verwendet R. Elie͑zer [das Wort] dessen!? – Dies schließt die Indolenz123Wenn jemand die Handlung, durch die er die Sünde begangen hat, überhaupt nicht beabsichtigt hat; dies ist ein noch leichterer Grad als die Unvorsätzlichkeit, bei der man die Absicht hatte, die betreffende Handlung zu begehen, nur nicht wußte, daß dies verboten sei. Wegen der ersteren ist man auch nach RE. frei.aus.", "R. Joḥanan aber sagte, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen nur in der Auslegung124RA. u. RE. sind derselben Ansicht, jedoch folgert dieser seine Ansicht aus dem einen Schriftverse u. jener aus einem anderen.. Ebenso sagte auch R. Šešeth, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen nur in der Auslegung. R. Šešeth verwechselte oft die Ansicht R. Elie͑zers mit der des R. A͑qiba, und die des R. A͑qiba mit der des R. Elie͑zer125Weil beide identisch sind..", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn er beides126Weder seine Unreinheit noch die Heiligkeit.nicht kannte? Dieser erwiderte: Hierbei liegt Entfallen der Unreinheit127Die Unkenntnis der Heiligkeit ist zu negieren.vor, somit ist er schuldig. – Im Gegenteil, hierbei liegt Unkenntnis der Heiligkeit vor, somit sollte er frei sein!?", "R. Aši erwiderte: Wir sehen nun: zieht er sich wegen des Bewußtwerdens der Unreinheit zurück, so liegt hierbei Entfallen der Unreinheit vor, sodann ist er schuldig, zieht er sich wegen des Bewußtwerdens der Heiligkeit zurück, so liegt hierbei Entfallen der Heiligkeit vor, sodann ist er frei. Rabina entgegnete R. Aši: Er zieht sich ja bei Bewußtwerden der Heiligkeit nur wegen der Unreinheit, und bei Bewußtwerden der Unreinheit nur wegen der Heiligkeit zurück!? Vielmehr gibt es hierbei keinen Unterschied.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn von zwei Stegen einer unrein und einer rein ist, und er einen gegangen und [in den Tempel] nicht eingetreten ist, und darauf den andern gegangen und eingetreten128Ohne Kenntnis.ist, so ist er129Da er auf jeden Fall unrein ist.schuldig;", "wenn er den einen gegangen und eingetreten ist, und darauf besprengt wurde und wiederum besprengt wurde130Am 3. u. 7. Tage der Unreinheit.und untergetaucht ist, dann den anderen gegangen und eingetreten ist, so ist er schuldig, und nach R. Šimo͑n frei131Weil in beiden Fällen nur ein Zweifel vorliegt.. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt, nach R. Šimo͑n sei er", "in allen Fällen frei. –" ], [ "‘In allen’, also auch im ersten, aber er ist ja auf jeden Fall unrein!? Raba erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er zuerst den einen gegangen ist, und als er darnach den anderen ging, es vergessen hatte, daß er den ersten gegangen ist; er hatte also nur einen Teil des Bewußtwerdens.", "Ihr Streit besteht in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, wir sagen, ein Teil des Bewußtwerdens gleiche dem ganzen Bewußtwerden, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, wir sagen nicht, ein Teil des Bewußtwerdens gleiche dem ganzen Bewußt wer den. –", "«Wenn er den einen gegangen und eingetreten ist, und darauf besprengt und wiederum besprengt wurde und untergetaucht ist, dann den anderen gegangen und eingetreten ist, so ist er schuldig, und nach R. Šimo͑n frei. » Weshalb ist er schuldig, das Bewußtwerden ist ja nur ein zweifelhaftes!?", "R. Joḥanan erwiderte: Hierbei behandelten sie das zweifelhafte Bewußtwerden als sicheres132Ist es zweifelhaft, ob eine Verunreinigung überhaupt inbetracht kommen kann, (wie beispielsweise ob. Fol. 14b, wenn er nicht weiß, ob Oliven- oder Linsengröße verunreinigend sei), so kann dies nicht als sichere Unreinheit behandelt werden, hierbei aber ist der eine Steg sicher verunreinigend, nur liegt ein Zweifel vor, ob er diesen gegangen ist.Bewußtwerden. Reš Laqiš erwiderte: Hier ist R. Jišma͑él vertreten, welcher sagt, vorher sei kein Bewußtwerden erforderlich. –", "Ich will auf einen Widerspruch hin weisen, in dem R. Joḥanan sich mit sich selbst befindet, und auf einen Widerspruch, in dem Reš Laqiš sich mit sich selbst befindet. Es wird gelehrt: Wer zweifelhaften Talg133Wenn es zweifelhaft ist, ob es ein Stück Fett oder Talg war.gegessen hat und Bewußtwerden134Daß er solchen gegessen hat.erlangt, und wiederum zweifelhaften Talg gegessen hat und Bewußtwerden erlangt, muß, wie Rabbi sagt, wie er wegen jedes Falles besonders ein Sündopfer darbringen müßte, auch wegen jedes Falles besonders ein Schwebe-Schuldopfer darbringen;", "R. Šimo͑n b. Jehuda und R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagen im Namen R. Šimo͑ns, er bringe nur ein Schwebe-Schuldopfer dar, denn es heißt:135Lev. 5,18.wegen des Versehens, das er versehentlich begangen hat, die Tora bestimmte e i n Schwebe-Schuldopfer wegen vieler Versehen.", "Hierzu sagte Reš Laqiš: Hier lehrt Rabbi, daß mehrfaches Bewußtwerden von zweifelhaften Vergehen hinsichtlich der Sündopfer von einander zu trennen136Wenn er nach jedem einzelnen Fall erfährt, daß er etwas gegessen hat, worüber ein Zweifel obwaltet, und nachträglich erfährt, daß es in beiden Fällen Talg war, so wird das nachträgliche Bewußtwerden durch die früheren, einzeln erfolgten geteilt; er muß dann wegen jedes Falles besonders ein Sündopfer darbringen.sind.", "R. Joḥanan aber erklärte: Wie sonst mehrfaches Bewußtwerden zweifelloser Vergehen hinsichtlich der Sündopfer von einander zu trennen sind, ebenso sind auch mehrfache Bewußtwerden von zweifelhaften Vergehen hinsichtlich der Schuldopfer von einander137Demnach ist er nicht der Ansicht, daß das zweifelhafte Bewußtwerden als sicheres gelte.zu trennen.", "Allerdings ist der Widerspruch, in dem R. Joḥanan sich mit sich selber befindet, zu erklären, denn dies138Daß das zweifelhafte Bewußtwerden als sicheres behandelt werde.gilt nur von diesem Falle, nicht aber von der ganzen Tora; nur von diesem Falle, weil hierbei das Bewußtwerden nicht ausdrücklich genannt wird, sondern nur aus [dem Worte] entfällt139Cf. supra Fol. 5a.entnommen wird, nicht aber in der ganzen Tora, denn es heißt:140Lev. 4,28.oder er sich bewußt wird, es muß also ein richtiges Bewußtwerden sein;", "gegen Reš Laqiš aber [ist ja einzuwenden:] weshalb addiziert er sie141Die angezogene Lehre von den zwei Stegen.R. Jišma͑él, er sollte sie doch Rabbi addizieren142Da nach seiner Auslegung Rabbi der Ansicht ist, das zweifelhafte Bewußtwerden gelte als sicheres.!? – Er lehrt uns folgendes: nach R. Jišma͑él ist kein Bewußtwerden vorher nötig. –", "Selbstverständlich ist es nach ihm nicht nötig, da nach ihm kein Schriftvers143Aus dem er das vorherige Bewußtwerden entnehmen könnte.zurückbleibt, denn aus [dem Worte] entfällt entnimmt er ja das Unbewußtsein der Heiligkeit144Daß man auch in diesem Falle schuldig sei; cf. supra Fol. 14b.
145. Für die Erforderlichkeit eines Bewußtwerdens.
!? – Man könnte glauben, er habe dafür keine Andeutung in der Schrift, wohl aber eine überlieferte Lehre, so lehrt er uns.", "", "i,1ES GIBT ZWEI ARTEN VON SCHWÜREN, DIE IN VIER ZERFALLEN; EIN SCHWUR, DASS ICH ESSEN WERDE, ODER: DASS ICH NICHT ESSEN WERDE; DASS ICH GEGESSEN HABE, ODER: DASS ICH NICHT GEGESSEN HABE.", "[WENN ER GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE, UND EIN MINIMUM GEGESSEN HAT, SO IST ER SCHULDIGSO R. A͑QIBA. SIE SPRACHEN ZU R. A͑QIBA: WO FINDEN WIR DENN, DASS JEMAND WEGEN DES ESSENS EINES MINIMUMS SCHULDIG1Wegen des Essens verbotener Speisen, bezw. an einem Tage, an dem das Essen verboten ist, ist man nur dann schuldig, wenn man ein oiivengroßes Quantum gegessen hat. SEI, DASS DIESER SCHULDIG SEIN SOLLTE!? R. A͑QIBA ERWIDERTE IHNEN: WO FINDEN WIR DENN, DASS JEMAND WEGEN DES SPRECHENS EIN OPFER DARZUBRINGEN HAT2Wohl aber wegen der Eidesverletzung, somit bildet dieses Gesetz eine Ausnahme auch hinsichtlich des Quantums.!?", "GEMARA. Demnach ist unter ‘essen’ zu verstehen: ich werde essen; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagt jemand:] ein Schwur, daß ich deines nicht essen werde, ein Schwur, [wenn3Die Partikel ‘wenn’ fehlt im Texte, dadurch erklärt sich der angebliche Widerspruch, auf den hingewiesen wird.] ich deines essen werde, kein Schwur, wenn ich deines nicht4Dh. was ich nicht esse, sei nicht mit einem Schwure [sc. des Nichtessens] belegt, wohl aber das, was ich esse. essen werde, so ist es ihm verboten!?", "Abajje erwiderte: Tatsächlich heißt dies: ich werde essen, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn man ihn zu essen nötigt, und eines gilt von dem Falle," ], [ "wenn man ihn nicht zu essen nötigt.", "Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn man ihn nicht zu essen nötigt, und jene Barajtha spricht von dem Falle, wenn man ihn zu essen nötigt, und er sagt: ich esse nicht, ich esse nicht; wenn er schwört, !meint er es wie folgt: ein Schwur, daß ich nicht essen werde.", "R. Aši erwiderte: Lies: ein Schwur, daß ich deines nicht4Nur im Texte verständlich; er sagte nicht לא אוכל, sondern אי אוכל, u. diese Verneinung ist lautlich mit der Bezeichnung אוכל zu verwechseln.
5. Die W.e שאי אוכל können eine Versprechung von שאוכל sein.
essen werde. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, er habe sich nur versprochen, so lehrt er uns.", "Die Rabbanan lehrten: Der Ausspruch6Wenn jemand beispielsweise sagt: ein Ausspruch, daß ich dieses Brot nicht essen werde, so ist dies ebenso, als würde er gesagt haben: ich schwöre &c. gilt als Schwur, die Enthaltung7Wenn einer sich bezüglich einer Sache eine Enthaltung auferlegt: wenn er beispielsweise sagt: bezüglich dieses Brotes bestehe für mich eine Enthaltung, od. ein Verbot. gilt als Schwur, wegen der Bezugnahme8Wenn er die bezüglich einer Sache bestehende Enthaltung auf eine andere ausdehnt. auf die Enthaltung ist man, wenn du sagst, die Enthaltung gelte als Schwur, schuldig, wenn aber nicht, frei. – ‘Wenn du sagst, die Enthaltung gelte als Schwur’, du sagtest ja, die Enthaltung gelte als Schwur!?", "Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: der Ausspruch gilt als Schwur, die Enthaltung kann von einem Schwure erfaßt9Wenn er beispielsweise geschworen hat, daß er dieses Brot nicht essen werde, u. darauf sagt: dieses Fleisch gleiche diesbezüglich dem Brot. werden, die Bezugnahme10Wenn er nachher bezügl. einer dritten Sache sagt: diese gleiche diesbezüglich dem Fleische.auf die Enthaltung gilt, wenn du sagst, jene werde vom Schwure erfaßt, als ausgesprochener Schwur und man ist derentwegen schuldig, wenn aber nicht, so ist man frei. –", "Woher, daß der Ausspruch als Schwur gilt? – Es heißt:11Lev. 5,4.oder wenn jemand schwört und mit den Lippen ausspricht. – Auch bei der Enthaltung heißt es ja:12Num. 30,14.jedes Gelübde und jeder Schwur der Enthaltung!? –", "Vielmehr, woher, daß die Enthaltung vom Schwure erfaßt wird? – Es heißt:13Ib. V. 11.oder durch einen Schwur14Das W. בשבועה wird aufgefaßt: im Schwure.sich zur Enthaltung verpflichtet. –", "Auch beim Ausspruch heißt es ja:15Lev. 5,4.alles, was ein Mensch mit einem Schwure ausspricht!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, daß der Ausspruch als Schwur gilt, ist hieraus zu entnehmen:16Num. 30,7.falls sie sich aber an einen Mann verheiraten sollte, während noch Gelübde auf ihr lasten, oder Worte, die ihre Lippen gesprochen haben, durch die sie sich eine Enthaltung auferlegt hat, und da hier von einem Schwure nicht gesprochen wird, so kann sie sich die Enthaltung nur durch einen Ausspruch auferlegt haben.", "Raba erklärte: Tatsächlich, kann ich sagen, gilt das, was vom Schwure erfaßt wird, nicht als ausgesprochener Schwur, nur meint er es wie folgt: der Ausspruch gilt als Schwur, die Enthaltung gilt ebenfalls als Schwur, die Bezugnahme auf die Enthaltung setzte die Schrift zwischen Gelübde und Schwur; hat man sie daher in Gelübdeform ausgesprochen, so gilt sie als Gelübde, wenn in Schwur form» so gilt sie als Schwur. –", "Wo wurde sie da gesetzt? –17Ib. V. 11.Und wenn sie im Hause ihres Ehemannes ein Gelübde abgelegt hat, oder sich eine Enthaltung auferlegt hat, durch Schwur &c.", "Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wird gelehrt: Wenn jemand etwas von einem Schwure erfassen läßt, so ist dies, wie Abajje sagt, ebenso, als hätte er einen Schwur ausgesprochen, und wie Raba sagt, nicht ebenso, als hätte er einen Schwur ausgesprochen.", "Man wandte ein: Was heißt eine Enthaltung, von der in der Tora gesprochen wird? Wenn jemand sagt: ich nehme auf mich, weder Fleisch zu essen noch Wein zu trinken, wie am Tage, an dem mein Vater gestorben ist, oder jener gestorben ist, oder wie am Tage, an dem Gedalja, der Sohn Aḥiqams, getötet18Cf. iiReg. 25,25. wurde, wie am Tage, an dem ich Jerušalem in seiner Zerstörung gesehen habe, so ist es ihm verboten. Hierzu sagte Šemuél: Dies nur dann, wenn er an jenem Tage ein Gelübde abgelegt hat.", "Einleuchtend ist nun die Ansicht Abajjes, denn wenn die Bezugnahme auf ein Gelübde als Gelübde gilt, so gilt auch die Bezugnahme auf einen Schwur als Schwur;" ], [ "gegen Raba aber ist dies ja ein Einwand19Er nahm an, daß hier von der Bezugnahme gesprochen werde, wenn er beispielsweise gesagt hat, dieser Tag solle einem der hier genannten gleichen.!? –", "Raba kann dir erwidern: man erkläre und lese es wie folgt. Was heißt ein Enthaltungsgelübde, von dem in der Tora gesprochen wird? Wenn jemand sagt: ich nehme auf mich weder Fleisch zu essen noch Wein zu trinken, wie am Tage, an dem mein Vater gestorben ist, oder wie am Tage, an dem jener getötet wurde ; und hierzu sagte Šemuél, dies nur dann, wenn er an jenem Tage ein Gelübde abgelegt20Hier wird also nicht von der Bezugnahme gesprochen, sondern von dem Falle, wenn er hinsichtlich des in Rede stehenden Tages selbst ein Gelübde ablegt.hat. –", "Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:21Num. 30,3.wenn jemand dem Herrn ein Gelübde geloben wird, nur wenn er ein Gelübde ablegt, gleich einem, der schon besteht. –", "‘Wie am Tage, an dem mein Vater gestorben ist’; selbstverständlich!? – Nötig ist der Fall: wie am Tage, an dem Gedalja, der Sohn, Aḥiqams, getötet wurde; man könnte nämlich glauben, daß auf diesen, da es22Essen u. trinken.an diesem auch ohne Gelübde verboten ist, das Enthaltungsgelübde sich nicht erstrecke und er vom Gelübde nicht erfaßt werde, so lehrt er uns.", "Und auch R. Joḥanan ist derselben Ansicht wie Raba, denn als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Sagt jemand:] ich tue einen Ausspruch, daß ich deines nicht essen werde, ich nehme eine Enthaltung auf mich, daß ich deines nicht essen werde, so gilt dies als Schwur.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Der Schwur:] ich werde essen, und: ich werde23Der promissorische Schwur hat bei der Leistung desselben Gültigkeit, u. erst wenn man ihn bricht, wird er zum Falschschwur; der assertorische nicht der Wahrheit entsprechende Schwur dagegen ist schon an sich ungültig, u. ist daher als Nichtigkeitsschwur zu bezeichnen.nicht essen, ist [eventuell] ein Falschschwur, und das Verbot befindet sich in folgendem:24Lev. 19,12.ihr sollt in meinem Namen nicht falsch schwören; [der Schwur:] ich habe23Der promissorische Schwur hat bei der Leistung desselben Gültigkeit, u. erst wenn man ihn bricht, wird er zum Falschschwur; der assertorische nicht der Wahrheit entsprechende Schwur dagegen ist schon an sich ungültig, u. ist daher als Nichtigkeitsschwur zu bezeichnen.gegessen, und: ich habe nicht gegessen, ist [eventuell] ein Nichtigkeitsschwur, und das Verbot befindet sich in folgendem:25Ex. 20,7.du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht umsonst aussprechen;", "wegen des Qonam26Wenn jemand sagt: diese Sache gelte mir als Qonam (Nebenform für Opfer); die Formel erstreckt sich auch auf abstrakte Dinge, dh. sei ihm verboten.begeht man [das Verbot:] 27Num. 30,3.er soll sein Wort nicht brechen.", "Man wandte ein: Nichtigkeitsschwur und Falschschwur sind dasselbe. Wahrscheinlich erstreckt sich der Falschschwur auch auf die Vergangenheit, wie auch der Nichtigkeitsschwur sich auf die Vergangenheit erstreckt; demnach gilt auch [der Schwur:] ich habe gegessen, und: ich habe nicht gegessen, als Falschschwur!? –", "Wieso denn, der eine auf seine Art und der andere auf seine Art. – Wieso heißt es: sind dasselbe28Im Texte: sind eines.!? – Sie wurden zusammen ausgesprochen, wie gelehrt wird: Gedenke und beachte29Ex. 20,8 wird beim Šabbathgesetze das W. gedenke, u. Dt. 5,12, wo diese Stelle sich wiederholt, dagegen das W. beachte gebraucht.wurden zusammen ausgesprochen, was sonst der Mund nicht aussprechen und das Ohr nicht vernehmen kann. –", "Allerdings kann man da sagen, daß sie zusammen ausgesprochen wurden, nach R. Ada b. Ahaba, denn R. Ada b. Ahaba sagte, Frauen seien nach der Tora zur Weihung des Tages30Des Šabbaths.verpflichtet, denn die Schrift sagt, gedenke und beachte, und wer [der Vorschrift] des Beachtens31Die Vorschrift des Gedenkens ist ein Gebot, dagegen gilt die Vorschrift des Beachtens als Verbot; cf. supra Fol. 4a.unterliegt, unterliegt auch [der Vorschrift] des Gedenkens, und da die Frauen der Vorschrift des Beachtens unterliegen32Frauen sind allen Verboten der Tora unterworfen, nicht aber allen Geboten, sondern nur solchen, die von einer bestimmten Zeit nicht abhängig sind; demnach wären sie zur Weihung des Šabbaths nicht verpflichtet., so unterliegen sie auch der Vorschrift des Gedenkens; welche Bedeutung hat dies33Die Lehre, daß beide Worte zusammen ausgesprochen wurden.aber hierbei!? –", "Vielmehr, wie wegen des Nichtigkeitsschwures zu geißeln ist, ebenso ist zu geißeln wegen des Falschschwures. –", "Wo denkst du34Beim Falschschwure, dh. beim promissorischen, begeht man ja durch die Verletzung eine Handlung, nicht aber beim assertorischen, dh. beim Nichtigkeitsschwure.hin!? – Vielmehr, wie wegen des Falschschwures zu geißeln ist, ebenso ist zu geißeln wegen des Nichtigkeitsschwures. –", "Selbstverständlich, dies ist ein Verbot und jenes ist ein Verbot!? – Man könnte glauben, [man erkläre,] wie R. Papa dem Abajje erklärt hat: er werde überhaupt nicht gereinigt35Beim Nichtigkeitsschwur (Ex. 20,7) heißt es, daß Gott denjenigen nicht ‘reinigen’ (dh. ungestraft lassen) werde; dies besagt nach der Erkl. RP.s, daß er dieserhalb nicht zu geißeln ist, damit er schuldbeladen bleibe.," ], [ "so lehrt er uns, [daß man so erkläre,] wie dieser ihm erwidert36Daß ihn das irdische Gericht wohl reinige, dh. geißele.hat.", "Wenn du willst, sage ich: wie wegen des Falschschwures ein Opfer darzubringen ist, ebenso ist auch wegen des Nichtigkeitsschwures ein Opfer darzubringen, und zwar ist hier R. A͑qiba vertreten, nach dem man wegen des assertorischen [Schwures] wie wegen des promissorischen schuldig ist.", "Man wandte ein: Was heißt ein Nichtigkeitsschwur? Wenn man das, was jedem Menschen bekannt ist, verkehrt beschwört. Ein Falschschwur? Wenn man etwas beschwört und es sich anders37Also assertorisch.verhält!? – Lies: wenn man etwas beschwört und [nachher] anders verfährt.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Jirmejas im Namen R. Abahus im Namen R. Joḥanans: [Schwört jemand:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, so ist dies [eventuell] ein Falsch[schwur], und das Verbot findet sich [im Schriftverse:] ihr sollt nicht in meinem Namen falsch schwören; [schwört jemand:] ich werde essen, oder: ich werde nicht essen, so übertritt er das Verbot: er soll sein Wort nicht brechen. Welches ist ein Nichtigkeitsschwur? – Wenn jemand etwas, was jedem Menschen bekannt ist, verkehrt beschwört.", "R. Papa sagte: R. Abahu sagte dies nicht ausdrücklich, vielmehr ist dies durch einen Schluß gefolgert worden. R. Idi b. Abin sagte im Namen R. A͑mrams im Namen R. Jiçḥaqs im Namen R. Joḥanans: R. Jehuda sagte im Namen R. Jose des Galiläers: Wegen aller Verbote der Tora ist nur dann zu geißeln, wenn durch das Verbot eine Tätigkeit ausgeübt wird, wenn aber dadurch keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist dieserhalb nicht zu geißeln, ausgenommen das [falsche] Schwören, das Umtauschen38Eines Opfertiers; Vgl. S. 206 Anm. 88.und das Fluchen seines Nächsten beim Gottesnamen.", "Woher dies vom Schwören? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Schrift sagt:39Ex. 20,7.du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht umsonst aussprechen, denn er reinigt nicht; das himmlische Gericht reinigt ihn nicht, wohl aber geißelt und reinigt ihn das irdische Gericht.", "R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht meint es der Allbarmherzige wie folgt: er wird überhaupt nicht gereinigt!? – Hieße es: denn er wird nicht gereinigt, so würdest du recht haben, wenn es aber heißt: denn der Herr reinigt nicht, [so erkläre man,] der Herr reinigt ihn nicht, wohl aber geißelt und reinigt ihn das irdische Gericht. –", "Wir wissen dies also vom Nichtigkeitsschwure, woher dies vom Falschschwure? R. Joḥanan erklärte in seinem eigenen Namen: Es heißt zweimal40Im angezogenen Schriftverse.umsonst, und da [die Wiederholung] nicht auf den Nichtigkeitsschwur zu beziehen ist, so beziehe man sie auf den Falschschwur.", "Dagegen wandte R. Abahu ein: Auf welchen Falschschwur: wollte man sagen, wenn jemand geschworen hat, er werde nicht essen, und gegessen hat, so ist dies ja ein Verbot, wobei eine Tätigkeit ausgeübt wird, und wollte man sagen, wenn jemand geschworen hat, er werde essen, und nicht gegessen hat, so wird er ja nicht gegeißelt!? Es wird nämlich gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß er diesen Laib an diesem Tage essen werde, und der Tag vorüber ist, ohne daß er ihn gegessen hat, so ist er, wie R. Joḥanan und Reš Laqiš übereinstimmend sagen, nicht zu geißeln.", "R. Joḥanan sagt, er sei nicht zu geißeln, weil dies ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt worden ist, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln; Reš Laqiš sagt, er sei zu geißeln, weil die Warnung nur eine eventuelle sein kann, und die eventuelle Warnung gilt nicht als Warnung.", "Hierzu sagte R. Abahu: Wenn [er gesagt hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen41Ein solcher gilt also als Falschschwur.. – Welchen Unterschied gibt es denn42Auch bei diesem Falschschwure wird ja keine Handlung begangen.hierbei? Raba erwiderte: Die Tora hat ausdrücklich den Falschschwur mit dem Nichtigkeitsschwure verglichen: wie der Nichtigkeitsschwur assertorisch ist, ebenso ist auch der Falschschwur assertorisch.", "R. Jirmeja wandte gegen R. Abáhu ein: [Sagt jemand:] Ein Schwur, daß ich diesen Laib nicht essen werde, ein Schwur, daß ich ihn nicht essen werde, so ist er, wenn er ihn gegessen hat, nur einmal schuldig.", "Dies ist ein Bekräftigungsschwur, wegen dessen [Verletzung] man bei Vorsatz sich der Geißelung schuldig macht, und bei Unvorsätzlichkeit ein auf- und absteigendes Opfer darbringen muß.", "[Die Worte] ‘dies ist’ schließen wohl den Fall aus, [wenn jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, daß er nämlich nicht zu geißeln ist!? – Nein, sie schließen den Fall, [wenn jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, hinsichtlich des Opfers aus; dies ist [ein Schwur,] wegen dessen [Verletzung] man bei Unvorsätzlichkeit ein auf- und absteigendes Opfer darbringen muß, nicht aber, wenn [jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen. Dies nach R. Jišma͑él, welcher sagt, man sei wegen des promissorischen [Bekräftigungsschwures] nicht schuldig. – Wohl aber ist er zu geißeln;" ], [ "wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: dies ist ein Nichtigkeitsschwur, wegen dessen [Verletzung] man sich bei Vorsatz der Geißelung schuldig macht und bei Unvorsätzlichkeit frei ist; [die Worte] ‘dies ist’ schließen wohl den Fall aus, [wenn jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, daß er nämlich nicht zu geißeln ist!? –", "Nein, dies ist [ein Nichtigkeitsschwur], wegen dessen [Verletzung] man hei Unvorsätzlichkeit frei von einem Opfer ist; wenn [jemand aber geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, so ist er bei Unvorsätzlichkeit ein Opfer schuldig. Dies nach R. A͑qiba, nach dem man wegen des assertorischen [Bekräftigungsschwures] wie wegen des promissorischen schuldig ist. –", "Du sagtest ja, der Anfangssatz vertrete die Ansicht R. Jišma͑éls, somit vertritt ja der Anfangssatz die Ansicht R. Jišma͑éls und der Schlußsatz die Ansicht R. A͑qibas!? – Das ganze vertritt die Ansicht R. A͑qibas, denn der Anfangssatz schließt nicht den Fall aus, wenn [jemand geschworen hat:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, hinsichtlich des Opfers, vielmehr schließt er den Fall aus, wenn [jemand geschworen hat:] ich werde essen, und nicht gegessen hat, hinsichtlich der Geißelung, ein Opfer ist er aber schuldig. –", "Weshalb diese Unterscheidung43Wieso ist es erwiesen, daß hier der promissorische Schwur ausgeschlossen ist.? – Es ist einleuchtend, daß, wenn er von einem promissorischen [Schwure] spricht, er einen promissorischen Fall ausschließt, aber sollte er denn, wenn er von einem promissorischen spricht, einen assertorischen ausschließen!?", "[WENN JEMAND GESAGT HAT:] DASS ER NICHT ESSEN WERDE UND EIN MINIMUM GEGESSEN HAT, SO IST ER SCHULDIG &C. Sie fragten: Ist R. A͑qiba in der ganzen Tora der Ansicht R. Šimo͑ns, nach dem man wegen eines Minimums schuldig ist, denn es wird gelehrt, R. Šimo͑n sagte, hinsichtlich der Geißelung sei ein Minimum [strafbar], und nur hinsichtlich des Opfers sei die Olivengröße festgesetzt;", "demnach gilt dieser Streit auch von anderen Fällen, und sie streiten über diesen Fall nur deshalb, um die weitgehendste Ansicht der Rabbanan hervorzuheben: obgleich man sagen könnte, wenn er dies44Daß sich sein Schwur auch auf ein Minimum erstrecke.präzisiert hätte, wäre er schuldig, ebenso sei er schuldig, auch wenn er dies nicht präzisiert hat, so lehrt er uns, daß er dennoch frei ist;", "oder aber ist er sonst der Ansicht der Rabbanan, und nur hierbei berücksichtigt er folgendes: wenn er dies präzisiert hätte, wäre er schuldig, ebenso ist er schuldig, auch wenn er es nicht präzisiert hat? –", "Komm und höre: Sie sprachen zu R. A͑qiba: Wo finden wir denn, daß jemand wegen des Essens eines Minimums schuldig sei, daß dieser schuldig sein sollte!? Wenn dem nun so45Daß er der Ansicht RŠ.s ist.wäre, so sollte er ihnen erwidert haben, er sei in der ganzen Tora der Ansicht R. Šimo͑ns. –", "Er erwiderte ihnen nach ihrer Ansicht: ich bin in der ganzen Tora der Ansicht R. Šimo͑ns, aber auch ihr solltet mir beipflichten, daß er, da er schuldig wäre, wenn er dies präzisiert hätte, schuldig ist, auch wenn er es nicht präzisiert hat. Darauf erwiderten ihm die Rabbanan: nein. –", "Komm und höre: R. A͑qiba sagte: Wenn ein Nazir sein Brot in Wein eintunkt und ein olivengroßes Quantum sich vereinigen läßt, so ist er schuldig. Wenn man nun sagen wollte, er sei sonst der Ansicht R. Šimo͑ns, wozu ist nun die Vereinigung nötig!?", "Ferner haben wir gelernt: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und Aas, Totverletztes, Ekel- und Kriechtiere gegessen hat, so ist er schuldig, und nach R. Šimo͑n frei. Und auf unseren Einwand, weshalb er denn schuldig sei, der Schwur besteht ja bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj46Das Essen der genannten Tiere ist ohnehin verboten, somit sollte der Schwur keine Gültigkeit haben., erwiderten Rabh, Šemuél und R. Joḥanan, wenn er mit den verbotenen auch erlaubte Dinge einbegriffen hat,", "und Reš Laqiš erklärte, es könne sich nur um den Fall handeln, wenn er ein halbes Quantum’ präzisiert47Also auf ein Quantum,, das nach der Tora nicht strafbar ist.hat, und zwar nach den Rabbanan, oder auch ohne Präzisierung, jedoch nach R. A͑qiba, welcher sagt, das sich auferlegte Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum.", "Wenn man nun sagen wollte, er sei sonst der Ansicht R. Šimo͑ns, so besteht ja auch hinsichtlich des Minimums der Schwur bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß er sonst der Ansicht der Rabbanan ist. Schließe hieraus.", "SIE SPRACHEN ZU R. A͑QIBA: WO FINDEN WIR &C. Etwa nicht, dies ist ja bei einer Ameise48Man ist wegen des Essens derselben schuldig, obgleich sie viel kleiner als eine Olive ist; cf. Mak. Fol. 13a.der Fall!? – Anders ist es bei einem lebenden Geschöpfe. –", "Dies ist ja beim Heiligen49Beim Genüsse von Heiligem ist man wegen des kleinsten Quantums schuldig, wenn es nur eine Peruta wert ist.der Fall!? – Bei diesem ist der Wert einer Peruta erforderlich. –", "Dies ist ja bei der Präzisierung der Fall!? – Bei der Präzisierung ist es ebenso wie bei einem lebenden Geschöpfe50Da er das Minimum präzisiert hat, so gewinnt es dadurch eine besondere Bedeutung..", "– Dies ist ja bei der Erde51Wenn jemand geschworen hat, keine Erde zu essen; bei dieser kommt es, da sie nicht eßbar ist, auf das Quantum nicht an.der Fall." ], [ "Somit wäre hieraus die Frage Rabas zu entscheiden, welches Quantum normiert sei, wenn [man gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine Erde essen werde, und gegessen hat; [hieraus] wäre somit zu entnehmen, nur wenn man ein olivengroßes Quantum gegessen hat!? – Wir sprechen nur von eßbaren Dingen. –", "Dies ist ja beim Qonam52Bei einem solchen erstreckt sich das Verbot auch auf das kleinste Quantum.der Fall!? – Beim Qonam ist es ebenso wie bei der Präzisierung.", "ER ERWIDERTE IHNEN: WO FINDEN WIR DENN, DASS JEMAND WEGEN DES SPRECHENS EIN OPFER DARZUBRINGEN HAT, WÄHREND DIESER WEGEN DES SPRECHENS EIN OPFER DARZUBRINGEN HAT. Etwa nicht, dies ist ja beim Gotteslästerer der Fall!? – Wir sprechen vom Sprechen, wodurch man sich einen Zwang auferlegt, während dieser durch das Sprechen eine Sünde begeht. –", "Dies ist ja beim Nazir53Er nimmt die Heiligkeit auf sich durch das Sprechen; nach Ablauf der Frist muß er ein Opfer darbringen.der Fall!? –Wir sprechen nur von einem Opfer wegen des Sprechens, während dieser das Opfer zu dem Zwecke darbringt, damit ihm der Weingenuß erlaubt werde54Zur Aufhebung des sich auferlegten Zwanges.. – Dies ist ja beim Heiligen55Die Sache wird durch das Sprechen geheiligt.der Fall!? –", "Wir sprechen nur von einem Falle, wenn jemand nur sich ein Verbot auferlegt, während dieses für die ganze Welt verboten ist. – Dies ist ja beim Qonam der Fall!? –", "Er ist der Ansicht, beim Qonam gebe es keine Veruntreuung56Durch Genuß von Geheiligtem; cf. Lev. 5,15ff..", "Raba sagte: Sie streiten nur über den Fall, wenn er es57Daß sich der Schwur auch auf ein Minimum erstrecke.nicht präzisiert, wenn er es aber präzisiert, so ist er nach aller Ansicht auch wegen eines Minimums [schuldig]. – Weshalb? – Bei der Präzisierung ist es ebenso wie bei einem lebenden Geschöpfe.", "Ferner sagte Raba: Sie streiten nur über den Fall, [wenn er geschworen hat], daß er nicht essen werde, wenn aber, daß er nicht kosten werde, so ist er nach aller Ansicht auch wegen eines Minimums [schuldig]. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, was die Leute unter ‘kosten’58Man gebraucht oft vom Genießen od. Essen den Ausdruck ‘kosten’.verstehen, so lehrt er uns.", "R. Papa sagte: Sie streiten nur über Schwüre, beim Qonam aber sind alle der Ansicht, daß man auch wegen eines Minimums [schuldig sei]. – Weshalb? – Beim Qonam ist es, da man das Essen überhaupt nicht59Die Formel lautet nur: dies gelte mir als Qonam.erwähnt, ebenso, als würde man es präzisiert haben.", "Man wandte ein: Zwei mit einem Qonam [belegte Quantitäten60Die einzeln keine Olivengröße haben.] werden vereinigt, zwei mit einem Schwure [belegte Quantitäten] werden nicht vereinigt ; R. Meír sagt, der Qonam gleiche dem Schwure. Wozu ist nun die Vereinigung nötig, wenn du sagst, man sei auch wegen eines Minimums schuldig!? –", "Wenn er gesagt hat: das eine gelte für mich hinsichtlich des Essens als Qonam und das andere gelte für mich hinsichtlich des Essens als Qonam61Wenn man die Qonamformel über jedes besonders gesprochen hat.. – Wieso werden sie demnach vereinigt, schließlich hat ja weder das eine noch das andere das erforderliche Quantum!? – Wenn er gesagt hat, beide sollen für mich hinsichtlich des Essens als Qonam gelten. –", "Dem entsprechend bei Schwüren, wenn er gesagt hat: ein Schwur, daß ich von beiden nicht essen werde; weshalb werden sie demnach nicht vereinigt!? R. Pinḥas erwiderte: Anders ist es bei den Schwüren; da sie hinsichtlich der Sündopfer von einander getrennt62In einem solchen Falle muß man event. 2 Sündopfer darbringen.sind, so werden sie nicht vereinigt –", "Wieso sagt R. Meír demnach, der Qonam gleiche dem Schwure; erklärlich ist dies von den Schwüren, da sie hinsichtlich der Opfer getrennt sind, weshalb aber werden sie beim Qonam nicht [vereinigt] !? – Wende es um: R. Meír sagt, der Schwur gleicht dem Qonam, und zwar hält er nichts van [der Erklärung des] R. Pinḥas.", "Rabina erwiderte: R. Papa spricht von der Geißelung, während diese Lehre vom Opfer63Wegen der Veruntreuung.spricht, wobei das Quantum eine Peruṭa wert sein muß. –", "Demnach wären die Rabbanan der Ansicht, beim Qonam gebe es eine Veruntreuung, und dem widersprechend wird gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] dieser Laib sei Geheiligtes, und er ihn ißt, einerlei ob er selber oder ein anderer, so begeht er eine Veruntreuung. Daher gibt es bei diesem eine Auslösung64Die Heiligkeit wird auf die eingetauschte Sache übertragen.. [Wenn er aber sagt:] dieser Laib ,sei mir Geheiligtes, so kann er selber an diesem eine Veruntreuung begehen, nicht aber kann ein anderer an diesem eine Veruntreuung begehen. Daher gibt es bei diesem keine Auslösung – so R. Meír." ], [ "Die Weisen sagen, weder er selber noch ein anderer begehe an diesem eine Veruntreuung, weil !es beim Qonam keine Veruntreuung gibt!? –", "Wende es um: [weder er selber noch ein anderer kann an diesem eine Veruntreuung begehen,] weil es beim Qonam keine Veruntreuung gibt – so R. Meír. Die Weisen sagen, er selber begehe an diesem eine Veruntreuung, nicht aber begeht ein anderer an diesem eine Veruntreuung. –", "Wieso sagte R. Meír demnach, der Qonam gleiche dem Schwure, wonach beim Qonam die Quantitäten nicht vereinigt werden, wohl aber gibt es bei diesem eine Veruntreuung, R. Meír sagt ja, beim Qonam gebe es überhaupt keine Veruntreuung!? –", "Er sagte dies nach der Ansicht der Rabbanan: nach mir gibt es beim Qonam überhaupt keine Veruntreuung, aber auch ihr müßt mir ja zugeben, daß der Qonam dem Schwure gleiche. –", "Und die Rabbanan!? – Beim Schwure ist die Erklärung des R. Pinḥas65Trennung bezüglich der Opfer.zu berücksichtigen, beim Qonam aber ist die Erklärung des R. Pinḥas nicht zu berücksichtigen.", "Raba sagte: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und Erde gegessen hat, so ist er frei. Folgendes aber fragte Raba: Bei welchem Quantum [ist man schuldig], wenn [man gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine Erde essen werde: hatte er, da er vom Essen gesprochen hat, Olivengröße im Sinne, oder ist er wegen dieser, da Menschen sie nicht zu essen pflegen, auch bei einem Minimum [schuldig]? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte: Bei welchem Quantum [ist man schuldig, wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine Traubenkerne essen werde: hatte er, da diese gemengt66Mit den Trauben zusammen.gegessen werden, Olivengröße im Sinne, oder hatte er, da sie separat nicht gegessen werden, auch ein Minimum im Sinne? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Aši fragte: Bei welchem Quantum ist ein Nazir [schuldig], wenn er gesagt hat: ein Schwur, daß ich keine Traubenkerne essen werde: bezog sich sein Schwur, da ein olivengroßes Quantum ohnehin ein Verbot der Tora ist, auf das ihm erlaubte, somit hatte er ein Minimum im Sinne, oder aber hatte er, da er vom Essen gesprochen hat, Olivengröße im Sinne? –", "Komm und höre: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und Aas, Totverletztes, Ekel- oder Kriechtiere gegessen hat, so ist er schuldig, und nach R. Šimo͑n frei. Und auf unseren Einwand, weshalb er denn schuldig sei, der Schwur besteht ja bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj46Das Essen der genannten Tiere ist ohnehin verboten, somit sollte der Schwur keine Gültigkeit haben., erwiderten Rabh, Šemuél und R. Joḥanan, wenn er mit den verbotenen auch erlaubte Dinge einbegriffen hat,", "und Reš Laqiš erklärte, es könne sich nur um den Fall handeln, wenn er ‘ein halbes Quantum’ präzisiert hat, und zwar nach den Rabbanan, oder ohne Präzisierung, jedoch nach R. A͑qiba, welcher sagt, das sich auferlegte Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum.", "Aas, hinsichtlich dessen bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj ein Schwur besteht, gleicht ja Traubenkernen für einen Nazir, und bei diesem gilt dies nur dann, wenn er es präzisiert hat, wenn er es aber nicht präzisiert hat, gilt dies nur von einem olivengroßen Quantum. Schließe hieraus. –", "Demnach ist ja hieraus die Frage Rabas zu entscheiden, welches Quantum normiert sei, wenn [man gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine Erde essen werde; [hieraus] wäre zu entnehmen: nur Olivengröße. Aas gleicht ja diesbezüglich Erde, und bei diesem gilt dies nur dann, wenn man es präzisiert hat, wenn man es aber nicht präzisiert hat, gilt dies nur von einem olivengroßen Quantum!? –", "Nein, Erde ist an und für sich nicht eßbar, dagegen ist Aas eßbar, nur lagert ein Löwe davor67Dh. ein Verbot der Tora..", "i,2WENN JEMAND GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE, UND GEGESSEN UND GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN UND NICHT TRINKEN WERDE, UND GEGESSEN UND GETRUNKEN HAT, SO IST ER ZWEIMAL SCHULDIG. ii[WENN JEMAND GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE, UND WEIZENBROT, GERSTENBROT UND DINKELBROT GEGESSEN HAT, SO 1ST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS ICH WEDER WEIZENBROT NOCH GERSTENBROT NOCH DINKELBROT ESSEN WERDE, UND DIESE GEGESSEN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES BESONDERS SCHULDIG.", "iii[WENN JEMAND GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT TRINKEN WERDE, UND VERSCHIEDENE GETRÄNKE GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS ICH WEDER WEIN NOCH ÖL NOCH HONIG TRINKEN WERDE, UND DIESE GETRUNKEN HAT, SO IST ER WEGEN JEDES BEIV SONDERS SCHULDIG. iv[WENN JEMAND GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE, UND ZUM ESSEN UNGEEIGNETE SPEISEN GEGESSEN HAT, ODER ZUM TRINKEN UNGEEIGNETE GETRÄNKE GETRUNKEN HAT, SO IST ER FREI. [WENN JEMAND GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE, UND AAS, TOTVERLETZTES, EKEL- UND KRIECHTIERE GEGESSEN HAT, SO IST ER SCHULDIG, UND NACH R. ŠIMO͑N FREI. SAGTE JEMAND: QONAM68Vgl. S. 292 Anm. 26. SEI MIR DER GENUSS VON MEINER FRAU, WENN ICH HEUTE GEGESSEN HABE, UND ER HATTE AAS, TOTVERLETZTES, EKEL- UND KRIECHTIERE GEGESSEN, SO IST IHM SEINE FRAU VERBOTEN.", "GEMARA. R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Šemuéls: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und getrunken hat, so ist er schuldig. Wenn du willst, begründe ich dies, und wenn du willst, entnehme ich dies aus einem Schriftverse.", "Wenn du willst, begründe ich dies, denn wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: wir wollen etwas kosten, so gehen sie und’ essen und trinken. Wenn du willst, entnehme ich dies aus einem Schriftverse, [aus dem hervorgeht,] daß das Trinken im Essen einbegriffen ist. Reš Laqiš sagte nämlich: Woher, daß das Trinken im Essen einbegriffen ist? Es heißt:69Dt. 14,23.du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählt, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen, den Zehnten deines Getreides und Mostes;" ], [ "Most ist ja Wein, dennoch wird hier [der Ausdruck] ‘essen’ gebraucht. –", "Vielleicht in Ignoranz70Wenn man ihn zu Speisen verwendet; vgl. Bd. III S. 217 Anm. 106., denn Rabba b. Šemuél sagte, Inogaron sei eine Tunke aus Mangold, Oxigeron70Wenn man ihn zu Speisen verwendet; vgl. Bd. III S. 217 Anm. 106.sei eine Tunke aus allen anderen gekochten Kräutern!?", "Vielmehr erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob hieraus:71Dt. 14,26.und kaufe für das Geld, was du irgend begehrst, Rinder und Schafe, Wein und Rauschtrank, Wein ist ja ein Getränk, dennoch wird hier [der Ausdruck] ‘essen’ gebraucht. –", "Vielleicht ebenfalls in Inogaron!? –", "Es heißt ‘Rauschtrank’, etwas, was berauscht. –", "Vielleicht ist hier eine qeilische Feige gemeint, denn es wird gelehrt, wer eine qeilische Feige gegessen und Honig und Milch getrunken hat und darauf in den Tempel eingetreten ist und Dienst verrichtet hat, sei schuldig72Es ist verboten, berauscht in den Tempel einzutreten; cf. Ley. 10,9.!? –", "Vielmehr, dies ist aus [dem Worte] Rauschtrank zu entnehmen, das auch beim Nazir gebraucht wird; wie bei diesem der Wein gemeint ist, ebenso auch hierbei der Wein.", "Raba sagte: Auch wir haben demgemäß73Daß das Trinken im Essen einbegriffen ist.gelernt: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und gegessen und getrunken hat, so ist er nur einmal schuldig. Allerdings muß der Autor lehren, daß er nur einmal schuldig ist, wenn du sagst, das Trinken sei im Essen einbegriffen, brauchte er aber zu lehren, wenn du sagen wolltest, das Trinken sei im Essen nicht einbegriffen, daß, wenn jemand [gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und gegessen und eine Arbeit verrichtet hat, er nur einmal schuldig74Der Schwur kann sich nur auf das Essen erstrecken.sei!?", "Abajje sprach zu ihm: Wie ist, wenn das Trinken im Essen einbegriffen ist, der Schlußsatz zu erklären: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen und nicht trinken werde, und gegessen und getrunken hat, so ist er zweimal schuldig. Sobald er ‘daß ich nicht essen werde’ gesagt hat, war ihm ja auch das Trinken verboten, Wieso ist er nun [besonders] schuldig, wenn er auch ‘daß ich nicht trinken werde’ gesagt hat, würde er denn zweimal schuldig gewesen sein, wenn er zweimal ‘daß ich nicht trinken werde’ gesagt hätte!?", "Dieser erwiderte: Dies gilt von dem Falle, wenn er zuerst gesagt hat; daß ich nicht trinken werde, und nachher: daß ich nicht essen werde; das Trinken ist allerdings im Essen einbegriffen, nicht aber das Essen im Trinken. –", "Wenn er aber gesagt hat: ein Schwur, daß ich nicht essen und nicht trinken werde, und gegessen und getrunken hat, ist er also nur einmal schuldig; wozu lehrt er demnach im Anfangsatze, daß er, [wenn er gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und gegessen und getrunken hat, nur einmal schuldig sei, sollte er doch den Fall lehren, [wenn er gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen und nicht trinken werde, daß er auch dann nur einmal schuldig sei, und um so mehr in dem Falle, wenn er nur gesagt hat: daß ich nicht essen werde!?", "Vielmehr, tatsächlich wie gelehrt75Das Trinken ist also im Essen einbegriffen.wird, nur ist es hierbei anders, denn wenn jemand! gesagt hat: daß ich nicht essen werde, und darauf sagt: daß ich nicht trinken werde, so bekundet er damit, daß er unter ‘essen’, von dem er sprach, nur das Essen verstehe.", "R. Aši sagte: Dies geht auch aus unsrer Mišna hervor: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht essen werde, und zum Essen ungeeignete Speisen gegessen und zum Trinken ungeeignete Getränke getrunken hat, so ist er frei. Demnach ist er schuldig, wenn sie zum Trinken geeignet sind; weshalb denn, er sagte ja nur: ein Schwur, daß ich! nicht essen werde75Das Trinken ist also im Essen einbegriffen.!? –", "Vielleicht, wenn er beides genannt hat: ein Schwur, daß ich nicht essen, ein Schwur, daß ich nicht trinken werde.", "EIN SCHWUR, DASS ICH KEIN BROT ESSEN WERDE, UND WEIZENBROT &C. Vielleicht wollte er sich dadurch76Durch die Aufzählung der verschiedenen Arten.nur andere Speisen Vorbehalten!? –", "So sollte er sagen: Weizen, Gerste und Dinkel. – Vielleicht nur kauen77Wenn er nur die Namen der Getreidearten genannt hätte, so könnte man glauben, er habe den Schwur nur auf das Kauen von rohem Getreide beziehen wollen. Der Ausdruck כסס wird speziell vom Zerkauen roher Körner oder Gewürze gebraucht.!? –", "So sollte er sagen: Brot aus Weizen, Gerste und Dinkel. – Vielleicht nur das Essen von Weizenbrot und das Kauen von Gerste und Dinkel!? –", "So sollte er sagen: [Brot] aus Gerste, aus Weizen und aus Dinkel78Er brauchte also nicht 3mal das W. Brot wiederholt zu haben.. –" ], [ "Vielleicht nur das Gemischte79Wenn er diesen Ausdruck gebraucht hätte, so könnte man verstehen, er habe den Schwur nur auf das aus diesen 3 Getreidearten zusammen hergestellte Brot beziehen wollen.!? –", "So sollte er sagen: ebenso aus Gerste und ebenso aus Dinkel, da er aber ‘Brot’ wiederholt hat, so wollte er sie von einander teilen.", "EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT TRINKEN WERDE, UND VERSCHIEDENE GETRÄNKE GETRUNKEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG &C. Einleuchtend ist dies80Daß er besonders schuldig sei, wenn er die verschied. Arten besonders aufzählt.in jenem Falle, wie du erklärt hast, er sei besonders schuldig, wegen der Wiederholung [des Wortes] ‘Brot’, wie aber sollte er sich denn in diesem Falle81Bei Getränken.anders ausdrücken, vielleicht wollte er sich dadurch76Durch die Aufzählung der verschiedenen Arten.nur andere Getränke Vorbehalten!?", "R. Papa erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie sich vor ihm befinden; er sollte sagen: ein Schwur, daß ich diese nicht trinken werde. – Vielleicht, [weil man verstehen könnte:] nur diese werde ich nicht trinken, wohl aber werde ich andere82Die nicht vor ihm stehen.trinken!? –", "Vielmehr, er sollte sagen: ein Schwur, daß ich solches nicht trinken werde. –", "Vielleicht, [weil man verstehen könnte:] solches [Quantum] werde ich nicht trinken, wohl aber werde ich weniger oder mehr trinken!? – Vielmehr, er sollte sagen: ein Schwur, daß ich von dieser Art nicht trinken werde. – Vielleicht, [weil man verstehen könnte:] ich werde von dieser Art nicht trinken, wohl aber werde ich diese selbst trinken!? –", "Er sollte sagen: ich werde diese und von dieser Art nicht trinken.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn sein Nächster ihn nötigte, wenn er zu ihm sagte: komm, trinke mit mir Wein, Öl und Honig; er sollte ihm erwidert haben: ein Schwur, daß ich mit dir nicht trinken werde, wenn er aber besonders hervorgehoben hat: Wein, Öl und Honig, so ist er wegen jedes besonders schuldig.", "Dort haben wir gelernt: [Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt:] gib mir den Weizen, die Gerste und den Dinkel, die ich bei dir habe, [und dieser ihm erwidert:] ein Schwur, daß du bei mir nichts hast, so ist er83Wenn der Schwur falsch war. nur einmal schuldig, wenn aber: ein Schwur, daß du bei mir keinen Weizen, keine Gerste und keinen Dinkel hast, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig.", "Hierzu sagte R. Joḥanan, selbst wenn sie alle zusammen nur eine Peruṭa wert sind, werden sie84Um wegen des Schwures schuldig zu sein.vereinigt.", "Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er sei nur schuldig wegen des Speziellen, nicht aber wegen des Generellen, und einer, er sei auch wegen des Generellen85Er ist einmal schuldig wegen des falschen Schwures, dann wiederum wegen jeder Aufzählung, zusammen also 4 Opfer. schuldig.", "Wie ist es nun hierbei?", "Raba erwiderte: Ist es denn gleich: dort kann er wegen des Generellen und wegen des Speziellen besonders schuldig sein, denn wenn er einmal schwört und wiederum schwört, so ist er zweimal86Mit jedem Schwure streitet er ihm sein Eigentum ab, somit ist er wegen eines jeden besonders schuldig; cf. infra Fol. 36b.schuldig; wieso aber könnte er hierbei, wenn man sagen wollte, der Schwur erstrecke sich auf das Generelle, wegen des Speziellen schuldig sein, er ist ja bereits durch den Schwur gebunden87Wenn der Schwur sich auf das Generelle bezieht, so ist die spätere spezielle Aufzählung nur eine Wiederholung des ersten Schwures..", "EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSEN WERDE &C. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn er geschworen hat, nicht zu essen, und zum Essen ungeeignete Speisen gegessen und zum Trinken ungeeignete Getränke getrunken hat, sei er frei, und darauf lehrt er, wenn er geschworen hat, nicht zu essen, und Aas, Totverletztes, Ekel- und Kriechtiere gegessen hat, sei er schuldig; weshalb ist er nun im Anfangsatze frei und im Schlußsatz schuldig!? –", "Das ist kein Widerspruch; der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn er es nicht präzisiert, und der Schlußsatz von dem F alle, wenn er es präzisiert88Daß er Aas etc. nicht essen werde.. –", "Aber hinsichtlich der Präzisierung selbst ist ja einzuwenden: der Schwur besteht ja bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj89Dies ist ja ohnehin verboten, somit sollte der Schwur ungültig sein.!?", "Rabh, Šemuél und R. Joḥanan erklärten: Wenn er mit verbotenen auch erlaubte Dinge einbegriffen hat90Der Schwur gilt also wegen des einen auch für das andere..", "Reš Laqiš erklärte: Es kann sich nur um den Fall handeln, wenn er ‘ein halbes Quantum’91Also ein Quantum, auf das das Verbot der Tora sich nicht erstreckt.präzisiert hat, und zwar nach den Rabbanan, oder auch ohne Präzisierung, jedoch nach R. A͑qiba, welcher sagt, das sich auferlegte Verbot erstrecke sich auch auf ein Minimum91Also ein Quantum, auf das das Verbot der Tora sich nicht erstreckt.. –", "Einleuchtend ist es, daß R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš erklärt, denn er erklärt die Mišna nach aller Ansicht, weshalb aber erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan? –", "Er kann dir erwidern: die Einbegreifung gilt nur bei einem Verbote, das von selbst kommt," ], [ "nicht aber bei einem Verbote, das man sich auf erlegt. –", "Einleuchtend ist es nach der Erklärung des Reš Laqiš, daß man nach R. Šimo͑n dieserhalb92Wenn jemand nicht zu essen geschworen, u. Aas udgl. gegessen hat; cf. supra Fol. 22b.frei ist, denn es wird gelehrt, R. Šimo͑n sagt, hinsichtlich der Geißelung sei ein Minimum [strafbar93Da dies ohnehin verboten ist, so hat der Schwur keine Gültigkeit.], und nur hinsichtlich des Opfers sei Olivengröße bestimmt; weshalb aber ist man nach der Erklärung R. Joḥanans nach R. Šimo͑n dieserhalb frei!? –", "Der Grund hierbei ist ja die Einbegreifung des Verbotes, R. Šimo͑n aber vertritt hierbei seine Ansicht, denn er hält nichts von der Einbegreifung: des Verbotes. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Wer am Versöhnungstage Aas ißt, ist frei94Wegen Essens am Versöhnungstage, weil schon das Aas an sich verboten ist.. –", "Allerdings kann [der Schwur] nach Reš Laqiš verneinend und bejahend sein95Da das biblische Verbot sich auf ein halbes Quantum nicht erstreckt, so kann man schwören, sowohl daß man es essen werde, als auch, daß man es nicht essen werde., nach R. Joḥanan aber kann er allerdings verneinend sein, wieso aber bejahend96Der Schwur, daß er essen werde, hat ja keine Gültigkeit.!? –", "Vielmehr, dies97Diese Antwort bezieht sich auf den oben erhobenen Einwand, Anfangssatz und Schlußsatz widersprechen einander; der 1. Satz spricht also von dem Falle, wenn er ungenießbare Dinge gegessen hat, der 2. dagegen, wenn er verbotene Dinge gegessen hat. ist nach Raba zu erklären, denn Raba sagte, [wer gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nichts essen werde, und Erde gegessen hat, sei frei.", "R. Mari sagte: Auch wir haben demgemäß98Daß Aas udgl. als genießbare Speise gelten.gelernt: [Sagte jemand:] Qonam sei mir der Genuß von meiner Frau, wenn ich heute gegessen habe, und er hatte Aas, Totverletztes, Kriech- und Ekeltiere gegessen, so ist ihm seine Frau verboten. –", "Ist es denn gleich: da hat er ja vorher gegessen und nachher geschworen," ], [ "somit hat er es [als Speise] anerkannt, aber hat er es denn hierbei anerkannt!?", "Raba sagte: Was ist der Grund desjenigen, der von der Einbegreifung des Verbotes hält!?", "Weil es bei diesem ebenso ist, wie bei der Hinzufügung99ZBs. Aas am Versöhnungstage, an dem das Essen ohnehin verboten ist.zu einem Verbote.", "Und desjenigen, der davon nichts hält? Die Hinzufügung zu einem Verbote gilt nur bei einem Stücke, nicht aber bei zwei besonderen Stücken.", "Ferner sagte Raba: Nach demjenigen, der von der Einbegreifung des Verbotes hält, ist, wenn jemand gesagt hat: ein Schwur, daß ich keine Feigen essen werde, und er wiederum gesagt hat: ein Schwur, daß ich keine Trauben und keine Feigen essen werde, [der zweite Schwur,] da er hinsichtlich der Trauben gültig ist, auch hinsichtlich der Feigen gültig. –", "Selbstverständlich!? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von einem von selbst kommenden Verbote, nicht aber von einem, das man sich auferlegt, so lehrt er uns.", "Raba, der Sohn Rabbas, wandte ein: Mancher ist wegen eines Essens vier Sündopfer und ein Schuldopfer schuldig, und zwar: wenn ein Unreiner am Versöhnungstage von heiligen Opfern100Dieserhalb (Veruntreuung am Heiligen; cf. Lev. 5,15ff.) ein Schuldopfer.zurückgebliebenen Talg gegessen hat;", "R. Meír sagte: Wenn es am Šabbath erfolgt ist und er ihn [aus einem anderen Gebiete] herausgebracht hat, so ist er [auch dieserhalb] schuldig.", "Sie erwiderten ihm; Dies101Die Translozierung am S.gehört nicht zu diesem Rubrum. Wenn dem102Daß die Einbegreifung auch bei einem sich auferlegten Verbote gelte.nun so wäre, so können es ja fünf sein, wenn er nämlich vorher gesagt hatte: ein Schwur, daß ich keine Datteln und keinen Talg essen werde, und da nun [der Schwur] hinsichtlich der Datteln gültig ist, so gilt er auch hinsichtlich des Talgs!? –", "Er spricht nur von Verboten, die von selbst kommen, nicht aber spricht er von Verboten, die man sich selber auf erlegt.", "Er spricht ja von Heiligem103Dies erfolgt durch die Bestimmung.!? –", "Von einem Erstgeborenen, das vom Mutterleibe aus heilig ist.", "Wenn du willst, sage ich: er spricht nur von Fällen, wobei eine Auflösung nicht möglich ist, nicht aber vom Schwure, wobei eine Auflösung möglich ist. –", "Dies ist ja beim Heiligen der Fall!?", "Wir haben es ja auf ein Erstgeborenes bezogen.", "Wenn du willst, sage ich: er spricht nur von bestimmten Opfern, nicht aber von einem auf- und absteigenden Opfer. –", "Ein Unreiner, der Geheiligtes gegessen hat, hat ja ein auf- und absteigendes Opfer darzubringen!? –", "Er spricht von einem Fürsten, und zwar nach R. Elie͑zer, welcher sagt, ein Fürst bringe dieserhalb einen Bock dar.", "R. Aši erklärte: Er spricht nur von Fällen, bei welchen das Verbot sich nur auf das vorschriftsmäßige Quantum erstreckt, vom Schwure aber, wobei es sich auch auf ein kleineres Quantum erstreckt, spricht er nicht. –", "Dies ist ja aber beim Heiligen der Fall!? –", "Bei diesem muß es eine Peruṭa wert sein.", "R. Aši aus Avirja erklärte im Namen R. Zeras: Er spricht nur von Fällen, auf die bei Vorsatz die Ausrottung gesetzt ist, nicht aber von Fällen, die bei Vorsatz nur mit einem Verbote belegt sind. –", "Aber hinsichtlich des Schuldopfers104Wegen der Veruntreuung am Heiligen (vgl. Anm. 100); cf. Syn. Fol. 84a.ist es ja bei Vorsatz ebenfalls nur ein Verbot!? –" ], [ "Wir sprechen von den Sündopfern.", "Rabina erklärte: Er spricht nur von Fällen, bei welchen das Verbot sich nur auf eßbare Dinge erstreckt, nicht aber vom Schwure, der sich auch auf nicht eßbare Dinge erstreckt. –", "Aber die Heiligkeit erstreckt sich ja auch auf Holz und Steine!? –", "Vielmehr, er spricht nur von konkrete Dinge betreffenden Fällen, nicht aber vom Schwure, der sich auch auf abstrakte Dinge erstreckt, beispielsweise: ich werde schlafen, oder: ich werde nicht schlafen.", "vEINERLEI OB DIE DINGE IHN SELBST ODER ANDERE BETREFFEN, EINERLEI OB DIE DINGE KONKRETE ODER ABSTRAKTE SIND.", "ZUM BEISPIEL: SAGT JEMAND: EIN SCHWUR, DASS ICH JENEM ETWAS GEBEN WERDE, ODER: DASS ICH NICHT GEBEN WERDE; DASS ICH GEGEBEN HABE, ODER: DASS ICH NICHT GEGEBEN HABE; \n", "DASS ICH SCHLAFEN WERDE, ODER: DASS ICH NIGHT SCHLAFEN WERDE; DASS ICH GESCHLAFEN HABE, ODER: DASS ICH NICHT GESCHLAFEN HABE; DASS ICH EIN STEINCHEN INS MEER WERFEN WERDE, ODER: DASS ICH NICHT WERFEN WERDE; DASS ICH GEWORFEN HABE, ODER: DASS ICH NICHT GEWORFEN HABE.", "R. JIŠMA͑ÉL SAGT, MAN SEI NUR WEGEN DES PROMISSORISCHEN [SCHWURES] SCHULDIG, DENN ES HEISST:105Lev. 5,4.Böses oder Gutes zu tun.", "R. A͑QIBA SPRACH ZU IHM: DEMNACH WEISS ICH DIES NUR VON FALLEN, WO ES ZUM BÖSEN ODER ZUM GUTEN ERFOLGT, WOHER DIES NUN VON FÄLLEN, WO ES NICHT ZUM BÖSEN ODER ZUM GUTEN ERFOLGT!?", "JENER ERWIDERTE: VON DER EINBEGREIFUNG106Das W. ‘alles’ (Lev. 5,4) ist einbegreifend.DES SCHRIFTVERSES. DIESER ENTGEGNETE: WENN DIE SCHRIFT DAS EINE EINBEGREIFT, SO BEGREIFT SIE AUCH DAS ANDERE EIN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Bei Gelübden ist es strenger als bei Schwüren und bei Schwüren ist es strenger als bei Gelübden. Bei Gelübden ist es strenger, denn Gelübde erstrecken sich sowohl auf gebotene als auch auf freigestellte Dinge, was bei den Schwüren nicht der Fall ist;", "bei Schwüren ist es strenger, denn die Schwüre erstrecken sich sowohl auf abstrakte Dinge als auch auf konkrete, was bei den Gelübden nicht der Fall ist.", "ZUM BEISPIEL: SAGT JEMAND: EIN SCHWUR, DASS ICH JENEM ETWAS GEBEN WERDE, ODER: DASS ICH NICHT GEBEN WERDE. Was heißt ‘geben’: wollte man sagen, Almosen an einen Armen, so besteht ja der Schwur bereits seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj, denn es heißt:107Dt. 15,10.du sollst ihm geben!? –", "Vielmehr, eine Gabe an einen Reichen.", "DASS ICH SCHLAFEN WERDE, ODER: DASS ICH NICHT SCHLAFEN WERDE. Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, wenn jemand schwört, er werde drei Tage nicht schlafen, so geißele108Weil dies, da unausführbar, ein Nichtigkeitsschwur ist, jed. kein Bekräftigungsschwur.man ihn, und er schlafe sofort!? –", "Dies, wenn er ‘drei Tage’ gesagt hat, während hier von dem Falle gesprochen wird, wenn er nicht ‘drei Tage’ gesagt hat.", "DASS ICH EIN STEINCHEN INS MEER WERFEN WERDE, ODER: DASS ICH NICHT WERFEN WERDE. Es wurde gelehrt: [Sagte jemand:] ein Schwur, daß jener ein Steinchen ins Meer geworfen hat, oder: daß er nicht geworfen hat, so ist er, wie Rabh sagt, schuldig, und wie Šemuél sagt, frei:", "Rabh sagt, er sei schuldig, denn dies kann bejahend und verneinend erfolgen; Šemuél sagt, er sei frei, weil dies nicht promissorisch erfolgen kann.", "Es ist anzunehmen, daß sie denselben Streit führen, wie R. Jišma͑él und R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: R. Jišma͑él sagt, man sei nur wegen des promissorischen [Schwures] schuldig, denn es heißt: Böses oder Gutes zu tun. R. A͑qiba sprach zu ihm: Demnach weiß ich dies nur von Fällen, wo es zum Bösen oder zum Guten erfolgt, woher dies nun von Fällen, wo es nicht zum Bösen oder zum Guten erfolgt!?", "Jener erwiderte: Von der Einbegreifung des Schriftverses. Dieser entgegnete: Wenn die Schrift das eine einbegreift, so begreift sie auch das andere ein.", "Rabh wäre also der Ansicht R. A͑qibas und Šemuél der Ansicht R. Jišma͑éls. –", "Über die Ansicht R. Jišma͑éls streiten sie überhaupt nicht, wenn man nach R. Jišma͑él wegen eines [Schwures], der promissorisch geleistet werden kann, assertorisch nicht schuldig ist, um wieviel weniger wegen eines Schwures, der promissorisch nicht geleistet werden kann,", "sie streiten nur über die Ansicht R. A͑qibas. Rabh ist entschieden der Ansicht R. A͑qibas, aber auch Šemuél kann erwidern: nach R. A͑qiba ist man nur dann wegen des assertorischen Schwures schuldig, wenn er auch promissorisch geleistet werden kann, nicht aber wegen eines solchen, der promissorisch nicht Vorkommen kann. –", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen," ], [ "wie R. Jehuda b. Bethera und die Rabbanan; denn wir haben gelernt: Wenn jemand geschworen hat, eine gesetzliche Vorschrift zu unterlassen, und sie nicht unterlassen hat, so ist er frei, eine gesetzliche Vorschrift auszuüben, und sie nicht ausgeübt hat, so ist er frei. Eigentlich sollte durch einen Schluß gefolgert werden, daß er schuldig sei, und zwar nach der Lehre des R. Jehuda b. Bethera, denn R. Jehuda b. Bethera sagte: Wenn man schuldig ist wegen [eines Schwures betreffend] freigestellte Handlungen, zu denen man nicht seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj eidlich verpflichtet ist, um wieviel mehr ist man schuldig wegen [eines Schwures betreffend] gesetzliche Vorschriften, zu denen man seit [der Gesetzgebung am] Berge Sinaj eidlich verpflichtet ist.", "Man erwiderte ihm: Nein, wenn dies bei einem freigestellte Handlungen betreffenden Schwure, bei dem die Bejahung der Verneinung gleicht, der Fall ist, sollte dies auch bei einem gesetzliche Vorschriften betreffenden Schwure der Fall sein, bei dem die Verneinung nicht der Bejahung109Man ist ja verpflichtet, die Handlung auszuüben.gleicht!?", "Rabh wäre also der Ansicht des R. Jehuda b. Bethera und Šemuél der Ansicht der Rabbanan. –", "Über die Ansicht des R. Jehuda b. Bethera streiten sie überhaupt nicht, wenn nach ihm [der Schwur] bejahend und verneinend nicht zu sein braucht, um wieviel weniger braucht er promissorisch und assertorisch110Ersteres befindet sich ausdrücklich in der Schrift (Böses oder Gutes zu tun, dh. zu tun od. zu unterlassen), letzteres aber nicht.zu sein,", "sie streiten nur über die Ansicht der Rabbanan. Šemuél ist entschieden der Ansicht der Rabbanan, aber auch Rabh kann erwidern: nach den Rabbanan braucht der Schwur nur bejahend und verneinend nicht zu sein, weil es ausdrücklich heißt: Böses oder Gutes zu tun, promissorisch und assertorisch aber muß er sein können, was nur aus der Einbegreifung des Schriftverses111Vgl. Anm. 106.gefolgert wird.", "R. Hamnuna wandte ein: [Sagte jemand:] ich habe heute nichts gegessen, oder: ich habe heute keine Tephillin angelegt, [und als ein anderer zu ihm sagte:] ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, so ist er schuldig. Einleuchtend ist dies [vom Schwure:] ich habe nicht gegessen, denn er kann auch schwören: ich werde112Der Schwur kann also promissorisch und assertorisch geleistet werden.nicht essen, wieso aber [gilt dies beim Schwure:] ich habe keine [Tephillin] angelegt, kann er denn schwören: ich werde keine113Dies wäre ein Nichtigkeitsschwur.anlegen!?", "Er erhob diesen Ein wand und er selber erwiderte auch: Er lehrt dies je nachdem: ich habe nicht gegessen, hinsichtlich des Opfers, ich habe keine [Tephillin] angelegt, hinsichtlich der Geißelung.", "Raba wandte ein: Was heißt ein Nichtigkeitsschwur? Wenn jemand etwas beschwört, und es den Menschen bekannt ist, daß es anders sei; wenn er beispielsweise von einer Steinsäule sagt, sie befinde sich an jener Stelle, sie sei aus Gold. Hierzu sagte U͑la, dies nur, wenn es drei Menschen bekannt ist; also nur wenn es bekannt ist, wenn aber nicht, so gilt dies als [falscher] Bekräftigungsschwur; wieso denn, hierbei kann er ja nicht schwören: sie wird aus Gold114Promissorisch.sein!?", "Er erhob diesen Einwand und er selber erklärte es auch: ist es bekannt, so ist es ein Nichtigkeitsschwur, ist es nicht bekannt, so ist es ein Falschschwur.", "Abajje sagte: Rabh pflichtet jedoch bei, daß wenn jemand zu seinem Nächsten sagte: ein Schwur, daß ich für dich Zeugnis ablegen kann, und es sich herausstellt, daß er darüber nichts weiß, er frei sei, weil hierbei der Fall ausgeschlossen ist: ich weiß115Dies wäre kein Falschschwur.für dich kein Zeugnis abzulegen.", "[Über den Fall, wenn er sagte:] ich wußte, oder: ich wußte nicht, streiten sie; [über den Fall, wenn er sagte:] ich habe Zeugnis abgelegt, oder: ich habe kein Zeugnis abgelegt, streiten sie. –", "Erklärlich ist es nach Šemuél, welcher sagt, wegen eines [falschen Schwures], der promissorisch nicht geleistet werden kann, sei man auch assertorisch nicht schuldig, daß der Allbarmherzige den Zeugnisschwur116Wenn der Zeuge nicht zu wissen behauptet, so hat er dies zu beschwören; dieser Schwur kann promissorisch nicht geleistet werden; daher mußte die Schrift besonders hervorheben, daß man wegen dessen dennoch schuldig sei.aus der Allgemeinheit des Bekräftigungsschwures ausgeschieden hat; aus welchem Grunde aber hat ihn der Allbarmherzige nach Rabh ausgeschieden!?", "Die Jünger erklärten vor Abajje: Damit man dieserhalb zweifach schuldig sei.", "Er erwiderte ihnen: Ihr könnt nicht sagen, daß man dieserhalb zweifach schuldig sei, denn es wird gelehrt:117Lev. 5,4.Wegen eines von diesen, da kannst ihn nur wegen eines anschuldigen, nicht aber kannst du ihn wegen zwei anschuldigen. –", "Aus welchem Grunde hat ihn der Allbarmherzige nach Abajje ausgeschieden? –", "Wegen der folgenden Lehre: Bei allen118Im angezogenen Abschnitt genannten Fällen, derentwegen man ein auf- und absteigendes Opfer darbringen muß.heißt es entfällt, bei diesem119Beim Zeugnisschwure.aber heißt es nicht entfällt; [dies lehrt,] daß man dieserhalb bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit schuldig sei.", ">>>>> >>> Die Jünger sprachen zu Abajje: Vielleicht ist man bei Vorsätzlichkeit einmal schuldig und bei Unvorsätzlichkeit zweimal schuldig!?", "Er erwiderte ihnen: Das ist es ja, was ich euch gesagt habe: wegen eines, wegen eines kannst du ihn anschuldigen, nicht aber kannst du ihn wegen zwei anschuldigen, und bei Vorsätzlichkeit ist es ja zweifach überhaupt nicht120Somit muß man die Schlußfolgerung auf einen unvorsätzlichen Fall beziehen.möglich.", "Raba erwiderte: Dies ist ein Fall, der in der Allgemeinheit einbegriffen121Der Zeugnisschwur war im Bekräftigungsschwure einbegriffen. war, und wegen eines Novums122Daß einen solchen Schwur nur als Zeugen zulässige Personen leisten können.ausgeschieden wurde, und du hast dich also nur an das Novum zu halten123Bei diesem kommt der Bekräftigungsschwur nicht inbetracht.. –", "Demnach124Da eine Schlußfolgerung nötig ist, daß man wegen dessen nicht schuldig sei.ist Abajje der Ansicht, ein solcher Schwur sei gültig,", "und er selber sagte ja, Rabh pflichte bei, daß wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: ein Schwur, daß ich für dich Zeugnis ablegen kann, und es sich herausstellt, daß er nichts weiß, er frei sei, weil hierbei der Fall ausgeschlossen ist: ich weiß115Dies wäre kein Falschschwur.für dich kein Zeugnis abzulegen !? –", "Abajje ist davon zurückgetreten. Wenn du aber willst, sage ich:" ], [ "eines von diesen sagte R. Papa.", "R. JIŠMA͑ÉL SAGT, MAN SEI NUR WEGEN DES PROMISSORISCHEN [SCIIWURES] SCHULDIG. Die Rabbanan lehrten: Böses oder Gutes zu tun, ich weiß dies also nur von Dingen, die zum Bösen oder Guten erfolgen, woher dies von Dingen, die nicht zum Bösen oder Guten erfolgen? Es heißt: oder wenn jemand schwört, etwas mit den Lippen ausspricht.", "Ich weiß dies nur vom promissorischen [Schwure], woher dies vom assertorischen? Es heißt: alles, was der Mensch ausspricht mit einem Schwure – so R. A͑qiba. R. Jišma͑él erklärte: Böses oder Gutes zu tun, promissorisch.", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Demnach weiß ich dies nur von Dingen, die zum Guten oder Bösen erfolgen, woher dies von Dingen, die nicht zum Guten oder Bösen erfolgen? Dieser erwiderte: Von der Einbegreifung des Schriftverses. Jener entgegnete: Wenn die Schrift das eine einbegreift, so begreift sie auch das andere ein.", "R. A͑qiba hat ja R. Jišma͑él treffend entgegnet!?", "R. Job an an erwiderte: R. Jišma͑él bediente R. Nehunja b. Haqana, der in der ganzen Tora [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anwendet, daher wendet er hierbei ebenfalls [die Regel] von der Generalisierung und Spezialisierung an; R. A͑qiba bediente Naḥum aus Gamzu, der in der ganzen Tora [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an wendet, daher wendet er hierbei ebenfalls [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an. –", "Was ist dies für eine Auslegung, bei der R. A͑qiba [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an wendet? – Es wird gelehrt: Oder wenn jemand schwört, einschließend; Böses oder Gutes zu tun, ausschließend; alles, was der Mensch ausspricht, wiederum einschließend.", "Dies ist also eine Einschließung, Ausschließung und Einschließung, somit hat er alles eingeschlossen; eingeschlossen sind alle Dinge, ausgeschlossen sind gesetzliche Vorschriften.", "R. Jišma͑él wendet hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: Oder wenn jemand schwört, und mit den Lippen ausspricht, generell; Böses oder Gutes zu tun, speziell; alles, was der Mensch ausspricht, wiederum generell. Dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei du dich nach dem Speziellen zu richten hast: wie das Speziellgenannte promissorisch ist, ebenso auch alle anderen Fälle, nur wenn promissorisch;", "die Generalisierung schließt also auch solche Fälle ein, die nicht zum Bösen oder zum Guten erfolgen, jedoch promissorisch, und die Spezialisierung schließt assertorische Fälle aus, selbst wenn sie zum Bösen oder zum Guten erfolgen. –", "Vielleicht umgekehrt!?", "R. Jiçḥaq erwiderte: Gleich Fällen, die zum Bösen oder zum Guten erfolgen, nur wenn dabei statthaben kann das Verbot:125Num. 30,3.er soll sein Wort nicht brechen, ausgenommen ist der Fall, bei dem nicht statthaben kann das Verbot: er soll sein Wort nicht brechen, sondern nur:126Lev. 19,11.ihr sollt nicht lügen.", "R. Jiçḥaq b. Abin erklärte: Die Schrift sagt: oder wenn jemand schwört, etwas mit den Lippen ausspricht, nur wenn der Schwur der Handlung vorangeht, ausgenommen ist [der Schwur:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen, wobei die Handlung dem Schwure vorangeht.", "Die Rabbanan lehrten:127Ib. 5,4.Der Mensch, mit einem Schwure, ausgenommen ein Zwangsfall; und entfällt, ausgenommen die Vorsätzlichkeit; ihm, wenn ihm der Schwur entfallen ist.", "Man könnte glauben, auch wenn ihm die Sache entfallen ist, so heißt es: mit einem Schwur, und es entfällt, er ist nur bei Entfallen des Schwures schuldig, nicht aber ist er bei Entfallen der Sache schuldig.", "Der Meister sagte: Mit einem Schwure, ausgenommen ein Zwangsfall.", "Wie beispielsweise bei R. Hona und R. Asi ; als sie von Rabh fortgingen, sagte der eine: ich schwöre, daß Rabh so gesagt hat, und der andere sagte: ich schwöre, daß Rabh so gesagt hat. Als sie später zu ihm kamen, sagte er wie der eine von ihnen. Da sprach der andere zu ihm: Ich habe also falsch geschworen?", "Da erwiderte er ihm: Dein Sinn hat dich irre geführt.", "«Und es ihm entfällt, wenn ihm der Schwur entfallen ist. Man könnte glauben, auch wenn ihm die Sache entfallen ist, so heißt es: mit einem Schwure, und es ihm entfällt, er ist nur bei Entfallen des Schwures schuldig, nicht aber ist er bei Entfallen der Sache schuldig.»", "Im Westen lachten sie darüber. Allerdings kann [das Entfallen] des Schwures und nicht der Sache Vorkommen, wenn beispielsweise jemand gesagt hatte: ein Schwur, daß ich kein Weizenbrot essen werde, und später glaubt, er habe gesagt: daß ich essen werde; er hat also seinen Schwur vergessen, erinnert sich aber der Sache.", "[Das Entfallen] der Sache und nicht des Schwures kann ja aber nur in dem Falle Vorkommen, wenn jemand beispielsweise gesagt hatte: ein Schwur, daß ich kein Weizenbrot essen werde, und später glaubt, er habe gesagt: Gerstenbrot; er erinnert sich also des Schwures, hat aber die Sache vergessen; wenn er die Sache vergessen hat, so heißt dies ja ebenfalls Entfallen des Schwures128Er hat vergessen, worüber er geschworen hat.!?", "Vielmehr, sagte R. Elea͑zar, sind das eine und das andere dasselbe.", "R. Joseph wandte ein: Kann etwa das Entfallen der Sache und nicht des Schwures nicht Vorkommen, dies kann ja in dem Falle Vorkommen, wenn jemand gesagt hatte: ein Schwur, daß ich kein Weizenbrot essen werde, und als er die Hand in den Korb gesteckt hat, um nach Gerstenbrot zu langen, ihm Weizenbrot in die Hand gekommen ist, und er, im Glauben, es sei Gerstenbrot, es gegessen hat ; er kannte also seinen Schwur, nicht aber die Sache!?", "Abajje erwiderte ihm: Du kannst ihn ja zu einem Opfer verpflichten nur wegen dessen, was er in der Hand hält, somit ist dies ein Entfallen des Schwures129Er weiß nicht, daß er über die Sache, die er in der Hand hält, geschworen hat..", "Eine andere Lesart: Abajje sprach zu R. Joseph: Er bringt ja das Opfer nur wegen des [von ihm gegessenen] Brotes, somit ist dies ein Entfallen des Schwures. –", "Und R. Joseph!? – Er kann dir erwidern: da er, wenn er gewußt hätte, daß es Weizenbrot ist, sich davon zurückgezogen haben würde, so heißt dies ein Entfallen der Sache.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn ihm das eine und das andere entfallen ist? – Dieser erwiderte: Ihm ist der Schwur entfallen, somit ist er schuldig. – Im Gegenteil, ihm ist die Sache entfallen, somit sollte er frei sein!?", "R. Aši erwiderte: Wir sehen nun; zieht er sich wegen des Schwures zurück, so liegt hier Entfallen des Schwures vor, sodann ist er schuldig, und zieht er sich wegen der Sache zurück, so liegt hier Entfallen der Sache vor, sodann ist er frei.", "Rabina entgegnete R. Aši: Er zieht sich ja wegen des Schwures nur wegen der Sache, und wegen der Sache nur wegen des Schwures zurück!? – Vielmehr gibt es hierbei keinen Unterschied.", "Raba fragte R. Naḥman:" ], [ "Welcher ist ein [falscher] unvorsätzlicher assertorischer Bekräftigungsschwur; wußte er es, so ist es ja vorsätzlich, wußte er es nicht, so ist es ja ein Zwangsfall!?", "Dieser erwiderte: Wenn er gesagt hat, er wisse, daß dieser Schwur verboten sei, wisse aber nicht, ob man wegen dessen ein Opfer schuldig sei oder nicht. –", "Also nach Monobaz, welcher sagt, die Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Opfers130Wenn man nicht wußte, daß wegen der betreffenden Handlung ein Opfer dargebracht werden muß. gelte als Unvorsätzlichkeit. –", "Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen Monobaz nur hinsichtlich aller anderen Gesetze in der Tora, die kein Novum sind, hierbei aber pflichten auch die Rabbanan bei, da dieses Gesetz ein Novum ist; in der ganzen Tora finden wir kein Verbot, wegen dessen ein Opfer darzubringen ist,", "denn diesbezüglich wird vom Verbote des Götzendienstes131Daß nur wegen unvorsätzlicher Todsünden ein Opfer dargebracht wird.gefolgert, während wegen dieses ein Opfer darzubringen ist.", "Rabina fragte Raba: Wie ist es, wenn jemand hinsichtlich eines Laibes geschworen hat und dieserhalb in Lebensgefahr gerät? –", "Wenn er in Lebensgefahr gerät, so würde es ihm der Meister erlauben132Zu essen, obgleich er hinsichtlich dessen geschworen hat.. – Vielmehr, wie ist es, wenn er dadurch litt, und ihn bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Schwures gegessen133Er würde ihn jedoch gegessen haben, auch wenn ihm der Schwur nicht entfallen wäre.hat?", "Dieser erwiderte: Wir haben es gelernt: Wer aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringe ein Opfer wegen seines unvorsätzlichen Vergehens dar, wer nicht aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringe wegen seines unvorsätzlichen Vergehens kein Opfer dar134Dieser würde aber auch beim Bewußtwerden gegessen haben..", "Šemuél sagte: Wenn jemand etwas in seinem Herzen beschließt, [so ist dies nur dann gültig,] wenn er es mit den Lippen ausspricht, denn es heißt: mit den Lippen ausspricht.", "Man wandte ein: mit den Lippen, nicht aber, wenn im Herzen; woher dies von dem Falle, wenn man es im Herzen beschlossen hat? Es heißt: alles, was der Mensch ausspricht, mit einem Schwure!? –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es: mit den Lippen, nicht aber, wenn im Herzen, nachher aber heißt es: woher dies von dem Falle, wenn man etwas im Herzen beschlossen hat!?", "R. Šešeth erwiderte: Dies ist kein Widerspruch, denn er meint es wie folgt: mit den Lippen, nicht aber wenn man im Herzen beschlossen hat, es mit den Lippen auszusprechen, und nicht ausgesprochen hat; woher dies von dem Falle, wenn man es nicht im Herzen beschlossen hat? Es heißt: alles, was [der Mensch] ausspricht.", "Dies ist also ein Einwand gegen Šemuél.", "R. Šešeth erwiderte: Man erkläre es wie folgt: mit den Lippen, nicht aber, wenn man im Herzen beschlossen hatte, ‘Weizenbrot’ auszusprechen und ‘Gerstenbrot’ ausgesprochen hat; woher dies von dem Falle, wenn man im Herzen beschlossen hatte, ‘Weizenbrot’ auszusprechen und nur ‘Brot’ ausgesprochen hat? Es heißt: alles, was der Mensch ausspricht.", "Man wandte ein:135Dt. 23,24.Was aus deinen Lippen kommt, sollst du halten und darnach handeln; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn man es mit den Lippen ausgesprochen hat, woher dies von dem Falle, wenn man es nur im Herzen beschlossen hat? Es heißt:136Ex. 35,22.jeder freigebigen Herzens137Beide angezogene Schriftverse handeln von Tempelspenden.!? –", "Anders ist es hierbei, denn es heißt ausdrücklich: jeder freigebigen Herzens. –", "Sollte man es doch hiervon138Daß auch in anderen Fällen der im Herzen gefaßte Beschluß gültig sei. entnehmen!? –", "Von der Tempelhebe und vom Heiligen lehren zwei Schriftverse139iiChr. 29,31 wird auch bei den Opfern der Ausdruck ‘freigebigen Herzens’ gebraucht.dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, es sei nicht zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? --", "Hierbei ist eines Profanes und eines Heiliges, und man folgere nicht vom Heiligen auf das Profane140Hier handelt es sich um Schwüre profane Dinge betreffend, während die angezogenen Schriftverse von heiligen Dingen sprechen.." ], [ "viWENN JEMAND GESCHWOREN HAT, EINE GESETZLICHE VORSCHRIFT ZU UNTERLASSEN, UND SIE NICHT UNTERLASSEN HAT, SO IST ER FREI; EINE AUSZUÜBEN, UND SIE NICHT AUSGEÜBT HAT, SO IST ER FREI. EIGENTLICH SOLLTE DURCH EINEN SCHLUSS GEFOLGERT WERDEN, DASS ER SCHULDIG SEI, UND ZWAR NACH EINER LEHRE DES R. JEHUDA B. BETHERA, ", "DENN R. JEHUDA B. BETHERA SAGTE: WENN MAN SCHULDIG141Wenn man geschworen hat, sie auszuüben, u. es unterlassen hat.IST WEGEN [EINES SCHWURES BETREFFEND] FREIGESTELLTE HANDLUNGEN, ZU DENEN MAN NICHT SEIT [DER GESETZGEBUNG AM] BERGE SINAJ EIDLICH VERPFLICHTET IST, UM WIEVIEL MEHR IST MAN SCHULDIG WEGEN [EINES SCHWURES BETREFFEND] GESETZLICHE VORSCHRIFTEN, ZU DENEN MAN SEIT DER GESETZGEBUNG AM BERGE SINAJ EIDLICH VERPFLICHTET IST.", "MAN ERWIDERTE IHM: NEIN, WENN DIES BEI EINEM FREIGESTELLTE HANDLUNGEN BETREFFENDEN SCHWURE, BEI DEM DIE VERNEINUNG DER BEJAHUNG GLEICHT, DER FALL IST, SOLLTE DIES AUCH BEI EINEM GESETZLICHE VORSCHRIFTEN BETREFFENDEN SCHWURE DER FALL SEIN, BEI DEM DIE VERNEINUNG NIGHT DER BEJAHUNG GLEICHT!? WENN NÄMLICH JEMAND GESCHWOREN HAT, EINE SOLCHE ZU UNTERLASSEN, UND SIE NICHT UNTERLASSEN HAT, IST ER FREI142Nach aller Ansicht; ein solcher ist ein Nichtigkeitsschwur, der weiter Fol. 29a besonders behandelt wird..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, wer geschworen hat, eine gesetzliche Vorschrift zu unterlassen, und sie nicht unterlassen hat, sei schuldig, so heißt es:143Lev. 5,4.Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freigestellt ist, ebenso auch das Böse, wenn es freigestellt ist; ich schließe daher den Fall aus, wenn jemand geschworen hat, eine gesetzliehe Vorschrift zu unterlassen, und sie nicht unterlassen hat, daß er nämlich frei ist.", "Man könnte ferner glauben, wer geschworen hat, eine gesetzliche Vorschrift auszuüben, und sie nicht ausgeübt hat, sei schuldig, so heißt es: Böses oder Gutes zu tun, wie das Böse freigestellt ist, ebenso auch das Gute, wenn es freigestellt ist; ich schließe daher den Fall aus, wenn jemand geschworen hat, eine gesetzliche Vorschrift auszuüben, und sie nicht ausgeübt hat, daß er frei ist.", "Man könnte ferner glauben, wenn jemand geschworen hat, sich selber Böses zuzufügen, und es nicht getan hat, sei er frei, so heißt es: Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freigestellt ist, ebenso auch das Böse, wenn es freigestellt ist; ich schließe daher den Fall ein, wenn jemand geschworen hat, sich selber Böses zuzufügen, und es unterlassen hat, da ihm dies freigestellt ist.", "Man könnte ferner glauben, wer geschworen hat, anderen Böses zuzufügen, und es nicht getan hat, sei schuldig, so heißt es: Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freigestellt ist, ebenso auch das Böse, wenn es freigestellt ist; ich schließe daher den Fall aus, wenn jemand geschworen hat, anderen Böses zuzufügen, und es nicht getan hat, da ihm dies nicht freigestellt ist. Woher der Fall, wenn anderen Gutes zuzufügen? Es heißt: oder Gutes zu tun. Was heißt: Böses für andere? Ich will jenen schlagen und ihm das Gehirn spalten. –", "Woher, daß diese Schriftverse von frei gestellten Handlungen sprechen, vielleicht von gesetzlichen Vorschriften? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn das Gute muß dem Bösen gleichen und das Böse muß dem Guten gleichen. Man vergleiche das Böse mit dem Guten: wie das Gute durch Übertretung einer gesetzliehen Vorschrift nicht erfolgen144Da man durch den Schwur seiner Seele schadet.kann, ebenso auch das Böse, wenn es nicht durch Übertretung einer gesetzlichen Vorschrift erfolgt, denn das Böse145Unter ‘Gutes’ wird der Fall als Beispiel verstanden, wenn jemand geschworen hat: ich werde essen, unter ‘Böses’, wenn jemand geschworen hat: ich werde nicht essen. Als Gutes, wodurch ein Gebot ausgeübt wird, gilt der Schwur, Gebotenes (zBs. Ungesäuertes am Pesaḥfeste) zu essen; wodurch ein Verbot ausgeübt wird, der Schwur, Verbotenes zu essen; als Böses gilt der Schwur, Verbotenes, bezw. Gebotenes nicht zu essen. Das Nichtessen des Verbotenen gilt trotzdem als Gutes, da dies zum Heile seiner Seele geschieht.selbst wäre ja Gutes.", "Ferner vergleiche man das Gute mit dem Bösen: wie das Böse sich nicht auf die Ausübung einer gesetzlichen Vorschrift146ZBs. der Schwur, am Versöhnungstage nicht zu essen, da dies zu seinem Heile geschieht.beziehen kann, ebenso bezieht sich auch das Gute nicht auf die Ausübung einer gesetzlichen Vorschrift, denn das Gute selbst wäre ja Böses144Da man durch den Schwur seiner Seele schadet.. –", "Demnach kann dies ja auch bei freigestellten Dingen nicht erfolgen147Es können ja Speisen inbetracht kommen, die für den Körper zuträglich, bezw. unzuträglich sind; in diesem Falle ist das Gute Böses und das Böse Gutes.!? –", "Vielmehr, da [das Wort] oder dazu nötig ist, Gutes für andere einzuschließen, so ist zu entnehmen, daß hier von freigestellten Handlungen gesprochen wird; wenn man nämlich sagen wollte, hier werde von gesetzlichen Vorschriften gesprochen, wozu braucht dies von anderen zugedachtem Guten gesagt zu werden, wo dies sogar von anderen zugedachtem Bösen148Ersteres ist ein Gebot, letzteres ein Verbot.gilt!? –", "Das oder ist ja aber wegen der Trennung149Man könnte sonst glauben, man sei nur dann schuldig, wenn man geschworen hat, Gutes und Böses auszuüben. nötig!? – Wegen der Trennung ist kein Schriftvers nötig. –", "Einleuchtend ist dies nach R. Jonathan, wie ist es aber nach R. Jošija zu erklären!?", "Es wird nämlich gelehrt:150Lev. 20,9.Wenn ein Mann flacht seinem Vater und seiner Mutter; ich weiß dies also nur von Vater und Mutter, woher dies von Vater ohne Mutter und von Mutter ohne Vater? – Es heißt:150Lev. 20,9.seinem Vater und seiner Mutter fluchte er, seinem Vater fluchtender und seiner Mutter fluchte151Im 1. Absätze des angezogenen Schriftverses steht das W. ‘fluchen’ neben ‘Vater’, im 2. steht es neben ‘Mutter’.er – so R. Jošija.", "R. Jonathan sagte: [In solchen Fällen] sind sowohl beide zusammen als auch jeder besonders zu verstehen," ], [ "es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich zusammen sagt. –", "Du kannst auch sagen, nach R. Jošija, denn er ist der Ansicht R. A͑qibas, der hier [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung152Cf. supra Fol. 26a. Die Ausschließung erstreckt sich nach ihm auf die Unterlassung einer gesetzlichen Vorschrift.anwendet, somit bleibt das oder wegen der Trennung zurück.", "Einleuchtend ist es nämlich, wenn du sagst, hier werde von freigestellten Handlungen gesprochen, demnach werden hier gesetzliche Vorschriften ausgeschlossen, was aber könnte hier ausgeschlossen werden, wenn du sagen wolltest, hier werde von gesetzlichen Vorschriften gesprochen!?", "R. JEHUDA B. BETHERA SAGTE: WENN MAN &C. WEGEN EINER FREIGESTELLTEN HANDLUNG. Die Rabbanan haben ja R. Jehuda b. Betḥera treffend erwidert!? –", "R. Jehuda b. Bethera kann dir entgegnen: der Fall, wenn man anderen Gutes zugedacht hat, gleicht ja ebenfalls nicht dem Fall, wenn man anderen Böses zugedacht hat, dennoch hat ihn der Allbarmherzige einbegriffen, ebenso hat der Allbarmherzige den Schwur, eine gesetzliche Vorschrift auszuüben, einbegriffen, obgleich er nicht dem Fall gleicht, wenn man geschworen hat, eine gesetzliche Vorschrift zu unterlassen. –", "Und die Rabbanan!? – Hierbei kann ja der Fall stattfinden: ich werde nicht Gutes tun, dort aber kann ja die Verneinung überhaupt nicht stattfinden153Der Schwur, ein Gebot zu unterlassen, ist ein Nichtigkeitsschwur.. Eine andere Lesart: Und die Rabbanan!? – Hierbei kann der Fall stattfinden: ich werde nicht Gutes tun, dort aber kann ja nicht der Fall stattfinden: ich werde [das Gebot] nicht ausüben.", "viiWENN JEMAND GESAGT HAT:] EIN SCHWUR, DASS ICH DIESEN LAIB NICHT ESSEN WERDE, EIN SCHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, EIN SCHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, UND IHN GEGESSEN HAT, SO IST ER NUR EINMAL154Der 2. Schwur kann sich auf den betreffenden Laib nicht mehr erstrecken.SCHULDIG.", "DIES IST EIN BEKRÄFTIGUNGSSCHWUR, WEGEN DESSEN [VERLETZUNG] MAN BEI VORSÄTZLICHKEIT SICH DER GEISSELUNG SCHULDIG MACHT UND BEI UNVORSÄTZLICHKEIT EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER DARBRINGEN MUSS.", "WEGEN DES NICHTIGKEITSSCHWURES MACHT MAN SICH BEI VORSÄTZLICHKEIT DER GEISSELUNG SCHULDIG UND BEI UNVORSÄTZLICHKEIT IST MAN FREI.", "GEMARA. Wozu lehrt er: ein Schwur, daß ich nicht essen werde, ein Schwur, daß ich ihn155In 2 verschiedenen Ausdrücken.nicht essen werde!? –", "Folgendes lehrt er uns: er ist nur dann einmal schuldig, wenn er zuerst gesagt hat: ich werde nicht essen, und nachher: ich werde ihn nicht essen, wenn er aber zuerst gesagt hat: ich werde ihn nicht essen, und nachher: ich werde nicht essen, so ist er zweimal schuldig.", "Dies nach Raba, denn Raba sagte: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich diesen Laib nicht essen werde, so ist er schuldig, sobald er ein olivengroßes Quantum gegessen hat, wenn aber: daß ich ihn nicht essen werde, so ist er erst dann schuldig, wenn er ihn ganz aufgegessen hat156Wenn er zuerst schwört: ich werde ihn nicht essen, und nachher: ich werde nicht essen, so ist der 2. Schwur wohl gültig, da dieser weitergehend ist, indem ihm durch diesen auch ein Teil verboten ist..", "EIN SCHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG &C. Wozu ist die Wiederholung157Der 3. Schwur.nötig!? –", "Folgendes lehrt er uns: man ist nicht [wegen des dritten besonders] schuldig, wohl aber gilt er als Schwur, und wenn sich Gelegenheit findet, so hat er Gültigkeit. –", "In welcher Hinsicht? – Dies nach Raba, denn Raba sagte, wenn er sich den ersten auf lösen ließ, trete der zweite an seine Stelle.", "Für ihn wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand zwei Nazirate158Ein solches währt, falls man keine Zeit bestimmt hat, 30 Tage.gelobt, und nachdem er das erste absolviert und das Opfer dargebracht hat, sich das erste auflösen läßt, so wird ihm das erste für das andere angerechnet. –", "Ist es denn gleich: da ist ja das Nazirat vorhanden, und ohne Auflösung müßte er, wenn er das erste absolviert hat, auch das andere absolvieren, hierbei aber hat der zweite Schwur überhaupt keine Gültigkeit.", "Raba sagte: Wer sich einen Laib abgeschworen und ihn gegessen hat, kann, wenn er ein olivengroßes Quantum zurückgelassen hat, den Schwur auflösen lassen, hat er ihn aber ganz aufgegessen, so kann er ihn nicht mehr auflösen lassen.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: In welchem Falle, sagte er: daß ich nicht essen werde, so hat er ja mit dem ersten olivengroßen Quantum159Da ihm auch ein solches verboten ist.das Verbot begangen, und sagte er: daß ich ihn nicht essen werde, so braucht er ja kein olivengroßes Quantum zurückgelassen zu haben, auch ein Minimum genügt160Da ihm nur der vollständige Laib verboten ist.ja!? –" ], [ "Wenn du willst, sage ich:", "[wenn er gesagt hat:] ich werde nicht essen, und wenn du willst, sage ich: ich werde ihn nicht essen. Wenn du willst, sage ich: ich werde nicht essen, denn da die Auflösung wirksam161Da ihm auch dieses verboten ist.ist für das letzte olivengroße Quantum, so ist sie wirksam auch für das erste olivengroße Quantum.", "Und wenn du willst, sage ich: ich werde ihn nicht essen, denn wenn er ein olivengroßes Quantum zurückgelassen hat, so ist dieses geeignet, daraufhin [den Schwur] aufzulösen, wenn aber nicht, so ist es nicht geeignet, daraufhin [den Schwur] aufzulösen.", "Man wandte ein: Wenn jemand zwei Nazirate gelobt, und nachdem er das erste absolviert und das Opfer dargebracht hat, sich das erste auflösen läßt, so wird ihm das erste für das andere162Er kann sich also das Gelübde auflösen lassen, obgleich es längst erledigt ist.angerechnet!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn er noch keine Sühne erlangt hat. –", "Es wird ja aber gelehrt: und Sühne erlangt hat!? – Wenn er das Haar noch nicht geschnitten hat, und zwar nach R. Elie͑zer, welcher sagt, das Haarschneiden sei unerläßlich163Solange er das Haar nicht geschnitten hat (cf. Num. 6,18), ist ihm das Weintrinken verboten; das Gelübde ist also noch nicht ganz vorüber.. –", "Es wird ja aber gelehrt: und sich das Haar schneiden ließ!? R. Aši erwiderte: Ist etwa vom Nazirate einzuwenden: daß die [absolvierten Tage] nicht für das andere angerechnet werden, veranlaßt ja nur das erste, und dieses ist nicht mehr164Werden die absolvierten Tage für das 2. Gelübde angerechnet, so ist mit der rückwirkenden Auflösung des 1. dasselbe aus der Welt geschafft, während beim Schwure bei vollständiger Verzehrung des Laibes die Übertretung nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann.vorhanden.", "Amemar aber sagte: Selbst wenn er ihn ganz aufgegessen hat, kann er [den Schwur] auflösen lassen; ist es unvorsätzlich erfolgt, so hat er noch ein Opfer darzubringen, ist es vorsätzlich erfolgt, so hat noch die Geißelung165Somit ist die Handlung noch nicht abgeschlossen.zu erfolgen. Nicht aber, wenn man ihn bereits an den Pfahl166Zur Geißelung; cf. Mak. Fol. 22b.gebunden hat. Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, wenn man einen an den Pfahl gebunden hat, und er vom Gerichte entflohen ist, sei er frei.", "Dies ist aber nichts; da ist er entflohen, hierbei aber nicht167Allerdings wird ihm, wenn er entflohen ist, die Strafe erlassen, weil er durch das Anbinden bereits geschändet worden ist, hierbei aber hängt es vom endgültigen Abschluß der Handlung ab..", "Raba sagte: [Wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich diesen Laib nicht essen werde, falls ich jenen esse, und er den ersten168Mit ‘ersten’ wird der bezeichnet, von dem das Essen des anderen abhängig gemacht wurde.unvorsätzlich und den anderen vorsätzlich gegessen hat, so ist er169Von der Darbringung eines Opfers selbstverständlich, da er ihn vorsätzlich gegessen hat, aber auch von der Geißelung, da er den 1. unvorsätzlich gegessen u. der Schwur somit seine Gültigkeit verloren hat.frei; wenn den ersten vorsätzlich und den anderen unvorsätzlich, so ist er schuldig; wenn beide unvorsätzlich, so ist er170Weil der Schwur seine Gültigkeit verloren hat.frei;" ], [ "wenn beide vorsätzlich, so ist er, wenn er zuerst den gegessen hat, von dem die Bedingung abhing, und nachher den durch Schwur verbotenen, schuldig171Geißelung, da mit dem Essen des ersten der Schwur Gültigkeit erlangt hat., wenn aber zuerst den durch Schwur verbotenen und nachher den von dem die Bedingung abhängigen, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš. Nach demjenigen, welcher sagt, die eventuelle Warnung172Beim Essen des durch Schwur verbotenen konnten die Warnenden nicht wissen, ob er auch den anderen essen werde.gelte als Warnung, ist er schuldig, und nach demjenigen, welcher sagt, sie gelte nicht als Warnung, ist er frei.", "Hat er einen vom anderen abhängig gemacht: ich werde diesen nicht essen, wenn ich jenen esse, und ich werde jenen nicht essen, wenn ich diesen esse, und den einen vorsätzlich bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des anderen, und den anderen vorsätzlich bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des einen gegessen, so ist er frei;", "wenn den einen unvorsätzlich bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des anderen, und den anderen unvorsätzlich bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des einen, so ist er schuldig;", "wenn beide unvorsätzlich, so ist er frei;", "wenn beide vorsätzlich, so ist er wegen des anderen schuldig und über den ersten173Hinsichtlich dessen die Warnung nur eine eventuelle sein kann.besteht der Streit zwischen R. Joḥanan und Reš Laqiš.", "R. Mari sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Vier Gelöbnisschwüre erklärten die Weisen als aufgelöst: Anspornungsgelübde174Wenn 2 Personen über den Preis einer Sache nicht einig werden, u. einer gelobt, er gebe nicht mehr, bezw. lasse vom Preise nicht ab; er nahm den Schwur nicht ernst, vielmehr wollte er nur seinen Genossen gefügig machen., Übertreibungsgelübde175Wenn jemand bei einer Erzählung übertreibt u. dies durch ein Gelübde bekräftigt., irrtümliche Gelübde und Zwangsgelübde176Wenn man durch einen Zwangsfall verhindert wird, sein Gelübde zu halten..", "Welches heißt ein irrtümliches Gelübde? [Wenn jemand sagt:] Qonam, wenn ich gegessen oder getrunken habe, und sich erinnert, daß er gegessen oder getrunken hat, oder: daß ich nicht essen oder nicht trinken werde, und vergessentlich gegessen oder getrunken hat; diese gelten als aufgelöst. Hierzu wird gelehrt, wie irrtümliche Gelübde als aufgelöst gelten, ebenso gelten auch irrtümliche Schwüre als aufgelöst.", "Irrtümliche Schwüre sind ja wahrscheinlieh solche, wie in unserem Falle. Schließe hieraus.", "Epha studierte [den Traktat vom] Eide in der Schule Rabbas; da traf ihn sein Bruder Abimi und fragte ihn: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich nicht gegessen habe, ein Schwur, daß ich nicht gegessen habe? Dieser erwiderte: Er ist nur einmal schuldig. Jener entgegnete: Du irrst dich; es ist ja ein falscher177Nur promissorisch ist man wegen der Wiederholung eines Schwures nicht schuldig, weil man mit dem 2. schwört, den 1. zu halten, dagegen ist assertorisch jede Wiederholung ein Schwur für sich.Schwur geleistet worden. –", "Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine178Sc. Früchte udgl.neun, und [ein Schwur], daß ich keine zehn essen179Und 10 gegessen hat.werde? – Er ist wegen eines jeden [Schwures] besonders schuldig. Jener entgegnete: Du irrst dich; wenn er keine neun essen darf, so darf er keine zehn180Schon mit dem 1. Schwure, keine 9 zu essen, waren ihm 10 verboten, somit ist der 2. Schwur, keine 10 zu essen, nur eine Wiederholung des ersten.essen. –", "Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat:] ein Schwur, daß ich keine zehn, und [ein Schwur], daß ich keine neun essen werde? – Er ist nur einmal schuldig. Jener entgegnete: Du irrst, zehn durfte er nicht essen, neun aber durfte er wohl181Mit dem Essen des 9. hat er den 2. u. mit dem Essen des 10. den 1. Schwur gebrochen.essen.", "Abajje sagte: Zuweilen können auch Fälle nach der Ansicht Ephas Vorkommen, und zwar nach einer Lehre des Meisters182Bei diesem Ehrentitel pflegte A. seinen Pflegevater und Lehrer Rabba stets zu nennen., denn Rabba sagte: [Wenn jemand sagte:] ein Schwur, daß ich keine Feigen und Trauben essen183Dh. zusammen, an einem Tage.werde, und darauf sagte: ein Schwur, daß ich keine Feigen essen184Dieser Schwur ist also gültig, da er im 1. nicht einbegriffen war.werde," ], [ "und Feigen gegessen und dieserhalb ein Opfer abgesondert, und darauf Trauben allein gegessen hat, so gelten die Trauben als halbes185Weil die Sünde wegen der Feigen bereits aus der Welt geschafft ist.Quantum, und wegen eines halben Quantums ist man kein Opfer schuldig. Ebenso auch hierbei: wenn er gesagt hat: ein Schwur, daß ich keine zehn essen werde, und darauf gesagt hat: ein Schwur, daß ich keine neun essen werde, [und nachdem er neun gegessen] und dieserhalb ein Opfer dargebracht hat ein zehntes gegessen hat; das zehnte ist somit ein halbes Quantum, und wegen eines halben Quantums ist man nicht schuldig.", "viiiWELCHER IST EIN NICHTIGKEITSSCHWUR? WENN JEMAND ETWAS BESCHWÖRT, UND ES DEN MENSCHEN BEKANNT IST, DASS ES ANDERS SEI: WENN ER VON EINER STEINSÄULE SAGT, SIE SEI AUS GOLD, VON EINEM MANNE, ER SEI EINE FRAU, ODER VON EINER FRAU, SIE SEI EIN MANN.", "FERNER, WENN JEMAND ETWAS UNMÖGLICHES BESCHWÖRT: WENN ICH NICHT EIN IN DER LUFT FLIEGENDES KAMEL GESEHEN HABE, WENN ICH NICHT EINE SCHLANGE WIE EIN ÖLPRESSBALKEN GESEHEN HABE.", "FERNER, WENN ZEUGEN ZU EINEM, DER SIE FÜR IHN ZEUGNIS ABZULEGEN AUFFORDERT, SAGEN: EIN SCHWUR, DASS WIR FÜR DICH KEIN ZEUGNIS ABLEGEN186Und da sie dazu verpflichtet sind, so ist dies ein Nichtigkeitsschwur.WERDEN. FERNER, WENN JEMAND SCHWÖRT, EIN GEBOT ZU UNTERLASSEN: KEINE FESTNÜTTE ZU ERRICHTEN, KEINEN FESTSTRAUSS ZU NEHMEN, ODER KEINE TEPHILLIN ANZULEGEN. DIES IST EIN NICHTIGKEITSSCHWUR, WEGEN DESSEN MAN SICH BEI VORSÄTZLICHKEIT DER GEISSELUNG SCHULDIG MACHT UND BEI UNVORSÄTZLICHIXKEIT FREI IST.", "ix[SAGT JEMAND:] EIN SCHWUR, DASS ICH DIESEN LAIB ESSEN WERDE, EIN SCHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE, SO IST DER ERSTE EIN BEKRÄFTIGUNGSSCHWUR UND DER ZWEITE187Womit er schwört, ein Gebot zu übertreten.EIN NICHTIGKEITSSCHWUR;\n", "HAT ER IHN GEGESSEN, SO HAT ER EINEN NICHTIGKEITSSCHWUR GELEISTET, HAT ER IHN NICHT GEGESSEN, SO HAT ER EINEN BEKRÄFTIGUNGSSCHWUR ÜBERTRETEN.", "GEMARA. U͑lla sagte: Dies188Wenn man etwas Verkehrtes beschwört.nur, wenn es drei Menschen bekannt189Daß es nicht wahr ist.ist.", "WENN JEMAND ETWAS UNMÖGLICHES BESCHWÖRT: WENN ICH NICHT EIN IN DER LUFT FLIEGENDES KAMEL GESEHEN HABE. Es heißt nicht: daß ich gesehen habe; was heißt: wenn ich nicht gesehen habe? Abajje erwiderte: Lies: ich schwöre, daß ich gesehen habe. Raba erwiderte: Wenn er sagt: Alle Früchte der Welt sollen mir verboten sein, wenn ich nicht ein in der Luft fliegendes Kamel gesehen habe.", "Rabina sprach zu R. Aši: Vielleicht sah dieser Mann einen großen Vogel und gab ihm den Namen Kamel, und beim Schwören richtete er sich nach seinen Gedanken!?", "Wolltest du erwidern, man richte sich nach seinem Munde und nicht nach seinen Gedanken, so wird ja gelehrt: Wenn [das Gericht] einen190Einen Beklagten in Zivilsachen.schwören läßt, spricht man zu ihm: Wisse, daß wir dich nicht in deinem Sinne schwören lassen, sondern in unserem Sinne191Weiter Fol. 39a heißt es besser: Gottes.und im Sinne des Gerichtes. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen, er kann [dem Kläger] Spielmarken gegeben und diese Geld genannt haben, sodaß er in seinem Sinne [richtig] schwört!? –", "Nein, da erfolgt dies wegen des Raba-Stockes192Einst gab ein Schuldner seinem Gläubiger einen Stock zur Verwahrung, in dessen Höhlung sich der Betrag seiner Schuld befand, was dem Gläubiger unbekannt war. Als ihn später der Gläubiger wegen der Schuld verklagte, beschwor er, sie ihm zurückerstattet zu haben. Hierauf holte er seinen Stock u. befand sich unbewußt wiederum im Besitze des abgeschworenen Schuldbetrages. Dieser Fall kam wohl vor Raba.. –", "Komm und höre: Ebenso finden wir bei Mose, der, als er die Jisraéliten beschwor193Die Tora zu halten; cf. Dt. Kap. 29., zu ihnen sprach: Wisset, daß ich euch nicht in euerem Sinne schwören ließ, sondern im Sinne Gottes und in meinem Sinne. Wozu denn, er sollte doch zu ihnen gesagt haben: haltet, was euch Gott gesagt hat? Doch wohl deshalb, weil sie in ihrem Herzen an einen Götzen gedacht haben konnten!? –", "Nein, weil Götzen ebenfalls Gott genannt werden, denn es heißt:194Ex. 20,23.Götter aus Silber und Götter aus Gold. –", "Sollte er zu ihnen gesagt haben: haltet die Tora!? – [Dies hieße:] eine Tora195Während er sie beschwor, das schriftliche und das mündliche Gesetz zu halten..– Sollte er gesagt haben: haltet beide Gesetzlehren!? – [Dies hieße:] das Gesetz vom Sündopfer und das Gesetz vom Schuldopfer196Bei diesen wird das W. ‘Gesetzlehre’ gebraucht; cf. Lev. 7,37.. – [Sollte er gesagt haben:] haltet die ganze Gesetzlehre!? – [Dies hieße:] das Gesetz vom Götzendienste, denn der Meister sagte, der Götzendienst sei so streng, daß, wenn jemand ihn verleugnet, es ebenso sei, als würde er sich zur ganzen Tora bekennen. –", "Sollte er zu ihnen gesagt haben: haltet das Gebot!? – [Dies hieße:] ein Gebot. – Haltet die Gebote!? – [Dies hieße:] zwei. – Alle Gebote!? – [Dies hieße:] das Çiçithgebot, denn der Meister sagte, das Çiçithgebot wiege alle Gebote auf. –", "Sollte er zu ihnen gesagt haben: Haltet die sechshundertunddreizehn197Anzahl der Gebote und Verbote der Tora.Gebote!? – Auch nach deiner Auffassung ist ja einzuwenden, sollte er zu ihnen nur gesagt haben: in meinem Sinne, wozu brauchte er zu sagen: im Sinne Gottes?" ], [ "Vielmehr sagte er dies deshalb, damit es für ihren Schwur keine Auflösung mehr gebe.", "WENN ICH NICHT EINE SCHLANGE WIE EIN ÖLPRESSBALKEN GESEHEN HABE. Gibt es denn keine solche, zur Zeit des Königs Sapor war ja eine, die dreizehn Bunde198Oder Säcke, so nach der Lesart des A͑rukh (אודרייתא); nach unserem Texte Speicher.Stroh faßte!?", "Šemuél erwiderte: Daß sie rippig199Viell, fleckig, gleich einem Preßbalken, der rippig ist.war. – Alle sind ja200An manchen Körperteilen.rippig!? – Daß sie am Rücken rippig war.", "EIN SCHWUR, DASS ICH DIESEN LAIB ESSEN WERDE, EIN SCHWUR, DASS ICH IHN NICHT ESSEN WERDE &C. Wenn er sogar wegen des Bekräftigungsschwures schuldig ist, wieso sollte er wegen des Nichtigkeitsschwures nicht schuldig sein, er hat ja einen Nichtigkeitsschwur geleistet!?", "R. Jirmeja erwiderte: Lies: auch einen Bekräftigungsschwur.", "x DER BEKRÄFTIGUNGSSCHWUR GILT BEI MÄNNERN201Dies ist selbstverständlich u. wird nur als Gegensatz zum Zeugniseide (cf. infra Fol. 30a) gelehrt.UND BEI FRAUEN, BEI VERWANDTEN UND BEI FREMDEN, BEI [ALS ZEUGEN] ZULÄSSIGEN UND BEI UNZULÄSSIGEN202Cf. Syn. Fol. 24b., VOR GERICHT UND AUSSERHALB DES GERICHTES, JEDOCH MUSS [DER SCHWUR] AUS SEINEM MUNDE KOMMEN. MAN IST BEI VORSÄTZLICHKEIT GEISSELUNG SCHULDIG UND BEI UNVORSÄTZLICHKEIT EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER.", "xi DER NICHTIGKEITSSCHWUR GILT BEI MÄNNERN UND BEI FRAUEN, BEI FREMDEN UND BEI VERWANDTEN, BEI ZULÄSSIGEN UND BEI UNZULÄSSIGEN, VOR GERICHT UND AUSSERHALB DES GERICHTES, JEDOCH MUSS [DER SCHWUR] AUS SEINEM MUNDE KOMMEN. MAN IST BEI VORSÄTZLICHKEIT GEISSELUNG SCHULDIG UND BEI UNVORSÄTZLICHKEIT FREI.", "SOWOHL BEI DIESEM ALS AUCH BEI JENEM IST MAN AUCH DANN SCHULDIG, WENN MAN VON ANDEREN BESCHWOREN WIRD. [SAGTE JEMAND:] ICH HABE HEUTE NICHT GEGESSEN, ODER: ICH HABE HEUTE KEINE TEPHILLIN ANGELEGT, [UND ALS EIN ANDERER ZU IHM SAGTE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER SCHU?DIG.", "GEMARA. Šemuél sagte: Wenn jemand auf einen Schwur ‘Amen’ sagt, so ist es ebenso, als würde er den Schwur mit seinem Munde gesprochen haben, denn es heißt:203Num. 5,22.und die Frau sage: Amen, Amen.", "R. Papa sagte im Namen Rabas: Dies ist auch aus einer Mišna und einer Barajtha zu entnehmen. Er lehrt: Der Zeugniseid gilt nur bei Männern und nicht bei Frauen, bei Fremden und nicht bei Verwandten, bei Zulässigen und nicht bei Unzulässigen; auch nur bei solchen, die als Zeugen geeignet204Ausgenommen Personen, die dem Zeugniszwange nicht unterliegen, beispielsweise der Hochpriester und der König; cf. Syn. Fol. 18a. sind; bei Gericht und außerhalb des Gerichtes, wenn [der Eid] aus ihrem eigenen Munde kommt; wenn aber aus dem Munde anderer, so sind sie nur dann schuldig, wenn sie vor Gericht geleugnet haben – so R. Meír.", "Hierzu wurde in einer Barajtha gelehrt: Auf welche Weise erfolgt der Zeugniseid? Wenn jemand zu den Zeugen sagte: kommt und legt für mich Zeugnis ab, [und sie ihm erwiderten:] ein Schwur, daß wir für dich nichts auszusagen wissen, oder wenn sie ihm erwiderten: wir wissen für dich nichts auszusagen, [und als er zu ihnen sprach:] ich beschwöre euch, sie ‘Amen’ sagten, so sind sie, einerlei ob vor Gericht oder außerhalb des Gerichtes, ob der Schwur aus ihrem Munde oder aus dem Munde anderer gekommen ist, sobald sie geleugnet haben, schuldig – so R. Meír.", "[Die Lehren] widersprechen205Nach der 2. Lehre sind sie auch außerhalb des Gerichtes schuldig, selbst wenn der Eid aus dem Munde anderer gekommen ist.ja einander? Vielmehr ist zu erklären, eines, wenn er ‘Amen’ gesagt hat, und eines, wenn er nicht ‘Amen’ gesagt hat. Schließe hieraus.", "Rabina sagte im Namen Rabas: Dies ist auch aus unsrer Mišna zu entnehmen, denn diese lehrt: Der Bekräftigungsschwur gilt bei Männern und bei Frauen, bei Fremden und bei Verwandten, bei Zulässigen und bei Unzulässigen, vor Gericht und außerhalb des Gerichtes, jedoch muß [der Schwur] aus seinem Munde kommen. Demnach nicht in dem Falle, wenn er von anderen beschworen wird, dagegen lehrt er im Schlußsatze: sowohl bei diesem als auch bei jenem ist man auch dann schuldig, wenn man von anderen beschworen wird.", "[Die Lehren] widersprechen ja einander? Vielmehr ist zu erklären, eines, wenn er ‘Amen’ gesagt hat, und eines, wenn er nicht ‘Amen’ gesagt hat. –", "Was neues lehrt uns demnach Šemuél!? – Er lehrt uns das, was aus der Mišna zu entnehmen ist206Dies befindet sich nicht ausdrücklich in der Mišna .." ], [ "DER ZEUGNISEID1Vgl. s. 239 Anm. 1. GILT BEI MÄNNERN UND NICHT BEI FRAUEN, BEI FREMDEN UND NICHT BEI VERWANDTEN2Die hier ausgeschlossenen Personen sind auch als Zeugen unzulässig, u. sie bringen daher auch wegen des falschen Zeugniseides kein Opfer dar., BEI [ALS ZEUGEN] ZULÄSSIGEN UND NICHT BEI UNZULÄSSIGEN, AUCH NUR BEI SOLCHEN, DIE ALS ZEUGEN GEEIGNET3Cf. infra Fol. 31a. SIND; \n", "SOWOHL VOR GERICHT ALS AUCH AUSSERHALB DES GERICHTES, WENN [DER EID] AUS IHREM4Der Zeugen. MUNDE GEKOMMEN IST; WENN ABER AUS DEM MUNDE ANDERER5Wenn der Kläger die Zeugen beschwört u. diese leugnen., SO SIND SIE NUR DANN SCHULDIG, WENN SIE VOR GERICHT GELEUGNET HABEN – SO R. MEÍR. i DIE WEISEN SAGEN: EINERLEI OB [DER EID] AUS IHREM MUNDE GEKOMMEN IST, ODER AUS DEM MUNDE ANDERER, SIE SIND NUR DANN SCHULDIG, WENN SIE VOR GERICHT GELEUGNET HABEN.", "SIE SIND SCHULDIG SOWOHL BEI VORSÄTZLICHKEIT HINSICHTLICH DES EIDES6Wenn sie wußten, daß der Eid falsch, somit verboten sei, und daß dieserhalb ein Opfer dargebracht werden muß., ALS AUCH BEI UNVORSÄTZLICHKEIT7Wenn sie wußten, daß der Eid falsch u. somit verboten sei, jedoch nicht, daß dieserhalb ein Opfer dargebracht werden muß. HINSICHTLICH DESSEN UND VORSÄTZLICHKEIT HINSICHTLICH DES ZEUGNISSES7Wenn sie wußten, daß der Eid falsch u. somit verboten sei, jedoch nicht, daß dieserhalb ein Opfer dargebracht werden muß., NICHT ABER, WENN AUCH IN DIESER HINSICHT UNVORSÄTZLICHKEIT8Wenn sie beim Schwören das Zeugnis vergessen hatten. VORLAG. ii WAS SIND SIE WEGEN DES VORSÄTZLICHEN [FALSCHEN] EIDES SCHULDIG? EIN AUF- UND ABSTEIGENDES OPFER.", "GEMARA. Woher dies9Daß Frauen als Zeugen unzulässig sind.? – Die Rabbanan lehrten:10Dt. 19,17.So sollen die beiden Männer stehen; die Schrift spricht von den Zeugen.", "Du sagst, von den Zeugen, vielleicht ist dem nicht so, sondern von den Prozessierenden? Wenn es heißt:10Dt. 19,17.die den Streit haben, so ist ja schon von den Prozessierenden gesprochen, und wenn es noch heißt: so sollen die beiden Männer stehen, so spricht die Schrift hier von den Zeugen.", "Wenn du aber dagegen einwenden willst, so heißt es hier beide und dort11Ib. V. 15.heißt es ebenfalls beide, wie nun dort von den Zeugen gesprochen wird, ebenso auch hier von den Zeugen. – Was könnte man dagegen einwenden? – Man könnte einwenden: da es nicht heißt: und die den Streit führen, so spreche der ganze Schriftvers von den Prozessierenden, so heißt es hier beide und dort heißt es ebenfalls beide, wie nun dort von den Zeugen gesprochen wird, ebenso auch hier von den Zeugen.", "Ein Anderes lehrt: So sollen die beiden Männer stehen; die Schrift spricht von den Zeugen. Du sagst, von den Zeugen, vielleicht ist dem nicht so, sondern von den Prozessierenden? Ich will dir sagen: kommen etwa nur zwei vor Gericht und nicht drei!? Wenn du aber dagegen einwenden willst, so heißt es hier beide und dort heißt es ebenfalls beide, wie nun dort von den Zeugen gesprochen wird, ebenso auch hier von den Zeugen. –", "Was könnte man dagegen ein wenden? – Man könnte einwenden, die Schrift spreche vom Kläger und vom Beklagten12Die Schrift spreche nicht von den Personen, sondern von den prozeßführenden Parteien, die nur 2 sind., so heißt es hier beide und dort heißt es ebenfalls beide, wie nun dort von den Zeugen gesprochen wird, ebenso auch hier von den Zeugen.", "Ein Anderes lehrt: So sollen die beiden Männer stehen; die Schrift spricht von den Zeugen. Du sagst, von den Zeugen, vielleicht ist dem nicht so, sondern von den Prozessierenden? Ich will dir sagen: kommen denn nur Männer vor Gericht und nicht Frauen!? Wenn du aber dagegen einwenden willst, so heißt es hier beide und dort heißt es ebenfalls beide, wie nun dort von den Zeugen gesprochen wird, ebenso auch hier von den Zeugen. –", "Was könnte man dagegen ein wenden? – Man könnte einwenden, dies13Das Prozeßführen.sei nicht die Art einer Frau, denn:14Ps. 45,14.ganz Pracht ist die Königstochter drinnen, so heißt es hier beide und dort heißt es ebenfalls beide, wie nun dort von den Zeugen gesprochen wird, ebenso auch hier von den Zeugen.", "Die Rabbanan lehrten: So sollen die beiden Männer stehen; es ist Gebot, daß die Prozessierenden stehen sollen. R. Jehuda sagte: Ich hörte, daß es [dem Gerichte] freistehe, beiden das Sitzen zu gestatten; verboten ist es nur, daß der eine stehe und der andere sitze, daß der eine ausführlich rede und dem anderen zugerufen werde: fasse dich kurz.", "Die Rabbanan lehrten:15Lev. 19,15.Mit Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten; es darf nicht der eine sitzen und der andere stehen, der eine ausführlich reden und dem anderen zugerufen werden: fasse dich kurz. Eine andere Auslegung: Mit Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten; urteile deinen Genossen zum Guten.", "R. Joseph lehrte: Mit Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten; sei bestrebt, dem, der mit dir ist16Das W. עמית wird als Kompositum von עם את aufgefaßt.inbetreff der Tora und der Gebote, gut zu richten.", "R. U͑la, Sohn des R. I͑leaj, hatte einst einen Prozeß vor R. Naḥman; da ließ ihm R. Joseph sagen: Unser Freund U͑la ist Kollege hinsichtlich der Gesetzeskunde und der Gebote. Dieser erwiderte: Wozu sagte er mir dies, etwa damit ich ihm schmeichle!? Jener erwiderte: Damit mit seinem Streite begonnen17Der Richter darf zwar auch einen Gelehrten nicht bevorzugen, jedoch steht es ihm frei, wenn er mehrere Verhandlungen zu erledigen hat, ihn zuerst abzufertigen.werde;" ], [ "oder auch beim Ermessen des Richters18In Fällen, wo kein Ergebnis durch Zeugen u. Beweisaufnahme erzielt werden kann, bleibt das Urteil dem Ermessen der Richter überlassen..", "U͑la sagte: Der Streit besteht nur über die Prozessierenden, hinsichtlich der Zeugen aber sind alle der Ansicht, daß sie stehen müssen, denn es heißt: so sollen die beiden Männer stehen. R. Hona sagte: Der Streit besteht nur über die Zeit, während welcher verhandelt wird, hinsichtlich des Schlusses der Verhandlung19Der Urteilsfällung.aber sind alle der Ansicht, daß die Richter sitzen und die Prozessierenden stehen müssen, denn es heißt:20Ex. 18,13.und Moše setzte sich hin, um dem Volke Recht zu sprechen, und das Volk stand.", "Eine andere Lesart: Der Streit besteht nur über die Zeit, während welcher verhandelt wird, hinsichtlich des Schlusses der Verhandlung aber sind alle der Ansicht, daß die Richter sitzen und die Prozessierenden stehen müssen, denn hinsichtlich der Zeugen gilt es ja immer als Schluß21Die Zeugen haben ihre Aussagen nicht zu überlegen, sondern nur die Tatsachen zu berichten.der Verhandlung, und von ihnen heißt es: so sollen die beiden Männer stehen.", "Die Frau R. Honas hatte einen Prozeß vor R. Naḥman; da sprach er: Wie mache ich es nun; stehe ich vor ihr auf, so fühlt sich ihr Prozeßgegner in seinen Einwendungen eingeschüchtert, stehe ich vor ihr nicht auf, so ist sie ja die Frau eines Gelehrten, die einem Gelehrten gleicht. Hierauf sprach er zu seinem Diener: Geh, scheuche eine Ente auf und jage sie auf mich, und ich werde auf stehen22Ihr Prozeßgegner wird dann den richtigen Grund seines Aufstehens nicht merken.. –", "Der Meister sagte ja aber, der Streit bestehe nur über die Zeit, während welcher die Verhandlung stattfindet, während alle hinsichtlich des Schlusses der Verhandlung übereinstimmen, daß die Richter sitzen23Der Richter muß also sitzen bleiben.und die Prozessierenden stehen müssen!? – Er sitze wie beim Auflösen der Schuhriemen24Er braucht nicht wirklich zu sitzen, sondern stehe lässig angelehnt.und spreche: Du N. hast gewonnen und du N. hast verloren.", "Rabba b. R. Hona sagte: Wenn ein Schriftgelehrter und ein Mensch aus dem gemeinen Volke miteinander einen Prozeß haben, so nötige man den Schriftgelehrten sich hinzusetzen; dem Menschen aus dem gemeinen Volke sage man ebenfalls, daß er sich hinsetze, wenn er aber stehen bleibt, so ist nichts dabei.", "Rabh b. Šerebja hatte einen Prozeß vor R. Papa; da ließ er ihn sich hinsetzen, und ebenso auch seinen Prozeßgegner. Hierauf kam der Gerichtsdiener, versetzte dem Menschen aus dem gemeinen Volke einen Stoß und hieß ihn auf stehen; R. Papa aber sagte nicht zu ihm, daß er sich hinsetze. – Wieso tat er dies, dadurch wurde er ja in seinen Einwendungen eingeschüchtert!? – Er sagte sich, R. Papa forderte mich ja zum Sitzen auf, nur der Gerichtsdiener ist mir nicht wohlwollend.", "Ferner sagte Rabba b. R. Hona: Wenn ein Schriftgelehrter und ein Mensch aus dem gemeinen Volke miteinander einen Prozeß haben, so setze sich der Schriftgelehrte nicht zuerst, weil dies den Anschein hat, als überlege er, was er sagen solle. Dies nur dann, wenn er bei ihm25Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Richter sein Lehrer ist. keinen Vortrag hört, wenn er aber bei ihm einen Vortrag hört, so ist nichts dabei, denn man nimmt an, er sei in seinen Vortrag vertieft.", "Ferner sagte Rabba b. R. Hona: Wenn ein Schriftgelehrter Zeugnis abzulegen weiß, und es für ihn entwürdigend ist, vor einen Richter, der geringer ist als er, zu treten und vor ihm Zeugnis abzulegen, so braucht er nicht hinzugehen. R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn jemand26Wer fremdes Gut findet, muß es aufnehmen u. dem Eigentümer zustellen; cf. Dt. 22,1ff.einen Sack oder einen Korb findet, und es nicht seine Gepflogenheit ist, einen solchen aufzunehmen27Auch wenn sie sein Eigentum sind., so nehme er ihn nicht auf. –", "Dies gilt jedoch nur von Geldsachen, von religiösen Dingen aber [heißt es:]28Pr. 21,80.es gibt weder Weisheit noch Einsicht noch Rat gegenüber dem Herrn wenn der Name Gottes entweiht wird, erweise man auch einem Lehrer keine Ehrung.", "R. Jemar hatte Zeugnis abzulegen für Mar Zuṭra, und als er vor Amemar kam, ließ er sie alle sich hinsetzen. R. Aši sprach zu Amemar: U͑la sagte ja, der Streit bestehe nur über die Prozessierenden, während hinsichtlich der Zeugen alle zugeben, daß sie stehen müssen!? Dieser erwiderte: Das eine ist Gebot und das andere29Einem Gelehrten Ehrung zu erweisen.ist Gebot, und das Gebot der Ehrung der Tora ist bedeutender.", "", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß der Richter seine Worte nicht rechtfertigen30Falls er selber sich geirrt zu haben glaubt.dürfe? Es heißt:31Ex. 23,7.halte dich fern von einer lügenhaften Sache. Woher, daß ein Richter keinen unwissenden Schüler vor sich sitzen haben32Dh. mit ihm über die Sache diskutieren, weil dieser ihn irreführen kann.dürfe? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn ein Richter von seinem Gefährten weiß, daß er ein Räuber33Dh. sich fremdes Gut aneignet.ist, oder wenn ein Zeuge von seinem Gefährten weiß, daß er ein Räuber ist, er sich ihm nicht anschließen dürfe? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn der Richter weiß, daß das Urteil ein ungerechtes34Wenn er überzeugt ist, daß die Zeugen die Unwahrheit sprechen.ist, er nicht sagen dürfe, ich werde es fällen, und die Halsfesseln mögen am Halse der Zeugen hängen bleiben?" ], [ "Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "", "Woher, daß, wenn ein Schüler vor seinem Lehrer sitzt und etwas zu Gunsten des Armen und zu Ungunsten des Reichen vorzubringen45Wenn er merkt, daß sein Lehrer sich geirrt hat.hat, er nicht schweigen dürfe? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn ein Schüler sieht, daß sein Lehrer sich beim Rechtsprechen irrt, er nicht sagen dürfe, ich will warten, bis er das Urteil gefällt haben wird, sodann werde ich es niederreißen und selber aufbauen, damit das Urteil meinen Namen trage? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Wenn ein Lehrer zu seinem Schüler sagt: du weißt, selbst wenn man mir hundert Minen gäbe, würde ich nicht lügen; ich habe bei jenem eine Mine, jedoch habe ich nur einen Zeugen gegen46Und ihn auf fordert, sich dem Zeugen anzuschließen.ihn; woher, daß er sich diesem nicht anschließen dürfe? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache. – Braucht dies denn entnommen zu werden aus dem Verse: halte dich fern von einer lügenhaften Sache,", "er würde ja falsch aussagen, und der Allbarmherzige sagt: 47Ex. 20,16.du sollst wider deinen Nächsten kein falsches Zeugnis ablegen!? – Vielmehr, wenn er beispielsweise zu ihm sagt: ich habe einen Zeugen, komm du und stelle dich48Damit der Beklagte glaube, daß auch er Zeuge sei.da hin, ohne etwas zu sagen, sodaß du keine Lüge aus deinem Munde hervorbringst; auch dies ist verboten, denn es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine zu fordern hat, er nicht sagen dürfe, ich will von ihm zwei verlangen, damit er, wenn er mir die eine eingesteht, mir einen Eid49Wenn der Beklagte einen Teil der Forderung eingesteht, so hat er wegen des anderen Teiles einen Eid zu leisten.schulde, und ich ihm einen Eid auch wegen einer anderen Sache zuschieben50Wenn jemand in einer Sache keinen Eid zu leisten braucht, jedoch in einer anderen Sache einen zu leisten hat, so wird er ihm auch wegen jener Sache zugeschoben.kann? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn jemand von einem eine Mine zu fordern hat und er von ihm zwei verlangt, dieser nicht sagen dürfe, ich will ihm vor Gericht das Ganze ableugnen und ihm außerhalb des Gerichtes [die Hälfte] eingestehen, damit ich ihm keinen Eid schulde und er mir keinen Eid wegen einer anderen Sache zuschieben könne? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn drei von einem eine Mine zu fordern haben, nicht einer als Kläger und zwei als Zeugen auftreten dürfen, damit sie von ihm die Mine bekommen und sie unter sich teilen? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß, wenn zwei vor Gericht erscheinen, einer in Lumpen angetan und der andere in einem Gewände von hundert51Dadurch können entweder die Richter beeinflußt, oder sein Gegner eingeschüchtert werden.Minen, man zu diesem sage: kleide du dich wie er, oder kleide ihn ein wie dich? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache. Wenn Leute vor Raba b. R. Hona zu Gericht kamen, sprach er zu ihnen: Legt eure Schuhe52Wahrsch. wertvolle Luxusschuhe od. Gamaschen.ab und tretet vor das Gericht.", "Woher, daß ein Richter den einen Prozessierenden nicht hören darf, bevor der andere anwesend ist? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache.", "Woher, daß der eine Prozessierende seine Worte nicht begründen dürfe, bevor der andere anwesend ist? Es heißt: halte dich fern von einer lügenhaften Sache. R. Kahana entnimmt dies aus:53Ex. 23,1.du sollst kein [falsches Gericht] anhören, [und man lese:] anhören lassen54Vgl. Bd. VIII S. 490 Anm. 201..", "[Es heißt:]55Ez. 18,18.und was nicht gut ist, tat er unter seinen Volksgenossen; Rabh erklärte, das sei derjenige, der mit einer Vollmacht56Man mische sich nicht in anderer Streitigkeiten. Außerdem ist es dem Beklagten viel bequemer, mit dem Kläger selber zu verhandeln.kommt; Šemuél erklärte, das sei derjenige, der ein Feld kauft, auf das Prätensionen erhoben werden.", "AUEN NUR BEI SOLCHEN, DIE ALS ZEUGEN GEEIGNET SIND &C. Wen schließt dies aus? R. Papa erklärte, dies schließe den König aus; R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte, dies schließe Würfelspieler aus.", "Einer sagt, Würfelspieler, und um so mehr den König; einer sagt, den König, während ein Würfelspieler nach der Tora [als Zeuge] geeignet ist, und nur die Rabbanan ihn als ungeeignet erklärten.", "VOR GERICHT ALS AUCH AUSSERHALB DES GERICHTES &C. Worin besteht ihr Streit?", "Die Jünger erklärten vor R. Papa: Sie streiten, ob man [bei einer Folgerung durch Vergleichung die Dinge]57Vgl. Bd. VIII S. 765 Anm. 16.in jeder Hinsicht vergleiche, oder man folgere, aber [das Gefolgerte] bei seiner ursprünglichen Bestimmung lasse.", "R. Meír ist der Ansicht, man vergleiche sie58Den Zeugniseid mit dem Depositeneide.in jeder Hinsicht: wie man wegen des Depositeneides59Vgl. S. 239 Anm. 1.schuldig ist, wenn man ihn selber ausgesprochen hat, ebenso ist man auch wegen des Zeugniseides schuldig, wenn man ihn selber ausgesprochen hat, und wie es ferner beim Depositeneide einerlei ist, ob er vor Gericht oder außerhalb des Gerichtes geleistet worden ist, ebenso ist es auch beim Zeugniseide einerlei, ob er vor Gericht oder außerhalb des Gerichtes geleistet worden ist.", "Die Rabbanan aber sind der Ansicht, man vergleiche sie zwar, lasse aber [das Gefolgerte] bei seiner ursprünglichen Bestimmung: wie man wegen des Depositeneides schuldig ist, wenn man ihn selber ausgesprochen hat, ebenso ist man auch wegen des Zeugniseides schuldig, wenn man ihn selber ausgesprochen hat, man lasse aber [das Gefolgerte] bei seiner ursprünglichen Bestimmung: wie man, wenn man von anderen beschworen wird, nur dann schuldig ist, wenn dies vor Gericht erfolgt ist, nicht aber, wenn außerhalb des Gerichtes, ebenso ist man auch, wenn man den Eid selber ausgesprochen hat, nur dann schuldig, wenn dies vor Gericht erfolgt ist, nicht aber, wenn außerhalb des Gerichtes." ], [ "R. Papa erwiderte ihnen: Würden die Rabbanan es vom Depositeneide gefolgert haben, so würden alle übereingestimmt haben, daß man sie in jeder Hinsicht vergleiche,", "aber die Rabbanan folgern es vielmehr [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn man schuldig ist, wenn man von einem anderen beschworen wird, um wieviel mehr, wenn man den Eid selber ausspricht;", "und da sie ihn [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern, so genügt es, wenn das, was gefolgert wird, dem gleicht, wovon gefolgert wird: wie man, wenn man von anderen beschworen wird, nur dann schuldig ist, wenn dies vor Gericht erfolgt ist, nicht aber, wenn außerhalb des Gerichtes, ebenso ist man, wenn man den Eid selber ausspricht, nur dann schuldig, wenn dies vor Gericht erfolgt ist, nicht aber, wenn außerhalb des Gerichtes.", "Die Jünger entgegneten R. Papa: Wieso kannst du sagen, daß ihr Streit nicht darin bestehe, ob man bei einer Vergleichung die Dinge in jeder Hinsicht vergleiche, vom Depositeneide haben wir ja gelernt: Der Depositeneid gilt bei Männern und bei Frauen, bei Fremden und bei Verwandten, bei [als Zeugen] Zulässigen und Unzulässigen, vor Gericht und außerhalb des Gerichtes, wenn der Eid aus seinem Munde kommt; wenn aber aus dem Munde anderer, so ist er nur dann schuldig, wenn er vor Gericht geleugnet hat – so R. Meír. Die Weisen sagen: Einerlei ob aus seinem Munde oder aus dem Munde anderer, sobald er geleugnet hat, ist er schuldig.", "Woher entnehmen nun die Rabbanan, daß man wegen des Depositeneides schuldig ist, wenn man von einem anderen beschworen60In der Schrift (Lev. 5,21ff.) wird beim Depositeneide nur von dem Falle gesprochen, wenn der Beklagte selber den Eid leistet.wird? Doch wohl vom Zeugniseide. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß ihr Streit darin bestehe, ob die Dinge in jeder Hinsicht zu vergleichen sind. –", "Hieraus geht dies hervor, aus jener Lehre aber nicht.", "SIE SIND SCHULDIG BEI VORSÄTZLICHKEIT HINSICHTLICH DES EIDES. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Bei allen61Im Abschnitte vom auf- und absteigenden Opfer (Lev. 5,1ff.) genannten Vergehen.heißt es entfällt, und hierbei62Beim Zeugniseid.heißt es nicht entfällt, [dies lehrt,] daß man bei Vorsätzlichkeit wie hei Unvorsätzlichkeit schuldig sei.", "BEI UNVORSÄTZLICHKEIT HINSICHTLICH DESSEN UND VORSÄTZLICHKEIT HINSICHTLICH DES ZEUGNISSES. Was heißt beispielsweise Unvorsätzlichkeit bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Zeugnisses? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Wenn einer sagt, er wisse, daß dieser Eid verboten sei, wisse aber nicht, ob man deswegen ein Opfer schuldig sei oder nicht.", "NICHT ABER, WENN AUCH IN DIESER HINSICHT UNVORSÄTZLICHKEIT VORLAG. Diese allein63Das W. גרידתא ist wahrsch. eine Glosse; weiter Fol. 36b ist es, allerdings nur in den Ausgaben, sogar in den Mišnatext eingeschoben worden.. Wir lernen also das, was R. Kahana und R. Asi gesagt64Über den Fall, wenn Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Eides vorlag; cf. supra Fol. 26a. haben!? –", "Nein, obgleich unsere Mišna dies lehrt, so ist jenes nötig; man könnte glauben, nur hierbei, wo es nicht entfällt heißt, gleicht das Unvorsätzliche dem Vorsätzlichen, dort65Beim Bekräftigungsschwure.aber, wo es entfällt heißt, gelte es von jeder Unvorsätzlichkeit, so lehren sie uns.", "iii WELCHER HEISST EIN ZEUGNISEID? WENN JEMAND ZU ZWEIEN GESAGT HAT: KOMMT UND LEGT FÜR MICH ZEUGNIS AB, [UND SIE IHM ERWIDERT HABEN:] EIN SCHWUR, DASS WIR FÜR DICH NICHTS ZU BEKUNDEN WISSEN, ODER WENN SIE IHM ERWIDERT HABEN: WIR WISSEN FÜR DICH NICHTS ZU BEKUNDEN, [UND ALS ER ZU IHNEN SAGTE:] ICH BESCHWÖRE EUCH, SIE ‘AMENSAGTEN, SO SIND SIE SCHULDIG66Wenn der Schwur falsch war..", "WENN ER SIE AUSSERHALB DES GERICHTES FÜNFMAL BESCHWOREN HAT, UND SIE DARAUF VOR GERICHT EINGESTANDEN HABEN, SO SIND SIE FREI, WENN SIE ABER GELEUGNET HABEN, SO SIND SIE WEGEN EINES JEDEN [SCHWURES] BESONDERS SCHULDIG. WENN ER SIE VOR GERICHT FÜNFMAL BESCHWOREN HAT, UND SIE GELEUGNET HABEN, SO SIND SIE NUR EINMAL SCHULDIG. R. ŠIMO͑N SAGTE: AUS WELCHEM GRUNDE? WEIL SIE NICHT MEHR EINGESTEHEN67Das vor Gericht abgelegte Zeugnis kann nicht mehr widerrufen werden.KONNTEN.", "iv HABEN BEIDE ZUSAMMEN GELEUGNET, SO SIND BEIDE SCHULDIG, WENN ABER NACHEINANDER, SO IST DER ERSTE SCHULDIG UND DER ANDERE FREI68Leugnet der erste, so ist der andere nicht mehr in der Lage, Zeugnis abzulegen.; HAT EINER GELEUGNET UND DER ANDERE EINGESTANDEN, SO IST DER LEUGNENDE SCHULDIG.", "WENN ES ZWEI ZEUGENPARTIEN SIND, UND ZUERST DIE EINE UND NACHHER DIE ANDERE LEUGNETE, SO SIND BEIDE SCHULDIG, WEIL DAS ZEUGNIS DURCH JEDE VON BEIDEN BESTEHEN KÖNNTE.", "GEMARA. Šemuél sagte: Wenn [die Zeugen] zu ihm, als sie sahen, daß er ihnen nachläuft, sprachen: weshalb läufst du uns nach, wir schwören, daß wir für dich nichts zu bekunden wissen, so sind sie frei; nur wenn sie von ihm [eine Aufforderung] gehört haben69Sind sie schuldig.. – Was neues lehrt er uns da, dies haben wir ja gelernt: Wenn er zu ihnen seinen Diener schickte, oder wenn der Beklagte zu ihnen sprach: ich beschwöre euch, daß ihr, wenn ihr für ihn Zeugnis ablegen könnt, dies tun sollt, so sind sie frei; nur dann," ], [ "wenn sie es vom Kläger gehört haben69Sind sie schuldig.!? –", "Der Fall, wenn er ihnen nachläuft, ist nötig; man könnte nämlich glauben, wenn er ihnen nachläuft, sei es ebenso, als hätte er sie aufgefordert, so lehrt er uns. –", "Aber auch diesen Fall haben wir ja gelernt: Welcher heißt ein Zeugniseid? Wenn jemand zu zweien gesagt hat: kommt und legt für mich Zeugnis ab, [und sie ihm erwidert haben:] ein Schwur &c. Also nur dann, wenn er zu ihnen gesprochen hat, sonst aber nicht!? –", "Das ‘gesagt’ ist nicht genau zu nehmen;", "wieso wird, wenn du nicht so erklären wolltest, vom Depositeneide gelehrt, daß dieser in dem Falle gilt, wenn er zu ihm gesagt hat: gib mir das Depositum, das ich bei dir habe, wonach zu erklären wäre,", "nur wenn er zu ihm gesagt hat, sonst aber nicht,", "es heißt ja:70Lev. 5,21.und er seinem Nächsten ableugnet, in jedem Falle!? Du mußt also erklären, das ‘gesagt’ sei nicht genau zu nehmen, ebenso ist es auch hierbei nicht genau zu nehmen. – Was soll dies; einleuchtend ist es, wenn du sagst, dort sei das ‘gesagt’ genau zu nehmen, denn deshalb eben lehrt er es hier wiederum, wozu aber braucht er es zweimal zu lehren, wenn du sagst, das ‘gesagt’ sei weder hier noch dort genau zu nehmen!? –", "Vielleicht lehrt er nur den gewöhnlichen Lauf71Gewöhnlich pflegt der Kläger die Zeugen aufzufordern, für ihn Zeugnis abzulegen.der Dinge.", "Übereinstimmend mit Šemuél wird auch gelehrt: Wenn [die Zeugen] zu ihm, als sie ihn ihnen nachkommen sahen, sprachen: weshalb gehst du uns nach, ein Schwur, daß wir für dich nichts zu bekunden wissen, so sind sie frei; beim Depositeneide ist er auch in diesem Falle schuldig72Wenn der Beklagte unaufgefordert schwört, so ist er dennoch schuldig..", "WENN ER SIE FÜNFMAL BESCHWOREN HAT &C.", "Woher, daß man nur wegen des Leugnern vor Gericht schuldig sei, nicht aber wegen des Leugnens außerhalb des Gerichtes?", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:73Lev. 5,1.wenn er nicht anzeigt, so trägt er seine Schuld, dies gilt also nur von dem Falle, wenn durch die Aussage von diesem jener zur Zahlung verurteilt74Also nur vor Gericht.wird.", "R. Papa sprach zu Abajje: Demnach sollte man doch wegen des Eides selbst nur dann [schuldig sein], wenn er vor Gericht geleistet worden ist, nicht aber wenn außerhalb des Gerichtes!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt:75Lev. 5,4.Wegen eines, dies lehrt, daß man wegen eines jeden besonders schuldig sei. Wenn man nun sagen wollte, nur wenn vor Gericht, wieso könnte er wegen eines jeden besonders schuldig sein, wir haben ja gelernt, wenn er sie fünfmal vor Gericht beschworen hat und sie geleugnet haben, seien sie nur einmal schuldig, und R. Šimo͑n erklärte, aus dem Grunde, weil sie es nicht mehr eingestehen konnten. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen: wegen des Eides, wenn außerhalb des Gerichtes, und wegen des Leugnens, wenn vor Gericht.", "HABEN BEIDE ZUSAMMEN GELEUGNET, SO SIND SIE SCHULDIG. Es76Das Leugnen beider Zeugen.kann ja nicht genau gleichzeitig erfolgen!?", "R. Ḥisda erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, welcher sagt77Cf. Bek. Fol. 17a., es könne wohl genau gleichzeitig erfolgen.", "R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, hier sei die Ansicht der Rabbanan vertreten, wenn nämlich beide geleugnet haben innerhalb einer Zeit, während welcher man einen Satz aussprechen kann.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Merke, eine Zeit, innerhalb welcher man einen Satz aussprechen kann, heißt ja, solange ein Schüler seinen Lehrer begrüßt, wie manche sagen, solange ein Lehrer seinen Schüler7Dieser hat 2 Worte: Friede dir; ersterer hat das Wort ‘Meister’ mehr.begrüßt, und [der Satz:] ein Schwur, daß wir für dich nichts zu bekunden wissen, dauert ja viel länger!? Dieser erwiderte: Der eine muß innerhalb der Zeit, während welcher man einen Satz aussprechen kann, seit Beendigung des anderen begonnen haben.", "WENN NACHEINANDER, SO IST DER ERSTE SCHULDIG UND DER ANDERE FREI. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Wenn jemand einen einzelnen Zeugen schwören ließ, so ist er78Falls er nichts zu wissen falsch geschworen hat. frei, und nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n schuldig79Nach unserer Mišna müßte er frei sein..", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: einer ist der Ansicht, ein einzelner Zeuge diene nur dazu, [dem Beklagten] einen Eid aufzuerlegen80Somit ist seine Aussage nicht von Belang. In Strafsachen wird ein einzelner Zeuge überhaupt nicht vernommen., und einer ist der Ansicht, ein einzelner Zeuge diene dazu, um eine Verurteilung herbeizuführen81In Zivilsachen wird er vernommen, somit hat seine Aussage Gültigkeit.. –", "Glaubst du82Daß man selbst nach RE. durch einen einzelnen Zeugen zu einer Geldzahlung verurteilt werden könne.: Abajje sagte ja, daß alle bei einem Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte83Wenn sie trotz der Verwarnung ihres Ehemannes sich mit einem fremden Manne einschließt; cf. Num. 5,12ff.übereinstimmen, daß alle bei den Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte übereinstimmen, daß sie über die Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte streiten, daß alle bei einem einzelnen Zeugen übereinstimmen, und daß alle übereinstimmen bei einem Zeugen in einem Falle, wenn der Gegner eidesverdächtig ist.", "Alle sind vielmehr der Ansicht, ein einzelner Zeuge diene nur dazu, einen Eid aufzuerlegen, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, was Geld verursacht84Und dies ist bei der Eidesleistung der Fall; vgl. Bd. VII S. 364 Anm. 292. Da dadurch eine Zahlung erwirkt wird, so gleicht dies einer Verurteilung zur Zahlung., gleiche dem Gelde, und einer ist der Ansicht, es gleiche nicht dem Gelde.", "Der Text. Abajje sagte: Alle stimmen überein bei einem Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte, alle stimmen überein bei den Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte, sie streiten über die Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte, alle stimmen überein bei einem einzelnen Zeugen, und alle stimmen überein bei einem Zeugen in dem Falle, wenn der Gegner eidesverdächtig ist.", "Alle stimmen überein bei einem Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte, daß er schuldig85Wenn er sein Zeugnis leugnet.ist, wenn er die Verunreinigung bekunden86Bei der Ehebruchsverdächtigten müssen 2 Handlungen durch je 2 Zeugen bekundet werden: die Warnung, sich mit einem fremden Manne nicht abzuschließen, u. die Abschließung; durch diese Bekundungen gilt sie als ehebruchsverdächtigt u. muß das Fluchwasser (cf. Num. 5,17ff.) trinken. Wird bekundet, daß sie Ehebruch begangen hat, wofür die Aussage eines einzelnen Zeugen genügt, so wird sie vom Manne geschieden u. erhält keine Morgengabe. Diese Zahlung hängt also von der Aussage des einzelnen Zeugen ab; durch das Verschweigen verursacht er dem Kläger einen Geldschaden u. ist daher schuldig.sollte, weil der Allbarmherzige ihm glaubte, denn es heißt:87Num. 5,13.und kein Zeuge wider sie vorhanden ist, irgend einer.", "Alle stimmen überein bei den Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte, daß sie frei sind, wenn sie die Verwarnung bekunden sollten, denn diese erwirken nur die Veranlassung88Um einen Verlust der Morgengabe herbeizuführen, müssen noch 2 Handlungen bekundet werden.zu einer Veranlassung." ], [ "Sie streiten über die Zeugen über eine Ehebruchsverdächtigte, wenn sie die Abschließung bekunden sollten; einer ist der Ansicht, was Geld verursacht89Wenn die Frau sieht, daß auch die Abschließung durch Zeugen bekundet wird, so gesteht sie wahrscheinlich selber ihren Ehebruch ein, aus Furcht vor dem Fluchwasser. Dieses Zeugnis verursacht also eine Geldzahlung., gleiche dem Gelde, somit sind sie schuldig, und einer ist der Ansicht, was Geld verursacht, gleiche nicht dem Gelde, somit sind sie frei.", "Alle stimmen überein [bei einem Zeugen] in dem Falle, wenn der Gegner eidesverdächtig90Durch die Aussage eines einzelnen Zeugen wird dem Beklagten ein Eid zu geschoben, u. da dieser eidesverdächtig ist, so schwört der Kläger; in einem solchen Falle stimmen alle überein, daß der Zeuge wegen des Verschweigens schuldig sei. ist, und alle stimmen überein bei einem Zeugen im Falle R. Abbas. –", "«Alle stimmen überein bei [einem Zeugen] in dem Falle, wenn der Gegner eidesverdächtig ist.» Wer, wenn der Beklagte, so kann ja [der Zeuge], wenn der Kläger zu ihm sagt: wenn du für mich Zeugnis abgelegt hättest, so würde ich geschworen und gewonnen haben, ihm erwidern: wer sagt, daß du geschworen haben würdest!? –", "Vielmehr, wenn beide eidesverdächtig sind und der Meister sagte, daß in einem solchen Falle der Eid dem zugeschoben werde, der ihn zu leisten hätte, und da er nicht schwören kann, er bezahlen müsse.", "«Alle stimmen überein bei einem Zeugen im Falle des R. Abba.» Einst entriß jemand seinem Nächsten einen Barren. Hierauf kam die Sache vor R. Ami, vor dem R. Abba saß, und jener brachte einen Zeugen, daß er ihn ihm entrissen habe. Der andere erwiderte: Freilich habe ich ihn ihm entrissen, er gehörte aber mir.", "Da sprach R. Ami: Wie sollen nun die Richter in dieser Sache urteilen: sollte er bezahlen, so sind ja keine zwei Zeugen91Er könnte also die Sache abstreiten, und da er dies nicht getan hat, so ist seiner Behauptung Glauben zu schenken.vorhanden; sollte man ihn freisprechen, so ist ja ein Zeuge vorhanden, daß er ihn ihm entrissen92Auf dessen Aussage hin er schwören müßte, somit ist sein Geständnis kein freiwilliges.hat; sollte er schwören, so gleicht er ja, da er zugibt, ihn ihm entrissen zu haben, jedoch seinen eigenen, einem Räuber93Der nicht eidesfähig ist, also nicht schwören kann. Wenn ein einzelner Zeuge vorhanden ist, so hat der Beklagte durch den ihm auferlegten Eid den Zeugen zu widerlegen; in diesem Falle war dies nicht möglich, da er die Aussage des Zeugen nicht bestritt.. R. Abba erwiderte ihm: Er ist also einen Eid schuldig und kann ihn nicht leisten, und wer einen Eid schuldig ist und ihn nicht leisten kann, muß bezahlen.", "R. Papa sagte: Alle stimmen überein bei einem Zeugen, der den Tod94Eines Menschen, daß also die Frau Witwe ist; hier handelt es sich um den Zeugen in der Zivilklage, wenn die Frau die Erben auf Auszahlung der Morgengabe verklagt, u. der Zeuge sein Zeugnis verschweigt. bekunden soll, daß er schuldig sei, und alle stimmen überein bei einem Zeugen, der den Tod bekunden soll, daß er frei sei.", "Alle stimmen überein bei einem Zeugen, der den Tod bekunden soll, daß er frei sei, wenn er es ihr gesagt, nicht aber vor Gericht bekundet hat, denn wir haben gelernt, wenn eine Frau sagt, ihr Mann sei gestorben, dürfe sie heiraten, und an ihr die Schwagerehe95Cf. Dt. 25,5ff.vollzogen96Und da ihre eigene Aussage genügt, so hat sie keinen Schaden erlitten.werden.", "Alle stimmen überein bei einem Zeugen, der den Tod bekunden soll, daß er schuldig sei, wenn er es weder ihr gesagt noch vor Gericht bekundet hat.", "Hieraus wäre also zu entnehmen, daß, wenn jemand Zeugen in Grundstücksachen97Vgl. hierüber weiter Fol. 37b; die Frau kann ihre Morgengabe nur durch Immobilien od. durch in ihrer Hand befindliche Mobilien decken.schwören läßt, sie schuldig seien? – Vielleicht spricht er von dem Falle, wenn sie Mobilien in der Hand hat.", "HAT EINER GELEUGNET UND DER ANDERE EINGESTANDEN &C. Wenn sogar, falls beide leugnen, jedoch nacheinander, der erste schuldig und der zweite frei ist, um wieviel mehr, wenn einer leugnet und der andere eingesteht!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn beide geleugnet haben, und darauf, innerhalb einer Zeit, während welcher man einen Satz aussprechen kann, der eine eingestanden hat, und er lehrt uns damit, daß die Zeit, während welcher man einen Satz aussprechen kann, zum Sprechen gehöre98Dh. nicht als Unterbrechung gilt; er kann also seine Aussage noch widerrufen.. –", "Einleuchtend ist dies nach R. Ḥisda, der jene Lehre99Wenn beide gleichzeitig leugnen; cf. supra Fol. 32a. R. Jose dem Galiläer addiziert, demnach lehrt die erste Lehre, daß es genau gleichzeitig erfolgen könne, und die zweite, daß die Zeit, innerhalb welcher man einen Satz aussprechen kann, zum Sprechen gehöre; wozu aber braucht nach R. Joḥanan, nach dem sowohl die erste, als auch die zweite von einer Unterbrechung handelt, während welcher man einen Satz aussprechen kann, dies zweimal gelehrt zu werden!? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von Leugnen und100Wenn von beiden Zeugen jeder es leugnet.Leugnen, nicht aber von Leugnen und Geständnis101Des einen Zeugen., so lehrt er uns.", "WENN ES ZWEI ZEUGENPARTIEN SIND UND ZUERST DIE EINE UND NACHHER DIE ANDERE LEUGNETE. Erklärlich ist es, daß die andere schuldig ist, denn die erste hat102Sie waren also die einzigen Zeugen, von welchen die Verurteilung zur Zahlung abhing.ja bereits geleugnet, weshalb aber ist die erste schuldig," ], [ "die andere ist ja noch vorhanden!?", "Rabina erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn beim Leugnen der ersten die andere durch ihre Frauen anverwandt103Also als Zeugen unzulässig.war, und diese im Sterben lagen; man könnte berücksichtigen, die meisten Sterbenden verfallen ja dem Tode, so lehrt er uns, [daß man sage:] immerhin waren sie dann nicht tot.", "WENN ER ZU IHNEN GESAGT HAT:] ICH BESCHWÖRE EUCH, ZU KOMMEN UND ZU BEKUNDEN, DASS ICH BEI JENEM EIN DEPOSITUM, HINTERLEGTES, GERAUBTES UND VERLORENES HABE, [UND SIE IHM ERWIDERT HABEN:] EIN SCHWUR, DASS WIR FÜR DICH NICHTS ZU BEKUNDEN WISSEN, SO SIND SIE NUR EINMAL SCHULDIG; \n", "WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS WIR NICHT ZU BEKUNDEN WISSEN, DASS DU BEI JENEM EIN DEPOSITUM, HINTERLEGTES, GERAUBTES UND VERLORENES HAST, SO SIND SIE WEGEN EINES JEDEN BESONDERS SCHULDIG.", "v [WENN ER ZU IHNEN GESAGT HAT:] ICH BESCHWÖRE EUCH, ZU KOMMEN UND ZU BEKUNDEN, DASS ICH BEI JENEM WEIZEN, GERSTE UND DINKEL IN VERWAHRUNG HABE, [UND SIE IHM ERWIDERT HABEN:] EIN SCHWUR, DASS WIR FÜR DICH NICHTS ZU BEKUNDEN WISSEN, SO SIND SIE NUR EINMAL SCHULDIG; \n", "WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS WIR FÜR DICH NICHT ZU BEKUNDEN WISSEN, DASS DU BEI JENEM WEIZEN, GERSTE UND DINKEL HAST, SO SIND SIE WEGEN EINES JEDEN BESONDERS104Obgleich es sich um eine Art der Forderung, um ein Depositum, handelt.SCHULDIG.", "[SAGTE JEMAND:] ICH BESCHWÖRE EUCH, ZU KOMMEN UND ZU BEKUNDEN, DASS ICH VON JENEM SCHADENERSATZ, HALBEN105Cf. Ex. 21,35,36.SCHADENERSATZ, DOPPELTES106Cf. ib. 22,3.ODER VIER- UND FÜNFFACHES107Cf. ib. 21,37.ZU ERHALTEN HABE, DASS JENER MEINE TOCHTER GENOTZÜCHTIGT108Weswegen er eine Geldbuße zu zahlen hat; cf. Ex. 22,15,16 u. Dt. 22,28,29. Auch die vorher genannten Zahlung en sind Bußzahlungen, die der Beklagte bei einem Geständnisse ohne Zeugen nicht zu zahlen braucht; über den Fall, wenn Zeugen nachher auf treten, besteht weiter eine Meinungsverschiedenheit; cf. Bq. Fol. 75a.HAT, DASS ER MEINE TOCHTER VERFÜHRT108Weswegen er eine Geldbuße zu zahlen hat; cf. Ex. 22,15,16 u. Dt. 22,28,29. Auch die vorher genannten Zahlung en sind Bußzahlungen, die der Beklagte bei einem Geständnisse ohne Zeugen nicht zu zahlen braucht; über den Fall, wenn Zeugen nachher auf treten, besteht weiter eine Meinungsverschiedenheit; cf. Bq. Fol. 75a.HAT, DASS MEIN SOHN MICH GESCHLAGEN109Ohne Verwundung, u. da er dieserhalb nicht zum Tode verurteilt wird (cf. Syn. Fol. 85b), so hat er eine Geldentschädigung zu zahlen.HAT, DASS JENER AM VERSÖHNUNGSTAGE MICH GESCHLAGEN ODER MEINE TENNE IN BRAND GESTECKT110Auf diese den Versöhnungstag entweihende Handlungen ist auch eine himmlische Strafe (die Ausrottung) gesetzt, dennoch befreit diese nicht von der Zahlung.HAT, SO SIND SIE SCHULDIG. vi", "GEMARA. Sie fragten: Wie ist es, wenn jemand Zeugen einer Geldbuße111Der Beklagte könnte vorher ein Geständnis ablegen u. überhaupt frei sein.beschwört?", "Nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, welcher sagt, die Zeugen können kommen112Dh. wenn nachträglich Zeugen auftreten, so wird der Beklagte trotz seinem Geständnisse verurteilt; demnach sind die Zeugen schuldig.und bekunden, ist dies nicht fraglich,", "fraglich ist dies nur nach den Rabbanan, welche sagen, wer eine Handlung, auf die eine Geldbuße gesetzt ist, eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei frei. –", "Welcher Ansicht sind die Rabbanan dieser113Wenn Zeugen nach dem Geständnis auftreten.Lehre: wollte man sagen, der des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n bei jener114Beim Beschwören eines einzelnen Zeugen, cf. Fol. 32a.Lehre, so sagt er ja, was Geld verursacht, gleiche dem Gelde115Somit sollte doch bezüglich des Bußgeldes keine Frage bestehen, da solches nicht weniger ist als das, was eine Geldzahlung nur verursacht.. –", "Vielmehr, der der Rabbanan jener Lehre, welche sagen, was Geld verursacht, gleiche nicht dem Gelde. – Wie ist es nun; wollte er eingestehen, so würde er ja frei sein, somit betrifft das Leugnen keine Geldsache, oder aber: er hat ja nicht eingestanden? –", "Komm und höre: [Sagte jemand:] ich beschwöre euch, zu kommen und zu bekunden, daß ich von jenem Schadenersatz, halben Schadenersatz zu erhalten habe. Der halbe Schadenersatz ist ja eine Geldbuße116Als Bußgeld gilt jede Zahlung, die dem Schaden nicht entspricht.. – Nach demjenigen, welcher sagt, er sei eine Geldentschädigung. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der halbe Schadenersatz sei eine Geldentschädigung, wie ist es aber zu erklären nach demjenigen, welcher sagt, er sei eine Geldbuße!? – Hier handelt es sich um den halben Schadenersatz für Geröllschaden117Wenn ein Tier indirekt einen Schaden anrichtet, zBs. durch Aufwirbeln von Geröll beim Laufen., von dem eine überlieferte Lehre vorhanden ist, daß er eine Geldentschädigung sei. –", "Komm und höre: Doppeltes118Beginn des bezügl. Satzes in unserer Mišna.. – Wegen des darin enthaltenen Grundbetrages. –", "Vier- und Fünffaches118Beginn des bezügl. Satzes in unserer Mišna.. – Wegen des darin enthaltenen Grundbetrages. –", "Daß jener meine Tochter genotzüchtigt hat, daß jener meine Tochter verführt hat. – Wegen [der Entschädigung für] Beschämung und Wertminderung119Neben der in der Schrift genannten Geldbuße von 50 Šeqel hat er noch diese Zahlungen zu leisten, da eine Deflorierte weniger wert ist als eine Jungfrau.. –", "Was lehrt er uns demnach, diese sind ja lauter Geldzahlungen!? – Im Anfangsatze lehrt er uns etwas und im Schlußsatz lehrt er uns etwas; im Anfangsatze lehrt er uns etwas, daß nämlich der halbe Schadenersatz für Geröllschaden eine Geldentschädigung sei, und im Schlußsatze lehrt er uns etwas, den Fall: daß jener am Versöhnungstage meine Tenne in Brand gesteckt hat. –", "Was schließt dies aus? – Dies schließt die Ansicht des R. Neḥunja b. Haqana aus, denn es wird gelehrt, R. Neḥunja b. Haqana vergleiche den Versöhnungstag hinsichtlich der Entschädigung mit dem Šabbath, wie am Šabbath120Am Š. ist man wegen eines solchen Falles von der Geldzahlung frei. &c. –", "Komm und höre: [Sagte jemand:] ich beschwöre euch, zu kommen und für mich zu bekunden," ], [ "daß jener über meine Tochter ein übles Gerücht121Cf. Dt. 22,13.ausgebracht hat, so sind sie schuldig; hat jener es von selbst eingestanden, so sind sie frei. –", "Hier ist die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n vertreten, welcher sagt, Zeugen können kommen112Dh. wenn nachträglich Zeugen auftreten, so wird der Beklagte trotz seinem Geständnisse verurteilt; demnach sind die Zeugen schuldig.und bekunden. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hat jener es von selbst eingestanden, so ist er frei. Dies vertritt ja die Ansicht der Rabbanan!? –", "Das Ganze vertritt die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn er meint es wie folgt: daß jener bei einem Geständnisse frei ist, kann nur dann vorkommen, wenn gar keine Zeugen vorhanden sind und er es von selbst eingestanden hat.", "SAGTE JEMAND:] ICH BESCHWÖRE EUCH, ZU KOMMEN UND ZU BEKUNDEN, DASS ICH EIN PRIESTER BIN, DASS ICH EIN LEVITE BIN, DASS ICH NICHT DER SOHN EINER GESCHIEDENEN BIN, DASS ICH NICHT DER SOHN EINER ḤALUÇA BIN, DASS JENER122Der ihn zu dieser Aufforderung bevollmächtigt hat.EIN PRIESTER IST, DASS JENER EIN LEVITE IST, DASS ER NICHT DER SOHN EINER GESCHIEDENEN IST, DASS ER NICHT DER SOHN EINER ḤALUÇA IST, \n", "DASS JENER DIE TOCHTER VON DIESEM GENOTZÜCHTIGT HAT, DASS JENER DIE TOCHTER VON DIESEM VERFÜHRT HAT, DASS MEIN SOHN MICH VERWUNDET HAT, DASS MEIN NÄCHSTER AM ŠABBATH MICH VERWUNDET ODER MEINE TENNE IN BRAND GESTECKT HAT, SO SIND SIE FREI. vii", "GEMARA. Also nur in dem Falle, wenn [er sagt, daß] jener ein Priester ist, daß jener ein Levite123Also wenn es sich nicht um eine Geldsache handelt.ist, wenn aber: daß dieser bei jenem eine Mine hat, so sind sie schuldig, dagegen lehrt er im Schlußsatze: nur wenn [die Zeugen die Aufforderung] vom Kläger selber gehört124Sind sie schuldig.haben!?", "Šemuél erwiderte: Wenn er mit einer Vollmacht kommt. – Die Nehardee͑nser sagten ja aber, daß man über bewegliche Sachen keine Vollmacht schreibe!? – Dies nur, wenn [der Beklagte] leugnet, wenn er aber nicht leugnet, schreibe man wohl.", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß die Schrift125Im in Rede stehenden Gesetze, Lev. 5,1.nur von einer Geldforderung spricht? R. Elie͑zer erklärte: Hier125Im in Rede stehenden Gesetze, Lev. 5,1.heißt es wiederholt oder und dort126Beim Depositeneide, Lev. 5,21.heißt es wiederholt oder, wie nun dort nur von einer Geldforderung gesprochen wird, ebenso wird auch hier nur von einer Geldforderung gesprochen.", "Wenn man aber vom wiederholt gebrauchten oder beim Totschläger127Gf. Num. 35,21. [das Entgegengesetzte] beweisen will: bei diesem heißt es wiederholt oder, und es handelt sich nicht um eine Geldforderung,", "[so ist zu erwidern:] man folgere hinsichtlich des wiederholt gebrauchten oder bei einem Schwure vom wiederholt gebrauchten oder bei einem Schwure, nicht aber folgere man vom wiederholt gebrauchten oder beim Mörder, bei dem es keinen Schwur gibt. Will man ferner vom wiederholt gebrauchten", "oder bei der Ehebruchsverdächtigten128Cf. Num. 5,14. [das Entgegengesetzte] beweisen: bei dieser heißt es wiederholt oder bei einem Schwure129Der Priester beschwört die Verdächtigte; cf. ib. V. 21.und handelt sich nicht um eine Geldforderung, [so ist zu erwidern:] man folgere hinsichtlich des wiederholt gebrauchten", "oder bei einem Schwure, wobei kein Priester beteiligt ist, vom wiederholt gebrauchten oder bei einem Schwure, wobei kein Priester beteiligt ist, nicht aber folgere man vom wiederholt gebrauchten oder beim Totschläger, bei dem es keinen Schwur gibt, und auch nicht vom wiederholt gebrauchten oder bei der Ehebruchsverdächtigten, obgleich es bei dieser einen Schwur gibt, denn bei dieser ist ein Priester beteiligt.", "R. A͑qiba erklärte: [Es heißt:]130Lev. 5,5.wenn er sich eines von diesen zuschulden kommen läßt; wegen mancher von diesen ist er schuldig und wegen mancher von diesen ist er frei, und zwar: fordert er von ihm Geld, so ist er schuldig, fordert er von ihm etwas anderes, so ist er frei.", "R. Jose der Galiläer erklärte: Es heißt:131Ib. V. 1.und er kann Zeuge sein, oder sah, oder wußte, die Schrift spricht also von einem Zeugnisse, das durch Sehen ohne Wissen oder durch Wissen ohne Sehen bestehen kann.", "Auf welche Weise Sehen ohne Wissen? [Sagte er:] ich habe dir eine Mine vor jenem und jenem132Sie wissen aber nicht, ob es sich um ein Darlehen bezw. Depositum oder um die Bezahlung einer Schuld handelte.aufgezählt, mögen sie kommen und dies bekunden, so heißt dies Sehen ohne Wissen.", "Auf welche Weise Wissen ohne Sehen? [Sagte er:] du hast vor jenem und jenem eingestanden, mir eine Mine zu schulden, mögen sie kommen und dies bekunden, so heißt dies Wissen ohne Sehen.", "R. Šimo͑n erklärte: Man ist wegen [des Zeugniseides] schuldig und man ist wegen des Depositeneides schuldig, wie nun bei diesem nur von einer Geldforderung gesprochen wird, ebenso wird auch bei jenem nur von einer Geldforderung gesprochen.", "Ferner ist dies [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn heim Depositeneide, der bei Frauen wie bei Männern, bei Verwandten wie bei Fremden, bei [als Zeugen] Unzulässigen wie bei Zulässigen gilt, bei dem man wegen eines jeden besonders schuldig ist," ], [ "einerlei ob vor Gericht oder außerhalb des Gerichtes, nur von einer Geldforderung gesprochen wird, um wieviel mehr wird beim Zeugniseide, der nicht gilt bei Frauen wie bei Männern, bei Verwandten wie bei Fremden, bei Unzulässigen wie bei Zulässigen, und bei dem man nur vor Gericht und nur einmal schuldig ist, nur von einer Geldforderung gesprochen. –", "Wohl beim Depositeneide, bei dem das Beschworenwerden dem Schwören und die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleicht, während beim Zeugniseide das Beschworenwerden dem Schwören und die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit gleicht!? –", "Es heißt vergehen, und dieses dient als Wortanalogie: hierbei133Beim Zeugniseide, Lev. 5,1.heißt es vergehen und dort134Beim Depositeneide, ib. V. 21.heißt es vergehen, wie nun dort nur von einer Geldforderung gesprochen wird, ebenso wird auch hier nur von einer Geldforderung gesprochen.", "Rabba b. U͑la wandte ein: Vom wiederholt gebrauchten oder beim Bekräftigungsschwure135Lev. 5,4.ist ja [das Entgegengesetzte] zu beweisen: bei diesem heißt es wiederholt oder, dabei wird geschworen, auch ist dabei kein Priester beteiligt, und es handelt sich nicht um eine Geldforderung!? –", "Es ist einleuchtend, daß man vom Depositeneide folgere, denn bei beiden heißt es vergehen. –", "Im Gegenteil, man sollte doch vom Bekräftigungsschwure folgern, denn bei beiden ist ein Sündopfer136Während wegen des falschen Depositeneides ein Schuldopfer dar gebracht werden muß; cf. Lev. 5,25.darzubringen!? –", "Vielmehr, es ist einleuchtend, daß man vom Depositeneide folgere, denn [bei beiden heißt es] vergehen, hat es Geltung bei Vorsätzlichkeit, gibt es ein Fordern und Leugnen, und gilt es assertorisch137Während der Bekräftigungsschwur hauptsächlich promissorisch ist.. –", "Im Gegenteil, man sollte doch vom Bekräftigungsschwure folgern, denn [bei beiden] ist ein Sündopfer darzubringen, ein auf- und absteigendes Opfer, ohne Fünftel138Beim falschen Depositeneide hat der Beklagte an den Kläger außer seiner Schuld noch ein Fünftel (wie bei jeder Veruntreuung) zu zahlen; cf. Lev. 5,24.!? – Jene [Übereinstimmungen] sind mehr.", "«R. A͑qiba erklärte: [Es heißt:] wenn er sich eines von diesen zuschulden kommen läßt; wegen mancher von diesen ist er schuldig und wegen mancher von diesen ist er frei, und zwar: fordert er von ihm Geld, so ist er schuldig, fordert er von ihm etwas anderes, so ist er frei.»", "Vielleicht umgekehrt!? –", "R. A͑qiba bezieht sich auf die [Folgerung vom] wiederholt gebrauchten oder des R. Elie͑zer. –", "Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen R. Elie͑zer und R. A͑qiba!? –", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn man Zeugen in Grundstücksachen139Cf. infra Fol. 37b.beschwört; nach R. Elie͑zer sind sie schuldig und nach R. A͑qiba sind sie frei. –", "Welchen Unterschied gibt es hierbei zwischen R. Elie͑zer und R. A͑qiba nach R. Joḥanan, der dort140In einer weiter Fol. 37b folgenden Lehre.sagt, Zeugen, die man in Grundstücksachen beschwört, seien selbst nach R. Elie͑zer frei!? –", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei Zeugen in Bußgeldsachen141Nach RE. sind auch diese schuldig, da nach ihm diese Schriftstelle alles einschließt; cf. infra Fol. 37b..", "«R. Jose der Galiläer erklärte: Und er kann Zeuge sein, oder sah oder wußte, die Schrift spricht also von einem Zeugnisse, das durch Sehen ohne Wissen oder durch Wissen ohne Sehen bestehen kann.»", "R. Papa sprach zu Abajje: Es wäre also anzunehmen, daß R. Jose der Galiläer nichts von der Lehre R. Aḥas hält. Es wird nämlich gelehrt: R. Aḥa sagte: Wenn unter den Kamelen ein ausschlagendes142Cf. Bd. VIII S. 258 Anm. 25.Kamel sich befindet und neben diesem ein erschlagenes Kamel gefunden wird, so gilt es als erwiesen, daß jenes es erschlagen hat. Würde er von der Lehre R. Abas143Daß man sich auf die Überzeugung stütze. halten, so könnte dies ja auch bei Todes-Strafsachen vorkommen, wie bei einer Erzählung des R. Šimo͑n b. Šaṭaḥ.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Šaṭaḥ erzählte: Ich will [keinen] Trost sehen, wenn ich nicht gesehen habe, wie jemand hinter seinem Nächsten in eine Ruine lief, und als ich ihm nachlief, traf ich ihn mit einem bluttriefenden Schwerte in der Hand, während der Erschlagene noch zuckte. Da sprach ich zu ihm: Ruchloser, wer hat diesen erschlagen, ich oder du?", "Was aber kann ich dagegen, daß dein Blut nicht mir ausgeliefert ist, denn die Tora sagt: 144Dt. 17,6.auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen hin soll der zum Tode Verurteilte getötet werden. Aber Gott möge dir heimzahlen. Man erzählt, daß ehe sie sich von dort fortrührten, eine Schlange kam und ihn biß, worauf er starb145RS. sah den Mord nicht, jed. wußte er, wer der Täter war.. –", "Du kannst auch sagen, daß er wohl von der Lehre R. Aḥas halte, denn allerdings kann das Wissen ohne Sehen vorkommen, wieso aber das Sehen ohne Wissen, [der Zeuge] muß ja wissen, ob der Erschlagene ein Nichtjude oder ein Jisraélit, ein Totverletzter oder ein Lebensfähiger war. –", "Hieraus wäre zu entnehmen, daß R. Jose der Galiläer der Ansicht ist, daß, wenn man Zeugen in Bußgeldsachen145Hier wird von der Geldbuße wegen Verführung od. Notzucht gesprochen.beschworen hat, sie frei sind; wieso können sie schuldig sein, zugegeben, daß ein Wissen ohne Sehen möglich ist, wieso aber ein Sehen ohne Wissen, [die Zeugen] müssen ja wissen, ob er eine Nichtjüdin oder eine Jisraélitin, ob eine Jungfrau oder eine Deflorierte beschlafen hat.", "R. Hamnuna saß vor R. Jehuda, während R. Jehuda dasaß und die Frage aufwarf: Wie ist es, [wenn jemand sagt:] ich habe dir eine Mine vor jenem und jenem aufgezählt," ], [ "und die Zeugen dies draußen gesehen146Ohne daß der Beklagte sie gesehen hätte.haben?", "R. Jehuda erwiderte ihm: Was sagt [der Beklagte:] sagt er, es sei nicht wahr, so ist er ja als Lügner überführt, und sagt er, es sei wahr, er habe aber seines erhalten, so nützt ja auch [die Aussage] der Zeugen nicht. Da sprach er zu ihm: Hamnuna, du komm, tritt ein147In das Kollegium; dh. er lobte ihn u. pflichtete ihm bei..", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Ich habe dir eine Mine an jener Säule aufgezählt. Dieser erwiderte: An jener Säule kam ich nie vorüber. Hierauf kamen zwei Zeugen und bekundeten, daß er an jener Säule geharnt habe. Da entschied Reš Laqiš: Er ist als Lügner überführt.", "R. Naḥman wandte ein: Dies ist ja ein persisches Urteil; sagte er denn: niemals, er meinte ja nur: in dieser Angelegenheit.", "Manche lesen: Einst sprach jemand zu seinem Nächsten: Ich habe dir eine Mine an jener Säule aufgezählt. Dieser erwiderte: An jener Säule kam ich nie vorüber. Hierauf traten Zeugen auf, daß er an jener Säule geharnt habe. Da entschied R. Naḥman: Er ist als Lügner überführt.", "Raba erwiderte R. Naḥman: Was einem nicht obliegt, merkt man sich nicht, wenn man es tut148Er ist dadurch noch nicht als Lügner überführt..", "«R. Šimo͑n erklärte: Man ist wegen [des Zeugniseides] schuldig und man ist wegen des Depositeneides schuldig &c.»", "Im Westen lachten sie darüber. – Was ist da zu lachen? –", "Er lehrt: wohl beim Depositeneide, bei dem das Beschworenwerden dem Schwören und die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleicht.", "Merke, R. Šimo͑n entnimmt ja das Schwören beim Zeugniseide vom Depositeneide149Durch einen Schluß durch Wortanalogie, da bei beiden das W. ‘vergehen’ gebraucht wird., ebenso sollte er doch das Beschworenwerden beim Depositeneide vom Zeugniseide150Durch denselben Schluß ist vice versa beides zu entnehmen.entnehmen. –", "Was ist da zu lachen, vielleicht folgert es R. Šimo͑n [durch einen Schluß] vom Leichteren151Von der Wortanalogie dagegen hält er nichts.auf das Schwerere, wenn man wegen des Beschworenwerdens schuldig ist, um wieviel mehr wegen des Schwörens!? –", "Vielmehr, das Lachen geschah über [die Vergleichung der] Vorsätzlichkeit mit der Unvorsätzlichkeit; er lehrt: wohl beim Depositeneide, bei dem das Beschworenwerden dem Schwören und die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleicht.", "Merke, die Vorsätzlichkeit beim Zeugniseide wird ja daraus gefolgert, weil es bei diesem nicht entfällt heißt, und auch bei jenem152Dem Depositeneide.heißt es ja nicht entfällt.", "R. Ḥaga erwiderte: Was ist da zu lachen, vielleicht folgert R. Šimo͑n von der Veruntreuung153Durch den unerlaubten Genuß von Heiligem; bei beiden wird das W. ‘veruntreuen’ gebraucht und dieses dient als Wortanalogie., daß beim Depositeneide die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleiche.", "Das Lachen geschah vielmehr deshalb: weshalb folgert er es von der Veruntreuung, sollte er es doch vom Zeugniseide folgern!? –", "Es ist einleuchtender, es von der Veruntreuung zu folgern, denn [bei beiden wird das Wort] veruntreuen gebraucht. –", "Im Gegenteil, es ist ja vom Zeugniseide zu folgern, denn bei beiden wird [das Wort] vergehen gebraucht!? –", "Es ist einleuchtender, es von der Veruntreuung zu folgern, denn [bei beiden heißt es] veruntreuen, gilt es bei jedem154Während der Zeugniseid nur bei bestimmten Personen gilt; cf. supra Fol. 30a., haben sie155Die betreffenden Personen durch die Aneignung von fremdem Eigenturne, während beim Zeugniseid der Übertretende keinen Vorteil hat.einen Vorteil, wird ein bestimmtes156Beim Zeugniseid dagegen ein auf- und absteigendes Opfer.Opfer dargebracht, ist das Fünftel zu zahlen und wird ein Schuldopfer dargebracht. –", "Im Gegenteil, es ist ja vom Zeugniseide zu folgern, denn [bei beiden wird das Wort] vergehen gebraucht, betrifft es einen Gemeinen, handelt es sich um einen Schwur, gibt es ein Fordern und Leugnen, und wird wiederholt [das Wort] oder gebraucht!? – Jene [Übereinstimmungen] sind mehr. –", "Weshalb demnach das Lachen!?", "Als R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, aus dem Lehrhause kamen, erklärten sie, das Lachen geschah deshalb: merke, R. Šimo͑n folgert es ja [durch einen Schluß] aus einer Wortanalogie, wieso sagt er nun: wohl beim Depositeneide, bei dem das Beschworenwerden dem Schwören und die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleicht157Aus einem Schlüsse durch die genannte Wortanalogie könnte er ja entnehmen, daß beim Depositeneide das Beschworenwerden dem Schwören u. die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit wohl gleiche.. –", "Weshalb das Lachen, vielleicht fragte er dies nur bevor er die Wortanalogie kannte, nicht aber nachdem er die Wortanalogie kannte!?", "Etwa nicht, Raba b. Itaj sagte ja zu den Jüngern, der Autor, welcher lehrt, bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Depositeneides gebe es keine Sühne, sei R. Šimo͑n158Er ist also dieser Ansicht, obgleich er die Wortanalogie kennt.. –", "Vielleicht sagte er es nur von [der Vergleichung der] Vorsätzlichkeit mit der Unvorsätzlichkeit, weil er es von der Veruntreuung159Bei der ebenfalls die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleicht.folgert, denn [die Vergleichungen] mit dieser sind mehr, nicht aber von der Vergleichung des Beschworenwerdens mit dem Schwören.", "Sollte er nun vom Depositeneide folgern, daß auch beim Zeugniseide die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit nicht gleiche: wie es beim Depositeneide nur bei Unvorsätzlichkeit gilt, nicht aber bei Vorsätzlichkeit, ebenso gilt es beim Zeugniseide· nur bei Unvorsätzlichkeit, nicht aber bei Vorsätzlichkeit, wie er auch hinsichtlich des Depositeneides von der Veruntreuung folgert160Sie lachten also über seinen Schluß: während beim Zeugniseide die Vorsätzlichkeit der Unvorsätzlichkeit gleicht.!? –" ], [ "Der Allbarmherzige spricht deshalb vom Zeugniseide neben dem Bekräftigungseide und neben [dem Gesetze von] der Verunreinigung des Heiligtums und der heiligen Opfer, und schreibt bei diesen allen entfällt und bei jenem nicht, [um zu lehren,] daß man wegen dessen bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit schuldig sei.", "SAGTE JEMAND:] ICH BESCHWÖRE EUCH, ZU KOMMEN UND ZU BEKUNDEN, DASS JENER MIR ZWEIHUNDERT ZUZ ZU GEBEN VERSPROCHEN HAT, UND SIE MIR NICHT GEGEBEN HAT, SO SIND SIE FREI, WEIL SIE NUR WEGEN EINER GELDFORDERUNG161Wenn der Beklagte zur Zahlung verurteilt worden wäre, in einem solchen Falle aber kann der Beklagte sein Versprechen zurücknehmen.SCHULDIG SIND, WIE BEIM DEPOSITENEIDE.", "viii [SAGTE JEMAND:] ICH BESCHWÖRE EUCH, DASS IHR, SOBALD IHR FÜR MICH ZEUGNIS ABZULEGEN WISSEN WERDET, KOMMEN UND ES ABLEGEN SOLLT, SO SIND SIE FREI, WEIL DER EID DEM ZEUGNISSE162Dh. der Wahrnehmung.VORANGING.", "ix WENN JEMAND SICH IM BETHAUSE163Eigentl. Versammlungshaus, wo ein großes Publikum versammelt ist.BEFAND UND SPRACH: ICH BESCHWÖRE EUCH, DASS IHR, WENN IHR164Ohne die Aufforderung an bestimmte Personen zu richten. FÜR MICH ZEUGNIS WISSET, KOMMEN UND ES ABLEGEN SOLLT, SO SIND SIE165Die für ihn Zeugnis ablegen könnten. FREI; NUR166Dann sind sie schuldig.WENN ER [DIE ZEUGEN] DIREKT AUFFORDERT.", "x WENN JEMAND ZU ZWEIEN SAGTE: ICH BESCHWÖRE EUCH N. UND N., DASS IHR, FALLS IHR FÜR MICH ZEUGNIS ABZULEGEN WISSET, KOMMEN UND ES ABLEGEN SOLLT, [UND SIE IHM ERWIDERT HABEN:] EIN SCHWUR, DASS WIR FÜR DICH KEIN ZEUGNIS ABZULEGEN WISSEN, SIE ABER IHR ZEUGNIS AUS DEM MUNDE ANDERER ZEUGEN WUSSTEN, ODER EINER VON IHNEN VERWANDT ODER UNZULÄSSIG167Cf. Syn. Fol. 24b.IST, SO SIND SIE168Weil ein solches Zeugnis ungültig wäre; cf. ib. Fol. 37a.FREI.", "xi WENN ER SIE DURCH SEINEN SKLAVEN AUFFORDERN LIESS, ODER WENN DER BEKLAGTE ZU IHNEN SAGTE: ICH BESCHWÖRE, EUCH, DASS IHR, WENN IHR FÜR IHN ZEUGNIS ABZULEGEN WISSET, KOMMEN UND ES ABLEGEN SOLLT, SO SIND SIE FREI; NUR166Dann sind sie schuldig.WENN SIE [DIE AUFFORDERUNG] VOM KLÄGER GEHÖRT HABEN. xii", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß, [wenn jemand gesagt hat:] ich beschwöre euch, daß ihr kommen und bekunden sollt, daß jener mir zweihundert Zuz zu geben versprochen, sie mir aber nicht gegeben hat, sie schuldig seien, so heißt es169Lev. 5,1.vergehen, und dies dient als Wortanalogie:", "hier heißt es vergehen und dort170Beim Depositeneide, Lev. 5,21. heißt es vergehen, wie es sich dort um eine Geldforderung handelt, in deren Besitz [der Beklagte] sich befindet, ebenso auch hier um eine Geldforderung, in deren Besitz [der Beklagte] sich befindet.", "ICH BESCHWÖRE EUCH, DASS IHR, SOBALD IHR FÜR MICH ZEUGNIS ABZULEGEN WISSEN WERDET &C.", "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß, [wenn jemand gesagt hat:] ich beschwöre euch, daß ihr, wenn ihr für mich Zeugnis abzulegen wissen werdet, kommen und es ablegen sollt, sie schuldig seien, so heißt es:171Lev. 5,1.und die Stimme einer Eidverwünschung hört, und er könnte Zeuge sein, oder sah oder wußte; nur wenn das Zeugnis dem Schwure voranging, nicht aber wenn der Schwur dem Zeugnisse voranging.", "WENN JEMAND SICH IM BETHAUSE BEFAND UND SPRACH: ICH BESCHWÖRE EUCH. Šemuél sagte: Selbst wenn seine Zeugen sich unter ihnen befanden. –", "Selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen des Falles, wenn er neben ihnen steht; man könnte nämlich glauben, es sei ebenso, als hätte er zu ihnen gesprochen, so lehrt er uns.", "Ebenso wird auch gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn jemand eine Gesellschaft von Menschen sieht, unter welchen auch seine Zeugen sich befinden, und spricht: ich beschwöre euch, daß ihr, wenn ihr für mich Zeugnis abzulegen wisset, kommen und es ablegen sollt, sie schuldig seien, so heißt es: und er könnte Zeuge sein, während dieser seine Zeugen nicht bezeichnet hat. Man könnte glauben, auch wenn er gesagt hat: alle, die hier172Es handelt also von dem Fall, wenn er neben ihnen steht.stehen, so heißt es: und er könnte Zeuge sein, und dieser hat seine Zeugen bezeichnet.", "WENN JEMAND ZU ZWEIEN SAGTE: ICH BESCHWÖRE EUCH. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß, wenn jemand zu zweien gesagt hat: ich beschwöre euch N. und N., daß ihr, wenn ihr für mich Zeugnis abzulegen wisset, kommen und es ablegen sollt, sie aber ihr Zeugnis aus dem Munde anderer Zeugen wußten, oder einer von ihnen verwandt oder unzulässig ist, sie schuldig seien, so heißt es:169Lev. 5,1.wenn er es nicht sagt, so lädt er Schuld auf sich, die Schrift spricht also nur von solchen, die Zeugnis abzulegen geeignet sind.", "WENN ER SIE DURCH SEINEN SKLAVEN AUFFORDERN LIESS &C. Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß sie auch dann schuldig seien, wenn er sie durch seinen Sklaven auffordern ließ, oder wenn der Beklagte zu ihnen sagte: ich beschwöre euch, daß ihr, wenn ihr für ihn Zeugnis abzulegen wisset, kommen und es ablegen sollt, so heißt es: wenn er es nicht sagt, so lädt er Schuld auf sich. –", "Wieso geht dies hieraus hervor? R. Elea͑zar erwiderte: Die Schreibweise ist ihm173Die Schreibweise in der angezogenen Stelle (Lev. 5,1) ist לוא was sowohl לו, ihm, als auch לא, nicht, gelesen werden kann; hier werden also beide Lesarten berücksichtigt.nicht sagt; wenn er ihm selber nicht sagt, so lädt er Schuld auf sich, wenn er aber einem anderen nicht sagt, so ist er frei.", "SAGTE JEMAND:] ICH BESCHWÖRE EUCH, ODER: ICH GEBIETE EUCH, ODER: ICH BINDE EUCH174Sc. beim Namen Gottes., SO SIND SIE SCHULDIG, \n", "WENN ABER: BEI HIMMEL UND ERDE, SO SIND SIE FREI. xiii WENN BEI ALEPH-DALETH, JOD-HE175Beim Gottesnamen אדני bezw. יהוה., ŠADDAJ, ÇEBAOTH, BEIM GNÄDIGEN, BARMHERZIGEN, LANGMÜTIGEN, HULDREICHEN, ODER BEI ALLEN ANDEREN [GÖTTLICHEN] ATTRIBUTEN, SO SIND SIE SCHULDIG.", "DER GOTTESLÄSTERER IST WEGEN DIESER176Wenn er Gott mit diesen Attributen bezeichnet.ALLER, WIE R. MEI͑R SAGT, SCHULDIG, UND NACH DEN WEISEN FREI.", "WER BEI DIESEN VATER UND MUTTER FLUCHT, IST, WIE R. MEÍR SAGT, SCHULDIG, UND NACH DEN WEISEN FREI.", "WER SICH SELBST ODER SEINEM NÄCHSTEN BEI ALL DIESEN FLUCHT, ÜBERTRITT EIN VERBOT. ‘GOTT SCHLAGE DICH,’ ODER:EBENSO177Wenn jemand einen eine solche Schriftstelle (cf. Dt. Kap. 28) lesen hört u. dies den Zeugen zuruft. Diese Stelle wurde von manchen mißverstanden u. durch unnötige Korrekturen (ה׳ אלהים, auch ה׳ st. אלהים) korrumpiert.SCHLAGE GOTT AUCH DICH,’ DAS IST DIE EIDVERWÜNSCHUNG, DIE IN DER TORA GESCHRIEBEN IST.", "[SAGTE ER:] ER SCHLAGE DICH NICHT, ODER: ER SEGNE DICH, ODER: ER LASSE ES DIR GUT GEHEN178Sc. wenn du Zeugnis ablegst., SO SIND SIE NACH R. MEÍR SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "GEMARA. ICH BESCHWÖRE EUCH. Wie meint er es? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: Ich beschwöre euch mit dem in der Tora genannten Schwure, ich gebiete euch mit dem in der Tora genannten Gebote, ich binde euch mit dem in der Tora genannten Bande.", "Abajje sprach zu ihm: R. Ḥija lehrte ja, daß wenn [er zu ihnen sprach:] ich feßle euch, sie schuldig seien; kommt denn in der Tora das Fesseln vor!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, meint er es wie folgt: Ich beschwöre euch mit einem Schwure, ich gebiete euch mit einem Schwure, ich binde euch mit einem Schwure, ich feßle euch mit einem Schwure.", "BEI ALEPH-DALETH, JOD-HE, ŠADDAJ, ÇEBAOTH, BEIM GNÄDIGEN, BARMHERZIGEN, LANGMÜTIGEN, HULDREICHEN.", "Demnach gelten Gnädiger und Barmherziger179Cf. Ex. 34,6.als Gottesnamen, und dem widersprechend wird gelehrt: Manche Gottesnamen dürfen ausgemerzt werden, und manche Gottesnamen dürfen nicht ausgemerzt werden. Folgende dürfen nicht ausgemerzt werden: El, Eloha, Elohim, Elohekhem, Ehjeh ašer ehjeh180Eigentl. ich bin, der ich bin (cf. Ex. 3,14)., Aleph-Daleth, Jod-He, Šaddaj, Çebaoth; diese dürfen nicht ausgemerzt werden,", "aber Großer, Held, Furchtbarer, Gewaltiger, Starker, Mächtiger, Kräftiger, Gnädiger und Barmherziger, Langmütiger, Huldreicher dürfen wohl ausgemerzt werden!?", "Abajje erwiderte: Unsere Mišna ist zu verstehen: bei dem, der gnädig ist," ], [ "und bei dem, der barmherzig ist.", "Raba entgegnete ihm: Demnach kann man ja auch [die Formel]: ‘bei Himmel und Erde’, erklären: bei dem, dem Himmel und Erde gehören!? –", "Wieso dies: in jenem Falle meint er ganz bestimmt: bei dem, der gnädig ist, bei dem, der barmherzig ist, da es nichts gibt, was ‘gnädig’ und ‘barmherzig’ heißt, in diesem Falle aber meint er bestimmt Himmel und Erde, da es Dinge gibt, die Himmel und Erde heißen.", "Die Rabbanan lehrten: Hat man El von Elohim oder Jahvon Jahveh geschrieben, so darf es nicht mehr ausgemerzt werden, wenn Šadvon Šaddaj, Advon Adonaj oder Çebvon Çebaoth, so darf es ausgemerzt werden;", "R. Jose sagt, Çebaoth dürfe auch vollständig ausgemerzt werden, denn er heißt Çebaoth nur wegen der Jisraéliten181Dieses Wort ist also kein eigentlicher Gottesname., denn es heißt:182Ex. 7,4.ich werde meine Scharen [çibóthaj], mein Volk Israél, aus dem Lande Miçrajim herausführen. Šemuél sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Jose.", "Die Rabbanan lehrten: Alles, was dem Gottesnamen angehängt wird, einerlei ob vom oder hinten, darf ausgemerzt werden. Zum Beispiel vorn: von lejahveh darf le ausgemerzt werden, von bejahveh darf be ausgemerzt werden, von vejahveh darf ve ausgemerzt werden, von mejahveh darf me ausgemerzt werden, von šejahveh darf še ausgemerzt werden, von hajahveh darf ha ausgemerzt werden, von kejahveh darf ke ausgemerzt werden.", "Zum Beispiel hinten: von Elohenu darf tnu ausgemerzt werden, von Elohehem darf hem ausgemerzt werden, von Elohekhem darf khem ausgemerzt werden. Andere sagen, hinten angehängte [Silben] dürfen nicht ausgemerzt werden, weil sie bereits durch den Gottesnamen geheiligt worden sind. R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die anderen.", "", "Alle [Gottes]namen, die in der Tora bei Abraham vorkommen, sind heilig, ausgenommen folgender, der profan183Dh. er bezieht sich nicht auf Gott.ist:184Gen. 18,3.und er sprach: O Herr, wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen.", "Ḥanina, der Brudersohn des R. Jehošua͑, und R. Elea͑zar b. A͑zarja sagen im Namen des R. Elea͑zar aus Modai͑m, auch dieser sei heilig. Wessen Ansicht vertritt nun die Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs, daß nämlich die Gastfreundschaft bedeutender sei als der Empfang der185Abraham wollte seine Gäste bewirten u. bat Gott, ein wenig warten zu wollen; mit ‘Herr’ im angezogenen Schriftverse ist also Gott gemeint.Göttlichkeit? Die des genannten Paares.", "Alle [Gottes]namen, die bei Loṭ186Cf. Gen. Kap. 19; L. spricht die Engel mit אדני an.vorkommen, sind profan, mit Ausnahme des folgenden, der heilig ist:187Gen. 19,18,19.da sprach Loṭ zu ihnen: Ach nein, Herr, dein Knecht hat nun einmal Gnade gefunden in deinen Augen &c. Derjenige, in dessen Hand es liegt zu beleben und zu töten, das ist der Heilige, gepriesen sei er.", "Alle [Gottes]namen, die bei Naboth188Cf. iReg. 21,13.vorkommen, sind heilig, die bei Mikha189Cf. Jud. 17,5ff.vorkommen, sind profan. R. Elie͑zer sagt, die bei Naboth vorkommen, sind heilig, von denen, die bei Mikha vorkommen, sind manche profan und manche heilig. Aleph-Lamed ist profan, Jod-He ist heilig, ausgenommen folgende Stelle, wo Aleph-Lamed heilig ist:190Jud. 18,31.alle Tage, während welcher das Gotteshaus zu Šilo bestand.", "Alle [Gottes]namen, die bei Gibeath͑ Binjamin191Cf. Jud. Kap. 20.vorkommen, sind, wie R. Elie͑zer sagt, profan, und wie R. Jehošua͑ sagt, heilig.", "R. Elie͑zer sprach zu ihm: Würde er192Gott; in diesem Abschnitt wird berichtet, wie sie durch das Orakel Gottes getäuscht wurden.denn etwas versprochen und nicht gehalten haben!?", "R. Jehošua͑ erwiderte ihm: Was er versprochen hatte, hielt er auch, nur prüften sie nicht, ob besiegt193Die Antwort des Orakels beschränkte sich nur darauf, wer an der Spitze gehe; ein Sieg wurde ihnen nicht verheißen.zu werden oder zu siegen; zuletzt aber, als sie dies prüften, stimmte es auch, denn es heißt: 194Jud. 20,28.und Pinḥas, der Sohn Elea͑zars, des Sohn, [des Priesters,] wartete zu jener Zeit des Dienstes vor ihm; sie sprachen: Soll ich wiederum gegen meinen Bruder Binjamin zum Kampfe ausrücken oder soll ich es unterlassen &c.", "Jeder [Name] Šelomo im ‘Liede der Lieder’ ist heilig: ein Lied dem, dessen der Frieden [šalom] ist, ausgenommen folgender: 195Cant. 8,12.mein Weinberg steht zu meiner Verfügung; die tausend dir, o Šelomo, für Šelomo selber; und zweihundert den Hütern seiner Frucht, den Gelehrten. Andere sagen, auch folgender sei profan:196Ib. 3,7.das ist das Lager Šelomos; sechzig &c.", "Auch dieser, und um so mehr jener; wessen Ansicht vertritt nun Šemuél, welcher sagt, daß eine Regierung, die einen von sechs dem Tode197Durch Kriegführung.preisgibt, nicht bestraft werde, denn es heißt: die tausend dir, o Šelomo, für das himmlische Reich, und zweihundert den Hütern seiner Frucht, für das irdische198Von je 1200 Personen waren 1000 für das himmlische Reich, dh. für die Ausübung des Gesetzes, u. 200 für das irdische Reich, für den Kriegsdienst bestimmt.Reich; Šemuél ist also weder der Ansicht des ersten Autors noch der Ansicht der anderen!? –", "Vielmehr ist wie folgt zu lesen: andere sagen, dieser sei heilig und jener, der vom Lager, profan, und Šemuél ist der Ansicht der anderen.", "Alle ‘König’ im [Buche] Daniél sind profan, ausgenommen folgender, der heilig ist:199Dan. 2,37.du, o König, dem200So nach der Auslegung des T.der König der Könige, der Gott des Himmels, königliche Herrschaft, Macht, Stärke und Ehre verliehen hat.", "Andere sagen, auch folgender sei heilig:201Dan. 4,16.o Herr, der Traum deinen Feinden, und seine Deutung deinen Hassern. Zu wem sollte er dies gesagt haben: wenn zu Nehukhadneçar, so waren ja die Jisraéliten seine Feinde, und er würde Jisraél geflucht haben.", "Der erste Autor aber ist der Ansicht, es gebe nur Feinde Jisraéls, nicht aber Feinde der weltlichen Völker.", "ODER BEI ALLEN ANDEREN [GÖTTLICHEN] ATTRIBUTEN, SO SIND SIE SCHULDIG &C.", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:202Num. 5,21.Der Herr mache dich zu [einem Beispiel der] Verwünschung und des Schwures; was lehrt dies, es heißt ja bereits:202Num. 5,21.so beschwöre nun der Priester das Weib mit dem Schwure der Verwünschung? Da es heißt:203Lev. 5,1.und die Stimme einer Verwünschung hört, [so folgere man:] hier heißt es Verwünschung und dort heißt es Verwünschung, wie hier ein Schwur, ebenso ist auch dort ein Schwur, und wie hier beim Gottesnamen, ebenso auch dort beim Gottesnamen204Nicht aber mit den Attributen.!?", "Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines nach R. Ḥanina b. Idi und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: R. Ḥanina b. Idi sagte: Die Tora sagt, daß man schwöre205Bei Streitigkeiten in Geldsachen; cf. Ex. 22,10., und daß man nicht206Durch das W. ‘Verwünschung’.schwöre, daß man fluche207Cf. Num. 5,21., und daß man nicht208Dem Gottesnamen od. einem Tauben; cf. Lev. 19,14.fluche, wie nun das Schwören beim Gottesnamen erfolgt, ebenso auch das Nichtschwören beim Gottesnamen, und wie das Fluchen beim Gottesnamen erfolgt, ebenso auch das Nichtfluchen beim Gottesnamen. –", "Und die Rabbanan: halten sie von der Wortanalogie206Durch das W. ‘Verwünschung’., so sollte auch der einzige Gottesnamen210Und kein Attribut.erforderlich sein, und halten sie von der Wortanalogie nicht, woher wissen sie, daß bei der Verwünschung ein Schwur erforderlich ist!? –", "Sie entnehmen dies aus der folgenden Lehre: Verwünschung, unter Verwünschung ist ein Schwur zu verstehen, denn es heißt: so soll nun der Priester das Weib mit dem Schwure der Verwünschung beschwören. –", "Da heißt es doch ausdrücklich: Schwur der Verwünschung!? – Er meint es wie folgt: Verwünschung, ich weiß dies nur von einem Schwure mit Verwünschung, denn so heißt es: so soll nun der Priester das Weib mit dem Schwure der Verwünschung beschwören," ], [ "woher nun, daß eine Verwünschung ohne Schwur einer Verwünschung mit Schwur, und ein Schwur ohne Verwünschung einem Schwure mit Verwünschung gleicht? Es heißt: und die Stimme einer Verwünschung hört, wenn er eine Verwünschung hört, oder wenn er eine Stimme211Einen Schwur; das W. ‘Stimme’ ist in diesem Schriftverse überflüssig.hört.", "R. Abahu sagte: Woher, daß unter Verwünschung ein Schwur zu verstehen ist? Es heißt:212Ez. 17,13.und er verpflichtete ihn durch Verwünschung &c.; und es heißt:213iiChr. 36,13.und auch vom König Nebukhadneçar ward er abtrünnig, der ihn doch bei Gott beschworen hat.", "Es wird gelehrt: Fluch heißt: ein Bann auf ihn, ein Schimpf auf ihn und ein Schwur auf ihn.", "Ein Bann, denn es heißt:214Jud. 5,23.fluchet Meroz, sprach der Engel des Herrn, fluchet ihren Bewohnern; hierzu sagte U͑la, Baraq habe den Meroz mit vierhundert Posaunenstößen exkommuniziert.", "Ein Schimpf, denn es heißt:215Dt. 27,13.und diese sollen dastehen ob dem Schimpfe, und darauf heißt es:216Ib. V 15. verflucht sei, wer anfertigt ein Bild &c.", "Ein Schwur, denn es heißt:217Jos. 6,26.zu jener Zeit sprach Jehošua͑ folgenden Schwur aus: Verflucht vor dem Herrn sei der Mann &c. – Vielleicht tat er beides, er sprach einen Schwur und einen Fluch aus!? –", "Dies ist vielmehr aus folgendem zu entnehmen:218iSam. 14,24.und die Männer von Jisraél drängten sich an jenem Tage, da beschwor Šaúl das Volk durch folgende Verwünschung: Verflucht sei der Mann, der etwas ißt &c. und darauf heißt es: 219Ib. V. 27.Jonathan aber hatte nicht mitangehört, wie sein Vater das Volk beschworen hatte. – Vielleicht tat er hier ebenfalls beides, er sprach einen Schwur und einen Fluch aus!? –", "Es heißt ja nicht: und verflucht. – Jetzt nun, wo du auf diese Erklärung gekommen bist, ist auch bei jenem [Einwande] zu erwidern: es heißt ja nicht: und verflucht.", "R. Jose h. R. Ḥanina sagte: Amen heißt: in diesem ist ein Schwur, in diesem ist eine Verpflichtung der Sache und in diesem ist eine Zustimmung der Sache.", "In diesem ist ein Schwur, denn es heißt:220Num. 5,22.so soll das Weib sagen: Amen, Amen.", "In diesem ist eine Verpflichtung der Sache, denn es heißt:221Dt. 27,26.verflucht ist, wer die Worte dieses Gesetzes nicht aufrecht erhält, sie auszuüben; und das ganze Volk spreche: Amen.", "In diesem ist eine Zustimmung der Sache, denn es heißt:222Jer. 28,6.da sprach der Prophet Jirmejaḥu (zu Ḥananjahu:) Amen, der Herr tue also, der Herr lasse deine Worte in Erfüllung gehen.", "R. Elea͑zar sagte: ‘Nein’ ist ein Schwur und ‘ja’ ist ein Schwur. – Allerdings ist ‘nein’ ein Schwur, denn es heißt:223Gen. 9,15.die Gewässer sollen nicht wieder zu einer Flut werden, und es heißt:224Jes. 54,9.wie seit den Tagen225Vgl. S. 75 Anm. 455.Noaḥs gilt dies mir, wo ich geschworen habe; woher aber, daß ‘ja’ ein Schwur ist. – Dies ist einleuchtend; wenn ‘nein’ ein Schwur ist, so ist auch ‘ja’ ein Schwur.", "Raba sagte: Dies jedoch nur dann, wenn man zweimal ‘nein’ gesagt hat, beziehungsweise zweimal ‘ja’ gesagt hat, denn es heißt:226Gen. 9,11.hinfort soll kein Geschöpf mehr hinweggetilgt werden durch das Wasser der Flut, und: die Gewässer sollen nicht mehr zu einer Flut werden; und wenn das ‘nein’ zweimal wiederholt werden muß, so muß auch das ‘ja’ zweimal wiederholt werden.", "WER BEI DIESEN ALLEN FLUCHT, IST, WIE R. MEÍR SAGT, SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "Die Rabbanan lehrten:227Lev. 24,15.jeder Mann, der seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen; was lehrt dies, es heißt ja bereits:228Ib. V. 16.Wer den Namen Gottes lästert, soll getötet werden? Man könnte glauben, man sei nur wegen des einzigen Gottesnamens strafbar, woher nun, daß auch alle Attribute einbegriffen sind? Es heißt: jeder Mann, der seinem Gott flucht &c. in jedem Falle – so R. Meír. Die Weisen sagen, auf den einzigen Gottesnamen ist die Todesstrafe gesetzt, auf die Attribute nur ein Verbot.", "WER VATER UND MUTTER FLUCHT &C. Wer sind die Weisen? –", "Es ist R. Menaḥem b. R. Jose, denn es wird gelehrt: R. Menaḥem b. R. Jose sagte:228Ib. V. 16.Wenn er den Gottesnamen lästert, soll er getötet werden; was bedeutet hier [das Wort] Gottesnamen? Dies lehrt, wer Vater und Mutter flucht, sei nur dann schuldig, wenn er ihnen beim Gottesnamen flucht.", "WER SICH SELBST ODER SEINEM NÄCHSTEN FLUCHT &C. R. Jannaj sagte: Alle stimmen überein hinsichtlich des Falles,", "wenn sich selbst, denn es heißt:229Dt. 4,9.nur achte auf dich und hüte deine Seele, und R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑s, daß überall, wo es achte, daß nicht und nicht heißt, ein Verbot ausgedrückt sei. Seinem Nächsten, denn es heißt:230Lev. 19,14.du sollst keinem Tauben fluchen231Hieraus wird gefolgert, daß man keinem Jisraéliten fluchen dürfe; cf. Syn. Fol. 66a..", "‘GOTT SCHLAGE DICH,’ ODER:EBENSO SCHLAGE GOTT AUCH DICH,’ DAS IST DIE EIDVERWÜNSCHUNG, DIE IN DER TORA GESCHRIEBEN IST. R. Kahana saß vor R. Jehuda und trug diese Mišna in ihrem Wortlaute vor; da sprach dieser: Umschreibe232Dh. gebrauche die 3. Person..", "Einst saß ein Jünger vor R. Kahana und trug vor:233Ps. 52,7.So wird dich Gott auch für immer zertrümmern, dich wegraffen und aus dem Zelte reißen und dich entwurzeln aus dem Lande des Lebens. Sela. Da sprach er zu ihm: Umschreibe. –", "Wozu sind beide [Erzählungen] nötig? – Man könnte glauben, dies gelte nur von einer Mišna, Schriftverse aber umschreibe man nicht, so lehrt er uns.", "[SAGTE ER:] ER SCHLAGE DICH NICHT, ODER: ER SEGNE DICH, ODER: ER LASSE ES DIR GUT GEHEN, SO SIND SIE NACH R. MEÍR SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "R. Meír ist ja aber nicht der Ansicht, daß man aus dem ‘nein’ das ‘ja’234Demnach ist diese Formel keine Eidverwünschung.entnehme235Cf. Qid. Fol. 61a.!? – Wende es um.", "Als R. Jiçḥaq kam, lehrte er es, so wie wir es gelernt haben. R. Joseph sprach: Da wir es nun so lehren, und als R. Jiçḥaq kam, er es anders lehrte, so ist wohl zu entnehmen, daß man [die Lesart] genau nehme,", "somit bleibt ja der Widerspruch bestehen!? – Nur bei Geldsachen ist er nicht dieser Ansicht, wohl aber ist er dieser Ansicht bei kanonischen Angelegenheiten. –", "Bei der Ehebruchsverdächtigten handelt es sich ja ebenfalls um eine kanonische Angelegenheit,", "dennoch erklärte R. Tanḥum b. Ḥakhinaj: weil es ersticken236Qid. Fol. 62a wird gegen RM. der Einwand erhoben, wozu es denn bei der Ehebruchsverdächtigten heiße, daß ihr event, das Fluchwasser nicht schaden solle (הנקי Num. 5,19), wahrscheinl. sei daraus das Entgegengesetzte zu entnehmen, u. RT. erklärte, daß man, da es nicht plene הינקי heißt, חנקי (ersticke) lese.heißt; sonst aber würde er aus dem ‘nein’ das ‘ja’ entnehmen!? –" ], [ "Vielmehr, man wende es um; und selbst bei kanonischen Angelegenheiten ist er nicht dieser Ansicht.", "Rabina wandte ein: Ist er denn bei kanonischen Angelegenheiten nicht dieser Ansicht, demnach ist er auch nicht der Ansicht, daß auf das Weintrinken und das Herabhängenlassen des Haarwuchses die Todesstrafe gesetzt237Wenn ein Priester betrunken od. mit verwahrlostem Haare in den Tempel eintritt, so verfällt er dem Tode; dies wird aus Lev. 10,9 entnommen, wo es heißt, daß sie dies nicht tun sollen, damit sie nicht sterben; cf. Syn. Fol. 83b.sei, dagegen haben wir gelernt: folgende [Priester] verfallen dem Tode: die Wein getrunken haben und die den Haarwuchs herabhängen lassen!? –", "Vielmehr, tatsächlich wende man es um, und zwar ist er nur bei Geldsachen nicht dieser Ansicht, wohl aber ist er dieser Ansicht bei kanonischen Angelegenheiten; bei der Ehebruchsverdächtigten ist es jedoch anders, da dies eine kanonische Angelegenheit ist, bei der es sich auch um eine Geldsache238Um ihren Anspruch auf die Morgengabe.handelt.", "", "DER DEPOSITENEID1Darunter ist der Eid zu verstehen, den der Beklagte (nach Lev. 5,21ff.) zu leisten hat, wenn er dem Kläger die Forderung abstreitet; in der angezogenen Schriftstelle wird das Depositum zuerst genannt, daher diese Bezeichnung. GILT BEI MÄNNERN UND BEI FRAUEN, BEI FREMDEN UND BEI VERWANDTEN, BEI [ALS ZEUGEN] ZULÄSSIGEN UND BEI UNZULÄSSIGEN, \n", "VOR GERICHT UND AUSSERHALB DES GERICHTES, WENN DER SCHWUR AUS SEINEM MUNDE KOMMT; WENN ABER AUS DEM MUNDE ANDERER, SO IST ER NUR DANN SCHULDIG, WENN ER VOR GERICHT GELEUGNET HATSO R. MEÍR.", "i DIE WEISEN SAGEN, EINERLEI OB AUS SEINEM MUNDE ODER AUS DEM MÜNDE ANDERER; SOBALD ER GELEUGNET HAT, IST ER SCHULDIG.", "ER IST SCHULDIG BEI VORSATZ HINSICHTLICH DES EIDES UND BEI UNVORSÄTZLICHKEIT HINSICHTLICH DESSEN, JEDOCH VORSATZ HINSICHTLICH DES DEPOSITUMS; ER IST ABER NICHT SCHULDIG, WENN AUCH IN DIESER HINSICHT UNVORSÄTZLICHKEIT VORLAG.", "WAS IST ER BEI VORSATZ SCHULDIG? EIN SCHULDOPFER FÜR ZWEI2Das W. ‘zwei’ fehlt sowohl im Texte als auch in der Schrift (Lev. 5,15), jed. wird aus der Pluralform שקלים entnommen, daß es 2 sind. ŠEQEL. ii WELCHES HEISST EIN DEPOSITENEID? WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE: GIB MIR DAS DEPOSITUM, DAS ICH BEI DIR HABE, [UND DIESER IHM ERWIDERTE:] EIN SCHWUR, DASS DU BEI MIR NICHTS HAST, ODER WENN ER IHM ERWIDERTE: DU HAST NICHTS BEI MIR, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER3Wenn er nachher eingesteht, daß er falsch geschworen hat. SCHULDIG.", "WENN JENER IHN FÜNFMAL BESCHWOREN, EINERLEI OB VOR GERICHT ODER AUSSERHALB DES GERICHTES, UND ER GELEUGNET HAT, SO IST ER WEGEN EINES JEDEN EINZELNEN BESONDERS SCHULDIG. R. ŠIMO͑N SAGTE: AUS WELCHEM GRUNDE? iii WEIL ER JEDESMAL ZURÜCKTRETEN UND EINGESTEHEN KONNTE.", "WENN FÜNF PERSONEN EINEN GEMAHNT UND ZU IHM GESAGT HABEN: GIB UNS DAS DEPOSITUM, DAS WIR BEI DIR HABEN, [UND ER IHNEN ERWIDERT HAT:] EIN SCHWUR, DASS IHR NICHTS BEI MIR HABT, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS DU BEI MIR NICHTS HAST, UND NICHT DU, UND NICHT DU, SO IST ER WEGEN EINES JEDEN BESONDERS SCHULDIG. R. ELIÊ͑ZER SAGT, NUR WENN ER DEN SCHWUR ZULETZT GESPROCHEN4Sodann bezieht er sich auf jeden, wenn aber vorher, so bezieht er sich nur auf den ersten. HAT; R. ŠIMO͑N SAGT, NUR WENN ER BEI JEDEM BESONDERS EINEN SCHWUR GESPROCHEN5Dieser Streit bezieht sich auch auf die übrigen Fälle. HAT.", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] GIB MIR DAS DEPOSITUM UND DAS HINTERLEGTE UND DAS GERAUBTE UND DAS VERLORENE, DIE ICH BEI DIR HABE, [UND DIESER ERWIDERTE:] EIN SCHWUR, DASS DU NICHTS BEI MIR HAST, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS DU BEI MIR KEIN DEPOSITUM, KEIN HINTERLEGTES, KEIN GERAUBTES UND KEIN VERLORENES HAST, SO IST ER WEGEN EINES JEDEN BESONDERS SCHULDIG.", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] GIB MIR DEN WEIZEN UND DIE GERSTE UND DEN DINKEL, DIE ICH BEI DIR HABE, [UND DIESER IHM ERWIDERTE:] EIN SCHWUR, DASS DU BEI MIR NICHTS HAST, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS DU BEI MIR KEINEN WEIZEN UND KEINE GERSTE UND KEINEN DINKEL HAST, SO IST ER WEGEN EINES JEDEN BESONDERS SCHULDIG; R. MEÍR SAGT, SELBST WENN ER GESAGT HAT, WEIZEN, GERSTE UND DINKEL6Im Texte wird hier die Kollektivform gebraucht, was auch als Singular (dh. einzelne Körner) aufgefaßt werden kann., SEI ER WEGEN EINES JEDEN BESONDERS SCHULDIG.", "iv [WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] DU HAST MEINE TOCHTER GENOTZÜCHTIGT7Der Verführer od. Notzüchter hat an den Vater eine Geldbuße von 50 Šeqel (cf. Ex. 22,16 u. Dt. 22,29) u. eine Entschädigung für Beschämung u. Wertminderung (da eine Deflorierte minderwertiger ist) zu zahlen; die Geldbuße braucht jed. bei einem Geständnisse nicht gezahlt zu werden., ODER: VERFÜHRT, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ICH HABE SIE NICHT GENOTZÜCHTIGT, ODER: VERFÜHRT, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER SCHULDIG; NACH R. ŠIMO͑N IST ER FREI, WEIL MAN BEI EINEM GESTÄNDNISSE KEINE GELDBUSSE ZU ZAHLEN8Mithin ist auch der Eid ganz irrelevant. BRAUCHT. SIE ENTGEGNETEN IHM: OBGLEICH MAN BEI EINEM GESTÄNDNISSE DIE GELDBUSSE NICHT ZU ZAHLEN BRAUCHT, SO MUSS MAN DENNOCH, AUCH BEI EINEM GESTÄNDNISSE [DIE ENTSCHÄDIGUNG FÜR] BESCHÄMUNG UND WERTMINDERUNG ZAHLEN.", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] DU HAST MEINEN OCHSEN GESTOHLEN, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ICH HABE IHN NICHT GESTOHLEN, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER SCHULDIG9Der Dieb hat das Doppelte, also den Stammbetrag u. eine Geldbuße zu zahlen; er ist also wegen des ersteren schuldig; cf. supra Fol. 33a.; WENN ABER: ICH HABE IHN GESTOHLEN, ABER NICHT GESCHLACHTET ODER VERKAUFT, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER FREI10Wenn der Dieb das gestohlene Vieh geschlachtet od. verkauft hat, so hat er das 4-, bezw. 5fache des Stammbetrages (cf. Ex. 21,37) zu zahlen; bestreitet er nur den Verkauf, bezw. das Schlachten, so handelt es sich nur um die Geldbuße, die er bei einem Geständnisse nicht zu zahlen braucht, mithin ist der Schwur irrelevant..", "v [WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] DEIN RIND11Wenn der Eigentümer verwarnt ist; er hat dann den vollen Ersatz zu leisten; cf. Ex. 21,36.HAT MEIN RIND GETÖTET, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ES HAT ES NICHT GETÖTET, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER SCHULDIG. [WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] DEIN OCHS HAT MEINEN SKLAVEN GETÖTET12Der Ersatz (30 Šeqel, cf. Ex. 21,32), gilt als Bußgeld, da hierbei der Wert des Sklaven nicht berücksichtigt wird., UND DIESER IHM ERWIDERTE; ER HAT IHN NICHT GETÖTET, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER FREI.", "WENN JEMAND [ZU EINEM] SAGTE: DU HAST MICH VERWUNDET, MIR EINE VERLETZUNG BEIGEBRACHT, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ICH HABE DICH NICHT VERWUNDET, DIR KEINE VERLETZUNG BEIGEBRACHT, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER SCHULDIG. WENN ABER ZU EINEM SEIN SKLAVE SAGT: DU HAST MIR EINEN ZAHN AUSGESCHLAGEN, EIN AUGE GEBLENDET13Dieserhalb muß der Herr den Sklaven freilassen (cf. Ex. 21,26); dies gilt ebenfalls als Buße., UND DIESER IHM ERWIDERTE: ICH HABE IHN NICHT AUSGESCHLAGEN, ICH HABE ES NICHT GEBLENDET, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER FREI.", "DIE REGEL HIERBEI IST: WER BEI EINEM GESTÄNDNISSE ZAHLEN MUSS, IST SCHULDIG, UND WER BEI EINEM GESTÄNDNISSE NICHT ZU ZAHLEN BRAUCHT, IST FREI.", "GEMARA. R. Aḥa b. R. Hona, R. Šemuél, Sohn des Rabba b. Bar Ḥana, und R. Jiçḥaq, Sohn des R. Jehuda, studierten [den Traktat vom] Eide bei Rabba; da begegnete ihnen R. Kahana und fragte sie:" ], [ "Wie ist es, wenn man jemand gewarnt und er vorsätzlich einen [falschen] Depositeneid geleistet hat; gibt es hierbei, da [dieses Gesetz] ein Novum ist, denn in der ganzen Tora finden wir nicht, daß bei Vorsätzlichkeit ein Opfer darzubringen sei, hierbei aber wohl, keinen Unterschied, ob man ihn gewarnt hat oder nicht gewarnt hat, oder aber gilt dies nur von dem Falle, wenn man ihn nicht gewarnt hat, wenn man ihn aber gewarnt hat, ist ex zu geißeln und bringt kein Opfer dar, oder verfällt er beidem?", "Sie erwiderten ihm: Wir haben es gelernt: Strenger als jener14Als der Zeugniseidist der Depositeneid, wegen dessen [Verletzung] man sich bei Vorsätzlichkeit der Geißelung schuldig macht und bei Unvorsätzlichkeit ein Schuldopfer für zwei Šeqel darbringen muß. Wenn er nun sagt, bei Vorsätzlichkeit sei darauf die Geißelung gesetzt, so handelt es ja von dem Falle, wenn man ihn gewarnt hat, und er sagt, nur Geißelung und kein Opfer. –", "Wieso ist er demnach strenger15Wenn er nur einer Strafe verfällt.!? – Man bringt lieber ein Opfer dar, als gegeißelt zu werden.", "Raba b. Itaj sprach zu ihnen: Der Autor, welcher lehrt, für den Depositeneid gebe es bei Vorsätzlichkeit keine Sühne16Durch die Darbringung eines Opfers., ist R. Šimo͑n, nach den Rabbanan aber ist auch ein Opfer darzubringen17Nach den Rabbanan bleibt also die Frage bestehen.!?", "R. Kahana sprach zu ihnen: Abgesehen davon18Von der von ihnen angezogenen Lehre; die Frage bleibt also auch nach RS. bestehen.; ich lehrte es, und lehrte es wie folgt: Sowohl bei Vorsätzlichkeit, als auch bei Unvorsätzlichkeit ist ein Schuldopfer für zwei Šeqel darzubringen19Von der Geißelung wird hier überhaupt nicht gesprochen.. – Wieso ist es demnach20Wenn wegen beider Eide ein Opfer darzubringen ist.strenger? Wegen jenes kann ein Sündopfer21Dessen Wert in der Schrift nicht festgesetzt ist.für ein Danqa dargebracht werden, wegen dieses aber ein Schuldopfer für zwei Šeqel. –", "Sollte man es22Daß er nicht zu geißeln ist.doch hieraus entnehmen!? – Vielleicht in dem Falle, wenn man ihn nicht gewarnt hat.", "(Eine andere Lesart:) Komm und höre: Man ist dessentwegen bei Unvorsätzlichkeit nicht schuldig; was ist man bei Vorsätzlichkeit schuldig? Ein Sündopfer für zwei Šeqel. Doch wohl in dem Falle, wenn man ihn gewarnt hat. – Hier ebenfalls, wenn man ihn nicht gewarnt hat. –", "Komm und höre: Nein, wenn dies23Eine solche Lehre ist, wie schon Raschi bemerkt, in der t.schen Literatur unbekannt; Handschriften haben abweichend, wie eine solche sich im Siphre (ed. Friedmann Fol. 9b) befindet.beim unreinen Nazir der Fall ist, der zu geißeln ist, sollte dies auch beim Depositeneide der Fall sein, dessentwegen nicht zu geißeln ist? Wenn er nun von der Geißelung spricht, so handelt es doch von dem Fall, wenn man ihn gewarnt hat, und er sagt wegen des Depositeneides sei nicht zu geißeln, sondern ein Opfer darzubringen. –", "Unter ‘nicht zu geißeln’ ist zu verstehen, für ihn sei die Geißelung nicht ausreichend. – Demnach wäre für den unreinen Nazir die Geißelung ausreichend, aber von diesem heißt es ja, er müsse ein Opfer darbringen!? – Dieser bringt das Opfer nur deshalb dar, damit er das Nazirat in Reinheit auf sich nehmen könne24Jedoch nicht als Sühne..", "Die Jünger erzählten dies Rabba, und er sprach zu ihnen: Demnach ist er schuldig, wenn man ihn nicht gewarnt hat und Zeugen vorhanden sind; weshalb denn, die Leugnung bestand ja nur in Worten25Da Zeugen vorhanden sind, so nützt ihm das Leugnen nicht, somit war der Eid, durch den der Kläger keinen Verlust erlitt, ganz irrelevant.!? Rabba ist also der Ansicht, wenn jemand einen Geldbetrag leugnet und Zeugen vorhanden sind, sei er frei.", "R. Ḥanina sprach zu Rabba: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich:26Lev. 5,22.Und er es ableugnet, ausgenommen der Fall, wenn er es einem der Brüder oder einem der Gesellschafter eingesteht; 26Lev. 5,22.und falsch schwört, ausgenommen der Fall, wenn er auf einen Schuldschein oder vor Zeugen geborgt hat.", "Dieser erwiderte ihm: Wenn nur dies, so ist dies keine Stütze für mich, [denn dies gilt von dem Falle,] wenn er gesagt hat: ich habe geborgt, jedoch nicht vor Zeugen, ich habe geborgt, jedoch nicht auf einen Schuldschein. –", "Woher dies? – Er lehrt: und er es ableugnet, ausgenommen der Fall, wenn er es einem der Brüder oder einem der Gesellschafter eingesteht. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er ihm nur seine Hälfte eingestanden hat, so leugnete er ja die andere Hälfte, doch wohl wenn sie zu ihm gesagt haben: du hast es von uns beiden geborgt, und er ihnen erwidert hat: ich habe es nur von einem von euch geborgt; die Leugnung bestand also nur in Worten, und wenn der Anfangsatz von einer aus Worten bestehenden Leugnung spricht, so spricht auch der Schlußsatz von einer aus Worten bestehenden Leugnung27Wenn er nämlich die Schuld selbst eingesteht.. –", "Komm und höre: Er ist bei Unvorsätzlichkeit nicht schuldig; was ist er bei Vorsätzlichkeit schuldig? Ein Schuldopfer für zwei Šeqel. Doch Vorsätzlichkeit gegenüber den Zeugen28Dh. wenn sie ihn gewarnt haben.. – Nein, Vorsätzlichkeit sich selber gegenüber. –", "Komm und höre: Wenn es zwei Zeugenpartien sind, und zuerst die erste und nachher die andere leugnete, so sind beide schuldig, weil das Zeugnis durch jede von beiden bestehen könnte. Einleuchtend ist es, daß die andere schuldig ist, denn die erste hatte ja bereits29Somit hing die Klage von ihrem Zeugnisse ab. geleugnet," ], [ "weshalb aber ist die erste schuldig, die andere war ja noch30Wahrscheinlich aus dem Grunde, weil das Leugnen trotz der zeugen von Bedeutung ist.vorhanden?", "Rabina erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn beim Leugnen der ersten die andere durch ihre Frauen an verwandt war, und diese im sterben lagen; man könnte berücksichtigen, die meisten Sterbenden verfallen ja dem Tode, so lehrt er uns, [daß man sage:] immerhin waren sie dann nicht tot. –", "Komm und höre: Wenn der Hausherr hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls gemacht und dies beschworen hat, und darauf ein Geständnis ablegt, aber auch Zeugen gegen ihn auftreten, so muß er, wenn er das Geständnis vor dem Auftreten der Zeugen ablegt, den Stammbetrag und das Fünftel31Cf. Lev. 5,24.bezahlen und ein Schuldopfer darbringen, wenn er aber das Geständnis nach dem Auftreten der Zeugen ablegt, das Doppelte zahlen und ein Schuldopfer darbringen. –", "Hier ist ebenfalls nach Rabina32Daß bei seinem Leugnen die Zeugen verwandt waren u. somit als nicht vorhanden galten. [zu erklären].", "Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Strenger als jener ist der Depositeneid, wegen dessen [Verletzung] man sich bei Vorsatz der Geißelung schuldig macht und bei Unvorsätzlichkeit ein Schuldopfer für zwei Šeqel darbringen muß. Wenn er nun von der Geißelung spricht, so handelt es sich ja um den Fall, wenn Zeugen vorhanden waren, und er sagt, bei Unvorsätzlichkeit ein Schuldopfer für zwei Šeqel!?", "R. Mordekhaj erwiderte ihnen: Von dieser Lehre ist abzusehen, denn R. Kahana sagte, er habe sie gelehrt und sie laute wie folgt: Sowohl bei Vorsatz, als auch bei Unvorsätzlichkeit ist ein Schuldopfer für zwei Seqel darzubringen. –", "Komm und höre: Nein, wenn dies bei einem unreinen Nazir der Fall ist, der zu geißeln ist, sollte dies auch beim Depositeneide der Fall sein, dessentwegen nicht zu geißeln ist? In welchem Falle: sind keine Zeugen vorhanden, wieso ist er zu geißeln, also selbstverständlich, wenn Zeugen vorhanden sind, und er lehrt, daß wegen des Depositeneides nicht zu geißeln ist. Nur zu geißeln ist er nicht, wohl aber ist ein Opfer darzubringen!? Dies ist eine Widerlegung der Lehre Rabbas. Eine Widerlegung.", "R. Joḥanan aber sagte: Wer einen Geldbetrag leugnet, den er vor Zeugen geborgt hat, ist schuldig; wenn aber auf einen Schuldschein, so ist er frei. R. Papa sagte: Was ist der Grund R. Joḥanans? – Zeugen sterben33Somit kann event, sein Leugnen von Erfolg sein., ein Schuldschein aber bleibt liegen.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach zu R. Papa: Ein Schuldschein kann ja verloren gehen!? Vielmehr, erklärte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, ist folgendes der Grund R. Joḥanans: ein Schuldschein ist durch Grundstücke gesichert, und wegen des Leugnens einer Schuld, die durch Grundstücke gesichert ist, ist kein Opfer darzubringen34Cf. infra Fol. 42h..", "Es wurde gelehrt: Über den Fall, wenn jemand Zeugen über Grundstückangelegenheiten beschwört, [streiten] R. Joḥanan und R. Elea͑zar; einer sagt, sie seien schuldig, und einer sagt, sie seien frei. Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, sie seien frei. R. Joḥanan sagte nämlich, wer einen Geldbetrag leugnet, den er vor Zeugen geborgt hat, sei schuldig, und wenn auf einen Schuldschein, sei er frei, und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte35Weil Schuldscheine durch Grundstücke gesichert sind.dies. Schließe hieraus.", "R. Jirmeja sprach zu R. Abahu: Man könnte sagen, R. Joḥanan und R. Elea͑zar führen denselben Streit wie R. Elie͑zer und die Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld geraubt und ein Strom es überschwemmt hat, so muß er ihm, wie R. Elie͑zer sagt, ein anderes Feld zustellen; die Weisen sagen, er könne zu ihm sagen: da hast du deins.", "Und hierzu sagten wir, ihr Streit bestehe in folgendem: R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an, und die Rabbanan wenden hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an.", "R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an:36Lev. 5,21.und er seinem Nächsten ableugnet, einschließend, etwas Verwahrtes oder Hinterlegtes, ausschließend, 37Ib. V. 24.oder von allem anderen, worüber er einen falschen Eid leistet, wiederum einschließend.", "Dies ist also eine Einschließung, Ausschließung und Einschließung, somit ist alles eingeschlossen; eingeschlossen sind also alle Dinge, und ausgeschlossen sind Schuldscheine.", "Die Rabbanan wenden hierbei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: und er seinem Nächsten ableugnet, generell, etwas Verwahrtes oder Hinterlegtes oder Geraubtes, speziell, oder von allem anderen, worüber er einen falschen Eid leistet, wiederum generell.", "Dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei du dich nach dem Speziellen zu richten hast: wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und selbst Geld ist; ausgenommen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen, und ausgenommen sind Schuldscheine, die, obgleich beweglich, nicht selbst Geld sind.", "Nach dem sie schuldig sind, ist der Ansicht R. Elie͑zers, und nach dem sie frei sind, ist der Ansicht der Rabbanan.", "[Er erwiderte:] Nein, nach dem sie schuldig sind, ist entschieden der Ansicht R. Elie͑zers, aber auch der, nach dem sie frei sind, kann dir erwidern: hierbei pflichtet auch R. Elie͑zer bei, denn der Allbarmherzige sagt: von allem, aber nicht alles.", "R. Papa sagte im Namen Rabas: Dies38Daß bei Grundstücksachen wegen des falschen Eides kein Opfer darzubringen ist.ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn diese lehrt: [Wenn jemand zu einem sagte:] du hast meinen Ochsen gestohlen, und er ihm erwiderte: ich habe ihn nicht gestohlen, [und als jener ihm entgegnete:] ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, so ist er schuldig. Er lehrt es aber nicht von dem Falle, wenn er gesagt hat: du hast meinen Sklaven gestohlen; doch wohl deshalb, weil ein Sklave Grundstücken gleicht, und wegen des Leugnens von durch Grundstücke gesicherten Forderungen kein Opfer darzubringen ist.", "R. Papi sagte im Namen Rabas: Wie ist demnach der Schlußsatz39Besser die Lesart einer Handschrift: viell, folgere man aus dem Schlußsätze, sc. das Entgegengesetzte.zu erklären: die Regel hierbei ist: wer bei einem Geständnisse zahlen muß, ist schuldig, und wer bei einem Geständnisse nicht zu zahlen braucht, ist frei; [die Worte] ‘die Regel’ schließen wohl den Fall ein, wenn [er gesagt hat:] du hast meinen Sklaven gestohlen." ], [ "Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen.", "WELCHER HEISST EIN DEPOSITENEID? [WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] GIB MIR DAS DEPOSITUM, DAS ICH BEI DIR HABE &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn allgemein40Wenn der Beklagte allgemein schwört; die Erklärung folgt weiter., so ist er nur einmal schuldig, wenn besonders, so ist er wegen eines jeden besonders schuldig – so R. Meír. R. Jehuda sagte: [Sagte er:] ich schwöre, daß nicht du und nicht du und nicht du [bei mir etwas hast], so ist er wegen eines jeden besonders schuldig.", "R. Elie͑zer sagte: [Sagte er:] nicht du und nicht du und nicht du, ein Schwur [darauf], so ist er wegen eines jeden besonders schuldig. R. Šimo͑ sagte: Nur wenn er bei jedem besonders einen Schwur gesprochen hat.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Was für R. Meír als allgemein41Wenn er gesagt hat: und nicht du.gilt, heißt für R. Jehuda besonders, und was für R. Jehuda als allgemein42Wenn er gesagt hat: nicht du.gilt, heißt für R. Meír besonders.", "R. Joḥanan aber sagte: Alle stimmen überein, daß ‘und nicht du’ besonders heiße, sie streiten nur über ‘nicht du’; R. Meír sagt, dies heiße besonders, und R. Jehuda sagt, dies heiße allgemein; nach R. Meír heißt es nur dann allgemein, [wenn er gesagt hat:] ein Schwur, daß ihr bei mir nichts habt. –", "Worin besteht ihr Streit? – Šemuél eruiert es aus der Barajtha und R. Joḥanan eruiert es aus unserer Mišna . Šemuél eruiert es aus der Barajtha; da R. Jehuda sagt, ‘und nicht du’ heiße besonders, so hat er wohl von R. Meír gehört, daß dies allgemein heiße, und hierauf erwiderte ihm R. Jehuda, dies heiße besonders.", "R. Joḥanan aber sagt, nach R. Meír heiße beides besonders, und hierauf erwiderte ihm R. Jehuda, daß er ihm hinsichtlich ‘und nicht du beipflichte, aber hinsichtlich ‘nicht du’ gegen ihn streite. Šemuél aber wendet dagegen43Gegen diese Auslegung RJ.s.ein: er sollte doch nicht den Fall lehren, wobei er ihm zugibt, sondern den Fall, wobei er gegen ihn streitet44Vielmehr ist RM. bezüglich des hier genannten Falles anderer Ansicht..", "R. Joḥanan eruiert dies aus unserer Mišna ; da R. Meír sagt, ‘ein Schwur, daß ihr nichts bei mir habt’ sei allgemein, so ist zu entnehmen, daß ‘und nicht du’ besonders heiße. Wenn man nämlich sagen wollte, ‘und nicht du’ heiße allgemein, so sollte er dock nicht den Fall lehren, [wenn er gesagt hat:] ein Schwur, daß ihr nichts bei mir habt, sondern den Fall, [wenn er gesagt hat:] ein Schwur, daß nicht du und nicht du und nicht du [bei mir etwas hast], und um so mehr, [wenn er gesagt hat:] ein Schwur, daß ihr nichts bei mir habt,", "Šemuél aber sagt, wenn er ‘und nicht du’ gesagt hat, sei es ebenso, als würde er gesagt haben: ein Schwur, daß ihr nichts bei mir habt –", "Wir haben gelernt: nicht du und nicht du und nicht du45Dies gilt also nach RM als besonders.!? – Lies: nicht du. –", "Komm und höre: (Gib mir46Die W.e תן לי sind hier zu streichen; besser in Handschriften.) das Depositum und das Hinterlegte und das Geraubte und das Verlorene!? – Lies: das Hinterlegte, das Geraubte, das Verlorene. –", "Komm und höre: (Gib mir) den Weizen und die Gerste und den Dinkel!? Lies: die Gerste, den Dinkel. –", "Kann denn dieser Autor fortfahren und alles korrigieren47Eigentl. als fehlerhaft erklären.!? – Vielmehr, hier ist die Ansicht Rabbis vertreten, welcher sagt, einerlei [ob man gesagt hat:] ‘Olivengroßes, Olivengroßes’ oder ‘Olivengroßes und Olivengroßes’ gelte es48Cf. Zeb. Fol. 30b.als besonders. –", "Komm und höre [einen Einwand] aus seinen eignen Worten: R. Meír sagt, selbst [wenn er gesagt hat:] Weizen und Gerste und Dinkel, sei er wegen eines jeden besonders schuldig!? – Lies: Weizen, Gerste, Dinkel. –", "Was heißt ‘selbst’!? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Selbst ein Weizenkorn49Vgl. S. 352 Anm. 6. gelte als Weizen, ein Gerstenkorn als Gerste, und ein Dinkelkorn als Dinkel.", "GIB MIR DAS DEPOSITUM UND DAS HINTERLEGTE UND DAS GERAUBTE UND DAS VERLORENE, DIE ICH BEI DIR HABE &C. GIB MIR DEN WEIZEN UND DIE GERSTE &C. R. Joḥanan sagte: Selbst wenn sie alle zusammen nur eine Peruṭa wert sind, werden sie vereinigt50Um wegen des Schwures schuldig zu sein..", "Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er sei schuldig nur wegen des Speziellen, nicht aber wegen des Generellen, und einer sagt, er sei auch wegen des Generellen51Wenn er Weizen, Gerste u. Dinkel ableugnet, ist er also 4mal schuldig, einmal generell, wegen des Leugnens, u. wegen jedes besonders. schuldig. –", "R. Ḥija lehrte ja aber, es seien zusammen52Wenn es 5 Personen sind, die ihn mahnen.fünfzehn Sündopfer; wenn dem nun so53Daß er auch wegen des Generellen schuldig sei.wäre, müßten es ja zwanzig sein!? – Dieser Autor zählt nur die des Speziellen, nicht aber die des Generellen. –", "R. Ḥija lehrte ja aber, es seien zusammen zwanzig Sündopfer54Demnach ist er ja auch wegen des Generellen schuldig.!? – Dies bezieht sich auf [die Forderung von] Depositum, Hinterlegtem, Geraubtem und Verlorenem55Bei der es 4 Objekte sind..", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn ihn fünf Personen gemahnt und zu ihm gesprochen haben: gib uns das Depositum, das Hinterlegte, das Geraubte und das Verlorene, die wir bei dir haben, und er einem erwidert hat: ein Schwur, daß du bei mir kein Depositum, kein Hinterlegtes, kein Geraubtes und kein Verlorenes hast, und nicht du, und nicht du, und nicht du, und nicht du; ist er nur wegen des einen56Wegen der letzten 4 Personen, wegen des ersten aber 4, zusammen also 8 Opfer.schuldig," ], [ "oder ist er wegen eines jeden besonders schuldig? –", "Komm und höre: R. Ḥija lehrte, es seien zusammen zwanzig Sündopfer; in welchem Falle: hat er [jedem jedes] besonders genannt, so würde ja R. Ḥija uns nur das Zusammenzählen gelehrt57Dh. dies wäre ja selbstverständlich.haben, doch wohl, wenn er nicht [jedem jedes] besonders genannt hat; somit ist hieraus zu entnehmen, daß dies als besondere Aufzählung gilt.", "DU HAST MEINE TOCHTER GENOTZÜCHTIGT, ODER: VERFÜHRT &C. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? Weil [der Kläger] hauptsächlich die Geldbuße fordert.", "Raba sagte: Nach der Auffassung R. Šimo͑ns ist dies mit dem Falle zu vergleichen, wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat: gib mir den Weizen und die Gerste und den Dinkel, die ich bei dir habe, und dieser ihm erwidert hat: ein Schwur, daß du bei mir keinen Weizen hast, und es sich herausstellt, daß er bei ihm keinen Weizen hat, wohl aber Gerste und Dinkel; er ist frei, denn sein Schwur hinsichtlich des Weizens war ja richtig.", "Abajje entgegnete ihm: Ist es denn gleich: hierbei leugnete er ihm ja nur den Weizen, nicht aber die Gerste und den Dinkel, während er ihm da das Ganze ableugnet. Dies ist vielmehr zu vergleichen mit dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat: gib mir den Weizen und die Gerste und den Dinkel, die ich bei dir habe, [und dieser ihm erwidert hat:] ein Schwur, daß du bei mir nichts hast, und es sich herausstellt, daß er bei ihm keinen Weizen hat, wohl aber Dinkel und Gerste; in diesem Falle ist er ja schuldig.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Nach R. Šimo͑n verlangt er von ihm nur die Geldbuße, nicht aber [die Entschädigung für] Beschämung und Wertminderung, nach den Weisen aber verlangt er auch [die Entschädigung für] Beschämung und Wertminderung. – Worin besteht ihr Streit? R. Papa erwiderte: R. Šimo͑n ist der Ansicht, ein Mensch lasse nicht das Festgesetzte, um Nichtfestgesetztes58Für die Geldbuße ist eine bestimmte Summe (50 Šeqel) festgesetzt, nicht aber für die Entschädigungen.zu fordern, und die Rabbanan sind der Ansicht, ein Mensch lasse nicht das, wovon man auch bei einem Geständnisse nicht befreit wird, um das zu fordern, wovon man bei einem Geständnisse befreit wird.", "", "BEIM GERICHTLICHEN EIDE1Der Eid, den die Richter dem Beklagten in nicht aufgeklärten Fällen zuschieben; aus der Schrift werden nur 3 solcher Eide entnommen: 1. wenn der Beklagte einen Teil der Schuld eingesteht, 2. wenn der Kläger von einem Zeugen unterstützt wird, u. 3. wenn ein Hüter behauptet, die ihm anvertraute Sache sei ihm gestohlen worden. MUSS DIE FORDERUNG ZWEI SILBERLINGE2Darunter ist die kleinste Silbermünze, also eine Maa͑ (24 Peruṭas) zu verstehen. UND DAS EINGESTANDENE EINE PERUṬA WERT SEIN; GEHÖRT DAS EINGESTANDENE NICHT ZUR ART DER FORDERUNG, SO IST ER FREI.", "i ZUM BEISPIEL: [WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE BEI DIR ZWEI SILBERLINGE, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR EINE PERUṬA, SO IST ER FREI; WENN ABERI: ICH HABE BEI DIR ZWEI SILBERLINGE UND EINE PERUṬA, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR EINE PERUṬA, SO IST ER SCHULDIG3Nach einer Auslegung des T. wird hier von dem Falle gesprochen, wenn es der Sohn nicht genau weiß, somit könnte dieser die ganze Schuld abstreiten..", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE BEI DIR EINE MINE [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST NICHTS BEI MIR, SO IST ER FREI; WENN ABER: ICH HABE BEI DIR EINE MINE, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR FÜNFZIG DENAR, SO IST ER SCHULDIG.", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] DU HAST VON MEINEM VATER EINE MINE, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR FÜNFZIG DENAR, SO IST ER FREI, WEIL ER ALS ABLIEFERER EINES FUNDES GILT.", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] ICH HABE BEI DIR EINE MINE, UND DIESER IHM ERWIDERTE: JAWOHL, UND ALS ER AM FOLGENDEN TAGE ZU IHM SAGTE: GIB SIE MIR, [ER IHM ERWIDERT:] ICH HABE SIE DIR BEREITS GEGEBEN, SO IST ER FREI; WENN ABER: DU HAST NICHTS BEI MIR, SO IST ER SCHULDIG. \n", "ii [WENN JEMAND ZU EINEM SAGTE:] ICH HABE BEI DIR EINE MINE, UND DIESER IHM ERWIDERTE: JAWOHL, [WORAUF JENER ENTGEGNETE:] GIB SIE MIR NUR VOR ZEUGEN ZURÜCK, UND ALS EH AM FOLGENDEN TAGE ZU IHM SAGTE: GIB SIE MIR ZURÜCK, [ER IHM ERWIDERT:] ICH HABE SIE DIR BEREITS GEGEBEN, SO IST ER SCHULDIG, WEIL ER SIE IHM VOR ZEUGEN ZURÜCKGEBEN SOLLTE.", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE BEI DIR EINE LITRA GOLD, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR EINE LITRA SILBER, SO IST ER FREI; WENN ABER: ICH HABE BEI DIR EINEN GOLD-DENAR, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR EINEN SILBER-DENAR, EINEN TRESSIS, EINEN PONDION, ODER: EINE PERUṬA, SO IST ER SCHULDIG, WEIL SIE ALLE GELDMÜNZEN DERSELBEN ART SIND.", "iii [WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE BEI DIR EIN KOR GETREIDE, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR EIN LATEKII HÜLSENFRÜCHTE, SO IST ER FREI; WENN ABER: ICH HABE BEI DIR EIN KOR FRÜCHTE, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST BEI MIR NUR EIN LATEKH HÜLSENFRÜCHTE, SO IST ER SCHULDIG, WEIL HÜLSENFRÜCHTE UNTER ‘FRÜCHTEEINBEGRIFFEN SIND.", "WENN ER VON IHM WEIZEN FORDERT, UND DIESER IHM GERSTE EINGESTEHT, SO IST ER FREI, UND NACH R. GAMLIÉL SCHULDIG.", "WENN JEMAND VON SEINEM NÄCHSTEN KRÜGE MIT ÖL FORDERT, UND DIESER IHM [LEERE] GEFÄSSE EINGESTEHT, SO MUSS ER, WIE ADMON SAGT, SCHWÖREN, WEIL ER EINEN TEIL DER FORDERUNG EINGESTEHT; DIE WEISEN SAGEN, DAS EINGESTANDENE GEHÖRT NICHT ZUR ART DER FORDERUNG4Er fordert nur das Öl, die Krüge sind nebensächlich.. R. GAMLIÉL SAGTE: DIE WORTE ADMONS LEUCHTEN MIR EIN.", "WENN ER VON IHM GERÄTE UND GRUNDSTÜCKE FORDERT, UND DIESER IHM DIE GERÄTE EINGESTEHT UND DIE GRUNDSTÜCKE LEUGNET, ODER DIE GRUNDSTÜCKE [EINGESTEHT] UND DIE GERÄTE LEUGNET, SO IST ER FREI; GESTEHT ER IHM EINEN TEIL DER GRUNDSTÜCKE EIN, SO IST ER FREI, WENN ABER EINEN TEIL DER GERÄTE, SO IST ER SCHULDIG5Auch wegen der Grundstücke., DENN DIE GÜTER, DIE KEINE SICHERHEIT6Dh. Mobilien. GEWÄHREN, BINDEN SICH AN GÜTER, DIE SICHERHEIT GEWÄHREN, AUF DASS MAN [AUCH] WEGEN DIESER SCHWÖRE.", "iv MAN SCHWÖRT NICHT WEGEN DER FORDERUNG EINES TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN; AUCH BESCHWÖRT MAN KEINEN MINDERJÄHRIGEN; WOHL ABER SCHWÖRT MAN EINEM MINDERJÄHRIGEN UND DEM HEILIGTUME.", "GEMARA. Wie beschwört man ihn? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Man beschwört ihn mit dem in der Tora genannten Schwure, denn es heißt: 7Gen. 24,3.ich beschwöre dich beim Herrn, dem Gott des Himmels.", "Rabina sagte zu R. Aši: Also nach R. Ḥanina b. Idi, welcher sagt, [der Schwur] müsse beim einzigen Gottesnamen geleistet werden8Cf. supra Fol. 35b.. –", "Dieser entgegnete: Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, welche sagen, auch bei einem Attribute, nur meint er damit, daß man dabei einen [heiligen] Gegenstand in der Hand halten9Rabh nennt deshalb den Schwur Abrahams, weil dieser den Elie͑zer das männliche Glied anfassen ließ, das wegen der Beschneidung als heiliger Gegenstand gilt. Auch das doppelsinnige testis für Hode und Zeuge, sowie die ursprüngliche doppelte Bedeutung des Wortes Zeug für männl. Glied und Zeuge (heute noch zeugen für fortpflanzen und bekunden) deuten auf diesen Brauch auch bei den arischen Völkern. Der Schwörende muß also bei der Eidesleistung einen heiligen Gegenstand (die Torarolle od. die Tephillin) in der Hand halten. muß.", "Dies nach Raba, denn Raba sagte, wenn ein Richter einen [nur] beim Herrn, dem Gott des Himmels, schwören10Ohne daß der Schwörende einen heiligen Gegenstand in der Hand hielt.läßt, sei es ebenso, als würde er sich in einer Lehre11In welchem Falle er nicht regreßpflichtig ist; cf. Syn. Fol. 39a.geirrt haben, und er widerrufe [das Urteil]. R. Papa sagte: Wenn ein Richter einen mit den Tephillin12Diese genügen nicht, der Schwörende muß eine Torarolle in der Hand halten.schwören läßt, so ist es ebenso, als würde er sich in einer Lehre geirrt haben, und er widerrufe [das Urteil].", "Die Halakha ist wie Raba und die Halakha ist nicht wie R. Papa. Die Halakha ist wie Raba, denn er hielt ja keinen [heiligen] Gegenstand in der Hand; die Halakha ist nicht wie R. Papa, denn er hielt ja einen [heiligen] Gegenstand in der Hand.", "Der Schwur muß stehend geleistet werden, von einem Schriftgelehrten auch sitzend; der Schwur muß mit einer Torarolle geleistet werden, von einem Schriftgelehrten auch von vornherein mit den Tephillin.", "Die Rabbanan lehrten: Der gerichtliche Eid, auch er kann in jeder Sprache gesprochen werden.", "Man spricht zu ihm: Wisse," ], [ "daß die ganze Welt erbebte, als der Heilige, gepriesen sei er, am Berge Sinaj sprach: du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht freventlich aussprechen.", "Von allen in der Tora genannten Sünden heißt es: er vergibt, von dieser aber heißt es: er vergibt nicht. Wegen aller in der Tora genannten Sünden bestraft man nur ihn selbst, wegen dieser aber ihn und seine ganze Familie, denn es heißt:13Ecc. 5,5.gestatte deinem Munde nicht, dein Fleisch in Schuld zu bringen, und unter Fleisch ist der Verwandte zu verstehen, denn es heißt:14Jes. 58,7.und entziehe dich nicht von deinem Fleische.", "Wegen aller in der Tora genannten Sünden bestraft man ihn allein, wegen dieser aber bestraft man ihn und die ganze Welt, denn es heißt:15Hos. 4,2.schwören und lügen &c. –", "Vielleicht nur, wenn er alles16Die im angezogenen Schriftverse genannten Sünden.getan hat!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:17Jer. 23,10.denn wegen des Schwörens trauert das Land, und es heißt:18Hos. 4,3.deshalb trauert das Land, und es schmachten alle seine Bewohner.", "Wegen aller anderen Sünden wartet man ihm, wenn er Verdienste hat, zwei oder drei Generationen, wegen dieser aber bestraft man ihn sofort, denn es heißt:19Zach. 5,4.ich habe ihn ausgehen lassen, Spruch des Herrn der Heerscharen, damit er komme in das Haus des Diebes und in das Haus dessen, der in meinem Namen falsch schwört, sich im Innern seines Hauses festsetze und es zugrunde richte samt seinem Holzwerke und seinen Steinen. \n", "Ich habe ihn ausgehen lassen, sofort; damit er komme in das Haus des Diebes, das ist derjenige, der die Menschen täuscht, wenn er nämlich bei seinem Nächsten kein Geld hat, und ihn mahnt und ihn beschwört; und in das Haus dessen, der in meinem Namen falsch schwört, dem Wortlaute gemäß; sich im Innern seines Hauses festsetze und es zugrunde richte samt seinem Holzwerke und seinen Steinen; hier lernst du, daß der Falschschwur Dinge zerstört, die sogar Feuer und Wasser nicht zerstören.", "Sagt er, er wolle nicht schwören, so entläßt man ihn sofort, wenn er aber sägt, er sei zu schwören bereit, so sprechen die Anwesenden zu einander:20Num. 16,26.Zieht euch zurück von den Zelten dieser gottlosen Männer &c. Wenn [das Gericht] einen schwören läßt, spricht man zu ihm: Wisse, daß wir dich nicht in deinem Sinne schwören lassen, sondern im Sinne Gottes und des Gerichts.", "Ebenso finden wir bei unserem Meister Moše, der, als er die Jisraéliten beschwor, zu ihnen sprach: Wisset, daß ich euch nicht in eurem Sinne beschwöre, sondern im Sinne Gottes und in meinem Sinne, denn es heißt:21Dt. 29,13.aber nicht mit euch allein &c., sondern mit jedem, der hier vorhanden ist.", "Ich weiß dies nur von denjenigen, die am Berge Sinaj gestanden haben, woher dies von den späteren Generationen und den Proselyten, die sich später bekehren werden? Es heißt:22Ib. V. 14.und der nicht vorhanden ist.", "Ich weiß dies ferner nur von den Geboten, die sie am Berge Sinaj auf sich genommen haben, woher dies von den später erneuerten Geboten, wie beispielsweise das Lesen der Esterrolle? Es heißt:23Est. 9,27.Sie bestätigten und sie nahmen, sie bestätigten, was sie bereits auf sich genommen hatten. –", "Was heißt: auch er kann in jeder Sprache gesprochen werden? –", "Wie wir gelernt haben: Folgendes kann in jeder Sprache gesprochen werden: der Abschnitt von der Ehebruchsverdächtigten24Cf. Num. 5,19ff., das Bekenntnis25Cf. Dt. 26,13ff.beim Zehnten, das Šema͑, das Gebet, der Tischsegen, der Zeugniseid, und der Depositeneid, und hierzu sagt er, auch der gerichtliche Eid könne in jeder Sprache gesprochen werden.", "Der Meister sagte: Man spricht zu ihm: Wisse, daß die ganze Welt erbebte, als der Heilige, gepriesen sei er, sprach: du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht freventlich aussprechen. Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil dies am [Berge] Sinaj gesprochen wurde, so wurden ja da alle zehn Gebote gesprochen, und wollte man sagen, weil dies am strengsten sei, so ist dies ja nicht der Fall!?", "Es wird nämlich gelehrt: Folgende sind leichte [Sünden: Übertretungen von] Geboten und Verboten, ausgenommen das Verbot des Aussprechens26Sc. des Gottesnamens, dh. des falschen Schwörens.; strenge sind mit der Ausrottung und der gerichtlichen Todesstrafe [belegte Sünden]. Mit diesen genannt wird auch das Verbot des Aussprechens!? –", "Vielmehr, aus dem hier angeführten Grunde: Bei allen in der Tora genannten Sünden heißt es: er vergibt, und bei dieser heißt es: er vergibt nicht. –", "Heißt es denn von anderen in der Tora genannten Sünden nicht, daß er sie nicht vergebe, es heißt ja:27Ex. 34,7.vergeben, ganz vergeben wird er nicht!? –", "Dies ist nach R. Elea͑zar zu erklären, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Man kann nicht sagen, er vergebe, da es heißt, er vergebe nicht, und man kann auch nicht sagen, er vergebe nicht, da es heißt, er vergebe; wie ist dies nun [zu erklären]? Er vergibt denen, die Buße tun, und nicht denen, die keine Buße tun.", "«Wegen aller in der Tora genannten Sünden bestraft man nur ihn selbst, wegen dieser aber ihn und seine ganze Familie.» Wird denn wegen anderer in der Tora genannten Sünden nicht auch die Familie bestraft,", "es heißt ja:28Lev. 20,5.so will ich mein Antlitz wider einen solchen richten und wider seine Familie!? Hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Welche Sünde hat denn seine Familie begangen, wenn er gesündigt hat? Dies besagt, du hast keine Familie, in der ein Zöllner sich befindet, die nicht ganz aus Zöllnern bestände, und in der ein Plünderer sich befindet, die nicht ganz aus Plünderern bestände, weil sie ihn beschützen. –", "Dies gilt von der allgemeinen Strafe, jenes aber von der direkt ihn treffenden Strafe. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte:28Lev. 20,5.ich will ihn ausrotten, was lehrt dies? Da es heißt: so will ich mein Antlitz richten, so könnte man glauben, seine ganze Familie werde ausgerottet, so heißt es ihn, er selbst wird ausgerottet werden, nicht aber seine ganze Familie.", "«Wegen aller anderen in der Tora genannten Sünden bestraft man ihn allein, wegen dieser aber ihn und die ganze Welt, denn es heißt: schwören und lügen, und es heißt: deshalb trauert das Land. Vielleicht nur, wenn er alles getan hat!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: denn wegen des Schwörens trauert das Land.»", "Wird denn wegen aller anderen in der Tora genannten Sünden nicht auch die ganze Welt bestraft, es heißt ja:29Lev. 26,37.sie werden straucheln einer durch seinen Bruder, einer durch die Sünde seines Bruders; dies lehrt, daß ganz Jisraél für einander verantwortlich sei!? –" ], [ "Dies nur, wenn sie es wehren konnten und es unterlassen haben. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen Frevlern der eigenen Familie und fremden Frevlern, zwischen Frommen der eigenen Familie und fremden Frommen? –", "Wegen anderer Sünden wird er selbst mit der ihm zukommenden Strafe belegt, die Frevler seiner Familie mit einer schweren Strafe, und die fremden Frevler mit einer leichten Strafe, die Frommen aber sind in jedem Falle frei;", "wegen des [falschen] Schwures aber wird er selbst und die Frevler seiner Familie mit der ihm zukommenden Strafe belegt, die fremden Frevler mit einer schweren Strafe, und die Frommen in jedem Falle mit einer leichten Strafe.", "«Sagt er, er wolle nicht schwören, so entläßt man ihn sofort, wenn er aber sagt, er sei zu schwören bereit, so sprechen die Anwesenden zu einander: Zieht euch zurück von den Zelten dieser gottlosen Männer.» Allerdings begeht der Schwörende ein Verbot, was aber hat der Beschwörende getan!? –", "Dies nach der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Tryphon sagte:30Ex. 21,10.So soll ein Eid beim Herrn zwischen beiden [entscheiden], dies lehrt, daß der Eid auf sie beide fällt.", "«Wenn [das Gericht] einen beschwört, so spricht man zu ihm: Wisse, daß wir dich nicht in deinem Sinne &c.» Wozu braucht man ihm dies zu sagen? – Wegen des Raba-Stockes31Cf. S. 320 Anm. 192..", "DIE FORDERUNG ZWEI SILBERLINGE. Rabh erklärte, was er von der Forderung leugnet, müsse zwei Silberlinge betragen; Šemuél erklärte, die Forderung selbst müsse zwei Silberlinge betragen, selbst wenn er von dieser nur eine Peruṭa geleugnet oder eine Peruṭa eingestanden32Obgleich dann der strittige Betrag keine 2 Silberlinge beträgt.hat, sei er schuldig.", "Raba sagte: Aus unserer Mišna ist die Ansicht Rabhs und aus den Schriftversen ist die Ansicht Šemuéls zu entnehmen. Aus unserer Mišna ist die Ansicht Rabhs zu entnehmen, denn diese lehrt, die Forderung müsse zwei Silberlinge und das Eingestandene eine Peruṭa betragen, sie lehrt aber nicht, das von der Forderung Geleugnete müsse eine Peruṭa betragen. Ferner haben wir auch gelernt, das Eingestandene33So richtig nach den kursierenden Ausgaben. müsse eine Peruṭa betragen, er lehrt aber nicht, das Geleugnete müsse eine Peruṭa betragen.", "Aus den Schriftversen ist die Ansicht Šemuéls zu entnehmen, denn es heißt:34Ex. 22,6.wenn einer seinem Nächsten Geld oder Geräte zum Aufbewahren übergeben hat, wie nun unter ‘Geräte’ mindestens zwei zu verstehen sind, ebenso ist auch unter Geld mindestens zwei35Es müssen also 2 wertvolle, dh. Silbermünzen sein.zu verstehen, und wie unter Geld etwas Wertvolles35Es müssen also 2 wertvolle, dh. Silbermünzen sein.zu verstehen ist, ebenso auch alles andere, wenn es wertvoll ist, und der Allbarmherzige sagt: das ist es36Demnach muß der ganze Betrag diesen Wert haben u. nicht der strittige Teil allein.. –", "Und Rabh!? – Dies37Die Worte ‘das ist es’; aus diesen wird gefolgert, daß, wenn der Beklagte einen Teil der Forderung eingesteht, er schwören müsse.deutet auf das Eingeständnis eines Teiles der Forderung. – Und Šemuél!? – Es heißt das und es heißt es, und [dies lehrt,] daß er, wenn er einen Teil leugnet und einen Teil eingesteht, schuldig sei. –", "Und Rabh!? – Eines deutet auf das Eingeständnis eines Teiles der Forderung und eines deutet darauf, daß das Eingestandene zur Art der Forderung [gehören müsse]. – Und Šemuél!? – Dies geht ja von selbst hervor, da doch die Forderung fehlt38Obgleich der Schriftvers auf andere Lehren hindeutet, so ist aus diesem immerhin zu entnehmen, daß das Klageobjekt nur von vornherein, also einschließlich des eingestandenen Teiles, 2 Silberlinge wert sein muß, da nach der Darstellung der Schrift der strittige Teil keine 2 Silberlinge wert ist.. –", "Und Rabh!? – [Er] kann dir erwidern: das [Wort] Geld39Aus dem entnommen wird, daß das Objekt 2 Silberlinge wert sein müsse.ist auf das Geleugnete zu beziehen; der Allbarmherzige könnte ja schreiben: wenn einer seinem Nächsten Geräte zum Aufbewahren gibt, und ich würde gesagt haben, wie unter ‘Geräte’ zwei zu verstehen sind, ebenso auch alles andere, wenn es zwei sind, wenn nun der Allbarmherzige auch Geld geschrieben hat, und es auf das Geforderte40Da es überflüssig ist.nicht zu beziehen ist, so beziehe man es auf das Geleugnete. –", "Und Šemuél!? – Er kann dir erwidern: hätte der Allbarmherzige nur Geräte und nicht Geld geschrieben, so würde ich allerdings gefolgert haben, wie unter ‘Geräte’ zwei zu verstehen sind, ebenso auch alles andere, wenn es zwei sind, nicht aber, daß es etwas Wertvolles sein müsse, so lehrt er uns. –", "Wir haben gelernt: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir zwei Silberlinge, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur eine Peruṭa, so ist er frei. Doch wohl deshalb, weil in diesem Falle die Forderung41Sc. von 2 Silberlingen.fehlt, somit ist dies ja eine Widerlegung Šemuéls!? –", "Šemuél kann dir erwidern: du glaubst wohl, hier werde vom Werte gesprochen, hier wird von diesen selbst42Wenn er von ihm die genannten Münzen fordert.gesprochen; was er von ihm fordert, gesteht dieser ihm nicht ein, und was dieser ihm eingesteht, fordert er nicht von ihm. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn aber: ich habe bei dir zwei Silberlinge und eine Peruṭa, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur eine Peruṭa, so ist er schuldig. Erklärlich ist es nun, daß er schuldig ist, wenn du sagst, er spreche vom Werte, weshalb aber ist er schuldig, wenn du sagst, er spreche von diesen selbst; was er von ihm fordert, gesteht dieser ihm nicht ein, und was dieser ihm eingesteht, fordert er nicht von ihm43Er gestand ihm, nur das eine.!? –", "Dieser Einwand gilt ja nur nach Šemuél, und R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls, wenn jemand von einem Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm eines eingesteht, sei er schuldig.", "Dies44Daß in der Mišna nicht vom Werte gesprochen wird, sondern von dem Falle, wenn er von ihm das genannte Objekt selbst fordert.ist auch einleuchtend, denn er lehrt im Schlußsatze: [wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Litra Gold, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur eine Litra Silber, sei er frei. Einleuchtend ist es nun, daß er frei ist, wenn du sagst, hier werde von diesen selbst gesprochen, weshalb aber ist er frei, wenn du sagst, hier werde vom Werte gesprochen, eine Litra [Gold] hat ja einen bedeutend höheren Wert45Die Differenz beträgt mehr als 2 Silberlinge.. –", "Wenn nun der Schlußsatz von diesen selbst spricht, so spricht auch der Anfangsatz von diesen selbst,", "somit wäre dies ja eine Widerlegung Rabhs46Demnach ist er im 1. in der Mišna genannten Falle deshalb frei, weil es sich um ein anderes Objekt handelt, sonst aber wäre er schuldig, selbst wenn der strittige Betrag keine vollen 2 Silberlinge wert ist.!? – Rabh kann dir erwidern: die ganze Mišna spricht vom Werte, nur ist es anders, wenn er eine Litra46Demnach ist er im 1. in der Mišna genannten Falle deshalb frei, weil es sich um ein anderes Objekt handelt, sonst aber wäre er schuldig, selbst wenn der strittige Betrag keine vollen 2 Silberlinge wert ist.Gold verlangt." ], [ "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt im Schlußsatze: [wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir einen Gold-Denar, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur einen Silber-Denar, einen Tressis, einen Pondion, oder: eine Peruṭa, so ist er schuldig, weil sie alle Geldmünzen derselben Art sind. Einleuchtend ist es, daß er schuldig ist, wenn du sagst, er spreche vom Werte, weshalb aber ist er schuldig, wenn du sagst, er spreche von diesen selbst47Es sind Münzen aus verschiedenen Metallarten.?", "R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er von ihm für einen Denar Münzen fordert, und er lehrt uns, daß auch eine Peruṭa unter ‘Münze’ einbegriffen ist. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: weil sie alle Geldmünzen derselben Art sind. –", "Und Rabh!? – Alle sind sie hinsichtlich dieses Gesetzes Geldmünzen derselben Art. –", "R. Elea͑zar wäre also, da er den Schlußsatz nach Šemuél erklärt, auch hinsichtlich des Anfangsatzes der Ansicht Šemuéls? –", "Nein, nur hinsichtlich des Schlußsatzes, denn es heißt: weil sie alle Geldmünzen derselben Art sind, den Anfangsatz erklärt er sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél. –", "Komm und höre: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir einen goldenen Denar, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur einen Silber-Denar, so ist er schuldig. Also nur dann, wenn er einen goldenen Denar sagt, wenn aber nicht näher bezeichnet, so ist nur der Wert48Demnach spricht unsere Mišna vom Werte.zu verstehen!?", "R. Aši erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn jemand ‘Gold-Denar’ sagt, so ist es ebenso, als würde er ‘einen goldenen Denar’ gesagt haben.", "R. Ḥija lehrte folgendes als Stütze für Rabh: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir einen Sela͑, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur einen Sela͑ weniger zwei Silberlingen, so ist er schuldig; wenn aber: weniger einer Maa͑, so ist er frei49Demnach muß auch der strittige Betrag 2 Silberlinge betragen..", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt nur von der Forderung des Klägers und dem Eingeständnisse des Beklagten, bei der Forderung des Klägers und der Bekundung eines Zeugen50ln welchem Falle der Beklagte ebenfalls schwören muß.aber ist er schuldig, auch wenn er von ihm nur eine Peruṭa fordert. –", "Aus welchem Grunde? – Es heißt:51Dt. 19,15.ein einzelner Zeuge soll gegen niemand auftreten, in irgend einer Vergehung oder Sünde; in irgend einer Vergehung oder Sünde soll er nicht auftreten, wohl aber kann er hinsichtlich eines Schwures auftreten, und es wird gelehrt, wo zwei Zeugen seine Verurteilung zur Zahlung herbeiführen, führe ein Zeuge seine Verurteilung zu einem Schwure herbei52Und durch 2 Zeugen wird er zur Zahlung verurteilt, auch wenn das Objekt nur eine Peruṭa wert ist..", "Ferner sagte R. Naḥman im Namen Šemuéls: Wenn er von ihm Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm eines davon eingesteht, so ist er schuldig.", "R. Jiçḥaq sprach zu ihm: Richtig, ebenso sagte auch R. Joḥanan. Demnach streitet Reš Laqiš gegen ihn? Manche sagen, er wartete ab53Als RJ. diese Lehre vortrug, wartete RL. ein wenig ab, ohne sich darüber sofort zu äußern, nach der anderen Ansicht war er dann beim Trinken u. zu antworten verhindert; währenddessen verließ R. Jiçḥaq das Lehrhaus u. wußte daher nicht, welche Steilung RL. zu dieser Lehre nahm. Die abweichenden Ansichten beruhen auf der Undeutlichkeit eines einzigen Buchstaben im überlieferten Berichte; einer las מישהא v. שהי (säumen) u. einer las מישתא v. שתי (trinken).und schwieg, und manche sagen, er trank54Daß er selbst in diesem Falle schuldig ist.gerade und schwieg daher.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn er von ihm Weizen fordert und dieser ihm Gerste eingesteht, so ist er frei, und nach R. Gamliél schuldig. Also nur dann, wenn er von ihm Weizen fordert und dieser ihm Gerste eingesteht, wenn aber Weizen und Gerste, und dieser ihm eines davon eingesteht, so ist er schuldig. –", "Nein, auch wenn Weizen und Gerste, ist er frei, nur deshalb lehrt er es von dem Falle, wenn Weizen, um dir die weitgehendere Ansicht R. Gamliéls hervorzuheben54Daß er selbst in diesem Falle schuldig ist.. –", "Komm und höre: Wenn er von ihm Geräte und Grundstücke fordert, und dieser ihm die Geräte eingesteht und die Grundstücke leugnet, oder die Grundstücke [eingesteht] und die Geräte leugnet, so ist er frei;" ], [ "gesteht er ihm einen Teil der Grundstücke ein, so ist er frei, wenn aber einen Teil der Geräte, so ist er schuldig.", "Also nur dann, wenn er von ihm Geräte und Grundstücke fordert, weil man nämlich wegen Grundstücken nicht schwört, wenn aber Geräte und Geräte entsprechend Geräten und Grundstücken55Dh. wenn er von ihm 2 Arten von Mobilien fordert u. dieser ihm eine eingesteht., so ist er schuldig!? –", "Nein, auch wenn Geräte und Geräte, ist er frei, und nur deshalb lehrt er es von Geräten und Grundstücken, um uns zu lehren, daß, wenn er einen Teil der Geräte eingesteht, er auch wegen der Grundstücke [schwören] müsse. –", "Er lehrt uns also die Verbindung, und dies haben wir ja bereits gelernt: Man verbinde Güter, die eine Sicherheit gewähren, mit Gütern, die keine Sicherheit gewähren, um auch ihretwegen schwören zu müssen!? –", "Diese ist die Stammlehre, während es dort nur nebenbei gelehrt wird.", "R. Ḥija b. Abba aber sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn er von ihm Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm eines davon eingesteht, so ist er frei. – R. Jiçḥaq sagte ja aber: richtig, so sagte auch56Daß er schuldig sei.R. Joḥanan!? – Amoraim streiten über die Ansicht R. Joḥanans. –", "Komm und höre: Wenn er von ihm Weizen fordert, und dieser ihm Gerste eingesteht, so ist er frei, und nach R. Gamliél schuldig. Also nur dann, wenn er von ihm Weizen fordert, und dieser ihm Gerste eingesteht, wenn aber Weizen und Gerste, und dieser ihm eines davon eingesteht, ist er schuldig!? –", "Auch wenn Gerste und Weizen, ist er frei, nur lehrt er deshalb jenen Fall, um die weitgehendere Ansicht R. Gamliéls hervorzuheben. –", "Komm und höre: Wenn er von ihm Geräte und Grundstücke fordert, und dieser ihm die Geräte eingesteht und die Grundstücke leugnet, oder die Grundstücke [eingesteht] und die Geräte leugnet, so ist er frei; gesteht er ihm einen Teil der Grundstücke ein, so ist er frei, wenn aber einen Teil der Geräte, so ist er schuldig. Also nur dann, wenn Geräte und Grundstücke, weil man nämlich wegen Grundstücken nicht schwört, wenn aber Geräte und Geräte entsprechend Geräten und Grundstücken55Dh. wenn er von ihm 2 Arten von Mobilien fordert u. dieser ihm eine eingesteht., so ist er schuldig!? –", "Auch wenn Geräte und Geräte ist er frei, ¡nur lehrt er uns, daß, wenn er einen Teil der Geräte eingesteht, er auch wegen der Grundstücke [schwören] müsse. – Er lehrt uns also die Verbindung, und dies haben wir ja bereits gelernt: Man verbinde Güter, die eine Sicherheit gewähren, um auch ihretwegen schwören zu müssen!? – Diese ist die Stammlehre, während es dort nur nebenbei gelehrt wird.", "R. Abba b. Mamal wandte gegen R. Ḥija b. Abba ein: Wenn er von ihm einen Ochsen fordert, und dieser ihm ein Schaf eingesteht, oder wenn ein Schaf, und dieser ihm einen Ochsen eingesteht, so ist er frei; wenn er aber von ihm einen Ochsen und ein Schaf fordert, und dieser ihm eines davon eingesteht, so ist er schuldig!?", "Dieser erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Gamliéls vertreten. – Wenn hier die Ansicht R. Gamliéls vertreten ist, so sollte dies auch vom Anfangsatze57Vom 1. Falle, wenn dieser ihm ein anderes Tier als das geforderte eingesteht, nach RG. müßte er auch in diesem Falle schuldig sein.gelten!? -", "Vielmehr, hier ist die Ansicht Admons58Ob. Fol. 38b; nach diesem muß ihm der Beklagte einen Teil der Art der Forderung eingestanden haben; jedoch ist er schuldig, wenn eines von 2 Objekten.vertreten. Damit will ich dich etwa nicht abweisen, vielmehr es war eine bekannte Lehre im Munde R. Joḥanans, daß hier die Ansicht Admons vertreten ist.", "R. A͑nan sagte im Namen Semuéls: Wenn er von ihm Weizen fordert, und dieser zuvorkommt59Bevor der Kläger auch Gerste verlangen konnte.und ihm Gerste eingesteht, so ist er, wenn dies als List ersichtlich ist, schuldig, und wenn dies seine Absicht60Dh. wenn das Gericht überzeugt ist, daß er dies nicht als List getan hat.war, fred.", "Ferner sagte R. A͑nan im Namen Šemuéls: Wenn er von ihm zwei Nadeln61Die nur einen ganz minimalen Wert haben.fordert, und dieser ihm eine eingesteht, so ist er schuldig; Geräte werden nämlich deshalb hervorgehoben: wenn sie nur irgend welchen Wert haben62In der oben angezogenen Schriftstelle (Ex 22,6) ist das W. ‘Geräte’ überflüssig, denn um zu lehren, daß es 2 sein müssen (cf. supra Fol. 39b) sollte das W. ‘Geld’ in der Mehrzahl gebraucht werden; das W. ‘Geräte’ deutet also darauf, daß man wegen eines Gerätes schuldig sei, auch wenn es keine 2 Silberlinge wert ist..", "R. Papa sagte: Wenn er von ihm Geräte und eine Peruṭa fordert, und dieser ihm die Geräte eingesteht und die Peruṭa leugnet, so ist er frei; wenn er ihm aber die Peruṭa eingesteht und die Geräte leugnet, so ist er schuldig.", "Eines nach Rabh und eines nach Šemuél; eines nach Rabh, welcher sagt, das von der Forderung Geleugnete müsse zwei Silberlinge betragen, und eines nach Šemuél, welcher sagt, wenn er von ihm Weizen und Gerste fordert, und dieser ihm eines ¡eingestellt, sei er schuldig63Er ist ferner auch der Ansicht, daß Geräte keine 2 Silberlinge wert zu sein brauchen..", "[WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE BEI DIR EINE MINE, [UND DIESER IHM ERWIDERT:] DU HAST NICHTS BEI MIR, SO IST ER EREI. R. Naḥman sagte: Jedoch läßt man ihn einen Verleitungseid64Der ihn zum Eingestehen der Wahrheit verleiten soll; dieser Eid ist eine rabbanitische Bestimmung u. wird dem Beklagten in dem Falle zugeschoben, wenn er nach der Tora keinen zu leisten braucht.schwören. – Aus welchem Grunde? – Es ist feststehend, daß niemand etwas fordert, wenn es ihm nicht zukommt. –", "Im Gegenteil, es ist feststehend, daß niemand sich gegen seinen Gläubiger erkühne65Ihm die ganze Forderung abzuleugnen.!? – Er will sich ihm nur entziehen, indem er denkt: sobald ich Geld habe, bezahle ich es ihm.", "Dies ist auch zu beweisen, denn R. Idi b. Abin sagte im Namen R. Ḥisdas, wer ein Darlehen abgeleugnet hat, sei als Zeuge66Er gilt dadurch noch nicht als überführt, sich fremdes Gut aneignen zu wollen.zulässig, wer ein Depositum abgeleugnet hat, sei als Zeuge67Weil er sich daran überhaupt nicht vergreifen durfte.unzulässig.", "R. Ḥabiba bezieht dies auf den Schlußsatz: [Wenn jemand zu einem sagte:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwiderte: jawohl, und als er am folgenden Tage zu ihm sagte: gib sie mir zurück, er ihm erwidert: ich habe sie dir bereits gegeben, so ist er frei. Hierzu sagte R. Naḥman, man lasse ihn einen Verleitungseid schwören.", "Wer dies zum Anfangsatze lehrt, nach dem gilt dies um so mehr vom Schlußsatze," ], [ "und wer dies zum Schlußsatze lehrt, nach dem gilt dies nur da, wo ein Streitobjekt68Im 2. Falle gibt der Beklagte zu, daß er dem Kläger Geld schuldete, sie streiten nur darum, ob die Schuld bereits bezahlt wurde od. nicht; im 1. Falle dagegen ist nach der Behauptung des Beklagten eine Schuld, also ein Streitobjekt, überhaupt nicht vorhanden.vorhanden ist, nicht aber dort, wo kein Streitobjekt vorhanden ist. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Eide der Tora und einem rabbanitischen Eide? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der Zurückschiebung68Im 2. Falle gibt der Beklagte zu, daß er dem Kläger Geld schuldete, sie streiten nur darum, ob die Schuld bereits bezahlt wurde od. nicht; im 1. Falle dagegen ist nach der Behauptung des Beklagten eine Schuld, also ein Streitobjekt, überhaupt nicht vorhanden.des Eides; einen der Tora kann man nicht zurückschieben, einen rabbanitischen kann man wohl zurückschieben. –", "Welchen Unterschiebung68Wenn der Beklagte den Eid dem Kläger zuschiebt. gibt es zwischen ihnen nach Mar b. R. Aši, welcher sagt, man könne auch einen der Tora zurückschieben!? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der zwangsweisen Einziehung69Der Forderung, falls er weder schwören noch zahlen will.; wegen eines der Tora wird [die Forderung] zwangsweise [eingezogen], wegen eines rabbanitischen wird sie nicht zwangsweise eingezogen. – Welchen Unterschied gibt es zwischen einem der Tora und einem rabbanitischen;", "nach R. Jose, welcher sagt, man ziehe sie zwangsweise ein auch wegen eines rabbanitischen?", "Wir haben nämlich gelernt: Bei einem Funde eines Tauben, Blöden und Minderjährigen gilt das Gesetz vom Raube70Man darf ihn ihnen nicht wegnehmen., wegen des Friedens; R. Jose sagt, dies71Wenn man ihn ihnen wegnimmt.sei wirklicher Raub. Hierzu sagte R. Ḥisda, wirklicher Raub nach ihrer72Der Gelehrten.Bestimmung, und ein Unterschied bestehe darin, ob man ihm [das Geraubte] durch das Gericht abnehmen könne. –", "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Gegner73Dh. der Beklagte.nicht eidesfähig ist; einer der Tora wird, wenn der Gegner nicht eidesfähig ist, dem anderen zugeschoben, ein rabbanitischer aber ist nur eine Maßregel, und eine Maßregel74Daß der Eid dem Kläger zugeschoben werde.für eine Maßregel treffen wir nicht75Die Klage wird also abgewiesen..–", "Was unternimmt man gegen ihn nach den Rabbanan, die gegen R. Jose streiten, und sagen, daß man bei einem rabbanitischen [die Forderung] nicht zwangsweise einziehe? – Man tut ihn in den Bann.", "Rabina sprach zu R. Aši: Das heißt ja jemand am Hodensacke halten, damit er sein Gewand freigebe76Der Bann auf unbeschränkte Zeit, bis er die Forderung bezahlt, ist ein ebensolcher Zwang, wie die gerichtliche Einziehung.!? – Was unternimmt man also gegen ihn? Dieser erwiderte: Zuerst tue man ihn in den Bann77Er wird nur auf 30 Tage in den Bann getan., bis die Zeit der Geißelung78Wer 30 Tage im Banne verbleibt, ohne um Auflösung zu bitten, wird gegeißelt.heranreicht, sodann geißele man ihn und lasse ihn.", "R. Papa sagte: Wenn jemand einen Schuldschein auf seinen Nächsten präsentiert, und dieser sagt, er sei bezahlt, so entgegnet man ihm: dies glaubt dir niemand; geh und bezahle. Wenn er aber sagt: mag er schwören79Daß die Schuld nicht bezahlt ist., so spricht man zu jenem: schwöre es ihm.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen diesem und dem, der seinen Schuldschein reduziert80Wenn der Besitzer des Schuldscheines zugibt, einen Teil der Schuld erhalten zu haben, so muß er wegen der übrigen einen Eid leisten.!?", "Dieser erwiderte: In jenem Falle treten wir für ihn81Den Schuldner; das Gericht schiebt dem Gläubiger einen Eid zu, selbst wenn der Schuldner dies nicht verlangt.ein, hierbei aber heißen wir ihn bezahlen, und nur wenn er verlangt, daß [der Gläubiger] ihm einen Eid leiste, heißen wir ihn schwören. Wenn er aber ein Schriftgelehrter ist, heißen wir ihn nicht schwören.", "R. Jemar sprach zu R. Aši: Ein Schriftgelehrter darf also den Leuten das Gewand abziehen!? – Vielmehr, wir zwingen ihn nicht82Das Gericht zeigt ihm kein Mißtrauen, jedoch wird der Schuldner nicht verurteilt; die Eidesleistung bleibt also dem Gläubiger überlassen..", "ICH HABE BEI DIR EINE MINE &C. R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen geborgt hat, so muß dieser ihm auch vor Zeugen zurückzahlen. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir, er könne sagen: ich habe dir vor jenem und jenem bezahlt, und sie sind nach dem Überseelande verreist. –", "Wir haben gelernt: [Wenn jemand zu einem sagte:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser erwiderte: jawohl, und als er am folgenden Tage zu ihm sagte: gib sie mir, er ihm erwidert: ich habe sie dir bereits gegeben, so ist er frei. Hierbei, wo er von ihm vor Zeugen forderte, ist es ja ebenso, als würde er ihm vor Zeugen geborgt haben, und er lehrt, daß er frei sei;" ], [ "dies ist also eine Widerlegung R. Asis!? –", "R. Asi kann dir erwidern: ich sage dies nur von dem Falle, wenn er ihm von vornherein vor Zeugen geborgt hat, er ihm also nicht traute, während er ihm hierbei wohl traute.", "R. Joseph lehrte dies wie folgt: R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen geborgt hat, so braucht dieser ihm nicht vor Zeugen zurückzuzahlen; wenn er aber zu ihm gesagt hat, daß er ihm nur vor Zeugen zurückzahle, so muß er ihm vor Zeugen zurückzahlen. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: er könne sagen: ich habe dir vor jenem und jenem bezahlt, und sie sind nach dem Überseelande verreist. –", "Wir haben gelernt: [Wenn jemand zu einem sagte:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwiderte: jawohl, worauf jener ihm entgegnete: gib sie mir nur vor Zeugen zurück, und als er am folgenden Tage zu ihm sagte: gib sie mir zurück, [er ihm erwidert:] ich habe sie dir bereits gegeben, so ist er schuldig, weil er sie ihm vor Zeugen zurückgeben sollte. Dies ist also eine Widerlegung Šemuéls!? –", "Šemuél kann dir erwidern: hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: [Sagte er:] ich habe dir vor Zeugen geborgt zahle mir auch vor Zeugen zurück, so muß er entweder bezahlen oder den Beweis antreten, daß er bezahlt hat; R. Jehuda b. Bethera sagt, er könne zu ihm sagen: ich habe dir vor jenem und jenem bezahlt, und sie sind nach dem Überseelande verreist.", "R. Aḥa entgegnete: Woher, daß dies sich auf das Borgen bezieht, vielleicht auf die Mahnung, wenn er nämlich zu ihm wie folgt sagte: ich habe dir ja vor Zeugen geborgt, du solltest mir auch vor Zeugen zurückzahlen; wenn aber beim Borgen83Wenn er ihm beim Borgen sagt: bezahle mir nur vor Zeugen., so sind alle der Ansicht, daß er schuldig sei!? R. Papi sagte im Namen Rabas: Die Halakha ist: wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, so muß dieser ihm vor Zeugen zurückzahlen.", "R. Papa aber sagte im Namen Rabas: Wenn jemand seinem Nächsten vor Zeugen borgt, so braucht dieser ihm nicht vor Zeugen zurückzuzahlen; wenn er zu ihm sagte, daß er ihm nur vor Zeugen zurückzahle, so muß er ihm vor Zeugen zurückzahlen. Wenn dieser ihm aber erwidert: ich habe dir vor jenem und jenem zurückgezahlt, und sie sind nach dem Überseelande verreist, so ist er glaubhaft.", "", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Wenn du mir zurückzahlst, so zahle mir nur vor Reúben und Šimo͑n zurück; dieser aber zahlte ihm vor zwei anderen [Zeugen]84Von denen der Kläger behauptete, sie seien lügenhafte.zurück. Da entschied Abajje: Er sagte ihm: vor zweien, und er zahlte ihm auch vor zweien zurück. Raba erwiderte ihm: Er sagte zu ihm deshalb: vor Reúben und Šimo͑n, damit er ihn nicht abweisen könne.", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Wenn du mir zurückzahlst, so zahle mir zurück vor zweien, die das Gesetz gelernt haben; dieser aber zahlte ihm zurück, als sie unter sich waren. Hierauf kam das Geld abhanden.", "Als sie vor R. Naḥman kamen, sprach [der Gläubiger:] Freilich habe ich es von ihm erhalten, jedoch nur zur Verwahrung, indem ich mir sagte: mag es bei mir in Verwahrung85Demnach sollte er nur ein unentgeltlicher Hüter sein u. der Schuldner den Schaden zu tragen haben.bleiben, bis sich zwei finden, die das Gesetz gelernt haben, und er die Vereinbarung erfüllen kann.", "Da sprach er zu ihm: Da du zugibst, es von ihm erhalten zu haben, so ist die Zahlung gültig; wünschest du aber, daß die Vereinbarung erfüllt werde, so gehe und hole es86Das abhandengekommene Geld., denn ich und R. Šešeth sind hier, die wir Halakha, Siphra, Siphre, Tosephta und den ganzen Talmud studiert haben.", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Gib mir die hundert Zuz, die ich dir geborgt habe. Dieser erwiderte: Ich weiß87Vgl. Bd. III S. 243 Anm. 273.von nichts. Hierauf kamen Zeugen und bekundeten, daß er geborgt und zurückgezahlt hat. Da sprach Abajje: Was ist nun zu machen: sie bekunden, daß er ihm geborgt hat, und sie bekunden auch, daß dieser ihm bezahlt hat. Raba aber sagte: Wenn jemand sagt, er habe nicht geborgt, so heißt dies, er habe nicht bezahlt88Und da nun Zeugen vorhanden sind, daß er geborgt hat, so wird er zur Zahlung verurteilt; ihr 2. Zeugnis, er habe zurückgezahlt, gilt durch das Geständnis des Beklagten als widerlegt..", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Gib mir die hundert Zuz, die ich von dir zu erhalten habe. Dieser erwiderte: Habe ich sie dir etwa nicht vor jenem und jenem zurückgezahlt!? Hierauf kamen jene und bekundeten, daß dies nicht wahr89Der Schuldner aber behauptete, er habe auf jeden Fall bezahlt.sei. R. Šešeth wollte entscheiden, dieser sei als Lügner überführt, da sprach Raba zu ihm: Was einem nicht obliegt, merkt er sich nicht90Der Gläubiger verlangte nicht, daß er ihm vor Zeugen bezahle, somit kann er sich in dieser Hinsicht geirrt haben..", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Gib mir die sechshundert Zuz, die ich von dir zu erhalten habe. Dieser erwiderte: Habe ich dir etwa nicht dafür hundert Kab Galläpfel gezahlt, die sechs [Zuz im Preis] standen!?" ], [ "Jener entgegnete: Nein, sie standen nur vier. Darauf kamen zwei Zeugen und bekundeten, daß sie nur vier standen89Der Schuldner aber behauptete, er habe auf jeden Fall bezahlt.. Da entschied Raba: Dieser ist als Lügner überführt. Rami b. Ḥama sprach zu ihm: Du selbst sagtest ja, was einem nicht obliegt, merke man sich nicht!? Raba erwiderte: Die Festsetzung des Preises merken sich die Leute.", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Gib mir die hundert Zuz, die ich von dir zu erhalten habe, und hier ist der Schuldschein. Dieser erwiderte: Ich habe sie dir bereits zurückgezahlt. Jener entgegnete: Das war eine andere [Angelegenheit]. Da sprach R. Naḥman: Der Schuldschein ist suspekt91Da er zugibt, eine Zahlung erhalten zu haben..", "R. Papa aber sagte: Der Schuldschein ist nicht suspekt. – Womit ist es nach R. Papa hierbei anders als in folgendem Falle. Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Gib mir die hundert Zuz, die ich von dir zu erhalten habe, und hier ist der Schuldschein. Dieser erwiderte: Du hattest es mir ja zum [Ankauf von] Ochsen gegeben, und hierauf kamst du, setztest dich auf die Fleischbank und erhieltest dein Geld zurück. Jener entgegnete: Das war eine andere [Angelegenheit]. Und hierzu sagte R. Papa, der Schuldschein sei suspekt!? –", "Da sagte er ihm: du hattest sie mir zum [Ankauf von] Ochsen gegeben, und vom [Verkaufe der] Ochsen92Es handelt sich also um denselben Betrag.zurückerhalten, somit ist der Schuldschein suspekt, in jenem Falle aber kann es wirklich eine andere [Angelegenheit] sein. –", "Wie bleibt es nun damit? R. Papa sagte, der Schuldschein sei nicht suspekt und R. Šešeth, Sohn des R. Idi, sagte, der Schuldschein sei suspekt. Die Halakha ist: der Schuldschein ist suspekt.", "Dies jedoch nur, wenn er ihm vor Zeugen zurückgezahlt hat, und dieser den Schuldschein zu verlangen vergessen hat, wenn er ihm aber unter sich zurückgezahlt hat, so ist dieser zu sagen glaubhaft, es sei eine andere [Angelegenheit] gewesen, da er sagen könnte, er wisse überhaupt von nichts. Dies nach Abimi, dem Sohne R. Abahus93Der in einer solchen Sache eine Entscheidung nach dieser Ansicht traf; cf. Ket. Fol. 85a..", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Ich werde dir stets glauben, wenn du mir sagen solltest, daß ich dir nicht zurückgezahlt habe. Hierauf zahlte er ihm vor Zeugen zurück. Abajje und Raba sagten beide: Er glaubte ihm ja. R. Papa wandte dagegen ein: Allerdings glaubte er ihm mehr als sich selbst, jedoch nicht mehr als den Zeugen.", "Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Ich werde dir stets wie zwei [Zeugen] glauben, wenn du mir sagen solltest, daß ich dir nicht zurückgezahlt habe. Darauf zahlte er ihm vor drei zurück. Da sprach R. Papa: Wie zwei glaubte er ihm, wie drei aber glaubte er ihm nicht.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, entgegnete R. Papa: Nur bei einer Schätzung94Cf. Az. Fol. 72a.sagten die Rabbanan, daß man sich nach der Mehrheit der Personen richte, denn je mehr sie sind, um so klarer ist die Sache, bei der Zeugenaussage aber sind hundert wie zwei und zwei wie hundert.", "Eine andere Lesart: Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Ich werde dir stets wie zwei [Zeugen] glauben, wenn du mir sagen solltest, daß ich dir nicht zurückgezahlt habe. Hierauf zahlte er ihm vor drei zurück. Da sprach R. Papa: Wie zwei glaubte er ihm, wie drei glaubte er ihm aber nicht.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte gegen ihn ein: Zwei sind ja wie hundert und hundert wie zwei!? Wenn aber er zu ihm wie drei gesagt hat, und dieser vor vier zurückgezahlt hat, so wird, da er auf die Zahl der Personen geachtet95Als Zeugen sind auch 2 ausreichend, wenn er aber 3 sagte, so bekundete er damit, daß es ihm auf die Anzahl der Personen ankomme.hat, darauf geachtet.", "MAN SCHWÖRT NICHT WEGEN DER FORDERUNG EINES TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN, AUCH BESCHWÖRT MAN KEINEN MINDERJÄHRIGEN. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:96Ex. 22,6.wenn jemand seinem Nächsten Geld oder Geräte zum Verwahren gibt, und das Geben eines Minderjährigen ist nichtig.", "WOHL ABER SCHWÖRT MAN EINEM MINDERJÄHRIGEN UND DEM HEILIGTUME. Du sagtest ja im Anfangsatze, daß man wegen der Forderung eines Blöden oder Minderjährigen nicht schwöre!?", "Rabh erwiderte: Wenn er sich auf die Forderung seines Vaters beruft, und zwar nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Zuweilen kann es vorkommen, daß jemand wegen seiner eigenen Aussage schwören muß, und zwar: wenn jemand zu einem sagt: dein Vater hatte bei mir eine Mine und er verzehrte bei mir die Hälfte, so muß er schwören; er muß also wegen seiner eigenen Aussage schwören. Die Weisen aber sagen, er gelte als Ablieferer eines Fundes, und ist frei97Von einem Schwure über die bezahlte Hälfte.. –", "Ist denn R. Elie͑zer b. Ja͑qob nicht der Ansicht, der Ablieferer eines Fundes sei frei!? Rabh erwiderte: Wenn ein Minderjähriger98Der Sohn des Verstorbenen.ihn gemalmt hat. –", "‘Ein Minderjähriger’, du sagtest ja, man schwöre nicht wegen der Forderung eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen!? – Tatsächlich, wenn ein Erwachsener, nur deshalb nennt er ihn einen Minderjährigen, weil er in den Angelegenheiten seines Vaters einem Minderjährigen gleicht99Weil er diese nicht so genau kennt..–Wieso heißt dies demnach eigene Aussage, hier handelt es sich ja um die Forderung eines anderen!? –", "Die Forderung eines anderen und das eigene Eingeständnis. – In allen anderen Fällen" ], [ "handelt es sich ja ebenfalls um die Forderung eines anderen und das eigene Eingeständnis!? –", "Vielmehr, sie streiten über die Lehre Rabbas, denn Rabba sagte: Die Tora sagte deshalb, wer einen Teil der Forderung eingesteht, muß schwören, weil es feststehend ist, daß niemand sich seinem Gläubiger gegenüber erkühne;", "er möchte daher die ganze Schuld ableugnen, tut dies aber deshalb nicht, weil er sich seinem Gläubiger gegenüber nicht erkühnt, daher möchte er sie vollständig eingestehen, tut dies aber deshalb nicht, weil er sich ihm entziehen will, indem er denkt: sobald ich Geld habe, bezahle ich sie ihm. Der Allbarmherzige sagte daher, daß man ihm einen Eid zuschiebe, damit er die ganze [Schuld] eingestehe.", "R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, er erkühne sich weder gegen ihn selbst noch gegen seinen Sohn, daher gilt er nicht als Ablieferer eines Fundes; die Rabbanan aber sind der Ansicht, nur gegen ihn selbst erkühne er sich nicht, wohl aber gegen seinen Sohn, und da er sich nicht erkühnt hat, gilt es als Ablieferer eines Fundes. –", "Wieso kannst du [die Mišna ] R. Elie͑zer b. Ja͑qob addizieren, sie lehrt ja im Anfangsatze: [Wenn jemand zu einem sagte:] du hast von meinem Vater eine Mine [und dieser ihm erwidert:] ich habe von ihm nur fünfzig Denar, so ist er frei, weil er als Ablieferer eines Fundes gilt!? – Jenes, wenn [der Sohn] sagt, er wisse es bestimmt, dieses, wenn er nicht sagt, er wisse es100In diesem Falle ist es ebenso, als würde er einen Fund abliefern.bestimmt.", "Semuél erklärte: Wegen eines Minderjährigen: um eine Forderung vom Vermögen eines Minder- jährigen einzufordern, wegen des Heiligtums: um eine Forderung vom Vermögen des Heiligtums einzufordern. –", "Von der Einforderung einer Schuld aus dem Vermögen eines Minderjährigen haben wir ja bereits gelernt: man kann eine Forderung vom Vermögen der Waisen nur durch einen Eid einfordern; wozu braucht dies nun zweimal gelehrt zu werden!? –", "Er lehrt uns, daß man nach Abajje dem Älteren verfahre, denn Abajje der Ältere lehrte, unter ‘Waisen’, von denen sie sprechen, seien Erwachsene zu verstehen, und selbstverständlich Minderjährige, einerlei ob hinsichtlich des Eides101Der Gläubiger kann seine Forderung nur durch Eidesleistung erhalten.oder hinsichtlich des Schlechtesten102Wenn eine Schuld von ihren Feldern eingezogen werden soll, so dürfen ihnen nur die schlechtesten genommen werden.. –", "Von der Einforderung einer Schuld vom Vermögen des Heiligtums haben wir ja bereits gelernt: von belasteten Gütern kann eine Schuld nur gegen Eid eingezogen werden, und es ist ja einerlei, ob es einem Gemeinen belastet oder Gott belastet ist!? –", "Dies ist nötig; man könnte glauben, dies gelte nur von einem Gemeinen, weil man gegen einen Gemeinen eine fraudulöse Verabredung103Der Schuldner könnte einen fingierten Gläubiger das Grundstück abnehmen lassen, um es gegen den wirklichen zu schützen.treffen kann, nicht aber vom Heiligtum, weil man gegen das Heiligtum keine fraudulöse Verabredung trifft, so lehrt er uns. –", "R. Hona sagte ja aber, wenn ein Sterbender sein ganzes Vermögen dem Heiligtum geweiht hat, und sagt, jener habe bei ihm eine Mine, er glaubhaft sei, weil es feststeht, daß niemand gegen das Heiligtum eine fraudulöse Verabredung treffe!? – Ich will dir sagen, dies nur bei einem Sterbenden, weil niemand sündigt, wenn er nichts davon hat, bei einem Gesunden aber ist es wohl zu berücksichtigen.", "v UEBER FOLGENDE DINGE SCHWÖRT MAN NICHT: SKLAVEN, SCHULDSCHEINE, GRUNDSTÜCKE UND HEILIGES. BEI DIESEN GIBT ES NICHT DIE ZAHLUNG DES DOPPELTEN UND VIER- UND FÜNFFACHEN. WEGEN DIESES BRAUCHT DER UNENTGELTLICHE HÜTER NICHT ZU SCHWÖREN, NOCH DER LOHNHÜTER ZU BEZAHLEN.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: ÜBER HEILIGES, FÜR DAS MAN HAFTBAR104Wenn jemand ein Opfer gelobt.IST, MUSS MAN SCHWÖREN, UND FÜR DAS MAN NICHT HAFTBAR105Wenn jemand ein von ihnen bezeichnetes Tier als Opfer spendet.IST, BRAUCHT MAN NICHT ZU SCHWÖREN.", "vi R. MEÍR SAGTE: ES GIBT DINGE, DIE GRUNDSTÜCKEN GLEICHEN, UND DIESEN DOCH NICHT GLEICH SIND. DIE WEISEN ABER PFLICHTEN IHM NICHT BEI. ZUM BEISPIEL: [WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE DIR ZEHN BELADENE WEINSTQCKE ÜBERGEBEN, UND DIESER IHM ERWIDERT: ES WAREN NUR FÜNF, SO MUSS ER, WIE R. MEÍR SAGT, SCHWÖREN, UND DIE WEISEN SAGEN, WAS AM BODEN HAFTET, GLEICHE DEM BODEN.", "MAN SCHWÖRT NUR ÜBER DAS, WAS NACH MASS, GEWICHT ODER ZAHL [ÜBERGEBEN WIRD]; ZUM BEISPIEL: [WENN JEMAND ZU EINEM SAGT:] ICH HABE DIR EINEN VOLLEN SPEICHER, ODER: EINEN VOLLEN BEUTEL ÜBERGEBEN, UND DIESER IHM ERWIDERT: ICH WEISS ES NICHT, NIMM DAS, WAS DU DARIN GELASSEN HAST, SO IST ER FREI; WENN ABER DER EINE SAGT: BIS ZUM VORSPRUNG, UND DER ANDERE SAGT: BIS ZUM FENSTER, SO IST ER SCHULDIG.", "GEMARA. Woher dies von der Zahlung des Doppelten!? – Die Rabbanan lehrten:106Ex. 22,8.Bei jedem Eigentumsvergehen, generell; ein Ochs, ein Esel, ein Schaf oder ein Gewand, speziell; und alles, was abhanden kommt, wiederum generell.", "Dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei man sich nach dem Speziellen zu richten hat: wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und selbst Geld ist;", "ausgenommen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen, und ausgenommen sind Schuldscheine, die, obgleich beweglich, nicht selbst Geld sind. Heiliges, denn es heißt:107Ib. V. 7.seines Nächsten.", "DIE ZAHLUNG DES DOPPELTEN UND VIER- ODER FÜNFFACHEN. Aus welchem Grunde? – Der Allbarmherzige sagt: Vier- oder Fünffaches, nicht aber Drei- oder Vierfaches108Da wegen dieser das Doppelte nicht zu zahlen ist..", "BRAUCHT DER UNENTGELTLICHE HÜTER NICHT ZU SCHWÖREN. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:" ], [ "96Ex. 22,6.Wenn jemand seinem Nächsten gibt, generell; Geld oder Geräte, speziell; zum Verwahren, wiederum generell. Dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei man sich nur nach dem Speziellen zu richten hat: wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und selbst Geld ist;", "ausgenommen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen, und ausgenommen sind Schuldscheine, die obgleich beweglich, nicht selbst Geld sind. Heiliges, denn es heißt: seines Nächsten.", "NOCH DER LOHNHÜTER ZU BEZAHLEN. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:109Ib. V. 9.Wenn jemand seinem Nächsten gibt, generell; einen Esel, einen Ochsen, oder ein Schaf, speziell; oder sonst ein Vieh zum Hüten, wiederum generell. Dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung &c. bis: Heiliges, denn es heißt: seines Nächsten.", "R. MEÍR SAGTE: ES GIBT DINGE, DIE GRUNDSTÜCKEN GLEICHEN, UND DIESEN DOCH NICHT GLEICH SIND &C. Somit ist R. Meír der Ansicht, was am Boden haftet, gleiche nicht dem Boden selbst; weshalb streiten sie demnach über beladene [Weinstöcke], sie sollten doch über leere streiten!?", "R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Sie streiten hier über Trauben, die zum Ablesen reif sind; R. Meír ist der Ansicht, sie gelten als abgelesen, und die Rabbanan sind der Ansicht, sie gelten nicht als abgelesen.", "MAN SCHWÖRT NUR ÜBER DAS, WAS NACH MASS, GEWICHT &C. Abajje sagte: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat: einen Speicher, ohne nähere Angabe, wenn er aber zu ihm gesagt hat: diesen vollen Speicher, so ist seine Angabe präzisiert110Ist er bei der Rücklieferung nicht voll, so ist dies sofort zu merken..", "Raba sprach zu ihm: Weshalb lehrt er demnach im Schlußsatze, daß, wenn der eine sagt: bis zum Vorsprung, und der andere sagt: bis zum Fenster, er schuldig sei, er sollte doch einen Unterschied beim selben Falle lehren: dies nur dann, wenn er ‘einen (vollen) Speicher’ [gesagt hat], wenn er aber ‘diesen vollen Speicher’ [gesagt hat], so ist er schuldig!?", "Vielmehr, erklärte Raba, ist er nur dann schuldig, wenn jener von ihm etwas nach Maß, Gewicht oder Zahl fordert, und dieser ihm etwas nach Maß, Gewicht oder Zahl eingestellt.", "Übereinstimmend mit Raba wird auch gelehrt: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe hei dir ein Kor Getreide, und dieser ihm erwidert: du hast nichts bei mir, so ist er frei. [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine große Leuchte, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur eine kleine Leuchte, so ist er frei. [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir einen großen Gürtel, [und dieser ihm erwidert:] du hast bei mir nur einen kleinen Gürtel, so ist er frei.", "Wenn jemand aber zu einem sagt: ich habe bei dir ein Kor Getreide, und dieser ihm erwidert: du hast bei mir nur ein Letekh, so ist er schuldig. [Oder wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Leuchte von zehn Litra, [und dieser erwidert:] du hast bei mir nur eine von fünf Litra, so ist er schuldig.", "Die Regel hierbei ist: er ist nur dann schuldig, wenn jener von ihm etwas nach Maß, Gewicht oder Zahl fordert, und dieser ihm etwas nach Maß, Gewicht oder Zahl eingesteht.", "Diese Regel schließt wahrscheinlich den Fall ein, wenn er zu ihm ‘diesen [vollen] Speicher’ sagt. –", "Der Fall von der großen und der kleinen Leuchte ist ja insofern anders, als dieser nicht das eingesteht, was jener fordert, und jener nicht das fordert, was dieser eingesteht, aber auch bei einer von zehn und fünf [Litra] gesteht ja dieser das nicht ein, was jener fordert, und fordert jener das nicht, was dieser eingesteht!?", "R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Hier handelt es sieh um eine Leuchte aus einzelnen Gliedern, wenn er ihm einen Teil von dieser selbst eingesteht. –", "Demnach sollte er diesen Fall auch von einem Gürtel lehren, wenn er aus zusammengehefteten Teilen besteht!? Du mußt also sagen, er spreche nicht von einem aus Teilen zusammengehefteten [Gürtel], ebenso spricht er nicht von einer aus einzelnen Teilen zusammengesetzten [Leuchte].", "Vielmehr, erklärte R. Abba b. Mamal, anders ist es bei einer Leuchte, weil man sie abschleifen und auf fünf Litra bringen kann111Wobei sie die ursprüngliche Größe behält..", "vii WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN [GELD] AUF EIN PFAND GEBORGT HAT UND DAS PFAND ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND DER EINE SAGT: ICH HABE DIR DARAUF EINEN SELA͑1121 Sela͑ = gleich 2 Šeqel, 1 Šeqel = gleich 2 Denar.GEBORGT UND ES WAR NUR EINEN ŠEQEL WERT, UND DER ANDERE SAGT: NEIN, DU HAST MIR DARAUF EINEN SELA͑. GEBORGT UND ES WAR EINEN SELA͑ WERT, SO IST ER113Der Schuldner, von der Leistung eines Eides (nach der weiter folgenden Erörterung des T.); in diesem Falle hat er ihm nichts eingestanden, im folgenden Falle hat er ihm einen Teil der Schuld eingestanden.FREI; \n", "WENN ABER: ICH HABE DIR DARAUF EINEN SELA͑ GEBORGT UND ES WAR NUR EINEN ŠEQEL WERT, UND DER ANDERE SAGT: NEIN, DU HAST MIR DARAUF EINEN SELA͑ GEBORGT UND ES WAR DREI DENAR WERT, SO IST ER SCHULDIG.", "[WENN DER EINE SAGT:] DU HAST MIR DARAUF EINEN SELA͑ GEBORGT UND ES WAR ZWEI WERT, UND DER ANDERE SAGT: NEIN, ICH HABE DIR DARAUF EINEN SELA͑ GEBORGT UND ES WAR EINEN SELA͑ WERT, SO IST ER114Der Gläubiger; vgl. Anm. N. 113. mut. mut.FREI; WENN ABER: DU HAST MIR DARAUF EINEN SELA͑ GEBORGT UND ES WAR ZWEI WERT, UND DER ANDERE SAGT: NEIN, ICH HABE DIR DARAUF EINEN SELA͑ GEBORGT UND ES WAR FÜNF DENAR WERT, SO IST ER SCHULDIG.", "WER SCHWÖRT? BEI DEM DAS VERWAHRTE SICH BEFINDET, DAMIT NICHT, WENN JENER GESCHWOREN HAT, DIESER DAS VERWAHRTE HERVORHOLE115Und ihn meineidig mache; es muß mit der Möglichkeit eines Irrtums in der Bewertung gerechnet werden.." ], [ "GEMARA. Worauf bezieht sich dies116Daß der Besitzer des Pfandes schwören müsse.: wollte man sagen, auf den Schlußsatz, so wird ja der Eid ohnehin dem Gläubiger auferlegt!?", "Šemuél erwiderte: Auf den Anfangsatz. Ebenso sagte auch R. Ḥija b. Rabh: auf den Anfangsatz, und ebenso sagte auch R. Joḥanan: auf den Anfangsatz.", "Auf welchen [Fall des] Anfangsatzes? – Auf den Schluß des Anfangsatzes: ich habe dir darauf einen Sela͑ geborgt und es war nur einen Seqel wert, und der andere sagt: nein, du hast mir darauf einen Sela͑ geborgt und es war drei Denar wert, so ist er schuldig. Eigentlich sollte der Schuldner schwören, die Rabbanan aber nahmen [den Eid] dem Schuldner ab und schoben ihn dem Gläubiger zu.", "Jetzt aber, wo R. Aši gesagt hat, es sei uns überliefert, daß der eine schwören müsse, daß es sich nicht in seinem Besitze befinde, und der andere schwören müsse, wieviel es wert war, ist dies wie folgt zu verstehen: Wer schwört zuerst? Bei dem das Verwahrte sich befindet, damit nicht, wenn jener geschworen hat, dieser das Verwahrte hervorhole.", "Šemuél sagte: Wenn jemand seinem Nächsten tausend Zuz geborgt und dieser ihm einen Sichelstiel als Pfand gegeben hat, so sind, wenn der Sichelstiel verloren geht, die tausend Zuz verloren; nicht aber, wenn es zwei Sichelstiele117Man nehme nicht an, daß sie je 500 Z. wert sind, vielmehr wird der richtige Wert des einen von der Schuld abgezogen und dem anderen, der zurückgeliefert wird, wird der Phantasiewert der ganzen Schuld beigelegt.waren.", "R.Naḥman aber sagte, selbst wenn es zwei Sichelstiele waren; ging der eine verloren, so sind fünfhundert verloren, ging auch der andere verloren, so ist alles verloren. Dies gilt aber nicht von einem Stiele und einem Barren118Wenn beide zusammen als Pfand gegeben werden; da dieser einen richtigen Wert hat, so wird auch jener nach seinem Werte geschätzt.. Die Nehardee͑nser aber sagen, dies gelte auch von einem Stiele und einem Barren; geht der Barren verloren, so ist die Hälfte verloren, geht auch der Stiel verloren, so ist alles verloren.–", "Wir haben gelernt: wenn aber: ich habe dir darauf einen Sela͑ geborgt und es war einen Šeqel wert, und der andere sagt: nein, du hast mir darauf einen Sela͑ geborgt und es war drei Denar wert, so ist er schuldig. Weshalb denn, er kann ja zu ihm sagen: du hast es [als Pfand]119Der Schuldner braucht ja den den Wert des Pfandes übersteigenden Betrag überhaupt nicht zu bezahlen.genommen!? –", "Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie vereinbart120Daß er das Pfand nur in seinem richtigen Werte annimmt.haben, Šemuél aber spricht von dem Falle, wenn sie nicht vereinbart haben.", "Es ist anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaim [streiten]: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] auf ein Pfand geborgt hat, und das Pfand abhanden gekommen ist, so muß er, wie R. Elie͑zer sagt, schwören und er erhält sein Geld; R. A͑qiba sagt, dieser könne zu ihm sagen: du hast mir ja nur auf ein Pfand geborgt, da nun das Pfand verloren ist, so ist dein Geld verloren.", "Wenn aber jemand einem tausend Zuz auf einen Schuldschein geborgt und dieser ihm auch ein Pfand gegeben hat, so stimmen alle überein, daß, wenn das Pfand abhanden gekommen ist, er sein Geld verloren habe.", "In welchem Falle: hat es den Wert des Schuldbetrages," ], [ "was ist demnach der Grund R. Elie͑zers121Weshalb sollte der Schuldner den Verlust tragen.; doch wohl, wenn es den Wert des Schuldbetrages nicht hat, und sie streiten über die Lehre Šemuéls. –", "Nein, wenn es den Wert nicht hat, ist keiner der Ansicht Šemuéls, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn es den Wert des Schuldbetrages hat, und sie streiten über die Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jjçḥaq sagte: Woher, daß der Gläubiger das Pfand eigne? Es heißt: 122Dt. 24,13.dir wird es als Rechtschaffenheit angerechnet werden,", "und wenn er das Pfand nicht eignen würde, wäre ja [die Rückgabe] keine Rechtschaffenheit. Hieraus, daß der Gläubiger das Pfand eigne123RE. ist nicht dieser Ansicht, somit ist der Gläubiger nur ein unentgeltlicher Hüter u. daher nicht haftbar.. –", "Meinst du? R. Jiçḥaq ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn er von ihm das Pfand nicht beim Borgen124Sondern später, per Exekution.genommen hat, sagte er dies etwa auch von dem Falle, wenn er von ihm das Pfand beim Borgen genommen hat!? –", "Vielmehr, in dem Falle, wenn er von ihm das Pfand nicht beim Borgen genommen hat, sind alle der Ansicht R. Jiçḥaqs, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn er von ihm das Pfand beim Borgen genommen hat,", "und zwar streiten sie über den Hüter eines Fundes, Es wurde nämlich gelehrt: Der Hüter eines Fundes gilt, wie Rabba sagt, als unentgeltlicher Hüter," ], [ "und wie R. Joseph sagt, als Lohnhüter125Da er dadurch eine gottgefällige Handlung ausübt und von Gott belohnt wird; dies gilt auch vom Besitzer des Pfandes, da er durch das Borgen eine gottgefällige Handlung ausübt.. –", "[Demnach streiten] Tannaím über die Ansicht R. Josephs? – Nein, hinsichtlich des Fund-Hüters sind alle der Ansicht R. Josephs, und sie streiten vielmehr über den Fall, wenn der Gläubiger das Pfand benutzt126Und er dem Eigentümer die Benutzung vergütet.; einer ist der Ansicht, er übe dennoch eine gottgefällige Handlung aus, und der andere ist der Ansicht, er übe dann keine gottgefällige Handlung aus. –", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber127Über die vorangehende Lehre Šemuéls.folgende Tannaím [streiten]: Wenn jemand seinem Nächsten [Geld] auf ein Pfand geborgt hat und das Erlaßjahr128In dem alle Forderungen verfallen, jedoch nicht, wenn der Gläubiger ein Pfand hat.eingetreten ist, so verfällt [die Schuld] nicht, selbst wenn [das Pfand] nur die Hälfte wert ist – so R. Šimo͑n b. Gamliél; R. Jehuda der Fürst sagt, wenn der Wert des Pfandes der Schuld entspricht, verfällt sie nicht, wenn aber nicht, verfalle sie wohl.", "Wie ist nun das ‘verfällt nicht’ des ersten Autors zu verstehen: wollte man sagen, im entsprechenden Werte, demnach wäre R. Jehuda der Fürst der Ansicht, daß auch der entsprechende Wert verfalle; wozu hält er demnach das Pfand!?", "Doch wohl vollständig, und sie streiten über die Lehre Šemuéls. –", "Nein, tatsächlich im entsprechenden Werte, und ihr Streit besteht in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, im entsprechenden Werte129Verfalle die Schuld nicht., und R. Jehuda der Fürst ist der Ansicht, auch der entsprechende Wert verfalle. Wenn du aber einwendest: wozu hält er demnach das Pfand? Um die Sache in Erinnerung zu behalten.", "", "ALLE, DIE NACH DER TORA ZU SCHWÖREN HABEN, SCHWÖREN UND ZAHLEN NICHT1Dh. der Eid wird dem Beklagten zugeschoben., FOLGENDE ABER SCHWÖREN UND ERHALTEN [BEZAHLUNG]: DER LÖHNER, DER BERAUBTE, DER VERWUNDETE, DESSEN GEGNER EIDESVERDÄCHTIG IST, UND DER KRÄMER AUF GRUND SEINER KLADDE.", "i DER LÖHNER ZUM BEISPIEL: WENN ER ZU JENEM SAGT: GIB MIR MEINEN LOHN, DEN ICH BEI DIR HABE, UND JENER SAGT: ICH HABE IHN DIR BEREITS GEGEBEN, DIESER ABER SAGT: ICH HABE IHN NICHT ERHALTEN, SO SCHWÖRT DIESER UND ERHÄLT IHN. R. JEHUDA SAGT, NUR WENN EIN TEIL EINGESTANDEN WIRD; WENN ZUM BEISPIEL DIESER ZU IHM SAGT: GIB MIR DIE FÜNFZIG DENAR, DIE ICH BEI DIR HABE, UND JENER SAGT: DU HAST BEREITS EINEN GOLD-DENAR2Ein Gold-Denar hat 25 Silber-Denar. ERHALTEN.", "ii DER BERAUBTE, ZUM BEISPIEL: WENN ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER UNBEFUGT IN SEIN HAÜS EINGETRETEN IST, UM IHN ZU PFÄNDEN, UND DIESER SAGT: DU HAST MEINE GERÄTE MITGENOMMEN, JENER ABER SAGT: ICH HABE NICHTS MITGENOMMEN, SO SCHWÖRT DIESER UND ERHÄLT [BEZAHLUNG]. R. JEHUDA SAGT, NUR WENN EIN TEIL EINGESTANDEN WIRD; WENN ZUM BEISPIEL DIESER SAGT: DU HAST ZWEI GERÄTE GENOMMEN, UND JENER SAGT: ICH HABE NUR EINES GENOMMEN.", "iii DER VERWUNDETE, ZUM BEISPIEL: WENN ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER BEI IHM UNVERSEHRT HINEINGEGANGEN UND VERWUNDET HERAUSGEKOMMEN IST, UND DIESER SAGT: DU HAST MICH VERWUNDET, JENER ABER SAGT: ICH HABE DICH NICHT VERWUNDET, SO SCHWÖRT DIESER UND ERHÄLT [ENTSCHÄDIGUNG]. R. JEHUDA SAGT, NUR WENN EIN TEIL EINGESTANDEN WIRD, WENN ZUM BEISPIEL DIESER SAGT: DU HAST MIR ZWEI WUNDEN BEIGEBRACHT, UND JENER SAGT: ICH HABE DIR NUR EINE WUNDE BEIGEBRACHT.", "ivDESSEN GEGNER EIDESVERDÄCHTIG IST, ZUM BEISPIEL: \n" ], [ "WENN ER3Der Beklagte. HINSICHTLICH EINES ZEUGNISEIDES ODER EINES DEPOSITENEIDES ODER SOGAR EINES NICHTIGKEITSSCHWURES [VERDÄCHTIG IST], ODER ER WÜRFELSPIELER, WUCHERER, TAUBENFLIEGENLASSER4Cf. Syn Fol. 25a. ODER SIEBENTJAHRSFRUCHT-HÄNDLER5Cf. Syn. Fol. 25b. IST, SO SCHWÖRT SEIN GEGNER UND ERHÄLT [BEZAHLUNG].\n", "SIND BEIDE EIDESVERDÄCHTIG, SO KEHRT DER EID ZU SEINER URSPRÜNGLICHEN STELLE ZURÜCK – so R. JOSE; R. MEÍR SAGT, SIE TEILEN. \n", "v DER KRÄMER AUF GRUND SEINER KLADDE, ZUM BEISPIEL: NICHT ETWA, WENN ER SAGT: IN MEINER KLADDE STEHT GESCHRIEBEN, DASS DU MIR ZWEIHUNDERT ZUZ SCHULDEST, SONDERN, WENN JENER ZU IHM GESAGT HATTE: GIB MEINEM SOHNE ZWEI SEA͑ WEIZEN, GIB MEINEN ARBEITERN FÜR EINEN SELA͑ MÜNZE, UND DIESER SAGT: ICH HABE GEGEBEN, JENE ABER SAGEN: WIR HABEN NICHTS ERHALTEN, SO SCHWÖRT ER UND ERHÄLT [BEZAHLUNG], UND JENE SCHWÖREN UND ERHALTEN SIE EBENFALLS.", "BEN NANNOS SAGTE: WIESO LASSE MAN BEIDE ZU EINEM MEINEIDE KOMMEN6Dh. wieso sollte man es zulassen, daß durch das Schwören beider Parteien ein Meineid geleistet werde.!? VIELMEHR ERHÄLT SIE DIESER OHNE EID, UND JENE ERHALTEN SIE EBENFALLS OHNE EID.", "vi WENN JEMAND ZU EINEM KRÄMER SAGTE: GIB MIR FÜR EINEN DENAR FRÜCHTE, UND ER SIE IHM GEGEBEN HAT, UND ALS DIESER DARAUF ZU IHM SAGTE: GIB MIR DEN DENAR, JENER IHM ERWIDERT: ICH HABE IHN DIR BEREITS GEGEBEN, UND DU HAST IHN IN DIE GELDKASSE GELEGT, SO SCHWÖRT DER HAUSHERR7Dieser Ausdruck wird im T. überall als Ggs. zum Handwerker, Kaufmann, Arbeiter gebraucht., DASS ER IHM DEN DENAR GEGEBEN HAT. WENN ER ZU IHM8Nachdem er ihm das Geld gegeben hat. SAGT: GIB MIR DIE FRÜCHTE, UND DIESER IHM ERWIDERT: ICH HABE SIE DIR GEGEBEN, UND DU HAST SIE NACH DEINER WOHNUNG GEBRACHT, SO SCHWÖRT DER KRÄMER. R. JEHUDA SAGT, WER DIE FRÜCHTE IN HÄNDEN HAT, HAT DIE OBERHAND9Der Hausherr braucht also (im 1. Falle) nicht zu schwören..", "WENN JEMAND ZU EINEM WECHSLER SAGTE: GIB MIR FÜR EINEN DENAR MÜNZE, UND ER SIE IHM GEGEBEN HAT, UND ALS DIESER DARAUF ZU IHM SAGTE: GIB MIR DEN DENAR, JENER IHM ERWIDERT, ICH HABE IHN DIR BEREITS GEGEBEN, UND DU HAST IHN IN DIE GELDICASSE GELEGT, SO SCHWÖRT DER HAUSHERR; WENN ER IHM ABER DEN DENAR GEGEBEN HAT, UND ALS JENER DARAUF ZU IHM SAGT: GIB MIR DAS KLEINGELD, DIESER IHM ERWIDERT: ICH HABE ES DIR BEREITS GEGEBEN, UND DU HAST ES IN DEINE TASCHE GELEGT, SO SCHWÖRT DER WECHSLER. R. JEHUDA SAGT, EIN WECHSLER PFLEGE NICHT EINEN ASSAR ZU GEBEN, BEVOR ER DEN DENAR erhalten hat.", "WIE SIE AUCH GESAGT HABEN, WENN [EINE FRAU] IHRE MORGENGABE REDUZIERT10Wenn sie zugibt, einen Teil derselben erhalten zu haben; cf. Ket. Fol. 87a., SEI SIE NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN; WENN EIN EINZELNER ZEUGE BEKUNDET, SIE SEI BEZAHLT, SEI SIE NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN; VON BELASTETEN GÜTERN UND VON GÜTERN DER WAISEN SEI SIE NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN; WENN SIE SIE IN SEINER11Ihres geschiedenen Ehemannes.ABWESENHEIT AUSBEZAHLT HABEN WILL, SEI SIE NUR GEGEN EID AUSZUZAHLEN.", "vii FERNER KÖNNEN AUCH WAISEN NUR GEGEN EID BEZAHLUNG ERHALTEN, [SIE SPRECHEN:] EIN SCHWUR, DASS UNSER VATER UNS NICHT HINTERLASSEN HAT, DASS ER UNS NICHT GESAGT HAT, UND DASS WIR UNTER SEINEN SCHRIFTEN NICHT GEFUNDEN HABEN, DASS DIESER SCHULDSCHEIN BEZAHLT IST. R. JOḤANAN B. BEROOA SAGTE: SELBST WENN DER SOHN NACH DEM TODE DES VATERS GEBOREN WURDE, MUSS ER SCHWÖREN UND ERHÄLT [ERST DANN BEZAHLUNG]. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: SIND ZEUGEN VORHANDEN, DASS DER VATER VOR SEINEM TODE GESAGT HAT, DIESER SCHULDSCHEIN SET NICHT BEZAHLT, SO ERHÄLT ER [BEZAHLUNG] OHNE EID.", "FOLGENDE SCHWÖREN, OHNE DASS AN SIE EINE FORDERUNG12Sc. eine präzisierte; cf. infra Fol. 48b.GESTELLT WIRD: GEMEINSCHAFTER, TEILPÄCHTER, VORMUNDE, EINE FRAU, DIE IM HAUSE DAS GESCHÄFT13Die der Ehemann dazu bevollmächtigt hat.FÜHRT, UND EIN HAUSFAKTOTUM. viii SAGT DIESER14Einer der hier genannten Personen zum Kläger.ZU IHM: WAS VERLANGST DU VON MIR, UND ERWIDERT JENER: ICH WILL, DASS DU MIR EINEN EID LEISTEN SOLLST, SO IST ER SCHULDIG.", "HABEN DIE GEMEINSCHAFTER UND DIE TEILPÄCHTER BEREITS GETEILT, SO KANN ER IHM KEINEN EID MEHR ZUSCHIEBEN; HAT ER ABER EINEN EID WEGEN EINER ANDEREN SACHE ZU LEISTEN, SO WIRD ER IHM AUCH WEGEN DIESER ZUGESCHOBEN15Vgl. S. 327 Anm. 50.. DAS ERLASSJAHR ERWIRKT AUCH DIE ERLASSUNG DES EIDES16Bei präzisierten Geldforderungen..", "GEMARA. ALLE, DIE NACH DER TORA ZU SCHWÖREN HABEN, SCHWÖREN UND ZAHLEN NICHT. Woher dies? – Die Schrift sagt:17Ex. 22,10.der Eigentümer soll dies18Den Eid.annehmen, und jener braucht nicht zu bezahlen, wer zu: bezahlen hat, hat den Eid zu leisten.", "FOLGENDE ABER SCHWÖREN UND ERHALTEN &C. Weshalb gerade der Löhner? – Die Rabbanan haben für ihn eine Vorsorge getroffen, daß er schwöre und [seinen Lohn] erhalte. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Hierbei lehrten sie bedeutende Halakhoth. – Sind diese denn Halakhoth19Enter H. werden gewöhnlich überlieferte Lehren verstanden.!? – Sage vielmehr, hierbei treffen sie bedeutende Verordnungen. –", "‘Bedeutende’, demnach gibt es auch unbedeutende!?", "Vielmehr, sagte R. Naḥman im Namen Šemuéls, hierbei treffen sie feststehende Verordnungen: die Rabbanan haben den Eid dem Hausherrn abgenommen und ihn dem Löhner auferlegt, wegen seines Lebensunterhaltes. – Ist denn wegen des Lebensunterhaltes des Löhners dem Hausherrn ein Schaden zuzufügen!? – Dem Hausherrn selber ist es lieb, daß der Löhner schwöre und [seinen Lohn] erhalte, damit sich ihm Arbeiter vermieten. –", "Im Gegenteil, dem Löhner ist es ja lieb, daß der Hausherr schwöre und [von der Zahlung] befreit werde, damit der Hausherr ihn miete!? – Der Hausherr ist [Löhner] zu mieten gezwungen. – Auch der Löhner ist ja sich zu vermieten gezwungen!? – Vielmehr, der Hausherr ist mit seinen Arbeitern beschäftigt20Somit ist anzunehmen, daß er sich im Irrtum befindet.. –", "Sollte er ihm doch ohne Eid bezahlen!? –", "Um den Hausherrn zu beschwichtigen. – Sollte er ihm doch vor Zeugen zahlen!? – Dies wäre ihm lästig. – Sollte er ihm doch vorher zahlen!? – Beiden ist es nachher lieber. –" ], [ "Demnach sollte dies21Daß angenommen werde, der Irrtum befinde sich auf Seiten des Hausherrn.auch von der Preisvereinbarung gelten, während gelehrt wird, daß, wenn der Handwerker sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart, derjenige, der vom anderen fordert,22Der Handwerker., den Beweis zu erbringen habe!? – Die Preisvereinbarung behält man entschieden. –", "Demnach sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn die Zahlungsfrist23Cf. Bm. Fol. 106b.verstrichen ist, während gelehrt wird, daß, wenn die Zahlungsfrist verstrichen ist, und er ihm nicht gezahlt hat, er24Der Löhner.nicht mehr schwören und [seinen Lohn] erhalten könne!? –", "Es ist feststehend, daß der Hausherr nicht das Verbot des Übernachtenlassens25Des Lohnes des Arbeiters, den er ihm vor Anbruch der Nacht zu geben hat; cf. Lev. 19,13.übertrete. – Du sagtest ja aber, der Hausherr sei mit seinen Arbeitern beschäftigt!? – Dies nur bevor die Zeit seiner Verpflichtung heranreicht, sobald aber die Zeit seiner Verpflichtung heranreicht, obliegt es ihm und er denkt daran. –", "Sollte denn der Löhner das Verbot des Raubens übertreten26Cf. Lev. 19,13. Es gilt also als präsumtiv, daß er seinen Lohn nicht erhalten hat.!? Für den Hausherrn gibt es zwei Präsumtionen, erstens begeht der Hausherr nicht das Verbot des Übernachtenlassens und zweitens läßt der Löhner seinen Lohn nicht zurück.", "R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er ihn vor Zeugen gemietet hat, wenn er ihn aber ohne Zeugen gemietet hat, so ist er, da er sagen könnte: ich habe dich überhaupt nicht gemietet, auch glaubhaft27Auch ohne Eid.; wenn er sagt, ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn bezahlt. R. Jiçḥaq sprach zu ihm: Recht so, so sagte auch R. Joḥanan. –", "Demnach streitet Reš Laqiš gegen ihn? – Manche sagen, er trank28Vgl. S. 369 Anm. 53.gerade und schwieg daher und manche sagen, er wartete28Vgl. S. 369 Anm. 53.ab und schwieg.", "Es wurde auch gelehrt: R. Menasja b. Zebid sagte im Namen Rabhs: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn er ihn vor Zeugen gemietet hat, wenn er ihn aber ohne Zeugen gemietet hat, so ist er, da er sagen könnte: ich habe dich überhaupt nicht gemietet, auch glaubhaft, wenn er sagt: ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn bezahlt.", "Rami b. Ḥama sagte: Wie vortrefflich ist diese Lehre! Raba sprach zu ihm: Worin besteht die Vortrefflichkeit; wieso könnte demnach der Hüter-Eid29Daß sich ein Unfall ereignet hat, für den der Hüter nicht verantwortlich ist; cf. Ex. 22,9ff.vorkommen, zu dem der Allbarmherzige verpflichtet hat, [man sollte doch sagen:] da er sagen könnte, er wisse30Vgl. Bd. III S. 243 Anm. 273. von nichts, sei er auch glaubhaft, wenn er sagt, es habe sich ein Unfall ereignet!? –", "Wenn er es ihm vor Zeugen übergeben hat. – Da er sagen könnte, er habe es ihm zurückgegeben, sollte er auch glaubhaft sein, wenn er sagt, es habe sich ein Unfall ereignet!? –", "Wenn er es ihm gegen einen Schein übergeben31Die Ablieferung sollte gegen Auslieferung des Scheines erfolgen.hat. –", "Demnach wären beide der Ansicht, wenn jemand seinem Nächsten etwas vor Zeugen zur Verwahrung gibt, brauche dieser es ihm nicht vor Zeugen zurückzugeben, wenn aber gegen einen Schein, müsse er es ihm vor Zeugen zurückgeben.", "Rami b. Ḥama sprach über R. Šešeth folgenden Schriftvers:32iSam. 21,13.da nahm sich David diese Worte zu Herzen. R. Šešeth traf nämlich einst Rabba b. Šemuél und fragte ihn: Hat der Meister etwas über [das Gesetz vom] Löhner gelernt!? – Dieser erwiderte: Jawohl, ich habe folgendes gelernt: Zur Frist schwört der Löhner und erhält [seinen Lohn]; und zwar, wenn er zu ihm sagt: du hast mich gemietet und mir meinen Lohn nicht gezahlt, und jener sagt: ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn gezahlt; wenn er aber zu ihm sagt: du hast mit mir zwei vereinbart und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart, so hat, wer von seinem Nächsten fordert, den Beweis zu erbringen.", "Wenn es nun im Schlußsatze heißt, daß er den Beweis erbringen müsse, so erhält er ja im Anfangsatze auch ohne Beweis33R. u. Š. bezogen unsere Mišna auf den Fall, wenn der Lohnarbeiter Zeugen hat, daß jener ihn gemietet hat..", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:" ], [ "Sowohl im Anfangsatze als auch im Schlußsatze erhält er nur gegen Beweis, er lehrt aber nur vom Beweise inbetreff der Zahlung, nicht aber vom Beweise inbetreff der Eidesleistung34Bei Beweisantritt des Anfangsatzes wird dem Lohnarbeiter ein Eid zugeschoben, bei dem des Schlußsatzes erhält er Zahlung..", "R. Jirmeja b. Abba sagte: Aus der Schule Rabhs ließen sie Šemuél fragen: Möge uns der Meister lehren, wer schwören muß, wenn der Handwerker sagt: du hast mit mir zwei vereinbart, und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart? Dieser erwiderte ihnen: In diesem Falle schwört der Hausherr und der Handwerker erleidet den Schaden, denn die Vereinbarung des Preises behalten die Leute bestimmt. –", "Dem ist ja aber nicht so, Rabba b. Šemuél lehrte ja, daß bei einem [Streite über den] vereinbarten Preis derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis erbringen müsse, und wenn dieser den Beweis nicht erbringt, jener nicht zu zahlen brauche; weshalb nun, sollte doch der Hausherr schwören und der Handwerker den Schaden erleiden!? – R. Naḥman erwiderte: Er lehrt dies je nachdem: entweder er erbringt den Beweis und erhält [das Verlangte], oder der Hausherr schwört und der Handwerker erleidet den Schaden.", "Man wandte ein: Wenn jemand sein Gewand einem Handwerker gegeben hat, und dieser sagt, du hast mit mir zwei vereinbart, und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart, so muß, solange das Gewand sich beim Handwerker befindet, der Eigentümer den Beweis erbringen; hat er es ihm bereits abgeliefert, so kann er, wenn er zur Frist fordert, schwören und [die Forderung] erhalten, ist die Frist verstrichen, so hat, wer von seinem Nächsten fordert, den Beweis zu erbringen.", "Zur Frist aber kann er schwören und [die Forderung] erhalten; weshalb nun, sollte doch der Eigentümer schwören und der Handwerker den Schaden erleiden!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, wenn der Eid sich dem Hausherrn zuneigt, schwöre der Löhner und erhalte [die Forderung], –", "Welche [Lehre] R. Jehudas: wollte man sagen, [die Lehre] R. Jehudas in unserer Mišna, so ist er ja erschwerend35Für den Arbeiter., denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, nur wenn ein Teil eingestanden wird!? –", "Vielmehr, [die Lehre] R. Jehudas in der folgenden Barajtha. Es wird nämlich gelehrt: Der Löhner kann, solange seine Frist nicht verstrichen ist, schwören und [seine Forderung] erhalten, sonst36Dh. nachdem die Frist verstrichen ist.aber kann er nicht schwören und sie erhalten. Hierzu sagte R. Jehuda: Nur dann, wenn er zu ihm sagt: gib mir meinen Lohn, fünfzig Denar, die ich bei dir habe, und jener sagt: du hast davon bereits einen Gold-Denar erhalten, oder wenn er sagt: du hast mit mir zwei vereinbart, und jener sagt: ich habe mit dir nur einen vereinbart;", "wenn jener aber sagt: ich habe dich überhaupt nicht gemietet, oder: ich habe dich gemietet und dir deinen Lohn gegeben, so muß derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis erbringen.", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: [Die Lehre von der] Preisvereinbarung vertritt also die Ansicht R. Jehudas und nicht die der Rabbanan; wenn nun, wo R. Jehuda erschwerend ist, die Rabbanan erleichternd sind, wie sollten denn, wo R. Jehuda erleichternd ist, die Rabbanan erschwerend sein!? –", "Wenn etwa die der Rabbanan, wessen Ansicht vertritt demnach die Lehre des Rabba b. Šemuél, daß nämlich bei der Preisvereinbarung derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis erbringen müsse, doch weder die Ansicht R. Jehudas noch die der Rabbanan!?", "Vielmehr, erklärte Raba, besteht ihr Streit in folgendem: R. Jehuda ist der Ansicht, bei einer [Verordnung] der Tora37Dh. wenn nach der Tora der Hausherr zu schwören hat, wenn er nämlich einen Teil der Forderung eingesteht.trafen sie eine Vorsorge für den Löhner, während eine rabbanitische38Wenn der Hausherr die ganze Forderung abstreitet, so braucht er nach der Tora nicht zu schwören, und nur ein rabbanitischer Eid (שבועת היסת) könnte ihm zugeschoben werden.an und für sich eine Vorsorge ist, und wir keine Vorsorge für eine Vorsorge treffen,", "die Rabbanan aber sind der Ansicht, auch bei einer rabbanitischen trafen sie eine Vorsorge für den Löhner; die Preisvereinbarung aber behält man39Daher muß der Löhner den Beweis erbringen. Eine prinzipielle Erleichterung bezw. Erschwerung berücksichtigen sie bei ihrem Streite nicht..", "DER BERAUBTE, ZUM BEISPIEL: WENN ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER UNBEFUGT IN SEIN HAUS EINGETRETEN IST, UM IHN ZU PFÄNDEN &C. Vielleicht hat er ihn nicht gepfändet, sagte etwa nicht R. Naḥman, daß, wenn jemand eine Axt in die Hand nimmt und sagt, er gehe die Dattelpalme von jenem niederhauen, und man sie später niedergehauen findet, wir nicht sagen, dieser habe sie niedergehauen.", "Wir sehen also, ein Mensch drohe ohne es auszuführen, ebenso [sollte man] auch hierbei [sagen], er habe nur gedroht und es nicht ausgeführt!? – Sage: und gepfändet hat. – Sehe man doch, was er gepfändet hat!? Raba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn er von ihm Geräte fordert, die man unter den Schlagfittig nehmen kann.", "R. Jehuda sagte: Wenn man einen Geräte unter seinen Schlagfittig nehmen und herausgehen gesehen hat," ], [ "und dieser sagt, er habe sie gekauft40Und der Eigentümer dies bestreitet., so ist er nicht glaubhaft. Dies gilt nur von dem Falle, wenn der Hausherr seine Geräte nicht zu verkaufen pflegt, wenn der Hausherr aber seine Geräte zu verkaufen pflegt, so ist er glaubhaft. Und auch in dem Falle, wenn jener seine Geräte nicht zu verkaufen pflegt, gilt dies nur von Dingen, die man nicht zu verstecken pflegt, wenn es aber Dinge sind, die man zu verstecken pflegt, so ist er glaubhaft.", "Und auch bei Dingen, die man nicht zu verstecken pflegt, gilt dies nur von einem Menschen, der sonst nichts zu verstecken pflegt, wenn es aber ein Mensch ist, der auch sonst zu verstecken pflegt, so ist dies seine Gewohnheit. Ferner gilt dies nur von dem Falle, wenn jener sagt, er habe sie ihm geborgt, und dieser sagt, er habe sie gekauft, wenn er aber sagt, dieser habe sie gestohlen, so ist er nicht glaubhaft, einen Menschen des Diebstahles zu bezichtigen41Vielmehr kann der Beschuldigte einen Eid leisten, daß er sie gekauft habe..", "Dies42Daß er nicht glaubhaft ist, wenn er sagt, er habe sie gekauft. gilt auch nur von Dingen, die man zu verleihen und zu vermieten pflegt, bei Dingen aber, die man nicht zu verleihen und zu vermieten pflegt, ist er glaubhaft. So ließ auch R. Hona b. Abin sagen: Bei Dingen, die man zu verleihen und zu vermieten43Also nicht bei solchen, die man nicht zu verborgen pflegt.pflegt, ist er nicht glaubhaft, wenn er sagt, er habe sie von ihm gekauft. Raba ließ einst von Waisen eine Kleiderschere und ein Agadabuch44Von welchen jemand behauptete, er habe sie ihrem Vater geborgt.wegnehmen, weil es Dinge sind, die man zu verleihen und zu vermieten pflegt.", "R. Papa sagte: Hierbei45Dies bezieht sich auf die Mišna: wenn Zeugen jemand in das Haus eintreten sehen, um den Eigentümer zu pfänden.kann selbst der Haushüter schwören, und selbst die Frau des Haushüters kann schwören. R. Papa fragte: Wie ist es bei seinem Mietling und Erntesammler? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Jemar sprach zu R. Aši: Wie ist es, wenn er von ihm einen silbernen Becher fordert? – Wir sehen: ist er ein reicher Mann oder ein glaubwürdiger Mann, bei dem die Leute [solche Dinge] zu verwahren pflegen, so schwört er und erhält, sonst aber nicht.", "DER VERWUNDETE, ZUM BEISPIEL: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies gilt nur von dem Falle, wenn [die Wunde] sich an einer Stelle befindet, wo er selber sie sich beibringen konnte, wenn aber an einer Stelle, wo er selber sie sich nicht beibringen konnte, so erhält er [Entschädigung] ohne Eid. –", "Sollte man doch berücksichtigen, er könnte sich an die Wand gestoßen haben!? – R. Ḥija lehrte, wenn er eine Bißwunde am Rücken oder an den Armgelenken hat. – Vielleicht ließ er sie sich durch einen anderen beibringen!? – Wenn kein anderer da war.", "WENN DER GEGNER EIDESVERDÄCHTIG &C. ODER SOGAR EINES NICHTIGKEITSSCHWURES. Was heißt: sogar eines Nichtigkeitsschwures? –", "Von jenen ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist es von jenen, wo er Geld abgeleugnet hat, aber sogar wegen dieses, wobei es sich nur um Worte handelt, ist er nicht mehr glaubhaft. – Sollte er es auch vom Bekräftigungsschwure lehren!? –", "Er lehrt dies nur von einem Schwure, der schon beim Schwören falsch ist, nicht aber lehrt er es vom Bekräftigungsschwure, der beim Schwören wahr sein46Sondern erst bei der Verletzung desselben.kann. –", "Allerdings [wenn er schwor:] ich werde essen, oder: ich werde nicht essen, wie ist es aber in dem Falle zu erklären, [wenn er schwor:] ich habe gegessen, oder: ich habe nicht gegessen!? – Er lehrt dies vom Nichtigkeitsschwure" ], [ "und allem, was diesem gleicht47Also auch dem assertorischen Bekräftigungsschwure..", "ODER WÜRFELSPIELER IST. Wozu ist dies weiter nötigt? – Er lehrt dies von der Unzulässigkeit nach der Tora und der Unzulässigkeit nach den Rabbanan48Dieser gilt nur nach rabb. Bestimmung als Räuber..", "SIND BEIDE EIDESVERDÄCHTIG. Raba sprach zu R. Naḥman: Wie lautet diese Lehre49Er wußte nicht, welche Ansicht RJ. u. welche RM. vertritt.? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht. – Wie wird die Halakha entschieden? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht.", "Es wurde gelehrt: R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: R. Jose sagt: sie teilen. Ebenso lehrte auch R. Zebid b. Oša͑ja: R. Jose sagt: sie teilen. Manche lesen: R. Zebid lehrte im Namen R. Oša͑jas: R. Jose sagt: sie teilen. R. Joseph b. Minjomi sagte: R. Naḥman traf einst eine Entscheidung, daß sie teilen sollen.", "SO KEHRT DER EID ZU SEINER URSPRÜNGLICHEN STELLE ZURÜCK. Wohin kehrt er zurück? R. Ami erwiderte: Unsere Meister in Babylonien sagten, der Eid kehre zum Berge Sinaj50Dh. das Gericht weist die Klage ab.zurück; unsere Meister im Jisraéllande sagten, der Eid kehre zu dem zurück, der ihn zu leisten51Zum Beklagten, u. da er nicht schwören kann, so muß er bezahlen.hätte.", "R. Papa sagte: Unsere Meister in Babylonien, das sind Rabh und Šemuél, unsere Meister im Jisraéllande, das ist R. Abba. Unsere Meister in Babylonien, das sind Rabh und Šemuél, denn wir haben gelernt: Ferner können auch die Waisen nur gegen Eid Bezahlung erhalten. Hierzu fragten wir: von wem, wenn vom Schuldner, so würde ja ihr Vater ohne Eid erhalten haben, und sie sollten nur gegen Eid erhalten!? Vielmehr meint er es wie folgt: ferner erhalten Waisen von Waisen Bezahlung nur gegen Eid,", "und Rabh und Šemuél sagten beide, daß sie dies nur von dem Falle gelehrt haben, wenn der Gläubiger bei Lebzeiten des Schuldners gestorben ist, wenn aber der Schuldner bei Lebzeiten des Gläubigers gestorben ist, so schuldete bereits der Gläubiger den Kindern des Schuldners einen Eid, und niemand kann seinen Kindern einen Eid vererben52Sie sind also der Ansicht, daß in einem solchen Falle die Klage zurückgewiesen werde..", "Unsere Meister im Jisraéllande, das ist R. Abba. Einst entriß nämlich jemand seinem Nächsten einen Barren. Hierauf kam die Sache vor R. Ami, vor dem R. Abba saß, und jener brachte einen Zeugen, daß er ihn ihm entrissen habe. Der andere erwiderte: Freilich habe ich ihn ihm entrissen, er gehörte aber mir.", "Da sprach R. Ami: Wie sollen nun die Richter53Vgl. S. 334 Anm. 91 bis 93.in dieser Sache urteilen: wollte man ihn bezahlen heißen, so sind ja keine zwei Zeugen vorhanden; wollte man ihn freisprechen, so ist ja ein Zeuge vorhanden; wollte man ihn schwören lassen, so gleicht er ja, da er zugibt, ihn ihm entrissen zu haben, einem Räuber.", "R. Abba erwiderte ihm: Er ist also einen Eid schuldig und kann ihn nicht leisten, und wer einen Eid schuldig ist und ihn nicht leisten kann, muß bezahlen54Der Schwur kehrt also zum Kläger zurück..", "Raba sagte: Die Ansicht R. Abbas ist einleuchtend, denn R. Ami lehrte:56Ex. 22,10.Ein Eid beim Herrn soll zwischen beiden entscheiden, nicht aber zwischen den Erben.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn der eine sagt: mein Vater hinterließ eine Mine bei deinem Vater, und der andere ihm erwidert: fünfzig57Zuz; die Mine hat 100 Z.hinterließ er und fünfzig nicht, so gibt es ja hierbei keinen Unterschied58Da er die Hälfte mit Entschiedenheit abstreitet.zwischen ihm selbst und zwischen seinem Vater.", "Doch wohl, wenn der eine sagt: mein Vater hinterließ eine Mine bei deinem Vater, und der andere ihm erwidert: von fünfzig weiß ich und von den anderen fünfzig weiß ich nicht." ], [ "Erklärlich ist es nun, wenn du sagst, in einem solchen Falle sei der Vater schuldig59Einen Eid., daß ein Schriftvers lehrt, die Erben seien frei, wozu aber ist der Schriftvers wegen der Erben nötig, wenn du sagst, in einem solchen Falle sei auch der Vater frei!? –", "Wofür verwenden Rabh und Šemuél den [Schriftvers:] Ein Schwur beim Herrn soll zwischen beiden entscheiden? –", "Dieser ist wegen der folgenden Lehre nötig: Šimo͑n b. Tryphon sagte: Ein Schwur beim Herrn soll zwischen beiden entscheiden, dies lehrt, daß der Schwur auf beiden60Cf. supra Fol. 39b.lastet.", "Šimo͑n b. Tryphon sagte: Woher ist das Verbot der Kuppelei zu entnehmen? Es heißt:61Ex. 20,14.du sollst nicht huren, und [man lese:] huren lassen. 62Dt. 1 27.Ihr habt in euren Zelten gemurrt;", "Šimo͑ b. Tryphon erklärte: Ihr63Die Kundschafter; cf. Num. 13,2ff.habt das Zelt des Herrn ausgekundschaftet64Das W. תרגנו wird als Kompositum von תור auskundschaften, ausforschen u. גנה schmähen, lästern, beschimpfen aufgefaßt.und es beschimpft.", "65Dt. 1,7.Bis :zum großen Strome, dem Euphratstrome. Šimo͑n b. Tryphon erklärte: Nähere66Der E. ist ein kleiner Strom, u. er wird nur deshalb als groß bezeichnet, weil er sich in Palästina befindet.dich dem Großen, so wirst du groß67Eigentl.: dem Fetten, so wirst du fett; viell, (so Raschi) nähere dich dem Gesalbten, so wirst du gesalbt; nach der Bedeutung der Wurzel דהן Syrischen sind beide Erklärungen zulässig.. In der Schule R. Jišma͑él wurde gelehrt: Der Knecht eines Königs ist wie ein König.", "DER KRÄMER AUF GRUND SEINER KLADDE &C. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Wozu die Belästigung durch diesen Eid68Aus dieser Äußerung Rabbis geht nicht hervor, ob nur die Löhner schwören, od. beide ohne Eid erhalten.? R. Ḥija b. Abba sprach zu ihm: Wir haben gelernt: Sie schwören beide und erhalten [Bezahlung] vom Hausherrn. –", "Hat [Rabbi] dies anerkannt oder nicht? - Komm und höre: Es wird gelehrt: Rabbi sagte: die Arbeiter schwören dem Krämer. Wenn dem nun so69Daß der Krämer Zahlung erhalte.wäre, so müßten sie es ja dem Hausherrn.", "Raba erwiderte: Die Arbeiter schwören dem Hausherrn im Beisein des Krämers, damit sie sich vor ihm schämen70Einen Meineid zu leisten..", "Es wurde gelehrt: Wenn zwei Zeugenpartien einander widersprechen, so kann, wie R. Hona sagt, die eine kommen und besonders Zeugnis71In einer anderen Sache, da man keine der beiden Partien überführen kann; wenn aber 2 Zeugen aus beiden Partien zusammen Zeugnis ablegen, so ist das Zeugnis ungültig, da auf jeden Fall einer nicht eidesfähig ist.ablegen, und die andere kommen und besonders Zeugnis ablegen; R. Ḥisda aber sagt: was sollen wir mit falschen72Jede der beiden Partien ist eidesverdächtig.Zeugen!?", "Sind es zwei Gläubiger, zwei Schuldner und zwei73Dh. 2 von einander vollständig getrennte Prozeßsachen, u. jede der beiden Partien je einen Schuldschein unterzeichnet hat.Schuldscheine, so besteht hierüber ihr Streit; wenn ein Gläubiger, ein Schuldner und zwei74Und jede Partie je einen Schuldschein unterzeichnet hat.Schuldscheine, so hat der Besitzer der Schuldscheine75Die Unterschriften des einen Schuldscheines sind bestimmt ungültig, u. des Zweifels wegen wird angenommen, der größere Schuldschein sei ungültig; die kleinere Schuld muß jedoch bezahlt werden, da dem Gläubiger dieser Betrag auf jeden Fall zukommt.die Unterhand;", "wenn zwei Gläubiger, ein Schuldner und zwei Schuldscheine74Und jede Partie je einen Schuldschein unterzeichnet hat., so ist dies der Fall76Von beiden Forderungen ist eine falsch; dies gleicht dem Falle unserer Mišna, wenn Krämer u. Löhner vom Hausherrn Bezahlung verlangen.unserer Mišna ; wie ist es aber, wenn es zwei Schuldner, ein Gläubiger und zwei Schuldscheine74Und jede Partie je einen Schuldschein unterzeichnet hat.sind77Nach R. Hona; gilt dies als getrennte Fälle, da es 2 Schuldner sind, od. kann jeder, da es ein Gläubiger ist, sagen, sein Schuldschein sei der falsche.? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Hona b. Jehuda wandte ein:" ], [ "Wenn einer78Der Zeugen, die das Erscheinen des Neumondes bekunden; cf. Rh. Fol. 23b.sagt, er79Der Mond vom Horizonte.sei zwei, und einer sagt, er sei drei Ochsenstecken hoch gewesen, so ist ihr Zeugnis80Weil hierbei ein Irrtum möglich ist.gültig; wenn aber einer drei sagt, und einer fünf sagt, so ist ihr Zeugnis ungültig, jedoch wird die Aussage des einen mit der eines anderen vereinigt.", "Doch wohl als Zeuge in Geldsachen81Übereinstimmend mit R. Hona.!? Raba erwiderte: Einer wird mit einem anderen als Zeugenpartie82In derselben Sache; da seine Aussage von anderen Zeugen unterstützt wird, so ist es erwiesen, daß er ein zuverlässiger Zeuge ist.hinsichtlich [der Festsetzung] des Neumondes vereinigt; sodann sind es zwei gegen einen, und die Aussage des einen gegen zwei hat keine Geltung.", "WENN JEMAND ZU EINEM KRÄMER SAGTE: GIB MIR FÜR EINEN DENAR FRÜCHTE &C. ES wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn die Früchte zusammengehäuft vor ihnen liegen und beide über diese streiten; hat er sie aber in seinem Korbe über den Rücken gehängt, so hat, wer von seinem Nächsten fordert, den Beweis zu erbringen83Der Käufer braucht nicht einmal zu schwören..", "WENN JEMAND ZU EINEM WECHSLER SAGTE: GIB MIR &C. Und beides ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, [so könnte man glauben,] die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur hierbei, weil Früchte verfaulen, und da sie verfaulen, so läßt man sie nicht lange84Der Krämer beeilt sich, sie in das Gefäß des Käufers zu schütten, obgleich er das Geld noch nicht erhalten hat.liegen, bei barem Gelde aber, das nicht verfault, pflichten sie R. Jehuda bei.", "Und würde er nur das andere gelehrt haben, [so könnte man glauben,] R. Jehuda vertrete seine Ansicht nur bei diesem Falle, bei jenem aber pflichte er den Rabbanan bei. Daher ist beides nötig.", "WIE SIE AUCH GESAGT HABEN, WENN [EINE FRAU] IHRE MORGENGABE REDUZIERT &C. FERNER KÖNNEN AUCH WAISEN &C. BEZAHLUNG ERHALTEN. Von wem, wollte man sagen, vom Gläubiger, so würde ja ihr Vater ohne Eid erhalten haben, weshalb sie nur gegen Eid!? – Er meint es wie folgt: ebenso können Waisen von Waisen nur gegen Eid Bezahlung erhalten.", "Rabh und Šemuél sagten beide: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn der Gläubiger bei Lebzeiten des Schuldners gestorben ist, wenn aber der Schuldner bei Lebzeiten des Gläubigers, so schuldete bereits der Gläubiger den Kindern des Schuldners einen Eid, und niemand kann seinen Kindern einen Eid vererben.", "Sie ließen R. Elea͑zar fragen: Welche Bedeutung hat dieser Eid? Er ließ ihnen erwidern: Die Erben leisten den Erbeneid85Daß ihr Vater ihnen nicht hinterlassen hat, die Schuld sei bezahlt.und erhalten [Bezahlung]. Darauf ließen sie es R. Ami fragen, und dieser sprach: So viel lassen sie es umherfragen. Würden wir denn, wenn wir darüber etwas wüßten, es ihnen nicht mitgeteilt haben!? Hierauf sprach R. Ami: Da wir nun dabei sind, so wollen wir darüber etwas sagen.", "Ist [der Gläubiger] vor Gericht erschienen und darauf gestorben, so schuldete er bereits den Kindern des Schuldners einen Eid, und niemand kann seinen Kindern einen Eid vererben; ist er aber, ohne vor Gericht erschienen zu sein, gestorben, so leisten die Erben den Erbeneid und erhalten [Bezahlung].", "R. Naḥman wandte ein: Verpflichtet ihn denn das Gericht zu diesem Eide, sobald der Schuldner gestorben ist, schuldet ja der Gläubiger diesen Eid86Auch ohne vor Gericht erschienen zu sein.den Kindern des Schuldners!?", "Vielmehr, sagte R. Naḥman, hat die Lehre von Rabh und Šemuél87Daß man seinen Kindern keinen Eid vererben könne.Geltung, so gilt sie, wenn aber nicht, so gilt sie nicht88Ohne Unterschied, ob der Vater vor Gericht erschienen ist oder nicht.. – Demnach ist ihm dies89Ob die Lehre von R. u. S. Geltung habe.unentschieden, während ja R. Joseph b. Minjomi sagte, R. Naḥman habe eine Entscheidung getroffen, daß sie teilen90Wenn beide keinen Eid leisten können, was unserem Falle gleicht.sollen!? – Er sagte dies nach der Ansicht R. Amis, während er selber nicht dieser Ansicht ist.", "R. Oša͑ja wandte ein: Stirbt sie, so müssen ihre Erben innerhalb fünfundzwanzig Jahren91Nach dem Tode des Ehemannes.ihre Morgengabe mahnen92Damit keine Verjährung eintrete; in diesem Falle starb der Schuldner, der Mann, bei Lebzeiten des Gläubigers, der Frau.!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie vor ihrem Tode einen Eid geleistet hat. –", "Komm und höre: Wenn er die eine geheiratet hat und sie gestorben ist, und darauf die zweite und er gestorben ist, so gehen die zweite und ihre Erben den Erben der ersten93Bei der Auszahlung der Morgengabe.vor!? – Hier handelt es sich ebenfalls um den F all, wenn sie vor ihrem Tode einen Eid geleistet hat. –", "Komm und höre: Wohl aber können seine Erben sie, ihre Erben und ihre Bevollmächtigten schwören94Demnach handelt es sich um den Fall, wenn sie keinen Eid geleistet hat, u. in jener Lehre heißt es, daß ihre Erben schwören u. Zahlung erhalten.lassen!?", "R. Šema͑ja erwiderte: Er lehrt es je nachdem: sie, wenn sie Witwe ist, ihre Erben, wenn sie geschieden ist.", "R. Nathan b. Hoša͑ja wandte ein: Die Rechte des Sohnes sind bedeutender als die des Vaters," ], [ "denn der Sohn kann [die Forderung] sowohl gegen Eid als auch ohne Eid einfordern, während der Vater sie nur gegen Eid einfordern könnte.", "Doch wohl in dem Falle, wenn der Schuldner bei Lebzeiten des Gläubigers gestorben ist, und er lehrt, der Sohn könne sie sowohl gegen Eid als auch ohne Eid einfordern. Gegen Eid: den Erbeneid, ohne Eid: nach R. Šimo͑n b. Gamliél95Wenn Zeugen vorhanden sind, daß der Vater vor seinem Tode erklärt hat, die Schuld sei nicht bezahlt.!?", "R. Joseph erwiderte: Hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, welcher sagt, der zur Einlösung stehende Schuldschein gelte als eingelöst.", "Einst traf R. Naḥman in Sura ein und besuchte R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona. Da sprachen sie zu ihm: Möge der Meister kommen und die Lehre von Rabh und Šemuél aufheben. Dieser erwiderte: Ich habe mich so viele Parasangen herbemüht, und soll nun die Lehre von Rabh und Šemuél aufheben! Sorget vielmehr, daß zu dieser nichts hinzugefügt96Sie sagten dies nur von dem Falle, wenn der Schuldner bei Lebzeiten des Gläubigers gestorben ist; man sorge nun dafür, daß die Lehre, niemand könne seinen Kindern einen Eid vererben, nicht auch auf andere Fälle ausgedehnt werde.werde. – In welchen Fällen zum Beispiel? – R. Papa sagte, wenn jemand seinen Schuldschein reduziert hat97Dh. zugegeben hat, einen Teil der Schuld erhalten zu haben; in diesem Falle kann er den Rest nur gegen Eid erhalten.und gestorben ist, so leisten seine Erben den Erbeneid und erhalten [die Forderung].", "Einst starb jemand und hinterließ einen Bürgen98Worauf auch der Gläubiger starb.; da wollte R. Papa entscheiden, auch in diesem Falle sei es angebracht, nichts hinzuzufügen99Da die Erben des Gläubigers nicht die Erben des Schuldners, sondern den Bürgen verklagten., da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu R. Papa: Würde sich der Bürge etwa nicht an die Waisen gehalten haben!?", "Einst starb jemand und hinterließ einen Bruder. Da wollte Rami b. Ḥama entscheiden, auch in diesem Falle sei es angebracht, nichts hinzuzufügen. Da sprach Raba zu ihm: Welchen Unterschied gibt es denn zwischen [dem Eide]: daß mein Vater mir nicht hinterlassen hat, und [dem Eide]: daß mein Bruder mir nicht hinterlassen hat.", "R. Ḥama sagte: Da nun die Halakha weder nach Rabh und Šemuél noch nach R. Elea͑zar gelehrt worden ist, so ist die Entscheidung des Richters, wenn er sie nach Rabh und Šemuél getroffen hat, gültig, und wenn er sie nach R. Elea͑zar getroffen hat, ebenfalls gültig.", "R. Papa sagte: Einen Schuldschein der Waisen zerreißen wir nicht, auch lösen wir ihn nicht ein. Wir lösen ihn nicht ein, weil vielleicht nach Rabh und Šemuél zu entscheiden ist; wir zerreißen ihn nicht, weil eine Entscheidung, die ein Richter nach R. Eleázar getroffen hat, gültig ist.", "Einst traf ein Richter eine Entscheidung nach R. Elea͑zar. Da sprach ein Gelehrter, der in dieser Stadt war: Ich kann ein Schreiben aus dem Westen bringen, daß die Halakha nicht nach R. Elea͑zar zu entscheiden sei. Jener erwiderte ihm: Wenn du es bringst. Hierauf kam er vor R. Ḥama, und dieser sprach zu ihm: Eine Entscheidung, die ein Richter nach R. Elea͑zar getroffen hat, ist gültig.", "FOLGENDE SCHWÖREN. Sprechen wir denn von Dummköpfen100Die ohne aufgefordert zu werden, einen Eid leisten.!? – Er meint es wie folgt: folgende schwören, auch wenn an sie keine bestimmte Forderung gerichtet wird, sondern nur eine unbestimmte: Gemeinschafter und Teilpächter.", "Es wird gelehrt: Unter einem Hausfaktotum, von dem sie sprechen, ist nicht nur einer zu verstehen, der da direkt mit den Füßen ein- und ausgeht, sondern, der ihm Arbeiter besorgt oder abbestellt, der ihm Früchte liefert oder unterbringt. –", "Weshalb gerade diese? – Weil diese sich [eine Vergreifung] erlauben.", "R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Jedoch nur, wenn sie eine Forderung im Werte von zwei Silberlingen haben. –", "Also nach Šemuél, während ja R. Ḥija eine Lehre als Stütze für Rabh101Cf. supra Fol. 40a.zitierte!? – Lies: wenn [soviel] von der Forderung geleugnet wird, nach Rabh.", "HABEN DIE GEMEINSCHAFTER UND DIE TEILPÄCHTER BEREITS GETEILT. Sie fragten: Kann man ihnen [einen Eid] durch einen anderen102Vgl. S. 327 Anm. 50.rabbanitischen zuschieben? –", "Komm und höre: Wenn er von ihm im Vorjahre des Erlaßjahres geborgt hat und nach Ablauf des Erlaßjahres sein Gemeinschafter oder sein Teilpächter geworden ist, so wird ihm kein [Eid] zugeschoben. Also nur dann, wenn er von ihm im Vorjahre des Erlaßjahres geborgt hat, weil das Erlaßjahr [die Schuld] verfallen läßt, in den übrigen Jahren des Septenniums wird er ihm demnach wohl zugeschoben!? –", "Folgere nicht, daß er ihm in den übrigen Jahren des Septenniums wohl zugeschoben wird, sondern: wenn er im Vorjahre des Erlaßjahres sein Gemeinschafter oder sein Teilpächter geworden war und nach Ablauf des Erlaßjahres von ihm Geld geborgt hat, so wird er ihm zugeschoben. –", "Dies lehrt er ja ausdrücklich: wenn er aber im Vorjahre des Erlaßjahres sein Gemeinschafter oder sein Teilpächter geworden war und nach Ablauf des Erlaßjahres von ihm Geld geborgt hat, so wird er ihm zugeschoben!? Schließe hieraus, daß man ihn auch durch einen rabbanitischen zuschiebe. Schließe hieraus.", "R. Hona sagte:" ], [ "Durch alle anderen Eide wird ein Eid zugeschoben, nur nicht durch den des Lohnarbeiters. R. Ḥisda sagte: Bei allen anderen wird keine Erleichterung103Vielmehr wird ihm wegen dieses Eides event, auch ein anderer zugeschoben.gesucht, wohl aber beim Lohnarbeiter. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob man für ihn eintritt104Nach der 1. Ansicht schiebt ihm das Gericht den anderen Eid zu, selbst wenn der Kläger dies nicht verlangt, nach der 2. Ansicht nur auf Verlangen des Klägers..", "DAS ERLASSJAHR &C. Woher dies? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:105Dt. 15,2.dies ist das Wort über das Erlaßjahr, es erläßt auch Worte.", "", "iES GIBT VIELERLEI HÜTER1Cf. Ex. 22,6ff.: DER UNENTGELTLICHE Hüter, DER ENTLEIHER, DER LOHNHÜTER UND DER MIETER.", "DER UNENTGELTLICHE HÜTER KANN IN ALLEN FÄLLEN2Er ist selbst bei Verlust oder Diebstahl nicht ersatzpflichtig, obgleich bei sorgsamer Behandlung dies vermieden werden könnte. SCHWÖREN, DER ENTLEIHER MUSS IN ALLEN FÄLLEN3Selbst bei einem unabwendbaren Unfälle. BEZAHLEN,\n", "DER LOHNHÜTER UND DER MIETER KÖNNEN SCHWÖREN, [WENN DAS ANVERTRAUTE Vieh] EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN ODER VERENDET IST, UND MÜSSEN BEZAHLEN BEI ABHANDENKOMMEN UND DIEBSTAHL.", "ii EMAND ZU EINEM UNENTGELTLICHEN HÜTER SAGTE: WO IST MEIN OCHS, UND DIESER IHM ERWIDERTE, ER SEI VERENDET, WÄHREND ER TATSÄCHLICH EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER HABE EINEN BRUCH ERLITTEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, GEFANGEN WORDEN, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI GEFANGEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI GESTOHLEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI ABHANDEN GEKOMMEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN ODER GESTOHLEN WORDEN IST, [UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE:] ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER FREI.", "iii [WENN ER ZU IHM SAGTE:] WO IST MEIN OCHS, UND DIESER ERWIDERTE: ICH VERSTEHE NICHT4Er tut so, als wüßte er von nichts., WAS DU SPRICHST, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE I ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER FREI.", "[WENN ER ZU IHM SAGTE:] WO IST MEIN OCHS, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ER IST ABHANDEN GEKOMMEN, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, UND ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER IHN VERZEHRT HAT, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG BEZAHLEN; GESTEHT ER DIES VON SELBST EIN, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG UND EIN FÜNFTEL5Cf. Ley. 20ff. BEZAHLEN UND EIN SCHULDOPFER DARBRINGEN.", "[WENN ER ZU IHM SAGTE:] WO IST MEIN OCHS UND DIESER IHM ERWIDERTE: ER IST GESTOHLEN WORDEN, UND ALS ER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, UND ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER IHN GESTOHLEN HAT, SO MUSS ER DAS DOPPELTE6Er tritt an Stelle des angeblichen Diebes, der das Doppelte zu bezahlen hätte. BEZAHLEN; GESTEHT ER ES VON SELBST EIN, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG UND EIN FÜNFTEL BEZAHLEN UND EIN SCHULDOPFER DARBRINGEN.", "iv WENN JEMAND ZU EINEM VON DER STRASSE SAGT: WO IST MEIN OCHS, DEN DU GESTOHLEN HAST, UND DIESER IHM ERWIDERT: ICH HABE IHN NICHT GESTOHLEN, UND ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER IHN GESTOHLEN HAT, SO MUSS ER DAS DOPPELTE BE- ZAHLEN; HAT ER IHN GESCHLACHTET ODER VERKAUFT, SO MUSS ER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE7Cf. Ex. 21,37. BEZAHLEN. WENN ER, ALS ER DIE ZEUGEN SICH ANSCHICKEN UND KOMMEN SAH, SAGT: ICH HABE IHN GESTOHLEN, JEDOCH NICHT GESCHLACHTET ODER VERKAUFT, SO MUSS ER NUR DEN STAMMBETRAG BEZAHLEN8Obgleich er ihn geschlachtet od. Verkauft hat, da mit dem Fortfalle des Doppelten auch das Vier- oder Fünffache fortfällt; cf. supra Fol. 42b..", "v WENN JEMAND ZU EINEM ENTLEIHER SAGTE: WO IST MEIN OCHSUND DIESER IHM ERWIDERTE, \n" ], [ "ER SEI VERENDET, WÄHREND ER TATSÄCHLICH EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER HABE EINEN BRÜCH ERLITTEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET, GEFANGEN WORDEN, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI GEFANGEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI GESTOHLEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI ABHANDEN GEKOMMEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN ODER GESTOHLEN WORDEN IST, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMEN’ SAGTE, SO IST ER FREI.", "[WENN ER ZU IHM SAGTE:] WO IST MEIN OCHS, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ICH VERSTEHE NICHT, WAS DU SPRICHST, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, GEFANGEN WORDEN, GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMEN’ SAGTE, SO IST ER SCHULDIG.", "WENN JEMAND ZU EINEM LOHNHÜTER ODER EINEM MIETER SAGTE: WO IST MEIN OCHS, UND DIESER IHM ERWIDERTE, ER SEI VERENDET, WÄHREND ER TATSÄCHLICH EINEN BRÜCH ERLITTEN HAT ODER GEFANGEN WORDEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER HABE EINEN BRUCH ERLITTEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET ODER GEFANGEN WORDEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI GEFANGEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST ODER EINEN BRUCH ERLITTEN HAT, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI GESTOHLEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH ABHANDEN GEKOMMEN IST, [ODER ER ERWIDERTE,] ER SEI ABHANDEN GEKOMMEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH GESTOHLEN WORDEN IST, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ’AMENSAGTE, SO IST ER FREI.", "[WENN ER ERWIDERTE,] ER SEI VERENDET, HABE EINEN BRUCH ERLITTEN ODER SEI GEFANGEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH GESTOHLEN WORDEN ODER ABHANDEN GEKOMMEN IST, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER SCHULDIG. [WENN ER ERWIDERTE,] ER SEI ABHANDEN GEKOMMEN ODER GESTOHLEN WORDEN, WÄHREND ER TATSÄCHLICH VERENDET IST, EINEN BRUCH ERLITTEN HAT ODER GEFANGEN WORDEN IST, UND ALS JENER IHM ENTGEGNETE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, SO IST ER FREI.", "DLE REGEL HIERBEI IST: WER STATT EINES FALLES, WEGEN DESSEN ER SCHULDIG IST, EINEN FALL, WEGEN DESSEN ER SCHULDIG IST, ODER STATT EINES FALLES, WEGEN DESSEN ER FREI IST, EINEN FALL, WEGEN DESSEN ER FREI IST, ODER STATT EINES FALLES, WEGEN DESSEN ER FREI IST, EINEN FALL, WEGEN DESSEN ER SCHULDIG IST, ANGIBT, IST FREI; WENN STATT EINES FALLES, WEGEN DESSEN ER SCHULDIG IST, EINEN FALL, WEGEN DESSEN ER FREI IST, SO IST ER SCHULDIG. DIE REGEL9Eine der beiden Regeln ist überflüssig; tatsächlich fehlt in manchen Texten die erste u. in manchen die zweite. HIERBEI IST I WER DURCH SEIN SCHWÖREN SICH EINE ERLEICHTERUNG VERSCHAFFT, IST SCHULDIG; WER DURCH SEIN SCHWÖREN SICH EINE ERSCHWERUNG VERSCHAFFT, IST FREI.", "GEMARA. Wer ist der Autor [der Lehre] von den vier Hütern? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Es ist R. Meír. Raba sprach zu R. Naḥman: Gibt es denn einen Autor, der [von der Lehre] von den vier Hütern nichts hielte? Dieser erwiderte: Ich meine es wie folgt: der Autor, welcher sagt, der Mieter gleiche dem Lohnhüter, ist, wie Rabba b. Abuha sagte, R. Meír. –", "Wir wissen ja aber von R. Meír, daß er entgegengesetzter Ansicht ist!? Wir haben nämlich gelernt: Der Mieter ist haftbar, wie R. Meír sagt, wie ein unentgeltlicher Hüter, und wie R. Jehuda sagt, wie ein Lohnhüter. Rabba b. Abuha lehrte es entgegengesetzt. –", "Wieso vier, es sind ja nur drei!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Vier Hüter, bei denen es drei Modifikationen gibt.", "WENN JEMAND ZU EINEM UNENTGELTLICHEN HÜTER SAGTE &C. WO IST MEIN OCHS &C. WENN JEMAND ZU EINEM VON DER STRASSE SAGTE &C. WENN JEMAND SAGTE &C. WO IST MEIN OCHS, UND DIESER IHM ERWIDERTE: ICH WEISS NICHT, WAS DU SPRICHST &C. Rabh sagte, diese alle sind zwar frei wegen des Hüter-Eides, jedoch schuldig wegen des [falschen] Bekräftigungs-schwures; Šemuél aber sagte, sie seien auch wegen des Bekräftigungs-schwures frei. –", "Worin besteht ihr Streit? - Šemuél ist der Ansicht, weil er nicht promissorisch10Somit gilt ein solcher nicht als Bekräftigungsschwur.geleistet werden kann, und Rabh ist der Ansicht, weil er verneinend und bejahend geleistet werden kann. –", "Hierüber streiten sie ja bereits einmal!? Es wurde nämlich gelehrt: [Sagte jemand:] ein Schwur, daß jener ein Steinchen ins Meer geworfen hat, oder: ein Schwur, daß er nicht geworfen hat, so ist er, wie Rabh sagt, schuldig, und wie Šemuél sagt, frei. Rabh sagt, er sei schuldig, weil dieser Schwur verneinend und bejahend geleistet werden kann; Šemuél sagt, er sei frei, weil er nicht promissorisch geleistet werden kann!? –", "Beides ist nötig. Würde nur dieses11Die hier angezogene Lehre.gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] Rabh sei dieser Ansicht nur hierbei, weil er den Schwur freiwillig geleistet hat, während er in jenem Falle, wo er ihm vom Gericht auferlegt wird, Šemuél beipflichte, und zwar nach einer Lehre R. Amis, denn R. Ami sagte, daß man wegen eines vom Gerichte auferlegten Schwures nicht wegen [Leistung eines falschen] Bekräftigungsschwures schuldig sei.", "Und würde nur jenes gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] Šemuél sei dieser Ansicht nur hierbei, während er in jenem Falle Rabh beipflichte. Daher ist beides nötig.", "Der Text. R. Ami sagte: Wegen eines vom Gerichte auferlegten Schwures ist mein nicht wegen [Leistung eines falschen] Bekräftigungsschwures schuldig, denn es heißt:12Lev. 5,4.oder wenn [ki] jemand schwört und mit dem Munde ausspricht, freiwillig. Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte, [das Wort] ki habe vier Begriffe: wenn, vielleicht, sondern, denn13Im angezogenen Schriftverse hat es die Bedeutung wenn: nur wenn er freiwillig schwört..", "R. Elea͑zar sagte: Alle sind sie frei wegen des Hüter-Eides, jedoch schuldig wegen des [falschen] Bekräftigungsschwures, außer dem Entleiher, wenn er schwört: ich verstehe nicht, was du sprichst, und dem Lohnhüter oder Mieter bei Diebstahl und Abhandenkommen; diese sind schuldig14Von diesen heißt es in der Mišna, daß sie schuldig sind, nämlich wegen des Hüter- (dh. Depositen-) Eides., weil sie Geld geleugnet haben." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }