{ "language": "en", "title": "Sanhedrin", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "סנהדרין", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nezikin" ], "text": [ [], [], [ "i GELDANGELEGENHEITEN1Streitigkeiten über gewöhnl. Geldforderungen, als Darlehen, Schenkungen udgl. WERDEN VOR DREI [RICHTERN VERHANDELT], RAUB UND KÖRPERVERLETZUNGEN2Dh. der Schadenersatz wegen derselben. VOR DREI, SCHADEN- UND HALBER SCHADENERSATZ3Wenn ein Ochs einen anderen tötet, so hat der Eigentümer die ersten Male nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen; cf. Ex. 21,35,36., ZAHLUNG DES DOPPELTEN4Das der Dieb zu zahlen hat; cf. ib. 22,3. UND DES VIER ODER FÜNFFACHEN5Wenn der Dieb das gestohlene Vieh geschlachtet od. verkauft hat, so hat er das 4-, bezw. 5fache zu zahlen; cf. ib. 21,37. VOR DREI,", "NOTZUCHT, VERFÜHRUNG UND FALSCHE ANSCHULDIGUNG6Der Bescholtenheit gegen seine Frau; cf. Dt. 22,13ff. Bei diesen 3 Fällen handelt es sich um die nach Ex. 22,15 u. Dt. 22,19,29 zu zahlende Geldbuße. VOR DREI – SO R. MEÍR; \n", "DIE WEISEN SAGEN, DIE FALSCHE ANSCHULDIGUNG VOR DREIUNDZWANZIG [RICHTERN], WEIL HIERBEI AUF TODESSTRAFE ERKANNT WERDEN7Falls die Anschuldigung auf Wahrheit beruht; cf. 22,21. KANN.", "ii ÜBER DIE GEISSELUNG8Die Übertretung eines Verbotes der Tora wird mit Geißelung bestraft, sofern nicht eine andere Strafe genannt ist. WIRD VOR DREI [RICHTERN VERHANDELT]; IM NAMEN R. JIŠMA͑ÉLS SAGTEN SIE, VOR DREIUNDZWANZIG.", "DIE INTERKALATION DES MONATS9Der Monat hat 29 od. 30 Tage, letzterer heißt ‘voller’ (מלא) od. Interkalationsmonat (מעובר). UND DIE INTERKALATION DES JAHRES10Durch Einschaltung eines Monats (Schaltmonat), was einmal in 3 Jahren geschieht, da das Mondjahr nur 355 Tage hat.ERFOLGT DURCH DREI [RICHTER] – SO R. MEÍR. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, DIE ERÖFFNUNG DURCH DREI, DIE VERHANDLUNG DURCH FÜNF UND DIE BESCHLUSSFASSUNG DURCH SIEBEN; ERFOLGTE DIE BESCHLUSSFASSUNG DURCH DREI, SO IST DIE INTERKALATION GÜLTIG.", "iii DAS STÜTZEN11Der Hand auf den Kopf des Gemeinde-Sündopfers; cf. Lev. 4,15.DER ÄLTESTEN UND DAS GENICKBRECHEN DES KALBES12Wenn man einen Erschlagenen auf dem Wege findet; cf. Dt. 21,1ff.DURCH DREI – SO R. ŠIMO͑N; R. JEHUDA SAGT, DURCH FÜNF. DIEALIÇA13Cf. Dl. 25,5ff.UND DIE WEIGERUNGSERKLÄRUNG14Einer minderjährig Verheirateten.DURCH DREI.", "VIERJAHRSFRUCHT15Cf Lev 19,23ff.UND ZWEITER16Der in Jerušalem verzehrt werden muß; cf. Dt. 14,24.ZEHNT, DESSEN WERT NICHT BEKANNT17Wenn die Früchte beispielsweise verfault sind.IST, WERDEN VOR DREI [RICHTERN AUSGELÖST]; GEHEILIGTES VOR DREI, SCHÄTZGELÜBDE BEWEGLICHER SACHEN VOR DREI; R. JEHUDA SAGT, EINER VON DIESEN MÜSSE EIN PRIESTER SEIN.", "GRUNDSTÜCKE VOR NEUN UND EINEM PRIESTER; DASSELBE GILT AUCH VON EINEM MENSCHEN18Dessen Wert man gelobt hat..", "iv TODES STRAFSACHEN WERDEN VOR DREIUNDZWANZIG [RICHTERN VERHANDELT]; EBENSO ÜBER DAS AKTIV ODER PASSIV ZUR BESTIALITÄT VERWANDTE TIER, DENN ES HEISST:19Lev. 20,16.du sollst das Weib und das Vieh töten, FERNER HEISST ES: 20Ib. V. 15.und das Vieh sollt ihr töten;", "ÜBER DEN ZU STEINIGENDEN OCHSEN21Der einen Menschen getötet hat; cf. Ex. 28ff.VOR DREIUNDZWANZIG, DENN ES HEISST:22Ex. 21,29.der Ochs werde gesteinigt und auch dessen Eigentümer soll sterben, DIE ABURTEILUNG DES OCHSEN GLEICHT DER ABURTEILUNG DES EIGENTÜMERS. DER WOLF, DER LÖWE, DER BÄR, DER TIGER, DER PANTHER UND DIE SCHLANGE SIND DURCH DREIUNDZWANZIG [RICHTER] HINZURICHTEN23Wenn sie einen Menschen getötet haben.. R. ELIE͑ZER SAGT, WER SIE ZUERST TÖTET, HABE EIN VERDIENST. R. A͑QIBA SAGT, SIE SIND DURCH DREIUNDZWANZIG [RICHTER] HINZURICHTEN.", "v MAN RICHTE EINEN STAMM24Der Götzendienst treibt., EINEN FALSCHEN PROPHETEN UND EINEN HOGHPRIESTER NUR VOR DEM GERICHTE VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN]25Das hohe Gericht (Synedrium) zu Jerušalem.; MAN DARF ZU EINEM FREIKRIEGE26Als Gegensatz zu den Kriegen gegen die kenaa͑nitischen Völker, die den Jisraéliten von Gott geboten worden waren.NUR DURCH ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN] AUSZIEHEN; MAN DARF DIE STADT27Jerušalem.ODER DIE TEMPELHÖFE NUR DURCH BESCHLUSS DES GERICHTES VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN] ERWEITERN; MAN DARF GERIGHTSHÖFE28Aus 23 Mitgliedern (kleines Synedrium), wie sie in jeder Stadt vorhanden waren.FÜR EINZELNE STÄMME29Dh. Städte, Gemeinden.NUR DURCH BESCHLUSS DES GERICHTES VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN] EINSETZEN.", "EINE STADT KANN NUR DURCH DAS GERICHT VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN] ALS ABTRÜNNIG30Durch Götzendienst; cf. Dt. 13,13ff.ERKLÄRT WERDEN; DIE AN DER GRENZE LIEGENDE STADT KANN NICHT ALS ABTRÜNNIG VERURTEILT WERDEN; AUCH NICHT DREI STÄDTE, SONDERN NUR EINE ODER ZWEI.", "vi DAS GROSSE SYNEDRIUM BESTAND AUS EINUNDSIEBZIG UND DAS KLEINE AUS DREIUNDZWANZIG [MITGLIEDERN]. WOHER, DASS DAS GROSSE AUS EINUNDSIEBZIG BESTEHEN MUSS? ES HEISST:31Num. 11,16.versammle mir siebzig Männer von den ältesten Jisraéls, UND MOŠE AN IHRER SPITZE; R. JEHUDA SAGT: AUS SIEBZIG.", "WOHER, DASS DAS KLEINE AUS DREIUNDZWANZIG? ES HEISST:32Ib. 35,24,25.die Gemeinde richte, UND: die Gemeinde rette, EINE RICHTENDE GEMEINDE UND EINE RETTENDE GEMEINDE, DAS SIND ALSO ZWANZIG.", "WOHER, DASS DIE GEMEINDE AUS ZEHN [MÄNNERN] BESTEHT? ES HEISST:33Ib. 14,27.wie lange noch murrt diese böse Gemeinde, AUSGENOMMEN34Von den 12 Kundschaftern (cf. Num. Kap. 13), die übrigen 10 werden also ‘Gemeinde’ genannt.SIND JEHOŠUA͑ UND KALEB.", "WOHER, DASS NOCH DREI HINZUKOMMEN? AUS DEN WORTEN:35Ex. 23,2.man richte sich zum Bösen nicht nach der Mehrheit, IST JA ZU ENTNEHMEN, DASS MAN SICH NACH DIESER ZUM GUTEN WOHL RICHTE, WENN ES NUN [ÜBERFLÜSSIG] HEISST:35Ex. 23,2.man richte sich nach der Mehrheit, SO BESAGT DIES, DASS DER AUSSCHLAG ZUM BÖSEN NICHT DEM AUSSCHLAGE ZUM GUTEN GLEICHE: ZUM GUTEN ERFOLGT DER AUSSGHLAG DURCH EINEN, ZUM BÖSEN ERFOLGT DER AUSSCHLAG DURCH ZWEI, \n" ], [ "UND DA NUN EIN GERICHTSHOF NICHT AUS EINER GERADEN ZAHL BESTEHEN36Weil die Stimmen sich gleichmäßig verteilen könnten.SOLL, SO NEHME MAN NOCH EINEN HINZU; DAS SIND ALSO DREIUNDZWANZIG.", "WIEVIEL [EINWOHNER] MUSS EINE STADT HABEN, UM FÜR EIN SYNEDRIUM GEEIGNET ZU SEIN? HUNDERTUNDZWANZIG; R. NEḤEMJA SAGT: ZWEIHUNDERTUNDDREISSIG, ENTSPRECHEND DEN VORGESETZTEN ÜBER ZEHN37Auf je 10 Personen ein Richter: cf. Ex.18,25..", "GEMARA. Sind denn [Entschädigungen für] Raub und Körperverletzungen keine Geldangelegenheiten? R. Abahu erwiderte: Er erklärt, was solche sind: was sind Geldangelegenheiten? [Entschädigungen für] Raub und Körperverletzungen, nicht aber Geständnisse38Wenn Zeugen bekunden, A habe in ihrer Gegenwart gestanden, B Geld zu schulden, od. A habe in ihrer Gegenwart von B Geld geborgt.und Darlehen38Wenn Zeugen bekunden, A habe in ihrer Gegenwart gestanden, B Geld zu schulden, od. A habe in ihrer Gegenwart von B Geld geborgt..", "Und beides ist nötig. Würde er nur ‘Geldangelegenheiten’ gelehrt haben, so könnte man glauben, auch Geständnisse und Darlehen, daher lehrt er ‘Raub und Körperverletzungen’. Und würde er nur ‘Raub und Körperverletzungen’, nicht aber ‘Geldangelegenheiten’ gelehrt haben, so könnte man glauben, auch Geständnisse und Darlehen, nur lehre er es deshalb von Raub und Körperverletzungen, weil das Drei[männergericht] hauptsächlich bei Raub und Körperverletzung genannt wird.", "Bei Raub, denn es heißt:39Ex. 22,7.so trete der Hausherr vor Gott40Mit ‘Gott’ (אלהים) werden nur wirkliche, ordinierte Richter bezeichnet.; bei Körperverletzungen, denn es ist ja einerlei, ob man am Geld oder am Körper verletzt wird. Daher erklärt er, daß unter ‘Geldangelegenheiten’ Raub und Körperverletzungen zu verstehen sei, nicht aber Geständnisse und Darlehen. –", "In welcher Hinsicht: wollte man sagen, insofern, als bei diesen keine drei [Richter] erforderlich sind, so sagte ja R. Abahu, wenn zwei in Geldangelegenheiten richten, sei ihr Urteil nach aller Ansicht nicht gültig.", "Und wollte man sagen, insofern, als sie nicht autorisiert zu sein brauchen,", "so [ist ja einzuwenden]: welcher Ansicht ist er, ist er der Ansicht, in diesem Abschnitte befinde sich eine Verwirrung41Der in Rede stehende Abschnitt (Ex. Kap. 22) besteht aus mehreren Absätzen; nach einer Ansicht gehört der im Absatze von der Aufbewahrung sich befindliche Vers 8, nach welchem der Streit vor ordinierte Richter (אלהים) zu verweisen ist, in den Absatz vom Darleher (hinter Vers 24); cf. Bq. Fol. 107a.der Schriftverse, so sollten auch autorisierte [Richter] erforderlich sein, und ist er der Ansicht, in diesem Abschnitte befinde sich keine Verwirrung der Schriftverse, so sollten auch keine drei [Richter] erforderlich sein!? –", "Tatsächlich ist er der Ansicht, in diesem Abschnitte befinde sich eine Verwirrung der Schriftverse, somit wären eigentlich autorisierte [Richter] erforderlich, nur sind wegen einer Lehre R. Ḥaninas keine autorisierten erforderlich. R. Ḥanina sagte nämlich: Nach der Tora sind sowohl bei Geldsachen als auch bei Strafsachen Untersuchung und Ausforschung [der Zeugen] erforderlich," ], [ "denn es heißt:42Lev. 24,22.einerlei Recht soll unter euch gelten, nur deshalb bestimmten sie, daß bei Geldsachen Untersuchung und Ausforschung nicht erforderlich seien, damit nicht vor den Leihenden die Tür abgeschlossen43Das Einklagen einer Schuld würde dann mit großen Schwierigkeiten verbunden sein; auch das Suchen nach ordinierten Richtern erschwert das Einklagen.werde. –", "Demnach sollten [die Richter], wenn sie sich geirrt haben, nicht regreßpflichtig sein!? – Dann würdest du erst recht vor den Leihenden die Tür abschließen. –", "Demnach können es ja zwei besondere [Lehren]44Wozu wird oben (Fol. 2b) erklärt, der zweite Satz sei eine Erklärung des ersteren.sein: Geldangelegenheiten werden vor drei gemeinen [Richtern verhandelt], Raub und Körperverletzungen vor drei autorisierten!?", "Und wozu wird ferner [das Wort] drei wiederholt!?", "Vielmehr, erklärte Raba, sind es zwei verschiedene [Lehren], und zwar wegen der Lehre R. Ḥaninas45Genügen 3 gemeine Richter.. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Nach der Tora genügt auch ein [Richter], denn es heißt:46Lev. 19,15.mit Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten, nur sind wegen der Eckensitzer47Des Gesetzes unkundige Leute; cf. Bd. VII S. 276 Anm. 370.[drei erforderlich]. –", "Können denn drei keine Eckensitzer sein!? – Es ist nicht gut möglich, daß sich unter ihnen nicht einer befinden sollte, der etwas gelernt hat. – Demnach sollten sie, wenn sie geirrt haben, nicht regreßpflichtig sein!? – So würden die Eckensitzer um so zahlreicher vertreten sein. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen der Erklärung Rabas und der des R. Aḥa, Sohnes des R. Iqa? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bezüglich der Lehre Šemuéls, denn er sagte: Wenn zwei Recht gesprochen haben, so ist das Urteil gültig, nur heißt es ein anmaßendes Gericht. Raba hält nicht von der Lehre Šemuéls, R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, hält wohl von der Lehre Šemuéls48Nach der Tora genügt auch ein Richter, somit ist das Urteil zweier Richter gültig..", "SCHADEN- UND HALBER SCHADENERSATZ &C. ‘Schaden’ und ‘Körperverletzung’ sind ja identisch49Hier handelt es sich um die Entschädigung wegen derselben.!? – Da er vom halben Schadenersatz lehren will, so lehrt er auch vom ganzen Schadenersatz. –", "Aber auch der ‘halbe Schaden’ ist ja mit ‘Körperverletzung’ identisch!? Er lehrt dies", "vom Geldersatz und er lehrt dies von der Geldbuße. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, der halbe Schadenersatz sei eine Geldbußen50Cf. Bq. Fol. 15a., wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, der halbe Schadenersatz sei ein Geldersatz!? –", "Vielmehr, da er von der Zahlung des Doppelten und des Vier- oder Fünffachen lehren will," ], [ "der kein Ersatz des Grundwertes ist, so lehrt er auch vom halben Schadenersatz, der kein Ersatz des Grundwertes ist, und da er vom Halben Schadenersatz lehrt, so lehrt er auch vom ganzen Schadenersatz.", "Woher ist das Drei[männergericht] zu entnehmen? – Die Rabbanan lehrten:51Ex. 22,7.So trete der Hausherr vor Gott, einer;52Ib. V. 8.vor Gott komme beider Angelegenheit, das sind zwei;52Ib. V. 8.den Gott verurteilen wird, das sind also drei – so R. Jošija.", "R. Jonathan sagte: Das erstemal ist es an sich nötig, somit ist es nicht zur Schriftforschung zu verwenden; vielmehr: vor Gott komme beider Angelegenheit, einer; den Gott verurteilen wird, das sind zwei; und da ein Gerichtshof nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also drei. –", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit darin bestehe, ob die erste Nennung53Des zur Forschung verwendeten Schriftwortes.zur Schriftforschung zu verwenden sei; einer ist der Ansicht, man verwende sie zur Schriftforschung, und einer ist der Ansicht, man verwende sie nicht zur Schriftforschung. – Nein, alle sind der Ansicht, man verwende die erste Nennung nicht zur Schriftforschung, denn R. Jošija kann [seine Ansicht wie folgt] begründen: der Schriftvers könnte ja lauten: so trete der Hausherr vor den Richter, wenn es aber heißt: vor Gott, so deutet dies auf die Anzahl [der Richter]. –", "Und R. Jonathan!? Er gebraucht einen volkstümlichen Ausdruck, denn so sprechen die Leute: wer einen Prozeß hat, gehe zum Richter54Nicht zu einem Laien, ebenso wird auch hier der Ausdruck אלהים gehraucht.. –", "Hält denn R. Jošija nichts von dem, daß der Gerichtshof entscheidend55Dh. er muß aus einer ungleichen Zahl bestehen, damit auf jeden Fall eine Majorität erzielt werden könne.sein müsse!? Es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Wozu heißt es:56Ex. 23,2.zu entscheiden, nach der Mehrheit zu entscheiden? Damit sagt die Tora, daß du dir einen entscheidenden Gerichtshof machest. –", "Er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, es waren siebzig. Es wird nämlich gelehrt: Das große Synedrium hatte einundsiebzig [Mitglieder]; R. Jehuda sagt, siebzig. –", "Allerdings ist R. Jehuda dieser Ansicht bezüglich des großen Synedriums, da hierfür Schriftverse vorhanden57Cf. infra Fol. 17a.sind, ist er dieser Ansicht etwa auch hinsichtlich anderer Gerichte!?", "Wolltest du sagen, es gebe hierbei keinen Unterschied, so haben wir ja gelernt: Das Stützen der Ältesten und das Genickbrechen des Kalbes durch drei – so R. Šimo͑n; R. Jehuda sagt, durch fünf.", "Hierzu sagten wir: Folgendes ist der Grund R. Jehudas:58Lev. 4,15.es sollen stützen, zwei; die Ältesten, zwei; und da das Gericht nicht aus einer gleichen Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also fünf!? –", "R. Jošija geht noch weiter als R. Jehuda; nach R. Jehuda ist dies nur beim großen Synedrium nicht erforderlich, wohl aber bei anderen Gerichten, während nach R. Jošija dies auch bei anderen Gerichten nicht erforderlich ist. – Wofür verwendet er demnach [das Wort] hinzuneigen!? – Er bezieht es auf Todesstrafsachen,", "nicht aber auf Zivilsachen. – Wir haben gelernt: Wenn zwei sagen, er sei unschuldig und einer sagt, er sei schuldig, so ist er unschuldig; wenn zwei sagen, er sei schuldig und einer sagt, er sei unschuldig, so ist er schuldig. Also nicht nach R. Jošija59Nach RJ. müßten ja nach der Tora 3 Richter in ihrem Urteile übereinstimmen.!? –", "Du kannst auch sagen, nach R. Jošija, denn er folgert dies [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere vom Todesstrafrechte: wenn der Allbarmherzige beim strengeren Todesstrafrechte sagt, man entscheide nach der Mehrheit, um wieviel mehr gilt dies von den leichteren Zivilsachen.", "Die Rabbanan lehrten: Geldangelegenheiten werden vor drei [Richtern verhandelt]; Rabbi sagt: vor fünf, damit das Urteil durch drei entschieden werde. – Kann etwa bei drei das Urteil nicht durch zwei entschieden werden!? – Er meint es wie folgt: weil die Urteilsfällung durch drei erfolgen muß. Er ist also der Ansicht, die drei, von denen gesprochen wird, müssen das Urteil fällen.", "R. Abahu schimpfte hierüber: demnach müßte das große Synedrium hunderteinundvierzig [Mitglieder] haben, damit das Urteil durch einundsiebzig gefällt werde, und ebenso müßte das kleine Synedrium fünfundvierzig [Mitglieder] haben, damit das Urteil durch dreiundzwanzig gefällt werde!?", "Du mußt vielmehr erklären: wenn der Allbarmherzige sagt:60Num. 11,16.versammle mir siebzig Männer, so heißt dies siebzig beim Versammeln, und [die Worte]:61Ib. 35,24,25.es richte die Gemeinde, und: es rette die Gemeinde, beziehen sich auf die Zeit des Richtens, ebenso auch hierbei:62Ex. 22,7.so trete der Hausherr vor Gott, beim Vortreten müssen es drei sein. –", "Vielmehr, folgendes ist der Grund Rabbis:63Ib. V. 8.nach der Verurteilung Gottes; hier unten wird [das Wort] Gott gebraucht und ebenso wird [das Wort] Gott oben gebraucht, wie es unten zwei sind64ירשיעון in der Mehrzahl., ebenso sind es oben zwei, und da der Gerichtshof nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also fünf. –" ], [ "Und die Rabbanan!? – Die Schreibweise ist jaršie͑n65Defektiv, ohne ז, also singularisch: er sie verurteilen wird..", "R. Jiçḥaq b. Jose sagte im Namen R. Joḥanans: Rabbi, R. Jehuda b. Roe͑ç, die Schule Šammajs, R. Šimo͑n und R. A͑qiba sind alle der Ansicht, die Lesart66Des bezügl. W.es in der Tora; so zBs. heißt es hier ירשיען, in der Einzahl, während die traditionelle Lesart ירשיעון, in der Mehrzahl, ist.sei maßgebend.", "Rabbi, wie wir bereits gesagt haben.", "R. Jehuda b. Roe͑ç, denn es wird gelehrt: Die Schüler fragten R. Jehuda b. Roe͑ç, ob man šibi͑m67Lev. 12,5 heißt es, wenn eine Wöchnerin von einem Mädchen entbunden wird, sei sie שבעים (šebua͑jim, Dual von שבוע), zwei Wochen unrein, da dieses Wort defektiv geschrieben ist, so kann es auch šibim, siebzig [sc. Tage] gelesen werden.lesen könne, wonach eine von einem Mädchen entbundene Wöchnerin siebzig Tage unrein wäre.", "Er erwiderte ihnen: Bei einem Knaben wird eine Dauer der Unreinheit und eine der Reinheit festgesetzt, und ebenso wird bei einem Mädchen eine Dauer der Unreinheit und eine der Reinheit festgesetzt, wie nun die Dauer der Reinheit bei einem. Mädchen doppelt so lange ist wie bei einem Knaben, ebenso ist die Dauer der Unreinheit bei einem Mädchen doppelt so lange wie bei einem Knaben.", "Als sie fort waren, ging er ihnen nach und sprach zu ihnen: Ihr habt dies nicht nötig, wir lesen šebua͑jim und die Lesart ist maßgebend.", "Die Schule Šammajs, denn wir haben gelernt: Die Schule Šammajs sagt, bei allen Sprengungen68Das Blut mancher Opfer wird 4mal gesprengt, an alle vier Altarwinkel, mancher 2mal, an 2 gegenüberliegende Winkel, sodaß alle 4 Wände besprengt werden, und mancher nur einmal.des äußeren Altars habe man Sühne erlangt, auch wenn man nur eine Sprengung aufgetragen hat, (denn es heißt:69Dt. 12,27.das Blut deiner Opfer soll fortgegossen werden,) beim Sündopfer aber sind zwei Sprengungen erforderlich; die Schule Hillels sagt, auch beim Sündopfer habe man mit einer Sprengung Sühne erlangt.", "Hierzu sagte R. Hona: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: es heißt: Hörner, Hörner, Hörner, das sind also sechsmal70Das W. קרנות, Hörner, Winkel, kommt im betreffenden Abschnitte (Lev. Kap. 4) dreimal vor; die Schreibweise ist einmal plene, in der Mehrzahl, 2 Winkel, und zweimal defektiv, in der Einzahl, 1 Winkel, dagegen ist die traditionelle Lesart überall in der Mehrzahl; nach der Schule Šammajs ist also die traditionelle Lesart, alle in der Mehrzahl, maßgebend., viermal als Gebot71Da der Altar 4 Winkel hat.und zweimal, daß es davon abhänge.", "Die Schule Hillels erklärt: Hörner, Hörner, Hörner, das sind also viermal70Das W. קרנות, Hörner, Winkel, kommt im betreffenden Abschnitte (Lev. Kap. 4) dreimal vor; die Schreibweise ist einmal plene, in der Mehrzahl, 2 Winkel, und zweimal defektiv, in der Einzahl, 1 Winkel, dagegen ist die traditionelle Lesart überall in der Mehrzahl; nach der Schule Šammajs ist also die traditionelle Lesart, alle in der Mehrzahl, maßgebend., dreimal als Gebot und einmal, daß es von diesem abhänge. –", "Vielleicht alle als Gebot!? – Wir finden keine Sühne ganz ohne [Sprengung],", "R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: Zwei72Der Wände der Festhütte; Cf. Suk. Fol. 6b. vorschriftsmäßig und für die dritte reicht eine Handbreite; R. Šimo͑n sagt, drei müssen vorschriftsmäßig sein und für die vierte reiche eine Handbreite. Worin besteht nun ihr Streit? Die Rabbanan sind der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, die Lesart sei maßgebend.", "Die Rabbanan sind der Ansicht, die überlieferte [Schreibart] sei maßgebend: in einer Hütte, in einer Hütte, in Hütten, das sind also vier73Cf. Anm. 70 mut. mut.; eines ist an sich nötig, sodaß drei zurückbleiben, die dritte [Wand] aber hat die überlieferte Lehre74Es gibt eine überlieferte Lehre, daß für die Wand der Festhütte eine Handbreite ausreiche.auf eine Handbreite reduziert.", "R. Šimo͑n ist der Ansicht: in Hütten, in Hütten75Gelesen wird auch das defektive בסכת in der Mehrzahl., in Hütten, das sind sechs; eines ist an sich nötig, sodaß vier zurückbleiben, die vierte [Wand] aber hat die überlieferte Lehre auf eine Handbreite reduziert.", "R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Woher, daß ein Viertellog Blut von zwei Toten durch Bezeltung verunreinigend ist? Es heißt:76Lev. 21,11.zu den Seelen von Toten soll er nicht eintreten, zwei Seelen77Geschrieben steht נפשת, in der Einzahl, gelesen wird נפשות, in der Mehrzahl. Mit Seele wird das Blut bezeichnet (cf. Lev. 17,11) u. das W. מת bezeichnet das Quantum, ohne das ein Mensch sterben muß, ein Viertellog.und ein Quantum. – Und die Rabbanan!? – Die Schreibweise ist Seele77Geschrieben steht נפשת, in der Einzahl, gelesen wird נפשות, in der Mehrzahl. Mit Seele wird das Blut bezeichnet (cf. Lev. 17,11) u. das W. מת bezeichnet das Quantum, ohne das ein Mensch sterben muß, ein Viertellog..", "R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Gibt es denn jemand, der nicht der Ansicht wäre, die [überlieferte] Lesart sei maßgebend, es wird ja gelehrt:78Ex. 23,19.In der Milch79Sc. darf kein junges Tier gekocht werden; חלב kann sowohl ḥalab, Milch, als auch ḥeleb, Fett, gelesen werden.seiner Mutter; man könnte glauben, im Fette," ], [ "so ist zu erwidern: die überlieferte Lesart ist maßgebend80Und dies wird von niemandem bestritten.!? –", "Vielmehr alle sind der Ansicht, die [überlieferte] Lesart sei maßgebend, und der Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan besteht in folgendem: Rabbi ist der Ansicht: verurteilen, andere81Das W. ירשיען ist nach aller Ansicht pluralisch, nur sind nach einer Ansicht die in dem angezogenen Verse genannten Richter andere als die im vorigen Verse genannten, nach der anderen aber dieselben. und die Rabbanan sind der Ansicht: verurteilen, dieselben81Das W. ירשיען ist nach aller Ansicht pluralisch, nur sind nach einer Ansicht die in dem angezogenen Verse genannten Richter andere als die im vorigen Verse genannten, nach der anderen aber dieselben..", "[In der Lehre von] R. Jehuda b. Roe͑ç streiten die Rabbanan überhaupt nicht gegen ihn.", "Bezüglich der Schule Hillels wird gelehrt: 82Cf. Lev. 4,26,31,35.Er sühne, er sühne, er sühne, [dreimal,] wegen der Schlußfolgerung.", "Es ist ein Schluß zu folgern: weiter unten83Beim Geflügel-Sündopfer; cf. Lev. 5,9.wird vom Blute gesprochen und ebenso wird hier oben vom Blute gesprochen, wie man nun Sühne erlangt hat, wenn man das Blut der unten genannten [Opfer] einmal gesprengt hat, ebenso hat man Sühne erlangt, wenn man das Blut der hiergenannten [Opfer] einmal gesprengt hat.", "Oder aber wie folgt: bei den außerhalb hergerichteten [Opfern]84Privatopfer.wird vom Blute gesprochen und bei den innerhalb hergerichteten [Opfern]85Des Hochpriesters, oder der ganzen Gemeinde.wird vom Blute gesprochen, wie es nun bei den inneren ungültig ist, wenn man eine von den Sprengungen fehlen läßt, ebenso ist es auch bei den äußeren ungültig, wenn man eine von den Sprengungen fehlen läßt.", "Man beachte aber wie sie zu vergleichen sind: man folgere hinsichtlich der äußeren [Sprengungen] von den äußeren, nicht aber folgere man hinsichtlich der äußeren von den inneren.", "Oder aber wie folgt: man vergleiche Sündopfer und vier Winkel mit Sündopfer und vier Winkeln86Nur das Blut der Opfertiere wird an die 4 Winkel des Altars gesprengt, nicht aber das Blut der Geflügelopfer., nicht aber mit dem, was nicht an die vier Winkel [gesprengt wird].", "Es heißt daher [dreimal] er sühne, er sühne, er sühne, wegen der Schlußfolgerung: er sühne, auch wenn er nur dreimal gesprengt hat, er sühne, auch wenn er nur zweimal gesprengt hat, er sühne, auch wenn er nur einmal gesprengt hat.", "R. Šimo͑n und die Rabbanan streiten über folgendes: R. Šimo͑n ist der Ansicht, wegen der Bedachung87Der Festhütte; alle sind der Ansicht, die Lesart sei maßgebend, wonach nach Abzug des einen, an sich nötigen בסוכות von 4 ‘Festhütten’ die Rede ist, jedoch ist nach den Rabbanan die eine als Andeutung für die Bedachung nötig.sei kein Schriftvers nötig, und die Rabbanan sind der Ansicht, wegen der Bedachung sei wohl ein Schriftvers nötig.", "R. A͑qiba und die Rabbanan streiten über folgendes: R. A͑qiba ist der Ansicht, unter Seelen88Im Schriftverse Lev. 21,11.seien zwei zu verstehen, und die Rabbanan sind der Ansicht, hier werde von den Seelen allgemein89Dh. irgend eine von den Seelen.gesprochen. –", "Sind denn alle der Ansicht, die [überlieferte] Lesart sei maßgebend, es wird ja gelehrt: Ṭoṭepheth90Eigentl. Kopfschmuck, Tephillin; das Gebot kommt in der Schrift 3mal vor (Ex. 13,16, Dt. 6,8, ib. 11,18), 2mal wird das W. טוטפות defektiv in der Einzahl u. 1 mal plene, in der Mehrzahl geschrieben, das sind also 4, was darauf deutet, daß die Tephillinkapsel aus 4 Abteilen (בתים, Gehäuse) bestehen muß., totepheth, totaphoth, das sind also vier – so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig, den ṭaṭ91Die Etymologie der W.e טט u. פת, sowie die Ortsnamen כתפי (Var. גדפי) u. אפריקי (viell. Phrygien) sind dunkel.heißt in Katphe zwei und pat heißt in Afrika zwei!? –", "Vielmehr, tatsächlich besteht hierüber ein Streit, jedoch nur da, wo die Lesart von der überlieferten Schreibweise abweicht, während sie bei ḥalab und ḥeleb einander gleichen; daher ist hierbei die Lesart maßgebend. –", "Aber bei sehen und gesehen werden sie ja ebenfalls einander gleich, dennoch besteht hierüber ein Streit, denn es wird gelehrt: Joḥanan b. Dahabaj sagte im Namen des R. Jehuda b. Tema: Wer auf einem Auge blind ist, ist vom Erscheinen92Im Tempel zu Jerušalem, an den 3 Festen des Jahres.frei, denn es heißt ‘sehen’ und ‘gesehen93Der Begriff ‘erscheinen’ wird in der Schrift (Ex. 23,17) durch das W. יראה, gesehen werden, ausgedrückt, das aber auch aktiv, soll sehen, gelesen werden kann.werden’, wie das Sehen so das Erscheinen: wie sehen mit beiden Augen, so erscheinen mit beiden Augen!? –", "Vielmehr, erklärte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, die Schrift sagt:94Ex. 23,19.du sollst nicht kochen ein Zicklein &c., die Tora hat es nur nach Art des Kochens verboten95Nur in Milch, während man es in Fett nicht kochen, sondern nur braten kann..", "Die Rabbanan lehrten: Geldangelegenheiten werden vor drei [Richtern verhandelt];" ], [ "ist [der Richter] für das Publikum autorisiert, so darf er auch allein richten. R. Naḥman sprach: Ich zum Beispiel richte in Geldangelegenheiten ganz allein. Ebenso sagte auch R. Ḥija: Ich zum Beispiel richte in Geldangelegenheiten ganz allein.", "Sie96Die Schüler im Lehrhause.fragten: ‘Ich’, der ich gelernt habe, verstehe und autorisiert bin, während das Urteil eines Nichtautorisierten ungültig ist, oder ist auch das Urteil eines Nichtautorisierten gültig? –", "Komm und höre: Mar Zuṭra, Sohn des R. Naḥman, irrte sich einst bei einem Urteilsspruche; da kam er vor R. Joseph, und dieser sprach zu ihm: Haben sie sich auf dich verlassen, so bist du nicht regreßpflichtig, wenn aber nicht, so gehe und bezahle. Hieraus ist also zu entnehmen, daß das Urteil eines Nichtautorisierten gültig sei. Schließe hieraus.", "Rabh sagte: Will jemand richten, ohne wenn er sich irrt, regreßpflichtig zu sein, so hole er sich Vollmacht vom Exilarchen. Ebenso sagte Šemuél, er hole sich Vollmacht vom Exilarchen.", "Selbstverständlich hier für hier97Mit ‘hier’ wird Babylonien u. mit ‘dort’ Palästina bezeichnet.oder dort für dort, denn beim hiesigen [Exilarchen] heißt es ‘Herrscherstab’98Der Exilarch (ראש גולה) in Babylonien hatte weitgehendere Macht als der Fürst (נשיא) in Palästina; die Autorisation des Exilarchen galt also auch für Palästina., beim dortigen [Fürsten] aber ‘Gesetzgeber’,", "wie gelehrt wird:99Gen. 49,10.Es wird der Herrscherstab von Jehuda nicht weichen, das sind die Exilarchen in Babylonien, die das Volk mit dem Stabe unterjochen; noch ein Gesetzgeber von zwischen seinen Füßen, das sind die Kindeskinder Hillels, die öffentlich die Tora lehren.", "Wie ist es aber, wenn dort für hier? – Komm und höre: Rabba b. Ḥana irrte sich einst bei einem Urteilsspruche; da kam er vor R. Ḥija und dieser sprach zu ihm: Haben sie sich auf dich verlassen, so bist du nicht regreßpflichtig, wenn aber nicht, so gehe und bezahle. Rabba b. Ḥana hatte ja100Vom Fürsten in Palästina.Vollmacht. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß [die Autorisation] von dort hier nicht anerkannt wird. Schließe hieraus. –", "Etwa nicht, Rabba b. R. Hona sprach ja, wenn er mit den Leuten des Exilarchen Streit hatte, zu ihnen: Ich habe meine Autorisation nicht von euch, sondern von meinem Herrn Vater; mein Herr Vater von Rabh, Rabh von R. Ḥija und R. Ḥija von Rabbi!? – Er autorisierte sie für weltliche Angelegenheiten. –", "Wozu nahm Rabba b. Ḥana Autorisation, wenn diese wirkungslos war!? – Für Städte, die an der [palästinensischen] Grenze lagen. –", "Wie geschah seine Autorisation? – Als Rabba b. Ḥana nach Babylonien gehen101Wörtl. hinabsteigen, weil Babylonien tiefer als Palästina lagwollte, sprach R. Ḥija zu Rabbi: Mein Bruderssohn geht nach Babylonien; soll er rituelle Entscheidungen treffen? – Er soll dies. – Soll er richten? – Er soll dies. – Soll er Erstgeborene102Das erstgeborene Tier muß Gott geweiht werden (cf. Ex. 13,12ff.), bekommt es ein Gebrechen, so darf es geschlachtet werden; um das Gebrecher beurteilen zu dürfen, muß man vom Exilarchen autorisiert sein.erlauben? – Er soll dies.", "Als Rabh nach Babylonien gehen wollte, sprach R. Ḥija zu Rabbi: Mein Schwesterssohn geht nach Babylonien; soll er rituelle Entscheidungen treffen? – Er soll dies. – Soll er richten? – Er soll dies. – Soll er erstgeborene Tiere erlauben? – Dies soll er nicht. –", "Weshalb nannte er den einen ‘Bruderssohn’ und den anderen ‘Schwestersohn’; wolltest du sagen, so habe es sich verhalten, so sagte ja der Meister, Ajbu, Ḥana, Šila, Martha und R. Ḥija waren alle Söhne des Abba b. Sala103So nach manchen Texten.aus Kaphri104Rabh war ein Sohn des Ajbu, Rabba ein Sohn des Ḥana.!? – Rabh war ein Sohn seines Bruders und zugleich seiner Schwester105R. Ḥija war väterlicherseits ein Bruder Ajbus, des Vaters Rabhs, der eine Stiefschwester, mütterlicherseits eine Schwester R. Ḥijas, heiratete; Rabh war somit ein Sohn des Bruders und der Schwester R. Ḥijas., während Rabba b. Ḥana ein Sohn seines Bruders, nicht aber seiner Schwester war.", "Wenn du aber willst, sage ich:" ], [ "wegen seiner Weisheit, denn es heißt:106Pr. 7,4.sprich zur Weisheit: du bist meine Schwester. –", "«Soll er Erstgeborene erlauben? – Dies soll er nicht.» Aus welchem Grunde, wollte man sagen, weil er nicht weise genug war, so sagten wir ja, daß er sehr weise war!? – Weil er in den Gebrechen nicht kundig war. –", "Aber Rabh sagte ja, er habe achtzehn Monate bei einem Viehhirten verbracht, um zu lernen, welches ein bleibendes und welches ein vorübergehendes Gebrechen sei!? – Vielmehr, um Rabba b. Ḥana Ehrung zu erweisen.", "Wenn du aber willst, sage ich: eben deshalb, Rabh war in den Gebrechen sehr kundig, somit würde er Gebrechen erlaubt haben, von denen die Leute keine Kenntnis haben, und indem sie gesagt haben würden, Rabh habe so etwas erlaubt, würden sie auch vorübergehende Gebrechen erlaubt haben. – «Soll er rituelle Entscheidungen treffen? –", "Er soll dies.» Wozu brauchte er, wenn er gelernt hatte, der Autorisation!? – Wegen jenes Ereignisses.", "Es wird nämlich gelehrt: Einst ging Rabbi nach einer Ortschaft und beobachtete, daß da die Leute den Teig in Unreinheit107Sie achteten nicht auf die levitischen Reinheitsgesetze.kneteten, da sprach er zu ihnen: Weshalb knetet ihr den Teig in Unreinheit? Diese erwiderten: Ein Jünger kam hierher und lehrte uns, Sumpfwasser mache nicht verunreinigungsfähig108Speisen werden nur dann verunreinigungsfähig, wenn sie durch eine Flüssigkeit befeuchtet wurden (cf. Lev. 11,38); Eier gelten diesbezüglich nicht als Flüssigkeit.. Er lehrte es nämlich von Eiern, sie aber glaubten, er lehre es vom Sumpfwasser109ביצה hat eine doppelte Bedeutung: Ei, auch: Sumpf, in letzterer Bedeutung auch ביצעה..", "Ferner irrten sie auch durch folgende Lehre: Das Wasser des Qirmejon und des Piga sind [für das Entsündigungswasser]110Cf. Num. Kap. 19.unbrauchbar, weil sie Sumpfwasser sind. Sie folgerten, wenn [das Sumpfwasser] für das Entsündigungswasser unbrauchbar ist, sei es auch nicht verunreinigungsfähig; dem ist aber nicht so, für die Entsündigung muß es lebendiges Wasser sein, was solches nicht ist, während hierbei alles verunreinigungsfähig macht.", "Es wird gelehrt: Damals ordneten sie an, daß ein Jünger nur dann rituelle Entscheidungen treffen dürfe, wenn er Autorisation von seinem Lehrer erhalten hat.", "Tanḥum, Sohn des R. Ami, kam einst nach Ḥathar und trug da vor, es sei erlaubt, am Pesaḥfeste Weizen anzufeuchten111Wenn man ihn sofort zerstoßen will, sonst ist er als ‘Gesäuertes’ verboten.. Sie sprachen zu ihm: R. Mani aus Çor ist ja hier anwesend, und es wird gelehrt, ein Schüler dürfe in der Ortschaft seines Lehrers keine Entscheidungen treffen, sondern nur in einer Entfernung von drei Parasangen, entsprechend dem Lager112Das eine Ausdehnung von 3 Parasangen hatte; cf. Er. Fol. 59B u. Jom. Fol. 75b.Jisraéls! Dieser erwiderte: Ich wußte es nicht.", "Einst bemerkte R. Ḥija jemand auf einem Begräbnisplatze stehen, da sprach er zu ihm: Bist du etwa nicht ein Sohn jenes Priesters113Ein Priester darf keinen Begräbnisplatz betreten.? Dieser erwiderte: Jawohl, aber mein Vater folgte seinen Augen und heiratete eine Geschiedene114Die einem Priester verboten ist., wodurch er [seine Priesterschaft] entweiht hat.", "Selbstverständlich ist die teilweise115Nur für manche RechtshandlungenAutorisation gültig, wie wir bereits gesagt haben, wie verhält es sich aber mit der bedingungsweisen? – Komm und höre: R. Joḥanan sprach zu R. Šamen: Du sollst unsere Autorisation haben, bis du zu uns zurückkehrst.", "Der Text. Šemuél sagte: Wenn zwei Recht gesprochen haben, so ist ihr Urteil gültig, nur heißt es ein anmaßendes Gericht. R. Naḥman saß und trug diese Lehre vor, da wandte Raba gegen R. Naḥman ein: Wenn ihn zwei für schuldig oder für unschuldig erklären und einer sich seines Urteils enthält, so müssen die Richter vermehrt werden; wenn dem nun so wäre, so sollte es ebenso sein, als hätten zwei Recht gesprochen!? –", "Anders ist es da, wo sie von vornherein mit drei rechneten, während sie hierbei von vornherein nicht mit drei rechneten.", "Er wandte gegen ihn ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Zur Entscheidung sind drei und zum Vergleiche sind zwei [Richter] erforderlich. Der Vergleich hat mehr Rechtskraft als die Entscheidung, denn wenn zwei eine Entscheidung getroffen haben, so können die Parteien zurücktreten, wenn aber zwei einen Vergleich getroffen haben, so können die Parteien nicht mehr zurücktreten." ], [ "Wolltest du erwidern, die Rabbanan streiten gegen R. Šimo͑n b. Gamliél, so sagte ja R. Abahu, wenn zwei Recht gesprochen haben, sei ihr Urteil nach aller Ansicht ungültig!? – Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei Personen hin!?", "Der Text. R. Abahu sagte: Wenn zwei in Geldangelegenheiten Recht gesprochen haben, so ist ihr Urteil nach aller Ansicht ungültig. R. Abba wandte gegen R. Abahu ein: Wenn er eine Entscheidung getroffen und dem Schuldigen Recht und dem Unschuldigen Unrecht gegeben hat, oder das Reine als unrein und das Unreine als rein erklärt hat, so ist seine Entscheidung gültig und er muß aus seiner Tasche bezahlen!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie sich auf ihn verlassen haben. – Weshalb muß er demnach aus seiner Tasche bezahlen!? – Sie können zu ihm sagen: du solltest uns eine Entscheidung nach der Tora treffen.", "R. Saphra sprach zu R. Abba: Worin soll er sich geirrt haben: wollte man sagen, in einer Lehre, so sagte ja R. Šešeth im Namen R. Amis, wer sich in einer Lehre geirrt hat, widerrufe die Entscheidung!? – Nein, wenn er sich in der Erwägung geirrt hat. –", "Was heißt: in der Erwägung? R. Papa erwiderte. Wenn zum Beispiel zwei Tannaím oder zwei Amoraím darüber streiten und die Halakha weder wie der eine noch wie der andere gelehrt wurde, jedoch ein Brauch116Od. eine Meinung.nach der einen Ansicht besteht, und er nach der anderen Ansicht entschieden hat; das heißt: in der Erwägung.", "Es ist anzunehmen, daß hierüber117Über den Streit zwischen Šemuél u. R. Abahu.Tannaím streiten: Zum Vergleiche sind drei [Richter erforderlich] – so R. Meír; die Weisen sagen, einer. Sie118Die Jünger im Lehrhause.glaubten, nach aller Ansicht sei der Vergleich mit der Entscheidung zu vergleichen,", "somit besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht sind zur Entscheidung drei [Richter erforderlich], und nach der anderen Ansicht sind zur Entscheidung zwei erforderlich. – Nein, alle sind der Ansicht, zur Entscheidung seien drei erforderlich, und ihr Streit besteht in folgendem: nach der einen Ansicht vergleiche man den Vergleich mit der Entscheidung, und nach der anderen Ansicht vergleiche man den Vergleich nicht mit der Entscheidung.", "Drei Autoren119RŠ. u. die Autoren dieser Lehre.
120. Eine Sache kann nur durch Zueignung aus einem Besitze in einen anderen übergehen; wird es einem durch das Gericht zugesprochen, so ist dies nicht nötig.
streiten demnach über den Vergleich. Einer ist der Ansicht, drei; einer ist der Ansicht, zwei; und einer ist der Ansicht, einer. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, nach anderen R. Jemar b. Šelemja entgegnete: Nach demjenigen, der ‘zwei’ sagt, ist auch einer zulässig, und nur deshalb sagt er ‘zwei’, damit er Zeugen habe.", "R. Aši sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß beim Vergleiche keine Zueignung erforderlich ist, denn wozu sind, wenn man sagen wollte, dabei sei eine Zueignung erforderlich, nach demjenigen, welcher sagt, es seien drei erforderlich, diese nötig, wenn eine Zueignung erfolgt, sollten ja zwei genügen!? Die Halakha ist, beim Vergleiche ist eine Zueignung erforderlich.", "Die Rabbanan lehrten: Wie die Entscheidung durch drei [Richter] erfolgt, so erfolgt auch der Vergleich durch drei;" ], [ "wurde die Verhandlung geschlossen, so darf kein Vergleich mehr vorgeschlagen werden.", "R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Man darf keinen Vergleich vorschlagen; wer einen Vergleich vorschlägt, ist ein Sünder, und wer den Vergleichenden preist, ist ein Lästerer. Hierüber heißt es:121Ps. 10,3.wer raubt122Im W.e rauben (בוצע) wird hier der Vergleich (ביצוע) herausgefunden; der angezogene Vers wird ungefähr wie folgt übersetzt: wer den Vergleichenden preist, lästert den Herrn.und preist, lästert den Herrn;", "vielmehr muß das Recht den Berg durchbohren, denn es heißt:123Dt. 1,17.denn das Gericht ist Gottes. Ebenso sagte auch Moše, das Recht durchbohre den Berg; Ahron aber liebte den Frieden, jagte nach Frieden und stiftete Frieden zwischen den Menschen, wie es heißt:124Mal. 2,6.Wahrhaftige Weisung war in seinem Munde, und kein Falsch auf seinen Lippen zu finden; in Frieden und Geradheit wandelte er nach mir und hielt viele vor Sünden zurück.", "R. Elie͑zer erklärte: Wieso kann jemand, der eine Seá Weizen geraubt, gemahlen, gebacken und davon die Teighebe abgesondert hat, dann den Segen sprechen, er spricht ja keinen Segen, sondern eine Lästerung; über diesen heißt es: wer raubt und preist, lästert den Herrn.", "R. Meír erklärte: [Das Wort] boçea͑ [raubt] deutet auf Jehuda, denn es heißt:125Gen. 37,26.da sprach Jehuda zu seinen Brüdern: Welchen Gewinn [beça͑] haben wir, wenn wir unseren Bruder erschlagen; wer Jehuda preist, der lästert126Da ihm die Brüder gehorchten, so sollte er ihn dem Vater zurückbringen.[Gott], und über ihn heißt es: wer raubt und preist, lästert den Herrn.", "R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte, es sei Gebot, einen Vergleich anzustreben, denn es heißt:127Zach. 8,16.mit Wahrheit, Recht und Frieden richtet in euren Toren; wo Recht, ist ja kein Frieden, und wo Frieden, ist ja kein Recht! Wo sind Frieden und Recht beisammen? Beim Vergleiche.", "Desgleichen heißt es von David:128iiSam. 8,15.und David übte Recht und Mildtätigkeit; wo Recht, ist ja keine Mildtätigkeit, und wo Mildtätigkeit, ist ja kein Recht! Wo sind nun Recht und Mildtätigkeit beisammen? Beim Vergleiche.", "Folgende Auslegung nach dem ersten129Nach dem der Richter keinen Vergleich anstreben darf.Tanna: Hat er seine Entscheidung getroffen, dem Unschuldigen Recht gegeben und dem Schuldigen Unrecht gegeben, und wenn er sieht, daß der Arme zur Zahlung verurteilt wurde, die Zahlung aus seiner Tasche leistet, so ist dies Recht und Mildtätigkeit,", "Recht für den einen und Mildtätigkeit für den anderen: Recht für den einen, indem er ihm zu seinem Gelde verholfen hat, Mildtätigkeit für den anderen, indem er für ihn aus seiner Tasche bezahlt hat. Desgleichen heißt es von David: und David übte Recht und Mildtätigkeit für sein ganzes Volk; Recht für den einen, indem er ihm zu seinem Gelde verhalf, Mildtätigkeit für den anderen, indem er für ihn aus seiner Tasche bezahlte.", "Rabbi wandte ein: Wieso für sein ganzes Volk, es sollte ja heißen: für die Armen!? Vielmehr, erklärte Rabbi, heißt es ‘Recht und Mildtätigkeit’, auch wenn er nicht aus seiner Tasche bezahlt, Recht für den einen und Mildtätigkeit für den anderen: Recht für den einen, indem er ihm zu seinem Gelde verholfen hat, Mildtätigkeit für den anderen, indem er Raub aus seiner Hand entfernt hat.", "R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn zwei vor dir zu Gericht erschienen und du ihre Worte noch nicht gehört hast, oder wenn du sie auch gehört hast, jedoch nicht weißt, wer Recht hat, so darfst du zu ihnen sagen: geht und vergleicht euch, wenn du aber ihre Worte gehört hast und weißt, wer Recht hat, so darfst du zu ihnen nicht mehr sagen: geht und vergleicht euch, denn es heißt:130Pr. 17,14.wie wenn man Wasser entfesselt, beginnt der Zank, bevor er losbricht, gib den Streit auf; bevor der Streit losbricht, kannst du ihn aufgeben, ist er losgebrochen, so kannst du ihn nicht mehr aufgeben.", "Reš Laqiš sagte: Wenn zwei [vor dir] zu Gericht erscheinen, der eine sanft und der andere heftig, und du ihre Worte nicht gehört hast, oder wenn du sie auch gehört hast, jedoch nicht weißt, wer Recht hat, so darfst du zu ihnen sagen: ich stehe nicht zu eurer Verfügung, denn der Heftige könnte Unrecht kriegen und den anderen verfolgen, sobald du aber ihre Worte gehört hast und weißt, wer Recht hat, darfst du zu ihnen nicht mehr sagen: ich stehe nicht zu eurer Verfügung, denn es heißt:131Dt. 1,17.scheuet euch vor niemand.", "R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Woher, daß, wenn ein Schüler vor seinem Lehrer sitzt132Während einer Gerichtsverhandlung.und etwas zu Gunsten des Armen und zu Ungunsten des Reichen vorzubringen hat, er es nicht verschweigen darf? Es heißt: scheuet euch vor niemand, und R. Ḥanin erklärte: Halte133Das W. תגורו wird von אגר, sammeln, zurückhalten, hergeleitet.deine Worte vor niemand zurück. Die Zeugen müssen wissen, über wen sie Zeugnis ablegen, vor wem sie Zeugnis ablegen, und wer sie dereinst zur Rechenschaft ziehen wird, denn es heißt:134Dt. 19,17; dieser Schriftvers wird (Seb. Fol. 30a) auf die Zeugen bezogen.so sollen sich die beiden Männer, die den Streit haben, vor den Herrn stellen.", "Die Richter müssen wissen, wen sie richten, vor wem sie richten und wer sie dereinst zur Rechenschaft ziehen wird, denn es heißt:135Ps. 82,1.Gott steht in der Gottesversammlung. Desgleichen heißt es bei Jehošaphat:136iiChr. 19,6.und er sprach zu den Richtern: Seht zu, was ihr tut, denn ihr richtet nicht vor Menschen, sondern vor Gott. Vielleicht sagt der Richter: was soll mir diese Plage, so heißt es:136iiChr. 19,6.er ist hei euch beim Rechtsprechen; der Richter richte sich nur danach, was seine Augen sehen. –", "Wann erfolgt der Schluß der Verhandlung? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: [Sobald der Richter spricht:] du N. hast Unrecht und du N. hast Recht. Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa. – Dem ist ja aber nicht so, R. Hona war ein Schüler Rabhs, und wenn man zu R. Hona zu Gericht kam, pflegte er zu fragen: Wollt ihr eine gerichtliche Entscheidung oder wollt ihr einen Vergleich!? – Unter ‘Gebot’, von dem R. Jehošua͑ b. Qorḥa spricht, ist zu verstehen," ], [ "es sei Gebot, sie zu fragen: Wollt ihr eine gerichtliche Entscheidung oder wollt ihr einen Vergleich? – Das ist ja die Ansicht des ersten137Er sagt ja, daß nach Abschluß der Verhandlung kein Vergleich vorgeschlagen werden darf, demnach ist dies vorher erlaubt.Autors!? – Sie streiten darüber, ob dies138Die Parteien zu befragen.Gebot sei; R. Jehošua͑ b. Qorḥa ist der Ansicht, dies sei Gebot, und der erste Autor ist der Ansicht, dies sei nur freigestellt. –", "Das ist ja die Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja139Cf. supra Fol. 6b.!? – Sie streiten über [den Passus:] ‘wenn du ihre Worte gehört hast und weißt, wer Recht hat, so darfst du zu ihnen nicht mehr sagen: geht und vergleicht140Nach dem ersten Autor ist dies bis zum Abschlüsse der Verhandlung erlaubt.euch’.", "Er streitet somit gegen R. Tanḥum b. Ḥanilaj, denn R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte, dieser Schriftvers beziehe sich auf das Ereignis mit dem [goldenen] Kalbe, denn es heißt: 141Ex. 32,5.da sah Ahron und baute vor ihm einen Altar142Ahron schloß einen Vergleich mit sich selber, indem er für das goldene Kalb einen Altar baute.. – Was sah er? R. Binjamin b. Jephet erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Er sah Hur vor sich hingeschlachtet liegen;", "da sagte er: Wenn ich ihnen jetzt nicht gehorche, so verfahren sie mit mir, wie sie mit Hur verfahren haben, sodann würde durch mich in Erfüllung gehen [der Schriftvers:]143Thr. 2,20.wenn im Heiligtume des Herrn Priester und Prophet ermordet wird, und für sie würde es keine Gutmachung mehr geben. Lieber mögen sie daher das Kalb anbeten, und möglicherweise erlangen sie eine Gutmachung durch Buße. –", "Wofür verwenden jene Tannaím144Nach welchen man auch nach Eröffnung der Verhandlung einen Vergleich beantragen darf.den Schriftvers: wie wenn man Wasser entfesselt, beginnt der Zank!? – Für eine Lehre R. Hamnunas, denn R. Hamnuna sagte: Das Gericht über den Menschen beginnt mit [der Vernachlässigung des] Torastudiums, denn es heißt: wie wenn man Wasser145Der angezogene Schriftvers wird wie folgt ausgelegt: mit der Befreiung von Wasser (worunter die Tora verstanden wird, cf. Az. Fol. 5b), beginnt der Zank, dh. das himmlische Gericht. entfesselt, beginnt der Zank. R. Hona sagte: Der Streit gleicht einem Wasserstrome, der sich allmälig erweitert.", "Abajje der Ältere sagte: Er gleicht den Stegbrettern, sobald man sie hinlegt, verbleiben sie da146Werden sie auch nur provisorisch hingelegt, so bleiben sie da für immer liegen..", "", "Einst sagte jemand: Heil dem, der [Schmähungen] hört und schweigt, hundert Übel gehen an ihm vorüber. Da sprach Šemuél zu R. Jehuda: Dies befindet sich in der Schrift: wie wenn man Wasser entfesselt, beginnt der Zank: Beginn von hundert Übeln147Die W.e ראשית מדון) (beginnt der Zank) hören sich ebenso an wie ריש מאה דיני (Beginn von hundert Übeln)..", "Einst sagte jemand: Wegen zweimal oder dreimal wird ein Dieb nicht hingerichtet. Da sprach Šemuél zu R. Jehuda: Dies befindet sich in der Schrift:148Am. 2,6.So spricht der Herr: Wegen der drei Sünden Jisraéls, wegen der vier will ich es nicht mehr rückgängig machen.", "Einst sagte jemand: Sieben Gruben für den Tugendhaften149In die er jedoch nicht hineinfällt., eine für den Übeltäter. Da sprach Šemuél zu R. Jehuda: Dies befindet sich in der Schrift:150Pr. 24,16.Siebenmal fällt der Fromme und steht wieder auf, der Gottlose aber stürzt mit einem Male.", "Einst sagte jemand: Wem vom Gerichte das Gewand abgenommen wird, singe ein Lied151Dh. auch wer durch das Gericht gepfändet wird, muß froh sein, da dadurch fremdes Gut aus seinem Besitze kommt.und gehe seines Weges. Da sprach Šemuél zu R. Jehuda: Dies befindet sich in der Schrift:152Ex. 18,23.Und auch das ganze Volk wird befriedigt zu seiner Behausung zurückkehren.", "Einst sagte jemand: Wenn sie schlummert, sinkt der Korb153Den die Frauen auf dem Kopfe zu tragen pflegten; dh. durch Unachtsamkeit geht alles zugrunde.. Da sprach Šemuél zu R. Jehuda: Dies befindet sich in der Schrift:154Ecc. 10,18.Durch Faulheit senkt sich das Gebälk &c.", "Einst sagte jemand: Ein Mann, auf den ich vertraut hatte, schwang seinen Kolben und stellte sich [gegen mich]. Da sprach Šemuél zu R. Jehuda: Dies befindet sich in der Schrift:155Ps. 41,10.Auch der, mit dem ich in Frieden lebte, auf den ich vertraute &c.", "Einst sagte jemand: Als unsere156Zwischen Mann u. Frau.Liebe noch stark war, schliefen wir auf der Breite eines Schwertes, jetzt aber, wo unsere Liebe nicht mehr stark ist, ist uns ein Bett von sechzig Ellen nicht ausreichend. R. Hona sprach: Dies befindet sich in der Schrift. Zuerst heißt es:157Ex. 25,22.und dort werde ich mich dir offenbaren und mit dir reden von der Deckplatte aus, und hierzu wird gelehrt, die Bundeslade habe [eine Höhe von] neun und die Deckplatte von einer Handbreite gehabt, das sind also zehn:", "später heißt es:158iReg. 6,2.und das Gebäude, das der König Šelomo für den Herrn errichtete, war sechzig Ellen lang, zwanzig breit und dreißig Ellen hoch; und zuletzt heißt es:159Jes. 66,1.so spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel; was für ein Haus wollt ihr für mich erbauen &c.", "Wieso ist es erwiesen, daß scheuen die Bedeutung Ansammeln160Dh. Zurückhalten [sc. seiner Ansicht]; cf. supra Fol. 6b. Die weiter angezogenen Schriftverse sollen belegen, daß die Wurzel אגר, von welcher das W. תגורו abgeleitet wird, (vgl. S. 485 Anm. 133,) die Bedeutung sammeln, zurücklegen hat.habe? R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt:161Dt. 28,39.Wein wirst du weder trinken noch einkellern. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Hieraus:162Pr. 6,8.sie bereitet im Sommer ihr Brot, sammelt in der Erntezeit ihre Speise. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte: Hieraus:163Ib. 10,5.wer im Sommer sammelt, ist ein kluger Sohn.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Ein Richter, der ein gerechtes Urteil der Wahrheit wegen fällt, veranlaßt, daß die Göttlichkeit unter Jisraél weile, denn es heißt:164Ps. 82,1.Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten von Göttern hält er Gericht. Jeder Richter aber, der kein gerechtes Urteil der Wahrheit wegen fällt, veranlaßt, daß die Göttlichkeit von Jisraél weiche, denn es heißt:165Ib. 12,6.wegen der Unterdrückung Elender, wegen des Seufzens der Armen will ich mich erheben, spricht der Herr &c.", "Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Wenn ein Richter gegen das Recht von einem nimmt und dem anderen gibt, so nimmt der Heilige, gepriesen sei er, seine Seele von ihm, denn es heißt:166Pr. 22,22,23.beraube nicht den Armen, denn er ist arm,, und zermalme nicht den Elenden im Tore, denn der Herr wird ihren Streit führen und wird die, die sie berauben, des Lebens berauben.", "Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Der Richter stelle sich stets vor, als liege ihm ein Schwert zwischen seinen Hüften und sei die Hölle unter ihm offen," ], [ "denn es heißt:167Cant. 3,7,8.siehe, das ist das Bett Šelomos, sechzig Helden, von den Helden Jisraéls, umringen dasselbe; sie alle mit der Hand am Schwerte, im Kampfe erfahren; jeder mit dem Schwerte an der Hüfte, wegen nächtlichen Grauens; wegen des Grauens vor der Hölle, die der Nacht gleicht.", "R. Jošija, nach anderen R. Naḥman b. Jiçḥaq, trug vor: Es heißt: 168Jer. 21,12.Haus Davids, so spricht der Herr: Haltet alle Morgen gerechtes Gericht und rettet den Beraubten aus der Hand des Bedrückers. Hält man denn nur am Morgen Gericht, und nicht während des ganzen Tages? Vielmehr, ist dir die Sache klar wie der Morgen, so sage es, wenn aber nicht, so sage es nicht. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Jonathans: Hieraus: 169Pr. 7,4.sprich zur Weisheit: du bist meine Schwester; ist es dir klar, wie es dir klar ist, daß deine Schwester dir verboten ist, so sage es, wenn aber nicht, so sage es nicht.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn zehn zu Gericht sitzen, so hängen ihnen allen Halsfesseln um den Hals. – Selbstverständlich!? – Dies bezieht sich auf einen Schüler, der vor seinem Lehrer sitzt170Obgleich er an der Gerichtsverhandlung nicht beteiligt ist, muß er dennoch, wenn der Lehrer sich irrt, es ihm sagen..", "Wenn vor R. Hona eine Gerichtsverhandlung kam, versammelte er bei sich zehn Jünger aus dem Lehrhause, indem er sagte: Damit uns nur ein Span vom Balken171Dh. damit die Verantwortlichkeit auf viele Personen verteilt werde.treffe. Wenn vor R. Aši ein Totverletztes gebracht wurde, versammelte er sämtliche Schlächter von Matha Meḥasja172Um sich mit ihnen, die in solchen Dingen kundig sind, zu beraten.bei sich, indem er sagte: Damit uns nur ein Span vom Balken treffe.", "Als R. Dimi kam, erzählte er, R. Naḥman b. Kahan habe vorgetragen: Es heißt:173Pr. 29,4.ein König gibt durch Recht dem Lande Bestand, wer aber Abgaben häuft, richtet es zugrunde; gleicht der Richter einem Könige, der nichts174Auf Bestechung nicht angewiesen ist.braucht, so gibt er dem Lande Bestand, gleicht er aber einem Priester, der durch die Tennen175Um die priesterlichen Abgaben bittet.wandert, so richtet er es zugrunde176Nach den Kommentaren ist unter König der Gelehrte zu verstehen, der alles selber weiß, und unter Priester der Ungelehrte, der wandern, dh. umherfragen muß..", "Im Hause des Fürsten stellten sie einst einen Richter an, der nichts gelernt hatte, und sie177Aus dem Texte geht nicht hervor, ob die Leute des Fürsten, od. das Publikum, das zum Richter kein Vertrauen hatte.sprachen zu Jehuda b. Naḥmani, dem Dolmetsch des Reš Laqiš: Stelle dich ihm als Dolmetsch178Zur Übermittelung des Vortrages.[zur Seite]. Dieser stellte sich neben ihn und bückte179Um den Vortrag zu hören.sich; jener aber sprach nichts.", "Da begann er und sprach:180Hab. 2,19.Wehe über den, der zum Holze spricht: erwache, zum stummen Steine: rege dich. Sollte er lehren? Ist er doch in Gold und Silber gefaßt und keinerlei Geist belebt sein Inneres. Dereinst wird aber der Heilige, gepriesen sei er, denjenigen heimzahlen, die solche anstellen, denn es heißt:181Ib. V. 20.aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel, vor ihm schweige die ganze Erde.", "Reš Laqiš sagte: Wenn jemand einen unwürdigen Richter über die Gemeinde einsetzt, so ist es ebenso, als hätte er eine Ašera182Ein zur Verehrung der A. (od. Astarte) gepflanzter Baum.in Jisraél gepflanzt, denn es heißt:183Dt. 16,18.Richter und Amtsleute sollst du dir einsetzen, und darauf folgt:184Ib. V. 21.du sollst dir keine Ašera von irgend welchem Holze pflanzen. R. Aši sagte: Sind in diesem Orte Schriftgelehrte vorhanden, so ist es ebenso, als hätte er sie neben einen Altar gepflanzt, denn es heißt:184Ib. V. 21.neben den Altar des Herrn, deines Gottes.", "Es heißt:185Ex. 20,23.verfertigt euch neben mir keine silbernen und keine goldenen Götzen; also nur silberne und goldene Götzen sind verboten, hölzerne aber erlaubt!? R. Aši erklärte: Götzen, die durch Silber und durch Gold entstehen186Dh. wenn ein Richter zu seinem Amte durch Bestechung der Obrigkeit gelangt..", "Wenn Rabh zur Gerichtssitzung ging, sprach er wie folgt: Aus freiem Willen geht er dem Tode187Er setzt sich der Gefahr aus, ein falsches Urteil zu fällen.entgegen, ohne daß es ihm den Bedarf seines Hauses einbringt, denn leer geht er heim; o daß doch das Kommen188Nach Hause, dem Fortgehen, zur Gerichtssitzung, dh. ohne Verschuldung. dem Fortgehen gleiche!", "Und wenn er die Scharen hinter sich sah, sprach er:189Ij. 20,6,7.Auch wenn seine Höhe bis zum Himmel reicht &c., gleich seinem, Kote schwindet er für immer &c. Wenn man Mar Zuṭra den Frommen an einem Feštsabbath190Am Š. vor dem Feste, an dem er über das Fest vorzutragen pflegte.trug191Er wurde aus Ehrerbietung, oder wegen des Gedränges getragen; cf. Jṭ. Fol. 25b., sprach er wie folgt:192Pr. 27,24.Denn Vermögen währt nicht immer, und bleibt etwa die Krone von Geschlecht zu Geschlecht?", "Bar Qappara trug vor: Woher das, was die Gelehrten sagen, man sei bedächtig beim Rechtsprechen? Es heißt:193Ex. 20,26.du sollst nicht auf Stufen heransteigen, und darauf folgt:194Ib. 21,1.folgendes sind die Rechtssatzungen. R. Elie͑zer sagte: Woher, daß der Richter nicht über die Köpfe des heiligen Volkes treten dürfe? Es heißt: du sollst nicht auf Stufen heransteigen, und darauf folgt: folgendes sind die Rechtssatzungen. –", "194Ib. 21,1.Die du ihnen vorlegen sollst; es sollte ja heißen: die du sie lehren sollst!? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erklärte: Das sind die Geräte der Richter195Stock u. Geißel.. Wenn R. Hona zur Gerichtssitzung ging, sprach er wie folgt: Holt mir mein Handwerkszeug: Stock, Riemen, Blashorn196Zur Exkommunikation.und Sandale197Zum Akt der Ḥaliça; cf. Dt. 25,5ff..", "198Dt. 1,16.Ich befahl euren Richtern zu jener Zeit. R. Joḥanan erklärte: Sei mit Stock und Riemen gewappnet.198Dt. 1,16.Verhören eure Brüder, und richtet. R. Ḥanina erklärte: Dies ist eine Warnung für den Richter, daß er nicht die Worte der einen Partei höre, bevor die andere da ist. Ferner ist dies eine Warnung für eine Partei, daß sie nicht ihre Worte begründe, bevor die andere da ist, denn man lese auch: höre199שמע als Imperativ; nur die W.e beider Parteien zusammen dürfen gehört werden.[die Worte] unter den Brüdern.", "R. Kahana sagte: Hieraus:200Ex. 23,1.du sollst nicht anhören, und: du sollst nicht anhören201Das W. תשא wird in Qal u. Hiph. gelesen; die erste Form bezieht sich auf den Richter, daß er nicht anhören dürfe [sc. ein falsches Gerücht, die einseitige Darstellung des Sachverhaltes], die andere auf die Parteien, daß sie keine Veranlassung dazu geben dürfen.lassen.", "198Dt. 1,16.Und fällt ein gerechtes Urteil. Reš Laqiš erklärte: Erwäge das Urteil und entscheide dann.198Dt. 1,16.Zwischen jemand und seinem Bruder. R. Jehuda erklärte: Sogar zwischen Erdgeschoß202Auch bei der Teilung eines Hauses, das Brüder erben, muß der Wert jedes Raumes genau geschätzt werden.und Söller.", "198Dt. 1,16.Und zwischen einem Fremdling. R. Jehuda erklärte: Sogar zwischen Ofen203Im W.e גר wird das W. מגור, Herduntersatz, gefunden.und Herd.", "204Dt. 1,17.Seid nicht parteiisch im Gerichte. R. Jehuda erklärte: Erkenne205Die Wurzel נכר hat eine doppelte Bedeutung: fremd, unkenntlich sein und: erkennen, unterscheiden, letztere jed. nur im Hiph.keinen; R. Elea͑zar erklärte: entfremde205Die Wurzel נכר hat eine doppelte Bedeutung: fremd, unkenntlich sein und: erkennen, unterscheiden, letztere jed. nur im Hiph.dich keinem.", "Einst kam der Hauswirt Rabhs vor diesen zu Gericht; da fragte er ihn: Bist du etwa nicht mein Hauswirt? Jener erwiderte: Jawohl. (Er sprach zu ihm:) Ich habe einen Prozeß. Dieser entgegnete:" ], [ "Ich bin für dich als Richter unzulässig. Darauf sprach Rabh zu R. Kahana: Geh, richte du in seiner Sache. Als dieser ihm anmerkte, daß er anmaßend206Indem er sich auf die Autorität Rabhs stützte.war, sprach er zu ihm: Willst du gehorchen, so ist es recht, wenn aber nicht, so will ich dir207Das W. אונא wird hier von den Lexikographen mit Ohr (verkürzt von אודנא) übersetzt; besser vom syr. אוניתא, truncus. intelligentia (ähnl. das hebr. און).den Rabh austreiben.", "204Dt. 1,17.Den Geringsten und den Größten sollt ihr anhören. Reš Laqiš erklärte: Du sollst das Gericht wegen einer Peruṭa ebenso würdigen, wie das Gericht wegen hundert Minen. – In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich des Nachdenkens und des Urteilens, so ist dies ja selbstverständlich!? – Vielmehr, hinsichtlich des Vorangehens.", "204Dt. 1,17.Scheuet vor niemand. R. Hanau erklärte: Halte deine Worte vor niemand zurück.204Dt. 1,17.Denn das Gericht ist Gottes. R. Ḥama b. R. Ḥanina erklärte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Frevler gegen das Recht Geld dem einen abnehmen und dem anderen geben, sondern sie belästigen mich auch, das Geld dem Eigentümer zurück zu erstatten.", "204Dt. 1,17.Fälle, die euch zu schwer sind. R. Ḥanina, nach anderen R. Jošija, sagte: Deshalb208Weil er nicht Gott, sondern sich selbst als obersten Richter bezeichnete. wurde Moše bestraft, wie es heißt:209Num. 27,5.da brachte Moše ihre Rechtssache vor den Herrn210Diese Lehre wurde ihm erst auf Veranlassung der Töchter Çelophḥads mitgeteilt.. R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Heißt es denn: ich werde es euch hören lassen, es heißt ja:204Dt. 1,17.ich werde es hören; weiß ich es, so ist es recht, wenn aber nicht, so will ich gehen und es lernen!? –", "Vielmehr, wie in folgender Lehre: Eigentlich sollte der Abschnitt von der Erbschaft211Cf. Num. 27,8ff.durch unseren Meister Moše geschrieben werden, nur hatten sich die Töchter Çelophḥads verdient gemacht, und er wurde durch ihre Veranlassung geschrieben. Eigentlich sollte der Abschnitt vom Holzsammler212Cf. ib. 15,32ff.durch unseren Meister Moše geschrieben werden, nur hatte sich der Holzsammler schuldig gemacht, und er wurde durch seine Veranlassung geschrieben. Dies lehrt dich, daß man Verdienstliches durch einen Verdienstlichen und Böses durch einen Bösen herbeiführt.", "Es heißt:198Dt. 1,16.ich befahl euren Richtern zu jener Zeit, dagegen heißt es: 213Dt. 1,18.ich befahl euch zu jener Zeit!? R. Elea͑zar erklärte im Namen R. Šimlajs: Dies ist eine Warnung für das Publikum, daß es den Richter ehrfürchte, und für den Richter, daß er das Publikum trage. – Wie weit? R. Ḥanan, nach anderen R. Šabthaj, erwiderte:214Num. 11,12.Wie der Wärter den Säugling trägt.", "Es heißt:215Dt. 31,23.denn du wirst führen, dagegen heißt es:216Ib. V. 7.denn du wirst kommen!? R. Joḥanan erklärte: Moše sprach zu Jehošua͑: Du mit den Ältesten des Zeitalters. Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Nimm einen Stock und schlage sie über den Nacken; das Zeitalter hat einen Führer und nicht zwei.", "Es wird gelehrt: Die Aufforderung erfolge bei dreien. Welche Aufforderung, wollte man sagen, die Aufforderung zum gemeinschaftlichen217Wenn drei Personen zusammen speisen, müssen sie gemeinschaftlich den Tischsegen sprechen, zu dem einer auffordern muß; cf. Ber. Fol. 45a.Tischsegen, so wird ja gelehrt, die Aufforderung und die Aufforderung zum gemeinschaftlichen Tischsegen erfolge bei dreien. Wolltest du erwidern, dies sei eine Erklärung: die Aufforderung, nämlich die Aufforderung zum gemeinschaftlichen Tischsegen, so wird ja gelehrt: die Aufforderung erfolge bei dreien, und die Aufforderung zum gemeinschaftlichen Tischsegen erfolge bei dreien!? –", "Vielmehr, unter Aufforderung ist eine Aufforderung zum Gerichte zu verstehen. So sagte Raba: Wenn drei Richter [zu Gericht] sitzen und der Gerichts dien er jemand im Namen des einen vorlädt, so hat dies keine Bedeutung; er muß es durchaus im Namen aller. Dies jedoch nur an einem gewöhnlichen Tage, an einem Gerichtstage218Der Montag u. der Donnerstag waren Gerichtstage; cf. Bq. Fol. 82b.aber ist dies nicht nötig.", "DIE ZAHLUNG DES DOPPELTEN &C. R. Naḥman b. R. Ḥisda sandte an R. Naḥman b. Ja͑qob: Möge uns der Meister lehren, wieviel [Richter] bei einem Bußgeld-Gerichte erforderlich sind. Er fragte dies bezüglich eines einzelnen autorisierten [Richters]: darf er in Bußgeldsachen richten oder nicht!?", "Dieser erwiderte: Ihr habt dies gelernt: die Zahlung des Doppelten und des Vier- oder Fünffachen vor drei [Richtern]; welche drei, wollte man sagen, drei gemeine, so sagte ja der Vater deines Vaters im Namen Rabhs, bei Bußgeldsachen seien auch zehn Laien [als Richter] unzulässig; doch wohl autorisierte, und er lehrt: vor drei.", "DIE WEISEN SAGEN, DIE FALSCHE ANKLAGE VOR DREIUNDZWANZIG [RICHTERN.]", "Was ist denn dabei, daß hierbei Todesstrafe vorkommen219Der Mann klagt ja nicht auf Todesstrafe, (in welchem Falle er Zeugen haben müßte,) sondern nur in einer Geldangelegenheit. kann!?", "U͑la erwiderte: Sie streiten, ob man ein auftauchendes Gerücht220Durch die Gerichtsverhandlung könnte die Angelegenheit in der Öffentlichkeit bekannt werden u. Zeugen könnten sich melden, daß sie nach der Verlobung mit anderen verkehrt hat, in welchem Falle sie zum Tode verurteilt werden würde.berücksichtige: R. Meír ist der Ansicht, man berücksichtige dies nicht, und die Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige dies wohl.", "Raba erklärte: Alle sind der Ansicht, man berücksichtige das auftauchende Gerücht nicht, und sie streiten vielmehr, ob man die Ehre der ersten [Richter] berücksichtigen müsse. Hier handelt es sich nämlich um den Fall, wenn dreiundzwanzig versammelt waren, um über die Todesstrafe221Der Mann wollte Zeugen bringen, daß sie nach der Verlobung mit anderen verkehrt hat, was ihm aber mißlang.zu richten, und sie die Sitzung aufgehoben haben, und er darauf zu ihnen sagt: Richtet wenigstens in der Geldangelegenheit222Scheidung bei Verlust der Morgengabe; hierzu braucht er keine Zeugen; cf. Ket. Fol. 10a. Nach der einen Ansicht müssen zu dieser Verhandlung alle 23 Richter verbleiben, wegen der Ehre der Richter, nach der anderen Ansicht genügen drei, da es sich nur um eine Geldangelegenheit handelt.." ], [ "Man wandte ein: Die Weisen sagen: handelt es sich um die Geldangelegenheit, so genügen drei, wenn um die Todesstrafe, so sind dreiundzwanzig erforderlich. Einleuchtend ist dies nun nach Raba, denn wenn er zuerst wegen der Geldangelegenheit klagte, so genügen drei, und wenn er zuerst wegen der Todesstrafe klagte, so sind, obgleich er nachher nur wegen der Geldangelegenheit klagt, dreiundzwanzig erforderlich, gegen U͑la223Nach U͑la berücksichtigen die Weisen, durch die Verhandlung könnte die Angelegenheit bekannt werden und Zeugen, die ihre Todesstrafe herbeiführen, sich melden; demnach sind ja auf jeden Fall 23 Richter erforderlich, selbst wenn der Mann nur auf Verlust der Morgengabe klagt.ist dies ja aber ein Einwand!?", "Raba erwiderte: Ich und der Löwe des Kollegiums, das ist R. Ḥija b. Abin, haben es erklärt: hier handelt es sich um den Fall, wenn der Mann Zeugen brachte, daß sie gehurt hat, worauf der Vater Zeugen brachte, die jene als Falschzeugen224Wenn sie bekunden, daß sie zur betreffenden Zeit anderswo waren; in diesem Falle ist eine Todesstrafe ausgeschlossen. überführten; wenn nun der Mann wegen der Geldbuße225Wegen der falschen Beschuldigung.verklagt wird, so genügen drei [Richter], ist aber ein Todesurteil226Selbst wenn der Mann von vornherein nur auf Verlust der Morgengabe klagt.zu berücksichtigen, so sind dreiundzwanzig erforderlich.", "Abajje erklärte: Alle sind der Ansicht, man berücksichtige ein auftauchendes Gerücht, ferner auch, daß man die Ehre der ersten [Richter] berücksichtige, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn [die Zeugen] sie nur allgemein227Wenn die Zeugen sie zwar gewarnt haben, ihr aber nicht sagten, welche Todesstrafe (es gibt deren vier) auf ihre Handlung gesetzt ist: R. Meír ist der Ansicht R. Jehudas, nach dem in einem solchen Falle die Todesstrafe nunmehr ausgeschlossen ist.gewarnt haben,", "und zwar nach der folgenden Lehre: Alle anderen nach der Tora mit dem Tode zu Bestrafenden werden nur durch eine Gemeinschaft228Dh. ein Synedrium von 23 Mitgliedern.zum Tode verurteilt, und zwar müssen Zeugen vorhanden sein, die sie gewarnt und ihnen gesagt haben, daß darauf die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt sei.", "R. Jehuda sagt, sie müssen ihnen auch gesagt haben, welcher Tod darauf gesetzt ist.", "R. Papa erklärte: Hier handelt es sich um eine gelehrte229Wenn nämlich die Zeugen bekunden, sie nicht gewarnt zu haben, in diesem Falle ist nach der einen Ansicht die Todesstrafe ausgeschlossen.Frau, und zwar führen sie denselben Streit wie R. Jose b. Jehuda und die Rabbanan, denn es wird gelehrt: R. Jose b. Jehuda sagt, bei einem Gelehrten sei die Warnung nicht erforderlich, weil die Warnung nur deshalb erforderlich ist, um festzustellen, ob [die Handlung] wissentlich oder versehentlich begangen wurde.", "R. Aši erklärte: Wenn [die Zeugen]" ], [ "sie mit Geißelung und nicht mit der Todesstrafe gewarnt haben,", "und zwar führen sie denselben Streit wie R. Jišma͑él und die Rabbanan, denn wir haben gelernt: Über die Geißelung vor drei [Richtern]; im Namen R. Jišma͑éls sagten sie: vor dreiundzwanzig.", "Rabina erklärte: Wenn einer von den Zeugen als verwandt oder unzulässig befunden worden ist, und zwar führen sie denselben Streit wie R. Jose und Rabbi nach R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: R. A͑qiba sagte: Vom dritten230Zeugen; in der angezogenen Stelle wird die Frage aufgeworfen, weshalb in der Schrift (Dt. 17,6) von drei Zeugen gesprochen wird, wo auch zwei die Verurteilung herbeiführen.ist nur deshalb die Rede, damit man mit ihm ebenso streng verfahre, wie mit den anderen231Zwei Zeugen; über die überführten Falschzeugen wird die Strafe verhängt, die sie dem falsch Beschuldigten zufügen wollten (cf. Dt. 19,19), auch der 3. Zeuge verfällt dieser Strafe, obgleich sein Zeugnis für die Verurteilung des Angeklagten ganz belanglos war..", "Wenn nun die Schrift den, der sich Übeltätern anschließt, ebenso bestraft wie die Übeltäter, um wieviel mehr wird sie den, der sich Übenden von gottgefälligen Handlungen anschließt, ebenso belohnen wie die Übenden von gottgefälligen Handlungen.", "Und wie ferner, wenn von zweien einer als verwandt oder unzulässig befunden wird, das ganze Zeugnis ungültig ist, ebenso ist, wenn von dreien einer als verwandt oder unzulässig befunden wird, das ganze Zeugnis ungültig. Woher, daß dies auch von hundert [Zeugen] gilt? Es heißt: Zeugen232Cf. Mak. Fol. 5b.,", "R. Jose sagte: Dies gilt nur von Todesstrafsachen, bei Geldangelegenheiten aber bleibt das Zeugnis durch die übrigen [Zeugen] bestehen. Rabbi sagte: Sowohl bei Geldangelegenheiten als auch bei Todesstrafsachen, jedoch nur dann, wenn sie mitgewarnt haben, [nicht aber,] wenn sie nicht mitgewarnt haben." ], [ "Was sollten zwei Brüder und noch jemand tun, wenn sie gesehen haben, wie jemand einen Menschen erschlagen hat!?", "Wenn du willst, sage ich: wenn andere sie gewarnt haben, die Zeugen aber nicht, und zwar führen sie denselben Streit wie R. Jose und die Rabbanan, denn wir haben gelernt: R. Jose sagt, er könne nur dann getötet werden, wenn beide Zeugen ihn gewarnt haben, denn es heißt:233Dt. 17,6.durch den Mund zweier Zeugen.", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn [die Zeugen] bei der Untersuchung, nicht aber bei der Ausforschung234Das Kreuzverhör der Zeugen zerfällt in zwei Teile: in Ausforschungen (חקירות), dh. Fragen die Zeit betreffend, wodurch sie als Falschzeugen überführt werden können, wenn man ihnen ihr Alibi nachweist, und Untersuchungen (בדיקות), dh. allgemeine Fragen, die Handlung u. die Umstände betreffend, durch die sie nicht als Falschzeugen überführt werden können, da ein Irrtum möglich ist.widersprochen wurden,", "und zwar führen sie denselben Streit wie Ben Zakkaj und die Rabbanan, denn wir haben gelernt: Einst untersuchte Ben Zakkaj [die Zeugen durch Fragen] über die Stengel des Feigenbaumes235Die betreffende Handlung ereignete sich gerade unter einem Feigenbaume..", "R. Joseph sagte: Wenn der Mann Zeugen brachte, daß sie gehurt hat, und der Vater Zeugen bringt, die die Zeugen des Mannes als Falschzeugen überführen, so werden die Zeugen das Mannes getötet und zahlen keine Geldentschädigung236Obgleich sie durch ihr Zeugnis die Frau ihrer Morgengabe verlustig machen wollten u. die Falschzeugen der Strafe verfallen, die dem Beschuldigten drohte..", "Bringt darauf der Mann andere Zeugen, die die Zeugen des Vaters als Falschzeugen überführen, so werden die Zeugen des Vaters getötet und zahlen auch die Geldentschädigung; Geldentschädigung wegen des einen und Todesstrafe wegen des anderen237Wegen der Zeugen des Mannes..", "Ferner sagte R. Joseph: [Bekundet jemand,] jener habe mit ihm gewaltsam Päderastie getrieben, so wird er mit noch einem [Zeugen] vereinigt, jenen hinzurichten;", "wenn aber mit seiner Einwilligung, so ist er ein Frevler, und die Tora sagt, daß man keinen Frevler als Zeugen zulasse. Raba sagte: Jeder steht sich nahe und macht sich selbst nicht zum Frevler238Seine Aussage wird fiktiv geteilt, sie ist gegen sich selbst ungültig, wohl aber gegen den Beschuldigten; er gilt somit als Zeuge..", "Raba sagte:" ], [ "[Bekundet jemand,] jener habe seine Frau beschlafen, so wird er mit noch einem [Zeugen] vereinigt, jenen hinzurichten, nicht aber sie hinzurichten239Weil er der Frau gegenüber ein Verwandter ist und als Zeuge unzulässig.. –", "Er lehrt uns somit, daß man seine Aussage teile, und dies ist ja dasselbe240Dies wurde ja schon vorangehend gelehrt.!? – Man könnte glauben, wir sagen allerdings, ein Mensch stehe sich selber nahe, nicht aber seiner Frau, so lehrt er uns.", "Ferner sagte Raba: [Wenn Zeugen bekunden,] jemand habe eine Verlobte beschlafen, und sie als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet und zahlen keine Geldentschädigung241Weil sie den Namen der Beschlafenen, die eventuell den Geldschaden, Verlust der Morgengabe, hätte, nicht nannten., wenn aber: die Tochter von jenem, und werden als Falschzeugen überführt, so werden sie hingerichtet und zahlen auch eine Geldentschädigung; Geldentschädigung wegen des einen und Todesstrafe wegen des anderen.", "Ferner sagte Raba: [Wenn Zeugen bekunden,] jener habe ein Rind beschlafen, und als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet und zahlen keine Geldentschädigung242Für das Rind, da auch das beschlafene Vieh getötet werden muß.; wenn aber: das Rind von jenem, und als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet und zahlen eine Geldentschädigung; Geldentschädigung wegen des einen und Todesstrafe wegen des anderen. –", "Wozu ist dies wiederum nötig, das ist ja dasselbe!? – Weil hierzu eine Frage zu stellen ist, denn Raba fragte; Wie ist es, [wenn jemand bekundet,] jener habe sein Rind beschlafen; sagen wir, ein Mensch stehe nur sich selber nahe, nicht aber seinem Gelde, oder aber sagen wir, ein Mensch stehe auch seinem Gelde nahe? Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es auch: ein Mensch steht sich selber nahe, nicht aber seinem Gelde.", "GEISSELUNG VOR DREI &C. Woher dies? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagt:243Dt. 25,1.und sie sollen richten, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also drei. –", "Es heißt ja auch: sie sollen freisprechen, und: sie sollen schuldigsprechen, demnach sollten es sieben2442 × 3 + 1 == 7.sein!? – Dies ist wegen einer Lehre U͑las nötig, denn U͑la sagte: Wo findet sich in der Tora eine Andeutung auf die überführten Falschzeugen? –", "‘Wo findet sich eine Andeutung’, es heißt ja:245Dt. 19,19.wie er gedachte!? – Vielmehr, wo findet sich eine Andeutung, daß überführte Falschzeugen zu geißeln246In Fällen, wo sie der Strafe, der der Beschuldigte ausgesetzt war, nicht verfallen können, wenn sie beispielsweise von einem Priester bekunden, seine Mutter sei eine Geschiedene, wodurch er aus der Priesterschaft ausgeschlossen werden sollte.sind?", "Es heißt: sie sollen den Unschuldigen freisprechen und den Schuldigen schuldigsprechen; sollten sie etwa deshalb den Schuldigen schuldigsprechen und ihn geißeln, weil sie den Unschuldigen freisprechen? Vielmehr, wenn Zeugen einen Unschuldigen beschuldigen und darauf andere Zeugen ihn entlasten und jene Zeugen beschuldigen, so sind die Schuldigen zu geißeln. –", "Dies geht ja hervor aus:247Ex. 20,16.du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen248Jedes Verbot wird ohnehin mit Geißelung bestraft.. – Dies ist ein Verbot, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln.", "IM NAMEN R. JIŠMA͑ÉLS SAGTEN SIE, VOR DREIUNDZWANZIG. Was ist der Grund R. Jišma͑éls? Abajje erwiderte: Dies ist aus [dem Worte] Schuldiger zu entnehmen, das auch bei der Todesstrafe gebraucht wird; hier heißt es:249Dt. 25,2.wenn der Schuldige Geißelhiebe verdient, und dort heißt es: 250Num. 35,31.der Schuldige, der hingerichtet werden soll; wie dort durch dreiundzwanzig, ebenso auch hierbei durch dreiundzwanzig.", "Raba erwiderte: Die Geißelung tritt an Stelle der Todesstrafe. R. Aḥa, Sohn des Raba, sprach zu R. Aši: Wozu ist demnach die Schätzung251Der zur Geißelung Verurteilte wurde vom Gerichte geschätzt, wieviel Streiche er aushalten könne.nötig; mag man ihn doch geißeln, und wenn er stirbt, so ist ja nichts dabei!?", "Dieser erwiderte: Der Schriftvers lautet:252Dt. 25,3.daß dein Bruder vor deinen Augen entehrt wird, man muß also auf den Rücken eines Lebenden schlagen. – Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn man ihn auf zwanzig Streiche geschätzt hat, man ihm nur soviel verabreiche, wie sie sich durch drei Teile teilen lassen, das sind nämlich achtzehn." ], [ "Sollte man ihm doch einundzwanzig verabreichen, und wenn er durch den einen [Streich] stirbt, so ist ja nichts dabei, denn [die ihm zuerkannten] schlägt man ja auf den Rücken eines Lebenden!? Dieser erwiderte: Die Schrift sagt: daß dein Bruder vor deinen Augen entehrt wird, nach der Geißelung ist er dein Bruder, was dann nicht der Fall sein würde.", "DIE INTERKALATION DES MONATS DURCH DREI. Er lehrt nicht ‘Berechnung’253Bei der Festsetzung des Neumondes waren kalendarische Berechnungen erforderlich., er lehrt nicht ‘Weihung’254Der Neumond wurde vom Gerichte festgestellt u. geweiht; cf. Rh. Fol. 24a., sondern ‘Interkalation’; soll man doch die Weihung unterlassen, und er würde von selber interkaliert255Wenn der 30. Tag nicht als Neumond geweiht wird, so gehört er zum vorangehenden Monat, u. dieser ist von selber interkaliert; die Interkalation durch das Gericht ist nicht nötig. sein!?", "Abajje erwiderte: Lies: die Weihung des Neumondes. Ebenso wird auch gelehrt: Die Weihung des Neumondes und die Interkalation des Jahres erfolgt durch drei [Richter] – so R. Meír. Raba entgegnete: Es heißt ja: die Interkalation!? Vielmehr, erklärte Raba: Die Weihung am Interkalationstage256Am 30. des Monats, der event. interkaliert wird.erfolgt durch drei [Richter], während es nach der Interkalation257Am 31. des vorangehenden Monats.keine Weihung mehr gibt,", "und zwar ist hier die Ansicht des R. Elea͑zar b. Çadoq vertreten, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Hat man [den Neumond] nicht zur Zeit258Am 30. des Monats.gesehen, so weihe man ihn nicht mehr, da ihn bereits der Himmel geweiht hat.", "R. Naḥman erklärte: Die Weihung nach der Interkalation erfolgt durch drei [Richter], während es am Interkalationstage keine Weihung gibt, und zwar ist hier die Ansicht Pelemos vertreten, denn es wird gelehrt: Pelemo sagte: [Sieht man den Neumond] zur Zeit, so braucht man ihn nicht259Da man ihn sieht, so ist weiter nichts nötig; sieht man ihn aber nicht, so ist die Weihung erforderlich, damit man wisse, wann Neumond ist. zu weihen, wenn nicht zur Zeit, so muß man ihn weihen.", "R. Aši erklärte: Tatsächlich wird hier von der Berechnung gelehrt, denn unter ‘Interkalation’ ist eben die Berechnung der Interkalation zu verstehen; da er aber von der Interkalation des Jahres lehren will, so lehrt er auch von der ‘Interkalation ‘des Monats. –", "Nur die Berechnung des Neumondes, nicht aber die Weihung des Neumondes; somit ist hier die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Man brauche ihn nicht zu weihen, ob zur Zeit oder nicht zur Zeit, denn es heißt:259Lev. 25,10.ihr sollt das fünfzigste Jahr weihen, du hast das Jahr zu weihen, nicht aber die Monate.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT: DURCH DREI &C. Es wird gelehrt: Wie erfolgt nach R. Šimo͑n b. Gamliél die Eröffnung durch drei, die Verhandlung durch fünf und die Beschlußfassung durch sieben? Wenn einer sagt: [zur Verhandlung] zusammentreten, und zwei sagen: nicht zusammentreten, so ist der eine durch seine Minderheit überstimmt;", "wenn zwei sagen: zusammentreten, und einer sagt: nicht zusammentreten, so nehme man noch zwei hinzu und verhandle. Wenn zwei sagen: [die Interkalation] sei nötig, und drei sagen, sie sei nicht nötig, so sind die zwei durch ihre Minderheit überstimmt; wenn drei sagen, sie sei nötig, und zwei sagen, sie sei nicht nötig, so nehme man noch zwei hinzu, denn das Kollegium muß mindestens sieben [Personen] haben.", "Wenn entsprechen diese drei, fünf und sieben? – Hierüber streiten R. Jiçḥaq b. Naḥmani und noch jemand, das ist R. Šimo͑n b. Pazi; manche sagen: R. Šimo͑n b. Pazi und noch jemand, das ist R. Jiçḥaq b. Naḥmani; einer sagt, entsprechend dem Priestersegen260Dieser besteht aus 3 Versen, von 3, 5 u. 7 Worten., und einer sagt, entsprechend den drei Schwellenhütern261Cf. iiReg. 25,18,19 u. Est. 1,14., den fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs261Cf. iiReg. 25,18,19 u. Est. 1,14., und den sieben, die den König umgeben261Cf. iiReg. 25,18,19 u. Est. 1,14..", "R. Joseph lehrte: Drei, fünf und sieben, entsprechend den drei Schwellenhütern, den fünf von den Männern aus der Umgebung des Königs, und den sieben, die den König umgeben. Abajje sprach zu R. Joseph: Weshalb hat es uns der Meister bis jetzt nicht erklärt? Dieser erwiderte: Ich wußte nicht, daß ihr [der Erklärung] braucht; habt ihr mich etwa nach einer solchen gefragt und ich sie euch verweigert!?", "Die Rabbanan lehrten: Das Jahr wird nur durch diejenigen interkaliert," ], [ "die dafür bestimmt262Vom Gerichtspräsidenten, am Tage vorher.wurden. Einst verordnete R. Šimo͑n b. Gamliél, daß man ihm am nächsten Morgen sieben [Richter] nach dem Söller hinaufschicke, und als er am nächsten Morgen acht fand, sprach er: Wer ist da unbefugt heraufgekommen? Er gehe hinunter!", "Da stand Šemuél der Kleine auf und sprach: Ich bin es, der unbefugt heraufgekommen ist, jedoch nicht, um mich an der Interkalation (des Jahres) zu beteiligen, sondern nur um die Halakha für die Praxis zu lernen. Da sprach jener zu ihm: Setz dich, mein Sohn, setz dich; du bist würdig, daß jede Interkalation des Jahres durch dich erfolge, die Weisen sagten aber, daß nur die dafür bestimmten das Jahr interkalieren dürfen. Es war aber nicht261Der unbefugt hinaufgekommen war. Šemuél der Kleine, sondern ein anderer, und nur um diesen der Beschämung [nicht auszusetzen] sagte er es.", "So ereignete es sich, daß Rabbi einst bei seinem Vortrage Knoblauchgeruch wahrnahm und sprach: Wer Knoblauch gegossen hat, soll hinausgehen. Da stand R. Ḥija auf und ging hinaus. Hierauf standen auch alle anderen auf und gingen hinaus. Als R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis, am nächsten Morgen R. Ḥija traf, sprach er zu ihm: Du warst es also, der meinen Vater gekränkt hat!? Dieser erwiderte: So etwas komme in Jisraél nicht vor! –", "Von wem lernte es R. Ḥija? – Von R. Meír, denn es wird gelehrt: Einst kam eine Frau in das Lehrhaus R. Meírs und sprach zu ihm: Einer aus eurer Mitte hat mich durch Beiwohnung262Nach mosaischem Gesetze kann die Ehe durch Beiwohnung erfolgen; cf. Qid. Fol. 21.geehelicht. Da stand R. Meír auf, schrieb ihr einen Scheidebrief und überreichte ihn ihr. Hierauf standen auch alle anderen auf, schrieben ihr Scheidebriefe und überreichten sie ihr. –", "Von wem lernte es R. Meír? – Von Šemuél dem Kleinen. – Von wem lernte es Šemuél der Kleine? – Von Šekhanja, dem Sohne Jeḥiéls, denn es heißt:263Ezr. 10,2.Da hob Šekhanja, der Sohn Jeḥiéls, von den Nachkommen E͑lams, an und sprach zu E͑zra: Wir haben uns vergangen gegen unseren Gott, daß wir fremde Frauen von den Bewohnern des Landes heimgeführt haben; doch ist dieserhalb jetzt noch Hoffnung für Jisraél. –", "Von wem lernte es Šekhanja, der Sohn Jeḥiéls? – Von Jehošua͑264Dh. vom Ereignisse mit J., Gott wollte ihm nicht verraten, wer die Sünde beging., denn es heißt: Da sprach der Herr zu Jehošua͑: Steh auf, wozu liegst du doch auf deinem Angesichte; Jisraél hat sich versündigt! Darauf sprach er vor ihm: Herr der Welt, wer hat die Sünde begangen? Er erwiderte ihm: Bin ich etwa ein Angeber, geh. wirf Lose aus. Wenn du willst, sage ich: von Moše, denn es heißt: 265Ex. 16,28.wie lange wollt ihr euch266Er nannte nicht den Sünder.weigern?", "Die Rabbanan lehrten: Seitdem die letzten Propheten, Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi, gestorben sind, wich der heilige Geist267Dh. die Prophetie hörte auf.von Jisraél, dennoch bedienten sie sich noch der Hallstimme. Einst waren sie im Söller des Hauses des Gorja in Jeriḥo versammelt, da ertönte über ihnen eine Hallstimme aus dem Himmel: Einer ist unter euch, der würdig ist, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, wie auf unserem Meister Moše, nur ist sein Zeitalter dazu nicht würdig. Da richteten die Weisen ihre Augen auf Hillel den Älteren. Als er starb, sprachen sie über ihn: O Frommer, o Sanftmütiger, Schüler des E͑zra!", "Ferner waren sie einst in einem Söller in Jabne versammelt, da ertönte über ihnen eine Hallstimme aus dem Himmel: Einer ist unter euch, der würdig ist, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dazu nicht würdig. Da richteten die Weisen ihre Augen auf Šemuél den Kleinen. Als er starb, sprachen sie über ihn: O Frommer, o Sanftmütiger, Schüler des Hillel! Er sprach auch bei seinem Sterben: Šimo͑n und Jišma͑él werden dem Schwerte [verfallen], ihre Genossen der Hinrichtung, das übrige Volk der Plünderung, und viele Leiden werden über die Welt268Seine Prophezeiung vor seinem Tode traf später ein.kommen.", "Auch über Jehuda b. Baba wollten sie dasselbe sprechen, nur war es eine Unglückszeit, denn man durfte über die von der Regierung Hingerichteten keine Trauerrede halten.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf das Jahr nur mit Zustimmung des Fürsten interkalieren. Einst ging R. Gamliél269Der Fürst war.fort, um bei einem Hegemon in Syrien Erlaubnis einzuholen, und verspätete sich mit seiner Rückkehr; da interkalierten sie das Jahr unter der Bedingung, daß R. Gamliél einverstanden sein werde. Als R. Gamliél zurückkam und einverstanden war, war also das Jahr interkaliert.", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr nur dann, wenn dies nötig ist; wegen der Wege270Wenn die Wege sehr schlecht oder die Brücken zerbrochen sind und die Pilger zum Feste nicht nach Jerušalem kommen können, so wird das Jahr interkaliert; das Fest fällt dann einen Monat später., wegen der Brücken270Wenn die Wege sehr schlecht oder die Brücken zerbrochen sind und die Pilger zum Feste nicht nach Jerušalem kommen können, so wird das Jahr interkaliert; das Fest fällt dann einen Monat später., wegen der Pesaḥöfen271Wenn die Öfen, in denen die Pesaḥlämmer gebraten werden sollen, während des Winters zerweicht wurden u. trocknen müssen.und wegen der Pilger Jisraéls, die ihre Heimat verlassen haben, aber noch nicht eingetroffen sind; nicht aber wegen des Schnees, noch wegen der Kälte, noch wegen Pilger Jisraéls, die ihre Heimat noch nicht verlassen haben.", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr weder wegen der Böckchen272Die als Pesaḥopfer verwendet werden, um sie noch einen Monat auswachsen zu lassen., noch wegen der Schafe272Die als Pesaḥopfer verwendet werden, um sie noch einen Monat auswachsen zu lassen., noch wegen der jungen Tauben273Die als Geflügelopfer verwendet werden., die noch nicht flügge sind, wohl aber wird bei der Interkalation darauf Rücksicht genommen. – Inwiefern? – R. Jannaj erzählte im Namen274Dh. dieser hat einst eine solche Verfügung erlassen. des R. Šimo͑n b. Gamliél: wir tun euch kund, daß ich in anbetracht dessen, daß die jungen Tauben noch zart und die Lämmer noch jung sind, daß die Kornreife noch nicht eingetreten ist, es für richtig gefunden habe, diesem Jahre noch dreißig Tage hinzuzufügen.", "Man wandte ein: Wieviel beträgt die Interkalation des Jahres? Dreißig Tage; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, einen Monat275Der gewöhnliche Monat hat 29 Tage.!? R. Papa erwiderte: Wenn sie wollen, einen Monat, wenn sie wollen, dreißig Tage.", "Komm und sieh den Unterschied zwischen den" ], [ "früheren Gestrengen276R. Gamliél galt als streng u. herrschsüchtig (cf. Ber. Fol. 27b. Rh. 25a, Bek. 36a), dennoch erwähnt er in seinem weiter angeführten Erlasse auch seine Kollegen, während R. Šimo͑n, der als bescheiden u. sanft galt (cf. Bm. Fol. 85a), seine Kollegen nicht nannte. und den späteren Sanftmütigen.", "Es wird gelehrt: Einst saß R. Gamliél auf einer Stufe des Tempelberges und jener277Eigentl. dieser. Die Bezeichnung הלז ist sonderbar u. dürfte wohl eine Euphemie od. Verballhornisierung von הנזוף (der Verwiesene) sein, wie er Šab. Fol. 115a genannt wird.Schreiber Joḥanan stand vor ihm, und vor ihm lagen drei zurechtgeschnittene Briefbogen.", "Da sprach er zu ihm: Nimm einen Briefbogen und schreibe: An unsere Brüder, die Einwohner von Ober-Galiläa, und an unsere Brüder, die Einwohner von Unter-Galiläa, euer Friede gedeihe! Wir tun euch kund, daß die Zeit der Fortschaffung278Der priesterlichen u. Armenabgaben; cf. Ms. V,6.herangereicht ist, um den Zehnten von den Olivenbehältern zu entrichten. Ferner nimm einen Briefbogen und schreibe: An unsere Brüder, die Einwohner des Südens, euer Friede gedeihe! Wir tun euch kund, daß die Zeit der Fortschaffung herangereicht ist, um den Zehnten von den Ährengarben zu entrichten.", "Ferner nimm einen Briefbogen und schreibe: An unsere Brüder, die Einwohner der babylonischen Diaspora, und an unsere Brüder in Medien, und an die ganze übrige jisraélitische Diaspora, euer Friede gedeihe ewig! Wir tun euch kund, daß in anbetracht dessen, daß, da die jungen Tauben noch zart und die Lämmer noch jung sind, die Kornreife noch nicht eingetreten ist, ich und meine Genossen es für richtig befunden haben, diesem Jahre noch dreißig Tage hinzuzufügen. – Vielleicht, nachdem sie ihn abgesetzt hatten279Wurde er sanftmütig; cf. Ber. Fol. 27b..", "Die Rabbanan lehrten: Aus drei Gründen interkaliere man das Jahr: wegen der Kornreife280Wenn sie noch nicht eingetreten ist., wegen der Baumfrüchte und wegen der Jahreszeit281Wenn sie sich verspätet.; wegen zwei von diesen interkaliere man es, wegen eines nicht;", "ist einer von diesen die Kornreife, so sind alle282Weil das Getreide ohnehin noch nicht reif ist.froh. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: wegen der Jahreszeit. Sie fragten: so sind alle wegen der Jahreszeit froh, oder wird es wegen der Jahreszeit interkaliert? – Dies bleibt unentschieden.", "Die Rabbanan lehrten: Wegen dreier Länder283Die oben angezogenen Gründe erstrecken sich nur auf diese 3 Länder.Interkaliere man das Jahr: Judäa, Transjarden und Galiläa; wegen zweier interkaliere man es, wegen eines nicht; ist Judäa eines von diesen, so sind alle froh, denn die Schwingegarbe wird nur aus Judäa dargebracht284Cf. Men. Fol. 84b..", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr nur in Judäa; hat man es in Galiläa interkaliert, so ist es gültig. Ḥananja aus Ono bekundete, daß, wenn man es in Galiläa interkaliert hat, es ungültig sei. R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Was ist der Grund des Ḥananja aus Ono? Die Schrift sagt:285Dt. 12,5.nach seiner Stätte sollt ihr forschen und dahin sollt ihr kommen, all deine Forschungen sollen nur in der Stätte Gottes stattfinden.", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr nur am Tage; hat man es nachts interkaliert, so ist es ungültig. Ferner weihe man den Monat nur am Tage; hat man ihn nachts geweiht, so ist es ungültig. R. Abba sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:286Ps. 81,4.stoßt am Neumonde in die Posaune, am Verborgenen287Eigentl. Fest, besond. das Neujahrsfest.auf den Tag unseres Festes; an welchem Feste bleibt der Mond verborgen? Sage: am Neujahrsfeste288Alle anderen Feste finden in der Mitte des Monats statt, bei Vollmond, das Neujahrsfest dagegen am 1. des Monats.und darauf heißt es: denn dies ist eine Festsetzung für Jisraél, ein Recht des Gottes Ja͑qobs; wie das Recht am Tage [gesprochen werden muß], ebenso die Weihung des Neumondes am Tage.", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere keine Jahre" ], [ "der Hungersnot289Durch die Interkalation verzögert sich die Darbringung der Schwingegarbe, u. damit die Erlaubnis, neue Feldfrüchte zu essen, um einen Monat..", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte:290iiReg. 4,42.Es erschien ein Mann von Baa͑l Šališa und brachte dem Manne Gottes Erstlingsbrot &c., nämlich Brot291Der Text ist korrupt; st. ולחם אביב וגו' muß es heißen: לחם אביב וגו'; die W.e לחם אביב sind also eine Erklärung des T. u. die Emendation in den kursierenden Ausgaben eine Verballhornisierung.von neuem Getreide.", "Du hast ja im ganzen Jisraéllande keine [Ortschaft], in der die Früchte besser reifen, als in Baa͑l Šališa, dennoch war nur eine Art herangereift. Vielleicht glaubst du, es sei Weizen292Der später reift.gewesen, so heißt es: Gerste; vielleicht glaubst du, es sei vor [der Darbringung] der Schwingegarbe293Wo das Volk die neuen Früchte noch nicht essen durfte.gewesen, so heißt es:290iiReg. 4,42.gib den Leuten, daß sie essen, es war also nach [der Darbringung] der Schwingegarbe.", "Hieraus folgt also, daß dieses Jahr interkaliert werden294Da die Kornreife noch nicht eingetreten war.sollte. nur hat es Eliša͑ deshalb nicht interkaliert, weil es ein Hungersjahr war und alle zu den Tennen eilten.", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere das Jahr nicht vor dem Neujahrsfeste; hat man es interkaliert, so ist es ungültig. In einem dringenden Falle darf man es sofort nach dem Neujahrsfeste interkalieren, jedoch interkaliere man nur den Adar295A. ist der letzte Monat im Jahre; soll das Jahr interkaliert werden, so wird dieser Monat verdoppelt.. –", "Dem ist ja aber nicht so!? Einst sandte man ja an Raba: Ein [Gelehrten-]Paar, das der Adler296Bezeichnung für die röm. Regierung od. den Kaiser.zurückgehalten hatte, kam aus Raqqath297Tiberjas; cf. Meg. Fol. 5b.und in ihren Händen befinden sich Dinge, die in Luz gefertigt werden, das sind nämlich die Purpurfäden298Die Çiçith; cf. Num. 15,38ff.. Durch die Barmherzigkeit [Gottes] und wegen ihres Verdienstes sind sie in Frieden entkommen.", "Die Nachkommen aus den Hüften Naḥšons299Die Fürsten der Judenschaft in Palästina, die ihre Herkunft von diesem ableiten. wollten einen Statthalter300Einen Schaltmonat.einsetzen, was aber jener Edomite301Der Beamte der römischen Regierung.nicht zuließ. Jedoch traten die Männer des Kollegiums zusammen und setzten einen Statthalter ein, in dem Monate, in dem der Priester Aḥron starb302Das ist der Monat Ab, also vor dem Neujahrsfeste. Die verblümte Sprache dieses Schreibens ist erklärlich.!? – Sie hatten es nur beschlossen, jedoch noch nicht bekannt gemacht. –", "Wieso ist unter ‘Statthalter’ ein Monat zu verstehen? – Es heißt:303iReg. 4,7.und Šelomo hatte zwölf Statthalter über ganz Jisraél [gesetzt]; sie versorgten den König und seine Leute je einen Monat im Jahre. – Es heißt ja aber: 304Ib. V. 19.und ein Statthalter im Lande!? – R. Jehuda und R. Naḥman [erklärten es]; einer erklärte: einer war über alle gesetzt, und einer erklärte: entsprechend dem Schaltmonate.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht im laufenden Jahre das folgende interkalieren, auch nicht drei Jahre hintereinander. R. Šimo͑n sprach: Einst interkalierte R. A͑qiba, als er im Gefängnisse eingesperrt war, drei Jahre hintereinander. Man entgegnete ihm: Soll dies ein Beweis sein!? [Das Gericht] trat zusammen und setzte die Interkalation für jedes [Jahr] zur richtigen Zeit fest305RA͑. interkalierte nicht 3 Jahre hintereinander, sondern die Festsetzung der Interkalation für 3 Jahre wurde bei einer Sitzung bestimmt. Dies geschah deshalb, weil RA͑., der im Kalenderwesen sehr kundig war, hingerichtet werden sollte..", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere weder das Siebentjahr306Das S. darf nicht interkaliert werden, damit das Feld nicht allzulange brach liege; das nächste ebenfalls nicht, damit die Darbringung der Schwingegarbe nicht hinausgeschoben werde.noch das diesem folgende Jahr; man pflegt das dem Siebentjahre vorangehende Jahr zu interkalieren. Im Hause R. Gamliéls interkalierten sie auch das dem Siebentjahre folgende Jahr307Da man nötigenfalls Getreide aus dem Auslande einführen kann..", "Hierüber besteht ein Streit der Tannaím der folgenden Lehre: Man darf keine Kräuter aus dem Auslande nach dem Jisraéllande bringen; unsere Meister aber erlaubten dies. – Worin besteht ihr Streit? R. Jirmeja erwiderte: Sie streiten, ob [das Mitbringen von] Erdschollen308Der nichtjisraélitische Erdboden ist levitisch verunreinigend.zu berücksichtigen sei.", "Die Rabbanan lehrten: Man interkaliere nicht das Jahr wegen der Unreinheit309Wenn der größere Teil der Gemeinde unrein ist, um nicht das Pesaḥopfer in Unreinheit darbringen zu müssen.;", "R. Jehuda sagt, man interkaliere wohl. R. Jehuda sprach: Ḥizqijahu, der König von Jehuda, interkalierte einst das Jahr wegen der Unreinheit und flehte dann für sich310Daß man ihm dies vergebe.um Erbarmen, denn es heißt: 311iiChr. 30,18.Denn die große Menge des Volkes, viele aus Ephrajim, Menase, Jisakhar und Zehulun, hatten sich nicht gereinigt, \n" ], [ "sondern aßen das Pesaḥ in vorschriftswidriger Weise. Aber Ḥizqijahu hatte für sie gebetet und gesagt: der Herr, der gütig ist, möge einem jeden verzeihen.", "R. Šimo͑n sagte: Hat mail es wegen der Unreinheit interkaliert, so ist es gültig, und er flehte nur deshalb um Erbarmen für sich, weil man nur den Adar interkaliere, während er den Nisan im Nisan312Nachdem der Neumond schon als Nisan geweiht worden war, überlegte er es sich u. machte ihn zum 2. Adar.interkaliert hatte. R. Šimo͑n b. Jehuda erklärte im Namen R. Šimo͑ns: Weil er Jisraél verleitete, das zweite Pesaḥ313Wer verhindert ist, das Pesaḥ zur festgesetzten Zeit darzubringen, bringe es, als 2. Pesaḥ, einen Monat später (am 14. Ijar) dar; cf. Num. 9,10ff.herzurichten.", "Der Meister sagte: R. Jehuda sagt, man interkaliere es wohl; demnach wäre R. Jehuda der Ansicht, die Unreinheit werde bei einer Gemeinschaft nur verdrängt314Und nicht ganz aufgehoben; soweit es möglich ist, das Pesaḥopfer in Reinheit herzurichten, tue man dies, und zu diesem Zwecke interkaliere man auch das Jahr.,", "und [dem widersprechend] wird gelehrt: Das Stirnblatt macht [das Opfer] wohlgefällig, einerlei ob es an [des Priesters] Stirn ist oder nicht – so R. Šimo͑n; R. Jehuda sagt, an seiner Stirn mache es [das Opfer] wohlgefällig, ist es nicht an seiner Stirn, mache es [das Opfer] nicht wohlgefällig.", "R. Šimo͑n sprach zu ihm: Vom Hochpriester am Versöhnungstage ist ja [das Entgegengesetzte] zu beweisen: es ist dann nicht315Der Hochpriester durfte nicht im Allerheiligsten mit goldenem Schmucke erscheinen. an seiner Stirn, dennoch macht es [das Opfer] wohlgefällig. R. Jehuda erwiderte ihm: Laß den Versöhnungstag, da bei einer Gemeinschaft die Unreinheit erlaubt316An diesem werden nur Gemeindeopfer dargebracht, die in Unreinheit dargebracht werden dürfen.ist!? –", "Auch nach deiner Auffassung widerspricht sich ja die Lehre selbst: R. Jehuda sagt, man interkaliere es wohl, dagegen erzählt R. Jehuda: einst interkalierte Ḥizqija, der König von Jehuda, das Jahr wegen der Unreinheit und flehte um Erbarmen317Demnach durfte er dies nicht.für sich!? Vielmehr ist diese Lehre lückenhaft und muß wie folgt lauten: Man interkaliere das Jahr nicht wegen der Unreinheit, hat man es interkaliert, so ist es gültig; R. Jehuda sagt, es sei ungültig. Hierzu erzählte R. Jehuda &c. –", "«R. Šimo͑n sagt: Hat man es wegen der Unreinheit interkaliert, so ist es gültig.» Dies lehrt ja auch der erste Autor!? Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob man es von vornherein318Nach RŠ. darf man dies auch von vornherein, u. nur im Gegensatz zur Ansicht RJ.s spricht er von bereits Geschehenem.dürfe. Ebenso wird auch gelehrt: Man interkaliere das Jahr nicht von vornherein wegen der Unreinheit; R. Šimo͑n sagt, man interkaliere wohl, und nur deshalb flehte [Ḥizqija] für sich um Erbarmen, weil man nur den Adar interkaliere, während er den Nisan im Nisan interkaliert hatte.", "Der Meister sagte: Weil man nur den Adar interkaliere, während er den Nisan im Nisan interkaliert hatte. Kannte Ḥizqija denn nicht [die Lehre]: Dieser Monat soll euch sein, nur dieser kann Nisan sein, nicht aber ein anderer319Dh. sobald der Neumond als Nisan geweiht wurde, darf er nicht mehr zum Adar gemacht werden.!? – Er irrte sich in einer Lehre Šemuéls; Šemuél sagte nämlich, man dürfe am dreißigsten Adar das Jahr nicht mehr interkalieren, weil er bereits zum Nisan gehören kann,", "er aber dachte, man berücksichtige dies nicht. Ebenso wird auch gelehrt: Man interkaliere das Jahr nicht mehr am dreißigsten Adar, weil er bereits zum Nisan gehören kann.", "«R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Weil er Jisraél verleitete, das zweite Pesaḥ herzurichten.» Wie verhielt es sich? R. Aši erwiderte: Die Jisraéliten waren zur Hälfte320Wie aus dem Zusammenhange hervorgeht, muß es heißen: in der Minderheit rein.unrein und zur Hälfte rein, und die Frauen ergänzten die Reinen, sodaß sie mit ihnen mehr waren.", "Zuerst glaubte er, das erste [Pesaḥ] sei für Frauen Pflicht, somit waren die Unreinen in der Minderheit, und die Minderheit wird zum zweiten Pesaḥ verdrängt, später aber war er der Ansicht, das erste [Pesaḥ] sei für Frauen Freigestelltes, somit waren die Unreinen in der Mehrheit, und die Mehrheit wird nicht zum zweiten Pesaḥ verdrängt.", "Der Text. Šemuél sagte: Man interkaliere das Jahr nicht am dreißigsten Adar, weil er bereits zum Nisan gehören kann. Wie ist es, wenn man es interkaliert hat? U͑la erwiderte: So weihe man den Neumond321Des 2. Adar (der Nisan sein sollte) u. am folgenden Monat wird der Nisan geweiht. nicht. – Wie ist es, wenn man ihn geweiht hat? Raba sagte: So ist die Interkalation ungültig. R. Naḥman sagte: Die Interkalation und die Weihung sind gültig.", "Rabh sprach zu R. Naḥman: Merke, vom Purimfeste bis zum Pesaḥfeste sind es ja dreißig Tage, somit beginnt man am Purimfeste über die Satzungen des Pesaḥs vorzutragen, wie gelehrt wird, dreißig Tage vor dem Pesaḥfeste beginne man über die Satzungen des Pesaḥs vorzutragen, R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, zwei Wochen; wenn man nun beim Herannahen des Neumondes [das Pesaḥfest] hinausschiebt322Durch die Einschaltung eines 2. Adar., so könnte man ja das [Gesetz vom] Gesäuerten vernachlässigen323Da das Volk zum Pesaḥfeste gerüstet ist, wird es die nachträgliche Interkalation nicht anerkennen wollen.!?", "Dieser erwiderte: Man weiß, daß die Interkallation von der Berechnung abhängt, und denkt daran, daß die Rabbanan bis jetzt die Berechnung nicht abschließen konnten.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man interkaliere das Jahr324Wegen der Jahreszeit, ob. Fol. 11b.nur dann, wenn von der Jahreszeit noch der größere Teil eines Monats fehlt. ‘Der größere Teil eines Monats’, das sind sechzehn Tage – so R. Jehuda;" ], [ "R. Jose sagt, einundzwanzig Tage. Beide folgerten sie es aus ein und demselben Schriftverse:324Ex. 34,22.und das Fest der Ernte bei der Wende des Jahres; einer ist der Ansicht, das ganze Fest gehöre zur neuen Jahreszeit325Dh. zur Jahreszeit des Tišri; das Fest beginnt am 15. des Monats u. dauert 8 Tage., und der andere ist der Ansicht, nur ein Teil des Festes gehöre zur neuen Jahreszeit. –", "Welcher Ansicht sind sie: sind sie der Ansicht, der [Wende]tag der Jahreszeit sei Schluß326Der alten, bezw. neuen Jahreszeit., so ist es ja auch ohnehin weder nach dem, welcher sagt, das ganze Fest, noch nach dem, welcher sagt, ein Teil des Festes, zutreffend327Daß ein Teil, bezw. das ganze Fest in die neue Jahreszeit fällt.!? – Vielmehr, sie sind der Ansicht, der [Wende]tag der Jahreszeit sei Beginn326Der alten, bezw. neuen Jahreszeit..", "Man wandte ein: Der [Wende]tag der Jahreszeit ist Schluß – so R. Jehuda; R. Jose sagt: der [Wende]tag der Jahreszeit sei Beginn.", "Ferner wird gelehrt: Man interkaliere das Jahr nur dann, wenn von der Jahreszeit der größere Teil des Monats fehlt. ‘Der größere Teil des Monats’, das sind sechzehn Tage; R. Jehuda sagt, zwei Teile des Monats. ‘Zwei Teile des Monats’, das sind zwanzig Tage.", "R. Jose sagt, man berechne: [fehlen] sechzehn [Tage von der Jahreszeit] vor dem Pesaḥfeste, so interkaliere man, wenn aber sechzehn [Tage von der Jahreszeit] vor dem [Hütten]feste, so interkaliere man nicht. R. Šimo͑n sagt, auch wenn sechzehn Tage [von der Jahreszeit] vor dem [Hütten]feste, interkaliere man. Andere sagen, auch wegen des kleineren Teiles [des Monats]. ‘Des kleineren Teiles’, das sind vierzehn Tage!? – Ein Einwand.", "Der Meister sagte: R. Jehuda sagt, zwei Teile des Monats, das sind zwanzig Tage. R. Jose sagt, man berechne: [fehlen] sechzehn [Tage von der Jahreszeit] vor dem Pesaḥfeste, so interkaliere man. Dies sagt ja auch R. Jehuda328Nach beiden reicht ein Teil des Festes.!?", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob der [Wende]tag der Jahreszeit zum Schlüsse oder zum Beginne gehöre329Nach R. Jehuda gehört er zum Schlüsse..", "Der Meister sagte: Wenn aber sechzehn [Tage von der Jahreszeit] vor dem [Hütten]feste, so interkaliere man nicht. Nach R. Jose interkaliere man also nur dann nicht, wenn sechzehn [Tage von der Jahreszeit] vor dem [Hütten]feste fehlen, wohl aber interkaliere man, wenn siebzehn oder achtzehn fehlen,", "dagegen sagt er beim Pesaḥfeste, daß man nur dann [interkaliere], wenn sechzehn [Tage] fehlen, nicht aber wenn weniger!? –", "Nein, in beiden Fällen interkaliere man nicht, da er aber beim Pesaḥfeste von sechzehn [Tagen] spricht, so spricht er auch beim [Hütten]feste von sechzehn [Tagen].", "«R. Šimo͑n sagt, auch wenn sechzehn [Tage von der Jahreszeit] vor dem [Hütten]feste, interkaliere man.» Dies sagt ja auch der erste Tanna!? –" ], [ "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob der [Wende]tag der Jahreszeit zum Beginne oder zum Schlüsse gehöre; sie sind aber nicht bezeichnet330Dh. man weiß nicht, wer der einen u. wer der anderen Ansicht ist..", "«Andere sagen, auch wegen des kleineren Teiles [des Monats]. ‘Des kleineren Teiles’, das sind vierzehn Tage.» Welcher Ansicht sind sie, sind sie der Ansicht, der [Wende]tag der Jahreszeit gehöre zum Schlüsse und das ganze Fest gehöre [zur neuen Jahreszeit], so ist dies ja331Da das Fest erst am 15. beginnt, wozu ist beim Fehlen von 14 Tagen die Interkalation erforderlich.der Fall!? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Die anderen sprechen von der Jahreszeit des Nisan, denn es heißt: achte auf den Reifemonat, achte, daß die Wende des Frühlings in den Nisan falle. –", "Sollte man den Adar332Eine Monatsinterkalation (1 Tag), sodann würde nur das Pesaḥfest um einen Tag verschoben werden, wozu ist nun eine Jahresinterkalation, also eine Verschiebung sämtlicher Feste um einen Monat nötig. interkalieren!? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Der Autor zählt von oben nach unten, und meint es wie folgt: bis333Von einer größeren Zahl ab gezählt, bis zum 14., exklusive; wenn aber 14 fehlen, so wird nicht das Jahr, sondern der Adar interkaliert.zum kleineren Teile interkaliere man; ‘zum kleineren Teile’, das sind vierzehn Tage.", "Rabina erklärte: Tatsächlich sprechen die anderen von [der Jahreszeit des] Tišri, nur sind sie auch der Ansicht, das ganze Fest gehöre [in die neue Jahreszeit], und dazu auch der erste Festtag334Und da sie der Ansicht sind, der Wendetag der Jahreszeit gehöre zur alten, so wird schon beim Fehlen von 14 Tagen das Jahr interkaliert.. – Wieso der erste Festtag, es heißt ja: das Fest der Ernte335Tage, an denen die Ernte eingebracht werden darf, das Halbfest, das erst am 2. Tage beginnt.!? – Das Fest zur Zeit der Ernte.", "DAS STÜTZEN DER ÄLTESTEN. Die Rabbanan lehrten:336Lev. 4,15.Die Ältesten sollen stützen, man könnte glauben, die Ältesten des Marktes, so heißt es: Gemeinde;", "unter ‘Gemeinde’ könnte man die kleine337Mitglieder des kleinen Synedriums.verstehen, so heißt es: die Gemeinde, von den auserwählten der Gemeinde. Wieviel müssen es sein? Sie sollen stützen, zwei, die Ältesten, zwei, und da der Gerichtshof nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also fünf – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagte: Die Ältesten, zwei, und da der Gerichtshof nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so nehme man noch einen hinzu, das sind also drei. –", "Und R. Šimo͑n, es heißt ja auch: sie sollen stützen!? – Dies ist an sich338Worte, die an u. für sich nötig sind, können nicht zur Forschung verwendet werden.nötig. – Und R. Jehuda!? – An sich ist es nicht nötig; wenn dem so wäre, daß nämlich [das Wort] stützen nicht zur Forschung zu verwenden sei, so könnte es ja heißen: die Ältesten der Gemeinde ihre Hände auf den Kopf des Farren [legen]. –", "Und R. Šimo͑n!? – Wenn es so hieße, so könnte man glauben, unter ‘auf’ sei nur die Nähe339Nicht aber, daß man die Hände auf den Kopf des Opfers stütze.zu verstehen. – Und R. Jehuda!? – Er folgert dies durch [das Wort] Kopf, das auch beim Brandopfer gebraucht wird340Und bei diesem ist bereits gesagt, daß man die Hände auf den Kopf des Opfers stütze.. – Und R. Šimo͑n!? – Durch [das Wort] Kopf, das auch beim Brandopfer gebraucht wird, folgert er nichts.", "Es wird gelehrt: Das Stützen und das Händeauflegen der Ältesten erfolge durch drei. – Was heißt Stützen und was heißt Händeauflegen der Ältesten? R. Joḥanan erwiderte: Die Ordinierung341Der Promotus legte die Hände auf den Kopf des Promovenden.durch die Ältesten.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Woher, daß die Ordinierung durch die Ältesten durch drei342In einer Handschrift fehlt das W. בשלשה, trotzdem ist die hyperkritische Behauptung, der Text hätte ursprünglich בגוף (mit dem Körper, durch Auflegen der Hände) gehabt, das später in בג׳ gekürzt u. darauf in בשלשה falsch aufgelöst wurde (Luncz, Jerusalem VI p. 299), müßige Spitzfindigkeit.erfolgen müsse; wollte man sagen, weil es heißt:343Num. 27,23.sodann legte er ihm die Hände auf, so sollte ja auch einer genügen, und wenn du erwidern wolltest, Moše wiege einundsiebzig344Das große Synedrium.auf, so sollten einundsiebzig erforderlich sein!? – Ein Einwand.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, fragte R. Aši: Wird die Ordinierung durch wirkliches [Auflegen der] Hände erteilt? Dieser erwiderte: Man autorisiert durch den Titel; man ernennt ihn zum Rabbi und erteilt ihm das Recht, in Bußgeldsachen Recht zu sprechen. –", "Kann etwa einer nicht die Ordinierung erteilen, R. Jehuda erzählte ja im Namen Rabhs: Zum Guten aber sei jenes Mannes gedacht, R. Jehuda b. Baba ist sein Name, denn wenn nicht er, würden in Jisraél die Gesetze von den Bußgeldern in Vergessenheit geraten sein. – ‘In Vergessenheit’, man konnte sie ja studieren!? – Vielmehr," ], [ "die Gesetze von den Bußgeldern würden aufgehört haben. – Einst verhängte nämlich die ruchlose Regierung Religionsverfolgung über Jisraél: jeder Promotus sollte hingerichtet werden, jeder Promovendus sollte hingerichtet werden, jede Stadt, in der ordiniert wird, sollte zerstört werden, und das Gebiet, in dem ordiniert wird, sollte ausgetilgt werden.", "Was aber tat R. Jehuda b. Baba? Er ging hin und ließ sich nieder zwischen zwei großen Bergen, zwischen zwei großen Städten, zwischen zwei Šabbathgebieten344Das Š. hat 2000 Ellen., zwischen Uša und Saphraa͑m, und ordinierte da fünf Älteste, und zwar: R. Meír, R. Jehuda, R. Šimo͑n, R. Jose und R. Elea͑zar b. Šamua͑, R. Ivja fügt noch R. Neḥemja hinzu.", "Als die Feinde sie bemerkten, sprach er zu ihnen: Kinder, flüchtet. Diese entgegneten ihm: Meister, was soll aus dir werden!? Er erwiderte ihnen: Ich bleibe vor ihnen wie ein Stein liegen, um den niemand sich kümmert. Man erzählt, jene rührten sich nicht von der Stelle, als bis sie ihm dreihundert Lanzenstiche versetzt und ihn wie ein Sieb gemacht hatten!? –", "R. Jehuda b. Baba hatte noch andere bei sich, nur werden sie seiner Ehrung wegen nicht genannt. – Ist denn R. Meír von R. Jehuda b. Baba autorisiert worden, Rabba b. Bar Ḥana sagte ja im Namen R. Joḥanans, es irre der, welcher sagt, R. Meír sei nicht von R. A͑qiba ordiniert worden!? – R. A͑qiba ordinierte ihn und man erkannte es nicht345Weil er noch zu jung war.an, darauf ordinierte ihn R. Jehuda b. Baba, und man erkannte es an.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Außerhalb des Landes346Mit ‘Land’ wird überall das jisraélitische Land, Palästina, bezeichnet.gibt es keine Ordinierung. – Inwiefern gibt es keine Ordinierung: wollte man sagen, außerhalb des Landes werde über Bußgeldsachen überhaupt nicht gerichtlich verhandelt, so haben wir ja gelernt, das große Synedrium habe Geltung sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes!? – Vielmehr, außerhalb des Landes autorisiere man nicht.", "Selbstverständlich kann man keine Ordinierung erteilen, wie wir bereits gesagt haben, wenn der Promotus außerhalb des Landes und der Promovendus im Lande sich befindet, wie ist es aber, wenn der Promotus im Lande und der Promovendus außerhalb des Landes sich befindet? –", "Komm und höre: R. Joḥanan grämte sich darüber, das R. Šamen b. Abba nicht bei ihnen347In Palästina. war, um ihn autorisieren zu können. Von R. Šimo͑n b. Zerud und noch jemand, das ist R. Jonathan b. A͑khmaj, manche sagen, von R. Jonathan b. A͑khmaj und noch jemand, das ist R. Šimo͑n b. Zerud, ordinierten sie den einen, der bei ihnen347In Palästina.war, nicht aber den anderen, der nicht bei ihnen war.", "R. Joḥanan war bestrebt, R. Ḥanina und R. Hoša͑ja zu ordinieren und es gelang ihm nicht; als er sich darüber sehr grämte, sprachen sie zu ihm: Mag doch der Meister sich nicht grämen; wir entstammen der Familie E͑lis,", "und R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß man Nachkommen der Familie E͑lis nicht ordiniere? Es heißt:348iSam. 2,32.in deiner Familie soll sich nie mehr ein Alter befinden; was ist nun unter ‘Alter’ zu verstehen, wollte man sagen, das Greisenalter, so heißt es ja bereits:349Ib. V. 33.die Menge deiner Familie soll jung sterben; wahrscheinlich also die Ordination.", "R. Zera versteckte sich, um nicht ordiniert zu werden, denn R. Elea͑zar sagte: Bleibe im Dunkeln350Dh. dränge dich nicht vor, sei bescheiden., und du wirst leben. Als er aber das hörte, was R. Elea͑zar sagte, daß nämlich ein Mensch nur dann zur Größe gelange, wenn man ihm all seine Sünden vergeben hat, drängte er sich vor.", "Als man R. Zera ordinierte, sangen sie vor ihm wie folgt: Kein Stibium, keine Schminke und kein Frisieren, und doch eine anmutige Gazelle. Als man R. Ami und R. Asi ordinierte, sangen sie vor ihnen wie folgt: Solche, nur solche ordiniert uns; ordiniert uns aber keine von den Sarmiṭin351Die Übersetzung dieser Worte ist dunkel; daß sie der T. selbst nicht kannte, geht schon aus der Verschiedenheit der Lesart hervor. Raschi erklärt die erste Lesart mit: Drehköpfe und Lumpen, die zweite mit: Räuber (schlechte Menschen) u. Unwissende.und den Sarmisin; manche lesen: von den Ḥamisin und den Turmisin.", "Wenn R. Abahu aus dem Lehrhause zum Kaiser ging, kamen ihm die kaiserlichen Matronen entgegen und sangen vor ihm wie folgt: Fürst seines Volkes, Leiter seiner Nation, strahlende Leuchte, gesegnet sei dein Kommen in Frieden.", "DAS GENICKBRECHEN DES KALBES DURCH DREI [RICHTER]. Die Rabbanan lehrten:352Dt. 21,2.So sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen; deine Ältesten, zwei, deine Richter, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so kommt noch einer hinzu, das sind somit fünf – so R. Jehuda, R. Šimo͑n sagte: Deine Ältesten, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehen soll, so kommt noch einer hinzu, das sind somit drei. –", "Wofür verwendet R. Šimo͑n [das Wort] Richter!? – Dieses deutet darauf, daß sie von den Auserwählten der Richter353Aus dem großen Synedrium.sein müssen. – Und R. Jehuda? – Dies folgert er aus [dem Worte] deiner Ältesten. –", "Und R. Šimo͑n!? – Wenn es nur Ältesten hieße, so könnte man glauben, auch Alte von der Straße, daher schrieb der Allbarmherzige: deine Ältesten; und würde er nur deine Ältesten geschrieben haben, so könnte man glauben, vom kleinen Synedrium, daher schrieb der Allbarmherzige: und deine Richter, von den Auserwählten deiner Richter. – Und R. Jehuda!? – Er folgert dies aus [dem Worte] Ältesten, das auch [im Schriftverse]: die Ältesten der Gemeinde sollen ihre Hände stützen, gebraucht wird; wie da von den Auserwählten der Gemeinde, ebenso auch hierbei von den Auserwählten der Gemeinde. –", "Wenn er es hiervon folgert, so sollte er ja alles folgern, wozu heißt es: deine Ältesten und deine Richter!? – Vielmehr, das und von und deine Richter deutet auf die Anzahl. – Und R. Šimo͑n!? – Er verwendet das und nicht zur Schriftforschung. –", "Es heißt ja aber auch: es sollen hinausgehen, zwei, es sollen messen, zwei; demnach müßten es ja nach R. Jehuda neun und nach R. Šimo͑n sieben sein!? – Dies ist für die folgende Lehre nötig: so sollen hinausgehen, nur sie selbst, nicht aber ihre Vertreter; und sie sollen messen, selbst wenn [der Erschlagene]" ], [ "direkt an der Stadt gefunden wird, muß die Messung erfolgen354Welcher Stadt der Leichnam am nächsten liegt.", "Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des folgenden Autors, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: So sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen; deine Ältesten, das ist das Synedrium; deine Richter, das sind der König und der Hochpriester. Der König, denn es heißt:355Pr. 29,4.ein König erhält das Land durch Recht; der Hochpriester, denn es heißt:356Dt. 17,9.du sollst zu den Priestern, den Leviten kommen, dem Richter.", "Sie fragten: Streitet R. Elie͑zer b. Ja͑qob nur über das eine, oder streitet er über beides. Streitet er nur hinsichtlich des Königs und des Hochpriesters, hinsichtlich des Synedriums aber ist er der Ansicht R. Jehudas oder der Ansicht R. Šimo͑ns, oder streitet er auch hinsichtlich des Synedriums, indem er sagt, das ganze Synedrium sei erforderlich?", "R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Man könnte glauben, daß, wenn er357Ein Gelehrter, der sich der Entscheidung des Synedriums widersetzt (זקן ממרא), der mit dem Tode (durch Erdrosselung) zu bestrafen ist; cf. Dt. 17,12.sie358Die Mitglieder des Synedriums.in Beth Phage trifft und sich ihnen widersetzt, dies als Widersetzlichkeit gelte, so heißt es:359Dt. 17,8.du sollst dich aufmachen und zur Stätte gehen; dies lehrt, daß die Stätte360Der Sitz des Synedriums.Bedingung sei.", "Wieviel sollen hinausgegangen sein: wollte man sagen, ein Teil, so können ja die anderen, die sich innen361Im Sitzungssaale des Synedriums.befinden, seiner Ansicht sein; doch wohl, wenn alle hinausgegangen sind. Wozu: wollte man sagen, zu einer freigestellten Handlung, so dürfen sie ja nicht hinausgehen, denn es heißt:362Cant. 7,3. Aus diesem Verse wird weiter (Fol. 37a) entnommen, daß ein großer Teil des Synedriums den Sitzungssaal nicht verlassen dürfe.dein Schoß ein gerundetes Becken, dem der Mischwein nicht fehlen darf; doch wohl zur Ausübung eines Gebotes.", "Zu welchem also? Wahrscheinlich zur Messung [beim Genickbrechen] des Kalbes, und zwar nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, welcher sagt, hierzu sei das ganze Synedrium erforderlich. Abajje erwiderte ihm: Nein, wenn sie hinausgegangen sind, die Stadt oder die Tempelhöfe zu erweitern. Wir haben nämlich gelernt: Man darf die Stadt und die Tempelhöfe nur durch das Gericht von einundsiebzig [Mitgliedern] erweitern.", "Übereinstimmend mit R. Joseph wird gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn er sie in Beth Phage trifft, wenn sie beispielsweise zur Messung [beim Genickbrechen] des Kalbes oder zur Erweiterung der Stadt oder der Tempelhöfe hinausgegangen sind, und sich ihnen widersetzt, dies als Widersetzlichkeit gelte, so heißt es: du sollst dich aufmachen und zur Stätte gehen; dies lehrt, daß die Stätte Bedingung sei.", "VIERJAHRSFRUCHT UND ZWEITER ZEHNT, DESSEN WERT NICHT BEKANNT IST, WERDEN VOR DREI [RICHTERN AUSGELÖST]. Die Rabbanan lehrten: Was heißt zweiter Zehnt, dessen Wert unbekannt ist? Verfaulte Früchte, saurer Wein und schimmlige Münzen. Die Rabbanan lehrten: Zweiten Zehnten, dessen Wert unbekannt ist, löse man durch drei Kaufleute aus, nicht aber durch drei, die keine Kaufleute sind, selbst wenn einer unter ihnen ein Nichtjude oder der Eigentümer ist.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn die drei für einen Beutel arbeiten? – Komm und höre: Ein Mann und seine beiden Frauen können zweiten Zehnten, dessen Wert nicht bekannt ist, auslösen. – Vielleicht wenn sie in einem solchen Verhältnisse leben wie R. Papa mit der Tochter des Abba aus Sura363RP. war am Verdienste seiner Frau nicht beteiligt..", "GEHEILIGTES VOR DREI. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, selbst bei der Auslösung eines Häkchens des Heiligtumes seien zehn Personen erforderlich.", "R. Papa sprach zu Abajje: Einleuchtend ist die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn er ist der Ansicht Šemuéls, der sagt, in diesem Abschnitte werde [das Wort] Priester zehnmal wiederholt, woher aber entnehmen die Rabbanan, daß es drei sein müssen?", "Wolltest du sagen, weil es bei diesem364Beim Auslösen eines Tieres.dreimal vorkommt, so sollten doch bei Grundstücken, wobei es viermal vorkommt, vier [Personen] ausreichen. Wolltest du erwidern, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt, bei [der Auslösung von] Grundstücken seien neun [Personen] und ein Priester erforderlich.", "Wolltest du erwidern, weil es bei diesen auf zehn ergänzt365Der Abschnitt (Lev. Kap. 27) schließt mit der Auslösung von Grundstücken u. bis zum Schlusse des Abschnittes wird das W. Priester 10mal genannt.wird, so sollten doch beim Geheiligten, wobei es bis auf sechs ergänzt366Bei unreinen, auszulösenden Tieren.wird, sechs erforderlich sein!? – Ein Einwand.", "SCHÄTZGELÜBDE &C. Was heißt Schätzgelübde beweglicher Sachen367‘Schätzgelübde’ gibt es nur bei Menschen, dh. wenn man seinen eigenen Wert dem Heiligtume spendet.? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Wenn jemand sagt: Ich spende den Schätzungswert dieses Gerätes. R. Gidel sagte nämlich im Namen Rabhs:" ], [ "Sagt jemand, er spende den Schätzungswert eines Gerätes, so muß er seinen Geldwert spenden. – Weshalb? – Jeder weiß, daß es bei einem Geräte kein Schätzungsgelübde gebe, somit denkt er an den Geldwert desselben, und er muß seinen Geldwert spenden. – Wieso heißt es demnach Schätzgelübde beweglicher Sachen, es sollte ja heißen: Schätzgelübde von beweglichen Sachen!? – Lies: Schätzgelübde von beweglichen Sachen.", "R. Ḥisda erklärte im Namen Abimis: Wenn jemand für sein Schätzgelübde bewegliche Dinge verpfändet. – Wieso heißt es demnach Schätzgelübde beweglicher Sachen, es sollte ja heißen: bewegliche Sachen für Schätzgelübde!? – Lies: bewegliche Sachen für Schätzgelübde.", "R. Abahu erklärte: Wenn jemand seinen Wert gespendet hat und der Priester ihn pfänden kommt; sind es bewegliche Sachen, so sind drei [Personen] erforderlich, sind es Grundstücke, so sind zehn erforderlich. R. Aḥa aus Diphti sprach zu Rabina: Allerdings sind, wenn etwas aus dem Besitze des Heiligtums kommen soll, drei [Personen] erforderlich, wozu aber sind drei [Personen] erforderlich, wenn etwas in den Besitz des Heiligtums kommen soll!?", "Dieser erwiderte: Dies ist einleuchtend; was ist denn der Unterschied, ob es in den Besitz oder aus dem Besitze kommt; beim Abgang wohl deshalb, weil man sich irren368Zu Ungunsten des Heiligtumes.kann, und auch beim Zugang kann man irren.", "R. JEHUDA SAGT &C. R. Papa sprach zu Abajje: Erklärlich ist es nach R. Jehuda, weshalb es hierbei Priester heißt, wozu aber heißt hierbei Priester nach den Rabbanan!? – Ein Einwand.", "GRUNDSTÜCKE VOR NEUN UND EINEM PRIESTER. Woher dies? Šemuél erwiderte: Zehnmal kommt [das Wort] Priester im Abschnitte vor, einmal ist es nötig und die übrigen sind eine Ausschließung369Sie schließen einen Jisraéliten aus.hinter einer Ausschließung, und eine Ausschließung hinter einer Ausschließung ist einschließend, daß nämlich auch neun Jisraéliten und ein Priester ausreichend sind.", "R. Hona, Sohn des R. Nathan, wandte ein: Vielleicht fünf Priester370Das 1. ‘Priester’ ist an u. für sich nötig, das 2. ist ausschließend, somit ist das 3. wiederum an u. für sich nötig usw., demnach bleiben 5 ‘Priester’ zurück.und fünf Jisraéliten!? – Ein Einwand.", "DASSELBE GILT AUCH VON EINEM MENSCHEN. Kann ein Mensch denn dem Heiligtume gespendet werden!? R. Abahu erwiderte: Wenn jemand seinen Wert spendet. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand sagt, er spende seinen Wert, so schätze man ihn wie einen Sklaven, der auf dem Markte verkauft wird, und ein Sklave gleicht Grundstücken.", "R. Abin fragte: Wieviel sind für das zum Abschneiden bestimmte Haar erforderlich; gilt es als abgeschnitten, somit sind drei, oder gilt es als haftend, somit sind zehn erforderlich? –", "Komm und höre: Wenn jemand seinen Sklaven dem Heiligtume weiht, so hat bei diesem das Gesetz von der Veruntreuung371Am Geheiligten.keine Geltung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, es habe Geltung bei seinem Haare. Und uns ist es bekannt, daß sie über das zum Abschneiden bestimmte Haar streiten. Schließe hieraus. –", "Es ist anzunehmen, daß diese Tannaím denselben Streit führen, wie die Tannaím der folgenden Lehre: R. Meír sagt, es gebe Dinge, die Grundstücken gleichen, und dennoch diesen nicht gleich sind; die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. Wenn beispielsweise [der eine sagt:] ich habe dir zehn beladene Weinstöcke übergeben, und der andere ihm erwidert: es waren nur fünf, so ist er nach R. Meír [zu schwören]372Wer eine Forderung zum Teil eingesteht, muß über den von ihm bestrittenen Teil schwören; bei Grundstücken gilt dies nicht.verpflichtet, die Weisen aber sagen, was am Boden haftet, gleiche dem Boden.", "Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina: Sie streiten über Trauben, die reif zum Ablösen sind; einer ist der Ansicht, sie gelten als abgelesen, und einer ist der Ansicht, sie gelten nicht als abgelesen. – Nein, da werden sie ja, je länger sie haften bleiben, desto schlechter, das Haar aber wird, je länger man es läßt, desto besser.", "TODESSTRAFSACHEN &C. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob [das Tier] einen Mann oder eine Frau beschläft. Allerdings wenn es eine Frau beschläft, denn es heißt:373Lev. 20,16.du sollst das Weib und das Vieh töten; woher dies aber von dem Falle, wenn es einen Mann beschläft? –", "Es heißt: 374Ex. 22,18.wer ein Tier beschläft, soll getötet werden, und da dies nicht auf einen Beschlafenden zu beziehen375Da dieses Verbot u. die Strafandrohung sich schon an anderer Stelle (Lev. 20,15) befinden.ist, so beziehe man dies auf einen Beschlafenen, und der Allbarmherzige gebraucht nur deshalb den Ausdruck beschläft, um den Beschlafenen mit dem Beschlafenden zu vergleichen: wie der Beschlafende samt dem Tiere durch dreiundzwanzig [Richter abzuurteilen ist], ebenso auch der Beschlafene samt dem Tiere durch dreiundzwanzig.", "ÜBER DEN ZU STEINIGENDEN OCHSEN VOR DREIUNDZWANZIG, DENN ES HEISST: der Ochs werde gesteinigt und auch dessen Eigentümer soll sterben, die Aburteilung des Ochsen gleicht der Aburteilung des Eigentümers. – Abajje sprach zu Raba: Woher, daß [die Worte:] und auch der Eigentümer soll sterben, darauf hindeuten, daß die Aburteilung des Ochsen der Aburteilung des Eigentümers gleiche, vielleicht besagen sie, daß [der Eigentümer] hinzurichten sei!? –" ], [ "So sollte es heißen: auch der Eigentümer, und weiter nichts. –", "Wenn der Allbarmherzige so geschrieben hätte, so würde man glauben, ebenfalls durch Steinigung376Während er in Wirklichkeit, da die Todesart nicht angegeben wird, durch Erdrosselung, die leichteste Todesart, hinzurichten ist.. – Wieso sollte dies durch Steinigung erfolgen: tötet er selbst, so ist er durch das Schwert [hinzurichten], und wenn sein Eigentum, sollte es durch Steinigung erfolgen!? –", "Vielleicht gebraucht der Allbarmherzige [den Ausdruck] ‘töten’ zur Erleichterung, daß er nämlich nicht durch das Schwert, sondern durch Erdrosselung [getötet werde]!? Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine schwerere [Todesart], wie ist es aber nach demjenigen, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine leichtere!? –", "Dies377Daß der Eigentümer getötet werde.ist nicht einleuchtend; es heißt: 378Ex. 21,30.wenn ihm Lösegeld auferlegt wird, und wenn man sagen wollte, er sei zu töten, so heißt es ja:379Num. 35,31.ihr sollt kein Lösegeld für das Leben des Mörders annehmen!? –", "Im Gegenteil, eben deshalb380Weil man kein Lösegeld nehmen darf.: tötet er selber, so reicht kein [Löse]geld, vielmehr werde er hingerichtet, tötet sein Ochs, so kann er sich durch Geld auslösen. Vielmehr, erklärte Ḥizqija, und ebenso wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt:381Num. 35,21.der geschlagen hat, soll getötet werden, er ist ein Mörder; wegen seines Mordes sollst du ihn töten, nicht aber darfst du ihn töten wegen des Mordes seines Ochsen.", "Sie fragten: Durch wieviel [Richter] wurde ein Ochs am Sinaj382Das Herannahen an den Berg Sinaj war sowohl Menschen als auch Tieren bei Todesandrohung verboten; cf. Ex. 19,12ff.[abgeurteilt]: erfolgte es da ebenso wie bei der späteren Aburteilung oder nicht!? – Komm und höre: Rami b. Jeḥezqel lehrte:383Ex. 19,13.ob Tier oder Mensch soll nicht leben bleiben; wie ein Mensch durch dreiundzwanzig [Richter], ebenso ein Tier durch dreiundzwanzig.", "DER LÖWE, DER WOLF &C. Reš Laqiš sagte, dies nur, wenn sie jemand getötet haben, nicht aber, wenn sie keinen getötet haben; er ist also der Ansicht, sie seien dressierbar und haben Eigentümer.", "R. Joḥanan sagte, selbst wenn sie nicht getötet haben; er ist also der Ansicht, sie seien nicht dressierbar und haben keine Eigentümer. – Wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, wer sie zuerst tötet, habe ein Verdienst. Einleuchtend ist dies nach R. Joḥanan, denn er hat insofern ein Verdienst, indem er das Fell eignet, wieso aber hat er nach Reš Laqiš ein Verdienst, sobald sie jemand getötet haben, gelten sie ja als abgeurteilt und ihre Nutznießung ist verboten!? –", "Unter ‘Verdienst’ ist ein himmlisches Verdienst zu verstehen. Übereinstimmend mit Reš Laqiš wird gelehrt: Einerlei ob ein Ochs jemand getötet hat, oder sonst ein Vieh oder ein Wild jemand getötet hat, sie werden durch dreiundzwanzig [Richter abgeurteilt.] R. Elie͑zer sagt, wenn ein Ochs jemand getötet hat, werde er durch dreiundzwanzig [Richter abgeurteilt], wenn sonst ein Vieh oder ein Wild jemand getötet hat, so hat, wer sie zuerst tötet, ein himmlisches Verdienst.", "R. A͑QIBA SAGT &C. R. A͑qiba sagt ja dasselbe was der erste Autor!? – Sie streiten über die Schlange384Die nach RA͑. nicht mit einbegriffen ist..", "MAN RICHTE &C. Welche Sünde soll der Stamm begangen haben: wollte man sagen, wenn ein Stamm den Šabbath entweiht hat, so hat ja der Allbarmherzige zwischen einem einzelnen und einer Mehrheit nur beim Götzendienste unterschieden, hat er es etwa auch bei anderen Gesetzen!? – Vielmehr, wenn ein Stamm abtrünnig wird. –", "Demnach wird ein Stamm wie eine Mehrheit gerichtet; wessen Ansicht ist hier vertreten: weder die des R. Jošija noch die des R. Jonathan!? Es wird nämlich gelehrt: Wieviel Personen muß die abtrünnige Stadt385Um als solche verurteilt zu werden u. nicht als einzelne Personen, bezw. als Mehrheit.haben? Zehn bis hundert – so R. Jošija; R. Jonathan sagt, von hundert bis zur größeren Hälfte eines Stammes.", "Und auch R. Jonathan sagt dies ja nur von der größeren Hälfte, nicht aber vom ganzen!? R. Mathna erwiderte: Hier" ], [ "handelt es sich um den Fall, wenn der Fürst eines Stammes eine Sünde begangen hat. R. Ada b. Ahaba erklärte ja:386Ex. 18,22.Jede große Sache sollen sie vor dich bringen, die Sache des Großen, und dieser gilt ebenfalls als Großer.", "U͑la erwiderte im Namen R. Elea͑zars: Wenn sie in Erbteilsangelegenheiten kommen. Wie bei der ersten [Verteilung] des Jisraéllandes; wie damals durch einundsiebzig, ebenso auch später durch einundsiebzig. –", "Demnach sollte es, wie es damals durch Los, Orakel und ganz Jisraél erfolgt ist, auch später durch Los, Orakel und ganz Jisraél erfolgen!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie R. Mathna [erklärt hat].", "Rabina erklärte: Tatsächlich gilt dies von einem abtrünnigen Stamme, wenn du aber einwendest, wieso er als Mehrheit gerichtet wird, so ist er, wenn er auch als Einzelner hinzurichten387Ein Stamm, event, der Einzelne wird durch Steinigung getötet, eine Mehrheit aber durch das Schwert.ist, trotzdem als Mehrheit zu richten.", "So sagte auch R. Ḥama b. Jose im Namen R. Oša͑jas:388Dt. 17,5.So sollst du jenen Mann oder jene Frau hinausführen &c.; einen Mann oder eine Frau kannst du zum Tore hinausführen, nicht aber kannst du eine ganze Stadt zum Tore hinausführen. Ebenso auch hierbei; einen Mann oder eine Frau kannst du zum Tore hinausführen, nicht aber kannst du einen ganzen Stamm zum Tore hinausführen.", "EINEIN FALSCHEN PROPHETEN. Woher dies?", "R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies ist durch [den Ausdruck] ‘Mutwille’ zu folgern, der auch beim sich widersetzenden Ältesten389Cf. Dt. 17,12 u. ib. 18,20.gebraucht wird; wie dieser durch einundsiebzig, ebenso auch jener durch einundsiebzig. –", "Aber [der Ausdruck] ‘Mutwille’ wird ja bei der Hinrichtung desselben gebraucht, und hingerichtet wird er ja durch dreiundzwanzig!? Vielmehr, erklärte Reš Laqiš, dies ist durch [das Wort] Wort zu folgern, das auch beim Sichwidersetzen [des Ältesten] gebraucht wird. –", "Sollte er doch durch [den Ausdruck] ‘Mutwille’ bezüglich des sich widersetzenden Ältesten vom falschen Propheten390Wie dieser durch 71 getötet wird, (was vom Sichwidersetzen des Ältesten gefolgert wird, das gegenüber dem ganzen Synedrium erfolgen muß,) ebenso auch jener.folgern!? – Er folgert nur durch [das Wort] Wort, nicht aber durch [den Ausdruck] ‘Mutwille’391Die Folgerungen aus einer Wortanalogie (גזירה שוה) waren ihnen von ihren Lehrern überliefert u. niemand durfte durch eine solche selber eruieren..", "EINEN HOCHPRIESTER. Woher dies? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Die Schrift sagt:386Ex. 18,22.jede große Sache sollen sie vor dich bringen; die Sache des Großen sollen sie vor dich bringen.", "Man wandte ein: Große Sache, eine schwierige Sache. Du erklärst, eine schwierige Sache, vielleicht ist dem nicht so, sondern die Sache des Großen!? Wenn es heißt:392Ex. 18,26.schwierige Sachen solle man vor Moše bringen, so ist ja eine schwierige Sache zu verstehen. –", "Er ist der Ansicht des Autors folgender Lehre: Große Sache, die Sache des Großen. Du sagst, die Sache des Großen, vielleicht ist dem nicht so, sondern die schwierige Sache!? Wenn es heißt: schwierige Sachen, so ist ja schon von schwierigen Sachen die Rede, somit ist unter große Sache die Sache des Großen zu verstehen. –", "Wozu sind nach jenem Autor zwei Schriftverse nötig!? – Einer als Gebot und einer zur Ausübung. – Und jener!? – Es könnte ja an beiden Stellen entweder große oder schwierige heißen, wenn es aber an der einen Stelle große und an der anderen schwierige heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen.", "R. Elea͑zar fragte: Wieviel [Richter sind bei der Aburteilung] eines Ochsen des Hochpriesters erforderlich; gleicht diese der Aburteilung seines Eigentümers, oder gleicht sie der Aburteilung eines gewöhnlichen (Eigentümers)? Abajje sprach: Wenn er nur von seinem Ochsen fragt, so ist es ihm bezüglich seines Geldes393Auch Geldprozesse des Hochpriesters kommen vor das Dreimännergericht.klar. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben: da es jede große Sache heißt, so bedeute dies jede Sache des Großen, so lehrt er uns.", "MAN DARF AUSZIEHEN &C. Woher dies!? R. Abahu erwiderte: Die Schrift sagt:394Num. 27,21.er soll vor Elea͑zar, den Priester, treten; er,", "das ist der König; und alle Kinder Jisraéls mit ihm, das ist der Feldpriester; und die ganze Gemeinde, das ist das Synedrium. –", "Vielleicht sagt der Allbarmherzige damit nur, daß das Synedrium das Orakel befrage!? –", "Vielmehr, dies ist nach einer Lehre des R. Aḥa b. Bizna zu erklären, die er im Namen R. Šimo͑n des Frommen sagte: Über dem Bette Davids hing eine Harfe, und sobald die Mitternacht herankam, blies der Nordwind daran, und sie spielte von selbst. Sodann stand David auf und befaßte sich mit der Tora bis die Morgenröte aufging. Sobald die Morgenröte aufgegangen war, traten die Weisen Jisraéls bei ihm ein", "und sprachen zu ihm: Unser Herr und König, dein Volk Jisraél bedarf des Unterhaltes. Er erwiderte ihnen: Geht und ernährt euch einer vom anderen. Sie entgegneten ihm: Die Handfülle sättigt den Löwen nicht, und die Grube wird von ihrem eigenen Schutte nicht voll. Er erwiderte ihnen: Geht, zieht auf Plünderung395Wörtl. streckt eure Hände aus in der Truppe, Kriegszüge veranstalten.aus.", "Alsdann berieten sie mit Aḥitophel, überlegten sich mit dem Synedrium und befragten das Orakel. R. Joseph sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:" ], [ "396iChr. 27,34.nach Aḥitophel waren Benajahu, Sohn Jehojada͑s, und Ebjathar; Joab war Feldherr des Königs. Aḥitophel war der Ratgeber, denn so heißt es:397iiSam. 16,23.und der Rat Aḥitophels, den er erteilte &c. Benajahu, Sohn Jehojada͑s, war [Oberhaupt des] Synedriums. Ebjathar war [Träger des] Orakels,", "denn so heißt es:398iChr. 18,17.Benajahu, Sohn Jehojada͑s, war über das Krethi399Darunter wird das Synedrium verstanden, wie weiter erklärt wird.und Plethi. Weshalb wird [das Synedrium] Krethi und Plethi genannt? – Krethi, weil es seine Worte schneidet, Plethi, weil es durch seine Handlung ausgezeichnet400כרת schneiden, dh. genau prüfen, פלא auszeichnen, sondern.ist. Nachher erst wird Joab, der Feldherr des Königs, genannt.", "R. Jiçḥaq, Sohn des R. Ada, manche sagen, R. Jiçḥaq b. Evdämi, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:401Ps. 57,9.wache auf, meine Ehre, erwache, Harfe und Zither, ich will die Morgenröte wecken.", "DIE STADT ERWEITERN. Woher dies? R. Šimi b. Ḥija erwiderte: Die Schrift sagt:402Ex. 25,9.genau nach dem Plane der Wohnung, wie ich dir zeige, so sollt ihr es errichten; auch in den späteren Generationen.", "Raba wandte ein: Alle Geräte, die Moše gefertigt hatte, wurden durch Salbung geweiht, die späteren aber wurden durch den Dienst geweiht. Wieso nun, man sollte ja sagen: so sollt ihr es errichten, auch in den späteren Generationen!? –", "Anders ist es bei diesem; die Schrift sagt:403Num. 7,1.er salbte und weihte sie; nur diese durch Salbung, nicht aber die der späteren Generationen durch Salbung. –", "Vielleicht aber: diese durch Salbung, die späteren Generationen sowohl durch Salbung als auch durch den Dienst!? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:404Ib. 4,12.mit denen der Dienst im Heiligtume besorgt wird; die Schrift hat es vom Dienste abhängig gemacht. –", "Wozu heißt es demnach sie!? – Wenn es sie nicht hieße, so könnte man glauben, in den späteren Generationen durch Salbung und den Dienst, denn es heißt ja: so sollt ihr es errichten, daher schrieb der Allbarmherzige sie, nur diese durch Salbung, nicht aber die der späteren Generationen durch Salbung.", "GERICHTSHÖFE EINSETZEN &C. Woher dies!? – Wie wir es bei Moše finden, daß er Gerichtshöfe einsetzte, und Moše war an Stelle der einundsiebzig.", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man Richter in Jisraél einsetze? Es heißt:405Dt. 16,18.Richter sollst du einsetzen. Woher, daß man Amtsleute406Dh. Exekutivbeamte, zur Vollstreckung des richterlichen Urteils.in Jisraél [einsetze]? Es heißt:405Dt. 16,18.Amtsleute sollst du einsetzen. Woher, daß man Richter für jeden einzelnen Stamm [einsetze]? Es heißt: Richter für deine Stämme.", "Woher, daß man Amtsleute für jeden Stamm [einsetze]? Es heißt: Amtsleute für deine Stämme. Woher, daß man Richter in jeder Stadt [einsetze]? Es heißt: Richter in deinen Ortschaften407Wörtlich Toren. Das Tor (od. Pforte, שער) des Hauses galt im Orient als Platz des Hausherrn, u. ebenso das Stadttor als Versammlungsort der Gemeinde u. als Gerichts- u. Marktplatz. ‘Tor’ od. ‘Pforte’ ist also gleichbedeutend mit Stadt (dh, Stadtverwaltung), Gericht; vgl. auch das röm. Forum.. Woher, daß man Amtsleute in jeder Stadt [einsetze]? Es heißt: Amtsleute in deinen Ortschaften. R. Jehuda sagt: Ein [Gericht] muß über alle gesetzt sein, denn es heißt: sollst du dir einsetzen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Für deine Stämme, und sie sollen richten, es ist Gebot, daß jeder Stamm seinen Stamm richte408Dh. Angehörige eines Stammes gehen nicht zum Gerichte eines anderen Stammes..", "EINE STADT ALS ABTRÜNNIG ERKLÄRT WERDEN. Woher dies? R. Ḥija b. Joseph erwiderte im Namen R. Oša͑jas: Die Schrift sagt:388Dt. 17,5.so sollst du jenen Mann oder jene Frau hinausführen; einen Mann oder eine Frau kannst du zum Tore hinausführen, eine ganze Stadt aber kannst du nicht zum Tore hinausführen.", "DIE AN DER GRENZE LIEGENDE STADT KANN NICHT ALS ABTRÜNNIG ERKLÄRT WERDEN. Aus welchem Grunde? – Der Allbarmherzige sagt:409Dt. 13,14.aus deiner Mitte, nicht aber an der Grenze.", "NICHT DREI. Denn es heißt:410Ib. V. 13.eine. SONDERN NUR EINE ODER ZWEI. Denn es heißt:410Ib. V. 13.deiner Städte. Die Rabbanan lehrten: Eine, nicht aber drei. Du erklärst: eine, nicht aber drei, vielleicht ist dem nicht so, sondern eine, nicht aber zwei!? Wenn es deiner Städte heißt, so sind es ja zwei, wieso erkläre ich nun das eine? Eine, nicht aber drei.", "Zuweilen sagte Rabh, nur ein Gericht tue es411Drei Städte als abtrünnig verurteilen.nicht, wohl aber zwei oder drei Gerichte, und zuweilen sagte Rabh, auch zwei oder drei Gerichte können dies nicht tun. – Was ist der Grund Rabhs? – Wegen der Verwüstung412Wörtl. Glatze, Kahlmachung; dadurch würden große Teile des Landes verwüstet werden.. Reš Laqiš sagte: Dies nur, wenn sie in einem Gebiete liegen, wenn aber in zwei oder drei Gebieten, so tue man dies. R. Joḥanan sagte, man tue dies nie, wegen der Verwüstung.", "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Drei Städte dürfen im Jisraéllande nicht als abtrünnig erklärt werden, wohl aber zwei; wenn nämlich eine in Judäa und die andere in Galiläa liegt; beide in Judäa oder beide in Galiläa darf man nicht. Nahe der Grenze darf man auch eine nicht, weil die Nichtjuden es erfahren und das Jisraélland zerstören könnten. –", "Dies geht ja schon daraus hervor, daß der Allbarmherzige sagt: aus deiner Mitte, nicht aber an der Grenze!? Diese [Lehre] vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns, der den Grund der Schrift erklärt413Cf. supra Fol. 21a..", "DAS GROSSE SYNEDRIUM BESTAND &C. Was ist der Grund der Rabbanan, die sagen, Moše an ihrer Spitze? – Die Schrift sagt:31Num. 11,16.sie sollen sich mit dir aufstellen; \n" ], [ "mit dir, du mit ihnen. – Und R. Jehuda!? – Mit dir, wegen der Göttlichkeit414Dh. die Ältesten mußten an der Tür zurückbleiben u. durften in das Allerheiligste nicht eintreten.. –", "Und die Rabbanan!? – Die Schrift sagt: 415Num. 11,17.sie sollen mit dir die Last des Volkes tragen; mit dir, du mit ihnen. – Und R. Johuda!? – Mit dir, die dir gleichen. –", "Und die Rabbanan!? – Dies entnehmen sie aus:386Ex. 18,22.du wirst dich entlasten und sie werden mit dir tragen, und sie folgern bezüglich des großen Synedriums von dem kleinen416Im letztangezogenen Schriftverse wird von den kleinen Synedrien gesprochen..", "Die Rabbanan lehrten:417Num. 11,26.Es waren aber zwei Männer im Lager zurückgeblieben; manche erklären, sie waren in der Losurne zurückgeblieben.", "Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše sprach: Versammle mir siebzig Männer von den Ältesten Jisraéls, sprach Moše: Was mache ich nun; wähle ich sechs aus jedem Stamme, so bleiben zwei zurück, wähle ich fünf aus jedem Stamme, so fehlen zehn; wähle ich aus manchen Stämmen sechs und aus manchen fünf, so erwecke ich ja Neid unter den Stämmen.", "Was tat er? Er wählte je sechs; sodann nahm er zweiundsiebzig Zettel, auf siebzig schrieb er ‘Ältester’ und zwei ließ er unbeschrieben. Hierauf mischte er sie durcheinander, legte sie in die Urne und sprach zu ihnen: Kommt, zieht eure Zettel. Zog jemand ‘Ältester’, so sprach er: Der Himmel hat dich geweiht. Zog jemand eine Niete, so sprach er: Gott hat an dir keinen Gefallen, was kann ich dir helfen.", "Desgleichen heißt es:418Ib. 3,47.du sollst für jeden Kopf fünf Šeqel erheben. Moše sprach: Was mache ich nun mit den Jisraéliten; sage ich einem, daß er sein Lösegeld entrichte, so erwidert er mir, ein Levite419Die Leviten wurden statt der Erstgeborenen für den Priesterstand gewählt. Die 273 überzähligen Erstgeborenen mußten ein Lösegeld von je 5 Šeqel zahlen; cf. Num. 3,45ff.habe ihn bereits ausgelöst.", "Was tat er? er nahm zweiundzwanzigtausend Zettel und schrieb auf sie ‘Levite’, und auf zweihundertdreiundsiebzig schrieb er ‘fünf Šeqel’; sodann mischte er sie durcheinander, legte sie in die Urne und sprach zu ihnen: Zieht eure Zettel. Zog jemand ‘Levite’, so sprach er zu ihm: Ein Levite hat dich ausgelöst. Zog jemand ‘fünf Šeqel’, so sprach er zu ihm: Entrichte dein Lösegeld, und gehe.", "R. Šimo͑n erklärte, sie waren im Lager zurückgeblieben. Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše sprach: Versammle mir siebzig Männer, sagten Eldad und Medad: Wir sind dieser Auszeichnung nicht wert. Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er: Da ihr euch herabgesetzt habt, so will ich zu eurer Auszeichnung, noch mehr Auszeichnung hinzufügen. – Welche Auszeichnung fügte er ihnen hinzu? – Alle Propheten weissagten und hörten auf, sie aber weissagten und hörten nicht auf. –", "Was weissagten sie? – Sie weissagten, Moše werde sterben und Jehošua͑ Jisraél in das Land bringen. Abba Ḥanin sagte im Namen R. Elie͑zers: Sie weissagten inbetreff der Wachteln420Cf. Ex. 16,13.: Auf, ihr Wachteln, auf, ihr Wachteln.", "R. Naḥman sagte: Sie weissagten über die Angelegenheit von Gog und Magog, denn es heißt:421Ez. 38,17.So spricht der Herr der Heerscharen: Bist du es, von dem ich in vergangenen Tagen durch meine Knechte, die Propheten Jisraéls, geredet habe, die in jenen Tagen Jahre hindurch weissagten, daß ich dich über sie bringen werde &c., und man lese nicht šanim [Jahre], sondern šnajim [zwei]; und welche zwei Propheten sind es, die eine Prophetie gleichzeitig weissagten? Das sind Eldad und Medad.", "Der Meister sagte: Alle Propheten weissagten und hörten auf, sie aber weissagten und hörten nicht auf. Woher, daß jene aufhörten; wollte man sagen, weil es heißt:422Num. 11,25.sie weissagten und wiederholten nicht mehr [jasaphu], so heißt es ja auch:423Dt. 5,19.eine starke Stimme ohne Aufhör [jasaph], heißt dies etwa auch hier, sie habe sich nicht wiederholt!? Vielmehr heißt dies, sie habe nicht aufgehört. –", "Vielmehr, da heißt es: sie weissagten, bei diesen aber heißt es:424Num. 11,27.sie weissagen, sie setzten ihre Weissagung noch dann fort. –", "Erklärlich ist der Schriftvers:425Ib. V. 28.o Herr Moše, wehre es ihnen, nach demjenigen, welcher sagt, [sie weissagten], Moše werde sterben, weshalb aber sollte Moše es ihnen wehren nach den anderen zwei Erklärungen!? – Es war nicht schicklich, denn es war ebenso, als würde ein Schüler eine Halakha in Gegenwart seines Lehrers lehren. –", "Einleuchtend sind nach jenen zwei Erklärungen die Worte: 426Ib. V. 29.bestände doch &c., nach demjenigen aber, welcher erklärt, [sie weissagten,] Moše werde sterben: könnte ihm dies denn erwünscht sein!? – Sie sagten es ihm nicht. –", "Wieso sollte er es ihnen wehren427Die Frage ist mehr eine sprachliche: die etymologische Bedeutung des W.es כלאם, das in der Antwort von כלה, aufhören, abgeleitet wird.? – Er sprach zu ihm: Lege ihnen Gemeindeangelegenheiten auf, so werden sie selber aufhören.", "WOHER, DASS NOCH DREI HINZUKOMMEN.", "Aber schließlich kann ja [eine Mehrheit von] zwei Stimmen zu Ungunsten überhaupt nicht vorkommen; wenn elf freisprechen und zwölf schuldigsprechen, so ist es ja nur eine Stimme, und wenn zehn freisprechen und dreizehn schuldigsprechen, so sind es ja drei Stimmen!? R. Abahu erwiderte: Dies kann nur dann erfolgen, wenn [Richter] hinzukommen428Falls ein Richter sich seiner Stimme enthält u. eine gleiche Zahl, 22 Stimmen, zurückbleibt; cf. infra Fol. 40a., nach aller Ansicht, oder beim großen Synedrium, nach R. Jehuda, welcher sagt, es habe aus siebzig [Mitgliedern] bestanden.", "Ferner sagte R. Abahu: Wenn Richter hinzukommen, so bilde man von vornherein ein Gerichtskollegium aus einer geraden Zahl. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der er wisse nicht429Der sich seiner Stimme enthält.sagt, gelte als anwesend, und wenn er etwas dazu bemerkt, berücksichtige man dies, so lehrt er uns, daß, der er wisse nicht sagt, als abwesend gelte, und wenn er etwas dazu bemerkt, berücksichtige man es nicht.", "R. Kahana sagte: Wenn das Synedrium einstimmig auf schuldig erkennt, so wird [der Angeklagte] freigesprochen. – Weshalb? – Es ist uns überliefert, daß das Urteil eine Nacht aufgeschoben werde, um etwas zu seinen. Gunsten herauszufinden, was aber in diesem Falle nicht möglich ist.", "R. Joḥanan sagte: Man wähle in das Synedrium nur solche Leute, die eine stattliche Figur haben, weise sind, ein schönes Aussehen haben, gesetzten Alters sind, Zauberei verstehen und in den siebzig Sprachen kundig sind, damit das Synedrium nicht auf einen Dolmetsch angewiesen zu sein braucht.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man wähle nur solche in das Synedrium, die aus der Tora nachweisen können, daß das Kriechtier rein430Obgleich es in der Tora ausdrücklich heißt, daß ein solches levitisch unrein sei; dh. die sehr scharfsinnig sind. sei. Rabh sprach: Ich kann beweisen, daß ein solches rein ist:" ], [ "wenn eine Schlange, die tötet und somit Unreinheit431Der Tote ist levitisch unrein.vermehrt, rein ist, um wieviel mehr ist das Kriechtier rein, das nicht tötet und die Unreinheit vermehrt. Dies ist aber nichts; sie gleicht ja nur einem Dorn432Dessen Stiche ebenfalls den Tod zur Folge haben können, trotzdem er nicht unrein ist..", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: In einer Stadt, in der nicht zwei sind, die [die siebzig Sprachen] sprechen, und einer, der sie versteht, setze man kein Synedrium ein. In Bitther waren drei und in Jabne waren vier: R. Elie͑zer, R. Jehošua͑, R. A͑qiba und Šimo͑n der Temanite, der vor ihnen auf der Erde disputierte433Er war noch Schüler, da er seiner Jugend wegen die Ordinierung nicht erhalten konnte..", "Man wandte ein: Das dreifache434Dh. ein Synedrium, das 3 Mitglieder hat. die die siebzig Sprachen (nach dem T. hat es 70 Nationen, die in der Völkertafel in der Genesis aufgezählt werden, u. ebensoviele Sprachen gegeben) beherrschen, gilt als weises, u. ist kompetent, während nach RJ. 2 genügen. ist ein weises, das vierfache ist das höchste!? – Er ist der Ansicht des Autors folgender Lehre: Das zweifache ist ein weises, das dreifache ist das höchste.", "‘Sie lernten vor den Weisen’435Wo im T. dieser Satz vorkommt, so ist er nach folgender Erklärung zu verstehen; ebenso weiter. das ist Levi vor Rabbi. ‘Sie disputierten vor den Weisen’, das sind Šimo͑n b. A͑zaj, Šimo͑n b. Zoma, Ḥanan der Miçri und Ḥananja, der Sohn Ḥakhinajs. R. Naḥman b. Jiçḥaq zählte fünf auf: Šimo͑n, Šimo͑n436Er fügt noch Šimo͑n den Temaniten hinzu., Šimo͑n, Ḥanan und Ḥananja.", "‘Unsere Lehrer in Babylonien’, das sind Rabh und Šemuél. ‘Unsere Lehrer im Jisraéllande’, das ist R. Abba. ‘Die Richter im Exil’, das ist Qama. ‘Die Richter im Jisraéllande’, das sind R. Ami und R. Asi. ‘Die Richter von Pumbeditha’, das ist R. Papa b. Šemuél. ‘Die Richter von Nehardea͑’, das ist R. Ada b. Minjomi. ‘Die Greise von Sura’, das sind R. Hona und R. Ḥisda. ‘Die Greise von Pumbeditha’, das sind R. Jehuda und R. E͑na. ‘Die Scharfsinnigen von Pumbeditha’, das sind Epha und Abimi, die Söhne des Reḥaba. ‘Die Amoräer von Pumbeditha’, das sind Rabba und R. Joseph. ‘Die Amoräer von Nehardea͑’, das ist R. Ḥama.", "‘Die Neharbeläer lehrten’, das ist Rami b. Berukhi. ‘Im Lehrhaus sagten sie’, das ist R. Hona. – Aber R. Hona sagte ja selbst: im Lehrhause sagten sie!? – Vielmehr, das ist R. Hamnuna. ‘Im Westen sagten sie’, das ist R. Jirmeja. ‘Von dort sandten sie’, das ist R. Jose b. Ḥanina. ‘Im Westen lachten sie darüber’, das ist R. Elea͑zar. –", "Aber [es heißt ja:] von dort sandten sie: nach R. Jose b. Ḥanina! – Vielmehr, man wende es um: ‘von dort sandten sie’, das ist R. Elea͑zar; ‘im Westen lachten sie darüber’, das ist R. Jose b. Ḥanina.", "WIEVIEL [EINWOHNER] MUSS EINE STADT HABEN, UM FÜR EIN SYNEDRIUM GEEIGNET ZU SEIN? HUNDERTZWANZIG &C. Weshalb gerade hundertzwanzig? – Dreiundzwanzig für das kleine Synedrium, drei Reihen von je dreiundzwanzig437Wenn man Richter hinzunehmen muß (cf. supra Fol. 17a), so werden 69 Personen in 3 Reihen geordnet, aus denen diese gewählt werden; cf. infra Fol. 37a.[Personen], das sind also zweiundneunzig, zehn Müßiggänger438Cf. Bd. VII S. 276 Anm. 373.des Bethauses, das sind also hundertzwei,", "zwei Schreiber, zwei Gerichtsdiener, zwei Prozeßführende, zwei Zeugen, zwei Gegenzeugen439Dh. zwei Personen, die die Zeugen event. als Falschzeugen überführen können, damit die Zeugen die Wahrheit sagen. und zwei andere Gegenzeugen440Cf. Anm. 439 mut. mut., das sind also hundertundvierzehn.", "Ferner wird gelehrt: In einer Stadt, in der folgende zehn Dinge fehlen, darf kein Schriftgelehrter wohnen: ein Gericht, das auf Geißelung und Strafe erkennt, eine Almosenkasse, deren Beiträge durch zwei [Personen] eingezogen und durch drei verteilt werden, ein Bethaus, ein Badehaus, ein Abort, ein Arzt, ein Bader, ein Schreiber, ein Schlächter und ein Kinderlehrer441Wieso hier 6 Personen herauszugreifen sind, ist unklar, auch können diese Berufe auf die bereits mitgezählten Bürger verteilt sein; die Erklärung Raschis (5 Armenkassenbeamte u. Arzt, Bader, Schreiber, Schlächter u. Kinderlehrer in einer Person) ist gezwungen., Im Namen R. A͑qibas sagten sie: Auch verschiedene Früchte, weil Früchte die Augen erleuchten.", "R. NEḤEMJA SAGT &C. Es wird gelehrt: Rabbi sagte," ], [ "zweihundertsiebenundsiebzig. –", "Es wird ja aber gelehrt: Rabbi sagte, zweihundertachtundsiebzig!? – Das ist kein Einwand; eines nach R. Jehuda und eines nach den Rabbanan442Nach der einen Ansicht hatte das Synedrium nur 70 Mitglieder..", "Es wird gelehrt:443Ex. 18,21.Bestelle sie zu Vorgesetzten über je tausend, zu Vorgesetzten über je hundert, zu Vorgesetzten über je fünfzig und zu Vorgesetzten über je zehn. Sechshundert Vorgesetzte444Die Auszügler aus Miçrajim betrugen 600,000 Mann.über tausend, sechstausend Vorgesetzte über hundert, zwölftausend Vorgesetzte über fünfzig und sechs Myriaden Vorgesetzte über zehn. Die Vorgesetzten Jisraéls betrugen also sieben Myriaden und achttausendsechshundert.", "", "i DER HOCHPRIESTER KANN RICHTEN UND GERICHTET WERDEN; ER KANN ZEUGE SEIN UND MAN KANN GEGEN IHN ZEUGEN; ER KANN DIEALIÇA VOLLZIEHEN UND MAN KANN AN SETNER FRAU1Wenn er stirbt. DIEALIÇA VOLLZIEHEN. MAN KANN AN SEINER FRAU DIE SCHWAGEREHE VOLLZIEHEN, ER ABER KANN DIE SCHWAGEREHE NICHT VOLLZIEHEN, WEIL IHM EINE WITWE VERBOTEN IST.", "STIRBT IHM JEMAND, SO GEHE ER NICHT HINTER DER BAHRE2Weil er verleitet werden könnte, sich an der Leiche zu verunreinigen, was ihm verboten ist (cf. Lev. 21,11ff.); ist der Verstorbene kein Verwandter, so ist ihm dies erlaubt, da eine Verleitung, die Leiche zu berühren, nicht zu befürchten ist., VIELMEHR ZEIGE ER SICH ERST, WENN SIE3Die Leichenträger. NICHT MEHR ZU SEHEN SIND, UND VERBERGE SICH, WENN SIE; ZU SEHEN SIND4Dh. er warte bis sie in eine Querstraße oder einen Durchgang einbiegen und vor seinen Augen verschwinden, alsdann folge er ihnen u. warte bis sie wiederum um die Ecke biegen usw., UND SO GEHE ER MIT IHNEN BIS ZUR TÜR DES STADTTORES – SO R. MEÍR.", "R. JEHUDA SAGT, ER DÜRFE DAS HEILIGTUM ÜBERHAUPT NICHT VERLASSEN, DENN ES HEISST: 5Lev. 21,12.und aus dem Heiligtume soll er nicht gehen.", "TRÖSTET ER ANDERE, SO IST ES ÜBLICH, DASS DAS GANZE VOLK EINER HINTER DEM ANDEREN EINHERGEHT6An dem Leidtragenden vorbei, um ihn zu trösten., WÄHREND DER BEAMTE IHN ZWISCHEN SICH UND DEM VOLKE IN DIE MITTE NIMMT7Dh. Er geht zur Rechten des Hochpriesters, während das Publikum links vorübergeht.. WIRD ER VON ANDEREN GETRÖSTET, SO SPRICHT DAS VOLK ZU IHM: MÖGEN WIR DEINE SÜHNE SEIN! DARAUF ERWIDERT ER IHNEN: SEID VOM HIMMEL GESEGNET! REICHT MAN IHM DAS TRAUERMAHL, SO LAGERT8Eigentl. lehnend lagern, nach orient. Sitte. SICH DAS GANZE VOLK AUF DIE ERDE, ER ABER AUF EINEN SCHEMEL.", "ii DER KÖNIG KANN WEDER RICHTEN NOCH GERICHTET WERDEN, WEDER KANN ER ZEUGE SEIN NOCH KANN MAN GEGEN IHN ZEUGEN, WEDER VOLLZIEHE ER DIEALIÇA NOCH VOLLZIEHE MAN DIEALIÇA AN SEINER FRAU, WEDER VOLLZIEHE ER DIE SCHWAGEREHE NOCH VOLLZIEHE MAN DIE SCHWAGEREHE AN SEINER FRAU. R. JEHUDA SAGT, WILL ER DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE VOLLZIEHEN, SO SEI SEINER ZUM GUTEN GEDACHT. JENE ABER ERWIDERTEN IHM: MAN HÖRE NICHT AUF IHN9Weil ein König auf seine Würde nicht verzichten darf..", "MAN HEIRATE NICHT SEINE WITWE; R. JEHUDA SAGT, EIN KÖNIG DÜRFE DIE WITWE EINES KÖNIGS HEIRATEN, DENN SO FINDEN WIR AUCH, DASS DAVID DIE WITWE SAÚLS HEIRATETE, WIE ES HEISST:10iiSam. 12,8.ich übergab dir das Haus deines Herrn und die Frauen deines Herrn legte ich an deinen Busen.", "GEMARA. DER HOCHPRIESTER KANN RICHTEN. Selbstverständlich!? – Er will hauptsächlich lehren, daß er gerichtet werden könne. – Dies ist ja ebenfalls selbstverständlich, wieso könnte er denn richten, wenn er nicht gerichtet werden könnte, es heißt ja:11Zeph. 2,1; cf. S. 174 Anm. 843.sammelt euch und sammelt andere, und Reš Laqiš erklärte: zuerst schmücke dich selber, nachher schmücke andere!? –", "Vielmehr, da er weiter lehren will, der König könne weder richten noch gerichtet werden, so lehrt er auch, der Hochpriester könne richten und gerichtet werden. Wenn du aber willst, sage ich, er lehrt uns das, was in folgender Lehre gelehrt wird: Wenn der Hochpriester einen Menschen tötet, so wird er, wenn vorsätzlich, hingerichtet, und wenn versehentlich, so muß er in die Verbannung12In eine Asylstadt, wo er vor der Blutrache geschützt ist; cf. Num. 35,10ff. u. Dt. 19,3ff.; er übertritt ein Gebot und ein Verbot; und er gleicht in jeder Hinsicht einem Gemeinen. –", "«Wenn vorsätzlich, hingerichtet.» Selbstverständlich!? – Er lehrt hauptsächlich, daß er, wenn versehentlich, in die Verbannung müsse. –", "Dies ist ja ebenfalls selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da es heißt:13Num. 35,25.und er soll da bleiben bis zum Tode des Hochpriesters, müsse nur der in die Verbannung, der auch zurückkehren kann, nicht aber der, der nicht zurückkehren kann. Wir haben nämlich gelernt:" ], [ "Wenn jemand den Hochpriester tötet, oder wenn der Hochpriester jemand tötet, so darf er [die Asylstadt] niemals verlassen. Man könnte also glauben, er müsse nicht in die Verbannung, so lehrt er uns. – Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt:14Dt.19,3.damit sich jeder Totschläger dorthin flüchten könne, und auch der Hochpriester ist einbegriffen. –", "«Er übertritt ein Gebot und ein Verbot.» Muß er dies denn!? – Er meint es wie folgt: hat er ein Gebot oder ein Verbot übertreten, so gleicht er in jeder Hinsicht einem Gemeinen. –", "Selbstverständlich!? – Da wir gelernt haben, man richte einen Stamm, einen falschen Propheten und einen Hochpriester nur vor dem Gerichte von einundsiebzig [Mitgliedern], und R. Ada b. Ahaba erklärte: eine große Sache sollen sie vor dich bringen, die Sache des Großen, so könnte man glauben, jede Sache15Auch kleinere Vergehen. des Großen, so lehrt er ans. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Heißt es etwa: die Sache des Großen, es heißt ja: große Sache, nur eine wirklich große Sache.", "ER KANN ZEUGE SEIN UND MAN KANN GEGEN IHN ZEUGEN. Es wird ja aber gelehrt:16Dt. 22,1.Und du wirst dich ihrer entziehen. Zuweilen darfst du dich entziehen und zuweilen darfst du dich nicht entziehen; und zwar:", "wenn er Priester ist, und jenes17Das sich verlaufende Tier, von dem der angezogene Schriftvers spricht. Ein Priester darf keinen Begräbnisplatz betreten.sich auf einem Begräbnisplatze befindet, oder wenn er ein älterer Mann ist und dies seiner Ehre nicht angemessen ist, oder wenn seine Beschäftigung bedeutender ist als [der Verlust] seines Nächsten, so heißt es: du wirst dich entziehen!?", "R. Joseph erwiderte: Er kann für einen König Zeuge sein. – Wir haben ja aber [vom Könige] gelernt, daß er weder richte noch gerichtet werde, und daß er weder Zeuge sein noch man gegen ihn zeugen könne!? Vielmehr, erklärte R. Zera: Er kann für den Sohn eines Königs Zeuge sein. – Der Sohn des Königs ist ja ein Gemeiner!? –", "Vielmehr, er kann vor einem Könige Zeuge sein. – Man wählt ja aber keinen König in das Synedrium!? – Zu Ehren des Hochpriesters kommt er und verbleibt da, bis er sein Zeugnis abgelegt hat, sodann geht er fort, während [das Synedrium] über die Sache verhandelt.", "Der Text. Man wähle keinen König in das Synedrium, ferner keinen König und keinen Hochpriester in [das Kollegium] zur Interkalation des Jahres. Keinen König in das Synedrium, denn es heißt:18Ex. 23,2.du sollst nicht antworten vor Gericht, du sollst nicht antworten gegen den Bedeutenden19Dh. gegen den König (das W. ריב wird רב, Großer, gelesen); niemand würde dem Könige widersprechen können..", "Keinen König und keinen Hochpriester in [das Kollegium] zur Interkalation des Jahres; keinen König, wegen des Gehaltes20Er würde sich bei der Interkalation des Jahres je nach der monatlichen, bezw. jährlichen Zahlungsweise des Gehaltes an seine Beamten u. das Heer stellen.; keinen Hochpriester, wegen der Kälte21Er muß am Versöhnungstage sehr oft untertauchen, auch war das Pflaster des Tempels sehr kalt, u. aus Angst vor der Kälte würde er bei der Interkalation darauf bedacht sein, den V. in eine möglichst frühe Jahreszeit zu versetzen..", "R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Jahr sich nach dem Monate richte. – Dem ist ja nicht so, die Rabbanan beobachteten ja einst, wie drei Rinderhirten beisammen standen und sich unterhielten;", "der eine sagte: Wenn Frühsaat und Spätsaat zu gleicher Zeit blühen, so ist es Adar, wenn aber nicht, so ist es nicht Adar22Das Jahr muß dann interkaliert werden.. Der andere sagte: Wenn ein Ochs morgens vor Kälte stirbt und mittags sich in den Schatten eines Feigenbaumes verkriecht23Vor Hitze.und seine Haut abkratzt, so ist es Adar, wenn aber nicht, so ist es nicht Adar. Der dritte sagte: Wenn der Hauch aus deiner Kehle einen starken Ostwind verdrängt, so ist es Adar, wenn aber nicht, so ist es nicht Adar. Und daraufhin interkalierten die Rabbanan das Jahr!? –", "Glaubst du etwa, daß sich die Rabbanan auf die Hirten verließen? Sie stützten sich auf ihre Berechnung, während die Hirten ihre Handlung nur unterstützten.", "ER KANN DIEALTÇA VOLLZIEHEN &C. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob nach der Verlobung oder nach der Verheiratung; allerdings nach der Verheiratung, denn hierbei liegt ein Gebot und ein Verbot vor," ], [ "und ein Gebot verdrängt nicht ein Verbot24Die Schwagerehe ist ein Gebot, der Hochpriester würde aber mit der Ausübung dieses Gebotes auf ein Gebot u. ein Verbot stoßen: 1. ist ihm geboten, nur ein jungfräuliches Weib zu ehelichen, 2. ist ihm. eine Witwe verboten; bei einer Verlobten fällt das Gebot fort, da sie ebenfalls jungfräulich ist.und Gebot, wenn aber nach der Verlobung, sollte doch das Gebot das Verbot24Die Schwagerehe ist ein Gebot, der Hochpriester würde aber mit der Ausübung dieses Gebotes auf ein Gebot u. ein Verbot stoßen: 1. ist ihm geboten, nur ein jungfräuliches Weib zu ehelichen, 2. ist ihm. eine Witwe verboten; bei einer Verlobten fällt das Gebot fort, da sie ebenfalls jungfräulich ist.verdrängen!? –", "Bei der ersten Beiwohnung ist die folgende Beiwohnung25Mit der ersten Beiwohnung ist das Gebot der Schwagerehe vollzogen u. das Verbot bleibt bestehen.berücksichtigt worden.", "Ebenso wird auch gelehrt: Haben sie26Der Zeugung Unfähige; cf. Jab. Fol. 20b.ihnen beigewohnt, so sind sie27Ihre Schwägerinnen.ihnen durch die erste Beiwohnung angeeignet, jedoch dürfen sie sie nicht zur zweiten Beiwohnung behalten28Sie müssen sich von ihnen scheiden lassen..", "STIRBT IHM JEMAND &C. Die Rabbanan lehrten: Und aus dem Heiligtume soll er nicht gehen, er darf nicht mit ihnen zusammen gehen, wohl aber darf er hinter ihnen gehen; er zeige sich nämlich dann, wenn sie nicht mehr zu sehen sind, und verberge sich, wenn sie zu sehen sind.", "ER GEHE BIS ZUR TÜR &C. R. Jehuda erwiderte ja treffend!? –", "R. Meír kann dir entgegnen: demnach dürfte er ja nicht einmal nach Hause gehen; vielmehr ist zu erklären: aus dem Heiligtume soll er nicht gehen, er soll aus seiner Heiligkeit nicht hinaus, wenn er aber in kenntlicher Weise folgt, so kommt er nicht dazu, [den Toten] zu berühren. –", "Und R. Jehuda!? – Durch seinen Schmerz veranlaßt könnte er doch dazu kommen, [den Toten] zu berühren.", "TRÖSTET ER. Die Rabbanan lehrten: Geht er mit der Reihe29Der Kondolenten.vorüber, um andere zu trösten, so befinden sich der Priesterpräses und der provisorische Priester30Wird der Hochpriester vorübergehend untauglich, so wird provisorisch ein anderer an seiner Stelle eingesetzt, der hochpriesterliche Würde behält.an seiner Rechten, und der Obmann der Familienwache31Die an diesem Tage Dienst im Tempel zu verrichten hatte., die Leidtragenden und das ganze Volk an seiner Linken. Wenn er in der Reihe steht und von anderen getröstet wird, so befindet sich der Priesterpräses an seiner Rechten, und der Obmann der Familienwache und das ganze Volk an seiner Linken,", "während der provisorische Priester an ihn nicht herankommt, weil er, im Glauben, dieser freue sich darüber, betrübt werden könnte. R. Papa sprach: Aus dieser Lehre ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß ‘Priesterpräses’ und ‘Beamter’ identisch32In unserer Mišna wird dasselbe vom ‘Beamten’ gelehrt. Diese Bemerkung ist jedoch nicht zutreffend.sind; es ist zu entnehmen, daß die Leidtragenden stehen und das ganze Volk an ihnen vorübergeht; und es ist zu entnehmen, daß die Leidtragenden zur Linken der Kondolenten stehen.", "Die Rabbanan lehrten: Früher pflegten die Leidtragenden zu stehen und das ganze Volk an ihnen vorüberzugehen; es waren aber zwei mit einander streitende Familien in Jerušalem, die eine sagte, sie wolle vorangehen, und die andere sagte, sie wolle vorangehen; da ordnete man an, daß das ganze", "Volk stehe und die Leidtragenden vorübergehen.", "Rami b. Abba sagte: R. Jose führte in Sepphoris den früheren Brauch wieder ein, daß nämlich die Leidtragenden stehen und die Kondolenten an ihnen vorübergehen. Ferner sagte Rami b. Abba: R. Jose ordnete in Sepphoris an, daß, wenn eine Frau auf der Straße geht, sie ihr Kind nicht hinter sich folgen lasse, wegen jenes Ereignisses33Einer Frau wurde einst ihr Kind, das ihr auf der Straße folgte, geraubt, ohne daß sie es merkte, und unter der Vorgabe, sie zu ihrem Kinde zu führen, wurde sie von jemand in ein Haus gelockt, der sie da notzüchtigte.. Ferner sagte Rami b. Abba: R. Jose ordnete in Sepphoris an, daß sich Frauen im Aborte unterhalten, wegen des Zusammenseins34Sc. mit Männern. Die öffentlichen Aborte außerhalb der Stadt wurden von Männern u. Frauen zugleich benutzt; wenn Frauen sich in einem befanden und sich unterhielten, konnte man es draußen hören, u. kein Mann trat ein..", "R. Menasja b. A͑vath sagte: Ich fragte R. Jošija den Großen auf dem Friedhofe zu Huçal, und er sagte mir, eine Reihe müsse aus mindestens zehn Personen bestehen, und die Leidtragenden zählen nicht mit, und es sei einerlei, ob die Leidtragenden stehen und das ganze Volk an ihnen vorübergeht, oder die Leidtragenden vorübergehen und das ganze Volk steht.", "WIRD ER GETRÖSTET &C. Sie fragten: Was spricht er, wenn er andere tröstet? – Komm und höre: Und er spricht: seid getröstet. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn andere ihn trösten, erwidere er ihnen: seid getröstet, so gibt er ihnen ja ein böses Vorzeichen!? Vielmehr, wenn er andere tröstet, spricht er zu ihnen: seid getröstet. Schließe hieraus.", "DER KÖNIG KANN WEDER RICHTEN &C. R. Joseph sagte: Dies wird nur von den jisraélitischen Königen gelehrt, die davidischen aber können sowohl richten als auch gerichtet werden, denn es heißt:35Jer. 21,12.Haus Davids, so spricht der Herr: Haltet alle Morgen gerechtes Gericht, und wenn man ihn nicht richten könnte, wieso könnte er denn andere richten, es heißt ja:36Zeph. 2,1; cf. S. 174 Anm. 843.sammelt euch und sammelt andere, und Reš Laqiš erklärte: zuerst schmücke dich seihst, nachher schmücke andere. –", "Weshalh nicht jisraélitische Könige!? – Wegen des folgenden Ereignisses. Ein Knecht des Königs Jannaj tötete einst einen Menschen; da sprach Šimo͑n b. Šataḥ zu den Weisen: Richtet auf ihn eure Augen, und wir wollen über ihn Gericht halten. Alsdann ließen sie ihm sagen: Dein Knecht hat einen Menschen getötet. Da schickte er ihn zu ihnen. Hierauf ließen sie ihm sagen: Komm auch du selbst her, denn die Tora sagt:37Ex. 21,29.und es dem Besitzer angezeigt wird; der Besitzer des Ochsen muß kommen und neben seinem Ochsen stehen.", "Hierauf kam er hin und setzte sich nieder. Da sprach Šimo͑n b. Šataḥ zu ihm: König Jannaj, steh auf (auf deine Füße), und die Zeugen sollen gegen dich zeugen. Du stehst nicht vor uns, sondern vor dem, der durch sein Wort die Welt erschaffen hat, denn es heißt:38Dt. 19,17.so sollen sich die beiden Männer, die den Streit haben &c. stellen. Dieser erwiderte: Nicht auf dein Geheiß, nur wenn deine Genossen es verlangen." ], [ "Da wandte er sich nach rechts, und sie schlugen das Gesicht zur Erde nieder, nach links, und sie schlugen das Gesicht zur Erde nieder. Nun sprach Šimo͑n b. Šataḥ zu ihnen: Ihr seid Männer von Gedanken; möge der kommen, der die Gedanken [kennt], und euch zur Rechenschaft ziehen! Da kam Gabriél und schlug sie nieder, und sie waren tot. In jener Stunde bestimmten sie, ein König richte nicht und werde nicht gerichtet, er zeuge nicht und man zeuge nicht gegen ihn.", "WEDEII VOLLZIEHE ER DIEALIÇA NOCH VOLLZIEHE MAN &C. Dem ist ja aber nicht so, R. Aši sagte ja, selbst nach demjenigen, welcher sagt, ein Fürst könne auf seine Ehrung verzichten, könne ein König auf seine Ehrung nicht verzichten, denn es heißt:39Ib. 17,15.du sollst einen König über dich setzen, daß du Ehrfurcht vor ihm hast!? – Anders ist es bei einem Gebote.", "MAN HEIRATE NICHT &C. Es wird gelehrt: Sie erwiderten ihm: Die Frauen aus dem Hause des Königs, die ihm zukamen40Heiratete David, nicht die Frauen Šaúls., nämlich Merab und Mikhal.", "Die Schüler fragten R. Jose: Wieso heiratete David zwei Schwestern bei ihren Lebzeiten? Dieser erwiderte ihnen: Mikhal heiratete er nach dem Tode der Merab. R. Jehošua͑ b. Qorḥa erklärte: Die Antrauung mit der Merab war ungültig, denn es heißt:41iiSam. 3,14.gib mir meine Frau, die Mikhal, heraus, die ich mir um den Preis von hundert Philistervorhäuten angetraut habe. –", "Wieso geht dies hieraus hervor? R. Papa erwiderte: Meine Frau Mikhal, nicht aber meine Frau Merab. –", "Wieso war die Antrauung ungültig? – Es heißt:42iSam. 17,25.wer ihn erschlägt, den will der König zu einem sehr reichen Manne machen &c. Hierauf ging er hin und erschlug ihn. [Šaúl] aber sprach zu ihm: Du hast bei mir ein Darlehen, und wenn jemand sich eine Frau durch ein Darlehen antraut43Cf. S. 378 Anm. 93., so ist die Antrauung ungültig.", "Da gab er sie dem A͑driél, wie es heißt:44iSam. 18,19.als aber die Zeit kam, da Šaúls Tochter Merab David gegeben werden sollte &c. Alsdann sprach er zu ihm: Willst du, daß ich dir die Mikhal gebe, so gehe und hole mir hundert Philistervorhäute. Hierauf ging er hin und holte sie ihm. Jener aber sprach zu ihm: Du hast bei mir ein Darlehen und eine Peruṭa45Dh. eine Wertsache..", "Šaúl war der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne man mit dem Darlehen, David aber war der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne man mit der Peruṭa.", "Wenn du aber willst, sage ich: sie waren beide der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne man mit der Peruṭa, nur war Šaúl der Ansicht, [die Vorhäute] seien zu nichts verwendbare46Also wertlos, somit ist die Antrauung ungültig., während David der Ansicht war, sie seien für Hunde und Katzen verwendbar. –", "Wofür verwendet R. Jose [den Schriftvers:] gib mir meine Frau, die Mikhal, heraus!? R. Jose vertritt hierbei seine Ansicht, denn es wird gelehrt: R. Jose erklärte die verwirrten Schriftverse.", "Es heißt:47iiSam, 21,8.da gab der König die beiden Söhne, die Riçpa, die Tochter Ajas, Šaúl geboren hatte, Armoni und Mephibošeth, sowie die fünf Söhne von Šaúls Tochter Mikhal, die sie A͑driél, dem Sohne Barzilajs, aus Meḥola, geboren hatte &c. Gab er sie denn dem A͑driél, er gab sie ja Palṭi, dem Sohne Lajiš’, wie es heißt:48iSam. 25,44.Šaúl aber gab seine Tochter Mikhal, die Frau Davids, Palṭi, dem Sohne Lajiš’ &c.!?", "Vielmehr, er vergleicht hiermit die Antrauung der Merab an A͑driél mit der Antrauung der Mikhal an Palṭi; wie die Antrauung der Mikhal an Palṭi sündhaft war, ebenso war die Antrauung der Merab an A͑driél sündhaft. –", "Und R. Jehošua͑ b. Qorḥa, es heißt ja: die fünf Söhne von Šaúls Tochter Mikhal, hatte denn Mikhal sie geboren, Merab hatte es ja!? – Er kann dir erwidern: Merab hatte sie geboren und Mikhal sie erzogen, daher werden sie nach ihr benannt. Dies lehrt dich, daß, wenn jemand ein Waisenkind in seinem Hause großzieht, es ihm die Schrift anrechnet, als hätte er es gezeugt.", "R. Ḥanina sagte: Hieraus:49Rut. 4,17.und die Nachbarinnen legten ihm einen Namen bei, indem sie sprachen: Nao͑mi ist ein Sohn geboren. Gebar ihn denn die Nao͑mi, Ruth gebar ihn ja!? Vielmehr, Ruth gebar ihn und Nao͑mi erzog ihn, daher wurde er nach ihr benannt.", "R. Joḥanan sagte: Hieraus:50iChr. 4,18.seine jüdische Frau gebar Jered, den Vater des Gedor &c. und dies sind die Söhne der Bithja, der Tochter des Pareo͑, die Mered heiratete. Mered ist Kaleb, nur wird er deshalb Mered genannt, weil er sich dem Ratschlage der Kundschafter51Cf. Num. 14,6ff.widersetzte [marad]. Gebar ihn52Den Moše, der unter ירד אבי גדור verstanden wird.denn Bithja, Jokhebed gebar ihn ja? Vielmehr Jokhebed gebar ihn und Bithja erzog ihn, daher wird er nach ihr benannt.", "R. Elea͑zar sagte: Hieraus:53Ps. 77,16.mit deinem Arme hast du dein Volk erlöst, die Söhne Ja͑qobs und Josephs, Sela. Gebar sie denn Joseph, Ja͑qob gebar sie ja!? Vielmehr, Ja͑qob gebar sie und Joseph ernährte sie, daher werden sie nach ihm benannt.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer den Sohn seines Nächsten die Tora lehrt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er ihn gezeugt, denn es heißt:54Num. 3,1,2.dies sind die Nachkommen Ahrons und Mošes, und ferner heißt es:54Num. 3,1,2.dies sind die Namen der Söhne Ahrons; Ahron zeugte sie55In der angezogenen Schriftstelle werden nur die Söhne Ahrons genannt, nicht aber die Söhne Mošes.nämlich und Moše unterrichtete sie, daher werden sie nach ihm benannt.", "56Jes. 29,22.Darum sprach der Herr zum Hause Ja͑qobs, der Abraham erlöste; wo finden wir, das Ja͑qob Abraham erlöste!? R. Jehuda erwiderte: Er erlöste ihn von der Plage der Kindererziehung57Der Kindersegen war Abraham verheißen worden, doch gingen die 12 Stämme aus Ja͑qob hervor.. Deshalb heißt es:56Jes. 29,22.nicht wird nun Ja͑qob beschämt werden &c.; nicht wird nun Ja͑qob beschämt werden, vor seinem Vater,56Jes. 29,22.und sein Antlitz wird nicht erblassen, vor seinem Großvater.", "Er heißt Palṭi und er heißt Palṭiél!? R. Joḥanan erklärte: Sein eigentlicher Name ist Palṭi, und nur deshalb wird er Palṭiél genannt, weil Gott ihn vor einer Sünde schützte [palṭoél]. – Was tat er? – Er pflanzte ein Schwert zwischen sich und ihr58Der Mikhal, weil sie an David verlobt war.auf und sprach: Wer dies tut, soll mit diesem Schwerte erstochen werden. –", "Es heißt ja aber:59iiSam. 3,16.ihr Gatte begleitete sie!? – Er behandelte sie wie ein Gatte. – Es heißt ja aber:59iiSam. 3,16.weinend einhergehend!? – Wegen des Gebotes, das ihm entgangen ist.59iiSam. 3,16.Bis Baḥurim, sie waren beide jungfräulich [bahurim] und hatten den Genuß der Beiwohnung noch nicht gekostet.", "R. Joḥanan sagte: Die Selbstbeherrschung Josephs60Der sich von der Frau Poṭiphars nicht zur Sünde verleiten ließ.war eine Kleinigkeit gegenüber der des Boa͑z, und die Selbstbeherrschung Boa͑z’ war eine Kleinigkeit gegenüber der des Palṭi, des Sohnes Lajiš’. Die Selbstbeherrschung Josephs war eine Kleinigkeit gegenüber der des Boa͑z, denn es heißt:61Rut. 3,8.da, um Mitternacht, erschrak der Mann, und er beugte sich vor. Was heißt vajillapheth [beugte]? Rabh erklärte: Sein Leib62Das männl. Glied, infolge der Aufregung.war wie ein Rübenkopf [lephet steif] geworden." ], [ "Die Selbstbeherrschung Boa͑z’ war eine Kleinigkeit gegenüber der des Palṭi, des Sohnes Lajiš’, wie wir bereits erklärt haben63Der erstere hatte sich nur einmal zu beherrschen, der letztere jede Nacht..", "R. Joḥanan sagte: Es heißt:64Pr. 31,29.viele Frauen haben sich wacker gezeigt, du aber übertriffst sie alle. Viele Frauen haben sich wacker gezeigt, das sind Joseph und Boa͑z, du aber übertriffst sie alle, das ist Palṭi, der Sohn Lajiš’.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:65Ib. V. 30.Lug ist die Anmut und eitel die Schönheit. Lug ist die Anmut, dies bezieht sich auf Joseph; eitel die Schönheit, dies bezieht sich auf Boa͑z;65Ib. V. 30.die Gottesfürchtige soll gepriesen werden, dies bezieht sich auf Palṭi, den Sohn Lajiš’.", "Eine andere Erklärung: Lug ist die Anmut, dies bezieht sich auf das Zeitalter Mošes; eitel ist die Schönheit, dies bezieht sich auf das Zeitalter Jehošua͑s; die Gottesfürchtige soll gepriesen werden, dies bezieht sich auf das Zeitalter Ḥizqijas.", "Eine andere Erklärung: Lug ist die Anmut, dies bezieht sich auf das Zeitalter Mošes und Jehošua͑s; eitel ist die Schönheit, dies bezieht sich auf das Zeitalter Ḥizqijahus; die Gottesfürchtige soll gepriesen werden, dies bezieht sich auf das Zeitalter des R. Jehuda b. R. Ilea͑j. Man erzählt von R. Jehuda b. R. Ilea͑j, daß sich sechs seiner Schüler mit einem Gewände zudeckten und sich mit der Tora befaßten.", "iii STIRBT IHM JEMAND, SO VERLASSE ER NICHT DIE TÜR SEINES PALASTES. R. JEHUDA SAGT, WILL ER HINTER DER BAHRE GEHEN, SO DÜRFE ER DIES, DENN SO FINDEN WIR AUCH BEI DAVID, DASS ER HINTER DER BAHRE ABNERS GING, WIE ES HEISST:66iiSam. 3,31.und der König David schritt hinter der Bahre her. MAN ENTGEGNETE IHM: DA GESCHAH ES NUR, UM DAS VOLK ZU BESÄNFTIGEN67Um das Volk zu überzeugen, daß Abner nicht durch seinen Befehl ermordet wurde; cf. iiSam. 3,37.. REICHT MAN IHM DAS TRAUERMAHL, SO LEGTE SICH DAS GANZE VOLK AUF DIE ERDE, ER ABER AUF EIN DARGEŠ68Ruhebett, Divan; wird weiter erklärt..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: In Ortschaften, wo es üblich ist, daß die Frauen hinter der Bahre gehen, gehen sie, und wo es üblich ist, daß die Frauen vor der Bahre gehen, gehen sie. R. Jehuda sagt, Frauen gehen immer vor der Bahre, denn so finden wir bei David, daß er hinter69Der König würde nicht mit den Frauen zusammen gegangen sein.der Bahre Abners ging, wie es heißt: und der König David schritt hinter der Bahre her.", "Man entgegnete ihm: Da geschah dies nur, um das Volk zu besänftigen, und es wurde auch besänftigt. David ging nämlich von den Männern unter die Frauen und von den Frauen unter die Männer, denn es heißt:70iiSam. 3,37.da überzeugte sich das ganze Volk und ganz Jisraél daß die Ermordung Abners nicht vom Könige ausgegangen war.", "Raba trug vor: Es heißt:71Ib. V. 35.da kam das ganze Volk, um David das Mahl zu reichen; geschrieben steht um auszurotten72Der masor. Text hat allerdings להברותו, jedoch haben manche Codices bei Kennicott tatsächlich להכרותו, von כרה Mahlzeit halten, essen (in der Bibel sonst verbal nicht gebraucht), was der T. von כרת, ausrotten ableitet.und wir lesen das Mahl zu reichen; anfangs, um ihn auszurotten73Sie glaubten, die Ermordung Abners sei von ihm ausgegangen., nachher aber um ihm das Mahl zu reichen.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Weshalb wurde Abner bestraft? Weil er Šaúl wehren sollte74Die Einwohner der Priesterstadt Nob hinzumorden.und dies unterlassen hat. R. Jiçḥaq sagte: Er wehrte es ihm, ohne jedoch gehört zu werden. Beide folgerten sie es aus ein und demselben Schriftverse.75iiSam. 3,33,34.Und der König klagte über Abner und sprach: Sollte Abner den Tod eines Gottlosen sterben; deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Fesseln geschlagen.", "Derjenige, welcher sagt, er hatte es ihm nicht gewehrt, erklärt wie folgt: deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Fesseln geschlagen, weshalb nun hast du es ihm nicht gewehrt? Darum:75iiSam. 3,33,34.wie man vor Ruchlosen fällt, bist du gefallen. Derjenige aber, welcher sagt, er hatte es ihm gewehrt, sei aber nicht gehört worden, erklärt es in Frageform: weshalb starbst du den Tod eines Gottlosen, wo doch deine Hände nicht gebunden waren und deine Füße nicht in Fesseln geschlagen; du hast es ihm gewehrt, weshalb bist du nun gefallen, wie man vor einem Ruchlosen fällt!? –", "Weshalb wurde er bestraft, nach demjenigen, welcher sagt, er habe es ihm gewehrt? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Weil er die Herrschaft des davidischen Hauses zweieinhalb Jahre aufgehalten hatte76Indem er Išbaa͑l, den Sohn Šaúls, zum Könige einsetzte..", "REICHT MAN IHM DAS TRAUERMAHL &C. Was ist Dargeš? U͑la erwiderte: Ein Glücksbett77Ein Zierbettchen zum Schmucke, dem Schutzgeiste des Hauses geweiht.. Die Rabbanan sprachen zu U͑la: Sollte er sich denn auf einen Gegenstand setzen, auf dem er sonst nicht sitzt!?", "Raba entgegnete: Was ist dies denn für ein Einwand, dies ist ja auch bei seinem Essen und Trinken der Fall: sonst werden ihm Speisen und Getränke nicht gereicht, dann aber wohl. Wenn man aber dagegen einwenden will, so ist es folgendes: Das Dargeš legte er nicht78Der Leidtragende, der nicht auf einem Lager oder Bett sitzen od. schlafen darf, vielmehr muß er es umlegen u. auf der Erde sitzen; cf. Mq. Fol. 15b.um, sondern stellte es [senkrecht] hin. Wieso braucht man es nicht umzulegen, wenn du sagst, es sei ein Glücksbett, es wird ja gelehrt, wer sein Bett umlegen muß, lege nicht nur sein eigenes Bett um, sondern alle Betten, die er im Hause hat!? –", "Was ist dies für ein Einwand, dasselbe gilt ja auch von einem zur [Aufbewahrung] von Sachen bestimmten Bette, denn es wird gelehrt: ist es zur [Aufbewahrung] von Sachen bestimmt, so braucht man es nicht umzulegen. Wenn man aber dagegen einwenden will, so ist es folgendes: R. Šimo͑n b, Gamliél sagt, am Dargeš löse man die Gurte und es fällt von selber zusammen. Wenn es ein Glücksbett ist, so hat es ja keine Gurte!? –", "Vielmehr, als Rabin kam, sagte er, einer von den Jüngern, namens R. Taḥlipha, der in der Riemerstraße verkehrte, habe ihm erklärt, Dargeš sei ein Lederbett. R. Jirmeja sagte im Namen R. Joḥanans: Beim Dargeš" ], [ "befindet sich das Flechtwerk von innen, beim Bette befindet sich das Flechtwerk oben.", "Man wandte ein: Wann werden Holzgeräte verunreinigungsfähig79Ein Gerät wird nur nach seiner Fertigstellung verunreinigungsfähig.? Das Bett und die Wiege, sobald man sie mit der Fischhaut geglättet hat. Wozu ist, wenn beim Bette das Flechtwerk oben ist, das Glätten mit der Fischhaut80Die Holzteile sind ja demnach nicht zu sehen, somit sollte es ja auch ungeglättet als fertiges Gerät gelten.nötig!? – Vielmehr, bei beiden befindet es sich von innen, nur wird es beim Bette durch Löcher und beim Dargeš durch Schleifen gezogen.", "R. Ja͑qob sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. R. Ja͑qob b. Ami sagte: Ein Bett, das auslaufende Träger81Am Kopf- und Fußende, zur Anbringung eines Betthimmels; ein solches läßt sich nicht umkehren.hat, stelle man senkrecht hin und dies genügt.", "iv,1 ER KANN ZU EINEM FREIKRIEGE MIT ZUSTIMMUNG DES GERICHTSHOFES VON EINUNDSIEBZIG [MITGLIEDERN] AUSZIEHEN; ER DARF SICH BAHN BRECHEN82Wörtl. [fremde Gebäude] niederreißen, um sich einen Weg zu bahnen., OHNE DASS JEMAND ES IHM WEHREN KANN. DIE STRASSE DES KÖNIGS HAT KEINE BESCHRÄNKTE GREKZE. DAS VOLK MUSS ALLES, WAS ES ERBEUTET, IHM VORLEGEN, UND ER NIMMT SEINEN ANTEIL ZUERST.", "GEMARA. Dies haben wir ja bereits einmal gelernt: man darf zu einem Freikriege nur durch Entscheidung des Gerichtes von einundsiebzig [Mitgliedern] ausziehen!? – Da er alle anderen Dinge lehrt, die den Könige betreffen, so lehrt er auch vom Ausziehen zum Freikriege.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, alles, was im Königsabschnitte83Cf. iSam. 8,11ff. steht, sei dem König erlaubt; Rabh aber sagte, dieser Abschnitt sei nur dazu da, ihnen Angst zu machen, denn es heißt:84Dt. 17,15.du sollst einen König über dich setzen, den du auch fürchten sollst.", "[Hierüber streiten] auch folgende Tannaím: R. Jose sagte, alles, was im Königsabschnitte steht, sei dem König erlaubt; R. Jehuda aber sagte, dieser Abschnitt sei nur dazu da, ihnen Angst zu machen, denn es heißt: du sollst einen König über dich setzen, den du auch fürchten sollst.", "Desgleichen sagte R. Jehuda: Drei Gebote wurden den Jisraéliten bei ihrem Einzüge in das Land auferlegt: einen König einzusetzen, die Nachkommen A͑maleqs auszurotten und den Tempel zu bauen.", "R. Nehoraj sagte: In diesem Abschnitte ist nur ihr [späteres] Murren vorgesehen, denn es heißt:85Ib. V. 14.und du wirst sprechen: ich will einen König über mich setzen &c.", "Es wird gelehrt: R. Eliézer sagte: Die Ältesten des Zeitalters forderten wie es sich gehört, wie es heißt:86iSam. 8,6.gib uns einen König, der uns regiere; die Leute aus dem gemeinen Volke aber arteten aus, denn es heißt:87Ib. V. 20.wir wollen allen anderen Völkern gleichen und unser König soll uns Recht sprechen und unser Anführer sein.", "Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Drei Gebote wurden den Jisraéliten bei ihrem Einzuge in das Land auferlegt: einen König einzusetzen, die Nachkommen A͑maleqs auszurotten und den Tempel zu bauen. Ich würde nicht gewußt haben, welches zuerst,", "wenn es aber heißt:88Ex. 17,16.die Hand auf dem Throne Gottes; Krieg hat der Herr mit A͑maleq, so ist hieraus zu entnehmen, daß sie zuerst einen König einsetzen mußten, denn mit ‘Thron’ wird nur der König bezeichnet, wie es heißt:89iChr. 29,23.und so saß Šelomo als König auf dem Thron des Herrn.", "Ich würde aber noch immer nicht gewußt haben, ob zuerst den Tempel bauen oder zuerst die Nachkommen A͑maleqs ausrotten, wenn es aber heißt:90Dt. 12,10,11.und wenn er euch vor allen Feinden ringsum Ruhe verschafft hat &c. dann soll die Stätte, die der Herr erwählen wird &c., so ist hieraus zu entnehmen, zuerst die Nachkommen A͑maleqs ausrotten.", "Ebenso heißt es auch bei David:91iiSam. 7,1.und als der König in seinem Palaste wohnte, denn der Herr hatte ihm Ruhe verschafft, und darauf folgt:92Ib. V. 2.da sprach der König zum Propheten Nathan: Sieh doch, ich wohne in einem Cedernpalaste &c.", "Reš Laqiš sagte: Anfangs herrschte Šelomo auch über die Oberen93Die Geister., denn es heißt:94iChr. 29,23.und Šelomo saß auf dem Throne des Herrn; später aber herrschte er nur über die Unteren, denn es heißt:95iReg. 5,4.denn er hatte Gewalt über das ganze Gebiet jenseits des Stromes, von Tiphsaḥ bis A͑za.", "[Hierüber streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, Tiphsaḥ liege an einem Ende der Welt und A͑za liege am entgegengesetzten Ende der Welt, und einer sagt, Tiphsaḥ und A͑za liegen nebeneinander, er aber herrschte über die ganze Welt, wie er über Tiphsaḥ und A͑za herrschte.", "Später herrschte er nur über Jisraél, denn es heißt:96Ecc. 1,12.ich, Qoheleth, war König über Jisraél &c. Später herrschte er nur über Jerušalem, denn es heißt:97Ib. V. 1.Worte des Qoheleth, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerušalem. Später herrschte er nur über sein Bett, denn es heißt:98Cant. 3,7.siehe, das ist das Bett Šelomos &c.", "Später herrschte er nur über seinen Stock, denn es heißt:99Ecc. 2,10.das ist mein Teil von all meiner Mühe. Hierüber [streiten] Rabh und Šemuél; einer sagt, das sei sein Stock, und einer sagt, das sei sein Kaftan100Nach einer anderen Lesart קודו sein irdener Krug.. –", "Gelangte er wieder [zur Herrschaft] oder nicht? – Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, er gelangte wieder, und einer sagt, er gelangte nicht wieder. Nach demjenigen, nach dem er nicht wieder gelangte, war er König und Gemeiner, und nach demjenigen, nach dem er wieder gelangte, war er König, Gemeiner und König.", "ER DARF SICH BAHN BREGUEN. Die Rabbanan lehrten: Die [erbeuteten] Schätze der Könige gehören dem Könige, die übrige Beute gehört zur Hälfte dem Könige und zur Hälfte dem Volke. Abajje sprach zu R. Dimi, manche sagen, zu R. Aḥa: Erklärlich ist es, daß die Schätze der Könige dem Könige gehören, woher aber, daß die übrige Beute zur Hälfte dem Könige und zur Hälfte dem Volke gehöre? –Es heißt:" ], [ "1iChr. 29,22.sie salbten ihn dem Herrn zum Fürsten und den Çadoq [zum. Priester]; wie [die Abgaben an den Priester] Çadoq zur Hälfte ihm und zur Hälfte seinen Brüdern gehören, ebenso gehört [die Beute] des Fürsten zur Hälfte ihm und zur Hälfte seinen Brüdern. –", "Woher dies vom [Priester] Çadoq selber! – Es wird gelehrt: Rabbi sagte:101Lev. 24,9.es soll Ahron und seinen Söhnen zufallen, die Hälfte Ahron und die Hälfte seinen Söhnen.", "iv,2 Er darf sich nicht viele Frauen halten, NICHT MEHR ALS ACHTZEHN. R. JEHUDA SAGT, ER DÜRFE SICH MEHR HALTEN, NUR DASS SIE SEIN HERZ NICHT ABWENDIG MACHEN. R. ŠIMO͑N SAGT, SELBST EINE, DIE ABER SEIN HERZ ABWENDIG MACHT, DÜRFE ER NICHT NEHMEN; NUR DESHALB HEISST ES, ER DÜRFE SICH NICHT VIELE HALTEN, SELBST SOLCHE WIE ABIGAJIL103Cf. iSam. Kap. 25..", "GEMARA. Demnach berücksichtigt R. Jehuda den Grund des Schriftverses und R. Šimo͑n berücksichtigt nicht den Grund des Schriftverses, und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!?", "Es wird nämlich gelehrt: Eine Witwe darf man nicht pfänden, einerlei ob sie arm oder reich ist, denn es heißt:104Dt. 24,17.du sollst das Gewand einer Witwe nicht pfänden – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagt, eine reiche dürfe man pfänden, eine arme dürfe man nicht pfänden; du mußt ihr [das Pfand] zurückgeben und bringst sie in einen üblen Ruf unter ihren Nachbarinnen.", "Auf unsere Frage, wie dies zu verstehen sei, [wird erklärt], er meine es wie folgt: wenn du sie pfändest, mußt du ihr [das Pfand] zurückgeben, und dadurch105Da sie täglich zu dir kommen muß, um ihr Pfand zu holen.bringst du sie in einen üblen Ruf unter ihren Nachbarinnen. R. Jehuda berücksichtigt also nicht den Grund des Schriftverses, und R. Šimo͑n berücksichtigt wohl den Grund des Schriftverses!? –", "Sonst berücksichtigt R. Jehuda nicht den Grund des Schriftverses, hierbei ist es aber anders, da die Schrift selber den Grund angibt: er darf sich deshalb nicht viele Frauen halten, damit sich sein Herz nicht abwende. –", "Und R. Šimo͑n!? – Er kann dir erwidern: sonst berücksichtigen wir wohl den Grund des Schriftverses, hier aber könnte es ja heißen: er darf sich nicht viele Frauen halten, und nichts weiter, denn man würde ja selber gewußt haben, daß er sich deshalb nicht viele Frauen halten dürfe, damit er nicht abwendig werde, wenn es aber dennoch heißt:102Dt. 17,17.damit [sein Herz] nicht abwendig werde, [so besagt dies], auch eine, die aber sein Herz abwendig macht, dürfe er nicht nehmen; ferner besagen [die Worte] nicht viele, selbst solche wie Abigajil.", "Woher dies von achtzehn? – Es heißt:105iiSam. 3,2,3,4.In Ḥebron wurden David Söhne geboren; sein Erstgeborener war Amnon, von Ahinoa͑m aus Jisraél, sein zweiter Kileáb, von Abigajil, der Frau Nabal des Karmeliters, der dritte Abšalom, der Sohn Ma͑khas &c., der vierte Adonija, der Sohn der Ḥaggith, der fünfte Šephaṭja, der Sohn Abiṭals, der sechste Jithrea͑m, von Davids Frau E͑gla. Diese wurden David in Ḥebron geboren.", "Und der Prophet sagte zu ihm:106Ib. 12,8.Ist dies zu wenig, so gebe ich dir doppelt so viel und doppelt so viel. Doppelt so viel, sechs, und doppelt so viel, sechs, das sind zusammen achtzehn.", "Rabina wandte ein: Vielleicht: doppelt so viel, zwölf, und doppelt so viel, vierundzwanzig!?", "Ebenso wird auch gelehrt: Er darf sich nicht mehr als vierundzwanzig Frauen halten. Nach demjenigen aber, der das und zur Forschung verwendet, sind es achtundvierzig. Ebenso wird auch gelehrt: Er darf sich nicht mehr als achtundvierzig Frauen halten. –", "Was ist der Grund von unserem Autor? R. Kahana erwiderte: Er vergleicht das erste doppelt so viel mit dem zweiten: wie das erste sechs, ebenso das zweite sechs. –", "Die Mikhal kommt ja noch hinzu!? Rabh erwiderte: E͑gla ist Mikhal, nur heißt sie deshalb E͑gla, weil sie ihm lieb war wie ein Kalb [e͑gla], wie es auch heißt: 107Jud. 14,18.hättet ihr nicht mit meinem Kalbe108Womit er seine Frau meinte.gepflügt &c. –", "Hatte denn Mikhal Kinder, es heißt ja:109iiSam. 6,23.aber Mikhal, die Tochter Šaúls, hatte bis an ihren Todestag kein Kind!? R. Ḥisda erwiderte: Bis an ihren Todestag hatte sie keines, an ihrem Todestage hatte sie. –", "Merke, die Söhne werden ja als in Ḥebron geboren aufgezählt, während das Ereignis mit der Mikhal in Jerušalem geschah, wie es heißt:110Ib. V. 16.und Mikhal, die Tochter Šaúls, schaute durch das Fenster, und als sie den König David erblickte, wie er vor dem Herrn her sprang und tanzte, verachtete sie ihn, und hierzu sagte R. Jehuda, nach anderen R. Joseph, Mikhal habe ihre Strafe111Indem sie keine Kinder mehr hatte.erhalten!? – Sage vielmehr, bis zu diesem Ereignisse hatte sie, später hatte sie nicht mehr. –", "Es heißt ja ober:112iiSam. 5,13.in Jerušalem nahm sich David noch weitere Kebsweiber und Frauen!? – Zur Ergänzung der achtzehn. – Welche sind Frauen und welche sind Kebsweiber? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Frauen, mit Morgengabe und Antrauung, Kebsweiber, ohne Morgengabe und ohne Antrauung.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Vierhundert Kinder hatte David, es waren Kinder von den schönen113Die David auf seinen Kriegszügen gefangen nahm; cf. 21,11ff.Frauen; alle trugen sie Locken, fuhren in goldenen Wagen und gingen an der Spitze von Raubtruppen; diese waren die Faustmänner des Davidischen Hauses.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs; Tamar war die Tochter einer schönen113Die David auf seinen Kriegszügen gefangen nahm; cf. 21,11ff.Frau, denn es heißt:114iiSam. 13,13.Rede doch lieber mit dem König, er wird mich dir gewiß nicht versagen. Wieso wäre ihm, wenn man sagen wollte, sie war die Tochter einer angetrauten Frau, seine Schwester erlaubt? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß sie die Tochter einer schönen Frau war.", "115Ib. V. 3.Nun hatte Amnon einen Freund, Namens Jonadab, Sohn von Davids Bruder Šimea͑; dieser war ein überaus kluger Mann &c. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Klug zum Bösen.", "116Ib. VV. 4,5.Der fragte ihn: Warum bist du so abgezehrt, Königssohn &c. Da sprach Jonadab zu ihm: Lege dich zu Bett und stelle dich krank &c., bis: wenn sie vor meinen Augen das Essen bereitete.117Ib. V. 9.Da nahm sie die Pfanne und schüttete vor ihm. R. Jehuda sagte im Namen Rabhas: Sie bereitete ihm eine Art Brägelspeise.", "118Ib. V. 15.Dann aber haßte sie Amnon sehr. Aus welchem Grunde? R. Jiçḥaq erwiderte: Ein Haar verwickelte sich ihm [um das Glied] und verstümmelte ihm die Harnröhre. – Was konnte sie denn dafür, daß es sich umwickelt hatte!? – Sage vielmehr, sie wickelte ihm ein Haar [um das Glied] und verstümmelte ihm die Harnröhre. –", "Dem ist ja aber nicht so. Raba trug ja vor: Es heißt:119Ez. 16,14.und dein Ruhm erscholl unter den Völkern wegen deiner Schönheit; die Töchter Jisraéls haben Haare weder in der Achselhöhle noch an der Scham!? – Anders verhielt es sich bei Tamar, sie war die Tochter einer schönen Frau.", "120iiSam. 13,19.Da streute Tamar Asche auf ihr Haupt und zerriß das Ärmelkleid, das sie anhatte. Im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa wird gelehrt: Tamar errichtete einen großen Zaun. Man sagte dann nämlich: Wenn dies Töchtern von Königen passieren kann, um wieviel mehr Töchtern von Gemeinen; wenn dies Keuschen passieren kann, um wieviel mehr Ausgelassenen! R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: In jener Stunde verboten sie das Beisammensein121Eines Mannes mit einer Frau." ], [ "und [den Verkehr] mit einer Ledigen. –", "Das Beisammensein ist ja nach der Tora [verboten]!? R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Wo finden wir in der Tora [das Verbot] des Beisammenseins [angedeutet]? Es heißt:122Dt. 13,7.wenn dich dein Bruder, der Sohn deiner Mutter, verlockt; kann etwa nur der Sohn einer Mutter verlocken, nicht aber der Sohn eines Vaters? Dies besagt vielmehr, daß nur ein Sohn mit seiner Mutter beisammen sein dürfe, sonst aber ist das Beisammensein mit jeder in der Tora verbotenen Frau verboten!? –", "Lies vielmehr: sie verboten das Beisammensein mit einer Ledigen.", "123iReg. 1,5.Adonija aber, der Ḥaggith Sohn, überhob sich und meinte: ich werde König. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies lehrt, daß er sich [die Krone] aufsetzte, sie ihm aber nicht paßte124Die rechtmäßigen davidischen Prinzen sollen einen ganz eigenartigen Schädelbau gehabt haben, u. nur diese konnten die Krone aufsetzen; cf. Az. Fol. 44a..", "So schaffte er sich Wagen und Rosse an und fünfzig Mann, die vor ihm liefen. – Was ist dabei so bedeutend? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Diesen allen war die Milz entfernt und die Fußsohle ausgehöhlt worden125Damit sie schnell laufen können..", "iv,3 126Dt. 17,16.Er darf sich nicht viele Rosse halten, NUR SOVIEL ER FÜR SEINE WAGEN BRAUCHT.102Dt. 17,17.Und Silber und Gold soll er sich nicht in Masse anhäufen, NUR SOVIEL, UM DEN SOLD ZU ZAHLEN. ER SCHREIBE EINE TORAROLLE AUF SEINEN NAMEN; ZIEHT ER IN DEN KRIEG, SO FÜHRE ER SIE BEI SICH; KEHRT ER HEIM, SO FÜHRE ER SIE BEI SICH; SITZT ER ZU GERICHT, SO HALTE ER SIE BEI SICH; SITZT ER BEI TAFEL, SO BEFINDE SIE SICH IHM GEGENÜBER; DENN ES HEISST:127Ib. V. 19.er soll sie bei sich haben und sein Leben lang darin lesen.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Er darf sich nicht viele Rosse halten, man könnte glauben, nicht einmal soviel, als er für seine Wagen und seine Reiter braucht, so heißt es sich, für sich darf er nicht viele halten, wohl aber soviel, als er für seine Wagen und seine Reiter braucht. Es heißt ja aber Rosse? Luxuspferde128Wörtl. müßige Pferde, die nur zum Prunk verwendet werden.. Woher, daß auch ein Roß, das aber ein Luxuspferd ist, diesem Verbote unterliege? Es heißt:127Ib. V. 19.um sich viele Rosse zu verschaffen. –", "Wenn er nun auch wegen eines einzigen Luxuspferdes das Verbot des Nichthaltens begeht, wozu heißt es Rosse!? – Daß er nämlich wegen jedes Rosses ein besonderes Verbot übertrete.", "Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige sich geschrieben hat, sonst aber könnte man glauben, nicht einmal für seine Wagen und seine Reiter!? – Dies besagt, daß er [zu diesem Zwecke] viele halten dürfe.", "UND SILBER UND GOLD SOLL ER SICH NICHT IN MASSE ANHÄUFEN, NUR SOVIEL, UM DEN SOLD ZUZAHLEN. Die Rabbanan lehrten:102Dt. 17,17.Und Silber und Gold soll er sich nicht in Masse anhäufen; man könnte glauben, nicht einmal soviel, um den Sold zu zahlen, so heißt es sich, für sich darf er nicht anhäufen, wohl aber darf er dies, um den Sold zu zahlen. –", "Also nur deshalb, weil der Allbarmherzige sich geschrieben hat, sonst aber könnte man glauben, nicht einmal soviel, um den Sold zu zahlen!? – Dies besagt, daß dies reichlich sein dürfe. –", "Was folgerst du, wo du nun sagst, das sich werde zur Schriftforschung verwendet, aus:102Dt. 17,17.er darf sich nicht viele Frauen halten!? – Dies schließt Gemeine129Jeder andere darf sich wohl viele Frauen halten.aus.", "R. Jehuda wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:130iReg. 5,6.und Šelomo hatte vierzigtausend Pferdestände für seine Wagen, dagegen heißt es: 131iiChr. 9,25.und Šelomo hatte viertausend Pferdestände; wie ist dies zu erklären? – Waren es vierzigtausend Marställe, so hatte jeder viertausend Pferdestände, waren es viertausend Marställe, so hatte jeder vierzigtausend Pferdestände.", "R. Jiçḥaq wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:132Ib. V. 20.denn das Silber wurde in den Tagen Šelomos nicht geachtet, dagegen heißt es:133iReg. 10,27.und Šelomo machte, daß das Silber in Jerušalem den Steinen gleichkam!? – Das ist kein Widerspruch; eines bevor Šelomo die Tochter des Pareo͑ heiratete, und eines nachdem er die Tochter des Pareo͑ heiratete.", "R. Jiçḥaq sagte: In der Stunde, als Šelomo die Tochter des Pareo͑ heiratete, kam Gabriél herab und steckte ein Rohr in das Meer; dieses brachte eine Sandbank hervor, auf der die große Stadt Rom erbaut wurde134Dh. in dieser Stunde wurde die Zerstörung des jisraélitischen Reiches (durch Rom) besiegelt..", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Weswegen werden die Gründe [der Gebote] der Tora nicht angegeben? In zwei Fällen wurden sie angegeben, und ein Großer der Welt strauchelte dadurch. Es heißt: er soll sich nicht viele Frauen halten; Šelomo aber sagte, er werde sie sich halten und doch nicht abwendig werden, und es heißt:135iReg. 11,4.als nun Šelomo alt geworden war, verführten seine Frauen sein Herz.", "Ferner heißt es:102Dt. 17,17.er soll sich nicht viele Rosse halten; Šelomo aber sagte, er werde sie sich halten und doch nicht [nach Miçrajim] zurückkehren, und es heißt:136iReg. 10,29.und es wurde ein Wagen aus Miçrajim herausgebracht um sechs &c.", "ER SCHREIBE EINE TORAROLLE AUF SEINEN NAMEN. Es wird gelehrt: Er darf aber nicht mit einer von seinen Vorfahren prunken.", "Raba sagte: Obgleich einem seine Eltern eine Torarolle hinterlassen haben, so ist es dennoch Gebot, sich eine selber zu schreiben, denn es heißt:137Dt. 31,19.so schreibt euch nun das nachfolgende Lied auf. Abajje wandte gegen ihn ein: Er schreibe eine Torarolle auf seinen Namen; er darf nicht mit einer von anderen geschriebenen prunken. Nur ein König, ein anderer aber nicht!? –", "Dies besagt, daß er zwei Torarollen [schreiben müsse], wie gelehrt wird:138Ib. 17,18.Er soll sich eine Abschrift dieses Gesetzes schreiben &c., er schreibe auf seinen Namen zwei Torarollen; eine, die er bei seinem Gehen und Kommen bei sich führe, und eine, die er in seiner Schatzkammer verwahre.", "Die er bei sich führt, fertige er nach der Art eines Amulettes und trage sie am Arme, denn es heißt:139Ps. 16,8.ich habe den Herrn beständig vor mir stehen; wenn er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken. Er darf damit weder in ein Badehaus, noch in einen Abort eintreten, denn es heißt:140Dt. 17,19.er soll sie immer bei sich haben und darin lesen; nur in einem Orte, da er darin lesen darf.", "Mar Zuṭra, nach anderen Mar U͑qaba, sagte: Zuerst wurde die Tora den Jisraéliten in der hebräischen Schrift und der Heiligenspräche verliehen; später, in den Tagen E͑zras, wurde sie ihnen wiederum in der assyrischen Schrift und der aramäischen Sprache verliehen; alsdann wählten sie für die Jisraéliten die assyrische Schrift und die Heiligensprache, und die hebräische Schrift und die aramäische Sprache ließen sie den Gemeinen. –", "Wer sind die Gemeinen? R. Ḥisda erwiderte: Die Samaritaner. – Welche ist die hebräische Schrift? R. Ḥisda erwiderte: Die Libonaa͑-Schrift141Die Erklärung dieses Namens ist dunkel; auf jeden Fall ist die Ableitung aus לבנה Ziegel, die Ziegelschrift, zurückzuweisen..", "Es wird gelehrt: R. Jose sagte: E͑zra war würdig, daß die Tora durch ihn gegeben werde, wäre ihm Moše nicht zuvorgekommen. Von Moše heißt es:142Ex. 19,3.und Moše stieg zu Gott hinauf, und von E͑zra heißt es: 143Ezr. 7,6.eben der E͑zra, der aus Babylonien hinaufstieg; wie jenes Hinaufsteigen [zum Empfange] der Tora geschah, ebenso dieses Hinaufsteigen [zum Empfange] der Tora.", "Bei Moše heißt es:144Dt. 4,14.mir aber befahl damals der Herr, euch Satzungen und Rechte zu lehren, und bei E͑zra heißt es:145Ezr. 7,10.denn E͑zra hatte seinen Sinn darauf gerichtet, im Gesetze des Herrn zu forschen und es zu erfüllen und Jisraél Satzung und Recht zu lehren. Und obgleich die Tora nicht durch ihn verliehen worden ist, so wurde durch ihn die Schrift geändert, denn es heißt:" ], [ "146Ib. 4,7.und jener Brief147Die W.e הנשתון u. משנה werden beide von der Wurzel שנה ändern abgeleitet.war aramäisch geschrieben und aramäisch übersetzt. Ferner heißt es:148Dan. 5,8.aber keiner konnte die Schrift lesen und dem König sagen, was sie bedeute149Weil die Schrift geändert wurde.. Ferner heißt es:150Dt. 17,18.er soll eine Abschrift dieses Gesetzes schreiben, eine Schrift, die dereinst geändert147Die W.e הנשתון u. משנה werden beide von der Wurzel שנה ändern abgeleitet.werden sollte. –", "Weshalb heißt sie assyrische Schrift? – Weil sie sie aus Assyrien mitgebracht haben.", "Es wird gelehrt: Ursprünglich wurde den Jisraéliten die Tora in dieser Schrift verliehen, als sie aber sündigten, wurde sie ihnen in die Frakturschrift151Von רעץ zerbrechen, zerschlagen, Benennung der samaritanischen Schrift. Die Widerlegung Luzzattos (bei Kirchheim, Karme Šomron p. 110), das W. רעץ sei im T. nicht gebräuchlich, ist belanglos, da es sich nicht um eine talmudische, sondern um eine althergebrachte, im T. erwähnte Bezeichnung handelt; die Erklärung Landaus (Geist u. Sprache der Hebräer p. 104), רעץ sei mit לעז Fremdsprache identisch, ist gesucht; u. nichts weiter als eine Spitzfindigkeit ist die Erklärung Luzzattos (lc. p. 111), כתב רעץ sei eine kakophonische Transmutation (Unglücksschrift) von כתב עזרא, wie die Quadratschrift von den Samaritanern benannt wurde. Manche lesen כתב דועץ, vom syr. דעץ stechen, stoßen, dh. eckige, stechende Schrift.geändert, und als sie darauf Buße taten, gab man ihnen jene zurück, denn es heißt:152Zach. 9,12.kehrt zurück nach der festen Burg, ihr Gefangenen auf Hoffnung; auch heute wird es verkündet: das Wiederholte147Die W.e הנשתון u. משנה werden beide von der Wurzel שנה ändern abgeleitet.will ich dir zurückgehen. –", "Weshalb heißt sie demnach assyrische [Schrift]? – Weil diese Schrift gerade [meúšereth] steht.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen des R. Elie͑zer b. Proṭo, der es im Namen R. Elea͑zars aus Modai͑m sagte: Diese Schrift wurde überhaupt nicht geändert, denn es heißt:153Ex. 27,10.die Haken154Haken heißt hehr. Vav, weil dieser Buchstabe in der Quadratschrift die Form eines Hakens hat; demnach war zur Zeit Mošes diese Schrift im Gebrauche.der Säulen. Ferner heißt es:155Est. 8,9.und so auch an die Juden, gemäß ihrer Schrift und Sprache; wie sich ihre Sprache nicht geändert hat, ebenso hat sich auch ihre Schrift nicht geändert.", "Worauf aber beziehe ich [die Worte] die Abschrift dieses Gesetzes147Die W.e הנשתון u. משנה werden beide von der Wurzel שנה ändern abgeleitet.? Auf die zwei Torarollen156Die der König zu schreiben hat., eine, die er beim Gehen und Kommen bei sich führt, und eine, die er in seiner Schatzkammer aufbewahrt. Die er beim Gehen und Kommen bei sich führt, fertige er nach der Art eines Amulettes und trage sie am Arme, denn es heißt:139Ps. 16,8.ich habe den Herrn beständig vor mir. –", "Wofür verwendet der andere diesen Vers? – Diesen verwendet er für eine Lehre des R. Ḥana b. Bizna, denn R. Ḥana b. Bizna sagte im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Wer das Gebet verrichtet, dem komme es vor, als befände sich die Göttlichkeit vor ihm, denn es heißt: ich habe den Herrn beständig vor mir. –", "Wie erklärt R. Šimo͑n, welcher sagt, diese Schrift wurde überhaupt nicht geändert, [den Vers]: aber keiner konnte die Schrift lesen!? Rabh erwiderte: Es war chiffriert geschrieben: jṭt jṭt ajdk pvgḥmṭ157Chiffrierte Kombination der W.e מנא מנא תקל ופרסין, nach dem sogen, א״ת ב״ש-System, indem der erste Buchstabe des Alphabets mit dem letzten, der zweite mit dem vorletzten usw. vertauscht wird..", "Wie erklärte er es ihnen? –158Dan. 5,25,26,27,28.Mna mna tql vprsjn. Mna: Gott hat [die Tage] deines Königtums gezählt und ihm ein Ende bereitet; tql: du bist auf der Wage gewogen und zu leicht befunden worden; vprsjn: dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben worden,", "Šemuél sagte; [Die Inschrift lautete:] Mmtvs nnqpj aalrn159Die W.e waren nicht wagerecht, sondern (wie nebenstehend) senkrecht geschrieben (das letzte W. geteilt), die anderen lasen es wie gewöhnlich u. fanden nur sinnlose Worte.. R. Johanan sagte: Anm anm. Iqt njsrpv160Die W.e waren rückwärts, von links nach rechts geschrieben.. R. Aši sagte: Nma nma qtl pvrsjn161Bei jedem Worte wurde der 1. Buchstabe nach dem 2. gesetzt..", "v MAN DARF NICHT AUF SEINEM PFERDE REITEN, NOCH AUF SEINEM THRONE SITZEN, NOCH SICH SEINES STABES BEDIENEN. MAN DARF NICHT ZUSEHEN, WENN ER SICH DAS HAAR SCHNEIDEN LÄSST, AUCH NICHT WENN ER NACKT IST, AUCH NICHT WENN ER SICH IM BADE BEFINDET, DENN ES HEISST:162Dt. 17,15.(du sollst einen König über dich setzen, DASS DU EHRFURCHT VOR IHM HAST.", "GEMARA. R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Abišag war Šelomo erlaubt und Adonija verboten; Šelomo erlaubt, da er ein König war, und der König sich des Stabes163Dh. alles, was dem Könige gehört.des Königs bedienen darf, Adonija aber verboten, da er Gemeiner war. –", "Was für eine Bewandtnis hat es mit der Abišag? – Es heißt:164iReg. 1,1ff.als der König David alt geworden war und hochbetagt &c. Da sprachen seine Diener zu ihm: Man suche &c. Ferner: und sie suchten nach einem schönen Mädchen &c. Ferner: das Mädchen war überaus schön, und sie wurde des Königs Pflegerin und bediente ihn. Sie sprach zu ihm: Heirate mich. Er antwortete ihr: Du bist mir165Da er schon 18 Frauen hatte.verboten.", "Da erwiderte sie ihm: Fehlt dem Diebe der Mut166נפשא syr. Reiz, Lust., so wird er tugendhaft. Darauf sprach er: Ruft mir Bath Šeba͑. Und es heißt:167iReg. 1,15.da kam Bath Šeba͑ zum König in das Zimmer. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: In jener Stunde reinigte sich Bath Šeba͑ mit dreizehn Tüchern168Er wohnte ihr 13mal bei, weil ihn die Abišag seiner vermeintlichen Impotenz wegen verhöhnte..", "R. Šamen b. Abba sagte: Komm und sieh, wie schwer die Scheidung ist; sie erlaubten dem König David das Beisammensein169Mit einer ihm nicht angetrauten Frau; cf. supra Fol. 21a., nicht aber die Scheidung170Von einer seiner 18 Frauen, um die Abišag ehelichen zu können..", "R. Elie͑zer sagte: Wenn jemand sich von seiner ersten Frau scheiden läßt, so vergießt sogar der Altar Tränen über ihn, denn es heißt:171Mal. 2,13.Zum zweiten aber tut ihr folgendes: daß der Altar des Herrn mit Tränen, mit Weinen und Schluchzen bedeckt wird, sodaß er sich nicht mehr wenden mag zur Opfergabe und zur Entgegennahme von Wohlgefälligem aus eurer Hand. Und darauf folgt:172Ib. V. 14.ihr fragt: warum? Weil der Herr Zeuge war [des Bündnisses] zwischen dir und dem Weihe deiner Jugend, dem du untreu geworden bist, während sie doch deine Gefährtin und deine Jugendfrau war.", "R. Joḥanan, nach anderen R. Elea͑zar, sagte: Die Frau stirbt einem nur deshalb, weil man von ihm Geld fordert und er keines hat, denn es heißt: 173Pr. 22,27.warum soll man dir das Lager unter dir wegnehmen, wenn du nicht bezahlen kannst.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Wenn einem seine erste Frau stirbt, so ist es ebenso, als würde der Tempel in seinen Tagen zerstört worden sein, denn es heißt:174Ez. 24,16.Menschensohn, ich werde dir deiner Augen Lust durch die Seuche wegnehmen, du aber sollst nicht klagen noch weinen, noch sollen dir Tränen kommen. Darauf folgt:175Ib. V. 18.Und ich redete am Morgen zum Volke, und am Abend starb meine Frau. Und ebenso heißt es:176Ib. V. 21.Ich werde mein Heiligtum entweihen, der Gegenstand eures Stolzes, die Lust eurer Augen.", "R. Alexandri sagte: Wenn einem seine Frau stirbt, so verfinstert sich ihm die Welt, denn es heißt:177Ij. 18,6.das Licht verfinstert sich in seinem Zelte, und seine Leuchte über ihm erlischt. R. Jose b. Ḥanina sagte: Seine Schritte werden verkürzt, denn es heißt:178Ib. V. 7.seine rüstigen Schritte werden kurz. R. Abahu sagt: Sein Rückgrat179Er geht gebückt. Die Kommentare erklären עצה mit Ratschlag, Vorhaben, dh. sein Vorhaben wird ihm nicht gelingen, jed. unrichtig, da נפל unmöglich den Sinn nicht gelingen, zu nickte werden, haben kann. Unter עצתו im weiter angezogenen Schriftverse versteht der T. ebenfalls das Rückgrat.fällt zusammen, denn es heißt:178Ib. V. 7.und sein Anschlag läßt ihn fallen.", "Raba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Die Verbindung [zwischen Mann und Frau] ist ebenso schwer, wie die Spaltung des Schilfmeeres, denn es heißt:180Ps. 68,7.Gott, der die Einzelnen in die Familie bringt, der die Gefangenen in Wohlergehen befreit. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, daß vierzig Tage vor der Geburt des Kindes eine Hallstimme ausrufe: Die Tochter von diesem für jenen!? – Das ist kein Einwand; eines gilt von der ersten Ehe und eines von der zweiten Ehe.", "R. Šemuél b. Naḥman sagte: Für alles gibt es einen Ersatz, nur nicht für die Jugendfrau, denn es heißt:181Jes 54,6.und eine Jugendfrau, kann sie verschmäht werden? R. Jehuda lehrte seinen Sohn R. Jiçḥaq: Ein Mensch findet Befriedigung nur bei seiner ersten Frau, denn es heißt:182Pr. 5,18.dein Born sei gesegnet, daß du Freude hast vom Weibe deiner Jugend." ], [ "Dieser fragte: Wer zum Beispiel? Jener erwiderte: Zum Beispiel deine Mutter. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda lehrte seinen Sohn R. Jiçḥaq:183Ecc. 7,26.Und bitterer als den Tod finde ich die Frau, denn sie gleicht einem Netze und einem Fanggarne, und als dieser fragte: wer zum Beispiel? erwiderte er ihm: zum Beispiel deine Mutter!? – Sie war jähzornig, jedoch durch ein Wort zu besänftigen.", "R. Šemuél b. Inja sagte im Namen Rabhs: Das Weib ist ein formloser Klumpen und schließt ein Bündnis nur mit dem, der es zum fertigen Geräte macht, denn es heißt:184Jes. 54,5.denn dein Gemahl ist dein Schöpfer; der Herr der Heerscharen ist sein Name.", "Es wird gelehrt: Der Mann stirbt nur seiner Frau, und die Frau stirbt nur ihrem Manne. Der Mann stirbt nur seiner Frau, wie es heißt:185Rut. 1,3.da starb Elimelekh, der Mann der Nao͑mi; die Frau stirbt nur ihrem Manne, wie es heißt:186Gen. 48,7.als ich aus Paddan zurückkam, starb mir Raḥel.", "MAN DARF IHM NICHT ZUSEHEN &C. Die Rabbanan lehrten: Der König schneide sich das Haar täglich, der Hochpriester an jedem Vorabend des Šabbaths und ein gemeiner Priester einmal in dreißig Tagen.", "Der König schneide sich das Haar täglich, denn es heißt:187Jes. 33,17.den König in seiner Pracht sollen deine Augen schauen. Der Hochpriester an jedem Vorabend des Šabbaths; R. Šemuél b. Naḥman erklärte im Namen R. Joḥanans: Weil dann die Priesterwachen wechseln.", "Ein gemeiner Priester einmal in dreißig Tagen, denn es heißt:188Ez. 44,20.sie sollen ihr Haupt nicht scheren, aber auch ihren Haarwuchs nicht herabhängen lassen, sondern ihr Haupthaar verstutzt tragen, und er folgert durch [das Wort] Haarwuchs vom Naziräer; hier heißt es: ihren Haarwuchs nicht herabhängen lassen, und dort189Num. 6,5.heißt es: seinen Haarwuchs soll er herabhängen lassen; wie dort dreißig [Tage], ebenso auch hier dreißig Tage. Wir haben nämlich gelernt: Das unbefristete Nazirat währt190Wenn man beim Geloben keine bestimmte Dauer angegeben hat.dreißig Tage. –", "Woher dies von diesem selbst? R. Mathna erwiderte: Die Schrift sagt:189Num. 6,5.heilig soll er sein [jihjeh], und der Zahlenwert [des Wortes jihjeh] beträgt dreißig.", "R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht dürfen [die Priester das Haar] überhaupt nicht wachsen lassen!? Dieser erwiderte: Würde es geheißen haben: ‘sie sollen keinen Haarwuchs herabhängen lassen’, so könntest du Recht haben, es heißt aber: ‘ihren Haarwuchs’, sie dürfen einen Haarwuchs tragen, nur nicht herabhängen lassen. –", "Demnach sollte dies auch noch jetzt gelten!? – Gleich dem Weintrinken: wie das Weintrinken nur zur Zeit des Eintretens191In den Tempelhof (cf. Ez. 44,21), dh. nur dann, wenn der Tempel besteht.verboten ist, außerhalb der Zeit des Eintretens aber erlaubt ist, ebenso ist ihnen das Herabhängenlassen des Kopfhaares nur zur Zeit des Eintretens verboten, außerhalb der Zeit des Eintretens aber erlaubt. –", "Ist ihnen denn der Wein außerhalb der Zeit des Eintretens erlaubt, es wird ja gelehrt: Rabbi sagte: Ich sage, Priester sollten niemals Wein trinken dürfen, was aber ist zu machen, wenn ihnen der Verderb zum Nutzen192Die Tatsache, daß ein Priester nicht wissen kann, welcher Priesterwache er angehören würde (da nur den Diensttuenden das Weintrinken verboten war), geschieht zu seinem Nutzen, u. das Weintrinken ist ihm ganz erlaubt.gereicht!? Hierzu sagte Abajje: Nach wessen Ansicht trinken die Priester jetzt Wein? Nach Rabbi. Demnach verbieten es die Rabbanan!? –", "Dies aus dem Grunde, weil gar schnell der Tempel erbaut werden, und man einen dienstfähigen Priester suchen könnte, ohne einen zu finden. – Auch hierbei könnte man ja einen dienstfähigen Priester suchen, ohne einen zu finden!? –", "Er kann sich das Haar schneiden und [zum Dienste] eintreten. – Ebenso kann ja auch [der Trunkene] ein wenig schlafen und [zum Dienste] eintreten, denn R. Aḥa sagte, ein Mil des Weges oder ein wenig Schlaf treiben den Wein aus!? – Hierüber ist ja gelehrt worden: R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man ein Viertellog getrunken hat, wenn aber mehr als ein Viertellog, so steigert der Weg um so mehr die Müdigkeit und der Schlaf den Rausch.", "R. Aši erwiderte: Die Weintrunkenheit entweiht den Dienst, daher haben die Rabbanan dabei eine Maßregel getroffen, der Haarwuchs entweiht den Dienst nicht, daher haben die Rabbanan dabei keine Maßregel getroffen.", "Man wandte ein: Folgende [Priester] verfallen dem Tode: die den Haarwuchs herabhängen193Und so den Dienst verrichtet habenlassen und die Wein getrunken193Und so den Dienst verrichtet habenhaben.", "Allerdings die Wein getrunken haben, denn es heißt:194Lev. 10,9.Wein und Rauschtrank sollt ihr, du und deine Söhne, nicht trinken &c. damit ihr nicht sterbet, woher dies aber von denen, die den Haarwuchs herabhängen lassen?", "Man vergleiche die Weintrunkenheit mit dem Haarwuchs. Es heißt:195Ez. 44,20.ihr Haupt sollen sie nicht scheren, aber auch ihren Haarwuchs nicht herabhängen lassen, und darauf folgt:196Ib. V. 21.und Wein sollen sie nicht trinken &c.; wie nun der Weintrunkene dem Tode verfällt, ebenso verfällt auch der dem Tode, der den Haarwuchs herabhängen läßt. –", "Hieraus ist zu entnehmen: wie der Weintrunkene, weil er den Dienst entweiht, ebenso der den Haarwuchs herabhängen läßt, weil er den Dienst entweiht!? – Ein Einwand.", "Rabina sprach zu R. Aši: Wer sagte dies bevor Jeḥezqel kam? – Wie willst du nach deiner Auffassung das erklären, was R. Ḥisda gesagt hat, daß wir dies197Daß ein unbeschnittener Priester den Tempeldienst nicht verrichten dürfe.nämlich nicht aus der Tora Mošes lernen, sondern aus [den Worten] Jeḥezqels:198Ez. 44,9.kein Fremdling, der unbeschnittenen Herzens und unbeschnittenen Fleisches ist, soll in mein Heiligtum eintreten, um mich zu bedienen; wer sagte dies nun bevor Jeḥezqel kam!? Vielmehr war es eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte sie zu Schrift, ebenso war auch dies eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte sie zu Schrift. –", "Die überlieferte Lehre bezog sich nur auf den Tod, nicht aber bezog sie sich auf die Dienstentweihung. –", "Was heißt: das Kopfhaar stutzen? – Es wird gelehrt: eine Art julianischer Frisur, – Welche heißt eine julianische Frisur? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Die Einzelfrisur. – Wie ist dies? R. Aši erwiderte: Die Spitze des einen [Haares] an der Wurzel des anderen.", "Man fragte Rabbi: Welche Frisur trug der Hochpriester? Er erwiderte: Geht, seht euch die Frisur des Ben Elea͑sa an. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Nicht nutzlos verschwendete199Für seine kostspielige Frisur.Ben Elea͑sa sein Geld, sondern um damit die Frisur des Hochpriesters zu zeigen." ], [ "i GELDANGELEGENHEITEN WERDEN VOR DREI [RICHTERN] VERHANDELT: DIESER1Einer der beiden Prozeßführenden. WÄHLT EINEN, JENER WÄHLT EINEN ANDEREN UND BEIDE ZUSAMMEN WÄHLEN NOCH EINEN – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, DIE BEIDEN RICHTER WÄHLEN DEN DRITTEN.", "DIESER KANN DEN VON JENEM GEWÄHLTEN RIGHTER ALS UNZULÄSSIG ABLEHNEN, UND JENER KANN DEN VON DIESEM GEWÄHLTEN RICHTER ALS UNZULÄSSIG ABLEHNEN – SO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN, NUR DANN, WENN ER DEN BEWEIS ERBRINGT, DASS ER VERWANDT ODER UNZULÄSSIG IST, WENN ER ABER ZULÄSSIG ODER AUTORISIERT IST, SO KANN ER IHN NICHT ABLEHNEN.", "DIESER KANN DIE ZEUGEN VON JENEM ALS UNZULÄSSIG ABLEHNEN, UND JENER KANN DIE ZEUGEN VON DIESEM ALS UNZULÄSSIG ABLEHNEN – SO R. MEÍR. DIE WEISEN SAGEN, NUR DANN, WENN ER DEN BEWEIS ERBRINGT, DASS SIE VERWANDT ODER UNZULÄSSIG SIND, WENN SIE ABER ZULÄSSIG SIND, SO KANN ER SIE NICHT ABLEHNEN.", "GEMARA. Wozu wählt dieser einen und jener einen2Unter ‘einen’ in der Mišna versteht der T. einen Gerichtshof, demnach wären also zusammen 9 Richter erforderlich., drei [Richter] genügen ja!? –", "Er meint es wie folgt: wenn einer dieses Gerichtskollegium wählt, der andere aber ein anderes Gerichtskollegium, so wählen beide zusammen ein anderes. –", "Demnach ist auch der Schuldner abzulehnen berechtigt, dagegen sagt ja R. Elea͑zar, daß dies nur vom Gläubiger gelte, während man den Schuldner zwingen könne, vor dem Gerichte seiner Stadt3Cf. infra Fol. 31b. zu erscheinen!? –", "Wie R. Joḥanan erklärt hat, sie lehren es von den Gerichtsämtern in Syrien4Die im biblischen Gesetze nicht kundig waren., ebenso lehrten sie es auch hier von den Gerichtsämtern in Syrien; dies gilt aber nicht von autorisierten Richtern.", "R. Papa erklärte: Du kannst auch sagen, von autorisierten Richtern, jedoch von solchen, wie R. Hona und R. Ḥisda5Beide waren sie Richter in derselben Ortschaft; der Beklagte kann also nur in dem Falle ein Gericht zurückweisen, wenn in derselben Stadt ein anderes vorhanden ist; ein Gericht in einer anderen Stadt kann nur der Kläger ablehnen.; er kann nämlich sagen, dies mache ihm keine Mühe. –", "Wir haben gelernt: Die Weisen sagen, die beiden Richter wählen noch einen dritten. Wieso kann nun, wenn du sagst, [das Wählen beziehe sich auf] das Gerichtskollegium, das Gerichtskollegium, nachdem es abgelehnt wurde, ein anderes Gerichtskollegium wählen!?", "Und wieso heißt es ferner, dieser wähle einen und jener wähle einen anderen6Also von vornherein, auch wenn keines abgelehnt wird.!? –", "Vielmehr meint er es wie folgt: dieser wähle einen Richter, jener wähle einen anderen Richter und beide zusammen wählen noch einen. – Weshalb verfahren sie so? –", "Im Westen erklärten sie im Namen R. Zeras: dadurch, daß dieser einen wählt, jener einen anderen und beide zusammen einen dritten, geht ein gerechtes Urteil hervor.", "DIE WEISEN SAGEN &C. Es ist anzunehmen, daß sie über die Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs streiten.", "R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, Zeugen unterschreiben einen Schein nur dann, wenn sie wissen, wer mit ihnen unterschreibt. R. Meír hält nichts von der Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs, und die Rabbanan halten wohl von der Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs. –", "Nein, alle halten sie von der Lehre des R. Jehuda im Namen Rabhs, und alle sind der Ansicht, die Übereinstimmung der Richter sei erforderlich, sie streiten vielmehr, ob auch die Übereinstimmung der Prozeßführenden erforderlich sei; R. Meír ist der Ansicht, auch die Übereinstimmung der Prozeßführenden sei erforderlich, und die Rabbanan sind der Ansicht, nur die Übereinstimmung der Richter sei erforderlich, nicht aber die Übereinstimmung der Prozeßführenden.", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Zeugen unterschreiben einen Schein nur dann &c. Ebenso wird auch gelehrt: Folgendes war die Gepflogenheit der Sittenreinen in Jerušalem: sie unterschrieben einen Schein nur dann, wenn sie wußten, wer mit ihnen unterschreibt, sie setzten sich zu Gericht nur dann, wenn sie wußten, wer mit ihnen sitzt, und sie setzten sich zur Tafel nur dann, wenn sie wußten, wer mit ihnen speist.", "DIESER KANN &C. RICHTER ALS UNZULÄSSIG ABLEHNEN. Sollte jeder ohne weiteres Richter ablehnen können!?", "R. Joḥanan erwiderte: Sie lehrten dies von den Gerichtsämtern in Syrien, autorisierte Richter aber nicht. –", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, die Weisen sagen, nur dann, wenn er den Beweis erbringt, daß sie verwandt oder unzulässig sind, wenn sie aber zulässig oder vom Gerichte autorisiert sind, könne er sie nicht ablehnen, so ist ja zu entnehmen, daß R. Meír auch von autorisierten spreche!? –", "Er meint es wie folgt: wenn sie aber zulässig sind, so ist es ebenso als wären sie vom Gerichte autorisiert, und er kann sie nicht ablehnen. –", "Komm und höre: Sie sprachen zu R. Meír: Es kann nicht jeder ohne weiteres einen für das Publikum autorisierten Richter ablehnen!? –", "Lies: es kann nicht jeder ohne weiteres einen Richter ablehnen, den das Volk anerkannt hat.", "Desgleichen wird auch gelehrt: Er kann mit der Ablehnung fortfahren, bis er endlich ein für das Volk autorisiertes Gericht anerkennen muß – so R. Meír. –", "Aber Zeugen gelten ja als autorisiert, dennoch sagt R. Meír, dieser könne die Zeugen von jenem und jener die Zeugen von diesem ablehnen!? –", "Hierzu wurde ja gelehrt: Reš Laqiš sprach: Ein heiliger Mund sollte dies gesagt haben!? Man lese: den Zeugen. –", "Was sollte der [einzelne] Zeuge erwirken, wollte man sagen: eine Verurteilung, so hat ihn ja der Allbarmherzige abgelehnt7Auf die Aussage eines Zeugen hin kann der Beklagte nicht verurteilt werden., wollte man sagen, einen Eid8Bestreitet der Beklagte die ganze Schuldforderung, so kann er weder zur Zahlung noch zur Eidesleistung (nach biblischer Vorschrift) verurteilt werden: wenn er aber einen Teil derselben eingesteht, od. wenn ein Zeuge die Klage unterstützt, so wird der Beklagte zur Eidesleistung verurteilt., so ist er ja diesbezüglich ebenso glaubwürdig wie zwei!? –", "Tatsächlich eine Verurteilung, jedoch in dem Falle, wenn er ihn [zuerst] wie zwei [Zeugen] anerkannt hatte. –", "Er lehrt uns somit, daß er zurücktreten kann, und dies haben wir ja bereits gelernt!? Sagt einer: mein Vater ist mir glaubwürdig, oder: dein Vater ist mir glaubwürdig, oder: die drei Rinderhirten sind mir glaubwürdige9Obgleich diese gesetzlich weder als Zeugen noch als Richter zulässig sind., so kann er später, wie R. Meír sagt, zurücktreten; die Weisen sagen, er könne nicht zurücktreten." ], [ "Hierzu sagte R. Dimi, Sohn des R. Neḥemja, des Sohnes R. Josephs, wenn er ihn als einen10Und außer ihm noch andere Richter, bezw. Zeugen vorhanden sind, die gesetzlich zulässig sind.anerkannt hat!? –", "Dies ist nötig. Würde er nur den Fall vom Vater, seinem oder des anderen, gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur in diesem Falle sagen die Rabbanan, er könne nicht zurücktreten, weil sein oder des anderen Vater für andere zulässig ist, während sie in dem Falle, wenn er einen als zwei anerkennt, der auch für andere [als solche] nicht zulässig ist, R. Meír beipflichten.", "Und würde er nur den anderen Fall gelehrt haben, so könnte man glauben, nur in diesem Falle vertrete R. Meír seine Ansicht, während er in jenem Falle den Rabbanan beipflichtet. Daher ist beides nötig. –", "Wenn er aber im Anfangsatze ‘den Richter’ und im Schlußsatze ‘die Zeugen’ lehrt, so ist ja zu ersehen, daß es wörtlich zu nehmen ist!?", "R. Elea͑zar erwiderte: Wenn er selbst und noch jemand sie als unzulässig ablehnt. –", "Er selbst ist ja bei seiner Bekundung befangen?", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Wenn er ihm Bescholtenheit vorwirft. –", "Welche Bescholtenheit; wollte man sagen, des Raubes11Was seine Unfähigkeit als Zeuge aufzutreten zur Folge hat., so ist er ja befangen!? –", "Vielmehr, Bescholtenheit inbetreff seiner Herkunft11Was seine Unfähigkeit als Zeuge aufzutreten zur Folge hat.. R. Meír ist der Ansicht, das Zeugnis beziehe sich auf die Familie, und er wird von selber unzulässig, und die Rabbanan sind der Ansicht, immerhin ist er befangen.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Der Streit [besteht] nur über zwei Partien von Zeugen12Wenn der Kläger 2 Partien von Zeugen erbringen zu können vorgibt, der Beklagte aber gegen die erste den Einwand der Unzulässigkeit erhebt; in diesem Falle ist er nicht mehr als parteiisch zu betrachten, da er vorläufig durch die Ablehnung der einen Partie nichts gewinnt.;", "R. Meír ist der Ansicht, [der Prozeßführende] müsse den Beweis erbringen13Dh. er muß auch die zweite Zeugenpartie bringen, u. event, ist diese entscheidend; die erste gilt von vornherein als unzulässig., und die Rabbanan sind der Ansicht, er brauche dies nicht14Dh. obgleich der Kläger zwei Zeugenpartien erbringen zu können vorgibt, so ist er dennoch dazu nicht verpflichtet, somit gilt der Beklagte auch bezüglich der ersten Partie als parteiisch.; bei einer Zeugenpartie aber stimmen alle überein, daß er sie nicht ablehnen könne.", "R. Ami und R. Asi fragten ihn: Wie ist es, wenn da nur eine Zeugenpartie vorhanden ist? –", "‘Wenn da nur eine Zeugenpartie vorhanden ist’, du sagtest ja, bei einer Zeugenpartie stimmen alle überein, daß er sie nicht ablehnen könne!? – Vielmehr: wie ist es, wenn die zweite Zeugenpartie als verwandt oder unzulässig befunden wird?", "Dieser erwiderte ihnen: Die ersten Zeugen haben ihr Zeugnis bereits abgelegt. Manche sagen, R. Aši erwiderte: Die ersten Zeugen haben ihr Zeugnis bereits abgelegt.", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen, wie Rabba und R. Šimo͑n b. Gamliél.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand sich auf einen Schein und auf die Ersitzung beruft, so ist der Schein entscheidend15Wenn jemand das Grundstück eines anderen 3 Jahre im Besitz hält, ohne daß dieser dagegen Einspruch erhebt, so geht es in seinen Besitz über; wenn der Vorbesitzer auf Herausgabe des Grundstückes klagt, u. der Besitzende sich auf die Ersitzung u. auf einen Kaufschein beruft, so muß er den Kaufschein vorlegen, obgleich sonst auch die Ersitzung allein ausreicht, da jeder Prozeßführende den Beweis seiner Behauptungen, selbst wenn diese irrelevant sind, erbringen muß.– so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Ersitzung sei entscheidend.", "Dagegen wandten wir ein: Die Ersitzung und nicht der Schein!? Vielmehr [lese man:] auch die Ersitzung,", "und es ist uns bekannt, daß sie darüber streiten, ob [irrelevante Behauptungen] zu beweisen sind. –", "Nein, nach R. Šimo͑n b. Gamliél streiten sie überhaupt nicht, sie streiten nur nach Rabbi. R. Meír16So besser nach den kursierenden Ausgaben.ist ja der Ansicht Rabbis,", "aber auch die Rabbanan16So besser nach den kursierenden Ausgaben.können dir erwidern: nur bei der Ersitzung ist Rabbi dieser Ansicht, weil diese auf dem Kaufscheine beruht, hierbei aber, wo die eine Zeugenpartie nicht von der anderen Zeugenpartie abhängig ist, pflichtet auch Rabbi bei, daß er seine [irrelevante] Behauptung nicht zu beweisen brauche.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Der Anfangsatz spricht" ], [ "von unzulässigen Zeugen und zulässigen Richtern17Wenn er Richter u. Zeugen ablehnt u. den Beweis für die Unzulässigkeit der letzteren angetreten hat., und da er den Beweis für die Unzulässigkeit der Zeugen erbracht hat, so kann er auch die Richter als unzulässig ablehnen; und der Schlußsatz spricht von unzulässigen Richtern und zulässigen Zeugen, und da er den Beweis für die Unzulässigkeit der Richter erbracht hat, so kann er auch die Zeugen als unzulässig ablehnen.", "Raba wandte ein: Einleuchtend ist es, daß er, wenn er den Beweis für die Unzulässigkeit der Zeugen erbringt, auch die Richter als unzulässig ablehnen kann, denn es gibt ja noch andere Gerichte18Somit gilt er als unparteiisch., wieso aber kann er, wenn er den Beweis für die Unzulässigkeit der Richter erbringt, auch die Zeugen als unzulässig ablehnen, es sind ja weiter keine Zeugen vorhanden!? –", "In dem Falle, wenn noch eine Partie Zeugen vorhanden ist. –", "Wenn aber keine andere Partie vorhanden ist, so kann er sie nicht ablehnen, und dies ist ja die Ansicht R. Dimis!? –", "Sie streiten, ob man das ‘da’19Dh. die oben angeführte Begründung; cf. Bd. V S. 35 Anm. 261.berücksichtige; einer ist der Ansicht, man berücksichtige es, und einer ist der Ansicht, man berücksichtige es nicht.", "Der Text. Reš Laqiš sagte: Ein heiliger Mund sollte dies gesagt haben!? Man lese: den Zeugen.", "Dem ist ja aber nicht so, U͑la sagte ja, wenn man Reš Laqiš im Lehrhause sah, [glaubte man,] er entwurzle Berge und zermalme sie aneinander20Er war sehr scharfsinnig; wieso war er nun gegen R. Meír so bescheiden.!?", "Rabina erwiderte: Wenn man aber R. Meír im Lehrhause sah, [glaubte man,] er entwurzle Berge über Berge und zermalme sie aneinander.", "Er meinte es vielmehr wie folgt: komm und sieh, wie sehr sie einander schätzten.", "So saß einst Rabbi und lehrte, man dürfe [am Šabbath] nichts kaltstellen; da sprach R. Jišma͑él b. Jose vor ihm: Mein Vater erlaubte das Kaltstellen. Hierauf sprach jener: Ein Greis21Der genannte R. Jose.hat dies bereits entschieden.", "R. Papa sprach: Komm und sieh, wie sehr sie einander schätzten, als R. Jose noch lebte, saß er vor Rabbi gebückt, denn R. Jišma͑él b. Jose war Amtsnachfolger seiner Vorfahren und saß vor Rabbi gebückt, dennoch sagte dieser über ihn: ein Greis hat es bereits entschieden.", "R. Osa͑ja sagte: Es heißt:22Zach. 11,7.da nahm ich mir zwei Stäbe, den einen nannte ich Milde und den anderen nannte ich Verletzung. Milde, das sind die Schriftgelehrten im Jisraéllande, die bei [der Erörterung] der Halakha milde gegen einander sind; Verletzung, das sind die Schriftgelehrten in Babylonien, die bei [der Erörterung] der Halakha einander verletzen.", "23Ib. 4,14.Da sprach er zu mir: Das sind die beiden Söhne des mit Öl [Gesalbten], die da stehen &c. Öl, das sind, wie R. Jiçḥaq erklärte, die Schriftgelehrten im Jisraéllande, die sanft zu einander sind, wie das Olivenöl.24Ib. V. 3.Und daneben zwei Olivenbäume, das sind die Schriftgelehrten in Babylonien, die bei [der Erörterung] der Halakha einander verbittern wie eine Olive.", "25Ib. 5,9,10,11.Ich erhob meine Augen und sah zwei Weiber hervorkommen, und der Wind blies in ihre Flügel, sie hatten nämlich Flügel wie die Storchenflügel, und sie hoben das Epha zwischen Himmel und Erde empor. Da fragte ich den Engel, der mit mir redete: Wohin bringen sie das Epha? Er antwortete mir: Um ihr26Einer der beiden Frauen, die weiter allegorisch ausgelegt werden.eine Wohnung im Lande Šinea͑r zu bereiten. R. Joḥanan erklärte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Das sind die Heuchelei und der Hochmut, die sich in Babel niederließen. –", "Ließ sich denn der Hochmut in Babel nieder, der Meister sagte ja, daß von den zehn Kab Hochmut, der über die Welt27Cf. Qid. Fol. 49b.kam, neun E͑lam und einen die ganze Welt erhielt!? –", "Allerdings, zuerst ließ er sich in Babel nieder, und allmählich breitete er sich über E͑lam aus. Dies ist ja auch zu beweisen, denn es heißt: um ihr28Also nur der einen, der Heuchelei.eine Wohnung im Lande Šinea͑r zu bauen; schließe hieraus. –", "Der Meister sagte ja aber, Armut sei ein Zeichen des Hochmutes, und die Armut ließ sich ja in Babel nieder!? – Unter Armut ist die Armut in der Tora zu verstehen, denn es heißt:29Cant. 8,8.wir haben eine kleine Schwester, noch ohne Brüste, und R. Joḥanan erklärte, dies sei E͑lam30Gemeint ist Daniél, der da lebte (cf. Dan. 8,2.) und für die Verbreitung der Tora nichts beigetragen hatte., dem es beschieden war zu lernen, nicht aber zu lehren. –", "Was bedeutet [der Name] Babel? R. Joḥanan erwiderte: Vermengt [balul] mit der Schrift, vermengt mit der Mišna und vermengt mit dem Talmud.31Thr. 3,6.Er hat mich in Finsternis versetzt, wie ewig Tote, R. Jirmeja32Vgl. S. 89 Anm. 214.erklärte, daß sei die babylonische Lehrweise.", "i SAGTE EINER33Der Prozeßführenden zu seinem Gegner.: MEIN VATER IST MIR GLAUBWÜRDIG, DEIN VATER IST MIR GLAUBWÜRDIG, JENE DREI HIRTEN SIND MIR GLAUBWÜRDIG9Obgleich diese gesetzlich weder als Zeugen noch als Richter zulässig sind., SO KANN ER, WIE R. MEÍR SAGT, ZURÜCKTRETEN; DIE WEISEN SAGEN, ER KÖNNE NICHT MEHR ZURÜCKTRETEN.", "WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN EID SCHULDET, UND DIESER ZU IHM SAGT: BETEURE ES MIR BEI DEINEM LEBEN34Und auf die vorschriftsmäßige Eidesleistung, beim Namen Gottes, verzichtet., SO KANN ER, WIE R. MEÍR SAGT, ZURÜCKTRETEN; DIE WEISEN SAGEN, ER KÖNNE NICHT MEHR ZURÜCKTRETEN.", "GEMARA. R. Dimi, Sohn des R. Neḥemja, des Sohnes R. Josephs, erklärte: Wenn er ihn als einen35Wenn die übrigen Richter, bezw. Zeugen als solche zulässig sind.anerkannt hat.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der Streit besteht nur über einen Verzicht36Wenn der Kläger es ist, der die in der Mišna genannten Personen als Zeugen anerkennt., bei einem Zugeständnisse37Wenn der Beklagte es ist, der sie anerkennt.aber stimmen alle überein, daß er zurücktreten kann. R. Joḥanan aber sagte, der Streit bestehe über ein Zugeständnis.", "Sie fragten: Besteht der Streit nur über ein Zugeständnis, während bei einem Verzichte alle übereinstimmen, daß er nicht mehr zurücktreten kann, oder besteht der Streit über beides? –", "Komm und höre: Raba sagte, der Streit bestehe nur über ein Zugeständnis, während bei einem Verzichte alle übereinstimmen, daß er nicht mehr zurücktreten kann.", "Einleuchtend ist es nun, wenn du sagst, der Streit bestehe nur über ein Zugeständnis, während bei einem Verzichte alle übereinstimmen, daß er nicht mehr zurücktreten kann, denn Raba ist demnach der Ansicht R. Joḥanans; wessen Ansicht ist aber Raba, wenn du sagst, der Streit bestehe über beides!? –", "Raba hat seine eigene Ansicht.", "R. Aḥa b. Taḥlipha wandte gegen Raba ein: Wenn jemand seinem Nächsten einen Eid schuldet, und dieser zu ihm sagt: beteure es mir bei deinem Leben, so kann er, wie R. Meír sagt, zurücktreten; die Weisen sagen, er könne nicht mehr zurücktreten." ], [ "Dies gilt ja wahrscheinlich von einem Eide des Beklagten38Wörtl. von denen, die schwören u. nicht zahlen, bezw. u. erhalten., was also einem Verzichte gleicht!? –", "Nein, von einem Eide des Klägers38Wörtl. von denen, die schwören u. nicht zahlen, bezw. u. erhalten., was einem Zugeständnisse gleicht. –", "[Vom Zugeständnisse] wird es ja schon im Anfangsatze gelehrt!? –", "Er lehrt es von Fällen, in denen [das Vertrauen] andere betrifft, und von Fällen, in denen [das Vertrauen] ihn selbst betrifft.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von dem Falle gelehrt haben, in dem [das Vertrauen] andere betrifft, [so könnte man glauben,] nur da sei R. Meír der Ansicht, daß er zurücktreten kann, weil er keinen endgültigen Verzicht39Wörtl. ihm nicht unbeschränkt [sc. die strittige Sache] zueignet. leistet, denn er denkt, wer sagt, daß sie zu seinen Gunsten entscheiden werden, während er in einem Falle, wo das Vertrauen ihn selbst betrifft, den Rabbanan beipflichte.", "Und würde er es nur von diesem Falle gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur in diesem Falle vertreten die Rabbanan ihre Ansicht, während sie in jenem Falle R. Meír beipflichten. Daher ist beides nötig.", "Reš Laqiš sagte, der Streit bestehe nur über den Fall, wenn dies vor Schluß der Verhandlung erfolgt, wenn aber nach Schluß der Verhandlung, so stimmen alle überein, daß er nicht mehr zurücktreten könne; R. Joḥanan aber sagte, der Streit bestehe über den Fall, wenn nach Schluß der Verhandlung.", "Sie fragten: Besteht der Streit nur über den Fall, wenn nach Schluß der Verhandlung, wenn aber vor Schluß der Verhandlung, stimmen alle überein, daß er zurücktreten kann, oder besteht der Streit über beides? –", "Komm und höre: Raba sagte, wer einen Verwandten oder einen Unzulässigen anerkannt hat, könne vor Schluß der Verhandlung zurücktreten, nicht aber nach Schluß der Verhandlung.", "Einleuchtend ist dies nun, wenn du sagst, der Streit bestehe über den Fall, wenn nach Schluß der Verhandlung, wenn aber vor Schluß der Verhandlung, stimmen alle überein, daß er zurücktreten kann, Raba ist demnach der Ansicht R. Joḥanans, nach den Rabbanan; wessen Ansicht ist aber Raba, wenn du sagst, der Streit bestehe über beides!?", "Hieraus ist also zu schließen, daß der Streit über den Fall besteht, wenn es nach der Verhandlung erfolgt. Schließe hieraus.", "R. Naḥman b. R. Ḥisda ließ R. Naḥman b. Ja͑qob sagen: Lehre uns der Meister, ob der Streit über den Fall besteht, wenn vor Schluß der Verhandlung, oder wenn nach Schluß der Verhandlung, und nach wem die Halakha zu entscheiden ist? Er ließ ihm antworten: Der Streit besteht über den Fall, wenn nach Schluß der Verhandlung, und die Halakha ist nach den Weisen zu entscheiden.", "R. Aši sagte, er ließ wie folgt fragen: Besteht der Streit über das Zugeständnis37Wenn der Beklagte es ist, der sie anerkennt.oder über den Verzicht36Wenn der Kläger es ist, der die in der Mišna genannten Personen als Zeugen anerkennt., und nach wem ist die Halakha zu entscheiden. Und er ließ ihm antworten: Der Streit besteht über das Zugeständnis, und die Halakha ist nach den Weisen zu entscheiden.", "So lehrten sie es in Sura, in Pumbeditha lehrten sie es wie folgt: R. Ḥanina b. Šelemja sagte: Aus der Schule Rabhs ließen sie Šemuél fragen: Lehre uns der Meister, wie es denn sei, wenn es vor Schluß der Verhandlung erfolgt ist, aber er vollständigen Verzicht39Wörtl. ihm nicht unbeschränkt [sc. die strittige Sache] zueignet.geleistet hat? Dieser ließ ihnen antworten: Nach der Verzichtleistung gibt es kein [Zurücktreten] mehr.", "iii FOLGENDE SIND UNZULÄSSIG: GLÜCKSSPIELER, WUCHERER, DIE TAUBEN FLIEGEN LASSEN, UND DIE MIT [ERZEUGNISSEN] DES SIEBENTJAHRES HANDELN.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: FRÜHER NANNTE MAN SIE SIEBENTJAHRSFRUCHT-SAMMLER, ALS ABER DIE ZWINGHERREN SICH MEHRTEN, BENANNTE MAN SIE SIEBENTJAHRSFRUCHT-HÄNDLER40Dh. früher war jeder Sammler solcher Früchte (cf. Ex. 23,11) als Zeuge od. Richter unzulässig, als aber die Zwingherren das Volk zur Lieferung von Naturalien zwangen, mußte man das Sammeln für den Privatgebrauch erlauben u. nur der Handel war verboten..", "R. JEHUDA SAGTE: NUR DANN, WENN SIE WEITER KEINEN ANDEREN BERUF HABEN, HABEN SIE ABER NOCH EINEN ANDEREN BERUF, SO SIND SIE ZULÄSSIG.", "GEMARA. Was [Verbotenes] tut denn der Glücksspieler!? Rami b. Ḥama erwiderte: Weil [beim Spiele] nur eine Zusage erfolgt, und eine Zusage ist nicht bindend41Jeder Spieler rechnet ganz bestimmt mit einem Gewinne, sodaß der Gewinn des Gegners als Raub anzusehen ist..", "R. Šešeth sagte: Solches ist keine Zusage, sie sind vielmehr deshalb [unzulässig], weil sie sich nicht mit dem Aufbau der Welt befassen. –", "Welcher Unterschied besteht zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn er noch einen anderen Beruf gelernt hat. –", "Wir haben gelernt: R. Jehuda sagte: Nur dann, wenn sie weiter keinen anderen Beruf haben, haben sie aber noch einen anderen Beruf, so sind sie zulässig. Demnach ist der Grund unserer Mišna: wegen des Aufbaues der Welt; dies ist also ein Einwand gegen Rami b. Ḥama!?", "Wolltest du entgegnen, die Rabbanan streiten gegen R. Jehuda, so sagte ja R. Jehošua͑ b. Levi, daß überall, wo R. Jehuda in einer Mišna" ], [ "‘nur dann’ oder ‘dies nur’ sagt, er nur die Worte der Weisen erkläre,", "und R. Joḥanan sagt, daß er mit ‘nur dann’ sie erkläre und mit ‘dies nur’ gegen sie streite; alle stimmen aber überein, daß ‘nur dann’ eine Erklärung sei!? –", "Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei Männern hin; einer ist der Ansicht, sie streiten, und einer ist der Ansicht, sie streiten nicht. –", "Streiten sie etwa nicht, es wird ja gelehrt: Er ist unzulässig, einerlei, ob er einen anderen Beruf hat oder nicht!? –", "Diese Lehre ist von R. Jehuda im Namen R. Tryphons. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Tryphons: Keiner von beiden42Wenn zwei eine Wette eingehen, unter der Bedingung, daß der Verlierende Naziräer sei.ist Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werden muß43Die Bedingungen eines Spieles oder einer Wette werden also nicht ernst auf gefaßt..", "WUCHERER. Raba sagte: Wer Geld auf Wucher leiht, ist als Zeuge unzulässig. – Wir haben es ja nur von Wucherern gelernt!? – Darlehen auf Wucher44Unter Wucherer ist sowohl der Leihende als auch der Verleihende zu verstehen, da beide an der Wucherei beteiligt sind..", "Über Bar Benethos bekundeten einst zwei Zeugen: einer bekundete, er habe in seiner Gegenwart [Geld] auf Wucher verliehen, und einer bekundete, er habe ihm [Geld] auf Wucher geliehen. Da erklärte ihn Raba als unzulässige45Als Zeuge zu fungieren.. –", "Aber Raba selber sagte ja, wer Geld auf Wucher leiht, sei als Zeuge unzulässig, demnach war er ja ein Frevler, und die Tora sagt, daß man einen Frevler nicht zum Zeugen mache!? –", "Raba vertrat hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, jeder stehe sich nahe und mache sich nicht zum Frevler.", "Einst brachte ein Schlächter Totverletztes in den Verkehr; da erklärte ihn R. Naḥman als unzulässig und setzte ihn ab. Als er hierauf fortging und sich Haar und Nägel wachsen46Aus Bußfertigkeit.ließ, wollte R. Naḥman ihn als zulässig erklären.", "Da sprach Raba zu ihm: Vielleicht ist dies eine List. –", "Welche Rehabilitierung gibt es für ihn? Nach einer Lehre des R. Idi b. Abin, denn R. Idi b. Abin sagte: Wer im Rufe steht. Totverletztes [verkauft zu haben], sei nur dann rehabilitiert, wenn er nach einem Orte gegangen ist, in dem man ihn nicht kennt, und einen wertvollen Fund abgeliefert oder ein ihm gehöriges wertvolles [Tier] als totverletzt ausgegeben hat47Er muß den Beweis geliefert haben, daß ihn die Geldgier zu verbotenen Handlungen nicht verleiten könne..", "DIE TAUBEN FLIEGEN LASSEN. Was heißt Tauben fliegen lassen? – Hier erklärten sie: ‘Ob48Leute, die Taubensport treiben u. darauf wetten.deine Taube meine Taube überholt.’ R. Ḥama b. Oša͑ja erklärte: Taubenfänger49Die fremde Tauben einfangen. ארא wahrscheinl. verkürzt von אוהרא Flechtwerk, Netz.. –", "Weshalb erklärt derjenige, der ‘ob deine Taube meine Taube überholt’ erklärt, nicht Taubenfänger? –", "Er kann dir erwidern: das Taubenfangen ist nur wegen des Friedens50Das Einfangen fremder Tauben ist kein wirklicher Raub, da sie dem Eigentümer von selbst zufliegen.[verboten]. –", "Weshalb erklärt derjenige, der Taubenfänger erklärt, nicht ‘ob deine Taube meine Taube überholt’? – Er kann dir erwidern: dies ist ja mit ‘Glücksspieler’ identisch. –", "Und jener!? –", "Er lehrt von dem Falle, wenn es von seiner Taube abhängt, und er lehrt von dem Falle, wenn es von ihm selber abhängt.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von dem Falle gelehrt haben, wenn es von ihm selber abhängt, [so könnte man glauben,] nur da, weil keiner auf einen Verzicht gefaßt ist, denn jeder glaubt," ], [ "er sei überlegen, nicht aber wenn es von seiner Taube abhängt.", "Und würde er es nur von dem Falle gelehrt haben, wenn es von seiner Taube abhängt, [so könnte man glauben,] nur da, weil jeder annimmt, es hänge nur vom Klopfen51Die Tauben werden durch Klopfen mit Holztäfelchen zum schnellen Fluge angespornt.ab, und glaubt, er verstehe besser zu klopfen, nicht aber, wenn es von ihm selber abhängt. Daher ist beides nötig.", "Man wandte ein: Glücksspieler sind diejenigen, die mit Würfeln spielen; und sie sagten es nicht nur von Würfeln, sondern auch von Nuß und Granatäpfelschalen.", "Was gilt bei ihnen als Umkehr? Wenn sie ihre Würfel zerbrechen und [vom Spiele] vollständig zurücktreten, daß sie nicht einmal umsonst spielen.", "Wucherer, ob verleihen oder leihen. Was gilt bei ihnen als Umkehr? Wenn sie ihre Schuldscheine zerreißen und [vom Wucher] vollständig zurücktreten, daß sie nicht einmal einem Nichtjuden [auf Wucher] leihen.", "Taubenfliegenlassende, das sind diejenigen, die auf Tauben wetten52Von מרה wetten (im Hiph.); nach anderen v. ירה, lehren, od. מרי aufreizen, die Tauben fliegen lehren, bezw. gegen einander aufreizen.; und sie sagten es nicht nur von Tauben, sondern auch von jedem anderen Vieh, Wild und Geflügel. Was gilt bei ihnen als Umkehr? Wenn sie ihre Taubenschläge zerbrechen und davon vollständig zurücktreten, daß sie es selbst in der Wüste53Wo keine fremden Tauben zu berücksichtigen sind.nicht mehr tun.", "Siebentjahrsfrucht-Händler, das sind diejenigen, die mit Siebentjahrsfrucht Handel treiben. Was gilt bei ihnen als Umkehr? Wenn ein zweites Siebentjahr heranreicht und sie davon zurücktreten.", "Hierzu sagte R. Neḥemja: die Umkehr darf nicht nur in Worten bestehen, vielmehr muß sie auch ihr Vermögen beeinflussen, und zwar: er muß sagen: Ich N., Sohn des N., habe für zweihundert Zuz Siebentjahrsfrüchte aufgespeichert, sie sollen an die Armen verschenkt sein.", "Hier wird dies also auch vom Vieh gelehrt. Allerdings kann dies beim Vieh vorkommen nach demjenigen, der ‘ob deine Taube meine Taube überholt’ erklärt, aber gibt es denn nach demjenigen, der Vogelfänger erklärt, ein solches Vieh54Das zum Einfangen anderer Tiere verwendet wird.!? –", "Freilich, der Auerochs, nach demjenigen, welcher sagt, der Auerochs gehöre zum Vieh. Wir haben nämlich gelernt: Der Auerochs gehört zum Vieh; R. Jose sagt, zum Wild55Cf. Hul. Fol. 80a..", "Es wird gelehrt: Zu diesen fügten sie noch Räuber56Als Räuber gilt derjenige, der sich widerrechtlich fremdes Gut aneignet.und Gewalttäter57Der jemand eine Sache wider seinen Willen abnimmt, jedoch dafür bezahlt. hinzu. –", "Ein Räuber ist ja nach der Tora [unzulässig]!? – In dem Falle, wenn er sich den Fund eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen [angeeignet hat].", "Anfangs glaubten sie, so etwas komme nur selten vor, oder auch, dies sei nur des Friedens58Um nicht mit deren Angehörigen in Streit zu geraten.wegen [verboten]; als sie aber einsahen, daß dies immerhin Geldraub ist, erklärten sie die Rabbanan als unzulässig.", "Von den Gewalttätern glaubten sie anfangs, [ihre Handlung] sei verzeihlich, da sie ja Geld erstatten; als sie aber einsahen, daß sie Gewalt anwenden, bestimmten es die Rabbanan von ihnen.", "Ferner fügten sie zu diesen noch die Hirten, Steuereinnehmer und Zöllner hinzu.", "Von den Hirten glaubten sie anfangs, daß sie es59Ihr Vieh auf fremden Wiesen weiden.nur unbedacht tun; als sie aber sahen, daß sie dies absichtlich tun, bestimmten es die Rabbanan von ihnen. Von den Steuereinnehmern und Zöllnern glaubten sie anfangs, sie nehmen nur das, was ihnen gesetzlich festgesetzt ist, als sie aber sahen, daß sie mehr nehmen, erklärten sie sie als unzulässig.", "Raba sagte: Bei den Hirten, von denen sie sprechen, ist es einerlei, ob es Hirten von Großvieh oder Hirten von Kleinvieh sind. –", "Kann Raba dies denn gesagt haben, er sagte ja, daß ein Hirt von Kleinvieh im Jisraéllande unzulässig und außerhalb des Landes zulässig, und ein Hirt von Großvieh auch im Jisraéllande zulässig sei!? – Dies wurde von Züchtern gelehrt.", "Dies leuchtet auch ein, denn er lehrt: [sagt jemand:] jene drei Rinderhirten sind ihm glaubwürdig60Demnach sind sie sonst unzulässig.; doch wohl als Zeugen. –", "Nein, als Richter. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: drei Rinderhirten; wozu sind, wenn als Zeugen, drei erforderlich? –", "Wozu [lehrt er dies], wenn als Richter, von drei Hirten, dies gilt ja auch von drei anderen, die vom Rechte nichts gelernt haben!? –", "Er meint es wie folgt: selbst diese, die sich in bewohnten Gegenden nicht aufhalten61Außer ihrer Unkunde im Gesetze sind ihnen auch Geschäft u. Verkehr unbekannt..", "R. Jehuda sagte: Der unbescholtene Hirt62Von dem nicht bekannt ist, daß er sein Vieh auf fremden Wiesen weiden läßt, bezw. daß er mehr als die gesetzliche Steuer erhebt.ist unzulässig, der unbescholtene Steuereinnehmer62Von dem nicht bekannt ist, daß er sein Vieh auf fremden Wiesen weiden läßt, bezw. daß er mehr als die gesetzliche Steuer erhebt.ist zulässig.", "Der Vater des R. Zera betrieb dreizehn Jahre die Steuererhebung; wenn der Statthalter von Mesopotamien63נהרא verkürzt vom syrischen בית נהרותא ,בית נהרין od. מצעת נהרותא, das Gebiet zwischen den Flüssen (Euphrat u. Tigris).nach der Stadt kam, und jener die Rabbanan sah, sprach er zu ihnen:64Jes. 26,20.Wohlan, mein Volk, geh in deine Kammern. Und wenn er die übrigen Leute der Stadt sah, sprach er zu ihnen: Der Statthalter ist nach der Stadt gekommen, jetzt wird er den Vater vor dem Sohne und den Sohn vor dem Vater schlachten65Dh. er wird die Einwohner ausplündern.." ], [ "Da versteckten sich alle. Als dieser dann kam, sprach er zu ihm: Von wem sollte ich [Steuern] einziehen!?", "Als seine Seele zur Ruhe einkehren sollte, sprach er: Nehmt die dreizehn Maa͑, die in meinem Laken eingebunden sind, und gebt sie jenem; ich habe sie von ihm erhoben und brauche sie nun nicht mehr.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: FRÜHER NANNTE MAN SIE SIEBENTJAHRSFRUCHT-SAMMLER.", "Was sagte er damit? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: früher hatten sie bestimmt, daß Sammler von Siebentjahrsfrucht zulässig und Händler von Siebentjahrsfrucht unzulässig sein sollen;", "als sich aber Leute mehrten, die den Armen66Die Siebentjahrsfrüchte müssen für die Armen zurückbleiben, diese dürfen sie jedoch nicht weiter verkaufen.Geld gaben, und diese sie sammelten und jenen brachten, bestimmten sie, daß sowohl diese als auch jene unzulässig sein sollen.", "Die Söhne des Reḥaba wandten dagegen ein: Wieso heißt es demnach: als sich die Zwingherren mehrten, es müßte ja heißen: als sich die Händler mehrten!? –", "Vielmehr, früher hatten sie bestimmt, daß sowohl diese als auch jene unzulässig sein sollen, als sich aber die Zwingherren mehrten, die nämlich Naturalabgaben erhoben, ordnete man an, daß Sammler zulässig und Händler unzulässig sein sollen. So ließ R. Jannaj bekannt machen: Geht, säet im Siebentjahre, wegen der Naturalabgaben.", "R. Ḥija b. Zarnuqi und R. Šimo͑n b. Jehoçadaq gingen einst nach A͑sja, um das Jahr zu interkalieren; da begegnete ihnen Reš Laqiš und schloß sich ihnen an, indem er dachte: ich will gehen und sehen, wie sie es machen.", "Als er einen Mann pflügen sah, sprach er zu ihnen: Ein Priester67Die Priester standen im Verdachte, das Siebentjahrsgesetz zu übertreten.pflügt da. Sie erwiderten ihm: Er kann sagen, er sei da nur gemietet68Von einem Nichtjuden..", "Er sah auch jemand Weinranken bestutzen; da sprach er zu ihnen: Ein Priester bestutzt da. Sie erwiderten ihm: Er kann sagen, er brauche [die Ranken] zu einem Flechtwerke in der Kelter. Er entgegnete ihnen: Das Herz weiß, ob zu einem Flechtwerke oder zu einem Schlechtwerke. –", "Worauf machte er sie zuerst aufmerksam; wollte man sagen, auf das erste, so sollten sie ihm auch beim zweiten erwidert haben, er könne sagen, er sei da nur gemietet!? – Vielmehr, auf dieses machte er sie zuerst aufmerksam und nachher auf jenes. –", "Weshalb gerade ein Priester? – Weil sie im Verdachte stehen, das Siebentjahrsgesetz [zu übertreten],", "denn es wird gelehrt: Wenn eine Seá Hebe in hundert Seá Siebentjahrsfrucht gekommen ist, so geht es auf, wenn aber in weniger, so lasse man sie verfaulen.", "Dagegen wandten wir ein, weshalb man sie denn verfaulen lasse, man sollte sie ja einem Priester zum Hebe-Preise verkaufen, abzüglich dieser Seá69Die ohnehin dem Priester gehört.,", "und R. Ḥija erwiderte im Namen U͑las, dies besage, daß die Priester im Verdachte stehen, das Siebentjahrsgesetz zu übertreten70Sie könnten es über die Zeit der Fortschaffung hinaus halten.. –", "Hierauf sprachen sie: Dieser ist ein Störenfried71Od. Zänker, durch seine Ausstellungen.. Als sie da anlangten, stiegen sie auf einen Söller und zogen die Leiter72Damit er zu ihrer Sitzung nicht kommen könne.herauf.", "Da kam er zu R. Joḥanan und sprach zu ihm: Sind Leute, die das Siebentjahrsgesetz zu übertreten verdächtig sind, das Jahr zu interkalieren befähigt?", "Darauf sprach er: Dies ist eigentlich keine Frage, hierbei ist es ebenso wie bei jenen73Die für die Berechnung der Interkalation eine Art Bauernregel hatten; cf. supra Fol. 18b.drei Rinderhirten, auf deren Berechnung die Rabbanan sich stützten.", "Später aber sagte er: Es ist doch nicht gleich; da waren es die Rabbanan, die das Jahr in interkalierten, diese aber sind ein Bund von Frevlern, und ein Bund von Frevlern zählt nicht mit. Da sprach R. Joḥanan: Das ist das Schlimme74Daß du sie beleidigst..", "Als jene später zu R. Joḥanan kamen, sprachen sie zu ihm: Er nannte uns Rinderhirten, und der Meister sagte ihm dazu nichts! Da erwiderte er ihnen: Was sollte ich ihm denn sagen, auch wenn er euch Schafhirten genannt hätte!?", "Welches Bewenden hat es mit dem Bunde von Frevlern75Darunter sind Šebhna u. seine Partei zu verstehen, die sich gegen Ḥizqija verbündeten; cf. Jes. 22,15ff.? – Šebhna trug vor dreizehn Myriaden vor und Ḥizqija trug vor elf Myriaden vor;", "als Sanḥerib kam und Jerušalem belagerte, schrieb Šebhna folgendes auf einen Zettel und entsandte ihn76In das Lager Sanḥeribs.mit einem Pfeile: Šebhna und seine Partei wollen den Frieden, Ḥizqija und seine Partei wollen den Frieden nicht. So heißt es:77Ps. 11,2.Fürwahr, die Frevler spannen den Bogen, haben ihren Pfeil auf der Sehne zurechtgelegt.", "Da fürchtete Ḥizqija, indem er dachte, vielleicht neigt der Heilige, gepriesen sei er, nach der Mehrheit, und da die Mehrheit sich ergeben will, so werden sie sich ebenfalls ergeben müssen. Hierauf kam der Prophet und sprach zu ihm:78Jes. 8,12.Ihr sollt nicht Bund sagen zu all dem, was das Volk Bund sagt. Diese sind nämlich ein Bund von Frevlern, und ein Bund von Frevlern zählt nicht mit.", "Als [Šebhna] sich später ein Grab auf dem Begräbnisplatze des davidischen Hauses aushauen wollte, kam der Prophet und sprach zu ihm: 79Jes. 22,16.Was hast du hier und wen hast da hier, daß du dir hier ein Grab aushauen läßt.80Ib. V. 17.Siehe, der Herr schleudert dich, wie man einen Mann schleudert.", "Rabh erklärte: Das Geschleudertwerden eines Mannes ist lästiger als das der Frau.", "80Ib. V. 17.Er wird dich umhüllen. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Dies lehrt, daß er aussätzig geworden war; hier heißt es umhüllen und dort81Beim Aussätzigen, Lev. 13,45. heißt es: den Bart soll er umhüllen.", "82Jes. 22,18.Und er wickelt dich und schleudert dich wie einen Ball in ein weit offenes Land &c. Es wird gelehrt: Er wünschte die Schande seines Herrn, daher wurde seine Ehre in Schande verwandelt. Als er hinausginge83Um sich Sanḥerib zu ergeben., kam Gabriél und verschloß die Tür vor seinen Leuten." ], [ "Jene fragten ihn: Wo sind deine Leute? Da erwiderte er: Sie traten zurück. Da sprachen sie: Du verspottest ihn also! Hierauf durchlochten sie ihm die Fersen, banden ihn an die Schwänze ihrer Pferde und schleiften ihn über Dornen und Stacheln.", "R. Elea͑zar sagte: Šebhna war ein Lüstling, denn über ihn heißt es: 84Jes. 22,15.auf, gehe zu diesem Verwalter, und dort85iReg. 1,2.heißt es: sie war ihm eine Verwalterin.", "Es heißt:86Ps. 11,3.wenn die Grundpfeiler eingerissen werden, was hat der Gerechte getan. R. Jehuda und R. E͑na [streiten hierüber]: Einer erklärt: Wenn Ḥizqija und seine Partei niedergerissen werden, was hat der Gerechte87Dh. wo liegt die Macht Gottes, wenn er dies nicht verhindern konnte.getan? Und einer erklärt: Wenn der Tempel niedergerissen wird, was hat der Gerechte getan? U͑la erklärte: Wenn die Gedanken jenes Frevlers nicht niedergerissen88Das W. niedergerissen wird erklärt: sollten niedergerissen werden.wurden, was hat der Gerechte getan? –", "Erklärlich ist der Vers: wenn die Grundpfeiler [šathoth] niedergerissen werden,", "nach demjenigen, der erklärt: wenn die Gedanken jenes Frevlers nicht niedergerissen wurden, wie dies aus dem Wortlaute hervorgeht, denn es heißt:89iSam. 21,13; im masor. Texte heißt es übrig, וישם u. בלבבו.David nahm sich [vajašeth] diese Worte zu Herzen. Auch nach demjenigen, der ihn auf den Tempel bezieht, denn wir haben gelernt, daß sich seit den Tagen der ersten Propheten [im Tempel] ein Stein befunden hatte, der ‘Grundstein’ [šethija] genannt wurde.", "Wo finden wir aber, nach demjenigen, der ihn auf Ḥizqija und seine Partei bezieht, daß die Frommen mit ‘šathoth’ bezeichnet werden!? –", "Es heißt: 90iSam. 2,8.denn des Herrn sind der Erde Säulen, und er setzte auf sie [vajašeth] das Weltall. Wenn du willst, entnehme ich es hieraus:91Jes. 28,29.er hegt wunderbaren Plan, eine hohe Einsicht [tušija].", "R. Ḥanan sagte: Weshalb wird [die Tora] ‘tušija’ [Einsicht] genannt? Weil sie die Kraft des Menschen schwächt [matešeth]. Eine andere Erklärung: Tušija, weil sie heimlich [ḥašaj] verliehen wurde, wegen des Satans92Der die Verleihung der Tora an die Jisraéliten verhindern wollte; cf. Ber. Fol. 89a.. Eine andere Erklärung: Tušija, etwas abstraktes, worauf die Welt gestützt ist [tohu-šutath].", "U͑la sagte: [Andere] Gedanken beeinträchtigen das Studium der Tora, denn es heißt:93Ij. 5,12.er vereitelt die Gedanken der Listigen, ihre Hände schaffen nichts Einsichtiges.", "Rabba sagte: Betreffen sie [die Tora] selbst, so beeinträchtigen sie es nicht, denn es heißt:94Ps. 19,21.viele Gedanken sind in eines Menschen Herzen, aber der Ratschluß des Herrn, der wird bestehen; der Ratschluß, der das Wort Gottes betrifft, bleibt bestehen.", "R. JEHUDA SAGTE: NUR DANN. R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Die Halakha ist wie R. Jehuda.", "Ferner sagte R. Abahu im Namen R. Elea͑zars: Diese alle95Daß sie als Richter u. als Zeugen unzulässig sind.sind bei Gericht bekannt zu machen.", "Über den Hirten streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er benötige der Bekanntmachung, und einer sagt, er benötige nicht der Bekanntmachung. –", "Einleuchtend ist nach demjenigen, der sagt, er benötige nicht der Bekanntmachung, die Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs, daß nämlich der unbescholtene Hirt unzulässig sei, wieso aber ist der unbescholtene Hirt unzulässig nach demjenigen, welcher sagt, er benötige der Bekanntmachung!? –", "Man mache ihn bekannt, auch wenn er unbescholten ist.", "Einst wurde eine Schenkungsurkunde vorgelegt, auf der zwei Räuber [als Zeugen] unterzeichnet waren. R. Papa b. Šemuél wollte [die Urkunde] als gültig erklären, da [die Zeugen] nicht bei Gericht bekannt gemacht worden waren,", "da sprach Raba zu ihm: Zugegeben, daß das Bekanntmachen erforderlich ist bei einem, der nur rabbanitisch als Räuber gilt, aber ist es etwa erforderlich bei einem, der nach der Tora als Räuber gilt96Rabbanitisch gelten auch die in unserer Mišna aufgezählten Personen, dh. solche, die sich auf unrechtliche Weise einen Vermögensvorteil verschaffen, als Räuber, nach der Tora jedoch nur solche, die jemand eine Wertsache gewaltsam wegnehmen.!?", "", "R. Naḥman sagte: Wer von jener Sache97Nach Erklärung der Kommentare: wer Almosen von Nichtjuden empfängt; im Sprachgebrauche wird damit das Schwein bezeichnet.ißt, ist als Zeuge unzulässig;", "dies jedoch nur dann, wenn er es öffentlich tut, nicht aber, wenn heimlich; und auch wenn öffentlich, nur dann, wenn er es heimlich tun kann und sich öffentlich der Schande preisgibt, ist es ihm aber anders nicht möglich, so ist dies ja sein Lebensunterhalt.", "R. Naḥman sagte: Wer der Unzucht verdächtig ist, ist als Zeuge zulässig. R. Šešeth sprach: Sage doch, Meister, die vierzig98Sc. Geißelhiebe, dh. er übertritt ja das Gesetz.auf seiner Schulter, und er ist zulässig!?", "Raba sagte: R. Naḥman pflichtet jedoch bei, daß er in Ehesachen unzulässig ist. Rabina, nach anderen R. Papa, sagte: Nicht, um sie als ledig zu erklären, wohl aber um sie als verheiratet zu erklären99Wenn ein solcher Zeuge etwas bekundet, wodurch die Frau ledig wird, zBs. daß ihr Mann gestorben, od. daß sie geschieden sei, so ist er nicht glaubwürdig, da es ihm darauf ankommt, mit ihr einen freien Verkehr pflegen zu können; wenn er aber bekundet, sie sei verheiratet, so ist er glaubwürdig.. –", "Dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben. dies100Ihr Zustand als Ehefrau.sei ihm lieber, denn es heißt:101Pr. 9,17.gestohlenes Wasser ist süß102Der verbotene Umgang ist ihm lieber.&c., so lehrt er es uns. So steht sie nämlich leichter zu seiner Verfügung.", "Ferner sagte R. Naḥman: Wer im Nisan oder im Tišri stiehlt103Früchte aus einem Garten, zur Zeit der Getreide- u. Fruchternte., gilt nicht als Dieb;", "dies gilt jedoch nur von einem Quotenpächter, wenn es eine Kleinigkeit ist, und wenn es die Reife erlangt hat.", "Ein Feldarbeiter des R. Zebid stahl einst einen Kab Gerste, und er erklärte ihn als unzulässig; ein anderer stahl einen Dattelkamm, und er erklärte ihn ebenfalls als unzulässig.", "Einst bestatteten Totengräber jemand am ersten Tage des Wochenfestes; da exkommunizierte sie R. Papa und erklärte sie als unzulässig für die Zeugenaussage. Hierauf erklärte sie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, als zulässig.", "R. Papa sprach zu ihm: Sie sind ja Frevler!? – Sie glauben damit ein gottgefälliges Werk auszuüben. –", "Man exkommunizierte sie ja dieserhalb!? – Sie glauben, die Rabbanan haben ihnen dadurch Sühne verschafft.", "Es wurde gelehrt:" ], [ "Der überführte Falschzeuge ist, wie Abajje sagt, rückwirkend104Was er seit der Zeit seiner Bekundung bis zur Zeit seiner Überführung bekundet hat, gilt als falsches Zeugnis.unzulässig, und wie Raba sagt, von dann ab105Von seiner Überführung ab.unzulässig.", "Abajje sagt, er sei rückwirkend unzulässig, denn er ist seit der Zeit seiner Bekundung ein Frevler, und die Tora sagt:106Ex. 23,1.biete dem Frevler nicht deine Hand, man lasse den Frevler nicht als Zeuge zu.", "Raba sagt, er sei von dann ab unzulässig, denn [das Gesetz vom] überführten Falschzeugen ist ein Novum, – was veranlaßt dich, jenen zu glauben, glaube diesen107Das Gericht hat keine Veranlassung, der letzteren Zeugenpartie mehr Glauben zu schenken als der ersteren, dennoch sagt das Gesetz, daß man der letzteren Glauben schenke u. die ersteren als überführte Falschzeugen zu gelten haben., – somit tritt auch die Wirkung erst mit der Zeit dieses Novums108Dh. mit der Zeit der Überführung.ein.", "Manche sagen, auch Raba erkenne die Begründung Abajjes an, nur sage er deshalb, [die Unzulässigkeit] beginne erst von da an, damit die Käufer keinen Nachteil erleiden109Damit die Verkaufsurkunden, die diese Zeugen inzwischen unterzeichnet haben, nicht ungültig werden.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn zwei einen Zeugen überführt110Dies ist kein Novum mehr; da in diesem Falle 2 Zeugen gegen einen auftreten; so nach den Tosaphoth. Nach Raschi, wenn je 2 jeden der ersten Partie als Falschzeugen überführen. Die Einwendung der Tosaphoth, 2 Zeugen haben gesetzlich dieselbe Glaubwürdigkeit wie 100, ist jedoch nicht zutreffend, da in diesem Falle je 2 gegen einen auftreten.haben. Oder auch, wenn sie einen wegen Raubes als unzulässig überführt111Und den anderen als Falschzeugen.haben.", "R. Jirmeja aus Diphte erzählte, R. Papi habe eine Entscheidung nach Raba getroffen. Mar b. R. Aši sagte, die Halakha sei wie Abajje.", "Die Halakha ist bei JA͑L QGM112Anfangsbuchstaben der Stichworte von 6 Kontroversen zwischen Abajje und Raba; cf. Bd. VI S. 685 Anm. 383.nach Abajje zu entscheiden.", "Über einen Abtrünnigen, der Aas aus Gier ißt, stimmen alle überein, daß er unzulässig113Als Zeuge unzulässig ist jeder, der aus Geldgier einen Frevel begeht, dies tut auch derjenige, der aus Geiz Aas ißt.sei,", "einer aber, der es aus Trotz tut, wie Abajje sagt, unzulässig, und wie Raba sagt, zulässig.", "Abajje sagt, er sei unzulässig, denn er ist ein Frevler, und die Tora sagt, daß man keinen Frevler als Zeugen zulasse. Raba sagt, er sei zulässig, denn dies gilt nur von einem Frevler wegen Raubes114Er ist nur dann unzulässig, wenn er sich durch seine Freveltat in einen Vermögensvorteil setzen will, ein solcher kann auch bestochen sein..", "Man wandte ein: Man lasse den Frevler nicht als Zeugen zu, man lasse den Gewalttäter nicht als Zeugen zu, das sind Räuber und solche, die sich gegen die Eide vergehen. Doch wohl sowohl gegen den Nichtigkeitseid115Cf. Seb. Fol. 2a.als auch gegen den Eid in Geldsachen!? –", "Nein, [beides] nur dann, wenn der Eid eine Geldangelegenheit betrifft, nur wird deshalb die Mehrzahl gebraucht, weil allgemein gesprochen wird.", "Man wandte ein: Man lasse den Frevler nicht als Zeugen zu, man lasse Gewalttäter nicht als Zeugen zu, das sind Räuber und Wucherer. Dies ist eine Widerlegung der Ansicht Abajjes. Eine Widerlegung.", "Es ist anzunehmen, daß hierüber auch folgende Tannaím streiten: Der überführte Falschzeuge ist hinsichtlich der ganzen Tora [als Zeuge] unzulässig – so R. Meír. R. Jose sagt, dies nur in dem Falle, wenn er bei einer Todesstrafsache als Falschzeuge überführt wurde, wenn er aber bei einer Geldsache als Falschzeuge überführt wurde, so ist er bei einer Todesstrafsache zulässig.", "Abajje ist also der Ansicht R. Meírs und Raba der Ansicht R. Joses. Abajje ist der Ansicht R. Meírs, daß er nämlich wegen des Leichteren116Nach Abajje ist er unzulässig, auch wenn er eine Sünde nur gegen Gott begeht.auch beim Strengeren unzulässig ist, und Raba ist der Ansicht R. Joses, daß er nämlich nur wegen des Strengeren beim Leichteren unzulässig ist, nicht aber wegen des Leichteren beim Strengeren. –", "Nein, nach R. Jose streiten sie überhaupt nicht117Abajje vertritt entschieden nicht seine Ansicht., sie streiten nur nach R. Meír.", "Abajje ist ja der Ansicht R. Meírs, aber auch Raba [kann dir erwidern]: R. Meír vertritt seine Ansicht nur bei einem, der bei einer Geldangelegenheit als Falschzeuge überführt wurde, der sowohl dem Himmel gegenüber als auch Menschen gegenüber ein Übeltäter ist, nicht aber hierbei, wo er nur dem Himmel gegenüber, nicht aber den Menschen gegenüber ein Übeltäter ist", "Die Halakha ist wie Abajje. – Er wurde ja aber widerlegt!? – Jene Lehre118Durch welche er widerlegt wurde.vertritt die Ansicht R. Joses. –", "Aber wenn sie schon die Ansicht R. Joses vertritt, [bei einem Streite zwischen] R. Meír und R. Jose ist ja die Halakha nach R. Jose zu entscheiden!? –", "Anders ist es hierbei, denn es gibt eine anonyme Lehre119Nach der die Halakha zu entscheiden ist.nach R. Meír. – Wo befindet sich diese? – Wie folgt:", "Einst tötete Bar Hama einen Menschen, und der Exilarch sprach zu R. Abba b. Ja͑qob: Geh, untersuche die Angelegenheit; hat er wirklich einen Mord begangen, so blende man ihm120Nach anderer Erklärung ist dies bildlich aufzufassen: man lege ihm eine große Geldbuße auf.die Augen. Da meldeten sich zwei Zeugen und bekundeten, daß er wirklich getötet habe. Darauf brachte er zwei andere Zeugen, die einen jener Zeugen belasteten; einer bekundete, dieser habe in seiner Gegenwart einen Kab Graupen gestohlen, und einer bekundete, dieser habe in seiner Gegenwart" ], [ "einen Griff eines Spießes gestohlen.", "Da sprach jener zu ihm: Du glaubst also, man entscheide nach R. Meír, aber [bei einem Streite zwischen] R. Meír und R. Jose ist die Halakha nach R. Jose zu entscheiden, und R. Jose ist der Ansicht, wer in Geldsachen als Falschzeuge überführt worden ist, sei bei Todesstrafsachen zulässig.", "R. Papi entgegnete ihm; Dies nur, wenn es keine anonyme Lehre nach R. Meír gibt, hierbei aber gibt es eine anonyme Lehre nach R. Meír. –", "Wo dies: Wollte man sagen, in folgender Lehre : Wer121Von verdächtigten Personen.bei Todesstrafsachen als Richter zulässig ist, ist auch bei Geldsachen als Richter zulässig. Wer [ist der Autor]? Wenn R. Jose, so ist ja nach ihm der bei Geldsachen überführte Falschzeuge, der bei Todesstrafsachen zulässig ist, bei Geldsachen unzulässig; doch wohl R. Meír. –", "Wieso, vielleicht spricht er von durch ihre Herkunft unzulässigen;", "wie ist, wenn du nicht so erklären wolltest, der Schlußsatz zu verstehen: mancher ist bei Geldsachen als Richter zulässig, bei Todesstrafsachen aber nicht, wieso ist, wer bei Todesstrafsachen als Falschzeuge überführt wurde, bei Geldsachen als Richter zulässig, alle stimmen ja überein, daß er unzulässig ist!? Du mußt also erklären, er spreche von der Unzulässigkeit durch die Herkunft, ebenso spricht [der Anfangsatz] von der Unzulässigkeit durch die Herkunft. –", "Vielmehr, folgende ist die anonyme Lehre: Folgende sind unzulässig: Glücksspieler, Wucherer, die Tauben fliegen lassen, Siebentjahrsfrucht-Händler und Sklaven; die Regel hierbei ist: zu einem Zeugnisse, zu dem eine Frau unzulässig ist, sind auch diese unzulässig.", "Wer [ist der Autor] : wenn R. Jose, so sind ja zu einem Zeugnisse bei Todesstrafsachen Frauen unzulässig, diese aber zulässig; doch wohl R. Meír.", "Hierauf trat Bar Ḥama vor, küßte ihm die Füße und übernahm für ihn die Kopfsteuer während seines ganzen Lebens.", "iv FOLGENDE GELTEN ALS VERWANDTE: EIN BRUDER, EIN BRUDER DES VATERS, EIN BRUDER DER MUTTER, EIN MANN DER SCHWESTER, EIN MANN DER SCHWESTER DES VATERS, EIN MANN DER SCHWESTER DER MUTTER, EIN MANN DER MUTTER, EIN SCHWIEGERVATER, EIN SCHWAGER122Der Mann der Schwester der Frau., SIE SELBER, IHRE SÖHNE UND IHRE SCHWIEGERSÖHNE, UND EIN STIEFSOHN, ER ALLEIN.", "R. JOSE SAGTE : DIES IST DIE MIŠNA R. A͑QIBAS, DIE URSPRÜNGLICHE MIŠNA ABER LAUTETE : EIN OHEIM UND DER SOHN EINES OHEIMS. FERNER AUCH, WER IHN BEERBEN123Falls er keine Deszendenten hat.KANN. JEDER, DER ZUR ZEIT VERWANDT IST, [IST UNZULÄSSIG] ;", "WAR ER ZUR ZEIT VERWANDT UND WURDE ENTFREMDET124Wenn zBs. seine Schwester, die Frau seines Schwagers, gestorben ist., SO IST ER ZULÄSSIG. R. JEHUDA SAGT : WENN SEINE TOCHTER GESTORBEN IST UND KINDER HINTER-LASSEN HAT, SO GILT [DER SCHWIEGERSOHN] ALS VERWANDT.", "v FERNER AUCH125Ist als Richter, bezw. Zeuge unzulässig.EIN FREUND UND EIN FEIND. ALS FREUND GILT DER HOCHZEITSKAMERAD, ALS FEIND GILT EINER, DER AUS FEINDSCHAFT DREI TAGE MIT IHM NICHT GESPROCHEN HAT. MAN ERWIDERTE IHM: JISRAÉL IST DESSEN126Aus Freund- bezw. Feindschaft falsches Zeugnis abzulegen. NICHT VERDÄCHTIG.", "GEMARA. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :127Dt. 24,16.Es sollen nicht Väter wegen der Kinder getötet werden; was lehrt dies: wenn etwa, daß Väter nicht wegen der Sünde der Kinder, und Kinder nicht wegen der Sünde der Väter getötet werden sollen, so heißt es ja bereits :127Dt. 24,16.ein jeder soll wegen seiner Sünde getötet werden.", "Vielmehr, es sollen nicht Väter wegen der Kinder getötet werden: durch das Zeugnis der Kinder, und Kinder sollen nicht wegen der Väter getötet werden: durch das Zeugnis der Väter. –", "Etwa nicht Kinder wegen der Sünde der Väter, es heißt ja:128Ex. 34,7.er ahndet die Sünde der Väter an den Kindern!? –", "Dies, wenn sie an den Handlungen ihrer Väter festhalten.", "Wie gelehrt wird:129Lev. 26,39.Und auch wegen der Sünde ihrer Väter sollen sie dahinsiechen, wenn sie an den Handlungen ihrer Väter festhalten. Du erklärst, wenn sie daran festhalten, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch wenn sie daran nicht festhalten? Wenn es heißt :127Dt. 24,16.ein jeder soll wegen seiner Sünde getötet werden, so [gilt es hier von dem Falle,] wenn sie an den Handlungen ihrer Väter festhalten. –", "Etwa nicht, es heißt ja:130Ib. V. 37.sie sollen straucheln einer durch seinen Bruder: einer durch die Sünde seines Bruders; dies lehrt, daß sie alle für einander verantwortlich sind!? –", "Dies, wenn sie einander wehren konnten und es unterlassen haben." ], [ "Wir wissen dies also von Vätern für Söhne131Der Brüder, dh. Onkel für Neffen, bezw. Neffen für Onkel.und von Söhnen für Väter und", "umsomehr von Vätern für einander,", "woher dies von Söhnen132Dh. Neffen.für einander? –", "Der Schriftvers könnte ja lauten: es sollen nicht Väter wegen des Sohnes getötet werden, wenn es aber ‘Söhne’ heißt, auch Söhne für einander. –", "Wir wissen dies von Söhnen für einander, woher dies von Söhnen133Daß 2 Verwandte zusammen als Zeugen unzulässig sind.für andere?", "Rami b. Ḥama erwiderte: Dies ist einleuchtend; es wird gelehrt, daß Zeugen nur dann als Falschzeugen gelten, wenn beide überführt werden, und wenn man sagen wollte, Söhne seien für andere zulässig, so kann es ja vorkommen, daß der überführte Falschzeuge durch seinen Bruder134Jeder Zeuge wird durch den anderen getötet.getötet wird.", "Raba entgegnete ihm : Wir haben gelernt: Wenn drei Brüder und noch jemand [es bekunden], so sind es drei verschiedene Zeugenaussagen135Wenn jemand das Grundstück eines anderen 3 Jahre in seinem Besitze hat, ohne daß dieser Einspruch eingelegt hat, so gilt es als sein Eigentum; wenn nun von 3 Brüdern u. einem Fremden einer u. der Fremde bezügl. des 1. Jahres, der 2. und der Fremde bezügl. des 2. Jahres u. der 3. u. der Fremde bezügl. des 3. Jahres Zeugnis ablegen, so gelten die Zeugenaussagen über die 3 Jahre als getrennt u. der Einwand der Verwandtschaft ist gegen sie nicht zu erheben., während sie hinsichtlich der Überführung als Falschzeugen zusammen gehören.", "Nach deiner Auffassung würde also ein Falschzeuge durch seinen Bruder zur Geldzahlung verurteilt werden!?", "Du mußt also erklären, die Überführung komme durch andere, ebenso kommt auch hierbei die Überführung durch andere. –", "Vielmehr, der Schriftvers könnte ja lauten: und kein Sohn wegen seiner Väter, oder auch: diese wegen der Väter, wenn es aber heißt: und Söhne, [so heißt dies:] auch [nicht] für andere. –", "Wir wissen dies von den Verwandten des Vaters, woher dies von den Verwandten der Mutter? – Im Schriftverse heißt es zweimal Väter, und da das eine nicht auf die Verwandten des Vaters zu beziehen ist, so beziehe man es auf die Verwandten der Mutter. –", "Wir wissen dies von der Belastung, woher dies von der Entlastung? –", "Im Schriftverse heißt es zweimal getötet, und da das eine nicht auf die Belastung zu beziehen ist, so beziehe man es auf die Entlastung. –", "Wir wissen dies von Todesstrafsachen, woher dies von Geldsachen? –", "Die Schrift sagt:135Lev. 24,22.einerlei Recht soll unter euch gelten, das Recht muß bei euch gleichmäßig sein.", "Rabh sagte: Der Bruder meines Vaters kann für mich nicht Zeuge sein, weder er selber noch sein Sohn noch sein Schwiegersohn; und ebenso kann ich für ihn nicht Zeuge sein, weder ich selber noch mein Sohn noch mein Schwiegersohn. –", "Weshalb denn, dies ist ja eine dritt- mit erstgradiger136Cf. Bd. VIII S. 337 Anm. 589.Verwandtschaft, und wir haben es nur von einer zweit- mit zweitgradiger und einer zweit- mit erstgradiger Verwandtschaft gelernt, nicht aber von einer dritt- mit erstgradiger!? –", "Unter Schwiegersohn, von dem in unserer Mišna gelehrt wird, ist der Schwiegersohn eines Sohnes zu verstehen137Der Mann einer Enkelin, also drittgradig.. –", "Sollte er es doch von einem Enkel lehren!? –", "Nebenbei lehrt er uns, daß hierbei der Mann seiner Frau gleicht. –", "Wieso lehrt R. Ḥija demnach: acht Väter138Nebst ihren Söhnen u. Schwiegersöhnen., das sind also vierundzwanzig Verwandte], demnach sind es ja zweiunddreißig139Es kämen noch 8 Enkel hinzu.!? –", "Vielmehr, tatsächlich ist hier ein wirklicher Schwiegersohn zu verstehen, nur deshalb nennt [Rabh] ihn Schwiegersohn seines Sohnes, weil er von auswärts kommt140Dh. die Verwandtschaft ist keine natürliche, sondern nur eine angeheiratete.und somit einem weiteren Grade gleicht. –", "Demnach ist ja ihre Verwandtschaft141Die des Schwiegersohnes eines Onkels, von dem es in der Mišna heißt, daß er als Verwandter gilt u. als Zeuge unzulässig ist.dritt- mit zweitgradig, und nach Rabh sind ja dritt- mit zweitgradig Verwandte [für einander als Zeugen] zulässig142Rabh spricht von sich selbst, also von 1. mit 1., 2. u. 3., demnach gelten 2. mit 3. nicht als Verwandte.!? –", "Vielmehr, Rabh ist der Ansicht R. Elea͑zars143Daß 1. mit 3. als Verwandte gelten; die angeheiratete Verwandtschaft gilt somit nicht als weiterer Grad, vielmehr gleicht der Mann der Frau., denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagt, wie der Bruder meines Vaters für mich nicht Zeuge sein kann, weder er selber noch sein Sohn noch sein Schwiegersohn, ebenso kann der Sohn des Bruders meines Vaters für mich nicht Zeuge sein, weder er selber noch sein Sohn noch sein Schwiegersohn. –", "Aber immerhin spricht er ja auch von dritt- mit zweitgradiger Verwandtschaft, während nach Rabh dritt- mit zweitgradig Verwandte für einander zulässig sind142Rabh spricht von sich selbst, also von 1. mit 1., 2. u. 3., demnach gelten 2. mit 3. nicht als Verwandte.!? –", "Rabh ist seiner Ansicht in dem einen Falle und streitet gegen ihn beim anderen Falle. –", "Was ist der Grund Rabhs? – Die Schrift sagt: es sollen nicht Väter wegen der Kinder getötet werden, und Kinder, dies schließt eine weitere Generation ein. –", "Und R. Elea͑zar!? Der Allbarmherzige sagt: auf144Im Bibeltexte wird das W. wegen mit על, auf, ausgedrückt.die Kinder, die Unzulässigkeit der Väter wird auf die Kinder übertragen.", "R. Naḥman sagte: Der Bruder meiner Schwiegermutter darf für mich nicht Zeuge sein, der Sohn des Bruders meiner Schwiegermutter darf für mich nicht Zeuge sein, der Sohn der Schwester meiner Schwiegermutter darf für mich nicht Zeuge sein. Und der Autor unserer Mišna lehrt dasselbe: Ein Mann der Schwester, ein Mann der Schwester des Vaters und ein Mann der Schwester der Mutter, sie selber, ihre Söhne und ihre Schwiegersöhne.", "R. Aši erzählte : Als wir bei U͑la weilten, fragten wir, wie es sich mit dem Bruder eines Schwiegervaters, mit dem Sohne des Bruders eines Schwiegervaters und mit dem Sohne der Schwester eines Schwiegervaters verhalte?", "Er erwiderte uns: Ihr habt es gelernt: ein Bruder, ein Bruder des Vaters und ein Bruder der Mutter, sie selber, ihre Söhne und ihre Schwiegersöhne.", "Rabh traf einst ein, um Pergament zu kaufen," ], [ "und man fragte ihn, ob jemand für die Frau seines Stiefsohnes Zeuge sein könne. –", "In Sura sagten sie, der Mann gleiche seiner Frau;", "in Pumbeditha sagten sie, die Frau gleiche ihrem Manne. R. Hona sagte nämlich im Namen R. Naḥmans: Woher, daß die Frau ihrem Manne gleicht? Es heißt :145Lev. 18,14.die Scham des Bruders deines Vaters darfst du nicht entblößen, seinem Weibe darfst du nicht nahen, sie ist deine Muhme; sie ist ja eigentlich die Frau deines Oheims? Wahrscheinlich gleicht die Frau ihrem Manne.", "EIN MANN SEINER MUTTER, ER SELBER, SEIN SOHN UND SEIN SCHWIEGERSOHN. Dessen Sohn ist ja sein Bruder !?", "R. Jirmeja erwiderte: Dies bezieht sich auf den Bruder seines Bruders146Vom Vater, von einer anderen Frau, seinem Stiefbruder..", "R. Ḥisda erklärte einst einen Bruder des Bruders als zulässig. Da sprachen sie zu ihm: Hast du denn die Erklärung R. Jirmejas nicht gehört? Er erwiderte: Ich habe es nicht gehört. Dies heißt: ich halte nichts davon. –", "Demnach147Wenn er von der Erklärung nichts hält, bleibt ja der vorher erhobene Einwand bestehen.ist es ja sein Bruder!? – Er lehrt es von einem Bruder väterlicherseits und von einem Bruder mütterlicherseits.", "R. Ḥisda sagte: Der Vater des Ehemannes und der Vater der Ehefrau dürfen für einander Zeuge sein, sie gehören zu einander nur wie ein Deckel zum Fasse148Das Faß wird mit einem beliebigen Brette od. einer Platte zugedeckt, die von vornherein nicht dazu bestimmt waren..", "Rabha b. Bar Ḥana sagte: Man kann für seine Verlobte Zeuge sein. Rabina sprach: Nur wenn sie dadurch verliert, wenn sie aber dadurch gewinnt, ist er nicht glaubhaft.", "Dies ist aber nichts; er ist nicht glaubhaft, einerlei ob sie dadurch verliert oder gewinnt.", "Du stützt dich wohl auf die Lehre des R. Ḥija b. Ami, die er im Namen U͑las lehrte: Er149Ein Priester, der sich nur an der Leiche eines Verwandten verunreinigen darf.halte wegen seiner Verlobten keine Trauer noch verunreinige er sich an ihr, ebenso halte sie seinetwegen keine Trauer noch verunreinige sie sich150Frauen der Priester sind diesem Verbote nicht unterworfen; wie manche erklären, man zwinge sie nicht dazu.an ihm; stirbt sie, so beerbt er sie nicht, stirbt er, so kann sie ihre Morgengabe einfordern.", "Da hat es aber der Allbarmherzige von der Verwandtschaft abhängig gemacht, während sie noch nicht seine Verwandte ist, hierbei aber hängt es von der Befangenheit ab, und befangen ist er ihr gegenüber wohl.", "DER STIEFSOHN, ER ALLEIN. Die Rabbanan lehrten: Der Stiefsohn, er allein; R. Jose sagt: der Schwager. Ferner lehrt ein Anderes: Der Schwager, er allein; R. Jehuda sagt: der Stiefsohn. –", "Wie meint er es; wollte man sagen, er meine es wie folgt: der Stiefsohn allein und dasselbe gilt auch vom Schwager, und R. Jose sagt : der Schwager allein und dasselbe gilt auch vom Stiefsohne, wer ist demnach [der Autor] unserer Mišna, welche lehrt: der Schwager, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn; weder R. Jehuda noch R. Jose!?", "Wollte man sagen, er meine es wie folgt: der Stiefsohn allein, der Schwager aber, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn, und hierzu sagt R. Jose: der Schwager allein, der Stiefsohn aber, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn.", "Nach wem lehrte demnach R. Ḥija: acht Väter, das sind also vierundzwanzig [Verwandte], weder nach R. Jose noch nach R. Jehuda!? –", "Vielmehr, er meint es wie folgt: der Stiefsohn allein, der Schwager aber, er selber, sein Sohn und sein Schwiegersohn, und hierzu sagt R. Jose: der Schwager allein, und um so mehr der Stiefsohn allein. Somit vertritt unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas und die Barajtha die des R. Jose.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose.", "Einst wurde eine Schenkungsurkunde vorgelegt, auf der zwei Schwäger unterzeichnet waren. R. Joseph wollte sie als gültig erklären, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose.", "Da sprach Abajje zu ihm : Woher, daß sich dies auf die Lehre R. Joses in unserer Mišna bezieht, nach der der Schwager [als Zeuge] zulässig151RJ. lehrt da, daß nur derjenige der ihn beerben kann, unzulässig sei, was bei einem Schwager nicht der Fall ist.ist, vielleicht bezieht sich dies auf die Lehre R. Joses in der Barajtha, nach der der Schwager unzulässig ist!? –", "Dies ist nicht anzunehmen, denn Šemuél sagte: beispielsweise ich und Pinḥas, die wir Brüder und Schwäger152Der auch sein Bruder war.sind; ein gewöhnlicher Schwager ist also zulässig. –", "Vielleicht meint er es: wie er und Pinḥas, weil er sein Schwager war!?", "Darauf sprach er zu ihm153Dem Besitzer der Urkunde. : Geh, eigne es durch die Zeugen, die bei der Übergabe154Der Schenkungsurkunde.anwesend waren, nach einer Lehre R. Elea͑zars. –", "R. Abba sagte ja aber, R. Elea͑zar pflichte bei, daß, wenn [die Urkunde] an sich falsch ist, sie ungültig sei!? Da sprach er zu ihm: Geh, sie lassen mich nicht, es dir zuerkennen.", "R. JEHUDA SAGT &C. R. Tanḥum sagte im Namen R. Ṭablas im Namen R. Berunas im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jehuda; Raba sagte im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda. Ebenso sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda.", "Manche beziehen die Worte des Rabba b. Bar Ḥana auf folgende Lehre: Dies trug R. Jose der Galiläer vor:155Dt. 17,9.Du sollst zu den Leviten, den Priestern kommen, dem Richter, der zu dieser Zeit sein wird; könnte es dir denn in den Sinn kommen, jemand werde zu einem Richter gehen, der nicht zu dieser Zeit ist? Vielmehr [schließt dies einen aus,] der verwandt war und entfremdet wurde.", "Und hierzu sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, die Halakha sei wie R. Jose der Galiläer.", "Die Söhne des Schwiegervaters des Mar U͑qaba waren" ], [ "mit diesem verwandt und wurden entfremdet156Ihre Schwester, die Frau M-U͑.s starb.. Einst kamen sie vor ihm zu Gericht, und er sprach zu ihnen : Ich bin für euch als Richter unzulässig.", "Sie sprachen zu ihm: Du bist wohl der Ansicht, die Halakha sei wie R. Jehuda, wir haben aber ein Schreiben aus dem Westen mitgebracht, daß die Halakha nicht wie R. Jehuda sei.", "Er erwiderte ihnen: Bin ich etwa an euch mit einem Kab Wachs festgeklebt? Ich sagte euch nur deshalb, daß ich für euch als Richter unzulässig bin, weil ihr auf das Urteil nicht gehorchen würdet.", "ALS FREUND GILT DER HOCHZEITSKAMERAD &C.", "Wie lange? R. Abba erwiderte im Namen R. Jirmejas im Namen Rabhs: Die ganzen sieben Tage des Gastmahles. Die Jünger im Namen Rabas sagten: schon vom ersten Tage157Höre die Freundschaft auf und er ist als Zeuge zulässig.an.", "ALS FEIND GILT EINER, DER NICHT GESPROCHEN &C. Die Rabbanan lehrten :158Num. 35,23; dieser Schriftvers wird auf die Zeugen des Totschlägers bezogen, da von diesem andere Schriftverse handeln, so zBs. Dt. 4,42.Und er hegte keine Feindschaft gegen ihn, er kann sein Zeuge sein ;158Num. 35,23; dieser Schriftvers wird auf die Zeugen des Totschlägers bezogen, da von diesem andere Schriftverse handeln, so zBs. Dt. 4,42.und ihm nichts Böses zufügen wollte, er kann sein Richter sein. –", "Wir wissen dies also vom Feinde, woher dies vom Freunde? –", "Man lese wie folgt: er hegte keine Feindschaft gegen ihn, und auch keine Freundschaft für ihn; er kann sein Zeuge sein; und ihm nichts Böses zufügen wollte, auch nichts Gutes; er kann sein Richter sein. –", "Heißt es denn. Freundschaft!? – Vielmehr, dies ist einleuchtend: ein Feind deshalb nicht, weil er gegen ihn eingenommen sein kann, ebenso kein Freund, weil er für ihn eingenommen sein kann. –", "Wofür verwenden die Rabbanan [die Verse:] und er hegte keine Feindschaft gegen ihn, und: ihm nichts Böses zufügen wollte!? –", "Einen beziehen sie auf den Richter159Sie geben zu, daß ein Feind als Richter nicht zulässig sei.,", "und den anderen verwenden sie für folgende Lehre: R. Jose b. R. Jehuda erklärte: Und er hegte keine Feindschaft gegen ihn und ihm nichts Böses zufügen wollte, hieraus, daß zwei Schriftgelehrte, die einander feindlich gesinnt sind, nicht zusammen bei einer Gerichtsverhandlung sitzen dürfen.", "vi WIE PRÜFT MAN DIE ZEUGEN? MAN FÜHRT SIE IN EIN ZIMMER UND SCHÜCHTERT SIE EIN; ALSDANN SCHICKT MAN SIE HINAUS UND NUR DER GRÖSSTE VON IHNEN BLEIBT ZURÜCK, \n", "UND MAN SPRICHT ZU IHM: SPRICH, WOHER WEISST DU, DASS DIESER JENEM [GELD] SCHULDIG IST? SAGT ER, DIESER HABE IHM GESAGT, ER SCHULDE JENEM [GELD], ODER JEMAND HABE IHM GESAGT, DASS DIESER JENEM [GELD] SCHULDE, SO HAT ER NICHTS BEKUNDET; ER MUSS DURCHAUS BEKUNDEN: IN UNSERER GEGENWART HAT DIESER EINGESTANDEN, DASS ER JENEM ZWEIHUNDERT ZUZ SCHULDE.", "ALSDANN FÜHRT MAN DEN ZWEITEN HEREIN UND PRÜFT IHN; STIMMEN IHRE AUSSAGEN ÜBEREIN, SO WIRD DARÜBER VEBHANDELT. WENN ZWEI ZU SEINEN GUNSTEN ENTSCHEIDEN UND EINER ZU SEINEN UNGUNSTEN, SO WIRD ZU SEINEN GUNSTEN ENTSCHIEDEN; \n", "WENN ZWEI ZU SEINEN UNGUNSTEN ENTSCHEIDEN UND EINER ZU SEINEN GUNSTEN, SO WIRD ZU SEINEN UNGUNSTEN ENTSCHIEDEN. WENN EINER ZU SEINEN UNGUNSTEN UND EINER ZU SEINEN GUNSTEN ENTSCHEIDET, ODER SELBST WENN ZWEI ZU SEINEN GUNSTEN UND ZWEI ZU SEINEN UNGUNSTEN ENTSCHEIDEN, UND EINER SAGT, ER WISSE NICHT, SO WERDEN RICHTER HINZUGENOMMEN.", "vii HABEN SIE DIE VERHANDLUNG BEENDET, SO LÄSST MAN [DIE PROZESSFÜHRENDEN] EINTRETEN UND DER OBMANN DER RICHTER SPRICHT: DU N. HAST GEWONNEN, UND DU N. HAST VERLOREN.", "WOHER, DASS KEINER BEI SEINEM FORTGEHEN SAGEN DÜRFE: ICH HABE ZU SEINEN GUNSTEN GESTIMMT UND MEINE KOLLEGEN ZU SEINEN UNGUNSTEN, WAS ABER KONNTE ICH DAFÜR, DASS MEINE KOLLEGEN MICH ÜBERSTIMMT HABEN? ES HEISST :160Lev. 19,16.du sollst nicht als Verleumder unter deinen Volksgenossen umhergehen; FERNER HEISST ES:161Pr. 11,13.Verleumder ist, wer Geheimnisse verrät.", "GEMARA. Was spricht man zu ihnen162Den Zeugen, wenn man ihnen Angst einjagen will.? R. Jehuda erwiderte: Man spricht zu ihnen wie folgt :163Pr. 25,14.Gewölk und Wind und doch kein Regen, ein Mann, der mit falschen Gaben164Dh. lügnerische Zeugen veranlassen Regenmangel, der Hungersnot zur Folge hat.prahlt.", "Raba entgegnete: Sie können ja sagen: Sieben Jahre währt die Hungersnot, aber an die Tür eines Handwerkers165Bekanntes Sprichwort; dh. dies ist für lügenhafte Zeugen keine Einschüchterung, da sie, wenn sie nur ein Handwerk gelernt haben, die Hungersnot nicht fürchten.kommt sie nicht.", "Vielmehr, sagte Raba, spricht man zu ihnen:166Pr. 25,18.Hammer und Schwert und scharfer Pfeil, so ein Mann, der wider seinen Nächsten als falscher Zeuge aussagt.", "R. Aši entgegnete ihm: Sie können ja sagen: Sieben Jahre währt die Seuche, doch stirbt niemand vor der ihm festgesetzten Zeit.", "Vielmehr, sagte R. Aši, Nathan b. Mar Zuṭra sagte mir, man spreche zu ihnen wie folgt: Falsche Zeugen sind ihren Auftraggebern selber verachtet, denn es heißt :167iReg. 21,10.und setzt ihm zwei nichtswürdige Buhen gegenüber, daß sie wider ihn zeugen und sprechen: Naboth hat Gott und dem König geflucht.", "SAGT ER, DIESER HABE IHM GESAGT &C., ER MUSS DURCHAUS BEKUNDEN: IN UNSERER GEGENWART HAT DIESER EINGESTANDEN, DASS ER JENEM ZWEIHUNDERT ZUZ SCHULDE.", "Dies ist also eine Stütze für R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, [der Gläubiger] müsse sagen: Ihr seid meine Zeugen.", "Auch wurde gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: jawohl, und wenn er am folgenden Tage zu ihm sagt: gib sie mir wieder, er ihm erwidert: ich habe mit dir nur gescherzt, so ist er frei.", "Ebenso wird gelehrt: [Wenn jemand zu einem sagt:] Ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: jawohl, und wenn er am folgenden Tage zu ihm spricht: gib sie mir wieder, er ihm erwidert: ich habe mit dir nur gescherzt, so ist er frei.", "Und noch mehr : wenn jener seine Zeugen hinter dem Zaune versteckt hält und zu ihm sagt: ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: jawohl, und auf die Aufforderung, dies vor N. und N. einzugestehen, er ihm erwidert: ich fürchte, du wirst mich verklagen, so ist er, wenn jener am folgenden Tage zu ihm sagt: gib sie mir wieder, er ihm erwidert: ich habe mit dir nur gescherzt, frei.", "Den Verführer168Zum Götzendienste.verteidige man nicht. –", "Wer spricht hier vom Verführer!? – [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn er169Der Beklagte; wenn er nicht sagt, er habe nur gescherzt, sondern den Kläger auffordert Zeugen zu bringen, so verteidigt ihn das Gericht nicht, vielmehr wird er zur Zahlung verurteilt.aber sich seihst nicht verteidigt, so verteidige man ihn nicht. Bei Todesstrafsachen verteidige man ihn, auch wenn er dies nicht selber tut; einen Verführer aber verteidige man nicht. –", "Weshalb keinen Verführer? R. Ḥama b. Ḥanina erwiderte: Ich habe dies in einem Vortrage des R. Ḥija b. Abba gehört: anders ist es bei einem Verführer, denn der Allbarmherzige sagt :170Dt. 13,9.du sollst seiner nicht schonen und seine Schuld nicht verheimlichen.", "R. Šemuél b. Naḥman sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß man den Verführer nicht verteidige? Von der Urschlange. R. Šimlaj sagte nämlich: Vieles hatte die Schlange zu ihrer Verteidigung zu sagen, sie verteidigte sich aber nicht. Weshalb aber verteidigte sie nicht der Heilige, gepriesen sei er? Weil sie es selbst unterlassen hatte. –", "Was konnte sie sagen? – Von den Worten des Meisters und den Worten des Schülers hat man ja auf die Worte des Meisters zu hören.", "Ḥizqija sagte: Woher, daß man durch die Hinzufügung vermindert? Es heißt:70Gen. 3,3.sagte Gott, ihr dürft sie nicht essen und dürft sie nicht berühren171Verboten war ihnen nur das Essen, zur Verschärfung aber sagte die Eva der Schlange, daß auch das Berühren ihnen verboten worden sei. Die Schlange soll sie hierauf auf den Baum gestoßen haben, um sie zu überzeugen, daß sie die angedrohte Strafe nicht zu fürchten habe..", "R. Mešaršeja sagte: Hieraus:172Ex. 25,10.zwei173Das W. מ‏‎‎[א]תים heißt 200, fügt man ein א hinzu, [dh. vorgesetzt], so wird daraus אמתים, zwei Ellen.und eine halbe Elle lang.", "R. Aši sagte: [Hieraus:]174Ex. 26,7.elf175Das W. שתי heißt zwei, setzt man ein ע vor, so wird daraus עשתי, eins, (im Hebräischen nur in Verbindung mit עשר bezw. עשרה 11).Teppiche.", "Abajje sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er sagt: ich habe mit dir nur gescherzt, wenn er aber sagt," ], [ "es sei nicht wahr, so ist er notorisch ein Leugner.", "R. Papa, Sohn des R. Aḥa b. Ada, sagte: Folgendes sagen wir im Namen Rabas: an unwesentliche Dinge erinnert man sich nicht176Selbst wenn er sagt, es sei nicht wahr, ist er nicht als Leugner festgestellt, da er sich seiner belanglosen Antwort, er habe nur gescherzt, nicht erinnert..", "Einst versteckte jemand Zeugen hinter den Bettvorhang und sprach darauf zu seinem Nächsten: Ich habe bei dir eine Mine. Dieser erwiderte: Jawohl. Darauf sprach er: Wachende und Schlafende sollen Zeugen sein. Dieser erwiderte: Nein. Da entschied R. Kahana: Er sagte ja: nein.", "Einst versteckte jemand Zeugen in ein Grab und sprach darauf zu seinem Nächsten: Ich habe bei dir eine Mine. Dieser erwiderte: Jawohl. – Lebende und Tote sollen Zeugen sein. Dieser erwiderte: Nein. Da entschied R. Šimo͑n: Er sagte ja: nein.", "Rabina, nach anderen R. Papa, sagte : Hieraus ist zu entnehmen, daß es nach der Lehre R. Jehudas, die er im Namen Rabhs sagte, daß er nämlich sagen müsse: ihr seid meine Zeugen, einerlei ist, ob der Schuldner es sagt, oder der Gläubiger es sagt und der Schuldner schweigt, denn dies177Daß der Beklagte sagen könne, er habe nur gescherzt.gilt nur, wenn der Schuldner ‘nein’ sagt, wenn er aber schweigt, so gilt dies [als Zugeständnis].", "Einst sagte jemand, den man Schuldengefäß178Er hatte so viele Schulden, daß man mit seinen Schuldscheinen ein ganzes Gefäß füllen konnte.nannte: Meine Gläubiger sind ja nur N. und N. Als diese ihn darauf vor R. Naḥman zu Gericht forderten,", "sagte R. Naḥman: Niemand pflegt sich gesättigt zu zeigen179Seine Angabe, er schulde jenen Geld, ist nicht als Geständnis aufzufassen, er wollte damit nur sagen, daß er Schulden habe, da jeder seinen Reichtum gern verheimlicht..", "Einst sagte jemand, den man auf Denaren hockende Maus180Er sammelte Schätze auf, ohne davon zu genießen.nannte, als er im Sterben lag: N. und N. haben von mir Geld zu erhalten. Nachdem er gestorben war, kamen jene und forderten die Erben [vor Gericht].", "Hierauf kamen sie vor R. Jišma͑él b. Jose, und er sprach: Nur bei Lebenden sagen wir, ein Mensch zeige sich nicht gesättigt, nicht aber nach dem Tode.", "Da bezahlten sie die Hälfte, jene aber verklagten sie wegen der anderen Hälfte. Als sie darauf vor R. Ḥija kamen, sprach er: Wie ein Mensch sich selbst nicht gesättigt zeigt, ebenso zeigt er auch seine Kinder nicht gesättigt. Jene sprachen: So wollen wir ihnen also auch [jene Hälfte] zurückgeben. Da sprach er: Ein Greis hat bereits entschieden181Was durch das Urteil R. Jišma͑éls bereits erfolgt ist, die Zahlung der einen Hälfte, soll nicht aufgehoben werden..", "Wenn jemand einem vor zwei [Zeugen eine Schuld] zugesteht und es ihm zueignet, so schreibe182Eine Geständnisurkunde, obgleich er dies nicht direkt beauftragt.man, wenn aber nicht, so schreibe man nicht.", "Wenn vor drei und es ihm nicht zueignet, so schreibe man, wie Rabh sagt; R. Asi sagt, man schreibe nicht. Einst trat ein solcher Fall ein, und Rabh berücksichtigte die Ansicht R. Asis.", "R. Aba b. Ahaba sagte: Die Geständnisurkunde wird in diesem Falle zuweilen geschrieben und zuweilen nicht Waren [drei Personen] bereits anwesend, so schreibe man nicht; versammelt er sie selber, so schreibe183Im ersten Falle gelten sie nur als Zeugen, im zweiten Falle als Gericht.man.", "Raba sagte, auch wenn er selber sie versammelt, schreibe man nur dann, wenn er zu ihnen sagt: seid für mich Richter.", "Mar b. R. Aši sagte, auch wenn er sagt: seid für mich Richter, schreibe man nur dann, wenn diese einen Ort anberaumen und sie vor das Gericht laden.", "Wenn jemand bewegliche Sachen eingesteht und sie zueignet, so schreibe man, sonst aber nicht; wie ist es aber bei Grundstücken, und er sie ihm nicht zueignet? – Amemar sagt, man schreibe nicht, Mar Zuṭra sagt, man schreibe wohl. Die Halakha ist, man schreibe.", "Einst traf Rabina in Damharja ein; da fragte ihn R. Dimi b. R. Hona aus Damharja: Wie ist es bei beweglichen Sachen, wenn sie vorrätig184In diesem Falle gleichen sie Grundstücken.sind? Dieser erwiderte: Sie gleichen dann Grundstücken. R. Aši sagte: Da sie noch der Einforderung benötigen, so ist dies nicht der Fall.", "Einst wurde eine Geständnis Urkunde vorgelegt, in der nicht geschrieben war: er sagte zu uns, schreibt, unterzeichnet und überreicht ihm. Abajje und Raba sagten beide, hierbei sei die Lehre des Reš Laqiš anwendbar.", "Reš Laqiš sagte nämlich, es sei feststehend, daß Zeugen eine Urkunde nur dann unterzeichnen, wenn [der Aussteller] großjährig185Ebenso ist auch hierbei anzunehmen, daß er sie dazu beauftragt hat.ist.", "R. Papi, nach anderen R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: Gibt es denn Dinge, die wir nicht wissen, und die Gerichtsschreiber wohl wissen !?", "Man befragte die Schreiber Abajjes, und sie wußten es, die Schreiber Rabas, und sie wußten es.", "Einst wurde eine Geständnisurkunde vorgelegt, in der geschrieben war: in Erinnerung der Worte186Der Parteien; von Zeugen war darin nichts erwähnt.," ], [ "und auch alle anderen Ausdrücke waren die des Gerichtes, jedoch stand darin nicht: zu dreien saßen187Mit dieser Formel beginnen die gerichtlichen Urkunden.wir.", "Rabina wollte sagen, hierbei sei die Lehre des Reš Laqiš anwendbar; da sprach R. Nathan b. Ami zu ihm : Folgendes sagen wir im Namen Rabas : in einem solchen Falle berücksichtige man, das Gericht könnte sich geirrt haben188Indem es glaubte, 2 Personen können ein Gerichtskollegium bilden..", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte : Wenn darin ‘bei Gericht’ geschrieben ist, so ist weiter nichts nötig. –", "Vielleicht war es ein anmaßendes Gericht!? Šemuél sagte nämlich, wenn zwei ein Urteil fällen, sei es gültig, nur heiße es ein anmaßendes Gericht. – Wenn darin geschrieben ist: das Gericht unseres Meisters Aši189Ein solches Gericht weiß, daß 3 Personen zu einer Gerichtssitzung erforderlich sind.. –", "Vielleicht waren die Rabbanan der Schule R. Ašis der Ansicht Šemuéls!? – Wenn darin geschrieben ist: unser Meister Aši190Dh. ein anerkannter Gelehrter.beauftragte uns.", "Die Rabbanan lehrten: Bekundet jemand: ich sah, wie euer Vater Geld in einer Truhe, einer Kiste, einem Schranke verwahrt hat, und er sagte: dies gehört jenem, dies ist [Geld] vom zweiten Zehnten, so sind seine Worte, wenn es sich in der Wohnung befindet, bedeutungslos, wenn aber auf dem Felde, so sind sie gültig.", "Die Regel hierbei ist : liegt es in seiner Hand, es selber fortzunehmen, so sind seine Worte gültig, liegt es nicht in seiner Hand, es selber fortzunehmen, so sind seine Worte bedeutungslos.", "Haben sie gesehen, wie ihr Vater Geld in einer Kiste, einem Schranke oder einer Truhe verwahrt hat, und [gehört, wie er] gesagt hat, es gehöre, jenem, es sei vom zweiten Zehnten, so sind seine Worte, wenn in Form einer Mitteilung, gültig, wenn aber wie eine Täuschung, so hat er nichts gesagt.", "Wenn jemand sich um das Geld grämt, das ihm sein Vater zurückließ, und der Engel des Traumes ihm erscheint und zu ihm sagt, es sei so und so viel, es befinde sich in jenem und jenem Orte, es sei vom zweiten Zehnten, – einst ereignete sich ein solcher Fall, und sie sagten, Träume nutzen und schaden nicht.", "WENN ZWEI ZU SEINEN GUNSTEN ENTSCHEIDEN &C. Wie schreibt man dann [das Protokoll]?", "R. Joḥanan sagte: Er hat gewonnen. Reš Laqiš sagte: Dieser und dieser stimmten zu seinen Gunsten, jener zu seinen Ungunsten. R. Elie͑zer sagte : Bei der Verhandlung hat jener gewonnen. –", "Welcher Unterschied besteht zwischen ihnen? Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, ob auch er mit jenen regreßpflichtig191Falls die zwei sich geirrt haben u. dem Verlierenden den Verlust aus ihrer Tasche ersetzen müssen.ist; nach demjenigen, welcher sagt: er hat gewonnen, muß er mitbezahlen, und nach demjenigen, welcher sagt: dieser und dieser stimmten zu seinen Gunsten, jener zu seinen Ungunsten, braucht er nicht zu bezahlen. –", "Weshalb muß er, nach demjenigen, welcher sagt: er hat gewonnen, mitbezahlen, er kann ja sagen: würdet ihr mir gehorcht haben, so brauchtet ihr ebenfalls nicht zu bezahlen!? –", "Vielmehr, der Unterschied besteht darin, ob sie seinen Teil mitbezahlen müssen; nach demjenigen, welcher sagt: er hat gewonnen, müssen sie ihn mitbezahlen, und nach demjenigen, welcher sagt: dieser und dieser stimmten zu seinen Gunsten, jener zu seinen Ungunsten, brauchen sie ihn nicht mitzubezahlen. –", "Weshalb müssen sie, nach demjenigen, welcher sagt: er hat gewonnen, für ihn mitbezahlen, sie können ja zu ihm sagen, wärest du nicht mit uns, so wäre das Urteil nicht rechtskräftig? –", "Vielmehr, der Unterschied besteht [im Verbote] :192Lev. 19,16.du sollst nicht als Verleumder unter deinen Volksgenossen umhergehen. R. Joḥanan sagt: er hat gewonnen, wegen der Verleumdung.", "Reš Laqiš sagt: dieser und dieser waren zu seinen Gunsten, jener war zu seinen Ungunsten, weil es sonst den Anschein einer Lüge hätte.", "R. Elea͑zar berücksichtigt sowohl das eine als auch das andere, daher schreibe man: bei der Verhandlung hat jener gewonnen.", "HABEN SIE DIE VERHANDLUNG BEENDET &C. Wen [läßt man eintreten] : wenn die Prozeßführenden, so befinden sie sich, ja da, doch wohl die Zeugen;", "also nicht nach R. Nathan, denn es wird gelehrt: Ihre Aussagen werden nur dann vereinigt, wenn sie es zusammen gesehen haben; R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, auch wenn hintereinander.", "Ihre Aussage ist bei Gericht nur dann entscheidend, wenn sie ihr Zeugnis zusammen ablegen ; R. Nathan sagt, man könne auch den einen heute vernehmen und den anderen am folgenden Tage. –", "Nein, tatsächlich die Prozeßführenden, nur ist hier die Ansicht R. Neḥemjas vertreten, denn es wird gelehrt: R. Neḥemja sagte: Bei den Sittenreinen in Jerušalem war der Brauch wie folgt; man ließ die Prozeßführenden eintreten und hörte ihre Worte, darauf ließ man die Zeugen eintreten und hörte ihre Worte; sodann ließ man sie hinausgehen und verhandelte darüber. Hatten sie die Verhandlung beendet, so ließ man sie eintreten &c. –", "Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn sie die Verhandlung beendet hatten, man die Zeugen eintreten ließ!? – Dies vertritt nicht die Ansicht R. Nathans.", "Der Text. Ihre Aussagen werden nur dann vereinigt, wenn sie es zusammen gesehen haben; R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, auch wenn hintereinander. Worüber streiten sie? – Wenn du willst, sage ich: über einen Schriftvers, und wenn du willst, sage ich: über eine eigene Ansicht.", "Wenn du willst, sage ich: über eine eigene Ansicht. [Einer ist der Ansicht], über die Mine, über die der eine bekundet, bekundet nicht193Jeder bekundet, er habe gesehen, A habe B eine Mine geborgt, es können aber 2 verschiedene Fälle sein, u. für jeden Fall bleibt demnach nur ein Zeuge.der andere, und über die der andere bekundet, bekundet dieser nicht; der andere aber ist der Ansicht, beide bekunden über eine Mine.", "Wenn du willst, sage ich: über einen Schriftvers, denn es heißt:194Lev. 5,1.und er ist Zeuge, hat gesehen oder erfahren,", "und hierzu wird gelehrt: Wenn es schon heißt:195Dt. 19,15.ein Zeuge soll nicht auftreten, so weiß ich ja, daß es einer ist, wozu heißt es195Dt. 19,15.einziger?", "Dies ist eine Hauptnorm dafür, daß überall, wo es ‘Zeuge’ heißt, zwei gemeint seien, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich einziger sagt.", "Der Allbarmherzige gebraucht deshalb die Einzahl, um zu sagen, sie müssen beide zusammen gesehen haben. Der andere aber erklärt: er ist Zeuge, hat gesehen oder erfahren, auf jede Weise.", "«Ihre Aussage ist bei Gericht nur dann entscheidend, wenn sie ihr Zeugnis zusammen ablegen; R. Nathan sagt, man könne auch den einen heute vernehmen und den anderen am folgenden Tage.» Worüber streiten sie? – Wenn du willst, sage ich : über eine eigene Ansicht, und wenn du willst, sage ich: über einen Schriftvers.", "Wenn du willst, sage ich: über eine eigene Ansicht. Einer ist der Ansicht, ein Zeuge kann nur einen Eid erwirken, nicht aber eine Verurteilung;", "der andere aber ist der Ansicht, auch wenn sie zusammen erscheinen, bekunden sie ja nicht mit einem Munde, vielmehr werden sie vereinigt, ebenso werden sie auch in diesem Falle vereinigt.", "Wenn du willst, sage ich: über einen Schriftvers:194Lev. 5,1.Wenn er es nicht sagt, soll er seine Sünde tragen;" ], [ "beide sind der Ansicht der Rabbanan, die gegen R. Jehošua͑ b. Qorḥa streiten, und ihr Streit besteht darin, ob die Aussage mit dem Sehen zu vergleichen ist; einer ist der Ansicht, man vergleiche die Aussage mit dem Sehen, und einer ist der Ansicht, man vergleiche sie nicht.", "R. Šimo͑n b. Eljaqim war bestrebt, R. Jose b. R. Ḥanina zu ordinieren und es gelang ihm nicht. Eines Tages saßen sie vor R. Joḥanan,", "und dieser fragte sie : Weiß jemand, ob die Halakha wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa sei oder nicht? R. Šimo͑n b. Eljaqim erwiderte: Dieser weiß es. Da sprach jener: So mag er es sagen. Er erwiderte : Möge der Meister ihn zuerst ordinieren. Hierauf ordinierte er ihn.", "Alsdann sprach er zu ihm : Mein Sohn, sag mir, was du darüber gehört hast. Dieser erwiderte: Ich hörte folgendes: R. Jehošua͑ b. Qorḥa pflichtet R. Nathan bei.", "Jener sprach: Brauchte ich etwa dies [zu erfahren]? Wenn nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa sogar das Sehen zu gleicher Zeit nicht erforderlich ist, um wieviel weniger die Aussage.", "Aber, sprach er weiter, da du schon heraufgestiegen bist, so sollst du nicht zurück95Dh. die Ordination soll dir nicht entzogen werden.hinunter. R. Zera sagte : Hieraus zu entnehmen, daß, wenn ein bedeutender Mann ordiniert worden ist, es dabei bleibe.", "R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa, sowohl bei beweglichen Sachen als auch bei Grundstücken.", "U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa bei Grundstücken, nicht aber bei beweglichen196Bei einem Grundstücke weiß man, daß sich beide Aussagen auf dasselbe beziehen. bei beweglichen Sachen aber können es 2 verschiedene Fälle sein.Sachen.", "Abajje sprach zu ihm: So die Halakha, demnach streitet jemand gegen ihn, dagegen sagte ja R. Abba im Namen R. Honas im Namen Rabhs, daß die Weisen R. Jehošua͑ b. Qorḥa hinsichtlich der Zeugenaussage bei Grundstücken beipflichten.", "Ferner lehrte R. Idi b. Abin im Traktate ‘von den Schäden’ der Schule Qarnas, daß die Weisen R. Jehošua͑ b. Qorḥa beipflichten hinsichtlich der Zeugenaussage bei einem Erstgeborenen197Das erstgeborene Vieh darf nur dann geschlachtet werden, wenn es ein Gebrechen bekommen hat; da aber die Hirten im Verdachte stehen, dem Tiere ein solches beizubringen, muß durch Zeugen das Gegenteil bewiesen werden., hinsichtlich der Zeugenaussage über Grundstücke und hinsichtlich der Zeugenaussage über die Ersitzung198Die durch Zeugen bewiesen werden muß., und ebenso einen Sohn oder eine Tochter betreffend!? –", "Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei Personen hin; einer ist der Ansicht, sie streiten gegen ihn, und einer ist der Ansicht, sie streiten gegen ihn nicht. –", "Was heißt: ebenso einen Sohn und eine Tochter betreffend: wollte man sagen, wenn einer das Vorhandensein eines [Haares] auf der Rückenseite199Sobald ein Knabe od. ein Mädchen 2 Haare an der Scham bekommt, gelten sie als großjährig; cf. Bd. VII S. 242 Anm. 164.und einer das Vorhandensein eines [Haares] auf der Bauchseite bekundet, so ist dies ja eine halbe Sache und ein halbes Zeugnis!? –", "Vielmehr, wenn einer das Vorhandensein von zwei [Haaren] auf der Rückenseite und einer das Vorhandensein von zwei [Haaren] auf der Bauchseite bekundet.", "R. Joseph sagte: Ich sage im Namen U͑las, die Halakha sei wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa, sowohl bei beweglichen Sachen als auch bei Grundstücken; die Rabbanan aber, die aus Maḥoza kamen, sagen, R. Zera sagte im Namen Rabhs, nur bei Grundstücken, nicht aber bei beweglichen Sachen.", "Rabh vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabh sagte, handelt es sich um ein Geständnis nach einem Geständnisse200Wenn ein Zeuge bekundet, der Beklagte habe dem Kläger am Sonntag gestanden, dem Kläger Geld zu schulden, u. der andere Zeuge dies am Montag wahrgenommen zu haben bekundet, od. wenn ein Zeuge bekundet, der Kläger habe am Sonntag dem Beklagten Geld geborgt, u. der andere Zeuge bekundet, der Beklagte habe am Montag gestanden, dem Kläger Geld zu schulden, so werden die Zeugen vereinigt, da angenommen wird, daß es sich um dasselbe Objekt handle; wenn aber 2 Zeugen von 2 Darlehen an 2 verschiedenen Tagen bekunden, oder wenn einer von einem Geständnisse am Sonntag u. der andere von einem Darlehen am Montag bekundet, so sind es 2 von einander getrennte Objekte u. die Zeugen werden nicht vereinigt.oder um ein Geständnis nach einem Leihen, so werden sie vereinigt,", "wenn aber um ein Leihen nach einem Leihen oder um ein Leihen nach einem Geständnisse, so werden sie nicht vereinigt.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq traf R. Hona, den Sohn des R. Jehošua͑, und er sprach zu ihm: Bei einem Leihen nach einem Leihen werden sie wohl deshalb nicht vereinigt, weil die Mine, die der eine sah, der andere nicht sah, ebenso verhält es sich ja beim Geständnisse nach einem Geständnisse: die Mine, die er vor dem einen eingestanden hat, hat er nicht vor dem anderen eingestanden!? –", "Wenn er zum anderen gesagt hat: die Mine, die ich ihm vor dir eingestehe, habe ich ihm auch vor jenem eingestanden. –", "Aber immerhin weiß dies ja nur der andere, nicht aber der erste!? –", "Wenn er darauf zum ersten hingegangen ist und zu ihm gesagt hat: die Mine, die ich ihm vor dir eingestanden habe, habe ich ihm auch vor jenem eingestanden. Hierauf erwiderte er ihm : Mögest du Befriedigung finden, wie du mir Befriedigung verschafft hast.", "Jener sprach: Wieso Befriedigung, Raba, nach anderen R. Šešeth, trieb da ja eine Keule hinein: dies ist ja dasselbe, was ein Geständnis nach einem Leihen201Wozu braucht Rabh beide Fälle zu lehren.!?", "Dieser erwiderte: Das ist es, was ich von euch gehört habe: ihr reißt die Dattelpalme nieder und richtet sie wieder auf.", "Die Nehardee͑nser sagten: Sie werden immer vereinigt, einerlei ob bei einem Geständnisse nach einem Geständnisse, oder einem Geständnisse nach einem Leihen, oder einem Leihen nach einem Leihen, oder einem Leihen202Da schließlich beide bekunden, daß der Beklagte dem Kläger die betreffende Summe schulde.nach einem Geständnisse; also nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa.", "R. Jehuda sagte: Wenn die Zeugenaussagen einander bei den Untersuchungen203Vgl. S. 494 Anm. 234.widersprechen, so sind sie bei Geldsachen zulässig.", "Raba sagte: Es ist anzunehmen, daß sich die Lehre R. Jehudas auf den Fall bezieht, wenn einer sagt, es war ein schwarzer Geldbeutel und einer sagt, es war ein weißer Geldbeutel; wenn aber einer sagt, es war eine schwarze Mine, und einer sagt, es war eine weiße204Dh. eine neue, bezw. alte.Mine, so werden sie nicht vereinigt. –", "Werden sie denn bei einem Widerspruche inbetreff des Geldbeutels205Wörtl. bei einem schwarzen Geldbeutel; wenn der Widerspruch nur die begleitenden Umstände, nicht die Sache selbst betrifft.bei Todesstrafsachen nicht vereinigt, R. Ḥisda sagte ja, daß, wenn einer bekundet, er habe ihn mit einem Schwerte getötet, und einer bekundet, er habe ihn mit einem Dolche getötet, [das Zeugnis] nicht zuverlässig sei, wenn aber einer bekundet, seine Kleider seien schwarz gewesen, und einer bekundet, seine Kleider seien weiß gewesen, [das Zeugnis] zuverlässig sei!? –" ], [ "Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei Personen hin!?", "Die Nehardee͑nser aber sagten, selbst wenn einer sagt, es war eine schwarze Mine, und einer sagt, es war eine weiße Mine, werden sie vereinigt. –", "Wohl nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa, aber R. Jehošua͑ b. Qorḥa ist ja dieser Ansicht nur dann, wenn sie einander widersprechen, ist er etwa dieser Ansicht auch dann, wenn sie einander nicht widersprechen!? –", "Vielmehr, sie sind der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten nicht über zwei Zeugenpartien, von denen die eine zweihundert [Zuz] sagt, und die andere eine Mine sagt, ob in zweihundert [Zuz] eine Mine enthalten206Das Zeugnis der einen Partie, bezügl. einer Mine, ist auf jeden Fall gültig.ist,", "sie streiten nur über eine207Wenn ein Zeuge über 1 Mine u. der andere über 2 bekundet.Zeugenpartie; die Schule Šammajs sagt, die Zeugenaussage sei dann gesprengt, und die Schule Hillels sagt, in zweihundert [Zuz] sei eine Mine enthalten.", "Wenn einer sagt, es war ein Faß mit Wein, und einer sagt, es war ein Faß mit Öl –", "einst ereignete sich ein solcher Fall, und als sie vor R. Ami kamen, verurteilte er ihn, ein Faß mit Wein zu bezahlen, das in einem Fasse mit Öl enthalten208Ein Faß mit Öl hat einen höheren Wert als ein Faß mit Wein, der Wert des letzteren ist also im Werte des ersteren enthalten.ist. – Wohl nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar; aber R. Šimo͑n ist ja dieser Ansicht da, wo in zweihundert [Zuz] eine Mine enthalten ist, ist er etwa dieser Ansicht auch in diesem Falle209Wo es 2 ganz verschiedene Objekte sind u. das eine nicht im 2. enthalten ist.!? –", "Hier handelte es sich um den Wert210Wenn die Zeugen bekundeten, er habe eingestanden, ihm den Wert eines Fasses Öl, bezw. Wein zu schulden..", "Wenn einer sagt, es sei im oberen Stockwerke und einer sagt, es sei im unteren Stockwerke geschehen, – einst ereignete sich, erzählte R. Ḥanina, ein solcher Fall, und als die Angelegenheit vor Rabbi kam, vereinigte er ihre Zeugenaussagen.", "WOHER, DASS BEI SEINEM FORTGEHEN &C. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß er bei seinem Fortgehen nicht sagen dürfe: ich habe zu seinen Gunsten gestimmt und meine Kollegen zu seinen Ungunsten, was aber konnte ich dafür, daß meine Kollegen mich überstimmt haben? Es heißt: du sollst nicht als Verleumder unter deinen Volksgenossen umhergehen; ferner heißt es: Verleumder ist, wer Geheimnisse verrät.", "Einst wurde von einem Jünger bekannt, daß er etwas verraten hat, was vor zweiundzwanzig Jahren im Lehrhause [vertraulich] gesagt wurde ; da entfernte ihn R. Ami aus dem Lehrhause, indem er sagte: Dieser verrät Vertrauliches.", "viii SOBALD ER EIN NEUES BEWEISSTÜCK BRINGT, WIRD DAS URTEIL UMGESTOSSEN. SAGTE MAN IHM, DASS ER ALLE BEWEISSTÜCKE, DIE ER HAT, BINNEN DREISSIG TAGEN BRINGEN SOLL, SO WIRD [DAS URTEIL], WENN ER SIE INNERHALB DER DREISSIG TAGE BRINGT, UMGESTOSSEN, WENN NACH DREISSIG TAGEN, SO WIRD ES NIGHT UMGESTOSSEN.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SPRACH: WAS KANN DIESER DAFÜR, DASS ER NIGHT INNERHALB DER DREISSIG TAGE, SONDERN ERST NACH DEN DREISSIG TAGEN GEFUNDEN HAT!?", "SAGTE MAN ZU IHM, DASS ER ZEUGEN BRINGE, UND ERWIDERTE ER, ER HABE KEINE ZEUGEN, DASS ER EINEN BEWEIS BRINGE, UND ERWIDERTE ER, ER HABE KEINEN BEWEIS, SO SIND, WENN ER NACH EINER ZEIT EINEN BEWEIS BRINGT ODER ZEUGEN FINDET, DIESE UNGÜLTIG.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SPRACH: WAS KANN DIESER DAFÜR, DASS ER NICHT WÜSSTE, DASS ER ZEUGEN HAT, UND DOCH WELCHE GEFUNDEN HAT, DASS ER NICHT WUSSTE, DASS ER EINEN BEWEIS HAT, UND DOCH EINEN GEFUNDEN HAT!?", "WENN ER ABER, NACHDEM ER EINGESEHEN HAT, DASS ER VERLIERT, SAGT, DASS MAN N. UND N. VORTRETEN LASSE, DIE FÜR IHN ZEUGEN MÖGEN, ODER DAS BEWEISSTÜCK AUS SEINER GÜRTEL-TASCHE HERVORHOLT, SO SIND SIE UNGÜLTIG211Nach aller Ansicht, denn da er bei der Aufforderung von den Zeugen, bezw. dem Beweisstücke Kenntnis hatte, u. sie dennoch anfangs verleugnete, so war ihm wahrsch. bekannt, daß diese lügenhaft, bezw. unecht sind..", "GEMARA. Rabba b. R. Hona sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Ferner sagte Rabba b. R. Hona : Die Halakha ist nicht wie die Weisen. –", "Selbstverständlich, wenn er sagt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, so weiß ich ja schon, daß die Halakha nicht wie die Weisen sei !? –", "Man könnte glauben, nur von vornherein [entscheide man nicht nach diesen], wenn es aber bereits geschehen ist, bleibe es dabei, so lehrt er uns, daß, wenn es bereits geschehen ist, man die Entscheidung aufhebe.", "SAGTE MAN ZU IHM, DASS ER ZEUGEN BRINGE &C. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SPRACH &C. Rabba b. R. Hon a sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie die Weisen. Ferner sagte Rabba b. R. Hona im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist nicht wie R. Šimo͑n b. Gamliél. –", "Selbstverständlich, wenn er sagt, die Halakha sei wie die Weisen, so weiß ich ja schon, daß sie nicht wie R. Šimo͑n b. Gamliél sei!? –", "Folgendes lehrt er uns: nur hierbei ist die Halakha nicht wie R. Šimo͑n b. Gamliél, sonst aber ist überall die Halakha wie R. Šimo͑n b. Gamliél.", "Dies schließt also das aus, was Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans gesagt hat, daß nämlich überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, die Halakha wie er sei, ausgenommen [die Lehren] vom Bürgen, vom Ereignis in Çajdan und vom nachträglichen Beweise212Vgl. S. 459 Anm. 364–366.
212. Der wahrscheinlich bei ihr deponiert war.
.", "Einst wurde ein Kind beim Gerichte R. Naḥmans verklagt, und er fragte ihn: Hast du Zeugen? Dieser erwiderte: Nein. – Hast du ein Beweisstück? Dieser erwiderte: Nein. Hierauf verurteilte ihn R. Naḥman.", "Da ging er fort und weinte. Als die Leute ihn [weinen] hörten, sprachen sie zu ihm: Wir kennen die Verhältnisse deines Vaters. Daraufhin sprach R. Naḥman : In diesem Falle pflichten auch die Rabbanan bei, denn das Kind kannte die Verhältnisse seines Vaters nicht.", "Einst wurde ein aus der Hand einer Frau kommender Schuldschein präsentiert, und sie sagte, sie wisse, daß er bezahlt sei. R. Naḥman glaubte ihr dies.", "Da sprach Raba zu R. Naḥman : Also nach Rabbi, welcher sagt, Schriftstücke werden durch die Übergabe213Es war also ihr Eigentum u. sie konnte bekunden, daß er bezahlt sei.geeignet.", "Dieser erwiderte: Anders ist es hierbei, denn wenn sie wollte, könnte sie ihn ja verbrennen.", "Manche sagen, R. Naḥman habe es ihr nicht geglaubt, und Raba sprach zu R. Naḥman: Wenn sie wollte," ], [ "könnte sie ihn ja verbrennen!? –", "Da er bei Gericht bestätigt wurde, sagen wir nicht mehr, wenn sie wollte, könnte sie ihn verbrennen.", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Ist eine Tilgungsquittung von Zeugen unterzeichnet, so sind die Unterschriften zu bestätigen; ist sie nicht von Zeugen unterzeichnet und kommt aus der Hand eines dritten, oder wenn sie sich unter der Unterschrift des Schuldscheines befindet, so ist sie gültig. Demnach ist der dritte glaubhaft!?", "Eine Widerlegung.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Er kann stets ein Beweisstück bringen und [das Urteil] umstoßen, bis er nichts mehr vorzubringen hat und sagt, daß N. und N. vortreten und für ihn zeugen mögen. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, bis er nichts mehr vorzubringen hat, also nach den Rabbanan, nachher aber heißt es, daß N. und N. vortreten und für ihn zeugen mögen, also nach R. Šimo͑n b. Gamliél!?", "Wolltest du erwidern, das ganze nach R. Šimo͑n b. Gamliél, nur sei [der Schlußsatz] eine Erklärung: nichts mehr vorzubringen, das heißt, wenn er sagt, N. und N. mögen vortreten und für ihn zeugen, so sagte ja Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, die Halakha wie er sei, ausgenommen [die Lehren] vom Bürgen, vom Ereignisse in Çajdan und vom nachträglichen Beweise!? –", "Vielmehr, als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Er darf stets einen Beweis bringen und [das Urteil] umstoßen, bis er nichts mehr vorzubringen hat, wenn man nämlich zu ihm sagt, daß er Zeugen bringe, und er erwidert, er habe keine Zeugen, daß er ein Beweisstück bringe und er erwidert, er habe kein Beweisstück; wenn aber Zeugen aus dem Überseelande kommen, oder wenn die Brieftasche seines Vaters sich bei einem anderen befunden hatte, so kann er nachträglich einen Beweis bringen und [das Urteil] umstoßen.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Wenn jemand seinen Genossen vor Gericht zwingt, und der eine sagt, wir wollen unseren Prozeß hier führen, während der andere sagt, wir wollen zum Konzilgerichte gehen, so zwingt man ihn, zum Konzilgerichte zu gehen.", "R. Elea͑zar sprach zu ihm : Meister, wer von seinem Nächsten eine Mine fordert, soll also wegen dieser Mine eine andere ausgeben !? Vielmehr zwinge man ihn, den Prozeß in derselben Stadt zu führen.", "Es wurde auch gelehrt: R. Saphra sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn zwei sich wegen der Gerichtsverhandlung versteifen, der eine sagt, wir wollen unseren Prozeß hier führen, und der andere sagt, wir wollen zum Konzilgerichte gehen, so zwinge man ihn, den Prozeß in derselben Stadt zu führen. Ist etwas [beim Konzilgerichte] anzufragen, so frage man es schriftlich an.", "Wenn er sagt: gebt mir ein Schriftstück, aus welchem Grunde ihr mich verurteilt habt, so schreibe man und gebe es ihm.", "Die Schwägerin gehe zum Schwager, um ihr [das Heiraten] zu erlauben214Durch die Ḥaliça.. –", "Wie weit? R. Ami erwiderte: Selbst aus Tiberjas215Obgleich Tiberjas bedeutend größer war als Sepphoris.nach Sepphoris.", "R. Kahana sprach: Hier auf deutet folgender Schriftvers:216Dt. 25,8.die Ältesten seiner Stadt sollen ihn vorladen, die Ältesten seiner Stadt, nicht aber die Ältesten ihrer Stadt.", "Amemar sagte: Die Halakha ist, man zwinge ihn, zum Konzilgerichte zu gehen. R. Aši sprach zu Amemar: R. Elea͑zar sagte ja, man zwinge ihn, den Prozeß in seiner Stadt zu führen!? – Dies nur, wenn der Schuldner dies217Daß der Prozeß vor dem Konzilgerichte geführt werde.vom Gläubiger verlangt, wenn aber der Gläubiger dies verlangt, so [heißt es hierüber :]218Pr. 22,7.der Schuldner ist ein Knecht des Gläubigers.", "Sie schrieben an Mar U͑qaba: An den, dem ein Glanz219Durch seine Weisheit; cf. Ecc. 8,1.eigen, wie dem Sohne der Bithja220Mošes; cf. Ex. 34,29,30., Friede sei mit ihm. U͑qaban der Babylonier klagte vor uns, sein Bruder Jirmeja habe ihm den Weg221Dh. ein Unrecht zugefügt; nach einer Erklärung Raschis hatte er ihn kastriert und ihm somit den Weg zur Fortpflanzung versperrt.versperrt, sagt es222Dh. ladet ihn vor Gericht.ihm, und veranlasset, daß er unser Angesicht in Tiberjas sehe. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es: sagt es ihm, sie sollten ihn also selber richten, [nachher aber:] veranlasset, daß er unser Angesicht in Tiberjas sehe, sie sollten ihn also hinschicken!? –", "Er meint es wie folgt: saget es ihm, richtet ihr; wenn er gehorcht, so ist es recht, wenn aber nicht, so veranlasset, daß er unser Gesicht in Tiberjas sehe.", "R. Aši erklärte: Da handelte es sich um eine Geldbuße und Geldbußen werden in Babylonien nicht verhandelt; nur deshalb gebrauchten sie diese Ausdrucksweise, um Mar U͑qaba Ehrung zu erweisen." ], [ "i SOWOHL BEI GELDSACHEN ALS AUCH BEI TODESSTRAFSACHEN IST DIE UNTERSUCHUNG UND DIE AUSFORSCHUNG1Vgl. S. 494 Anm. 234. [DER ZEUGEN] ERFORDERLICH, DENN ES HEISST : 2Lev. 24,22.einerlei Recht sollt ihr haben.", "WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN GELDSACHEN UND TODESSTRAFSACHEN? GELDSACHEN WERDEN VOR DREI UND TODESSTRAFSACHEN VOR DREIUNDZWANZIG [RICHTERN VERHANDELT]. BEI GELDSACHEN WIRD DIE VERHANDLUNG SOWOHL MIT SEINER ENTLASTUNG ALS AUCH MIT SEINER BELASTUNG BEGONNEN, BEI TODESSTRAFSACHEN NUR MIT SEINER ENTLASTUNG, NICHT ABER MIT SEINER BELASTUNG. BEI", "GELDSACHEN IST [DIE MEHRHEIT] EINER STIMME ENTSCHEIDEND SOWOHL ZU GUNSTEN ALS AUCH ZU UNGUNSTEN, BEI TODESSTRAFSACHEN IST [DIE MEHRHEIT] EINER STIMME NUR ZU GUNSTEN ENTSCHEIDEND, ZU UNGUNSTEN NUR [DIE MEHRHEIT] ZWEIER STIMMEN.", "BEI GELDSACHEN KANN DAS URTEIL WIDERRUFEN WERDEN, SOWOHL ZU GUNSTEN ALS AUCH ZU UNGUNSTEN, BEI TODESSTRAFSACHEN KANN DAS URTEIL NUR ZU GUNSTEN WIDERRUFEN WERDEN, NICHT ABER ZU UNGUNSTEN.", "BEI GELDSACHEN KANN JEDER3Der Schüler, die der Verhandlung beiwohnen u. zum Gerichtskollegium nicht gehören. EINE ENTLASTENDE ODER BELASTENDE ANSICHT VORBRINGEN, BEI TODESSTRAFSACHEN KANN WOHL JEDER EINE ENTLASTENDE ANSICHT VORBRINGEN, NICHT ABER EINE BELASTENDE.", "BEI GELDSACHEN KANN, WER BELASTEND VORTRUG, ENTLASTEND VORTRAGEN, UND WER ENTLASTEND VORTRUG, BELASTEND VORTRAGEN, BEI TODESSTRAFSACHEN ABER KANN, WER BELASTEND VORTRUG, ENTLASTEND VORTRAGEN, WER ABER ENTLASTEND VORTRUG, KANN NICHT MEHR ZURÜCKTRETEN UND BELASTEND VORTRAGEN. VERHANDLUNGEN ÜBER", "GELDSACHEN WERDEN AM TAGE GEFÜHRT UND KÖNNEN NACHTS GESCHLOSSEN WERDEN, VERHANDLUNGEN ÜBER TODESSTRAFSACHEN WERDEN AM TAGE GEFÜHRT UND MÜSSEN AUCH AM TAGE GESCHLOSSEN WERDEN.", "BEI GELDSACHEN WIRD DAS URTEIL AM TAGE DER VERHANDLUNG GEFÄLLT, OB ZU GUNSTEN DER ZU UNGUNSTEN, BEI TODESSTRAFSACHEN ABER KANN DAS URTEIL AM SELBEN TAGE NUR ZU GUNSTEN GEFÄLLT WERDEN, ZU UNGUNSTEN ABER ERST AM FOLGENDEN TAGE. DAHER WIRD WEDER AM VORABEND DES ŠABBATHS NOCH AM VORABEND DES FESTES GERICHT ABGEHALTEN.", "ii VERHANDLUNGEN ÜBER GELDANGELEGENHEITEN UND FRAGEN ÜBER UNREINHEIT UND REINHEIT BEGINNEN MIT DEM GRÖSSTEN4Er äußert seine Ansicht zu allererst., ÜBER TODESSTRAFSACHEN BEGINNEN SIE VON DER SEITE5Wo die Kleineren saßen; im entgegengesetzten Falle würden die Kleineren nicht wagen, den Größeren zu widersprechen..", "JEDER IST ZULÄSSIG, IN GELDSACHEN ZU RICHTEN, NICHT ABER IST JEDEB ZULÄSSIG, IN TODESSTRAFSACHEN ZU RICHTEN, SONDERN NUR PRIESTER, LEVITEN UND JISRAÉLITEN, DIE [IHRE TÖCHTER] AN PRIESTER VERHEIRATEN DÜRFEN6Deren Legitimität ganz makelfrei ist..", "GEMARA. Sind denn bei Geldsachen Untersuchung und Ausforschung [der Zeugen] erforderlich, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn eine Urkunde vom ersten Nisan des Erlaßjahres7Des Siebentjahres, in dem sämtliche Schulden u. Forderungen zu erlassen sind; cf. Dt. 15,1ff. datiert ist, und Zeugen kommen und sprechen: wieso könnt ihr auf dieser Urkunde Zeugen sein, an jenem Tage seid ihr ja mit uns an jenem Orte gewesen, so ist der Schein gültig und die Zeugen zuverlässig, denn man nehme an, er kann vielleicht später8Die Zeugen waren bei der Handlung zugegen, während die Urkunde erst später geschrieben wurde, u. die in der Urkunde befindlichen Daten beziehen sich auf den Tag der Handlung. geschrieben worden sein.", "Wieso ist nun anzunehmen, er könne vielleicht später geschrieben worden sein, wenn du sagen wolltest, hierbei seien Untersuchung und. Ausforschung [der Zeugen] erforderlich9Die von den Zeugen angegebenen Daten müssen stimmen u. das Gericht hat keinerlei Veranlassung, für sie eine Entschuldigung zu suchen.!? –", "Nach deiner Ansicht sollte doch aus folgender Lehre ein Einwand erhoben werden: Vordatierte Schuldscheine sind ungültig10Weil der Gläubiger die vom Schuldner inzwischen verkauften Grundstücke dem Käufer widerrechtlich abnehmen könnte., nachdatierte sind gültig. Wieso sind nun nachdatierte gültig, wenn man sagen wollte, hierbei seien Untersuchung und Ausforschung erforderlich9Die von den Zeugen angegebenen Daten müssen stimmen u. das Gericht hat keinerlei Veranlassung, für sie eine Entschuldigung zu suchen.!? –", "Das ist kein Einwand, denn er zitiert lieber eine weiter gehende Lehre: selbst wenn [die Urkunde] am ersten Nisan des Erlaßjahres ausgestellt ist, wo man Geld nicht mehr zu verborgen11Da am Schluß des Erlaßjahres alle Schulden erlassen werden, u. der Verborger der Gefahr ausgesetzt ist, sein Geld zu verlieren.pflegt, und daher nicht anzunehmen ist, daß sie noch später geschrieben sei, da niemand seine Urkunde verschlechtert, ist er gültig, weil die Erlaßzeit erst am Schlusse des Siebentjahres eintritt. –", "Aber immerhin besteht ja ein Widerspruch!?", "R. Ḥanina erwiderte: Nach der Tora sind sowohl bei Geldsachen als auch bei Todesstrafsachen Untersuchung und Ausforschung erforderlich, denn es heißt : 2Lev. 24,22.einerlei Recht soll unter euch gelten, nur deshalb bestimmten sie, daß bei Geldsachen Untersuchung und Ausforschung nicht erforderlich seien, damit nicht vor den Leihenden die Tür abgeschlossen werde12Vgl. S. 474 Anm. 43.. –", "Demnach sollten [die Richter]," ], [ "wenn sie sich geirrt haben, nicht regreßpflichtig13Da die Ausforschung nicht erforderlich ist, so laufen sie Gefahr, sich zu irren.sein!? – Dadurch würdest du erst recht die Tür vor den Leihenden schließen.", "Raba erwiderte: Unsere Mišna handelt von Bußgeldsachen und jene handelt von Geständnissen und Darlehen14Vgl. S. 473 Anm. 38..", "R. Papa erwiderte : Beide handeln von Geständnissen und Darlehen, nur handelt die eine von einer betrügerischen Forderung und die andere von einer berechtigten Forderung.", "Dies nach Reš Laqiš, denn Reš Laqiš wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt :15Lev. 19,15.mit Gerechtigkeit sollst du deinen Genossen richten, dagegen heißt es:16Dt. 20.Gerechtigkeit, nur Gerechtigkeit sollst du nachjagen; wie ist dies zu erklären17Im ersten Verse wird das W. ‘Gerechtigkeit’ nur einmal genannt, in andern zweimal, also mit der größten Peinlichkeit.? Eines gilt von einer betrügerischen Forderung und eines gilt von einer berechtigten Forderung.", "R. Aši erwiderte: Die Lehren sind richtig erklärt, [nicht aber] die Schriftverse; vielmehr bezieht sich einer auf die gerichtliche Entscheidung und der andere auf den Vergleich.", "Wie gelehrt wird: Gerechtigkeit, nur Gerechtigkeit sollst du nachjagen; wieso? Wenn zwei Schiffe auf dem Meere auf einander stoßen, und beide, wenn sie gleichzeitig vorüber gehen, untergehen, wenn aber nach einander, durchkommen, oder wenn zwei Kamele über den Bergsteg von Beth Ḥoron gehen und auf einander stoßen, und beide, wenn sie gleichzeitig vorübergehen, abstürzen, wenn aber hinter einander, durchkommen, – was machen sie nun?", "Ist eines beladen und eines unbeladen, so muß das unbeladene vor dem beladenen zurückweichen, ist eines [dem Ufer] nahe und eines weit, so muß das nahe vor dem weiten zurückweichen; sind beide gleich nahe oder gleich weit, so ist ein Vergleich zwischen beiden anzustreben, indem eines an das andere eine Vergütung zahlt.", "Die Rabbanan lehrten: Gerechtigkeit, nur Gerechtigkeit sollst du nachjagen ; gehe zu einem angesehenen Gerichte : zu R. Elie͑zer nach Lud, zu R. Joḥanan b. Zakkaj nach Berur Ḥajil.", "Es wird gelehrt: Der Schall einer Mühle in Burni [bedeutet:] eine Beschneidung, eine Beschneidung18Da werden wahrscheinlich Spezereien gemahlen, um sie auf die Wunde des Kindes zu streuen. Dies galt als Zeichen zur Zeit der Religionsverfolgung, wo die Beschneidung verboten war.; der Glanz von Lichtern in Berur Ḥajil [bedeutet:] ein Gastmahl, ein Gastmahl.", "Die Rabbanan lehrten: Gerechtigkeit, nur Gerechtigkeit sollst du nachjagen, gehe zu den Weisen zur [Gerichts]sitzung; zu R. Elie͑zer nach Lud, zu R. Joḥanan b. Zakkaj nach Berur Ḥajil, zu R. Jehošua͑ nach Peqii͑n, zu R. Gamliél nach Jabne, zu R. A͑qiba nach Bene Beraq, zu R. Mathja nach Rom, zu R. Ḥananja b. Teradjon nach Sikhni, zu R. Jose nach Sepphoris, zu R. Jehuda b. Bethera nach Nezibís, zu R. Jehošua͑ nach dem Exil19Worunter Pumbeditha, bekannt durch seine berühmte Hochschule, verstanden wird; cf. Rh. Fol. 23b., zu Rabbi nach Beth Šea͑rim, und zu den Weisen nach der Quaderhalle.", "BEI GELDSACHEN WIRD &C. BEGONNEN. Was sagt man zu ihnen? R. Jehuda erwiderte: Man spricht zu ihnen wie folgt: Wer sagt, daß ihr die Wahrheit redet?", "U͑la entgegnete ihm: Demnach schließt man ihnen ja den Mund!? – Wenn auch; es wird ja gelehrt, R. Šimo͑n b. Elie͑zer sagte, man führe die Zeugen von Ort zu Ort umher, damit sie verwirrt werden und zurücktreten20Falls ihre Aussage nicht auf Wahrheit beruht.. –", "Es ist ja nicht gleich; da werden sie ja nur indirekt zurückgestoßen, hierdurch aber stoßen wir sie ja direkt zurück!?", "Vielmehr, sagte U͑la, spricht man [zum Angeklagten] wie folgt: Hast du Zeugen, die diese als Falschzeugen überführen können? Rabba entgegnete ihm : Sollte man denn mit der Verteidigung des einen beginnen, die eine Belastung der anderen21Durch diese Verteidigung des Angeklagten werden die Zeugen belastet, indem man sie als Falschzeugen zu überführen sucht.ist!? –", "Ist dies denn eine Belastung für diese, wir haben ja gelernt, Falschzeugen werden nur dann hingerichtet, wenn das Urteil gefällt22Werden sie aber vorher als solche überführt, so ist dies für sie keine Belastung.worden ist!? –", "Es ist wie folgt zu verstehen: wenn dieser schweigt, bis das Urteil gefällt ist, dann Zeugen bringt und jene als Falschzeugen überführt, so ist dies ja eine Belastung für jene!? Vielmehr, erklärte Rabba, spricht man zu ihm wie folgt: Hast du Zeugen, die diesen widersprechen23Als Falschzeugen gelten die ersten nur dann, wenn man ihnen nachweist, daß sie zur betreffenden Zeit anderwärts waren u. den Vorgang gar nicht gesehen haben können.?", "R. Kahana sagte: [Man spreche zu ihnen:] Nach eurer Aussage müßte jener freigesprochen werden. Abajje und Raba sagten beide, man spreche zu ihm: Hast du den Mord nicht begangen, so brauchst du nichts zu fürchten. R. Aši sagte: [Man spreche:] Weiß jemand etwas zu seinen Gunsten, so komme er und sage es.", "Übereinstimmend mit Abajje und Raba wird gelehrt: Rabbi sagte :24Num. 5,19.Wenn dir niemand beigewohnt hat und wenn du dich nicht vergangen hast &c.; hieraus," ], [ "daß man bei Todesstrafsachen mit der Verteidigung beginne.", "BEI GELDSACHEN KANN DAS URTEIL WIDERRUFEN WERDEN &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hat er eine Entscheidung getroffen und dem Unrechthabenden Recht und dem Rechthabenden Unrecht gegeben, oder das Reine als unrein und das Unreine als rein erklärt, so ist seine Entscheidung gültig und muß er aus seiner Tasche bezahlen!?", "R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand: das eine gilt von einem anerkannten und das andere gilt von einem nicht anerkannten [Richter]. – Kann denn bei einem anerkannten das Urteil widerrufen werden, es wird ja gelehrt, wenn er vom Gerichte anerkannt ist, brauche er nicht zu bezahlen!?", "R. Naḥman erwiderte: Eines in dem Falle, wenn ein an Weisheit und Zahl größeres [Gericht] vorhanden ist, und eines in dem Falle, wenn kein an Weisheit und Zahl größeres vorhanden ist.", "R. Šešeth erwiderte: Eines in dem Falle, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, und eines in dem Falle, wenn er sich in der Erwägung geirrt hat. R. Šešeth sagte nämlich im Namen R. Asis: Hat er sich in einer Lehre geirrt, so ist [die Entscheidung] aufzuheben, hat er sich in der Erwägung geirrt, so ist [die Entscheidung] nicht aufzuheben.", "Rabina sprach zu R. Aši: Selbst wenn er sich in einer Lehre von R. Ḥija und R. Oša͑ja25Diese waren Redakteure der Toseptha; eine Lehre oder Entscheidung aus dieser hat geringere Autorität als eine aus der Mišna.geirrt hat? Dieser erwiderte: Jawohl. – Selbst in einer Lehre von Rabh und Šemuél? Dieser erwiderte: Jawohl. – Selbst in einer Lehre von mir und dir? Dieser erwiderte: Sind wir denn Binsenschneider!? –", "Was heißt: in der Erwägung? R. Papa erwiderte: Wenn zum Beispiel zwei Tannaím oder zwei Amoraím darüber streiten und die Halakha weder wie der eine noch wie der andere gelehrt wurde, und er nach der einen Ansicht entschieden hat, während ein Brauch26Durch Ansicht oder Beschluß mehrerer Richter.nach der anderen Ansicht besteht; das heißt: in der Erwägung.", "R. Hamnuna wandte gegen R. Šešeth ein : Einst wurde einer Kuh die Gebärmutter entfernt, und R. Tryphon ließ sie Hunden zum Fressen geben;", "als aber die Sache vor die Weisen in Jamnia kam, erlaubten sie [den Genuß] derselben. Theodos der Arzt sagte nämlich, eine Kuh oder eine Sau dürfe nur dann aus Alexandrien in Ägypten ausgeführt werden, wenn ihr vorher die Gebärmutter ausgeschnitten worden ist, damit sie nicht mehr werfe. Darauf sprach R. Tryphon: Dein Esel ist fort, Tryphon27Er glaubte seinen Esel verkaufen zu müssen, um dem Eigentümer der Kuh den Schaden zu ersetzen.! R. A͑qiba sprach zu ihm: Du bist nicht regreßpflichtig; wer für das Publikum anerkannt ist, ist nicht regreßpflichtig.", "Wenn dem nun so wäre, so sollte er zu ihm gesagt haben : du hast dich in einer Lehre geirrt28Es gibt eine Lehre, daß in einem solchen Falle das Tier zum Genüsse erlaubt sei; cf. Hul. Fol. 54a., und wer sich in einer Lehre geirrt hat, widerrufe [die Entscheidung]!? –", "Er sprach zu ihm erstens und zweitens : erstens hast du dich in einer Lehre geirrt, und wer sich in einer Lehre geirrt hat, ist nicht regreßpflichtig, und zweitens, auch wenn du dich in einer Erwägung geirrt hättest, bist du ja für das Publikum anerkannt, und wer für das Publikum anerkannt ist, ist nicht regreßpflichtig.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba : Was ist dies für ein Einwand, den R. Hamnuna gegen R. Šešeth erhob; er ließ ja die Kuh den Hunden zum Fressen geben, was sollte er nun widerrufen, wo sie nicht mehr vorhanden war!? –", "Er meint es wie folgt: einleuchtend ist es, wenn du sagst, wer sich in einer Lehre irrt, könne das Urteil nicht widerrufen; R. Tryphon fürchtete also, da das Urteil bestehen bleibt, und jener erwiderte ihm, er sei vom Gerichte anerkannt und nicht regreßpflichtig. Wenn du aber sagst, wer sich in einer Lehre irrt, könne das Urteil widerrufen, so könnte er ihm ja erwidern: wäre die Kuh noch vorhanden, so könntest du ja deine Entscheidung widerrufen, ebenso ist auch jetzt deine Entscheidung ungültig.", "R. Ḥisda erwiderte : Eines in dem Falle, wenn er es mit der Hand von diesem genommen und jenem gegeben29In diesem Falle kann er die Entscheidung nicht mehr widerrufen.hat, und eines in dem Falle, wenn er es nicht mit der Hand von diesem genommen und jenem gegeben hat. –", "Allerdings kann es in dem Falle, wenn er dem Rechthabenden Unrecht gibt, vorkommen, daß er es mit der Hand von diesem nimmt und jenem gibt, wie aber kann dies in dem Falle vorkommen, wenn er dem Unrechthabenden Recht gibt; wenn er zu ihm sagt: du brauchst nichts zu zahlen, so heißt dies ja nicht mit der Hand von diesem genommen und jenem gegeben!? – Sobald er zu ihm sagt; du brauchst nichts zu zahlen, so ist, ebenso, als hätte er mit der Hand genommen von jenem und diesem gegeben. –", "In unserer Mišna wird ja aber gelehrt, daß bei Geldsachen das Urteil widerrufen werden könne, ob zu Gunsten oder zu Ungunsten; allerdings kann dies zu Gunsten vorkommen, wenn er nämlich zuerst zu ihm gesagt hat, er müsse zahlen, jedoch nicht mit der Hand von diesem genommen und jenem gegeben hat, zu Ungunsten aber kann dies nur dann vorkommen, wenn er zuerst zu ihm gesagt hat, er brauche nichts zu zahlen, und du sagst ja, wenn er zu ihm gesagt hat, er brauche nichts zu zahlen, sei es ebenso, als hätte er mit der Hand von jenem genommen und diesem gegeben30Und dennoch wird gelehrt, daß er die Entscheidung widerrufen kann.!? –", "Dies gehört zusammen: bei Geldangelegenheiten kann das Urteil zu Gunsten [des einen], das ist also zu Ungunsten [des anderen] widerrufen werden. – Demnach wäre bei den Todesstrafsachen entsprechend zu erklären: das Urteil kann nur zu Gunsten widerrufen werden," ], [ "nicht aber zu Ungunsten, es kann zu Gunsten widerrufen werden, wenn es nur zu Gunsten erfolgt, nicht aber zu Ungunsten, nämlich zu Gunsten für ihn, für andere aber zu Ungunsten;", "zu wessen Ungunsten!? – Das ist kein Einwand, zu Ungunsten des Bluträchers31Wenn es sich um einen Mord od. einen Totschlag handelt; die Verwandten wünschen seine Verurteilung.. – Sollte man denn wegen des Ärgers des Bluträchers diesen hinrichten!? Ferner heißt es ja: sowohl, als auch!? – Ein Einwand.", "Rabina erklärte: Wenn [der Kläger] ein Pfand hatte und [der Richter] es ihm abgenommen hat.", "Das Reine als unrein erklärt, wenn er es mit einem Kriechtiere berührt hat; das Unreine als rein erklärt, wenn er es mit anderen Früchten vermischt hat.", "BEI TODESSTRAFSACHEN &C. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn einer das Gericht schuldig verläßt, und jemand sagt, er habe etwas zu seiner Verteidigung vorzubringen, man ihn umkehren lasse? Es heißt:32Ex. 23,7.verurteile nicht einen Unschuldigen,", "Und woher, daß, wenn einer das Gericht freigesprochen verläßt, und jemand sagt, er habe etwas zu seiner Belastung vorzubringen, man ihn nicht umkehren lasse? Es heißt:32Ex. 23,7.verurteile keinen Gerechten.", "R. Šimi b. Aši sagte: Entgegengesetzt aber verhält es sich beim Verführer, denn es heißt:33Dt. 13,9.du sollst ihn nicht schonen, noch seine Schuld verheimlichen. R. Kahana entnimmt dies aus folgendem :34Ib. V. 10.töten, nur töten sollst du ihn.", "R. Zera fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit denjenigen, die [in die Asylstädte] zu verbannen sind35Wegen des fahrlässigen Totschlages (cf. Num. 11ff.); ob hierbei die Bestimmungen über Todesstrafsachen od. über Geldangelegenheit gelten.? – Man folgere es durch [die Worte] Mörder36Das sowohl beim Morde (Num. 35,31), der mit dem Tode bestraft wird, als auch beim fahrlässigen Totschlage (ib. V. 11) gebraucht wird; diese Wortanalogie besagt, daß beide Strafsachen einander gleichen.. –", "Die zu geißeln sind? – Man folgere es durch [das Wort] Frevler37Das sowohl beim Morde (Num. 35,31) als auch bei der Geißelung (Dt. 25,2) gebraucht wird..", "Ebenso wird auch gelehrt: Woher dies von denjenigen, die [in die Asylstädte] zu verbannen sind? – Man folgere es durch [das Wort] Mörder. Von denjenigen, die zu geißeln sind? Man folgere es durch [das Wort] Frevler.", "NICHT ABER ZU UNGUNSTEN. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans : Dies nur, wenn er sich in einer Lehre geirrt hat, der die Saduzäer38Die nur von der schriftlichen Lehre halten u. nicht von der rabbanitischen.nicht beipflichten, wenn er sich aber in einer Lehre geirrt hat, der die Saduzäer beipflichten, so soll er zur Schule gehen39Wenn er sich sogar in einer biblischen Lehre irrt, so kann seine Entscheidung in jedem Falle widerrufen werden..", "R. Ḥija b. Abba fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn er sich beim [Freispruche von] Ehebrecher und Ehebrecherin geirrt40Bei anderen Verbrechen ist bei der Beurteilung der Umstände ein Irrtum möglich, beim Ehebruche aber ist, sobald sie der Handlung überführt sind, jeder Irrtum ausgeschlossen; so Raschi; nach anderen fragte er bezüglich dieses Falles deshalb, weil in der Schrift nur dem Manne der Ehebruch direkt verboten wird (Lev. 18,20).hat? Dieser erwiderte ihm : Solange dein Feuer noch brennt, pflücke deinen Kohl und brate ihn41Dh. solange du dich mit dieser Lehre befassest, verfolge sie; bei einer weiteren Verfolgung ist zu finden, daß die Schrift auch von der Frau spricht; cf. Lev. 20,10.. Es wurde auch gelehrt: R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn er sich bei [einer Verhandlung über] den Ehebruch geirrt hat, so ist das Urteil zu widerrufen. –", "In welchem Falle kann es demnach nicht widerrufen42In der Mišna wird ja gelehrt, daß bei Todesstrafsachen das Urteil nicht zu Ungunsten widerrufen werde.werden!? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn es auf widernatürliche Weise43Dieser Fall befindet sich nicht in der Schrift.erfolgt ist und er sich geirrt hat.", "BEI GELDSACHEN KANN JEDER &C. Jeder, selbst die Zeugen, somit vertritt unsere Mišna die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda und nicht die der Rabbanan.", "Es wird nämlich gelehrt :44Num. 35,30.Ein einziger Zeuge soll gegen jemand nichts vorbringen, weder zu Gunsten noch zu Ungunsten; R. Jose b. R. Jehuda sagt, er könne zu Gunsten vorbringen, nicht aber zu Ungunsten!?", "R. Papa erwiderte: Dies bezieht sich auf einen der Schüler, nach aller Ansicht. –" ], [ "Was ist der Grund des R. Jose b. Jehuda? – Die Schrift sagt: ein einziger Zeuge soll gegen jemand nichts vorbringen, um ihn hinzurichten, um ihn hinzurichten kann er nichts vorbringen, wohl aber kann er zu seinen Gunsten vorbringen. – Und die Rabbanan!? Reš Laqiš erwiderte: Weil es den Anschein der Befangenheit hat45Der Zeuge fürchtet, er könnte später als Falschzeuge überführt u. an seiner Stelle hingerichtet werden.. –", "Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] um ihn hinzurichten!? – Sie beziehen sie auf einen von den Schülern. Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn einer von den Zeugen sagt, er habe etwas zu seinen Gunsten vorzubringen, man ihn nicht anhöre? Es heißt: ein einziger Zeuge soll nichts vorbringen. Woher, daß, wenn einer von den Schülern sagt, er habe etwas zu seinen Ungunsten vorzubringen, man ihn nicht anhöre? Es heißt: ein einziger soll gegen jemand nichts vorbringen, um ihn hinzurichten.", "BEI TODESSTRAFSACHEN &C. Rabh sagte: Dies nur während der Verhandlung, bei Beendigung der Verhandlung aber kann, wer für Freisprechung war, zurücktreten und für Schuldigsprechung sein.", "Man wandte ein: Am folgenden Morgen treten sie frühzeitig zusammen; wer für Freisprechung war, spricht: ich war für Freisprechung und bleibe dabei, und wer für Schuldigsprechung war, spricht: ich war für Schuldigsprechung und bleibe dabei. Wer für Schuldigsprechung war, kann dann für Freisprechung sein, wer aber für Freisprechung war, kann nicht zurücktreten und für Schuldigsprechung sein.", "Am folgenden Tage erfolgt ja die Urteilsfällung!? – Erfolgt denn nach deiner Ansicht am folgenden Tage keine Verhandlung? Dies bezieht sich auf die Zeit der Verhandlung. –", "Komm und höre: Es plaidieren46Falls von den 71 Mitgliedern 35 für eine Freisprechung u. 36 für eine Verurteilung stimmen; eine Stimme gilt für die Verurteilung nicht als Mehrheit.die einen gegen die anderen, bis einem der Schuldigsprechenden die Worte der Freisprechenden einleuchten. Wenn nun dem47Daß der Freisprechende bei der Urteilsfällung zurücktreten u. für Verurteilung stimmen könne.so wäre, so sollte er doch auch den entgegengesetzten Fall lehren!? – Der Autor bemüht sich um die Fälle der Freisprechung, nicht aber um die Fälle der Schuldigsprechung. –", "Komm und höre: R. Jose b. Ḥanina sagte: Wenn einer von den Schülern für Freisprechung war und gestorben ist, so betrachte man ihn [bei der Abstimmung] als lebend auf seinem Platze stehend. Weshalb nun, man sollte ja sagen, wenn er lebte, könnte er zurücktreten!? – Er ist aber nicht zurückgetreten. –", "Sie sandten ja aber von dort, daß die Worte des R. Jose b. Ḥanina die Ansicht unseres Meisters48Rabhs; demnach ist ja RJ. nicht dessen Ansicht.ausschließen!? – Es heißt: nicht ausschließen. –", "Komm und höre: Zwei Gerichtsschreiber standen vor ihnen, einer rechts und einer links, und schrieben die Worte der Freisprechenden und der Schuldigsprechenden nieder.", "Allerdings die Worte der Schuldigsprechenden, denn sie könnten am folgenden Tage anderer Ansicht sein, sodann würde eine Übernachtung des Urteils49Das Urteil wird einen Tag nach der Verhandlung gefällt; cf. supra Fol. 17a.erforderlich sein, weshalb aber die Worte der Freisprechenden? Doch wohl deshalb, damit man, wenn sie ihre Ansicht ändern und für Schuldigsprechung stimmen, sie nicht beachte!? –", "Nein, damit nicht zwei eine Begründung aus zwei Schriftversen vorbringen. So fragte einst R. Asi den R. Joḥanan, wie es denn sei, wenn zwei eine Begründung aus zwei Schriftversen vorbringen, und dieser erwiderte ihm, man zähle dies als eine [Stimme]. –", "Woher dies? Abajje erwiderte: Die Schrift sagt: 50Pr. 62,12.eines hat Gott geredet, zwei habe ich vernommen, denn die Macht ist bei Gott; ein Schriftvers hat verschiedene Deutungen, nicht aber ist eine Deutung aus verschiedenen Schriftversen zu entnehmen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:51Jer. 23,29.Und wie ein Hammer Felsen zersplittert, wie der [Stein durch den] Hammer in viele Splitter zerteilt wird, ebenso zerfällt ein Schriftvers in viele Deutungen. –", "Was heißt: eine Begründung aus zwei Schriftversen? R. Zebid erwiderte: Wie wir gelernt haben : Der Altar heiligt alles, was für ihn geeignet52Zur Darbringung; wenn die Sache auf den Altar gekommen ist.ist ;", "R. Jehošua͑ sagt, was für das Altarfeuer geeignet ist; ist es hinaufgekommen, so werde es nicht mehr herabgenommen, denn es heißt :53Ley. 6,2.das Brandopfer auf seiner Brandstätte; wie das Brandopfer, das für das Altarfeuer geeignet ist, wenn es hinaufgekommen ist, nicht mehr herabgenommen wird, ebenso wird auch alles andere, was für das Altarfeuer geeignet ist, wenn es hinaufgekommen ist, nicht mehr herabgenommen.", "R. Gamliél sagt, was für den Altar geeignet ist; ist es hinaufgekommen, so werde es nicht mehr herabgenommen, denn es heißt: das ist das Brandopfer auf seiner Brandstätte auf dem Altar, wie das Brandopfer, das für den Altar geeignet ist, wenn es hinaufgekommen ist, nicht mehr herabgenommen wird, ebenso wird auch alles andere, was für den Altar geeignet ist, wenn es hinaufgekommen ist, nicht mehr herabgenommen.", "Beide schließen untauglich gewordene Opfer ein, nur folgert es einer aus [dem Worte] Brandstätte und einer aus [dem Worte] Altar. –", "Da streiten sie ja aber, denn im Schlußsatze lehrt er: Ein Unterschied zwischen der Ansicht R. Gamliéls und der Ansicht R. Jehošua͑s besteht nur hinsichtlich des Blutes und des Gußopfers; nach R. Gamliél werden sie nicht herabgenommen, und nach R. Jehošua͑ werden sie herabgenommen!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, wie in folgender Lehre: R. Jose der Galiläer sagte: Aus den Worten:" ], [ "54Ex. 29,37.was den Altar berührt, ist heilig, könnte man entnehmen, einerlei ob es für den Altar geeignet ist oder nicht, so heißt es:55Ib. V. 38.Lämmer; wie Lämmer geeignet sind, ebenso alles andere, was geeignet ist. R. A͑qiba sagte:56Dieses Wort soll sich im angezogenen Schriftverse befinden, fehlt aber im masor. Texte; Cod. Hebr.-Sam. hat jedoch עלת תמיד.Brandopfer, wie das Brandopfer geeignet ist, ebenso alles andere, was geeignet ist.", "Beide schließen Dinge aus, die ungeeignet sind, nur folgert es einer aus [dem Worte] Lämmer und einer aus [dem Worte] Brandopfer. –", "R. Ada b. Ahaba sagte ja aber, daß sie über das unbrauchbar gewordene Geflügel-Brandopfer streiten; einer folgert es aus [dem Worte] Lämmer, nur Lämmer und nicht das Geflügel-Brandopfer, und einer folgert es aus [dem Worte] Brandopfer, auch, das Geflügel-Brandopfer !? –", "Vielmehr, erklärte R. Aši, wie in folgender Lehre:57Lev. 17,4.Als Blut sei es ihm angerechnet, Blut hat er vergossen; dies schließt das [Blut]sprengen58Daß dies ebenfalls außerhalb des Tempels strafbar ist.ein – so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagte:59Lev. 17,8.Oder ein Schiachtopfer, dies schließt das [Blut]sprengen ein. Beide schließen sie das Sprengen ein, nur folgert es der eine aus: als Blut sei es ihm angerechnet, und einer aus: oder ein Schlachtopfer. –", "R. Abahu sagte ja aber, daß sie über das [gleichzeitige]60Wenn man beides unwissentlich getan hat, ohne dazwischen das Bewußtsein gehabt zu haben, daß man damit eine Sünde begeht.Schlachten und Blutsprengen streiten; nach der Ansicht R. Jišma͑éls sei man dieserhalb nur einmal schuldig, und nach der Ansicht R. A͑qibas zweimal schuldig!? –", "Hierzu wurde ja gelehrt, Abajje sagte, auch nach der Ansicht R. A͑qibas sei man nur einmal schuldig, denn die Schrift sagt:61Dt. 12,14.dort sollst du deine Brandopfer darbringen und dort sollst du alles verrichten, der Allbarmherzige hat alle Verrichtungen vereinigt.", "VERHANDLUNGEN ÜBER GELDSACHEN WERDEN AM TAGE GEFÜHRT &C. Woher dies? R. Ḥija b. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:62Ex. 18,22.sie sollen dem Volke jederzeit Recht sprechen. –", "Demnach sollte dies auch vom Beginne der Verhandlung gelten!? – Dies nach Raba, denn Raba wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: sie sollen dem Volke jederzeit Recht sprechen, und dagegen heißt es:63Dt. 21,16.und am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt; wie ist dies nun zu erklären? Der Tag für den Beginn der Verhandlung, die Nacht für die Beendigung der Verhandlung. –", "Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht R. Meírs, denn es wird gelehrt : R. Meír sagte: Es heißt:64Dt. 21,5.nach ihrem Ausspruche soll über jeden Streit und über jeden Aussatz entschieden werden; welche Gemeinschaft haben Streitigkeiten und Aussatz miteinander?", "Vielmehr werden Streitigkeiten mit dem Aussatze verglichen: wie der Aussatz nur am Tage [zu untersuchen ist], wie ‘es heißt :65Lev. 13,14.am Tage, an dem es erscheint, ebenso sind auch Streitigkeiten nur am Tage [zu schlichten], und wie ferner der Aussatz nicht durch Blinde [zu untersuchen ist], wie es heißt: 66Ib. V. 12.wo auch die Augen des Priesters blicken, ebenso sind auch Streitigkeiten nicht durch Blinde [zu schlichten]. Ferner wird der Aussatz mit den Streitigkeiten verglichen: wie Streitigkeiten nicht durch Verwandte [zu schlichten sind], ebenso ist der Aussatz nicht durch Verwandte [zu untersuchen].", "Demnach sollten ja aber, wie bei [der Schlichtung von] Streitigkeiten drei [Personen] erforderlich sind, auch bei [der Untersuchung des] Aussatzes drei erforderlich sein !? Dies wäre auch folgerichtig, denn, wenn beim Gelde drei erforderlich sind, um wieviel mehr beim Körper. Daher heißt es: 67Ib. V. 2.so ist es zu Ahron dem Priester zu bringen, oder zu einem seiner Brüder &c.; dies lehrt, daß auch ein Priester den Aussatz untersuchen dürfe.", "In der Nachbarschaft R. Joḥanans wohnte ein Blinder, der Recht zu sprechen pflegte, und R. Joḥanan sagte nichts dagegen. – Wieso aber tat er dies, R. Joḥanan selbst sagte ja, die Halakha sei wie die anonyme Mišna, und eine solche lehrt: Wer als Richter zulässig ist, ist als Zeuge zulässig, mancher aber ist als Zeuge zulässig, jedoch nicht als Richter. Hierzu sagte R. Joḥanan, dies schließe den auf einem Auge Erblindeten ein!? –", "R. Joḥanan fand eine andere anonyme Lehre: Verhandlungen über Geldsachen werden am Tage geführt und können nachts68Wo jeder Mensch einem Blinden gleicht.geschlossen werden. –", "Wodurch ist diese anonyme Lehre zuverlässiger als jene!? – Wenn du willst, sage ich: eine anonyme Lehre, die die Ansicht einer Mehrheit69Die anonyme Lehre vom Blinden vertritt aber die Ansicht R. Meírs.vertritt, ist bedeutender, wenn du aber willst, sage ich: weil diese70Die 2. Lehre.im Abschnitte von der Rechtsprechung gelehrt wird!? –", "Wofür verwendet R. Meír [den Schriftvers:] sie sollen dem Volke jederzeit Recht sprechen? Raba erwiderte: Dies schließt einen wolkigen Tag ein, denn wir haben gelernt: Man untersuche den Aussatz nicht frühmorgens, nicht abends, nicht in einem Hause, nicht an einem wolkigen Tage, weil dann die matte Farbe intensiv erscheint, und nicht mittags, weil dann die intensive Farbe matt erscheint. –", "Wofür verwendet R. Meír [den Schriftvers:] am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt? – Er verwendet ihn für die Lehre, die Rabba b. Ḥanina vor R. Naḥman vortrug: Am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt, an darfst die Erbschaft am Tage verteilen, nicht aber darfst du die Erbschaft nachts verteilen. – Demnach beerben einen am Tage seine Kinder, nur wenn er am Tage gestorben ist, nicht aber beerben sie ihn, wenn er nachts gestorben ist!?", "(Er erwiderte:) Du meinst wahrscheinlich die Gerichtsverhandlung in Erbschaftssachen, denn es wird gelehrt :71Num. 27,11.Das soll den Kindern Jisraél als Rechtssatzung gelten; der ganze Abschnitt bezieht sich auf die Gerichtsverhandlung.", "Dies nach R. Jehuda im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Wenn drei [Personen] einen Kranken besuchen, so können sie, wenn sie wollen, [seine Verfügung]72Über die Verteilung seines Nachlasses.niederschreiben, und wenn sie wollen, eine Gerichtsverhandlung73Wenn sie 3 Personen sind, können sie entweder als Zeugen fungieren, falls die Erben sich darauf an ein Gericht wenden, wenn sie aber wollen, können sie als Richter fungieren, dh. gleichzeitig über die Erbschaftssache eine richterliche Entscheidung treffen, wonach sich die Erben richten müssen.abhalten; sind es zwei, so können sie [seine Verfügung] niederschreiben, aber keine Gerichtsverhandlung abhalten.", "Hierzu sagte R. Ḥisda : Dies nur, wenn am Tage, wenn aber nachts, dürfen [auch drei] nur [seine Verfügung] niederschreiben, nicht aber eine Gerichtsverhandlung abhalten, weil sie dann nur als Zeugen gelten, und ein Zeuge nicht Richter sein kann. Jener erwiderte: Freilich, so meinte ich es auch.", "VERHANDLUNGEN ÜBER TODESSTRAFSACHEN WERDEN AM TAGE GEFÜHRT &C. Woher dies? R. Šimi b. Ḥija erwiderte: Die Schrift sagt :74Num. 25,4.und hänge sie dem Herrn auf, vor der Sonne. R. Ḥisda sagte : Woher, daß hoqaa͑75Dieses Wort wird in beiden angezogenen Schriftversen gebraucht; über dessen etym. Bedeutung ist man noch jetzt im Unklaren; von manchen mit aussetzen übersetzt. ‘aufhängen’ heiße? Es heißt :76iiSam. 21,6.wir wollen sie aufhängen auf dem Hügel Šaúls, des Auserwählten des Herrn," ], [ "und darauf folgt:77Ib. V. 10.da nahm Riçpa, die Tochter Ajas, ihr Trauergewand und breitete es auf dem Felsen aus, vom Beginne der Ernte78Die R. wollte ihre Leichen vor den Vögeln schützen, wahrscheinlich waren sie aufgehängt worden.&c.", "Es heißt :74Num. 25,4.da sprach der Herr zu Moše: Versammle alle Häupter des Volkes. Was hatten denn die Häupter getan, wenn das Volk gesündigt hatte?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Teile sie in viele Gerichtshöfe. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil [das Gericht] nicht zwei an einem Tage hinrichten darf, so sagte ja R. Ḥisda, dies beziehe sich nur auf zwei Todesarten, während es bei einer Todesart79Wegen desselben Verbrechens.zulässig sei!? –", "Vielmehr, damit sich der Zorn [Gottes] von Jisraél abwende80Wenn er siehst, daß man sich an vielen Orten mit der Rechtspflege befasse..", "BEI GELDSACHEN WIRD DAS URTEIL AM TAGE DER VERHANDLUNG GEFÄLLT &C. Woher dies?", "R. Ḥanina erwiderte: Der Schriftvers lautet:81Jes. 1,21.die von Recht erfüllt war, in der Gerechtigkeit übernachtete, und nun, voll Mörder. Raba sagte: Hieraus:82Ib. V. 17.leitet den Vergewaltigten, lobt den Richter, der das Urteil sauer83Dh. der mit der Fällung des Urteiles eine Nacht wartet, um inzwischen etwas zu Gunsten des Angeklagten finden zu können. Das W. חמוץ wird von חמץ sauer werden, abgeleitet, und אשר, in der Bedeutung loben, preisen; der angezog. Vers wird also übersetzt: lobt den, der [das Urteil] sauer werden lässt.werden läßt. –", "Und jener!? – Leitet den Vergewaltigten, nicht aber den Vergewaltiger84Die Form חמוץ ist passiv.. – Wofür verwendet der andere [den Vers:] die von Recht erfüllt war? –", "Für eine Lehre R. Elea͑zars im Namen R. Jiçḥaqs, denn R. Elea͑zar sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Wenn man an einem Fasttage die Almosengaben übernachten85An einem Fasttage gebe man die dadurch entstandene Ersparnis dem Armen, u. zwar am selben Tage, damit der Arme nicht zu warten brauche.läßt, so ist es ebenso, als vergieße man Blut, denn es heißt: die von Recht erfüllt war, in der Gerechtigkeit86צדקה, Gerechtigkeit, neuhebr. auch Almosen.&c. Dies gilt jedoch nur von Brot und Datteln, bei Geld, Weizen und Gerste aber ist nichts dabei.", "DAHER &C. GERICHT ABGEHALTEN &C. Aus welchem Grunde? –", "Weil dies nicht möglich ist; wie sollte man es machen, wollte man die Gerichtsverhandlung am Vorabend des Šabbaths abhalten, und sie am selben Tage beendigen, so können sie ja zu einer Verurteilung kommen, sodaß man das Urteil eine Nacht aufschieben müßte; wollte man die Gerichtsverhandlung am Vorabende des Šabbaths abhalten und sie am Šabbath beendigen, so müßte man ihn ja dann auch hinrichten, und die Hinrichtung verdrängt nicht den Šabbath; wollte man ihn abends hinrichten, so muß dies ja vor der Sonne erfolgen;", "wollte man die Gerichtsverhandlung am Šabbath beendigen und ihn am Sonntag hinrichten, so wäre dies ja eine Rechtsquälerei87Der Verurteilte muß am selben Tage hingerichtet werden, damit er, da er auf nichts mehr zu hoffen hat, nicht unnütz gequält werde.; wollte man am Vorabend des Šabbaths die Gerichtsverhandlung abhalten und sie am Sonntag beenden, so könnten sie ja ihre Begründungen vergessen, denn obgleich zwei Schreiber neben ihnen stehen und die Worte der Freisprechenden und die Worte der Schuldigsprechenden niederschreiben, so können sie ja nur den Mund niederschreiben, nicht aber das Herz. Dies ist also nicht möglich.", "Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Man sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß die Bestattung eines Pflichttoten88Eine Leiche auf dem Wege.den Šabbath verdränge: wenn der Tempeldienst, der den Šabbath verdrängt, durch die Bestattung eines Pflichttoten verdrängt wird, was aus [dem Worte] Schwester gefolgert wird. –", "Es wird nämlich gelehrt:89Num. 6,7.An seinem Vater, an seiner Mutter, an seinem Bruder, und an Seiner Schwester90Darf der Nazir sich nicht verunreinigen; dies wird auf den Hochpriester bezogen.; was lehrt dies? Man könnte glauben, wer sein Pesaḥopfer schlachten oder seinen Sohn beschneiden geht" ], [ "und hört, daß ihm jemand gestorben sei, verunreinige sich an der Leiche, so heißt es, daß er sich nicht verunreinige.", "Man könnte nun glauben, wie er sich an seiner Schwester nicht verunreinigen darf, dürfe er sich ebenso an einem Pflichttoten nicht verunreinigen, so heißt es : an seiner Schwester, an seiner Schwester darf er sich nicht verunreinigen, wohl aber darf er sich an einem Pflichttoten verunreinigen. –", "Um wieviel mehr sollte der Šabbath, der durch den Tempeldienst verdrängt wird, durch die Bestattung eines Pflichttoten verdrängt werden!", "Dieser erwiderte ihm: Die Hinrichtung91Wörtl. der Mord, dh. die Hinrichtung wegen Mordes.beweist [das Entgegengesetzte]: sie verdrängt den Tempeldienst, nicht aber den Šabbath. –", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß auch die Todesstrafe den Šabbath verdränge: wenn der Tempeldienst, der den Šabbath verdrängt, durch die Hinrichtung verdrängt wird, wie es heißt :91Ex. 21,14.du sollst ihn von meinem Altar wegholen, damit er hingerichtet werde, um wieviel mehr sollte der Šabbath, der durch den Tempeldienst verdrängt wird, durch die Hinrichtung verdrängt werden!", "Raba erwiderte: Dies hat der Autor aus der Schule R. Jišma͑éls bereits entschieden, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:92Ib. 35,3.Ihr sollt kein Feuer anzünden; was lehrt dies? –", "Dies lehrt ja nach R. Jose das Verbot und nach R. Nathan die Teilung!? Es wird nämlich gelehrt: Das Feueranzünden93Am Šabbath ist jede Arbeit verboten, das Feueranzünden wurde aber besonders hervorgehoben.wurde wegen des Verbotes94Daß dies nicht mit der auf die Entweihung des Š.s gesetzten Todesstrafe, der Steinigung, sondern mit der Strafe wegen Ausübung eines gewöhnlichen Verbotes, der Geißelung, belegt ist.herausgegriffen – so R. Jose; R. Nathan sagt, wegen der Teilung95Der Arbeiten; daß man wegen jeder besonders der Strafe verfällt; erfolgt dies absichtslos, so ist wegen jeder Arbeit besonders ein Sündopfer darzubringen; cf. Sab. Fol. 70a..", "Vielmehr, erwiderte Raba, dem Autor ist [das Wort] Wohn-orten96Der Schluß des angezogenen Schriftverses lautet: in all euren Wohnorten.aufallend : was lehrt [das Wort] Wohnorten; merke, das Šabbath-Gesetz ist ja von der Person97Als Gegensatz zu manchen Gesetzen, die vom Boden abhängig sind, zBs. das Siebentjahrsgesetz, die Gesetze von den priesterlichen Abgaben etc.bedingt, und von der Person bedingte Pflichten haben ja Geltung sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. Wozu schrieb der Allbarmherzige [das Wort] Wohnorten?", "Dies erklärte ein Schüler im Namen R. Jišma͑éls: Es beißt :98Dt. 21,22.wenn einer ein todeswürdiges Verbrechen begangen hat, so werde er hingerichtet, somit könnte man glauben, sowohl am Wochentage als auch am Šabbath, und [die Worte]99Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben, seien auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe zu beziehen. Oder aber : auch auf die gerichtliche Todesstrafe, und [die Worte] werde hingerichtet erkläre man: am Wochentage und nicht am Šabbath. Oder aber: auch am Šabbath,", "daher heißt es hier: ihr sollt kein Feuer anzünden in all euern Wohnorten, wie es auch dort100Num. 35,29.heißt: dies soll euch zur Rechtssatzung sein für eure Geschlechter in all euren Wohnorten, wie es dort, wo es Wohnorte beißt, gerichtliche Handlungen101Der angezogene Schriftvers spricht vom Verbrechen des Mordes.sind, ebenso sind es auch hier, wo es Wohnorte heißt, gerichtliche Handlungen, und der Allbarmherzige sagt: ihr sollt kein Feuer102Auch nicht, wenn dies zum Zwecke der gerichtlichen Hinrichtung erforderlich ist.anzünden in all euren Wohnorten.", "Abajje sprach: Jetzt nun, wo du ausgeführt hast, die Todesstrafe verdränge den Šabbath nicht, ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, daß die Hinrichtung auch den Tempeldienst nicht verdränge : wenn der Šabbath, der durch den Tempeldienst verdrängt wird, durch die Hinrichtung nicht verdrängt wird, um wieviel weniger wird der Tempeldienst, der den Šabbath verdrängt, durch die Hinrichtung verdrängt.", "Wenn es aber heißt: du sollst ihn von meinem Altar wegholen, damit er hingerichtet werde, so bezieht sich dies auf ein Privatopfer103Dh. wenn der betreffende Priester mit der Herrichtung eines Privatopfers beschäftigt ist., das den Šabbath nicht verdrängt.", "Raba sprach: Demnach ist ja [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, daß die Hinrichtung das Privatopfer nicht verdränge:" ], [ "wenn die Festfeier, die durch das Privatopfer verdrängt wird, durch die Hinrichtung nicht verdrängt wird, um wieviel weniger wird das Privatopfer, das durch das Fest verdrängt wird, durch die Hinrichtung verdrängt.", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, Gelobtes und freiwillige Spenden dürfen am Feste nicht dargebracht werden, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, Gelobtes und freiwillige Spenden dürfen am Feste wohl dargebracht werden!?", "Vielmehr, sagte Raba, selbstverständlich [folgere man dies nicht] nach demjenigen, welcher sagt, Gelobtes und freiwillige Spenden dürfen am Feste dargebracht werden, denn nach diesem würden [die Worte] von meinem Altar ganz aufgehoben werden,", "aber auch [nicht] nach demjenigen, welcher sagt, Gelobtes und freiwillige Spenden dürfen am Feste nicht dargebracht werden. Es heißt aber: von meinem Altar, vom Altar, der für mich bestimmt ist, das ist nämlich das beständige Opfer, und der Allbarmherzige sagt: du sollst ihn von meinem Altar wegholen, damit er hingerichtet werde.", "VERHANDLUNGEN ÜBER GELDANGELEGENHEITEN UND FRAGEN ÜBER UNREINHEIT UND REINHEIT &C. Rabh sagte: Ich gehörte einst einem Kollegium in der Schule Rabbis an, und [die Abstimmung] begann mit mir. – Wir haben ja aber gelernt, man beginne mit dem Größten!?", "Rabba, der Sohn Rabas, nach anderen R. Hillel, Sohn des R. Valas, erwiderte: Anders verhielt es sich bei der Abstimmung in der Schule Rabbis; sie begannen alle ihre Abstimmungen von der Seite.", "Ferner sagte Rabba, der Sohn Rabas, nach anderen R. Hillel, Sohn des R. Valas: Seit den Tagen Mošes bis zu den Tagen Rabbis waren Tora und [weltliche] Größe [in einer Person] nicht vereinigt. –", "Etwa nicht, bei Jehošua͑ war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Elea͑zar. – Bei Pinḥas war dies ja!? – [Neben ihm] waren noch die Ältesten. –", "Bei Šaúl war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Šemuél. – Er starb ja!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. –", "Bei David war dies ja!? – [Neben ihm] war noch I͑ra der Jaírite104Der in der Tora bedeutender war; cf. Mq. Fol. 16b.. – Er starb ja!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. –", "Bei Šelomo war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Šimi, der Sohn Geras. – Er tötete ihn ja!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. –", "Bei Ḥizqija war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Šebhna104Cf. supra Fol. 26a.. – Er wurde ja getötet!? – Wir sprechen von der ganzen Lebensdauer. – Bei E͑zra war dies ja!? – [Neben ihm] war noch Neḥemja, der Sohn Ḥakhaijas.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Auch ich will desgleichen sagen: seit den Tagen Rabbis bis zu den Tagen R. Ašis waren Tora und [weltliche] Größe nicht [in einer Person] vereinigt. – Etwa105Nach einer Handschrift zu übersetzen: Neben ihm war ja noch HbN.; dies scheint auch richtiger.nicht, bei Hona b. Nathan war dies ja!? – Hona b. Nathan beugte sich vor R. Aši.", "BEI TODESSTRAFSACHEN BEGINNEN SIE VON DER SEITE. Woher dies? R. Aḥa b. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:106Ex. 23,2.du sollst nicht antworten vor Gericht, du sollst nicht antworten gegen den Großen107Das W. ריב wird דב, Großer, gelesen; der Kleinere darf also dem Größeren nicht widersprechen..", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Hieraus :108iSam. 25,13.da gebot David seiner Schar: Jeder gürte sein Schwert um. Da gürtete jeder sein Schwert um; dann gürtete auch David sein Schwert um.", "Rabh sagte: Man darf bei Todesstrafsachen einen Schüler unterrichten und mit ihm diskutieren109Wobei auch die Ansicht des Schülers als Stimme gilt.. Man wandte ein: Bei Verhandlungen über Reinheit und Unreinheit gelten die Stimmen von Vater und Sohn, von Lehrer und Schüler als zwei; bei Verhandlungen über Geldsachen, Todesstrafsachen, Geißelung, Weihung des Neumondes und Interkalation des Jahres gelten die Stimmen von Vater und Sohn, von Lehrer und Schüler als eine!? –" ], [ "Rabh sagte dies von solchen [Schülern] wie R Kahana und R. Aši, die zwar der Lehre Rabhs bedurften, nicht aber seiner Erörterung.", "R. Abahu sagte: Durch zehnerlei110Die am Beginne des Abschnittes aufgezählt werden.unterscheiden sich Geldsachen von Todesstrafsachen; diese alle haben beim zu steinigenden Ochsen111Obgleich die Hinrichtung desselben der Hinrichtung seines Eigentümers (cf. supra Fol. 2a) gleichen soll.keine Geltung, nur sind bei diesem dreiundzwanzig [Richter] erforderlich. –", "Woher dies? R. Aḥa b. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:112Ex. 23,6.du sollst das Recht des Armen nicht beugen, wenn er eine Streitsache hat, das Urteil des Armen darfst du nicht hinneigen113Durch die Mehrheit einer Stimme, zur Verurteilung; so wird der angezogene Schriftvers gedeutet.lassen, wohl aber darfst du das Urteil des zu steinigenden Ochsen hinneigen lassen. –", "Wieso zehn, es sind ja neun!? – Es werden ja aber zehn aufgezählt!? – Die Nichtzulassung eines jeden und die Erforderlichkeit von dreiundzwanzig [Richtern] sind eins und dasselbe114Der Illegitime ist deswegen unzulässig, weil er nicht zusammen mit den anderen im Synedrium sitzen darf.. –", "Es gibt noch einen anderen [Unterschied], denn es wird gelehrt: Man wähle in das Synedrium weder einen Greis noch einen Kastraten noch einen, der keine Kinder hat ; R. Jehuda fügt noch hinzu: einen Hartherzigen. Entgegengesetzt aber verfahre man beim Verführer, denn der Allbarmherzige sagt:115Dt. 13,9.du sollst seiner nicht schonen noch seine Schuld verheimlichen.", "JEDER IST ZULÄSSIG IN GELDSACHEN ZU RICHTEN. Was schließt das ‘jeder’ ein? R. Jehuda erwiderte: Dies schließt das Hurenkind ein. –", "Dies wurde ja bereits einmal gelehrt: Wer zulässig ist, in Todesstrafsachen zu richten, ist auch zulässig, in Geldsachen zu richten, mancher aber ist zulässig in Geldsachen zu richten, nicht aber in Todesstrafsachen. Und auf unsere Frage, was dies einschließe, erwiderte R. Jehuda, dies schließe das Hurenkind ein!? –", "Eines schließt den Proselyten ein und eines schließt das Hurenkind ein. Und beides ist nötig. Würde er es nur vom Proselyten gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er in die Gemeinde aufgenommen werden darf, nicht aber das Hurenkind116Cf. Dt. 23,3.; und würde er es nur vom Hurenkinde gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es von einem reinen Samentropfen kommt, nicht aber der Proselyt, der nicht von einem reinen Samentropfen kommt. Daher ist beides nötig.", "NICHT ABER IST JEDER ZULÄSSIG, IN TODESSTRAFSACHEN ZU RICHTEN. Aus welchem Grunde? – R. Joseph lehrte: Wie das Gerichtskollegium in der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es auch von jedem Makel rein sein. Amemar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:117Cant. 4,7.alles ist schön an dir, meine Freundin, und kein Makel ist an dir. –", "Vielleicht ein wirkliches Gebrechen!? R. Aḥa b. Ja͑qob erklärte: Die Schrift sagt:118Num. 11,16.sie sollen sich mit dir aufstellen, mit dir, die dir gleichen. –", "Vielleicht nur da, wegen der Göttlichkeit119Die auf ihnen ruhen sollte; cf. Num. 11,17.!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, die Schrift sagt:62Ex. 18,22.sie werden mit dir tragen, mit dir, sie müssen dir gleichen.", "iii DAS SYNEDRIUM SASS IN DER ART EINES HALBKREISES120Wörtl. einer halben runden Tenne. Warum gerade die Tenne als Bezeichnung des Kreises gewählt wird, ist nicht recht ersichtlich; viell, ist גורן nichts weiter als das gr. γῦϱος, Kreis, Rundung, u. עגולה eine erklärende Glosse., UM EINANDER SEHEN ZU KÖNNEN. ZWEI GERICHTSSCHREIBER STANDEN VOR IHNEN, EINER RECHTS UND DER ANDERE LINKS, UND SCHRIEBEN DIE WORTE DER SCHULDIGSPRECHENDEN UND DER FREISPRECHENDEN NIEDER. R. JEHUDA SAGT, DREI, EINER SCHRIEB DIE WORTE DER FREISPRECHENDEN, DER ANDERE SCHRIEB DIE WORTE DER SCHULDIGSPRECHENDEN UND DER DRITTE SCHRIEB DIE WORTE DER FREISPRECHENDEN UND DER SCHULDIGSPRECHENDEN iv" ], [ "DREI REIHEN VON SCHRIFTGELEHRTEN SASSEN VOR IHNEN, UND JEDER KANNTE SEINEN PLATZ121Jeder saß nach dem Grade seiner Weisheit.. WAR ES NÖTIG, EINEN ZU ORDINIEREN122Wenn zBs. einer aus dem Synedrium starb., SO WURDE EINER AUS DER ERSTEN [REIHE] ORDINIERT, WÄHREND EINER AUS DER ZWEITEN IN DIE ERSTE UND EINER AUS DER DRITTEN IN DIE ZWEITE AUFRÜCKTE, UND EINER AUS DEM VOLKE WURDE GEWÄHLT UND IN DIE DRITTE GESETZT; DIESER SASS ABER NICHT AUF DEM FREIGEWORDENEN PLATZE, SONDERN AUF DEM, DER IHM GEBÜHRT123Also auf dem letzten u. die übrigen rückten um einen Platz auf..", "GEMARA. Woher dies? R. Aḥa b. Ḥanina erwiderte : Die Schrift sagt : 124Cant. 7,3.dein Nabel ein gerundetes Becken, dem der Mischwein nicht fehlen darf &c.", "Dein Nabel, das ist das Synedrium, und zwar wird es deshalb Nabel genannt, weil es auf dem Nabelpunkte125In der Mitte; der Tempel stand ‘in der Mitte’ der Welt.der Welt sitzt. Ein Becken [agan], es beschützt [megin] die ganze Welt. Ein rundes, es gleicht einem Kreise126Wahrscheinlich wird hier סהר mit Mond übersetzt..", "Dem der Mischwein nicht fehlen darf, will einer hinausgehen, so darf er dies nur dann, wenn dreiundzwanzig127Der Mischwein hat ⅓ Wein u. ⅔ Wasser (cf. Bd. I S. 495 Z. 20), ebenso muß von den Mitgliedern des großen S.s ein Drittel zurückbleiben., entsprechend dem kleinen Synedrium, zurückbleiben, sonst aber nicht.", "124Cant. 7,3.Dein Leib ein Weizenhaufen, wie vom Weizenhaufen alle genießen, ebenso genießen alle vom Synedrium.124Cant. 7,3.Mit Lilien umgeben, selbst in einen Lilienzaun bringen sie keine Risse128Dh. sie übertreten auch die leichtesten Vorschriften nicht..", "So sprach einst ein Minäer129Unter מינים im T. sind überall Häretiker, Ketzer, Sektierer, besonders die Judenchristen, zu verstehen. Etymologisch ist dies W. noch nicht aufgeklärt; die Ableitung aus dem griech. μηνύτήϱ Anzeiger, Verräter, od. aus dem hebr. מאן weigern, dh. Ungläubiger, ist nicht befriedigend, die Auflösung מאמיני ישו נוצרי ist Spitzfindigkeit.zu R. Kahana: Ihr sagt, eine Menstruierende dürfe mit einem Manne zusammen sein, ist es denn möglich, daß Feuer mit Flachs in Berührung kommt und ihn nicht versengt!? Dieser erwiderte ihm: Die Tora bekundete über uns: mit Lilien umgeben, selbst in einen Lilienzaun bringen sie keine Risse.", "Reš Laqiš sagte: Hieraus:130Cant. 6,7.wie eine Granatapfelscheibe ist deine Schläfe, [raqathekh], selbst die Leeren [reqanin] unter dir sind wie ein Granatapfel voll mit guten Handlungen. R. Zera sagte: Hieraus:131Gen. 27,27.da roch er den Duft seiner Kleider, und man lese nicht begadav [seiner Kleider], sondern bogdav [seiner Frevler].", "In der Nachbarschaft R. Zeras wohnten Bösewichter, er aber erwies ihnen Freundschaft, damit sie Buße tun sollten; die Rabbanan nahmen es ihm übel. Als die Seele R. Zeras zur Ruhe einkehrte, sprachen jene: Bis jetzt hatten wir den Kleinen132זירא verkürzt von זעירא, Kleiner, Winziger.mit den versengten133Er stieg einst in einen Ofen und versengte sich die Schenkel; dadurch erhielt er diesen Beinamen; cf. Bm. Fol. 25a.Schenkeln, der für uns um Erbarmen zu flehen pflegte, wer wird nun jetzt für uns um Erbarmen flehen!? Sie nahmen sich dies zu Herzen und taten Buße.", "DREI REIHEN &C. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß beim Aufrücken alle aufrücken. – Sollte er134Der erste der 2. bezw. 3. Reihe, die als letzte der 1. bezw. 2. Reihe aufrücken.doch zu ihnen sagen: Bisher saß ich am Kopfe, und nun laßt ihr mich am Schwänze sitzen!? Abajje erwiderte: Man spreche zu ihm wie folgt: lieber sei ein Schwanz bei den Löwen als ein Kopf bei den Füchsen.", "v AUF WELCHE WEISE WERDEN DIE ZEUGEN IN TODESSTRAFSACHEN EINGESCHÜCHTERT? MAN FÜHRT SIE HEREIN UND SCHÜCHTERT SIE [DURCH FOLGENDE WORTE] EIN: VIELLEICHT SAGT IHR DIES AUS VERMUTUNG ODER VOM HÖRENSAGEN, ODER [WISST IHR ES] AUS DEM MUNDE ANDERER ZEUGEN, ODER AUS DEM MUNDE EINES GLAUBWÜRDIGEN MENSCHEN, ODER VIELLEICHT WISST IHR NICHT, DASS WIR EUCH SPÄTER UNTERSUCHEN UND AUSFORSCHEN WERDEN.", "WISSET AUCH, DASS BEI TODESSTRAFSACHEN ES SICH NICHT SO VERHÄLT, WIE BEI GELDSACHEN; BEI GELDSACHEN KANN MAN EINEN ERSATZ LEISTEN135Wenn man jemandem durch falsches Zeugnis einen Geldschaden verursacht.UND SÜHNE ERLANGEN, BEI TODESSTRAFSACHEN ABER BLEIBT AN IHM DAS BLUT [DES HINGERICHTETEN] UND DAS BLUT SEINER NACHFOLGE BIS AN DAS WELTENDE HAFTEN.", "SO FINDEN WIR ES AUCH BEI QAJIN, DER SEINEN BRUDER ERSCHLUG, WIE ES HEISST :136Gen. 4,10.das Geblüt deines Bruders schreien, ES HEISST NICHT : DAS BLUT DEINES BRUDERS, SONDERN : DAS GEBLÜT DEINES BRUDERS, SEIN BLUT UND DAS BLUT SEINER NACHFOLGE. EINE ANDERE ERKLÄRUNG: das Geblüt deines Bruders, ES WAR NÄMLICH AUF HOLZ UND STEIN ZERSPRITZT.", "DER MENSCH WURDE DESHALB EINZIG ERSCHAFFEN, UM DICH ZU LEHREN, DASS, WENN JEMAND EINE JISRAÉLITISCHE SEELE VERNICHTET, ES IHM DIE SCHRIFT ANRECHNET, ALS HÄTTE ER EINE GANZE WELT VERNICHTET, UND WENN JEMAND EINE JISRAÉLITISCHE SEELE ERHÄLT, ES IHM DIE SCHRIFT ANRECHNET, ALS HÄTTE ER EINE GANZE WELT ERHALTEN.", "FERNER AUCH WEGEN DER FRIEDFERTIGKEIT UNTER DEN MENSCHEN, DAMIT NÄMLICH NIEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGE: MEIN AHN WAR GRÖSSER ALS DEINER. FERNER AUCH, DAMIT NICHT DIE MINÄER SAGEN KÖNNEN, ES GEBE MEHRERE PRINZIPIEN IM HIMMEL.", "UND ENDLICH AUCH, UM DIE GRÖSSE DES HEILIGEN, GEPRIESEN SEI ER, ZU VERKÜNDEN; WENN EIN MENSCH MEHRERE MÜNZEN MIT EINEM STEMPEL PRÄGT, SO GLEICHEN SIE ALLE EINANDER, DER KÖNIG DER KÖNIGE ABER, DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, PRÄGT JEDEN MENSCHEN MIT DEM STEMPEL DES URMENSCHEN, UND DOCH GLEICHT NICHT EINER DEM ANDEREN. DAHER MUSS AUCH JEDER EINZELNE SAGEN: MEINETWEGEN IST DIE WELT ERSCHAFFEN WORDEN.", "VIELLEICHT WOLLT IHR136Fortsetzung der Ansprache an die Zeugen.SAGEN:" ], [ "WAS SOLL UNS DIESE PLAGE, SO HEISST ES :137Lev. 5,1.und er war Zeuge, hat gesehen oder erfahren, und es nicht anzeigt &c. VIELLEICHT WOLLT IHR SAGEN: WOZU SOLLEN WIR DAS BLUT DIESES MENSCHEN VERSCHULDEN, SO HEISST ES:138Pr. 11,10.wenn die Gottlosen untergehen, [ertönt] Jubel.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Was heißt: aus Vermutung? Man spreche zu ihnen: Vielleicht habt ihr gesehen, wie er hinter seinem Nächsten in eine Ruine lief, seid ihm gefolgt, und habt ihn mit einem bluttriefenden Schwerte in der Hand angetroffen, während der Erschlagene zuckte? Habt ihr das gesehen, so habt ihr nichts gesehen.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Šaṭaḥ erzählte: Ich will keinen Trost139Dh. Trost Jisraéls (נחמת ציון) od. Tag des ewigen Heiles. Bekannte Formel des Bekräftigungsschwures. Die Fortlassung des Wertes ‘keinen’ braucht nicht gerade Euphemie zu sein; sinngemäß kann es heißen: so wahr ich Trost sehen will: ob es nicht wahr ist, daß ich gesehen habe usw.sehen, wenn ich nicht gesehen habe, wie jemand hinter seinem Nächsten in eine Ruine lief, und als ich ihm nachlief, traf ich ihn mit einem bluttriefenden Schwerte in der Hand, während der Erschlagene noch zuckte. Da sprach ich zu ihm: Ruchloser, wer hat diesen erschlagen, ich oder du? Was aber kann ich dagegen, daß dein Blut nicht mir ausgeliefert ist, denn die Tora sagt:140Dt. 17,6.auf die Aussage zweier Zeugen hin &c. soll der zum Tode Verurteilte getötet werden. Möge der aber, der die Gedanken kennt, diesem Menschen, der seinen Nächsten erschlug, heimzahlen! Man erzählt, daß ehe sie sich von dort fortrührten, eine Schlange kam und ihn biß, worauf er starb. –", "Sollte jener denn durch eine Schlange [getötet werden], R. Joseph sagte ja, und ebenso wurde es auch in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Obgleich mit dem Tage der Zerstörung des Tempels das Synedrium aufgehoben worden ist, so sind dennoch die vier Todesstrafarten141Cf. infra Fol. 49b.nicht aufgehoben worden. – Wieso denn nicht, sie sind ja wohl aufgehoben worden!? – Vielmehr, das Gesetz von den vier Todesstrafen142Die Verhängung derselben durch eine himmlische Fügung.ist nicht aufgehoben worden.", "Wer sich die Steinigung zuschulden kommen ließ, fällt entweder von einem Dache herunter oder ein wildes Tier zertritt ihn; wer sich die Verbrennung zuschulden kommen ließ, kommt entweder in eine Feuersbrunst oder eine Schlange beißt ihn; wer sich die Enthauptung zuschulden kommen ließ, wird entweder der Regierung ausgeliefert oder Räuber überfallen ihn; wer sich die Erdrosselung zuschulden kommen ließ, ertrinkt entweder in einem Flusse oder er stirbt an der Bräune143Auf den Mord ist der Tod durch Enthauptung gesetzt.!? –", "Ich will dir sagen, jener hatte noch eine andere Sünde begangen, und der Meister sagte, wer sich zweier Todesstrafen schuldig gemacht hat, wird durch die schwerere hingerichtet.", "VERMUTUNG &C. Also nur bei Todesstrafsachen wird die Vermutung nicht berücksichtigt, wohl aber wird sie bei Geldsachen berücksichtigt; also nach R. Aḥa, denn es wird gelehrt: R. Aḥa sagte, wenn unter den Kamelen ein ausschlagendes144Cf. S. 258 Anm. 25.Kamel sich befindet, und neben ihm ein erschlagenes Kamel gefunden wird, so gilt es als erwiesen, daß jenes es erschlagen hat. –", "Ebenso lehrt er ja hier auch von einem Zeugen, der es aus dem Munde eines anderen Zeugen weiß; nach deiner Auffassung wäre dies nur bei Todesstrafsachen nicht zulässig, wohl aber bei Geldsachen, während wir gelernt haben, wenn [der Zeuge] bekundet, [der Beklagte] habe ihm gesagt, er schulde jenem [Geld], oder jemand habe ihm gesagt, dieser schulde jenem [Geld], habe er damit nichts bekundet; nur wenn er bekundet: vor uns hat dieser eingestanden, daß er jenem zweihundert Zuz schulde.", "Du mußt also erklären, man sage es ihnen bei Todesstrafsachen, obgleich dies auch bei Geldsachen unzulässig ist, ebenso auch hierbei: man sage es ihnen bei Todesstrafsachen, obgleich dies auch bei Geldsachen unzulässig ist.", "WISSET AUCH &C. R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Dies lehrt, daß Qajin dem Hebel Wunden über Wunden und Verletzungen über Verletzungen beibrachte, denn er wußte nicht, aus welcher Stelle die Seele entrückt, bis er an den Hals herankam.", "Ferner sagte R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija: Seit dem Tage, an dem die Erde ihren Mund öffnete und das Blut Hebels aufnahm, öffnete sie ihn nicht mehr, denn es heißt :145Jes. 24,16.vom Saume der Erde vernahmen wir Lobgesänge: Herrlichkeit für den Frommen; vom Saume der Erde, nicht aber vom Munde der Erde. Sein Bruder Ḥizqija wandte gegen ihn ein: 146Num. 16,32.Da tat die Erde ihren Mund auf!? Jener erwiderte: Zum Bösen öffnete sie ihn, zum Guten aber nicht.", "Ferner sagte R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija: Verbannung sühnt die Hälfte der Sünde, denn zuerst heißt es:147Gen. 4,14.ich muß unstet und flüchtig sein, später aber heißt es:148Ib. V. 16.er nahm Aufenthalt im Lande Nod149נוד wird wie נד, flüchtig, gelesen; von der Unstetigkeit ist nicht mehr die Rede, da ihm wegen der Verbannung die Hälfte seiner Strafe erlassen worden war..", "R. Jehuda sagte: Die Verbannung sühnt drei Dinge, denn es heißt:150Jes. 21,8,9.So spricht der Herr &c. Wer in dieser Stadt bleibt, soll durch das Schwert und durch den Hunger und durch die Pest sterben, wer aber hinausgeht und sich den Kasdäern, die euch bedrängen, ergibt, wird leben bleiben und sein Leben zur Beute haben.", "R. Joḥanan sagte: Die Verbannung sühnt alles, denn es beißt:151Ib. 22,30.So spricht der Herr: Tragt diesen Mann als Kinderlosen ein, als einen Mann, dem es lebenslänglich nicht glückt; denn es wird keinem seiner Nachkommen glücken, auf Davids Thron zu sitzen, und fernerhin über Jehuda zu herrschen. Nach seiner Verbannung aber heißt es :152iChr. 3,17.die Söhne Jekhonjas waren Asir, dessen Sohn war Šaltiél. [Er hieß] Asir, weil seine Mutter mit ihm im Gefängnisse [asurin] schwanger wurde; Šaltiél, weil ihn Gott anders gepflanzt [šathlo-él] hat, als andere Pflänzlinge. Es ist uns nämlich überliefert, daß eine Frau stehend nicht schwanger wird, seine [Mutter]" ], [ "wurde aber stehend153Ihre Zelle im Gefängnisse war so eng, daß sie sich nicht hinlegen konnten.schwanger. Eine andere Erklärung : Šaltiél, er ließ sich von Gott seinen Schwur154Er hatte geschworen, keine Kinder zu zeugen.auflösen [šaál-él]; Zerubabel, er wurde in Babel gepflanzt [zera͑-babel], sein wirklicher Name aber war Neḥemja, Sohn des Ḥakhalja.", "Jehuda und Ḥizqija, die Söhne R. Ḥijas, saßen einst bei einer Mahlzeit vor Rabbi, ohne etwas zu sprechen. Da sprach er, um sie zum Reden zu bringen: Reicht den Kindern recht viel Wein. Als sie angeheitert waren, begannen sie und sprachen: Der Sohn Davids155Dh. der Messias.wird nicht eher kommen, als bis zwei Familien in Jisraél untergegangen sein werden, und zwar: der Exilarch in Babylonien und der Fürst im Jisraéllande, denn es heißt :156Jes. 8,14.er wird den beiden Häusern Jisraéls sein ein Heiligtum und ein Stein des Anstoßes und ein Felsblock des Straucheins.", "Da sprach er zu ihnen: Kinder, ihr stoßet Dornen in meine Augen. Darauf sprach R. Ḥija zu ihm: Meister, nimm dies ihnen nicht übel; [das Wort] jajin [Wein] beträgt siebzig und [das Wort] sod [Geheimnis] beträgt ebenfalls siebzig; geht der Wein hinein, so kommt das Geheimnis heraus.", "R. Ḥisda sagte im Namen Mar U͑qabas, manche sagen, R. Ḥisda sagte es im Namen eines Vortrages des Mari b. Mar: Es heißt:157Dan. 9,14.und so war der Herr auf das Unglück bedacht und brachte es über uns, denn gerecht ist der Herr, unser Gott; war der Herr auf das Unglück bedacht und brachte es über uns deshalb, weil er gerecht ist? Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, übte Gerechtigkeit158Das W. צדקה hat im Neuhebräischen die Bedeutung Wohltat.an Jisraél, indem er die Gefangenschaft Çidqijahus eintreten ließ, als noch die Gefangenschaft Jekhonjas bestanden hatte.", "Von der Gefangenschaft Jekhonjas heißt es:159iiReg. 34,16.Schmiede und Schlosser tausend. Schmiede [hießen sie,] weil alle, wenn sie zu sprechen anfingen, wie taub160Man horchte aufmerksam zu; חרש wird hier mit taub übersetzt. Die Wohltat bestand also darin, daß die 2. Verbannung eintrat, als noch viele Gelehrte aus der 1. Verbannung im Exile lebten, damit die Gesetzeskunde nicht in Vergessenheit gerate.waren, Schlosser [hießen sie,] weil, wenn ihnen eine Lehre verschlossen war, niemand sie lösen konnte. Wieviel waren es? Tausend.", "U͑la erklärte: Er beschleunigte sie um zwei Jahre vor:161Dt 4,25.wenn ihr eingelebt sein162Das W. ונושנתם beträgt 852, dh. in diesem Jahre nach ihrem Auszuge aus Ägypten sollte der in diesem Schriftverse angedrohte Untergang erfolgen u. um sie davor zu schützen, ließ er die Gefangenschaft 2 Jahre früher eintreten; cf. Bd. VI S. 493 Anm. 249.werdet.", "R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Hieraus, daß das ‘geschwind’ des Herrn der Welt achthundertzweiundfünfzig [Jahre] währt162Im darauffolgenden Schriftverse (Dt. 4,26) heißt es, der Untergang werde geschwind erfolgen..", "DESHALB &C. Die Rabbanan lehrten: Der Mensch wurde einzig erschaffen, und zwar deshalb, damit die Minäer nicht sagen, es gebe mehrere Prinzipien im Himmel. Eine andere Erklärung: Wegen der Frommen und wegen der Gottlosen; damit nämlich die Frommen nicht sagen, sie entstammen einem Frommen, und die Gottlosen nicht sagen, sie entstammen einem Gottlosen.", "Eine andere Erklärung: Wegen der Familien, damit nämlich die Familien einander nicht befehden; wenn sie sogar jetzt, wo [der Urmensch] einzig erschaffen wurde, einander befehden, um wieviel mehr wäre dies der Fall, wenn zwei erschaffen worden wären. Eine andere Erklärung: Wegen der Räuber und Plünderer; wenn es sogar jetzt, wo [der Urmensch] einzig erschaffen wurde, Raub und Plünderung gibt, um wieviel mehr wäre dies der Fall, wenn zwei erschaffen worden wären.", "UND UM DIE GRÖSSE &C. ZU VERKÜNDEN. Die Rabbanan lehrten: Um die Größe des Königs der Könige, des Heiligen, gepriesen sei er, zu verkünden; wenn ein Mensch mehrere Münzen mit einem Stempel prägt, so gleichen sie alle einander, aber der Heilige, gepriesen sei er, prägt jeden Menschen mit dem Stempel des Urmenschen, und doch gleicht nicht einer dem anderen, wie es heißt:51Ij. 38,14.sie verwandelt sich wie Ton unter dem Stempel, sie stellen sich dar wie ein Gewand. –", "Weshalb gleichen ihre Gesichter nicht einander? – Damit niemand, wenn er eine schöne Wohnung oder eine schöne Frau sieht, sagen könne, sie gehöre52Wenn alle Menschen gleichmäßig aussehen würden, so könnte es ihm niemand widerlegen.ihm, denn es heißt :53Ij. 38,15.er verweigerte den Frevlern ihren [Gesichts-]Schein, und der erhobene Arm wird zerschmettert.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Durch drei Dinge unterscheidet sich ein Mensch vom anderen: durch die Stimme, durch das Aussehen und durch den Verstand; durch die Stimme und durch das Aussehen, wegen der Unzucht54Damit die Gatten einander im Hellen und im Dunkeln erkennen., durch den Verstand, wegen der Räuber und Plünderer.", "Die Rabbanan lehrten: Der Mensch wurde am Vorabend des Šabbaths erschaffen, und zwar deshalb, damit die Minäer nicht sagen, der Heilige, gepriesen sei er, habe einen Beteiligten am Schöpfungswerke gehabt. Eine andere Erklärung: Damit, wenn er übermütig werden sollte, man zu ihm sagen könne: selbst eine Mücke ging dir beim Schöpfungswerke vor. Eine andere Erklärung: Damit er sofort zu einer gottgefälligen Handlung55Zur Weihung des Šabbaths.gehen könne.", "Eine andere Erklärung: Damit er sofort zur Mahlzeit56Er fand die ganze Schöpfung vollständig vor.gehen könne. Dies ist ebenso, als wenn ein König aus Fleisch und Blut einen Palast baut, ihn ausschmückt, das Mahl vorbereitet und erst dann die Gäste eintreten läßt. So beißt es auch:163Pr. 9,1,2,3.Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, sich ihre sieben Säulen ausgehauen. Sie hat ihr Schlachtvieh geschlachtet, ihren Wein gemischt, auch ihren Tisch bereitet. Sie hat ihre Mägde ausgesandt; ihr Ruf ergeht oben auf den Anhöhen der Stadt. \n", "Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, das ist die Handlung des Heiligen, gepriesen sei er, der die ganze Welt in Weisheit erschuf. Sich ihre sieben Säulen ausgehauen, das sind die sieben Schöpfungstage. Sie hat ihr Schlachtvieh geschlachtet, ihren Wein gemischt, auch ihren Tisch bereitet, das sind die Seen und die Flüsse und alle Erfordernisse der Welt. Sie hat ihre Mägde ausgeschickt, ihr Ruf ergeht, das sind Adam und Ḥava.", "Auf den Anhöhen der Stadt; Rabba b. Bar Ḥana wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: auf den Anhöhen, und es heißt:164Ib. V. 14.auf dem Stuhle!? Zuerst auf den Anhöhen, nachher165Nach dem Sündenfalle Adams.auf dem Stuhle.", "166Pr. 9,4.Wer ein Tor ist, kehre hier ein; wem es an Verstand gebricht, zu dem spricht sie. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Wer hat diesen betört? Eine Frau ist es, die ihn verleitet hat, denn es heißt:167Ib. 6,32.wer mit einem Weibe Unzucht treibt, dem fehlt Verstand.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Der Staub des Urmenschen168Aus dem er erschaffen wurde; cf. Gen. 2,7.wurde aus der ganzen Erde zusammengescharrt, denn es heißt:169Ps. 139,16.meinen Klumpen sahen deine Augen, und ferner heißt es:170Zach. 4,10.die Augen des Herrn überblicken die ganze Erde. R. Oša͑ja sagte im Namen Rabhs:" ], [ "Der Rumpf des Urmenschen war aus Babylonien, das Haupt aus dem Jisraéllande und die Extremitäten aus den übrigen Ländern. Seine Hinterbacken, wie R. Aḥa sagte, aus der Burg Agma.", "R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Zwölf Stunden hat der Tag; in der ersten Stunde wurde sein Staub gesammelt, in der zweiten wurde er zu einem Klumpen geformt, in der dritten wurden seine Glieder gedehnt, in der vierten wurde ihm die Seele eingehaucht, in der fünften stellte er sich auf seine Füße, in der sechsten legte er [den Tieren] Namen hei, in der siebenten wurde ihm Ḥava zugesellt, in der achten legten sie sich ins Bett zu zweien und verließen es zu vieren, in der neunten wurde ihm das Verbot erteilt, in der zehnten sündigte er, in der elften wurde über ihn Gericht gehalten, in der zwölften wurde er verjagt und er ging fort, denn es heißt:171Ps. 49,13. So nach der Auslegung des T.und der Mensch, in Herrlichkeit übernachtet er nicht.", "Rami b. Ḥama sagte: Ein wildes Tier hat nur dann Gewalt über einen Menschen, wenn er ihm wie ein Vieh erscheint, denn es heißt :171Ps. 49,13. So nach der Auslegung des T.er wird beherrscht171Ps. 49,13. So nach der Auslegung des T., wenn er wie ein Vieh erscheint.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als der Heilige, gepriesen sei er, den Menschen erschaffen wollte, erschuf er vorher eine Klasse von Dienstengeln und sprach zu ihnen: Ist es euer Wille, daß wir einen Menschen in unserem Ebenbilde erschaffen? Diese fragten ihn: Herr der Welt, wie sind seine Handlungen? Er erwiderte ihnen: So und so sind seine Handlungen.", "Darauf sprachen sie zu ihm: Herr der Welt,172Ps. 8,5.was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und das Menschenkind, daß du nach ihm schauest! Da langte er mit seinem kleinen Finger zwischen sie und verbrannte sie. Ebenso geschah es auch mit der zweiten Klasse. Die dritte Klasse sprach vor ihm: Herr der Welt, was nützte es den ersten, daß sie vor dir geredet haben; dein ist die ganze Welt, tue das, was dir auf deiner Welt zu tun beliebt.", "Als das Zeitalter der Sintflut und das Zeitalter der Spaltung heranreichten, deren Handlungen ausarteten, sprachen sie vor ihm: Herr der Welt, hatten die ersten, die vor dir geredet, nicht Recht!? Er erwiderte ihnen:173Jes. 46,4.Und bis zum Greisenalter bin ich derselbe, und bis zum Ergrauen will ich es auf mich laden &c.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Adam der Urmensch war von einem Ende der Welt bis zum anderen, denn es heißt :174Dt. 4,32.seit dem Tage, wo Gott den Menschen auf der Erde erschaffen hat, von einem Ende des Himmels bis zum anderen. Nachdem er aber gesündigt hatte, legte der Heilige, gepriesen sei er, seine Hand auf ihn und verminderte ihn, denn es heißt:175Ps. 139,5.hinten und vorn hast du mich gebildet und du legtest auf mich deine Hand.", "R. Elea͑zar sagte: Adam der Urmensch reichte von der Erde bis zum Himmel, denn es heißt: seit dem Tage, wo Gott den Menschen auf der Erde erschaffen hat, von einem Ende des Himmels bis zum anderen. Nachdem er aber gesündigt hatte, legte der Heilige, gepriesen sei er, seine Hand auf ihn und verkleinerte ihn, denn es heißt: hinten und vorn hast du mich gebildet &c. – Die [Auslegungen des] Schriftverses widersprechen ja einander!? – Beide Maße sind identisch.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs : Adam der Urmensch sprach aramäisch, denn es heißt:176Ib. V. 17.wie teuer177Das W. יקר wurde als spezifisch aramäisch angesehen; vgl. auch Bd. IV S. 33 Anm. 202.sind mir, o Gott, deine Gedanken.", "So sagte auch Reš Laqiš : Es heißt :178Gen. 5,1.das ist das Buch über die Nachkommen Adams; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, ihm jedes Zeitalter und seine Gelehrten, jedes Zeitalter und seine Weisen zeigte; als er aber zum Zeitalter R. A͑qibas herankam, freute er sich über seine Gesetzeskunde und war betrübt über seinen Tod179RA͑. wurde zur Zeit des Bar Kochba-Aufstandes auf grauenhafte Weise hingerichtet; cf. Ber. Fol. 61b.und sprach: wie teuer sind mir, o Gott, deine Gedanken180Wahrscheinl. v. דֵַע, Freund..", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs : Adam der Urmensch war ein Minäer, denn es heißt :181Gen. 3,9.da rief Gott der Herr den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du; wohin hat sich dein Herz abgewendet? R. Jiçḥaq sagte: Er war Epispast182Der Epispasmus war unter der Römerherrschaft eine sehr verbreitete Operation (wohl um die Spuren der Judenheit zu verwischen) u. wird im T. zu den gottlosesten Handlungen gezählt., denn es heißt :183Hos. 6,7.sie haben wie ein Mensch mein Bündnis übertreten, und ferner heißt es:184Gen. 17,14, bei der Beschneidung.mein Bündnis hat er zerstört.", "R. Naḥman sagte: Er war ein Gottesleugner, denn hier heißt es: [wie ein Mensch] mein Bündnis übertreten, und dort185Jer. 22,9.heißt es: da wird man dann antworten: Weil sie das Bündnis des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben.", "Dort haben wir gelernt: R. Elie͑zer sagte: Befleißige dich, die Tora zu lernen, [und wisse,] was du dem Gottesleugner186Im W.e אפיקורוס ist unverkennbar der Name Epikur zu finden, Epikuräer, also Anhänger der epikuräischen Philosophie, die bekanntlich in der Lebenslust den letzten Zweck des Lebens sieht. Im T. sowie in der nach-t.schen Literatur hat dieses W. den festen Begriff Freidenker, Gottesleugner; aber auch verbal wird פקר in diesem Sinne gebraucht.zu erwidern hast. Hierzu sagte R. Joḥanan: Dies gilt nur von einem nichtjüdischen Gottesleugner, ein jisraélitischer Gottesleugner aber würde dadurch in seiner Gottlosigkeit noch mehr bestärkt werden187Einem solchen antworte man überhaupt nicht..", "R. Joḥanan sagte : An allen Stellen, aus welchen die Minäer ihre Beweise188In welchen von Gott im Plural gesprochen wird.entnehmen, findet sich die Antwort daneben.189Gen. 1,26.Wir wollen einen Menschen in unserem Ebenbilde machen. –190Ib. V. 27.Da schuf Gott den Menschen nach seinem Ebenbilde.191Ib. 7,11.Wohlan, wir wollen hinabfahren und daselbst ihre Sprache verwirren. –192Ib. V. 5.Da stieg der Herr hinab, um die Stadt und den Turm zu besehen.193Ib. 35,7.Daselbst hatten sich ihm Gott offenbart. –194Ib. V. 3.Dem Gott, der mich erhört hat in der Zeit meiner Drangsal. –", "195Dt. 4,7.Denn wo wäre irgend eine große Nation, die Götter hätte, die ihr nahe sind, wie der Herr, unser Gott, so oft wir ihn anrufen. –196iiSam. 7,23.Und wo gleicht deinem Volke Jisraél irgend eine andere Nation auf Erden, die ein Gott sich zum Volke zu erkaufen gegangen war. –197Dan. 7,9.Bis Thronsessel hingestellt wurden. –197Dan. 7,9.Und ein Hochbetagter sich niederließ. –", "Wozu sind jene198Die angezogenen Schriftverse, in denen von Gott in der Mehrzahl gesprochen wird.nötig? – Nach einer Lehre R. Joḥanans, denn K. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, tue nichts, bevor er sich mit seinem oberen Gefolge berät, denn es heißt:199Dan. 4,14.dieser Spruch beruht auf dem Beschlüsse der Wachengel, und im Gespräche der Heiligen beratschlagt. –", "Erklärlich ist dies hei all jenen [Schriftversen], wie ist dies aber bei den aufgestellten Thronsesseln zu erklären!? – Einer für ihn und einer für David. Es wird nämlich gelehrt: Einer für ihn und einer für David – so R. A͑qiba. R. Jose sprach zu ihm : A͑qiba, wie lange noch wirst du die Göttlichkeit profanieren!? Vielmehr, einer für die Gerechtigkeit und einer für die Milde. –", "Hat er [diese Erwiderung] anerkannt oder hat er sie nicht anerkannt? – Komm und höre: Einer für die Gerechtigkeit und einer für die Milde – so R. A͑qiba. R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach zu ihm : A͑qiba, was hast du mit der Agada zu tun, begib dich lieber zu [den Lehren über die Unreinheit durch] Aussatz200Diese bilden die allerschwierigsten Bestandteile der ganzen talmudischen Lehre; cf. Hg. Fol. 11a.und Bezeltung. Vielmehr, einer als Stuhl und einer als Schemel. Einer als Stuhl, zum Sitzen, und einer als Schemel, zum Auflegen der Füße.", "R. Naḥman sagte : Wer den Minäern zu antworten versteht, wie R. Idith, tue dies, wer aber nicht, antworte ihnen überhaupt nicht. Ein Minäer sprach einst zu R. Idith: Es heißt:201Ex. 24,1.und zu Moše sprach er: Steige zum Herrn hinauf; es sollte ja heißen: zu mir!? Dieser erwiderte: Dies [sagte] Meṭaṭron, dessen Name dem Namen seines Herrn gleicht, wie es heißt:202Ex. 23,21.denn mein Name ist in ihm. –", "Demnach sollte man ihn anbeten!? – Es heißt: sei nicht widerspenstig gegen ihn, verwechsle203Das W. תמר wird von der Wurzel מור verwechseln, -tauschen abgeleitet.mich nicht mit ihm. – Wieso heißt es demnach :202Ex. 23,21.denn er wird eure Übertretungen nicht verzeihen204Er könnte es ja überhaupt nicht.!? Dieser erwiderte: Bei meiner Treu, wir wollen ihn nicht einmal als Faktotum anerkennen, denn es heißt :205Ex. 33,15.da sprach er zu ihm: Wenn du nicht in Person mitgehst &c.", "Ein Minäer sprach einst zu R. Jišma͑él b. Jose: Es heißt:206Gen. 19,24.der Herr aber ließ auf Sedom und A͑mora Schwefel und Feuer regnen vom Herrn aus; es sollte ja heißen: von ihm207In den älteren Ausgaben: von mir aus.aus!? Da sprach ein Wäscher zu ihm: Laß ihn, ich will ihm antworten. Es heißt :208Gen. 4,23.da sprach Lemekh zu seinen Frauen: A͑da und Çila, höret meine Worte, Frauen Lemekhs; es sollte ja heißen: meine Frauen; du mußt also erklären, dies sei die erzählende Form der Schrift, ebenso ist es auch hierbei die erzählende Form der Schrift. Jener fragte ihn: Woher weißt du dies209Die Antwort aus diesem Schriftverse.? – Ich hörte dies in einem Vortrage R. Meírs,", "R. Joḥanan sagte nämlich, der Vortrag R. Meírs zerfiel in drei Teile: ein Drittel Halakha, ein Drittel Agada und ein Drittel Gleichnisse. Ferner sagte R. Joḥanan : Dreihundert Fuchsfabeln hatte R. Meír, während uns sich nur die erhalten hat, [in der drei Schriftverse]210So ist der Text nach Handschriften zu konstruieren; nach dem Wortlaute: drei [Fabeln].vorkommen." ], [ "211Ez. 18,2.Die Väter aßen saure Trauben und die Zähne der Kinder werden stumpf.212Lev. 19,36.Eine richtige Wage und richtige Gewichtsteine.213Pr. 11,8.Der Fromme wird aus der Not erlöst, und der Gottlose kommt an seine Stelle214Diese Fabel von einem Fuchs, der einen Wolf angeführt hat, war damals bekannt u. wird von Raschi zSt. erzählt. Einst sprach ein Fuchs zu einem Wolf, daß er am Freitag zu den Juden hingehe und ihnen bei der Bereitung des Šabbathmahles Hilfe leiste, wofür sie ihn zur Šabbathtafel einladen würden. Im Judenviertel aber empfing man ihn mit Stöcken u. Knütteln, sodaß nur eine schleunige Flucht ihn vom sicheren Tode rettete. Wütend kehrte er zum Fuchs zurück u. stellte ihn zur Rede. Dieser aber erwiderte: Dein Vater fraß ihnen einst die ganze Mahlzeit weg, und dies wollten sie dir nicht verzeihen, denn: die Väter aßen unreife Früchte etc. Da aber der Wolf sich mit dieser Antwort nicht zufrieden gab und den Fuchs bedrohte, sprach dieser zu ihm: Komm, ich will dir eine andere Stelle zeigen, wo viele Leckereien sich befinden. Hierauf führte er ihn zu einem Aufzugbrunnen u. stieg in den einen Eimer, der dann in die Tiefe sank, während der andere in die Höhe stieg (Anspielung auf Lev. 19,36). Hier befindet sich eine große Käsescheibe, rief der Fuchs, indem er dem Wolfe den im Wasser sich spiegelnden Mond zeigte. Als nun der Wolf fragte, wie er da hinunterkomme, sprach der Fuchs zu ihm: Steige in den anderen Eimer. Der Wolf tat dies u. sank mit dem Eimer, in dem er saß, in die Tiefe, worauf der Fuchs nach oben schnellte, aus dem Eimer stieg u. ihm zurief: Der Fromme wird aus der Not erlöst etc..", "Der Kaiser sprach zu R. Gamliél : Euer Gott ist ein Dieb, denn es heißt :215Gen. 2,21.da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, und er schlief ein216Er stahl ihm dann eine Rippe.. Da sprach seine Tochter zu ihm: Laß ihn, ich will ihm Antwort geben. Hierauf sprach sie zu jenem: Stelle mir einen Vogt zur Verfügung. Jener fragte sie: Wozu brauchst du ihn? – Räuber überfielen uns diese Nacht; sie nahmen uns einen silbernen Pokal und ließen uns einen goldenen Pokal zurück. Er erwiderte ihr: Mögen solche doch jeden Tag kommen! – War es etwa Adam nicht lieb, daß man ihm eine Rippe fortgenommen und dafür eine Magd zur Bedienung gegeben hat!?", "Darauf erwiderte er ihr: Ich meine es so: er sollte sie ihm doch öffentlich genommen haben!? Hierauf sprach sie zu ihm: Holt mir ein Stück rohes Fleisch. Da holte man es ihr und sie nahm es unter den Arm217Nach Raschi in die Asche, sprachl. jedoch ganz unzulässig., holte es hervor und sprach zu ihm: Iß davon! Er erwiderte ihr: Es ist mir ekelhaft. Da sprach sie zu ihm: Bei Adam dem Urmenschen verhielt es sich ebenso; hätte man ihm [die Rippe] öffentlich genommen, so wäre ihm [das Weib] ekelhaft.", "Der Kaiser sprach zu R. Gamliél: Ich weiß, was euer Gott tut und wo er sich befindet. Darauf seufzte dieser und stöhnte. Jener fragte: Weshalb dies? Dieser erwiderte: Ich habe einen Sohn in den überseeischen Ländern und habe Sehnsucht nach ihm; ich wünschte, daß du mir ihn zeigtest. Jener sprach: Weiß ich denn, wo er weilt!? Da erwiderte dieser: Du weißt nicht, was auf der Erde vorgeht, und was auf dem Himmel vorgeht, willst du wissen!?", "Der Kaiser sprach zu R. Gamliél: Es heißt :218Ps. 147,4.er zählt die Zahl der Sterne; was ist dies für eine Großtat, auch ich kann die Sterne zählen!? Da holte er Quitten und legte sie in ein Sieb, und indem er sie schüttelte, sprach er zu ihm: Zähle sie! Jener sprach: Halte sie ruhig. Dieser erwiderte: Die [Sterne am] Himmel bewegen sich ja ebenfalls.", "Manche erzählen, er habe zu ihm wie folgt gesprochen: Mir ist die Anzahl der Sterne bekannt. Dieser erwiderte ihm: Sage mir, wieviel Backenzähne und Schneidezähne du hast. Da steckte jener die Hand in den Mund und zählte sie. Darauf sprach dieser zu ihm: Du weißt nicht, was in deinem Munde ist, und was auf dem Himmel ist, willst du wissen !", "Der Kaiser sprach zu R. Gamliél : Wer die Berge erschuf, erschuf nicht den Wind, denn es heißt:219Am. 4,13.denn fürwahr, er hat die Berge gebildet und den Wind geschaffen. – Beim Menschen heißt es ja ebenfalls220Cf. Gen. 1,27 u. 2,7.er schuf und er bildete, demnach wäre auch bei diesem zu erklären, wer das eine [Glied] erschuf, erschuf das andere nicht!?", "Zwei verschiedene Löcher hat der menschliche Körper auf einem Räume von einer Handbreite; willst du etwa auch hierbei sagen, wer das eine erschuf, erschuf das andere nicht, denn es heißt:221Ps. 94,9.der das Ohr gepflanzt hat, sollte nicht hören, der das Auge gebildet, sollte der nicht sehen!? Jener erwiderte: Freilich. Dieser entgegnete: Sollten sie bei seinem Tode Freundschaft geschlossen222Beim Tode des Menschen müßten dann beide Prinzipien eine Übereinstimmung treffen, ihn sterben zu lassen. Dies richtet sich selbstverständlich gegen den Dualismus der Parsen.haben !?", "Einst sprach ein Magier223אמגושא Magus, hier wahrscheinlich parsischer Priester oder Weiser, da diese sich mit den geheimen Künsten u. Lehren befaßten.zu Amemar: Deine obere Hälfte gehört Ormuzd und deine untere Hälfte gehört Ahriman. Dieser erwiderte ihm: Wieso gestattet demnach Ahriman dem Ormuzd, das Wasser224Die Exkremente, die durch den Körper gehen.durch sein Gebiet abfließen zu lassen?", "Der Kaiser sprach zu R. Tanḥum: Komm, wir wollen alle zu einem Volke werden. Dieser erwiderte ihm: Gut, aber wir, die wir beschnitten sind, können nicht wie ihr werden, daher müßt ihr euch beschneiden lassen und wie wir werden. Jener entgegnete: Recht hast du zwar, wer aber den König besiegt, den werfe man in den Tierkäfig. Hierauf warf man ihn in den Tierkäfig, und [die Tiere] fraßen ihn nicht. Da sprach ein Minäer; Sie fressen ihn deshalb nicht, weil sie nicht hungrig sind. Hierauf warfen sie ihn selbst hinein, und sie fraßen ihn auf.", "Der Kaiser sprach zu R. Gamliél : Ihr sagt, unter zehn [Personen] weile die Göttlichkeit, wie viele Göttlichkeiten gibt es denn!? Da rief dieser den Diener und schlug ihn auf den Hals225So nach Raschi, ohne jede sprachl. Begründung., [indem er zu ihm sprach:] Weshalb scheint die Sonne in das Haus des Kaisers!? Er erwiderte: Die Sonne scheint ja über die ganze Welt! – Wenn die Sonne, einer der vielen Diener vor dem Heiligen, gepriesen sei er, über die ganze Welt scheint, um wieviel mehr die Göttlichkeit selbst.", "Ein Minäer sprach zu R. Abahu: Euer Gott ist ein Spaßmacher, denn er sprach zu Jeḥezqel :226Ez. 4,4.lege dich auf deine linke Seite, und darauf folgt :227Ib. V. 6.lege dich auf deine rechte Seite. Da kam ein Jünger und fragte ihn nach dem Grunde [des Gesetzes] vom Siebentjahre. Er erwiderte: Ich will euch etwas sagen, befriedigend für euch beide.", "Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu den Jisraéliten: Säet sechs Jahre und das siebente Jahr lasset [den Boden] brach, damit ihr wisset, daß das Land mir gehöre. Sie aber handelten nicht so, sondern sündigten, und sie wurden verbannt. Der Gang dieser Welt ist wie folgt. Wenn eine Provinz sich gegen einen König aus Fleisch und Blut vergeht, so tötet er, wenn er ein Tyrann ist, die ganze [Einwohnerschaft], und wenn er milde ist, nur die Hälfte; ist er aber sehr milde, so bestraft er nur die Großen unter ihnen durch Züchtigungen. Ebenso strafte der Heilige, gepriesen sei er, Jeḥezqel, um die Sünden der Jisraéliten wegzuspülen.", "Ein Minäer sprach zu R. Abahu: Euer Gott ist ja ein Priester, denn es heißt:228Ex. 25,2.sie sollen mir eine Hebe entrichten, wo nahm er das Tauchbad, als er Moše bestattet hatte; wenn etwa im Wasser, so heißt es ja:229Jes. 40,12.wer hat mit seiner hohlen Hand das Wasser gemessen!?", "Dieser erwiderte: Er tauchte im Feuer unter, wie es heißt :230Ib. 66,15.denn fürwahr, der Herr wird im Feuer kommen. – Ist denn das Untertauchen im Feuer gültig !? Dieser erwiderte: Im Gegenteil, das Untertauchen maßte ja vornehmlich im Feuer erfolgen, denn es heißt :231Num. 31,23.alles aber, was das Feuer nicht verträgt, müßt ihr durch das Wasser gehen lassen.", "Ein Minäer sprach zu R. Abina: Es heißt:232iiSam. 7,23.und wo gleicht auf Erden deinem Volke Jisraél irgend eine andere Nation; wo ist denn euer Vorzug, ihr gehört ja mit zu uns, denn es heißt:233Jes. 40,17.alle Völker sind wie nichts vor ihm. Dieser erwiderte ihm: Die eurigen234Bilea͑m, der ein nichtjüdischer Prophet war; cf. Num. Kap. 23.bekunden über uns:" ], [ "235Num. 23,9.und sich unter die übrigen Völker nicht rechnet", "R. Elea͑zar wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt :236Ps. 145,9.gütig ist der Herr gegen alle, dagegen heißt es:237Thr. 3,25.gütig ist der Herr gegen die, die auf ihn hoffen!? Dies ist mit einem zu vergleichen, der einen Obstgarten hat; ist er bei der Bewässerung, so bewässert er den ganzen, ist er aber beim Jäten, so jätet er nur vor den guten [Bäumen].", "DAHER MUSS JEDER &C.238iReg. 22,36.Da erscholl der Jubelruf durch das Heer. R. Aḥa b. Ḥanina sagte:239Pr. 11,10.Wenn die Gottlosen umkommen, ertönt Jubel; als Aḥáb, der Sohn O͑mris, umkam, ertönte Jubel. –", "Freut sich denn der Heilige, gepriesen sei er, über das Unglück der Gottlosen, es heißt ja:240iiChr. 20,21.während sie vor den Kampfgerüsteten einherzogen, sprachen sie: Danket dem Herrn, denn ewig währt seine Gnade, und hierzu sagte R. Jonathan: Weshalb stehen in diesem Dankspruch nicht [die Worte:] denn er ist gütig241Die sich in demselben Danksegen Ps. 136,1 wohl befinden.? Weil der Heilige, gepriesen sei er, sich nicht über das Unglück der Gottlosen freut!?", "R. Šemuél b. Naḥman sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Es heißt:242Ex. 14,20.und sie kamen sich die ganze Nacht nicht nahe; die Dienstengel wollten dann vor dem Heiligen, gepriesen sei er, das Lied anstimmen, da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen: Mein Händewerk ertrinkt im Meere und ihr wollt vor mir das Lied anstimmen!?", "R. Jose b. Ḥanina erklärte: Er selbst freut sich darüber nicht, wohl aber läßt er andere sich freuen. Dies ist auch zu beweisen: es heißt:243Dt. 28,63.sich freuen lassen, nicht aber: sich244ישוש im Hiph., wo Qal zu erwarten wäre.freuen. Schließe hieraus.", "245iReg. 22,38.Und die Huren badeten sich &c. R. Elea͑zar erklärte: Um zwei Visionen246Das W. הזונות, Huren, wird wie חזיונות, Visionen, Weissagungen, gelesen; die Visionen badeten, dh. sie wurden klar, sie gingen in Erfüllung.in ihrer Klarheit zu zeigen, die des Mikhajhu und die des Elijahu. Mikhajhu weissagte :247iReg. 22,28. Kehrst du wohlbehalten zurück, so hat der Herr nicht mit mir geredet. Elijahu weissagte:248Ib. 21,19.An der Stätte, wo die Hunde das Blut Naboths geleckt haben.", "Raba erklärte: Wirkliche Huren, Aḥa͑b war nämlich kaltblütig, und Izebel ließ die Bilder zweier Huren in seinem Wagen anbringen, damit er sie betrachte und [sein Blut] in Wallung gerate.", "249Ib. 22,34.Ein Mann aber hatte von ungefähr den Bogen gespannt und traf. R. Elea͑zar erklärte: Ohne Absicht zu zielen. Raba erklärte: Um zwei Visionen in Erfüllung250Das W. תמו wird von תמם, ganz machen, ausfüllen, abgeleitet.gehen zu lassen, die des Mikhajhu und die des Elijahu.", "Es heißt:251iReg. 18,3.da ließ Aḥáb den Haushofmeister O͑badja rufen. O͑badja aber war sehr gottesfürchtig. Was sprach er zu ihm?", "R. Jiçḥaq erwiderte: Er sprach zu ihm: Bei Ja͑qob heißt es:252Gen. 30,27.ich spüre daß mich der Herr um deinetwillen gesegnet hat, bei Joseph heißt es:253Ib. 39,5.und der Herr segnete das Haus des Miçri um Josephs willen, mein Haus aber ist nicht gesegnet worden; du bist wahrscheinlich nicht gottesfürchtig. Da ertönte eine Hallstimme und sprach; O͑badja ist sehr gottesfürchtig, das Haus Aḥábs aber ist nicht zum Segen bestimmt.", "R. Abba sagte: Bedeutender ist das, was von O͑badja gesagt wird, als das, was von Abraham gesagt wird, denn bei Abraham254Cf. Gen. 12,14.heißt es nicht sehr, bei O͑badja heißt es aber sehr.", "R. Jiçḥaq sagte: Aus welchem Grunde war dem O͑badjahu255Der von Heiden abstammte.die Prophetie beschieden? Weil er die hundert Propheten in der Höhle versteckt hatte, wie es heißt:256iReg. 18,4.und als Izebel die Propheten des Herrn ausrottete, nahm O͑badja hundert Propheten und versteckte sie je fünfzig in einer Höhle &c. – Weshalb je fünfzig? R. Elea͑zar erwiderte: Er lernte dies von Ja͑qob, wie es heißt:257Gen. 32,9.so kann das andere Lager entrinnen. R. Abahu erklärte: Die Höhle faßte nicht mehr als fünfzig.", "258Ob. 1,1.Die Offenbarung des O͑badja. So spricht Gott der Herr über Edom &c. Weshalb weissagte gerade O͑badja über Edom?", "R. Jiçḥaq erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Mag O͑badja, der zwischen zwei Frevlern259Aḥab u. Izebel.weilte, ohne von ihren Taten gelernt zu haben, kommen und weissagen über den gottlosen E͑sav, der zwischen zwei Frommen260Jiçḥaq u. Ribqa.weilte, ohne von ihren Taten gelernt zu haben. Ephrajim der Fragensteller, ein Schüler R. Meírs, sagte im Namen R. Meírs: O͑badja war ein edomitischer Proselyt; das ist es also, was die Leute sagen: Vom Walde selber261O͑badja, der von Edom abstammte, weissagte dessen Untergang; ebenso war David, der Moab schlug, moabitischer Herkunft.kommt der Axtstiel.", "262iiSam. 8,2.Er schlug die Moabiter und maß sie mit einer Schnur ab, indem er sie auf die Erde niederlegen ließ. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj : Das ist es, was die Leute sagen: vom Walde selber kommt der Axtstiel. Als R. Dimi kam, sagte er : Der Schenkel stinkt von seiner Mitte aus.", "263iiReg. 3,27.Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der nach ihm herrschen sollte, und opferte ihn auf der Mauer als Brandopfer. [Hierüber streiten] Rabh und Šemuél, einer sagt, im Namen des Himmels, und einer sagt, im Namen des Götzen. –", "Erklärlich ist der Schriftvers :263iiReg. 3,27.da kam ein gewaltiger Zorn über Jisraél, nach demjenigen, der im Namen des Himmels sagt, wieso aber kam über sie ein gewaltiger Zorn nach demjenigen, der im Namen des Götzen sagt!? –", "Dies nach einer Lehre des R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt :264Ez. 5,7.nach den Rechten der Völker rings um euch her habt ihr nicht gehandelt, dagegen heißt es :265Ib. 11,12.nach den Rechten der Völker rings um euch her habt ihr gehandelt!? Nach den Guten unter ihnen habt ihr nicht gehandelt, nach den Schlechten unter ihnen habt ihr wohl gehandelt.", "263iiReg. 3,27.Da zogen sie ab und kehrten nach dem Lande zurück. R. Ḥanina b. Papa sagte: In dieser Stunde sanken die Feinde266Euphemistisch für Jisraél.Jisraéls in die unterste Stufe267לארץ ohne Suffix, in die Erde, dh. in eine Tiefe..", "268iReg. 1,4. Dieser Schriftvers wird hier angezogen entweder wegen der Auslegung des Wortes ‘sehr’, mit der oben begonnen wurde, od. um den Abschnitt nicht mit etwas Bösem abzuschließen.Und das Mädchen war bis [zum äußersten] sehr schön. R. Ḥanina b. Papa sagte: Sie erlangte nicht einmal die Hälfte der Schönheit Saras, denn es heißt bis [zum Äußersten], also ausschließlich des Äußersten." ], [ "i MAN PRÜFTE SIE DURCH EINE SIEBENFACHE AUSFORSCHUNG: IN WELCHEM SEPTENNIUM, IN WELCHEM JAHRE, IN WELCHEM MONAT, AM WIEVIELTEN DES MONATS, AN WELCHEM [WOCHEN]TAGE, IN WELCHER STUNDE UND AN WELCHEM ORTE. R. JOSE SAGT : AN WELCHEM WOCHENTAGE, IN WELCHER STUNDE, AN WELCHEM ORTE, \n", "KENNT IHR IHN, UND: HABT IHR IHN GEWARNT. TRIEB ER GÖTZENDIENST, [SO FRAGTE MAN AUCH:] WEN VEREHRTE ER UND AUF WELCHE WEISE.", "ii JE MEHR MAN SIE PRÜFT, DESTO LOBENS WERTER IST ES. EINST UNTERSUCHTE SIE BEN ZAKKAJ [DURCH FRAGEN] ÜBER DIE STENGEL DES FEIGENBAUMES1Die betreffende Handlung ereignete sich wahrsch. unter einem Feigenbaume..", "WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN AUSFORSCHUNGEN UND UNTERSUCHUNGEN2Vgl. S. 494 Anm. 234.? WENN EINER AUF EINE DER AUSFORSCHUNGS[FRAGEN] ANTWORTET, ER WISSE ES NICHT, SO IST DAS ZEUGNIS UNGÜLTIG, WENN ABER EINER AUF EINE DER UNTERSUCHUNGS[FRAGEN] ANTWORTET, ER WISSE ES NICHT, ODER SOGAR BEIDE ANTWORTEN, SIE WISSEN ES NICHT, SO IST DAS ZEUGNIS GÜLTIG. WIDERSPRECHEN SIE EINANDER, OB BEI DEN AUSFORSCHUNGEN ODER BEI DEN UNTERSUCHUNGEN, SO IST IHR ZEUGNIS UNGÜLTIG.iii", "WENN EINER SAGT, ES SEI AM ZWEITEN DES MONATS [GESCHEHEN], UND EINER SAGT, AM DRITTEN DES MONATS, SO IST IHR ZEUGNIS GÜLTIG, DENN EINER KENNT DIE SCHALTUNG DES MONATS UND EINER KENNT DIE SCHALTUNG DES MONATS NICHT; \n", "WENN ABER EINER SAGT, AM DRITTEN, UND EINER SAGT, AM FÜNFTEN, SO IST IHR ZEUGNIS UNGÜLTIG.", "WENN EINER SAGT, IN DER ZWEITEN STUNDE3Nach Tagesanbruch., UND EINER SAGT, IN DER DRITTEN STUNDE, SO IST HIB ZEUGNIS GÜLTIG, WENN ABEB EINER SAGT, IN DER DRITTEN, UND EINER SAGT, IN DER FÜNFTEN, SO IST IHR ZEUGNIS UNGÜLTIG ;", "R. JEHUDA SAGT, IHR ZEUGNIS SEI GÜLTIG. WENN EINER SAGT, IN DER FÜNFTEN, UND EINEB SAGT, IN DER SIEBENTEN, SO IST4Nach aller Ansicht. IHR ZEUGNIS UNGÜLTIG, DENN IN DER FÜNFTEN IST DIE SONNE IM OSTEN UND IN DER SIEBENTEN IST DIE SONNE IM WESTEN.", "iv DABAUF FÜHRT MAN DEN ZWEITEN HEREIN UND PRÜFT IHN. STIMMEN IHRE AUSSAGEN ÜBEREIN, SO BEGINNT MAN [DIE VERHANDLUNG] MIT SEINER ENTLASTUNG. SAGT EINER VON DEN ZEUGEN, ER HABE ETWAS ZU SEINER ENTLASTUNG VORZUBRINGEN, ODER [SAGT] EINER VON DEN JÜNGEBN5Die den Gerichtsverhandlungen beiwohnten., ER HABE ETWAS ZU SEINER BELASTUNG VORZUBRINGEN, SO HEISST MAN IHN SCHWEIGEN. SAGT EINER VON DEN JÜNGERN, ER HABE ETWAS ZU SEINER ENTLASTUNG VORZUBRINGEN, SO LÄSST MAN IHN HERAUFKOMMEN UND SETZT IHN ZWISCHEN SIE, OHNE WÄHREND DES GANZEN TAGES SEINEN PLATZ ZU VERLASSEN, \n", "UND WENN SEINE WORTE ERHEBLICH SIND, SO HÖRT MAN AUF IHN. UND AUCH WENN ER SELBEIL SAGT, ER HABE ETWAS ZU SEINER ENTLASTUNG ZU SAGEN, HÖRT MAN AUF IHN, NUR MÜSSEN SEINE WORTE ERHEBLICH SEIN.", "v BEFINDEN SIE IHN FÜR FREISPRECHUNG, SO WIRD ER ENTLASSEN, WENN ABER NICHT, SO WIRD DAS URTEIL AUF DEN FOLGENDEN TAG VERSCHOBEN. WÄHREND DES GANZEN TAGES KOMMEN SIE PAARWEISE ZUSAMMEN, ESSEN WENIG UND TRINKEN KEINEN WEIN, UND AUCH WÄHREND DER GANZEN NACHT VERHANDELN SIE DARÜBER. AMFOLGENDEN TAGE KOMMEN SIE FRÜHZEITIG ZUR GERICHTSSITZUNG; \n", "WER FÜR FREISPRECHUNG WAR, SPRICHT: ICH WAR FÜR FREISPRECHUNG UND BLEIBE DABEI, UND WER FÜR SCHULDIGSPRECHUNG WAR, SPRICHT: ICH WAR FÜR SCHULDIGSPRECHUNG UND BLEIBE DABEI. WER FÜR SCHULDIGSPRECHUNG WAR, KANN DANN FÜR FREISPRECHUNG STIMMEN, WER ABER FÜR FREISPRECHUNG WAR, KANN NICHT ZURÜCKTRETEN UND FÜR SCHULDIGSPRECHUNG STIMMEN. IRREN SIE SICH IN ETWAS, SO ERINNERN SIE DIE ZWEI GERICHTSSCHREIBER. BEFINDEN SIE IHN FÜR FREISPRECHUNG, SO ENTLASSEN SIE IHN, WENN ABER NICHT, SO TRETEN SIE ZUR ABSTIMMUNG.", "SIND ZWÖLF FÜR FREISPRECHUNG UND ELF FÜR SCHULDIGSPRECHUNG, SO WIRD ER FREIGESPROCHEN; SIND ZWÖLF FÜR SCHULDIGSPRECHUNG UND ELF FÜR FREISPRECHUNG, ODER SELBST WENN ELF FÜR FREISPRECHUNG UND ELF FÜR SCHULDIGSPRECHUNG SIND, UND EINER SAGT, ER WISSE NICHT, UND SELBST WENN ZWEIUNDZWANZIG FÜR FREISPRECHUNG ODER FÜR SCHULDIGSPRECHUNG STIMMEN UND EINER SAGT, ER WISSE NICHT, SO WERDEN RICHTER6Von den der Verhandlung beiwohnenden Gelehrten; cf. supra Fol. 37a; das Urteil muß vom ganzen Synedrium gefällt werden, u. wenn einer sich seiner Stimme enthält, so muß. er ersetzt werden. HINZUGENOMMEN. WIEVIEL WERDEN HINZUGENOMMEN? – JE ZWEI7Wenn die neuen Richter ebenfalls geteilter Ansicht sind., BIS AUF EINUNDSIEBZIG.", "SIND SECHSUNDDREISSIG FÜR FREISPRECHUNG UND FÜNFUNDDREISSIG FÜR SCHULDIGSPRECHUNG, SO WIRD ER FREIGESPROCHEN; SIND SECHSUNDDREISSIG FÜR SCHULDIGSPRECHUNG UND FÜNFUNDDREISSIG FÜR FREISPRECHUNG, SO VERHANDELN SIE MIT EINANDER, BIS EINEM DER SCHULDIGSPRECHENDEN DIE WORTE DER FREISPRECHENDEN EINLEUCHTEN.", "GEMARA. Woher dies? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt: 8Dt. 13,15.du sollst gründlich forschen, prüfen und ausfragen, ferner heißt es: 9Ib. 17,4.wenn es dir angezeigt wird und du hörst und gründlich untersuchst, und ferner heißt es:10Ib. 19,18.die Richter sollen gründlich untersuchen. –" ], [ "Vielleicht bei jedem Falle so viel wie geschrieben11Im 1. Schriftverse werden 3 u. in den 2 anderen je 2 Ausdrücke der Untersuchung gebraucht; woher nun, daß bei jedem Falle eine 7fache erforderlich ist.steht, denn sonst könnte sie ja der Allbarmherzige beisammen geschrieben haben!? – Da sie alle dasselbe lehren, so wird von einem Falle auf den anderen gefolgert, und da von einem auf den anderen gefolgert wird, so ist es ebenso als wären sie beisammen niedergeschrieben. –", "Sie gleichen ja aber nicht einander; [der Fall von der]", "abtrünnigen Stadt gleicht jenen beiden nicht, denn bei jenen bleibt das Vermögen [der Verurteilten] verschont, bei dieser12Bei der Hinrichtung der abtrünnigen Stadt muß auch das Vermögen derselben vernichtet werden.aber nicht; der Götzendienst gleicht jenen beiden Fällen nicht, denn bei jenen werden [die Verurteilten] durch das Schwert13Diese Todesart ist leichter als die anderen; der angezogene Schriftvers handelt von Falschzeugen einen Mord betreffend, solche werden ebenfalls durch das Schwert hingerichtet.hingerichtet; die überführten Falschzeugen gleichen jenen beiden nicht, denn bei jenen ist eine vorherige Warnung erforderlich!? –", "Man beziehe sie auf einander durch [das Wort] gründlich14Das in allen 3 Schriftversen gebraucht wird, also durch eine Wortanalogie.. Und es15Das W. ‘gründlich’, es dient also nur dazu, um daraus einen Schluß durch die Wortanalogie zu eruieren.ist entbehrlich, denn wenn es nicht entbehrlich wäre, könnte man [die Schlußfolgerung] widerlegen16Wie oben, die Fälle gleichen einander nicht.; aber es ist entbehrlich. Es könnte ja heißen: sie sollen forschen und prüfen, wenn aber die Schrift den Ausdruck gründlich gebraucht, so ist dies entbehrlich. –", "Aber es ist ja nur an der einen17Um einen unwiderlegbaren Schluß aus einer Wortanalogie folgern zu können, muß das betreffende Wort an beiden Stellen entbehrlich sein.Stelle entbehrlich; allerdings könnte es bei jenen beiden Fällen fortbleiben, da ein anderer Ausdruck gebraucht werden könnte; welcher Ausdruck sollte aber beim Falle von der abtrünnigen Stadt gebraucht werden, wo alle zur Anwendung kommen!? –", "Auch da ist es überflüssig, denn es könnte heißen: forschen18Die Verbindung des Infinitivs mit dem bezügl. Verb ist in der Schrift gebräuchlich.sollst du forschen, oder: prüfen sollst du prüfen; wenn aber die Schrift die Ausdrucksweise ändert und [das Wort] gründlich gebraucht, so dient dies als Wortanalogie.", "Man folgere nun [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere von den durch Steinigung und durch Enthauptung Hinzurichtenden auf die durch Erdrosselung Hinzurichtenden19Daß auch bei diesen die 7fache Ausforschung erforderlich ist., und von den durch Steinigung Hinzurichtenden auf die durch Verbrennung Hinzurichtenden. –", "Allerdings nach den Rabbanan, welche sagen, die Steinigung sei eine strengere [Todesart], wie ist es aber nach R. Šimo͑n zu erklären, welcher sagt, das Verbrennen sei eine strengere [Todesart]!?", "Vielmehr, erklärte R. Jehuda, [es heißt] zweimal :20Dt. 13,15 u. ib. 17,4; diese 4 Worte zählen zu jenen sieben Ausdrücken der Ausforschung mit.und siehe, es ist zuverlässig wahr, das sind also elf [Worte], sieben deuten auf die siebenfache Ausforschung, drei sind für die Wortanalogie zu verwenden,", "und eines deutet nach R. Šimo͑n auf die durch Verbrennung Hinzurichtenden, während nach den Rabbanan auch dafür, was man [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern könnte, ein Schriftvers niedergeschrieben wurde.", "R. Abahu schimpfte über [diese Erklärung] : vielleicht ist hieraus eine achtfache Ausforschung zu entnehmen!? – Gibt es denn eine achtfache Ausforschung? – Wieso denn nicht, man kann ja auch [fragen:] in welchem Teile der Stunde, denn es wird tatsächlich gelehrt: man prüfte sie durch eine achtfache Ausforschung!? –", "Allerdings nach Abajje, nach der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, ein Mensch brauche sich überhaupt nicht zu irren, ebenso auch nach der Lesart21Cf. Pes. Fol. 11b., nach der ein Mensch sich um nur etwas irre, was ist aber nach Abajje nach der Ansicht R. Jehudas einzuwenden, nach der ein Mensch sich um eine halbe Stunde, und nach Raba, nach dem ein Mensch sich auch um mehr irren könne!? –", "Vielmehr, man kann auch [fragen:] in welchem Jahre des Jobelzyklus. –", "Dies ist ja identisch mit [der Frage], in welchem Jahre des Septenniums!? – Vielmehr: in welchem Jobelzyklus. – Und jener!? – Da schon gefragt wird, in welchem Septennium, so braucht man nicht zu fragen, in welchem Jobelzyklus.", "R. JOSE SAGT. Es wird gelehrt: R. Jose sprach zu den Weisen: Nach eurer Ansicht müßte man [einen Zeugen], der bekundet, jemand habe gestern einen Mord begangen, ausfragen: in welchem Septennium, in welchem Jahre, in welchem Monat und am wievielten des Monats!?", "Sie erwiderten ihm: Auch wenn einer kommt und bekundet, jemand habe soeben einen Mord begangen, fragt man ihn ja selbst nach deiner Ansicht aus, an welchem Tage, in welcher Stunde und an welchem Orte!?", "Man stellt also an sie diese Fragen, obgleich sie unnötig sind, wegen der Erklärung des R. Šimo͑n b. Elea͑zar22Um die Zeugen zu verwirren; cf. supra Fol. 32b., ebenso stellt man an sie auch jene Fragen, obgleich sie unnötig sind, wegen der Erklärung des R. Šimo͑n b. Elea͑zar. –", "Und R. Jose!? – Bei den meisten Zeugenaussagen wird bekundet, er habe gestern einen Mord begangen, nicht aber, er habe soeben einen Mord begangen.", "KENNT IHR IHN. Die Rabbanan lehrten: ‘Kennt ihr ihn?’ ‘Hat er einen Nichtjuden getötet?’ – ‘Hat er einen Jisraéliten getötet?’ – ‘Habt ihr ihn gewarnt?’ – ‘Hat er die Warnung entgegengenommen?’ – ‘Hat er sich der Todesstrafe preisgegeben23Ob ihm mitgeteilt worden ist, welcher Todesstrafe er verfällt.?’ – ‘Beging er den Mord, während man einen Satz sprechen24כדי דיבור bezeichnet die Zeit, während welcher man jemand begrüßen kann; dauert es länger, so kann er die Warnung vergessen haben.kann?’", "Handelt es sich um Götzendienst, [so fragt man:] ‘Wen verehrte er?’ – ‘Verehrte er Peo͑r?’ ‘Verehrte er Merkurius?’ – ‘Wodurch verehrte er ihn?’ – ‘Durch Opferung, durch Räucherung, durch Libation, durch Niederwerfung?’", "U͑la sagte: Wieso ist die Warnung aus der Tora zu entnehmen? Es heißt :25Lev. 20,17.wenn einer seine Schwester, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutter, nimmt, sodaß er ihre Scham sieht; hängt es denn vom Sehen ab? – Vielmehr, er muß den Grund der Sache gesehen26Dh. er muß gewarnt werden.haben, und da dies nicht auf die Ausrottungsstrafe zu beziehen27Da bei der Ausrottungsstrafe, die auf das im angezogenen Verse genannte Verbrechen gesetzt ist, keine Warnung erforderlich ist.ist," ], [ "so beziehe man es auf die Geißelung28Die ebenfalls auf die Blutschande gesetzt ist..", "In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt: 29Ex. 21,14.Wenn aber einer mutwillig gegen den anderen eine Freveltat begeht, indem er ihn auf hinterlistige Weise totschlägt; wenn er gewarnt wird und dennoch bei seinem Mutwillen verbleibt.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt :30Num. 15,33.Die ihn beim Holzlesen angetroffen haben, sie warnten ihn, und er blieb beim Lesen.", "In der Schule Rabbis wurde gelehrt :31Dt. 22,24.Weil er geschwächt32Sc. die Frau seines Nächsten. Das W. ‘weil’ wird durch im על דבר (wegen der Sache, des Wortes) ausgedrückt u. unter ״דבר, Wort, wird hier die Warnung verstanden.hat, wegen der Worte.", "Und [all diese Schriftverse sind] nötig. Würde der Allbarmherzige dies nur bei der Blutschande angedeutet haben, so könnte man glauben, dies gelte nur von der Geißelung, nicht aber von der Todesstrafe, daher deutete er es an auch im [Schriftverse:] wenn jemand mutwillig &c.", "Und würde der Allbarmherzige es nur in diesem Schriftverse angedeutet haben, so könnte man glauben, dies gelte nur von der Enthauptung, die eine leichtere [Todesart] ist, nicht aber von der schwereren Steinigung. Daher sind beide nötig. –", "Wozu ist dies von der Steinigung an zwei Stellen33Bei der Entweihung des Šabbaths (Num. 15,33) u. bei der Notzucht einer Verlobten (Dt. 22,24).nötig!? – Nach R. Šimo͑n schließt dies die Verbrennungsstrafe ein,", "und auch nach den Rabbanan schrieb er dafür einen besonderen Schriftvers, obgleich man es [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern könnte. – Sollte der Allbarmherzige es bei der Steinigung geschrieben haben, und man würde dies durch eine Schlußfolgerung auf die anderen bezogen haben!? – Auch hierbei [ist zu erwidern:] auch für das, was man [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern könnte, schrieb er einen besonderen Schriftvers.", "«Hat er sich der Todesstrafe preisgegeben?» Woher dies? Raba, nach anderen Ḥizqija, erwiderte: Die Schrift sagt:34Dt. 17,6.soll der zum Tode Verurteilte sterben, er muß sich dem Tode preisgegeben haben.", "R. Ḥanan sagte: Wenn Zeugen, die gegen eine Verlobte aussagen35Daß sie Hurerei trieb., als Falschzeugen überführt werden, so werden sie nicht36Obgleich jene deshalb mit dem Tode bestraft worden wäre, u. Falschzeugen der eventuellen Strafe des Angeklagten verfallen.hingerichtet, denn sie können sagen, sie wollten sie nur ihrem Manne verboten machen. –", "Sie wollten sie ja gewarnt37Somit verfällt sie ja der Todesstrafe.haben!? –Wenn sie sie nicht gewarnt haben. – Wenn sie sie nicht gewarnt haben, kann sie ja auch nicht hingerichtet38In einem solchen Falle ist es ja selbstverständlich, daß die Zeugen nicht hingerichtet werden.werden !? –", "Wenn es eine gelehrte Frau ist. Dies nach R. Jose b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Jose b. Jehuda sagte: Bei einem Gelehrten ist die Warnung nicht erforderlich, denn die Warnung ist nur deshalb erforderlich, um festzustellen, ob [die Handlung] wissentlich oder versehentlich begangen wurde. –", "Wieso könnte jene getötet werden, wenn diese nicht der Todesstrafe verfallen können, dies ist ja ein Zeugnis, daß nicht als falsch überführt werden39Dh. sie brauchen keine Bestrafung zu fürchten.kann, und das Zeugnis, das nicht als falsch überführt werden kann, gilt ja nicht als Zeugnis!? –", "Dies sagt er eben: da [die Zeugen] nicht hingerichtet werden, denn sie können sagen, sie wollten sie nur ihrem Manne verboten machen, so wird sie ebenfalls nicht hingerichtet, denn dies ist ein Zeugnis, das nicht als falsch überführt werden kann. –", "Wie kann dies bei einer gelehrten Frau vorkommen, die, wie wir wissen, nach R. Jose b. Jehuda hinzurichten40Auch ohne Warnung.ist!? – Wenn sie einmal gehurt und dies wiederholt haben41Die Zeugen des 2. Males können nicht behaupten, sie wollten sie nur ihrem Manne verboten machen, da sie es schon durch das 1. Mal war; es ist also offenbar, daß sie ihre Hinrichtung herbeiführen wollten.soll. –", "Sie können ja aber sagen, sie wollten sie nur dem zweiten, mit dem sie gehurt hat, verbaten42Der Ehebrecher darf die betreffende Ehebrecherin nicht heiraten.machen!? – Wenn sie mit dem erstmaligen43Diesem war sie ohnehin verboten.gehurt hat, oder mit einem ihrer Blutsverwandten43Diesem war sie ohnehin verboten.. –", "Weshalb lehrt er dies von der Verlobten, dies gilt ja auch von der Verheirateten !? – Allerdings, aber selbst bei einer solchen, die noch gar nicht bei ihrem Manne weilt, können sie sagen, sie wollten sie nur ihrem Manne verboten machen.", "R. Ḥisda sagte: Wenn einer bekundet, er habe ihn mit einem Schwerte getötet, und einer bekundet, er habe ihn mit einem Dolche getötet, so ist das Zeugnis nicht zuverlässig; wenn aber einer bekundet, seine Kleider seien schwarz gewesen, und einer bekundet, seine Kleider seien weiß gewesen, so ist das Zeugnis zuverlässig.", "Man wandte ein: Zuverlässig, [das Zeugnis] muß zuverlässig sein; wenn einer bekundet, er habe ihn mit einem Schwerte getötet, und einer bekundet, er habe ihn mit einem Dolche getötet, oder einer bekundet, seine Kleider seien schwarz gewesen, und einer bekundet, seine Kleider seien weiß gewesen, so ist [das Zeugnis] nicht zuverlässig!? – R. Ḥisda bezieht dies auf das Gewand, mit dem er ihn erdrosselt hat, das also Schwert und Dolch gleicht. –", "Komm und höre: Wenn einer bekundet, seine Sandalen seien schwarz gewesen und einer bekundet, seine Sandalen seien weiß gewesen, so ist [das Zeugnis] nicht zuverlässig!? – Da ebenfalls in dem Falle, wenn er ihm mit der Sandale einen Fußtritt versetzt und ihn getötet hat. –", "Komm und höre: Einst untersuchte sie Ben Zakkaj [durch Fragen] über die Stengel des Feigenbaumes!? Rami b. Ḥama erwiderte: Er hatte eine Feige am Šabbath gepflückt, sodaß die Hinrichtung dieserhalb erfolgen sollte. –", "Es wird ja aber gelehrt: Sie bekundeten: er hat ihn unter einem Feigenbaume getötet!? Vielmehr, erklärte Rami b. Ḥama, er hatte ihn mit einem Feigenstengel erstochen. –", "Komm und höre: Er fragte sie: Waren die Stengel jenes Feigenbaumes dünn oder dick, waren die Feigen schwarz oder weiß!? Vielmehr, erwiderte R. Joseph, ist etwa von Ben Zakkaj ein Einwand zu erheben? Er vergleicht die Untersuchungen mit den Ausforschungen. –", "Welcher Ben Zakkaj ; wollte man sagen, R. Joḥanan b. Zakkaj, so kann er ja nicht dem Synedrium angehört haben!? Es wird nämlich gelehrt: Die Lebensdauer des R. Joḥanan b. Zakkaj betrug hundertzwanzig Jahre; vierzig Jahre befaßte er sich mit Handel, vierzig Jahre lernte er und vierzig Jahre lehrte er.", "Ferner wird gelehrt: Vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels siedelte das Synedrium nach der Kaufhalle über, und hierzu sagte R. Jiçḥaq b. Evdämi, dies besage, daß sie in Bußgeldsachen nicht mehr gerichtet haben. – ‘In Bußgeldsachen’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr, daß sie in Todesstrafsachen nicht mehr gerichtet haben. –", "Ferner haben wir gelernt: Als der Tempel zerstört wurde, ordnete R. Joḥanan b. Zakkaj44Zur Zeit des RJbZ. richtete das Synedrium also nicht mehr in Todesstrafsachen.an!? –", "Vielmehr, es war irgend ein anderer Ben Zakkaj. Dies ist auch einleuchtend, denn wenn man sagen wollte, R. Joḥanan b. Zakkaj, so würde er ihn ja R. Ben Zakkaj genannt haben. –", "Es wird ja aber gelehrt: Einst untersuchte sie R. Joḥanan b. Zakkaj [durch Fragen] über die Stengel des Feigenbaumes!? – Vielmehr, er war dann ein vor seinem Lehrer sitzender Schüler, und als er etwas vorgebracht hatte, was den Gelehrten einleuchtete," ], [ "nahm man es in seinem Namen auf. Als er noch lernte, nannte man ihn, Ben Zakkaj (wie einen vor seinem Lehrer sitzenden Schüler), und als er lehrte, nannte man ihn R. Joḥanan b. Zakkaj. Einer nennt ihn Ben Zakkaj, wie er damals hieß, und einer nennt ihn R. Joḥanan b. Zakkaj, wie er später hieß.", "EINST BEFRAGTE &C. WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN DEN AUSFORSCHUNGEN &C. Was Neues lehrt er mit dem Falle, wenn es beide sagen, dies ist ja selbstverständlich: wenn einer sagt, er wisse es nicht, so ist das Zeugnis gültig, ebenso ist es ja auch gültig, wenn es beide sagen!?", "R. Šešeth erwiderte: Dies bezieht sich auf den Anfangsatz, und zwar meint er es wie folgt: bei den Ausforschungen ist, selbst wenn zwei sagen, sie wissen es, und einer sagt, er wisse es nicht, das Zeugnis ungültig, also nach R. A͑qiba, welcher sagt, drei gleichen45Sie müssen event, alle 3 überführt werden, obgleich die Aussage des 3. irrelevant ist.zweien.", "Raba entgegnete: Er lehrt ja, ihr Zeugnis sei gültig!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: selbst bei den Ausforschungen ist, wenn zwei sagen, sie wissen es, und einer sagt, er wisse es nicht, das Zeugnis gültig, also nicht nach R. A͑qiba.", "R. Kahana und R. Saphra studierten [den Traktat vom] Synedrium in der Schule Rabbas, da traf sie Rami b. Ḥama und fragte sie: Was habt ihr bei Rabba aus [dem Traktate vom] Synedrium gelernt? Sie erwiderten ihm : Was gibt es denn über [den Traktat vom] Synedrium überhaupt zu sagen? Was ist dir da schwierig? –", "Folgendes: er lehrt: welchen Unterschied gibt es zwischen Ausforschungen und Untersuchungen? Wenn einer auf eine der Ausforschungs[fragen] antwortet, er wisse es nicht, so ist das Zeugnis ungültig, wenn aber einer auf eine der Untersuchungs[fragen] antwortet, er wisse es nicht, oder sogar beide antworten, sie wissen es nicht, so ist das Zeugnis gültig. Merke, beides ist ja aus der Tora, weshalb ist es nun bei den Ausforschungen anders als bei den Untersuchungen!? –", "Was soll dies: wenn einer auf eine der Ausforschungs[fragen] antwortet, er wisse es nicht, so ist ihre Zeugenaussage ungültig, weil es dann ein Zeugnis ist, das man nicht als falsch überführen kann, wenn aber einer auf eine der Untersuchungs[fragen] antwortet, er wisse es nicht, so ist das Zeugnis gültig, weil das Zeugnis als falsch überführt werden kann.", "Darauf sprach er zu ihnen: Wenn ihr darüber das gesagt habt, so habt ihr vieles gesagt. Sie erwiderten ihm : Da der Meister gütig ist, so haben wir vieles gesagt; würde uns der Meister aber angeschrien46Dh. wenn du uns widerlegt hättest, so könnten wir gegen dich nicht aufkommen.haben, so würden wir nichts gesagt haben.", "WENN EINER SAGT &C. Bis wie lange47Wieviel kann vom laufenden Monat verstrichen sein, um annehmen zu können, der Zeuge wisse nicht, ob der vergangene Monat ein einfacher od. ein Schaltmonat war.? R. Aḥa b. Ḥanina erwiderte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Bis zur größeren Hälfte des Monats48Nach Ablauf der größeren Hälfte des Monates muß jeder Mensch auf irgend welche Weise erfahren haben, ob der vergangene ein einfacher od. Schaltmonat war..", "Raba sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Sagt einer, es war am dritten, und einer, es war am fünften, so ist ihr Zeugnis ungültig. Weshalb denn, man sollte doch sagen, einer weiß von zwei [vergangenen] Schaltmonaten und einer weiß nicht von zwei Schaltmonaten; wahrscheinlich also, weil man nach Ablauf der größeren Hälfte [des Monats] es wissen muß. –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, braucht man auch nach Ablauf der größeren Hälfte [des Monats] es nicht zu wissen, nur muß man sich das Posaunenblasen49Wodurch die Weihung des Neumondes verkündet wurde.gemerkt haben; einmal, sagen wir, kann man sich dabei geirrt haben, zweimal kann man nicht geirrt haben.", "Ferner sagte R. Aḥa b. Ḥanina im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Wie lange kann man den Segen über den Neumond sprechen? Bis er sein volles [Licht] erreicht50Wörtl. bis sein Defekt (seine Dunkelheit) wieder ausgefüllt ist.hat. – Wie lange ist dies? R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen R. Jehudas, bis zum siebenten; die Nehardee͑nser sagen, bis zum sechzehnten." ], [ "Beide sind sie der Ansicht R. Joḥanans, nur muß er nach der einen Ansicht die Form eines Bogens51RJ. sagt nur, der Mond müsse ganz beleuchtet sein, von Pol zu Pol, dies geschieht, sobald er die Sichelform erlangt hat; nach der anderen Ansicht ist darunter nur Vollmond zu verstehen.und nach der anderen die Form eines Siebes51RJ. sagt nur, der Mond müsse ganz beleuchtet sein, von Pol zu Pol, dies geschieht, sobald er die Sichelform erlangt hat; nach der anderen Ansicht ist darunter nur Vollmond zu verstehen.erreicht haben.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Sollte man doch den Segen ‘der Gute und Gütige’52Dieser Segen (cf. Ber. Fol. 54a) wird dann gesprochen, wenn man über eine Sache den Segen bereits gesprochen u. etwas Besseres erhält; ebenso sollte man nach R. Jehuda, nach welchem der Segen über den Neumond mit dessen Sichelform fällig ist, beim Wachsen seines Lichtes diesen Segen sprechen.sprechen!? Dieser erwiderte: Spricht man denn bei der Abnahme desselben [den Segen] ‘Richter der Wahrheit’53Dieser Segen wird bei jedem unangenehmen Ereignisse gesprochen; cf. Ber. Fol. 54a.. – Sollte man sie beide sprechen!? – Da dies der gewöhnliche Lauf ist, so spricht man sie nicht.", "Ferner sagte R. Aḥa b. Ḥanina im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand den Segen über den Neumond zur richtigen Zeit spricht, so ist es ebenso, als hätte er das Gesicht der Göttlichkeit empfangen, denn hierbei54Ex. 12,2.heißt es: dieser Monat, und dort55Ib. 15,2.heißt es: dieser ist mein Gott, ich will ihn preisen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt : Wäre den Jisraéliten nichts mehr beschieden, als jeden Monat das Gesicht ihres Vaters im Himmel zu empfangen, so würde ihnen dies genügt haben. Abajje sagte: Daher spreche man [den Segen] stehend.", "Meremar und Mar Zuṭra wurden getragen, und sie sprachen den Segen. R. Aḥa sprach zu R. Aši: Im Westen sprechen sie: ‘Gepriesen sei, der die Neumonde erneut’. Dieser erwiderte: Diesen [Segen] sprechen bei uns auch die Frauen;", "vielmehr spreche man ihn nach einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte: [man spreche:] ‘Gepriesen sei &c, der durch sein Wort die Himmel erschaffen hat, und durch den Hauch seines Mundes ihr ganzes Heer. Gesetz und Zeit gab er ihnen, daß sie ihre festgesetzte Ordnung nicht verändern. Froh sind sie und freudig, den Willen ihres Schöpfers zu vollziehen; sie handeln in Wahrheit und ihre Handlung ist Wahrheit. Und zum Monde spricht er, daß er sich erneue; eine Krone der Herrlichkeit für die, die vom Mutterleibe an getragen, die gleich ihm sich dereinst verjüngen und ihren Schöpfer verherrlichen werden, ob des Namens der Herrlichkeit seines Reiches. Gepriesen seist du, o Herr, der die Neumonde erneut.’", "56Pr. 24,6.Denn mit kluger Leitung wirst du [glücklich] Krieg führen. R. Aḥa b. Ḥanina erklärte im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Nur der kann [glücklich] Krieg in der Tora führen, in dessen Besitz sich ganze Bündel von Mišnalehren57Dh. der viel gelernt hat u. viel Wissen besitzt, חבילה Bündel, Stoß, mit Anspielung auf תחבולות.befinden ; R. Joseph las über sich:58Pr. 14,4.Reichliches Einkommen ist in der Kraft des Stieres59Mit Anspielung auf Dt. 33,17..", "WENN EINER SAGT, IN DER ZWEITEN STUNDE &C. R. Šimi b. Aši sagte: Sie lehrten dies nur von dem Falle, wenn sie sich in der Stunde [widersprechen], wenn aber einer sagt, vor Sonnenanbruch, und einer sagt, nach Sonnenanbruch, so ist ihr Zeugnis ungültig. –", "Selbstverständlich!? – Vielmehr, wenn einer sagt, vor Sonnenanbruch, und einer sagt, während des Sonnenanbruches. – Dies ist ja ebenfalls selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der eine habe in der Helligkeit nur einen Abglanz gesehen, so lehrt er uns.", "DARAUF FÜHRTE MAN HEREIN &C. Nur diesen Tag60Bleibt ein Schüler, der etwas Erhebliches vorbringt, zwischen den Richtern sitzen.und weiter nicht, es wird ja aber gelehrt: Sind seine Worte erheblich, so verließ er seinen Platz niemals; sind seine Worte unerheblich, so verließ er ihn den ganzen Tag nicht, damit nicht sein Aufstieg für ihn ein Abstieg61Wenn er coram populo sofort auf seinen alten Platz zurücktreten müßte, so wäre dies für ihn eine Beschämung.werde !? Abajje erwiderte: Beziehe dies auf den Fall, wenn seine Worte unerheblich sind.", "BEFINDEN SIE IHN FÜR FREISPRECHUNG &C. Weshalb dürfen sie keinen Wein [trinken]? R. Aḥa b. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt:62Pr. 34,1.und den Fürsten keinen Rauschtrank, die sich mit den Geheimnissen63Die Richter befassen sich mit Geheimnissen, mit dem, was im Herzen des Angeklagten verborgen ist. In רוזנים wird das Wort רז, Geheimnis, gefunden.der Welt befassen, dürfen sich nicht berauschen.", "Wie ist es, wenn sie nicht einleuchten64Die Frage bezieht sich auf den letzten Satz in der Mišna, daß beim Fehlen einer ausschlaggebenden Mehrheit sie so lange verhandeln, bis einem die Worte seiner Gegner einleuchten.?", "R. Aḥa erwiderte: So wird er entlassen. Ebenso sagte auch R. Joḥanan, er werde dann entlassen. R. Papa sprach zu Abajje: Sollte man ihn doch gleich entlassen!? Dieser erwiderte: Folgendes erklärte R. Joḥanan: damit nicht die Gerichtssitzung beschlußunfähig aufgehoben werde.", "Manche lesen : R. Papa sprach zu Abajje: Wozu werden [Richter] hinzugenommen, sollte ihn doch das erste Gerichtskollegium entlassen!? Dieser erwiderte: R. Jose ist deiner Ansicht, denn es wird gelehrt: R. Jose sagt: Wie zum Gerichtskollegium von einundsiebzig Mitgliedern keine [Richter] hinzugenommen werden, ebenso werden auch zum Gerichtskollegium von dreiundzwanzig keine hinzugenommen.", "Die Rabbanan lehrten. Bei Geldsachen sage man, die Angelegenheit ist reif, bei Todesstrafsachen sage man nicht, die Angelegenheit ist reif. –", "Was heißt ‘die Angelegenheit ist reif’: wollte man sagen, die Angelegenheit ist schwierig, so müßte es ja entgegengesetzt65Bei Todesstrafsachen ist ja eine gründlichere u. tiefere Verhandlung erforderlich.lauten!? R. Hona b. Manoaḥ erwiderte im Namen des R. Aḥas, des Sohnes R. Iqas: Lies entgegengesetzt. R. Aši erklärte: Tatsächlich brauchst du nicht entgegengesetzt zu lesen, denn unter ‘reif ist zu verstehen, die Angelegenheit ist genügend erörtert.", "Man wandte ein: Der Obmann der Richter spricht: die Angelegenheit ist reif. Einleuchtend ist es nun, daß dies der Obmann spricht, wenn du erklärst, die Angelegenheit sei genügend erörtert, wieso aber spricht dies der Obmann, wenn du erklärst, die Angelegenheit sei-schwierig, er beschämt sich ja selber!? –", "Allerdings, anders ist es, wenn jemand sich selber beschämt, als wenn er von anderen beschämt wird.", "Manche lesen: Einleuchtend ist es, wenn du erklärst, die Angelegenheit sei schwierig, denn anders ist es, wenn jemand sich selber beschämt, als wenn er von anderen beschämt wird, wenn du aber erklärst, die Angelegenheit sei genügend erörtert, so lobt sich ja der Obmann selber, während es heißt:66Pr. 27,2.es lobe dich ein anderer und nicht dein eigener Mund!? –", "Anders ist es bei einer gerichtlichen Angelegenheit, denn dies obliegt ja dem Obmann, wie wir gelernt haben: Haben sie die Verhandlung beendet, so läßt man [die Prozeßführenden] eintreten und der Obmann der Richter spricht: Du N. hast gewonnen, und du N. hast verloren." ], [ "i,1 IST DIE VERHANDLUNG BEENDET, SO FÜHRT MAN IHN ZUR STEINIGUNG1Falls er zu dieser Todesart verurteilt wird. Diese Todesart wird deshalb als Beispiel gewählt, weil sie die schwerste ist.. DIE STEINIGUNGSSTEILE BEFAND SICH AUSSERHALB DES GERICHTSHAUSES, WIE ES HEISST : 2Lev. 24,14.führe den Lästerer hinaus.", "EINER STEHT AM EINGANGE DES GERICHTES MIT EINEM SUDARIUM IN DER HAND UND EIN ANDERER, EIN WENIG ENTFERNT, AUF EINEM PFERDE, SODASS ER JENEN SEHEN KANN. SAGT EINER [DER RICHTER], ER HABE ETWAS ZU GUNSTEN [DES VERURTEILTEN] VORZUBRINGEN, SO SCHWENKT JENER MIT DEM SUDARIUM UND DER REITER RENNT HIN UND HÄLT [DEN VERURTEILTEN] ZURÜCK. UND AUCH WENN ER SELBER SAGT, ER HABE ETWAS ZU SEINER VERTEIDIGUNG VORZUBRINGEN, LÄSST MAN IHN UMKEHREN, SOGAR VIER- UND FÜNFMAL, NUR MÜSSEN SEINE WORTE ERHEBLICH SEIN.", "GEMARA. War denn die Steinigungssteile nur außerhalb des Gerichtshofes und nicht weiter, es wird ja gelehrt, daß die Steinigungssteile sich außerhalb der drei Lager3Der Tempelhofgalt als priesterliches Lager, der Tempelberg als levitisches Lager u. das Weichbild der Stadt als jisraélitisches Lager; der Steinigungsplatz befand sich also außerhalb der Stadt. befand !? –", "Freilich verhält es sich wie du sagst, nur lehrt er es deshalb so, um daraus zu entnehmen, daß, wenn das Gericht seine Sitzungen außerhalb der drei Lager abhält, die Steinigungssteile sich außerhalb des Gerichtshofes befinden müsse, damit nicht das Gericht mörderisch erscheine, oder auch, damit ihm Zeit zur Rettung4Je weiter der Hinrichtungsplatz vom Gerichte entfernt ist, um so länger währt das Hinausführen, währenddessen jemand etwas zu seiner Verteidigung vorbringen kann. gewährt werde. –", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten : 2Lev. 24,14.Führe den Lästerer außerhalb des Lagers hinaus, außerhalb der drei Lager. Du sagst, außerhalb der drei Lager, vielleicht ist dem nicht so, sondern außerhalb eines Lagers? Hierbei heißt es: außerhalb des Lagers, und beim zu verbrennenden Farren heißt es ebenfalls: außerhalb des Lagers, wie da außerhalb der drei Lager, ebenso hierbei außerhalb der drei Lager. –", "Woher dies von jenem? – Die Rabbanan lehrten :5Lev. 4,12.Er soll den ganzen Farren außerhalb des Lagers hinausbringen; außerhalb der drei Lager. Du sagst, außerhalb der drei Lager, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur außerhalb des einen Lagers?", "Beim Farren der Gemeinde heißt es: 6Ib. V. 21.außerhalb des Lagers, und da dies nicht nötig ist, denn es heißt bereits: 6Ib. V. 21.er verbrenne ihn, wie er den ersten verbrannt hat, so besagt dies, daß man dafür noch das zweite Lager hinzufüge;", "ferner heißt es von der Asche : 7Ib. 6,4.außerhalb des Lagers, und da dies nicht nötig ist, da es bereits heißt: 5Lev. 4,12.wo man die Asche ausschüttet, werde er verbrannt, so besagt dies, daß man dafür noch das dritte Lager hinzufüge. –", "Sollte man doch von den außerhalb [des Tempelhofes] geschlachteten [Opfern] folgern: wie dort außerhalb eines Lagers8Cf. Lev. 17,3ff. In der angezogenen Stelle heißt es, es sei verboten, diese Opfer ‘außerhalb des Lagers’ zu schlachten, worunter das priesterliche Lager (cf. ib. V. 4) zu verstehen ist., ebenso hierbei außerhalb eines Lagers!? –", "Es ist einleuchtend, daß es von dem zu verbrennenden Farren zu folgern ist,", "denn [bei beiden9Beim wegen Gotteslästerung Hingerichteten (Lev. 24,14) u. beim zu verbrennenden Farren (Lev. 4,12). wird der Ausdruck] ‘außerhalb des Lagers hinausführen’ [gebraucht], ist dies10Das Hinausbringen außerhalb des Lagers; dagegen besteht beim außerhalb Geschlachteten darin das Verbot. die Tauglichmachung und schafft dies die Sühne. –", "Im Gegenteil, man sollte dies von den außerhalb geschlachteten [Opfern] folgern,", "denn [bei beiden] ist es der Mensch11Auf den das Hinausbringen (aktiv od. passiv) Bezug hat; dagegen aber heißt es beim zu verbrennenden Farren, dieser solle hin aus gebracht werden., ist es eine Sünde, geht das Leben [verloren] und ist Verwerflichkeit [ausgeschlossen]!? –", "Die Vergleichung der Tauglichmachung mit der Tauglichmachung ist zu bevorzugen12Bei jenen beiden ist das Hinausbringen außerhalb des Lagers geboten, bei den außerhalb geschlachteten Opfern dagegen verboten..", "R. Papa erklärte: Moše saß im levitischen Lager, und der Allbarmherzige sprach zu ihm: führe den Lästerer außerhalb des Lagers hinaus, also außerhalb des levitischen Lagers, und [darauf folgt :]10Das Hinausbringen außerhalb des Lagers; dagegen besteht beim außerhalb Geschlachteten darin das Verbot.da führten sie den Lästerer außerhalb des Lagers hinaus, also außerhalb des jisraélitischen Lagers. –", "Dies ist ja als Bericht der Vollbringung nötig!? – Bezüglich der Vollbringung heißt es ausdrücklich:" ], [ "13Lev. 24,23.und die Kinder Jisraél-taten, wie Gott dem Moše befohlen hatte. –", "Worauf deuten demnach [die Worte:]13Lev. 24,23.und sie bewarfen ihn mit Steinen!? – Diese sind für die folgende Lehre zu verwenden: Sie bewarfen ihn mit Steinen, ihn, nicht aber sein Gewand; mit einem14Im angezogenen Schriftverse wird die Einzahl אבן gebraucht, dagegen heißt es beim Holzsammler (Num. 15,35) אבנים, in der Mehrzahl.Steine, wenn er bei einem Steine tot ist, so genügt einer.", "Und sowohl [die Einzahl] Stein als auch [die Mehrzahl] Steine ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur Stein geschrieben haben, so könnte man glauben, wenn er durch einen nicht tot ist, hole man keinen anderen, um ihn zu töten, daher heißt es Steine. Und würde der Allbarmherzige nur Steine geschrieben haben, so könnte man glauben, man hole von vornherein zwei, daher heißt es Stein. –", "Jener Autor15R. Papa, der Amora ist, kann ja nicht gegen eine Barajtha streiten.folgert dies ja aber [aus einer Wortanalogie]!? – Er meint es in dem Falle, wenn wir dies nicht aus der Schrift gewußt hätten: hätten wir es nicht aus der Schrift selber gewußt, so könnten wir es durch eine Wortanalogie folgern, da wir es aber aus der Schrift wissen, so ist die Wortanalogie nicht nötig.", "R. Aši erklärte: Moše saß im levitischen Lager, und der Allbarmherzige sprach zu ihm: führe den Lästerer hinaus, also außerhalb des levitischen Lagers; außerhalb des Lagers, außerhalb des jisraélitischen Lagers. Und sie führten den Lästerer hinaus, sie vollbrachten es. –", "Bezüglich der Vollbringung heißt es ja ausdrücklich: und die Kinder Jisraél taten, wie Gott dem Moše befohlen hatte!? – Dies ist wegen des Stutzens und des Hinabstoßens16Die Anwesenden mußten ihre Hände auf den Kopf des Verurteilten stützen (cf. Lev. 24,14), sodann wurde er von der Anhöhe hinabgestoßen.nötig.", "Die Jünger sprachen zu R. Aši: Wofür sind nach deiner Erklärung all die [Wiederholungen] bringe hinaus zu verwenden, die beim zu verbrennenden Farren gebraucht werden!? – Ein Einwand.", "EINER STEHT &C. R. Hona sagte : Es ist mir klar, daß sowohl der Stein, mit dem er gesteinigt wird, als auch der Galgen, an dem er aufgehängt wird, als auch das Schwert, mit dem er getötet wird, als auch das Sudarium, mit dem er erdrosselt wird, sämtlich auf Kosten der Gemeinde angeschafft werden, denn man kann ja zu ihm nicht sagen, daß er [diese Dinge] selber besorge und sich töte;", "aber folgendes fragte R. Hona: auf wessen Kosten wird das Sudarium zum Schwenken und das Pferd zum Hinrennen, um ihn zurückzuhalten, angeschafft: auf seine, da dies zu seiner Rettung erfolgt, oder auf Kosten des Gerichtes, da dieses verpflichtet ist, für seine Rettung zu sorgen?", "Ferner: R. Ḥija b. Aši sagte im Namen R. Ḥisdas, daß man dem zur Hinrichtung Hinausgeführten einen Becher Wein mit etwas Weihrauch vermischt reiche, damit ihm das Bewußtsein verwirrt werde, wie es heißt :17Pr, 31,6.gebt Rauschtrank dem, der am Untergehen ist, und Wein solchen, deren Seele betrübt ist, und hierzu wird gelehrt, daß vornehme Frauen in Jerušalem diesen zu spenden und zu bringen pflegten; auf wessen Kosten wird dies besorgt, wenn die vornehmen Frauen ihn nicht spenden? – Davon ist es entschieden einleuchtend, daß er auf Kosten der Gemeinde zu besorgen ist, denn es heißt gebt, also von ihrem.", "R. Aḥa b. R. Hona fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn einer von den Schülern sagt, er habe etwas zu seinen Gunsten vorzubringen, und stumm wird? Da wehrte R. Šešeth dies mit der Hand ab: demnach könnte sich ja auch jemand am Ende der Welt5Der etwas zu seinen Gunsten vorbringen konnte.befinden. – Da sagt es niemand, während er es in diesem Falle sagt; wie ist es nun? –", "Komm und höre: R. Jose b. Ḥanina sagte, wenn einer von den Schülern für Freisprechung stimmt und darauf stirbt, sei es ebenso, als befände er sich lebend auf seinem Platze. Nur wenn er für Freisprechung stimmt, sonst aber nicht. –", "Wenn er für Freisprechung eintritt, ist es mir auch klar, fraglich ist es nur, wenn er dies nur gesagt hat.", "UND AUCH WENN ER SELBER &C. Also selbst das erste und das zweite6Müssen seine Worte erheblich sein, wenn er etwas zu seiner Verteidigung vorbringt.Mal, und [dem widersprechend] wird gelehrt, das erste und das zweite Mal führe man ihn zurück, einerlei ob seine Worte erheblich sind oder nicht, von weiter ab führe man ihn nur dann zurück, wenn seine Worte erheblich sind, sonst aber nicht!?", "R. Papa erwiderte: Beziehe dies auf das zweite7Exklusive, vom 3. Male ab.Mal und weiter. –", "Woher weiß man dies18Ob seine Worte erheblich sind, da die Gerichtsdiener doch keine Gelehrten sind.? Abajje erwiderte: Man gebe ihm ein Paar Gelehrte mit; sind seine Worte erheblich, so ist es recht, sonst aber nicht. –", "Sollte man sie ihm doch von vornherein19Auch für das 1. u. 2. Mal.mitgeben!? – Da er verängstigt ist, so kann er nicht alles sagen, was er vorzubringen hat.", "i,2 BEFINDET MAN IHN FÜR FREISPRECHUNG, SO ENTLÄSST MAN IHN, WENN ABER NICHT, SO FÜHRT MAN IHN ZUR STEINIGUNG HINAUS. VORHER RUFT EIN HEROLD AUS: N., DER SOHN DES N., WIRD ZUR STEINIGUNG HINAUSGEFÜHRT, WEIL ER JENES UND JENES VERBRECHEN BEGANGEN HAT, UND N. UND N. SIND ZEUGEN; WER ETWAS ZU SEINER VERTEIDIGUNG WEISS, KOMME UND BRINGE ES VOR.", "GEMARA. Abajje sagte: Er muß auch ausrufen: An jenem Tage, in jener Stunde und an jenem Orte; damit derjenige, der sie als Falschzeugen überführen kann, komme und dies tue.", "VORHER RUFT EIN HEROLD AUS. Also nur [unmittelbar] vorher, früher aber nicht, und [dem widersprechend] wird gelehrt: Am Vorabend des Pesaḥfestes henkte man Ješu20An manchen anderen Stellen [in Handschriften auch an dieser Stelle] ישו הנוצרי, Jesu der Nazarener, der Stifter des Christentums. Diese Mitteilung über seine u. seiner Jünger Hinrichtung, sowie verschiedene andere Daten im T. (so soll er ein Schüler des R. Jehošua͑ b. Peraḥja gewesen sein, also ca. 100 vor Christi Geburt; cf. Sot. Fol. 47a) passen durchaus nicht auf die Person Christi; daher nach manchen jüd. u. christl. Apologeten mit Jesus Christus nicht identisch. Wahrscheinl. aber nichts weiter als ein Beweis dafür, daß damals über die Person Christi nur Legenden verbreitet waren, die keinen historischen Wert haben.. Vierzig Tage vorher hatte der Herold ausgerufen: Er wird zur Steinigung hinausgeführt, weil er Zauberei getrieben und Jisraél verführt und abtrünnig gemacht hat; wer etwas zu seiner Verteidigung zu sagen hat, der komme und bringe es vor. Da aber nichts zu seiner Verteidigung vorgebracht wurde, so henkte man ihn am Vorabend des Pesaḥfestes!?", "U͑la erwiderte: Glaubst du denn, daß für ihn überhaupt eine Verteidigung anzustreben war, er war ja ein Verführer und der Allbarmherzige sagt:21Dt. 13,9.du sollst seiner nicht schonen, und seine Schuld nicht verheimlichen, vielmehr war es bei Ješu anders, da er der Regierung nahe stand.", "Die Rabbanan lehrten: Fünf Jünger hatte Ješu: Mathaj, Naqaj, Neçer, Bunni und Thoda. Als man Mathaj vorführte, sprach er zu ihnen: Wie sollte Mathaj hingerichtet werden, es heißt ja:22Ps. 42,3.wann [mathaj] werde ich kommen und vor dem Antlitz Gottes erscheinen? Sie erwiderten ihm: Jawohl, Mathaj soll hingerichtet werden, denn es heißt :23Ib. 41,6.wann [mathaj] wird er getötet wenden und sein Name untergehen.", "Als man Naqaj vorführte, sprach er zu ihnen: Wie sollte Naqaj hingerichtet werden, es heißt ja:24Ex. 23,7.den Unschuldigen [naqi] und den Gerechten sollst du nicht umbringen!? – Jawohl, Naqaj soll hingerichtet werden, denn es heißt: 25Ps. 10,8.insgeheim mordet naqi26Er ist ein Mörder u. muß hingerichtet werden: das Wort נרי (Unschuldiger) wird hier subjektiv aufgefaßt..", "Als man Neçer vorführte, sprach er: Wie sollte Neçer hingerichtet werden, es heißt ja:27Jes 11,1.ein Zweig [neçer] wird aus seiner Wurzel hervorbrechen!? Sie erwiderten ihm: Jawohl, Neçer soll hingerichtet werden, denn es heißt :28Ib. 14,19.du aber bist aus deinem Grabe hinausgeworfen worden, wie ein verabscheuter Zweig [neçer].", "Als man Bunni vorführte, sprach er: Wie sollte Bunni hingerichtet werden, es heißt ja:29Ex. 4,22.Jisraél ist mein Sohn [beni], mein Erstgeborener!? Sie erwiderten ihm: Jawohl, Bunni soll hingerichtet werden, denn es heißt:30Ib. V. 23.ich werde deinen erstgeborenen Sohn [bin-kha] töten.", "Als man Thoda vorführte, sprach er: Wie sollte Thoda hingerichtet werden, es heißt ja:31Ps. 100,1.ein Psalm für Dankopfer[toda]!? Sie erwiderten ihm: Jawohl, Thoda soll hingerichtet werden, denn es heißt:32Ib. 50,23.wer ein Dankopfer [toda] schlachtet, ehrt mich." ], [ "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen bösen Trieb schlachtet und [die begangene Sünde] bekennt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er den Heiligen, gepriesen sei er, in beiden Welten, in dieser Welt und in der zukünftigen Welt verehrt, denn es heißt: wer ein Dankopfer schlachtet, verehrt mich.", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi : Wer zur Zeit, als der Tempel noch bestand, ein Brandopfer darbrachte, hatte das Verdienst eines Brandopfers, wer ein Speisopfer, hatte das Verdienst eines Speisopfers, wer aber seinen Geist demütigt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er sämtliche Opfer dargebracht, denn es heißt :33Ib. 51,19.die Schlachtopfer für Gott sind ein zerbrochener Geist. Und noch mehr, sein Gebet wird nicht verschmäht, denn es heißt :33Ib. 51,19.ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.", "ii IST EU UNGEFÄHR; ZEHN ELLEN VON DER STEINIGUNGSSTEILE ENTFERNT, SO SPRICHT MAN ZU IHM: LEGE EIN BEKENNTNIS AB. JEDER, DER HINGERICHTET WERDEN SOLL, MUSS NÄMLICH EIN BEKENNTNIS ABLEGEN, DENN WER EIN BEKENNTNIS ABLEGT, HAT EINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT. SO FINDEN WIR AUCH BEIKHAN, DASS JEHOŠUA͑ ZU IHM SPRACH: 34Jos. 7,19,20.Mein Sohn, gib doch dem Herrn, dem Gott Jisraéls, die Ehre und lege ihm ein Bekenntnis ab. Da erwiderte A͑khan Jehošua͑ und sprach: Wahrlich, ich habe gesündigt, das und das &c. WOHER, DASS SEIN BEKENNTNIS IHM SÜHNE VERSCHAFFTE? ES HEISST:35Ib. V. 25.Da sprach Jehošua͑: Wie hast du uns ins Unglück gestürzt! So stürze dich denn der Herr an diesem Tage ins Unglück! AN DIESEM TAGE SOLLST DU IM UNGLÜCKE SEIN, NICHT ABER IN DER ZUKÜNFTIGEN WELT.", "WENN ER ABER KEIN BEKENNTNIS ABZULEGEN WEISS, SO SAGE MAN ZU IHM, DASS ER SPRECHE: MEIN TOD SEI EINE SÜHNE FÜR ALL MEINE SÜNDEN. R. JEHUDA SAGTE : WENN ER WEISS, DASS GEGEN IHN FALSCHES ZEUGNIS ABGELEGT WURDE, SO SPRECHE ER: MEIN TOD SEI EINE SÜHNE FÜR ALL MEINE SÜNDEN MIT AUSNAHME DIESER SÜNDE. MAN ENTGEGNETE IHM: WENN DEM SO WÄRE, SO KÖNNTE DIES JEDER SAGEN, UM SICH ALS UNSCHULDIG ZU ZEIGEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: ‘Doch’ ist nichts anderes als eine Art Bitte.", "Als nämlich der Heilige, gepriesen sei er, zu Jehošua͑ sprach: 36Ib. V. 11.Jisraél hat sich versündigt, sprach er vor ihm: Herr der Welt, wer hat die Sünde begangen? Er erwiderte ihm: Bin ich etwa ein Angeber, geh, wirf Lose aus. Als er darauf fortging und Lose auswarf, und das Los auf A͑khan fiel, sprach dieser zu ihm: Jehošua͑, du willst mich durch das Los überführen! Du und Elea͑zar der Priester seid die beiden Größten des Zeitalters, und wenn ich über euch das Los werfen sollte, so würde es auf einen von euch beiden fallen. Jener erwiderte ihm : Ich bitte dich, bringe keinen Verdacht aus über das Los, denn dereinst wird auch das Jisraélland durch das Los verteilt werden; denn es heißt:37Num. 26,55.nur durch das Los soll das Land verteilt werden.", "Bekenne doch! Rabina sagte: Er überredete ihn durch Worte: wir verlangen ja von dir nichts mehr als ein Bekenntnis, lege ein Bekenntnis ab, und du wirst entlastet sein. Da erwiderte A͑khan Jehošua͑ und sprach: Wahrlich, ich habe mich gegen den Herrn, den Gott Jisraéls, versündigt.", "R. Asi sagte im Namen R. Ḥaninas: Dies lehrt, daß A͑khan sich dreimal gegen das Banngut vergangen hat; zweimal in den Tagen Mošes und einmal in den Tagen Jehošua͑s, denn es heißt : das und das habe ich38Jedes Wort [naturi, im hebr. Texte] deutet auf ein Mal.getan. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n : Fünfmal, viermal in den Tagen Mošes und einmal in den Tagen Jehošua͑s, denn es heißt: ich habe gesündigt: das und das habe ich getan38Jedes Wort [naturi, im hebr. Texte] deutet auf ein Mal.. –", "Weshalb wurde er bis dann nicht bestraft!? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n : Weil die Jisraéliten bis zu ihrem Überschreiten des Jarden wegen verborgener [Sünden] nicht bestraft wurden.", "[Hierüber streiten] folgende Tannaím : 39Dt. 29,28.Das Verborgene steht beim Herrn unserem Gott, was aber offenbar ist, gilt uns und unseren Kindern immerdar. Weshalb befinden sich Punkte über [den Worten] uns und unseren Kindern und auf dem A͑jin des [Wortes] a͑d40Im masoret. Texte befinden sich über diesen Wörtern diakritische Punkte.? Dies lehrt, daß sie41Das ganze Volk wegen der Sünde eines einzelnen.bis zu ihrem Überschreiten des Jarden wegen verborgener [Sünden] nicht bestraft wurden – so R. Jehuda.", "R. Neḥemja sprach zu ihm : Wurden denn die verborgenen später geahndet, es heißt ja: immerdar!? Vielmehr, wie die Jisraéliten vor ihrem Überschreiten des Jarden wegen der nicht verborgenen [Sünden] nicht bestraft wurden, ebenso wurden sie auch nicht wegen der verborgenen bestraft. –" ], [ "Weshalb wurden sie demnach wegen des A͑khan bestraft!? – Weil es seiner Frau und seinen Kindern bekannt war.", "Jisraél hat sich versündigt. R. Abba b. Zabhda sagte: Wenn er auch gesündigt hat, so ist er dennoch ein Jisraélit. R. Abba sagte : Das ist es, was die Leute sagen: auch die Myrte im Schilfe ist eine Myrte, und man nennt sie Myrte.", "36Ib. V. 11.Auch haben sie mein Bündnis übertreten, das ich ihnen geboten habe; auch haben sie vom Gebannten sich etwas angeeignet, auch haben sie gestohlen, auch es verheimlicht, und auch es in ihre Geräte getan. R. Ilea͑ sagte im Namen des R. Jehuda b. Masparta: Dies lehrt, daß A͑khan die fünf Bücher der Tora übertreten hatte, denn fünfmal kommt hier [das Wort] auch vor.", "Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Jehuda b. Masparta: A͑khan war Epispast, denn hier heißt es: auch haben sie mein Bündnis übertreten, und dort42Bei der Beschneidung; Gen. 17,14.heißt es: ein Bündnis hat er übertreten. –", "Dies ist ja selbstverständlich43Er soll ja die ganze Tora übertreten haben.!? – Man könnte glauben, er habe sich gegen das seinen Körper betreffende Gebot nicht vergangen, so lehrt er uns.", "44Jos. 7,15.Und eine Schandtat hat er in Jisraél verübt R. Abba b. Zabhda sagte: Dies lehrt, daß A͑khan eine Verlobte geschändet hatte, denn hier heißt es: und eine Schandtat hat er verübt, und dort45Dt. 22,21.heißt es: denn sie hat eine Schandtat in Jisraél verübt. –", "Dies ist ja selbstverständlich43Er soll ja die ganze Tora übertreten haben.!? – Man könnte glauben, er habe sich nicht so weit vergangen, so lehrt er uns. Rabina sagte: Seine Strafe glich der der [hurenden] Verlobten: die Steinigung.", "Der Exilarch sprach zu R. Hona: Es heißt :46Jos. 7,24.da nahm Jehošuâ A͑khan, den Sohn Zaraḥs, das Geld, den Mantel und die goldene Zunge, sowie seine Söhne und seine Töchter, seine Rinder, Esel und Schafe nebst seinem Zelte und allem, was ihm gehörte. Was hatten denn seine Söhne und seine Töchter verschuldet, wenn er gesündigt hat!?", "Dieser erwiderte: Auch nach deiner Ansicht: es heißt:46Jos. 7,24.und ganz Jisraél mit ihm; was hatte denn ganz Jisraél verschuldet, wenn er gesündigt hat!? Vielmehr, um sie einzuschüchtern, ebenso auch diese, um sie einzuschüchtern.", "35Ib. V. 25.Und sie verbrannten sie im Feuer und bewarfen sie mit Steinen. Beides!? Rabina erwiderte: Was zum Verbrennen geeignet war, durch Verbrennen, und was zur Steinigung47Lebendes Gut.geeignet war, durch Steinigung.", "48Jos. 7,21.Ich erblickte unter der Beute einen schönen Mantel aus Šinear und zweihundert Šeqel Silber. Rabh erklärte, ein Gewand aus feiner Wolle; Šemuél erklärte, ein mit Alaun gebleichter Mantel.", "49Ib.V. 23.Und sie legten sie vor dem Herrn nieder. R. Naḥman sagte : Er kam und schleuderte sie vor Gott hin, indem er vor ihm sprach: Herr der Welt, dieserhalb sollte die Mehrheit des Synedriums erschlagen werden!? Es heißt nämlich :50Ib.V, 5.und die Einwohner von A͑j erschlugen von ihnen ungefähr sechsunddreißig Mann, und hierzu wird gelehrt: Sechsunddreißig, dem Wortlaute gemäß – so R. Jehuda. R. Neḥemja sprach zu ihm: Heißt es denn sechsunddreißig, es heißt ja: ungefähr sechsunddreißig !? Vielmehr ist darunter Jaír, der Sohn Menašes, zu verstehen, der die Mehrheit des Synedriums51Das Synedrium hatte 71 Mitglieder.aufwog.", "Rabh sagte: Es heißt:52Pr. 18,23.Flehentlich redet der Arme, aber der Reiche antwortet mit Härte; flehentlich redet der Arme, das ist Moše, aber der Reiche antwortet mit Härte, das ist Jehošua͑. –", "Wieso, wollte man sagen, weil es heißt: und sie legten sie vor dem Herrn nieder, was R. Naḥman erklärte: er kam und schleuderte sie vor Gott hin, so handelte ja Pinḥas ebenso!? Es heißt nämlich:53Ps. 106,30.da stand Pinḥas auf und richtete, da wurde der Plage Einhalt getan, und hierzu sagte R. Elea͑zar: es heißt nicht: er betete54Im Hithpae͑l, wie sonst in der Bedeutung ‘beten’ gebräuchlich., sondern: er richtete, dies lehrt, daß er mit seinem Schöpfer Streit führte. Er kam und schleuderte sie55Die Buhlenden; cf. Num. 25,7ff.vor Gott hin, indem er vor ihm sprach: Herr der Welt, wegen dieser sollen vierundzwanzig Tausend in Jisraél fallen!? Es heißt nämlich:56Num. 25,9.und es waren vierundzwanzig Tausend, die in der Plage umkamen.", "Und wollte man es hieraus entnehmen:57Jos. 7,7.warum hast du denn dieses Volk den Jarden überschreiten lassen, so sagte ja Moše ebenfalls:58Ex. 5,22.warum tust du so übel an diesem Volke!? – Vielmehr, hieraus:57Jos. 7,7.hätten wir uns doch entschlossen, jenseits des Jarden wohnen zu bleiben.", "59Jos. 7,10.Da sprach der Herr zu Jehošua͑: Steh auf. R. Šila trug vor: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu ihm: Dein [Vergehen] ist schwerer als ihres; ich sagte:60Dt. 27,4.sobald ihr den Jarden überschritten habt, sollt ihr [diese Steine] aufstellen, ihr aber habt euch sechzig Mil61Die Entfernung vom Berge Gerizim bis zum Berge Ebal; cf. Git. Fol. 36a.entfernt.", "Als er hinausging, ließ Rabh seinen Dolmetsch vortreten und trug vor :62Jos. 11,15.So wie der Herr seinem Knecht Moše befohlen, so hatte Moše Jehošuâ befohlen, und so verfuhr Jehošuâ, ohne irgend etwas von dem, was der Herr Moše befohlen hatte, zu unterlassen.", "Wieso heißt es nun: steh63Was erklärt wird, er selbst habe die Sünde begangen.auf!? Er sprach zu ihm: Du hast es64Indem er ihnen das geplünderte Gut vorenthielt.verschuldet. Deshalb sagte er zu ihm beim [Kriegszuge gegen] A͑j:65Jos. 8,2.Du sollst mit A͑j und seinem Könige verfahren, wie du mit Jeriḥo und seinem König verfahren bist &c.66Weiter folgt, daß sie das geplünderte Gut für sich behalten sollen.", "67Jos. 5,13,14.Während sich aber Jehošua͑ in Jeriḥo befand, schaute er einst auf und sah &c. er antwortete ihm: Ich bin ein Heeresfürst des Herrn; eben bin ich gekommen. [Da warf sich Jehošuâ auf sein Angesicht zu Boden und verneigte sich.] Wieso tat er dies, R. Joḥanan sagte ja, man dürfe nachts seinen Nächsten nicht begrüßen, weil zu befürchten ist, es sei vielleicht ein Dämon!? –", "Anders war es da, wo er gesagt hatte: ich bin ein Heeresfürst des Herrn; eben bin ich gekommen &c. – Er könnte ja gelogen haben!? Es ist überliefert, daß sie nicht den Namen Gottes vergeblich aussprechen. Er sprach nämlich zu ihm:" ], [ "Gestern habt ihr das beständige Abendopfer unterlassen und jetzt habt ihr das Studium der Tora unterlassen. – Wegen welcher [Unterlassung] bist du gekommen? Dieser erwiderte: Jetzt7Dh. wegen der jetzigen, wegen der Vernachlässigung der Tora.bin ich gekommen.", "Sodann:68Ib. 8,9.da verbrachte Jehošua͑ jene Nacht in der Vertiefung, worüber R. Joḥanan sagte, dies lehre, daß er jene Nacht bei Vertiefung in der Halakha verbrachte.", "R. Šemuél b. Inja sagte: Das Studium der Tora ist bedeutender als die Darbringung des beständigen Opfers, denn es heißt: jetzt bin ich gekommen.", "Abajje sprach zu R. Dimi: Worauf bezieht ihr im Westen folgenden Schriftvers?69Pr. 25,8,9.Geh nicht rasch zum Streiten vor, denn was willst du hinterher machen, wenn dich dein Nächster beschämt? Führe deinen Streit mit deinem Nächsten, aber eines anderen Geheimnis verrate nicht. –", "Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Jeḥezqel sprach: Geh, sprich zu Jisraél:70Ez. 16,3.Emoriter war dein Vater und deine Mutter Hethiterin, sprach der streitende71Darunter wird der Engel Gabriel verstanden, der für Jisraél streitet.Geist vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, würdest du, wenn Abraham und Sara kommen und vor dir stehen würden, ihnen dies sagen und sie beschämen!? Fähre deinen Streit mit deinem Nächsten, aber eines anderen Geheimnis verrate nicht. –", "Ist er denn so weit befugt!? – Freilich, denn li. Jose b. Ḥanina sagte, er habe drei Namen: Pisaqon, Iṭamon und Sigaron; Pisaqon, weil er Streitworte gegen oben ausstieß [pasaq] ; Iṭamon, weil er die Sünden Jisraéls zurückhält [oṭem] ; Sigaron, weil, wenn er [die Himmelspforte] schließt [soger], kein anderer sie öffnen kann.", "72Ij. 36,19.Wird er herrichten dein Geschrei ohne Bedrängnis. R. Elea͑zar sagte: Stets verrichte man ein Gebet vor Eintritt des Unglücks, denn hätte Abraham nicht vorher zwischen Bethél und A͑j ein Gebet verrichtet, so würde von den Feinden Jisraéls73Euphemistisch für Jisraél, bei ihrem Kriegszuge gegen A͑j.kein Rest und Entronnener geblieben sein. Reš Laqiš sagte: Wer sich hienieden im Gebete anstrengt, hat droben keine Bedränger. R. Joḥanan sagte: Stets flehe man, daß alle74Die Engel im Himmel.seine Kraft beim Gebete unterstützen mögen, und daß er droben keine Bedränger haben möge.", "WOHER, DASS IHM SEIN BEKENNTNIS SÜHNE VERSCHAFFTE &C. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß ihm sein Bekenntnis Sühne verschaffte? Es heißt:75Jos. 7,25.Da sprach Jehošuâ: Wie hast du uns ins Unglück gestürzt! So stürze dich denn der Herr an diesem Tage ins Unglück ! An diesem Tage sollst du im Unglücke sein, nicht aber in der zukünftigen Welt. Es heißt :76iChr. 2,6.und die Söhne Zaraḥs:Zimri77Wie weiter erklärt wird, mit A͑khan identisch., Ethan, Heman, Kalkol und Darda͑, zusammen fünf; was heißt: zusammen fünf? Alle fünf waren sie für die zukünftige Welt bestimmt.", "Er heißt Zimri und er heißt A͑khan? – Rabh und Šamuél [streiten hierüber], einer sagt, sein wirklicher Name sei A͑khan, nur werde er deshalb Zimri genannt, weil er die Taten Zimris78Er trieb Hurerei (cf. supra Fol. 44a) gleich Zimri, cf. Num. 25,14.vollbrachte, und einer sagt, sein Name sei Zimri, nur werde er deshalb A͑khan genannt, weil er Jisraél mit Sünden umschlängelte [ikhen].", "WENN ER ABER REIN BEKENNTNIS ABZULEGEN WEISS &C. R. JEHUDA SAGT &C. SICH ALS UNSCHULDIG ZU ZEIGEN. Mag er sich doch als unschuldig zeigen!? – Damit nicht das Gericht und die Zeugen in Verdacht kommen.", "Die Rabbanan lehrten: Einst sprach jemand, als er zur Hinrichtung hinausgeführt wurde: Wenn ich diese Sünde begangen habe, so möge mein Tod keine Sühne für all meine Sünden sein, und wenn ich diese Sünde nicht begangen habe, so möge mein Tod eine Sühne für all meine Sünden sein; das Gericht und ganz Jisraél sind unschuldig, die Zeugen aber sollen ewig keine Vergebung finden! Als die Weisen davon hörten, sagten sie: Zurückführen kann man ihn nicht mehr, da das Urteil bereits beschlossen ist, mag er nun hingerichtet werden und die Halsfessel mögen am Halse der Zeugen hängen bleiben. –", "Selbstverständlich, sollte er denn deshalb glaubhaft sein!? – In dem Falle, wenn die Zeugen zurückgetreten sind. –", "Was ist denn dabei, daß sie zurückgetreten sind, sobald [ein Zeuge] aussagt, kann er ja nicht mehr zurücktreten und [anders] aussagen!? – Dies ist wegen des Falles nötig, wenn sie einen Grund für ihre erste Aussage angeben, wie bei jenem Ereignisse mit dem Zöllner Ba͑ja79Dieses Ereignis, bei welchem es vorkam, daß ein Unschuldiger hingerichtet worden war, obgleich der Verurteilte vor seiner Hinrichtung seine Unschuld beteuert hatte und auch die Belastungszeugen ihre Aussage zurückgenommen hatten, wird ausführlich von Raschi zSt. erzählt..", "iii SOBALD ER VIER ELLEN VON DER STEINIGUNGSSTEILE ENTFERNT IST, ZIEHT MAN IHM DIE KLEIDER AUS. EINEN MANN BEDECKE MAN VORN, EINE FRAU BEDECKE MAN VORN UND HINTEN – SO R. JEHUDA. DIE WEISEN SAGEN, EIN MANN WERDE NACKT GESTEINIGT, NICHT ABER WERDE EINE FRAU NACKT GESTEINIGT." ], [ "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Einem Manne bedecke man vorn einen Körperteil, einem Weibe bedecke man zwei Körperteile, sowohl80Nach Sot. 8a einen vorn u. einen hinten.vorn als auch hinten, weil sie ganz Scham ist – so R. Jehuda; die Weisen sagen, ein Mann werde nackt gesteinigt und ein Weib werde nicht nackt gesteinigt. –", "Was ist der Grund der Rabbanan!? – Die Schrift sagt: 2Lev. 24,14.sie sollen ihn steinigen; was heißt ihn;", "wollte man sagen, ihn und nicht sie, so beißt es ja:81Dt. 17,5.so sollst du jenen Mann oder jene Frau hinausführen; vielmehr besagt das ihn: nur ihn ohne Gewand, sie aber mit einem Gewände. R. Jehuda aber erklärt : ihn, ohne Gewand, einerlei ob Mann oder Frau. –", "Demnach berücksichtigen die Rabbanan [sündhafte] Gedanken, R. Jehuda aber nicht, und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Wir haben nämlich gelernt: Der Priester erfaßt sie82Die Ehebruchsverdächtigte; cf. Num. 5,11ff.am Gewände, wenn es zerreißt, so ist nichts dabei, wenn es sich auftrennt, ist nichts dabei, sodaß er ihren Busen entblößt, und löst ihr Haar auf. R. Jehuda sagt, hat sie einen schönen Busen, so entblöße er ihn nicht, hat sie schönes Haar, so löse er es nicht auf!", "Rabba erwiderte: Da aus dem Grunde, weil sie das Gericht als unschuldig verlassen könnte, und die jungen Priester könnten durch sie in Lüsternheit geraten, hierbei aber wird sie ja hingerichtet. Wolltest du erwidern: [auch hierbei] könnte durch sie die Lüsternheit zu einer anderen aufgestachelt werden, so sagte ja Rabba, es sei bekannt, daß der böse Trieb Gewalt habe nur über das, was man mit den Augen sieht !?", "Raba entgegnete: Befindet sich denn nur R. Jehuda im Widersprüche mit sich selbst und nicht auch die Rabbanan83Der Widerspruch, in dem die Rabbanan sich befinden, ist ja durch diese Erwiderung nicht beseitigt.!? Vielmehr, erklärte Raba, R. Jehuda befindet sich nicht im Widerspruche mit sich selbst, wie wir bereits erklärt haben,", "und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht im Widerspruche mit sich selbst, denn da sagt die Schrift :84Ez. 23,48.damit alle Frauen sich warnen lassen und nicht wieder Unzucht treiben, hierbei85Bei der Hinrichtung; die Bedeckung geschieht nicht, um Schamverletzung u. Lüsternheit vorzubeugen, sondern weil die Entblößung eine Strafe ist, u. die Hingerichtete ohnehin genügend bestraft ist.aber gibt es ja keine größere Warnung als dies.", "Wolltest du einwenden, man sollte sie mit beidem bestrafen, so sagte ja R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt:86Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod87Wenn sie schon hingerichtet wird, so gebe man sie nicht weiter der Schande preis.. –", "Es wäre also anzunehmen, daß über die Lehre R. Naḥmans Tannaím streiten? – Nein, alle halten sie von der Lehre R. Naḥmans, und hierbei besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, die [Vermeidung der] Schande88Die Hinrichtung in den Kleidern, obgleich dadurch der Tod verlangsamt u. der Schmerz gesteigert wird.ist einem lieber als die Erleichterung der körperlichen Qual, und einer ist der Ansicht, die Erleichterung der körperlichen Qual ist einem lieber als die [Vermeidung der] Schande.", "iv,1 DIE STEINIGUNGSSTEILE WAR ZWEI MANNESHÖHEN HOCH. EINER DER ZEUGEN STÖSST IHN HÜFTLINGS HINAB; FÄLLT89Maimonides übersetzt: sodaß er auf das Herz fällt; alsdann drehe man etc.ER AUF DAS HERZ, SO DREHE MAN IHN HÜFTLINGS UM. IST ER TOT, SO IST DER PFLICHT GENÜGT, \n", "WENN ABER NICHT, SO NIMMT DER ANDERE EINEN STEIN UND WIRFT IHM AUF DAS HERZ; IST ER DANN TOT, SO IST DER PFLICHT GENÜGT, WENN ABER NICHT, SO ERFOLGT SEINE STEINIGUNG DURCH GANZ JISRAÉL, WIE ES HEISST :90Dt. 17,7.die Zeugen sollen zuerst die Hand gegen ihn erheben, um ihn zu töten, und darnach das ganze Volk.", "GEMARA. Es wird gelehrt : Und seine eigene Höhe, das sind also drei. – Ist denn eine solche [Höhe] erforderlich, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wie eine Grube91Von der in der Schrift gesprochen wird (cf. Ex. 21,33,34), für die der Eigentümer verantwortlich ist.so [tief] ist, daß sie den Tod zur Folge92Wenn ein Tier in diese fällt.hat, nämlich zehn Handbreiten, ebenso auch alles93Graben, Höhlen etc.andere, wenn es so [tief] ist, daß es den Tod zur Folge hat, nämlich zehn94Demnach hat auch eine Tiefe von 10 Handbreiten den Tod zur Folge.Handbreiten!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt:86Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod95Einen sicheren Tod, um ihm Schmerzen zu ersparen.. – Demnach sollte sie höher sein!? – [Die Leiche] würde verunstaltet werden.", "EINER DER ZEUGEN STÖSST IHN HINAB. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß es durch96Die Tötung am Berge Sinaj ; cf. Ex. 19,12ff.hinabstoßen erfolgt war? Es heißt :97Ex. 19,13.geschleudert werden. Woher, daß durch Steinigung? Es heißt :97Ex. 19,13.gesteinigt werden.", "Woher, daß durch Steinigung und Hinabstoßen? Es heißt: gesteinigt oder geschleudert werden. Woher, daß der Pflicht genügt war, wenn er durch das Hinabstoßen getötet werde? Es heißt: geschleudert werden. Woher, daß es durch96Die Tötung am Berge Sinaj ; cf. Ex. 19,12ff.hinabstoßen erfolgt war?" ], [ "Es heißt :97Ex. 19,13.geschleudert werden.", "WENN ABER NICHT, SO NIMMT DER ANDERE EINEN STEIN. ‘So nimmt’, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Da war ein Stein, eine Last für zwei Personen, diesen nahm er und warf ihm auf das Herz, und wenn er dadurch getötet wird, so ist der Pflicht genügt !? – Nach deiner Auffassung ist ja gegen diese Lehre selbst einzuwenden: eine Last für zwei Personen, diesen nahm er und warf ihm auf das Herz!?", "Vielmehr hob er ihn hoch zusammen mit seinem Genossen und warf ihn allein hinunter, damit er mit einer Wucht hinabfalle.", "WENN ABER NICHT, SO ERFOLGT SEINE STEINIGUNG &C. Es wird ja aber gelehrt, daß nie jemand es wiederholt hat!? – Sagt er denn, daß sich dies ereignet habe, er spricht nur von dem Falle, wenn es nötig sein sollte.", "Der Meister sagte: Da war ein Stein &c. Es wird ja aber gelehrt, sowohl der Stein, mit dem er gesteinigt wurde, als auch der Galgen, an den er aufgehängt wurde, als auch das Schwert, mit dem er enthauptet wurde, als auch das Sudarium, mit dem er erdrosselt wurde, sie alle werden mit ihm zusammen begraben!? – Dies besagt, daß an deren Stelle andere geholt werden. –", "Werden sie denn mit ihm begraben, es wird ja gelehrt, daß sie nicht mit ihm begraben werden !? R. Papa erwiderte : Mit ihm, das heißt in seinem Fassungskreise.", "Šemuél sagte: Ist dem Zeugen die Hand abgehauen worden, so ist [der Angeklagte] straffrei. – Aus welchem Grunde? – Es heißt: die Zeugen sollen zuerst ihre Hand gegen ihn erheben, was dann nicht möglich ist. –", "Demnach sind einhändige von vornherein unzulässig !? – Anders ist es hierbei, der Schriftvers lautet: die Hand der Zeugen, die sie früher hatten.", "Man wandte ein: Wenn zwei auftreten und über jemand bekunden, er sei von jenem Gerichte [zum Tode] verurteilt worden, und dieser und jener waren seine Belastungszeugen, so wird er98Hierbei kommt ja der angezogene Schriftvers überhaupt nicht zur Geltung.hingerichtet!? – Šemuél bezieht dies auf den Fall, wenn dieselben Zeugen dies bekunden. –", "Ist denn der Wortlaut des Schriftverses erforderlich, es wird ja gelehrt:99Num. 35,21.Der geschlagen hat, soll getötet werden, denn er ist ein Mörder; ich weiß nun, daß dies durch die bei ihm genannte Todesart erfolge, woher, daß man ihn, wenn man ihn durch die bei ihm genannte Todesart nicht töten kann, durch jede andere Todesart töten könne? Es heißt: so soll, der geschlagen hat, getötet werden, auf jede Weise!? –", "Anders ist es hierbei, der Schriftvers lautet: soll getötet werden. –", "Sollte man doch hiervon folgern100Daß der Angeklagte auf jeden Fall getötet werde, auch wenn ein Zeuge eine Hand verliert.!? – Vom Mörder und vom Bluträcher lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –", "Vom Mörder, wie wir gesagt haben, wo dies vom Bluträcher? – Es wird gelehrt :101Num. 35,19.Der Bluträcher soll den Mörder töten, es ist Gebot und obliegt dem Bluträcher. Woher, daß das Gericht, wenn [der Erschlagene] keinen Bluträcher hat, einen solchen für ihn bestellt? Es heißt :101Num. 35,19.wenn er ihn trifft, auf jeden Fall.", "Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Ist etwa der Wortlaut des Schriftverses nicht erforderlich, wir haben ja gelernt. Ist einer von ihnen102Den Eltern des mißratenen u. widerspenstigen Sohnes; cf. Dt. 21,18ff.einhändig, stumm, lahm, blind oder taub, so hat bei ihm das Gesetz vom mißratenen und widerspenstigen Sohne keine Geltung,", "denn es heißt:103Dt. 21,19.sie sollen ergreifen, keine Einhändigen;103Dt. 21,19.sie sollen ihn hinausführen, keine Lahmen ;104Ib. V. 20.sie sollen sprechen, keine Stummen ;104Ib. V. 20.dieser, unser Sohn, keine Blinden ;104Ib. V. 20.er hört nicht auf unsere Mahnung, keine105Solche könnten seine Antwort nicht hören.Tauben.", "Doch wohl deshalb, weil der Wortlaut des Schriftverses erforderlich ist!? – Nein, anders ist es hierbei, wo der ganze Schriftvers überflüssig ist. –", "Komm und höre: Hat sie keinen Marktplatz106In der Schrift (Dt. 13,17) heißt es, daß man das ganze Vermögen der abtrünnigen Stadt nach dem Stadtplatze bringe., so hat bei ihr das Gesetz von der abtrünnigen Stadt keine Geltung – so R. Jišma͑él ; R. A͑qiba sagt, hat sie keinen Marktplatz, so errichte man da einen solchen.", "Ihr Streit besteht nur darin, indem einer der Ansicht ist, es sei ein bereits vorhandener Marktplatz erforderlich, und einer der Ansicht ist, ein neuerrichteter gelte ebenfalls als solcher, aber alle stimmen überein, daß der Wortlaut des Schriftverses erforderlich seil? –", "Hierüber streiten Tannaím, denn wir haben gelernt: Hater107Der Aussätzige, dem die genannten Glieder mit dem Blute seines Opfers bestrichen werden müssen.keinen Daumen, keinen großen Zeh und kein rechtes Ohr, so kann er niemals rein werden. R. Elie͑zer sagt, man trage ihm [das Blut] auf die betreffende Stelle auf, und der Pflicht ist genüge getan. R. Šimo͑n sagt, er trage es auf die Linke auf, und der Pflicht ist genüge getan.", "iv,2 ALLE GESTEINIGTEN WERDEN AUFGEHÄNGT – so R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, AUFGEHÄNGT WERDEN NUR DER LÄSTERER UND DER GÖTZENDIENER.", "EINEN MANN HÄNGE MAN AUF MIT DEM GESICHTE GEGEN DAS PUBLIKUM, EINE FRAU HÄNGE MAN AUF MIT DEM GESICHTE GEGEN DEN GALGEN – SO R. ELIE͑ZER; DIE WEISEN SAGEN, NUR EIN MANN WERDE AUFGEHÄNGT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU AUFGEHÄNGT. R. ELIE͑ZER SPRACH ZU IHNEN : ŠIMO͑N B. ŠATAḤ LIESS JA INQELON FRAUEN AUFHÄNGEN ! SIE ERWIDERTEN IHM: ER LIESS SOGAR ACHTZIG FRAUEN AUFHÄNGEN, OBGLEICH MAN NICHT ZWEI AN EINEM TAGE VERURTEILEN DARF108Es war ein ganz außerordentlicher Fall, aus dem nichts zu entnehmen ist..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:109Dt. 21,22.Wenn er getötet und aufgehängt wird; man könnte glauben, alle Getöteten werden aufgehängt, so heißt es:110Ib. V. 23.denn eine Lästerung Gottes ist der Gehenkte, wie der Lästerer111Aus dem W.e ‘Lästerung’ wird gefolgert, daß es sich hier um einen handle, der den Namen Gottes gelästert.durch Steinigung [hingerichtet wird], ebenso jeder andere, der durch Steinigung [hingerichtet wird] – so R. Elie͑zer.", "Die Weisen sagen : Wie der Lästerer Gott verleugnet, ebenso auch jeder andere, der Gott verleugnet112Der Götzenanbeter.. –", "Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan wenden hierbei [die Regel von der] Generalisier und und Spezialisierung113Diese gehören zu den 13 hermeneutischen Regeln des R. Jišma͑él zur Auslegung der Schrift.an, und R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung113Diese gehören zu den 13 hermeneutischen Regeln des R. Jišma͑él zur Auslegung der Schrift.an.", "Die Rabbanan wenden [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung an: wenn er getötet und aufgehängt wird, generell, denn eine Lästerung, speziell114Darunter wird der Gotteslästerer verstanden.; würden sie neben einander gestanden haben, so würden wir gesagt haben, die Generalisierung enthalte nur das Speziellgenannte, also nur wegen dieser115Wegen der Gotteslästerung, wird der Hingerichtete aufgehängt., nicht aber wegen anderer Delikte," ], [ "da sie aber von einander entfernt sind, so schließt dies auch den Götzendiener ein, der ihm in jeder Hinsicht gleicht.", "R. Elie͑zer aber wendet [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: wenn er getötet und aufgehängt wird, einschließend, denn eine Lästerung, ausschließend; würden sie neben einander gestanden haben, so würden wir nur den Götzendienst einbegriffen haben, der [dem Gotteslästerer] in jeder Hinsicht gleicht, da sie aber von einander entfernt sind, so sind auch andere Gesteinigte einbegriffen.", "EINEN MANN HÄNGE MAN &C. Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt:116Dt. 21,22.und du ihn aufhängst, ihn, aber nicht sie. – Und R. Elie͑zer!? – Ihn, ohne Gewand. –", "Und die Rabbanan!? – Dem ist auch so, aber die Schrift sagt:116Dt. 21,22.wenn ein Mann ein todeswürdiges Verbrechen begangen hat, ein Mann, aber keine Frau. –", "Wofür verwendet R. Elie͑zer [den Schriftvers]: Wenn ein Mann &c.!? Reš Laqiš erwiderte: Dies schließt den mißratenen und widerspenstigen Sohn117Obgleich er ebenfalls durch Steinigung hingerichtet wird, da er nicht als Mann gilt.aus. – Es wird ja aber gelehrt, der mißratene und widerspenstige Sohn werde, wie R. Elie͑zer sagt, gesteinigt und aufgehängt!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, schließt dies den mißratenen und widerspenstigen Sohn ein. – Wieso dies? –", "Die Schrift sagt: wenn ein Mann ein Verbrechen begangen hat, nur ein Mann und nicht ein Sohn, ein Verbrechen, nur wer wegen seines Verbrechens hingerichtet wird, ausgenommen der mißratene und widerspenstige Sohn, der wegen seines Endes118Weiter (Fol. 72a) wird erklärt, daß der mißratene Sohn nicht etwa wegen seiner Vergehen hingerichtet wird, sondern seines Endes wegen, dh. ein solcher gibt sich später Raub u. Mord hin.hingerichtet wird; dies ist also eine Ausschließung nach einer Ausschließung und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend.", "R. ELIÉZER SPRACH ZU IHNEN: ŠIMO͑N B. ŠAṬAḤ LIESS JA &C. HÄNGEN. R. Ḥisda sagte: Dies119Daß das Gericht nicht 2 Todesurteile an einem Tage aussprechen dürfe.gilt nur von zwei Todesarten, bei einer Todesart aber ist dies zulässig. – Aber beim Ereignisse von Šimo͑n b. Šaṭaḥ war es ja eine Todesart, dennoch sagen die Weisen, dies sei nicht zulässig!? –", "Vielmehr, ist dies gesagt worden, so wird es wie folgt lauten: dies gilt nur von einer Todesart gleich zwei Todesarten, nämlich wegen zweier Delikte, bei einer Todesart wegen desselben Deliktes aber ist es zulässig.", "R. Ada b. Ahaba wandte ein: Man verurteile nicht zwei an einem Tage, selbst nicht den Ehebrecher und die Ehebrecherin120Obgleich es sich um dasselbe Delikt handelt u. beide gleichmäßig bestraft werden.!? – R. Ḥisda bezieht dies auf eine Priesterstochter121Eine hurende Priesterstochter wird durch Verbrennen hingerichtet (cf. Lev. 21,9), während ihr Buhle wie gewöhnlich durch Erdrosselung [bei einer Verheirateten], bezw. Steinigung [bei einer Verlobten] hingerichtet wird.und ihren Buhlen,", "oder auf eine Priesterstochter und die überführten Entlastungszeugen122Die die ersten Zeugen als Falschzeugen überführen wollten; diese verfallen derselben Strafe..", "Es wird gelehrt R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Ich hörte, daß das Gericht auch ohne Vorschrift der Tora [befugt sei], Geißelung und [Todes]strafe zu verhängen, und nicht etwa, um die Worte der Tora zu überschreiten, sondern um einen Zaun um die Tora zu errichten.", "Einst ritt jemand zur Zeit der griechischen [Oberherrschaft] auf einem Pferde am Šabbath; da brachte man ihn vor das Gericht und man steinigte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil es die Zeit erforderte. Ferner ereignete es sich einst, daß jemand [öffentlich] seine Frau unter einem Feigenbaume beschlief; da brachte man ihn vor das Gericht und geißelte ihn. Nicht etwa, weil er dies verdient hatte, sondern weil die Zeit dies erforderte.", "v,3 AUF WELCHE WEISE WIRD ER AUFGEHENKT? MAN SCHLÄGT EINEN PFAHL IN DIE ERDE, AUS DEM EIN QUERHOLZ AUSLÄUFT, SODANN BINDET MAN IHM DIE HÄNDE AN EINANDER UND HENKT IHN123An den Händen.AUF. R. JOSE SAGT, DER PFAHL WERDE NUR AN DIE WAND124Der Galgen muß möglichst schnell mitbegraben werden, u. das Ausgraben desselben würde zu viel Zeit beanspruchen.GELEHNT, UND MAN HENKE IHN AN DIESEN AUF, AUF DIE WEISE, WIE DIE SCHLÄCHTER ES MACHEN.", "MAN LÖSE IHN GLEICH AB ; LÄSST MAN IHN ABER ÜBER NACHT [HÄNGEN], SO BEGEHT MAN EIN VERBOT, DENN ES HEISST:110Ib. V. 23.sein Leichnam soll nicht über Nacht am Holze bleiben, sondern du hast ihn zu begraben &c. denn eine Lästerung Gottes ist ein Gehenkter &c.; DIES HEISST : DIESER WURDE DESHALB GEHENKT, WEIL ER DEN [GÖTTLICHEN] NAMEN GELÄSTERT HAT, SOMIT WÜRDE DADURCH DER NAME GOTTES ENTWEIHT WERDEN. v", "R. MEÍR SAGTE : WELCHEN AUSDRUCK GEBRAUCHT DIE GÖTTLICHKEIT, WENN DER MENSCH QUAL125Wenn der Delinquent hingerichtet wird.ERLEIDET? MEIN KOPF IST HIN, MEIN ARM IST HIN ! WENN GOTT SICH SO SEHR ÜBER DAS VERGOSSENE BLUT DER FREVLER GRÄMT, UM WIEVIEL MEHR ÜBER DAS BLUT DER FROMMEN.", "UND NICHT NUR HIERBEI SAGTEN SIE126Daß man den Leichnam nicht über Nacht liegen lassen dürfe.ES, SONDERN AUCH WENN MAN SONST EINEN TOTEN ÜBER NACHT LIEGEN LÄSST, ÜBERTRITT MAN EIN VERBOT ; LÄSST MAN IHN ZU SEINER EHRUNG ÜBER NACHT LIEGEN, UM FÜR IHN SARG UND TOTENGEWAND ZU HOLEN, SO ÜBERTRITT MAN KEINES.", "MAN BEGRUB IHN NICHT AUF DER GRABSTÄTTE SEINER VÄTER, VIELMEHR HATTE DAS GERICHT ZWEI BESONDERE BEGRÄBNISPLÄTZE ERRICHTET, EINEN FÜR ENTHAUPTETE UND ERDROSSELTE UND EINEN FÜR GESTEINIGTE UND VERBRANNTE. vi IST DAS FLEISCH VERWEST, SO LIEST MAN DIE GEBEINE ZUSAMMEN UND BEGRÄBT SIE AUF IHREM127Auf dem Begräbnisplatze der Familie.PLATZE. DIE VERWANDTEN KOMMEN UND BEGRÜSSEN DIE RICHTER UND DIE ZEUGEN, WOMIT SIE AUSDRÜCKEN: WIR GROLLEN EUCH NICHT, DENN IHR HABT EIN GERECHTES URTEIL GEFÄLLT." ], [ "SIE HIELTEN KEINE TRAUER128Über Zeremonie u. Dauer der Trauer bestehen besondere Vorschriften; cf. Mq. Fol. 20a., SONDERN TRUGEN NUR IHR LEID, DENN DAS LEID TRÄGT MAN NUR IM HERZEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Würde es geheißen haben: Verbrechen begangen, und sollst ihn aufhängen, so würde ich gesagt haben, zuerst aufhängen und nachher töten, wie es die Regierung macht, es heißt aber :116Dt. 21,22.getötet und aufgehenkt, zuerst töte man ihn, nachher hänge man ihn auf. Wie verfährt man dabei? Man hält das Urteil bis Sonnenuntergang zurück, sodann fällt man es und richtet ihn hin; hierauf hängt man ihn auf, indem einer ihn aufknüpft und ein anderer ablöst, nur um dem Gebote des Aufhängens zu genügen.", "Die Rabbanan lehrten: Holz, man könnte glauben, sowohl ein loser129Dh. man hänge ihn an einen in die Erde geschlagenen Galgen od. an einen am Boden haftenden Baum.als auch ein am Boden haftender, so heißt es: sondern130Aus der Partikel כי wird gefolgert, daß auch der Galgen zu begraben sei.begraben, nur einer, der nur des Begrabens benötigt, ausgenommen dieser131Ein am Boden haftender Baum., der noch des Abhauens und des Begrabens benötigt.", "R. Jose erklärte: Nur einer, der nur des Begrabens benötigt, ausgenommen einer, der noch des Herausziehens und des Begrabens132Ein in die Erde eingeschlagener Galgen: er darf also nur an die Wand gelehnt werden.benötigt. – Und die Rabbanan!? – Das Herausziehen ist nichts.", "DIES HEISST: DIESER WURDE DESHALB GEHENKT, WEIL &C. GELÄSTERT HAT. Es wird gelehrt: R. Meír sagte ein Gleichnis: Einst waren zwei Zwillingsbrüder in einer Stadt, einer wurde zum Könige eingesetzt und einer wurde Straßenräuber. Da befahl der König, und man henkte ihn. Wer ihn aber sah, sagte: Da hängt der König133Wegen ihrer Ähnlichkeit, ebenso ist auch der Mensch ein Ebenbild Gottes.. Da befahl der König, und man nahm ihn herunter.", "R. MEÍR SAGTE &C. Wieso geht dies134Die Worte RM.s aus dem W.e קללת, das im angezogenen Schriftverse gebraucht wird.hieraus hervor? Abajje erwiderte: Als ob jemand sagt: es fällt nicht leicht135Das W. קללת wird in קל לית aufgelöst.. Raba entgegnete ihm: So sollte er sagen: mein Kopf ist mir schwer, mein Arm ist mir schwer!? Vielmehr, erklärte Raba, als ob jemand sagt: die Welt ist mir leicht136Euphemistisch, weil man das Schlechte auf seine eigene Person nicht anwenden will.. –", "Aber dies137Das W. קללתist ja an sich138Daß der Lästerer gehängt werde, während hieraus auch bezüglich anderer Gesteinigten gefolgert wird.nötig !? – Es könnte ja Lästerer heißen, während es Lästerung135Das W. קללת wird in קל לית aufgelöst.heißt. – Vielleicht deutet dies nur darauf139Auf die Worte RM.s nach der Erklärung Rabas.hin !? – Demnach könnte es ja qilath heißen, wenn es aber qilelath [Lästerung] heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen.", "UND NICHT NUR HIERBEI &C. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj : Woher, daß, wer seinen Toten über Nacht liegen läßt, ein Verbot übertrete? Es heißt: (begraben140Der überflüssige Infinitiv besagt, daß dies auch von anderen Toten gilt.) sollst du ihn begraben; hieraus, daß, wer seinen Toten über Nacht liegen läßt, ein Verbot begehe.", "Manche lesen: R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wo finden wir in der Tora eine Andeutung für die Bestattung? Es heißt: (begraben) sollst du ihn begraben; hier findet sich in der Tora eine Andeutung für die Bestattung.", "Der König Sapor sprach zu R. Ḥama: Wieso ist die Bestattung aus der Tora zu entnehmen? Da schwieg er und wußte ihm nichts zu antworten. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Die Welt ist den Toren anvertraut worden; er könnte ihm ja erwidert haben: [Es heißt:] denn bestatten. – Vielleicht [besagt dies] nur,", "daß man für ihn einen Sarg141Es findet sich also keine Andeutung, daß der Tote in die Erde gelegt werden muß.fertige!? – [Es heißt auch:] sollst du ihn bestatten142Die Wiederholung ist einschließend, hieraus ist also beides zu folgern.. – Dies143Die Folgerung einer Lehre aus der Wiederholung des Infinitivs.würde ihm nicht eingeleuchtet haben. –", "Sollte er ihm erwidert haben: aus dem, daß die Frommen bestattet144Was oft in der Schrift berichtet wird.wurden. – Dies war vielleicht nur ein Brauch145Vor der Gesetzgebung.. – Aus dem, daß der Heilige, gepriesen sei er, Moše bestattete146Cf. Dt. 34,6.!? – Er wollte vom Brauche nicht abweichen. –", "Komm und höre:147iReg. 14,13.Und ganz Jisraél wird ihn beklagen, und man wird ihn bestatten!? – Es sollte vom Brauche nicht abgewichen werden. –", "148Jer. 16,4.Sie werden nicht beklagt und nicht bestattet werden149Dies gilt als Fluch, demnach ist der Tote zu bestatten., als Mist auf dem Boden sollen sie dienen!? – Es sollte bei ihnen vom Brauche abgewichen werden.", "Sie fragten: Erfolgt die Bestattung wegen der Schändung150Die Nichtbestattung wäre eine Leichenschändung.oder als Sühne? –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn jemand sagt, er wolle nicht, daß man ihn bestatte. Wenn du wegen der Schändung sagst, so ist dies nicht151Da durch diese Schändung die Verwandten betroffen werden.zulässig, wenn du aber als Sühne sagst, so sagte er ja, daß er keine Sühne haben wolle. Wie ist es nun? –", "Komm und höre: Die Frommen wurden ja ebenfalls bestattet; brauchten denn, wenn man sagen wollte, dies erfolge als Sühne, die Frommen einer Sühne? – Freilich, es heißt:151Ecc. 7,20.denn es gibt keinen Frommen auf Erden, der nur Gutes täte und nicht sündigte. –", "Komm und höre: und ganz Jisraél wird ihn beklagen und man wird ihn bestatten; wenn man sagen wollte, dies sei eine Sühne, so sollten auch die anderen bestattet werden, damit sie Sühne erlangen!? – Dieser, der ein Frommer war, sollte Sühne erlangen, die anderen aber sollten keine Sühne erlangen. –", "Komm und höre: Sie werden nicht betrauert und nicht bestattet werden. – Sie werden keine Sühne erlangen.", "Sie fragten: Erfolgt die Trauer zur Ehrung der Lebenden oder zur Ehrung des Toten? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn jemand sagt, daß man über ihn keine Trauer halte; oder auch, ob man sich nach den Hinterbliebenen richte152Eigentl. ob man von ihnen herausbringe, dh. ob man sie zwingen könne, den Trauerredner zu bezahlen.. –", "Komm und höre:153Gen. 23,2.Da kam Abraham, um Sara zu beklagen und sie zu beweinen. Wieso hatte man, wenn du sagen wolltest, es erfolge zur Ehrung der Lebenden, zur Ehrung Abrahams Sara liegen lassen!? – Sara selbst war es lieb, daß Abraham durch sie geehrt werde. –", "Komm und höre: Und ganz Jisraél wird ihn beklagen und man wird ihn bestatten; waren denn jene154Die Familienangehörigen des Königs Jerobea͑m, sie waren ja alle Frevler., wenn du nun sagen wolltest, zur Ehrung der Lebenden, der Ehrung würdig!? – Den Frommen ist es lieb, daß die Menschen durch sie geehrt werden. –", "Komm und höre:148Jer. 16,4.Sie werden nicht beklagt und nicht bestattet155Unter den Hinterbliebenen waren ja auch Fromme vorhanden.werden. – Den Frommen ist es nicht lieb, durch Frevler geehrt zu werden. –", "Komm und höre:156Jer. 34,5.In Frieden wirst du sterben, und wie man über deine Väter, die vorigen Könige, die vor dir waren, gebrannt hat, so wird man auch über dich brennen, und man wird über dich klagen: Ach, Gebieter ! Dies könnte ihm doch gleich sein, wenn du sagen wolltest, es erfolge zur Ehrung der Lebenden. – Er sprach zu ihm, wie folgt: Jisraél wird durch dich geehrt sein, wie es durch deine Vorfahren geehrt war. –" ], [ "Komm und höre:157Ps. 15,4.Der in seinen Augenverächtlich und verschmäht ist, das ist Ḥizqijahu, König von Jehuda, der die Gebeine seines Vaters auf einer Strickbahre schleifen ließ; wieso tat er dies, wenn du sagen wolltest, es erfolge zur Ehrung der Lebenden!? –", "Um seinem Vater Sühne zu verschaffen. – Sollte er denn, um seinem Vater Sühne zu verschaffen, die Ehrung Jisraéls beeinträchtigt haben!? – Jisraél selbst war es lieb, daß um seinethalben ihre Ehrung beeinträchtigt würde. –", "Komm und höre: Er158R. Jehuda [der Redaktor der Mišna], dessen Leiche von Sepphoris nach Beth-Šea͑rim überführt werden sollte; cf. Ket. Fol. 103a.sprach zu ihnen: haltet über mich keine Trauerreden in den kleinen Städtchen. Dies konnte ihm doch gleich sein, wenn du sagen wolltest, es erfolge zur Ehrung der Lebenden!? – Er wünschte, daß Jisraél durch ihn in größeren Massen geehrt werde. –", "Komm und höre: Läßt man ihn zu seiner Ehrung liegen, um für ihn Sarg und Totengewand zu holen, so übertritt man kein Verbot. Doch wohl zur Ehrung des Toten!? – Nein, zur Ehrung der Lebenden. –", "Darf man denn zur Ehrung der Lebenden den Toten über Nacht liegen lassen!? – Freilich; wenn der Allbarmherzige sagt :110Ib. V. 23.sein Leichnam soll nicht über Nacht am Holze bleiben, so ist dies nur, wie beim Gehenkten, zum Zwecke der Schändung verboten, nicht aber in diesem Falle, wo dies keine Schändung ist. –", "Komm und höre: Läßt man ihn zu seiner Ehrung über Nacht liegen, um seinetwegen [Leute aus den] Städten zu versammeln, um für ihn Klagefrauen zu holen, um für ihn Sarg und Totengewand zu holen, so übertritt man kein Verbot, denn dies alles erfolgt nur zur Ehrung des Toten. – Er meint es wie folgt: was zur Ehrung der Lebenden geschieht, gilt nicht als Schändung des Toten. –", "Komm und höre: R. Nathan sagt: Es ist ein gutes Zeichen für den Toten, wenn er nach dem Tode bestraft wird. Stirbt er ohne beklagt oder ohne bestattet zu werden, oder verschleppt ihn ein wildes Tier, oder schlägt Regen auf seine Bahre nieder, so ist dies ein gutes Zeichen für den Toten. Schließe hieraus, daß dies zur Ehrung das Toten erfolgt. Schließe hieraus.", "MAN BEGRUB IHN NICHT &C. Weshalb dies? – Weil man keinen Frevler neben einem Frommen begraben darf. R. Aḥa b. Ḥanina sagte nämlich: Woher, daß man nicht einen Frevler neben einem Frommen begraben dürfe? Es heißt:159iiReg. 13,21.als sie nun eben einen Mann begraben wollten, erblickten sie plötzlich eine Streifschar. Da warfen sie den Mann in Eliša͑s Gruft. Als aber der Mann die Gebeine Eliša͑s berührte, ward er wieder lebendig und stellte sich auf seine Füße.", "R. Papa entgegnete ihm: Vielleicht deshalb, damit in Erfüllung gehe [der Schriftvers:]160Ib. 2,9.möchte mir denn ein doppelter Anteil an deinem Geiste zuteil werden161Eliša͑ sprach dies zu Elijahu; Elijahu belebte einmal einen Toten, daher sollte dies bei Eliša͑ zweimal geschehen.!? Jener erwiderte ihm : Wenn dem so wäre, was sollte die Lehre, daß er sich zwar auf seine Füße stellte, jedoch nicht heimkehrte162Er starb unmittelbar darauf, sodaß dies nicht als Totenbelebung zu betrachten ist.!? –", "Wieso heißt es demnach: möchte mir denn ein doppelter Anteil an deinem Geiste zuteil werden, wo finden wir denn, daß er [zwei] Tote belebt hätte!? R. Joḥanan erwiderte: Er heilte Na͑man von seinem Aussatze, der den Tod aufwiegt, wie es heißt:163Num 12,12.laß sie nicht werden wie ein Toter.", "Und wie man nicht einen Frevler neben einem Frommen begraben darf, ebenso darf man nicht einen schweren Frevler neben einem leichten Frevler begraben. – Sollte man demnach vier Begräbnisplätze164Für alle vier Todesarten.errichtet haben!? – Es gab eine überlieferte Lehre von zwei Grabstätten.", "U͑la sagte im Namen R. Joḥanans : Wenn jemand Talg gegessen und dieserhalb ein Opfer reserviert hat, dann abtrünnig wird und sich darauf bekehrt, so wird [das Opfer], da es verdrängt165Das Opfer eines Apostaten darf nicht dargebracht werden.war, vollständig verdrängt.", "Desgleichen wird auch gelehrt: R. Jirmeja sagte im Namen R. Abahus im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand Talg gegessen und dieserhalb ein Opfer reserviert hat, dann blöde und wieder gesund wurde, so wird [das Opfer], da es einmal verdrängt war, vollständig verdrängt.", "Und beides ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er sich willig verdrängt hat, nicht aber [beim Irrsinnigen], bei dem es von selbst gekommen ist, der somit nur einem Schlafenden gleicht.", "Und würde er nur das andere gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er nicht in der Lage ist zurückzutreten, nicht aber da, wo er zurücktreten kann. Daher ist beides nötig.", "R. Joseph sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Ist da166In der abtrünnigen Stadt, deren Vermögen vollständig vernichtet werden muß.Geheiligtes vorhanden, so ist es, wenn Geheiligtes für den Altar167Opfertiere; von dem Abtrünnigen dürfen keine Opfer angenommen werden., verenden zu lassen, und wenn Geheiligtes für den Reparaturfonds, auszulösen. Dagegen wandten wir ein: Weshalb sind sie verenden zu lassen, sobald [die Einwohner] getötet werden, erlangen sie ja Sühne, somit sollten [die Opfer] Gott dargebracht werden!? Doch wohl deshalb, weil wir sagen: da sie einmal verdrängt waren, werden sie vollständig verdrängt.", "Abajje entgegnete ihm : Glaubst du etwa, daß, wer in seiner Gottlosigkeit stirbt, Sühne erlange; wer in seiner Gottlosigkeit stirbt, erlangt keine Sühne. So lehrte auch R. Šema͑ja: Man könnte glauben, er168Ein Priester, der sich nur an der Leiche seiner nächsten Verwandten verunreinigen darf.dürfe sich auch dann an seinen Eltern verunreinigen, wenn sie sich von den Bräuchen der Gemeinde abgesondert169Dh. wenn sie abtrünnig wurden.haben, so heißt es: in seinem Volke, nur wenn sie nach den Bräuchen ihres Volkes handeln.", "Raba erwiderte ihm: Wieso kannst du den, der wegen seiner Gottlosigkeit hingerichtet wird, mit dem vergleichen, der in seiner Gottlosigkeit stirbt!? Wer in seiner Gottlosigkeit auf gewöhnliche Weise stirbt, erlangt keine Sühne, wer aber wegen seiner Gottlosigkeit hingerichtet wird, erlangt, da er auf Ungewöhnliche Weise stirbt, wohl Sühne.", "Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt:170Ps. 79,1,2.Ein Psalm Asaphs: Gott, Heiden sind in dein Eigentum eingefallen, haben deinen heiligen Tempel verunreinigt &c. Sie haben die Leichen deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Frommen den wilden Tieren. Welche heißen nun ‘Knechte’ und welche ‘Fromme’? Wahrscheinlich sind unter ‘Fromme’ wirklich Fromme zu verstehen, und unter ‘Knechte’ solche, die sich etwas zuschulden kommen ließen, sobald sie aber getötet wurden, ‘Knechte’ heißen.", "Abajje entgegnete ihm: Wieso vergleichst du" ], [ "durch die [heidnische] Regierung Hingerichtete mit den durch das Gericht Hingerichteten!? Die durch die Regierung hingerichtet wurden, erlangen Sühne, da sie ohne Recht getötet worden sind, die durch das Gericht hingerichtet worden sind, erlangen keine Sühne, da sie zu Recht getötet worden sind.", "Dies ist auch zu beweisen, denn wir haben gelernt, daß man [den Hingerichteten] nicht auf der Grabstätte seiner Väter begrub, und wenn man nun sagen wollte, durch den Tod erlange er Sühne, so sollte man ihn da begraben!? – Erforderlich sind Tod und Bestattung171Die Sühne erlangt er erst nach der Bestattung..", "R. Ada b. Ahaba wandte ein : Sie hielten keine Trauer, wohl aber trugen sie ihr Leid, denn das Leid wird nur im Herzen getragen. Wenn du nun sagen wolltest, daß er nach der Bestattung Sühne erlange, so sollten sie doch Trauer halten!? –", "Das Fleisch muß auch in Verwesung übergegangen sein. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt, daß, wenn das Fleisch verwest ist, man die Gebeine zusammenlese und sie auf ihrem Platze begrabe. Schließe hieraus.", "R. Aši erklärte: Die Trauer beginnt mit dem Schließen des Rollsteines und die Sühne erst dann, wenn die Grabesleiden ein wenig begonnen172Die Verwesung des Körpers ist jedoch nicht erforderlich.haben, und da sie einmal verdrängt worden ist, bleibt sie verdrängt. –", "Wozu ist demnach die Verwesung des Körpers erforderlich173Um ihn auf dem Begräbnisplatze seiner Vorfahren begraben zu dürfen.!? – Weil es anders nicht möglich ist174Weil nach dem Begraben die Verwesung begonnen hat..", "Vom Grabe Rabhs pflegten sie Erde zu nehmen gegen ersttägiges Fieber, und als man zu Šemuél kam und ihm dies erzählte, sprach er: Sie tun recht, denn es ist ja ewige Erde, und ewige Erde kann nicht verboten werden. Es heißt nämlich :175iiReg. 23,6.und er warf den Staub von ihr auf die Gräber der Leute; er vergleicht die Gräber der Leute mit den Götzen:", "wie Götzen nicht verboten176Dh. die Nutznießung derselben.sind, wenn sie am Boden haften, wie es heißt :177Dt. 12,2.die ihr vertreibt, die ihre Götter auf den hohen Bergen haben, ihre Götter befinden sich auf den Bergen, nicht aber gelten die Berge als ihre Götter, ebenso wird auch hierbei das am Boden Haftende nicht verboten.", "Man wandte ein: Wenn jemand ein Grab für seinen Vater ausgehauen und ihn auf einer anderen Stelle begraben hat, so darf da [der Sohn] niemals begraben werden!? – Hier handelt es sich um eine [oberirdisch] erbaute Gruft178Eine solche gilt nicht als Erdboden und ist zur Nutznießung erlaubt.. –", "Komm und höre: Ein unbenutztes Grab179Das nicht für einen bestimmten Toten gegraben worden ist.ist zur Nutznießung erlaubt; hat man darin eine Frühgeburt hineingeworfen, so ist es zur Nutznießung verboten !? – Hier handelt es sich ebenfalls um eine [oberirdisch] erbaute Gruft. –", "Komm und höre: Es ergibt sich also, daß du dreierlei Gräber zu unterscheiden hast: das aufgefundene180Von dem der Eigentümer des Grundstückes keine Kenntnis hatte, wenn da nämlich eine Leiche unbefugt begraben wurde.Grab, das bekannte Grab181Wenn da der Leichnam mit Zustimmung des Eigentümers begraben wurde.und das das Publikum schädigende182Wenn es sich auf einem öffentlichen Wege befindet u. den Passanten hinderlich ist.Grab. Das aufgefundene Grab darf fortgeschafft werden, und wenn man es fortgeschafft hat, so ist der Platz rein und zur Nutznießung erlaubt;", "das bekannte Grab darf nicht fortgeschafft werden, und wenn man es fortgeschafft hat, so ist der Platz unrein und zur Nutznießung verboten;", "das das Publikum schädigende Grab darf fortgeschafft werden, und wenn man es fortgeschafft hat, so ist der Platz rein und zur Nutznießung verboten !? – Hier handelt es sich ebenfalls um eine [oberirdisch] erbaute Gruft. –", "Wieso darf man denn ein aufgefundenes Grab fortschaffen, vielleicht liegt da ein Pflichttoter und ein Pflicht toter eignet183Cf. Bq. Fol. 81a.ja seinen Platz!? – Anders verhält es sich bei einem Pflichttoten, denn ein solcher ist bekannt.", "Es wurde gelehrt: Hat jemand ein Gewand für einen Toten gewebt, so ist es [für andere Zwecke], wie Abajje sagt, verboten, und wie Raba sagt, erlaubt.", "Abajje sagt, es sei verboten, denn die Bestimmung ist wesentlich; Raba sagt, es sei erlaubt, denn die Bestimmung ist unwesentlich. –", "Was ist der Grund Abajjes? – Er folgert dies durch [das Wort] dort, das auch beim genickbrochenen Kalbe184Cf. Dt. 21,1ff.gebraucht185Sowohl beim Toten (Num. 20,1) als auch beim genickbrochenen Kalbe (Dt. 21,4) wird das W. ‘dort’ gebraucht; dies gilt als Wortanalogie, durch die gefolgert wird, daß sie diesbezüglich einander gleichen.wird, wie das genickbrochene Kalb durch die Bestimmung [für andere Zwecke] verboten wird, ebenso wird es176Dh. die Nutznießung derselben.auch hierbei durch die Bestimmung verboten. –", "Und Raba? – Er folgert dies durch [das Wort] dort, das auch bei den Götzen186Cf. Dt. 12,2.gebraucht wird; wie diese durch die Bestimmung nicht verboten176Dh. die Nutznießung derselben.werden, ebenso wird es auch hierbei durch die Bestimmung nicht verboten. –", "Weshalb folgert dies Raba nicht vom genickbrochenen Kalbe? – Er kann dir erwidern:" ], [ "man folgere von Gebrauchsgegenständen187Dh. Dinge, die an u. für sich nicht verboten sind u. nur für Verbotenes verwendet werden, zBs. das Leichengewand eines Toten od. das Gerät, das beim Götzendienste verwendet wird.auf Gebrauchsgegenstände, ausgenommen ist das genickbrochene Kalb, das selbst heilig ist. –", "Weshalb folgert dies Abajje nicht von den Götzen? – Er kann dir erwidern: man folgere von Dingen, die häufig sind, auf Dinge, die häufig sind, ausgenommen ist der Götzendienst, der nicht häufig ist.", "", "Man wandte ein: Wenn man ein durch Auftreten verunreinigungsfähiges Kopftuch188Worauf ein Unreiner sich setzen od. den Kopf lehnen kann.zur Buch[hülle] bestimmt, so ist es nicht mehr durch Auftreten verunreinigungsfähig, wohl aber durch Berührung189Wie jeder andere Gegenstand, der nicht zum Sitzen bestimmt ist.[eines Toten]!? – Lies: wenn man es bestimmt und darin auch eingehüllt hat. –", "Wozu ist die Bestimmung und das Einhüllen erforderlich190Die Benutzung allein sollte ja genügen.!? – Nach einer Lehre R. Ḥisdas, denn R. Ḥisda sagte: Hat man ein Sudarium zum Einwickeln von Tephillin bestimmt und sie darin auch eingewickelt, so darf man darin kein Geld einwickeln: hat man es aber nur dazu bestimmt und sie darin nicht eingewickelt, oder sie darin eingewickelt und nicht dazu bestimmt, so darf man darin Geld einwickeln,", "Nach Abajje aber, welcher sagt, die Bestimmung sei ausschlaggebend: wenn man es dazu bestimmt hat, auch wenn man sie darin nicht eingewickelt hat, wenn man sie aber darin eingewickelt hat, nur dann, wenn man es auch dazu bestimmt hat, sonst aber nicht. –", "Komm und höre: Hat man ein Grabmal für einen Lebenden errichtet, so ist es zur Nutznießung erlaubt, hat man nur eine Ziegelschicht für einen Toten hinzugefügt, so ist es zur Nutznießung verboten!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn man darin einen Toten gelegt hat. –", "Wieso hängt es demnach davon ab, ob man [eine Ziegelschicht] hinzugefügt hat, dies gilt ja auch von dem Falle, wenn man keine hinzugefügt hat!? – Auch in dem Falle, wenn man ihn fortgeschafft hat.", "Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas : Erkennt man [diese Schicht], so entferne man sie, und [die Nutznießung] ist erlaubt. –", "Komm und höre: Wenn jemand für seinen Vater ein Grab ausgehauen und ihn darauf in einem anderen Grabe begraben hat, so darf da [der Sohn] niemals begraben werden!? – Dies wegen der Ehrung seines Vaters.", "Dies leuchtet auch ein, denn im Schlußsatze wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt: Auch wenn jemand nur Steine [zu einem Grabe] für seinen Vater behauen und ihn darauf auf einer anderen Stelle begraben hat, dürfen sie nie für sein eigenes Grab verwendet werden.", "Einleuchtend ist dies nun, wenn du erklärst, wegen der Ehrung seines Vaters, aber gibt es denn jemand, wenn du erklärst, wegen der Bestimmung, nach dem dies beim Spinnen zum Weben192Um ein Gewand für einen Toten zu fertigen; die Bestimmung kann-allerdings beim Weben wirksam sein, nicht aber schon beim Spinnen.gilt!? –", "Komm und höre: Ein unbenutztes Grab ist zur Nutznießung erlaubt; hat man darin eine Fehlgeburt hineingeworfen, so ist es zur Nutznießung verboten. Nur wenn man hineingeworfen hat, sonst aber nicht!? –", "Dasselbe gilt auch, wenn man nicht hineingeworfen hat, nur schließt dies die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél aus; dieser sagt nämlich, Fehlgeburten nehmen das Grab nicht in Besitz, so lehrt er uns. –", "Komm und höre: Der Überschuß [des Begräbnisgeldes] für Tote ist für [andere] Tote zu verwenden, der Überschuß [des Begräbnisgeldes] für einen Toten gehört seinen Erben!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es bei seinen Lebzeiten eingefordert wurde. –", "Er lehrt ja aber anders!? Wir haben nämlich gelernt: Der Überschuß [des Begräbnisgeldes] für Tote ist für andere Tote zu verwenden; der Überschuß [des Begräbnisgeldes] für einen Toten gehört den Erben. Hierzu wird gelehrt: Wurde es für Tote ohne Bezeichnung eingefordert, so heißt dies Überschuß [des Begräbnisgeldes] für Tote, das für andere Tote zu verwenden ist; wurde es für einen bestimmten Toten eingefordert, so heißt dies Überschuß [des Begräbnisgeldes] für einen Toten, der den Erben gehört!? –", "Wie willst du nach deiner Ansicht den Schlußsatz erklären : R. Meír sagt, er bleibe unberührt liegen, bis Elijahu kommt; R. Nathan sagt, man verwende ihn zu einem Denkmal auf seinem Grabe oder zur Sprengung vor seiner Bahre193Die Autoren im Schlußsatze sind also der Ansicht, daß die Bestimmung ausschlaggebend sei.!?", "Vielmehr erklärt dies Abajje nach seiner Ansicht und Raba erklärt dies nach seiner Ansicht. Abajje erklärt es nach seiner Ansicht : alle sind der Ansicht, die Bestimmung sei ausschlaggebend, nur ist der erste Autor der Ansicht, sie erstrecke sich nur auf das, was dafür erforderlich194Wenn das Geld für Begräbniszwecke bestimmt wird, so erstreckt sich die Bestimmung nur auf die Summe, die dafür erforderlich ist, nicht aber auf den Überschuß.ist, nicht aber auf das, was dafür nicht erforderlich ist;", "R, Meír ist es zweifelhaft, ob sie sich darauf erstrecke oder nicht, daher muß man es unberührt liegen lassen, bis Elijahu kommt; und nach R. Nathan erstreckt sie sich entschieden auch darauf, daher muß dafür ein Denkmal auf seinem Grabe errichtet werden.", "Raba erklärt dies nach seiner Ansicht: alle sind der Ansicht, die Bestimmung sei nicht ausschlaggebend; der erste Autor ist der Ansicht, er verzeihe195Deshalb gehört der Überschuß den Erben.den Erben seine Geringschätzung;", "R. Meír ist es zweifelhaft, ob er verzeiht196RM. u. RN. vertreten ihre Ansichten nicht wegen der Bestimmung, sondern sie betrachten es als Geringschätzung des Toten, wenn der Überschuß nicht für ihn verwendet wird.oder nicht, daher bleibe er unberührt liegen &. ; und nach R. Nathan verzeiht er entschieden nicht, daher ist er für ein Denkmal auf seinem Grabe oder zur Sprengung vor seiner Bahre zu verwenden. –", "Komm und höre: Wenn sein Vater und seine Mutter auf ihn197Auf ihren Toten; wenn sie ihm in ihrem Kummer ihr ganzes Vermögen weihen wollen.Gewänder werfen, so ist es jedem anderen geboten, sie zu retten198Obgleich die Eltern die Sachen für den Toten bestimmt haben.!? –" ], [ "Da geschah es nur aus Schmerz. – Wieso wird demnach hierzu gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur, wenn sie die Bahre nicht berührt haben, haben sie aber die Bahre berührt, so sind sie verboten!? –", "U͑la bezieht dies auf den Fall, wenn die Bahre mit ihm bestattet wird, weil man sie mit den Totengewändern verwechseln könnte. –", "Komm und höre: In einen Beutel, den man zum Hineinlegen von Tephillin gefertigt hat, darf man kein Geld hineinlegen, in einen, in den man [nur gelegentlich] Tephillin hineingelegt hat, darf man Geld hineinlegen!? – Lies: wenn man ihn zum Hineinlegen von Tephillin gefertigt und sie auch hineingelegt hat, so darf man darin kein Geld hineinlegen, wie R. Ḥisda es lehrte199Cf. supra Fol. 48a.. –", "Komm und höre : Wenn jemand einen Handwerker beauftragt, für ihn ein Futteral für ein [heiliges] Buch oder einen Behälter für Tephillin zu fertigen, so dürfen sie, solange sie für heilige Dinge nicht verwandt worden sind, für profane Dinge verwendet werden; sobald sie aber für heilige Dinge verwandt worden sind, dürfen sie nicht mehr für profane Dinge verwendet werden!? –", "[Hierüber200Ob die Bestimmung ausschlaggebend sei.streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: Hat man [die Tephillin] mit Gold oder mit Haut von einem unreinen Tiere überzogen, so sind sie untauglich, wenn mit Haut von einem reinen Tiere, so sind sie tauglich, selbst wenn sie nicht zu diesem Zwecke gegerbt wurde; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch wenn mit Haut von einem reinen Tiere, seien sie untauglich, es sei denn, daß sie zu diesem; Zwecke gegerbt wurde.", "Rabina sprach zu Raba: Gibt es denn Ortschaften, wo man, erst wenn der Tote schon liegt, das Gewand für ihn webt!? Dieser erwiderte ihm: Freilich, so zum Beispiel (die Toten) in Harpanja201Die Einwohner dieser Stadt waren sehr arm, und erst wenn sie einen Toten vor sich liegen hatten, wurde für ihn gesammelt und ein billiges Gewand gewebt..", "Meremar trug vor, die Halakha sei wie Abajje; die Rabbanan aber sagen, die Halakha ist wie Raba. Die Halakha ist wie Raba.", "Die Rabbanan lehrten: Das Vermögen der durch die Regierung Hingerichteten202Hochverräter, Staatsverbrecher udgl.gehört der Regierung, das Vermögen der durch das Gericht Hingerichteten gehört den Erben; R. Jehuda sagt, auch das der durch die Regierung Hingerichteten gehöre den Erben. Sie sprachen zu R. Jehuda: Es heißt ja:203iReg. 21,18.er204Der König Aḥáb, der Naboth hinrichten ließ; cf. iReg. Kap. 21.befindet sich im Weinberge Naboths, wohin er hinabgezogen ist, um ihn zu erben!?", "Er erwiderte: Er war der Sohn seines Bruders, und somit ihn zu beerben berechtigt. – Jener hatte ja aber viele Söhne!? Er erwiderte: Er Heß ihn samt seinen Söhnen hinrichten, denn es heißt :205iiReg. 9,26.das Blut Naboths und seiner Kinder habe ich gesehen. – – Und die Rabbanan!? – Darunter sind die Kinder zu verstehen, die er zeugen könnte. –", "Erklärlich ist der Schriftvers:206iReg. 21,13.Naboth hat Gott und dem König geflucht, nach demjenigen, welcher sagt, ihr Vermögen gehöre der Regierung, wozu aber braucht dies vom Könige [bekundet zu werden] nach demjenigen, welcher sagt, ihr Vermögen gehöre den Erben207Als König konnte er ihn ja in keinem Falle beerben, als Erbe dagegen auf jeden Fall; es sollte einerlei sein, ob er als Gotteslästerer od. als Staatsverbrecher verurteilt wird.!? –", "Wozu braucht dies, auch nach deiner Ansicht, von Gott [bekundet zu werden]!? Vielmehr, mußt du erklären, um den Zorn208Der Richter.über ihn zu steigern, ebenso auch [vom Könige], um den Zorn über ihn zu steigern. –", "Erklärlich ist der Schriftvers :209iReg. 2,28.da floh Joab zum Zelte des Herrn und erfaßte die Hörner des Altars, und der darauf folgende :210Ib. V. 30.ich gehe nicht hinaus, hier will ich sterben, nach demjenigen, welcher sagt, ihr Vermögen211Er wollte nicht durch den König hingerichtet werden, damit ihm nicht sein Vermögen zufalle.gehöre dem Könige, was lag ihm aber daran nach demjenigen, welcher sagt, ihr Vermögen gehöre den Erben!? – Wegen des augenblicklichen Lebens212Er wollte die Zeit bis zur Antwort des Königs gewinnen..", "210Ib. V. 30.Und Benajahu brachte dem Könige Bescheid und sprach: So hat Joab geredet und so hat er mir geantwortet. Er sprach nämlich zu ihm: Geh, sage [dem Könige]: doppelt darfst du ihn nicht bestrafen; läßt du ihn töten, so nimm die Verwünschungen zurück, die dein Vater über ihn gesprochen213Cf. iiSam. 3,29.hat, oder unterlasse dies und lasse ihn unter den Verwünschungen deines Vaters verbleiben.214iReg. 2,31.Da sprach der König zu ihm: Tu, wie er geredet hat, stoße ihn nieder und begrabe ihn.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Alle Verwünschungen, die David über Joáb gesprochen hatte, gingen an den Kindern Davids in Erfüllung. 215iiSam. 3,29.Und mögen in der Familie Joábs kein Ende nehmen solche, die an Fluß und Aussatz leiden, Leute, die sich auf Krücken stützen, die durch das Schwert fallen oder denen es an Brot fehlt.", "Flußbehafteter war Reḥabea͑m, denn es heißt :216iReg. 12,18.der König Reḥabea͑m sprang rasch auf seinen Sattel und floh nach Jerušalem, und es heißt:217Lev. 15,19.und jeder Sattel, auf dem der Flußbehaftete reitet, wird unrein.", "Aussätziger war U͑zijahu, denn es heißt :218iiChr. 26,16.als er aber mächtig geworden war, überhob sich sein Sinn bis zum verderblichen Tun, und er verging sich wider den Herrn, seinen Gott, indem er in den Tempel des Herrn hineinging, um auf dem Räucheralar zu räuchern. Und darauf folgt:219Ib. V. 19.und der Aussatz brach auf seiner Stirn hervor.", "Auf Krücken gestützt [ging] Asa, denn es heißt: 220iReg. 15,23.doch erkrankte er in seinem Alter an seinen Füßen. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Er wurde vom Podagra befallen. Mar Zuṭra, Sohn des R. Naḥman, fragte R. Naḥman: Wie ist dies? Dieser erwiderte: Wie eine Nadel in das lebende Fleisch. – Woher wußte er es? – Wenn du willst, sage ich: er litt daran; wenn du willst, sage ich: er hatte es von seinem Lehrer gehört; und wenn du aber willst, sage ich:221Ps. 25,14.das Geheimnis des Herrn kennen die, die ihn fürchten, und seine Ordnung tut er ihnen kund. –", "Durch das Schwert fiel Jošijahu, denn es heißt :222iiChr. 35,23.aber die Schützen schossen auf den König Jošijahu, und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, sie durchlöcherten seinen ganzen Körper wie ein Sieb.", "Dem es an Brot fehlte, war Jekhonja, denn es heißt223iiReg. 25,29.und sein Essen wurde ihm beständig gewährt. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Das ist es, was die Leute sagen:" ], [ "Lieber lasse dich verfluchen als andere zu verfluchen.", "Als man Joab vor das Gericht führte, fragte man ihn: Weshalb hast du Abner getötet? Er erwiderte: Ich war der Bluträcher des A͑saél225Den Abner getötet hatte; cf. iiSam. 2,23.. – A͑saél war ja Verfolger226Er wollte Abner töten; A. handelte also nur in der Notwehr u. war somit straffrei.. Er erwiderte: Er sollte sich durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder227Dh. ihn kampfunfähig machen. Wer sich durch Kampfunfähigmachung seines Gegners retten kann u. ihn dennoch tötet, ist, obgleich er in der Notwehr gehandelt hat, strafbar; cf. infra Fol. 74a.retten.", "Man entgegnete ihm: Er konnte dies228So genau zielen.nicht. Er erwiderte: Wenn er sogar genau auf die fünfte Rippe zielen konnte, – es heißt nämlich:229iiSam. 2,23.da stieß ihm Abner rückwärts den Spieß in den Wanst230Hebr. חמש, worunter die fünfte Rippe verslanden wird., und hierzu sagte R. Joḥanan, in die fünfte Rippe, wo die Galle und die Leber sich befinden, – wie sollte er nicht auf eines seiner Glieder gezielt haben können !?", "Darauf sprachen sie zu ihm: Lassen wir [das Ereignis mit] Abner; weshalb aber hast du A͑masa231Cf. iiSam. 20,10.getötet? Er erwiderte: A͑masa widersetzte sich gegen den König. Es heißt nämlich:232iiSam. 20,4,5.Da sprach der König zu A͑masa: Biete mir die Judäer in drei Tagen auf &c. Da machte sich A͑masa auf den Weg, die Judäer aufzubieten, er verzögerte &c.", "Man entgegnete ihm : A͑masa deutete [die Partikeln] aber233Diese sind Einschränkungen; bei dem weiter angezogenen Gebote, die Befehle des Volksführers zu befolgen, wird die Partikel ‘nur’ gebraucht, u. dies besagt, daß, wenn die Befehle des Königs den Geboten der Tora zuwider sind, man sie nicht zu befolgen brauche.und nur233Diese sind Einschränkungen; bei dem weiter angezogenen Gebote, die Befehle des Volksführers zu befolgen, wird die Partikel ‘nur’ gebraucht, u. dies besagt, daß, wenn die Befehle des Königs den Geboten der Tora zuwider sind, man sie nicht zu befolgen brauche.. Er traf sie nämlich,", "als sie gerade einen Traktat begonnen234Er wollte sie nicht unterbrechen u. deshalb verabsäumte er den Befehl des Königs.hatten; da sprach er: Es heißt: wer deinem Befehle zuwiderhandelt und deinen Anweisungen nicht gehorcht, soll getötet werden; man könnte glauben, auch gegen die Worte der Tora, so heißt es: nur sei stark und fest.", "Vielmehr, du selber hast dich gegen den König widersetzt. Es heißt nämlich: 235iReg. 2,28.als aber das Gerücht bis zu Joab gedrungen war, denn Joab hatte sich an Adonija angeschlossen während er sich an Abšalom nicht angeschlossen hatte,", "und das ‘nicht angeschlossen’ erklärte R. Jehuda, er wollte236Die Mitteilung, er hatte sich Abšalom nicht angeschlossen, ist ja überflüssig.sich anschließen, tat es aber nicht. – Weshalb schloß er sich ihm nicht an? R. Elea͑zar erwiderte: Noch bestand der Saft237Dh. die Jugendfrische, die Kraft.Davids.", "R. Jose b. Ḥanina erklärte: Noch bestanden die Schicksalsleiter Davids. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs : Vierhundert Kinder hatte David, es waren Kinder von den schönen238Vgl. S. 538 Anm. 113.Frauen ; alle trugen sie Locken und gingen an der Spitze von Raubtruppen; diese waren die Faustmänner des Davidischen Hauses.", "Er streitet somit gegen R. Abba b. Kahana, denn R. Abba b. Kahana sagte : Wenn nicht [das Verdienst] Davids, würde Joab keinen Krieg [mit Erfolg] geführt haben, und wenn nicht Joab, würde David sich nicht mit der Tora befaßt haben, denn es heißt:239iiSam. 8,15,16.und David übte Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volke; und Joab, der Sohn der Çeruia, war über das Heer gesetzt: weshalb übte David Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volke? Weil Joab über das Heer gesetzt war, und weshalb war Joab über das Heer gesetzt? Weil David Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volke übte.", "240Ib. 3,26.Und als Joab David verlassen hatte, schickte er Abner Boten nach, und diese holten ihn von Borhasira. Welche [Bedeutung hat der Name] Bor-hasira? R. Abba b. Kahana erwiderte: Krug [bor]241Eigentl. Grube, übertragen auch Behälter, Krug (cf. Ter. X,5). Als David den Wasserkrug von Šaúls Kopfende wegnahm u. Abner Vorwürfe machte, weshalb er seinen Herrn nicht genügend behüte (cf. iSam. 26,12ff), soll dieser erwidert haben, jemand aus seinem Lager habe ihm den Krug verschafft. Ebenso soll er, als David, zum Beweise dafür, daß er das Leben Šaúls schonte, den von seinem Mantel abgeschnittenen Zipfel (cf. ib. 24,5ff) vorlegte, behauptet haben, der Zipfel sei an irgend einem Dorn hängen geblieben. Dies alles, um David bei Šaúl zu verleumden.und Dorn [sira] veranlaßten, daß Abner getötet wurde.", "242iiSam. 3,27.Und Joab führte ihn mitten unter das Tor, um vertraulich mit ihm zu reden. R. Joḥanan sagte: Er richtete ihn nach dem Rechte des Synedriums243Dies wird aus dem W.e ‘Tor’ entnommen; vgl. S. 518 Anm. 407.. Er sprach nämlich zu ihm: Weshalb hast du A͑saél getötet? – A͑saél war ein Verfolger. – Du solltest dich durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder retten. – Dies konnte ich nicht. – Wenn du sogar genau auf die fünfte Rippe zielen konntest; wieso solltest du auf eines seiner Glieder nicht gezielt haben können!?", "Um mit ihm vertraulich zu reden. R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs: In der Angelegenheit des Schuhabziehens244Das שלי wird von נשל aus-, abziehen, [sc. einen Schuh] abgeleitet. Er soll ihn gefragt haben, auf welche Weise die Witwe bei der Zeremonie der Ḥaliça (cf. Dt. 25,5ff.) ihrem Schwager den Schuh abziehe, und als jener sich bückte, um dies vor ihm zu demonstrieren, erschlug er ihn. Diese Darstellung soll in den W.en ‘die Schuhe an seinen Füßen’ (iReg. 2,5) angedeutet sein.. Da stieß er ihn in den Wanst. R. Joḥanan sagte : In die fünfte Rippe, wo die Galle und die Leber sich befinden.", "245iReg. 2,32.Und der Herr wird sein Blut auf sein Haupt zurückkommen lassen, weil er zwei Männer niedergestoßen hat, die frömmer und besser waren als er; besser, denn sie deuteten [die Partikeln] aber246Vgl. Anm. 233; als ihnen Šaúl befahl, die Priester zu töten (cf. iSam. 22,17), gehorchten sie ihm nicht.und nur, er aber247Er tötete Urija auf einen schriftlichen Befehl Davids; cf. iiSam. 11,14ff.nicht; frömmer, denn sie hatten einen mündlichen Auftrag246Vgl. Anm. 233; als ihnen Šaúl befahl, die Priester zu töten (cf. iSam. 22,17), gehorchten sie ihm nicht.und befolgten ihn nicht, er aber hatte nur einen schriftlichen247Er tötete Urija auf einen schriftlichen Befehl Davids; cf. iiSam. 11,14ff.und befolgte ihn wohl.", "248iiSam. 20,10. A͑masa aber hatte das Schwert nicht beachtet, das Joab in der Hand hielt. Rabh sagte, er hatte ihn nicht in Verdacht.", "249iReg. 2,34.und er wurde in seinem Hause in der Wüste begraben. War denn sein Haus eine Wüste? R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs: Es glich einer Wüste: wie eine Wüste jedem offen steht, ebenso stand das Haus Joabs jedem offen. Eine andere Erklärung : Gleich einer Wüste : wie eine Wüste rein ist von Raub und Unzucht, ebenso war das Haus Joabs rein von Raub und Unzucht.250iChr. 11,8.Und Joáb ernährte die übrige Stadt. R. Jehuda sagte: Selbst Fischtunke und kleine Fische, die er nur kostete, teilte er mit ihnen." ], [ "i VIER TODESARTEN SIND DEM GERICHTE ÜBERGEBEN WORDEN: STEINIGUNG, VERBRENNUNG, ENTHAUPTUNG1Wörtl. Erschlagung; cf. infra Fol. 56a. UND ERDROSSELUNG; R. ŠIMO͑N SAGT2Die Todesarten werden hier nach der Reihenfolge ihrer Strenge aufgezählt, die erste ist die schwerste, die letzte ist die leichteste.: VERBRENNUNG, STEINIGUNG, ERDROSSELUNG UND ENTHAUPTUNG. JENES3Das im vorigen Abschnitte (Fol. 42b) beschriebene Verfahren. IST DAS VERFAHREN BEI DER STEINIGUNG.", "GEMARA. Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Wo auch die Weisen etwas in einer Reihenfolge lehren, ist dies nicht genau zu nehmen, außer bei [der Lehre von den] sieben Prüfungsmitteln,", "denn wir haben gelernt: Sieben Prüfungsmittel bringe man über den Fleck4Einen roten Fleck auf einem Gewände, von dem man nicht weiß, ob es Menstrualblut ist, wodurch das Kleid levitisch unrein ist, oder nicht; wenn der Fleck nach Anwendung der 7 Mittel, in der hier aufgezählten Reihenfolge angewendet, bestehen bleibt, so ist es entschieden kein Blut.: nüchternen5Dh. bevor man etwas gekostet hat. Speichel, Graupensuppe, Urin, Natron, Laugsalz, Kimolia-Kreide und Ašlag6Ein Alkalium, das Sab. Fol. 90a näher beschrieben wird..", "Hierzu wird im Schlußsatze gelehrt, daß es, wenn man sie in anderer Reihenfolge oder alle zusammen angewendet hat, erfolglos sei.", "R. Papa der Greis sagte im Namen Rahhs: Dies gilt auch von den vier Todesarten; da R. Šimo͑n sie anders [aufzählt], so ist zu schließen, daß [die Reihenfolge] genau zu nehmen sei. — Und jener!? — Von Fällen, worüber ein Streit besteht, spricht er nicht7In solchen Fällen ist die Reihenfolge selbstverständlich genau zu nehmen..", "R. Papa sagte: Dies gilt auch von der Reihenfolge [der Dienstverrichtungen] am Versöhnungstage. Wir haben nämlich gelernt: Wenn er von all den Verrichtungen, die am Versöhnungstage der Reihe nach zu erfolgen haben, eine spätere früher verrichtet hat, so ist es ungültig. —", "Und jener!? — Da ist dies nur eine besondere Erschwerung.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Dies gilt auch von der Reihenfolge [der Dienstverrichtungen] beim beständigen Opfer, denn von dieser lehrte er: dies ist die Reihenfolge beim beständigen Opfer. — Und jener!? — Hierbei ist dies nur eine Vorschrift8Von vornherein jed. nicht unerläßlich..", "Jener9R. Hona, welcher sagt, daß man sich an die Reihenfolge nicht zu halten brauche. wollte nur sagen, daß dies beim Gesetze von der Ḥaliça nicht der Fall sei, denn wir haben gelernt: Die Zeremonie der Ḥaliça erfolgt also: Er und seine Schwägerin erscheinen vor dem Gerichte, und [die Richter] erteilen ihm einen für ihn passenden Rat, wie es heißt:10Dt. 25,8.die Ältesten seiner Stadt sollen ihn laden und mit ihm sprechen.", "Sie spricht dann:11Ib. V. 7.Mein Schwager weigert sich &c. Hierauf spricht er: Ich will sie nicht nehmen. Sie sprechen in der Heiligensprache:", "So soll seine Schwägerin in Gegenwart der Ältesten an ihn herantreten, ihm den Schuh abziehen und ihm ins Angesicht spucken; Speichel, den die Richter sehen. Und anheben und sprechen: So geschehe es dem Manne &c. und er soll in Jisraél genannt werden &c.", "Hierzu sagte R. Jehuda, das Verfahren bei der Ḥaliça erfolge also. Sie spreche, er spreche, sie ziehe ihm den Schuh ab, spucke aus und spreche.", "Und auf unseren Einwand, was er da lehre, dies lehre ja bereits unsere Mišna, [wurde erwidert], er lehre, daß dies Vorschrift sei, jedoch ist nichts dabei, wenn [die Reihenfolge] nicht eingehalten wird. Ebenso wird auch gelehrt: Einerlei ob die Entschuhung vor dem Ausspucken oder das Ausspucken vor der Entschuhung erfolgt ist, ist die Handlung gültig.", "Ferner schließt dies folgende Lehre aus. Der Hochpriester verrichtet den Dienst in acht Gewändern, der gemeine [Priester] in vier: Leibrock, Beinkleider, Kopftuch und Gürtel; beim Hochpriester kommen noch hinzu: Brustschild, Schulterkleid, Obergewand und Stirnblatt.", "Hierzu wird gelehrt: Woher, daß er nichts vor den Beinkleidern anziehen darf? Es heißt:12Lev. 16,4.Beinkleider aus Linnen soll er über seinen Leib ziehen. —", "Weshalb nennt jener Autor den Leibrock zuerst? — Weil die Schrift ihn zuerst nennt. — Weshalb nennt die Schrift ihn zuerst? — Weil das, was den ganzen Körper bedeckt, wichtiger ist.", "STEINIGUNG, VERBRENNUNG &C. Die Steinigung ist eine schwerere [Todesart] als die Verbrennung, denn diese wurde für den Gotteslästerer und den Götzendiener bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn sie recken ihre Hand gegen Gott. —", "Im Gegenteil, die Verbrennung ist ja schwerer, denn diese wurde für die hurende Priesterstochter bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn sie entweiht ihren Vater!? —" ], [ "Die Rabbanan sind der Ansicht, nur die Verheiratete werde durch Verbrennung hingerichtet, nicht aber die Verlobte, und da der Allbarmherzige die Verlobte ausgeschieden hat, daß diese durch Steinigung13Die Verlobte wird durch eine schwerere Todesart als die Verheiratete hingerichtet, erstere durch Steinigung u. letztere durch Erdrosselung; bei der Verlobten gilt dies auch von einer Priesterstochter.[hinzurichten sei], so ist zu entnehmen, daß die Steinigung schwerer ist.", "Die Steinigung ist eine schwerere [Todesart] als die Enthauptung, denn sie ist für den Gotteslästerer und den Götzendiener bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Enthauptung ist ja schwerer, denn diese wurde für die Einwohner der abtrünnigen Stadt bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, da auch ihr Vermögen zu vernichten ist!? —", "Ich will dir sagen; wessen [Verbrechen] ist größer, das des Verführers oder das des Verführten!? Doch wohl das des Verführers, und es wird gelehrt, die Verführer der abtrünnigen Stadt seien durch Steinigung [hinzurichten].", "Die Steinigung ist eine schwerere [Todesart] als die Erdrosselung, denn sie wurde für den Gotteslästerer und den Götzendiener bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Erdrosselung ist ja schwerer, denn diese wurde für den bestimmt, der Vater und Mutter schlägt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn ihre Ehre gleicht der Ehre Gottes!? —", "Da der Allbarmherzige die jisraélitische Verlobte von den Verheirateten ausgeschieden hat, daß sie nicht durch Erdrosselung, sondern durch Steinigung [hinzurichten sei], so ist zu entnehmen, daß die Steinigung schwerer ist.", "Die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart] als die Enthauptung, denn dieses wurde für die hurende Priesterstochter bestimmt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn sie entweiht ihren Vater. —", "Im Gegenteil, die Enthauptung ist ja schwerer, denn diese wurde für die Einwohner der abtrünnigen Stadt bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn auch ihr Vermögen wird vernichtet!? —", "Bei der Steinigung14Einer hurenden jisraélitischen Verlobten; cf. Dt. 22,21.heißt es Vater und bei der Verbrennung15Einer hurenden Priesterstochter; cf. Lev. 21,9.heißt es Vater; wie nun die Steinigung, bei der es Vater heißt, schwerer ist als die Enthauptung, ebenso ist auch die Verbrennung, bei der es Vater heißt, schwerer als die Enthauptung.", "Die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart] als die Erdrosselung, denn diese wurde für die hurende Priesterstochter bestimmt, und ihr [Verbrechen] ist sehr schwer, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Erdrosselung ist ja schwerer, denn sie wurde für einen, der Vater und Mutter schlägt, bestimmt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn ihre Ehre gleicht der Ehre Gottes!? —", "Da der Allbarmherzige die verheiratete Priesterstochter von den verheirateten Jisraélitinnen ausgeschieden hat, daß sie nicht durch Erdrosselung, sondern durch Verbrennung [hinzurichten sei], so ist zu entnehmen, daß die Verbrennung schwerer ist.", "Die Enthauptung ist eine schwerere [Todesart] als die Erdrosselung, denn diese wurde für die Einwohner der abtrünnigen Stadt bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn auch ihr Vermögen wird vernichtet. —", "Im Gegenteil, die Erdrosselung ist ja schwerer, denn sie wurde für den bestimmt, der Vater und Mutter schlägt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn es gleicht &c.!? —", "Immerhin ist das Recken der Hand gegen Gott ein noch schwereres [Verbrechen].", "R. ŠIMO͑N SAGT &C. Die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart] als die Steinigung, denn sie wurde für die hurende Priesterstochter bestimmt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn sie entweiht ihren Vater. —", "Im Gegenteil, die Steinigung ist ja schwerer, denn sie wurde für den Gotteslästerer und den Götzendiener bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn sie recken ihre Hand gegen Gott!? —", "R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, daß nämlich sowohl die verlobte als auch die verheiratete [hurende Priesterstochter] durch Verbrennung [hingerichtet werde], und da der Allbarmherzige die verlobte Priesterstochter von den verlobten Jisraélitinnen ausgeschieden hat, daß sie nicht durch Steinigung, sondern durch Verbrennung [hinzurichten sei], so ist zu entnehmen, daß die Verbrennung schwerer ist.", "Die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart] als die Erdrosselung, denn diese wurde für die hurende Priesterstochter bestimmt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Erdrosselung ist ja schwerer, denn sie wurde für den, der Vater und Mutter schlägt, bestimmt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn ihre Ehre gleicht der Ehre Gottes!? —", "Da der Allbarmherzige die [hurende] verheiratete Priesterstochter von den verheirateten Jisraélitinnen ausgeschieden hat, daß sie nicht durch Erdrosselung, sondern durch Verbrennung [hinzurichten sei], so ist zu entnehmen, daß die Verbrennung schwerer ist.", "Die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart] als die Enthauptung, denn diese wurde für die hurende Priesterstochter bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Enthauptung ist ja schwerer, denn sie wurde für die Einwohner der abtrünnigen Stadt bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn auch ihr Vermögen wird vernichtet!? —", "Ich will dir sagen, wessen [Verbrechen] ist schwerer, das des Verführers oder das des Verführten? Doch wohl das des Verführers16Nach RŠ. werden die Verführer der abtrünnigen Stadt durch Erdrosselung hingerichtet; cf. infra Fol. 89b.," ], [ "und man folgere [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere: wenn die Verbrennung schwerer ist als die Erdrosselung, die schwerer ist als die Enthauptung, um wieviel mehr als die leichtere Enthauptung17Nach RŠ. ist die Erdrosselung eine schwerere Todesart als die Enthauptung..", "Die Steinigung ist eine schwerere [Todesart] als die Erdrosselung, denn sie wurde für den Gotteslästerer und den Götzendiener bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Erdrosselung ist ja schwerer, denn sie wurde für den bestimmt, der Vater und Mutter schlägt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, denn es gleicht &c.!? —", "Da der Allbarmherzige die [hurende] jisraélitische Verlobte von den Verheirateten ausgeschieden hat, daß sie nicht durch Erdrosselung, sondern durch Steinigung [hinzurichten sei], so ist zu entnehmen, daß die Steinigung schwerer ist.", "Die Steinigung ist eine schwerere [Todesart] als die Enthauptung, denn sie wurde für den Lästerer &c. — Im Gegenteil, die Enthauptung ist ja schwerer, denn sie wurde für die Einwohner der abtrünnigen Stadt bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn auch ihr Vermögen wird vernichtet!? —", "Ich will dir sagen, wessen [Verbrechen] ist schwerer, das des Verführers oder das des Verführten? Doch wohl das des Verführers, und man folgere [einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere: wenn die Steinigung schwerer ist als die Erdrosselung, die schwerer ist als die Enthauptung, um wieviel mehr als die leichtere Enthauptung.", "Die Erdrosselung ist eine schwerere [Todesart] als die Enthauptung, denn sie wurde für den bestimmt, der Vater und Mutter schlägt, und dieses [Verbrechen] ist sehr schwer, wie wir bereits erklärt haben. —", "Im Gegenteil, die Enthauptung ist ja schwerer, denn sie wurde für die Einwohner der abtrünnigen Stadt bestimmt, deren [Verbrechen] sehr schwer ist, denn auch ihr Vermögen wird vernichtet!? —", "Ich will dir sagen, wessen [Verbrechen] ist schwerer, das des Verführers oder das des Verführten? Doch wohl das des Verführers, und es wird gelehrt, die Verführer der abtrünnigen Stadt werden durch Steinigung [hingerichtet], R. Šimo͑n sagt, durch Erdrosselung.", "R. Joḥanan sagte18Die Bezeichnung מרגלא, gewöhnlicher Ausspruch, besagt, daß dies keine kanonische Lehre sein soll; er hatte es nur von seinen Lehrern gehört.folgendes: Wenn eine Verlobte, Tochter eines Priesters, gehurt hat, so ist sie durch Steinigung [hinzurichten]; R. Šimo͑n sagt, durch Verbrennung. Hurte eine [jisraélitische Verlobte] mit ihrem Vater, so ist sie durch Steinigung [hinzurichten], R. Šimo͑n sagt, durch Verbrennung. —", "Was lehrt er uns damit? — Nach den Rabbanan ist nur die verheiratete [Priesterstochter] zu verbrennen, nicht aber die verlobte, nach R. Šimo͑n aber ist sowohl die verlobte als auch die verheiratete zu verbrennen. — Aus welchem Grunde? — Weil nach den Rabbanan die Steinigung, nach R. Šimo͑n aber die Verbrennung eine schwerere [Todesart] ist.", "Dies ist in dem Falle von Bedeutung, wenn jemand sich zweierlei Todesstrafen zuschulden kommen ließ, in welchem Falle er durch die schwerere hinzurichten ist.", "Wo lehrt dies19Das sowohl die verlobte als auch die verheiratete Priesterstochter durch Verbrennen hinzurichten ist; cf. supra Fol. 50a.R. Šimo͑n? — Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Zweimal ist die Priesterstochter einbegriffen. —", "Nur die Priesterstochter und nicht die Jisraélitin!? — Sage: auch die Priesterstochter.", "Die Schrift hat die Verheiratete von den übrigen Verheirateten und die Verlobte von den übrigen Verlobten ausgeschieden;", "wie nun die Schrift die Verheiratete von den Verheirateten erschwerend ausgeschieden hat, ebenso hat sie auch die Verlobte von den Verlobten erschwerend ausgeschieden.", "Die überführten Falschzeugen einer verheirateten Priesterstochter20Die eigentlich der ihr zugedachten Strafe verfallen sollten. sind unter den überführten Falschzeugen einer verheirateten Jisraélitin einbegriffen21Sie verfallen nur der einer Jisraélitin zukommenden Strafe, da die Schrift nur sie selbst ausgeschieden hat, nicht aber den Buhlen u. event. die Zeugen., und die überführten Falschzeugen einer verlobten Priesterstochter sind unter den überführten Falschzeugen einer verlobten Jisraélitin einbegriffen.", "Die Rabbanan lehrten:22Lev. 21,9.Und wenn (sich) die Tochter eines Priesters entweiht; man könnte glauben, selbst wenn sie den Šabbath entweiht, so heißt es: durch Hurerei; die Schrift spricht also von der Entweihung durch Hurerei.", "Man könnte glauben, auch eine Ledige, so heißt es hierbei Vater, und dort23Bei der jisraélitischen Verlobten; cf. Dt. 22,23ff.heißt es ebenfalls Vater; wie dort von Hurerei bei einer Gebundenheit an einen Mann gesprochen wird, ebenso wird hier von Hurerei bei einer Gebundenheit an einen Mann gesprochen.", "Vielleicht aber deutet [das Wort] Vater, daß diesbezüglich jeder andere ausgeschlossen24Sie werde nur dann durch Verbrennen hingerichtet, wenn sie mit ihrem Vater Hurerei trieb.ist? Wenn es sie entweiht heißt, so gilt dies ja von [der Begehung] mit jedem anderen,", "somit deutet [das Wort] Vater auf [folgenden Schluß]: hierbei heißt es Vater und dort heißt es ebenfalls Vater, wie dort von Hurerei bei einer Gebundenheit an einen Mann gesprochen wird, ebenso wird auch hierbei von Hurerei bei einer Gebundenheit an einen Mann gesprochen. —", "Demnach sollte es doch, wie dort von einer verlobten Jungfrau25Unter ‘Jungfrau’ (נערה) ist eine weibliche Person im Alter von 12–12½ Jahren [die Großjährige] zu verstehen; die jüngere heißt קטנה (Minderjährige), die ältere heißt בוגרת (Mannbare).die Rede ist, ebenso auch hier nur von einer verlobten Jungfrau gelten; woher dies von der Verheirateten, und von der Mannbaren, einerlei ob verlobt oder verheiratet, und von der bejahrten? —", "Es heißt: und wenn die Tochter eines Priesters, in jedem Falle.", "Die Tochter eines Priesters;" ], [ "ich weiß dies nur von dem Falle, wenn sie mit einem Priester verheiratet ist, woher dies von dem Falle, wenn sie mit einem Leviten, einem Jisraéliten, einem Samaritaner26Die kursierenden Ausgaben haben hier im Texte u. den Kommentaren עכו״ם. Wenn ein unwissender Zensor überall blindlings כותי statt גוי (manche auch statt עכו״ם, da auch diese Bezeichnung mit גוי fast identisch ist) setzt, so liegt die Lächerlichkeit in seinem Amte; mehr als lächerlich ist es aber, wenn ein zensierender Unwissender כותי in גוי od. עכו״ם verballhornisiert. An dieser Stelle ist עכו״ם ganz sinnlos, da nach talmud. Gesetze die Ehe zwischen einer Jisraélitin u. einem Nichtjuden ungültig ist., einem Entweihten27Als solcher gilt der Sohn eines Priesters, der eine Geschiedene heiratet., einem Hurenkinde oder einem Nathin verheiratet ist? Es heißt die Tochter eines Priesters, auch wenn sie keine Priesterin ist.", "Sie, nur sie ist durch Verbrennung hinzurichten, nicht aber ihr Buhle.", "R. Elie͑zer sagt: Wenn ihrem28Wird weiter erklärt.Vater, durch Verbrennung, wenn ihrem Schwiegervater, durch Steinigung.", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, selbst wenn sie den Šabbath entweiht hat. Wenn sie den Šabbath entweiht, ist sie ja zu steinigen29Die Steinigung ist ja eine schwerere Todesart, weshalb sollte man es ihr erleichtern.!?", "Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, die Verbrennung sei eine schwerere [Todesart]. Man könnte glauben, da der Allbarmherzige es mit den Priestern strenger genommen hat, indem er ihnen mehr Gebote verliehen hat, sei deshalb auch durch Verbrennung hinzurichten, so lehrt er uns. —", "Weshalb sollte es bei diesen30Bei den priesterlichen Frauen; bei den Männern wurde keine Ausnahme gemacht. anders sein!? —", "Man könnte glauben, für ihn wurde beim Tempeldienst die Heiligkeit des Šabbaths aufgehoben, sie aber sei, da für sie die Heiligkeit des Šabbaths nicht aufgehoben wurde, durch Verbrennung hinzurichten, so lehrt er uns. —", "«Man könnte glauben, auch eine Ledige.» Es heißt ja: durch Hurerei31Der Ausdruck זנות wird nur von der Verheirateten gebraucht.!? —", "Dies nach einer Lehre R. Elea͑zars, welcher sagt, wenn ein Lediger eine Ledige ohne Absicht der Ehelichung32Die Eheschließung kann auch durch Begattung geschehen. beschläft, habe er sie zur Hure gemacht. —", "«Vielleicht aber bedeutet [das Wort] Vater, daß diesbezüglich jeder andere ausgeschlossen ist.» Es handelt sich also um den Fall, wenn sie mit ihrem Vater gehurt hat; wieso lehrt er dies demnach von einer Priesterstochter, dies gilt ja auch von einer Jisraélitin,", "denn Raba sagte, R. Jiçḥaq b. Evdämi habe ihm gesagt, man folgere dies33Daß auf die Blutschande der Tod durch Verbrennen gesetzt ist.durch [die Worte]", "sie und Unzucht34Diese Worte, die in den 3 inbetracht kommenden Versen gebraucht werden (Lev. 18,10,17 u. 20,14), dienen als Wortanalogie.!? —", "Dies ist nötig; man könnte glauben, der Schriftvers schließe eben die Lehre Rabas aus, denn da der Allbarmherzige dies von der Tochter eines Priesters lehrt, gelte dies nicht von der Tochter eines Jisraéliten, so lehrt er uns. —", "«Die Tochter eines Priesters; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn sie mit einem Priester verheiratet ist, woher dies von dem Falle, wenn sie mit einem Leviten, einem Jisraéliten, einem Samaritaner, einem Entweihten, einem Nathin oder einem Hurenkinde verheiratet ist? Es heißt: die Tochter eines Priesters, auch wenn sie keine Priesterin ist.»", "Ist sie denn, wenn sie mit solchen verheiratet ist, nicht die Tochter eines Priesters!? Und heißt es denn: eine Priesterin, die mit einem Priester verheiratet ist!? —", "Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt:35Lev. 21,9.sich entweiht durch Hurerei, nur wenn sie sich jetzt entweiht, während eine solche schon entweiht ist.", "Der Meister sagte nämlich:36Ib. 22,12.wenn eine Priesterstochter einem Fremden angehört, sobald sie von einem für sie Untauglichen beschlafen worden ist, hat er sie entweiht.", "Dies gilt demnach auch von dem Falle, wenn sie an einen Leviten oder Jisraéliten [verheiratet ist, denn es heißt:]37Ib. V. 13.und wieder zu ihrem Vater zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, demnach darf sie, wenn sie bei [ihrem Manne weilt, priesterliche Abgaben] nicht essen.", "Man könnte also glauben, sie werde dann nicht durch Verbrennung hingerichtet, so lehrt er uns.", "Dies gegen die Ansicht R. Meírs, denn es wird gelehrt: Wenn die Tochter eines Priesters, die mit einem Jisraéliten verheiratet ist, Hebe gegessen38Aus Versehen.hat, so hat sie den Grundwert zu bezahlen, nicht aber das Fünftel39Das zum Grundwerte hinzuzufügen ist., und ihre Hinrichtung hat durch Verbrennung zu erfolgen;", "ist sie mit einem für sie Untauglichen verheiratet, so hat sie den Grundwert und das Fünftel zu bezahlen, und ihre Hinrichtung hat durch Erdrosselung zu erfolgen — so R. Meír,", "Die Weisen sagen, in beiden Fällen bezahle sie nur den Grundwert, nicht aber das Fünftel, und ihre Hinrichtung habe durch Verbrennung zu erfolgen. —", "«R. Elie͑zer sagt: Wenn ihrem Vater, durch Verbrennung, wenn ihrem Schwiegervater, durch Steinigung.» Was ist unter ‘ihrem Vater’ und ‘ihrem Schwiegervater’ zu verstehen;", "wollte man sagen, ihrem Vater: mit ihrem Vater, und ihrem Schwiegervater: mit ihrem Schwiegervater, wieso lehrt er dies von der Tochter eines Priesters, dies gilt ja auch von der eines Jisraéliten: die Tochter durch Verbrennung und die Schwiegertochter durch Steinigung.", "Und wollte man sagen, ihrem Vater: im Hause ihres Vaters40Wenn sie verlobt ist., und ihrem Schwiegervater: im Hause ihres Schwiegervaters41Wenn sie verheiratet ist.,", "so sind ja, wenn nach den Rabbanan, diese der Ansicht, nur die Verheiratete sei durch Verbrennung hinzurichten, nicht aber die Verlobte, wenn nach R. Šimo͑n, so ist er ja der Ansicht, sowohl die Verlobte als auch die Verheiratete sei durch Verbrennung hinzurichten,", "und wenn nach R. Jišma͑él, so ist er ja der Ansicht, nur die Verlobte sei durch Verbrennung hinzurichten, nicht aber die Verheiratete, somit wenn [im Hause] ihres Schwiegervaters, durch Erdrosselung!?", "Rabin ließ im Namen des R. Jose b. Ḥanina sagen: So lautet eben der Wortlaut dieser Lehre. Tatsächlich nach den Rabbanan, nur meint er es wie folgt: wenn bei einer gewöhnlichen Jisraélitin [ihr Tod] unter dem Tode ihres Vaters42Dh. wenn sie durch eine leichtere Todesart bestraft werden würde.steht, wenn sie nämlich verheiratet ist, denn die verheiratete Jisraélitin wird durch Erdrosselung hingerichtet,", "so ist sie durch den Tod ihres Vaters, durch Verbrennung, hinzurichten; wenn aber bei einer gewöhnlichen Jisraélitin [ihr Tod] über dem Tode ihres Vaters steht, wenn sie nämlich verlobt ist, denn die verlobte Jisraélitin wird durch Steinigung hingerichtet, so ist sie durch den Tod ihres Schwiegervaters, durch Steinigung, hinzurichten.", "R. Jirmeja wandte ein: Heißt es denn: ‘über’ und ‘unter’!? Vielmehr, erklärte R. Jirmeja," ], [ "tatsächlich nach R. Jišma͑él, nur meint er es wie folgt: ihrem Vater: im Hause ihres Vaters, durch Verbrennung, ihrem Schwiegervater: mit ihrem Schwiegervater, durch Steinigung, und wenn mit einem Fremden, durch Erdrosselung.", "Raba entgegnete: Weshalb die Änderung: entweder das eine und das andere mit ihm, oder das eine und das andere in seinem Hause!?", "Vielmehr, erklärte Raba, tatsächlich nach R. Šimo͑n, nur ist R. Elie͑zer der Ansicht, bei der Verheirateten verhalte es sich ebenso wie bei der Verlobten; wie bei einer verlobten [Priesterstochter die Todesart] um eine Stufe steigt, indem sie durch Verbrennung statt durch Steinigung [hinzurichten ist], ebenso steigt sie auch bei einer verheirateten um eine Stufe, indem sie durch Steinigung statt durch Erdrosselung [hinzurichten ist].", "R. Ḥanina wandte ein: Nach R. Šimo͑n sind ja beide durch Verbrennung [hinzurichten]!?", "Vielmehr, erklärte Rabina, tatsächlich nach den Rabbanan, und man wende es um: bei ihrem Vater durch Steinigung, bei ihrem Schwiegervater durch Verbrennung, nur ist [der Ausdruck] ‘Vater’ eine Anpassung43An die Ausdrucksweise der Schrift (wörtl. Mitschleppung); er gebraucht nicht den Ausdruck ‘Verlobte’ u. ‘Verheiratete’, sondern ‘Vater’ [dh. die bei ihrem Vater weilt] u. ‘Schwiegervater’ weil die Schrift vom Vater spricht..", "R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Die Halakha ist, wie Rabin im Namen des R. Jose b. Ḥanina sagen ließ. R. Joseph sprach: Also eine Halakha für die messjanische44Die Entscheidung dieser Halakha hat ja heute keinen praktischen Zweck.Zeit!?", "Abajje erwiderte ihm: Demnach sollte auch nichts über das Schlachten der heiligen Opfer gelehrt werden, weil dies eine Halakha für die messianische Zeit ist!? Vielmehr [heißt es:] forsche, um eine Belohnung45Das Studium der Tora ist an u. für sich eine gottgefällige Handlung, selbst wenn die betreffende Lehre keinen praktischen Zweck hat.zu erhalten,", "ebenso auch hierbei: forsche, um eine Belohnung zu erhalten. — Ich meine es wie folgt: Wieso wird hier von einer Halakha gesprochen, ist denn die Auslegung einer Lehre als Halakha anzusehen46Bei ihrem Streite handelt es sich nicht um eine halakhische Entscheidung, sondern um die Auslegung u. den Wortlaut einer Lehre.!?", "Wo lehrt dies47Daß die Verlobte durch Verbrennung hinzurichten sei.R. Jišma͑él? — Es wird gelehrt:48Lev. 21,9.Wenn die Tochter eines Priesters sich durch Hurerei entweiht, die Schrift spricht von einer verlobten Jungfrau. Du sagst, von einer verlobten.", "Jungfrau, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch von einer verheirateten? Es heißt:49Ib. 20,10.wenn jemand Ehebruch treibt mit dem Weibe seines Nächsten, so soll sowohl der Ehebrecher als auch die Ehebrecherin getötet50Wenn die Todesart nicht bezeichnet wird, so ist es die Erdrosselung.werden. Alle waren unter Ehebrecher und Ehebrecherin einbegriffen, die Schrift aber hat die Jisraélitentochter ausgeschieden, daß sie durch Steinigung, und die Priesterstochter, daß sie durch Verbrennung [hingerichtet werde]; wie nun die Ausscheidung der Jisraélitentochter zur Steinigung sich nur auf die Verlobte und nicht auf die Verheiratete bezieht, ebenso bezieht sich die Ausscheidung der Priesterstochter zur Verbrennung nur auf die Verlobte und nicht auf die Verheiratete.", "Die Falschzeugen und der Buhle derselben sind einbegriffen in [den Worten]:51Dt. 19,19.ihr sollt über ihn das verhängen, was er gedachte &c. —", "Wieso ist der Buhle in [den Worten] was er gedachte einbegriffen? — Vielmehr, die Falschzeugen sind einbegriffen im [Gesetze von der] Hinrichtung des Buhlen52Wenn der Ehebrecher durch eine andere Todesart hingerichtet wird, so wird über die Falschzeugen der Tod, der ihm zukam, verhängt.,", "denn es heißt: ihr sollt über ihn das verhängen, was er über seinen Bruder zu bringen gedachte, seinen Bruder, nicht aber seine Schwester — so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagte: Sowohl die Verlobte als auch die Verheiratete wird durch Verbrennung hingerichtet; man könnte glauben auch die Ledige, so [folgere man:] hierbei heißt es Vater und dort23Bei der jisraélitischen Verlobten; cf. Dt. 22,23ff.heißt es ebenfalls Vater, wie nun dort von Hurerei bei einer Gebundenheit an einen Mann gesprochen wird, ebenso wird auch hier von Hurerei bei einer Gebundenheit an einen Mann gesprochen.", "R. Jišma͑él entgegnete ihm: Demnach wird, wie dort von einer verlobten Jungfrau gesprochen wird, auch hier von einer verlobten Jungfrau gesprochen!?", "R. A͑qiba erwiderte ihm: Mein Bruder Jišma͑él, ich eruiere es aus: und53Die überflüssige Partikel ‘und’ schließt die Verheiratete ein.(eine Tochter).", "Jener entgegnete ihm: Sollten wir denn, weil du das und zur Forschung verwendest, diese zur Verbrennung hinausführen!? Deutet dies auf die Einschließung der Verheirateten, so schließe auch die Ledige ein, und deutet dies auf die Ausschließung der Ledigen, so schließe auch die Verheiratete aus. —", "Und R. A͑qiba!? — Die Wortanalogie deutet darauf, daß die Ledige einzuschließen sei, und das und (eine Tochter) deutet darauf, daß die Verheiratete einzuschließen sei.", "R. Jišma͑él aber glaubte, daß er, da er aus dem und (eine Tochter) folgerte, von der [Folgerung durch] Wortanalogie zurückgetreten sei. —", "Wofür verwendet R. Jišma͑él das und (eine Tochter)? — Er verwendet es für folgende Lehre des Vaters des Šemuél b. Abin: Da wir finden, daß die Schrift bei männlichen [Priestern] zwischen fehlerfreien und fehlerbehafteten54Solche werden zur Verrichtung des Tempeldienstes nicht zugelassen.unterschieden hat, so könnte man glauben, daß auch bei ihren Töchtern zu unterscheiden55Daß diese nämlich ihre priesterliche Heiligkeit verlieren u. als gewöhnliche Jisraélitinnen betrachtet werden.sei, daher heißt es: und eine Tochter.", "Und R. A͑qiba!? — Er folgert dies aus [den Worten:]56Lev. 21,6.denn sie bringen [die Opfer] dar, sie sollen heilig sein. —", "Und R. Jišma͑él!? — Wenn hieraus, so könnte man glauben, nur sie selbst, nicht aber ihre Töchter, so lehrt er uns. —", "Wofür verwendet R. Jišma͑él [die Worte]" ], [ "sie entweiht ihren Vater? —", "Diese verwendet er für folgende Lehre: R. Meír sagte: Was besagt der Schriftvers: sie entweiht ihren Vater? Behandelte man ihn als heiligen, so profaniere man ihn, erwies man ihm Ehre, so erweise man ihm Schande. Man spreche: Verflucht sei er, daß er diese gezeugt hat; verflucht sei er, daß er diese großgezogen hat; verflucht sei er, daß diese aus seinen Hüften hervorkam.", "R. Aši sprach: Nach wessen Ansicht nennt man einen Frevler ‘Frevler, Sohn eines Frevlers’, selbst wenn er der Sohn eines Frommen ist? Nach der Ansicht dieses Autors.", "JENES IST DAS VERFAHREN BEI DER STEINIGUNG. Worauf bezieht sich [der Satz:] jenes ist das Verfahren bei der Steinigung? —", "Er lehrte:57Ob. Fol. 42b.Ist die Verhandlung beendet, so führt man ihn zur Steinigung; [ferner:] 58Ob. Fol. 49a.die Steinigungssteile war zwei Menschenhöhen hoch, und da er weiter lehren will: folgendes ist das Verfahren bei der Verbrennung, so lehrt er auch: jenes ist das Verfahren bei der Steinigung.", "ii FOLGENDES IST DAS VERFAHREN BEI DER VERBRENNUNG: MAN VERSENKT [DEN VERURTEILTEN] BIS AN DIE KNIE59Damit er sich nicht hin u. her bewege.IN MIST, WICKELT EIN HARTES SUDARIUM IN EIN WEICHES60Das harte, damit es beim Ziehen nicht nachgebe, u. das weiche, damit es nicht reibe.UND DREHT ES IHM UM DEN HALS, UND EINER ZIEHT [DAS EINE ENDE] AN SICH UND EIN ANDERER [DAS ANDERE ENDE] AN SICH, BIS ER DEN MUND ÖFFNET; SODANN SCHMILZT MAN DIE MET ALLSTANGE UND GIESST IHM IN DEN MUND, SODASS ES IN SEIN EINGEWEIDE DRINGT UND SEINE GEDÄRME VERBRENNT.", "R. JEHUDA SPRACH: WENN ER DADURCH61Durch das Festziehen des Sudariums.UNTER IHREN HÄNDEN STÜRBE, SO WÜRDE MAN JA AN IHM DAS GEBOT DER VERBRENNUNG NICHT VOLLZIEHEN; VIELMEHR ÖFFNE MAN IHM DEN MUND GEWALTSAM MIT EINER ZANGE, SODANN SCHMILZT MAN DIE METALLSTANGE UND GIESST IHM IN DEN MUND, SODASS ES IN SEIN EINGEWEIDE DRINGT UND IHM DIE GEDÄRME VERBRENNT.", "R. ELIE͑ZER B. ÇADOQ ERZÄHLTE: EINST TRIEB EINE PRIESTERSTOCHTER HUREREI, DA UMGAB MAN SIE MIT REISIGBÜNDELN UND VERBBANNTE SIE. MAN ENTGEGNETE IHM: WEIL DAS DAMALIGE GERICHT [IM GESETZE] UNKUNDIG WAR.", "GEMARA. Was für eine Metallstange? R. Mathna erwiderte: Eine Bleistange. —", "Woher dies62Daß das Verbrennen auf diese Weise erfolgen muß.? — Es ist durch [den Ausdruck] Verbrennen zu folgern, der auch bei der Gemeinde Qoraḥs63Cf. Lev. 21,9 u. Num. 17,4.gebraucht wird; wie dort eine Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers, ebenso auch hierbei eine Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers.", "R. Elea͑zar erklärte: Dies ist durch [den Ausdruck] Verbrennen zu folgern, der bei den Söhnen Ahrons64Cf. Lev. 10,6.gebraucht wird; wie da eine Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers, ebenso auch hierbei eine Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers. —", "Woher weiß dies derjenige, der dies [von der Verbrennung] bei der Gemeinde Qoraḥs folgert? — Es heißt:65Num. 17,3.die Räucherpfannen dieser Sünder an ihrer Seele, nur ihre Seele verbrannte, ihr Körper aber blieb erhalten. —", "Und jener!? — Da war es eine vollständige Verbrennung, nur heißt es: an ihren Seelen, weil sie sich die Verbrennung wegen der Angelegenheit ihrer Seelen zuschulden kommen ließen.", "Dies nach einer Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:66Ps. 35,16.mit denen, die heucheln und spotten um einen Kuchen, sie knirschen mit den Zähnen gegen mich; wegen der Heuchelei, die sie dem Qoraḥ entgegenbrachten, des Genusses67Das W. בנפשותם wird erklärt: wegen dessen, was in ihren Körper kommt.wegen, knirschte der Höllenfürst seine Zähne gegen sie. —", "Woher entnimmt dies derjenige, der dies [von der Verbrennung] der Söhne Ahrons folgert? — Es heißt:68Lev. 10,2.sie starben vor dem Herrn, wie beim Sterben. —", "Und jener!? — Diese wurden vollständig verbrannt, nur heißt es deshalb sie starben, weil bei ihnen [die Verbrennung] von innen begonnen hatte, wie beim gewöhnlichen Tode. Es wird nämlich gelehrt: Abba Jose b. Dostaj sagte: Zwei Feuerstrahlen kamen aus dem Allerheiligsten hervor, teilten sich in vier und drangen ihnen [in die Nasenlöcher], zwei in die Nase des einen und zwei in die Nase des anderen, und verbrannten sie. —", "Es heißt ja aber: 68Lev. 10,2.und verzehrte sie!? — Sie, und nicht ihre Kleider. —", "Sollte man doch von der [Verbrennung der] zu verbrennenden Farren69Cf. Lev. Kap. 4.folgern: wie bei diesen eine vollständige Verbrennung [zu verstehen ist], ebenso auch, hierbei eine vollständige Verbrennung!? —", "Es ist einleuchtend, daß von der [Verbrennung eines] Menschen zu folgern ist, denn bei beiden ist es der Mensch70Um den es sich handelt., ist es eine Sünde, geht das Leben [verloren], und ist die Verwerflichkeit [ausgeschlossen]71Das W. פיגול, das übrig, in manchen Texten fehlt, gibt keinen Sinn; viell. mitgeschleppt aus Fol. 42b.. —", "Im Gegenteil, man sollte es ja von den zu verbrennenden Farren folgern, denn [bei beiden] ist ja die Vorschrift für alle Zukunft bestimmt!? —", "Jener [Übereinstimmungen] sind mehr. —", "Weshalb folgert derjenige, der dies von der Verbrennung bei der Gemeinde Qoraḥs folgert, es nicht von der Verbrennung der Söhne Ahrons!? — Bei diesen war es eine vollständige Verbrennung. — Sollte man dies eben davon folgern!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt:72Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod. —", "Wozu ist nun, wo wir die Lehre R. Naḥmans haben, die Wortanalogie nötig!? —", "Wenn nicht die Wortanalogie, könnte man glauben, die Verbrennung der Seele bei Erhaltung des Körpers gelte nicht als Verbrennung, wegen der Nächstenliebe aber, damit die Verbrennung schnell erfolge, hole man viele Reisigbündel, so lehrt er uns.", "Einst gingen Moše und Ahron auf dem Wege, Nadabh und Abihu hinter ihnen, und ganz Jisraél hinter diesen. Da sprach Nadabh zu Abihu: Daß doch schon diese zwei Greise sterben möchten, und ich und du das Zeitalter anführen! Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen: Wir wollen sehen, wer wen begraben wird. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Viel der alten Kamele, die mit Häuten junger Kamele beladen sind.", "R. Elie͑zer sagte:" ], [ "Wie steht der Gelehrte zu einem Menschen aus dem gemeinen Volke? Anfangs erscheint er ihm wie ein goldener Pokal, unterhielt er sich mit ihm, so erscheint, er ihm wie ein silberner Pokal, genoß er etwas von ihm, so erscheint er ihm wie ein irdenes Gefäß, das, wenn es zerbricht, keinen Wert mehr hat.", "Imarta, die Tochter des Ṭali, war Priesterstochter und trieb Hurerei. Da ließ R. Ḥama b. Ṭobija sie mit Reisigbündeln umgeben und verbrennen.", "R. Joseph sagte: Er irrte sich zweifach: er irrte inbetreff der Lehre R. Mathnas73Über die Art der Verbrennung., und er irrte inbetreff der folgenden Lehre:74Dt. 17,9.Du sollst dich an die levitischen Priester und an den Richter wenden, der zu dieser Zeit vorhanden sein wird; gibt es einen Priester, so gibt es auch ein Gericht, und gibt es keinen Priester, so gibt es auch kein Gericht.", "R. ELIE͑ZER B. ÇADOQ ERZÄHLTE: EINST TRIEB EINE PRIESTERSTOCHTER HUREREI &C. R. Joseph sagte: Es war ein Saduzäisches Gericht. —", "Hat er es ihnen denn auf diese Weise erzählt und haben sie ihm denn diese Antwort gegeben, es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer b. Çadoq erzählte: Ich erinnere mich aus meiner Kinderzeit, als ich noch auf der Schulter meines Vaters ritt, wie man einst eine Priesterstochter, die gehurt hatte, holte, sie mit Reisigbündeln umgab und verbrannte. Jene erwiderten ihm: Du warst dann ein Kind, und man holt keinen Beweis von einem Kinde!? — Es waren zwei verschiedene Ereignisse. —", "Welches erzählte er ihnen zuerst: wollte man sagen, das erste, so erzählte er ihnen ein Ereignis aus seiner Großjährigkeit und sie beachteten es nicht75Sie erwiderten, das Gericht sei unkundig gewesen., wie sollten sie eines aus seiner Kindheit beachten!? —", "Vielmehr, das andere erzählte er ihnen zuerst, und sie erwiderten ihm, er sei dann ein Kind gewesen; als er ihnen aber darauf das Ereignis aus seiner Großjährigkeit erzählte, erwiderten sie ihm, das damalige Gericht sei [im Gesetze] unkundig gewesen.", "iii,1 FOLGENDES IST DAS VERFAHREN BEI DER ENTHAUPTUNG. MAN SCHLÄGT IHM DEN KOPF MIT EINEM SCHWERTE AB, WIE ES DIE REGIERUNG ZU MACHEN PFLEGT. R. JEHUDA SAGT, DIES SEI EINE SCHÄNDUNG76Der Tote stürzt dann auf die Erde nieder., VIELMEHR LEGT MAN IHN MIT DEM KOPFE AUF EINEN BLOCK UND SCHLÄGT IHN MIT EINEM BEILE AB. JENE ENTGEGNETEN IHM: ES GIBT KEINE SCHÄNDENDERE TODESART ALS DIESE.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jehuda erwiderte den Weisen: Auch ich weiß, daß dies eine schändende Todesart sei, was aber kann ich tun; die Tora sagt:77Lev. 18,3.nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln. —", "Und die Rabbanan!? — Da [die Hinrichtung durch] das Schwert schon in der Tora vorkommt, so haben wir dies nicht von ihnen gelernt.", "Es wird auch gelehrt, daß man über Könige verbrenne78Die Sachen, die eigens für ihre Person bestimmt waren., und dies sei nicht als emoritische Sitte zu betrachten. Wieso darf man verbrennen, es heißt ja: nach ihren Satzungen sollt ihr nicht wandeln!? Vielmehr haben wir dies nicht von ihnen gelernt, da es heißt:79Jer. 34,5.wie man über deine Väter verbrannt hat &c., ebenso haben wir es auch hierbei nicht von ihnen gelernt, da [die Hinrichtung durch] das Schwert schon in der Tora vorkommt.", "Im nächsten Abschnitte haben wir gelernt: Folgende werden enthauptet: der Mörder und die Einwohner einer abtrünnigen Stadt. Allerdings heißt es von der abtrünnigen Stadt:6Dt. 13,16.durch das Schwert, woher dies aber vom Mörder? —", "Es wird gelehrt:7Ex. 21,20.Er soll gerächt werden; ich würde nicht gewußt haben, was hier unter Rache zu verstehen sei, wenn es aber heißt:8Lev. 26,25.ich will über euch ein Schwert bringen, das Rache nehmen soll für den Bundesbruch, so sage man, die Rache erfolge durch das Schwert. —", "Vielleicht durchbohre man ihn!? — Es heißt: durch die Schneide des Schwertes. —", "Vielleicht durchspalte man ihn!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod. —", "Wir wissen dies von dem Falle, wenn jemand einen Sklaven9Der angezogene Schriftvers (Ex. 21,20) handelt von dem Falle, wenn jemand seinen Sklaven tötet.getötet hat, woher dies von dem Falle, wenn einen Freien? —", "Ist dies etwa nicht [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn jemand einen Sklaven getötet hat, so wird er durch das Schwert hingerichtet, wenn aber einen Freien, durch Erdrosselung80Wo die Todesart nicht angegeben wird, wird der Verurteilte durch Erdrosselung hingerichtet.!? —", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine leichtere [Todesart], was ist aber nach demjenigen zu erwidern, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine schwerere [Todesart]!? —", "Dies geht aus folgender Lehre hervor:81Dt. 21,9.Und du sollst das unschuldig vergossene Blut aus deiner Mitte hinwegtilgen; die Blutvergießenden werden mit dem genickbrochenen Kalbe verglichen: wie bei diesem [die Tötung] mit dem Schwerte und82Die W.e ‘durch das Schwert und’ sind nach Handschriften zu streichen.vom Halse aus erfolgt, ebenso jene, mit dem Schwerte und vom Halse aus. —", "Demnach sollte es, wie es bei diesem mit einem Beile und vom Nacken aus erfolgt, auch bei jenen mit einem Beile und vom Nacken aus erfolgen!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod.", "iii,2 FOLGENDES IST DAS VERFAHREN BEI DER ERDROSSELUNG. MAN VERSENKT IHN IN MIST BIS AN DIE KNIE, WICKELT EIN HARTES SUDARIUM IN EIN WEICHES UND DREHT ES IHM UM DEN HALS, UND EINER ZIEHT [DAS EINE ENDE] AN SICH UND EIN ANDERER [DAS ANDERE ENDE] AN SIGH, BIS IHM DIE SEELE AUSGEHT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:83Lev. 20,10.Wenn ein Mann, ausgenommen ein Minderjähriger, ehebrechen wird mit der Frau eines Mannes, ausgenommen die Frau eines Minderjährigen, mit der Frau seines Nächsten, ausgenommen die Frau Andersgläubiger84Das W. אחרים wird von Raschi mit גוי erklärt; כותי der kursierenden Ausgaben ist eine sinnlose Zensuränderung, da die Ehe eines Samaritaners mit einer Jisraélitin gültig ist: vgl. S. 664 Anm. 26.,", "so soll er getötet werden, durch Erdrosselung. Du sagst, durch Erdrosselung, vielleicht ist dem nicht so, sondern durch eine aller anderen in der Tora genannten Todesarten? Ich will dir sagen; wenn in der Tora irgendwo vom Tode ohne nähere Bezeichnung gesprochen wird, so darfst du nicht die schwerere [Todesart] annehmen, sondern die leichtere — so R. Jošija.", "R. Jonathan sagte: Nicht weil [die Erdrosselung] leichter ist, vielmehr ist, wenn irgendwo in der Tora vom Tode ohne nähere Angabe gesprochen wird, die Erdrosselung zu verstehen.", "Rabbi erklärte: Es wird von einem Tode durch den Himmel gesprochen, und es wird von einem Tode durch Menschen gesprochen, wie nun der Tod durch den Himmel keine [äußere] Spur hinterläßt, ebenso ist auch der [unbezeichnete] Tod durch Menschen ein solcher, der keine [äußere] Spur hinterläßt. —", "Vielleicht durch Verbrennung!? — Wenn der Allbarmherzige sagt, daß die [hurende] Priesterstochter durch Verbrennung hinzurichten sei, so ist wohl eine andere nicht durch Verbrennung hinzurichten. —" ], [ "Einleuchtend ist die Ansicht R. Jonathans, wie Rabbi seinen Grund erklärt, woher aber wissen wir nach R. Jošija, daß es überhaupt eine Erdrosselung auf der Welt gebe; vielleicht [hat die Hinrichtung mit] einem Schwerte zu erfolgen!?", "Raba erwiderte: Die vier Todesarten waren ihnen überliefert. —", "Was heißt: nicht weil [die Erdrosselung] leichter ist? — Sie führen denselben Streit wie R. Šimo͑n und die Rabbanan85Ob die Enthauptung oder die Erdrosselung eine schwerere Todesart sei..", "R. Zera sprach zu Abajje: Hinsichtlich der übrigen, die zu steinigen86In der folgenden Mišna u. weit. Fol. 54a. sind, bei denen die Steinigung nicht genannt wird, wird es87Daß die Hinrichtung durch Steinigung erfolge.ja von Totenbeschwörer und Wahrsager gefolgert: aus welchen [Worten] wird dies entnommen, aus sie sollen getötet werden, oder aus Blutschuld lastet auf ihnen88Das Wort, aus dem eine Wortanalogie gefolgert wird, muß entbehrlich sein.?", "Dieser erwiderte: Dies wird aus [den Worten] Blutschuld lastet auf ihnen gefolgert; wenn man nämlich sagen wollte, aus [den Worten] sie sollen getötet werden, wozu wäre demnach [das Wort] Blutschuld nötig. —", "Wozu sind, wenn aus [dem Worte] Blutschuld, [die Worte] sie sollen getötet werden nötig!? —", "Wegen der folgenden Lehre: 89Num. 35,21.Der geschlagen hat, soll getötet werden, denn er ist ein Mörder; ich weiß nun, daß dies durch die bei ihm genannte Todesart erfolge, woher, daß man ihn, wenn man ihn durch die bei ihm genannte Todesart nicht töten kann, durch jede mögliche Todesart töten könne? — Es heißt: der geschlagen hat, soll getötet werden, auf jede Weise.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Was wäre ihm da schwierig, wenn man dies aus [den Worten] sie sollen getötet werden folgern würde?", "Wollte man sagen, ihm wäre es dann hinsichtlich der [ehebrechenden] Frau schwierig: sollte man doch hinsichtlich dieser durch [das Wort] getötet werden von Totenbeschwörer und Wahrsager folgern: wie diese durch Steinigung [hingerichtet werden], ebenso sollten auch jene durch Steinigung [hingerichtet werden, so ist ja zu erwidern:]", "da der Allbarmherzige sagt, die Verlobte sei durch Steinigung [hinzurichten] so wird ja die Verheiratete nicht durch Steinigung [hingerichtet].", "Wollte man sagen, ihm wäre es dann hinsichtlich des Vater und Mutter Schlagenden schwierig: sollte man doch hinsichtlich dessen von Totenbeschwörer und Wahrsager folgern, [so ist ja zu erwidern:]", "statt von Totenbeschwörer und Wahrsager zu folgern, folgere man von der [ehebrechenden] Frau, denn man darf nicht nach einer schwereren [Todesart], sondern nach einer leichteren suchen.", "Dieser erwiderte: Ihm wäre es bezüglich der übrigen zu Steinigenden selbst schwierig: wenn man es durch [das Wort] getötet werden folgern wollte, so sollte man von der [ehebrechenden] Frau folgern90Daß jene gleich dieser durch Erdrosselung hinzurichten seien, da auch bei dieser dieses Wort gebraucht wird..", "iv,1 FOLGENDE WERDEN DURCH STEINIGUNG HINGERICHTET: WER SEINE MUTTER, DIE FRAU SEINES VATERS, SEINE SCHWIEGERTOCHTER, EINEN MANN ODER EIN TIER BESCHLÄFT, DAS WEIB, DAS SICH VON EINEM TIERE BESCHLAFEN LÄSST, DER GOTTESLÄSTERER, DER GÖTZENDIENER, WER JEMAND VON SEINEN KINDERN DEM MOLEKH HINGIBT, DER TOTENBESCHWÖRER, DER WAHRSAGER, WER DEN ŠABBATH ENTWEIHT, WER VATER UND MUTTER FLUCHT, WER EINE VERLOBTE BESCHLÄFT, DER VERFÜHRER91Wer einen einzelnen zum Götzendienste verleitet., DER VERLEITER92Wer eine ganze Stadt zum Götzendienste verleitet; cf. Dt. 13,13ff., DER ZAUBERER UND DER MISSRATENE UND WIDERSPENSTIGE SOHN.", "WER SEINE MUTTER BESCHLÄFT93Versehentlich, in welchem Falle er wegen der Handlung ein Sündopfer darzubringen hat., IST WEGEN [BESCHLAFENS] EINER MUTTER UND WEGEN [BESCHLAFENS] EINER FRAU DES VATERS SCHULDIG. R. JEHUDA SAGT, ER SEI NUR WEGEN [BESCHLAFENS] EINER MUTTER SCHULDIG.", "WER DIE FRAU SEINES VATERS BESCHLÄFT, IST WEGEN [BESCHLAFENS] EINER FRAU DES VATERS UND WEGEN [BESCHLAFENS] EINER EHEFRAU SCHULDIG, EINERLEI OB BEI LEBZEITEN SEINES VATERS ODER NACH DESSEN TOD94Im 2. Falle gilt sie nicht als verheiratete Frau., OB NACH DER VERLOBUNG ODER NACH DER VERHEIRATUNG.", "WER SEINE SCHWIEGERTOCHTER BESCHLÄFT, IST WEGEN [BESCHLAFENS] EINER SCHWIEGERTOCHTER UND WEGEN [BESCHLAFENS] EINER EHEFRAU SCHULDIG, EINERLEI OB BEI LEBZEITEN SEINES SOHNES ODER NACH DESSEN TOD, OB NACH DER VERLOBUNG ODER NACH DER VERHEIRATUNG.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Ist seine Mutter nicht für seinen Vater geeignet, so ist er nur wegen [Beschlafens] einer Mutter schuldig. —", "Was heißt: nicht geeignet, wollte man sagen, wenn auf deren Verheiratung die Ausrottung oder die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, wieso wären demnach die Weisen der Ansicht, selbst wenn sie für ihn nicht geeignet ist, die Antrauung ist ja ungültig!? —", "Vielmehr wenn durch ihre Heirat ein Verbot95Wenn beispielsweise ein Priester eine Geschiedene geheiratet hat.begangen wurde, und zwar ist R. Jehuda der Ansicht R. A͑qibas, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig.", "R. Ošaja wandte ein: Ist sie wegen eines Gebotes oder gegen die Standesheiligkeit verboten, so ist an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen." ], [ "Wegen eines Gebotes verboten: die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuösen96Cf. Jab. Fol. 21a., und er nennt dies deshalb wegen eines Gebotes verboten, weil es ein Gebot ist, auf die Worte der Weisen zu hören.", "Wegen der Standesheiligkeit verboten: eine Witwe für den Hochpriester oder eine Geschiedene oder eine Ḥaluça für einen gemeinen Priester, und er nennt dies deshalb wegen der Standesheiligkeit verboten, weil es heißt:97Lev. 21,6.heilig sollen sie ihrem Gott sein.", "Hierzu wird gelehrt: R. Jehuda erklärt es entgegengesetzt98Das Verbot der zweitgradig Inzestuösen gehört zu den Heiligkeitsvorschriften, u. wenn ein Priester eine Geschiedene heiratet, so begeht er ein Verbot..", "Er erklärt es also nur entgegengesetzt, wohl aber bedarf eine solche der Ḥaliça. Wieso kannst du nun sagen, R. Jehuda sei der Ansicht R. A͑qibas, nach R. A͑qiba gleicht ja die auf ein Verbot stoßende [Verheiratung] der auf die Ausrottungsstrafe stoßenden, und diejenigen, auf deren [Verheiratung] die Ausrottungsstrafe gesetzt ist, sind ja nicht der Ḥaliça und der Schwagerehe unterworfen99Weil die Ehe ungültig ist.!? --", "Er erklärte es nur nach der Ansicht des ersten Autors, während er selber nicht dieser Ansicht ist.", "Als R. Jiçḥaq kam, lehrte er es übereinstimmend mit unserer Mišna: R. Jehuda sagt, er sei nur wegen [Beschlafens] einer Mutter schuldig. —", "Weshalb? Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:100Lev. 18,7.sie ist deine Mutter, du kannst ihn nur wegen [Beschlafens] einer Mutter strafbar machen, nicht aber kannst du ihn strafbar machen wegen [Beschlafens] der Frau eines Vaters. —", "Es heißt ja aber auch:101Ib. V. 8.die Scham der Frau deines Vaters sollst du nicht entblößen, es ist deines Vaters Scham, demnach kannst du ihn nur wegen [Beschlafens] der Frau eines Vaters strafbar machen, nicht aber kannst du ihn strafbar machen wegen [Beschlafens] einer Mutter;", "somit ist die Strafe wegen [Beschlafens einer] Mutter, die die Frau seines Vaters ist, an einer Stelle in einer Beziehung und an der anderen Stelle in anderer Beziehung102Aus einem Schriftverse ist zu folgern, daß er nicht wegen Beiwohnens seiner Mutter, und aus dem anderen, daß er nicht wegen Beiwohnens der Frau seines Vaters strafbar ist.ausgeschlossen. Wenn man nun wegen einer Mutter, die nicht die Frau seines Vaters ist, strafbar ist, und wenn man wegen einer Frau seines Vaters, die nicht seine Mutter ist, strafbar ist, wie sollte man wegen einer Mutter, die die Frau seines Vaters ist, nicht strafbar sein!?", "Ferner ist auch gegen die Rabbanan einzuwenden: es heißt ja: sie ist deine Mutter!? Du mußt also erklären, jener [Schriftvers] sei für die Lehre R. Šišas, des Sohnes103Weiter Fol. 94a.R. Idis, nötig, ebenso ist er auch nach R. Jehuda für die Lehre R. Šišas, des Sohnes R. Idis, nötig!?", "Vielmehr, erklärte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, die Schrift sagt: ihre Scham, du kannst ihn nur wegen eines Inzestes strafbar machen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Inzeste strafbar machen. —", "Es heißt ja aber auch:104Lev. 18,15.die Scham deiner Schwiegertochter sollst du nicht entblößen; sie ist die Frau deines Sohnes, du sollst ihre Scham nicht entblößen; demnach wäre hierbei zu erklären, du kannst ihn nur wegen eines Inzestes strafbar machen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Inzeste strafbar machen,", "während wir gelernt haben, wer seine Schwiegertochter beschläft, sei wegen [Beschlafens] einer Schwiegertochter und wegen [Beschlafens] einer Ehefrau strafbar, einerlei ob bei Lebzeiten seines Sohnes oder nach dessen Tod, ohne daß R. Jehuda dagegen streitet!?", "Du mußt also erklären, da werde, obgleich er ein zweifaches Verbot begeht, von einem Inzeste gesprochen, da es sich um dieselbe Person handelt, ebenso wird auch hierbei, obgleich er ein zweifaches Verbot begeht, von einem Inzeste gesprochen, da es sich um dieselbe Person handelt!?", "Vielmehr, erklärte Raba, R. Jehuda erklärt: die Scham deines Vaters, das ist die Frau deines Vaters; er folgert dies [aus einem Schlüsse] durch Wortanalogie105Weiter Fol. 55a.,", "und darunter ist sowohl die Frau seines Vaters, die seine Mutter ist, als auch die Frau seines Vaters, die nicht seine Mutter ist, zu verstehen. Woher dies von einer Mutter, die nicht die Frau seines Vaters ist? Es heißt: die Scham deiner Mutter sollst du nicht entblößen, sie ist deine Mutter, wegen [Beschlafens] einer Mutter kannst du ihn strafbar machen, nicht aber wegen [Beschlafens] der Frau seines Vaters." ], [ "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt:106Lev. 30,11.Wenn107Der Autor dieser anonymen Lehre ist RJ.ein Mann, ausgenommen ein Minderjähriger,", "beschlafen wird die Frau seines Vaters, einerlei ob die Frau seines Vaters, die seine Mutter ist, oder die Frau seines Vaters, die nicht seine Mutter ist. Woher dies von einer Mutter, die nicht die Frau seines Vaters ist? Es heißt:106Lev. 30,11.die Scham seines Vaters hat er entblößt; dies ist entbehrlich und dient dazu, um diesen Fall mit anderen zu vergleichen und daraus [einen Schluß] durch Wortanalogie zu bilden;", "sie sollen getötet werden, durch Steinigung. Du sagst, durch Steinigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern durch irgend eine aller anderen in der Tora genannten Todesarten? Hierbei heißt es: Blutschuld lastet auf ihnen, und bei Totenbeschwörer und Wahrsager heißt es ebenfalls: Blutschuld lastet auf ihnen; wie diese durch Steinigung [hingerichtet werden], ebenso auch jene durch Steinigung.", "Wir wissen also die Strafe, wo finden wir das Verbot? Es heißt:108Lev. 18,8.die Scham deines Vaters sollst du nicht entblößen; die Scham deines Vaters, das ist die Frau deines Vaters.", "Du sagst, die Frau deines Vaters, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich: die Scham deines Vaters? Hier heißt es: die Scham deines Vaters sollst du nicht entblößen, und dort106Lev. 30,11. heißt es: die Scham seines Vaters hat er entblößt, wie die Schrift dort von einer natürlichen Begattung spricht, ebenso spricht sie auch hier von einer natürlichen Begattung.", "Darunter ist also sowohl die Frau seines Vaters, die seine Mutter ist, als auch die Frau seines Vaters, die nicht seine Mutter ist, zu verstehen, woher dies von einer Mutter, die nicht die Frau des Vaters ist? Es heißt:109Ib. V. 7.die Scham deiner Mutter sollst du nicht entblößen.", "Ich weiß nun, daß hinsichtlich des Verbotes die Schrift die Mutter, die nicht die Frau des Vaters ist, der Mutter, die die Frau des Vaters ist, gleichgestellt hat, woher dies hinsichtlich der Strafe?", "Hier heißt es: die Scham deines Vaters sollst du nicht entblößen, und dort heißt es: die Scham seines Vaters hat er entblößt, wie die Schrift hinsichtlich des Verbotes eine Mutter, die nicht die Frau des Vaters ist, einer Mutter, die die Frau des Vaters ist, gleichgestellt hat, ebenso hat die Schrift hinsichtlich der Strafe eine Mutter, die nicht die Frau des Vaters ist, einer Mutter, die die Frau des Vaters ist, gleichgestellt.", "109Ib. V. 7.Sie ist deine Mutter, wegen [Beschlafens] einer Mutter kannst du ihn strafbar machen, nicht aber kannst du ihn strafbar machen wegen [Beschlafens] der Frau seines Vaters. —", "Und die Rabbanan!? — Die Scham deines Vaters, wörtlich. —", "Dies ist ja enthalten [im Verbote] mit einem Manne &c.!? — Damit man dieserhalb zweifach schuldig sei.", "Dies nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte: Wenn ein Nichtjude seinen Vater beschläft, so ist er zweimal schuldig, und wenn er den Bruder seines Vaters beschläft, so ist er zweimal schuldig.", "Hierzu sagte Raba: Es ist einleuchtend, daß R. Jehuda von einem Jisraéliten spricht, versehentlich, hinsichtlich des Opfers110Er muß 2 Sündopfer darbringen., und nur beschönigend spricht er von einem Nichtjuden; denn sollte er dann, wenn man nämlich sagen wollte, er spreche von einem wirklichen Nichtjuden, und zwar von der Todesstrafe, zweimal getötet werden!?", "Ebenso wird auch gelehrt: Wer seinen Vater beschläft, ist zweimal schuldig, wer den Bruder seines Vaters beschläft, ist zweimal schuldig.", "Manche sagen, dies vertrete nicht die Ansicht R. Jehudas,", "und manche sagen, dies könne auch die Ansicht R. Jehudas vertreten, denn man folgere es durch [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Bruder seines Vaters: wenn man wegen [Beschlafens] des Bruders des Vaters, dessen Verwandtschaft vom Vater herrührt, zweimal schuldig ist, um wieviel mehr wegen [Beschlafens] des Vaters selbst.", "Sie führen demnach denselben Streit wie Abajje und Raba; einer ist nämlich der Ansicht, man folgere eine Bestrafung durch einen Schluß, und einer ist der Ansicht, man folgere nicht eine Bestrafung durch einen Schluß111Die Bestrafung muß ausdrücklich in der Schrift angegeben sein.. —", "Woher entnehmen die Rabbanan das Verbot hinsichtlich der Frau seines Vaters? — Aus: die Scham der Frau deines Vaters sollst du nicht entblößen. —", "Und R. Jehuda!? — Dies verwendet er für das Verbot hinsichtlich der Frau seines Vaters nach dessen Tode. —", "Und die Rabbanan!? — Dies ist aus dem Schlüsse des Verses zu entnehmen: es ist die Scham deines Vaters. —", "Und R. Jehuda!? — Dies verwendet er für [die Folgerung:] du kannst ihn nur wegen [Beschlafens] einer Frau seines Vaters strafbar machen, nicht aber wegen [Beschlafens] einer Ehefrau. —", "Wir haben ja aber gelernt, wer die Frau seines Vaters beschläft, sei wegen [Beschlafens] einer Frau seines Vaters und wegen [Beschlafens] einer Ehefrau schuldig, sowohl bei Lebzeiten seines Vaters als auch nach dessen Tod, und R. Jehuda streitet dagegen nicht!?", "Abajje erwiderte: Er streitet in der Barajtha. —", "Woher entnehmen die Rabbanan die Bestrafung wegen [Beschlafens] einer Frau seines Vaters nach dessen Tod; allerdings folgert es R. Jehuda durch die Wortanalogie, woher aber entnehmen es die Rabbanan!? —", "Sie können dir erwidern: aus [dem Verse] die Scham seines Vaters hat er entblößt, den R. Jehuda für die Wortanalogie verwendet, entnehme man die Strafe wegen [Beschlafens] einer Frau des Vaters nach dessen Tod. —", "Woher entnehmen die Rabbanan die Strafe wegen [Beschlafens] einer Mutter, die nicht die Frau seines Vaters ist? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Die Schrift sagt: sie ist deine Mutter, die Schrift hat also eine Mutter, die nicht die Frau seines Vaters ist, einer Mutter, die die Frau seines Vaters ist, gleichgestellt.", "WER SEINE SCHWIEGERTOCHTER BESCHLÄFT &C. Sollte er auch wegen [Beschlafens] einer Frau seines Sohnes schuldig sein!? Abajje erwiderte: Die Schrift beginnt mit Schwiegertochter und schließt mit Frau seines Sohnes, um dir zu sagen, daß Schwiegertochter und Frau seines Sohnes identisch sind.", "iv,2 WER EINEN MANN ODER EIN TIER BESCHLÄFT, ODER WENN EIN WEIB SICH VON EINEM TIERE BESCHLAFEN LÄSST.» WAS HAT DAS TIER VERSCHULDET, WENN DER MENSCH EINE SÜNDE BEGANGEN HAT? ALLEIN, DA EIN MENSCH DURCH DIESES GESTRAUCHELT IST, DAHER BESTIMMTE DIE SCHRIFT, DASS ES GESTEINIGT WERDE. EINE ANDERE ERKLÄRUNG! DAMIT MAN, WENN DAS TIER ÜBER DIE STRASSE GEHT, NICHT SAGE: DAS IST ES, DESSENTWEGEN JENER GESTEINIGT WURDE.", "GEMARA. Woher dies vom [Beschlafen] eines Mannes? — Die Rabbanan lehrten:112Lev. 20,13.Wenn einer, ausgenommen ein Minderjähriger; einen Mann beschläft, sowohl einen Erwachsenen als auch einen Minderjährigen; wie man ein Weib beschläft, die Schrift sagt dir, daß es beim Weibe zweierlei Beschlafungen113Eine natürliche und eine widernatürliche; in der Schrift wird hier die Mehrzahl משככי, Beschlafungen, gebraucht.gebe.", "R. Jišma͑él sagte: Dies sollte lehren, lernt114Der angezogene Vers sollte lehren, daß die Päderastie auf jede Weise strafbar sei, da aber die Päderastie schon an und für sich widernatürlich u. diese Hervorhebung somit überflüssig ist, so beziehe man ihn auf die verbotene Beschlafung eines Weibes, daß es nämlich einerlei ist, ob die Beschlafung eine natürliche od. eine widernatürliche ist.aber:", "sie sollen getötet werden, durch Steinigung. Du sagst, durch Steinigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern durch irgend eine aller anderen in der Tora genannten Todesarten? Hierbei heißt es: Blutschuld lastet auf ihnen, und bei Totenbeschwörer und Wahrsager heißt es ebenfalls: Blutschuld lastet auf ihnen, wie diese durch Steinigung [hingerichtet werden], ebenso auch jene durch Steinigung." ], [ "Wir wissen also die Strafe, wo finden wir das Verbot? Es heißt:115Lev. 18,22.du sollst nicht einen Mann beschlafen, wie man ein Weib beschläft, dies ist eine Greueltat.", "Wir wissen also das Verbot des Beschlafens, wo finden wir das Verbot des Beschlafen werdens? Es heißt:116Dt. 23,18.es soll keine Schandbuben unter den Jisraéliten geben, ferner heißt es:117iReg. 14,24.auch waren Schandbuben im Lande, sie ahmten all die Greuel der Völker nach, die vertrieben hatte &c. — so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: einen Mann sollst du nicht beschlafen, wie man ein Weib beschläft, lies [auch:] sollst dich nicht beschlafen lassen. —", "Woher dies vom [Beschlafen] eines Tieres? — Es wird gelehrt:118Lev. 20,15.Ein Mann, ausgenommen ein Minderjähriger; der sich zu einem Tiere legt, ob ein ausgewachsenes oder ein kleines;", "soll getötet werden, durch Steinigung. Du sagst, durch Steinigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern durch irgend eine aller anderen in der Tora genannten Todesarten? Hierbei heißt es: sollt ihr töten, und dort119Beim Verführer, Dt. 13,10.heißt es: denn du sollst ihn töten, wie dort durch Steinigung, ebenso auch hier durch Steinigung.", "Wir wissen also die Strafe wegen des Beschlafens, wo finden wir die Strafe wegen des Beschlafenwerdens? Es heißt:120Ex. 22,18.jeder, der ein Tier beschläft, soll getötet werden, und da dies nicht auf das Beschlafen zu beziehen121Dieses Verbot u. die Strafandrohung befinden sich auch an anderer Stelle.ist, so beziehe man es auf das Beschlafenwerden.", "Wir wissen also die Strafe sowohl wegen des Beschlafens als auch wegen des Beschlafenwerdens, woher das Verbot? Es heißt:122Lev. 18,23,du sollst dich zu keinem Tiere legen und dich dadurch verunreinigen.", "Wir wissen also das Verbot des Beschlafens, wo finden wir das Verbot des Beschlafenwerdens? Es heißt: es soll keine Schandbuben unter den Jisraéliten geben, ferner heißt es: auch waren Schandbuben im Lande &c. — so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: du sollst dich nicht legen, um beschlafen zu werden.", "Wer einen Mann beschläft, und sich von einem Manne beschlafen läßt, ist, wie", "R. Abahu sagte, nach R. Jišma͑él zweimal schuldig; einmal wegen: du sollst nicht beschlafen, und einmal wegen: es soll keine Schandbuben geben, und nach R. A͑qiba nur einmal, denn Beschlafen und Beschlafenwerden ist ein Verbot123Der erstere entnimmt beide Fälle aus 2 Schriftversen, der andere aus einem..", "Wer ein Tier beschläft und sich von einem Tiere beschlafen läßt, ist, wie R. Abahu sagte, nach R. Jišma͑él zweimal schuldig, einmal wegen: du sollst dich nicht legen, und einmal wegen: es soll keine Schandbuben geben, und nach R. A͑qiba nur einmal, denn Beschlafen und Beschlafenwerden ist ein Verbot.", "Abajje sagte: Auch nach der Ansicht R. Jišma͑éls ist er nur einmal schuldig, denn das Verbot: es soll keine Schandbuben geben, bezieht sich nur auf Menschen. —", "Woher entnimmt nun R. Jišma͑él das Verbot des Beschlafenwerdens? — Aus: jeder, der ein Tier beschläft, soll getötet werden, und da dies nicht auf das Beschlafen zu beziehen ist, so beziehe man es auf das Beschlafenwerden,", "und da der Allbarmherzige beim Beschlafenwerden den Ausdruck beschlafen gebraucht, [so folgere man:] wie es beim Beschlafen eine Strafe und ein Verbot gibt, ebenso gibt es beim Beschlafenwerden eine Strafe und ein Verbot.", "Wer sich von einem Manne und einem Tiere beschlafen läßt, ist, wie R. Abahu sagte, nach R. A͑qiba zweimal schuldig, einmal wegen: du sollst nicht beschlafen, und einmal wegen: du sollst dich nicht legen, und nach R. Jišma͑él nur einmal, weil beides aus [dem Verbote] es soll keine Schandbuben geben, gefolgert wird.", "Abajje sagte: Auch nach R. Jišma͑él ist er zweimal schuldig, denn es heißt: jeder, der ein Tier beschläft, soll getötet werden, und da dies nicht auf das Beschlafen zu beziehen121Dieses Verbot u. die Strafandrohung befinden sich auch an anderer Stelle.ist, so beziehe man es auf das Beschlafenwerden, und da der Allbarmherzige beim Beschlafenwerden den Ausdruck beschlafen gebraucht, [so folgere man:] wie es beim Beschlafen eine Strafe und ein Verbot gibt, ebenso gibt es auch beim Beschlafenwerden eine Strafe und ein Verbot.", "Wer aber einen Mann beschläft, sich von einem Manne beschlafen läßt, ein Tier beschläft und sich von einem Tiere beschlafen läßt, ist sowohl nach R. Abahu als auch nach Abajje nach R. Jišma͑él dreimal und nach R. A͑qiba zweimal schuldig.", "Die Rabbanan lehrten: Beim beschlafenen Manne haben sie ein Kind einem Erwachsenen nicht gleichgestellt, beim beschlafenen Tiere haben sie das kleine dem ausgewachsenen gleichgestellt. —", "Was heißt: sie haben ein Kind einem Erwachsenen nicht gleichgestellt? Rabh erklärte: Sie haben das Beschlafen [eines Kindes] unter neun Jahren nicht dem Beschlafen [eines Kindes] über neun Jahren gleichgestellt. Šemuél erklärte: Sie haben das Beschlafen [eines Kindes] unter drei Jahren nicht dem Beschlafen [eines Kindes] über drei Jahren gleichgestellt. —", "Worin besteht ihr Streit? — Rabh ist der Ansicht, wer als Beschlafender gelten124Ein Knabe wird mit 9 u. ein Mädchen mit 3 Jahren begattungsfähig.kann, gilt auch als Beschlafener, und wer nicht als Beschlafender gelten kann, gilt auch nicht als Beschlafener,", "und Šemuél ist der Ansicht, man berücksichtige die Worte: wie man ein Weib124Ein Knabe wird mit 9 u. ein Mädchen mit 3 Jahren begattungsfähig.beschläft.", "Übereinstimmend mit Rabh wird gelehrt: Wer einen Mann125Statt זכר ist זכור (wie in manchen Texten) zu lesen; ebenso ist והבא richtiger.von neun Jahren und einem Tage beschläft," ], [ "wer ein Tier beschläft, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, und ein Weib, das sich von einem Tiere beschlafen läßt, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, ist strafbar.", "R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: Bei einem Weibe gibt es zwei Arten126Dh. bei der Sodomie; läßt ein Weib sich von einem Tiere beschlafen, so ist es strafbar, einerlei ob die Beschlafung eine natürliche od. eine widernatürliche war; dagegen ist man wegen des Beschlafens eines Tieres nur dann strafbar, wenn auf natürliche Weise.von Beschlafungen, bei einem Tiere nur eine Art.", "R. Papa wandte ein: Im Gegenteil, bei einem Weibe ist dies127Die Begattung; wenn dies auf widernatürliche Weise geschieht, so ist ja ihr Genuß geschmälert.ja die gewöhnliche Art, somit sollte sie nur wegen der natürlichen Beschlafung strafbar sein, nicht aber wegen etwas anderem, bei einem Tiere aber ist dies ungewöhnlich, somit sollte man wegen jedes Aktes strafbar sein!?", "Es gibt eine Lehre gegen beider Ansichten: Wer einen Mann von neun Jahren und einem Tage beschläft, wer ein Tier beschläft, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, und ein Weib, das sich von einem Tiere beschlafen läßt, ob auf natürliche oder widernatürliche Weise, ist strafbar.", "Rabina fragte Raba: Wie ist es, wenn jemand beim Beschlafen eines Mannes das Glied nur anschmiegt? —", "‘Wenn jemand nur anschmiegt’, es heißt ja:128Lev. 18,22.wie man ein Weib beschläft129Bei den verbotenen Begattungen eines Weibes ist auch die bloße Anschmiegung der Geschlechtsorgane strafbar.!? — Vielmehr, wie ist es, wenn man beim Beschlafen eines Tieres das Glied nur anschmiegt!?", "Dieser erwiderte: Da die Anschmiegung, von der beim Beschlafen einer Schwester des Vaters oder einer Schwester der Mutter130Cf. Lev. 20,19; in diesem Verse wird allerdings nicht von der ‘Anschmiegung’ gesprochen, vielmehr wird in diesem das W. הערה [in anderem Sinne] gebraucht, das mit unserem העראה Anschmiegung [sc. der Geschlechtsorgane an einander; cf. Jab. Fol. 55b] etymologisch verwandt ist.gesprochen wird, bei diesen überflüssig ist, denn bezüglich dieser wird es ja von der Anschmiegung bei einer Menstruierenden131Jab. Fol. 8a folgert der T., daß strafrechtlich bei allen verbotenen Begattungen die Anschmiegung der Geschlechtsorgane an einander dem vollendeten Coitus gleicht, wie dies bei der Menstruierenden auch nach der Tora der Fall ist.gefolgert, so beziehe man dies auf die Anschmiegung bei einem Tiere. —", "Merke, auf das [Beschlafen eines] Tieres ist ja die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt, weshalb befindet sich nun der Fall von der Anschmiegung bei einem solchen unter den mit der Ausrottungsstrafe belegten Verbrechen132Auf die Begattung einer Muhme ist nicht die Todesstrafe durch das Gericht, sondern die Ausrottung gesetzt., dies sollte sich ja unter den mit der Todesstrafe durch das Gericht belegten Verbrechen befinden, sodann würde man von mit der Todesstrafe durch das Gericht belegten Verbrechen auf mit der Todesstrafe durch das Gericht belegte Verbrechen gefolgert haben!? —", "Da dieser ganze Schriftvers nur zur Schriftforschung133Der ganze in Rede stehende Schriftvers ist überflüssig, da das in ihm enthaltene Verbot sich bereits anderweitig (Lev. 18,12,13) befindet, u. dient nur zur Schriftforschung.dient, so befindet sich in diesem auch dies, da es durch Schriftforschung eruiert wird.", "R. Aḥadboj b. Ami fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn jemand mit sich selbst eine Anschmiegung134Wenn er das Glied umbiegt u. mit seinem eigenen Körper Unzucht treibt.macht? Dieser erwiderte: Quälgeist135So nach Raschi (jed. verbal). Das W. קבסתן ist etymolog. ganz dunkel, die Erkl. Levys (NHWB. IV p. 239), aus קבס, Ekel erregen, wird von Fleischer (lc. p. 479) mit Recht verworfen; noch unbefriedigender ist die Ableitung dieses W.es aus dem griech. ϰυβιστάω, sich überschlagen, kopfüber stürzen (Pineles, דרכה של תורה p. 152).!", "R. Aši sprach: Was ist dies denn für eine Frage: bei Erektion ist dies ja nicht möglich, also nur dann, wenn das Glied tot ist, somit ist er nach demjenigen, welcher sagt, wer eine verbotene Begattung mit totem Gliede vollzieht, sei frei, auch hierbei frei, und nach demjenigen, welcher sagt, er sei schuldig, hierbei zweimal schuldig: wegen Beschlafens und wegen Beschlafenwerdens.", "Man fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn ein Nichtjude ein Tier beschlafen136Ob in diesem Falle das Tier zu töten sei.hat: ist hierbei durchaus das Straucheln und die Schande137In der Mišna (ob. Fol. 54a) werden 2 Gründe angegeben, weshalb das Tier zu töten sei: 1. weil ein Mensen durch dasselbe gestrauchelt ist, 2. wegen der Schande [des Hingerichteten], man würde beim Vorübergehen des Tieres an sein Verbrechen erinnert werden.in Betracht zu ziehen, während in diesem Falle nur das Straucheln und nicht die Schande zu berücksichtigen ist, oder ist auch das Straucheln ohne die Schande zu berücksichtigen?", "R. Šešeth erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wenn die Tora von den Bäumen,138Die zum Götzendienste verwendet wurden; cf. Dt. 12,2ff.die weder essen noch trinken noch riechen, gesagt hat, daß man sie zerstöre, verbrenne und vernichte, weil ein Mensch durch sie gestrauchelt ist, um wieviel mehr gilt dies von dem, der seine Genossen vom Wege des Lebens auf den Weg des Todes leitet. —", "Demnach sollte, wenn ein Nichtjude sich vor einem Tiere niedergeworfen hat, dieses verboten und getötet werden!? — Gibt es denn etwas, was für einen Jisraéliten nicht verboten ist und für einen Nichtjuden139Tiere als Idole werden nicht zur Nutznießung verboten; cf. Tem. Fol. 29a.wohl!? —", "Sollte es doch auch für Jisraéliten verboten werden, gleich dem zur Beschlafung verwendeten!? Abajje erwiderte: In dem einen Falle ist die Schande eine große, in dem anderen Falle ist die Schande eine geringe. —", "Bei den Bäumen138Die zum Götzendienste verwendet wurden; cf. Dt. 12,2ff.ist ja die Schande ebenfalls keine große, dennoch sagt die Tora, daß man sie zerstöre, verbrenne und vernichte!? — Wir sprechen ja von lebenden Wesen, und diese hat der Allbarmherzige geschont.", "Raba erklärte: Die Tora sagt, das Tier hatte von der Sünde einen Genuß140Was aber beim zum Götzendienste verwendeten Tier nicht der Fall ist., und sei zu töten. —", "Aber die Bäume hatten ja von der Sünde keinen Genuß, dennoch sagt die Tora, daß man sie zerstöre, verbrenne und vernichte!? — Wir sagten ja, der Allbarmherzige habe lebende Wesen geschont. —", "Komm und höre: Eine andere Erklärung: Damit man, wenn das Tier über die Straße geht, nicht sage: das ist es, dessentwegen jener gesteinigt wurde." ], [ "Wenn nun im Schlußsatze mit Straucheln und Schande begründet wird, wahrscheinlich handelt ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn nur das Straucheln und nicht die Schande zu berücksichtigen ist, wenn nämlich ein Nichtjude ein Tier beschlafen hat!? —", "Nein, der Schlußsatz, wenn das Straucheln und die Schande zu berücksichtigen sind, und der Anfangsatz lehrt, daß es auch dann [getötet werde], wenn nur die Schande und nicht das Straucheln zu berücksichtigen ist, wenn nämlich ein Jisraélit ein Tier unwissentlich141Wenn er nicht wußte, daß dies verboten ist. beschlafen hat. Dies nach einer Frage R. Hamnunas,", "denn R. Hamnuna fragte: Wie ist es, wenn ein Jisraélit unwissentlich ein Tier beschlafen hat: muß hierbei das Straucheln und die Schande berücksichtigt werden, während in diesem Falle nur die Schande und nicht das Straucheln zu berücksichtigen ist, oder ist auch das Straucheln ohne die Schande zu berücksichtigen?", "R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Mit drei Jahren und einem Tage kann eine [weibliche Person] durch den Beischlaf angetraut142Die Antrauung kann auch durch den Beischlaf erfolgen, wenn er in dieser Absicht vollzogen wird.werden; wenn der Eheschwager143Wenn jemand kinderlos stirbt, so muß sein Bruder die Witwe heiraten, od. an ihr die Ḥaliça vollziehen; cf. Dt. 25,5ff.sie beschlafen hat, so hat er sie geeignet; ist sie Ehefrau, so ist man ihretwegen144Wenn man mit ihr einen Ehebruch begeht.strafbar;", "sie macht [als Menstruierende] den sie Begattenden unrein, sodaß er das unterste Polster145Wenn er auf mehreren Decken liegt, so ist auch die allerunterste unrein, obgleich er diese nicht berührt hat.gleich dem oberen verunreinigt; ist sie mit einem Priester verheiratet, so darf sie Hebe essen; hat einer der Bemakelten146In legitimer Hinsicht; ein Hurenkind, ein Sklave udgl. sie beschlafen, so hat er sie für die Priesterschaft untauglich147Ein Priester darf sie nicht mehr heiraten; ist sie Priesterstochter, so darf sie keine priesterl. Abgaben mehr essen.gemacht;", "hat jemand an ihr eine der in der Tora genannten verbotenen Begattungen vollzogen, so wird er ihretwegen mit dem Tode bestraft, während sie straffrei148Wegen ihrer Minderjährigkeit.ist.", "Eine der verbotenen Begattungen, also auch mit einem Tiere. In diesem Falle ist ja nur die Schande zu berücksichtigen und nicht das Straucheln149Da sie straffrei ist., dennoch lehrt er, daß sie ihretwegen getötet werden. —", "Da sie dies vorsätzlich tat, so ist hierbei auch das Straucheln zu berücksichtigen, nur hat der Allbarmherzige sie selbst geschont, nicht aber das Tier.", "Raba sprach: Komm und höre: Wenn ein Knabe von neun Jahren und einem Tage seine Schwägerin143Wenn jemand kinderlos stirbt, so muß sein Bruder die Witwe heiraten, od. an ihr die Ḥaliça vollziehen; cf. Dt. 25,5ff.beschlafen hat, so hat er sie geeignet, einen Scheidebrief aber kann er ihr erst dann geben, wenn er großjährig ist; hat er eine Menstruierende beschlafen, so wird er unrein, sodaß er das unterste Polster gleich dem oberen verunreinigt;", "er kann untauglich, nicht aber befähigt machen, [priesterliche Abgaben] essen150Wenn er illegitim ist u. eine Priesterin begattet, bezw. wenn er Priester ist u. eine Jisraélitin heiratet.zu dürfen; er macht ein Tier für den Altar151Wenn er es beschläft; gesteinigt wird das Tier nur dann, wenn dies vor 2 Zeugen erfolgt ist.untauglich, auch wird es seinetwegen gesteinigt; hat er eine der in der Tora genannten verbotenen Begattungen vollzogen, so werden [die Beschlafenen] seinetwegen getötet.", "Hierbei kann ja nur die Schande berücksichtigt werden und nicht das Straucheln, dennoch lehrt er, daß [das Tier] seinetwegen gesteinigt werde!? —", "Da er dies vorsätzlich tat, so ist hierbei auch das Straucheln zu berücksichtigen, nur hat der Allbarmherzige ihn selbst geschont, nicht aber das Tier. —", "Komm und höre: Eine andere Erklärung: Damit man, wenn das Tier über die Straße geht, nicht sage: das ist es, dessentwegen jener gesteinigt wurde. Wenn nun im Schlußsatze mit Straucheln und Schande begründet wird, so handelt wohl der Anfangsatz von dem Falle, wenn nur die Schande und nicht das Straucheln zu berücksichtigen ist, wenn nämlich ein Jisraélit ein Tier unwissentlich beschlafen hat. —", "Nein, der Schlußsatz von dem Falle, wenn das Straucheln und die Schande zu berücksichtigen sind, und der Anfangsatz von dem Falle, wenn nur das Straucheln und nicht die Schande zu berücksichtigen ist, wenn nämlich ein Nichtjude ein Tier beschlafen hat, der Fall bezüglich dessen man R. Šešeth fragte.", "v DER GOTTESLÄSTERER IST NUR DANN STRAFBAR, WENN ER DEN GOTTESNAMEN152Das Tetragramm יהוה.AUSGESPROCHEN HAT. R. JEHOŠUA͑ B. QORḤA SAGTE:" ], [ "WÄHREND DER GANZEN VERNEHMUNG153Wörtl. an jedem Tage od. während des ganzen Tages.DER ZEUGEN LÄSST MAN SIE [DEN GOTTESNAMEN] NUR DURCH EINE UMSCHREIBUNG AUSSPRECHEN, [ZUM BEISPIEL] «JOSE154Der Name Jose wird hier als Umschreibung für den Gottesnamen gebraucht, nach Raschi, weil er ebenfalls aus 4 Buchstaben besteht, ein kaum befriedigender Grund; auch die Erklärung, das W. יוסי habe denselben Zahlenwert wie das W. אלהים ist nicht besser, da einerseits hier nicht dieser Name, sondern das Tetragramm יהוה inbetracht kommt, u. andererseits manche Texte יוסה haben. Möglicherweise ist darunter der Name Jesus zu verstehen.SCHLAGE DEN JOSE»;", "IST DIE VERHANDLUNG BEENDET, SO WIRD DAS TODESURTEIL NICHT AUF DIE UMSCHREIBUNG HIN AUSGESPROCHEN, VIELMEHR ENTFERNT MAN JEDEN [AUS DEM GERICHTSSAALE] UND MAN BEFRAGT DEN GRÖSSTEN [DER ZEUGEN], INDEM MAN ZU IHM SAGT: SPRICH WÖRTLICH NACH, WAS DU GEHÖRT HAST. ER SPRICHT DIES. DARAUF ERHEBEN SICH DIE RICHTER (AUF IHRE FÜSSE) UND REISSEN IHRE GEWÄNDER EIN, OHNE SIE JE ZUSAMMENZUNÄHEN.", "ALSDANN SPRICHT DER ZWEITE: ICH [HÖRTE ES] EBENFALLS, UND DER DRITTE: ICH EBENFALLS.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Nur wenn er einem Namen durch einen anderen geflucht hat. —", "Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt:155Lev. 24,16.wer dem Namen flucht &c., wenn er dem [göttlichen] Namen flucht, soll er getötet werden. —", "Daß noqeb die Bedeutung ‘fluchen’ hat, ist wohl zu entnehmen aus dem Schriftverse:156Num. 23,8.wie soll ich verfluchen [eqob], den Gott nicht verflucht, und das Verbot aus folgendem:157Ex. 22,27.Gott sollst du nicht lästern;", "vielleicht aber ist darunter das Durchstechen158Wenn man eine Stelle, auf welcher der Gottesname geschrieben steht, durchsticht. zu verstehen, denn es heißt:159iiReg. 12,10.er bohrte [vajiqob] ein Loch in die Tür, und das Verbot entnehme man aus:160Dt. 12,3,4.zertrümmert ihre Mahlsteine; so dürft ihr aber nicht mit dem Herrn, eurem Gott, verfahren!? —", "Es muß ja mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgen,", "was hierbei nicht der Fall ist. — Vielleicht, wenn man zwei [geschriebene] Gottesnamen auf einander legt und sie durchsticht!? — Dies wäre ja nur ein wiederholtes Durchstechen. — Vielleicht wenn man einen Gottesnamen auf die Klinge eines Messers eingräbt und mit diesem [einen geschriebenen Gottesnamen] durchsticht!? — In diesem Falle ist es ja die Schneide des Messers, die ihn durchsticht. —", "Vielleicht ist darunter die buchstäbliche Aussprechung des Gottesnamens zu verstehen, denn es heißt:161Num. 1,17.da nahmen Moše und Ahron die Männer, die bei ihrem Namen genannt [niqbu] wurden, und das Verbot entnehme man aus folgendem: 162Dt. 6,13.den Namen des Herrn, deines Gottes, sollst du fürchten!? —", "Erstens muß [die Gotteslästerung] mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist, ferner ist dies163Die Vorschrift des angezogenen Schriftverses.ein Gebot und das Gebot ist kein Verbot.", "Wenn du aber willst, sage ich: der Schriftvers lautet:164Lev. 24,11.er lästerte und er fluchte. — Sollte dies denn besagen, daß noqeb ‘fluchen’ heißt,", "vielleicht hatte er beides165Den Namen Gottes deutlich ausgesprochen u. ihn auch gelästert.getan!? — Dies ist nicht anzunehmen, denn es heißt:166Lev. 24,14.führe den Flucher hinaus, es heißt aber nicht: führe den noqeb und den Flucher hinaus. Schließe hieraus, daß sie eine Bedeutung haben.", "Die Rabbanan lehrten:167Ib. V. 15.Jeder, wozu heißt es: jeder Mann? Dies schließt die Nichtjuden ein, daß nämlich auch ihnen, gleich den Jisraéliten, die Gotteslästerung verboten wurde. Diese werden nur durch das Schwert hingerichtet, denn überall, wo bezüglich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, ist nur [der Tod durch] das Schwert zu verstehen168Vor der Gesetzgebung wird von einer anderen Todesart nicht gesprochen.. —", "Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen:169Gen. 2,16.der Herr, dies deutet auf [das Verbot der] Gotteslästerung!?", "R. Jiçḥtaq der Schmied erwiderte: Dies deutet darauf, daß auch die Umnennungen einbegriffen sind, und zwar nach R. Meír,", "denn es wird gelehrt:167Ib. V. 15.Jeder Mann, der seinem Gott flucht, der soll seine Sünde tragen, was lehrt dies, es heißt ja bereits: wer den Namen Gottes lästert, soll getötet werden? Aus den Worten: wer den Namen Gottes lästert, soll getötet werden, könnte man entnehmen, man sei nur wegen des einzigen Gottesnamens strafbar, woher nun, daß alle Umnennungen einbegriffen sind? Es heißt: wer seinem Gott flucht, in jedem Falle — so R. Meír.", "Die Weisen sagen, auf den einzigen Gottesnamen sei die Todesstrafe gesetzt, auf die Umnennungen nur ein Verbot.", "Er170RJ., aus dessen Erklärung zu entnehmen ist, daß nur nach RM. ein Noaḥide wegen der Lästerung der Umnennungen strafbar sei, nicht aber nach den Weisen.streitet somit gegen R. Mejaša, denn R. Mejaša sagte, wenn ein Noaḥide dem Gottesnamen bei einer Umnennung flucht, sei er nach den Weisen strafbar. —", "Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:155Lev. 24,16.ein Fremder oder ein Eingeborener, ein Fremder oder ein Eingeborener, nur wenn er den Gottesnamen selbst lästert, Nichtjuden aber auch wegen einer Umnennung. —", "Wofür verwendet R. Meír [die Worte:] ein Fremder oder ein Eingeborener? — Ein Fremder oder ein Eingeborener durch Steinigung, ein Nichtjude aber durch das Schwert. Man könnte nämlich glauben, daß sie, da sie einbegriffen wurden, es in jeder Hinsicht sind, so lehrt er uns. —", "Wofür verwendet R. Jiçḥaq der Schmied nach den Rabbanan [die Worte:] ein Fremder oder ein Eingeborener? — Bei einem Fremden oder einem Eingeborenen muß es mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgt sein, bei Nichtjuden aber braucht es nicht mit einem Gottesnamen durch einen Gottesnamen erfolgt zu sein. —", "Wozu heißt es: jeder Mann!? — Die Tora gebraucht die übliche Redeweise der Menschen.", "Die Rabbanan lehrten: Sieben Gesetze wurden den Noaḥiden auferlegt: die Rechtspflege, [das Verbot der] Gotteslästerung, des Götzendienstes, der Unzucht, des Blutvergießens, des Raubes und [des Genusses] eines Gliedes von einem lebenden Tiere." ], [ "R. Ḥananja b. Gaml[iél] sagt, auch das Blut von einem lebenden Tiere [sei ihnen verboten worden]. R. Ḥidqa sagt, auch die Kastration171Von Tieren., R. Šimo͑n sagt, auch die Zauberei.", "R. Jose sagt, alles, wovon im Abschnitte von der Zauberei gesprochen wird, sei den Noaḥiden verboten:172Dt. 18,10,11,12.Es soll sich unter euch niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, niemand, der Wahrsagerei oder Zeichendeuterei oder geheime Künste oder Zauberei treibt, auch niemand, der Bannungen vornimmt oder einen Totenbeschwörer oder einen Wahrsagegeist befragt oder sich an die Toten wendet; und ohne Warnung173Im weiter folgenden Schriftverse heißt es, daß die kenaa͑nitischen Völker deshalb bestraft wurden, weil sie dies alles getrieben hatten; demnach war ihnen dies verboten.gibt es ja keine Strafe.", "R. Elea͑zar sagt, auch die Mischung; die Noaḥiden dürfen Gemischtes tragen174Den Jisraéliten ist es verboten, ein Kleidungsstück aus zweierlei Stoffarten, Wolle u. Linnen, zu tragen; cf. Dt. 19,19.und Gemischtes175Zweierlei Arten von Saaten; cf. ib. säen, verboten ist ihnen nur die Kreuzung von Tieren176Die Bastardenzucht.und das Propfen von Bäumen177Verschiedener Arten.. —", "Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:178Gen. 2,16.und Gott, der Herr, gebot dem Menschen also: Von allen Bäumen des Gartens kannst du essen.\n", "Gebot, dies deutet auf die Rechtspflege, wie es heißt:179Ib. 18,19.denn ich habe ihn erkoren, damit er gebiete seinen Kindern &c.\n", "Der Herr, dies deutet auf die Lästerung des Gottesnamens, denn so heißt es:180Lev. 24,16.wer den Namen des Herrn lästert, soll getötet werden. Gott, dies deutet auf den Götzendienst, denn es heißt:181Ex. 20,3.du sollst keinen anderen Gott haben. Dem Menschen, dies deutet auf das Blutvergießen, denn es heißt:182Gen. 9,6.wer Menschenblut vergießt &c.\n", "Also, dies deutet auf die Unzucht, denn es heißt:183Jer. 3,1.also: wenn einer sein Weib entläßt und sie von ihm fortgeht und einen anderen heiratet. Von allen Bäumen des Gartens, aber keinen Raub; kannst du essen, nicht aber ein Glied von einem lebenden Tiere.", "Als R. Jiçḥaq kam, lehrte er es entgegengesetzt: Es gebot, dies deutet auf den Götzendienst; Gott, dies deutet auf die Rechtspflege. —", "Allerdings deutet Gott auf die Rechtspflege, denn es heißt:184Ex. 22,7.so soll der Hauseigentümer vor Gott185Dh. vor das Gericht.hintreten, wieso aber deutet [das Wort] gebot auf den Götzendienst?", "R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi [erklärten es]. Einer erklärte, aus:186Ex. 32,8.gar schnell sind sie vom Wege abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie fertigten sich &c. Und einer erklärte, aus:187Hos. 5,11.beraubt ist Ephrajim, zertreten durch das Strafgericht, denn er folgte dem Schmutze188Dh. den Götzen; hebr. צו, gleichbedeutend mit צוה gebieten, befehlen.. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, wenn ein Nichtjude einen Götzen gefertigt und ihn nicht verehrt hat. Nach dem, der es aus [dem Verse vom] fertigen189Aus dem 1. Schriftverse (Ex. 32,8), in dem von der Fertigung eines Götzen gesprochen wird.entnimmt, ist er strafbar, sobald er ihn fertigt, und nach dem, der es aus [dem Verse vom] folgen190Aus dem 2. Schriftverse (Hos. 5,11), in dem vom Folgen nach den Götzen gesprochen wird.entnimmt, ist er erst dann strafbar, wenn er ihm folgt und ihn verehrt.", "Raba entgegnete: Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, wenn ein Nichtjude einen Götzen gefertigt, ohne ihn verehrt zu haben, sei er strafbar, vom Götzendienste wird ja gelehrt, Handlungen, derentwegen ein jisraélitisches Gericht hinrichtet, seien einem Noaḥiden verboten, und derentwegen ein jisraélitisches Gericht nicht hinrichtet; seien einem Noaḥiden nicht verboten; dies schließt ja wahrscheinlich den Fall aus, wenn ein Nichtjude einen Götzen gefertigt und ihn nicht verehrt hat!?", "R. Papa erwiderte: Nein: dies schließt das Umarmen und Küssen aus. —", "Welches Umarmen und Küssen: ist dies die Art [der Verehrung], so ist er ja hinzurichten!? — Vielmehr, wenn dies nicht die Art [der Verehrung] ist.", "Ist denn die Rechtspflege den Noaḥiden geboten worden, es wird ja gelehrt: Zehn Gesetze sind den Jisraéliten in Mara191Cf. Ex. 15,23.auferlegt worden; sieben, die die Noaḥiden bereits auf sich genommen hatten, und zu diesen hinzugefügt wurden: die Rechtspflege, das Šabbathgesetz und die Ehrung von Vater und Mutter.", "Die Rechtspflege, denn es heißt:192Ex. 15,25.dort gab er ihm Gesetz und Recht. Das Šabbathgesetz und die Ehrung von Vater und Mutter, denn es heißt:193Dt. 5,16.wie dir der Herr, dein Gott, geboten hat, und R. Jehuda erklärte: wie er dir in Mara geboten194Da wurden ihnen diese beiden Gebote auferlegt.hat!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies bezieht sich auf [Gerichts]kollegium, Zeugen und Warnung195Bei der Verurteilung eines Nichtjuden genügen ein Richter u. ein Zeuge, auch ist die vorherige Warnung nicht erforderlich; cf. infra Fol. 57b.. —", "Wieso heißt es demnach, zu diesen wurde die ‘Rechtspflege’ hinzugefügt!?", "Vielmehr, erklärte Raba, dies bezieht sich auf die Rechtspflege bei Geldbußen. — Aber immerhin müßte es ja heißen: zu der Rechtspflege wurde noch hinzugefügt!?", "Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob, dies besagt, daß in jedem Bezirke und in jeder Stadt Gerichte eingesetzt werden müssen. — War dies denn den Noaḥiden nicht geboten worden, es wird ja gelehrt: Wie es den Jisraéliten geboten worden ist, in jedem Bezirke und in jeder Stadt Gerichte einzusetzen, ebenso war es den Noaḥiden geboten worden, in jedem Bezirke und in jeder Stadt Gerichte einzusetzen!?", "Vielmehr, erklärte Raba, jener Autor196Der oben angezogenen Lehre.ist der Autor aus der Schule Menašes, der Rechtspflege und Gotteslästerung fortläßt197Bei der Aufzählung der 7 noahidischen Gesetze.und Kastration und Mischung mitzählt.", "In der Schule Menašes wurde nämlich gelehrt: Sieben Gesetze wurden den Noaḥiden auferlegt: [das Verbot] des Götzendienstes, der Unzucht, des Blutvergießens, des Raubes, des Genusses eines Gliedes von einem lebenden Tiere, der Kastration und der Mischung.", "R. Jehuda sagt, dem ersten Menschen sei nur der Götzendienst verboten worden, denn es heißt:178Gen. 2,16.da gebot Gott, der Herr, dem Menschen. R. Jehuda b. Bethera sagt, auch die Gotteslästerung; andere sagen, auch die Rechtspflege [sei ihm geboten worden].", "Nach wessen Ansicht erklärte R. Jehuda im Namen Rabhs: ich bin Gott, ihr sollt mich nicht lästern; ich bin Gott, ihr sollt mich nicht vertauschen198Verbot des Götzendienstes.; ich bin Gott, meine Furcht199Man soll nicht nach Willkür handeln, sondern nach richterlicher Entscheidung.sei über euch: nach wessen? Nach der anderen200Er entnimmt aus den W.en ‘ich bin Gott’, die Adam eingeschärft wurden, alle 3 Gesetze.. —", "Verwendet der Autor aus der Schule Menašes [das Wort] gebot zur Forschung, so sollten auch jene201Rechtspflege u. Gotteslästerung.einbegriffen sein, und verwendet er es nicht zur Forschung, woher weiß er es von diesen!? —", "Tatsächlich verwendet er es nicht zur Forschung, bezüglich dieser aber sind besondere Schriftverse vorhanden. Götzendienst und Unzucht," ], [ "denn es heißt:202Gen. 6,11.die Erde aber war verderbt vor dem Angesichte Gottes, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, daß überall, wo von einem Verderb gesprochen wird, Unzucht und Götzendienst203Wenn sie deshalb bestraft wurden, so war es ihnen ja verboten worden.zu verstehen sei. Unzucht, denn es heißt:204Gen. 6,12.denn alles Fleisch hatte seinen Wandel verderbt; Götzendienst, denn es heißt: 205Dt. 4,16.daß ihr nicht verderbt handelt und verfertigt &c. —", "Und jener206Der dies aus dem W.e ‘gebot’ folgert.!? — Er erzählt nur von ihrer Ausartung.", "Blutvergießen, denn es heißt:207Gen. 9,6.wer Menschenblut vergießt &c. — Und jener!? — Er sagt nur, daß darauf die Todesstrafe gesetzt sei.", "Raub, denn es heißt:208Ib. V. 3.wie das grüne Kraut gebe ich euch alles, und hierzu sagte R. Levi: wie das grüne Kraut, nicht aber wie das Gartenkraut209Dh. nur das Herrenlose, nicht aber fremdes Eigentum.. — Und jener!? — Dies besagt nur, daß ihnen [der Genuß] des Fleisches erlaubt wurde. —", "Der Genuß eines Gliedes von einem lebenden Tiere, denn es heißt:210Gen. 9,4.nur Fleisch, das noch sein Leben, sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen. — Und jener!? — Dies besagt nur, daß ihnen die Kriechtiere erlaubt wurden211Cf. infra Fol. 59b..", "Die Kastration, denn es heißt:212Gen. 9,7.regt euch auf der Erde und mehret euch auf ihr, — Und jener? — Dies ist nur ein Segen.", "Die Mischung, denn es heißt:213Ib. 6,20.von den Vögeln, je nach ihrer Art. — Und jener!? — Dies nur wegen der Paarung.", "R. Joseph sagte: Wegen dreier Vergehen ist ein Noaḥide hinzurichten214Wegen der übrigen, den Noaḥiden auferlegten Gesetze ist er nicht hinzurichten.: wegen der Unzucht, wegen des Blutvergießens und wegen der Gotteslästerung.", "R. Šešeth wandte ein: Allerdings wegen des Blutvergießens, denn es heißt: wer Menschenblut vergießt &c., woher aber weiß er es von den anderen;", "folgert er es vom Blutvergießen, so sollte er es auch wegen aller übrigen, und sind sie215Die Noaḥiden.in [den Worten] jeder Mann216Die beim Verbote der Unzucht u. beim Verbote des Götzendienstes gebraucht werden.einbegriffen, so sollten sie auch hinsichtlich des Götzendienstes in [den Worten] jeder Mann einbegriffen sein!?", "Vielmehr, sagte R. Šešeth, in der Schule Rabhs sagten sie, ein Noaḥide sei wegen vier Vergehen hinzurichten. —", "Ist denn ein Noaḥide wegen des Götzendienstes hinzurichten, hinsichtlich des Götzendienstes wird ja gelehrt, daß Handlungen, derentwegen ein jisraélitisches Gericht hinrichten läßt, einem Noaḥiden verboten sind; nur verboten sind sie ihm, hinzurichten ist er aber nicht!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Das Verbot ist für sie die Todesstrafe.", "R. Hona, R. Jehuda und alle Schüler Rabhs sagten, ein Noaḥide sei wegen aller sieben Vergehen hinzurichten, denn der Allbarmherzige offenbarte dies bei einem217Beim Blutvergießen, cf. Gen. 9,6., und dasselbe gilt auch von allen übrigen. —", "Ist denn ein Noaḥide wegen des Raubes hinzurichten, hinsichtlich des Raubes wird ja gelehrt, daß Diebstahl, Raub, [der Raub] einer Schönen218Aus der Kriegsgefangenschaft; cf. Dt. 21,11ff. und alles gleiche einem Nichtjuden gegenüber einem Nichtjuden und einem Nichtjuden gegenüber einem Jisraéliten verboten und einem Jisraéliten gegenüber einem Nichtjuden erlaubt sei; wenn dem nun so wäre, so sollte es ja heißen, er sei strafbar!? —", "Da er im Schlußsatze lehren will, einem Jisraéliten gegenüber einem Nichtjuden sei es erlaubt, so lehrt er im Anfangsatze, es sei verboten. —", "Aber in Fällen, wo die Handlung strafbar ist, wird dies ja gelehrt, denn im Anfangsatze lehrt er: das Blutvergießen ist bei einem Nichtjuden gegenüber einem Nichtjuden und bei einem Nichtjuden gegenüber einem Jisraéliten strafbar, und bei einem Jisraéliten gegenüber einem Nichtjuden straffrei!? —", "Wie sollte er da anders lehren: wenn etwa ‘verboten’, beziehungsweise ‘erlaubt’, so wird ja gelehrt, daß man Nichtjuden und Kleinvieh-Hirten weder heraufziehe219Wenn sie in eine Grube fallen u. in Lebensgefahr schweben, bezw. in eine solche hinabstoßen.noch hinabstoße. —", "Was heißt beim Raube ‘alles gleiche’? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Dies bezieht sich auf einen Arbeiter in einem Weinberge220Wenn er von den Früchten genießt.. —", "Bei welcher Gelegenheit: ist er da beschäftigt, so ist es ja erlaubt221Cf. Dt. 23,25., ist er da nicht beschäftigt, so ist es ja wirklicher Raub!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, dies bezieht sich auf eine Sache, die weniger als eine Peruṭa wert ist. — Wieso ist es demnach einem Nichtjuden gegenüber einem Jisraéliten verboten, er verzichtet222Was weniger als eine P. wert ist, verliert bei einem Jisraéliten die Eigenschaft einer Wertsache, da er darauf verzichtet; bei einem Nichtjuden ist dies nicht der Fall. ja darauf!? — Zugegeben, daß er nachher verzichtet, bei [der Beraubung] aber ärgert er sich doch. —", "Wieso gilt dies auch von einem Nichtjuden, ein solcher kann ja nicht222Was weniger als eine P. wert ist, verliert bei einem Jisraéliten die Eigenschaft einer Wertsache, da er darauf verzichtet; bei einem Nichtjuden ist dies nicht der Fall.verzichten, somit ist es ja wirklicher Raub!?", "Vielmehr, erklärte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, dies bezieht sich auf den Fall, wenn man den Lohn eines Mietlings zurückhält; einem Nichtjuden gegenüber einem Nichtjuden und einem Nichtjuden gegenüber einem Jisraéliten ist es verboten, einem Jisraéliten gegenüber einem Nichtjuden ist es erlaubt. —", "Was heißt beim [Raube einer] Schönen ‘alles gleiche’? — Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Elea͑zars im Namen R. Ḥaninas: Wenn ein Noaḥide für seinen Sklaven eine Magd bestimmt hat und sie beschläft, so ist er dieserhalb hinzurichten.", "Was beim Blutvergießen ‘alles gleiche’ heißt, wird nicht gelehrt. Abajje sagte: Sollte sich eine Lehre finden, so ist es die des R. Jonathan b. Šaúl, denn es wird gelehrt: R. Jonathan b. Šaúl sagte: Wenn jemand von einem verfolgt wurde und sich durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder223Dh. er konnte ihn unschädlich machen.retten konnte, und dies nicht getan224Sondern ihn getötet.hat," ], [ "so wird er dieserhalb hingerichtet.", "R. Ja͑qob b. Aḥa fand geschrieben in einem Agadabuch aus der Schule Rabhs: Ein Noaḥide ist hinzurichten durch einen Richter, durch einen Zeugen, und ohne vorherige Warnung; durch einen Mann und nicht durch eine Frau, jedoch auch durch einen Verwandten. Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, auch wegen ungeborener Kinder225Wenn er zBs. eine Frau schlägt u. sie dadurch abortiert, so wird er wegen Mordes hingerichtet, ein Jisraélit nur dann, wenn er ein lebend geborenes Kind tötet.. —", "Woher dies? R. Jehuda erwiderte: Die Schrift sagt:226Gen. 9,5.das Blut eures Lebens werde ich fordern, selbst durch einen Richter;", "von jedem Tiere, auch ohne vorherige Warnung; werde ich fordern, und von jedem Menschen, selbst durch einen Zeugen; von einem jeden Manne, nicht aber von einer Frau; seines Bruders, selbst durch einen Verwandten. —", "«Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, auch wegen ungeborener Kinder.» Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Es heißt:227Ib. V. 6.wer das Blut eines Menschen im Menschen vergießt, dessen Blut soll vergossen werden; welcher Mensch befindet sich in einem Menschen? Ein Kind im Leibe seiner Mutter.", "Der erste Autor aber ist der aus der Schule Menašes, welcher sagt, daß überall, wo hinsichtlich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, es die Erdrosselung sei. Er verbindet nämlich [die Worte] im Menschen mit dem Schlüsse des Verses und liest wie folgt; im Menschen soll sein Blut vergossen werden, und die Erdrosselung ist ein Blutvergießen, bei der das Blut im Menschen zurückbleibt.", "R. Hamnuna wandte ein: Ist denn [die Rechtspflege den noaḥidischen] Frauen nicht auferlegt worden, es heißt ja:228Gen. 18,19.denn ich habe ihn erkoren, damit er gebiete &c.229Weiter folgt: und seinem Hause gebiete, u. unter ‘Haus’ versteht der T. die Frau.!?", "Er erhob diesen Einwand und er selber erklärte es auch: seinen Söhnen als Pflicht, seiner Frau aber als gute Handlung.", "R. Ivja der Greis sprach zu R. Papa: Eine Noaḥidin, die einen Mord begeht, sollte nicht hingerichtet werden, denn es heißt: von einem Manne, nicht aber von einer Frau!? Dieser erwiderte: So erklärte R. Jehuda: wer Menschenblut vergießt, in jedem Falle. —", "Eine hurende Noaḥidin sollte nicht hingerichtet werden, denn es heißt:230Gen. 2,24.daher verlasse jeder Mann &c., nicht aber eine Frau!? Dieser erwiderte: So erklärte R. Jehuda: daß sie zu einem Leibe werden, die Schrift hat sie somit wieder vereinigt.", "Die Rabbanan lehrten:231Lev. 18,6.Jeder, wozu heißt es: jeder Mann? Dies schließt die Nichtjuden ein, daß ihnen, gleich den Jisraéliten, die Unzucht verboten ist. —", "Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen: also, dies deutet232Cf. supra Fol. 56b.auf [das Verbot der] Unzucht!? —", "Dies deutet auf [unsere] Unzucht mit ihren [Frauen], jenes auf ihre Unzucht mit unseren. Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt, daß er, wenn er mit einer Jisraélitin Unzucht getrieben hat, nach jisraélitischem Rechte abgeurteilt werde. —", "In welcher Hinsicht? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß dann Gerichtskollegium, Zeugen und vorherige Warnung erforderlich sind. —", "Also eine Erleichterung!?", "Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, dies bezieht sich auf die Unzucht mit einer Verlobten, die bei ihnen nicht als solche233Ihnen ist nur der Verkehr mit einer Ehefrau verboten.gilt; in diesem Falle wird er nach unserem Rechte abgeurteilt,", "während er bei einer Ehefrau nach ihrem Rechte abgeurteilt wird. — Es wird ja aber gelehrt, daß er, wenn er eine Verlobte beschläft, durch Steinigung, und wenn eine Verheiratete, durch Erdrosselung hingerichtet werde, und nach ihrem Rechte müßte er ja durch das Schwert hingerichtet werden!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter ‘Verheiratete’, von der hier gesprochen wird, ist eine zu verstehen, bei der nur die Antrauung234Wörtl. sie kam unter den Baldachin; unter einem solchen wird nämlich die Zeremonie der Antrauung vollzogen.und nicht die Begattung vollzogen worden ist; eine solche gilt bei ihnen nicht [als verheiratet], daher wird er nach unserem Rechte abgeurteilt.", "R. Ḥanina lehrte nämlich, bei ihnen gelte [eine Frau] nach der Begattung als Ehefrau, nicht aber nach der Antrauung ohne Begattung.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Eine Unzucht, derentwegen ein jisraélitisches Gericht hinrichten läßt, ist einem Noaḥiden verboten, und derentwegen ein jisraélitisches Gericht nicht hinrichten läßt, ist einem Noaḥiden nicht verboten — so R. Meír. Die Weisen sagen, es gebe viele Fälle von Unzucht, derentwegen ein jisraélitisches Gericht nicht hinrichten läßt, und die dennoch einem Noaḥiden verboten sind.", "Trieb er Unzucht mit einer Jisraélitin, so wird er nach jisraélitischem Rechte abgeurteilt, trieb er Unzucht mit einer Noaḥidin, so wird er nach noaḥidischem Rechte abgeurteilt; wir haben nur den einen Fall von der Verlobten235In welchem Falle der Noaḥide nach dem für sie bestimmten Rechte straffrei wäre u. man ihn daher nach jisraélitischem Rechte aburteilt.. — Sollte er doch mitzählen den Fall, wenn an einer Frau die Antrauung, aber nicht die Begattung vollzogen worden ist!? —", "Dieser Autor ist der Autor der Schule Menašes, welcher sagt, daß überall, wo hinsichtlich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, es die Erdrosselung sei, somit ist es in beiden Fällen die Erdrosselung236Sowohl wegen einer Jisraélitin als auch wegen einer Nichtjüdin wird er durch Erdrosselung hingerichtet.. —", "Ist R. Meír denn der Ansicht, die Unzucht, derentwegen das jisraélitische Gericht hinrichten läßt, sei einem Noaḥiden verboten, es wird ja gelehrt: Bei einem Proselyten," ], [ "dessen Schwängerung nicht in Heiligkeit und dessen Geburt in Heiligkeit erfolgt ist, gibt es eine Blutsverwandtschaft237Bezüglich der Inzestgesetze.mütterlicherseits und nicht väterlicherseits.", "Und zwar: heiratete er seine Schwester mütterlicherseits, so entferne er sie, wenn eine väterlicherseits, so behalte er sie; wenn die Schwester seines Vaters mütterlicherseits, so entferne er sie, wenn väterlicherseits, so behalte er sie;", "wenn die Schwester seiner Mutter mütterlicherseits, so entferne er sie, wenn die Schwester seiner Mutter väterlicherseits, so entferne er sie nach R. Meír und behalte sie nach den Weisen. R. Meír sagte nämlich: jede durch Blutsverwandtschaft mütterlicherseits Inzestuöse müsse er entfernen, väterlicherseits aber dürfe er behalten.", "Ihm ist die Frau seines Bruders und die Frau des Bruders seines Vaters erlaubt, und ebenso sind ihm alle anderen Inzestuösen erlaubt. Dies schließt die Frau seines Vaters ein.", "Hat er eine Frau und Tochter geheiratet, so behalte er die eine und entferne238Wenn sie sich ebenfalls bekehren.die andere; von vornherein darf er sie nicht239Dies wird (Jab. Fol. 98b) auf die obengenannten Fälle bezogen. heiraten. Stirbt seine Frau, so ist ihm seine Schwiegermutter erlaubt; manche sagen, seine Schwiegermutter sei ihm verboten240Hier wird also nach RM. gelehrt, daß ihm die Frau seines Vaters erlaubt sei, ein Fall, auf den nach jisraél. Gesetze die Todesstrafe gesetzt ist.!?", "R. Jehuda erwiderte: Das ist kein Einwand; eines lehrte R. Meír nach R. Elie͑zer und eines lehrte R. Meír nach R. A͑qiba241Er war beider Schüler..", "Es wird nämlich gelehrt: Daher verlasse jeder Vater und Mutter. R. Elie͑zer erklärte: Vater, die Schwester des Vaters; Mutter, die Schwester der Mutter. R. A͑qiba erklärte: Vater, die Frau des Vaters; Mutter, wörtlich.", "Und schließe sich an, nicht an einen Mann; an seine Frau, nicht an die Frau seines Nächstens. Und sie werden zu einem Leibe, ausgenommen sind Vieh und Wild, die nicht zu einem Leibe werden können242Sie können von einem Menschen nicht geschwängert werden..", "Der Meister sagte: R. Elie͑zer erklärte: Vater, die Schwester des Vaters. Vielleicht ‘Vater’ in der wörtlichen Bedeutung!? — Dies [liegt in der Auslegung:] und schließe sich an, nicht aber an einen Mann. —", "Vielleicht die Frau seines Vaters!? — Dies [liegt in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten. — Vielleicht nach dem Tode243Die Wiederholung des Verbotes besagt, daß dies auch nach dem Tode des Vaters verboten sei.!? — Gleich [der Verwandtschaft] der Mutter: wie die Verwandtschaft der Mutter keine eheliche ist, ebenso auch die Verwandtschaft des Vaters, die keine eheliche244Während die Verwandtschaft mit der Frau des Vaters keine natürliche, sondern eine angeheiratete ist.ist. —", "«Mutter, die Schwester der Mutter.» Vielleicht ‘Mutter’ in der wörtlichen Bedeutung!? — Dies [liegt in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten. — Vielleicht nach dem Tode243Die Wiederholung des Verbotes besagt, daß dies auch nach dem Tode des Vaters verboten sei.!? — Gleich ‘Vater’: wie ‘Vater’ nicht wörtlich zu nehmen ist, ebenso ist auch ‘Mutter’ nicht wörtlich zu nehmen. —", "«R. A͑qiba erklärte: Vater, die Frau des Vaters.» Vielleicht ‘Vater’ in der wörtlichen Bedeutung!? — Dies [liegt ja in der Auslegung:] und schließe sich an, nicht aber an einen Mann. — Demnach ist ja auch gegen [die Auslegung:] die Frau des Vaters, einzuwenden, dies [liege in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten!? — Nach dem Tode243Die Wiederholung des Verbotes besagt, daß dies auch nach dem Tode des Vaters verboten sei.. —", "«Mutter, wörtlich.» Dies [liegt ja in der Auslegung:] an seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten!? — Die illegitime Mutter245Wörtl. von der Genotzüchtigten [sc. des Vaters]; in diesem Falle ist sie nur seine Mutter, nicht aber die Frau seines Vaters.. —", "Worin besteht ihr Streit? — R. Elie͑zer ist der Ansicht," ], [ "[die Auslegung von] Vater gleiche der von Mutter und die von Mutter gleiche der von Vater, und dies ist nur dann der Fall, wenn man es auf die Schwestern bezieht;", "R. A͑qiba aber [ist der Ansicht], man beziehe es lieber auf die Frau des Vaters, bei der der Ausdruck ‘Scham246Im Abschnitte von der Blutschande; cf. Lev. 18,8,12. des Vaters’ gebraucht wird, als auf die Schwester des Vaters, bei der der Ausdruck ‘Verwandte246Im Abschnitte von der Blutschande; cf. Lev. 18,8,12.des Vaters’, nicht aber ‘Scham des Vaters’ gebraucht wird. —", "Komm und höre:247Ex. 6,20.Da nahm A͑mram seine Muhme Jokhebed; doch wohl seine Muhme mütterlicherseits!? —", "Nein, seine Muhme väterlicherseits. —", "Komm und höre:248Gen. 20,12.Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter; demnach wäre ihm die Tochter seiner Mutter verboten!? —", "Du glaubst wohl, sie war seine Schwester, sie war ja die Tochter seines Bruders, somit war sie ihm erlaubt, einerlei ob [die Verwandtschaft] väterlicherseits oder mütterlicherseits war; vielmehr erzählte er ihm nur, daß er mit ihr in schwesterlicher Verwandtschaft stehe, väterlicherseits und nicht mütterlicherseits249Hier handelt es sich überhaupt nicht darum, was ihm erlaubt oder verboten war, vielmehr wollte Abraham nur den Sachverhalt aufklären.. —", "Komm und höre: Weshalb heiratete Adam nicht seine Tochter? Damit Qajin seine Schwester heirate, denn es heißt:250Ps. 89,3.die Welt wird durch Gnade251A. Qajin eine Gnade, indem er ihm seine Schwester erlaubte. Möglicherweise ist hier an חסד Unzucht, Schande, zu denken, eine Bezeichnung, die Lev. 20,17 vom Verkehr zwischen Bruder u. Schwester gebraucht wird.aufgebaut. Sonst aber wäre sie ihm verboten!? —", "Da dies erlaubt worden ist, so blieb es dabei.", "R. Hona sagte: Einem Nichtjuden ist seine Tochter erlaubt; wenn du aber einwenden wolltest, weshalb Adam nicht seine Tochter nahm, [so ist zu erwidern:] damit Qajin seine Schwester nehme, denn: die Welt wird durch Gnade aufgebaut.", "Manche lesen: R. Hona sagte: Einem Nichtjuden ist seine Tochter verboten; dies ist daraus zu ersehen, daß Adam seine Tochter nicht nahm. Das ist aber nichts, denn dies geschah nur deshalb, damit Qajin seine Schwester nehme, denn: die Welt wird durch Gnade aufgebaut.", "R. Ḥisda sagte: Einem Sklaven ist sowohl seine Mutter als auch seine Tochter erlaubt. Er ist aus der Gemeinschaft der Nichtjuden ausgeschieden, jedoch nicht in die Gemeinschaft der Jisraéliten gelangt.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Elea͑zars im Namen R. Ḥaninas: Wenn ein Noaḥide eine Magd für seinen Sklaven bestimmt hat und sie beschläft, so wird er dieserhalb hingerichtet. —", "Von wann ab252Gilt sie als Frau des Sklaven.? R. Naḥman erwiderte: Wenn man sie dessen253Des Sklaven; das W. רביתא entspricht hier ungefähr dem deutschen Dirne.Mädchen nennt. — Wann wird sie wieder erlaubt254Von einer legitimen Ehe kann in diesem Falle nicht die Rede sein; solange sie keusch ist, gilt sie als seine ‘Bestimmte’, ist sie es nicht, so ist sie jedem erlaubt.? R. Hona erwiderte: Wenn sie ihren Kopf auf der Straße entblößt.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Wenn ein Noaḥide seine Frau auf widernatürliche Weise beschläft, so ist er strafbar, denn es heißt: und schließe sich an, nicht aber auf widernatürliche255Die widernatürliche Beschlafung gilt nicht als Anschließung, da keine Befruchtung erfolgen kann; vgl. Anm. 242.Weise.", "Raba wandte ein: Gibt es denn etwas, dessentwegen ein Jisraélit nicht strafbar wäre und ein Nichtjude wohl!?", "Vielmehr, sagte Raba, wenn ein Noaḥide die Frau seines Nächsten auf widernatürliche Weise beschläft, so ist er straffrei. — Aus welchem Grunde? — An seine Frau, nicht aber an die Frau seines Nächsten; und schließe sich an, nicht aber auf widernatürliche Weise256Der erste Passus ist vom zweiten abhängig..", "R. Ḥanina sagte: Wenn ein Nichtjude einen Jisraéliten schlägt, so verdient er den Tod, denn es heißt:257Ex. 2,12.da wandte er sich nach allen Seiten um, und wie er sah, daß niemand zugegen war, erschlug er den Miçri.", "Ferner sagte R. Ḥanina: Wenn jemand einen Jisraéliten ohrfeigt, so ist es ebenso als hätte er die Göttlichkeit geohrfeigt, denn es heißt: 258Pr. 20,25. Dieser Vers wird wie folgt ausgelegt: מוקש wird von נקש schlagen, stoßen, abgeleitet, unter אדם, Mensch, ist Jisraél zu verstehen (cf. Ez. 34,31), ילע ist derivativ von לוע Kinnlade, Wange; der Vers wird also übersetzt: wer einen Jisraéliten schlägt, ohrfeigt den Heiligen [Gott].ein Fallstrick für den Menschen ist es, unbedacht ‘heilig’ zu rufen.", "Reš Laqiš sagte: Wer seine Hand gegen seinen Nächsten erhebt, auch wenn er ihn nicht geschlagen hat, heißt ein Bösewicht, denn es heißt: 259Ex. 2,13.da sprach er zum Bösewichte: Warum schlägst du deinen Genossen? Es heißt also nicht: warum hast du geschlagen, sondern: warum schlägst du; er heißt also Bösewicht, obgleich er noch nicht geschlagen hatte.", "Zee͑ri im Namen R. Ḥaninas sagte, er heiße Sünder, denn es heißt: 260iSam. 2,16.wo nicht, so nehme ich es mit Gewalt, und darauf folgt:261Ib. V. 17.und die Versündigung der jungen Männer war sehr262Bei der Anwendung von Gewalt mußten sie ihre Hand erhoben haben, u. dies wird als Sünde bezeichnet.schwer.", "R. Hona sagte: Seine Hand möge abgehauen werden, denn es heißt:263Ij. 38,15.und der erhobene Arm wird zerschmettert. R. Hona ließ jemand die Hand abhauen.", "R. Elea͑zar sagte: Für ihn gibt es kein anderes Mittel als das Begraben, denn es heißt:264Ib. 22,8.dem Manne der Faust — ihm die Erde.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Das Ackerland ist nur den Faustmännern gegeben worden, denn es heißt: dem Manne der Faust, ihm gehört die Erde.", "Ferner sagte Reš Laqiš: Es heißt:265Pr. 12,11.wer seinen Acker bearbeitet, wird satt an Brot; macht einer sich zum Arbeiter seines Ackers, so wird er satt an Brot, wenn aber nicht, so wird er nicht satt an Brot.", "Ferner sagte Reš Laqiš: Wenn ein Nichtjude am Šabbath feiert, so verdient er den Tod, denn es heißt:266Gen. 8,22.Tag und Nacht sollen sie nicht ruhen, und der Meister sagte, daß für sie die Todesstrafe im Verbote liege. Rabina sagte: Selbst am Montag267Dh. an irgend einem Wochentage, der kein Ruhetag ist, weder für Juden noch für Andersgläubige; es ist ihnen geboten, immerwährend zu arbeiten.. —", "Sollte er dies doch zu den sieben Gesetzen zählen!? — Er zählt nur zu unterlassende Handlungen, nicht aber auszuübende. —" ], [ "Die Rechtspflege ist ja eine auszuübende Handlung, dennoch zählt er sie mit. — Diese ist eine auszuübende und eine zu unterlassende Handlung268Das Unrecht soll unterlassen werden..", "Ferner sagte R. Joḥanan: Wenn ein Nichtjude sich mit der Tora befaßt, so verdient er den Tod, denn es heißt: eine Lehre übergab uns Moše, zum Erbbesitze; sie ist ein Erbbesitz für uns, nicht aber für sie. —", "Sollte er dies doch zu den sieben Gesetzen zählen!? — Nach demjenigen, der moraša [Erbbesitz] liest, ist es ja Raub269Und dies gehört ja zu den 7 noaḥid. Gesetzen., und nach demjenigen, der meorasa [Verlobte]270Cf. Pes. Fol. 49b.liest, gleicht dies der Beschlafung269Und dies gehört ja zu den 7 noaḥid. Gesetzen. einer Verlobten, worauf die Steinigung gesetzt ist.", "Man wandte ein: R. Meír sagte: Woher, daß selbst ein Nichtjude, der sich mit der Tora befaßt, dem Hochpriester gleiche? Es heißt:271Lev. 18,5.der Mensch, der nach ihnen handelt, wird durch sie leben; es heißt nicht: Priester, Leviten und Jisraéliten, sondern: der Mensch, dies lehrt dich, daß selbst ein Nichtjude, der sich mit der Tora befaßt, dem Hochpriester gleiche!? —", "Dies bezieht sich auf [das Studium] ihrer sieben Gesetze.", "«R. Ḥanina b. Gamliél sagt, auch das Blut von einem lebenden Tiere.» Die Rabbanan lehrten:272Gen. 9,4.Nur Fleisch, das noch sein Leben, sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen, das ist ein Glied von einem lebenden Tiere. R. Ḥanina b. Gamliél sagt, auch das Blut von einem lebenden Tiere.", "Was ist der Grund des R. Ḥanina b. Gamliél? — Man lese hierbei: das Fleisch mit dem Leben sollst du nicht essen, und: das Blut mit dem Leben sollst du nicht essen. — Und die Rabbanan!? — Dies273Das W. Blut; cf. infra Fol. 29b.besagt, daß Kriechtiere erlaubt sind.", "Desgleichen heißt es:274Dt. 12,23.nur sei fest, das Blut nicht zu essen, denn das Blut ist das Leben &c.; nur sei fest, das Blut nicht zu essen, ein Glied von einem lebenden Tiere, denn das Blut ist das Leben, das Blut von einem lebenden Tiere. —", "Und die Rabbanan!? — Dies bezieht sich auf das Blut vom Aderlasse, mit dem das Leben mitgeht. —", "Wozu brauchte dies, wo es schon den Noaḥiden anbefohlen wurde, am [Berge] Sinaj wiederholt zu werden!? —", "Dies nach einer Lehre des R. Jose b. Ḥanina, denn R. Jose b. Ḥanina sagte: Jedes Gebot, das den Noaḥiden anbefohlen und am Sinaj wiederholt worden ist, ist beiden auferlegt worden;", "das den Noaḥiden anbefohlen, aber am Sinaj nicht wiederholt worden ist, ist nur den Jisraéliten, nicht aber den Noaḥiden auferlegt worden; wir kennen jedoch nur [das Verbot der] Spannader, nach R. Jehuda275Der Genuß derselben ist vor der Gesetzgebung, also den Noaḥiden, verboten worden, u. das Gebot wurde am Sinaj nicht, wiederholt; cf. Hul. Fol. 100b..", "Der Meister sagte: Jedes Gebot, das den Noaḥiden anbefohlen und am Sinaj wiederholt worden ist, ist beiden auferlegt worden. Im Gegenteil, wenn es am Sinaj wiederholt worden ist, so ist es ja nur Jisraél auferlegt worden und nicht den Noaḥiden!? —", "Auch [das Verbot] des Götzendienstes wurde am Sinaj wiederholt, und da wir finden, daß die Nichtjuden dieserhalb bestraft wurden, so ist zu entnehmen, daß es beiden auferlegt worden ist.", "«Das den Noaḥiden anbefohlen, aber am Sinaj nicht wiederholt worden ist, ist nur den Jisraéliten, aber nicht den Noaḥiden auferlegt worden.» Im Gegenteil, wenn es am Sinaj nicht wiederholt worden ist, so ist es ja nur den Noaḥiden und nicht den Jisraéliten auferlegt worden!? — Es gibt nichts, was den Jisraéliten erlaubt und den Nichtjuden verboten wäre. —", "Etwa nicht, [der Raub] einer Schönen218Aus der Kriegsgefangenschaft; cf. Dt. 21,11ff.ist es ja!? — Nur deshalb, weil bei ihnen [das Gesetz von der] Eroberung nicht gilt276Der Raub einer Schönen ist den Jisraéliten nur bei ihren Eroberungszügen erlaubt worden.. —", "Der Wert unter einer Peruṭa ist es ja277Der Raub einer Sache, die keine Peruṭa wert ist, ist einem Jisraéliten erlaubt, einem Nichtjuden aber verboten.!? — Nur deshalb, weil sie auf nichts verzichten278Der Raub ist beiden verboten, nur gilt eine Sache, die keine P. wert ist, bei einem Jisraéliten als wertlos, da er darauf verzichtet, ein Nichtjude aber nicht..", "«Jedes Gebot, das den Noaḥiden anbefohlen und am Sinaj wiederholt worden ist, ist beiden auferlegt worden.»" ], [ "Aber die Beschneidung wurde ja den Noaḥiden anbefohlen, wie es heißt:279Gen. 17,9.du aber sollst mein Bündnis halten, und wurde am Sinaj wiederholt, wie es heißt:280Lev. 12,3.und am achten Tage ist zu beschneiden, dennoch ist sie nur den Jisraéliten und nicht den Noaḥiden auferlegt worden!? —", "Die [Wiederholung] besagt nur, daß sie auch am Šabbath erlaubt sei: am Tage, selbst am Šabbath. —", "Aber die Fortpflanzung wurde ja den Noaḥiden anbefohlen, wie es heißt:281Gen. 9,7.ihr aber seid fruchtbar und mehret euch, und wurde auch am Sinaj wiederholt, wie es heißt:282Dt. 5,27.geh sage ihnen: Kehret in eure Zelte zurück, dennoch ist sie nur den Jisraéliten und nicht den Noaḥiden auferlegt worden!? —", "Hierbei [war die Wiederholung deshalb nötig], weil alles, was durch einen Beschluß verboten wird, nur durch einen anderen Beschluß erlaubt werden kann283Drei Tage vor Empfang des Gesetzes war ihnen die Fortpflanzung verboten worden (cf. Ex. 19,15), allerdings auf eine beschränkte Zeit, aber immerhin war es nötig, ihnen die Erlaubnis dazu besonders zu erteilen.. —", "Demnach könnte man ja auch von jenen284Den 7 noaḥidischen Gesetzen, zBs. wegen der Strafandrohung u. Angabe der Strafesagen, sie seien aus irgend einem Grunde wiederholt worden!? —", "Er meint es wie folgt: die Wiederholung des Verbotes285Die Angabe der Strafe würde ja dasselbe besagt haben.wäre nicht nötig. —", "«Wir kennen jedoch nur [das Verbot der] Spannader, nach R. Jehuda.» Auch jene286Die oben genannten Gebote (Beschneidung u. Fortpflanzung); da die Wiederholung aus irgend einem Grunde erfolgt ist, so gilt dies nicht als Wiederholung.sind ja nicht wiederholt worden!? —", "Jene sind aus irgend einem Grunde wiederholt worden, dieses ist aber überhaupt nicht wiederholt worden.", "Wenn du willst, sage ich: die Beschneidung wurde auch von vornherein nur Abraham anbefohlen:279Gen. 17,9.du aber sollst mein Bündnis halten, du und deine Nachkommen nach dir, nach ihren Geschlechtern; nur du und deine Nachkommen, andere aber nicht. —", "Demnach sollten die Söhne Jišma͑éls dazu verpflichtet sein!? —287Gen. 21,12. Denn nur die, die von Jiçḥaq stammen, werden als deine Nachkommen gelten. —", "Sollten die Nachkommen E͑savs dazu verpflichtet sein!? — Von Jiçḥaq, nicht aber alle Nachkommen Jiçḥaqs.", "R. Osa͑ja wandte ein: Demnach sollten die Söhne der Qeṭura von dieser Pflicht ausgeschlossen gewesen sein288Sie hatten wahrscheinl, eine Überlieferung, daß Abraham all seine Söhne beschnitten hatte.!? — R. Jose b. Abin, nach anderen R. Jose b. Ḥanina, erklärte ja: 289Gen. 17,14.Mein Bündnis hat er gebrochen, dies schließt die Söhne der Qeṭura ein.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Adam dem Urmenschen war der Genuß des Fleisches nicht erlaubt worden, denn es heißt:290Gen. 1,29,30.es diene für euch als Nahrung und für alle Tiere der Erde, nicht aber die Tiere der Erde für euch;", "als aber die Noaḥiden kamen, erlaubte er es ihnen, denn es heißt:291Ib. 9,3.wie das grüne Kraut gebe ich euch alles. Man könnte glauben, auch ein Glied von einem lebenden Tiere sei nicht verboten, so heißt es:292Ib. V. 4.nur das Fleisch, das noch sein heben, sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen. Man könnte glauben, dies gelte auch von den Kriechtieren, so heißt es: nur293Die Partikel ‘nur’ ist einschränkend; vgl. S. 656 Anm. 233.. —", "Wieso ist dies erwiesen294Daß gerade Kriechtiere von diesem Verbote ausgeschlossen sind.? R. Hona erwiderte: Sein Blut, nur Tiere, bei denen das Blut vom Fleische getrennt ist, ausgenommen sind Kriechtiere, bei denen das Blut nicht vom Fleische getrennt ist.", "Man wandte ein:295Gen. 1,28.Herrscht über die Fische im Meere; doch wohl hinsichtlich des Essens296Demnach war den vornoaḥidischen Geschlechtern der Genuß des Fleisches erlaubt.!? — Nein, hinsichtlich der Arbeit. —", "Sind denn Fische zur Arbeit verwendbar? — Freilich, so fragte auch Reḥaba, wie es denn sei, wenn man eine Ziege und eine Meerbutte zusammen [einen Wagen] ziehen läßt298Ob dies im Verbote, mit zweierlei Arten von Tieren keine Arbeit zu verrichten (cf. Dt. 22,10), einbegriffen ist.. —", "Komm und höre:295Gen. 1,28.Und über die Vögel am Himmel; doch wohl hinsichtlich des Essens296Demnach war den vornoaḥidischen Geschlechtern der Genuß des Fleisches erlaubt.!? — Nein, hinsichtlich der Arbeit. —", "Sind denn Vögel zur Arbeit verwendbar!? — Freilich, so fragte auch Rabba b. R. Hona, wie es denn nach R. Jose b. Jehuda sei, wenn man mit Gänsen und Hühnern zusammen drischt298Ob dies im Verbote, mit zweierlei Arten von Tieren keine Arbeit zu verrichten (cf. Dt. 22,10), einbegriffen ist.. —", "Komm und höre:295Gen. 1,28.Und über alles Getier, das sich auf der Erde tummelt299Solche Tiere sind ja entschieden zur Arbeit nicht verwendbar.!? — Dies bezieht sich auf die Schlange,", "denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Schade, daß ein so guter Diener der Welt verloren gegangen ist; wäre nämlich die Schlange nicht verflucht worden, so würden jedem Jisraéliten zwei gute Schlangen zur Verfügung gestanden haben; er würde eine nach Norden geschickt haben und eine nach Süden geschickt haben, um für ihn Sandarensen300Eine Art Edelstein., Edelsteine und Perlen zu holen. Noch mehr, er würde ihr einen Gurt unter den Schwanz gebunden haben, und sie würde ihm Erde nach seinem Garten oder nach seiner Ruine getragen haben.", "Man wandte ein: R. Jehuda b. Tema sagte: Adam der Urmensch saß im Edengarten, und die Dienstengel brieten für ihn Fleisch und kühlten für ihn Wein, und als die Schlange dies beobachtete und seine Herrlichkeit sah, beneidete sie ihn!? — Es war Fleisch, das ihm vom Himmel kam. —", "Gibt es denn Fleisch, das vom Himmel kommt? — Freilich, so befand sich einst R. Šimo͑n b. Ḥalaphta auf dem Wege, und zwei Löwen kamen brüllend auf ihn zu. Da sprach er:301Ps. 104,21.Die jungen Löwen brüllen nach Fraß. Hierauf fielen zwei Fleischstücke herab, das eine fraßen sie auf und das andere ließen sie zurück. Da nahm er es mit ins Lehrhaus und fragte, ob dies Unreines oder Reines sei. Man erwiderte ihm: Vom Himmel fällt nichts Unreines herab.", "R. Zera fragte R. Abahu: Wie ist es, wenn einem etwas in der Gestalt eines Esels herabfällt? Dieser erwiderte: Unkender Drache, man erwiderte ihm ja, daß nichts Unreines vom Himmel herabfalle.", "«R. Šimo͑n sagt, auch die Zauberei.» Was ist der Grund R. Šimo͑ns? — Es heißt:" ], [ "302Ex. 22,17.eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und darauf folgt: 303Ib. V. 18.jeder, der ein Tier beschläft, soll getötet werden, die dem Verbote, ein Tier zu beschlafen, unterworfen sind, sind auch dem Verbote, eine Zauberin leben zu lassen, unterworfen.", "«R. Elea͑zar sagt, auch die Mischung.» Woher dies? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt:304Lev. 19,19.meine Satzungen sollt ihr beobachten, die Satzungen, die ich dir bereits früher auferlegt habe.304Lev. 19,19.Du darfst nicht zweierlei Arten deines Viehes sich begatten lassen noch dein Feld mit zweierlei Arten [von Samen] besäen.", "Wie nun beim Vieh nur die Begattung verboten ist, ebenso ist auch beim Felde nur das Pfropfen305Unter ‘säen’ ist also nicht das Säen, sondern das Pfropfen von zweierlei Arten von Bäumen zu verstehen.verboten, und wie [das Gesetz hinsichtlich des] Viehs sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes gilt, ebenso gilt auch [das Gesetz hinsichtlich des] Feldes sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. —", "Es heißt ja aber auch:306Lev. 18,5.ihr sollt beobachten meine Satzungen und meine Rechte, demnach [wäre zu erklären:] meine Satzungen, die ich dir bereits früher auferlegt habe307Dieser Ausdruck wird ja auch bezügl. aller übrigen Gebote gebraucht.!? —", "Hier heißt es: ihr sollt beobachten meine Satzungen, also die jetzigen, dort aber heißt es: meine Satzungen sollt ihr beobachten, also die Satzungen von früher308Das W. Satzungen steht vor dem W.e beobachten, u. dies besagt, daß es sich um Satzungen handelt, die ihnen vor dem Gebote der Beobachtung auferlegt worden waren.sollt ihr beobachten.", "R. JEHOŠUA͑ B. QORḤA SAGTE &C.", "Aḥa b. Jáqob sagte: Er ist nur dann strafbar, wenn er den vierbuchstabigen Gottesnamen gelästert hat, nicht aber wegen des zweibuchstabigen Gottesnamens309Des Namens יה.. —", "Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: ‘Jose schlage den Jose’!? — Man könnte glauben, dies sei nur als Beispiel angeführt, so lehrt er uns.", "Manche lesen: R. Aḥa b. Ja͑qob sagte. Hieraus zu entnehmen, daß auch der vierbuchstabige Gottesname als Gottesname gilt. —", "Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: ‘Jose schlage den Jose’!? — Man könnte glauben, nur wegen des großen310Des Gottesnamens aus 42 Buchstaben (cf. Qid. Fol. 71a); dieser Gottesname war, wie schon Raschi bemerkt, in der nachtalmudischen Zeit ganz unbekannt; die späteren Kabbalisten kennen eine ganz unsinnige Kombination von 42 Buchstaben (אבגית״ץ etc.), die sie als solchen bezeichnen.Gottesnamens, und dies sei nur als Beispiel angeführt, so lehrt er uns.", "NACH SCHLUSS DER VERHANDLUNG ABER &C.", "Woher, daß sie aufstehen müssen? R. Jiçḥaq b. Ami erwiderte: Die Schrift sagt:311Jud. 3,20.als nun Ehud zu ihm eingetreten war, während er allein in seinem kühlen Obergemache saß, sprach Ehud: Ich habe einen Gottesspruch an dich. Da erhob er sich von seinem Sitze. Nun ist ja [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn E͑glon, König von Moab, der ein Nichtjude war und nur eine Umschreibung [des Gottesnamens] gekannt hatte, aufgestanden war, um wieviel mehr muß dies ein Jisraélit, wenn er den wirklichen Gottesnamen hört. —", "Woher, daß man dieserhalb das Gewand einreißen muß? — Es heißt:312iiReg. 18,37.darauf kamen Eljaqim, der Sohn Ḥilqijas &c., und Šebhna, der Schreiber, und Joaḥ, der Sohn Asaphs, der Kanzler, mit zerrissenen Kleidern zu Ḥizqijahu und berichteten ihm, was Rabšaqe gesagt hatte313Er hatte den Namen Gottes gelästert..", "OHNE SIE JE ZUSAMMENZUNÄHEN.", "Woher dies? R. Abahu erwiderte: Es ist aus [dem Ausdrucke] ‘reißen’ zu entnehmen: hierbei heißt es: mit zerrissenen Kleidern, und dort314iiReg. 2,12.heißt es: als Eliša es sah, schrie er: Mein Vater, mein Vater, Jisraéls Wagen und Reiter, dann aber sah er ihn nicht mehr. Da erfaßte er sein Gewand und zerriß es in zwei Stücke; schon die Worte ‘zerriß es’ besagen ja, daß er es in Stücke zerriß, wozu heißt es ‘Stücke’? Dies lehrt, daß es für immer zerrissen geblieben war.", "Die Rabbanan lehrten: Sowohl der Hörende als auch der von diesem Hörende muß das Gewand einreißen, die Zeugen aber nicht, da sie dies bereits beim Hören getan haben. —", "Wieso genügt das Einreißen beim Hören, sie hören es ja jetzt wiederum!? — Es315Daß die Zeugen das Gewand wiederum einreißen müssen.leuchtet nicht ein, denn es heißt:316iiReg. 19,1.und als der König Ḥizqijahu die Worte des Rabšaqe hörte, da zerriß er seine Kleider; nur der König zerriß sie, jene aber nicht.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand einen Nichtjuden den Gottesnamen [lästern] hört, so braucht er nicht das Gewand einzureißen; wollte man aber von Rabšaqe entgegnen, [so geschah es nur deshalb,] weil er ein abtrünniger Jisraélit war.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Man reiße das Gewand ein nur wegen des wirklichen Gottesnamens, nicht aber wegen einer Umschreibung.", "Er streitet also in beiden Lehren gegen R. Ḥija, denn R. Ḥija sagte: Wer in der Jetztzeit den Gottesnamen lästern hört, braucht das Gewand nicht einzureißen, denn wäre dies der Fall, so würde die ganze Kleidung nur aus Rissen bestehen.", "Von wem nun, wollte man sagen, von einem Jisraéliten, so sind sie ja nicht so sehr entartet, selbstverständlich also von einem Nichtjuden. Wenn nun den wirklichen Gottesnamen, so ist ihnen ja dieser nicht so sehr geläufig, doch wohl eine Umschreibung.", "Schließe hieraus, daß man nur in der Jetztzeit dazu nicht verpflichtet sei, wohl aber war man es früher317Als die Jisraéliten noch eine eigene Jurisdiktion hatten.. Schließe hieraus.", "SPRICHT DER ZWEITE: ICH [HÖRE ES] EBENFALLS. Reš Laqiš sagte: Hieraus zu entnehmen, daß [die Bekundung:] ‘ich ebenfalls’ sowohl bei Geldsachen als auch bei Todesstrafsachen ausreichend sei, nur haben die Weisen es318Daß sämtliche Zeugen den Sachverhalt vollständig zu wiederholen haben.verschärft; hierbei aber, wo dies nicht angängig ist, haben die Weisen es bei [der Bestimmung] der Tora belassen.", "Wieso könnte man, wenn man sagen wollte, dies sei nicht genügend, jemand daraufhin hinrichten.", "UND DER DRITTE: ICH EBENFALLS. Eine anonyme Lehre319Die Halakha wird nach der anonymen Lehre entschieden.vertritt also die Ansicht R. A͑qibas, daß nämlich drei [Zeugen] zweien320Wenn der 3. Zeuge als Falschzeuge überführt wird, so ist das ganze Zeugnis ungültig, obgleich seine Aussage ganz irrelevant ist.gleichen." ], [ "vi DER GÖTZENDIENER.» EINERLEI OB ER [DEM GÖTZEN] DIENT ODER IHM OPFERT, RÄUCHERT, LIBIERT, SICH VOR IHM NIEDERWIRFT, IHN ALS GOTT ANERKENNT321Selbst wenn er den Götzen nicht vor sich hat.ODER VOR IHM SPRICHT: DU BIST MEIN GOTT.", "WER ABER [EINEN GÖTZEN] UMARMT, KÜSST, VOR IHM FEGT, SPRENGT, IHN BADET, PARFÜMIERT, ANKLEIDET ODER BESCHUHT, ÜBERTRITT NUR EIN VERBOT. WER IN SEINEM NAMEN EIN GELÖBNIS ABLEGT ODER ERFÜLLT322Nach Raschi, wer in seinem Namen schwört (aram. קים schwören), jed. ganz unwahrscheinlich, da die Mišna diesen Ausdruck niemals gebraucht., ÜBERTRITT EIN VERBOT.", "DIE LEIBESENTLEERUNG VOR DEM BAA͑L PEO͑R IST EINE VEREHRUNG323Dies ist also auch in beschimpfender Absicht verboten. DESSELBEN; DAS WERFEN EINES STEINES VOR DEM MERKURIUS IST EINE VEREHRUNG DESSELBEN.", "GEMARA. Was heißt: einerlei ob er dient324Auch die weiter aufgezählten Handlungen erfolgen ja zur Verehrung desselben.?", "R. Jirmeja erwiderte: Er meint es wie folgt: einerlei ob er [dem Götzen] auf gewöhnliche Weise325Wie er verehrt zu werden pflegt.dient, oder er ihm326Durch die hier aufgezählten Dienstleistungen wurde Gott im Tempel verehrt.opfert, räuchert, libiert, oder sich vor ihm niederwirft, selbst wenn er nicht auf diese Weise [verehrt wird]. —", "Sollte er auch das [Blut]sprengen mitzählen!? Abajje erwiderte: Das [Blut]sprengen ist in der Libation einbegriffen, denn es heißt:327Ps. 16,4.ich mag ihre Blut-Libation nicht spenden. —", "Woher dies328Daß man wegen dieser Dienste strafbar sei, obgleich sie nicht die gewöhnliche Art der Verehrung des Götzen sind.? —", "Die Rabbanan lehrten: Würde es geheißen haben:329Ex. 22,19.wer opfert, soll dem Banne verfallen, so würde ich gesagt haben, die Schrift spreche von dem Falle, wenn man heilige Opfer außerhalb [des Tempels] schlachtet, es heißt aber:329Ex. 22,19.den Göttern; die Schrift spricht also von dem Falle, wenn man den Götzen opfert.", "Ich weiß dies also von der Opferung, woher dies von der Räucherung und der Libation? Es heißt:329Ex. 22,19.nur dem Herrn allein; er beschränkt also alle Dienste auf den Namen des Einzigen.", "Da aber die Opferung herausgegriffen wurde, so könnte man folgern, dies habe Bezug nur auf Dienste, die innerhalb [des Tempels] verrichtet werden, woher nun, daß auch die Sichniederwerfung einbegriffen ist?", "Es heißt: 330Dt. 17,3.Und hingeht, um anderen Göttern zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen, und darauf folgt:331Ib. V. 5.sollst du hinausführen jenen Mann &c. —", "Wir wissen also die Strafe, woher ist das Verbot zu entnehmen? — Es heißt:332Ex. 34,14.du sollst dich vor keinem anderen Gott niederwerfen.", "Man könnte glauben, auch das Umarmen, das Küssen und das Beschuhen seien einbegriffen, so heißt es: wer opfert;", "die Opferung war einbegriffen und wurde nur deshalb herausgegriffen, um dir zu sagen, daß man alles andere damit vergleiche: wie die Opferung ein Dienst ist, der innerhalb [des Tempels] verrichtet wird und man deswegen der Todesstrafe verfällt, ebenso verfällt man der Todesstrafe auch wegen jedes anderen Dienstes, der innerhalb [des Tempels] verrichtet wird.", "Die Sichniederwerfung ist also für sich allein und die Opferung wegen der Gesamtheit [der Dienste] herausgegriffen worden.", "Der Meister sagte: Ich würde gesagt haben, die Schrift spreche von dem Falle, wenn man heilige Opfer außerhalb [des Tempels] schlachtet. Auf das Schlachten heiliger Opfer außerhalb [des Tempels] ist ja die Ausrottung gesetzt!? —", "Man könnte glauben, die Todesstrafe sei auf den Fall gesetzt, wenn er gewarnt wurde, und die Ausrottung auf den Fall, wenn er nicht gewarnt wurde, so lehrt er uns.", "Raba b. R. Ḥanan sprach zu Abajje: Vielleicht wurde die Sichniederwerfung deshalb herausgegriffen, um von dieser auf die Gesamtheit [der Dienste] zu schließen;", "wenn du aber einwendest, wozu demnach die Opferung herausgegriffen worden sei, [so ist zu erwidern:] an und für sich, daß man nämlich bei einem Dienste einen anderen im Sinne333Wenn zBs. das Schlachten nicht für den Götzen erfolgt ist, er aber dabei gedacht hat, das Blut für den Götzen zu sprengen, es jedoch nicht getan hat. haben könne!?", "Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand ein Vieh schlachtet in der Absicht, das Blut für einen Götzen zu sprengen, oder das Fett für einen Götzen aufzuräuchern, so ist [dessen Nutznießung,] wie R. Joḥanan sagt," ], [ "verboten, und wie Reš Laqiš sagt, erlaubt.", "Richtig ist es allerdings nach R. Joḥanan334Er folgert das Verbot des Genusses aus einem anderen Schriftverse, u. ebenso auch die Strafe., nach Reš Laqiš aber ist ja der Schriftvers hierfür zu verwenden!?", "R. Papa wandte ein: Auch nach R. Joḥanan ist ja der Schriftvers hierfür zu verwenden, denn er sagt ja nur, das Vieh sei verboten, nicht aber, daß die Person hinzurichten sei, somit deutet dieser Schriftvers darauf, daß auch die Person hinzurichten sei!?", "R. Aha, Sohn des R. Iqa, wandte ein: Ist denn selbst nach Reš Laqiš der Schriftvers hierfür zu verwenden, auch nach ihm ist ja nur das Vieh erlaubt, während die Person hinzurichten ist, wie es sich auch in dem Falle verhält, wenn jemand sich vor einem Berge niederwirft: der Berg ist [zur Nutznießung] erlaubt, der Anbetende aber ist durch das Schwert hinzurichten!?", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Was schließt nach Raba b. R. Ḥanan, der zu Abajje sagte, die Sichniederwerfung sei deshalb herausgegriffen worden, um von dieser auf die Gesamtheit [der Dienste] zu folgern, [die Beschränkung:]335Dt. 12,30.wie sie anbeten, aus336Aus diesem Verso geht ja hervor, daß dies nur dann strafbar sei, wenn die Anbetung auf gewöhnliche Weise erfolgt ist.;", "wollte man sagen, dies schließe den Fall aus, wenn jemand [vor einem Götzen], den man durch Opferung zu verehren pflegt, sich entleert, so ist dies ja von der Sichniederwerfung zu folgern: wie die Sichniederwerfung als Verehrung erfolgt, ebenso auch alle anderen [Dienste], wenn sie zur Verehrung erfolgen!? —", "Vielmehr, dies schließt den Fall aus, wenn jemand sich vor dem Merkurius entleert; man könnte nämlich glauben, bei diesem, der durch eine beschimpfende Handlung verehrt wird, sei jede beschimpfende Handlung [strafbar], so lehrt er uns. —", "R. Elie͑zer sagte ja aber: Woher, daß man, wenn man dem Merkurius ein Vieh schlachtet, strafbar sei? Es heißt:337Lev. 17,7.sie sollen ihre Schlachtopfer hinfort nicht mehr den Bockgestalten opfern,", "und da dies nicht auf die gewöhnliche [Verehrung] zu beziehen ist, da es bereits heißt: wie sie anbeten, so beziehe man dies auf die ungewöhnliche [Verehrung].", "Hinsichtlich der ungewöhnlichen [Verehrung] ist es ja demnach von der Sichniederwerfung zu folgern!? —", "[Er spricht] von dem Falle, wenn einer aus Trotz338Gegen Gott, ohne dadurch den Götzen als Gott anerkennen zu wollen.opfert.", "R. Hamnuna waren einst zwei Ochsen fortgekommen, da traf er339Als er sich auf der Suche nach den Ochsen befand. Rabba und dieser wies ihn auf einen Widerspruch zwischen zwei Lehren hin: Wir haben gelernt: wenn jemand einem Götzen dient, also nur dann, wenn er ihm dient, nicht aber wenn er dies nur sagt, dagegen haben wir gelernt: wenn jemand sagt: ich will [dem Götzen] dienen, ich will gehen und ihm dienen, wir wollen gehen und ihm dienen!?", "Jener erwiderte: Wenn er sagt: ich erkenne ihn nur durch den Dienst340In diesem Falle ist er nur dann strafbar, wenn er ihm auch gedient hat.an.", "R. Joseph erwiderte: Willst du etwa [streitende] Tannaím aus der Welt schaffen!? Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn jemand spricht: kommt, verehrt mich, so ist er, wie R. Meír sagt, strafbar, und wie R. Jehuda sagt, straffrei.", "Über den Fall, wenn sie ihm gedient haben, streitet niemand, denn es heißt:341Ex. 20,4.du sollst dir keinen Götzen machen, sie streiten nur über das Sprechen; R. Meír ist der Ansicht, das Sprechen sei wesentlich, und R. Jehuda ist der Ansicht, das Sprechen sei unwesentlich.", "Später aber sagte R. Joseph: Das, was ich gesagt habe, ist nichts, denn selbst nach R. Jehuda ist man auch wegen des Sprechens strafbar, denn es wird gelehrt, R. Jehuda sagt, er sei nur dann strafbar, wenn er sagt: ich will [dem Götzen] dienen, ich will gehen und ihm dienen, wir wollen gehen und ihm dienen.", "Sie streiten vielmehr über den Fall, wenn jemand andere überredet, ihm selbst zu dienen und sie ‘ja’ sagen; einer ist der Ansicht, in diesem Falle gehorchen sie ihm, denn das ‘ja’ gilt als Zustimmung, und einer ist der Ansicht, in diesem Falle gehorchen sie ihm nicht, denn sie sagen sich," ], [ "er sei nicht anders als sie, und das ‘ja’ sei nur eine Verspottung.", "Von den [einander widersprechenden] Lehren aber handelt eine von dem Falle, wenn ein einzelner verleitet wird, und einer von dem Falle, wenn mehrere verleitet werden. Ein einzelner tritt nicht zurück und läßt sich von ihm beirren, mehrere aber treten zurück und lassen sich von ihm nicht beirren.", "R. Joseph sprach: Woher entnehme ich dies? Es heißt:342Dt. 13,9.du sollst ihm nicht willfahren und ihm nicht gehorchen, wenn er ihm aber willfahrt und ihm gehorcht, so ist er strafbar.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wird denn unterschieden zwischen einem Falle, wenn mehrere verleitet werden, und einem Falle, wenn einer verleitet wird, es wird ja gelehrt:343Ib. V. 7.Wenn dein Bruder, der Sohn deiner Mutter, dich überreden sollte; einerlei ob es einer ist, der überredet wird, oder ob es mehrere sind, nur hat die Schrift den einzelnen von den mehreren und die mehreren vom einzelnen344Dt. 13,13ff. u. ib. 17,2ff. wird vom Götzendienste gesprochen; im ersteren Abschnitte von einer ganzen Stadt, im letzteren von einem einzelnen.getrennt.", "Den einzelnen von den mehreren, daß man es mit seiner Person strenger und mit seinem Vermögen leichter345Wenn der einzelne Götzendienst treibt, so wird er durch Steinigung hingerichtet, sein Vermögen aber gehört seinen Erben, tut dies eine ganze Stadt, so werden die Einwohner durch; das Schwert getötet und auch ihr Vermögen wird vernichtet.nehme,", "die mehreren vom einzelnen, daß man es mit ihrer Person leichter und mit ihrem Vermögen strenger345Wenn der einzelne Götzendienst treibt, so wird er durch Steinigung hingerichtet, sein Vermögen aber gehört seinen Erben, tut dies eine ganze Stadt, so werden die Einwohner durch; das Schwert getötet und auch ihr Vermögen wird vernichtet.nehme.", "Also nur in dieser Hinsicht sind sie von einander verschieden, in jeder anderen Hinsicht aber gleichen sie einander!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, dies in dem Falle, wenn einer sich selbst verleitet, jenes in dem Falle, wenn er durch andere verleitet wird; wenn von selbst, so tritt er davon zurück, wenn durch andere, so folgt er ihnen.", "Abajje sagte: Woher entnehme ich dies? Es heißt: du sollst ihm nicht willfahren und ihm nicht gehorchen, wenn er ihm aber willfahrt und gehorcht, so ist er strafbar.", "Raba erklärte: Beide [Lehren] handeln von dem Falle, wenn er durch andere verleitet wird, nur spricht eine von dem Falle, wenn er ihm genau angegeben346Wenn ihm alle Eigenschaften des Götzen aufgezählt werden, so ist es eher anzunehmen, daß er auch ihm zu dienen entschlossen ist.hat: das ißt er, das trinkt es, das ist sein gutes Wirken, das ist sein schlechtes Wirken, und eine von dem Falle, wenn er ihm nicht genau angegeben hat: das ißt er, das trinkt er &c.", "Raba sagte: Woher entnehme ich dies? Es heißt: 347Dt. 13,8.von den Göttern der Völker, die rings um euch her wohnen, sei es nun in deiner Nähe &c. Welchen Unterschied gibt es zwischen Nahen und Fernen? Vielmehr meint er es wie folgt: aus der Eigenschaft der Nahen kannst du die Eigenschaft der Fernen lernen.", "Doch wohl in dem Falle, wenn er ihm genau bezeichnet hat: das ißt er, das trinkt er, das ist sein gutes Wirken, das ist sein schlechtes Wirken. Schließe hieraus.", "R. Aši erklärte: Die zweite Lehre spricht von einem abtrünnigen348Ein solcher tritt nicht zurück.Jisraéliten.", "Rabina erklärte: Er lehrt: nicht nur dies, sondern auch das349Dh. nicht nur, wenn er ihm tatsächlich dient, sondern auch, wenn er dies zu tun nur sagt; die zweite Lehre widerspricht also nicht der ersten..", "Es wurde gelehrt: Wer einem Götzen aus Liebe oder aus Furcht350Vor bezw. zu einem Menschen, ohne ihn jedoch innerlich zu verehren.dient, ist, wie Abajje sagt, schuldig351Dh. zur Darbringung eines Sündopfers verpflichtet, falls es unvorsätzlich erfolgt ist., und wie Raba sagt, frei.", "Abajje sagt, er sei schuldig, denn er diente ihm ja; Raba sagt, er sei frei, denn er ist nur dann [schuldig], wenn er ihn als Gott anerkannt hat, sonst aber nicht.", "", "Abajje sagte: Woher entnehme ich dies? Wir haben gelernt: Der Götzendiener, einerlei, ob er ihm dient &c. Doch wohl einerlei, ob er ihm aus Liebe oder Furcht dient. —", "Und Raba!? — Er kann dir erwidern: nein, dies erkläre man so, wie es R. Jirmeja erklärt352Cf. supra Fol. 60b.hat.", "Ferner sagte Abajje: Woher entnehme ich dies? Es wird gelehrt:353Ex. 20,5.Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen, vor ihnen darfst du dich nicht niederwerfen, wohl aber darfst du dich vor einem Menschen deinesgleichen niederwerfen; man könnte glauben, auch vor einem, der angebetet wird, wie Haman354Haman ließ sich als Gott verehren; cf. Meg. Fol. 19a., so heißt es:353Ex. 20,5.du sollst ihnen nicht dienen. Haman aber wurde ja aus Furcht verehrt. —", "Und Raba!? — Wie Haman und nicht wie Haman; wie Haman, wie er sich selber als Gott ausgegeben hatte, und nicht wie Haman, denn bei Haman erfolgte es aus Furcht, während hier von dem Falle gesprochen wird, wenn es nicht aus Furcht erfolgt.", "Ferner sagte Abajje: Woher entnehme ich dies? Es wird gelehrt: Der gesalbte Hochpriester [bringt sein Opfer] wegen des Götzendienstes, wie Rabbi sagt, wenn er sich in der Handlung geirrt354Wenn er glaubte, diese Handlung sei erlaubt, obgleich ihm bekannt war, daß der Götzendienst verboten sei. Wegen Übertretung anderer Gesetze bringt er sein Opfer nur dann, wenn ihm das ganze Gesetz entfallen war.hat, und wie die Weisen sagen, wenn ihm das ganze Gesetz entfallen war;", "sie stimmen jedoch überein, daß er dessentwegen gleich einem Privaten eine Ziege355Wegen irrtümlicher Begehung anderer Sünden hat er einen Farren darzubringen, der Private dagegen eine Ziege oder ein Schaf.darbringe; ferner stimmen sie überein, daß er kein Schuldopfer im Falle eines Zweifels darbringe.", "Was heißt nun beim Götzendienste irrtümlich: wollte man sagen, wenn er sich [vor einem Götzentempel] im Glauben, es sei ein Bethaus, niedergeworfen hat, so hat er ja sein Herz dem Himmel356Dies ist straffrei, selbst wenn man weiß, daß es ein Götzentempel sei.zugewendet; wollte man sagen, wenn er sich vor einer Fürstenbüste niedergeworfen hat,", "so ist dies ja, wenn er sie als Gott anerkannt hat, vorsätzlich," ], [ "wenn aber nicht, überhaupt nichts357Dies gilt nicht als Götzendienst, sondern als Zeichen der Hochachtung für den Herrscher.; doch wohl, wenn er es aus Liebe oder aus Furcht getan hat. —", "Und Raba!? — Er kann dir erwidern: nein, wenn er glaubte, dies sei erlaubt. —", "Wenn er glaubte, dies sei erlaubt, so war ihm ja das Gesetz entfallen!? —", "Wenn er glaubte, dies sei überhaupt erlaubt, während unter ‘entfallen’ der Fall zu verstehen ist, wenn es ihm teilweise bekannt und teilweise unbekannt ist.", "R. Zakkaj rezitierte vor R. Joḥanan: Wer bei einem Entfallen [einem Götzen] geopfert, geräuchert, libiert und sich vor ihm niedergeworfen hat, ist nur ein [Sündopfer] schuldig.", "Dieser sprach zu ihm: Geh, lehre dies draußen.", "R. Abba sagte: Über das, was R. Zakkaj sagte, besteht ein Streit zwischen R. Jose und R. Nathan, denn es wird gelehrt: Das Feueranzünden358Am Šabbath ist jede Arbeit verboten, das Feueranzünden wurde aber besonders herausgegriffen.wurde als Verbot359Daß man dieserhalb nicht der auf die Entweihung des Š.s gesetzten Todesstrafe verfällt, sondern der auf ein gewöhnliches Verbot gesetzten Strafe, der Geißelung.herausgegriffen — so R. Jose;", "R. Nathan sagt, um daraus die Teilung [der Arbeiten]360Daß man wegen jeder Arbeit besonders der Strafe verfällt; ist dies unwissentlich erfolgt, so muß wegen jeder Arbeit besonders ein Sündopfer dargebracht werden.zu entnehmen.", "Nach demjenigen, welcher sagt, das Feueranzünden sei als Verbot herausgegriffen worden, wurde auch die Sichniederwerfung als Verbot361Wenn man einen Götzen auf ungewöhnliche Weise verehrt, so übertritt man nur ein Verbot u. verfällt dieserhalb nicht der Ausrottungsstrafe.herausgegriffen,", "und nach demjenigen, welcher sagt, das Feueranzünden sei herausgegriffen worden, um daraus die Teilung [der Arbeiten] zu entnehmen, wurde auch die Sichniederwerfung herausgegriffen, um daraus die Teilung [der Dienste] zu entnehmen.", "R. Joseph wandte ein: Vielleicht ist R. Jose nur beim Feueranzünden der Ansicht, es sei als Verbot herausgegriffen worden, weil die Teilung der Arbeiten schon aus [den Worten] 362Lev. 4,2.eine von diesen hervorgeht!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte: Und er wird eine von diesen begehen; zuweilen ist man ein [Sündopfer] wegen vieler Arbeiten schuldig, und zuweilen ist man wegen jeder besonders schuldig.", "Hierzu sagte R. Jonathan, folgendes sei der Grund R. Joses: es heißt: und er wird eine von diesen begehen; eine, von363Die W.e מאחת u. מהנה sind partitiv: von einer, bezw. von diesen; dies deutet darauf, daß man strafbar sei, auch wenn man einen Teil der Arbeit, der jedoch ein Ganzes für sich bildet, bezw. eine Abzweigung (beim Š.gesetze gibt es 39 Hauptarbeiten (אבות), alle übrigen sind Abzweigungen, od. von diesen Entstammende (תולדות); cf. strafbar ist, auch wenn man einen Teil der Arbeit, der jedoch ein Ganzes für sich Sab. Fol. 73a) ausgeübt hat.einer, diese, von363Die W.e מאחת u. מהנה sind partitiv: von einer, bezw. von diesen; dies deutet darauf, daß man strafbar sei, auch wenn man einen Teil der Arbeit, der jedoch ein Ganzes für sich bildet, bezw. eine Abzweigung (beim Š.gesetze gibt es 39 Hauptarbeiten (אבות), alle übrigen sind Abzweigungen, od. von diesen Entstammende (תולדות); cf. strafbar ist, auch wenn man einen Teil der Arbeit, der jedoch ein Ganzes für sich Sab. Fol. 73a) ausgeübt hat.diesen; eine wie364Wegen einer Sünde (verschiedenartig begangen) sind mehrere Sündopfer darzubringen.diese, und diese wie365Wegen verschiedenartiger Ausübung einer Sünde ist nur ein Sündopfer darzubringen.eine.", "Eine: Šimo͑n366Das Schreiben eines vollständigen Namens am Š. ist strafbar, nicht aber das Schreiben eines Teiles desselben; bildet aber dieser Teil einen vollständigen Namen für sich (so ist zBs. der Name שם ein Teil des Namens שמעון), so ist auch das Schreiben dieses Teiles strafbar.; von einer: Šem366Das Schreiben eines vollständigen Namens am Š. ist strafbar, nicht aber das Schreiben eines Teiles desselben; bildet aber dieser Teil einen vollständigen Namen für sich (so ist zBs. der Name שם ein Teil des Namens שמעון), so ist auch das Schreiben dieses Teiles strafbar.von Šimo͑n;", "diese: Hauptarbeiten; von diesen: Abzweigungen. Eine wie diese: wenn es hinsichtlich des Šabbaths vorsätzlich367Wenn er gewußt hat, daß es Š. sei, u. nur die Arbeiten unwissentlich ausgeübt, so hat er mehrere Sünden begangen; wenn er aber überhaupt nicht wußte, daß es Š. sei, so hat er alle Arbeiten bei einem Entfallen, also nur eine Sünde, ausgeübt. und hinsichtlich der Arbeiten unvorsätzlich erfolgt ist. Diese wie eine: wenn es hinsichtlich des Šabbaths unvorsätzlich367Wenn er gewußt hat, daß es Š. sei, u. nur die Arbeiten unwissentlich ausgeübt, so hat er mehrere Sünden begangen; wenn er aber überhaupt nicht wußte, daß es Š. sei, so hat er alle Arbeiten bei einem Entfallen, also nur eine Sünde, ausgeübt.und hinsichtlich der Arbeiten vorsätzlich erfolgt ist.", "Hierbei368Beim Götzendienste.aber, wo die Teilung der Dienste aus einer anderen Stelle nicht zu entnehmen ist, stimmen alle überein, daß die Sichniederwerfung deswegen herausgegriffen wurde, um daraus die Teilung [der Dienste] zu entnehmen!? —", "Aber auch die Teilung der Dienste beim Götzendienste ist ja aus [den Worten] eine von diesen zu entnehmen; eine: das Schlachten; von einer: [das Durchschneiden] eines369Nach Vorschrift müssen beim Schlachten beide Halsorgane, Luft- u. Speiseröhre, durchschnitten werden.Halsorganes;", "diese: Hauptdienste, Opferung, Räucherung, Libation und Sichniederwerfung; von diesen: Abzweigungen, wenn man vor [dem Götzen] einen Stock zerbricht370Wenn dies als Verehrung desselben gilt.;", "eine wie diese: wenn es hinsichtlich des Götzendienstes vorsätzlich371Cf. Anm. 367 mut. mut.und hinsichtlich der Dienste unvorsätzlich erfolgt ist; diese wie eine: wenn es hinsichtlich des Götzendienstes unvorsätzlich und hinsichtlich der Dienste vorsätzlich erfolgt ist!? —", "In welchem Falle sollte es hinsichtlich des Götzendienstes unvorsätzlich erfolgt sein; wollte man sagen, wenn jemand sich [vor einem Götzentempel] im Glauben, es sei ein Bethaus, niedergeworfen hat, so hat er ja sein Herz dem Himmel356Dies ist straffrei, selbst wenn man weiß, daß es ein Götzentempel sei.zugewendet;", "wollte man sagen, wenn er sich vor einer Fürstenbüste niedergeworfen hat, so ist dies ja, wenn er sie [als Gott] anerkannt hat, vorsätzlich, wenn aber nicht, überhaupt nichts;", "wollte man sagen, aus Liebe oder aus Furcht, so ist dies allerdings zutreffend nach Abajje, welcher sagt, er sei schuldig, wie ist es aber nach Raba zu erklären, welcher sagt, er sei frei; und wollte man sagen,", "wenn er glaubte, dies sei erlaubt, so wäre ja hieraus die Frage zu entscheiden, die Raba an R. Naḥman gerichtet hat, wie es denn sei, wenn beides bei einem Entfallen erfolgt ist;", "hieraus wäre also zu entscheiden, daß er nur ein [Sündopfer] schuldig sei!? — Dies ist kein Einwand, denn man entscheide auch. —", "Wieso kannst du diesen Schriftvers auf den Götzendienst beziehen, bei diesem heißt es ja, der gesalbte [Hochpriester] habe einen Farren, der Fürst einen Ziegenbock und der Private ein Schaf oder eine Ziege darzubringen372Wenn sie eine Sünde unwissentlich begangen haben.,", "während hinsichtlich des Götzendienstes gelehrt wird, daß, wie alle übereinstimmen, auch jene gleich einem Privaten eine Ziege darzubringen haben!?", "Weiter ist hierüber nichts [zu sagen].", "Als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er," ], [ "jener habe vor ihm wie373R. Zakkaj vor R. Joḥanan.folgt rezitiert: Beim Šabbathgesetze ist es strenger als bei anderen Gesetzen und bei anderen Gesetzen ist es strenger als beim Šabbathgesetze: beim Šabbathgesetze ist es strenger, indem man, wenn man am Šabbath zwei [Arbeiten] bei einem Entfallen verrichtet hat, wegen jeder besonders schuldig ist, was bei anderen Gesetzen nicht der Fall ist; bei anderen Gesetzen ist es strenger, indem man, wenn man irgend ein Gesetz versehentlich und absichtslos374Wenn man überhaupt was ganz anderes tun wollte.übertreten hat, schuldig ist, was beim Šabbathgesetze nicht der Fall ist.", "Der Meister sagte: Beim Šabbathgesetze ist es strenger, indem man, wenn man am Šabbath zwei [Arbeiten] verrichtet &c. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand gemäht und gemahlen375Also 2 von einander ganz verschiedene Handlungen.hat, und dementsprechend bei anderen Gesetzen, wenn man [beispielsweise] Talg und Blut gegessen hat, so ist man ja in beiden Fällen je zwei [Sündopfer] schuldig.", "Dagegen ist man bei anderen Gesetzen nur in dem Falle ein [Sündopfer] schuldig, wenn man [beispielsweise] zweimal376In 2 Tagen, ohne inzwischen das Bewußtsein gehabt zu haben, daß man eine Sünde begangen hat.Talg gegessen hat, und dementsprechend beim Šabbathgesetze, wenn man zweimal gemäht hat, so ist man ja in beiden Fällen je ein [Sündopfer] schuldig.", "Deshalb sagte er zu ihm: geh, lehre dies draußen. —", "Was ist dies für ein Einwand; tatsächlich, kann ich dir erwidern, wenn man gemäht und gemahlen hat; dies gilt nicht bei anderen Gesetzen, nämlich beim Götzendienste, und zwar nach R. Ami, denn R. Ami sagte, daß man, wenn man bei einem Entfallen geopfert, geräuchert und libiert hat, nur ein [Sündopfer] schuldig sei!? —", "Dies kann auf den Götzendienst nicht bezogen werden, denn im Schlußsatze wird gelehrt: bei anderen Gesetzen ist es strenger, indem man, wenn man irgend ein Gesetz versehentlich und absichtslos übertreten hat, schuldig ist.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man sich [vor einem Götzentempel] im Glauben, es sei ein Bethaus, niedergeworfen hat, so hat man ja sein Herz dem Himmel zugewendet; wollte man sagen, wenn man sich vor einer Fürstenbüste niedergeworfen hat, so ist dies ja, wenn man sie als Gott anerkannt hat, wissentlich, wenn aber nicht, so ist dies ja nichts;", "wollte man sagen, aus Liebe oder aus Furcht, so ist dies allerdings nach Abajje zutreffend, welcher sagt, er sei deswegen schuldig, wie ist es aber nach Raba zu erklären, welcher sagt,", "er sei frei; und wollte man sagen, wenn man glaubt, es sei überhaupt erlaubt, demnach wäre man beim Šabbathgesetze, bei dem dies nicht gilt, in einem solchen Falle ganz frei; aber über den Fall, wenn ihm beides entfallen war,", "fragte ja Raba R. Naḥman nur, ob man ein oder zwei [Sündopfer] schuldig sei, niemand aber ist der Ansicht, daß man ganz frei sei. —", "Was ist dies für ein Einwand; vielleicht, kann ich dir erwidern, handelt der Anfangsatz vom Götzendienste und der Schlußsatz von anderen Gesetzen;", "versehentlich und absichtslos heißt es, wenn man [Talg] herunter geschluckt hat im Glauben, es sei Speichel, und dementsprechend beim Šabbathgesetze ist man frei, wenn man in der Absicht, etwas Abgepflücktes aufzuheben, am Boden Haftendes abgeschnitten hat.", "Dies nach einer Lehre R. Naḥmans im Namen Šemuéls, welcher sagte, wer absichtslos die Gesetze vom Talg und vom Inzeste übertritt, sei schuldig, weil er einen Genuß hatte, und wenn das Šabbathgesetz, frei, weil die Tora nur die bezweckende Arbeit verboten bat.", "R. Joḥanan aber377Der von der Lehre des R. Zakkaj nichts wissen wollte. vertrat hierbei seine Ansicht, daß man nicht den Anfangsatz einer Lehre auf einen Fall und den Schlußsatz auf einen anderen Fall beziehen könne.", "R. Joḥanan sagte nämlich: Wer mir die Lehre vom Fasse378Cf. Bm. Fol. 41a.nach einem Autor erklärt, dem trage ich die Kleider ins Badehaus nach.", "Der Text." ], [ "R. Ami sagte: Wer bei einem Entfallen geopfert, geräuchert und libiert hat, ist nur ein [Sündopfer] schuldig. Abajje sagte: Was ist der Grund R. Amis? Die Schrift sagt: du sollst ihnen nicht dienen, die Schrift hat damit alle Dienste vereinigt. —", "Kann Abajje dies denn gesagt haben, Abajje sagte ja: Wozu kommt beim Götzendienste die Sichniederwerfung dreimal379Dh. das Verbot derselben; Ex. 20,5, ib. 24,24 u. ib. 34,14; Dt. 5,9 ist nur eine Wiederholung von Ex. 20,5.vor?", "Einmal deutet dies auf die gewöhnliche Art [der Verehrung], einmal deutet dies auf die ungewöhnliche Art [der Verehrung], und einmal deutet dies auf die Teilung [der Dienste]380Demnach ist man nach Abajje wegen jedes Dienstes besonders schuldig.!? —", "Er erklärte dies nur nach der Ansicht R. Amis, während er selber nicht dieser Ansicht ist.", "Der Text. Raba sagte: Wozu kommt beim Götzendienste die Sichniederwerfung dreimal vor? Einmal deutet dies auf die gewöhnliche Art [der Verehrung], einmal deutet dies auf die ungewöhnliche Art [der Verehrung] und einmal deutet dies auf die Teilung [der Dienste]. —", "Die gewöhnliche Art [der Verehrung] ist ja aus [dem Verse:]381Dt. 12,30.wie die Völker dienen, zu entnehmen!? —", "Vielmehr, einmal deutet dies auf die gewöhnliche und ungewöhnliche Art [der Verehrung382Dh. wenn der Götze zwar nicht durch die betreffende Handlung, aber auf solche Weise verehrt wird.], einmal deutet dies auf die ungewöhnliche Art [der Verehrung] und einmal deutet dies auf die Teilung [der Dienste].", "IHN ALS GOTT ANERKENNT ODER ZU IHM SPRICHT: DU BIST MEIN GOTT. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abulia im Namen Rabhs: Sobald er: ‘du bist mein Gott’, gesagt hat, ist er schuldig. —", "In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich der Todesstrafe, so lehrt dies ja die Mišna, wenn aber hinsichtlich des Opfers,", "und auch nach den Rabbanan, so wird ja gelehrt, er sei schuldig nur wegen etwas, wodurch eine Tätigkeit ausgeübt wird, wie Opferung, Räucherung, Libation und Sichniederwerfung, und hierzu sagte Reš Laqiš, der Autor dieser Lehre, der dies auch von der Sichniederwerfung lehrt, sei R. A͑qiba, welcher sagt, auch wenn keine Tätigkeit ausgeübt wird; demnach sind die Rabbanan der Ansicht, nur wenn eine Tätigkeit ausgeübt wird!? —", "Rabh sagte es eben nach R. A͑qiba. —", "Nach R. A͑qiba ist dies ja selbstverständlich, hierbei ist es ja ebenso wie beim Lästerer383Nach RA͑. ist der Lästerer (unwissentlich) zur Darbringung eines Opfers verpflichtet, nach den Weisen nicht, da er keine Tätigkeit ausgeübt hat.!? —", "Man könnte glauben, auch nach R. A͑qiba sei nur der Lästerer ein Opfer schuldig, weil bei diesem die Ausrottungsstrafe genannt wird, nicht aber hierbei, wo die Ausrottungsstrafe nicht genannt wird,", "so lehrt er uns, daß sie384Die Anerkennung durch Worte u. die Verehrung durch eine Handlung.einander gleichen, denn es heißt:385Ex. 32,8.sie warfen sich vor ihm nieder, opferten ihm und riefen &c.386Das Rufen vor dem Kalbe wird der Opferung u. der Sichniederwerfung gleichgestellt.", "R. Joḥanan sagte: Wenn nicht das Vav im [Worte] hee͑lukha387Die Jisraéliten riefen vor dem goldenen Kalbe (Ex. 32,4): Das sind deine Götter, die dich aus Miçrajim weggeführt (העלוך) haben. Mit dem Gebrauche der Pluralform, die durch die Einschiebung eines ו in das singul. העלך entsteht, gaben sie zu, daß auch der jisr. Gott Jahve dabei beteiligt war. Diese Deutung ist selbstverständlich ganz falsch, da אלהים oft plur. gebraucht wird (Gen. 1,26, ib. 20,13, ib. 35,7, Dt. 5,23, Jos. 24,19, iiSam. 7,23)., würden die Feinde388Euphem. für Jisraél selbst.Jisraéls der Vernichtung verfallen sein.", "[Hierüber streiten] Tannaím: Manche sagen, wenn nicht das Vav im [Worte] hee͑lukha, würden die Feinde Jisraéls der Vernichtung verfallen sein.", "R. Šimo͑n b. Joḥaj sprach: Wer den Namen Gottes mit anderem verbindet, wird ja aus der Welt entrissen, denn es heißt:389Ex. 22,19.nur dem Herrn allein; vielmehr besagen [die Worte:] die dich hinweggeführt [hee͑lukha] haben, daß sie nach vielen Göttern verlangt hatten.", "WEH ABER [EINEN GÖTZEN] UMARMT, KÜSST, VOR IHM FEGT, SPRENGT &C. Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Elea͑zars: Wegen all [dieser Handlungen] ist zu geißeln, nur nicht wegen des Gelobens und des Erfüllens eines Gelübdes in seinem Namen. —", "Wegen des Gelobens und des Erfüllens eines Gelübdes in seinem Namen wohl deshalb nicht, weil diese ein Verbot sind, durch die keine Tätigkeit ausgeübt wird; aber auch jene [Dienste] sind ja nur allgemein verboten, [und wegen des allgemein Verbotenen erhält man ja keine Geißelhiebe]!?", "Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß man ein Verbot begehe, wenn man von einem Tiere genießt, bevor ihm das Leben ausgegangen ist? Es heißt:390Ib. 19,26.ihr sollt nichts mit dem Blute essen.", "Eine andere Erklärung: Ihr sollt vom Fleische391Von Opfern, deren Blut gesprengt werden muß.nicht essen, solange sich noch das Blut im Becken befindet.", "R. Dosa sagte: Woher, daß man wegen der durch das Gericht Hingerichteten kein Trauermahl einnehme? Es heißt: ihr sollt nichts mit392Im Texte durch die Partikel על auf, gegen, neben, ausgedrückt, wodurch sich die weiter folgenden Auslegungen erklären.dem Blute essen.", "R. A͑qiba sagte: Woher, daß das Synedrium während des ganzen Tages, an dem es ein Todesurteil gefällt hat, nichts kosten dürfe? Es beißt: ihr sollt nichts mit dem Blute essen.", "R. Joḥanan sagte: Wo ist das Verbot393In der Schrift heißt es nur, daß ein solcher gesteinigt werde, dagegen kommt kein diesbezügl. Verbot vor.für den mißratenen Sohn zu finden? Es heißt: ihr sollt nichts mit dem Blute394Man soll nicht gefräßig sein, da dies zur Ausartung u. Blut- (dh. Todes-) Strafe bringen könnte.essen.", "Hierzu sagte R. Abin b. Ḥija, nach anderen R. Abin b. Kahana, wegen all dieser [Verbote] ist nicht zu geißeln, weil das Verbot nur allgemein395Im Verbote wird die Handlung selbst nicht ausdrücklich genannt.ist!? —", "Vielmehr, als Rabin kam, sagte er im Namen R. Elea͑zars: Wegen all [dieser Handlungen] ist nicht zu geißeln, außer wegen des Gelobens und Erfüllens eines Gelübdes. —", "Wegen jener wohl deshalb nicht, weil das Verbot nur allgemein ist, aber auch diese sind ja ein Verbot, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird!? —", "Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, auch wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, sei zu geißeln.", "Es wird nämlich gelehrt:396Ex. 12,10.ihr sollt davon nicht bis zum Morgen zurücklassen; die Schrift läßt dem Verbote ein Gebot397Weiter folgt, daß man, wenn etwas zurückbleibt, es verbrenne.folgen," ], [ "um zu sagen, daß dieserhalb nicht zu geißeln ist — so R. Jehuda.", "R. Ja͑qob sagte: Nicht dies ist der Grund, sondern weil dies ein Verbot ist, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, und wegen eines Verbotes, wobei keine Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht zu geißeln.", "Demnach ist R. Jehuda der Ansicht, daß wegen eines solchen wohl zu geißeln ist.", "WER IN SEINEM NAMEN EIN GELÖBNIS ABLEGT ODER ES ERFÜLLT, ÜBERTRITT EIN VERBOT. Woher dies vom Geloben und vom Erfüllen? —", "Es wird gelehrt:398Ex. 23,13.Und den Namen anderer Götter sollt ihr nicht erwähnen, man darf zu seinem Genossen nicht sagen: erwarte mich an jenem Götzen;398Ex. 23,13.er soll nicht aus deinem Munde gehört werden, man darf in seinem Namen kein Gelöbnis ablegen noch erfüllen; ferner darf man nicht veranlassen, daß andere in seinem Namen ein Gelöbnis ablegen oder erfüllen.", "Eine andere Auslegung: Er soll nicht aus deinem Munde gehört werden, dies ist das Verbot für den Verführer und den Verleiter399Cf. Anm. 393 mut. mut.. —", "Vom Verführer heißt es ja ausdrücklich: und ganz Jisraél soll hören und fürchten &c.!? — Vielmehr, dies ist das Verbot für den Verleiter.", "«Ferner darf man nicht veranlassen, daß andere in seinem Namen ein Gelöbnis ablegen oder erfüllen.» Dies ist eine Stütze für den Vater Šemuéls, denn der Vater Šemuéls sagte, es sei verboten, mit einem Nichtjuden eine Geschäftsverbindung einzugehen, denn er könnte ihm einen Eid leisten müssen und im Namen seines Götzen schwören, und die Tora sagt: er soll nicht aus deinem Munde400על פיך, in der Bedeutung: durch dich.gehört werden.", "Als U͑la kam, hatte er in Qalnebo übernachtet. Hierauf fragte ibn Raba: Wo übernachtete der Meister? Jener erwiderte: In Qalnebo. Dieser entgegnete: Es heißt ja: den Namen fremder Götter sollt ihr nicht erwähnen!? Jener erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan: einen Götzennamen, der in der Schrift vorkommt, darf man erwähnen. — Wo kommt dieser vor? — Es heißt:401Jes. 46,1.gestürzt ist Bel, es krümmt sich Nebo. —", "Nicht aber, wenn er in der Schrift nicht vorkommt, dagegen wandte R. Mešaršeja ein: Hat jemand einmal [Fluß]402Als völliger Flußbehafteter (cf. Lev. Kap. 15) gilt man nur dann, wenn man den Fluß dreimal beobachtet hat.beobachtet, der so lange wie drei anhielt, so lange wie man von Gad Javan zum Šiloaḥ403So in der Mišna separata.gehen kann, [eine Zeit,] während welcher man zweimal untertauchen und zweimal sich abtrocknen kann, so gilt er als völliger Flußbehafteter!? Rabina erwiderte: Auch Gad kommt in der Schrift vor, denn es heißt:404Jes. 65,11.die dem Gad einen Tisch bereiten.", "R. Naḥman sagte: Jede Spötterei ist verboten, ausgenommen die Spötterei über die Götzen, die erlaubt ist, denn es heißt: gestürzt ist Bel, es krümmt sich Nebo &c. Sie krümmen sich, stürzen insgesamt, sie vermochten nicht die Last405Unter Last wird hier der Kot verstanden, dh. Bel krümme sich vor Leibschmerzen, u. könne sich nicht verkneifen.zu retten.", "Ferner heißt es:406Hos. 10,5.um das Kalb von Beth Aven werden die Bewohner von Šomron sorgen; sein Volk wird um ihn trauern und seine Pfaffen für ihn zittern, daß seine Herrlichkeit von ihm fortgewandert ist; man lese nicht kebodo [Herrlichkeit] sondern kebedo [Last]407Dh. sein Unrat..", "R. Jiçḥaq sagte: Es heißt:408Hos. 13,2.und nun sündigen sie immer von neuem; sie haben sich aus ihrem Silber Gußbilder gemacht nach dem Muster von Götzen &c. Was heißt: nach dem Muster von Götzen? Dies lehrt, daß jeder sich die Figur seiner Gottheit409Wörtl. Furcht, dh. wovor er fürchtete.angefertigt und in seinen Busen getan hatte, und so oft er sie nannte, nahm er sie aus dem Busen und liebkoste und küßte sie. —", "Was heißt:408Hos. 13,2.Menschen schlachten sie und Kälber küssen sie? R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis erklärte: Wenn die Pfaffen ihre Augen auf die Besitzenden richteten, ließen sie die Kälber410Die beim Götzendienste verwendet wurden.aushungern und stellten das Bild jener neben ihre Krippe411Durch den Hunger wurde ihre Phantasie gereizt u. das vor ihnen stehende Bild prägte sich ihnen ein.; sodann führten sie sie hinaus, und sobald sie jene bemerkten, liefen sie ihnen nach und beschnupperten sie. Darauf sprachen sie zu ihnen: Der Götze hat Wohlgefallen an dir gefunden, komm und laß dich ihm schlachten.", "Raba entgegnete: Wieso heißt es demnach: Menschen schlachten sie und Kälber küssen sie, es sollte ja heißen: Kälber412Subjektiv, dh. die Pfaffen redeten den Leuten vor, daß die Kälber sie küssen.lassen sie küssen, um Menschen zu schlachten!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn einer dem Götzen seinen Sohn geopfert hatte, sprachen sie zu ihm: Du hast ihm ein großes Geschenk dargebracht, geh und küsse ihn.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs:413iiReg. 17,30.Die Leute von Babel fertigten sich ein Sukkoth Benoth an, das ist eine Henne;413iiReg. 17,30.und die von Kuth fertigten einen Nergal an, das ist ein Hahn;413iiReg. 17,30.die von Ḥamath fertigten einen Ašima an, das ist eine kahle Ziege;414Ib. V. 31.die A͑vviter fertigten einen Nibḥan415So nach der Lesart des T. und vieler anderer Codices bei Kennicott, der mas. Text hat נכחז.und einen Tartaq an, das sind ein Hund und ein Esel;", "414Ib. V. 31.die Sepharviter aber verbrannten dem Adrammelekh und dem A͑nammelekh, den Göttern von Sepharvajim, ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer, das sind ein Maultier und ein Pferd. Adrammelekh [hieß es], weil es für seinen Herrn die Last416Das W. אדרמלך wird v. דור tragen u. מלך König, Herr, abgeleitet; die Ableitung von הדראדה Schönheit, dh. der seinem Herrn Schönheit verleiht, ihn verherrlicht (Levy nach Raschi), gibt keinen Sinn, u. ist außerdem auch sprachlich falsch, da אדר in dieser Bedeutung nicht existiert.trägt, A͑nammelekh, weil es seinem Herrn im Kriege hilft417Abgeleitet v. עני erhören, helfen, erretten..", "Auch mit Ḥizqija, dem [nachmaligem] Könige von Jehuda, wollte sein Vater dies418Ihn den Götzen als Opfer verbrennen.tun, nur hatte ihn seine Mutter mit [dem Blute des] Salamanders419Das Blut des S.s gilt als Schutz gegen das Feuer; cf. Hg. Fol. 27a u. Anm. 115 daselbst.eingeschmiert.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Jisraéliten wußten sehr wohl, daß die Götzen nichts seien, nur dienten sie ihnen deshalb, um öffentlich der Unzucht frönen zu können.", "R. Mešaršeja wandte ein:420Jer. 17,2.Wie sich ihre Söhne ihrer Altäre erinnern &c., und R. Elea͑zar erklärte: wie einer, der Sehnsucht nach seinem Sohne hat!? —", "Nachdem sie sich an sie geklammert hatten. —", "Komm und höre:421Lev. 36,30.Ich werde eure Leichen auf die Leichen eurer Götzen werfen. Man erzählt von dem frommen Elijahu, daß er umherging, die vor Hunger Geschwollenen in Jerušalem zu suchen. Einst fand er ein vor Hunger geschwollenes Kind auf dem Misthaufen liegen.", "Da fragte er es: Aus welcher Familie bist du? Dieses erwiderte: Aus jener Familie. Jener fragte es weiter: Existieren noch welche aus jener Familie? Dieses erwiderte: Außer mir niemand. Jener fragte: Würdest du, wenn ich dich etwas lehren würde, wodurch du leben könntest, es lernen? Dieses erwiderte: Jawohl. Da sprach er zu ihm: Sprich jeden Tag:422Dt. 6,4.Höre Jisraél, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig. Dieses aber erwiderte:" ], [ "Schweige, erwähne den Namen des Herrn nicht. Dies hatten ihn nämlich sein Vater und seine Mutter nicht gelehrt.", "Hierauf holte es seine Gottheit aus dem Busen hervor und liebkoste und küßte sie, bis sein Bauch platzte und seine Gottheit auf die Erde fiel und [das Kind] selbst auf sie. So ging in Erfüllung der Schriftvers: Ich werde eure Leichen auf die Leichen eurer Götzen werfen!? — Nachdem sie sich an sie geklammert hatten. —", "Komm und höre:423Neh. 9,4.Und sie schrieen zum Herrn, ihrem Gott, mit lauter Stimme. Was sprachen sie? R. Jehuda, nach anderen R. Jonathan, sagte: Wehe, wehe, er424Der Genius des Götzendienstes.ist es, der das Heiligtum zerstört, den Tempel verbrannt, die Frommen getötet und Jisraél aus seinem Lande vertrieben hat, und noch immer springt er unter uns umher; du hast ihn uns nur deshalb gegeben, damit wir durch ihn425Wenn man ihn besiegt.eine Belohnung erhalten, aber wir wollen weder ihn noch die Belohnung!? — Nachdem sie sich an ihn geklammert hatten.", "Alsdann verweilten sie drei Tage im Fasten und flehten um Erbarmen; da fiel ihnen ein Zettel vom Himmel herunter, auf dem geschrieben stand: Wahrheit.", "R. Ḥanina sagte: Hieraus ist zu schließen, daß ‘Wahrheit’ das Siegel des Heiligen, gepriesen sei er, ist.", "Hierauf kam er aus dem Allerheiligsten wie ein junger Löwe aus dem Feuer heraus. Da sprach der Prophet zu den Jisraéliten: Das ist der Genius des Götzendienstes. Als sie ihn ergriffen, löste sich ihm ein Haar, und er stieß einen Schrei aus, den man vierhundert Parasangen weit hörte. Hierauf sprachen sie: Was machen wir nun; vielleicht erbarmt man sich seiner im Himmel!?", "Da sprach der Prophet zu ihnen: Sperrt ihn in einen Kessel und verschließt die Öffnung mit Blei, denn das Blei saugt die Stimme auf. Darum heißt es:426Zach. 5,8.Und er sprach: Das ist die Bosheit. Und er warf sie in das Epha hinein und legte die Bleiplatte auf seine Öffnung.", "Alsdann sprachen sie: Da es eine Stunde der Willfährigkeit ist, so wollen wir auch um [Auslieferung] des Genius der Sünde bitten. Da flehten sie um Erbarmen, und er wurde ihnen ausgeliefert.", "Nachdem er drei Tage eingesperrt war, suchte man ein am selben Tage gelegtes Ei für einen Kranken, aber man fand keines. Da sprachen sie: Was machen wir nun: bitten wir um die Hälfte427Daß nur der Trieb zur sündhaften Begattung abgeschafft werde., so wird ja im Himmel nichts halbes gewährt. Hierauf blendeten sie ihm die Augen428Möglicherweise hängt diese Sage damit zusammen, daß Amor (od. Eros) in der Kunst blind dargestellt wird.. Dies hatte den Erfolg, daß er den Menschen nicht mehr zur Blutschande reizt.", "R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Einst erkrankte eine Nichtjüdin sehr schwer; da gelobte sie, daß sie, wenn sie von ihrer Krankheit genesen sollte, gehen und sämtlichen Götzen der Welt dienen werde. Als sie an den Peo͑r herankam, fragte sie die Pfaffen, wodurch dieser verehrt werde. Diese erwiderten ihr: Man esse Mangold und trinke Met429Diese Genußmittel wirken abführend.und entleere sich vor ihm. Da sprach sie: Lieber werde ich wieder krank, als einen Götzen auf diese Weise zu verehren.", "Ihr vom Hause Jisraél seid aber nicht so.430Num. 25,5.Die sich dem Baa͑l Peo͑r angeschlossen haben, wie ein Deckel431Im angezog. Schriftverse wird das Verb צמד anschließen gebraucht, dem das W. צמיד Deckel bezw. Armband (das sich Anschließende) entstammt.mit einem Gefäße;432Dt. 4,4.ihr, die ihr euch an dem Herrn, eurem Gott, festhieltet, wie zwei Dattelzweige433Die nicht so fest an einander geschlossen sind, wie der Deckel mit dem Gefäße; dh. die Jisraéliten hingen mit größerer Festigkeit an den Götzen (Baa͑l-Peo͑r) als an Gott.nebeneinander.", "In einer Barajtha wurde gelehrt: Die sich dem Baa͑l Peo͑r angeschlossen haben, wie ein Armband431Im angezog. Schriftverse wird das Verb צמד anschließen gebraucht, dem das W. צמיד Deckel bezw. Armband (das sich Anschließende) entstammt.an der Hand einer Frau; ihr, die ihr euch an dem Herrn, eurem Gott, festhieltet, wirklich festgeschlossen434Nach der 2. Erklärung hingen sie an Gott mit größerer Festigkeit..", "Die Rabbanan lehrten: Einst vermietete Sabta aus Ulam seinen Esel an eine Nichtjüdin, und als sie an einen Peorgötzen herankamen, sprach sie zu ihm: Warte, bis ich hineingehe und herauskomme. Nachdem sie herausgekommen war, sprach er zu ihr: Warte nun auch du, bis ich hineingehe und herauskomme. Da sprach sie zu ihm: Bist du denn nicht ein Jude? Dieser erwiderte ihr: Was geht dich dies an. Darauf ging er hinein, entleerte sich vor ihm und wischte sich an seiner Nase ab. Da lobten ihn die Pfaffen, indem sie sprachen: Noch nie hat jemand ihn auf diese Weise verehrt.", "DIE LEIBESENTLEERUNG VOR DEM BAA͑L PEO͑R IST EINE VEREHRUNG DESSELBEN. Selbst wenn man ihn zu schänden beabsichtigt.", "DAS WERFEN EINES STEINES VOR DEM MERKURIUS IST EINE VEREHRUNG DESSELBEN. Selbst wenn man ihn zu steinigen beabsichtigt.", "R. Menaše ging einst nach Be Turta, und als man ihm einen Götzen stehen zeigte, nahm er eine Scholle und warf nach ihm. Als man ihm aber sagte, es sei ein Merkurius, erwiderte er, die Lesart sei: das Werfen eines Steines vor dem Merkurius. Hierauf kam er ins Lehrhaus und fragte; da erwiderte man ihm, die Lesart sei: das Werfen eines Steines nach dem Merkurius; selbst wenn man ihn zu steinigen beabsichtigt. Als er hierauf sagte, er wolle gehen und [den Stein] fortnehmen, sprachen sie zu ihm: Man ist schuldig, einerlei ob man [einen Stein] fortnimmt oder wirft, denn jeder macht Platz für einen anderen.", "vii,1 WER VON SEINEN KINDERN FÜR DEN MOLEKH HERGIBT, IST NUR DANN SCHULDIG, WENN ER [DAS KIND] ÜBERGIBT UND DURCHS FEUER FÜHRT. HAT ER ES FÜR DEN MOLEKH ÜBERGEBEN, JEDOCH NICHT [DURCHS FEUER] GEFÜHRT, ODER DURCHS FEUER GEFÜHRT, JEDOCH NICHT FÜR DEN MOLEKH ÜBERGEBEN, SO IST ER NIGHT SCHULDIG; NUR WENN ER ES FÜR DEN MOLEKH ÜBERGEBEN UND DURCHS FEUER GEFÜHRT HAT.", "GEMARA. Er lehrt vom Götzendienste [besonders] und vom Molekh [besonders]. R. Abin sagte: Wir haben also eine Lehre übereinstimmend mit dem, welcher sagt, der Molekhkult gehöre nicht zum Götzendienste. Es wird nämlich gelehrt: Er435Wer ein Kind hergibt.ist schuldig, einerlei ob für den Molekh oder einen anderen Götzen; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, er sei nur schuldig, wenn er [ein Kind] für den Molekh hergibt, nicht aber, wenn für einen anderen [Götzen].", "Abajje sagte: R. Elea͑zar b. Šimo͑n und R. Ḥanina b. Antigonos lehrten das gleiche. R. Elea͑zar b. Šimo͑n lehrte das, was wir gesagt haben. R. Ḥanina b. Antigonos in folgender Lehre: R. Ḥanina b. Antigonos sagte: Weshalb wählte die Tora den Ausdruck Molekh? Alles, was man als Gott436מולך Part. Qal von מלך herrschen, regieren.anerkennt, selbst ein Steinchen oder ein Span.", "Raba sagte: Sie streiten über einen zeitweiligen Molekh." ], [ "R. Jannaj sagte: Er ist nur dann schuldig, wenn er [das Kind] den Pfaffen übergeben hat, denn es heißt:437Lev. 18,21.du sollst keines von deinen Kindern hergeben, um es für den Molekh vorüberzuführen.", "Ebenso wird auch gelehrt: Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er [das Kind durchs Feuer] geführt und es [den Pfaffen] nicht übergeben hat, so heißt es: nicht hergeben. Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er es für den Molekh übergeben und nicht [durchs Feuer] geführt hat, so heißt es: um es vorüberzuführen. Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er es hergegeben und auch vorübergeführt hat, aber nicht für den Molekh, so heißt es: für den Molekh.", "Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er es für den Molekh hergegeben und vorübergeführt hat, jedoch nicht durchs Feuer, so [folgere man:] hierbei heißt es: um vorüberzuführen, und dort438Dt. 18,10.heißt es: es soll sich unter dir niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer vorüberführt, wie dort durchs Feuer, ebenso auch hier durchs Feuer, und wie hier für den Molekh, ebenso auch dort für den Molekh.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sagte: Wer all seine Kinder vorüberführt, ist frei, denn es heißt: von deinen Kindern, nicht aber all deine Kinder.", "R. Aši fragte: Wie ist es, wenn er ein blindes oder ein schlafendes [Kind] vorübergeführt hat, oder das Kind seines Sohnes oder seiner Tochter? —", "Eines wenigstens ist aus folgender Lehre zu entscheiden: 439Lev. 20,3.Denn von seinen Kindern hat er für den Molekh hergegeben, was440Dieses Verbot u. die Strafandrohung befinden sich schon im vorangehenden Verse.lehrt dies? Aus dem Schriftverse: es soll sich unter dir niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer vorüberführt, weiß ich dies nur von einem Sonne und einer Tochter, woher dies vom Kinde eines Sohnes oder einer Tochter? Daher heißt es:441Lev. 20,4.wenn er von seinen Kindern hergibt. —", "Der Autor beginnt mit [dem Verse]: denn von seinen Kindern, und schließt mit [dem Verse]: wenn er von seinen Kindern hergibt!? —", "Darin liegt noch eine zweite Folgerung: Kindern, ich weiß dies nur von legitimen Kindern, woher dies von illegitimen Kindern? Es heißt: wenn er von seinen Kindern hergibt442Der 2. Vers ist überflüssig und ist für diese Folgerung zu verwenden..", "R. Jehuda sagte: Er ist nur dann schuldig, wenn er es auf gewöhnliche Weise vorüberführt. — Wie ist dies? Abajje erwiderte: Ein Steg aus Ziegelsteinen in der Mitte und Feuer sowohl auf der einen Seite als auch auf der anderen Seite.", "Raba erwiderte: Wie beim Springen443Das Feuer befand sich in einer Grube u. das Kind mußte über dasselbe springen.am Purimfeste.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Er ist nur dann schuldig, wenn er es auf gewöhnliche Weise vorüberführt; hat er es spazierend444Demnach mußte das Kind über das Feuer springen.vorübergeführt, so ist er frei.", "Ferner ist er nur wegen seiner Nachkommen schuldig, und zwar: wegen seines Sohnes und seiner Tochter ist er schuldig, wegen seines Vaters, seiner Mutter, seines Bruders oder seiner Schwester ist er frei. Geht jemand selbst vorüber, so ist er445Aus dieser Stelle ist zu entnehmen, daß beim Molekhkult die Kinder nicht verbrannt, sondern nur durchs Feuer geführt wurden, was jedoch von manchen bestritten wird.frei; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, er sei schuldig.", "Er ist schuldig, einerlei ob für den Molekh oder für irgend einen anderen Götzen; R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, wenn für den Molekh, so ist er schuldig, wenn nicht für den Molekh, so ist er frei.", "U͑la sagte: Was ist der Grund des R. Elea͑zar b. Šimo͑n? Die Schrift sagt:446Dt. 18,10.es soll sich unter dir niemand finden, dir, bei dir selber. —", "Und die Rabbanan!? Sie verwenden das dir nicht zur Schriftforschung. — Es wird ja aber gelehrt, daß von seinem Verlorenen447Wenn ihm selber und seinem Vater ein Tier od. eine Sache fortgekommen ist u. er sie suchen geht.und dem Verlorenen seines Vaters seines vorgehe, und auf unsere Frage: weshalb dies, erwiderte R. Jehuda: die Schrift sagt:448Dt. 15,4.jedoch soll es keinen Armen unter dir geben, seines449Das Wort ‘dir’ im angez. Schriftverse deutet, daß man zunächst sich selbst vor Armut schütze; hier wird also dieses W. zur Schriftforschung verwendet.geht dem eines jeden anderen Menschen vor!? —", "Hierbei wird es aus [dem Worte] jedoch gefolgert.", "R. Jose b. Ḥanina sagte: Weshalb kommt beim Götzendienste dreimal die Ausrottung vor?", "Einmal wegen [der Verehrung] auf gewöhnliche Weise, einmal wegen [der Verehrung] auf ungewöhnliche Weise und einmal wegen des Molekh. —", "Was soll nach demjenigen, welcher sagt, der Molekh gehöre zum Götzendienste, bei diesem die Ausrottung450Das Führen des Kindes durchs Feuer ist ja dann die gewöhnliche Art der Verehrung, worauf die Todesstrafe gesetzt ist.!? — In dem Falle, wenn jemand seinen Sohn auf ungewöhnliche Weise vorüberführt. —", "Wozu wird nach demjenigen, welcher sagt, die Gotteslästerung gelte als Götzendienst, diese besonders mit der Ausrottungsstrafe belegt!? —", "Wegen der folgenden Lehre:451Num. 15,31.Vertilgt, ja vertilgt, vertilgt, auf dieser Welt, ja vertilgt, in der zukünftigen Welt — so R. A͑qiba.", "R. Jišma͑él erwiderte ihm: Es heißt ja bereits:452Ib. V. 30.soll weggetilgt werden; gibt es denn drei Welten!? Vielmehr: soll weggetilgt werden, auf dieser Welt; vertilgt, in der zukünftigen Welt; ja vertilgt, die Tora gebraucht die gewöhnliche Redeweise der Menschen453Der Infinitiv הכרת hat hier keinerlei exegetische Bedeutung.." ], [ "vii,2 DER TOTENBESCHWÖRER, DAS IST DER PYTHON454Πύϑων, der Bauchredner, Wahrsagegeist., DER AUS SEINEN ACHSELHÖHLEN SPRECHEN LÄSST. DER WAHRSAGER, DAS IST DER, DER AUS SEINEM MUNDE SPRECHEN LÄSST. DIESE SIND DURCH STEINIGUNG HINZURICHTEN, UND WER SIE BEFRAGT, ÜBERTRITT EINE WARNUNG.", "GEMARA. Weshalb lehrt er hier vom Totenbeschwörer und vom Wahrsager, und bei der Ausrottung nur vom Totenbeschwörer und nicht vom Wahrsager!?", "R. Joḥanan erklärte: Weil beide in einem Verbote zusammengefaßt sind.", "Reš Laqiš erklärte: Weil der Wahrsager keine Tätigkeit ausübt455Man braucht deshalb überhaupt kein Sündopfer darzubringen.. —", "Weshalb wird es nach R. Joḥanan gerade vom Totenbeschwörer456Es könnte ja ebensogut nur vom Wahrsager gelehrt werden.gelehrt!? — Weil die Schrift mit diesem beginnt. —", "Weshalb erklärte Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan? R. Papa erwiderte: Bei der Todesstrafe werden sie von einander getrennt457Bei der Strafandrohung (Lev. 20,27) heißt es: Totenbeschwörer oder Wahrsager, nicht aber: und Wahrsager.. —", "Und R. Joḥanan!? — Die Trennung beim Verbote gilt als Trennung, die Trennung bei der Todesstrafe gilt nicht als Trennung. —", "Weshalb erklärte R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš? — Er kann dir erwidern: die Lehre von der Ausrottungsstrafe vertritt die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, es hänge nicht von der Ausübung einer Tätigkeit ab. —", "Und Reš Laqiš!? — Zugegeben, daß es nach ihm nicht von einer bedeutenden Tätigkeit abhängt, von einer unbedeutenden aber wohl. —", "Welche Tätigkeit übt der Gotteslästerer aus!? — Die Bewegung der Lippen gilt als Tätigkeit. —", "Welche Tätigkeit übt der Totenbeschwörer aus!? — Das Schlagen mit den Armen gilt als Tätigkeit. —", "Etwa auch nach den Rabbanan, aber es wird ja gelehrt, man sei nur wegen einer Handlung schuldig, bei der eine Tätigkeit ausgeübt wird, wie Opferung, Räucherung, Libation oder Sichniederwerfung,", "und hierzu sagte Reš Laqiš, der Autor, der dies von der Sichniederwerfung lehrt, sei R. A͑qiba, welcher sagt, es hänge nicht von einer Tätigkeit ab, während R. Joḥanan sagte, hier könne auch die Ansicht der Rabbanan vertreten sein, denn die Beugung der Statur gelte nach den Rabbanan als Tätigkeit.", "Wenn nun nach Reš Laqiš die Beugung der Statur nach den Rabbanan nicht als Tätigkeit gilt, wieso könnte das Schlagen der Arme beim Totenbeschwörer als Tätigkeit gelten!? —", "Reš Laqiš sagte es eben nach R. A͑qiba, nicht aber nach den Rabbanan. —", "Demnach müßte es ja [dort458In der angezogenen Lehre von der Ausrottungsstrafe.] heißen: ausgenommen sind Lästerer und Totenbeschwörer459Da auch der Totenbeschwörer keine Tätigkeit ausübt.!?", "Vielmehr, erklärte U͑la, wenn er für den Geist460Den er befragt.räuchert.", "Raba entgegnete ihm: Wenn er für den Geist räuchert, so ist dies ja Götzendienst461Wovon in der angezogenen Lehre besonders gesprochen wird.!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn er zur Bannung räuchert.", "Abajje entgegnete ihm: Wenn jemand zur Bannung räuchert, so nimmt er ja Bannungen vor462Dies ist allerdings verboten, jedoch ist darauf nicht die Todesstrafe gesetzt.!? —", "Freilich, nur sagt die Tora, wer Bannungen auf diese Weise vornimmt, sei durch Steinigung [hinzurichten].", "Die Rabbanan lehrten:463Dt. 18,11.Wer Bannungen vornimmt, einerlei ob von großen oder kleinen [Tieren], und selbst von Schlangen und Skorpionen.", "Abajje sagte: Die Bannung einer Biene und eines Skorpions ist verboten, selbst in der Absicht, sie vor Schaden zurückzuhalten. —", "Weshalb gilt nach R. Joḥanan nach den Rabbanan die Beugung der Statur als Tätigkeit, während die Bewegung der Lippen nicht als Tätigkeit gilt!?", "Raba erwiderte: Anders ist die Gotteslästerung, da sie nur vom Herzen464Wer eine Gotteslästerung ausspricht, ohne dies zu beabsichtigen, ist nicht schuldig. abhängt." ], [ "R. Zera wandte ein: Ausgenommen ist das Falschzeugnis, weil dabei keine Tätigkeit ausgeübt wird. Weshalb nun, hierbei hängt es ja nicht vom Herzen ab!?", "Raba erwiderte: Anders ist es beim Falschzeugnis, weil es hierbei hauptsächlich von der Stimme abhängt. —", "Gilt denn die Stimme nach R. Joḥanan nicht als Tätigkeit, es wird ja gelehrt, wer durch Laute [ein dreschendes Tier465Cf. Dt. 22,10 u. 25,4.vom Fressen] zurückhält oder [Tiere verschiedener Art465Cf. Dt. 22,10 u. 25,4.] antreibt, sei, wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie Reš Laqiš sagt, frei.", "R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, weil die Bewegung der Lippen als Tätigkeit gilt, Reš Laqiš sagt, er sei frei, weil die Bewegung der Lippen nicht als Tätigkeit gilt!?", "Vielmehr, erklärte Raba, anders ist es heim Falschzeugnis, weil es hierbei hauptsächlich vom Sehen abhängt.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Totenbeschwörer ist, wer aus (zwischen) den Gelenken und aus (zwischen) den Achselhöhlen sprechen läßt; ein Wahrsager ist, wer einen Knochen des Jaddua͑466Fabeltier (Raschi) od. Vogel (Maimonides), dessen Knochen die Zauberer und Wahrsager sich bedienen. Möglicherweise ist ידוע ein Pua͑l von ידע, also: einen gewissen Knochen.in den Mund nimmt, und dieser spricht von selbst.", "Man wandte ein:467Jes. 29,4.Deine Stimme wird sein, wie die eines Totengeistes aus der Erde; demnach spricht er ja wie gewöhnlich!? — Nein, er steigt auf, setzt sich zwischen die Gelenke und spricht. —", "Komm und höre:468iSam. 28,18.Da sprach die Frau zu Šaúl: Einen Geist sah ich aus der Erde aufsteigen; wahrscheinlich spricht er ja wie gewöhnlich!? — Nein, er setzt sich zwischen die Gelenke und spricht.", "Die Rabbanan lehrten: Beim Totenbeschwörer ist es einerlei, ob er [den Geist] durch Zauberei469Syr. זכר einen Geist od. einen Toten zitieren; statt זכורו wäre זוכהו (syr. זוכרא Zauberei, Weissagung) richtiger. Die Erkl. Raschis: mit seinem männlich. Gliede, ist falsch, auch ist זכור durchaus nicht mit זכרות zu verwechseln.heraufsteigen läßt, oder einen Schädel befragt. — Welchen Unterschied gibt es zwischen diesem und jenem? — Beim Heraufsteigen durch Zauberei steigt er nicht auf gewöhnliche Weise470Nach Raschi mit den Füßen nach oben.herauf, auch nicht am Šabbath, beim Befragen eines Schädels steigt er auf gewöhnliche Weise herauf, auch am Šabbath. —", "‘Steigt er herauf’, wohin denn, er liegt ja vor ihm!? — Lies vielmehr: er antwortet auf gewöhnliche Weise, auch antwortet er am Šabbath.", "Auch folgende Frage richtete der gottlose Tyrannus471Cf. Bd. V S. 466 Anm. 37.Rufus an R. A͑qiba: Wodurch unterscheidet sich dieser Tag472Der Šabbath.von allen übrigen Tagen? Dieser entgegnete: Wodurch unterscheidest du dich von allen anderen Menschen? Jener erwiderte: Dies473Ausgezeichnet zu werden.ist der Wille meines Herrn. — Auch bezüglich des Šabbaths ist es der Wille des Herrn473Ausgezeichnet zu werden..", "Jener erwiderte: Folgendes frage ich dich: wieso ist es erwiesen, daß dieser Tag Šabbath ist. Dieser erwiderte: Dies beweist der Fluß Šabbatjon474Auch Sanbalion od. Sambation; fabelhafter, jed. bei vielen alten Historikern genannter Fluß, der während der 6 Wochentage Steine ausschleudert, am Šabbath aber ruht; hinter diesem Flusse sollen die 10 Stämme sich befinden., dies beweist die Totenbeschwörung und dies beweist das Grab deines Vaters, aus dem am Šabbath kein Rauch475Da an diesem Tage auch in der Hölle gefeiert wird.aufsteigt. Jener sprach: Du hast ihn geschändet, beschimpft und gelästert.", "Die Totenbeschwörung ist ja identisch mit dem Befragen eines Toten476Wozu wird nun an ein und derselben Stelle von beiden gelehrt.!? —", "Vom Befragen eines Toten wird gelehrt:477Dt. 18,11.Und der sich an die Toten wendet, das ist derjenige, der hungert478Durch den Hunger wird die Phantasie gesteigert.und auf einem Begräbnisplatze übernachtet, damit der Geist der Unreinheit auf ihm ruhe.", "Wenn R. A͑qiba an diesen Vers herankam, weinte er, [indem er sprach:] Wenn auf den, der hungert, damit der Geist der Unreinheit auf ihm ruhe, der Geist der Unreinheit sich niederläßt, um wieviel mehr sollte dies der Fall sein, wenn jemand hungert, damit der Geist der Reinheit auf ihm ruhe. Was aber ist zu tun, daß unsere Sünden es verursacht haben, denn es heißt:479Jes. 59,2.denn eure Sünden trennten zwischen euch und eurem Gott.", "Raba sagte: Wenn die Frommen wollten, könnten sie eine Welt erschaffen, denn es heißt: denn eure Sünden trennten480Sie würden Gott geglichen haben.&c.", "Rabba schuf einst einen Menschen und sandte ihn zu R. Zera; als dieser aber mit ihm sprach und er keine Antwort gab, sprach er: Du bist also von den Genossen, kehre zu deinem Staube zurück.", "R. Ḥanina und R. Oša͑ja befaßten sich jeden Vorabend des Šabbaths mit dem Studium des Buches von der Schöpfung und schufen ein Drittlingskalb, das sie dann verzehrten.", "Die Rabbanan lehrten: Zauberer ist, wie R. Šimo͑n sagt, der sieben Arten von Zaubermitteln481Nach Raschi Samenfluß; vgl. Anm. 469.über seine Augen482Das W. מעונן wird also von עין, Auge, bezw. v. עונה, Zeit, abgeleitet.führt; die Weisen sagen, einer, der anderen eine Augentäuschung482Das W. מעונן wird also von עין, Auge, bezw. v. עונה, Zeit, abgeleitet.vorzaubert; R. A͑qiba sagt, einer, der die Zeiten482Das W. מעונן wird also von עין, Auge, bezw. v. עונה, Zeit, abgeleitet.und Stunden ausrechnet, indem er spricht: heute ist es gut eine Reise anzutreten; morgen ist es gut zu kaufen; im Vorjahre des Brachjahres pflegt der Weizen gut zu sein; das Ausreißen der Erbsen schützt vor Schlecht werden.", "Die Rabbanan lehrten: Als Zeichendeuter gilt derjenige, der sagt, sein Brot483Und dies als Vorbedeutung des Schicksals betrachtet.sei ihm aus dem Munde gefallen, sein Stock sei ihm aus der Hand gefallen, sein Sohn rufe ihm von hinten zu, ein Rabe krächze ihm zu, ein Hirsch durchquere ihm den Weg, eine Schlange befinde sich zu seiner Rechten und ein Fuchs zu seiner Linken." ], [ "Oder: beginne484Dh. wenn er dies zu jemand [Steuereinnehmer udgl.] spricht.nicht mit mir, jetzt ist frühmorgens, heute ist Neumond, heute ist Šabbathausgang.", "Die Rabbanan lehrten:485Lev. 19,26.Ihr sollt nicht zeichendeuten noch Zauberei treiben; das sind zum Beispiel diejenigen, die durch Wiesel, Vögel und Fische zeichendeuten.", "viii,1 WER DEN ŠABBATH ENTWEIHT; IN EINEM FALLE, WENN MAN BEI VORSATZ DER AUSROTTUNGSSTRAFE VERFÄLLT UND BEI VERSEHEN EIN SÜNDOPFER DARBRINGEN MUSS.", "GEMARA. Demnach gibt es Fälle von Šabbathentweihung, derentwegen man bei Versehen kein Sündopfer darzubringen braucht und bei Vorsatz nicht der Ausrottungsstrafe verfällt; welche sind es? —", "Das [Gesetz vom] Šabbathgebiete486Am. Š. darf man nicht mehr als 2000 Ellen gehen; dieses Gesetz ist nach RA͑. rabbanitisch, und man verfällt deswegen nicht der Ausrottungsstrafe.nach R. A͑qiba und das Feueranzünden nach R. Jose487Dessentwegen verfällt man nach RJ. ebenfalls nicht der Ausrottungsstrafe; vgl. S. 598 Anm. 94..", "viii,2 WER VATER UND MUTTER FLUCHT, IST NUR DANN SCHULDIG, WENN ER IHNEN BEIM GOTTESNAMEN FLUCHT; FLUCHTE ER IHNEN BEI EINER UMSCHREIBUNG [DES GOTTESNAMENS], SO IST ER NACH R. MEI͑R SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "GEMARA. Wer sind die Weisen? — Es ist R. Menaḥem b. R. Jose, denn es wird gelehrt:488Lev. 24,16.Wenn er den Gottesnamen lästert, soll er getötet werden; was bedeutet hier [das Wort] Gottesnamen489Schon am Beginne des angezogenen Schriftverses kommt dieses W. vor, die Wiederholung ist somit überflüssig.? Dies lehrt, daß, wer Vater und Mutter flucht, nur dann schuldig sei, wenn er ihnen beim Gottesnamen flucht.", "Die Rabbanan lehrten:490Lev. 20,9.Mann, wozu heißt es: jeder Mann? Dies schließt die Frau, einen Geschlechtslosen und einen Zwitter ein.", "Der fluchen wird seinem Vater und seiner Mutter; ich weiß dies also nur von Vater und Mutter, woher dies vom Vater ohne Mutter und von der Mutter ohne Vater? Es heißt: seinem Vater und seiner Mutter fluchte er, Blutschuld lastet auf ihm; seinem Vater491Am Beginne des Schriftverses befindet sich das W. fluchen neben ‘Vater’ und am Schlüsse neben ‘Mutter’.fluchte er, seiner Mutter491Am Beginne des Schriftverses befindet sich das W. fluchen neben ‘Vater’ und am Schlüsse neben ‘Mutter’. fluchte er — so R. Jošija.", "R. Jonathan sagte: [In solchen Fällen] sind sowohl beide zusammen als auch jeder besonders zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich ‘zusammen’ sagt.", "490Lev. 20,9.Soll getötet werden, durch Steinigung. Du sagst, durch Steinigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern durch irgend eine aller anderen in der Tora genannten Todesarten? Hier heißt es: Blutschuld lastet auf ihm, und dort492Lev. 20,11.heißt es, Blutschuld lastet auf ihnen, wie dort durch Steinigung, ebenso auch hier durch Steinigung.", "Wir wissen also die Strafe, wo ist das Verbot zu finden? Es heißt:493Ex. 22,27.Gott494Unter ‘Gott’ an dieser Stelle wird ein Richter verstanden (cf. Ex. 22,8).sollst du nicht fluchen &c.; ist sein Vater Richter, so ist er einbegriffen unter: Gott sollst du nicht fluchen, ist sein Vater Fürst, so ist er einbegriffen unter: und einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen.", "Woher dies von dem Falle, wenn er weder Richter noch Fürst ist? Ich will dir sagen: von diesen beiden ist eine Hauptnorm zu entnehmen. Die Eigenheit des Fürsten gleicht nicht der Eigenheit des Richters und die Eigenheit des Richters gleicht nicht der Eigenheit des Fürsten.", "Die Eigenheit des Richters gleicht nicht der Eigenheit des Fürsten, denn man ist verpflichtet, auf die Entscheidung des Richters zu hören, und man ist nicht verpflichtet, auf die Entscheidung des Fürsten zu hören; die Eigenheit des Fürsten gleicht nicht der Eigenheit des Richters, denn die Widersetzlichkeit gegen den Fürsten ist verboten, und die Widersetzlichkeit gegen den Richter ist nicht verboten;", "das Gemeinsame bei beiden ist: sie gehören zu deinem Volke und es ist dir verboten, ihnen zu fluchen, somit ist auch der Vater einbegriffen, denn auch er gehört zu deinem Volke und es ist dir verboten, ihm zu fluchen. —", "Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja, daß ihre Würde dies veranlaßt!? —", "Es heißt: du sollst keinem Tauben fluchen; die Schrift spricht also auch von den Armseligen in deinem Volke.", "[Wollte man erwidern:] beim Tauben veranlasse dies seine Taubheit,", "so beweisen Fürst und Richter das Entgegengesetzte, [und wollte man erwidern:] beim Fürsten und beim Richter veranlasse dies ihre Würde, so beweist der Taube [das Entgegengesetzte].", "Die Replikation wiederholt sich: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie zu deinem Volke gehören und es dir verboten ist, ihnen zu fluchen, somit schließe man auch den Vater ein, der ebenfalls zu deinem Volke gehört und dem zu fluchen dir verboten ist. —", "Vielleicht ist aber das Gemeinsame bei ihnen, daß sie anders sind [als jeder andere]!? —", "Die Schrift könnte dies ja lehren entweder von Gott und einem Tauben oder von einem Fürsten und einem Tauben, wozu heißt es nun ‘Gott’? Da dies an und für sich nicht nötig ist, so beziehe man es auf [das Fluchen eines] Vaters. —", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, ‘Gott’ sei hier profan, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei heilig!?", "Es wird nämlich gelehrt: Das [Wort] ‘Gott’495Im angezogenen Schriftverse; dh. darunter ist nicht Gott, sondern ein Richter zu verstehen.ist profan — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei heilig. Ferner wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Wo finden wir das Verbot, dem Namen Gottes zu fluchen? Es heißt: Gott sollst du nicht fluchen.", "Einleuchtend ist es also nach demjenigen, welcher sagt, ‘Gott’ sei profan, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei heilig!? — Derjenige, nach dem ‘Gott’ profan ist, folgert dies vom Profanen auf das Heilige,", "und derjenige, nach dem ‘Gott’ heilig ist, folgert dies vom Heiligen auf das Profane. — Allerdings kann man nach demjenigen, welcher sagt, ‘Gott’ sei profan, dies vom Profanen auf das Heilige496Das hier gebrauchte W. ‘Gott’ ist sonst heilig, außerdem ist es vom Leichteren auf das Strengere zu folgern.folgern, wieso aber kann man nach demjenigen, welcher sagt, ‘Gott’ sei heilig, vom Heiligen auf das Profane folgern, vielleicht erstreckt sich das Verbot nur auf das Heilige und nicht auf das Profane? —", "Es könnte ja teqal heißen," ], [ "wenn es aber teqalel [fluchen] heißt, so ist beides zu entnehmen.", "ix WER EINE VERLOBTE JUNGFRAU BESCHLÄFT, IST NUR DANN STRAFBAR, WENN SIE GROSSJÄHRTG, JUNGFRAU UND VERLOBT IST, UND IM HAUSE IHRES VATERS WEILT. HABEN ZWEI SIE BESCHLAFEN, SO WIRD DER ERSTE DURCH STEINIGUNG UND DER ZWEITE DURCH ERDROSSELUNG497Da dieser eine Deflorierte beschlafen hat.HINGERICHTET.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:498Dt. 22,23.Ein Mädchen, nicht aber eine Mannbare499Cf. S. 664 Anm. 25.; eine Jungfrau, nicht aber eine Deflorierte; Verlobte, nicht aber eine Verheiratete; im Hause ihres Vaters, nicht aber, wenn der Vater sie den Vertretern des Ehemannes übergeben hat.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meírs, die Weisen aber sagen, ein verlobtes Mädchen, darunter sei auch eine Minderjährige einbegriffen.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Woher, daß unsere Mišna die Ansicht R. Meírs vertritt und auch eine Minderjährige ausschließt, vielleicht vertritt sie die Ansicht der Rabbanan und schließt nur eine Mannbare aus und nichts weiter!?", "Dieser erwiderte: Wieso heißt es demnach: wenn sie großjährig, Jungfrau und verlobt ist, es müßte ja heißen: er ist nur wegen eines jungfräulichen, verlobten Mädchens500Der Ausdruck ‘wenn sie großjährig ist’ besagt: erst wenn sie dieses Alter erreicht hat.strafbar. Weiter ist hierzu nichts [zu sagen].", "R. Ja͑qob b. Ada fragte Rabh: Wie ist es nach R. Meír, wenn jemand eine verlobte Minderjährige beschläft: schließt er diesen Fall vollständig501Von der Todesstrafe; in der angezogenen Stelle heißt es: sie sollen beide sterben, u. da sie als Minderjährige straffrei ist, so müßte auch er straffrei sein.aus, oder schließt er ihn nur von der Steinigung aus? Dieser erwiderte: Er ist strafbar. —", "Es heißt ja aber:502Dt. 22,22.sie sollen beide sterben, [die Strafe] beider muß gleich sein!? Da schwieg Rabh.", "Šemuél sprach: Weshalb schwieg Rabh, er könnte ihm ja erwidern: [Es heißt:]503Ib. V. 25.so soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein504Dieser Schriftvers handelt allerdings von der Notzucht, da aber die angezogenen Worte überflüssig sind, denn ausdrücklich wird auch gesagt, daß man dem Mädchen nichts tue, so beziehe man sie auf die Beschlafung einer Minderjährigen.sterben!? —", "[Hierüber streiten] Tannaím: Sie sollen beide sterben, [die Strafe] beider muß gleich sein — so R. Jošija. R. Jonathan sagte: So soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein sterben. —", "Wofür verwendet er [den Vers:] sie sollen beide sterben!? Raba erwiderte: Dies schließt Kitzelei505Eigentl. Stechendes (trop.), Reizendes (von חדד scharf, spitz machen); dh. wenn er mit ihr nur unzüchtige Handlungen zum Zwecke der Befriedigung vornimmt; in diesem Falle wird der angezogene Schriftvers in Anwendung gebracht. Die Lesart מעשה הורדוס gibt keinen Sinn; der König Herodes soll (cf. Fol. Bb. 3b) allerdings die Leiche einer Frau 7 Jahre konserviert, u. nach einer Ansicht mit dieser auch Unzucht getrieben haben; diese Handlung aber kommt hier kaum inbetracht. Was Geiger zur Verteidigung dieser Lesart bemerkt (אוצר נחמד Bd. III p. 1, Nachgelass. Schriften Bd. V p. 95), ist nicht stichhaltig; außerdem schreibt der T. nicht היהודיס (woraus חידודים entstanden sein soll) sondern הורדוס.aus. — Und jener? — Kitzelei ist nichts. —", "Wofür verwendet der andere [das Wort] allein!? —", "Wie in folgender Lehre: Wenn zehn Männer sie beschlafen haben506Auf widernatürliche Weise.und sie noch Jungfrau ist, so werden sie alle durch Steinigung hingerichtet; Rabbi sagt, der erste durch Steinigung, die übrigen durch Erdrosselung.", "Die Rabbanan lehrten:507Lev. 21,9.Wenn die Tochter eines Priesters sich durch Hurerei entweiht; Rabbi sagte, zum ersten508Das W. תחל wird von חלל Hiph. beginnen abgeleitet.Male, denn so heißt es: so soll der Mann, der sie beschlafen hat, allein sterben. —", "Was meint er damit? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Rabbi ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, nur die Verlobte werde durch Verbrennung hingerichtet, nicht aber die Verheiratete, und zwar meint er es wie folgt: wenn ihre erste Beschlafung durch Hurerei erfolgt ist, so wird sie durch Verbrennung hingerichtet, sonst aber durch Erdrosselung. —", "Was heißt: denn so? — Wie dort: wie die Schrift dort509Bei der Verlobten, von der der angezogene Schriftvers spricht.von der ersten Beschlafung spricht, ebenso handelt es auch hier von der ersten Beschlafung.", "R. Bebaj b. Abajje sprach zu ihm: Der Meister aber, das ist nämlich R. Joseph, sagte nicht so,", "sondern daß Rabbi der Ansicht R. Meírs sei, welcher sagt, sie sei nur dann durch Erdrosselung hinzurichten, wenn sie an einen Illegitimen verheiratet ist,", "und zwar meint er es wie folgt: wenn der Beginn ihrer Entweihung durch Hurerei erfolgt ist, so wird sie durch Verbrennung hingerichtet, sonst aber durch Erdrosselung. — Was heißt: denn so? —" ], [ "Nur als Hinweis510Auch der angezogene Schriftvers handelt von einem ersten Akt der Entweihung..", "x,1 DER VERFÜHRER.» NUR EIN GEMEINER; WENN ER EINEN EINZELNEN511Wort. Gemeinen, jedoch ist nur eine Mehrheit ausgeschlossen.VERFÜHRT, WENN ER [BEISPIELSWEISE] ZU EINEM SPRICHT: AN JENEM ORTE BEFINDET SICH EINE GOTTHEIT, DAS ISST SIE, DAS TRINKT SIE, DAS IST IHR GUTES WIRKEN UND DAS IST IHR SCHLECHTES WIRKEN.", "BEI ALLEN IN DER TORA GENANNTEN MIT DER TODESSTRAFE BEDROHTEN STELLT MAN KEINE ZEUGEN IM HINTERHALTE AUF, AUSGENOMMEN DIESE.", "SAGTE ER DIES ZWEIEN, SO SIND SIE SELBER SEINE BELASTUNGSZEUGEN; SIE BRINGEN IHN VOR DAS GERICHT512Eine Warnung ist hierbei nicht nötig.UND MAN STEINIGT IHN. SAGTE ER DIES ZU EINEM, SO SAGE ER, ER HABE FREUNDE, DIE GEFALLEN DARAN FINDEN513Damit diese als Belastungszeugen auftreten können.WÜRDEN;", "WENN ER ABER SCHLAU IST UND ES VOR JENEN NICHT SPRECHEN WILL, SO VERSTECKE MAN ZEUGEN HINTER EINER MAUER, UND DIESER SPRECHE ZU IHM: WIEDERHOLE MIR NUN UNTER UNS, WAS DU MIR GESAGT HAST. TUT ER DIES, SO SPRECHE ER ZU IHM: WIE SOLLTEN WIR UNSEREN GOTT IM HIMMEL VERLASSEN UND HOLZ UND STEIN VEREHREN GEHEN!? TRITT ER DAVON ZURÜCK, SO IST ES RECHT, WENN ER ABER SAGT, DIES SEI UNSERE PFLICHT UND SO SEI ES GUT FÜR UNS, SO BRINGEN IHN DIE HINTER DER MAUER STEHENDEN [ZEUGEN] VOR DAS GERICHT, UND MAN STEINIGE IHN.", "WENN JEMAND SAGT: ICH WILL [DEM GÖTZEN] DIENEN; ICH WILL GEHEN UND IHM DIENEN; WIR WOLLEN GEHEN UND IHM DIENEN; ICH WILL IHM OPFERN; ICH WILL GEHEN UND IHM OPFERN; WIR WOLLEN GEHEN UND IHM OPFERN; ICH WILL IHM RÄUCHERN; ICH WILL GEHEN UND IHM RÄUCHERN; WIR WOLLEN GEHEN UND IHM RÄUCHERN; ICH WILL IHM LIBIEREN; ICH WILL GEHEN UND IHM LIBIEREN; WIR WOLLEN GEHEN UND IHM LIBIEREN; ICH WILL MICH VOR IHM NIEDERWERFEN; ICH WILL GEHEN UND MICH VOR IHM NIEDERWERFEN; WIR WOLLEN GEHEN UND UNS VOR IHM NIEDERW ERFEN514Wer sich eines dieser Sätze bedient, gilt als Verführer..", "GEMARA. DER VERFÜHRER NUR EIN GEMEINER. Also nur ein Gemeiner, während ein Prophet durch Erdrosselung [hinzurichten ist]; wenn er einen einzelnen verführt, also nur wenn «einen einzelnen, wenn aber eine Mehrheit, so ist er durch Erdrosselung [hinzurichten];", "somit vertritt unsere Mišna die Ansicht R. Šimo͑ns, denn es wird gelehrt: Wenn ein Prophet verleitet, so ist er durch Steinigung [hinzurichten]: R. Šimo͑n sagt, durch Erdrosselung.", "Die Verleiter einer abtrünnigen Stadt sind durch Steinigung [hinzurichten]; R. Šimo͑n sagt, durch Erdrosselung. Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: der Verleiter, das ist der, welcher sagt, laßt uns gehen und Götzen dienen, und hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, darunter seien die Verleiter einer abtrünnigen Stadt zu verstehen; also nach den Rabbanan; der Anfangsatz nach R.Šimo͑n und der Schlußsatz nach den Rabbanan!?", "Rabina erklärte: Die ganze [Mišna] vertritt die Ansicht der Rabbanan, nur lehrt er: nicht nur516Zuerst lehrt er die einfachen Fälle, über die niemand streitet, nachher diejenigen, über die gestritten wird.jenes, sondern auch dies.", "R. Papa erklärte: Er gebraucht [den Passus:] der Verführer, ein Gemeiner, nur wegen der Hinterhaltszeugen517Er gebraucht hier den Ausdruck הדיוט (ἰδῐότης) nicht als Ggs. zu einer Mehrheit, sondern als beschimpfende Bezeichnung des Verführers, in der Bedeutung Idiot, Unwissender. Ein solcher wird nicht vorher gewarnt, vielmehr stellt man sogar Zeugen im Hinterhalte auf, um ihn möglichst überführen zu können..", "Es wird nämlich gelehrt: Bei allen anderen in der Tora genannten mit der Todesstrafe Bedrohten stellt man keine Zeugen im Hinterhalte auf, ausgenommen dieser.", "Wie verfährt man dabei? Man stecke ein Licht im inneren518Damit er sich sicher u. unbelauscht wähne.Zimmer an und lasse die Zeugen im äußeren sitzen, sodaß sie ihn sehen und seine Stimme hören können, während er sie nicht sehen kann. Sodann spreche er zu ihm: Sage mir nun unter uns, was du mir gesagt hast. Tut er dies, so spreche er zu ihm: Wie sollten wir unseren Vater im Himmel verlassen und Götzen dienen!? Tritt er zurück, so ist es recht, wenn er aber sagt, dies sei unsere Pflicht und so sei es gut für uns, so bringen ihn die Zeugen, die ihn draußen gehört haben, vor das Gericht und man steinige ihn.", "So verfuhr man auch mit dem Sohne Saṭedas519So muß dieser Name nach der weiter folgenden Erklärung gelesen werden; die Ableitung von stratiota, Soldatenkind (cf. Rönsch, Theolog. Studien u. Kritiken, 1873 S. 77ff.), verdient kaum Beachtung. Nach manchen mit Jesus Christus identisch, jedoch ist diese Identifizierung nur ein Hirngespinst mittelalterlicher Fanatiker, die sogar von talmud. Autoritäten (cf. Tosaphoth zu Sabb. Fol. 104b sv. בן סטדא) bestritten wird.in Lud, und man henkte ihn am Vorabend des Pesaḥfestes. —", "Wieso Sohn Saṭedas, er war ja der Sohn Panderas!? R. Ḥisda erwiderte: Der Gatte [seiner Mutter] hieß Saṭeda, ihr Buhle520Sein natürl. Vater.hieß Pandera. — Ihr Gatte war ja Papos b. Jehuda!? — Vielmehr, seine Mutter hieß Saṭeda. — Seine Mutter war ja Mirjam die Frauenhaarflechterin!? — In Pumbeditha erklärten sie [diesen Namen] wie folgt: [Saṭath-da], untreu war diese ihrem Gatten.", "x,2 DER VERLEITER.» DAS IST DER, WELCHER SAGT, LASST UNS GEHEN UND GÖTZEN DIENEN.", "«DER ZAUBERER.» NUR WENN ER EINE TÄTIGKEIT AUSÜBT, NICHT ABER, WENN ER NUR EINE AUGENTÄUSCHUNG VORFÜHRT. R. A͑QIBA SAGTE IM NAMEN R. JEHOŠUA͑S: ZWEI LESEN GURKEN521Bekanntes Zauberkunststück in der damaligen Zeit., EINER LIEST UND IST FREI, DER ANDERE ABER LIEST UND IST STRAFBAR; DER DABEI EINE TÄTIGKEIT AUSÜBT, IST STRAFBAR, DER NUR EINE AUGENTÄUSCHUNG VORFÜHRT, IST FREI.", "GEMARA. R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs: Hier handelt es sich um die Verleiter einer abtrünnigen Stadt.", "DER ZAUBERER, NUR WENN ER EINE TÄTIGKEIT AUSÜBT &C. Die Rabbanan lehrten:522Ex. 22,17.Eine Zauberin, einerlei ob Mann oder Frau, und nur deshalb heißt es Zauberin, weil meistens Frauen sich mit Zauberei befassen.", "Auf welche Weise werden sie hingerichtet? R. Jose der Galiläer sagte: Hier heißt es: eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und dort523Dt. 20,16. heißt es: du sollst keine Seele leben lassen, wie dort durch das Schwert, ebenso auch hier durch das Schwert.", "R. A͑qiba sagte: Hier heißt es: eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und dort524Ex. 19,13.heißt es: sowohl Tier als Mensch soll nicht leben bleiben, wie dort durch Steinigung, ebenso auch hier durch Steinigung.", "R. Jose sprach zu ihm: Ich folgere hinsichtlich [der Worte] leben lassen von [den Worten] leben lassen, du aber folgerst hinsichtlich [der Worte] leben lassen von [den Worten] leben bleiben!?", "R. A͑qiba erwiderte ihm: Ich folgere hinsichtlich Jisraéliten von Jisraéliten, bei denen die Schrift verschiedene Todesarten nennt, du aber folgerst hinsichtlich Jisraéliten von Nichtjuden525Der von ihm angezogene Schriftvers spricht von der Tötung der sieben kenaa͑nitischen Völker., bei denen die Schrift nur" ], [ "eine Todesart angibt.", "Ben A͑zaj sagte: Es heißt: eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und darauf folgt:526Ex. 22,18.jeder, der ein Tier beschläft, soll getötet werden; beide [Gesetze] stehen neben einander: wie nun der ein Tier Beschlafende durch Steinigung [hinzurichten ist], ebenso auch der Zauberer durch Steinigung.", "R. Jehuda entgegnete ihm: Sollte man etwa deshalb, weil beide [Gesetze] neben einander stehen, diesen zur Steinigung hinausführen!? Vielmehr, Totenbeschwörer und Wahrsager sind ja unter ‘Zauberer’ einbegriffen, weshalb wurden sie nun herausgegriffen? Um dir zu sagen, daß man alle anderen Zauberer mit diesen vergleiche, wie diese durch Steinigung, ebenso auch alle anderen durch Steinigung. —", "Aber gegen R. Jehuda [ist ja einzuwenden:] über Totenbeschwörer und Wahrsager lehren ja zwei Schriftverse dasselbe, und aus zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, ist ja nichts zu entnehmen!?", "R. Zekharja erwiderte: Dies besagt eben, daß R. Jehuda der Ansicht ist, aus zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, sei wohl zu entnehmen.", "R. Joḥanan sagte: Weshalb heißen sie ‘Zauberer’? Weil sie dem himmlischen Kollegium widersprechen527Das W. כשפ(י)ם enthält die Anfangsbuchstaben der W.e של מעלה כחש פמליא..", "528Dt. 4,35.Es gibt keinen außer ihm; R. Ḥanina sagte, dies erstrecke sich auch auf die Zauberei529Dh. auch mittelst der Zauberei ist gegen die göttlichen Beschlüsse nichts zu machen..", "Einst suchte eine Frau Erde (von) unter den Füßen R. Ḥaninas530Um ihn zu verhexen.aufzunehmen; da sprach er zu ihr: Wenn du kannst, tu dies; es heißt: es gibt, keinen außer ihm. —", "Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, sie heißen deshalb ‘Zauberer’, weil sie dem himmlischen Kollegium widersprechen!? — Anders war es bei R. Ḥanina, dessen Verdienste sehr groß waren.", "R. Ajbu b. Nagari sagte im Namen des R. Ḥija b. Abba: Geheimkünste531Bei den ägyptischen Zauberkünstlern wird in der Schrift (Ex. 7,11,22 ua.) zuweilen der Ausdruck לטיהם u. zuweilen להטיהם gebraucht; der erstere wird mit Geheimkunst (v. לט Heimlichkeit, Stille) u. der andere mit Zauberwerk erklärt., durch Dämonen, Zauberwerk, durch Zauberei, denn so heißt es:532Gen. 3,24.den Glanz533Hier wird das W. להט gebraucht; die Kreisung geschah nicht durch Dämonen, sondern durch eine andere übernatürliche Wirkung, gleich der Zauberei.des sich kreisenden Schwertes.", "Abajje sagte: Legt [der Zauberer] Gewicht auf ein bestimmtes Gerät, so erfolgt es durch einen Dämon, legt er kein Gewicht auf ein bestimmtes Gerät, so ist es Zauberei.", "Abajje sagte: Das Gesetz über die Zauberei gleicht dem Gesetze über den Šabbath; in manchen Fällen ist [der Angeschuldigte] zu steinigen, in manchen Fällen ist er straffrei, [die Handlung] aber verboten, und manches ist von vornherein erlaubt.", "Übt er eine Tätigkeit aus, so ist er zu steinigen, vollbringt er nur eine Augentäuschung, so ist er straffrei, jedoch ist dies verboten; von vornherein erlaubt ist das, was R. Ḥanina und R. Oša͑ja zu tun pflegten. Sie befaßten sich nämlich jeden Vorabend des Šabbaths mit der Schöpfungslehre, erschufen ein Drittlingskalb und aßen es dann auf.", "R. Aši erzählte: Ich sah einst, wie der Vater Qarnas seine Nase schnäuzte und Ballen Seide aus seinen Nasenlöchern hervorholte.", "534Ex. 8,15.Da sprachen die Zauberer zum Pareo͑: Das ist Gottes Finger. R. Elie͑zer sagte: Hieraus, daß ein Dämon kein Geschöpf kleiner als eine Gerste erschaffen535Alle anderen Dinge konnten die Zauberer des Pareo͑ ebenfalls vorbringen, nur nicht die Läuse.kann.", "R. Papa sagte: Bei Gott, auch nicht eines in der Größe eines Kamels kann er erschaffen, jedoch kann er solche versammeln, jene aber nicht536Erschaffen kann er überhaupt nichts, nur kann er größere Tiere versammeln, kleinere aber nicht, weil sie nicht schnell gehen können..", "Rabh erzählte R. Ḥija: Einst sah ich, wie ein Araber ein Kamel mit einem Schwerte zerschnitt, darauf klopfte er vor ihm mit einer Pauke, und es richtete sich auf. Dieser sprach zu ihm: Hast du etwa nachher Blut und Mist gefunden? Es war nichts weiter als eine Augentäuschung.", "Zee͑ri kam einst nach Alexandrien in Ägypten und kaufte da einen Esel. Als er ihn tränken wollte, löste sich [die Zauberei] und er blieb auf einem Brückenbrett sitzen. Hierauf sprachen jene zu ihm: Wärest du nicht Zee͑ri, so würden wir dir [das Geld] nicht zurückgegeben haben, denn hier gibt es keinen, der etwas kauft, ohne es durch Wasser zu prüfen.", "Einst kam Jannaj in ein Gasthaus und verlangte, daß man ihm Wasser zum Trinken gebe. Als ihm darauf [eine Frau] Setitha537Ein Getränk aus Wasser und Mehl; vgl. jed. Bd. II S. 92 Anm. 52.reichte, bemerkte er, daß sich ihre Lippen bewegten. Da goß er ein wenig ab, und es waren Skorpione. Hierauf sprach er zu ihnen: Ich habe von eurem getrunken, trinkt ihr nun von meinem. Als sie davon getrunken hatte, wurde sie in einen Esel verwandelt. Alsdann setzte er sich auf sie und ritt auf die Straße hinaus. Hierauf kam ihre Genossin und löste [die Zauberei] auf, und man sah ihn auf der Straße auf einem Weibe reiten.", "538Ex. 8,2.Da stieg der Frosch539Kollektiv, was der T. jedoch als Singular auffaßt.auf und bedeckte das Land Miçrajim. R. Elea͑zar sagte: Es war ein Frosch, der sich sehr vermehrte und das ganze Land Miçrajim füllte.", "Hierüber streiten Tannaím. R. A͑qiba sagte: Es war ein Frosch, und er füllte das ganze Land Miçrajim. R. Elea͑zar b. A͑zarja sprach zu ihm: A͑qiba, was hast du mit der Agada zu tun, begib dich lieber zu [den Lehren über die Unreinheit durch] Aussatz540Vgl. S. 611 Anm. 200.und Bezeltung; es war ein Frosch, der alle anderen heranquackte, und sie kamen.", "R. A͑QIBA SAGTE &C." ], [ "Lernte R. A͑qiba es denn von R. Jehošua͑, es wird ja gelehrt: Als R. Elie͑zer erkrankte, besuchten ihn R. A͑qiba und seine Genossen; er saß auf seinem Himmelbette, während sie im Vorsaale saßen.", "Es war gerade ein Vorabend des Šabbaths, und sein Sohn Hyrkanos trat ein, um ihm die Tephillin541Am S. werden diese nicht angelegt.abzunehmen; da schrie er ihn an, und dieser entfernte sich mit einem Verweise. Hierauf sprach er zu seinen Genossen: Ich glaube, daß das Bewußtsein meines Vaters verwirrt ist. Da rief jener: Sein Bewußtsein und seiner Mutter Bewußtsein sind verwirrt. Sie achten nicht auf Dinge, auf die die Steinigung gesetzt542Das Anstecken der Lichter u. das Aufwärmen der Speisen, die am Šabbath verboten sind.ist, und sorgen für Dinge, die nur des Feierns wegen543Das Anlegen der Tephillin ist keine Arbeit u. ist am Š. nur des Feierns wegen verboten.verboten sind.", "Als die Weisen sahen, daß er bei Bewußtsein war, traten sie ein und setzten sich vor ihn in einer Entfernung544RE. war in den Bann getan worden (cf. Bm. Fol. 59b), u. niemand durfte in seiner unmittelbaren Nähe weilen.von vier Ellen.", "Da fragte er sie: Wozu seid ihr gekommen? — Wir sind gekommen, um das Gesetz zu lernen. Er entgegnete: Weshalb seid ihr bis jetzt nicht gekommen? Sie erwiderten ihm: Wir hatten keine Zeit. Er entgegnete: Es würde mich wundern, wenn sie eines natürlichen Todes sterben sollten! R. A͑qiba sprach zu ihm: Welcher ist mir beschieden? Er erwiderte ihm: Deiner wird schwerer sein als ihrer.", "Hierauf legte er seine beiden Arme aufs Herz und sprach: Wehe euch, meine beiden Arme, ihr gleicht zwei Torarollen, die zusammengerollt545Ohne benutzt zu werden. Er beklagte, daß seine Gesetzeskunde mit ihm ins Grab sinken muß, ohne andere viel gelehrt zu haben.bleiben. Viel Tora habe ich gelernt und viel Tora habe ich gelehrt; viel Tora habe ich gelernt, jedoch meinen Lehrern nicht einmal so viel abgenommen, wie ein Hund, der aus dem Meere leckt; viel Tora habe ich gelehrt, jedoch haben meine Schüler mir nur so viel abgenommen, wie der Stift dem Sminkrohre.", "Und nicht nur das, ich lehre auch dreihundert Lehren über den weißen Aussatzfleck546Ein sehr schwieriger Fall im Gesetze über den Aussatz; cf. Lev. 14,1ff., ohne daß mich jemals einer darüber befragt hätte. Und nicht nur das, ich lehre auch dreihundert Lehren — manche lesen: dreitausend Lehren — über das Gurkenpflanzen547Dh. über die Zauberei, durch die man dies vollbringen konnte; vgl. Anm. 521., ohne daß mich jemals einer darüber befragt hätte, außer A͑qiba b. Joseph.", "Einst befand ich mich nämlich mit ihm auf dem Wege, da sprach er zu mir: Meister, lehre mich etwas über das Gurkenpflanzen. Da sprach ich etwas, und das ganze Feld ward voll mit Gurken. Hierauf sprach er zu mir: Meister, du hast mir ihre Pflanzung gezeigt, zeige mir auch ihre Entwurzelung. Da sprach ich etwas, und sie wurden alle auf eine Stelle gesammelt.", "Alsdann fragten sie ihn: Wie verhält es sich mit einem Balle, einem Leisten, einem Amulett, einem Perlenbeutel und einem kleinen Gewichtsstücke548Die hier aufgezählten Dinge bestehen aus einer Hülle aus Leder u. einer Füllung aus Wolle; sie fragten ihn, ob diese levitisch verunreinigungsfähig sind (cf. Lev. 11,32), denn nach den Weisen sind Geräte aus Leder nur dann verunreinigungsfähig, wenn sie eine Höhlung zur Aufnahme anderer Sachen haben.? Dieser erwiderte: Sie sind verunreinigungsfähig und werden rein wie sie sind549Die Sache, die zum Zwecke der levit. Reinigung untergetaucht wird, muß vollständig vom Wasser berührt werden; die hier aufgezählten Dinge brauchen aber nicht aufgetrennt zu werden, damit das Wasser auch die Innenseite berühre.. —", "Wie verhält es sich mit einem Schuh, der sich noch auf dem Leisten550Eine Sache wird nicht eher verunreinigungsfähig, als bis sie vollständig fertig ist. befindet? Dieser erwiderte: Er ist rein551Dh. nicht verunreinigungsfähig.. Und beim [Aussprechen des Wortes] ‘rein’ schied seine Seele aus. Hierauf stellte sich R. Jehošua͑ (auf seine Füße) hin und sprach: Der Bann544RE. war in den Bann getan worden (cf. Bm. Fol. 59b), u. niemand durfte in seiner unmittelbaren Nähe weilen.sei aufgelöst.", "Am Ausgange des Šabbaths begegnete ihm552Seiner Bahre.R. A͑qiba [auf dem Wege] zwischen Cäsarea und Lud; da schlug er sich auf den Leib, sodaß sein Blut auf die Erde rann. Bei der Reihe553Die Trauernden stellten sich in Reihen um die Bahre auf.begann er und sprach:554iiReg. 2,12.Mein Vater, mein Vater, Jisraéls Wagen und Reiter; viel besitze ich des Geldes555Dh. viele gelehrte Fragen., jedoch habe ich keinen Wechsler, der es mir wechseln könnte.", "Hieraus also, daß er es von R. Elie͑zer gelernt hatte!? — Er lernte es von R. Elie͑zer, jedoch erfaßte er es nicht, darauf lernte er es von R. Jehošua͑, der es ihm auch verständlich machte. —", "Wieso tat er dies, wir haben ja gelernt, man sei, wenn man dabei eine Tätigkeit ausübt, schuldig!? — Anders ist es, wenn es des Studiums wegen erfolgt. Der Meister sagte nämlich:556Dt. 18,9.Du sollst nicht lernen, es zu tun; es zu tun, darfst du nicht lernen, wohl aber darfst du lernen, um es zu verstehen und zu lehren." ], [ "iDER MISSRATENE UND WIDERSPENSTIGE SOHN.»", "VON WANN AB UNTERLIEGT ER [DEM GESETZE VOM] MISSRATENEN UND WIDERSPENSTIGEN SOHNE? SOBALD ER ZWEI HAARE1An der Scham, ein Zeichen der Pubertät. BEKOMMEN HAT, BIS IHM RINGSHERUM EIN BART GEWACHSEN IST. DER UNTERE [BART] UND NICHT DER OBERE, NUR BEDIENEN SICH DIE WEISEN EINES EUPHEMISTISCHEN AUSDRUCKES. DENN ES HEISST:2Dt. 21,18.wenn ein Mann einen Sohn hat, EINEN SOHN UND NICHT EINE TOCHTER, EINEN SOHN UND NICHT EINEN [ERWACHSENEN MANN], EIN MINDERJÄHRIGER IST STRAFFREI, DA ER NOCH NICHT DEN GESETZESPFLICHTEN UNTERLIEGT.", "GEMARA. Woher, daß der Minderjährige straffrei ist? — ‘Woher’, der Grund wird ja angegeben; da er noch nicht den Gesetzespflichten unterliegt!? Ferner: wo finden wir denn, daß die Schrift einen Minderjährigen strafbar mache, um hierbei eines Schriftverses zu benötigen, daß er straffrei sei!? —", "Wir meinen es wie folgt: der mißratene und widerspenstige Sohn wird ja nicht wegen seines Vergehens, sondern wegen seines Endes3Ein solcher wird sicher ein Verbrecher; cf. infra Fol. 72a. hingerichtet, und da er nur wegen seines Endes hingerichtet wird, so sollte dies auch vom Minderjährigen gelten. Ferner: [die Folgerung:] einen Sohn und nicht einen [erwachsenen] Mann, deutet ja gerade auf einen Minderjährigen hin!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: wenn ein Mann einen Sohn hat, einen Sohn, der der Reife eines Mannes nahe ist.", "BIS IHM RINGSHERUM EIN BART GEWACHSEN IST &C. R. Ḥija lehrte: Bis [der Bart] die Eichel umringt hat. Als R. Dimi kam, erklärte er: Sobald der Penis umringt ist und nicht die Hoden4Dies tritt erst viel später ein..", "R. Ḥisda sagte: Wenn ein Minderjähriger einen Sohn gezeugt hat, so hat bei diesem [das Gesetz vom] mißratenen und widerspenstigen Sohn keine Geltung, denn es heißt: wenn ein Mann einen Sohn hat, ein Mann, nicht aber ein Sohn. — Dieser [Schriftvers] ist ja aber für die Auslegung des R. Jehuda im Namen Rabhs zu verwenden!? — Der Schriftvers könnte ja lauten: wenn der Sohn von einem Manne5In der Übersetzung läßt sich der Doppelsinn dieser Konstruktion nicht wiedergeben; לאיש בן heißt auch: wenn der Sohn ein Mann ist., wenn es aber heißt: wenn ein Mann einen Sohn hat, so deutet dies auch auf die Lehre R. Ḥisdas. —", "Vielleicht deutet [der Schriftvers] nur darauf!? — Demnach könnte er ja lauten: der Sohn von einem, wenn es aber heißt: ein Mann6Im Texte לאיש: zu einem Mann., so ist hieraus beides zu entnehmen.", "Er streitet somit gegen Rabba, denn Rabba sagte, ein Minderjähriger könne nicht zeugen, denn es heißt: 7Num. 5,8.wenn der Mann aber keinen Verwandten hat; gibt es denn jemand in Jisraél, der keinen Verwandten hat?", "Vielmehr handelt der Schriftvers von der Beraubung eines Proselyten," ], [ "und der Allbarmherzige gebraucht deshalb [den Ausdruck] Mann, daß man nämlich nur bei einem [erwachsenen] Manne nachforschen muß, ob er Verwandte hat oder nicht, nicht aber bei einem Minderjährigen8Bei einem Proselyten kann es sich nur um Kinder handeln, andere Verwandte kommen nicht inbetracht., da es sicher ist, daß er keine Verwandten hat.", "Abajje wandte gegen ihn ein: 9Lev. 120; dieser Schriftvers handelt von der Beschlafung einer fremden Magd.Ein Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einem neun Jahre und einen Tag alten [Knaben], der begattungsfähig ist? Es heißt: und ein Mann!?", "Jener erwiderte: Er hat [die Fähigkeit], zeugen kann er aber nicht, wie das Getreide, das noch nicht ein Drittel der Reife erlangt hat.", "In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt: 10Ex. 21,14.Wenn ein Mann mit reifer Überlegung [jazid] &c., nur ein Mann ist reif11Diese Deutung (von זוד, kochen) des W.es מזיד (etwas mutwillig, frevelhaft begehen) ist ganz widersinnig, was jed. durch die Übersetzung ‘mit reifer Überlegung’ etwas geschwächt wird.und befruchtend, ein Minderjähriger aber ist nicht reif und befruchtend. R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Wieso ist es erwiesen, daß jazid die Bedeutung ‘reif sein’ hat? — Es heißt:12Gen. 25,29.da kochte Ja͑qob [vajazed] ein Gericht. —", "Aber in der Schule R. Jišma͑éls wurde ja gelehrt: ein Sohn, nicht aber ein Vater13Wenn der mißratene Sohn schon ein Kind hat, so unterliegt er nicht mehr dem bezügl. Gesetze.;", "in welchem Falle: wollte man sagen, wenn [seine Frau], nachdem er zwei Haare bekommen hat, schwanger ward und bevor ihm ringsherum14Um das Glied.ein Bart gewachsen ist, geboren hat, so ist ja die Zwischenzeit nicht ausreichend!? R. Keruspedaj sagte nämlich: Die ganze Dauer, während welcher der mißratene und widerspenstige Sohn [diesem Gesetze unterliegt], beträgt nur drei Monate. Doch wohl, wenn sie bevor er zwei Haare bekommen hat schwanger ward und bevor ihm ringsherum ein Bart gewachsen ist geboren hat; somit ist hieraus zu entnehmen, daß ein Minderjähriger zeugen könne!? —", "Nein, tatsächlich, wenn sie nachdem er zwei Haare bekommen hat schwanger ward und nachdem ihm ringsherum ein Bart gewachsen ist geboren hat, wenn du aber dagegen aus der Lehre des R. Keruspedaj einen Einwand erhebst, so sagte R. Dimi, als er kam, daß sie im Westen erklären: ein Sohn, nicht aber einer, den man Vater nennen kann15Drei Monate nach seiner Verheiratung, da dann die Schwangerschaft seiner Frau zu merken ist; er braucht aber nicht wirklich Vater geworden zu sein..", "Der Text. R. Keruspedaj sagte im Namen R. Šabthajs: Die ganze Dauer, während welcher der mißratene und widerspenstige Sohn [diesem Gesetze unterliegt], beträgt nur drei Monate. Wir haben ja aber gelernt: sobald er zwei Haare bekommen hat, bis ihm ringsherum ein Bart gewachsen ist!? — Bis ihm ringsherum ein Bart gewachsen ist, selbst wenn es keine drei Monate sind, und wenn drei Monate verstrichen sind, selbst wenn ihm ringsherum kein Bart gewachsen ist.", "R. Ja͑qob aus Nehar Peqod saß vor Rabina und sagte im Namen R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s: Aus der Lehre des R. Keruspedaj im Namen R. Šabthajs ist zu entnehmen, daß im Falle einer Siebenmonatsgeburt die Schwangerschaft nach einem Drittel der ganzen Dauer nicht zu merken ist;", "wenn mau nämlich sagen wollte, die Schwangerschaft sei bereits nach einem Drittel der ganzen Dauer zu merken, so wären ja nicht drei Monate nötig, auch zwei und ein Drittel würden ja ausreichen.", "Dieser erwiderte ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die Schwangerschaft nach einem Drittel der ganzen Dauer zu merken, nur richtet man sich hierbei nach der Mehrheit16Die meisten Schwangerschaften währen 9 Monate..", "Als man dies R. Hona, dem Sohne R. Jehošua͑s, sagte, erwiderte er: Richtet man sich denn bei Todesstrafsachen nach der Mehrheit, die Tora sagt ja:17Num. 35,24,25.die Gemeinde soll richten, und: die Gemeinde soll retten, und du sagst nun, man richte sich nach der Mehrheit!?", "Als man dies hierauf Rabina sagte, entgegnete er: Richtet man sich denn bei Todesstrafsachen nicht nach der Mehrheit, wir haben ja gelernt: Wenn einer [der Zeugen] sagt, es sei am zweiten des Monats [geschehen], und einer sagt, am dritten, so ist ihr Zeugnis gültig, denn einer kennt die Schaltung des Monats und einer kennt die Schaltung des Monats nicht.", "Wenn man nun sagen wollte, man richte sich nicht nach der Mehrheit, so sollte man sich genau an ihre Daten halten, sodann widersprechen sie ja einander!? Wahrscheinlich sagen wir, man richte sich nach der Mehrheit, und die meisten Menschen pflegen sich in der Schaltung des Monats zu irren.", "R. Jirmeja aus Diphte sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Mit drei Jahren und einem Tage kann eine [weibliche Person] durch den Beischlaf18Erklärende Anmerkungen zu dieser Lehre befinden sich oben S. 684 Anmm. 143–148.angetraut werden; wenn der Eheschwager sie beschlafen hat, so hat er sie geeignet; ist sie Ehefrau, so ist man ihretwegen strafbar;", "sie macht [als Menstruierende] den sie Begattenden unrein, sodaß er das unterste Polster gleich dem oberen verunreinigt; ist sie mit einem Priester verheiratet, so darf sie Hebe essen; hat einer der Bemakelten sie beschlafen, so hat er sie für die Priesterschaft untauglich gemacht; hat jemand an ihr eine aller in der Tora genannten verbotenen Begattungen vollzogen, so wird er ihretwegen mit dem Tode bestraft, während sie straffrei ist." ], [ "Weshalb nun, vielleicht ist sie steril und unter dieser Voraussetzung würde die Antrauung nicht erfolgt19Somit ist die Antrauung rückwirkend ungültig u. sie gilt nicht als Ehefrau.sein; wahrscheinlich sagen wir, daß man sich nach der Mehrheit richte, und die meisten Frauen sind nicht unfruchtbar. —", "Nein, unter schuldig ist zu verstehen, er müsse ein Opfer darbringen20Wenn es versehentlich geschah; in diesem Falle handelt es sich nicht mehr um eine Todesstrafsache.. —", "Es heißt ja aber, daß er ihretwegen mit dem Tode bestraft werde!? — Wenn ihr Vater sie beschläft21Er wird wegen Blutschande bestraft, und die Ungültigkeit ihrer Antrauung kommt hierbei nicht inbetracht.. —", "Es heißt ja aber; hat jemand an ihr eine aller verbotenen Beschlafungen vollzogen!? — Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn er damit einverstanden war22Daß die Trauung gültig sei, auch wenn sie unfruchtbar ist..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn [eine Frau] mit ihrem minderjährigen Sohne unzüchtige Handlungen treibt und er mit ihr eine Anschmiegung [der Geschlechtsorgane] vollzieht, so hat er sie, wie die Schule Šammajs sagt, für die Priesterschaft untauglich gemacht, die Schule Hillels sagt, sie sei tauglich.", "R. Ḥija, Sohn des Rabba b. Naḥmani, sagte im Namen R. Ḥisdas, nach anderen sagte es R. Ḥisda im Namen Zee͑ris: Alle stimmen überein, daß die Begattung eines Kindes von neun Jahren und einem Tag als Begattung gelte, und daß die eines Kindes unter acht Jahren nicht als Begattung gelte, sie streiten nur über einen achtjährigen; die Schule Šammajs ist der Ansicht, man stütze sich hierbei auf die ehemaligen Generationen, und die Schule Hillels ist der Ansicht, man stütze sich nicht auf die ehemaligen Generationen. —", "Woher, daß die ehemaligen Generationen gezeugt23Im Alter von 8 Jahren.haben: wollte man sagen, aus folgenden Schriftversen: 24iiSam. 11,3.das ist ja Bath Šeba͑, die Tochter Elia͑ms, die Frau Urija des Ḥithiters; ferner heißt es:25Ib. 23,34.Elia͑m, der Sohn Aḥilophels, aus Gilo; ferner heißt es: 26Ib. 12,25.da sandte er den Propheten Nathan und ließ ihn Jedidja nennen, denn der Herr liebte ihn;", "ferner heißt es:27Ib. 13,23.nach Ablauf von zwei Jahren hielt Abšalom Schafschur; ferner heißt es:28Ib. V. 38.Abšalom aber floh und ging nach Gešur und verweilte da drei Jahre;", "ferner heißt es:29Ib. 14,28.und Abšalom wohnte in Jerušalem zwei Jahre lang, ohne das Gesicht des Königs gesehen zu haben; ferner heißt es:30Ib. 15,7.nach Ablauf von vierzig31Nach der Einsetzung des ersten Königs (cf. Tem. Fol. 14b); LXX hat: vier.Jahren sprach Abšalom zum König: Ich möchte gerne gehen und mein Gelübde, das ich dem Herrn gelobt habe, in Ḥebron einlösen; ferner heißt es:32iiSam. 17,23.als aber Aḥitophel sah, daß sein Rat nicht zur Ausführung kam, sattelte er den Esel und machte sich auf den Weg nach Hause in seine Vaterstadt; da bestellte er sein Haus und erhängte sich;", "ferner heißt es:33Ps. 55,24.Leute von Blutgier und Falschheil werden ihr Leben nicht auf die Hälfte bringen. Ferner wird gelehrt, daß die ganze Lebensdauer des Doég nur vierunddreißig Jahre und die des Aḥitophel nur dreiunddreißig Jahre betragen habe. Somit währte [das ganze Ereignis34Aus den hier angezogenen Schriftversen geht hervor, daß Bath Šeba͑, die Mutter Šelomos, eine Enkelin Aḥitophels war, und daß Aḥitophel, der nur 33 Jahre lebte, im 7. Lebensjahre Šelomos starb.] dreiunddreißig Jahre; davon ziehe man sieben Jahre ab, die Šelomo damals alt war, so bleiben es35Seit der Geburt des Elia͑m bis zur Geburt Šelomos.sechsundzwanzig, ferner ziehe man noch zwei Jahre für drei Schwangerschaften36Jede Schwangerschaft je 7 Monate u. 1 Monat Wochenbett (cf. Lev. 12,4).ab, so ergibt es sich, daß jeder37Aḥitophel, Elia͑m u. Bath Šeba͑.mit acht Jahren zeugte.", "Wieso aber, vielleicht zeugten jene zwei mit neun Jahren, nur gebar Bath Šeba͑ mit sechs Jahren, denn ein Weib ist entwickelter!? Dies ist auch zu beweisen, denn sie hatte bereits vorher38Cf. iiSam. 12,15.ein Kind.", "Wollte man sagen, aus folgenden [Schriftversen]:39Gen. 11,27.und dies ist die Geschichte Teraḥs: Teraḥ erzeugte Abram, Naḥor und Ḥaran, und da Abraham ein Jahr älter war als Naḥor und Naḥor ein Jahr älter war als Ḥaran, so ergibt es sich, daß Abraham zwei Jahre älter war als Ḥaran; ferner heißt es:40Ib. V. 29.da nahmen sich Abram und Naḥor Weiber &c., und hierzu sagte", "R. Jiçḥaq, Jiska sei identisch mit Sara, nur werde sie deshalb Jiska genannt, weil sie durch heilige Inspiration schaute [sokha], und deshalb heißt es auch:41Ib. 21,12.gehorche Sara in allem, was sie zu dir sagt. Eine andere Erklärung: Jiska, weil alle ihre Schönheit anschauten. Ferner heißt es:42Ib. 17,17.da warf sich Abraham auf sein Angesicht nieder und lachte, denn er dachte in seinem Herzen &c.; und da demnach Abraham zehn Jahre älter war als Sara und zwei Jahre älter43Die hier inbetracht kommenden Teile der angezogenen Verse sind fortgelassen; in der 1. Stelle heißt es, daß Abraham die Jiska heiratete, u. in der 2. heißt es, daß Abraham dann 100 u. Sara 90 Jahre alt war.als ihr Vater, so ergibt es sich, daß Ḥaran die Sara mit acht Jahren zeugte.", "Wieso aber, vielleicht war Abraham der jüngste unter den Brüdern, nur werden sie nach ihrer Weisheit aufgezählt.", "Es ist auch zu beweisen, daß die Schrift nach der Weisheit aufzählt, denn es heißt: 44Gen. 5,32.als Noaḥ fünfhundert Jahre alt war, erzeugte er Šem, Ḥam und Japhet, und da Šem ein Jahr älter war als Ḥam und Ḥam ein Jahr älter war als Japhet, so war Šem zwei Jahre älter als Japhet; ferner heißt es:45Ib. 7,6.und Noaḥ war sechshundert Jahre alt, als die Wasserflut über die Erde kam; ferner heißt es:46Ib. 11,10.dies ist die Geschichte Šems: als Šem hundert Jahre alt war, erzeugte er Arpakhšad, zwei Jahre nach der Wasserflut. Wieso hundert Jahre, er müßte ja demnach hundertundzwei47Wenn Šem der älteste wäre, müßte er 2 Jahre nach der Sintflut 102 Jahre alt gewesen sein.Jahre alt gewesen sein;", "du mußt also erklären, hier werden sie nach ihrer Weisheit48Während in Wirklichkeit Šem der jüngste war.aufgezählt, ebenso werden sie auch dort nach ihrer Weisheit aufgezählt.", "R. Kahana sagte: Ich sagte dies vor R. Zebid aus Nehardea͑, und er sprach zu mir: Ihr entnehmet dies hieraus, wir entnehmen es aus folgendem:49Gen, 10,21.Aber auch Šem, dem Stammvater aller Söhne E͑bers, dem Bruder des älteren Japhet; demnach war Japhet der größte unter den Brüdern. —", "Woher wissen wir dies nun? — Aus folgendem:50Ex. 38,22.Und Bezalél, der Sohn Uris, des Sohnes Ḥurs, aus dem Stamme Jehuda; ferner heißt es:51iChr. 2,19.und als A͑zuba (die Frau Kalebs) gestorben war, heiratete Kaleb die Ephrath; die gebar ihm den Ḥur52Bezalél war also ein Urenkel Kalebs.. Als Bezalél die Stiftshütte fertigte, muß er ja dreizehn Jahre alt gewesen sein, denn es heißt:53Ex. 36,4.Mann für Mann54Das Mannesalter wird erst mit 13 Jahren erreicht.die Arbeit, mit der sie gerade beschäftigt wurden;", "ferner wird gelehrt: im ersten Jahre fertigte Moše die Stiftshütte, im zweiten Jahre stellte er sie auf und entsandte die Kundschafter; ferner heißt es:55Jos. 14,7.vierzig Jahre war ich alt, als mich Moše, der Knecht des Herrn &c.56Ib. V. 10.und heute bin ich nun fünfundachtzig Jahre, er war damals57Als die Kundschafter ausgesandt worden waren.also vierzig Jahre alt, und wenn man nun von diesen vierzehn Jahre, das Alter Bezaléls, abzieht, so bleiben es58Seit der Geburt Ḥurs bis zur Geburt seines Enkels Bezalél.sechsundzwanzig, von denen man noch zwei Jahre für drei Schwangerschaften36Jede Schwangerschaft je 7 Monate u. 1 Monat Wochenbett (cf. Lev. 12,4).abziehe, so ergibt es sich, daß jeder mit acht Jahren [Kinder] zeugte.", "EIN SOHN, NICHT ABER EINE TOCHTER. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Rechtlich sollte auch eine Tochter [im Gesetze vom] mißratenen und widerspenstigen Sohne einbegriffen sein," ], [ "denn eine solche verleitet auch jeden zur Sünde, es ist aber eine Bestimmung der Schrift: ein Sohn, nicht aber eine Tochter.", "ii WANN WIRD ER STRAFBAR? WENN ER EIN TRITEMOR59τριτημόριον, der dritte Teil [eines bestimmten Gewichtes]; nach dem jerušalemischen T. ½ Litra.FLEISCH GEGESSEN UND EIN HALBES LOG ITALISCHEN WEIN GETRUNKEN HAT. R. JOSE SAGT, EINE MINE FLEISCH UND EIN LOG WEIN.", "HAT ER ES BEI EINEM GASTMAHLE GELEGENTLICH EINER GOTTGEFÄLLIGEN HANDLUNG GEGESSEN, ODER GELEGENTLICH DER INTERKALATION DES NEUMONDES, ODER ALS ZWEITEN ZEHNTEN60Cf. Dt. 14,26.IN JERUŠALEM, ODER AAS, TOTVERLETZTES, EKELUND KRIECHTIERE, ODER UNVERZEHNTETES, ERSTEN ZEHNTEN, VON DEM DIE HEBE NICHT ENTRICHTET WURDE UND ZWEITEN ZEHNTEN UND GEHEILIGTES, DIE NIGHT AUSGELÖST WAREN, \n", "ODER ETWAS, WODURCH ER EIN GEBOT AUSGEÜBT ODER EIN VERBOT ÜBERTRETEN HAT, ODER HAT ER JEDE ANDERE SPEISE GEGESSEN, ABER KEIN FLEISCH, JEDES ANDERE GETRÄNK GETRUNKEN, ABER KEINEN WEIN, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND ABTRÜNNIGER SOHN; NUR WENN ER FLEISCH GEGESSEN UND WEIN GETRUNKEN HAT, DENN ES HEISST:61Dt 21,20.ein Schlemmer und ein Saufbold. UND OBGLEICH ES DAFÜR62Daß man nur durch den übermäßigen Genuß von Fleisch u. Wein als Schlemmer u. Säufer gilt.KEINEN BEWEIS GIBT, SO GIBT ES DOCH EINE ANDEUTUNG, DENN ES HEISST:63Pr. 23,20.sei nicht unter den Weinsäufern und unter den Fleischverprassern.", "GEMARA. R. Zera sagte: Ich würde nicht gewußt haben, was Tritemor bedeutet, da aber R. Jose den Wein verdoppelt, so verdoppelt er auch das Fleisch, somit ist das Tritemor eine halbe Mine.", "R. Ḥanan b. Molada sagte im Namen R. Honas: Er ist nur dann strafbar, wenn er Fleisch billig gekauft und gegessen hat, Wein billig gekauft und getrunken hat, denn es heißt: Schlemmer und Saufbold64Es muß ihm durchaus die Gelegenheit geboten sein, sich der Schlemmerei völlig hinzugeben..", "Ferner sagte R. Ḥanan b. Molda im Namen R. Honas: Er ist nur dann strafbar, wenn er rohes Fleisch gegessen und unverdünnten Wein65Ihr Wein war sehr stark und wurde nur mit Wasser verdünnt getrunken; cf. Sab. Fol. 77a.getrunken hat. — Dem ist ja aber nicht so, Rabba und R. Joseph sagten ja beide, wenn er rohes Fleisch gegessen und unverdünnten Wein getrunken hat, gelte er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn!? Rabina erwiderte: Unverdünnter Wein, wenn er nicht sehr stark verdünnt ist, rohes Fleisch, wenn es nicht ganz gar ist, wie das geröstete Fleisch, das die Diebe66Die es in Eile zubereiten u. nicht gar werden lassen.essen.", "Rabba und R. Joseph sagten beide: Hat er Salzfleisch gegessen und neuen Wein67Wörtl. Wein aus der Kelter; Wein und Fleisch dieser Art sind nicht sehr schmackhaft und verleiten ihn nicht zur Völlerei.getrunken, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. Dort haben wir gelernt: Am Vorabend des Neunten Ab darf man nicht zweierlei Gerichte essen, noch Fleisch essen und Wein trinken. Hierzu wird gelehrt: Wohl aber darf man Salzfleisch essen und neuen Wein trinken.", "Wie lange muß das Fleisch gesalzen sein? R. Ḥanina b. Kahana erwiderte: Solange das Fleisch des Heilsopfers gegessen werden68Zwei Tage und eine Nacht.darf. —", "Wie lange gilt der Wein als neu? — Solange er gärt. Ferner wird gelehrt: Gärendem Wein schadet das Offenstehen69Offen gestandener Wein ist zum Genusse verboten, weil eine Schlange davon getrunken haben kann.nicht, und zwar währt die Gärung drei Tage.", "Wie ist es nun hierbei? — Dies gilt nur dort, wo es sich um die Erheiterung handelt, und er erheitert solange, als das Fleisch des Heilsopfers liegen darf, hier aber handelt es sich um die Verlockung, und schon nach einer kurzen Zeit lockt es nicht mehr. Wein bis nach vierzig Tagen69Gilt er als neu..", "R. Ḥanan sagte: Der Wein wurde auf der Welt nur zur Tröstung der Leidtragenden und als Abfindung für die Gottlosen70Für eine gute Handlung.erschaffen, denn es heißt:71Pr. 31,6.gebt Rauschtrank dem, der am Untergehen ist, und Wein solchen, deren Seele betrübt ist.", "R. Jiçḥaq sagte: Es heißt:72Ib. 23,31.sieh nicht nach dem Weine, wie rötlich er schillert; sieh nicht nach dem Weine, der das Gesicht der Gottlosen auf dieser Welt rötet, es aber in der zukünftigen Welt erblassen machen wird. Raba erklärte: Sieh nicht nach dem Weine, wie rötlich er schillert, sieh nicht nach dem Weine, denn sein Ende ist Blut74Viell. wird das W. יתאדם als Notarikon der von ihm gebrauchten Worte aufgefaßt..", "R. Kahana wies auf einen Widerspruch hin: Geschrieben steht tiraš und wir lesen tiroš [Most]!? Ist einer verdienstlich, so wird er durch ihn ein Erster [roš], ist er nicht verdienstlich, so wird er durch ihn ein Armer [raš].", "Raba wies auf einen Widerspruch5In der Übersetzung läßt sich der Doppelsinn dieser Konstruktion nicht wiedergeben; לאיש בן heißt auch: wenn der Sohn ein Mann ist. hin: Geschrieben steht75Ps. 104,15.ješammeh und wir lesen jesammaḥ [erheitert]!? Ist einer verdienstlich, so erheitert er ihn, ist einer nicht verdienstlich, so verwüstet er ihn [mešamehu]. Das ist es, was Raba sagte: Wein und Parfümerien machten mich geweckt.", "R. A͑mram, Sohn des R. Šimo͑n b. Abba, sagte im Namen R. Ḥaninas: Es heißt:76Pr. 23,29,30.wer hat Ach, wer hat Weh, wer hat Gezänke, wer hat Klage, wer hat Wunden ohne Ursache, wer hat gerötete Augen? Die spät beim Weine sitzen, die da kommen, um den Mischtrank zu prüfen. Als R. Dimi kam, sagte er: Im Westen sagen sie, diese Verse lassen sich vom Anfang zum Schlusse und vom Schlusse zum Anfang auslegen77Wer beim Weine verweilt, hat Weh u. Ärger, und wer Weh u. Ärger hat, verweile beim Weine..", "Ein galiläischer Wanderprediger trug vor: Dreizehnmal kommt beim Weine78Im Schriftverse, in dem vom Weinbau berichtet wird.[das Wort] und vor:79Gen. 9,20–24.Und Noaḥ, der Landmann, fing an und pflanzte einen Weinberg; und er trank vom Weine und wurde berauscht, und lag entblößt in seinem Zelte. Und Ḥam, der Vater des Kenaa͑n, sah die Scham seines Vaters und sagte es seinen beiden Brüdern draußen. Und Šem und80Dieses ‘und’ wird nicht mitgezählt, da es nur die beiden Namen, verbindet.Japhet nahmen das Obergewand und legten es auf ihre Schulter und gingen rückwärts heran und bedeckten die Scham ihres Vaters, und ihr Gesicht &c. Und Noaḥ erwachte von seinem Rausche, und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte.", "[Hierüber streiten] Rabh und Šemuél, einer sagt, er habe ihn kastriert, und einer sagt, er habe ihn beschlafen.", "Einer sagt, er habe ihn kastriert und da er sich gegen ihn bezüglich des Vierten81Er verursachte, daß Noaḥ keinen 4. Sohn mehr zeugen konnte, daher verfluchte Noaḥ den Kenaa͑n, den 4. Sohn Ḥams.verging, verfluchte er seinen Vierten. Einer sagt, er habe ihn beschlafen, denn er folgert dies aus [dem Worte] sah; hier heißt es: und Ḥam, der Vater Kenaa͑ns, sah die Scham seines Vaters, und dort82Gen. 34,2.heißt es: und Šekhem, der Sohn des Ḥamor sah wie &c. —", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, er habe ihn kastriert, daß er seinen Vierten verfluchte; weshalb aber verfluchte er nach demjenigen, welcher sagt, er habe ihn beschlafen, seinen Vierten, sollte er ihn selbst verflucht haben!? — Er tat beides.", "Und Noaḥ, der Landmann, fing an und pflanzte einen Weinberg. R. Ḥisda sagte im Namen R. U͑qabas, nach anderen Mar U͑qaba im Namen R. Zakkajs. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Noaḥ: Noaḥ, du solltest durch Adam den Urmenschen gewarnt sein, denn [sein Verderben] wurde nur durch den Wein herbeigeführt. Also nach demjenigen, welcher sagt, der Baum, von dem Adam der Urmensch gegessen hatte, war ein Weinstock.", "Es wird nämlich gelehrt: Der Baum, von welchem Adam der Urmensch gegessen hatte, war, wie R. Meír sagt, ein Weinstock," ], [ "denn es gibt nichts, was über den Menschen so sehr Wehklage bringt, wie der Wein. R. Jehuda sagt, es war Weizen, denn ein Kind versteht nicht eher Vater und Mutter zu sprechen, als bis es den Geschmack des Getreides83Daher die Bezeichnung ‘Baum der Erkenntnis’.gekostet hat. R. Neḥemja sagt, es war ein Feigenbaum, denn womit ihr Verderb erfolgt war, damit wurde es ihnen wieder gut gemacht, wie es heißt:84Gen. 3,7.und sie nähten Feigenblätter zusammen.", "85Pr. 31,1.Worte des Königs Lemuél, Ausspruch, den ihm seine Mutter einschärfte. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Dies86Der Ausdruck יסר strafen, züchtigen, sowohl durch Worte als auch materiell.lehrt, daß seine Mutter ihn an einen Pfahl band und zu ihm sprach:87Pr, 31,2.Was, mein Sohn, und was, du Sohn meines Leibes, und was, du Sohn meines Gelübdes. Was, mein Sohn: alle wissen, daß dein Vater gottesfürchtig war, nun würde man sagen, seine Mutter habe dies verursacht.", "Und was, du Sohn meines Leibes: alle Frauen im Hause deines Vaters sahen, sobald sie schwanger geworden waren, das Gesicht des Königs nicht mehr, ich aber drängte mich vor und trat zu ihm ein, um einen tüchtigen und hübschen88Eigentl. weißen; infolge des Beischlafes nach der Konzeption; cf. Nid. Fol. 31a. Sohn zu bekommen.", "Und was, du Sohn meines Gelübdes: alle Frauen im Hause deines Vaters gelobten [und sprachen:] möge mir doch ein für die Regierung geeigneter Sohn beschieden sein, ich aber gelobte und sprach: möge mir doch ein tüchtiger, in der Tora bewanderter und für die Prophetie geeigneter Sohn beschieden sein.", "89Pr. 31,4.Nicht für die Könige, o Lemuél, nicht geziemt es den Königen, Wein zu trinken. Sie sprach zu ihm: Was hast du mit den Königen zu schaffen, die Wein trinken, sich berauschen und sprechen: was soll uns Gott [lama el].89Pr. 31,4.Noch Rauschtrank den Fürsten; dem alle Geheimnisse90Das W. רוזן. Fürst, wird von רז, Geheimnis, abgeleitet; wer sich im Rausche befindet, plaudert alle seine Geheimnisse aus.der Welt bekannt sind, mag Wein trinken und sich berauschen. Manche erklären: Der, zu dessen Tür alle Fürsten der Welt sich früh aufmachen, mag Wein trinken und sich berauschen.", "R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß Šelomo später seiner Mutter beipflichtete? Es heißt: ich bin dümmer als ein Mann und Menschenverstand ist nicht bei mir. Ich bin dümmer als ein Mann, als Noaḥ, von dem es heißt: und Noaḥ, der Landmann, fing an. Und Menschenverstand ist nicht bei mir, das ist Adam der Urmensch.", "HAT ER ES BEI EINEM GASTMAHLE GELEGENTLICH EINER GOTTGEFÄLLIGEN HANDLUNG GEGESSEN. R. Abahu sagte: er ist nur dann strafbar, wenn er es in einer ausschließlich aus zuchtlosen Menschen bestehenden Gesellschaft gegessen hat. —", "Wir haben ja gelernt, wenn er es bei einem Gastmahle gelegentlich einer gottgefälligen Handlung gegessen hat, gelte er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn; nur wenn gelegentlich einer gottgefälligen Handlung, wenn aber nicht, [gilt er als solcher,] auch wenn [die Gesellschaft] nicht ganz aus zuchtlosen Menschen besteht!? — Folgendes lehrt er uns: selbst wenn sie ganz aus zuchtlosen Menschen besteht, wird er, da es gelegentlich einer gottgefälligen Handlung erfolgt, [zur Völlerei] nicht hingezogen.", "ODER GELEGENTLICH DER INTERKALATION DES NEUMONDES. Demnach brachte man da91Auf den Söller, wo sich die Gelehrten zur Interkalation des Neumondes versammelten.Fleisch und Wein hinauf, dagegen wird ja aber gelehrt, daß man da nur bei Getreide- und Erbsenbrot zusammentrete!? — Folgendes lehrt er uns: obgleich man da nur bei Getreide- und Erbsenbrot zusammentritt, er aber Fleisch und Wein mitgenommen hat, wird er, da er sich mit einer gottgefälligen Handlung befaßt, [zur Völlerei] nicht hingezogen.", "Die Rabbanan lehrten: Zur Interkalation des Neumondes treten nicht weniger als zehn Personen zusammen, ferner tritt man da nur bei Getreide- und Erbsenbrot zusammen, ferner nur am Abend vor der Interkalation, ferner nicht am Tage, sondern nur nachts. — Es wird ja aber gelehrt, daß man hierzu nicht nachts, sondern nur am Tage zusammentrete!? — Wie R. Ḥija zu seinen Söhnen zu sagen pflegte: Geht früh hinein und kommt früh heraus, damit die Leute euch bemerken92Die eigentliche Zeit dafür ist die Nacht, nur muß man früh, noch bei Tageslicht hingehen..", "ODER ALS ZWEITEN ZEHNTEN IN JERUŠALEM. Da er nach Vorschrift ißt, so wird er nicht [zur Völlerei] hingezogen.", "ODER AAS, TOTVERLETZTES, EKEL- UND KRIECHTIERE. Raba sagte: Hat er Geflügelfleisch gegessen, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. —", "Wir haben ja aber gelernt, wenn er Aas, Totverletztes, Ekel- und Kriechtiere gegessen hat, gelte er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. Wohl aber, wenn er [Fleisch] reiner Tiere gegessen hat!? — Unsere Mišna lehrt dies nur von der Ergänzung93Wenn er das in der Mišna genannte Quantum mit Fleisch von unreinen Tieren nur ergänzt hat..", "ODER ETWAS, WODURCH ER EIN GEBOT AUSGEÜBT ODER EIN VERBOT ÜBERTRETEN HAT. Ein Gebot, gelegentlich der Tröstung von Leidtragenden; ein Verbot, an einem Gemeinde-Fasttage. —", "Weshalb dies? — Die Schrift sagt:94Dt. 21,20.er hört nicht auf unsere Stimme, auf unsere Stimme, nicht aber auf die Stimme Gottes.", "HAT ER JEDE ANDERE SPEISE GEGESSEN, ABER KEIN FLEISCH, JEDES ANDERE GETRÄNK GETRUNKEN, ABER KEINEN WEIN &C. Hat er jede andere Speise gegessen, aber kein Fleisch, dies schließt die qei͑lische Feige ein; hat er jedes andere Getränk getrunken, aber keinen Wein, dies schließt Honig und Milch ein.", "Es wird nämlich gelehrt: Wer eine qei͑lische Feige gegessen und Honig und Milch getrunken hat und darauf in den Tempel eingetreten ist, ist" ], [ "strafbar", "ER GILT NUR DANN ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER SOHN, WENN ER FLEISCH GEGESSEN UND WEIN GETRUNKEN HAT. Die Rabbanan lehrten: Hat er jede andere Speise gegessen, aber kein Fleisch, jedes andere Getränk getrunken, aber keinen Wein, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn; mur wenn er Fleisch gegessen und Wein getrunken hat, denn es heißt: ein Schlemmer und ein Saufbold.", "Und obgleich es hierfür keinen Beweis gibt, so gibt es doch eine Andeutung, denn es heißt: sei nicht unter den Weinsäufern und unter den Fleischverprassern. Ferner heißt es:95Pr. 23,21.denn der Säufer und der Prasser verarmt, und Schläfrigkeit gibt Lumpen zur Kleidung. R. Zera sagte: Wenn jemand im Lehrhause schlummert, so wird seine Tora zerlumpt96Er kennt nicht den Zusammenhang, sondern nur Bruchstücke., denn es heißt: Schläfrigkeit gibt Lumpen zur Kleidung.", "iii HAT ER VON SEINEM VATER GESTOHLEN UND ES IM GEBIETE SEINES VATERS VERZEHRT, ODER VON FREMDEN UND ES IM GEBIETE VON FREMDEN VERZEHRT, ODER VON FREMDEN UND ES IM GEBIETE SEINES VATERS VERZEHRT, SO GILT ER DADURCH NICHT ALS MISSRATENER UND ABTRÜNNIGER SOHN; NUR WENN ER VON SEINEM VATER GESTOHLEN UND ES IM GEBIETE VON FREMDEN GEGESSEN HAT. R. JEHUDA SAGT, NUR WENN ER VON SEINEM VATER UND SEINER MUTTER GESTOHLEN HAT.", "GEMARA. Wenn er von seinem Vater gestohlen und im Gebiete seines Vaters gegessen hat, so war er, obgleich er dazu Gelegenheit hat, ängstlich97Er konnte leicht überrascht werden. Er ist nur dann strafbar, wenn ihm günstige Gelegenheit geboten ist, sich dem Verbrecherleben hinzugeben.;", "wenn er von Fremden gestohlen und es im Gebiete von Fremden gegessen hat, so ist ihm, obgleich er nicht ängstlich war, dazu nicht oft die Gelegenheit geboten, und um so weniger, wenn er von Fremden gestohlen und es im Gebiete seines Vaters gegessen hat, denn dazu ist ihm nicht oft die Gelegenheit geboten, auch war er ängstlich.", "Nur dann, wenn er von seinem Vater gestohlen und es im Gebiete von Fremden gegessen hat, denn dazu hat er oft Gelegenheit, auch war er nicht ängstlich.", "R. JOSE B. R. JEHUDA SAGT, NUR WENN ER VON SEINEM VATER UND SEINER MUTTER GESTOHLEN HAT. Woher hatte es denn seine Mutter, was die Frau besitzt, gehört ja ihrem Ehemanne!? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Von einer Mahlzeit, die bereits für seinen Vater und seine Mutter hergerichtet war. —", "Aber R. Ḥanan b. Molada sagte ja im Namen R. Honas, er sei nur dann strafbar, wenn er Fleisch billig gekauft und gegessen hat, Wein billig gekauft und getrunken hat!? — Sage vielmehr: vom Gelde, das zu einer Mahlzeit für seinen Vater und für seine Mutter bestimmt war.", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn jemand es ihr zugeeignet hat unter der Bedingung, daß ihr Mann keinen Anspruch darauf habe.", "iv,1 WENN SEIN VATER ES98Die Anklage gegen ihn erheben.WILL UND SEINE MUTTER NICHT, ODER WENN SEIN VATER ES NICHT WILL UND SEINE MUTTER WOHL, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER SOHN; NUR WENN BEIDE ES WOLLEN. R. JEHUDA SAGTE: IST SEINE MUTTER FÜR SEINEN VATER NICHT GEEIGNET, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER SOHN.", "GEMARA. Was heißt ‘nicht geeignet’: wollte man sagen, wenn [auf ihre Heirat] die Ausrottung oder der Tod durch das Gericht gesetzt ist, so ist er ja immerhin sein Vater und sie seine Mutter!? —", "Vielmehr, er spricht von der [physischen] Gleichheit mit seinem Vater. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jehuda sagte: Gleicht seine Mutter nicht seinem Vater in Stimme, Aussehen und Statur, so gilt er nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt: er hört nicht auf unsere Stimme, und wie demnach die Stimme99Hier wird von einer Stimme gesprochen.gleichmäßig sein muß, so müssen auch Aussehen und Statur gleichmäßig sein. —", "Wessen Ansicht vertritt demnach folgende Lehre: [Der Fall vom] mißratenen und widerspenstigen Sohne ist nie geschehen und wird nie geschehen; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. Wessen also? Die des R. Jehuda100Es ist ganz ausgeschlossen, daß beide Eltern eine ganz gleichmäßige Stimme haben; hat der Mann eine Frauenstimme, so ist er Kastrat, hat sie eine Männerstimme, so ist sie steril.. —", "Wenn du willst, sage ich: die des R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Sollten etwa Vater und Mutter einen zur Steinigung hinausführen, weil er ein Tritemor Fleisch gegessen und ein Log italischen Wein getrunken hat? Dies ist vielmehr [ein Fall,] der nie geschehen ist und nie geschehen wird; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. R. Jonathan sagte: Ich sah einen solchen und saß auf seinem Grabe. —", "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: [Der Fall von der] abtrünnigen Stadt ist nie geschehen und wird nie geschehen; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. Wessen also? Die des R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Eine Stadt, in der auch nur eine Mezuza vorhanden ist, kann nicht als abtrünnige Stadt erklärt werden. —", "Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:101Dt. 13,17.alles in ihr Erbeutete sollt ihr auf ihren Marktplatz zusammentragen und im Feuer verbrennen, und wenn da eine Mezuza vorhanden ist, so ist dies nicht möglich, denn es heißt:102Ib. 12,4.ihr dürft nicht ebenso verfahren mit dem Herrn, eurem Gott. R. Jonathan sagte: Ich sah eine solche und saß auf ihrem Trümmerhaufen. —", "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: [Der Fall vom] aussätzigen Hause ist nie geschehen und wird nie geschehen; er ist nur deshalb niedergeschrieben worden, damit man für die Schriftforschung eine Belohnung erhalte. Wessen also? Die des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, das Haus sei nur dann [der Aussatz] in der Größe von zwei Graupenkörnern erscheint, an zwei Steinen, an zwei Wänden, in einem Winkel, zwei Graupenkörner lang und ein Graupenkorn breit. —", "Was ist der Grand des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n? Es heißt:103Cf. Lev. 14,37.Wand und es heißt Wände; welche Wand gleicht Wänden? Ein Winkel.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Çadoq sagte: Im Gebiete von A͑za war ein Ort, den man ‘Aussätzige Ruine’ nannte. R. Šimo͑n aus Kephar A͑kko erzählte: Einst ging ich nach Galiläa und sah da einen Ort, den man kennzeichnete, und man sagte mir, da seien aussätzige Steine hingeschafft worden.", "iv,2 IST EINER VON IHNEN EINHÄNDIG, LAHM, STUMM, BLIND ODER TAUB, SO GILT ER NICHT ALS MISSRATENER UND WIDERSPENSTIGER SOHN, DENN ES HEISST: 104Dt. 21,19,20.sein Vater und seine Mutter sollen ihn ergreifen, KEINE EINHÄNDIGEN; sie sollen ihn hinausführen, KEINE LAHMEN; sie sollen sprechen, KEINE STUMMEN; dieser, unser Sohn, KEINE BLINDEN; er hört nicht auf unsere Mahnung, KEINE TAUBEN105Solche können seine Antwort nicht hören..", "MAN WARNE IHN VOR DREI [PERSONEN] UND GEISSELE IHN; WIEDERHOLTE ER SEINE AUSARTUNG, SO IST ER DURCH DREIUNDZWANZIG [RICHTER] ABZUURTEILEN. ER IST NUR DANN ZU STEINIGEN, WENN DIE DREI ERSTEREN ZUGEGEN SIND, DENN ES HEISST: dieser, unser Sohn, DIESER IST ES, DER VOR EUCH GEGEISSELT WORDEN IST.", "GEMARA. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß man sich an den Wortlaut der Schrift halte? — Anders ist es hierbei," ], [ "wo der ganze Schriftvers überflüssig ist.", "MAN WARNE IHN VOR DREI [PERSONEN]. Wozu dies, zwei genügen ja!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: man warne ihn vor zwei und geißele ihn vor drei [Personen]. —", "Wo steht es geschrieben, daß ein mißratener und widerspenstiger Sohn zu geißeln ist? — Nach einer Lehre R. Abahus, denn R. Abahu sagte: Man folgere hinsichtlich des [Wortes] züchtigen106Beim falschen Ankläger (cf. S. 471 Anm. 6) wird das W. ‘züchtigen’ gebraucht (Dt. 22,18) u. ebenso auch beim mißratenen Sohne (ib. 21,18); ferner wird bei diesem das W. ‘Sohn’ gebraucht, das auch im weiter angezogenen Schriftverse von der Prügelstrafe vorkommt; hierdurch soll nun gefolgert werden, daß der falsche Ankläger Geißelhiebe erhalte.vom [Worte] züchtigen, hinsichtlich des [letzteren] züchtigen vom [Worte] Sohn, und hinsichtlich des [Wortes] Sohn vom [Worte] Sohn [im Schriftverse:]107Dt. 25,2.und wenn der Schuldige ein Sohn108So der Wortlaut, dh. wenn er P. verdient.von Prügelstrafe ist.", "WIEDERHOLTE ER SEINE AUSARTUNG, SO IST ER DURCH DREIUNDZWANZIG &C. Aus [dem Worte] diese109Aus dem dies in der Mišna gefolgert wird.wird ja gefolgert: keine Blinden!? — Der Schriftvers könnte ja lauten: es110Dieser Ausdruck würde ebenfalls besagen, daß ihn die Eltern sehen müssen.ist unser Sohn, wenn es aber heißt: dieser, unser Sohn, so ist hieraus beides zu entnehmen.", "iv,3 IST ER VOR SEINER ABURTEILUNG ENTFLOHEN, WORAUF IHM UNTEN RINGSHERUM111Um das Glied; vgl. S. 735 Anm. 1.EIN BART GEWACHSEN IST, SO BLEIBT ER STRAFFREI; IST ER NACH SEINER ABURTEILUNG ENTFLOHEN, WORAUF IHM UNTEN RINGSHERUM EIN BART GEWACHSEN IST, SO IST ER STRAFBAR.", "GEMARA. R. Ḥanina sagte: Wenn ein Noaḥide eine Gotteslästerung ausgesprochen hat und darauf Proselyt wird, so ist er straffrei, denn bei ihm hat sich sowohl112So nach der La. Raschis (ונשתנית); unsere La. (נשתנה) ist unwahrscheinlich.das Strafverfahren113Ein Noaḥide wird durch einen Richter u. durch einen Belastungszeugen abgeurteilt.als auch die Todesart114Als Noaḥide müßte er durch das Schwert hingerichtet werden, als Jisraélit aber durch Steinigung; die erste Anklage, auf Todesstrafe durch das Schwert kann nicht aufrecht erhalten u. eine neue nicht mehr erhoben werden. geändert.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Ist er nach seiner Aburteilung entflohen, worauf ihm unten ringsherum ein Bart gewachsen ist, so bleibt er straffrei. Doch wohl deshalb, weil wir sagen, da bei ihm eine Veränderung eingetreten ist, so hat es sich vollständig geändert. —", "Nein, anders ist es hierbei, denn, wenn er es nachher getan hätte, könnte er ja überhaupt nicht zum Tode verurteilt werden. —", "Komm und höre: Ist er aber nach seiner Aburteilung entflohen, worauf ihm unten ringsherum ein Bart gewachsen ist, so ist er strafbar!? — Du sprichst von dem Falle, wenn er abgeurteilt worden ist, nach seiner Aburteilung gilt er als hingerichtet. —", "Komm und höre: Wenn ein Noaḥide seinen Genossen erschlagen, oder die Frau seines Genossen beschlafen hat, und darauf Proselyt wird, so ist er straffrei; wenn aber einen Jisraéliten und darauf Proselyt wird, so ist er strafbar. Weshalb denn, man sollte doch sagen, da bei ihm eine Veränderung eingetreten ist, so hat es sich vollständig geändert!? —", "Es muß [eine Änderung] im Strafverfahren und in der Todesart eingetreten sein, während bei diesem die Änderung nur im Strafverfahren eingetreten ist, nicht aber in der Todesart. —", "Allerdings stimmt dies beim Morde, denn vorher würde er durch das Schwert [hingerichtet worden sein] und nachher ebenfalls durch das Schwert, wieso aber beim Ehebruche, vorher würde er ja durch das Schwert hingerichtet worden sein, nachher aber durch Erdrosselung!? —", "Hier handelt es sich um eine Verlobte, in welchem Falle er sowohl vorher als auch nachher durch Steinigung hinzurichten ist115Cf. supra Fol. 57b.. —", "Er lehrt es ja aber von der Frau eines Jisraéliten in eben demselben Falle, wie bei der Frau seines Genossen116Beim Falle von der Frau seines Genossen kann es sich nur um eine Verheiratete handeln, da bei einem Nichtjuden die Verlobte nicht als solche gilt.!? —", "Vielmehr, die leichtere [Todesart] ist in der schwereren einbegriffen117Tatsächlich handelt es sich um eine verheiratete Frau, u. obgleich er vorher durch das Schwert hingerichtet werden sollte, nachher aber durch Erdrosselung, gilt dies dennoch nicht als Veränderung der Todesart, da die Erdrosselung eine leichtere Todesart ist als die andere u. somit in jener einbegriffen.. —", "Einleuchtend ist dies nach den Rabbanan, welche sagen, [der Tod durch] das Schwert sei schwerer, wie ist es aber nach R. Šimo͑n, welcher sagt, [der Tod durch] Erdrosselung sei schwerer, zu erklären!? —", "R. Šimo͑n ist der Ansicht des Autors aus der Schule Menašes, welcher sagt, daß überall, wo hinsichtlich der Noaḥiden von der Todesstrafe gesprochen wird, es die Erdrosselung sei. —", "Einleuchtend ist dies beim Ehebruche, vorher würde er durch Erdrosselung hingerichtet worden sein und nachher ebenfalls durch Erdrosselung, wieso aber beim Morde, vorher würde er ja durch Erdrosselung hingerichtet worden sein, nachher aber durch das Schwert!? — Die leichtere [Todesart] ist in der schwereren einbegriffen. —", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Hat sie sich vergangen und darauf das mannbare Alter118Die hurende Verlobte ist vor diesem Alter durch Steinigung u. nach diesem Alter durch Erdrosselung hinzurichten. erreicht, so ist sie durch Erdrosselung hinzurichten. Durch Steinigung wohl deshalb nicht, weil, da bei ihr eine Veränderung eingetreten ist, [auch die Todesart] sich geändert hat, und um so mehr hierbei, wo die Veränderung eine vollständige119Wenn ein Nichtjude Proselyt wird, so ist sowohl im Strafverfahren als auch in der Todesart eine Veränderung eingetreten.ist. — R. Joḥanan sprach ja zu einem Jünger: Lies: so ist sie durch Steinigung hinzurichten.", "v DR MISSRATENE UND WIDERSPENSTIGE SOHN WIRD NUR WEGEN SEINES ENDES GERICHTET; MAG ER LIEBER UNBELASTET STERBEN ALS [MIT SÜNDEN] BELASTET. DER TOD DER FREVLER IST EINE WOHLTAT FÜR SIE SELBER UND EINE WOHLTAT FÜR DIE WELT; DER DER FROMMEN IST EIN UNGLÜCK FÜR SIE SELBER UND EIN UNGLÜCK FÜR DIE WELT.", "WEIN UND SCHLAF FÜR DIE FREVLER IST EINE WOHLTAT FÜR SIE SELBER UND EINE WOHLTAT FÜR DIE WELT; FÜR DIE FROMMEN SIND SIE EIN UNGLÜCK FÜR SIE SELBER UND EIN UNGLÜCK FÜR DIE WELT.", "DIE ZERSTREUUNG DER FREVLER IST EINE WOHLTAT FÜR SIE SELBER UND EINE WOHLTAT FÜR DIE WELT; DIE DER FROMMEN IST EIN UNGLÜCK FÜR SIE SELBER UND EIN UNGLÜCK FÜR DIE WELT. DIE EINIGKEIT DER FREVLER IST EIN UNGLÜCK FÜR SIE SELBER UND EIN UNGLÜCK FÜR DIE WELT; DIE DER FROMMEN IST EINE WOHLTAT FÜR SIE SELBER UND EINE WOHLTAT FÜR DIE WELT. DIE BEHAGLICHKEIT DER FREVLER IST EIN UNGLÜCK FÜR SIE SELBER UND EIN UNGLÜCK FÜR DIE WELT; DIE DER FROMMEN IST EINE WOHLTAT FÜR SIE SELBER UND EINE WOHLTAT FÜR DIE WELT." ], [ "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Sollte etwa die Tora bestimmt haben, daß dieser, weil er ein Tritemor Fleisch gegessen und ein halbes Log italischen Wein getrunken hat, durch das Gericht zur Steinigung hinausgeführt werde? Vielmehr hat die Tora das Ende des mißratenen und widerspenstigen Sohns berücksichtigt; sein Ende ist, daß er das Vermögen seines Vaters durchbringt, und da er seine Lebensweise fortsetzen will und dies nicht kann, begibt er sich auf die Scheidewege und plündert die Menschen aus.", "Die Tora sagt daher, daß er lieber unbelastet sterbe, als [mit Sünden] belastet. Der Tod der Frevler ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt; der der Frommen ist ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt. Schlaf und Wein für die Frevler ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt; für die Frommen sind sie ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt. Die Behaglichkeit der Frevler ist ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt; die der Frommen ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt. Die Zerstreuung der Frevler ist eine Wohltat für sie selber und eine Wohltat für die Welt; die der Frommen ist ein Unglück für sie selber und ein Unglück für die Welt.", "vi DER EINBRECHER120Wer bei einem nächtlichen Einbrüche ertappt wird, darf niedergeschlagen werden; cf. Ex. 22,1.WIRD WEGEN SEINES ENDES GERICHTET. WER BEI EINEM EINBRUCHE EIN FASS ZERBRICHT, IST, WENN MAN SEINETWEGEN BLUTSCHULD121Scheint bereits die Sonne, so darf er nicht mehr niedergeschlagen werden; cf. Ex. 22,2. AUF SICH LÄDT, ERSATZPFLICHTIG, WENN ABER NICHT, SO IST ER FREI.", "GEMARA. Raba sagte: Was ist der Grund [der Lehre vom] Einbrüche? Es ist feststehend, daß niemand sich bei [der Rettung] seines Geldes zurückhält, somit denkt [der Einbrecher wie folgt:] gehe ich, so stellt er sich mir entgegen und läßt mich nicht [stehlen], und wenn er sich mir entgegenstellt, töte ich ihn; die Tora aber sagt: will jemand dich töten, so komme ihm zuvor und töte ihn.", "Rabh sagte: Wer einen Einbruch verübt, Geräte mitnimmt und entkommt, ist ersatzfrei, weil er sie durch die Einsetzung seines Lebens geeignet hat. Raba sagte: Einleuchtend sind die Worte Rabhs in dem Falle, wenn er sie zerschlagen hat und sie nicht mehr vorhanden sind, nicht aber, wenn er sie mitgenommen hat;", "aber, bei Gott, Rabh sagte es auch von dem Falle, wenn er sie mitgenommen hat. Wenn man seinetwegen Blutschuld auf sich lädt, ist er ja ersatzpflichtig, auch wenn [die Sache nachher] unverschuldet122Er gilt also nicht als bloßer Aufbewahrer der Sache, der im Falle eines unverschuldeten Abhandenkommens nicht ersatzpflichtig ist.abhanden kommt, wonach sie in seinen Besitz übergeht, ebenso sind sie auch in diesem Falle in seinen Besitz übergegangen. —", "Dies ist aber nichts; der Allbarmherzige ließ sie nur hinsichtlich des unverschuldeten Abhandenkommens in seinen Besitz übergehen, hinsichtlich der Aneignung aber befinden sie sich im Besitze des Eigentümers. Ebenso verhält es sich nämlich auch beim Entleiher. —", "Wir haben gelernt: Wer bei einem Einbrüche ein Faß zerbricht, ist, wenn man seinetwegen Blutschuld auf sich lädt, ersatzpflichtig, wenn aber nicht, so ist er frei. Nur wenn er es zerbrochen hat, ist er, wenn man seinetwegen keine Blutschuld auf sich lädt, frei, nicht aber wenn er es mitgenommen hat!? —", "Nein, dasselbe gilt auch von dem Falle, wenn er es mitgenommen hat, und nur deshalb lehrt er es von dem Falle, wenn er es zerbrochen hat, um uns zu lehren, daß, wenn man seinetwegen Blutschuld auf sich lädt, er ersatzpflichtig sei, auch wenn er es zerbrochen hat. —", "Selbstverständlich, er hat ja einen Schaden angerichtet!? — Folgendes lehrt er uns: selbst ohne Absicht. — Er lehrt uns somit, daß ein Mensch stets als gewarnt123Wenn er einen Schaden anrichtet, muß er stets vollständigen Ersatz leisten.gelte, und dies wurde ja bereits gelehrt: ein Mensch gilt stets als gewarnt, einerlei ob versehentlich oder vorsätzlich, ob unverschuldet oder willig!? — Dies ist ein Einwand.", "R. Bebaj b. Abajje wandte ein: Wer einen Geldbeutel am Šabbath gestohlen hat, ist [ersatz]pflichtig, denn bevor er noch das Šabbathgesetz übertreten hatte, war er bereits wegen des Diebstahls124Die Aneignung geschieht durch das Aufheben des Gegenstandes, die Übertretung des Šabbathgesetzes erst durch das Niederlegen desselben.schuldig;", "hat er ihn allmählich herangezogen, so ist er [ersatz]frei, weil der Diebstahl und das mit der Steinigung belegte Verbot gleichzeitig125Wenn jemand 2 Verbrechen gleichzeitig begeht, so wird er nur mit der strengeren Strafe belegt.ausgeübt worden sind!? —", "Diese Lehre bezieht sich auf den Fall, wenn er ihn in einen Fluß geworfen hat.", "Einst wurden Raba bei einem Einbrüche Widder gestohlen, und als [später die Diebe] sie ihm zurückgeben wollten, nahm er sie nicht, indem er sagte: Weil dies126Daß der Dieb die gestohlene Sache durch die Einsetzung seines Lebens eigne.aus dem Munde Rabhs hervorgegangen ist.", "Die Rabbanan lehrten:127Ex. 22,1,2.So erwächst seinetwegen keine Blutschuld; wenn aber die Sonne auf ihn schien. Schien denn die Sonne nur auf ihn allein? Vielmehr, ist es dir sonnenklar, daß er dir nicht friedfertig gesinnt ist, so töte ihn, wenn aber nicht, so töte ihn nicht.", "Ein Anderes lehrt: Wenn aber die Sonne auf ihn schien, so erwächst seinetwegen Blutschuld. Schien denn die Sonne nur auf ihn allein? Vielmehr, ist es dir sonnenklar, daß er dir friedfertig gesinnt ist, so töte ihn nicht, wenn aber nicht, so töte ihn. — Die anonymen Lehren widersprechen ja einander!? —", "Das ist kein Widerspruch;" ], [ "eine handelt von einem Vater128Es ist bestimmt vorauszusetzen, daß er seinen Sohn nicht töten wird, selbst wenn er ihm entgegentritt, es sei denn, daß es sonnenklar ist, daß er ihn unbarmherzig haßt. gegenüber seinem Sohne, und eine handelt von einem Sohne gegenüber seinem Vater129Und um so mehr, wenn der Einbrecher ein Fremder ist; einen solchen töte man, es sei denn, daß es sonnenklar ist, daß er unfähig ist, einen Mord zu begehen..", "Rabh sagte: Wer bei mir einbricht, den töte ich, nur nicht R. Ḥanina b. Šila. — Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil er fromm ist, so bricht er ja ein!? — Vielmehr, weil ich überzeugt bin, daß er mich liebt wie ein Vater seinen Sohn liebt.", "Die Rabbanan lehrten: So erwächst seinetwegen Blutschuld, einerlei130Dies wird aus der Pluralform דמים gefolgert. ob am Wochentage oder am Šabbath; so erwächst seinetwegen keine Blutschuld, einerlei130Dies wird aus der Pluralform דמים gefolgert.ob am Wochentage oder am Šabbath. –", "Allerdings ist [der Fall:] so erwächst seinetwegen keine Blutschuld, einerlei ob am Wochentage oder am Šabbath nötig, denn man könnte glauben, bei diesem verhalte es sich ebenso wie bei den durch das Gericht Hinzurichtenden, die am Šabbath nicht hingerichtet werden, so lehrt er uns, daß man ihn wohl töte; wozu ist aber [der Fall:] so erwächst seinetwegen Blutschuld, nötig, wenn man ihn am Wochentage nicht töten darf, um wieviel weniger am Šabbath!?", "R. Šešeth erwiderte: Dies lehrt, daß man seinetwegen einen Trümmerhaufen abtrage131Wenn er beim Einbruche in Lebensgefahr gerät, so rette man ihn, selbst wenn man dadurch den Šabbath entweihen muß..", "Die Rabbanan lehrten:127Ex. 22,1,2.Und er niedergeschlagen wird, durch jeden Menschen, und tot ist, durch jede Todesart, durch die du ihn töten kannst. – Allerdings muß gelehrt werden, daß er durch jeden Menschen totgeschlagen werden dürfe, denn man könnte glauben, dies sei nur dem Eigentümer erlaubt, weil [der Dieb] weiß, daß niemand sich bei [der Rettung] seines Geldes zurückhält, nicht aber einem anderen,", "so lehrt er uns, daß er als Verfolger132Wer einen anderen verfolgt, um ihn zu töten, darf vom erstbesten getötet werden.gelte, somit erfolge dies auch durch einen anderen; wozu aber braucht gelehrt zu werden, daß man ihn durch jede Todesart töten dürfe,", "dies ist ja vom Mörder zu folgern!? Es wird nämlich gelehrt:133Num. 35,21.Der geschlagen hat, soll getötet werden, denn er ist ein Mörder; ich weiß nun, daß dies durch die bei ihm genannte Todesart erfolge, woher daß man ihn, wenn man ihn durch die bei ihm genannte Todesart nicht töten kann, durch jede mögliche Todesart töte? Es heißt: soll getötet werden, auf jede Weise!? –", "Anders ist es hierbei, wo die Schrift ausdrücklich sagt: soll getötet werden. –", "Sollte man doch hiervon folgern!? – Vom Mörder und vom Bluträcher lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist hiervon nichts zu folgern.", "Die Rabbanan lehrten:127Ex. 22,1,2.Einbruch; ich weiß dies nur von einem wirklichen Einbruche134Wenn er durch einen selbst hergestellten unterirdischen Eingang in das Haus dringt; מחת׳ von חתר durchbohren, ‐graben., woher dies von dem Falle, wenn er in [das Haus] durch das Dach, den Hof, oder ein Gehege gelangt135Wenn er durch eine bereits vorhandene Öffnung in das Haus eindringt.? Es heißt: der Dieb betroffen wird, auf jeden Fall. – Weshalb aber heißt es demnach Einbruch? Weil Diebe meist durch Einbruch [in das Haus einzudringen] pflegen.", "Ein Anderes lehrt: Einbruch; ich weiß dies nur von einem wirklichen Einbruche, woher dies von dem Falle, wenn er [in das Haus] durch das Dach, den Hof oder ein Gehege gelangt? Es heißt: der Dieb betroffen wird, auf jeden Fall. Weshalb aber heißt es demnach Einbruch? Sein Einbruch ist seine Warnung136Man darf den wirklichen Einbrecher sofort, ohne vorherige Warnung töten; wenn er sich aber in das Haus nur hineingeschlichen hat, so muß er zuerst gewarnt werden..", "R. Hona sagte: Wenn ein Minderjähriger jemand verfolgt, so rette man ihn durch dessen Leben. Er ist also der Ansicht, der Verfolger brauche nicht gewarnt zu werden, weder ein Großjähriger noch ein Minderjähriger.", "R. Ḥisda wandte gegen R. Hona ein: Ist der Kopf hervorgekommen, so darf man ihm137Wenn eine schwer Gebärende durch die Geburt in Lebensgefahr gerät, so darf man das Kind in ihrem Leibe zerstückeln; hat es aber den Kopf hervorgestreckt, so ist dies nicht mehr erlaubt.nichts mehr tun, weil man nicht ein Leben für ein anderes opfern darf. Weshalb nun, [das Kind] ist ja ein Verfolger!? – Anders ist es hierbei, wo die Verfolgung vom Himmel aus erfolgt.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand seinen Nächsten verfolgt, um ihn zu töten, so spreche man zu ihm: Beachte doch, daß er Jisraélit ist und Glaubensgenosse, und die Tora sagt:138Gen. 9,6.wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll vergossen werden. Die Tora sagt damit, daß man den einen durch das Blut des anderen rette139Wo eine Warnung erforderlich ist, muß der Gewarnte erwidert haben, er wolle es trotzdem tun. Hier wird davon nichts gelehrt, demnach ist beim Verfolger keine Warnung erforderlich.. –", "Hier ist die Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda vertreten, denn es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagt, ein Gelehrter brauche nicht gewarnt zu werden, denn die Warnung ist nur deshalb erforderlich, um festzustellen, ob [die Handlung] versehentlich oder vorsätzlich erfolgt ist140Demnach braucht der Gewarnte nichts erwidert zu haben.. –", "Komm und höre: Wenn jemand seinen Genossen verfolgt, um ihn zu töten, so spreche man zu ihm: Beachte doch, daß er Jisraélit ist und Glaubensgenosse, und die Tora sagt: wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll vergossen werden. Erwidert er, er wisse, daß dem so sei, so ist er frei, erwidert er aber, eben darum tue er dies, so ist er schuldig!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie sich an zwei Ufern eines Flusses befinden, wo eine Rettung ausgeschlossen141Der Mörder u. der Ermordete auf der einen Seite u. die Warnenden auf der anderen Seite; ‘schuldig’ u. ‘frei’ beziehen sich auf das richterliche Urteil.ist. – Was sollten diese142Die Warnenden, wo sie den Mord doch nicht verhindern konnten.bezwecken!? – Sie müssen ihn aufs Gericht bringen. – Dann ist ja eine Warnung erforderlich!? –", "Wenn du willst, sage ich: R. Hona kann dir erwidern, er sei der Ansicht des Autors der Lehre von der Warnung, welcher sagt, sein Einbruch sei seine Warnung143Ebenso auch hierbei die Verfolgung.." ], [ "viiFOLGENDE HALTE144Man darf sie sogar töten, um sie von der Vollbringung des von ihnen beabsichtigten Verbrechens zurückzuhalten.MAN MIT IHREM LEBEN ZURÜCK: WER JEMAND VERFOLGT, UM IHN ZU TÖTEN, UND WER EINE MÄNNLICHE PERSON ODER EIN VERLOBTES MÄDCHEN VERFOLGT145Um ein sexuelles Verbrechen zu begehen.. WER ABER EINEM TIERE NACHLÄUFT, ODER IM BEGRIFF IST, DEN ŠABBATH ZU ENTWEIHEN ODER GÖTZENDIENST ZU TREIBEN, DEN DARF MAN NICHT DURCH SEIN LEBEN ZURÜCKHALTEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man den, der seinen Genossen verfolgt, um ihn zu töten, mit seinem Leben zurückhalten dürfe? Es heißt:146Lev. 19,16.du sollst nicht neben dem Blute deines Nächsten stehen. – Deutet denn dieser Schriftvers hierauf, er ist ja für folgende Lehre zu verwenden: Woher, daß, wenn jemand seinen Nächsten in einem Flusse ertrinken sieht, oder daß ein wildes Tier ihn wegschleppt, oder daß Räuber ihn überfallen, er verpflichtet ist, ihn zu retten? Es heißt: du sollst nicht neben dem Blute deines Nächsten stehen!? – Dem ist auch so. –", "Woher nun, daß man einen mit seinem Leben zurückhalten dürfe? – Man folgere dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Verlobten: wenn die Tora von der Verlobten, wenn jemand sie nur bemakeln will, gesagt hat, daß man sie mit seinem Leben rette, um wieviel mehr gilt dies von dem, der seinen Nächsten verfolgt, um ihn zu töten. –", "Kann denn eine Strafe durch einen Schluß [vom Leichteren auf das Schwerere] gefolgert werden!? – In der Schule Rabbis wurde gelehrt, dies sei durch eine Vergleichung zu folgern:147Dt. 22,26.Dies ist ebenso, wie wenn einer seinen Nächsten überfällt und ermordet; was soll hierbei der Vergleich mit dem Morde?", "Was lehren sollte, lernt auch. Man vergleiche den Mord mit [der Notzucht] einer Verlobten: wie man die Verlobte mit dem Leben [des Notzüchters] rette, ebenso rette man den [Überfallenen mit dem Leben des] Mörders. –", "Woher dies von der Verlobten selber? – Nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: 148Ib. V. 27.Ohne daß ihr jemand zuhilfe gekommen ist, wenn ihr aber jemand zu Hilfe kommen will, so tue er dies, wodurch er nur kann.", "Der Text. Woher, daß wenn jemand seinen Nächsten in einem Flusse ertrinken sieht, oder daß ein wildes Tier ihn wegschleppt, oder daß Räuber ihn überfallen, er verpflichtet ist, ihn zu retten? Es heißt: du sollst nicht neben dem Blute deines Nächsten stehen. Wird dies denn hieraus entnommen, dies wird ja aus folgendem entnommen: Woher dies vom Verluste seiner Person? Es heißt:149Ib. 22,2.und sollst ihm zurückgeben150Diese Worte sind im angezogenen Schriftverse (der von der Aufbewahrung u. Rückgabe eines verlaufenen Tieres handelt) überflüssig, u. man beziehe sie daher nicht auf die Rettung des Eigentums seines Nächsten, sondern auf die Rettung seines in Gefahr schwebenden Lebens.!? –", "Hieraus könnte man nur entnehmen, daß man dies persönlich tue, nicht aber, daß man sich bemühe und andere herbeischaffe, so lehrt er uns.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seinen Nächsten verfolgt, um ihn zu töten, oder eine männliche Person, oder ein verlobtes Mädchen, oder [eine Frau, und auf die Beschlafung der Tod] durch das Gericht oder die Ausrottungsstrafe151Wegen Blutschande, Ehebruch udgl.gesetzt ist, so halte man ihn mit seinem Leben zurück. Verfolgt ein Hochpriester eine Witwe, oder ein gewöhnlicher Priester eine Geschiedene oder Ḥaluça, so halte man ihn nicht mit seinem Leben152Obgleich er sie nicht heiraten darf u. sie somit durch die Beschlafung befleckt.zurück.", "Ist die Sünde mit ihr bereits verübt worden, so rette man sie nicht mit seinem Leben; ist jemand vorhanden, der ihr zuhilfe kommen wird, so rette man sie nicht mit seinem Leben. R. Jehuda sagt, auch wenn sie ruft: laßt ihn, damit er mich nicht töte. –", "Woher dies153Daß in all den genannten Fällen die verfolgte Person mit dem Leben des Verfolgers zu retten ist.? – Die Schrift sagt:154Dt. 22,26.dem Mädchen aber soll man nichts tan, denn das Mädchen hat keine todeswürdige Sünde begangen; [die Schreibart] Knabe155Die Schreibweise ist נער, während נערה gelesen wird.deutet auf eine männliche Person, [die Lesart] Mädchen deutet auf ein verlobtes Mädchen, Sünde deutet auf mit der Ausrottungsstrafe belegte Beschlafungen, todeswürdige deutet auf mit dem Tode durch das Gericht belegte Beschlafungen. –", "Wozu dies alles? – Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von einem Knaben geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil [die Beschlafung] desselben widernatürlich ist, nicht aber gelte dies bei einem Mädchen, bei dem dies natürlich ist.", "Würde der Allbarmherzige es nur von einem Mädchen geschrieben haben, [so könnte man glauben,] weil es bemakelt wird, nicht aber bei einem Knaben, der nicht bemakelt wird.", "Würde der Allbarmherzige es nur von diesen geschrieben haben," ], [ "[so könnte man glauben,] bei dem einen, weil es widernatürlich ist, und bei dem anderen, weil es bemakelt wird, nicht aber bei anderen Inzestfällen, wo dies weder widernatürlich noch die Bemakelung sehr bedeutend ist; daher schrieb der Allbarmherzige [das Wort] Sünde.", "Würde der Allbarmherzige nur [das Wort] Sünde geschrieben haben, so könnte man glauben, auch in Fällen, wo nur ein gewöhnliches Verbot ausgeübt werden würde, daher heißt es todeswürdiges.", "Und würde der Allbarmherzige nur [das Wort] todeswürdiges geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn darauf der Tod durch das Gericht gesetzt ist, nicht aber, wenn die Ausrottungsstrafe; daher schrieb der Allbarmherzige auch [das Wort] Sünde. –", "Sollte doch der Allbarmherzige nur [die Worte] todeswürdige Sünde geschrieben haben, wozu sind Knabe und Mädchen nötig!? – Dem ist auch so, nur schließt von Knabe und Mädchen eines den Götzendienst und eines ein Tier156Wenn jemand einem Tiere nachläuft, um mit ihm Bestialität zu begehen.und [die Entweihung des] Šabbaths aus. –", "Wozu ist [das eine] nötig nach R. Šimo͑n b. Joḥaj, welcher sagt, wenn jemand Götzendienst treiben will, halte man ihn mit seinem Leben zurück!? – Eines schließt ein Tier und eines schließt die Entweihung des Šabbaths aus.", "Man könnte nämlich glauben, daß man die Entweihung des Šabbaths von der Entweihung157Durch Wortanalogie, da bei beiden das W. ‘Entweihung’ gebraucht wird.[Gottes durch] den Götzendienst folgere. –", "Wie ist es aber nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n zu erklären, welcher sagt, daß man auch den, der den Šabbath entweihen will, mit seinem Leben zurückhalte, weil man die Entweihung des Šabbaths von der Entweihung [Gottes durch] den Götzendienst folgere!? – Das eine schließt das Tier aus und das andere steht nur nebenbei, denn da der Allbarmherzige Knabe geschrieben hat, schrieb er auch Mädchen158Dh. die Schreibweise נער (Knabe) hat keinerlei Bedeutung, da aus dem ganzen Zusammenhange hervorgeht, daß es sich nur um ein Mädchen handelt..", "«R. Jehuda sagt, auch wenn sie ruft: laßt ihn, damit er mich nicht töte.» Worüber streiten sie?", "Raba erwiderte: Über den Fall, wenn sie auf ihre Bemakelung genau achtet, und dies nur deshalb zulassen will, weil sie befürchtet, er würde sie töten. Die Rabbanan sind der Ansicht, der Allbarmherzige hat dabei ihre Bemakelung berücksichtigt, und diese achtet ja darauf; R. Jehuda aber ist der Ansicht, der Allbarmherzige sagte deshalb, daß man ihn töte, weil sie sich sonst dem Tode preisgeben würde, diese aber gibt sich ja dem Tode nicht preis.", "R. Papa sprach zu Abajje: Auch wenn ein Hochpriester eine Witwe [notzüchtigt], bemakelt er sie ja!? Dieser erwiderte: Mit einer bedeutenden Bemakelung hat es der Allbarmherzige streng genommen, mit einer unbedeutenden nicht159Auf den Verkehr des Hochpriesters mit einer Witwe ist nicht die Todesstrafe gesetzt..", "«Sünde deutet auf die mit der Ausrottungsstrafe belegten Verbrechen.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: In folgendem Falle ist die für Mädchen festgesetzte Geldbuße160Vom Verführer oder Notzüchter; cf. Dt. 22,29.zu zahlen: wenn jemand seiner Schwester161Dh. selbst einer Schwester, die er nicht heiraten darf, u. obgleich er deshalb der Ausrottungsstrafe verfällt. Wenn jemand ein Verbrechen begeht, wegen welches er einer doppelten Strafe verfällt, so wird ihm nur die strengere auferlegt; da nun der Notzüchter eine Geldbuße zahlen muß, so ist ja zu entnehmen, daß er der Todesstrafe nicht verfällt.beigewohnt hat!?", "Die Rabbanan erzählten dies R. Ḥisda, [und er er widerte:] Sobald er eine Anschmiegung vollzogen hat, hat er sie ja bemakelt und darf somit nicht mehr getötet werden, während er zur Geldbuße erst nach Vollendung des Beischlafes verpflichtet162Sind beide strafbaren Handlungen nicht gleichzeitig ausgeübt worden, so wird er mit beiden Strafen belegt.ist. –", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, unter ‘Anschmiegung’ sei die bloße Berührung zu verstehen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, unter ‘Anschmiegung’ sei das Hineinbringen der Eichel163Demnach erfolgen ja die Anschmiegung u. die Defloration, also die mit der Todesstrafe belegte Handlung u. die mit der Geldbuße belegte Handlung, gleichzeitig.zu verstehen!?", "Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, wenn er sie vorher auf widernatürliche Weise und nachher auf natürliche Weise164Wegen der 2. Beschlafung wird er nicht mehr getötet, da sie bereits bemakelt war. beschlafen hat.", "Raba erklärte, wenn sie ihn läßt, damit er sie nicht töte, und zwar nach R. Jehuda165Nach dessen Ansicht er in diesem Falle nicht getötet wird.." ], [ "R. Papa erklärte: Hier handelt es sich um eine Verführte, nach aller Ansicht166Auch die Verführte erhält eine Geldbuße, während er derentwegen nicht getötet wird, da sie eingewilligt hatte..", "Abajje erklärte: Wenn man ihn durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder zurückhalten167Dh. ihn unschädlich machen.konnte, nach R. Jonathan b. Šaúl. Es wird nämlich gelehrt: R. Jonathan b. Šaúl sagte: Wenn jemand von einem verfolgt wurde und sich durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder retten konnte und dies nicht getan168Sondern ihn getötet.hat, so wird er dieserhalb hingerichtet. –", "Was ist der Grund des R. Jonathan b. Šaúl? – Es heißt:169Ex. 21,22.wenn zwei Männer mit einander streiten &c., und hierüber sagte R. Elea͑zar, die Schrift spreche von dem Falle, wenn er den anderen töten wollte, denn es heißt:170Ib. V. 23.geschieht aber ein Schaden, so soll einer lassen Leben um Leben, dennoch sagt der Allbarmherzige: 169Ex. 21,22.geschieht kein Schaden, so soll er eine Buße entrichten.", "Allerdings kann es nun vorkommen, wenn du sagst, wenn man ihn durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder retten kann, dürfe man ihn nicht mit seinem Leben retten, daß [der Totschläger] eine Buße zu entrichten hat, wenn man nämlich jenen durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder retten konnte;", "wieso aber kann es vorkommen, daß er eine Buße zu zahlen hat, wenn du sagst, selbst wenn man ihn durch [das Zielen auf] eines seiner Glieder retten kann, rette man ihn mit seinem Leben171Da er der Todesstrafe ausgesetzt war, so müßte er von der Geldbuße frei sein.!? –", "Vielleicht ist es hierbei anders, denn die Todesstrafe schuldet er diesem, die Geldbuße aber einem anderen!? –", "Hierbei gibt es keinen Unterschied, denn Raba sagte: Wenn jemand einen verfolgt172Um ihn zu töten.und [im Laufen] Gefäße zerbricht, ob die des Verfolgten oder die eines anderen, so ist er [ersatz]frei, denn er schuldet ja sein Leben;", "wenn aber der Verfolgte [im Laufen] Gefäße zerbricht, so ist er, wenn sie dem Verfolger gehören, [ersatz]frei, und wenn sie einem anderen gehören, [ersatz]pflichtig. Wenn sie dem Verfolger gehören, so ist er [ersatz]frei, weil sein Geld nicht wertvoller sein darf als sein Leben173Durch die Verfolgung hat er sein Leben preisgegeben, da ihn jeder töten darf., wenn sie einem anderen gehören, so ist er [ersatz]pflichtig, weil er sich mit fremdem Gelde rettet.", "Wenn aber jemand einen Verfolger verfolgt, um [den Verfolgten] zu retten, und er [im Laufen] Gefäße zerbricht, so ist er [ersatz]frei, einerlei ob sie dem Verfolger oder dem Verfolgten oder einem anderen gehören. Aber nicht etwa rechtlich, sondern weil, wenn dem nicht so wäre, kein Mensch jemand aus den Händen des Verfolgers retten wollen würde.", "WER ABER EINEM TIERE NACHLÄUFT. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere ist zu entnehmen, daß man einen, der Götzendienst treiben will, mit seinem Leben zurückhalte; wenn man einen wegen der Bemakelung eines Menschen mit seinem Leben zurückhalte, um wieviel mehr wegen der Bemakelung Gottes. – Kann denn eine Strafe durch einen Schluß gefolgert werden!? – Er ist der Ansicht, man könne eine Strafe durch einen Schluß folgern.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte: Wer den Šabbath entweihen will, den halte man mit seinem Leben zurück. Er ist der Ansicht seines Vaters, man könne eine Strafe durch einen Schluß folgern, und er folgert die Entweihung des Šabbaths von der Entweihung [Gottes durch] den Götzendienst.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Im Söller des Hauses Nithza in Lud stimmten sie ab und beschlossen, daß, wenn man jemand bei Todesandrohung zwingt, eine aller in der Tora genannten Sünden zu begehen, er sie begehe und sich nicht töten lasse, ausgenommen sind Götzendienst, Unzucht und Mord. –", "Götzendienst etwa nicht, es wird ja gelehrt: R. Jišma͑él sagte: Woher, daß, wenn man jemand bei Todesandrohung zwingt, einem Götzen zu dienen, er ihm diene und sich nicht töten lasse? Es heißt:174Lev. 18,5.er wird durch sie leben, er soll durch sie nicht sterben.", "Man könnte glauben, auch öffentlich, so heißt es:175Ib. 22,32.entweiht meinen heiligen Namen nicht, damit ich geheiligt werde!? –", "Sie sind der Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn es heißt:176Dt. 6,5.mit deiner ganzen Seele, wozu heißt es: mit deinem ganzen Vermögen, und wenn es heißt: mit deinem ganzen Vermögen, wozu heißt es: mit deiner ganzen Seele?", "Ist es ein Mensch, dem seine Person lieber ist als sein Geld, so heißt es: mit deiner ganzen Seele, und ist es ein Mensch, dem sein Geld lieber ist als seine Person, so heißt es: mit deinem ganzen Vermögen.", "Hinsichtlich der Unzucht und des Mordes ist dies aus einer Lehre Rabbis zu entnehmen, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:177Ib. 22,62.Dies ist ebenso, wie wenn einer seinen Nächsten überfällt und ermordet; was soll [der Vergleich] mit dem Morde?", "Was lehren sollte, lernt auch: wie man einen von [der Notzucht] einer Verlobten mit seinem Leben zurückhalte, ebenso halte man [den Mord] mit dem Leben des Mörders zurück.", "Ferner vergleiche man [die Notzucht] einer Verlobten mit dem Morde: wie man sich eher töten lassen muß, als einen Mord zu begehen, ebenso muß man178Statt תהרג ואל תעבור ist mit Handschriften יהרג ואל יעבור (in der Parallelstelle Jom. Fol. 82a hat auch unser Text diese Lesart) zu lesen; cf. Tosaphoth zu Pes. Fol. 25b sv. אף.sich eher töten lassen, als [eine Notzucht] einer Verlobten zu begehen. –", "Woher dies vom Morde selber? – Dies ist einleuchtend. So kam einst jemand vor Raba und erzählte ihm: Der Befehlshaber seines Wohnortes befahl mir, jenen zu töten, sonst tötet er mich. Dieser erwiderte: Mag er dich töten, du aber begehe keinen Mord; wer sagt, daß dein Blut röter ist, vielleicht ist das Blut jenes Menschen röter.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Dies gilt nur von einer Zeit, in der keine Religionsverfolgung herrscht, zur Zeit der Religionsverfolgung aber muß man sich eher töten lassen, als das leichteste Gebot übertreten.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Auch nicht zur Zeit der Religionsverfolgung, nur heimlich, öffentlich aber muß man sich eher töten lassen als auch nur das leichteste Gebot übertreten. –", "Was heißt ‘leichtes Gebot’? Raba b. R. Jiçḥaq erwiderte im Namen Rabhs:" ], [ "Nicht einmal den Schuhriemen ändern179Darf man zur Zeit der Religionsverfolgung, falls Jisraéliten ihn anders tragen als Nichtjuden; aus manchen Stellen im T. (cf. Tan. Fol. 22a) ist zu entnehmen, daß die Jisraéliten andere Schuhe, oder wenigstens Schuhriemen (cf. Tos. zSt. sv. אפילו) trugen.. –", "Was heißt öffentlich? R. Ja͑qob erwiderte im Namen R. Joḥanans: Öffentlich heißt es, wenn mindestens zehn Personen [anwesend sind]. – Selbstverständlich!? – Es müssen Jisraéliten sein, denn es heißt:180Lev. 22,32.damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde. R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn es neun Jisraéliten und ein Nichtjude sind? –", "Komm und höre: Rabbanaj, der Bruder des R. Ḥija b. Abba, lehrte: Dies geht aus [dem Worte] Mitte hervor; hier heißt es: damit ich in der Mitte der Kinder Jisraél geheiligt werde, und dort181Num. 16,21.heißt es: sondert euch ab aus der Mitte dieser Gemeinde, wie es dort182Unter ‘Gemeinde’ sind mindestens 10 Personen zu verstehen. Ausführlicher ist diese Auslegung in der Parallelstelle Meg. Fol. 23b, wo noch der Bindesatz folgt: ferner folgere man aus dem Worte ‘Gemeinde’, denn es heißt (Num. 14,27): Wie lange noch soll es mit dieser Gemeinde währen? Dieser Schriftvers spricht von den 10 verleumderischen Kundschaftern. Diese Ergänzung scheint jedoch auch dort nur eine Glosse zu sein, da sie in Handschriften fehlt.zehn [Personen] und alle Jisraéliten waren, ebenso auch hier zehn und alle Jisraéliten. –", "Aber bei Ester geschah es ja183Daß sie sich von einem Nichtjuden heimführen ließ; außerdem soll sie nach der t.schen Auslegung (cf. Meg. Fol. 13a) die Ehefrau Mordekhajs gewesen sein.öffentlich!? Abajje erwiderte: Ester galt nur als untätiger184Wörtl. allweltlicher Boden; dh. sie tat nichts aktiv.Boden.", "Raba erwiderte: Anders ist es, wenn es nur zu ihrem Genusse185Bei Ester war nicht bezweckt worden, sie zu einer Sünde zu zwingen.geschieht.", "Wieso dürften wir denn, wenn du dies nicht anerkennen wolltest, ihnen186Den persischen Priestern, die den Feuerkultus pflegten, u. an ihren Festtagen alle Feuerbecken sammelten, die sie in Privathäusern auftreiben konnten; in Privathäusern durften an solchen Tagen keine brennen; cf. Sab. Fol. 45a. Kohlenpfanne und Kohlenschippen geben!? Du mußt also erklären, es sei anders, wenn es zu ihrem Nutzen geschieht, ebenso geschah es auch hierbei zu seinem Genusse.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Wenn ein Nichtjude einem Jisraéliten bei Todesandrohung befiehlt, am Šabbath Gras zu schneiden und den Tieren vorzuwerfen, so tue er dies und lasse sich nicht töten; wenn aber, in den Fluß zu werfen, so lasse er sich lieber töten und tue dies nicht, weil er ihn nur zur Begehung einer Sünde zwingen will.", "Man fragte R. Ami: Ist einem Noaḥiden die Heiligung des Gottesnamens anbefohlen oder nicht?", "Abajje erwiderte: Komm und höre: Sieben Gebote187Die da (cf. supra Fol. 56a) aufgezählt werden, unter denen dies aber nicht mitgezählt wird.wurden den Noaḥiden auferlegt. Wenn dem nun so wäre, so wären es ja acht. Raba erwiderte ihm: Diese und alles, was dazu gehört. –", "Wie bleibt es nun damit? R. Ada b. Ahaba erwiderte: In der Schule Rabhs sagten sie: Es heißt:188iiReg. 5,18.in dieser Sache wolle der Herr deinem Knecht verzeihen: wenn mein Herr in den Tempel Rimmons geht, um sich daselbst niederzuwerfen und sich dabei auf meinen Arm stützt, so werfe ich mich nieder; und darauf heißt es:189Ib. V. 19.und er sprach zu ihm: Gehe in Frieden." ], [ "Wenn dem nun so wäre, so dürfte er es ja zu ihm nicht sagen190Wenn ein Nichtjude zur Heiligung des Gottesnamens verpflichtet wäre, so dürfte Eliša͑ nicht den Na͑man mit einer Friedensentbietung verabschieden, da er sich der Niederwerfung in Beth Rimmon nicht widersetzen wollte.. – Dies heimlich und jenes öffentlich191Na͑man tat dies in einer Gegend, wo keine Jisraéliten waren, seine Handlung galt also als heimlich, während die Frage sich auf die öffentliche Heiligung des Gottesnamens bezieht..", "R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Einst richtete jemand seine Augen auf eine Frau und sein Herz wurde von der Leidenschaft überwältigt. Als man zu den Ärzten kam und sie befragte, erwiderten diese: Es gibt für ihn kein anderes Mittel, als daß er ihr beiwohne. Da sagten die Weisen: Mag er lieber sterben, als daß er ihr beiwohne. – So soll sie nackt vor ihm stehen. – Mag er lieber sterben, als daß sie nackt vor ihm stehe. – So soll sie sich mit ihm durch eine Wand unterhalten. – Mag er lieber sterben, als daß sie sich mit ihm durch eine Wand unterhalte.", "Hierüber streiten R. Ja͑qob b. Idi und R. Šemuél b. Naḥmani; einer sagt, es war eine Verheiratete, und einer sagt, es war eine Ledige. – Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, es war eine Verheiratete, weshalb aber diese Strenge nach demjenigen, welcher sagt, sie sei eine Ledige!?", "R. Papa erklärte: Wegen der Bemakelung der Familie. R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte: Damit die jisraélitischen Töchter nicht sexuell ausarten. –", "Sollte er sie doch geheiratet haben!? – Es würde ihn nicht befriedigt haben. Dies nach einer Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte: Seitdem der Tempel zerstört worden ist, ist der Genuß des Beischlafes genommen und den Sündern gegeben worden, denn es heißt:192Pr. 9,17.gestohlenes Wasser ist süß und heimliches Brot schmeckt angenehm.", "", "i,1FOLGENDE WERDEN DURCH VERBRENNUNG HINGERICHTET: WER EINE FRAU UND IHRE TOCHTER BESCHLAFEN HAT, UND EINE PRIESTERSTOCHTER, DIE GEHURT HAT.", "UNTER ‘FRAU UND IHRE TOCHTERSIND EINBEGRIFFEN: SEINE EIGENE TOCHTER1Dh. die illegitime., DIE TOCHTER SEINER TOCHTER, DIE TOCHTER SEINES SOHNES, DIE TOCHTER SEINER FRAU, DIE TOCHTER IHRER TOCHTER, DIE TOCHTER IHRES SOHNES, SEINE SCHWIEGERMUTTER, DIE MUTTER SEINER SCHWIEGERMUTTER UND DIE MUTTER SEINES SCHWIEGERVATERS.", "GEMARA. Er lehrt also nicht: wer eine Frau beschlafen hat, deren Tochter er geheiratet hat, sondern: wer eine Frau und ihre Tochter beschlafen hat; doch wohl, wenn ihm beide verboten sind, nämlich seine Schwiegermutter und die Mutter seiner Schwiegermutter;", "und da es weiter heißt: unter ‘Frau und ihre Tochter’ sind einbegriffen, so befinden sich ja diese beiden2Die Blutschande mit seiner Schwiegermutter od. deren Mutter. ausdrücklich in der Schrift, während die anderen aus einer Schriftauslegung gefolgert werden.", "Einleuchtend ist es nun nach Abajje, welcher sagt, sie streiten nur über die Auslegung der Schriftstelle3R. Jišma͑él u. R. A͑qiba (cf. infra Fol. 76b) sind beide der Ansicht, auf die Blutschande mit einer Schwiegermutter, sowie mit der Mutter derselben sei der Tod durch Verbrennung gesetzt; nur streiten sie über die Auslegung der Schriftstelle, dh. ob sich der letztere Fall ausdrücklich in der Schrift befindet, od. er durch einen Schluß gefolgert wird., unsere Mišna vertritt demnach die Ansicht R. A͑qibas4Daß beide Fälle (von der Schwiegermutter u. der Mutter derselben) sich in der Schrift befinden.;", "wessen Ansicht aber vertritt unsere Mišna nach Raba, welcher sagt, sie streiten über eine Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau]5Nach dessen Erklärung der Fall von der Mutter der Schwiegermutter nach beiden sich nicht in der Schrift befindet.!? – Raba kann dir erwidern, man lese: wer eine Frau beschläft, deren Tochter er geheiratet hat.", "UNTER ‘FRAU UND IHRE TOCHTERSIND EINBEGRIFFEN &C. SEINE SCHWIEGERMUTTER, DIE MUTTER SEINER SCHWIEGERMUTTER UND DIE MUTTER SEINES SCHWIEGERVATERS. Nach Abajje: da er von der Mutter seines Schwiegervaters lehren will, so lehrt er auch von seiner Schwiegermutter und der Mutter seiner Schwiegermutter;", "nach Raba: da er von der Mutter seines Schwiegervaters und der Mutter seiner Schwiegermutter lehren will, so lehrt er auch von seiner Schwiegermutter. –", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:6Lev. 20,14.Wenn jemand eine Frau nimmt und dazu ihre Mutter; ich weiß dies nur von einer Frau und ihrer Mutter, woher dies von ihrer Tochter, der Tochter ihrer Tochter und der Tochter ihres Sohnes?", "Hierbei heißt es Unzucht und dort7Cf. Lev. 18,17. heißt es ebenfalls Unzucht, wie dort von ihrer Tochter, von der Tochter ihrer Tochter und von der Tochter ihres Sohnes [gesprochen wird], ebenso gilt es auch hierbei von ihrer Tochter, der Tochter ihrer Tochter und der Tochter ihres Sohnes.", "Woher, daß hierbei männliche Personen weiblichen gleichen? Hierbei heißt es Unzucht und dort heißt es Unzucht, wie dort männliche Personen weiblichen gleichen, ebenso gleichen auch hierbei männliche Personen weiblichen.", "Woher, daß die absteigende [Linie] der aufsteigenden gleicht? Hierbei heißt es Unzucht und dort heißt es Unzucht, wie dort die absteigende [Linie] der aufsteigenden gleicht, ebenso gleicht auch hierbei die absteigende [Linie] der aufsteigenden, und wie ferner hierbei die aufsteigende der absteigenden gleicht, ebenso gleicht auch dort die aufsteigende der absteigenden.", "Der Meister sagte: Woher, daß hierbei männliche Personen weiblichen gleichen. Was heißt ‘männliche weiblichen’: wollte man sagen, daß die Tochter ihres Sohnes der Tochter ihrer Tochter gleiche, so werden sie ja beide zusammen [durch einen Schluß] gefolgert;", "wollte man sagen, daß die Mutter seines Schwiegervaters der Mutter seiner Schwiegermutter gleiche, wieso würde er es bezüglich der Mutter eines Schwiegervaters folgern, wo er es noch von der Mutter einer Schwiegermutter nicht weiß8In der in Rede stehenden Schriftstelle wird ja auch von der Mutter einer Schwiegermutter nicht gesprochen.!?" ], [ "Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: woher, daß hierbei seine Nachkommen9Seine illegitime Tochter od. Enkelin. ihren Nachkommen gleichen? Hierbei heißt es Unzucht und dort heißt es Unzucht &c. – Aber [im Schriftverse von] seinen Nachkommen wird ja [das Wort] Unzucht nicht gebraucht!?", "Raba erwiderte: R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte mir, man folgere dies10Daß auf die Blutschande (einerlei ob es sich um seine Nachkommen od. um ihre handelt) der Tod durch Verbrennung gesetzt ist.aus [den Worten] sie und Unzucht11Vgl. S. 665 Anm. 34..", "Der Meister sagte: Woher, daß hierbei die absteigende [Linie] der aufsteigenden gleicht. Was heißt ‘die absteigende der aufsteigenden’: wollte man sagen, daß die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter ihrer Tochter gleichen, so werden sie ja alle zusammen [durch einen Schluß] gefolgert;", "wollte man sagen, daß die Mutter seines Schwiegervaters und die Mutter seiner Schwiegermutter seiner Schwiegermutter gleichen, so wäre ja nicht die absteigende [Linie] mit der aufsteigenden, sondern die aufsteigende mit der absteigenden zu vergleichen!? – Lies: daß die aufsteigende der absteigenden gleicht. – Wieso heißt es demnach:", "hierbei heißt es Unzucht und dort heißt es Unzucht, wenn von diesen selber nichts ausdrücklich in der Schrift vorkommt, wieso kann bei ihnen [das Wort] Unzucht vorkommen!?", "Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: woher, daß dies sich aufsteigend auf drei Generationen erstreckt, wie es sich absteigend auf drei Generationen erstreckt? Bei den absteigenden Generationen wird [das Wort] Unzucht gebraucht und ebenso wird [das Wort] Unzucht bei den aufsteigenden Generationen12Cf. Lev. 18,17 u. 20,14.gebraucht, wie es sich absteigend auf drei Generationen erstreckt, ebenso erstreckt es sich aufsteigend auf drei Generationen,", "und wie ferner hinsichtlich der Strafe die absteigende [Linie] der aufsteigenden gleicht, ebenso gleicht hinsichtlich des Verbotes die aufsteigende [Linie] der absteigenden.", "R. Aši erklärte: Tatsächlich wie gelehrt13In beiden Fällen ist das Absteigende mit dem Aufsteigenden zu vergleichen. wird, nur ist unter ‘absteigend’ die Absteigung des Verbotes14Dh. die Entfernung des Verwandtschaftsgrades; die Frage ist demnach, woher zu entnehmen sei, daß hierbei die Mutter des Schwiegervaters od. der Schwiegermutter der Schwiegermutter gleiche.zu verstehen. –", "Demnach sollte man auch folgern: wie ihm die Mutter ihrer Mutter verboten ist, ebenso ist ihm auch die Mutter seiner Mutter verboten15Während gelehrt wird (cf. Jab. Fol. 21a) daß dies nur zu den rabbanitischen, zweitgradigen Inzestverboten gehöre.!?", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt: sie ist deine Mutter, wegen seiner Mutter kannst du ihn strafbar machen, nicht aber wegen der Mutter seiner Mutter.", "Raba erwiderte: Sowohl nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie16Wenn ein Gesetz von einem anderen in der Tora ausdrücklich vorkommenden gefolgert wird, so gleicht er ihm, nach der einen Ansicht, in jeder Hinsicht, auch hinsichtlich der Strafe usw.; nach der anderen Ansicht aber wird nur die Hauptsache gefolgert, also das Verbot der Handlung, während hinsichtlich der Strafe diese Handlung in die logisch passende Klasse der gesetzlichen Bestimmungen einzureihen ist. Als Beispiel mag die im Texte folgende Erklärung dienen.in jeder Hinsicht, als auch nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie zwar, lasse sie aber bei ihren Bestimmungen16Wenn ein Gesetz von einem anderen in der Tora ausdrücklich vorkommenden gefolgert wird, so gleicht er ihm, nach der einen Ansicht, in jeder Hinsicht, auch hinsichtlich der Strafe usw.; nach der anderen Ansicht aber wird nur die Hauptsache gefolgert, also das Verbot der Handlung, während hinsichtlich der Strafe diese Handlung in die logisch passende Klasse der gesetzlichen Bestimmungen einzureihen ist. Als Beispiel mag die im Texte folgende Erklärung dienen., ist dies nicht zu folgern.", "Nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie in jeder Hinsicht: wie ihm die Mutter ihrer Mutter verboten ist, ebenso ist ihm die Mutter seiner Mutter verboten; ferner: wie auf ihre [Verwandtschaft] die Verbrennung gesetzt ist, ebenso ist auch auf seine [Verwandtschaft] die Verbrennung gesetzt.", "Dagegen aber ist, nach demjenigen, welcher sagt, die Verbrennung sei eine schwerere [Todesart], zu erwidern: wohl bei ihrer [Verwandtschaft], da auch auf ihre Mutter17Dh. auf die Blutschande durch den Verkehr zwischen Schwiegersohn u. Schwiegermutter.die Verbrennung gesetzt ist, während auf seine Mutter nur die Steinigung gesetzt ist.", "Ferner: auf seine Mutter die Steinigung und auf die Mutter seiner Mutter die Verbrennung18Der Verkehr mit einer Mutter ist ja ein größeres Verbrechen als der Verkehr mit einer Großmutter, wegen des näheren Verwandtschaftsgrades; nach dieser Folgerung aber würde die Strafe wegen des ersteren Falles geringer ausfallen (in der Annahme, die Steinigung sei eine leichtere Todesart als die Verbrennung), da auf diesen Fall in der Schrift ausdrücklich die Steinigung gesetzt ist.!?", "Ferner: wie19Wenn man die Blutschande durch den Verkehr mit seinen Verwandten mit der Blutschande durch den Verkehr mit ihren Verwandten in jeder Hinsicht vergleichen will, so könnte man sie ebensogut in der hier folgenden Hinsicht vergleichen, wonach auf den Verkehr mit seiner Großmutter nicht die Verbrennung, sondern die Steinigung zu setzen sein würde.bei ihrer [Verwandtschaft] zwischen Mutter und Mutter der Mutter nicht unterschieden wird, ebenso sollte auch bei seiner Verwandtschaft zwischen Mutter und Mutter der Mutter nicht unterschieden werden;", "und wegen dieses Einwands ist es auch nach demjenigen, welcher sagt, die Steinigung sei eine schwerere [Todesart], nicht zu folgern.", "Und nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie zwar, lasse sie aber bei ihren Bestimmungen: wie ihm die Mutter ihrer Mutter verboten ist, ebenso ist ihm auch die Mutter seiner Mutter verboten; man lasse sie aber bei ihren Bestimmungen: in jenem Falle durch Verbrennung, in diesem Falle durch Steinigung, wie wir es bei seiner Mutter20Dh. bei der Blutschande durch den Verkehr mit seiner Mutter.finden.", "Dagegen ist, nach demjenigen, welcher sagt, die Verbrennung sei eine schwerere [Todesart], zu erwidern:" ], [ "wohl bei ihrer [Verwandtschaft], da auf ihre Mutter die Verbrennung gesetzt ist, nicht aber bei seiner [Verwandtschaft], da auf seine Mutter nur die Steinigung gesetzt ist.", "Ferner wäre ja seine [Verwandtschaft] mit der ihrigen zu vergleichen: wie bei ihrer [Verwandtschaft] zwischen ihrer Tochter und der Mutter ihrer Mutter nicht unterschieden wird, ebenso sollte bei seiner [Verwandtschaft] zwischen seiner Tochter und der Mutter seiner Mutter nicht unterschieden werden;", "und wegen dieses Einwandes ist es auch nach demjenigen, welcher sagt, die Steinigung sei eine schwerere [Todesart], nicht zu folgern. –", "Demnach sollte ihm doch ihre Schwiegertochter verboten sein, wie ihm seine Schwiegertochter verboten21Während nach dem Gesetze eine solche erlaubt ist.ist!?", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt: sie ist die Frau deines Sohnes, wegen der Frau seines Sohnes kannst du ihn strafbar machen, nicht aber wegen der Frau ihres Sohnes.", "Raba erwiderte: Sowohl nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie in jeder Hinsicht, als auch nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie zwar, lasse sie aber bei ihren Bestimmungen, ist dies nicht zu folgern.", "Nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie in jeder Hinsicht: wie ihm seine Schwiegertochter verboten ist, ebenso ist ihm auch ihre Schwiegertochter verboten; ferner: wie auf seine [Verwandtschaft] die Steinigung gesetzt ist, ebenso ist auch auf ihre [Verwandtschaft] die Steinigung gesetzt.", "Dagegen ist, nach demjenigen, welcher sagt, die Steinigung sei eine schwerere [Todesart], einzuwenden: wohl bei seiner [Verwandtschaft], da auf seine Mutter die Steinigung gesetzt ist, nicht aber bei ihrer, da auf ihre Mutter nur die Verbrennung gesetzt ist.", "Ferner: auf ihre Tochter die Verbrennung und auf ihre Schwiegertochter die Steinigung22Die Tochter steht i a mit ihm in einem näheren Verwandtschaftsgrade; cf. supra Fol. 53a.!? – Dagegen ist von seiner [Verwandtschaft] zu erwidern: wegen seiner Tochter durch Verbrennung, wegen seiner Schwiegertochter durch Steinigung. –", "Vielmehr: wie23Cf. Anm. 19 mut. mut.bei seiner [Verwandtschaft] zwischen Mutter und Schwiegertochter nicht unterschieden wird, ebenso ist auch bei ihrer [Verwandtschaft] zwischen Mutter und Schwiegertochter nicht zu unterscheiden; und wegen dieses Einwandes ist dies auch nach demjenigen, welcher sagt, die Verbrennung sei eine schwerere [Todesart], nicht zu folgern.", "Und nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche sie zwar, lasse sie aber bei ihren Bestimmungen: wie ihm seine Schwiegertochter verboten ist, ebenso ist ihm auch ihre Schwiegertochter verboten; man lasse sie aber bei ihren Bestimmungen: in jenem Falle durch Steinigung, in diesem Falle durch Verbrennung, wie wir es bei ihrer Mutter finden.", "Dagegen ist, nach demjenigen, welcher sagt, die Steinigung sei eine schwerere [Todesart], einzuwenden: wohl bei seiner [Verwandtschaft], da auf seine Mutter die Steinigung gesetzt ist, nicht aber bei ihrer, da auf ihre Mutter nur die Verbrennung gesetzt ist.", "Ferner: wie bei seiner [Verwandtschaft] zwischen Tochter und Schwiegertochter unterschieden wird, ebenso ist auch hei ihrer [Verwandtschaft] zwischen Tochter und Schwiegertochter zu unterscheiden; und wegen dieses Einwandes ist dies auch nach demjenigen, welcher sagt, die Verbrennung sei eine schwerere [Todesart], nicht zu folgern. –", "Woher dies von der Tochter seiner Genotzüchtigten24Dh. von der illegitimen.? Abajje erwiderte: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn er wegen der Tochter seiner Tochter strafbar ist, um wieviel mehr wegen seiner Tochter. –", "Kann denn eine Bestrafung durch einen Schluß gefolgert werden!? – Dies ist nur eine Erweiterung des Gesetzes.", "Raba erklärte: R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte mir, dies sei aus [dem Worte] sie und aus [dem Worte] Unzucht25Diese Worte werden sowohl bei seiner Verwandtschaft als auch bei ihrer Verwandtschaft, ferner auch beim Tode durch Verbrennung gebraucht; vgl. S. 665 Anm. 34.zu entnehmen.", "Der Vater R. Abins lehrte: Da von der Tochter einer Genotzüchtigten nicht ausdrücklich gelehrt wird, so mußte die Schrift sagen:26Lev. 21,9.wenn die Tochter von einem27Das W. איש ist in diesem Schriftverse überflüssig (ובת כהן würde dasselbe besagt haben), man beziehe es daher auf einen Gemeinen; die W.e את אביה sind somit zu übersetzen: mit ihrem Vater; hier wird also gesagt, daß der Verkehr zwischen Vater u. illeg. Tochter (בת איש) mit der Verbrennung bestraft wird.Priester. –", "Demnach sollte doch, wie bei der Tochter eines Priesters nur sie durch Verbrennung hingerichtet wird, nicht aber ihr Buhle, ebenso auch bei der Tochter seiner Genotzüchtigten nur sie durch Verbrennung hingerichtet werden, nicht aber ihr Buhle!?", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:26Lev. 21,9.sie entweiht ihren Vater, nur wenn sie ihren Vater entweiht, nicht aber diese, die von ihrem Vater entweiht wird.", "Raba erwiderte: Allerdings hast du ihn in jenem Falle28Bei einer hurenden Priesterstochter.aus dem Gesetze betreffend eine Priesterstochter ausgeschieden und in das Gesetz betreffend eine Jisraélitin eingereiht, in welches Gesetz aber willst du ihn hierbei einreihen, etwa in das Gesetz betreffend eine Ledige29Sodaß dies überhaupt nicht strafbar wäre.!? –", "Woher ist das Verbot [des Verkehrs mit] der Tochter seiner Genotzüchtigten zu entnehmen: allerdings ist nach Abajje und Raba das Verbot aus demselben Schlusse zu folgern, aus welchem sie die Strafe folgern,", "woher aber ist es nach der Lehre des Vaters R. Abins zu entnehmen!? R. Ilea͑ erwiderte: Die Schrift sagt:30Lev. 19,29.du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zum Huren anhältst.", "R. Ja͑qob, der Bruder des R. Aḥa b. Ja͑qob, wandte ein: Ist denn [der Schriftvers:] du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zum Huren anhältst, hierfür zu verwenden, er wird ja für folgende Lehre verwendet: Du sollst deine Tochter nicht entweihen, (indem du sie zum Huren anhältst); man könnte glauben, die Schrift spreche von einem Priester, der seine Tochter an einen Leviten oder an einen Jisraéliten verheiratet, so heißt es: indem du sie zum Huren anhältst, die Schrift spricht also von der Entweihung durch Hurerei, wenn man seine Tochter zum außerehelichen Verkehre hingibt!? –", "Es könnte ja teḥal heißen, wenn es aber teḥalel [entweihen] heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. – Wofür verwenden Abajje und Raba [den Schriftvers]; du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zum Huren anhältst!? R. Mani erwiderte: Für den Fall, wenn jemand seine Tochter an einen Greis verheiratet,", "wie gelehrt wird: Du sollst deine Tochter nicht entweihen, indem du sie zum Huren anhältst; R. Elie͑zer sagte, dies beziehe sich auf den Fall, wenn jemand seine Tochter an einen Greis verheiratet; R. A͑qiba sagte, dies beziehe sich auf den Fall, wenn jemand seine mannbare Tochter sitzen läßt.", "R. Kahana sagte im Namen R. A͑qibas: Es gibt keinen Armen in Jisraél, sondern nur einen schlauen Bösewicht, und einen, der seine mannbare Tochter sitzen läßt. – Ist etwa derjenige, der seine mannbare Tochter sitzen läßt, nicht ein schlauer Bösewicht31Er läßt seine Tochter sitzen, hält sie also zum Huren an, um sie als Magd benutzen zu können.!?", "Abajje erwiderte:" ], [ "er meint es wie folgt: wer ist ein schlauer Bösewicht? Der seine mannbare Tochter sitzen läßt. Ferner sagte R. Kahana im Namen R. A͑qibas: Hüte dich vor einem, der dir auf seine Weise32Dh. im eigenen Interesse.rät.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Über einen, der seine Tochter an einen Greis verheiratet, oder seinem unerwachsenen Sohne eine Frau gibt, oder einem Nichtjuden einen Fund zurückgibt, spricht die Schrift:33Dt. 29,18,19.um zusammenzutun die Trunkene mit der Durstigen; einem solchen wird der Herr nie verzeihen34Wenn eine Frau an einen Greis od. an ein Kind verheiratet wird, so ist sie [nach Befriedigung] durstig, diese aber sind impotent, also satt. Die Rückgabe eines Fundes an einen Nichtjuden wird hier getadelt, weil man dadurch bekundet, daß man dies nicht tut wegen des göttlichen Gebotes, das sich nur auf die Rückgabe an einen Jisraéliten erstreckt, sondern aus Ehrlichkeit; unverständlich ist jedoch, wieso dies aus dem angezogenen Schriftverse herausgedeutet wird.mögen.", "Man wandte ein: Über den, der seine Frau wie sich selbst liebt und sie mehr als sich selbst ehrt35Nach Raschi schmückt, putzt., und der seine Söhne und seine Töchter auf den rechten Weg leitet und sie nahe ihrer Reife36Also bevor sie noch für die Ehe reif sind.verheiratet, spricht die Schrift:37Ij. 5,24.so wirst du erfahren, daß wohlbehalten dein Zelt; du musterst deine Behausung, vermissest nichts!? – Nahe ihrer Reife ist es anders.", "Die Rabbanan lehrten: Über den, der seine Nachbarn liebt, der sich seiner Verwandten annimmt, der die Tochter seiner Schwester heiratet, und der einem Armen in seiner Not einen Sela͑ borgt, spricht die Schrift: 38Jes. 58,9.dann wirst du rufen, und der Herr wird antworten.", "Die Rabbanan lehrten:39Lev. 20,14; dieser Schriftvers spricht von dem Falle, wenn jemand Mutter u. Tochter nimmt; man verbrenne ihn u. sie.Ihn und sie, ihn und eine40Nur die Schwiegermutter.von ihnen – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt: ihn und beide. –", "Worin streiten41RA͑. kann ja nicht meinen, daß man auch die legitime Frau verbrenne.sie? Abajje erwiderte: Sie streiten über die Auslegung dieser Schriftstelle.", "R. Jišma͑él erklärt: ihn und sie, ihn und eine40Nur die Schwiegermutter.von ihnen, denn griechisch heißt eines ἕν42Das W. אתהן ist also ein Compositum von את + ἕν, die eine, die Schwiegermutter., während es hinsichtlich der Mutter der Schwiegermutter aus einer Schriftauslegung gefolgert wird; R. A͑qiba aber erklärt: ihn und sie, ihn und sie beide, somit spricht diese Schriftstelle auch von der Mutter43Da hier ein Plural gebraucht wird, u. die legit. Frau auf jeden Fall ausgeschlossen ist. der Schwiegermutter.", "Raba erwiderte: Sie streiten über die Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau]. R. Jišma͑él ist der Ansicht, auf die Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau] sei der Tod durch Verbrennung gesetzt, und R. A͑qiba ist der Ansicht, dies sei nur verboten44Unter ‘eine von ihnen’ ist zu verstehen, wenn nur eine von ihnen, die Schwiegermutter, lebt, ebenso unter ‘beide’, wenn beide leben; nach keiner Ansicht aber ist hier die Mutter der Schwiegermutter einbegriffen..", "i,2FOLGENDE WERDEN DURCH ENTHAUPTUNG HINGERICHTET: DER MÖRDER UND DIE EINWOHNER EINER ABTRÜNNIGEN STADT.", "WENN EIN MÖRDER SEINEN NÄCHSTEN MIT EINEM STEINE ODER MIT EINEM EISEN ERSCHLAGEN, ODER INS WASSER ODER INS FEUER ZURÜCKGEDRÜCKT45Obgleich er selber ihn nicht hineingestoßen hat.HAT, SODASS ER NICHT MEHR HERAUSKOMMEN KONNTE, UND ER GESTORBEN IST, SO IST ER SCHULDIG.", "WENN ER IHN ABER INS WASSER ODER INS FEUER HINEINGESTOSSEN HAT UND ER NOCH HERAUSKOMMEN KONNTE, ER ABER GESTORBEN IST, SO IST ER FREI. HAT JEMAND AUF EINEN EINEN HUND GEHETZT, HAT JEMAND AUF EINEN EINE SCHLANGE GEHETZT, SO IST ER FREI; HAT ER IHN VON EINER SCHLANGE BEISSEN LASSEN, SO IST ER NACH R. JEHUDA SCHULDIG UND NACH DEN WEISEN FREI.", "GEMARA. Šemuél sagte: Weshalb wird beim Eisen nicht vom Griffe46Beim Gesetze vom vorsätzlichen Morde (Num. 35,16ff.) wird angegeben, daß der Mörder schuldig sei, wenn er den Mord mit einem Eisen‐, Stein od. Holzgeräte begangen hat; bei den beiden letzten wird noch das W. יד hinzugefügt: wenn die Geräte einen Griff haben, oder: wenn man sie mit der [vollen] Hand anfassen kann. gesprochen? Weil das Eisen in jeder Größe tödlich ist.", "Ebenso wird auch gelehrt: Rabbi sagte: Offenbar und bekannt war es dem, der gesprochen und die Welt erschaffen hat, daß das Eisen in jeder Größe tödlich ist, daher hat die Tora dabei kein Maß angegeben. Dies jedoch nur, wenn er ihn durchbohrt47Erstochen; wenn er ihn aber damit erschlagen hat, so muß es eine den Tod herbeiführende Größe haben.hat.", "ODER INS WASSER ZURÜCKGEDRÜCKT. Der Anfangsatz lehrt eine Steigerung und der Schlußsatz lehrt eine Steigerung. Der Anfangsatz lehrt eine Steigerung: obgleich er selber ihn nicht hineingestoßen hat, so ist er dennoch schuldig, da [er veranlaßt hat, daß] er nicht mehr herauskommen konnte und gestorben ist. Der Schlußsatz lehrt eine Steigerung: obgleich er selber ihn hineingestoßen hat, so ist er, wenn er gestorben ist, dennoch frei, da er herauskommen konnte. –", "Woher dies vom Zurückdrücken? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt: oder aus Gehässigkeit, dies schließt das Zurückhalten48In einer Stelle, wo der Betreffende sicher umkommt.ein.", "Einst hielt jemand das Tier eines anderen in der Sonne zurück und es verendete; da erklärte ihn Rabina für schuldig, und R. Aḥa b. Rabh für frei.", "Rabina erklärte ihn für schuldig, denn dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn beim Morde, bei dem die versehentliche Handlung der vorsätzlichen und die unverschuldete der willigen nicht gleicht, der Zurückhaltende schuldig ist," ], [ "um wieviel mehr ist bei der Schädigung, bei der die versehentliche Handlung der vorsätzlichen und die unverschuldete der willigen gleicht, der Zurückhaltende schuldig.", "«R. Aḥa b. Rabh für frei.» R. Mešaršeja sagte: Was ist der Grund des Vaters Abbas, daß er ihn für frei erklärte? Die Schrift sagt: der geschlagen hat, soll sterben, er ist ein Mörder; nur beim Morde ist der Zurückhaltende schuldig, nicht aber bei der Schädigung.", "Raba sagte: Wenn jemand einen gebunden hat und er vor Hunger gestorben ist, so ist er frei49Weil der Tod allmählich eingetreten ist.. Ferner sagte Raba: Wenn jemand einen gebunden und ihn der Sonne oder der Kälte ausgesetzt hat und er gestorben ist, so ist er schuldig; wenn aber die Sonne oder die Kälte erst später gekommen ist, so ist er frei.", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand einen vor einem Löwen gebunden hat, so ist er frei, wenn aber vor Mücken, so ist er schuldig50Gegen Mücken könnte er sich sonst verteidigen, nicht aber gegen einen Löwen.. R. Aši sagte, selbst wenn vor Mücken, sei er frei, weil jene fort und andere gekommen sind51Die Mücken, denen er ihn ausgesetzt hat, haben ihm nichts getan; getötet haben ihn ganz andere..", "Es wurde gelehrt: Über den Fall, wenn jemand über einen einen Kübel gestülpt oder über ihm die Decke durchgebrochen hat52Und er durch Erstickung bezw. durch das Eindringen schädlicher Gase od. der Kälte gestorben ist., [streiten] Raba und R. Zera; einer sagt, er sei schuldig, und einer sagt, er sei frei49Weil der Tod allmählich eingetreten ist..", "Es ist zu beweisen, daß Raba es ist, welcher sagt, er sei frei, denn Raba sagte, wenn jemand einen gebunden hat und er vor Hunger gestorben ist, sei er frei. –", "Im Gegenteil, es ist zu beweisen, daß R. Zera es ist, welcher sagt, er sei frei, denn R. Zera sagte, wenn jemand seinen Nächsten in ein Marmorhaus53Ganz luftdicht, aus dem die Hitze u. der Dunst nicht entweichen konnten.gesperrt und da ein Licht angesteckt hat, wodurch dieser gestorben ist, sei er strafbar; also nur wenn er ein Licht angesteckt hat, nicht aber, wenn er kein Licht angesteckt hat. –", "Ich will dir sagen: in diesem Falle beginnt ja ohne das Licht der Dunst nicht sofort," ], [ "in jenem Falle aber beginnt der Dunst sofort, auch ohne das Licht.", "", "Raba sagte: Wenn jemand einen in eine Grube, in der eine Leiter sich befindet, hinabgestoßen und ein anderer gekommen und sie fortgenommen hat, sogar wenn er selber sie fortgenommen hat, so ist er frei, denn zur Zeit, wo er ihn hinabgestoßen hat, konnte dieser noch heraufkommen.", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand auf einen einen Pfeil abgeschossen und dieser einen Schild in der Hand gehalten hat, und ein anderer gekommen und ihn weggenommen hat, sogar wenn er selber ihn weggenommen hat, so ist er frei, denn beim Schießen würde der Pfeil zurückgehalten worden sein.", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand auf einen einen Pfeil abgeschossen und dieser Heilsalben in der Hand gehalten hat, und ein anderer gekommen und sie ausgeschüttet hat, sogar, wenn er selber sie ausgeschüttet hat, so ist er frei, denn zur Zeit des Schießens konnte er sich ja heilen.", "R. Aši sagte: Daher [ist er frei], selbst wenn Heilsalben auf der Straße zu haben waren. R. Aḥa, Sohn des Raba, fragte R. Aši: Wie ist es, wenn sich ihm [nachher] Heilsalben dargeboten54Der Verletzte aber davon keinen Gebrauch gemacht hat u. gestorben ist.haben? Dieser erwiderte: Das Gericht hat ihn ja freigesprochen55Dh. das Gericht würde ihn freigesprochen haben, da der Verletzte Gelegenheit hatte, sich heilen zu lassen..", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand eine Scholle an die Wand geworfen und sie zurückgeprallt ist und einen getötet56Wenn er dies absichtlich getan hat, um diesen zu töten.hat, so ist er schuldig. Und folgender Autor lehrt dasselbe: Wenn beispielsweise Kugelspieler jemand getötet haben, so werden sie, wenn vorsätzlich, hingerichtet, und wenn versehentlich, verbannt57In die Asylstadt, um vor der Blutrache geschützt zu sein; cf. Num. 35,11ff.. –", "‘Wenn versehentlich verbannt’; selbstverständlich!? – Er lehrt hauptsächlich, daß sie, wenn vorsätzlich, hingerichtet werden; man könnte nämlich glauben, die Warnung58Ohne die eine Verurteilung nicht erfolgen kann.sei eine ungenaue, weil man nicht weiß, daß [die Kugel] zurückprallen werde, so lehrt er uns.", "R. Taḥlipha aus dem Westen lehrte vor R. Abahu: Wenn beispielsweise Kugelspieler jemand innerhalb vier Ellen getötet59Wenn die Kugel von der Wand zurückprallt u. der Erschlagene sich innerhalb 4 Ellen von der Wand befindet.haben, so sind sie60Von der Verbannung nach einer Asylstadt. frei, wenn außerhalb vier Ellen, so sind sie schuldig.", "Rabina sprach zu R. Aši: In welchem Falle: wollte er es61Daß die Kugel weit zurückpralle., so müßte er ja auch bei einer kleineren [Entfernung schuldig] sein, und wollte er es nicht, so sollte er es auch bei einer größeren nicht sein!? Dieser erwiderte: Kugelspielern ist es, je weiter [die Kugel] zurückprallt, desto lieber. –", "Demnach gilt dies als seine unmittelbare Kraft62Dh. als direkte Tätigkeit; was direkt durch seine Handlung geschieht, gilt als seine Handlung, nicht aber, wenn es indirekt geschieht.; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn er [das Wasser] weihen63Die Asche der verbrannten roten Kuh wurde in Wasser geschüttet u. dieses als Weihwasser benutzt; cf. Num. Kap. 19.will, und die Asche auf seine Hand oder auf die Seitenwand [der Tränke] und darauf in die Tränke fällt, so ist es untauglich64Weil die Asche direkt aus der Hand in das Wasser fallen muß.!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie allmählich hineinfällt65Nicht durch die Kraft des Werfens.. –", "Komm und höre: Wenn er eine Nadel, die sich auf einem Scherben befindet, besprengen wollte, und es zweifelhaft ist, ob der Strahl die Nadel getroffen hat oder den Scherben und [die Nadel] nur bespritzt wurde, so ist die Sprengung ungültig!?", "R. Ḥenana b. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Lesart ist: gefunden66Statt מיצה (besprengt) ist מצא (gefunden) zu lesen, dh. wenn man Feuchtigkeit auf der Nadel findet u. nicht weiß, ob die Nadel bespritzt wurde, od. das Wasser vom Scherben nur herunter gerieselt ist, in welchem Falle die Nadel überhaupt nicht durch die Einwirkung des Besprengenden befeuchtet wurde..", "R. Papa sagte: Wenn jemand einen gebunden und über ihn einen Wasserstrom geleitet hat, so sind es seine Pfeile67Dh.er hat dies direkt veranlaßt, als hätte er ihn mit seinen Pfeilen erschossen.und er ist schuldig. Dies jedoch nur dann, wenn es direkt durch seine Kraft erfolgt ist, wenn aber indirekt, so hat er nur die Veranlassung gegeben.", "Ferner sagte R. Papa: Wenn jemand eine Scholle nach oben geworfen und sie seitwärts gefallen ist und einen getötet hat, so ist er schuldig. Mar b. R. Aši sprach zu R. Papa: Wohl deshalb, weil es durch seine Kraft erfolgt ist, aber wenn es durch seine Kraft erfolgt ist, müßte sie ja ihren Lauf nach oben genommen haben!? –" ], [ "Wenn es nicht durch seine Kraft erfolgt ist, müßte sie ja nach unten gefallen sein!? Vielmehr, teilweise ist es durch seine Kraft erfolgt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn zehn Personen einen mit zehn Stöcken geschlagen haben, einerlei ob mit einem Male oder hintereinander, und er gestorben ist, so sind sie frei. R. Jehuda b. Bethera sagt, wenn hintereinander, so ist der letzte schuldig, weil dieser seinen Tod beschleunigt hat.", "R. Joḥanan sagte: Beide folgern sie [ihre Ansichten] aus demselben Schriftverse:68Lev. 24,17.Wenn jemand irgend einen Menschen erschlägt; die Rabbanan erklären: irgend einen Menschen, einen ganzen Menschen, und R. Jehuda b. Bethera erklärt: irgend einen Menschen, auch etwas von einem Menschen.", "Raba sagte: Alle stimmen überein, daß er frei sei, wenn er einen Totverletzten getötet hat, und ebenso daß er schuldig sei, wenn er einen durch himmlische Fügung69Dh. nicht durch menschliches Hinzutun.in Agonie liegenden Menschen getötet hat, sie streiten nur über den Fall, wenn er durch Menschen in Agonie70Die Verletzung aber nicht sicher den Tod zur Folge hat. liegt; nach der einen Ansicht gleicht er einem Totverletzten und nach der anderen Ansicht gleicht er einem durch himmlische Fügung in Agonie liegenden. –", "Weshalb vergleicht ihn derjenige, der ihn mit einem Totverletzten vergleicht, nicht mit einem, der durch himmlische Fügung in der Agonie liegt? – Mit einem. der durch himmlische Fügung in der Agonie liegt, ist nichts geschehen, mit diesem aber ist eine Handlung geschehen. –", "Weshalb vergleicht ihn derjenige, der ihn mit einem, der durch himmlische Fügung in Agonie liegt, vergleicht, nicht mit einem Totverletzten? – Bei einem Totverletzten sind die Lebenszeichen abgeschnitten, bei diesem aber nicht.", "Ein Schüler rezitierte vor R. Šešeth: Wenn jemand irgend einen Menschen erschlägt, dies schließt den Fall ein, wenn jemand einen schlägt, ohne ihn dadurch töten zu können und ein anderer ihn tötet, daß dieser nämlich schuldig sei. –", "Wenn ohne ihn dadurch töten zu können, ist es ja selbstverständlich!? – Vielmehr: so, daß er ihn töten konnte, ein anderer aber gekommen ist und ihn getötet hat, daß dieser schuldig ist. Die anonyme Lehre vertritt die Ansicht des R. Jehuda b. Bethera.", "Raba sagte: Wenn jemand einen Totverletzten tötet, so ist er frei; wenn aber ein Totverletzter einen anderen tötet, so ist er, wenn es vor Gericht erfolgt ist, schuldig, wenn nicht vor Gericht, frei.", "Wenn vor Gericht, so ist er schuldig, denn es heißt:71Dt. 13,6.du sollst das Böse aus deiner Mitte hinwegtilgen; wenn nicht vor Gericht, ist er frei, weil es ein Zeugnis ist, das man nicht als falsch überführen72Bei diesem hat das Gesetz von den überführten Falschzeugen keine Geltung. Wenn es nicht vor Gericht geschah, so muß der Mörder durch Zeugen überführt werden, u. da die Zeugen, wenn sie als Falschzeugen überführt werden, nicht bestraft werden können, da sie einen ‘toten Menschen’ hinrichten lassen wollten, so wird er ebenfalls nicht bestraft.kann, und ein Zeugnis, das man nicht als falsch überführen kann, gilt nicht als Zeugnis.", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand einen Totverletzten beschläft, so ist er schuldig; wenn aber ein Totverletzter einen anderen beschläft, so ist er, wenn es vor Gericht erfolgt ist, schuldig, wenn nicht vor Gericht, frei. Wenn vor Gericht, schuldig, denn es heißt: du sollst das Böse aus deiner Mitte hinwegtilgen; wenn nicht vor Gericht, frei, denn es ist ein Zeugnis, das man nicht als falsch überführen kann. –", "Wozu ist dies nötig, das ist ja dasselbe!? – Er lehrt uns hauptsächlich den Fall, wenn jemand einen Totverletzten beschläft; man könnte nämlich glauben, dies sei ebenso, als hätte er einen Toten beschlafen und sollte frei sein, so lehrt er uns, daß hierbei der Genuß berücksichtigt wird, und dieser hatte ja einen Genuß.", "Ferner sagte Raba: wenn Zeugen gegen einen Totverletzten Zeugnis ablegen und als Falschzeugen überführt werden, so werden sie nicht hingerichtet; wenn aber totverletzte Zeugen als Falschzeugen überführt werden, so werden sie hingerichtet. R. Aši sagte: Auch totverletzte überführte Falschzeugen werden nicht hingerichtet, weil durch sie andere nicht als Falschzeugen überführt werden können73Wenn andere Zeugen, die diese als Falschzeugen überführen wollten, selbst als solche überführt werden.
74. Ex. 21,29.
.", "Ferner sagte Raba: Wenn ein totverletzter Ochs jemand tötet, so ist er schuldig; wenn aber ein Ochs eines totverletzten Menschen jemand tötet, so ist er frei. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: der Ochs werde gesteinigt und auch sein Eigentümer soll sterben; in Fällen, in welchen der Eigentümer hingerichtet wird, wird auch der Ochs gesteinigt, in Fällen aber, in welchen der Eigentümer nicht hingerichtet wird, wird auch der Ochs nicht gesteinigt.", "R. Aši sagte: Auch wenn ein totverletzter Ochs jemand getötet hat, ist er frei, denn da in einem solchen Falle der Eigentümer frei wäre, so ist auch der Ochs frei.", "HAT JEMAND AUF EINEN EINEN HUND GEHETZT &C. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Aus den Worten R. Jehudas ist zu entnehmen, daß die Schlange ihr Gift zwischen den Zähnen hat, daher wird der Beißenlassende durch das Schwert hingerichtet, während die Schlange frei ist;", "nach den Weisen aber gibt die Schlange das Gift von sich, daher wird die Schlange durch Steinigung getötet, während der Beißenlassende frei ist.", "i,3WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN SCHLAG MIT EINEM STEINE ODER MIT DER FAUST VERSETZT HAT, DEN MAN ALS TÖDLICH SCHÄTZTE, [DIE KRANKHEIT] ABER NACHLÄSST, SPÄTER JEDOCH ZUNIMMT UND JENER STIRBT, SO IST ER SCHULDIG; R. NEḤEMJA SAGT, ER SEI FREI, DENN DIE SACHE HAT EINEN GRUND75Wörtl. hat Füße, dh. da die Krankheit nachgelassen hatte, so ist es erwiesen, daß er nicht infolge des Schlages gestorben ist..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Folgendes trug R. Neḥemja vor: 76Ex. 21,19.Wenn er wieder aufsteht und auf \n" ], [ "seinen Stock gestützt im Freien umhergehen kann, so soll der Schläger frei ausgehen; könnte es dir etwa in den Sinn kommen, daß, wenn jener auf der Straße umhergeht dieser hingerichtet werde? Vielmehr handelt es sich um den Fall, wenn man [den Schlag] als tödlich geschätzt hat, [die Krankheit] aber nachgelassen, später jedoch zugenommen hat, und jener gestorben ist, daß er frei sei. –", "Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte:] so soll der Schläger frei ausgehen!? – Dies lehrt, daß man ihn77Den Schläger, wenn man den Schlag als tödlich geschätzt hat.verhafte. –", "Woher entnimmt R. Neḥemja die Verhaftung!? – Er entnimmt dies vom Holzsammler78Der verhaftet worden war, bevor sein Urteil entschieden wurde; cf. Num. 15,32ff.. –", "Sollten es die Rabbanan ebenfalls vom Holzsammler entnehmen!? – Der Holzsammler sollte auf jeden Fall hingerichtet werden, nur wußte Moše nicht, durch welchen Tod, während man bei diesem überhaupt nicht weiß, ob er hinzurichten ist oder nicht. –", "Und R. Neḥemja!? – Er entnimmt dies vom Lästerer79Cf. Lev. 24,12., bei dem man ebenfalls nicht wußte, ab er hinzurichten ist, und der dennoch verhaftet worden war. –", "Und die Rabbanan!? – Beim Lästerer war es eine nur für die damalige Stunde gültige Bestimmung.", "Es wird nämlich gelehrt: Moše wußte, daß der Holzsammler hinzurichten sei, denn es heißt:80Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben, nur wußte er nicht, durch welche Todesart er hinzurichten sei, denn es heißt:81Num. 15,34.denn es war noch nicht bestimmt worden &c. Beim Lästerer aber heißt es: bis ihnen Weisung zukäme auf Grund eines Ausspruches des Herrn: Moše wußte nämlich nicht, ob er überhaupt hinzurichten sei oder nicht. –", "Einleuchtend ist es nach R. Neḥemja, daß von zweierlei Schätzungen82Dh. es befinden sich 2 Schriftverse (Ex. 21,18,19), die auf die Schätzung des Schlages bezogen werden.gesprochen wird, einmal, wenn man ihn zum Tode geschätzt hat, er aber leben geblieben ist, und einmal, wenn man ihn zum Tode geschätzt hat, [die Krankheit] aber nachgelassen hat; wozu aber wird nach den Rabbanan von zweierlei Schätzungen gesprochen!? –", "Einmal, wenn man ihn zum Tode geschätzt hat, er aber leben geblieben ist, und einmal, wenn man ihn zum Leben geschätzt hat, er aber gestorben ist. –", "Und R. Neḥemja!? – Für den Fall, wenn man ihn zum Leben geschätzt hat, er aber gestorben ist, ist kein Schriftvers nötig, denn das Gericht hat ihn ja freigesprochen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seinem Nächsten einen Schlag versetzt hat, den man als tödlich schätzte, und dieser leben bleibt, so wird er freigesprochen; wenn man ihn als tödlich geschätzt hat, [die Krankheit] aber nachläßt, so schätze man ihn wiederum, wegen der Geldentschädigung83Er muß Kurkosten, Schmerzensgeld etc. zahlen; cf. Ex. 21,19.. Wenn sie sich nachher verschlechtert hat und er gestorben ist, so richte man sich nach der mittelsten84Dh. letzteren.Schätzung – so R. Neḥemja; die Weisen sagen, es gebe keine Schätzung nach einer Schätzung85Da er endlich gestorben ist, so wird der Schläger mit dem Tode bestraft..", "Ein Anderes lehrt: Hat man ihn zum Tode geschätzt, so kann man ihn nachher zum Leben86Wenn der Verletzte leben bleibt, so wird der Schläger nicht getötet, obgleich der Schlag als tödlich geschätzt worden ist).schätzen, wenn zum Leben, so schätze man ihn nachher nicht mehr zum Tode87Er wird nicht getötet, selbst wenn der Verletzte nachher stirbt.. Wenn man ihn zum Tode geschätzt und [die Krankheit] nachließ, so schätze man ihn wiederum, wegen der Geldentschädigung. Wenn sie sich nachher verschlechtert hat und er gestorben ist, so bezahle er die Entschädigung und das Schmerzensgeld an die Erben.", "Nach welcher Zeit richtet man sich bei der Zahlung88Bei der 2. Schätzung war der Verletzte weniger wert als bei der ersten.? Nach der Zeit, wo89Dh. bevor.er ihn geschlagen hat. Die anonyme Lehre vertritt die Ansicht R. Neḥemjas.", "iiWENN ER IN DER ABSICHT, EIN TIER ZU TÖTEN, EINEN MENSCHEN GETÖTET HAT, ODER EINEN NICHTJUDEN ZU TÖTEN, EINEN JISRAÉLITEN GETÖTET HAT, ODER EINE FEHLGEBURT ZU TÖTEN, EIN LEBENSFÄHIGES KIND GETÖTET HAT, SO IST ER FREI.", "WENN ER IHN AUF DIE LENDEN TREFFEN WOLLTE, WO DER SCHLAG NIGHT TÖDLICH WÄRE, UND IHN AUFS HERZ GETROFFEN HAT, WO ER TÖDLICH WAR," ], [ "UND DIESER GESTORBEN IST, ODER WENN ER IHN AUF DIE LENDEN GETROFFEN HAT, WO ER NIGHT TÖDLICH IST, UND ER DENNOCH GESTORBEN IST,", "ODER WENN ER EINEN ERWACHSENEN TREFFEN WOLLTE, BEI DEM DER SCHLAG NICHT TÖDLICH WÄRE, UND EIN KIND GETROFFEN HAT, BEI DEM DER SCHLAG TÖDLICH WAR, UND ES GESTORBEN IST, ODER WENN ER EIN KIND TREFFEN WOLLTE, BEI DEM DER SCHLAG TÖDLICH WÄRE, UND ER EINEN ERWACHSENEN GETROFFEN HAT, BEI DEM DER SCHLAG NICHT TÖDLICH WAR, UND DIESER DENNOCH GESTORBEN IST, SO IST ER FREI.", "WENN ER IHN ABER AUF DIE LENDEN TREFFEN WOLLTE, WO DER SCHLAG TÖDLICH WÄRE, UND ER IHN AUF DAS HERZ GETROFFEN HAT UND DIESER GESTORBEN IST, SO IST ER SCHULDIG. WENN ER EINEN ERWACHSENEN TREFFEN WOLLTE, BEI DEM DER SCHLAG TÖDLICH WÄRE, UND EIN KIND GETROFFEN HAT, UND ES GESTORBEN IST, SO IST ER SCHULDIG. R. ŠIMO͑N SAGT, SELBST WENN ER IN DER ABSICHT, DEN EINEN ZU TÖTEN, EINEN ANDEREN GETÖTET HAT, SEI ER FREI.", "GEMARA. Worauf bezieht sich R. Šimo͑n: wollte man sagen, auf den Schlußsatz, so müßte es ja heißen: R. Šimo͑n sagt, er sei90Der Schlußsatz spricht von dem Falle, wenn jemand in der Absicht, den einen zu töten, einen anderen getötet hat, somit brauchte ja RŠ. nicht diese Worte zu wiederholen; außerdem gibt das W. ‘selbst’ keinen Sinn.frei!? –", "Vielmehr, auf den Anfangsatz: wenn er in der Absicht, ein Tier zu töten, einen Menschen getötet hat, einen Nichtjuden zu töten, einen Jisraéliten getötet hat, eine Fehlgehurt zu töten, ein lebensfähiges Kind getötet hat, so ist er frei. Wenn er aber in der Absicht, den einen zu töten, einen anderen getötet hat, so ist er schuldig. R. Šimo͑n sagt, selbst wenn er in der Absicht, den einen zu töten, einen anderen getötet hat, sei er frei.", "Klar ist [der Fall], wenn Reúben und Šimo͑n vor ihm stehen, und er sagt, er wolle Reúben treffen und nicht Šimo͑n, denn darüber streiten sie ja, wie ist es aber, wenn er gesagt hat, er wolle einen von beiden treffen, oder er geglaubt hat, es sei Reúben, und es sich herausstellt, daß es Šimo͑n91Wenn er die Person, die er treffen wollte, auch getroffen hat, nur glaubte er, es sei dieser, während es in Wirklichkeit ein anderer war.sei? – Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, nur wenn er gesagt hat, er wolle jenen treffen. –", "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Die Schrift sagt:92Dt. 19,11.und er ihm aufgelauert und ihn überfallen hat, nur wenn er auf ihn gezielt hat. – Und die Rabbanan!? – In der Schule R. Jannajs sagten sie, dies schließe den Fall aus, wenn man einen Stein hineinwirft93In eine Gruppe von Juden und Nichtjuden; wenn es aber nur Juden sind, so ist man schuldig, auch wenn man nicht auf eine bestimmte Person gezielt hat.. –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es neun Nichtjuden und ein Jisraélit sind, und selbst wenn Hälfte gegen Hälfte, so ist ja bei Todesstrafsachen ein Zweifel erleichternd zu entscheiden!? –", "In dem Falle, wenn es neun Jisraéliten und ein Nichtjude sind; der Nichtjude gilt als festsitzend94In zweifelhaften Fällen richtet man sich beim Immobilen nicht nach der Mehrheit, wohl aber beim Mobilen. Wenn man beispielsweise Fleisch zwischen den Läden findet, so richte man sich darnach, ob die meisten jüdische od. nichtjüdische sind; sind die meisten jüdische, so ist es erlaubt; wenn man aber nicht weiß, in welchem dieser Läden man das Fleisch gekauft hat, so ist es, seihst wenn die meisten jüdische sind, verboten, da die Läden ‘festsitzend’ sind. Im 1. Falle entstand der Zweifel erst beim Finden des Fleisches, im 2. Falle schon dann, als es noch im Laden war; cf. Ket. Fol. 15a., und bei Festsitzenden gilt es immer als Hälfte gegen Hälfte. –", "Einleuchtend ist dies nach den Rabbanan, welche sagen, wenn jemand den einen töten wollte und einen anderen getroffen hat, sei er schuldig, denn es heißt:95Ex. 21,22.wenn Männer mit einander streiten und eine schwangere Frau treffen, und hierzu sagte R. Elea͑zar, die Schrift spreche von einem Streite [in der Absicht] zu töten, denn es heißt:96Ib. V. 23.geschieht aber ein Schaden, so soll es geben Leben um Leben;", "wie erklärt aber R. Šimo͑n [die Worte]: so soll es geben Leben um Leben!? – Eine Geldentschädigung, und zwar nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte: So soll es geben Leben um Leben, eine Geldentschädigung. Du sagst, eine Geldentschädigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern das wirkliche Leben!? Hier unten heißt es geben, und ebenso heißt es" ], [ "oben97Im vorangehenden Verse, der von dem Falle handelt, wenn jemand eine schwangere Frau stößt, wodurch sie fehlgebiert.geben, wie oben eine Geldentschädigung, ebenso auch hier eine Geldentschädigung.", "Raba sagte: Die Ansicht des Autors aus der Schule Ḥizqijas weicht sowohl von der Ansicht Rabbis als auch von der Ansicht der Rabbanan ab. Ein Autor der Schule Ḥizqijas lehrte nämlich:98Lev. 24,21.Wer einen Menschen erschlägt und wer ein Vieh erschlägt;", "wie beim Erschlagen eines Viehs zwischen Versehen und Vorsatz, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen nicht unterschieden wird, ihn von einer Geldzahlung zu befreien, vielmehr verpflichte man ihn zur Geldzahlung, ebenso ist beim Erschlagen eines Menschen zwischen Versehen und Vorsatz, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen nicht zu unterscheiden, ihn zur Zahlung zu verpflichten, vielmehr befreie man ihn von der Geldzahlung.", "Was heißt Absichtslosigkeit: wollte man sagen, wenn er es überhaupt nicht beabsichtigt hat, so wäre dies ja identisch mit Versehen; doch wohl, wenn er nicht beabsichtigt hat, diesen zu treffen, sondern einen anderen, und er lehrt, ihn [nicht] zur Geldzahlung zu verpflichten, sondern ihn von der Geldzahlung zu befreien. Wenn man nun sagen wollte, weil er hingerichtet wird, so brauchte er ja nicht zu lehren, daß er von einer Geldzahlung frei sei;", "vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß er weder hingerichtet wird, noch eine Geldzahlung zu leisten brauche.", "iiiWENN EIN MÖRDER UNTER ANDEREN VERMISCHT99Und man den Mörder nicht kennt.IST, SO SIND ALLE STRAFFREI. R. JEHUDA SAGT, MAN SPERRE SIE ALLE IN EINEN KERKER100Eigentl. Gewölbe, Wölbung; da wurden diejenigen eingesperrt, die aus formellen Gründen nicht hingerichtet werden konnten; cf. infra Fol. 81b..", "SIND ZU VERSCHIEDENEN TODESARTEN VERURTEILTE MIT EINANDER VERMISCHT WORDEN, SO WERDEN SIE DURCH DIE LEICHTERE [TODESART] HINGERICHTET. WENN ZU STEINIGENDE UNTER ZU VERBRENNENDE [GEKOMMEN SIND], SO WERDEN SIE, WIE R. ŠIMO͑N SAGT, DURCH STEINIGUNG HINGERICHTET, DENN DIE VERBRENNUNG IST EINE SCHWERERE [TODESART], UND WIE DIE WEISEN SAGEN, DURCH VERBRENNUNG, DENN DIE STEINIGUNG IST EINE SCHWERERE [TODESART].", "R. ŠIMO͑N SPRACH ZU IHNEN: WÄRE DIE VERBRENNUNG NICHT EINE SCHWERERE [TODESART], SO WÜRDE SIE JA NICHT FÜR DIE HURENDE PRIESTERSTOCHTER BESTIMMT WORDEN SEIN!? JENE ERWIDERTEN IHM: WÄRE DIE STEINIGUNG NICHT EINE SCHWERERE [TODESART], SO WÜRDE SIE JA NICHT FÜR DEN GOTTESLÄSTERER UND DEN GÖTZENDIENER BESTIMMT WORDEN SEIN!?", "WENN ZU ENTHAUPTENDE UNTER ZU ERDROSSELNDE, SO WERDEN SIE, WIE R. ŠIMO͑N SAGT, DURCH DAS SCHWERT, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, DURCH ERDROSSELUNG HINGERICHTET.", "GEMARA. Wer sind unter ‘andere’ zu verstellen: wollte man sagen, Unschuldige, so ist es ja selbstverständlich!? Und würde denn ferner R. Jehuda in diesem Falle sagen, daß man sie in einen Kerker einsperre!?", "", "R. Abahu erwiderte im Namen Šemuéls: Hier handelt es sich um einen Mörder, der noch nicht abgeurteilt worden ist, der sich vermischt hat mit anderen Mördern, die bereits abgeurteilt worden sind. Die Rabbanan sind der Ansicht, man könne einen Menschen nur in seiner Anwesenheit aburteilen, daher101Da man ihn nicht kennt, so gilt er als abwesend.sind alle frei, und R. Jehuda [ist der Ansicht], man könne sie auch nicht frei ausgehen lassen, da sie Mörder sind, daher sperre man sie in einen Kerker.", "Reš Laqiš erklärte: Über einen Menschen streitet niemand, ob sie frei sind, hier streiten sie vielmehr über einen noch nicht abgeurteilten Ochsen102Der einen Menschen getötet hat., der sich mit anderen bereits abgeurteilten Ochsen vermischt hat. Die Rabbanan sind der Ansicht, die Aburteilung des Ochsen gleiche der Aburteilung seines Eigentümers, und da man demnach den Ochsen nur in seiner Anwesenheit aburteilen kann, so sind alle frei, und R. Jehuda ist der Ansicht, man sperre sie in einen Kerker.", "Raba sprach:" ], [ "Wieso wird demnach hierzu gelehrt: R. Jose sagte, selbst wenn mein Vater Ḥalaphta103Er war sehr fromm u. konnte ganz bestimmt keinen Mord begangen haben.unter ihnen ist!?", "Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: wenn zwei stehen und ein Pfeil aus ihrer Mitte abgeschossen wird, der jemand tötet, so sind beide straffrei, und hierzu sagte R. Jose, selbst wenn mein Vater Ḥalaphta unter ihnen ist.", "Wenn104Nach der Erklärung R.s gehört auch dieser Satz zur ursprünglichen Mišna, u. nur auf diesen Fall, wenn es sich um Ochsen handelt, die einen Menschen getötet haben, bezieht sich die Lehre RJ.s, daß man sie in einen Raum sperre.aber ein abgeurteilter Ochs sich mit anderen Ochsen vermischt hat, so werden sie alle gesteinigt; R. Jehuda sagt, man sperre sie in einen Kerker.", "Es wird auch gelehrt: Wenn eine Kuh jemand getötet hat und nachher ein Junges geworfen hat, so ist das Junge, wenn sie es vor ihrer Aburteilung geworfen hat, erlaubt, und wenn sie es nach ihrer Aburteilung geworfen hat, verboten. Hat es sich mit anderen und die anderen mit anderen vermischt, so sperre man sie alle in einen Kerker; R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, man bringe sie aufs Gericht und steinige sie.", "Der Meister sagte: So ist das Junge, wenn sie es vor ihrer Aburteilung geworfen bat, erlaubt. Obgleich sie beim Stoßen bereits trächtig war, dagegen sagte ja aber Raba, das Junge [einer Kuh], die gestoßen hat, sei105Als Opfertier.verboten, weil sie zusammen mit dem Jungen gestoßen hat, und das Junge [einer Kuh], mit der Bestialität getrieben worden ist, sei verboten, weil die Bestialität mit ihr und ihrem Jungen getrieben worden ist!? –", "Lies: so ist das Junge, wenn sie vor ihrer Aburteilung trächtig war, erlaubt, und wenn sie nach ihrer Aburteilung trächtig wurde, verboten. –", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, wenn zwei106Etwas Verbotenes u. etwas Erlaubtes. Wenn eine Handlung durch zwei Gegenstände, durch einen verbotenen u. einen erlaubten, erwirkt wird, so ist das, was durch diese Handlung entsteht, nach der einen Ansicht verboten, und nach der anderen erlaubt. In unserem Falle sollte nach der 2. Ansicht das Junge erlaubt sein, da an seiner Entstehung nicht nur die abgeurteilte, also zur Nutznießung verbotene Mutter, sondern auch der zur Nutznießung erlaubte Vater beteiligt war.die Veranlassung geben, sei es verboten," ], [ "wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wenn zwei die Veranlassung geben, sei es erlaubt!?", "Vielmehr, erklärte Rabina, lese man: so ist das Junge, wenn sie vor ihrer Aburteilung trächtig war und es geworfen hat, erlaubt, und wenn sie vor ihrer Aburteilung107Jed. nach ihrem Stoßen.trächtig war und es nach ihrer Aburteilung geworfen hat, verboten, weil die Geburt als Glied der Mutter gilt.", "WENN ZU VERSCHIEDENEN TODESARTEN VERURTEILTE. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß, wenn jemand inbetreff einer schwereren [Todesart] gewarnt wurde, er auch inbetreff einer leichteren als gewarnt108Bei der Warnung muß dem Gewarnten auch die Todesart angegeben werden.gelte.", "R. Jirmeja erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn man ihn nur allgemein gewarnt hat, und zwar nach dem Autor der folgenden Lehre: Alle anderen nach der Tora mit dem Tode zu Bestrafenden werden nur durch eine Gemeinschaft zum Tode verurteilt, und zwar müssen Zeugen vorhanden sein, die sie gewarnt und ihnen gesagt haben, daß darauf die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt sei. R. Jehuda sagt, sie müssen ihnen auch gesagt haben, welche Todesart darauf gesetzt ist.", "Der erste Autor folgert es vom Holzsammler109Der (cf. Num. 15,32ff.) hingerichtet wurde, obgleich bei der Ausübung seines Vergehens die Todesart überhaupt nicht bekannt war.; R. Jehuda aber sagt, beim Holzsammler sei es nur eine Bestimmung für jene Stunde gewesen.", "WENN ZU STEINIGENDE MIT ZU VERBRENNENDEN. R. Jeḥezqel lehrte seinen Sohn Rami: Wenn zu Verbrennende unter zu Steinigende110Also wenn die zu Steinigenden mehr sind., so werden sie, wie R. Šimo͑n sagt, durch Steinigung hingerichtet, denn die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart].", "Da sprach R. Jehuda zu ihm: Vater, lehre dies nicht so; dies brauchte ja nicht mit der Schwere der Verbrennung begründet zu werden, es sollte schon aus dem Grunde erfolgen, weil die meisten zu Steinigende sind. Lehre vielmehr wie folgt:", "wenn zu Steinigende unter zu Verbrennende, so werden sie, wie R. Šimo͑n sagt, durch Steinigung hingerichtet, denn die Verbrennung ist eine schwerere [Todesart]. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: die Weisen sagen, durch Verbrennung, denn die Steinigung ist eine schwerere [Todesart]. Dies sollte ja schon aus dem Grunde erfolgen, weil die meisten zu Verbrennende sind!? –", "Dies entgegneten die Rabbanan dem R. Šimo͑n: du sagst, die Verbrennung sei eine schwerere [Todesart]; nein, die Steinigung ist eine schwerere.", "Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger," ], [ "sprich nicht so zu deinem Vater, denn es wird gelehrt: Wenn sein Vater Worte der Tora übertreten hat, so sage er nicht zu ihm: Vater, du hast Worte der Tora übertreten, vielmehr sage er zu ihm: Vater, in der Tora aber heißt es so. – Schließlich ist es ja dasselbe!? – Vielmehr, er sage zu ihm: In der Tora befindet sich folgender Schriftvers.", "ivWER SICH ZWEI TODESSTRAFEN ZUGEZOGEN HAT, WIRD DURCH DIE SCHWERERE [TODESART] HINGERICHTET. WER EINE SÜNDE BEGANGEN HAT, AUF DIE ZWEI TODESSTRAFEN GESETZT SIND, WIRD DURCH DIE STRENGERE HINGERICHTET; R. JOSE SAGT, ER WERDE WEGEN DER ZUERST ANHAFTENDEN SÜNDE BESTRAFT.", "GEMARA. Selbstverständlich, sollte er denn im Vorteil111Da man ihn nicht 2mal töten kann, so ist es ja selbstverständlich, daß man ihn durch die schwerere Todesart hinrichte.sein!?", "Raba erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er, nachdem er eine leichtere Sünde begangen und deswegen abgeurteilt worden ist, eine schwerere begangen hat; man könnte nämlich glauben, er gelte, da er bereits wegen der leichteren Sünde abgeurteilt worden ist, als toter Mann, so lehrt er uns.", "Der Vater des R. Joseph b. Ḥama fragte Rabba b. Nathan: Woher das, was die Rabbanan sagten, wer sich zwei Todesstrafen zugezogen hat, werde durch die strengere hingerichtet? – Es heißt:112Ez 18,10,11,12.er erzeugt einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergießt &c. auf den Bergen ißt und die Frau seines Nächsten verunreinigt &c. und zu den Götzen seine Augen erhebt. \n", "Er erzeugt einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergießt, [dieser wird hingerichtet] durch das Schwert; die Frau seines Nächsten verunreinigt, also ein Ehebruch, durch Erdrosselung; zu den Götzen seine Augen erhebt, also Götzendienst, durch Steinigung; und darauf heißt es:113Ib. V. 13.er soll sterben, sein Blut komme über ihn, durch Steinigung.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Vielleicht werden all diese Verbrechen durch Steinigung bestraft!? Er erzeugt einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergießt, das ist ein mißratener und widerspenstiger Sohn, der durch Steinigung hingerichtet wird; die Frau seines Nächsten verunreinigt, nämlich ein verlobtes Mädchen, worauf die Steinigung gesetzt ist; und zu den Götzen seine Augen erhebt, das ist der Götzendienst, worauf die Steinigung gesetzt ist. –", "Was würde uns demnach Jeḥezqel gelehrt haben. – Vielleicht wiederholte er nur das Gesetz!? – So müßte er es auf dieselbe Weise wiederholt haben, wie uns unser Meister Moše es gelehrt hat.", "R. Aḥa b. Ḥanina trug vor: Es heißt:114Ib. V. 6.auf den Bergen aß er nicht, er aß nicht wegen des Verdienstes seiner Vorfahren: seine Augen erhob er nicht zu den Götzen des Hauses Jisraél, er ging nicht mit erhobener Statur;", "und die Frau seines Nächsten verunreinigte er nicht, er griff nicht ins Handwerk seines Genossen; und einer menstruierenden Frau nahte er nicht, er genoß nicht von der Almosenkasse. Hierüber heißt es:115Ib. V. 9.er ist fromm und soll leben bleiben. Wenn R. Gamliél an diesen Vers herankam, weinte er, indem er sprach: Nur wer dies alles befolgt, wird leben, nicht aber, wer eines von diesen [befolgt].", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Es heißt ja auch:116Lev. 18,24ihr sollt euch nicht mit all diesem verunreinigen; da ist ja nicht mit allen zu erklären, sondern mit einem von diesen, ebenso auch hierbei: eines von diesen.", "HAT JEMAND EINE SÜNDE BEGANGEN. Es wird gelehrt: Von welchem Falle sagte R. Jose, er werde wegen der ersten Sünde bestraft? Wenn sie vorher seine Schwiegermutter117Auf die Beiwohnung einer Schwiegermutter ist der Tod durch Verbrennung, u. auf die einer Ehefrau der Tod durch die Erdrosselung gesetzt.war und nachher Ehefrau geworden ist, so wird er wegen [Beschlafens einer] Schwiegermutter bestraft; wenn sie vorher Ehefrau war und nachher seine Schwiegermutter geworden ist, so wird er wegen [Beschlafens einer] Ehefrau bestraft.", "R. Ada b. Ahaba sprach zu Raba: Weshalb wird er, wenn sie vorher seine Schwiegermutter war und nachher Ehefrau geworden ist, nur wegen [Beschlafens einer] Schwiegermutter bestraft,", "er sollte doch auch wegen des Verbotes einer Ehefrau bestraft werden, denn R. Abahu sagte ja, R. Jose pflichte bei einer Erweiterung des Verbotes118Daß es sich auf ein bereits bestehendes Verbot erstrecke. Solange seine Schwiegermutter Witwe war, war sie nur ihm allein verboten, nach ihrer Verheiratung aber wurde sie es für die ganze Welt; in solchen Fällen pflichtet RJ. bei, daß es nicht beim ersten Grade des Verbotes stehen bleibe.bei!?" ], [ "Dieser erwiderte ihm: Mein Sohn Ada, willst du ihn etwa durch zwei Hinrichtungen töten!?", "v,1WER EINMAL UND ZWEIMAL GEGEISSELT WORDEN IST, DEN SPERRT DAS GERICHT IN EINEN KERKER UND GIBT IHM GERSTE ZU ESSEN, BIS IHM DER BAUCH PLATZT.", "GEMARA. Sollte ihn denn das Gericht deshalb in einen Kerker sperren, weil er zweimal Geißelhiebe erhalten hat!? R. Jirmeja erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš: Hier handelt es sich um Geißelhiebe neben der Ausrottungsstrafe119Dh. eine Sünde, auf die außer der Prügelstrafe auch die A. gesetzt ist., in welchem Falle der Mann ohnehin dem Tode verfallen ist, nur ist sein Tod noch nicht herangenaht; da er sich aber selber preisgibt, so lassen wir ihn herannahen.", "R. Ja͑qob sprach zu R. Jirmeja b. Taḥlipha: Komm, ich will es dir erklären: nur wenn es sich um dieselbe mit der Ausrottungsstrafe belegte Sünde handelt, wenn es aber zwei oder drei verschiedene Sünden sind, so wollte er nur die Sünde kosten120In diesem Falle wird er nicht eingesperrt, da er sich dadurch nicht preisgab..", "WER EINMAL UND ZWEIMAL GEGEISSELT WORDEN IST. Zweimal, also selbst wenn es sich nicht zum dritten Male wiederholt hat, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn R. Šimo͑n b. Gamliél sagt ja, unter dreimal erfolge keine Feststellung.", "Rabina erwiderte: Du kannst auch sagen, daß sie die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél vertritt, denn er ist der Ansicht, die Sünden erwirken121Wenn er zum 3. Male eine Sünde begangen hat, ist es schon feststehend, daß er ein Sünder ist, obgleich er erst 2mal gegeißelt wurde.dies.", "Man wandte ein: Wenn jemand eine Sünde begangen hat, auf die Geißelhiebe gesetzt sind, so wird er zum ersten und zum zweiten Male gegeißelt, zum dritten Male wegen des dritten Males erhalte er eine Verwarnung, und zum vierten Male wird er gegeißelt und zum vierten Male in einen Kerker gesperrt. Alle sind ja wahrscheinlich der Ansicht, daß es durch die Geißelhiebe als feststehend gelte, nur führen sie denselben Streit wie Rabbi und R. Šimo͑n b. Gamliél!? –", "Nein, alle sind sie der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, nur besteht ihr Streit in folgendem: einer ist der Ansicht, es gelte durch die Sündenbegehung als feststehend, und einer ist der Ansicht, es gelte durch die Geißelhiebe als feststehend. –", "Es wird ja aber gelehrt: Wenn man ihn gewarnt und er geschwiegen121Wenn er zum 3. Male eine Sünde begangen hat, ist es schon feststehend, daß er ein Sünder ist, obgleich er erst 2mal gegeißelt wurde.hat, gewarnt und er zugenickt122In diesem Falle erhält er keine Geißelhiebe; solche erhält er nur dann, wenn er ausdrücklich sagt, er wolle es trotzdem tun.hat, so erhält er wegen des ersten und zweiten Males eine Verwarnung und zum dritten Male wird er in einen Kerker eingesperrt; Abba Šaúl sagt, auch wegen des dritten Males erhält er eine Verwarnung, und zum vierten Male werde er in einen Kerker eingesperrt.", "Worüber streiten sie nun hier, wo er überhaupt keine Geißelhiebe erhält!? Rabina erwiderte: Sie streiten, ob wegen der Einsperrung123Nach der einen Ansicht muß er noch ein 4. Mal eine Sünde begangen haben, auf die Geißelhiebe gesetzt sind, damit man ihn warnen könne, daß man ihn einsperren werde.eine Verwarnung erforderlich ist. –", "Was heißt Kerker? R. Jehuda erwiderte: [Ein Raum] in Manneshöhe. – Wo ist dies [in der Schrift] angedeutet? Reš Laqiš erwiderte:124Ps. 34,22.Den Frevler tötet das Böse.", "Ferner sagte Reš Laqiš: Es heißt:125Ecc. 9,12.weiß doch der Mensch nicht einmal seine Zeit, wie Fische, die in einem bösen Netze gefangen werden; welches ist ein böses Netz? Reš Laqiš erwiderte: Die Angel.", "v,2WER EINEN OHNE ZEUGEN GETÖTET HAT, DEN SPERRT MAN IN EINEN KERKER UND GIBT IHM KNAPP BROT ZU ESSEN UND KNAPP WASSER.", "GEMARA. Woher weiß man es? Rabh erwiderte: Durch getrennte Zeugen126Um eine Verurteilung herbeiführen zu können, müssen ihn beide Belastungszeugen von einer Stelle aus gesehen haben; wenn also das Gericht von seiner Schuld überzeugt ist u. ihn nur aus formalen Gründen nicht verurteilen kann.. Šemuél erklärte: Ohne Warnung.", "R. Ḥisda erklärte im Namen Abimis: Wenn beispielsweise [die Zeugen] einander bei den Untersuchungen127Vgl. S. 494 Anm. 234.und nicht bei den Ausforschungen widersprochen haben; wie gelehrt wird: einst untersuchte sie Ben Zakkaj [durch Fragen] über die Stengel des Feigenbaumes128Unter dem das Ereignis sich abspielte..", "UND GIBT IHM KNAPP BROT ZU ESSEN UND KNAPP WASSER. Weshalb lehrt er hier, daß man ihm knapp Brot zu essen und knapp Wasser gebe, während er dort129In der vorangehenden Mišna.lehrt, daß man ihm Gerste zu essen gebe, bis ihm der Bauch platzt!? R. Šešeth erwiderte: In beiden Fällen gebe man ihm knapp Brot zu essen und Wasser, bis ihm die Eingeweide zusammenschrumpfen, sodann gebe man ihm Gerste zu essen, bis ihm der Bauch platzt.", "viWER EINE SCHALE STIEHLT, [DEM GOTTESNAMEN] BEIM QOSEM130Das W. קוסם scheint ein Appellativname Gottes zu sein (viell, ϰοσμο‐πλάστης, viell. aber ganz ohne Bedeutung, wie קונם), als Ggs. zur Gotteslästerung durch den Gottesnamen (שם המפורש); cf. supra Fol. 55b. Die biblische Bedeutung dieses W.es (Zauberer) gibt hier keinen Sinn.flucht, ODER EINE ARAMÄERIN131Dh. eine Nichtjüdin; ארמי u. ארמית sind überall Umschreibungen für Römer bezw. Römerin.BESCHLÄFT, DEN DÜRFEN EIFERER NIEDERSTOSSEN. WENN EIN PRIESTER DEN TEMPELDIENST IN UNREINHEIT VERRICHTET, SO BRINGEN IHN SEINE PRIESTERBRÜDER NICHT VOR DAS GERICHT, VIELMEHR FÜHREN IHN DIE PRIESTERJÜNGLINGE AUSSERHALB DES TEMPELS HINAUS UND ZERSCHMETTERN IHM DAS GEHIRN MIT HOLZSCHEITEN. WENN EIN GEMEINER DEN DIENST IM TEMPEL VERRICHTET, SO WIRD ER, WIE R. A͑QIBA SAGT, DURCH ERDROSSELUNG, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, DURCH EINE HIMMLISCHE [FÜGUNG] GETÖTET.", "GEMARA. Was ist das für eine Schale? R. Jehuda erwiderte: Ein Dienstgerät, und so heißt es:132Num. 4,7.die Schalen des Gußopfers. – Wo ist dies [in der Schrift]133Daß darauf der Tod gesetzt ist.angedeutet? –134Num. 4,20.Sie sollen nicht hineingehen, um zu schauen, wie man das Heilige verhüllt, denn sonst würden sie sterben.", "BEIM QOSEM FLUCHT. R. Joseph lehrte: Es schlage der Qosem den Qosem. Die Rabbanan, nach anderen Rabba b. Mari, sagten: Es schlage ihn der Qosem, ihn selbst, seinen Eigner und seinen Zueignenden.", "ODER EINE ARAMÄERIN BESCHLÄFT. R. Kahana fragte Rabh:" ], [ "Wie ist es, wenn Eiferer ihn nicht niedergestoßen haben? Rabh hatte aber diese Lehre vergessen. Darauf las man R. Kahana im Traume vor:135Mal. 2,11.Treubruch hat Jehuda begangen, und Greuel sind in Jisraél und zu Jerušalem verübt worden, denn Jehuda hat das Heilige des Herrn entweiht, indem er die Tochter eines fremden Gottes liebgewonnen und beschlafen hat. Darauf kam er [zu Rabh] und erzählte ihm, was man ihm [im Traume] vorgelesen hat;", "da erinnerte sich Rabh seiner Lehre: Treubruch hat Jehuda begangen, das ist der Götzendienst; denn so heißt es:136Jer. 3,20.Treubruch habt ihr an mir begangen, ihr vom Hause Jisraél. Spruch des Herrn. Greuel sind in Jisraél und zu Jerušalem verübt worden, das ist die Päderastie, denn so beißt es:137Lev. 18,22.du sollst nicht einen Mann beschlafen, wie man eine Frau beschläft, dies ist ein Greuel. Denn Jehuda hat das Heilige des Herrn entweiht, das ist die Hurerei, denn so heißt es:138Dt. 23,18.es soll keine der Unzucht Geweihte geben. Und die Tochter eines fremden Gottes beschlafen, das ist die Beschlafung einer Nichtjüdin.", "Und darauf folgt: 139Mal. 2,12.der Herr wird dem, der dies tut, Wächter und Antwortende ausrotten. Ist er Schriftgelehrter, so wird er keinen Geweckten unter den Weisen und keinen Antwortenden unter den Schülern haben; ist er Priester, so wird er keinen Sohn haben,139Mal. 2,12.der dem Herrn der Heerscharen ein Opfer darbringt.", "R. Ḥija b. Abuja sagte: Wenn jemand eine Nichtjüdin beschläft, so ist es ebenso als hätte er sich mit dem Götzen verschwägert, denn es heißt: und die Tochter eines fremden Gottes beschlafen; hat denn der fremde Gott eine Tochter? Vielmehr ist darunter das Beschlafen einer Nichtjüdin zu verstehen.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abuja: Auf dem Schädel Jehojaqims140Des Königs von Jehuda.steht geschrieben: dies und noch etwas anderes. Einst fand der Großvater des R. Perida141Ident. mit R. Ḥija b. Abuja.einen Schädel, der an den Toren von Jerušalem lag, auf dem geschrieben war: dies und noch etwas anderes. Da begrub er ihn, dieser kam aber wieder hervor; darauf begrub er ihn wiederum, und er kam abermals hervor. Da sprach er: Das ist der Schädel Jehojaqims, von dem es heißt:142Jer. 22,19.wie man einen Esel begräbt, wird er begraben werden; man wird ihn fortschleifen und draußen vor den Toren Jerušalems hinwerfen.", "Da sprach er: Er war ja König, und es ist nicht schicklich, daß er geschändet werde. Hierauf hüllte er ihn in Seide und legte ihn in eine Kiste. Als darauf seine Frau kam und [den Schädel] sah, erzählte sie es ihren Nachbarinnen, und als ihr diese sagten, er sei von seiner ersten Frau, die er nicht vergessen könne, warf sie ihn in den Ofen und verbrannte ihn. Als er heimkam, sprach er: Das ist es, was auf ihm geschrieben stand: dies und noch etwas anderes.", "Als R. Dimi kam, sagte er: Das Gericht der Ḥasmonäer bestimmte, wer eine Nichtjüdin beschläft, sei schuldig wegen [Beschlafens] einer Menstruierenden, Sklavin, Nichtjüdin und Ehefrau.", "Als Rabin kam, sagte er: Wegen [Beschlafens] einer Menstruierenden, Sklavin, Nichtjüdin und Hure; eine Ehefrau aber gibt es bei ihnen nicht. – Und jener!? – Ihre Ehefrauen prostituieren sie nicht.", "R. Ḥisda sagte: Wenn jemand fragen kommt, so entscheide man ihm nicht [demgemäß]143Daß er einen deswegen töte; er darf dies nur im Eifer der Empörung, nicht aber nach reifer Überlegung.. Ebenso wird auch gelehrt: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand fragen kommt, so entscheide man ihm nicht [demgemäß].", "Und noch mehr, wenn Pinḥas den Zimri144Cf. Num. 25,7ff. nach seiner Zurückziehung145Nach Vollendung des Beischlafes.getötet hätte, so würde er seinetwegen hingerichtet worden sein; und würde Zimri sich umgewandt und Pinḥas getötet haben, so würde er seinetwegen nicht hingerichtet worden sein, denn jener war ja ein Verfolger.", "146Num. 25,5.Da sprach Moše zu den Stämmen Jisraéls &c. Der Stamm Šimo͑n kam zu Zimri, dem Sohne Salus, und sprach zu ihm: Jene147Die übrigen Stammesfürsten.befassen sich mit Todesstrafangelegenheiten, du aber sitzest und schweigst! Was tat er? Er stand auf und versammelte vierundzwanzig Tausend von Jisraél und ging zu der Kozbi144Cf. Num. 25,7ff.und forderte sie auf, ihm Gehör zu schenken. Sie entgegnete ihm: Ich bin die Tochter eines Königs und mein Vater befahl mir, nur dem Größten unter ihnen Gehör zu schenken. Da erwiderte er ihr: Ich bin ebenfalls Stammesfürst, außerdem bin ich noch bedeutender, denn ich entstamme dem Zweitgebornen, jener148Moše, er entstammte Levi, dem 3. Sohne Ja͑qobs, Zimri aber Šimo͑n, dem 2. Sohne Ja͑qobs.aber dem Drittgebornen.", "Darauf faßte er sie bei den Zöpfen, brachte sie vor Moše und sprach zu ihm: Sohn A͑mrams, ist diese verboten oder erlaubt? Und wer hat dir, wenn du sagst, sie sei verboten, die Tochter Jithros [zu heiraten] erlaubt!? Da entschwand ihm die Halakha, und das ganze Volk brach in ein Weinen aus. Deshalb heißt es:149Num. 25,6.und sie weinten an der Tür des Offenbarungszeltes. Es heißt ferner:150Ib. V. 7.da sah Pinḥas, der Sohn Elea͑sars.", "Was sah er? Rabh erwiderte: Er sah das Ereignis und erinnerte sich der Halakha. Da sprach er zu ihm: Oheim, du hast mich ja bei deinem Herabsteigen vom Berge Sinaj gelehrt, daß, wenn jemand eine Aramäerin beschläft, Eiferer ihn niederstoßen. Er erwiderte ihm: Der Leser des Briefes mag auch der Vollstrecker sein.", "Šemuél erklärte: Er sah, daß:151Pr. 21,30.es gibt weder Weisheit noch Einsicht noch Rat gegenüber dem Herrn; wenn der Name Gottes entweiht wird, erweise man auch einem Lehrer keine Ehre. R. Jiçḥaq erklärte: Er sah, daß ein Engel kam und im Volke eine Verheerung anrichtete.", "150Ib. V. 7.Da trat er aus der Gemeinde hervor und ergriff einen Speer; hieraus, daß man nicht mit einem Gewehre ins Lehrhaus152Unter ‘Gemeinde’ wird hier das Gelehrtenkollegium verstanden.eintreten dürfe. Er zog ihn heraus, schliff ihn und steckte ihn in den Ärmel," ], [ "dann ging er gestützt auf seinen Stock. Als er zum Stamme Šimo͑n153Wo sie mit den moabitischen Frauen Unzucht trieben.herankam, sprach er: Wo finden wir denn, daß der Stamm Levi besser wäre als der Stamm Šimo͑n? Da sprachen sie: Er geht dies ebenfalls tun; die Weisen haben dies also erlaubt.", "R. Joḥanan sagte: Sechs Wunder geschahen Pinḥas. Erstens, daß Zimri, der sich zurückziehen154Sodann dürfte er ihn nicht mehr töten.konnte, dies unterließ; zweitens, daß dieser, der [um Hilfe] rufen konnte, dies unterließ; drittens, daß er auf sein männliches Glied und auf ihr weibliches Glied155Alle konnten sich von der Wahrheit überzeugen, sonst könnte er in den Verdacht gekommen sein, er hätte ihn aus persönlicher Feindschaft getötet.traf; viertens, daß sie vom Speer nicht abglitten155Alle konnten sich von der Wahrheit überzeugen, sonst könnte er in den Verdacht gekommen sein, er hätte ihn aus persönlicher Feindschaft getötet.; fünftens, daß ein Engel kam und die Oberschwelle hochhob156Sonst würden sie bei der Senkung des Speeres abgeglitten sein.; sechstens, daß ein Engel kam und eine Verheerung im Volke anrichtete157Sonst würde ihn ein Bluträcher getötet haben..", "Darauf kam er und schleuderte sie vor Gott, indem er vor ihm sprach: Herr der Welt, wegen dieser sollen vierundzwanzig Tausend in Jisraél fallen!? Es heißt nämlich:158Num. 25,9.und es waren vierundzwanzig Tausend, die in der Plage umkamen. Deshalb heißt es: 159Ps. 106,30.da stand Pinḥas auf und richtete,", "worüber R. Elea͑zar sagte: es heißt nicht: er betete160Das W. ויפלל wird mit ‘beten’ übersetzt., sondern: er richtete, und dies lehrt, daß er mit seinem Schöpfer Gericht hielt. Als die Dienstengel ihn fortstoßen wollten, sprach [Gott] zu ihnen: Laßt ihn, er ist ein Eiferer, der Sohn eines Eiferers, ein Zornabwender, der Sohn eines Zornabwenders.", "Darauf begannen die Stämme, ihn zu schmähen: Seht nur diesen Puṭi‐Sohn161Elea͑zar heiratete die Tochter des Puṭiel (cf. Ex. 6,25), nach rabbinischer Auslegung (cf. Sot. Fol. 43a) identisch mit Jithro, der heidnischer Priester war. In פוטיאל wird die Wurzel פטם mästen, stopfen gefunden., dessen Großvater mütterlicherseits Kälber für die Götzen mästete, nun hat er einen Stammesfürsten in Jisraél getötet! Deshalb berichtet die Schrift seine vornehme Herkunft: Pinḥas, der Sohn Elea͑zars, des Sohnes Ahrons, des Priesters.", "Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Geh, überbringe ihm einen Friedensgruß, wie es heißt:162Num. 25,12.daher sprich: Ich gebe ihm meinen Bund des Friedens. Diese Sühne ist würdig, ewig sühnend zu wirken.", "R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Es heißt:163Pr. 30,31.der Lendenumgürtete und der Bock und der König Alqum mit ihm. Vierhundertvierundzwanzig Beschlafungen vollzog dieser Frevler an jenem Tage; Pinḥas wartete, bis seine Kraft ermattet164Damit er sich nicht wehren könne. Dies wird aus dem angezogenen Schriftverse auf folgende Weise herausgedeutelt: die Buchstaben des W.es זהזיר betragen 424, in מתנים wird die Wurzel מתן warten, u. in תיש die Wurzel תשש ermatten gefunden; die Schwächung Z.s war jedoch für P. nicht nötig, denn König Alqum, Gott, war mit ihm.war, denn er wußte nicht, daß der König Alqum mit ihm war.", "In einer Barajtha wurde gelehrt: sechzig, bis [seine Hoden] wie zerschlagenes Ei geworden waren, während sie einem mit Wasser getränkten Beete glich. R. Kahana sagte: Ihr Gesäß165Od. der Platz, auf dem sie saß.hatte [die Größe] einer Seáfläche. R. Joseph lehrte: Ihr Grab166Ihre Scham.war eine Elle groß.", "R. Šešeth sagte: Sie hieß nicht Kozbi, sondern Ševilnaj, Tochter des Çur, und nur deshalb heißt sie Kozbi, weil sie ihren Vater belog167Dh. sie hörte nicht auf sein Gebot; cf. supra Fol. 82a.[kizba]. Eine andere Erklärung: Kozbi, sie sprach zu ihrem Vater: Schlachte dieses Volk durch mich [kos‐bi].", "Das ist es, was die Leute sagen: Was sucht Ševilnaj zwischen Röhricht und Bachweide; was sucht Ševilnaj bei der Rohrrinde168Entlegene Orte, die von Unzuchttreibenden aufgesucht werden.? Sie machte da ihre Mutter zur Hure169Ist sie selber Hure, so wird auch ihre Mutter als solche bezeichnet..", "R. Joḥanan sagte: Fünf Namen hatte er: Zimri, Sohn Salus, Šaúl, Sohn der Kenaa͑niterin, und Šelumiél, Sohn des Çurišaddaj. Zimri, weil seine Hoden wie zerschlagenes Ei [mazar] geworden waren; Sohn Salus, weil er die Sünden seiner Familie in die Höhe steigen ließ [hisli]; Šaúl, weil er sich der Sünde hingab [hišíl]; Sohn der Kenaa͑niterin, weil er nach der Art Kenaa͑ns170Cf. supra Fol. 70a.handelte. Sein eigentlicher Name war Šelumiél, Sohn des Çurišaddaj.", "WENN EIN PRIESTER DEN TEMPELDIENST IN UNREINHEIT VERRICHTET. R. Aḥa b. Hona fragte R. Šešeth: Verfällt ein Priester, der den Tempeldienst in Unreinheit verrichtet hat, dem Tode durch den Himmel oder nicht?", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wenn ein Priester den Tempeldienst in Unreinheit verrichtet, so bringen ihn seine Priesterbrüder nicht vor das Gericht, vielmehr führen ihn die Priesterjünglinge außerhalb des Tempels hinaus und zerschmettern ihm das Gehirn mit Holzscheiten. Wenn man nun sagen wollte, er verfalle dem Tode durch den Himmel, so sollten sie ihn lassen, da er ja ohnehin durch den Himmel getötet wird. – Er ist also nicht schuldig;", "aber gibt es denn Fälle, derentwegen der Allbarmherzige ihn befreit hat, und wir ihn töten!? – Etwa nicht, wir haben ja gelernt, wer einmal und zweimal gegeißelt worden ist, den sperre man in einen Kerker. Der Allbarmherzige hat ihn [vom Tode] befreit, wir aber töten ihn!? – R. Jirmeja erklärte ja im Namen des Reš Laqiš, hier handle es sich um Geißelhiebe, mit denen auch die Ausrottungsstrafe verbunden ist, in welchem Falle er dem Tode verfallen ist. –", "Aber dies ist ja beim Stehlen einer Schale der Fall!? – R. Jehuda sagte ja, hier handle es sich um ein Dienstgerät und dies sei angedeutet [im Schriftverse:]134Num. 4,20.sie sollen nicht hineingehen, um zu schauen, wie das Heilige verhüllt wird, denn sonst werden sie sterben. –", "Dies ist ja aber beim Gotteslästerer beim Qosem der Fall!? – R. Joseph erklärte ja: [wenn er spricht:] Der Qosem schlage den Qosem, sodaß es den Anschein hat, als lästere er den Gottesnamen. –", "Dies ist ja aber beim Beschlafen einer Aramäerin der Fall!? – Man las es171Cf. supra Fol. 82a.ja R. Kahana im Traume vor, und Rabh erinnerte sich der Halakha.", "Er wandte gegen ihn ein: Wer außerhalb des Tempels gießt, umrührt, zerbrockt, salzt, schwingt, heranbringt172Dienstleistungen bei der Herrichtung des Speisopfers., den Tisch ordnet, die Lampen putzt, oder das Blut aufnimmt, ist frei;", "er ist nicht schuldig" ], [ "tut dies ein Gemeiner, ein unreiner, oder einer, der die Dienstkleider nicht anhat oder Hände und Füße nicht gewaschen hat, [im Tempel].", "Demnach ist man wegen des Räucherns schuldig; doch wohl des Todes!? – Nein, nur einer Verwarnung. –", "Demnach besteht auch für den Gemeinen nur eine Verwarnung, dagegen heißt es ja: der Fremde, der herannaht, soll sterben!? – Bei dem einen dies und bei dem anderen jenes173Für den Gemeinen die Todesstrafe, für den Unreinen nur ein Verbot.. –", "Demnach besteht hinsichtlich des Gießens und des Umrührens nicht einmal ein Verbot, dagegen wird ja gelehrt: Woher das Verbot hinsichtlich des Gießens und des Umrührens? Es heißt:174Lev. 21,6.heilig sollen sie sein, sie sollen nicht entweihen!? – Rabbanitisch, während der Schriftvers nur eine Stütze ist.", "Man wandte ein: Folgende werden mit dem Tode bestraft: ein Unreiner, der den Tempeldienst verrichtet!? – Dies ist eine Widerlegung.", "Der Text. Folgende verfallen dem Tode: wer Unverzehntetes ißt, ein unreiner Priester, der reine Hebe ißt, ein Gemeiner, der Hebe ißt, ein Gemeiner, der den Tempeldienst verrichtet, ein Unreiner, der den Tempeldienst verrichtet, der am selben Tage untergetaucht175Wenn ein Unreiner untertaucht, so erlangt er völlige Reinheit erst nach Sonnenuntergang, auch muß er die Sühne durch das Opfer erlangt haben.ist und den Tempeldienst verrichtet, der die Dienstkleider176Beim Tempeldienste.nicht anhat, dem die Sühne175Wenn ein Unreiner untertaucht, so erlangt er völlige Reinheit erst nach Sonnenuntergang, auch muß er die Sühne durch das Opfer erlangt haben.noch fehlt, der Hände und Füße nicht gewaschen hat, der Wein getrunken hat und der das Haar verwahrlost177Der Priester muß sich einmal in 30 Tagen das Haar schneiden.trägt.", "Der Unbeschnittene aber, der Leidtragende und der Sitzende177Der Tempeldienst muß stehend verrichtet werden.verfallen nicht dem Tode, für sie besteht nur ein Verbot. Der Gebrechenbehaftete verfällt, wie Rabbi sagt, dem Tode, und wie die Weisen sagen, bestehe für ihn nur ein Verbot.", "Wer vorsätzlich eine Veruntreuung179Lev. 22,15.begeht, verfällt, wie Rabbi sagt, dem Tode, und wie die Weisen sagen, bestehe darüber nur ein Verbot.", "Woher dies vom Essen des Unverzehnteten? – Šemuél sagte im Namen R. Elie͑zers. Woher, daß, wer Unverzehntetes gegessen hat, dem Tode verfalle? Es heißt:178Am Geheiligten durch den Genuß von Hebe.sie sollen nicht die heiligen Gaben der Kinder Jisraél entweihen, die sie abheben werden; die Schrift spricht von dem, was später abgehoben wird,", "und man folgere durch [das Wort] entweihen, das auch bei der Hebe gebraucht wird, wie bei dieser die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Todesstrafe. –", "Sollte man doch folgern durch [das Wort] entweihen, das beim Übriggebliebenen gebraucht wird, wie auf dieses die Ausrottungsstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Ausrottungsstrafe!? –", "Es ist einleuchtend, daß es von der Hebe zu folgern ist, denn [beide]180Auch im Unverzehnteten sind die priesterlichen Abgaben enthalten, nur sind sie nicht getrennt.sind Hebe, gelten nicht181Dagegen hatte das Verbot vom Übriggebliebenen auch außerhalb Palästinas (als Privataltäre noch erlaubt waren) Geltung.außerhalb des Landes, können erlaubt182Das Unverzehntete, wenn es verzehntet wird, die Hebe, wenn der Priester untertaucht u. rein wird.werden, werden in der Mehrzahl183Sowohl bei der Hebe als auch beim Unverzehnteten wird das W. ‘entweihen’ in der Mehrzahl gebraucht, beim Zurückgebliebenen aber in der Einzahl.gebraucht, sind Früchte, und [gelten nicht als] Verwerfliches und Übriggebliebenes. –", "Im Gegenteil, man sollte es doch vom Übriggebliebenen folgern, denn [bei beiden] ist ja die Speise184Während bei der Hebe für den unreinen Priester die Person untauglich ist.untauglich, und kann durch ein Tauchbad185Wie dies beim Unreinen der Fall ist. nicht erlaubt werden!? – Jene [Vergleichungen] sind mehr. Rabina erklärte: Er folgert lieber hinsichtlich des in der Mehrzahl gebrauchten entweihen vom in der Mehrzahl186Vgl. Anm. 183.gebrauchten entweihen.", "«Ein unreiner Priester, der reine Hebe ißt.» Woher dies? – Šemuél sagte: Woher, daß ein unreiner Priester, der reine Hebe ißt, dem Tode durch den Himmel verfalle? Es heißt:187Lev. 22,9.so sollen sie denn meine Anordnungen befolgen, daß sie nicht seinethalben Sünde auf sich laden &c.", "Dies gilt nur von der reinen, nicht aber von der unreinen, denn Šemuél sagte im Namen R. Elie͑zers: Woher, daß ein unreiner Priester, der unreine Hebe ißt, nicht dem Tode verfalle? Es heißt:187Lev. 22,9.sie werden sterben, wenn sie es entweihen werden;" ], [ "ausgenommen der Fall, wo es bereits entweiht ist.", "«Ein Gemeiner, der Hebe ißt.» Rabb sagte: Wenn ein Gemeiner Hebe ißt, so erhält er Geißelhiebe. R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Sollte doch der Meister sagen, er verfalle dem Tode, denn es heißt: 188Ib. V. 10.kein Fremder soll Geheiligtes essen189Lev. 22,9 heißt es, daß auf die Übertretung der Tod gesetzt sei, u. weiter V. 10 folgt, daß ein Gemeiner nicht Geheiligtes essen dürfe; diese beiden Sätze werden jedoch durch die W.e: ich bin der Herr usw. getrennt.!? –", "[Die Worte:]187Lev. 22,9.ich bin der Herr, der sie heiligt, unterbrechen189Lev. 22,9 heißt es, daß auf die Übertretung der Tod gesetzt sei, u. weiter V. 10 folgt, daß ein Gemeiner nicht Geheiligtes essen dürfe; diese beiden Sätze werden jedoch durch die W.e: ich bin der Herr usw. getrennt.den Zusammenhang. Man wandte ein: Folgende verfallen dem Tode: ein Gemeiner, der Hebe ißt!? – Aus einer Barajtha ist gegen Rabh nichts einzuwenden; er ist selbst Tanna und streitet gegen diese.", "«Ein Gemeiner, der den Tempeldienst verrichtet.» Denn es heißt:190Num. 18,7.der Fremde, der herannaht, soll sterben.", "«Ein Unreiner, der den Tempeldienst verrichtet.» So fragte R. Ḥija b. Abin den R. Joseph: Woher, daß ein Unreiner, der den Tempeldienst verrichtet, dem Tode verfalle!? – Es heißt:191Lev. 22,2.sprich zu Ahron und seinen Söhnen, daß sie vorsichtig sein sollen mit den heiligen Gaben der Kinder Jisraél, sie sollen meinen heiligen Namen nicht entweihen,", "und man folgere durch [das Wort] entweihen, das auch bei der Hebe gebraucht wird; wie bei dieser die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Todesstrafe. –", "Sollte man es doch folgern durch [das Wort] entweihen, das beim Übriggebliebenen gebraucht wird, wie bei diesem die Ausrottung gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Ausrottung!? –", "Es ist einleuchtend, daß man es von der Hebe folgere, denn [bei beiden] ist die Person untauglich, sie sind unrein, müssen sie ein Tauchbad nehmen, und wird in der Mehrzahl gesprochen. –", "Im Gegenteil, man sollte doch vom Übriggebliebenen folgern, denn [bei beiden] handelt es sich um Geheiligtes, innerhalb des Tempels, auch gilt bei ihnen [das Gesetz vom] Verwerflichen und vom Übriggebliebenen!? – Er folgert lieber hinsichtlich des in der Mehrzahl gebrauchten entweihen vom in der Mehrzahl gebrauchten entweihen.", "«Der am selben Tage untergetaucht ist und den Tempeldienst verrichtet.» Woher dies? – Es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Wo finden wir eine Andeutung, daß, wenn jemand, der am selben Tage untergetaucht ist, den Tempeldienst verrichtet, er ihn entweiht? Es heißt:192Lev. 21,6.heilig sollen sie ihrem Gott sein, sie sollen nicht entweihen,", "und da dies nicht auf einen Unreinen zu beziehen ist, da es schon hervorgeht aus [dem Verse]: sie sollen vorsichtig sein &c., so beziehe man es auf einen, der am selben Tage untergetaucht ist,", "und man folgere durch [das Wort] entweihen, das auch bei der Hebe gebraucht wird, wie bei dieser die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Todesstrafe.", "«Der die Dienstkleider nicht anhat.» Woher dies? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans, manche glauben, im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n:193Ex. 29,9.Umgürte sie mit einem Gürtel;", "wenn sie ihre Kleider anhaben, ruht die Priesterschaft auf ihnen, wenn sie aber ihre Kleider nicht anhaben, ruht die Priesterschaft nicht auf ihnen; sie gelten dann als Gemeine und der Meister sagte, wenn ein Gemeiner den Tempeldienst verrichtet, verfalle er dem Tode.", "«Dem die Sühne noch fehlt.» Woher dies? R. Hona erwiderte: Die Schrift sagt:194Lev. 12,8.der Priester schaffe ihr Sühne, so wird sie rein werden; wenn sie dann rein wird, so bleibt sie ja bis dahin unrein, und der Meister sagte, wenn ein Unreiner den Tempeldienst verrichtet, verfalle er dem Tode.", "«Der Hände und Füße nicht gewaschen hat.» Woher dies? – Es heißt:195Ex. 30,20.wenn sie in das Offenbarungszelt eintreten, sollen sie sich mit Wasser waschen, damit sie nicht sterben.", "«Der Wein getrunken hat.» Denn es heißt:196Lev. 10,9.Wein und Rauschtrank sollst du nicht trinken &c.", "«Das Haar verwahrlost trägt.» Denn es heißt:197Ez. 44,20.den Kopf sollen sie nicht rasieren, aber auch ihren Haarwuchs sollen sie nicht herabhängen lassen, und darauf folgt:198Ib. V. 21.und Wein sollen sie nicht trinken; man vergleiche den Haarwuchs mit dem Weintrinken, wie auf das Weintrinken die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch wegen des Haarwuchses die Todesstrafe.", "«Aber der Unbeschnittene, der Leidtragende und der Sitzende.» Woher dies vom Unbeschnittenen? R. Ḥisda erwiderte: Dies lernen wir nicht aus der Tora Mošes, sondern erst Jeḥezqel, der Sohn Buzis, kam und lehrte es uns:199Ib. V. 9.kein Fremdling, der unbeschnittenen Herzens \n" ], [ "und unbeschnittenen Fleisches ist, soll in mein Heiligtum kommen, um mich zu bedienen –", "Woher dies vom Leidtragenden? – Es heißt:200Lev. 21,12.vom Heiligtume soll er nicht hinausgehen, und er soll nicht entweihen das Heiligtum seines Gottes; wenn aber ein anderer201Der angezogene Schriftvers spricht vom Hochpriester, daß er wegen eines Todesfalles den Tempel nicht verlassen dürfe; ein gemeiner Priester dagegen muß dies.nicht hinausgegangen ist, so hat er es entweiht.", "R. Ada sprach zu Raba: Sollte man doch folgern durch [das Wort] entweihen, das auch bei der Hebe gebraucht wird, wie bei dieser die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Todesstrafe!? –", "Bei diesem selber steht es202Daß er den Tempel entweihe.ja nicht, vielmehr wird es nur durch einen Schluß gefolgert, und da es nur durch einen Schluß gefolgert wird, so kann davon kein Schluß durch Wortanalogie gefolgert werden. –", "Woher dies vom Sitzenden? Raba erwiderte im Namen R. Naḥmans: Die Schrift sagt:203Dt. 18,5.denn ihn hat der Herr, dein Gott, aus all deinen Stämmen erwählt, daß er stehe und Dienst tue; ich habe ihn zum Stehen erwählt, nicht aber zum Sitzen.", "«Der Gebrechenbehaftete verfällt, wie Rabbi sagt, dem Tode und wie die Weisen sagen, bestehe für ihn nur ein Verbot.» Was ist der Grund Rabbis? – Es heißt:204Lev. 21,23.nur darf er nicht hineingehen zum Vorhang &c., und er folgert durch [das Wort] entweihen, das auch bei der Hebe gebraucht wird, wie bei dieser die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Todesstrafe. –", "Sollte man es doch folgern durch [das Wort] entweihen, das beim Übriggebliebenen gebraucht wird, wie bei diesem die Ausrottung gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Ausrottung!? –", "Es ist einleuchtend, daß es von der Hebe zu folgern ist, denn [bei beiden] ist die Person untauglich. – Im Gegenteil, man sollte es doch vom Übriggebliebenen folgern, denn [bei beiden] handelt es sich um die Heiligkeit innerhalb [des Tempels], auch gilt bei ihnen [das Gesetz vom] Verwerflichen und vom Übriggebliebenen!? –", "Vielmehr, er folgert es von der Dienstverrichtung durch einen Unreinen; [bei beiden] ist die Person untauglich, handelt es sich um die Heiligkeit innerhalb [des Tempels] und gilt [das Gesetz vom] Verwerflichen und vom Übriggebliebenen. –", "Und die Rabbanan!? – Die Schrift sagt ihn, nicht aber einen Gebrechenbehafteten.", "«Wer vorsätzlich eine Veruntreuung begeht, verfällt, wie Rabbi sagt, dem Tode, und wie die Weisen sagen, bestehe darüber nur ein Verbot.» Was ist der Grund Rabbis? R. Abahu erwiderte: Er folgert es durch [das Wort] Sünde, das auch bei der Hebe205Cf. Lev. 5,15 u. 22,9.gebraucht wird; wie bei dieser die Todesstrafe gesetzt ist, ebenso auch hierbei die Todesstrafe. –", "Und die Rabbanan!? – Die Schrift sagt ihn, nicht aber bei der Veruntreuung.", "WENN EIN GEMEINER DEN DIENST IM TEMPEL VERRICHTET. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él sagte: Hierbei heißt es:206Num. 18,7.der Fremde, der herantritt, soll sterben, und dort207Ib. 17,28.heißt es: wer irgend herantritt, wer herantritt an die Wohnung des Herrn, wird sterben; wie dort durch den Himmel, ebenso auch hierbei durch den Himmel.", "R. A͑qiba sagte: Hierbei heißt es: der Fremde, der herantritt, soll sterben, und dort208Dt. 13,6.heißt es: jener Prophet oder Träumer soll sterben; wie dort durch Steinigung, ebenso auch hierbei durch Steinigung. R. Joḥanan b. Nuri sagte: Wie dort durch Erdrosselung, ebenso auch hierbei durch Erdrosselung. –", "Worüber streiten R. Jišma͑él und R. A͑qiba? – R. A͑qiba ist der Ansicht, man folgere soll sterben von soll sterben, nicht aber soll sterben von wird sterben; R. Jišma͑él aber ist der Ansicht, man folgere hinsichtlich eines Gemeinen von einem Gemeinen, nicht aber hinsichtlich eines Gemeinen von einem Propheten. – Und R. A͑qiba!? Da er Verleiter geworden ist, so gibt es ja keinen größeren Gemeinen209הדיוט im weitern Sinne: gemein, dumm; vgl. S. 729 Anm. 517.als ihn. –", "Worüber streiten R. A͑qiba und R. Joḥanan b. Nuri? – Sie führen denselben Streit wie R. Šimo͑n und die Rabbanan, denn es wird gelehrt: Wenn ein Prophet [zum Götzendienste] verleitet, so ist er durch Steinigung hinzurichten; R. Šimo͑n sagt, durch Erdrosselung. – Wir haben ja aber gelernt: R. A͑qiba sagt, durch Erdrosselung!? –", "Über die Ansicht R. A͑qibas streiten Tannaím; unsere Mišna lehrt die Ansicht R. A͑qibas nach R. Šimo͑n, die Barajtha aber lehrt die Ansicht R. A͑qibas nach den Rabbanan." ], [ "i,1FOLGENDE WERDEN DURCH ERDROSSELUNG HINGERICHTET: WER VATER UND MUTTER SCHLÄGT, WER EINE JISRAÉLITISCHE PERSON STIEIILT, DER GEGEN DAS [OBERSTE] GERICHT SICH AUFLEHNENDE GELEHRTE, DER FALSCHE PROPHET, WER IM NAMEN EINES GÖTZEN WEISSAGT, WER EINE EHEFRAU BESCHLÄFT, DIE GEGEN EINE PRIESTERSTOCHTER UND IHREN BUHLEN AUSSAGENDEN1Die sie der Hurerei anklagen. ÜBERFÜHRTEN FALSCHZEUGEN2Wenn sie Ehefrau ist..", "GEMARA. Woher dies von dem, der Vater und Mutter schlägt? – Es heißt:3Ex. 21,15.Wer Vater und Mutter schlägt, soll sterben, und wenn irgendwo in der Tora vom Tode ohne nähere Angabe gesprochen wird, ist es die Erdrosselung. –", "Vielleicht ist er nur dann [strafbar], wenn er ihn vollständig tötet!? – Wieso könnte dies sein: wer einen Fremden tötet, wird durch das Schwert hingerichtet, und wenn seinen Vater, sollte er durch Erdrosselung hingerichtet werden!? –", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine leichtere [Todesart], wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, die Erdrosselung sei eine schwerere!? –", "Vielmehr, es heißt:4Ib. 21,12.wer einen Menschen schlägt, so daß er stirbt, soll getötet werden, ferner heißt es:5Num. 321.oder ihn aus Feindschaft mit der Hand geschlagen hat, sodaß er starb; hieraus ist somit zu entnehmen, daß unter ‘schlagen’ schlechthin nicht das Töten zu verstehen sei.", "Und sowohl [der Schriftvers:] wer einen Menschen schlägt, als auch [der Schriftvers:] 6Num. 35,30.wer eine Seele schlägt, ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wer einen Menschen schlägt, so daß er stirbt, so könnte man glauben, nur einen [erwachsenen] Menschen, der den Geboten unterworfen ist, nicht aber einen Minderjährigen, daher schrieb der Allbarmherzige auch: wer eine Seele schlägt. Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wer eine Seele schlägt, so könnte man glauben, auch Fehlgeburten von acht Monaten. Daher sind [beide] nötig. –", "Vielleicht selbst in dem Falle, wenn er ihm keine Verletzungen beigebracht hat, während ja gelehrt wird, wer Vater und Mutter schlägt, sei nur dann strafbar, wenn er ihnen eine Verletzung beigebracht hat!? –", "Die Schrift sagt:7Lev. 24,21.wer einen Menschen schlägt und wer ein Tier schlägt, wie beim Schlagen eines Tieres nur der Fall zu verstehen ist, wenn man ihm eine Verletzung beigebracht hat, denn bei diesem heißt es Seele8Cf. Lev. 24,18; also wenn man ihm eine Verletzung beigebracht hat., ebenso auch beim Schlagen eines Menschen, nur wenn man ihm eine Verletzung beigebracht hat.", "R. Jirmeja wandte ein: Demnach wäre man nicht schuldig, wenn man ein [Tier] durch Stein[würfe] abzehren macht9Wodurch es abzehrt, ohne daß äußerlich eine Verletzung zu merken ist.!? – Vielmehr, da dies nicht auf das Schlagen eines Tieres zu beziehen ist, denn man ist ja schuldig, auch wenn man es durch Stein[würfe] abzehren macht, so beziehe man es auf das Schlagen eines Menschen. –", "Wozu ist nun die Vergleichung nötig!? – Wegen der Lehre der Schule Ḥizqijas10Cf. supra Fol. 79b.. –", "Allerdings nach demjenigen, der von der Lehre Ḥizqijas hält, wozu ist aber die Vergleichung nötig nach demjenigen, der von der Lehre Ḥizqijas nichts hält!? –", "Wie man frei ist, wenn man einem Tiere eine Verletzung beibringt zu seiner Genesung, ebenso ist man frei, wenn man einem Menschen eine Verletzung beibringt zu seiner Genesung.", "Sie fragen nämlich, ob ein Sohn seinem Vater zur Ader lassen dürfe, und R. Mathna entschied es aus [dem Schriftverse:]11Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst12Nur eine Verletzung, die ihm selber unlieb wäre, darf er einem anderen nicht beibringen.. R. Dimi erklärte es aus [dem Schriftverse:] wer einen Menschen schlägt und wer ein Tier schlägt; wie man beim Schlagen eines Tieres frei ist, wenn es zu seiner Genesung erfolgt, ebenso ist man beim Schlagen eines Menschen frei, wenn es zu seiner Genesung erfolgt.", "Rabh ließ es nicht zu, daß sein Sohn ihm einen Splitter herausziehe. Mar, Sohn des Rabina, ließ es nicht zu, daß sein Sohn ihm ein Geschwür aufsteche, denn er könnte ihm eine Verletzung beibringen und unvorsätzlich ein Verbot übertreten. –", "Demnach sollte dies auch von einem Fremden gelten!? – Bei einem Fremden betrifft die Unvorsätzlichkeit ein Verbot, bei einem Sohne aber betrifft die Unvorsätzlichkeit die Erdrosselungsstrafe. –", "Wir haben gelernt: Eine Nähnadel13Darf man zu diesem Zwecke am Šabbath benutzen, obgleich man keine Handwerksgeräte anfassen darf., um einen Splitter zu entfernen. Es ist ja zu berücksichtigen, man könnte eine Verletzung machen und unvorsätzlich ein Verbot begehen, auf das die Steinigung gesetzt ist!? –", "Dadurch würde man nur einen Schaden14Nur die nutzbringende Arbeit ist am Šabbath strafbar; die Beschädigung ist allerdings verboten, jedoch nicht strafbar.anrichten. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Beschädigung sei straffrei, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, sie sei strafbar!? –", "Derjenige, welcher sagt, die Beschädigung durch Verletzung sei strafbar, ist ja R. Šimo͑n," ], [ "und R. Šimo͑n ist der Ansicht, man sei wegen der unbezweckten15In diesem Falle wird nicht die Verletzung, sondern die Genesung bezweckt.Arbeit frei.", "Man fragte R. Šešeth: Darf ein Sohn als [Gerichts]diener fungieren, um seinen Vater zu geißeln oder gegen ihn den [Bann]fluch auszusprechen?", "Dieser erwiderte: Wer hat dies denn einem Fremden erlaubt? Vielmehr geht die Ehrung Gottes vor, ebenso geht auch hierbei die Ehrung Gottes vor.", "Man wandte ein: Wenn es dem, dem es ihn zu schlagen geboten ist, ihn nicht zu schlagen geboten ist16Wenn jemand Geißelhiebe erhält, so ist es verboten, ihm mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl der Schläge zu erteilen; cf. Dt. 25,3., um wieviel mehr ist es dem, dem es ihn zu schlagen nicht geboten ist, ihn nicht zu schlagen geboten.", "Beides wohl in dem Falle, wenn [das Schlagen] vorgeschrieben ist, nur handelt eines von einem Sohne17Demnach darf ein Sohn seinen Vater nicht geißeln.und eines von einem Fremden!? –", "Nein, in beiden Fällen ist es einerlei, ob es ein Sohn ist oder ein Fremder, dennoch ist hier nichts einzuwenden, denn eines gilt von dem Falle, wenn [das Schlagen] Gebot ist, und eines gilt von dem Falle, wenn es kein Gebot ist,", "und zwar meint er es wie folgt: wenn in einem Falle eines Gebotes, wo es ihn zu schlagen geboten ist, ihn nicht zu schlagen geboten ist, um wieviel mehr ist es in einem Falle, wo es kein Gebot ist, wo es ihn zu schlagen nicht geboten ist, ihn nicht zu schlagen geboten. –", "Komm und höre: Wenn jemand zur Hinrichtung hinausgeführt wird, und sein Sohn kommt und ihn schlägt oder ihm flucht, so ist er strafbar; wenn aber ein Fremder kommt und ihn schlägt oder ihm flucht, so ist er frei. Dagegen wandten wir ein, womit denn ein Fremder anders sei als ein Sohn, und R. Ḥisda erklärte, wenn man ihn [zum Hinrichtungsplatz] hinauszugehen drängt, und er nicht gehen18Wenn es im Auftrage des Gerichtshofes erfolgt, dennoch darf dies ein Sohn nicht.will!? –", "R. Šešeth bezieht dies nicht auf den Fall, wenn man ihn [zum Hinrichtungsplatz] hinauszugehen drängt. – Demnach sollte auch ein Fremder [strafbar sein]!? –", "Für einen Fremden gilt er als toter Mann. –", "R. Šešeth sagte ja aber, wer einen Schlafenden beschändet und er stirbt, sei strafbar19Da dadurch die Hinterbliebenen beschimpft werden; dies sollte auch hierbei gelten.!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn der Schlag keine Peruṭa wert20Wenn er deswegen nicht einmal zu einer Geldbuße von einer Peruṭa verurteilt werden würde.ist. –", "Aber R. Ami sagte ja im Namen R. Joḥanans, wenn er ihm21Der Gerichtsdiener dem Gegeißelten, über die Zahl.einen Schlag versetzt hat, der keine Peruṭa wert ist, werde er dieserhalb gegeißelt!? – Unter ‘frei’ ist zu verstehen, frei von einer Geldbuße. –", "Demnach wäre auch bei einem Sohne zu erklären, er sei zu einer Geldbuße verpflichtet!? Du mußt also erklären: peinlich [strafbar], ebenso auch hierbei: peinlich [straffrei]. –", "Vielmehr, ein Fremder ist aus folgendem Grunde frei; die Schrift sagt: 22Ex. 27.einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht flachen, nur wenn er nach den Werken deines Volkes handelt. –", "Erklärlich ist dies hinsichtlich des Fluchens, woher dies vom Schlagen? – Wir vergleichen das Schlagen mit dem Fluchen.–", "Demnach sollte dies auch von einem Sohne gelten!? – Wie R. Pinḥas erklärt hat, wenn er Buße getan hat, ebenso auch hierbei, wenn er Buße getan hat.", "Demnach sollte dies auch von einem Fremden gelten!? R. Mari erwiderte: In deinem Volke, wenn er in deinem Volke leben kann. –", "Demnach sollte dies auch von seinem Sohne gelten!? –" ], [ "Ebenso verhält es sich ja auch nach seinem Tode23Wenn er ihm nach seinem Tode flucht, ist er ebenfalls strafbar.. –", "Wie bleibt es damit? Rabba b. R. Hona sagte, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: In keinem Falle kann ein Sohn [Gerichts]diener werden, um seinen Vater zu geißeln oder über ihn den [Bann]fluch auszusprechen, ausgenommen der Verführer [zum Götzendienste], denn die Tora sagt:24Dt. 13,9.du sollst seiner nicht schonen, noch seine Schuld verheimlichen.", "i,2WER VATER UND MUTTER SCHLÄGT, IST NUR DANN STRAFBAR, WENN ER IHNEN EINE VERLETZUNG BEIGEBRACHT HAT. IN FOLGENDEM IST DAS FLUCHEN SCHWERER ALS DAS SCHLAGEN: WER IHNEN NACH DEM TODE FLUCHT, IST STRAFBAR, WER SIE ABER NACH DEM TODE SCHLÄGT, IST STRAFFREI.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:25Lev. 20,9.Seinem Vater und seiner Mutter hat er geflucht, nach dem Tode. Man könnte nämlich folgern: man ist wegen des Schlagens strafbar und man ist wegen des Fluchens strafbar, wie man wegen des Schlagens nur dann strafbar ist, wenn sie leben, ebenso sei man wegen des Fluchens nur dann strafbar, wenn sie leben.", "Ferner wäre [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn das Schlagen, wobei jeder in deinem Volke als Volksgenosse5Wörtl. wobei der nicht zu deinem Volke gehörende dem zu deinem Volke gehörenden gleicht; dh. wobei die W.e ‘in deinem Volke’ (wie Ex. 22,27) nicht gebracht werden.gilt, nach dem Tode nicht strafbar ist, um wieviel weniger ist das Fluchen, wobei nicht jeder in deinem Volke als Volksgenosse gilt, nach dem Tode strafbar.", "Daher heißt es: seinem Vater und seiner Mutter hat er geflucht, nach dem Tode. –", "Einleuchtend ist dies nach R. Jonathan, nach welchem der Schriftvers: seinem Vater und seiner Mutter, überflüssig ist, wie ist es aber nach R. Jošija zu erklären!?", "Es wird nämlich gelehrt:26Lev. 20,2.Mann, wozu heißt es: jeder Mann? Dies schließt die Frau, einen Geschlechtslosen und einen Zwitter ein. Der fluchen wird seinem Vater und seiner Mutter; ich weiß dies also nur von Vater und Mutter, woher dies vom Vater ohne Mutter und von der Mutter ohne Vater? Es heißt: seinem Vater und seiner Mutter fluchte er, seinem Vater27Vgl. Bd. VIII S. 725 Anm. 491.fluchte er, seiner Mutter27Vgl. Bd. VIII S. 725 Anm. 491.fluchte er – so R. Jošija.", "R. Jonathan sagte: [In solchen Fällen] sind sowohl beide zusammen, als auch jeder besonders zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich ‘zusammen’ sagt.", "Woher weiß er es nun? – Er folgert dies aus:28Ex. 21,17; dieser Schriftvers ist überflüssig u. deutet auf das Fluchen nach dem Tode.wer Vater und Mutter flucht, soll sterben. – Und jener!? –", "Hieraus, daß eine Frau, ein Geschlechtsloser und ein Zwitter einbegriffen sind. –", "Dies geht ja hervor schon aus [den Worten] jeder Mann!? – Die Tora gebraucht die übliche Redeweise der Menschen29Die Wiederholung des W.es איש hat keine exeget. Bedeutung, vielmehr ist dies nur Sprachgebrauch.. –", "Sollte er doch auch vom Schlagen lehren, es sei strenger als das Fluchen, denn beim Schlagen gilt jeder in deinem Volke05als Volksgenosse, was beim Fluchen nicht der Fall ist!? – Er ist der Ansicht, man vergleiche das Schlagen mit dem Fluchen.", "Es ist anzunehmen, daß diese Tannaím [denselben Streit führen] wie die folgenden Tannaím. Eines lehrt nämlich, der Samaritaner sei im Verbote des Schlagens einbegriffen, nicht aber im Verbote des Fluchens, dagegen lehrt ein Andres, er sei einbegriffen weder im Verbote des Fluchens noch im Verbote des Schlagens.", "Sie30Die Jünger im Lehrhause.glaubten, alle seien der Ansicht, die Samaritaner seien wahrhafte Proselyten31Und da sie sich später vom rabbanitischen Gesetze losgesagt haben, so gelten sie als gegen das Gesetz verstoßende Jisraéliten, von welchen es heißt: nur wenn er nach den Bräuchen deines Volkes handelt., somit besteht ihr Streit in folgendem: nach der einen Ansicht vergleiche man das Schlagen mit dem Fluchen und nach der anderen Ansicht vergleiche man nicht das Schlagen mit dem Fluchen. –", "Nein, alle sind der Ansicht, man vergleiche nicht das Schlagen mit dem Fluchen, vielmehr besteht ihr Streit in folgendem: nach der einen Ansicht sind die Samaritaner wahrhafte Proselyten und nach der andren Ansicht sind die Samaritaner Löwenproselyten32Die sich nur aus Zwang, aus Furcht vor den Löwen (cf. iiReg. 17,25) zum Judentume bekehrt haben, demnach gelten sie als Nichtjuden.. –", "Wieso wird demnach gelehrt, daß sein Ochs als der eines Jisraéliten gelte33Tötet der Ochs eines Jisraéliten den eines Jisraéliten, so muß der Eigentümer die Hälfte des Schadens ersetzen, wenn den eines Nichtjuden, so ist er ersatzfrei; wenn der eines Nichtjuden den eines Jisraéliten, so muß der Eigentümer den ganzen Schaden ersetzen (cf. Bq. Fol. 37b). In der hier angezogenen 2. Lehre heißt es, daß der Ochs eines Samaritaners dem eines Jisraéliten gleiche, wonach dieser Autor der Ansicht ist, daß er als wahrhafter Proselyt gelte.!? – Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß ihr Streit über die Vergleichung bestehe. Schließe hieraus.", "i,3WER EINE JISRAÉLITISCHE PERSON STIEHLT, IST ERST DANN STRAFBAR, WENN ER SIE IN SEINEN BESITZ GEBRACHT HAT; R. JEHUDA SAGT, WENN ER SIE IN SEINEN BESITZ GEBRACHT UND SICH IHRER BEDIENT HAT, DENN ES HEISST:34Dt. 24,7.und ihn knechtet oder verkauft. WER SEINEN EIGENEN SOHN STIEHLT IST NACH R. JIŠMA͑ÉL, DEM SOHNE DES R. JOḤANAN B. BEROQA, STRAFBAR, UND NACH DEN WEISEN FREI. WER EINEN HALBSKLAVEN STIEHLT IST NACH R. JEHUDA STRAFBAR UND NACH DEN WEISEN FREI.", "GEMARA. Ist denn nach dem ersten Tanna die Knechtung nicht erforderlich? R. Aḥa, Sohn des Raba, erwiderte: Sie streiten über einen Dienst, der weniger als eine Peruṭa wert ist.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er einen Schlafenden gestohlen und verkauft hat; wie ist es, wenn er eine [schwangere] Frau [gestohlen] und das Kind verkauft hat; gilt dies als Knechtung oder gilt dies nicht als Knechtung? –", "Es sollte doch schon der Umstand entscheidend sein, daß hierbei gar keine Knechtung erfolgt!? – In dem Falle, wenn er sich auf ihn gestützt hat, oder wenn er die Frau vor einen Windzug gestellt hat; gilt dies als Knechtung oder gilt dies nicht als Knechtung? – Dies bleibt unentschieden.", "Die Rabbanan lehrten:34Dt. 24,7.Wenn ein Mann dabei angetroffen wird, daß er einen von seinen Brüdern stiehlt; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn ein Mann stiehlt, woher dies von einer Frau? Es heißt:35Ex. 21,16.wer einen Mann stiehlt.", "Ich weiß dies von den Fällen, wenn ein Mann eine Frau oder einen Mann gestohlen hat, oder eine Frau einen Mann, woher dies von dem Falle, wenn eine Frau eine Frau gestohlen hat? Es heißt: so soll der Dieb getötet werden, in jedem Falle.", "Ein Anderes lehrt: Wenn ein Mann dabei angetroffen wird, daß er einen von seinen Brüdern stiehlt; er ist strafbar, einerlei ob er einen Mann gestohlen hat oder eine Frau oder einen Proselyten oder einen freigelassenen Sklaven oder einen Minderjährigen. Hat er ihn gestohlen, aber nicht verkauft, oder auch verkauft, aber [der Gestohlene] befindet sich noch in seinem Gebiete, so ist er straffrei. Hat er ihn an seinen36Des Gestohlenen.Vater oder an seinen Bruder oder an jemand von seinen Verwandten verkauft, so ist er strafbar. Wer Sklaven stiehlt, ist straffrei." ], [ "Ein Jünger lehrte dies vor R. Šešeth, da sprach er zu ihm: Ich lehre: R. Šimo͑n sagt: von seinen Brüdern, nur wenn er ihn aus dem Gebiete seiner Brüder hinausgebracht hat, und du sagst, er sei strafbar. Lehre: so ist er frei. –", "Was ist dies denn für ein Einwand, vielleicht das eine nach R. Šimo͑n und das andere nach den Rabbanan!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn R. Joḥanan sagte, eine anonyme Lehre in der Mišna sei von R. Meír, eine anonyme Lehre in der Toseptha sei von R. Neḥemja, eine anonyme Lehre im Siphra sei von R. Jehuda und eine anonyme Lehre im Siphre sei von R. Šimo͑n, alle nach R. A͑qiba.", "WER SEINEN EIGENEN SOHN STIEHLT. Was ist der Grund der Rabbanan?", "Abajje erwiderte: Die Schrift sagt: wenn angetroffen wird, ausgenommen der Fall, wenn [der Gestohlene] sich stets bei ihm befindet. R.", "Papa sprach zu Abajje: Demnach wäre zu folgern:37Dt. 22,22.wenn jemand angetroffen wird, daß er mit einer verheirateten Frau schläft, nur wenn er angetroffen wird, ausgenommen der Fall, wenn er sich da stets befindet, wie beispielsweise bei jenem38Den Namen dieses Hauses, in welchem Männer u. Frauen stets zu verkehren pflegten, will der T. aus Rücksicht nicht nennen.; in einem solchen Falle müßten sie also frei sein!?", "Dieser erwiderte: Ich folgere es aus [den Worten:] und er in seiner Hand befunden wird.", "Raba sagte: Somit sind Kinderlehrer und Mišnalehrer frei, da [die Schüler] sich sozusagen in ihren Händen befinden.", "WER EINEN HALBSKLAVEN STIEHLT. Dort haben wir gelernt: R. Jehuda sagt, Sklaven erhalten kein Beschämungsgeld39Cf. Bq. Fol. 87a..", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Die Schrift sagt:40Dt. 25,11.wenn zwei Männer miteinander zanken, einer mit seinem Bruder, nur solche, die eine Brüderschaft haben, ausgenommen ist der Sklave, der keine Brüderschaft hat. –", "Und die Rabbanan!? – Er gilt als Bruder hinsichtlich der Gebote.", "Wie erklärt es41Das W. מאחיו, von seinen Brüdern.R. Jehuda hierbei? – Er erklärt:", "von seinen Brüdern, ausgenommen Sklaven; den Kindern Jisraéls, ausgenommen der Halbsklave; von den Kindern Jisraéls, [wiederum] ausgenommen der Halbsklave; dies ist also eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend. –", "Und die Rabbanan!? – Ihnen leuchtet es nicht ein, aus [den Worten] von seinen Brüdern eine Ausschließung des Sklaven zu entnehmen, denn er gilt ja als Bruder hinsichtlich der Gebote; und von [den Worten] den Kindern Jisraéls und von (den Kindern Jisraéls) schließt das eine den Sklaven und das andere den Halbsklaven aus. –", "Woher ist die Verwarnung des Menschendiebstahls zu entnehmen? R. Jošija erklärte: Aus:42Ex. 20,16.du sollst nicht stehlen. R. Joḥanan erklärte: Aus:43Lev. 25,42.Sie sollen nicht als Sklaven verkauft werden. Sie streiten aber nicht; einer nennt das Verbot des Stehlens und einer nennt das Verbot des Verkaufens.", "Die Rabbanan lehrten:42Ex. 20,16.Du sollst nicht stehlen, die Schrift spricht vom Menschendiebstahl. Du sagst, von Menschendiebstahl, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Gelddiebstahl!? Ich will dir sagen, geh und lerne dies von den dreizehn Regeln, nach welchen die Schrift ausgelegt44Dh. eine der 13 Regeln, nach welchen die Schrift ausgelegt wird, lautet, daß man, wenn man nicht weiß, worauf sich ein Satz bezieht, dies aus dem Zusammenhange entnehme.wird: es ist aus dem Zusammenhange zu lernen. Die Schrift spricht da von Gesetzen die Person betreffend, somit handelt auch [dieser Fall] von der Person.", "Ein Anderes lehrt:44Lev. 19,11.Ihr sollt nicht stehlen, die Schrift spricht vom Gelddiebstahl. Du sagst, vom Gelddiebstahl, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Menschendiebstahl!? Ich will dir sagen, geh und lerne dies von den dreizehn Regeln, nach welchen die Schrift ausgelegt wird: es ist aus dem Zusammenhange zu lernen. Die Schrift spricht da von Gesetzen das Geld betreffend, somit handelt auch [dieser Fall] vom Gelde.", "Es wurde gelehrt: Wenn die Zeugen des Diebstahls eines Menschen und die Zeugen des Verkaufes desselben45Wenn es 2 Partien von Zeugen sind; hingerichtet wird der Angeklagte nur dann, wenn eine Partie beide Handlungen bekundet.als Falschzeugen überführt werden, so werden sie, wie Ḥizqija sagt, nicht hingerichtet, und wie R. Joḥanan sagt, wohl hingerichtet.", "Ḥizqija ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt:46Dt. 19,15. Der Beschuldigte kann nur dann bestraft werden, wenn alle Belastungszeugen die ganze strafbare Handlung gesehen haben, nicht aber, wenn manche eine Hälfte und manche die andere Hälfte.eine Sache, nicht aber eine halbe Sache, und R. Joḥanan ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen: eine Sache, und auch eine halbe Sache.", "Ḥizqija pflichtet jedoch bei, daß, wenn die letzten47Die erst nachdem er vorher von anderen verwarnt worden ist, die Todesstrafe herbeiführen können; cf. supra Fol. 71a.Zeugen wider einen mißratenen und widerspenstigen Sohn als Falschzeugen überführt werden, die hingerichtet werden, denn die ersten können sagen," ], [ "sie beabsichtigten nur seine Geißelung, somit erwirken die letzten die ganze Sache47Die Hinrichtung desselben..", "R. Papa wandte ein: Demnach sollten auch hierbei die Zeugen des Verkaufes hingerichtet werden, denn die Zeugen des Diebstahls können ja sagen, sie beabsichtigten nur seine Geißelung!?", "Wolltest du sagen, Ḥizqija sei der Ansicht, er werde dieserhalb nicht gegeißelt, so wurde ja gelehrt: Wenn die Zeugen über den Diebstahl eines Menschen als Falschzeugen überführt werden: [darüber streiten] Ḥizqija und R. Joḥanan; einer sagt, sie werden gegeißelt, und einer sagt, sie werden nicht gegeißelt. Hierzu sagten wir, es sei zu beweisen, daß Ḥizqija es sei, welcher sagt, sie werden gegeißelt, denn Ḥizqija sagt, sie48Die Zeugen des Diebstahls; wenn die Verkaufszeugen bereits ihr Zeugnis abgelegt haben u. ebenfalls als Falschzeugen überführt worden sind.werden nicht hingerichtet.", "Nach R. Joḥanan nämlich, welcher sagt, sie werden hingerichtet, ist es ja ein Verbot, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, und wegen eines Verbotes, worauf die Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, ist nicht zu geißeln49Selbst wenn der Gewarnte nicht hingerichtet wird., und wenn er selber nicht zu geißeln ist, wie sollten sie gegeißelt werden50Die Falschzeugen verfallen der Strafe, die sie für den Angeschuldigten herbeiführen wollten.!?", "Vielmehr, erklärte R. Papa, stimmen alle überein, daß die Zeugen des Verkaufes hingerichtet werden, sie streiten nur über die Zeugen des Diebstahls; Ḥizqija sagt, sie werden nicht hingerichtet, denn der Diebstahl und der Verkauf sind von einander51Auf den Diebstahl ist nur die Geißelung gesetzt.getrennt, R. Joḥanan aber sagt, sie werden wohl hingerichtet, weil der Diebstahl als der Beginn des Verkaufs52Sie gehören zusammen, u. auf beide Handlungen zusammen ist die Todesstrafe gesetzt.gilt.", "R. Joḥanan pflichtet jedoch bei, daß, wenn die ersten Zeugen wider einen mißratenen und widerspenstigen Sohn als Falschzeugen überführt werden, sie nicht hingerichtet werden, denn sie können sagen, sie beabsichtigten nur seine Geißelung.", "Abajje sagte: Alle stimmen hinsichtlich eines mißratenen und widerspenstigen Sohnes überein; alle stimmen hinsichtlich eines mißratenen und widerspenstigen Sohnes überein; und sie streiten über einen mißratenen und widerspenstigen Sohn.", "Alle stimmen hinsichtlich eines mißratenen und widerspenstigen Sohnes überein, daß nämlich die ersten Zeugen nicht hingerichtet werden, weil sie sagen können, sie beabsichtigten nur seine Geißelung.", "Ferner stimmen alle hinsichtlich eines mißratenen und widerspenstigen Sohnes überein, daß nämlich die letzten Zeugen hingerichtet werden, weil die ersten sagen können, sie beabsichtigten nur seine Geißelung, somit haben sie die ganze Sache erwirkt.", "Und sie streiten über den mißratenen und widerspenstigen Sohn, wenn zwei bekunden, er habe es in ihrer Gegenwart gestohlen, und zwei andere bekunden, er habe es in ihrer Gegenwart gegessen53Hingerichtet wird er nur, wenn er von seinem Vater gestohlen u. es auf fremdem Gebiete gegessen hat (cf. supra Fol. 71a), somit sind beide Zeugenpartien von einander abhängig; über diesen Fall besteht der oben Fol. 86a genannte Streit..", "R. Asi sagte: Wenn Zeugen des Verkaufes eines Menschen als Falschzeugen überführt werden, so werden sie nicht hingerichtet, weil jener sagen kann, er habe seinen Sklaven verkauft.", "R. Joseph sagte: Wessen Ansicht vertritt die Lehre R. Asis? Die des R. A͑qiba, welcher sagt: eine Sache, nicht aber eine halbe Sache. Abajje sprach zu ihm: Sind sie denn nach den Rabbanan hinzurichten, er begründet ja: weil [jener sagen kann]!?", "Vielmehr kannst du sagen, auch nach den Rabbanan, wenn nämlich keine Zeugen des Diebstahls gekommen sind. – Was lehrt er uns demnach damit!? – Selbst wenn solche nachher gekommen sind. – Aber auch dies braucht ja nicht gelehrt zu werden!? –", "Selbst wenn sie einander zuwinken; man könnte glauben, das Zuwinken sei zu berücksichtigen54Und gehören somit zusammen., so lehrt er uns, daß das Zuwinken bedeutungslos sei.", "iiVOM GEGEN DAS [OBERSTE] GERICHT SICH AUFLEHNENDEN GELEHRTEN HEISST ES:55Dt. 17,8.wenn dir die Entscheidung einer Sache unbekannt ist. DA WAREN DREI GERICHTE; EINES BEFAND SICH AM EINGANGE DES TEMPELBERGES, EINES BEFAND SICH AM EINGANGE DES VORHOFES UND EINES BEFAND SICH IN DER QUADERHALLE.", "SIE56Der betreffende Gelehrte nebst seinen Kollegen, mit denen er in eine Meinungsverschiedenheit geraten ist.KOMMEN ZU DEM, DAS SICH AM EINGANGE DES TEMPELBERGES BEFINDET, UND DIESER SPRICHT: SO ERKLÄRE ICH ES, UND SO ERKLÄREN ES MEINE KOLLEGEN; SO LEHRE ICH, UND SO LEHREN MEINE KOLLEGEN. HABEN DIESE57Die Mitglieder des Gerichtes.DARÜBER ETWAS GEHÖRT, SO SAGEN SIE ES,", "WENN ABER NICHT, SO WENDEN SIE SICH AN DAS [GERICHT], DAS SICH AM EINGANGE DES VORHOFES BEFINDET, UND DIESER SPRICHT: SO ERKLÄRE ICH ES, UND SO ERKLÄREN ES MEINE KOLLEGEN; SO LEHRE ICH, UND SO LEHREN MEINE KOLLEGEN. HABEN DIESE DARÜBER ETWAS GEHÖRT, SO SAGEN SIE ES,", "WENN ABER NICHT, SO WENDEN SIE SICH AN DAS GROSSE GERICHT IN DER QUADERHALLE, VON DEM DIE GESETZESKUNDE FÜR GANZ JISRAÉL AUSGEHT, WIE ES HEISST:58Dt. 17,10.die Stätte, die der Herr erwählen wird. WENN ER NACH SEINER STADT HEIMKEHRT UND WEITER SO LEHRT, WIE ER VORHER GELEHRT59Gegen die Entscheidung des höchsten Gerichtes.HAT, SO IST ER FREI, WENN ER ABER DANACH ZU HANDELN ENTSCHEIDET, SO IST ER SCHULDIG, DENN ES HEISST:60Dt. 17,12.der Mann aber, der vermessen handelt; ER IST ALSO NUR DANN SCHULDIG, WENN ER DANACH ZU HANDELN ENTSCHEIDET.", "WENN EIN SCHÜLER EINE ENTSCHEIDUNG59Gegen die Entscheidung des höchsten Gerichtes.TRIFFT, SO IST ER FREI; DIE ERSCHWERUNG61Daß er überhaupt keine Entscheidung treffen darf.IST SOMIT FÜR IHN EINE ERLEICHTERUNG.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: (Wenn dir die Entscheidung einer Sache) unbekannt ist;" ], [ "die Schrift spricht von einem Vorzüglichen62Von פלא auszeichnen, trennen; ausgeschlossen ist also ein Jünger.im Gerichtskollegium. (Von) dir, das ist ein Ratgeber63Wie weiter erklärt wird, der im Kalenderwesen kundig und die Interkalation des Jahres kennt., denn so heißt es: 64Nah. 1,11.von dir ging hervor, der Böses gegen den Herrn sann, ein nichtswürdiger Ratgeber. Einer Sache, das ist die [überlieferte] Halakha. Die Entscheidung, das ist die Schlußfolgerung.", "55Dt. 17,8.Zwischen Blut und Blut, zwischen Menstrualblut, Geburtsblut und Flußblut.55Dt. 17,8.Zwischen Recht und Recht, zwischen Todesstrafrecht, Zivilrecht und Geißelungsrecht.55Dt. 17,8.Zwischen Aussatz und Aussatz65Die levitisch unrein sind. Wer hinsichtlich der hier aufgezählten Dinge sich nicht der Entscheidung des höchsten Gerichts unterwirft, wird hingerichtet., zwischen dem Aussatze eines Menschen, dem Aussatze von Häusern und dem Aussatze von Kleidern.", "55Dt. 17,8.Dinge, das sind Gebanntes, Schätzgelübde und Weihungen66Wenn man eine Wertsache dem Heiligtume weiht, bezw. mittelst des Bannes, oder seinen eigenen Wert gelobt; cf. Lev. 27,2ff.. Streitigkeiten, das sind das Trinkenlassen der Ehebruchsverdächtigten67Vom Fluchwasser; cf. Num. 5,12ff., das Genickbrechen des Kalbes68Cf. Dt. 21,1ff.und die Reinigung des Aussätzigen.55Dt. 17,8.In deinen Toren, das ist [das Gesetz von] der Nachlese, dem Vergessenen und dem Eckenlasse.", "So sollst du dich aufmachen, von der Gerichtssitzung; und sollst hinaufgehen, dies lehrt, daß der Tempel der höchste Platz im Jisraéllande und das Jisraélland das höchste aller Länder war; zur Stätte, dies lehrt, daß die Stätte Bedingung69Beim Gesetze vom sich auflehnenden Gelehrten, nur wenn die Auflehnung in der Gerichtsstätte erfolgt; cf. supra Fol. 14b.sei. –", "Allerdings war der Tempel der höchste Platz im Jisraéllande, denn es heißt: sollst hinaufgehen, woher entnimmt er aber, daß das Jisraélland das höchste aller Länder war? – Es heißt:70Jer. 23,7,8.Darum, fürwahr, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél von Miçrajim heraufgeführt hat, sondern: So wahr der Herr lebt, der die Kinder Jisraél von dem Nordlande und von allen Ländern, wohin ich sie verstoßen hatte, heraufgeführt und heimgebracht hat, daß sie wieder auf ihrem Boden wohnten.", "Die Rabbanan lehrten: Der sich auflehnende Gelehrte ist schuldig nur wegen einer Sache, auf die bei Vorsatz die Ausrottung und bei Versehen [die Darbringung eines] Sündopfers gesetzt ist – so R. Meír; R. Jehuda sagt, wegen einer Sache, die sich hauptsächlich in der Tora befindet, deren Auslegung aber von den Schriftkundigen herrührt. R. Šimo͑n sagt, auch wenn nur eine Subtilität von den Schriftkundigen herrührt. –", "Was ist der Grund R. Meírs? – Er folgert dies durch [dasWort] Sache; hier71Dt. 17,8. heißt es: wenn dir die Entscheidung einer Sache unbekannt ist, und dort72Lev. 4,13.heißt es: und die Sache dem Volke unbewußt ist; wie dort eine Sache, auf die bei Vorsatz die Ausrottung und bei Versehen [die Darbringung eines] Sündopfers gesetzt ist, ebenso auch hierbei eine Sache, auf die bei Vorsatz die Ausrottung und bei Versehen [die Darbringung eines] Sündopfers gesetzt ist. –", "Und R. Jehuda? –73Dt. 17,11.Gemäß der Lehre, die sie dich lehren, nur wenn es aus der Tora ist, und sie dich darüber belehren. –", "Und R. Šimo͑n? – 74Ib. V. 10.Was sie dir sagen, von jener Stätte aus, auch irgend etwas.", "R. Hona b. Ḥenana sprach zu Raba: Erkläre mir jene Lehre75Die obige Auslegung des Schriftverses Dt. 17,8. 75. Wenn das höchste Gericht entscheidet, nach dem Purimfeste das Jahr zu interkalieren, er aber, es nicht zu interkalieren, od. entgegengesetzt, so fällt nach seiner Entscheidung das Pesaḥfest 1 Monat früher, bezw. später; er gestattet also Gesäuertes am Pesaḥfeste, ein Verbot, auf das die Ausrottung gesetzt ist.nach R. Meír. Da sprach Raba zu R. Papa: Geh, erkläre es ihm:", "«(Wenn &c.) unbekannt ist, die Schrift spricht von einem Vorzüglichen im Gerichtskollegium. (Von) dir, das ist ein Ratgeber.» Der in der Interkalation der Jahre und in der Festsetzung der Neumonde kundig ist. Wir haben nämlich gelernt: Diese bekundeten, daß man das Jahr während des ganzen Adar interkalieren könne; [die Weisen] sagten nämlich, nur bis zum Purimfeste.", "Man könnte in dem einen Falle veranlaßt werden, Gesäuertes am Pesaḥfeste zu erlauben, und man könnte im anderen Falle veranlaßt werden, Gesäuertes am Pesaḥfeste zu erlauben75Die obige Auslegung des Schriftverses Dt. 17,8. 75. Wenn das höchste Gericht entscheidet, nach dem Purimfeste das Jahr zu interkalieren, er aber, es nicht zu interkalieren, od. entgegengesetzt, so fällt nach seiner Entscheidung das Pesaḥfest 1 Monat früher, bezw. später; er gestattet also Gesäuertes am Pesaḥfeste, ein Verbot, auf das die Ausrottung gesetzt ist..", "«Einer Sache, das ist die [überlieferte] Halakha.» Dies ist die Halakha von den elf76Die Menstruation der Frau (dh. die lev. Unreinheit derselben) währt 7 Tage, eine neue Menstruation kann erst 12 Tage nachher beginnen; bemerkt sie Blut während der 11 Tage, so gilt dieses nicht als Menstrualblut, sondern als Fluß. Wiederholt sich dies 3 Tage hintereinander, so gilt sie als völlige Flußbehaftete (sie ist 7 Tage nachher unrein u. muß dann Opfer darbringen, cf. Lev. 15,25ff.), wenn aber 1 od. 2 Tage, so muß sie noch einen 3. Tag abwarten u. wenn sich dies nicht wiederholt, kann sie dann ein Tauchbad nehmen u. sie gilt als rein. Bemerkt sie Blutfluß am 11. Tage, so braucht sie nichts mehr abzuwarten, da bei einer etwaigen Wiederholung am 12. der Ausfluß als Menstrualblut gilt. Über den 10. Tag besteht der hier angeführte Streit. Die Beiwohnung einer Flußbehafteten ist mit der Ausrottung belegt.[Tagen]. Vom zehnten [Tage] wurde nämlich gelehrt: Der zehnte gleicht, wie R. Joḥanan sagt, dem neunten; Reš Laqiš sagt, der zehnte gleiche dem elften.", "R. Joḥanan sagt, der zehnte gleiche dem neunten: wie sie am neunten abwarten muß, ebenso muß sie auch am zehnten abwarten;", "Reš Laqiš sagt, der zehnte gleiche dem elften: wie sie am elften nicht abzuwarten braucht, ebenso braucht sie am zehnten nicht abzuwarten.", "«Die Entscheidung, das ist die Schlußfolgerung.»" ], [ "Die Schlußfolgerung hinsichtlich einer Tochter von einer Genotzüchtigten.", "Raba sagte nämlich, R. Jiçḥaq b. Evdämi habe ihm gesagt,", "dies77Die Strafe wegen der Blutschande durch den Verkehr mit einer unehelichen Tochter (vgl. Bd. VIII S. 665 Anm. 34). Bei dieser Schlußfolgerung handelt es sich ebenfalls um ein Verbot, auf welches die Ausrottungsstrafe gesetzt ist.sei durch [die Worte] sie und Unzucht zu folgern.", "«Zwischen Blut und Blut, zwischen Menstrualblut, Geburtsblut und Flußblut.» Über das Menstrualblut besteht ein Streit zwischen A͑qabja b. Mahalalél und den Rabbanan, denn wir haben gelernt: Das gelbe78Beim Menstrualblute werden mehrere Farben unterschieden. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Verbot, auf das die Ausrottung gesetzt ist.Blut ist nach A͑qabja b. Mahalalél unrein und nach den Weisen rein.", "Über das Geburtsblut besteht ein Streit zwischen Rabh und Levi, denn es wurde gelehrt: Rabh sagte, es ist eine79Das Blut der Wöchnerin ist 2 Wochen levit. unrein, nachher aber rein. Ein halakhischer Unterschied zwischen diesen beiden Ansichten besteht in dem Falle, wenn sie um den Wendepunkt der 2. u. 3. Woche Blutfluß hat; nach der 1. Ansicht ist das Blut mit dem Beginne der 3. Woche dennoch rein, nach der 2. Ansicht nur dann, wenn eine Unterbrechung eingetreten war. Quelle, die Tora hat sie als unrein erklärt und die Tora hat sie als rein erklärt;", "Levi sagt, es sind zwei Quellen; schließt sich die unreine, so öffnet sich die reine, schließt sich die reine, so öffnet sich die unreine.", "Über den Blutfluß besteht ein Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: Hatte sie innerhalb der elf Tage drei Tage Geburtswehen80Verbunden mit Blutfluß., so hat sie, wenn sie vierundzwanzig Stunden81Vor der Geburt.nachließen, als Flußbehaftete geboren – so R. Elie͑zer;", "R. Jehošua͑ sagt, nur wenn sie eine Nacht und einen Tag [nachgelassen haben], wie die Nacht nebst dem Tage des Šabbaths82Mit dem Wendepunkte des Abends beginnend; der unvollständige Kalendertag zählt nicht mit., auch brauchen nur die Schmerzen und nicht das Blut nachgelassen zu haben.", "«Zwischen Recht und Recht, zwischen Zivilrecht, Todesstrafrecht und Geißelungsrecht.» Über das Zivilrecht besteht ein Streit zwischen Šemuél und R. Abahu. Šemuél sagte nämlich, wenn zwei [Richter] ein Urteil fällen, sei es gültig, nur heiße es ein freches Gericht; R. Abahu aber sagte, nach aller Ansicht sei ihr Urteil ungültig.", "Über das Todesstrafrecht besteht ein Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte:83Ex. 21,23.So soll es geben Leben um Leben, eine Geldentschädigung.", "Du sagst, eine Geldentschädigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern das wirkliche Leben!? Oben84Im vorangehenden Vers; vgl. Bd. VIII S. 778 Anm. 97.heißt es geben und hier unten heißt es geben, wie oben eine Geldentschädigung, ebenso auch hier eine Geldentschädigung.", "Über die Geißelung besteht ein Streit zwischen R. Jišma͑él und den Rabbanan, denn wir haben gelernt: Über die Geißelung wird von drei [Richtern verhandelt]: im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, vor dreiundzwanzig.", "«Zwischen Aussatz und Aussatz, zwischen dem Aussatze eines Menschen, dem Aussatze von Häusern und dem Aussatze von Kleidern.»", "Über den Aussatz eines Menschen besteht ein Streit zwischen R. Jehošua͑ und den Rabbanan, denn wir haben gelernt: Wenn der Fleck dem weißen Haare85Kennzeichen beim Aussatze; cf. Lev. Kap. 13.voranging, so ist er unrein, wenn aber das weiße Haar dem Flecke voranging, so ist er rein. Ist dies zweifelhaft, so ist er unrein; R. Jehošua͑ sagt, dunkel86Unentschieden. Die Mišna separata hat קיהה stumpf, dh. er verwirft dies.. – Was heißt dunkel? Raba erwiderte: Es ist dunkel, und er ist rein.", "Über den Häuseraussatz besteht ein Streit zwischen R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n und den Rabbanan, denn wir haben gelernt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, das Haus sei nur dann unrein, wenn [der Aussatz] in der Größe von zwei Graupenkörnern erscheint, an zwei Steinen, an zwei Wänden, in einem Winkel, zwei Graupenkörner lang und ein Graupenkorn breit. –", "Was ist der Grund des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n? – Es heißt Wand und es heißt Wände; welche Wand gleicht Wänden? Ein Winkel.", "Über den Kleideraussatz besteht ein Streit zwischen R. Jonathan b. Eutolmos und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: R. Jonathan b. Eutolmos sagte: Woher," ], [ "daß der Aussatz rein ist, wenn er das Gewand vollständig bedeckt?", "Beim [Aussatze eines] Menschen heißt es Hinterseite und Vorderseite87Cf. Lev. 13,42,55.und beim [Aussatze von] Gewändern heißt es Hinterseite und Vorderseite87Cf. Lev. 13,42,55., wie nun jener rein ist, wenn der Aussatz ihn vollständig bedeckt, ebenso sind auch diese rein, wenn der Aussatz sie vollständig bedeckt.", "«Dinge, das sind Schätzgelübde, Gebanntes und Weihungen.» Über das Schätzgelübde besteht ein Streit zwischen R. Meír und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Wer den Wert [eines Kindes] unter einem Monat88In der Schrift (Lev. Kap. 27) wird das Schätzgelübde eines einen Monat alten Kindes als Mindestes genannt.gelobt, muß, wie R. Meír sagt, seinen Geldwert89Seinen Marktpreis als Sklave.geben; die Weisen sagen, er habe nichts88In der Schrift (Lev. Kap. 27) wird das Schätzgelübde eines einen Monat alten Kindes als Mindestes genannt.gesagt.", "Über das Gebannte besteht ein Streit zwischen R. Jehuda b. Bethera und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: R. Jehuda b. Bethera sagte, Gebanntes ohne nähere Bestimmung gehört dem Tempelreparaturfonds, denn es heißt: 90Lev. 27,28.alles Gebannte ist hochheilig für den Herrn;", "die Weisen sagen, Gebanntes ohne nähere Bestimmung gehöre dem Priester, denn es heißt: 91Ib. V. 21.wie ein dem Banne verfallenes Feld, das Eigentumsrecht fällt dem Priester zu. Wieso heißt es demnach: hochheilig für den Herrn!? Daß es sich auf Hochheiliges und auf Minderheiliges erstreckt.", "Über Weihungen besteht ein Streit zwischen R. Elie͑zer b. Ja͑qob und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, selbst bei der Auslösung eines Häkchens des Heiligtums seien zehn Personen erforderlich.", "«Streitigkeiten, das sind das Trinkenlassen der Ehebruchsverdächtigten, das Genickbrechen des Kalbes und die Reinigung des Aussätzigen.» Über das Trinkenlassen der Ehebruchsverdächtigten besteht ein Streit zwischen R. Elie͑zer und R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Frau verwarnt92Sich mit einem bestimmten Manne nicht allein in einem Raum aufzuhalten., so verwarne er sie, wie R. Elie͑zer sagt, vor zwei [Zeugen] und lasse sie trinken93Das Fluchwasser (cf. Num. 5,12ff.), falls sie es trotzdem getan hat.auf Grund eines Zeugen oder eigener Wahrnehmung.", "R. Jehošua͑ sagt, er verwarne sie vor zwei [Zeugen] und lasse sie trinken auf Grund zweier Zeugen.", "Über das Genickbrechen des Kalbes besteht ein Streit zwischen R. Elie͑zer und R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: Von wo aus mißt man94Die Stadt, die sich in nächster Nähe des Erschlagenen befindet, muß die Zeremonie des Genickbrechens vollziehen; cf. Dt. 21,2ff.? R. Elie͑zer sagt, von seinem Nabel; R. A͑qiba sagt, von seiner Nase, R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, von der Stelle, an der es erschlagen worden ist, von seinem Halse.", "Über die Reinigung des Aussätzigen besteht ein Streit zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan, denn wir haben gelernt: Hat er95Der Aussätzige, dem die hier genannten Glieder mit dem Blut seines Opfers besprengt werden müssen.keinen Daumen, keinen großen Zeh und kein rechtes Ohr, so kann er niemals rein werden; R. Elie͑zer sagt, trage ihm [das Blut] auf die betreffende Stelle auf, und der Pflicht ist Genüge getan. R. Šimo͑n sagt, er trage es auf die Linke auf, und der Pflicht ist Genüge getan.", "«In deinen Toren, das ist [das Gesetz von] der Nachlese, dem Vergessenen und dem Eckenlasse.» Von der Nachlese haben wir gelernt: Zwei Ähren sind Nachlese, drei sind keine Nachlese. Vom Vergessenen: zwei Garben sind Vergessenes, drei sind kein Vergessenes.", "Von allem aber sagt die Schule Šammajs, drei gehören dem Armen, vier gehören dem Hausherrn.", "Über den Eckenlaß besteht ein Streit zwischen R. Jišma͑él und den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Es ist Gebot, den Eckenlaß von den Halmen abzusondern; hat man ihn nicht von den Halmen abgesondert, so sondere man ihn von den Garben ab; hat man ihn nicht von den Garben abgesondert, so sondere man ihn vom Getreidehaufen ab, bevor man ihn geworfelt hat; hat man ihn bereits geworfelt, so sondere man auch den Zehnten ab und gebe ihn ihm.", "Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, man sondere ihn sogar vom Teige ab.", "DREI GERICHTE &C. R. Kahana sagte: Wenn er sich auf eine Überlieferung beruft und sie sich auf eine Überlieferung berufen, so wird er nicht hingerichtet;", "wenn er sagt, dies sei seine Ansicht und sie sagen, dies sei ihre Ansicht, so wird er ebenfalls nicht hingerichtet, und um so weniger, wenn er sich auf eine Überlieferung beruft, und sie sagen, dies sei ihre Ansicht; er wird nur dann hingerichtet, wenn er sagt, dies sei seine Ansicht und sie sich auf eine Überlieferung berufen. Dies ist auch daraus zu ersehen, daß sie A͑qabja, den Sohn Mahalaléls, nicht hingerichtet96Er widersprach den Weisen des hohen Gerichtes; cf. Ed. V,6.haben.", "R. Elea͑zar aber sagt, selbst wenn er sich auf eine Überlieferung beruft, und sie sagen, dies sei ihre Ansicht, werde er ebenfalls hingerichtet, damit sich keine Streitigkeiten in Jisraél mehren. Wenn man aber einwendet, weshalb sie A͑qabja, den Sohn Mahalaléls, nicht hingerichtet haben, so hat er keine Entscheidung für die Praxis getroffen. –", "Wir haben gelernt: So erkläre ich es, und so erklären es meine Kollegen; so lehre ich, und so lehren meine Kollegen. Doch wohl, [auch] wenn er sich auf eine Überlieferung beruft, und sie sagen, dies sei ihre Ansicht!? – Nein, [nur] wenn er sagt, dies sei seine Ansicht und sie sich auf eine Überlieferung berufen. –", "Komm und höre: R. Jošija sagte: Drei Dinge sagte mir Zee͑ra im Namen der Leute von Jerušalem: wenn der Ehemann die Verwarnung zurücknimmt, so ist die Verwarnung aufgehoben97Sie ist ihm nicht verboten, obgleich sie sich trotz seiner Verwarnung mit dem betreffenden Manne abgeschlossen hat.;" ], [ "wenn die Eltern eines mißratenen und widerspenstigen Sohnes ihm verzeihen wollen, so können98Obgleich er bereits durch das Gericht gegeißelt worden ist u. seine Ausartung fortgesetzt hat.sie dies;", "und wenn das Gericht dem sich auflehnenden Gelehrten verzeihen will, so steht es ihm frei. Als ich zu meinen Genossen im Süden kam, pflichteten sie mir hinsichtlich zweier bei, nicht aber hinsichtlich des sich auflehnenden Gelehrten, damit sich keine Streitigkeiten in Jisraél mehren!? – Dies ist eine Widerlegung99Nach der hier angegebenen Begründung ist es gleichgültig, ob er sich auf eine Überlieferung oder auf seine eigene Ansicht beruft..", "Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Anfangs gab es nicht viel Streitigkeiten in Jisraél, vielmehr saß das große Gericht von einundsiebzig [Richtern] in der Quaderhalle, und von den beiden Gerichten von je dreiundzwanzig [Richtern] saß eines am Eingange des Tempelberges und eines am Eingange des Vorhofs; außerdem saßen in allen Städten Jisraéls Gerichte von je dreiundzwanzig [Richtern].", "Hatte jemand eine Frage, so wandte er sich an das Gericht seiner Stadt; wenn diese darüber etwas gehört hatten, sagten sie es ihm, wenn aber nicht, so wandten sie sich an das Gericht der benachbarten Stadt. Hatten diese darüber etwas gehört, so sagten sie es, wenn aber nicht, so wandten sie sich an das Gericht am Eingange des Tempelberges. Hatten diese darüber etwas gehört, so sagten sie es, wenn aber nicht, so wandten sie sich an das Gericht am Eingange des Vorhofs.", "Sodann sprach er: So erkläre ich es, und so erklären es meine Kollegen; so lehre ich, und so lehren meine Kollegen. Wenn diese darüber etwas gehört hatten, so sagten sie es, wenn aber nicht, so gingen sie alle zusammen nach der Quaderhalle, woselbst [die Richter] vom beständigen Morgenopfer100Dh. von der Zeit der Darbringung desselben.bis zum beständigen Abendopfer saßen,", "an Šabbathen und Feiertagen saßen sie im Ḥel, und die Frage wurde ihnen vorgetragen. Hatten sie darüber etwas gehört, so sagten sie es, wenn aber nicht, so traten sie zur Abstimmung; stimmte die Mehrheit für unrein, so wurde es als unrein erklärt, stimmte die Mehrheit für rein, so wurde es als rein erklärt.", "Seitdem sich aber die Schüler Šammajs und Hillels mehrten, die nicht genügend famuliert hatten, mehrte sich Streit in Jisraél, und die Tora ist wie zwei Toroth geworden.", "Von da101Vom höchsten Gerichte zu Jerušalem.aus sandten sie schriftliche Mitteilung nach allen Orten: Wer weise und bescheiden ist, und mit dem die Leute zufrieden sind, kann Richter in seiner Stadt sein; von da avancierte er102Wenn eine Richterstelle am genannten Gericht frei wurde.[als Richter am Gerichte] des Tempelberges, von dort nach dem Tempelhofe und von dort nach der Quaderhalle.", "Von dort sandten sie: Der zukünftigen Welt teilhaftig ist, wer demütig und bescheiden ist; der sich bückt beim Hineingehen und sich bückt beim Herauskommen und sich stets mit der Tora befaßt, ohne sich dies zugute zu tun. Da richteten die Rabbanan ihre Augen auf R. U͑la b. Abba.", "WENN ER NACH SEINER STADT HEIMKEHRT UND WEITER SO LEHRT. Die Rabbanan lehrten: Er ist nur dann schuldig, wenn er nach seiner Entscheidung verfährt oder anderen entscheidet und diese nach seiner Entscheidung verfahren. –", "Einleuchtend ist dies in dem Falle, wenn er anderen entscheidet und sie nach seiner Entscheidung verfahren, denn vorher war [auf seine Handlung] nicht die Todesstrafe gesetzt, nachher aber ist darauf die Todesstrafe gesetzt, wenn aber er selber nach seiner Entscheidung verfährt, war ja schon vorher [auf seine Handlung] die Todesstrafe gesetzt!? Allerdings bei einer Fett und Blut103Das man zwar nicht essen darf, auf dessen Genuß jedoch nicht die Todesstrafe gesetzt ist.betreffenden Entscheidung, denn vorher war auf seine Handlung nicht die Todesstrafe gesetzt, nachher aber wohl; bei einer Todesstrafsachen betreffenden Handlung aber war ja von vornherein auf seine Handlung die Todesstrafe gesetzt!? –", "Vorher war eine Warnung erforderlich, nachher ist keine Warnung erforderlich. –", "Wie ist es aber beim Verführer104Zum Götzendienste, der ohne Warnung hingerichtet wird.zu erklären, bei dem auch vorher keine Warnung erforderlich war!? – Vorher mußte man, wenn er etwas zu seiner Verteidigung vorbrachte, darauf Rücksicht nehmen, nachher aber nicht.", "iiiSTRENGER IST ES BEI DEN WORTEN DER SCHRIFTKUNDIGEN ALS BEI DEN WORTEN DER TORA: WENN JEMAND SAGT, ES GEBE KEINE TEPHILLINPFLICHT, UM DIE WORTE DER TORA ZU ÜBERTRETEN, SO IST ER FREI105Diese Pflicht ist jedem bekannt, somit gilt dies nicht als falsche Lehre., [WENN ER ABER SAGT:] ES SEIEN FÜNF GEHÄUSE106Die Tephillinkapsel besteht aus 4 Gehäusen; vgl. Bd. I. S. 18 Anm. 197.ERFORDERLICH, UM ZU DEN WORTEN DER SCHRIFTKUNDIGEN107Die Anzahl der Gehäuse ist eine rabb. Bestimmung.HINZUZUFÜGEN, SO IST ER SCHULDIG.", "GEMARA. R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Er ist nur wegen eines Gesetzes strafbar, das sich hauptsächlich in der Schrift befindet, von den Schriftkundigen ausgelegt wird und man dazu hinzufügen kann, es aber durch die Hinzufügung vermindert. Wir kennen in dieser Hinsicht nur das Gesetz von den Tephillin nach R. Jehuda108Auf welche Lehre RJ.s hingewiesen wird, läßt sich nicht feststellen; viell. auf die ob. Fol. 87a angeführte Erklärung.. –", "Dies ist ja aber auch beim Feststrauße der Fall: das Gesetz selbst befindet sich in der Tora, die Erklärung aber109Woraus er zusammengesetzt sein muß.ist von den Schriftkundigen, auch gibt es bei diesem eine Hinzufügung, durch die man es vermindert!? –", "Nach welcher Ansicht: wenn nach der Ansicht, der Feststrauß brauche nicht zusammengebunden110Cf. Suk. Fol. 29b.zu sein, so sind ja [die Arten] von einander getrennt111Das Gebot erstreckt nur auf die 4 vorschriftsmäßigen., und wenn nach der Ansicht, der Feststrauß müsse zusammengebunden sein, so war er von vornherein untauglich. –", "Dies ist ja aber bei den Çiçith112Die rabbanitisch aus 4 Doppelfäden bestehen müssen.der Fall: das Gesetz selbst befindet sich in der Tora, die Erklärung ist von den Schriftkundigen, auch gibt es bei diesen eine Hinzufügung, durch die man es vermindert!? –", "Nach welcher Ansicht: wenn nach der Ansicht, der obere Knoten sei keine Bestimmung der Tora, so sind sie ja von einander getrennt111Das Gebot erstreckt nur auf die 4 vorschriftsmäßigen., und wenn nach der Ansicht," ], [ "der obere Knoten sei eine Bestimmung der Tora, so waren sie ja von vornherein untauglich. –", "Demnach ist dies ja auch hinsichtlich der Tephillin einzuwenden: hat man zuerst vier Gehäuse angefertigt und nachher ein fünftes hinzugefügt, so sind sie ja von einander getrennt, und hat man von vornherein fünf angefertigt, so waren sie ja von vornherein untauglich!? R. Zera sagte ja, das äußerste Gehäuse, das die Luft nicht sieht113Dh. das nicht frei liegt; durch das Hinzufügen eines 5. wird das 4. untauglich., sei untauglich.", "ivMAN TÖTET IHN WEDER DURCH DAS GERICHT SEINER STADT NOCH DURCH DAS GERICHT IN JABNE, VIELMEHR BRINGT MAN IHN ZUM OBERSTEN GERICHTE IN JERUŠALEM; DA BEWACHT MAN IHN BIS ZUM FESTE UND RICHTET IHN DANN HIN, DENN ES HEISST:114Dt. 17,13.und ganz Jisraél115Wo ganz Jisraél versammelt ist.soll hören und sich fürchten und fortan nicht mehr frevelnSO R. A͑QIBA. R. JEHUDA SAGT, MAN ZIEHE SEINE ABURTEILUNG NICHT IN DIE LÄNGE, VIELMEHR TÖTE MAN IHN SOFORT UND SENDE DURCH BOTEN SCHRIFTLICHE MITTEILUNG NACH ALLEN ORTEN: JENER MANN IST VOM GERICHT ZUM TODE VERURTEILT WORDEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man tötet ihn weder durch das Gericht seiner Stadt, noch durch das Gericht in Jabne, vielmehr bringt man ihn zum obersten Gerichte in Jerušalem; da bewacht man ihn bis zum Feste und richtet ihn dann hin, denn es heißt: und das ganze Volk soll hören und sich fürchten – so R. A͑qiba.", "R. Jehuda sprach zu ihm: Es heißt ja nicht: soll sehen und sich fürchten, sondern: soll hören und sich fürchten; wozu seine Aburteilung in die Länge ziehen!? Vielmehr töte man ihn sofort und sende durch Boten schriftliche Mitteilung nach allen Orten: Jener Mann ist durch das Gericht zum Tode verurteilt worden.", "Die Rabbanan lehrten: Vier sind es, [deren Hinrichtung] man öffentlich bekannt macht: der Verführer104Zum Götzendienste, der ohne Warnung hingerichtet wird., der mißratene und widerspenstige Sohn, der sich auflehnende Gelehrte und die überführten Falschzeugen. Bei jenen allen heißt es:116Cf. Dt 13,12; 17,13; 21,21.das ganze Volk und ganz Jisraél, bei den überführten Falschzeugen aber heißt es:117Dt. 19,20.und die anderen, denn nicht alle Welt ist für die Zeugnisablegung zulässig118Cf. supra Fol. 24b..", "vEIN FALSCHER PROPHET IST, WER DAS PROPHEZEIT, WAS ER NICHT VERNOMMEN HAT UND WAS IHM NICHT GESAGT WORDEN IST. SEINE HINRICHTUNG ERFOLGT DURCH MENSCHEN;", "WER ABER SEINE PROPHEZEIUNG ZURÜCKHÄLT, ODER DIE WORTE DES PROPHETEN MISSACHTET, UND DER PROPHET, DER SEINE EIGENEN WORTE ÜBERTRITT, WIRD DURCH DEN HIMMEL GETÖTET, DENN ES HEISST:119Dt. 18,19.ich werde es von ihm fordern.", "vi«WER IM NAMEN EINES GÖTZEN WEISSAGTWENN ER SAGT: SO SAGTE DER GÖTZE, SELBST WENN ES MIT DER HALAKHA ÜBEREINSTIMMT, INDEM ER DAS UNREINE FÜR UNREIN UND DAS REINE FÜR REIN ERKLÄRT.", "«WER EINE EHEFRAU BESCHLÄFTSOBALD SIE HINSICHTLICH DER HEIRAT IN DIE GEWALT DES EHEMANNES ÜBERGEGANGEN IST, SELBST WENN ER IHR NOCH NICHT BEIGEWOHNT HAT; WER SIE BESCHLÄFT, WIRD DURCH ERDROSSELUNG [HINGERICHTET].", "«DIE GEGEN EINE PRIESTERSTOCHTER UND IHREN BUHLEN AUSSAGENDEN ÜBERFÜHRTEN FALSCHZEUGENALLE ÜBERFÜHRTEN FALSCHZEUGEN VERFALLEN DEMSELBEN TODE ZUERST120Dh. statt des Beschuldigten., AUSGENOMMEN DIE ÜBERFÜHRTEN FALSCHZEUGEN WIDER EINE PRIESTERSTOCHTER UND IHREN BUHLEN121Wenn sie die Priesterstochter und den angeblichen Buhlen beschuldigen, so verfallen sie der Todesstrafe, der er verfallen sein würde, der Erdrosselung, u. nicht der, der sie verfallen sein würde, der Verbrennung..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Drei sterben durch Menschenhände und drei sterben durch den Himmel: wer das prophezeit, was er nicht vernommen hat, was nicht ihm gesagt worden ist, oder im Namen eines Götzen, stirbt durch Menschenhände; wer seine Prophezeiung zurückhält, wer die Worte des Propheten mißachtet, und der Prophet, der seine eigenen Worte übertritt, sterben durch den Himmel. –", "Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:122Dt. 18,20.aber der Prophet, der sich vermessen sollte, etwas in meinem Namen zu verkünden, der das prophezeit, was er nicht vernommen hat; dessen Verkündigung ich ihm nicht aufgetragen habe, wohl aber seinem Kollegen, wer also das prophezeit, was nicht ihm gesagt worden ist; oder der im Namen anderer Götter reden sollte, der im Namen eines Götzen weissagt. Darauf folgt: so soll jener Prophet sterben, und überall, wo in der Tora vom Tode ohne nähere Bezeichnung gesprochen wird, ist es die Erdrosselung.", "Wer seine Prophezeiung zurückhält, wer die Worte des Propheten mißachtet, und der Prophet, der seine eigenen Worte übertritt, stirbt durch den Himmel, denn es heißt119Dt. 18,19.der Mann, der nicht hören wird, man lese hören und man lese hören lassen; darauf folgt: ich werde es von ihm fordern, durch den Himmel.", "WER DAS PROPHEZEIT, WAS ER NICHT VERNOMMEN HAT. Beispielsweise Çidqija, der Sohn Kena͑nas, wie es heißt:123iReg. 22,11.da machte sich Çidqija, der Sohn Kena͑nas, eiserne Hörner. – Was konnte er denn dafür, der Geist des Naboth hatte ihn ja irregeführt, denn es heißt:124Ib. VV. 20,21,22.und der Herr sprach: Wer will Aḥáb betören, daß er zu Felde ziehe und in Ramoth Gilea͑d falle &c. Da trat der Geist hervor, stellte sich vor den Herrn und sprach: Ich will ihn betören &c. Er aber sprach: Du wirst die Betörung vollbringen, gehe und tue also.", "Und R. Jehuda erklärte, unter ‘gehe’ sei zu verstehen: gehe hinaus aus meinem125Weil er sich einer Lüge bedienen wollte; cf. Sab. Fol. 149b.Kreise. Ferner erklärte R. Joḥanan, es sei der Geist des Naboth aus Jizre͑él gewesen!? –", "Er sollte die Prophezeiung prüfen. So nach R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte: Mehrere Propheten haben dasselbe Thema, doch bedienen sich zwei Propheten nicht desselben Wortlautes.", "So sagte O͑badja:126Ob. 1,3.Dein vermessener Sinn hat dich betört, Jirmeja aber sagte:127Jer. 49,16.Schauder über dich, betört hat dich dein vermessener Sinn. Da nun jene128Die 400 Propheten des Königs Aḥáb; cf. iReg. 22,6ff.alle sich desselben Wortlautes bedienten, so war zu entnehmen, daß nichtig war, was sie sagten. –", "Vielleicht kannte er nicht die Lehre des R. Jiçḥaq!? – Da war Jehošaphaṭ und er sagte es ihnen, denn es heißt:129iReg. 22,7.da fragte Jehošaphaṭ: Ist denn hier kein Prophet des Herrn? Jener130Der König Aḥáb.sprach zu ihm. Da sind ja diese alle. Dieser erwiderte: Es ist mir von meinem väterlichen Hause überliefert, daß mehrere Propheten dasselbe Thema haben, doch zwei Propheten sich nicht desselben Wortlautes bedienen.", "UND WAS IHM NICHT GESAGT WORDEN IST. Wie beispielsweise Ḥananja, der Sohn A͑zurs. Als nämlich Jirmeja auf dem oberen Marktplatze gestanden und gesprochen hatte:131Jer. 49,35.So spricht der Herr der Heerscharen: Fürwahr, ich will den Bogen E͑lams zerschmettern, folgerte Ḥananja [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn der Heilige, gepriesen sei er, von E͑lam, das nur Babel Hilfe leistete, gesagt hat, er werde den Bogen E͑lams zerschmettern, um wieviel mehr gilt dies von den Khaldäern selbst. Darauf stellte er sich auf dem unteren Marktplatze auf und sprach:132Ib. 28,2.So spricht der Herr &c. ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen.", "R. Papa sprach zu Abajje: Dies war ja auch seinem Kollegen nicht gesagt worden!? Dieser erwiderte: Da es frei steht, [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, so war es ebenso, als würde es [Jirmeja] gesagt worden sein; ihm aber war es nicht gesagt worden.", "IM NAMEN EINES GÖTZEN WEISSAGT. Beispielsweise die Baa͑l‐Propheten.", "SEINE PROPHEZEIUNG ZURÜCKHÄLT. Beispielsweise Jona, der Sohn Amitajs. DIE WORTE DES PROPHETEN MISSACHTET. Beispielsweise" ], [ "der Gefährte des Mikha, wie es heißt:133iReg. 20,35.einer von den Prophetenjüngern aber sprach auf Befehl des Herrn zu seinem Gefährten: Erschlage mich doch! Jener aber weigerte sich, ihn zu erschlagen. Darauf folgt:134Ib. V. 36.da sprach er zu ihm: Weil du nicht gehorcht hast &c.", "DER PROPHET, DER SEINE EIGENEN WORTE ÜBERTRITT. Beispielsweise der Prophet I͑do, denn es heißt:135Ib. 13,9.denn so ist mir befohlen worden; ferner: 136Ib. V. 18.da sprach er zu ihm: Auch ich bin ein Prophet wie du; ferner:137Ib. V. 19.da kehrte er mit ihm um; und darauf heißt es:138Ib. V. 24.und als er wegging, traf unterwegs ein Löwe auf ihn.", "Ein Jünger rezitierte vor R. Ḥisda: Wer seine Prophezeiung zurückhält, ist zu geißeln. Dieser sprach zu ihm: Wer Datteln aus einem Siebe gegessen hat, sollte gegeißelt werden: wer hat ihn denn gewarnt!? Abajje erwiderte: Seine Kollegen, die Propheten. –", "Woher wissen es diese? Abajje erwiderte: Es heißt:139Am. 3,7.denn Gott der Herr tut nichts, ohne daß er seinen Entschluß geoffenbart hat. – Vielleicht ist er davon abgekommen!? – Wäre er davon abgekommen, so würde er dies allen Propheten mitgeteilt haben. –", "Aber beim [Propheten] Jona war er ja davon140Von der Zerstörung der Stadt Ninve.abgekommen, dennoch war es ihm nicht mitgeteilt worden!? – Zu Jona sagte er von vornherein, Ninve werde umgekehrt werden, er wußte jedoch nicht, ob zum Guten oder zum Bösen141Er hatte das W. ‘umgekehrt’ wörtlich aufgefaßt, die Stadt werde zerstört werden; in Wirklichkeit aber war es bildlich aufzufassen: die Stadt werde Buße tun u. sich in eine gottesfürchtige verwandeln, was später auch eintraf..", "«Wer die Worte der Propheten mißachtet.» Woher wußte er es denn, daß er bestraft werden142Der Übertretende konnte ja nicht von der Echtheit der Prophezeiung überzeugt sein.sollte!? – Wenn jener ein Zeichen gegeben hat. – Aber Mikha143Dessen Fall oben angeführt wird.hatte ja kein Zeichen gegeben, dennoch wurde [sein Gefährte] bestraft!? – Anders ist es, wenn [der Prophet] bewährt ist.", "Wäre dem nicht so, wieso gehorchte Jiçḥaq dem Abraham am Berge Morija, und wieso verließen sie sich am Berge Karmel144Cf. iReg. Kap. 18.auf Elijahu und brachten außerhalb [des Tempels] Opfer dar!? Vielmehr ist es bei einem bewährten [Propheten] anders.", "145Gen. 22,1.Nach diesen Begebenheiten, da versuchte Gott Abraham. Nach welchen?", "R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Jose b. Zimra: Nach den Worten des Satans. Es heißt nämlich:146Ib. 21,8.und der Knabe wuchs heran und wurde entwöhnt &c. Der Satan sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, du hast ihm mit hundert Jahren eine Leibesfrucht geschenkt; von seinem ganzen Festmahle aber hatte er nicht eine Turteltaube und nicht eine junge Taube, um sie dir zu opfern! Er erwiderte ihm: Dies alles tat er ja nur wegen seines Sohnes, und wenn ich zu ihm sagen würde, daß er seinen Sohn für mich schlachte, so tut er es sofort. Hierauf: da versuchte Gott Abraham.", "147Ib. 22,2.Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn. R. Šimo͑n b. Abba sagte: ‘Doch’ ist nichts anderes als eine Art Bitte. Ein Gleichnis: Ein König aus Fleisch und Blut war in viele Kriege verwickelt, der hatte einen Helden, der immer siegte; als ihm nach Tagen wieder ein schwerer Krieg bevorstand, sprach er zu ihm: Ich bitte dich, halte Stand in diesem Kriege, damit man nicht sage, die früheren seien bedeutungslos. Ebenso sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Abraham: Ich habe dich durch viele Versuchungen geprüft, und du hast sie immer bestanden, halte Stand auch bei dieser Versuchung, damit man nicht sage, die früheren seien bedeutungslos.", "Deinen Sohn. – Ich habe zwei Söhne. – Deinen einzigen. – Der eine ist ein einziger seiner Mutter und der andere ist ein einziger seiner Mutter. – Den du lieb hast. – Beide sind mir lieb. – Den Jiçḥaq. – Wozu dies alles? – Um nicht sein Sinnen [durch die Überraschung] zu verwirren.", "Auf dem Wege begegnete ihm der Satan und sprach zu ihm:148Ij. 4,2–5.Wird es dich verdrießen, wenn wir es versuchten, an dich ein Wort zu richten149Diese W.e werden ungefähr wie folgt gedeutet: Weshalb versucht dich Gott durch etwas, was dir Verdruß bereitet; in diesem Sinne auch die folgenden Verse.&c. Du hast selbst viele ermahnt und schlaffe Hände neu gestärkt, den Strauchelnden hielten deine Worte aufrecht &c. Nun trifft es dich, und du verzagst. Jener erwiderte ihm:150Ps. 26,11.Ich aber will in meiner Unschuld wandeln.", "Dieser sprach:151Ij. 4,6.Ist deine Gottesfurcht nicht dein Vertrauen152Wahrscheinl. כסל Dummheit.!? Jener erwiderte:153Ij. 4,7.Bedenke doch, wer kam je schuldlos um. Als er sah, daß er auf ihn nicht hörte, sprach er zu ihm:154Ib. V. 12.Zu mir drang ein verstohlenes Wort; ich hörte (von) hinter dem [himmlischen] Vorhange, daß ein Schaf und nicht Jiçḥaq zum Brandopfer bestimmt sei. Jener erwiderte ihm: Das ist die Strafe des Lügners, selbst wenn er die Wahrheit spricht, glaubt man ihm nicht.", "R. Levi erklärte: Nach den Worten, die Jišma͑él an Jiçḥaq gerichtet hatte. Jišma͑él sprach nämlich zu Jiçḥaq: Ich bin inbetreff der gottgefälligen Handlungen bedeutender als du; du bist mit acht Tagen beschnitten worden, ich aber mit dreizehn Jahren. Er erwiderte ihm: Du neckst mich wegen des einen Gliedes, ich aber würde, wenn der Heilige, gepriesen sei er, mich auffordern sollte, mich für ihn schlachten zu lassen, auch dies tun. Hierauf: da versuchte Gott Abraham.", "Die Rabbanan lehrten: Ein Prophet, der [zum Götzendienste] verleitet, wird durch Steinigung hingerichtet; R. Šimo͑n sagt, durch Erdrosselung.", "Die Verleiter einer abtrünnigen Stadt werden durch Steinigung hingerichtet; R. Šimo͑n sagt, durch Erdrosselung. «Ein Prophet, der verleitet, wird durch Steinigung hingerichtet.» Was ist der Grund der Rabbanan? – Sie folgern es durch [das Wort] verleiten, das auch beim Verführer [zum Götzendienste] gebraucht155Cf. Dt. 17,7 u. ib. V. 11.wird, wie dieser durch Steinigung, ebenso auch jener durch Steinigung. –", "Und R. Šimo͑n!? – Bei jenem heißt es, daß er getötet werde, und überall, wo in der Tora vom Tode ohne nähere Angabe gesprochen wird, ist es die Erdrosselung. –", "«Die Verleiter einer abtrünnigen Stadt werden durch Erdrosselung hingerichtet.» Was ist der Grund der Rabbanan? – Sie folgern es durch [das Wort] verleiten156Cf. Dt. 13,14., das auch beim Verführer, oder auch beim verleitenden Propheten gebraucht wird. –", "Und R. Šimo͑n!? – Er folgert es durch [das Wort] verleiten, das auch beim Propheten gebraucht wird. –", "Sollte er es doch vom Verführer folgern!? – Man folgere hinsichtlich des Verführers einer Menge vom Verführer einer Menge, nicht aber hinsichtlich des Verführers einer Menge vom Verführer eines einzelnen. – Im Gegenteil, man folgere doch hinsichtlich eines Gemeinen von einem Gemeinen, nicht aber hinsichtlich eines Gemeinen von einem Propheten!? –", "R. Šimo͑n [erklärt:] da er Verleiter geworden ist, so gibt es keinen größeren Gemeinen als ihn157Vgl. Bd. VIII S. 729 Anm. 517..", "R. Ḥisda sagte:" ], [ "Ihr Streit besteht nur über den Fall, wenn er das Gesetz vom Götzendienste vollständig verwirft oder es teilweise aufrecht erhält und teilweise verwirft, denn der Allbarmherzige sagt:158Dt. 13,6.vom Weg, auch ein Teil des Weges;", "wenn er aber andere Gesetze vollständig verwirft, so stimmen alle überein, daß er durch Erdrosselung hingerichtet werde, und wenn er andere Gesetze teilweise aufrecht erhält und teilweise verwirft, so stimmen alle überein, daß er frei sei.", "R. Hamnuna wandte ein:158Dt. 13,6.Zu wandeln, das sind die Gebote;158Dt. 13,6.auf diesen, das sind die Verbote. Wieso kann man nun sagen, dies beziehe sich auf den Götzendienst, beim Götzendienste gibt es ja keine Gebote!? R. Ḥisda erwiderte:159Ib. 12,3; dieser Schriftvers bezieht sich auf die Götzenbilder.Ihr sollt zertrümmern.", "R. Hamnuna sagte: Ihr Streit besteht über den Fall, wenn er ein Gesetz vollständig verwirft, einerlei ob das des Götzendienstes oder irgend ein anderes Gesetz, und wenn er das Gesetz des Götzendienstes teilweise erhält und teilweise verwirft, denn der Allbarmherzige sagt: vom Wege, auch ein Teil des Weges;", "wenn er aber andere Gesetze teilweise aufrecht erhält und teilweise verwirft, so stimmen alle überein, daß er frei sei.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand prophetisch auffordert, eia Gesetz aus der Tora zu verwerfen, so ist er schuldig; es teilweise aufrecht zu erhalten und teilweise zu verwerfen, so ist er nach R. Šimo͑n frei. Beim Götzendienste aber ist er, selbst wenn er sagt, daß man ihm heute diene, und morgen abschaffe, nach aller Ansicht schuldig.", "Abajje ist [bei dieser Lehre] der Ansicht R. Ḥisdas und erklärt sie auch wie R. Ḥisda; Raba ist der Ansicht R. Hamnunas und erklärt sie auch wie R. Hamnuna.", "Abajje ist [bei dieser Lehre] der Ansicht R. Ḥisdas und erklärt sie wie R. Ḥisda: Wenn er prophetisch auffordert, ein Gesetz aus der Tora zu verwerfen, so wird er nach aller Ansicht durch Erdrosselung hingerichtet; es teilweise aufrecht zu erhalten und teilweise zu verwerfen, so ist er nach R. Šimo͑n frei, und ebenso nach den Rabbanan; beim Götzendienste aber ist er, auch wenn er sagt, daß man ihm heute diene und morgen abschaffe, schuldig; nach dem einen nach seiner Ansicht160Nach den Rabbanan durch Steinigung u. nach RŠ. durch Erdrosselung. und nach dem anderen nach seiner Ansicht.", "Raba ist der Ansicht R. Hamnunas und erklärt sie wie R. Hamnuna: Wenn jemand prophetisch auffordert, ein Gesetz aus der Tora zu verwerfen, einerlei ob das des Götzendienstes oder irgend ein anderes Gesetz, so ist er schuldig, nach dem einen nach seiner Ansicht und nach dem anderen nach seiner Ansicht. Es teilweise aufrecht zu erhalten und teilweise zu verwerfen, so ist er bei jedem anderen Gesetze nach R. Šimo͑n frei, und ebenso nach den Rabbanan; beim Götzendienste aber ist er, auch wenn er sagt, daß man ihm heute diene und morgen abschaffe, schuldig, nach dem einen nach seiner Ansicht und nach dem anderen nach seiner Ansicht.", "R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: In jedem anderen Falle mußt du, wenn dich ein Prophet die Worte der Tora übertreten heißt, ihm gehorchen, ausgenommen ist der Götzendienst; selbst wenn er dir die Sonne in der Mitte des Himmels stehen läßt, gehorche ihm nicht. Es wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Die Tora ist dem Götzendienste auf den Grund gekommen, daher hat sie dir als Beispiel161Die Ableitung von משל herrschen (Raschi) gibt keinen Sinn; wahrscheinl. ממשל Beispiel, Gleichnis mit Suffix.gesagt: selbst wenn er dir die Sonne in der Mitte des Himmels stehen läßt, gehorche ihm nicht.", "Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Behüte und bewahre, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Sonne wegen derjenigen, die seinen Willen übertreten, stehen lassen würde; vielmehr handelt es sich um einen solchen, wie Hananja, Sohn A͑zurs, der zuerst ein richtiger Prophet und später ein falscher geworden war162Wenn er früher Wunder vollbracht hat..", "UND DIE GEGEN EINE PRIESTERSTOCHTER &C. ÜBERFÜHRTEN FALSCHZEUGEN. Woher dies? R. Aha, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Worauf deuten die Worte:163Dt. 19,19.ihr sollt an ihm tun, wie er an seinem Bruder zu tun gedachte? Bei allen anderen in der Tora genannten [Prozeßfällen] werden die überführten Falschzeugen und die Buhlen gleich ihnen164Den mitangeklagten Frauen.[bestraft],", "bei der Priesterstochter aber wird sie selbst durch Verbrennung hingerichtet, nicht aber ihr Buhle durch Verbrennung; von den überführten Falschzeugen würde ich nicht gewußt haben, ob [ihre Strafe] seiner oder ihrer gleicht, so heißt es: seinem Bruder, der seines Bruders und nicht der seiner Schwester.", "", "iGANZ JISRAÉL HAT EINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST: 1Jes. 60,21.dein Volk besteht aus lauter Gerechten; für immer werden sie das Land in Besitz nehmen; es ist der Sproß meiner Pflanzung, das Werk meiner Hände zur Verherrlichung. FOLGENDE HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT: WER SAGT, DIE AUFERSTEHUNG DER TOTEN BEFINDE SICH NICHT IN DER TORA2Selbst wenn er daran glaubt, jedoch nicht, daß dies in der Tora angedeutet ist., [WER SAGT,] DIE TORA SEI NICHT VOM HIMMEL, UND DER GOTTESLEUGNER3Vgl. Bd. VIII S. 610 Anm. 186..", "R. A͑QIBA SAGT, AUCH WER DIE AUSSENSEITIGEN BÜCHER LIEST, UND WER ÜBER EINE WUNDE FLÜSTERT UND SPRICHT: 4Ex. 16,26.Keine der Krankheiten, die ich über die Miçrijim gebracht, werde ich über dich bringen, denn ich, der Herr, bin dein Arzt. ABBA ŠAÚL SAGT, AUCH WER DEN GOTTESNAMEN BUCHSTÄBLICH AUSSPRICHT.", "iiDREI KÖNIGE UND VIER GEMEINE HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT; DREI KÖNIGE: JEROBEA͑M, AḤÁB UND MENAŠE. R. JEHUDA SAGT, MENAŠE HABE EINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST:5iiChr. 33,13.als er zu ihm betete, ließ, er sich von ihm erbitten; er erhörte sein Flehen und brachte ihn zurück nach Jerušalem in sein Königtum. JENE ENTGEGNETEN IHM: IN SEIN KÖNIGTUM BRACHTE ER IHN ZURÜCK, NICHT ABER IN DAS LEBEN DER ZUKÜNFTIGEN WELT. VIER GEMEINE: BILEA͑M, DOÉG, AḤITOPHEL UND GEḤZI.", "GEMARA. Weshalb dies alles? – Es wird gelehrt: Er leugnet die Auferstehung der Toten, daher soll er keinen Anteil an der Auferstehung der Toten haben, denn jede Handlung des Heiligen, gepriesen sei er, erfolgt mit gleichem Maße.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Woher, daß jede Handlung des Heiligen, gepriesen sei er, mit gleichem Maße erfolgt? – Es heißt:6iiReg. 7,1.Eliša͑ aber sprach: Höret das Wort des Herrn &c. Morgen um diese Zeit wird eine Seá Feinmehl im Tore von Šomron einen Šeqel gelten und zwei Seá Gerste auch einen Šeqel. Ferner: 7Ib. V. 2.da antwortete der Ritter, auf dessen Arm sich der König stützte, dem Manne Gottes also: Und wenn der Herr Fenster am Himmel anbrächte, wie könnte solches geschehen? Er erwiderte: Du sollst es mit eigenen Augen sehen, aber nichts davon genießen." ], [ "Hierauf heißt es: 8Ib. V. 20.und so erging es ihm, denn das Volk zertrat ihn im Tore, sodaß er starb. – Vielleicht hat ihm dies der Fluch Eliša͑s eingebracht, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, sogar der grundlose Fluch eines Gelehrten gehe in Erfüllung!? – Es könnte ja heißen: zertrat ihn, sodaß er starb, wenn es aber heißt: am Tore, so besagt dies: wegen der Angelegenheit des Tores9Das W. שעד ist hier in der talmud. Bedeutung ‘Preis’ zu verstehen: wegen der Angelegenheit des Preises..", "R. Joḥanan sagte: Wo ist die Auferstehung der Toten in der Tora angedeutet? Es heißt:10Num. 18,28.ihr sollt davon die für den Herrn bestimmte Hebe Ahron, dem Priester, übergeben; sollte Ahron denn ewig leben!? Und ist er denn überhaupt ins Land mitgekommen, daß man ihm die Hebe übergeben sollte!? Vielmehr lehrt dies, daß er dereinst leben und Jisraél ihm die Hebe übergeben wird. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora angedeutet.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Ahron, wie Ahron Genosse11Im weiteren Sinne: Gelehrter; diesen Titel führten diejenigen, die die Reinheitsgesetze u. die rituelle Zubereitung der Speisen strengstens beobachteten u. diesbezüglich glaubwürdig waren; cf. Dem. II, 3.war, ebenso auch seinen Kindern, nur wenn sie Genossen sind.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß man einem zum gemeinen Volke12Im Gesetz unkundige Leute, die insbesondere die Reinheitsgesetze nicht beobachteten; cf. Bd. I S. 170 Z. 3ff.gehörenden Priester keine Hebe geben dürfe? Es heißt:13iiChr. 31,4.und er gebot dem Volke, den Bewohnern Jerušalems, den Priestern und den Leviten den ihnen gebührenden Anteil zu liefern, damit sie am Gesetze des Herrn festhalten könnten; wer am Gesetze des Herrn festhält, erhält einen Anteil, wer am Gesetze des Herrn nicht festhält, erhält keinen Anteil.", "R. Aḥa h. Ada sagte im Namen R. Jehudas: Wenn jemand einem zum gemeinen Volke gehörenden Priester die Hebe gibt, so ist es ebenso, als hätte er sie vor einen Löwen geworfen; wie man bei einem Löwen nicht weiß, ob er [sein Opfer] zertreten und sofort essen wird, oder er es zertreten und nicht sofort essen wird, ebenso weiß man bei einem zum gemeinen Volke gehörenden Priester nicht, ob er [die Hebe] in Reinheit essen wird oder in Unreinheit essen wird.", "R. Joḥanan sagte: Er setzt ihn auch dem Tode aus, denn es heißt:14Lev. 22,9.und deshalb sterben, wenn sie es entweihen. In der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob wurde gelehrt: Er lädt ihm auch ein Schuldvergehen auf, denn es heißt:15Ib. V. 16.sie werden ihnen ein Schuldvergehen aufladen, wenn sie ihre heiligen Gaben verzehren.", "Es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Wo ist die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden? Es heißt:16Ex. 6,4.ich habe mit ihnen sogar ein Abkommen getroffen, daß ich ihnen das Land Kenaa͑n geben werde; es heißt nicht euch, sondern ihnen. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora angedeutet.", "Die Saduzäer fragten R. Gamliél: Woher ist zu entnehmen, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Toten beleben wird? Dieser erwiderte ihnen: Aus der Tora, aus den Propheten und aus den Hagiographen. Sie erkannten es aber nicht an.", "Aus der Tora, denn es heißt:17Dt. 31,16.da sprach der Herr zu Moše: Du wirst dich bald nun zu deinen Vorfahren legen und aufstehen. Jene entgegneten ihm: Vielleicht [lese man:] und aufstehen18Das W. וקם kann sowohl dem vorangehenden als auch dem folgenden Satze angeschlossen werden; cf. Jom. Fol. 52a.wird dieses Volk und sich abwenden.", "Aus den Propheten, denn es heißt:19Jes. 26,19.deine Toten werden wieder lebendig werden, meine Leichen werden auferstehen. Erwachet und jauchzet, die ihr im Staube liegt, denn ein Tau des Lichtes ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten [ans Licht] bringen. – Vielleicht sind hier die Toten gemeint, die Jeḥezqel belebt20Cf. infra Fol. 92b.hatte.", "Aus den Hagiographen, denn es heißt:21Cant. 7,10.und dein Gaumen wie der beste Wein, der meinem Geliebten glatt herunterfließt; er läßt murmeln die Lippen der Schlafenden. – Vielleicht aber ist nur ein Bewegen der Lippen zu verstehen. Dies nach R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Wenn man eine Halakha im Namen [eines Toten] in dieser Welt spricht, so murmeln seine Lippen im Grabe, denn es heißt: er läßt murmeln die Lippen der Schlafenden.", "Bis er ihnen folgenden Schriftvers anführte:22Dt. 11,9.Bezüglich dessen der Herr euren Vätern geschworen hat, es ihnen zu geben; es heißt nicht euch, sondern ihnen. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden.", "Manche sagen, er habe ihnen folgenden Schriftvers angeführt: 23Ib. 4,4.Ihr aber, die ihr treulich an dem Herrn, eurem Gott, festhieltet, seid heute noch alle am Leben, wie ihr heute alle am Lehen seid, ebenso werdet ihr in der zukünftigen Welt am Leben sein.", "Die Römer fragten R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Toten beleben wird, und daß er weiß, was später geschehen wird? Da deutete er ihnen beides aus dem folgenden Schriftverse: Es heißt: Und der Herr sprach zu Moše: Du wirst dich bald nun zu deinen Vorfahren legen und aufstehen, und es wird dieses Volk sich abwenden. –", "Vielleicht [lese man:] und aufstehen wird dieses Volk und sich abwenden!? Er erwiderte ihnen: Immerhin habt ihr die Hälfte, daß er nämlich weiß, was später geschehen wird. Ebenso wird auch gelehrt: R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Toten beleben wird, und daß er weiß, was später geschehen wird? Es heißt: du wirst dich bald nun zu deinen Vorfahren legen und aufstehen &c.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. R. Jose erzählte: Durch das Folgende habe ich die Bücher der Samaritaner, welche sagen, die Auferstehung der Toten sei nicht in der Tora zu finden, als gefälscht24Vgl. Bd. VI S. 114 Anm. 69.nachgewiesen. Ich sprach zu ihnen: Ihr habt eure Tora gefälscht25Der samaritanische Pentateuchcodex (sowohl der Urtext als auch die Übersetzung) hat im angezogenen Verse (Dt. 11,9), לתת לזרעם (bezw. למתן לזרעון, es ihren Kindern zu geben), das W. להם ו fehlt.ohne dadurch etwas gewonnen zu haben. Ihr sagt, die Auferstehung der Toten sei nicht in der Tora zu finden, es heißt ja:26Num. 15,31.vertilgt, ja vertilgt soll diese Seele werden, ihre Sünde haftet an ihr; vertilgt, ja vertilgt, auf dieser Welt; ihre Sünde haftet an ihr, wann? Doch wohl in der zukünftigen Welt.", "H. Papa sprach zu Abajje: Sollte er ihnen doch beides aus [den Worten] vertilgt, ja vertilgt gedeutet haben!? – Die Tora gebraucht die gewöhnliche Redewendung der Menschen27Die Wiederholung des Infinitivs hat keine exegetische Bedeutung..", "[Hierüber streiten] folgende Tannaím: Vertilgt, ja vertilgt; vertilgt, auf dieser Welt, ja vertilgten der zukünftigen Welt – so R. A͑qiba. R. Jišma͑él sprach zu ihm: Es heißt ja bereits:28Num. 15,30.dem Herrn fluchte er, er soll weggetilgt werden, gibt es denn drei Welten!? Vielmehr, soll weggetilgt werden, auf dieser Welt; vertilgt, in der zukünftigen Welt; ja vertilgt, die Tora gebraucht die gewöhnliche Redeweise der Menschen. –", "Wofür verwenden sowohl R. Jišma͑él als auch R. A͑qiba [die Worte:] ihre Sünde haftet an ihr!? – Für folgende Lehre: Man könnte glauben, selbst wenn er Buße getan hat, so heißt es: ihre Sünde haftet an ihr; ich sage es nur von dem Falle, wenn ihre Sünde ihr anhaftet.", "Die Königin Kleopatra sprach zu R. Meír: Ich weiß, daß die Toten auferstehen werden, denn es heißt:29Ps. 72,16.sie werden aus der Stadt hervorblühen wie die Pflanzen aus der Erde; werden sie aber nackt auferstehen oder mit den Gewändern30Viell. tropisch: mit den Körpern.? Er erwiderte ihr: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von einem Weizenkorn, zu folgern: wenn ein Weizenkorn, das nackt begraben wird, in viele Gewänder gehüllt hervorkommt, um wieviel mehr die Frommen, die in ihren Gewändern begraben werden.", "Der Kaiser sprach zu R. Gamliél: Ihr sagt, daß die Toten lebendig werden; sie werden ja in Staub verwandelt: kann denn Staub leben!?" ], [ "Da sprach seine Tochter zu ihm: Laß du ihn, ich will ihm antworten: Wir haben zwei Töpfer in unserer Stadt, einer fertigt [Gefäße] aus Wasser und einer fertigt sie aus Ton; wer von ihnen ist lobenswerter31Dh. wer von beiden vollbringt eine größere Kunstfertigkeit.? Dieser erwiderte: Derjenige, der sie aus Wasser fertigt. Sie entgegnete: Wenn er32Gott; wenn er einen Menschen aus einem Samentropfen erschaffen kann, um wieviel mehr aus Staub.[Menschen] aus Wasser erschafft, um wieviel mehr aus Ton.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von einem Glasgefäße, zu folgern: wenn ein Glasgefäß, das durch den Hauch33Im Texte רוח Geist, Wind: durch das Blasen.eines [Menschen aus] Fleisch und Blut gefertigt wurde, wenn es zerbricht, wieder hergestellt werden kann, um wieviel mehr [ein Mensch aus] Fleisch und Blut, der durch den Hauch33Im Texte רוח Geist, Wind: durch das Blasen.des Heiligen, gepriesen sei er, erschaffen wurde.", "Einst sprach ein Minäer zu R. Ami: Ihr sagt, daß die Toten lebendig werden: sie werden ja in Staub verwandelt: kann denn Staub leben!? Dieser erwiderte: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Einst befahl ein König aus Fleisch und Blut seinen Dienern, ihm große Paläste auf einem Platze zu bauen, wo weder Wasser noch Erde vorhanden ist. Sie gingen hin und bauten sie, aber nach einigen Tagen fielen sie wieder zusammen. Hierauf befahl er ihnen, sie abermals auf einen Platz zu bauen, wo Erde und Wasser vorhanden sind. Diese erwiderten ihm: Wir können es nicht.", "Da zürnte er ihnen, indem er zu ihnen sprach: Ihr habt auf einem Platze gebaut, wo weder Wasser noch Erde vorhanden war, um wieviel mehr werdet ihr es da können, wo Wasser und Erde vorhanden sind. Wenn du dies nicht glaubst, so gehe in das Tal und betrachte die Maus, die heute zur Hälfte Fleisch und zur Hälfte Erde ist, morgen aber entwickelt sie sich und ist ganz und gar Fleisch. Vielleicht glaubst du, solches geschehe erst nach langer Zeit, so steige auf einen Berg und beobachte: heute siehst du da nicht34So nach der Lesart des A͑rukh.eine Schnecke, morgen aber regnet es, und er ist voll Schnecken.", "Einst sprach ein Minäer zu Gebiha b. Pesisa: O über euch, ihr Schuldbeladenen, die ihr sagt, die Toten werden lebendig; wenn sogar die Lebenden sterben, wie sollten die Verstorbenen lebendig werden!? Dieser erwiderte ihm: O über euch, ihr Schuldbeladenen, die ihr sagt, die Toten werden nicht lebendig; wenn sogar, die noch nicht waren, leben, um wieviel mehr, die bereits waren. Jener sprach: Du nennst mich Schuldbeladenen, wenn ich dir einen Fußtritt versetze, schlage ich dir deinen Buckel gerade. Dieser erwiderte: Tust du dies, so bist du ein guter Arzt und erhältst eine große Belohnung.", "Die Rabbanan lehrten: Am vierundzwanzigsten Nisan wurden die Zollpächter aus Judäa und Jerušalem entfernt. Einst kamen nämlich die Einwohner von Afrika35Wahrscheinl. ’Ιβηϱίϰη, die kaukasischen Iberier od. Georgier.und führten einen Streit mit den Jisraéliten vor Alexander dem Mazedonier, indem sie sagten, das Land Kenaa͑n gehöre ihnen, denn es heißt:36Num. 34,2.das Land Kenaa͑n in seiner Ausdehnung; Kenaa͑n war nämlich der Stammvater von jenen Leuten.", "Da sprach Gebiha b. Pesisa zu den Weisen: Erlaubt es mir, und ich will gehen und mit ihnen den Streit vor Alexander dem Mazedonier führen; besiegen sie mich, so saget: ihr habt nur einen Gemeinen unter uns besiegt, und besiege ich sie, so saget: die Tora Mošes hat euch besiegt. Da erlaubten sie es ihm, und er ging und führte den Streit mit ihnen.", "Er sprach zu ihnen: Woher wollt ihr dies beweisen? Sie erwiderten ihm: Aus der Tora. Er entgegnete ihnen: Auch ich will euch nur mit einem Beweise aus der Tora erwidern. Es heißt:37Gen. 9,25.verflucht sei Kenaa͑n, als niedrigster Sklave soll er seinen Brüdern dienen. Wem gehört, wenn ein Sklave Güter erwirbt, der Sklave und wem gehören die Güter? Und noch mehr, ihr habt uns seit vielen Jahren nicht gedient.", "Hierauf sprach der König Alexander zu ihnen: Gebt ihnen Antwort. Sie sprachen zu ihm: Gewähre uns eine Frist von drei Tagen. Da gewährte er ihnen diese Frist. Nachdem sie aber nach einer Antwort gesucht und keine gefunden hatten, liefen sie fort und ließen ihre Felder bebaut und ihre Weinberge bepflanzt zurück. Jenes Jahr war gerade ein Siebentjähr38In dem die Felder nicht bestellt werden durften..", "Wiederum ereignete es sich einst, daß die Einwohner von Miçrajim kamen und einen Streit mit den Jisraéliten vor Alexander dem Mazedonier führten, indem sie zu ihnen sagten: Es heißt:39Ex. 12,36.und der Herr hatte den Leuten bei den Miçrijim Gunst verschafft, sodaß sie ihnen liehen. Gebt uns nun das Silber und das Gold zurück, das ihr von uns genommen habt.", "Da sprach Gebiha b. Pesisa zu den Weisen: Erlaubt es mir, und ich will gehen und mit ihnen den Streit vor Alexander [dem Mazedonier] führen; besiegen sie mich, so saget: ihr habt nur einen Gemeinen unter uns besiegt, und besiege ich sie, so saget, die Tora unseres: Meisters Moše hat euch besiegt. Da erlaubten sie es ihm, und er ging und führte den Streit mit ihnen.", "Er sprach zu ihnen: Woher wollt ihr dies beweisen? Sie erwiderten ihm: Aus der Tora. Er entgegnete ihnen: Auch ich will euch nur mit einem Beweise aus der Tora erwidern. Es heißt:40Ib. V. 40.und der Aufenthalt der Kinder Jisraél in Miçrajim betrug vierhundertunddreißig Jahre. Bezahlet uns nun den Arbeitslohn für sechzig Myriaden [Menschen], die ihr vierhundertunddreißig Jahre in Miçrajim zur Knechtschaft angehalten habt.", "Hierauf sprach Alexander der Mazedonier zu ihnen: Gebt ihnen Antwort. Sie sprachen zu ihm: Gewähre uns eine Frist von drei Tagen. Da gewährte er ihnen diese Frist. Nachdem sie aber nach einer Antwort gesucht und keine gefunden hatten, ließen sie ihre Felder bebaut und ihre Weinberge bepflanzt zurück und liefen fort. Jenes Jahr war gerade ein Siebentjahr.", "Wiederum ereignete es sich einst, daß die Nachkommen von Jišma͑él und Qeṭura41Des Kebsweibes Abrahams; cf. Gen. 25,1.kamen und einen Streit mit den Jisraéliten vor Alexander dem Mazedonier führten, indem sie zu ihnen sagten: Das Land Kenaa͑n gehört uns und euch, denn es heißt:42Gen. 25,12.das sind die Nachkommen Jišma͑éls, des Sohnes Abrahams, und ferner heißt es:43Ib. V. 19.das sind die Nachkommen Jiçḥaqs, des Sohnes Abrahams.", "Da sprach Gebiha b. Pesisa zu den Weisen: Erlaubt es mir, und ich will gehen und mit ihnen den Streit vor Alexander dem Mazedonier führen; besiegen sie mich, so saget: ihr habt nur einen Gemeinen unter uns besiegt, und besiege ich sie, so saget: die Tora unseres Meisters Moše hat euch besiegt. Da erlaubten sie es ihm, und er ging und führte den Streit mit ihnen.", "Er sprach zu ihnen: Woher wollt ihr dies beweisen? Sie erwiderten ihm: Aus der Tora. Er entgegnete ihnen: Auch ich will euch nur mit einem Beweise aus der Tora erwidern. Es heißt:44Ib. VV. 5,6.Abraham übergab all seine Habe dem Jiçḥaq, aber den Söhnen der Kebsweiber, die Abraham hatte, gab Abraham Geschenke. Wenn nun ein Vater bei Lebzeiten unter seine Kinder Legate verteilt und den einen vom anderen fortschickt, haben sie dann irgend welche Ansprüche an einander!? – Welche Geschenke waren es? R. Jirmeja b. Abba erwiderte: Er übergab ihnen die Namen der Unreinheit45Zauberei; wahrscheinl. die Namen der Dämonen..", "Antoninus sprach zu Rabbi: Körper und Seele können sich ja beide von der Strafe befreien, indem der Körper sagen kann, die Seele habe gesündigt, denn seitdem sie von ihm fort ist, liegt er ja wie ein Stein im Grabe, und die Seele sagen kann, der Körper habe gesündigt, denn seitdem sie von ihm fort ist, schwebt sie ja wie ein Vogel in der Luft umher. Dieser erwiderte ihm: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Einst hatte ein König aus Fleisch und Blut" ], [ "schöne Früchte in seinem Obstgarten, in dem er zwei Wächter angestellt hatte, einen lahmen und einen blinden. Da sprach der Lahme zum Blinden: Ich sehe schöne Frühfrüchte im Garten; komm, laß mich auf dir reiten, und wir holen sie uns und essen. Hierauf setzte sich der Lahme auf den Blinden, und sie holten sie und aßen.", "Nach Verlauf von Tagen kam der Eigentümer des Obstgartens und fragte sie, wo denn die schönen Frühfrüchte hingekommen seien. Der Lahme erwiderte: Habe ich denn Füße, um gehen zu können? Der Blinde erwiderte: Habe ich denn Augen, um sehen zu können? Was tat er nun? Er setzte den Lahmen auf den Blinden und bestrafte sie zusammen.", "Ebenso verfährt auch der Heilige, gepriesen sei er; er holt die Seele und bringt sie in den Körper, sodann bestraft er sie zusammen, wie es heißt:46Ps. 50,4.er ruft den Himmel droben und die Erde, um mit seinem Volke zu rechten; er ruft den Himmel droben, das ist die Seele, und die Erde, um mit seinem Volke zu rechten, das ist der Körper.", "Antoninus fragte Rabbi: Weshalb geht die Sonne im Osten auf und im Westen unter? Dieser sprach: Verhielte es sich umgekehrt, so würdest du dasselbe gefragt haben. Jener entgegnete: Folgendes frage ich dich: weshalb geht sie im Westen unter47Sie sollte die Erde umkreisen u. zurück nach dem Osten umkehren.?", "Dieser erwiderte: Um ihren Schöpfer zu begrüßen48Die Göttlichkeit weilt im Westen; in dieser Richtung befand sich das Allerheiligste im Tempel., denn es heißt:49Neh. 9,6.das Heer des Himmels verneigt sich vor dir. Jener fragte: Sollte sie doch bis zur Hälfte des Himmels herankommen, ihren Gruß entbieten und sich dann zurückziehen50Im Zenith verschwinden.!? – Wegen der Tagelöhner und der Reisenden51Sie würden plötzlich von der Finsternis überrascht werden..", "Ferner fragte Antoninus Rabbi: Wann kommt die Seele in den Menschen, beim Bedenken52Dh. bei der Konzeption, wo die Erschaffung des Menschen von Gott ‘bedacht’ wird (cf. Gen. 21,1; iSam. 2,21).oder bei der Bildung [des Embryos]? Dieser erwiderte: Bei der Bildung. Jener entgegnete: Ist es denn möglich, daß ein Stück Fleisch ungesalzen drei Tage ohne übelriechend zu werden sich hält!? Vielmehr, beim Bedenken. Rabbi sagte: Dies lehrte mich Antoninus, und ein Schriftvers unterstützt ihn, denn es heißt:53Ij. 10,12.dein Gedenken bewahrte meinen Geist.", "Ferner fragte Antoninus Rabbi: Seit wann herrscht der böse Trieb im Menschen, seit seiner Bildung oder seit seiner Ankunft54Dh. bei seiner Geburt.? Dieser erwiderte: Seit seiner Bildung. – Demnach artet er schon im Leibe seiner Mutter aus und kommt dann heraus!? Vielmehr, seit seiner Ankunft. Rabbi sagte: Dies lehrte mich Antoninus, und ein Schriftvers unterstützt ihn, denn es heißt:55Gen. 4,7.vor der Tür lauert die Sünde.", "Reš Laqiš wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:56Jer. 31,17.unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Wöchnerinnen zusammen, dagegen heißt es:57Jes. 35,6.dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird jauchzen; denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Fluten58So auch in mancher Bibelhandschrift; die kursierenden Ausgaben haben mit dem masor. Texte: Bäche.in der Steppe. Wie ist dies nun zu erklären? Sie werden mit ihren Gebrechen auferstehen und genesen.", "U͑la wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:59Jes. 25,8.vernichten wird er den Tod auf immer und Gott, der Herr, wird die Tränen von allen Gesichtern abwischen, dagegen heißt es:60Ib. 65,20.als Hundertjährige werden die Jünglinge sterben; nicht soll es dort einen Säugling geben!? Das ist kein Widerspruch; eines gilt von den Jisraéliten, und eines gilt von den weltlichen Völkern. – Was sollen da die weltlichen Völker!? – Diejenigen, von denen es heißt:61Ib. 5.Fremde werden eure Herden weiden, und Fremdlinge werden eure Ackerleute und eure Winzer sein.", "R. Ḥisda wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:62Ib. 24,23.der Mond wird sich schämen und die Sonne zu schänden werden, denn der Herr der Heerscharen wird König sein, dagegen heißt es:63Ib. 30,26.das Licht des Mondes wird dem Lichte der Sonne gleichen und das Licht der Sonne wird siebenfach sein, wie das Licht der sieben Tage!? Das ist kein Widerspruch; eines gilt von den messianischen Tagen und eines gilt von der zukünftigen Welt. –", "Nach Šemuél aber, welcher sagt, zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen gebe es keinen anderen Unterschied als die Knechtschaft der Regierung!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt vom Lager der Frommen, und eines gilt vom Lager der Göttlichkeit64Diese wird die Sonne in den Schatten stellen..", "Raba wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:65Dt. 32,39.ich töte und mache lebendig, und es heißt:65Dt. 32,39.ich verwunde und schaffe Heilung!? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: zuerst belebe ich, die ich getötet habe, nachher66Wie oben erklärt wird: die Auferstehung mit den Gebrechen u. die Heilung nachher.heile ich, die ich verwundet habe.", "Die Rabbanan lehrten: Ich töte und mache lebendig; man könnte glauben, er töte den einen und mache den anderen lebendig, wie es gewöhnlich in der Welt zugeht, so heißt es: ich verwunde und schaffe Heilung; wie die Verwundung und die Heilung an derselben Person erfolgt, ebenso erfolgt auch die Tötung und die Belebung an derselben Person. Hieraus entnehme man eine Erwiderung gegen diejenigen, welche sagen, die Auferstehung der Toten sei nicht in der Tora zu finden.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wo ist die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden? Es heißt:67Ex. 15,1.damals wird68So nach der t.schen wörtl. Übersetzung, da hier das Imperfekt gebraucht wird.Moše mit den Jisraéliten folgendes Lied dem Herrn singen; es heißt nicht sang, sondern wird singen. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden. Ebenso heißt es:69Jos. 8,30.damals wird68So nach der t.schen wörtl. Übersetzung, da hier das Imperfekt gebraucht wird.Jehošua͑ dem Herrn einen Altar bauen; es heißt nicht baute, sondern wird bauen. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden. –", "Es heißt ja aber auch: 70iReg. 11,7.damals wird Šelomo dem Kemoš, dem Scheusale der Moabiter, eine Anhöhe errichten; ist etwa auch hier zu erklären, er werde errichten!? – Vielmehr, die Schrift rechnete es ihm an, als hätte er sie errichtet71Während er es in Wirklichkeit nicht getan hatte..", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wo ist die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden? Es heißt: 72Ps. 84,5.Heil denen, die in deinem Hause weilen, immerwährend werden sie dich preisen. Sela; es heißt nicht: sie priesen dich, sondern: sie werden dich preisen. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wer [dem Herrn] in dieser Welt einen Lobgesang anstimmt, dem ist es beschieden, dies auch in der zukünftigen Welt zu tun, denn es heißt: Heil denen, die in deinem Hause weilen, immerwährend werden sie dich preisen.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wo ist die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden? Es heißt:73Jes. 52,8.die Stimme deiner Späher, sie erheben ihre Stimme, gemeinsam werden sie jauchzen &c.; es heißt nicht sie jauchzen, sondern sie werden jauchzen. Hier ist also die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden. Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Dereinst werden alle Propheten gemeinsam ein Lied anstimmen, denn es heißt: die Stimme deiner Späher, sie erheben ihre Stimme, gemeinsam werden sie jauchzen.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand einem Schüler eine Halakha vorenthält, so ist es ebenso, als hätte er ihm das Erbe seiner Väter geraubt, denn es heißt:74Dt. 33,4.ein Gesetz verordnete uns Moše, zum Erbbesitze für die Gemeinde Ja͑qobs; sie ist seit den sechs Schöpfungstagen ein Erbbesitz für ganz Jisraél. R. Ḥana b. Bizna sagte im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Wenn jemand einem Schüler eine Halakha vorenthält, so verfluchen ihn sogar die Geburten im Leibe ihrer Mutter, denn es heißt:75Pr. 11,26.wer Getreide zurückhält,\n" ], [ "den verwünscht das Volk. Unter ‘Volk’ sind die Geburten zu verstehen, denn es heißt:76Gen. 25,23.ein Volksstamm wird dem anderen überlegen sein77Dies wurde von den Kindern der Ribqa gesagt, als sie sich noch im Leibe ihrer Mutter befunden hatten.. Unter ‘verwünschen’ ist verfluchen zu verstehen, denn es heißt: 78Num. 23,8.wie soll ich verwünschen, den Gott nicht verwünscht79In beiden Schriftversen wird die Wurzel נקב gebraucht.. Unter ‘Getreide’80Hebr. בר; der Doppelsinn der hier behandelten Wörter ist natürl, nur im Texte verständlich. ist die Tora zu verstehen, denn es heißt:81Ps. 2,12.rüstet euch mit Lauterkeit80Hebr. בר; der Doppelsinn der hier behandelten Wörter ist natürl, nur im Texte verständlich., damit er nicht zürne.", "U͑la b. Jišmaél sagte: Sie durchlochen ihn wie ein Sieb, denn hier heißt es: den verwünscht das Volk und dort83iiReg. 12,10.heißt es: und bohrte84Das W. נקב hat mehrere Bedeutungen: nennen, fluchen, durchbohren (cf. supra Fol. 56a); das W. יקבהו im angez. Verse wird nach der letzten Bedeutung erklärt.ein Loch in die Tür. Abajje sagte: Wie ein Wäscherkorb. –", "Welche Belohnung erhält er, wenn er ihn wohl lehrt? Raba erwiderte: Ihm sind Segen beschieden, wie Joseph. Es heißt nämlich:85Pr. 11,26.und Segen kommt über das Haupt des Getreide‐Verkäufers, und unter ‘Getreide‐Verkäufer’ ist Joseph zu verstehen, denn es heißt:86Gen. 42,6.und Joseph, der Machthaber war im Lande, verkaufte aller Welt Getreide.", "R. Šešeth sagte: Wer das Gesetz auf dieser Welt lehrt, dem ist es beschieden, es auch in der zukünftigen Welt zu lehren, denn es heißt:87Pr. 11,25.wer reichlich tränkt, wird auch tränken88So nach der Auslegung des T.; מרוה u. יורה können auch von ירה lehren abgeleitet sein..", "Raba sagte: Wo ist die Auferstehung der Toten in der Tora zu finden? Es heißt:89Dt. 33,6.es lebe Reúben und sterbe nicht; es lebe Reúben, auf dieser Welt, und sterbe nicht, in der zukünftigen Welt. Rabina sagte: Hieraus: 90Dan. 12,2.und viele von denen, die im Erdenstaube schlafen, werden erwachen, die einen zu ewigem Leben, die anderen zur Schmach und zu ewigem Abscheu. R. Aši sagte: Hieraus:91Ib. V. 13.du aber gehe hin, dem Ende entgegen; du sollst ruhen und auferstehen, um dein Los zu empfangen am Ende der Tage.", "R. Elea͑zar sagte: Wenn ein Gemeindeverwalter die Gemeinde in Sanftmut leitet, so ist es ihm beschieden, sie auch in der zukünftigen Welt zu leiten, denn es heißt:92Jes. 49,10.denn ihr Erbarmer wird sie führen und an Wasserquellen behutsam geleiten.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Groß ist die Einsicht, daß sie zwischen zwei Gottesnamen gesetzt wurde, denn es heißt:93iSam. 2,3.Ein Gott [der] Einsicht [ist der] Herr.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Groß ist das Heiligtum, daß es zwischen zwei Gottesnamen gesetzt wurde, denn es heißt:94Ex. 15,17.das hast du errichtet, Herr, [das] Heiligtum, Herr, haben deine Hände bereitet. R. Ada aus Qorḥina wandte ein: Demnach ist auch die Rache groß, da sie ebenfalls zwischen zwei Gottesnamen gesetzt wurde, denn es heißt:95Ps. 94,1.ein Gott [der] Rache [ist der] Herr, als Gott der Rache erschien er!?", "Dieser erwiderte: Erforderlichenfalls ist sie es auch. Dies nach U͑la; denn U͑la sagte: Worauf deuten die beiden ‘Erscheinungen’96Im angezogenen Schriftverse kommt allerdings nur das W. ‘Rache’ 2mal vor, jed. bezieht sich das W. ‘erschien’ auf beide.? Eine auf die Eigenschaft der Güte und eine auf die Eigenschaft der Strafe.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn ein Mensch Einsicht besitzt, so ist es ebenso, als würde das Heiligtum in seinen Tagen erbaut worden sein, denn das eine97Das W. Heiligtum u. das W. Einsicht.wurde zwischen zwei Gottesnamen gesetzt und das andere97Das W. Heiligtum u. das W. Einsicht.wurde ebenfalls zwischen zwei Gottesnamen gesetzt.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Mensch, der Einsicht besitzt, wird endlich reich, denn es heißt:98Pr. 24,4.durch Einsicht werden die Kammern gefüllt mit allerlei kostbarer und lieblicher Habe.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn ein Mensch keine Einsicht besitzt, so ist es verboten sich seiner zu erbarmen, denn es heißt:99Jes. 27,11.denn es ist ein Volk ohne Einsicht, deshalb erbarmt sich sein Schöpfer seiner nicht und sein Urheber begnadigt es nicht.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wer sein Brot an einen verabreicht, der keine Einsicht besitzt, über den kommen Leiden, denn es heißt:100Ob. 1,7.die dein Brot essen, legen dir Fangnetze [mazor] unter, keine Einsicht ist in ihm, und unter mazor sind Leiden zu verstehen, denn es heißt:101Hos. 5,13.Ephrajim sah seine Krankheit und Jehuda merkte sein Leiden [mazoro].", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Mensch, der keine Einsicht besitzt, wandert endlich in die Verbannung, denn es heißt:102Jes. 5,13.mein Volk wird unversehens103Nach t.scher Deutung: ohne Einsicht.in die Verbannung wandern.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Haus, in dem man nachts keine Worte der Tora hört, wird vom Feuer verzehrt, denn es heißt:104Ij. 20,26.im tiefsten Dunkel sind seine Schätze105Dh. in der Dunkelheit der Nacht bleiben die Schätze der Tora verborgen.versteckt, ein Feuer, das nicht angefacht ward, verzehrt ihn; es weidet ab das Übrigbleibende in seinem Zelte; unter ‘Übrigbleibende’ sind die Schriftgelehrten zu verstehen, denn es heißt: 106Jo. 3,5.und die Übrigbleibenden, die der Herr beruft.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wer nicht die Schriftgelehrten von seinen Gütern genießen läßt, sieht nie ein Zeichen des Segens, denn es heißt: 107Ij. 20,21.kein Übriggebliebenes bei seinem Essen, darum hat sein Glück keinen Bestand; unter ‘Übriggebliebenes’ sind die Schriftgelehrten zu verstehen, denn es heißt: und die Übrigbleibenden, die der Herr beruft.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wer kein Brot auf seinem Tische zurückläßt, sieht nie ein Zeichen des Segens, denn es heißt: kein Übriggebliebenes bei seinem Essen, darum hat sein Glück keinen Bestand. –", "R. Elea͑zar sagte ja aber, wenn jemand Brocken auf seinem Tische zurückläßt, sei es ebenso, als hätte er Götzen gedient, denn es heißt:108Jes. 65,11.die ihr dem Glücksgott einen Tisch zurichtet und dem Verhängnisse Mischtrank einschenkt!? – Dies ist kein Einwand; eines, wenn darunter ein ganzes [Brot] ist, und eines, wenn darunter kein ganzes ist109Wenn man nach dem Essen ein ganzes Brot auf den Tisch legt, so gilt dies als heidnischer Brauch..", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn jemand sein Wort wechselt, so ist es ebenso, als diene er Götzen, denn hierbei110Gen. 27,12; wo Jâqob seinem Vater eine Unwahrheit sagen sollte.heißt es: ich erscheine dann in seinen Augen wie einer, der [mit ihm] Spott treibt, und dort111Jer. 10,15.heißt es: eitel sind sie, ein Spottwerk.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Wer die Scham betrachtet, dessen Glied112קשתו, entweder קשת Bogen, Benennung des männl. Glieds, od. v. קשה hart, steif, die Erektion des Gliedes.wird impotent, denn es heißt:113Hab. 3,9.bloß114עריה gl. ערוה, Scham.und blank ist dein Bogen.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Bleibe im Dunkeln115Dh. sei stets bescheiden., so wirst du leben. R. Zera sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: In einem dunklen Hause breche man keine Fenster auf, um den Aussatz zu besichtigen. Schließe hieraus.", "R. Ṭabi sagte im Namen R. Jošijas: Es heißt:116Pr. 30,16.das Grab, der verschlossene Mutterschoß, die Erde, die des Wassers nie satt wird. In welchem Zusammenhange steht das Grab mit dem Mutterschoße? Dies besagt dir: wie der Mutterschoß aufnimmt und zurückgibt, ebenso nimmt auch das Grab auf und gibt zurück.", "Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Mutterschoß, der im Stillen aufnimmt, unter Lärmen zurückgibt, um wieviel mehr wird das Grab, das unter Lärmen aufnimmt, unter Lärmen zurückgeben. Hieraus entnehme man eine Erwiderung gegen diejenigen, welche sagen, die Auferstehung der Toten sei nicht in der Tora zu finden.", "In der Schule Elijahus wurde gelehrt: Die Frommen, die der Heilige, gepriesen sei er, dereinst beleben wird, werden nicht mehr zu ihrem Staube zurückkehren, denn es heißt:117Jes. 4,3.und die in Çijon überleben und in Jerušalem übrig bleiben, sollen heilig heißen; alle, die zum Leben in Jerušalem eingetragen sind; wie das Heilige ewig besteht, ebenso werden sie ewig bestehen." ], [ "Wenn du aber fragst, was denn die Frommen machen werden während der Jahre, in denen der Heilige, gepriesen sei er, seine Welt erneuern wird, wie es heißt:118Jes. 2,11.und der Herr allein wird an jenem Tage erhaben sein? Der Heilige, gepriesen sei er, wird ihnen Flügel machen, gleich den Adlern, und sie werden über dem Wasser schweben, denn es heißt:119Ps. 46,3.darum fürchten wir uns nicht, wenn sich die Erde verwandelt, wenn die Berge mitten im Meere wanken. Vielleicht glaubst du, dies werde für sie eine Qual sein, so heißt es:120Jes. 48,31.die auf den Herrn hoffen, gewinnen neue Kraft, sie erheben ihre Schwingen wie die Adler, sie laufen und werden nicht matt, sie gehen und werden nicht müde. –", "Sollte man doch von den Toten folgern, die Jeḥezqel belebt121Cf. Ez. Kap. 37; diese starben später. hatte!? – Er ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, es sei in Wirklichkeit nur eine Dichtung.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die Toten, die Jeḥezqel belebt hatte, stellten sich auf ihre Füße, stimmten ein Lied an und starben. Welches Lied stimmten sie an? – Der Herr tötet in Gerechtigkeit und belebt in Erbarmen. R. Jehošua͑ sagte: Sie stimmten folgendes Lied an:122iSam. 2,6.Der Herr tötet und macht lebendig, er stürzt in die Unterwelt und führt herauf.", "R. Jehuda sagte: Dies ist eine wirkliche Dichtung. R. Neḥemja sprach zu ihm: Wenn wirklich, wieso eine Dichtung, wenn eine Dichtung, wieso wirklich!? – Vielmehr, in Wirklichkeit ist es eine Dichtung. R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Die Toten, die Jeḥezqel belebt hatte, gingen nach dem Jisraéllande, nahmen da Frauen und zeugten Söhne und Töchter. R. Jehuda b. Bethera stellte sich (auf seine Füße) hin und sprach: Ich bin von ihren Enkelkindern, und das sind die Tephillin, die mir mein Großvater von ihnen hinterlassen hat.", "Wer waren die Toten, die Jeḥezqel belebt hatte?", "Rabh erwiderte: Es waren die Nachkommen Ephrajims, die das Ende [des Exils]123Der Jisraéliten in Ägypten.berechnet und sich geirrt hatten. Es heißt nämlich:124iChr. 7,20,21.Die Söhne Ephrajims waren: Šuthelaḥ, dessen Sohn war Bered, dessen Sohn Taḥath, dessen Sohn Elea͑da, dessen Sohn Taḥath, dessen Sohn Zabad, dessen Sohn Šuthelaḥ und E͑zer und Elea͑zar125Der masor. Text hat Elea͑d.; und die Männer von Gath, die im Lande geboren waren, töteten sie &c. Ferner heißt es:126iChr. 7,22.da trauerte ihr Stammvater Ephrajim lange Zeit, und seine Brüder kamen, ihn zu trösten.", "Šemuél erklärte: Es waren Leute, die die Auferstehung der Toten leugneten, denn es heißt:127Ez. 37,11.da sprach er zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Jisraél; sie sprechen. Verdorrt sind unsere Gebeine und unsere Hoffnung ist geschwunden, wir sind vernichtet.", "R. Jirmeja b. Abba erklärte; Es waren Leute, die von jeder Feuchtigkeit der Tugend bar waren, denn es heißt:128Ib. V. 4.ihr verdorrten Gebeine, höret das Wort des Herrn.", "R. Jiçḥaq der Schmied erklärte: Es waren die Leute, die den ganzen Tempel mit Kriech‐ und Ekeltieren bedeckt hatten, wie es heißt: 129Ib. 8,10.als ich nun hineinkam, da sah ich allerlei Gebilde von Kriechtieren, Vieh und Ekeltieren, und alle Götzen des Hauses Jisraél ringsherum an der Wand eingegraben &c. Und es heißt:130Ib. 27,2.und er ließ mich ringsherum vorübergehen.", "R. Joḥanan erklärte: Es waren die Toten vom Tale Dura. Sie befanden sich, wie R. Joḥanan sagte, von Nehar Ešel bis Rabbath im Tale Dura. Als nämlich der ruchlose Nebukhadneçar die Jisraéliten in die Verbannung führte, waren unter ihnen junge Leute, die durch ihre Schönheit die Sonne beschämten, und wenn die Khaldäerinnen sie sahen, bekamen sie den Fluß. Sie sagten es ihren Männern, und die Männer sagten es dem Könige. Da befahl der König und man tötete sie. Als sie aber noch immer den Fluß bekamen, befahl der König, und man zertrat sie.", "Die Rabbanan lehrten: Als Nebukhadneçar Ḥananja, Mišaél und A͑zarja in den Schmelzofen werfen ließ, sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Jeḥezqel: Geh, belebe die Toten im Tale Dura. Nachdem er sie belebt hatte, kamen ihre Gebeine und schlugen jenem Frevler ins Gesicht. Als er fragte, wer diese seien, erwiderte man ihm: Ein Genosse von diesen belebt die Toten im Tale Dura. Da hub er an und sprach:131Dan. 3,33.Wie groß sind seine Zeichen, wie gewaltig seine Wunder; sein Reich ist ein ewiges Reich und seine Herrschaft besteht für alle Geschlechter &c,", "R. Jiçḥaq sagte: Mag siedendes Gold in den Mund dieses Frevlers gegossen werden; wenn nicht ein Engel gekommen wäre und ihm auf den Mund geschlagen hätte, so würde er alle Lieder und Lobgesänge, die David im Buche der Psalmen gedichtet hat, beschämt haben132Dh. in den Schatten gestellt haben; so Raschi. Wahrscheinlicher aber ist לגנות eine Kakophonie für לשבח od. לקלס, er wollte Gott durch die gleichen Lobgesänge preisen, wie der König David (cf. Ps. Kap. 145)..", "Die Rabbanan lehrten: Sechs Wunder ereigneten sich an jenem Tage, und zwar: der Schmelzofen hob sich in die Höhe133Damit jeder das Wunder sehen könne., der Schmelzofen wurde durchbrochen134Die Wände sprangen auseinander, damit jeder hineinsehen könne., der Kalk135Wodurch die Leute, die sie hineingeworfen hatten, verbrannt wurden. So nach der Lesart סידו; unser Text hat סודו [gl. יסודו] das Fundament.löste sich auf, das Götzenbild fiel auf sein Gesicht, vier Könige136Die da an wesend waren.wurden verbrannt, und Jeḥezqel belebte die Toten im Tale Dura.", "Alle sind sie uns aus einer Überlieferung bekannt, aber das von den vier Königen befindet sich in der Schrift, denn es heißt:137Dan. 3,2. hierauf sandte der König Nebukhadneçar [Boten] aus, um die Satrapen, Oberbeamten und Statthalter, die Oberrichter, Schatzmeister, Rechtskundigen, Richter und alle anderen Provinzialbeamten zusammenzurufen &c. Ferner:138Ib. V. 12.nun sind da judäische Männer &c. Ferner:139Ib. V. 27.und die Satrapen, Oberbeamten, Statthalter und Minister des Königs versammelten sich und sahen jene Männer &c.", "In der Schule des R. Elie͑zer b. Ja͑qob wurde gelehrt: Selbst in der Stunde der Gefahr gebe der Mensch seinen Stolz nicht auf, denn es heißt:140Ib. V. 21.da wurden diese Männer gefesselt in ihren Untergewändern, Röcken, Mänteln &c141Sie legten bei ihrer Verbrennung ihre Staatskleider an..", "R. Joḥanan sagte:" ], [ "Die Frommen sind bedeutender als die Dienstengel, es heißt:142Dan. 3,25.er hub an und sprach: Ich sehe ja nun vier Männer frei im Feuer umhergehen, keine Verletzung ist an ihnen, und der vierte gleicht in seinem Aussehen einem Göttersohn143Zuerst werden die 3 Männer genannt, nachher erst der Engel..", "R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Als Ḥananja, Mišaél und A͑zarja aus dem Schmelzöfen herauskamen, kamen alle Völker der Welt und schlugen den Feinden Jisraéls144Euphem. für Jisraél.ins Gesicht, indem sie zu ihnen sprachen: Ihr habt einen solchen Gott und verehrt Götzen! Darauf huben sie an und sprachen:145Dan. 9,7.Du, o Herr, bist vollkommen gerecht, uns aber treibt jetzt die Schamröte ins Gesicht.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:146Cant. 7,9.ich dachte, die Palme zu ersteigen, ihre Zweige zu ergreifen. Ich dachte, die Palme zu ersteigen, das ist Jisraél; ich fand aber nur einen Zweig, das sind Ḥananja, Mišaél und A͑zarja.", "R. Joḥanan sagte: Es heißt:147Zach. 1,8.ich sah in der Nacht, wie ein Mann auf einem roten Rosse saß, er hielt zwischen den Myrten, die in der Tiefe stehen. Was heißt: ich sah in der Nacht? Der Heilige, gepriesen sei er, wollte die ganze Welt in Nacht verwandeln. Wie ein Mann saß; unter ‘Mann’ ist der Heilige, gepriesen sei er, zu verstehen, denn es heißt:148Ex. 15,3.der Herr ist ein Mann des Krieges, der Herr, das ist sein Name. Auf einem roten Rosse; der Heilige, gepriesen sei er, wollte die ganze Welt in Blut verwandeln,", "als er aber Ḥananja, Mišaél und A͑zarja betrachtete, wurde er beruhigt, denn es heißt: er hielt zwischen den Myrten. Unter ‘Myrten’ sind die Frommen zu verstehen, denn es heißt:149Est. 2,7.er erzog die Hadasa [Myrte]; und unter ‘Tiefe’ ist Babylonien zu verstehen, denn es heißt: 150Jes. 44,27.der zur Meerestiefe spricht: versiege, und deine Ströme werde ich trocken legen. Hierauf wurden die Zornerfüllten braun151Die Röte des Zorns verblaßte.und die Roten wurden weiß. R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß ein weißes Roß im Traume Gutes bedeute.", "Wo kamen jene Gelehrten152Ḥananja, Mišaél u. A͑zarja, nachdem sie aus dem Ofen herauskamen.hin? Rabh erwiderte: Sie starben durch ein [böses]153Jeder beschaute u. bewunderte sie.Auge. Šemuél erwiderte: Sie ertranken154Die Völker bespuckten die Jisraéliten, wie vorangehend berichtet.im Speichel. R. Joḥanan erwiderte: Sie gingen nach dem Jisraéllande, nahmen da Frauen und zeugten Söhne und Töchter.", "Hierüber [streiten auch folgende] Tannaím. R. Elie͑zer sagte: Sie starben durch ein [böses] Auge. R. Jehošua͑ sagte: Sie ertranken im Speichel. Die Weisen sagten: Sie gingen nach dem Jisraéllande, nahmen da Frauen und zeugten Söhne und Töchter. Es heißt nämlich:54Zach. 3,8.höre doch, Hochpriester Jehošua, du und deine Genossen, die vor dir sitzen, sie sind Männer der Wunder; wer sind die Männer, denen Wunder geschahen? Es sind Ḥananja, Mišaél und A͑zarja. –", "Wo ging Daniél hin? Rabh erwiderte: Einen großen Strom in Tiberjas zu graben. Šemuél erwiderte: Kleesamen holen. R. Joḥanan erwiderte: [Zucht‐]Schweine aus Alexandrien in Ägypten holen. – Dem ist ja aber nicht so, der Arzt Theodos sagte ja, keine Kuh und keine Sau komme aus Alexandrien in Ägypten, der man nicht vorher die Gebärmutter ausgeschnitten hätte, damit sie nicht werfe!? – Er holte ganz junge, sodaß sie es nicht merkten.", "Die Rabbanan lehrten: Drei waren an diesem Beschlusse155Daß Daniél von dort fortgehe.beteiligt; der Heilige, gepriesen sei er, Daniél und Nebukhadneçar. Der Heilige, gepriesen sei er, sagte, mag Daniél von hier fortgehen, damit man nicht sage, jene seien durch sein Verdienst gerettet worden.", "Daniél sagte, er wolle von hier fortgehen, damit nicht an ihm in Erfüllung gehe:156Dt. 7,25.ihre Götzenbilder157Daniél wurde von Nebukhadneçar als Gott verehrt.sollt ihr im Feuer verbrennen.", "Nebukhadneçar sagte, mag Daniél von hier fortgehen, damit man nicht sage, er habe seinen Gott157Daniél wurde von Nebukhadneçar als Gott verehrt.im Feuer verbrannt. – Woher, daß er sich vor ihm bückte? – Es heißt: 158Dan. 2,46.darauf fiel der König Nebukhadneçar auf sein Gesicht und bückte sich vor Daniél &c.", "159Jer. 29,21.So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Jisraéls, inbetreff Aḥábs, des Sohnes Qolajas, und inbetreff Çidqijas, des Sohnes Maa͑sejas, die euch in meinem Namen Lügen weissagen &c. Ferner:160Ib. V. 22.Sie werden für die ganze Gefangenschaft Jehudas in Babel Anlaß zu einem Fluchworte geben, des Inhalts: Der Herr mache dich Çidqija und Aḥáb gleich, die der König von Babel im Feuer geröstet hat. Es heißt nicht verbrannt, sondern geröstet; hierzu sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, dies lehre, daß er sie wie geröstete Ähren machte.", "161Ib. V. 23.Weil sie Ruchlosigkeit in Jisraél verübt und mit den Weibern ihrer Freunde Ehebruch getrieben haben. Was taten sie? – Aḥáb ging zu der Tochter Nebukhadneçars und sprach zu ihr: So sprach der Herr: sei gefügig gegen Çidqija. Ebenso sprach Çidqija zu ihr: So sprach der Herr: sei gefügig gegen Aḥab. Als sie dies ihrem Vater erzählte, sprach er zu ihr: Der Gott von diesen haßt die Unzucht; wenn sie zu dir kommen, so schicke sie zu mir.", "Als sie hierauf wiederum zu ihr kamen, schickte sie sie zu ihrem Vater. Da fragte er sie: Wer sprach dies zu euch? Sie erwiderten ihm: Der Heilige, gepriesen sei er. – Ich habe ja aber Ḥanaja, Mišaél und A͑zarja gefragt, und sie sagten mir, es sei verboten!? Sie erwiderten ihm: Wir sind ebenso Propheten wie sie; ihnen hat er es nicht gesagt, uns aber hat er es wohl gesagt. – Ich will euch prüfen, wie ich Ḥananja, Mišaél und A͑zarja geprüft habe.", "Sie erwiderten ihm: Jene waren drei, wir aber sind nur zwei. Er entgegnete ihnen: Wählet euch noch einen, den ihr wünscht. Sie erwiderten: Wir wünschen den Hochpriester Jehošua͑. Sie glaubten nämlich, Jehošua͑, dessen Verdienste bedeutend sind, werde auch sie beschützen.", "Darauf holte man sie und warf sie ins Feuer. Diese wurden verbrannt, während an dem Hochpriester Jehošua͑ nur die Kleider angesengt wurden, wie es heißt:162Zach. 3,1.sodann zeigte er mir den Hochpriester Jehošua͑, wie er vor dem Engel des Herrn stand &c. Ferner:163Ib. V. 2.da sprach der Herr zum Satan: Der Herr schreit dich an &c.", "Darauf sprach er zu ihm: Ich weiß, daß du ein Frommer bist; weshalb aber hatte das Feuer bei dir etwas Gewalt, während es bei Ḥananja, Mišaél und A͑zarja gar keine Gewalt hatte? Dieser erwiderte: Jene waren drei, ich aber war ganz allein. Jener sprach: Auch Abraham war ja ganz allein164Nach einer rabbanitischen Überlieferung wurde auch Abraham vom Könige Nimrod in einen geheizten Schmelzofen geworfen, jedoch hatte das Feuer keine Gewalt über ihn.!? – Bei ihm waren keine Frevler dabei, somit war dem Feuer gar keine Macht erteilt worden, bei mir aber waren auch Frevler dabei, und dem Feuer ist Macht erteilt worden. Das ist es, was die Leute sagen: Sind zwei Scheite trocken und eines feucht, so verbrennen die trockenen das feuchte. –", "Weshalb wurde er bestraft? R. Papa erwiderte: Seine Söhne heirateten für die Priesterschaft unwürdige Frauen und er wehrte es ihnen nicht. Denn es heißt:165Zach. 3,3.Jehošua͑ aber war mit schmutzigen Gewändern angetan. War es denn die Art Jehošua͑s schmutzige Gewänder zu tragen? Vielmehr lehrt dies, daß seine Söhne Frauen heirateten, die für die Priesterschaft unwürdig waren, und er wehrte es ihnen nicht.", "R. Tanḥum sagte: Bar Qappara trug in Sepphoris vor: Es heißt:166Rt. 3,17.diese sechs Gersten hat er mir gegeben. Was ist unter ‘sechs Gersten’ zu verstehen: wollte man sagen, wirklich sechs Gerstenkörner, – war es denn die Art Boa͑z’, sechs Gerstenkörner zu schenken?" ], [ "Wollte man sagen, sechs Seá, –", "kann denn eine Frau sechs Seá167Kleinere Maße werden in der Tenne nicht verwendet.tragen? Vielmehr, er gab ihr eine Andeutung, daß ihr sechs Kinder entstammen werden, die mit je sechs Segen bedacht werden sollen, und zwar: David, der Messias, Daniél, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja. Von David heißt es:168iSam. 16,18.da nahm einer von den Dienern das Wort und sprach: Ich habe da einen Sohn des Betleḥemiten, Jišaj gesehen, der ist des Saitenspieles kundig, ein tüchtiger Mann und kriegsgeübt, dazu der Worte verständig, von schöner Gestalt und der Herr ist mit ihm &c.", "Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Diesen ganzen Schriftvers sprach Doég nur zur Verleumdung169Dh. um auf ihn den Neid u. den Haß Saúls heraufzubeschwören.. Der des Saitenspieles kundig ist, der in Fragestellungen kundig ist; ein tüchtiger Mann, er versteht eine Antwort zu geben; kriegsgeübt, er ist kundig bei Verhandlungen im Kampfe der Tora; von schöner Gestalt; er versteht der Halakha verschiedene Gestalten zu geben; der Worte verständig, er versteht eine Sache durch die andere; der Herr ist mit ihm, die Halakha wird stets nach seiner Ansicht entschieden.", "Bei all diesen [Lobesworten] erwiderte er, bei seinem Sohne Jonathan verhalte es sich ebenso, als er ihm aber etwas sagte, was bei ihm selber nicht der Fall170Der Herr sei mit ihm.war, wurde er verdrießlich und neidisch. Von Šaúl heißt es nämlich:171iSam. 14,47.wohin er sich auch wandte, da verdammte er; von David aber heißt es: Wohin172Ein solcher Vers kommt in der Schrift nicht vor; diese ganze Stelle, die übrigens in manchen Texten fehlt, ist wahrscheinlich ein späterer Zusatz.er sich auch wandte, da war er siegreich. –", "Woher, daß es Doég war? – Hier heißt es: da nahm einer von den Dienern das Wort, der ausgezeichnete unter den Dienern, und dort173iSam. 21,8.heißt es: da befand sich an jenem Tage einer von Šaúls Beamten, der sich vor dem Herrn aufhielt, namens Doég der Edomiter, der Oberste des Hirten Šaúls &c. –", "Vom Messias heißt es: 174Jes. 11,2.der Geist des Herrn wird auf ihm ruhen, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht &c. Es heißt:175Ib. V. 3.er wird ihn an der Gottesfurcht Gefallen176Im Texte והריחו, riechen lassen, was nach der einen Ansicht von ריחים, Mühlstein, u. nach der anderen Ansicht von דוח, riechen, abgeleitet wird.finden lassen.", "R. Alexandri erklärte, dies besagte, daß er ihn mit gottgefälligen Handlungen und Leiden wie mit Mühlsteinen beladen. wird, Raba erklärte, er werde riechen177Dh. spüren; er wird bei Rechtsstreitigkeiten sofort die Wahrheit wissen, ohne die Parteien anhören zu müssen.und richten, denn es heißt: 178Jes. 11,4.er wird nicht nach dem richten, was seine Augen sehen, sondern über die Geringen mit Gerechtigkeit richten und über die Elenden des Landes mit Geradheit urteilen.", "Bar Kochba, der zwei und ein halbes Jahr regierte, sagte zu den Weisen, er sei der Messias. Da sprachen sie: Von dem Messias heißt es, er werde riechen und richten, wir wollen nun sehen, ob er riechen und richten könne. Als sie sahen, daß er nicht riechen und richten konnte, töteten sie ihn.", "Von Daniél, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja heißt es:179Dan. 1,4.die keinen körperlichen Fehler haben, von schönem Aussehen, in allem Wissen wohlbewandert, kenntnisreich und einsichtsvoll wären und die Fähigkeit besäßen, im Palaste des Königs zu dienen, und sie in der Schrift und Sprache der Khaldäer zu unterrichten. –", "Was heißt: die keinen körperlichen Fehler haben? R. Ḥama b. Ḥanina erwiderte: Nicht einmal ein Stich der Schröpflanzette war an ihnen. – Was heißt: die Fähigkeit besäßen, im Palast des Königs zu dienen? R. Ḥama b. Ḥanina erwiderte: Sie vermochten sich des Lachens, des Geplauders und des Schlafes zu enthalten, und sich zu verkneifen, wenn sie ihre Notdurft zu verrichten hatten, aus Ehrfurcht vor dem Könige.", "180Ib. V. 6.Es befanden sich unter ihnen die Judäer Daniél, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja. R. Elie͑zer sagte, sie waren alle vom Stamme Jehuda; R. Šemuél b. Naḥmani sagte, Daniél vom Stamme Jehuda, Ḥananja, Mišaél und A͑zarja von den übrigen Stämmen.", "181Jes. 39,7.Und von deinen Söhnen, die von dir abstammen werden, die du erzeugen wirst, wird man welche nehmen, daß sie im Palaste des Königs von Babel als Kastraten dienen. Was ist unter Kastraten zu verstehen? – Rabh erklärte, wirkliche Kastraten; R. Ḥanina erklärte, in ihren Tagen wurde der Götzendienst kastriert. –", "Einleuchtend ist nach demjenigen, welcher erklärt, in ihren Tagen wurde der Götzendienst kastriert, der Schriftvers:142Dan. 3,25.und keine Verletzung ist an ihnen, wie ist aber der Schriftvers: und keine Verletzung ist an ihnen, nach demjenigen zu erklären, welcher erklärt, wirkliche Kastraten!? – [Keine] Verletzung durch das Feuer. – Es heißt ja bereits:182Dan. 3,27.und daß kein Brandgeruch an ihnen war!? – Weder eine Verletzung noch ein Geruch. –", "Einleuchtend ist nach demjenigen, welcher erklärt, in ihren Tagen wurde der Götzendienst kastriert, der Schriftvers:183Jes. 56,4.so spricht der Herr von den Kastraten, die meine Šabbathe halten &c., nach demjenigen aber, welcher erklärt, wirkliche Kastraten, erzählt ja die Schrift die Schande der Frommen!? – Beides war bei ihnen. –", "Einleuchtend ist nach demjenigen, welcher erklärt, wirkliche Kastraten, der Schriftvers:184Ib. V. 5.in meinem Tempel und meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen verleihen, die besser sind als Söhne und Töchter, welche Bedeutung aber haben die Worte: die besser sind als Söhne und Töchter, nach demjenigen, welcher erklärt, in ihren Tagen wurde der Götzendienst kastriert!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Als die Kinder, die sie hatten und gestorben sind. – Was heißt:184Ib. V. 5.einen ewigen, unvertilgbaren Namen will ich ihm185In der Einzahl.geben? R. Tanḥum erwiderte: Bar Qappara trug in Sepphoris vor, dies sei das Buch Daniél, das seinen Namen trägt. –", "Merke, das ganze [Buch] E͑zra rührt ja von Neḥemja, dem Sehne Ḥakhaijas her, weshalb nun trägt es nicht den Namen Neḥemjas, des Sohnes Ḥakhaljas!? R. Jirmeja b. Abba erwiderte: Weil er sich selber Anerkennung zollte, denn es heißt:186Neh. 5,19.Gott gedenke es mir zum Besten. – David sagte ja ebenfalls:187Ps. 106,4.gedenke meiner, o Herr, in Huld, bedenke mich mit deiner Hilfe!? – David sagte es nur als Gebet.", "R. Joseph erwiderte: Weil er die Schändlichkeiten der Altvorderen erzählt, denn es heißt:188Neh. 5,15.und die früheren Statthalter, die vor mir waren, hatten das Volk belastet und sie bezogen von ihnen für Brot und Wein jeder vierzig Šeqel Silber &c. Und selbst über Daniél, der bedeutender als er war, redete er. –", "Woher, daß er bedeutender war als er? – Es heißt:189Dan. 10,7.ich, Daniél, allein sah diese Erscheinung, während die Männer, die bei mir waren, nichts von der Erscheinung sahen; aber ein großer Schrecken hatte sie befallen, daß sie flohen, um sich zu verbergen. Wer waren diese Männer? R. Jirmeja, nach anderen R. Ḥija b. Abba, erwiderte: Es waren Ḥaggaj, Zekharja und Maleákhi." ], [ "Diese waren bedeutender als er und er war bedeutender als sie. Diese waren bedeutender als er, denn diese waren Propheten, er aber war kein Prophet; er war bedeutender als sie, denn er sah [die Erscheinung], sie aber sahen sie nicht. –", "Wenn sie nichts sahen, weshalb erschraken sie nun? – Obgleich sie selber sie nicht sahen, so sah sie ihr Geist. Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand sich ängstigt, sein Geist etwas sieht, obgleich er [physisch] nichts sieht. –", "Was mache er nun? – Er hüpfe vier Ellen von seinem Platze, oder er lese das Šema͑. Wenn er sich aber auf einer schmutzigen Stelle befindet190Wo heilige Worte nicht gesprochen werden dürfen., so spreche er wie folgt: Die Ziege beim Schlächter ist fetter als ich.", "191Jes. 9,6.Groß ist die Herrschaft und der Friede ohne Ende &c. R. Tanḥum sagte: Bar Qappara trug hierüber in Sepphoris vor: Weshalb ist das Mem in der Mitte eines Wortes überall offen, dieses192Das Final‐Mem, das in seiner Form geschlossen ist, kommt sonst in der Mitte eines Wortes nicht vor, jed. im W.e למרבה im angezogenen Schriftverse.aber geschlossen? Der Heilige, gepriesen sei er, wollte Ḥizqija zum Messias und Sanḥerib zu Gog und Magog", "193Den Widersachern des Messias; cf. Bd. I S. 798 Anm. 63.machen, da sprach die Eigenschaft der Gerechtigkeit vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wenn du David, den König von Jisraél, der viele Lieder und Lobgesänge vor dir angestimmt hat, nicht zum Messias gemacht hast, wie willst du nun Ḥizqija, dem du all diese Wundertaten erwiesen hast, ohne daß er vor dir ein Lied angestimmt hätte, zum Messias machen!? Daher blieb es geschlossen.", "Darauf begann die Erde und sprach vor ihm: Herr der Welt, ich werde für diesen Frommen ein Lied anstimmen; mache ihn doch zum Messias. Alsdann hub sie an und sprach ein Lied vor ihm, wie es heißt:194Jes. 24,16.Vom Saume der Erde her vernahmen wir Lobgesänge: Herrlichkeit für den Frommen &c.", "Hierauf sprach der Fürst der Welt vor ihm: Herr der Welt, willfahre diesem Frommen seinen Wunsch. Da ertönte eine Hallstimme und sprach:194Jes. 24,16.Mein Geheimnis für mich, mein Geheimnis für mich. Darauf sprach der Prophet:194Jes. 24,16.Wehe mir, wehe mir; wie lange noch! Da ertönte eine Hallstimme und sprach:194Jes. 24,16.Räuber rauben, Raub rauben die Räuber. Dies erklärte Raba, nach anderen R. Jiçḥaq: Bis die Räuber und die Berauber der Räuber gekommen sein werden.", "195Ib. 21,11.Ausspruch über Duma. Aus Sei͑r ruft man mir zu: Wächter, wie spät ist es in der Nacht, Wächter, wie spät ist es in der Nacht &c. R. Joḥanan sagte: Der Engel, der über die Geister gesetzt ist, heißt Duma; alle Geister versammelten sich nämlich vor Duma und sprachen zu ihm: Wächter, wie spät ist es in der Nacht, Wächter, wie spät ist es in der Nacht? 196Ib. V. 12.Der Wächter spricht: Der Morgen ist gekommen, aber auch die Nacht. Wenn ihr fragen wollt, so kommt nur wieder und fragt.", "Im Namen des R. Papjas wurde gelehrt: Es ist beschämend für Ḥizqija und sein Kollegium, daß sie kein Lied angestimmt hatten, bis die Erde angehoben und eines anstimmte, denn es heißt: vom Saume der Erde her vernahmen wir Lobgesänge; Herrlichkeit für den Frommen &c. Desgleichen heißt es: 197Ex. 18,10.und Jithro sprach: Gepriesen sei der Herr, daß er euch befreit hat. Hierzu wurde im Namen des R. Papjas gelehrt: Es ist beschämend für Moše und seine sechzig Myriaden, daß sie den Namen Gottes nicht gepriesen hatten, bis Jithro kam und ihn pries.", "198Ib. V. 9.Und Jithro freute sich. [Hierüber streiten] Rabh und Šemuél; Rabh erklärt, er ließ ein scharfes Schwert über seinen Leib199Er ließ sich beschneiden u. bekehrte sich zum Judentume.fahren; Šemuél erklärt, sein ganzer Leib zog sich in Falten200Vor Gram u. Ärger über den Untergang der Ägypter. Nach beiden Auslegungen wird das W. ויחד von חדד scharf, spitz sein abgeleitet.zusammen. Rabh sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Vor einem Proselyten in der zehnten Generation beschäme keinen Aramäer.", "201Jes. 10,16.Darum wird Gott, der Herr der Heerscharen, in sein Fett die Darre senden. Was heißt: In sein Fett die Darre? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Es komme Ḥizqijahu, der acht Namen hat, und übe Rache an Sanḥerib, der ebenfalls acht Namen hat. Ḥizqija, denn es heißt:202Ib. 9,5.ein Kind wird uns geboren, ein Sohn wird uns gegeben und die Herrschaft kommt auf seine Schulter, und man nennt ihn: Wunder, Rat, Gott, Held, Vater, Ewiger, Fürst, Frieden. – Er heißt ja auch Ḥizqija!? – [Dies bedeutet:] Gott stärke203Ḥizqija, von חזק stark, fest sein u. יה Gott.ihn. Eine andere Erklärung: Ḥizqija, er befestigte203Ḥizqija, von חזק stark, fest sein u. יה Gott. die Jisraéliten mit ihrem Vater im Himmel.", "Sanḥerib heißt: Tiglath Piléser, [Tilgath] Pilnéser, Šalmanéser. Pul, Sargon, großer und erlauchter Osnappar204Diese Namen kommen vor: iiReg. 16,7, iChr. 5,6, iiReg. 17,3, ib. 15,19, Jes. 20,1, Ezr. 4,10. Nach der Erkl. Raschis zählen die Prädikate ‘großer’ u. ‘erlauchter’ als besondere Namen mit; einleuchtender ist jed. die Bemerkung eines Glossators, daß hier die Namen תגלת פלסד (iiReg. 16,7) u. תלגת פלנסר (iChr. 5,26) ausgefallen sind.. – Er hieß ja aber auch Sanḥerib!? – [Dies bedeutet:] sein Reden205Sanḥerib, aus סח reden u. ריב Streit, bezw. נחר schnauben, grunzen.ist Gezänk. Eine andere Erklärung: Er redete und schnaubte Worte205Sanḥerib, aus סח reden u. ריב Streit, bezw. נחר schnauben, grunzen.gegen den Höchsten.", "R. Joḥanan sagte: Weshalb war es diesem Frevler beschieden, Osnappar, der große und erlauchte genannt zu werden? Weil er vom Jisraéllande nicht herabwürdigend gesprochen hat, denn es heißt:206iiReg. 18,32.bis ich komme und euch in ein Land bringe, das eurem Lande gleicht.", "Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, er war ein weiser König, und einer sagt, er war ein törichter König. Einer sagt, er war ein weiser König, wenn er ihnen nämlich gesagt hätte, in ein besseres Land als das eurige, so würden sie gesagt haben, er lüge; einer sagt, er war ein törichter König, denn dies ist ja keine Großtat. –", "Wo führte er sie hin? Mar Zuṭra sagte, nach Afrika; R. Ḥanina sagte, nach den Selugbergen. Die Jisraéliten aber sprachen herabwürdigend vom Jisraéllande. Als sie nämlich nach Šuš207Die Wortspiele bei diesen Namen lassen vermuten, daß Šaveš zu lesen ist.kamen, sagten sie, dieses gleiche unserem Lande; als sie nach A͑lmin kamen, sagten sie, es gleiche der ewigen Stadt208Jerušalem. Die Wortspiele sind natürl. nur im Texte verständlich: A͑lmin, die ewige [Stadt], Šuš‐Tre, die Doppelwertige.; als sie nach Šuš Tre kamen, sagten sie, dieses sei doppelt [so schön.]", "209Jes. 10,16.Und unter seiner Herrlichkeit wird ein Brand entbrennen wie Feuerbrand. R. Joḥanan sagte: Unter seiner Herrlichkeit, nicht aber seine Herrlichkeit selbst. R. Joḥanan nannte nämlich seine Kleider: ‘meine Herrlichkeit’. R. Elea͑zar erklärte: Unter seiner Herrlichkeit, wörtlich210Darunter ist der Körper zu verstehen. Dieser Vers wird auf die Todesart der Assyrer (cf. iiReg. 19,35 u. Jes. 37,36) bezogen; nach der einen Ansicht wurden die Körper verbrannt, nach der anderen blieben sie erhalten., wie bei der Verbrennung der Söhne Ahrons; wie bei diesen nur die Seelen verbrannten und die Körper erhalten blieben, ebenso verbrannte auch hierbei die Seele und der Körper blieb erhalten.", "Im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa wurde gelehrt: Der Pareo͑ lästerte selber, daher bestrafte ihn der Heilige, gepriesen sei er, selber; Sanḥerib lästerte" ], [ "durch einen Boten, daher bestrafte ihn der Heilige, gepriesen sei er, durch einen Boten.", "Beim Pareo͑ heißt es:211Ex. 5,2.wer ist der Herr, daß ich ihm gehorchen sollte? Daher bestrafte ihn der Heilige, gepriesen sei er, selber, denn es heißt:212Ib. 14,27.und der Herr trieb die Miçrijim mitten ins Meer hinein. Ferner heißt es:213Hab. 3,15.du beschreitest das Meer mit deinen Rossen &c. Bei Sanḥerib heißt es:214iiReg. 19,23.durch deine Boten hast du den Herrn gelästert. Daher bestrafte ihn der Heilige, gepriesen sei er, durch einen Boten, denn es heißt:215Jes. 37,36.da ging ein Engel des Herrn aus und schlug im Lager von Ašur hundert [fünf]undachtzig Tausend &c.", "R. Ḥanina b. Papa wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:216Jes. 37,24.seine äußerste Höhe, und es heißt:217iiReg. 19,23.seine äußerste Herberge!? Dieser Frevler sprach: Zuerst zerstöre ich die untere Wohnstätte, nachher zerstöre ich die obere Wohnstätte218Nach jüd. Vorstellung gibt es einen Tempel auch im Himmel..", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Es heißt:219Jes. 36,10.Nun, bin ich etwa ohne [Zustimmung des] Herrn wider dieses Land herangezogen, es zu verheeren? Der Herr sprach zu mir: Ziehe wider dieses Land und verheere es. Was bedeutet dies? Er hörte den Propheten sagen:220Ib. 8,6.weil das Volk die sanft strömenden Wasser des Šiloaḥ verachtet hat und sich freut mit Reçin und dem Sohne Remaljahus.", "R. Joseph sagte: Wenn nicht das Targum dieses Verses, würde ich den Sinn nicht verstanden haben. [Dieses lautet:] Weil das Volk verachtet hat die Regierung des Hauses David, das es sanft leitet, wie die Wasser des Šiloaḥ, die sanft fließen, und sich angefreundet hat mit Reçin und dem Sohne Remaljahus.", "R. Joḥanan sagte: Es heißt:221Pr. 3,33.der Fluch des Herrn im Hause des Gottlosen, aber der Frommen Wohnung segnet er. Der Fluch des Herrn im Hause der Gottlosen, das ist Peqaḥ, der Sohn Remaljahus, der vierzig Seá junger Tauben zum Nachtisch aß; aber der Frommen Wohnung segnet er, das ist Ḥizqija, der König von Jehuda, der zu seiner Mahlzeit ein Litra Grünkraut aß.", "222Jes. 8,7.Darum wird der Herr die starken und großen Wasser des Stromes über sie bringen, den König von Ašur. Ferner:223Ib. V. 8.Er wird durch Jehuda brausen, es überfluten und überschwemmen, daß sie bis an den Hals reichen. –", "Weshalb wurde er demnach bestraft? – Der Prophet weissagte nur von den zehn Stämmen, er aber richtete seinen Sinn wider ganz Jerušalem. Darauf kam der Prophet und sprach zu ihm:224Ib. V. 23.Der Ermüdete nicht dem, der ihn bedrängt. Dies erklärte R. Elea͑zar b. Berekhja: Das Volk, welches sich mit der Tora abmüht, wird nicht dem, der es bedrängt, ausgeliefert werden. –", "Was heißt:224Ib. V. 23.einst machte es der Erste leicht, nur das Land Zebulun und das Land Naphtali, der Letzte aber machte es schwer, er zieht nach dem Meere hin, jenseits des Jarden, und dem Kreise der Völker? – Nicht wie die Ersten, die das Joch der Tora von sich abgeworfen hatten, vielmehr haben die Letzten sich mit dem Joche der Tora beschwert. Diese sind würdig, daß man ihnen Wunder erweise, wie denen, die durch das Meer zogen und den Jarden überschritten; wenn er zurücktritt, so ist es recht, wenn aber nicht, so lasse ich ihn durch die Völker kreisen.", "225iiChr. 32,1.Nach diesen Begebenheiten und nach diesem treulichen Eifer rückte Sanḥerib, der König von Ašur, an. Er rückte in Judäa ein, belagerte die festen Städte und gedachte, sie für sich zu erobern. Dies das Geschenk und dies das Gegengeschenk226Zuerst wird Ḥizqija gelobt u. dann von S. belagert.! –", "Nach welchen Begebenheiten? Rabina erwiderte: Nachdem der Heilige, gepriesen sei er, aufgesprungen war und geschworen hatte. Er dachte nämlich wie folgt: sage ich zu Ḥizqija, ich will nun Sanḥerib bringen und ihn dir ausliefern, so erwidert er mir, er wolle weder ihn noch die Angst;", "daher sprang er auf und schwor, daß er ihn bringen werde, denn es heißt:227Jes. 14,24,25.Der Herr der Heerscharen hat also geschworen: Fürwahr, wie ich es erdacht habe, so soll es geschehen und wie ich beschlossen habe, das soll zustande kommen. Zerschmettern will ich Ašur, in meinem Lande und auf meinen Bergen zertreten, daß sein Joch von ihnen verschwinden und seine Last von ihrem Nacken weichen soll. R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Mag Sanḥerib und sein Gefolge kommen und als Krippe228Ihre Leichen sollen als Krippen dienen; das W. אבוסנו (zertreten) wird vom אבוס, Krippe, abgeleitet.für Ḥizqijahu und sein Gefolge dienen.", "229Jes. 10,27.Und an jenem Tage wird seine Last von deinem Nacken verschwinden und sein Joch von deinem Halse; es verdirbt das Joch wegen des Öls. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Es verdirbt das Joch Sanḥeribs wegen des Öls Ḥizqijahus, das in den Bet‐ und Lehrhäusern brannte.", "Was tat er? Er pflanzte ein Schwert vor der Tür des Lehrhauses auf und sprach: Wer sich nicht mit der Tora befaßt, werde mit diesem Schwerte erstochen. Man suchte von Dan bis Beér Šeba͑, und man fand keinen unwissenden Menschen; von Gabbatha bis Antipatris, und man fand weder einen Knaben noch ein Mädchen, weder einen Mann noch eine Frau, die nicht in den Gesetzen über die Reinheit und Unreinheit kundig wären.", "Von jenem Zeitalter heißt es:230Ib. 7,21.an jenem Tage wird sich einer eine junge Kuh halten &c. Ferner heißt es:231Ib. V. 23.und an jenem Tage wird jeder Platz, wo tausend Weinstöcke im Werte von tausend Šeqel stehen, den Dornen und dem Gestrüppe verfallen; obgleich sie tausend Šeqel wert sind, werden sie den Dornen und dem Gestrüppe verfallen232Jeder wird sich mit dem Gesetzesstudium befassen u. die Bewirtschaftung des Landes vernachlässigen..", "233Jes. 33,4.Dann rafft ihr Beute zusammen, wie Heuschrecken raffen. Der Prophet sprach zu den Jisraéliten: Rafft eure Beute zusammen. Sie fragten ihn: Plündern234Jeder für sich selbst.oder verteilen? Er erwiderte ihnen: Wie die Heuschrecken raffen; wie bei den Heuschrecken jede für sich besonders rafft, ebenso rafft auch ihr jeder für sich besonders.", "Sie entgegneten ihm: Auch das Vermögen der zehn Stämme235Die vorher von Sanḥerib beraubt wurden.ist ja darin enthalten!? Er erwiderte ihnen:233Jes. 33,4.Wie das Rauschen der Bäche rauscht es da; wie die Bäche den Menschen vom Zustande der Unreinheit in den Zustand der Reinheit bringen, ebenso wird das jisraélitische Geld rein, sobald es in die Hände der weltlichen Völker gefallen ist236Es darf nachher von anderen Jisraéliten geplündert werden..", "R. Hona sagte: Zehn Reisetouren machte dieser Frevler an jenem Tage, denn es heißt:237Jes. 10,28–32.er überfiel A͑jath, er zog durch Migron, in Mikhmaš ließ er sein Gepäck; sie überschritten Maa͑bara, in Geba͑ machten sie Nachtquartier; Rama erschrak, Gibea͑th‐Šaúl floh. Schreie laut, Tochter von Gallim, horch auf, Lajša, klage A͑natoth, Madména irrte unstät, die Bewohner von Gebim flüchteten. (Noch heute macht er Halt in Nob, schwingt seine Hand gegen den Berg der Bewohner Çijons, den Hügel Jerušalems). –", "Das sind ja mehr [Ortschaften238Hier werden 12 Ortschaften genannt; der letzte, eingeklammerte Vers gehört nicht dazu.!? – Den Vers:] Schreie laut, Tochter von Gallim, sprach der Prophet zu der Gemeinschaft Jisraél: Schreie laut, Tochter von Gallim, du Tochter von Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, die gottgefällige Handlungen ausgeübt haben, wie die Wellen [gallim] des Meeres. [Horch auf, Lajša]; fürchte dich nicht vor diesem, fürchte dich vielmehr vor dem ruchlosen Nebukhadneçar, der einem Löwen [Lajiš] gleicht, wie es heißt:239Jer. 4,7.heraufgestiegen ist der Löwe aus seinem Dickicht &c. –", "Was heißt:" ], [ "klage A͑natoth?. – Dereinst wird Jirmeja aus A͑natoth über dich weissagen, wie es heißt:240Ib. 1,1.Worte Jirmejahus, des Sohnes Ḥilqijahus, von den Priestern in A͑natoth im Gebiete Binjamins. –", "Ist es denn dasselbe, hier heißt es ari, dort aber lajiš241In den beiden hier ausgelegten Schriftversen werden für ‘Löwe’ verschiedene Synonyma (im 1. ליש,im 2. ארי) gebraucht.!? R. Joḥanan erwiderte: Der Löwe hat sechs Namen, und zwar: ari, kephir, labi, lajiš, šaḥal und šaḥaç242Diese Namen sind synonym u. können daher auf ein u. dieselbe Person deuten.. – Demnach sind es ja weniger243Wenn der ausgelegte Vers nicht mitzählt, so gehen 3 Ortschaften (Gallim, Lajša, A͑natoth) ab, es bleiben somit nur 9 zurück.!? – Sie überschritten Maa͑bara, das sind zwei [Ortschaften]244Das W. עברו wird als Ortsnamen aufgefaßt.. –", "Was heißt: noch heute macht er Halt in Nob? R. Hona erwiderte: Bis zu jenem Tage war die Sünde von Nob245Wo die ganze aus Priestern bestehende Einwohnerschaft niedergemacht wurde, cf. iSam. 22,19.bestehen geblieben. Die Khaldäer sprachen zu ihm: Gehst du jetzt, so wirst du sie besiegen, wenn aber nicht, so wirst du sie nicht besiegen. Hierauf legte er eine Strecke, die er in zehn Tagen246Die oben erwähnten 10 Reisetouren.zurücklegen sollte, in einem Tage zurück.", "Als er nahe an Jerušalem herangekommen war, legte man ihm Polster unter, und als er auf diese stieg, befand er sich über den Mauern Jerušalems, sodaß er es ganz übersehen konnte, und es kam ihm sehr klein vor. Da rief er aus: Ist das die Stadt Jerušalem, derentwegen ich mein ganzes Heer mobil gemacht, und derentwegen ich all diese Provinzen erobert habe; sie ist ja kleiner und schwächer als all die Städte der Völker, die ich mit meiner mächtigen Hand erobert habe. Sodann blieb er stehen, schüttelte das Haupt und zeigte mit der Hand auf den Tempelberg in Çijon, auf den Tempelhof in Jerušalem.", "Hierauf sprachen sie zu ihm: Wir wollen nun unsere Hand auf sie legen. Er erwiderte ihnen: Ihr seid jetzt müde; morgen aber bringe mir ein jeder ein Stück von ihr247Von der Mauer.. Hierauf:248iiReg. 19,35.in derselben Nacht aber ging der Engel des Herrn und schlug im Lager von Ašur hundertfünfundachtzigtausend Mann; und als man sich des Morgens früh aufmachte, fand man sie alle als leblose Leichen. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: übernachtet der Streit, so ist er beigelegt.", "249iiSam. 21,16.Und Jišbi Benob, einer von den Riesenkindern, dessen Speer dreihundert Šeqel Kupfer wog, er war mit einer neuen … gerüstet, gedachte, David zu erschlagen. Wer war Jišbi Benob? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Ein Mann, der wegen der Angelegenheit in Nob gekommen250Das W. ישבי wird in איש בא aufgelöst.war. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach nämlich zu David: Wie lange noch wird diese Sünde in deiner Hand aufbewahrt bleiben; durch dich wurden die [Einwohner der] Priesterstadt Nob getötet, durch dich wurde Doég der Edomiter verstoßen und durch dich wurden Šaúl und seine drei Söhne erschlagen;", "wähle nun, entweder sollen deine Nachkommen untergehen oder du sollst in die Hand deines Feindes geraten. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, ich will lieber in die Hand meines Feindes geraten, nur sollen meine Nachkommen nicht untergehen.", "Eines Tages ging er auf die Falkenjagd, und der Satan erschien ihm in Gestalt eines Hirsches; da schoß er auf ihn mit Pfeilen, traf ihn aber nicht, und so lockte er ihn bis in das Land der Philister. Als Jišbi Benob ihn sah, sagte er, das ist der, der meinen Bruder Goljath getötet hat; da band er ihn, drückte ihn zusammen und legte ihn unter einen Preßbalken. Da geschah ihm ein Wunder, und die Erde wurde unter ihm locker. Hierauf deutet der Schriftvers:251Ps. 18,37. Du weitest meinen Schritt unter mir und meine Knöchel wanken nicht.", "Es war gerade ein Vorabend des Šabbaths, und Abišaj, der Sohn der Çeruja wusch sich den Kopf in vier Becken Wasser, und er bemerkte Blutflecke. Manche erzählen, eine Taube kam und überschlug sich vor ihm· Da sprach er: Die Gemeinschaft Jisraél wird mit einer Taube verglichen, denn es heißt:252Ib. 68,14.Flügel der Taube, mit Silber bedeckt, es scheint also, daß sich David, der König von Jisraél in Not befindet. Hierauf ging er zu ihm nach Hause und traf ihn nicht. Da sprach er: Wir haben gelernt, daß man weder auf seinem Pferde reiten, noch auf seinem Stuhle sitzen, noch sich seines Stabes bedienen dürfe; wie ist es aber in einer Stunde der Gefahr? Als er darauf ins Lehrhaus ging und dies fragte, erwiderte man ihm, in einer Stunde der Gefahr sei es erlaubt.", "Darauf setzte er sich auf sein Maultier und machte sich auf den Weg, und die Erde zog sich ihm zusammen253Sodaß ihm der Weg abgekürzt wurde.. Im Vorübergehen sah er dessen Mutter O͑rpa, sie saß und spann, und als sie ihn bemerkte, riß sie die Spindel los und warf sie nach ihm, denn sie wollte ihn töten. Da sprach sie zu ihm: Junger Mann, hole mir die Spindel. Da schleuderte er sie ihr ins Gehirn und tötete sie.", "Als Jišbi Benob ihn sah, dachte er: jetzt sind sie nun zwei und werden mich töten; da warf er David in die Höhe und hielt seinen Speer unter ihn, indem er dachte, nun fällt er auf diesen und wird getötet. Da sprach Abišaj den Gottesnamen aus und ließ David zwischen Himmel und Erde schweben. –", "Sollte er selber ihn doch gesprochen haben!? – Kein Gefangener kann sich selber aus dem Gefängnisse befreien.", "Hierauf fragte er ihn: Wie kommst du hier her? Er erwiderte: So sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu mir, und so erwiderte ich ihm. Jener sprach: Ändere deine Bitte; mag dein Enkel [später] Wachs verkaufen, du aber sorge254Bekanntes Sprichwort, dh. man sorge nicht für die späteren Generationen.nicht.", "Dieser entgegnete: So hilf du mir. Hierauf deutet der Schriftvers: 254iiSam. 21,17.da half ihm Abišaj, der Sohn der Çeruja, und R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs, er half ihm durch das Gebet. Alsdann sprach Abišaj wiederum den Gottesnamen aus und ließ ihn herabsteigen.", "Jener setzte ihnen aber nach. Als sie aber in Qubi255Ortschaft an der jisraélitischen Grenze.ankamen, sprachen sie [zu einander]: Nun können wir stehen bleiben. Als sie in Be Tre255Ortschaft an der jisraélitischen Grenze.ankamen, sprachen sie: Zwei junge Löwen töten den alten Löwen. Hierauf sprachen sie zu ihm: Geh nun, du findest deine Mutter O͑rpa im Grabe. Als sie den Namen seiner Mutter nannten, verlor er seine Kraft und sie töteten ihn. Hierauf deutet der Schriftvers:254iiSam. 21,17.Damals beschworen die Leute Davids ihn mit den Worten: Du darfst nicht mehr mit uns in den Kampf ziehen, daß du die Leuchte Israéls nicht auslöschest!", "Die Rabbanan lehrten: Dreien zog sich die Erde zusammen: Elie͑zer, dem Diener Abrahams, unserem Vater Ja͑qob, und Abišaj, dem Sohne der Çeruja. Abišaj, dem Sohne der Çeruja, wie wir eben erzählt haben. Elie͑zer, dem Diener Abrahams, denn es heißt:256Gen. 24,42.als ich nun heute zu der Quelle kam; demnach hatte er am selben Tage seinen Weg angetreten. Unserem Vater Ja͑qob," ], [ "denn es heißt:257Ib. 28,10.da zog Ja͑qob aus von Beér Šeba͑ und ging nach Ḥaran, und darauf heißt es:258Ib. V. 11.da kam er an einen Ort heran und übernachtete daselbst, denn die Sonne war untergegangen. Als er in Ḥaran angekommen259Aus dem vorangehenden Schriftverse ist zu deuten, daß er bereits in Ḥaran war.war, sprach er: Es ist nicht schicklich, daß ich an einem Orte vorübergegangen bin, an dem meine Vorfahren ein Gebet verrichtet haben, ohne da ein Gebet verrichtet zu haben. Nachdem er umzukehren beschlossen hatte, zog sich ihm der Weg zusammen und er war sofort da.", "Eine andere Erklärung: Unter ‘herankommen’ ist das Beten zu verstehen, denn es heißt: 260Jer. 7,16.du sollst für dieses Volk nicht bitten, keine Klage und kein Gebet für sie erheben, und mir mit Fürbitte nicht herankommen.\n", "Und er übernachtete daselbst, denn die Sonne war untergegangen. Nachdem er das Gebet verrichtet hatte, wollte er umkehren, da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Dieser Fromme ist in meiner Wohnung eingekehrt; sollte er nun fortgehen, ohne übernachtet zu haben! Da ließ er die Sonne untergehen. Hierauf deutet der Schriftvers:261Gen. 32,32.und die Sonne ging ihm auf; ging sie denn nur für ihn allein auf, sie ging ja für die ganze Welt auf? Vielmehr, erklärte R. Jiçḥaq, die Sonne, die seinetwegen untergegangen war, ging auf.", "Woher, daß die Nachkommen Davids untergegangen sind? – Es heißt: 262iiReg. 11,1.als aber A͑thalja, die Mutier Aḥazjahus, erfuhr, daß ihr Sohn tot sei, machte sie sich auf und brachte die ganze königliche Familie um. – Aber Joaš war ja zurückgeblieben!? – Auch dort263Bei der Hinmordung der Priester in Nob.war Ebjathar zurückgeblieben, denn es heißt:264iSam. 22,20.nur ein Sohn Aḥimelekhs, des Sohnes Aḥiṭubs, namens Ebjathar, entkam. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wäre von Aḥimelekh, dem Sohne Aḥiṭubs, Ebjathar nicht entkommen, so würde auch von den Nachkommen Davids kein Entkommener und Entronnener zurückgeblieben sein.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der ruchlose Sanḥerib rückte gegen sie heran mit fünfundvierzigtausend Prinzen, die in goldenen Wagen saßen und Kebsweiber und Huren mit sich führten, und achtzigtausend mit Panzern gerüsteten Kriegshelden und sechzigtausend Mann mit Schwertern bewaffnet, die vor ihm gingen, und Reiterei. Ebenso rückten sie gegen Abraham265Als er gegen die 4 Könige Krieg führte; cf. Gen. 14,14ff.heran, und ebenso werden sie dereinst beim Kriegszuge von Gog und Magog kommen.", "In einer Barajtha wird gelehrt: Sein Heer hatte eine Länge von vierhundert Parasangen, die Frontbreite seiner Pferde betrug vierzig Parasangen; sein ganzes Heer betrug zweihundertsechzigtausend266In manchen Texten fehlt das W. אלפים; in der Tat ist nicht einmal dem T. Eine solche sinnlose Übertreibung (2600000000 Mann) zuzuschreiben.Myriaden weniger eines. Abajje fragte: Weniger eines Tausends, weniger eines Hunderts oder weniger eines einzigen? – Dies bleibt unentschieden.", "Es wird gelehrt: Die ersten267Im Heere des Königs Sanḥerib.überschritten [den Strom] schwimmend, denn es heißt:268Jes. 8,8.er wird Jehuda durchbrausen, es überfluten und überschwemmen; die mittelsten überschritten ihn stehend, denn es heißt: 268Jes. 8,8.daß sie bis an den Hals reichen; die letzten hatten schon Staub an den Füßen, sie fanden im Strome nicht einmal Wasser zum Trinken und mußten es vielmehr aus einer anderen Stelle bringen, denn es heißt: 269Ib. 37,25.ich grub und trank fremde Wasser &c. –", "Es heißt ja aber:270iiReg. 19,35.in derselben Nacht aber ging ein Engel des Herrn aus und schlug im Lager von Ašur hundertfünfundachtzig Tausend; und als man sich des Morgens früh aufmachte, fand man sie alle als leblose271Demnach bestand das ganze Heer aus 185000 Mann.Leichen!? R. Abahu erwiderte: Das waren nur die Truppenanführer.", "R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt:272Jes. 10,16.in sein Fett die Darre, nur die Fetten unter ihnen. Rabina sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: 273iiChr. 32,21.da sandte der Herr einen Engel, der vertilgte sämtliche Krieger, Heerführer und Oberste im Lager &c. Als er sich nun in den Tempel seines Gottes begab, fällten ihn dort welche, die von seinem eigenen Leibe gekommen waren, durchs Schwert. Schließe hieraus. –", "Womit erschlug er sie? R. Elie͑zer sagte: Er erschlug sie mit der Hand, denn es heißt: 274Ex. 14,31.da erkannte Jisraél die große Hand, die Hand, die später Sanḥerib bestrafen sollte. R. Jehošua͑ sagte: Er erschlug sie mit dem Finger, denn es heißt:275Ib. 8,15.da sprachen die Zauberer zum Pareo͑: Das ist ein Finger Gottes, das ist der Finger, der später den ruchlosen Sanḥerib bestrafen sollte. R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Gabriél: Ist deine Sichel ausgestreckt? Dieser sprach vor ihm: Herr der Welt, sie ist bereits seit den sechs Schöpfungstagen ausgestreckt. Es heißt nämlich:276Jes. 21,15.denn vor Schwertern sind sie flüchtig geworden &c.", "R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Es war gerade die Reifezeit der Früchte, da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Gabriél: Wenn du ausgehst, um die Früchte reif zu machen, so stoße auf diese. Es heißt nämlich:277Ib. 28,19.Wenn er daherfährt, wird er euch fassen; denn Morgen für Morgen fährt er daher, am Tage und in der Nacht, und eitel Schauder wird das Empfangen solches Unterrichtes sein &c. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: im Vorübergehen lasse deinen Feind von dir hören.", "Manche sagen: Er blies ihnen in die Nase und sie starben, denn es heißt:278Ib. 40,24.er bläst sie an und sie verdorren. R. Jirmeja b. Abba sagte: Er schlug die Hände zusammen und sie starben, denn es heißt:279Ez. 21,22.auch ich schlage eine Hand gegen die andere und verschaffe meinem Grimme Ruhe. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Er öffnete ihnen die Ohren und sie hörten die Lobgesänge aus dem Munde der Tiere, wodurch sie starben denn es heißt:280Jes. 33,3.vor deiner Erhabenheit zerstieben die Völker. –", "Wieviel waren von ihnen zurückgeblieben? Rabh erwiderte: Zehn, denn es heißt: 281Ib. 10,19.und der Rest der Bäume in seinem Walde wird zu zählen sein, daß ein Kind sie aufschreiben kann, und zehn282Der einfachste Buchstabe im hebräischen Alphabet, ist das Jod (י), dieser besteht nur aus einem Punkte und kann von jedem Kinde geschrieben werden; dieser Buchstabe hat den Zahlenwert zehn.ist es, was ein Kind schreiben kann. Šemuél erwiderte: Neun, denn es heißt:283Jes. 17,6.eine Nachlese wird von ihm übrig bleiben wie beim Abschlagen der Oliven: zwei, drei Beeren im obersten Wipfel, vier und fünf in den Ästen.", "R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Vierzehn, denn es heißt: zwei, drei &c. vier und fünf. R. Joḥanan erwiderte: Fünf: Sanḥerib und seine beiden Söhne, Nebukhadneçar und Nebuzarádan. Von Nebuzarádan [wissen wir dies aus einer] Überlieferung. Von Nebukhadneçar heißt es:284Dan. 3,25.und der vierte gleicht in seinem Aussehen einem Göttersohne; woher würde er dies denn gewußt haben, wenn er einen solchen nicht gesehen hätte? Von Sanḥerib und seinen beiden Söhnen heißt es:285iiReg. 19,37.und während er einst im Tempel seines Gottes Nisrokh anbetete, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelekh und Saréçer durch das Schwert.", "R. Abahu sagte: Wäre es nicht ein geschriebener Schriftvers, so dürfte man es286Das folgende, daß nämlich Gott dem Nebukhadneçar das Haar geschoren habe.gar nicht aussprechen:287Jes. 7,20.An jenem Tage wird der Herr mit dem Schermesser, das jenseits des Stromes gedungen ist, dem Könige von Ašur Haupt- und Schamhaare abscheren, und auch der Bart wird eingehen.", "Der Heilige, gepriesen sei er, erschien ihm als Greis und sprach zu ihm: Was wirst du zu den Königen des Ostens und des Westens, deren Söhne du mitgenommen hattest288Und bei der Belagerung Jerušalems, wie oben berichtet, umgekommen sind., wenn du zu ihnen kommst, sagen? Dieser erwiderte: In dieser Angst befinde ich mich eben. (Er fragte:) Was soll ich nun tun? Er erwiderte ihm: Geh" ], [ "und ändere dein Aussehen. – Wie mache ich dies? Er erwiderte ihm: Geh und hole mir eine Schere, und ich werde dich scheren. – Wo soll ich eine hernehmen? Er erwiderte ihm: Geh in jenes Haus und hole sie. Als er hineinging, traf er da Engel, die ihm wie Menschen erschienen, die Fruchtkerne mahlten.", "Da sprach er zu ihnen: Gebt mir eine Schere. [Sie erwiderten ihm:] Mahle ein Maß Fruchtkerne, so geben wir dir eine. Hierauf mahlte er ein Maß Fruchtkerne, und sie gaben ihm eine Schere. Als er zurückkam, war es bereits finster geworden; da sprach er zu ihm: Geh, hole Feuer. Da ging er fort und holte Feuer; und als er es anfachen wollte, wurde sein Bart in Brand gesetzt. Alsdann schor er ihm den Kopf und den Bart. Hierauf deutet der Schriftvers: und auch der Bart wird eingehen289Im angezogenen Schriftvers wird beim Barte nicht der Ausdruck ‘scheren’, sondern ‘eingehen’ gebraucht.. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Wenn du einem Aramäer [das Haar] abschneidest und es ihm gefällt, so stecke ihm den Bart in Brand, dann wirst du290So wird dieser Satz gewöhnl. erklärt; logisch u. sprachlich richtiger: so wird er nicht zu lächeln aufhören: dh. bei seiner Dummheit könnte er noch daran Gefallen finden.über ihn nicht genug lachen können.", "Hierauf ging er fort und fand ein Brett von der Arche Noaḥs. Da sprach er: Das ist der große Gott, der Noaḥ vom Ertrinken rettete; (er sprach:) wenn ich jetzt Gelingen habe, so bringe ich dir meine beiden Söhne als Opfer dar. Als seine Söhne dies hörten, töteten sie ihn; hierauf deutet der Schriftvers:291iiReg. 19,37.und während er einst im Tempel seines Gottes Nisrokh anbetete, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelekh und Saréçer durch das Schwert &c.", "292Gen. 14,15.Da teilte er sich wider sie, er und seine Leute, in der Nacht und schlug sie &c. R. Joḥanan sagte: Der Engel, der sich Abraham einstellte, hieß Nacht, denn es heißt:293Ij. 3,3.und die Nacht, die da sprach: es wurde ein Knabe empfangen. R. Jiçḥaq der Schmied sagte: Es ereigneten sich ihm Dinge, wie sie in der Nacht geschahen, denn es heißt:294Jud. 5,20.vom Himmel her kämpften dir Sterne, von ihren Bahnen kämpften sie mit Sisra. Reš Laqiš sagte: Die [Erklärung] des Schmiedes ist besser als die des Schmiedessohnes295Benennung R. Joḥanans..", "296Gen. 14,14.Er verfolgte sie bis Dan. R. Joḥanan sagte: Als dieser Fromme bis Dan herankam, schwand ihm seine Kraft, denn er sah, daß seine Kindeskinder dereinst in Dan Götzen dienen werden, wie es heißt:297iiReg. 12,29.und er stellte das eine in Beth-él auf, das andere aber tat er nach Dan. Auch jener Frevler gewann an Kraft erst als er Dan erreicht hatte, denn es heißt:298Jer. 8,16.von Dan her läßt sich das Schnauben seiner Rosse vernehmen.", "R. Zera sagte: Obgleich R. Jehuda b. Bethera aus Nezibis sagen ließ, daß man gegen einen Greis, der unverschuldet seine Gesetzeskunde vergessen hat, aufmerksam sei, daß man mit den Halsadern299Daß beim Schächten auch diese durchschnitten werden.vorsichtig sei, nach R. Jehuda, und daß man aufmerksam sei gegen die Söhne unwissender Leute, von denen Gesetzeskunde ausgeht, so darf man ihnen dennoch folgendes300Obgleich es für Leute schlechter Vorfahren beleidigend ist.sagen:", "301Jer. 12,1,2.Du bleibst im Rechte, Herr, wenn ich mit dir hadern wollte; doch zur Rede möchte ich dich stellen, warum das Treiben der Frevler Gelingen hat, und warum alle, die treulos handeln, unangefochten bleiben? Du pflanztest sie ein, sie schlagen auch Wurzel, sie gedeihen, bringen auch Frucht. Was erwiderte man ihm? – 302Ib. V. 5.Wenn du mit Fußgängern läufst und die dich schon ermüden, wie willst du mit Rossen um die Wette laufen. Und fühlst du dich im friedlichen Lande sicher, was willst du tun im Dickicht des Jardens?", "Ein Gleichnis. Einst sagte jemand, er könne drei Parasangen vor Pferden in einem Sumpfe laufen; als sich ihm darauf ein Fußgänger einstellte, vor dem er drei Mil auf trockenem Boden lief und müde wurde, sprach man zu ihm: Wenn dies vor einem Fußgänger der Fall ist, um wieviel mehr vor Pferden; wenn dies bei drei Mil der Fall ist, um wieviel mehr bei drei Parasangen; und wenn dies auf trockenem Boden der Fall ist, um wieviel mehr in einem Sumpfe.", "Ebenso verhält es sich auch bei dir: wenn du dich wunderst über die Belohnung, die ich jenem Frevler zuteil werden ließ, weil er mir zu Ehren vier Schritte lief, um wieviel mehr [wirst du dich wundern], wenn ich Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, die vor mir wie die Pferde liefen, ihre Belohnung zukommen lassen werde. Hierauf deutet der Schriftvers:303Jer. 23,9.Wegen der Propheten304Worunter die genannten Erzväter verstanden werden.ist mein Herz in meinem Innern gebrochen, es schlottern all meine Gebeine; ich bin wie ein Trunkener und wie ein Mann, den der Wein übermannt305In der Erstausgabe ‘getrübt’ (עכרז), jed. nirgends bestätigt.hat; vor dem Herrn und vor seinen heiligen Worten. –", "Welche vier Schritte sind es? – Es heißt:306Jes. 39,1.zu jener Zeit sandte Merodakh Baládan, der Sohn des Baládan, der König von Ašur, einen Brief &c. Sandte er etwa deshalb an Ḥizqijahu einen Brief und Geschenke, weil er gehört hatte, daß er krank war und zu Kräften gekommen sei? Vielmehr:307iiChr. 32,31.und sich nach dem Wunderzeichen zu erkundigen, das im Lande geschehen war. R. Joḥanan sagte nämlich: Der Tag, an dem Aḥaz starb, hatte nur zwei Stunden,", "und als Ḥizqija krank und darauf gesund geworden war, gab ihm der Heilige, gepriesen sei er, jene zehn Stunden zurück, denn es heißt:308Jes. 38,8.ich will den Schatten am Sonnenzeiger des Aḥaz zehn Stufen zurückgehen lassen, über welche er gelaufen war; da ging die Sonne zehn Stufen, die sie am Sonnenzeiger herabgestiegen war, wieder zurück. Als er hierauf fragte, was dies zu bedeuten habe, erwiderte man ihm, Ḥizqija sei krank gewesen und genesen. Darauf sprach er: Es gibt einen solchen Mann, und ich sollte ihm keinen Gruß entbieten! Alsdann schrieben sie: Ein Gruß dem Könige Ḥizqija, ein Gruß der Stadt Jerušalem, ein Gruß dem großen Gott.", "Nebukhadneçar war der Kanzler Baládans und war damals nicht anweisend; als er kam, fragte er sie, was sie geschrieben hätten, und sie erwiderten ihm, so und so hätten sie geschrieben. Da sprach er zu ihnen: Ihr ruft ihn ‘großer Gott’, und nennt ihn zuletzt!? Schreibt vielmehr wie folgt: Ein Gruß dem großen Gott, ein Gruß der Stadt Jerušalem, ein Gruß dem König Ḥizqija. Da sprachen sie zu ihm: Der Leser des Briefes mag auch der Bote sein.", "Hierauf lief er ihm309Dem Überbringer des 1. Briefes.nach. Als er vier Schritte gelaufen war, kam [der Engel] Gabriél und hielt ihn zurück. R. Joḥanan sagte: Würde nicht Gabriél gekommen sein und ihn zurückgehalten haben, so würde es für die Feinde Jisraéls kein Mittel mehr gegeben haben310Das Verdienst N.s wäre so groß, daß man ihm ganz Jisraél ausgeliefert hätte.. –", "Weshalb heißt er Baládan, Sohn Baládans? – Man erzählt, der König Baládan hatte das Aussehen eines Hundes bekommen, und sein Sohn wurde an seiner Stelle zum Könige eingesetzt; daher pflegte er seinen Namen und den Namen seines Vaters zu unterschreiben. Deshalb heißt es:311Mal. 1,6.ein Sohn ehrt seinen Vater und ein Sklave seinen Herrn.", "Ein Sohn ehrt seinen Vater, wie wir eben gesagt haben; ein Sklave seinen Herrn, denn es heißt:312Jer. 52,12.im fünften Monate aber, am zehnten des Monats, das ist das neunzehnte Regierungsjahr des Königs Nebukhadneçar, des Königs von Babel, rückte Nebuzarádan, der oberste der Leibwächter, der vor dem Könige von Babel Dienst hatte, nach Jerušalem und verbrannte den Tempel des Herrn und den Palast des Königs." ], [ "Kam denn Nebukhadneçar nach Jerušalem, es heißt ja:313iiReg. 25,6.und sie führten ihn zum Könige von Babel nach Ribhla, und R. Abahu sagte, es sei Antiochien314Die W.e: der vor dem Könige von Babel Dienst hatte (wörtl. der vor dem K. v. B. stand) werden so aufgefaßt, daß er sich in seiner Begleitung befunden hatte.!? Dies erklärten R. Ḥisda und R. Jiçḥaq b. Evdämi; einer erklärt, dessen Bild war in seinem Wagen eingraviert, und einer erklärt, er hatte ganz besondere Ehrfurcht vor ihm, sodaß es ihm schien, als stehe er vor ihm.", "Raba sagte: Eine Ladung von dreihundert Maultieren mit eisernen, Eisen zertrümmernden Beilen sandte Nebukhadneçar dem Nebuzarádan, und diese alle verschlang315Dh. sie wurden sämtlich zertrümmert.ein Torflügel von Jerušalem; denn es heißt: 316Ps. 74,6.mit Beil und Hammer zerschlugen sie ihr Tafelwerk317Unter פתוחיה wird פתח Tür verstanden, außerdem wird der Vers ganz entgegengesetzt ausgelegt: an ihren Türen zerschlugen sie Beil u. Hammer.. Darauf wollte er umkehren, denn er dachte: ich fürchte, mir könnte es ebenso ergehen, wie Sanḥerib.", "Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Springer, Sohn des Springers, springe, Nebuzarádan, denn es ist die Zeit herangereicht, daß das Heiligtum zerstört werde, daß der Tempel verbrannt werde. Ein Beil war ihm zurückgeblieben, mit diesem schlug er [auf das Tor] mit der Helmseite, und es wurde geöffnet, wie es heißt:318Ps. 74,5.er tut sich kund wie einer, der im Dickicht der Bäume Äxte emporhebt.", "Hierauf ging er mordend weiter, bis er an den Tempel herankam und ihn in Brand steckte; da hob er sich in die Höhe, man stieß ihn aber vom Himmel mit einem Fußtritte zurück, denn es heißt:319Thr. 1,15.der Herr hat die Kelter der jungfräulichen Tochter Jehuda getreten. Als hierauf jener hochmütig wurde, ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm: Ein totes Volk hast du getötet, einen verbrannten Tempel hast du verbrannt, gemahlenes Mehl hast du gemahlen. Es heißt nämlich:320Jes. 47,2.nimm die Mühle und mahle Mehl, tue den Schleier ab, hebe die Schleppe auf; entblöße die Schenkel und wate durch die Ströme; es heißt nicht: mahle Weizen, sondern Mehl.", "Darauf sah er das brausende Blut Zekharjas und fragte, was dies zu bedeuten habe; und sie erwiderten ihm, es sei verschüttetes Opferblut. Da sprach er zu ihnen: Holt mir [andere Tiere] her, ich will es untersuchen. Er schlachtete sie und [das Blut] war nicht gleich. Hierauf sprach er zu ihnen: Sagt es mir, sonst zerfetze ich euer Fleisch mit eisernen Kämmen.", "Sie erwiderten ihm: Dieser war Priester und Prophet; er weissagte den Jisraéliten die Zerstörung Jerušalems, und man tötete ihn. Da sprach er: Ich werde ihn beruhigen. Da holte er die Gelehrten und tötete321Im Texte: auf dieses, dh. er ließ ihr Blut auf jenes fließen.sie; [das Blut] setzte sich aber nicht. Hierauf holte er die Schulkinder und tötete sie; es setzte sich aber nicht. Hierauf holte er die jungen Priester und tötete sie; es setzte sich aber nicht, Hierauf tötete er vierundneunzig Myriaden; es setzte sich aber nicht.", "Alsdann trat er heran und sprach: Zekharja, Zekharja, die besten unter ihnen habe ich bereits umgebracht; ist es dir lieb, daß ich sie alle töte? Da setzte es sich sofort. Hierauf kam ihm ein Bußgedanke in den Sinn, indem er dachte: wenn ihnen, die nur eine Seele umgebracht haben, dies geschah, was wird nun mir geschehen. Da lief er fort, sandte ein Testament nach Hause und wurde Proselyt.", "Die Rabbanan lehrten: Na͑man322Der iiReg. 5,1ff. genannte Feldherr.war Beisaßproselyt; Nebuzarádan war wirklicher Proselyt; Kindeskinder des Sisra323Gf. Jud. Kap. 4.lehrten das Gesetz in Jerušalem; Kindeskinder des Sanḥerib lehrten öffentlich das Gesetz. – Wer sind sie? – Šema͑ja und Ptolljon.", "Kindeskinder des Haman lehrten das Gesetz in Bene Beraq. Auch Kindeskinder jenes Frevlers wollte der Heilige, gepriesen sei er, unter die Fittiche der Göttlichkeit nehmen; da sprachen die Dienstengel vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, den, der dein Haus zerstört und deinen Tempel verbrannt hat, willst du nun unter die Fittiche der Göttlichkeit bringen!? Hierauf deutet der Schriftvers:324Jer. 51,9.wir wollten Babel heilen, aber es war nicht zu heilen, und U͑la sagte, dies beziehe sich auf Nebukhadneçar. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Damit sind die babylonischen Flüsse gemeint. Es wurde erklärt, es seien die der verdorrten Dattelpalmen in Babylonien325Das Wasser an diesen Palmen war sehr bitter..", "U͑la sagte: A͑mmon und Moab waren böse Nachbarn Jerušalems; als sie hörten, wie die Propheten die Zerstörung Jerušalems weissagten, sandten sie an Nebukhadneçar: Mache dich auf und komme. Er entgegnete: Ich fürchte, es könnte mir so ergehen, wie den ersten.", "Sie erwiderten ihm:326Pr. 7,19.der Mann ist nicht daheim; (er hat eine Reise in die Ferne angetreten.) Unter Mann ist der Heilige, gepriesen sei er, zu verstehen, denn es heißt:327Ex. 15,3.der Herr ist ein Mann des Krieges. Er entgegnete: Er ist in der Nähe und kommt bald zurück. Sie erwiderten ihm: Er hat eine Reise in die Ferne angetreten. Er entgegnete: Es befinden sich unter ihnen Fromme, die um Erbarmen flehen und ihn holen werden.", "Sie erwiderten ihm:328Pr. 7,20.den Geldbeutel hat er mit sich genommen. Unter Geld sind die Frommen zu verstehen, denn es heißt:329Hos.3,2.ich erkaufte sie mir um fünfzehn Geldstücke und einen Ḥomer Gerste und einen Letekh Gerste.", "Er entgegnete: Die Frevler könnten Buße tun, um Erbarmen flehen und ihn holen. Sie erwiderten ihm: Er hat ihnen bereits eine Frist330Daß er nicht früher kommen wird.bestimmt. Denn es heißt:328Pr. 7,20.erst am Vollmondtag kehrt er wieder heim, und unter Vollmondtag ist eine festgesetzte Zeit zu verstehen, denn es heißt:331Ps. 81,4.am Vollmond, auf den Tag unseres Festes. Er entgegnete: Der Winter hat bereits begonnen und ich kann wegen des Schnees und des Regens nicht kommen.", "Sie erwiderten ihm: Komm über die Gipfel der Berge. Denn es heißt:332Jes. 16,1.sendet die Lämmer für den Beherrscher des Landes, von den Felsschluchten aus durch die Wüste zum Berge der Bewohner Çijons. Er entgegnete: Wenn ich komme, so habe ich keinen Platz, wo ich mich niederlassen könnte. Sie erwiderten ihm: Ihre Gräber sind besser als deine Paläste. Denn es heißt:333Jer. 8,1,2.zu jener Zeit, spricht der Herr, wird man die Gebeine der Könige von Jehuda und die Gebeine seiner Oberen, die Gebeine der Priester und die Gebeine der Propheten und die Gebeine der Bewohner Jerušaléms aus ihren Gräbern herausholen und sie hinbreiten der Sonne und dem Monde und dem ganzen Himmelsheere, die sie geliebt und denen sie gedient haben und denen sie nachgelaufen sind.", "R. Naḥman sprach zu R. Jiçḥaq: Hast du vielleicht gehört, wann der Sohn der Verfallenen334So nach dem T. wahrscheinl, נפלי, von griech. νϵϕέλη Wolke, etwa der Wolkensohn (cf. Dan. 7,13); viell. aber vom hebr. נפיל Riese, der Riesensohn, Göttersohn.kommen wird? Dieser fragte: Wer ist denn der Sohn der Verfallenen? Jener erwiderte: Der Messias. – Den Messias nennst du Sohn der Verfallenen!? Jener erwiderte: Freilich, denn es heißt:335Am. 9,11.an jenem Tage werde ich die\n" ], [ "verfallene Hütte Davids wieder aufrichten. Da erwiderte er: So sagte R. Joḥanan: Im Zeitalter, in dem der Sohn Davids kommen wird, werden die Schriftgelehrten vermindert werden, und auch die Augen der anderen werden vor Trauer und Klage dahinschwinden; viele Leiden und böse Verhängnisse werden neu aufeinander folgen; bevor noch das eine vorüber sein wird, wird das andere bereits herbeigeeilt sein.", "Die Rabbanan lehrten: Im Septennium, in dem der Sohn Davids kommen wird, [wird sich folgendes ereignen:] im ersten Jahre wird in Erfüllung gehen der Schriftvers:336Ib. 4,7.ich werde regnen lassen auf die eine Stadt und auf die andere Stadt nicht. Im zweiten werden Pfeile des Hungers337Dh. Vorboten, keine eigentl. Hungersnot.abgesandt werden. Im dritten wird der Hunger sehr stark sein; Männer, Frauen und Kinder, Fromme und Männer der Tat werden sterben, und die Tora wird bei denen, die sie studieren, in Vergessenheit geraten. Im vierten wird eine Sättigkeit und doch keine Sättigkeit sein. Im fünften wird eine große Sättigkeit sein; man wird essen und trinken und lustig sein, und die Tora wird zu denen, die sie studieren, zurückkehren. Im sechsten werden Stimmen338Wahrscheinl. die Jes. 27,13 erwähnten Posaunenstöße.erschallen. Im siebenten werden Kriege sein. Am Ausgange des siebenten wird der Sohn Davids kommen.", "R. Joseph sprach: Es sind ja bereits viele Septennien dieser Art eingetroffen, dennoch ist er nicht gekommen!? Abajje erwiderte ihm: Sind etwa auch die Stimmen des sechsten Jahres und die Kriege des siebenten eingetroffen; und sind ferner diese Ereignisse etwa in der richtigen Reihenfolge eingetroffen!?", "339Ps. 89,52.Daß deine Feinde, Herr, gelästert haben, geschmäht haben die Fußspuren deines Gesalbten. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Im Zeitalter, in dem der Sohn Davids kommen wird, wird das Versammlungshaus [der Gelehrten] zum Hurenhause werden, Galiläa wird zerstört und Gabla340Sonst unbekannter Ortsname; in manchen Texten fehlt dieser Satz überhaupt.verwüstet341יאשם gibt keinen guten Sinn; eine Parallelstelle (Sot. Fol. 49b) hat יאום.werden; die Grenzbewohner werden von Stadt zu Stadt wandern, ohne daß man sich ihrer erbarmen wird; die Weisheit der Gelehrten wird entarten, die Sündenscheuen werden verachtet sein, das Gesicht des Zeitalters wird dem Gesichte eines Hundes", "342Dh. die Frechheit u. Unverschämtheit werden vorherrschen.gleichen und die Wahrheit wird vermißt werden, denn es heißt:343Jes. 59,15.und so kam es, daß die Wahrheit vermißt ward, und wer Böses meidet, ist wahnsinnig. – Was heißt: und so kam es, daß die Wahrheit vermißt ward? In der Schule Rabhs erklärten sie: Sie wird sich in Herden344Das W. נעדרת wird als Derivatum von עדר, Herde, erklärt.teilen und auswandern. Was heißt: wer Böses meidet, ist wahnsinnig? In der Schule R. Šilas erklärten sie: Wer Böses meiden wird, wird bei den Menschen als wahnsinnig gelten.", "Raba sagte: Zuerst glaubte ich, es gebe in der Welt keine Wahrheit, bis mir einer von den Jüngern, namens R. Ṭabuth, manche sagen, namens R. Ṭabjomi, einer der sein Wort nicht brechen würde, selbst wenn man ihm das ganze Vermögen der Welt geben würde, folgendes erzählte: Einst kam er nach einer Ortschaft, die ‘Wahrheit’ hieß; da brachen sie nicht ihr Wort, und es gab keinen, der vor der Zeit gestorben wäre. Dort nahm er eine Frau und bekam von ihr zwei Kinder.", "Eines Tages, als seine Frau gerade den Kopf wusch, kam eine Nachbarin und klopfte an die Tür; er glaubte, es sei nicht schicklich345Sie in dieser Situation zu empfangen., und sagte ihr, [seine Frau] sei nicht anwesend. Da starben ihm seine beiden Kinder. Hierauf kamen die Einwohner der Ortschaft zu ihm und fragten ihn, was dies zu bedeuten habe, und als er ihnen das Ereignis erzählte, sprachen sie zu ihm: Wir ersuchen dich, unsere Ortschaft zu verlassen, damit du nicht den Tod auf die Einwohner hetzest.", "Es wird gelehrt: R. Nehoraj sagte: Im Zeitalter, in dem der Sohn Davids kommen wird, werden die Jungen das Gesicht der Greise beschämen und Greise werden vor den Jungen aufstehen; eine Tochter wird gegen ihre Mutter auftreten, eine Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter; das Gesicht des Zeitalters wird dem Gesicht eines Hundes gleichen, und ein Sohn wird sich vor seinem Vater nicht schämen.", "Es wird gelehrt: R. Neḥemja sagte: Im Zeitalter, in dem der Sohn Davids kommen wird, wird die Frechheit überhand nehmen und die Achtung346So nach der Erkl. Raschis, gleich dem biblischen יקר Achtung, Ehre.entarten; der Weinstock wird seine Früchte bringen, der Wein aber wird teuer sein; und auch die ganze Regierung wird der Ketzerei verfallen, und eine Zurechtweisung wird es nicht geben. Dies ist eine Stütze für R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte: Der Sohn Davids wird erst dann kommen, wenn die Regierung ganz der Ketzerei verfallen sein wird. Raba sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf?347Lev. 13,13.Ist er ganz und gar weiß geworden, so ist er348Der weiße Fleck gilt beim Aussatz als Symptom der Unreinheit (cf. Lev. 13,3).rein.", "Die Rabbanan lehrten:349Dt. 32,36.Denn der Herr wird seinem Volke Recht schaffen &c. wenn er sieht, daß jeder Halt geschwunden ist, und Verschlossenes und Verlassenes fort ist. Der Sohn Davids kommt nicht eher, als bis die Angeber überhand genommen haben werden. Eine andere Deutung: Bis die Schüler sich vermindert haben werden. Eine andere Deutung: Bis jeder Peruṭa aus dem Geldbeutel geschwunden sein wird. Eine andere Deutung: Bis sie an der Erlösung verzweifelt haben werden, denn es heißt: und Verschlossenes und Verlassenes fort ist; wenn, als ob dies denkbar wäre, Jisraél seine Stütze und seinen Helfer aufgegeben haben wird.", "So pflegte R. Zera, wenn er die Jünger traf, wie sie sich darüber350Über die Erlösung der Jisraéliten.unterhielten, zu ihnen zu sagen: Ich bitte euch, sie nicht hinauszuschieben, denn es wird gelehrt, drei Dinge treffen ein, wenn man an sie nicht denkt, und zwar: der Messias, ein Fund und ein Skorpion.", "R. Qaṭṭina sagte: Sechstausend Jahre wird die Welt bestehen und ein-[tausend] zerstört sein, denn es heißt:351Jes. 2,11.und der Herr wird allein an jenem Tage erhaben sein. Abajje sagte, zweitausend werde sie zerstört sein, denn es heißt:352Hos. 6,2.er wird uns nach zwei Tagen beleben, am dritten Tage uns wieder aufrichten, daß wir vor ihm leben.", "Übereinstimmend mit R. Qaṭṭina wird gelehrt: Wie in jedem Siebenjahr-Zyklus ein Jahr Brachjahr ist, ebenso wird die Welt in siebentausend Jahren eintausend Jahre brach liegen, denn es heißt: und der Herr wird allein an jenem Tage erhaben sein; ferner heißt es:353Ps. 92,1.ein Psalmlied für den Šabbathtag, ein Tag der ganz Ruhe [Šabbath] ist, und es heißt:354Ib. 90,4.denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, denn sie fahren dahin.", "In der Schule des Elijahu wurde gelehrt: Sechstausend Jahre wird die Welt bestehen; zweitausend Jahre der Nichtigkeit355Vor der Gesetzgebung., zweitausend Jahre der Tora356Das Gesetz wurde erst um die Mitte des 3. Jahrtausends verliehen; dagegen begann Abraham im Jahre 2000 den Monotheismus zu lehren.und zweitausend Jahre der messianischen Zeit357Gegen Ende des 4. Jahrtausends schwand jeder Rest einer jüdischen Autonomie.;" ], [ "wegen unserer zahlreichen Sünden aber sind schon manche von diesen verstrichen.", "Elijahu sprach zu R. Jehuda, dem Bruder R. Sala des Frommen: Die Welt hat nicht weniger als fünfundachtzig Jobelzyklen358Jobel bezeichnet sowohl einen Zyklus von 50 Jahren als auch das letzte Jahr des Zyklus, das sog. Halljahr., und im letzten Jobel-Zyklus wird der Sohn Davids kommen. Dieser fragte: Am Anfang oder am Schlusse? Jener erwiderte: Ich weiß es nicht. – Wird er vollständig werden oder nicht? Jener erwiderte: Ich weiß es nicht. R. Aši erzählt, er habe ihm folgendes gesagt: Bis dahin hoffe nicht auf ihn, von dann ab aber kannst du auf ihn hoffen.", "R. Ḥanan b. Taḥlipha teilte R. Joseph mit: Ich traf einen Menschen, der eine in Quadratschrift und in der Heiligensprache geschriebene Rolle in seinem Besitze hatte, und auf meine Frage, woher er sie habe, erwiderte er mir, er hätte sich an das römische Heer vermietet und sie in einer römischen Verwahrungsstelle gefunden. Auf dieser stand geschrieben: Viertausendzweihunderteinundneunzig Jahre nach der Weltschöpfung wird die Welt verwaist sein; es folgen die Kriege der Seeungeheuer, die Kriege von Gog und Magog, und darauf die messianischen Tage; erst nach siebentausend Jahren wird der Heilige, gepriesen sei er, seine Welt von neuem errichten. R. Aḥa, Sohn des Raba, sagte: Es wurde gelehrt: nach fünftausend Jahren.", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Folgender Schriftvers durchbohrt und dringt bis in den Abgrund hinab:359Hab. 2,3.Für die Weissagung ist eine Frist bestimmt, sie eilt dem Ende entgegen und trügt nicht. Wenn sie sich verzögert, so harre ihrer, denn sie kommt gewiß und bleibt nicht aus.", "Nicht wie unsere Meister, die gedeutet haben [den Schriftvers]:360Dan. 7,25.Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit;", "und nicht wie R. Šimlaj, der gedeutet hat [den Schriftvers]:361Ps. 80,6.du speistest sie mit Tränenbrot und tränktest sie in reichem Maße362Das hier gebrauchte שליש wird wahrscheinl. wie שלש drei aufgefaßt u. auf das 3. Exil bezogen.mit Tränen;", "und nicht wie R. A͑qiba, der gedeutet hat [den Schriftvers]:363Hag. 2,6.denn nur noch eine kleine Frist währt es, so erschüttere ich Himmel und Erde.", "Denn das erste Reich364Gemeint sind hier wahrscheinl. die makkabäische u. die herodianische Dynastie; daß diese Zahlen geschichtlich nicht stimmen, braucht kaum bemerkt zu werden.währte siebzig Jahre, das zweite Reich währte zweiundfünfzig Jahre und das Reich des Bar-Kochba zwei und ein halbes Jahr365Diese Tatsachen stehen wahrscheinl. in Widerspruch mit den Auslegungen u. Berechnungen aus den oben angezogenen Schriftversen.. –", "Was heißt: sie eilt dem Ende entgegen und trügt nicht? R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: Es schwinde366יפח von נפח blasen, hauchen.der Geist derjenigen, die das Ende367Der Zerstreuung Jisraéls; oft in derselben Bedeutung wie Erlösung.berechnen wollen; diese sagen nämlich, sobald das [von ihnen berechnete] Ende herangereicht, und er368Der Messias.nicht gekommen ist, so komme er nicht mehr; vielmehr harre man seiner, denn es heißt: wenn sie sich verzögert, so harre ihrer. Vielleicht denkst du: wir harren wohl, er369Gott.aber nicht, so heißt es:370Jes. 30,18.daher harrt der Herr, euch zu begnadigen, und er wird sich erheben, sich eurer zu erbarmen.", "Wenn nun wir harren und er ebenfalls harrt, wer hält es denn zurück? Die Eigenschaft der Gerechtigkeit hält es zurück. Weshalb harren wir nun, wenn es die Eigenschaft der Gerechtigkeit zurückhält? Um eine Belohnung zu erhalten, denn es heißt:370Jes. 30,18.Heil allen, die auf ihn harren.", "Abajje sagte: Die Welt hat in jedem Zeitalter nicht weniger als sechsunddreißig Fromme, die täglich das Gesicht der Göttlichkeit empfangen, denn es heißt: Heil allen, die auf ihn harren; ‘lo [ihn]’ hat den Zahlenwert sechsunddreißig. – Dem ist ja aber nicht so, Raba sagte ja, die Reihe [der Frommen] vor dem Heiligen, gepriesen sei er, betrage achtzehntausend Parasangen, denn es heißt:371Ez. 48,35.ringsum sind es achtzehntausend!? – Das ist kein Widerspruch: eines gilt von denen, die den leuchtenden Glanz schauen, und eines von denen, die nur den nichtleuchtenden Glanz schauen. –", "Sind sie denn so zahlreich, Ḥizqija sagt ja im Namen R. Jirmejas im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Ich sah die erhabenen Leute, ihrer sind nur wenige vorhanden; sind deren tausend, so gehöre ich und mein Sohn zu ihnen, sind deren hundert, so gehöre ich und mein Sohn zu ihnen, sind deren zwei, so sind es ich und mein Sohn!? –", "Das ist kein Widerspruch; eines gilt von denen, die nur mit Erlaubnis eintreten372In die göttlichen Apartements., und eines von denen, die ohne Erlaubnis eintreten.", "Rabh sagte: Alle [Angaben über das] Ende sind bereits vorüber; die Sache ist nur von Buße und guten Handlungen abhängig. Šemuél aber sagte: Es genügt, wenn der Leidtragende in seinem Leide verweilt373Die Erlösung wird auch ohne Buße eintreffen.. Hierüber [streiten auch] folgende Tannaím: R. Elie͑zer sagte: Wenn die Jisraéliten Buße tun, so werden sie erlöst, wenn aber nicht, so werden sie nicht erlöst. R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Wenn sie keine Buße tun, werden sie nicht erlöst!? Vielmehr wird der Heilige, gepriesen sei er, gegen sie einen König auftreten lassen, der über sie böse Bestimmungen wie die des Haman verhängen wird, der sie zur Buße bringen und zum Besseren bekehren wird.", "Ein Anderes lehrt: R.Elie͑zer sagte: Wenn die Jisraéliten Buße tun, so werden sie erlöst, denn es heißt:374Jer. 3,22.kehret zurück, ihr abtrünnigen Söhne, ich will euere Abtrünnigkeit heilen. R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Es heißt ja bereits:375Jes. 52,3.umsonst wurdet ihr verkauft, und ohne Geld sollt ihr erlöst werden. Umsonst wurdet ihr verkauft, wegen des Götzendienstes376Die Götzen sind nichts wert., und ohne Geld sollt ihr erlöst werden, ohne Buße und gute Handlungen.", "R. Elie͑zer erwiderte R. Jeḥošua͑: Es heißt ja bereits:377Mai 3,7.kehret zu mir zurück, so will ich zu euch zurückkehren. R. Jehošua͑ entgegnete ihm: Es heißt ja bereits:378Jer. 3,14.ich habe euch mir angetraut, ich will euch holen, einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlechte, und euch nach Çijon bringen.", "R. Elie͑zer erwiderte ihm: Es heißt ja bereits:379Jes. 30,15.in Stille380Das W. עובה wird gleich תשובה mit Rückkehr, Buße übersetzt.und Ruhe soll euch geholfen werden. R. Jehošua͑ entgegnete R. Elie͑zer: Es heißt ja bereits:381Jes. 49,7.so spricht der Herr, der Erlöser Jisraéls, sein Heiliger, zu dem, der von jedem verachtet382Durch die Sünden, also auch ohne Buße.wird, der von den Völkern verabscheut wird, zu dem Sklaven von Tyrannen:" ], [ "Könige sollen es sehen und aufstehen, Fürsten sollen sich bücken.", "R.Elie͑zer erwiderte ihm: Es heißt ja bereits:383Jer. 4,1.wenn du zurückkehrst, Jisraél, Spruch des Herrn, so kehrst du zu mir zurück. R. Jehošua͑ entgegnete ihm: Es heißt ja bereits:384Dan. 12,7.da hörte ich den in leinenen Gewändern gekleideten Mann, der sich oben über dem Wasser des Stromes befand – dabei erhob er seine Rechte und seine Linke gegen den Himmel und schwur bei dem, der ewig lebt – sagen: Nach einer Zeit, Zeiten und einer halben, wenn die Zertrümmerung der Macht des heiligen Volkes vollendet ist, so wird dies alles aufhören385Also ohne jede Bedingung. &c. Alsdann schwieg R. Elie͑zer.", "R. Abba sagte: Du hast kein deutlicheres [Kennzeichen für das] Ende als das folgende:386Ez. 36,8.ihr aber, ihr Berge Jisraéls, laßt euer Laub sprossen und tragt eure Frucht für mein Volk Jisraél &c. R. Elie͑zer sagte: Auch kein deutlicheres als das folgende:387Zach. 8,10.denn vor jenen Tagen wird es für die Arbeit des Menschen keinen Lohn geben und keinen Ertrag von der Arbeit des Viehs; für den aus- und einziehenden gibt es keinen Frieden vor dem Feinde.", "Was heißt: für den aus- und einziehenden gibt es keinen Frieden vor dem Feinde? Rabh erklärte, selbst die Schriftgelehrten, von denen es heißt:388Ps. 119,165.viel Friede denen, die dein Gesetz lieben, werden keinen Frieden finden. Šemuél erklärte, alle Tore werden einander gleichen389Man wird durch keines entrinnen können. Raschi erklärt שערים mit Preis, dh. es wird eine große Teuerung entstehen..", "R. Ḥanina sagte: Der Sohn Davids wird nicht eher kommen, als bis man für einen Kranken einen Fisch suchen und nicht finden wird, denn es heißt:390Ez. 32,14.dann will ich ihre Wasser sinken lassen und ihre Ströme wie Öl dahinführen, und [darauf] heißt es:391Ib. 29,21.an jenem Tage will ich dem Hause Jisraél ein Horn sprossen lassen.", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Der Sohn Davids wird nicht eher kommen, als bis auch die geringste Herrschaft über Jisraél aufhören wird, denn es beißt:392Jes. 18,5.er wird die Reben mit Winzermessern393זלזלים wird von זלזל geringschätzen, verachten abgeleitet.abschneiden, und darauf heißt es:394Jes. 18,7.zu jener Zeit wird das zerrissene und geplünderte Volk dem Herrn der Heerscharen Geschenke bringen.", "Zee͑ri sagte im Namen R. Ḥaninas: Der Sohn Davids wird nicht eher kommen, als bis es keine Hochmütigen in Jisraél geben wird, denn es heißt:395Zeph. 3,11.alsdann werde ich aus deiner Mitte entfernen, die hochmütig in dir jubeln, und darauf folgt:396Ib. V. 12.und ich werde in dir ein armes und geringes Volk übriglassen; sie werden Zuflucht haben beim Namen des Herrn.", "R. Melaj sagte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Der Sohn Davids wird nicht eher kommen, als bis es weder Richter noch Befehlshaber in Jisraél geben wird, denn es heißt:397Jes. 1,25.ich will meine Hand wieder gegen dich kehren und will wie mit Lauge all dein unedles Metall läutern &c. und will deine Richter wieder einsetzen.", "U͑la sagte: Jerušalem wird nur durch Gerechtigkeit398Wahrscheinlicher wird hier צדקה in der Bedeutung Almosen gebraucht.erlöst werden, denn es heißt:399Jes. 1,27.Çijon soll durch Recht erlöst werden und seine Heimkehrenden durch Gerechtigkeit. R. Papa sagte: Wenn es keine Hochmütigen mehr geben wird, so wird es auch keine Magier400Bezeichnung der persischen Priester, durch welche die Juden viel zu leiden hatten.geben, und wenn es keine Richter401Wahrscheinl. schlechte Richter; viell, aber, wenn die Gesetzeskunde vollständig in Vergessenheit geraten, sodaß es keine Richter mehr geben wird.mehr geben wird, so wird es auch keine Zwingherren geben. Wenn es keine Hochmütigen mehr geben wird, so wird es auch keine Magier geben, denn es heißt:402Jes. 1,27.ich will wie mit Lauge all dein unedles Metall läutern und all dein Blei ausscheiden; und wenn es keine Richter mehr geben wird, wird es auch keine Zwingherren geben, denn es heißt:403Zeph. 3,15.der Herr hat deine Gerichte entfernt, deinen Feind hinweggeräumt.", "R. Joḥanan sagte: Wenn du ein Zeitalter siehst, das mehr und mehr verkümmert, so hoffe auf ihn404Dem Messias., denn es heißt:405iiSam. 22,28.und dem gedrückten Volke schaffst du Hilfe &c. R. Joḥanan sagte [ferner]: Wenn du ein Zeitalter siehst, über das die Leiden sich wie ein Strom ergießen, so hoffe auf ihn, denn es heißt: 406Jes. 59,19.denn der Bedränger bricht wie ein Strom, herein, den der Hauch des Herrn anstürmt, und darauf folgt:407Ib. V. 20.und es wird für Çijon der Erlöser kommen.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Der Sohn Davids kommt nur dann, wenn das Zeitalter entweder vollständig tugendhaft oder vollständig schuldbeladen ist. Wenn das Zeitalter vollständig tugendhaft ist, denn es heißt: 408Ib. 60,21.dein Volk besteht aus lauter Gerechten, für immer werden sie das Land in Besitz nehmen; wenn das Zeitalter vollständig schuldbeladen ist, denn es heißt:409Ib. 59,16.und er sah, daß niemand da war, und staunte, daß keiner da war, der ins Mittel treten könnte, und es heißt:410Ib. 48,11.um meinetwillen tue ich es.", "R. Alexandri sagte: R. Jehošua͑ b. Levi wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:411Ib. 60,22.zu seiner Zeit, dagegen heißt es: es beschleunigen? Haben sie sich verdient gemacht, so will ich es beschleunigen, haben sie sich nicht verdient gemacht, erst zur Zeit.", "R. Alexandri sagte: R. Jehošua͑ b. Levi wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt:412Dan. 7,13.wie ein Menschensohn kam er mit den Wolken des Himmels heran, dagegen heißt es:413Zach. 9,9.demütig und reitet auf einem Esel? Haben sie sich verdient gemacht, mit den Wolken des Himmels, haben sie sich nicht verdient gemacht, demütig und auf einem Esel reitend.", "Der König Sapor sprach zu Šemuél: Ihr sagt, der Messias werde auf einem Esel kommen; ich will ihm ein scheckiges Pferd schicken, das ich habe. Dieser erwiderte: Hast du etwa ein tausendfarbiges?", "R. Jehošua͑ b. Levi traf einst Elijahu am Eingange der Höhle des R. Šimo͑n b. Joḥaj stehen; da sprach er zu ihm: Werde ich in die zukünftige Welt kommen? Dieser erwiderte: Wenn es diesem Herrn414Deutend auf die Göttlichkeit, die sich bei ihnen befunden haben soll.gefällig sein wird. R. Šimo͑n b. Joḥaj erzählte, er habe zwei Personen gesehen und die Stimme eines Dritten gehört.", "Hierauf fragte er ihn weiter: Wann wird der Messias kommen? Dieser erwiderte: Geh, frage ihn selbst. – Wo befindet er sich? – Am Tore von Rom. – Woran erkennt man ihn? – Er sitzt zwischen den mit Krankheiten behafteten Armen; alle übrigen binden [ihre Wunden] mit einem Male auf und verbinden sie wieder, er aber bindet sie einzeln auf und verbindet sie, denn er denkt: vielleicht werde ich verlangt, so soll keine Verzögerung entstehen.", "Hierauf ging er zu ihm hin und sprach zu ihm: Friede mit dir, Herr und Meister! Dieser erwiderte: Friede mit dir, Sohn Levis! Er fragte: Wann kommt der Meister? Dieser erwiderte: Heute. Darauf kehrte er zu Elijahu zurück, der ihn fragte: Was sagte er dir? Er erwiderte: Friede mit dir, Sohn Levis! Da sprach dieser: Er hat dir und deinem Vater die zukünftige Welt verheißen. Jener entgegnete: Er hat mich belogen, denn er sagte mir, er werde heute kommen, und er kam nicht. Dieser erwiderte: Er hat es wie folgt gemeint:415Ps. 95,7.wenn ihr heute auf seine Stimme hören werdet416Mit ‘heute’ meinte er den hier angezogenen Schriftvers, in dem dieses Wort vorkommt; dh. wenn dies der Fall sein wird, so wird der Messias kommen..", "Seine Schüler fragten R. Jose b. Qisma: Wann kommt der Sohn Davids? Dieser erwiderte: Ich fürchte, ihr werdet von mir ein Zeichen verlangen. Sie entgegneten: Wir werden von dir kein Zeichen verlangen.", "Da erwiderte er ihnen: Wenn dieses Tor einstürzen und wieder errichtet werden, einstürzen und wieder errichtet werden wird, und wiederum: einstürzen wird, und bevor man noch dazu kommen wird, es wieder zu errichten, wird der Sohn Davids kommen. Darauf sprachen sie zu ihm: Meister, gib uns ein Zeichen. Er entgegnete ihnen: Habt ihr mir etwa nicht gesagt, daß ihr kein Zeichen verlangen werdet!?", "Sie erwiderten ihm: Aber dennoch. Da sprach er zu ihnen: Ist dies wahr, so werde das Wasser der Paneashöhle in Blut verwandelt. Hierauf wurde es in Blut verwandelt.", "Bei seinem Hinscheiden sprach er zu ihnen: Versenkt meinen Sarg ganz tief," ], [ "denn es gibt keine Palme in Babylonien, an der nicht ein persisches Pferd angebunden sein wird, und es gibt keinen Sarg im Jisraéllande, aus dem nicht ein medisches Pferd Stroh fressen wird.", "Rabh sagte: Der Sohn Davids wird nicht eher kommen, als bis die ruchlose Regierung neun Monate sich über Jisraél ausgedehnt haben wird, denn es heißt:417Mich. 5,2.er wird sie eine Zeit lassen, wie die Gebärende gebiert; und seine übrigen Brüder werden zu den Kindern Jisraél zurückkehren.", "U͑la sagte: Mag er kommen, ich aber will ihn nicht sehen. Ebenso sagte Raba: Mag er kommen, ich aber will ihn nicht sehen. R. Joseph sagte: Möge er doch kommen, und mir sei es beschieden, im Schatten des Mistes seines Esels zu sitzen.", "Abajje sprach zu Raba: Weshalb: wenn etwa wegen der Leiden der messianischen Zeit, so wird ja gelehrt: Seine Schüler fragten R. Elea͑zar, was ein Mensch zu tun habe, um vor den Leiden der messianischen Zeit geschützt zu sein, und er erwiderte ihnen, er befasse sich mit der Tora und Liebeswerken, und der Meister befaßt sich ja sowohl mit der Tora als auch mit Liebeswerken!?", "Er erwiderte ihm: Die Sünde könnte es verursachen. Dies nach R. Ja͑qob b. Idi, denn R. Ja͑qob b. Idi wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt:418Gen. 28,15.siehe, ich bin mit dir und werde dich behüten überall wohin du gehst, und es heißt:419Ib. 32,8.und Ja͑qob fürchtete sehr und es war ihm bange?", "Er fürchtete, die Sünde könnte es verursachen. So wird auch gelehrt:420Ex. 15,16.Bis hinübergezogen ist dein Volk, o Herr, das ist der erste421In das Jisraélland, aus dem ägyptischen Exil.Einzug,", "bis hinübergezogen ist das Volk, das du erworben hast, das ist der zweite422Aus dem babylonischen Exil.Einzug. Hieraus ist zu entnehmen, daß die Jisraéliten würdig waren, daß ihnen beim zweiten Einzüge Wunder geschehen wie beim ersten Einzüge, nur hat es die Sünde verursacht.", "Ebenso sagte R. Joḥanan: Mag er kommen, ich aber will ihn nicht sehen. Reš Laqiš sprach zu ihm: Weshalb: wenn etwa, weil es heißt:423Am. 5,19.wie wenn jemand, der einem Löwen entflieht, von einem Bären gestellt wird und, wenn er nach Hause gelangt ist und sich mit der Hand gegen die Wand stemmt, von einer Schlange gebissen424In den messianischen Tagen wird Verhängnis auf Verhängnis folgen. wird, so komm und ich will dir solches auch auf dieser Welt zeigen. Wenn jemand aufs Feld hinausgeht und einem Landvogt begegnet, so ist es ebenso, als ob er einem Löwen begegnete; wenn er in die Stadt kommt und einem Zolleinnehmer begegnet, so ist es ebenso, als ob er einem Bären begegnete; wenn er nach Hause kommt und seine Töchter vor Hunger verschmachtet findet, so ist es ebenso, als ob ihn eine Schlange bisse. –", "Vielmehr, weil es heißt:425Jer. 30,6.Fragt doch nach und seht zu, ob wohl ein Mannsbild gebiert? Warum sehe ich denn alle Männer mit den Händen an den Hüften, einer Gebärenden gleich; warum jedes Angesicht fahlgelb? –", "Was heißt: sehe ich alle Männer? Raba b. Jiçḥaq erwiderte im Namen Rabhs: Bei dem alle Mannhaftigkeit ist426Dh. auch Gott grämt sich über die Leiden Jisraéls.. – Was heißt: jedes Angesicht fahlgelb? R. Joḥanan erwiderte: Sein oberer Kreis und sein unterer Kreis; wenn nämlich der Heilige, gepriesen sei er, sagen wird: diese sind mein Händewerk und jene sind mein Hände werk, wie soll ich nun die einen wegen der anderen untergehen427Wenn Gott bei der Vernichtung der nicht jüdischen Völker schwankend werden wird, so werden die Engel u. Jisraél in Angst geraten.lassen.", "R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Stürzt der Ochs beim Laufen, so stellt man das Pferd an dessen Krippe428Durch den Sturz Jisraéls gelangen die Nichtjuden zur Größe, dann fällt es Gott schwer, diese zu verdrängen..", "R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Dereinst werden die Jisraéliten die messianischen Jahre genießen. R.Joseph sprach: Selbstverständlich, wer denn sollte sie genießen, etwa Ḥileq und Bileq429Zwei im Lehrhause oft gebrauchte, erdichtete, viell, aber damals berüchtigte Namen; die Ableitung aus dem Arabischen, Wüste u. Unglück, ist nicht einleuchtend.!? – Dies schließt die Ansicht R. Hillels aus, welcher sagte, die Jisraéliten hätten keinen Messias mehr, da sie ihn bereits in den Tagen Ḥizqijas verzehrt haben430Alle Prophezeiungen über den Messias beziehen sich auf ihn..", "Rabh sagte, die Welt sei nur wegen [der Verdienste] Davids erschaffen worden; Šemuél sagte, wegen der des Moše; R. Joḥanan sagte, wegen der des Messias. –", "Wie heißt er? – In der Schule R. Šilas sagten sie, er heiße Šilo, denn es heißt:431Gen. 49,10.bis Šilo kommt. R. Jannaj sagte, er heiße Jinon, denn es heißt:432Ps. 72,17.im Angesichte der Sonne wird sein Name sprossen [jinon]. In der Schule R. Ḥaninas sagten sie, er heiße Ḥanina, denn es heißt:433Jer. 16,13.ich werde euch kein Erbarmen [ḥanina] schenken. Manche sagen, er heiße Menahem (Sohn Ḥizqijas), denn es heißt: 434Thr.1,16.denn fern ist mir der Tröster [menaḥem], der mein Herz erquickte. Die Rabbanan sagten, er heiße ‘der Aussätzige des Lehrhauses’, denn es heißt:435Jes. 53,4.unsere Krankheiten hat er getragen und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen; wir aber hielten ihn für von Gott gestraft, geschlagen und geplagt.", "R. Naḥman sagte: Gehört er zu den Lebenden, so bin ich436Wahrscheinlich, wenn man sich ihn als Leidenden vorstellen will.es, denn es heißt:437Jer. 30,21.sein Machthaber soll aus ihm selbst und sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen. Rabh sagte: Gehört er zu den Lebenden, so ist es unser heiliger Meister438R. Jehuda, Verfasser der Mišna., gehört er zu den Toten, so ist es Daniel, der Liebling.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dereinst wird ihnen der Heilige, gepriesen sei er, einen anderen David aufstellen, denn es heißt:439Jer. 30,9.sie werden dem Herrn, ihrem Gott dienen und ihrem Könige David, den ich ihnen aufstellen werde; es heißt nicht: aufgestellt habe, sondern: aufstellen werde. R. Papa sprach zu Abajje: Es heißt ja aber:440Ez. 37,25.und mein Knecht David soll für immer Herrscher sein!? – Wie Kaiser und Vizekaiser.", "R. Šimlaj trug vor: Es beißt:441Am. 5,18.wehe denen, die sich den Tag des Herrn herbeiwünschen; was soll euch der Tag des Herrn, er ist ja Finsternis, nicht Licht. Ein Gleichnis. Ein Hahn und eine Fledermaus warteten auf das Tageslicht; da sprach der Hahn zur Fledermaus: Ich warte auf das Tageslicht, denn es ist für mich bestimmt, was soll dir aber das Tageslicht!?" ], [ "Dem entspricht auch folgendes. Einst fragte ein Minäer den R. Abahu, wann der Messias kommen werde, und dieser erwiderte ihm: Wenn eure Leute von der Finsternis bedeckt sein werden. Jener entgegnete: Du fluchst mir also! Dieser erwiderte: Es ist ein Schriftvers: 442Jes. 60,2.denn fürwahr, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker; doch über dir wird der Herr aufstrahlen und seine Herrlichkeit über dir erscheinen.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die messianischen Tage werden vierzig Jahre anhalten, denn es heißt:443Ps. 95,10.vierzig Jahre habe ich Verdruß mit diesem Geschlechte. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Siebzig Jahre, denn es heißt:444Jes. 23,15.an jenem Tage wird Çor siebzig Jahre in Vergessenheit geraten, wie die Tage eines einzigen Königs; wer ist der einzige König? Der Messias.", "Rabbi sagte: Drei Generationen, denn es heißt:445Ps. 72,5.sie werden dich fürchten so lange die Sonne leuchtet und in Gegenwart des Mondes; Geschlecht auf Geschlechter446Also 3 Geschlechter; nach der obigen Auslegung wird das W. ‘Sonne’ in Ps. 72,17, in Verbindung mit dem Messias gebraucht.. R. Hillel sagte: Die Jisraéliten haben keinen Messias mehr, denn sie haben ihn bereits in den Tagen Ḥizqijas verzehrt.", "R. Joseph sprach: Der Herr verzeihe R. Hillel; Ḥizqija lebte ja während des ersten Tempels, und während des zweiten Tempels weissagte Zekharja:447Zach. 9,9.Juble laut, Tochter Çijon, jauchze, Tochter Jerušalem; fürwahr, dein König wird bei dir einziehen; gerecht ist er und siegreich; arm ist er und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen, dem Jungen einer Eselin.", "Ein Anderes lehrt: R. Elie͑zer sagte: Die messianischen Tage werden vierzig Jahre anhalten, denn hier448Dt. 8,3.heißt es: er demütigte dich, ließ dich Hunger leiden und speiste dich, und dort449Ps. 90,15.heißt es: erfreue uns so viele Tage als du uns gedemütigt hast, so viele Jahre als wir Unglück erlebt haben.", "R. Dosa sagte: Vierhundert Jahre; denn hier450Gen. 15,13.heißt es: man wird sie knechten und hart bedrücken vierhundert Jahre lang, und dort heißt es: erfreue uns so viele Tage als du uns gedemütigt hast.", "Rabbi sagte: Dreihundertfünfundsechzig Jahre, die Zahl der Tage des Sonnenjahres, denn es heißt:451Jes. 63,4.denn einen Tag der Rache hatte ich in meinem Herzen, und mein Erlösungsjahr kommt herbei. –", "Was heißt: einen Tag der Rache hatte ich in meinem Herzen? R. Joḥanan erwiderte: Nur meinem Herzen habe ich es geoffenbart, nicht aber meinen anderen Organen. R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte: Nur meinem Herzen habe ich es geoffenbart, nicht aber den Dienstengeln.", "Abimi, Sohn des R. Abahu, lehrte: Die messianischen Tage werden für Jisraél siebentausend Jahre anhalten, denn es heißt:452Ib. 62,5.wie sich der Bräutigam mit seiner Braut freut, so wird sich der Herr, dein Gott, mit dir freuen.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die messianischen Tage werden so lange anhalten, wie seit dem Tage, an dem die Welt erschaffen worden ist, bis jetzt, denn es heißt:453Dt. 11,21.so lange, als der Himmel über der Erde steht.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wie seit den Tagen Noaḥs bis jetzt, denn es heißt:454Jes. 54,9.wie seit den Tagen455Die kursierenden Ausgaben haben mit dem masoret. Texte כי מי, wie die Wasser. Besser ist jed. die Lesart unseres Textes, כימי, wie ausführl. bei Kennicott u. de Rossi z. St.Noaḥs gilt mir dies, wo ich geschworen habe.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Alle Propheten zusammen weissagten nur von den messianischen Tagen, von der zukünftigen Welt aber [heißt es:]456Jes. 64,3.es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut, was er dem tun wird, der auf ihn harrt. Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél sagte, zwischen dieser Welt und den messianischen Tagen gebe es keinen anderen Unterschied, als die Knechtschaft der Regierungen.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Alle Propheten weissagten nur von den Bußfertigen, von den vollständig Frommen aber [heißt es:] es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut. Er streitet somit gegen R. Abahu, denn R. Abahu sagte im Namen Rabhs, auf der Stufe, auf der die Bußfertigen stehen, stehen nicht die vollständig Frommen, denn es heißt:457Jes. 57,19.Friede, Friede dem Fernen und dem Nahen; zuerst dem Fernen, nachher dem Nahen. Unter Fernen ist nämlich derjenige zu verstehen, der früher [Gott] fern war, und unter Nahen ist derjenige zu verstehen, der ihm [früher und] später nahe war.", "R. Joḥanan erklärte, unter Fernen sei derjenige zu verstehen, der der Sünde fern blieb, und unter Nahen sei derjenige zu verstehen, der der Sünde nahe war, und sich später von ihr entfernt hat.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Alle Propheten zusammen weissagten nur von einem, der seine Tochter an einen Schriftgelehrten verheiratet, der für einen Schriftgelehrten das Geschäft beitreibt, und der Schriftgelehrte von seinem Vermögen genießen läßt; von den Schriftgelehrten selbst aber [heißt es:] es hat außer dir, o Gott, kein Auge geschaut.", "Worauf beziehen sich [die Worte]: es hat kein Auge geschaut? R. Jehošua͑ b. Levi erwiderte: Dies bezieht sich auf den seit den sechs Schöpfungstagen in seinen Trauben aufbewahrten Wein. Reš Laqiš erwiderte: Dies bezieht sich auf den E͑den, den noch nie ein Auge geschaut hat. Wenn du aber einwendest: wo wohnte Adam? Im Garten. Wenn du aber einwendest, der Garten sei mit dem E͑den identisch, so heißt es: 458Gen. 2,10.und ein Strom ging von E͑den aus, den Garten zu bewässern.", "[WER SAGT,] DIE TORA SEI NICHT VOM HIMMEL &C. Die Rabbanan lehrten:459Num. 15,31.Denn er hat das Wort des Herrn verachtet und sein Gebot gebrochen, vertilgt, ja vertilgt soll er werden; dies bezieht sich auf den, welcher sagt, die Tora sei nicht vom Himmel. Eine andere Erklärung: Denn das Wort des Herrn hat er verachtet; dies bezieht sich auf den Gottesleugner.", "Eine andere Erklärung: Denn das Wort des Herrn hat er verachtet; dies bezieht sich auf den, der in die Tora falsche Deutungen hineinbringt. Und sein Gebot gebrochen; dies bezieht sich auf den, der das Fleischbündnis460Die Beschneidung.bricht; vertilgt, ja vertilgt, vertilgt auf dieser Welt, ja, vertilgt, in der zukünftigen Welt. Hieraus folgerte R. Elie͑zer aus Modai͑m, wer die Heiligtümer entweiht, die Feste schändet, das Bündnis unseres Vaters Abraham460Die Beschneidung.bricht, in die Tora falsche Deutungen hineinbringt, seinen Genossen öffentlich beschämt461Eigentl. erbleichen macht., habe, selbst wenn Gesetzeskunde und gute Handlungen in seinem Besitze sind, keinen Anteil an der zukünftigen Welt.", "Ein Anderes lehrt: Denn das Wort des Herrn hat er verachtet; dies bezieht sich auf den, welcher sagt, die Tora sei nicht vom Himmel. Und selbst wenn einer sagt, die ganze Tora sei vom Himmel, mit Ausnahme von einem Verse, den nicht der Heilige, gepriesen sei er, gesagt hat, sondern Moše von sich aus, so beziehen sich auf ihn [die Worte:] denn er hat das Wort des Herrn verachtet. Und selbst wenn einer sagt, die ganze Tora sei vom Himmel, mit Ausnahme von einer Subtilität, oder von einem [Schlusse vom] Leichteren auf das Schwerere oder durch Wortanalogie, so beziehen sich auf ihn [die Worte:] denn er hat das Wort des Herrn verachtet.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn jemand die Tora lernt und sie nicht lehrt, so beziehen sich auf ihn [die Worte:] denn er hat das Wort des Herrn verachtet. R. Nathan sagte: Wenn jemand die Mišna nicht beachtet. R. Nehoraj sagte: Wenn jemand in der Lage ist, sich mit der Tora zu befassen und sich mit ihr nicht befaßt.", "R. Jišma͑él sagte: Wenn jemand Götzendienst treibt. – Worauf beruht diese Auslegung? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Denn er hat das Wort des Herrn verachtet, die Worte, die er selber [zu Moše] am [Berge] Sinaj gesprochen hat:462Ex. 20,2,3; die ersten 2 Verse des Dekaloges sprach Gott selber.ich bin der Herr, dein Gott &c. du sollst keine anderen Götter vor mir haben &c.", "R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Wenn jemand die Tora studiert und sie nicht oft wiederholt, so ist es ebenso, als würde jemand säen ohne zu mähen. R. Jehošua͑ sagte: Wer die Tora studiert und sie vergißt, gleicht einer Frau, die gebiert und begräbt.", "R. A͑qiba sagte:" ], [ "Singe463Dh. befasse dich mit dem Studium der Tora. Die Jünger pflegen im Lehrhause im Singsang zu studieren.jeden Tag, singe jeden Tag. R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte: Welcher Schriftvers deutet hierauf? Es heißt:464Pr. 16,26.die Seele des Sichabmühenden arbeitet für ihn, denn sein Mund treibt ihn dazu an; er arbeitet an dieser Stelle und seine Tora arbeitet für ihn an einer anderen Stelle.", "R. Elea͑zar sagte: Der Mensch ist für die Arbeit geboren, wie es heißt: 465Ij. 5,7.denn der Mensch ist für die Arbeit geboren. Ich würde nicht gewußt haben, ob für die Arbeit mit dem Munde oder für die körperliche Arbeit, wenn es aber heißt: denn sein Mund treibt ihn dazu an, so sage man, er sei für die Arbeit mit dem Munde erschaffen worden. Ich würde aber noch immer nicht gewußt haben, ob für die Beschäftigung mit der Tora, oder für die Beschäftigung mit Geplauder, wenn es aber heißt:466Jos. 1,8.es weiche dieses Buch der Lehre nicht von deinem Munde, so sage man, er sei für die Beschäftigung mit der Tora erschaffen worden. Das ist es, was Raba sagte: Alle Körper sind Behälter; Heil dem, dem es beschieden ist, ein Behälter für die Tora zu sein.", "467Pr. 6,32.Wer mit einem Weibe Hurerei treibt, ist unsinnig. Reš Laqiš sagte: Dies bezieht sich auf den, der sich mit der Tora nur zeitweise468Viell. stück-, abschnittweise, dh. wenn er von Thema zu Thema springt; der Vergleich ist demnach logisch richtiger: er befaßt sich mit vielen Dingen gleichzeitig, wie auch der Hurende sich mit vielen Weibern abgibt.befaßt, denn es heißt: 469Pr. 22,18.es ist schön, wenn du sie zusammen in deinem Innern bewahrst, sie werden allzumal auf deinen Lippen bereit sein.", "Die Rabbanan lehrten:470Num. 15,30.Die Person aber, die dies mit trotziger Hand tut, das ist Menaše, der Sohn Ḥizqijas, der dasaß und [das Gesetz] verspottende Vorträge hielt;", "er sprach nämlich: Hatte denn Moše nichts anderes zu tun, als zu schreiben:471Gen. 36,22.die Schwester Loṭans war Timna͑; oder: 472Ib. V. 12.Timna͑ war ein Kebsweib des Eliphaz, oder:473Ib. 30,14.Reúben ging aus um die Zeit der Weizenernte und fand Dudaím auf dem Felde474Diese Verse enthalten keinerlei Belehrung.. Da ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihm:475Ps. 50,20,22.Du sitzest da, redest wider deinen Bruder, bringst Beschimpfung auf den Sohn deiner Mutter. Solches tatest du, und ich schwieg; da meintest du, ich sei ganz wie du. Aber ich will dich zur Rechenschaft ziehen.", "Über ihn heißt es in den Propheten75Bezeichnung der prophetischen Bücher.: 476Jes. 5,18.Wehe denen, die Verschuldung mit Stricken des Unrechts herbeiziehen, Sünde mit Wagenseilen. – Was heißt: mit Wagenseilen? R. Asi erwiderte: Der böse Trieb gleicht anfangs einem Faden aus Spinngewebe, zuletzt aber Wagenseilen. –", "Da wir gerade dabei sind: worauf deutet [der Vers:] Und die Schwester Loṭans war Timna͑? – Timna͑ war eine Prinzessin, denn es heißt:477Gen. 36,29; im Texte fälschlichאלוף.Fürst Timna͑, und mit Fürst wird ein ungekrönter König bezeichnet.", "Sie wollte nämlich Proselytin werden und wandte sich deshalb an Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, diese nahmen sie aber nicht auf; hierauf wurde sie Kebsweib des Eliphaz, des Sohnes E͑savs, indem sie sagte: Lieber will ich eine Magd bei dieser Nation sein, als eine Herrin bei einer anderen Nation. Ihr entstammte A͑maleq, der Jisraél bedrängt hatte. – Weshalb dies? – Weil sie sie nicht fortstoßen sollten.", "Reúben ging einst aus um die Zeit der Weizenernte. Raba b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Hieraus, daß die Frommen ihre Hand nicht nach fremdem Gute ausstrecken. Und fand Dudaím auf dem Felde; was sind Dudaím? Rabh erklärte: Alraunen. Levi erklärte: Cyperngras478Syr. סגלא cyperus rotundus.. R. Jonathan erklärte: Sibsukh479Die Lesart ist ganz korrupt; nach den Erklärungen identisch mit יברוחי Alraunen..", "R. Alexandri sagte: Wer sich mit der Tora um ihrer selbst willen befaßt, stiftet Frieden im oberen Kreise und im unteren Kreise, denn es heißt:480Jes. 27,5.es sei denn, daß man sich auf meinen Schutz verließe, daß man Frieden mit mir machte, mit mir Frieden machte.", "Rabh sagte: Es ist ebenso, als hätte er den oberen Palast und den unteren Palast erbaut, denn es heißt:481Ib. 51,16.ich habe dir meine Worte in den Mund gelegt, und im Schatten meiner Hand habe ich dich geborgen; um den Himmel auszuspannen und die Erde zu gründen. Reš Laqiš sagte: Er beschützte auch die ganze Welt, denn es heißt: und im Schatten meiner Hand habe ich dich geborgen. Levi sagte: Er beschleunigt auch die Erlösung, denn es heißt: und um Çijon zu sagen: Mein Volk bist du.", "Reš Laqiš sagte: Wenn jemand den Sohn seines Genossen die Tora lehrt, so rechnet es ihm die Schrift an, als hätte er ihn erschaffen, denn es heißt:482Gen. 12,5.und die Seelen, die sie in Ḥaran gemacht hatten. R. Elie͑zer sagte: Als hätte er die Worte der Tora selbst erschaffen, denn es heißt: 483Dt. 29,8.ihr sollt beobachten die Worte dieses Bundes und sollt sie tun. Raba sagte: Als hätte er sich selbst erschaffen, denn es heißt: sollt sie tun, und man lese nicht sie484Das W. אותם wird defektiv geschrieben, so daß man es auch אתם lesen kann.sondern sich.", "R. Abahu sagte: Wenn jemand seinen Genossen zur Ausübung einer gottgefälligen Handlung veranlaßt, so rechnet ihm die Schrift es an, als hätte er sie selbst ausgeübt, denn es heißt:485Ex. 17,5.auch deinen Stab, mit dem du den Strom geschlagen hast; schlug ihn denn Moše, Ahron schlug ihn ja? Allein, dies besagt, wenn jemand seinen Genossen zur Ausübung einer gottgefälligen Handlung veranlaßt, so rechnet ihm die Schrift es an, als hätte er selber sie ausgeübt.", "DER GOTTESLEUGNER. Rabh und R. Ḥanina erklärten, darunter sei derjenige zu verstehen, der einen Schriftgelehrten verspottet; R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi erklärten, darunter sei derjenige zu verstehen, der seinen Nächsten vor einem Schriftgelehrten verspottet. –", "Einleuchtend ist die Ansicht, Gottesleugner486Eigentl. der Freidenker, dieser Ausdruck bezeichnet ein leichteres Vergehen als die wörtl. Bedeutung der W.e מגלה פנים בתורה, einer der der Tora ein freches Gesicht zeigt, dh. sie mißachtet.sei derjenige, der seinen Nächsten vor einem Schriftgelehrten verspottet, demnach ist unter einem, der der Tora ein freches Gesicht486Eigentl. der Freidenker, dieser Ausdruck bezeichnet ein leichteres Vergehen als die wörtl. Bedeutung der W.e מגלה פנים בתורה, einer der der Tora ein freches Gesicht zeigt, dh. sie mißachtet.zeigt, derjenige zu verstehen, der den Schriftgelehrten selbst verspottet; wer ist aber unter einem, der der Tora ein freches Gesicht zeigt, zu verstehen nach der Ansicht, Gottesleugner sei einer, der den Schriftgelehrten selbst verspottet!? – Zum Beispiel Menaše, der Sohn Ḥizqijas487Der, wie oben berichtet, die Tora selbst verspottete..", "Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: Wer der Tora ein freches Gesicht zeigt; Rabh und R. Ḥanina erklärten, darunter sei derjenige zu verstehen, der einen Schriftgelehrten verspottet; R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi erklärten, darunter sei derjenige zu verstehen, der seinen Genossen vor einem Schriftgelehrten verspottet. –", "Einleuchtend ist die Ansicht, unter einem, der der Tora ein freches Gesicht zeigt, sei derjenige zu verstehen, der den Schriftgelehrten selbst verspottet; demnach ist Gottesleugner derjenige, der seinen Nächsten vor einem Schriftgelehrten verspottet; wer ist aber Gottesleugner nach der Ansicht, unter einem, der der Tora ein freches Gesicht zeigt, sei derjenige zu verstehen, der seinen Nächsten vor einem Schriftgelehrten verspottet!? R. Joseph erwiderte: Zum Beispiel diejenigen, die sagen: was nützen uns die Schriftgelehrten, sie lernen für sich selbst und studieren für sich selbst488Die Welt hat nichts von ihnen..", "Abajje sprach zu ihm: Diese sind ja, die der Tora ein freches Gesicht zeigen, denn es heißt:489Jer. 33,25.wenn nicht mein Bündnis bei Tag und bei Nackt, so würde ich die Ordnung des Himmels und der Erde nicht gemacht haben490Die Tora selber hebt die hohe Bedeutung der Schriftgelehrten hervor; wenn jemand diese verachtet, so verleugnet er auch jene.. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Dies ist auch hieraus zu entnehmen:491Gen. 18,26.So will ich ihretwegen den ganzen Ort begnadigen.", "Vielmehr ist es derjenige, der, wenn er vor seinem Lehrer sitzt, und ihm eine Lehre aus einer anderen Stelle einfällt, sagt: so haben wir es dort gelernt, und nicht sagt: so sagte der Meister. Raba sagte: Zum Beispiel die Leute im Hause des Arztes Binjamin, welche sagen: was nützen uns die Schriftgelehrten;" ], [ "noch nie haben sie uns [zum Essen] eine Krähe erlaubt oder eine Taube verboten492Einer, der die Tora selbst respektiert, jedoch nicht die Gelehrten, da sie doch nur das lehren, was bereits aus der Schrift bekannt ist..", "Wenn man vor Raba ein Totverletztes493Wenn darüber ein Zweifel bestand.aus dem Hause des Binjamin brachte, und er einen Grund fand, es [zum Genuß] zu erlauben, sprach er: seht, ich erlaube euch eine Krähe; und wenn er einen Grund fand, es zu verbieten, sprach er: seht, ich verbiete euch eine Taube494Dh. diese Fälle sind in der Schrift nicht vorgesehen u. nur von der Erwägung der Schriftgelehrten abhängig..", "R. Papa erklärte: Wenn jemand beispielsweise sagt: Jene495In respektwidrigem Tone.Rabbanan. Einst vergaß R. Papa und sagte: beispielsweise jene Rabbanan; hierauf verweilte er dieserhalb [einen Tag] im Fasten.", "Levi b. Šemuél und R. Hona b. Ḥija fertigten einst Hüllen für die Bücher in der Schule R. Jehudas; als ihnen eine Esterrolle in die Hand kam, sprachen sie: Diese braucht ebenfalls eine Hülle. Da sprach [R. Jehuda] zu ihnen: Auch dies496Sie sollten ihre Ansicht in Frageform äußern.hat den Anschein der Freidenkerei.", "R. Naḥman erklärte: Einer, der seinen Lehrer beim Namen nennt. R. Joḥanan sagte nämlich: Geḥzi wurde nur deshalb bestraft, weil er seinen Lehrer beim Namen genannt hatte, denn es heißt:497iiReg. 8,5.da sprach Geḥzi: mein Herr König, das ist das Weib und dies ist ihr Sohn, den Eliša͑ wieder lebendig gemacht hat.", "R. Jirmeja saß vor R. Zera und trug vor: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, einen Strom vom Allerheiligsten ziehen, an dem allerhand köstliche Früchte sich befinden werden, denn es heißt:498Ez. 47,12.An dem Strome aber sollen zu beiden Seiten seines Ufers allerlei Bäume mit genießbaren Früchten wachsen; deren Laub soll nicht welken und deren Früchte sollen kein Ende nehmen. Alle Monate sollen sie frische Früchte tragen; denn ihr Wasser geht vom Heiligen aus. Und ihre Früchte werden als Speise dienen und ihr Laub als Heilmittel. Da sprach ein Greis zu ihm: Richtig, ebenso sagte auch R. Joḥanan. Da fragte R. Jirmeja den R. Zera: Hat dies499Die Zustimmung ‘richtig’ könnte für RJ. verletzend sein.den Anschein der Freidenkerei?", "Dieser erwiderte: Er unterstützt dich ja. Wenn du aber einen ähnlichen Fall gehört hast, so wird es folgender sein. R. Joḥanan saß einst und trug vor: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, dreißig zu dreißig Ellen große Edelsteine und Perlen holen, in diese [Öffnungen] von zehn [Ellen Breite] und zwanzig [Ellen] Höhe bohren und sie vor den Toren Jerušalems aufstellen, denn es heißt:500Jes. 54,12.und deine Zinnen will ich aus Jaspis machen und deine Tore aus Karfunkeln &c. Da lachte ein Schüler über ihn, indem er sprach: Wenn es solche in der Größe eines Reihereies500Jes. 54,12.nicht gibt, wie sollte es solche in dieser Größe geben!?", "Nach Tagen reiste er zu Schiff auf dem Meere und sah Dienstengel Edelsteine und Perlen sägen; da fragte er sie, für wen diese bestimmt seien; und sie erwiderten ihm: Dereinst wird sie der Heilige, gepriesen sei er, vor den Toren Jerušalems aufstellen. Als er zurückkam, traf er R. Joḥanan vortragen, und er sprach zu ihm: Meister, trage vor, für dich geziemt es sich, vorzutragen; was du gesagt hast, habe ich auch gesehen. Dieser entgegnete: Wicht, wenn du es nicht gesehen hättest, würdest du es nicht geglaubt haben; du spottest also über die Worte der Weisen. Da richtete er auf ihn seine Augen und machte ihn zu einem Knochenhaufen.", "Man wandte ein:501Lev. 26,13.Ich führe euch aufrecht; R. Meír sagte, zweihundert Ellen hoch, die zweifache Höhe502Der erste Mensch soll 100 Ellen hoch gewesen sein; קוממיות wird als Plural von קומה, Manneshöhe aufgefaßt; wenn nun die Jisraéliten bei ihrem Einzüge 2 Manneshöhen [sc. des ersten Menschen = 200 Ellen] hoch sein werden, wieso werden sie durch ein 20 Ellen hohes Tor durchgehen können.Adam des Urmenschen; R. Jehuda sagte, hundert Ellen hoch, entsprechend der Höhe des Tempels und seiner Wände, denn es heißt:503Ps. 144,12.unsere Söhne sind in ihrer Jugend wie sorgsam gezogene Pflanzen, unsere Töchter wie Ecksäulen, die nach Tempelbauart ausgehauen sind &c.!? –", "R. Joḥanan spricht nur von den Luftfenstern. –", "Was heißt: und ihr Laub als Heilmittel? R. Jiçḥaq b. Evdämi und R. Ḥisda [erklärten es]; einer erklärte, zur Lösung des oberen Mundes, und einer erklärte, zur Lösung des unteren Mundes.", "Es wird gelehrt: Ḥizqija erklärte, zur Lösung des Mundes der Stummen; Bar Qappara erklärte, zur Lösung des Mundes der Unfruchtbaren. R. Joḥanan erklärte, als wirkliches Heilmittel. – Als was für ein Heilmittel? R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte: Für schönes Aussehen der Leute, die sich mit dem Munde [beschäftigen]504Der Schriftgelehrten..", "R. Jehuda b. R. Simon trug vor: Wer sein Gesicht auf dieser Welt für Worte der Tora schwarz werden läßt, dem wird der Heilige, gepriesen sei er, seinen Gesichtsglanz in der zukünftigen Welt leuchten lassen, denn es heißt:505Cant. 5,15.sein Anblick gleich dem des Lebanon, auserlesen wie die Cedern.", "R. Tanḥum b. Ḥanilaj sagte: Wer für Worte der Tora auf dieser Welt hungert, den wird der Heilige, gepriesen sei er, in der zukünftigen Welt sättigen, denn es heißt:506Ps. 36,9.sie laben sich vom Fette deines Hauses, und mit dem Bache deiner Wonnen tränkst du sie.", "Als R. Dimi kam, sagte er: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, jedem Frommen eine volle Handladung geben, denn es heißt:507Ps. 68,20.gepriesen sei der Herr, Tag für Tag ladet er für uns auf; Gott ist unsere Hilfe. Sela. Abajje sprach zu ihm: Ist es denn möglich, dies zu sagen, es heißt ja:508Jes. 40,12.wer hat mit seiner hohlen Hand die Wasser gemessen und dem Himmel mit der Spanne sein Maß bestimmt509Eine Handladung Gottes ist ja umfangreicher als die ganze Welt.!?", "Dieser erwiderte: Weshalb warst du nicht beim agadischen Vortrage anwesend? Im Westen sagten sie nämlich im Namen des Raba b. Mari, dereinst werde der Heilige, gepriesen sei er, jedem Frommen dreihundertundzehn Welten geben, denn es heißt:510Pr. 8,21.daß ich meinen Freunden Besitztum [ješ] zu eigen gebe und ihre Schatzkammern fülle; [der Zahlenwert des Wortes] ješ beträgt dreihundertundzehn.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Mit dem Maße, mit dem ein Mensch mißt, mißt man ihm, denn es heißt:511Jes. 27,8.je nach dem Maße rechnest du mit ihr bei ihrer Entlassung.", "R. Jehošua͑ sprach: Ist es denn möglich, dies zu sagen; wenn jemand in dieser Welt einem Armen eine volle Handladung gibt, sollte ihm der Heilige, gepriesen sei er, in der zukünftigen Welt seine volle Handladung geben, es heißt ja: und dem Himmel mit der Spanne sein Maß bestimmt!? – Bist du etwa nicht dieser Ansicht!? Welches Maß ist größer, das Maß der Güte oder das Maß der Strafe?" ], [ "Du mußt wohl sagen, das Maß der Güte sei größer als das Maß der Strafe; beim Maße der Güte heißt es nämlich:512Ps. 78,23,24.er gebot den Wolken droben und öffnete die Türen des Himmels und ließ Manna auf sie regnen, daß sie zu essen hätten, beim Maße der Strafe heißt es aber: 513Gen. 7,11.die Luken des Himmels öffneten514Das Gute kam aus Türen, das Schlechte nur aus Luken.sich.", "Nun heißt es bei der Strafe: 515Jes. 66,24.und sie werden hinausgehen und die Leichen der Männer ansehen, die von mir abtrünnig geworden sind; denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht verlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch; wenn aber ein Mensch auf dieser Welt den Finger ins Feuer steckt, verbrennt er sich diesen sofort!? Allein, wie der Heilige, gepriesen sei er, den Frevlern Kraft verleiht, ihre Strafe zu ertragen, ebenso verleiht der Heilige, gepriesen sei er, den Frommen Kraft, ihre Belohnung zu empfangen.", "R. A͑qiba sagt, auch wer die aussenseitigen Bücher liest &c. Es Wird gelehrt: Die Bücher der Minäer516Es ist durchaus unwahrscheinlich, daß unter ספרים חיצונים (eigentl. die externen Bücher) die Apokryphen, dh. die nicht in den Kanon aufgenommenen Bücher, zu verstehen sind; aus der Strenge des Verbotes ist vielmehr zu ersehen, daß darunter ketzerische Bücher zu verstehen sind, zu welchen nach einer Ansicht auch das Buch Sirach gehört. Übrigens bezeichnet die Mišna die Ketzer, selbst mit חיצונים (cf. Meg. Fol. 24b). Im jer. T. werden ausdrücklich sogar die griech. poetischen Bücher erlaubt., R. Joseph sagte: Auch das Buch des Ben Sira darf man nicht lesen. Abajje sprach zu ihm: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil es in diesem heißt: häute einen Fisch nicht einmal an den Kiefern ab, um die Haut nicht fortwerfen zu müssen; brate ihn vielmehr [vollständig] im Feuer und iß damit zwei Brote.", "Wenn etwa nach dem Wortlaute, so heißt es ja auch in der Tora:517Dt. 20,19.verdirb nicht die zu ihr gehörenden Bäume; und wenn nach der Auslegung, so lehrt er ja nur eine Lebensregel, daß man eine Frau nicht auf widernatürliche Weise beschlafe.", "Wollte man sagen, weil es in diesem heißt: eine Tochter ist für ihren Vater ein beunruhigender Schatz; aus Besorgnis um sie findet er nachts keinen Schlaf: solange sie klein ist, daß sie nicht verführt werde, sobald sie erwachsen ist, daß sie sich nicht verhure, wenn sie mannbar ist, daß sie nicht sitzen bleibe, wenn sie verheiratet ist, daß sie nicht kinderlos bleibe, wenn sie alt ist, daß sie nicht Zauberei treibe. Aber auch die Rabbanan sagten dies ja: die Welt kann weder ohne Männer noch ohne Frauen bestehen; Heil dem aber, dessen Kinder Söhne sind, und wehe dem, dessen Kinder Töchter sind.", "Wollte man sagen, weil es in diesem heißt: laß keinen Kummer in dein Herz dringen, denn starke Männer tötete der Kummer, so sagte ja auch Šelomo dasselbe:518Pr. 12,25.ist Kummer im Herzen eines Menschen, so drücke er ihn nieder. R. Ami und R. Asi [erklärten es]; einer erklärte, man schlage519ישחנה von נסח abwenden, bezw. שוח reden, erzählen.ihn aus dem Sinne, und einer erklärte, man erzähle519ישחנה von נסח abwenden, bezw. שוח reden, erzählen.ihn anderen.", "Wollte man sagen, weil es in diesem heißt: halte die Menge von deinem Hause zurück und bringe nicht jeden in dein Haus, so sagte ja auch Rabbi dasselbe, denn es wird gelehrt: Rabbi sagte, man halte nicht viele Freunde in seinem Hause, denn es heißt:520Pr. 18,24.ein Mann vieler Freunde ist für den Untergang. –", "Vielmehr, weil es in diesem heißt: Der Dünnbärtige ist hinterlistig; der Dickbärtige ist dumm; wer von seinem Becher [den Schaum] wegbläst, ist nicht durstig; sagt jemand: womit soll ich das Brot essen, so nimm ihm das Brot weg; wer einen geteilten521Statt מכרתא der Erstausgabe ist מברתא (= מעברתא) zu lesen.Bart hat, dem kommt die ganze Welt nicht bei522Wegen seiner Schlauheit, da er beim Ränkeschmieden stets an seinem Bart hin- und herzieht..", "R. Joseph sagte: Die guten Worte, die sich in diesem [Buche] befinden, tragen wir vor: Eine gute Frau ist ein gutes Geschenk; sie komme an den Busen des Gottesfürchtigen. Eine böse Frau ist ein Aussatz für ihren Mann. Was mache man? Man jage sie aus seinem Hause, und man ist von seinem Aussatze geheilt. Wohl dem Manne einer schönen Frau, die Zahl seiner Tage zählen doppelt.", "Wende deine Augen von einer liebreizenden Frau, denn du könntest in ihr Netz geraten, Verkehre nicht bei ihrem Manne, um mit ihm Wein und Met zu trinken, denn durch das Aussehen einer schönen Frau sind viele zugrunde gegangen, und zahlreich sind, die sie gemordet. Viel sind die Verwundungen des Hausierers [von Geschmeide]; es verleitet zur Sünde und zündet wie ein Funken die Kohle. Wie ein Vogelschlag voll ist mit Vögeln, so ist ihr Haus voll Falschheit. Halte die Menge von deinem Hause zurück und bringe nicht jeden in dein Haus, dann werden viele deine Freunde sein. Vertraue dein Geheimnis einem von Tausend an, doch hüte die Pforten deines Mundes vor der, die an deinem Busen liegt. Gräme dich nicht über das Unglück von morgen, denn du weißt nicht, was der Tag gebiert; morgen bist du vielleicht nicht mehr da, und grämst dich über eine Welt, die nicht dein.", "Alle Tage des Armen sind schlecht; Ben Sira sagt, auch die Nächte. Niedriger als alle Dächer ist sein Dach, und auf den höchsten Bergen befindet sich sein Weinberg; der Regen anderer Dächer [ergießt sich] auf sein Dach, und die Erde seines Weinberges [fällt] auf andere Weinberge.", "", "R. Zera sagte im Namen Rabhs: Es heißt:523Pr. 15,15.alle Tage des Armen sind schlecht, das sind diejenigen, die sich mit dem Talmud befassen;523Pr. 15,15.aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das sind diejenigen, die sich mit der Mišna befassen.", "Raba legte dies umgekehrt aus. Das ist es, was R. Mešarše ja im Namen Rabas sagte: Es heißt:524Ecc. 10,9.wer Steine bricht, tut sich wehe an ihnen, das sind diejenigen, die sich mit der Mišna befassen;524Ecc. 10,9.wer Holz spaltet, erwärmt sich daran, das sind diejenigen, die sich mit dem Talmud befassen.", "R. Ḥanina erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist derjenige, der ein böses Weib hat; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist derjenige, der ein gutes Weib hat. R. Jannaj erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist der Empfindliche; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Unempfindliche. R. Joḥanan erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist der Mitleidige; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Mitleidslose. R. Jehošua͑ b. Levi erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das" ], [ "ist der Ungeduldige; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Geduldige. Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Alle Tage des Armen sind schlecht; es gibt ja Šabbathe und Festtage? Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, die Änderung der Lebensweise sei der Leibschmerzen525Wenn er an Festtagen bessere Speisen genießt, so sind sie ihm nicht zuträglich.Anfang.", "Die Rabbanan lehrten: Wer einen Vers aus [dem Buche] ‘Lied der Lieder’ als Lied singt, oder in einem Gasthause einen Schriftvers zur ungeeigneten Zeit vorliest, bringt Unglück über die Welt. Die Tora umgürtet sich nämlich mit einem Trauersacke, tritt vor den Heiligen, gepriesen sei er, und spricht vor ihm: Herr der Welt, deine Kinder machten mich zur Zither, mit der die Nichtjuden spielen.", "Hierauf spricht er zu ihr: Meine Tochter, womit sonst sollten sie sich beim Essen und beim Trinken befassen? Sie erwidert ihm: Herr der Welt, die Schriftkundigen sollten sich mit der Tora, den Propheten und den Hagiographen befassen; die Mišnakundigen sollten sich mit der Mišna, der Halakha und der Haggada befassen; die Talmudkundigen sollten sich am Pesaḥfeste mit den Vorschriften über das Pesaḥfest, am Wochenfeste mit den Vorschriften über das Wochenfest und am Hüttenfeste mit den Vorschriften über das Hüttenfest befassen. R. Šimo͑n b. Elea͑zar bekundete im Namen des R. Šimo͑n b. Ḥananja: Wer einen Schriftvers zur geeigneten Zeit liest, bringt Güte über die Welt, denn es heißt:526Pr. 15,23.ein Wort zur Zeit, wie gut ist es.", "WER ÜBER EINE WUNDE FLÜSTERT &C. R. Joḥanan sagte: Nur, wenn er dabei ausspuckt, weil man beim Ausspucken nicht den Gottesnamen nennen darf. Es wurde gelehrt: Rabh sagte, selbst [den Vers]527Lev. 13,9; obgleich in diesem der Gottesname nicht vorkommt.Wenn ein Aussatz’ [dürfe man nicht sprechen]; R. Ḥanina sagte, selbst [den Vers]528Dh. einen ganz gleichgültigen Vers, der von Krankheit od. Aussatz überhaupt nicht spricht.‘Da sprach Gott zu Moše’.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath529In Krankheitsfällen.den Unterleib salben und massieren; ferner darf man am Šabbath [Sprüche] gegen Schlangen und Skorpione flüstern; auch darf man am Šabbath ein Gerät über das Auge führen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur, wenn man das Gerät anfassen darf, wenn man es aber nicht anfassen darf, so ist es verboten. Man darf aber am Šabbath nicht die Dämonen befragen; R. Jose sagt, dies sei auch wochentags verboten.", "R. Hona sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Jose; und auch R. Jose ist dieser Ansicht, nur wegen der damit verbundenen Lebensgefahr. So wurde einst R. Jiçḥaq b. Joseph dadurch von einer Zeder verschlungen; da geschah ihm ein Wunder, daß die Zeder platzte und ihn von sich gab.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf am Šabbath den Unterleib salben und massieren, nur darf man es nicht auf dieselbe Weise machen, wie man es wochentags macht. – Wie mache man es nun? R. Ḥama b. Ḥanina sagte, zuerst salbe man und nachher massiere man; R. Joḥanan sagte, man salbe und massiere gleichzeitig.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf den Genius530Viell, ist שרי ein Partizip von שרה weichen, auflösen, zerschlagen [von Eiern], Leute, die mittelst Eier od. Öls wahrsagen.des Öls und den Genius der Eier befragen, nur trügen sie. Man darf über das Öl in einem Gefäße [einen Spruch] flüstern, nicht aber über das Öl in der Hand; daher salbe man sich mit Öl aus der Hand, nicht aber mit Öl aus einem Gefäße.", "Einst kehrte R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, in einem Gasthause ein, wo man ihm Öl in einem Gefäße reichte; und als er sich damit bestrich, bekam er Blattern im Gesichte. Als er auf die Straße hinausging, bemerkte ihn eine Frau und sprach zu ihm: Den Geist der Entzündung sehe ich hier. Da tat sie ihm etwas, und er genas.", "R. Abba sprach zu Rabba b. Mari: Es heißt:531Ex. 15,26.keine der Krankheiten, die ich über die Miçrijim gebracht, werde ich über dich bringen, denn ich, der Herr, bin dein Arzt; wozu ist die Arznei nötig, wenn er [die Krankheiten] nicht bringt!? Dieser erwiderte: So sagte R. Joḥanan: Dieser Schriftvers erklärt sich selber. Es heißt:531Ex. 15,26.wenn du auf die Worte des Herrn, deines Gottes, hören wirst; wenn du hören wirst, werde ich sie nicht bringen, wenn du aber nicht hören wirst, werde ich sie wohl bringen, dennoch bin ich, der Herr, dein Arzt.", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Als R. Elie͑zer krank ward, besuchten ihn seine Schüler. Da sprach er zu ihnen: Ein gewaltiger Zorn herrscht in der Welt. Da begannen sie alle zu weinen, während R. A͑qiba lächelte. Sie fragten ihn: Weshalb lächelst du? Er entgegnete ihnen: Weshalb weint ihr? Sie erwiderten ihm: Ist es denn möglich, daß, wenn die Tora in Schmerzen weilt, wir nicht weinen sollten!?", "Er entgegnete ihnen: Deshalb eben lächle ich; solange ich gesehen, daß beim Meister der Wein nicht sauer wird, der Flachs nicht zerschlagen wird, das Öl nicht übelriechend wird und der Honig nicht verdorben wird, dachte ich: vielleicht hat der Meister, behüte und bewahre, seinen Lohn bereits erhalten; nun ich aber den Meister in Schmerzen sehe, freue ich mich. Da sprach dieser zu ihm: A͑qiba, habe ich vielleicht etwas von der ganzen Tora unterlassen? Dieser erwiderte: Meister, du selber hast uns gelehrt:532Ecc. 7,20.Denn es gibt keinen Frommen auf Erden, der nur Gutes täte und nicht sündigte.", "Die Rabbanan lehrten: Als R. Elie͑zer krank war, besuchten ihn die vier Ältesten: R. Tryphon, R. Jehošua͑, R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba.", "Da hub R. Tryphon an und sprach: Du bist für Jisraél besser als ein Regentropfen, denn ein Regentropfen [bringt Segen] nur auf dieser Welt, der Meister aber auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.", "Hierauf hub R. Jehošua͑ an und sprach: Du bist für Jisraél besser als der Sonnenkreis, denn der Sonnenkreis [bringt Segen] nur auf dieser Welt, der Meister aber auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.", "Hierauf hub R. Elea͑zar b. A͑zarja an und sprach: Du bist für Jisraél besser als Vater und Mutter, denn Vater und Mutter sind nur auf dieser Welt, der Meister aber auf dieser Welt und in der zukünftigen Welt.", "Hierauf hub R. A͑qiba an und sprach: Lieb sind die Züchtigungen. Da sprach er zu ihnen: Stützt mich, ich will die Worte meines Schülers A͑qiba hören, welcher sagte: lieb sind die Züchtigungen. Hierauf fragte er ihn: A͑qiba, woher weißt du dies? Dieser erwiderte: Ich deduziere es aus einem Schriftverse.533iiReg. 21,1,2.Zwölf Jahre war Menaše alt, als er König ward, und fünfundfünfzig Jahre regierte er zu Jerušalem &c. Und er tat, was dem Herrn mißfiel. Ferner heißt es:" ], [ "534Pr. 25,1.auch dies sind die Sprüche Šelomos, die zusammengestellt haben die Männer Ḥizqijas, des Königs von Jehuda. Sollte denn Ḥizqija die ganze Welt die Tora gelehrt haben, seinen Sohn Menaše aber die Tora nicht gelehrt haben!? Vielmehr, alle Arbeit, die er auf ihn wandte, alle Qual, durch die er sich mit ihm abquälte, brachten ihn nicht zum Guten, sondern erst die Züchtigungen, denn es heißt:535iiChr. 33,10,11.Und der Herr redete zu Menaše und zu seinem Volke, aber sie achteten nicht darauf. Da ließ der Herr die Heerführer des Königs von Ašur über sie konnten; sie fingen Menaše mit Haken, fesselten ihn mit Ketten und führten ihn nach Babel.", "Ferner:536Ib. VV. 12,13.Als er nun in Bedrängnis war, suchte er den Herrn, seinen Gott, zu begütigen und demütigte sich vor dem Gott seiner Väter. Als er nun zu ihm betete, ließ er sich erbitten; er erhörte sein Flehen und brachte ihn zurück nach Jerušalem in sein Königtum. Da erkannte Menaše, daß der Herr der wahre Gott sei. Hieraus lernst du, wie lieb die Züchtigungen sind.", "Die Rabbanan lehrten: Drei kamen mit Prätensionen, nämlich: Qajin, E͑sav und Menaše. Qajin, denn es heißt:537Gen. 4,13.ist denn meine Sünde unerträglich groß. Er sprach nämlich vor ihm: Herr der Welt, ist denn meine Sünde größer als die Sünde der sechzig Myriaden, die sie dereinst begehen werden und du ihnen verzeihen wirst!? E͑sav, denn es heißt:538Ib. 27,38.hast du denn nur einen Segen, Vater!? Menaše rief vorher viele andere Götter an, nachher erst den Gott seiner Väter539Er forderte den Gott Jisraéls heraus, seine Überlegenheit über die anderen Götter zu zeigen..", "ABBA ŠAÚL SAGT, AUCH WER DEN GOTTESNAMEN BUCHSTÄBLICH AUSSPRICHT. Nur in der Provinz540Während es im Tempel zu Jerušalem erlaubt ist., und in der Form eines Schwures541So nach einer Auslegung des jerusalemischen Talmud (wie beispielsweise die Samaritaner schwören). A͑rukh hat hier אגא (womit der Samaritaner das hebr. נקב den Gottesnamen nennen übersetzt), jed. bleibt der Ausdruck לשון עגה dunkel..", "DREI KÖNIGE UND VIER GEMEINE &C. Die Rabbanan lehrten: [Er hieß] Jerobea͑m, weil er das Volk [a͑m] niedergebeugt [riba͑] hatte. Eine andere Erklärung: Jerobea͑m, weil er Streitigkeit [meriba] im Volke hervorrief. Eine andere Erklärung: Jerobea͑m, weil er einen Streit zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel hervorrief. Der Sohn des Nebaṭ, ein Sohn dessen, der nur geblickt [nibeṭ], aber nicht deutlich gesehen hatte.", "Es wird gelehrt: Nebaṭ, Mikha und Šeba͑, Sohn Bikhris, sind identisch. Nebaṭ [hieß er], weil er nur geblickt, aber nicht deutlich gesehen hatte; Mikha, weil er im Bauwerke zerdrückt542מיכה von מעך zerdrücken, zermalmen. Nach einer rabbinischen Überlieferung soll Mikha. der später einen Götzentempel errichtet hatte (cf. Jud. Kap. 17), zur Zeit der Knechtschaft der Jisraéliten in Ägypten in eine Wand eingemauert u. darauf von Moše herausgeholt worden sein.ward; sein richtiger Name war Šeba, Sohn Bikhris.", "Die Rabbanan lehrten: Drei blickten und sahen nicht deutlich, und zwar: Nebaṭ, Aḥitophel und die Sternkundigen des Pareo͑.", "Nebaṭ sah Feuer aus seinem Gliede hervorkommen und glaubte, er werde König werden; das war es aber nicht, ihm entstammte nur Jerobea͑m.", "Aḥitophel sah einen Aussatz auf seinem Gliede ausbrechen und glaubte, er werde König werden; das war es aber nicht, nur [seiner Tochter] Bath Šeba͑ entstammte Šelomo.", "Die Sternkundigen des Pareo͑, denn R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Es heißt:543Num. 20,13.das ist das Haderwasser, das ist es, bezüglich dessen die Sternkundigen des Pareo͑ sich geirrt hatten; sie sahen nämlich, daß der Erlöser der Jisraéliten durch das Wasser geschlagen werden wird, daher bestimmten sie:544Ex. 1,22.alle Knäblein, die geboren werden, sollt ihr in den Fluß werfen; sie wußten aber nicht, daß er durch das Haderwasser geschlagen werden wird.", "Woher, daß er nicht der zukünftigen Welt teilhaftig ist? – Es heißt: 545iReg. 13,34.dies geriet dem Hause Jerobea͑ms zur Versündigung und zur Vernichtung und Vertilgung vom Erdboden hinweg; zur Vernichtung, in dieser Welt, und zur Vertilgung, in der zukünftigen Welt.", "R. Joḥanan sagte: Weshalb war es Jerobea͑m beschieden, König zu werden? Weil er Šelomo zurechtgewiesen hatte. Und weshalb ward er bestraft? Weil er ihn öffentlich zurechtgewiesen hatte, denn es heißt: 546Ib. 11,27.daß er sich gegen den König auflehnte, das ging so zu: Šelomo erbaute das Millo und verschloß die Lücke an der Stadt Davids, seines Vaters. Er sprach nämlich zu ihm: Dein Vater David ließ Lücken in die Mauer machen, um den Jisraéliten die Wallfahrt [zu erleichtern], du aber hast sie verschlossen, um eine Steuer für die Tochter des Pareo͑ zu erheben. –", "Wodurch hatte er sich gegen den König aufgelehnt? R. Naḥman erwiderte: Er nahm in seiner Gegenwart die Tephillin ab. R. Naḥman sagte: Der Hochmut Jerobea͑ms schaffte ihn aus der Welt, denn es heißt:547Ib. 12,26,27.Jerobea͑m dachte in seinem Herzen: das Königtum wird nun wohl an das Haus Davids zurückfallen. Wenn dieses Volk hinausziehen wird, um im Tempel des Herrn zu Jerušalem Schlachtopfer zu veranstalten, so werden die Herzen dieses Volkes ihrem Herrn Reḥabea͑m, dem Könige von Jehuda, wieder zufallen und sie werden mich umbringen; und Reḥabea͑m, dem König von Jehuda, wieder zufallen.", "Er dachte nämlich: es ist überliefert, daß im Tempelhofe nur Könige aus dem Hause Jehuda sitzen dürfen; wenn man nun Reḥabea͑m sitzen und mich stehen sehen wird, so wird man sagen, der eine sei der König und der andere ein Diener; wenn ich mich hinsetze, so würde ich als Hochverräter gelten, und sie würden mich umbringen. Hierauf:548Ib. VV. 28,29.Da beriet sich der König, fertigte zwei goldene Kälber und sprach zu ihnen: Ihr seid nun lange genug nach Jerušalem gepilgert; da hast du deine Gottheit, Jisraél, die dich aus Miçrajim herausgeführt hat. Und er stellte das eine in Beth-él auf, das andere aber tat er nach Dan. –", "Was heißt: er beriet sich? R. Jehuda erklärte: Er ließ Frevler und Fromme neben einander sitzen und sprach zu ihnen: Wollt ihr alles unterschreiben, was ich tun werde? Sie erwiderten ihm: Jawohl. Da sprach er zu ihnen: Ich will König sein. Sie erwiderten ihm: Einverstanden. – Werdet ihr alles tun, was ich euch heißen werde? Sie erwiderten ihm: Jawohl. – Selbst Götzen dienen? Da sprach der Frevler zum Frommen: Ist es denn möglich, daß ein Mann wie Jerobea͑m Götzen dienen würde, er will uns nur prüfen." ], [ "Und selbst Aḥija aus Šilo wurde irregeführt und unterschrieb. Es heißt nämlich:549iiReg. 10,30.Und der Herr sprach zu Jehu: Weil du wohl ausgerichtet hast, was mir wohlgefällt, und ganz nach meinem Sinne am Hause Aḥábs gehandelt hast, so sollen Nachkommen von dir bis ins vierte Glied auf dem Throne Jisraéls sitzen. Ferner heißt es: 550Ib. V. 31.aber Jehu hatte nicht geachtet, im Gesetze des Herrn, des Gottes Jisraéls, vom ganzen Herzen zu wandeln; er ließ nicht von den Sünden Jerobea͑ms, zu denen er Jisraél verführt, hatte.", "Was veranlaßte ihn dazu? Abajje erklärte: Ein Bündnis ist mit den Lippen551Was man ausspricht, trifft ein.geschlossen, denn es heißt:552iiReg. 10,18.Aḥáb hat dem Baa͑l wenig Verehrung erwiesen, Jehu wird ihn eifrig verehren. Raba erklärte: Er sah die Unterschrift des Aḥija aus Šilo und wurde irregeführt.", "Es heißt:553Hos. 5,2.Mit Schlachten vertiefen sie sich in ihrem Verlaufen; ich aber will für sie alle eine Zuchtrute werden. R. Joḥanan erklärte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Sie gingen noch tiefer als ich; ich sagte, wer nicht zur Wallfahrt geht, habe ein Gebot übertreten, sie aber sagten, wer zur Wallfahrt geht, werde mit dem Schwerte erstochen.", "554iReg. 11,29.Es begab sich aber zu jener Zeit, als Jerobea͑m einmal aus Jerušalem hinweggegangen war, daß ihn unterwegs der Prophet Aḥija von Šilo antraf; der war mit einem neuen Mantel angetan. Im Namen R. Joses wird gelehrt: Es war eine für das Unglück bestimmte Zeit.", "555Jer. 51,18.Zur Zeit der Heimsuchung gehen sie unter. Im Namen R. Joses wird gelehrt: Zur Zeit, die für das Unglück bestimmt ist.556Jes. 49,8Zur Zeit des Wohlgefallens erhöre ich dich. Im Namen R. Joses wird gelehrt: Zur Zeit, die für die Willfährigkeit bestimmt ist.557Ex. 32,34.Aber zur Zeit der Ahndung will ich ihre Sünde ahnden. Im Namen R. Joses wird gelehrt: Zur Zeit, die für das Unglück bestimmt ist.558Gen. 38,1.Um dieselbe Zeit trug es sich zu, daß Jehuda seine Brüder verließ. Im Namen R. Joses wird gelehrt: Zur Zeit, die für das Unglück bestimmt war.", "559iReg. 12,1.Und Reḥabea͑m begab sich nach Šekhem, denn zu Šekhem war ganz Jisraél erschienen, um ihn zum Könige zu machen. Im Namen R. Joses wird gelehrt: Ein Ort, der für das Unglück bestimmt war; in Šekhem tat man Dina Gewalt560Cf. Gen. Kapp. 34 u, 37,an, in Šekhem verkauften sie560Cf. Gen. Kapp. 34 u, 37,Joseph; in Šekhem wurde das Königtum des Davidischen Hauses geteilt.", "Als Jerobea͑m einmal aus Jerušalem hinweggegangen war. R. Ḥanina b. Papa erklärte: Er war aus der jerušalemischen Liste gestrichen worden.", "Daß ihn unterwegs der Prophet Aḥija von Šilo antraf; der war mit einem neuen Mantel angetan, und die beiden waren allein auf dem freien Felde. Was heißt: mit einem neuen Mantel? R. Naḥman erklärte: Wie mit einem neuen Mantel; wie an einem neuen Mantel kein Makel ist, ebenso war auch an der Gesetzeskunde Jerobea͑ms kein Makel. Eine andere Erklärung: Einem neuen Mantel, sie eruierten neue Dinge, die zuvor nie ein Ohr gehört hatte. –", "Was heißt: und die beiden waren allein auf dem Felde? R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs: Alle Schriftgelehrten waren im Vergleiche zu ihnen wie das Gras des Feldes. Manche erklären: Alle Deutungen der Tora lagen ihnen offen wie das Feld.", "561Mich. 1,14.Darum wirst du Morešeth Gath den Scheidebrief geben; die Häuser von Akhzib täuschen die Könige Jisraéls. R. Ḥenana b. Papa sagte: Eine Hallstimme ertönte und sprach zu ihnen: Den Kindern dessen, der den Philister getötet und euch Gath zum Besitze [Moraša] gegeben hat, wollt ihr den Scheidebrief geben? Sie verleugnen die Häuser von Akhzib wegen der Könige von Jisraél.", "R. Ḥenana b. Papa sagte: Wenn jemand von etwas dieser Welt ohne Segensspruch genießt, so ist es ebenso, als würde er den Heiligen, gepriesen sei er, und die Gemeinschaft Jisraéls berauben, denn es heißt: 562Pr. 28,24.wer seinen Vater und seine Mutter beraubt und spricht: Es ist keine Sünde, der ist ein Genosse des Verderbers. Unter Vater ist der Heilige, gepriesen sei er, zu verstehen, denn es heißt:563Dt. 32,6.er ist ja dein Vater, der dich geschaffen; und unter Mutter ist die Gemeinschaft Jisraél zu verstehen, denn es heißt:564Pr. 1,8.gehorche, mein Sohn, der Zucht deines Vaters und verwirf nicht die Lehre deiner Mutter. –", "Was heißt: ein Genosse des Verderbers? – Er ist ein Genosse Jerobea͑ms, des Sohnes Nebaṭs, der Jisraél seinem Vater im Himmel verdorben hatte.", "565iiReg. 17,21.Jerobea͑m aber trieb die Jisraéliten zum Abfall von dem Herrn und verführte sie zu schwerer Sünde. R. Ḥanin sagte: Wie wenn man zwei Stöcke gegen einander schlägt566Die durch die Wucht des Schlages von einander zurückprallen..", "567Dt. 1,1.Und Di Zahab. In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, das Silber und das Gold [zahab], das du den Jisraéliten in Überfluß gegeben hast, bis sie ‘genug’ [daj] sagten, verleitete sie, Götter aus Gold zu fertigen. Ein Gleichnis. Ein Löwe tritt und brüllt nicht bei einem Haufen Stroh, sondern bei einem Haufen Fleisch.", "R. Ošaja sagte: Bis Jerobea͑m sogen die Jisraéliten von einem Kalbe, von diesem ab sogen sie von zwei und drei568Eines fertigte Ahron in der Steppe, 2 fertigte Jerobea͑m.Kälbern. R. Jiçḥaq sagte: Du hast kein über die Welt einbrechendes Verhängnis, in dem sich nicht ein Vierundzwanzigstel vom Übergewichte eines Litra von [der Sünde] des ersten Kalbes befände, denn es heißt:569Ex. 32,34.aber am Tage der Ahndung will ich ihre Sünde ahnden.", "R. Ḥanina sagte: Nach vierundzwanzig Generationen ging dieser Schriftvers in Erfüllung, denn es heißt:570Ez. 9,1.sodann rief er mit lauter Stimme folgendes in meine Ohren: Es nahen die Ahndungen der Stadt; alle mit ihren Verwüstungsgeräten in der Hand.", "571iReg. 13,33.Nach dieser Begebenheit bekehrte sich Jerobea͑m nicht von seinem schlimmen Wandel. Nach welcher? R. Abba erwiderte: Nach [folgender Begebenheit.] Der Heilige, gepriesen sei er, faßte Jerobea͑m bei seinem Gewände und sprach zu ihm: Kehre um, so werden wir, ich, du und der Sohn Jišajs, im E͑den-Garten lustwandeln. Da fragte er: Wer voran? – Der Sohn Jišajs voran. – Wenn dem so ist, so will ich nicht.", "R. Abahu pflegte über die drei Könige vorzutragen, und als er einst erkrankte, nahm er auf sich, darüber nichts mehr vorzutragen;" ], [ "nachdem er aber genas, fuhr er fort, darüber vorzutragen. Man sprach zu ihm: Hast du denn auf dich nicht genommen, darüber nichts mehr vorzutragen!? Er erwiderte: Sind etwa diese zurückgetreten, daß ich zurücktreten sollte!?", "R. Aši hielt beim [Abschnitte von] den drei Königen, und er sprach: Morgen beginnen wir mit unseren Genossen. Darauf erschien ihm Menaše im Traume und sprach zu ihm: Du nennst uns Genossen und Genossen deines Vaters;", "an welcher Stelle wird beim Segensspruche [das Brot] angebrochen? Dieser erwiderte: Ich weiß es nicht. Jener sprach: Du hast nicht gelernt, an welcher Stelle [das Brot] beim Segensspruche angebrochen wird, und nennst uns Genossen!? Dieser erwiderte: Lehre mich dies, so will ich dies morgen bei der Vorlesung in deinem Namen vortragen. Jener erwiderte: Wo [das Brot] zuerst gar wird.", "Darauf sprach dieser: Wieso habt ihr, wenn ihr so weise seid, den Götzen gedient!? Jener erwiderte: Wenn du da wärest, so würdest du den Saum deines Gewandes hochgehoben haben und mir nachgelaufen sein. Am folgenden Tage sprach er zu den Jüngern: Wollen wir mit den Großen beginnen:", "Aḥa͑b, ein Weh [aḥ] für den Himmel und ein Vater [ab] für den Götzendienst. Ein Weh für den Himmel, denn es heißt: 572Pr. 17,17.ein Bruder573Nach der Deutung des T. zu übersetzen: ein Weh. Diese Schriftverse werden nur als Belege für die Deutung der in Rede stehenden Wörter angezogen.in der Not geboren; ein Vater für den Götzendienst, denn es heißt:574Ps. 103,13.wie sich ein Vater der Kinder erbarmt.", "575iReg. 16,31.Es war ihm gering, daß er in den Sünden Jerobea͑ms, des Sohnes Nebaṭs, wandelte. R. Joḥanan sagte: Die leichten Sünden, die Aḥa͑b beging, glichen den schweren, die Jerobea͑m beging; nur deshalb hängt es die Schrift überall dem Jerobea͑m an, weil er mit dem Verderb den Anfang gemacht hatte.576Hos. 12,12.Ihre Altäre sind wie die Steinhaufen auf den Feldfurchen. R. Joḥanan sagte: Du hast keine Feldfurche im Jisraéllande, auf der Aḥa͑b nicht einen Götzen aufgestellt und ihn verehrt hätte. –", "Woher, daß er nicht der zukünftigen Welt teilhaftig ist? – Es heißt:577iReg. 21,21.ich will von Aḥa͑b ausrotten, alles, was an die Wand pißt; zurückgelassen und verlassen in Jisraél; zurückgelassen, in dieser Welt, verlassen, in der zukünftigen Welt.", "R. Joḥanan sagte: Weshalb war es O͑mri beschieden, König zu sein? Weil er das Jisraélland um eine Stadt bereichert hatte, denn es heißt: 578Ib. 16,24.er kaufte den Berg Šomron von Šemer um zwei Talente Silbers und bebaute den Berg und benannte die Stadt, die er erbaut hatte, Šomron, nach dem Namen Šemers, des Herrn des Berges.", "R. Joḥanan sagte: Weshalb war es Aḥa͑b beschieden, zweiundzwanzig Jahre zu regieren?", "Weil er geehrt hatte die Tora, die mittelst zweiundzwanzig Buchstaben verliehen worden ist. Denn es heißt:579Ib. 20,2,3.Und er sandte Boten in die Stadt zu Aḥa͑b, dem Könige von Jisraél, und ließ ihm sagen: So spricht Ben Hadad: Dein Silber und dein Gold ist mein, und deine schönsten Weiber und Kinder sind gleichfalls mein. Denn morgen um diese Zeit will ich meine Leute zu dir senden, daß sie dein Haus und die Häuser deiner Diener durchsuchen, und all deine Augenweide werden sie in ihre Hand tun und mitnehmen. Darauf sprach er zu den Boten Ben Hadads: Saget meinem Herrn, dem Könige: Alles, was du zuerst deinem Knechte entboten hast, will ich tun; aber dies kann ich nicht tun.", "‘Deine Augenweide’, das ist ja wahrscheinlich die Torarolle. –", "Vielleicht der Götze!? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:580Ib. V. 8.da sprachen die Ältesten und das ganze Volk zu ihm: Höre nicht darauf und willige nicht ein. – Vielleicht waren es Älteste der Schande, denn es heißt ja auch:581iiSam. 17,4.dieser Rat sagte Abšalom und den Ältesten zu, worüber R. Joseph sagte, die Ältesten der Schande!? –", "Da heißt es nicht: und das ganze Volk, hier aber heißt es: und das ganze Volk, und es ist ja nicht möglich, daß unter ihnen gar keine Frommen wären, wo es doch heißt:582iReg. 19,18.doch will ich in Jisraél siebentausend übrig lassen, all die Knie, die sich nicht vor dem Baa͑l gebeugt haben, und jeglichen Mund, der ihn nicht geküßt hat.", "R. Naḥman sagte: Aḥa͑b war gleichwiegend583Dh. seine Sünden und seine Verdienste wogen einander auf; dies wird aus dem folgenden Schriftverse gedeutet, nach dem er erst nach längerer Beratung der Strafe verfiel., denn es heißt:584iReg. 22,20.und der Herr sprach: Wer will Aḥa͑b betören, daß er zu Feld ziehe und zu Ramoth Gilea͑d falle? Und der eine sagte dies, der andere sagte das. R. Joseph wandte ein: Von ihm heißt es:585Ib. 21,25.es hat schlechterdings niemand gegeben, der sich so dazu hergegeben hätte, das dem Herrn mißfällige zu tun, wie Aḥa͑b, den sein Weib Izebel verleitete. Ferner wird gelehrt, daß sie jeden Tag Gold-Šeqalim für die Götzen wog, und du sagst, er sei gleichwiegend gewesen!? – Vielmehr, Aḥa͑b war freigebig mit seinem Gelde, und da er von seinem Vermögen die Gelehrten genießen ließ, so wurde ihm die Hälfte verziehen.", "586Ib. 22,21,22.Da trat der Geist hervor, stellte sich vor den Herrn und sprach: Ich will ihn betören. Der Herr fragte ihn: Womit? Da antwortete er: Ich will ausgehen und zum Lügengeiste werden im Munde all seiner Propheten. Er sprach: Ja, du wirst die Betörung vollbringen; gehe und tue also. Was war es für ein Geist? R. Joḥanan erwiderte: Der Geist des Naboth aus Jizre͑él. –", "Was heißt: gehe? Rabina erwiderte: Gehe aus meinem Kreise; denn so heißt es:587Ps. 101,7.wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Wer Rache übt, zerstört sein Heim.", "588iReg. 16,33.Auch fertigte Aḥa͑b die Ašera an; und Aḥa͑b reizte den Herrn, den Gott Jisraéls, zum Zorne mehr als alle Könige Jisraéls, die vor ihm regiert hatten. R. Joḥanan sagte: Er schrieb auf die Türen von Šomron: Aḥa͑b verleugnet den Gott Jisraéls. Daher hat er keinen Anteil am Gott Jisraéls.", "589iiChr. 22,9.Sodann ließ er Aḥazjahu suchen, und man fing ihn, während er sich zu Šomron versteckt hielt. R. Levi sagte: Er kratzte die Gottesnamen aus und schrieb an deren Stelle [Namen der] Götzen.", "[Er hieß] Menaše, weil er Gott vergessen [naša] hatte. Eine andere Erklärung: Er ließ zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel eine Vergessenheit eintreten. – Woher wissen wir, daß er der zukünftigen Welt nicht teilhaftig ist? – Es heißt:590Ib. 33,1,2.zwölf Jahre war Menaše alt, als er König ward, und fünfundfünfzig Jahre regierte er zu Jerušalem; und er tat, was dem Herrn mißfiel.591iiReg. 21,3.Wie Aḥa͑b, der König von Jisraél, getan hatte. Wie Aḥa͑b keinen Anteil an der zukünftigen Welt hat, ebenso hat auch Menaše keinen Anteil an der zukünftigen Welt.", "R. JEHUDA SAGT, MENAŠE HABE EINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST: als Menaše592Manche hier angezogene Verse weichen vom masor. Texte ab, jed. scheinen es nur Schreib- bezw. Druckfehler zu sein, da sie an anderen Stellen mit diesem übereinstimmen.zum Herrn betete, ließ er sich von ihm erbitten &c, R. Joḥanan sagte: Beide folgerten sie es aus einem und demselben Schriftverse, denn es heißt:593Jer. 15,4.und ich will sie zu einem Schreckbilde machen für alle Königreiche der Erde, um Menašes willen, des Sohnes Ḥizqijas. Einer erklärt: um Menašes willen, der Buße getan hat, während sie keine Buße getan haben, und einer erklärt:" ], [ "um Menašes willen, der keine Buße getan hat.", "R. Joḥanan sagte: Wer da sagt, Menaše habe keinen Anteil an der zukünftigen Welt, macht die Hände der Bußfertigen erschlaffen, denn ein Schüler lehrte vor R. Joḥanan, Menaše habe dreiunddreißig Jahre in Bußfertigkeit verbracht. Es heißt nämlich:594iiReg. 21,1,2,3.zwölf Jahre war Menaše alt, als er König ward, und fünfundfünfzig Jahre regierte er zu Jerušalem; und er tat, was dem Herrn mißfiel, wie es Aḥa͑b, der König von Jisraél, getan hatte. Aḥa͑b regierte zweiundzwanzig Jahre und Menaše regierte fünfundfünfzig Jahre; wenn man zweiundzwanzig abzieht, so bleiben es dreiunddreißig.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt: 595iiChr. 33,13.er ließ sich von ihm erbitten und eröffnete596Die Lesart ויחתר findet sich auch in manchen Codices bei Kennicott; der T. selbst zitiert an manchen Stellen ויעתר.sich ihm; es sollte doch heißen: er erhörte596Die Lesart ויחתר findet sich auch in manchen Codices bei Kennicott; der T. selbst zitiert an manchen Stellen ויעתר.ihn? Dies lehrt, daß wegen der Eigenschaft der Gerechtigkeit der Heilige, gepriesen sei er, für ihn eine Art Öffnung im Himmel gemacht hatte, um ihn in seiner Bußfertigkeit aufzunehmen.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt: 597Jer. 26,1.im Anfang der Regierung Jeḥojaqims, des Sohnes Jošijahus; und es heißt:598Ib. 28,1.im Anfang der Regierung Çidqijas; gab es denn bis dahin keine Könige!?", "Vielmehr, der Heilige, gepriesen sei er, wollte wegen des Jehojaqim die ganze Welt in Wüste und Leere verwandeln, als er aber sein Zeitalter betrachtete, wurde er besänftigt;", "ferner wollte er wegen des Zeitalters Çidqijas die ganze Welt in Wüste und Leere verwandeln, als er aber Çidqija betrachtete, wurde er besänftigt. – Aber von Çidqija heißt es ja ebenfalls:599iiReg. 24,19.er tat, was dem Herrn mißfällig war!? – Weil er es ihnen wehren sollte und es nicht getan hat.", "Ferner sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt: 600Pr. 29,2.wenn ein Weiser mit einem Narren rechtet, so zürnt er und lacht, aber es gibt keine Ruhe. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich zürnte Aḥaz und gab ihn in die Hände der Könige von Dammešeq, da opferte und räucherte er [ihren Göttern, wie es heißt:601iiChr. 28,23.Er opferte] den Göttern von Dammešeq, die ihn besiegt hatten, und sprach: Die Götter der Könige von Aram, die haben ihnen beigestanden; ihnen will ich opfern, damit sie auch mir beistehen. Sie dienten ihm aber dazu, ihn und ganz Jisraél zu Fall zu bringen.", "Ich lächelte Amaçja zu und gab die Könige von Edom in seine Hand, da holte er ihre Götter und verehrte sie, denn es heißt: 602Ib. 25,14.als aber Amaçja nach dem Siege über die Edomiter heimgekommen war, brachte er die Götter der Šei͑riten und stellte sie als Götter auf, und sie pflegte er zu verehren und vor ihnen räucherte er. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Weint man vor ihm, versteht er nicht, lacht man vor ihm, versteht er nicht; wehe ihm, der zwischen gut und schlecht nicht unterscheiden kann.", "603Jer. 29,3.Da kamen alle Obersten des Königs von Babel und ließen sich am Mitteltore nieder. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Eine Stelle, wo die Halakhot festgesetzt604Eigentl. geschnitten, zugeschnitten; dies wird aus dem Ausdruck התוך (v. תוך schneiden, teilen, spalten) gedeutet.wurden. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: An der Stelle, wo der Hausherr seine Waffen aufhängt, hängt der gemeine605Vgl. Bd. VII S. 727 Anm. 60.Hirt seinen Wasserkrug auf.", "", "R. Ḥisda sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Es heißt:606Pr. 24,30,31.am Acker eines faulen Mannes ging ich vorüber und am Weinberge eines unverständigen Menschen; und siehe, er war ganz in Nesseln aufgegangen, seine Oberfläche war mit Unkraut bedeckt, und seine Steinmauer war eingerissen. Am Acker eines faulen Mannes ging ich vorüber, das ist Aḥaz; am Weinberge eines unverständigen Menschen, das ist Menaše; und siehe, er war ganz in Nesseln aufgegangen, das ist Amon; seine Oberfläche war mit Unkraut bedeckt, das ist Jeḥojaqim; und seine Steinmauer war eingerissen, das ist Çidqijahu, in dessen Tagen der Tempel zerstört wurde.", "Ferner sagte R. Ḥisda im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Vier Menschenklassen werden von der Göttlichkeit nicht empfangen: die der Spötter, die der Lügner, die der Heuchler und die der Verleumder. Die der Spötter, denn es heißt:607Hos. 7,5.er zieht seine Hand von den Spöttern. Die der Lügner, denn es heißt:608Ps. 101,7.wer Lügen redet, soll vor meinen Augen nicht bestehen. Die der Heuchler, denn es heißt:609Ij. 13,16.vor sein Angesicht kommt kein Heuchler. Die der Verleumder, denn es heißt:610Ps. 5,5.denn du bist nicht ein Gott, der an Frevel Wohlgefallen findet; Böses darf nicht bei dir weilen. Du bist gerecht, in deiner Wohnung darf das Böse nicht weilen.", "Ferner sagte R. Ḥisda im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Es heißt: 611Ib. 91,10es wird dir kein Unheil begegnen, noch eine Plage deinem Zelte nahen. Es wird dir kein Unheil begegnen, der böse Trieb wird in dir keine Macht haben; noch eine Plage deinem Zelte nahen, du wirst bei deiner Heimkehr von der Reise deine Frau nicht als zweifelhaft menstruierende vorfinden.", "Eine andere Erklärung: Es wird dir kein Unheil begegnen, es werden dich weder böse Träume noch böse Gedanken beängstigen; noch eine Plage deinem Zelte nahen, du wirst weder einen Sohn noch einen Schüler haben, der seine Speise öffentlich anbrennen612Dh. ausarten, das Gesetz mißachten.läßt, wie beispielsweise Jesus der Nazarener.", "Bis da segnete ihn sein Vater, von da ab segnete ihn seine Mutter:613Ps. 91,11ff.Denn er wird dir seine Engel entbieten, daß sie dich auf all deinen Wegen behüten; auf den Händen werden sie dich tragen &c. Auf Löwen und Ottern wirst du schreiten &c.", "Bis da segnete ihn seine Mutter, von da ab segnete ihn der Himmel:" ], [ "614Ib. V. 14ff.Weil er an mir hängt, so will ich ihn erretten, will ihn erhöhen, weil er meinen Namen kennt. Er wird mich anrufen und ich werde ihn erhören; ich bin bei ihm, in der Not: ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Mit langem Leben will ich ihn sättigen und schauen lassen mein Heil.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Es heißt:615Ij. 38,15.den Frevlern wird ihr Licht entzogen, und der erhobene Arm wird zerschmettert. Weshalb ist das A͑jin [im Worte] rešai͑m [Frevler] schwebend616Im masor. Texte befindet sich dieser Buchstabe über der Zeile, wahrscheinl. eine spätere Korrektur.? Sobald ein Mensch unten geächtet617Wenn das ע fortgelassen wird, so bleibt das W. רשים, Arme, Elende, zurück.wird, so wird er auch droben geächtet. – Sollte man es überhaupt nicht geschrieben haben!? –", "R. Joḥanan und R. Elie͑zer [erklärten es]; einer erklärte, wegen der Ehre Davids, und einer erklärte, wegen der Ehre Neḥemjas, des Sohnes Ḥakhaljas618Die viele Feinde hatten u. Verfolgungen ausgesetzt waren..", "Die Rabbanan lehrten: Menaše lehrte das Buch Leviticus auf fünfundvierzig Arten, entsprechend den Jahren seiner Regierung; Jerobea͑m lehrte es auf hundertunddrei [Arten].", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Abšalom hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heißt:619iiSam. 18,15.da erschlugen sie den Abšalom und töteten ihn; sie erschlugen ihn, für diese Welt, und töteten ihn, für die zukünftige Welt. Es wird gelehrt: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte im Namen R. Meírs: Aḥaz und Aḥazja, und alle übrigen Könige Jisraéls, von denen es heißt, daß sie das taten, was dem Herrn mißfiel, werden weder auferstehen noch gerichtet werden.", "620iiReg. 21,16.Dazu vergoß Menaše sehr viel unschuldiges Blut, bis er damit Jerušalem von Ende bis zu Ende füllte, abgesehen von seiner Versündigung, daß er Jehuda verführte, zu tun, was dem Herrn mißfiel. Hier621In Babylonien, bzw. Palästina.erklärten sie, er tötete Ješa͑ja; im Westen621In Babylonien, bzw. Palästina.erklärten sie, er stellte ein Götzenbild auf, das eine Traglast für tausend Menschen bildete, und jeden Tag tötete er622Nach der Erkl. Raschis starben sie durch das Tragen der schweren Last.sie. Das, was Rabba b. Bar Ḥana gesagt hat, daß nämlich die Seele eines Frommen die ganze Welt aufwiegt, vertritt also die Ansicht dessen, welcher sagt, er habe Ješa͑ja getötet.", "Es heißt Götzenbild und es heißt Götzenbilder623Cf. iiChr. 33,7,22.!? R. Joḥanan erklärte: Anfangs machte er ihm ein Gesicht, später machte er ihm vier Gesichter, damit die Göttlichkeit es sehe und Ärgernis nehme.", "Aḥaz stellte [den Götzen] in den Söller, denn es heißt:624iiReg. 23,12.und die Altäre auf dem Dache des Söllers des Aḥaz. Menaše stellte ihn in den Tempel, denn es heißt:625Ib. 21,7.und er stellte das Bild der Ašera, das er gefertigt hatte, in den Tempel, von dem der Herr zu David und zu dessen Sohn Šelomo gesagt hatte: Diesen Tempel und Jerušalem, das ich aus allen Stämmen Jisraéls erwählt habe, will ich zum Sitze meines Namens machen für ewige Zeilen. Amon brachte ihn in das Allerheiligste, denn es heißt: 626Jes. 28,20.denn das Lager ist zu kurz, sich auszustrecken &c. –", "Was heißt: das Lager ist zu kurz? R. Šemuél b. Naḥmani erklärte im Namen R. Jonathans: Dieses Lager ist zu kurz, daß darauf zwei26Cf. Bd. III S. 21 Anm. 147.Genossen herrschen könnten. Und die Decke ist zu eng &c. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Wenn R. Jonathan an diesen Vers herankam, weinte er, indem er sprach: Von dem es heißt:627Ps. 33,7.er sammelt die Gewässer des Meeres wie einen Damm, ihm sollte die Decke zu eng sein.", "Aḥaz stellte den Tempeldienst ein und versiegelte die Tora, denn es heißt:628Jes. 8,16.das Zeugnis zu verwahren, die Lehre zu versiegeln bei meinen Jüngern. Menaše riß den Altar nieder; Amon verbrannte die Tora und brachte Spinnen629Er schaffte jeden Rest des Opferdienstes ab, so daß sich Spinnen auf dem Altar eingenistet hatten.auf den Altar; Aḥaz erlaubte die Unzucht. Menaše beschlief seine Schwester; Amon beschlief seine Mutter.", "630iiChr. 33,23.Dieser Amon vermehrte die Verschuldung. R. Joḥanan und R. Elie͑zer [erklärten es]; einer erklärte, er verbrannte die Tora, und einer erklärte, er beschlief seine Mutter. Diese sprach zu ihm: Halst du denn einen Genuß von der Stelle, aus der du gekommen bist? Er erwiderte ihr: Ich tue dies ja nur, um [Gott] zu ärgern.", "Als Jehojaqim kam, sagte er: Die ersten verstanden es nicht, ihn zu ärgern. Wir brauchen nicht einmal sein Licht, denn wir haben Parvajim Gold, dessen wir uns bedienen; mag er kommen und sein Licht fortnehmen. Man entgegnete ihm: Das Silber und das Gold ist ja sein, denn es heißt: 631Hag. 2,8.mein ist das Silber und mein ist das Gold, spricht der Herr der Heerscharen. Er erwiderte ihnen: Er hat es bereits uns gegeben, denn es heißt: 632Ps. 115,116.der Himmel ist Himmel des Herrn, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben.", "Raba fragte Rabba b. Mari: Weshalb haben sie Jehojaqim nicht mitgezählt, etwa weil es von ihm heißt:633iiChr. 36,8.die übrige Geschichte Jehojaqims aber und seine Schandtaten, die er getan hatte, und was an ihm gefunden ward!? – Was ist es, was an ihm gefunden ward? – R. Joḥanan und R. Elie͑zer [erklärten es]; einer sagte, er ließ den Namen des Götzen634Aus Verehrung und Liebe.auf sein Glied tätowieren, und einer sagte, er ließ den Namen Gottes635Als Mißachtung und Verspottung.auf sein Glied tätowieren.", "Dieser erwiderte: Hinsichtlich der Könige habe ich nichts gehört, aber hinsichtlich der Gemeinen habe ich etwas gehört: Weshalb zählten sie Mikha636Der einen Götzentempel errichtete; cf. Jud. 17,5ff.nicht mit? Weil sein Brot den Reisenden zur Verfügung stand, denn es heißt:", "637Zach. 10,11.die Not zieht über das Meer und schlägt im Meere Wellen, und R. Joḥanan sagte, dies beziehe sich auf das Götzenbild Mikhas. Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Von Gareb bis Šilo waren es drei Mil, und der Rauch des Altars und der Rauch des Götzenbildes des Mikha vermischten sich mit einander.", "Als die Dienstengel ihn fortstoßen wollten, sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihnen: Laßt ihn, denn sein Brot steht den Reisenden zur Verfügung. Dieser Sache wegen638Daß die Jisraéliten dies zuließen.wurden die Leute beim Ereignisse mit dem Kebsweibe zu Gibea͑ bestraft. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach nämlich zu ihnen: Meiner Ehre wegen seid ihr nicht eingetreten, und wegen der Ehre eines [Menschen aus] Fleisch und Blut seid ihr eingetreten.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jose b. Qisma: Bedeutend ist die Verpflegung, denn ihrethalben wurden zwei Geschlechter aus Jisraél entfernt, wie es heißt:639Dt. 23,5.weil sie euch nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen sind. In seinem eigenen Namen sagte R. Joḥanan: Sie entfernt die Nahen, nähert die Fernen, macht die Augen von den Frevlern wegwenden, läßt die Göttlichkeit auf den Baa͑lpropheten ruhen, und läßt das Versehentliche als Vorsätzliches gelten.", "Sie entfernt die Nahen," ], [ "wie es bei A͑mmon und Moab640Sie waren Stammverwandte der Jisraéliten.der Fall war.", "Sie nähert die Fernen, wie dies bei Jithro der Fall war; denn R. Joḥanan sagte: Als Belohnung für: 641Ex. 2,20.ladet ihn doch zur Mahlzeit ein, war es seinen Enkelkindern beschieden, in der Quaderhalle zu sitzen, denn es heißt:642iChr. 2,55.und die Geschlechter der Schriftgelehrten, die Ja͑baç bewohnen, die Tirea͑tim, die Šimea͑tim und die Sukhatim; das sind die Qinim, die von Ḥamath, dem Stammvater des Hauses Rekhabs, abstammen; ferner heißt es:643Jud. 1,16.und die Söhne des Qeni, des Schwagers Mošes, waren mit den Kindern Jehudas aus der Palmenstadt heraufgezogen nach der Wüste Jehuda, die südlich von A͑rad liegt, und sie gingen hin und ließen sich mit dem Volke nieder.", "Sie macht die Augen von den Frevlern wegwenden, wie es bei Mikha der Fall war.", "Sie läßt die Göttlichkeit auf den Baa͑lpropheten ruhen, wie es beim Gefährten des Propheten I͑do der Fall war, denn es heißt:644iReg. 13,20.während sie aber zu Tisch saßen, erging das Wort des Herrn an den Propheten, der ihn zurückgeholt hatte.", "Und läßt das Versehentliche als Vorsätzliches gelten, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn Jehonathan David zwei Brote geborgt hätte, so würde die Priesterstadt Nob nicht hingemordet worden sein, Doég, der Edomiter, würde nicht verstoßen worden sein, und Šaúl mit seinen drei Söhnen würden nicht getötet worden sein.", "Weshalb zählten sie Aḥaz nicht mit? R. Jirmeja b. Abba erwiderte: Weil er sich zwischen zwei Frommen befindet, zwischen Jotham und Ḥizqijahu. R. Joseph erwiderte: Weil er Ješa͑jahu Schamhaftigkeit gezeigt hat. Es heißt nämlich:645Jes. 7,3.da sprach der Herr zu Ješa͑jahu: Geh Aḥaz entgegen, du und dein Sohn Šear Jašub, an das Ende der Wasserleitung des oberen Teiches, nach der Straße am Walkerfelde, und aus [dem Worte] kobes [Walker] deuten manche, daß [Aḥaz beim Vorübergehen] sein Gesicht niederschlug646Weil er sich vor Ješa͑jahu schämte.[kabaš], und manche, daß er einen Walkerkorb auf sein Gesicht stülpte646Weil er sich vor Ješa͑jahu schämte.. –", "Weshalb zählten sie Amon nicht mit? – Wegen der Ehrung [seines Sohnes] Jošijahu. – Demnach sollten sie auch Menaše nicht mitzählen, wegen der Ehrung [seines Vaters] Ḥizqijahu!? – Von den Verdiensten des Sohnes genießt der Vater, nicht aber der Sohn von denen des Vaters. Es heißt nämlich:647Dt. 32,39.und niemand kann aus meiner Hand erretten; weder konnte Abraham den Jišma͑él retten, noch Jiçḥaq den E͑sav. Jetzt nun, wo du auf diese Erklärung gekommen bist, [so erkläre man,] daß auch Aḥiaz wegen der Ehrung [seines Sohnes] Ḥizqijahu nicht mitgezählt worden ist. –", "Weshalb zählten sie Jehojaqim nicht mit? – Wegen der Lehre des R. Ḥija b. Abuja, denn R. Ḥija b. Abuja sagte: Auf dem Schädel Jehojaqims steht geschrieben: dies und noch etwas anderes. Einst fand der Großvater des R. Perida einen Schädel, der an den Toren Jerušalems lag, auf dem geschrieben war: dies und noch etwas anderes. Da begrub er ihn, er blieb aber nicht begraben; darauf begrub er ihn wiederum, er blieb aber nicht begraben.", "Da sprach er: Das ist der Schädel Jehojaqims, von dem es heißt:648Jer. 22,19.wie man einen Esel begräbt, wird er begraben werden, man wird ihn fortschleifen und werfen &c. Darauf sprach er: Er war ja König, und es ist nicht schicklich, daß er geschändet werde. Alsdann hüllte er ihn in Seide und legte ihn in eine Kiste. Als ihn darauf seine Frau sah, glaubte sie, er sei von seiner ersten Frau, die er nicht vergessen könne; da warf sie ihn in den Ofen und verbrannte ihn. Das ist es, was auf ihm geschrieben stand: dies und noch etwas anderes.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wegen [der Worte]:649iReg. 20,3.was dir wohlgefällt, habe ich getan, fragte er nach einem Zeichen; wegen: 650Ib. V. 8.was ist das Zeichen dafür, aßen Nichtjuden an seinem Tische; dadurch, daß Nichtjuden an seinem Tische aßen, verursachte er Verbannung für seine Kinder. Dies ist eine Stütze für Ḥizqija, denn Ḥizqija sagte, wer einen Nichtjuden in sein Haus lädt und ihn bewirtet, verursache Verbannung für seine Kinder, denn es heißt:651Ib. V. 18; Jes. 39,7.und von deinen Söhnen, die von dir abstammen werden, die du erzeugen wirst, wird man welche nehmen, daß sie im Palaste des Königs von Babel als Eunuchen dienen.", "652Jes. 39,2.Und Ḥizqijahu freute sich über sie und zeigte ihnen seine Geheimkammer, das Silber und das Gold und die Spezereien und das kostbare Öl &c. Rabh erklärte: Unter Geheimkammer ist zu verstehen, seine Frau schenkte ihnen ein. Šemuél erklärte: Er zeigte ihnen seine Schatzkammer. R. Joḥanan erklärte: Er zeigte ihnen Waffen zerstörende Waffen.", "653Thr. 1,1.Ach, wie einsam liegt sie. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Weshalb wurden die Jisraéliten mit ‘Ach’ bestraft? Weil sie die sechsunddreißig mit der Ausrottungsstrafe belegten Verbote654Das W. איכה (Ach) hat den Zahlenwerl 36.in der Tora übertreten haben.", "R. Joḥanan sagte [ferner]: Weshalb wurden sie mit einem Alphabete655Die Verse im Buch der Klagelieder sind alphabetisch geordnet.bestraft? Weil sie die Tora übertreten haben, die mittelst des Alphabetes verliehen worden ist.", "Wie einsam liegt sie. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich sagte:656Dt. 33,28.und so wohnt Jisraél in Sicherheit, gesondert der Quell Ja͑qobs, in einem Lande voll Getreide und Most, und sein Himmel träufelt Tau; nun liegt es einsam.653Thr. 1,1.Die Stadt, reich an Volk. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Sie verheirateten minderjährige [Mädchen] an erwachsene [Männer] und erwachsene [Mädchen] an minderjährige [Knaben], damit sie viele Kinder haben.", "653Thr. 1,1.Sie ist wie eine Witwe geworden. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wie eine Witwe, nicht aber zur wirklichen Witwe; wie eine Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreist ist, jedoch willens ist, zu ihr zurückzukehren.653Thr. 1,1.Die groß war unter den Nationen, die Fürstin unter den Städten. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Wo sie auch hinkommen, werden sie Fürsten ihrer Herren.", "Die Rabbanan lehrten: Einst wurden zwei Männer am Karmelberge gefangen genommen, und der Gefangenenführer ging hinter ihnen einher." ], [ "Da sprach der eine zu seinem Gefährten: Das Kamel, das vor uns geht, ist blind auf einem Auge, ist mit zwei Schläuchen beladen, von denen der eine Wein und der andere Öl enthält, und von den beiden Leuten, die es führen, ist einer Jisraélit und einer Nichtjude. Da sprach [der Gefangenenführer] zu ihnen: Hartnäckiges Volk, woher wißt ihr dies?", "Diese erwiderten ihm: Das Kamel frißt von dem vor ihm wachsenden Gras nur von der einen Seite, die es sehen kann, nicht aber von der anderen Seite, die es nicht sehen kann. Von den zwei Schläuchen, mit denen es beladen ist, enthält der eine Wein und der andere Öl, denn der Wein trieft herunter und sinkt [in die Erde] ein, das Öl aber trieft herunter und schwimmt obenauf. Von den beiden Männern, die es führen, ist einer Jisraélit und einer Nichtjude, denn der Nichtjude verrichtet seine Notdurft in der Mitte des Wegs, der Jisraélit aber wendet sich nach der Seite.", "Hierauf lief er ihnen nach und fand, daß es sich so verhielt, wie sie gesagt haben. Alsdann küßte er sie aufs Haupt, brachte sie nach Hause, bereitete für sie ein großes Mahl und tanzte vor ihnen, indem er sprach: Gepriesen sei der, der die Kinder Abrahams erwählt und ihnen von seiner Weisheit verliehen hat; wo sie auch hinkommen, werden sie Fürsten ihrer Herren. Hierauf entließ er sie in Frieden nach ihrer Heimat.", "657Thr. 1,2.Sie weint und weint in der Nacht. Worauf deuten diese beiden ‘weinen’? Rabba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Das eine über [die Zerstörung] des ersten Tempels und das andere über die des zweiten Tempels. In der Nacht, wegen der Angelegenheit der Nacht, denn es heißt.658Num. 14,1.da erhob die ganze Gemeinde ein lautes Geschrei und es jammerte in jener Nacht,", "und Rabba sagte im Namen R. Joḥanans, jene Nacht sei die des neunten Ab gewesen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Ihr habt ohne Ursache gejammert, ich aber werde ihn euch zum ewigen Jammer[tage] machen. Eine andere Erklärung: In der Nacht: wer nachts weint, dessen Stimme wird [weit] gehört.", "Eine andere Erklärung: In der Nacht, wenn jemand nachts weint, so weinen die Sterne und die Sternbilder mit ihm. Eine andere Erklärung: In der Nacht, wenn jemand nachts weint, so weint mit ihm jeder, der seine Stimme hört. Einst starb einer Frau in der Nachbarschaft R. Gamliéls ein Sohn und nachts weinte sie über ihn; als R. Gamliél ihre Stimme hörte, weinte er mit ihr, bis ihm die Wimpern ausfielen. Am folgenden Tage merkten dies seine Schüler und brachten sie aus seiner Nachbarschaft fort.", "657Thr. 1,2.Ihre Tränen auf ihren Wangen. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Wie eine Frau, die ihren Jugendgatten beweint, denn es heißt:659Jo. 1,8.wehklage gleich einer Jungfrau, die mit dem Trauergewande umgürtet ist, wegen des Verlobten ihrer Jugend.660Thr. 1,5.Ihre Bedränger sind obenauf gekommen. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer Jisraél bedrängt, kommt obenauf. Es heißt:661Jes. 8,23.Denn nicht ermüdet, wo Drangsal war. In der früheren Zeit hat er Schmach über das Land Zebulun und das Land Naphtali gebracht, aber in der zukünftigen Zeit wird er die Straße nach dem Meere, das Gelände am Jarden, den Bezirk der Völker zu Ehren bringen. Raba erklärte im Namen R. Joḥanans: Wer Jisraél bedrängt, wird nicht müde.", "662Thr. 1,12.Nicht auf euch, ihr alle, die ihr des Weges vorüberzieht. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Hier ist die Absprechung [des Unglücks]663Wenn jemand seinem Genossen einen bösen Vorfall erzählt, so muß er hinzufügen: nicht dir begegne solches.in der Tora angedeutet. Die ihr des Weges vorüberzieht. R. A͑mram sagte im Namen Rabhs: Mit mir wurde verfahren wie mit denen, die das Gesetz übertraten. Von Sedom heißt es:664Gen. 19,24.der Herr ließ über Sedom regnen, und von Jerušalem heißt es:665Thr. 1,13.aus der Höhe sandte er Feuer in meine Gebeine und drückte sie nieder &c. Es heißt:666Ib. 4,6.die Schuld meines Volkes war größer als die Sünde Sedoms;", "gibt es denn hierbei eine Bevorzugung667Weshalb ging demnach Sedom vollständig unter, Jerušalem aber nicht.? Raba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Ein Weiteres668Nach einer Erklärung: eine gute Handlung; in S. wurden die Armen u. Leidenden nicht unterstützt, in J. kochten sogar weichherzige Frauen ihre eignen Kinder u. verzehrten sie gemeinsam. Nach einer anderen Erklärung: die Strafe J.s war auch größer, denn solches geschah in S. nicht.war in Jerušalem, was in Sedom nicht war. Von Sedom heißt es:669Ez. 16,49.das war die Schuld Sedoms, deiner Schwester, Hoffart, Überfluß an Nahrung &c. aber die Armen und Bedürftigen stützte sie nicht &c.; von Jerušalem aber heißt es:670Thr. 4,10.weichherzige Frauen kochten ihre Kinder.", "671Ib. 1,15.Verworfen hat der Herr all meine Helden in meiner Mitte. Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: Diese Münze ist verrufen.", "672Ib. 2,16.Sie rissen über dich ihren Mund auf. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Weshalb steht der mit Pe [beginnende Vers] vor dem mit A͑jin655Die Verse im Buch der Klagelieder sind alphabetisch geordnet.beginnenden? Wegen der Kundschafter673Cf. Num. 13,31ff., die mit dem Munde [Pe] bekundeten, was sie mit den Augen [A͑jin] nicht gesehen hatten.", "674Ps. 14,4.Die mein Volk verzehren, essen Brot; den Herrn riefen sie nicht an. Raba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer das Brot Jisraéls ißt, fühlt den Geschmack des Brotes, wer nicht das Brot Jisraéls ißt, fühlt nicht den Geschmack des Brotes. Den Herrn riefen sie nicht an; Rabh sagte, dies beziehe sich auf die [ungetreuen] Richter; Šemuél sagte, dies beziehe sich auf die [ungetreuen] Kinderlehrer.", "Wer zählte sie675Die Leute, die keinen Anteil an der zukünftigen Welt haben.auf? R. Aši erwiderte: Die Männer der Großsynode zählten sie auf. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Sie wollten noch einen676Den König Šelomo.mitzählen, da kam das Bild seines Vaters und warf sich vor ihnen nieder, sie aber beachteten es nicht; hierauf kam ein Feuer vom Himmel und versengte ihre Bänke, sie aber beachteten dies nicht.", "Alsdann ertönte eine Hallstimme und sprach zu ihnen:677Pr. 22,29.Siehst du einen behend in seiner Arbeit, vor Königen kann er sich stellen; nicht soll er sich vor Gemeinen stellen. Der mein Haus vor seinem errichtet hat, und sogar mein Haus in sieben Jahren, aber seines in dreizehn Jahren erbaute, soll vor Königen stehen und nicht vor Gemeinen. Sie beachteten sie aber nicht. Daraufhin ertönte eine Hallstimme und sprach:678Ij. 34,33.Hast du es zu bezahlen, daß du es verwirfst, daß du wählen solltest und nicht ich &c.", "Die Schriftausleger sagten, sie alle seien der zukünftigen Welt teilhaftig, denn es heißt:679Ps. 60,9,10.mein ist Gilea͑d und mein ist Menaše, und Ephrajim ist die Schutzwehr meines Hauptes; Jehuda ist mein Herrscherstab, Moáb ist mein Waschbecken, auf Edom werfe ich meinen Schuh; für680So nach der weiter folgenden Auslegung des T.mich ist es, Pelešeth zu befreunden. Mein ist Gilea͑d, das ist Aḥáb, der in Ramoth Gilea͑d fiel; Menaše, wörtlich; Ephrajim ist die Schutzwehr meines Hauptes, das ist Jerobea͑m, der von Ephrajim stammt; Jehuda ist mein Herrscherstab, das ist Aḥitophel," ], [ "der von Jehuda stammt; Moa͑b ist mein Waschbecken, das ist Geḥzi, der wegen einer das Waschen betreffenden Angelegenheit bestraft681Cf. iiReg. 5,27.worden ist; auf Edom werfe ich meinen Schuh, das ist Doég, der Edomite; für mich ist es, Pelešeth zu befreunden. Die Dienstengel sprachen nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wenn David, der den Pelišti getötet und deine Kinder Gath erben ließ, vor dich treten682Und sich darüber beklagen, daß seine Feinde Doég u. Aḥitophel mit ihm zusammen der zukünftigen Welt teilhaftig sind.wird, was tust du dann? Er erwiderte ihnen: Für mich ist es, sie miteinander zu befreunden.", "683Jer. 8,5.Warum hat sich dieses Volk, Jerušalem, abgewandt, in trotziger Abwendung &c. Rabh sagte: Eine trotzige Antwort gab die Gemeinde Jisraél dem Propheten. Der Prophet sprach nämlich zu Jisraél: Tut Buße; wo sind denn eure Vorfahren, die gesündigt haben!? Diese erwiderten: Wo sind denn eure Propheten, die nicht gesündigt haben!? Denn es heißt: 684Zach. 1,5.eure Vorfahren, wo sind sie, und eure Propheten, leben sie denn ewig? Darauf kehrten sie zurück und pflichteten ihm bei, denn es heißt: 685Ib. V. 6.aber meine Worte und meine Satzungen, die ich meinen Knechten, den Propheten, aufgetragen hatte &c.", "Šemuél sagte: Zehn Personen kamen und setzten sich vor ihn; da sprach er zu ihnen: Tut Buße! Sie entgegneten ihm: Wenn ein Herr seinen Sklaven verkauft, oder wenn ein Mann sich von seiner Frau scheiden läßt, haben sie irgend welche Ansprüche an einander!? Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zum Propheten: Geh und sprich zu ihnen:686Jes. 50,1.Wo ist denn der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entlassen hatte? Oder wer ist ein Gläubiger von mir, dem ich euch verkauft hätte? Um eurer Verschuldungen vielmehr seid ihr verkauft worden und um eurer Vergehungen willen ward eure Mutter entlassen.", "Das ist es, was Reš Laqiš sagte: Es heißt ‘mein Knecht David’ und es heißt ‘mein Knecht687Cf. Jer. 43,10; von David kommt dies wiederholt vor.Nebukhadneçar’!? Offenbar und bewußt war es dem, der durch sein Wort die Welt erschaffen hat, daß die Jisraéliten dereinst dies sagen werden, daher nannte er ihn im voraus Knecht, und wenn ein Knecht Güter eignet, wem gehört der Knecht und wem gehören die Güter!?", "688Ez. 20,32,33.Und das, was euch in den Sinn kommt, soll gewiß nicht geschehen, daß ihr denkt: wir wollen den Völkern gleichen, den Geschlechtern der Länder, indem wir Holz und Steine verehren. So wahr ich lebe, Spruch Gottes, des Herrn, mit starker Hand und ausgestrecktem Arme und mit ausgeschüttetem Grimme will ich mich als König über euch erzeigen. R. Naḥman sagte: O, daß er doch diesen Grimm über uns ausschütte und uns erlöse.", "689Jes. 28,56.Er züchtigt ihn durch Recht und sein690In der Erstausgabe, auch weiter: dein Gott.Gott belehrt ihn. Der Prophet sprach zu Jisraél: Tut Buße! Sie erwiderten ihm: Wir können nicht, der böse Trieb beherrscht uns. Er entgegnete ihnen: Züchtigt euren Trieb. Sie erwiderten ihm: Sein Gott belehre ihn.", "VIER GEMEINE: BILEA͑M, DOÉG, AḤITOPHEL UND GEḤZI. Bilea͑m, ohne Volk691בלעם ein Compositum von בלא ohne, bezw. בלה ermüden, ermatten u. עם Volk. Var. בלע עם er verschlang, verzehrte das Volk.. Eine andere Erklärung: Bilea͑m, er ermattete691בלעם ein Compositum von בלא ohne, bezw. בלה ermüden, ermatten u. עם Volk. Var. בלע עם er verschlang, verzehrte das Volk. das Volk. Der Sohn Beo͑rs, er beschlief ein Vieh [bei͑r].", "Es wird gelehrt: Beo͑r, Kušan Riša͑tajim und Laban der Aramäer sind identisch. Beo͑r [hieß er], weil er ein Vieh beschlief; Kušan Riša͑tajim, weil er zwei Freveltaten [riša͑joth] an Jisraél verübt hat, einmal zur Zeit Ja͑qobs692Cf. Gen. 31,23ff.und einmal zur Zeit der Richter693Cf. Jud. 3,8ff.; sein wirklicher Name war Laban der Aramäer. –", "Es heißt ‘Sohn Beo͑rs’ und es heißt ‘sein Sohn Beo͑r’694Die poet. Form בנו st. בן (Num. 24,3) wird vom T. falsch aufgefaßt.!? R. Joḥanan erwiderte: Sein Vater war ihm gegenüber ein Sohn hinsichtlich der Prophetie. –", "Also nur Bilea͑m ist nicht der zukünftigen Welt teilhaftig, wohl aber andere Nichtjuden, somit vertritt unsere Mišna", "die Ansicht R. Jehošua͑s, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:695Ps. 9,18.Die ‘Gottlosen müssen umkehren in die Unterwelt, all die gottvergessenen Heiden. Die Gottlosen müssen umkehren in die Unterwelt, das sind die Frevler Jisraéls; all die gottvergessenen Heiden, das sind die weltlichen Völker – so R. Elie͑zer. R. Jehošua͑ sprach zu ihm: Heißt es denn: alle Heiden, es heißt ja: all die gottvergessenen Heiden!? Vielmehr: die Gottlosen müssen umkehren in die Unterwelt, wer sind es? all die gottvergessenen Heiden,", "Und auch dieser Frevler gab sich selbst dieses Zeichen, denn er sprach:696Num. 23,10.möchte ich sterben den Tod der Frommen; wenn ich den Tod der Frommen sterbe, so wird mein Ende sein wie ihres, wenn aber nicht, so gehe ich zu meinem Volke697B. starb nicht eines natürlichen Todes, sondern wurde im Krieg getötet; cf. infra Fol. 106a..", "698Num. 22,7.Da gingen die Ältesten der Moa͑biter und die Ältesten der Midjaniter. Es wird gelehrt: Midjan und Moáb hatten nie im Leben Frieden mit einander. Ein Gleichnis. Zwei Hunde, die in der Herde waren, pflegten einander anzubellen; als aber einst ein Wolf, den einen überfiel, dachte der andere: Wenn ich ihm nicht beistehe, so tötet er heute ihn und morgen überfällt er mich. Da gingen sie beide und töteten den Wolf. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Das Wiesel und die Katze bereiteten ein Festmahl vom Fette des Unglücklichen.", "699Ib. V. 8.Da blieben die Häuptlinge der Moa͑biter bei Bilea͑m. Wo kamen die Häuptlinge der Midjaniter hin? – Als er zu ihnen sagte:699Ib. V. 8.Bleibt diese Nacht hier, so will ich euch Bescheid geben, erwiderten sie ihm: Gibt es denn einen Vater, der seinen Sohn haßt!?", "R. Naḥman sagte: Frechheit nützt sogar Gott gegenüber; zuerst heißt es:700Ib. V. 12.du sollst mit ihnen nicht gehen, nachher aber heißt es:701Ib. V. 20.mache dich auf und gehe mit ihnen. R. Šešeth sagte: Die Frechheit ist ein Königtum ohne Krone, denn es heißt: 702iiSam, 3,39.ich bin heute, obwohl zum Könige gesalbt, schwach, während diese Leute, die Söhne der Çeruja, in ihrer Gewalttätigkeit mir überlegen sind. &c.", "R. Joḥanan sagte: Bilea͑m war lahm auf einem Fuße, denn es heißt: 703Num. 23,3.er ging eilends [šephi]; Šimšon auf beiden Füßen, denn es heißt: 704Gen. 49,17.eine Hornviper [šephipḥon] am Wege, die das Roß in die Ferse beißt. Bilea͑m war blind auf einem Auge, denn es heißt:705Num. 24,3.dessen Auge verschlossen ist.", "Er trieb Zauberei mit seinem Gliede, denn bei ihm heißt es:706Ib. V. 4.hingesunken und enthüllten Auges, und dort707Est. 7,8.heißt es: Haman war auf das Polster hingesunken &c. Es wird gelehrt: Mar Zuṭra sagte, er trieb Zauberei mit seinem Gliede; Mar, Sohn des Rabina, sagte, er beschlief seine Eselin. Einer sagt, er trieb Zauberei mit seinem Gliede, wie wir bereits erklärt haben; der andere sagt, er beschlief seine Eselin, denn von ihm708Abgesehen von der Haltlosigkeit dieser Auslegungen ist noch zu beachten, daß der weiter angezogene Schriftvers sich überhaupt nicht auf Bilea͑m, sondern auf Jisraél bezieht.heißt es:709Num. 24,9.er sank hin und lag da, und dort710Jud. 5,27.heißt es: zu ihren Füßen\n" ], [ "sank er hin, fiel nieder und lag da &c.", "711Num. 24,16.Er kennt die Gedanken des Höchsten. Wenn er nicht einmal die Gedanken seines Tieres kannte, wie sollte er die Gedanken des Höchsten gekannt haben!? – Was für ein Bewenden hat es mit den Gedanken seines Tieres? – Als man ihn fragte, weshalb er nicht auf einem Pferde reite, erwiderte er, er habe es auf die Weide geschickt.", "Da sprach [die Eselin] zu ihm: Ich bin ja deine Eselin! [Er erwiderte:] Zum Lasttragen. [Sie entgegnete:] Auf der du geritten bist. [Er erwiderte:] Nur zuweilen. [Sie entgegnete:] Von jeher bis auf den heutigen Tag;", "und noch vielmehr, ich diene dir nachts auch als Frau. Hier heißt es nämlich:712Num. 22,30.pflegte ich denn, und dort713iReg. 1,2.heißt es: sie soll ihm als Pflegerin dienen. –", "Vielmehr, er kennt die Gedanken des Höchsten, dies ist zu verstehen, er wußte die Stunde abzupassen, in der der Heilige, gepriesen sei er, zürnt.", "Das ist es, was der Prophet zu Jisraél sprach: 714Mich. 6,5.Mein Volk, denke doch daran, was Balaq, der König von Moáb, im Sinne hatte, und was Bilea͑m, der Sohn Beo͑rs, ihm antwortete; von Šittim bis Gilgal, damit du die Wohltaten des Herrn erkennest. – Was heißt: damit du die Wohltaten des Herrn erkennest? – Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: Erkennt doch die vielen Wohltaten, die ich euch erwiesen habe, indem ich während aller Tage des ruchlosen Bilea͑m nicht zürnte; denn hätte ich während jener Tage gezürnt, so würde von den Feinden715Euphemistischer Zusatz.Jisraéls weder Entronnener noch Flüchtling zurückgeblieben sein.", "Das ist es, was Bilea͑m zu Balaq sagte:716Num. 23,8.Wie soll ich verfluchen, wenn Gott nicht verflucht &c. An jenem Tage zürnte der Herr nicht. 717Ps. 7,12.Gott zürnt täglich. Wie lange hält sein Zorn an? – Einen Augenblick, wie es heißt:718Ib. 30,6.denn sein Zorn währt nur einen Augenblick, lebenslang seine Huld &c.", "Wenn du willst, hieraus:719Jes. 26,20.wohlan, mein Volk, geh in deine Kammern und schließe die Tür hinter dir zu; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorüber ist. – Wann zürnt er? – In den ersten drei Stunden [des Tages], wenn der Kamm des Hahnes720Manche Texte habenתרנגולא (so auch die Parallelstelle Ber. Fol. 7a); nach unserem Texte: Henne.weiß wird. – An jeder anderen Zeit ist er ja ebenfalls weiß!? – An jeder anderen Zeit hat er rote Streifen, dann aber hat er keine roten Streifen.", "In der Nachbarschaft des R. Jehošua͑ b. Levi wohnte ein Minäer, der ihn sehr quälte. Da nahm er einen Hahn und band ihn an den Fuß [des Bettes], dann legte er sich nieder, indem er dachte: wenn diese Zeit heranreicht, werde ich ihn verfluchen. Als diese Zeit heranreichte, schlief er ein. Da sprach er: Es ist also zu ersehen, daß dies keine Art und Weise ist, wie es heißt:721Pr. 17,26.unangenehm ist dem Gerechten das Strafen; auch Minäern gegenüber ist dies zu unterlassen.", "Im Namen R. Meírs wird gelehrt: Wenn die Sonne hervorstrahlt und die Könige ihre Kronen auf ihre Häupter setzen und sieb vor der Sonne niederwerfen, gerät er sofort in Zorn.", "722Num. 22,21.Da stand Bilea͑m morgens auf und sattelte seine Eselin. Im Namen des R. Šimo͑n b. Elea͑zar wird gelehrt: Die Liebe hebt die Grenzlinie des Stolzes auf, wie dies bei Abraham der Fall war, denn es heißt:723Gen. 22,3.da machte sich Abraham früh auf, und der Haß hebt die Grenzlinie des Stolzes auf, wie dies bei Bilea͑m der Fall war, denn es heißt: da stand Bilea͑m morgens auf724Beide sattelten ihre Tiere, ohne dies von einem Diener verrichten zu lassen..", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Ein Mensch befasse sich stets mit der Tora und guten Werken, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch wird man veranlaßt, es um ihrer selbst willen zu tun. Denn als Belohnung dafür, daß Balaq zweiundvierzig Opfer darbrachte, war es ihm beschieden, daß Ruth von ihm hervorging. R. Jose b. Ḥoni sagte nämlich: Ruth war die Tochter E͑glons, des Enkelsohnes Balaqs, des Königs von Moa͑b.", "Raba sprach zu Rabba b. Mari: Es heißt:725iReg. 1,47.Gott mache den Namen Šelomos herrlicher als deinen Namen, und mache seinen Thron erhabener als deinen. Ist es denn schicklich, so zu einem Könige zu sprechen!? Dieser erwiderte: Sie meinte es: von726Das Präfix מ (von) in מש מך u. מכסאך ist nicht als Komparativ, sondern als Partitiv aufzufassen..", "Wie willst du, wenn du es nicht so auffassen wolltest, folgendes erklären:727Jud. 5,24.gepriesen sei vor den Weibern Jae͑l, das Weib Ḥeber des Qeniters; vor den Weibern im Zelte sei sie gepriesen; die Weiber im Zelte sind ja [die Erzmütter] Sara, Ribhqa, Raḥel und Lea͑; ist es denn schicklich, so zu sprechen!? Du mußt also erklären: von, ebenso auch hierbei: von.", "Er streitet somit gegen R. Jose b. Ḥoni, denn R. Jose b. Ḥoni sagte: Auf jeden anderen ist ein Mensch neidisch, nur nicht auf seinen Sohn und seinen Schüler. Auf seinen Sohn, wie bei Šelomo; auf seinen Schüler? – Wenn du willst, entnehme ich dies aus:728iiReg. 2,9.möchte mir denn ein doppelter Anteil an deinem Geiste zuteil werden; wenn du aber willst, aus:729Num. 27,23.sodann legte er ihm die Hände auf und setzte ihn ein730Gott beauftragte ihn, eine Hand aufzulegen, er aber legte ihm beide Hände auf..", "731Num. 23,5.Da legte der Herr Worte in den Mund Bilea͑ms. R. Elie͑zer erklärte, durch einen Engel; R. Jonathan erklärte, durch eine Angel.", "R. Joḥanan sagte: Aus den Segensworten dieses Frevlers lernst du, was in seinem Herzen war. Er wollte sagen: Sie mögen keine Bet- und Lehrhäuser haben, [und sagte:]732Ib. 24,5.wie herrlich sind deine Zelte, Ja͑qob. Die Göttlichkeit auf ihnen nicht ruhe, [und sagte:] deine Wohnsitze, Jisraél. Ihre Herrschaft möge sich nicht weit erstrecken, [und sagte:] 733Ib. V. 6.wie Bachtäler, die sich erstrecken. Sie mögen keine Oliven- und Weingärten haben, [und sagte:] wie Baumgärten an einem Strom. Ihr Duft steige nicht auf, [und sagte:] wie Aloepflanzen, die der Herr gepflanzt hat.", "Sie mögen keine Könige von hoher Statur haben, [und sagte:] wie Zedern am Wasser. Sie mögen keinen König, der Sohn eines Königs ist, haben, [und sagte:]734Ib. V. 7.es rinnt Wasser aus seinen Eimern. Ihre Herrschaft möge keine Macht über die Völker haben, [und sagte:] und seine Saat hat reichliches Wasser. Möge ihre Herrschaft nicht kraftvoll sein, [und sagte:] mächtiger als Agag ist sein König. Möge ihre Herrschaft nicht erhaben sein, [und sagte:] und seine Herrschaft erhaben.", "R. Abbab. Kahana sagte: alle wurden sie zurück in einen Fluch verwandelt, ausgenommen [den Segen] die Bet- und Lehrhäuser betreffend, denn es heißt:735Dt. 23,6.da verwandelte dir der Herr, dein Gott, den Fluch zum Segen; denn der Herr, dein Gott, hatte dich lieb; den Fluch, nicht aber die Flüche.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:736Pr. 27,6.Treugemeint sind die Wunden von einem Freunde, lästig aber sind die Küsse von einem Feinde. Besser ist der Fluch, den Aḥija der Šilonite über Jisraél sprach, als der Segen, den der ruchlose Bilea͑m über sie sprach. Aḥija der Šilonite verfluchte sie, indem er sie mit einem Rohre verglich, wie es heißt:737iReg. 14,15.und der Herr wird Jisraél schlagen, gleichwie das Rohr im Wasser schwankt &c. Wie nämlich das Rohr am Wasser wächst, sein Stamm neue" ], [ "Triebe hervorbringt und seine Wurzeln zahlreich sind; und selbst wenn alle Winde der Welt gegen ihn wehen, reißen sie ihn nicht von seiner Stelle, da es sich mit ihnen mitbewegt, und sobald der Wind aufhört, bleibt das Rohr auf seinem Platze stehen.", "Der ruchlose Bilea͑m aber segnete sie, indem er sie mit einer Zeder verglich; wie nämlich die Zeder nicht am Wasser wächst, ihre Wurzeln nicht zahlreich sind und ihr Stamm keine neuen Triebe hervorbringt; und obgleich alle Winde der Welt, wenn sie gegen sie wehen, sie von ihrer Stelle fortzureißen nicht vermögen, so kann der Südwind sie dennoch entwurzeln und sofort umwerfen. Und nicht nur das, dem Rohre ist es auch beschieden, daß aus ihm ein Kalam bereitet wird, damit die Tora, die Propheten und die Hagiographen zu schreiben.", "738Num. 24,21.Und als er den Qeniter sah, trug er folgenden Spruch vor. Bilea͑m sprach zu Jithro: Qeniter, warst du etwa nicht mit uns bei diesem739Die jisr. männl. Kinder in den Fluß zu werfen.Ratschlage, wer hat dich nun unter die Vornehmen der Welt gesetzt!?", "Das ist es, was R. Ḥija b. Abba im Namen R. Simlajs sagte: Drei waren bei diesem Ratschlag beteiligt, und zwar: Bilea͑m, Ijob und Jithro; Bilea͑m, der den Rat erteilte, wurde erschlagen; Ijob, der schwieg, wurde durch Züchtigungen bestraft; Jithro, der floh, war es beschieden, daß Enkelkinder von ihm in der Quaderhalle saßen, denn es heißt:740iChr. 2,55.und die Geschlechter der Schriftgelehrten, die Ja͑heç bewohnen, die Tirea͑tim, die Šimea͑tim und die Sukatim; das sind die Qinim, die von Ḥamath, dem Stammvater des Hauses Rekhabs, abstammen; ferner heißt es:741Jud. 1,16.und die Söhne des Qeni, des Schwagers Mošes, waren aus der Palmenstadt heraufgezogen.", "742Num. 24,23.Dann trug er folgenden Spruch vor: Weh, wer wird leben bleiben, wenn Gott dies tut. Reš Laqiš erklärte: Wehe dem, der sich durch den Namen Gottes743Nach einer Erkl. Raschis bezieht sich dies auf die Könige Pareo͑ u. Ḥiram, die sich als Götter ausgegeben hatten.erhält. R. Joḥanan erklärte: Wehe der Nation, die sich dann befinden wird, wenn der Heilige, gepriesen sei er, seine Kinder erlösen wird; wer vermag sein Gewand zwischen Löwe und Löwin zu legen, wenn sie einander begatten.", "744Num. 24,24.Schiffe von Kittim her. Rabh erklärte: Die weiße Legion745Die bis Assyrien vordringen wird. Die Übersetzung ist nur vermutlich u. sehr gezwungen; nach Raschi ist ליבן אספר Ortsname; möglicherweise ist ליבן (bezw. ליבון od. ליכא in anderen Texten) ein verkrüppelter Autorenname..744Num. 24,24.Sie demütigen Ašur und sie demütigen das Land jenseits. Bis Ašur töten sie, von da ab unterwerfen sie nur.", "746Num. 24,14.So will ich nun zu meinem Volke ziehen; wohlan, ich will dir eröffnen, was dieses Volk deinem Volke tun soll. Es sollte ja heißen: dein Volk diesem Volke!? R. Abba b. Kahana erwiderte: Wie wenn jemand einen Fluch gegen sich selbst ausstoßen will, und ihn anderen anhängt.", "Er sprach zu ihm: Der Gott von diesen haßt die Unzucht, sie aber haben Verlangen nach Linnenzeug; wohlan, ich will dir nun einen Rat geben. Errichte Zelte und setze da [Huren] hinein, eine alte draußen und eine junge innen, und diese sollen ihnen Linnenzeug verkaufen.", "Darauf errichtete er Zelte von Har Šeleg [Schneeberg] bis Beth Haješimoth [Wüstenhaus] und setzte da Huren hinein, eine alte draußen und eine junge innen; wenn nun ein Jisraélit aß, trank, lustig war und auf der Straße lustwandelte, sprach die alte ihn an: Wünschst du vielleicht Linnenzeug? Die alte bot es ihm für den richtigen Wert an, die junge aber unter dem Werte.", "Nachdem sich dies zwei- oder dreimal wiederholte, sprach sie zu ihm: Du bist ja bereits wie ein Familienangehöriger; setze dich und suche dir etwas aus. Krüge mit a͑mmonitischem Weine standen vor ihr, und da damals (a͑mmonitischer und) nichtjüdischer Wein noch nicht verboten war, sprach sie zu ihm: Willst du vielleicht ein Glas Wein trinken? Halte er getrunken, so geriet er in Erregung", "und sprach zu ihr: Gib dich mir hin. Da zog sie ihre Gottheit aus dem Busen und sprach zu ihm: Verehre diese. Er erwiderte ihr: Ich bin ja Jude. – Was schadet dies; ich verlange ja nur, daß du dich vor dieser entleerest; außerdem entlasse ich dich nicht eher, als bis du die Lehre deines Meisters Moše verleugnet hast. Es heißt nämlich:747Hos. 9,10.als sie nach Baa͑l Peo͑r kamen, weihten sie sich der Schande und wurden abscheulich wegen ihrer Liebe.", "748Num. 25,1.Als nun Jisraél in Šittim saß. R. Elie͑zer erklärte, [der Ort] hieß Šittim; R. Jehošua͑ erklärte, sie befaßten sich mit Torheiten [šṭuth].", "749Ib, V. 2.Diese luden das Volk zu den Opfermahlen ihrer Götter. R. Elie͑zer erklärte, sie kamen zu ihnen nackt750Das W. ותקראנה wird als Passivimi v. קרה treffen, auf jemand stoßen, begegnen, (sie luden sie durch ihren eigenen Körper), bezw. als Derivatum von קרי, Pollution, aufgefaßt.heran; R. Jehošua͑ erklärte, sie bekamen alle Pollution750Das W. ותקראנה wird als Passivimi v. קרה treffen, auf jemand stoßen, begegnen, (sie luden sie durch ihren eigenen Körper), bezw. als Derivatum von קרי, Pollution, aufgefaßt.. –", "Was heißt Rephidim? – R. Elie͑zer erklärte, [der Ort] hieß Rephidim; R. Jehošua͑ erklärte, sie wurden schlaff [rapha] in der Tora, denn es heißt:751Jer. 47,3.es sahen sich die Väter nicht nach den Kindern um, wegen der Schlaffheit ihrer Hände.", "R. Joḥanan sagte: Überall, wo [das Wort] sitzen vorkommt, gab es ein Unglück. Es heißt: als Jisraél in Šittim saß, – da hob das Volk an, mit den Moabiterinnen zu buhlen.752Gen. 37,1,2.Als Ja͑qob im Lande saß, wo sein Vater als Fremdling geweilt hatte, im Lande Kenaa͑n, – Joseph brachte üble Nachrede von ihnen ihrem Vater. (Es heißt:)753Ib. 47,27,29.Jisraél saß im Lande &c. Gošen, – da ging es mit Jisraél zum Sterben.754iReg. 5,5.Jehuda und Jisraél saßen sicher, ein jeglicher unter seinem Weinstocke und unter seinem Feigenbaume, – da ließ der Herr Šelomo einen Widersacher erstehen in dem Edomiler Hadad, vom königlichen Geschlechte in Edom.", "755Num. 31,8.Auch die Könige von Midjan töteten sie zu den übrigen von ihnen Erschlagenen hinzu &c. auch Bilea͑m, den Sohn Beo͑rs, töteten sie durch das Schwert. Was suchte da Bilea͑m? R. Joḥanan erwiderte: Er ging seinen Lohn für die vierundzwanzig Tausend756Jisraéliten, die durch seinen Rat umkamen.in Empfang nehmen. Mar Zuṭra, Sohn des Ṭobija, sagte im Namen Rabhs: Das ist es, was die Leute sagen: Der Esel wollte Hörner haben, da schnitt man ihm die Ohren ab.", "757Jos. 13,22.Auch den Zauberer Bilea͑m, den Sohn Beo͑rs; wieso Zauberer, er war ja Prophet!? R. Joḥanan erwiderte: Anfangs war er Prophet, nachher wurde er Zauberer. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: Sie stammt von Fürsten und Herrschern, hurt aber mit einem Tischler." ], [ "757Jos. 13,22.Töteten die Jisraéliten zu den übrigen von ihnen Erschlagenen hinzu durch das Schwert. Rabh sagte: Sie vollzogen an ihm die vier [gerichtlichen] Todesarten: Steinigung, Verbrennung, Enthauptung und Erdrosselung.", "Ein Minäer fragte R. Ḥanina: Hast du vielleicht gehört, wie alt Bilea͑m geworden ist? Dieser erwiderte: Dies befindet sich nicht ausdrücklich in der Schrift; da es aber heißt:758Ps. 55,24.die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht auf die Hälfte bringen, so wird er wohl dreiunddreißig oder vierunddreißig Jahre [alt geworden sein]. Jener sprach: Du hast recht; ich habe das Kollektaneum Bilea͑ms gesehen, und in diesem stand geschrieben: Dreiunddreißig Jahre war der lahme Bilea͑m alt, als ihn der Mörder759Viell, vom syr. לוסטא, der Erlauchte.Pinḥas tötete.", "Mar, Sohn des Rabana, sprach zu seinem Sohne: Über alle anderen760Personen, von denen es in unserer Mišna heißt, daß sie keinen Anteil an der zukünftigen Welt haben.trage nicht allzuviel vor, außer über den ruchlosen Bilea͑m; was du nur über ihn findest, kannst du vortragen.", "Er heißt Doég und er heißt Dojeg!? R. Joḥanan erklärte: Anfangs saß der Heilige, gepriesen sei er, und war besorgt [doég], dieser könnte ausarten; nachdem er ausgeartet war, sprach er:", "Wehe761Im Namen דוייג befindet sich das W. ויי, Wehe., dieser ist ausgeartet.", "R. Jiçḥaq sagte: Es heißt:762Ps. 52,3.was rühmst du dich der Bosheit, du Held, die Gnade Gottes währt allezeit. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Doég: Du bist ja kein Held in der Tora, was rühmst du dich nun der Bosheit; die Gnade Gottes waltet nicht allezeit über dich.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:763Ib. 50,16.zum Gottlosen aber spricht Gott: Was hast du meine Satzungen zu erzählen? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zum ruchlosen Doég: Was hast du meine Satzungen zu erzählen; wie legst du den Abschnitt vom Morde und den Abschnitt von der Verleumdung aus, wenn du an diese herankommst!?763Ib. 50,16.Und nimmst mein Bündnis in deinen Mund. Rabbi erklärte: Die Tora Doégs befand sich nur auf seinen Lippen nach außen764Er sprach nur von dieser, ohne sie zu beherzigen..", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:765Ps. 52,8.die Frommen aber werden es sehen und sich fürchten und werden über ihn lachen; zuerst werden sie sich fürchten766Er könnte andere zu bösen Handlungen verleiten., nachher aber werden sie lachen.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:767Ij. 20,15.Vermögen hat er verschlungen und muß es wieder ausspeien, aus seinem Bauche treibt es Gott. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, mag Doég doch sterben! Er erwiderte ihm: Er hat Vermögen768Die Gesetzeskunde.verschlungen; vorher muß er es wieder ausgespien haben. Darauf sprach er: Mag Gott es aus seinem Bauche treiben.", "Er sprach: Mag doch Doég in die zukünftige Welt kommen. Da sprach er vor ihm:769Ps. 52,7.So soll dich Gott auch für immer zertrümmern, dich wegraffen und aus dem Zelte reißen und dich entwurzeln aus dem Lande des Lebens. Sela. [Der Heilige, gepriesen sei er, sprach:] Man trage im Lehrhause eine Lehre in seinem Namen vor. – Wegraffen und aus seinem Zelte reißen. – Er mag Kinder ‘haben, die Schriftgelehrte sind. – Entwurzeln aus dem Lande des Lebens.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:770Jes. 33,18.Wo ist der Zählende, wo ist der Wägende, wo ist, der die Türme abzählte? Wo ist der Zählende, der die Buchstaben der Tora [zählte]; wo ist der Wägende, der alle [Schlüsse vom] Leichteren auf das Schwerere wog; wo ist, der die Türme abzählte, der über einen in der Luft schwebenden Turm771Aus den verschiedenartigen von Raschi mitgeteilten Erklärungen ist diejenige hervorzuheben, nach der hier die Ah. IV,1ff. genannten komplizierten Lehren über das Reinheitsgesetz bei einem in der Luft schwebenden turmartigen Bauwerke gemeint sind.dreihundert abgeschlossene Lehren aufzählte.", "Rabbi sagte: Vierhundert Fragen stellten Doég und Aḥitophel inbetreff eines in der Luft schwebenden Turms. Raba sprach: Ist etwa das Stellen von Fragen etwas Großes!? In den Jahren R. Jehudas beschränkte sich das ganze Studium auf [die Sektion von den] Schäden, während es bei uns bedeutend weiter fortgeschritten ist;", "wenn nämlich R. Jehuda an [den Passus] ‘Wenn eine Frau Kräuter in einen Topfe eingelegt hat’, wie manche sagen [zum Passus] ‘Oliven, die man mit ihren Blättern eingelegt hat’, herankam, so rief er aus: Die Disputationen von Rabh und Šemuél772Vgl. Bd. 1 S. 86 Anm. 65.sehe ich hier! Wir aber lernen [den Traktat] Uqçin in dreizehn Vorlesungen.", "Und dennoch, sobald R. Jehuda nur einen Schuh773Wenn er wegen Regenmangels einen Fasttag, an dem das Tragen von Schuhen verboten ist, einsetzen wollte.abzog, kam sofort Regen, wir aber schreien, und niemand ist da, der uns beachtet. Der Heilige, gepriesen sei er, will vielmehr das Herz, wie es heißt: 774iSam. 16,7.der Herr sieht auf das Herz.", "R. Mešaršeja sagte: Doég und Aḥitophel konnten eine Lehre nicht erklären. Mar Zuṭra wandte ein: Von diesen heißt es: wo ist der Zählende, wo ist der Wägende, wo ist, der die Türme abzählte, und du sagst, sie konnten eine Lehre nicht erklären!? – Vielmehr, es gelang ihnen nicht, eine Lehre nach der richtigen Entscheidung zu eruieren.", "R. Ami sagte: Doég starb, nachdem er seine Gesetzeskunde vergessen hatte, denn es heißt:775Pr. 5,23.er stirbt ohne Zucht und ob seiner großen Narrheit taumelt er hin. R. Aši sagte: Er war aussätzig geworden, denn es heißt:776Ps. 73,27.du vernichtest jeden, der dir treulos wird,", "und dort777Lev. 25,23.heißt es: unwiderruflich, was erklärt wird: absolut778In beiden Versen wird ein Wort derselben Wurzel gebraucht, ferner wird das betreffende Wort im 2. Verse durch ein Wort erklärt, das bei der Lehre vom Aussatze gebraucht wird; hieraus also, daß die Person, auf die jener Vers bezogen wird (Doég), aussätzig geworden war., und wir haben gelernt, zwischen einem abgeschlossenen779Während er sich noch in Untersuchung befindet; cf. Lev. Kap. 13.und einem absoluten [Aussätzigen] gebe es keinen anderen Unterschied, als den des ungepflegten Haares und der zerrissenen Gewänder780Cf. Lev. Kap. 13..", "", "R. Joḥanan sagte: Drei Engel des Verderbens begegneten Doég; einer ließ ihn seine Gesetzeskunde vergessen, einer verbrannte seine Seele, und einer streute die Asche in den Bet- und Lehrhäusern aus.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Doég und Aḥitophel sahen einander nicht; Doég [lebte] zur Zeit Šaúls und Aḥitophel zur Zeit Davids.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Doég und Aḥitophel erreichten nicht die Hälfte ihrer Lebensjahre. Desgleichen wird auch gelehrt: Leute von Blutgier und Falschheit werden ihr Leben nicht auf die Hälfte bringen. Die ganze Lebensdauer Doégs betrug nur vierunddreißig und die des Aḥitophel dreiunddreißig Jahre.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Anfangs nannte David den Aḥitophel Meister, später nannte er ihn Kollege und zuletzt nannte er ihn Schüler. Anfangs nannte er ihn Meister:781Ps. 55,14.du, ein Mensch meinesgleichen, mein Meisler und mein Freund. Später nannte er ihn Kollege:782Ib. V. 15.die wir süße Gemeinschaft mit einander pflogen, tiefbewegt gingen wir in das Gotteshaus. Zuletzt nannte er ihn Schüler:783Ib. 41,10.auch der, mit dem ich in Friedenlebte, auf den ich vertraute,\n" ], [ "der mein Brot aß, hat die Ferse wider mich erhoben.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Nie bringe sich ein Mensch in die Versuchung, denn David, der König Jisraéls, brachte sich in die Versuchung und strauchelte. Er sprach nämlich vor ihm: Herr der Welt, weshalb sagt man: Der Gott Abrahams, der Gott Jiçḥaqs und der Gott Ja͑qobs, und nicht: der Gott Davids!? Er erwiderte: Jene wurden von mir erprobt, du aber nicht. Da sprach er:784Ib. 26,2.Prüfe mich und stelle mich auf die Probe &c.", "Er erwiderte: Ich will auch dich auf die Probe stellen, und zwar will ich mit dir noch ein Weiteres tun, denn jenen teilte ich es vorher nicht mit, dir aber teile ich vorher mit, daß ich dich durch eine Inzestsache auf die Probe stellen werde. Darauf:785iiSam. 11,2.und es war gegen Abend, da erhob sich David von seinem Lager &c.", "R. Jehuda sagte: Er verwandelte sein nächtliches Lager786Dh. er vollzog den Beischlaf am Tage, um während des Tages nicht auf sündhafte Gedanken zu kommen.in ein tägliches; er vergaß aber die Lehre, daß der Mensch ein kleines Glied besitze, das, wenn man es sättigt, hungrig ist, und wenn man es hungern läßt, satt ist.", "785iiSam. 11,2.Er ging auf dem Dache des königlichen Palastes umher und sah vom Dache aus ein Weib sich waschen, und das Weib war von sehr schönem Aussehen. Bath Šeba͑ wusch sich den Kopf unter einem Weidenkorbe; da erschien ihm der Satan in Gestalt eines Vogels, und als er nach ihm einen Pfeil schoß, warf dieser den Weidenkorb um.", "Hierauf:787iiSam. 11,3,4.David schickte hin und erkundigte sich nach dem Weibe. Man sagte ihm: Das ist die Bath Šeba͑, die Tochter Elia͑ms, das Weib des Ḥethiters Urija. Nun schickte David Boten hin und ließ sie holen. Sie kam zu ihm und er wohnte ihr bei, sie hatte sich von ihrer Unreinheit rein gemacht. Alsdann kehrte sie nach Hause zurück. Hierauf deutet der Schriftvers:788Ps. 17,3.du hast mein Herz geprüft, nachts nachgesehen und mich genau erforscht, aber nichts789Dh. nicht gefunden, daß er die Prüfung bestehen konnte.gefunden. Meine Gedanken überschreiten nicht meinen Mund; er sprach nämlich: Hätte doch ein Maulschloß den Mund meines Feindes geschlossen, so würde er dies nicht gewünscht haben.", "Raba trug vor: Es heißt:790Ps. 11,1.Dem Sangmeister; von David. Bei dem Herrn suche ich Zuflucht; wie könnt ihr zu mir sagen: Flieht auf eure Berge wie Vögel! David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, vergib mir diese Sünde, damit man nicht sage: euer Berg wurde von einem Vogel791Durch das oben genannte Ereignis mit dem Vogel.fortgeblasen.", "Raba trug [ferner] vor: Es heißt:792Ps. 51,6.an dir allein habe ich gesündigt und habe getan, was dir mißfällig ist, damit du recht behaltest mit deinem Spruche, rein dastehst mit deinem Urteil. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Offenbar und bewußt ist es dir, daß ich, wenn ich nur wollte, meinen Trieb beherrschen könnte, nur wollte ich nicht, daß man sage, der Diener habe seinen Herrn besiegt.", "Raba trug vor: Es heißt:793Ib. 38,18.denn ich bin des Sturzes794Das hebr. צלע bedeutet auch Rippe, aus welcher das Weib erschaffen wurde; cf. Gen. 2,21.gewärtig, und mein Schmerz ist stets vor mir. Bath Šeba͑, die Tochter Elia͑ms, war für David seit den sechs Schöpfungstagen bestimmt, nur gelangte sie zu ihm mit Schmerzen. Ebenso wurde auch in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Bath Šeba͑, die Tochter Elia͑ms, war für David [von jeher] bestimmt, nur genoß er sie als unreife Frucht.", "Raba trug vor: Es heißt:795Ps. 35,15.aber bei meinem Sturze freuen sie sich und rotten sich wider mich zusammen; es versammeln sich wider mich Wichte, die ich nicht kenne; sie zerrissen [mich] ohne Aufhören. David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, offenbar und bewußt ist es dir, daß, wenn man mein Fleisch zerrissen hätte, kein Blut geflossen sein würde.", "Und noch mehr: wenn sie sich mit den [Lehren von] den vier gerichtlichen Todesarten befaßten, unterbrachen sie ihr Studium und sprachen: Wodurch wird der hingerichtet, der eine verheiratete Frau beschlafen hat? Ich erwiderte ihnen: Wer eine verheiratete Frau beschlafen hat, wird durch Erdrosselung hingerichtet, jedoch hat er einen Anteil an der zukünftigen Welt; wer aber seinen Nächsten öffentlich beschämt, hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt.", "Rabb sagte: Selbst während seiner Krankheit vollzog David die achtzehn796D. hatte 18 Frauen.pflichtmäßigen Begattungen, denn es heißt:797Ps. 6,7.ich bin matt von Seufzen; jede Nacht schwemme ich mein Bett; netze mit meinen Tränen mein Lager. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: David wollte auch Götzendienst treiben, denn es heißt:798iiSam. 15,32.als nun David auf dem Gipfel [roš] angelangt war, wo er Gott zu verehren pflegte, und unter roš ist der Götzendienst zu verstehen, denn es heißt:799Dan. 2,32.Das Haupt [roš] dieses Bildes war aus gediegenem Golde.", "798iiSam. 15,32.Da trat ihm der Arkiter Ḥušaj entgegen, mit zerrissenem Rocke und Erde auf dem Haupte. Er sprach nämlich zu ihm: David, man würde sagen: ein König deinesgleichen treibt Götzendienst! Dieser erwiderte: [Anderenfalls] würde man aber sagen: einen König meinesgleichen hat sein Sohn getötet! Lieber800Er wollte absichtlich eine Sünde begehen, damit die über ihn hereingebrochene Strafe gerechtfertigt sei.will ich Götzendienst treiben, als daß der göttliche Name öffentlich entweiht würde.", "Jener entgegnete: Weshalb hast du eine [kriegsgefangene] Schöne801Cf. Dt 21,11 ff. Eine solche war die Mutter Abšaloms; cf. iiSam. 3,3.geheiratet!? Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige hat die [kriegsgefangene] Schöne erlaubt. Jener entgegnete: Du hast das Nebeneinanderstehen nicht ausgelegt. Unmittelbar darauf heißt es:802Dt. 21,18.wenn jemand einen mißratenen und widerspenstigen Sohn hat; wer eine [kriegsgefangene] Schöne nimmt, bekommt einen mißratenen und widerspenstigen Sohn.", "R. Dostaj aus Biri trug vor: David gleicht einem samaritanischen Kaufmann803Dh. er handelte mit Gott.. David sprach nämlich vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt,804Ps. 19,13,14.wer ist sich der Verirrungen bewußt!? – Sie sollen dir verziehen sein. – 804Ps. 19,13,14.Von den Verborgenen sprich mich frei! – Sie sollen dir verziehen sein. – 804Ps. 19,13,14.Bewahre deinen Diener vor den Übermütigen, daß nämlich die Gelehrten über mich nichts sprechen mögen. – Sie sollen dir verziehen sein. –", "804Ps. 19,13,14.Laß sie nicht über mich herrschen; dann werde ich unsträflich sein und rein dastehen von großer Verschuldung, daß nämlich mein Vergehen nicht niedergeschrieben werde. Er erwiderte ihm: Wenn das Jod, das ich von Saraj genommen805Sara hieß ursprünglich Saraj; cf. Gen. 17,15.habe, viele Jahre dastand und schrie, bis Jehošua͑ kam, und ich es ihm zugefügt habe, wie es heißt:806Num. 13,16.und Moše nannte Ḥošea͑, den Sohn Nuns, Jehošua͑, um wieviel mehr würde dies dieser ganze Abschnitt tun.", "Und rein dastehen von großer Verschuldung. Er sprach vor ihm: Herr der Welt, vergib mir diese Sünde! Er erwiderte: Dein Sohn Šelomo wird dereinst in seiner Weisheit sprechen:807Pr. 6,27,28,29.Kann wohl jemand Feuer in seinem Busen scharren, ohne daß seine Kleider brennen; oder kann jemand auf glühenden Kohlen gehen, ohne daß seine Füße wund gebrannt würden. So, wer zur Frau seines Nächsten kommt; keiner, der sie berührt, bleibt ungestraft. Da rief er: So weit sollte meine Verfolgung reichen!? Er erwiderte ihm: Nimm Züchtigungen auf dich.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Sechs Monate war David aussätzig, infolgedessen die Göttlichkeit ihn verlassen und das Synedrium sich von ihm zurückgezogen hatte. Er war aussätzig, denn es heißt:808Ps. 51,9entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich weißer werde als Schnee. Die Göttlichkeit hatte ihn verlassen, denn es heißt:809Ib. V. 14.gib mir die Freude deiner Hilfe zurück und stütze mich mit einem Geiste der Willigkeit. Das Synedrium hatte sich von ihm zurückgezogen, denn es heißt:810Ib. 119,79.mir mögen sich zuwenden, die dich fürchten &c.– Woher, daß es sechs Monate waren? – Es heißt:811iReg.2,11.die Zeit aber, die David über Jisraél geherrscht hat, betrug vierzig Jahre;\n" ], [ "zu Ḥebron, regierte er sieben Jahre, zu Jerušalem aber dreiunddreißig Jahre; und [anderweitig] heißt es: In Ḥebron regierte er über Jehuda sieben Jahre und sechs Monate &c.812Diese 6 Monate werden in der einen Stelle mitgerechnet und in der anderen nicht..", "Er sprach vor ihm: Herr der Welt, vergib mir diese Sünde! – Sie soll dir vergeben sein. –813Ps. 86,17.Erweise mir ein Zeichen zum Guten, daß meine Feinde es sehen und beschämt werden; daß du, o Herr, mir beigestanden und mich getröstet hast! Er erwiderte ihm: Bei deinen Lebzeiten will ich dies nicht kund tun, aber bei Lebzeiten deines Sohnes Šelomo will ich dies kund tun.", "Als nämlich Šelomo den Tempel erbaut hatte und die Lade in das Allerheiligste bringen wollte, schlossen sich die Torflügel an einander. Da sprach er vierundzwanzig Lobgesänge, wurde aber nicht erhört. Alsdann sprach er:814Ps. 24,7,8,9.Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, erhebt euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe! Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, gewaltig und ein Held; der Herr ein Kriegsheld. Ferner: Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, erhebt euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe &c. Er wurde aber nicht erhört.", "Als er aber sprach:815iiChr. 6,42.Herr, Gott, weise deinen Gesalbten nicht ab, gedenke doch der Gnade gegenüber deinem Knechte David, da wurde er sofort erhört. In jener Stunde wurden die Gesichter der Feinde Davids wie die Topfränder, und ganz Jisraél erkannte, daß der Heilige, gepriesen sei er, ihm jene Sünde vergeben hat.", "Bezüglich Geḥzi heißt es, daß Eliša nach Dammešeq ging, und R. Joḥanan erklärte, er ging da hin, um Geḥzi zur Buße zu bewegen, er aber ließ sich dazu nicht bewegen. Jener sprach zu ihm: Tu Buße! Dieser erwiderte: Es ist mir von dir überliefert, daß, wenn jemand sündigt und das Publikum zur Sünde verleitet, man ihm nicht gelingen lasse, Buße zu tun. –", "Was hatte er getan? – Manche sagen, er brachte am Götzen Jerobea͑ms einen magnetischen Stein an und ließ ihn dadurch zwischen Himmel und Erde schweben; manche sagen, er gravierte in seinem Munde den Gottesnamen, und sprach: Ich [bin Gott], du sollst nicht haben &c.;", "und manche sagen, er stieß die Gelehrten von sich. Es heißt nämlich:816iiReg. 6,1.da sprachen die Prophetenjünger zu Eliša͑: Siehe, der Raum, wo wir vor dir sitzen, ist für uns zu eng; wahrscheinlich war er bis dahin nicht zu eng.", "Die Rabbanan lehrten: Stets stoße man mit der Linken fort und ziehe man mit der Rechten heran. Nicht wie Eliša͑, der Geḥzi mit beiden Händen fortstieß, und wie R. Jehošua͑ b. Peraḥja, der Jesus [den Nazarener] mit beiden Händen fortstieß.", "Geḥzi, denn es heißt:817iiReg. 5,23,25,26.Naa͑man sprach: Beliebe doch zwei Talente zu nehmen. Und er drang in ihn und band zwei Talente Silber &c. Eliša͑ aber fragte ihn: Woher, Geḥzi? Er antwortete: Dein Knecht war nirgends hingegangen. Er aber sprach zu ihm: Wandelte nicht mein Herz, als sich jemand auf seinem Wagen nach dir umdrehte? War es an der Zeit, Silber zu nehmen oder Kleider zu nehmen oder Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Sklaven und Sklavinnen!? – Hatte er denn dies alles genommen, er hatte ja nur Silber und Kleider genommen!?", "R. Jiçḥaq erwiderte: Eliša͑ saß dann und trug vor über die [Lehre von den] acht Kriechtieren818Die Lev. Kap. 11 als unreine Tiere aufgezählt werden (cf. Sab. Fol. 107a). Er nennt deshalb diesen Abschnitt, weil im angezogenen Verse 8 Gegenstände aufgezählt werden.. Naa͑man, der Feldherr des Königs von Aram, war aussätzig, und ein aus dem Jisraéllande gefangenes Mädchen sprach zu ihm: Wenn du dich an Eliša͑ wendest, so heilt er dich. Da wandte er sich an diesen, und dieser sprach zu ihm: Geh, tauche im Jarden unter. Jener sprach: Du verspottest mich wohl. Die Leute seines Gefolges aber sprachen zu ihm: Was verlierst du dabei; geh, versuche es doch. Alsdann ging er hin, tauchte im Jarden unter und genas. Hierauf brachte er ihm alle jene genannten Dinge, er aber wollte sie nicht annehmen. Da trennte sich Geḥzi von Eliša͑, und ging und nahm, was er nahm, und verwahrte es.", "Als er zurückkam, sah Eliša͑, das der Aussatz auf seinem Haupte ausgebrochen war; da sprach er zu ihm: Ruchloser, ist etwa die Zeit herangereicht, die Belohnung für [den Vortrag über] die acht Kriechtiere zu empfangen!?819iiReg. 5,27.Der Aussatz Naa͑mans soll dir und deinen Nachkommen immerdar anhangen. Da ging er von ihm hinaus, schneeweiß von Aussatz.820Ib. 7,3.Vier Männer befanden sich als Aussätzige am Eingange des Tores. R. Joḥanan sagte: Geḥzi und seine drei Söhne.", "Welches Bewenden hat es mit R. Jehošua͑ b. Peraḥja? – Als der König Jannaj die Gelehrten tötete, flohen R. Jehošua͑ b. Peraḥja und Jesus nach Alexandrien in Ägypten. Nachdem Friede eingetreten war, sandte Šimo͑n b. Šataḥ821Er war ein Schwager des Königs.an ihn: Von mir, Jerušalem, der heiligen Stadt, an dich, Alexandrien in Ägypten, Meine Schwester, mein Mann weilt in deiner Mitte, und ich sitze verlassen da.", "Da machte er sich auf und kehrte heim. Als man ihm in einem Gasthause sehr viel Ehrung erwies, sprach er: Wie brav822Eigentl. schön.ist diese Gastwirtin! Jener entgegnete: Ihre Augen sind matt. Da sprach er zu ihm: Bösewicht, damit befassest du dich! Alsdann brachte er vierhundert Posaunenstöße hervor und tat ihn in den Bann.", "Hierauf kam er wiederholt zu ihm und bat ihn, ihn wieder aufzunehmen; er aber beachtete ihn nicht. Eines Tages kam er zu ihm, als er gerade beim Šema͑lesen war; er wollte ihn nunmehr aufnehmen und winkte ihm mit der Hand, jener aber glaubte, er weise ihn wieder ab. Da ging er fort, stellte einen Ziegelstein hin und betete ihn an. Hierauf sprach er zu ihm: Tu Buße! Jener erwiderte: Es ist mir von dir überliefert, daß, wenn jemand sündigt und das Publikum zur Sünde verleitet, man ihm nicht gelingen lasse, Buße zu tun. Der Meister sagte nämlich, Jesus trieb Zauberei, verführte Jisraél und machte es abtrünnig.", "Es wird gelehrt: R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Auch den [Geschlechts]-trieb, ein Kind und ein Weib stoße man fort mit der Linken und ziehe man heran mit der Rechten.", "Die Rabbanan lehrten: An drei Krankheiten erkrankte Eliša͑; an einer, weil er Bären auf Kinder hetzte; an einer, weil er Geḥzi mit beiden Händen fortstieß, und an einer, an der er starb.", "Bis Abraham gab es kein Altern; wer Abraham sah, glaubte, es sei Jiçḥaq, und wer Jiçḥaq sah, glaubte, es sei Abraham. Da flehte Abraham um Erbarmen, daß es ein Altern gebe, denn es heißt:823Gen. 24,1.Abraham war alt geworden und wohlbetagt. Bis Ja͑qob gab es824Vor dem Tode; man wurde plötzlich vom Tode überrascht.keine Schwäche; da flehte er um Erbarmen, daß es eine Schwäche gebe, denn es heißt:825Gen. 48,1.da berichtete man Joseph: dein Vater liegt krank. Bis Eliša͑ gab es keinen, der krank war und genas, da kam Eliša͑, flehte um Erbarmen und genas, denn es heißt: als Eliša͑ in die Krankheit verfallen war, an der er sterben sollte826Eine Parallelstelle (Bm. Fol. 87a) hat einen Zusatz: demnach verfiel er auch in Krankheiten, an denen er nicht starb..", "iii,1 DIE ZEITGENOSSEN DER SINTFLUT HABEN WEDER EINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, NOCH WERDEN SIE ZUM [JÜNGSTEN] GERICHTE AUFERSTEHEN, DENN ES HEISST:827Gen. 6,3.es soll nicht ewig mein Geist über den Menschen Gericht halten, WEDER GERICHT NOCH GEIST. DIE ZEITGENOSSEN DER SPALTUNG HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT; DENN ES HEISST:828Ib. 11,8.da zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, (da zerstreute sie der Herr,) AUF DIESER WELT;829Ib. V. 9.und von dort zerstreute sie der Herr, FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT. DIE LEUTE VON SEDOM HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST:830Ib. 13,13.und die Leute von Sedom waren sehr böse und sündhaft gegen den Herrn; BÖSE, AUF DIESER WELT; SÜNDHAFT, FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT; SIE WERDEN ABER ZUM [JÜNGSTEN] GERICHTE AUFERSTEHEN.", "R. NEḤEMJA SAGT, WEDER DIESE NOCH JENE WERDEN ZUM [JÜNGSTEN] GERICHTE AUFERSTEHEN, DENN ES HEISST:831Ps. 1,5.darum werden die Frevler im Gerichte nicht stehen,\n" ], [ "noch die Sünder in der Gemeinde der Frommen. Darum werden die Frevler im Gericht nicht stehen, DAS SIND DIE ZEITGENOSSEN DER SINTFLUT; noch die Sünder in der Gemeinde der Frommen, DAS SIND DIE LEUTE VON SEDOM. MAN ENTGEGNETE IHM: SIE WERDEN NICHT STEHEN IN DER GEMEINDE DER FROMMEN, WOHL ABER WERDEN SIE IN DER GEMEINDE DER FREVLER STEHEN.", "DIE KUNDSCHAFTER HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST:832Num. 14,37.die Männer, die das üble Gerücht über das Land ausgebracht hatten, starben durch eine Plage vor dem Herrn; STARBEN, AUF DIESER WELT; DURCH EINE PLAGE, FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT.", "DIE ZEITGENOSSEN DER WÜSTEN [WANDERUNG] HABEN WEDER EINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, NOCH WERDEN SIE ZUM [JÜNGSTEN] GERICHTE AUFERSTEHEN, DENN ES HEISST:833Ib. V. 35.in dieser Wüste sollen sie aufgerieben werden und da sollen sie sterben – so R. A͑QIBA. R. ELIE͑ZER SAGT, ÜBER SIE HEISSE ES:834Ps. 50,5.versammelt mir meine Frommen, die den Bund mit mir beim Opfer schlossen.", "DIE ROTTE QORAḤS WIRD NICHT WIEDER HERAUFKOMMEN, DENN ES HEISST835Num. 16,33.und die Erde bedeckte sie, AUF DIESER WELT; und sie verschwanden mitten aus der Gemeinde, FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT – SO R. A͑QIBA. R. ELIE͑ZER SAGT, ÜBER SIE HEISSE ES:836iSam. 2,6.der Herr tötet und macht lebendig, er stürzt in die Unterwelt und führt herauf,", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die Zeitgenossen der Sintflut haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heißt: er vertilgte alles Bestehende, was auf dem Erdboden war, (er vertilgte alles Bestehende,) auf dieser Welt; und sie wurden vertilgt von der Erde, für die zukünftige Welt – so R. A͑qiba. R. Jehuda b. Bethera sagt, sie werden weder lebendig werden, noch gerichtet werden, denn es heißt: mein Geist soll ewig kein Gericht über den Menschen halten; weder Gericht noch Geist. Eine andere Erklärung: Mein Geist soll kein Gericht halten, ihr Geist soll nie mehr in sein Futteral837In den Körper; wird von Futteral, Scheide, abgeleitet.kommen.", "R. Menaḥem b. Joseph sagte: Selbst zur Zeit, wenn der Heilige, gepriesen sei er, die Seelen in die toten Körper zurückbringen wird, wird ihre Seele im Fegefeuer leiden, denn es heißt:838Jes. 33,11.ihr geht schwanger mit dürren Halmen, ihr gebärt Stroh, euer Geist ist ein Feuer, das euch verzehrt.", "Die Rabbanan lehrten: Die Zeitgenossen der Sintflut waren nur wegen der Güte, mit der der Heilige, gepriesen sei er, sie überhäuft hatte, übermütig geworden; von ihnen heißt es:839Ij. 21,9ff.ihre Häuser sind wohlbehalten, sonder Schrecknis, die Zuchtrute Gottes trifft sie nicht. Ferner: sein Stier bespringt und verwirft nicht, seine Kuh kalbt und tut keine Fehlgeburt. Ferner: wie eine Herde lassen sie ihre Buben hinaus, und ihre Kinder hüpfen einher. Ferner: sie singen laut bei Pauke und Zither und freuen sich am Klange der Schalmei. Ferner: sie verbringen ihre Tage in Glück (und ihre Jahre in Wonne)840Die eingeklammerten Worte sind irrtümlich aus Ij. 36,11 (dort jed. ) mit herübergenommen worden.. Ferner: in kaum einem Augenblicke steigen sie hinab in die Unterwelt.", "Dies veranlaßte, daß sie zu Gott sprachen: Weiche von uns, deine Wege zu kennen begehren wir nicht. Was ist mit dem Allmächtigen, daß wir ihm dienen sollten, und was könnte er uns nützen, ihn bittend anzugehen. Sie sprachen nämlich: Wir brauchten ihn höchstens wegen des Regentropfens, aber wir haben Flüsse und Quellen, die unseren Bedarf decken. Da sprach der Heilige, gepriesen sei er: Sie reizen mich mit dem Guten, mit dem ich sie überhäuft habe, und damit will ich sie auch strafen, denn es heißt: 841Gen. 6,17.siehe, ich werde eine Wasserflut über die Erde bringen.", "R. Jose sagte: Die Zeitgenossen der Sintflut waren übermütig geworden durch den Augapfel842Sie frönten der Unzucht, zu der sie durch ihre Augen verleitet worden waren., der dem Wasser gleicht, daher bestrafte er sie mit dem Wasser, das dem Augapfel gleicht, wie es heißt:843Gen. 7,11.brachen alle Quellen der großen Meerestiefe hervor und die Schleusen des Himmels taten sich auf.", "R. Joḥanan sagte: Die Zeitgenossen der Sintflut arteten aus mit ‘groß’ und wurden mit ‘groß’ bestraft. Sie arteten aus mit ‘groß’, denn es heißt:844Ib. 6,5.und der Herr sah, daß die Bosheit des Menschen groß ward; sie wurden mit ‘groß’ bestraft, denn es heißt: alle Quellen der großen Meerestiefe. R. Joḥanan sagte: Drei von diesen sind zurückgeblieben; die Schlucht von Gader, die Thermen von Tiberjas und die große Quelle von Biram.", "845Ib. V. 12.Denn alles Fleisch hatte seinen Wandel auf Erden verderbt. R. Joḥanan sagte: Dies lehrt, daß sie Vieh mit Wild und Wild mit Vieh kreuzten, auch alles mit dem Menschen und den Menschen mit allem. R. Abba b. Kahana sagte: Alle [Tiere] sind später davon abgekommen, ausgenommen der Tušalmi846Eine Vogelart, die mit allen anderen Arten geschlechtlichen Verkehr pflegen soll; cf. Ḥol. Fol. 62b..", "847Gen. 6,13.Da sprach Gott zu Noaḥ: Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen. R. Joḥanan sagte: Komm und sieh, wie weit die Kraft des Raubes reicht; die Zeitgenossen der Sintflut haben ja alles übertreten, dennoch wurde ihr Urteil erst dann besiegelt, als sie ihre Hand nach fremdem Gute ausgestreckt hatten, denn es heißt:847Gen. 6,13.denn die Erde ist voll von Raub durch sie; ich will sie verderben von der Erde. Es heißt:848Ez. 7,11.die Gewalttat erhebt sich als Zuchtrute des Unrechtes; nicht von ihnen, nicht von ihrem Getümmel und nicht von ihrer Fülle; und keine Erleichterung849Die Lesart נח (statt נה des masor. Textes) findet sich auch in manchen Texten bei Kennicott u. de Rossi.bei ihnen.", "R. Elea͑zar sagte: Dies lehrt, daß [die Gewalttat] sich wie ein Stab aufgerichtet, vor den Heiligen, gepriesen sei er, getreten ist und vor ihm gesprochen hat: Herr der Welt, nicht von ihnen, nicht von ihrem Getümmel und nicht von ihrer Fülle; und keine Erleichterung bei ihnen.", "Und auch über Noaḥ war das Urteil besiegelt worden, denn es heißt: und keine Erleichterung [noaḥ] bei ihnen. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Auch über Noaḥ war das Urteil verhängt worden, nur fand er Gnade in den Augen Gottes; denn es heißt:850Gen. 6,7,8.es reut mich, daß ich sie geschaffen habe; Noaḥ aber fand Gnade in den Augen des Herrn.", "851Ib. V. 6.Da bereute der Herr, daß er die Menschen geschaffen hatte auf Erden. Als R. Dimi kam, sagte er: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich habe gut getan, daß ich ihnen Gräber auf der Erde bereitet habe. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Hier heißt es: bereute, und dort852Ib. 50,21.heißt es: er tröstete853In beiden Versen wird die Wurzel נחם gebraucht, die je nach der Form die Bedeutung trösten, als auch bereuen hat.sie und sprach ihnen zu Herzen.", "Manche lesen: Ich habe nicht gut getan, daß ich ihnen Gräber auf der Erde bereitet habe. Hier heißt es nämlich: und der Herr bereute, und dort854Ex. 32,14.heißt es: und der Herr ließ sich das Unheil gereuen853In beiden Versen wird die Wurzel נחם gebraucht, die je nach der Form die Bedeutung trösten, als auch bereuen hat., das er seinem Volke angedroht hatte.", "855Gen. 6,9.Dies ist die Geschichte Noaḥs &c. R. Joḥanan sagte: Nur unter seinen Zeitgenossen856Galt er als frommer Mann., nicht aber in einem anderen Zeitalter. Reš Laqiš sagte: Unter seinen Zeitgenossen, und um so mehr in einem anderen Zeitalter.", "R. Ḥanina sagte: Die Ansicht R. Joḥanans ist mit folgendem zu vergleichen: Wenn ein F aß mit Wein in einem Essigkeller liegt, so duftet es nur dann, wenn es an dieser Stelle liegt, nicht aber, wenn es an einer anderen Stelle liegt. R. Oša͑ja sagte: Die Ansicht des Reš Laqiš ist mit folgendem zu vergleichen. Wenn eine Flasche mit Parfum an einer schmutzigen Stelle liegend duftet, um wieviel mehr würde sie an einer wohlriechenden Stelle [duften].", "857Gen. 7,23.Er vertilgte alles Bestehende, was auf dem Erdboden war. Was hat, wenn der Mensch gesündigt hat, das Tier verschuldet!? –", "Im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa wird gelehrt: Ein Gleichnis. Einst fertigte jemand einen Hochzeitsbaldachin für seinen Sohn und besorgte allerlei Speisen für das Gastmahl; als nach Tagen sein Sohn starb, warf er den Baldachin zusammen, indem er sprach: Dies alles habe ich nur für meinen Sohn bereitet; was soll mir nun der Baldachin, wo mein Sohn gestorben ist! Ebenso sprach auch der Heilige, gepriesen sei er: Vieh und Wild habe ich ja nur für den Menschen erschaffen; was sollen mir nun Vieh und Wild, wo der Mensch sündhaft ist.", "858Ib. V. 22.Alles, was auf dem Trocknen war, starb. Nicht aber die Fische im Meere.", "R. Jose aus Caesaraea trug vor: Es heißt:859Ij. 24,18.leicht ist er auf der Wasserfläche, verflucht wird ihr Erbteil im Lande. Dies lehrt, daß der fromme Noaḥ sie zurechtgewiesen und zu ihnen gesprochen hatte: Tut Buße, denn sonst wird der Heilige, gepriesen sei er, eine Sintflut über euch bringen und eure Leichen wie die Schläuche auf dem Wasser schwimmen lassen. So heißt es auch: leicht ist er auf der Wasserfläche. Und noch mehr, sie werden auch Anlaß werden zu einem Fluchworte für alle, die in die Welt kommen. So heißt es auch: Verflucht wird ihr Erbteil im Lande.", "859Ij. 24,18.Er schlägt nicht ein den Weg der Weinberge. (Dies lehrt, daß sie den Weg über die Weinberge860Der eingeklammerte Satz gibt keinen Sinn und fehlt in Handschriften.einschlugen.) Sie sprachen nämlich zu ihm: Was hält ihn denn zurück? Er erwiderte ihnen: Er will sich noch eine Taube861Er will die Sintflut erst nach dem Tode des frommen Methušelaḥ bringen.aus eurer Mitte holen." ], [ "[Sie entgegneten:] Wenn dem so ist, so schlagen wir den Weg über die Weinberge nicht ein862Dh. Sie bleiben bei ihrem schlechten Wandel..", "Raba trug vor: Es heißt:863Ij. 12,5.eine verachtete Flamme vor den Gedanken des Sicheren, bereitgestellt zum Wanken des Fußes; dies lehrt, daß der fromme Noaḥ sie zurechtwies und an sie Worte richtete, eindringlich wie die Flamme, sie aber verhöhnten ihn, indem sie zu ihm sprachen: Alter, was soll diese Arche? Er erwiderte ihnen: Der Heilige, gepriesen sei er, wird über euch eine Überflutung bringen. Sie sprachen: Was für eine Überflutung, wenn eine Überflutung aus Feuer, so besitzen wir etwas [dagegen], nämlich das Alitha864A͑rukh liest אליתא; nach dessen Erklärung ist dies der Name eines Tieres, das die Eigenschaft besessen haben soll, das Feuer zu löschen., und wenn eine aus Wasser, so haben wir, wenn sie aus der Erde kommen sollte, eiserne Platten, mit denen wir die Erde überziehen können, und wenn vom Himmel, so haben wir ebenfalls etwas [dagegen], nämlich das A͑qab865Schon aus der Verschiedenartigkeit der Lesart ist zu ersehen, daß den Talmudisten selber sogar der Name unbekannt war. Nach der Erkl. des A͑ruth eine Art Schwamm; jed. scheint dies speziell als Schutz gegen den Regen verwandt worden zu sein., oder wie manche lesen: das A͑qaš865Schon aus der Verschiedenartigkeit der Lesart ist zu ersehen, daß den Talmudisten selber sogar der Name unbekannt war. Nach der Erkl. des A͑ruth eine Art Schwamm; jed. scheint dies speziell als Schutz gegen den Regen verwandt worden zu sein..", "Er erwiderte ihnen: Er wird sie (von) zwischen den Fersen eurer Füße bringen, denn es heißt: bereitgestellt zum Wanken des Fußes. Es wird gelehrt: Das Wasser der Sintflut war dick wie männlicher Samen, denn es heißt: bereitgestellt zum Wanken des Fußes. R. Ḥisda sagte: Mit Heißem866Mit der Brunst der Unzucht.haben sie verbrochen und mit Heißem wurden sie bestraft; hierbei heißt es nämlich:867Gen. 8,1.und das Wasser legte sich, und dort868Est. 10, 7.heißt es: und der Zorn des Königs legte sich.", "869Gen. 7,10.Und nach Ablauf der sieben Tage, da kamen die Gewässer der Flut über die Erde. Welches Bewenden hat es mit diesen sieben Tagen?", "Rabh erwiderte: Es waren die sieben Trauertage über Methušelaḥ; dies lehrt dich, daß die Trauer über die Frommen das Verhängnis zurückhalte. Eine andere Erklärung; Sieben, der Heilige, gepriesen sei er, änderte ihretwegen die Schöpfungsordnung870Die 7 Tage währte.; denn die Sonne kam aus dem Westen hervor und ging im Osten unter. Eine andere Erklärung: Der Heilige, gepriesen sei er, bestimmte ihnen zuerst eine große Frist und nachher eine kleine Frist. Eine andere Erklärung: Nach den sieben Tagen, während welcher er sie ein wenig von der zukünftigen Welt kosten ließ, damit sie wissen, welches Glück ihnen vorenthalten worden ist.", "871Gen. 7,2.Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben, ein Männchen und ein Weibchen. Gibt es denn bei Tieren ein Eheverhältnis!? R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: Nur von solchen, mit denen noch keine Sünde begangen worden war. –", "Woher wußte er dies? R. Ḥisda erwiderte: Er hieß sie vor die Arche treten; nahm die Arche es auf, so war es erwiesen, daß mit ihm noch keine Sünde begangen worden war, und nahm die Arche es nicht auf, so war es erwiesen, daß mit ihm eine Sünde begangen worden war. R. Abahu erwiderte: Von denen, die von selbst gekommen waren.", "872Ib. 6,14.Mache dir eine Arche aus Gopherholz. Was ist Gopher? R. Ada erwiderte: in der Schule R. Šilas erklärten sie, dies sei Mabliga873Eine Art Zedernholz; cf. Rh. Fol. 23a.. Manche erklären: Golamus873Eine Art Zedernholz; cf. Rh. Fol. 23a..", "874Gen. 6,16.Ein Fenster sollst du an der Arche machen. R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Noaḥ: Bringe darin Edelsteine und Perlen an, damit sie euch wie das Mittagslicht875צוהר Dual צהרים v. צהר leuchten, glänzen, schimmern.leuchten.", "874Gen. 6,16.Eine Elle weit sollst du es oben abschließen. Nur so konnte es sich halten.", "874Gen. 6,16.Mit unterem, zweitem und drittem Stockwerke sollst du sie machen. Es wird gelehrt; Das untere für den Mist, das mittelste für die Tiere und das oberste für die Menschen.", "876Gen. 8,7.Da schickte er den Raben aus. Reš Laqiš sagte: Eine treffende Antwort gab der Rabe dem Noaḥ; er sprach nämlich zu ihm: Dein Herr haßt mich und du hassest mich ebenfalls; dein Herr haßt mich: von den Reinen je sieben und von den Unreinen je zwei; du hassest mich ebenfalls, denn du läßt die Arten, von denen je sieben vorhanden sind, und schickest, von denen nur je zwei vorhanden sind. Wenn mich der Fürst der Hitze oder der Fürst der Kälte anfährt, so fehlt ja ein Geschöpf auf der Welt; oder hast du vielleicht Verlangen nach meinem Weibe?", "Er erwiderte ihm: Ruchloser, wenn mir der [sonst] erlaubte [Verkehr] verboten worden ist, um wieviel mehr der mir [auch sonst] verbotene. –", "Woher, daß es ihm verboten war? – Es heißt:877Ib. 6,18.du sollst in die Arche kommen, du und mit dir deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne, und darauf folgt:878Ib. 8,16.geh heraus aus der Arche, du und mit dir deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne, und R. Joḥanan sagte, hieraus sei zu entnehmen, daß ihnen der Beischlaf verboten worden war879Die Familien hatten keinen Zuwachs erhalten..", "Die Rabbanan lehrten: Drei vollzogen den Beischlaf in der Arche und alle wurden sie bestraft, und zwar: der Hund, der Rabe und Ḥam. Der Hund wird [bei der Begattung] angeschlossen, der Rabe spuckt [den Samen] und Ḥam wurde an seiner Haut[farbe] bestraft880Ihm entstammte Kuš, der Stammvater der äthiopischen Rasse..", "881Gen. 8,8.Hierauf schickte er die Taube von sich, um zu erfahren, ob die Gewässer nachgelassen hätten. R. Jirmeja sagte: Hieraus, daß die reinen Vögel bei den Frommen wohnen882Es heißt, daß er sie von sich schickte..", "883Gen. 8,11.Und siehe, ein Ölblatt hatte sie als Futter im Munde. R. Elea͑zar sagte: Die Taube sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, mag doch meine Nahrung bitter sein wie das Olivenblatt, aber deiner Hand anvertraut, und nicht süß wie Honig, aber der Hand eines [Menschen aus] Fleisch und Blut anvertraut. – Woher ist es erwiesen, daß unter ‘Futter’ die Nahrung zu verstehen sei? – Es heißt:884Pr. 30,8.füttre mich mit meinem täglichen Brot.", "885Gen. 8,19.Nach ihren Familien gingen sie aus der Arche. R. Joḥanan sagte: Je nach ihrer Familie, nicht aber [ihren Familie]n886Dieser Satz blieb von vielen unverstanden, während tatsächlich dessen Sinn klar u. einfach ist. RJ., nach dessen Ansicht der geschlechtliche Verkehr in der Arche verboten war, sagt, daß dem W. למשפחות ein Singularsuffix (ם) u. nicht ein Pluralsuffix (הם) angehängt werde, man lese also למשפחותם (so auch in manchen Handschriften bei Kennicott), jeder mit seiner Familie, da die Familien sich nicht vermehrt hatten..", "R. Ḥana b. Bizna sagte: Elie͑zer sprach zum großen Šem887Dem Sohne Noaḥs.. Es heißt: 885Gen. 8,19.nach ihren Familien gingen sie aus der Arche; wie habt ihr euch da befunden? Er erwiderte ihm: Wir hatten viel Plackerei in der Arche; ein Geschöpf, das am Tage zu essen pflegt, mußten wir am Tage füttern und ein Geschöpf, das nachts zu essen pflegt, mußten wir nachts füttern. Vom Ghamaeleon888So gewöhnl. von den Lexikographen übersetzt.wußte der Vater nicht, was es ißt; eines Tages saß er und zerschnitt einen Granatapfel, und als aus diesem ein Wurm herausfiel, verzehrte es ihn. Von nun ab stampfte er für dieses Kleie ein, und als sie Maden bekam, aß es sie.", "Der Löwe war vom Fieber verzehrt889Er war krank u. brauchte daher zu seiner Ernährung keine anderen Tiere zu verzehren.worden. Rabh sagte nämlich, das Fieber halte nicht weniger als sechs und nicht mehr als zwölf [Tage] an: Den Phönix traf der Vater einst im Hintergrund der Arche liegen, er fragte ihn, weshalb er nicht nach Futter verlange; da erwiderte er ihm: Ich sah, daß du sehr beschäftigt warst, und wollte dich nicht belästigen. Da sprach er zu ihm: Möge es [Gottes] Wille sein, daß du nie sterben sollst. So heißt es auch: 890Ij. 29,18.So dachte ich denn: bei meinem Neste werde ich verscheiden und wie ein Phönix meine Tage mehren.", "R. Ḥana b. Levaj sagte: Der große Šem sprach zu Elie͑zer: Wie habt ihr es gemacht, als die Könige aus Osten und Westen gegen euch aufgetreten891Cf. Gen. 14,14ff.waren? Dieser erwiderte ihm: Der Heilige, gepriesen sei er, setzte Abraham zu seiner Rechten, und wir schleuderten gegen sie Erde, die zu Schwertern geworden war, und Stoppeln, die zu Pfeilen geworden waren. So heißt es auch:892Ps. 110,1.Ein Psalm Davids. Es spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich dir deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege. Ferner heißt es:893Jes. 41,2.Wer hat vom Osten her erweckt ihn, dem Recht entgegenkommt auf jedem Schritt, Völker vor ihm niederzuwerfen und Könige zu unterjochen; wie Staub sein Schwert, wie verwehte Stoppeln sein Bogen.", "Naḥum (aus) Gamzu pflegte zu allem, was ihm passierte, zu sagen: Auch dies [gam zu] sei zum Guten. Eines Tages wollte man dem Kaiser ein Geschenk überreichen, und nachdem man überlegt hatte," ], [ "durch wen man es übersende, beschieß man, es durch Naḥum (aus) Gamzu zu übersenden, weil er an Wundertaten gewöhnt war.", "Als er in einer Herberge angelangt war und da übernachten wollte, fragten sie ihn, was er bei sich führe, und er erwiderte ihnen, er überbringe die Steuer für den Kaiser. Diese aber machten sich nachts auf, öffneten die Kiste, nahmen alles heraus, was darin war, und füllten sie mit Erde. Als er da anlangte und es sich herausstellte, daß sie Erde enthielt, sprach [der Kaiser]: Die Juden verspotten mich! Hierauf führte man ihn zur Hinrichtung hinaus; er aber sprach: Auch dies sei zum Guten. Da kam Elijahu, der ihnen wie einer der ihrigen erschien, und sprach: Vielleicht ist dies von der Erde des Erzvaters Abraham; er schleuderte Erde und sie ward zu Schwertern, Stoppeln, und sie wurden zu Pfeilen. Hierauf stellten sie damit einen Versuch an, und es stellte sich heraus, daß es sich so verhielt.", "Nun hatten sie eine Provinz, die sie nicht erobern konnten, da schossen sie auf diese mit dieser Erde, und sie eroberten sie. Hierauf führte man ihn in die Schatzkammer und sprach zu ihm: Nimm, was dir gefällt. Da füllte er die Kiste mit Gold. Bei seiner Rückkehr fragten ihn die Wirtsleute, was er dem Kaiser überbracht habe, und er erwiderte ihnen: Was ich von hier mitgenommen, überbrachte ich dort. Als hierauf die Wirtsleute ebenfalls [von dieser Erde] übersandten, tötete man sie.", "DIE ZEITGENOSSEN DER SPALTUNG HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT &C. Was taten sie? In der Schule des R. Šila sagten sie: [Sie sprachen:] Wir wollen einen Turm bauen, in den Himmel steigen und ihn mit Äxten zerschlagen, damit sein Wasser ausfließe. Im Westen lachten sie darüber; demnach sollten sie ihn doch auf einem Berge894Der Turm wurde in einem Tale erbaut; cf. Gen. 11,2.erbaut haben!?", "Vielmehr, sagte R. Jirmeja b. Elea͑zar, teilten sie sich in drei Gruppen; eine sagte: wir wollen hinaufsteigen und daselbst wohnen, eine sagte: wir wollen hinaufsteigen und da Götzendienst treiben, und eine sagte: wir wollen hinaufsteigen und da [mit Gott] Krieg führen. Diejenigen, die sagten: wir wollen hinaufsteigen und da wohnen, zerstreute Gott; diejenigen, die sagten: wir wollen hinaufsteigen und Krieg führen, wurden Affen, Geister, Gespenster und Dämonen; und von denjenigen, die sagten: wir wollen hinaufsteigen und da Götzendienst treiben, [heißt es:]895Gen. 11,9.denn da verwirrte der Herr die Sprache der ganzen Erde.", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Alle hatten sie Götzendienst bezweckt, denn hier896Ib. V. 4.heißt es: wir wollen uns einen Namen machen, und dort897Ex. 23,13.heißt es: Und den Namen fremder Götter sollt ihr nicht erwähnen; wie dort Götzendienst, ebenso auch hierbei Götzendienst.", "R. Joḥanan sagte: Ein Drittel des Turms wurde verbrannt, ein Drittel versank [in die Erde] und ein Drittel besteht noch. Rabh sagte: Die Luft des Turms macht vergeßlich. R. Joseph sagte: Babylon und Borsippa sind ein böses Zeichen für die Tora. – Welche Bedeutung hat [der Name] Borsippa? R. A͑ši erwiderte: Entleerte Grube [Bor šaphi].", "DIE LEUTE VON SEDOM HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT &C. Die Rabbanan lehrten: Die Leute von Sedom haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heißt:898Gen. 13,13.die Leute von Sedom waren sehr böse und sündhaft gegen den Herrn; böse, auf dieser Welt, sündhaft, für die zukünftige Welt.", "R. Jehuda erklärte: Böse, mit ihrem Körper, sündhaft, mit ihrem Vermögen. Böse, mit ihrem Körper, denn es heißt:899Ib. 39,9.wie sollte ich diese schwere Bosheit tun und mich wider Gott versündigen. Sündhaft, mit ihrem Vermögen, denn es heißt:900Dt. 15,9.es wird eine Sünde auf dir lasten. Gegen den Herrn, das ist die Gotteslästerung. Sehr, sie sündigten absichtlich.", "In einer Barajtha wird gelehrt: Böse, mit ihrem Vermögen; sündhaft, mit ihrem Körper. Böse, mit ihrem Vermögen, denn es heißt:900Dt. 15,9.und dein Auge böse sei gegen deinen armen Bruder. Sündhaft, mit ihrem Körper, denn es heißt: und mich wider Gott versündigen. Gegen den Herrn, das ist die Gotteslästerung. Sehr, das ist das Blutvergießen, denn es heißt:901iiReg. 21,16.und auch sehr viel unschuldiges Blut vergoß Menaše.", "Die Rabbanan lehrten: Die Leute von Sedom wurden übermütig nur wegen der vielen Güte, mit der der Heilige, gepriesen sei er, sie überhäuft hatte. Von diesen heißt es:902Ij. 28,5ff.Aus der Erde geht Brotkorn hervor, und ihre Tiefen wurden wie mit Feuer umgewühlt. Des Saphirs Fundstätte ist ihr Gestein, Goldstaub wird ihm zuteil. Den Weg kennt nicht der Adler, noch erspäht ihn des Geiers Auge. Nicht betreten ihn die stolzen Raubtiere, noch schreitet auf ihm der Leu.", "Sie sagten nämlich: Wozu brauchen wir, wo unsere Erde Brotkorn hervorbringt und Goldstaub in unserem Besitze ist, die Reisenden, die nur deshalb, zu uns Kommen, um unser Vermögen zu vermindern? Wohlan, wir wollen das Gesetz der Wanderung in unserem Lande vergessen lassen. Denn es heißt:903Ib. V. 4.man bricht einen Schacht fern von den Fremden, von jedem Fuße vergessen, fern von den wandernden Menschen.", "Raba trug vor: Es heißt:904Ps. 62,4.wie lange wollt ihr einstürmen auf einen Menschen, wollt ihr insgesamt morden, wie eine überhängende Wand, eine einstürzende Mauer. Dies lehrt, daß, wenn sie ihre Augen auf einen vermögenden Mann richteten, sie ihn neben eine überhängende Wand setzten und diese auf ihn stürzten; sodann kamen sie und nahmen sein Vermögen fort.", "Raba trug vor: Es heißt:905Ij. 24,16.im Finstern bricht er in Häuser ein; bei Tag hält er sich eingeschlossen, sieht kein Licht. Dies lehrt, daß, wenn sie ihr Auge auf einen vermögenden Mann richteten, sie ihm Balsam zur Verwahrung übergaben, den er in seine Schatzkammer legte; abends kamen sie und schnüffelten906Durch den Duft konnten sie den Ort der Schatzkammer feststellen.wie ein Hund, wie es heißt:907Ps. 59,7.abends kehren sie wieder, heulen wie die Hunde und umkreisen die Stadt, brachen bei ihm ein und nahmen ihm das Vermögen ab.", "908Ij. 24,7.Nackt gehen sie, ohne Kleidung und ohne Hülle in der Kälte.909Ib. V. 3.Den Esel der Waisen führen sie fort, pfänden das Rind der Witwe.910Ib. V. 2.Grenzen verrücken sie, rauben eine Herde und treiben sie auf die Weide.911Ib. 21,32,Zur Grabstätte wird er hingeleitet und hält über dem Hügel Wacht.", "R. Jose trug dies in Sepphoris vor, da wurden in jener Nacht dreihundert Einbrüche in Sepphoris verübt. Hierauf kamen [die Einwohner] und quälten ihn; da erwiderte er ihnen: Konnte ich denn wissen, daß Diebe [zum Vor trag] kommen werden!? Als die Seele R. Joses zur Ruhe einkehrte, strömte Blut in den Rinnen von Sepphoris.", "Sie912Die Einwohner von Sedom; hier werden einige Beispiele ihrer Justiz angeführt.sagten, wer ein Rind besitzt, muß einen Tag [das Vieh] weiden, wer keines besitzt, muß es zwei Tage weiden. Einst übergaben sie einem Waisenkinde, dem Sohne einer Witwe, Rinder, daß er sie weide; da tötete er sie und sprach zu ihnen:" ], [ "Wer ein Rind besitzt, erhält eine Haut, wer kein Rind besitzt, erhält zwei Häute. Sie sprachen zu ihm: Was soll dies!? Er erwiderte ihnen: Der Schluß des Gesetzes muß dem Anfange des Gesetzes gleichen. Der Anfang des Gesetzes lautet: wer ein Rind besitzt, muß einen Tag [das Vieh] weiden, wer keines besitzt, muß es zwei Tage weiden; ebenso auch der Schluß des Gesetzes: wer ein Rind besitzt, erhält eine [Haut], wer keines besitzt, erhält zwei.", "Wer [einen Fluß] mit einer Fähre überschritt, mußte einen Zuz zahlen, wer ihm nicht mit der Fähre überschritt, mußte zwei zahlen. Hatte jemand eine Schicht Ziegel, so kam jeder und nahm einen Ziegel fort, indem er sprach: Ich habe ja nur einen genommen. Streute jemand Knoblauch oder Zwiebeln [zum Trocknen] aus, so kam jeder und nahm eine [Knolle] fort, indem er sprach: Ich habe ja nur eine genommen.", "Vier Richter waren in Sedom: Lügner, Verlogener, Fälscher und Rechtsbeuger. Wenn jemand die Frau seines Nächsten stieß und sie abortierte, so urteilten sie: Gib sie ihm, bis er sie dir geschwängert hat. Wenn jemand das Ohr eines seinem Nächsten gehörenden Esels abschnitt, so urteilten sie: Gib ihn ihm, bis ihm [das Ohr] nachgewachsen ist. Wenn jemand seinen Nächsten verwundete, so urteilten sie: Zahle ihm eine Belohnung dafür, daß er dir Blut abgezapft hat.", "Wer [einen Fluß] mit der Fähre überschritt, mußte vier Zuz zahlen, wer durch das Wasser ging, mußte acht Zuz zahlen. Einst kam da ein Wäscher hin, und als er eingetroffen war, sprachen sie zu ihm: Zahle vier Zuz. Er erwiderte ihnen: Ich ging durch das Wasser. Sie entgegneten ihm: Wenn dem so ist, so zahle acht, weil du durch das Wasser gegangen bist.", "Einst kam da Elie͑zer, der Knecht Abrahams, hin, und sie verwundeten ihn. Als er vor den Richter trat, sprach er zu ihm: Bezahle jenem eine Belohnung dafür, daß er dir Blut abgezapft hat. Da nahm er einen Stein und verwundete den Richter. Dieser sprach: Was soll dies!? Jener erwiderte: Zahle du an diesen die Belohnung, die ich nun von dir zu erhalten habe, und mein Geld verbleibe wie es war.", "Sie hatten ein Bett zum Schlafen für die Fremden; war jemand zu groß, so schnitten sie ihm [die Beine] ab, war jemand zu klein, so dehnten sie ihn aus. Einst kam da Elie͑zer, der Knecht Abrahams, hin; da sprachen sie zu ihm: Geh, leg dich ins Bett. Er erwiderte ihnen: Ich habe ein Gelübde getan, seit dem Tage, an dem meine Mutter gestorben ist, nicht mehr in einem Bette zu schlafen.", "Wenn ein Armer da hinkam, so gab ihm ein jeder einen Denar, auf dem sein Name geschrieben war, Brot aber gaben sie ihm nicht; wenn dieser dann starb, so kam jeder und", "nahm den seinigen zurück. Einst913Die kursierenden Ausgaben haben hier einen Zusatz: wenn jemand einen Fremden zu einem Gastmahle lud, so wurde ihm [zur Strafe] sein Gewand abgenommen.kam da Elie͑zer hin, und sie gaben ihm kein Brot. Als er essen wollte, setzte er sich an das Ende der Tafel. Da fragten sie ihn: Wer hat dich hier eingeladen? Er erwiderte [dem Fragenden:] Du hast mich eingeladen. Da nahm dieser sein Gewand und lief fort. Und so machte er es auch mit den übrigen, bis sie alle fortgelaufen waren. Hierauf aß er allein die ganze Mahlzeit.", "Da war eine Jungfrau, die den Armen Brot in ihrem Wasserkruge hinauszubringen pflegte, und als sie dies erfuhren, schmierten sie sie mit Honig ein und legten sie auf das Dach einer Mauer; da kamen die Hornisse und fraßen sie auf. Darauf deutet der Schriftvers:914Gen. 18,20.Da sprach der Herr: Das Geschrei über Sedom und A͑mora ist groß [rabba], und R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs, wegen der Sache mit jener Jungfrau [riba].", "DIE KUNDSCHAFTER HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST: die Männer, die das üble Gerücht über das Land ausgebracht hatten, starben durch eine Plage; STARBEN, AUF DIESER WELT, DURCH EINE PLAGE, FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT &C.", "DIE ROTTE QORAḤS HAT KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST: und die Erde bedeckte sie, AUF DIESER WELT, und sie verschwanden mitten aus der Gemeinde, FÜR DIE ZUKÜNFTIGE WELT – SO R. ÁQIBA. R. ELIE͑ZER SAGT, ÜBER SIE HEISSE ES: der Herr tötet und macht lebendig, er stürzt in die Unterwelt und führt herauf.", "Die Rabbanan lehrten: Die Rotte Qoraḥs hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heißt: und die Erde bedeckte sie, auf dieser Welt, und sie verschwanden mitten aus der Gemeinde, für die zukünftige Welt – so R. A͑qiba. R. Jehuda b. Bethera sagte: Sie sind wie etwas Verlorenes, das gesucht wird, denn es heißt:915Ps. 119,176.ich irre umher wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht.", "916Num. 16,1.Da nahm. Reš Laqiš sagte: Er hatte für sich einen schlechten Kauf917Für ‘nehmen’ u. ‘kaufen’ wird im Hebräischen dasselbe Wort gebraucht.gemacht. Qoraḥ, er machte eine Lücke [qorḥa] in Jisraél. Der Sohn Jiçhars, ein Sohn, der die ganze Welt über sich erglühen machte, wie die Mittagssonne [çaharajim]. Der Sohn des Qehath, ein Sohn, der die Zähne seiner Ahnen stumpf machte [qiha]. Des Sohnes Levis, ein Sohn, der Begleiter [levaja] für das Fegefeuer geworden war. –", "Sollte er doch auch mitgezählt haben: des Sohnes Ja͑qobs, ein Sohn, der seine Schritte dem Fegefeuer zugewandt [i͑qeb] hat!? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Ja͑qob flehte um Erbarmen für sich, denn es heißt:918Gen. 49,6.in ihren Kreis komme nicht meine Seele, in ihrer Gemeinschaft befinde sich nicht meine Ehre. In ihren Kreis komme nicht meine Seele, das sind die Kundschafter; in ihrer Gemeinschaft befinde sich nicht meine Ehre, das ist die Rotte Qoraḥs.", "Dathan, weil er das Gesetz [dath] Gottes übertreten hatte; Abiram, weil er sich gegen die Bußfertigkeit abgehärtet [iber] hatte; On, weil er in Trauer verweilte [anan]; Peleth, weil ihm Wunder [pelaóth] geschehen waren; des Sohnes Reubens, ein Sohn, der gesehen [raáh] und verstanden [hebin] hatte.", "Rabh sagte: On, den Sohn des Peleth, rettete seine Frau. Sie sprach nämlich zu ihm: Was geht dies919Der Streit zwischen Moše u. Qoraḥ.dich an; ist dieser Meister, so bist du Lehrling, ist jener Meister, so bist du ebenfalls Lehrling!? Er erwiderte ihr: Was soll ich nun machen; ich war beim Ratschlage und habe mich mit ihnen verschworen. Sie erwiderte ihm: Ich weiß, daß die ganze Gemeinde aus Heiligen besteht, denn es heißt:920Num. 16,3.denn die ganze Gemeinde, alle miteinander sind heilig. (Sie sprach:) Bleibe daheim, ich werde dich retten. Hierauf gab sie ihm Wein zu trinken, berauschte ihn und legte ihn schlafen innerhalb [des Zimmers]; sie aber löste sich das Haar auf921In einen Raum, in dem eine Frau mit aufgelöstem Haare sich befindet, darf kein keuscher Mann eintreten.und setzte sich an die Tür;" ], [ "kam jemand heran, so sah er sie und kehrte um. Währenddessen wurden jene verschlungen.", "Die Frau Qoraḥs sprach zu ihm: Sieh, was Moše getan hat; sich selbst machte er zum König, seinen Bruder machte er zum Hochpriester und die Söhne seines Bruders machte er zu Vertretern der Priesterschaft. Kommt die Hebe ein, so sagt er, sie gehöre dem Priester; kommt der Zehnt ein, den ihr922Die Leviten.zu erhalten habt, so sagt er, ein Zehntel werde an den Priester entrichtet. Außerdem schneidet er euch das Haar ab und verfährt mit euch923Der Sinn ist nicht ganz klar; wörtl.: er verspottet euch.wie mit einem Mistklumpen; er hat ein Auge auf euer Haar geworfen. Er entgegnete: Er selber tut ja ebenso. Sie erwiderte ihm: Da das ganze von ihm ausgeht, so sagt er:924Jud. 16,30.ich will sterben samt den Pelištim.", "Ferner sagt er zu euch, daß ihr euch Purpurquasten24Cf. Num. 15,38ff.machen sollt; ist Purpur etwas besonderes, so hole Purpurgewänder und bekleide damit dein ganzes Lehrhaus. Das ist es, was geschrieben steht:925Pr. 14,1.der Frauen Weisheit hat ihr Haus gebaut, das ist die Frau Ons, des Sohnes des Peleth; 925Pr. 14,1.die Narrheil reißt es mit ihren Händen nieder, das ist die Frau Qoraḥs.", "926Num. 16,2.Und sie erhoben sich gegen Moše, und mit ihnen zweihundertundfünfzig Männer aus Jisraél, die Auserlesensten der Gemeinde; Ratsherren, sie verstanden die Jahre zu interkalieren und die Monate festzusetzen; Männer von Namen, sie hatten einen Namen in der ganzen Welt.", "927Ib. V. 4.Als Moše das hörte, fiel er auf sein Angesicht. Was hörte er? R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: Sie verdächtigten ihn des Ehebruches, denn es heißt:928Ps. 106,16.sie wurden eifersüchtig auf Moše im Lager, und hierzu sagte R. Šemuél b. Jiçḥaq, dies lehre, daß jeder seine Frau inbezug auf Moše verwarnte. Ferner heißt es:929Ex. 33,7.Moše nahm jedesmal das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf930Damit man ihn nicht verdächtige..", "931Num. 16,25.Hierauf begab sich Moše zu Dathan und Abiram. Reš Laqiš sagte: Hieraus, daß man keinen Streit unterhalten darf. Rabh sagte: Wer einen Streit unterhält, übertritt ein Verbot, denn es heißt:932Ib. 17,5.er sei nicht wie Qoraḥ und seine Rotte.", "R. Aši sagte: Er verdiene auch, vom Aussatz behaftet zu werden, denn hierbei heißt es:932Ib. 17,5.ihm durch Moše, und dort933Ex. 6,4.heißt es: und der Herr sprach zu ihm nochmals: Stecke deine Hand in deinen Busen.", "R. Jose sagte: Wer gegen das Königtum des Davidischen Hauses Streit führt, verdient, daß eine Schlange ihn beiße, denn [bei diesem] heißt es: 934iReg. 1,9.und Adonija schlachtete Schafe, Rinder und Mastkälber beim Schlangensterne, und dort935Dt. 32,24.heißt es: samt dem Gifte der im Staube schleichenden [Schlangen].", "R. Ḥisda sagte: Wenn jemand gegen seinen Lehrer streitet, so ist es ebenso, als würde er gegen die Göttlichkeit streiten, denn es heißt: 936Num. 26,9.als sie mit dem Herrn haderten. R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Wenn jemand mit seinem Lehrer hadert, so ist es ebenso, als würde er es mit der Göttlichkeit tun, denn es heißt: 937Ib. 20,13.das ist das Haderwasser, wo die Jisraéliten mit dem Herrn haderten.", "R. Ḥanina b. Papa sagte: Wenn jemand über seinen Lehrer raisonniert, so ist es ebenso, als würde er über die Göttlichkeit raisonnieren, denn es heißt:938Ex. 16,8.euer Murren richtet sich nicht gegen uns, sondern gegen den Herrn. R. Abahu sagte: Wenn, jemand seinem Lehrer üble Gedanken nachträgt, so ist es ebenso, als würde er der Göttlichkeit üble Gedanken nachtragen, denn es heißt:939Num. 21,5.und das Volk redete wider Gott und wider Moše.", "940Ecc. 5,12.Reichtum, der seinem Besitzer zum Übel bestimmt ist. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Dies ist der Reichtum Qoraḥs.941Dt. 11,6.Und der ganze Bestand zu ihren Füßen. R.Elea͑zar sagte: Dies ist das Geld des Menschen, das ihn auf die Füße stellt. R. Levi sagte: Die Schlüssel der Schatzkammern Qoraḥs bildeten eine Last für dreihundert weiße Maultiere; alle Schlüssel und Schlösser942Nach anderer Erklärung: Futterale.waren aus Leder.", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Drei Schätze verbarg Joseph in Miçrajim; einen entdeckte Qoraḥ, einen entdeckte Antoninus, Sohn des Severus, und einer ist für die Frommen in der zukünftigen Welt bestimmt.", "R. Joḥanan sagte (ferner): Qoraḥ gehörte weder zu den verschlungenen, noch zu den verbrannten. Er gehörte nicht zu den verschlungenen, denn es heißt:943Num. 16,32.und den ganzen Qoraḥ gehörenden Bestand, nicht aber Qoraḥ selbst. Zu den verbrannten ebenfalls nicht, denn es heißt:944Num. 26,10.als das Feuer die zweihundertfünfzig Mann verzehrte, Qoraḥ aber nicht.", "In einer Barajtha wird gelehrt: Qoraḥ gehörte sowohl zu den verbrannten, als auch zu den verschlungenen. Zu den verschlungenen, denn es heißt:944Num. 26,10.und sie verschlang sie nebst Qoraḥ; zu den verbrannten, denn es heißt:945Ib. 16,35.und es ging ein Feuer aus vom Herrn und verzehrte die zweihundertfünfzig Männer, also Qoraḥ mit ihnen.", "Raba sagte: Es heißt:946Hab. 3,11.Sonne und Mond treten in die Himmelsburg, nach dem Lichte deiner Pfeile gehen sie. Dies lehrt, daß Sonne und Mond in die Himmelsburg traten und vor [Gott] sprachen: Herr der Welt, wenn du dem Sohne A͑mrams Recht verschaffst, so gehen wir hinaus, wenn aber nicht, so gehen wir nicht hinaus. Bis er auf sie Pfeile schoß und zu ihnen sprach: Für meine Ehre seid ihr nicht eingetreten und für die Ehre eines [Menschen aus] Fleisch und Blut seid ihr eingetreten. Jetzt gehen sie nicht eher hinaus, als bis er sie schlägt.", "Raba trug vor: Es heißt:947Num. 16,30.wenn aber der Herr etwas Neues erschafft und die Erde ihren Mund auftut. Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Ist das Fegefeuer bereits erschaffen, so ist es recht, wenn aber nicht, so mag der Herr es nun erschaffen. – Inwiefern: wollte man sagen, wirklich erschaffen, so [heißt es ja:]948Ecc. 1,9.es gibt nichts Neues unter der Sonne!? – Vielmehr, nur den Eingang nähern.", "949Num. 26,11.Und die Söhne Qoraḥs starben nicht. Im Namen unseres Meisters wurde gelehrt: Ein Platz wurde ihnen im Fegefeuer angewiesen; da ließen sie sich nieder und stimmten ein Lied an. Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Einst befand ich mich auf der Reise, und ein Araber sprach zu mir: Komm, ich will dir die Qoraḥ-Schluchten950Vgl. Bd. VIII S. 205 Anm, 29.zeigen. Ich ging hin und sah zwei Spalte, aus denen ein Rauch aufstieg. Da nahm er ein Büschel Wolle, tauchte es in Wasser, legte es auf die Spitze seiner Lanze und hielt es dahin, und es wurde angesengt. Hierauf sprach er zu mir: Horch, was du da hören wirst. Da hörte ich sie folgendes sprechen: Moše und seine Lehre sind Wahrheit und wir sind Lügner." ], [ "Sodann sprach er zu mir; Alle dreißig Tage bringt sie das Fegefeuer [hierher], wie das Fleisch951Das bei jeder Drehung an eine andere Stelle gelangt.in einem Kessel, und sie spreche wie folgt: Moše und seine Lehre sind Wahrheit und wir sind Lügner.", "DIE ZEITGENOSSEN DER WÜSTEN[WANDERUNG] HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT &C. Die Rabbanan lehrten: Die Zeitgenossen der Wüstenwanderung haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heißt:833Ib. V. 35.in dieser Wüste sollen sie aufgerieben werden, und da sollen sie sterben. Aufgerieben werden, auf dieser Welt; da sollen sie sterben, für die zukünftige Welt. Ferner heißt es:952Ps, 95,11.und so schwur ich in meinem Zorne: Sie sollen nicht zu meiner Ruhestatt gelangen – so R. A͑qiba.", "R. Elie͑zer sagte: Sie kommen in die zukünftige Welt, denn es heißt: 953Ib. 50,5.versammelt mir meine Frommen, die den Bund mit mir beim Opfer schlossen. Wieso aber halte ich aufrecht [die Worte:] so schwur ich in meinem Zorne? In meinem Zorne schwur ich, bin aber davon zurückgetreten.", "R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Dieser Schriftvers bezieht sich auf die späteren Generationen: versammelt mir meine Frommen, das sind die Frommen in jeder Generation; die den Bund mit mir schlossen, das sind Ḥananja, Mišaél und A͑zarja, die sich dem Schmelzofen ausgeliefert haben; beim Opfer, das sind R. A͑qiba und seine Genossen, die sich für die Worte der Tora der Abschlachtung hingegeben haben,", "R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Sie kommen in die zukünftige Welt, denn es heißt: 954Jes. 35,10.die Auserlösten des Herrn werden heimkehren und gelangen nach Çijon mit Jauchzen. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: R. A͑qiba hat seine Frömmigkeit955Über Jisraél nur Gutes zu sprechen.verlassen. Es heißt vielmehr:956Jer. 2,2.Gehe hin und rufe in die Ohren von Jerušalem wie folgt &c. Ich gedenke der Huld deiner Jugend, der Liebe deiner Brautzeit, wie du hinter mir herzogst in der Wüste, in unbesäetem Lande. Wenn andere durch ihre Verdienste [in die zukünftige Welt] kommen, um wieviel mehr sie selbst.", "iii,2 DIE ZEHN STÄMME957Die von den Assyrern ins Exil fortgeführt wurden; cf. iiReg. 18,9ff.WERDEN NICHT MEHR ZURÜCKKEHREN, DENN ES HEISST: 958Dt. 29,27.er schleuderte sie in ein anderes Land, wie diesen Tag, WIE DER TAG DAHINGEHT UND NICHT WIEDERKEHRT, EBENSO GINGEN SIE DAHIN UND KEHREN NICHT WIEDER – SO R. A͑QIBA. R. ELIE͑ZER SAGTE: WIE DER TAG DUNKEL, ABER WIEDER HELL WIRD, EBENSO WIRD ES DEN ZEHN STÄMMEN, DENEN ES DUNKEL GEWORDEN IST, DEREINST WIEDER HELL WERDEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die zehn Stämme haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt, denn es heißt:958Dt. 29,27.und der Herr riß sie aus ihrem Boden heraus, in Zorn und Grimm und in heftiger Erbitterung. Und der Herr riß sie aus ihrem Boden heraus, auf dieser Welt; und schleuderte sie in ein anderes Land, für die zukünftige Welt – so R. A͑qiba. R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar A͑kko sagte im Namen R. Šimo͑ns: Sind ihre Handlungen wie an jenem Tage, so kehren sie nicht zurück, wenn aber nicht, so kehren sie zurück.", "Rabbi sagte: Sie kommen in die zukünftige Welt, denn es heißt:959Jes. 27,13.an jenem Tage wird die große Posaune geblasen werden &c. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: R. A͑qiba hat seine Frömmigkeit verlassen. Es heißt vielmehr:960Jer. 3,12.Gehe hin und rufe diese Worte nach Norden hin und sprich: Kehre wieder, du Abtrünnige, Jisraél, Spruch des Herrn; nicht werde ich auf euch zürnen, denn ich bin gnädig, Spruch des Herrn, ich grolle nicht ewig. –", "Wo [bekundete] er seine Frömmigkeit? – Es wird gelehrt: Die minderjährigen Kinder der Frevler Jisraéls kommen nicht in die zukünftige Welt, denn es heißt:961Mal. 3,19.denn fürwahr, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen. Alle Übermütigen und alle, die Freveltaten verübten, werden dann Stoppeln sein, und der Tag der da kommt, Spruch des Herrn der Heerscharen, wird sie versengen, sodaß er weder Wurzel noch Zweig von ihnen übrig lassen wird. Wurzel, auf dieser Welt, Zweig, für die zukünftige Welt – so R. Gamliél.", "R. A͑qiba sagte: Sie kommen wohl in die zukünftige Welt, denn es heißt:962Ps. 116,6.der Herr behütet die Einfältigen [pethaím], und in den überseeischen Ländern heißt das Kind pathja. Ferner heißt es:963Dan. 4,20.haut den Baum nieder und zerstückelt ihn, seinen Wurzelstock jedoch laßt in der Erde. Wieso aber halte ich aufrecht [die Worte:] sodaß er weder Wurzel noch Zweig von ihnen übrig lassen wird? Er wird ihnen weder eine gute Handlung, noch den Rest einer guten Handlung zurücklassen964Wenn ein Frevler einmal eine gute Handlung ausübt, so wird sie ihm hienieden vergolten, damit er droben ganz verdienstlos hinkomme.. Eine andere Erklärung: Wurzel, das ist die Seele, Zweig, das ist der Körper.", "Über die minderjährigen Kinder der Frevler der weltlichen Völker aber sind alle der Ansicht, daß sie in die zukünftige Welt nicht kommen. R. Gamliél folgert dies aus [dem Schriftverse]:965Jes. 26,14.du hast jedes Gedenken an sie vernichtet.", "Es wurde gelehrt: Von wann an kommt ein Kind in die zukünftige Welt? – R. Ḥija und R. Šimo͑n b. Rabbi [streiten hierüber]; einer sagt, von der Stunde an, da es geboren wird, und einer sagt, von der Stunde an, da es zu sprechen beginnt. Einer sagt, von der Stunde an, da es geboren wird, denn es heißt:966Ps. 22,32.kommen und verkündigen wird man von seiner Gerechtigkeit dem Volke, das geboren wird, daß er es ausgeführt. Einer sagt, von der Stunde an, da es zu sprechen beginnt, denn es heißt:967Ib. V. 31.die Kinder dienen ihm, gesprochen wird vom Herrn in jeder Generation.", "Es wurde gelehrt: Rabina sagt, von der Stunde an, da es gepflanzt worden ist, denn es heißt: Kinder [Pflanzung] dienen ihm, R. Naḥman b. Jiçḥaq sagt, von der Stunde an, da es beschnitten wird, denn es heißt:968Ib. 88,16.ich bin elend und hinsterbend von Jugend auf; ich ertrage deine Schrecken969Worunter die Beschneidung verstanden wird.und bin verzweifelt.", "Im Namen R. Meírs wurde gelehrt: Von der Stunde an, da es ‘Amen’ zu sagen beginnt, denn es heißt:970Jes. 26,2.öffnet die Pforten, daß hineinziehe das rechtschaffene, Treue wahrende Volk, und man lese nicht šomer emunim [Treue wahrende], sondern šeomer Amen [das ‘Amen’ spricht]. –" ], [ "Was heißt Amen? R. Ḥanina erwiderte: Ein [Akrostichon von] Gott ist ein treuer König971Natürl. nur im hebr. Texte verständlich (אל מלך נאמן)..", "972Jes. 5,14.Darum wird die Hölle ihren Rachen aufsperren und ihren Mund ganz gesetzwidrig auftun. Reš Laqiš sagte: Auch wenn jemand nur ein Gesetz vernachlässigt hat. R. Joḥanan sprach: Es ist ihrem Herrn nicht gefällig, daß du dies von ihnen sagst; vielmehr, auch wenn jemand nur ein Gesetz gelernt hat973Ist er vor der Hölle geschützt..", "974Zach. 13,8.Und im ganzen Lande, Spruch des Herrn, sollen zwei Drittel ausgerottet werden, vergehen, und nur ein Drittel soll zurückbleiben. Reš Laqiš sagte: Ein Drittel des Dritten Šems975Der 3. Sohn Šems war Arpakhšad (cf. Gen. 10,22), dem die Jisraéliten entstammen (cf. Gen. 11,11ff.); von seinen Nachkommen kommen nur die Jisraéliten in betracht; demnach wird von Jisraél nur ein Drittel zurückbleiben. So nach der 2. Erklärung Raschis nach der Lesart mancher Handschriften.. R. Joḥanan sprach zu ihm: Es ist ihrem Herrn nicht gefällig, daß du dies von ihnen sagst; vielmehr, ein Drittel des Dritten Noaḥs976Also die ganze Nachkommenschaft des Arpakhšad..", "977Jer. 3,14.Denn ich habe mir euch angetraut, ich will euch holen einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlechte. Reš Laqiš sagte: Die Worte [sind so zu verstehen], wie sie geschrieben sind. R. Joḥanan sprach zu ihm: Es ist ihrem Herrn nicht gefällig, daß du dies von ihnen sagst; vielmehr, einer in einer Stadt [schützt] durch sein Verdienst die ganze Stadt, und zwei in einem Geschlechte [schützen] durch ihr Verdienst das ganze Geschlecht. Einst saß R. Kahana vor Rabh und trug dies vor, und erklärte, die Worte [seien so zu verstehen], wie sie geschrieben sind. Da sprach Rabh zu ihm: Es ist ihrem Herrn nicht gefällig, daß du dies von ihnen sagst; vielmehr, einer in einer Stadt [schützt] durch sein Verdienst die ganze Stadt, und zwei in einem Geschlechte [schützen] durch ihr Verdienst das ganze Geschlecht.", "Darauf bemerkte er, daß [R. Kahana] sich den Kopf kraute und vor ihm fortwährend aufstand und sich wieder niedersetzte. Da sprach er zu ihm:978Ij. 28,13.Und nicht zu finden im Lande der Lebendigen. Da sprach dieser: Du verfluchst mich! Jener erwiderte: Ich las nur einen Schriftvers vor; die Tora ist nicht bei dem zu finden, der sich beim [Studium] derselben gemächlich macht.", "Es wird gelehrt: R. Simaj sagte: Es heißt:979Ex. 6,7.ich werde mir euch zum Volke nehmen, und es heißt:980Ib. V. 8.ich werde euch bringen; man vergleiche also ihren Auszug aus Miçrajim mit ihrem Einzüge in das Land: wie bei ihrem Einzüge in das Land nur zwei981Jehošua͑ u. Kaleb.von sechzig Myriaden zurückgeblieben waren, ebenso waren bei ihrem Auszuge aus Miçrajim nur je zwei von je sechzig Myriaden982Der größte Teil der Jisraéliten soll in den 3 Tagen der Finsternis ausgestorben sein.zurückgeblieben. Raba sagte: Ebenso wird es auch in den messianischen Tagen geschehen, denn es heißt:983Hos. 2,17.und sie wird da singen, wie zur Zeit ihrer Jugend, wie am Tage, als sie aus Miçrajim heraufzog.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Jose erzählte: Einst kam ich nach Alexandrien in Ägypten und traf da einen Greis, der zu mir sprach: Komm, ich will dir zeigen, was meine Vorfahren mit deinen Vorfahren gemacht haben. Manche von ihnen ertränkten sie im Meere, manche von ihnen erschlugen sie mit dem Schwerte und manche von ihnen mauerten sie in die Bauwerke ein. Dieser Sache wegen wurde unser Meister Moše bestraft, denn es heißt:984Ex. 5,23.denn seitdem ich zum Pareo͑ gegangen bin, um in deinem Namen zu reden, behandelt er dieses Volk noch schlechter.", "Der Heilige, gepriesen sei er, erwiderte ihm: Wehe, daß die Verlorengegangenen nicht mehr da sind! Gar oft offenbarte ich mich Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob als ‘allmächtiger Gott’, sie aber haben sich über meine Handlungsweise keine Gedanken gemacht, noch fragten sie mich nach meinem Namen. Ich sprach zu Abraham:985Gen. 13,17.Mache dich auf und durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite, denn dir will ich es zu eigen geben; später wollte er Sara bestatten, und fand keinen Platz, bis er einen für vierhundert Silberšeqel kaufen mußte; dennoch machte er sich keine Gedanken über meine Handlungsweise.", "Ich sprach zu Jiçḥaq:986Gen. 26,3.Weile in diesem Lande, so will ich mit dir sein und dich segnen; später wollten seine Knechte Wasser zum Trinken, und fanden keines, bis sie darüber herumstreiten mußten, wie es heißt:987Ib. V. 20.die Hirten von Gerar aber gerieten in Streit mit den Hirten Jiçḥaqs und sprachen: Uns gehört das Wasser; dennoch machte er sich keine Gedanken über meine Handlungsweise.", "Ich sprach zu Ja͑qob:988Ib. 28,13.Das Land, auf dem du liegst, das werde ich dir verleihen; später wollte er sein Zelt aufschlagen und fand keinen [Platz], bis er welchen für hundert Qešiṭa kaufen mußte; dennoch machte er sich keine Gedanken über meine Handlungsweise. Diese fragten mich nicht nach meinem Namen, und du fragtest mich zuerst nach meinem Namen, und nun sagst du zu mir: 989Ex. 5,23.Und du hast dein Volk keineswegs errettet.990Ib. 6,1.Nun sollst du sehen, was ich dem Pareo͑ antun werde; du sollst den Krieg mit dem Pareo͑ sehen, nicht aber sollst du den Krieg mit den einunddreißig [kenaa͑nitischen] Königen sehen.", "991Ib. 34,8.Da neigte sich Moše eilends bis an den Boden und warf sich nieder. Was sah Moše?", "R. Ḥanina b. Gamia sagte, er sah [das Attribut] Langmut992Cf. Ex. 34,6.; die Weisen sagten, er sah [das Attribut] Wahrheit. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem, welcher sagt, er sah [das Attribut] Langmut: Als Moše in die Höhe stieg, traf er den Heiligen, gepriesen sei er, dasitzen und ‘Langmut’ schreiben. Da sprach er zu ihm: Herr der Welt, langmütig für die Frommen! Er erwiderte ihm: Auch für die Frevler. Jener entgegnete: Mögen die Frevler untergehen! Da erwiderte er ihm: Du sollst nun sehen, was du verlangt hast.", "Als darauf die Jisraéliten sündigten, sprach er zu ihm: Hast du etwa nicht zu mir gesagt: langmütig nur für die Frommen!?" ], [ "Dieser sprach vor ihm: Herr der Welt, hast du etwa nicht zu mir gesagt: auch für die Frevler!? Hierauf deutet der Schriftvers:993Num. 14,17. möchte sich doch nun deine Macht, o Herr, groß erzeigen, wie du gesprochen hast.", "R. Ḥaga stieg einst die Treppe des Hauses des Rabba b. Šila hinauf und hörte ein Kind sagen:994Ps. 93,5.deine Zeugnisse sind überaus zuverlässig; deinem Tempel gebührt Heiligkeit, [o Herr, für lange Zeiten], und hierauf:995Ib. 90,1.ein Gebet Mošes &c. Da sprach er: Hieraus ist zu entnehmen, daß er [das Attribut] Langmut gesehen hatte.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, eine Krone auf dem Haupte eines jeden Frommen sein, denn es heißt:996Jes. 28,5.an jenem Tage wird der Herr eine Krone der Herrlichkeit sein und ein prächtiger Stirnreif für den Rest seines Volkes &c. – Was heißt: Krone der Herrlichkeit und prächtiger Stirnreif? – Für diejenigen, die seinen Willen997Statt רצונו ist mit Handschriften צביונו zu lesen; das W. צבי wird vom aram. צבי wollen, wünschen abgeleitet.tun und auf seine Hilfe hoffen. Man könnte glauben, für jeden, so heißt es: für den Rest seines Volkes, nur für den, der sich als Rest betrachtet.", "998Jes. 28,6.Und Gesinnung der Gerechtigkeit dem, der zu Gericht sitzt, und Heldenkraft denen, die kriegerische Angriffe zum Tor hinaus zurückschlagen. Zur Gesinnung der Gerechtigkeit, der seinen Trieb beherrscht; der zu Gericht sitzt, der Recht spricht der Wahrheit gemäß; und Heldenkraft, der sich seines Triebes bemächtigt; kriegerische Angriffe zurückschlagen, der den Kampf der Tora zu führen versteht; zum Tore, die frühmorgens und spätabends in den Bet- und Lehrhäusern weilen.", "Die Eigenschaft der Gerechtigkeit sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wodurch unterscheiden sich diese von jenen! Er erwiderte ihr:999Ib. V. 7.Auch diese wanken vom Weine und taumeln vom Rauschtranke; sie schwanken beim urteilen. Schwanken deutet auf das Fegefeuer, denn es heißt: 1iSam. 25,31.dies soll dich nicht zum Schwanken bringen; Urteilen [pelilija] deutet auf die Richter, denn es heißt: 2Ex. 21,22.nach Angabe der Richter [pelilim].", "iv DIE LEUTE EINER ABTRÜNNIGEN STADT HABEN KEINEN ANTEIL AN DER ZUKÜNFTIGEN WELT, DENN ES HEISST:3Dt. 114.es sind nichtswürdige Männer aus deiner Mitte hervorgegangen und haben die Einwohner ihrer Stadt abtrünnig gemacht. SIE WERDEN NUR DANN GETÖTET, WENN DIE VERLEITER AUS DERSELBEN STADT UND VOM SELBEN STAMME SIND, WENN DIE MEHRHEIT [DER EINWOHNER] VERLEITET WORDEN IST, UND DIE VERLEITER MÄNNER SIND. WURDEN SIE DURCH FRAUEN ODER MINDERJÄHRIGE VERLEITET, ODER WURDE NUR DIE MINDERHEIT [DER EINWOHNER] VERLEITET, ODER WAREN DIE VERLEITER AUSWÄRTIGE, SO WERDEN SIE ALS EINZELNE BEHANDELT: [ZU IHRER VERURTEILUNG] SIND FÜR JEDEN BESONDERS ZWEI ZEUGEN UND VERWARNUNG ERFORDERLICH.", "IN FOLGENDEM IST ES BEI EINZELNEN STRENGER ALS BEI EINER MEHRHEIT: EINZELNE WERDEN DURCH STEINIGUNG [HINGERICHTET], DAHER BLEIBT IHR VERMÖGEN GERETTET, DIE MEHRHEIT ABER DURCH DAS SCHWERT, DAHER WIRD AUCH IHR VERMÖGEN VERNICHTET.", "v So sollst du die Bewohner jener Stadt mit dem Schwerte erschlagen; [HIERAUS, DASS] EINE VON ORT ZU ORT ZIEHENDE KARAWANE ESELTREIBER ODER KAMELFÜHRER SIE RETTE.", "ES HEISST: 4Ib. V. 16.banne sie und alles, was darin ist, und ihr Vieh durch die Schneide des Schwertes; HIERAUS FOLGERTEN SIE, DASS DAS GUT DER FROMMEN, DAS SICH IN DIESER BEFINDET, VERNICHTET, UND DAS SICH AUSSERHALB BEFINDET, GERETTET WERDE; DAS DER FREVLER ABER WERDE VERNICHTET, EINERLEI OB ES SICH IN DIESER ODER AUSSERHALB DERSELBEN BEFINDET.", "vi ES HEISST: 5Ib. V. 17.ihre ganze Beute sollst du auf ihren Marktplatz zusammentragen &c. HAT SIE KEINEN MARKTPLATZ, SO IST DA EIN SOLCHER HERZURICHTEN; BEFINDET SICH IHR MARKTPLATZ AUSSERHALB DER STADT, SO ZIEHE MAN IHN HINEIN.", "ES HEISST: 5Ib. V. 17.du sollst im Feuer verbrennen die Stadt samt ihrer ganzen Beute als Ganzopfer dem Herrn, deinem Gott; IHRE BEUTE, NICHT ABER DIE DEM HIMMEL GEHÖRENDE BEUTE; HIERAUS FOLGERTEN SIE, DASS MAN GEHEILIGTES, DAS SICH DARIN BEFINDET, AUSLÖSE, HEBE VERFAULEN LASSE, ZWEITEN ZEHNTEN UND HEILIGE SCHRIFTEN VERWAHRE.", "Als Ganzopfer dem Herrn, deinem Gott. R. ŠIMO͑N SAGTE: DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, SPRACH: WENN IHR AN DER ABTRÜNNIGEN STADT DAS RECHT ÜBT, SO RECHNE ICH ES EUCH AN, ALS WÜRDET IHR MIR GANZOPFER DARBRINGEN.", "5Ib. V. 17.Sie bleibe zum ewigen Schutthaufen; SIE DARF AUCH NICHT IN GEMÜSE- UND OBSTGÄRTEN VERWANDELT WERDEN – SO R. JOSE DER GALILÄER. R. A͑QIBA SAGTE:5Ib. V. 17.Sie soll nie mehr aufgebaut werden, SIE DARF NICHT WIEDER AUFGEBAUT WERDEN, WIE SIE FRÜHER WAR, WOHL ABER DARF SIE IN GEMÜSE- UND OBSTGÄRTEN VERWANDELT WERDEN. 6Ib. V. 18.Nichts von dem mit dem Banne Belegten soll an deiner Hand kleben bleiben. SOLANGE SICH FREVLER AUF DER WELT BEFINDEN, BEFINDET SICH ZORNESGLUT7Diese Auslegung bezieht sich auf den 2. Teil des angezog. Schriftverses: damit der Herr von seiner Zornesglut ablasse &c. AUF DER WELT, SIND DIE FREVLER AUS DER WELT GESCHWUNDEN, SO IST AUCH DIE ZORNESGLUT AUS DER WELT ENTWICHEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Hervorgegangen, sie selbst, nicht aber durch Boten; Männer, unter Männer sind nicht weniger als zwei zu verstehen. Eine andere Erklärung: Männer, nicht aber Frauen, Männer, nicht aber Minderjährige;", "Nichtswürdige, die das himmlische Joch von ihrem Halse abgeworfen haben; aus deiner Mitte, nicht aber aus einer Grenzstadt8Bei einer Stadt an der Grenze Palästinas haben diese Bestimmungen keine Geltung; cf. supra Fol. 16b.; die Einwohner ihrer Stadt, nicht aber die Einwohner einer anderen Stadt; und gesprochen, es sind für jeden besonders Zeugen und Verwarnung erforderlich.", "Es wurde gelehrt: R. Joḥanan sagte, man verteilte9Bei der Verteilung Palästinas an die Stämme. eine Stadt an zwei Stämme; Reš Laqiš sagte, man verteilte nicht eine Stadt an zwei Stämme. R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn die Verleiter aus derselben Stadt und vom selben Stamme sind. Doch wohl, selbst wenn die Verleiter aus derselben Stadt sind, nur wenn sie auch demselben Stamme angehören, sonst aber nicht; hieraus also, daß eine Stadt an zwei Stämme verteilt werden konnte!? –", "Nein, wenn sie ihnen10Den Verleitern.durch Erbschaft oder durch Schenkung zugefallen ist.", "Er wandte gegen ihn ein: 11Jos. 21,16.Neun Städte von diesen beiden Stämmen. Doch wohl vier und eine halbe von dem einen und vier und eine halbe von dem anderen; hieraus also, daß eine Stadt an zwei Stämme verteilt werden konnte!? – Nein, vier vor dem einen und fünf von dem anderen. –", "Demnach sollte er es doch spezialisiert haben!? –" ], [ "Ein Einwand.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn sie von selbst abtrünnig geworden sind; der Allbarmherzige sagt: abtrünnig gemacht, also nicht wenn sie von selbst abtrünnig geworden sind, oder auch, wenn sie von selbst abtrünnig geworden sind? –", "Komm und höre: Wurden sie durch Frauen oder Minderjährige verleitet. Weshalb12Sollten dann die Bestimmungen über die abtrünnige Stadt keine Geltung haben, falls sie bei der von selbst abtrünnig gewordenen wohl Geltung haben.nun, es sollte doch ebenso sein, als würden sie von selbst abtrünnig geworden sein!? – In dem einen Falle folgen sie ihrem eigenen Antrieb, im anderen Falle folgen sie den Frauen, beziehungsweise den Kindern.", "WENN DIE MEHRHEIT VERLEITET WORDEN IST. Wie macht man es nun13Falls die ganze Stadt nicht abtrünnig ist, muß ja zur Feststellung zunächst über jeden besonders verhandelt werden.? R. Jehuda erwiderte: Man urteilt ab und sperrt ein, urteilt ab und sperrt14Wenn sie dann die Mehrheit bilden, so werden sie nachher zusammen durch das Schwert getötet, wenn die Minderheit, durch Steinigung.ein. U͑la entgegnete: Demnach ziehst du ja ihre Strafvollstreckung in die Länge15Die Strafvollstreckung muß am Tage der Verurteilung erfolgen, um dem Delinquenten unnötige Quälerei zu ersparen.! Vielmehr, sagte U͑la, man urteilt ab und steinigt, urteilt ab und steinigt16Bis die Hälfte erreicht ist, die folgenden werden durch das Schwert hingerichtet..", "Es wurde gelehrt: R. Joḥanan sagt, man urteile ab und steinige, urteile ab und steinige; Reš Laqiš sagt, man vermehre die Gerichtshöfe17Damit man sie alle am selben Tage aburteilen könne.. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥama b. Jose sagte ja im Namen R. Ošajas: 18Dt. 17,5.Du sollst jenen Mann oder jenes Weib hinausführen, einen Mann oder eine Frau kannst du zum Tore19Zur Hinrichtung.hinausführen, nicht aber kannst du eine ganze Stadt zum Tore hinausführen20Dies kann nur der höchste Gerichtshof zu Jerušalem.!? – Vielmehr, man vermehre für sie die Gerichtshöfe und verhandle über ihre Sache, darauf bringe man sie nach dem großen Gerichte, beschließe da ihr Urteil und töte sie.", "So sollst du die Bewohner der Stadt erschlagen &c. Die Rabbanan lehrten: Wenn eine von Ort zu Ort ziehende Karawane Eseltreiber oder Kamelführer da übernachtet hat und mit ihnen abtrünnig geworden ist, so werden sie, wenn sie da dreißig Tage geweilt haben, durch das Schwert hingerichtet und ihr Vermögen wird vernichtet, wenn aber weniger, so werden sie durch Steinigung hingerichtet und ihr Vermögen wird gerettet. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wie lange muß man in der Stadt gewohnt haben, um zu den Einwohnern der Stadt gezählt zu werden? Zwölf Monate!? Raba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; dies, um Stadtbürger zu sein, jenes, um Stadteinwohner zu sein.", "Es wird auch gelehrt: Wer sich den Genuß von den Bürgern der Stadt abgelobt hat, darf von einem, der da zwölf Monate wohnt, nichts genießen, wenn weniger, so darf er von ihm wohl genießen; wenn aber von den Einwohnern der Stadt, so darf er von einem, der da dreißig Tage wohnt, nichts genießen, wenn weniger, so darf er von ihm wohl genießen.", "Banne sie und alles, was darin ist &c. Die Rabbanan lehrten: Banne sie (und alles, was darin ist), ausgenommen das Gut der Frommen, das sich außerhalb derselben befindet; und alles, was darin ist, dies schließt das Gut der Frommen ein, das sich darin befindet. Ihre Beute, nicht aber die dem Himmel gehörende Beute; ihre ganze Beute, dies schließt das Gut der Frevler ein, das sich außerhalb derselben befindet.", "R. Šimo͑n sagte: Weshalb bestimmte die Tora, daß das sich darin befindliche Gut der Frommen vernichtet werde? Ihr Gut veranlaßte sie, darin zu wohnen, daher werde es vernichtet. Der Meister sagte: ihre ganze Beute sollst du zusammentragen, dies schließt das Gut der Frevler ein. das sich außerhalb derselben befindet. R. Ḥisda sagte: Nur wenn es darin zusammengetragen werden kann21Am selben Tage..", "R. Ḥisda sagte: Verwahrtes der Leute einer abtrünnigen Stadt ist erlaubt. – In welchem Falle: wollte man sagen, einer anderen Stadt, das sich darin befindet, so ist es ja selbstverständlich erlaubt, dies ist ja nicht ‘ihre Beute’; und wollte man sagen, ihres, das sich in einer anderen Stadt befindet, wieso ist es, wenn man es zusammentragen kann, erlaubt, und kann man es nicht zusammentragen, so sagte er ja dies bereits einmal!? –", "Nein, tatsächlich einer anderen Stadt, das in dieser aufbewahrt ist, nur handelt es sich um den Fall, wenn [der Aufbewahrende] Bürgschaft übernommen hat. Man könnte nämlich glauben, es gelte, da er Bürgschaft übernommen hat, als seines, so lehrt er uns.", "R. Ḥisda sagte: Ein Vieh, das zur Hälfte der abtrünnigen Stadt und zur Hälfte einer anderen Stadt gehört, ist verboten. Teig, der zur Hälfte der abtrünnigen Stadt und zur Hälfte einer anderen Stadt gehört, ist erlaubt. – Weshalb? – Das Vieh kann nicht als geteilt22Ein Vieh darf nur geschlachtet gegessen werden, und bei einem solchen ist, da es zur Vernichtung bestimmt ist, das Schlachten wirkungslos.gelten, der Teig dagegen gilt als geteilt.", "R. Ḥisda fragte: Wirkt das Schlachten beim Vieh einer abtrünnigen Stadt wenigstens insofern, als es rein und nicht Aas23Aas ist nicht nur zum Essen verboten, sondern auch levitisch verunreinigend.sei; der Allbarmherzige sagt: durch die Schneide des Schwertes, somit ist es einerlei, ob man es geschlachtet oder getötet hat, oder ist, wenn man es geschlachtet hat, das Schlachten wirksam? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Joseph fragte: Wie verhält es sich mit dem Haare der frommen Frauen24Ob dieses zur Beute der Stadt gehört.? Raba entgegnete: Ist denn das der Frevlerinnen verboten, es heißt ja: sollst du zusammentragen und verbrennen, nur was des Zusammentragens und Verbrennens bedarf, ausgenommen dieses, das des Schneidens, Zusammentragens und Verbrennens bedarf!?", "Vielmehr, fragte Raba, [wie verhält es sich mit] einer Perücke24Ob dieses zur Beute der Stadt gehört.? – In welchem Falle: hat [die Frau] sie am Körper an, so gleicht sie ja ihrem Körper!? – In dem Falle, wenn sie am Nagel hängt; gilt sie als darin befindliches Gut der Frommen und muß vernichtet werden, oder gilt sie, da sie aufgesetzt und abgelegt wird, als Kleidungsstück25Kleider, die Nichtabtrünnige anhaben, werden nicht vernichtet.? – Dies bleibt unentschieden.", "Ihre ganze Beute sollst du auf ihren Marktplatz zusammentragen &c. Die Rabbanan lehrten: Hat sie keinen Marktplatz, so hat bei ihr das Gesetz von der abtrünnigen Stadt keine Geltung – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, hat sie keinen Marktplatz, so errichte man da einen solchen. – Worin besteht ihr Streit? – Einer versteht unter ‘ihren Marktplatz’ einen von früher her, und der andere versteht darunter auch einen jetzt errichteten." ], [ "GEHEILIGTES, DAS SICH DARIN BEFINDET, AUSLÖSE &C. Die Rabbanan lehrten: Befindet sich da Geheiligtes, so ist es, wenn Geheiligtes für den Altar26Opfertiere, da solche von diesen nicht angenommen werden., verenden zu lassen, und wenn Geheiligtes für den Reparaturfonds, auszulösen; Hebe lasse man verfaulen, zweiten Zehnten und heilige Schriften verwahre man. R. Šimo͑n sagt: Ihr Vieh, nicht aber das Erstgeburtvieh und den Zehnten; ihre Beute, ausgenommen ist das Geld des Heiligtums und des Zehnten.", "Der Meister sagte: Befindet sich da Geheiligtes, so ist es, wenn Geheiligtes für den Altar, verenden zu lassen. Weshalb lasse man sie verenden, sollte man sie doch weiden lassen, bis sie ein Gebrechen bekommen, sie dann verkaufen und das Geld für freiwillige Opfer verwenden!?", "R. Joḥanan erwiderte:27Pr. 21,27.Das Schlachtopfer der Gottlosen ist ein Greuel. Reš Laqiš erwiderte: Sie sind Gut des Eigentümers, denn hier handelt es sich um Opfer, für die der Eigentümer haftbar ist, und zwar ist hier die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, solche sind Gut des Eigentümers. –", "Wenn aber der Schlußsatz die Ansicht R. Šimo͑ns lehrt, so vertritt ja der Anfangsatz nicht die Ansicht R. Šimo͑ns!? – Vielmehr, hier handelt es sich um minderheilige Opfer, und zwar nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, Minderheiliges sei Gut des Eigentümers. –", "Weshalb lehrt er im Schlußsatze, wenn demnach Hochheiliges auszulösen ist, daß dem Reparationsfonds gehörendes Gut auszulösen sei, er sollte doch hinsichtlich [der Opfer] selbst unterscheiden: dies gilt nur von Minderheiligem, Hochheiliges aber ist auszulösen!? – Da dazu28Zu den hochheiligen Opfern.auch das Sündopfer gehört, dessen Eigentümer gestorben ist, das man verenden lassen muß, so ist dies nicht stichhaltig. –", "Erklärlich ist es, daß R. Joḥanan nicht wie Reš Laqiš erklärt, denn es heißt: das Schlachtopfer der Gottlosen ist ein Greuel, weshalb aber erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan!? – Das Schlachtopfer der Gottlosen ist nur dann ein Greuel, wenn es sich in seinem originären Zustand befindet, anders aber in dem Falle, wenn damit eine Veränderung eingetreten ist29Wenn es ausgelöst u. die Heiligkeit auf den Erlös übertragen wird..", "«R. Šimo͑n sagt: Ihr Vieh, nicht aber das Erstgeburtvieh.» Um welche handelt es sich: wollte man sagen, um fehlerfreie [Tiere], so sind sie ja dem Himmel gehörende Beute, und wenn um gebrechenbehaftete30Solche gehören dem Eigentümer., so sind sie ihre Beute!?", "Rabina erwiderte: Tatsächlich um gebrechenbehaftete, jedoch erstreckt sich [diese Vorschrift] nur auf solche, die als ‘dein Vieh’ gegessen werden, ausgenommen diese, die nicht als ‘dein Vieh’, sondern als Erstgeborenes oder als Zehnt gegessen werden; sie gelten daher als Beute des Himmels.", "Er streitet somit gegen Šemuél, denn Šemuél sagte, alles werde dargebracht und alles werde ausgelöst. – Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: jedes [Vieh], das als fehlerfreies dargebracht und als gebrechenbehaftetes ausgelöst wird, ist durch [das Wort] ihre Beute ausgeschlossen, das aber als fehlerfreies dargebracht und als gebrechenbehaftetes nicht ausgelöst31Beispielsweise Erstgeburt u. Zehnt; nach S. gelten diese, auch wenn sie fehlerfrei sind, nicht als ‘Beute des Himmels’.wird, ist durch [das Wort] ihr Vieh ausgeschlossen.", "HEBE VERFAULEN LASSE. R. Ḥisda sagte: Dies lehrten sie nur von der Hebe im Besitze des Jisraéliten, wenn sie sich aber [bereits] im Besitze des Priesters befindet, so muß sie, da sie sein Eigentum ist, verbrannt werden.", "R. Joseph wandte ein: [daß man] zweiten Zehnten und heilige Schriften verwahre. Der zweite Zehnt im Besitze eines Jisraéliten gleicht ja dem ersten Zehnten im Besitze eines Priesters32Da er ebenfalls sein Eigentum ist, obgleich er nur in Jerušalem gegessen werden darf (cf. Dt. 14,22ff.)., dennoch lehrt er, er sei zu verwahren!? – Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Ḥisda sagte: Dies lehrten sie nur von der Hebe im Besitze des Priesters, wenn sie sich aber [noch] im Beisitze des Jisraéliten befindet, so ist sie einem Priester in einer anderen Stadt zu geben.", "Dort haben wir gelernt: Teig vom zweiten Zehnten ist von der Teighebe33Die vom Teige an den Priester zu entrichten ist; cf. Num. 15,20.frei – so R. Meír; nach den Weisen ist er pflichtig. R. Ḥisda sagte: Der Streit besteht nur über den zweiten Zehnten in Jerušalem; R. Meír ist der Ansicht, der zweite Zehnt sei Eigentum des Höchsten, und die Weisen sind der Ansicht, er sei Eigentum des Gemeinen; in der Provinz aber34Wo er unausgelöst nicht gegessen werden darf.ist er nach aller Ansicht frei.", "R. Joseph wandte ein: [daß man] zweiten Zehnten und heilige Schriften verwahre. In welchem Falle: wollte man sagen, in Jerušalem, so kann es ja nicht abtrünnige Stadt werden, von Jerušalem werden ja zehn Dinge gelehrt, und eines von diesen ist, daß es nicht abtrünnige Stadt werden könne; und wollte man sagen, wenn er da aus einer anderen Stadt gebracht worden ist, so haben ihn ja die Stadtmauern aufgenommen.", "Doch wohl in der Provinz, und er lehrt, daß er verwahrt werden müsse!? – Nein, tatsächlich, wenn man ihn da aus einer anderen Stadt gebracht hat, nur handelt es sich um den Fall, wenn er unrein geworden ist. –", "So sollte man ihn doch auslösen!? R. Elea͑zar sagte nämlich: Woher, daß man den zweiten Zehnten, wenn er unrein wird, auch in Jerušalem auslösen dürfe? Es heißt:35Dt. 14,24.du es nicht tragen kannst, und unter ‘tragen’ ist ‘essen’ zu verstehen, denn es heißt:36Gen. 43,34.er ließ ihnen vor ihm her Tischgaben auftragen!? – Hier handelt es sich um Gekauftes37Was für den Erlös vom 2. Zehnten gekauft wurde.. –" ], [ "Aber auch dies sollte ja ausgelöst werden, denn wir haben gelernt, daß, wenn das für den Erlös des zweiten Zehnten Gekaufte unrein wird, man es auslöse!? – Nach R. Jehuda, welcher sagt, es sei zu vergraben. – Wieso wird dies demnach von einer abtrünnigen Stadt gelehrt, dies ist ja auch sonst der Fall!? –", "Vielmehr, tatsächlich handelt es sich um reinen, wenn nämlich die Stadtmauer eingestürzt ist. Dies nach Raba, denn Raba sagte, hinsichtlich des Essens38Der 2. Zehnt muß innerhalb der Stadtmauer Jerušalems gegessen werden.sei die Stadtmauer Vorschrift der Tora, hinsichtlich der Aufnahme39Sobald eine Sache sich innerhalb der Stadtmauer befindet, hat die Stadt sie aufgenommen.sei sie Bestimmung der Rabbanan. Die Bestimmung der Rabbanan erstreckt sich nur auf den Fall, wenn die Mauer vorhanden ist, nicht aber auf den Fall, wenn sie nicht vorhanden ist.", "[DASS MAN] HEILIGE SCHRIFTEN VERWAHRE. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht R. Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Eine Stadt, in der auch nur eine Mezuza vorhanden ist, kann nicht als abtrünnige Stadt erklärt werden, denn es heißt:40Dt. 13,17.du sollst im Feuer verbrennen die ganze Stadt samt ihrer ganzen Beute als Ganzopfer, und wenn da ein Mezuza vorhanden ist, so ist dies nicht angängig, denn es heißt:41Ib. 12,4.ihr dürft nicht also verfahren mit dem Herrn, eurem Gott.", "R. ŠIMO͑N SAGTE: DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, SPRACH &C. Es wäre anzunehmen, daß sie über [eine Lehre] des R. Abin im Namen R. Ilea͑s streiten. R. Abin sagte nämlich im Namen R. Ilea͑s: Überall, wo das Gebot generalisiert und das Verbot spezialisiert ist, sind [die Regeln42Die hierbei in betracht kommenden Regeln lauten folgendermaßen: folgt bei irgend einem Gesetze die Spezialisierung auf die Generalisierung (כלל ופרט), so gilt dies als Beschränkung und alles andere ist auszuschließen; folgt die Generalisierung auf die Spezialisierung (פרט וכלל), so gilt dies als Erweiterung und alles, was die Generalisierung zuläßt, ist einzuschließen; folgt der Generalisierung eine Spezialisierung und darauf wiederum eine Generalisierung (כלל ופרט וכלל), so gilt dies als beschränkte Erweiterung, dh. das, was dem Speziellen gleicht, ist einzuschließen.von der] ‘Generalisierung und Spezialisierung’ nicht anzuwenden.", "Einer hält von der Lehre R. Abins und einer hält nicht von der Lehre R. Abins43Das Gebot lautet generell: die Stadt soll ein Schutthaufen bleiben, und darauf folgt ein Verbot speziell; sie soll nicht bebaut werden; nach der Lehre R. Abins ist die hierbei in betracht kommende hermeneut. Regel (כלל ופרט) nicht anzuwenden, somit darf die Stadt auch nicht bepflanzt werden.. –", "Nein, alle halten sie von der Lehre R. Abins, und ihr Streit besteht vielmehr in folgendem: einer ist der Ansicht, mehr44Der Schriftvers lautet: die Stadt soll nicht mehr bebaut werden.heiße: überhaupt nicht mehr, und einer ist der Ansicht, mehr heiße: wie sie vorher war. SIE DARF NICHT WIEDER AUFGEBAUT WERDEN, WOHL ABER DARF SIE IN GEMÜSE- UND OBSTGÄRTEN VERWANDELT WERDEN.", "Die Rabbanan lehrten: Befinden sich da gefällte Bäume, so sind sie verboten, [am Boden] haftende, so sind sie erlaubt; die einer anderen Stadt sind verboten, einerlei ob gefällte oder [am Boden] haftende. – Was ist es für eine andere Stadt? R. Ḥisda erwiderte: Jeriḥo; denn es heißt:45Jos. 6,17.die Stadt &c. soll für den Herrn mit dem Banne belegt sein. 46Ib. V. 26.Zu jener Zeit schwur Jehošua͑ also: Verflucht soll vor dem Herrn der Mann sein, der diese Stadt, Jeriḥo, wieder aufbaut. Mit seinem Erstgeborenen lege er ihren Grund und mit seinem Jüngsten setze er ihre Tore ein.", "Es wird gelehrt: Weder Jeriḥo auf den Namen einer anderen Stadt noch eine andere Stadt auf den Namen Jeriḥo, denn es heißt: 47iReg. 16,34.baute Ḥiél aus Beth-él Jeriḥo48Nach einer talmud. Überlieferung war es eine andere Stadt, die er Jeriḥo benannte.; mit seinem Erstgeborenen Abiram legte er ihren Grund, und mit seinem Jüngsten Šegub setzte er ihre Tore ein.", "Es wird gelehrt: Mit seinem Erstgeborenen Abiram, dieser war ein Frevler, somit konnte er es49Daß er wegen des Fluches Jehošua͑s starb.nicht wissen; mit seinem Jüngsten Šegub, da sollte er es wissen. –", "Was hatten denn Abiram und Šegub getan!? – Er meinte es wie folgt: Dieser Frevler sollte es schon beim [Tode] seines Erstgeborenen Abiram gemerkt haben. Mit seinem Jüngsten Šegub; wenn es schon heißt: mit seinem Erstgeborenen Abiram, so weiß ich ja, daß Šegub der jüngere war, wozu braucht dies gesagt zu werden!? – Dies lehrt, daß er [seine Kinder] zu begraben fortfuhr, von Abiram bis Šegub.", "Aḥáb war sein Freund, und er kam mit Elijahu zu ihm ins Trauerhaus, um ihn zu begrüßen. Als er sich niederließ, sprach er zu ihm: Vielleicht lautete der Fluch Jehošua͑s wie folgt: weder Jeriḥo auf den Namen einer anderen Stadt, noch eine andere Stadt auf den Namen Jeriḥo. Da sprach Elijahu zu ihm: Freilich. Jener entgegnete: Wenn der Fluch Moše nicht in Erfüllung ging, denn es heißt:50Dt. 11,16,17.daß ihr abweicht und verehrt &c. und weiter: so wird der Zorn des Herrn gegen euch entbrennen und er wird den Himmel verschließen &c., während dieser Mann auf jeder Furche Götzen aufgestellt hat, und der Regen dennoch jeden hindert, zu diesen zu gehen und sie zu verehren, wie sollte nun der Fluch seines Schülers Jehošua͑ in Erfüllung gegangen sein!?", "Hierauf: 51iReg. 17,1.da sprach Elijahu, der Tišbite, von den Einwohnern Gilea͑ds: So wahr der Herr, der Gott Jisraéls, lebt &c., ob Regen oder Tau kommen wird &c. Alsdann flehte er um Erbarmen, und man lieferte ihm den Schlüssel des Regens aus, und er machte sich auf und ging fort.", "52Ib. VV. 2,3.Und es erging an ihn das Wort des Herrn also: Gehe von hinnen und wende dich ostwärts und verbirg dich am Bache Kerith.53Ib. V. 6.Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen &c. Woher? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Von den Schlächtern Aḥábs.54Ib. V, 7,Nach Verlauf von Tagen aber versiegte der Bach, denn es hatte im Lande nicht geregnet. Als [Gott] sah, daß die Welt Not litt, (da heißt es:)55Ib, VV. 8,9.da erging das Wort des Herrn an ihn also: Auf, begib dich nach Çarpath.", "Es heißt: 56Ib. V. 17.nach diesen Begebenheiten erkrankte der Sohn der Frau, der das Haus gehörte. Er bat dann, ihm den Schlüssel der Totenbelebung zu geben, da erwiderte man ihm: Drei Schlüssel sind keinem Vertreter anvertraut worden: der der Geburt, der des Regens und der der Totenbelebung. Man würde sagen, zwei befinden sich in der Hand des Schülers und einer in der Hand des Meisters; bring jenen, so erhältst du diesen. Deshalb heißt es:57Ib. 18,1.geh, zeige dich Aḥáb, damit ich Regen gebe.", "Ein Galiläer trug in Gegenwart R. Ḥisdas vor: Elijahu ist mit dem zu vergleichen, der das Tor verschlossen und den Schlüssel verloren hat58E. hatte erwirkt, daß es nicht regne, er war aber nicht imstande, Regen zu bringen..", "R. Jose trug in Sepphoris vor: Vater Elijahu" ], [ "war empfindlich. Er pflegte zu ihm zu kommen, dann aber blieb er drei Tage aus und kam nicht. Als er wieder kam, fragte ihn jener, weshalb er nicht gekommen sei. Dieser erwiderte: Weil du mich empfindlich genannt hast. Jener entgegnete: Da haben wir es ja, daß der Meister empfindlich ist.", "Nichts von dem mit dem Banne Belegten soll an deiner Hand kleben bleiben. SOLANGE, SICH FREVLER AUF DER WELT BEFINDEN, BEFINDET SICH ZORNESGLUT AUF DER WELT &C. Wer sind die Frevler? R. Joseph erwiderte: Die Diebe59Die vom mit dem Banne Belegten stehlen..", "Die Rabbanan lehrten: Kommt ein Frevler in die Welt, so kommt Zornesglut über die Welt, denn es heißt:60Pr. 18,3.wo der Gottlose kommt, da kommt Verachtung, und mit der Schande Schmach. Schwindet ein Frevler aus der Welt, so kommt Güte über die Welt, denn es heißt: 61Ib. 11,10.wenn die Frevler umkommen [ertönt] Jubel. Scheidet ein Frommer aus der Welt, so kommt Unglück über die Welt, denn es heißt:62Jes. 57,1.der Fromme ist dahin, ohne daß jemand es zu Herzen nimmt, Männer der Liebe werden dahingerafft, ohne daß jemand es merkt, daß vor [Eintritt] des Unglücks der Fromme dahingerafft wurde. Kommt ein Frommer in die Welt, so kommt Güte über die Welt, denn es heißt:63Gen. 5,29.dieser wird uns trösten in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }