{ "language": "en", "title": "Bava Kamma", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "בבא קמא", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nezikin" ], "text": [ [], [], [ "i ES GIBT VIER HAUPTARTEN1Wörtl. Väter; als solche werden diejenigen Fälle aufgezählt, die im bezüglichen Schriftabschnitte (Ex. Kapp. 21 u. 22) ausdrücklich erwähnt werden: analoge Fälle werden von diesen abgeleitet. VON SCHÄDIGUNGEN: DURCH DEN OCHSEN2Nach der weiter folgenden Erklärung, der von einem Tiere böswillig angerichtete Schaden, besonders durch Hornstoß; cf. Ex. 21,35ff., DURCH DIE GRUBE3Die jemand auf öffentlichem Gebiete gegraben hat, wodurch Schaden angerichtet wird; cf. Ex. 21,33., DURCH DIE ABWEIDUNG [MABE͑H]4Daß unter מבעה die Abweidung eines fremden Ackerfeldes durch ein Vieh (cf. Ex. 22,4) zu verstehen ist, unterliegt keinem Zweifel, dennoch wird weiter im T. eine Ansicht angeführt, nach der darunter der von einem Menschen angerichtete Schaden zu verstehen ist. Diese ganz falsche Erklärung kommt daher, weil eine Rezension unserer Mišna tatsächlich והאדם hatte. מבעה ist wohl eine absichtliche Kürzung von מבעיר, um eine Verwechselung mit הבער zu vermeiden. UND DURCH DAS FEUER5Cf. Ex. 22,5..", "DIE EIGENHEIT DES OCHSEN6Dh. der Schädigung durch diesen, ebenso weiter. GLEICHT NICHT DER EIGENHEIT DER ABWEIDUNG, UND DIE EIGENHEIT DER ABWEIDUNG GLEICHT NICHT DER EIGENHEIT DES OCHSEN; DIE EIGENHEIT DIESER BEIDEN, IN DENEN EIN LEBENDER GEIST IST, GLEICHT NICHT DER EIGENHEIT DES FEUERS, IN DEM KEIN LEBENDER GEIST IST; \n", "UND DIE EIGENHEIT DIESER [DREI], DIE SICH BEWEGEN UND SCHADEN ANRICHTEN, GLEICHT NICHT DER EIGENHEIT DER GRUBE, DIE SICH NICHT BEWEGT UND SCHADEN ANRICHTET.", "DAS GEMEINSAME AN IHNEN IST: ES IST IHRE ART, SCHADEN ANZURICHTEN, IHRE BEWACHUNG LIEGT DIES OB, UND WENN SIE SCHADEN ANGERICHTET HABEN, SO IST DER SCHÄDIGER7Dh. der Eigentümer, der Urheber des Schadens. VERPFLICHTET, SCHADENERSATZ MIT DEM BESTEN [SEINES] ACKERLANDES8Cf. Ex. 22,4 u. weit. Fol. 6b. ZU LEISTEN.", "GEMARA. Wenn er von Hauptarten lehrt, so gibt es wohl auch Unterarten9Wörtl. Kinder od. Abstammende; gemeint sind analoge, in der Schrift nicht genannte Fälle.; gleichen die Unterarten diesen selbst oder gleichen sie ihnen nicht?", "Beim Šabbathgesetze haben wir gelernt, es gebe neununddreißig Hauptarbeiten; wenn es Hauptarbeiten gibt, so gibt es auch Abzweigungen,", "und die Abzweigungen gleichen diesen selbst, denn wie wegen einer Hauptarbeit ein Sündopfer darzubringen10Wenn man sie versehentlich ausgeübt hat.ist, ebenso ist auch wegen einer Abzweigung ein Sündopfer darzubringen, und wie eine Hauptarbeit mit Steinigung belegt11Wenn vorsätzlich.ist, ebenso ist auch eine Abzweigung mit Steinigung belegt. —", "Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen einer Hauptarbeit und einer Abzweigung? — Der Unterschied besteht in folgendem: wenn man zwei Hauptarbeiten oder zwei Abzweigungen ausübt, so ist man wegen jeder besonders schuldig, wenn aber eine Hauptarbeit und eine Abzweigung derselben, so ist man nur einmal schuldig. —", "Weshalb heißt die eine Hauptarbeit und die andere Abzweigung nach R. Elie͑zer, nach dem man wegen der Abzweigung neben der Hauptarbeit besonders schuldig ist12Auch wenn man sie gleichzeitig ausgeübt hat.? — Die beim Bau der Stiftshütte wesentlich war13So nach unserem Texte; nach einer anderen Lesart: die beim Bau der Stiftshütte zur Anwendung kam, ist wesentlich u. heißt Hauptarbeit usw., heißt Hauptarbeit, und die beim Bau der Stiftshütte unwesentlich war, heißt Abzweigung. —", "Beim Gesetze von der Unreinheit haben wir gelernt: Urunreinheiten sind: das Kriechtier, der Zeugungssamen" ], [ "und der Leichenunreine; bei diesen gleichen die abstammenden14Die durch Berührung mit den genannten Urunreinheiten unrein wurden.nicht ihnen selbst, denn eine Urunreinheit macht auch Menschen und Geräte unrein, während die abstammenden nur Speisen und Getränke unrein machen, nicht aber Menschen und Geräte. Wie ist es nun hierbei?", "R. Papa erwiderte: Bei manchen gleichen sie ihnen und bei manchen gleichen sie ihnen nicht.", "Die Rabbanan lehrten: Beim Ochsen gibt es drei Hauptarten von Schädigungen: durch das Horn, durch den Zahn und durch den Fuß. —", "Woher dies vom Horn? Die Rabbanan lehrten:15Ex. 21,28.Wenn stoßen wird, unter ‘stoßen’ ist nur das Stoßen mit dem Horn zu verstehen, denn es heißt: 16iReg. 22,11.da machte sich Çidqijah, der Sohn Kena͑nas, eiserne Hörner und sprach: So spricht der Herr: Mit diesen wirst da Aram niederstoßen &c. Ferner heißt es:17Dt. 33,17.Hoheit umgibt seinen erstgeborenen Stier, wie eines Wildochsen sind seine Hörner, mit ihnen stößt er Völker nieder. —", "Wozu ist das ‘ferner’18Der Beleg mit einem 2. Schriftverse.nötig? — Man könnte einwenden, Worte der Tora seien nicht durch Worte der Propheten auszulegen19Wörtl. zu lernen, dadurch eine Lehre zu folgern., so heißt es: Hoheit umgibt seinen erstgeborenen Stier. —", "Ist dies denn eine Auslegung, dies ist ja nur Andeutung, daß unter ‘stoßen’ das Stoßen mit dem Horn zu verstehen sei!? —", "Vielmehr, man könnte glauben, der Allbarmherzige habe zwischen nicht verwarnt20Die ersten 2 oder 3 Male hat der Eigentümer für die Hornschädigung seines Ochsen nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen, erst beim 3. oder 4. Male gilt er als verwarnt u. muss den Schaden vollständig ersetzen; cf. Ex. 21,35ff.und verwarnt unterschieden beim losen21Horn, von dem der zuerst angezogene Schriftvers spricht; dh. wenn der Ochs ein Horn ins Maul nimmt und damit stößt; bei einem solchen ganz ungewöhnlichen Falle rechtfertigt sich der Ersatz der Hälfte des Schadens., beim angewachsenen aber gelle er22Der T. spricht stets vom schädigenden Tiere: es ist verwarnt, bezw. nicht verwarnt, es bezahlt einen ganzen od. halben Schaden usw.stets als verwarnt,", "so heißt es: Hoheit umgibt seinen erstgeborenen Stier23Dieser Schriftvers spricht von einem angewachsenen Horn..", "Welches ist die Unterart der Hornschädigung? — Anrennen, Beißen, Sichniederlegen24Auf zerbrechliche Dinge, um sie zu zerbrechenund Ausschlagen. —", "Das Stoßen heißt wohl deshalb Hauptart, weil es in der Schrift heißt: wenn stoßen wird, auch vom Anrennen heißt es ja:4Ex. 21,35.wenn anrennen wird!? — Hier ist unter ‘anrennen’ das Niederstoßen zu verstehen. Es wird nämlich gelehrt: Er beginnt mit stoßen und schließt mit anrennen25Cf. Ex. 21,35,36., um dir zu sagen, anrennen und stoßen seien dasselbe. —", "Weshalb wird beim Menschen26Wenn ein Ochs einen Menschen niederstößt: cf. Ex. 2l,28ff.[der Ausdruck] stoßen und beim Tiere [der Ausdruck] anrennen gebraucht? —", "Ein Mensch hat einen Schutzgeist27Nach Raschi Verstand, sich zu schützen., daher heißt es bei ihm stoßen28Durch Zielen mit dem Horn., ein Vieh hat keinen Schutzgeist, daher heißt es bei ihm anrennen.", "Nebenbei lehrt er uns folgendes: ist er verwarnt hinsichtlich eines Menschen, so gilt er als verwarnt auch hinsichtlich eines Tieres, und ist er verwarnt hinsichtlich eines Tieres, so gilt er nicht als verwarnt hinsichtlich eines Menschen. —", "Das Beißen ist ja eine Unterart der Zahnschädigung!? — Nein, bei der Zahnschädigung hat [das Tier] durch die Schädigung einen Genuß, dabei aber hat es durch die Schädigung keinen Genuß. —", "Das Sichniederlegen und das Ausschlagen sind ja Unterarten der Fußschädigung!? — Nein, die Fußschädigung ist eine Fahrlässigkeit29Wörtl. der Schaden kommt häufig vor, da das Tier stets geht; dies entspricht aber nicht ganz dem Sinne.; diese aber sind keine Fahrlässigkeiten. —", "Worauf beziehen sich demnach die Worte R. Papas, daß nämlich bei manchen die Unterarten nicht den Hauptarten gleichen: wenn etwa auf diese, so sind sie ja nicht verschieden;", "bei der Hornschädigung liegt eine Absicht der Schädigung vor, [das Tier] ist dein Eigentum, und die Bewachung liegt dir ob, ebenso liegt auch bei diesen eine Absicht der Schädigung vor, [das Tier] ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob!? —", "Vielmehr, die Unterarten der Hornschädigung gleichen der Hornschädigung, und die Worte R. Papas beziehen sich auf [die Unterart von] Zahn- und Fußschädigung.", "Wo befinden sich Zahn- und Fußschädigung in der Schrift? — Es wird gelehrt:30Ex. 22,4.Und schickt, das ist die Fußschädigung, denn so heißt es:31Jes. 32,20.die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken;30Ex. 22,4.und abweiden läßt,", "das ist die Zahnschädigung, denn es heißt:32iReg. 14,10.wie der Zahn" ], [ "33So nach der Auslegung des T. Das W. גלל (in der Bedeutung Zahn) wird v. גלה bloß. nackt, kahl (machen), abgeleitet, weil die Zähne zuweilen aufgedeckt u. zuweilen von den Lippen bedeckt sind; nach einer anderen Erklärung vom aram. גלל Stein (v. גלל rollen, wälzen), besond. Marmor, weil die Zähne das Aussehen des Marmors haben; nach einer dritten Erklärung vom biblischen גלל Kot, Mist, weil die Zähne die Speisen in Mist verwandeln.abweidet, bis es ganz aus ist.", "Der Meister sagte: Und schickt, das ist die Fußschädigung, denn so heißt es: die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken. Nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken. Worauf würdest du es denn sonst bezogen haben:", "wenn etwa auf die Hornschädigung, so befindet sich ja diese in der Schrift, und wenn auf die Zahnschädigung, so befindet sich ja auch diese in der Schrift!? —", "Dies ist nötig; man könnte glauben, beides beziehe sich auf die Zahnschädigung, nur spreche das eine von dem Falle, wenn es von Grund aus vernichtet34Wenn es nicht mehr nachwächst.wird, und das andere, wenn es nicht von Grund aus vernichtet wird, so lehrt er uns. —", "Woher wissen wir es nun, wo du dies auf die Fußschädigung beziehst, von der Zahnschädigung in dem Falle, wenn es nicht von Grund aus vernichtet wird? —", "Wie bei der Fußschädigung; wie es bei der Fußschädigung einerlei ist, ob es von Grund aus vernichtet wird oder nicht35Da bei dieser der Ausdruck ובער (vollständig vernichten) nicht gebraucht wird., ebenso ist es auch bei der Zahnschädigung einerlei, ob es von Grund aus vernichtet wird oder nicht.", "Der Meister sagte: Und abweiden läßt, das ist die Zahnschädigung, und so heißt es: wie der Zahn abweidet, bis es ganz aus ist. Nur weil der Allbarmherzige geschrieben hat: wie der Zahn abweidet, bis es ganz aus ist. Worauf würdest du es denn sonst bezogen haben:", "wenn etwa auf die Hornschädigung, so befindet sich ja diese in der Schrift, und wenn auf die Fußschädigung, so befindet sich ja auch diese in der Schrift!? — Dies ist nötig; man könnte glauben, beides beziehe sich auf die Fußschädigung, nur spreche das eine von dem Falle, wenn [das Tier] von selbst hinaufgegangen ist, und das andere, wenn [der Eigentümer] es hinaufgetrieben hat, so lehrt er uns. —", "Woher wissen wir es nun, wo du es auf die Zahnschädigung beziehst, von der Fußschädigung in dem Falle, wenn es von selbst hinaufgegangen ist!? —", "Wie bei der Zahnschädigung; wie es bei der Zahnschädigung einerlei ist, ob er es hinaufgetrieben hat oder es von selbst hinaufgegangen36Da bei dieser der Ausdruck ושלח (heraufschicken) nicht gebraucht wird.ist, ebenso ist es auch bei der Fußschädigung einerlei, ob er es hinaufgetrieben hat oder es von selbst hinaufgegangen ist. —", "Sollte doch der Allbarmherzige nur und schickt geschrieben haben, und nicht und abweiden läßt, denn [im ersten] ist ja sowohl die Fußschädigung als auch die Zahnschädigung einbegriffen!? Die Fußschädigung, denn es heißt: die den Fuß der Ochsen und der Esel schicken, die Zahnschädigung, denn es heißt:37Dt. 32,24.den Zahn der Tiere werde ich auf sie schicken. —", "Wenn nicht der überflüssige Schriftvers, so würde man nur das eine oder das andere verstanden haben; entweder die Fußschädigung, die eine Fahrlässigkeit ist, oder die Zahnschädigung, durch die [das Tier] einen Genuß hat. —", "Merke, sie sind ja gleichwertig, somit müßten doch beide einbegriffen sein, da man nicht weiß, welche auszuscheiden sei!? — Es38Das Wort וכער.ist dennoch nötig; man könnte glauben, nur wenn er [das Tier] hinaufgetrieben hat, nicht aber, wenn es selbst hinaufgegangen ist, so lehrt er uns.", "Welches ist die Unterart der Zahnschädigung? — Wenn [das Tier] aus Behaglichkeit sich an die Wand reibt39Und dadurch Schaden anrichtet.oder aus Behaglichkeit Früchte beschmutzt. —", "Bei der Zahnschädigung hat [das Tier] durch den Schaden einen Genuß, es ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, und dies ist ja auch bei diesen der Fall: es hat durch den Schaden einen Genuß, es ist dein Eigentum und dessen Bewachung liegt dir ob!? — Vielmehr, die Unterart der Zahnschädigung gleicht der Zahnschädigung, und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart von Fußschädigung.", "Welches ist die Unterart der Fußschädigung? — Wenn [das Tier] im Gehen einen Schaden mit dem Körper anrichtet, mit dem Haare, mit dem Futtersacke, den es aufhat, mit der Kandare, die es im Maule hat, oder mit der Glocke, die es am Halse hat. —", "Bei der Fußschädigung geschieht der Schaden durch Fahrlässigkeit, [das Tier] ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, und auch bei diesen ist dies ja der Fall: der Schader geschieht durch Fahrlässigkeit, es ist dein Eigentum und dessen Bewachung liegt dir ob!? — Vielmehr, die Unterart der Fußschädigung gleicht der Fußschädigung, und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart der Grubenschädigung.", "Welches ist die Unterart der Grubenschädigung: wollte man sagen, Hauptart heiße eine Grube von zehn [Handbreiten] und Unterart heiße eine von neun, so spricht ja die Schrift weder von neun noch von zehn!? —", "Das ist kein Einwand; der Allbarmherzige sagt:40Ex. 21,36.das tote soll ihm gehören, und den Rabbanan war es bekannt, daß [eine Grube] von zehn [Handbreiten] den Tod und eine von neun nur eine Schädigung und nicht den Tod herbeiführe. —", "Aber immerhin ist ja die eine Hauptart hinsichtlich des Todes und die andere Hauptart hinsichtlich der Schädigung!? —", "Vielmehr, wenn jemand seinen Stein, sein Messer oder sein Gepäckstück auf öffentlichem Gebiete hingelegt hat und sie Schaden angerichtet haben. —", "In welchem Falle: hat er ihren Besitz aufgegeben, so gelten sie ja sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél als Grube," ], [ "und hat er den Besitz nicht aufgegeben, so gelten sie ja nach Šemuél, welcher sagt, sie alle seien von der Grubenschädigung zu folgern, als Grube, und nach Rabh, welcher sagt, sie alle seien von der Schädigung durch einen Ochsen zu folgern, als Ochs!?", "Die Grube ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, sie ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, ebenso sind auch diese von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, sie sind dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob. — Vielmehr, die Unterart der Grubenschädigung gleicht der Grubenschädigung und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart von mabe͑h. —", "Was ist darunter zu verstehen: wenn nach Šemuél, welcher sagt, darunter sei die Zahnschädigung zu verstehen, so sagten wir ja, die Unterart der Zahnschädigung gleiche der Zahnschädigung, und wenn nach Rabh, welcher sagt, darunter sei ein von einem Menschen angerichteter Schaden zu verstehen, — was heißt bei ihm Hauptart und was Unterart!?", "Wolltest du sagen, Hauptart heiße sie, wenn sie wachend erfolgt ist, und Unterart, wenn schlafend, so haben wir ja gelernt, ein Mensch gelte stets als verwarnt, ob wachend oder schlafend! —", "Vielmehr, dies bezieht sich auf Schleim und Speichel41Wenn man mit diesen Exkreten Schaden angerichtet hat.. — In welchem Falle: haben sie den Schaden im Fluge angerichtet, so geschah dies ja durch seine Kraft, und wenn nachdem sie einen Ruhepunkt erreicht hatten, so gelten sie ja sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél als Grube!? — Vielmehr, die Unterart von mabe͑h gleicht diesem selbst, und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Unterart der Feuerschädigung.", "Welches ist die Unterart der Feuerschädigung: wollte man sagen [der Fall], wenn jemand einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück auf der Spitze seines Daches hingelegt hat und sie durch einen gewöhnlichen Wind42Womit der Eigentümer rechnen sollte.herabgefallen sind und Schaden angerichtet haben, — auf welche Weise: haben sie den Schaden im Fluge angerichtet, so gleichen sie ja der Feuerschädigung:", "bei der Feuerschädigung wirkt eine andere Kraft mit, es ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, ebenso wirkt auch bei diesen eine andere Kraft mit, sie sind dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob!? — Vielmehr, die Unterart der Feuerschädigung gleicht der Feuerschädigung und die Worte R. Papas beziehen sich auf die Fußschädigung. —", "‘Die Fußschädigung’, wir sagten ja, die Unterart der Fußschädigung gleiche der Fußschädigung!? — Beim halben Ersatz für Geröllschaden43Wenn beim Laufen des Tieres Geröll abprallt u. Schaden anrichtet., bezüglich dessen eine Lehre überliefert44Daß in einem solchen Falle der Eigentümer nur die Hälfte des Schadens zu entrichten hat. Diese Zahlung ist jed. eine richtige Geldzahlung u. keine Geldbuße, als welche jede Zahlung, die dem Schaden nicht entspricht, gilt. Diese Schädigung ist eine Unterart der Fußschädigung.ist. —", "Weshalb nennt er sie Unterart der Fußschädigung45Während doch der Ersatz dem der Hornschädigung gleicht.!? — Hinsichtlich der persönlichen Haftbarkeit46Bei der Hornschädigung haftet der Eigentümer nur dinglich, dh. mit dem Werte des Ochsen, der den Schaden angerichtet hat; das Tier wird verkauft u. der Geschädigte erhält die Hälfte des Erlöses, auch wenn der getötete Ochs bedeutend mehr wert war. Bei allen anderen Schädigungsarten haftet der Eigentümer persönlich. עליה wahrscheinlich von עלה schätzen, taxieren, nach Schätzung; die Erklärung des T. (weit. Fol. 16b) mit מעולה (ident. mit מיטב) ist sprachl. unzutreffend.. —", "Aber dies war ja Raba fraglich, denn Raba fragte, ob der halbe Ersatz für Geröllschaden, dinglich oder persönlich zu leisten sei!? —", "Raba war es fraglich, R. Papa war es entschieden. —", "Weshalb nennt er es nach Raba, dem dies fraglich war, Unterart der Fußschädigung? — Weil man nicht ersatzpflichtig ist, wenn dies auf öffentlichem Gebiete erfolgt ist47Für die Fußschädigung ist der Eigentümer nur dann verantwortlich, wenn der Schaden im Gebiete des Geschädigten angerichtet worden ist..", "DURCH DIE ABWEIDUNG [MABE͑H] UND DURCH DAS FEUER &C. Was heißt mabe͑h? — Rabh sagte, mabe͑h sei [die Schädigung durch] einen Menschen48Der von einem Menschen angerichtete Schaden., und Šemuél sagte, mabe͑h sei die Zahnschädigung.", "Rabh sagte, mabe͑h sei [die Schädigung durch] einen Menschen, denn es heißt: 49Jes. 21,12.der Wächter spricht: dir Morgen ist gekommen, aber auch die Nacht [kommt], wenn ihr fragen wollt, so fragt [bea͑ju50Hier wird bei Menschen der Ausdruck בעיו gebraucht.].", "Šemuél sagte, mabe͑h sei die Zahnschädigung, denn es heißt:51Ob. 1,6.wie ist E͑sav durchsucht, seine Verborgenheiten entblößt [nibu͑]. — Wieso geht dies52Der Fragende kannte wahrscheinlich die Bedeutung des W.s נבעו nicht, od. aber er leitete es von בעה durchsuchen ab.hieraus hervor? — Nach der Übersetzung R. Josephs: Wie ist E͑sav durchsucht, seine Verborgenheiten entblößt53מבעה, verwandt mit נבעו (aus בעה hervorbrechen) heißt also das Entblößte, darunter ist der Zahn zu verstehen, der zuweilen verhüllt u. zuweilen entblößt ist. Auf die Gezwungenheit u. Entbehrlichkeit beider Belege hinzudeuten ist kaum nötig; בעי hat (besond. im Aram.) die Bedeutung abweiden, abraffen; vgl. ob. S. 3 Anmerkung 4.. —", "Weshalb sagt Rabh nicht wie Šemuél? — Er kann dir erwidern: heißt es etwa nibe͑h54Auf den Zahn, der entblößt wird, würde die Niphâlform passen, nicht aber die Hiphîlform.!? —", "Weshalb sagt Šemuél nicht wie Rabh? — Er kann dir erwidern: heißt es etwa boe͑h55Im Qal; der Hiphîl bezeichnet die Handlung, die man einen anderen ausüben läßt.!? —", "Merke, aus diesen Schriftversen ist ja weder die Ansicht des einen noch die Ansicht des anderen zu erweisen, weshalb nun sagt Rabh nicht wie Šemuél!? — Er lehrt vom Ochsen und allen [Schädigungen] durch einen Ochsen. —", "Und Šemuél, er lehrt ja vom Ochsen und allen [Schädigungen] durch einen Ochsen!? R. Jehuda erwiderte: Unter ‘Ochs’ ist die Hornschädigung und unter ‘mabe͑h’ ist die Zahnschädigung zu verstehen. Er meint es wie folgt: die Eigenheit der Hornschädigung, wobei [das Tier] keinen Genuß hat," ], [ "gleicht nicht der Eigenheit der Zahnschädigung, wobei es einen Genuß hat, und die Eigenheit der Zahnschädigung, wobei [das Tier] nicht die Absicht der Schädigung hat, gleicht nicht der Eigenheit der Hornschädigung, wobei es die Absicht der Schädigung hat56Die Schrift muß daher beide Fälle lehren, da man einen vom anderen nicht folgern könnte.. —", "Ist etwa nicht durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man wegen der Zahnschädigung, wobei [das Tier] nicht die Absicht der Schädigung hat, ersatzpflichtig ist, um wieviel mehr wegen der Hornschädigung, wobei es die Absicht der Schädigung hat!? — Dies ist nötig, denn man könnte glauben, hierbei verhalte es sich ebenso wie bei einem Sklaven und einer Sklavin. Wie man für einen Sklaven und eine Sklavin nicht ersatzpflichtig57Wenn sie Schaden angerichtet haben.ist, obgleich sie die Absicht der Schädigung haben, ebenso auch hierbei.", "R. Aši entgegnete: Bei einem Sklaven und einer Sklavin ist ja ein sehr gewichtiger Grund vorhanden: er könnte, wenn ihn sein Herr erzürnt, gehen und die Tenne eines anderen in Brand stecken, und so seinen Herrn zu einer Ersatzleistung von hundert Minen täglich bringen!? —", "Vielmehr, man entgegne wie folgt: die Eigenheit der Hornschädigung, wobei [das Tier] die Absicht der Schädigung hat, gleicht nicht der Eigenheit der Zahnschädigung, wobei es nicht die Absicht der Schädigung hat, und die Eigenheit der Zahnschädigung, wobei es einen Genuß hat, gleicht nicht der Eigenheit der Hornschädigung, wobei es keinen Genuß hat. —", "Wo bleibt die Fußschädigung, läßt er sie fort!? — [Die Worte:] ‘wenn sie Schaden angerichtet haben, so ist der Schädiger verpflichtet’, schließen die Fußschädigung ein. —", "Sollte er sie ausdrücklich lehren!?", "Vielmehr, erklärte Raba, unter ‘Ochs’ ist die Fußschädigung und unter ‘mabe͑h’ ist die Zahnschädigung zu verstehen. Er meint es wie folgt: die Eigenheit der Fußschädigung, die eine Fahrlässigkeit ist, gleicht nicht der Eigenheit der Zahnschädigung, die keine Fahrlässigkeit ist, und die Eigenheit der Zahnschädigung, wobei [das Tier] einen Genuß hat, gleicht nicht der Eigenheit der Fußschädigung, wobei es keinen Genuß hat. —", "Wo bleibt die Hornschädigung, läßt er sie fort!? — [Die Worte:] ‘wenn sie Schaden angerichtet haben, so ist der Schädiger verpflichtet’, schließen die Hornschädigung ein. —", "Sollte er sie ausdrücklich lehren!? — Er spricht nur von solchen, die schon zuerst als verwarnt58Bei welchen der Eigentümer auch das 1. Mal den ganzen Schaden ersetzen muß.gelten. nicht aber von solchen, die zuerst nicht verwarnt und erst später59Beim 3. od. 4. Male; cf. Ex. 21,36.verwarnt sind. —", "Weshalb sagt Šemuél nicht wie Rabh!? — Er kann dir erwidern: wieso kann man sagen, darunter sei ein Mensch zu verstehen, er lehrt ja im Schlußsatze60In der weit. Fol. 15b folgenden Mišna.: der verwarnte22Der T. spricht stets vom schädigenden Tiere: es ist verwarnt, bezw. nicht verwarnt, es bezahlt einen ganzen od. halben Schaden usw.Ochs, der Ochs des Schädigers im Gebiete des Beschädigten und der Mensch61Der von diesen angerichtete Schaden muß vollständig ersetzt werden.. —", "Sollte er auch von diesem in der ersten [Mišna] lehren!? — Er spricht nur von der Schädigung durch das Eigentum, nicht aber von der persönlich angerichteten Schädigung. —", "Und Rabh, vom Menschen lehrt er ja im Schlußsatze60In der weit. Fol. 15b folgenden Mišna.!? — Rabh kann dir erwidern: da wird er nur mit den Verwarnten aufgezählt62Daß er den ganzen Schaden ersetzen muß.. —", "Wie ist nach ihm die Verschiedenheit der Eigenheiten zu erklären? —", "Wie folgt: die Eigenheit des Ochsen, für den das Lösegeld63Falls es einen Menschen getötet hat; cf. Ex. 21,30.zu zahlen ist, gleicht nicht der Eigenheit des Menschen, für den das Lösegeld nicht zu zahlen ist, und die Eigenheit des Menschen, der die vier Zahlungen64Wer einen Menschen verletzt, hat neben der eigentlichen Entschädigung noch 4 andere Zahlungen zu leisten: Schmerzensgeld, Kurkosten, Versäumnisgeld u. Beschämungsgeld.zu leisten hat, gleicht nicht der Eigenheit des Ochsen, für den die vier Zahlungen nicht zu leisten sind. —", "«Das Gemeinsame an ihnen ist, es ist ihre Art, Schaden anzurichten.» Ist es denn die Art eines Ochsen, Schaden anzurichten!? Bei einem verwarnten. — Ist es denn die Art eines verwarnten Schaden anzurichten!? — Da eine Warnung erfolgt ist, so ist dies seine Art. —", "Ist es denn die Art eines Menschen, Schaden anzurichten!? — Bei einem Schlafenden. — Ist es denn die Art eines Schlafenden, Schaden anzurichten!? — Da er sich kauert und streckt, so ist dies seine Art. —", "«Ihre Bewachung liegt dir ob.» Ein Mensch hat sich ja selber zu bewachen!? —", "Qarna lehrte, es gebe vier Hauptarten von Schädigungen, zu denen er auch [die Schädigung durch] einen Menschen mitzählt; nach deiner Auffassung ist ja einzuwenden: der Mensch hat sich selber zu bewachen!? Vielmehr ist, wie R. Abahu zu einem Jünger gesagt hat: lies: ein Mensch hat sich selber zu bewachen," ], [ "auch hier zu lesen: ein Mensch hat sich selber zu bewachen.", "R. Mari wandle ein: Vielleicht ist unter ‘mabe͑h’ das Wasser zu verstehen, denn es heißt:65Jes. 64,1.wie das Feuer Reisig zündet, Feuer das Wasser aufwallen macht [tibe͑h]66Ein dem W.e מבעה verwandter Ausdruck wird also auch beim Wasser gebraucht.!? — Heißt es etwa: wie Wasser aufwallt, es heißt ja: Feuer aufwallen67Das W. תבעה bezieht sich auf ‘Feuer’.macht.", "R. Zebid wandte ein: Vielleicht ist unter ‘mabe͑h’ das Feuer zu verstehen, denn [das Wort] aufwallen bezieht sich ja auf Feuer!? — Wieso hieße es demnach: durch mabe͑h und durch das Feuer!? Wolltest du erwidern, dies sei eine Erklärung, so wären es ja nicht vier, sondern drei!?", "Wolltest du erwidern, ‘Ochs’ enthalte zwei Schädigungen68Zahnschädigung u. Fußschädigung; die Hornschädigung wird nicht mitgezählt, weil bei dieser ein Unterschied zwischen verwarnt u. nicht verwarnt besteht., wieso heißt es weiter: die Eigenheit dieser beiden, in denen ein lebender Geist ist, ist denn im Feuer ein lebender Geist!? Und was heißt ferner: gleicht nicht die Eigenheit des Feuers!?", "R. Oša͑ja lehrte: Es gibt dreizehn Hauptarten von Schädigungen: durch den unbezahlten Hüter69Wenn das ihm anvertraute Tier abhanden od. zu Schaden gekommen ist; auch die hier aufgezählten Schädigungen werden im bezüglichen Abschnitte (Ex. Kapp. 21 u. 22) genannt., den Entleiher, den bezahlten Hüter, den Mieter, die Entschädigung70Wenn jemand einen Menschen verletzt., das Schmerzensgeld, das Kurgeld, das Versäumnisgeld, das Beschämungsgeld71Vgl. ob. Anm. 64.; mit den vier unserer Mišna sind es dreizehn. —", "Weshalb zählt der Autor unserer Mišna diese nicht mit? Allerdings spricht er nach Šemuél nur von der Schädigung durch das Eigentum, nicht aber von der Schädigung durch die eigene Person, nach Rabh aber sollte er sie doch mitzählen!? — Er lehrt von der Schädigung durch einen Menschen, und darunter ist alles einbegriffen, was dazu gehört. —", "Und R. Oša͑ja, auch er lehrt ja von der Schädigung durch einen Menschen!? — Er lehrt von zweierlei Schädigungen durch einen Menschen: wenn ein Mensch einen Menschen beschädigt, und wenn ein Mensch einen Ochsen beschädigt72Von der Schädigung am Körper u. der Schädigung am Vermögen.. —", "Demnach sollte er doch auch von zweierlei Schädigungen durch einen Ochsen lehren: wenn ein Ochs einen Ochsen beschädigt, und wenn ein Ochs einen Menschen beschädigt!? —", "Was soll dies: allerdings hat ein Mensch, wenn er einen Ochsen beschädigt, nur den Schaden zu ersetzen, und wenn er einen Menschen beschädigt, noch die vier Zahlungen zu leisten, bei einem Ochsen ist es ja aber einerlei, ob er einen Ochsen oder einen Menschen beschädigt, denn in beiden Fällen ist nur der Schaden zu ersetzen. —", "Aber [die Fälle vom] unbezahlten Hüter, dem Entleiher, dem bezahlten Hüter und dem Mieter sind ja Schädigungen eines Menschen an einem Ochsen und er lehrt sie dennoch!? —", "Er lehrt von Schädigungen, die man mit den Händen anrichtet, und von Schädigungen, die von selbst entstehen73Durch nicht ausreichende Bewachung..", "R. Ḥija lehrte: Es gibt vierundzwanzig Hauptarten von Schädigungen: die Zahlung des Doppelten74Das ein Dieb zu zahlen hat; cf. Ex. 22,3., die Zahlung des Vier- und Fünffachen75Das ein Dieb zu zahlen hat, falls er das gestohlene Vieh geschlachtet od. verkauft hat; cf. Ex. 21,37., der Diebstahl76Wenn der Dieb den Diebstahl freiwillig eingesteht, so zahlt er nur den einfachen Ersatz., der Raub, durch die überführten Falschzeugen77Die überführten Falschzeugen haben an den Beschuldigten den Schaden zu zahlen, den sie ihm durch ihr Zeugnis zufügen wollten; cf. Dt. 19,19.,", "die Notzucht78Der Verführer u. Notzüchter hat an den Vater der Geschändeten 50 Šeqel zu zahlen; cf. Ex. 22,16 u. Dt. 22,29., die Verführung78Der Verführer u. Notzüchter hat an den Vater der Geschändeten 50 Šeqel zu zahlen; cf. Ex. 22,16 u. Dt. 22,29., die falsche Anschuldigung79Der Defloration gegen seine Frau; er hat an ihren Vater 100 Šeqel zu zahlen; cf. Dt. 22,19., die Verunreinigung80Die levitische Verunreinigung lev. heiliger Speisen, wodurch man sie genußunfähig macht., die Bemischung81Von profanem Getreide mit Hebe; es wird dadurch minderwertig, da es nur von einem Priester gegessen werden darf., die Libation82Wenn man fremden Wein den Götzen spendet, wodurch man ihn zum Genusse verboten macht.; mit jenen dreizehn sind es vierundzwanzig. —", "Weshalb zählt R. Oša͑ja diese nicht mit? — Er spricht nur von Geldzahlungen, nicht aber von Bußzahlungen83Als Geldzahlungen gelten nur solche, die dem Schaden entsprechen; ausgenommen sind Zahlungen, bei denen eine bestimmte Summe festgesetzt ist.. —", "Bei Raub und Diebstahl84Wenn der Dieb den Diebstahl freiwillig eingesteht, in welchem Falle er nur den einfachen Ersatz zu leisten hat.sind es ja Geldzahlungen, somit sollte er sie mitzählen!? — Er lehrt vom unbezahlten Hüter und dem Entleiher85Wenn diese fälschlich behaupten, das ihnen anvertraute Vieh sei Dieben od. Räubern in die Hände gefallen, so werden sie als solche behandelt.. —", "Und auch R. Ḥija, er lehrt ja vom unbezahlten Hüter und dem Entleiher!? — Er lehrt den Fall, wenn das Gut in seinen Besitz auf erlaubte Weise gekommen ist, und er lehrt den Fall, wenn das Gut in seinen Besitz auf verbotene Weise gekommen ist. —" ], [ "Bei den überführten Falschzeugen ist es ja eine Geldzahlung, somit sollte er auch von diesen lehren!? — Er ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, überführte Falschzeugen brauchen bei einem freiwilligen Geständnisse nichts zu zahlen86Diese Vergünstigung findet nur bei Bußgeldern statt.. —", "Wenn er der Ansicht R. A͑qibas ist, sollte er doch zwei Arten von Schädigungen durch einen Ochsen lehren: wenn ein Ochs einen Ochsen beschädigt, und wenn ein Ochs einen Menschen beschädigt!?", "Wir haben nämlich gelernt: R. A͑qiba sagt, auch wenn ein nicht verwarnter22Der T. spricht stets vom schädigenden Tiere: es ist verwarnt, bezw. nicht verwarnt, es bezahlt einen ganzen od. halben Schaden usw.einen Menschen verletzt hat, ist die übersteigende Schädigung vollständig zu bezahlen87Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn ein Mensch einen Ochsen u. der Ochs einen Menschen verletzt hat, u. die Verletzung des Menschen größer ist; der übersteigende Betrag ist nach RA͑. vollständig u. nach seinem Gegner nur zur Hälfte zu bezahlen.!? —", "R. A͑qiba hat bereits seinen Kolben zerschlagen88Dh. die von ihm vertretene Ansicht abgeschwächt., denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte, man könnte glauben, auch wenn ein nicht verwarnter [Ochs] einen Menschen verwundet hat, sei die Haftbarkeit eine persönliche, so heißt es:89Ex. 21,31.soll mit ihm verfahren werden; die Haftbarkeit ist nur dinglich und nicht persönlich. —", "Bei der Notzucht, der Verführung und der falschen Anschuldigung ist es ja eine Geldzahlung, somit sollte er sie auch mitzählen90Außer der in der Schrift genannten Bußzahlung sind dieserhalb noch andere Zahlungen zu leisten.!? —", "Woran denkst du: wenn die Entschädigung91Wie bei jeder anderen Verwundung., so lehrt er es ja, wenn das Schmerzensgeld, so lehrt er es ja, wenn das Beschämungsgeld, so lehrt er es ja, und wenn die Entwertung92Da eine Deflorierte weniger wert ist als eine Jungfrau., so ist dies ebenfalls eine Entschädigung; somit bleibt nur das Bußgeld zurück, und von Bußzahlungen spricht er nicht. —", "Bei der Verunreinigung, der Bemischung und der Libation sind es ja Geldzahlungen, somit sollte er sie auch mitzählen!? —", "Wie du es nimmst: gilt die unsichtbare Schädigung als Schädigung, so lehrt er ja vom Schadenersatze, und gilt die unsichtbare Schädigung nicht als Schädigung, so ist die Entschädigung eine Bußzahlung, und von Bußzahlungen spricht er nicht. —", "Es wäre anzunehmen, daß R. Ḥija der Ansicht ist, die unsichtbare Schädigung gelte nicht als Schädigung, denn wenn man sagen wollte, sie gelte als Schädigung, so lehrt er ja bereits von der Entschädigung. — Er lehrt von der sichtbaren Schädigung und er lehrt von der unsichtbaren Schädigung. —", "Einleuchtend ist es, daß der Autor unserer Mišna die Zahl angibt, denn er will damit das ausschließen, was R. Oša͑ja lehrt, ebenso gibt auch R. Oša͑ja die Zahl an, denn er will damit das ausschließen, was R. Ḥija lehrt, was aber schließt die Zahlenangabe R. Ḥijas aus? —", "Sie schließt die Denunziation93Durch die man jemandem einen Schaden zufügt.und die Verwerflichmachung94Eines Privatopfers.aus. —", "Allerdings die Verwerflichmachung, denn er spricht nicht von Heiligem, weshalb aber lehrt er nicht von der Denunziation!? — Anders ist die Denunziation, die nur in Worten besteht, und von [einer Schädigung durch] Worte spricht er nicht. —", "Aber auch die falsche Anschuldigung besteht ja nur in Worte, dennoch lehrt er von dieser!? — Es sind Worte, wobei auch eine Handlung erfolgt ist95Die Vollziehung des Beischlafes.. —", "Er lehrt ja von den überführten Falschzeugen, und bei diesen sind es ja nur Worte ohne Handlung!? — Bei diesen nennt es der Allbarmherzige eine Tat, obgleich keine Handlung erfolgt ist, denn es heißt:96Dt. 19.19.so sollt ihr ihm das antun, was er seinem Bruder antun wollte. —", "Allerdings spricht der Autor unserer Mišna von Hauptarten, denn es gibt auch Unterarten, wenn aber R. Ḥija und R. Oša͑ja von Hauptarten sprechen, so gibt es demnach auch Unterarten: welche sind nun die Unterarten?", "R. Abahu erwiderte: Sie alle gleichen den Hauptarten, indem sie mit dem Besten97Falls er mit Ackerland bezahlt; cf. Ex. 22,4.zu ersetzen sind. —", "Woher dies? — Man folgere dies aus [den Worten] statt, geben, zahlen und Geld98Diese 4 Worte werden in der Schrift bei den 4 in der Mišna genannten Schädigungen gebraucht (Ex. 21,32,34,36 u. 22,4), u. ebenso wird je eines von diesen auch bei den übrigen, von RḤ. u. RO. genannten Schädigungen gebraucht..", "DIE EIGENHEIT DES OCHSEN GLEICHT NIGHT DER EIGENHEIT DER ABWEIDUNG. Wie meint er es? R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Er meint es wie folgt: sollte der Allbarmherzige nur das eine geschrieben haben, und ich würde das andere von diesem gefolgert haben, und hierzu sagt er, man könne das eine vom anderen nicht folgern.", "DIE EIGENHEIT DIESER BEIDEN, IN DENEN EIN LEBENDER GEIST IST. Wie meint er es? R. Mešaršeja erwiderte im Namen Rabas: Er meint es wie folgt:" ], [ "Sollte der Allbarmherzige zwei geschrieben haben, und ich würde das andere von diesen gefolgert haben, und hierzu sagt er, man könne das eine auch von zweien nicht folgern.", "Raba sagte: Aus der Schädigung durch eine Grube und noch einer von der anderen [Hauptart] sind alle anderen durch Vergleichung zu folgern, nur nicht die Schädigung durch das Horn, weil man entgegnen kann: jene alle gelten mit dem ersten Male als verwarnt99Während bei der Hornschädigung bis zum 3. Male nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen ist..", "Und nach demjenigen, welcher sagt, die Hornschädigung sei im Gegenteil noch wesentlicher, weil bei dieser eine Absicht der Schädigung vorliegt, ist auch die Hornschädigung zu folgern. —", "Weshalb hat sie demnach der Allbarmherzige geschrieben? — Wegen der ihnen eigenen Lehren:", "die Hornschädigung, um zwischen verwarnt und nicht verwarnt zu unterscheiden;", "die Zahnschädigung und die Fußschädigung, um sie auf öffentlichem Gebiete vom Ersatz100Für diese Schädigungen ist der Eigentümer nur dann haftbar, wenn sie im Gebiete des Beschädigten erfolgt sind.zu befreien,", "die Grubenschädigung, um sie vom Ersatz für Geräte zu befreien101Da sie nur durch Verschulden eines anderen hereingeraten können.. — Nach R. Jehuda aber, nach dem man bei der Grubenschädigung auch für Geräte ersatzpflichtig ist? — Um bei Schädigung eines Menschen102Der vorsichtig sein sollte.vom Ersatz zu befreien.", "[Die Schädigung durch] einen Menschen, um ihn zur Leistung der vier Zahlungen zu verpflichten;", "die Feuerschädigung, um vom Ersatz für das Verborgene103Wenn zBs. in der eingeäscherten Tenne Wertgegenstände versteckt waren, so braucht der Schädiger für diese keinen Ersatz zu leisten; vgl. weit. Fol. 61a.zu befreien. — Nach R. Jehuda aber, nach dem man bei einer Feuerschädigung auch für das Verborgene ersatzpflichtig ist? —" ], [ "Um den Fall einzuschließen, wenn es einen Acker angebrannt oder Steine angesengt hat104Obgleich eine solche Schädigung ganz ungewöhnlich ist..", "DAS GEMEINSAME AN IHNEN IST. Was schließt dies ein? Abajje erwiderte: Dies schließt den Fall ein, wenn man einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück auf der Spitze des Daches hingelegt hat und sie durch einen gewöhnlichen Wind herabgefallen sind und Schaden angerichtet haben. —", "In welchem Falle: haben sie den Schaden im Fluge angerichtet, so ist es ja ebenso wie beim Feuer:", "beim Feuer wirkt eine fremde Kraft mit, es ist dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob, ebenso wirkt auch bei diesen eine fremde Kraft mit, sie sind dein Eigentum und die Bewachung liegt dir ob;", "und wenn nachdem sie einen Ruhepunkt erreicht haben, so gelten sie ja, wenn man ihren Besitz aufgegeben hat, sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél, als Grube:", "die Grube ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, (sie ist dein Eigentum) und die Bewachung liegt dir ob, ebenso sind auch diese von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, (sie sind dein Eigentum) und die Bewachung liegt dir ob,", "und wenn man ihren Besitz nicht aufgegeben hat, nach Šemuél, welcher sagt, man folgere solche Fälle von der Grubenschädigung, als Grube!? —", "Tatsächlich, wenn man ihren Besitz aufgegeben hat, sie gleichen aber nicht der Grube: bei der Grube wirkt keine andere Kraft mit, während bei diesen eine andere Kraft mitwirkt.", "Aber das Feuer beweist [das Entgegengesetzte105Bei diesem wirkt eine andere Kraft mit, dennoch ist der Eigentümer für den Schaden haftbar..", "Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Feuer, weil es seine Art ist, sich fortzubewegen und Schaden anzurichten,", "so beweist die Grube [das Entgegengesetzte106Auch diese ist unbeweglich, dennoch ist der Eigentümer haftbar.]. Und die Replikation wiederholt sich107So daß schließlich die in der Mišna genannte, ihnen gemeinsame Eigenheit in Betracht zu ziehen ist, und diese ist auch bei den in Rede stehenden Fällen zu finden..", "Raba erwiderte: Dies schließt eine Grube ein, die unter den Füßen der Menschen und der Tiere umherrollt108Wenn man zBs. ein Hindernis auf die Straße legt u. dieses nicht an dieser Stelle, sondern erst nachdem es durch Menschen od. Tiere fortgetrieben wurde, Schaden angerichtet hat.. —", "In welchem Falle: hat man ihren Besitz aufgegeben, so gilt ja eine solche sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél als Grube,", "denn eine Grube ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, und die Bewachung liegt dir ob, ebenso ist auch eine solche von Anfang an Schaden anzurichten geeignet und die Bewachung liegt dir ob,", "und hat man den Besitz nicht aufgegeben; so gilt ja eine solche nach Šemuél, welcher sagt, all diese Fälle seien von der Grubenschädigung zu folgern, als Grube!? —", "Tatsächlich, wenn man ihren Besitz aufgegeben hat, sie gleicht aber nicht der Grube: bei der Grube hat ja seine Tat es verursacht, während bei dieser nicht seine Tat es verursacht hat.", "Aber von [der Schädigung] durch einen Ochsen109Der Eigentümer ist für die Schädigung desselben haftbar, obgleich sie nicht durch seine Tat geschah.ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen.", "[Entgegnet man:] wohl gilt dies beim Ochsen, weil es seine Art ist, zu gehen und Schaden anzurichten, so ist von der Grube [das Entgegengesetzte] zu beweisen.", "Die Replikation wiederholt sich: die Eigenheit der einen gleicht nicht der Eigenheit der anderen107So daß schließlich die in der Mišna genannte, ihnen gemeinsame Eigenheit in Betracht zu ziehen ist, und diese ist auch bei den in Rede stehenden Fällen zu finden.&c.", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies schließt folgende Lehre ein: in all diesen Fällen, von denen sie es110Daß man Hindernisse auf die Straße werfen dürfe.gesagt haben, daß beispielsweise das Öffnen der Rinnen und das Ausbaggern der Kanäle111Und den Schmutz auf die Straße werfen.nur im Sommer verboten, in der Regenzeit aber erlaubt112Da die Straßen ohnehin schmutzig sind.sei, ist man, obgleich dazu befugt, wenn dadurch Schaden angerichtet worden ist, zur Ersatzleistung verpflichtet. —", "In welchem Falle: ist der Schaden im Fluge angerichtet worden, so geschieht dies ja durch ihn direkt,", "und wenn nachdem [der Schmutz] einen Ruhepunkt erreicht hat, so gilt er ja, wenn man den Besitz aufgegeben hat, sowohl nach Rabh als auch nach Šemuél als Grube: eine Grube ist von Anfang an zur Schädigung geeignet, (sie ist dein Eigentum) und die Bewachung liegt dir ob, ebenso ist auch dieser von Anfang an zur Schädigung geeignet (er ist dein Eigentum) und die Bewachung liegt dir ob,", "und wenn man den Besitz nicht aufgegeben hat, nach Šemuél, welcher sagt, all diese Fälle seien von der Grubenschädigung zu folgern, als Grube!? —", "Tatsächlich, wenn man den Besitz aufgegeben hat, doch gleicht dies nicht der Grube; eine Grube ist ohne Befugnis errichtet worden, hierbei aber ist es mit Befugnis erfolgt. Aber von der Schädigung" ], [ "durch einen Ochsen ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen.", "[Erwidert man:] wohl gilt dies bei einem Ochsen, weil es seine Art ist, zu gehen und Schaden anzurichten,", "so ist von der Grube [das Entgegengesetzte] zu beweisen. Und die Replikation wiederholt sich107So daß schließlich die in der Mišna genannte, ihnen gemeinsame Eigenheit in Betracht zu ziehen ist, und diese ist auch bei den in Rede stehenden Fällen zu finden..", "Rabina erwiderte: Dies schließt das ein, was wir gelernt haben: Wenn eine Wand oder ein Baum auf öffentliches Gebiet gefallen sind und Schaden angerichtet haben, so ist [der Eigentümer] von der Ersatzleistung frei. Hatte man ihm eine Frist zum Niederhauen des Baumes oder zur Niederreißung der Wand gegeben, so ist er, wenn sie innerhalb dieser Frist umgefallen sind und Schaden angerichtet haben, frei, und wenn nach Ablauf dieser Frist, schuldig. —", "In welchem Falle: hat er den Besitz aufgegeben, so gelten sie ja nach Rabh und nach Šemuél als Grube; bei einer Grube ist eine Schädigung gewöhnlich, (sie ist dein Eigentum) und die Bewachung liegt dir ob, ebenso ist auch bei diesen eine Schädigung gewöhnlich und die Bewachung liegt dir ob,", "und hat er den Besitz nicht aufgegeben, so gelten sie ja nach Šemuél, welcher sagt, sie alle seien von der Grubenschädigung zu folgern, als Grube!? —", "Tatsächlich, wenn er den Besitz aufgegeben hat, sie gleichen aber nicht der Grube; die Grube ist mit der Errichtung zur Schädigung geeignet, diese aber nicht. Aber von der Schädigung durch einen Ochsen ist [das Entgegengesetzte] zu beweisen.", "[Erwidert man:] wohl gilt dies vom Ochsen, weil es seine Art ist umherzugehen und Schaden anzurichten,", "so ist von der Grube [das Entgegengesetzte] zu beweisen.", "Und die Replikation wiederholt sich107So daß schließlich die in der Mišna genannte, ihnen gemeinsame Eigenheit in Betracht zu ziehen ist, und diese ist auch bei den in Rede stehenden Fällen zu finden..", "WENN SIE SCHADEN ANGERICHTET HABEN, SO IST DER SCHÄDIGER VERPFLICHTET [ḤAB]. Wieso heißt es ḥab, es sollte ja heißen ḥajab113Diese ist die gewöhnlichere Form, obzwar auch die Form חב häufig vorkommt.? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dieser Autor ist Jerušalemite und gebraucht eine gekürzte Ausdrucksweise.", "DEN SCHADEN ZU ERSETZEN. Die Rabbanan lehrten:114Ex. 22,4.Das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen; das beste des Feldes des Geschädigten und das beste des Weinberges des Geschädigten115Wenn das Tier ein Beet im Felde abgefressen hat u. die Qualität sich nicht feststellen läßt, so muß der Eigentümer soviel bezahlen, wieviel das beste Beet des Geschädigten wert ist.— so R. Jišma͑él.", "R. A͑qiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem116Wenn sie mit Ackerland bezahlt werden. Der T. teilt den Grundbesitz in 3 Klassen: Gutes, Mittelmäßiges u. Schlechtes; Ausführlicheres folgt weiter.zu bezahlen seien, und um so mehr gilt dies beim Heiligen. —", "Nach R. Jišma͑él ist also, wenn [das Vieh] ein fettes [Beet] abgefressen hat, für ein fettes zu bezahlen, und wenn es ein mageres abgefressen hat, ebenfalls für ein fettes zu bezahlen!?", "R. Idi b. Abin erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es eines von den Beeten abgefressen hat, und man nicht weiß, ob ein mageres oder ein fettes; es ist dann für ein fettes zu bezahlen.", "Raba entgegnete: Wenn man wüßte, daß es ein mageres abgefressen hat, so wäre nur für ein mageres zu bezahlen, wieso ist nun, wenn man nicht weiß, ob ein mageres oder ein fettes, für ein fettes zu bezahlen, wer vom anderen fordert, hat ja den Beweis anzutreten!?", "Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn das Gute des Geschädigten dem Schlechten des Schädigers gleicht,", "und ihr Streit besteht in folgendem: R. Jišma͑él ist der Ansicht, man schätze das [Gute] des Geschädigten, während R. A͑qiba der Ansicht ist, man schätze das des Schädigers117Sie stimmen überein, daß nur die Höhe der Schädigung zu zahlen sei, u. sie streiten nur womit zu zahlen ist, ob mit dem Guten des Schädigers od. des Geschädigten.. —", "Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Unten118Im 2. Absatze des Schriftverses Ex. 22,4.heißt es Feld und oben119Im 1. Absatz des genannten Schriftverses.heißt es Feld, wie oben unter Feld das des Geschädigten zu verstehen ist, ebenso ist unten unter Feld das des Geschädigten zu verstehen. —", "Und R. A͑qiba? — Das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen, dessen, der bezahlt. —", "Und R. Jišma͑él? — Man berücksichtige die Wortanalogie und man berücksichtige den Schriftvers. Man berücksichtige die Wortanalogie, wie ich erklärt habe;", "man berücksichtige den Schriftvers, in dem Falle, wenn der Schädiger Gutes und Schlechtes besitzt, der Geschädigte aber nur Gutes besitzt, und das Schlechte des Schädigers nicht soviel wert ist, wie das Gute des Geschädigten;", "er muß ihm dann mit seinem Guten bezahlen. Er kann zu ihm nicht sagen: nimm Schlechtes, vielmehr kann jener vom Guten einfordern.", "«R. A͑qiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem zu bezahlen seien, und um so mehr gilt dies beim Heiligen.» Was heißt: und um so mehr gilt dies beim Heiligen?", "Wollte man sagen, wenn ein uns gehörender Ochs einen dem Heiligtume gehörenden Ochsen niedergestoßen hat, so sagt ja der Allbarmherzige:120Ex. 21,35.den Ochsen seines Nächsten, nicht aber den Ochsen des Heiligtums121Der Schädiger ist dann ersatzfrei..", "Und wollte man sagen, wenn jemand eine Mine für den Tempelreparaturfonds gelobt hat, daß nämlich der Schatzmeister kommen und vom Guten einfordern könne,", "so kann ja dieser nicht mehr sein als ein Gläubiger," ], [ "und der Gläubiger erhält vom Mittelmäßigen.", "Wolltest du erwidern, R. A͑qiba sei der Ansicht, auch jeder andere Gläubiger erhalte vom Guten, so ist zu entgegnen: wohl jeder andere Gläubiger, weil er122Ein Gemeiner.auch bei Schädigungen im Vorteil ist, während das Heiligtum bei Schädigungen im Nachteil ist!? —", "Tatsächlich, wenn ein uns gehörender Ochs einen dem Heiligtume gehörenden Ochsen niedergestoßen hat, wenn du aber einwendest, der Allbarmherzige sage: den Ochsen seines Nächsten, nicht aber den Ochsen des Heiligtums, [so ist zu erwidern,] R. A͑qiba sei der Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn der Ochs des Heiligtums den Ochsen eines Gemeinen niedergestoßen hat, so ist er ersatzfrei, wenn aber der Ochs eines Gemeinen den Ochsen des Heiligtums niedergestoßen hat, so muß er sowohl verwarnt als auch nicht verwarnt den ganzen Schaden ersetzen123Das in der Schrift bestimmte Gesetz gilt nur für Gemeine gegen Gemeine.. —", "Woher weißt du demnach, daß R. Jišma͑él und R. A͑qiba über [den Fall streiten, wenn] das Gute des Geschädigten [nicht dem] Schlechten des Schädigers gleicht, vielleicht sind beide der Ansicht, daß mit [dem Guten] des Geschädigten zu zahlen sei, und sie führen den Streit des R. Šimo͑n b. Menasja und der Rabbanan:", "R. A͑qiba ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja und R. Jišma͑él ist der Ansicht der Rabbanan124RJ. normiert dieses Gesetz nur für Gemeine. RA͑. aber bezieht es auch auf das Heiligtum u. zw. nach RS͑,!? —", "Wieso hieße es demnach: die Schrift will damit!?", "Und wieso hieße es ferner: und um so mehr beim Heiligen!?", "Und ferner sagte R. Aši, es gebe eine ausdrückliche Lehre: Das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen, das beste des Feldes des Geschädigten und das beste des Weinberges des Geschädigten — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, das beste des Feldes des Schädigers und das beste des Weinberges des Schädigers.", "Abajje wies Raba auf einen Widerspruch hin: Es heißt: das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen, also nur mit dem besten, nicht aber mit anderem,", "und dem widersprechend wird gelehrt: 125Ex. 21,34.Soll er ersetzen, dies schließt ein, was Geld wert ist, sogar Kleie!? —", "Dies ist kein Widerspruch; das eine, wenn er freiwillig [zahlt], das andere, wenn durch Zwang.", "U͑la, Sohn des R. I͑leaj, sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: soll er bezahlen, durch Zwang.", "Abajje sprach zu ihm: Heißt es etwa: soll bezahlt werden, bezahlen heißt ja freiwillig!?", "Vielmehr, sagte Abajje, ist dies nach einer Lehre des Meisters126Rabba b. Naḥmani, Lehrer u. Pflegevater Abajjes.zu erklären. Es wird gelehrt: Wenn jemand Häuser, Felder und Weinberge besitzt und keine Gelegenheit hat, sie zu verkaufen127Wodurch er in Not gerät., so gebe man ihm vom Armenzehnten bis zur Hälfte128Wer 200 Zuz besitzt, erhält nichts vom Armenzehnten; besitzt er weniger, so darf man ihm mit einem Male auch den höchsten Betrag geben. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn jemand für mindestens 200 Z. Immobilien besitzt, und da diese höchstens bis zur Hälfte im Preise sinken können, so erhält er bis 100 Z. vom Armenzehnten..", "Hierzu warf der Meister folgende Frage auf: in welchem Falle: ist Grundbesitz allgemein im Preise gesunken und seiner ebenfalls, so sollte man ihm auch mehr geben,", "denn Grundbesitz ist ja allgemein im Preise129Somit besitzt er keine 200 Z.gesunken, ist Grundbesitz allgemein nicht im Preise gesunken, nur seiner allein," ], [ "weil er um Geld ein- und ausgeht, so sollte man ihm nichts geben130Da er tatsächlich 200 Z. besitzt..", "Und der Meister erklärte, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn Grundbesitz im Nisan teuer ist und im Tišri im Preise131Da sie im laufenden Jahre nicht mehr bestellt werden können.sinkt.", "Jeder andere wartet mit dem Verkaufe bis Nisan, dieser aber muß, da er Geld braucht, zum jetzigen Preise verkaufen; bis zur Hälfte pflegt der Preis zu sinken, mehr aber nicht.", "Ebenso auch hier bei der Entschädigung. Nach dem Gesetze hat er Gutes zu beanspruchen, wenn er aber [vom Schädiger] ein größeres Quantum Mittelmäßiges verlangt,", "so kann dieser ihm erwidern: nimmst du von dem, was dir zukommt, so erhältst du es zum gegenwärtigen Werte, wenn aber von anderem, dann nur zum später steigenden Werte132Die Schriftverse widersprechen einander nicht; ein Schriftvers lehrt, daß der Schädiger dem Geschädigten mit ‘Gutem’ zahlen müsse, der andere lehrt, daß, wenn der Geschädigte anderes verlangt, er dies nur zu dem in einer anderen Jahreszeit steigenden Preise beanspruchen könne..", "R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Demnach hast du ja die Geschädigten hinsichtlich des Mittelmäßigen und Schlechten benachteiligt: der Allbarmherzige sagt, er erhalte vom Guten133Zum gegenwärtigen Preise., und du sagst, daß er nicht einmal vom Mittelmäßigen und vom Schlechten erhalte133Zum gegenwärtigen Preise.!?", "Vielmehr, sagte R. Aḥa b. Ja͑qob, ist dies, wenn man vergleichen will, mit einem Gläubiger zu vergleichen: der Gläubiger hat nach dem Gesetze Mittelmäßiges134Wenn er für seine Schuld Grundbesitz erhält u. der Schuldner Gutes, Mittelmäßiges u. Schlechtes besitzt.zu beanspruchen, wenn er aber [vom Schuldner] ein größeres Quantum Schlechtes verlangt, so kann dieser zu ihm sagen: nimmst du von dem, was dir gesetzlich zukommt, so erhältst du es zum gegenwärtigen Werte, wenn aber von anderem, dann nur zum später steigenden Werte.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein: Demnach hast du ja vor den Geldbedürftigen die Tür abgeschlossen; jener könnte zu ihm sagen: Wenn ich das Geld hätte, würde ich [das Grundstück] zum jetzigen Werte erhalten haben, jetzt aber, wo du das Geld hast, muß ich es zum höheren Werte von später nehmen!?", "Vielmehr, sagte R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, ist es, wenn man vergleichen will, mit der Morgengabe der Frau zu vergleichen: nach dem Gesetze erhält die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten, wenn sie aber von ihm ein kleineres Quantum Mittelmäßiges verlangt, so kann er ihr erwidern: nimmst du von dem, was dir zukommt, so erhältst du es zum jetzigen Werte, wenn aber von anderem, dann nur zum später steigenden Werte. —", "Immerhin bleibt ja der Widerspruch135Zwischen den beiden Schriftversen, ob. Fol. 7a.bestehen!?", "Raba erwiderte: Was er ihm auch gibt, muß vom besten sein136Jed. kann er ihm mit jedem Wertgegenstande zahlen.. —", "Es heißt ja aber: das beste seines Feldes!?", "Vielmehr, als R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, aus dem Lehrhause kamen, erklärten sie es: Jede Sache gilt als bestes, denn wenn sie hier nicht verkauft wird, wird sie in einer anderen Stadt verkauft, ausgenommen Grundbesitz; davon muß er ihm vom besten geben, damit Käufer sich darum bewerben.", "R. Šemuél b. Abba aus Aqronja fragte R. Abba: Richtet man sich bei der Schätzung nach seinem [Ackerlande]137Das Ackerland des Schädigers wird in 3 Klassen geteilt, u. er muß ihm von seinem Guten geben, auch wenn sein Schlechtes qualitativ dem gleicht, was sonst als Gutes gilt.oder nach dem der ganzen Welt?", "Nach R. Jišma͑él ist dies nicht fraglich, denn er sagt, man schätze [das Ackerland] des Geschädigten,", "fraglich ist es nur nach R. A͑qiba, welcher sagt, man schätze das des Schädigers:", "wollte der Allbarmherzige mit [den Worten:] das beste seines Feldes, nur das des Geschädigten ausschließen, oder auch das der ganzen Welt?", "Dieser erwiderte ihm: Der Allbarmherzige sagt: das beste seines Feldes, und du willst sagen, daß man sich bei der Schätzung nach dem der ganzen Welt richte.", "Er wandte gegen ihn ein: Hat er nur Gutes, so erhalten alle ihre Forderungen vom Guten, wenn Mittelmäßiges, so erhalten alle ihre Forderungen vom Mittelmäßigen, wenn Schlechtes, so erhalten alle ihre Forderungen vom Schlechten.", "Hat er Gutes, Mittelmäßiges und Schlechtes, so erhält der Geschädigte seine Forderung vom Guten, der Gläubiger vom Mittelmäßigen und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten. Hat er Gutes und Mittelmäßiges, so erhält der Geschädigte vom Guten, und der Gläubiger und die Frau ihre Morgengabe vom Mittelmäßigen. Hat er Mittelmäßiges und Schlechtes, so erhalten der Geschädigte und der Gläubiger vom Mittelmäßigen und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten." ], [ "Hat er Gutes und Schlechtes, so erhält der Geschädigte vom Guten und der Gläubiger und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten.", "Der Mittelsatz lehrt also, daß, wenn er Mittelmäßiges und Schlechtes hat, der Geschädigte und der Gläubiger vom Mittelmäßigen und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten erhalten. Wenn man nun sagen wollte, man schätze seines, so sollte doch sein Mittelmäßiges als Gutes gelten und die Gläubiger auf das Schlechte verwiesen werden!? —", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn er auch Gutes besaß und es verkauft hat.", "Ebenso erklärte R. Ḥisda: wenn er auch Gutes besaß und es verkauft hat.", "Dies ist auch einleuchtend. Ein anderes lehrt, daß, wenn er Mittelmäßiges und Schlechtes hat, der Geschädigte vom Mittelmäßigen und der Gläubiger und die Frau ihre Morgengabe vom Schlechten erhalten. [Die Lehren] widersprechen ja einander?", "Wahrscheinlich spricht eine von dem Falle, wenn er Gutes besaß und es verkauft hat, und eine von dem Falle, wenn er Gutes überhaupt nicht hatte.", "Wenn du willst, sage ich: beide sprechen von dem Falle, wenn er Gutes überhaupt nicht hatte, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eine138Die zweite.spricht von dem Falle, wenn sein Mittelmäßiges dem Guten der ganzen Welt gleicht, und eine von dem Falle, wenn sein Mittelmäßiges nicht dem Guten der ganzen Welt gleicht.", "Wenn du aber willst, sage ich: beide sprechen von dem Falle, wenn sein Mittelmäßiges dem Mittelmäßigen der ganzen Welt gleicht, und ihr Streit besteht in folgendem: nach der einen schätze man seines und nach der anderen schätze man das der ganzen Welt.", "Rabina erklärte: Sie streiten über die Lehre U͑las, denn U͑la sagte: Nach der Tora hat der Gläubiger vom Schlechten zu erhalten, denn es heißt:139Dt. 24,11draußen sollst du stehen bleiben, und der Mann, von dem da zu fordern hast, soll dir das Pfand herausbringen, und man pflegt ja das Schlechteste unter seinen Geräten herauszubringen, nur bestimmten sie, daß ein Gläubiger vom Mittelmäßigen erhalte aus dem Grunde, um nicht vor den Geldbedürftigen die Tür zu verschließen.", "Eine hält von der Bestimmung U͑las, und eine hält nichts von der Bestimmung U͑las140Der Autor der 2. Lehre steht auf dem Standpunkte der Tora, daß der Gläubiger vom Schlechten erhalte, auch wenn der Schuldner alle 3 Qualitäten besitzt..", "Die Rabbanan lehrten: Hat er141Der einen Geschädigten, einen Gläubiger u. eine Frau für ihre Morgengabe zu befriedigen hat.an einen oder an drei gleichzeitig verkauft142Alle 3 Qualitäten seines Ackerlandes., so treten sie alle an die Stelle des [früheren] Eigentümers143Der Schuldner haftet mit seinen Immobilien: wenn er diese veräußert, so bleiben sie, je nach ihrer Qualität, belastet. Der Käufer des Guten hat somit den Geschädigten, der des Mittelmäßigen den Gläubiger, u. der des Schlechten die Witwe zu befriedigen.,", "wenn aber nacheinander, so erhalten sie alle ihre Forderung vom letzten144Auch wenn der letzte Käufer nur eine Qualität erhalten hat, gemäß der oben Fol. 7b zitierten Lehre.; reicht es nicht, so haftet der vorletzte, reicht auch seines nicht, so haftet der vorvorletzte. —", "Wie ist [der Fall], wenn er an einen verkauft hat, zu verstehen:", "wenn gleichzeitig, so sollte doch, wenn sogar bei dreien, wo doch einer dem anderen vorging, alle an Stelle des [früheren] Eigentümers treten, dies um so mehr gelten, wenn er an einen verkauft hat;", "doch wohl also nacheinander145An drei Tagen..", "Bei dreien erfolgt dies146Daß die Fordernden sich an den letzten Käufer zu halten haben. wohl aus dem Grunde, weil jeder [vorangehende] sagen kann: ich habe dir etwas zur Einforderung zurückgelassen,", "ebenso sollte auch einer zu jedem sagen können: ich habe dir etwas zur Einforderung zurückgelassen147Wie angenommen wird, in dem Falle, wenn er das Schlechte zuletzt gekauft hat, somit sollte er alle Forderer auf das Schlechte verweisen können.!? —", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er das Gute zuletzt gekauft hat. Ebenso erklärte auch R. Šešeth, wenn er das Gute zuletzt gekauft hat. —", "Demnach sollten sie alle kommen und vom Guten einfordern!? —", "Er kann zu ihnen sagen: wenn ihr mit dem zufrieden seid, was euch zukommt, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich den Kaufschein des Schlechten dem Eigentümer zurück, und ihr würdet alle vom Schlechten erhalten148Die Forderer haben auf die verkauften Immobilien keine Ansprüche, wenn der Schuldner solche noch besitzt.. —", "Demnach" ], [ "sollte er dies auch dem Geschädigten sagen149Daß er sich mit Mittelmäßigem zufrieden gebe.können!?", "Wahrscheinlich handelt es sich hier um Waisen, die nicht zahlungspflichtig150Wenn der Schuldner nach dem Verkaufe gestorben ist; die Waisen haften nicht für ihren Vater, u. wenn der Käufer ihnen die Grundstücke zurückgibt, so ist es ebenso, als würden sie solche anderweitig für ihr eigenes Geld erwerben.sind, sodaß die Haftbarkeit auf ihm151Dem Käufer.lastet und er dies nicht sagen kann. —", "Vielmehr, weil er zu ihnen sagen kann:", "die Gelehrten haben ja die Bestimmung, daß man keine Forderung von verkauften Gütern einfordern könne, wenn freie vorhanden sind, nur in meinem Interesse getroffen, ich aber verzichte auf diese Vorsorge152Die Forderer sind somit nicht berechtigt ihre Forderungen vom zuletzt verkauften zu verlangen..", "Dies nach Raba, denn Raba sagte: Wenn jemand sagt, er verzichte auf die von den Weisen für ihn getroffene Vorsorge, wie beispielsweise in diesem Falle, so höre man auf ihn. —", "Was heißt: wie in diesem Falle? —", "Dies bezieht sich auf die Lehre R. Honas, denn R. Hona sagte, eine Frau könne zu ihrem Manne sagen, sie wolle weder Unterhalt noch arbeiten153Die Bestimmung, daß die Frau für den Mann arbeiten müsse u. von ihm Unterhalt beanspruchen könne, trafen die Weisen im Interesse der Frau; sie ist daher berechtigt, wenn sie Privatvermögen besitzt, darauf zu verzichten..", "Entschieden ist es, daß, wenn der Käufer154Der das Gute zuletzt gekauft hat.das Mittelmäßige und das Schlechte verkauft und das Gute für sich behalten hat, alle kommen und vom Guten einfordern können,", "denn dieses ist das letzte, Mittelmäßiges und Schlechtes aber hat er nicht, um zu ihnen sagen zu können, sie mögen vom Mittelmäßigen und vom Schlechten einfordern, denn er verzichte auf die Vorsorge der Weisen.", "Wie ist es aber, wenn er das Gute verkauft und das Mittelmäßige und das Schlechte behalten155Die Frage ist, ob die Forderer sich an den 1. Käufer zu halten haben, da er die Grundstücke direkt von ihrem Schuldner hat, oder er sie abweisen kann, da nach der Bestimmung der Weisen der Schuldner stets mit seinem letzten Grundstücke haftet, das in diesem Falle das Gute war u. sich jetzt im Besitze des 2. Käufers befindet.hat.", "Abajje wollte sagen, daß sie alle kommen und vom Guten einfordern,", "da sprach Raba zu ihm: Sobald der erste sie an den zweiten verkauft, verkauft er ihm auch alle mit diesen verbundenen Rechte. Wären sie zum ersten Käufer156Als das Grundstück noch in seinem Besitze war.gekommen, so könnte er sie vom Mittelmäßigen und vom Schlechten einfordern lassen, obgleich beim Verkaufe des Mittelmäßigen und des Schlechten das Gute noch frei war, und man nicht von verkauften Gütern einfordern kann, wenn freie noch vorhanden sind, denn er könnte sagen, er verzichte auf diese Vorsorge, ebenso kann auch der zweite Käufer zu ihnen sagen: fordert vom Mittelmäßigen und vom Schlechten ein.", "Der zweite Käufer hat sie vom ersten nur unter der Bedingung gekauft, daß er mit diesen auch alle Rechte des ersten erwerbe157Sie haben sich also an den ersten Käufer zu halten..", "Raba sagte: Wenn Reúben all seine Felder an Šimo͑n und Šimo͑n ein Feld an Levi verkauft hat, so kann der Gläubiger Reúbens seine Schuld beliebig von dem einen oder dem anderen einfordern. Dies nur dann, wenn er158Der 2. Käufer.Mittelmäßiges gekauft hat,", "nicht aber wenn Gutes oder Schlechtes, denn er kann zu ihm sagen: ich habe Gutes und Schlechtes aus dem Grunde gekauft, weil es Grundstücke sind, auf die du kein Anrecht hast.", "Und auch wenn er Mittelmäßiges gekauft hat, gilt dies nur von dem Falle, wenn er Mittelmäßiges nicht zurückgelassen hat, sodaß er zum Gläubiger nicht sagen kann, er habe für ihn bei Šimo͑n Deckung zurückgelassen, wenn er aber bei Šimo͑n Mittelmäßiges zurückgelassen hat, so kann sie der Gläubiger von ihm nicht einfordern, denn er kann zu ihm sagen: Ich habe für dich Deckung zurückgelassen, [deine Schuld] einfordern zu können.", "Abajje sagte: Wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n mit Haftung159Daß, wenn ein Gläubiger es ihm wegnimmt, er es ihm ersetzen werde.verkauft hat, und ein Gläubiger Reúbens kommt und es Šimo͑n wegnehmen will, so heischt das Recht, daß Reúben gegen ihn einen Prozeß anhängig160Wenn er, der Verkäufer, irgendwelche Forderungen od. Ansprüche an seinen Gläubiger hat, so kann er ihm einen Prozeß anhängen u. dadurch die sofortige Wegnahme des verkauften Grundstückes inhibieren.machen kann. Dieser kann zu ihm nicht sagen: du bist nicht161In dieser Sache, da das Grundstück, auf das er Anrecht hat, nicht mehr in seinem Besitze ist.mein Prozeßgegner, denn er kann ihm erwidern: wenn du es von ihm wegnimmst, wendet er sich an mich.", "Manche sagen, auch wenn ohne Haftung, denn er kann ihm erwidern: es ist mir nicht lieb, daß Šimo͑n gegen mich Groll hege.", "Ferner sagte Abajje: Wenn Reúben ein Feld an Šimo͑n ohne Haftung verkauft hat" ], [ "und andere darauf Anspruch erheben, so kann dieser, solange er es noch nicht in Besitz genommen hat, zurücktreten, und sobald er es in Besitz genommen hat, nicht mehr zurücktreten,", "denn jener kann zu ihm sagen: du hast einen verknoteten Schlauch162Ohne den Inhalt zu prüfen; vgl. Bd. V S. 297 Anmerkung 62.gekauft. —", "Wann erfolgt die Besitznahme? — Sobald er an den Grenzen umhertritt163Vgl. Bd. V S. 297 Anmerkung 63..", "Dies nur dann, wenn ohne Haftung, nicht aber wenn mit Haftung164In diesem Falle kann er auch nach der Besitznahme zurücktreten..", "Manche sagen, auch wenn mit Haftung, denn er kann zu ihm sagen: Zeige mir die Einweisungsurkunde, und ich leiste dir Ersatz.", "R. Hona erklärte165Diese Erklärung bezieht sich auf den Widerspruch Abajjes, ob. Fol. 7a.: Entweder Geld oder Gutes.", "R. Naḥman wandte gegen R. Hona ein:166Ex. 21,34.Soll er ersetzen, dies schließt alles ein, was Geld wert ist, sogar Kleie!? —", "Dies gilt in dem Falle, wenn er nichts anderes hat. — Wenn er nichts anderes167Weder Geld noch Grundbesitz.hat, ist dies ja selbstverständlich!? — Man könnte glauben, man sage zu ihm: geh, bemühe dich, es zu verkaufen, und besorge ihm Geld, so lehrt er uns.", "R. Asi sagte: Geld ist ebenso wie Grundbesitz. — In welcher Hinsicht: wollte man sagen, hinsichtlich des Guten168Daß eine Schädigung auch mit Geld ersetzt werden kann., so ist dies ja dasselbe, was R. Hona bereits gesagt hat!? —", "Vielmehr, hinsichtlich des Falles, wenn zwei Brüder geteilt169Die Hinterlassenschaft ihres Vaters.haben, einer Grundbesitz und einer Geld genommen hat, und darauf ein Gläubiger170Ihres Vaters.gekommen ist und den Grundbesitz weggenommen hat; dieser erhält dann vom anderen die Hälfte des Geldes171Der Besitzer des Geldes haftet für die Schuld des Vaters gleich dem des Grundstückes.. —", "Selbstverständlich, ist denn der eine ein Sohn und der andere nicht!?", "Manche sogar replizieren entgegengesetzt: [der andere] kann ja sagen: ich nahm Bargeld und war damit einverstanden, daß ich, wenn es gestohlen werden sollte, keine Entschädigung von dir verlange, und du nahmst Grundbesitz und warst damit einverstanden, daß du, wenn er weggenommen werden sollte, von mir keine Entschädigung verlangest!? —", "Vielmehr hinsichtlich des Falles, wenn zwei Brüder geteilt169Die Hinterlassenschaft ihres Vaters. haben und darauf ein Gläubiger170Ihres Vaters.den Anteil des einen weggenommen hat172Der andere braucht ihm nicht die Hälfte des zurückbleibenden Grundbesitzes zu geben, vielmehr kann er ihm auch Bargeld herauszahlen.. —", "Dies hat ja R. Asi bereits einmal gesagt!? Es wurde nämlich gelehrt: Wenn Brüder geteilt haben und darauf ein Gläubiger gekommen ist und den Anteil des einen weggenommen hat, so ist, wie Rabh sagt, die Teilung aufgehoben173Sie teilen dann den Rest.; Šemuél sagt, er174Dessen Anteil vom Gläubiger weggenommen wurde.habe eingebüßt; R. Asi sagt, er erhalte ein Viertel in Grundbesitz und175Dh. oder ein Viertel, von der ganzen Hinterlassenschaft, die Hälfte der Erbschaft. Danach kann die Auszahlung sowohl in Grundbesitz als auch in Geld erfolgen. Nach einer anderen Erklärung Raschis ein Viertel [der Erbschaft] in Grundbesitz und ein Viertel in Geld.ein Viertel in Geld ersetzt.", "Rabh sagt, die Teilung sei aufgehoben, denn er ist der Ansicht, Brüder, die geteilt haben, gelten [noch] als Erben.", "Šemuél sagt, er habe eingebüßt, denn er ist der Ansicht, Brüder, die geteilt haben, gelten als Käufer, und zwar als Käufer176Wenn der Gläubiger des Verkäufers ihm das gekaufte Grundstück wegnimmt, so hat er es eingebüßt.ohne Haftung.", "R. Asi sagt, er erhalte ein Viertel in Grundbesitz und ein Viertel in Geld ersetzt, denn ihm ist es zweifelhaft, ob sie als Erben oder als Käufer gelten, daher erhalt er ein Viertel in Grundbesitz und ein Viertel in Geld. —", "Vielmehr, es gleicht Grundstücken, hinsichtlich des Guten. —", "Demnach ist es ja dasselbe, was bereits R. Hona gesagt hat!? — Lies: ebenso sagte auch R. Asi.", "R. Zera sagte im Namen R. Honas: Bei gottgefälligen Handlungen [gehe man] bis zu einem Drittel177Der Kosten.. —", "Was heißt ein Drittel:" ], [ "wollte man sagen, ein Drittel seines Vermögens, so müßte man demnach, wenn einem drei gottgefällige Handlungen zur Hand kommen, sein ganzes Vermögen hingeben!?", "Vielmehr erklärte R. Zera, für die Verschönerung bei einer gottgefälligen Handlung gebe man ein Drittel mehr178Beim Kaufe eines liturgischen Gegenstandes gebe man für ein schönes Exemplar bis zu einem Drittel des gewöhnlichen Preises mehr aus.aus.", "R. Aši fragte: ein Drittel einschließlich oder ein Drittel ausschließlich179Die Hälfte des gewöhnlichen Preises.? — Dies bleibt unentschieden.", "Im Westen sagten sie im Namen R. Zeras: Bis zu einem Drittel gibt man seines, was dem übersteigt, gibt man das des Heiligen, gepriesen sei er180Dh. Gott gibt es ihm noch auf dieser Welt zurück..", "ii OBLIEGT MIR DIE BEWACHUNG, SO HABE ICH DEN SCHADEN VERSCHULDET; HABE ICH DEN SCHADEN ZUM TEIL VERSCHULDET, SO BIN ICH EBENSO ERSATZPFLICHTIG, ALS HÄTTE ICH DEN GANZEN SCHADEN VERSCHULDET.", "[DIES GILT] VON GÜTERN, BEI DENEN KEINE VERUNTREUUNG181Am Heiligen; wenn ein Unbefugter von solchem genießt, so hat er ein Veruntreuungsopfer darzubringen; cf. Lev. 5,14ff.ERFOLGT, VON GÜTERN VON GLAUBENSGENOSSEN, VON GÜTERN, DEREN EIGENTÜMER LEGITIMIERT SIND, \n", "ÜBERALL, AUSGENOMMEN182Wenn der Schaden angerichtet worden ist.AUF EINEM GEBIETE, AUF DEM NUR DER SCHÄDIGER ZUTRITT HAT, \n", "UND DAS DEM GESCHÄDIGTEN UND DEM SCHÄDIGER GEMEINSAM GEHÖRT.", "WIRD EIN SCHADEN ANGERICHTET, SO IST DER SCHÄDIGER VERPFLICHTET, DEN SCHADEN MIT DEM BESTEN SEINES ACKERLANDES ZU ERSETZEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Obliegt mir die Bewachung, so habe ich den Schaden verschuldet; zum Beispiel: wenn jemand einen Ochsen oder eine Grube einem Tauben, einem Blöden oder einem Minderjährigen anvertraut hat und dieser Schaden anrichtet, so ist er zur Ersatzleistung verpflichtet; dies gilt aber nicht vom Feuer. —", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn der Ochs angebunden und die Grube zugedeckt ist, und dem entsprechend beim Feuer: eine Kohle183Die nur dann Schaden anrichten kann, wenn sie angefacht wird., so ist ja das eine nicht anders als das andere.", "Und wollte man sagen, wenn der Ochs lose und die Grube offen ist, und dem entsprechend beim Feuer: eine Flamme, wieso ist es nun beim Feuer anders, indem er ersatzfrei ist, Reš Laqiš sagt ja im Namen Ḥizqijas, dies184Daß, wer einem geistig Minderwertigen Feuer anvertraut, u. dieses Schaden angerichtet hat, ersatzfrei sei.sei nur von dem Falle gelehrt worden, wenn man ihm eine Kohle übergeben und er sie angefacht hat, wenn aber eine Flamme, sei man ersatzpflichtig, weil eine Schädigung sicher ist!? —", "Tatsächlich in dem Falle, wenn der Ochs angebunden und die Grube zugedeckt ist, und dem entsprechend beim Feuer: eine Kohle, wenn du aber einwendest, womit denn der eine Fall anders sei als der andere,", "so pflegt ein Ochs sich loszureißen, [die Überdeckung] einer Grube zusammenzufallen, dagegen aber pflegt eine Kohle, je länger man sie liegen läßt, desto eher auszugehen185Bei Ochs und Grube ist auch ohne Betätigung des Bewachenden eine Schädigung zu gewärtigen, nicht aber beim Feuer.. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen diesen Fällen nach R. Joḥanan, welcher sagt, man sei frei, auch wenn man ihm eine Flamme übergeben hat, und dem entsprechend gelte es hier von dem Falle, wenn der Ochs lose und die Grube offen ist!? —", "In dem einen Falle hat die Beteiligung des Tauben186Das Feuer kann nur dann Schaden anrichten, wenn der Bewachende damit etwas anzündet.es veranlaßt, in dem anderen Falle hat nicht die Beteiligung des Tauben es veranlaßt.", "Die Rabbanan lehrten: Beim Ochsen187Dh. bei der böswilligen Schädigung durch einen Ochsen, ebenso weiter.ist es schwerer als bei der Grube und bei der Grube ist es schwerer als beim Ochsen.", "Beim Ochsen ist es schwerer als bei der Grube, denn wegen der Schädigung durch einen Ochsen ist das Lösegeld188Wenn der Ochs wiederholt einen Menschen getötet hat; cf. Ex. 21,30.zu zahlen und die dreißig [Šeqel] für einen Sklaven189Cf. Ex. 21,32., ist er abgeurteilt worden, so ist seine Nutznießung190Cf. Ex. 21,28.verboten, und es ist seine Art zu gehen und Schaden anzurichten, was aber bei der Grube nicht der Fall ist. Bei der Grube ist es schwerer als beim Ochsen, denn die Grube ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet und [der Eigentümer] gilt bei dieser schon erstmalig als verwarnt191Dh. der Eigentümer muß schon beim 1. Male den vollständigen Ersatz leisten., was aber beim Ochsen nicht der Fall ist." ], [ "Beim Ochsen ist es schwerer als beim Feuer und beim Feuer ist es schwerer als beim Ochsen.", "Beim Ochsen ist es schwerer als beim Feuer, denn wegen der Schädigung durch einen Ochsen ist das Lösegeld zu zahlen und die dreißig [Šeqel] für einen Sklaven, ist er abgeurteilt worden, so ist seine Nutznießung verboten, hat man, ihn einem Tauben, Blöden oder Minderjährigen anvertraut, so ist man ersatzpflichtig, was beim Feuer nicht der Fall ist. Beim Feuer ist es schwerer als beim Ochsen, denn beim Feuer gilt [der Eigentümer] schon erstmalig als verwarnt, was aber beim Ochsen nicht der Fall ist.", "Beim Feuer ist es schwerer als bei der Grube und bei der Grube ist es schwerer als beim Feuer.", "Bei der Grube ist es schwerer, denn sie ist von Anfang an Schaden anzurichten geeignet, und wenn man sie einem Tauben, Blöden oder Minderjährigen anvertraut hat, ist man ersatzpflichtig, was beim Feuer nicht der Fall ist. Beim Feuer ist es schwerer, denn das Feuer pflegt sich zu bewegen und Schaden anzurichten, und [der Eigentümer] gilt als verwarnt192Dh. er ist ersatzpflichtig.hinsichtlich der Verbrennung, einerlei ob es Dinge sind, die dafür empfänglich sind, oder Dinge, die dafür nicht empfänglich sind, was bei der Grube nicht der Fall ist. —", "Sollte er doch auch lehren, beim Ochsen sei es schwerer als bei der Grube, denn beim Ochsen ist man auch für Geräte ersatzpflichtig, was aber bei der Grube nicht der Fall193Wenn in diese Geräte hineingeraten u. zerbrechen, so ist der Eigentümer ersatzfrei.ist!? —", "Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, nach dem man bei der Grube auch für Geräte ersatzpflichtig ist. —", "Wie ist, wenn hier die Ansicht R. Jehudas vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: beim Feuer ist es schwerer, denn das Feuer pflegt sich zu bewegen und Schaden anzurichten, und [der Eigentümer] gilt als verwarnt hinsichtlich der Verbrennung, einerlei ob es Dinge sind, die dafür empfänglich sind, oder Dinge, die dafür nicht empfänglich sind, was bei der Grube nicht der Fall ist. Was dafür empfänglich ist, ist wohl Holz, und was dafür nicht empfänglich ist, sind wohl Geräte, und bei der Grube ist dies nicht der Fall. Wieso kann nun hier die Ansicht R. Jehudas vertreten sein, du sagtest ja, nach R. Jehuda sei man bei der Grube auch für Geräte ersatzpflichtig!? —", "Vielmehr, tatsächlich ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten, nur lehrt er manches und läßt manches fort. — Was läßt er noch außerdem fort? — Er läßt noch das Verborgene194Wenn das Feuer eine Tenne vernichtet, in der Wertgegenstände verborgen waren, so ist der Eigentümer für diese nicht ersatzpflichtig; auch in dieser Hinsicht ist es bei den anderen Schädigungen schwerer als bei der Feuerschädigung.fort.", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist hier die Ansicht R. Jehudas vertreten, nur sind unter ‘dafür nicht empfänglich’ nicht Geräte zu verstehen, sondern das Anbrennen eines Ackers oder das Ansengen von Steinen.", "R. Aši wandte ein: Sollte er auch lehren: schwerer ist es beim Ochsen, denn beim Ochsen ist man für einen für das Heiligtum untauglich gewordenen Ochsen195Der deshalb ausgelöst worden ist; einem solchen haftet auch nach der Auslösung ein leichter Grad von Heiligkeit an (cf. Bek. Fol. 15a), u. aus der Schrift wird eruiert, daß, wenn er in eine Grube fällt, der Eigentümer derselben nicht ersatzpflichtig sei.ersatzpflichtig, was bei der Grube nicht der Fall ist!?", "Allerdings läßt er, wenn du sagst, hier sei die Ansicht der Rabbanan vertreten, da er jenes fortläßt, auch dies fort, was aber läßt er, wenn du sagst, hier sei die Ansicht R. Jehudas vertreten, noch außerdem fort!? —", "Er läßt das Zertreten eines Ackerfeldes196Wenn der Ochs dies aus Bosheit tut und somit als Hornschädigung gilt; bei einer Grube ist die Beschädigung von Grundstücken ausgeschlossen.fort. — Wenn nur das Zertreten eines Ackerfeldes, so ist dies keine Fortlassung, denn er lehrt ja: es ist seine Art, zu gehen und Schaden anzurichten.", "HABE ICH DEN SCHADEN ZUM TEIL VERSCHULDET.", "Die Rabbanan lehrten: Habe ich den Schaden zum Teil verschuldet, so bin ich ebenso ersatzpflichtig, als hätte ich den ganzen Schaden verschuldet. Zum Beispiel: wenn jemand eine Grube von neun [Handbreiten] gegraben hat, und darauf ein anderer sie auf zehn197Bei welcher Tiefe die Verletzung tötlich ist; cf. supra Fol. 3a.ergänzt, so ist der zweite ersatzpflichtig198Wenn ein Tier hineinfällt und verletzt wird, einerlei ob tötlich oder nicht..", "Also nicht nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Wenn jemand eine Grube von neun [Handbreiten] gegraben hat, und ein anderer gekommen und sie auf zehn ergänzt, so ist der andere ersatzpflichtig, Rabbi sagt, der andere bei einem Todesfalle, beide bei einer Schädigung199Da eine solche auch bei 9 Handbreiten erfolgt sein würde..", "R. Papa erwiderte: Hier wird von einem Todesfälle gesprochen, nach aller Ansicht.", "Manche lesen: Also nicht nach Rabbi? R. Papa erwiderte: Hier wird von einem Todesfalle gesprochen, nach aller Ansicht.", "R. Zera wandte ein: Gibt es denn weiter nichts mehr, es gibt ja noch folgenden Fall!? Wenn jemand seinen Ochsen fünf Menschen anvertraut, und er durch Verschulden des einen Schaden angerichtet hat, so ist dieser ersatzpflichtig. —", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er ohne ihn nicht bewacht werden konnte, so ist es ja selbstverständlich, er hat es ja veranlagt, und wenn er auch ohne ihn bewacht werden konnte, so hat er ja nichts getan!?", "R. Šešeth wandte ein: Es gibt ja noch den Fall, wenn jemand das [Feuer]bündel vergrößert200Zu einem Scheiterhaufen, wodurch das Feuer vergrößert wurde u. den verbrannten Gegenstand erfassen konnte.!? —", "In welchem Falle:" ], [ "würde [das Feuer] ohne ihn sich nicht ausgedehnt haben, so ist es ja selbstverständlich, und würde es sich auch ohne ihn ausgedehnt haben, so hat er ja nichts getan!?", "R. Papa wandle ein: Es gibt ja noch den Fall der folgenden Lehre!? Wenn fünf [Personen] auf einer Bank sitzen, ohne sie zu zerbrechen, und jemand kommt, sich auf diese setzt und sie zerbricht, so ist dieser ersatzpflichtig. R. Papa bemerkte: Wie beispielsweise Papa b. Abba201Der sehr beleibt war.. —", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie ohne ihn nicht zerbrochen wäre, so ist es ja selbstverständlich, und wenn sie auch ohne ihn zerbrochen wäre, so hat er ja nichts getan!? —", "Wie ist also diese Lehre zu erklären? —", "In dem Falle, wenn sie ohne ihn in zwei Stunden zerbrochen wäre, und nun in einer Stunde zerbrochen ist. Jene können zu ihm sagen: wenn nicht du, würden wir noch ein wenig gesessen haben und aufgestanden sein. —", "Sollte er doch zu ihnen sagen: würdet ihr nicht mit mir gesessen haben, würde sie nicht zerbrochen sein!? —", "In dem Falle, wenn sie zerbrach als er sich auf sie202Die anderen Leute, sodaß sie nicht aufstehen konnten.stützte. —", "Selbstverständlich203Daß er in diesem Falle ersatzpflichtig: ist.!? —", "Man könnte glauben, die Kraft204Er hat die Bank nicht mit seinem Körper berührt, sondern sie durch die von ihm ausgehende Kraft zerbrochen.gleiche nicht dem Körper, so lehrt er uns, daß die Kraft dem Körper selbst gleiche. Wer etwas mit seinem Körper zerbricht, tut dies mit seiner Kraft. —", "Gibt es denn weiter nichts mehr, es gibt ja noch den Fall der folgenden Lehre: Wenn zehn Personen einen mit zehn Stöcken geschlagen haben, einerlei ob mit einem Male oder nach einander, und er gestorben ist, so sind sie alle frei205Von der Todesstrafe.; R. Jehuda b. Bethera sagt, wenn nach einander, sei der letzte schuldig, weil er seinen Tod beschleunigt hat. —", "Von der Todesstrafe spricht er nicht.", "Wenn du aber willst, sage ich: von Fällen, über die ein Streit besteht, spricht er nicht. — Etwa nicht, wir sagten ja, hier sei nicht die Ansicht Rabbis vertreten!? — Wir addizieren eine Lehre gegen die Ansicht Rabbis den Rabbanan, nicht aber addizieren wir eine solche R. Jehuda b. Bethera gegen die Ansicht der Rabbanan206Bei einem Streite wird nach der Mehrheit entschieden..", "SO BIN ICH EBENSO ERSATZPFLICHTIG. Es heißt nicht: für den Schaden verantwortlich, sondern: ersatzpflichtig207תשלומין v. שלם ganz, vollständig machen, ersetzen, das Fehlende ergänzen; dh. der Geschädigte erhält das getötete Tier u. den Betrag, um welchen das tote weniger wert ist alls das lebende.,", "somit lehrt hier die Mišna dasselbe, was die Rabbanan gelehrt haben: Ersatz des Schadens, dies lehrt, daß der Eigentümer sich mit dem Aase zu befassen habe208Er muß es in Zahlung nehmen.. —", "Woher dies? R. Ami erwiderte: Die Schrift sagt:209Lev. 24,18.wer ein Tier erschlägt, muß es bezahlen, und man lese nicht ješalmena [bezahlen], sondern jašlimena [ergänzen]210Er zahlt dem Eigentümer den Minderwert heraus..", "R. Kahana sagte: Hieraus:211Ex. 22,12.wenn es zerrissen wird, so bringe er Zeugen [e͑d], für das Zerrissene braucht er nicht zu bezahlen; bis [a͑d]212Das W. עֵד (Zeuge) wird עַד (bis) gelesen u. der Schriftvers wie folgt konstruiert: wenn es [von einem wilden Tiere] zerrissen wird, so bringe er es bis, sc. zum Werte des lebenden, durch Zahlung des Minderwertes.zum Werte des Zerrissenen muß er bezahlen, das Zerrissene selbst braucht er nicht zu bezahlen.", "Ḥizqija sagte: Hieraus:213Ex. 21,34.das tote [Tier] soll ihm gehören, dem Geschädigten.", "Ebenso wurde in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Das tote [Tier] soll ihm gehören, dem Geschädigten, Du sagst dem Geschädigten, vielleicht ist dem nicht so, sondern dem Schädiger!? Ich will dir sagen, dem wäre ja auch so. —", "Was heißt: dem wäre auch so?", "Abajje erwiderte: Wenn man sagen wollte, das Aas dem Schädiger, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben:214Ib. V. 36.Ochs für Ochs, und nichts weiter215Wenn der Schädiger den Ochsen bezahlt, so ist es ja klar, daß das Aas ihm gehört., wenn es aber heißt: und das tote soll ihm gehören, so heißt dies: dem Geschädigten.", "Und sie alle sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wer ein Tier erschlägt, muß es bezahlen, [so könnte man glauben,] weil dies216Daß jemand ein Tier mit Händen erschlägt, u. wegen der Seltenheit des Falles ist dabei nicht so sehr verschärft worden.selten ist, nicht aber gilt dies beim Zerrissenen, das öfter vorkommt; daher ist dies nötig.", "Würde er uns dies nur vom Zerrissenen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es ohne sein Zutun erfolgt217Daß das Tier zerrissen worden ist, ohne Betätigung des Hüters, daher wurde dabei erleichtert.ist, nicht aber, wenn man ein Tier mit den Händen erschlägt.", "Würde er nur diese beiden Fälle gelehrt haben, [so könnte man glauben,] in dem einen Falle, weil es selten ist, und in dem anderen Falle, weil es ohne sein Zutun erfolgt ist, nicht aber in dem Falle, von dem es heißt, das tote gehöre218Bei der Ochsenschädigung.ihm, der öfter vorkommt und wobei es [gleichsam] mit den Händen219Sein Tier, für das er verantwortlich ist, hat dies absichtlich getan.erfolgt.", "Und würde er nur den Fall gelehrt haben, von dem es heißt, das tote gehöre ihm, so könnte man glauben, weil sein Eigentum den Schaden angerichtet hat, nicht aber in dem Falle, wenn er persönlich den Schaden anrichtet. Daher sind alle nötig.", "R. Kahana sprach zu Rabh: Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: das tote soll ihm gehören, sonst aber würde man geglaubt haben, der Schädiger müsse das Aas behalten:", "wenn er sogar viele Äser in Zahlung geben kann, denn der Meister sagte: soll er ersetzen, dies schließe alles ein, was Geld wert ist, selbst Kleie, um wieviel mehr seines!? —", "Dies ist wegen der Wertminderung des Aases220Das tote Tier bleibt im Besitze des Eigentümers, u. wenn der Wert des Aases von der Tötung bis zur Zahlung sich vermindert, so erleidet er den Schaden.nötig.", "Es wäre anzunehmen, daß über die Wertminderung des Aases Tannaím streiten, denn es wird gelehrt:221Ex. 22,12.Wenn es zerrissen wird, so bringe er" ], [ "Zeugen; er bringe Zeugen, daß es unverschuldet zerrissen worden ist, und er ist ersatzfrei. Abba Šaúl erklärte: Er bringe das Aas222Die Lesart des im Texte gebrauchten Wortes schwankt; עדורה wird von עדר fehlen, vermindert sein, abgeleitet, das Verminderte, das tote Tier; ארורה (v. ארר verfluchen, verwünschen), das Verwünschte, wird nach den Tosaphisten das Aas deshalb genannt, weil es ohne Segensspruch, der beim rituellen Schlachten eines Tieres gesprochen wird, verendet ist. Berücksichtigt man die Bezugnahme auf עד, so scheint עדודה der neueren Ausgaben, von עדעד zerreißen, zerteilen, am wahrscheinlichsten; A͑rukh liest עד עורה, unverkennbar aus עדעודה. Hingewiesen sei noch, daß manche עדוזרה lesen u. darin das lat. cadaver finden; cf. המגיד VI p. 141.aufs Gericht.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, der Geschädigte habe die Wertminderung des Aases zu tragen, und einer ist der Ansicht, der Schädiger habe sie zu tragen223Nach der 2. Ansicht wird das Aas erst bei der Gerichtsverhandlung geschätzt, die Wertverminderung hat also der Schädiger zu tragen.. —", "Nein, alle sind der Ansicht, der Geschädigte habe sie zu tragen, und sie streiten über die Befassung224Wer für den Transport zu sorgen hat.mit dem Aase.", "Es wird nämlich gelehrt: Manche sagen: Woher, daß der Eigentümer der Grube das Aas aus seiner Grube hervorzuholen hat? Es heißt:225Ex. 21,34.Geld soll er dem Eigentümer ersetzen und das tote.", "Abajje sprach zu Raba: Von welchem Falle wird hier von der Befassung mit dem Aase gesprochen:", "wollte man sagen, wenn es in der Grube einen Zuz und am Rande vier wert ist, so bemüht er sich ja für sich selbst!?", "Dieser erwiderte: In dem Falle, wenn es in der Grube einen Zuz und am Rande ebenfalls einen Zuz wert ist. —", "Kommt dies denn vor226Daß die Transportkosten nicht zugeschlagen werden.!? — Freilich, die Leute pflegen zu sagen: ein Balken in der Stadt für einen Zuz und ein Balken im Walde für einen Zuz.", "Šemuél sagte: Man schätze227Wenn die gestohlene Sache beim Diebe, Räuber od. Entleiher beschädigt wird, so schätzt das Gericht nicht den Minderwert, dh. der Bestohlene braucht die beschädigte Sache nicht in Zahlung zu nehmen, vielmehr kann er den vollständigen Ersatz verlangen.weder beim Diebstahl noch beim Raube, sondern nur bei Schädigungen; ich aber sage, auch beim Entliehenen, und Abba pflichtet mir bei.", "Sie fragten: Meint er es: auch beim Entliehenen schätze man, und Abba pflichtet mir bei, oder aber: ich sage, auch beim Entliehenen schätze man nicht, und Abba pflichtet mir bei? —", "Komm und höre: Einst lieh jemand von seinem Nächsten eine Axt und er zerbrach sie; als er darauf vor Rabh228Par excellence-Benennung des R. Abba, vollständig: der große Abba.kam, sprach dieser zu ihm: geh und bezahle ihm eine gute Axt. Schließe hieraus, daß man nicht schätze. —", "Im Gegenteil, R. Kahana und R. Asi sprachen darauf zu Rabh: ist dies das Gesetz? Und er schwieg. Demnach ist hieraus zu schließen, daß man wohl schätze.", "Es wurde gelehrt: U͑la sagte im Namen R. Elea͑zars, man schätze beim Diebstahl und beim Raube; R. Papi sagte, man schätze nicht. Die Halakha ist, man schätze nicht beim Diebstahl und beim Raube, wohl aber schätze man beim Entliehenen, nach R. Kahana und R. Asi.", "Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Wenn die Eihaut229Einer menschlichen Geburt.zum Teil an einem Tage und zum Teil am folgenden Tage hervorgekommen ist, so beginnt die Zählung [der Unreinheitstage]230Die Wöchnerin ist 7, bezw. 14 Tage nach der Geburt unrein (cf. Lev. 12,1ff.), selbst wenn sie nur eine Eihaut ausgestoßen hat.mit dem ersten Tage.", "Raba sprach zu ihm: Du glaubst wohl, dies sei erschwerend,", "es ist aber eine Erschwerung, die auf eine Erleichterung herauskommt, denn auch die Reinheit beginnt einen Tag früher.", "Vielmehr, sagte Raba, man berücksichtige231Sie gilt schon am 1. Tage als unrein, jed. wird dieser Tag nicht mitgezählt.dies zwar, die Zählung aber beginne man erst mit dem zweiten. —", "Er lehrt uns also, daß es keinen Teil der Eihaut ohne Geburt gebe, und dies haben wir ja bereits gelernt: eine Eihaut, die zum Teil hervorgekommen232Bei einem Tiere, das geschlachtet wird.war, ist zum Genusse verboten; diese ist ein Kennzeichen der Geburt sowohl bei einem Weibe als auch bei einem Tiere. —", "Wenn nur die Mišna, so könnte man glauben," ], [ "ein Teil der Eihaut könne auch ohne die Geburt hervorkommen, nur wurde dies233Das Verbot des Genusses.bei einem Teile angeordnet mit Rücksicht auf die ganze, so lehrt er uns.", "Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Wenn ein erstgeborenes Kind innerhalb dreißig Tagen234Für das erstgeborene männliche Kind muß, sobald es ein Alter von 30 Tagen erreicht, an den Priester ein Lösegeld gezahlt werden; cf. Ex. 13,13 u. Num. 18,15,16.totverletzt235Dh. durch Unfall stirbt, also lebensfähig war; bei einem natürlichen Tode ist dies selbstverständlich.wird, so braucht man es nicht auszulösen.", "Ebenso lehrte auch Rami b. Ḥama: Aus den Worten:236Num. 18,15.auslösen sollst du, könnte man schließen, auch wenn es totverletzt wird, so heißt es: nur, und dies ist einschränkend.", "Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Ein Großvieh wird durch, das Ansichziehen geeignet. —", "Wir haben ja aber gelernt: durch die Übergabe237Sobald der Verkäufer dem Käufer die Leine übergibt, an der das Tier geführt wird.!? — Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Die Weisen sagen: beide238Groß- und Kleinvieh.durch das Ansichziehen; R. Šimo͑n sagt, beide durch das Hochheben239Cf. Qid. Fol. 25b..", "Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Wenn Brüder [die Erbschaft] teilen, so schätze man das, was sie anhaben240Wenn diese Kleidungsstücke zur Hinterlassenschaft gehören., nicht aber das, was ihre Söhne und ihre Töchter241Man belästigt sie nicht, dieserhalb vor Gericht zu erscheinen, was aber die Eltern dagegen ohnehin müssen.anhaben.", "R. Papa sagte: Zuweilen kann es vorkommen, daß auch das, was sie selber anhaben, nicht geschätzt wird, und zwar ist dies beim ältesten der Brüder242Wenn er wertvollere Kleidungsstücke anhat.der Fall; dies242Wenn er wertvollere Kleidungsstücke anhat.ist ihnen lieb, damit seine Worte respektiert werden243Da er die Geschäfte der Erben zu vertreten hat..", "Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Wenn ein Hüter [das anvertraute Tier] einem anderen Hüter übergeben hat, so ist er244In Fällen, wegen welcher er selbst ersatzfrei wäre; cf. Ex. 22,6ff.ersatzfrei. Und nicht nur dann, wenn ein unentgeltlicher Hüter es einem Lohnhüter übergeben und somit die Bewachung verbessert hat; sondern auch wenn ein Lohnhüter es einem unentgeltlichen Hüter übergeben und somit die Bewachung verschlechtert hat, ist er ersatzfrei, denn er hat es ja einem vernünftigen Menschen übergeben.", "Raba aber sagt, wenn ein Hüter [das anvertraute Tier] einem anderen Hüter übergeben hat, sei er244In Fällen, wegen welcher er selbst ersatzfrei wäre; cf. Ex. 22,6ff.ersatzpflichtig. Und nicht nur dann, wenn ein Lohnhüter es einem unentgeltlichen Hüter übergeben und somit die Bewachung verschlechtert hat, sondern auch wenn ein unentgeltlicher Hüter es einem Lohnhüter übergeben hat, ist er ersatzpflichtig,", "denn [der Eigentümer] kann zu ihm sagen: dir traue ich auf einen Eid, ihm aber traue ich auf einen Eid nicht.", "Ferner sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Die Halakha ist, man kann für [eine Schuld] auch Sklaven245Dh. als Pfandobjekt der Gläubiger kann dem Schuldner seine Sklaven wegnehmen.einfordern.", "R. Naḥman sprach zu U͑la: Sagte es R. Elea͑zar auch von Waisen246Wenn der Schuldner gestorben ist u. die Sklaven den Erben zugefallen sind.? — Nein, nur von ihm247Dem Schuldner.selber. — Ihm selber kann man ja auch das Gewand von der Schulter [nehmen]!? —", "Dies gilt von dem Falle, wenn er sie verhypotheziert248Und sie darauf verkauft; der Gläubiger kann sie dem Käufer wegnehmen.hat. Dies nach Raba, denn Raba sagte: Hat jemand seinen Sklaven verhypotheziert und ihn verkauft, so kann der Gläubiger von ihm einfordern, wenn er aber seinen Ochsen249Das W. ‘Feld’ in der Erstausgabe ist wohl ein Lapsus.verhypotheziert und ihn verkauft hat, so kann der Gläubiger von ihm nicht einfordern. —", "Weshalb? — Bei dem einen spricht es sich250Der Sklave erzählt es überall, somit sollte der Käufer es wissen. herum, beim anderen spricht es sich nicht herum." ], [ "Als er251R. Naḥman.hinausging, sprach U͑la: So sagte R. Elea͑zar: auch von Waisen. Hierauf sprach R. Naḥman: U͑la wollte mir ausweichen.", "Einst ereignete sich so ein Fall in Nehardea͑, und die Richter von Nehardea͑ ließen einfordern252Die Sklaven von den Waisen.. Ebenso ereignete sich so ein Fall in Pumbeditha, und R. Ḥana b. Bizna ließ einfordern. Da sprach R. Naḥman zu ihnen: Geht und widerruft es, sonst lasse ich es von euren Landhäusern einfordern.", "Darauf sprach Raba zu R. Naḥman: Da ist U͑la, da ist R. Elea͑zar, da sind die Richter von Nehardea͑ und da ist253Sie alle sind der Ansicht, der Gläubiger könne Sklaven auch von den Waisen einfordern.R. Ḥana b. Bizna, wessen Ansicht ist nun der Meister!?", "Dieser erwiderte ihm: Ich kenne eine Barajtha, die Abimi gelehrt hat: Der Prosbul gilt bei Grundstücken254Wenn der Schuldner Grundstücke besitzt, auch wenn sie nicht die ganze Schuld decken; cf. Sb. X,6., nicht aber bei Sklaven. Mobilien werden mit Grundstücken mitangeeignet255Wer Mobilien und Immobilien kauft, erwirbt erstere sobald er letztere in Besitz genommen hat., nicht aber mit Sklaven256Demnach gellen Sklaven als Mobilien, sie können also durch den Gläubiger von den Waisen nicht eingefordert werden..", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten:", "Hat er ihm Sklaven und Grundstücke verkauft, so hat [der Käufer], wenn er die Sklaven in Besitz genommen hat, sich damit nicht die Grundstücke angeeignet, und wenn die Grundstücke, sich damit nicht die Sklaven angeeignet; wenn Grundstücke und Mobilien, so hat er, wenn er die Grundstücke in Besitz genommen hat, sich damit auch die Mobilien angeeignet, und wenn die Mobilien, sich damit nicht die Grundstücke angeeignet; wenn Sklaven und Mobilien, so hat er, wenn er die Sklaven in Besitz genommen hat, sich damit nicht die Mobilien angeeignet, und wenn die Mobilien, sich damit nicht die Sklaven angeeignet.", "Dagegen lehrt ein Anderes, daß, wenn er die Sklaven in Besitz genommen hat, er sich auch die Mobilien angeeignet habe.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Lehre gelten Sklaven als Grundstücke und nach der anderen gelten Sklaven als Mobilien.", "R. Iqa, Sohn des R. Ami, erwiderte: Beide sind der Ansicht, Sklaven gelten als Grundstücke; eine lehrt, er habe sie257Die Mobilien durch Besitznahme der Sklaven.sich angeeignet, wie einleuchtend, und eine lehrt, er habe sie sich nicht angeeignet, denn es müssen258Wenn mit ihnen Mobilien angeeignet werden sollen.Grundstücke gleich den befestigten Städten in Judäa sein, die nicht beweglich sind.", "Wir haben nämlich gelernt: Güter, die keine Sicherheit259Mobilien, bezw. Immobilien.gewähren, werden mit Gütern, die Sicherheit259Mobilien, bezw. Immobilien. gewähren, mit angeeignet durch Geld, Urkunde und Besitznahme260Während zur Erwerbung von Mobilien allein das Ansichziehen erforderlich ist.. Woher dies? Ḥizqija erwiderte: Die Schrift sagt:261iiChr. 21,3.ihr Vater hatte ihnen große Geschenke gemacht an Silber und Gold und Kleinodien nebst262Im Texte עם mit, durch, er ließ sie die genannten Gegenstände durch Besitznahme der befestigten Städte sich aneignen.befestigten Städten in Judäa.", "Manche lesen: R. Iqa, Sohn des R. Idi, erwiderte: Beide sind der Ansicht, Sklaven gelten als Mobilieri; eine lehrt, er habe sie sich nicht angeeignet, wie einleuchtend, und die andere, die lehrt, er habe sie sich angeeignet, spricht von dem Falle, wenn sie sich an ihm263Dem Sklaven.befinden. —", "Was ist denn dabei, daß sie sich an ihm befinden, er gilt ja als beweglicher Hof, und durch einen beweglichen Hof kann man ja nicht angeeignet werden264Mobilien, die sich in einem solchen befinden.!? Wolltest du erwidern: wenn er steht, so sagte ja Raba, alles, was beweglich nicht aneignen kann, könne auch stehend und sitzend nicht aneignen!? —", "Die Halakha ist, wenn er gefesselt ist. —", "Es wird ja aber gelehrt, wenn er die Grundstücke in Besitz genommen hat, habe er sich auch die Sklaven angeeignet265Während es oben heißt, daß sie in einem solchen Falle nicht mitangeeignet werden.!? —", "In dem Falle, wenn sie sich in diesen befinden. —", "Demnach spricht die andere Lehre, nach der er sie sich nicht angeeignet hat, von dem Falle, wenn sie sich nicht in diesen befinden;", "einleuchtend ist dies zwar nach der Lesart, nach der R. Iqa, Sohn des R. Ami, gesagt hat, Sklaven gelten als Mobilien, somit werden sie nur dann angeeignet, wenn sie sich in diesen befinden, sonst aber nicht,", "wozu aber brauchen sie nach der Lesart, nach der er gesagt hat, Sklaven gelten als Grundstücke, sich in diesen zu befinden, Šemuél sagte ja, daß, wenn jemand einem zehn Felder in zehn Provinzen verkauft, dieser, sobald er eines in Besitz genommen hat, sich alle angeeignet habe!? —", "Wozu brauchen sie, auch nach deiner Auffassung, selbst nach der Lesart, nach der Sklaven als Mobilien gelten, sich in diesen zu befinden," ], [ "wir wissen ja, daß sie nicht beisammen zu sein266Wenn man durch die Besitznahme der Grundstücke auch die Mobilien erwerben will.brauchen!?", "Du mußt also sagen, bei sich bewegenden Mobilien verhalte es sich anders als bei sich nicht bewegenden,", "ebenso verhält es sich auch bei sich bewegenden Grundstücken267Dh. man kann auch annehmen, daß Sklaven als Grundstücke gelten, dennoch besteht hier kein Widerspruch.anders als bei sich nicht bewegenden. Sklaven gelten als sich bewegende Grundstücke, während der ganze Erdball ein Komplex ist268Deshalb erwirbt man durch die Besitznahme des einen Grundstückes auch alle übrigen, obgleich sie sich in anderen Ländern befinden..", "VON GÜTERN, BEI DENEN KEINE VERUNTREUUNG ERFOLGT &C.", "Also nur wenn keine Veruntreuung erfolgt, wohl aber können sie geheiligt268ZBs. Minderheiliges, derentwegen kein Veruntreuungsopfer darzubringen ist.sein; wer lehrte dies?", "R. Joḥanan erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, welcher sagt, Minderheiliges sei Eigentum des Besitzers269Und nicht Gottes, somit hat dabei das Entschädigungsgesetz Geltung..", "Es wird nämlich gelehrt:270Lev. 5,21.Und sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig macht, dies schließt das Minderheilige ein, das sein Eigentum271Des Besitzers; bei diesem hat das Lev. 5,21ff. genannte Gesetz Geltung, das bei Heiligem nicht anwendbar ist.ist — so R. Jose der Galiläer. —", "Wir haben gelernt: Wenn [ein Priester sich eine Frau] mit seinem Anteile272Den er von den Schlachtopfern erhält.an traut273Die Antrauung erfolgt, wenn der Mann der Frau einen Wertgegenstand vor Zeugen zu diesem Behufe gibt., einerlei ob von Hochheiligem oder von Minderheiligem, so ist sie ihm nicht angetraut. Demnach nicht nach R. Jose dem Galiläer? —", "Du kannst auch sagen, nach R. Jose dem Galiläer, denn R. Jose der Galiläer sagt dies274Daß das Minderheilige als Privatbesitz gilt.nur von einem lebenden [Opfertiere], bei einem geschlachteten aber gibt auch R. Jose der Galiläer zu275Daß solches kein Privatbesitz ist., denn [die Priester] erhalten es vom Tische Gottes276Solange das Tier lebt, ist der Eigentümer für das Opfer persönlich haftbar, nach dem Schlachten ist die Heiligkeit auf das Tier übertragen.. —", "Ist er denn dieser Ansicht274Daß das Minderheilige als Privatbesitz gilt.bei einem lebenden, wir haben ja gelernt: Man darf das Erstgeborene277Das erstgeborene eines jeden Tieres muß an einen Priester verschenkt werden, u. gehört zur Klasse des Minderheiligen; cf. Ex. 13,12ff u. Num. 18,15ff., wenn gebrechenfrei, lebend, wenn gebrechenbehaftet, lebend und geschlachtet verkaufen: ferner darf er sich damit eine Frau antrauen.", "Hierzu sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, dies lehrten sie nur von der Erstgeburt in der Jetztzeit, denn da sie zur Opferung nicht geeignet ist, haben die Priester Besitzrecht darauf, nicht aber zur Zeit, wenn der Tempel besteht, wo sie zur Opferung geeignet ist.", "Darauf wandte Raba gegen R. Naḥman ein: Und sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig macht, dies schließt Minderheiliges ein, das sein Eigentum ist278Zur Zeit, wenn der Tempel besteht, denn nur dann hat das Gesetz Lev. 5,21ff. Geltung.— so R. Jose der Galiläer.", "Und Rabina erwiderte, er spreche von einem Erstgeborenen aus dem Auslande279Außerhalb Palästinas., und zwar nach R. Šimo͑n, welcher sagt, daß, wenn solche gebrechenfrei eingeliefert worden sind, sie darzubringen seien. Nur wenn sie eingeliefert worden sind, von vornherein aber nicht.", "Wenn man nun sagen wollte, R. Jose der Galiläer sage dies274Daß das Minderheilige als Privatbesitz gilt.von lebenden," ], [ "so sollte er ihm doch erwidert haben, die eine Lehre nach R. Jose dem Galiläer und die andere nach den Rabbanan280Und da er ihm dies nicht erwiderte, so ist zu, schließen, daß auch RJ. der Ansicht ist, daß die Erstgeburt als Eigentum Gottes gilt.!?", "(Dieser erwiderte:) Du sprichst von den Priestergeschenken281Die Erstgeburt gehört zu den priesterlichen Abgaben (Priestergeschenke) und ist durch das bereits bestehende Gesetz geheiligt, während andere minderheilige Opfer, zBs. das Heilsopfer (cf. Lev. 3,1ff. uö.) erst durch die Bestimmung des Eigentümers heilig werden.: anders verhält es sich hei den Priestergeschenken, da sie vom Tische Gottes erworben werden.", "Der Text. Und sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig macht, dies schließt Minderheiliges ein, das sein Eigentum ist — so R. Jose der Galiläer. Ben A͑zaj sagt, dies schließe [nur] das Heilsopfer ein. Abba Jose b. Dostaj sagte: Ben A͑zaj spricht nur vom Erstgeborenen.", "Der Meister sagte: Ben A͑zaj sagt, dies schließe [nur] das Heilsopfer ein. Was schließt dies aus:", "wollte man sagen, dies schließe das Erstgeborene aus, so sollte, wenn du sogar vom Heilsopfer, bei dem das Stützen282Die Hände auf den Kopf des Schlachtopfers., das Gußopfer, und das Schwingen von Brust und Schenkel283Cf. Lev. 7,29ff.erforderlich sind, sagst, es sei Eigentum des Besitzers, dies um so mehr vom Erstgeborenen gelten!?", "Vielmehr, sagte R. Joḥanan, dies schließt den Zehnten284Vom Viehbestande; cf. Lev. 27,32ff. aus.", "Es wird nämlich gelehrt: Vom Erstgeborenen heißt es:285Num. 18,17.es soll nicht aufgelöst werden, es darf, wenn gebrechenfrei, lebend, wenn gebrechenbehaftet, lebend und geschlachtet verkauft werden; vom Zehnten heißt es:286Lev. 27,33.es soll nicht umgetauscht werden, es darf weder lebend noch geschlachtet, weder gebrechenfrei noch gebrechenbehaftet verkauft werden.", "Rabina bezieht dies auf den Schlußsatz: Abba Jose b. Dostaj sagte: Ben A͑zaj spricht nur vom Erstgeborenen. Was schließt dies aus:", "wollte man sagen, dies schließe das Heilsopfer aus, so sollte, wenn sogar das Erstgeborene, das vom Mutterleibe aus heilig ist, sein Eigentum ist, es um so mehr das Heilsopfer sein!?", "R. Joḥanan erwiderte: Dies schließt den Zehnten aus.", "Es wird nämlich gelehrt: Vom Erstgeborenen heißt es: es soll nicht ausgelöst werden, es darf, wenn gebrechenfrei, lebend, wenn gebrechenbehaftet, lebend und geschlachtet verkauft werden; vom Zehnten heißt es: es soll nicht umgetauscht werden, es darf weder lebend noch geschlachtet, weder gebrechenfrei noch gebrechenbehaftet verkauft werden. —", "Er sagt ja aber: nur vom Erstgeborenen!? — Dies ist ein Einwand.", "Raba erklärte: Unter Gütern, bei denen keine Veruntreuung erfolgt, sind solche zu verstehen, bei denen das Gesetz von der Veruntreuung287Sc. am Heiligen. keine Geltung hat, das sind nämlich solche, die einem Gemeinen gehören. —", "Sollte er doch lehren: die eines Gemeinen!? — Dies ist ein Einwand.", "R. Abba sagte: Wenn ein Heilsopfertier Schaden angerichtet hat, so kann man den Schaden288Bei einer Hornschädigung, für die der Eigentümer nur dinglich (vgl. ob. S. 9 Anm. 46) haftet.von seinem Fleisch e289Das Eigentum des Besitzers bleibt.einfordern, nicht aber von den Opferteilen. —", "Selbstverständlich, die Opferteile sind ja dem Höchsten darzubringen!? —", "Dies ist wegen des Fleisches im Werte der Opferteile nötig290Man könnte sonst glauben, der Geschädigte erhalte den auf seinen Teil entfallenen Wert der Opferteile von dem Schädiger zukommenden Fleische.. —", "Nach wessen Ansicht:", "wenn nach den Rabbanan, so ist es ja selbstverständlich, denn sie sagen ja, wenn das eine291Sie streiten über den Fall, wenn ein Ochs böswillig einen anderen in eine Grube gestoßen hat; der Eigentümer des Ochsen hat nur ein Viertel, und wenn er verwarnt war, die Hälfte des Schadens zu ersetzen, da die Grube beim Tode mitgewirkt hat; die andere Hälfte des ihm zukommenden Ersatzes hat der Geschädigte nach der einen Ansicht verloren u. nach der anderen Ansicht vom Eigentümer der Grube zu beanspruchen.den Schaden nicht deckt, werde das Fehlende nicht vom anderen eingezogen,", "und wenn nach R. Nathan, so sagt er ja, wenn das eine den Schaden nicht deckt, werde das Fehlende vom anderen eingezogen!? —", "Wenn du willst, sage ich, nach R. Nathan, und wenn du willst, sage ich, nach den Rabbanan.", "Wenn du willst, sage ich, nach den Rabbanan, denn sie sagen dies292Daß der Beteiligte für das Fehlende nicht haftbar sei.nur von zwei getrennten Körpern, während bei einem Körper [der Geschädigte] sagen kann; ich fordere Zahlung von dem, was mir gefällt293Nur vom Fleische..", "Wenn du willst, sage ich, nach R. Nathan, denn da kann der Eigentümer des [getöteten] Ochsen zum Eigentümer der Grube sagen: ich habe meinen Ochsen in deiner Grube gefunden, was ich von jenem nicht erhalte, fordere ich von dir ein," ], [ "hierbei aber kann er ja nicht sagen, nur das Fleisch habe den Schaden angerichtet und nicht die Opferteile.", "Raba sagte: Wenn ein Dankopfertier Schaden angerichtet hat, so kann man den Schaden nur vom Fleische einfordern, nicht aber vom dazu gehörenden Opferbrote. —", "Vom Opferbrote ist dies ja selbstverständlich294Dieses war ja an der Schädigung nicht beteiligt.!? —", "Nötig ist der Schlußsatz: der Geschädigte ißt das Fleisch295Wenn es vorschriftsmäßig geschlachtet worden ist u. die Opferteile dargebracht worden sind., der die Sühne erhält, bringt das Opferbrot dar. —", "Auch dies ist ja selbstverständlich!? — Man könnte glauben, da das Opferbrot die Tauglichmachung des Schlachtopfers bildet, könne er zu ihm sagen: du ißt das Fleisch und ich soll das Opferbrot darbringen!? Daher lehrt er uns, daß das Opferbrot Pflicht des Eigentümers sei296Ohne Rücksicht darauf, wer vom Fleische genießt..", "VON GÜTERN VON GLAUBENSGENOSSEN.", "Was schließt dies aus: wenn das Eigentum von Nichtjuden, so lehrt er ja weiter, daß, wenn ein Ochs eines Jisraéliten einen Ochsen eines Nichtjuden niedergestoßen hat, er ersatzfrei sei!? — Zuerst lehrt er es [allgemein], nachher erörtert er es.", "VON GÜTERN, DEREN EIGENTÜMER LEGITIMIERT SIND. Was schließt dies aus? R. Jehuda erwiderte: Dies schließt den Fall aus, wenn einer sagt, dein Ochs hat den Schaden angerichtet, und der andere sagt: dein Ochs hat den Schaden angerichtet. —", "Dies lehrt er ja weiter: wenn zwei [Ochsen] einen verfolgt haben, und darauf der [Eigentümer] des einen sagt: dein Ochs hat ihn beschädigt, und der des anderen sagt: dein Ochs hat ihn beschädigt, so sind beide ersatzfrei!? —", "Zuerst lehrt er es [allgemein], nachher erörtert er es. In einer Barajtha wird gelehrt, dies schließe herrenloses Gut aus, — In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ein uns gehörender Ochs einen herrenlosen Ochsen niedergestoßen hat, so ist ja niemand da, der [Ersatz] fordern könnte, und wenn ein herrenloser Ochs einen uns gehörenden niedergestoßen hat, so kann man ja gehen und sich diesen holen!? —", "Wenn ein anderer zuvorgekommen ist und ihn sich angeeignet hat.", "Rabina erklärte: Dies schließt den Fall aus, wenn er gestoßen hat und darauf dem Heiligtume geweiht wurde, wenn er gestoßen hat und darauf dessen Besitz aufgegeben wurde.", "Übereinstimmend wird auch gelehrt: Noch mehr sagte R. Jehuda: Selbst wenn er gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher dem Heiligtume geweiht hat, gestoßen und er ihn nachher preisgegeben hat, ist er frei, denn es heißt:297Ex. 21,29.und dies seinem Eigentümer angezeigt wird, und er einen Menschen tötet, nur wenn die Tötung und die Vorführung vor Gericht unter einem [Eigentümer] erfolgen. —", "Ist etwa nicht auch die Aburteilung erforderlich, [die Worte:]297Ex. 21,29.und der Ochs soll gesteinigt werden, sprechen ja von der Aburteilung!? —", "Sage vielmehr: nur wenn die Tötung, die Vorführung vor Gericht und die Aburteilung unter einem [Eigentümer] erfolgen.", "NUR NICHT AUF EINEM GEBIETE, AUF DEM NUR DER SCHÄDIGER ZUTRITT HAT. Weil er zu ihm sagen kann: was hat dein Ochs auf meinem Gebiete zu suchen?", "UND DAS DEM GESCHÄDIGTEN UND DEM SCHÄDIGER GEMEINSAM GEHÖRT.", "R. Ḥisda sagte im Namen Abimis: In einem gemeinsamen Hofe sind sie298Die Besitzer, wenn ein Tier des einen dem anderen Schaden zugefügt hat.einander für Zahnschädigung und Fußschädigung ersatzpflichtig, und [die Mišna] ist wie folgt zu verstehen: nur nicht auf einem Gebiete, auf dem nur der Schädiger Zutritt hat, da ist er frei; wenn es aber dem Geschädigten und dem Schädiger gemeinsam gehört, so ist, wenn ein Schaden angerichtet wird, der Schädiger verpflichtet &c.", "R. Elea͑zar aber sagte: Sie sind für Zahnschädigung und Fußschädigung ersatzfrei, und [die Mišna] ist wie folgt zu verstehen: nur nicht auf einem Gebiete, auf dem nur der Schädiger Zutritt hat, und das dem Geschädigten und dem Schädiger gemeinsam gehört, da ist er ersatzfrei; und [der Satz:] wird ein Schaden angerichtet, so ist der Schädiger verpflichtet, schließt die Hornschädigung ein. —", "Einleuchtend ist dies nach Šemuél299Nach dem unter ‘Ochs’ nur die Fußbeschädigung zu verstehen ist; cf. supra Fol. 4a., was aber schließt dieser Satz ein nach Rabh, welcher sagt, unter ‘Ochs’ seien alle Schädigungen des Ochsen zu verstehen!? —", "Dies schließt folgende Lehre der Rabbanan ein: Wird ein Schaden angerichtet, so ist der Schädiger verpflichtet, dies schließt den Fall ein, wenn ein Vieh im Gebiete des unbezahlten Hüters, des Entleihers, des Lohnhüters oder des Mieters Schaden angerichtet hat; nicht verwarnt ist die Hälfte des Schadens und verwarnt der ganze Schaden zu zahlen. Wenn es nachts ausgebrochen ist, oder Räuber es durch Einbruch [befreit] haben und es einen Schaden angerichtet hat, so ist er frei.", "Der Meister sagte: Wird ein Schaden angerichtet, so ist der Schädiger verpflichtet, dies schließt den Fall ein, wenn ein Vieh im Gebiete des unbezahlten Hüters, des Entleihers, des Lohnhüters oder des Mieters Schaden angerichtet hat. In welchem Falle:", "wollte man sagen, wenn der Ochs des Verleihers den Ochsen des Entleihers beschädigt hat, so sollte doch [der Eigentümer] zu ihm sagen: würde er anderweitig Schaden angerichtet haben, so müßtest du bezahlen, wieso soll ich nun bezahlen, wenn er deinen Ochsen beschädigt hat!?", "Und wenn der Ochs des Entleihers den Ochsen des Verleihers beschädigt hat, so sollte er doch zu ihm sagen: würde er anderweitig beschädigt worden sein, so müßtest du mir den ganzen Ochsen bezahlen, und wenn dein Ochs ihn beschädigt hat, willst du mir nur die Hälfte des Schadens bezahlen!? —", "Tatsächlich, wenn der Ochs des Verleihers den Ochsen des Entleihers beschädigt hat, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er die Verantwortung für seinen Körper," ], [ "nicht aber die Verantwortung für seine Schädigungen übernommen300Der Eigentümer ist daher haftbar.hat. —", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn es nachts ausgebrochen ist, oder Räuber es durch Einbruch [befreit] haben und es Schaden angerichtet hat, so ist er frei. Demnach ist er ersatzpflichtig, wenn dies am Tage erfolgt; er hat ja keine Verantwortung für seine Schädigungen übernommen!? —", "Er meint es wie folgt: hat er aber die Verantwortung für seine Schädigungen übernommen, so ist er ersatzpflichtig; wenn es nachts ausgebrochen ist, oder Räuber es durch Einbruch [befreit] haben und es Schaden angerichtet hat. so ist er ersatzfrei. —", "Dem ist ja aber nicht so, R. Joseph lehrte ja, daß man in einem gemeinsamen Hofe und einem Wirtshause für Zahnschädigung und Fußschädigung ersatzpflichtig sei; dies ist ja eine Widerlegung R. Elea͑zars!? —", "R. Elea͑zar kann dir erwidern: Du glaubst wohl, daß hierüber nicht ein Streit in der Barajtha besteht!? Es wird ja gelehrt: Vier Regeln normierte R. Šimo͑n b. Elea͑zar hinsichtlich der Schädigung: wenn das Gebiet nur dem Geschädigten und nicht dem Schädiger gehört, so ist er vollständig ersatzpflichtig; wenn nur dem Schädiger und nicht dem Geschädigten, so ist er für alles ersatzfrei;", "wenn beiden, zum Beispiel ein gemeinsamer Hof oder eine Ebene, so ist er für Zahnschädigung und Fußschädigung ersatzfrei, und hat für das Stoßen, Anrennen, Beißen, Sichniederlegen und Ausschlagen nicht verwarnt die Hälfte des Schadens und verwarnt den ganzen Schaden zu bezahlen;", "wenn beiden nicht, zum Beispiel ein Hof, der beiden nicht gehört, so ist er für Zahnschädigung und Fußschädigung ersatzpflichtig, und hat für das Stoßen, Beißen, Anrennen, Sichniederlegen und Ausschlagen nicht verwarnt die Hälfte des Schadens und verwarnt den ganzen Schaden zu bezahlen.", "Hier lehrt er also, daß er auf einem gemeinsamen Hofe und einer Ebene für Zahnschädigung und Fußschädigung frei sei. —", "Die Lehren widersprachen ja einander!? —", "Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn der Hof beiden zur Verfügung steht, sowohl für Früchte als auch für Ochsen, und die des R. Joseph spricht von dem Falle, wenn der Hof ihnen nur für Früchte zur Verfügung steht, nicht aber für Ochsen, in welchem Falle er hinsichtlich der Zahnschädigung als Gebiet des Geschädigten gilt.", "Dies ist auch zu beweisen: in der einen [Lehre] vergleicht er ihn mit einem Wirtshause301In das nur Früchte u. keine Ochsen hineingebracht werden. und in der anderen vergleicht er ihn mit einer Ebene. Schließe hieraus.", "R. Zera wandte ein: Es heißt ja:302Ex. 22,4.und auf einem fremden Felde abweiden läßt, und wenn [der Hof] ihm für Früchte zur Verfügung steht, ist dies ja nicht der Fall!?", "Abajje erwiderte ihm: Da er für Ochsen nicht zur Verfügung steht, so gleicht er einem fremden Felde.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Wenn nun diese Lehren nicht streiten, wäre anzunehmen, daß auch die Amoraím303R. Ḥisda u. R. Elea͑zar, der erstere spricht von dem Falle, wenn der Hof dem Schädiger für Ochsen nicht zur Verfügung steht, u. der andere spricht von dem Falle, wenn er ihm auch für Ochsen zur Verfügung steht.nicht streiten?", "Dieser erwiderte: Allerdings; wenn man aber sagen will, daß sie wohl streiten, so besteht ihr Streit in der Frage R. Zeras und der Antwort Abajjes304RḤ. ist der Ansicht A.s, daß ein Hof, der nur für Früchte und nicht für Ochsen bestimmt ist, als fremdes Gebiet gilt, während RE. der Ansicht RZ.s ist, daß ein solcher Hof nicht als fremdes Gebiet gilt..", "Der Text. Vier Regeln normierte R. Šimo͑n b. Elea͑zar hinsichtlich der Schädigung: wenn das Gebiet nur dem Geschädigten und nicht dem Schädiger gehört, so ist er vollständig ersatzpflichtig.", "Es heißt nicht: für alles ersatzpflichtig, sondern: vollständig ersatzpflichtig, nämlich für den ganzen Schaden,", "also nach R. Tryphon, welcher sagt, für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei der ganze Ersatz zu leisten.", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn beiden nicht, zum Beispiel ein Hof, der beiden nicht gehört, so ist er für Zahnschädigung und Fußschädigung ersatzpflichtig.", "Was heißt ‘beiden nicht’: wollte man sagen, weder dem einen noch dem anderen, sondern einem fremden, so heißt es ja: und auf einem fremden Felde abweiden läßt, was hierbei nicht der Fall ist;", "doch wohl: beiden nicht, sondern einem von ihnen, und es heißt weiter, er habe nicht verwarnt die Hälfte des Schadens und verwarnt den ganzen Schaden zu bezahlen,", "also nach den Rabbanan, welche sagen, für die Hornschädigung auch im Gebiete des Geschädigten sei nur die Hälfte des Schadens zu bezahlen.", "Der Anfangsatz nach R. Tryphon und der Schlußsalz nach den Rabbanan!? —", "Allerdings, so sagte auch Šemuél zu R. Jehuda: Scharfsinniger, laß die Mišna305Dh. bemühe dich nicht, sie nach einem Autor zu erklären.und folge mir: der Anfangsatz nach R. Tryphon und der Schlußsatz nach den Rabbanan.", "Rabina erklärte im Namen Rabas: Alles nach R. Tryphon, denn [die Worte] ‘beiden nicht’ sind wie folgt zu verstehen: beiden nicht für Früchte, sondern nur einem, beiden aber für Ochsen.", "Hinsichtlich der Zahnschädigung gilt er als Hof des Geschädigten, und hinsichtlich der Hornschädigung gilt er als öffentliches Gebiet. —", "Wieso sind es demnach vier [Regeln], es sind ja nur drei306Der letzte Fall maßte ja ausscheiden: hinsichtlich der Zahnschädigung ist er im ersten u. hinsichtlich der Hornschädigung im dritten einbegriffen.!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:" ], [ "Drei Regeln vier Gebiete betreffend.", "iii GELDSCHÄTZUNG307Diese Mišna enthält die Quintessenz verschiedener, das Schädigungsgesetz betreffender Lehren u. wird weiter im T. ausführlich erläutert. Weder sinn- noch wortgemäß ist die Auslegung der Kommentare, wenn die Kuh das Gewand oder das Gewand die Kuh beschädigt hat, daß nämlich der Geschädigte nicht die schädigende Sache als Ersatz für seinen Schaden erhalte., GELDWERT, VOR GERICHT, DURCH ZEUGEN, DIE FREIE UND GLAUBENSGENOSSEN SIND. FRAUEN SIND IM [GESETZE VON] DER SCHÄDIGUNG EINBEGRIFFEN. DER GESCHÄDIGTE UND DER SCHÄDIGER [TRAGEN GEMEINSAM] DEN SCHADEN.", "GEMARA. Was heißt: Geldschätzung?", "R. Jehuda erwiderte: Die Schätzung erfolgt nur nach dem Geldwerte308Es wird nicht event. Schaden gegen Schaden verrechnet, vielmehr wird jeder Schaden nach seinem Geldwerte berechnet..", "Unsere Mišna lehrt also das, was die Rabbanan gelehrt haben: Wenn eine Kuh ein Gewand und das Gewand die Kuh beschädigt hat, so sage man nicht, die Beschädigung der Kuh sei durch die des Gewandes und die des Gewandes sei durch die der Kuh ausgeglichen, vielmehr man schätze die Beschädigungen nach ihrem Geldwerte309Der minder Beschädigte muß dem anderen die Differenz herauszahlen..", "GELDWERT.", "Die Rabbanan lehrten nämlich:310Ex. 21,34.Geld, dies lehrt, daß das Gericht nur dann einschreitet, wenn [der Schädiger] Sicherheit gewährende Güter311Dh. Grundbesitz.besitzt; wenn aber der Geschädigte zuvorgekommen ist und Mobilien eingehascht hat, so läßt ihn das Gericht auch von diesen einfordern.", "Der Meister sagte: Geld, dies lehrt, daß das Gericht nur dann einschreitet, wenn [der Schädiger] Sicherheit gewährende Güter besitzt. Wieso geht dies hieraus hervor?", "Rabba b. U͑la erwiderte: Dinge, die alles Geld wert sind. — Das sind also Dinge, bei denen es keine Übervorteilung312Wenn jemand beim Kaufe oder Verkaufe einer Sache um ein Sechstel des Wertes übervorteilt wird, so muß ihm dieser Betrag zurückerstattet werden, wenn um mehr als ein Sechstel, so kann er vom Kaufe, bezw. Verkaufe zurücktreten; dieses Gesetz gilt nicht bei Grundstücken.gibt, und auch bei Sklaven und Schuldscheinen gibt es ja keine Übervorteilung!?", "Vielmehr, erklärte Rabba b. U͑la, Dinge, die durch Geld angeeignet werden313Immobilien, während bei Mobilien dies durch das Ansichziehen erfolgt.. — Sklaven und Schuldscheine werden ja ebenfalls durch Geld angeeignet!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, Geldwert, nicht aber bares Geld, während alles andere bares Geld314Da es von Ort zu Ort transportiert werden kann; cf. supra Fol. 7b.ist.", "R. Jehuda b. Ḥenana wies R. Ilona dem Sohne des R. Jehošua͑, auf einen Widerspruch hin: Er lehrt: Geldwert, und dies lehrt, daß das Gericht nur dann einschreite, wenn [der Schädiger] Sicherheit gewährende Güter besitzt, und dem widersprechend wird gelehrt:310Ex. 21,34.Soll er ersetzen, dies schließt alles ein, was Geld wert ist, auch Kleie!? —", "Hier wird von Waisen315Des Schädigers; von Mobilien wird angenommen, daß sie sie erst nachher erworben haben.gesprochen. —", "Wie ist, wenn hier von Waisen gesprochen wird, der Schlußsatz zu erklären: wenn aber der Geschädigte zuvorgekommen ist und Mobilien eingehascht hat, so läßt ihn das Gericht von diesen einfordern; wieso läßt ihn, wenn hier von Waisen gesprochen wird, das Gericht von diesen einfordern!? —", "Wie Raba im Namen R. Naḥmans erklärt hat: wenn er sie bei Lebzeiten eingehascht hat, ebenso ist auch hier zu erklären: wenn er sie bei Lebzeiten316Des Schädigers.eingehascht hat.", "Von GERICHT.", "Ausgenommen der Fall, wenn er seine Güter verkauft und vor Gericht317Die Käufer sind nicht haftbar.erscheint.", "Hieraus wäre also zu entnehmen, daß, wenn jemand Geld borgt, darauf seine Güter verkauft und vor dem Gericht erscheint, das Gericht von diesem nicht einfordern lasse318Während gesetzlich die Käufer wohl haftbar sind.!? —", "Vielmehr, ausgenommen ist das Laiengericht319In anderen Fällen bilden auch 3 Laien ein Gerichtskollegium, bei Bußgeldsachen aber müssen es autorisierte Richter sein..", "DURCH ZEUGEN.", "Ausgenommen der Fall, wenn jemand eine Geldbuße freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen; er ist dann frei. —", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, wenn jemand eine Bußzahlung freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er frei, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wenn jemand eine Bußzahlung freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er schuldig!? —", "Nötig ist der Schlußsatz: Freie und Glaubensgenossen." ], [ "Freie, dies schließt Sklaven aus; Glaubensgenossen, dies schließt Nichtjuden aus.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von Sklaven gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil [ein Sklave] keine legitime Geschlechtsfolge hat, nicht aber gelte dies von einem Nichtjuden, der eine legitime Geschlechtsfolge hat. Und wenn er dies nur von einem Nichtjuden gelehrt haben würde, [so könnte man glauben,] weil er nicht an den Geboten beteiligt ist, nicht aber gelte dies von einem Sklaven, der an den Geboten beteiligt ist. Daher ist beides nötig.", "FRAUEN SIND IM [GESETZE VON] DER SCHÄDIGUNG EINBEGRIFFEN. Woher dies?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs, und ebenso wurde es auch in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Die Schrift sagt:320Num. 5,6.wenn ein Mann oder eine Frau irgend eine Sande begeht; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora gleichgestellt.", "In der Schule R. Elie͑zers wurde gelehrt:321Ex. 21,1.Folgende sind die Rechtssatzungen, die da ihnen vorlegen sollst; die Schrift hat die Frau dem Manne hinsichtlich aller Zivilgesetze der Tora gleichgestellt.", "In der Schule Ḥizqijas und R. Jose des Galiläers wurde gelehrt: Die Schrift sagt:322Ib. V. 29.und einen Mann oder eine Frau tötet; die Schrift hat damit die Frau dem Manne hinsichtlich aller Todesarten der Tora gleichgestellt.", "Und [all diese Schriftverse] sind nötig. Würde er nur den ersten gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur hierbei323Hinsichtlich der Opfer wegen Übertretung der Strafgesetze., weil der Allbarmherzige sie geschont hat, damit sie Sühne erlange, das Zivilgesetz aber gelte nur für den Mann, der Handel treibt, nicht aber für die Frau.", "Würde er es uns nur von den Zivilgesetzen gelehrt haben, [so könnte man glauben,] wegen ihres Lebensunterhaltes, das Gesetz von der Sühne aber gelte nur für den Mann, der zu den Geboten verpflichtet ist, nicht aber für die Frau, die zu den Geboten nicht verpflichtet324Frauen sind nur den Verboten u. den von einer bestimmten Zeit nicht abhängigen Geboten unterworfen.ist.", "Würde er es nur von diesen beiden gelehrt haben, [so könnte man glauben.] da, damit sie Sühne erlange, und dort wegen ihres Lebensunterhaltes, bei der Tötung aber sei Lösegeld nur für den Mann zu zahlen, der zu den Geboten verpflichtet325Der also durch die Tötung der Ausübung der Gebote entrissen wurde. ist, nicht aber für die Frau.", "Und würde er es nur vom Lösegelde gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es sich um die Einbüßung des Lebens handelt, nicht aber gelte dies von jenen beiden, wobei es sich nicht um die Einbüßung des Lebens handelt. Daher sind alle nötig.", "DER GESCHÄDIGTE UND DER SCHÄDIGER [TRAGEN GEMEINSAM] DEN SCHADEN.", "Es wurde gelehrt: Der halbe Schaden326Für die Schädigung durch einen Ochsen, nicht verwarnt.ist, wie R. Papa sagt, eine Entschädigung, und wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagt, eine Buße327Als solche gilt jede Zahlung, die dem Schaden nicht entspricht..", "R. Papa sagt, er sei eine Entschädigung, denn er ist der Ansicht, Ochsen seien allgemein nicht als bewacht328Durch Selbstzucht, dh. sie sind bösartig u. es ist Pflicht des Eigentümers, sie zu bewachen.anzusehen, somit sollte [der Eigentümer] eigentlich den ganzen [Schaden] bezahlen, nur hat der Allbarmherzige ihn geschont, da sein Ochs329Vgl. S. 5 Anm. 22.noch nicht verwarnt worden ist.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagt, er sei eine Buße, denn er ist der Ansicht, Ochsen seien allgemein als bewacht330Vgl. Anm. 328 mut. mut.anzusehen, somit sollte er eigentlich überhaupt nichts bezahlen, nur hat ihm der Allbarmherzige eine Buße auferlegt, damit er seinen Ochsen bewache. —", "Wir haben gelernt: Der Geschädigte und der Schädiger [tragen gemeinsam] den Schaden. Allerdings ist der Geschädigte am Schaden beteiligt nach demjenigen, welcher sagt, der halbe Schadenersatz sei eine Entschädigung, wieso aber nach demjenigen, welcher sagt, der halbe Schadenersatz sei eine Buße: wenn er sogar erhält, was ihm nicht zukommt, wieso ist er am Schaden beteiligt!? —", "Dies bezieht sich auf die Wertminderung des Aases331Die der Geschädigte zu tragen hat (vgl. ob. S. 32 Anm. 220); die Buße, die ihm zuerkannt wurde, erhält er nicht vollständig.. —", "Von der Wertminderung des Aases lehrte er ja bereits früher: Ersatz des Schadens, dies lehrt, daß der Eigentümer sich mit dem Aase zu befassen habe!? —", "Das eine spricht von einem nicht verwarnten und das andere spricht von einem verwarnten.", "Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem nicht verwarnten gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er noch nicht verwarnt worden ist, nicht aber gelte dies von einem verwarnten. Und würde er es nur von einem verwarnten gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er den ganzen Schaden zu bezahlen332Deshalb muß der Geschädigte wenigstens die Wertminderung des Kadavers tragen.hat, nicht aber gelte dies von einem nicht verwarnten. Daher ist beides nötig. —", "Komm und höre: Welchen Unterschied gibt es zwischen einem nicht verwarnten und einem verwarnten? Für einen nicht verwarnten ist die Hälfte des Schadens und dinglich333Vgl. S. 9. Anm. 46.zu zahlen, und für einen verwarnten ist der ganze Schaden persönlich zu zahlen.", "Wenn nun dem so334Daß der halbe Schadenersatz eine Buße sei.wäre, so sollte er auch folgenden [Unterschied] lehren: für einen nicht verwarnten braucht man bei einem freiwilligen Geständnisse nichts zu bezahlen335Cf. supra Fol. 14a., für einen verwarnten aber muß man auch bei einem freiwilligen Geständnisse bezahlen!? —", "Manches lehrt er und manches läßt er fort. — Was läßt er noch außerdem fort? —", "Die Zahlung der Hälfte des Lösegeldes336Der verwarnte Eigentümer eines Ochsen, der einen Menschen getötet hat, muß an die Erben Lösegeld zahlen; nicht verwarnt sollte er eigentlich die Hälfte des Lösegeldes zahlen, was aber nicht der Fall ist.. —", "Wenn nur die Zahlung der Hälfte des Lösegeldes, so ist dies keine Zurücklassung, denn hier ist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, welcher sagt, nicht verwarnt sei die Hälfte des Lösegeldes zu zahlen. —", "Komm und höre:" ], [ "[Sagt jemand:] mein Ochs hat jenen getötet, oder: den Ochsen von jenem, so muß er trotz des freiwilligen Geständnisses bezahlen.", "Dies gilt wohl von einem nicht verwarnten!? — Nein, von einem verwarnten. —", "Weshalb lehrt er demnach, wenn man für einen nicht verwarnten bei einem freiwilligen Geständnisse nichts zu bezahlen braucht, im Schlußsatze [daß, wenn er sagt:] mein Ochs hat den Sklaven von jenem getötet, er wegen des freiwilligen Geständnisses nichts zu bezahlen337Die 30 Šeqel (cf. Ex. 21,32); jede in der Schrift festgesetzte Zahlung ist eine Bußzahlung, da bei dieser der Wert der Schädigung nicht berücksichtigt wird.brauche, er sollte doch beim ersten Falle selbst einen Unterschied machen:", "dies gilt nur von einem verwarnten, für einen nicht verwarnten aber braucht man bei einem freiwilligen Geständnisse nichts zu bezahlen!? —", "Das ganze spricht von einem verwarnten338Er führt deshalb keinen Unterschied hinsichtlich eines nicht verwarnten an.. —", "Komm und höre: Die Regel hierbei ist: wer mehr bezahlt als wie er Schaden angerichtet hat, braucht bei einem freiwilligen Geständnisse nichts339Weil eine solche Zahlung, die dem Schaden nicht entspricht, eine Bußzahlung ist.zu bezahlen. Wenn aber weniger, so muß er wohl bezahlen340Demnach ist der halbe Schadenersatz eine richtige Entschädigung u. keine Bußzahlung.!?", "Nein, wenn soviel, wie er Schaden angerichtet hat, muß er wohl bezahlen. —", "Wenn aber weniger, so braucht er nichts zu bezahlen: wieso heißt es demnach: die Regel hierbei ist: wer mehr bezahlen muß als wie er Schaden angerichtet hat, braucht bei einem freiwilligen Geständnisse nichts zu bezahlen, es sollte ja heißen: die Regel hierbei ist: wer nicht soviel bezahlt, wie er Schaden angerichtet hat, worunter sowohl weniger als auch mehr zu verstehen sein würde!? — Eine Widerlegung.", "Die Halakha ist: der halbe Schadenersatz ist eine Buße. —", "Die Halakha, wo dies widerlegt wurde!? —", "Freilich; widerlegt wurde dies nur deshalb, weil es nicht heißt: wie er Schaden angerichtet hat,", "dies wäre aber nicht stichhaltig, denn vom halben Schadenersatz für einen Schaden durch Geröll341Vgl. S. 8 Anm. 43 u. 44.haben wir eine überlieferte Lehre, daß dieser eine Geldzahlung sei. Deshalb lehrt er nicht demgemäß.", "Da du nun ausgeführt hast, der halbe Schadenersatz sei eine Buße, so kann, wenn ein Hund ein Lamm oder eine Katze ein Huhn gefressen hat, da dies ungewöhnlich342Die ungewöhnliche Schädigung dh. die das Tier nicht aus Fahrlässigkeit (Fußschädigung) oder Genußsucht (Zahnschädigung), sondern aus Böswilligkeit anrichtet, gehört zur Klasse der Hornschädigung; der Eigentümer hat nicht verwarnt die Hälfte des Schadens zu entrichten, u. zwar ist diese Zahlung eine Bußzahlung.ist, in Babylonien343Für Bußgeldsachen sind nur autorisierte Richter zuständig, u. außerhalb Palästinas findet keine Autorisation statt; cf. Syn. Fol. 32b.dafür [keine Entschädigung] eingefordert werden.", "Dies gilt jedoch nur von großen, bei kleinen344Lämmern oder Hühnern.aber ist dies gewöhnlich.", "Hat [der Geschädigte] etwas345Das dem Schädiger gehört.eingehascht, so wird es ihm nicht abgenommen.", "Wenn [der Geschädigte] die Festsetzung einer Frist für eine Klage in Palästina verlangt, so wird ihm eine solche festgesetzt, und wenn [der Schädiger] nicht hingeht, tue man ihn in den Bann.", "Auf jeden Fall tue man ihn in den Bann, bis er das schädigende Tier abgeschafft hat.", "Dies wegen einer Lehre R. Nathans, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß man in seinem Hause keinen bösen Hund halten und keine schadhafte Leiter stehen lassen dürfe? Es heißt: 346Dt. 22,8.du sollst nicht Blutschuld auf dein Haus laden.", "iv,1 ES GIBT FÜNF FÄLLE DES NICHTVERWARNTSEINS347Wörtl. fromm, unschuldig, ein Tier, das nicht als bösartig bekannt ist; wenn es aus Bosheit auf eine der fünf hier aufgezählten Arten, die jedoch zur selben Klasse (קרן, Hornschädigung) gehören, einen Schaden anrichtet, so hat der Eigentümer nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen; wenn es eine solche Schädigung 3mal wiederholt hat u. der Eigentümer verwarnt worden ist, so gilt es als berüchtigt, wörtl. verwarnt u. der Eigentümer hat den ganzen Schaden zu ersetzen. Hinsichtlich der Schädigungen, die nicht aus Bosheit erfolgen, sondern aus Fahrlässigkeit (רגל, Fußschädigung) u. Genußsucht (שן, Zahnschädigung), gilt das Tier stets als ‘verwarnt’, dh. der Eigentümer hat schon das 1. Mal den ganzen Schaden zu ersetzen. Im T. heißt die Schädigung, für die der Eigentümer die Hälfte zu ersetzen hat, ‘nicht verwarnt’, u. die er vollständig zu ersetzen hat, ‘verwarnt’.UND FÜNF FÄLLE DES VERWARNTSEINS.", "EIN VIEH GILT ALS NIGHT VERWARNT HINSICHTLICH DES STOSSENS, DES ANRENNENS, DES BEISSENS, DES SIGHNIEDERLEGENS348Auf zerbrechliche Sachen, um sie zu beschädigen. UND DES AUSSCHLAGENS.", "BEI DER ZAHNSCHÄDIGUNG GILT ES ALS VERWARNT HINSICHTLICH DES FRESSENS VON FÜR DIESES GEEIGNETEN SACHEN; BEI DER FUSSCHÄDIGUNG GILT ES ALS VERWARNT HINSICHTLICH DES ZERBRECHENS IM GEHEN; DER VERWARNTE OCHS, DER OCHS DES SCHÄDIGERS IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN UND DER MENSCH349In diesen fünf Fällen ist die vollständige Entschädigung zu leisten..", "EIN WOLF, EIN LÖWE, EIN BÄR, EIN LEOPARD, EIN PANTHER UND EINE SCHLANGE GELTEN ALS VERWARNT350Dh. der Eigentümer muß den ganzen Schaden ersetzen, da es ihre Eigenschaft ist, böswillige Schädigungen anzurichten.. R. ELEA͑ZAR SAGT, SIND SIE GEZÄHMT, SO GELTEN SIE NICHT ALS VERWARNT; EINE SCHLANGE ABER GILT STETS ALS VERWARNT.", "GEMARA. Wenn er lehrt, bei der Zahnschädigung gelte es als verwarnt, so spricht er wohl vom Gebiete des Geschädigten351Nur wenn es in diesem erfolgt, ist man für die Zahnschädigung ersatzpflichtig., und er lehrt, das Vieh gelte nicht als verwarnt, man braucht nämlich nicht den ganzen Schaden zu ersetzen, sondern nur die Hälfte,", "also nach den Rabbanan, welche sagen, für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen.", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: der verwarnte Ochs, der Ochs des Schädigers im Gebiete des Geschädigten und der Mensch; also nach R. Tryphon, welcher sagt, für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei der ganze Schaden zu ersetzen.", "Der Anfangsatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Tryphon!? —", "Allerdings; so sagte auch Šemuél zu R. Jehuda: Scharfsinniger, lasse die Mišna und folge mir; der Anfangsatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach R. Tryphon.", "R. Elea͑zar im Namen Rabhs erklärte:" ], [ "Alles nach R. Tryphon, denn der Anfangsatz spricht von einem Hofe, der nur einem von ihnen352Dem Beschädigten.für Früchte und beiden für Ochsen zur Verfügung steht; hinsichtlich der Zahnschädigung gilt er als Hof des Geschädigten und hinsichtlich der Hornschädigung als öffentliches Gebiet.", "R. Kahana sagte: Ich trug diese Lehre vor R. Zebid aus Nehardea͑ vor, und er sprach zu mir: Wieso kannst du alles R. Tryphon addizieren, es heißt ja, bei der Zahnschädigung gelte es als verwarnt hinsichtlich des Fressens von für dieses geeigneten Sachen, also nur hinsichtlich geeigneter Sachen, nicht aber hinsichtlich ungeeigneter Sachen,", "und R. Tryphon sagt ja, für das Ungewöhnliche, wie die Hornschädigung, sei im Gebiete des Geschädigten der ganze Schaden zu ersetzen353Wenn das Tier als Futter ungeeignete Dinge frißt, so geschieht dies aus Böswilligkeit u. gehört somit zur Klasse der Hornschädigung.!?", "Vielmehr, tatsächlich nach den Rabbanan, nur ist [die Mišna] lückenhaft und wie folgt zu verstehen: es gibt fünf Fälle des Nichtverwarntseins, bei Verwarnung aber gehören sie zu den Verwarnten354Dh. der ganze Schaden muß ersetzt werden; die 5 Fälle des Verwarntseins, von denen die Mišna spricht, sind nicht die weiter aufgezählten, sondern die vorher genannten im Falle der Verwarnung; die weiterfolgenden gehören ebenfalls zur Klasse der Verwarnten, dh. der ganze Schaden muß ersetzt werden.;", "hinsichtlich der Zahnschädigung und der Fußschädigung aber gilt es von vornherein als verwarnt, und zwar nur im Gebiete des Geschädigten.", "Rabina wandte ein: Weiter355Wo die fünf Fälle des Verwarntseins erklärt werden; cf. infra Fol. 24b.wird ja erklärt, in welchem Falle dies beim Ochsen des Schädigers im Gebiete des Geschädigten erfolge; erklärlich sind [die Worte] ‘in welchem Falle’, wenn du sagst, er spreche davon, welche Bedeutung aber haben [die Worte] ‘in welchem Falle’, wenn du sagst, er spreche davon nicht!?", "Vielmehr erklärte Rabina, [die Mišna] ist lückenhaft und ist wie folgt zu verstehen: es gibt fünf Fälle des Nichtverwarntseins, bei Verwarnung aber gehören diese fünf zu den Verwarnten;", "hinsichtlich der Zahnschädigung und der Fußschädigung aber gilt es von vornherein als verwarnt. Das ist das [Gesetz vom] verwarnten Ochsen. Über den Ochsen des Schädigers im Gebiete des Geschädigten besteht ein Streit zwischen R. Tryphon und den Rabbanan. Ferner gibt es noch andere Tiere, die ebenso als verwarnte356Dh. für deren Schädigung der vollständige Ersatz zu leisten ist.gelten: ein Wolf, ein Löwe, ein Bär, ein Panther, ein Leopard und eine Schlange.", "Ebenso wird auch gelehrt: Es gibt fünf Fälle des Nichtverwarntseins, bei Verwarnung aber gehören diese fünf zu den Verwarnten; hinsichtlich der Zahnschädigung und der Fußschädigung aber gilt es von vornherein als verwarnt. Das ist das [Gesetz vom] verwarnten Ochsen. Ober den Ochsen des Schädigers im Gebiete des Geschädigten besteht ein Streit zwischen R. Tryphon und den Rabbanan. Ferner gibt es noch andere Tiere, die ebenso als verwarnt gelten: ein Wolf, ein Löwe, ein Bär, ein Leopard, ein Panther und eine Schlange.", "Manche weisen auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, es gebe fünf Fälle des Nichtverwarntseins und fünf Fälle des Verwarntseins; gibt es denn weiter keine mehr, zu diesen gehören ja auch der Wolf, der Löwe, der Bär, der Leopard, der Panther und die Schlange!?", "Und Rabina erklärte, [die Mišna] sei lückenhaft und wie folgt zu verstehen: es gibt fünf Fälle des Nichtverwarntseins, bei Verwarnung aber gehören diese fünf zu den Verwarnten; hinsichtlich der Zahnschädigung und der Fußschädigung gilt es von vornherein als verwarnt. Das ist das [Gesetz vom] verwarnten Ochsen. Über den Ochsen des Schädigers im Gebiete des Geschädigten besteht ein Streit zwischen R. Tryphon und den Rabbanan. Ferner gibt es noch andere Tiere, die ebenso als verwarnt gelten: ein Wolf, ein Löwe, ein Bär, ein Leopard, ein Panther und eine Schlange.", "DES SICHNIEDERLEGENS. R. Elea͑zar sagte: Dies gilt nur von großen Krügen, bei kleinen Krügen aber ist dies357Daß ein Tier sich auf solche niederlegt; es geschah also nicht aus Böswilligkeit.seine gewöhnliche Art.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Ein Tier gilt als verwarnt, wenn es beim gewöhnlichen Gehen etwas zerbricht, oder einen Menschen, ein Tier oder Geräte zerdrückt. —", "Vielleicht von der Seite358Nur in diesem Falle gilt dies als Fahrlässigkeit, wenn das Tier sich aber auf ein Gefäß hinlegt, so ist dies boshaft..", "Manche lesen: R. Elea͑zar sagte: Man sage nicht, dies sei nur bei großen Krügen ungewöhnlich, bei kleinen aber sei es seine gewöhnliche Art, vielmehr ist dies auch bei kleinen ungewöhnlich.", "Man wandle ein: Oder einen Menschen, ein Tier oder Geräte zerdrückt!?", "R. Elea͑zar erwiderte: Vielleicht von der Seite.", "Manche weisen auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt: des Sichniederlegens, und dem widersprechend wird gelehrt: einen Menschen, ein Tier oder Geräte zu zerdrücken!? R. Elea͑zar erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von großen Krügen und das andere gilt von kleinen Krügen.", "EIN WOLF, EIN LÖWE &C. Was ist Bardalis359Πάϱδαλις, das in der Mišna gebrauchte Wort für Panther.? R. Jehuda erwiderte: Naphraza360Wahrscheinlicher ist die Lesart נפריא v. syr. נפר laufen, springen, rennen.. — Was ist Naphraza!? K. Joseph erwiderte: Apa361אפא verkürzt v. אפעא syr. Hyäne..", "Man wandte ein: R. Meír sagt, auch die Hyäne; R. Elea͑zar sagt, auch die Schlange und R. Joseph erklärte, Hyäne362Eigentl. das Vielfarbige, wegen ihrer Streifen und Flecke.sei identisch mit Apa!? —", "Das ist kein Widerspruch; unter der einen [Benennung] ist eine männliche Hyäne und unter der anderen ist eine weibliche Hyäne zu verstehen.", "Es wird nämlich gelehrt: Die männliche Hyäne wird363Über die Sagen, die im Altertume von der Hyäne im Umlauf waren, vgl. Sachs, Beiträge I. p. 154.nach sieben Jahren eine Fledermaus; die Fledermaus wird nach sieben Jahren ein A͑rpad364Wahrscheinlich das syr. ערבדא die Holz- oder Ringeltaube (Columba palumbus L.). Jonathan übersetzt עטלף mit ערפדא.; der Arpad wird nach sieben Jahren ein Kimos365Die Etymologie dieses Wortes (Arukh hat קימוס, der jerusalemische T. in einer Parallelstelle קמקמה) ist ganz dunkel; an ϰεμάς, eine Art Antilopentier, ist kaum zu denken. Nach dem Zusammenhange ein schlangen- oder eidechsenartiges Tier, wahrscheinl. vom gr. χᾶμαι, an der Erde, am Boden gehen; viell. verstümmelt aus קימילוס od. כימולוס χᾶμαιλέων. Die Schreibweise קימוש ist vermutlich eine auf Mißverständnis beruhende Ballhornisierung, der das nachfolgende חוח (cf. Jes. 34,13), übrig, ebenfalls ein Schreibfehler, zugrunde liegt.; der Kimos wird nach sieben Jahren eine Schlange366So nach der Parallelstelle im jerušalemischen T. (חו verkürzt v. חויא); ein Dorn (חוח in der bibl. Bed.) kann hier nicht gemeint sein.; die Schlange wird nach sieben Jahren ein Dämon. Das Rückgrat des Menschen wird nach sieben Jahren eine Schlange; dies jedoch nur dann, wenn er sich beim [Segensspruche] ‘Wir danken’367Der vorletzte Segensspruch des sog. Achtzehngebetes, bei dem man sich verbeugen muß; cf. Br. Fol. 28b.nicht zu verbeugen pflegte.", "Der Meister sagte: R. Meír sagt, auch die Hyäne; R. Elea͑zar sagt, auch368Aus dem Ausdrucke ‘auch’ ist zu entnehmen, daß dies auch von den übrigen, in der angezogenen Lehre genannten Tieren gelte.die Schlange." ], [ "Wir haben ja aber gelernt, R. Elea͑zar sagt, wenn sie gezähmt sind, gelten sie nicht als verwarnt, und nur die Schlange gelte immer als verwarnt!? —", "Lies: Die Schlange369Das W. ‘auch’ ist zu streichen, somit gilt dies nur von der Schlange..", "Šemuél sagte: Wenn ein Löwe auf öffentlichem Gebiete [die Beute] packt und frißt370Während sie noch lebt., so ist [der Eigentümer] ersatzfrei, wenn er sie aber zerreißt371Zuerst tötet. und frißt, so ist er ersatzpflichtig.", "Wenn er sie packt und frißt, so ist [der Eigentümer] ersatzfrei, denn da es seine Art ist, [die Beute] anzupacken, so ist es ebenso, als wenn [ein Vieh] Früchte oder Kräuter frißt, somit ist dies Zahnschädigung auf öffentlichem Gebiete, für die man ersatzfrei ist; dagegen aber ist das Zerreißen nicht seine Art372Dies gilt als Hornschädigung, für die man auf öffentlichem Gebiete bis zur Hälfte ersatzpflichtig ist.. —", "Demnach ist das Zerreißen nicht seine Art; es heißt ja aber:373Neh. 2,13.der Löwe zerriß genügend für seine Jungen!? — Nur für seine Jungen374Er selbst frißt seine Beute ohne sie vorher zu zerreißen.. — Und würgte für seine Löwinnen!? — Nur für seine Löwinnen. — Und füllte seine Höhlen mit Zerrissenem!? — Nur für seine Höhlen. — Und seine Lagerstätten mit Zerrissenem!? — Nur für seine Lagerstätten. —", "Es wird ja aber gelehrt: Ebenso ist, wenn ein Tier in den Hof des Geschädigten hineingegangen ist und da ein Vieh zerrissen und das Fleisch gefressen hat, der ganze Schaden zu ersetzen375Demnach ist dies ja die gewöhnliche Art.!? —", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn es zur Verwahrung zerrissen hat. — Es heißt ja: gefressen!? — Wenn es sich überlegt und sofort gefressen hat. —", "Woher weiß man dies!? Ferner kann dies ja auch bei der Lehre Šemuéls der Fall sein!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Hier wird von zwei verschiedenen Fällen gelehrt: wenn es zerrissen hat, zur Verwahrung, oder wenn es angepackt und sofort gefressen hat, so ist der ganze Schaden zu ersetzen.", "Rabina erklärte: Šemuél spricht von einem gezähmten Löwen und zwar nach der Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, es sei nicht seine Art376Schaden anzurichten.. —", "Demnach sollte man doch ersatzpflichtig sein, auch wenn er angepackt hat!? —", "Vielmehr, die Erklärung Rabinas bezieht sich nicht auf die Lehre Šemuéls, sondern auf die angezogene Barajtha; diese spricht von einem gezähmten Löwen, und zwar nach der Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, es sei nicht seine Art. —", "Demnach sollte doch nur die Hälfte des Schadens ersetzt werden377Da dies bei ihm als Hornschädigung gilt.!? — Wenn er verwarnt ist. —", "Wieso lehrt er es demnach bei den Unterarten der Zahnschädigung, er sollte es doch bei den Unterarten von der Hornschädigung lehren!? — Dies ist ein Einwand.", "iv,2 WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM NICHT VERWARNTEN UND EINEM VERWARNTEN?", "FÜR EIN NICHT VERWARNTES IST MAN FÜR DIE HÄLFTE DES SCHADENS UND DINGLICH HAFTBAR, UND FÜR EIN VERWARNTES IST MAN FÜR DEN GANZEN SCHADEN UND PERSÖNLICH HAFTBAR378Vgl. S. 9 Anm. 46..", "GEMARA. Was heißt a͑lija379Das im Texte gebrauchte Wort für ‘persönlich’. Möglicherweise ist עליה tatsächlich von עלה hoch sein abzuleiten u. entspricht dem syr. עליותא das Vorzügliche.? R. Elea͑zar erwiderte: Das beste379Das im Texte gebrauchte Wort für ‘persönlich’. Möglicherweise ist עליה tatsächlich von עלה hoch sein abzuleiten u. entspricht dem syr. עליותא das Vorzügliche.seiner Güter,", "denn so heißt es:380iiChr. 32,33.und Ḥizqija legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn am Aufstieg zu den Gräbern der Nachkommen Davids, und R. Elea͑zar erklärte [das Wort] ma͑la [Aufstieg]: bei den Vorzüglichsten [meu͑lim] der Familie, das sind David und Šelomo.", "381Jer. 16,14.Und man begrub ihn in seiner Grabstätte, die er sich in der Stadt Davids hatte graben lassen; und man legte ihn auf ein Lager, das man gefüllt hatte mit Spezereien und Sorten. R. Elea͑zar erklärte: Mit verschiedenen Gewürzsorten. R. Šemu͑él b. Naḥmani erklärte: Wer daran riecht, kommt zur Unzucht382זנים von זנה buhlen, huren abgeleitet..", "383Jer.18,22.Denn eine Grube haben sie gegraben, mich zu fangen, und Schlingen für meine Füße gelegt. R. Elea͑zar erklärte: Sie verdächtigten ihn [des Verkehrs mit] einer Hure. R. Šemu͑él b. Naḥmani erklärte: Sie verdächtigten ihn [des Verkehrs mit] einer Ehefrau. —", "Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, sie verdächtigten ihn [des Verkehrs mit] einer Hure, denn es heißt:384Pr. 23,27.eine tiefe Grube ist die Hure, wieso aber geht dies aus [dem Worte] Grube hervor nach demjenigen, welcher erklärt, sie verdächtigten ihn [des Verkehrs mit] einer Ehefrau!? — Ist etwa eine [solche] Ehefrau nicht eine Hure? —", "Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher erklärt, sie verdächtigten ihn [des Verkehrs mit] einer Ehefrau385Worauf die Todesstrafe gesetzt ist., denn es heißt:386Jer. 18,23.du aber, Herr, kennst all ihre totbringenden Pläne wider mich, welche totbringenden Pläne sind es aber nach demjenigen, welcher erklärt, sie verdächtigten ihn [des Verkehrs mit] einer Hure!? — Sie warfen ihn in eine Lehmgrube387Cf. Jer. 38,6ff..", "Raba trug vor: Es heißt:388Jer. 18,23.Sie sollen vor dir straucheln, zur Zeit deines Zornes handle wider sie. Jirmeja sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, selbst zur Zeit, wenn sie Wohltätigkeit üben, laß sie durch unwürdige Leute straucheln, damit sie dafür keine Belohnung erhalten.", "389iiChr. 32,33.Und viel Ehre erwies man ihm bei seinem Tode; dies lehrt, daß sie ein Kollegium390Von Jüngern, die das Gesetz studierten.auf sein Grab setzten.", "Hierüber streiten R. Nathan und die Rabbanan; nach der einen Ansicht drei [Tage]," ], [ "nach der anderen sieben; manche sagen, dreißig.", "Die Rabbanan lehrten: Und viel Ehre erwies man ihm bei seinem Tode; dies bezieht sich auf Ḥizqija, den König von Jehuda, vor dem sechsunddreißigtausend Personen mit entblößter Schulter391Anläßlich des Todes des nächsten Verwandten, eines Lehrers oder eines bedeutenden Mannes ist als Zeichen der Trauer das Gewand an der Schulter einzureißen.herzogen — so R. Jehuda.", "R. Nehemja sprach zu ihm: Dies geschah ja auch bei Aḥáb392Der ein Frevler war.!?", "Vielmehr, sie legten eine Torarolle auf seine Bahre und sprachen: Dieser hat gehalten, was darin geschrieben steht. —", "Jetzt tun wir dies ja ebenfalls!? — Wir holen sie wohl hervor, legen sie aber nicht hinauf. Wenn du aber willst, sage ich, wir legen sie auch hinauf, sagen aber nicht: gehalten &c.", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Einst ging ich mit R. Joḥanan und wollte ihn inbetreff dieser Sache befragen; er aber trat gerade in einen Abort ein. Als er herauskam, fragte ich es ihn, er antwortete jedoch nicht eher, als bis er die Hände gewaschen, die Tephillin angelegt und den Segensspruch gesprochen hatte. Alsdann sprach er: Wir sagen auch: er hat gehalten &c., wir sagen aber nicht: er hat gelehrt. —", "Der Meister sagte ja aber, das Studium der Tora sei sehr bedeutend, denn es bringt zur Handlung393Demnach ist die Handlung, dh. Ausübung der Vorschriften der Tora bedeutender als das Studium derselben.. — Das ist kein Einwand; dies gilt vom Lernen, jenes gilt vom Lehren394Nur das Lehren ist bedeutender..", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Es heißt:395Jes. 32,20.Heil euch, die ihr allenthalben an den Gewässern säet, and den Fuß der Ochsen und der Esel frei schweifen lasset; wer sich mit der Tora und Liebeswerken befaßt, dem ist der Erbbesitz zweier Stämme396Od. Stammesväter, nämlich Jissakhar u. Joseph; ersterer wird (Gen. 49,14) mit einem Esel u. letzterer (Dt. 33,17) mit einem Ochsen verglichen.beschieden,", "denn es heißt: Heil euch, die ihr säet; unter ‘säen’ sind Liebeswerke zu verstehen, denn es heißt:397Hos. 10,12.lasset Liebeswerke eure Aussaat sein, und Liebe werdet ihr ernten, und unter ‘Wasser’ ist die Tora zu verstehen, denn es heißt:398Jes. 55,1.auf, ihr Durstigen alle, kommt herbei zum Wasser.", "Ihm ist der Erbbesitz zweier Stämme beschieden; ihm ist ein Thronhimmel beschieden, wie Joseph, denn es heißt:399Gen. 49,22.ein junger Fruchtbaum ist Joseph &c. Schößlinge ranken empor über die Mauer400Nach Raschi ist כילה (Thronhimmel) dasselbe was שור (Mauer, Wand), allerdings nicht sehr einleuchtend.. Ihm ist ferner der Erbbesitz des Jissakhar beschieden, denn es heißt:401Gen. 49,14.Jissakhar ist ein starkknochiger Esel.", "Manche erklären: Seine Feinde fallen vor ihm, wie vor Joseph, denn es heißt:402Dt. 33,17.mit ihnen wird er Völker niederstoßen, allzumal die Enden der Erde. Ferner ist ihm gleich Jissakhar Einsicht beschieden, denn es heißt:403iChr. 12,33.von den Nachkommen Jissakhars solche, die Einsicht hatten in die Zeiten, so daß sie maßten, was Jisraél tan solle.", "", "i IN WELCHEM FALLE GILT ES BEI DER FUSSCHÄDIGUNG ALS VERWARNT1Dh. ist der ganze Schaden zu ersetzen. HINSICHTLICH DES ZERBRECHENS IM GEHEN? DAS VIEH GILT ALS VERWARNT, NUR WENN ES ETWAS IM GEWÖHNLICHEN GEHEN ZERBRICHT; \n", "WENN ES ABER AUSSCHLÄGT2Dies gehört zur Klasse der Hornschädigung. ODER GERÖLL UNTER SEINEN FÜSSEN ABPRALLT UND GEFÄSSE ZERBRICHT, SO IST NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN. WENN ES AUF EIN GEFÄSS TRITT UND ES ZERBRICHT, UND [EIN BRUCHSTÜCK] AUF EIN ANDERES FÄLLT UND ES ZERBRICHT, SO IST FÜR DAS ERSTE DER GANZE SCHADEN UND FÜR DAS ZWEITE DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN.", "HÜHNER GELTEN ALS VERWARNT, WENN SIE IM GEWÖHNLICHEN GEHEN ETWAS ZERBRECHEN; WENN EINE SCHNUR AM FUSSE [EINES HUHNES] GEBUNDEN IST, ODER WENN ES UMHERHÜPFT3Eigentl. aufwirbeln, von Müll durch das Umherspringen. UND DADURCH GEFÄSSE ZERBRICHT, SO IST NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN." ], [ "GEMARA. Rabina sprach zu Raba: Fußschädigung ist ja dasselbe was Schädigung eines Viehes4In der Mišna wird zuerst von der Fußschädigung gesprochen, u. darauf heißt es: das Vieh gilt als verwarnt.!? Dieser erwiderte: Er lehrt von den Hauptarten und er lehrt von den Unterarten [der Schädigung]5Die nachher aufgezählten Fälle sind Unterarten der Fußschädigung.. —", "In der folgenden Mišna heißt es: bei der Zahnschädigung gilt es als verwarnt; das Vieh gilt als verwarnt. Wo sind hier Hauptarten und wo Unterarten6Die Spezialfälle, die da aufgezählt werden, gehören zur Hauptart der Zahnschädigung.!? Da erwiderte ihm dieser scherzhaft und sprach: Ich habe die eine Lehre erklärt, erkläre du die andere. —", "Wie ist es aber zu erklären!? R. Aši erwiderte: Er lehrt von der Zahnschädigung eines Tieres und er lehrt von der Zahnschädigung eines Viehes. Man könnte nämlich glauben, da es heißt: 7Ex. 22,4.und er sein Vieh heraufschickt, so gelte dies nur vom Vieh, nicht aber von einem Tiere, so lehrt er uns, daß unter Vieh auch das Tier einbegriffen ist. —", "Demnach sollte er doch das andere8Die Zahnschädigung durch ein Vieh, von der in der Schrift gesprochen wird.zuerst lehren!? — Was er durch eine Auslegung folgert, ist ihm lieber9Er lehrt daher die in der Schrift nicht ausdrücklich genannte Zahnschädigung durch ein Tier zuerst.. —", "Demnach sollte er doch auch in der ersten Mišna das zuerst lehren, was in der Schrift nicht ausdrücklich geschrieben10Die Unterarten der Fußschädigung.steht!? — Was soll dies: da11In der 2. Mišna, bei der Zahnschädigung.sind beide Hauptarten, und was er durch eine Auslegung folgert, ist ihm lieber, aber sollte er hier die Hauptart lassen und die Unterart lehren!?", "Wenn du aber willst, sage ich: da er mit der Fußschädigung schließt12Den vorigen Abschnitt, ob. Fol. 15b., beginnt er auch mit dieser13Und lehrt erst nachher die von dieser durch Analogie abgeleiteten Fälle..", "Die Rabbanan lehrten: Ein Vieh gilt als verwarnt, wenn es im gewöhnlichen Gehen etwas zerbricht, und zwar: wenn ein Vieh in das Gebiet des Geschädigten geht und da im Gehen Schaden anrichtet mit dem Körper, mit dem Haare, mit dem Sattel, den es aufhat, mit dem Futtersacke, den es aufhat, mit der Kandare, die es im Maule hat, oder mit der Glocke, die es am Halse hat, oder ein Esel mit der Last, so ist der ganze Schaden zu ersetzen. Symmachos sagt, wenn mit [abprallendem] Geröll, oder wenn ein Schwein auf einem Misthaufen wühlt und Schaden anrichtet, so ist der ganze Schaden zu ersetzen. —", "Wenn es Schaden anrichtet, ist dies ja selbstverständlich!? — Lies: wenn es [Müll] aufwirbelt und Schaden anrichtet, so ist der ganze Schaden zu ersetzen. —", "Wer spricht hier vom Geröll14Nach der Konstruktion der angezogenen Lehre streitet S. gegen den ersten Autor, während dieser von der Schädigung durch Geröll überhaupt nicht spricht.!? — Diese Lehre ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn Geröll auf gewöhnliche Weise [abprallt], oder wenn ein Schwein auf einem Misthaufen wühlt und durch Aufwirbeln [von Müll] Schaden anrichtet, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen. Symmachos sagt, wenn mit abprallendem Geröll, oder wenn ein Schwein auf einem Misthaufen wühlt und durch das Aufwirbeln [von Müll] Schaden anrichtet, so ist der ganze Schaden zu ersetzen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Hühner von Ort zu Ort flattern und mit den Flügeln Geräte zerbrechen, so ist der ganze Schaden zu ersetzen, wenn aber mit dem Winde der Flügel, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen. Symmachos sagt, der ganze Schaden. Ein Anderes lehrt: Wenn Hühner auf Teig oder auf Früchten umherhüpfen, und sie beschmutzen oder zerpicken, so ist der ganze Schaden zu ersetzen; haben sie Erde oder Geröll aufgewirbelt, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen. Symmachos sagt, der ganze Schaden.", "Ein Anderes lehrt: Wenn ein Hahn von Ort zu Ort flattert und durch den von seinen Flügeln ausgehenden Wind Geräte zerbricht, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen. Also eine anonyme Lehre15Nach welcher in der Regel entschieden wird.nach den Rabbanan.", "Raba sprach: Allerdings ist Symmachos der Ansicht, die Kraft gleiche dem Körper16Dh. die indirekt begangene Schädigung, wenn nämlich der Körper des Schädigers mit der beschädigten Sache nicht in Berührung kam, gleicht der direkten, mit dem Körper selbst begangenen Schädigung.selbst, welcher Ansicht aber sind die Rabbanan: gleicht sie dem Körper selbst, so sollte doch der ganze Schaden zu zahlen sein, und gleicht sie nicht dem Körper selbst, so sollte doch auch nicht die Hälfte des Schadens zu zahlen sein!?", "Später sagte Raba: Tatsächlich gleicht sie dem Körper selbst, nur gibt es hinsichtlich des halben Ersatzes für Geröllschaden eine überlieferte Lehre17Daß nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen sei..", "Raba sagte: In Fällen, wobei der Flußbehaftete18Cf. Lev. 15.2ff.verunreinigend19Wenn er jemand direkt berührt.ist, ist der ganze Schaden zu ersetzen20Wenn ein Tier direkt mit seinem Körper einen Schaden anrichtet., und wobei der Flußbehaftete nicht verunreinigend21Wenn er auf jemanden einen Gegenstand wirft.ist, ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen. —", "Will uns Raba etwa das Gesetz vom Geröll lehren!? — Nein, Raba lehrt uns den Fall, wenn ein Kalb an einem Wagen22Wenn ein Flußbehafteter sich im Wagen befindet, so sind die Gegenstände, über welche der Wagen geht, unrein; in einem solchen Falle ist auch der ganze Schaden zu ersetzen.zieht.", "Übereinstimmend mit Raba wird auch gelehrt: Ein Vieh gilt als verwarnt, wenn es etwas im Gehen zerbricht, und zwar: wenn ein Vieh in das Gebiet des Geschädigten geht und im Gehen Schaden anrichtet mit dem Körper, mit dem Haare, mit dem Sattel, den es aufhat, mit dem Futtersacke, den es aufhat, mit der Kandare, die es im Maule hat, oder mit der Glocke, die es am Halse hat, oder ein Esel mit der Last, oder wenn ein Kalb an einem Wagen zieht, so ist der ganze Schaden zu ersetzen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Hühner am Stricke eines Eimers picken und der Strick durchreißt und der Eimer zerbricht, so ist der ganze Schaden zu ersetzen.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn es auf ein Gerät tritt ohne es zu zerbrechen, und dieses nach einer anderen Stelle rollt und zerbricht: hat man sich nach dem Beginne zu richten, somit ist dies [eine Schädigung] mit dem Körper, oder richte man sich nach dem Zerbrechen des Gerätes, somit ist dies [eine Schädigung] durch Geröll23Durch die indirekte Kraft.? —", "Dies ist ja aus einer Lehre Rabbas zu entscheiden, denn Rabba sagte, wenn jemand ein Gerät von der Spitze des Daches herab wirft und ein anderer kommt und es [im Fluge] mit einem Stocke zerbricht, sei dieser frei, denn wir sagen, er habe ein zerbrochenes Gerät zerbrochen24Demnach richte man sich nach dem Beginne des Werfens.!? — Rabba war es entschieden, Raba aber ist es fraglich.", "Komm und höre: Hinsichtlich des Hüpfens25Von Hühnern, wodurch Schaden angerichtet wird.gilt es nicht als verwarnt; manche sagen, es gelte wohl als verwarnt.", "Wieso kann dies vom Hüpfen26Die direkte Schädigung durch das Hüpfen, wegen welcher der ganze Schaden zu ersetzen wäre.gelten!? Wahrscheinlich ist das Aufwirbeln durch Hüpfen zu verstehen, und ihr Streit besteht in folgendem: nach der einen Ansicht richte man sich nach dem Beginne und nach der anderen Ansicht richte man sich nach dem Zerbrechen des Gerätes. —", "Nein," ], [ "wenn es Geröll aufgewirbelt27Das Gerät mit dem Körper nicht berührt hat.hat, und sie führen den Streit von Symmachos mit den Rabbanan28Über die Schädigung durch Geröll.. —", "Komm und höre: Wenn Hühner an den Strick eines Eimers picken und der Strick durchreißt und der Eimer zerbricht, so ist der ganze Schaden zu ersetzen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß man sich nach dem Beginne richte. — Dies29Die Zahlung des ganzen Schadens.ist auf den Strick zu beziehen. —", "Hinsichtlich des Strickes ist dies ja ungewöhnlich30Die Beschädigung des Strickes kann ja nur böswillig erfolgt sein, somit gehört dies zur Klasse der Hornschädigung, für die nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen ist.!? — Wenn er mit Teig beklebt ist31Das Huhn wollte den Teig abpicken u. nicht den Strick beschädigen.. — Es heißt ja: und der Eimer zerbricht!? — Vielmehr, hier ist Symmachos vertreten, welcher sagt, für Geröllschaden sei vollständiger Ersatz zu zahlen. —", "Wie ist, wenn hier Symmachos vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: wenn ein Stück von diesem abprallt und auf ein anderes Gerät fällt und es zerbricht, so ist für das erste der ganze Schaden und für das zweite die Hälfte zu ersetzen. Symmachos hält ja nichts von der halben Ersatzleistung!?", "Wolltest du erwidern, Symmachos unterscheide zwischen der direkten und der indirekten [Schädigung durch] die Kraft, wieso fragte demnach R. Aši, ob nach Symmachos die indirekte [Schädigung durch] die Kraft der direkten gleiche,", "hieraus wäre ja zu entscheiden, daß sie der direkten nicht gleiche!?", "Wahrscheinlich nach den Rabbanan, somit ist hieraus zu entnehmen, daß man sich nach dem Beginne32Der Schädigung.richte.", "R. Bebaj b. Abajje entgegnete: Wenn [der Eimer vom Tiere selber] geschoben wird33Hier wird nicht von dem Falle gesprochen, wenn der Eimer durch das Reißen des Strickes fortrollt u. zerbricht, sondern wenn ihn das Huhn mit seinem Körper stoßend zerbricht..", "Raba fragte: Ist der halbe Ersatz für Geröllschaden dinglich oder persönlich34Vgl. S. 9 Anm. 46.zu leisten? Ist er dinglich zu leisten, da wir sonst nicht finden, daß der halbe Ersatz persönlich zu leisten wäre, oder ist er persönlich zu zahlen, da wir sonst nicht finden, daß eine auf gewöhnliche Weise [erfolgte Schädigung35Dh. nicht aus Bosheit.] dinglich zu leisten wäre? —", "Komm und höre: Beim Hüpfen gilt es nicht als verwarnt, manche sagen, es gelte wohl als verwarnt. Wieso kann dies vom Hüpfen26Die direkte Schädigung durch das Hüpfen, wegen welcher der ganze Schaden zu ersetzen wäre.gelten!? Wahrscheinlich ist das Aufwirbeln durch Hüpfen zu verstehen,", "und ihr Streit besteht in folgendem: nach dem es nicht als verwarnt gilt, ist der Ersatz dinglich zu leisten, und nach dem es als verwarnt gilt, ist der Ersatz persönlich zu leisten. —", "Nein, sie führen den Streit von Symmachos mit den Rabbanan36Ob der halbe od. der ganze Schaden zu ersetzen ist.. —", "Komm und höre: Wenn ein Hund einen Kohlenkuchen gehascht hat und damit zu einer Tenne gelaufen ist und den Kohlenkuchen gefressen und die Tenne in Brand gesteckt hat, so ist für den Kuchen der ganze Schaden und für die Tenne die Hälfte zu ersetzen.", "Doch wohl, weil dies als Geröllschaden37Er hat die Tenne nicht mit seinem Körper berührt.gilt; und hierzu wird gelehrt, daß die Hälfte des Schadens nur dinglich zu zahlen sei. —", "Glaubst du: R. Elea͑zar sagt ja, der ganze Schaden sei zu ersetzen, und wo finden wir, daß ein solcher dinglich zu zahlen wäre!?", "Vielmehr gilt dies von dem Falle, wenn er mit der Kohle ungewöhnlich verfahren38Somit gehört dies zur Klasse der Hornschädigung.ist, und R. Elea͑zar ist der Ansicht R. Tryphons, welcher sagt, für die ungewöhnliche Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei der ganze Schaden zu ersetzen. —", "Dies ist aber nichts. Du addizierst diese Lehre R. Tryphon nur wegen des Ersatzes des ganzen Schadens,", "aber R. Elea͑zar ist der Ansicht des Symmachos, welcher sagt, für Geröllschaden sei der ganze Ersatz zu leisten, ferner ist er der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die eine Hälfte bleibe beim ursprünglichen Zustande39Wörtl. die Seite des Nichtverwarntseins. Für die Hornschädigung ist bei Verwarnung zwar der vollständige Ersatz zu leisten, jedoch haftet der Eigentümer für die eine Hälfte nur dinglich, wie beim ersten Male; dasselbe gilt auch vom vollständigen Ersatz für Geröllschädigung nach Symmachos.bestehen, und die Lehre, [die Zahlung] sei dinglich zu leisten, bezieht sich auf diese Hälfte.", "R. Sama, Sohn des R. Aši, sprach zu Rabina: Allerdings ist R. Jehuda dieser Ansicht nur hinsichtlich eines Falles, wenn es zuerst nicht verwarnt und nachher verwarnt40Bei der Hornschädigung, da für die eine Hälfte die ursprüngliche Bestimmung (dingliche Haftbarkeit) bestehen bleibt.worden ist, aber ist er dieser Ansicht auch hinsichtlich eines Falles, wenn es von vornherein verwarnt ist!?" ], [ "", "Vielmehr, die Worte R. Elea͑zars, der ganze Schaden sei zu ersetzen, beziehen sich auf den Fall, wenn eine Verwarnung erfolgt ist, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, beim Geröllschaden gebe es eine Verwarnung41Bei dreimaliger Wiederholung ist der ganze Schaden zu ersetzen., und einer ist der Ansicht, beim Geröllschaden gebe es keine Verwarnung. —", "Wieso fragte Raba demnach, ob es beim Geröllschaden eine Verwarnung gebe oder nicht: nach den Rabbanan gibt es beim Geröllschaden keine Verwarnung und nach R. Elea͑zar gibt es beim Geröllschaden wohl eine Verwarnung!? —", "Raba kann dir erwidern: ich fragte es nach den Rabbanan, die gegen Symmachos streiten, während hierbei42In dem Falle, wenn ein Hund eine Tenne in Brand steckt.sowohl die Rabbanan als auch R. Elea͑zar der Ansicht Symmachos’ sind, welcher sagt, für Geröllschaden sei der ganze Ersatz zu leisten", "und nur deshalb ist nach den Rabbanan nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen, weil es auf ungewöhnliche Weise geschehen43Und somit zur Hornschädigung gehört.und keine Verwarnung erfolgt ist. Sie führen den Streit von R. Tryphon mit den Rabbanan44Ob für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten der ganze Schaden od. die Hälfte zu ersetzen sei.. —", "Allerdings ist R. Tryphon der Ansicht, es sei der ganze Schaden zu ersetzen, aber ist er etwa der Ansicht, daß dies dinglich zu erfolgen habe? —", "Freilich, dies45Daß für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten der ganze Schaden zu ersetzen sei; cf. infra Fol. 24b.folgert er ja von der Hornschädigung auf öffentlichem Gebiete,", "und es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon es gefolgert wird. —", "R. Tryphon hält ja aber nichts von [der Regel] ‘es genügt’!? —", "Nur in dem Falle hält er nichts von [der Regel] ‘es genügt’, wenn dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere46Dh. die Folgerung, um welche es sich hierbei handelt.widerlegt werden würde, wenn aber dadurch [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere nicht widerlegt wird, hält er wohl von [der Regel] ‘es genügt’.", "Der Text. Raba fragte: Gibt es beim Geröllschaden eine Verwarnung47Ob beim 3. Male der ganze Schaden zu ersetzen sei. oder nicht; ist sie mit der Hornschädigung zu vergleichen, oder aber sagen wir, sie ist eine Unterart der Fußschädigung? —", "Komm und höre: Beim Hüpfen48Von Hühnern.gilt es nicht als verwarnt; manche sagen, es gelte wohl als verwarnt. Wieso kann dies vom Hüpfen26Die direkte Schädigung durch das Hüpfen, wegen welcher der ganze Schaden zu ersetzen wäre.gelten!? Wahrscheinlich ist das Aufwirbeln durch Hüpfen zu verstehen,", "und zwar wenn es dreimal erfolgt ist; ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, hierbei gebe es eine Verwarnung und einer ist der Ansicht, hierbei gebe es keine Verwarnung. — Nein, beim ersten Male, und sie führen den Streit von Symmachos mit den Rabbanan28Über die Schädigung durch Geröll.. —", "Komm und höre: Wenn ein Vieh Kot auf Teig wirft, so ist, wie R. Jehuda sagt, der ganze Schaden, und wie R. Elea͑zar sagt, die Hälfte des Schadens zu ersetzen. Doch wohl bei einer dreimaligen Wiederholung, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, hierbei gebe es eine Verwarnung, und einer ist der Ansicht, hierbei gebe es keine Verwarnung. —", "Nein, beim ersten Male, und sie führen den Streit von Symmachos mit den Rabbanan. — Dies ist ja aber ungewöhnlich49Es geschah also aus Bosheit u. ist somit eine Unterart der Hornschädigung.!? — Wenn es ihm Not tat50Es geschah also nicht böswillig. Die Erklärung Raschis (wenn es nicht genügend Raum hatte) ist nicht einleuchtend. Die Wendung לה עלמא דחק od. דחק לה מילתא kommt auch an anderen Stellen in dieser Bedeutung vor.. —", "Sollte doch R. Jehuda sagen, die Halakha sei wie Symmachos, und R. Elea͑zar sagen, die Halakha sei wie die Rabbanan!? — Den Fall vom Kotwerfen besonders [zu lehren] ist nötig; man könnte glauben, dies gelte, da er vom Körper kommt, als Schädigung mit dem Körper, so lehrt er uns. —", "Komm und höre: Rami b. Jeḥezqel lehrte: Wenn ein Hahn den Kopf in ein Glasgefäß steckt, hineinkräht und es zerbricht51Durch den Luftdruck., so ist der ganze Schaden zu ersetzen. Hierzu sagte R. Joseph: In der Schule Rabhs sagten sie, daß, wenn ein Pferd wiehert oder ein Esel schreit und dadurch ein Gefäß zerbricht, die Hälfte des Schadens zu ersetzen sei.", "Doch wohl, wenn es dreimal erfolgt ist," ], [ "und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, hierbei gebe es eine Verwarnung, und einer ist der Ansicht, hierbei gebe es keine Verwarnung. —", "Nein, beim ersten Male, und sie führen den Streit von Symmachos mit den Rabbanan. — Dies ist ja ungewöhnlich49Es geschah also aus Bosheit u. ist somit eine Unterart der Hornschädigung.!? — Wenn sich darin Samenkörner befinden.", "R. Aši fragte: Wird beim Geröllschaden das Ungewöhnliche52Wenn es in böswilliger Absicht geschah.berücksichtigt hinsichtlich der Zahlung eines Viertels des Schadens oder nicht? —", "Dies sollte doch aus der Frage Rabas zu entscheiden sein!? Raba fragte, ob es beim Geröllschaden eine Verwarnung gebe oder nicht; demnach wird hierbei das Ungewöhnliche nicht berücksichtigt53Sonst konnte ja eine Warnung, dh. der Ersatz des ganzen Schadens, überhaupt nicht erfolgen.. —", "Vielleicht fragte es Raba nur in dieser Voraussetzung: wenn du entscheidest, das Ungewöhnliche werde nicht berücksichtigt, so ist es fraglich, ob es eine Verwarnung gebe oder nicht. — Dies bleibt unentschieden.", "R. Aši fragte: Gleicht nach Symmachos die [Schädigung durch] indirekte Kraft der [Schädigung durch] direkte Kraft oder nicht?", "Erkennt er die überlieferte Lehre54Daß für Geröllschaden, dh. wenn es nicht direkt mit dem Körper erfolgt, nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen sei.an und bezieht sie auf die [Schädigung durch] indirekte Kraft, oder erkennt er sie überhaupt nicht an? — Dies bleibt unentschieden.", "WENN ES ABER AUSSCHLÄGT, ODER GERÖLL UNTER SEINEN FÜSSEN ABPRALLT UND GEFÄSSE ZERBRICHT, SO IST NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN. Sie fragten: Meint er es wie folgt:", "wenn es ausschlägt und durch das Ausschlagen Schaden anrichtet, oder auf gewöhnliche Weise durch Geröll, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen, nach den Rabbanan, oder aber wie folgt: wenn es ausschlägt und durch das Ausschlagen Schaden anrichtet, oder infolge des Ausschiagens durch Geröll, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen, wenn aber auf gewöhnliche Weise, so ist der ganze Schaden zu ersetzen, nach Symmachos? —", "Komm und höre, dies ist aus dem Schlußsatze zu entnehmen: Wenn es auf ein Gefäß tritt und es zerbricht, und ein Bruchstück auf ein anderes fällt und es zerbricht, so ist für das erste der ganze Schaden und für das zweite die Hälfte zu ersetzen. Symmachos hält ja nichts von der halben Ersatzleistung!?", "Wolltest du erwidern, unter erstes sei das erste durch das Abprallen und unter zweites sei das zweite durch das Abprallen [zerbrochene]55Wenn ein Stück vom 2. Gefäße abprallt und ein 3. zerbricht.zu verstehen, und zwar unterscheide Symmachos zwischen der [Schädigung durch] direkte Kraft und der [Schädigung durch] indirekte Kraft,", "wieso fragte demnach R. Aši, ob nach Symmachos die indirekte Kraft der direkten gleiche oder nicht, hieraus wäre ja zu entscheiden, daß sie nicht der direkten gleiche. —", "R. Aši addiziert diese Lehre den Rabbanan und fragte56Hinsichtl. der Zahlung eines Viertels.wie folgt: [ist zu verstehen:] wenn es ausschlägt und durch das Ausschlagen Schaden anrichtet, oder durch Geröll auf gewöhnliche Weise, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen, wenn aber durch Ausschlagen, nur ein Viertel des Schadens, da hierbei das Ungewöhnliche berücksichtigt wird,", "oder aber: wenn es ausschlägt und durch das Ausschlagen Schaden anrichtet, oder infolge des Ausschlagens durch Geröll, so ist die Hälfte des Schadens zu ersetzen, da hierbei das Ungewöhnliche nicht berücksichtigt wird? — Dies bleibt unentschieden.", "R. Abba b. Mamal fragte R. Ami, manche sagen, R. Ḥija b. Abba: Wie ist es, wenn es auf einer Stelle geht, wo das Aufwirbeln unvermeidlich ist, und es ausschlägt und aufwirbelt und Schaden anrichtet? Gilt es, da es nicht anders möglich ist, als gewöhnliche Schädigung, oder aber sagen wir, es hat das Geröll durch das Ausschlagen aufgewirbelt? — Dies bleibt unentschieden.", "R. Jirmeja fragte R. Zera: Wie ist es, wenn es auf öffentlichem Gebiete geht und ausschlägt und Geröll aufwirbelt und Schaden anrichtet? Ist dies mit der Hornschädigung zu vergleichen und [der Eigentümer] ersatzpflichtig, oder aber gilt dies als Unterart der Fußschädigung57Für die man auf öffentlichem Gebiete nicht ersatzpflichtig ist.und [der Eigentümer] ist frei? Dieser erwiderte ihm: Es ist einleuchtend, daß dies eine Unterart der Fußschädigung ist. —", "Wie ist es, wenn es auf öffentlichem Gebiete aufgewirbelt und auf Privatgebiet Schaden angerichtet hat? Dieser erwiderte: Wie sollte es ohne Fortnehmen ein Hinlegen geben58Das Aufwirbeln des Gerölls erfolgte an einer Stelle, da der Eigentümer nicht ersatzpflichtig ist.!?", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn es auf einem Wege geht und Geröll aufwirbelt, einerlei ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichem Gebiete, so ist [der Eigentümer] ersatzpflichtig. Doch wohl auf öffentlichem Gebiete aufwirbelt und auf öffentlichem Gebiete den Schaden anrichtet!? — Nein, auf öffentlichem Gebiete aufwirbelt und auf Privatgebiet den Schaden anrichtet. —", "Du sagtest ja aber: wie sollte es ohne Fortnehmen ein Hinlegen geben!? Dieser erwiderte: Ich bin davon abgekommen. Er wandte ferner gegen ihn ein: Wenn es auf ein Gefäß tritt und es zerbricht und ein Bruchstück auf ein anderes Gefäß fallt und dieses zerbricht, so ist für das erste der ganze Schaden und für das zweite die Hälfte zu ersetzen. Hierzu wird gelehrt: Dies nur, wenn es im Gebiete des Geschädigten erfolgt, wenn aber auf öffentlichem Gebiete, so ist man für das erste ersatzfrei und für das zweite ersatzpflichtig. Doch wohl, auf öffentlichem Gebiete aufwirbelt und auf öffentlichem Gebiete den Schaden anrichtet!? —", "Nein, auf öffentlichem Gebiete aufwirbelt und auf Privatgebiet den Schaden anrichtet. — Du sagtest ja aber: wie sollte es ohne Fortnehmen ein Hinlegen geben!? Dieser erwiderte: Ich bin davon abgekommen. —", "Dem ist ja aber nicht so," ], [ "R. Joḥanan sagte ja, bei der halben Ersatzleistung gebe es keinen Unterschied zwischen Privatgebiet und öffentlichem Gebiet; doch wohl, wenn auf öffentlichem Gebiete aufgewirbelt und auf öffentlichem Gebiete den Schaden angerichtet!? — Nein, wenn auf öffentlichem Gebiete aufgewirbelt und auf Privatgebiet den Schaden angerichtet. —", "Du sagtest ja aber: wie sollte es ohne Fortnehmen ein Hinlegen geben!? Dieser erwiderte: Ich bin davon abgekommen. Wenn du aber willst, sage ich: R. Joḥanan spricht von der Hornschädigung.", "R. Jehuda der Fürst und R. Oša͑ja saßen an der Pforte R. Jehudas, und einer von ihnen warf folgende Frage auf: Wie ist es, wenn [ein Vieh] mit dem Schwanze gewedelt59Und dadurch Schaden angerichtet.hat? Der andere erwiderte: Sollte es denn [der Eigentümer] beim Schwanze fassen und hinter ihm einhergehen!? — Dies ist ja auch hinsichtlich der Hornschädigung einzuwenden: sollte es denn [der Eigentümer] beim Horn fassen und neben ihm einhergehen!? —", "Was soll dies: die Hornschädigung ist ungewöhnlich, dies aber ist gewöhnlich60Es ist eine Schädigung, die nicht aus Bosheit erfolgt, mit der der Eigentümer zu rechnen hat.. —", "Wenn dies gewöhnlich ist, so gibt es ja diesbezüglich nichts zu fragen!? — Er fragte bezüglich des übermäßigen Wedelns.", "R. E͑na fragte: Wie ist es, wenn es mit dem Gliede gewedelt59Und dadurch Schaden angerichtet.hat? Sagen wir, hierbei verhalte es sich wie bei der Hornschädigung: bei der Hornschädigung ist es ein Zwang des Triebes und hierbei ebenfalls, oder aber: bei der Hornschädigung ist die Absicht der Schädigung vorhanden, hierbei aber nicht!? — Dies bleibt unentschieden.", "HÜHNER GELTEN ALS VERWARNT, WENN SIE IM GEWÖHNLICHEN GEHEN ETWAS ZERBRECHEN. R. Hona sagte: Dies61Die weiter folgende Lehre von dem Falle, wenn ein Huhn mit einer an seinem Fuße befindlichen Schnur Schaden angerichtet hat.gilt nur von dem Falle, wenn sie sich von selbst angeknotet hat, wenn aber ein Mensch sie angeknotet hat, so ist dieser ersatzpflichtig. —", "Wer ist ersatzpflichtig, wenn sie sich von selbst angeknotet hat: wollte man sagen, der Eigentümer der Schnur sei ersatzpflichtig, so ist es ja, wenn er sie verwahrt hatte, ein Mißgeschick, und wenn er sie nicht verwahrt hatte, sein Verschulden;", "und wollte man sagen, der Eigentümer des Hahnes sei ersatzpflichtig, so ist er es ja für den ganzen Schaden deshalb nicht, weil es heißt:62Ex. 21,33.wenn jemand eine Grube öffnet, nicht aber, wenn ein Ochs eine Grube öffnet, ebenso sollte man ja auch vom halben Schadenersatze sagen, nur wenn ein Mensch eine Grube öffnet, nicht aber, wenn ein Ochs eine Grube öffnet!? —", "Vielmehr, die Mišna spricht von dem Falle, wenn [der Hahn die Schnur] geworfen hat, und das, was R. Hona gesagt hat, bezieht sich auf eine andere Lehre: Ist es eine herrenlose Schnur, so ist, wie R. Hona sagt, wenn sie sich von selbst angeknotet hat, niemand ersatzpflichtig, hat jemand sie ihm angeknotet, so ist dieser ersatzpflichtig. —", "Wegen welcher [Schädigung] ist er ersatzpflichtig63Dh. zu welcher Klasse gehört diese Schädigungsart.? R. Hona b. Manoaḥ erwiderte: Wegen einer unter den Füßen von Menschen und Tieren treibenden Grube64Wenn man ein Hindernis auf die Straße gelegt hat u. es fortgetrieben wird u. Schaden anrichtet; dies gehört zur Grubenschädigung..", "ii IN WELCHEM FALLE GILT ES BEI DER ZAHNSCHÄDIGUNG ALS VERWARNT HINSICHTLICH DES ESSENS VON FÜR DIESE GEEIGNETEN SACHEN? EIN VIER GILT ALS VERWARNT, WENN ES FRÜCHTE ODER KRÄUTER GEFRESSEN HAT; HAT ES ABER KLEIDUNGSSTÜCKE ODER GERÄTE GEFRESSEN, SO IST DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN65Solche Dinge kann es nur aus Bosheit gefressen haben, somit gehört dies zur Hornschädigung.. DIES NUR, WENN ES UM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN ERFOLGT, WENN ABER AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE, SO IST [DER EIGENTÜMER] ERSATZFREI; \n", "HAT ES DABEI EINEN GENUSS GEHABT, SO IST DER GENUSS66Der Eigentümer hat zwar nicht den Schaden zu ersetzen, wohl aber das, was er an Futter erspart hat.ZU BEZAHLEN.", "IN WELCHEM FALLE IST NUR DER GENUSS ZU BEZAHLEN? HAT ES ETWAS IN DER MITTE DES MARKTPLATZES GEFRESSEN, SO IST NUR DER GENUSS ZU BEZAHLEN, HAT ES ETW AS AN DEN SEITEN DES MARKTPLATZES67Diese sind Privatgebiet.GEFRESSEN, SO IST DER SCHADEN ZU ERSETZEN, HAT ES ETWAS AM EINGANGE DES LADENS GEFRESSEN, SO IST NUR DER GENUSS ZU BEZAHLEN, WENN IM INNERN DES LADENS, SO IST DER SCHADEN ZU ERSETZEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Bei der Zahnschädigung gilt es als verwarnt hinsichtlich des Fressens von für dieses geeigneten Sachen; zum Beispiel: wenn ein Vieh in das Gebiet des Geschädigten geht und da für dieses geeignete Sachen frißt oder geeignete Getränke trinkt, so ist der ganze Schaden zu ersetzen. Ebenso ist, wenn ein Tier in das Gebiet des Geschädigten geht und ein Vieh zerreißt und das Fleisch frißt, der ganze Schaden zu ersetzen.", "Wenn eine Kuh Gerste oder ein Esel Wicken gefressen, oder ein Hund Öl geleckt, oder ein Schwein ein Stück Fleisch gefressen hat, so ist der ganze Schaden zu ersetzen. R. Papa sagte: Da wir nun sagen, daß alles, was [das Tier] gewöhnlich nicht zu fressen pflegt, wohl aber im Notfalle, als zum Fressen geeignet gilt, so ist, wenn eine Katze Datteln oder ein Esel Fische gefressen hat, der ganze Schaden zu ersetzen.", "Einst fraß ein Esel Brot und zerbrach68Syr. פלש zerbrechen, zerspalten; nach einer anderen Erklärung Raschis: zerkaute.den Korb. Da verpflichtete R. Jehuda, für das Brot den ganzen Schaden und für den Korb die Hälfte des Schadens zu bezahlen. — Weshalb denn, wenn es seine Art ist, Brot zu fressen, ist es ja auch seine Art, den Korb zu zerbrechen69Da dies infolge des Fressens geschah.!? — Er fraß zuerst [das Brot] und nachher zerbrach er [den Korb]. —", "Ist es denn seine Art, Brot [zu fressen], ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hat es Brot, Fleisch oder Geköch gefressen, so ist nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen. Dies gilt wohl von einem Vieh!? — Nein, von einem Wild. —", "Ein Wild pflegt ja Fleisch [zu fressen]!? — Wenn es gebraten ist. Wenn du willst, sage ich: hier wird von einem Reh gesprochen. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich von einem Vieh, wenn es aber am Tische [gefressen hat]70Dies ist ungewöhnlich und gehört zur Hornschädigung.." ], [ "Einst bemerkte eine Ziege Rüben auf der Mündung eines Fasses; da kletterte sie hinauf, fraß die Rüben und zerbrach das Faß. Da verpflichtete Raba, für die Rüben und für das Faß den ganzen Schaden zu bezahlen, denn da es ihre Art ist, die Rüben zu fressen, so ist es auch ihre Art, hinaufzuklettern.", "Ilpha sagte: Wenn das Vieh sich auf öffentlichem Gebiete befindet und den Hals reckt und von dem frißt, was sich auf einem anderen Vieh befindet, so ist der Schaden zu ersetzen, weil der Rücken des anderen als Gebiet des Geschädigten gilt.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand ein Bündel über den Rücken hängen hat und ein Vieh den Hals reckt und davon frißt, so ist der Schaden zu ersetzen. — Wie Raba erklärt hat, wenn es hinaufgesprungen ist, ebenso auch hier in dem Falle, wenn es hinaufgesprungen ist71Und da dies ungewöhnlich ist, so gilt dies als Hornschädigung, für die man auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig ist.. —", "Worauf bezieht sich die Erklärung Rabas? — Auf folgende Lehre R. Oša͑jas: Wenn ein Vieh auf öffentlichem Gebiete etwas im Gehen frißt, so ist [der Eigentümer] ersatzfrei, wenn es aber stehen bleibt, so ist er ersatzpflichtig. Wenn es seine Art ist, im Gehen zu fressen, so ist es ja auch seine Art, stehen zu bleiben und zu fressen!? Raba erwiderte: Wenn es hinaufgesprungen ist.", "R. Zera fragte: Wie ist es, wenn es72Den Gegenstand, den es auffrißt.heranschiebt? Wenn beispielsweise eine Garbe sich auf Privatgebiet befindet und es sie aus dem Privatgebiete nach öffentlichem Gebiet heranschiebt. —", "Komm und höre: R. Ḥija lehrte: Wenn sich die Ladung73Ein Sack mit Getreide.zum Teil innerhalb und zum Teil außerhalb74Des Gebietes des Eigentümers.befindet, so ist [der Eigentümer], wenn es davon innerhalb gefressen hat, ersatzpflichtig, und wenn außerhalb, ersatzfrei. Doch wohl, wenn es diese herangeschoben hat. — Erkläre: er ist für das, was sich innerhalb befunden hat75Ohne Unterschied, wo es es gefressen hat., ersatzpflichtig, und für das, was sich außerhalb befunden hat, ersatzfrei.", "Wenn du aber willst, sage ich: R. Ḥija spricht von einem langen Bunde Gras76Der sich auf beiden Gebieten befindet, nicht aber von dem Falle, wenn es die Sache aus Privatgebiet nach öffentlichem Gebiete schleppt..", "HAT ES ABER KLEIDUNGSSTÜCKE GEFRESSEN &C.", "Worauf bezieht sich dies77Daß, wenn der Schaden auf öffentlichem Gebiete angerichtet worden ist, der Eigentümer frei sei.!? Rabh sagt, auf alles, denn, wenn jemand unrecht handelt78Da der Geschädigte nicht berechtigt war, Kleidungsstücke u. Geräte auf der Straße liegen zu lassen, so ist der Eigentümer des Tieres, das sie beschädigt hat, frei, obgleich diese Schädigung zur Klasse der Hornschädigung gehört.und ein anderer ebenso an ihm verfährt, ist dieser frei;", "Šemuél aber sagt, dies beziehe sich nur auf Früchte und Kräuter, wenn es aber Kleidungsstücke und Geräte [gefressen hat], so ist [der Eigentümer] ersatzpflichtig.", "Ebenso sagte Reš Laqiš, dies beziehe sich auf alles. Reš Laqiš vertritt hierbei seine Ansicht, denn Reš Laqiš sagte: Wenn von zwei Kühen auf öffentlichem Gebiete eine liegt und die andere geht, und die gehende der liegenden einen Fußtritt versetzt, so ist [der Eigentümer] frei; wenn aber die liegende der gehenden, so ist er ersatzpflichtig.", "R. Joḥanan sagte, dies bezieht sich nur auf Früchte und Kräuter, wenn es aber Kleidungsstücke und Geräte [gefressen hat], so ist [der Eigentümer] ersatzpflichtig. Es wäre wohl anzunehmen,", "R. Joḥanan sei nicht der Ansicht des Reš Laqiš auch hinsichtlich zweier Kühe? — Nein, hinsichtlich dieses Falles ist er wohl seiner Ansicht; Kleidungsstücke pflegt man abzulegen, um auszuruhen79Der Geschädigte hat also nicht unrecht gehandelt., bei einem Vieh aber ist dies80Sich auf die Straße hinzulegen.nicht die gewöhnliche Art.", "HAT ES DABEI EINEN GENUSS GEHABT, SO IST ZU &C. BEZAHLEN. Wieviel? Rabba sagte, den Betrag eines Heubündels81Da der Eigentümer für sein Vieh das billigste Futter wählen kann.. Raba sagte, den billigsten Preis für Gerste.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabba und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Rabba: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagt, es sei nur der Betrag für ein Heubündel zu bezahlen.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba. Wenn es einen Genuß hatte, so ist der Genuß zu bezahlen; zum Beispiel: wenn es einen Kab oder zwei Kab gefressen hat, sage man nicht, es sei der Betrag dafür zu ersetzen, vielmehr schätze man, wieviel ein Mensch auszugeben gewillt ist, seinem Vieh etwas Geeignetes zu fressen zu geben, obgleich er gewöhnlich dies nicht zu tun pflegt. Daher82Da nur der Nutzen zu bezahlen ist.ist, wenn es Weizen gefressen hat, oder sonst etwas, was ihm schädlich ist, kein Ersatz zu leisten.", "R. Ḥisda sprach zu Rami b. Ḥama: Weshalb warst du abends nicht bei uns im Lehrhause83Wörtl. Gebiet, sc. der Gesetzeskunde; viell. in der gewöhnl. Bedeutung: in unserem Bezirke, um im Lehrhause erscheinen zu können.? Es wurden bei uns schöne Dinge erörtert. Dieser fragte: Was sind es für schöne Dinge? Jener erwiderte: Braucht derjenige, der im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, ihm Miete zu zahlen oder nicht? —", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn der Hof nicht zum Vermieten bestimmt ist und der Benutzer keine Miete zu zahlen84Da ihm genügend Räume unentgeltlich zu Gebot stehen.pflegt, so hat ja weder dieser einen Nutzen noch jener einen Schaden, und wenn der Hof zum Vermieten bestimmt ist und der Benutzer Miete zu zahlen pflegt, so hat ja dieser einen Nutzen und jener einen Schaden. —", "In dem Falle, wenn der Hof nicht zum Vermieten bestimmt ist und der Benutzer Miete zu zahlen pflegt; kann er zu ihm sagen: ich habe dir keinen Schaden zugefügt, oder kann der andere sagen:" ], [ "du hast einen Nutzen gehabt?", "Dieser erwiderte: Dies [lehrt] ja eine Mišna!? Jener entgegnete: Wenn du mir einen Dienst leistest85Sc. so sage ich es dir.. Da nahm er sein Sudarium und legte es ihm zurecht. Da sprach er: Hat es dabei einen Genuß gehabt, so ist der Genuß zu bezahlen.", "Raba sprach: Wie wenig fühlt und merkt ein Mensch, wie der Herr ihm hilft! Obgleich dieser Fall dem der Mišna garnicht ähnlich ist, erkannte er es dennoch an. Hierbei hat der eine einen Nutzen und der andere einen Schaden, da aber hat der eine einen Nutzen und der andere keinen Schaden. —", "Und R. Rami b. Ḥama!? — Wenn man Früchte auf öffentlichem Gebiete liegen läßt, so hat man wahrscheinlich den Besitz derselben aufgegeben. —", "Wir haben gelernt: Wenn jemand seinen Nächsten an drei Seiten angrenzt und einen Zaun an der einen, an der zweiten und an der dritten Seite errichtet86Zum Schutze seiner Grundstücke, wodurch aber auch das in der Mitte liegende Grundstück umzäunt wird., so verpflichtet man diesen nicht87Zu den Kosten der Umzäunung beizutragen.. Demnach verpflichtet man ihn, wenn auch an der vierten Seite;", "hieraus ist somit zu entnehmen, daß, wenn der eine einen Nutzen und der andere keinen Schaden hat, er ersatzpflichtig sei. — Anders ist es hierbei, denn er kann zu ihm sagen: du hast mir eine überflüssige Umzäunung88Die inneren Zäune.verursacht. —", "Komm und höre: R. Jose sagte: wenn der umgebene sich aufmacht und auch an der vierten Seite einen Zaun errichtet, so wird ihm alles87Zu den Kosten der Umzäunung beizutragen.auferlegt. Nur wenn der umgebene den Zaun errichtet, wenn aber der umgebende, so ist er frei;", "hieraus ist somit zu entnehmen, daß, wenn der eine einen Nutzen und der andere keinen Schaden hat, er ersatzfrei sei. — Anders ist es hierbei, denn er kann zu ihm sagen, mir genügt auch eine Umfriedigung für einen Zuz89Er braucht daher nicht zu den Kosten eines teueren Zaunes beizutragen.. —", "Komm und höre: Wenn Haus und Söller, die zweien gehören, eingestürzt sind, und als der Eigentümer des Söllers den Eigentümer des Hauses zur Wiederherstellung auffordert, dieser es verweigert, so ist der Eigentümer des Söllers das Haus zu bauen und darin zu wohnen berechtigt, bis ihm jener seine Auslagen erstattet hat.", "Er muß ihm also die Auslagen erstatten, ohne ihm den Mietslohn abzuziehen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß, wenn der eine einen Nutzen und der andere keinen Schaden hat, er ersatzfrei sei. — Anders ist es hierbei, wo das Haus für den Söller unentbehrlich90Eigentl. das Haus dem Söller verpflichtet ist, es muß diesen tragen.ist. —", "Komm und höre: R. Jehuda sagte: Auch wer im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, muß diesem Miete zahlen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß, wenn der eine einen Nutzen und der andere keinen Schaden hat, er ersatzpflichtig sei. — Anders ist es hierbei, wegen der Schwärzung91Somit hat der Eigentümer einen Schaden; wenn aber kein Schaden vorliegt, zBs. bei einem alten Hause, ist kein Ersatz zu leisten.der Wände.", "Sie ließen es R. Ami fragen, und er erwiderte: Was tat er ihm, was hat jener verloren und welchen Schaden hatte er!? R. Ḥija b. Abba erwiderte: Wir wollen darüber nachdenken. Als sie darauf R. Ḥija b. Abba wiederum fragten, erwiderte er: So oft fragen sie mich; würde ich denn, wenn ich darüber etwas wüßte, es ihnen nicht mitgeteilt haben!?", "Es wurde gelehrt: R. Kahana sagte im Namen R. Joḥanans, er brauche ihm keine Miete zu zahlen; R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, er müsse ihm Miete zahlen.", "R. Papa sagte: Das, was R. Abahu sagte, hörte er nicht ausdrücklich, vielmehr folgerte er es aus einem Schlüsse. Wir haben nämlich gelernt: Hat jemand einen dem Heiligtume gehörigen Stein oder Balken genommen, so hat er keine Veruntreuung92Vgl. S. 27 Anm. 181.begangen;", "gibt er ihn seinem Nächsten, so begeht er eine Veruntreuung, sein Nächster aber nicht; baut er ihn in sein Haus ein, so begeht er eine Veruntreuung erst dann, wenn er im Werte einer Peruṭa gewohnt hat.", "Hierzu sagte Šemuél, nur wenn er ihn auf die Öffnung einer Luke gelegt93Keine Transformation vorgenommen hat, denn dadurch würde er sich den Balken angeeignet haben.hat.", "Darauf sagte R. Abahu, der vor R. Joḥanan saß, im Namen Šemuéls, hieraus94Aus der Lehre, er habe durch das Wohnen im Hause eine Veruntreuung begangen.sei zu entnehmen, daß, wenn jemand im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, er ihm Miete zahlen müsse. Und dieser schwieg.", "Er glaubte, er schweige deshalb, weil er ihm beipflichte; dem ist aber nicht so, vielmehr er beachtete ihn nicht.", "Dies nach Rabba, den Rabba sagte, beim Heiligtume ist es ohne Wissen ebenso" ], [ "wie bei einem Gemeinen mit Wissen95Da es Gott bekannt ist. Das W. דעת hat hier den weiteren Begriff Zustimmung, Einwilligung..", "R. Abba b. Zabhda ließ Mari b. Mar sagen: Frage R. Hona, ob jemand, der im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, diesem Miete zahlen müsse oder nicht. Währenddessen kehrte die Seele R. Honas zur Ruhe ein.", "Darauf sprach Rabba, Sohn des R. Hona, zu ihm: Mein Vater sagte im Namen Rabhs, er brauche ihm keine Miete zu zahlen, und96Sc. sagte er.wenn jemand ein Haus von Reúben mietet, müsse er Šimo͑n Miete zahlen. — Was hat Šimo͑n damit zu tun!? — Er meint es wie folgt: stellt es sich heraus, daß das Haus Šimo͑n gehört, so muß er ihm Miete zahlen. —", "Beides97Sc. soll er gesagt haben; nach der 1. Lehre braucht man dem Eigentümer, dem die Benutzung seines Grundstückes unbekannt ist, keine Miete zu zahlen, nach der 2. hingegen muß man sie ihm wohl zahlen.!? — Das eine, wenn das Haus zum Vermieten bestimmt ist, und das andere, wenn das Haus nicht zum Vermieten bestimmt ist.", "Ebenso wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Abin sagte im Namen Rabhs, und wie manche sagen, R. Ḥija b. Abin im Namen R. Honas: Wenn jemand im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, so braucht er ihm keine Miete zu zahlen, und wenn jemand ein Haus von den Stadtleuten mietet, so muß er dem Eigentümer Miete zahlen. — Was hat der Eigentümer damit zu tun!? — Er meint es wie folgt: findet sich ein Eigentümer ein, so muß er ihm Miete zahlen. —", "Beides!? — Das eine, wenn es zum Vermieten bestimmt ist, und das andere, wenn es nicht zum Vermieten bestimmt ist.", "R. Seḥora sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Wenn jemand im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, so braucht er ihm keine Miete zu zahlen, denn es heißt:98Jes. 24,12.Verwüstung zertrümmert das Tor99Ein unbewohntes, sich selbst überlassenes Haus verfällt u. wird zerstört; die Bewohnung desselben gilt also als Entschädigung für den Eigentümer.. Mar b. R. Aši sagte: Ich habe ihn100Das W. שאיה (Verwüstung) ist nach dem T. Name eines Dämons, der die leeren Häuser zertrümmert.gesehen, er stößt wie ein Ochs. R. Joseph erklärte: Ein bewohntes Haus erhält sich101Die Bewohner sorgen für die Instandhaltung.. —", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen102Den beiden Begründungen.? — Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn er103Wer hier gemeint ist, geht aus dem T. nicht hervor, darunter kann sowohl der Eigentümer als auch der Bewohner gemeint sein; im 1. Falle würde hier nur die 2. Erklärung u. im 2. Falle nur die 1. Erklärung inbetracht kommen.es für Holz und Stroh verwendet.", "Einst baute jemand ein Landhaus auf einem Misthaufen, der Waisen gehörte; da ließ R. Naḥman das Haus von ihm wegnehmen. R. Naḥman wäre also der Ansicht, wenn jemand im Hofe seines Nächsten ohne sein Wissen wohnt, müsse er ihm Miete zahlen? — Da hatten früher andere104So nach Handschriften; unser Text hat קרמנאי, wahrscheinl. Eigenname: Leute aus Karmania. gewohnt, die den Waisen eine Kleinigkeit zahlten, und R. Naḥman forderte ihn auf, die Waisen zu befriedigen; als dieser aber auf ihn nicht achtete, ließ er ihm das Landhaus wegnehmen.", "IN WELCHEM FALLE IST NUR DER GENUSS ZU BEZAHLEN &C. Rabh sagt, auch wenn es [den Kopf] umwendet105Wenn das Tier selbst sich auf öffentlichem Gebiete befindet u. den Kopf nach privatem Gebiete hinüberstreckt u. etwas frißt, sei der Schaden zu ersetzen.; Šemuél aber sagt, wenn es [den Kopf] umwendet, sei er frei. —", "Wie kann es nach Šemuél vorkommen, daß man ersatzpflichtig ist? — Wenn es die Straße verlassen hat und auf dem Straßenrande stehen blieb.", "Manche lehren dies als besondere Lehre für sich: Wenn es [den Kopf] umwendet, so ist man, wie Rabh sagt, ersatzpflichtig, und wie Šemuél sagt, ersatzfrei. — Wie kann es nach Šemuél vorkommen, daß man ersatzpflichtig ist? — Wenn es die Straße verlassen und auf dem Straßenrande stehen blieb.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Wenn am Eingange des Ladens, so ist der Genuß zu bezahlen. Dies kann ja nur dann vorkommen, wenn es [den Kopf] umwendet, und er lehrt, der Genuß sei zu bezahlen; nur der Genuß, nicht aber der Schaden!?", "Er richtete diesen Einwand und er selbst erklärte es auch: Wenn [die Tür] sich in einer Ecke106Einer Querstraße; wenn das Tier durch die Straße geht, gelangt es mit dem Kopfe in die Tür, ohne ihn hinüberrecken zu müssen.befindet.", "Manche sagen: Wenn es [den Kopf] umwendet, stimmen alle überein, daß man ersatzpflichtig sei, sie streiten nur über den Fall, wenn jemand einen Teil von seinem Gebiete zum öffentlichen Gebiete107Und da Früchte liegen läßt.zugefügt hat,", "und die Lehre lautet wie folgt: Rabh sagte, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn es [den Kopf] umwendet, wenn jener aber einen Teil von seinem Gebiete zum öffentlichen Gebiete zugefügt hat, so ist man ersatzfrei. Šemuél aber sagte, auch wenn jener einen Teil von seinem Gebiete zum öffentlichen Gebiete zugefügt hat, sei man ersatzpflichtig.", "Es wäre anzunehmen, daß sie über eine Grube auf seinem eigenen Gebiete streiten. Rabh, welcher sagt, er sei ersatzfrei108Weil das fremde Vieh da Zutritt hat., ist der Ansicht, man sei für die Grubenschädigung auf eigenem Gebiete ersatzpflichtig;", "Šemuél aber, welcher sagt, er sei ersatzpflichtig, ist der Ansicht, man sei für die Grubenschädigung auf eigenem Gebiete ersatzfrei. —", "Rabh kann dir erwidern: sonst bin auch ich der Ansicht," ], [ "man sei für die Grubenschädigung auf eigenem Gebiete ersatzfrei, hierbei ist es aber anders, weil jener sagen kann, du bist nicht berechtigt, deine Früchte nahe dem öffentlichen Gebiete hinzulegen und [mich für] meinen Ochsen ersatzpflichtig zu machen.", "Und auch Šemuél kann dir erwidern: sonst bin auch ich der Ansicht, man sei für die Grubenschädigung auf eigenem Gebiete ersatzpflichtig, denn bei einer Grube kann man annehmen, er habe sie nicht gesehen, aber ist etwa bei den Früchten anzunehmen, er habe sie nicht gesehen, er hat sie ja wohl gesehen!?", "Es wäre anzunehmen, daß über den Fall, wenn es den Kopf umwendet, Tannaím streiten. Es wird nämlich gelehrt: Hat es etwas in der Mitte des Marktplatzes gefressen, so ist der Genuß zu bezahlen, wenn an der Seite des Marktplatzes, so ist der Schaden zu ersetzen — so R. Meír und R. Jehuda; R. Jose und R. Elie͑zer sagen, es hat nicht zu fressen, sondern zu gehen.", "R. Jose sagt ja dasselbe, was der erste Autor!? Wahrscheinlich streiten sie über den Fall, wenn es [den Kopf] umwendet; der erste Autor ist der Ansicht, auch wenn es den Kopf umwendet, sei der Genuß zu bezahlen, und R. Jose ist der Ansicht, es sei der Schaden zu ersetzen. —", "Nein, über den Fall, wenn es den Kopf umwendet, sind alle entweder der Ansicht Rabhs oder der Ansicht Šemuéls, hier aber streiten sie über den Begriff des Abweidens eines fremden Feldes. Einer erklärt:109Ex. 22,4.und abweiden läßt auf einem fremden Felde, nicht aber auf öffentlichem Gebiete110In welchem Falle keine Entschädigung zu zahlen ist., und einer erklärt: und abweiden läßt auf einem fremden Felde, nicht aber auf dem Gebiete des Schädigers110In welchem Falle keine Entschädigung zu zahlen ist.. —", "Wenn im Gebiete des Schädigers, so kann er ja zu ihm sagen: wie kommen deine Früchte in mein Gebiet111Dies ist selbstverständlich u. hierfür ist kein Schriftvers nötig.!? — Vielmehr, sie streiten über die Lehren von Ilpha und R. Oša͑ja112Cf. supra Fol. 20a..", "iii WENN EIN HUND ODER EIN BÖCKCHEN VON DER SPITZE DES DACHES HERABGESPRUNGEN IST UND GERÄTE ZERBROCHEN HAT, SO IST DER GANZE SCHADEN ZU ERSETZEN, WEIL SIE ALS VERWARNT GELTEN. WENN EIN HUND EINEN KOHLENKUCHEN GEHASCHT HAT UND DAMIT ZU EINER TENNE GELAUFEN IST UND DEN KOHLENKUCHEN GEFRESSEN UND DIE TENNE IN BRAND GESTECKT HAT, SO IST FÜR DEN KOHLENKUCHEN DER GANZE SCHADEN UND FÜR DIE TENNE DIE HÄLFTE113Die Schädigung erfolgte indirekt, wie bei der Schädigung durch Geröll, ob. Fol. 17a.DES SCHADENS ZU ERSETZEN.", "GEMARA. Nur wenn sie herabgesprungen sind, wenn sie aber herabgefallen sind, ist man ersatzfrei; er ist somit der Ansicht, wenn [die Schädigung] durch Verschulden begonnen114Der Eigentümer sollte damit rechnen, daß sie herabspringen u. die unten befindlichen Gerate zerbrechen würden.und durch ein Mißgeschick geendet hat, sei man ersatzfrei.", "Ebenso wird auch gelehrt: Wenn ein Hund oder ein Böckchen von der Spitze eines Daches herabgesprungen sind und Geräte zerbrachen haben, so ist der ganze Schaden zu ersetzen; sind sie herabgefallen, so ist man ersatzfrei. Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, wenn [die Schädigung] durch Verschulden begonnen und durch ein Mißgeschick geendet hat, sei man ersatzfrei, wie ist dies aber zu erklären nach demjenigen, welcher sagt, man sei ersatzpflichtig!? —", "In dem Falle, wenn die Geräte sich ganz nahe an der Wand befunden haben, sodaß beim Herabspringen sie auf diese nicht fallen würden, somit lag auch bei Beginn kein Verschulden vor.", "R. Zebid sagte im Namen Rabas: Zuweilen kann es vorkommen, daß man ersatzpflichtig sei, auch wenn sie herabgefallen sind, wenn nämlich die Wand115Gemeint ist wohl das Dachgeländer.schadhaft ist. — Wohl aus dem Grunde, weil man damit rechnen sollte, ein Ziegelstein könnte herabfallen, aber in Wirklichkeit ist ja kein Ziegelstein herabgefallen, sondern diese selbst, somit hat ja [die Beschädigung] durch Verschulden begonnen und durch ein Mißgeschick geendet!? — In dem Falle, wenn die Wand eng ist116Er sollte auch mit dem Herabfallen des Tieres rechnen..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Hund oder ein Böckchen von unten nach oben gesprungen117Und Schaden angerichtet haben.ist, so ist man ersatzfrei118Weil man mit einem solchen ganz ungewöhnlichen Falle nicht zu rechnen braucht., wenn aber von oben nach unten, so ist man ersatzpflichtig; wenn aber ein Mensch oder ein Hahn gesprungen ist, einerlei ob von oben nach unten oder von unten nach oben, so ist man ersatzpflichtig. —" ], [ "Es wird ja aber gelehrt, wenn ein Hund oder ein Böckchen gesprungen ist, einerlei ob von oben nach unten oder von unten nach oben, sei man ersatzfrei!? — R. Papa erklärte. Wenn es auf verkehrte Weise erfolgt ist: ein Hund hüpfend und ein Böckchen kletternd. — Weshalb ist man demnach ersatzfrei119Das Ungewöhnliche gehört ja zur Hornschädigung, für die die Hälfte zu ersetzen ist.!? — Frei vom Ersätze des ganzen Schadens und verpflichtet zum Ersätze der Hälfte des Schadens.", "WENN EIN HUND GEHASCHT HAT.", "Es wurde gelehrt: R. Joḥanan sagt, das Feuer gilt als Pfeil120Es ist ebenso als würde der Eigentümer selber einen Pfeil abschießen u. einen Schaden anrichten., Reš Laqiš sagt, das Feuer gilt als Eigentum121Nicht er selber, sondern sein Eigentum hat den Schaden angerichtet; demnach ist man ersatzfrei, wenn man mit einer fremden Kohle Schaden angerichtet hat.. —", "Weshalb ist Reš Laqiš nicht der Ansicht R. Joḥanans? — Er kann dir erwidern: ein Pfeil bewegt sich fort durch seine122Des Schädigers.Kraft, dieses aber bewegt sich nicht fort durch seine Kraft. — Weshalb ist R. Joḥanan nicht der Ansicht des Reš Laqiš? — Er kann dir erwidern: das Eigentum ist greifbar, dieses aber ist nicht greifbar. —", "Wir haben gelernt: Wenn ein Hund einen Kohlenkuchen gehascht hat &c. Einleuchtend ist dies nun nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Pfeil, denn hierbei gilt es als Pfeil des Hundes,", "nach demjenigen aber, welcher sagt, das Feuer gelte als Eigentum, [ist ja einzuwenden,] das Feuer ist ja nicht das Eigentum des Hundebesitzers!? —", "Reš Laqiš kann dir erwidern: hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er [die Kohle] hingeworfen hat; für den Kuchen ist der ganze Schaden und für die Stelle der Kohle ist die Hälfte des Schadens zu123Weil dies ungewöhnlich ist u. somit als Hornschädigung gilt, od. aber weil die Schädigung indirekt erfolgt ist u. dem Geröllschaden gleicht.ersetzen, für die ganze Tenne aber ist er ersatzfrei.", "R. Joḥanan aber erklärt: wenn er sie hingelegt hat; für den Kuchen und für die Stelle der Kohle ist der ganze Schaden und für die ganze Tenne die Hälfte des Schadens zu ersetzen.", "Komm und höre: Wenn ein mit Flachs beladenes Kamel durch öffentliches Gebiet geht und der Flachs in einen Laden hineinragt, sich an der Leuchte des Ladenbesitzers entzündet und das ganze Gebäude in Brand steckt, so ist der Eigentümer des Kamels ersatzpflichtig; hatte aber der Ladenbesitzer seine Leuchte draußen hinausgestellt, so ist der Ladenbesitzer ersatzpflichtig. R. Jehuda sagt, war es eine Ḥanukaleuchte124An den Abenden des Ḥanukafestes wird eine brennende Leuchte an die Türe gestellt; cf. Sab. Fol. 21b., so ist er125Der Ladenbesitzer, weil er zur Aufstellung der Leuchte an der Türe befugt war.ersatzfrei.", "Einleuchtend ist dies nun nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Pfeil, denn dieses gilt hierbei als Pfeil des Kamels, nach demjenigen aber, welcher sagt, es gelte als sein Eigentum, [ist ja einzuwenden,] das Feuer ist ja nicht Eigentum des Kamelbesitzers!? — Reš Laqiš kann dir erwidern: hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es das ganze Gebäude ansteckt126Wenn es im Vorübergehen allmählich das ganze Gebäude in Brand steckt, somit gilt das ganze als Stelle der Kohle, die durch das Tier direkt beschädigt wurde; wenn sich aber das Feuer von selbst ausdehnt, so ist man, wenn das Feuer nicht ihm gehört, nicht ersatzpflichtig.. —", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hatte der Ladenbesitzer seine Leuchte draußen hinausgestellt, so ist der Ladenbesitzer ersatzpflichtig; weshalb ist er, wenn es das ganze Gebäude angesteckt hat127Der Schaden wurde hauptsächlich durch das Kamel verursacht., ersatzpflichtig!?— Wenn es stehen geblieben ist. —", "Wenn es stehen geblieben ist und das ganze Gebäude angesteckt hat, so sollte ja der Ladenbesitzer um so mehr ersatzfrei und der Eigentümer des Kamels ersatzpflichtig sein!? R. Hona b. Manoaḥ erwiderte im Namen R. Iqas: In dem Falle, wenn es stehen geblieben ist, um Wasser abzuschlagen128Den Besitzer des Kamels trifft keine Schuld.." ], [ "Im ersten Falle ist der Eigentümer des Kamels ersatzpflichtig, weil er ihm nicht so viel Ladung auflegen sollte, im zweiten Falle ist der Ladenbesitzer ersatzpflichtig, weil er seine Leuchte nicht draußen hinausstellen sollte. —", "Komm und höre: Wenn jemand eine Tenne in Brand steckt und daneben ein gebundenes Böckchen und ein Sklave sich befinden, und mit dieser verbrannt werden, so ist er ersatzpflichtig129Für die Tenne u. für das Böckchen; wegen des Sklaven trifft ihn keine Strafe, da er fortlaufen konnte.; wenn aber ein gebundener Sklave und ein Böckchen sich daneben befinden, und mit dieser verbrannt werden, so ist er frei130Wer sich durch eine Handlung zweier Strafarten schuldig macht, verfällt nur der schwereren; in diesem Falle verfällt er wegen des Sklaven der Todesstrafe u. ist von einer Geldentschädigung frei..", "Einleuchtend ist es nun, daß er frei ist, nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Pfeil, weshalb aber ist er frei nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Eigentum, ist man denn, wenn sein Ochs einen Sklaven tötet, nicht ersatzpflichtig131Für den Sklaven: cf, Ex. 21,32.!? —", "R. Šimo͑n b. Laqiš kann dir erwidern: hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er das Feuer mit dem Körper des Sklaven angezündet hat; er verfällt der schwereren Strafe132Er hat ihn mit eigenen Händen getötet.. —", "Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? — In dem Falle, wenn das Böckchen einem und der Sklave einem anderen133Auch in einem solchen Falle verfällt er nur der einen Strafe. gehört.", "Komm und höre: Wer einen Brand stiftet durch einen Tauben, Blöden oder Minderjährigen, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Einleuchtend ist dies nun nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Pfeil, denn hierbei ist es ein Pfeil des Tauben, weshalb aber nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Eigentum, ist man denn nicht ersatzpflichtig, wenn man seinen Ochsen einem Tauben, Blöden oder Minderjährigen anvertraut hat!? —", "Hierzu wird ja gelehrt: Reš Laqiš sagte im Namen Ḥizqijas, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er ihm eine Kohle anvertraut und dieser sie angefacht hat, wenn aber eine Flamme, sei er ersatzpflichtig, weil ein Schaden sicher ist.", "R. Joḥanan aber sagte, auch wenn eine Flamme, sei er ersatzfrei, denn er ist der Ansicht, die Beteiligung des Tauben habe es verursacht; ersatzpflichtig ist er nur dann, wenn er ihm Holz, Späne und eine Kerze anvertraut.", "Raba sagte: Es gibt einen Schriftvers und eine Barajtha als Stütze für R. Joḥanan. Einen Schriftvers, denn es heißt:134Ex. 22,5.wenn ein Feuer ausbricht, von selbst ausbricht; so muß der, welcher den Brand verursacht135Er gilt trotzdem als Urheber des Schadens.hat, [den Schaden] ersetzen. Hieraus ist zu entnehmen, daß das Feuer als Pfeil gilt.", "Eine Barajtha, denn es wird gelehrt: Die Schrift beginnt" ], [ "mit der Schädigung durch sein Eigentum und schließt mit der Schädigung durch seine eigene Person, um dir zu sagen, das Feuer gelte als Pfeil.", "Raba sagte: Abajje warf folgende Frage auf: In welchem Falle kann man nach demjenigen, welcher sagt, das Feuer gelte als Pfeil, wegen des Verborgenen136Vgl. S. 15 Anm. 103.bei der Feuerschädigung frei sein?", "Er selbst erklärte es auch: Wenn das Feuer in einem Hofe entstanden ist und ein Zaun137Durch den das Feuer lokalisiert war. nicht infolge des Feuers eingestürzt ist, wodurch das Feuer sich ausgedehnt und in einem anderen Hofe Schaden angerichtet hat; da haben seine Pfeile aufgehört138Die direkt verursachte Schädigung reichte nur bis zum Zaune.. —", "Demnach hatten ja auch hinsichtlich des Nichtverborgenen seine Pfeile aufgehört139Er sollte ersatzfrei sein.!? —", "Vielmehr, nach demjenigen, nach dem es als Pfeil gilt, gilt es auch als Eigentum, und zwar wenn er den Zaun herstellen konnte und es unterlassen hat; es ist ebenso als würde er seinen Ochsen nicht eingesperrt haben. —", "Wenn es nun nach demjenigen, nach dem es als Pfeil gilt, auch als Eigentum gilt, welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen!? —", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der vier Zahlungen140Vgl. S. 11 Anm. 64; für die Schädigung durch sein Eigentum werden diese nicht gezahlt, wohl aber für die Schädigung durch die eigene Person..", "SO IST FÜR DEN KUCHEN &C. ZU ERSETZEN. Ersatzpflichtig ist wohl der Eigentümer des Hundes; sollte doch auch der Eigentümer der Kohle ersatzpflichtig141Denn nach beider Ansicht ist man für die Feuerschädigung als Eigentümer ersatzpflichtig.sein!? — Wenn er seine Kohle verwahrt hatte. —", "Wie konnte sie, wenn er sie verwahrt hatte, der Hund erreichen!? — Wenn er durchgebrochen ist. R. Mari, Sohn des R. Kahana, sagte: Dies besagt, daß gewöhnliche Türen für Hunde durchbrechbar sind142Sonst wäre der Hundebesitzer überhaupt nicht verantwortlich.. —", "Wo soll er ihn gefressen haben: wollte man sagen, in einer fremden Tenne, so heißt es ja:143Ex. 22,4.und auf einem fremden Felde abweiden144Auf dem Felde des Geschädigten.läßt, was hierbei nicht der Fall ist!? — In dem Falle, wenn er ihn in der Tenne des Eigentümers des Kuchens gefressen hat. —", "Hieraus wäre also zu entnehmen, daß das Maul der Kuh145Die im Gebiete des Geschädigten etwas frißt." ], [ "als Gebiet des Geschädigten gilt, denn wenn man sagen wollte, als Gebiet des Schädigers, so kann er ja zu ihm sagen: was hat dein Kuchen im Maule meines Hundes zu suchen!?", "Sie fragten nämlich, ob das Maul der Kuh als Gebiet des Geschädigten oder als Gebiet des Schädigers gelte. — In welchem Falle kann der Ersatz für die Zahnschädigung, von dem der Allbarmherzige spricht, erfolgen,", "wenn du sagen wolltest, es gelte als Gebiet des Schädigers!?", "R. Mari, Sohn des R. Kahana, erwiderte: Wenn [das Vieh] sich aus Behagen an eine Wand reibt146Und sie beschädigt; Schädigungen dieser Art gehören zur Klasse der Zahnschädigung; cf. supra Fol. 3a.oder aus Behagen Früchte beschmutzt.", "Mar Zuṭra wandte ein: Es heißt ja:147iReg. 14,10; aus diesem Verse wird oben (Fol. 2b) gefolgert, daß die angezogene Schriftstelle von der Zahnschädigung: spricht.wie der Zahn abweidet, bis es ganz aus ist, was hierbei nicht der Fall ist!? Rabina erwiderte: Wenn es Gemälde verwischt hat. R. Aši erwiderte: Wenn es [die Früchte] ganz vernichtet148Wörtl. zertreten, eingedrückt. hat.", "Komm und höre: Wenn jemand auf einen einen Hund oder eine Schlange hetzt, so ist er frei. Frei ist wohl der Aufhetzende, während der Besitzer des Hundes schuldig ist. Wenn man nun sagen wollte, es gelte als Gebiet des Schädigers, so kann er ja zu ihm sagen: was hat deine Hand im Maule meines Hundes zu suchen!? —", "Lies: so ist auch der Aufhetzende frei. Wenn du aber willst, sage ich: wenn er die Eckzähne hervorgestreckt und ihn gebissen hat149Eigentl. kratzte; wenn das Tier die Hand nicht ins Maul bekam.. —", "Komm und höre: Wer einen von einer Schlange beißen läßt, ist er nach R. Jehuda schuldig und nach den Weisen frei.", "Hierzu sagte R. Aḥa b. Ja͑qob: Wenn du nachdenkst, hat nach R. Jehuda die Schlange ihr Gift zwischen den Zähnen150Das Eindringen des Giftes erfolgt ohne Tätigkeit der Schlange, es ist ebenso, als würde er ihn mit einer Waffe getötet haben., daher wird der Beißenlassende durch das Schwert hingerichtet, während die Schlange frei ist, nach den Weisen aber scheidet die Schlange das Gift von selbst aus, daher wird die Schlange durch Steinigung getötet, während der Beißenlassende frei ist.", "Wenn man nun sagen wollte, das Maul der Kuh gelte als Gebiet des Schädigers, so sollte er doch zu ihm sagen: was hat deine Hand im Maule meiner Schlange zu suchen!? — Bei der Tötung151Des Tieres.sagen wir dies nicht. —", "Woher entnimmst du dies? — Es wird gelehrt: Wenn jemand unbefugt in den Hof des Hausherrn eingetreten ist, und der Ochs des Hausherrn ihn niedergestoßen hat und er gestorben ist, so ist der Ochs zu steinigen, und der Hausherr ist vom Lösegelde befreit.", "Wohl aus dem Grunde152Braucht der Eigentümer kein Lösegeld zu zahlen., weil er zu ihm sagen kann: was hast du in meinem Gebiete zu suchen, ebenso sollte er doch auch hinsichtlich eines Ochsen sagen können: was hast du in meinem Gebiete zu suchen!? Vielmehr sagen wir dies bei der Tötung nicht.", "Die Ziegen von Be Tarbu fügten R. Joseph Schaden zu. Da sprach er zu Abajje: Geh, sage ihrem Eigentümer, daß er sie einsperre. Dieser erwiderte ihm: Wozu sollte ich denn gehen, wenn ich zu ihnen komme, so erwidern sie mir: der Meister möge sein Grundstück umzäunen.", "Wie kann, wenn ein Zaun vorhanden ist, die Zahnschädigung, von der der Allbarmherzige spricht, überhaupt erfolgen!? — Wenn [das Tier] durchgebrochen oder wenn der Zaun nachts eingefallen ist.", "R. Joseph, nach anderen Rabba, ließ bei allen, die nach oben hinaufgingen153Von Babylonien nach Palästina, das höher lag, bezw. umgekehrt.und nach unten hinabgingen, bekannt machen: Wenn die auf dem Markte sich umhertreibenden Ziegen Schaden anrichten, so verwarne man deren Eigentümer zwei- oder dreimal; wenn er gehorcht, so ist es recht, wenn aber nicht, so sage man ihm, daß er in die Fleischhalle gehe und sich sein Geld hole.", "iv WELCHER [OCHS] GILT ALS VERWARNT UND WELCHER GILT ALS NICHT VERWARNT? ALS VERWARNT GILT ER, WENN [DER EIGENTÜMER] AN DREI TAGEN VERWARNT WORDEN IST, UND ALS NICHT VERWARNT GILT ER WIEDER, SOBALD ER DREI TAGE DAS [STOSSEN] UNTERLASSEN HAT — SO R. JEHUDA; R. MEÍR SAGT, ALS VERWARNT GELTE ER, SOBALD [DER EIGENTÜMER] DREIMAL VERWARNT WORDEN IST, UND ALS NIGHT VERWARNT GELTE ER WIEDER, WENN KINDER AN IHM HERUMTAPPEN UND ER NIGHT STÖSST.", "GEMARA. Was ist der Grund R. Jehudas? Abajje erklärte:154Ex. 21,36.Gestern, einmal, von gestern, zweimal, vorgestern, dreimal, und der Eigentümer ihn nicht bewacht hat, dies bezieht sich auf das vierte Stoßen.", "Raba erklärte: Von gestern, einmal, vorgestern, zweimal, und es nicht bewacht, jetzt; dann ist er ersatzpflichtig. —", "Was ist der Grund R. Meírs? — Es wird gelehrt: R. Meír sprach:" ], [ "Wenn man ersatzpflichtig ist, falls das Stoßen in größeren Zwischenräumen155An 3 Tagen.erfolgt, um wieviel mehr, wenn das Stoßen in kleineren Zwischenräumen erfolgt. Sie entgegneten ihm: Die Flußbehaftete156Cf. Lev. 15,19ff.beweist [das Entgegengesetzte]: bemerkt sie [Blutfluß] in größeren155An 3 Tagen.Zwischenräumen, so ist sie unrein, wenn aber in kleineren, so ist sie rein.", "Er erwiderte ihnen: es heißt:157Lev. 15,3.mit seiner Unreinheit infolge des Flusses verhält es sich wie folgt; die Schrift hat es also beim männlichen Flußbehafteten von den Beobachtungen158Er ist unrein, sobald er 3mal Blutfluß beobachtet hat.und bei der weiblichen Flußbehafteten von den Tagen159Sie ist unrein, sobald sie ihn an 3 Tagen beobachtet hat.abhängig gemacht. —", "Woher, daß [das Wort] wie folgt die Beobachtungen bei der weiblichen Flußbehafteten ausschließt, vielleicht schließt es die Tage beim männlichen Flußbehafteten160Daß er nur bei einer 3maligen Wiederholung des Blutflusses unrein ist, während die Frau sowohl bei einer 3maligen als auch bei einer 3tägigen Wiederholung unrein ist.aus!? — Die Schrift sagt:161Lev. 15,37.wer einen Fluß hat, ob Mann oder Frau; er vergleicht also den Mann mit der Frau: wie es bei der Frau von den Tagen abhängt, ebenso hängt es beim Manne auch von den Tagen ab. —", "Sollte man doch die Frau mit dem Manne vergleichen: wie es beim Manne von den Beobachtungen abhängt, ebenso hängt es bei der Frau auch von den Beobachtungen ab!? — Dies schließt der Allbarmherzige durch [das Wort] wie folgt162Aus welchem gefolgert wird, daß dies nur vom Manne gelte.aus. —", "Was veranlaßt dich dazu163Aus dem einen Schriftverse die Ausschließung der Frau hinsichtlich der Beobachtungen u. aus den anderen die Einschließung des Mannes hinsichtlich der Tage zu folgern, man könnte es ja ebensogut entgegengesetzt.!? — Es ist einleuchtend, daß er, wenn er von Beobachtungen spricht, Beobachtungen ausschließt: sollte er denn, wenn er von Beobachtungen spricht, Tage ausschließen!?", "Die Rabbanan lehrten: Welcher heißt verwarnt? Wenn [der Eigentümer] an drei Tagen verwarnt worden ist, und als nicht verwarnt gilt er wieder, wenn Kinder an ihm herumtappen und er nicht stößt — so R. Jose; R. Šimo͑n sagt, verwarnt heiße er, wenn [der Eigentümer] dreimal verwarnt worden ist; von drei Tagen sprechen sie nur hinsichtlich des Rücktrittes164Wenn er 3 Tage das Stoßen unterlassen hat, gilt er wieder als nicht verwarnt..", "R. Naḥman sagte im Namen des R. Ada b. Ahaba: Die Halakha ist hinsichtlich des Verwarnten wie R. Jehuda, weil R. Jose ihm beipflichtet, und die Halakha ist wie R. Meír hinsichtlich des Nichtverwarnten, weil R. Jose ihm beipflichtet.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Der Meister könnte ja ebensogut sagen, die Halakha sei wie R. Meír hinsichtlich des Verwarnten, weil R. Šimo͑n ihm beipflichtet, und die Halakha sei hinsichtlich des Nichtverwarnten wie R. Jehuda, weil R. Šimo͑n ihm beipflichtet!? Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht R. Joses, denn R. Jose hat [stets] seinen Grund165Od. Gesetzeskunde; cf. Bd. II S. 41 Anm. 228..", "Sie fragten: Erfolgt die dreitägliche Verwarnung, von der hier gesprochen wird, für den Ochsen oder für den Eigentümer? —", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Wenn drei Zeugenpartien an einem Tage gekommen sind. Wenn du sagst, die Verwarnung erfolge für den Ochsen, so ist die Verwarnung gültig166Da sie es an 3 verschiedenen Tagen beobachtet haben., wenn du aber sagst, die Verwarnung erfolge für den Eigentümer, so ist sie nicht gültig, denn er kann sagen: sie zeigten es mir erst jetzt167Er muß an 3 Tagen verwarnt werden.an. Wie ist es nun? —", "Komm und höre: Der Ochs gilt nur dann als verwarnt, wenn die Verwarnung vor dein Eigentümer und dem Gerichte erfolgt; erfolgte sie vor dem Gerichte und nicht vor dem Eigentümer, oder vor dem Eigentümer und nicht vor dem Gerichte, so gilt er nicht als verwarnt; nur wenn sie vor dem Gerichte und vor dem Eigentümer erfolgt ist.", "Haben zwei [Zeugen] über das erste Mal, zwei über das zweite Mal und zwei über das dritte Mal bekundet, so sind es drei von einander getrennte Aussagen, die aber hinsichtlich der Überführung als Falschzeugen168Wenn die Zeugen überführt werden, daß sie zur Zeit, in der sie ihre Beobachtung gemacht haben wollen, überhaupt nicht zur Stelle waren, so verfallen sie der Strafe, die sie durch ihr Zeugnis herbeiführen wollten.zusammen gehören.", "Wird die erste Partie als falsch überführt, so bleiben zwei Verwarnungen zurück; er169Der Eigentümer.ist frei und sie170Die überführten Falschzeugen, die allein den Ersatz des ganzen Schadens nicht veranlassen konnten.sind ebenfalls frei. Wird auch die zweite Partie als falsch überführt, so bleibt eine Verwarnung zurück; er ist frei und sie sind ebenfalls frei.", "Wird auch die dritte Partie als falsch überführt, so sind sie alle schuldig. Dieserhalb heißt es:171Dt. 19,19.so sollt ihr mit ihm tun, wie er gedacht hat &c.", "Einleuchtend ist dies nun, wenn du sagst, die Verwarnung erfolge für den Ochsen," ], [ "wenn du aber sagst, sie erfolge für den Eigentümer172Er muß also an 3 Tagen verwarnt werden., so sollten doch die ersten [Zeugen] sagen können, wieso konnten wir wissen, daß nach drei Tagen diese kommen und verwarnen173Die ersteren Partien müßten also, wenn alle überführt werden, vom Ersatz des ganzen Schadens frei bleiben.werden!?", "R. Aši sprach: Ich trug diese Lehre R. Kahana vor, [und er sprach zu mir:] Ist dies denn erklärlich, auch wenn man sagt, die Verwarnung erfolge für den Ochsen, die letzten [Zeugen] sollten doch sagen können: wie sollten wir denn annehmen, daß jeder, der vor Gericht erscheint, über diesen Ochsen Zeugnis ablegen will; wir sind nur dazu erschienen, um den Eigentümer zur Zahlung der Hälfte des Schadens zu veranlassen!? —", "Wenn sie einander zugewinkt haben. R. Aši erklärte: Wenn sie zusammen gekommen sind.", "Rabina erklärte: Wenn sie den Eigentümer kannten, nicht aber den Ochsen174Und da für ein Unverwarntes der Ersatz nur dinglich zu leisten ist, so ist es erwiesen, daß sie die 3malige Warnung bekunden wollten.selbst. — Wieso konnte demnach die Verwarnung erfolgen!? —", "Wenn sie sagten: du hast einen stößigen Ochsen in deiner Herde, du solltest deine ganze Herde bewachen.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn jemand einen fremden Hund auf seinen Nächsten hetzt; der Aufhetzende ist entschieden frei175Da er die Schädigung nur veranlaßt hat., wie steht es aber mit dem Eigentümer des Hundes; kann er sagen: ich habe ja nichts getan, oder aber sage man zu ihm: da du von deinem Hunde weißt, daß, wenn man ihn aufhetzt, er sich aufhetzen läßt, so solltest du ihn nicht halten?", "R. Zera erwiderte: Komm und höre: Als nicht verwarnt gilt er wieder, wenn Kinder an ihm herumtappen und er nicht stößt. Wenn er aber wohl stößt, ist [der Eigentümer] schuldig. Abajje entgegnete: Heißt es denn: wenn es stößt, so ist [der Eigentümer] schuldig!? Vielleicht gilt er, wenn er stößt, nicht mehr als nicht verwarnt, jedoch ist [der Eigentümer] wegen dieses Stoßens nicht schuldig. —", "Komm und höre: Wenn jemand auf einen einen Hund oder eine Schlange hetzt, so ist er frei. Frei ist wohl der Aufhetzende, während der Besitzer des Hundes schuldig ist. — Nein, lies: so ist auch der Aufhetzende frei.", "Raba sagte: Selbst wenn du sagen wolltest, wenn jemand einen fremden Hund auf seinen Nächsten hetzt, sei er176Der Besitzer des Hundes.schuldig, ist er, wenn jemand selber ihn auf sich hetzt, frei; denn wenn jemand unrecht handelt und ein anderer ebenso mit ihm verfährt, so ist dieser frei.", "R. Papa sprach zu Raba: Im Namen des Reš Laqiš wurde übereinstimmend mit dir gelehrt, denn Reš Laqiš sagte: Wenn von zwei Kühen auf öffentlichem Gebiete eine liegt und die andere geht, und die gehende der liegenden einen Fußtritt versetzt, so ist [der Eigentümer] frei177Weil die andere nicht das Recht hat, auf der Straße zu liegen., wenn aber die liegende der gehenden, so ist er schuldig.", "Dieser erwiderte ihm: In diesem Falle würde ich sagen, er sei schuldig, denn die andere kann zu ihr sagen: du hast zwar das Recht, über mich zu gehen, du hast aber nicht das Recht, mir einen Fußtritt zu versetzen.", "v IN WELCHEM FALLE GILT DIES VOM OCHSEN DES SCHÄDIGERS IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN? HAT ER AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE GESTOSSEN, ANGERANNT, GEBISSEN, SICH NIEDERGELEGT178Auf zerbrechliche Sachen u. sie beschädigt.ODER AUSGESCHLAGEN, SO IST DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN; WENN ABER IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN, SO IST, WIE R. TRYPHON SAGT, DER GANZE SCHADEN, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN.", "R. TRYPHON SPRACH ZU IHNEN: WENN BEI DER ZAHNSCHÄDIGUNG UND DER FUSSCHÄDIGUNG, WOBEI ES AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE SO WEIT ERLEICHTERT WORDEN IST, FÜR SIE ÜBERHAUPT NICHTS ZU ERSETZEN, IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN ERSCHWERT WORDEN IST, DASS FÜR SIE DER GANZE SCHADEN ZU ERSETZEN IST, UM WIEVIEL MEHR MUSS BEI DER HORNSCHÄDIGUNG, BEI DER ES AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE ERSCHWERT WORDEN IST, DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN, IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN ERSCHWERT WERDEN, DASS DAFÜR DER GANZE SCHADEN ZU ERSETZEN SEI!?", "SIE ERWIDERTEN IHM: ES GENÜGT, WENN DAS GEFOLGERTE DEM GLEICHT, WOVON ES GEFOLGERT WIRD; WIE NUN AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN IST, EBENSO IST IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN.", "ER ENTGEGNETE IHNEN:" ], [ "ICH FOLGERE NICHT DIE HORNSCHÄDIGUNG VON DER HORNSCHÄDIGUNG179Dh. die Hornschädigung auf Privatgebiet von der Hornschädigung auf öffentlichem Gebiete., SONDERN DIE HORNSCHÄDIGUNG VON DER FUSSCHÄDIGUNG: WENN ES IN EINEM FALLE, WOBEI ES HINSICHTLICH DER ZAHNSCHÄDIGUNG UND DER FUSSCHÄDIGUNG ERLEICHTERT WORDEN IST, NÄMLICH AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE, HINSICHTLICH DER HORNSCHÄDIGUNG ERSCHWERT WORDEN IST, UM WIEVIEL MEHR MUSS IN EINEM FALLE, IN DEM ES HINSICHTLICH DER ZAHNSCHÄDIGUNG UND DER FUSSCHÄDIGUNG ERSCHWERT WORDEN IST, NÄMLICH IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN, HINSICHTLICH DER HORNSCHÄDIGUNG ERSCHWERT WERDEN.", "JENE ERWIDERTEN IHM: ES GENÜGT, WENN DAS GEFOLGERTE DEM GLEICHT, WOVON GEFOLGERT180Es kommt auf dasselbe heraus, in welcher Form auch der Schluß gefolgert wird. WIRD: WIE AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN IST, EBENSO IST IM GEBIETE DES GESCHÄDIGTEN NUR DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ERSETZEN.", "GEMARA. Hält denn R. Tryphon nichts von [der Regel] ‘es genügt’, sie ist ja aus der Tora!? Es wird nämlich gelehrt: Ein Beispiel für [den Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere:181Num. 12,14.Da sprach der Herr zu Moše: Hätte ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt, würde sie sich nicht sieben Tage schämen müssen; man sollte nun vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß wegen [der Beleidigung] der Göttlichkeit dies vierzehn Tage währen sollte; aber es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon gefolgert wird182Also nicht mehr als 7 Tage.. —", "Nur in dem Falle, wenn dadurch der [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere widerlegt werden würde, hält er nichts von [der Regel] ‘es genügt’, wenn aber dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht widerlegt wird, hält er wohl von der Regel ‘es genügt’. Da ist von den sieben Tagen wegen [Beleidigung] der Göttlichkeit überhaupt nichts geschrieben, durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere sind vierzehn Tage zu folgern, aber durch [die Regel] ‘es genügt’ werden sieben ausgeschlossen, sodaß es bei sieben verbleibt.", "Hierbei aber befindet sich die [Zahlung der] Hälfte des Schadens in der Schrift und durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere soll die zweite Hälfte des Schadens gefolgert werden, sodaß es zusammen den ganzen Schaden ausmacht; wenn du nun [die Regel] ‘es genügt’ anwendest, so wird dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere widerlegt. —", "Und die Rabbanan!? — Auch die sieben Tage wegen [Beleidigung] der Göttlichkeit befinden sich in der Schrift:181Num. 12,14.sie soll sieben Tage eingeschlossen werden. —", "Und R. Tryphon!? — Dies lehrt eben die Anwendung [der Regel] ‘es genügt’183Man würde sonst gefolgert haben, daß wegen der Beleidigung der Göttlichkeit 14 Tage einzuschließen sei.. —", "Und die Rabbanan!? — Es gibt noch einen zweiten Schriftvers:184Num. 12,15.und Mirjam wurde eingeschlossen. — Und R. Tryphon!? — Dies besagt, daß [die Regel] ‘es genügt’ auch anderweitig anzuwenden sei. Man könnte nämlich glauben, nur hierbei wegen der Ehrung Mošes185Sei dies auch hinsichtlich der Göttlichkeit auf sieben Tage beschränkt worden., anderweitig aber nicht, so lehrt er uns.", "R. Papa sprach zu Abajje: Folgender Autor hält ja nichts von [der Regel] ‘es genügt’ auch in dem Falle, wenn dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht widerlegt wird. Es wird nämlich gelehrt: Woher dies186Daß er durch Berührung u. Tragen verunreinigend ist.vom Samentropfen eines Flußbehafteten? Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn das, was bei einem Reinen rein187Der Speichel.ist, bei einem Unreinen188Einen Flußbehafteten; cf. Lev, Kap. 15.unrein ist, um wieviel mehr ist das, was bei einem Reinen unrein189Der Samenerguß.ist, bei einem Unreinen unrein.", "Dies wird gefolgert sowohl hinsichtlich der Berührung als auch hinsichtlich des Tragens. Weshalb nun, man sollte doch sagen, durch [den Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere sei das Berühren einzuschließen, und durch [die Regel] ‘es genügt’ sei das Tragen auszuschließen.", "Wolltest du erwidern, hinsichtlich der Berührung sei [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht nötig, da es bei diesem nicht leichter sein kann als bei einem Reinen, so ist er dennoch nötig. Man könnte nämlich glauben, die Schriftworte190Dt. 23,11.nächtliches Begegnis besagen, daß dies nur von einer Person gelte, bei der [die Unreinheit] durch das Begegnis veranlaßt worden ist, ausgenommen dieser, bei dem dies nicht durch das Begegnis veranlaßt worden ist, sondern durch etwas anderes; daher ist er nötig. —", "Heißt es denn: und nichts anderes191Aus den Schriftworten ist vielmehr zu entnehmen, daß dies sowohl von einem Reinen als auch von einem Flußbehafteten gilt.!?", "Wer ist der Autor, welcher sagt, der Samentropfen des Flußbehafteten sei durch das Tragen verunreinigend: weder R. Elie͑zer noch R. Jehošua͑!? Wir haben nämlich gelernt: Der Samentropfen des Flußbehafteten ist verunreinigend durch Berührung und nicht durch Tragen — so R. Elie͑zer; R. Jehošua͑ sagt, er sei auch durch Tragen verunreinigend, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist.", "R. Jehošua͑ ist dieser Ansicht nur deshalb, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist, sonst aber nicht192Der eigentliche Samen desselben ist nicht verunreinigend.. — Vielmehr, es ist der Autor der folgenden Lehre: Noch höher" ], [ "steht193Hinsichtlich der Unreinheit.der Fluß des Flußbehafteten, sein Speichel, sein Samenerguß, sein Harn und das Blut der Menstruierenden; diese sind verunreinigend sowohl durch Berührung als auch durch Tragen. —", "Vielleicht auch hierbei aus dem Grunde, weil es ohne Flußtropfen nicht möglich ist!? — Wenn dem so wäre, so sollte er [den Samenerguß neben ‘Fluß’ nennen, wenn er ihn aber neben ‘Speichel’ nennt, so ist dies wohl aus dem Grunde, weil er vom Speichel gefolgert wird194Dh. die Unreinheit desselben von der Unreinheit des Speichels..", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Folgender Autor hält ja nichts von [der Regel] ‘es genügt’ auch in dem Falle, wenn dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht widerlegt wird!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß eine Matte durch eine Leiche [verunreinigungsfähig] ist? Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn kleine Krüglein, die durch einen Flußbehafteten nicht verunreinigungsfähig sind, durch eine Leiche verunreinigungsfähig sind, um wieviel mehr ist eine Matte, die durch einen Flußbehafteten verunreinigungsfähig ist, durch eine Leiche verunreinigungsfähig.", "Dies wird gefolgert sowohl hinsichtlich der Unreinheit bis zum Abend195Wie dies bei einem leichteren Grade von Verunreinigung der Fall ist.als auch hinsichtlich der Unreinheit für sieben Tage. Weshalb nun, man sollte doch sagen, durch [den Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere sei die Unreinheit bis zum Abend zu folgern, und durch [die Regel] ‘es genügt’ sollte die Unreinheit für sieben Tage ausgeschlossen werden.", "Dieser erwiderte: Dies unterbreitete bereits R. Neḥumi b. Zekharja vor Abajje, und Abajje erwiderte ihm: Der Autor folgert dies von einer Matte durch ein Kriechtier, und zwar wie folgt. Woher, daß eine Matte durch ein Kriechtier verunreinigungsfähig ist? Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn kleine Krüglein, die durch einen Flußbehafteten nicht verunreinigungsfähig sind, durch ein Kriechtier verunreinigungsfähig sind, um wieviel mehr ist eine Matte, die durch einen Flußbehafteten verunreinigungsfähig ist, durch ein Kriechtier verunreinigungsfähig.", "Woher wissen wir dies von einer Matte durch eine Leiche? Beim Kriechtiere wird von Gewand und Fell196Cf. Lev. 11,32 u. Num. 31,20.gesprochen und ebenso wird bei einer Leiche von Gewand und Fell196Cf. Lev. 11,32 u. Num. 31,20.gesprochen, wie nun beim Kriechtiere neben Gewand und Fell auch eine Matte verunreinigungsfähig ist, ebenso ist auch bei einer Leiche neben Gewand und Fell auch eine Matte verunreinigungsfähig.", "Und dies197Die Worte Gewand u. Fell. Wenn aus 2 gleichen Wörtern ein Schluß durch Wortanalogie gefolgert werden soll, so müssen sie an den bezüglichen Stellen auch entbehrlich sein, sonst ist der Schluß event, widerlegbar.ist entbehrlich, denn wenn es nicht entbehrlich wäre, könnte man widerlegen: wohl198Ist eine Matte verunreinigungsfähig.durch ein Kriechtier, weil dieses schon in Linsengröße verunreinigend ist, während eine Leiche nicht in Linsengröße, sondern erst in Olivengröße verunreinigend ist.", "Aber es ist entbehrlich. Merke, das Kriechtier wird ja mit dem Samenerguß verglichen, denn es heißt: 199Lev. 22,4.ein Mann, der [Samen] ausgestoßen hat &c. und darauf folgt:200Ib. V. 5.oder wer irgend ein Kriechtier berührt, und da es schon beim Samenergusse heißt:201Ib. 15,17.alles Gewand und alles Fell, an dem Samenfluß sich befindet,", "wozu braucht nun der Allbarmherzige beim Kriechtiere wiederum Gewand und Fell zu nennen? Es ist also entbehrlich. —", "Es ist ja aber nur an der einen Stelle entbehrlich; allerdings nach demjenigen, welchen sagt, man könne aus einer nur an einer Stelle entbehrlichen Wortanalogie202Wenn von den beiden Wörtern, die als Wortanalogie verwandt werden, nur das eine entbehrlich ist.einen unwiderlegbaren Schluß folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man könne ihn zwar folgern aber auch widerlegen!?", "Es ist auch bei der Leiche entbehrlich: Merke, die Leiche wird ja mit dem Samenergusse verglichen, denn es heißt: wer einen Leichenunreinen berührt, oder ein Mann, der [Samen] ausgestoßen hat &c., und da es schon beim Samenergusse heißt: alles Gewand und alles Fell, an dem Samenfluß sich befindet, wozu braucht nun der Allbarmherzige bei der Leiche Gewand und Fell zu nennen? Es ist also auch hier, und somit an beiden Stellen entbehrlich. —", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man vergleiche203Wenn ein Gesetz von einem anderen, in der Tora ausdrücklich genannten Gesetze gefolgert wird, so gleicht es ihm nach der einen Ansicht in jeder Hinsicht, nach der anderen aber wird nur die Hauptsache, das Gesetz selbst gefolgert, während hinsichtlich der für dieses Gesetz geltenden Bestimmungen dieses in die logisch passende Klasse eingereiht wird.sie zwar, lasse sie aber bei ihren Bestimmungen204Demnach währt die Unreinheit einer Matte durch eine Leiche 7 Tage, obgleich das Gesetz von der Unreinheit derselben von der Unreinheit durch ein Kriechtier gefolgert wird, die nur 1 Tag währt., wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man vergleiche sie in jeder Hinsicht205Woher ist zu entnehmen, daß die Unreinheit einer Matte durch eine Leiche 7 Tage währt; von der Unreinheit durch ein Kriechtier kann nur die eintägige Unreinheit gefolgert werden, da diese nur 1 Tag währt.!? —", "Raba erwiderte: Die Schrift sagt:206Num. 31,24.am siebenten Tage sollt ihr eure Kleider waschen: alle Unreinheiten, die von einer Leiche herrühren, währen nicht weniger als sieben Tage.", "Sollte doch durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß man für Zahnschädigung und Fußschädigung auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig sei: wenn man für Hornschädigung, für die auf dem Gebiete des Geschädigten nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen ist, auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig ist, um wieviel mehr ist man für Zahnschädigung und Fußschädigung, für die auf dem Gebiete des Geschädigten der ganze Schaden zu ersetzen ist, auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig!? —", "Die Schrift sagt:207Ex. 22,4.und auf einem fremden Felde abweiden läßt, nicht aber auf öffentlichem Gebiete." ], [ "Sprechen wir denn von der ganzen Entschädigung, wir sprechen ja nur von der Hälfte208Der angezogene Schriftvers sollte nur den Ersatz des vollständigen Schadens auf öffentlichem Gebiete ausschließen.!? —", "Die Schrift sagt:209Ex. 21,35.sie sollen den Erlös teilen, nur den Erlös von diesem210Dem durch die Hornschädigung getöteten Ochsen., nicht aber den Erlös von einem anderen. —", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß für Zahnschädigung und Fußschädigung im Gebiete des Geschädigten nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen sei: wenn für Hornschädigung, für die man auch auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig ist, im Gebiete des Geschädigten nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen ist, um wieviel mehr ist für Zahnschädigung und Fußschädigung, für die man auf öffentlichem Gebiete nicht ersatzpflichtig ist, im Gebiete des Geschädigten nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen!? —", "Die Schrift sagt:207Ex. 22,4.soll er ersetzen, einen richtigen Ersatz. —", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß man für Hornschädigung auf öffentlichem Gebiete nicht ersatzpflichtig sei: wenn man für Zahnschädigung und Fußschädigung, für die im Gebiete des Geschädigten der ganze Schaden zu ersetzen ist, auf öffentlichem Gebiete nicht ersatzpflichtig ist, um wieviel mehr ist man für Hornschädigung, für die im Gebiete des Geschädigten nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen ist, auf öffentlichem Gebiete ersatzfrei!?", "R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:209Ex. 21,35.sollen sie teilen, bei der Teilung ist es einerlei, ob auf öffentlichem Gebiete oder auf Privatgebiet. —", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß für [den Totschlag durch] einen Menschen Lösegeld zu zahlen sei: wenn für einen Ochsen, für den die vier Zahlungen211Wegen der Schädigung eines Menschen; vgl. S. 11 Anm. 64.nicht zu leisten sind, Lösegeld zu zahlen212Wenn er einen Menschen tötet.ist, um wieviel mehr ist für [den Totschlag durch] einen Menschen, der die vier Zahlungen zu leisten hat, Lösegeld zu zahlen!? —", "Die Schrift sagt:213Ex. 21,30.als ihm auferlegt wird, nur für diesen, nicht aber für [den Totschlag durch] einen Menschen. —", "Sollte doch durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß für die Schädigung214Eines Menschen.durch einen Ochsen die vier Zahlungen zu leisten sind: wenn für [die Schädigung durch] einen Menschen, für dessen [Totschlag] kein Lösegeld zu zahlen ist, die vier Zahlungen zu leisten sind, um wieviel mehr sind für [die Schädigung durch] einen Ochsen, für dessen [Totschlag] Lösegeld zu zahlen ist, die vier Zahlungen zu leisten!? —", "Die Schrift sagt:215Lev. 24,19.jemand seinem Mitmenschen, nicht aber, wenn ein Ochs einem Menschen.", "Sie fragten: Ist, wenn [ein Tier] auf ein Kind im Hofe des Geschädigten getreten216Und es getötet hat, ohne Absicht.ist, für Fußschädigung das Lösegeld zu zahlen? Sagen wir, es verhalte sich hierbei ebenso wie bei der Hornschädigung: sobald die Hornschädigung sich zwei- oder dreimal wiederholt, so gilt sie als gewöhnlich und es ist das Lösegeld zu zahlen, ebenso auch hierbei,", "oder aber: bei der Hornschädigung ist die Absicht der Schädigung vorhanden, hierbei aber nicht. —", "Komm und höre: Wenn jemand seinen Ochsen unbefugt in den Hof des Hausherrn gebracht und er den Hausherrn niedergestoßen hat und er gestorben ist, so ist der Ochs zu steinigen und der Eigentümer muß, ob verwarnt oder nicht verwarnt, das vollständige Lösegeld bezahlen — so R. Tryphon.", "Woher entnimmt nun R. Tryphon [die Zahlung des] vollständigen Lösegeldes für einen nicht verwarnten? Wahrscheinlich ist er der Ansicht R. Jose des Galiläers, daß nämlich auf öffentlichem Gebiete nicht verwarnt die Hälfte des Lösegeldes zu zahlen sei, und er folgert es durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere von der Fußschädigung; demnach ist für die Fußschädigung das Lösegeld zu zahlen.", "R. Šimi aus Nehardea͑ entgegnete: Der Autor folgert dies vom Vermögensschaden durch Fußschädigung. —", "Es ist ja zu widerlegen: wohl gilt dies beim Vermögensschaden durch Fußschädigung, der auch bei der Feuerschädigung vorkommt!? — Vom Verborgenen217Dh. von der Fußschädigung des Verborgenen; bei der Feuerschädigung ist man für das Verborgene ersatzfrei.. —", "Wohl gilt dies beim Verborgenen, das bei der Grubenschädigung vorkommt!? — Von Geräten218Dh. von der Fußschädigung von Geräten; bei der Grubenschädigung ist man für Geräte nicht ersatzpflichtig.. —", "Wohl gilt dies bei Geräten, weil es bei der Feuerschädigung vorkommt!? — Von verborgenen Geräten. — Wohl gilt dies bei verborgenen Geräten, weil es bei der Schädigung durch einen Menschen vorkommt!?", "Wahrscheinlich folgert er es vom Lösegelde für Fußschädigung, somit ist hieraus zu entnehmen, daß für Fußschädigung das Lösegeld zu zahlen sei Schließe hieraus.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Es ist auch einleuchtend, daß für Fußschädigung das Lösegeld zu zahlen sei, denn wenn man sagen wollte, für Fußschädigung sei das Lösegeld nicht zu zahlen, und der Autor folgere es vom Vermögensschaden durch Fußschädigung219Bei dem es sich nicht um die Tötung eines Menschen handelt., so ist ja zu widerlegen: wohl gilt dies beim Vermögensschaden durch Fußschädigung, weil es bei der Fußschädigung vorkommt220Nicht aber das Lösegeld..", "Wahrscheinlich also folgert er es vom Lösegeld für Fußschädigung, somit ist für Fußschädigung das Lösegeld zu zahlen. Schließe hieraus.", "vi EIN MENSCH GILT STETS ALS VERWARNT, OB UNVORSÄTZLICH ODER VORSÄTZLICH, OB WACHEND ODER SCHLAFEND. HAT ER DAS AUGE SEINES NÄCHSTEN GEBLENDET ODER DESSEN GERÄTE ZERBROCHEN, SO MUSS ER DEN GANZEN SCHADEN ERSETZEN.", "GEMARA. Er lehrt von der Blendung eines Auges in derselben Weise wie vom Zerbrechen von Geräten, wie nun dieserhalb nur der Schaden zu ersetzen ist, nicht aber die vier Zahlungen zu leisten, ebenso ist auch, wenn jemand [unvorsätzlich] das Auge seines Nächsten blendet, nur der Schaden zu ersetzen, nicht aber die vier Zahlungen zu leisten. —" ], [ "Woher dies221Daß ein Mensch auch unvorsätzlich ersatzpflichtig sei.? Ḥizqija erwiderte, und ebenso wurde es in der Schule Ḥizqijas gelehrt: Die Schrift sagt:222Ex. 21,25.Stichwunde statt Stichwunde, und dies besagt, daß man versehentlich wie vorsätzlich und absichtslos wie absichtlich schuldig ist. —", "Hieraus wird ja aber gefolgert, daß neben der Entschädigung auch Schmerzensgeld zu zahlen sei!? — Es könnte ja heißen: Stichwunde um Stichwunde, wenn es aber statt223Diese Partikel wird durch ein besonderes Wort, während erstere durch einen Buchstaben ausgedrückt wird.Stichwunde heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen.", "Rabba sagte: Wenn jemand ohne es gemerkt zu haben einen Stein im Schöße liegen hatte, und als er aufgestanden, dieser herabgefallen ist, so ist er hinsichtlich der Entschädigung224Wenn der Stein einen Schaden angerichtet hat.schuldig, hinsichtlich der vier Zahlungen225Wenn durch ihn ein Mensch zu Schaden gekommen ist.frei, hinsichtlich des Šabbathgesetzes226Falls er dadurch den Šabbath entweiht hat, wenn zBs der Stein aus einem Gebiete in ein anderes gefallen ist.[frei], da die Tora nur die bezweckte Arbeit227Wenn die Unvorsätzlichkeit darin bestand, daß man glaubte, die Arbeit sei erlaubt, oder wenn man nicht wußte, daß es Šabbath ist; hat man aber die verbotene Arbeit überhaupt nicht bezweckt, so ist man frei.verboten hat, hinsichtlich der Verbannung228Wenn er dadurch einen Menschen getötet hat: cf. Num. 35,15ff. Dies gilt nicht einmal als unvorsätzliche Tötung, da er überhaupt nicht wußte, daß er einen Stein im Schöße hat. frei,", "und hinsichtlich eines Sklaven229Wenn er dadurch seinem Sklaven einen Zahn od. ein Auge ausgeschlagen hat: geschieht dies absichtlich, so erlangt der Sklave seine Freiheit; cf. Ex. 21,26.besteht ein Streit zwischen R. Šimo͑n b. Gamliél und den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn der Dienstherr Arzt ist und [der Sklave] ihn bittet, ihm das Auge zu schminken, und dieser es blind macht, ihm einen Zahn zu bohren, und dieser ihn ihm ausbricht, so lacht er seinen Herrn aus und geht frei aus.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt:230Ex. 21,26.und es zerstört, nur wenn er es zu zerstören beabsichtigt hat.", "Wenn er es231Daß er einen Stein im Schoß hat.gewußt, aber vergessen hat, und als er aufgestanden dieser herabgefallen ist, so ist er hinsichtlich der Entschädigung schuldig, hinsichtlich der vier Zahlungen frei, hinsichtlich der Verbannung schuldig, denn die Schrift sagt:232Num. 35,11.unbeabsichtigt, wenn er Kenntnis hatte, und dieser hatte ja Kenntnis, hinsichtlich des Šabbathgesetzes frei, und hinsichtlich eines Sklaven besteht der Streit zwischen R. Šimo͑n b. Gamliél und den Rabbanan.", "Wenn er in der Absicht, ihn zwei [Ellen] zu werfen, ihn vier233Das Werfen von 4 Ellen ist am Š. verboten.geworfen hat, so ist er hinsichtlich der Entschädigung schuldig, hinsichtlich der vier Zahlungen frei, hinsichtlich des Šabbathgesetzes [frei], da nur die bezweckte Arbeit verboten ist, hinsichtlich der Verbannung sagt der Allbarmherzige: und wenn er es nicht beabsichtigt hat, ausgenommen der Fall, wenn er in der Absicht, ihn zwei [Ellen] zu werfen, ihn vier geworfen234Nach einer Erklärung Raschis gilt dieser Fall nicht als vorsätzlicher Totschlag, vielmehr muß der Totschläger in die Verbannung; nach einer anderen Erklärung ist dieser Fall auch vom Gesetze betreffend die Verbannung ausgeschlossen.hat, und hinsichtlich eines Sklaven besteht der Streit zwischen R. Šimo͑n b. Gamliél und den Rabbanan.", "Wenn er in der Absicht, ihn vier [Ellen] zu werfen, ihn acht geworfen hat, so ist er hinsichtlich der Entschädigung schuldig, hinsichtlich der vier Dinge frei, hinsichtlich des Šabbathgesetzes nur dann [schuldig], wenn es ihm gleichgültig ist, wo er auch liegen bleibt, sonst aber nicht, hinsichtlich der Verbannung heißt es: wenn er es nicht beabsichtigt hat, ausgenommen der Fall, wenn er in der Absicht, ihn vier [Ellen] zu werfen, ihn acht geworfen hat, und hinsichtlich eines Sklaven besteht der Streit zwischen R. Šimo͑n b. Gamliél und den Rabbanan.", "Ferner sagte Rabba: Wenn jemand ein Gerät von der Spitze des Daches herabwirft und ein anderer kommt und es [im Fluge] mit einem Stock zerbricht, so ist dieser ersatzfrei, denn er hat ein zerbrochenes Gerät zerbrochen235Das Gerät würde beim Herabfallen zerbrochen worden sein..", "Ferner sagte Rabba: Wenn jemand ein Gerät von der Spitze des Daches herabwirft und ein anderer kommt und die unten liegenden Kissen und Polster fortnimmt, oder wenn er selbst sich beeilt und sie fortnimmt, so ist er frei, denn zur Zeit des Werfens waren seine Pfeile abgeschnitten236Sie würden das Ziel nicht erreicht haben; das Herabwerfen würde dem Geräte nicht geschadet haben..", "Ferner sagte Rabba: [Über den Fall,] wenn jemand ein Kind von der Spitze eines Daches herabwirft und ein anderer kommt und es mit einem Schwerte auffängt, besteht ein Streit zwischen R. Jehuda b. Bethera und den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Wenn zehn Personen einen mit zehn Stöcken erschlagen haben, einerlei ob gleichzeitig oder nacheinander, so sind sie alle" ], [ "frei; R. Jehuda b. Bethera sagt, wenn nacheinander, sei der letzte schuldig, weil er seinen Tod beschleunigt hat.", "Wenn ein Ochs kommt und es mit seinen Hörnern auffängt, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Jišma͑él, dem Sohne des R. Joḥanan b. Beroqa, und den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt:237Ex. 21,30.So zahle er ein Lösegeld für seine Person, den Wert des Geschädigten; R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, den Wert des Schädigers238In diesem Falle war der Geschädigte nichts wert, da er schon beim Fallen als tot zu betrachten war..", "Ferner sagte Rabba: Wenn jemand von einem Dache herabfällt und in einem Weibe stecken geblieben239Wenn auf der Erde eine Frau liegt u. er so fällt, daß er beim Niederschlagen den Beischlaf vollzieht.ist, so ist er zu den vier Zahlungen verpflichtet; ist es seine Schwägerin240Deren Mann kinderlos starb u. er sie infolgedessen ehelichen muß; cf. Dt. 25,5ff., so ist sie ihm dadurch nicht angeeignet241Die Frau wird durch den Beischlaf geeignet, nur wenn man ihn zu vollziehen beabsichtigt..", "Er ist verpflichtet [zur Zahlung von] Entschädigung, Schmerzensgeld, Kurkosten und Versäumnis; Beschämungsgeld aber nicht, denn wir haben gelernt, man sei zur Zahlung von Beschämungsgeld nur dann verpflichtet, wenn man die Tat beabsichtigt hat.", "Ferner sagte Rabba: Wenn jemand durch einen ungewöhnlichen Wind von der Spitze eines Daches herabfällt und jemand beschädigt und beschämt, so ist er zur Entschädigung verpflichtet und von den vier Zahlungen frei: wenn aber durch einen gewöhnlichen Wind und jemand beschädigt und beschämt, so ist er [zur Leistung] der vier Zahlungen242Da er mit einem solchen Winde rechnen sollte.mit Ausnahme des Beschämungsgeldes verpflichtet; drehte er sich243Im Fallen, zu seinem eigenen Schutze.um, so ist er auch zur Zahlung des Beschämungsgeldes verpflichtet.", "Es wird nämlich gelehrt: Schon aus den Worten:244Dt. 25,11.und ihre Hand ausstreckt, ist ja das Anfassen zu verstehen, wozu heißt es: und anfaßt? Dies besagt, auch wenn man nur die Absicht der Schädigung und nicht die Absicht der Beschämung hatte245Sei man zur Zahlung des Beschämungsgeldes verpflichtet..", "Ferner sagte Rabba: Wenn jemand einem eine Kohle aufs Herz gelegt hat und dieser infolgedessen gestorben ist, so ist er frei; wenn aber auf ein Gewand und es verbrannt worden ist, so ist er schuldig.", "Raba sagte: Beides haben wir gelernt. Wenn aufs Herz, denn wir haben gelernt: Wenn jemand einen ins Feuer oder ins Wasser gedrückt hat, sodaß er nicht herauskommen konnte und gestorben ist, so ist er schuldig; wenn er ihn aber ins Feuer oder ins Wasser hineingestoßen hat, er aber herauskommen konnte, und gestorben246Da er nicht herausgekommen ist.ist, so ist er frei.", "Wenn auf ein Gewand, denn wir haben gelernt: [Sagt jemand:] zerreiße mein Gewand, zerbrich meinen Krug, so ist er247Wenn er es tut.ersatzpflichtig; [sagt er aber:] und sollst ersatzfrei sein, so ist er ersatzfrei.", "Rabba fragte: Wie ist es, wenn jemand eine Kohle auf das Herz eines Sklaven gelegt hat; gilt er als Person248Da der Sklave Vernunft hat u. sie entfernen sollte.oder als Sache? Und wie ist es, wenn du entscheidest, er gelte als Person, bei einem Ochsen?", "Später entschied er es. Ein Sklave gilt als Person, ein Ochs gilt als Sache.", "", "i,1 WENN JEMAND EINEN KRUG AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE HINSTELLT UND EIN ANDERER KOMMT, AN DIESEM STRAUCHELT UND IHN ZERBRICHT, SO IST ER ERSATZFREI; KOMMT ER DARAN ZU SCHADEN, SO IST DER EIGENTÜMER DES FASSES ZUR ENTSCHÄDIGUNG VERPFLICHTET.", "GEMARA. Er beginnt mit ‘Krug’ und schließt mit ‘Faß’!?", "Ebenso haben wir auch gelernt: Wenn der eine mit seinem Fasse und der andere mit seinem Balken kommt und der Krug des einen am Balken des anderen zerbricht, so ist er ersatzfrei. Auch hier beginnt er mit ‘Faß’ und schließt mit ‘Krug’.", "Ferner haben wir gelernt: Wenn einer mit seinem Fasse Wein und ein anderer mit seinem Kruge Honig kommt und das Honigfaß platzt, und der eine seinen Wein ausschüttet und den Honig des anderen in [sein Faß] rettet, so hat er nur seinen Lohn1Und keinen Ersatz für den ausgeschütteten Wein. [zu beanspruchen]. Auch hier beginnt er mit ‘Krug’ und schließt mit ‘Faß’!?", "R. Papa erwiderte: Krug und Faß sind dasselbe2Im Sprachgebrauche der Mišna.. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Hinsichtlich des Kaufes und Verkaufes3Wenn jemand einem ein Faß verkauft, so ist er berechtigt, ihm einen Krug zu geben.. —", "In welchem Falle: wenn in einem Orte, in dem man einen Krug nicht ‘Faß’ und ein Faß nicht ‘Krug’ nennt, so werden sie ja nicht so benannt!? —", "In dem Falle, wenn die meisten einen Krug ‘Krug’ und ein Faß ‘Faß’ nennen, manche aber auch ein Faß ‘Krug’ und einen Krug ‘Faß’ nennen; man könnte glauben, man richte sich nach der Mehrheit," ], [ "so lehrt er uns, daß man sich bei Geldsachen nicht nach der Mehrheit richte.", "UND EIN ANDERER KOMMT, AN DIESEM STRAUCHELT UND IHN ZERBRICHT, SO IST ER ERSATZFREI. Weshalb ist er ersatzfrei, er sollte doch beim Gehen aufpassen!? —", "In der Schule Rabhs erklärten sie im Namen Rabhs, wenn er die ganze Straße mit Fässern ausfüllt. Šemuél erklärte, sie lehrten es von dem Falle, wenn es dunkel war. R. Joḥanan erklärte, in einer Ecke4Straßenkreuzung; der Vorübergehende konnte beim Einbiegen den Krug nicht bemerken..", "R. Papa sagte: Unsere Mišna ist nur entweder nach Šemuél oder nach R. Joḥanan zu erklären, denn nach Rabh braucht dies ja nicht vom Straucheln gelehrt zu werden, dies5Daß der Zerbrechende ersatzfrei ist, da der Eigentümer die Straße versperrt hat. gilt ja auch von dem Falle, wenn er das Faß [vorsätzlich] zerbricht.", "R. Zebid entgegnete im Namen Rabas: Tatsächlich auch in dem Falle, wenn er es [vorsätzlich] zerbricht, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn er daran zu Schaden kommt, der Eigentümer des Fasses zur Entschädigung verpflichtet sei, was nur von dem Falle gilt, wenn er strauchelt, nicht aber, wenn er es [vorsätzlich] zerbricht, weil er selber sich den Schaden zugefügt hat, so lehrt er auch im Anfangsatze von dem Falle, wenn er strauchelt.", "R. Abba sprach zu R. Aši: Im Westen6Palästina, westlich von Babylonien. erklärten sie im Namen U͑las, weil es nicht die Art der Menschen ist, sich auf den Straßen umzusehen7Der Zerbrechende ist daher in jedem Falle ersatzfrei..", "Einst ereignete sich ein solcher Fall in Nehardea͑, und Šemuél verurteilte ihn8Den Strauchelnden zur Ersatzleistung.; in Pumbeditha, und Rabba verurteilte ihn. —", "Allerdings urteilte Šemuél nach seiner Ansicht, aber ist auch Rabba der Ansicht Šemuéls?", "R. Papa erwiderte: Es war an der Ecke einer Ölpresse, und da jener dazu befugt war9Es war üblich, die Krüge auf die Straße, vor der Mühle, zu stellen., sollte dieser beim Gehen aufpassen.", "R. Ḥisda ließ R. Naḥman fragen: Sie sagten, für einen Kniestoß seien drei, für einen Fußtritt fünf, und für einen Faustschlag10Nach Raschi Schlag mit dem Sattel eines Esels.dreizehn [Sela͑ zu zahlen]; wieviel ist für einen Schlag mit dem Stiel einer Schaufel oder mit der Schaufel selbst [zu zahlen]?", "Dieser ließ ihm antworten: Ḥisda, Ḥisda, willst du etwa Bußzahlungen in Babylonien einfordern!? Aber immerhin erzähle mir, wie die Sache sich zugetragen hat.", "Jener ließ ihm mitteilen: Zwei Teilhaber hatten eine gemeinschaftliche Zisterne und jeder von ihnen schöpfte aus dieser Tag um Tag. Einst kam einer von ihnen und schöpfte an einem Tage, an dem er nicht befugt war, und der andere sprach zu ihm: Heute ist mein Tag. Er aber achtete nicht darauf. Da nahm jener einen Schaufelstiel und schlug ihn damit.", "Hierauf erwiderte er ihm: Er durfte ihm sogar hundert Schläge mit dem Schaufelstiel versetzen. Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man dürfe sich nicht selber Recht verschaffen, ist dies erlaubt, wenn Schaden vorliegt11Falls er bis zur gerichtlichen Entscheidung warten würde..", "Es wurde nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, man dürfe sich nicht selber Recht verschaffen; R. Naḥman sagt, man dürfe sich selber Recht verschaffen.", "Wenn Schaden vorliegt, stimmen alle überein, daß man sich selber Recht verschaffen dürfe, sie streiten nur über den Fall, wenn kein Schaden vorliegt. R. Jehuda sagt, man dürfe sich nicht selber Recht verschaffen, denn da kein Schaden vorliegt, so wende man sich an den Richter. R. Naḥman sagt, man dürfe sich selber Recht verschaffen, denn da man dazu berechtigt ist, braucht man sich nicht zu bemühen.", "R. Kahana wandte ein: Ben Bag Bag sagte: Geh nicht unbefugt in den Hof deines Nächsten, um deines zu holen12Falls der Besitzer es nicht herausgeben will., damit du ihm nicht als Dieb erscheinest; schlage ihm vielmehr die Zahne aus, und sage zu ihm: ich nehme meines.", "Dieser erwiderte:" ], [ "Behalte es13Diesen Einwand, dh. er ist belanglos.für dich; Ben Bag Bag ist einzelner und die Rabbanan streiten gegen ihn.", "Rabina erklärte: Unter ‘schlage ihm die Zähne aus’ ist zu verstehen: verklage ihn. —", "Wieso heißt es demnach: sprich zu ihm, es sollte doch heißen: sie14Die Richter.sollen zu ihm sprechen! Und wieso heißt es: ich nehme meines, es sollte ja heißen: er nimmt seines!? — Dies ist ein Einwand. —", "Komm und höre: Wenn ein Ochs sich auf einen anderen stürzt, um ihn zu töten, und der Eigentümer des unteren herankommt und seinen hervorzieht, der obere aber herabfällt und getötet wird, so ist er frei. Dies gilt wohl von einem verwarnten, sodaß kein Schaden15Da der Eigentümer des Schädigers den vollständigen Schaden zu ersetzen hat.vorliegt!? —", "Nein, von einem nicht verwarnten, sodaß ein Schaden vorliegt. —", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn er aber den oberen hinabstößt und er getötet wird, so ist er ersatzpflichtig. Weshalb ist er bei einem nicht verwarnten ersatzpflichtig16Wenn sein Ochs getötet wird, hat er ja die Hälfte des Schadens zu tragen.!? —", "Er sollte nur seinen hervorziehen und hat dies nicht getan. —", "Komm und höre: Wenn jemand den Hof seines Nächsten mit Wein- und Ölkrügen füllt, so darf sie der Eigentümer des Hofes zerbrechen und hinausgehen, zerbrechen und hineingehen!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Zerbrechen und hinausgehen, um sich aufs Gericht zu begeben, zerbrechen und hineingehen, um seine Rechtsbeweise zu holen17Falls der Eigentümer der Krüge Ansprüche auf den Hof erhebt.. —", "Komm und höre: Woher, daß, wenn jemand seinem angebohrten18Die Dienstzeit eines jisraélitischen Sklaven darf 6 Jahre nicht übersteigen; wenn er nach Ablauf dieser Frist den Dienst nicht verlassen will, so wird ihm bei Gericht das Ohr angebohrt, worauf er für immer Sklave bleibt; cf. Ex. 21,5f.[Sklaven], dessen Zeit abgelaufen19Wenn das Jobeljahr heranreicht.ist, den er fortzugehen auffordert, dieser sich aber weigert, eine Verletzung beibringt, er frei sei? —", "Es heißt:20Num. 35,32.ihr sollt kein Lösegeld nehmen &c. daß er heimkehre; ihr sollt für den Heimkehrenden21Den Sklaven, der heimkehren soll.kein Lösegeld nehmen22Man darf sich also selber Recht verschaffen, obgleich kein Schaden vorliegt.!? —", "Hier handelt es sich um einen diebischen Sklaven23Der dem Eigentümer Schaden zufügt.. —", "Bis jetzt hat er nicht gestohlen und jetzt stiehlt er!? — Bis jetzt hatte er Furcht vor seinem Herrn, jetzt aber hat er keine Furcht vor seinem Herrn.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Wenn ihm sein Herr eine kenaa͑nitische Magd gab; bis jetzt war sie ihm erlaubt, von jetzt ab ist sie ihm verboten24Der Herr darf ihn also aus diesem Grunde züchtigen, nicht aber weil er sich selber Recht verschaffen darf.. —", "Komm und höre: Wenn jemand einen Krug auf öffentlichem Gebiete hinstellt und ein anderer kommt, an diesem strauchelt und ihn zerbricht, so ist er ersatzfrei. Nur wenn er strauchelt, wenn er ihn aber [vorsätzlich] zerbricht, ist er ersatzpflichtig25Nach den obigen Erklärungen (Fol. 27b) wird hier von dem Falle gesprochen, wenn der Krug dem Passanten hinderlich war, demnach darf man sich selber kein Recht verschaffen.. —", "R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Dies gilt auch von dem Falle, wenn er ihn [vorsätzlich] zerbricht, da er aber im Schlußsatze lehren will, daß, wenn er daran zu Schaden kommt, der Eigentümer des Fasses zur Entschädigung verpflichtet sei, was nur in dem Falle gilt, wenn er strauchelt, nicht aber, wenn er es [vorsätzlich] zerbricht, da er sich den Schaden selber zugefügt hat, so lehrt er auch im Anfangsatze von dem Falle, wenn er strauchelt. —", "Komm und höre:26Dt. 25,12.So sollst du ihr die Hand abhauen, eine Geldstrafe. Doch wohl, wenn sie kein anderes Rettungsmittel27Der angezogene Schriftvers spricht von dem Falle, wenn eine Frau ihrem Manne zu Hilfe eilt u. seinen Gegner unsittlich anfaßt.hat!? — Nein, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat. —", "Sie ist also frei, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat; wozu lehrt er demnach im Schlußsatze: und ihre Hand ausstreckt, ausgenommen ist der Gerichtsdiener28Der wegen der Beschämung des Angeklagten straflos ist., sollte er doch bei ihr selber einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat, wenn sie aber kein anderes Rettungsmittel hat, so ist sie frei!? —", "Das meint er auch: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie ein anderes Rettungsmittel hat, wenn sie aber kein anderes Rettungsmittel hat, so gleicht ihre Hand einem Gerichtsdiener und sie ist frei. —", "Komm und höre: Wenn ein öffentlicher Weg sich durch sein Feld hinzieht und er diesen abschafft und einen anderen an der Seite errichtet, so bleibt der neuerrichtete bestehen und seinen erhält er nicht.", "Wenn man nun sagen wollte, man dürfe sich selber Recht verschaffen, so soll er doch einen Knüttel nehmen und sich [am Wege] niedersetzen29Wenn der neuerrichtete bestehen bleibt, so ist ja der Umtausch gültig.!?", "R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Hierbei ist berücksichtigt worden, er könnte ihnen30Den Passanten.einen krummen Weg geben.", "R. Mešaršeja erklärte: Wenn er ihnen einen krummen Weg gibt.", "R. Aši erklärte: Jeder Weg an der Seite gilt als krumm, denn er ist nahe für die einen und weit für die anderen. —", "Weshalb erhält er demnach31Da der Umtausch überhaupt nicht gültig ist.seinen nicht zurück, soll er doch zu ihnen30Den Passanten.sagen: da habt ihr euren und gebt mir den meinen!? —", "Wegen einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte, einen Rain, von dem das Publikum Besitz genommen hat, darf man nicht zerstören. —", "Komm und höre: Wenn der Hausherr den Eckenlaß auf der einen Seite32Seines Feldes; cf. Lev. 23,22.zurückgelassen hat und die Armen gekommen sind und ihn von der anderen Seite genommen haben, so gehört beides zum Eckenlasse. Wieso gehört nun, wenn man sagen wollte, man dürfe sich selber Recht verschaffen, beides zum Eckenlasse, er sollte doch einen Knüttel nehmen und sich niedersetzen!?", "Raba erwiderte: Beides gehört insofern zum Eckenlasse, als sie nicht verzehntet zu werden brauchen.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand seinen Weinberg preisgibt und sich früh aufmacht und ihn abwinzert, so ist er33Obgleich die Früchte Freigut sind. zur [Zurücklassung von] Abfall, Traubennachlese, Vergessenem und Ekkenlaß verpflichtet und vom Zehnten frei34Cf. infra Fol. 94a..", "i,2 WENN EINEM EIN KRUG AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE ZERBRICHT UND JEMAND DURCH DAS WASSER AUSGLEITET ODER AN EINER SCHERBE ZU SCHADEN KOMMT, SO IST ER [ZUR ENTSCHÄDIGUNG] VERPFLICHTET. R. JEHUDA SAGT, WENN MIT ABSICHT, SEI ER [ZUR ENTSCHÄDIGUNG] VERPFLICHTET, WENN OHNE ABSICHT, SEI ER FREI.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn seine Kleider durch das Wasser beschmutzt worden sind," ], [ "ist er aber selbst [zu Schaden gekommen], so ist jener frei, denn die herrenlose Erde hat ihn beschädigt35Jener hat die Beschädigung nur veranlaßt..", "Als ich dies aber Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Merke, die Schädigung durch einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück folgern wir ja von der Grubenschädigung, und obgleich es von diesen heißt:36Ex. 21,33.ein Ochs, aber kein Mensch, ein Esel, aber keine Geräte,", "so gilt dies nur von der Tötung, bei Schädigung aber ist man für die [Beschädigung] eines Menschen ersatzpflichtig und für die von Geräten ersatzfrei. —", "Und Rabh!? — Dies gilt nur von dem Falle, wenn man es37Die die Schädigung verursachenden Hindernisse.preisgegeben hat, wenn man es aber nicht preisgegeben hat, gelten sie als sein Eigentum.", "R. Oša͑ja wandte ein:36Ex. 21,33.Und ein Ochs oder ein Esel hineinfällt, ein Ochs, aber kein Mensch, ein Esel, aber keine Geräte; hieraus folgerten sie, daß, wenn ein Ochs mit seinem Joche [in eine Grube] fällt und es zerbricht, oder ein Esel mit seinem Geschirr und es zerreißt, [der Eigentümer] für das Vieh ersatzpflichtig und für die Geräte ersatzfrei ist. Womit ist dies zu vergleichen? Als wenn jemand einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück auf öffentlichem Gebiete niederlegt und sie Schaden anrichten. —", "Im Gegenteil, es sollte ja heißen: was gleicht dem38Die Grubenschädigung befindet sich ausdrücklich in der Schrift, nicht aber die Schädigung durch ein Hindernis.!? — Vielmehr, was gleicht dem? Als wenn jemand einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück auf öffentlichem Gebiete niederlegt und sie Schaden anrichten.", "Daher ist er, wenn jemand sein Gefäß am Steine zerschlägt, ersatzpflichtig.", "Der Anfangsatz39In welchem es heißt, daß das Hindernis als Grube gelte.widerspricht der Ansicht Rabhs und der Schlußsatz40Nach dem der Eigentümer des Steines ersatzpflichtig ist, wenn jemand an diesem ein Gerät zerbricht.widerspricht der Ansicht Šemuéls!? —", "Auch nach deiner Auffassung widerspricht sich ja die Lehre selbst: im Anfangsatze heißt es, er sei ersatzfrei, und im Schlußsatze heißt es, er sei ersatzpflichtig.", "Vielmehr erklärt es Rabh nach seiner Ansicht und Šemuél nach seiner Ansicht.", "Rabh erklärt es nach seiner Ansicht: dies gilt nur von dem Falle, wenn man es preisgegeben hat, wenn man es aber nicht preisgegeben hat, so ist er ersatzpflichtig; daher ist er, wenn jemand am Steine sein Gefäß zerschlägt, ersatzpflichtig.", "Šemuél aber erklärt es nach seiner Ansicht: da du nun sagst, ein Stein, ein Messer und ein Gepäck gelten als Grube, so ist er nach R. Jehuda, nach dem man bei Grubenschädigung auch für Geräte ersatzpflichtig ist, wenn jemand am Steine sein Gefäß zerschlägt, ersatzpflichtig.", "R. Elea͑zar sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er am Steine gestrauchelt ist und sich am Steine verletzt hat, wenn er aber durch den Boden gestrauchelt ist und sich am Steine verletzt hat, so ist [der Eigentümer] frei.", "Also nicht nach R. Nathan41Nach diesem ist, wenn 2 Faktoren einen Schaden anrichten, einer für den anderen verantwortlich (cf. infra Fol. 53a); ebenso müßte auch hier der Eigentümer des Steines ersatzpflichtig sein, da dieser an der Schädigung mit dem herrenlosen Boden beteiligt war..", "Manche lesen: R. Elea͑zar sagte: Man sage nicht, er sei nur dann ersatzpflichtig, wenn er am Steine gestrauchelt ist und sich am Steine verletzt hat, aber ersatzfrei, wenn er durch den Boden gestrauchelt ist und sich am Steine verletzt hat, vielmehr ist er ersatzpflichtig, auch wenn er durch den Boden gestrauchelt ist und sich am Steine verletzt hat Also nach R. Nathan.", "R. JEHUDA SAGT, WENN MIT ABSICHT, SEI ER [ZUR ENTSCHÄDIGUNG] VERPFLICHTET &C. Was heißt mit Absicht?", "Raba erwiderte: Wenn er beabsichtigt hat, [den Krug] von der Schulter abzusetzen. Abajje sprach zu ihm: Demnach ist er nach R. Meír42Der hierbei erschwerender ist.ersatzpflichtig, auch wenn er sich löst43Vom Henkel, od. von selbst auseinanderplatzt, dh. ganz ohne Zutun des Besitzers.!? Dieser erwiderte: Freilich, nach R. Meír ist er ersatzpflichtig, auch wenn ihm der Henkel in der Hand bleibt. —", "Weshalb denn, dies ist ja ein Mißgeschick und bei einem Mißgeschicke ist man ja nach der Tora frei, denn es heißt:44Dt. 22,26.dem Mädchen aber sollst da nichts tun!?", "Wolltest du erwidern, dies gelte nur von der Todesstrafe, bei Schädigungen aber sei man schuldig, so wird ja gelehrt: Wenn einem sein Krug zerbricht und er [die Scherben] nicht fortschafft, oder einem sein Kamel stürzt und er es nicht aufrichtet, so ist er für den dadurch entstehenden Schaden nach R. Meír haftbar; die Weisen sagen," ], [ "er sei beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Jedoch pflichten die Weisen R. Meír bei, daß, wenn jemand einen Stein, ein Messer oder ein Gepäckstück auf der Spitze des Daches hingelegt hat und sie durch einen gewöhnlichen Wind herabfallen und Schaden anrichten, er schuldig sei. Ferner pflichtet R. Meír den Weisen bei, daß, wenn jemand Krüge aufs Dach gebracht hat, um sie zu trocknen, und sie infolge eines ungewöhnlichen Windes herabfallen und Schaden anrichten, er frei sei!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, streiten sie über zweierlei; sie streiten über den Fall, wenn [der Schaden angerichtet wird] beim Herabfallen, und sie streiten über den Fall, wenn [der Schaden angerichtet wird] nach dem Herabfallen.", "Sie streiten über den Fall, wenn [der Schaden angerichtet wird] beim Herabfallen, ob nämlich das Straucheln ein Verschulden ist; einer ist der Ansicht, das Straucheln sei ein Verschulden, und einer ist der Ansicht, das Straucheln sei kein Verschulden.", "Sie streiten über den Fall, wenn [der Schaden angerichtet wird] nach dem Herabfallen, über die Preisgebung einer schädigenden Sache45Dieser hat wahrscheinlich die Scherben des Kruges preisgegeben.; einer ist der Ansicht, wer seine schädigende Sache preisgibt, sei schuldig, und einer ist der Ansicht, er sei frei. —", "Woher dies? — Weil er zweierlei lehrt: und jemand durch das Wasser ausgleitet oder an einer Scherbe zu Schaden kommt. Das ist ja dasselbe? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: und jemand durch das Wasser ausgleitet, beim Fallen46Des Kruges., oder an einer Scherbe zu Schaden kommt, nachher. —", "Wenn unsere Mišna von beiden Fällen spricht, so spricht ja auch die Barajtha von beiden Fällen;", "allerdings kann bei einem Kruge eine Schädigung sowohl beim Fallen als auch nach dem Fallen vorkommen, bei einem Kamel aber kann dies allerdings nach dem Fallen vorkommen, wenn er nämlich das Aas preisgegeben hat, wieso aber beim Fallen47Er kann ja nichts dafür.!?", "R. Aḥa erwiderte: Wenn er es über einen vom Wasser überschwemmten abschüssigen Weg geführt hat. —", "In welchem Falle: ist ein anderer Weg vorhanden, so ist es ja ein Verschulden, und ist kein anderer Weg vorhanden, so ist dies ja ein Mißgeschick!? —", "Vielmehr, dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er selbst gestrauchelt ist und das Kamel über ihn. —", "Welche Absicht48Von der RJ. in der Mišna spricht.ist zu verstehen, wenn er die schädigende Sache preisgibt?", "R. Joseph erwiderte: Wenn er die Besitzergreifung der Scherben beabsichtigt hatte. Ebenso erklärte auch R. Aši, wenn er die Besitzergreifung der Scherben beabsichtigt hatte.", "R. Elea͑zar erklärte: Der Streit besteht über den Fall, wenn [der Schaden angerichtet worden ist] beim Fallen. —", "Ist er denn, wenn nach dem Fallen, nach aller Ansicht frei, da ist ja R. Meír, nach dem er ersatzpflichtig ist. Und ist er denn nach aller Ansicht ersatzpflichtig, da sind ja die Rabbanan, nach denen er frei ist!? —", "Vielmehr, unter ‘beim Fallen’ ist zu verstehen: auch wenn beim Fallen; er pflichtet also [der Erklärung] Abajjes bei." ], [ "R. Joḥanan erklärte: Der Streit besteht über den Fall, wenn nach dem Fallen. —", "Ist er etwa, wenn beim Fallen, nach aller Ansicht frei; wenn R. Joḥanan weiter erklärt, man sage nicht, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, das Straucheln sei ein Verschulden, so ist er ja nach R. Meír ersatzpflichtig.", "Und ist er etwa nach aller Ansicht ersatzpflichtig: wenn R. Joḥanan weiter erklärt, man sage nicht, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, das Straucheln sei ein Verschulden, so ist er ja nach den Rabbanan frei!?", "Vielmehr, er lehrt uns folgendes: nur hierbei ist er, wenn er die schädigende Sache preisgegeben hat, frei, weil dies ein Mißgeschick ist, in anderen Fällen49Wenn man vorsätzlich ein Hindernis auf die Straße wirft.aber ist man, auch wenn man die schädigende Sache preisgegeben hat, ersatzpflichtig.", "Es wurde gelehrt: Über den Fall, wenn man die schädigende Sache preisgibt, streiten R. Joḥanan und R. Elea͑zar, einer sagt, man sei ersatzpflichtig, und einer sagt, man sei ersatzfrei. —", "Es wäre anzunehmen, daß derjenige, nach dem man ersatzpflichtig ist, der Ansicht R. Meírs ist, und derjenige, nach dem man ersatzfrei ist, der Ansicht der Rabbanan ist. —", "Nach R. Meír streiten sie überhaupt nicht, sie streiten nur nach den Rabbanan; derjenige, nach dem man ersatzfrei ist, ist entschieden der Ansicht der Rabbanan, aber auch derjenige, nach dem man ersatzpflichtig ist, kann dir erwidern: meine Ansicht gilt selbst nach den Rabbanan, denn nur hierbei ist er nach den Rabbanan ersatzfrei, wenn er die schädigende Sache preisgibt, weil es ein Mißgeschick ist, sonst aber ist man, wenn man die schädigende Sache preisgibt, auch nach ihnen ersatzpflichtig.", "Es ist zu beweisen, daß R. Elea͑zar es ist, welcher sagt, man sei ersatzpflichtig, denn R. Elea͑zar sagte im Namen R. Jišma͑éls: Zwei Dinge sind nicht im Besitze des Menschen, und die Schrift machte [ihn verantwortlich], als wären sie in seinem Besitze, und zwar: eine Grube auf öffentlichem Gebiete und Gesäuertes von der sechsten Stunde50Am Vorabend des Pesaḥfestes; die Nutznießung desselben ist verboten, es gilt also als nicht vorhanden, dennoch ist der Eigentümer strafbar, wenn er es in seinem Besitze behält.ab. Schließe hieraus. —", "Kann R. Elea͑zar dies denn gesagt haben, R. Elea͑zar lehrte ja entgegengesetzt!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand Rindermist auf öffentlichem Gebiete rollt und einer daran zu Schaden kommt, so ist er zur Entschädigung verpflichtet. Hierzu sagte R. Elea͑zar: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er beabsichtigt hat, ihn sich anzueignen, wenn er aber nicht beabsichtigt hat, ihn sich anzueignen, sei er frei. Demnach ist, wer die schädigende Sache preisgibt, ersatzfrei!?", "R. Ada b. Ahaba erwiderte: Wenn er ihn auf seinen früheren Platz zurückgebracht hat. Rabina sagte: Nach der Erklärung des R. Ada b. Ahaba ist dies zu vergleichen mit dem Falle, wenn jemand eine offene Grube vorfindet, sie zudeckt und wieder aufdeckt.", "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sprach zu Rabina: Ist es denn gleich: hierbei war ja die Tätigkeit des ersten nicht aufgehoben worden, da aber war die Tätigkeit des ersten aufgehoben worden!?", "Dies ist vielmehr zu vergleichen mit dem Falle, wenn jemand eine offene Grube vorfindet, sie zuschüttet und wieder aufgräbt; die Tätigkeit des ersten war aufgehoben worden und sie befindet sich nun in seinem Besitze.", "Vielmehr, erklärte R. Aši, wenn er ihn je weniger als drei [Handbreiten] gewendet hat51Ein solches Umwühlen gilt nicht als Tätigkeit.. —", "Was zwingt nun R. Elea͑zar zu erklären, wenn er ihn in je weniger als drei [Handbreiten] gewendet hat, und nur dann, wenn er beabsichtigt hat, ihn sich anzueignen, nicht aber, wenn er nicht beabsichtigt hat, ihn sich anzueignen, sollte er doch erklären, wenn mehr als drei [Handbreiten], und er sei ersatzpflichtig, auch wenn er nicht beabsichtigt hat, ihn sich anzueignen!?", "Raba erwiderte: Ihm war unsere Mišna auffällig: warum heißt es ‘rollt’, sollte es doch ‘aufhebt’ heißen. Wahrscheinlich ist unter ‘rollt’ zu verstehen: weniger als drei [Handbreiten]. —", "Wenn es R. Elea͑zar ist, der ‘ersatzpflichtig’ sagt, so ist es ja R. Joḥanan, der ‘ersatzfrei’ sagt;", "aber kann denn R. Joḥanan dies gesagt haben, wir haben ja gelernt: Wenn jemand Dornen oder Gras versteckt oder einen Zaun aus Dornen hergerichtet hat, oder wenn seine Wand auf öffentliches Gebiet gefallen ist, und ein anderer dadurch zu Schaden kommt, so ist er zur Entschädigung verpflichtet.", "Hierzu sagte R. Joḥanan: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er sie52Die zum Zaune verwandten Dornen.vorstehen ließ, wenn er sie aber hineingedrückt hat, sei er ersatzfrei. Wenn er sie hineingedrückt hat, ist er wohl aus dem Grunde frei, weil dies eine Grube auf eigenem Gebiete ist; demnach ist man für die Grubenschädigung nur auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig, somit ist man ersatzpflichtig, auch wenn man die schädigende Sache preisgibt!? —", "Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist man ersatzfrei, wenn man die schädigende Sache preisgibt, und wenn man sie hineingedrückt hat, ist man deshalb frei, weil, wie hierzu im Namen R. Aḥas, des Sohnes R. Iqas, gelehrt wurde, es nicht die Art der Menschen ist, sich an die Wände zu reiben53Der Beschädigte trägt selber die Schuld.. —", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, er sagte ja, die Halakha sei nach der anonymen Lehre zu entscheiden, und eine solche lehrt ja, daß, wenn jemand eine Grube auf öffentlichem Gebiete gegraben hat und ein Ochs oder ein Esel in diese gefallen und verendet ist, er ersatzpflichtig sei!? —", "Vielmehr, tatsächlich ist es R. Joḥanan, welcher sagt, er sei ersatzpflichtig. —", "Wenn es nun R. Joḥanan ist, der ‘ersatzpflichtig’ sagt, so ist es ja R. Elea͑zar, der ‘ersatzfrei’ sagt, und dem widersprechend sagte ja R. Elea͑zar" ], [ "im Namen R. Jišma͑éls &c.54Daß er haftbarer Eigentümer ist.!? —", "Das ist kein Widerspruch; das eine sagte er in seinem eigenen Namen und das andere im Namen seines Lehrers55Er selber ist der Ansicht, daß man in einem solchen Falle ersatzfrei sei..", "ii WENN JEMAND AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE WASSER AUSGIESST UND EINER DARAN ZU SCHADEN KOMMT, SO IST ER ZUR ENTSCHÄDIGUNG VERPFLICHTET. WENN JEMAND DORNEN ODER GLAS VERSTECKT ODER EINEN ZAUN AUS DORNEN HERGESTELLT HAT, ODER WENN SEINE WAND AUF ÖFFENTLICHES GEBIET GEFALLEN IST UND ANDERE DARAN ZU SCHADEN GEKOMMEN SIND, SO IST ER ZUR ENTSCHÄDIGUNG VERPFLICHTET.", "GEMARA. Rabh sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn seine Kleider durch das Wasser beschmutzt worden sind, ist er aber selbst [zu Schaden gekommen], so ist jener ersatzfrei, denn die herrenlose Erde hat ihn beschädigt35Jener hat die Beschädigung nur veranlaßt..", "R. Hona sprach zu Rabh: Sollte es doch als ihm gehörender Schmutz gelten56Da die Erde mit dem ihm gehörenden Wasser vermengt worden ist.!? —", "Du glaubst wohl, wenn das Wasser nicht geschwunden ist, nein, wenn das Wasser geschwunden ist57Und kein Schmutz mehr vorhanden ist; die Schädigung erfolgte nur durch die herrenlose Erde.. —", "Wozu ist beides58Diese u. die vorangehende Mišna, die beide auf die Beschädigung der Kleider bezogen werden.nötig!? —", "Eines spricht vom Sommer und eines spricht von der Regenzeit59Während welcher die Verunreinigung der Straßen nicht verboten ist..", "Es wird nämlich gelehrt: In all diesen Fällen, von denen sie es60Daß man schadenbringende Dinge auf die Straße werfen dürfe.gesagt haben, daß beispielsweise das Öffnen der Rinnen und das Ausbaggern der Kanäle [nur] im Sommer verboten sei, ist man auch in der Regenzeit, obgleich dazu befugt, wenn dadurch Schaden angerichtet worden ist, zur Ersatzleistung verpflichtet.", "WENN JEMAND DORNEN &C. VERSTECKT HAT. R. Joḥanan sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er sie hervorstehen ließ, nicht aber, wenn er sie hineingedrückt hat. — Weshalb ist er dann frei? R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Weil es nicht die Art der Menschen ist, sich an die Wände zu reiben53Der Beschädigte trägt selber die Schuld..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seine Dornen und sein Glas in die Wand eines anderen versteckt hatte, und als darauf der Eigentümer der Wand diese niedergerissen, sie auf öffentliches Gebiet gefallen sind und Schaden angerichtet haben, so ist, der sie versteckt hat, ersatzpflichtig.", "R. Joḥanan sagte: Dies lehrten sie nur von einer schadhaften Wand, wenn es aber eine feste Wand ist, so ist, der sie versteckt hat, ersatzfrei61Da er mit dem Niederreißen der Wand nicht zu rechnen brauchte. und der Eigentümer der Wand ersatzpflichtig.", "Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand seine Grube mit einem fremden Dekkel zugedeckt und darauf der Eigentümer des Deckels kommt und seinen Deckel fortnimmt, der Eigentümer der Grube ersatzpflichtig sei62Hierbei verhält es sich ebenso wie bei einer schadhaften Wand: der Eigentümer der Grube sollte damit rechnen, daß der Eigentümer seinen Deckel fortnehmen werde.. —", "Selbstverständlich!? —", "Man könnte glauben, dies gelte nur da, wo er ihn nicht kannte63Der Eigentümer der Wand weiß nicht, wer die Dornen in seine Wand gesteckt hat.und es ihm nicht mitteilen konnte, hierbei aber, wo er ihn kannte, sollte er es ihm mitteilen64Daß er seinen Deckel fortnimmt., so lehrt er uns.", "Die Rabbanan lehrten: Die früheren Frommen pflegten ihre Dornen und ihr Glas auf ihren Feldern zu verstecken; sie vergruben sie drei Handbreiten tief, damit sie dem Pflug nicht hinderlich seien.", "R. Šešeth pflegte sie ins Feuer zu werfen; Raba pflegte sie in den Tigris zu werfen.", "R. Jehuda sagte: Wer ein Frommer sein will, halte die Gesetze von den Schädigungen. Raba sagte: Die Vorschriften [des Traktates ‘Sprüche] der Väter’65Dieser Traktat spricht von den Pflichten des Menschen seinen Mitmenschen gegenüber.. Manche sagen, die Vorschriften [des Traktates] von den Segenssprüchen66Man genieße nichts ohne Segensspruch..", "WENN JEMAND STROH UND STOPPELN ZUR VERDÜNGERUNG AUF ÖFFENTLICHES GEBIET HINAUSBRINGT UND EINER DADURCH ZU SCHADEN KOMMT, SO IST ER ZUR ENTSCHÄDIGUNG VERPFLICHTET, UND WER ZUVORKOMMT, DEM GEHÖREN SIE. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT: WER SCHADENANRICHTENDE SACHEN AUF ÖFFENTLICHES GEBIET BRINGT, IST, WENN SIE SCHADEN ANRICHTEN, ZUR ENTSCHÄDIGUNG VERPFLICHTET, UND WER ZUVORKOMMT, DEM GEHÖREN SIE.", "WENN JEMAND RINDERMIST AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE ROLLT UND EINER DADURCH ZU SCHADEN KOMMT, SO IST ER ZUR ENTSCHÄDIGUNG VERPFLICHTET.", "GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas vertritt,", "denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Zur Zeit der Dungauffuhr darf man (alle) dreißig Tage seinen Dünger auf öffentliches Gebiet bringen und aufhäufen, damit er unter den Füßen der Menschen und Tiere zerrieben werde, denn unter dieser Bedingung vererbte Jehošua͑ das Land. —", "Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, denn auch R. Jehuda pflichtet bei, daß, wenn Schaden angerichtet wird, er zur Entschädigung verpflichtet sei. —", "Wir haben ja aber gelernt, R. Jehuda sagt, war es eine Ḥanukaleuchte67Die den Brand verursacht hat; cf. supra Fol. 22a., sei er ersatzfrei, weil er dazu befugt war. Doch wohl durch das Gericht68Und aus diesem Grunde sollte er auch hierbei frei sein.befugt!? —", "Nein, durch das Gebot68Vgl. S. 73 Anm. 124.befugt. Es wird auch gelehrt: R. Jehuda sagt, war es eine Ḥanukaleuchte, so ist er ersatzfrei, weil er durch das Gebot dazu69Die Leuchte draußen hinzustellen.befugt war. —", "Komm und höre: In all diesen Fällen, von denen sie gesagt haben, man dürfe schadenbringende Dinge auf öffentliches Gebiet bringen, ist man, wenn sie Schaden angerichtet haben, ersatzpflichtig, nach R. Jehuda aber frei!?", "R. Naḥman erwiderte: Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn außer der Zeit der Dungauffuhr, und vertritt die Ansicht R. Jehudas.", "R. Aši erwiderte:" ], [ "Unsere Mišna spricht nur von Stroh und Stoppeln, weil sie glitschrig sind70Dagegen spricht RJ. von Dung u. Mist, die für die Passanten weniger gefährlich sind..", "UND WER ZUVORKOMMT, DEM GEHÖREN SIE. Rabh sagte, sowohl sie selbst als auch ihr Mehrwert71Wenn die Stoppeln bereits in Dung verwandelt worden sind.; Zee͑ri aber sagte, nur der Mehrwert, aber nicht sie selbst72Der Erwerbende muß dem Eigentümer den Wert der Stoppeln ersetzen.. —", "Worin besteht ihr Streit? — Rabh ist der Ansicht, die Maßregelung erstrecke sich wegen des Mehrwertes auch auf sie selbst, und Zee͑ri ist der Ansicht, die Maßregelung wegen des Mehrwertes erstrecke sich nicht auf sie selbst. —", "Wir haben gelernt: Wenn jemand Rindermist auf öffentlichem Gebiete rollt und einer daran zu Schaden kommt, so ist er zur Entschädigung verpflichtet. Er lehrt aber nicht, wer zuvorkommt, dem gehöre er!? —", "Er lehrt dies im Anfangsatze, und dies gilt auch vom Schlußsatze. —", "Hierzu wird ja aber gelehrt, daß sie als Raub verboten seien73Fremden Personen; niemand darf davon Besitz nehmen.!? —", "Was gelehrt wird, sie seien als Raub verboten, bezieht sich auf die ganze Mišna, und zwar gilt dies von dem, der sie sich angeeignet74Es ist sein rechtmäßiges Eigentum.hat. —", "Aber es gibt ja eine anders lautende Lehre!? Wenn jemand Stroh und Stoppeln auf öffentliches Gebiet hinausbringt und jemand daran zu Schaden kommt, so ist er zur Entschädigung verpflichtet; wer zuvorkommt, dem gehören sie, [und sie sind nicht als Raub verboten]. Wenn jemand Rindermist auf öffentlichem Gebiete rollt, und einer daran zu Schaden kommt, so ist er [zur Entschädigung] verpflichtet, und er ist als Raub verboten!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Vom Rindermist ist nichts einzuwenden; wobei ein Mehrwert vorhanden ist, haben sie die Maßregelung wegen des Mehrwertes auf diese selbst ausgedehnt, und wobei kein Mehrwert vorhanden ist, haben sie diese Maßregelung nicht angeordnet.", "Sie fragten: Tritt die Maßregelung nach demjenigen, welcher sagt, sie haben die Maßregelung wegen des Mehrwertes auf diese selbst ausgedehnt, sofort ein, oder erst wenn ein Mehrwert vorhanden ist? —", "Komm und höre: es wurde ja vom Rindermiste ein Einwand erhoben75Bei diesem ist ja ein Mehrwert überhaupt nicht vorhanden, demnach tritt die Maßregelung sofort ein.. —", "Glaubst du: der Einwand vom Rindermiste wurde erhoben bevor R. Naḥman es erklärt76Daß die Maßregelung sich nur auf Dinge erstreckt, bei denen ein Mehrwert vorhanden ist.hat, nachdem aber R. Naḥman es erklärt hat, ist vom Rindermiste überhaupt kein Einwand zu erheben.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wenn in einem Schuldscheine [die Zahlung von] Zinsen geschrieben ist, so maßregele man [den Gläubiger], und er erhält weder den Stammbetrag noch die Zinsen — so R. Meír; die Weisen sagen, er erhalte den Stammbetrag, nicht aber die Zinsen. Rabh wäre also der Ansicht R. Meírs und Zee͑ri der Ansicht der Rabbanan. —", "Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan sind ihrer Ansicht nur da, wo mit dem Stammbetrage selbst kein Verbot verbunden ist, während hierbei der Stammbetrag selbst den Schaden anrichtet.", "Und Zee͑ri kann dir ebenfalls erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Meír, denn R. Meír vertritt seine Ansicht nur da, wo das Verbot schon beim Schreiben77Des Schuldscheines. übertreten wird, während es hierbei überhaupt nicht ausgemacht ist, daß ein Schaden angerichtet werden würde.", "Es wäre anzunehmen, daß sie den Streit folgender Tannaím führen: Wenn jemand Stroh und Stoppeln zur Verdüngerung auf öffentliches Gebiet hinausbringt and einer daran zu Schaden kommt, so ist er zur Entschädigung verpflichtet; wer zuvorkommt, dem gehören sie, und sie sind als Raub verboten. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn jemand schadenanrichtende Dinge auf öffentliches Gebiet bringt und diese Schaden anrichten, sei er zur Entschädigung verpflichtet: wer zuvorkommt, dem gehören sie, und sie sind nicht als Raub verboten.", "Diese Lehre widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wer zuvorkommt, dem gehören sie, und darauf heißt es, sie seien als Raub verboten!? Wahrscheinlich meint er es wie folgt: wer zuvorkommt, dem gehören sie, der Mehrwert, und sie sind als Raub verboten, sie selbst; hierzu sagt R. Šimo͑n b. Gamliél, wer zuvorkommt, dem gehören sie, auch sie selbst.", "Nach Zee͑ri streiten hierüber entschieden Tannaím78RŠ. sagt ausdrücklich, daß die Maßregelung sich auch auf den Grundwert erstrecke., streiten sie auch nach Rabh? —", "Rabh kann dir erwidern: alle sind der Ansicht, die Maßregelung wegen des Mehrwertes erstrecke sich auch auf diese selbst, und sie streiten vielmehr, ob man nach dieser Halakha auch entscheide79Von rechtswegen erstreckt sich die Maßregelung auch auf den Grundwert, wenn jemand aber bei Gericht anfragt, ob er davon Besitz ergreifen dürfe, so belehre man ihn, daß es fremdes Gut sei.. Es wurde nämlich gelehrt: R. Hona sagte im Namen Rabhs, so ist die Halakha, man entscheide aber nicht demgemäß. R. Ada b. Ahaba sagte, so ist die Halakha, und man entscheide auch demgemäß. —", "Dem ist ja aber nicht so, R. Hona erklärte ja Gerstengraupen80Die jemand auf öffentl. Gebiet zum Trocknen gelegt hatte u. die für die Passanten hindernd waren.als Freigut, und ebenso erklärte R. Ada b. Ahaba Dattelträber81So nach Raschi; manche Texte haben חליקוסתא, bezw. סליקותא, ein duftendes Kraut, jed. ganz unwahrscheinlich.als Freigut." ], [ "", "Allerdings entschied R. Ada b. Ahaba nach seiner Ansicht, aber R. Hona, sollte er zurückgetreten sein? —", "[Die Eigentümer] waren verwarnt worden82Sie achteten nicht auf die wiederholte Warnung..", "iv WENN ZWEI TÖPFER HINTER EINANDER GEHEN UND DER ERSTE STRAUCHELT UND HINFÄLLT, UND DER ZWEITE DURCH DEN ERSTEN STRAUCHELT, SO IST DER ERSTE ZUR ENTSCHÄDIGUNG DES ZWEITEN VERPFLICHTET.", "GEMARA. R. Joḥanan sagte: Man sage nicht, unsere Mišna vertrete die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, das Straucheln sei ein Verschulden, und er sei dieserhalb [zur Entschädigung] verpflichtet, vielmehr ist er hierbei schuldig auch nach den Rabbanan, welche sagen, dies sei ein Mißgeschick und man sei dieserhalb frei, weil er aufstehen sollte und nicht aufgestanden ist.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Du kannst auch erklären, wenn er nicht aufstehen konnte, denn er sollte den anderen warnen und warnte ihn nicht.", "R. Joḥanan aber sagt, wenn er nicht aufstehen konnte, konnte er auch nicht warnen, weil er verwirrt war. —", "Wir haben gelernt: Befand sich der Balkenträger voran und der Faßträger hinter ihm, und zerbrach das Faß am Balken, so ist er ersatzfrei; wenn aber der Balkenträger stehen geblieben ist, so ist er ersatzpflichtig.", "Doch wohl, wenn er stehen geblieben ist, um die Last zurechtzulegen, was ja üblich ist, und er lehrt, er sei ersatzpflichtig; wohl deshalb, weil er warnen sollte!? —", "Nein, wenn er stehen geblieben ist, um auszuruhen83Da er nicht befugt war, dies auf der Straße zu tun, so ist er für den Schaden verantwortlich.. —", "Demnach ist er ersatzfrei, wenn er stehen geblieben ist, um die Last zurecht zu legen; weshalb lehrt er nun im Schlußsatze, daß, wenn er dem Faßträger zugerufen hat, daß er stehen bleibe, er ersatzfrei sei, sollte er doch beim selben Falle84Wenn er nicht zugerufen hat.einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn er stehen geblieben ist, um auszuruhen, wenn er aber stehen geblieben ist, um die Last zurechtzulegen, so ist er ersatzfrei!? —", "Er lehrt uns folgendes: selbst wenn er stehen geblieben ist, um auszuruhen, ist er ersatzfrei, wenn er dem Faßträger zugerufen hat, daß er stehen bleibe. —", "Komm und höre: Wenn Töpfer oder Glaser hinter einander gehen und der vordere strauchelt und hinfällt, und der zweite am ersten und der dritte am zweiten, so ist der erste ersatzpflichtig für den Schaden des zweiten und der zweite ersatzpflichtig für den Schaden des dritten; fallen sie beide über den ersten, so ist der erste ersatzpflichtig für den Schaden aller; haben sie einander gewarnt, so sind sie ersatzfrei. Doch wohl, wenn sie nicht aufstehen konnten!? —", "Nein, wenn sie aufstehen konnten. —", "Demnach sind sie ersatzfrei, wenn sie nicht aufstehen konnten; weshalb lehrt er nun im Schlußsatze, daß, wenn sie einander gewarnt haben, sie ersatzfrei sind, sollte er doch beim selben Falle einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn sie aufstehen konnten, wenn sie aber nicht aufstehen konnten, sind sie ersatzfrei!? —", "Er lehrt uns folgendes: selbst wenn sie aufstehen konnten, sind sie ersatzfrei, wenn sie einander gewarnt haben.", "Raba sagte: Der erste ist dem zweiten ersatzpflichtig sowohl für die Schädigung seines Körpers als auch für die Schädigung seines Vermögens, der zweite aber ist ersatzpflichtig dem dritten nur für die Schädigung seines Körpers, nicht aber für die Schädigung seines Vermögens. —", "Wie du es nimmst: ist das Straucheln ein Verschulden, so sollte auch der zweite ersatzpflichtig sein, und ist das Straucheln kein Verschulden, so sollte auch der erste ersatzfrei sein!? —" ], [ "Beim ersten ist dies entschieden ein Verschulden, der zweite aber ist nur für die Körperschädigung ersatzpflichtig, weil er aufstehen sollte und nicht aufgestanden ist, für die Vermögensschädigung ist er ersatzfrei, weil er sagen kann, er habe diese Grube nicht gegraben85Er hat die Schädigung nicht verursacht..", "Man wandte ein: Sie alle sind ersatzpflichtig für die Körperschädigung und ersatzfrei für die Vermögensschädigung. Doch wohl auch der erste!? —", "Nein, außer dem ersten. — Er lehrt ja: alle!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Alle, die Geschädigten. —", "Was soll dies: erklärlich ist [das Wort] alle, Wenn du sagst, auch der erste sei einbegriffen, wieso aber heißt es alle, wenn du außer dem ersten sagst, es sollte doch heißen: die Geschädigten!?", "Vielmehr, erklärte Raba, der erste ist dem zweiten ersatzpflichtig sowohl für die Schädigung seines Körpers als auch für die Schädigung seines Vermögens, und der zweite ist dem dritten ersatzpflichtig nur für die Schädigung seines Körpers, nicht aber für die Schädigung seines Vermögens, weil er als Grube gilt und wir nicht finden, daß bei der Grubenschädigung für Geräte Ersatz zu leisten sei. —", "Einleuchtend ist dies nach Šemuél, welcher sagt, jedes Hindernis gelte als Grube, wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, nur wenn man es preisgegeben hat, sonst aber nicht!? —", "Tatsächlich, wie wir vorhin erklärt haben, wenn du aber einwendest, sie sollten alle ersatzpflichtig sein, so erklärte es R. Ada b. Minjomi vor Rabina, dies gelte von dem Falle, wenn die Geräte an den Geräten zerbrochen worden sind86Nur die Geräte gelten als Grube, die Schädigungen durch den Körper gelten als mit den Händen angerichtet..", "Der Meister sagte: Fallen sie beide über den ersten, so ist der erste ersatzpflichtig für den Schaden aller. Wieso kann [der letzte] über den ersten fallen!? R. Papa erwiderte: Wenn er wie ein Kadaver87Nach einer korrekten Handschrift: wie ein Balken.den Weg durchschneidet. R. Zebid erklärte: Wie ein Stab der Blinden88Mit dem der Blinde den Weg nach beiden Seiten untersucht..", "v WENN DER EINE MIT SEINEM FASSE KOMMT UND DER ANDERE MIT SEINEM BALKEN UND DER KRUG DES EINEN AM BALKEN DES ANDEREN ZERBRICHT, SO IST ER ERSATZFREI, DENN WIE DER EINE IST AUCH DER ANDERE ZU GEHEN BERECHTIGT.", "BEFAND SICH DER BALKENTRÄGER VORAN UND DER FASSTRÄGER HINTER IHM, UND ZERBRACH DAS FASS AM BALKEN, SO IST DER BALKENTRÄGER ERSATZFREI." ], [ "BLIEB DER BALKENTRÄGER STEHEN, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG; WENN ER ABER DEM FASSTRÄGER ZUGERUFEN HAT, DASS ER STEHEN BLEIBE, SO IST ER ERSATZFREI.", "BEFAND SICH DER FASSTRÄGER VORAN UND DER BALKENTRÄGER HINTER IHM, UND ZERBRACH DAS FASS AM BALKEN, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. BLIEB DER FASSTRÄGER STEHEN, SO IST ER ERSATZFREI; WENN ER ABER DEM BALKENTRÄGER ZUGERUFEN HAT, DASS ER STEHEN BLEIBE, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. EBENSO IN DEM FALLE, WENN DER EINE MIT SEINER LEUCHTE UND DER ANDERE MIT SEINEM FLACHSE KOMMT.", "GEMARA. Rabba b. Nathan fragte R. Hona: Wie ist es, wenn jemand seine Frau beim Beischlafe verletzt? Ist er ersatzfrei, da er die Handlung mit Befugnis ausgeübt hat, oder aber sollte er sich in acht nehmen?", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: denn wie der eine ist auch der andere zu gehen berechtigt89Da er dazu befugt ist, braucht er sich nicht in acht zu nehmen..", "Raba entgegnete: Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu entscheiden: beim Walde90Das Gesetz vom unvorsätzlichen Totschlage behandelt den Fall, wenn 2 Personen in einen Wald kommen, um Holz zu fällen, u. das Beil des einen abgleitet u. den anderen tötet; cf. Dt. 19,5.tritt dieser in ein ihm zur Verfügung stehendes Gebiet, dennoch ist es ebenso, als würde er ein fremdes Gebiet betreten haben, und er ist schuldig, um wieviel mehr hierbei, wo er in ein fremdes Gebiet eingedrungen ist91Man ist also schuldig, obgleich man zur Ausübung der Handlung, durch die der Schaden angerichtet worden ist, befugt war.. —", "Er lehrt ja aber: denn wie der eine ist auch der andere zu gehen berechtigt!? —", "Da handeln beide gleichmäßig, hierbei aber übt ja er nur die Handlung aus, sie aber nicht. —", "Es heißt ja aber:92Lev. 18,29.so sollen die Seelen, die dies93Unzucht treiben; beim Beischlaf sind aber beide tätig.tun, mitten aus ihrem Volke ausgerottet werden!? —", "Den Genuß haben allerdings beide, die Handlung aber übt nur er aus.", "BEFAND SICH DER BALKENTRÄGER VORAN &C. Reš Laqiš sagte: Wenn von zwei Kühen auf öffentlichem Gebiete eine liegt und die andere geht, und die gehende der liegenden einen Fußtritt versetzt, so ist [der Eigentümer] frei, wenn aber die liegende der gehenden, so ist er ersatzpflichtig.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Befand sich der Balkenträger voran und der Faßträger hinter ihm, und zerbrach das Faß am Balken, so ist er ersatzfrei; blieb der Balkenträger stehen, so ist er ersatzpflichtig. Dies gleicht ja dem Falle, wenn die liegende der gehenden [einen Fußtritt versetzt], und er lehrt, er sei ersatzpflichtig. —", "Du glaubst wohl, dies benötige einer Stütze!? Aber [aus dieser Mišna] ist nicht nur keine Stütze, sondern sogar ein Einwand zu entnehmen: nur wenn sie ihr einen Fußtritt versetzt, wenn jene sich aber [an ihr] von selbst beschädigt, so ist er ersatzfrei; unsere Mišna aber lehrt, wenn die Schädigung von selbst eingetreten ist, sei er ersatzpflichtig. —", "Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn er wie ein Kadaver den Weg abschneidet, hierbei aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie an der Seite liegt, jene sollte daher auf der anderen Seite gehen. —", "Vielmehr, der Schlußsatz unserer Mišna ist eine Stütze für Reš Laqiš. Er lehrt: Befand sich der Faßträger voran und der Balkenträger hinter ihm und zerbrach das Faß am Balken, so ist er ersatzpflichtig. Blieb der Faßträger stehen, so ist er ersatzfrei. Dies gleicht dem Falle, wenn die gehende der liegenden [einen Fußtritt versetzt], und er lehrt, sei er frei. —", "Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn es im gewöhnlichen Gehen erfolgt ist, hierbei aber kann jene zu dieser sagen: du hast zwar das Recht über mich zu gehen, du hast aber nicht das Recht, mir einen Fußtritt zu versetzen.", "vi WENN ZWEI AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE GEHEN, [ODER] DER EINE LÄUFT UND DER ANDERE GEHT, ODER BEIDE LAUFEN, UND EINER DEN ANDEREN BESCHÄDIGT, SO IST ER FREI.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des Isi b. Jehuda, denn es wird gelehrt: Isi b. Jehuda sagt, der Laufende sei schuldig, weil dies ungehörig ist; jedoch pflichtet Isi bei, daß er am Vorabend des Šabbaths bei Dämmerung94Wenn er eilt, Vorbereitungen für den Šabbath zu treffen.frei sei, weil er zu laufen befugt war.", "R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie Isi b. Jehuda. — Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei wie die anonyme Mišna und wir haben gelernt, wenn der eine läuft und der andere geht, oder beide laufen, seien sie frei!? —", "Unsere Mišna spricht von der Dämmerung am Vorabend des Šabbaths. —", "Woher dies? — Er lehrt: oder beide laufen, so sind sie frei. Wozu ist dies denn nötig: wenn er frei ist, sogar wenn einer läuft und der andere geht, um wieviel mehr, wenn beide laufen!? Vielmehr meint er es wie folgt: wenn einer läuft und der andere geht, so ist er frei; dies jedoch nur am Vorabend des Šabbaths bei Dämmerung; alltags aber ist er, wenn einer läuft und der andere geht, schuldig; wenn aber beide laufen, so ist er auch alltags frei.", "Der Meister sagte: Jedoch pflichtet Isi bei, daß er am Vorabend des Šabbaths bei Dämmerung frei sei, weil er zu laufen befugt war. Welche Befugnis gibt es denn am Vorabend des Šabbaths? —", "Dies nach R. Ḥanina, denn R. Ḥanina pflegte95Am Vorabend des Šabbaths.zu sagen:" ], [ "Kommt, wir wollen die Königin-Braut empfangen gehen. Manche sagen: die Königin-Braut Šabbath empfangen gehen. R. Jannaj pflegte sich einzuhüllen, stehen zu bleiben und zu sprechen: Komm, Braut, komm, Braut.", "vii WENN JEMAND [HOLZ] AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE SPALTET UND IN PRIVATGEBIET SCHADEN ANRICHTET, ODER IN PRIVATGEBIET, UND AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE SCHADEN ANRICHTET, ODER IN PRIVATGEBIET, UND IN EINEM ANDEREN PRIVATGEBIETE SCHADEN ANRICHTET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. Und [alle Fälle sind] nötig. Würde er nur den Fall gelehrt haben, wenn jemand [Holz] auf Privatgebiet spaltet und auf öffentlichem Gebiete Schaden anrichtet, [so könnte man glauben,] weil da das Publikum96Er sollte daher beim Spalten aufpassen, daß keine Späne hinüberspringen.verkehrt, nicht aber, wenn von einem öffentlichen Gebiete aus nach einem Privatgebiete, wo kein Publikum verkehrt.", "Würde er nur den Fall gelehrt haben, wenn von einem öffentlichen Gebiete nach einem Privatgebiete, [so könnte man glauben,] weil dies von vorherein unbefugt erfolgt ist, nicht aber, wenn von einem Privatgebiete aus nach einem öffentlichen Gebiete, wo er dies mit Befugnis tat.", "Würde er nur diese beiden Fälle gelehrt haben, [so könnte man glauben,] in dem einen Falle, weil da das Publikum verkehrt, und im anderen Falle, weil es unbefugt erfolgt ist, nicht aber wenn aus einem Privatgebiete nach einem anderen Privatgebiete, wo kein Publikum verkehrt und es von vornherein mit Befugnis erfolgt ist. Daher [sind sie alle] nötig.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand ohne Befugnis in den Laden eines Tischlers eintritt und ein Span abprallt und ihm ins Gesicht schlägt und er stirbt, so ist dieser frei; ist er aber mit Befugnis eingetreten, so ist er schuldig. —", "Was heißt schuldig? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Er ist die vier Zahlungen zu leisten97Falls der Eintretende nur beschädigt wurde. verpflichtet und frei von der Verbannung98Falls er getötet wurde..", "Dies gleicht nämlich nicht dem Falle vom Walde90Das Gesetz vom unvorsätzlichen Totschlage behandelt den Fall, wenn 2 Personen in einen Wald kommen, um Holz zu fällen, u. das Beil des einen abgleitet u. den anderen tötet; cf. Dt. 19,5.; beim Walde tritt dieser in ein ihm zur Verfügung stehendes Gebiet und jener in ein ihm zur Verfügung stehendes Gebiet, während er hierbei in ein fremdes Gebiet eingetreten ist.", "Raba sprach: Es ist ja [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: in einen Wald tritt dieser aus eigenem Belieben und jener aus eigenem Belieben ein, dennoch ist es ebenso, als würde jener auf seine Aufforderung eingetreten sein und er muß in die Verbannung, um wieviel mehr dieser, auf dessen Aufforderung der andere eingetreten ist.", "Vielmehr, erklärte Raba, unter frei von der Verbannung ist zu verstehen, für ihn ist die Verbannung nicht ausreichend, und der Grund des R. Jose b. Ḥanina ist, weil dies eine Unvorsätzlichkeit ist, die an Vorsätzlichkeit grenzt.", "Raba wandte ein: Wenn er ihm99Der Gerichtsdiener dem Delinquenten: cf. Mak. Fol. 22b.einen Streich zuviel versetzt hat und dieser gestorben ist, so wird er dieserhalb verbannt. Dies ist ja ebenfalls eine Unvorsätzlichkeit, die an Vorsätzlichkeit grenzt, denn er sollte daran denken, daß ein Mensch infolge eines Streiches sterben könne, und er lehrt, daß er verbannt werde!? R. Šimi aus Nehardea͑ erwiderte: Wenn er sich beim Zählen geirrt hat.", "Da klapste ihn Raba mit seiner Sandale und sprach zu ihm: Zählt er denn!? Es wird ja gelehrt: Der oberste der Richter liest [den Schriftabschnitt] vor, der zweite zählt und der dritte spricht: schlage.", "Vielmehr, erklärte R. Šimi aus Nehardea͑, wenn der Richter selbst sich geirrt hat.", "Man wandte ein: Wenn jemand einen Stein auf öffentliches Gebiet wirft und einen tötet, so wird er verbannt. Dies ist ja eine Unvorsätzlichkeit, die an Vorsätzlichkeit grenzt, denn er sollte daran denken, daß auf öffentlichem Gebiete Menschen verkehren, und er lehrt, er werde verbannt!?", "R. Šemuél b. Jiçḥaq erwiderte: Wenn es beim Niederreißen einer Wand geschah100Er ist dazu befugt.. —", "Er sollte doch aufpassen!? — Wenn er sie nachts niederreißt. —", "Nachts sollte er ja ebenfalls aufpassen!? — Wenn er die Wand am Tage niederreißt und sie auf einen Schuttplatz wirft. —", "Von welchem Schuttplatze wird hier gesprochen: verkehrt da das Publikum, so ist dies ja Vorsätzlichkeit, und verkehrt da kein Publikum, so ist dies ja ein Mißgeschick!?", "R. Papa erwiderte: Wenn es ein Schuttplatz ist, auf dem man nachts abzutreten pflegt und am Tage nicht, nur kommt es vor, daß mancher da auch am Tage abtritt; Vorsätzlichkeit ist es nicht, da man auf ihm nicht am Tage abtritt, Mißgeschick ist es ebenfalls nicht, da es vorkommt, daß mancher da auch am Tage abtritt.", "R. Papa bezieht dies im Namen Rabas auf den Anfangsatz: Wenn jemand ohne Befugnis in den Laden eines Tischlers eintritt und ein Span abprallt und ihm ins Gesicht schlägt und er stirbt, so ist er frei. Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina: Er ist die vier Zahlungen zu leisten verpflichtet und frei von der Verbannung.", "Wer dies auf den Schlußsatz bezieht, nach dem gilt dies101Daß er frei ist von der Verbannung.um so mehr vom Anfangsatze, und wer dies auf den Anfangsatz bezieht, nach dem gilt dies nicht vom Schlußsatze, denn da dieser mit Befugnis eingetreten ist, so muß er in die Verbannung. –", "Muß er denn in die Verbannung, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand in den Laden eines Schmiedes eintritt und Funken sprühen und ihm ins Gesicht schlagen und er stirbt, dieser frei sei, selbst wenn er mit Befugnis eingetreten war!? –", "Hier wird von einem Schmiedelehrling gesprochen. – Ist denn ein Schmiedelehrling dem Tode freigegeben!? – Wenn sein Meister ihn zum Hinausgehen auffordert und er dies nicht tut. –", "Ist er denn, weil sein Meister ihn zum Hinausgehen auffordert, dem Tode freigegeben!? – Er glaubt dann, er sei hinausgegangen. – Demnach sollte dies auch von einem anderen gelten!? –" ], [ "Ein anderer fürchtet den Meister nicht, dieser aber fürchtet den Meister.", "R. Zebid bezieht dies im Namen Rabas auf folgende Lehre:102Dt. 19,5.Und treffen wird, ausgenommen ist der Fall, wenn er selber sich treffen läßt. Hieraus folgert R. Elie͑zer b. Ja͑qob, daß, wenn nachdem der Stein aus seiner Hand gefahren war, jener seinen Kopf hervorgestreckt hat und getroffen wurde, er frei sei. Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina: Er ist frei von der Verbannung und die vier Zahlungen zu leisten verpflichtet.", "Wer dies103Daß er bei einer Schädigung die 4 Zahlungen zu leisten hat.hierauf bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von den früheren Lehren, und wer dies auf die früheren Lehren bezieht, nach dem ist er hierbei ganz frei.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Lohnarbeiter beim Hausherrn eintreten, um ihren Lohn zu verlangen, und der Ochs des Hausherrn sie niederstößt und tötet, so ist er frei. Andere sagen, die Lohnarbeiter haben das Recht, ihren Lohn vom Hausherrn zu verlangen. –", "In welchem Falle: ist er in der Stadt zu treffen, was ist der Grund der anderen, und ist er nur daheim zu treffen, was ist der Grund des ersten Autors!? –", "In dem Falle, wenn der Mann zuweilen anzutreffen ist und zuweilen nicht, und als sie an der Tür riefen, er ihnen ‘jawohl’ erwiderte. Einer ist der Ansicht, ‘jawohl’ heiße eintreten, und einer ist der Ansicht, ‘jawohl’ heiße stehen bleiben.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem, welcher sagt, ‘jawohl’ heiße stehen bleiben. Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Lohnarbeiter beim Hausherrn eintritt, um seinen Lohn zu verlangen, und der Ochs des Hausherrn ihn niederstößt oder sein Hund ihn beißt, so ist er frei, selbst wenn er zum Eintreten befugt war. Weshalb ist er demnach frei? Wahrscheinlich in dem Falle, wenn er an der Tür gerufen und jener ihm erwidert hat ‘jawohl’. Hieraus ist also zu entnehmen, daß ‘jawohl’ stehen bleiben heiße.", "viiiWENN ZWEI NICHT VERWARNTE OCHSEN EINANDER VERLETZT HABEN, SO IST FÜR DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG104Um wieviel der eine mehr beschädigt wurde.DIE HÄLFTE ZU ERSETZEN; SIND BEIDE VERWARNT, SO IST DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG VOLLSTÄNDIG ZU ERSETZEN;", "IST EINER NICHT VERWARNT UND DER ANDERE VERWARNT, SO IST, WENN DER VERWARNTE DEN NICHT VERWARNTEN [MEHR VERLETZT HAT], DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG VOLLSTÄNDIG, UND WENN DER NICHT VERWARNTE DEN VERWARNTEN, DIE HÄLFTE ZU ERSETZEN.", "EBENSO IST, WENN ZWEI MENSCHEN EINANDER VERLETZEN, DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG VOLLSTÄNDIG ZU ERSETZEN.", "WENN EIN MENSCH EINEN VERWARNTEN OCHSEN UND DER VERWARNTE OCHS DEN MENSCHEN VERLETZT, SO IST DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG VOLLSTÄNDIG ZU ERSETZEN. WENN EIN MENSCH EINEN NICHT VERWARNTEN OCHSEN UND DER NICHT VERWARNTE OCHS DEN MENSCHEN VERLETZT, SO IST, WENN DER MENSCH DEN NICHT VERWARNTEN OCHSEN [MEHR VERLETZT HAT], DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG VOLLSTÄNDIG, UND WENN DER NICHT VERWARNTE OCHS DEN MENSCHEN, DIE HÄLFTE ZU ERSETZEN. R. A͑QIBA SAGT, AUCH WENN DER NICHT VERWARNTE OCHS DEN MENSCHEN [MEHR VERLETZT HAT], SEI DIE ÜBERSTEIGENDE SCHÄDIGUNG VOLLSTÄNDIG ZU ERSETZEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:105Ex. 21,31.Nach diesem Rechte soll mit ihm verfahren werden, nach demselben Rechte, wie bei der Schädigung eines Ochsen durch einen Ochsen verfahren wird, ist auch bei der Schädigung eines Menschen durch einen Ochsen zu verfahren. Wie für die von einem Ochsen einem Ochsen zugefügte Schädigung nicht verwarnt die Hälfte des Schadens und verwarnt der ganze Schaden zu ersetzen ist, ebenso ist auch für die von einem Ochsen einem Menschen zugefügte Schädigung nicht verwarnt die Hälfte und verwarnt der ganze Schaden zu ersetzen.", "R. A͑qiba erklärte: Nach diesem Rechte, nach dem später106Vorher wird vom nicht verwarnten u. nachher vom verwarnten gesprochen.genannten und nicht nach dem vorher106Vorher wird vom nicht verwarnten u. nachher vom verwarnten gesprochen.genannten.", "Man könnte nun glauben, [der Eigentümer] sei persönlich haftbar, so heißt es: soll mit ihm verfahren werden, er ist für die Zahlung nur dinglich haftbar und nicht persönlich. –", "Wozu heißt es nach den Rabbanan nach diesem? – Um ihn von den vier Zahlungen zu befreien107Nach diesem Rechte, nicht aber nach dem für die Schädigung eines Menschen durch einen Menschen geltenden Rechte.. –", "Woher entnimmt nun R. A͑qiba, daß er von den vier Zahlungen frei ist? – Er folgert dies aus: 108Lev. 24,19.wenn jemand seinem Mitmenschen einen Leibesschaden zufügt; nur wenn ein Mensch seinem Mitmenschen, nicht aber, wenn ein Ochs einem Menschen. –", "Und die Rabbanan!? – Aus diesem Schriftverse würde man nur entnehmen, daß das Schmerzensgeld [wegfalle], wohl aber seien Kurkosten und Versäumnis109Diese sind wirkliche Entschädigungen.zu zahlen, so lehrt er uns.", "ix,1WENN EIN OCHS IM WERTE EINER MINE110Die M. hat 100 Zuz.EINEN OCHSEN IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] NIEDERGESTOSSEN HAT UND DAS AAS NICHTS WERT IST, SO ERHÄLT [DER GESCHÄDIGTE] DEN GANZEN OCHSEN.", "GEMARA. Wer [ist der Autor] unserer Mišna? – Es ist R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Der [schädigende] Ochs ist bei Gericht zu schätzen111In dem Falle, wenn der Schädiger die Hälfte des Geschädigten u. das Aas nichts wert ist.–so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, der Ochs fällt ihm zu. –", "Worin besteht ihr Streit? – R. Jišma͑él ist der Ansicht, er112Der Geschädigte.gelte als Gläubiger und habe von ihm Geld zu fordern, und R. A͑qiba ist der Ansicht, sie gelten als Teilhaber113In dem Falle, wenn beide Ochsen denselben Wert haben..", "Sie streiten also über folgenden Schriftvers:114Ex. 21,35.So sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen und den Erlös teilen. R. Jišma͑él erklärt, der Allbarmherzige befehle dies dem Gerichte, und R. A͑qiba erklärt, der Allbarmherzige befehle dies dem Geschädigten und dem Schädiger. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Geschädigte ihn dem Heiligtume geweiht115Nach RA͑. ist der Geschädigte (falls der schädigende Ochs die Hälfte wert ist) unbeschränkter Eigentümer u. die Weihung ist gültig.hat.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es nach R. Jišma͑él, wenn der Schädiger ihn verkauft hat. Ist der Verkauf gültig, da ja R. Jišma͑él sagt, [der Geschädigte] gelte nur als Gläubiger und habe von ihm nur Geld zu fordern, oder aber" ], [ "ist er dazu nicht berechtigt, da der Geschädigte auf ihn Anspruch hat? Dieser erwiderte: Der Verkauf ist ungültig. –", "Es wird ja aber gelehrt, wenn er ihn verkauft hat, sei der Verkauf gültig!? – Er kann [vom Käufer] einfordern. – Welchen Zweck hat der Verkauf, wenn er ihn von ihm einfordern kann!? – Hinsichtlich des Pflügens116Wenn der Käufer inzwischen den Ochsen zur Arbeit verwandt hat, braucht er dem Geschädigten keine Vergütung zu zahlen.. –", "Hieraus wäre demnach zu entnehmen, daß, wenn jemand Geld borgt und seine Mobilien verkauft, das Gericht sie [vom Käufer] einfordere117Während das Gesetz entgegengesetzt lautet.!? – Anders ist es hierbei, denn es ist ebenso, als würde er ihn ihm verhypotheziert haben. –", "Raba sagte ja aber, wenn jemand einen Sklaven verhypotheziert und ihn verkauft hat, könne der Gläubiger von ihm einfordern, und wenn er seinen Ochsen verhypotheziert und ihn verkauft hat, könne der Gläubiger von ihm nicht einfordern!? –", "Einen Sklaven wohl deshalb, weil dies bekannt118Der Sklave erzählt es überall und der Käufer sollte es wissen.ist, ebenso ist es auch hierbei bekannt, da er gestoßen hat; man nennt ihn einen stößigen Ochsen119Somit ist auch die Verhypothezierung bekannt..", "R. Taḥlipha aus dem Westen120Cf. Bd. II S. 167 Anm. 69.rezitierte vor R. Abahu: Hat er ihn verkauft, so ist der Verkauf ungültig, hat er ihn dem Heiligtume geweiht, so ist die Weihung gültig. –", "Wer soll ihn verkauft haben: wollte man sagen, der Schädiger, so vertritt ja die Lehre, wenn er ihn verkauft hat, sei der Verkauf ungültig, die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, der Ochs falle [dem Geschädigten] zu, und die Lehre, wenn er ihn geweiht hat, sei die Weihung gültig, die Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, der Ochs müsse bei Gericht geschätzt werden!?", "Und wollte man sagen, der Geschädigte, so vertritt ja die Lehre, wenn er ihn verkauft hat, sei der Verkauf ungültig, die Ansicht R. Jišma͑éls, und die Lehre, wenn er ihn geweiht hat, sei die Weihung gültig, die Ansicht R. A͑qibas!? –", "Tatsächlich der Schädiger, und zwar nach beider Ansicht; hat er ihn verkauft, so ist der Verkauf ungültig, selbst nach R. Jišma͑él, da der Geschädigte auf ihn Anspruch hat;", "hat er ihn geweiht, so ist die Weihung gültig, selbst nach R. A͑qiba, wegen der Lehre R. Abahus, denn R. Abahu sagte, es sei zu berücksichtigen, man könnte sagen, Geheiligtes könne unausgelöst entheiligt werden121Der Geschädigte muß dem Heiligtume eine Kleinigkeit als Lösegeld herauszahlen..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein nicht verwarnter Ochs Schaden angerichtet hat, so ist, wenn er ihn vor der Gerichtsverhandlung verkauft hat, der Verkauf gültig, dem Heiligtume geweiht hat, die Weihung gültig, geschlachtet oder verschenkt hat, was geschehen ist, gültig. Wenn er ihn aber nach der Gerichtsverhandlung verkauft hat, so ist der Verkauf ungültig, geweiht hat, die Weihung ungültig, geschlachtet oder verschenkt hat, was geschehen ist, ungültig.", "Wenn Gläubiger zuvorgekommen sind und ihn eingefordert haben, so haben sie, einerlei ob die Schuld früher datiert als die Schädigung oder die Schädigung früher datiert als die Schuld, nichts erreicht, weil die Ersatzleistung dinglich zu erfolgen hat.", "Wenn ein verwarnter Ochs Schaden angerichtet hat, so ist, wenn er ihn verkauft hat, einerlei ob vor der Gerichtsverhandlung oder nach der Gerichtsverhandlung, der Verkauf gültig, wenn er ihn dem Heiligtume geweiht hat, die Weihung gültig, wenn er ihn geschlachtet oder verschenkt hat, was geschehen ist, gültig. Wenn Gläubiger zuvorgekommen sind und ihn eingefordert haben, so ist, einerlei ob die Schuld früher datiert als die Schädigung, oder die Schädigung früher datiert als die Schuld, was geschehen ist, gültig, weil der Ersatz persönlich zu erfolgen hat.", "Der Meister sagte: Wenn er ihn &c. verkauft hat, der Verkauf gültig. Hinsichtlich des Pflügens122Der Geschädigte kann ihn dem Käufer wegnehmen, jedoch braucht ihm dieser keine Vergütung für die Benutzung zur Arbeit zu zahlen..", "«Geweiht hat, die Weihung gültig.» Wegen der Lehre R. Abahus123Vgl. Anm. 121..", "«Geschlachtet oder verschenkt hat, was geschehen ist, gültig.» Sollte er doch kommen und die Entschädigung vom Fleische einfordern!?", "Es wird nämlich gelehrt:124Ex. 21,35.Lebenden; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn er noch lebt, woher dies von dem Falle, wenn er ihn geschlachtet hat? Es heißt:124Ex. 21,35.so sollen sie den Ochsen verkaufen, in jedem Falle.", "R. Šezbi erwiderte: Dies bezieht sich auf die Wertverminderung durch das Schlachten125Diese hat der Geschädigte zu tragen..", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand das, was einem anderen eine Sicherheit bietet, beschädigt, er frei sei. –", "Selbstverständlich126Daß dies hieraus hervorgehe.!? – Man könnte glauben, dies gelte nur hierbei, weil er zu ihm sagen kann, er habe ihm nichts weiter als einen Hauch127Den Lebensfaden des Tieres, durch das Schlachten, vom Körper selbst fehlt nichts.genommen, in anderen Fällen aber sei er ersatzpflichtig, so lehrt er uns. –", "Aber auch dies hat ja bereits Rabba gesagt, denn Rabba sagte, wer Schuldscheine eines anderen verbrennt, sei ersatzfrei!? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von diesem Falle, weil er zu ihm sagen kann, er habe ihm nur ein Stück Papier verbrannt, wenn er aber ein Grundstück durch Graben von Gruben, Graben und Höhlen zerstört, sei er ersatzpflichtig, so lehrt er uns. Dies128Das Schlachten, das am Körper kenntlich ist. ist ebenso, als würde man ein Grundstück durch Graben von Gruben, Graben und Höhlen zerstören, und er lehrt, daß die Handlung gültig sei.", "«Wenn Gläubiger zuvorgekommen sind und ihn weggenommen haben, so haben sie, einerlei ob die Schuld früher datiert als die Schädigung oder die Schädigung früher datiert als die Schuld, nichts erreicht, weil die Ersatzleistung dinglich zu erfolgen hat.»", "Allerdings, wenn die Schädigung früher datiert als die Schuld, der Geschädigte ist dann vorberechtigt, wenn aber die Schuld früher datiert als die Schädigung, ist ja der Gläubiger vorberechtigt!?" ], [ "Und selbst wenn die Schädigung früher datiert als die Schuld: der Gläubiger ist ihm ja zuvorgekommen!? Hieraus wäre also zu entnehmen, daß, wenn ein späterer Gläubiger zuvorgekommen ist und etwas eingefordert hat, die Einforderung ungültig sei129Während hierüber (Ket. Fol. 94a) ein Streit besteht.!? –", "Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist die Einforderung gültig, anders ist es aber in diesem Falle, denn [der Geschädigte] kann zu ihm sagen: auch wenn er in deinem Besitze wäre, würde ich ihn dir abgenommen haben, denn durch den Ochsen, der den Schaden angerichtet hat, mache ich mich bezahlt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Ochs im Werte von zweihundert [Zuz] einen Ochsen im Werte von zweihundert [Zuz] gestoßen und ihn im Werte von fünfzig Zuz verletzt hat und dieser darauf [an Wert] zugenommen und auf vierhundert Zuz gestiegen ist, er aber, wenn er nicht beschädigt worden wäre, [vielleicht] auf achthundert Zuz gestiegen sein würde, so ist die Entschädigung nach dem Zustande zur Zeit der Schädigung130Der Geschädigte hat 25 Z. zu beanspruchen; weder kann er unter Berufung, der Ochs würde um 400 Z. gestiegen sein, mehr verlangen, noch kann der Schädiger unter Berufung, der Geschädigte habe keinen Schaden erlitten, diese Entschädigung ablehnen.zu zahlen;", "hat er abgenommen, so ist sie nach dem Zustande zur Zeit der Gerichtsverhandlung zu zahlen.", "Hat der Schädiger [an Wert] zugenommen, so ist die Entschädigung nach dem Zustande zur Zeit der Schädigung zu zahlen; hat er abgenommen, so ist sie nach dem Zustande zur Zeit der Gerichtsverhandlung zu zahlen.", "Der Meister sagte: Hat der Schädiger [an Wert] zugenommen, so ist die Entschädigung nach dem Zustande zur Zeit der Schädigung zu zahlen. Also nach R. Jišma͑él, welcher sagt, der [Geschädigte] gelte als Gläubiger und habe eine Geldforderung;", "wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: hat er abgenommen, so ist sie nach dem Zustande zur Zeit der Gerichtsverhandlung zu zahlen, also nach R. A͑qiba, welcher sagt, sie gelten als Teilhaber. Der Anfangsatz nach R. Jišma͑él und der Schlußsatz nach R. A͑qiba!? –", "Nein, das ganze nach R. A͑qiba, denn hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn gemästet131Der Gewinn kommt daher nur dem Schädiger zugute.hat. –", "Wie ist, wenn er ihn gemästet hat, der Anfangsatz zu erklären: und dieser darauf [an Wert] zugenommen hat und auf vierhundert Zuz gestiegen ist, so ist die Entschädigung nach dem Zustande zur Zeit der Schädigung zu zahlen, ist dies denn von dem Falle, wenn er ihn gemästet hat, zu lehren nötig!?", "R. Papa erwiderte: Der Anfangsatz spricht sowohl von dem Falle, wenn er ihn gemästet hat, als auch von dem Falle, wenn er von selbst [an Wert] zugenommen hat, und es ist zu lehren nötig, daß, wenn er von selbst [an Wert] zugenommen hat, die Entschädigung nach dem Zustande zur Zeit der Schädigung zu zahlen sei; der Schlußsatz dagegen spricht nur von dem Falle, wenn er ihn gemästet hat.", "«Hat er abgenommen, so ist er nach dem Zustande zur Zeit der Gerichtsverhandlung zu zahlen.» Wodurch soll er abgenommen haben, wenn durch Arbeit, so kann er ja zu ihm sagen: du verursachtest die Abmagerung und ich soll dafür bezahlen!?", "R. Aši erwiderte: Wenn er durch die Verletzung abgemagert ist; er kann zu ihm sagen: das Horn deines Ochsen zehrt an ihm.", "ix,2WENN EIN OCHS IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] EINEN OCHSEN IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] NIEDERGESTOSSEN HAT UND DAS AAS NICHTS WERT IST, SO HEISST ES HIERÜBER, WIE R. MEÍR SAGT:132Ex. 21,35.so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen und den Erlös teilen.", "R. JEHUDA SPRACH ZU IHM: SO IST ZWAR DIE HALAKHA, ABER DU ERHÄLTST NUR AUFRECHT [DIE VORSCHRIFT:] so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen und den Erlös teilen, NICHT ABER [DIE VORSCHRIFT:] und auch den des toten sollen sie teilen. DIES BEZIEHT SICH VIELMEHR AUF DEN FALL, WENN EIN OCHS IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] EINEN OCHSEN IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] NIEDERGESTOSSEN HAT UND DAS AAS FÜNFZIG ZUZ WERT IST; DER EINE ERHÄLT DIE HÄLFTE DES LEBENDEN UND DIE HÄLFTE DES TOTEN, UND DER ANDERE ERHÄLT DIE HÄLFTE DES LEBENDEN UND DIE HÄLFTE DES TOTEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Ochs im Werte von zweihundert [Zuz] einen Ochsen im Werte von zweihundert [Zuz] niedergestoßen hat und das Aas fünfzig Zuz wert ist, so erhält der eine die Hälfte des lebenden und die Hälfte des toten und der andere erhält ebenfalls die Hälfte des lebenden und die Hälfte des toten; dies ist der Fall vom Ochsen, von dem in der Tora gesprochen wird – so R. Jehuda.", "R. Meír sagt, dies sei nicht der Fall vom Ochsen, von dem in der Tora gesprochen wird, vielmehr ist es der Fall, wenn ein Ochs im Werte von zweihundert [Zuz] einen Ochsen im Werte von zweihundert [Zuz] niedergestoßen hat und das Aas nichts wert ist; hierüber heißt es: so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen und den Erlös teilen, und [die Worte:] und auch den des toten sollen sie teilen, bedeuten: den Minderwert, den er durch den Tod erlitten hat, teilen sie vom Erlöse des lebenden133Dh. sie teilen den Verlust.. –", "Merke, sowohl nach R. Meír als auch nach R. Jehuda erhält ja der eine hundertfünfundzwanzig und der andere hundertfünfundzwanzig [Zuz], welchen Unterschied gibt es nun zwischen ihnen!?", "Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Wertverminderung des Aases. R. Meír ist der Ansicht, der Geschädigte habe die Wertverminderung des Aases zu tragen, und R. Jehuda ist der Ansicht, der Schädiger habe die Wertverminderung des Aases zu tragen.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach ergibt es sich ja, daß es nach R. Jehuda" ], [ "bei einem Nichtverwarnten strenger ist als bei einem Verwarnten134Bei einem Verwarnten bleibt das Aas im Besitze des Geschädigten; cf. supra Fol. 10b.!?", "Wolltest du sagen, dem sei auch so, wie wir auch gelernt haben: R. Jehuda sagt, für einen Nichtverwarnten sei man ersatzpflichtig135Bei mangelhafter Bewachung; cf. infra Fol. 45b.und für einen Verwarnten ersatzfrei, so ist R. Jehuda dieser Ansicht nur hinsichtlich der Bewachung, was er aus Schriftversen entnimmt, ist er dieser Ansicht etwa auch hinsichtlich der Entschädigung!?", "Dem widersprechend wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Man könnte glauben, wenn ein Ochs im Werte einer Mine einen Ochsen im Werte von fünf Sela͑136Die Mine hat 23 Sela͑.niedergestoßen hat und das Aas einen Sela͑ wert ist, erhalte der eine die Hälfte des lebenden und die Hälfte des toten und der andere die Hälfte des lebenden und die Hälfte des toten,", "so ist zu erwidern: erfolgt die Verwarnung zur Erschwerung oder zur Erleichterung? Doch wohl zur Erschwerung; wenn nun beim Verwarnten nur soviel zu bezahlen ist, wieviel der Schaden beträgt, um wieviel mehr beim leichteren Nichtverwarnten.", "Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, besteht ein Unterschied zwischen ihnen hinsichtlich der Wertzunahme des Aases; nach der einen Ansicht gehört sie dem Geschädigten und nach der anderen Ansicht gehört sie ihm nur zur Hälfte.", "Das ist es, was R. Jehuda erörtert: da du nun sagst, der Allbarmherzige habe den Schädiger geschont, indem er ihm [die Hälfte] der Wertzunahme zugesprochen hat, so könnte man glauben, wenn ein Ochs im Werte von fünf Sela͑ einen Ochsen im Werte einer Mine niedergestoßen hat und das Aas fünfzig Zuz wert ist, erhalte der eine die Hälfte des lebenden und die Hälfte des toten und der andere die Hälfte des lebenden und die Hälfte des toten,", "so ist zu erwidern: wo finden wir, daß der Schädiger einen Gewinn erhalte, daß dieser einen Gewinn erhalten sollte!? Ferner heißt es:137Ex. 21,36.so soll er ersetzen, der Eigentümer hat zu ersetzen und nicht zu erhalten. –", "Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn der Geschädigte einen Schaden erleidet, wenn aber der Geschädigte keinen Schaden erleidet, wenn beispielsweise ein Ochs im Werte von fünf Sela͑ einen Ochsen im Werte von fünf Sela͑ niedergestoßen hat und das Aas dreißig Zuz wert ist, erhalte auch der Schädiger von der Wertzunahme,", "so heißt es: so soll er ersetzen, der Eigentümer hat zu ersetzen und nicht zu erhalten.", "R. Aḥa b. Taḥlipha sprach zu Raba: Demnach ergibt es sich ja nach R. Jehuda, daß für einen Nichtverwarnten mehr als die Hälfte138Wenn der Schädiger mehr wert ist.zu ersetzen ist, während doch die Tora sagt: so sollen sie den lebenden Ochsen verkaufen und den Erlös teilen!? –", "R. Jehuda ist der Ansicht, die Wertverminderung, die durch den Tod eingetreten ist, wird vom Erlöse des lebenden geteilt139Er erhält nicht mehr als die Hälfte.. – Woher entnimmt er dies? – Aus: und auch den des toten sollen sie teilen. –", "Aus diesem entnimmt ja R. Jehuda, daß der eine die Hälfte vom lebenden und die Hälfte vom toten und der andere die Hälfte vom lebenden und die Hälfte vom toten erhalte!? –", "Es könnte ja heißen: und den des toten, wenn es aber auch heißt, so ist beides zu entnehmen.", "xWEGEN MANCHER TAT IST MAN SCHULDIG, WENN SEIN OCHS SIE BEGEHT, UND FREI, WENN MAN SIE SELBER BEGEHT, UND WEGEN MANCHER IST MAN FREI, WENN SEIN OCHS SIE BEGEHT, UND SCHULDIG, WENN MAN SIE SELBER BEGEHT.", "WENN SEIN OCHS JEMAND BESCHÄMT, SO IST MAN FREI, WENN MAN ABER SELBER JEMAND BESCHÄMT, SO IST MAN SCHULDIG; WENN SEIN OCHS DAS AUGE SEINES SKLAVEN BLENDET ODER IHM EINEN ZAHN AUSSCHLÄGT, SO IST MAN FREI, WENN MAN ABER SELBER SEINEM SKLAVEN EIN AUGE BLENDET ODER IHM EINEN ZAHN AUSSCHLÄGT, SO IST MAN SCHULDIG140Man muß den Sklaven freilassen..", "WENN SEIN OCHS SEINEN VATER ODER SEINE MUTTER VERLETZT, SO IST MAN SCHULDIG, WENN MAN ABER SELBER SEINEN VATER ODER SEINE MUTTER VERLETZT, SO IST MAN FREI; WENN SEIN OCHS EINE TENNE AM ŠABBATH IN BRAND STECKT, SO IST MAN SCHULDIG, WENN MAN ABER SELBER EINE TENNE AM ŠABBATH IN BRAND STECKT, SO IST MAN FREI, WEIL MAN DAS LEBEN VERWIRKT HAT141Dies bezieht sich auf die 2 letzten Fälle; wegen der Todesstrafe, die auf diese Handlungen gesetzt ist, ist man von der Geldentschädigung frei..", "GEMARA. R. Abahu rezitierte vor R. Joḥanan: Wegen jeder verderbenden [Arbeit am Šabbath] ist man142Nur die Arbeit, durch die ein Nutzen erzielt wird, ist strafbar.frei, ausgenommen Verletzung und Brandstiftung. Da sprach dieser zu ihm: Geh und lehre dies draußen; dies ist von der Verletzung und der Brandstiftung nicht gelehrt worden, und wenn man annehmen wollte, dies sei wohl gelehrt worden, so handelt es sich um eine Verletzung, wenn man [das Blut] für seinen Hund braucht, und von einer Brandstiftung, wenn man die Asche braucht143Wenn dies also nutzbringend ist.. –", "Wir haben gelernt: Wenn sein Ochs eine Tenne am Šabbath in Brand steckt, so ist man schuldig, wenn man aber selber eine Tenne am Šabbath in Brand steckt, so ist man frei. Er lehrt von ihm selber gleichlautend wie von seinem Ochsen: wie der Ochs [die Asche] nicht braucht," ], [ "ebenso er selber, wenn er [die Asche] nicht braucht, und er lehrt, man sei frei, weil man das Leben verwirkt hat!? –", "Nein, von seinem Ochsen gleichlautend wie von ihm selber: wie er selber, wenn er die Asche braucht, ebenso sein Ochs, wenn er die Asche braucht. –", "Wie kann dies bei einem Ochsen vorkommen!? R. Ivja erwiderte: Hier handelt es sich um einen klugen Ochsen, der ein Jucken am Rücken hatte, und er wollte etwas verbrennen, um sich in der Asche wälzen zu können. –", "Woher weiß man dies? – Wenn er sich nach der Verbrennung in der Asche gewälzt hat. –", "Kommt denn solches vor? – Freilich, so hatte einst ein Ochs des R. Papa Zahnschmerzen, da ging er hin und öffnete den Bottich, trank vom Met und genas.", "Als die Jünger dies R. Papa vortrugen, sprach er zu ihnen: Wieso kann man sagen, er lehre vom Ochsen wie von ihm selber, er lehrt ja, wenn sein Ochs jemand beschämt, sei man frei, und wenn man selber jemand beschämt, sei man schuldig; wieso kann es nun bei einem Ochsen vorkommen, daß er, gleich ihm selber, jemand zu beschämen144Wegen der Beschämung ist man nur bei Absicht schuldig.beabsichtigt!? –", "Wenn er die Absicht der Schädigung hatte. Der Meister sagte nämlich: Wenn er nur die Absicht der Schädigung hatte, wenn auch nicht die Absicht der Beschämung145Sc. sei er schuldig..", "Raba erklärte: Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn es versehentlich erfolgt146Und zwar, wenn man die Asche nicht braucht.ist.", "Dies nach einem Autor der Schule Ḥizqijas, denn ein Autor aus der Schule Ḥizqijas lehrte:147Lev. 24.21.Wer einen Menschen erschlägt und wer ein Tier erschlägt;", "wie du beim Erschlagen eines Tieres zwischen Versehen und Vorsatz, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen148Beim Ausholen; cf. Mak. Fol. 7a.nicht unterscheidest, ihn von der Geldentschädigung zu befreien, vielmehr verpflichte man ihn zur Entschädigung, ebenso ist beim Erschlagen eines Menschen zwischen Versehen und Vorsatz, zwischen Absicht und Absichtslosigkeit, zwischen Herunterschlagen und Heraufschlagen nicht unterschieden, ihn zur Geldentschädigung zu verpflichten, vielmehr befreie man ihn von der Geldentschädigung149In einem Falle, in dem man wegen der Todesstrafe von einer Geldentschädigung bei Vorsatz frei wäre, ist man auch bei Versehen von der Geldentschädigung frei, obgleich der eigentliche Grund, die Todesstrafe, nicht vorhanden ist..", "Die Jünger sprachen zu Raba: Wieso kannst du dies auf den Fall beziehen, wenn es versehentlich geschah, es heißt ja: weil man das Leben verwirkt hat!? –", "Er meint es wie folgt: da man, wenn es vorsätzlich geschieht, und wenn man die Asche braucht, das Leben verwirkt, so ist man auch versehentlich frei150Von einer Geldentschädigung..", "xiWENN EIN OCHS EINEN ANDEREN OCHSEN VERFOLGT HAT UND DIESER BESCHÄDIGT WIRD, UND DARAUF [DER EIGENTÜMER] DESSELBEN SAGT: DEIN OCHS HAT IHN BESCHÄDIGT, UND DER ANDERE SAGT: NEIN DOCH, ER HAT SICH AN EINEM STEINE151Nicht bei der Verfolgung.VERLETZT, SO HAT DERJENIGE, DER VOM ANDEREN FORDERT, DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN.", "WENN ZWEI OCHSEN EINEN VERFOLGT HABEN UND DARAUF [DER EIGENTÜMER] DES EINEN SAGT: DEIN OCHS HAT IHN BESCHÄDIGT, UND DER DES ANDEREN SAGT: DEIN OCHS HAT IHN BESCHÄDIGT," ], [ "SO SIND BEIDE ERSATZFREI; GEHÖREN SIE BEIDE EINEM EIGENTÜMER, SO IST ER FÜR BEIDE ERSATZPFLICHTIG.", "WENN EINER GROSS UND EINER KLEIN IST, UND DER GESCHÄDIGTE SAGT: DER GROSSE HAT IHN BESCHÄDIGT, UND DER SCHÄDIGER SAGT: NEIN DOCH, DER KLEINE152Der Ersatz hat nur dinglich zu erfolgen.HAT IHN BESCHÄDIGT, ODER WENN EINER NICHT VERWARNT UND DER ANDERE VERWARNT IST, UND DER GESCHÄDIGTE SAGT: DER VERWARNTE HAT IHN BESCHÄDIGT, UND DER SCHÄDIGER SAGT: NEIN DOCH, DER NICHT VERWARNTE HAT IHN BESCHÄDIGT, SO HAT DERJENIGE, DER VOM ANDEREN FORDERT, DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN.", "WENN ES ZWEI BESCHÄDIGTE SIND, EIN GROSSER UND EIN KLEINER, UND ZWEI SCHÄDIGER, EIN GROSSER UND EIN KLEINER, UND DER GESCHÄDIGTE SAGT: DER GROSSE HAT DEN GROSSEN UND DER KLEINE HAT DEN KLEINEN BESCHÄDIGT, UND DER SCHÄDIGER SAGT: NEIN DOCH, DER KLEINE HAT DEN GROSSEN UND DER GROSSE HAT DEN KLEINEN BESCHÄDIGT, ODER WENN EINER NICHT VERWARNT UND DER ANDERE VERWARNT IST, UND DER GESCHÄDIGTE SAGT: DER VERWARNTE HAT DEN GROSSEN UND DER NICHT VERWARNTE HAT DEN KLEINEN BESCHÄDIGT, UND DER SCHÄDIGER SAGT: NEIN DOCH, DER NICHT VERWARNTE HAT DEN GROSSEN UND DER VERWARNTE HAT DEN KLEINEN BESCHÄDIGT, SO HAT DERJENIGE, DER VOM ANDEREN FORDERT, DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN.", "GEMARA. R. Ḥija b. Abba sagte: Die Kollegen des Symmachos streiten gegen ihn, denn er sagt, der Betrag, über den ein Zweifel besteht, sei zu teilen153Dagegen heißt es in unserer Mišna, der Kläger habe den Beweis zu erbringen..", "R. Abba b. Mamal sprach zu R. Ḥija b. Abba: Sagt Symmachos dies auch von dem Falle, wenn es beide mit Bestimmtheit behaupten154Vielleicht sagt es S. nur von dem Falle, wenn beide, Kläger u. Beklagter, über den strittigen Betrag im Ungewissen sind.? Dieser erwiderte ihm: Jawohl, Symmachos sagt dies auch von dem Falle, wenn es beide mit Bestimmtheit behaupten. –", "Woher, daß unsere Mišna von dem Falle spricht, wenn es beide mit Bestimmtheit behaupten? – Er lehrt: und [der Eigentümer] desselben sagt: dein Ochs hat es beschädigt, und der andere sagt: nein doch.", "R. Papa wandte ein: Wenn der Anfangsatz von dem Falle spricht, wenn beide es mit Bestimmtheit behaupten, so spricht ja auch der Schlußsatz von dem Falle, wenn es beide mit Bestimmtheit behaupten;", "wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wenn einer groß und einer klein ist, und der Geschädigte sagt: der große hat ihn beschädigt, und der Schädiger sagt: nein doch, der kleine hat ihn beschädigt, oder wenn einer nicht verwarnt und der andere verwarnt ist, und der Geschädigte sagt: der verwarnte hat ihn beschädigt, und der Schädiger sagt: nein doch, der nicht verwarnte hat ihn beschädigt, so hat derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen.", "Wenn er aber den Beweis nicht erbringt, erhält er gemäß der Behauptung des Schädigers; somit wäre dies eine Widerlegung des Rabba b. Nathan, welcher sagt, wenn jemand von einem Weizen fordert, und dieser ihm Gerste eingesteht, sei er frei155Nach RbN. sollte der Schädiger überhaupt frei sein, da der Geschädigte hinsichtlich des großen, bezw. des verwarnten den Beweis nicht erbringt, u. hinsichtlich des kleinen, bezw. des nicht verwarnten überhaupt keine Forderung stellt.!?", "Wollte man sagen, wenn der eine ‘bestimmt’ und der andere ‘vielleicht’ sagt, –", "wer sagt nun ‘bestimmt’ und wer ‘vielleicht’: sagt der Geschädigte ‘bestimmt’ und der Schädiger ‘vielleicht’, so wäre dies doch noch immer eine Widerlegung des Rabba b. Nathan!? –", "Nein, wenn der Geschädigte ‘vielleicht’ und der Schädiger ‘bestimmt’ sagt. –", "Wenn nun der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn der Geschädigte ‘vielleicht’ und der Schädiger ‘bestimmt’ sagt, so spricht ja wahrscheinlich auch der Anfangsatz von dem Falle, wenn der Geschädigte ‘vielleicht’ und der Schädiger ‘bestimmt’ sagt;", "ist denn Symmachos seiner Ansicht auch hinsichtlich dieses Falles, daß zu lehren nötig wäre, daß dem nicht so sei156In einem solchen Falle muß ja selbstverständlich der Kläger den Beweis erbringen.!? –", "Nein, der Schlußsatz spricht von dem Falle, wenn der Geschädigte ‘vielleicht’ und der Schädiger ‘bestimmt’ sagt, und der Anfangsatz von dem Falle, wenn der Geschädigte ‘bestimmt’ und der Schädiger ‘vielleicht’ sagt. –", "Der Anfangsatz gleicht ja nicht dem Schlußsatze!? –", "Ich will dir sagen, ’bestimmt’ und ‘vielleicht’ ist gleichfällig mit ‘vielleicht’ und ‘bestimmt’, dagegen sind ‘bestimmt’ und ‘bestimmt’, und ‘vielleicht’ und ‘bestimmt’ zwei verschiedene Fälle.", "Der Text. Rabba b. Nathan sagte: Wenn jemand von einem Weizen fordert und dieser ihm Gerste eingesteht, so ist er frei. – Was erzählt er uns da, dies haben wir ja ausdrücklich gelernt: wenn er von ihm Weizen fordert und dieser ihm Gerste eingesteht, so ist er frei!? –", "Aus dieser Lehre konnte man entnehmen, er sei frei von der Zahlung für Weizen, aber verpflichtet zur Zahlung für Gerste, so lehrt er uns, daß er ganz und gar frei sei. –", "Wir haben gelernt: Sind es zwei Beschädigte, ein großer und ein kleiner &c. Wenn er aber den Beweis nicht erbringt, erhält er gemäß der Behauptung des Schädigers; weshalb denn, dies gleicht ja dem Falle von Weizen und Gerste!? –", "Er würde erhalten, erhält aber nichts157Falls er den Beweis nicht erbringt.. –", "Es wird ja aber gelehrt, er erhalte Ersatz für den kleinen vom großen und für den großen vom kleinen157Falls er den Beweis nicht erbringt.!? –", "Wenn er eingehascht hat. –", "Wir haben gelernt: Wenn einer nicht verwarnt und der andere verwarnt ist, und der Geschädigte sagt: der verwarnte hat den großen und der nicht verwarnte hat den kleinen beschädigt, und der Schädiger sagt: nein doch, der nicht verwarnte hat den großen und der verwarnte hat den kleinen beschädigt, so hat derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen. Wenn er aber den Beweis nicht erbringt, erhält er gemäß der Behauptung des Schädigers; weshalb denn, dies gleicht ja dem Falle von Weizen und Gerste!? –" ], [ "Er würde erhalten, erhält aber nichts157Falls er den Beweis nicht erbringt.. – Es wird ja aber gelehrt, er erhalte Ersatz für den kleinen vom verwarnten und für den großen vom nicht verwarnten157Falls er den Beweis nicht erbringt.. – Wenn er eingehascht hat.", "GEHÖREN SIE BEIDE EINEM EIGENTÜMER, SO IST ER FÜR BEIDE ERSATZPFLICHTIG. Raba aus Parziqa sprach zu R. Aši: Hieraus158Aus den Worten ‘für beide’.wäre also zu entnehmen, daß, wenn [zwei] nicht verwarnte Ochsen zusammen einen Schaden angerichtet haben, [der Geschädigte] seinen Schaden nach Belieben von dem einen oder von dem anderen einfordern könne. –", "Hier wird von verwarnten gesprochen. –", "Wie ist, wenn hier von verwarnten gesprochen wird, der Schlußsatz zu erklären; wenn einer groß und einer klein ist, und der Geschädigte sagt: der große hat ihn beschädigt, und der Schädiger sagt: nein doch, der kleine hat ihn beschädigt, so hat derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen. Welcher Unterschied besteht denn für ihn, wenn man sagen wollte, hier werde von verwarnten gesprochen, er muß ihm ja auf jeden Fall den vollen Betrag für den Ochsen ersetzen!?", "Dieser erwiderte: Der Schlußsatz spricht von nicht verwarnten und der Anfangsatz spricht von verwarnten.", "R. Aḥa der Greis sprach zu R. Aši: Wieso heißt es, wenn hier von verwarnten gesprochen wird, sie159Die Ochsen; die wörtl. Übersetzung dieser Mišnastelle lautet: so sind beide [Ochsen] ersatzpflichtig; vgl. S. 5 Anm. 22.sind ersatzpflichtig, es sollte ja heißen: so ist er ersatzpflichtig!? Und wieso heißt es ferner: beide159Die Ochsen; die wörtl. Übersetzung dieser Mišnastelle lautet: so sind beide [Ochsen] ersatzpflichtig; vgl. S. 5 Anm. 22.!? –", "Vielmehr, tatsächlich wird hier von nicht verwarnten gesprochen, und hier ist die Ansicht R. A͑qibas vertreten, welcher sagt, sie gelten als Teilhaber160Am schädigenden Ochsen; wenn er abhanden kommt, hat der Geschädigte den Ersatz eingebüßt., somit gilt dies nur von dem Falle, wenn beide vorhanden sind und [der Schädiger] ihn nicht zurückweisen kann, wenn aber nicht beide vorhanden sind, so kann er zu ihm sagen: Geh und beweise, daß dieser161Der vorhandene Ochs.ihn beschädigt hat, so bezahle ich dir.", "", "i WENN EIN OCHS VIER ODER FÜNF OCHSEN HINTEREINANDER NIEDERGESTOSSEN HAT, SO ERHÄLT ZUERST DER LETZTGESCHÄDIGTE ERSATZ, BLEIBT ETWAS ZURÜCK, SO ERHÄLT ES DER VORLETZTE, UND BLEIBT ETWAS ZURÜCK, SO ERHÄLT ES DER VORVORLETZTE; DER LETZTERE IST IMMER IM VORTEILSO R. MEÍR.", "R. ŠIMO͑N SAGT, WENN EIN OCHS IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] EINEN OCHSEN IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] NIEDERGESTOSSEN HAT, UND DAS AAS NICHTS WERT IST, SO ERHÄLT DER EINE EINE MINE UND DER ANDERE1Der Schädiger u. der Geschädigte. EINE MINE;", "HAT ER WIEDERUM EINEN OCHSEN IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] NIEDERGESTOSSEN, SO ERHÄLT DER LETZTE EINE MINE UND DIE BEIDEN ERSTEN2Der Schädiger u. der Zuerstgeschädigte. JE FÜNFZIG ZUZ;", "HAT ER WIEDERUM EINEN OCHSEN IM WERTE VON ZWEIHUNDERT [ZUZ] NIEDERGESTOSSEN, SO ERHÄLT DER LETZTE EINE MINE, DER VORLETZTE FÜNFZIG ZUZ UND DIE BEIDEN ERSTEN JE EINEN GOLDDENAR.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt weder die Ansicht R. Jišma͑éls noch die Ansicht R. A͑qibas.", "Nach R. Jišma͑él, welcher sagt, sie3Die Geschädigten. gelten als Gläubiger, sollte doch nicht der spätere, sondern der frühere im Vorteil sein, und nach R. A͑qiba, welcher sagt, er gelte als Ochs von Teilhabern, sollte doch nicht nur, wenn etwas zurückbleibt," ], [ "der vorletzte es erhalten, sondern alle gleichmäßig!?", "Raba erwiderte: Tatsächlich ist hier die Ansicht R. Jišma͑éls vertreten, welcher sagt, sie gelten als Gläubiger, wenn du aber einwendest, es sollte nicht immer der spätere, sondern immer der frühere im Vorteil sein, [so ist zu erwidern,] hier handle es sich um den Fall, wenn der [Zuerstgeschädigte] ihn eingehascht hat, und somit Lohnhüter hinsichtlich der Schädigungen geworden ist4Dann der 2. u. dann der 3. usw.; jeder ist für die Schädigung des späteren verantwortlich.. –", "Wieso heißt es demnach, wenn etwas zurückbleibt, erhalte es der vorletzte, der Eigentümer5Der für die Schädigung nicht mehr verantwortlich ist. sollte es doch erhalten!?", "Rabina erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn der Schaden6Des früheren dem des späteren. übersteigt, so erhält es der vorletzte.", "Ebenso erklärte auch Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans: Hier wurde das Gesetz von der Fahrlässigkeit des Hüters berührt. –", "Du hast sie also R. Jišma͑él addiziert, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Šimo͑n sagt, wenn ein Ochs im Werte von zweihundert [Zuz] einen Ochsen im Werte von zweihundert [Zuz] niedergestoßen hat, und das Aas nichts wert ist, so erhält der eine eine Mine und der andere eine Mine;", "hat er wiederum einen Ochsen im Werte von zweihundert [Zuz] niedergestoßen, so erhält der letzte eine Mine und die beiden ersten je fünfzig Zuz; hat er wiederum einen Ochsen im Werte von zweihundert [Zuz] niedergestoßen, so erhält der letzte eine Mine, der vorletzte fünfzig Zuz, und die beiden ersten je einen Golddenar.", "Dies nach R. A͑qiba, welcher sagt, er gelte als Ochs von Teilhabern. Der Anfangsatz nach R. Jišma͑él und der Schlußsatz nach R. A͑qiba!? –", "Freilich, so sagte auch Šemuél zu R. Jehuda: Scharfsinniger, laß die Mišna und folge mir; der Anfangsatz nach R. Jišma͑él und der Schlußsatz nach R. A͑qiba.", "Es7Dieser ganze Passus gehört nicht hierher u. ist nach Raschi zu streichen. wurde auch gelehrt: R. Joḥanan sagte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Falles, wenn der Geschädigte es dem Heiligtume geweiht hat.", "Dort haben wir gelernt: Wer seinem Nächsten einen Stoß versetzt, hat an ihn einen Sela͑ zu zahlen. R. Jehuda sagt im Namen R. Jose des Galiläers, eine Mine.", "Einst versetzte jemand seinem Nächsten einen Stoß; da ließ R. Ṭobija b. Mathna R. Joseph fragen: Ist in dieser Lehre ein tyrischer Sela͑ oder ein Provinzial-Sela͑8Ersterer hat den achtfachen Wert des letzteren; dies gilt auch von anderen Münzen. zu verstehen?", "Dieser ließ ihm erwidern: Ihr habt es gelernt: Und die beiden ersten je einen Golddenar. Wenn man nun sagen wollte, der Autor spreche von einem Provinzial-Sela͑, so sollte er dies doch fortsetzen bis zum Betrage von zwölf [Denar] und einem Sela͑9Falls angenommen wird, der Autor habe tyrische Geldwährung, so ist zu erklären, er spreche nur von ganzen Münzen, u. setzt daher das von ihm angezogene Beispiel nur bis zum Betrage eines Denars fort; wenn aber angenommen wird, er habe Provinzialwährung, so rechnet er auch mit geteilten Münzen (der Denar hat 3⅛ Z.), u. es ist nicht klar, weshalb er das angeführte Beispiel nicht fortsetzt...", "Jener entgegnete: Sollte etwa der Autor mit seiner Lehre wie ein Hausierer fortfahren!? –", "Wie bleibt es damit? Sie entschieden dies aus dem, was R. Jehuda im Namen Rabhs sagte: Überall, wo die Tora von Geld spricht, ist tyrische Währung zu verstehen, und wo die [Gelehrten von Geld] sprechen, ist Provinzial-Währung zu verstehen.", "Darauf sprach jener Mann: Da es nur ein halber Zuz ist, so verzichte ich darauf; mag er es den Armen geben. Später aber sagte er: Er gebe es mir, ich will mich damit kurieren lassen.", "Da sprach R. Joseph zu ihm: Die Armen haben es bereits erworben, wenn auch keine Armen hier anwesend sind, denn wir10RJ. war Armenvorsteher.sind Vertreter derselben. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Šemuéls, Waisen" ], [ "brauchen keines Prosbuls11Um ihre Forderungen vor Verfall im Erlaßjahre zu schützen..", "Ebenso lehrte auch Rami b. Ḥama: Waisen brauchen keines Prosbuls, denn R. Gamliél und sein Gerichtskollegium sind12Das W. היז, das in manchen Texten fehlt, ist zu streichen; jedes Gerichtskollegium gilt als Vertreter der Waisen, RG. wird nur deshalb genannt, weil er den Prosbul einführte.die Väter der Waisen.", "Einst versetzte der böse Ḥanan einem einen Faustschlag. Als er darauf vor R. Hona erschien, sprach dieser zu ihm: Geh und zahle ihm einen halben Zuz. Da gab er jenem einen abgescheuerten Zuz, den er hatte, und verlangte von ihm, daß er ihm einen halben Zuz herauszahle; jener aber lehnte die Annahme ab. Da versetzte er ihm einen zweiten Faustschlag und gab ihn ihm.", "iiWENN EIN OCHS VERWARNT IST HINSICHTLICH SEINER ART, NICHT ABER VERWARNT IST HINSICHTLICH EINER ANDEREN ART, HINSICHTLICH MENSCHEN, NICHT ABER HINSICHTLICH TIERE, HINSICHTLICH KLEINER, NICHT ABER HINSICHTLICH GROSSER, SO IST FÜR DAS, HINSICHTLICH DESSEN ER VERWARNT IST, DER GANZE SCHADEN ZU ZAHLEN, UND FÜR DAS, HINSICHTLICH DESSEN ER NICHT VERWARNT IST, DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ZAHLEN.", "SIE SPRACHEN VOR R. JEHUDA: WIE IST ES, WENN ER HINSICHTLICH DER ŠABBATHE VERWARNT13Wenn es nur am Šabbath stößt.IST UND NICHT HINSICHTLICH DER WOCHENTAGE? ER ERWIDERTE IHNEN: FÜR AM ŠABBATH [ANGERICHTETEN SCHADEN] IST DER VOLLSTÄNDIGE ERSATZ ZU ZAHLEN, FÜR WOCHENTAGS ANGERICHTETEN SCHADEN IST DIE HÄLFTE ZU ZAHLEN.", "WANN GILT ER WIEDER ALS NICHT VERWARNT? WENN ER ES AN DREI ŠABBATHEN UNTERLASSEN HAT14Wenn es Gelegenheit zu stoßen hatte u. dies nicht getan hat..", "GEMARA. Es wurde gelehrt: R. Zebid sagt, unsere Mišna laute: nicht aber verwarnt ist; R. Papa sagt, unsere Mišna laute: so ist er nicht verwarnt15Über die Lesart der Nachsätze in der Mišna herrschte ein Zweifel; nach der 2. Lesart lautete die Mišna wie folgt: wenn ein Ochs verwarnt ist hinsichtlich seiner Art, so ist er nicht verwarnt hinsichtlich einer fremden Art usw..", "R. Zebid sagt, unsere Mišna laute: nicht aber verwarnt ist; wenn dies16Ob er auch Tiere anderer Art stößt.aber unbekannt ist, so gilt er als verwarnt. R. Papa sagt, unsere Mišna laute: so ist er nicht verwarnt, wenn dies16Ob er auch Tiere anderer Art stößt.unbekannt ist, so gilt er nicht als verwarnt.", "R. Zebid eruiert es aus dem Schlußsatze und R. Papa eruiert es aus dem Anfangsatze.", "R. Zebid eruiert dies aus dem Schlußsatze, denn er lehrt: wenn hinsichtlich kleiner, nicht aber hinsichtlich großer. Einleuchtend ist es nun, wenn du sagst, unsere Mišna laute: nicht aber verwarnt ist, wenn dies aber unbekannt ist, gelte er als verwarnt, demnach lehrt er uns, daß er, selbst wenn er nur hinsichtlich kleiner verwarnt ist, auch hinsichtlich großer als verwarnt gilt, selbst wenn dies von solchen unbekannt ist;", "wenn man aber sagt, unsere Mišna laute: so ist er nicht verwarnt,", "er gilt also, wenn dies unbekannt ist, nicht als verwarnt, wozu braucht gelehrt zu werden, daß, wenn er hinsichtlich kleiner verwarnt ist, er hinsichtlich großer nicht als verwarnt gilt, wo er sogar hinsichtlich kleiner einer anderen Art nicht als verwarnt gilt!? –", "Und R. Papa!? – Er kann dir erwidern: dies ist nötig; man könnte glauben, da er hinsichtlich dieser Art verwarnt ist, sei zwischen großen und kleinen nicht zu unterscheiden, so lehrt er uns, daß er nicht als verwarnt gelte.", "R. Papa eruiert dies aus dem Anfangsatze, denn er lehrt: [wenn er verwarnt ist] hinsichtlich Menschen, so ist er nicht verwarnt hinsichtlich Tiere. Einleuchtend ist es nun, wenn du sagst, unsere Mišna laute: so ist er nicht verwarnt, wenn dies unbekannt ist, gilt er nicht als verwarnt; er lehrt uns somit, selbst wenn er hinsichtlich Menschen verwarnt ist, gelte er hinsichtlich Tiere, wenn dies unbekannt ist, nicht als verwarnt;", "wenn du aber sagst, unsere Mišna laute: nicht aber verwarnt ist, wenn es aber unbekannt ist, gelte er als verwarnt, wozu braucht gelehrt zu werden, daß er, wenn er hinsichtlich Menschen, verwarnt ist, er auch hinsichtlich Tiere als verwarnt gelte, wo er sogar, wenn er hinsichtlich Tiere verwarnt ist, auch hinsichtlich [anderer] Tiere als verwarnt gilt17An Menschen wagt er sich weniger heran; cf. supra Fol. 2b.!? –", "Und R. Zebid!? – Er kann dir erwidern: der Anfangsatz bezieht sich auf den Fall, wenn er es unterlassen hat. Wenn er beispielsweise sowohl hinsichtlich Menschen als auch hinsichtlich Tiere verwarnt war, hinsichtlich Tiere aber es unterlassen hat, wenn er nämlich dreimal an einem Tiere gestanden und es nicht gestoßen hat; man könnte glauben, die Unterlassung hinsichtlich Tiere sei ohne Bedeutung, da er es hinsichtlich Menschen nicht unterlassen hat, so lehrt er uns, daß die Unterlassung hinsichtlich Tiere allein als Unterlassung gelte.", "Man wandte ein: Symmachos sagt, [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere sei zu folgern, daß, wenn er hinsichtlich Menschen verwarnt ist, er auch hinsichtlich Tiere als verwarnt gelte: wenn er hinsichtlich Menschen verwarnt ist, um wieviel mehr gilt er als verwarnt hinsichtlich Tiere. Demnach ist der erste Autor der Ansicht, daß er18Wenn dies unbekannt ist.nicht als verwarnt gelte!? –", "R. Zebid kann dir erwidern: Symmachos spricht von der Unterlassung, und zwar spricht er zum ersten Autor wie folgt: du sagst, die Unterlassung hinsichtlich eines Tieres gelte als Unterlassung, nein, sie gilt nicht als Unterlassung, und zwar ist dies [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn er es hinsichtlich Menschen nicht unterlassen hat, wie sollte er es hinsichtlich Tiere unterlassen haben.", "R. Aši sprach: Komm und höre: Sie sprachen vor R. Jehuda: Wie ist es, wenn er hinsichtlich der Šabbathe verwarnt ist und nicht hinsichtlich der Wochentage? Er erwiderte ihnen: Für am Šabbath [angerichteten Schaden] ist der vollständige Ersatz zu zahlen, für wochentags angerichteten Schaden ist die Hälfte zu zahlen.", "Einleuchtend ist dies, wenn du sagst, die Lehre laute: nicht aber verwarnt ist, denn sie richteten an ihn eine Frage und er gab ihnen eine Antwort; wenn du aber sagst, die Lehre laute: so ist er nicht verwarnt, so belehrten sie ihn ja, und welchen Sinn hat ferner seine Antwort, die er ihnen gab!?", "Rabina sagte: Dies ist auch aus dem Anfangsatze zu entnehmen. Er lehrt: so ist für das, hinsichtlich dessen er verwarnt ist, der ganze Schaden zu zahlen, und für das, hinsichtlich dessen er nicht verwarnt ist, die Hälfte des Schadens zu zahlen.", "Einleuchtend ist es nun, wenn du sagst, die Lehre laute: nicht aber verwarnt ist, dies wäre also die Erklärung,", "wenn du aber sagst, die Lehre laute: so ist er nicht verwarnt, so ist ja die Lehre abgeschlossen, wieso heißt es nun weiter: so ist für das, hinsichtlich dessen er nicht verwarnt ist, die Hälfte des Schadens zu zahlen; wußten wir etwa bis jetzt nicht, daß für den nicht verwarnten die Hälfte des Schadens und für den verwarnten der ganze Schaden zu zahlen ist!?", "Und selbst wenn du die Ansicht R. Papas anerkennen wolltest, gilt er, wenn er einen Ochsen, einen Esel und ein Kamel niedergestoßen hat, als verwarnt hinsichtlich aller Arten.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er einen Ochsen gesehen und ihn gestoßen hat, einen [gesehen] und ihn nicht gestoßen hat, einen [gesehen] und ihn gestoßen hat, einen [gesehen] und ihn nicht gestoßen hat, einen [gesehen] und ihn gestoßen hat, und einen [gesehen] und ihn nicht gestoßen hat, so gilt er als verwarnt, Ochsen überspringend zu stoßen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er einen Ochsen gesehen und ihn gestoßen hat, einen Esel und ihn nicht gestoßen hat, ein Pferd und es gestoßen hat, ein Kamel und es nicht gestoßen hat, ein Maultier und es gestoßen hat. einen Waldesel und ihn nicht gestoßen hat, so gilt er als verwarnt, alle Arten überspringend zu stoßen.", "Sie fragten:" ], [ "Wie ist es, wenn er einen Ochsen, einen Ochsen, einen Ochsen, einen Esel und ein Kamel hintereinander niedergestoßen hat:", "gehört der letzte Ochs zu den Ochsen, somit gilt er als verwarnt nur hinsichtlich Ochsen, nicht aber hinsichtlich anderer Arten, oder aber gehört der letzte Ochs zum Esel und zum Kamel, somit gilt er als verwarnt hinsichtlich aller Arten?", "Wie ist es ferner, wenn er einen Esel, ein Kamel, einen Ochsen, einen Ochsen und einen Ochsen [niedergestoßen hat]: gehört der erste Ochs zum Esel und zum Kamel, somit gilt er als verwarnt hinsichtlich aller Arten, oder aber gehört er zu den Ochsen, somit gilt er als verwarnt nur hinsichtlich Ochsen, nicht aber hinsichtlich anderer Arten?", "Wie ist es ferner, wenn am Šabbath, am Šabbath, am Šabbath, am Sonntag und am Montag: gehört der letzte Šabbath zu den Šabbathen, somit gilt er als verwarnt nur hinsichtlich der Šabbathe, nicht aber hinsichtlich der Wochentage, oder aber gehört er zum Sonntag und zum Montag, somit gilt er als verwarnt hinsichtlich aller Tage?", "Und wie ist es ferner, wenn am Donnerstag, am Freitag, am Šabbath, am Šabbath und am Šabbath: gehört der erste Šabbath zum Donnerstag und zum Freitag, somit gilt er als verwarnt hinsichtlich aller Tage, oder aber gehört der erste Šabbath zu den Šabbathen, somit gilt er als verwarnt nur hinsichtlich der Šabbathe? –", "Dies bleibt unentschieden.", "Über den Fall, wenn er einen Ochsen am fünfzehnten des einen Monats, am sechzehnten des folgenden Monats und am siebzehnten des folgenden Monats gestoßen hat, besteht ein Streit zwischen Rabh und Šemuél.", "Es wurde nämlich gelehrt: Hat [eine Frau Menstrualblut] gemerkt am fünfzehnten des einen Monats, am sechzehnten des folgenden Monats und am siebzehnten des folgenden Monats, so ist dies, wie Rabh sagt, für sie die regelmäßige Periode19Ihre Verunreinigung beginnt mit diesem Zeitpunkte., und wie Šemuél sagt, nur dann, wenn die Überspringung sich dreimal20Dh. ein viertes Mal, da es das erste Mal nicht überspringend erfolgt ist.wiederholt hat.", "Raba sagte: Wenn er einen Posaunenschall gehört und gestoßen hat, einen Posaunenschall gehört und gestoßen hat, einen Posaunenschall gehört und gestoßen hat, so gilt er als verwarnt, bei einem Posaunenschalle zu stoßen. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, beim ersten Posaunenschalle geschah dies nur infolge des Erschreckens, so lehrt er uns.", "iiiWENN EIN OCHS EINES JISRAE͑LITEN EINEN OCHSEN DES HEILIGTUMS, ODER EIN OCHS DES HEILIGTUMS EINEN OCHSEN EINES JISRAE͑LITEN NIEDERGESTOSSEN HAT, SO IST KEIN ERSATZ ZU ZAHLEN, DENN ES HEISST: 21Ex. 35.den Ochsen seines Nächsten, NICHT ABER DEN OCHSEN DES HEILIGTUMS.", "WENN EIN OCHS EINES JISRAE͑LITEN EINEN OCHSEN EINES NICHTJUDEN NIEDERGESTOSSEN HAT, SO IST ER ERSATZFREI; WENN ABER EIN OCHS EINES NICHTJUDEN EINEN OCHSEN EINES JISRAE͑LITEN NIEDERGESTOSSEN HAT, SO HAT ER, OB VERWARNT ODER NICHT VERWARNT, DEN GANZEN SCHADEN ZU ZAHLEN.", "GEMARA. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Menasja, denn es wird gelehrt: Wenn ein Ochs eines Gemeinen einen Ochsen des Heiligtums, oder ein Ochs des Heiligtums einen Ochsen eines Gemeinen niedergestoßen hat, so ist kein Ersatz zu zahlen, denn es heißt: den Ochsen seines Nächsten, nicht aber den Ochsen des Heiligtums. R. Šimo͑n b. Menasja sagte: Wenn ein Ochs des Heiligtums einen Ochsen eines Gemeinen niedergestoßen hat, so ist kein Ersatz zu zahlen; wenn aber ein Ochs eines Gemeinen einen Ochsen des Heiligtums niedergestoßen hat, so ist, ob verwarnt oder nicht verwarnt, der ganze Schaden zu zahlen. –", "Welcher Ansicht ist R. Šimo͑n: nimmt er [das Wort] Nächsten genau, so sollte doch, auch wenn ein Ochs eines Gemeinen einen Ochsen des Heiligtums niedergestoßen hat, kein Ersatz zu zahlen sein, und nimmt er [das Wort] Nächsten nicht genau, so sollte doch, auch wenn ein Ochs des Heiligtums einen Ochsen eines Gemeinen niedergestoßen hat, Ersatz zu zahlen sein!?", "Wolltest du erwidern, er nehme tatsächlich [das Wort] Nächsten genau, nur ist, wenn einer eines Gemeinen einen des Heiligtums niedergestoßen hat, deshalb Ersatz zu zahlen, weil er dies [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere von dem eines Gemeinen folgert: wenn man ersatzpflichtig ist, falls der eines Gemeinen den eines Gemeinen niedergestoßen hat, um wieviel mehr ist man ersatzpflichtig, wenn er den des Heiligtums niedergestoßen hat,", "[so ist zu entgegnen:] es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon es gefolgert wird; wie nun bei jenem für das nicht verwarnte die Hälfte des Schadens zu zahlen ist, ebenso sollte auch bei diesem nur die Hälfte des Schadens zu zahlen sein!?", "Vielmehr, erklärte Reš Laqiš, alle waren im Ersatze des ganzen Schadens einbegriffen22Da beim verwarnten das W. ‘Nächsten’ nicht gebraucht wird., und wenn die Schrift beim nicht verwarnten hervorhebt, daß dies nur vom Nächsten gelte, so besagt dies, daß nur bei der Schädigung des Nächsten für den nicht verwarnten die Hälfte des Schadens zu zahlen sei, während beim Heiligtume sowohl für den nicht verwarnten als auch für den verwarnten der ganze Schaden zu zahlen ist," ], [ "denn sonst sollte doch [das Wort] Nächsten auch beim verwarnten gebraucht werden23Hinsichtlich der Schädigung des Heiligtums bleibt es also bei der ursprünglichen Bestimmung..", "WENN EIN OCHS EINES JISRAE͑LITEN EINEN OCHSEN EINES NICHTJUDEN NIEDERGESTOSSEN HAT, SO IST EU ERSATZFREI. Wie du es nimmst: ist [das Wort] Nächsten genau zu nehmen, so sollte doch, auch wenn ein Ochs eines Nichtjuden einen Ochsen eines Jisrae͑liten niedergestoßen hat, kein Ersatz zu zahlen sein, und ist [das Wort] Nächsten nicht genau zu nehmen, so sollte doch, auch wenn ein Ochs eines Jisrae͑liten einen Ochsen eines Nichtjuden niedergestoßen hat, Ersatz zu zahlen sein!?", "R. Abahu erwiderte: Die Schrift sagt:24Hab. 3,6.er stand auf, und die Erde wankte, er sah und löste die Völker; er sah, daß die Noaḥiden die sieben25Cf. Syn. Fol. 56a.Gebote, die sie auf sich nahmen, nicht hielten, da stand er auf und gab ihr Vermögen den Jisrae͑liten preis.", "R. Joḥanan sagte: Hieraus:26Dt. 33,2.er erschien vom Berge Paran; am Berge Paran gab er ihr Vermögen den Jisrae͑liten preis27Das W. הופיע wird in der weiteren Bedeutung aufgefaßt: entblößen, bloßlegen, er machte ihr Vermögen schutzlos..", "Ebenso wird auch gelehrt: Wenn ein Ochs eines Jisrae͑liten einen Ochsen eines Nichtjuden niedergestoßen hat, so ist er ersatzfrei; wenn aber ein Ochs eines Nichtjuden einen Ochsen eines Jisrae͑liten niedergestoßen hat, so hat er, ob verwarnt oder nicht verwarnt, den ganzen Schaden zu zahlen, denn es heißt: er stand auf, und die Erde wankte, er sah und löste die Völker, Ferner heißt es: er erschien vom Berge Paran. –", "Wozu ist das ‘ferner’ nötig? –", "Man könnte glauben, [der Schriftvers]: er stand auf, und die Erde wankte, sei zu verwenden für die Lehren des R. Mathna und des R. Joseph, so komm und höre: er erschien vom Berge Paran, am Berge Paran gab er ihr Vermögen den Jisrae͑liten preis. – Was ist dies für eine Lehre des R. Mathna? – R. Mathna lehrte: Er stand auf, und die Erde wankte, er sah und löste die Völker; was sah er? Er sah, daß die Noaḥiden die sieben Gebote, die ihnen auferlegt worden waren, nicht hielten, da stand er auf und verbannte sie aus ihrem Lande. –", "Wieso ist es erwiesen, daß vajater [löste] die Bedeutung ‘verbannen’ hat? – Hier heißt es: vajater Gojim, und dort heißt es: lenater bahen a͑l haa͑reç, was übersetzt wird: damit auf der Erde zu hüpfen28Sich fortbewegen.. –", "Was ist dies für eine Lehre des R. Joseph? – R. Joseph lehrte: Er stand auf, und die Erde wankte, er sah und löste die Völker; was sah er? Er sah, daß die Noaḥiden die sieben Gebote, die sie auf sich genommen hatten, nicht hielten, da stand er auf und befreite sie davon. –", "Dies ist ja für sie ein Gewinn, somit ergibt es sich, daß der Sünder Gewinn erlange!? Mar, der Sohn Rabinas, erwiderte: Dies besagt, daß sie, auch wenn sie sie halten, dafür keine Belohnung erhalten. –", "Etwa nicht, es wird ja gelehrt: R. Meír sagte: Woher, daß selbst ein Nichtjude, der sich mit der Tora befaßt, dem Hochpriester gleiche? Es heißt:29Lev. 18,5.der Mensch, der nach ihnen handelt, wird durch sie leben; es heißt nicht: Priester, Leviten und Jisraéliten, sondern: der Mensch; dies lehrt dich, daß selbst ein Nichtjude, der sich mit der Tora befaßt, dem Hochpriester gleiche. –", "Ich will dir sagen, sie erhalten keine Belohnung wie der, dem es geboten ist, und es hält, sondern wie der, dem es nicht geboten ist, und es hält. R. Ḥanina sagte nämlich: Bedeutender ist der, dem es geboten ist, und es hält, als der, dem es nicht geboten ist, und es hält.", "Die Rabbanan lehrten: Einst sandte die ruchlose Regierung zwei Feldherren zu den Weisen Jisraéls, [und diese sprachen zu ihnen:] Lehrt uns eure Tora. Sie studierten sie einmal und zweimal und dreimal. Als sie sich von ihnen verabschiedeten, sprachen sie zu ihnen: Wir haben euere ganze Tora genau studiert, und sie ist wahr, mit Ausnahme der einen Sache, daß ihr nämlich sagt, wenn ein Ochs eines Jisraéliten einen Ochsen eines Nichtjuden niedergestoßen hat, sei er ersatzfrei, und wenn ein Ochs eines Nichtjuden einen Ochsen eines Jisraéliten niedergestoßen hat, habe er, ob nicht verwarnt oder verwarnt, den vollständigen Schaden zu zahlen.", "Wie man es nimmt: ist [das Wort] Nächsten genau zu nehmen, so sollte doch, auch wenn einer eines Nichtjuden einen eines Jisraéliten niedergestoßen hat, kein Ersatz zu zahlen sein, und ist [das Wort] Nächsten nicht genau zu nehmen, so sollte doch, auch wenn einer eines Jisraéliten einen eines Nichtjuden niedergestoßen hat, Ersatz zu zahlen sein. Diese Sache wollen wir der Regierung nicht mitteilen.", "R. Šemuél b. Jehuda war eine Tochter gestorben, und die Rabbanan sprachen zu U͑la: Komm, wir wollen ihn trösten gehen. Dieser erwiderte ihnen: Was soll ein Trost der Babylonier, der ja eine Gotteslästerung ist? Sie pflegen nämlich zu sagen: was ist dagegen zu tun; als ob sie es getan hätten, wenn ihnen etwas möglich wäre.", "Darauf ging er allein zu ihm hin. Da sprach er zu ihm:30Dt. 2,9.Und der Herr sprach zu Moše: Befehde die Moabiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein; sollte es denn Moše in den Sinn gekommen sein, ohne Erlaubnis einen Krieg zu unternehmen? Moše folgerte vielmehr [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere, indem er sagte: wenn die Tora hinsichtlich der Midjaniten, die Moab nur zu Hilfe gekommen waren, sagt:31Num. 25,17.befehde die Midjaniten" ], [ "und schlage sie, um wieviel mehr gilt dies von den Moabitern selbst", "Darauf sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Nicht wie du denkst, denke ich; ich habe zwei schöne Tauben aus ihnen hervorgehen lassen: die Moabiterin Ruth und die A͑mmoniterin Naa͑ma.", "Nun ist hieraus [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Heilige, gepriesen sei er, zweier Tauben wegen zwei große Nationen verschont und sie nicht zerstört hat, um wieviel mehr würde die Tochter des Meisters, wenn sie würdig und geeignet gewesen wäre, daß ihr etwas gutes entstamme, am Leben geblieben sein.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Heilige, gepriesen sei er, kürzt keinem Geschöpfe seinen Lohn, nicht einmal den Lohn für eine schöne Redewendung;", "die ältere32Tochter Loṭs; cf. Gen. 19,30ff.nannte [ihren Sohn] Moab33Dh. vom Vater., daher sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše: Befehde die Moabiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein; nur in einen Krieg mit ihnen nicht einlassen, wohl aber durfte er ihnen Frondienste auferlegen.", "Die jüngere32Tochter Loṭs; cf. Gen. 19,30ff.aber nannte [ihren Sohn] Ben A͑mmi34Dh. Sohn meines Volkes., daher sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše:35Dt. 14,9.wenn du in die Nähe der A͑mmoniter kommst, so befehde sie nicht und streite nicht mit ihnen; nicht einmal Frondienst sollst du ihnen auferlegen.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen des R. Jehušua͑ b. Qorḥa: Man beeile sich stets zu einem guten Werke, denn als Belohnung für die eine Nacht, um die die ältere der jüngeren zuvorgekommen war, ward es ihr beschieden, vier Generationen früher in Jisraél36Dh. zur Königswürde in Jisraél; vgl. Bd. V S. 595 Anm. 73.zu kommen: O͑bed, Jišaj, David und Šelomo, die jüngere erst mit Reḥabea͑m37Dem Enkel Davids., denn es heißt:38iReg. 14,21.seine Mutter hieß Naa͑ma die A͑mmoniterin.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn der Ochs eines Jisraéliten einen Ochsen eines Samaritaners niedergestoßen hat, so ist er ersatzfrei, wenn aber ein Ochs eines Samaritaners einen Ochsen eines Jisraéliten niedergestoßen hat, so hat er nicht verwarnt die Hälfte des Schadens und verwarnt den ganzen Schaden zu bezahlen.", "R. Meír sagt: Wenn ein Ochs eines Jisraéliten einen Ochsen eines Samaritaners niedergestoßen hat, so ist er ersatzfrei, wenn aber ein Ochs eines Samaritaners einen Ochsen eines Jisraéliten niedergestoßen hat, so hat er, ob nicht verwarnt oder verwarnt, den ganzen Schaden zu bezahlen.", "Demnach wäre R. Meír der Ansicht, die Samaritaner seien Löwen-Proselyten39Die sich gegen ihren Willen, nur aus Furcht vor den Löwen (cf. iiReg. 17,25) zum Judentums bekehrt haben; sie gelten daher als Nichtjuden.,", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Alle aus Reqem40Ortschaft an der Grenze Palästinas; die meisten Einwohner dieser Stadt waren Nichtjuden.kommenden Blutflecke41Von denen anzunehmen ist, daß sie von Menstrualblut herrühren, das nur bei Jisraélitinnen verunreinigend ist.sind [levitisch] rein, nach R. Jehuda aber unrein, weil sie42Die meisten Einwohner.irrende Proselyten sind;", "die von Nichtjuden kommen, sind rein: die von Jisraéliten und Samaritanern kommen, sind nach R. Meír unrein, und nach den Weisen rein, weil sie hinsichtlich ihrer Blutflecke nicht verdächtig43Sie lassen menstrualblutbeschmutzte Kleidungsstücke nicht umherliegen; diese Flecke rühren also wahrscheinlich nicht von Menstrualblut her.sind.", "Demnach ist R. Meír der Ansicht, die Samaritaner seien wirkliche Proselyten!?", "R. Abahu erwiderte: R. Meír hat sie inbetreff ihres Vermögens gemaßregelt, damit man sich nicht mit ihnen [geschlechtlich] vermische.", "R. Zera wandte ein: In folgenden Fällen ist die für Mädchen festgesetzte Geldbuße44Wegen Notzucht; cf. Dt. 22,28,29.zu zahlen: wenn jemand einem Hurenkinde45Als solches gilt der durch einen verbotenen Beischlaf Erzeugte; cf. Jab. Fol. 49a., einer Nethina oder einer Samaritanerin beigewohnt hat. Wenn man nun sagen wollte, R. Meír habe sie inbetreff ihres Vermögens gemaßregelt, so sollte man sie auch hierbei maßregeln46Daß sie die Geldbuße nicht erhalten., auf daß man sich mit ihnen nicht vermische!?", "Abajje erwiderte: Damit" ], [ "der Sünder keinen Gewinn habe47Durch das Ersparen der Geldbuße.. –", "Sollte er es doch den Armen geben!? R. Mari erwiderte: Es wäre dann eine Zahlung, die keine Forderer hat48Niemand würde diese Zahlung einklagen können; wenn irgend ein Armer dies etwa tun wollte, so könnte er ihn damit abweisen, er wolle sie einem anderen geben..", "ivWENN EIN OCHS EINES VOLLSINNIGEN49Das W. פקח eigentl. Sehender, auch tropisch, wird als Ggs. zu taub, blind od. blöde gebraucht, dh. der Vollsinnige.EINEN OCHSEN EINES TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN NIEDERGESTOSSEN HAT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG, WENN ABER DER EINES TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN EINEN OCHSEN EINES VOLLSINNIGEN NIEDERGESTOSSEN HAT, SO IST ER ERSATZFREI50Wenn er nicht verwarnt ist..", "WENN DER OCHS EINES TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN GESTOSSEN HAT, SO STELLE IHM DAS GERICHT EINEN VORMUND UND MAN RICHTE DIE VERWARNUNG AN DEN VORMUND51Die Haftbarkeit für den nicht verwarnten Ochsen ist nur eine dingliche, u. das bewegliche Gut der hier genannten Personen ist nicht pfändbar; dagegen ist die Haftbarkeit für den verwarnten eine persönliche, u. sie haften mit ihren Immobilien..", "IST DER TAUBE HÖREND, DER BLÖDE VERSTÄNDIG UND DER MINDERJÄHRIGE VOLLJÄHRIG GEWORDEN, SO GILT ER WIEDER ALS NIGHT VERWARNTSO R. MEÍR; R. JOSE SAGT, ER VERBLEIBE BEI SEINEM BISHERIGEN ZUSTANDE.", "DER KAMPFSTIER52Wörtl. Ochs des Stadions, Platz, wo die Stierkämpfe veranstaltet wurden.IST NICHT DES TODES SCHULDIG, DENN ES HEISST:53Ex. 21,28.wenn stoßen wird, NICHT ABER, WENN MAN IHN ZUM STOSSEN ANHÄLT.", "GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, wenn ein Ochs eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen gestoßen hat, sei er ersatzfrei, wonach man ihm keinen Vormund stellt, um einen dinglichen Ersatz für den nicht verwarnten einzufordern, dagegen heißt es im Schlußsatze, wenn ein Ochs eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen gestoßen hat, stelle ihm das Gericht einen Vormund, und richte die Verwarnung an den Vormund; wonach man ihm einen Vormund stellt, um einen dinglichen Ersatz für den nicht verwarnten einzufordern!?", "Rabba erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn sie sich aber als stößig erweisen, stelle man ihnen einen Vormund und man richte die Verwarnung an den Vormund; sie sind dann verwarnt, sodaß, wenn er wiederum stößt, die Zahlung persönlich zu erfolgen habe. –", "Wer hat die persönliche Zahlung zu leisten? R. Joḥanan sagt, die Waisen, und R. Jose b. Ḥanina sagt, der Vormund. –", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Jehuda sagte ja im Namen R. Asis, das Vermögen der Waisen dürfe nur dann angegriffen werden, wenn Zinsen daran zehren,", "und R. Joḥanan erklärte: wenn ein zinsentragender Schuldschein oder wenn die Morgengabe einer Frau [zu bezahlen ist], wegen des Unterhaltes54Solange der Witwe die Morgengabe nicht ausgezahlt wird. müssen ihr die Erben Alimente zahlen. In anderen Fällen ist das Vermögen der minderjährigen Waisen unantastbar; die Gläubiger müssen bis zur Großjährigkeit derselben warten.!? –", "Wende es um: R. Joḥanan sagt, der Vormund, und R. Jose b. R. Ḥanina sagt, die Waisen.", "Raba entgegnete: Weil R. Joḥanan sich in einem Widerspruche befindet, willst du R. Jose b. Ḥanina zum Irrenden machen!? R. Jose b. Ḥanina war Richter und ist in Rechtssachen gründlich.", "Vielmehr, tatsächlich wende man es nicht um, denn bei Schädigungen verhält es sich anders. R. Joḥanan sagt, vom Vermögen der Waisen, denn wenn man sagen wollte, vom Vermögen des Vormundes," ], [ "würde jeder es55Das Amt eines Vormundes.ablehnen. R. Jose b. Ḥanina sagt, vom Vermögen des Vormundes, und sobald die Waisen großjährig sind, lassen sie es sich von diesem zurückzahlen.", "Ob man ihnen56Den hier genannten nicht vollsinnigen Personen.einen Vormund stelle, um wegen des nicht verwarnten einen dinglichen Ersatz einzufordern, streiten Tannaím;", "denn es wird gelehrt: Wenn der Eigentümer eines Ochsen taub oder blödsinnig geworden ist, oder nach dem Überseelande verreist ist, so bleibt er wie Jehuda b. Neqosa im Namen des Symmachos sagt, unverwarnt; die Verwarnung muß an den Eigentümer gerichtet werden. Die Weisen sagen, man stelle ihm einen Vormund und richte die Verwarnung an den Vormund.", "Wird der Taube wieder hörend, der Blödsinnige wieder verständig, der Minderjährige volljährig, oder kehrt der Eigentümer aus dem Überseelande zurück, so gilt er, wie Jehuda b. Neqosa im Namen des Symmachos sagt, wieder als nicht verwarnt; die Verwarnung muß an den Eigentümer gerichtet werden. R. Jose sagt, er verbleibe bei seinem bisherigen Zustande.", "Wie ist das, was Symmachos sagt, er bleibe unverwarnt, zu verstehen; wollte man sagen, er könne überhaupt nicht verwarnt werden, so sagt er ja im Schlußsatze: so gilt er wieder als nicht verwarnt, demnach galt er vorher als verwarnt.", "Wahrscheinlich ist unter unverwarnt zu verstehen, er bleibe bei seiner Vollständigkeit57תמות gleich תמימות v. תמם ganz, vollständig bleiben; die sonst dingliche Zahlung wird von diesem nicht eingezogen., man läßt von ihm nichts abkommen, demnach stelle man ihm keinen Vormund, um wegen des Nichtverwarnten eine dingliche Zahlung einzuziehen. Die Weisen aber sagen, man stelle ihm einen Vormund und man richte die Verwarnung an den Vormund; demnach stelle man ihm einen Vormund, um wegen des Nichtverwarnten einen dinglichen Ersatz einzuziehen. –", "Worin besteht ihr Streit im Schlußsatze? – Sie streiten, ob durch den Besitzwechsel58Der Ochs kam aus dem Besitze des Vormundes in den Besitz des Eigentümers. eine Änderung59Im Zustande des Ochsen hinsichtlich der Verwarnung.eintritt; Symmachos ist der Ansicht, durch den Besitzwechsel trete eine Änderung ein, und R. Jose ist der Ansicht, durch den Besitzwechsel trete keine Änderung ein.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Ochs eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen gestoßen hat, so bezahlt R. Ja͑qob die Hälfte des Schadens. – Was hat R. Ja͑qob getan!? –", "Lies vielmehr: wo ist, wie R. Ja͑qob sagt, die Hälfte des Schadens zu bezahlen. –", "Von welchem wird hier gesprochen, wenn von einem nicht verwarnten, so ist dies ja selbstverständlich, jeder andere hat ja ebenfalls nur die Hälfte des Schadens zu bezahlen, und wenn von einem verwarnten, so sollte doch, wenn er bewacht worden60Der Schaden braucht aus diesem Grunde nicht vollständig ersetzt zu werden.ist, überhaupt nichts zu bezahlen sein, und wenn er nicht bewacht worden ist, der ganze Schaden zu bezahlen sein!?", "Raba erwiderte: Tatsächlich von einem verwarnten, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn ihm eine leichte Bewachung zuteil wurde, aber keine gediegene.", "R. Ja͑qob ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die eine Hälfte61Der vollständigen Entschädigung für die Schädigung eines verwarnten Ochsen; vgl. S. 59 Anm. 39.bleibe beim bisherigen Zustande bestehen, ferner ist er der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, für den nicht verwarnten genüge eine leichte Bewachung62Es ist also die eine Hälfte, die für das nicht verwarnte zu zahlen wäre, zu ersetzen, während die 2. Hälfte fortfällt, da für den verwarnten Ochsen eine leichte Bewachung ausreicht.,", "und ferner ist er der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, man stelle ihm einen Vormund, um für das nicht verwarnte einen dinglichen Ersatz63Die eine Hälfte muß daher ersetzt werden; für das nicht verwarnte ist eine leichte Bewachung nicht ausreichend; cf. infra Fol. 55b.einzufordern.", "Abajje sprach zu ihm: Streiten sie64R. Ja͑qob u. R. Jehuda.etwa nicht, es wird ja gelehrt: Wenn ein Ochs eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen gestoßen hat, so ist nach R. Jehuda der Ersatz zu zahlen; R. Ja͑qob sagt, es sei die Hälfte des Schadens zu zahlen!? Rabba b. U͑la erwiderte: R. Ja͑qob erklärt das, was R. Jehuda unter Ersatz versteht. –", "Über welchen [Ochsen] streiten sie nach Abajje, welcher sagt, sie streiten wohl65Von einem nicht verwarnten kann hier überhaupt nicht die Rede sein, da nach der einen Ansicht, der vollständige Schaden zu ersetzen ist, von einem leicht bewachten verwarnten ebenfalls nicht, da nach R. Jehuda die leichte Bewachung ausreichend u. somit nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen ist.? –", "Er kann dir erklären, hier werde von einem verwarnten gesprochen, der überhaupt nicht bewacht worden ist.", "In einer Hinsicht ist R. Ja͑qob der Ansicht R. Jehudas und in einer Hinsicht streitet er gegen ihn. In einer Hinsicht ist er der Ansicht R. Jehudas, daß nämlich die eine Hälfte beim bisherigen Zustande bestehen bleibe, und in einer Hinsicht streitet er gegen ihn, denn R. Jehuda ist der Ansicht, man stelle ihm einen Vormund, um für das nicht verwarnte einen dinglichen Ersatz einzufordern, während R. Ja͑qob der Ansicht ist, man stelle ihm keinen und es sei nur die Hälfte des verwarnten66Dh. des Verwarntseins; für den vollst. Ersatz wegen des verwarnten ist man zur Hälfte nur dinglich haftbar, u. bei den in Rede stehenden nicht vollsinnigen Personen fällt diese Hälfte fort.zu zahlen.", "R. Aḥa b. Abajje sprach zu Rabina: Erklärlich ist dies nach Abajje, welcher sagt, sie streiten, weshalb aber wird es, nach Raba, welcher sagt, sie streiten nicht, auf einen verwarnten bezogen, sollte es doch auf einen nicht verwarnten bezogen werden," ], [ "und zwar, entweder nach R. Jehuda, wenn ihm eine leichte Bewachung zuteil wurde und keine gediegene, oder nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, wenn ihm überhaupt keine Bewachung zuteil wurde!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Sowohl bei einem nicht verwarnten als auch bei einem verwarnten ist man, wenn man ihnen eine leichte Bewachung angedeihen ließ, ersatzfrei. Demnach lehrt uns R. Ja͑qob, daß man ihm einen Vormund stelle, um für das nicht verwarnte einen dinglichen Ersatz einzufordern!?", "Jener erwiderte: Er lehrt eines, aus welchem gleichzeitig zwei Dinge zu entnehmen67Nach der Erklärung, es werde hier von einem verwarnten gesprochen, ist zu entnehmen, daß R. Ja͑qob bezüglich zweier Lehren der Ansicht R. Jehudas ist.sind.", "Rabina erklärte: Sie streiten, ob durch den Besitzwechsel eine Änderung eintritt. Wenn nämlich, nachdem er verwarnt worden ist, der Taube hörend, der Blöde verständig und der Minderjährige volljährig wird68Und der Ochs aus dem Besitze des Vormundes in den ihrigen übergeht.. R. Jehuda ist der Ansicht, er verbleibe bei seinem bisherigen Zustande, und R. Ja͑qob ist der Ansicht, durch den Besitzwechsel trete eine Änderung ein.", "Die Rabbanan lehrten: Vormünder haften persönlich und bezahlen kein Lösegeld. –", "Wer ist der Autor, welcher sagt, das Lösegeld sei eine Sühne, und Waisen haben keine Sühne zu zahlen?", "R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa. Es wird nämlich gelehrt:69Ex. 21,30.So soll er das Lösegeld seiner Person geben, den Wert des Geschädigten; R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt den Wert des Schädigers.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: die Rabbanan sind der Ansicht, das Lösegeld sei eine Geldentschädigung, und R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, ist der Ansicht, das Lösegeld sei eine Sühne.", "R. Papa erwiderte: Nein, beide sind der Ansicht, das Lösegeld sei eine Sühne, und ihr Streit besteht vielmehr in folgendem: die Rabbanan sind der Ansicht, man schätze den Wert des Geschädigten70Den Wert desselben als Sklave., und R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, ist der Ansicht, man schätze den Wert des Schädigers70Den Wert desselben als Sklave.. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Unten71Beim Lösegelde, Ex. 21,30.heißt es auferlegen und oben72Bei der verletzten Frau, Ex. 21,22.heißt es auferlegen, wie nun hier vom Beschädigten gesprochen wird, ebenso wird auch dort vom Beschädigten gesprochen.", "R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, aber erklärt, es heißt: so soll er das Lösegeld seiner Person geben. –", "Und die Rabbanan!? – Freilich heißt es, daß er das Lösegeld seiner Person gebe, die Schätzung aber erfolgt nach dem Werte des Geschädigten.", "Raba lobte R. Naḥman73Die Konstruktion ist unklar; nach Handschriften: R. lobte sich des RA. vor RN., dh. er war stolz auf ihn, er lobte ihn.vor R. Aḥa b. Ja͑qob, daß er ein bedeutender Mann sei. Da sprach er zu ihm: Wenn du ihn triffst, bringe ihn zu mir.", "Als er zu ihm kam, sprach er zu ihm: Frage mich etwas. Da richtete er an ihn folgende Frage: Wie ist, wenn der Ochs zwei Teilhabern gehört, das Lösegeld zu zahlen?", "Sollte sowohl der eine als auch der andere das Lösegeld zahlen, so spricht ja der Allbarmherzige von einem Lösegelde und nicht von zwei Lösegeldern, und sollte der eine die Hälfte des Lösegeldes zahlen und der andere ebenfalls die Hälfte des Lösegeldes, so spricht ja der Allbarmherzige von einem ganzen Lösegelde und nicht von einem halben Lösegelde.", "Während er darüber nachdachte, fragte er ihn ferner: Wir haben gelernt, daß man Schuldner von Schätzgelübden pfände74Durch den Schatzmeister des Tempels, falls sie nicht sofort bezahlen., aber Schuldner von Sündopfern und Schuldopfern nicht pfände; wie verhält es sich mit Schuldnern des Lösegeldes?", "Gleicht es, da es ebenfalls eine Sühne ist, Sünd- und Schuldopfern, somit nimmt er es damit streng und man braucht ihn nicht zu pfänden, oder gilt es, da er es seinem Nächsten gibt und nicht Gott, als Geldzahlung, somit nimmt er es damit nicht streng und man pfände ihn.", "Oder auch: da er nicht selbst gesündigt hat, sondern sein Eigentum, so nimmt er es damit nicht streng und man pfände ihn?", "Da rief jener: Laß mich, ich habe noch mit der ersten [Frage] zu tun75So (אסתגר, clausus, cohibitus est) nach unserem Texte; nach A͑rukh (איסתגיד schwach, kraftlos) ich bin schon durch die erste schwach..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand [einen Ochsen] als nicht verwarnt geliehen hat und es sich herausstellt, daß er verwarnt ist, so hat der Eigentümer die Hälfte des Schadens und der Entleiher die Hälfte des Schadens zu zahlen;", "ist er im Besitze des Entleihers verwarnt und dem Eigentümer zurückgegeben worden, so hat der Eigentümer die Hälfte des Schadens zu zahlen und der Entleiher ist ersatzfrei.", "Der Meister sagte: Wenn jemand einen Ochsen als nicht verwarnt geliehen hat und es sich herausstellt, daß er verwarnt ist, so hat der Eigentümer die Hälfte des Schadens und der Entleiher die Hälfte des Schadens zu zahlen. Weshalb denn, er kann ja zu ihm sagen: ich habe einen Ochsen geliehen und keinen Löwen76Er sollte überhaupt nichts zu zahlen brauchen.!?", "Raba erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er gewußt hat, daß er stößig ist. –", "Er kann ja zu ihm sagen: ich habe einen nicht verwarnten geliehen und keinen verwarnten!? –", "Jener kann ihm erwidern: schließlich müßtest du, auch wenn er nicht verwarnt wäre, die Hälfte des Schadens doch bezahlen, bezahle auch jetzt die Hälfte des Schadens. –", "Er kann ja zu ihm sagen: wenn er nicht verwarnt wäre, könnte die Zahlung dinglich erfolgen!? –", "Jener kann ihm erwidern: schließlich müßtest du mir doch meinen Ochsen bezahlen. –", "Er kann ja zu ihm sagen:" ], [ "wenn er nicht verwarnt wäre, so würde ich [die Schädigung] freiwillig eingestanden haben und frei gewesen sein77Jede Zahlung, die dem Schaden nicht entspricht, ist eine Buße, u. wenn man eine Handlung, auf die eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht, ist man von der Zahlung derselben frei.!?", "Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, der halbe Schadenersatz sei eine Geldentschädigung, kann er ja zu ihm sagen: wenn er nicht verwarnt wäre, so könnte ich ihn auf die Wiese entweichen 78Und da die Haftbarkeit nur dinglich wäre, so brauchte er keinen Ersatz zu leisten.lassen!? –", "Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn das Gericht zuvorgekommen ist und ihn eingehascht hat. –", "Weshalb braucht demnach der Eigentümer die Hälfte des Schadens zu bezahlen, er kann ja [zum Entleiher] sagen: du hast meinen Ochsen einhaschen lassen von einem, mit dem ich nicht prozessieren kann!? – Er kann ihm erwidern: auch wenn ich ihn dir zurückgegeben hätte, würde man ihn dir doch abgenommen haben. –", "Er kann ja zu ihm sagen: wenn du ihn mir zurückgegeben hättest, könnte ich ihn auf die Wiese entweichen lassen!? – Er kann ihm erwidern: schließlich warst du doch persönlich haftbar. –", "Allerdings in dem Falle, wenn er Grundbesitz hat, wie ist es aber in dem Falle, wenn er keinen Grundbesitz hat, zu erklären!? –", "Er kann ihm erwidern: wie ich dir gegenüber haftbar bin, so bin ich auch ihm79Dem Geschädigten.gegenüber haftbar. Dies nach einer Lehre R. Nathans, denn es wird gelehrt:", "R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine zu fordern hat, und dieser von einem anderen, man sie dem anderen abnimmt und jenem gibt? Es heißt:80Num. 5,7.so soll er es dem geben, dem die Schuld zukommt.", "«Ist er im Besitze des Entleihers verwarnt und dem Eigentümer zurückgegeben worden, so hat der Eigentümer die Hälfte des Schadens zu zahlen und der Entleiher ist ersatzfrei.»", "Nach dem Schlußsatze tritt durch den Besitzwechsel eine Änderung ein und nach dem Anfangsatze tritt durch den Besitzwechsel keine Änderung ein!?", "R. Joḥanan erwiderte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "Rabba erklärte: Wenn nach dem Anfangsatze durch den Besitzwechsel keine Änderung eintritt, so tritt auch nach dem Schlußsatze durch den Besitzwechsel keine Änderung ein, im Schlußsatze aber aus dem Grunde, weil er zu ihm sagen kann: du hast nicht das Recht, meinen Ochsen verwarnt zu machen.", "R. Papa erklärte: Wenn nach dem Schlußsatze durch den Besitzwechsel eine Änderung eintritt, so tritt auch nach dem Anfangsatze durch den Besitzwechsel eine Änderung ein, im Anfangsatze aber aus dem Grunde, weil er, wo er auch hinkommt, den Namen des Eigentümers trägt81Es ist also gar kein Besitzwechsel eingetreten..", "DER KAMPFSTIER IST NICHT DES TODES SCHULDIG &C. Sie fragten: Wie verhält es sich mit einem solchen hinsichtlich des Altars82Ob er als Opfer tauglich ist; ein gewöhnliches Tier ist, wenn es einen Menschen getötet hat, als Opfer untauglich.?", "Rabh sagt, er sei tauglich, und Šemuél sagt, er sei untauglich. Rabh sagt, er sei tauglich, denn er ist dazu gezwungen worden; Šemuél sagt, er sei untauglich, weil mit ihm eine Sünde begangen worden ist.", "Man wandte ein:83Lev. 1,2.Vom Vieh, dies schließt das aktiv oder passiv zur Bestialität verwandte aus; von den Rindern, dies schließt das götzendienstlich angebetete aus; vom Schafe, dies schließt das [für den Götzendienst] reservierte aus; und vom Schafe, dies schließt das stößige aus.", "R. Šimo͑n sagte: Wenn dies schon vom zur Bestialität verwandten gesagt wird, wozu braucht das vom stößigen gesagt zu werden, und wenn dies vom stößigen gesagt wird, wozu braucht dies vom zur Bestialität verwandten gesagt zu werden84Beide werden ja durch Steinigung hingerichtet.?", "Weil es beim zur Bestialität verwandten Einzelheiten gibt, die es beim stößigen nicht gibt, und beim stößigen, die es beim zur Bestialität verwandten nicht gibt.", "Beim zur Bestialität verwandten vergleicht er die durch Zwang erfolgte Tat mit der freiwilligen, beim stößigen aber vergleicht er die durch Zwang erfolgte Tat nicht mit der freiwilligen; wegen des stößigen ist das Lösegeld zu zahlen, wegen des zur Bestialität verwandten ist kein Lösegeld zu zahlen. Daher muß vom zur Bestialität verwandten und vom stößigen besonders gelehrt werden.", "Hier lehrt er also, daß beim zur Bestialität verwandten die durch Zwang erfolgte Tat der freiwilligen gleiche und beim stößigen die durch Zwang erfolgte Tat der freiwilligen nicht gleiche; wahrscheinlich doch hinsichtlich der Opferung85Es ist also zur Opferung tauglich.!? –", "Nein, hinsichtlich der Hinrichtung.", "Dies ist auch einleuchtend, denn wieso heißt es, wenn man sagen wollte, hinsichtlich der Opferung, beim stößigen vergleiche er die durch Zwang erfolgte Tat nicht mit der freiwilligen, hierbei wird ja weder von Zwang noch von freiem Willen86Der Ausdruck ‘er vergleicht’ (eigentl. macht) ist zu verstehen, dies sei in der Schrift angedeutet.gesprochen!? Wahrscheinlich also hinsichtlich der Hinrichtung.", "Der Meister sagte: Wegen des stößigen ist das Lösegeld zu zahlen und wegen des zur Bestialität verwandten ist kein Lösegeld zu zahlen. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es jemand durch die Bestialität getötet hat, so ist es ja einerlei, ob es mit dem Horn oder durch die Bestialität getötet hat;", "und wollte man sagen, wenn es durch die Bestialität nicht getötet hat, so ist ja das Lösegeld deshalb nicht zu zahlen, weil es nicht getötet hat!?", "Abajje erwiderte: Tatsächlich, wenn es durch die Bestialität nicht getötet hat, [die Beschlafene] aber vor Gericht gebracht und hingerichtet wurde; man könnte glauben, es sei ebenso," ], [ "als würde es sie direkt getötet haben, so lehrt er uns.", "Raba erklärte: Tatsächlich, wenn es durch die Bestialität getötet hat, wenn du aber einwendest, es sei ja einerlei, ob es mit dem Horn oder durch die Bestialität getötet hat, [so ist zu erwidern:] mit dem Horn hatte es die Absicht der Schädigung, hierbei aber hatte es nur die Absicht des Genusses. –", "Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über den Fall, wenn ein Tier ein Kind im Hofe des Geschädigten zertreten hat; nach Abajje muß Lösegeld gezahlt werden, nach Raba braucht kein Lösegeld gezahlt87Da es nicht die Absicht der Schädigung hatte.zu werden.", "Übereinstimmend mit Rabh wird auch, gelehrt: Ein Kampfstier ist nicht des Todes schuldig, auch ist er für den Altar tauglich, weil er als gezwungen gilt.", "vWENN EIN OCHS EINEN MENSCHEN NIEDERGESTOSSEN HAT UND DIESER GESTORBEN IST, SO IST, WENN ER VERWARNT IST, DAS LÖSEGELD ZU ZAHLEN, UND WENN ER NIGHT VERWARNT IST, KEIN LÖSEGELD ZU ZAHLEN; IN DEM EINEN FALLE WIE IM ANDEREN IST ER DES TODES SCHULDIG. DIES GILT AUCH VON EINEM SOHNE UND EINER TOCHTER88Dh. minderjährige Kinder, mit Anlehnung an Ex. 21,31.. HAT ER EINEN SKLAVEN ODER EINE MAGD NIEDERGESTOSSEN, SO HAT DER [EIGENTÜMER] DREISSIG SELA͑ ZU ZAHLEN, EINERLEI OB SIE HUNDERT MINEN ODER NUR EINEN DENAR WERT SIND.", "GEMARA. Wieso kann er verwarnt werden, wenn er schon nicht verwarnt getötet wird?", "Rabba erwiderte: In dem Falle, wenn man ihn auf drei Menschen geschätzt89Wenn er 3 Menschen verfolgt hat u. sie sich gerettet haben; das Gericht nimmt an, daß er sie getötet haben würde.hat.", "R. Aši erklärte: Die Schätzung ist bedeutungslos, vielmehr kann dies in dem Falle vorkommen, wenn er drei Menschen in Lebensgefahr gebracht90Erst beim Niederstoßen des letzten starben auch die 2 ersteren.hat.", "R. Zebid erklärte: Wenn er drei Tiere getötet hat. –", "Gilt er denn, wenn er hinsichtlich Tiere verwarnt ist, als verwarnt auch hinsichtlich Menschen!? Vielmehr, erklärte R. Šimi, wenn er drei Nichtjuden getötet hat. –", "Ist er denn, wenn er hinsichtlich Nichtjuden verwarnt ist, auch hinsichtlich Jisraéliten verwarnt!? Vielmehr, erklärte R. Šimo͑n b. Laqiš, wenn er drei auf den Tod verletzte Menschen getötet hat91Wegen solcher wird er nicht hingerichtet, da diese nicht lebensfähig waren.. –", "Ist er denn, wenn er hinsichtlich auf den Tod Verletzter verwarnt ist, auch hinsichtlich Lebensfähiger verwarnt!? Vielmehr, erklärte R. Papa, wenn er getötet hat und auf die Wiese entwichen ist, getötet hat und auf die Wiese entwichen ist.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte: Wenn die Zeugen, die die ersten Zeugen als Falschzeugen überführt92Und dadurch die Hinrichtung desselben verhindert haben.haben, als Falschzeugen überführt worden sind. –", "Einleuchtend ist dies, wenn man sagt, die Verwarnung erfolge für den Ochsen93Cf. supra Fol. 24a., wenn man aber sagt, die Verwarnung erfolge für den Eigentümer, kann er ja sagen: ich wußte es nicht94Der Eigentümer muß an 3 verschiedenen Tagen verwarnt werden, während er in diesem Falle die Bestätigung aller 3 Verwarnungen gleichzeitig erfährt.!? – Wenn sie bekunden, daß er jedesmal, wenn sein Ochs gestoßen hat, dabei war.", "Rabina erklärte: Wenn sie den Eigentümer des Ochsen kennen, nicht aber den Ochsen selbst95Erst zum 3. Male wurde der Ochs erkannt; er konnte daher wegen der ersten Male nicht hingerichtet werden.. –", "Was könnte er dann tun!? – Sie können zu ihm sagen: Du hast einen stößigen Ochsen in deiner Herde und solltest deine ganze Herde bewachen.", "IN DEM EINEN FALLE WIE IM ANDEREN IST ER DES TODES SCHULDIG &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn es heißt:96Ex. 21,28.der Ochs soll gesteinigt werden, so weiß ich ja, daß er Aas ist und das Aas nicht gegessen werden darf, wozu heißt es weiter: und das Fleisch darf nicht gegessen werden?", "Damit sagt dir die Schrift, daß, wenn er ihn nach der Aburteilung geschlachtet hat, er dennoch zum Essen verboten ist. Ich weiß dies nur vom Essen, woher dies von der Nutznießung? Es heißt: und der Besitzer des Ochsen ist frei.", "Wieso geht dies hieraus hervor? Šimo͑n b. Zoma erklärte: Wie wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: jener ist seines Vermögens frei, ohne aus diesem irgend einen Nutzen zu haben. –", "Woher, daß [die Worte:] und das Fleisch darf nicht gegessen werden, sich auf den Fall beziehen, wenn er ihn nach der Aburteilung geschlachtet hat, daß er zum Essen verboten ist, vielleicht ist er tatsächlich, wenn er ihn nach der Aburteilung geschlachtet hat, zum Essen erlaubt, und [die Worte:] und das Fleisch darf nicht gegessen werden, beziehen sich auf den Fall, wenn er gesteinigt worden ist, daß er zur Nutznießung verboten ist!? Dies nach einer Lehre R. Abahus,", "denn R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Überall wo es heißt: es darf nicht gegessen werden, du darfst nicht essen, oder: ihr dürft nicht essen, ist sowohl das Verbot des Essens als auch das Verbot der Nutznießung zu verstehen, es sei denn, daß die Schrift [das Entgegengesetzte] ausdrücklich hervorhebt,", "wie sie dies beim Aase hervorgehoben hat, daß man es einem Fremdling schenke und einem Nichtjuden verkaufe!? –", "Ich will dir sagen, dies nur, wenn das Verbot des Essens und das Verbot der Nutznießung aus [den Worten] darf nicht gegessen werden hervorgeht, hierbei aber geht das Verbot des Essens aus [den Worten] soll gesteinigt werden hervor; wenn man sagen wollte, [die Worte:] das Fleisch darf nicht gegessen werden, deuten auf das Verbot der Nutznießung, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: es soll nichts davon gegessen werden, oder es soll nicht gegessen werden, wenn es aber das Fleisch heißt, so besagt dies, selbst wenn er ihn geschlachtet und zu Fleisch gemacht hat.", "Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht nur in dem Falle," ], [ "wenn er einen Stein untersucht und ihn damit geschlachtet hat, sodaß es den Anschein der Steinigung hat, nicht aber, wenn er ihn mit einem Messer geschlachtet hat!? –", "Ich will dir sagen, wird denn in der Tora ein Messer genannt!? [Ferner] haben wir gelernt, wenn man mit einer Sichel, einem Steine oder einem Rohre schlachtet, sei das Schlachten gültig. –", "Wozu sind nun, wo wir das Verbot des Essens und das Verbot der Nutznießung aus [den Worten:] das Fleisch darf nicht gegessen werden, folgern, [die Worte:] der Besitzer des Ochsen ist frei, nötig!? – Wegen der Nutznießung der Haut; man könnte glauben, nur das Fleisch sei zur Nutznießung verboten, die Haut aber sei zur Nutznießung erlaubt, so heißt es: und der Besitzer des Ochsen ist frei. –", "Woher entnehmen jene Autoren, die [die Worte:] der Besitzer des Ochsen ist frei, zu einer anderen Auslegung verwenden, wie wir weiter sehen werden, [das Verbot] der Nutznießung der Haut? –", "Sie entnehmen dies aus: das [eth]97Die Partikel את ist hier überflüssig. Fleisch soll nicht gegessen werden, das, was zum Fleische gehört, nämlich die Haut. –", "Folgender Autor aber verwendet das eth nicht zur Forschung.", "Es wird nämlich gelehrt: Šimo͑n I͑msoni, manche sagen, Neḥemja I͑msoni, interpretierte sämtliche eth in der Tora, als er aber herankam zum [Schriftverse:]98Dt. 6,13.den [eth] Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, zog er sich99Diese Partikel sollte überall etwas ähnliches einschließen.zurück. Da sprachen seine Schüler zu ihm: Meister, was soll aus all den Forschungen werden, die du aus eth eruiert hast!? Dieser erwiderte: Wie ich einen Lohn zu erwarten hätte für die Forschung, ebenso habe ich einen Lohn zu erwarten für die Zurückziehung.", "Als aber R. A͑qiba kam, lehrte er: Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten, dies schließt die Schriftgelehrten ein.", "Die Rabbanan lehrten: Und der Besitzer des Ochsen ist frei; R. Elie͑zer erklärte: Er ist frei von [der Zahlung] der Hälfte100Da für den verwarnten Lösegeld zu zahlen ist, so müßte für das nicht verwarnte die Hälfte zu zahlen sein, wie bei der Vermögensschädigung.des Lösegeldes.", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Die Zahlung101Für die Schädigung des nicht verwarnten Ochsen.hat ja überhaupt nur dinglich zu erfolgen; bring ihn doch aufs Gericht, und er bezahle dir102Und da der Ochs zur Nutznießung verboten u. die Haftbarkeit des Eigentümers keine persönliche ist, so ist der Eigentümer ersatzfrei.!?", "R. Elie͑zer erwiderte ihm: Glaubst du etwa von mir, daß ich von einem spreche, der getötet werden muß!? Ich spreche von einem Falle, wenn die Tötung nur von einem einzelnen Zeugen oder vom Eigentümer selbst beurkundet wird103Wenn die Tötung des Ochsen aus formalen Gründen nicht erfolgen kann u. die Nutznießung desselben somit nicht verboten ist.. –", "Wenn vom Eigentümer selbst, so ist dies ja eine freiwillig eingestandene Bußzahlung104Die bei einem freiwilligen Geständnisse überhaupt nicht zu zahlen ist.!? –", "Er ist der Ansicht, das Lösegeld sei eine Sühne.", "Ein Anderes lehrt: R. Elie͑zer sprach zu ihm: A͑qiba, glaubst du von mir, daß ich von einem spreche, der hingerichtet werden muß!? Ich spreche von einem Falle, wenn er es auf ein Tier abgesehen und einen Menschen getötet hat, oder auf einen Nichtjuden und einen Jisraéliten getötet hat, oder auf eine Fehlgeburt und einen Lebensfähigen getötet105In solchen Fällen wird der Ochs nicht hingerichtet.hat.", "Welche Erwiderung gab er ihm106Der T. nimmt an, daß er ihm beide Antworten gab.zuerst? R. Kahana sagte im Namen Rabas, die von der Absicht107Die 2. Erwiderung, wenn er nicht beabsichtigt hat, die betreffende Person zu töten.gab er ihm zuerst; R. Ṭabjomi sagte im Namen Rabas, die von der [straflosen] Tötung gab er ihm zuerst.", "R. Kahana sagte im Namen Rabas, die von der Absicht gab er ihm zuerst, denn dies ist mit dem Falle zu vergleichen, wenn jemand Fische aus dem Meere fängt;" ], [ "findet er große, so nimmt er sie, findet er kleine, so nimmt er sie.", "R. Ṭabjomi sagte im Namen Rabas, die von der [straflosen] Tötung gab er ihm zuerst; dies ist mit dem Falle zu vergleichen, wenn jemand Fische aus dem Meere fängt; findet er kleine, so nimmt er sie, findet er große, so wirft er die kleinen fort und nimmt die großen.", "Ein Anderes lehrt: Und der Besitzer des Ochsen ist frei; R. Jose der Galiläer erklärte: Er ist frei von der Entschädigung für Kinder108Wenn er eine Frau gestoßen u. sie abortiert hat; geschieht dies durch einen Menschen, so hat er für die Kinder eine Entschädigung zu zahlen; cf. Ex. 21,22..", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Es heißt ja bereits:109Ex. 21,22.wenn Männer streiten und ein [schwangeres] Weib stoßen, Männer und nicht Ochsen!? –", "R. A͑qiba hat ja Recht!?", "R. U͑la, Sohn des R. Idi, erwiderte: Dies ist nötig; man könnte glauben, Männer, nicht aber Ochsen, die Männern gleichen, wie nämlich Männer als verwarnt gelten, ebenso auch Ochsen, die verwarnt sind, für einen nicht verwarnten aber sei man ersatzpflichtig, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei, daß er frei ist.", "Raba sprach: Der Bürger auf der Erde und der Fremde in den höchsten110Dies ist ja ganz unlogisch.Himmeln!", "Vielmehr, erklärte Raba, dies ist deshalb nötig; man könnte glauben, Männer, nicht aber Ochsen, die Männern gleichen, wie Männer als verwarnt gelten, ebenso auch Ochsen, die verwarnt sind, und um so mehr sollte man wegen nicht verwarnter frei sein, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei, wegen des nicht verwarnten ist er frei und wegen des verwarnten ist er schuldig.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte man doch hinsichtlich der Beschämung111Aus dem angezogenen Schriftverse (Ex. 21,22) wird gefolgert, daß, wenn ein Tier jemand beschämt, der Eigentümer ersatzfrei sei.ebenso folgern: Männer, nicht aber Ochsen, die Männern gleichen, wie Männer als verwarnt gelten, ebenso auch Ochsen, die verwarnt sind, und um so mehr sollte man wegen nicht verwarnter frei sein, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei, wegen des nicht verwarnten ist er frei und wegen des verwarnten ist er schuldig!?", "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so sollte er doch lehren: der Besitzer des Ochsen ist frei, R. Jose der Galiläer erklärte, er ist frei von der Entschädigung für Kinder und für Beschämung!? –", "Vielmehr, Abajje und Raba erklärten beide: Männer, diese haben, wenn die Frau keinen Schaden111Am Leben; cf. Ex. 21,22,23.nimmt, eine Buße zu zahlen, wenn aber die Frau einen Schaden nimmt, keine Buße112Da sie der Todesstrafe verfallen.zu zahlen, nicht aber Ochsen; wegen dieser sollte, auch wenn sie einen Schaden nimmt, eine Buße gezahlt werden, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei, er ist davon frei.", "R. Ada b. Aḥaba wandte ein: Hängt dies denn vom Schaden ab, es hängt ja von der Absicht113Da sie nicht beabsichtigt haben, die Frau zu töten, so sind sie von der Todesstrafe frei (cf. Syn. Fol. 79a) u. somit zur Entschädigung verpflichtet.ab!?", "Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba: Männer, nur diese müssen eine Buße zahlen, wenn sie es auf einander abgesehen haben, auch wenn die Frau einen Schaden nimmt, wenn sie es aber auf die Frau selbst abgesehen haben, zahlen sie keine112Da sie der Todesstrafe verfallen.Buße, nicht aber Ochsen, wegen dieser sollte eine Buße gezahlt werden, auch wenn sie es auf die Frau selbst abgesehen haben, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei, er ist davon frei.", "Ebenso brachte R. Ḥagi, als er aus dem Süden kam, eine Lehre mit, übereinstimmend mit R. Ada b. Ahaba.", "Ein Anderes lehrt: Und der Besitzer des Ochsen ist frei; R. A͑qiba erklärte: Er ist frei von der Zahlung für einen Sklaven." ], [ "Sollte doch R. A͑qiba sich selbst erwidern: Die Zahlung hat ja überhaupt nur dinglich zu erfolgen; bringe es doch aufs Gericht und er bezahle dir114Derselbe Einwand, den ob. (Fol. 41b) RA͑. gegen R. Elea͑zar gerichtet hat.!?", "R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Wenn der Eigentümer zuvorgekommen ist und ihn geschlachtet115Vor der Aburteilung; er ist dann nicht zur Nutznießung verboten.hat; man könnte glauben, die Zahlung sei mit diesen zu leisten, so lehrt er uns, daß mit ihm, da er getötet werden muß, keine Zahlung zu leisten ist, auch wenn er ihn geschlachtet hat. –", "Demnach ist ja nach R. Elie͑zer ebenfalls zu erklären: wenn er zuvorgekommen ist und ihn geschlachtet116Wieso richtete nun RA͑. gegen ihn den Einwand.hat!? –", "Dem ist auch so, nur dachte er: vielleicht hat er eine noch bessere Erklärung, die er mir geben kann. –", "Sollte R. Elie͑zer ihm geantwortet haben: wenn er zuvorgekommen ist und ihn geschlachtet hat!? – Er kann dir erwidern: in jenem Falle, wenn er es auf ein Tier abgesehen und einen Menschen getötet hat, ist ja der Ochs überhaupt nicht zu töten, somit könnte man glauben, er sei schuldig, daher ist ein Schriftvers nötig, um dies auszuschließen; hierbei aber, wo er zu töten ist, ist kein Schriftvers nötig, auch nicht wegen des Falles, wenn er ihn geschlachtet hat. –", "Dies ist ja tatsächlich gegen R. A͑qiba einzuwenden!?", "R. Asi erwiderte: Folgende Erklärung hörte ich aus dem Munde eines bedeutenden Mannes, das ist R. Jose b. Ḥanina: da R. A͑qiba der Ansicht ist, für die von einem nicht verwarnten Ochsen einem Menschen zugefügte Mehrbeschädigung117Cf. supra Fol. 33a.sei der ganze Schaden zu zahlen, so könnte man glauben, diese Zahlung118Für einen Sklaven.habe persönlich zu erfolgen, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei.", "R. Zera sprach zu R. Asi: R. A͑qiba hat ja einen Kolben zerbrochen119Dh. seine Lehre eingeschränkt.!? Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte: Man könnte glauben, diese Zahlung sei eine persönliche, so heißt es:120Ex. 21,31.nach diesem Rechte soll mit ihm verfahren werden, die Haftbarkeit ist nur dinglich und nicht persönlich.", "Vielmehr, erklärte Raba, ist dies deshalb nötig; da es bei einem Sklaven strenger ist als bei einem Freien, denn für einen Freien ist, wenn er einen Sela͑ wert war, ein Sela͑, und wenn er dreißig Sela͑ wert war, dreißig zu zahlen, während für einen Sklaven, auch wenn er nur einen Sela͑ wert war, dreißig Sela͑ zu zahlen sind, könnte man glauben, die Haftbarkeit118Für einen Sklaven.sei eine persönliche, daher schrieb der Allbarmherzige: der Besitzer des Ochsen ist frei.", "Übereinstimmend mit Raba wird auch gelehrt: Und der Besitzer des Ochsen ist frei; R. A͑qiba erklärte: Er ist frei von der Zahlung für einen Sklaven.", "Dies ist durch eine Analogie zu schließen: [der Eigentümer] ist wegen eines Sklaven schuldig und er ist wegen eines Freien schuldig, wie bei der Haftbarkeit für einen Freien zwischen nicht verwarnt und verwarnt unterschieden wird, ebenso ist auch bei der Haftbarkeit für Sklaven zwischen nicht verwarnt und verwarnt zu unterscheiden.", "Ferner ist dies [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn hinsichtlich eines Freien, für den der ganze Wert zu ersetzen ist, zwischen nicht verwarnt und verwarnt unterschieden wird, um wieviel mehr ist hinsichtlich eines Sklaven, für den nur dreißig [Sela͑] zu zahlen sind, zwischen nicht verwarnt und verwarnt zu unterscheiden.", "Nein, bei einem Sklaven ist es strenger als bei einem Freien: für einen Freien ist, wenn er einen Sela͑ wert war, nur ein Sela͑, und wenn er dreißig wert war, dreißig zu zahlen, für einen Sklaven aber ist, auch wenn er nur einen Sela͑ wert ist, dreißig Sela͑ zu zahlen. Man könnte daher glauben, er sei für diesen ersatzpflichtig, daher heißt es: der Besitzer des Ochsen ist frei, er ist frei von der Zahlung für einen Sklaven.", "Die Rabbanan lehrten:121Ib. V. 29.Und einen Mann oder eine Frau tötet. R. A͑qiba sprach: Was will er uns damit lehren? Wenn etwa, daß man wegen einer Frau ebenso schuldig sei wie wegen eines Mannes, so heißt es ja bereits:122Ib. V. 28.wenn ein Ochs einen Mann oder eine Frau stößt;", "vielmehr, daß man die Frau mit dem Manne vergleiche: wie die Entschädigung für einen Mann seinen Erben gehört, ebenso gehört auch die Entschädigung für eine Frau ihren Erben123Und nicht dem Ehemanne.. –", "Demnach wäre R. A͑qiba der Ansicht, der Ehemann beerbe [seine Frau] nicht, und dem widersprechend wird gelehrt:124Num. 27,11.Er erbe sie, dies lehrt, daß der Ehemann seine Frau beerbe125Cf. Bb. Fol. 111b.– so R. A͑qiba!?", "Reš Laqiš erwiderte: R. A͑qiba sagt dies nur vom Lösegelde, weil dieses erst nach dem Tode zahlbar ist und somit nur anwartschaftlich ist und der Ehemann erhält nicht vom anwartschaftlichen, wie vom wirklichen Besitze. –", "Weshalb? – Die Schrift sagt:126Ex. 21,29,30.und einen Mann oder eine Frau tötet, so soll der Ochs gesteinigt werden und auch der Eigentümer soll sterben; wenn ihm ein Lösegeld auferlegt wird. –", "Ist etwa R. A͑qiba dieser Ansicht nicht auch hinsichtlich der Schädigungen, es wird ja gelehrt:", "Wenn jemand eine Frau geschlagen und ihr Kinder abgegangen sind, so muß er die Entschädigung und das Schmerzensgeld an die Frau und den Ersatz für die Kinder an den Ehemann zahlen; [lebt] der Ehemann nicht mehr, so zahle er an seine Erben, [lebt] die Frau nicht mehr, so zahle er an ihre Erben; ist sie eine freigelassene Sklavin" ], [ "oder eine Proselytin, so hat er es erworben127Da diese keine Erben haben, so ist ihr Nachlaß Freigut, wer zuvorkommt dem gehört er.!?", "Rabba erwiderte: Dies gilt von einer Geschiedenen. Ebenso erklärte auch R. Naḥman, dies gelte von einer Geschiedenen. –", "Die Geschiedene sollte ja auch am Ersatz für die Kinder beteiligt sein!?", "R. Papa erwiderte: Die Tora hat den Ersatz für die Kinder dem Manne zugesprochen, selbst wenn er sie unehelich beschlafen hat. – Wo dies? – Die Schrift sagt:128Ex. 21,22.wie sie ihm der Ehemann der Frau auferlegt.", "Sollte doch Rabba erklären: wenn sie129Die Richter vom Schädiger der Frau; das Geld, bezw. die Grundstücke gelten nach der einen od. anderen Ansicht nach der weiter folgenden Lehre als anwartschaftliches Vermögen, das der Ehemann nicht erbt, somit braucht die angezogene Lehre nicht auf den Fall beschränkt zu werden, wenn die Frau nachher geschieden wurde.Geld eingefordert haben, und R. Naḥman: wenn sie Grundbesitz eingefordert haben!?", "Rabba sagte nämlich: Haben sie130Die Erben nach dem Tode des Vaters.Grundbesitz eingefordert, so erhält er131Der Erstgeborene einen doppelten Anteil; einen solchen erhält er nur vom wirklich vorhandenen u. nicht vom anwartschaftlichen Vermögen; cf. Bb. Fol. 125b., haben sie Geld eingefordert, so erhält er nicht. R. Naḥman aber sagte: Haben sie Geld eingefordert, so erhält er, haben sie Grundbesitz eingefordert, so erhält er nicht. –", "Ich will dir sagen, dies nur nach der Lehre der westlichen Schule, nach der Ansicht der Rabbanan,", "während sie es hier nach der Ansicht Rabbis erklären132Cf. Bb. Fol. 124a..", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Wenn ein Ochs ohne Absicht einen Sklaven getötet hat, so ist [der Eigentümer] frei von der Zahlung der dreißig Šeqel, denn es heißt:133Ex. 21,32.dreißig Šeqel Silber soll er an den Eigentümer zahlen und der Ochs soll gesteinigt werden; wenn der Ochs zu steinigen ist, hat der Eigentümer die dreißig Šeqel zu zahlen, und wenn der Ochs nicht zu steinigen ist, braucht auch der Eigentümer die dreißig Šeqel nicht zu zahlen.", "Rabba sagte: Wenn ein Ochs einen Freien ohne Absicht getötet hat, so braucht [der Eigentümer] das Lösegeld nicht zu zahlen, denn es heißt: der Ochs soll gesteinigt werden und auch der Eigentümer soll sterben; wenn ihm ein Lösegeld auferlegt wird; wenn der Ochs zu steinigen ist, hat der Eigentümer das Lösegeld zu zahlen, und wenn der Ochs nicht zu steinigen ist, braucht auch der Eigentümer das Lösegeld nicht zu zahlen.", "Abajje wandte gegen ihn ein: [Sagt jemand:] mein Ochs hat jenen getötet, oder. den Ochsen von jenem, so muß er trotz des freiwilligen Geständnisses bezahlen. Doch wohl das Lösegeld134Und in diesem Falle wird der Ochs nicht getötet.!? –", "Nein, eine gewöhnliche Entschädigung. –", "Wie ist, wenn eine gewöhnliche Entschädigung135Dh. wenn man sagen wollte, daß in einem Falle, wenn die in der Tora vorgeschriebene Zahlung fortfällt, eine Entschädigung zu zahlen sei., der Schlußsatz zu erklären: [Sagt er:] mein Ochs hat den Sklaven von jenem getötet, so braucht er wegen des freiwilligen Geständnisses nichts zu bezahlen.", "Weshalb denn nicht, wenn eine gewöhnliche Entschädigung!? Dieser erwiderte ihm: Ich könnte dir erwidern, der Anfangsatz spreche von einer gewöhnlichen Entschädigung und der Schlußsatz spreche von einer Bußzahlung, nur will ich dir keine gesuchte Antwort geben. Beide sprechen vielmehr von einer gewöhnlichen Entschädigung, nur" ], [ "[ist hierbei folgender Grund zu berücksichtigen:] wegen eines Freien, für den bei einem freiwilligen Geständnisse das Lösegeld zu zahlen ist, wenn nämlich Zeugen gekommen sind und bekundet haben, daß er getötet hat, aber nicht wußten, ob er nicht verwarnt oder verwarnt war, und der Eigentümer freiwillig angibt, daß er verwarnt war, in welchem Falle trotz des freiwilligen Geständnisses das Lösegeld zu zahlen ist, ist, wenn keine Zeugen vorhanden sind, eine Entschädigung zu zahlen,", "für einen Sklaven aber, für den bei einem freiwilligen Geständnisse die Geldbuße nicht zu zahlen ist, wenn nämlich Zeugen gekommen sind und bekundet haben, daß er getötet hat, aber nicht wußten, ob er nicht verwarnt oder verwarnt war, und der Eigentümer freiwillig angibt, daß er verwarnt war, in welchem Falle die Geldbuße wegen des freiwilligen Geständnisses nicht zu zahlen ist, ist, wenn keine Zeugen vorhanden sind, keine Entschädigung zu zahlen.", "R. Šemuél b. R. Jiçḥaq wandte ein: Wenn er wegen eines Freien schuldig ist, ist er auch wegen eines Sklaven schuldig; dies gilt sowohl vom Lösegelde als auch von der Tötung136Des Ochsen..", "Gibt es denn bei einem Sklaven ein Lösegeld!? Wahrscheinlich ist eine Entschädigung zu verstehen!?", "Manche sagen, er richtete den Einwand und er selbst erklärte es auch, und manche sagen, Rabba erwiderte ihm: Er meint es wie folgt: wenn er wegen eines Freien schuldig ist, das Lösegeld, wenn es nämlich mit Absicht geschah und Zeugen vorhanden sind, ist er wegen eines Sklaven die Geldbuße137Die 30 Šeqel.schuldig, und wenn er wegen eines Freien schuldig ist, eine Entschädigung, wenn es nämlich ohne Absicht geschah und Zeugen vorhanden sind, ist er auch wegen eines Sklaven, wenn es ohne Absicht geschah und Zeugen vorhanden sind, eine Entschädigung schuldig.", "Raba sprach zu ihm: Demnach sollte auch für die unbeabsichtigte Feuerschädigung, wenn Zeugen vorhanden sind, eine Entschädigung zu zahlen sein!? –", "Woher entnimmt Raba, daß keine zu zahlen ist?", "Wollte man sagen, aus der Lehre, wenn daneben138Neben einer Tenne, die jemand in Brand gesteckt hat.ein gebundenes Böckchen und ein Sklave sich befinden und mit dieser verbrannt werden, sei er ersatzpflichtig, wenn aber ein gebundener Sklave und ein Böckchen und mit dieser verbrannt werden, sei er ersatzfrei,", "so sagte ja Reš Laqiš, dies gelte von dem Falle, wenn er das Feuer mit dem Körper des Sklaven angezündet hat, weil er nämlich der strengeren Strafe verfällt.", "Und wollte man sagen, aus der Lehre, beim Feuer sei es strenger als bei der Grube, denn das Feuer gilt als verwarnt hinsichtlich der Verzehrung geeigneter Sachen und ungeeigneter Sachen, was bei der Grube nicht der Fall ist, es heißt aber nicht, beim Feuer sei der Schaden auch bei Absichtslosigkeit zu ersetzen, was bei der Grube nicht der Fall ist, [so ist zu erwidern,]", "vielleicht lehre er nur manches und lasse manches fort!?", "Vielmehr, Raba selbst war dies fraglich: ist für die absichtslose Feuerschädigung eine Entschädigung zu zahlen oder nicht;", "sagen wir, nur bei der Ochsenschädigung, für die bei Absicht das Lösegeld zu zahlen ist, sei bei Absichtslosigkeit eine Entschädigung zu zahlen, bei der Feuerschädigung aber, für die bei Absicht kein Lösegeld zu zahlen ist, sei auch bei Absichtslosigkeit keine Entschädigung zu zahlen, oder aber ist, wie bei der absichtslosen Ochsenschädigung, obgleich das Lösegeld fortfällt, eine Entschädigung zu zahlen ist, auch bei der absichtslosen Feuerschädigung, obgleich für diese bei Absicht kein Lösegeld zu zahlen ist, eine Entschädigung zu zahlen?", "Wir wissen dies nicht; dies bleibt unentschieden.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Lösegeld, wozu heißt es: wenn ein Lösegeld? Dies schließt das Lösegeld bei Absichtslosigkeit ein, das ebenso zu zahlen ist, wie bei Absicht.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach könnte man auch auslegen:139Ex. 21,32.Sklaven, wozu heißt es: wenn einen Sklaven? Dies schließt die Absichtslosigkeit bei [der Tötung] eines Sklaven ein, die der Absicht gleicht!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so sagte ja Reš Laqiš, wenn ein Ochs einen Sklaven ohne Absicht getötet hat, seien die dreißig Šeqel nicht zu zahlen!?", "Dieser erwiderte ihm: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen zwei Personen hin140Er streitet gegen RL.?", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Einen Sklaven, wozu heißt es wenn einen Sklaven? Dies schließt die Absichtslosigkeit bei [der Tötung] eines Sklaven ein, die der Absicht gleicht. –", "Nach Reš Laqiš141Nach dem bei Absichtslosigkeit die 30 Šeqel nicht zu zahlen sind. wären also, da er [die Worte] wenn einen Sklaven nicht142Das W. אם als Einschließung.ausgelegt, auch [die Worte] wenn ein Lösegeld nicht auszulegen? –", "Nein, [die Worte] wenn einen Sklaven legt er nicht aus, [die Worte] wenn ein Lösegeld legt er wohl aus. –", "Weshalb die Unterscheidung? – [Die Worte] wenn einen Sklaven stehen nicht neben [der Vorschrift von] der Zahlung143Dieser Schriftvers ist an sich nötig, um die Unterscheidung zwischen einem Freien u. einem Sklaven zu lehren., [die Worte] wenn ein Lösegeld stehen neben [der Vorschrift von] der Zahlung144Dieser Schriftvers lehrt die Zahlung des Lösegeldes..", "DASSELBE GILT AUCH VON EINEM SOHNE UND EINER TOCHTER. Die Rabbanan lehrten:120Ex. 21,31.Wenn er einen Sohn stößt oder eine Tochter stößt, [dies lehrt,] daß man wegen Minderjähriger wie wegen Großjähriger schuldig sei.", "Dies wäre eigentlich durch eine Analogie zu folgern: wenn ein Mensch einen Menschen [tötet], ist er schuldig, und ebenso ist man schuldig, auch wenn ein Tier einen Menschen [tötet], wie nun, wenn ein Mensch einen Menschen [tötet], zwischen Minderjährigen und Großjährigen nicht unterschieden wird, ebenso ist auch, wenn ein Ochs einen Menschen [tötet], zwischen Minderjährigen und Großjährigen nicht zu unterscheiden.", "Ferner wäre dies auch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn man, wenn ein Mensch einen Menschen [tötet], bei dem Minderjährige Großjährigen145Als Täter; der Minderjährige ist wegen des Totschlages nicht strafbar.nicht gleichen, wegen Minderjähriger ebenso wie wegen Großjähriger schuldig ist, um wieviel mehr ist man," ], [ "wenn ein Ochs einen Menschen [tötet], bei dem Minderjährige Großjährigen gleichen, wegen Minderjähriger wie wegen Großjähriger schuldig.", "Aber nein, wenn dies von dem Falle gilt, wenn ein Mensch einen Menschen [tötet], der zu den vier Zahlungen verpflichtet ist, sollte dies auch von dem Falle gelten, wenn ein Ochs einen Menschen [tötet], für den die vier Zahlungen nicht zu leisten sind!? Daher heißt es: wenn er einen Sohn stößt oder eine Tochter stößt, daß man nämlich wegen Minderjähriger wie wegen Großjähriger schuldig sei.", "Ich weiß dies nun von verwarnten, woher dies von nicht verwarnten?", "Dies ist durch eine Analogie zu folgern: man ist wegen Mann oder Frau schuldig und man ist wegen Sohn oder Tochter schuldig, wie bei der Schuld wegen Mann oder Frau zwischen nicht verwarnt und verwarnt nicht unterschieden wird. ebenso ist bei der Schuld wegen Sohn oder Tochter zwischen nicht verwarnt und verwarnt nicht zu unterscheiden.", "Ferner ist dies [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn bei Mann oder Frau, die hinsichtlich der Schädigungen im Nachteil146Wenn sie Schädigungen angerichtet haben; Großjährige sind ersatzpflichtig. Minderjährige sind nicht ersatzpflichtig.sind, zwischen nicht verwarnt und verwarnt nicht unterschieden wird, um wieviel weniger ist bei Sohn oder Tochter, die hinsichtlich der Schädigungen im Vorteil146Wenn sie Schädigungen angerichtet haben; Großjährige sind ersatzpflichtig. Minderjährige sind nicht ersatzpflichtig.sind, zwischen nicht verwarnt und verwarnt zu unterscheiden.", "Es ist aber zu entgegnen: ist denn vom Schwereren auf das Leichtere erschwerend zu folgern: wenn es beim strengeren verwarnten erschwert worden ist, sollte es auch beim leichteren nicht verwarnten erschwert werden!?", "Ferner: wenn dies von Mann oder Frau gilt, die den Geboten unterworfen sind, sollte dies auch von Sohn oder Tochter gelten, die den Geboten nicht unterworfen sind!?", "Daher heißt es: wenn er einen Sohn stößt oder eine Tochter stößt, ein ‘stoßen‘ deutet auf das nicht verwarnte und ein ‘stoßen’ auf das verwarnte; ein ‘stoßen’ auf die Tötung und ein ‘stoßen’ auf die Schädigung147Das W. ‘stoßen’ ist in diesem Verse einmal überflüssig..", "viWENN EIN OCHS SICH AN EINER WAND REIBT UND DIESE AUF EINEN MENSCHEN FÄLLT, ODER WENN ER ES AUF EIN TIER ABGESEHEN UND EINEN MENSCHEN GETÖTET HAT, ODER AUF EINEN NICHTJUDEN UND EINEN JISRAÉLITEN GETÖTET HAT, ODER AUF EINE FEHLGEBURT UND EINEN LEBENSFÄHIGEN GETÖTET HAT, SO IST ER FREI.", "GEMARA. Šemuél sagte, frei von der Todesstrafe, [der Eigentümer] ist aber zur Zahlung des Lösegeldes verpflichtet; Rabh aber sagte, frei von dem einen und dem anderen. –", "Weshalb denn, er ist ja nicht verwarnt148Er sollte somit vom Lösegelde frei sein.!? – Wie Rabh erklärt hat, wenn er verwarnt worden ist, in Gruben auf Menschen149Cf. infra Fol. 48b.zu fallen, ebenso auch hierbei, wenn er verwarnt worden ist, sich an den Wänden zu reiben und sie auf Menschen zu werfen. –", "Demnach ist er ja auch zu töten!? Allerdings ist dort149Cf. infra Fol. 48b.zu erklären, wenn er Kräuter gesehen hat und auf diese gestürzt ist, wie ist es aber hierbei zu erklären!? –", "Hier handelt es sich ebenfalls um den Fall, wenn er sich zur Behaglichkeit an der Wand gerieben hat150Er hatte nicht die Absicht der Schädigung.. – Woher weiß man dies? – Wenn er sich nach dem Einsturz weiter an der Wand gerieben hat. –" ], [ "Dies gilt ja aber als Geröllschaden151Die Schädigung ist nicht mit dem Körper selbst, sondern indirekt erfolgt.!? R. Mari, Sohn des R. Kahana, erwiderte: Wenn er sie nach und nach hinauf gestürzt152Als die Wand den Beschädigten berührte, stand sie noch in Berührung mit dem Ochsen, sodaß die beiden Körper durch die Wand verbunden waren: die Schädigung ist also keine indirekte.hat.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél und zur Widerlegung Rabhs: In manchen Fällen ist man schuldig hinsichtlich des Todes und hinsichtlich des Lösegeldes, in manchen ist man schuldig hinsichtlich des Lösegeldes und frei hinsichtlich des Todes, in manchen ist man schuldig hinsichtlich des Todes und frei hinsichtlich des Lösegeldes, und in manchen ist man frei hinsichtlich beider.", "Und zwar: verwarnt und mit Absicht ist man sowohl hinsichtlich des Todes als auch hinsichtlich des Lösegeldes schuldig, verwarnt und ohne Absicht ist man hinsichtlich des Lösegeldes schuldig und hinsichtlich des Todes frei, nicht verwarnt und mit Absicht ist man hinsichtlich des Todes schuldig und hinsichtlich des Lösegeldes frei, nicht verwarnt und ohne Absicht ist man hinsichtlich beider frei.", "Für Vermögensschädigungen ohne Absicht ist man nach R. Jehuda ersatzpflichtig und nach R. Šimo͑n ersatzfrei. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert dies vom Lösegelde: wie man zum Lösegelde auch ohne Absicht verpflichtet ist, ebenso ist man wegen der Schädigung auch ohne Absicht ersatzpflichtig. –", "Und R. Šimo͑n? – Er folgert dies von der Tötung des Ochsen: wie man ohne Absicht wegen der Tötung frei ist, ebenso ist man ohne Absicht auch wegen der Schädigung frei. –", "Sollte es doch auch R. Jehuda von der Tötung desselben folgern!? – Man folgere hinsichtlich einer Zahlung von einer Zahlung, nicht aber folgere man hinsichtlich einer Zahlung von der Tötung. –", "Sollte es doch auch R. Šimo͑n vom Lösegelde folgern!? – Man folgere die Strafbarkeit des Ochsen153Die Haftbarkeit für die Schädigung desselben.von der Strafbarkeit des Ochsen, während das Lösegeld Pflicht des Eigentümers154Es wird als Sühne für den Eigentümer gezahlt.ist.", "WENIN ER ES AUF EIN TIER ABGESEHEN UND EINEN MENSCHEN GETÖTET HAT &C. SO IST ER FREI. Demnach ist er schuldig, wenn er in der Absicht den einen zu töten einen anderen getötet hat, somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht des R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt, selbst wenn er in der Absicht, den einen zu töten, einen anderen getötet hat, sei er frei. –", "Was ist der Grund R. Šimo͑ns? – Die Schrift sagt: 155Ex. 21,29.der Ochs soll gesteinigt und auch der Eigentümer soll getötet werden; die Hinrichtung des Ochsen gleicht der Hinrichtung des Eigentümers; wie der Eigentümer nur dann [strafbar ist], wenn er es auf die betreffende Person abgesehen hat, ebenso auch der Ochs, nur wenn er es auf die betreffende Person abgesehen hat. –", "Woher dies vom Eigentümer selber? – Die Schrift sagt:156Dt. 19,11.und er ihm aufgelauert und ihn überfallen, nur wenn er es auf ihn abgesehen hat. –", "Wofür verwenden die Rabbanan157Nach denen man strafbar ist, auch wenn man es auf eine andere Person abgesehen hat.[die Worte] und ihm aufgelauert? – In der Schule R. Jannajs erklärten sie, dies schließe den Fall aus, wenn man einen Stein hineinwirft158In einen Haufen von Menschen. Juden u. Nichtjuden.. –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es neun Nichtjuden und ein Jisraélit sind, so ist er ja schon aus dem Grunde [frei], weil die meisten Nichtjuden sind, und auch wenn es Hälfte gegen Hälfte ist, so ist ja bei Todesstrafsachen ein Zweifel erleichternd zu entscheiden!? –", "In dem Falle, wenn es neun Jisraéliten und ein Nichtjude sind. Dies obgleich die meisten Jisraéliten sind, denn der Nichtjude unter ihnen befindet sich auf seinem Platze159Bei beweglichen Dingen richte man sich nach der Mehrheit, nicht aber bei unbeweglichen. Wenn man beispielsweise Fleisch zwischen den Läden findet, so richte man sich darnach, ob die meisten jüdische od. nichtjüdische sind; sind die meisten jüdische, so ist es erlaubt: wenn man aber nicht weiß, in welchem dieser Läden man das Fleisch gekauft hat, so ist es, selbst wenn die meisten jüdische sind, verboten. Im 1. Falle entstand der Zweifel erst beim Finden des Fleisches, im 2. Falle schon als es noch im Laden war; cf. Ket. Fol. 15a., und was sich auf seinem Platze befindet, gilt als Hälfte gegen Hälfte, und ein Zweifel bei Todesstrafsachen ist erleichternd zu entscheiden.", "viiDER OCHS EINER FRAU, DER OCHS VON WAISEN, DER OCHS EINES VOBMUNDES, DER OCHS DER WÜSTE, DER OCHS DES HEILIGTUMS UND DER OCHS EINES PROSELYTEN, DER OHNE ERBEN GESTORBEN IST, UNTERLIEGEN DER TODESSTRAFE. R. JEHUDA SAGT, DER OCHS DER WÜSTE, DER OCHS DES HEILIGTUMS UND DER OCHS EINES PROSELYTEN, DER OHNE ERBEN GESTORBEN IST, SIND VON DER TODESSTRAFE FREI, WEIL SIE KEINE EIGENTÜMER HABEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Siebenmal kommt [das Wort] Ochs160Im Abschnitte von der Tötung eines Menschen; Ex. 21,28ff. vor, dies schließt ein den Ochsen einer Frau, den Ochsen von Waisen, den Ochsen eines Vormundes, den Ochsen der Wüste, den Ochsen des Heiligtums und den Ochsen eines Proselyten, der ohne Erben gestorben ist. R. Jehuda sagt, der Ochs der Wüste, der Ochs des Heiligtums und der Ochs eines Proselyten, der ohne Erben gestorben ist, sind von der Todesstrafe frei, weil sie keine Eigentümer haben.", "R. Hona sagte: Nach R. Jehuda ist er frei, auch wenn er gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher dem Heiligtume geweiht hat, gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher preisgegeben hat. –", "Woher dies? – Weil er ein Doppeltes lehrt: der Ochs der Wüste und der Ochs eines Proselyten, der ohne Erben gestorben ist. Der Ochs eines verstorbenen Proselyten, weil er, da dieser keine Erben hat, besitzlos ist, somit ist ja der Ochs der Wüste dasselbe, was der Ochs eines Proselyten, der ohne Erben gestorben ist!? Wahrscheinlich will er uns folgendes lehren: selbst wenn er gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher dem Heiligtume geweiht hat, gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher preisgegeben hat. Schließe hieraus.", "Ebenso wird auch gelehrt: Noch mehr sagte R. Jehuda: selbst wenn er gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher dem Heiligtume geweiht hat, gestoßen und [der Eigentümer] ihn nachher preisgegeben hat, ist er frei, denn es heißt: und dies seinem Eigentümer angezeigt wird &c. und er einen Menschen tötet; nur wenn die Tötung und die Vorführung vor Gericht unter einem [Eigentümer] erfolgen. –", "Ist etwa nicht auch die Aburteilung erforderlich, [die Worte:] und der Ochs soll gesteinigt werden, sprechen ja von der Aburteilung!? – Sage vielmehr: nur wenn die Tötung, die Vorführung vor Gericht und die Aburteilung unter einem [Eigentümer] erfolgen.", "viiiWENN EIN OCHS ZUR STEINIGUNG ABGEFÜHRT WIRD UND SEIN EIGENTÜMER IHN DEM HEILIGTUME WEIHT, SO IST DIE WEIHUNG UNGÜLTIG; SCHLACHTET ER IHN, SO IST DAS FLEISCH VERBOTEN; WENN ABER VOR DER URTEILSFÄLLUNG, SO IST, WENN ER IHN DEM HEILIGTUME WEIHT, DIE WEIHUNG GÜLTIG, UND WENN ER IHN SCHLACHTET, DAS FLEISCH ERLAUBT.", "ix,1WENN JEMAND [SEINEN OCHSEN] EINEM UNENTGELTLICHEN HÜTER, EINEM ENTLEIHER, EINEM LOHNHÜTER ODER EINEM MIETER ÜBERGEBEN HAT, SO TRETEN SIE AN DIE STELLE DES EIGENTÜMERS; SIE HABEN161Wenn es Schaden anrichtet., WENN ER VERWARNT IST, DEN GANZEN SCHADEN, UND WENN ER NICHT VERWARNT IST, DIE HÄLFTE DES SCHADENS ZU ZAHLEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Ochs getötet hat, so ist, wenn vor der Aburteilung [der Eigentümer] ihn verkauft," ], [ "der Verkauf gültig, dem Heiligtume weiht, die Weihung gültig, schlachtet, das Fleisch erlaubt, der Hüter ihn dem Eigentümer zurückgibt, die Rückgabe gültig.", "Wenn aber nach der Aburteilung, so ist, wenn [der Eigentümer] ihn verkauft, der Verkauf ungültig, dem Heiligtume weiht, die Weihung ungültig, schlachtet, das Fleisch verboten, der Hüter ihn dem Eigentümer zurückgibt, die Rückgabe ungültig. R. Ja͑qob sagt, auch wenn der Hüter ihn dem Eigentümer nach der Aburteilung zurückgibt, sei die Rückgabe gültig.", "Es wäre also anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem bestehe: die Rabbanan sind der Ansicht, man könne zur Nutznießung verbotene Sachen162Die im Besitze des Entleihers äußerlich unverändert, aber zur Nutznießung verboten worden sind.[dem Eigentümer] nicht zur Verfügung stellen, und R. Ja͑qob ist der Ansicht, man könne ihm zur Nutznießung verbotene Sachen zur Verfügung stellen.", "Rabba entgegnete: Alle sind der Ansicht, man könne zur Nutznießung verbotene Sachen wohl zur Verfügung stellen, denn sonst würden sie ja hinsichtlich des Gesäuerten am Pesaḥfeste163Wenn jemand vor dem Pesaḥfeste Gesäuertes geborgt hat, das durch das inzwischen eingetretene Pesaḥfest für immer zur Nutznießung verboten worden ist. Dies gleicht nicht dem in Rede stehenden Falle, da das Verbot der Nutznießung von selbst eingetreten ist.gestritten haben;", "hier streiten sie vielmehr, ob man den Ochsen in seiner Abwesenheit aburteilen könne. Die Rabbanan sind der Ansicht, man könne den Ochsen nur in seiner Anwesenheit aburteilen, somit kann [der Eigentümer] sagen: wenn du ihn mir zurückgegeben hättest, so würde ich ihn auf die Wiese entweichen lassen haben, du aber hast meinen Ochsen einem ausgeliefert, mit dem ich nicht prozessieren kann;", "R. Ja͑qob aber ist der Ansicht, man könne den Ochsen auch in seiner Abwesenheit aburteilen, somit kann [der Hüter] sagen, schließlich würde er doch abgeurteilt worden sein. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Der Ochs soll gesteinigt werden und auch sein Eigentümer soll sterben, der Aburteilung des Eigentümers gleicht auch die Aburteilung des Ochsen: wie dies beim Eigentümer nur in seiner Anwesenheit erfolgen kann, ebenso auch beim Ochsen nur in seiner Anwesenheit. –", "Und R. Ja͑qob? – Allerdings beim Eigentümer, weil er sich verteidigen kann, kann aber etwa ein Ochs sich verteidigen?", "WENN JEMAND [SEINEN OCHSEN] EINEM UNENTGELTLICHEN HÜTER, ENTLEIHER &C. ÜBERGEBEN HAT. Die Rabbanan lehrten: Vier treten an Stelle des Eigentümers, und zwar: der unentgeltliche Hüter, der Entleiher, der Lohnhüter und der Mieter; hat er nicht verwarnt getötet, so wird er hingerichtet und sie sind vom Lösegelde frei, wenn verwarnt, so wird er hingerichtet und sie sind zur Zahlung des Lösegeldes verpflichtet. Sie müssen aber dem Eigentümer den Wert des Ochsen ersetzen, mit Ausnahme des unbezahlten Hüters. –", "In welchem Falle: hat er ihn bewacht, so sollten sie alle frei sein, und hat er ihn nicht bewacht, so sollte auch der unentgeltliche Hüter ersatzpflichtig sein!? –", "Ich will dir sagen, hier handelt es sich um den Fall, wenn er ihm eine leichte Bewachung zuteil werden ließ und keine gediegene; der unentgeltliche Hüter hat damit seiner Pflicht der Bewachung genügt, die übrigen aber haben damit ihrer Pflicht der Bewachung nicht genügt. –", "Ich will dir sagen: nach wessen Ansicht, wenn nach R. Meír, welcher sagt," ], [ "der Mieter gleiche dem unentgeltlichen Hüter, so sollte er doch lehren: mit Ausnahme des unentgeltlichen Hüters und des Mieters,", "und wenn nach R. Jehuda, welcher sagt, der Mieter gleiche dem Lohnhüter, so sollte er doch lehren: mit Ausnahme des unentgeltlichen Hüters, und alle sind sie bei einem verwarnten vom Lösegelde164RJ. ist, wie weiter folgt, der Ansicht, für den verwarnten reiche eine leichte Bewachung aus.frei!?", "R. Hona b. Ḥenana erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, welcher sagt, für einen solchen gehe es keine andere Bewachung als das Messer165Er muß geschlachtet werden., und hinsichtlich des Mieters ist er der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, der Mieter gleiche dem Lohnhüter.", "Abajje erklärte: Tatsächlich nach der des R. Meír, und zwar nach der entgegengesetzten Fassung des Rabba b. Abuha, welcher lehrt: der Mieter ist ersatzpflichtig nach R. Meír, gleich einem Lohnhüter, und nach R. Jehuda, gleich einem unentgeltlichen Hüter.", "R. Elea͑zar sagte: Wenn jemand seinen Ochsen einem unentgeltlichen Hüter übergeben hat, so ist dieser, wenn er Schaden angerichtet hat, ersatzpflichtig und wenn er beschädigt wird, ersatzfrei. –", "In welchem Falle: hat er die Bewachung vor Schädigungen übernommen, so sollte er doch ersatzpflichtig sein, auch wenn er beschädigt worden ist, und hat er die Bewachung vor Schädigungen nicht übernommen, so sollte er doch frei sein, auch wenn er Schaden angerichtet hat!?", "Rabba erwiderte: Tatsächlich. wenn er die Bewachung vor Schädigungen übernommen hat, nur handelt es sich hier um den Fall, wenn er von diesem wußte, daß er stößig ist; er hat daher die voraussetzlich nötige Bewachung übernommen, daß er nicht hingehe und andere beschädige, er dachte aber nicht daran, daß andere ihn beschädigen würden.", "ix,2WENN SEIN EIGENTÜMER IHN MIT DEM HALFTER ANGEBUNDEN UND VOR IHM [DIE TÜR] GEHÖRIG166Worunter eine leichte Bewachung zu verstehen ist.ABGESCHLOSSEN HAT, UND ER DENNOCH HERAUSGEKOMMEN IST UND SCHADEN ANGERICHTET, SO IST ER, OB VERWARNT ODER NICHT VERWARNT, ERSATZPFLICHTIGSO R. MEÍR;", "R. JEHUDA SAGT, WEGEN EINES NICHT VERWARNTEN SEI ER ERSATZPFLICHTIG, UND WEGEN EINES VERWARNTEN SEI ER ERSATZFREI, DENN ES HEISST:167Ex. 21,36.und sein Eigentümer ihn nicht bewacht, UND DIES IST EINE BEWACHUNG.", "R. ELIE͑ZER SAGT, FÜR EINEN SOLCHEN GEBE ES KEINE ANDERE BEWACHUNG ALS DAS MESSER165Er muß geschlachtet werden..", "GEMARA. Was ist der Grund R. Meírs? – Er ist der Ansicht, Ochsen sind allgemein nicht als bewacht168Sie sind bösartig u. müssen bewacht werden.anzusehen, und der Allbarmherzige sagt deshalb, daß man für den nicht verwarnten ersatzpflichtig sei, damit man ihm eine leichte Bewachung angedeihen lasse, und darauf sagt der Allbarmherzige beim verwarnten: und er ihn nicht bewacht, daß nämlich für diesen eine gediegene Bewachung erforderlich ist; und er folgert vom verwarnten auf den nicht verwarnten169Daß auch für diesen eine gediegene Bewachung erforderlich ist.durch [das Wort] stoßen, das bei beiden gebraucht wird.", "R. Jehuda aber ist der Ansicht, Ochsen sind allgemein als bewacht anzusehen, dennoch sagt der Allbarmherzige, daß man für den nicht verwarnten ersatzpflichtig sei, damit man ihm eine gediegene Bewachung angedeihen lasse, und wenn der Allbarmherzige darauf beim verwarnten sagt: und er ihn nicht bewacht, daß nämlich für diesen eine gediegene Bewachung erforderlich sei, so ist dies eine Einschließung nach einer Einschließung, und eine Einschließung nach einer Einschließung ist ausschließend. Damit schließt die Schrift die gediegene Bewachung aus.", "Wolltest du sagen, man folgere vom verwarnten auf den nicht verwarnten170Daß auch für diesen eine leichte Bewachung ausreiche.durch [das Wort] stoßen, das bei beiden gebraucht wird, so hat der Allbarmherzige bei diesem eingeschränkt: und ihn nicht bewacht, nur diesen, aber keinen anderen. –", "Dies ist ja aber an sich nötig!? – Die Schrift könnte ja sagen: und nicht bewacht, wenn sie aber sagt: und ihn nicht bewacht, so heißt dies: nur diesen, aber keinen anderen.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Sowohl bei einem nicht verwarnten als auch bei einem verwarnten Ochsen ist man ersatzfrei, wenn man ihm eine leichte Bewachung angedeihen ließ. –", "Weshalb? – Er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, für den verwarnten reiche eine leichte Bewachung aus, und er folgert vom verwarnten auf den nicht verwarnten durch [das Wort] stoßen, daß bei beiden gebraucht wird.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Nach R. Jehuda ist er frei171Wegen der Schädigung eines nicht gediegen bewachten verwarnten Ochsen.nur für die Hälfte172Vgl. S. 59 Anmerk. 39 mut. mut.des Verwarntseins, während die Hälfte des Nichtverwarntseins beim ursprünglichen Zustande verbleibt.", "Rabh sagte: Ist er verwarnt hinsichtlich des rechten173Wenn er nur mit diesem stößt.Horns, so gilt er nicht als verwarnt hinsichtlich des linken Horns. –", "Nach wessen174Es wird angenommen, daß dies nicht hinsichtl. der Zahlung gelehrt wird, da dies selbstverständlich wäre (cf. supra Fol. 37a), sondern hinsichtl. der Bewachung.Ansicht, wenn nach der des R. Meír, so sagt er ja, daß sowohl für den nicht verwarnten als auch für den verwarnten eine gediegene Bewachung erforderlich sei, und wenn nach R. Jehuda, so braucht dies ja nicht vom linken Horn gelehrt zu werden, auch beim rechten selbst ist ja eine Hälfte des Nichtverwarntseins und eine Hälfte des Verwarntseins vorhanden175Nach ihm bleibt die Hälfte des Nichtverwarntseins beim bisherigen Zustande.!? –", "Ich will dir sagen, tatsächlich nach der des R. Jehuda, nur hält er nichts von der Lehre des R. Ada b. Ahaba, und zwar lehrt er uns folgendes: nur in einem solchen Falle ist bei ihm eine Hälfte des Nichtverwarntseins und eine Hälfte des Verwarntseins zu finden," ], [ "bei einem vollständig verwarnten aber ist keine Hälfte des Nichtverwarntseins zu finden.", "R. ELIE͑ZER SAGT, FÜR EINEN SOLCHEN GEBE ES KEINE ANDERE BEWACHUNG ALS DAS MESSER. Raba sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Die Schrift sagt: und er ihn nicht bewacht, für diesen gibt es keine Bewachung mehr.", "Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja auch:176Ex. 21,33.und sie nicht zudeckt,", "ist etwa auch hierbei zu erklären, für die [Grube] gebe es kein Zudecken mehr!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt, wenn man sie in geeigneter Weise zugedeckt hat und ein Ochs oder ein Esel in diese gefallen und verendet ist, sei man ersatzfrei!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, ist die Ansicht R. Elie͑zers mit folgender Lehre zu begründen: R. Nathan sagte: Woher, daß man in seinem Hause keinen bösen Hund halten und keine schadhafte Leiter stehen lassen dürfe? Es heißt:177Dt. 22,8.du sollst nicht Blutschuld auf dein Haus laden.", "", "iWENN EIN OCHS EINE KUH NIEDERGESTOSSEN HAT UND IHRE GEBURT SICH AN IHRER SEITE [TOT] BEFINDET, UND MAN NICHT WEISS, OB SIE VOR DEM STOSSEN ODER NACH DEM STOSSEN1In diesem Falle trägt der Schädiger die Schuld auch am Tode der Geburt. GEWORFEN HAT. SO IST FÜR DIE KÜH DIE HÄLFTE DES SCHADENS UND FÜR DIE GEBURT EIN VIERTEL DES SCHADENS ZU ZAHLEN;", "EBENSO IST, WENN EINE KUH EINEN OCHSEN NIEDERGESTOSSEN HAT UND IHRE GEBURT SICH AN IHRER SEITE BEFINDET, UND MAN NICHT WEISS, OB SIE VOR DEM STOSSEN2In diesem Falle war die Geburt am Stoßen beteiligt. ODER NACH DEM STOSSEN GEWORFEN HAT, VON DER KUH DIE HÄLFTE DES SCHADENS UND VON DER GEBURT EIN VIERTEL DES SCHADENS EINZUFORDERN3Wenn nicht verwarnt, sodaß der Eigentümer nur dinglich haftbar ist..", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies ist die Ansicht des Symmachos, welcher sagt, ein Betrag, über den ein Zweifel obwaltet, sei zu teilen, die Weisen aber sagen, es sei ein Hauptgrundsatz im Rechte: wer vom anderen fordert, hat den Beweis zu erbringen. –", "Weshalb nennt er ihn einen Hauptgrundsatz (im Rechte)? Selbst in dem Falle, wenn der Geschädigte ‘bestimmt’ und der Schädiger ‘vielleicht’ sagt, hat derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen.", "Oder auch wegen der folgenden Lehre: Wenn jemand an seinen Nächsten einen Ochsen verkauft hat und es sich herausstellt, daß er stößig ist, so ist der Kauf, wie Rabh sagt, auf Irrtum beruhend; Šemuél aber sagt, er könne zu ihm sagen, er habe ihn ihm zum Schlachten verkauft. –", "Weshalb denn, man sollte sich doch danach richten, ob es ein Mann ist, der zum Pflügen zu kaufen pflegt, oder es ein Mann ist, der zum Schlachten zu kaufen pflegt!? – In dem Falle, wenn es ein Mann ist, der zu diesem Zwecke und zu jenem Zwecke zu kaufen pflegt. –", "Sollte man sich doch danach richten: hat er ihm den Preis eines Pflugochsen gezahlt, so hat er ihn zum Pflügen gekauft, und hat er ihm den Preis eines Schlachtochsen gezahlt, so hat er ihn zum Schlachten gekauft!? –", "In dem Falle, wenn Fleisch teuer ist und der Preis dem des Pflug[ochsen] gleicht. –", "Sollte er doch," ], [ "wenn er [sein Geld] nicht zurückerhält, für sein Geld den Ochsen nehmen4Da auch der Schlachtochs denselben Wert repräsentiert., denn man pflegt ja zu sagen: von deinem Schuldner nimm auch Kleie in Zahlung!? –", "In dem Falle, wenn er von ihm Zahlung erhalten kann.", "Rabh sagt, der Verkauf beruhe auf einem Irrtum, denn man richte sich nach der Mehrheit, und die Mehrheit kauft zum Pflügen. Šemuél aber sagt, er könne zu ihm sagen, er habe ihn ihm zum Schlachten verkauft, und man richte sich nicht nach der Mehrheit. Nur bei rituellen Angelegenheiten richte man sich nach der Mehrheit, nicht aber bei Zivilsachen, vielmehr hat derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen.", "Ebenso wird auch gelehrt: Wenn ein Ochs eine Kuh niedergestoßen hat und ihre Geburt sich an ihrer Seite [tot] befindet, und man nicht weiß, ob sie vor dem Stoßen oder nach dem Stoßen geworfen hat, so ist für die Kuh die Hälfte des Schadens und für die Geburt ein Viertel des Schadens zu bezahlen – so Symmachos; die Weisen aber sagen, wer vom anderen fordert, hat den Beweis zu erbringen.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Woher, daß derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen hat? Es heißt: 5Ex. 24,14.wer eine Rechtssache hat, mag vor sie hintreten; er trete vor ihnen den Beweis an.", "R. Aši wandte ein: Wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig, dies ist ja selbstverständlich: wer Schmerzen hat, geht zum Arzt!? –", "Vielmehr, der Schriftvers ist wegen einer Lehre R. Naḥmans im Namen R. Abuhas nötig. R. Naḥman sagte nämlich im Namen R. Abuhas: Woher, daß das Gericht zuerst für den Kläger einschreitet6Wenn der Beklagte Widerklage erhebt.? – Es heißt: wer eine Rechtssache hat, mag vor sie hintreten, er trete mit seiner Klage vor sie hin.", "Die Nehardee͑nser sagten: Zuweilen kann es vorkommen, daß das Gericht zuerst für den Beklagten eintrete, und zwar wenn die Sache im Preise fallen kann7Wenn der Kläger im Besitze einer dem Beklagten gehörigen Sache ist, die dieser günstig verkaufen kann, u. jener sie nicht herausgeben will..", "EBENSO IST, WENN EINE KUH EINEN OCHSEN NIEDERGESTOSSEN HAT &C. Wieso die Hälfte des Schadens und ein Viertel des Schadens, er hat ja nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen, wieso drei Viertel!?", "Abajje erwiderte: Unter Hälfte ist ein Viertel des ganzen Schadens und unter Viertel ist ein Achtel des ganzen Schadens zu verstehen8Die Hälfte, bezw. ein Viertel des ihm zukommenden Ersatzes.. –", "Wenn die Kuh und die Geburt einem gehören, so kann er ja zum Eigentümer derselben sagen: wie dem auch ist, die Hälfte des Schadens hast du mir zu ersetzen!? – Vielmehr, in dem Falle, wenn die Kuh dem einen und die Geburt einem anderen gehört9Jeder zahlt nur die Hälfte des vom Geschädigten zu beanspruchenden Ersatzes.. –", "Wenn er aber zuerst den Eigentümer der Kuh verklagt, so kann er ja zu ihm sagen: deine Kuh hat mir Schaden zugefügt, beweise du, daß du einen Mitbeteiligten hast!? –", "Vielmehr, wenn er zuerst den Eigentümer der Geburt verklagt hat; jener kann sagen, du selber hast bekundet, daß ich einen Mitbeteiligten habe.", "Manche sagen, selbst wenn er zuerst den Eigentümer der Kuh verklagt, könne dieser ihn abweisen und zu ihm sagen: ich weiß, daß ich einen Mitbeteiligten10Der Kläger hat das Entgegengesetzte zu beweisen.habe.", "Raba entgegnete: Spricht er denn von einem Viertel und einem Achtel des Schadens, er spricht ja von der Hälfte und einem Viertel des Schadens!? Vielmehr, erklärte Raba, handelt es sich tatsächlich um den Fall, wenn die Kuh und die Geburt einem gehören, er meint es aber wie folgt: ist die Kuh vorhanden, so zieht er die Hälfte des Schadens von der Kuh ein, ist die Kuh nicht mehr vorhanden," ], [ "so zieht er ein Viertel des Schadens von der Geburt11Da die Haftbarkeit nur eine dingliche ist.ein.", "Nur deshalb, weil man nicht weiß, ob die Geburt beim Stoßen beteiligt war, wenn man aber weiß, daß die Geburt beim Stoßen beteiligt war, ist die Hälfte des Schadens auch von der Geburt allein einzuziehen.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte: Wenn eine Kuh Schaden anrichtet, kann man Ersatz von der Geburt einziehen, weil sie zu ihrem Körper gehört, wenn aber eine Henne Schaden anrichtet, kann man vom Ei keinen Ersatz einziehen, weil es etwas Gesondertes ist.", "Ferner sagte Raba: Man schätze nicht den Wert der Kuh besonders und den Wert der Geburt besonders, vielmehr schlage man den Wert der Geburt auf die Kuh12Man schätze (in dem Falle, wenn die Kuh die Beschädigte ist,) den Wert einer trächtigen Kuh.auf; denn wollte man nicht so verfahren, so würde man ja den Schädiger benachteiligen.", "Ebenso verhält es sich in dem Falle, wenn jemand die Hand eines fremden Sklaven13Man schätze nicht, wieviel jemand für die Erlaubnis, die Hand seines Sklaven abzuhauen, verlangen würde, sondern, um, wieviel ein Sklave ohne Hand weniger wert ist.abhaut, und ebenso auch in dem Falle, wenn jemand ein fremdes Feld14Man schätze nicht, wieviel das beschädigte Beet wert ist, sondern um wieviel das Feld jetzt weniger wert ist.beschädigt.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wenn so das Gesetz ist, so mag doch der Schädiger benachteiligt15Die Bevorteilung des Schädigers ist ja kein Grand zur Benachteiligung des Geschädigten.werden!? –", "Weil dieser zu ihm sagen kann: ich habe dir eine trächtige Kuh beschädigt, und als trächtige Kuh will ich sie dir [bei der Entschädigung] schätzen lassen.", "Selbstverständlich ist es, daß, wenn die Kuh einem und die Geburt einem anderen gehört, die Fettleibigkeit16Der Mehrwert der Kuh wegen der Fettleibigkeit infolge der Geburt.dem Eigentümer der Kuh gehört, wie verhält es sich aber mit dem Leibesumfang17Die Kuh sieht durch die Geburt dicker aus; dazu trägt auch die Geburt bei.? R. Papa sagte, er gehöre dem Eigentümer der Kuh, R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sagte, sie teilen. Die Halakha ist, sie teilen.", "iiWENN DER TÖPFER UNBEFUGT SEINE TÖPFE IN DEN HOF DES HAUSHERRN GEBRACHT HAT UND EIN VIEH DES HAUSHERRN SIE ZERBRICHT, SO IST ER ERSATZFREI; BESCHÄDIGT ES SICH AN DIESEN, SO IST DER EIGENTÜMER DER TÖPFE ERSATZPFLICHTIG; HAT ER SIE ABER MIT BEFUGNIS HINEINGEBRACHT, SO IST DER EIGENTÜMER DES HOFES ERSATZPFLICHTIG.", "WENN ER UNBEFUGT SEINE FRÜCHTE IN DEN HOF DES EAUSHERRN GEBRACHT HAT UND EIN VIEH DES HAUSHERRN SIE AUFFRISST, SO IST ER ERSATZFREI; KOMMT ES DURCH DIESE ZU SCHADEN, SO IST DER EIGENTÜMER DER FRÜCHTE ERSATZPFLICHTIG; HAT ER SIE ABER MIT BEFUGNIS HINEINGEBRACHT, SO IST DER EIGENTÜMER DES HOFES ERSATZPFLICHTIG.", "iiiWENN ER UNBEFUGT SEINENOCHSEN IN DEN HOF DES HAUSHERRN GEBRACHT HAT \n" ], [ "UND DER OCHS DES HAUSHERRN IHN NIEDERSTÖSST ODER DER HUND DES HAUSHERRN IHN BEISST, SO IST ER ERSATZFREI; WENN ER ABER DEN OCHSEN DES HAUSHERRN NIEDERSTÖSST, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. FÄLLT ER IN SEINEN BRUNNEN18Für Brunnen u. Grube wird im Texte dasselbe Wort gebraucht, was für die Folge zu merken ist.UND VERPESTET DAS WASSER, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. WENN SICH SEIN VATER ODER SEIN SOHN DARIN19In der Grube, u. der Ochs auf sie gefallen ist u. sie getötet hat.BEFUNDEN HAT, SO HAT ER DAS LÖSEGELD ZU ZAHLEN; HAT ER IHN ABER MIT BEFUGNIS HINEINGEBRACHT, SO IST DER EIGENTÜMER DES HOFES ERSATZPFLICHTIG20Für den Ochsen, wenn er in der Grube zu Schaden kommt..", "RABBI SAGT, IN ALL DIESEN FÄLLEN SEI ER NUR DANN ERSATZPFLICHTIG, WENN ER DESSEN BEWACHUNG ÜBERNOMMEN21Mit der Erlaubnis hat er keine Verantwortung übernommen.HAT.", "GEMARA. Also nur wenn unbefugt, wenn aber mit Befugnis, ist der Eigentümer der Töpfe für die Beschädigung des Viehs des Eigentümers des Hofes nicht verantwortlich, und wir sagen nicht, der Eigentümer der Töpfe habe die Bewachung des Viehs des Eigentümers des Hofes übernommen;", "also nach Rabbi, welcher sagt, stillschweigend habe man die Bewachung nicht übernommen.", "Wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: hat er sie mit Befugnis hineingebracht, so ist der Eigentümer des Hofes ersatzpflichtig; also nach den Rabbanan, welche sagen, stillschweigend habe man die Bewachung übernommen.", "Ferner heißt es weiter: Rabbi sagt, in all diesen Fällen sei er nur dann ersatzpflichtig, wenn er dessen Bewachung übernommen hat. Der Anfangsatz und der Schlußsatz nach Rabbi und der Mittelsatz nach den Rabbanan!?", "R. Zera erklärte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. Raba erklärte: Das ganze nach den Rabbanan; wenn mit Befugnis, so hat der Eigentümer des Hofes die Bewachung der Töpfe übernommen, und selbst wenn sie durch den Wind zerbrochen22Ist er ersatzpflichtig. Der Eigentümer des Hofes übernimmt mit der Erteilung der Erlaubnis auch die Bewachung, dagegen übernimmt der Eigentümer der Töpfe mit der Einholung der Erlaubnis keine Bewachung.werden.", "WENN ER SEINE FRÜCHTE IN DEN HOF DES HAUSHERRN GEBRICHT &C. Rabh sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es durch diese ausgeglitten ist, wenn es sie aber gefressen23Und dadurch zu Schaden gekommen ist.hat, so ist er ersatzfrei, weil es sie nicht zu fressen brauchte.", "R. Šešeth sprach: Ich glaube, daß Rabh diese Lehre schlummernd oder schlafend gesagt hat. Es wird nämlich gelehrt: Wer einem fremden Vieh Gift verabreicht, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig. Dies gilt also nur vom Gifte, das ein Tier nicht zu fressen pflegt, wenn aber Früchte24Die dem Tiere schädlich sind., die es zu fressen pflegt, so ist er auch beim menschlichen Gerichte schuldig; weshalb denn, es sollte sie nicht gefressen haben!? –", "Ich will dir sagen, auch wenn Früchte, ist er beim menschlichen Gerichte frei, nur will er uns lehren, daß er beim himmlischen Gerichte schuldig ist, selbst wenn er ihm Gift, das es nicht zu fressen pflegt, verabreicht hat.", "Wenn du aber willst, sage ich: mit Gift ist Aphrazta25Var. ארזפתא, nach Raschi ein Kraut, das bei Tieren giftartige Wirkung hat; näheres läßt sich nicht feststellen.gemeint, das ebenfalls eine Frucht ist.", "Man wandte ein: Wenn eine Frau unbefugt in ein fremdes Haus gekommen ist, um Weizen zu mahlen, und das Vieh des Eigentümers ihn gefressen hat, so ist er ersatzfrei, und wenn es zu Schaden gekommen ist, so ist jene ersatzpflichtig. Weshalb denn, man sollte doch sagen: es sollte ihn nicht gefressen haben!? –", "Ich will dir sagen, ist diese Lehre denn bedeutender als unsere Mišna, die wir erklärt haben: wenn es an diesen ausgeglitten ist!? –", "Was dachte sich denn der Fragende? – Er kann dir erwidern: in unserer Mišna heißt es: kommt es durch diese zu Schaden, [was zu erklären ist:] an diesen ausgeglitten, hier aber heißt es: wenn es zu Schaden gekommen ist, es heißt aber nicht durch diese; wahrscheinlich durch das Fressen. –", "Und jener!? – Er kann dir erwidern: es ist einerlei. –", "Komm und höre: Wenn jemand unbefugt seinen Ochsen in einen fremden Hof gebracht und er da Weizen gefressen und Durchfall bekommen hat und verendet ist, so ist er ersatzfrei: hat er ihn aber mit Befugnis hineingebracht, so ist der Eigentümer des Hofes ersatzpflichtig. Weshalb denn, es sollte ihn nicht gefressen haben!?", "Raba erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen einem Falle, wenn es mit Befugnis, und einem Falle, wenn es ohne Befugnis erfolgt ist!? Wenn mit Befugnis, so hat er die Bewachung des Ochsen übernommen, und selbst wenn er erstickt ist26Er ist verantwortlich, selbst wenn das Tier ganz von selbst verendet ist..", "Sie fragten: Wie ist es, wenn er die Bewachung übernommen hat; hat er nur die eigene Überwachung27Dh. ihn vor seinem eigenen Tiere zu schützen.oder auch die allgemeine Überwachung übernommen? –", "Komm und höre: R. Jehuda b. Simon lehrte [im ‘Traktate] von der Schädigung’ der Schule Qarnas: Wenn jemand unbefugt seine Früchte in einen fremden Hof gebracht hat, und ein Ochs von anderwärts kommt und sie auffrißt, so ist er ersatzfrei; hat er sie aber mit Befugnis hineingebracht, so ist er ersatzpflichtig. Wer ist nun ersatzfrei und wer ist ersatzpflichtig?", "Doch wohl der Eigentümer des Hofes ersatzfrei, der Eigentümer des Hofes ersatzpflichtig. –", "(Ich will dir sagen,) nein, der Eigentümer des Ochsen ersatzfrei, der Eigentümer des Ochsen ersatzpflichtig. –" ], [ "Wieso ist, wenn der Eigentümer des Ochsen, dabei zwischen befugt und unbefugt zu unterscheiden!? –", "Ich will dir sagen, wenn befugt, so gilt dies als Zahnschädigung im Gebiete des Geschädigten, und für die Zahnschädigung im Gebiete des Geschädigten ist man ersatzpflichtig; wenn aber unbefugt, so gilt dies als Zahnschädigung auf öffentlichem Gebiete und für die Zahnschädigung auf öffentlichem Gebiete ist man nicht ersatzpflichtig. –", "Komm und höre: Wenn jemand unbefugt seinen Ochsen in einen fremden Hof gebracht hat und ein Ochs von anderwärts kommt und ihn niederstößt, so ist er ersatzfrei; hat er ihn aber mit Befugnis hineingebracht, so ist er ersatzpflichtig. Wer ist nun ersatzfrei und wer ist ersatzpflichtig? Doch wohl der Eigentümer des Hofes ersatzfrei, der Eigentümer des Hofes ersatzpflichtig. –", "Nein, der Eigentümer des Ochsen ersatzfrei, der Eigentümer des Ochsen ersatzpflichtig. – Wieso ist dabei zwischen befugt und unbefugt zu unterscheiden!? –", "Ich will dir sagen, hier ist die Ansicht R. Tryphons vertreten, welcher sagt, für die ungewöhnliche Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei der ganze Schaden zu zahlen. Wenn befugt, so gilt dies als Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten, und der ganze Schaden ist zu zahlen; wenn aber unbefugt, so gilt dies als Hornschädigung auf öffentlichem Gebiete, und nur die Hälfte des Schadens ist zu zahlen.", "Einst kam eine Frau in ein [fremdes] Haus, um da zu backen; da kam die Ziege des Hausherrn, fraß den Teig, erkrankte und verendete. Da verurteilte sie Raba, den Wert der Ziege zu bezahlen. –", "Es wäre also anzunehmen, daß er gegen Rabh streitet, denn Rabh sagte, [das Tier] sollte ihn nicht gefressen haben? –", "Die Fälle gleichen einander nicht; in jenem Falle, wo es unbefugt geschah, hat er die Bewachung nicht übernommen, in diesem Falle, wo es mit Befugnis geschah, hat sie die Bewachung28Des Tieres des Hausherrn.übernommen. –", "Womit ist dieser Fall anders als der Fall folgender Lehre: Wenn eine Frau unbefugt in ein fremdes Haus eingetreten ist, um Weizen zu mahlen, und das Vieh des Hausherrn ihn gefressen hat, so ist er ersatzfrei; kam es zu Schaden, so ist sie ersatzpflichtig. Nur dann, wenn unbefugt, wenn aber mit Befugnis, so ist sie ersatzfrei!? –", "Ich will dir sagen, beim Mahlen von Weizen sind keine Keuschheitsrücksichten zu nehmen, somit braucht der Eigentümer des Hofes diesen nicht zu verlassen und ihm liegt die Bewachung ob, beim Backen aber sind Keuschheitsrücksichten29Sie muß die Arme entblößen.zu nehmen und der Eigentümer des Hofes verläßt diesen, daher liegt ihr die Bewachung ob.", "WENN ER SEINEN OCHSEN IN DEN HOF DES HAUSHERRN GEBRACHT HAT. Raba sagte: Wenn er unbefugt seinen Ochsen in den Hof des Hausherrn gebracht und dieser da Gruben, Graben und Höhlen gegraben hat, so ist der Eigentümer des Ochsen haftbar für die Beschädigung des Hofes, und der Eigentümer des Hofes haftbar für die Schädigungen der Grube.", "Und obgleich der Meister gesagt hat:30Ex. 21,33.wenn jemand eine Grube gräbt, nicht aber, wenn ein Ochs eine Grube gräbt, ist es hierbei, da er sie zustopfen sollte und dies unterlassen hat, ebenso als hätte er sie selber gegraben.", "Ferner sagte Raba: Wenn er unbefugt seinen Ochsen in den Hof des Hausherrn gebracht hat, und er den Hausherrn beschädigt, oder der Hausherr durch ihn zu Schaden kommt, so ist er ersatzpflichtig; hat er sich hingelegt31Und dadurch Schaden angerichtet od. verursacht., so ist er ersatzfrei. –", "Sollte er denn deshalb frei sein, weil er sich hingelegt32Dh. weil die Schädigung durch das Hinlegen erfolgt ist; cf. supra Fol. 2b.hat!? R. Papa erwiderte: Unter ‘hingelegt’ ist zu verstehen, wenn er Mist geworfen33Für ‘hinlegen’ u. ‘werfen’ wird im Texte dasselbe Wort gebraucht.hat und die Kleider des Hausherrn beschmutzt. Der Mist gilt als Grube, und wir finden nicht, daß man bei der Grubenschädigung für Geräte ersatzpflichtig sei. –", "Allerdings nach Šemuél, welcher sagt, jedes Hindernis gelte als Grube, wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, nur wenn man es preisgegeben hat!? –", "Ich will dir sagen, allgemein gibt man den Mist preis.", "Ferner sagte Raba: Wenn jemand unbefugt in den Hof des Hausherrn eingetreten ist und den Hausherrn beschädigt, oder der Hausherr durch ihn zu Schaden kommt, so ist er ersatzpflichtig; wenn aber der Hausherr ihn beschädigt, so ist er ersatzfrei.", "R. Papa sagte: Dies nur, wenn er ihn nicht bemerkt hat, wenn er ihn aber bemerkt hat, so ist der Hausherr, wenn er ihn beschädigt, ersatzpflichtig, weil jener zu ihm sagen kann: zugegeben, daß du mich hinauszuweisen berechtigt bist, aber mich zu beschädigen bist du nicht berechtigt. Sie vertreten hierbei ihre Ansichten.", "Denn Raba, nach anderen R. Papa, sagte," ], [ "wenn beide mit Befugnis oder beide unbefugt, seien sie, wenn sie einander beschädigen, ersatzpflichtig, und wenn sie durch einander zu Schaden kommen, ersatzfrei. Nur wenn beide mit Befugnis oder beide unbefugt, wenn aber einer mit Befugnis und der andere unbefugt, so ist der Befugte ersatzfrei34In jedem Falle, jedoch nur dann, wenn ohne Absicht.und der Unbefugte ersatzpflichtig.", "FÄLLT ER IN SEINEN BRUNNEN UND VERPESTET DAS WASSER, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. Raba sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er es beim Fallen verpestet, wenn aber nachher, so ist er ersatzfrei. – Weshalb? – Der Ochs gilt als Grube und das Wasser als Gerät, und wir finden nicht, daß man bei der Grubenschädigung für Geräte ersatzpflichtig sei35Wenn aber beim Fallen, so ist dies eine mit dem Körper direkt angerichtete Schädigung.. –", "Allerdings nach Šemuél, welcher sagt, jedes Hindernis gelte als Grube, wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, nur wenn man es preisgegeben hat!? –", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Raba sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er es durch den Körper selbst verpestet hat, wenn aber durch den Geruch, so ist er ersatzfrei. – Weshalb? – Dies ist nur eine Veranlassung36Der Ochs hat das Wasser nicht mit seinem Körper beschädigt, sondern die Entstehung des Schadens veranlaßt; cf. Bd. V S. 276 Anm. 90., und wegen einer Veranlassung ist man nicht ersatzpflichtig.", "WENN SICH SEIN VATER ODER SEIN SOHN DARIN BEFUNDEN HAT, SO HAT ER DAS LÖSEGELD ZU ZAHLEN. Weshalb denn, er ist ja nicht verwarnt!? Rabh erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er verwarnt ist, in Gruben auf Menschen zu fallen. –", "Demnach ist er ja hinzurichten37Schon beim 1. Male. Hinsichtl. der gewöhnlichen Hornschädigung wurde oben (Fol. 41a) erklärt: wenn der Ochs jedesmal nach dem Stoßen entflohen ist; ist er aber in eine Grube gefallen, so ist dies nicht möglich.!? R. Joseph erwiderte: Wenn er Kräuter gesehen38In einem solchen Falle, wo es nicht aus Bosheit geschah, wird der Ochs nicht hingerichtet.und auf diese gestürzt ist.", "Šemuél erklärte: Hier ist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, welcher sagt, nicht verwarnt sei die Hälfte des Lösegeldes zu zahlen.", "U͑la erklärte: Hier ist die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten, und zwar nach R. Tryphon, welcher sagt, für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei der ganze Schaden zu zahlen, ebenso ist hierbei auch das ganze Lösegeld zu zahlen. –", "Erklärlich ist es nach U͑la, daß er es von dem Falle lehrt, wenn sein Vater oder sein Sohn39Diese befinden sich in ihrem eigenen Gebiete.sich darin befunden hat, weshalb aber lehrt er dies nach Šemuél von einem Vater oder Sohne, dies gilt ja auch von einem Fremden!? –", "Er lehrt das gewöhnlichere.", "HAT ER IHN ABER MIT BEFUGNIS HINEINGEBRACHT, SO IST DER EIGENTÜMER DES HOFES ERSATZPFLICHTIG &C. Es wurde gelehrt: Rabh sagte, die Halakha sei wie der erste Autor, und Šemuél sagte, die Halakha sei wie Rabbi.", "Die Rabbanan lehrten: [Sagte er zu ihm:] Bringe deinen Ochsen herein und bewache ihn, so ist, wenn er Schaden angerichtet hat, dieser ersatzpflichtig, und wenn er beschädigt worden ist, jener ersatzfrei;", "wenn aber: bringe deinen Ochsen herein und ich werde ihn bewachen, so ist, wenn er beschädigt worden ist, jener ersatzpflichtig, und wenn er Schaden angerichtet hat, dieser ersatzfrei. –", "Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst heißt es, [wenn er zu ihm gesagt hat:] bringe deinen Ochsen herein und bewache ihn, sei er, wenn er Schaden angerichtet hat, ersatzpflichtig, und wenn er beschädigt worden ist, jener ersatzfrei; nur wenn er zu ihm gesagt hat, daß er ihn bewachen solle, ist der Eigentümer des Ochsen ersatzpflichtig und der Eigentümer des Hofes ersatzfrei, wenn er aber nichts gesagt hat, ist der Eigentümer des Hofes ersatzpflichtig und der Eigentümer des Ochsen ersatzfrei. Demnach übernimmt man stillschweigend die Bewachung.", "Im Schlußsatze aber heißt es, wenn aber: bringe deinen Ochsen herein und ich werde ihn bewachen, sei er, wenn er beschädigt worden ist, ersatzpflichtig, und wenn er Schaden angerichtet hat, ersatzfrei;", "nur wenn er gesagt hat, er werde ihn bewachen, ist der Eigentümer des Hofes ersatzpflichtig und der Eigentümer des Ochsen ersatzfrei, wenn er aber nichts gesagt hat, ist der Eigentümer des Ochsen ersatzpflichtig und der Eigentümer des Hofes ersatzfrei. Demnach übernimmt man stillschweigend die Bewachung nicht,", "dies nach Rabbi, welcher sagt, nur wenn der Eigentümer des Hofes die Bewachung übernommen hat. Der Anfangsatz nach den Rabbanan und der Schlußsatz nach Rabbi!?", "R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. Raba erklärte: Das ganze nach den Rabbanan, da er aber im Anfangsatze lehrt: und bewache ihn, so lehrt er im Schlußsatze: und ich werde ihn bewachen.", "R. Papa erklärte: Das ganze nach Rabbi, nur ist er der Ansicht R. Tryphons, welcher sagt, für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten sei der ganze Schaden zu ersetzen.", "Sagte er zu ihm, daß er ihn bewachen solle, so hat er ihm. keinen Platz in seinem Hofe zugeeignet, somit gilt dies als Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten, und für die Hornschädigung im Gebiete des Geschädigten ist der ganze Schaden zu ersetzen;", "sagte er aber zu ihm nicht, daß er ihn bewachen solle, so hat er ihm einen Platz in seinem Hofe zugeeignet, somit gilt dies als Hornschädigung im Gebiete von Teilhabern, und für die Hornschädigung im Gebiete von Teilhabern ist nur die Hälfte des Schadens zu bezahlen40Anders im Schlußsatze, wo der Eigentümer des Hofes die Bewachung übernommen hat..", "ivWENN EIN OCHS AUF EINEN ANDEREN ABGESEHEN UND EINE FRAU GESTOSSEN HAT UND IHR DIE KINDER ABGEGANGEN SIND, SO IST KEIN ERSATZ FÜR DIE KINDER ZU ZAHLEN; WENN ABER EIN MENSCH AUF EINEN ANDEREN ABGESEHEN UND EINE FRAU GESTOSSEN HAT UND IHR DIE KINDER ABGEGANGEN SIND, SO HAT ER DEN ERSATZ FÜR DIE KINDER ZU ZAHLEN.", "AUF WELCHE WEISE ERFOLGT DER ERSATZ FÜR DIE KINDER? MAN SCHÄTZE DIE FRAU, WIEVIEL SIE VOR DER GEBURT WERT WAR UND WIEVIEL SIE NACH DER GEBURT WERT IST. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SPRACH:" ], [ "WIESO DIES, EINE FRAU NIMMT JA NACH DER GEBURT AN WERT41Wegen der überstandenen Lebensgefahr.ZU!? MAN SCHÄTZE VIELMEHR, WIEVIEL DIE KINDER WERT WÄREN, UND DIES MUSS ER DEM EHEMANNE ERSETZEN. HAT SIE KEINEN EHEMANN, SO ZAHLE ER AN SEINE ERBEN;", "IST SIE EINE FREIGELASSENE SKLAVIN ODER EINE PROSELYTIN, SO IST ER ERSATZFREI42Da der Schwängerer keine rechtmäßigen Erben hat, so ist ihr Nachlaß Freigut, u. wer zuvorkommt, dem gehört er..", "GEMARA. Nur wenn er auf einen anderen gezielt hat, wenn aber auf die Frau selbst, so ist der Ersatz für die Kinder zu zahlen; dies wäre somit eine Widerlegung des R. Ada b. Ahaba, denn R. Ada b. Ahaba sagte, auch wenn der Ochs auf die Frau selbst abgesehen hat, sei kein Ersatz für die Kinder zu zahlen. –", "R. Ada b. Ahaba kann dir erwidern: auch wenn er auf die Frau selbst abgesehen hat, ist kein Ersatz für die Kinder zu zahlen, da er aber im Schlußsatze von dem Falle lehren will, wenn ein Mensch auf einen anderen abgesehen hat, weil auch die Schrift von einem solchen Falle spricht43Cf. Ex. 21,22., so lehrt er auch im Anfangsatze von dem Falle, wenn ein Ochs auf einen anderen abgesehen hat.", "R. Papa sagte: Wenn ein Ochs eine Sklavin niedergestoßen hat und ihr die Kinder abgegangen sind, so ist der Wert der Kinder zu ersetzen, weil er nichts weiter als eine Eselin44Dies ist eine gewöhnliche Vermögensschädigung, auf die der oben angeführte Schluß nicht anwendbar ist.beschädigt hat, denn die Schrift sagt: 45Gen. 22,5.bleibet hier mit [ἱm] dem Esel, ein Volk [a͑m], das einem Esel gleicht.", "AUF WELCHE WEISE ERFOLGT DER ERSATZ FÜR DIE KINDER. ‘Der Ersatz für die Kinder‘, es sollte ja heißen: [und] den Mehrwert wegen der Kinder46Die Frau sieht schwanger voller u. kräftiger aus.!? – Das meint er auch: auf welche Weise erfolgt der Ersatz für die Kinder und den Mehrwert wegen der Kinder? Man schätze, wieviel die Frau vor der Gehurt wert war und wieviel sie nach der Geburt wert ist.", "R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SPRACH: WIESO DIES, EINE FRAU NIMMT JA NACH DER GEBURT AN WERT ZU. Wie meint er es? Rabba erwiderte: Er meint es wie folgt: eine Frau ist ja nicht vor der Geburt mehr wert als nach der Gehurt, eine Frau ist ja nach der Geburt mehr wert als vor47Da sie vor der Geburt in Lebensgefahr schwebt.der Geburt!? Vielmehr schätze man den Wert der Kinder und zahle ihn an den Ehemann.", "Ebenso wird auch gelehrt: Eine Frau ist ja nicht vor der Geburt mehr wert als nach der Geburt, eine Frau ist ja nach der Geburt mehr wert als vor der Geburt; vielmehr schätze man den Wert der Kinder und zahle ihn an den Ehemann.", "Raba erklärte: Er meint es wie folgt: eine Frau nimmt ja nicht an Wert zu nur für den, dem sie gebiert, ohne selbst durch die Kinder am Werte zugenommen46Die Frau sieht schwanger voller u. kräftiger aus.zu haben!? Vielmehr schätze man den Wert der Kinder und zahle ihn an den Ehemann, und den Mehrwert durch die Kinder teilen sie.", "Ebenso wird auch gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Eine Frau nimmt ja nicht an Wert zu nur für den, dem sie gebiert, ohne selbst durch die Kinder an Wert zugenommen zu haben!? Vielmehr schätze man den Schaden besonders und die Schmerzen besonders; ferner schätze man den Wert der Kinder und zahle ihn an den Ehemann, und den Mehrwert durch die Kinder teilen sie. –", "R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ja demnach in einem Widerspruche48An einer Stelle lehrt er, daß eine Frau nach der Geburt mehr wert ist, u. an der anderen spricht er von einem Mehrwert durch Kinder, wonach sie vor der Geburt mehr wert ist.mit sich selbst!? –", "Das ist kein Widerspruch; das eine spricht von einer, die erstmalig gebiert, das andere spricht von einer, die nicht erstmalig gebiert49Erstere ist vor der Geburt weniger wert, da ihre Geburt eine schwere ist u. sie daher in Lebensgefahr schwebt, letztere ist vor der Geburt mehr wert.. –", "Was ist der Grund der Rabbanan, welche sagen, auch der Mehrwert durch die Kinder gehöre dem Ehemanne? – Wie gelehrt wird: Wenn es heißt:50Ex. 21,22.und ihr die Kinder abgehen, so weiß ich ja, daß von einer Schwangeren gesprochen wird, wozu heißt es schwangere? Um dir zu sagen, daß der Mehrwert wegen der Schwangerschaft dem Ehemanne gehöre. –", "Wofür verwendet R. Šimo͑n b. Gamliél [das Wort] schwangere? – Dies verwendet er für folgende Lehre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte, er sei nur dann ersatzpflichtig, wenn er sie gegen die Geburtstelle gestoßen hat. R. Papa sagte: Man sage nicht, genau gegen die Geburtstelle, sondern wo auch die Geburt dadurch Schaden nehmen kann, nicht aber wenn gegen die Hand oder gegen den Fuß.", "IST SIE EINE FREIGELASSENE SKLAVIN ODER EINE PROSELYTIN, SO IST ER ERSATZFREI. Raba sagte: Dies lehrten sie von dem Falle, wenn er sie bei Lebzeiten des Proselyten verletzt hat und der Proselyt darauf gestorben ist, denn da er sie bei Lebzeiten des Proselyten verletzt hat, so hat der Proselyt [die Entschädigung] erworben, und sobald der Proselyt stirbt, erwirbt er sie von diesem; wenn er sie aber nach dem Tode des Proselyten verletzt hat, so bleibt sie ihr Eigentum und er muß sie an sie zahlen.", "R. Ḥisda sprach: Herr deiner, sind denn die Kinder ein Wertstück, das man erwerben kann!? Vielmehr, ist der Ehemann vorhanden, so hat sie der Allbarmherzige ihm zugesprochen, ist der Ehemann nicht vorhanden, so ist dies nicht der51Es ist also niemand da, der diese Entschädigung einfordern könnte.Fall.", "Man wandte ein: Wenn jemand eine Frau geschlagen hat und ihr die Kinder abgegangen sind, so muß er die Entschädigung und das Schmerzensgeld an die Frau und den Wert der Kinder an den Ehemann zahlen; [lebt] der Ehemann nicht mehr, so zahle er an seine Erben; [lebt] die Frau nicht mehr, so zahle er an ihre Erben; ist sie eine freigelassene Sklavin oder eine Proselytin, so hat er es erworben52Da es dann Freigut ist.!? –", "Ich will dir sagen, ist diese Lehre denn bedeutender als unsere Mišna? Jene bezogen wir auf den Fall, wenn er sie bei Lebzeiten des Proselyten verletzt hat und der Proselyt darauf gestorben ist, ebenso ist auch diese auf den Fall zu beziehen, wenn er sie bei Lebzeiten des Proselyten verletzt hat und der Proselyt darauf gestorben ist. Wenn du willst, sage ich: tatsächlich nach dem Tode des Proselyten, nur lese man: so hat sie es erworben." ], [ "Es wäre anzunehmen,", "daß hierüber Tannaím streiten: Wenn eine Jisraélitin einen Proselyten geheiratet hat und von ihm schwanger ist, und jemand sie bei Lebzeiten des Proselyten verletzt53Und ihr die Kinder abgehen., so hat er den Ersatz für die Kinder an den Proselyten zu zahlen; wenn aber nach dem Tode des Proselyten, so ist er, wie das Eine lehrt, ersatzpflichtig, und wie das Andere lehrt, ersatzfrei. Wahrscheinlich streiten hierüber Tannaím. Nach Rabba besteht hier entschieden ein Streit54Er kann die Lehre, nach welcher er frei ist, nicht mit seiner Ansicht in Übereinstimmung bringen.von Tannaím, muß aber auch nach R. Ḥisda erklärt werden, daß hier ein Streit von Tannaím bestehe? –", "Nein, das eine nach den Rabbanan und das andere nach R. Šimo͑n b. Gamliél55Die Lehre, nach welcher er ersatzpflichtig ist, spricht vom Ersatze für den Mehrwert durch die Kinder, u. zwar vertritt sie die Ansicht des RŠ., nach dem die Frau daran beteiligt ist; den Ersatz für die Kinder braucht er aber nicht zu bezahlen.. –", "Wenn nach R. Šimo͑n b. Gamliél, so gilt dies ja nicht nur nach dem Tode, auch bei Lebzeiten erhält sie ja die Hälfte!? – Bei Lebzeiten erhält sie die Hälfte, nach dem Tode aber erhält sie das ganze.", "Wenn du aber willst, sage ich: beide nach R. Šimo͑n b. Gamliél, nur spricht die eine Lehre vom Mehrwerte durch die Kinder und die andere vom Ersatze für die Kinder. –", "Vom Mehrwerte durch die Kinder sollte man doch auf den Ersatz für die Kinder56Wenn sie nach RŠ. die ihm zukommende Hälfte des Mehrwertes durch die Kinder erbt, so erbt sie nach ihm wahrscheinlich auch den Ersatz für die Kinder.folgern, und von R. Šimo͑n b. Gamliél sollte man doch auf die Rabbanan57Da sie ihn auch nach ihrer Ansicht beerbt; ihr Streit besteht nur darin, ob sie bei Lebzeiten beteiligt ist, nicht aber, ob sie ihn nach dem Tode beerbt.folgern!? –", "Nein, am Mehrwerte durch die Kinder ist sie beteiligt, daher erwirbt sie ihn [nachher] vollständig, am Ersatze für die Kinder ist sie nicht beteiligt, daher erwirbt sie ihn überhaupt nicht.", "R. Jeba der Greis fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn jemand von den Schuldscheinen eines Proselyten58Nach seinem TodeBesitz ergreift? Wer von einem Schuldscheine Besitz nimmt, tut dies wegen des Grundstückes59Auf welches der Schuldschein ausgestellt ist., das Grundstück aber hat er nicht in Besitz genommen, und auch der Schuldschein ist ihm nicht angeeignet, da er diesen nicht bezweckt hat, oder bezweckte er auch die Aneignung des Schuldscheines?", "Dieser erwiderte: Sage, Meister, braucht er ihn etwa zum Verstopfen einer Flasche60Wieso sollte er nur die Aneignung des Schuldscheines bezweckt haben.!? Jener entgegnete: Freilich, zum Verstopfen.", "Rabba sagte: Wenn das Pfand eines Jisraéliten sich im Besitze eines Proselyten befindet und der Proselyt stirbt, und darauf ein anderer Jisraélit kommt und es in Besitz nimmt, so wird es ihm abgenommen, weil mit dem Tode des Proselyten sein Anrecht darauf aufgehoben wird61Es geht dann zurück in den Besitz des Eigentümers über..", "Wenn das Pfand eines Proselyten sich im Besitze eines Jisraéliten befindet und der Proselyt stirbt, und darauf ein anderer Jisraélit kommt und es in Besitz nimmt, so hat der eine62Der Gläubiger.an diesem den Wert seines Geldes und der andere erwirbt den Rest. –", "Weshalb denn, sollte es doch sein Hof für ihn aneignen, denn R. Jose b. Ḥanina sagte, der Hof eines Menschen eigne für ihn an, auch wenn er es nicht weiß63Wenn sich in diesem eine herrenlose Sache befindet; ebenso sollte in diesem Falle der erste Besitzer das Pfand erwerben.!? –", "Ich will dir sagen, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er nicht anwesend ist. Ist er anwesend, sodaß er, wenn er wollte, es sich aneignen könnte, eignet es auch sein Hof für ihn an, ist er aber nicht anwesend, sodaß er, wenn er auch wollte, es sich nicht aneignen könnte, eignet es auch sein Hof für ihn nicht an.", "Die Halakha ist: wenn es64Das Pfand.sich nicht in seinem Hofe befindet; er erwirbt es daher nicht.", "v,1WER EINE GRUBE AUF PRIVATGEBIET GRÄBT UND SIE NACH ÖFFENTLICHEM GEBIETE HIN ÖFFNET, ODER AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE UND SIE NACH PRIVATGEBIET HIN ÖFFNET, ODER AUF PRIVATGEBIET UND SIE NACH EINEM ANDEREN PRIVATGEBIET HIN ÖFFNET, IST ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer eine Grube auf Privatgebiet gräbt und sie nach öffentlichem Gebiete hin öffnet, ist ersatzpflichtig; das ist die Grube, von der in der Tora gesprochen wird – so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sagt, wenn man das Gebiet und nicht die Grube65Die Grube ist also sein richtiges Eigentum u. befindet sich auf öffentlichem Gebiete.preisgegeben hat, so sei dies die Grube, von der in der Tora gesprochen wird.", "Rabba sagte: Alle stimmen überein, daß man wegen einer Grube auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig sei, denn die Schrift sagt:66Ex. 21,33.wenn jemand [eine Grube] öffnet oder gräbt, und da man, wenn man wegen des Öffnens ersatzpflichtig ist, um so mehr wegen des Grabens ersatzpflichtig ist, so besagt dies, daß er nur wegen des Öffnens und des Grabens ersatzpflichtig67Obgleich die Grube nicht sein Eigentum ist.ist; sie streiten nur über" ], [ "eine Grube auf eigenem Gebiete. R. A͑qiba ist der Ansicht, man sei auch für eine Grube auf eigenem Gebiete ersatzpflichtig, denn es heißt:68Ex. 21,34.der Eigentümer der Grube, der Allbarmherzige spricht von einer Grube, die Eigentümer hat;", "R. Jišma͑él aber ist der Ansicht, darunter sei der Eigentümer69Dh. der Urheber.des Hindernisses zu verstehen. –", "Wie sind nun [die Worte:] das ist die Grube, von der in der Tora gesprochen wird, die R. A͑qiba gebraucht, zu verstehen70RJ. schließt die des RA͑. aus, dagegen kann RA͑. die des RJ. nicht ausschließen, da von einer Grube auf öffentlichem Gebiete nach aller Ansicht in der Schrift gesprochen wird.. – Dies ist die Grube, mit der die Schrift hinsichtlich der Bezahlung beginnt.", "R. Joseph sagte: Alle stimmen überein, daß man wegen einer Grube auf Privatgebiet ersatzpflichtig sei, denn der Allbarmherzige sagt: der Eigentümer der Grube, er spricht also von einer Grube, die einen Eigentümer hat;", "sie streiten nur über eine Grube auf öffentlichem Gebiete. R. Jišma͑él ist der Ansicht, man sei auch für eine Grube auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig, denn es heißt: wenn jemand [eine Grube] öffnet oder gräbt, und da man, wenn man wegen des Öffnens ersatzpflichtig ist, um so mehr wegen des Grabens ersatzpflichtig ist, so besagt dies, daß er nur wegen des Öffnens und Grabens ersatzpflichtig67Obgleich die Grube nicht sein Eigentum ist.ist;", "R. A͑qiba aber [ist der Ansicht,] beides sei nötig. Würde der Allbarmherzige es nur vom Öffnen geschrieben haben, so könnte man glauben, nur beim Öffnen genüge das Zudecken, wenn man aber eine gräbt, genüge das Zudecken nicht, vielmehr müsse man sie zuschütten.", "Und wenn der Allbarmherzige es nur vom Graben geschrieben hätte, so könnte man glauben, man müsse sie nur dann zudecken, wenn man sie selber gräbt, weil man eine Handlung ausübt, wenn man aber eine öffnet, also keine Handlung ausübt, brauche man sie nicht einmal zuzudecken, so lehrt er uns. –", "Wie sind nun [die Worte:] das ist die Grube, von der in der Tora gesprochen wird, die R. Jišma͑él gebraucht, zu verstehen71Cf. Anm. 70 mut. mut.? – Dies ist die Grube, mit der die Schrift hinsichtlich der Bezahlung beginnt.", "Man wandte ein: Wer eine Grube auf öffentlichem Gebiete gräbt und sie nach Privatgebiet hin öffnet, ist ersatzfrei, obgleich man dies nicht tun darf, denn es ist verboten, unter öffentlichem Gebiete eine Höhle zu graben.", "Wer Gruben, Graben und Höhlen auf Privatgebiet gräbt und sie nach öffentlichem Gebiete hin öffnet, ist ersatzpflichtig. Wer eine Grube gräbt auf Privatgebiet, das an öffentliches Gebiet anstößt, wie es zum Beispiel beim Graben von Fundamenten geschieht, ist ersatzfrei, nach R. Jose b. Jehuda aber ersatzpflichtig, es sei denn, daß er einen zehn [Handbreiten] hohen Zaun errichtet oder vier Handbreiten von der Stelle, da Menschen oder Tiere gehen, eingerückt hat.", "Nur wenn es zu einem Fundamente geschieht, sonst aber ist er ersatzpflichtig.", "Nach wessen Ansicht: allerdings vertritt nach Rabba der Anfangsatz die Ansicht R. Jišma͑éls und der Schlußsatz die des R. A͑qiba;", "nach R. Joseph aber ist zwar der Schlußsatz nach aller Ansicht zu erklären, der Anfangsatz aber vertritt ja weder die Ansicht R. Jišma͑éls noch die des R. A͑qiba!? –", "R. Joseph kann dir erwidern: das ganze ist nach aller Ansicht zu erklären, denn der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn er weder sein Gebiet noch seine Grube preisgegeben72Es ist sein Gebiet, in dem er dazu befugt ist.hat.", "R. Aši sagte: Da du sie nach R. Joseph nun nach aller Ansicht erklärt hast, so braucht sie auch nach Rabba nicht verschiedenen Tannaím addiziert zu werden.", "Wenn der Anfangsatz die Ansicht R. Jišma͑éls vertritt, so vertritt auch der Schlußsatz die Ansicht R. Jišma͑éls, denn hier handelt es sich um den Fall, wenn er das öffentliche Gebiet erweitert73Wenn er die Stelle, auf der er die Grube gräbt, zum öffentlichen Gebiete arrondiert hat; er hat also die Grube auf öffentlichem Gebiete gegraben.hat, daher ist er nur dann [frei], wenn dies zu einem Fundament geschah, wenn aber nicht, so ist er ersatzpflichtig.", "Man wandte ein: Wer eine Grube auf Privatgebiet gräbt und sie nach öffentlichem Gebiete hin öffnet, ist ersatzpflichtig; wenn aber auf Privatgebiet, das an öffentliches Gebiet anstößt, so ist er ersatzfrei. Einleuchtend ist es nun nach Rabba, denn das ganze vertritt die Ansicht R. Jišma͑éls, nach R. Joseph aber vertritt zwar der Anfangsatz die Ansicht R. Jišma͑éls, der Schlußsatz aber vertritt ja weder die Ansicht R. Jišma͑éls noch die des R. A͑qiba!? –", "Er kann dir erwidern: wenn er sie zu einem Fundament gräbt, also nach aller Ansicht.", "Die Rabbanan lehrten: Wer [einen Brunnen] gräbt oder öffnet und ihn dem Publikum übergibt, ist ersatzfrei, wenn er aber einen gräbt oder öffnet und ihn dem Publikum nicht übergibt, so ist er ersatzpflichtig. So pflegte auch Neḥunja der Brunnengräber zu verfahren; er grub oder öffnete sie74Brunnen für die Wallfahrer.und übergab sie dem Publikum. Als die Weisen davon hörten, sprachen sie: Dieser hat diese Halakha gehalten. – Diese und weiter keine!? – Sage: auch diese Halakha.", "Die Rabbanan lehrten: Einst fiel die Tochter Neḥunja des Brunnengräbers in einen großen Brunnen. Da berichtete man es R. Ḥanina b. Dosa75Damit er für sie bete.. In der ersten Stunde sprach er zu ihnen: Friede, in der zweiten sprach er zu ihnen: Friede, in der dritten sprach er zu ihnen: sie ist bereits heraufgekommen.", "Als man sie darauf fragte, wer sie heraufgebracht habe, erwiderte sie: Ein männliches Schaf, das von einem Greise geführt wurde, stellte sich zu mir ein. Darauf sprachen sie zu ihm: Bist du denn ein Prophet? Er erwiderte ihnen: Ich bin weder ein Prophet noch Sohn eines Propheten, aber ich sagte mir wie folgt: sollte denn an einem Werke, mit dem dieser Fromme sich abmüht, sein Kind verunglücken.", "R. Aḥa sagte: Dennoch starb seine Tochter vor Durst. Es heißt nämlich:76Ps. 50,3.rings um ihn stürmt es gewaltig, dies lehrt, daß es der Heilige, gepriesen sei er, mit seiner Umgebung haargenau77Das W. נשערה (stürmen) wird von שער Haar abgeleitet.nimmt. R. Neḥunja sagte: Hieraus:78Ps. 89,8.Gott ist schrecklich im Rate der Heiligen und furchtbar für alle, die ihn umgeben.", "R. Ḥanina sagte: Wer da sagt, der Heilige, gepriesen sei er, sei übersehend, dessen Leben werde übersehen, denn es heißt:79Dt. 32,4.er ist ein Fels, vollkommen ist sein Tun, denn Recht sind alle seine Wege. R. Ḥana, nach anderen R. Šemuél b. Naḥmani, sagte: Es heißt:" ], [ "80Ex. 34,6.langmütig in Zornen81Das W. אפים wird als Mehrzahl aufgefaßt., es heißt aber nicht: langmütig im Zorn; er ist langmütig Frommen und Frevlern gegenüber.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht Steine aus seinem Gebiete in öffentliches Gebiet wegräumen. Einst räumte ein Mann Steine aus seinem Gebiete in öffentliches Gebiet. Da kam ein Frommer heran und sprach zu ihm: Wicht, weshalb räumst du die Steine aus einem Gebiete, das nicht dir gehört, in ein Gebiet, das dir gehört!? Da lachte er über ihn.", "Nach Verlauf von Tagen geriet dieser Mann in die Notlage, sein Feld zu verkaufen, und als er darauf in jener Straße ging, strauchelte er an diesen Steinen. Da sprach er: Jener Fromme hatte Recht, als er zu mir sprach: weshalb räumst du die Steine aus einem Gebiete, das nicht dir gehört, in ein Gebiet, das dir gehört.", "v,2WENN JEMAND EINE GRUBE AUF ÖFFENTLICHEM GEBIETE GEGRABEN HAT UND EIN OCHS ODER EIN ESEL IN DIESE FÄLLT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. ER IST ERSATZPFLICHTIG, EINERLEI OB ER EINE GRUBE, EINEN GRABEN, EINE HÖHLE, EINE VERTIEFUNG ODER EINE RINNE GEGRABEN HAT. WESHALB ABER WIRD VON EINER GRUBE GESPROCHEN? WIE EINE GRUBE ZU TÖTEN GEEIGNET UND ZEHN HANDBREITEN TIEF IST, EBENSO AUCH ALLES ANDERE, WAS ZU TÖTEN GEEIGNET UND ZEHN HANDBREITEN TIEF IST. WENN SIE WENIGER ALS ZEHN HANDBREITEN TIEF IST UND EIN OCHS ODER EIN ESEL DA HINEINFÄLLT UND VERENDET, SO IST ER ERSATZFREI; WIRD ER BESCHÄDIGT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. Rabh sagt, bei der Grube habe die Tora ihn ersatzpflichtig gemacht nur für die Stickluft, nicht aber für den Schlag; er ist der Ansicht, die Schädigung durch den Schlag komme von der herrenlosen Erde.", "Šemuél aber sagt, für die Stickluft und um so mehr für den Schlag82Erstere kommt von selbst, den letzteren dagegen hat der Eigentümer herbeigeführt.. Wenn man aber sagen wollte, die Tora habe ihn nur für den Schlag und nicht für die Stickluft ersatzpflichtig gemacht, so hat sie bekundet, daß dies auch von einer Grube gilt, die mit Wollflocken gefüllt83Die Schrift spricht von einer Grube allgemein.ist. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn man eine Anhöhe auf öffentlichem Gebiete errichtet hat; nach Rabh ist man wegen der Anhöhe nicht ersatzpflichtig, nach Šemuél aber ist man auch wegen der Anhöhe ersatzpflichtig. –", "Was ist der Grund Rabhs? – Die Schrift sagt:84Ex. 21,33.und hineinfällt, nur wenn es hineinfällt. – Und Šemuél? – Und hineinfällt, jede Art des Fallens. –", "Wir haben gelernt: Weshalb wird demnach von einer Grube gesprochen? Wie eine Grube zu töten geeignet und zehn Handbreiten tief ist, ebenso auch alles andere, was zu töten geeignet und zehn Handbreiten tief ist. Allerdings schließen nach Šemuél [die Worte] ‘alles andere’ eine Anhöhe ein, was aber schließen nach Rabh [die Worte] ‘alles andere’ ein!? –", "Sie schließen Vertiefungen und Rinnen ein. – Von Vertiefungen und Rinnen lehrte er es ja ausdrücklich!? – Zuerst lehrte er es allgemein, nachher nennt er sie besonders. –", "Wozu braucht er dies von allen besonders zu lehren? – Dies ist nötig. Würde er es nur von einer Grube gelehrt haben, so könnte man glauben, nur bei einer solchen ist bei einer Tiefe von zehn [Handbreiten] Stickluft vorhanden, weil sie klein und rund ist, ein Graben aber habe bei zehn Handbreiten keine Stickluft.", "Würde er es nur von einem Graben gelehrt haben, so könnte man glauben, nur ein Graben habe bei zehn [Handbreiten] Stickluft, weil er klein ist, eine Höhle aber, die ausgetieft ist, habe bei zehn [Handbreiten] keine Stickluft.", "Würde er es nur von einer Höhle gelehrt haben, so könnte man glauben, nur eine Höhle habe bei zehn [Handbreiten] Stickluft, weil sie überdeckt ist, Vertiefungen aber, die nicht überdeckt sind, haben bei zehn [Handbreiten] keine Stickluft.", "Und würde er es nur von Vertiefungen gelehrt haben, so könnte man glauben, nur Vertiefungen haben bei zehn [Handbreiten] Stickluft, weil sie oben nicht breiter sind als unten, Rinnen aber, die oben breiter sind als unten, haben bei zehn [Handbreiten] keine Stickluft. Daher lehrt er es uns [von allen]. –", "Wir haben gelernt: Wenn sie weniger als zehn Handbreiten tief sind und ein Ochs oder ein Esel da hineinfällt und verendet, so ist er ersatzfrei; wird er beschädigt, so ist er ersatzpflichtig. Wenn da ein Ochs oder ein Esel hineinfällt und verendet, ist er wahrscheinlich deshalb ersatzfrei, weil kein [genügender] Schlag vorhanden ist!? –", "Nein, weil sie keine Stickluft haben85Und um so weniger kann in dieser ein totbringender Schlag herbeigeführt werden.. – Wieso ist er demnach, wenn er beschädigt wird, ersatzpflichtig, sie haben ja keine Stickluft!? – Ich will dir sagen, sie haben nicht genügend Stickluft für den Tod, wohl aber genügend Stickluft für eine Beschädigung.", "Einst fiel ein Ochs in eine Bewässerungsgrube hinein, und der Eigentümer schlachtete ihn. Da erklärte ihn R. Naḥman als rituell ungenießbar.", "Darauf sprach R. Naḥman: Wenn der Eigentümer dieses Ochsen einen Kab Mehl86Als Proviant.genommen hätte und ins Lehrhaus gegangen wäre, um zu lernen, daß, wenn er vierundzwanzig Stunden87Nach einem Sturze.gelebt hat, er rituell genießbar sei, würde er seinen Ochsen, der viele Kab wert war, nicht verloren88Er würde diese Zeit gewartet haben.haben. R. Naḥman ist demnach der Ansicht, auch bei weniger als zehn [Handbreiten]89Diese Gruben waren 6 Handbreiten tief.werde ein [tötlicher] Schlag herbeigeführt.", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn sie weniger als zehn Handbreiten tief sind und ein Ochs oder ein Esel da hineinfällt und verendet, so ist er ersatzfrei. Doch wohl, weil in solchen kein [genügender] Schlag vorhanden ist!? –" ], [ "Nein, weil in solchen keine Stickluft vorhanden ist. – Wieso heißt es demnach, wenn sie beschädigt werden, sei er ersatzpflichtig, solche haben ja keine Stickluft!? – Ich will dir sagen, sie haben nicht genügend Stickluft, um den Tod herbeizuführen, wohl aber um eine Schädigung herbeizuführen.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Der Steinigungsraum war zwei Mann90Der Delinquent wurde von dieser Anhöhe hinabgestoßen; cf. Syn. Fol. 45a.hoch, und hierzu wird gelehrt, zu diesen komme noch seine eigene Höhe hinzu, das sind drei. Wozu ist nun eine solche Höhe nötig, wenn man sagen wollte, auch bei weniger als zehn [Handbreiten] werde ein [tötlicher] Schlag herbeigeführt!? –", "Auch nach deiner Ansicht ist ja einzuwenden: sollte man ihn doch nur zehn [Handbreiten] hoch gemacht haben!? Vielmehr ist dies nach R. Naḥman zu erklären, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Die Schrift sagt:91Lev. 19,18.du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod92Daß er beim Niederschlagen tot liegen bleibe.. –", "Demnach sollte man ihn noch höher errichtet haben!? – Er würde verunstaltet werden.", "Er wandte ferner gegen ihn ein:93Dt. 22,8.Wenn jemand von diesem94Einem Hause, dessen Dach kein Geländer hat.herunterfallen sollte, nicht aber in dieses.", "Wenn nämlich die Straße zehn Handbreiten höher ist, sodaß man aus dieser auf [das Dach] fallen kann, so ist er95Der Hausbesitzer braucht kein Geländer am Rande der Straße zu errichten, damit man nicht auf das Haus falle.frei, wenn sie aber zehn Handbreiten tiefer ist, sodaß man [vom Dache] auf diese fallen kann, so ist er verpflichtet.", "Wozu sind nun zehn [Handbreiten] erforderlich, wenn man sagen wollte, auch bei weniger als zehn werde ein [tötlicher] Schlag herbeigeführt!? Dieser erwiderte: Anders ist es bei einem Hause, denn weniger als zehn [Handbreiten] ist es kein Haus mehr96Bei einem solchen hat die Verpflichtung zu einem Geländer überhaupt keine Geltung, da die Schrift nur von einem ‘Hause spricht. –", "Demnach ist es ja auch jetzt97Selbst wenn es 10 Handbreiten hoch ist.keines, denn wenn es auch draußen zehn [Handbreiten] hoch ist, innen aber sind es ja keine zehn, da Gebälk und Estrich abzuziehen sind!? – Wenn er es innen ausgetieft hat. –", "Demnach kann es ja, auch wenn es außen keine zehn [Handbreiten] hat, innen zehn haben, wenn er es nämlich noch mehr ausgetieft hat!? –", "Vielmehr, folgendes ist der Grund R. Naḥmans: vom Bauche des Ochsen bis zur Erde sind es vier [Handbreiten], die Bewässerungsgrube hat sechs [Handbreiten], das sind also zehn; es ergibt sich somit, daß der Aufschlag aus einer Höhe von zehn [Handbreiten] erfolgt. –", "Wieso heißt es demnach in unserer Mišna: wie eine Grube zu töten geeignet und zehn Handbreiten tief ist, ebenso auch alles andere, was zu töten geeignet und zehn Handbreiten tief ist, auch sechs sind ja ausreichend!? –", "Ich will dir sagen, unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn es in die Grube hineinpurzelt98Wenn das Tier liegend hineingefallen ist; in diesem Falle ist nur eine 10 Handbreiten tiefe Grube tötlich..", "vi,1WENN EINE GRUBE ZWEI TEILHABERN GEHÖRT UND DER EINE AN DIESER VORÜBERGEHT UND SIE NICHT ZUDECKT, UND DER ANDERE EBENFALLS, UND SIE NICHT ZUDECKT, SO IST DER ANDERE ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. Wieso kann eine Grube zwei Teilhabern gehören? Allerdings kann es vorkommen, wenn wir der Ansicht R. A͑qibas sind, welcher sagt, man sei für eine Grube auf eigenem Gebiete ersatzpflichtig, wenn nämlich der Hof samt der Grube beiden gehörte und sie den Hof und nicht die Grube preisgegeben haben;", "wenn wir aber der Ansicht sind, man sei für eine Grube auf eigenem Gebiete nicht ersatzpflichtig, so kann man ja nur für eine auf öffentlichem Gebiete ersatzpflichtig sein, wieso kann nun eine Grube auf öffentlichem Gebiete zwei Besitzer haben?", "Wenn sie etwa einen Vertreter beauftragt haben, für sie eine Grube zu graben, und er dies getan hat, so gibt es ja keinen Vertreter für eine verbotene Handlung98Wenn jemand einen anderen beauftragt, eine verbotene Handlang zu begehen, u. er es tut, so ist dieser strafbar u. nicht der Beauftragende.. Und wenn etwa der eine fünf und der andere fünf [Handbreiten] gegraben hat, so ist ja die Tätigkeit des ersteren aufgehoben worden.", "Allerdings kann dies nach Rabbi99Der in einem solchen Falle für eine nicht tötliche Schädigung beide verantwortlich macht.hinsichtlich der Schädigung vorkommen, wieso aber kann dies nach Rabbi hinsichtlich des Todes und nach den Rabbanan sowohl hinsichtlich des Todes als auch hinsichtlich der Schädigung vorkommen!?", "R. Joḥanan erwiderte: Wenn sie zusammen den [letzten] Erdklumpen herausgenommen und sie auf zehn [Handbreiten] ergänzt haben.", "Was ist das für [ein Streit zwischen] Rabbi und den Rabbanan? – Es wird gelehrt: Wenn jemand eine Grube von neun [Handbreiten] gegraben und ein anderer gekommen und sie auf zehn ergänzt hat, so ist der andere ersatzpflichtig. Rabbi sagt, der andere bei einem Todesfalle, und beide bei einer Beschädigung. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt:100Ex. 21,33.wenn jemand [eine Grube] öffnet oder gräbt, und da man, wenn man wegen des Öffnens ersatzpflichtig ist, um so mehr wegen des Grabens ersatzpflichtig ist, so schließt dies den Fall ein, wenn einer das Graben des anderen fortsetzt; er hat dadurch die Tätigkeit des ersteren aufgehoben. –", "Und Rabbi!? – Er kann dir erwidern: dies ist nötig, wie wir bereits gesagt101Daß er wegen der Tätigkeit schuldig ist, obgleich die Grube nicht ihm gehört; cf. supra Fol. 49b.haben. – Auch nach den Rabbanan ist es ja dieserhalb nötig!? –", "Vielmehr, folgendes ist der Grund der Rabbanan: die Schrift sagt: wenn jemand eine Grube gräbt, einer und nicht zwei. –", "Und Rabbi!? – Hieraus entnimmt er folgendes: wenn jemand eine Grube gräbt, nicht aber, wenn ein Ochs eine Grube gräbt. –", "Und die Rabbanan!? – [Die Worte] jemand eine Grube kommen zweimal vor. –", "Und Rabbi!? – Da sie bei dem einen102Beim Graben, bezw. Öffnen.gebraucht werden, so werden sie auch beim anderen102Beim Graben, bezw. Öffnen.gebraucht. –", "Woher, daß dies darauf hindeutet, daß der andere ersatzpflichtig ist, vielleicht darauf, daß der erste ersatzpflichtig ist!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn die Schrift sagt: und das tote soll ihm gehören, dem, der den Tod herbeigeführt hat. –", "Aber [die Worte:] und das tote soll ihm gehören, sind ja für eine Lehre Rabas nötig!? Raba sagte nämlich: Wenn ein für das Heiligtum untauglich gewordener Ochs103ZBs. ein Erstgeborenes od. ein Opfertier, das ein Gebrechen bekommen hat; vgl. S. 29 Anm. 195.in eine Grube gefallen ist, so ist der Eigentümer ersatzfrei, denn es heißt: und das tote soll ihm gehören, nur wenn das tote ihm [unbeschränkt]104Dies ist bei einem solchen nicht der Fall, man darf es zBs. nicht den Hunden vorwerfen.gehört. –", "Ich will dir sagen, ist es etwa nicht selbstverständlich, daß hier von dem gesprochen wird, der den Tod herbeigeführt hat105Hieraus ist also beides zu entnehmen.!?", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand eine Grube von zehn [Handbreiten] gegraben hat, und darauf ein anderer kommt und sie auf zwanzig ergänzt, und darauf ein dritter und sie auf dreißig ergänzt, so sind sie alle ersatzpflichtig. – Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand eine Grube von zehn [Handbreiten] gegraben hat, und ein anderer kommt und sie auskalkt und anstreicht106Dadurch wurde die Grube enger u. die Luft stickiger., so ist der andere ersatzpflichtig." ], [ "Es wäre also anzunehmen, eine Lehre vertrete die Ansicht Rabbis und die andere die der Rabbanan.", "R. Zebid erwiderte: Beide vertreten die Ansicht der Rabbanan, denn die Rabbanan sind der Ansicht, der letzte sei schuldig, nur in dem Falle, wenn der erste die den Tod herbeiführende Tiefe nicht gegraben hat, wenn aber der erste die den Tod herbeiführende Tiefe gegraben hat, pflichten auch die Rabbanan bei, daß alle ersatzpflichtig sind. –", "Aber beim Falle vom Auskalken und Anstreichen hat ja der erste die den Tod herbeiführende Tiefe gegraben, dennoch lehrt er, der letzte sei ersatzpflichtig!? – Ich will dir sagen, diese spricht von dem Falle, wenn sie nicht genügend Stickluft hatte, um den Tod herbeizuführen, und der andere die den Tod herbeiführende Stickluft hinzugefügt hat.", "Manche lesen: R. Zebid erwiderte: Beide vertreten die Ansicht Rabbis; die eine, die lehrt, alle seien ersatzpflichtig, stimmt ja, und die andere, die lehrt, der letzte sei ersatzpflichtig, spricht von dem Falle, wenn die Stickluft weder den Tod noch eine Beschädigung herbeiführen konnte, und der andere Stickluft hinzugefügt hat sowohl für den Tod als auch für eine Schädigung.", "Raba sagte: Wenn jemand einen Stein vor eine Grube hingelegt hat, und sie dadurch auf zehn [Handbreiten] ergänzt, so haben wir den Streit zwischen Rabbi und den Rabbanan. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, nur wenn er sie unten erweitert, wo also die von ihm herbeigeführte Stickluft den Tod verursacht hat, nicht aber wenn oben, wo die nicht von ihm herbeigeführte Stickluft den Tod verursacht hat, so lehrt er uns.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn er seine Handbreite verstopft107Wenn jemand eine Grube von 9 Handbreiten um eine Handbreite tiefer gegraben, oder am Rande einen eine Handbreite hohen Stein hingelegt u. nachher diese Handbreite verstopft, bezw. den Stein entfernt hat.oder seine Steine fortgenommen107Wenn jemand eine Grube von 9 Handbreiten um eine Handbreite tiefer gegraben, oder am Rande einen eine Handbreite hohen Stein hingelegt u. nachher diese Handbreite verstopft, bezw. den Stein entfernt hat.hat; sagen wir, er hat das, was er zugefügt hatte,", "fortgenommen, oder aber sagen wir, die Tätigkeit des ersten ist aufgehoben und sie befindet sich nun vollständig in seinem Besitze? – Dies bleibt unentschieden.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des Šemuél b. Martha: Wenn die Grube acht Handbreiten tief ist und zwei mit Wasser gefüllt sind, so ist er ersatzpflichtig, weil eine Handbreite Wasser zwei [Handbreiten] Luft entspricht.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn die Grube neun [Handbreiten] tief und eine mit Wasser gefüllt ist; sagen wir, das Wasser habe, da es wenig ist, keine Stickluft, oder aber ist, da sie tiefer ist, genügend Stickluft vorhanden?", "Wie ist es ferner, wenn die Grube sieben Handbreiten tief ist und drei mit Wasser gefüllt sind; hat sie genügend Stickluft, da mehr Wasser vorhanden ist, oder hat sie nicht genügend Stickluft, da sie nicht tief genug ist? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Šezbi fragte Rabba: Wie ist es, wenn jemand [eine Grube] verbreitert hat? Dieser erwiderte: Er hat die Stickluft vermindert. Jener entgegnete; Im Gegenteil, er hat ja die Schädigung genähert!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, wir sehen nun, ist [das Vieh] infolge der Stickluft verendet, so hat er ja diese vermindert, und ist es infolge des Schlages verendet, so hat er ja die Schädigung genähert. Manche lesen: R. Aši sagte: Wir sehen nun, ist es von dieser Seite108Wo er sie erweitert hat.hineingefallen, so hat er ja die Schädigung genähert, und ist es von der anderen Seite hineingefallen, so hat er ja die Stickluft vermindert.", "Es wurde gelehrt: Über eine Grube, die ebenso tief wie breit ist, streiten Rabba und R. Joseph im Namen des Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Manis; einer sagt, [eine Grube] habe nur dann keine Stickluft, wenn sie breiter ist als tief, und einer sagt, sie habe nur dann Stickluft, wenn sie tiefer ist als breit109Nach der 1. Ansicht hat eine solche Stickluft, nach der 2. nicht..", "UND DER EINE AN DIESER VORÜBERGEHT UND SIE NICHT ZUDECKT. Wann hört die Verantwortung des ersten auf? Rabba und R. Joseph sagten beide im Namen des Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Minas; einer sagt, sobald er [den anderen die Grube] benutzend zurückläßt, und einer sagt, sobald er ihm den Deckel übergibt.", "Nach den folgenden Tannaím: Wenn jemand Wasser aus einem Brunnen schöpft und ein anderer herankommt und zu ihm spricht: laß mich, ich will Wasser aus dem Brunnen schöpfen, so ist jener, sobald er diesen bei der Benutzung zurückläßt, nicht mehr verantwortlich; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, sobald er ihm den Deckel übergeben hat. –", "Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, es gebe eine fiktive110Obgleich in Wirklichkeit die Grube nicht geteilt werden kann.Sonderung,", "somit schöpft der eine seines und der andere seines, und die Rabbanan sind der Ansicht, es gebe keine fiktive Sonderung.", "Rabina sagte: Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn wir haben gelernt: Wenn Teilhaber sich den Genuß von einander abgeloben, so dürfen sie den [gemeinsamen] Hof nicht benutzen. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, der eine betrete das seine und der andere betrete das seine.", "Auch hierbei besteht ihr Streit in folgendem: R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, es gebe eine fiktive Sonderung, somit betritt der eine das seine und der andere das seine, und die Rabbanan sind der Ansicht, es gebe keine fiktive Sonderung.", "R. Elea͑zar sagte: Wenn jemand seinem Nächsten einen Brunnen verkauft, so hat ihn dieser geeignet, sobald jener ihm den Deckel übergeben hat. – In welchem Falle: wenn durch Geld111Immobilien werden erworben durch Zahlung, Verkaufsurkunde oder Besitznahme., so sollte er ihn doch durch das Geld erwerben, und wenn durch Besitznahme, so sollte er ihn doch durch die Besitznahme erwerben!? –", "Tatsächlich, wenn durch Besitznahme; er müßte aber zu ihm sagen: geh, nimm ihn in Besitz und erwirb ihn, und sobald er ihm den Deckel übergeben hat, so ist es ebenso, als würde er zu ihm gesagt haben: geh, nimm ihn in Besitz und erwirb ihn.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus verkauft," ], [ "so hat dieser es geeignet, sobald jener ihm den Schlüssel übergeben hat. –", "In welchem Falle: wenn durch Geld, so sollte er es doch durch das Geld erwerben, und wenn durch Besitznahme, so sollte er es doch durch die Besitznahme erwerben!? – Tatsächlich, wenn durch Besitznahme; er müßte aber zu ihm sagen: geh, nimm es in Besitz und erwirb es, und sobald er ihm den Schlüssel übergeben hat, so ist es ebenso, als würde er zu ihm gesagt haben: geh, nimm es in Besitz und erwirb es.", "Reš Laqiš sagte im Namen R. Jannajs: Wenn jemand seinem Nächsten eine Herde verkauft, so hat sie dieser erworben, sobald jener ihm den Leiter112Die Erklärung folgt weiter; etymol. wahrscheinl. v. משך ziehen, leiten abzuleiten.übergeben hat. –", "In welchem Falle: wenn durch Ansichziehen113Dadurch werden Mobilien erworben., so sollte er sie doch durch das Ansichziehen erwerben, und wenn durch Übergabe113Dadurch werden Mobilien erworben., so sollte er sie doch durch die Übergabe erwerben!? – Tatsächlich, wenn durch Ansichziehen, er müßte aber zu ihm sagen: geh, zieh sie an dich und erwirb sie, und sobald er ihm den Leiter übergeben hat, so ist es ebenso, als würde er zu ihm gesagt haben: geh, zieh sie an dich und erwirb sie. –", "Was ist unter ‘Leiter’ zu verstehen? – Hier erklärten sie: die Schelle114Des Hirten zum Zusammenklingeln der Herde.; R. Ja͑qob erklärte: der Bock, der an der Spitze der Herde geht. – So trug einst ein Galiläer115גלילאה viell. Wanderer, Wanderprediger.vor R. Ḥisda vor: Zürnt der Hirt der Herde, so blendet er den Leithammel.", "vi,2WENN DER EINE [DIE GRUBE] ZUGEDECKT HATTE, UND DARAUF DER ZWEITE KOMMT UND SIE OFFEN FINDET UND NIGHT ZUDECKT, SO IST DER ZWEITE ERSATZPFLICHTIG. WENN ER SIE GEHÖRIG ZUGEDECKT HAT UND EIN OCHS ODER EIN ESEL IN DIESE HINEINFÄLLT UND VERENDET, SO IST ER ERSATZFREI; WENN ER SIE ABER NICHT GEHÖRIG ZUGEDECKT HAT UND EIN OCHS ODER EIN ESEL IN DIESE HINEINFÄLLT UND VERENDET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "FÄLLT [EIN OCHS] DURCH DEN SCHALL DES GRABENS116Wenn die Grube bereits vorhanden war u. jemand in dieser herumgräbt.VORWÄRTS HINEIN, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG, WENN ABER DURCH DEN SCHALL DES GRABENS RÜCKWÄRTS, SO IST ER ERSATZFREI.", "WENN DA EIN OCHS MIT SEINEM JOCHE HINEINFÄLLT UND DIESES ZERBRICHT, ODER EIN ESEL MIT SEINEM GESCHIRR UND DIESES ZERREISST, SO IST ER FÜR DAS VIEH ERSATZPFLICHTIG, UND FÜR DIE GERÄTE ERSATZFREI.", "FÄLLT DA EIN TAUBER, BLÖDER ODER JUNGER OCHS HINEIN, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG; WENN EIN SOHN ODER EINE TOCHTER117Vgl. S. 138 Anm. 88., EIN SKLAVE ODER EINE MAGD, SO IST ER ERSATZFREI.", "GEMARA. Wie lange bleibt der erste ersatzfrei118Wenn er seinen Mitinhaber an der Grube zurückläßt.? Rabh sagte, bis er es119Daß die Grube offen ist.erfährt. Šemuél sagte, bis man es ihm mitteilt120Obgleich er selbst es nicht gesehen hat.. R. Joḥanan sagte, bis man es ihm mitteilt und er Arbeiter mieten, Zedern fällen und sie zudecken kann121Erst nach Ablauf dieser Frist ist er verantwortlich..", "WENN ER SIE GEHÖRIG ZUGEDECKT HAT UND EIN OCHS ODER EIN ESEL IN DIESE HINEINFÄLLT UND VERENDET, SO IST ER ERSATZFREI. Wieso können sie, wenn er sie gehörig zugedeckt hat, hineinfallen!? R. Jiçḥaq b. Bar Ḥana erwiderte: Wenn [der Deckel] innen wurmstichig wurde.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn er sie zugedeckt hat mit einem Deckel, der vor Ochsen und nicht vor Kamelen Stand halten kann, Kamele aber gekommen sind und ihn beschädigt haben, und darauf Ochsen kommen und hineinfallen122Für Ochsen war der Deckel ausreichend.? – Ich will dir sagen, in welchem Falle: sind da Kamele vorhanden, so ist es ja sein Verschulden123Er sollte damit rechnen, daß Kamele den Deckel beschädigen od. hineinfallen können., und sind da keine Kamele vorhanden, so ist es ja ein Mißgeschick. –", "In dem Falle, wenn sie da zeitweise kommen; sagen wir, dies sei sein Verschulden, da sie da zeitweise kommen und er daran denken sollte, oder aber ist dies ein Mißgeschick, da dann keine vorhanden waren? –", "Komm und höre: Wenn er sie gehörig zugedeckt hat und ein Ochs oder ein Esel hineinfällt und verendet, so ist er ersatzfrei. In welchem Falle: wollte man sagen, gehörig für Ochsen und für Kamele, so könnten sie ja nicht hineinfallen; doch wohl gehörig für Ochsen" ], [ "und nicht gehörig für Kamele. Ferner: sind da Kamele vorhanden, wieso ist er ersatzfrei, es ist ja sein Verschulden, und sind da keine Kamele vorhanden, so ist es ja selbstverständlich, da dies ein Mißgeschick ist. Doch wohl in dem Falle, wenn sie da zeitweise kommen; wenn nämlich Kamele gekommen sind und [den Deckel] beschädigt haben und darauf Ochsen kommen und hineinfallen. Er lehrt also, daß er ersatzfrei sei; demnach gilt dies, da dann keine vorhanden waren, als Mißgeschick. –", "Ich will dir sagen, tatsächlich gehörig sowohl für Ochsen als auch für Kamele, wenn du aber einwendest, wieso sie denn hineingefallen sind, so erklärte R. Jiçḥaq b. Bar Ḥana: wenn [der Deckel] innen wurmstichig wurde. –", "Komm und höre: Wenn er sie aber nicht gehörig zugedeckt hat und ein Ochs oder ein Esel in diese hineinfällt und verendet, so ist er ersatzpflichtig. In weichem Falle: wollte man sagen, nicht gehörig sowohl für Ochsen als auch für Kamele, so ist dies ja selbstverständlich und es braucht nicht gelehrt zu werden, daß er ersatzpflichtig sei; doch wohl gehörig für Ochsen und nicht gehörig für Kamele. Ferner: sind da Kamele vorhanden, so ist es ja sein Verschulden, und sind da keine Kamele vorhanden, so ist es ja ein Mißgeschick.", "Doch wohl, wenn sie da zeitweise kommen; wenn nämlich Kamele gekommen sind und [den Deckel] beschädigt haben und darauf Ochsen kommen und hineinfallen. Er lehrt also, daß er ersatzpflichtig sei; demnach gilt dies, da sie zeitweise kommen, als sein Verschulden, weil er daran denken sollte. –", "Tatsächlich gehörig nur für Ochsen und nicht für Kamele, und zwar, wenn da Kamele vorhanden sind; wenn du aber einwendest, dies sei ja sein Verschulden, [so ist zu erwidern:] da er im Anfangsatze von dem Falle lehrt, wenn er sie gehörig zugedeckt hat, so lehrt er im Schlußsatze von dem Falle, wenn er sie nicht gehörig zugedeckt124Er lehrt diesen Fall nur als Ggs. zum vorangehenden, obgleich er selbstverständlich ist.hat.", "Manche sagen: Dieser Fall ist überhaupt nicht fraglich, denn da [Kamele] zeitweise kommen, so ist dies sein Verschulden, weil er damit rechnen sollte,", "und die Frage lautet vielmehr wie folgt: Wie ist es, wenn er [die Grube] zugedeckt hat mit einem Deckel, der vor Ochsen und nicht vor Kamelen Stand halten kann, und Kamele da vorhanden sind, dieser aber innen wurmstichig geworden125Der Schaden wurde nicht durch die Kamele verursacht.ist; sagen wir, da es sein Verschulden wäre, falls es durch Kamele erfolgt wäre, so ist es sein Verschulden, auch wenn es durch Wurmstichigkeit erfolgt ist, oder sagen wir dies126Eigentl. sagen wir nicht ‘weil’ od. ‘da’; vgl. Bd. V S. 35 Anm. 261.nicht? –", "Komm und höre: Wenn er sie gehörig zugedeckt hat und ein Ochs oder ein Esel in diese hineinfällt und verendet, so ist er ersatzfrei. Hierzu wird gelehrt: R. Jiçḥaq b. Bar Ḥana erklärte: Wenn [der Deckel] innen wurmstichig wurde. In welchem Falle: wollte man sagen, gehörig sowohl für Ochsen als auch für Kamele, so ist es ja, wenn [der Deckel] innen wurmstichig wurde, selbstverständlich, daß er frei ist, was kann er denn dafür!?", "Doch wohl gehörig für Ochsen und nicht gehörig für Kamele, und zwar, wenn Kamele da vorhanden sind und [der Deckel] innen wurmstichig wurde, und er lehrt, daß er ersatzfrei sei. Hieraus also, daß wir nicht sagen, da es sein Verschulden wäre, wenn es durch Kamele erfolgt wäre, so ist es sein Verschulden, auch wenn es durch Wurmstichigkeit erfolgt ist. –", "Nein, tatsächlich gehörig sowohl für Kamele als auch für Ochsen, und zwar, wenn [der Deckel] von innen wurmstichig wurde; wenn du aber einwendest, er könne ja nicht dafür, daß er wurmstichig wurde, [so ist zu erwidern:] man könnte glauben, er sollte hingehen und ihn untersuchen127Wörtl. und darauf klopfen., so lehrt er uns. –", "Komm und höre: Wenn er sie aber nicht gehörig zugedeckt hat, und ein Ochs oder ein Esel in diese hineinfällt und verendet, so ist er ersatzpflichtig. In welchem Falle: wollte man sagen, nicht gehörig, weder für Ochsen noch für Kamele, so braucht er ja nicht zu lehren, daß er ersatzpflichtig sei;", "doch wohl gehörig für Ochsen und nicht gehörig für Kamele. Ferner: sind da Kamele vorhanden, so ist es ja sein Verschulden, und sind da keine Kamele vorhanden, so ist es ja ein Mißgeschick. Doch wohl, wenn da Kamele vorhanden sind und [der Deckel] innen wurmstichig wurde, und er lehrt, daß er ersatzpflichtig sei. Hieraus also, daß wir sagen, da es sein Verschulden wäre, wenn es durch Kamele erfolgt wäre, so ist es sein Verschulden, auch wenn es durch Wurmstichigkeit erfolgt ist. –", "Nein, tatsächlich gehörig für Ochsen und nicht gehörig für Kamele, und Kamele da vorhanden sind, und zwar, wenn Kamele gekommen sind und [den Deckel] beschädigt haben, und darauf Ochsen gekommen und hineingefallen sind; wenn du aber einwendest, dies sei ja selbstverständlich, da es sein Verschulden ist, [so ist zu erwidern:] da er im Anfangsatze von dem Falle lehrt, wenn er sie gehörig zugedeckt hat, so lehrt er im Schlußsatze von dem Falle, wenn er sie nicht gehörig zugedeckt hat124Er lehrt diesen Fall nur als Ggs. zum vorangehenden, obgleich er selbstverständlich ist.. –", "Komm und höre: Fällt da ein tauber, blöder, kleiner, blinder oder nachts gehender Ochs hinein, so ist er ersatzpflichtig, wenn aber ein vollsinniger am Tage, so ist er ersatzfrei. Weshalb denn, man sollte doch sagen, da dies sein Verschulden wäre bei einem tauben, so gilt dies als sein Verschulden auch bei einem vollsinnigen!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß wir dies126Eigentl. sagen wir nicht ‘weil’ od. ‘da’; vgl. Bd. V S. 35 Anm. 261.nicht sagen. Schließe hieraus.", "FÄLLT &C. VORWÄRTS HINEIN &C. Rabh sagte: Vorwärts, wörtlich, wenn aufs Gesicht, und rückwärts, wörtlich, wenn auf den Rücken;" ], [ "in beiden Fällen, wenn er in die Grube gefallen ist.", "Rabh vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabh sagte, daß die Tora ihn bei der Grubenschädigung nur für die Stickluft128Wenn das Tier aufs Gesicht hineinfällt, so erstickt es, nicht aber, wenn auf den Rücken.ersatzpflichtig gemacht habe, und nicht für den Schlag.", "Šemuél sagte: Wenn er in die Grube [gefallen ist], so ist er ersatzpflichtig, einerlei ob aufs Gesicht oder auf den Rücken.", "Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagte, [man sei ersatzpflichtig] für die Stickluft, und um so mehr für den Schlag. Ersatzfrei ist man, wenn er durch den Schall des Grabens rückwärts gestürzt ist, nur in dem Falle, wenn er durch die Grube gestrauchelt und hinter der Grube außerhalb derselben gestürzt ist.", "Man wandte ein: Wenn in die Grube, so ist er ersatzpflichtig, ob vorwärts oder rückwärts!? Dies ist eine Widerlegung Rabhs.", "R. Ḥisda erwiderte: Rabh pflichtet bei, daß man ersatzpflichtig sei, wenn die Grube sich auf seinem Gebiete befindet, weil [der Geschädigte] zu ihm sagen kann: wie du es auch nimmst: ist er durch die Stickluft verendet, so gehört sie ja dir, und ist er durch den Schlag verendet, so gehört sie ja ebenfalls dir.", "Rabba erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sich umgedreht hat; wenn er zuerst aufs Gesicht gefallen und sich dann umgedreht und auf den Rücken aufgeschlagen ist. Die Wirkung der Stickluft bleibt bestehen.", "R. Joseph erklärte: Hier handelt es sich um die Beschädigung des Brunnens durch den Ochsen, wenn er nämlich das Wasser verpestet hat; [der Eigentümer] ist ersatzpflichtig, einerlei ob er vorwärts oder rückwärts gefallen ist.", "R. Ḥananja rezitierte eine Lehre als Stütze für Rabh.129Ex. 21,33.Und hineinfällt, nur wenn er auf gewöhnliche Art hineingefallen ist; hieraus folgerten sie, daß er, wenn er durch den Schall des Grabens vorwärts hineingefallen ist, ersatzpflichtig, und wenn rückwärts, ersatzfrei sei; in beiden Fällen, wenn er in die Grube gefallen ist.", "Der Meister sagte: Wenn er durch den Schall des Grabens vorwärts hineingefallen ist, sei er ersatzpflichtig. Weshalb denn, er130Der Eigentümer der Grube. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn ein Fremder u. nicht der Eigentümer in der Grube gegraben hat. Auch der Grabende sollte ersatzfrei sein, da er durch das Geräusch die Schädigung nur veranlaßt hat.kann ja sagen: der Grabende hat dies veranlaßt!? R. Šimi b. Aši erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Nathans vertreten, welcher sagt, der Eigentümer der Grube habe den Schaden angerichtet, und wenn von dem einen kein Ersatz einzuziehen ist, so ziehe man ihn vom anderen131Wenn der Grabende ersatzfrei ist, so muß der Eigentümer der Grube den Schaden ersetzen.ein.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Ochs einen anderen in eine Grube hineingestoßen hat, so ist der Eigentümer des Ochsen ersatzpflichtig und der Eigentümer der Grube ersatzfrei; R. Nathan sagt, der Eigentümer des Ochsen zahle die Hälfte und der Eigentümer der Grube zahle die Hälfte. –", "Es wird ja aber gelehrt; R. Nathan sagt, der Eigentümer der Grube zahle drei Viertel und der Eigentümer des Ochsen zahle ein Viertel!? – Das ist kein Einwand; das eine spricht von einem nicht verwarnten132Der Eigentümer des Ochsen müßte sonst die Hälfte des Schadens ersetzen, u. da er einen Mitbeteiligten hat, so zahlt er nur die Hälfte davon, ein Viertel.und das andere spricht von einem verwarnten. –", "Welcher Ansicht ist er hinsichtlich des nicht verwarnten: ist er der Ansicht, jeder habe den ganzen Schaden angerichtet, so sollte doch jeder die Hälfte zahlen,", "und ist er der Ansicht, jeder habe die Hälfte des Schadens angerichtet, so sollte doch der Eigentümer der Grube die Hälfte und der Eigentümer des Ochsen ein Viertel zahlen und jener ein Viertel verlieren!?", "Raba erwiderte: R. Nathan war Richter und war in Rechtssachen gründlich; tatsächlich ist er der Ansicht, jeder habe den ganzen Schaden angerichtet, wenn du aber einwendest, so sollte doch jeder die Hälfte des Schadens zahlen, [so ist zu erwidern:] der Eigentümer des Ochsen kann zum Eigentümer der Grube sagen: was nützt mir nun die Beteiligung133Auch wenn sein Ochs allein den Schaden angerichtet hätte, brauchte er nur die Hälfte des Schadens zu ersetzen.!?", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist er der Ansicht, jeder habe die Hälfte des Schadens angerichtet, wenn du aber einwendest, demnach sollte doch der Eigentümer der Grube die Hälfte und der Eigentümer des Ochsen ein Viertel zahlen und jener ein Viertel verlieren, [so ist zu erwidern:] weil der Eigentümer des Ochsen zum Eigentümer der Grube sagen kann: ich habe meinen Ochsen in deiner Grube gefunden und du hast ihn getötet; was ich von jenem einziehen kann, ziehe ich ein, und was ich von jenem nicht einziehen kann, ziehe ich von dir ein.", "Raba sagte: Wenn jemand einen Stein an der Mündung einer Grube hingelegt hat und ein Ochs kommt und an diesem strauchelt und in die Grube fällt, so haben wir den Streit zwischen R. Nathan und den Rabbanan. – Selbstverständlich!? –", "Man könnte glauben, dies gelte nur von jenem Falle, weil der Eigentümer der Grube zum Eigentümer des Ochsen sagen kann: dein Ochs würde ihn getötet haben, auch wenn meine Grube nicht da wäre, während hierbei der Eigentümer des Steines zum Eigentümer der Grube sagen kann: wenn nicht deine Grube, würde mein Stein überhaupt nichts getan haben, denn wenn er an diesem gestrauchelt wäre, würde er sich wieder aufgerichtet haben, so lehrt er uns, daß dieser ihm erwidern könne: wenn nicht dein Stein, würde er nicht in die Grube gefallen sein.", "Es wurde gelehrt:" ], [ "Wenn ein gewöhnlicher Ochs und ein für das Heiligtum untauglich gewordener Ochs134ZBs. ein erstgeborener Ochs, der mit einem Gebrechen behaftet u. somit als Opfer untauglich ist; wenn ein solcher Schaden anrichtet, ist kein Ersatz zu zahlen. Eine spätere Interpretation ist der Zusatz in den gedruckten Texten: das ist nämlich ein Erstgeborenes, das nicht ausgelöst worden ist.zusammen einen anderen niedergestoßen haben, so ist, wie Abajje sagt, die Hälfte des Schadens, und wie Rabina sagt, ein Viertel des Schadens zu zahlen.", "Beide sprechen sie von einem nicht verwarnten, denn einer ist der Ansicht der Rabbanan135Der Eigentümer des profanen Ochsen braucht, da er einen Mitbeteiligten hat, nur die Hälfte, also ein Viertel des Schadens zu ersetzen; den Rest verliert der Geschädigte. und einer ist der Ansicht R. Nathans136Der Geschädigte braucht nichts zu verlieren, da der eine Beteiligte für den anderen verantwortlich ist..", "Wenn du aber willst, sage ich: beide sind sie der Ansicht der Rabbanan, denn einer spricht von einem nicht verwarnten und einer spricht von einem verwarnten.", "Manche lesen: so ist, wie Abajje sagt, die Hälfte des Schadens, und wie Rabina sagt, der ganze Schaden zu zahlen. Beide sprechen sie von einem verwarnten, denn einer ist der Ansicht der Rabbanan und einer ist der Ansicht R. Nathans.", "Wenn du aber willst, sage ich: beide sind sie der Ansicht R. Nathans, denn einer spricht von einem verwarnten und einer von einem nicht verwarnten.", "Raba sagte: Wenn ein Ochs und ein Mensch zusammen jemand in eine Grube gestoßen haben, so sind hinsichtlich der Schädigung alle137Der Mensch, der Eigentümer der Grube u. der Eigentümer des Ochsen.schuldig, hinsichtlich der vier Zahlungen138Wenn sie dadurch einen Menschen beschädigt haben; vgl. S. 11 Anm. 64.und des Ersatzes für die Kinder139Wenn sie eine Frau hineingestoßen haben u. ihr die Kinder abgegangen sind.ist der Mensch schuldig und [die Eigentümer] des Ochsen und der Grube frei,", "hinsichtlich des Lösegeldes und der dreißig [Šeqel] für einen Sklaven ist [der Eigentümer] des Ochsen schuldig und der Mensch und [der Eigentümer] der Grube frei, und hinsichtlich Geräte und eines für das Heiligtum untauglich gewordenen Ochsen ist der Mensch und [der Eigentümer] des Ochsen ersatzpflichtig und der der Grube ersatzfrei. –", "Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:140Ex. 21,34.und der tote soll ihm gehören, nur wenn der tote ihm [unbeschränkt] gehört, ausgenommen ist dieser, wo der tote nicht [unbeschränkt] ihm gehört141Auch ist man bei der Grubenschädigung für Geräte nicht ersatzpflichtig.. –", "Demnach wäre dies Raba entschieden, aber dies war ja Raba fraglich!? Raba fragte nämlich: Wie ist es, wenn ein für das Heiligtum untauglich gewordener Ochs in eine Grube gefallen ist: deuten [die Worte:] und der tote soll ihm gehören, darauf hin, daß dies nur von dem Falle gelte, wenn der tote [unbeschränkt] ihm gehört, ausgenommen ist dieser, wo der tote ihm nicht [unbeschränkt] gehört, oder aber deuten [die Worte:] und der tote soll ihm gehören, darauf, daß der Eigentümer das Aas behalten müsse? –", "Nachdem er so gefragt hatte, entschied er es. –", "Woher entnimmt er demnach, daß der Eigentümer das Aas behalten müsse? – Dies folgert er aus [den Worten:] der tote soll ihm gehören, die bei der Schädigung durch einen Ochsen142Cf. Ex. 21,36.gebraucht werden. – Was veranlaßt dich nun, aus [den Worten:] und der tote soll ihm gehören, die bei der Schädigung durch einen Ochsen gebraucht werden, zu entnehmen, daß der Eigentümer das Aas behalten müsse, und aus [den Worten:] und der tote soll ihm gehören, die bei der Grubenschädigung gebraucht werden, zu entnehmen, daß dies nur von dem Falle gelte, wenn der tote ihm [unbeschränkt] gehört, vielleicht entgegengesetzt!? –", "Es ist einleuchtend, daß man bei der Grubenschädigung frei ist, da man bei dieser auch für Geräte nicht ersatzpflichtig ist. – Im Gegenteil, man sollte doch bei der Schädigung durch einen Ochsen frei sein, da man bei dieser auch von der Hälfte des Schadens frei ist!? – Wir finden es aber nicht vom ganzen Schaden.", "WENN DA EIN OCHS MIT SEINEM JOCHE HINEINFÄLLT UND DIESES ZERBRICHT &C. Unsere Mišna vertritt somit nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt, nach R. Jehuda sei man auch bei der Grubenschädigung für Geräte ersatzpflichtig. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt:143Ex. 21,33.und da ein Ochs oder ein Esel hineinfällt, ein Ochs, aber kein Mensch, ein Esel, aber keine Geräte. – Und R. Jehuda? – Das oder schließt Geräte ein. – Und die Rabbanan? –" ], [ "Das oder dient als Teilung. – Und R. Jehuda? – Die Teilung geht aus [dem Worte] hineinfällt144Im Singular.hervor. – Und die Rabbanan? – Unter hineinfällt können auch mehrere verstanden werden145In der Schrift wird oft eine Singularform statt der Pluralform gebraucht; cf. Ex. 36,1, Dt. 13,3, iSam. 17,34.. –", "Vielleicht aber [lege man es wie folgt aus:] hineinfällt, generell, ein Ochs oder ein Esel, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält das Generelle nur das, was das Spezielle nennt, also nur Ochs und Esel, anderes aber nicht!? –", "Ich will dir sagen, [weiter folgt:] so soll der Eigentümer der Grube bezahlen, dies ist eine Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie das Speziellgenannte etwas Lebendes ist, ebenso auch alles andere, was lebend ist. –", "Vielleicht aber: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, von der das Aas durch Berühren und durch Tragen [levitisch] verunreinigend ist, ebenso auch alles andere, von dem das Aas durch Berühren und durch Tragen verunreinigend ist, Geflügel aber nicht!? –", "Wenn dem so wäre, so sollte doch der Allbarmherzige nur das eine speziell genannt haben. – Welches sollte er genannt haben, wenn nur den Ochsen, so könnte man glauben, nur was auf dem Altar dargebracht146Was als Opfer brauchbar ist, also nur reine Tiere.wird, nicht aber, was nicht auf dem Altar dargebracht wird; und wenn nur den Esel, so könnte man glauben, nur was als Erstgeborenes heilig147Cf. Ex. 13,12,13.ist, nicht aber, was nicht als Erstgeborenes heilig ist. –", "Vielmehr, die Schrift sagt: und der tote soll ihm gehören, alles was tötlich ist. –", "Sind denn, sowohl nach den Rabbanan, die Geräte ausschließen, als auch nach R. Jehuda, der Geräte einschließt, diese tötlich148Wozu ist nach den Rabbanan ein Schriftvers nötig, um diese auszuschließen, u. wieso kann sie RJ. einschließen.!? – Ich will dir sagen, ihr Zerbrechen ist ihr Tod. –", "Sind denn nach der Ansicht Rabhs, die Tora habe bei der Grubenschädigung nur für die Stickluft und nicht für den Schlag ersatzpflichtig gemacht, ob nach den Rabbanan oder nach R. Jehuda, diese durch Stickluft beschädigungsfähig!? – Ich will dir sagen, neue Gefäße, die durch die Luft platzen. –", "Aber [die Worte] und der tote soll ihm gehören, sind ja für eine Lehre Rabas nötig!? Raba sagte nämlich: Wenn ein für das Heiligtum untauglich gewordener Ochs in eine Grube fällt, so ist der Eigentümer frei, denn es heißt: und der tote soll ihm gehören, nur wenn der tote ihm [unbeschränkt] gehört, ausgenommen dieser, wo der tote nicht [vollständig] ihm gehört!? –", "Vielmehr, die Schrift sagt: Geld soll er dem Eigentümer ersetzen, alles was einen Eigentümer hat. – Demnach sollte dies doch auch von Geräten und Menschen gelten!? –", "Die Schrift sagt: Ochs, nicht aber ein Mensch, Esel, nicht aber Geräte. – Allerdings schließt nach R. Jehuda, nach dem Geräte einbegriffen sind, [das Wort] Ochs einen Menschen aus, was aber schließt [das Wort] Esel aus!?", "Vielmehr, erklärte Raba, die Bedeutung [des Wortes] Esel bei der Grubenschädigung bleibt nach R. Jehuda, und die [des Wortes] Schaf beim Gesetze vom Verlorenen149Cf. Dt. 22,1; die Worte dieses Schriftverses mit Ausnahme des genannten werden Bm. Fol. 27a ausgelegt.bleibt nach aller Ansicht unerklärt.", "FÄLLT DA EIN TAUBER, BLÖDER ODER JUNGER OCHS HINEIN, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. Wie ist dies zu verstehen: wollte man sagen, der Ochs eines Tauben, oder der Ochs eines Blöden, oder der Ochs eines Minderjährigen150Nach der Konstruktion des hebräischen Mišnatextes ist auch dieser Sinn zulässig., so wäre man demnach wegen des Ochsen eines Vollsinnigen ersatzfrei!?", "R. Joḥanan erwiderte: Ein tauber Ochs, ein blöder Ochs oder ein junger Ochs. –" ], [ "Demnach wäre man wegen eines vollsinnigen Ochsen ersatzfrei!?", "R. Jirmeja erwiderte: Hinsichtlich eines vollsinnigen Ochsen braucht überhaupt nicht gelehrt zu werden, daß man ersatzpflichtig sei, man könnte aber glauben, daß bei einem tauben, blöden oder jungen Ochsen die Taubheit, beziehungsweise [die Blödigkeit oder] die Kleinheit dies veranlaßt habe und man ersatzfrei sei, so lehrt er uns.", "R. Aḥa sprach zu Rabina: Es wird ja aber gelehrt. daß, wenn ein Verständiger in diese hineinfällt, man ersatzfrei sei; doch wohl ein verständiger Ochs!? Dieser erwiderte: Nein, ein [verständiger] Mensch. – Demnach ist man nur wegen eines verständigen Menschen frei, wegen eines unverständigen aber schuldig; es heißt ja aber ein Ochs, nicht aber ein Mensch!? –", "Vielmehr, unter verständig ist ein verständiges Geschöpf151Dh. ein Mensch, auch wenn er nicht vollsinnig ist.zu verstehen. Jener entgegnete: Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn ein verständiger Ochs in diese hineinfällt, man ersatzfrei sei!?", "Vielmehr, erklärte Raba, nur für einen tauben Ochsen, nur für einen blöden Ochsen, nur für einen jungen Ochsen, für einen vollsinnigen Ochsen aber ist man nicht ersatzpflichtig, weil er beim Gehen aufpassen sollte. Ebenso wird auch gelehrt: Ist in diese ein tauber, blöder, junger, blinder oder nachts gehender Ochs hineingefallen, so ist er ersatzpflichtig, wenn aber am Tage, so ist er ersatzfrei.", "viiEINERLEI OB EIN OCHS ODER IRGEND EIN ANDERES VIEH, [SIE GLEICHEN EINANDER] HINSICHTLICH DES HINEINFALLENS IN EINE GRUBE, DER ENTFERNUNG VOM BERGE SINAJ152Bei der Gesetzgebung; cf. Ex. 19,13., DER ZAHLUNG DES DOPPELTEN153Wenn sie gestohlen werden, cf. ib. 22,6., DER WIEDERBRINGUNG DES VERLORENEN154Cf. Dt. 22,1ff., DER ENTLADUNG155Wenn ein Tier unter der Last zusammenbricht, so muß man dem Eigentümer bei der Entladung behilflich sein; cf. Ex. 23,5., DES MAULSCHLIESSENS156Dies ist beim Dreschen verboten; cf. Dt. 25,4., DER GATTUNGSMISCHUNG157Verboten ist sowohl die Kreuzung (Lev. 19,19) als auch das Zusammenspannen verschiedener Arten bei der Arbeit (Dt. 22,10).UND DER ŠABBATHRUHE158Auch Tiere dürfen am Šabbath nicht zur Arbeit verwendet werden; cf. Ex. 20,10, Dt. 5,14.,", "UND DASSELBE GILT AUCH VON EINEM WILD UND EINEM GEFLÜGEL. WESHALB HEISST ES DEMNACH. ein Ochs oder ein Esel? WEIL DIE SCHRIFT VOM GEWÖHNLICHEN SPRICHT159Diese sind im Orient die verbreitetsten Haustiere..", "GEMARA. Hinsichtlich des Hineinfallens in eine Grube, denn es heißt: 160Ex. 21,34.Geld soll er dem Eigentümer ersetzen, für alles, was Eigentümer hat, wie wir bereits erklärt161Cf. supra Fol. 54a.haben. Hinsichtlich der Entfernung vom Berge Sinaj, denn es heißt:162Ex. 19,13.ob ein Mensch, ob ein Vieh, es wird nicht am Leben bleiben; das Wild ist [im Ausdruck] ‘Vieh’ einbegriffen, und das ob schließt Geflügel ein.", "Hinsichtlich der Zahlung des Doppelten, wie wir erklärt haben:163Ib. 22,8.Bei irgend einem Eigentumsverbrechen, alles, wobei ein Eigentumsverbrechen begangen wird. Hinsichtlich der Wiederbringung des Verlorenen, denn es heißt:164Dt. 22,3.mit jeder verlorenen Sache deines Bruders. Hinsichtlich der Entladung ist dies von der Šabbathruhe durch [das Wort] Esel165Dieses Wort wird bei beiden Gesetzen gebraucht u. deutet an, daß beide Gesetze in dieser Hinsicht einander gleichen.zu folgern.", "Hinsichtlich des Maulschließens ist dies von der Šabbathruhe durch [das Wort] Ochs zu folgern.", "Hinsichtlich der Gattungsmischung ist dies, soweit es das Pflügen166Das Zusammenspannen bei der Arbeit.betrifft, von der Šabbathruhe durch [das Wort] Ochs,", "und soweit es die Kreuzung betrifft, von der Šabbathruhe durch [das Wort] Vieh zu folgern. –", "Woher dies167Daß das Gesetz sich auch auf andere Tiere erstreckt. bei der Šabbathruhe!? – Es wird gelehrt: R. Jose sagte im Namen R. Jišma͑éls: Im ersten Dekaloge168Ex. 20,2ff.heißt es:169Ib. 20,10.dein Sklave, deine Magd und dein Vieh, und im zweiten Dekaloge170Dt. 5,6ff.heißt es:171Dt. 5,14.dein Ochs, dein Esel und all dein Vieh; der Ochs und der Esel sind ja [im Ausdrucke] ‘Vieh’ einbegriffen, weshalb wurden sie besonders hervorgehoben? Um dir zu sagen: wie an dieser Stelle das Wild und das Geflügel dem Ochsen und dem Esel gleichen, ebenso gleicht das Wild und das Geflügel dem Ochsen und dem Esel auch an jeder anderen Stelle. –", "Vielleicht aber [deduziere man also: das Wort] Vieh im ersten Dekaloge ist eine Generalisierung und [die Worte] Ochs und Esel im zweiten Dekaloge sind eine Spezialisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das, was die Spezialisierung nennt, also nur Ochs und Esel, anderes aber nicht!? –", "Ich will dir sagen, [die Worte] und all dein Vieh im zweiten Dekaloge sind eine Generalisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und darauf wiederum eine Generalisierung folgt, so ist alles einbegriffen, was dem Speziellen gleicht, wie das Speziellgenannte etwas Lebendes ist, ebenso auch alles andere, was lebend ist. –", "Vielleicht aber: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, von dem das Aas durch Berühren und Tragen [levitisch] verunreinigend ist, ebenso auch alles andere, von dem das Aas durch Berühren und Tragen verunreinigend ist, Geflügel aber nicht!? –", "Ich will dir sagen, wenn dem so wäre, so sollte doch der Allbarmherzige nur das eine speziell genannt haben. – Welches sollte er genannt haben, wenn nur den Ochsen, so könnte man glauben, nur was auf dem Altar dargebracht wird, nicht aber, was auf dem Altar nicht dargebracht wird; und wenn nur den Esel, könnte man glauben, nur was als Erstgeborenes heilig ist, nicht aber, was nicht als Erstgeborenes heilig ist. –", "Vielmehr, [das Wort] all (dein Vieh) ist einschließend. –", "Ist denn [das Wort] all immer einschließend, auch beim Zehnten heißt es ja all, und dennoch wird da [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung angewandt!?", "Es wird nämlich gelehrt:172Dt. 14,26.Und gib das Geld hin für alles, was du begehrst, generell; Ochsen, Schafe, Wein und Rauschtrank, speziell; und alles, wonach du Verlangen hast, wiederum generell; und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und darauf wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen;", "wie das Speziellgenannte eine Frucht aus Frucht173Animalien u. Vegetabilien, die durch Befruchtung entstehen u. Früchte hervorbringen.ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht, ebenso alles andere, was eine Frucht aus Frucht ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht!?", "Ich will dir sagen, für alles ist für den angezogenen Schluß zu verwenden, all ist einschließend. Wenn du aber willst sage ich: all ist ebenfalls für den angezogenen Schluß zu verwenden, hierbei aber ist es einschließend; es sollte ja heißen: und dein Vieh, wie im ersten Dekaloge, wenn es aber all dein Vieh heißt, so ist dies einschließend. –", "Wozu sind nun, wo du ausgeführt hast, das all sei einschließend, [die Worte] Vieh im ersten Dekaloge und Ochs und Esel im zweiten Dekaloge nötig!? –", "Ich will dir sagen, [das Wort] Ochs, um hiervon auf das Maulschließen174Wie vorangehend erklärt wird.folgern zu können,", "[das Wort] Esel, um hiervon auf die Entladung174Wie vorangehend erklärt wird.folgern zu können, und", "[das Wort] Vieh, um hiervon auf die Gattungsmischung174Wie vorangehend erklärt wird.folgern zu können. –", "Demnach sollte es175Mit einem Tiere zusammen eine Last zu ziehen, da beim Šabbathgesetze auch von Menschen gesprochen wird.auch einem Menschen verboten sein, während doch gelehrt wird, ein Mensch dürfe mit allen [Tieren] pflügen und anziehen!?", "R. Papa erwiderte: Ein176Im Texte in der Mehrzahl.Papunäer weiß dies zu erklären, das ist R. Aḥa b. Ja͑qob: Die Schrift sagt:177Dt. 5,14.damit dein Sklave und deine Magd gleich dir ruhen, ich habe sie hinsichtlich des Ruhens verglichen, nicht aber in anderer Hinsicht.", "R. Ḥanina b. A͑gil fragte R. Ḥija b. Abba: Weshalb kommt im ersten Dekaloge [das Wort] gut178Cf. Dt. 5,16 u. hierzu Ex. 20,12.nicht vor und im zweiten wohl?" ], [ "Dieser erwiderte: Anstatt mich dies zu fragen, frage mich lieber, ob in diesem [das Wort] gut vorkommt oder nicht; ich weiß nämlich nicht, ob in diesem [das Wort] gut vorkomme oder nicht. Wende dich an R. Tanḥum b. Ḥanilaj, der bei R. Jehošua͑ b. Levi zu verkehren pflegte, der in der Agada bewandert war.", "Als er darauf zu diesem kam, sprach dieser zu ihm: Von ihm hörte ich es nicht, aber Šemuél b. Naḥum, Bruder der Mutter des R. Aḥa b. Ḥanina, manche sagen, Vater der Mutter des R. Aḥa179So in korrekten Handschriften; אתי ist wohl eine Dittographie.b. Ḥanina, erklärte es mir wie folgt: weil sie180Die ersten Bundestafeln; cf. Ex. 33,19.später zerbrochen werden sollten. –", "Was ist denn dabei, daß sie später zerbrochen werden sollten!? R. Aši erwiderte: Es würde, behüte und bewahre, das Gute bei Jisraét aufgehört haben.", "R. Jehošua͑ sagte: Sieht jemand [den Buchstaben] Ṭeth im Traume, so ist dies ein gutes Zeichen für ihn. – Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil dies gutes heiße181Das Ṭeth ist der erste Buchstabe des W.es טוב, gut, Gutes., so heißt es ja auch:182Jes. 14,23.mit einem Besen183Dieser einen Fluch enthaltende Schriftvers beginnt (wenn die Partikel ‘und’ weggelassen wird) mit einem Ṭeth.der Vernichtung hinwegfegen!? – Wir sprechen von einem Ṭeth184Während im angezogenen Schriftverse mehrere Ṭeth vorkommen.. –", "Vielleicht [heißt dies:]185Thr. 1,9.ihr Unflat186Auch dieser Schriftvers beginnt mit einem Ṭeth.klebt an ihren Säumen!? – Wir sprechen von einem Ṭeth mit einem Beth187Dies kann nur טב, gutes, heißen.. – Vielleicht [heißt dies:]188Thr. 2,9.ihre Tore sind in die Erde gesunken189Die ersten Buchstaben dieses Schriftverses sind Ṭeth u. Beth.!? –", "Vielmehr, weil die Schrift mit diesem das Gute begonnen hat, denn von am Anfang190Beginn der hl. Schrift.bis 191Gen. 1,4.da sah Gott, daß das Licht [gut war], kommt kein Ṭeth vor192Das W. טוב ist das erste Wort, das in der Schrift mit einem Ṭeth beginnt..", "Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Sieht jemand ‘Trauerfeier’ im Traume, so hat man ihn im Himmel geschont und erlöst193Das W. הספד (Trauerfeier) besteht aus den Silben חם schonen u. [ה]פד erlösen.. Dies nur, wenn man es geschrieben194Das geschriebene Wort, nicht etwa eine wirkliche Trauerfeier.sieht.", "DASSELBE GILT AUCH VON EINEM WILD UND EINEM GEFLÜGEL &C. Reš Laqiš sagte: Hier lehrte Rabbi, daß ein Hahn, ein Pfau und ein Fasan zusammen als Gattungsmischung gelten195Auch bei diesen hat das Verbot der Kreuzung statt.. –", "Selbstverständlich!? – R. Ḥabiba erwiderte: Da sie zusammen aufwachsen, könnte man glauben, sie gelten als eine Gattung, so lehrt er uns.", "Šemuél sagte: Eine Gans und eine wilde Gans sind zusammen Gattungsmischung. Raba b. R. Ḥanan wandte ein: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil die eine einen langen Hals und die andere einen kurzen Hals hat, so wären ja auch das persische Kamel und das arabische Kamel zusammen Gattungsmischung, denn das eine hat einen starken Hals und das andere hat einen dünnen Hals!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, bei dem einen196Dem Gänserich.sind die Hoden von außen, beim anderen sind die Hoden von innen. R. Papa erklärte: Die eine hat nur ein Ei im Eierstocke, die andere hat mehrere Eier im Eierstocke.", "R. Jirmeja sagte im Namen des Reš Laqiš: Wer zwei Gattungen Seetiere mit einander kreuzt, erhält Geißelhiebe. – Aus welchem Grunde? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man folgere hinsichtlich dieser von den Festland[tieren] durch das bei beiden gebrauchte [Wort] Art197Cf. Gen. 1,21,25..", "Reḥaba fragte: Wie ist es, wenn man eine Ziege und eine Meerbutte zusammen [einen Wagen] ziehen läßt: sagen wir, dies sei nichts, da weder die Ziege ins Wasser hinabsteigt noch die Meerbutte aufs Festland heraufkommt, oder aber, immerhin läßt er sie ja zusammen anziehen?", "Rabina wandte ein: Demnach müßte man strafbar198Das Verbot der Mischung erstreckt sich auch auf Pflanzungen; cf. Lev. 19,19.sein, auch wenn man ein Weizenkorn und ein Gerstenkorn in die Hand nimmt und das Weizenkorn im Jisraéllande und das Gerstenkorn außerhalb des Landes säet!? –", "Ich will dir sagen, in diesem Falle ist es im Jisraéllande strafbar, außerhalb des Landes aber nicht, in jenem Falle aber ist es ja da und dort strafbar." ], [ "iWENN JEMAND KLEINVIEH IN DEN PFERCH HINEINGEBRACHT UND VOR IHM GEHÖRIG ABGESCHLOSSEN HAT, UND ES HERAUSKOMMT UND SCHADEN ANRICHTET, SO IST ER ERSATZFREI; WENN ER ABER VOR IHM NICHT GEHÖRIG ABGESCHLOSSEN HAT UND ES HERAUSKOMMT UND SCHADEN ANRICHTET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "WENN ES NACHTS AUSBRICHT ODER RÄUBER EINBRECHEN, UND ES HERAUSKOMMT UND SCHADEN ANRICHTET, SO IST ER ERSATZFREI. HABEN RÄUBER ES HERAUSGEFÜHRT, SO SIND DIE RÄUBER ERSATZPFLICHTIG1Es befindet sich im Besitze der Räuber..", "iiWENN ER ES DER SONNENHITZE AUSGESETZT ODER EINEM TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN ÜBERGEBEN HAT, UND ES FORTLÄUFT UND SCHADEN ANRICHTET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "HAT ER ES EINEM HIRTEN ÜBERGEBEN, SO TRITT DER HIRT AN SEINE STELLE2Hinsichtl. der Verantwortung für angerichteten Schaden..", "WENN ES IN EINEN GARTEN FÄLLT3Aus einem höher gelegenen Orte. UND DA GENIESST, SO IST DER GENUSS ZU BEZAHLEN; WENN ES ABER AUF GEWÖHNLICHE WEISE HINABSTEIGT UND SCHADEN ANRICHTET, SO IST DER SCHADEN ZU BEZAHLEN. AUF WELCHE WEISE IST DER SCHADEN ZU BEZAHLEN4Dh. wie der Schaden berechnet wird.? MAN SCHÄTZE DIESE SEÁFLÄCHE5Ein Stück Land, auf dem man eine Seá Aussaat säen kann. IM FELDE, WIEVIEL SIE VORHER WERT WAR UND WIEVIEL SIE JETZT WERT IST.", "R. ŠIMO͑N SAGT, HAT ES REIFE FRÜCHTE GEFRESSEN, SO IST FÜR REIFE FRÜCHTE ZU BEZAHLEN; IST ES EINE S, SO IST EINE S, UND SIND ES ZWEI S, SO SIND ZWEI S [ZU BEZAHLEN].", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Was heißt gehörig und was heißt nicht gehörig? Wenn die Tür vor einem gewöhnlichen Winde standhalten kann, so heißt dies gehörig, und wenn sie vor einem gewöhnlichen Winde nicht standhalten kann, so heißt dies nicht gehörig.", "R. Mani b. Paṭiš sagte: Wer ist der Autor, welcher sagt, für ein Verwarntes6Die Mišna spricht von der Zahnschädigung u. der Fußschädigung, hinsichtl. welcher das Vieh von vornherein als verwarnt gilt, dh. der ganze Schaden zu ersetzen ist. reiche eine leichte Bewachung7Eine solche ist unter der Bezeichnung ‘gehörig’ zu verstehen. aus? Es ist R. Jehuda, denn wir haben gelernt: Wenn der Eigentümer ihn mit dem Halfter angebunden und vor ihm [die Tür] gehörig abgeschlossen hat, und er dennoch herausgekommen ist und Schaden angerichtet, so ist er, ob verwarnt oder nicht verwarnt, ersatzpflichtig – so R. Meír;", "R. Jehuda sagt, wegen eines nicht verwarnten sei er ersatzpflichtig, und wegen eines verwarnten sei er ersatzfrei, denn es heißt: 8Ex. 21,36.und sein Eigentümer ihn nicht bewacht, und dies ist eine Bewachung. R. Elie͑zer sagt, für einen solchen gebe es keine andere Bewachung als das Messer. –", "Du kannst auch sagen, es sei R. Meír, denn bei der Zahnschädigung und der Fußschädigung ist es anders, da die Tora ihre Bewachung erleichtert hat. R. Elea͑zar sagte nämlich, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Bei vier Dingen erleichterte die Tora die Bewachung, und zwar: bei der Grubenschädigung, bei der Feuerschädigung, bei der Zahnschädigung und bei der Fußschädigung.", "Bei der Grubenschädigung, denn es heißt: 9Ib. V 33.wenn jemand eine Grube öffnet oder eine Grube gräbt und sie nicht zudeckt; wenn er sie aber zudeckt10Er braucht sie nicht zu verschütten., so ist er ersatzfrei.", "Bei der Feuerschädigung, denn es heißt:11Ex. 22,5.so soll der, der den Brand angestiftet hat, bezahlen; nur wenn er nach Art eines Brandstifters verfahren12Durch grobe Fahrlässigkeit.ist.", "Bei der Zahnschädigung, denn es heißt:13Ex. 22,4.und in einem fremden Felde abweiden läßt; nur wenn es so geschehen ist, als hätte er selber die Abweidung veranlaßt.", "Bei der Fußschädigung, denn es heißt: und heraufschickt; nur wenn es so geschehen ist, als hätte er es direkt heraufgeschickt.", "Ferner wird auch gelehrt: Und heraufschickt, das ist die Fußschädigung, denn es heißt:14Jes. 32,20.die den Fuß der Ochsen und der Esel schikken. Und abweiden läßt, das ist die Zahnschädigung, denn es heißt: 15iReg. 14,10.wie es abweidet der Zahn, bis es ganz aus ist.", "Nur wenn es so geschehen ist, als hätte er selber es heraufgeschickt und er selber es abweiden lassen, sonst aber nicht.", "Rabba sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn sie lehrt dies vom Kleinvieh. Merke, er handelt ja fortlaufend vom Ochsen, somit sollte er auch dies vom Ochsen lehren, weshalb lehrt er es vom Kleinvieh?", "Doch wohl aus dem Grunde, weil die Schrift bei der Bewachung desselben erleichtert hat, weil beim Kleinvieh nichts von der Hornschädigung geschrieben ist, sondern nur von der Zahnschädigung und der Fußschädigung. Er lehrt es16Daß eine leichte Bewachung ausreiche.uns also von diesen, die von vornherein als verwarnt gelten.", "Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Wegen vier Handlungen ist man beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig, und zwar: wer einen Zaun vor dem Vieh seines Nächsten niederreißt17Und das Vieh fortläuft., wer das Halmgetreide seines Nächsten gegen das Feuer heranbiegt18Sodaß es vom Feuer erfaßt werden kann., wer Falschzeugen mietet, für ihn Zeugnis abzulegen, und wer für seinen Nächsten Zeugnis ablegen kann und nicht ablegt.", "Der Meister sagte: Wer einen Zaun vor dem Vieh seines Nächsten niederreißt. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es eine gute Wand ist, so sollte er doch auch beim menschlichen Gerichte schuldig19Für die Wand; für das Vieh ist er nicht haftbar, da er das Fortlaufen nur veranlaßt hat. sein!? –" ], [ "Vielmehr, wenn es eine schadhafte Wand ist20Die zum Niederreißen bestimmt ist..", "Der Meister sagte: Wer das Halmgetreide seines Nächsten gegen das Feuer biegt. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn [das Feuer] es dann durch einen gewöhnlichen Wind erreichen kann, so sollte er auch beim menschlichen Gerichte schuldig sein!? – Vielmehr, wenn [das Feuer] es dann nur durch einen ungewöhnlichen Wind erreichen kann.", "R. Aši erklärte: Hier wird vom Verbergen gesprochen, wenn er es zum Verborgenen bei einer Feuerschädigung gemacht hat21Wenn er das Getreide in der Nähe eines Feuers zugedeckt hat; der Eigentümer erhält dann keinen Ersatz; vgl. S. 15 Anm. 103..", "Der Meister sagte: Wer Falschzeugen mietet, für ihn Zeugnis abzulegen. In welchem Falle: wollte man sagen, für sich selbst, so wird er ja zur Zahlung verurteilt22Wenn sich herausstellt, daß es Falschzeugen sind.und ist somit auch beim menschlichen Gerichte schuldig!? – Vielmehr, wenn für seinen Nächsten.", "«Wenn jemand für seinen Nächsten Zeugnis ablegen kann und dies nicht ablegt.» In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es zwei23Wenn außer ihm noch ein 2. Zeuge vorhanden ist. Das Zeugnis zweier Zeugen ist bei einem Prozesse ausschlaggebend und führt eine Verurteilung bezw. Freisprechung herbei; wenn einer seine Aussage unterläßt, so fügt er dem dadurch betroffenen Prozeßbeteiligten einen direkten Schaden zu.sind, so ist es ja selbstverständlich, dies ist ja [ein Verbot] der Tora:24Lev. 5,1.wenn er nicht sagt, so ladet er Sünde auf sich!? –", "Vielmehr, wenn er allein25Ein einzelner Zeuge kann nicht die Verurteilung des Beklagten herbeiführen, jedoch wird ihm ein Eid auferlegt; es ist anzunehmen, daß er die Schuld eingestanden haben würde. ist.", "Gibt es denn weiter keine26Handlungen, derentwegen man dem menschlichen Gerichte gegenüber frei u. dem himmlischen Gerichte gegenüber schuldig ist.mehr, es gibt ja noch folgendes: Wer das Entsündigungswasser27Cf. Num. 19,2ff.oder die Entsündigungskuh27Cf. Num. 19,2ff.zur Arbeit verwendet, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Ferner: wer einem Vieh seines Nächsten Gift verabreicht, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Ferner: wer durch einen Tauben, Blöden oder Minderjährigen einen Feuerschaden anrichtet, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Ferner: wer seinen Nächsten erschreckt, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Ferner: wenn einem ein Krug auf der Straße zerbricht und er ihn nicht fortschafft, oder einem sein Kamel stürzt und er es nicht aufrichtet, so ist er nach R. Meír für den dadurch entstehenden Schaden ersatzpflichtig, die Weisen sagen, er sei beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig. –", "Freilich gibt es viele [solcher Handlungen], diese aber müssen besonders gelehrt werden; man könnte nämlich glauben, wegen dieser sei man nicht einmal beim himmlischen Gerichte schuldig, so lehrt er uns.", "Bezüglich des Niederreißens eines Zaunes vor dem Vieh seines Nächsten könnte man glauben, da dieser zum Niederreißen bestimmt ist, habe er nichts [Unrechtes] getan, und sei auch beim himmlischen Gerichte frei, so lehrt er uns.", "Bezüglich des Heranbiegens des Halmgetreides seines Nächsten könnte man glauben, da er zu jenem sagen kann, er habe nicht gewußt, daß ein ungewöhnlicher Wind kommen28Und das Feuer auf das Getreide treiben.werde, sei er nicht einmal beim himmlischen Gerichte schuldig, so lehrt er uns.", "Und nach R. Aši, welcher erklärt, hier werde von dem Falle gelehrt, wenn er es verborgen hat, könnte man glauben, er könne zu ihm sagen, er habe es nur zugedeckt, und sei somit nicht einmal beim himmlischen Gerichte schuldig, so lehrt er uns.", "Hinsichtlich des Mietens von Falschzeugen könnte man glauben, da er sagen kann, man habe auf die Worte des Meisters eher als auf die Worte des Schülers29Dh. die Zeugen sollten nicht auf ihn hören, sondern auf das Gebot Gottes, kein falsches Zeugnis abzulegen.zu achten, sei er auch beim himmlischen Gerichte nicht schuldig, so lehrt er uns.", "Und hinsichtlich der Unterlassung einer Zeugenaussage für seinen Nächsten könnte man glauben, da er sagen kann, es sei nicht ausgemacht, daß jener wegen seiner Zeugenaussage ein Geständnis25Ein einzelner Zeuge kann nicht die Verurteilung des Beklagten herbeiführen, jedoch wird ihm ein Eid auferlegt; es ist anzunehmen, daß er die Schuld eingestanden haben würde.abgelegt haben würde, er würde vielleicht falsch geschworen haben, sei er nicht einmal beim himmlischen Gerichte schuldig, so lehrt er uns.", "WENN ES NACHTS AUSBRIGHT ODER RÄUBER EINBRECHEN &C. Rabba sagte: Dies nur, wenn es durchgebrochen ist30Die Wand durchbrochen hat, nicht aber, wenn die Wand von selber eingestürzt ist.. –", "Demnach ist er ersatzpflichtig, wenn es nicht durchgebrochen ist. In welchem Falle: ist es eine gute Wand, wieso ist er ersatzpflichtig, wenn es nicht durchgebrochen ist, er kann ja nichts dafür, und ist es eine schadhafte Wand, wieso ist er ersatzfrei, wenn es durchgebrochen ist; es hat ja durch Verschulden begonnen und durch Mißgeschick geendet!?", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, wenn es durch Verschulden begonnen und durch Mißgeschick geendet hat, sei man ersatzfrei, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wenn es durch Verschulden begonnen und durch Mißgeschick geendet hat, sei man ersatzpflichtig!? –", "Vielmehr, unsere Mišna spricht von einer guten Wand, auch wenn es nicht durchgebrochen ist, und die Lehre Rabbas bezieht sich auf den Schlußsatz: Wenn er es der Sonnenhitze ausgesetzt oder einem Tauben, Blöden oder Minderjährigen anvertraut hat, und es fortläuft und Schaden anrichtet, so ist er ersatzpflichtig. Hierzu sagte Rabba: Selbst wenn es durchgebrochen ist.", "Selbstverständlich ist dies von dem Falle, wenn es nicht durchgebrochen ist, wo es ganz durch sein Verschulden geschehen ist, aber dies gilt auch von dem Falle, wenn es durchgebrochen ist. Man könnte glauben, dies heiße mit Verschulden begonnen und mit einem Mißgeschicke geendet, so lehrt er uns, daß dies vollständig durch Verschulden heiße, weil jener zu ihm sagen kann: du solltest wissen, daß es, wenn du es der Sonnenhitze aussetzest, alle Mittel anwenden wird, um zu entweichen.", "", "HABEN RÄUBER ES HERAUSGEFÜHRT, SO SIND DIE RÄUBER ERSATZPFLICHTIG." ], [ "Selbstverständlich, wenn sie es herausgeführt haben, so befindet es sich ja in jeder Hinsicht in ihrem Besitze31Ein Tier wird durch das Ansichziehen angeeignet.!? –", "In dem Falle, wenn sie sich vor dieses nur hingestellt32Und es dadurch aus dem Stalle hinausdrängt, ohne es berührt zu haben.haben. So sagte Rabba im Namen R. Mathnas im Namen Rabhs, wer ein fremdes Vieh auf fremdes Halmgetreide hinstellt, sei ersatzpflichtig, und da dies vom Hinstellen selbstverständlich ist, so ist dies auf den Fall zu beziehen, wenn er sich vor dieses hingestellt33Und das Tier auf das fremde Feld hinaufgedrängt hat.hat.", "Abajje sprach zu R. Joseph34Der infolge einer Krankheit seine eigene Lehre vergessen hatte.: Du hast es uns erklärt: wenn er ihm einen Schlag versetzt35Wenn er das Tier nicht angefaßt und hinaufgeführt, sondern hinaufgetrieben hat.hat, ebenso ist auch hinsichtlich der Räuber zu erklären, wenn sie ihm einen Schlag versetzt haben36Die Mišna lehrt, daß das Tier sogar dadurch in ihren Besitz übergeht..", "HAT ER ES EINEM HIRTEN ÜBERGEBEN, SO TRITT DER HIRT AN SEINE STELLE &C. An wessen Stelle, wollte man sagen, an Stelle des Eigentümers des Viehs, so wurde dies ja bereits einmal gelehrt: Hat jemand [seinen Ochsen] einem unentgeltlichen Hüter, einem Entleiher, einem Lohnhüter oder einem Mieter übergeben, so treten sie alle an die Stelle des Eigentümers.", "Wollte man sagen, an Stelle des Hüters, sodaß der erste Hüter ganz frei37Wenn der Hüter das Vieh einem Hirten übergeben hat; in diesem Falle wird der Hüter ganz ausgeschaltet u. der Eigentümer hat etwaige Ansprüche an den Hirten zu stellen.ist, so wäre dies ja eine Widerlegung Rabas, denn Raba sagte, wenn ein Hüter es einem anderen Hüter übergeben hat, sei er ersatzpflichtig? –", "Raba kann dir erwidern, darunter ist der Fall zu verstehen, wenn der Hirt es seinem Hütejungen38Statt ברזיליה hat A͑rukh richt. כרזילא syr. Führer, Leiter der Herde.übergeben hat, denn es ist die Art der Hirten, [das Vieh] ihren Hütejungen zu übergeben.", "Manche lesen: Da er es von dem Falle lehrt, wenn er es einem Hirten übergeben hat, und nicht von dem Falle, wenn irgend einem anderen, so ist ja darunter der Fall zu verstehen, wenn der Hirt es seinem Hütejungen übergeben hat, und zwar aus dem Grunde, weil es die Art der Hirten ist, [das Vieh] ihren Hütejungen zu übergeben, nicht aber, wenn er es irgend einem anderen übergeben hat,", "somit wäre dies eine Stütze für Raba, denn Raba sagte, wenn ein Hüter [das Vieh] einem anderen Hüter übergeben hat, sei er ersatzpflichtig. – Ich will dir sagen, nein, vielleicht lehrt er nur das gewöhnliche, während es tatsächlich auch von einem anderen gilt.", "Es wurde gelehrt: Der Hüter eines Fundes39Wer eine Sache gefunden hat u. sie aufbewahrt.gleicht, wie Rabba sagte, einem unentgeltlichen Hüter, und wie R. Joseph sagt, einem Lohnhüter.", "Rabba sagt, er gleiche einem unentgeltlichen Hüter, denn er hat ja davon keinen Nutzen; R. Joseph sagt, er gleiche einem Lohnhüter, denn für den Nutzen, daß er einem Armen Brot zu verabreichen40Wer sich mit einer gottgefälligen Handlung befaßt, ist von jeder anderen befreit; dieser braucht daher keine Almosen zu geben.nicht braucht, gilt er als Lohnhüter.", "Manche erklären es wie folgt: R. Joseph sagt, er gleiche einem Lohnhüter, denn da der Allbarmherzige ihn dazu gegen seinen Willen verpflichtet hat, gleicht er einem Lohnhüter41Der es ebenfalls nicht freiwillig tut..", "", "R. Joseph wandte gegen Rabba ein:" ], [ "Bringt er es42Der Finder das gefundene Vieh.zurück auf eine Stelle, wo [der Eigentümer] es sehen kann, so braucht er sich damit nicht mehr zu befassen; wird es gestohlen oder kommt es abhanden, so ist er verantwortlich.", "Unter ‘gestohlen’ oder ‘abhanden kommen’ ist wohl der Fall zu verstehen, wenn es aus seiner Wohnung gestohlen wird oder abhanden kommt43Demnach gilt er als Lohnhüter.!? –", "Nein, aus der Stelle, wo er es zurückgebracht hat. –", "Er lehrt ja aber, daß er sich damit nicht mehr zu befassen brauche!?", "Dieser erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er es um die Mittagszeit zurückgebracht hat, und er lehrt zweierlei.", "Er meint es wie folgt: bringt er es morgens zurück nach einer Stelle, wo [der Eigentümer] es sehen kann, so braucht er, da dieser dann ein- und ausgeht44Morgens ist jeder gewöhnl. zuhause.und es daher bemerken muß, sich damit nicht mehr zu befassen; wenn er es aber mittags nach einer Stelle bringt, wo er es zwar sehen kann, so ist er, da dieser dann nicht ein- und ausgeht45Mittags befindet sich jeder gewöhnl. auf dem Felde.und es daher nicht bemerkt, wenn es gestohlen wird oder abhanden kommt, verantwortlich.", "Er wandte ferner gegen ihn ein: Er46Der Finder eines verlorenen Tieres.ist solange verantwortlich, bis er es nach seinem Gebiete zurückgebracht hat. Unter ‘solange’ ist wohl zu verstehen, selbst wenn es aus seinem Hause [fortgekommen] ist. Hieraus ist also zu entnehmen, daß er einem Lohnhüter gleiche!?", "Dieser erwiderte: Hinsichtlich eines lebenden Wesens pflichte ich dir bei47Daß der Aufbewahrende verantwortlich ist., denn da es an Fortlaufen gewöhnt ist, ist eine besondere Bewachung erforderlich48Er ist also aus diesem Grunde verantwortlich, nicht aber, weil er als Lohnhüter gilt..", "Rabba wandte gegen R. Joseph ein:49Dt. 22,1.Zurückbringen; ich weiß dies nur von seinem Hause50Daß der Finder es in das Haus des Eigentümers zu bringen habe., woher dies von seinem Garten51Daß er es da zurücklassen darf.und seiner Ruine? Es heißt: sollst du zurückbringen, überall.", "Was für ein Garten und was für eine Ruine sind hier zu verstehen: wollte man sagen, ein gesicherter Garten oder eine gesicherte Ruine, so sind diese ja dasselbe, was ein Haus; doch wohl ein ungesicherter Garten und eine ungesicherte Ruine. Hieraus ist also zu entnehmen, daß er einem unentgeltlichen Hüter gleiche!?", "Jener erwiderte: Tatsächlich ein gesicherter Garten und eine gesicherte Ruine, wenn du aber einwendest, diese sind ja dasselbe, was ein Haus, [so ist zu erwidern,] er lehre uns damit, daß keine Inkenntnissetzung des Eigentümers erforderlich sei. Dies nach R. Elea͑zar,", "denn R. Elea͑zar sagte: Überall52Wenn ein Hüter, Entleiher od. Dieb eine in ihrem Besitze befindliche Sache dem Eigentümer zustellen; widrigenfalls sie für diese verantwortlich sind.ist eine Inkenntnissetzung des Eigentümers nötig, außer beim Zurückbringen einer verlorenen Sache, denn die Tora hat hierbei viele [Arten des] Zurückbringens einbegriffen.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Wieso bist du nicht der Ansicht, daß der Hüter einer verlorenen Sache einem unentgeltlichen Hüter gleiche, R. Ḥija b. Abba sagte ja im Namen R. Joḥanans, wer hinsichtlich eines Fundes den Einwand des Diebstahls53Wenn der Finder ihn unterschlägt u. behauptet, er sei ihm gestohlen worden.macht, müsse das Doppelte54Dasselbe, was event. der Dieb an den Eigentümer zu zahlen hätte.zahlen;", "wieso muß er nun, wenn man sagen wollte, er gleiche einem Lohnhüter, das Doppelte zahlen, er braucht ja nur den Grundwert zu ersetzen55Der Lohnhüter muß, wenn die Sache gestohlen wird, den Wert ersetzen, u. da er durch die falsche Behauptung nichts gewinnt, braucht er auch das Doppelte nicht zu zahlen, sondern nur den einfachen Ersatz.!?", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er behauptet, ein bewaffneter Plünderer habe sie ihm weggenommen56In diesem Falle braucht er auch als Lohnhüter an den Eigentümer keinen Ersatz zu zahlen; er hat also an den Eigentümer das zu zahlen, was event. der bewaffnete Plünderer an ihn zu zahlen hätte..", "Jener entgegnete: Ein bewaffneter Plünderer gilt ja als Räuber57Ein solcher hat nicht das Doppelte, sondern den einfachen Ersatz zu bezahlen.!?", "Dieser erwiderte:" ], [ "Ich bin der Ansicht, ein bewaffneter Plünderer gilt, da er sich vor Menschen versteckt, als Dieb. Er wandte gegen ihn ein: Nein, wenn58Nachsatz einer nicht näher bezeichneten Lehre.dies von einem unentgeltlichen Hüter gilt, der das Doppelte zahlen59Falls er behauptet, die anvertraute Sache sei ihm gestohlen worden.muß, sollte dies auch von einem Lohnhüter gelten, der das Doppelte nicht zu zahlen59Falls er behauptet, die anvertraute Sache sei ihm gestohlen worden.braucht!?", "Wenn man nun sagen wollte, ein bewaffneter Plünderer gelte als Dieb, so kann es ja vorkommen, daß auch der Lohnhüter das Doppelte zu zahlen hat, wenn er nämlich behauptet, ein bewaffneter Plünderer habe sie ihm weggenommen!?", "Dieser erwiderte: Er meint es wie folgt: nein, wenn dies von einem unentgeltlichen Hüter gilt, der wegen all seiner Behauptungen das Doppelte zahlen muß, sollte dies auch von einem Lohnhüter gelten, der das Doppelte nur dann zahlen muß, wenn er behauptet, ein bewaffneter Plünderer habe sie ihm weggenommen!?", "Er wandte ferner gegen ihn ein:60Ex. 22,13.Und gebrochen wird oder verendet; ich weiß dies61Daß der Entleiher in einem solchen Falle ersatzpflichtig ist.nur von dem Falle, wenn es gebrochen wird oder verendet, woher dies von dem Falle, wenn es gestohlen wird oder abhanden kommt? Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn ein Lohnhüter, der, wenn es gebrochen wird oder verendet, nicht ersatzpflichtig ist, ersatzpflichtig ist, wenn es gestohlen wird oder abhanden kommt, um wieviel mehr ist der Entleiher, der ersatzpflichtig ist, wenn es gebrochen wird oder verendet, ersatzpflichtig, wenn es gestohlen wird oder abhanden kommt. Dies ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, der nicht zu widerlegen ist.", "Wieso ist dieser Schluß, wenn man sagen wollte, der bewaffnete Plünderer gelte als Dieb, nicht zu widerlegen, es ist ja zu erwidern: wohl der Lohnhüter, der, wenn er behauptet, ein bewaffneter Plünderer habe sie ihm weggenommen, das Doppelte bezahlen62Der Entleiher aber nicht, da er in einem solchen Falle ersatzpflichtig wäre.muß!?", "Dieser erwiderte: Jener Autor ist der Ansicht, der Grundwert ohne Eid ist mehr als das Doppelte63Der Entleiher ist auf jeden Fall ersatzpflichtig, der Lohnhüter aber nicht; die Zahlung des Doppelten ist keine Erschwerung, da diese nur dann erfolgt, wenn er einen Meineid geleistet hat; der Eid würde ihn ganz befreit haben, u. die Zahlung des Doppelten erfolgt nur wegen des Meineides.gegen Eid.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Kuh gemietet hat und sie gestohlen worden ist. und dieser sagt, er wolle lieber bezahlen und keinen Eid leisten, so ist, wenn darauf der Dieb gefunden wird, das Doppelte an den Mieter zu zahlen.", "Sie64Die Jünger, die diesen Beweis erbringen wollten.addizierten es R. Jehuda, welcher sagt, der Mieter gleiche einem Lohnhüter, und da er lehrt: und er sagt, er wolle lieber bezahlen und nicht schwören, so kann er sich durch den Eid [von der Zahlung] befreien;", "doch wohl in dem Falle, wenn er behauptet, ein bewaffneter Plünderer65Der Lohnhüter ist für einen Diebstahl ersatzpflichtig.habe sie ihm weggenommen, und da er weiter lehrt, wenn der Dieb gefunden wird, sei das Doppelte an den Mieter zu zahlen, so ist hieraus zu schließen, daß der bewaffnete Plünderer als Dieb gelte. –", "Ich will dir sagen, du glaubst wohl, hier sei die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, der Mieter gleiche einem Lohnhüter, vielleicht ist hier die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, der Mieter gleiche einem unentgeltlichen Hüter66Und ist somit auch für einen gewöhnlichen Diebstahl nicht ersatzpflichtig..", "Wenn du aber willst, sage ich; wie es Rabba b. Abuha umgekehrt lehrt: der Mieter ist ersatzpflichtig, wie R. Meír sagt, gleich einem Lohnhüter, und wie R. Jehuda sagt, gleich einem unentgeltlichen Hüter.", "R. Zera erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er behauptet, ein bewaffneter Plünderer habe sie ihm weggenommen, und es sich herausstellt, daß es ein unbewaffneter Plünderer war67Ein solcher gilt als Dieb; der Mieter muß daher das Doppelte bezahlen..", "WENN ES IN EINEN GARTEN FÄLLT, UND DA GENIESST. SO IST DER GENUSS ZU BEZAHLEN. Rabh sagte: Nur wenn beim Aufschlagen68Wenn der Nutzen darin bestand, daß es auf Pflanzen gefallen u. dadurch der Schlag gemildert wurde, wodurch diese beschädigt wurden.. –", "Wenn aber durch das Fressen, so braucht nicht einmal der Genuß bezahlt zu werden, somit vertritt Rabh hierbei seine Ansicht, denn Rabh sagte: es sollte sie nicht gefressen69Cf. supra Fol. 47b.haben. –", "Wieso dies, Rabh sagt nur in jenem Falle, wo es dadurch zu Schaden gekommen69Cf. supra Fol. 47b.ist, daß der Eigentümer der Früchte keinen Ersatz zu zahlen brauche, da es sie nicht fressen sollte, sagt er dies etwa auch hinsichtlich des Ersatzes, wenn es anderen Schaden zugefügt hat!? –", "Vielmehr," ], [ "dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist, wenn durch das Fressen, der Genuß zu bezahlen, man könnte aber glauben, wenn beim Aufschlagen, sei dies ebenso, als wenn man einen Löwen vom Besitze seines Nächsten70Auch hierbei bestand der Nutzen in der Abwendung einer Schädigung.fortjagt, und es sei nicht einmal der Genuß zu bezahlen, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? –", "Beim Fortjagen eines Löwen vom Besitze seines Nächsten geschieht es freiwillig, hierbei aber geschieht es nicht freiwillig. Oder aber: beim Fortjagen eines Löwen vom Besitze seines Nächsten hat er keinen Schaden71Durch die Abwendung des Schadens vom anderen., hierbei aber hat er einen Schaden. –", "Wieso72Wenn durch ein Verschulden des Eigentümers, so müßte er ja ersatzpflichtig sein.ist es hineingefallen? R. Kahana erklärte: Wenn es durch den eigenen Harn ausgeglitten73Den Eigentümer trifft keine Schuld.ist. Raba erklärte: Wenn ein anderes [Tier] es hineingestoßen hat.", "Nach demjenigen, welcher erklärt, wenn ein anderes es hineingestoßen hat, gilt dies um so mehr von dem Falle, wenn es durch den eigenen Harn ausgeglitten ist, und nach demjenigen, welcher erklärt, wenn es durch den eigenen Harn ausgeglitten ist, ist, wenn ein anderes es hineingestoßen hat, dies ein Verschulden und der ganze Schaden zu bezahlen, denn jener kann sagen: du solltest sie einzeln hinüberführen.", "R. Kahana sagte: Sie lehrten dies nur von dem einen Beete74Auf welches es gefallen ist; hat es dieses beschädigt, so ist nur der Genuß zu bezahlen., wenn es aber von einem Beete nach einem anderen geht, so ist der Schaden zu bezahlen. R. Joḥanan aber sagte: Selbst wenn es von einem Beete nach einem anderen geht, und sogar den ganzen Tag75Da es unfreiwillig in den Garten gekommen ist, so braucht der angerichtete Schaden nicht bezahlt zu werden.; erst wenn es herausgekommen und mit seinem76Des Eigentümers.Wissen zurück hineingegangen ist77Ist der angerichtete Schaden zu bezahlen..", "R. Papa sagte: Man sage nicht: wenn es mit dessen Wissen herausgekommen und mit dessen Wissen zurück hineingegangen ist, sondern er nur gewußt hat, daß es herausgekommen und nicht gewußt hat, daß es zurück hineingegangen ist; denn jener kann sagen: da es dies78Daß es in diesem Garten zu fressen findet.weiß, läuft es bei jeder Gelegenheit wieder hin79Eine gewöhnliche Bewachung ist nicht mehr ausreichend..", "WENN ES ABER AUF GEWÖHNLICHE WEISE HINABSTEIGT UND SCHADEN ANRICHTET, SO IST DER SCHADEN ZU BEZAHLEN. R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn es auf gewöhnliche Weise hinabgestiegen ist und mit seinem Fruchtwasser80Wenn es da niedergekommen ist; der Eigentümer konnte es nicht wissen.Schaden angerichtet hat?", "Nach demjenigen, welcher sagt, wenn es durch Verschulden begonnen und durch Mißgeschick geendet hat, sei man schuldig, ist dies nicht fraglich, fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, wenn es durch Verschulden begonnen und durch Mißgeschick geendet hat, sei man frei.", "Sagen wir, da es durch Verschulden begonnen81Der Eigentümer mußte es auf jeden Fall bewachen, da er damit rechnen sollte, daß es durch das Fressen Schaden anrichten werde.und durch Mißgeschick geendet hat, sei er frei, oder aber sagen wir, dies gelte als vollständig mit Verschulden erfolgt, denn als er sah, daß es kurz vor der Geburt war," ], [ "sollte er es bewachen und beobachten? – Dies bleibt unentschieden.", "AUF WELCHE WEISE IST DER SCHADEN ZU BEZAHLEN &C. Woher dies82Daß man sich beim Ersatze nicht nach dem Werte des beschädigten Objektes, sondern nach dem Minderwerte des Zurückbleibenden zu richten habe.?", "R. Mathna erwiderte: Die Schrift sagt:83Ex. 22,4.und in einem fremden Felde abweiden läßt, dies lehrt, daß die Schätzung nach dem fremden Felde zu erfolgen84Um wieviel das Feld billiger geworden ist.habe. –", "[Die Worte:] und in einem fremden Felde abweiden läßt, sind ja nötig, um das öffentliche Gebiet auszuschließen85Daß für die Zahnschädigung auf öffentlichem Gebiete kein Ersatz zu leisten ist.!? –", "Es könnte ja heißen: und das Feld seines Nächsten abweiden läßt, oder: ein fremdes Feld, wenn es aber heißt: in einem fremden Felde, so bedeutet dies, daß man das ganze Feld schätze. –", "Vielleicht deutet es nur darauf, woher nun, daß das öffentliche Gebiet auszuschließen sei? –", "Wenn dem so wäre, so würde es ja der Allbarmherzige neben bezahlen geschrieben haben: das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen für das fremde Feld, wenn es aber neben abweiden steht, so ist hieraus beides zu entnehmen. –", "Wie erfolgt die Schätzung? R. Jose b. Ḥanina sagt, eine Seá bei sechzig Seá86Eine Seáfläche ist im Verhältnis teurer als 60 Seá, u. um den Schädiger entgegenzukommen, wird nicht der Wert einer Seá geschätzt, sondern der Minderwert einer Fläche von 60 Seá durch die Zerstörung einer Seá.; R. Jannaj sagt, ein Trikab87Hohlmaß von 3 Kab Inhalt.bei sechzig Trikab; Ḥizqija sagt, einen Stengel bei sechzig Stengeln88Das Quantum, das das Tier gefressen hat, wird mit 60 multipliziert u. der sechzigste Teil des Wertes bezahlt..", "Man wandte ein: Hat es einen Kab oder zwei Kab gefressen, so sage man nicht, es sei der richtige Wert89Wieviel ein solches Quantum kosten würde.zu ersetzen, vielmehr betrachte man es als kleines Beet und schätze dessen Wert. Doch wohl einzeln!? –", "Nein, sechzigfach.", "Die Rabbanan lehrten: Man schätze nicht einen Kab, weil man ihn bevorteilt, auch nicht eine ganze Korfläche901 Kor = 180 Kab., weil man ihn benachteiligt. –", "Wie ist dies zu verstehen? R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: man schätze nicht einen Kab bei sechzig Kab, weil der Schädiger bevorteilt werden würde, auch nicht einen Kor bei sechzig Kor, weil der Schädiger benachteiligt91Ein 60 Kor großes Feld leidet sehr durch die Zerstörung eines Kor,werden würde.", "R. Hona b. Manoaḥ wandte ein: Wieso heißt es demnach92Wenn man sagen wollte, es handle sich um den Fall, wenn das Vieh einen Kor gefressen hatKorfläche, es sollte ja Kor heißen!?", "Vielmehr, erklärte R. Hona b. Manoaḥ im Namen R. Aḥas. des Sohnes R. Iqas, meint er es wie folgt: man schätze nicht einen einzelnen Kab, weil der Geschädigte bevorteilt werden würde, auch nicht einen Kab bei einer Korfläche, weil der Geschädigte benachteiligt93Bei solch einem großen Quantum hat ein einzelner Kab ganz geringen Wert. werden würde, sondern sechzigfach.", "Einst fällte jemand eine fremde Dattelpalme, und als er darauf vor den Exilarchen kam, sprach dieser: Ich sah sie früher; es waren drei in einer Reihe und sie waren hundert Zuz wert; geh, bezahle ihm dreiunddreißig und ein Drittel [Zuz]. Da sprach jener: Was soll ich beim Exilarchen, der nach persischem Gesetze Recht spricht! Darauf kam er vor R. Naḥman, und dieser entschied: sechzigfach.", "Raba sprach zu ihm: Wenn sie dies von der durch sein Eigentum angerichteten Schädigung gesagt haben, sollte es auch von einer persönlich angerichteten Schädigung gelten!?", "Abajje erwiderte Raba: Hinsichtlich der persönlich angerichteten Schädigung stützest du dich wohl auf die Lehre, daß, wenn jemand die unreifen Früchte eines fremden Weinberges abgelesen hat, man ihn94Den Weinberg. schätze, wieviel er vorher wert war und wieviel er nachher wert ist, und es heißt nicht: sechzigfach, aber wird etwa desgleichen nicht auch von einem Tiere gelehrt!?", "Es wird nämlich gelehrt: Biß [ein Vieh ein fremdes] Reis ab, so ist, wie R. Jose im Namen der Verordnungsrichter zu Jerušalem sagt, für ein einjähriges Reis zwei Silberstücke und für ein zweijähriges vier Silberstücke [zu ersetzen]. Fraß es heranwachsendes Getreide, so ist, wie R. Jose der Galiläer sagt, nach dem Zurückbleibenden95Es ist das zu ersetzen, was die nichtabgefressenen Beete bringen.zu schätzen; die Weisen sagen, man schätze, wieviel [das Feld] vorher wert war und wieviel es nachher wert ist." ], [ "Fraß es Traubenblüten, so betrachte man sie, wie R. Jehošua͑ sagt, als zum Winzern fertige Trauben; die Weisen sagen, man schätze ihn94Den Weinberg., wieviel er vorher wert war und wieviel er nachher wert ist. R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Dies96Daß der Minderwert des Gartens geschätzt wird.gilt nur von dem Falle, wenn es die Ranken von Weinstöcken und Zweige von Feigenbäumen gefressen hat, wenn es aber unreife Feigen oder unreife Trauben gefressen hat, so betrachte man sie als zum Winzern fertige Trauben.", "Hier lehrt er also: die Weisen sagen, man schätze ihn, wieviel er früher wert war und wieviel er nachher wert ist, und er lehrt nicht: sechzigfach!?", "Du mußt also erklären: sechzigfach, ebenso ist auch dort97In der vorher angezogenen Lehre.sechzigfach zu verstehen.", "Abajje sagte: R. Jose der Galiläer und R. Jišma͑él lehrten dasselbe.", "R. Jose der Galiläer lehrte das, was wir eben angeführt haben,", "und R. Jišma͑él lehrte es in folgendem:98Ex. 22,4.Das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen; das beste des Feldes des Geschädigten und das beste des Weinberges des Geschädigten – so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem99Vgl. S. 18 Anm. 116.zu bezahlen seien, und um so mehr gilt dies vom Heiligen100Vgl. S. 18 Anm. 116..", "Und man erkläre es nicht, wie R. Idi b. Abin es erklärt hat, wenn es nämlich eines unter den Beeten abgefressen hat und man nicht weiß, ob es ein mageres oder ein fettes war, daß er dann Ersatz für das Gute, das er jetzt hat, verlangen könne, denn dem ist nicht so,", "weil derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen hat; vielmehr meint er damit, daß er ihm das bezahlen müsse, was es später wert gewesen wäre.", "Der Meister sagte: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es Ranken von Weinstöcken und Zweige von Feigenbäumen gefressen hat. Demnach sind Blüten als zum Winzern fertige Früchte zu betrachten; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wenn es aber unreife Feigen oder unreife Trauben gefressen hat, so betrachte man sie als zum Winzern fertige Trauben. Demnach schätze man, wenn es Blüten [gefressen hat], wieviel [der Garten] vorher wert war und wieviel er nachher wert ist!?", "Rabina erwiderte: Korrigiere es und lies wie folgt: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es Ranken von Weinstöcken und Zweige von Feigenbäumen gefressen hat, wenn es aber Blüten, unreife Feigen oder unreife Trauben gefressen hat, so betrachte man sie als zum Winzern fertige Trauben. –", "Demnach sagt ja R. Šimo͑n b. Jehuda dasselbe, was R. Jehošua͑!? –", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Kraftverminderung101Durch die Entfernung der Zweige od. der Blüten wird der Baum geschont; der Wert dieser Schonung ist nach der einen Ansicht vom Ersatze abzuziehen.der Weinstöcke. Sie sind aber nicht bekannt102Man weiß nicht, wer der einen u. wer der anderen Ansicht ist..", "Abajje sagte: Sie sind sehr wohl bekannt; der Autor, der die Kraftverminderung der Weinstöcke berücksichtigt, ist nämlich R. Šimo͑n b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen des R. Šimo͑n b. Menasja, der Notzüchter brauche kein Schmerzensgeld103Wer einen verletzt, hat an diesen außer der Entschädigung noch andere Zahlungen zu leisten (vgl. S. 11 Anm. 64), wozu auch das Schmerzensgeld gehört; auch die Notzucht gilt als Körperverletzung.zu zahlen, weil sie diese Schmerzen später104Er ist also der Ansicht, der durch die Schädigung erzielte Gewinn sei von der Entschädigung abzuziehen.bei ihrem Ehemanne gehabt haben würde. Man erwiderte ihm: Die freiwillige Beschlafung ist nicht mit der gewaltsamen zu vergleichen.", "Abajje sagte: Jene Autoren und R. Šimo͑n b. Jehuda lehrten dasselbe. R. Šimo͑n b. Jehuda lehrte das, was wir eben angeführt haben, welche aber sind jene Autoren? –", "Es wird gelehrt: R. Jose sagt: abzüglich der Hebamme; Ben A͑zaj sagt: abzüglich der Pflege105Dies ist von der Entschädigung abzuziehen, die derjenige zahlen muß, der eine Frau gestoßen u. diese abortiert hat, da dadurch die Kosten für eine Hebamme u. die Pflege während des Wochenbettes erspart worden sind.. Nach demjenigen, der abzüglich der Hebamme sagt, ist um so mehr die Pflege abzuziehen,", "und nach demjenigen, der abzüglich der Pflege sagt, ist die Hebamme nicht abzuziehen, denn er kann sagen: meine Frau ist erfahren und braucht keine Hebamme.", "R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, trafen eine Entscheidung nach R. Naḥman: sechzigfach.", "Eine andere Lesart: R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, schätzten eine Dattelpalme nach dem Werte eines Stückes Boden106Um wieviel der Boden durch die Beschädigung der Dattelpalme entwertet worden ist..", "Die Halakha ist bei einer aramäischen Dattelpalme nach R. Papa und R. Hona, dem Sohne des R. Jehošua͑, und bei einer persischen Dattelpalme107Eine solche ist wertvoller u. muß besonders geschätzt werden.nach dem Exilarchen zu entscheiden.", "Elie͑zer der Kleine" ], [ "hatte schwarze Schuhe108Das Tragen solcher galt als Zeichen der Trauer.an und stand auf dem Marktplatze von Nehardea͑. Da trafen ihn die Leute des Exilarchen und sprachen zu ihm: Weshalb trägst du solche Schuhe? Er erwiderte ihnen: Ich trauere um Jerušalem. Jene entgegneten ihm: Bist du etwa so würdig, um Jerušalem zu trauern? Und da sie glaubten, er tue dies aus Überhebung, nahmen sie ihn mit und sperrten ihn ein.", "Da sprach er zu ihnen: Ich bin ein bedeutender Mann. Diese erwiderten ihm: Wie sollen wir dies feststellen? Er erwiderte ihnen: Entweder richtet ihr eine Rechtsfrage an mich, oder ich richte eine Rechtsfrage an euch. Da sprachen sie zu ihm: Frage du.", "Darauf fragte er sie: Was muß der bezahlen, der Dattelblüten abschneidet109Von einer fremden Dattelpalme.? Sie erwiderten ihm: Er muß den Wert der Dattelblüten bezahlen. – Aus diesen werden ja Datteln!? – So bezahle er den Wert von Datteln. Er entgegnete ihnen: Er hat ja von ihm keine Datteln genommen!?", "Da sprachen sie zu ihm: So sage du es uns. Er erwiderte ihnen: Sechzigfach. Sie sprachen zu ihm: Wer ist deiner Ansicht? Er erwiderte: Noch lebt Šemuél, und sein Gerichtshof besteht noch. Da schickten sie zu Šemuél hin, und er erwiderte ihnen: er hat recht: sechzigfach. Hierauf entließen sie ihn.", "R. ŠIMO͑N SAGT, HAT ES REIFE FRÜCHTE GEFRESSEN &C. Weshalb? – Wenn der Allbarmherzige sagt:110Ex. 22,4.und auf einem fremden Felde abweiden läßt, und daraus gefolgert wird, daß die Schätzung nach dem Werte des ganzen Feldes zu erfolgen habe, so bezieht sich dies nur auf solche [Früchte], die das Feld brauchen, solche aber, die das Feld nicht mehr brauchen, sind vollständig zu bezahlen.", "R. Hona b. Ḥija sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba: Rabh traf eine Entscheidung nach R. Meír und setzte eine Halakha fest nach R. Šimo͑n.", "Er traf eine Entscheidung nach R. Meír, denn es wird gelehrt: Wenn er einen111Einen Verkaufsschein auf ein Grundstück.geschrieben und sie112Seine Ehefrau, die wegen ihrer Morgengabe auf das Grundstück Anspruch hat.ihn nicht unterzeichnet hat, und darauf einen zweiten und sie ihn unterzeichnet hat, so hat sie ihre Morgengabe eingebüßt113Da sie mit ihrer Unterschrift auf ihren Anspruch verzichtet hat; sie kann nicht sagen, sie habe ihre Unterzeichnung nicht ernst genommen u. nur ihrem Ehemanne einen Gefallen erweisen wollen, denn wenn dem so wäre, würde sie es auch das 1. Mal getan haben.– so R. Meír; R. Jehuda sagt, sie könne sagen114Zu den Käufern.: ich wollte nur meinem Manne einen Gefallen erweisen, was habe ich mit euch zu tun!?", "Er setzte eine Halakha fest nach R. Šimo͑n, bei der folgenden Lehre: R. Šimo͑n sagt, hat es reife Früchte gefressen, so ist für reife Früchte zu bezahlen; wenn eine Seá, so ist eine Seá, und wenn zwei Seá, so sind zwei Seá [zu bezahlen].", "iiiWENN JEMAND UNBEFUGT IM FELDE SEINES NÄCHSTEN GESCHOBERT, UND DAS VIEH DES EIGENTÜMERS DES FELDES [DAS GETREIDE] GEFRESSEN HAT, SO IST ER ERSATZFREI; KOMMT ES DADURCH ZU SCHADEN, SO IST DER EIGENTÜMER DES SCHOBERS ERSATZPFLICHTIG; HAT ER DA MIT BEFUGNIS GESCHOBERT, SO IST DER EIGENTÜMER DES FELDES ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. Unser Autor wäre also nicht der Ansicht Rabbis, denn Rabbi sagt ja nur wenn der Hausherr die Bewachung übernommen115Sei er für die Schädigung seines Viehs ersatzpflichtig, selbst wenn er dem Geschädigten die Erlaubnis zur Benutzung seines Hofes erteilt hat. hat. R. Papa erwiderte: Hier wird vom Schoberwächter gesprochen; sobald dieser zu ihm gesagt hat, daß er hineingehe und da schobere, so ist es ebenso als würde er zu ihm gesagt haben: gehe hinein und schobere, ich werde es bewachen.", "iv,1WER DURCH EINEN TAUBEN, BLÖDEN ODER MINDERJÄHRIGEN EINEN BRAND STIFTET116Wenn er ihnen Feuer anvertraut u. diese einen Feuerschaden anrichten., IST BEIM MENSCHLICHEN GERICHTE FREI UND BEIM HIMMLISCHEN GERICHTE SCHULDIG; WENN ABER DURCH EINEN VOLLSINNIGEN, SO IST DER VOLLSINNIGE SCHULDIG.", "HAT EINER DAS FEUER UND EINER DAS HOLZ GEHOLT, SO IST DERJENIGE SCHULDIG, DER DAS HOLZ GEHOLT HAT; HAT EINER DAS HOLZ UND EINER DAS FEUER GEHOLT, SO IST DERJENIGE SCHULDIG, DER DAS FEUER GEHOLT HAT.", "KOMMT DARAUF EIN ANDERER UND FACHT [DAS FEUER] AN, SO IST DERJENIGE SCHULDIG, DER ES ANGEFACHT HAT. HAT DER WIND ES ANGEFACHT, SO SIND SIE ALLE FREI.", "GEMARA. Reš Laqiš sagte im Namen Ḥizqijas, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er ihm eine Kohle übergeben und dieser sie angefacht hat, wenn er ihm aber eine Flamme übergeben hat, so ist er schuldig, weil seine Handlung es verursacht hat.", "R. Joḥanan aber sagte, auch wenn er ihm eine Flamme übergeben hat, sei er frei, weil die Beteiligung des Tauben es veranlaßt hat; schuldig sei er nur dann, wenn er ihm Holz, Späne und Feuerzeug übergeben hat," ], [ "denn in diesem Falle hat entschieden seine Tätigkeit es verursacht.", "WENN ABER DURCH EINEN VOLLSINNIGEN, SO IST DER VOLLSINNIGE SCHULDIG &C. R. Naḥmen b. Jiçḥaq sagte: Wer ‘liba’117Das im Mišnatexte gebrauchte Wort für ‘anfachen’.liest, hat nicht unrecht, und wer ‘niba’117Das im Mišnatexte gebrauchte Wort für ‘anfachen’.liest, hat nicht unrecht.", "Wer ‘liba’ liest, hat nicht unrecht, denn es heißt:118Ex. 3,2.in einer Feuerflamme [labath]119Das W. ליבה ist also von der Wurzel להב flammen, glühen, brennen abzuleiten.; wer ‘niba’ liest, hat nicht unrecht, denn es heißt:120Jes. 57,19.er erschafft die Sprache [nibh]121Das W. ניבה wird von נבא reden, sprechen abgeleitet, wegen des knisternden Geräusches, wie auch der T. von summenden od. sprechenden Kohlen (גחלים לוחשות) spricht.der Lippen.", "HAT DER WIND ES ANGEFACHT, SO SIND SIE ALLE FREI. Die Rabbanan lehrten: Wenn er und der Wind es angefacht haben, so ist er, wenn sein Anfachen allein ausgereicht haben würde, schuldig, wenn aber nicht, frei. –", "Weshalb denn, sollte es doch hierbei ebenso sein, wie bei dem Falle, wenn jemand mit Hilfe des Windes worfelt122Am Šabbath; in einem solchen Falle ist er strafbar.!?", "Abajje erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er von der einen Seite und der Wind von einer anderen Seite es angefacht123Er hat also beim Anfachen des Windes nicht mitgewirkt.haben. Raba erklärte: Wenn er das Anfachen mit einem gewöhnlichen Winde begonnen und ein ungewöhnlicher Wind es vollendet124Er brauchte damit nicht zu rechnen.hat. R. Zera erklärte: Wenn er es nur angehaucht125Dies gilt überhaupt nicht als Anfachung.hat.", "R. Aši erklärte: Das Worfeln mit Hilfe des Windes gilt nur126Als selbständige Tätigkeit.beim Šabbathgesetze, weil die Tora die bezweckte Arbeit verboten hat, hierbei aber gilt dies nur als Veranlassung, und bei der Schädigung ist man wegen der Veranlassung frei.", "iv,2WENN JEMAND EINEN BRAND ANSTIFTET UND DIESER HOLZ, STEINE ODER ERDE VERZEHRT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG, DENN ES HEISST:127Ex. 22,5.wenn Feuer ausbricht und Dornen erfaßt, und eine Tenne oder Halmgetreide oder ein Feld verzehrt wird, so muß der, der den Brand angestiftet hat, bezahlen.", "GEMARA. Raba sagte: Weshalb schrieb es der Allbarmherzige von Dornen, Tenne und Halmgetreide?", "Dies ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von Dornen geschrieben haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe nur für Dornen ersatzpflichtig gemacht, weil sie dem Feuer ausgesetzt sind und man oft diesen gegenüber fahrlässig ist, nicht aber für eine Tenne, die nicht einem Feuer ausgesetzt ist und der gegenüber man nicht oft fahrlässig ist. Würde der Allbarmherzige es nur von einer Tenne geschrieben haben, so könnte man glauben, der Allbarmherzige habe nur für eine Tenne ersatzpflichtig gemacht, weil der Schaden groß ist, nicht aber für Dornen, bei denen der Schaden gering ist.", "Und von Halmgetreide spricht er deshalb: wie das Halmgetreide enthüllt ist, ebenso auch alles andere, was enthüllt ist128Vgl. S. 15 Anm. 103.. –", "Wozu wird Halmgetreide nach R. Jehuda genannt, nach dem man bei der Feuerschädigung auch für das Verborgene ersatzpflichtig ist!? – Um alles einzuschließen, was hoch steht129Selbst wenn es am Boden haftet (Bäume udgl.); aus dem W. Tenne könnte man schließen, nur Dinge, die vom Boden getrennt sind. Halmgetreide heißt im hebr. Texte Stehendes.. – Woher wissen die Rabbanan, alles, was hoch steht, einzuschließen!? – Sie entnehmen dies aus: oder Halmgetreide. –", "Und R. Jehuda!? – Das oder dient als Teilung130Damit man nicht auslege, man sei nur dann ersatzpflichtig, wenn alles, was in der Schrift genannt wird, verbrannt worden ist.. – Woher entnehmen die Rabbanan die Teilung? – Sie entnehmen dies aus: oder ein Feld. –", "Und R. Jehuda!? – Da es oder Halmgetreide heißt, so heißt es auch oder ein Feld. –", "Wozu wird das Feld genannt? – Dies schließt den Fall ein, wenn es einen Acker angesengt oder Steine angebrannt131Man ist ersatzpflichtig, auch wenn eine radikale Vernichtung ausgeschlossen ist. hat. – Sollte doch der Allbarmherzige nur das Feld und nicht jene genannt haben!? – Sie sind nötig; wenn der Allbarmherzige nur das Feld genannt hätte, so könnte man glauben, dies gelte nur von Erzeugnissen des Feldes, nicht aber von anderem, so lehrt er uns.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Ein Strafgericht kommt über die Welt nur dann, wenn Frevler in dieser vorhanden sind, jedoch fängt es mit den Gerechten an. Es heißt: wenn Feuer ausbricht und Dornen erfaßt, das Feuer bricht nur dann aus, wenn Dornen vorhanden sind; es fängt aber mit den Gerechten an, denn es heißt: und eine Tenne verzehrt wird. Es heißt nicht: und eine Tenne verzehrt, sondern: und eine Tenne verzehrt wird, die der Verzehrung schon anheimgefallen war.", "R. Joseph lehrte: Es heißt:132Ex. 12,22.Keiner von euch soll bis morgens früh zur Tür seiner Wohnung hinausgehen; sobald einmal dem Würgengel die Freiheit erteilt worden ist, unterscheidet er nicht zwischen Gerechten und Frevlern; und noch mehr, er fängt sogar mit den Gerechten an, denn es heißt:133Ez. 21,8.ich werde aus deiner Mitte Gerechte und Frevler hinwegtilgen.", "Hierüber weinte R. Joseph: auch das noch, sie gelten als nichts! Da sprach Abajje zu ihm: Das134Daß sie gleich zu Beginn des Strafgerichtes hingerafft werden, damit sie es nicht zuzusehen brauchen.ist eine Wohltat für sie, denn es heißt:135Jes. 57,1.vor der Schlechtigkeit136Bevor sie eintritt.wurde der Gerechte dahingerafft.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs:" ], [ "Stets kehre man bei Sonnenschein137Wörtl. bei dem, von dem es heißt, daß es gut sei; cf. Gen. 1,4. Dh. man reise nicht nachts, vielmehr trete man die Reise morgens an u. breche sie abends ab. ein und gehe bei Sonnenschein fort, denn es heißt: keiner von euch soll bis morgens früh zur Tür seiner Wohnung hinausgehen.", "Die Rabbanan lehrten: Ist eine Seuche in der Stadt, so halte deine Schritte zurück, denn es heißt: keiner von euch soll bis morgens früh zur Tür seiner Wohnung hinausgehen. Ferner heißt es:138Jes. 26,20.wohlan, mein Volk, geh in deine Kammern und schließe die Tür hinter dir zu. Ferner heißt es:139Dt. 32,25.draußen rafft das Schwert dahin und in den Gemächern der Schrecken. –", "Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, dies gelte nur nachts, nicht aber am Tage, so heißt es: wohlan, mein Volk, geh in deine Kammern und schließe die Tür hinter dir zu.", "Ferner könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn innen140In der Wohnung.kein Schrekken vorhanden ist, wenn aber auch innen ein Schrecken vorhanden ist, sei es besser in Gesellschaft von Menschen zu verbringen, so heißt es: draußen rafft das Schwert dahin und in den Gemächern der Schrecken, obgleich auch in den Gemächern Schrecken herrscht; denn draußen rafft das Schwert dahin.", "Raba verstopfte zur Zeit der Seuche die Fenster, denn es heißt:141Jer. 9,20.denn der Tod ist in unsere Fenster emporgestiegen.", "Die Rabbanan lehrten: Ist Hungersnot in der Stadt, so zerstreue deine Schritte142Dh. wandere aus., denn es heißt:143Gen. 12,10.und es kam Hungersnot ins Land, da zog Abram nach Miçrajim hinab und ließ sich da nieder. Ferner heißt es: 144iiReg. 7,4.wenn wir beschließen, in die Stadt zu gehen, so werden wir dort, da in dieser Hungersnot herrscht, sterben. –", "Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn da145In der Ortschaft, nach der man wegen der Hungersnot auswandern soll.keine Lebensgefahr zu befürchten ist, nicht aber, wenn da Lebensgefahr zu befürchten ist, so heißt es:144iiReg. 7,4.so laßt uns in das Lager Arams hinüberlaufen, lassen sie uns am Leben, so bleiben wir leben.", "Die Rabbanan lehrten: Ist eine Seuche in der Stadt, so gehe man nicht in der Mitte der Straße, weil der Todesengel in der Mitte der Straßen umhergeht, denn da ihm Freiheit gegeben ist, so geht er öffentlich; ist Friede in der Stadt, so gehe man nicht an den Seiten der Straße, denn da er keine Freiheit hat, so schleicht er im Verborgenen.", "Die Rabbanan lehrten: Ist eine Seuche in der Stadt, so gehe man nicht einzeln in ein Bethaus146Die Bethäuser befanden sich außerhalb der Stadt., weil der Todesengel da seine Geräte verwahrt. Dies jedoch nur dann, wenn daselbst keine Schulkinder die Schrift lesen und keine Zehn147Die zur Verrichtung öffentlichen Gebetes erforderlich sind.das Gebet verrichten.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Hunde wimmern, so ist der Todesengel in der Stadt eingetroffen; wenn Hunde lustig sind, so ist Elijahu in der Stadt eingetroffen. Dies jedoch nur dann, wenn sich keine Hündin unter ihnen befindet.", "R. Ami und R. Asi saßen vor R. Jiçḥaq dem Schmied; einer bat ihn, Halakha vorzutragen, und einer bat ihn, Agada vorzutragen. Wollte er eine Agada beginnen, so ließ es der eine nicht, wollte er eine Halakha beginnen, so ließ es der andere nicht.", "Da sprach er zu ihnen: Ich will euch ein Gleichnis sagen. Dies ist zu vergleichen mit einem Manne, der zwei Frauen hat, eine junge und eine alte; die junge rupft ihm die weißen Haare aus und die alte rupft ihm die schwarzen Haare aus, sodaß er endlich kahl an der einen Seite und kahl an der anderen Seite ist.", "Hierauf sprach er zu ihnen: Ich will euch etwas vortragen, was euch beiden gefallen wird. Wenn ein Feuer ausbricht und Dornen erfaßt, ausbricht, von selbst; so muß der, der das Feuer angestiftet hat, bezahlen; der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich habe in Çijon ein Feuer angezündet, wie es heißt:148Thr. 4,11.er zündete ein Feuer in Çijon an, das ihre Grundfesten verzehrte,", "und ich werde es dereinst mit Feuer wieder aufbauen, wie es heißt:149Zach. 2,9.und ich werde ihm, Spruch des Herrn, ringsum als feurige Mauer dienen und mich herrlich in ihm erzeigen. So soll der, der das Feuer angestiftet hat, bezahlen, der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich habe zu bezahlen für das Feuer, das ich angestiftet habe.", "Eine Halakha: die Schrift beginnt mit der Schädigung durch sein Vermögen und schließt mit der persönlichen150Zuerst wird von der Schädigung durch das Feuer gesprochen, auch wenn es von selbst entsteht, nachher aber wird vom Eigentümer als Brandstifter gesprochen.Schädigung, um dir zu sagen, daß die Feuerschädigung als Pfeil151Vgl. S. 72 Anm. 120.gelte.", "152iiSam. 23,15,16.Da verspürte David Lust und sprach: Wer schafft mir Wasser zum Trinken aus dem Brunnen, der sich in Beth Leḥem am Tore befindet. Da brachen die drei H<textmissing></textmissing>lden in das Lager der Philister ein und schöpften Wasser aus dem Brunnen, der sich in Beth Leḥem am Tore befindet.", "Was fragte er sie153Diese ganze Stelle wird vom T. bildlich aufgefaßt; unter שער Tor, Pforte, wird die Gerichtsstätte verstanden (Forum) u. der T. nimmt an, daß David an das hohe Gericht eine Rechtsfrage richtete.? Raba erwiderte im Namen R. Naḥmans: Er befragte sie hinsichtlich des Verborgenen bei der Feuerschädigung154Seine Leute sollen beim Kriege gegen die Philister eine jüdische Tenne, in welcher sich Wertgegenstände befanden, in Brand gesteckt haben., ob nach R. Jehuda oder nach den Rabbanan zu entscheiden sei, und sie entschieden es155Wörtl. sie entschieden, was sie entschieden; dh. die Entscheidung ist nicht bekannt.ihm.", "R. Hona erklärte: Die Philister hatten sich in Jisraéliten gehörenden Tennen versteckt, und er fragte sie, ob man sich durch das Vermögen seines Nächsten retten156Die Tennen in Brand stecken.dürfe.", "Sie ließen ihm erwidern: Es ist verboten, sich durch das Vermögen seines Nächsten zu retten, du aber bist König, und kannst dir einen Weg brechen, ohne daß dich jemand daran hindern darf.", "Die Rabbanan, nach anderen Rabba b. Mari, erklärten wie folgt: Da waren Jisraéliten gehörende Gerstentennen und Philistern gehörende Linsentennen, und er fragte sie, ob man die Gerstentennen der Jisraéliten nehmen dürfe, um davon dem Vieh vorzuwerfen, und mit den Linsentennen der Philister bezahlen.", "Sie ließen ihm erwidern:157Ez. 33,15.Der Frevler gibt das Pfand zurück, er erstattet das Geraubte, obgleich er das Geraubte erstattet, ist er dennoch ein Frevler; du aber bist König, und kannst dir einen Weg brechen, ohne daß dich jemand daran hindern darf. –", "Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, er wollte tauschen, daß der eine Schriftvers lautet:158iiSam. 23,11.dort war ein Stück Feld voll Linsen, und ein anderer Schriftvers lautet:159iChr. 11,13.da war ein Stück Feld voll Gerste;", "wie sind aber diese zwei Schriftverse zu erklären nach demjenigen, welcher sagt, er wollte sie verbrennen!? – Er kann dir erwidern: die Philister hatten sich auch in Jisraéliten gehörenden Linsentennen versteckt.", "– Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, er wollte sie verbrennen, daß es heißt:160iiSam. 23,12.da stellte er sich mitten aufs Feld und rettete161Er unterließ dies, nachdem er erfahren hatte, daß es verboten sei, sich durch fremdes Vermögen zu retten.es, welche Rettung aber ist hier zu verstehen nach demjenigen, welcher sagt, er wollte tauschen!? –", "Er ließ nicht tauschen. –", "Erklärlich sind diese zwei Schriftverse162Vom Linsen- bezw. Gerstenfelde.nach diesen beiden Erklärungen," ], [ "worauf aber deuten sie nach demjenigen, welcher erklärt, er habe sie hinsichtlich des Verborgenen bei der Feuerschädigung befragt!? – Er kann dir erwidern: er befragte sie hinsichtlich des Verborgenen und noch einer dieser Fragen. –", "Einleuchtend ist nach diesen beiden Erklärungen der Schriftvers:163iiSam. 23,16.David aber wollte es nicht trinken, denn er sagte: da daran ein Verbot164Da es für jeden anderen verboten ist.haftet, so will ich es nicht; nach demjenigen aber, welcher erklärt, er befragte sie hinsichtlich des Verborgenen bei der Feuerschädigung, handelte es sich ja nur um eine Belehrung, was heißt nun: David wollte es nicht trinken!? –", "Daß man sie nicht in ihrem Namen sage. Er sprach: Aus dem Lehrhause Šemuéls aus Rama ist es mir also überliefert: wer sich für Worte der Tora dem Tode preisgibt, in dessen Namen sage man keine Halakha. –", "163iiSam. 23,16.Und er goß es aus vor dem Herrn. Erklärlich ist dies nach den beiden Erklärungen, denn er tat dies um des Himmels willen, was aber heißt: und er goß es aus vor dem Herrn, nach demjenigen, welcher erklärt: er befragte sie hinsichtlich des Verborgenen bei der Feuerschädigung!? – Er sagte es im Namen der Lehre165Dh. nicht in ihrem Namen..", "iv,3IST [DAS FEUER] ÜBER EINE VIER ELLEN166Vom Herde des Feuers.HOHE WAND GESTIEGEN ODER ÜBER EINEN ÖFFENTLICHEN WEG ODER ÜBER EINEN STROM, SO IST [DER EIGENTÜMER] ERSATZFREI.", "GEMARA. Es wird ja aber gelehrt, wenn es über eine vier Ellen hohe Wand gestiegen ist, sei er ersatzpflichtig!?", "R. Papa erwiderte: Unser Autor zählt von oben nach unten: bei sechs Ellen167Sc. einer Entfernung von.ist er ersatzfrei, bei fünf Ellen ist er ersatzfrei, bis vier Ellen ist er ersatzfrei; der Autor der Barajtha aber zählt von unten nach oben: bei zwei Ellen ist er ersatzpflichtig, bei drei Ellen ist er ersatzpflichtig, bis vier Ellen ist er ersatzpflichtig168Nach unserer Mišna inklusive, nach der Barajtha exklusive..", "Raba sagte: Das, was sie gesagt haben, bei vier Ellen168Wenn das Feuer durch eine 4 Ellen hohe Wand getrennt war.sei er frei, gilt auch von einem Felde voll Dornen169Wo das Feuer genügend Nahrung findet.. R. Papa sagte: Wenn es von der Spitze der Dornen bis nach oben vier Ellen sind.", "Rabh sagte, dies gelte nur von dem Falle, wenn [die Flamme] nach oben170Nach unserem Texte v. קלח sich ergießen, strömen, sprudeln; manche Texte haben בקדחת v. קדח brennen.lodert, wenn aber nach der Seite171Eigentl. wenn es sich beugt, neigt., so ist er ersatzpflichtig, selbst wenn es hundert Ellen172Dies scheint sich auf den Fall zu beziehen, wenn das Feuer durch einen breiten Weg od. Strom getrennt ist; eine Handschrift hat sogar מיל, das auf eine Wand durchaus nicht anwendbar ist.sind. Šemuél aber sagte, unsere Mišna spreche nur von dem Falle, wenn es sich nach der Seite neigt, wenn es aber nach oben lodert, so ist er ersatzfrei, auch bei der kleinsten [Entfernung].", "Übereinstimmend mit Rabh wird gelehrt: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es nach oben lodert, wenn es sich aber nach der Seite neigt und Holz sich da befindet, so ist er ersatzpflichtig, selbst wenn es hundert Mil sind; ist es über einen acht Ellen breiten Strom oder Teich gelangt, so ist er ersatzfrei.", "ÖFFENTLICHEN WEG. Wer lehrte dies? Raba erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, sechzehn Ellen, die Weite eines öffentlichen Weges.", "ODER EINEN STROM. Rabh erklärte, einen wirklichen Strom; Šemuél erklärte, einen Bewässerungsteich.", "Nach demjenigen, der einen wirklichen Strom sagt, selbst wenn da kein Wasser vorhanden ist, und nach demjenigen, der einen Bewässerungsteich sagt, nur dann, wenn da Wasser vorhanden ist, nicht aber, wenn da kein Wasser vorhanden ist.", "Dort haben wir gelernt: Folgende Dinge bilden eine Teilung173Jeder Teil erfordert den Eckenlaß besonders.beim Eckenlasse: der Fluß, der Strom, der Privatweg und der öffentliche Weg.", "Was heißt Strom174Die Frage betrifft die Etymologie des Wortes.? R. Jehuda erklärte im Namen Šemuéls: Eine Stelle, da sich das Regenwasser ansammelt. R. Bebaj erklärte im Namen R. Joḥanans: Ein Wasserstrom, der nach beiden Ufern Berieselungen175Eigentlich Beute, Raub. verteilt.", "Nach demjenigen, welcher erklärt: eine Stelle, da sich das Regenwasser ansammelt, gilt dies um so mehr von einem Wasserstrome, nach demjenigen aber, welcher erklärt: ein Wasserstrom, gilt eine Stelle, da sich das Regenwasser ansammelt, nicht als Trennung," ], [ "denn diese heißen nur Erdvertiefungen.", "iv,4WIE WEIT DARF DIE FLAMME REICHEN, WENN JEMAND EIN FEUER AUE SEINEM EIGENEN GEBIETE ANZÜNDET? R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGT, MAN BETRACHTE ES, ALS BEFÄNDE ES SICH IN DER MITTE EINER KORFLÄCHE176Es darf die Hälfte einer solchen Fläche nicht überschreiten.; R. ELIE͑ZER SAGT, SECHZEHN ELLEN, DIE WEITE EINES ÖFFENTLICHEN WEGES; R. A͑QIBA SAGT, FÜNFZIG ELLEN. R. ŠIMO͑N SAGT:177Ex. 22,5.So soll der, der das Feuer angestiftet hat, bezahlen, ALLES [NACH DER BESCHAFFENHEIT] DES FEUERS.", "GEMARA. Gibt es denn nach R. Šimo͑n bei der Feuerschädigung keine festgesetzte [Entfernung]178Dies wäre zu verstehen, daß man nach RŠ. auf jeden Fall ersatzpflichtig sei.,", "wir haben ja gelernt: Man darf einen Backofen nur dann in einem Hause aufstellen, wenn darüber vier Ellen [freier Raum] vorhanden ist; in einem Obergemache nur dann, wenn unten ein Estrich von drei Handbreiten vorhanden ist; für einen Kochherd genügt eine Handbreite. Richtet er Schaden an, so hat er den Schaden zu bezahlen179Obgleich diese Vorschriften beobachtet worden sind..", "R. Šimo͑n sagt, diese Maße seien nur deshalb festgesetzt worden, damit man ersatzfrei sei, wenn man Schaden anrichtet!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Alles nach dem Umfange des Feuers180Je größer das Feuer ist, um so größer muß die Entfernung sein; bei Einhaltung derselben ist man ersatzfrei..", "R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n. Ebenso sagte auch R. Naḥman im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n.", "vWENN JAMEND EINE TENNE IN BRAND STECKT UND GERÄTE SICH IN DIESER BEFINDEN UND VERBRANNT WERDEN, SO HAT ER, WIE R. JEHUDA SAGT, ALLES ZU BEZAHLEN, WAS DARIN WAR; DIE WEISEN SAGEN, ER HABE NUR EINE TENNE WEIZEN ODER GERSTE ZU BEZAHLEN.", "WENN DANEBEN EIN GEBUNDENES BÖCKCHEN UND EIN SKLAVE SICH BEFINDEN UND MIT DIESER VERBRANNT WERDEN, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG; WENN ABER DANEBEN EIN GE BUNDENER SKLAVE UND EIN BÖCKCHEN SICH BEFINDEN UND MIT DIESER VERBRANNT WERDEN, SO IST ER ERSATZFREI181Weil man der strengeren Strafe, der Todesstrafe wegen der Tötung des Sklaven, verfällt..", "DIE WEISEN PFLICHTEN JEDOCH R. JEHUDA BEI, DASS, WENN JEMAND EIN WOHNHAUS182Eigentl. Burg, Kastell, Palast, auch Häuserkomplex.IN BRAND STECKT, ER ALLES, WAS DARIN WAR, BEZAHLEN MÜSSE, DENN ES IST DIE GEPFLOGENHEIT DER LEUTE, SOLCHES IN DEN HÄUSERN NIEDERZULEGEN.", "GEMARA. R. Kahana sagte: Sie streiten nur über den Fall, wenn jemand Feuer in seinem Gebiete anlegt und es fortschreitet und etwas auf fremdem Gebiete verzehrt, nach R. Jehuda ist man bei der Feuerschädigung für das Verborgene ersatzpflichtig und nach den Rabbanan ersatzfrei; wenn aber jemand in fremdem Gebiete Feuer anlegt, so muß er nach aller Ansicht alles, was darin war, bezahlen.", "Raba sprach zu ihm: Wozu lehrt er demnach im Schlußsatze, daß, wenn jemand ein Wohnhaus in Brand gesteckt, die Weisen R. Jehuda beipflichten, daß alles, was sich in diesem befunden hat, zu bezahlen sei, weil es die Gepflogenheit der Leute ist, solches in den Wohnungen niederzulegen, sollte er doch hinsichtlich des ersten Falles selbst einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn man das Feuer in eigenem Gebiete anlegt und es fortschreitet und etwas auf fremdem Gebiete verzehrt, wenn man es aber auf fremdem Gebiete anlegt, sind alle der Ansicht, daß alles, was darin war, zu bezahlen sei!?", "Vielmehr, erklärte Raba, streiten sie über beides. Sie streiten über den Fall, wenn man das Feuer in eigenem Gebiete anlegt und es fortschreitet und etwas auf fremdem Gebiete verzehrt; nach R. Jehuda ist man bei der Feuerschädigung für das Verborgene ersatzpflichtig und nach den Rabbanan ist man nicht ersatzpflichtig. Ferner streiten sie über den Fall, wenn man das Feuer in einem fremden Gebiete anlegt; nach R. Jehuda muß man alles bezahlen, was sich darin befunden hat, selbst einen Geldbeutel, während die Rabbanan der Ansicht sind, man sei ersatzpflichtig nur für Geräte, die man in einer Tenne aufzubewahren pflegt, beispielsweise Dreschwalzen und Rindergeschirr, nicht aber für Geräte, die man in einer Tenne nicht aufzubewahren pflegt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand eine Tenne in Brand steckt und in dieser Geräte sich befinden und verbrannt werden, so ist, wie R. Jehuda sagt, alles zu bezahlen, was sich darin befunden hat; die Weisen sagen, es sei nur eine Tenne voll Weizen oder eine Tenne voll Gerste zu bezahlen, und zwar betrachte man den Raum, in dem die Geräte sich befunden haben, als wäre er mit Getreide gefüllt." ], [ "Dies gilt nur von dem Falle, wenn er das Feuer auf eigenem Gebiete anlegt und es fortschreitet und etwas auf fremdem Gebiete verbrennt, wenn er es aber auf fremdem Gebiete anlegt, so ist, wie alle übereinstimmen, alles zu bezahlen, was darin war.", "Auch pflichtet R. Jehuda den Weisen bei, daß, wenn jemand seinem Nächsten einen Platz zur Errichtung einer Tenne geborgt, und dieser da eine Tenne errichtet und darin [Wertgegenstände] aufbewahrt hat, er183Wenn sie durch sein Verschulden verbrannt wurde.nur den Wert einer Tenne zu bezahlen habe, und wenn um eine Weizentenne zu errichten, und dieser da eine Gerstentenne errichtet hat, oder um eine Gerstentenne zu errichten, und dieser da eine Weizentenne errichtet hat, oder eine Weizentenne und sie mit Gerste überdeckt hat, oder eine Gerstentenne und sie mit Weizen überdeckt hat, er nur den Wert von Gerste zu bezahlen habe.", "Rabba sagte: Wenn jemand einer Frau einen Golddenar gibt und zu ihr spricht: Sei damit behutsam, er ist aus Silber, so hat sie, wenn sie ihn beschädigt, einen Golddenar zu ersetzen, weil er zu ihr sagen kann: wie kommst du dazu, ihn zu beschädigen; wenn sie aber daran eine Fahrlässigkeit begangen hat184Und er abhanden gekommen ist., so hat sie nur einen Silberdenar zu ersetzen, weil sie sagen kann, sie habe nur die Bewachung von Silber übernommen, nicht aber die Bewachung von Gold.", "R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Ihr lehrt dies im Namen Rabas, wir entnehmen es aus folgender Lehre: oder eine Weizentenne und sie mit Gerste überdeckt hat, oder eine Gerstentenne und sie mit Weizen überdeckt hat, so hat er nur den Wert von Gerste zu bezahlen. Hieraus also, daß er zu ihm sagen könne, er habe nur die Bewachung von Gerste übernommen, ebenso kann auch sie zu ihm sagen, sie habe nicht die Bewachung von Gold übernommen.", "Rabh sagte: Ich hörte etwas inbetreff der Lehre R. Jehudas, weiß aber nicht, was es ist. Šemuél sprach zu ihm: Wieso weiß Abba185Eigentlicher Name Rabhs.nicht, was er diesbezüglich gehört hat? Daß man nach R. Jehuda bei der Feuerschädigung für das Verborgene ersatzpflichtig ist, ist eine Bestimmung, die sie hierbei getroffen haben, wie beim Beraubten186Der Beraubte hat einen Eid zu leisten u. erhält Ersatz (cf. Seb. Fol. 44b). ebenso hat auch der durch Brand Geschädigte einen Eid zu leisten u. erhält Ersatz..", "Amemar fragte: Haben sie auch beim Angeber187Der einen durch Denunziation bei einer Regierungsbehörde schädigt.eine ebensolche Bestimmung getroffen wie beim Beraubten oder nicht? Nach demjenigen, welcher sagt, die Verursachung188Zu einer Vermögensschädigung; wörtl. man richte in Veranlassungssachen.gelte nicht als wirkliche Schädigung, ist dies überhaupt nicht fraglich, denn das Angeben gilt ebenfalls nicht als solche,", "fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, die Verursachung gelte als wirkliche Schädigung; haben sie beim Angeber dieselbe Bestimmung getroffen wie beim Beraubten, daß er nämlich schwöre189Über die Höhe des Schadens.und [Ersatz] erhalte, oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.", "Einst stieß jemand einen Geldkasten seines Nächsten mit dem Fuße und warf ihn ins Meer; darauf kam der Eigentümer und sagte: so und so viel hatte ich darin. R. Aši saß und dachte darüber nach, wie in einem solchen Falle zu entscheiden sei.", "Da sprach Rabina zu R. Aḥa, dem Sohne Rabas, wie manche sagen, R. Aḥa, der Sohn Rabas, zu R. Aši: Dies ist ja aus unserer Mišna zu entnehmen, denn wir haben gelernt: Die Weisen pflichten R. Jehuda bei, daß, wenn jemand ein Wohnhaus in Brand steckt, er alles, was darin war, bezahlen müsse, denn es ist die Gepflogenheit der Leute, solches in den Häusern niederzulegen190Ebenso pflegt man Geld in einem Geldkasten aufzubewahren..", "Dieser erwiderte ihm: Wenn er Geld verlangt hätte, wäre dem auch so, wie ist es aber in dem Falle, wenn er Perlen verlangt; pflegt man Perlen in einem Geldkasten aufzubewahren oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Jemar fragte R. Aši: Wie ist es, wenn er behauptet, er habe einen silbernen Becher in seiner Wohnung gehabt? Dieser erwiderte: Wir sehen dann, ist es ein reicher Mann, der einen silbernen Becher besitzen kann, oder ein glaubwürdiger Mann, dem andere einen solchen in Verwahrung gegeben haben können, so schwöre er und erhalte [Ersatz], wenn aber nicht, so ist er nicht glaubhaft.", "R. Ada, Sohn des R. Ivja, fragte R. Aši: Was ist der Unterschied zwischen einem Räuber und einem Gewalttäter191Im talmudischen Schrifttume.? Dieser erwiderte: Ein Gewalttäter bezahlt den Ersatz192Für die wider Willen abgenommene Sache., ein Räuber bezahlt den Ersatz nicht.", "Jener entgegnete: Wieso nennst du ihn, wenn er den Ersatz bezahlt, einen Gewalttäter, R. Hona sagte ja: wenn man ihn hängt193Wenn man jemand zum Verkaufe einer Sache zwingt.und er verkauft, sei der Verkauf gültig!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er sagt, er sei einverstanden, das andere, wenn er nicht sagt, er sei einverstanden." ], [ "vi WENN EIN FUNKE UNTER DEM HAMMER HERVORKOMMT UND SCHADEN ANTT RICHTET, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "WENN EIN MIT FLACHS BELADENES KAMEL DURCH ÖFFENTLICHES GEBIET GEHT UND DER FLACHS IN EINEN LADEN HINEINRAGT UND SICH AN DER LEUCHTE DES LADENBESITZERS ENTZÜNDET UND DAS GANZE GEBÄUDE IN BRAND STECKT, SO IST DER EIGENTÜMER DES KAMELS ERSATZPFLICHTIG; HATTE ABER DER LADENBESITZER SEINE LEUCHTE DRAUSSEN HINGESTELLT, SO IST DER LADENBESITZER ERSATZPFLICHTIG. R. JEHUDA SAGT, WENN ES EINEANUKALEUCHTE193Vgl. S. 73 Anm. 124.IST, SO IST ER ERSATZFREI.", "GEMARA. Rabina sagte im Namen Rabas: Aus der Lehre R. Jehudas ist zu entnehmen, daß es Gebot sei, die Ḥanukaleuchte innerhalb zehn [Handbreiten]194Vom Fußboden.hinzustellen, denn wenn man sagen wollte, oberhalb von zehn Handbreiten, wieso sagt R. Jehuda, er sei frei, wenn es eine Ḥanukaleuchte ist, jener kann ja zu ihm sagen: du solltest sie oberhalb des Kamels und seines Reiters hinstellen!? Hieraus ist also zu entnehmen, daß es Gebot sei, sie innerhalb zehn [Handbreiten] hinzustellen. –", "Ich will dir sagen, nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, kann man sie auch oberhalb zehn [Handbreiten] hinstellen, wenn du aber einwendest, er sollte sie oberhalb des Kamels und seines Reiters hinstellen, [so ist zu erwidern:] da er sich mit einer gottgefälligen Handlung befaßt, so haben ihn die Rabbanan nicht weiter belästigt195Beim Hinstellen derselben besondere Beobachtungen zu treffen..", "R. Kahana sagte: R. Nathan b. Minjomi trug im Namen R. Tanḥums vor, wenn man eine Ḥanukaleuchte oberhalb zwanzig Ellen hingestellt hat, sei dies ungültig, ebenso wie bei einer Festhütte196Cf. Suk. Fol. 2a.oder einem Durchgange197Zur Errichtung eines gemeinsamen Gebietes hinsichtlich des Šabbathgesetzes; cf. Er. Fol. 2a; beide dürfen die Höhe von 20 Ellen nicht übersteigen..", "", "i MEHR ANWENDUNG FINDET DIE ZAHLUNG DES DOPPELTEN1Wegen eines Diebstahls; cf. Ex. 237 u. 22,8. ALS DIE ZAHLUNG DES VIER- ODER FÜNFFACHEN1Wegen eines Diebstahls; cf. Ex. 237 u. 22,8., DENN DIE ZAHLUNG DES DOPPELTEN HAT GELTUNG SOWOHL BEI DINGEN, DIE EINEN LEBENSGEIST HABEN, ALS AUCH BEI DINGEN, DIE KEINEN LEBENSGEIST HABEN, WÄHREND DIE ZAHLUNG DES VIER- ODER FÜNFFACHEN NUR BEI OCHS UND SCHAF GELTUNG HAT, DENN ES HEISST: 2Ex. 21,37.wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder verkauft &c.", "WER VOM DIEBE STIEHLT3Die gestohlene Sache., ZAHLT NICHT DAS DOPPELTE, UND WER DAS VOM DIEBE GESTOHLENES SCHLACHTET ODER VERKAUFT, ZAHLT NICHT DAS VIER- ODER FÜNFFACHE.", "GEMARA. Er lehrte aber nicht, die Zahlung des Doppelten habe Geltung sowohl bei einem Diebe als auch bei einem, der den Einwand des Diebstahls macht4Von einer ihm zur Aufbewahrung anvertrauten Sache, die er selber unterschlagen hat., während die Zahlung des Vier- und des Fünffachen nur bei einem Diebe Geltung hat,", "somit wäre dies eine Stütze für R. Ḥija b. Abba, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, müsse das Doppelte, und wenn er es geschlachtet oder verkauft hat, das Vier- oder Fünffache zahlen.", "Manche lesen: Ist dies eine Stütze für R. Ḥija b. Abba, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, müsse das Doppelte, und wenn er es geschlachtet oder verkauft hat, das Vier- oder Fünffache bezahlen? –", "Heißt es etwa: es gibt keinen anderen Unterschied als? Es heißt vielmehr: mehr Anwendung findet; manches lehrt er und manches läßt er fort", "DIE ZAHLUNG DES DOPPELTEN HAT GELTUNG &C. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten : 5Ex. 22,8.Bei jedem Eigentumsvergehen, generell, ein Ochs, ein Esel, ein Schaf oder ein Gewand, speziell, und alles, was abhanden kommt, wiederum generell,", "dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei du dich nach dem Speziellen zu richten hast, wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und selbst Geld ist;", "ausgenommen sind Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen, ausgenommen sind Schuldscheine, die, obgleich beweglich, nicht selbst Geld sind, und ausgenommen ist Heiliges, denn es heißt: seinem Nächsten. –", "Vielleicht aber: wie das Speziellgenannte eine Sache ist, von der das Aas durch Berühren und Tragen [levitisch] verunreinigend ist, ebenso auch alles andere, von dem das Aas durch Berühren und Tragen verunreinigend ist, Geflügel aber nicht!? –", "Wieso kannst du dies sagen, es heißt ja: Gewand!? – Wir sprechen von den lebenden Dingen; vielleicht gilt dies bei lebenden Dingen nur von solchen, von denen das Aas durch Berühren und Tragen verunreinigend ist. nicht aber von solchen, von denen das Aas durch Berühren und Tragen nicht verunreinigend ist," ], [ "denn wir legen ja jede Spezialisierung besonders aus; dies gilt demnach nicht vom Geflügel!? –", "Wenn dem so wäre, so sollte der Allbarmherzige nur eines speziell genannt haben. –", "Welches sollte der Allbarmherzige genannt haben: wenn nur den Ochsen, so könnte man glauben, nur das, was auf dem Altar dargebracht wird, nicht aber das, was auf dem Altar nicht dargebracht wird, und wenn nur den Esel, so könnte man glauben, nur das, was als Erstgeborenes heilig ist, nicht aber das, was als Erstgeborenes nicht heilig ist. –", "Ich will dir sagen, sollte doch der Allbarmherzige nur Esel und Ochs genannt haben, wozu heißt es Schaf? Doch wohl um auch Geflügel einzuschließen. –", "Vielleicht ist nur das reine Geflügel einbegriffen, das einem Schafe gleicht, indem es ebenfalls beim Herabschlucken6Beim Herabschlucken von Aas reiner Tiere wird die Unreinheit auch auf die Kleider übertragen. die Kleider [levitisch] verunreinigt, nicht aber das unreine Geflügel, bei dem das Gesetz von der Verunreinigung7Als Aas; diese sind vielmehr an sich als unreine Tiere verboten, u. auf das Verbotene kann ein weiteres Verbot nicht übertragen werden; cf. Hul. Fol. 100b. keine Geltung hat und das beim Herabschlucken die Kleider nicht verunreinigt!? – [Das Wort] alles ist einschließend8Der Einschluß erstreckt sich auch auf unreines Geflügel.. –", "Ist denn [das Wort] alles überall einschließend, auch beim Zehnten heißt es ja alles, und dennoch wird da [die Regel von der] Generalisierung und der Spezialisierung angewendet!?", "Es wird nämlich gelehrt: 9Dt. 14,26.Und gib das Geld hin für alles, was da begehrst, generell, Rinder, Schafe, Wein und Rauschtrank, speziell, und alles, wonach du Verlangen hast, wiederum generell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen; wie. das Speziellgenannte eine Frucht aus Frucht10Vgl. S. 189 Anm. 173.ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht, ebenso alles andere, was eine Frucht aus Frucht ist und seine Nahrung aus dem Boden zieht. –", "Ich will dir sagen, für alles ist für den angezogenen Schluß zu verwenden, alles ist einschließend. Wenn du aber willst, sage ich: alles ist ebenfalls für den angezogenen Schluß zu verwenden, hierbei aber ist es einschließend.", "Merke, eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung ist ja schon vorhanden, denn es heißt :11Ex. 22,6.wenn jemand seinem Nächsten gibt, generell, Geld oder Geräte, speziell, zur Verwahrung, wiederum generell;", "wenn man nun sagen wollte, [die Worte] bei jedem Eigentumsvergehen seien ebenfalls für eine Generalisierung und Spezialisierung zu verwenden, so sollte doch der Allbarmherzige diese Spezialisierung bei jener Generalisierung und Spezialisierung geschrieben haben, wozu stehen [die Worte] bei jedem Eigentumsvergehen [besonders]? Doch wohl zur Einschließung. –", "Wozu sind nun, wo du ausgeführt hast, das alles sei einschließend, all diese Spezialisierungen nötig!? – Die eine schließt Grundstücke aus, die eine schließt Sklaven aus, die eine schließt Schuldscheine aus, Gewand schließt ungezeichnete Dinge12Wenn der Eigentümer an der Sache keine besonderen Kennzeichen hat; in diesem Falle wird das Doppelte nicht gezahlt.aus, und [die Worte:] alles, was abhanden kommt, sind wegen der Lehre des R. Ḥija b. Abba nötig, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans," ], [ "wer hinsichtlich eines Fundes den Einwand des Diebstahls13Vgl. S. 198 Anm. 53.macht, müsse das Doppelte zahlen, denn es heißt:14Ex. 22,6.alles, was abhanden kommt, von dem er spricht.", "Dort haben wir gelernt: [Sagte jener zu ihm:15Der Depositor zum Depositar.] Wo ist mein Depositum, und erwiderte dieser: es ist abhanden gekommen, und als jener zu ihm sagte: ich beschwöre dich, er ‘Amen’16Wenn jemand auf einen Schwur Amen sagt, so ist es ebenso, als hätte er selber den Eid geschworen.sagte, und Zeugen bekunden, daß er es verzehrt hat, so hat er nur den Stammbetrag zu bezahlen; gesteht er es von selber ein, so muß er den Stammbetrag und das Fünftel17Das wegen jeder Veruntreuung an den Eigentümer gezahlt werden muß; cf. Lev. 5,24.bezahlen und ein Schuldopfer darbringen.", "[Sagte jener zu ihm:] wo ist mein Depositum, und erwiderte dieser: es ist gestohlen worden, und als jener zu ihm sagte: ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, und Zeugen bekunden, daß er selber es gestohlen hat, so muß er das Doppelte18Wenn er fälschlich den Einwand des Diebstahls macht, gilt er selbst als Dieb, obgleich die Sache nicht widerrechtlich in seinen Besitz gekommen ist.zahlen; gesteht er es von selber ein, so muß er den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen und ein Schuldopfer darbringen.", "Hier wird also gelehrt, er müsse das Doppelte nur dann zahlen, wenn er den Einwand des Diebstahls macht, nicht aber, wenn er den Einwand des Abhandenkommens macht; und selbst wenn er den Einwand des Diebstahls macht, zahle er das Doppelte nur dann, wenn er einen Eid geleistet hat, nicht aber, wenn er keinen Eid geleistet hat.", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:19Ex. 22,6.Wenn der Dieb gefunden wird, die Schrift20Die an dieser Stelle lehrt, daß derjenige, bei dem das Depositum gefunden wird, das Doppelte zu zahlen habe.spricht von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht.", "Du sagst von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem wirklichen Diebe21Nur ein solcher hat das Doppelte zu zahlen, nicht aber ein Depositar, der fälschlich den Einwand des Diebstahls macht.?", "Wenn es weiter heißt: wenn der Dieb nicht gefunden wird, so ist zu entnehmen, daß sie von [einem Depositar] spricht, der den Einwand des Diebstahls22Weiter wird erklärt, daß dieser Schriftvers von einem solchen spricht.macht. Ein Anderes lehrt: Wenn der Dieb gefunden wird, die Schrift spricht von einem wirklichen Diebe. Du sagst, von einem wirklichen Diebe, vielleicht ist dem nicht so, sondern von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls erhebt? Wenn es weiter heißt: wenn der Dieb nicht gefunden wird, so ist ja schon von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, gesprochen, somit ist [der Schriftvers:] wenn der Dieb gefunden wird, auf einen wirklichen Dieb zu beziehen.", "Alle stimmen überein, daß [der Schriftvers:] wenn der Dieb nicht gefunden wird, von [einem Depositar] spricht, der den Einwand des Diebstahls macht, woraus geht dies hervor? Raba erwiderte: Wenn nicht gefunden wird, nämlich wie er behauptet, sondern daß er selbst es gestohlen hat, so soll er das Doppelte zahlen. –", "Woher, daß nur dann, wenn er geschworen hat? –", "Es wird gelehrt:23Ex. 22,7.So soll der Eigentümer vor die Richter treten, zum Schwören. Du sagst, zum Schwören, vielleicht ist dem nicht so, sondern zur Verhandlung24Zur Verurteilung, auch ohne Schwur.? Unten25Beim Lohnhüter, Ex. 22,10. wird von der Vergreifung26Am fremden Eigentume.gesprochen und oben27Beim unentgeltlichen Hüter, Ex. 22,7.wird von der Vergreifung gesprochen, wie dort28Beim Lohnhüter, von dem es ausdrücklich heißt, daß er vor die Richter trete u. schwöre.zum Schwören, ebenso auch hier zum Schwören. –", "Allerdings sind beide Schriftverse nötig nach demjenigen, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, wozu aber sind beide Schriftverse nötig nach demjenigen, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht!? –", "Ich will dir sagen, einer schließt den Einwand des Abhandenkommens29Wenn der Depositar fälschlich behauptet, das Depositum sei ihm abhanden gekommen, so braucht er das Doppelte nicht zu zahlen, selbst wenn er seine Behauptung beschworen hat. aus. –", "Woher weiß dies derjenige, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe, und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach welchem also kein Schriftvers überflüssig ist, den Einwand des Abhandenkommens auszuschließen!? – Aus: der30Nur wer den Einwand des Diebstahls macht, gleicht einem Diebe.Dieb. –", "Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, und einer der den Einwand des Abhandenkommens ausschließt, [das Wort] der Dieb!? –", "Er kann dir erwidern: dies ist für die Lehre des R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans nötig. R. Ḥija b. Abba sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, muß das Doppelte, und wenn er es geschlachtet oder verkauft hat, das Vier- oder Fünffache zahlen31Dies folgert er aus dem W.e הגנב.. –", "Woher entnimmt nun derjenige, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach welchem also [das Wort] der Dieb den Einwand des Abhandenkommens ausschließt, die Lehre des R. Ḥija b. Abba!? –", "Er kann dir erwidern : dies ist durch eine Vergleichung32Zwischen einem wirklichen Diebe u. einem Depositar, der den Einwand des Diebstahls macht.zu entnehmen, und gegen eine Vergleichung ist nicht zu erwidern33Er braucht hierfür keinen Schriftvers.. –", "Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, woher aber weiß dies derjenige, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, von einem wirklichen Diebe?", "Wolltest du erwidern, es sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern, von dem, der den Einwand des Diebstahls macht, so kann es ja beim Gefolgerten nicht strenger sein als bei dem, wovon gefolgert wird; wie bei diesem, nur34Nur dann hat er das Doppelte zu zahlen. wenn er geschworen hat, ebenso auch bei jenem, nur wenn er geschworen hat. –", "Er folgert dies aus einer Lehre der Schule Ḥizqijas, denn in der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt: Sollten doch nur [die Worte] Ochs und Diebstahl geschrieben stehen, und alles andere wäre einbegriffen!?", "Dann könnte man auslegen: wie das Speziellgenannte auf dem Altar dargebracht wird, ebenso auch alles andere, was auf dem Altar dargebracht wird; einzuschließen wäre also nur noch das Schaf," ], [ "wenn aber auch Schaf geschrieben steht, so schließt [das Wort] Diebstahl alles andere ein.", "Sollten doch nur Ochs, Schaf und Diebstahl geschrieben stehen, und alles andere wäre einbegriffen? Dann könnte man auslegen: wie das Speziellgenannte als Erstgeborenes geheiligt ist, ebenso auch alles andere, was als Erstgeborenes geheiligt ist;", "einzuschließen wäre also nur noch der Esel, wenn aber auch Esel geschrieben steht, so schließt [das Wort] Diebstahl alles andere ein.", "Sollten doch nur Ochs, Esel, Schaf und Diebstahl geschrieben stehen, und alles andere wäre einbegriffen? Dann könnte man auslegen: wie das Speziellgenannte ein Lebewesen ist, ebenso auch alles andere, was ein Lebewesen ist;", "einzuschließen wären nur noch andere Lebewesen, wenn es aber lebend heißt, und somit alle Lebewesen einbegriffen sind, so schließt [das Wort] Diebstahl alles andere ein.", "Der Meister sagte: Sollten doch nur [die Worte] Ochs und Diebstahl stehen. Heißt es denn Ochs und Diebstahl, es heißt ja Diebstahl und Ochs4Wenn die Spezialisierung auf die Generalisierung folgt, so gilt dies als Einschränkung u. alles andere ist ausgeschlossen.!?", "Wolltest du sagen, er meine es, wenn es so hieße: wenn es Ochs und Diebstahl hieße. Wieso aber kann er demnach deduzieren: wie das Speziellgenannte &c., dann wäre ja Ochs eine Spezialisierung und Diebstahl eine Generalisierung, und wenn auf eine Spezialisierung eine Generalisierung folgt, gilt die Generalisierung als Hinzufügung zur Spezialisierung, und alles ist einbegriffen!?", "Wolltest du sagen, er meine es so, wie es geschrieben steht: Diebstahl und Ochs; wieso kann er deduzieren: wie das Speziellgenannte &c., Diebstahl ist ja eine Generalisierung und Ochs eine Spezialisierung, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das, was die Spezialisierung, also nur der Ochs und nichts anderes!?", "Raba erwiderte: Der Autor stützt sich auf [das Wort] lebend35Das weiter folgt.; dies ist also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung36Durch die 2. Generalisierung sind auch andere Dinge einbegriffen.. –", "Die zweite Generalisierung gleicht ja aber nicht der ersten37Die 2. spricht nur von Lebewesen.!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, auch in einem solchen Falle sei [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden.", "Seine Frage lautet wie folgt. Wozu heißt es: wenn (finden38Der Infinitiv wird nach der hebr. Satzkonstruktion oft mit dem erforderlichen Verb verbunden; der T. verwendet ihn aber für eine exegetische Auslegung; hier gilt er als besondere Generalisierung.) gefunden wird; sollten doch nur Ochs, Diebstahl und lebend geschrieben stehen, und alles andere wäre einbegriffen!?", "Dann könnte man auslegen: wie das Speziellgenannte auf dem Altar dargebracht wird, ebenso auch alles andere, was auf dem Altar dargebracht wird; einzuschließen wäre also nur noch das Schaf, wenn aber auch Schaf steht, so schließt [das Wort] Diebstahl alles andere ein.", "Sollten doch nur Diebstahl, Ochs, Schaf und lebend geschrieben stehen, und alles andere wäre einbegriffen? Dann könnte man auslegen: wie das Speziellgenannte als Erstgeborenes heilig ist, ebenso auch alles andere, was als Erstgeborenes heilig ist;", "einzuschließen wäre nur noch der Esel, wenn aber auch Esel steht, so schließt [das Wort] Diebstahl alles andere ein.", "Sollten doch Diebstahl, Ochs, Schaf, Esel und lebend geschrieben stehen, und alles andere wäre einbegriffen!? Dann könnte man auslegen: wie das Speziellgenannte ein Lebewesen ist, ebenso auch alles andere, was ein Lebewesen ist;", "einzuschließen wären nur noch andere Lebewesen, wenn es aber lebend heißt, so schließt [das Wort] Diebstahl alles andere ein. Wozu heißt es nun: wenn (finden) gefunden wird? –" ], [ "Dies ist ja demnach tatsächlich ein Einwand!? –", "Dies ist zu widerlegen: daß alles einbegriffen ist, wird ja aus der letzten Generalisierung entnommen, und diese selbst wird durch [das Wort] lebend ausgedrückt.", "Was nützt nun [die Deduktion durch] Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung; wenn etwa um alles andere einzuschließen, so heißt es ja lebend, also nur Lebewesen, anderes aber nicht; daher rauß es auch heißen: wenn [finden] gefunden wird. –", "Die beiden Generalisierungen39Die Worte finden, gefunden.stehen ja aber nebeneinander!? Rabina erwiderte: Im Westen sagen sie, überall, wo die beiden Generalisierungen nebeneinander stehen, sei die Spezialisierung zwischen beide zu setzen [und die Deduktion durch] Generalisierung und Spezialisierung anzuwenden,", "somit setze man [das Wort] Ochs zwischen finden und gefunden. Was soll dies nun einschließen: wenn etwa Lebewesen, so geht dies ja aus lebend hervor, doch wohl Dinge, die keine Lebewesen sind. Man deduziere also wie folgt: wie das Speziellgenannte beweglich und selbst Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und selbst Geld ist.", "Ferner schiebe man [das Wort] Esel zwischen finden und gefunden. Was soll dies nun einschließen: wenn etwa Dinge, die keine Lebewesen sind, so geht dies ja schon aus Ochs hervor, vielmehr schließt dies gekennzeichnete12Wenn der Eigentümer an der Sache keine besonderen Kennzeichen hat; in diesem Falle wird das Doppelte nicht gezahlt.Dinge ein. –", "Wozu ist demnach [das Wort] Schaf nötig? – Hierbei ist vielmehr [die Regel von der] Einschließung, Ausschließung und Einschließung anzuwenden. Dies nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls,", "denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Es heißt zweimal40Lev. 11,9.im Wasser, dies41In einem solchen Falle, wenn beide generalisierende, bezw. einschließende Wörter nebeneinander stehen.ist nicht eine Generalisierung und Spezialisierung, sondern eine Einschließung, Ausschließung und Einschließung, wonach alles einzuschließen ist; einbegriffen sind also alle Dinge. –", "Wozu sind demnach alle jene Spezialisierungen nötig!? – Eine schließt Grundstücke aus, eine schließt Sklaven aus, eine schließt Schuldscheine aus, und [die Worte] Diebstahl und lebend sind wegen der Lehre Rabhs nötig, denn er sagte, beim Grundersatze richte man sich nach dein Werte beim Stehlen42Wörtl. man lasse den Grundersatz lebend, wie beim Diebstahl.. –", "Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, der es also hinsichtlich des wirklichen Diebes folgert aus [dem Schriftverse] wenn der Dieb gefunden wird, [die Worte] finden, gefunden? –", "Diese verwendet er für eine Lehre des Raba b. Ahilaj, denn Raba b. Ahilaj sagte: Was ist der Grund Rabhs, welcher sagt, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingestanden hat und darauf Zeugen kommen, sei er frei? Weil es heißt: finden, gefunden; finden, durch Zeugen, gefunden, durch die Richter, ausgenommen der Fall, wenn jemand sich selbst beschuldigt. –", "Woher weiß es nun derjenige, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach welchem [die Worte] finden, gefunden auf einen wirklichen Dieb deuten, von einem, der sich selbst beschuldigt? – Aus:43Ex. 22,8.den die Richter schuldig sprechen; nicht aber, wenn er selber sich beschuldigt. –", "Wofür verwendet derjenige, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach welchem also [die Worte] finden, gefunden auf den Fall deuten, wenn jemand sich selber beschuldigt, [die Worte:] den schuldig sprechend – Er kann dir erwidern: diese deuten darauf, daß, wer eine Handlung, auf die eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht44Und auch nachher keine Zeugen gekommen sind., frei sei.", "Derjenige aber, welcher sagt, beide sprechen von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, ist der Ansicht, wenn jemand eine Handlung, auf die eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er schuldig. –", "Nach demjenigen aber, welcher sagt, einer spreche von einem wirklichen Diebe und einer von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, nach dem es hinsichtlich eines Diebes aus jenem Schriftverse entnommen wird, sind allerdings [die Worte] finden, gefunden wegen der Lehre des Raba b. Ahilaj nötig, wozu aber sind all jene Spezialisierungen nötig? –", "Wegen einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Wenn ein Abschnitt, der schon vorhanden ist, wiederholt wird, so wurde er nur wegen einer in diesem vorkommenden Neuerung wiederholt. –", "Vielleicht [zahlt] auch ein wirklicher Dieb nur dann, wenn er geschworen hat!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: R. Ja͑qob sagte: Doppelt soll er bezahlen, ohne Schwur. Du sagst ohne Schwur, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur wenn er geschworen hat? Ich will dir sagen: dem wäre ja auch so. –", "Was heißt: dem wäre ja auch so? Abajje erwiderte: Sollte doch der Allbarmherzige nicht geschrieben haben, daß ein Dieb doppelt bezahlen müsse, und man würde [dies durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert haben, von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht: wenn die Schrift von [einem Depositar], der den Einwand des Diebstahls macht, in dessen Besitz die Sache auf erlaubte Weise gekommen ist, sagt, er müsse das Doppelte bezahlen, um wieviel mehr ein wirklicher Dieb, in dessen Besitz die Sache auf verbotene Weise gekommen ist.", "Wenn nun der Allbarmherzige auch von einem wirklichen Diebe sagt, er müsse das Doppelte bezahlen, so lehrt dies, daß dies auch ohne Schwur zu erfolgen habe. –", "Sind denn [die Worte] finden, gefunden hierfür zu verwenden, sie sind ja für folgende Lehre nötig :45Ex. 22,3.Hand," ], [ "ich weiß dies nur von seiner Hand46Wenn er die Sache mit der Hand gestohlen hat., woher dies von seinem Dache, Hofe oder Gehege47Wenn er ein fremdes Tier da hineingetrieben hat.? Es heißt finden, gefunden, in jedem Falle!? –", "Es könnte ja finden, finden heißen, oder gefunden, gefunden, wenn aber die Schrift verschiedene Ausdrücke gebraucht, so ist hieraus beides zu entnehmen.", "Der Text. Rabh sagte: Beim Stammbetrage richte man sich nach dem Werte beim Stehlen und beim Doppelten und Vier- oder Fünffachen nach dem Werte bei der Gerichtsverhandlung.", "Was ist der Grund Rabhs? – Die Schrift gebraucht beim Diebstahl [den Ausdruck] lebend, man lasse den Stammbetrag in seinem Zustande beim Stehlen leben.", "R. Šešeth sagte: Ich glaube, Rabh sagte diese Lehre schlummernd oder schlafend. Es wird gelehrt: Wenn es48Das gestohlene Tier beim Stehlen.mager war und fett geworden ist, so hat er das Doppelte und das Vier- oder Fünffache nach dem Werte beim Stehlen zu zahlen. –", "Ich will dir sagen: weil er49Der Dieb zum Bestohlenen.sagen kann: ich habe es gemästet und du solltest den Gewinn erhalten50Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Dieb es gemästet hat, während R. von dem Falle spricht, wenn der Preis gestiegen ist.!? –", "Komm und höre: Wenn es fett war und mager geworden ist, so hat er das Doppelte und das Vier- oder Fünffache nach dem Werte beim Stehlen zu zahlen!? –", "Hierbei ebenfalls, weil man zu ihm sagen kann, es sei einerlei, ob er es vollständig oder zum Teil getötet51Wenn das Tier durch seine Schuld abgemagert ist.hat, während Rabh von dem Falle spricht, wenn es im Preise gestiegen oder gefallen ist. –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es früher einen Zuz wert war und später vier Zuz wert ist, und er auch in diesem Falle den Stammbetrag nach dem Werte beim Stehlen zahlen muß, so streitet ja demnach Rabh gegen Rabba!? Rabba sagte nämlich: Wenn jemand von seinem Nächsten ein Faß Wein geraubt hat, das einen Zuz wert war, und später auf vier Zuz gestiegen ist, so muß er, wenn er es zerbrochen oder ausgetrunken hat, vier Zuz und wenn es von selbst zerbrochen ist, einen Zuz bezahlen52Cf. Bm. Fol. 43a.. –", "Ich will dir sagen, die Lehre Rabhs bezieht sich auf den Fall, wenn es früher vier Zuz wert war und später einen Zuz wert ist; den Stammbetrag muß er nach dem Werte beim Stehlen und das Doppelte und das Vier- oder Fünffache nach dem Werte bei der Gerichtsverhandlung zahlen.", "R. Ḥanina zitierte eine Lehre als Stütze für Rabh: Wenn jemand hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls gemacht und dies beschworen hat, und darauf eingesteht, aber auch Zeugen gegen ihn auftreten, so muß er, wenn er vor dem Auftreten der Zeugen eingesteht, den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen und ein Schuldopfer darbringen, und wenn er nach dem Auftreten der Zeugen eingesteht, das Doppelte bezahlen und ein Schuldopfer darbringen, und für das Fünftel wird ihm das Doppelte angerechnet – so R. Ja͑qob." ], [ "Die Weisen sagen :53Lev. 5,24.Den Wert und ein Fünftel, wird der Wert gezahlt, so ist auch das Fünftel zu zahlen, wird nicht der Wert gezahlt, so ist auch das Fünftel nicht zu zahlen. R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte : Wird das Doppelte gezahlt, so ist weder das Fünftel zu zahlen noch das Schuldopfer darzubringen.", "Hier heißt es also, nach R. Ja͑qob werde ihm für das Fünftel das Doppelte angerechnet. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn es früher vier Zuz wert war und später vier Zuz wert ist, wieso kann für das Fünftel das Doppelte angerechnet werden,", "das Doppelte54Exclus. Grundersatz.beträgt ja vier Zuz und das Fünftel einen Zuz!? Wahrscheinlich also, wenn es früher vier Zuz wert war und später einen Zuz wert ist, sodaß sowohl das Doppelte als auch das Fünftel je einen Zuz betragen.", "Hieraus also, daß man sich beim Stammbetrage55Nach dem das Fünftel berechnet wird.nach dem Werte beim Stehlen und beim Doppelten und Vier- oder Fünffachen nach dem Werte bei der Gerichtsverhandlung richte.", "Raba erwiderte: Tatsächlich, wenn es früher vier Zuz wert war und auch später vier wert ist, wenn du aber einwendest, das Doppelte betrage vier und das Fünftel dagegen nur einen Zuz, [so ist zu erwidern:] hier werde von dem Falle gesprochen, wenn er viermal geschworen und eingestanden hat, und die Tora hat durch [den Ausdruck] seine Fünftel", "56In der angezogenen Schriftstelle wird anstatt des Singulars ein Plural (חמשתיו) gebraucht.mehrere Fünftel zu einem Stammbetrage vorgeschrieben57Wenn das Vergehen bei einem u. demselben Objekte wiederholt wurde..", "Der Meister sagte: Die Weisen sagen: Den Wert und ein Fünftel, wird der Wert gezahlt, so ist auch das Fünftel zu zahlen, wird nicht der Wert gezahlt, so ist auch das Fünftel nicht zu zahlen. Demnach ist das Schuldopfer wohl darzubringen.", "Das Fünftel wohl deshalb nicht, weil es heißt: den Wert und ein Fünftel, somit sollte er doch auch das Schuldopfer nicht darbringen, denn es heißt: den Wert und ein Fünftel und ein Schuldopfer!? –", "Die Rabbanan können dir erwidern: [die Partikel] ein58Die Akkusativpartikel את befindet sich vor אשם, nicht aber vor חמשתיו ; die Zahlung des Fünftels ist vom Grundersatze abhängig, nicht aber die Darbringung des Schuldopfers.teilt den Schriftvers. –", "Und R. Šimo͑n b. Joḥaj!? – Das und (ein) verbindet ihn59Durch das Verbindungs-Vav vor אשם wird ausgedrückt, daß auch das Schuldopfer vom Grundersatze abhängig ist.. – Und die Rabbanan!? – Sie können dir erwidern: sollte doch der Allbarmherzige weder das und noch das ein geschrieben haben. –", "Und R. Šimo͑n b. Joḥaj!? – Er kann dir erwidern: [die Partikel] ein konnte nicht fortgelassen werden, da sie die Zahlung an Gott60Die Darbringung des Opfers.von der Zahlung an einen Gemeinen trennt; das und dient daher als Verbindung.", "R. Ilea͑ sagte: Wenn jemand ein Lamm gestohlen hat und es zum Widder geworden ist, oder ein Kalb und es zum Ochsen geworden ist, so ist die Änderung in seinem Besitze erfolgt und er hat sie geeignet; wenn er sie darauf schlachtet oder verkauft, so schlachtet er seines oder verkauft61Er braucht also das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen.seines.", "R. Ḥanina wandte gegen R. Ilea͑ ein : Wenn jemand ein Lamm gestohlen hat und es zum Widder geworden ist, ein Kalb und es zum Ochsen geworden ist, so hat er das Doppelte und das Vier- oder Fünffache nach dem Zustande beim Stehlen zu zahlen. Wieso braucht er dies nun zu zahlen, wenn du sagst, er habe sie durch die Änderung geeignet, er hat ja seines geschlachtet und seines verkauft!?", "Dieser erwiderte: Wieso hat er, wenn er sie durch die Änderung nicht eignet, den Grundersatz nach dem Zustande beim Stehlen zu zahlen, er sollte ihn doch nach dem jetzigen Zustande leisten62Da die Veränderung im Besitze des Eigentümers eingetreten ist.!?", "Jener entgegnete: Nach dem jetzigen Zustande braucht die Zahlung deshalb nicht zu erfolgen, weil er zu ihm sagen kann: habe ich dir etwa einen Ochsen gestohlen, habe ich dir etwa einen Widder63Er hat nur das zu ersetzen, was er gestohlen hat.gestohlen!? Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige schütze uns vor einer solchen Ansicht! Jener entgegnete: Im Gegenteil, der Allbarmherzige schütze uns vor deiner Ansicht!", "R. Zera wandte ein: Sollte er sie doch durch die Änderung des Namens64Selbst wenn die körperliche Veränderung nicht als solche anerkannt werden sollte, da sie von selbst eingetreten ist.eignen!?", "Raba erwiderte: Ein einen Tag alter Ochs heißt Ochs und ein einen Tag alter Widder heißt Widder. Ein einen Tag alter Ochs heißt Ochs, denn es heißt:65Lev. 22,27.wenn ein Ochs oder ein Lamm oder ein Zicklein geboren wird.", "Ein einen Tag alter Widder heißt Widder, denn es heißt:66Gen. 31,38.und Widder aus deiner Herde habe ich nicht gegessen; hat er etwa nur Widder nicht gegessen und Lämmer wohl? Wahrscheinlich heißt auch ein einen Tag alter Widder Widder. –", "Allenfalls ist dies ja ein Einwand67Gegen R. Ilea͑, nach dem der Dieb das Tier durch diese Änderung sich aneignet.!? R. Šešeth erwiderte: Hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, daß [die Sache] trotz der Änderung im ursprünglichen Besitze verbleibe und er68In dessen Besitze die Veränderung eingetreten ist.sie dadurch nicht eigne.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand [einer Hure] Weizen als Lohn gegeben und sie daraus Mehl, Oliven und sie daraus Öl, oder Trauben und sie daraus Wein gemacht hat, so sind sie, wie das Eine lehrt, verboten69Zur Verwendung für den Tempel; cf. Dt. 23,19., und wie ein Anderes lehrt, erlaubt. Hierzu sagte R. Joseph: Gorjon aus Asporaq lehrte, nach der Schule Šammajs seien sie verboten und nach der Schule Hillels seien sie erlaubt. –", "Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Es heißt :70Dt. 23,19.auch, dies schließt auch ihre Umgestaltungen ein. – Und die Schule Hillels!? – Diese71Das הם ist wahrscheinl. das Suffix des W.s שניהם im genannten Schriftverse., nicht aber ihre Umgestaltungen. –", "Und die Schule Šammajs!? –" ], [ "Diese, nicht aber die Geburt72Wenn er ihr lebende Tiere als Lohn gegeben hat.derselben. – Und die Schule Hillels!? – Hieraus ist beides zu entnehmen: diese, nicht aber ihre Umgestaltungen, diese, nicht aber die Geburt derselben. – Wie erklärt die Schule Hillels das auch!? – Das auch bleibt nach der Schule Hillels unerklärt. –", "Der Streit besteht nur insofern, als nach der einen Ansicht durch die Änderung eine Aneignung erfolgt und nach der anderen Ansicht durch die Änderung keine Aneignung erfolgt, hinsichtlich der Zahlung aber stimmen alle überein, daß sie nach dem früheren Werte zu leisten sei, denn er lehrt, er habe das Doppelte und das Vier- oder Fünffache nach dem Werte beim Stehlen zu zahlen.", "Dies wäre somit eine Widerlegung Rabhs, denn Rabh sagt, der Grundersatz sei nach dem Werte beim Stehlen, das Doppelte aber und das Vier- oder Fünffache nach dem Werte bei der Gerichtsverhandlung zu zahlen!? Raba erwiderte: Lämmer73Falls der Dieb für das gestohlene Vieh ein anderes ersetzt.zahle er nach dem früheren Zustande, Geld aber nach dem jetzigen Werte.", "Rabba sagte: Daß durch die Änderung eine Aneignung erfolgt, befindet sich in der Schrift und in der Lehre. In der Schrift :74Lev. 5,23.So soll er das Geraubte, das er geraubt hat, zurückerstatten; wozu heißt es: das er geraubt hat? Wenn im selben Zustande, wie er es geraubt hat, so erstatte er es zurück, wenn aber nicht, so ersetze er den Wert in Geld.", "Eine Lehre: Wenn jemand Holz geraubt und daraus Geräte angefertigt hat, oder Wolle und daraus Kleider angefertigt hat, so hat er den Ersatz nach dem Werte heim Rauben zu zahlen.", "Ferner auch: Kam er nicht dazu, sie ihm75Die Erstlingsschur dem Priester; cf. Dt. 18,4.zu geben, als bis er sie gefärbt hat, so ist er ersatzfrei. Hieraus also76Da der Eigentümer sie durch die Veränderung erworben hat., daß durch die Änderung eine Aneignung erfolgt.", "Durch die Desperation, sagten die Gelehrten, erfolgt eine Aneignung, jedoch wissen wir nicht, ob nach der Tora oder nur rabbanitisch.", "Ob nach der Tora, wie bei einem Funde; einen Fund eignet77Er kann den Fund behalten und nur Ersatz leisten.[der Finder], wenn der Eigentümer, bevor er in seine Hand gekommen ist, ihn aufgegeben hat, ebenso eignet auch [ein Dieb die Sache]78Die gestohlene Sache., sobald der Eigentümer sie aufgegeben hat. (Er eignet sie also.)", "Oder aber ist dies mit einem Funde nicht zu vergleichen; ein Fund ist auf erlaubte Weise in den Besitz [des Finders] gekommen, [das Gestohlene] aber ist auf verbotene Weise in den Besitz [des Diebes] gekommen,", "und nur aus Vorsorge für die Bußfertigen haben die Rabbanan bestimmt, daß er die Sache eigne79Er kann dem Eigentümer den Wert ersetzen u. braucht nicht die gestohlene Sache selbst aufzutreiben..", "R. Joseph aber sagt, durch die Desperation eigne er sie nicht, nicht einmal rabbanitisch.", "R. Joseph wandte gegen Rabba ein: Wenn jemand Gesäuertes geraubt hat und das Pesaḥfest vorüber80Es ist dann zur Nutznießung verboten.ist," ], [ "so kann er [zum Eigentümer] sagen: da hast du deines. Jener hat ja, sobald die Zeit heranreicht, an der es verboten wird, es aufgegeben, und wenn man sagen wollte, durch die Desperation erfolge eine Aneignung, wieso kann er zu ihm sagen: da hast du deines, er müßte ihm ja den richtigen Ersatz zahlen!?", "Dieser erwiderte: Ich spreche nur von dem Falle, wenn der eine es aufgegeben hat und der andere es sich aneignen will, hierbei aber hat zwar der eine es aufgegeben, der andere aber wollte es nicht eignen81Da er davon keinen Gebrauch machen kann..", "Abajje wandte gegen Rabba ein:82Lev. 1,3.Sein Opfer, nicht aber das geraubte. In welchem Falle: wollte man sagen, vor der Desperation, so ist dies ja selbstverständlich, wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig;", "doch wohl nach der Desperation; somit ist hieraus zu entnehmen, daß durch die Desperation keine Aneignung erfolge!?", "Raba sprach zu ihm: Es wird gelehrt:83Lev. 15,5.Sein Lager, nicht aber das geraubte.", "Nach deiner Auffassung [wäre auch hierbei einzuwenden:] in welchem Falle: wollte man sagen, wenn er Wolle geraubt und daraus ein Lager gefertigt hat, so gibt es ja keinen, welcher sagt, durch eine getätigte Änderung erfolge keine Aneignung; du mußt also erklären, wenn er ein fremdes Lager geraubt hat, ebenso auch hierbei, wenn er ein fremdes Opfer84Nachdem der Eigentümer das Tier als Opfer geweiht hatte; in diesem Falle eignet es der Räuber durch die Desperation nicht, da es Eigentum Gottes ist.geraubt hat.", "Abajje wandte gegen R. Joseph ein: Felle eines Privatmannes werden durch die Bestimmung85Wörtl. durch den Gedanken, dh. wenn der Eigentümer der Felle, die ohne weitere Bearbeitung zur Benutzung verwandt werden können, in Gedanken bestimmt hat, sie zu einem bestimmten Behufe zu verwenden; sie gelten dann als fertige Gebrauchsgegenstände; ein Händler dagegen kann eine solche Bestimmung nicht treffen, da er nicht weiß, zu welchem Behufe der Käufer es verwenden werde. Ein Gerät wird erst dann levitisch verunreinigungsfähig, wenn es gebrauchsfähig ist. verunreinigungsfähig,", "die eines Gerbers werden durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig,", "die eines Diebes werden durch die Bestimmung verunreinigungsfähig, die eines Räubers werden durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig.", "R. Šimo͑n sagt, umgekehrt: die eines Räubers werden durch die Bestimmung verunreinigungsfähig, die eines Diebes werden durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig, weil der Eigentümer sie nicht aufgegeben hat.", "Hieraus ist also zu entnehmen, daß durch die Desperation eine Aneignung erfolge86Nach dem ersten Autor gibt der Bestohlene die Hoffnung auf Wiedererlangung auf, da er den Dieb nicht kennt, nicht aber der Beraubte, der den Räuber kennt.!? Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sie beschnitten87Mit diesen also auch eine Veränderung vorgenommen hat.hat.", "Rabba b. R. Ḥanan wandte ein: Hier wird ja von einer Speisedecke gesprochen, und bei einer Speisedecke ist ja das Beschneiden nicht erforderlich88Das Fell gilt auch unbeschnitten als fertiger Gebrauchsgegenstand.!?", "Wir haben nämlich gelernt: Eine Sache, an der keine Arbeit mehr fehlt, wird durch die Bestimmung verunreinigungsfähig, und an der noch eine Arbeit fehlt, wird durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig, ausgenommen die Speisedecke89Diese ist verunreinigungsfähig, auch wenn sie noch nicht beschnitten ist..", "Vielmehr, sagte Raba, diesen Einwand hielt Rabba dem R. Joseph zweiundzwanzig Jahre vor, und erst als R. Joseph den Vorsitz erhielt, erklärte er es: die Änderung durch den Namen gleicht der Änderung durch eine Tätigkeit;", "die Änderung durch eine Tätigkeit gilt aus dem Grunde als solche, weil es vorher Holz und nachher Gerät heißt, ebenso verhält es sich hierbei auch bei der Änderung des Namens: vorher hieß es Fell und nachher heißt es Decke90Durch die Desperation allein eignet es sich der Dieb nicht an.. –", "Aber auch bei [der Lehre vom] Balken ist ja eine Änderung des Namens vorhanden, denn vorher heißt er Klotz und nachher91Wenn er für einen Bau verwendet wird.heißt er Balken, dennoch haben wir gelernt, daß man für einen geraubten, in einem Palaste eingebauten Balken nur den Wert beanspruchen92Der Räuber braucht den Balken nicht aus dem Gebäude zu reißen, um den Geschädigten zu befriedigen.könne, als Vorsorge für die Bußfertigen;", "also nur aus Vorsorge für die Bußfertigen," ], [ "sonst aber müßte er ihn in seiner ursprünglichen Beschaffenheit zurückgeben!? R. Joseph erwiderte: Ein Balken behält seinen Namen; denn es wird gelehrt :93Ez. 41,26.Das Rippenwerk des Hauses, das sind die Füllungen94Der Fenster u. Luken., die Träger, das sind die Balken95Sie heißen also ‘Balken’ sowohl vor ihrer Verwendung zu einem Bau als auch nachher. Nach dem aram. Sprachgebrauche verhält es sich entgegengesetzt: aus der angezogenen Lehre wird bewiesen, daß sie auch nach ihrer Bearbeitung u. Verwendung denselben Namen tragen wie vorher..", "R. Zera erwiderte: Wenn die Sache zurück in ihre ursprüngliche Beschaffenheit umgewandelt werden96Wie dies bei einem Balken der Fall ist.kann, so gilt die Änderung des Namens nicht als Änderung. –", "Gilt denn die Änderung des Namens, selbst wenn die Sache nicht zurück in ihre ursprüngliche Beschaffenheit verwandelt werden kann, als Änderung, eine Rinne heißt ja vorher Holzscheit und nachher Rinne, dennoch wird gelehrt: Eine Rinne, die man zuerst ausgehöhlt und nachher eingesetzt97Das rituelle Tauchbad muß aus Quellwasser bestehen; gießt od. leitet man in dieses 3 Log geschöpftes Wasser, so ist es untauglich. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn an der Seite des Bades sich eine Rinne befindet, durch die geschöpftes Wasser eindringt; wenn die Rinne vor dem Einsetzen ausgehöhlt war, so gilt sie als Gerät u. es ist ebenso, als würde man mit einem Gefäße Wasser in das Bad gegossen haben; wenn sie aber als einfaches Stück Holz eingesetzt u. nachher ausgehöhlt wurde, so ist es ebenso, als würde man ein Loch in die Erde gebohrt haben.hat, macht das Tauchbad untauglich,", "und die man zuerst eingesetzt und nachher ausgehöhlt hat, macht das Tauchbad nicht untauglich.", "Wenn man nun sagen wollte, die Änderung des Namens sei von Bedeutung, so sollte sie es doch untauglich machen, auch wenn man sie zuerst eingesetzt und nachher ausgehöhlt hat98Da das Stück Holz nach dem Durchbohren Rinne heißt u. somit ein Gefäß ist.!? –", "Anders ist es beim Gesetze vom Geschöpften, das nur rabbanitisch99Dias Tauchbad wird daher in einem solchen Falle nicht untauglich.ist. – Demnach sollte dies auch vom ersten Falle gelten!? – In diesem Falle gilt sie getrennt100Bevor sie eingesetzt wurde.als Gerät, im anderen aber gilt sie getrennt nicht als Gerät.", "Man wandte ein: Wenn ein Dieb, ein Räuber oder ein Gewalttäter etwas zum Heiligen, zur Hebe oder zum Zehnten bestimmt, so ist es gültig101Doch wohl deshalb, weil der Dieb die Früchte durch die Desperation eignet.!? –", "Ich will dir sagen, hier ist eine Änderung des Namens vorhanden, denn vorher hieß es Unverzehntetes und nachher heißt es Verzehntetes, vorher hieß es Profanes und nachher heißt es Heiliges.", "R. Ḥisda sagte im Namen R. Jonathans: Woher daß durch die Änderung eine Aneignung erfolge? Es heißt :102Lev, 5,23.so soll er das Geraubte, das er geraubt hat, zurückerstatten; wozu heißt es: das er geraubt hat? Wenn im selben Zustande, wie er es geraubt hat, so erstatte er es zurück, wenn aber nicht, so ersetze er den Wert in Geld. –", "Aber [die Worte :] das er geraubt hat, schließen ja den Raub seines Vaters aus, daß nämlich für den Raub seines Vaters das Fünftel nicht zu zahlen sei!? –", "Der Allbarmherzige sollte ja geschrieben haben: so soll er seinen Raub zurückerstatten, wenn es aber heißt: das er geraubt hat, so ist beides zu entnehmen.", "Manche lesen : R. Ḥisda sagte im Namen R. Jonathans : Woher, daß durch die Änderung keine Aneignung erfolge? Es heißt: so soll er das Geraubte zurückerstatten, auf jeden Fall. – Es heißt ja aber: das er geraubt hat!? – Dies besagt, daß er nur für seinen eigenen Raub das Fünftel zufügen müsse, nicht aber für den Raub seines Vaters.", "U͑la sagte: Woher, daß durch die Desperation keine Aneignung erfolge? Es heißt :103Mal. 1,13.ihr bringet Geraubtes und Lahmes und Krankes herbei; das Geraubte gleich dem Lahmen: wie es für das Lahme kein Mittel mehr gibt," ], [ "ebenso gibt es auch für das Geraubte kein Mittel104Es bleibt verboten, da es nicht in seinen Besitz übergeht.mehr, einerlei, ob vor der Desperation oder nach der Desperation.", "Raba sagte: Hieraus:105Lev. 1,3.sein Opfer, nicht aber das Geraubte; wann, wollte man sagen, vor der Desperation, so ist dies ja selbstverständlich, wozu ist hierfür ein Schriftvers nötig?", "Doch wohl nach der Desperation, somit ist hieraus zu entnehmen, daß durch die Desperation keine Aneignung erfolge. Schließe hieraus.", "Aber Raba selbst bezog es ja auf den Fall, wenn jemand ein fremdes Opfer geraubt106Nachdem das Tier vom Eigentümer als Opfer geweiht worden war; cf. supra Fol. 66b.hat !? – Wenn du willst, sage ich, er ist davon abgekommen, und wenn du willst, sage ich: eines davon sagte R. Papa107Er war ein Schüler Rabas, u. oft wußte man nicht, ob er eigenes oder seines Lehrers vortrug..", "WÄHREND DIE ZAHLUNG DES VIER- ODER FÜNFFACHEN &C.", "Weshalb denn, sollte man doch durch [das Wort] Ochs108Das sowohl beim Gesetze vom Diebstahl als auch beim Šabbathgesetze gebraucht wird u. für einen Schluß durch Wortanalogie zu verwenden ist.vom Šabbathgesetze folgern: wie es bei diesem auch von Wild und Geflügel gilt, ebenso gilt es hierbei auch von Wild und Geflügel!?", "Raba erwiderte: Die Schrift wiederholt zweimal Ochs und Lamm ; dies gilt nur von Ochs und Lamm, nicht aber von etwas anderem. –", "Ich will dir sagen, wo ist dies überflüssig: wollte man sagen, im Schlußsatze, denn der Allbarmherzige sollte geschrieben haben: wenn jemand einen Ochsen oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder verkauft, so soll er dafür fünf Rinder und dafür vier Schafe bezahlen, so könnte man, wenn es der Allbarmherzige so geschrieben hätte, glauben, man müsse für jedes neun bezahlen.", "Wolltest du erwidern, es heiße zweimal dafür, und eines sei überflüssig109Und deute somit darauf, daß dies nur von Ochs und Schaf gelte., so ist dieses für eine andere Schriftforschung nötig.", "Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, wenn er einen Ochsen im Werte einer Mine gestohlen hat, könne er den Ersatz mit krepierenden zahlen, so heißt es: zweimal dafür!? –", "Vielmehr, [die Worte] Ochs und Lamm sind im Anfangsatze überflüssig, denn der Allbarmherzige sollte geschrieben haben: wenn jemand etwas stiehlt und es schlachtet oder es verkauft, so soll er fünf Rinder für einen Ochsen und vier Schafe für ein Schaf bezahlen. –", "Würde der Allbarmherzige so geschrieben haben, so könnte man glauben, nur wenn er beide stiehlt und sie schlachtet!? – Es heißt: und es schlachtet, eines. –", "Vielleicht, nur wenn er beide stiehlt und sie verkauft!? – Es heißt: und es verkauft, eines. –", "Man könnte vielleicht glauben, nur wenn er beide stiehlt und eines schlachtet und eines verkauft!? – Es heißt: oder es verkauft. –", "Aber immerhin könnte man glauben, nur wenn er beide gestohlen und eines schlachtet und eines zurückläßt, oder eines verkauft und eines zurückläßt!? –", "Vielmehr, Ochs im Schlußsatze und Schaf im Anfangsatze ist überflüssig ; der Allbarmherzige sollte geschrieben haben : wenn jemand einen Ochsen stiehlt und ihn schlachtet oder verkauft, so soll er dafür fünf Rinder bezahlen und vier Schafe für das Schaf, wozu ist nun Ochs im Schlußsatze und Schaf im Anfangsatze nötig? Schließe hieraus, daß dies nur von Ochs und Schaf gilt, nicht aber von etwas anderem.", "WEH VOM DIEBE STIEHLT, ZAHLT NICHT DAS DOPPELTE. Rabh sagte: Dies nur vor der Desperation, nach der Desperation aber hat der erste Dieb es geeignet, und der zweite Dieb hat an den ersten das Doppelte zu zahlen.", "R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte diese Lehre schlafend oder schlummernd. Denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte: Weshalb sagte die Tora, wenn er es schlachtet oder verkauft, müsse er das Vier- oder Fünffache zahlen? Weil er sich in die Sünde eingewurzelt110Die Sünde hat Wurzeln geschlagen, dh. er hat das Gestohlene bereits erworben.hat. Wann: wollte man sagen, vor der Desperation so ist ja keine Einwurzelung vorhanden, doch wohl nach der Desperation." ], [ "Wieso braucht er nun, wenn man sagen wollte, durch die Desperation erfolge eine Aneignung, das Vier- oder Fünffache zu zahlen, er hat ja seines geschlachtet, seines verkauft!? –", "Ich will dir sagen, wie Raba erklärt111Den Ausdruck ‘eingewurzelt’.hat: weil er die Sünde wiederholt hat, ebenso auch hierbei: weil er die Sünde wiederholt hat. –", "Komm und höre: Und es schlachtet oder verkauft, wie das Schlachten nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, ebenso der Verkauf, wenn er nicht mehr rückgängig gemacht112Dh. wenn er gültig ist.werden kann.", "Wann, wollte man sagen, vor der Desperation, wieso kann er nicht mehrrückgängig gemacht113Der Verkauf ist ungültig, da es nicht sein Eigentum ist.werden ; doch wohl nach der Desperation. Wieso braucht er nun, wenn du sagen wolltest, er habe es geeignet, das Vier- oder Fünffache zu zahlen, er hat ja seines geschlachtet, seines verkauft!? –", "Wie R. Naḥman erklärt114Den Ausdruck ‘nicht rückgängig’.hat: ausgenommen der Fall, wenn er es auf dreißig Tage verkauft hat, ebenso auch hierbei: ausgenommen der Fall, wenn er es auf dreißig Tage verkauft hat.", "Man wandte ein: Wenn jemand etwas gestohlen hat und ein anderer kommt und es von ihm stiehlt, so hat der erste das Doppelte und der zweite nur den Grundwert115An den ersten Dieb.zu zahlen.", "Wenn jemand etwas gestohlen und es verkauft hat, und ein anderer kommt und es stiehlt, so hat der erste das Vier- oder Fünffache und der andere das Doppelte116An den Käufer.zu zahlen. Wenn jemand etwas gestohlen und es geschlachtet hat, und ein anderer kommt und es von ihm stiehlt, so muß der erste das Vier- oder Fünffache zahlen, der zweite aber hat nicht das Doppelte, sondern nur den Grundwert zu zahlen.", "Im Mittelsatze wird also gelehrt, daß, wenn jemand etwas gestohlen und verkauft hat und darauf ein anderer es stiehlt, der erste das Vier- oder Fünffache und der zweite das Doppelte zahlen müsse.", "Wann, wollte man sagen, vor der Desperation, wieso braucht der zweite das Doppelte zu zahlen, es gibt ja niemand, welcher sagt, eine Aneignung könne durch die Ortsveränderung ohne Desperation erfolgen; doch wohl nach der Desperation.", "Weshalb braucht er nun, wenn du sagen wolltest, durch die Desperation erfolge eine Aneignung, das Vier- oder Fünffache zu zahlen, er hat ja seines verkauft!?", "Ferner heißt es im Anfangsatze, daß, wenn jemand etwas gestohlen hat und ein anderer kommt und es von ihm stiehlt, der erste das Doppelte und der zweite nur den Grundwert zu zahlen habe.", "Merke, wir sprechen ja von dem Falle, wenn es nach der Desperation erfolgt ist, und wenn du sagen wolltest, durch die Desperation erfolge eine Aneignung, weshalb braucht der zweite nur den Grundwert zu zahlen!? Hieraus ist vielmehr zu schließen, daß durch die Desperation keine Aneignung erfolge. Dies ist also ein Einwand gegen Rabh.", "Raba erwiderte: Glaubst du etwa, diese Lehre sei eine korrekte? Im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn jemand gestohlen und es geschlachtet hat, und darauf ein anderer kommt und es stiehlt, der erste das Vier- oder Fünffache und der zweite nur den Grundwert zu zahlen habe; gibt es denn jemand, welcher sagt, durch die tätliche Veränderung erfolge keine Aneignung!?", "Vielmehr spricht das ganze von dem Falle, wenn es vor der Desperation erfolgt ist, und zwar wende man den Schlußsatz mit dem Mittelsatze und den Mittelsatz mit dem Schlußsatze um und lese wie folgt: wenn jemand etwas gestohlen und verkauft hat, und ein anderer kommt und es stiehlt, so hat der erste das Vier- oder Fünffache und der zweite nur den Grundwert zu zahlen, denn durch die Ortsveränderung ohne Desperation erfolgt keine Aneignung.", "Wenn jemand etwas gestohlen und geschlachtet hat, und ein anderer kommt und es stiehlt, so hat der erste das Vier- oder Fünffache und der zweite das Doppelte zu zahlen, weil jener es durch die tätliche Veränderung geeignet hat.", "R. Papa erklärte: Tatsächlich wende man sie nicht um, denn im Schlußsatze ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, welche sagt, [die Sache] verbleibe trotz der Veränderung in ihrem früheren Besitze. –", "Demnach ist ja aua dem Anfangsatze und dem Mittelsatze ein Einwand gegen Rabh zu erheben!?", "R. Zebid erwiderte: Tatsächlich spricht das ganze von dem Falle, wenn es vor der Desperation erfolgt ist, denn hier handelt es sich um den Fall, wenn der Eigentümer es aufgegeben hat, erst wenn es zum Käufer kam, nicht aber als es noch beim Diebe117Der erste Dieb muß das 4- od. 5fache zahlen, da es beim Verkaufe dem Eigentümer gehörte.war; hier liegt also Desperation und Ortsveränderung vor.", "Man glaube aber nicht, Desperation und Ortsveränderung seien erforderlich, vielmehr eignet es der Dieb auch durch Desperation allein,", "nur kann es nicht anders als in einem solchen Falle vorkommen, daß beide, der erste Dieb und der zweite Dieb, zahlen müssen.", "Es wurde gelehrt: Wenn er es vor der Desperation verkauft, so ist er, wie R. Naḥman sagt, schuldig, und wie R. Šešeth sagt, frei.", "R. Naḥman sagt, er sei schuldig, denn der Allbarmherzige sagt: und es verkauft, und dieser hat es ja verkauft, einerlei ob vor der Desperation oder nach der Desperation. R. Šešeth sagt, er sei frei, da seine Schuld erst nach der Desperation erfolgt, wo seine Handlung von Wirkung ist, nicht aber vor der Desperation, wo seine Handlung nicht von Wirkung118Da der Verkauf ungültig ist.ist, denn [der Verkauf] muß dem Schlachten gleichen, wobei seine Handlung von Wirkung ist.", "R. Šešeth sprach: Woher entnehme ich dies? Es wird gelehrt : R. A͑qiba sagte : die Tora sagt deshalb, wenn er es schlachtet oder verkauft, müsse er das Vier- oder Fünffache zahlen, weil er sich in die Sünde eingewurzelt hat.", "Wann, wollte man sagen, vor der Desperation, so ist ja keine Einwurzelung erfolgt; doch wohl nach der Desperation. Raba erwiderte: Weil er die Sünde wiederholt hat. –", "Komm und höre: Und es schlachtet oder verkauft, wie das Schlachten nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, ebenso der Verkauf, wenn er nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Wann, wollte man sagen, vor der Desperation, wieso kann er nicht mehr rückgängig gemacht werden; doch wohl nach der Desperation; somit ist hieraus zu schließen, daß die Schuld erst nach der Desperation erfolge!? R. Naḥman erwiderte: Dies schließt den Fall aus, wenn er es auf dreißig Tage verkauft hat.", "Auch R. Elea͑zar ist der Ansicht, die Schuld erfolge erst nach der Desperation, denn R. Elea͑zar sagte:" ], [ "Es ist zu beweisen, daß bei einem Diebstahle gewöhnlich eine Desperation des Eigentümers vorliege:", "Die Tora sagt, wenn er es schlachtet oder verkauft, müsse er das Vier- oder Fünffache zahlen; vielleicht hat jener es nicht aufgegeben? Wahrscheinlich nehmen wir an, daß bei einem Diebstahle gewöhnlich eine Desperation des Eigentümers vorliege. –", "Vielleicht aber, selbst wenn jener es nicht auf gegeben119Auch in diesem Falle muß er das 4- od. 5fache zahlen.hat !? –", "Ich will dir sagen, dies ist nicht einleuchtend; [der Verkauf] ist mit dem Schlachten zu vergleichen, wie beim Schlachten seine Handlung von Erfolg ist, ebenso muß beim Verkaufe seine Handlung von Erfolg sein, und vor der Desperation ist sie ja nicht von Erfolg113Der Verkauf ist ungültig, da es nicht sein Eigentum ist.. –", "Vielleicht aber nur dann, wenn man gehört hat, daß er es aufgegeben hat!? – Ich will dir sagen, dies ist nicht einleuchtend; [der Verkauf] gleicht dem Schlachten, wie es beim Schlachten sofort erfolgt, ebenso erfolgt es auch beim Verkaufe120Auch wenn man vom Eigentümer gar keine Äußerung gehört hat.sofort.", "R. Joḥanan sprach zu ihm : Der Menschendiebstahl beweist [das Entgegengesetzte] : hierbei liegt keine Desperation des Eigentümers vor121Der Gestohlene gibt sich selbst nicht auf., dennoch ist er schuldig. – Demnach wäre R. Joḥanan der Ansicht, er sei vor der Desperation schuldig;", "wie ist es nach der Desperation? – R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, Reš Laqiš sagt, er sei frei.", "R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn seine Schuld besteht sowohl vor der Desperation als auch nach der Desperation; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn seine Schuld besteht nur vor der Desperation, nach der Desperation aber hat er es geeignet, er schlachtet dann seines und er verkauft seines.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein : Wer etwas gestohlen, dem Heiligtume geweiht und geschlachtet hat, hat das Doppelte zu zahlen, nicht aber das Vier- oder Fünffache.", "Wann, wollte man sagen, vor der Desperation, so ist es ja dann nicht heilig, denn der Allbarmherzige sagt:122Lev.27,14.wenn jemand sein Haus dem Heiligtume weiht, wie sein Haus seines ist, ebenso alles andere, wenn es seines ist;", "doch wohl nach der Desperation, dennoch braucht er, nur wenn er es dem Heiligtume geweiht hat, das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen, weil er dann das des Heiligtums schlachtet, wenn er es aber nicht dem Heiligtume geweiht hat, muß er, wenn er es schlachtet, das Vier- oder Fünffache zahlen. Weshalb muß er es zahlen, wenn du sagen wolltest, durch die Desperation erfolge eine Aneignung, er schlachtet ja seines, er verkauft ja seines!?", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn der Eigentümer es im Besitze des Diebes dem Heiligtume geweiht123Wenn der Eigentümer es nicht aufgegeben hat.hat. –", "Ist es denn heilig, R. Joḥanan sagte ja, daß, wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer es nicht aufgegeben hat, beide es nicht dem Heiligtume weihen können, der eine, weil es nicht sein Eigentum ist, und der andere, weil es nicht in seinem Besitze ist!? – Ich will dir sagen, er ist der Ansicht der Strengfrommen,", "denn wir haben gelernt: Die Strengfrommen hinterlegten das Geld124Hier wird von einem vierjährigen Garten gesprochen, dessen Früchte man unausgelöst nicht essen darf (cf. Lev. 19,23ff); damit aber Fremde, die es nicht wissen, davon nicht essen, werden solche Gärten gekennzeichnet.und sagten: was hier gesammelt worden ist, sei durch dieses Geld ausgeweiht125Nach diesen konnte also der Eigentümer die Fruchte ausweihen, obgleich sie nicht mehr in seinem Besitze waren.. –", "Der Grundwert geht ja zurück in den Besitz des Eigentümers126Wenn die Heiligung gültig ist, geht ja die Sache zurück in den Besitz des Eigentümers über u. der Dieb braucht das Doppelte nicht zu zahlen.über!? –", "Nach der Verurteilung127Wenn die Heiligung durch den Eigentümer erst dann erfolgt ist.. –", "In welchem Falle: haben [die Richter] zu ihm gesagt, daß er gehe und es ihm zurückgebe, so hängt dies ja nicht von der Heiligung ab, auch wenn jener es nicht geheiligt hat, sollte er frei128Von der Zahlung des 4- od. 5fachen.sein !?", "Denn Raba sagte: [Sagten sie:] geh und gib ihm, und er es schlachtet oder verkauft, so ist er frei,", "denn damit ist die Sache erledigt, sodaß er bei der Schlachtung oder dem Verkaufe ein Räuber ist, und ein Räuber zahlt nicht das Vier- oder Fünffache;" ], [ "wenn aber: du bist verpflichtet, es ihm zurückzugeben, und er es schlachtet oder verkauft, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen, denn solange die Sache noch nicht erledigt ist, ist er ein Dieb. –", "In dem Falle, wenn sie zu ihm gesagt haben: du bist verpflichtet, es ihm zurückzugeben.", "Der Text. R. Joḥanan sagte: Wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer sich davon nicht losgesagt hat, so können beide es dem Heiligtume nicht weihen, der eine, weil es nicht sein Eigentum ist, und der andere, weil es nicht in seinem Besitze ist. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach einer anonymen Lehre zu entscheiden,", "und eine solche lehrt: Den vierjährigen Weinberg kennzeichnet man mit Erdschollen. Dies bedeutet nämlich, er gleiche der Erde: wie von der Erde ein Nutzen zu haben ist, ebenso ist auch von diesem, wenn man ihn auslöst, ein Nutzen zu haben. Das Ungeweihte [kennzeichnet man] mit Scherben.", "Dies bedeutet nämlich, es gleiche einer Scherbe: wie von einer Scherbe kein Nutzen zu haben ist, ebenso ist auch von diesem kein Nutzen zu haben.", "Grabstätten [kennzeichnet man] mit Kalk. Ein Kennzeichen, das weiß ist wie Knochen. Man verrührt ihn und gießt ihn hinauf, damit er noch weißer werde.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Dies nur im Siebentjahre, weil [die Früchte] dann Freigut sind,", "in den übrigen Jahren des Septenniums aber lasse man den Frevler129Der fremde Gärten plündert.fressen, daß er sterbe.", "Die Strengfrommen hinterlegen das Geld und sprechen: was hier gesammelt worden ist, sei durch dieses Geld ausgeweiht.", "Wolltest du erwidern, der Autor der Lehre von den Strengfrommen sei R. Šimo͑n b. Gamliél, und R. Joḥanan habe dies nicht von einer anonymen Lehre eines einzelnen gesagt,", "so sagte ja Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, die Halakha wie er sei, außer bei [den Lehren] vom Bürgen130Cf. Bb. Fol. 173a., vom Ereignisse in Çajdan131Cf. Git. Fol. 74a.und vom nachträglichen Beweise132Od. beim letzten Streite über den Beweis; cf. Syn. Fol. 31a.!? –", "Ich will dir sagen, lies nicht: was hier gesammelt worden ist, sondern: was hier gesammelt werden133Bei der Auslösung befinden sich die Früchte noch im Besitze des Eigentümers.wird. –", "Kann R. Joḥanan dies gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja: die Strengfrommen und R. Dosa lehrten dasselbe, und R. Dosa sagt ja: gesammelt worden ist!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagt, morgens trete der Eigentümer vor und spreche: was die Armen heute sammeln134Einzelne bei der Ernte zurückbleibende Ähren gehören den Armen, 3 zusammenliegende gehören dem Eigentümer; da aber manche Arme dieses Gesetz nicht kennen, so gibt der Eigentümer, um sie vor der Aneignung fremden Gutes zu schützen, diese Erklärung ab.werden, sei Freigut;", "R. Dosa sagt, er spreche abends: was die Armen gesammelt haben, sei Freigut!? –", "Wende es um, R. Jehuda mit R. Dosa, und R. Dosa mit R. Jehuda. – Wozu brauchst du diese Lehre umzuwenden, wende doch den Ausspruch R. Joḥanans um und lies: die Strengfrommen und R. Jehuda lehrten dasselbe!? –", "Ich will dir sagen, es geht nicht anders, als diese Lehre umzuwenden; in dieser wird gelehrt, daß es nach R. Jehuda eine fiktive Sonderung135Da der Eigentümer das, was die Armen sammeln werden, also materiell noch nicht ausgesondert ist, als Freigut erklären kann.gebe, während wir aus einer anderen Stelle wissen, daß es nach R. Jehuda keine fiktive Sonderung gebe. Wir haben gelernt:" ], [ "Wenn jemand von Samaritanern136Die verdächtig sind, die priesterl. Abgaben nicht zu entrichten.Wein gekauft137Kurz vor Eintritt des Šabbaths, wo keine Zeit mehr vorhanden ist, die priesterlichen Abgaben abzusondern; am Š. ist dies verboten.hat, so spreche er: zwei Log [von hundert], die ich absondern werde, sollen Hebe, zehn erster Zehnt und neun zweiter Zehnt sein; diesen lasse er ausgeweiht sein und er darf sofort trinken – so R. Meír ;", "R. Jehuda, R. Jose und R. Šimo͑n verbieten es. –", "Du hast ja die Lehre deshalb umgewendet, weil sich sonst R. Jehuda in einem Widerspruche befinden würde, jetzt aber befindet sich ja R. Joḥanan in einem Widersprüche;", "du sagtest, nach R. Joḥanan lese man nicht: was gesammelt worden ist, sondern: was gesammelt werden wird, wonach es nach ihm eine fiktive Sonderung gibt, während es nach R. Joḥanan keine fiktive Sonderung gibt,", "denn R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans, Brüder, die [Grundbesitz] geteilt haben, gelten als Käufer und erstatten im Jobeljahre einander zurück!? –", "Vielmehr, tatsächlich lese man: was gesammelt worden ist,", "aber R. Joḥanan fand eine andere anonyme Lehre. Wir haben nämlich gelernt: Wer vom Diebe stiehlt, zahlt das Doppelte nicht. Weshalb denn nicht: allerdings zahle er es nicht an den ersten Dieb, denn es heißt :138Ex. 22,6.und es aus dem Hause des Betreffenden gestohlen wird, nicht aber, wenn aus dem Hause des Diebes, aber an den Eigentümer sollte er es doch zahlen!?", "Doch wohl an den einen nicht, weil es nicht sein Eigentum ist, und an den anderen nicht, weil es nicht in seinem Besitze war. –", "Was veranlaßt dich zu erklären, daß er sich auf diese anonyme Lehre stützt, vielleicht auf die von den Strengfrommen!? –", "Weil diese durch einen Schriftvers unterstützt wird, denn es heißt :139Lev. 27,14.wenn jemand, sein Haus dem Heiligtume weiht; wie sein Haus sich in seinem Besitze befindet, ebenso alles andere, wenn es sich in seinem Besitze befindet.", "Abajje sagte : Hätte R. Joḥanan nicht gesagt, die Strengfrommen und R. Dosa lehren dasselbe, würde ich gesagt haben, die Strengfrommen sind der Ansicht R. Dosas, R. Dosa aber nicht der der Strengfrommen.", "Die Strengfrommen sind der Ansicht R. Dosas : wenn die Rabbanan für einen Dieb140Der Früchte aus einem fremden Garten stiehlt.eine Vorsorge getroffen haben, um wieviel mehr für die Armen; R. Dosa aber ist nicht der Ansicht der Strengfrommen, denn für die Armen haben die Rabbanan eine Vorsorge getroffen, für einen Dieb aber haben sie keine Vorsorge getroffen.", "Raba sagte: Hätte R. Joḥanan nicht gesagt, die Strengfrommen und R. Dosa lehren dasselbe, würde ich gesagt haben, der Autor der Lehre von den Strengfrommen sei R. Meír.", "R. Meír sagt, der Zehnt sei Eigentum Gottes, dennoch ließ ihn der Allbarmherzige hinsichtlich der Auslösung in den Besitz [des Eigentümers] übergehen, denn es heißt: 141Lev. 27,31.wenn jemand einen Teil seines Zehnten einlöst, so hat er ein Fünftel des Betrages zuzufügen;", "der Allbarmherzige nennt ihn seinen Zehnten, und er muß ein Fünftel zufügen.", "Hinsichtlich des vierjährigen Weinberges folgere man es durch [das Wort] heilig vom Zehnten: hierbei heißt es:142Ib. 19,24.heilig für eine Dankfeier, und beim Zehnten heißt es: 143Ib. 27,30.alle Zehnten vom Boden, von der Saatfrucht, sind für den Herrn heilig;", "wie der Allbarmherzige den Zehnten, bei dem [das Wort] heilig gebraucht wird, obgleich er Eigentum Gottes ist, hinsichtlich der Auslösung in den Besitz [des Eigentümers] übergehen ließ, ebenso ließ der Allbarmherzige den vierjährigen Weinberg, bei dem [das Wort] heilig gebraucht wird, obgleich er nicht sein Eigentum ist, hinsichtlich der Auslösung in seinen Besitz übergehen.", "Aber nur diesen, der auch wenn er in seinem Besitze ist, nicht ihm gehört, und den er dennoch auslösen kann, kann er auslösen,", "die Nachlese144Hinsichtl. welcher R. Dosa lehrt, daß man sie preisgeben könne, auch wenn sie nicht in seinem Besitze ist.aber, die sein Eigentum ist, kann er nur dann preisgeben, wenn sie sich in seinem Besitze befindet, nicht aber, wenn sie sich nicht in seinem Besitze befindet.", "Rabina sagte: Wenn R. Joḥanan nicht gesagt hätte, daß die Strengfrommen und R. Dosa dasselbe lehren, würde ich gesagt haben, der Autor der Lehre von den Strengfrommen sei R. Dosa, damit nicht aus einer anonymen Lehre ein Einwand gegen R. Joḥanan zu erheben145Cf. supra Fol. 69a.sei," ], [ "denn nach der anonymen Lehre eines einzelnen entschied er nicht146Wenn der Autor dieser Lehre R. Dosa ist, also ein einzelner, so ist aus dieser gegen ihn kein Einwand zu erheben..", "Die Nehardee͑nser sagten: Man schreibe keine Vollmacht147Falls der Kläger einen anderen mit der Klageführung betrauen will.auf Mobilien. R. Aši sprach zu Amemar: Aus welchem Grunde? Dieser erwiderte: Wegen der Lehre R. Joḥanans,", "denn R. Joḥanan sagte: Wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer es nicht aufgegeben hat, so können beide es dem Heiligtume nicht weihen; der eine, weil es nicht seines ist, der andere, weil es nicht in seinem Besitze148Aus diesem Grunde kann auch der Mandant dem Mandatar die einzuklagende Sache nicht überweisen.ist.", "Manche lesen: Die Nehardee͑nser sagten: Man schreibe keine Vollmacht auf Mobilien, die [der Beklagte] ableugnet. Also nur wenn er sie ableugnet, weil dies den Anschein einer Lüge149Er überträgt ihm die Einziehung einer Sache, die er gar nicht besitzt.hat, wenn er sie aber nicht ableugnet, so schreibe man wohl.", "Ferner sagten die Nehardee͑nser: Eine Vollmacht, in der es nicht heißt: geh, prozessiere, gewinne und ziehe für dich ein, hat keinen Wert, weil jener sagen kann: du bist nicht mein Prozeßgegner.", "Abajje sagte: Wenn es in dieser aber heißt: die Hälfte150Daß er dem Mandatar diesen Teil abtritt, während der Rest für ihn zurückbleibe., ein Drittel oder ein Viertel, so kann er, da er mit ihm wegen der Hälfte zu prozessieren berechtigt ist, dies auch wegen des Ganzen.", "Amemar sagte: Hat er151Der Mandatar für den einzuklagenden Gegenstand. etwas eingehascht, so wird es ihm nicht abgenommen152Auch wenn der genannte Passus in der Vollmachtsurkunde fehlt.. R. Aši sagte: Sobald er ihm geschrieben hat: ich nehme auf mich alles, was das Gericht bestimmen wird, hat er ihn zum Vertreter153Ein solcher ist zum Einhaschen nicht berechtigt.gemacht.", "Manche sagen, er habe ihn zum Mitbeteiligten gemacht. – Worin besteht der Unterschied? – Ob er die Hälfte einhaschen könne. Die Halakha ist, er hat ihn zum Vertreter gemacht.", "ii WENN ZWEI [ZEUGEN] DEN DIEBSTAHL BEKUNDEN, UND DIESE ODER ZWEI ANDERE DAS SCHLACHTEN ODER DEN VERKAUF BEKUNDEN, SO MUSS ER DAS VIER- ODER FUNFFACHE154Wer ein Großvieh stiehlt u. es schlachtet od. verkauft, muß das Fünffache, u. wer ein Kleinvieh stiehlt u. es schlachtet od. verkauft, muß das Vierfache ersetzen; cf. Ex. 21,37. Die hier genannten Handlungen sind zwar (abgesehen vom Diebstahle) verboten, jedoch ist auf diese keine peinliche Strafe gesetzt, die ihn von der Geldstrafe befreit haben würde.ZAHLEN.", "WENN JEMAND [EIN VIEH] GESTOHLEN HAT UND ES AM ŠABBATH VERKAUFT, GESTOHLEN HAT UND ES FÜR DEN GÖTZENDIENST VERKAUFT, GESTOHLEN HAT UND ES AM VERSÖHNUNGSTAGE SCHLACHTET, \n", "ODER VON SEINEM VATER GESTOHLEN UND ES GESCHLACHTET ODER VERKAUFT HAT, UND SEIN VATER DARAUF STIRBT, ODER GESTOHLEN UND ES GESCHLACHTET HAT, UND ES DARAUF DEM HEILIGTUME WEIHT, SO MUSS ER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZAHLEN.", "WENN JEMAND GESTOHLEN HAT UND ES zu HEILZWECKEN ODER FÜR HUNDE SCHLACHTET, ODER WENN ES SICH NACH DEM SCHLACHTEN HERAUSSTELLT, DASS ES TOTVERLETZT155Und zum Genusse verboten.WAR, ODER WENN ER PROFANES IM TEMPELHOFE SCHLACHTET, SO MUSS ER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZAHLEN.", "R. ŠIMO͑N BEFREIT IHN DAVON IN DIESEN BEIDEN FÄLLEN.", "GEMARA. Es wäre also anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt,", "denn R. A͑qiba sagt ja:156Dt. 19,15.eine Sache, nicht aber eine halbe157Das Zeugnis ist nur dann von Gültigkeit, wenn alle Zeugen die ganze Handlung gesehen haben, nicht aber wenn ein Teil die Hälfte u. ein Teil die andere Hälfte.Sache.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jose erzählte: Als mein Vater Ḥalaphta zu R. Joḥanan b. Nuri kam, um [bei ihm] die Tora zu studieren – manche lesen: R. Joḥanan b. Nuri zu meinem Vater" ], [ "Ḥalaphta – fragte er ihn:", "Wie ist es, wenn zwei [Zeugen bekunden], daß er es das erste Jahr, zwei, daß er es das zweite Jahr, und zwei, daß er es das dritte Jahr genießbraucht158In drei Jahren erfolgt die Ersitzung eines Grundstückes.hat?", "Dieser erwiderte: Dies ist eine Ersitzung. Jener entgegnete: Auch ich bin dieser Ansicht, R. A͑qiba aber streitet dagegen, denn R. A͑qiba sagte: eine Sache, nicht aber eine halbe Sache.", "Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, daß hier die Ansicht R. A͑qibas vertreten ist, denn auch R. A͑qiba pflichtet bei159Daß das Zeugnis gültig ist.in dem Falle, wenn zwei die Antrauung und zwei die Beschlafung160In einer späteren Zeit; die Frau gilt dann als verheiratet.bekunden;", "da die Zeugen der Antrauung die Zeugen der Beschlafung nicht brauchen161Schon durch die Antrauung allein gilt sie als Ehefrau., obgleich die Zeugen der Beschlafung die Zeugen der Antrauung brauchen162Die Zeugen können nicht wissen, ob die Beschlafung auch legitim war., heißt dies eine ganze Sache.", "Ebenso auch hierbei; da die Zeugen des Diebstahls die Zeugen des Schlachtens nicht brauchen, so heißt dies eine ganze Sache, obgleich die Zeugen des Schlachtens die Zeugen des Diebstahls brauchen163Der Diebstahl allein ist eine verbotene Handlung, nicht aber das Schlachten od. der Verkauf.. –", "Wie erklären die Rabbanan [die Einschränkung]: eine Sache, nicht aber eine halbe Sache!? – Dies schließt den Fall aus, wenn einer das Vorhandensein eines [Haares] auf der Rückenseite164Nach A͑rukh (v. גבה, hoch sein) Schamhügel. Zwei Haare an einer intimen Stelle des Körpers sind ein Zeichen der Geschlechtsreife, also der Volljährigkeit.und einer das Vorhandensein eines [Haares] auf der Bauchseite bekundet. –", "Dies ist ja eine halbe Sache und ein halbes165Die Aussage eines einzelnen Zeugen ist ja überhaupt ungültig.Zeugnis!? –", "Vielmehr, dies schließt den Fall aus, wenn zwei das Vorhandensein eines [Haares] auf der Rückenseite und zwei das Vorhandensein eines [Haares] auf der Bauchseite bekunden; die einen bekunden, [das Kind] sei minderjährig, und die anderen bekunden, es sei minderjährig.", "WENN JEMAND [EIN VIEH] GESTOHLEN HAT UND ES AM ŠABBATH VERKAUFT &C. Es wird ja aber gelehrt, er sei frei!?", "Rami b. Ḥama erwiderte: Die Lehre, daß er frei sei, bezieht sich auf den Fall, wenn [der Käufer] zu ihm gesagt hat: pflücke dir Feigen von meinem Feigenbaume166Da auf die Entweihung des Šabbaths die Todesstrafe gesetzt ist, so ist er von der Geldstrafe frei.und verkaufe mir dafür das Gestohlene. –", "Ich will dir sagen, wenn er ihn verklagen würde, würde man ihn ja nicht zur Zahlung verurteilen, da er sein Leben verwirkt hat, somit ist ja auch der Verkauf ungültig!? –", "Vielmehr, erklärte R. Papa, wenn er zu ihm gesagt hat: wirf das Gestohlene in meinen Hof und lasse es mich aneignen167Der Verkauf ist gültig u. der Dieb verfällt wegen Entweihung des Š.s (durch die Transportation aus einem Gebiete nach einem anderen) der Todesstrafe.. –", "Also nach R. A͑qiba, welcher sagt, sobald [die Sache vom Luftraume] aufgenommen168Sobald die Sache in den Luftraum des Käufers gelangt, geht sie in seinen Besitz über noch bevor sie auf die Erde niederschlägt; nach RA͑. gilt dies auch hinsichtlich des Šabbathgesetzes., sei es ebenso als würde sie liegen,", "denn nach den Rabbanan eignet er es ja, sobald es den Luftraum seines Hofes erreicht, während jener hinsichtlich des Šabbathgesetzes erst dann strafbar ist, wenn es den Boden169Während die Halakha nach der Mehrheit, den Rabbanan, zu entscheiden ist.berührt !? –", "Wenn er zu ihm gesagt hat: Laß mich das Gestohlene aneignen erst wenn es den Boden berührt hat.", "Raba erklärte: Tatsächlich wie Rami b. Ḥama [erklärt hat], denn die Tora hat den Hurenlohn verboten170Für Tempelzwecke; cf. Dt. 23,19., selbst in dem Falle, wenn jemand seine Mutter beschlafen hat, den man, wenn sie ihn verklagen würde, nicht zur Zahlung verurteilen171Da er wegen Blutschande der Todesstrafe verfällt.würde.", "Er gilt also, obgleich man ihn, wenn sie ihn verklagen würde, nicht zur Zahlung verurteilen würde, wenn er ihn ihr gezahlt hat, als Hurenlohn;" ], [ "ebenso ist auch hierbei, obgleich man ihn, wenn er ihn verklagen würde, nicht zur Zahlung verurteilen würde, wenn er ihn dadurch verkauft hat, der Verkauf gültig.", "GESTOHLEN HAT UND ES AM VERSÖHNUNGSTAGE SCHLACHTET &C. Ich will dir sagen, weshalb denn, zugegeben, daß darauf die Todesstrafe nicht gesetzt ist, aber Geißelhiebe sind ja darauf gesetzt, und es ist uns bekannt, daß man nicht der Geißelung und der Geldzahlung verfalle!? –", "Ich will dir sagen, hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man verfalle wohl der Geißelung und der Geldzahlung. –", "Nach R. Meír sollte dies doch auch von dem Falle gelten, wenn er es am Šabbath geschlachtet hat!? Wolltest du erwidern, er sei der Ansicht, man verfalle wohl der Geißelung und der Geldzahlung, nicht aber verfalle man der Todesstrafe und der Geldzahlung,", "so wird ja gelehrt: Wenn jemand [ein Vieh] gestohlen hat und es am Šabbath schlachtet, gestohlen hat und es für den Götzendienst schlachtet, einen zu steinigenden Ochsen gestohlen hat und ihn schlachtet, so muß er nach R. Meír das Vier- oder Fünffache zahlen, nach den Weisen aber ist er frei. –", "Ich will dir sagen, abgesehen von dieser [Lehre], denn hierzu wurde gelehrt: R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans – manche lesen: R. Jirmeja sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Laqiš – R. Abin, R. Ilea͑ und das ganze Kollegium sagten im Namen R. Joḥanans, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn er es durch einen anderen schlachten ließ172Nur in diesem Falle muß der Dieb die Geldstrafe zahlen.. –", "Sollte denn, wenn der eine die Sünde begeht, der andere schuldig sein!?", "Raba erwiderte: Anders ist es hierbei, denn die Schrift sagt:173Ex. 21,37.und es schlachtet oder verkauft, wie der Verkauf mit Beteiligung eines anderen174Des Käufers.erfolgt, ebenso auch das Schlachten mit Beteiligung eines anderen.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, das oder schließe einen Vertreter ein. In der Schule Ḥizqijas wurde gelehrt, das statt175Im angezogenen Schriftverse, Ex. 21,37.schließe einen Vertreter ein.", "Mar Zuṭra wandte ein: Ist denn der Fall möglich, daß jemand, wenn er selber die Handlung begeht, nicht schuldig ist, und wenn sein Vertreter sie begeht, er schuldig ist!?", "R. Aši erwiderte ihm: Da176Wenn er selber es am Šabbath schlachtet.geschieht dies nicht, weil er nicht schuldig ist, sondern weil er mit der schwereren Strafe belegt wird. –", "Weshalb ist er, wenn er es durch einen anderen schlachtenließ, nach den Weisen frei!? –", "Ich will dir sagen, unter Weisen ist R. Šimo͑n zu verstehen, welcher sagt, die unwirksame Schlachtung177Weil das Tier auch geschlachtet zum Genusse verboten ist.gelte nicht als Schlachtung. –", "Ich will dir sagen, allerdings ist die Schlachtung für den Götzendienst und des zu steinigenden Ochsen eine ungültige Schlachtung, aber die Schlachtung am Šabbath ist ja gültig, denn wir haben gelernt, wenn jemand am Šabbath oder am Versöhnungstage schlachtet, sei die Schlachtung gültig, obgleich er das Leben verwirkt hat!? –", "Ich will dir sagen, er ist der Ansicht R. Joḥanan des Schusters, denn wir haben gelernt:", "Wenn jemand versehentlich am Šabbath gekocht hat, so darf er es178Auch am selben Tage.essen, wenn aber vorsätzlich, so darf er es nicht essen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, wenn versehentlich, dürfe er es am Ausgange des Šabbaths essen, wenn vorsätzlich, dürfe er es niemals essen.", "R. Joḥanan der Schuster sagt, wenn versehentlich, dürfen andere es am Ausgange des Šabbaths essen, er selber aber nicht, wenn vorsätzlich, dürfe man es niemals essen, weder er selber noch andere179Und dasselbe gilt auch von der Schlachtung.. –", "Was ist der Grund R. Joḥanan des Schusters? – Wie R. Ḥija an der Pforte des Hauses des Fürsten vorgetragen hat:180Ex. 31,14.Beobachtet den Šabbath, denn er soll euch heilig sein; wie das Heilige nicht gegessen werden darf, ebenso ist auch das am Šabbath Zubereitete zum Essen verboten. –", "Demnach sollte doch, wie das Heilige zur Nutznießung verboten ist, auch das am Šabbath Zubereitete zur Nutznießung verboten sein!? – Es heißt: euch, es gehört euch.", "Man könnte glauben, auch wenn versehentlich, so heißt es:180Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben; ich habe es dir nur von der Vorsätzlichkeit gesagt, nicht aber von der Unvorsätzlichkeit.", "Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, das am Šabbath Zubereitete sei [verboten] nach der Tora, und einer sagt, das am Šabbath Zubereitete sei nur rabbanitisch [verboten].", "Einer sagt, nach der Tora, wie wir bereits erklärt haben; einer sagt, nur rabbanitisch, denn die Schrift sagt: er soll heilig sein, er ist heilig, nicht aber das aus ihm Zubereitete. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, der nach der Tora sagt," ], [ "daß er181Der Dieb, der das gestohlene Vieh am Šabbath geschlachtet hat.nach den Rabbanan frei182Da die Schlachtung ungültig ist.ist, weshalb aber ist er nach den Rabbanan frei nach demjenigen, der rabbanitisch sagt!? –", "Dies bezieht sich auf das übrige, auf das Schlachten für den Götzendienst und eines zu steinigenden Ochsen. –", "Wieso ist er nach R. Meír schuldig, wenn er es für den Götzendienst geschlachtet hat,", "sobald er es ein wenig anschlachtet, macht er es ja verboten, somit schlachtet er ja weder des Eigentümers noch seines183Hinsichtlich der Zahlung des 4- od. 5fachen muß das Vieh während des ganzen Schlachtens dem Eigentümer gehören.!?", "Raba erwiderte: Wenn er sagt, er wolle den Götzendienst mit der Beendigung des Schlachtens begehen. –", "Der zu steinigende Ochs ist ja zur Nutznießung verboten, somit schlachtet er ja weder des Eigentümers noch seines!?", "Raba erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man ihn einem Hüter übergeben und er im Besitze des Hüters den Schaden angerichtet hat und im Besitze des Hüters verwarnt worden ist. R. Meír ist der Ansicht R. Ja͑qobs und der Ansicht R. Šimo͑ns.", "Er ist der Ansicht R. Ja͑qobs, welcher sagt, wenn der Hüter184Cf. supra Fol. 45a.ihn dem Eigentümer nach der Aburteilung zurückgegeben hat, sei die Rückgabe gültig,", "und er ist der Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, was Geld ersetzt185Wenn die Sache an sich nichts wert ist, für den Kläger aber Geldwert hat; dies ist zBs. beim in Rede stehenden Ochsen der Fall: an sich ist er nichts wert, da er nach der Aburteilung zur Nutznießung verboten ist, der Hüter aber kann ihn dem Eigentümer zur Verfügung stellen u. sich dadurch vom Ersatze befreien., gelte als Geld.", "Wir haben nämlich gelernt: R. Šimo͑n sagt, wegen Opfer, für die der Eigentümer haftbar ist, sei er186Der Dieb hinsichtlich der Zahlung des Doppelten.schuldig. Hieraus also, daß das, was Geld verursacht, als Geld gilt.", "R. Kahana sagte: Ich trug diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vor, [da sprach er zu mir:] Wieso kannst du diese Mišna R. Meír und nicht R. Šimo͑n addizieren, im Schlußsatze heißt es ja, daß er nach R. Šimo͑n in diesen beiden Fällen frei sei, demnach pflichtet er hinsichtlich der ganzen übrigen Mišna bei!?", "Dieser erwiderte: Nein, er pflichtet bei nur hinsichtlich des Schlachtens und Verkaufens zu Heilzwecken und für Hunde.", "ODER VON SEINEM VATER GESTOHLEN UND ES GESCHLACHTET ODER VERKAUFT &C. Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn jemand einen Ochsen zweier Teilhaber gestohlen und geschlachtet und dies einem eingestanden187In einem solchen Falle ist er von der Geldstrafe frei; es fragt sich nun, ob sich dies auch auf den 2., dem er es nicht eingestanden hat, erstreckt.hat?", "Der Allbarmherzige sagt fünf Rinder, nicht aber fünf halbe Rinder, oder aber: der Allbarmherzige sagt fünf Rinder, auch fünf halbe Rinder. Dieser erwiderte: Der Allbarmherzige sagt fünf Rinder, nicht aber fünf halbe Rinder.", "Er wandte gegen ihn ein: Oder von seinem Vater gestohlen und es geschlachtet oder verkauft hat, und sein Vater darauf stirbt, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen. Dies gleicht ja, da der Vater gestorben ist, dem Falle, wenn er zuvorgekommen ist und es einem von ihnen188Da er ebenfalls erbberechtigt ist u. die Brüder nur Teilhaber sind.eingestanden hat, und er lehrt, er müsse das Vier- oder Fünffache zahlen!?", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er dem Vater bereits vor Gericht gestanden hat. –", "Demnach braucht er, wenn er dem Vater nicht vor Gericht gestanden hat, das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen; weshalb lehrt er nun im Schlußsatze, daß, wenn er von seinem Vater gestohlen hat und dieser gestorben ist und er es nachher schlachtet oder verkauft, er das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen brauche, sollte er doch beim ersten Falle selber einen Unterschied machen: dies gilt nur von dem Falle, wenn er vor Gericht gestanden hat, wenn er aber nicht vor Gericht gestanden hat, braucht er das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen!?", "Dieser erwiderte: Dem ist auch so, da er aber im Anfangsatze von dem Falle lehrt, wenn er von seinem Vater gestohlen und es geschlachtet oder verkauft hat, und der Vater nachher stirbt, so lehrt er im Schlußsatze von dem Falle, wenn er von seinem Vater gestohlen hat und dieser gestorben ist, und er es nachher schlachtet oder verkauft.", "Am folgenden Morgen sprach er zu ihm: Der Allbarmherzige sagt fünf Rinder, auch fünf halbe Rinder; gestern sagte ich es dir deshalb nicht," ], [ "weil ich kein Rindfleisch gegessen189Dh. ich habe darüber nicht gut nachgedacht.hatte. –", "Welchen Unterschied gibt es demnach190Er sollte doch auch in dem Falle, wenn der Vater vorher gestorben ist, an die Brüder die Hälfte zahlen.zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?", "Dieser erwiderte: Hinsichtlich des Anfangsatzes heißt es: und es schlachtet, alles im Zustande des Verbotes, hinsichtlich des Schlußsatzes heißt es nicht: und es schlachtet, alles im Zustande des Verbotes.", "ODER WENN ES SICH NACH DEM SCHLACHTEN HERAUSSTELLT, DASS ES TOTVERLETZT WAR &C. R. Ḥabi aus Maḥoza sprach zu R. Aši: Hieraus191Aus der Lehre, daß, wenn der Dieb Profanes im Tempel schlachtet, es somit verboten macht, er das 4- od. 5fache zahlen müsse.ist zu entnehmen, daß die Schlachtung erst mit der Beendigung ihre Gültigkeit erlange,", "denn wenn die Schlachtung von Anfang bis zum Schlusse Gültigkeit hätte, so würde er es ja, sobald er [das Tier] ein wenig anschlachtet, verboten machen, und somit nicht des Eigentümers schlachten.", "R. Hona, der Sohn Rabas, erwiderte ihm: Er ist eben wegen des Wenigen schuldig. R. Aši sprach zu ihm: Weise ihn nicht ab; und es schlachtet, es muß vollständig erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist. –", "Dies ist ja ein Einwand!? Er erwiderte: R. Gamda erklärte es im Namen Rabas wie folgt: wenn er einen Teil der Halsorgane außerhalb192Des Tempels.durchschneidet und [das Schlachten] innerhalb192Des Tempels.beendet.", "Manche beziehen dies auf folgende Lehre: R. Šimo͑n sagte im Namen R. Levi des Greisen: Die Schlachtung erlange Gültigkeit erst bei Beendigung. R. Joḥanan aber sagt, die Schlachtung habe Gültigkeit von Anfang bis zum Schlusse. R. Ḥabi aus Maḥoza sprach zu R. Aši: R. Joḥanan wäre also der Ansicht, das Verbot des Schlachtens von Profanem im Tempelhofe sei nicht aus der Tora," ], [ "denn wenn man sagen wollte, es sei aus der Tora, so macht er193Der Dieb.ja, sobald er [das Tier] ein wenig anschlachtet, es verboten und schlachtet nicht des Eigentümers.", "R. Aḥa, der Sohn Rabas, erwiderte ihm : Er ist eben wegen des Wenigen schuldig. R. Aši sprach zu ihm: Weise ihn nicht ab; und es schlachtet, es muß vollständig erfolgen, was hierbei nicht der Fall ist. –", "Dies ist ja ein Einwand!? Dieser erwiderte: R. Gamda erklärte es im Namen Rabas wie folgt: schuldig ist er in dem Falle, wenn er einen Teil der Halsorgane außerhalb durchschneidet und [das Schlachten] innerhalb beendet.", "iii WENN ZWEI [ZEUGEN] DEN DIEB STAHL UND DIESELBEN AUCH DAS SCHLACHTEN ODER DEN VERKAUF BEKUNDET HABEN UND ALS FALSCHZEUGEN UBERFÜHRT194Wenn andere Zeugen bekunden, daß sie zur Zeit, in der sie ihre Beobachtung gemacht haben wollen, nicht zur Stelle waren (cf. Mak. Fol. 5a); sie verfallen dann der Strafe, die sie dem Beschuldigten zugedacht hatten; wenn nur ihre Aussage als falsch hingestellt wird, so ist zwar ihr Zeugnis ungültig, sie gelten aber nicht als überführte Falschzeugen u. verfallen dieser Strafe nicht.WERDEN, SO HABEN SIE ALLES ZU ZAHLEN.", "WENN ZWEI DEN DIEBSTAHL UND ZWEI ANDERE DAS SCHLACHTEN ODER DEN VERKAUF BEKUNDET HABEN, UND BEIDE PARTIEN ALS FALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WERDEN, SO ZAHLEN DIE ERSTEREN DAS DOPPELTE UND DIE LETZTEREN DAS DREIFACHE; \n", "WERDEN NUR DIE LETZTEREN ALS FALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT, SO BEZAHLT ER DAS DOPPELTE UND DIESE DAS DREIFACHE; \n", "WIRD EINER VON DEN LETZTEREN ÜBERFÜHRT, SO IST DAS ZWEITE ZEUGNIS UNGÜLTIG195Der Dieb bezahlt das Doppelte u. die letzten Zeugen haben nichts zu zahlen.; WIRD EINER VON DEN ERSTEREN ÜBERFÜHRT, SO IST DAS GANZE ZEUGNIS UNGÜLTIG, DENN WENN NICHTS GESTOHLEN WORDEN IST, KANN AUCH NICHTS GESCHLACHTET ODER VERKAUFT WORDEN SEIN.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Der überführte Falschzeuge ist, wie Abajje sagt, rückwirkend196Seit der Überführung bis zur Bekundung.unzulässig und wie Raba sagt, von jetzt ab unzulässig.", "Abajje sagt, er sei rückwirkend unzulässig, denn seit der Zeit seiner Bekundung ist er ein Frevler, und die Tora197Nach dem Wortlaute des Textes soll der folgende Satz eine Schriftstelle sein, was aber nicht der Fall ist; ein Vergleich mit der Parallelstelle Syn. Fol. 27a zeigt, daß hier die eigentliche Schriftstelle (Dt. 23,1) ausgefallen u. nur die Erklärung zurückgeblieben ist.sagt, daß man den Frevler nicht als Zeuge zulasse.", "Raba sagt, er sei von jetzt ab unzulässig, denn das Gesetz vom überführten Falschzeugen ist ein Novum – es sind zwei gegen zwei,", "und was veranlaßt dich, auf diese zu hören, höre doch auf jene198Dennoch ist für das Gericht die Aussage der letzten Zeugen maßgebend.– somit tritt auch die Wirkung erst mit der Zeit des Novums ein.", "Manche sagen. Raba sei ebenfalls der Ansicht Abajjes, daß nämlich der Falschzeuge rückwirkend unzulässig sei, nur will Raba" ], [ "einer Schädigung der Käufer vorbeugen199Damit die inzwischen von den Zeugen unterzeichneten Kaufscheine ihre Gültigkeit nicht verlieren.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn zwei [Zeugen] den einen und zwei den anderen überführt200Dies ist kein Novum mehr, da es 4 gegen 2 sind.haben.", "Oder auch, wenn sie sie als unzulässig wegen Raubes201Ein Räuber ist als: Zeuge unzulässig.überführt haben. Die Begründung, es sei ein Novum, ist hierbei nicht stichhaltig, die Begründung, wegen einer Schädigung der Käufer, ist hierbei wohl stichhaltig.", "R. Jirmeja aus Diphte sagte: R. Papi traf eine Entscheidung nach Raba. R. Aši sagte: Die Halakha ist nach Abajje zu entscheiden. Die Halakha ist bei JA͑L QGM202Anfangsbuchstaben der Stichworte von 6 Kontraversen zwischen A. und R.; cf. Band VI Anmerkung 383.nach Abajje zu entscheiden. –", "Es wird gelehrt: Wenn zwei den Diebstahl und dieselben auch das Schlachten oder den Verkauf bekundet haben und als Falschzeugen überführt werden, so müssen sie alles zahlen.", "Doch wohl, wenn sie zuerst den Diebstahl und darauf das Schlachten bekundet haben, und alsdann zuerst hinsichtlich des Diebstahls und darauf hinsichtlich des Schlachtens überführt worden sind.", "Wieso brauchen sie nun, wenn man sagen wollte, sie werden rückwirkend unzulässig, wegen des Schlachtens zu zahlen, sobald sie hinsichtlich des Diebstahls überführt worden sind, stellte es sich ja heraus, daß sie rückwirkend hinsichtlich des Schlachtens unzulässig waren203Das Zeugnis war ungültig.!? –", "Ich will dir sagen, hier handelt es sich um den Fall, wenn sie zuerst hinsichtlich des Schlachtens überführt worden sind. –", "Aber wenn sie später hinsichtlich des Diebstahls überführt werden, stellt es sich ja heraus, daß, als sie das Schlachten bekundet haben, sie rückwirkend unzulässig waren, weshalb brauchen sie nun wegen des Schlachtens zu zahlen!? –", "Die Halakha ist, wenn sie gleichzeitig ihre Bekundungen abgelegt haben und überführt worden sind.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Wenn zwei den Diebstahl und dieselben auch das Schlachten bekundet haben, und darauf hinsichtlich des Diebstahls als Falschzeugen überführt werden, so ist das Zeugnis, das zum Teil ungültig geworden ist, vollständig ungültig;", "werden sie hinsichtlich des Schlachtens als Falschzeugen überführt, so muß er das Doppelte und sie das Dreifache zahlen.", "R. Jose sagte : Dies204Daß das 1. Zeugnis bestehen bleibe und der Dieb das Doppelte zu zahlen habe.gilt nur von zwei Zeugnissen, wenn es aber ein Zeugnis ist, so ist ein Zeugnis, das zum Teil ungültig wird, vollständig ungültig.", "Was ist nun unter zwei Zeugnissen und unter einem Zeugnisse zu verstehen: wollte man sagen, unter zwei Zeugnissen seien zwei besondere Zeugenpartien und unter einem Zeugnisse sei eine Zeugenpartie, die ihre Zeugnisse nacheinander abgelegt hat, zu verstehen,", "woher entnimmt nun R. Jose, daß in einem solchen Falle, wenn es eine Zeugenpartie ist, die ihre Bekundungen nacheinander ablegt, wenn sie zuerst hinsichtlich des Diebstahls und später hinsichtlich des Schlachtens bekundet, und darauf hinsichtlich des Schlachtens als Falschzeugen, überführt wird, das Zeugnis, das zum Teil ungültig ist, vollständig ungültig sei, und sie auch hinsichtlich des Diebstahls als überführt205In einem solchen Falle müßte ja das Zeugnis hinsichtlich des Diebstahls bestehen bleiben.gelte?", "Wahrscheinlich also ist unter zwei Zeugnissen eine Zeugenpartie, die zweien gleicht, zu verstehen, wenn es nämlich eine Zeugenpartie ist, die ihre Bekundungen nach einander ablegt, nicht aber, wenn es eine Zeugenpartie ist, die ihre Bekundungen gleichzeitig ablegt.", "Sie glaubten, alle seien der Ansicht, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen206Dh. wenn zwischen den beiden Aussagen keine längere Pause eingetreten war.kann], gesprochen wird, gelte als ein Satz,", "somit besteht wahrscheinlich ihr Streit in folgendem: die Rabbanan sind der Ansicht, er207Der überführte Falschzeuge.sei von jetzt ab unzulässig, somit gelten sie nur hinsichtlich des Schlachtens, bezüglich dessen sie überführt worden sind, als überführt, hinsichtlich des Diebstahls aber, bezüglich dessen sie nicht überführt worden sind, gelten sie nicht als überführt.", "R. Jose aber ist der Ansicht, er sei auch rückwirkend unzulässig; mit der Bekundung waren sie sofort unzulässig, und wenn sie später hinsichtlich des Schlachtens überführt werden, gelten sie auch hinsichtlich des Diebstahls als überführt, denn das, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], gesprochen wird, gilt als ein Satz208Die Unfähigkeit reicht rückwirkend seit der Überführung bis zur Bekundung, u. beide Bekundungen gehören zusammen.. –", "Ich will dir sagen, wenn das, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], ausgesprochen wird, als ein Satz gälte, so wären alle der Ansicht, daß er rückwirkend unzulässig ist, hierbei aber streiten sie, ob das, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], gesprochen wird, als ein Satz gilt. Die Rabbanan sind der Ansicht, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], gesprochen wird, gilt nicht als ein209Die Überführung der einen Aussage hat keinen Einfluß auf die andere.Satz," ], [ "und R. Jose ist der Ansicht, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], gesprochen wird, gilt als ein Satz. –", "Ist denn R. Jose der Ansicht, was innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann], gesprochen wird, gelte als ein Satz, wir haben ja gelernt: [Sagt jemand:] dieses [Vieh] sei eingetauscht für das Brandopfer, für das Heilsopfer, so ist es eingetauscht für das Brandopfer210Die erste Bestimmung behält ihre Gültigkeit. – so R. Meír.", "R. Jose sagt : hat er dies von vornherein beabsichtigt, so sind, da man nicht zwei Namen gleichzeitig aussprechen kann, seine Worte gültig211Man warte bis das Tier ein Gebrechen bekommt u. zur Opferung untauglich wird, alsdann verkaufe man es u. verwende den Erlös für beide Opferarten.. Wenn er aber, nachdem er ‘eingetauscht für ein Brandopfer’ gesagt hat, sich überlegt und ‘eingetauscht für ein Heilsopfer’ sagt, so gilt es als Brandopfer.", "Und auf unseren Einwand, wenn er sich überlegt hat, ist dies212Daß die Bestimmung nicht mehr widerrufen werden kann.ja selbstverständlich,", "erwiderte R. Papa, wenn er sich innerhalb [der Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann] überlegt hat!? –", "Ich will dir sagen, es gibt zwei Arten [Zeit], während welcher man einen Satz [aussprechen kann]; eine, während welcher ein Schüler seinen Lehrer begrüßt, und eine, während welcher ein Lehrer seinen Schüler begrüßt. [Bei einer Unterbrechung] einer längeren Zeit, während welcher ein Schüler seinen Lehrer begrüßt, ‘Friede mit dir, mein Lehrer und Meister’, gilt es nach R. Jose nicht [als ein Satz], bei einer kürzeren Zeit, während welcher ein Lehrer seinen Schüler begrüßt, ‘Friede mit dir’, gilt es nach ihm [als ein Satz].", "Raba sagte: Wenn Zeugen zuerst widersprochen213Vgl. S. 246 Anm. 194.und nachher als Falschzeugen überführt worden sind, so werden sie hingerichtet214Falls sie durch ihre Aussage jemand mit der Todesstrafe belasten; entsprechend auch bei jeder anderen Aussage., denn die Widersprechung ist der Beginn215Man sage also nicht, die Überführung habe eine ungültige Zeugenaussage betroffen.der Überführung, nur war sie nicht zuende geführt worden.", "Raba sprach: Woher entnehme ich dies? Es wird gelehrt: [Sagten sie:] wir bekunden, daß jener seinem Sklaven ein Auge geblendet und einen Zahn ausgeschlagen216Der Sklave muß wegen des Auges freigelassen werden u. hat außerdem Schadenersatz für den Zahn zu beanspruchen.hat, denn sein Herr sagte es, und werden sie darauf als Falschzeugen überführt, so müssen sie an den Sklaven den Ersatz für das Auge zahlen.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrt wird, wenn keine zweite Zeugenpartie217Die sie hinsichtlich der ganzen Aussage überführt.vorhanden ist, wieso müssen sie an den Sklaven den Ersatz für das Auge zahlen, wo sie ihn in Freiheit bringen wollten;", "ferner sollten sie doch an den Herrn den ganzen Wert des Sklaven zahlen; und wieso heißt es ferner: denn sein Herr sagte es, ist dies denn dem Herrn erwünscht!?", "Doch wohl, wenn vorher zwei gekommen waren und bekundet hatten, daß er ihm einen Zahn ausgeschlagen und ein Auge geblendet hat, wonach der Eigentümer den Ersatz für das Auge zu zahlen218An den Sklaven, der wegen des Zahnes als Freier galt.hatte, und darauf zwei andere gekommen sind und bekundet haben: zuerst das Auge und nachher den Zahn, wonach er ihm nur Ersatz für einen Zahn zu zahlen hat, die ersten also den anderen widersprechen,", "und deshalb heißt es: denn sein Herr sagte es, denn ihm ist diese Aussage erwünscht,", "und er lehrt, daß, wenn die mittleren als Falschzeugen überführt219Durch eine 3. Zeugenpartie.werden, sie an den Sklaven den Ersatz für das Auge zu zahlen haben.", "Hieraus zu entnehmen, daß die Widersprechung der Beginn der Überführung ist.", "Abajje sprach zu ihm: Nein,", "wenn sie das Entgegengesetzte bekunden und jene als Falschzeugen überführen220Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn es zusammen 2 Zeugenpartien sind u. die anderen die ersten als Falschzeugen überführen, jedoch auch bekunden, daß an einem anderen Tage das Ereignis sich zwar zugetragen, aber in entgegengesetzter Reihenfolge; zuerst schlug er ihm den Zahn aus u. nachher blendete er ihm das Auge.. –", "Woher dies? –" ], [ "Da der Schlußsatz von entgegengesetzter Bekundung und Überführung spricht, so spricht auch der Anfangsatz von entgegengesetzter Bekundung und Überführung.", "Im Schlußsatze lehrt er nämlich: [Sagten sie:] wir bekunden, daß jener seinem Sklaven einen Zahn ausgeschlagen und ein Auge geblendet hat, denn der Sklave sagte es, und werden sie darauf als Falschzeugen überführt, so müssen sie an den Herrn den Ersatz für das Auge zahlen.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn die letzteren die Verletzung überhaupt abstreiten, so müßten jene ja an den Herrn den ganzen Ersatz für den Sklaven zahlen;", "doch wohl, wenn sie die Verletzungen bestätigen und nur das Entgegengesetzte bekunden221Und sie außerdem hinsichtlich des Tages überführen.. –", "Von welchem Falle spricht diese Lehre:", "versetzen die letzteren die Tat in eine spätere Zeit, so sollten jene doch an den Herrn den Wert des Sklaven zahlen,", "denn als sie ihn zahlungspflichtig machen wollten, war er ja noch nicht zahlungspflichtig!? – Wenn sie die Tat in eine frühere Zeit versetzen. –", "Aber immerhin sollten sie, wenn er vor Gericht noch nicht gestanden hat, an den Herrn den ganzen Wert des Sklaven zahlen, denn dann war er ja zur Zahlung nicht verpflichtet222Die Freilassung wegen des Auges od. Zahnes ist eine Buße, u. wenn der Herr es freiwillig eingesteht, ist er davon befreit.!? –", "Vielmehr, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, sprach zu R. Aši: Woher entnimmt Raba seine Folgerung: wollte man sagen, aus dem Anfangsatze, so kann ja in diesem Falle die mittelste Zeugenpartie nicht widersprochen werden,", "denn wenn sie nicht als Falschzeugen überführt werden, wird ja ihre Bekundung anerkannt, da das Urteil nach ihrer Aussage223Wenn sie sich in Widerspruch mit der ersten Zeugenpartie befinden.gefällt wird, weil in zwei Minen eine Mine224Nach ihrer Aussage hat der Eigentümer den Ersatz für einen Zahn zu zahlen, der weniger beträgt als der Ersatz für ein Auge. Im Übrigen ist diese Begründung nicht ganz verständlich u. fehlt auch in manchen Texten. enthalten ist.", "Demnach wurden ja die ersten widersprochen und nicht die mittleren!?", "Dieser erwiderte: Raba ist der Ansicht, da der Anfangsatz von drei Partien spricht, spreche auch der Schlußsatz von drei Partien, und er entnimmt sie aus dem Schlußsatze:", "wenn zwei gekommen waren und bekundet hatten, daß er ihm einen Zahn ausgeschlagen und ein Auge geblendet hat, und er auf ihre Aussage hin verurteilt worden war,", "und darauf zwei andere gekommen sind und bekundet haben, daß er ihm ein Auge geblendet und einen Zahn ausgeschlagen hat, diese also den ersten widersprechen, und jene auch überführt worden225Durch eine 3. Zeugenpartie.sind, so müssen sie den Wert des Auges an den Herrn zahlen.", "Weshalb müssen sie es nun zahlen, wenn man sagen wollte, die Widersprechung sei nicht der Beginn der Überführung, sie sind ja vorher widersprochen226Ihr Zeugnis war also ungültig.worden !? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß die Widersprechung der Beginn der Überführung sei. –", "Und Abajje!? – Er kann dir erwidern: allerdings müssen es im Anfangsatze drei Zeugenpartien sein, weil es heißt: denn sein Herr sagte227Es muß somit erklärt werden, daß vorher eine Zeugenpartie ein für ihn noch ungünstigeres Zeugnis abgelegt hatte.es,", "wozu aber brauchen es im Schlußsatze drei Zeugenpartien zu sein, wenn etwa, weil es heißt:", "denn der Sklave sagte es, so sagt er es ja auf jeden Fall, denn ihm ist es ja erwünscht, Freiheit zu erlangen!?", "R. Zera wandte ein: Vielleicht aber: wenn er ihm ein Auge geblendet hat," ], [ "so geht er frei aus wegen seines Auges, wenn er ihm einen Zahn ausgeschlagen hat, so geht er frei aus wegen seines Zahnes, und wenn er ihm ein Auge geblendet und einen Zahn ausgeschlagen hat, so geht er frei aus wegen seines Auges und Zahnes228Ohne für die 2. Verletzung eine Entschädigung zu erhalten.!?", "Abajje erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:229Ex. 21,26.für das Auge, nicht aber für das Auge und den Zahn; für den Zahn, nicht aber für den Zahn und das Auge.", "R. Idi b. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn zwei [Zeugen] den Diebstahl und dieselben auch das Schlachten oder den Verkauf bekundet haben und als Falschzeugen überführt werden, so haben sie alles zu zahlen.", "Doch wohl, wenn sie zuerst den Diebstahl und nachher des Schlachten bekundet haben und darauf zuerst hinsichtlich des Diebstahls und nachher hinsichtlich des Schlachtens überführt werden.", "Sobald sie hinsichtlich des Diebstahls überführt werden, gelten sie ja als widersprochen230Ohne gestohlen zu haben kann er nicht geschlachtet haben.hinsichtlich des Schlachtens, und er lehrt, daß sie alles zu zahlen haben. Wieso brauchen sie nun, wenn man sagen wollte, die Widersprechung gelte nicht als Beginn der Überführung, wegen des Schlachtens zu zahlen226Ihr Zeugnis war also ungültig.!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß die Widersprechung der Beginn der Überführung ist. –", "Ich will dir sagen, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie zuerst hinsichtlich des Schlachtens überführt werden.", "Hierüber besteht auch folgender Streit. Über Zeugen, die zuerst widersprochen und nachher überführt worden sind, [streiten] R. Joḥanan und R. Elea͑zar; einer sagt, sie werden hingerichtet, und einer sagt, sie werden nicht hingerichtet.", "Es ist zu beweisen, daß R. Elea͑zar es ist, welcher sagt, sie werden nicht hingerichtet, denn R. Elea͑zar sagte, wenn Zeugen einer Todesstrafsache widersprochen werden, so erhalten sie Geißelhiebe.", "Wieso erhalten sie Geißelhiebe, wenn man sagen wollte, R. Elea͑zar sei der Ansicht, sie werden hingerichtet, dies wäre ja ein Verbot, worauf eine Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, und wegen eines Verbotes, worauf eine Verwarnung auf Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist, ist ja nicht zu geißeln!?", "Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß R. Elea͑zar es ist, welcher sagt, sie werden nicht hingerichtet. Schließe hieraus. –", "Weshalb erhalten sie Geißelhiebe, es sind ja zwei gegen231Weshalb sollte man der 2. Zeugenpartie mehr Glauben schenken; die Bestimmung der Tora gilt nur von überführten Falschzeugen.zwei!?", "Abajje erwiderte: Wenn der [angeblich] Erschlagene zu Fuß ankommt232Wenn die 2. Zeugenpartie ihre Aussage durch Tatsachen beweist..", "ivWENN ZWEI [ZEUGEN] DEN DIEB STAHL BEKUNDEN UND EINER DAS SCHLACHTEN ODER DEN VERKAUF BEKUNDET, ODER ER SELBST DIES EINGESTEHT, SO MUSS ER DAS DOPPELTE, NIGHT ABER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZAHLEN.", "WENN JEMAND [EIN VIEH] GESTOHLEN HAT UND ES AM ŠABBATH SCHLACHTET, GESTOHLEN HAT UND ES FÜR DEN GÖTZENDIENST SCHLACHTET, VON SEINEM VATER GESTOHLEN HAT UND NACHDEM SEIN VATER GESTORBEN IST, ES SCHLACHTET ODER VERKAUFT, GESTOHLEN UND ES DEM HEILIGTUME GEWEIHT HAT UND SCHLACHTET ODER VERKAUFT, SO MUSS ER DAS DOPPELTE, NICHT ABER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZAHLEN.", "R. ŠIMO͑N SAGT, WEGEN OPFER[TIERE], FÜR DIE [DER EIGENTÜMER] HAFTBAR IST, IST DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZU ZAHLEN, UND FÜR DIE ER NICHT HAFTBAR IST, IST ES NICHT ZU ZAHLEN.", "GEMARA. Von einem einzelnen Zeugen ist es233Daß er eine Verurteilung nicht herbeiführen kann.ja selbstverständlich!? –", "Ich will dir sagen, folgendes lehrt er uns : das eigene Geständnis gleicht der Bekundung eines einzelnen Zeugen; wie die Aussage eines einzelnen Zeugen mit der eines später auftretenden zweiten Zeugen vereinigt wird und [der Angeklagte] dann schuldig ist, ebenso ist er auch schuldig, wenn er ein Geständnis abgelegt hat und darauf Zeugen kommen.", "Dies schließt die Lehre des R. Hona im Namen Rabhs aus, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er frei.", "Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, so ist er frei. R. Ḥisda wandte gegen R. Hona ein: Einst blendete R. Gamliél ein Auge seines Sklaven Ṭabi, und er war darüber überaus234Dieser Sklave war sehr tugendhaft (cf. Ber. Fol. 16b) u. sein Herr RG. wollte ihn gern freilassen, was aber nach jüdischem Gesetze verboten ist.erfreut.", "Als er darauf R. Jehošua͑ traf, sprach er zu ihm: Weißt du schon, daß mein Sklave Ṭabi freigelassen worden ist? Dieser fragte: Weshalb? Jener erwiderte: Ich habe ihm ein Auge geblendet. Dieser entgegnete: Das Ereignis ist ohne Bedeutung, denn er hat ja keine Zeugen.", "Demnach wäre er schuldig, wenn Zeugen vorhanden wären, somit ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingestanden hat und darauf Zeugen kommen, er schuldig sei!?", "Dieser erwiderte: Anders verhielt es sich bei R. Gamliél, er hatte es nicht vor Gericht eingestanden. – R. Jehošua͑ war ja aber Gerichtspräsident!? –" ], [ "Er befand sich außerhalb des Gerichtes. –", "Es wird ja aber gelehrt: Dieser entgegnete: Das Ereignis ist ohne Bedeutung, denn du hast es selbst eingestanden.", "Wahrscheinlich streiten hierüber Tannaím; der Autor, welcher begründet: er hat keine Zeugen, ist der Ansicht, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er schuldig, und der Autor, welcher begründet: du hast es selbst eingestanden, ist der Ansicht, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er frei. –", "Nein, alle sind der Ansicht, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, sei er frei, nur besteht ihr Streit in folgendem: der Autor, der begründet: er hat keine Zeugen, nimmt an, es geschah außerhalb des Gerichtes, und der Autor, der begründet: du hast es freiwillig eingestanden, nimmt an, es geschah auf dem Gerichte.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, so ist er, wie Rabh sagt, frei, und wie Šemuél sagt, schuldig.", "Raba b. Ahilaj sagte: Was ist der Grund Rabhs? [Es heißt :]235Ex. 22,3; vgl. S. 222 Anm. 38.finden, durch Zeugen, gefunden, durch das Gericht, ausgenommen ist der Fall, wenn jemand sich selbst beschuldigt.", "Wozu ist dies nun nötig, dies geht ja hervor aus:236Ib. V. 8.den das Gericht schuldig spricht? Hieraus ist daher zu entnehmen, daß, wenn jemand etwas, worauf eine Geldbuße gesetzt ist, freiwillig eingesteht und darauf Zeugen kommen, er frei sei. –", "Und Šemuél!? – Er kann dir erwidern: dies ist wegen eines wirklichen Diebes237Cf. supra Fol. 63b.nötig, nach der Lehre der Schule Ḥizqijas.", "Rabh wandte gegen Šemuél ein: Wenn er, als er die Zeugen herankommen sah, sagt: ich habe es gestohlen, jedoch nicht geschlachtet oder verkauft, so braucht er nur den Grundwert238Selbst wenn Zeugen bekunden, daß er es wohl geschlachtet hat.zu bezahlen!? Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn die Zeugen umgekehrt239Wenn sie überhaupt kein Zeugnis gegen ihn abgelegt haben.sind. –", "Wenn es aber im Schlußsatze heißt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt: mögen die Zeugen kommen und Zeugnis ablegen, so ist ja der erste Autor der Ansicht, daß dies nicht der Fall240Er sei frei, selbst wenn die Zeugen gegen ihn aussagen.sei!?", "Šemuél erwiderte ihm: Sagt etwa nicht R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ebenso wie ich, ich bin der Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n. –", "Nach Šemuél besteht hierüber entschieden ein Streit241Er kann nicht erklären, der erste Autor der hier angezogenen Lehre sei seiner Ansicht, da dieser seine Ansicht sogar von dem Falle lehrt, wenn er das Geständnis aus Furcht vor den Zeugen abgelegt hat.von Tannaím, muß aber auch nach Rabh erklärt werden, daß hierüber Tannaím streiten? –", "Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt es242Daß er schuldig sei.nur von dem Falle, wenn er das Geständnis aus Angst vor den Zeugen ablegt, hierbei aber, wo er das Geständnis freiwillig ablegt, pflichtet auch R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n bei.", "R. Hamnuna sagte : Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend in dem Falle, wenn er eingestanden hat, gestohlen zu haben, und darauf Zeugen bekunden, daß er gestohlen hat; er ist dann frei, da er sich hinsichtlich des Grundwertes beschuldigt243Diesen hat er auf jeden Fall zu zahlen; infolge des Geständnisses hat er also eine Zahlung zu leisten.hat;", "wenn er aber gesagt hat, er habe nicht gestohlen, und als darauf Zeugen bekundet haben, er habe gestohlen, er eingestanden hat, es auch geschlachtet oder verkauft zu haben, und darauf Zeugen bekunden, daß er es geschlachtet oder verkauft hat, so ist er schuldig, weil er sich vollständig befreien244Er hat durch das Geständnis nichts zu verlieren.wollte.", "Raba sagte: Ich habe die Greise der Schule Rabhs245Darunter ist R. Hamnuna zu verstehen; cf. Syn. Fol. 19b.geschlagen: R. Gamliél hatte sich ja ganz befreit, und als R. Ḥisda dies R. Hona246Gf. supra Fol. 74b. Es ist also einerlei, ob er sich durch das Geständnis materiell belastet od. nicht.vorhielt, erwiderte ihm dieser nichts.", "Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn er gesagt hat, er habe gestohlen, und darauf Zeugen kommen und bekunden, daß er gestohlen hat, so ist er frei, da er sich hinsichtlich des Grundwertes beschuldigt hat; wenn er aber gesagt hat, er habe nicht gestohlen, und als darauf Zeugen bekundet haben, er habe gestohlen, er eingestanden hat, es auch geschlachtet oder verkauft zu haben, und darauf Zeugen bekunden, daß er es geschlachtet oder verkauft hat, so ist er schuldig, weil er sich vollständig befreien wollte.", "R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna und einer Barajtha zu entnehmen. Aus unserer Mišna, denn wir haben gelernt: Wenn zwei [Zeugen] den Diebstahl bekunden und einer das Schlachten oder den Verkauf bekundet, oder er selbst dies eingesteht, so muß er das Doppelte, nicht aber das Vier- oder Fünffache zahlen.", "Da er lehren könnte: wenn ein Zeuge den Diebstahl und das Schlachten bekundet, oder er selbst dies eingesteht, habe er nur den Grundwert zu zahlen, und dennoch den Fall lehrt, wenn zwei den Diebstahl bekunden," ], [ "so will er uns damit wahrscheinlich folgendes lehren: nur wenn zwei den Diebstahl bekunden und einer das Schlachten bekundet, oder er selbst dies eingesteht, er sich also hinsichtlich des Grundwertes nicht beschuldigt hat,", "sagen wir, das eigene Bekenntnis gleiche der Aussage eines einzelnen Zeugen, wie nämlich die Aussage eines einzelnen Zeugen mit der Aussage eines später auftretenden Zeugen vereinigt wird und er schuldig ist, ebenso ist er auch bei einem freiwilligen Geständnisse schuldig, wenn später Zeugen kommen;", "wenn aber ein einzelner Zeuge den Diebstahl und das Schlachten oder den Verkauf bekundet, oder er selbst dies eingesteht, er sich also hinsichtlich des Grundwertes selbst beschuldigt, sagen wir nicht, das eigene Geständnis gleiche der Bekundung eines einzelnen Zeugen247Er ist frei, selbst wenn später Zeugen gegen ihn aussagen..", "Aus einer Barajtha, denn es wird gelehrt: Wenn er, als er die Zeugen herankommen sah, sagt: ich habe gestohlen, jedoch nicht geschlachtet oder verkauft, so hat er nur den Grundwert zu zahlen. Und da er nicht lehrt: ich habe gestohlen oder geschlachtet oder verkauft, sondern: ich habe gestohlen, jedoch nicht geschlachtet und verkauft,", "so will er uns damit folgendes lehren: nur wenn er gesagt hat, er habe gestohlen, er sich also hinsichtlich des Grundwertes beschuldigt hat, ist er frei; wenn er aber gesagt hat, er habe nicht gestohlen, und als darauf Zeugen bekundet haben, er habe gestohlen, er eingestanden hat, es geschlachtet oder verkauft zu haben, und darauf Zeugen bekunden, daß er es geschlachtet oder verkauft hat, er sich also hinsichtlich des Grundwertes nicht beschuldigt hat, so ist er schuldig. Hieraus also, daß das Geständnis hinsichtlich des Schlachtens nicht als Geständnis gilt. –", "Ich will dir sagen, nein, dies selbst lehrt er uns : wenn er gesagt hat, er habe gestohlen, so ist er frei, selbst wenn er gesagt hat, er habe es nicht geschlachtet oder verkauft, und Zeugen bekunden, daß er es geschlachtet248Also hinsichtlich des 4- od. 5fachen kein freiwilliges Geständnis abgelegt hat.oder verkauft hat,", "denn der Allbarmherzige spricht von der Zahlung des Fünffachen, nicht aber von der Zahlung des Vierfachen, auch nicht von der Zahlung des Dreifachen249Die nach Abzug des Doppelersatzes entstehen würden..", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaím streiten: Wenn zwei bekundet haben, daß er es gestohlen hat, und zwei, daß er es geschlachtet oder verkauft hat, und darauf die Zeugen des Diebstahls als Falschzeugen überführt werden, so ist das Zeugnis, das zum Teil ungültig wird, vollständig nichtig;", "wenn aber die Zeugen des Schiachtens als Falschzeugen überführt werden, so muß er das Doppelte und diese das Dreifache zahlen. Im Namen des Symmachos sagten sie, diese müssen das Doppelte und er muß das Dreifache für einen Farren und das Doppelte für einen Widder zahlen.", "Worauf bezieht sich Symmachos: wollte man sagen, auf den Anfangsatz, wieso hält denn Symmachos nichts davon, daß ein Zeugnis, das zum Teil ungültig geworden ist, vollständig ungültig sei;", "wollte man sagen, auf den Schlußsatz, so haben ja die Rabbanan recht, indem sie sagen, daß er das Doppelte und sie das Dreifache zahlen müssen!?", "Wahrscheinlich streiten sie über einen ganz anderen Fall; wenn nämlich zwei gekommen sind und zu ihm gesagt haben: du hast gestohlen, und er ihnen erwidert hat: freilich habe ich gestohlen und geschlachtet oder verkauft, jedoch nicht in eurer Gegenwart, und er Zeugen herbeibringt, die sie überführen, daß er nicht in ihrer Gegenwart gestohlen hat, der Eigentümer aber Zeugen herbeibringt, die bekunden, daß er gestohlen und geschlachtet oder verkauft hat.", "Sie streiten über das Geständnis hinsichtlich des Schlachtens.", "Die Rabbanan sind der Ansicht, obgleich das Geständnis hinsichtlich des Diebstahls wegen der Zeugen erfolgt ist, so gilt das Geständnis hinsichtlich des Schlachtens dennoch als Geständnis und er ist frei;", "Symmachos aber ist der Ansicht, da das Geständnis hinsichtlich des Diebstahls wegen der Zeugen erfolgt ist, so ist das Geständnis hinsichtlich des Schlachtens kein Geständnis,", "daher müssen die ersten Zeugen, die er überführt hat, das Doppelte und er das Dreifache für einen Farren und das Doppelte für einen Widder zahlen.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Nein, alle sind der Ansicht, das Geständnis hinsichtlich des Schlachtens gelte nicht als Geständnis,", "und sie streiten vielmehr über das als falsch nicht zu überführende Zeugnis. Wenn nämlich Zeugen gekommen sind und zu ihm gesagt haben: du hast gestohlen, und er ihnen erwidert hat: freilich habe ich gestohlen und geschlachtet oder verkauft, jedoch nicht in eurer Gegenwart, sondern vor jenem und jenem, und er Zeugen gebracht und sie überführt hat, daß er nicht in ihrer Gegenwart gestohlen hat, darauf aber andere Zeugen kommen und bekunden, daß er gestohlen und geschlachtet oder verkauft hat.", "Ihr Streit besteht also in folgendem: die Rabbanan sind der Ansicht, dies sei ein Zeugnis, das nicht als falsch überführt werden250Da er es vorher selbst eingestanden hat.kann, und ein Zeugnis, das nicht als falsch überführt werden kann, gelte nicht als Zeugnis,", "und Symmachos ist der Ansicht, ein Zeugnis, das nicht überführt werden kann, gelte als Zeugnis251Die ersten als falsch überführten Zeugen haben daher anstelle des Diebes das Doppelte u. der Dieb hat wegen der anderen Zeugen das 3- od. 2fache zu zahlen.. –", "Uns ist es ja aber bekannt, daß ein nicht als falsch zu überführendes Zeugnis nicht als Zeugnis gelte!? – Dies nur, wenn [die Zeugen] Tag und Stunde nicht anzugeben252Die Zeugen schrecken vor einer falschen Aussage nicht zurück, da man sie nicht überführen kann.wissen, wo gar kein Zeugnis vorhanden ist, hierbei aber wird es ja noch unterstützt253Durch das Geständnis..", "Der Meister sagte: Diese müssen das Doppelte zahlen. Wenn er gesteht, gestohlen zu haben, so hat er ja den Stammbetrag zu bezahlen254Die Zeugen sollten nur die Buße abzüglich des Grundersatzes zahlen.!? R. Elea͑zar erwiderte im Namen Rabhs: Lies:" ], [ "die Ergänzung zum Doppelten255Den Grundersatz dagegen zahlt der Dieb..", "GESTOHLEN UND ES DEM HEILIGTUME GEWEIHT HAT UND SCHLACHTET ODER VERKAUFT &C. Ich will dir sagen, allerdings ist er wegen des Schlachtens nicht schuldig, da er des Heiligtums und nicht des Eigentümers geschlachtet hat,", "aber wegen der Heiligung sollte er schuldig sein, denn es ist ja einerlei, ob er es einem Gemeinen oder dem Himmel verkauft!? –", "Hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, Opfer, für die der Eigentümer haftbar ist, verbleiben im Besitze des Eigentümers256Es verbleibt im Besitze des Diebes.. –", "Wenn aber der Schlußsatz die Ansicht R. Šimo͑ns lehrt, so vertritt ja der Anfangsatz nicht die Ansicht R. Šimo͑ns!? –", "Vielmehr, hier handelt es sich um Minderheiliges, und zwar nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, Minderheiliges sei Gut des Eigentümers, und es befindet sich in seinem Besitze. –", "Wenn es aber Hochheiliges ist, so hat er demnach das Vier- oder Fünffache zu zahlen; wozu lehrte er demnach vorher, daß, wenn er gestohlen und geschlachtet hat und dem Heiligtume weiht, er das Vier- oder Fünffache zahlen müsse, sollte er doch bei demselben Falle einen Unterschied machen:", "dies gilt nur von Minderheiligem, bei Hochheiligem aber muß er das Vier- oder Fünffache zahlen!? –", "Vielmehr, tatsächlich gibt es keinen Unterschied zwischen Hochheiligem und Minderheiligem, wenn du aber einwendest, es sei ja einerlei, ob er es einem Gemeinen oder dem Himmel verkauft hat, [so ist zu erwidern:] wenn er es einem Gemeinen verkauft, so war es vorher ein Ochs Reúbens und nachher ist es ein Ochs Šimo͑ns, wenn er es aber dem Himmel verkauft, so war es vorher ein Ochs Šimo͑ns und nachher ist es ebenfalls ein Ochs Šimo͑ns257Das Opfer trägt den Namen des Spenders..", "R. ŠIMO͑N SAGT &C. Zugegeben, daß R. Šimo͑n der Ansicht ist, es sei einerlei, ob er es einem Gemeinen oder dem Himmel verkauft, aber immerhin müßte es sich ja entgegengesetzt verhalten:", "wegen Opfer, für die [der Eigentümer] haftbar ist, sollte er frei sein, weil es noch nicht aus seinem Besitze gekommen258Der Verkauf ist somit ungültig.war,", "und wegen Opfer, für die er nicht haftbar ist, sollte er schuldig sein, da er es aus seinem Besitze gebracht hat!? –", "Ich will dir sagen, R. Šimo͑n bezieht sich auf einen ganz anderen Fall,", "und zwar muß es wie folgt heißen: Wer vom Diebe stiehlt, zahlt das Vier- oder Fünffache nicht, und ebenso ist auch derjenige frei, der Heiliges aus dem Hause des Eigentümers259Er spricht von dem Falle, wenn der Dieb ein vom Eigentümer geheiligtes Vieh gestohlen hat.stiehlt, denn es heißt:", "260Ex. 22,6.und es aus dem Hause des Betreffenden gestohlen wird, nicht aber aus dem Besitze des Heiligtums;", "R. Šimo͑n sagt, wegen Opfer, für die [der Eigentümer] haftbar ist, sei er schuldig, weil es von diesen heißt: und es aus dem Besitze des Betreffenden gestohlen wird. –", "Merke, wir wissen ja von R. Šimo͑n, daß er der Ansicht ist, das untaugliche Schlachten gelte nicht als Schlachten, und auch bei Opfern ist ja das Schlachten untauglich261Da solche innerhalb des Tempelhofes geschlachtet werden müssen.!?", "Als R. Dimi kam, erklärte er im Namen R. Joḥanans: Wenn er ein gebrechenfreies [Opfer] innerhalb262Des Tempelhofes.auf den Namen des Eigentümers schlachtet. –", "Es gelangt ja263Wenn er es auf den Namen des Eigentümers schlachtet.zurück in den Besitz des Eigentümers!? R. Jiçḥaq b. Abin erwiderte: Wenn das Blut264Das auf den Altar gesprengt werden muß; das Opfer ist dann untauglich.ausgegossen wurde.", "Als Rabin kam, erklärte er im Namen R. Joḥanans : Wenn er gebrechenfreie innerhalb nicht auf den Namen des Eigentümers265Das Schlachten ist tauglich, das Opfer kommt aber dem Eigentümer nicht zugute.schlachtet." ], [ "Reš Laqiš erklärte : Wenn er gebrechenbehaftete266Solche dürfen außerhalb des Tempelhofes geschlachtet werden.außerhalb262Des Tempelhofes.schlachtet.", "R. Elea͑zar staunte darüber: gegen R. Joḥanan [ist einzuwenden:] es wird ja nicht durch das Schlachten, sondern durch das Sprengen tauglich,", "und gegen Reš Laqiš [ist einzuwenden:] es wird ja nicht durch das Schlachten, sondern durch die Auslösung267Des gebrechenbehafteten Opfertieres.erlaubt!?", "Ihm war das entgangen, was R. Šimo͑n gesagt hat: wenn es zum Sprengen bereit steht, so ist es ebenso als würde es gesprengt worden sein,", "und wenn es zur Auslösung bereit steht, so ist es ebenso als würde es ausgelöst worden sein. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte: es gibt. Übriggebliebenes268Vom Opferfleische., das als Speise verunreinigungsfähig269Verbotene Speisen sind nicht als Speisen verunreinigungsfähig.ist, und es gibt Übriggebliebenes, das nicht als Speise verunreinigungsfähig ist,", "und zwar: ist es vor dem [Blut]sprengen über Nacht stehen geblieben, so ist es nicht als Speise verunreinigungsfähig270Da es nicht zum Essen erlaubt war., wenn aber nach dem Sprengen, so ist es als Speise verunreinigungsfähig.", "Und es ist uns bekannt, daß er von der Eignung271Zum Sprengen.spricht; wenn es kurz vor Sonnenuntergang geschlachtet272Hier wird von Opfern gesprochen, die nur am Tage des Schlachtens gegessen werden dürfen.wird, sodaß am Tage keine Zeit zum Sprengen mehr war, so ist es nicht als Speise verunreinigungsfähig,", "", "wenn aber nachdem es zum Sprengen geeignet war und über Nacht stehen geblieben ist, wenn nämlich am Tage Zeit zum Sprengen da war, so ist es als Speise verunreinigungsfähig. Hieraus also, daß, wenn es zum Sprengen bereit steht, es als gesprengt gilt.", "Wenn es zur Auslösung bereit steht, so gilt es als ausgelöst, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagt," ], [ "die [rote] Kuh273Cf. Num. 19,2ff.ist als Speise verunreinigungsfähig, weil sie eine Zeit der Tauglichkeit274Zum Genusse, nämlich nach dem Schlachten.hatte," ], [ "und Reš Laqiš erklärte, R. Šimo͑n sei der Ansicht, die [rote] Kuh könne noch dann ausgelöst werden, wenn sie sich bereits auf ihrem Herrichtungsplatze275Sie gilt also als zum Essen tauglich, obgleich sie effektiv nicht ausgelöst worden ist.befindet. Hieraus also, daß, wenn es zur Auslösung bereit steht, es als ausgelöst gilt. –", "Erklärlich ist es, daß R. Joḥanan nicht so erklärt, wie R. Šimo͑n b. Laqiš, denn er will die Mišna auch auf Gebrechenfreie beziehen, weshalb aber erklärt Reš Laqiš nicht wie R. Joḥanan? –", "Er kann dir erwidern: es heißt:276Ex. 21,37.und es schlachtet oder verkauft, wenn ein Verkauf erfolgen kann, kann auch ein Schlachten erfolgen, und wenn ein Verkauf nicht erfolgen kann, kann auch ein Schlachten nicht erfolgen, und da bei [gebrechenfreien] Opfern, wenn man sie verkauft; der Verkauf ungültig ist, so kann bei diesen auch das Schlachten nicht erfolgen.", "Sie richten sich hierbei277Bei ihrem genannten Streite.nach den von ihnen vertretenen Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn er ein Totverletztes [gestohlenes Vieh] verkauft, so ist er nach R. Šimo͑n278Nach dessen Ansicht der Dieb wegen des Schlachtens frei ist., wie R. Joḥanan sagt, schuldig, und wie Reš Laqiš sagt, frei.", "R. Joḥanan sagt, er sei schuldig, denn obgleich bei einem solchen das Schlachten nicht erfolgen kann, so erfolgt bei ihm immerhin der Verkauf; Reš Laqiš sagt, er sei frei, denn da bei einem solchen das Schlachten nicht erfolgen kann, so erfolgt bei ihm auch nicht der Verkauf.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein : Wer einen Mischling gestohlen hat und ihn schlachtet, oder ein Totverletztes und es verkauft, muß das Vier- oder Fünffache zahlen. Doch wohl nach R. Šimo͑n; hieraus also, daß es, obgleich zum Schlachten untauglich, zum Verkaufe geeignet isti?", "Dieser erwiderte: Nein, nach den Rabbanan279Nach welchen er zur Zahlung des 4- od. 5fachen verpflichtet ist, auch wenn er es geschlachtet hat.. –", "Kann denn nach den Rabbanan beim Totverletzten nur der Verkauf und nicht auch das Schlachten erfolgen!? –", "Kann denn nach R. Šimo͑n beim Mischling nur das Schlachten und nicht auch der Verkauf erfolgen!?", "Du mußt also erklären, er lehre es vom Schlachten und ebenso gilt dies vom Verkaufe, ebenso ist auch nach den Rabbanan zu erklären, er lehre dies vom Verkaufe und ebenso gilt dies vom Schlachten. –", "Und R. Joḥanan!? – Er kann dir erwidern: was soll dies; allerdings ist nach R. Šimo͑n [zu erklären], da er hinsichtlich des Totverletzten nur einen Fall lehrt, so lehrt er auch hinsichtlich des Mischlings nur einen Fall,", "wenn man aber sagen wollte, nach den Rabbanan, so sollte er es doch zusammen lehren: Wer einen Mischling oder ein Totverletztes gestohlen hat und schlachtet oder verkauft, muß das Vier- oder Fünffache zahlen. – Dies ist ein Einwand. –", "Wieso einen Mischling, es heißt ja Schaf, und Raba sagte, dies280Das W. Schaf in Lev. 22,28; cf. Hul. Fol. 78b.diene als Hauptnorm dafür, daß [das Wort] Schaf überall den Mischling ausschließe!? –", "Anders ist es hierbei; die Schrift sagt oder, und dies schließt den Mischling ein. –", "Ist denn das oder überall einschließend, es wird ja gelehrt:281Lev. 22,27.Ein Ochs oder ein Lamm, ausgenommen ist der Mischling; oder eine Ziege, ausgenommen ist das Abnorme282Wörtl. Ähnliche, das einer anderen Tiergattung ähnlich ist.!?", "Raba erwiderte: Hier mit Bezugnahme auf den Inhalt des Schriftverses und dort mit Bezugnahme auf den Inhalt des Schriftverses. Hier, beim Diebstahl, wo es Ochs oder Schaf heißt, aus welchen keine Mischlinge hervorgebracht werden283Solche können durch Kreuzung von Klein- mit Großvieh nicht erzielt werden.können, ist das oder einschließend, bei den Opfern aber, wo es Lamm oder Ziege heißt, aus welchen Mischlinge hervorgebracht werden können, ist das oder ausschließend. –" ], [ "Aber auch bei den Opfern heißt es ja Ochs oder Lamm, aus welchen Mischlinge nicht hervorgebracht werden können, somit sollte es doch hier einschließend sein!? – Da das zweite [oder]284Diese Schriftstelle lautet: Ochs oder Lamm oder Ziege.ausschließend ist, so ist auch das erste ausschließend. –", "Im Gegenteil, da das erste einschließend ist, so sollte auch das zweite einschließend sein!? – Was soll dies; allerdings sind, wenn es ausschließend ist, zwei Ausschließungen nötig, denn obgleich der Mischling ausgeschlossen worden ist, muß auch das Abnorme ausgeschlossen285Man könnte glauben, ein solches sei tauglich, da es von einem Elternpaare derselben Gattung erzeugt worden ist.werden, wozu aber sind, wenn man sagen wollte, es sei einschließend, zwei Einschließungen nötig: wenn der Mischling eingeschlossen ist, um wieviel mehr gilt dies vom Abnormen!? –", "Worauf bezieht sich demnach die Lehre Rabas, dies sei eine Hauptnorm, daß [das Wort] Schaf überall Mischlinge ausschließe; wenn etwa auf das Opfer, so heißt es ja bei diesem ausdrücklich: Ochs oder Lamm, ausgenommen sind also Mischlinge;", "wenn etwa auf den Zehnten286Der vom Vieh zu entrichten ist; cf. Lev. 27,32., so ist dies287Die Untauglichkeit des Mischlings.ja durch [das Wort] unter288Das bei beiden (cf. Lev. 22,27 u. ib. 27,32) gebraucht wird u. darauf deutet, daß beide Gesetze in dieser Beziehung einander gleichen.von den Opfern zu folgern;", "und wenn etwa auf das Erstgeborene, so ist dies287Die Untauglichkeit des Mischlings.ja durch [das Wort] gelangen289Das sowohl beim Gesetze von der Erstgeburt (Ex. 13,12) als auch beim Zehnten (Lev. 27,32) gebraucht wird.vom Zehnten zu folgern!?", "Oder auch: wenn das Abnorme ausgeschlossen ist, denn es heißt :290Num. 18,17.jedoch das Erstgeborene eines Ochsen, nur wenn der Ochs und das Erstgeborene das Aussehen eines Ochsen haben, um wieviel mehr der Mischling!? –", "Vielmehr, die Lehre Rabas bezieht sich auf das Erstgeborene eines Esels, denn wir haben gelernt: Man darf weder mit einem Kalbe noch mit einem Wilde, noch mit Geschlachtetem oder Totverletztem, noch mit einem Mischling, noch mit einem Koj291Mischling, von Vieh u. Wild erzeugt; Tragelaph; cf. Bik. 111,8.auslösen292Die Erstgeburt eines Esels ist auszulösen u. der Erlös gehört dem Priester; cf. Ex. 13,13.. –", "Worauf bezieht sie sich nach R. Elea͑zar, der es mit einem Mischling erlaubt, wie wir gelernt haben: R. Elea͑zar erlaubt es mit einem Mischling, weil er als Schaf gilt!? –", "Nach R. Elea͑zar ist zu erwidern, die Lehre Rabas beziehe sich auf ein unreines Tier, das von einem unreinen gezeugt und von einem reinen geworfen wurde293Daß ein solches zum Genüsse verboten ist; auch bei diesem Gesetze (Dt. 14,4ff.) wird das W. Schaf gebraucht.. Also nicht nach R. Jehošua͑, denn R. Jehošuá entnimmt dies aus [den Worten] junges Schaf und junge Ziege; nur wenn der Vater ein Schaf und die Mutter ein Schaf ist –", "Kann denn ein reines [Tier] von einem unreinen geschwängert werden !? –" ], [ "Freilich, denn es ist uns bekannt, daß nach R. Šimo͑n [ein reines Tier] von einem Einhuf er294Ein solches Tier gilt als unrein; cf. Lev. 11,3ff.trächtig werden könne.", "Raba fragte: Wie ist es, [wenn jemand gesagt hat,] er nehme auf sich, ein Brandopfer295Als solches kann ein Ochs, ein Lamm od. eine Taube dargebracht werden; cf. Lev. Kap. 1.[darzubringen], und ein Rind reserviert hat, und jemand kommt und es stiehlt; kann der Dieb sich nach den Rabbanan mit einem Lamme und nach R. Elea͑zar b. A͑zarja mit einem Geflügel-Brandopfer entledigen? Wir haben nämlich gelernt: [Sagte jemand,] er nehme auf sich, ein Brandopfer darzubringen, so kann er ein Lamm darbringen; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, auch eine Turteltaube oder eine junge Taube.", "Sagen wir, er habe auf sich ein Brandopfer dem Namen nach296Der Dieb braucht also nur ein Brandopfer, ein als solches geeignetes Tier zu ersetzen.genommen, oder aber kann [der Eigentümer] erwidern, er wolle das Gebot mit dem Besten ausüben?", "Später entschied er es: Der Dieb kann sich mit einem Lamme nach den Rabbanan und mit einem Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. A͑zarja entledigen.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, lehrte es ausdrücklich: Raba sagte: [Wenn jemand gesagt hat,] er nehme auf sich, ein Brandopfer [darzubringen], und ein Rind reserviert hat, und darauf jemand kommt und es stiehlt, so kann dieser sich mit einem Lamme nach den Rabbanan und mit einem Geflügel-Brandopfer nach R. Elea͑zar b. A͑zarja entledigen.", "v,1 WENN ER EIS297Das gestohlene Vieh.MIT AUSNAHME DES HUNDERTSTEN TEILES VERKAUFT, ODER ER298Vor dem Stehlen.AM BESITZE BETEILIGT IST, ODER ES BEIM SCHLACHTEN AAS IN SEINER HAND WIRD, ODER ER ES METZELT299Nicht rituell schlachtet.ODER IHM DIE HALSORGANE AUSREISST, SO MUSS ER DAS DOPPELTE, NIGHT ABER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZAHLEN300In den ersten Fällen, weil der Verkauf sich nicht auf das vollständige Vieh erstreckt, in den letzten Fällen, weil dies überhaupt kein Schlachten heißt..", "GEMARA. Was heißt: mit Ausnahme des hundertsten Teiles? Rabh erklärte: Mit Ausnahme eines Teiles, der durch das Schlachten [zum Genüsse] erlaubt301Fleisch u. Eingeweide, nicht aber Fell, Wolle, Hörner udgl.wird. Levi erklärte: Mit Ausnahme der Wolle. Ebenso wurde auch in einer Barajtha gelehrt: mit Ausnahme der Wolle.", "Man wandte ein: Verkaufte er es mit Ausnahme eines Vorderfußes, eines Hinterfußes, eines Horns oder der Wolle, so braucht er das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen. Rabbi sagt, wenn das Schlachten davon302Wenn es ein Körperteil ist, von dem die Lebensfähigkeit, also die rituelle Genießbarkeit des Tieres abhängt.abhängt, so zahle er nicht das Vier- oder Fünffache,", "und wenn das Schlachten nicht davon abhängt, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, wenn mit Ausnahme eines Horns, so zahle er nicht das Vier- oder Fünffache, wenn mit Ausnahme der Wolle, so zahle er das Vier- oder Fünffache.", "Allerdings ist Levi der Ansicht des ersten Autors, wessen Ansicht aber ist Rabh!? –", "Ich will dir sagen, Rabh ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, verkaufte er es mit Ausnahme eines Vorder- oder eines Hinterflußes, so hat er das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen, wenn mit Ausnahme eines Horns oder mit Ausnahme der Wolle, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen. –", "Worin besteht ihr Streit? – Der erste Autor erklärt: und es schlachtet, vollständig; oder es verkauft, vollständig.", "Rabbi aber erklärt: und es schlachtet, alles, wovon das Schlachten abhängt, ausgenommen ist das, wovon das Schlachten nicht abhängt; oder es verkauft, dies gleicht dem Schlachten.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, beim Horn, das nicht zum Abschneiden bestimmt ist, gibt es ein Zurücklassen, und er braucht das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen, beim Haare, das zum Abschneiden bestimmt ist, gibt es kein Zurücklassen, und er muß das Vier- oder Fünffache zahlen.", "Und der andere Autor der Lehre des R. Šimo͑n b. Elea͑zar ist der Ansicht, beim Vorderfuße und beim Hinterfuße, für die303Um sie essen zu dürfen.das Schlachten erforderlich ist, gibt es ein Zurücklassen, und er braucht das Vier- oder Fünffache nicht zu zahlen, bei den Hörnern und dem Haare, für die das Schlachten nicht erforderlich ist, gibt es kein Zurücklassen. –", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar befindet sich ja mit sich selbst in einem Widersprüche!? – Zwei Autoren streiten über die Ansicht des R. Šimo͑n b. Elea͑zar.", "Die Rabbanan lehrten: Wer ein verstümmeltes, ein lahmes oder ein blindes [Tier] stiehlt, und ebenso wer das Tier von Teilhabern stiehlt, ist schuldig; wenn aber Teilhaber stehlen, so sind sie frei. – Es wird ja aber gelehrt, wenn Teilhaber stehlen, seien sie schuldig!?", "R. Naḥman erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Teilhaber, der von seinem Mitbeteiligten gestohlen304In diesem Falle ist er frei, da der verbotene Verkauf sich nur auf einen Teil des Diebstahls erstreckt.hat, und das andere gilt von Teilhabern, die von Fremden gestohlen haben.", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Man könnte glauben, wenn ein Teilhaber von seinem Mitbeteiligten, und wenn Teilhaber anderwärts gestohlen haben, seien sie schuldig, so heißt es: und es schlachtet, es muß vollständig geschehen, was hierbei nicht der Fall ist!?", "Vielmehr, erklärte R. Naḥman, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Teilhaber, der mit Zustimmung seines Mitbeteiligten gestohlen hat, das andere gilt von einem Teilhaber, der ohne Zustimmung seines Mitbeteiligten gestohlen hat.", "R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er es mit Vorbehalt von dreißig305Daß es ihm noch 30 Tage zur Verfügung stehen soll.Tagen, mit Vorbehalt der Arbeitsleistung306Falls der Käufer es nicht schlachtet, soll der Ertrag für die Arbeit dem Verkäufer gehören., mit Vorbehalt der Geburt307Wenn das Vieh trächtig ist.verkauft?", "Nach demjenigen, welcher sagt, die Geburt gelte als Glied der Mutter, ist dies nicht fraglich, denn er hat ja etwas zurückgelassen, fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, die Geburt gelte nicht als Glied der Mutter. Sagen wir, da sie an dieser haftet, gelte sie als Zurückgelassenes, oder aber gilt sie, da sie später getrennt wird, nicht als Zurückgelassenes?", "Manche lesen: Gilt sie, da sie kein Glied der Mutter ist. nicht als Zurückgelassenes, oder aber gilt sie, da sie nur durch das Schlachten derselben [zum Genüsse] erlaubt wird, als Zurückgelassenes? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Papa fragte : Wie ist es, wenn er [ein Tier] gestohlen, verstümmelt und verkauft hat? Sagen wir, er hat ja nicht das verkauft, was er gestohlen hat, oder aber, er hat ja von dem, was er verkauft hat, nichts zurückgelassen? – Dies bleibt unentschieden.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn er es gestohlen hat und einem anderen gegeben, und dieser es schlachtet, gestohlen hat und einem anderen gegeben, und dieser es verkauft," ], [ "gestohlen hat und dem Heiligtume weiht, gestohlen hat und es auf Borg verkauft, gestohlen hat und es eintauscht, gestohlen hat und es verschenkt, gestohlen hat und damit eine Geldschuld bezahlt, gestohlen hat und damit eine Warenschuld bezahlt, gestohlen hat und es seinen Schwiegereltern als Geschenk übersendet, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen. –", "Was lehrt er uns da damit!? – Im Anfangsatze: wenn er es gestohlen hat und einem anderen gegeben, und dieser es schlachtet, lehrt er uns, daß es einen Vertreter für eine verbotene Handlung gebe; obgleich es in der ganzen Tora gilt, daß es keinen Vertreter6Nicht der Beauftragende, sondern der Beauftragte ist strafbar.für eine verbotene Handlung gebe, gibt es hierbei wohl einen Vertreter für die verbotene Handlung,", "denn es heißt: and es schlachtet oder verkauft, wie der Verkauf ohne Beteiligung eines anderen nicht möglich ist, ebenso ist er wegen des Schlachtens mit Beteiligung eines anderen schuldig.", "Im Schlußsatze lehrt er uns den Fall, wenn er gestohlen hat und es dem Heiligtume weiht, daß es nämlich einerlei sei, ob er es einem Gemeinen oder dem Himmel verkauft.", "v,2 WENN ER ES IM GEBIETE DES EIGENTÜMERS GESTOHLEN HAT UND AUSSERHALB SEINES GEBIETES SCHLACHTET ODER VERKAUFT, ODER AUSSERHALB SEINES GEBIETES GESTOHLEN HAT UND INNERHALB SEINES GEBIETES SCHLACHTET ODER VERKAUFT, ODER AUSSERHALB SEINES GEBIETES GESTOHLEN HAT UND ES DA SCHLACHTET ODER VERKAUFT, SO MUSS ER DAS VIER- ODER FÜNFFACHE ZAHLEN; WENN ER ES ABER INNERHALB SEINES GEBIETES GESTOHLEN HAT UND DA SCHLACHTET ODER VERKAUFT, SO IST ER FREI7Da er es nicht geeignet hat.", "vi. IST ES BEIM HERANZIEHEN IM GEBIETE DES EIGENTÜMERS VERENDET, SO IST ER FREI; WENN ER ES ABER HOCHGEHOBEN HAT, ODER WENN ES NACHDEM ER ES AUS DEM GEBIETE DES EIGENTÜMERS HERAUSGEZOGEN HAT VERENDET, SO IST ER SCHULDIG308Da er es durch das Hochheben, bezw. die Transportation erworben hat..", "GAB ER ES ZUR AUSLÖSUNG SEINES ERSTGEBORENEN SOHNES, EINEM GLÄUBIGER, EINEM UNENTGELTLECHEN HÜTER, EINEM ENTLEIHER, EINEM LOHNHÜTER, ODER EINEM MIETER, UND IST ES, ALS DIESER ES AN SICH ZIEHEN WOLLTE, IM GEBIETE DES EIGENTÜMERS VERENDET, SO IST ER FREI; WENN ER ES ABER HOCHGEHOBEN HAT, ODER WENN ES NACHDEM ER ES AUS DEM GEBIETE DES EIGENTÜMERS HERAUSGEZOGEN HAT VERENDET, SO IST [DER DIEB] SCHULDIG.", "GEMARA. Amemar fragte: Haben sie das Ansichziehen auch bei den Hütern angeordnet309Daß sie erst dann für das anvertraute Vieh verantwortlich sind.oder nicht?", "R. Jemar erwiderte: Komm und höre: Gab er es zur Auslösung seines erstgeborenen Sohnes, einem Gläubiger, einem unentgeltlichen Hüter, einem Entleiher, einem Lohnhüter oder einem Mieter, und ist es, als diese es an sich ziehen wollten, im Gebiete des Eigentümers verendet, so ist er frei. Doch wohl der Hüter310Wenn er es an sich ziehen wollte., somit ist hieraus zu entnehmen, daß sie auch bei den Hütern das Ansichziehen angeordnet haben.", "Jener entgegnete: Nein, der Dieb. –", "Dies lehrt er ja schon im Anfangsatze? – Er lehrt von einem Diebe, der es aus dem Hause des Eigentümers stiehlt, und von einem Diebe, der es aus dem Hause des Hüters stiehlt.", "R. Aši sprach zu ihm: Weise ihn nicht ab; es ist ja einerlei, ob der Dieb es aus dem Hause des Hüters oder der Dieb es aus dem Hause des Eigentümers stiehlt.", "Vielmehr wird hier vom Hüter gesprochen, und man entnehme hieraus, daß sie bei den Hütern das Ansichziehen angeordnet haben. Schließe hieraus. Es wurde auch gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Wie sie das Ansichziehen bei Käufern angeordnet haben, so haben sie das Ansichziehen auch bei den Hütern angeordnet.", "Desgleichen wird auch gelehrt: Wie sie das Ansichziehen bei Käufern angeordnet haben, so haben sie das Ansichziehen auch bei den Hütern angeordnet, und wie Grundstücke durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet werden, ebenso werden sie auch beim Mieten durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet. –", "Bei welchem Mieten," ], [ "wenn beim Mieten von Mobilien, so werden ja solche nicht durch Urkunde angeeignet!? R. Ḥisda erwiderte: Beim Mieten von Grundstücken.", "R. Elea͑zar sagte: Wenn man ihn gesehen hat, wie er sich in einem Gebüsche versteckt und da geschlachtet oder verkauft311Ein im Walde weidendes Vieh.hat, so muß er das Vier- oder Fünffache zahlen. – Weshalb denn, er hat es ja nicht an sich gezogen !? R. Ḥisda erwiderte: Wenn er es mit einem Stocke angetrieben hat. –", "Wenn man ihn gesehen hat, so gilt er ja als Räuber !? – Da er sich vor ihnen versteckt hat, so gilt er als Dieb. –", "Wer gilt demnach als Räuber? R. Abahu erwiderte: Wie beispielsweise bei Benajahu, dem Sohne Jehojada͑s, von dem es heißt :312iiSam. 23,21.er raubte den Speer aus der Hand des Miçri und erschlug ihn mit seinem Speere.", "R. Joḥanan erklärte: Beispielsweise die Leute von Šekhem, wie es heißt :313Jud. 9,25.die Bürger von Šekhem stifteten auf den Höhen der Berge Wegelagerer gegen ihn auf, und sie beraubten jeden, der auf dem Wege an ihnen vorbeizog. – Weshalb entnimmt es", "R. Abahu nicht aus diesem Schriftverse? – Er kann dir erwidern: da sie sich verborgen hielten, gelten sie nicht als Räuber. – Und R. Joḥanan!? – Sie hielten sich verborgen nur aus dem Grunde, damit die Leute sie nicht sehen und vor ihnen flüchten.", "Die Schüler fragten R. Joḥanan b. Zakkaj : Weshalb hat es die Schrift mit einem Diebe strenger genommen als mit einem Räuber? Dieser erwiderte ihnen: Der eine verglich die Achtung eines Dieners mit der Achtung eines Herrn, der andere verglich nicht die Achtung eines Dieners314Er schämte od. fürchtete sich vor Menschen, nicht aber vor Gott. mit der Achtung eines Herrn.", "Er tat so, – als ob dies denkbar wäre –als sehe das Auge des Unteren315Euphemistisch für Höchsten: Gott.nicht, oder höre das Ohr des Unteren nicht; wie es heißt :316Jes. 29,15.wehe denen, die ihre Pläne vor dem Herrn tief verbergen &c. Ferner heißt es:317Ps. 94,7.sie sagten: der Herr sieht es nicht und der Gott Ja͑qobs merkt es nicht Ferner heißt es:318Ez. 9,9.sie denken, der Herr hat das Land verlassen, Gott sieht es nicht.", "Es wird gelehrt : R. Meír sagte : Im Namen R. Gamliéls sagten sie ein Gleichnis, womit dies zu vergleichen ist. Einst waren zwei Leute in einer Stadt, die ein Gastmahl veranstalteten; einer lud die Bürger der Stadt ein, aber nicht die Söhne des Königs, und der andere lud weder die Bürger der Stadt ein noch die Söhne des Königs; wer verdient eine größere Strafe? Doch wohl der, der die Bürger der Stadt einlud, aber nicht die Söhne des Königs.", "R. Meír sagte: Komm und sieh, wie groß die Bedeutung der Arbeit ist; für einen Ochsen, den er von der Arbeit zurückhielt, muß er fünf, für ein Schaf aber, das er nicht von der Arbeit zurückhielt, muß er vier [zahlen],", "R. Joḥanan b. Zakkaj sagte: Komm und sieh, wie bedeutend die Ehre der Menschen ist; für einen Ochsen, der zu Fuß ging, muß er fünf, für ein Schaf aber, das er auf der Schulter trug, muß er vier [zahlen].", "vii MAN DARF KEIN KLEINVIEH IM JISRAÉLLANDE ZÜCHTEN319Aus Schonung der Gärten u. Felder., WOHL ABER DARF MAN ES IN SYRIEN UND IN DEN WÜSTEN DES JISRAÉLLANDES.", "MAN DARF IN JERUŠALEM KEINE HÜHNER ZÜCHTEN, WEGEN DER HEILIGEN OPFER320Weil sie im Miste herumwühlen u. levitisch verunreinigende Knochen von Leichen aufwühlen können.; PRIESTER DÜRFEN DIES IM GANZEN JISRAÉLLANDE NICHT, WEGEN DER [LEVITISCHEN] REINHEIT.", "NIRGENDS ABER DARF MAN SCHWEINE ZÜCHTEN. MAN DARF KEINEN HUND HALTEN, ES SEI DENN, DASS MAN IHS AN DIE KETTE LEGT. MAN DARF KEINE TAUBENSCHLINGEN LEGEN, ES SEI DENN, DREISSIG RIS321Od. Rus; vgl. Bd. III S. 182 Anm. 100.FERN VON EINER BEWOHNTEN GEGEND322Damit keine fremden Tauben eingefangen werden..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf im Jisraéllande kein Kleinvieh züchten, wohl aber darf man dies in den Wäldern des Jisraéllandes; in Syrien sogar in bewohnten Gegenden und selbstverständlich im Auslande.", "Ein Anderes lehrt: Man darf im Jisraéllande kein Kleinvieh züchten, wohl aber in den Wüsten von Judäa und in den Wüsten der Grenze323Diese Stadt lag an der äußeren Grenze des Jisraéllandes. Statt ספר עכו ist viell. כפר עכר zu lesen, da dieser Name im T. sehr oft vorkommt; manche Texte haben כפר עמיקו bezw. כ׳ עמאוקוvon A͑kko. Aber obgleich sie gesagt haben, man dürfe kein Kleinvieh züchten, so darf man dennoch Großvieh züchten, weil man der Gemeinde nur dann eine erschwerende Bestimmung auferlege, wenn die Mehrheit derselben sie ertragen324Das Großvieh ist zur Arbeitsleistung unentbehrlich.kann.", "Kleinvieh kann man aus dem Auslande einführen, Großvieh kann man nicht aus dem Auslande einführen.", "Und obgleich sie gesagt haben, man dürfe kein Kleinvieh züchten, so darf man solches dennoch dreißig Tage vor dem Feste halten oder vor einem Hochzeitsmahle für seinen Sohn, nur darf man das letzte keine dreißig Tage325Mit dem Ablauf des Festes erlischt die Frist, obgleich man das zuletzt gekaufte Vieh erst wenige Tage hat.halten.", "Man könnte nämlich glauben, da es vom Kaufe bis zum Feste keine dreißig Tage sind, dürfe man es auch nachher volle dreißig Tage halten ; vielmehr darf man es, sobald das Fest verstrichen ist, nicht mehr halten." ], [ "Ein Schlächter darf fortlaufend kaufen und schlachten, kaufen und halten326Bis zum Markttage; die Lesart ושוחט ist wahrscheinl. ein Druckfehler., jedoch darf er das einzeln zurückbleibende327Von der letzten Partie.keine dreißig Tage halten.", "Die Schüler fragten R. Gamliél : Darf man [ein Kleinvieh] züchten? Er erwiderte ihnen: Es ist erlaubt. – Wir haben ja aber gelernt, man dürfe nicht züchten? –", "Vielmehr, sie fragten wie folgt: darf man halten? Er erwiderte ihnen, es sei erlaubt, nur dürfe man es nicht hinauslassen, um mit der Herde zu weiden, vielmehr binde man es an den Fuß des Bettes.", "Die Rabbanan lehrten: Einst litt ein Frommer an Brustschmerzen, und als man die Ärzte befragte, sagten sie, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als daß er jeden Morgen warme Milch sauge. Da holte man ihm eine Ziege, die man an den Fuß seines Bettes band, und er saugte von dieser jeden Morgen.", "Eines Tages besuchten ihn seine Kollegen, und als sie die am Fuße seines Bettes angebundene Ziege bemerkten, kehrten sie um, indem sie sprachen: Ein bewaffneter Räuber befindet sich in diesem Hause, und wir sollen zu ihm hineingehen !?", "Darauf ließen sie sich nieder und untersuchten [seine Lebensweise]; sie fanden aber keine andere Sünde an ihm haften, als die Sünde mit dieser Ziege. Auch er selber sprach bei seinem Hinscheiden: Ich weiß, daß an mir keine andere Sünde haftet, als die Suade mit dieser Ziege, indem ich die Worte meiner Kollegen übertreten habe.", "R. Jišma͑él sagte: Meine Vorfahren gehörten zu den Hausherren von Obergaliläa, und diese sind nur deshalb zerstört worden, weil sie ihr [Kleinvieh] in den Wäldern weiden ließen und in Geldsachen328Die vor ein Dreimännergericht gehören; cf. Syn. Fol. 2a.vor einzelnen Richtern verhandelten. Sie hatten zwar Wälder in der Nähe ihrer Häuser, aber dazwischen lag ein kleines [fremdes] Feld und sie ließen [das Vieh] über dasselbe laufen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Hirt Buße tut, so verpflichtet man ihn nicht, [seinen Viehbestand] sofort zu verkaufen, vielmehr kann er ihn nach und nach verkaufen. Ebenso verpflichtet man nicht einen Proselyten, dem Hunde und Schweine als Erbschaft zugefallen sind, diese sofort zu verkaufen, vielmehr kann er sie nach und nach verkaufen.", "Ebenso verpflichtet man nicht einen, der im Jisraéllande ein Haus zu kaufen oder eine Frau zu nehmen gelobt hat, es sofort zu tun, sondern bis er Passendes gefunden hat.", "Einst ereignete es sich, daß eine Frau, die ihr Sohn sehr ärgerte, aufsprang und schwor: ich weise keinen ab, der herankommt. Da drängten sich unwürdige Leute an sie heran. Als die Sache vor die Weisen kam, sprachen sie: Diese dachte nur an einen für sie würdigen.", "Wie sie gesagt haben, man dürfe kein Kleinvieh züchten, so sagten sie auch, daß man kein Kleinwild halten dürfe. R. Šimo͑n sagt, man dürfe Dorfhunde, Katzen, Affen und Heckenwiesel halten, weil sie das Haus säubern. – Welche heißen Heckenwiesel? R. Jehuda erwiderte: Das Šarçatier329Dieser Name läßt sich nicht feststellen; in der Lesart schwankt der T. selber.; manche lesen: das Ḥarzatier329Dieser Name läßt sich nicht feststellen; in der Lesart schwankt der T. selber. ; dessen Schenkel sind dünn und es hält sich zwischen den Rosenhecken auf. –", "Welches heißt [sonst] Kriechtier? – Dessen Schenkel kurz sind. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wir verhalten uns in Babylonien hinsichtlich des Kleinviehs wie im Jisraéllande. R. Ada b. Ahaba sprach zu R. Hona: Wie verhält es sich mit deinem?", "Dieser erwiderte: Meines hütet Ḥoba330Die Frau RH.s.. Jener sprach: Will Ḥoba ihre Kinder begraben331Daß sie, statt die Kinder zu erziehen, sich mit den Tieren abgibt.? Während der ganzen Lebensdauer des R. Ada b. Ahaba blieben R. Hona keine Kinder von der Ḥoba erhalten.", "Manche lesen: R. Hona sagte (im Namen Rabhs): Seitdem Rabh nach Babylonien gekommen ist, verhalten wir uns in Babylonien hinsichtlich des Kleinviehs wie im Jisraéllande.", "Rabh, Šemuél und R. Asi gingen einst zu einer Beschneidungsfeier, manche sagen, zu einem Geburtsfeste. Rabh trat nicht vor Šemuél ein," ], [ "Šemuél trat nicht vor R. Asi ein, und R. Asi trat nicht vor Rabh ein Da überlegten sie, wer warten solle. – Šemuél warte. Rabh und R. Asi mögen zuerst eintreten, und zwar einer von beiden nachher.", "Rabh tat dies nur aus Zuvorkommenheit gegen Šemuél332Der der Jüngste unter ihnen war., denn wegen jenes Ereignisses, wo er einmal einen Fluch über ihn ausgesprochen333Cf. Sab. Fol. 108a.hatte, ordnete er sich ihm unter.", "Währenddessen kam eine Katze und biß dem Kinde eine Hand ab. Darauf ging Rabh hinaus und trug vor: Eine Katze darf man töten, aber nicht halten; bei dieser hat das Verbot des Raubes und das Gebot des Wiederbringens einer verlorenen Sache zum Eigentümer keine Geltung. –", "Wenn es schon heißt, man dürfe sie töten, wozu heißt es weiter, es sei verboten, sie zu halten!? – Man könnte glauben, es sei nur sie zu töten erlaubt, jedoch sie zu halten nicht verboten, so lehrt er uns. –", "Wenn es schon heißt, bei dieser habe das Verbot des Raubes keine Geltung, wozu heißt es weiter, daß man sie dem Eigentümer nicht wiederzubringen brauche!? Rabina erwiderte: Das Fell.", "Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Man dürfe Dorfhunde, Katzen, Affen und Heckenwiesel halten, weil sie das Haus säubern!? – Das ist kein Einwand, das eine gilt von einer schwarzen, das andere gilt von einer weißen334Eine solche ist bösartig..", "Beim Ereignisse mit Rabh war es ja aber eine schwarze!? – Es war eine schwarze, Tochter einer weißen. –", "Aber hinsichtlich einer solchen fragte ja Rabina, denn Rabina fragte, wie es sich mit einer schwarzen, Tochter einer weißen, verhalte!? – Rabina fragte hinsichtlich einer schwarzen, Tochter einer weißen, Tochter einer schwarzen, das Ereignis mit Rabh aber geschah mit einer schwarzen, Tochter einer weißen, Tochter einer weißen.", "R. Aḥa b. Papa sagte im Namen des R. Abba b. Papa im Namen des R. Ada b. Papa, manche sagen : R. Abba b. Papa sagte im Namen des R. Ḥija b. Papa im Namen des R. Aḥa b. Papa, und manche sagen: R. Abba b. Papa sagte im Namen des R. Aḥa b. Papa im Namen des R. Ḥanina b. Papa:", "Man darf am Šabbath wegen der Krätze lärmblasen. Die Tür, die geschlossen ist, wird nicht so schnell geöffnet. Wenn jemand im Jisraéllande ein Haus kauft, so schreibe man ihm die Verkaufsurkunde selbst am Šabbath.", "Man wandte ein: Wegen anderer Plagen, die über die Gemeinde hereinbrechen, wie Jucken, Heuschrecken, Bremsen, Hornisse, Mücken und Aufreizungen von Schlangen und Skorpionen, pflegt man nicht zu lärmen, sondern zu flehen335Ersteres geschieht durch öffentliche Veranstaltungen, letzteres durch Einzelgebete.!? –", "Das ist kein Einwand, das eine gilt von feuchter, das andere gilt von trockener336Diese ist schmerzhafter.. R. Jehošua͑ sagte nämlich: Die Krätze, die der Heilige, gepriesen sei er, über die Miçrijim gebracht hatte, war feucht von außen und trocken337Lästig u. schmerzhaft.von innen, denn es heißt :338Ex. 9,10.und es entstand aufbrechender Grind und Blattern an Menschen und Tieren. –", "Was heißt: die Tür, die geschlossen ist, wird nicht so schnell geöffnet? Mar Zuṭra erklärte: Die Ordination339Wer sie einmal nicht erhalten hat, erhält sie so leicht nicht mehr.. R. Aši erklärte: Wem es schlecht geht, dem geht es nicht so schnell gut. R. Aḥa aus Diphte erklärte: Dem geht es niemals gut. Dies ist aber nichts, R. Aḥa aus Diphte spricht nur von sich340Cf. Bb. Fol. 12b.selber.", "«Wenn jemand ein Haus im Jisraéllande kauft, so schreibt man ihm die Verkaufsurkunde selbst am Šabbath.» Am Šabbath, wie ist dies möglich!? –", "Vielmehr, wie Raba dort erklärt hat, man sage einem Nichtjuden und er tue dies, ebenso sage man es auch hierbei einem Nichtjuden, und er tue dies. Und obgleich die Beauftragung eines Nichtjuden des Feierns wegen [verboten] ist, so haben die Rabbanan dies dennoch nicht verboten, wegen der Besiedelung des Jisraéllandes341Es soll den Jisraéliten der Erwerb von Grundbesitz im Jisraéllande möglichst erleichtert werden..", "R. Šemuél b. Naḥami sagte im Namen R. Jonathans: Wenn jemand eine Stadt im Jisraéllande kauft, so nötigt man ihn, einen Weg an allen vier Seiten zu errichten, wegen der Besiedelung des Jisraéllandes.", "Die Rabbanan lehrten: Zehn Verordnungen traf Jehošua͑342Bei der Aufteilung Palästinas.: Daß man?" ], [ "[das Vieh in fremden] Wäldern weiden darf. Daß man Holz in [fremden] Feldern sammeln darf. Daß man Gras überall sammeln darf, nur nicht auf einem Bockshornkleefelde. Daß man überall Zweige abschneiden darf, mit Ausnahme von Olivenreisern. Daß die Bürger der Stadt aus einer neu entspringenden Quelle schöpfen dürfen. Daß man im Meere von Ṭiberjas angeln darf, nur darf man keine Einhegung machen und den Schiffen hinderlich sein.", "Daß man hinter einem Zaune seine Notdurft verrichten darf, selbst auf einem Felde voll Safran. Daß man bis zum zweiten Regenfalle auf den Freistegen343Wahrscheinl. Privatwege auf fremden Feldern.gehen darf. Daß man wegen der Unebenheit344Wörtl. Pflöcke.der Wege auf den Seiten der Wege345Die schon zu den privaten Feldern gehören.gehen darf. Daß, wer in Weinbergen umherirrt, teilen346Die Weinranken; er darf unbeschränkt einen Weg suchen, selbst wenn er dadurch die Weinstöcke beschädigt.und hinaufschreiten, teilen und hinabschreiten darf. Daß ein Pflichttoter seinen Platz eigne347Er werde auf der Stelle, da er gefunden wird, bestattet..", "Daß man [das Vieh in fremden] Wäldern weiden darf. R. Papa sagte : Dies gilt nur von einem kleinen [Vieh] in einem großen [Walde]; ein kleines in einem kleinen, ein großes in einem großen, und um so mehr ein großes in einem kleinen ist verboten.", "Daß man Holz in [fremden] Feldern sammeln darf. Dies gilt nur von Dornen und Disteln, nicht aber anderes Holz. Auch von Dornen und Disteln gilt dies nur dann, wenn sie am Boden haften, nicht aber, wenn sie abgehauen348Der Eigentümer braucht sie.sind.", "Auch von am Boden haftenden gilt dies nur dann, wenn sie noch feucht sind, nicht aber, wenn sie trocken sind. Auch darf man sie nicht entwurzeln.", "Daß man Gras überall sammeln darf, nur nicht auf einem Bockshornkleefelde. Demnach ist das Gras für Bockshornklee vorteilhaft; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn unter Bockshornklee allerlei Gras hervorsproßt, so verpflichtet349Man darf auf seinem Felde 2erlei Saaten weder säen noch wachsen lassen; das unter dem Bockshornklee wachsende Gras braucht man nicht zu entfernen, da man dies später ohnehin tut, weil es für den Klee schädlich ist.man ihn nicht, es auszujäten!?", "R. Jirmeja erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; das eine, wenn es zur Aussaat bestimmt ist, und das andere, wenn zum Gebrauche350Wörtl. der Stengel wegen.. Wenn zur Aussaat, so ist das Gras schädlich, weil es dadurch abmagert, wenn aber zum Gebrauche, so ist es vorteilhaft, weil es sich auf das Gras lagert.", "Wenn du aber willst, sage ich: das eine, wenn es für Menschen bestimmt ist, das andere, wenn für das Vieh; wenn es für das Vieh gesäet wird, braucht er auch das Gras. – Woher weiß man es? R. Papa erwiderte: In Beeten ist es für Menschen bestimmt, ohne Beete für das Vieh.", "Daß man überall Zweige abschneiden darf, mit Ausnahme von Olivenreisern. R. Tanḥum und R. Barjas erklärten im Namen eines Greises: Von einem Olivenbaume in der Größe eines Eies; von Sträuchern und Weinstöcken vom Knotenpunkte ab; von allen anderen Bäumen von der dichten Stelle, nicht aber von der Spitze.", "Von einem neuen, der keine Früchte trägt, nicht aber von einem alten, der Früchte trägt; von einer Stelle die von der Sonne nicht beschienen wird," ], [ "nicht aber von einer Stelle, die von der Sonne beschienen wird, denn es heißt :351Dt. 33,14.mit dem Köstlichsten, was die Sonne hervorbringt.", "Daß die Bürger der Stadt aus einer neu entspringenden Quelle schöpfen dürfen. Raba b. R. Hona sagte: Sie müssen ihm aber eine Entschädigung zahlen. Die Halakha ist aber nicht wie er.", "Daß man im Meere von Ṭiberjas angeln darf, nur darf man kein Einhegung machen und den Schiffen hinderlich sein. Man darf mit Netzen und Fischergarnen fischen. Die Rabbanan lehrten: Früher hatten die Stämme unter einander vereinbart, daß niemand Einhegungen machen dürfe und den Schiffen hinderlich sein, wohl aber erlaubt sei, mit Netzen und Fischgarnen zu fischen.", "Die Rabbanan lehrten: Das Meer von Ṭiberjas befand sich im Gebiete Naphtalis, und außerdem erhielt er noch einen Landstrich auf der Südseite; damit geht in Erfüllung, was geschrieben steht:352Ib. V. 23.Meer und Südland nahm er in Besitz.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte : Was sich lose auf den Bergen befand353Bei der Eroberung Palästinas., gehörte allen Stämmen gemeinsam, und was am Boden haftete, gehörte dem betreffenden Stamme.", "Du hast keinen Stamm in Jisraél, der nicht Berg und Tal, Hochland und Tiefland hatte, denn es heißt:354Dt. 1,7.brecht auf und zieht nach dem Gebirge der Emoriter und zu all ihren Nachbarn, in der Steppe, auf dem Gebirge, in der Niederung, im Hochlande und an der Meeresküste &c. Dies findest du auch bei den Kenaa͑nitern, Perizitern, und Emoritern vor ihnen, denn es heißt: und zu all ihren Nachbarn, demnach hatten sie auch ihre Nachbarn.", "Daß man hinter einem Zaune seine Notdurft verrichten darf, selbst auf einem Felde voll Safran. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Dies besagt, daß man von diesem eine Scholle355Zur Reinigung.nehmen dürfe. R. Ḥisda sagte: Selbst am Šabbath. Mar Zuṭra der Fromme nahm und gab sie zurück. Auch sagte er zu seinem Diener, daß er am folgenden Tage hingehe und [diese Stelle] glattstreiche.", "Daß man bis zum zweiten Regenfalle auf den Freistegen gehen darf. R. Papa sagte: Für unsere [Felder] ist dies schädlich, selbst wenn nur der Tau herniedergefallen war.", "Daß man wegen der Unebenheiten der Wege auf den Seiten der Wege gehen darf. Šemuél und R. Jehuda schlenderten einst auf dem Wege, und Šemuél bog nach der Seite des Weges ab. Da sprach R. Jehuda zu ihm: Gelten denn die von Jehošua͑ getroffenen Verordnungen auch für Babylonien? Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht, auch für das Ausland.", "Rabbi und R. Ḥija schlenderten einst auf dem Wege und bogen nach der Seite des Weges ab, und vor ihnen ging springend R. Jehuda b. Neqosa. Da sprach Rabbi zu R. Ḥija: Wer ist es, der vor uns so groß356Indem er von der Erlaubnis, auf der Seite des Weges zu gehen, keinen Gebrauch macht.tut?", "R. Ḥija erwiderte: Es ist wahrscheinlich mein Schüler R. Jehuda b. Neqosa; all seine Handlungen geschehen im Namen des Himmels. Als sie ihn erreichten und erkannten, sprach er zu ihm: Wärest du nicht Jehuda b. Neqosa, würde ich dir die Füße mit einer eisernen Säge absägen.", "Daß, wer in Weinbergen umherirrt, teilen und hinabschreiten, teilen und hinauf schreiten darf. Die Rabbanan lehrten: Wer seinen Nächsten in Weinbergen umherirren sieht, darf teilen und hinaufschreiten, teilen und hin abschreiten, bis er ihn in die Stadt oder auf den Weg bringt. Ebenso darf man, wenn man selber in Weinbergen umherirrt, teilen und hinaufschreiten, teilen und hinabschreiten, bis man in die Stadt oder auf den Weg kommt. –", "Was soll das ‘ebenso’357Wenn dies für einen anderen erlaubt ist, so ist es ja auch für sich selbst erlaubt.? – Man könnte glauben, nur wenn man einen anderen führt, man also weiß, wo man zu gehen hat, wenn man aber selber irrt, man also nicht weiß, wo man zu gehen358Wodurch man den Weinberg ohne sicheren Zweck noch mehr beschädigt.hat, schreite man nicht, sondern gehe am Rande, so lehrt er uns. –", "Dies ist ja ein Gebot der Tora!? Es wird nämlich gelehrt: Woher dies vom Verluste seines Körpers359Daß man nicht nur ein verlaufenes Tier seinem Eigentümer zustellen, sondern auch einen Irrenden auf den richtigen Weg bringen muß.? Es heißt :360Dt. 22,2.du sollst ihn361Einen Irrenden.zurückbringen. –", "Nach der Tora soll dies längs des Randes362Des Weinbergs, damit man ihn nicht beschädige.geschehen, darauf kam er und ordnete an, daß man teile und hinaufschreite, teile und hinabschreite.", "Daß ein Pflichttoter seinen Platz eigne. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand einen Toten auf der Landstraße liegen findet, so lege er ihn rechts oder links der Landstraße; [ist auf der einen Seite] ein Brachfeld und [auf der anderen] ein Ackerfeld, so lege er ihn auf das Brachfeld;", "wenn ein Ackerfeld und ein Saatfeld, so lege er ihn auf das Ackerfeld; sind beide Brachfelder, beide Ackerfelder oder beide Saatfelder, so lege er ihn auf die Seite, die ihm beliebt!?", "R. Bebaj erwiderte: Wenn er auf der ganzen Straßenbreite liegt, und da er zu entfernen ist, so lege er ihn auf jede Seite, die ihm beliebt.", "Wieso sind es zehn, es sind ja elf!? – [Die Erlaubnis] auf Freistegen zu gehen ist von Šelomo angeordnet worden, denn es wird gelehrt:", "Wenn auf seinem Felde keine Früchte mehr vorhanden sind und er dennoch keinen Menschen über sein Feld gehen läßt, so sprechen die Leute über ihn: Was für einen Nutzen hat dieser Mann davon und welchen Schaden würden die Leute ihm zufügen? Über ihn spricht die Schrift: Kannst du ein Guter sein, so laß dich nicht einen Schlechten nennen. – Heißt es denn in der Schrift: Kannst du ein Guter sein, so laß dich nicht einen Schlechten nennen? –", "Freilich, es heißt nämlich :363Pr. 3,27.weigere dich nicht, einem Gutes zu tun, wenn es in deiner Macht steht. – Gibt es denn weiter keine364Von Jehošua͑ herrührende Verordnungen.mehr, es gibt ja noch das, was R. Jehuda gesagt hat!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Zur Zeit der Dungauffuhr darf man (alle) dreißig Tage seinen Dünger auf öffentliches Gebiet bringen und aufhäufen, damit er unter den Füßen der Menschen und der Tiere zertreten werde, denn unter dieser Bestimmung verteilte Jehošua͑ das Land an Jisraél.", "Ferner gibt es noch das, was R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, gesagt hat!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Es ist eine Gerichtsverordnung, daß man in das Feld seines Nächsten einsteigen und da einen fremden Zweig abhauen dürfe, um seinen Bienenschwarm365Wenn ein ihm gehörender Bienenschwarm sich auf den Ast eines fremden Baumes niedergelassen hat u. diesen nicht verlassen will.zu retten, und er bezahle ihm den Wert des Astes.", "Ferner ist es eine Gerichtsverordnung, daß man seinen Wein ausgieße, um den Honig seines Nächsten zu retten, und vom Honig des anderen lasse dieser sich seinen Wein bezahlen. Ferner ist es eine Gerichtsverordnung, daß man sein Holz auslade, um den Flachs seines Nächsten aufzuladen, und vom Flachse des anderen lasse dieser sich den Wert seines Holzes bezahlen. Unter diesen Bestimmungen vererbte Jehošua͑ das Land an Jisraél. –", "Von Lehren Einzelner sprechen wir nicht. –" ], [ "Aber als Rabin kam, sagte er ja im Namen R. Joḥanans: Sowohl von einem sich hinüberneigenden Baume366Wenn die Krone des Baumes in ein fremdes Feld hineinragt, od. er sich an der Grenze eines fremden Feldes befindet.als auch von einem nahe [der Grenze] stehenden Baume366Wenn die Krone des Baumes in ein fremdes Feld hineinragt, od. er sich an der Grenze eines fremden Feldes befindet.bringe man367Die Erstlinge in den Tempel; cf. Dl. 26,2ff. Dies gilt nur von einem solchen Falle, nicht aber, wenn der Baum sich auf wirklich fremdem Gebiete befindet; cf. Bik. I,1.und lese [den Abschnitt]368Cf. Dt. 26,5ff., denn unter dieser Bestimmung verteilte Jehošua͑ das Land an Jisraél!? –", "Vielmehr, der Autor der Lehre von den zehn Verordnungen [Jehošua͑s] ist R. Jehošua͑369Gegen den RJ. streitet.b. Levi. R. Gebiha aus Be Kethil lehrte es ausdrücklich: R. Tanḥum und R. Barjas lehrten im Namen eines Greises, das ist nämlich R. Jehošua͑ b. Levi: Zehn Verordnungen traf Jehošua͑.", "Zehn Verordnungen traf E͑zra: Daß man am Šabbath beim Vespergebete aus der Schrift vorlese. Daß man am Montag und am Donnerstag aus der Schrift vorlese. Daß man am Montag und am Donnerstag Gerichtssitzung abhalte. Daß man am Donnerstag [die Kleider] wasche. Daß man am Vorabend des Šabbaths Knoblauch esse. Daß eine Frau morgens früh aufstehe und backe. Daß eine Frau ein Anstandsröckchen trage. Daß eine Frau sich vorher kämme und erst dann bade69Wenn sie das rituelle Tauchbad nimmt.. Daß Gewürzkrämer in den Städten umherziehen. Und endlich ordnete er das Tauchbad für Ergußbehaftete an.", "Daß man am Šabbath beim Vespergebete aus der Schrift vorlese. Wegen der Eckensitzer370Bezeichnung der ungebildeten Leute, die sich nicht mit der Tora befassen, sondern müßig od. handeltreibend an den Straßenecken aufhalten..", "Daß man am Montag und am Donnerstag aus der Schrift vorlese. Hat dies denn E͑zra angeordnet, dies ist ja eine frühere Bestimmung !? Es wird nämlich gelehrt :371Ex. 15,22.Und sie wanderten drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser; die Schriftausleger erklärten, unter Wasser sei die Tora zu verstehen, denn es heißt :372Jes. 55,1.auf, ihr Durstigen alle, kommt herbei zum Wasser.", "Als sie nämlich drei Tage ohne Tora gingen, erschlafften sie; da traten die Propheten unter ihnen auf und ordneten an, daß man am Šabbath aus der Schrift vorlese und am Sonntag unterbreche, am Montag vorlese und am Dienstag und am Mittwoch unterbreche, am Donnerstag vorlese und am Freitag unterbreche, damit sie nicht drei Tage ohne Tora übernachten. –", "Früher hatte man angeordnet [das Vorlesen von] drei Schriftversen durch eine Person, oder drei Schriftversen durch drei Personen, Priestern, Leviten und Jisraéliten entsprechend, darauf kam er und ordnete an drei Personen und zehn Schriftverse, den zehn Müßiggängern373Leute, die jeder gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Betätigung entsagen u. sich ausschließlich mit Gemeinde u. Synagogalangelegenheiten belassen.entsprechend.", "Daß man am Montag und am Donnerstag Gerichtssitzung abhalte, weil man dann zur Vorlesung der Schrift anwesend ist.", "Daß man am Donnerstag [die Kleider] wasche.", "Zu Ehren des Šabbaths. Daß man am Vorabend des Šabbaths Knoblauch esse. Wegen der Gattenpflicht. Es heißt nämlich :374Ps. 1,3.der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und hierzu sagte R. Jehuda, nach anderen R. Naḥman, nach anderen R. Kahana, und nach anderen R. Joḥanan, darunter sei derjenige zu verstehen, der die Bettpflicht von Freitag zu Freitag verrichtet.", "Die Rabbanan lehrten: Fünferlei sagten sie vom Knoblauch: er sättigt, er erwärmt, er erheitert das Gesicht, er vermehrt den Samen und er tötet Ungeziefer in den Eingeweiden. Manche sagen, er weckt die Liebe und entfernt die Eifersucht.", "Daß eine Frau morgens früh aufstehe und backe. Damit Brot für die Armen vorrätig sei.", "Daß eine Frau ein Anstandsröckchen trage. Aus Keuschheit.", "Daß eine Frau sich vorher kämme und erst dann bade. Dies befindet sich ja in der Tora!?", "Es wird nämlich gelehrt :375Lev. 14,9.er soll den Leib im Wasser baden, nichts darf den Leib vom Wasser trennen376Durch eine am Körper haftende Sache od. Schmutz.; den Leib, das, was zum Leibe gehört, das ist nämlich das Haar. –", "Ich will dir sagen, nach der Tora ist nur zu beobachten, daß nicht [Haare] zusammengeknotet bleiben, oder daß nicht [eine Stelle] beschmutzt sei, was als Trennung gilt," ], [ "er aber kam und ordnete auch das Kämmen an.", "Daß Gewürzkrämer in den Städten umherziehen. Wegen der Putzmittel für die Frauen, damit sie ihren Männern nicht mißfällig werden.", "Endlich ordnete er das Untertauchen für Ergußbehaftete an. Dies befindet sich ja in der Tora, denn es heißt :377Lev. 15,16.wenn jemandem der Same entgeht, so soll er seinen Leib im Wasser baden!? – Nach der Tora ist dies nur zum Genusse von Hebe und Heiligem erforderlich, er aber kam und ordnete dies auch für Worte der Tora an378Daß der Ergußbehaftete vor dem Untertauchen sich mit solchen nicht befassen dürfe..", "Zehn Dinge wurden von Jerušalem gelehrt: Ein Haus verfällt379Falls der Verkäufer es am Schlusse des Jahres nicht einlöst; cf. Lev. 25,29ff.nicht in diesem. Es bringt nicht das genickbrochene380Das eine Stadt, in deren Nähe ein Erschlagener gefunden wird, zu bringen hat; cf. Dt. 21,1ff.Kalb. Es wird keine abtrünnige381Wenn es sich zum Götzendienste verleiten läßt: cf. Dt. 13,13ff.Stadt.", "Da ist der Häuseraussatz382Cf. Lev. 14,34ff.nicht verunreinigend. Da dürfen keine Vorsprünge und keine Balkone hervorragen. Man errichte da keine Misthaufen. Man baue da keine Schmelzöfen. Man lege da keine Gemüse- und Obstgärten an, mit Ausnahme der Rosengärten, die sich da seit der Zeit der ersten Propheten befinden. Man züchte da keine Hühner. Man lasse da keine Leiche übernachten.", "Ein Haus verfällt nicht in diesem. Denn es heißt:383Lev. 25,30.so wird das Haus, das in einer ummauerten Stadt liegt, dem Käufer und seinen Nachkommen bestätigt, und [der Autor] ist der Ansicht, Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.", "Es bringt nicht das genickbrochene Kalb, denn es heißt :384Dt. 21,1.wenn ein Erschlagener gefunden wird auf dem Felde, im Lande, das der Herr, dein Gott, dir zum Besitztume verleiht, und Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.", "Es wird nicht abtrünnige Stadt, denn es heißt :385Ib. 13,13.deiner Städte, und Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.", "Da ist der Häuseraussatz nicht verunreinigend, denn es heißt:386Lev. 14,34.und ich lasse an irgend einem Hause im Lande, das ihr zueigen habt, ein Aussatzmal entstehen, und Jerušalem ist nicht an die Stämme verteilt worden.", "Da dürfen keine Vorsprünge und keine Balkone hervorragen, damit sie nicht hinsichtlich der Verunreinigung als Bezeltung387Wenn sich auf der Erde ein levitisch verunreinigender Gegenstand befindet, so gilt der über diesem hervorragende Vorsprung als Zelt, u. wer sich unter diesem befindet, ist unrein.dienen, und damit die Wallfahrer nicht an diesen zu Schaden kommen.", "Man errichte da keine Misthaufen, wegen des Geschmeißes.", "Man errichte da keine Schmelzöfen; wegen des Rauches.", "Man lege da keine Gemüse- und Obstgärten an; wegen des Gestankes388Durch das Düngen derselben..", "Man züchte da keine Hühner; wegen der heiligen [Opfer]389Die Hühner würden levit. unreine Dinge aufwühlen..", "Man lasse da keine Leiche übernachten; dies ist eine Überlieferung390Der Grund ist unbekannt..", "NIRGENDS ABER DARF MAN SCHWEINE ZÜCHTEN. Die Rabbanan lehrten: Als die [Könige des] Ḥasmonäischen Hauses einander bekämpften, befand sich Hyrkanos außerhalb391Der Mauer Jerušalems; so richtig nach Handschriften; die Lesart der Ausgaben ist falsch.und Aristobulos innerhalb. Täglich ließen sie ihnen392Die Belagerten den Belagernden.Denare in einem Korbe herab und zogen dafür [Vieh für] das tägliche Opfer herauf.", "Unter ihnen befand sich ein Greis, der in der griechischen Weisheit kundig war, und er sprach zu ihnen: Solange sie den Opferdienst üben, geraten sie nicht in eure Hände. Als sie ihnen am folgenden Tage wiederum Denare in einem Korbe herabließen, zogen sie ein Schwein herauf, das, als es die Mitte der Mauer erreichte, die Klauen gegen die Mauer stemmte, und das Jisraélland wurde vierhundert Parasangen zu vierhundert Parasangen erschüttert.", "In jener Stunde sprachen sie: Verflucht sei der Mann, der Schweine züchtet, und verflucht sei der Mensch, der seinen Sohn griechische Weisheit lehrt. Auf diese Zeit bezieht sich das, was wir gelernt haben, daß einst die Schwingegarbe393Cf. Lev. 23,10.aus Ganoth Çeriphin394Die Lesart גונת צריפן (Laubengärten) der Ausgaben ist falsch; Men. Fol. 64b wird der Name von איגרא (Dach) abgeleitet.und die zwei Brote395Cf. Lev. 23,17.aus dem Tale E͑n Sokher geholt wurden396Die Felder um Jerušalem waren durch den Krieg zerstört worden u, sie mußten aus fernen Ortschaften geholt werden..", "Ist denn die griechische Weisheit verboten, es wird ja gelehrt: Rabbi sagte: Wozu ist im Jisraéllande" ], [ "die syrische Sprache nötig, entweder die Heiligensprache oder die griechische Sprache!? Ferner sagte R. Jose: Wozu ist in Babylonien die aramäische Sprache nötig, entweder die Heiligensprache oder die persische Sprache !? – Ich will dir sagen, die griechische Sprache ist etwas anderes und die griechische Weisheit ist etwas anderes. –", "Ist denn die griechische Weisheit verboten, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls im Namen des R. Šimo͑n b. Gamliél : [Es heißt:]397Thr. 3,51.mein Auge tut meiner Seele weh, um alle Töchter meiner Stadt; tausend Kinder waren in meinem Vaterhause, von denen fünfhundert die griechische Weisheit lernten, und von diesen zurückgeblieben sind nur ich hier und der Sohn des Bruders meines Vaters in Asja!? –", "Ich will dir sagen, anders das Haus R. Gamliéls, das der Regierung nahe stand. Es wird nämlich gelehrt: Das Qomischeren398Des Haares; eine heidnische Frisur.ist eine heidnische Sitte; Avtilos, dem Sohne Reúbens, haben sie das Qomischeren erlaubt, weil er der Regierung nahe stand. Dem Hause R. Gamliéls haben sie erlaubt, sich mit der griechischen Weisheit zu befassen, weil es der Regierung nahe stand.", "MAN DARF KEINEN HUND HALTEN, ES SEI DENN, DASS MAN IHN AN DIE KETTE LEGT. Die Rabbanan lehrten: Man darf keinen Hund halten, es sei denn, daß man ihn an die Kette legt, wohl aber darf man einen in einer an der Grenze liegenden Stadt halten, und zwar binde man ihn am Tage an und lasse ihn nachts frei.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Wenn jemand Hunde großzieht, so ist es ebenso, als züchte er Schweine. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Daß er den Fluch399Wegen Schweinezüchtens.auf sieht lädt.", "R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Babylonien gleicht einer an der Grenze liegenden Stadt. Dies wird auf Nehardea͑ bezogen.", "R. Dostaj aus Biri trug vor:400Num. 10,36.Und wenn sie sich niederließ, sprach er: Kehre wieder, o Herr, zu den Myriaden und Tausenden Jisraéls. Dies lehrt dich, daß die Göttlichkeit auf weniger als zwei Tausend und zwei Myriaden nicht ruhe. Wenn nun einer fehlt und eine schwangere Frau vorhanden ist, die die Zahl voll machen könnte, ein Hund aber sie anbellt und sie abortiert, so veranlaßt dieser, daß die Göttlichkeit den Jisraéliten entzogen wird.", "Einst kam eine Frau in ein Haus, um zu backen, und ein Hund bellte sie an; da sprach der Herr zu ihr: Fürchte dich nicht vor ihm, er hat keine Zähne! Diese erwiderte: Vergeblich dein Trost, auf Dornen geworfen; die Geburt hat sich bereits bewegt.", "MAN DARF KEINE TAUBENSCHLINGEN LEGEN &C. Fliegen sie denn so weit, wir haben ja gelernt, daß man eine Taubenhecke fünfzig Ellen von der Stadt entfernen401Damit die Tauben Gärten u. Felder um die Stadt nicht beschädigen.müsse!? Abajje erwiderte: Sie fliegen auch weiter, Futter suchen sie aber nur innerhalb fünfzig Ellen. –", "Fliegen sie denn nur bis dreißig Ris und nicht weiter, es wird ja gelehrt, in einer bewohnten Gegend dürfe man nicht einmal in einer Entfernung von hundert Mil [Taubenschlingen] legen!? R. Joseph erwiderte: Wenn die Gegend mit Weinbergen bebaut402Dann fliegen sie auch weiter.ist. Rabba erwiderte: Wenn Taubenhecken sich da befinden. –", "Sollte es doch schon wegen der Taubenhecken selbst verboten sein403Damit man nicht fremde Tauben einfange.!? – Wenn du willst, sage ich: wenn sie einem Nichtjuden gehören. Wenn du willst, sage ich: wenn sie herrenlos sind. Und wenn du willst, sage ich: wenn sie ihm selber gehören404Es ist daher nur auf die in der Umgegend befindlichen fremden Tauben Rücksicht zunehmen.." ], [ "i,1 WER SEINEN NÄCHSTEN VERLETZT, HAT FÜNF ZAHLUNGEN1Falls die Momente hierzu vorhanden sind; wörtl.: so ist er wegen fünf Dinge [Momente] schuldig. ZU LEISTEN: SCHADENERSATZ, SCHMERZENSGELD, KURKOSTEN, VERSÄUMNISGELD UND BESCHÄMUNGSGELD.", "SCHADENERSATZ: WENN ER IHM EIN AUGE GEBLENDET, EINE HAND ABGEHAUEN, ODER EINEN FUSS GEBROCHEN HAT, SO BETRACHTE MAN IHN ALS EINEN AUF DEM MARKTE ZU VERKAUFENDEN SKLAVEN UND MAN SCHÄTZE, WIEVIEL ER VORHER WERT WAR UND WIEVIEL ER JETZT WERT IST.", "SCHMERZENSGELD: WENN ER IHN MIT EINEM SPIESSE ODER EINEM NAGEL GEBRANNT HAT, WENN AUCH NUR AUF DEM FINGERNAGEL, EINER STELLE, AN DER KEINE WUNDE ZURÜCKBLEIBT, SO SCHÄTZE MAN, WIEVIEL EIN MENSCH SEINESGLEICHEN2Von derselben körperlichen Konstitution. VERLANGEN WÜRDE, WENN ER SICH EINEM SOLCHEN SCHMERZE UNTERZIEHEN LIESSE.", "KURKOSTEN: WENN ER IHN VERLETZT HAT, SO MUSS ER IHN HELFEN LASSEN. SIND EITERGESCHWÜRE ENTSTANDEN, SO IST ER, WENN INFOLGE DER VERWUNDUNG, SCHULDIG, UND WENN NICHT INFOLGE DER VERWUNDUNG, FREI. WENN [DIE WUNDE] HEILT UND WIEDER AUFBRICHT, HEILT UND WIEDER AUFBRICHT, SO MUSS ER IHN HEILEN LASSEN; WAR SIE VOLLSTÄNDIG AUSGEHEILT, SO BRAUCHT ER IHN NICHT MEHR HEILEN ZU LASSEN.", "VERSÄUMNISGELD : MAN BETRACHTE IHN ALS GURRENWÄCHTER3Es wird ihm nur das Versäumnisgeld einer solchen Tätigkeit zugesprochen, die er als Krüppel ausüben könnte., DENN DEN WERT DER HAND ODER DES FUSSES HAT ER IHM JA BEREITS BEZAHLT.", "BESCHÄMUNGSGELD : NACH [DER STELLUNG DES] BESCHÄMENDEN UND DES BESCHÄMTEN.", "GEMARA. Weshalb denn, der Allbarmherzige sagt ja: 4Ex. 21,24.Auge um Auge, vielleicht wirklich das Auge5Wer seinem Nächsten eine Verletzung beibringt, dem soll eine ebensolche Verletzung beigebracht werden.!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, wenn jemand einem ein Auge geblendet hat, blende man ihm ein Auge, eine Hand abgehauen hat, haue man ihm eine Hand ab, einen Fuß gebrochen hat, breche man ihm einen Fuß, so heißt es: wer einen Menschen schlägt, und: wer ein Vieh erschlägt; wie auf das Erschlagen eines Viehs eine Geldzahlung gesetzt ist, ebenso ist auch auf das Schlagen eines Menschen eine Geldzahlung gesetzt.", "Wenn du aber dagegen einwenden6Die Erkl. folgt weiter. willst, so heißt es: 7Num. 35,31.ihr dürft kein Lösegeld annehmen für das Leben eines Mörders, der des Todes schuldig ist, für das Leben eines Mörders darf man kein Lösegeld annehmen, wohl aber darf man für nicht nachwachsende vorstehende Gliedmaßen Lösegeld annehmen. –", "Welcher [Schriftvers vom] Schlagen ist hier gemeint; wollte man sagen:8Lev. 24,21.wer ein Vieh erschlägt, hat es zu ersetzen; wer einen Menschen erschlägt, soll getötet werden, so spricht ja dieser von der Tötung!? –", "Vielmehr, folgender : 9Ib. V. 18.wer ein Vieh erschlägt, hat es zu bezahlen; Leben um Leben, und darauf folgt:10Ib. V. 19.wenn jemand seinem Nächsten einen Leibesschaden zufügt, dem soll man tun, wie er getan hat. – In diesem heißt es ja nicht: schlägt!? – Wir meinen [den Begriff] schlagen11Im 2. Schriftverse wird zwar der Ausdruck schlagen nicht gebraucht, wohl aber vom Schlagen gesprochen.. – Es heißt ja aber:12Lev. 24,17.wenn jemand irgend einen Menschen erschlägt, so soll er getötet werden13Der T. versteht unter erschlagen u. töten im angezogenen Schriftverse das Erschlagen, bezw. Töten eines einzelnen Gliedes, da es darauf heißt: Auge um Auge; vom Morde wird an anderen Schriftstellen gesprochen.!?", "– Eine Geldentschädigung. – Woher, daß hier eine Geldentschädigung zu verstehen ist, vielleicht wirklich die Tötung!? –", "Dies ist nicht einleuchtend; erstens wird es mit dem Erschlagen eines Viehs verglichen, und ferner heißt es darauf :14Lev. 24,20.derselbe Leibesschaden, den er einem anderen zugefügt, soll ihm zugefügt werden, und hieraus ist zu entnehmen, daß eine Geldentschädigung zu verstehen sei. –", "Was heißt: wenn du aber einwenden willst? – Dem Autor ist noch folgendes fraglich: was veranlaßt dich, dies15Die Bestrafung für die Verletzung eines Menschen.vom Erschlagen eines Viehs zu entnehmen, man sollte es doch vom Erschlagen eines Menschen entnehmen16Worauf eine peinliche Strafe gesetzt ist.!? –", "Ich will dir sagen, man folgere hinsichtlich der Schädigung von der Schädigung, nicht aber hinsichtlich der Schädigung von der Tötung. – Im Gegenteil, man sollte doch folgern hinsichtlich [der Schädigung] eines Menschen von [der Tötung] eines Menschen, nicht aber hinsichtlich [der Schädigung] eines Menschen von [der Tötung] eines Viehs!?", "Deshalb sagt er: wenn du dagegen einwenden willst, so heißt es: ihr dürft kein Lösegeld nehmen für das Leben eines Mörders, der des Todes schuldig ist, denn er soll gelötet werden; für das Leben eines Mörders darf man kein Lösegeld nehmen, wohl aber darf man für vorstehende nicht nachwachsende Gliedmaßen Lösegeld nehmen. –", "Deutet denn [der Schriftvers:] ihr dürft kein Lösegeld nehmen für das Leben eines Mörders, auf die Ausschließung von vorstehenden Gliedmaßen17Von der gleichmäßigen Bestrafung., dieser deutet ja darauf, daß man über ihn nicht zwei [Strafen] verhänge, Geldzahlung und Todesstrafe!? – Dies geht hervor aus:18Dt. 25,2.entsprechend seinem Frevel; du kannst ihn nur wegen eines Frevels verurteilen, nicht aber kannst du ihn wegen zweier Frevel verurteilen. –", "Aber dies deutet ja darauf, daß man von ihm nicht eine Geldzahlung nehme und ihn befreie!? – Der Allbarmherzige könnte ja schreiben: ihr dürft kein Lösegeld nehmen für den, der des Todes schuldig ist, wenn es aber auch heißt: für das Leben eines Mörders, so deutet dies: für das Leben eines Mörders darf man kein Lösegeld nehmen, wohl aber darf man für nicht nachwachsende vorstehende Gliedmaßen Lösegeld nehmen. –", "Wozu ist nun, wo es heißt: da sollst kein Lösegeld nehmen19Woraus gefolgert wird, daß wegen einer körperlichen Verletzung wohl eine Geldentschädigung zu nehmen sei., [die Deduktion aus dem Worte] schlagen nötig!? – Aus diesem Schriftverse würde man entnehmen können, daß man ihm entweder das Auge ausschlage20Dh. dem Schädiger eine ebensolche Verletzung zufüge.oder von ihm Ersatz für das Auge nehme, daher folgert er es vom [Erschlagen] eines Viehs: wie für ein Vieh eine Geldentschädigung zu zahlen ist, ebenso ist auch für [die Verletzung] eines Menschen eine Geldentschädigung zu zahlen.", "Es wird gelehrt: R. Dostaj b. Jehuda sagte: Auge um Auge, eine Geldentschädigung. Du sagst, eine Geldentschädigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern wirklich das Auge? Ich will dir sagen, wie könnte man in dem Falle, wenn das Auge des einen groß und das Auge des anderen klein ist, aufrecht erhalten [die Worte] Auge um Auge!?", "Wolltest du erwidern, in einem solchen Falle nehme man von ihm eine Geldentschädigung, so sagt ja die Tora :21Lev, 24,22.einerlei Recht soll für euch gelten, das Recht soll für euch alle gleichmäßig sein!? –", "Ich will dir sagen, was ist dies für ein Einwand, vielleicht also: er hat jenem das Augenlicht genommen, und der Allbarmherzige sagt, daß man ihm das Augenlicht nehme." ], [ "Wieso könnte man, wenn du nicht so erklären wolltest, wenn ein Kleiner einen Großen oder ein Großer einen Kleinen getötet hat, diesen töten, die Tora sagt ja: einerlei Recht soll für euch gelten, das Recht soll für euch alle gleichmäßig sein!? Vielmehr [ist zu erklären:] er hat jenem das Leben genommen, und der Allbarmherzige sagt, daß man ihm das Leben nehme, ebenso auch hierbei: er hat jenem das Augenlicht genommen, und der Allbarmherzige sagt, daß man ihm das Augenlicht nehme.", "Ein Anderes lehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Auge um Auge, eine Geldentschädigung. Du sagst, eine Geldentschädigung, vielleicht ist dem nicht so, sondern wirklich das Auge? Wie könnte man in dem Falle, wenn ein Blinder einen geblendet, ein Verstümmelter einen verstümmelt oder ein Lahmer einen lahm gemacht hat, aufrecht erhalten [die Worte] Auge um. Auge, wo doch die Tora sagt: einerlei Recht soll für euch gelten, das Recht soll für euch alle gleichmäßig sein!? –", "Ich will dir sagen, was ist dies für ein Einwand, vielleicht nur dann, wenn dies22Die Bestrafung des Schuldigen.möglich ist, nicht aber wenn es nicht möglich ist; man befreie ihn dann ganz. Was mache man, wenn du nicht so erklären wolltest, mit einem Totverletzten, der einen Gesunden ermordet hat!?", "Du mußt also sagen, wo dies möglich ist, ist es möglich, wo dies aber nicht möglich ist, ist dies nicht möglich, und man befreie ihn ganz.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Schrift sagt: soll ihm zugefügt werden, und unter ‘zufügen’23Der Hebräer gebraucht für ‘zufügen’ das W. ‘geben’, also was gegeben wird: eine Geldzahlung.ist eine Geldentschädigung zu verstehen. – Es heißt ja auch: der Leibesschaden, den er einem anderen zufügt, ist etwa auch hier eine Geldentschädigung zu verstehen!? –", "Ich will dir sagen, in der Schule R. Jišma͑éls folgerten sie es aus der Überflüssigkeit des Schriftverses; es heißt ja bereits: wenn jemand seinem Nächsten einen Leibesschaden zufügt, dem soll man so tun, wie er getan hat, wenn es aber auch heißt: soll ihm zugefügt werden, so ist darunter eine Geldentschädigung zu verstehen. – Wozu heißt es: der Leibesschaden, den er einem anderen zufügt!? – Da er weiter schreiben will: soll ihm zugefügt werden, so schreibt er auch: der Leibesschaden, den er einem anderen zufügt.", "In der Schule R. Ḥijas wurde gelehrt: Die Schrift sagt:24Dt. 19,21.Hand um Hand, was aus einer Hand in die andere gegeben wird, nämlich eine Geldentschädigung. – Demnach wären auch [die Worte]24Dt. 19,21.Fuß um Fuß ebenso auszulegen!? –", "Ich will dir sagen, in der Schule R. Ḥijas folgerten sie es aus der Überflüssigkeit des Schriftverses; es heißt ja bereits :25Ib. V. 19.so sollt ihr ihm das antun, was er seinem Bruder tun wollte, wozu heißt es Hand um Hand, wenn man sagen wollte, dies sei wörtlich aufzufassen? Vielmehr schließe man hieraus, daß darunter eine Geldentschädigung zu verstehen sei. – Wozu heißt es Fuß um Fuß? – Da es Hand um Hand heißt, so heißt es auch Fuß um Fuß.", "Abajje sagte: Dies ist aus einer Lehre der Schule Ḥizqijas zu entnehmen, denn in der Schule Ḥizqijas lehrten sie:26Ex. 21,24.Auge um Auge, Leben um Leben, nicht aber Leben und Auge um Auge. Wenn man nämlich sagen wollte, dies sei wörtlich zu verstehen, so könnte ja Auge und Leben um Auge vorkommen, denn er könnte durch die Blendung das Leben verlieren. –", "Was ist dies denn für ein Einwand, vielleicht untersuche man ihn vorher: kann er es aushalten, so vollstrecke man es an ihm, und kann er es nicht aushalten, so vollstrecke man es an ihm nicht; wenn man ihn aber eingeschätzt hat, daß er es aushalten könne, und man es an ihm vollstreckt hat und er dennoch gestorben ist, so ist nichts dabei. Auch hinsichtlich der Geißelung haben wir gelernt, daß, wenn man ihn eingeschätzt hat und er unter der Hand [des Gerichtsdieners] gestorben ist, dieser frei ist.", "R. Zebid erklärte im Namen Rabas: Die Schrift sagt:27Ib. V. 25.Stichwunde um Stichwunde, neben der Entschädigung ist auch Schmerzensgeld zu zahlen; wenn man aber sagen wollte, dies sei wörtlich zu verstehen, so würde ja auch dieser Schmerzen haben, wie jener Schmerzen hatte!? –", "Was ist dies für ein Einwand, mancher ist empfindlich und hat mehr Schmerzen, und mancher ist nicht empfindlich und hat weniger Schmerzen, und dies lehrt, daß die Differenz herauszuzahlen sei.", "R. Papa erklärte im Namen Rabas : Die Schrift sagt :28Ib. V. 19.und er soll ihn heilen lassen, neben der Entschädigung sind auch Kurkosten zu zahlen; wenn man aber sagen wollte, dies sei wörtlich zu verstehen, so braucht ja auch dieser der Heilung, wie jener der Heilung braucht!? –", "Was ist dies für ein Einwand, vielleicht heilt das Fleisch des einen schnell und das des anderen langsam, und dies lehrt, daß die Differenz herauszuzahlen sei.", "R. Aši erklärte: Dies ist durch [das Wort] um zu folgern, das auch bei einem Ochsen gebraucht wird; hierbei heißt es:27Ib. V. 25. Auge um Auge, und dort heißt es:29Ib. V. 36.er soll bezahlen einen Ochsen um einen Ochsen, wie dort eine Geldentschädigung, ebenso auch hierbei eine Geldentschädigung. –", "Was veranlaßt dich, dies vom um zu folgern, das bei einem Ochsen gebraucht wird, folgere man es doch vom um, das bei einem Menschen gebraucht wird, denn es heißt :30Ib. V. 33.Leben um Leben, wie da wörtlich, ebenso auch hierbei wörtlich!? –", "Ich will dir sagen, man folgere hinsichtlich der Schädigung von der Schädigung, nicht aber hinsichtlich der Schädigung von der Tötung. – Im Gegenteil, man sollte doch folgern hinsichtlich [der Schädigung] eines Menschen von [der Tötung] eines Menschen, nicht aber hinsichtlich [der Schädigung] eines Menschen von [der Schädigung] eines Viehs!? –", "Vielmehr, erklärte R. Aši, ist dies zu entnehmen aus :31Dt. 22,29.weil32Im hebr. Texte ebenfalls durch תחת (um) ausgedrückt.er sie geschwächt hat, man folgere also hinsichtlich eines Menschen von einem Menschen und hinsichtlich der Schädigung von der Schädigung.", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Auge um Auge, wörtlich. – Wörtlich, wie ist dies denn möglich, hält denn R. Elie͑zer nichts von den Lehren all jener Autoren!?", "Rabba erwiderte: Dies besagt, daß man ihn nicht nach dem Werte eines Sklaven schätze. Abajje sprach zu ihm: Etwa nach dem Werte eines Freien, ein Freier hat ja keinen Geldwert!? Vielmehr, erklärte R. Aši, besagt dies, daß man nicht den Beschädigten, sondern den Schädiger schätze.", "Einst biß ein Esel einem Kinde die Hand ab, und als die Sache vor R. Papa b. Šemuél kam, sprach er: Geht, schätzt ihm die vier Dinge. Raba sprach zu ihm: Wir haben ja von fünf gelernt!? Dieser erwiderte: Ich meine es außer dem Schadenersatze. Abajje sprach zu ihm: Es ist ja ein Esel, und für einen Esel ist ja nur der Schadenersatz zu zahlen!? Er erwiderte: Geht, schätzt ihm nur den Schadenersatz. – Es ist ja nach dem Werte eines Sklaven zu schätzen!? Er erwiderte: Geht, schätzt ihn nach dem Werte eines Sklaven.", "Da sprach der Vater des Kindes: Ich verzichte darauf, dies paßt mir nicht. Jene sprachen zu ihm: Du bist es ja dem Kinde schuldig! Er erwiderte ihnen: Sobald es groß ist, befriedige ich es aus meinem [Vermögen].", "Einst zerbiß ein Ochs einem Kinde die Hand, und als die Sache vor Raba kam, sprach er: Geht, schätzt ihn nach dem Werte eines Sklaven. Sie sprachen zu ihm: Der Meister selbst sagte ja, wenn die Schätzung nach dem Werte eines Sklaven33Wenn es sich nicht um einen festgesetzten Betrag handelt; ausführl, weiter.erfolgt, sei [der Betrag] in Babylonien nicht einzufordern!? Er erwiderte ihnen: In dem Falle, wenn er etwas eingehascht34Zunächst soll die Entschädigung durch Schätzung festgestellt werden; einfordern kann er sie nur dann, wenn er etwas vom Schädiger eingehascht hat.hat.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, daß für die Schädigung eines Ochsen durch einen Ochsen und eines Ochsen durch einen Menschen in Babylonien Ersatz einzufordern sei, und für die Schädigung eines Menschen durch einen Menschen und eines Menschen durch einen Ochsen in Babylonien kein Ersatz einzufordern sei. –", "Für die Schädigung eines Menschen durch einen Menschen und eines Menschen durch einen Ochsen wohl deshalb nicht, weil dazu [autorisierte] Richter erforderlich sind, die da nicht vornan den35In Babylonien werden keine Richter autorisiert; cf. Bd. Syn. Fol. 14a.sind, und auch bei der Schädigung eines Ochsen durch einen Ochsen und eines Ochsen durch einen Menschen sind ja" ], [ "[autorisierte] Richter erforderlich, die da nicht vorhanden sind!?", "Wollte man sagen, für die Schädigung eines Ochsen durch einen Ochsen und eines Ochsen durch einen Menschen deshalb, weil wir sie hierbei vertreten, wie dies auch bei Geständnissen und Darlehen der Fall36Bei diesen sind von rechts wegen autorisierte Richter nötig, jedoch wurde aus besonderen Gründen bestimmt, daß auch Laienrichter zuständig seien; cf. Syn. Fol. 2b.ist, so sollten wir sie ja auch bei der Schädigung eines Menschen durch einen Menschen und eines Menschen durch einen Ochsen vertreten, wie bei Geständnissen und Darlehen!? –", "Ich will dir sagen, wir vertreten sie nur bei einer Sache, die wir genau kennen, nicht aber bei einer Sache, die wir nicht genau kennen37Wie zBs. hierbei, wo der Betrag zuerst durch Schätzung festgestellt werden muß.. –", "Auch bei der Schädigung eines Ochsen durch einen Ochsen und der eines Ochsen durch einen Menschen wissen wir es ja nicht genau, vielmehr richten wir uns danach, zu welchem Preise ein Ochs auf dem Markte verkauft wird, ebenso sollte man sich auch bei der Schädigung eines Menschen durch einen Menschen und eines Menschen durch einen Ochsen danach richten, um welchen Preis ein Sklave auf dem Markte verkauft wird38Es handelt sich also um einen bestimmten Betrag, den Wert des Marktpreises.!?", "Ferner sollten wir sie doch vertreten bei der Zahlung des Doppelten und des Vier- und Fünffachen, die festgesetzt ist39Während es bekannt ist, daß babylonische Richter für Bußzahlungen nicht zuständig sind.!? –", "Ich will dir sagen, wir vertreten sie nur bei einem wirklichen Geldersatze, nicht aber bei Bußzahlungen. – Sollten wir sie doch beim Ersatze", "für die Schädigung eines Menschen durch einen Menschen, der ja ein Geldersatz ist, vertreten!? – Wir vertreten sie nur bei Dingen, die oft vorkommen, bei der Schädigung eines, Menschen durch einen Menschen aber, die nicht oft vorkommt, vertreten wir sie nicht. –", "Aber die Beschämung kommt ja oft vor, sollten wir sie doch hierbei vertreten!? – Ich will dir sagen, dem ist auch so, denn R. Papa ließ vierhundert Zuz wegen einer Beschämung einfordern. – Aber es wird ja nicht nach R. Papa entschieden, denn als R. Ḥisda R. Naḥman befragte40Cf. supra Fol. 27b., ließ dieser ihm erwidern: Ḥisda, Ḥisda, willst du etwa in Babylonien Bußzahlungen einfordern lassen!? –", "Vielmehr, wir vertreten sie nur dann, wenn es oft vorkommt und eine Vermögensschädigung vorliegt, wenn es aber oft vorkommt und keine Vermögensschädigung vorliegt, oder wenn es nicht oft vorkommt und eine Vermögensschädigung vorliegt, vertreten wir sie nicht. Daher vertreten wir sie bei der Schädigung eines Menschen durch einen Menschen nicht, weil, obgleich hierbei eine Vermögensschädigung vorliegt, es nicht oft vorkommt, und bei der Beschämung ebenfalls nicht, weil, obgleich es oft vorkommt, hierbei keine Vermögensschädigung vorliegt. –", "Kann denn für die Schädigung eines Ochsen durch einen Ochsen in Babylonien Ersatz eingefordert werden, Raba sagte ja, wenn ein Ochs beschädigt hat, könne in Babylonien kein Ersatz eingefordert werden; wen soll er beschädigt haben, wollte man sagen einen Menschen, so braucht dies doch nicht von der Beschädigung eines Menschen durch einen Ochsen gelehrt zu werden, auch wenn ein Mensch einen Menschen beschädigt hat, kann ja kein Ersatz in Babylonien eingefordert werden; doch wohl, wenn er einen Ochsen beschädigt hat, und er lehrt, in Babylonien könne kein Ersatz eingefordert werden!? –", "Ich will dir sagen, dort wird von einem nicht verwarnten41Vgl. S. 48 Anm. 347.und hier von einem verwarnten41Vgl. S. 48 Anm. 347.gesprochen42Der Ersatz für die Schädigung des nicht verwarnten Ochsen (vgl. S. 5 Anm. 22) ist eine Bußzahlung, da er dem Schaden nicht entspricht, u. eine solche kann in Babylonien nicht eingefordert werden, dagegen ist der Ersatz für die Schädigung, eines verwarnten eine wirkliche Geldzahlung.. – Rabba sagte ja aber, in Babylonien gebe es keine Verwarnung43Da nicht verwarnt keine Verurteilung erfolgen kann.!? – Wenn er dort44In Palästina.verwarnt worden und nach hier gebracht worden ist. –", "Dies ist ja aber ungewöhnlich, und du sagtest ja, daß wir sie bei Ungewöhnlichem nicht vertreten!? – Wenn die Rabbanan45Dh. autorisierte Richter.von dort hergekommen sind und ihn als verwarnt erklärt haben. – Aber immerhin ist ja auch dies ungewöhnlich, und du sagtest ja, daß wir sie bei Ungewöhnlichem nicht vertreten!? –", "Vielmehr, Raba spricht von der Zahn- und der Fußschädigung46Nur für eine solche ist in Babylonien Ersatz zu zahlen, nicht aber für eine aus Bosheit erfolgte Schädigung., hinsichtlich welcher er von vornherein als verwarnt gilt.", "SCHMERZENSGELD: WENN ER IHN MIT EINEM SPIESSE ODER EINEM NAGEL GEBRANNT HAT &C. Wer ist der Autor, welcher sagt, das Schmerzensgeld sei auch dann zu zahlen, wenn kein Schadenersatz zu zahlen ist? Rabba erwiderte: Es ist Ben A͑zaj, denn es wird gelehrt: Rabbi sagt, vom Brandstiche47Cf. Ex. 21,25.werde zuerst gesprochen, Ben A͑zaj sagt, von der Wunde werde zuerst gesprochen.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: Rabbi ist der Ansicht, unter Brandstich ist eine Verletzung ohne Wunde zu verstehen, daher schrieb der Allbarmherzige weiter Wunde, um zu erklären, daß dies nur von einem Brandstiche mit einer Wunde gelte, nicht aber von einem Brandstiche ohne Wunde,", "und Ben A͑zaj ist der Ansicht, unter Brandstich sei eine Verletzung mit Wunde zu verstehen, daher schrieb der Allbarmherzige weiter Wunde, um anzudeuten, daß hier unter Brandstich eine Verletzung ohne Wunde48Man ist also wegen eines Brandstiches ohne Wunde schuldig, obgleich in einem solchen Falle nur Schmerzensgeld u. kein Schadenersatz zu zahlen ist.zu verstehen sei.", "R. Papa wandte ein : Im Gegenteil, das Entgegengesetzte ist ja einleuchtend. Rabbi sagt, zuerst werde vom Brandstiche gesprochen, denn er ist der Ansicht, unter Brandstich sei eine Verletzung mit Wunde zu verstehen, daher schrieb der Allbarmherzige Wunde, um anzudeuten, daß hier unter Brandstich eine Verletzung ohne Wunde zu verstehen sei,", "und Ben A͑zaj sagt, von Wunde werde zuerst gesprochen, denn er ist der Ansicht, unter Brandstich sei eine Verletzung ohne Wunde zu verstehen, daher schrieb der Allbarmherzige Wunde, um anzudeuten, daß dies nur von einem Brandstiche mit Wunde gelte, nicht aber von einem ohne Wunde. Sie stützen sich auf den Schluß49Des angezogenen Schriftverses, der den Anfang erklärt. Nach dieser Auslegung vertritt die Mišna die Ansicht Rabbis, was wahrscheinlicher ist, da er Redaktor derselben ist..", "Oder auch: alle sind der Ansicht, unter Brandstich sei sowohl eine Verletzung mit Wunde als auch eine ohne Wunde zu verstehen," ], [ "und sie streiten hier vielmehr über [eine Schriftstelle, in der] die Generalisierung und die Spezialisierung50Wenn in der Schrift auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so gilt letztere als Einschränkung: die Generalisierung umfaßt nur das, was die Spezialisierung nennt.von einander entfernt51Das spezialisierende W. Wunde, worunter nur eine Verletzung mit Wunde zu verstehen ist, folgt nicht unmittelbar auf das generalisierende W. Brandstich, worunter eine Verletzung mit als auch ohne Wunde zu verstehen ist.sind.", "Rabbi ist der Ansicht, in einem solchen Falle werde die [Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung nicht angewandt52Man ist also wegen einer Verletzung ohne Wunde, wo also ein Schadenersatz nicht vorhanden ist, schuldig., und Ben A͑zaj ist der Ansicht, in einem solchen Falle werde die [Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung wohl angewandt; [das Wort] Wunde aber deutet nach Rabbi53Nach dem das W. Brandstich auf jede Art Verletzung deutet.auf den Mehrbetrag54Der für eine Verletzung mit Wunde zu zahlen ist..", "MAN SCHÄTZE, WIEVIEL EIN MENSCH SEINESGLEICHEN VERLANGEN WÜRDE &C. Wie wird das Schmerzensgeld außer dem Schadenersatz geschätzt55Mit der Zahlung des Schadenersatzes ist er ja zur Entfernung des Gliedes berechtigt.?", "Der Vater Šemuéls erwiderte: Man schätze, wieviel jemand verlangen würde, wenn er sich eine Hand abhauen ließe. – Dafür ist ja nicht Schmerzensgeld allein zu zahlen, sondern alle fünf Dinge!? Ferner, ist denn von einem Toren56Kein vernünftiger Mensch würde sich für Bezahlung eine Hand abhauen lassen.zu sprechen!? – Vielmehr, wenn er sich eine abgestorbene Hand57Die zum Gebrauche nicht mehr verwendbar ist.abhauen ließe. – Auch für eine abgestorbene Hand ist ja nicht nur Schmerzensgeld, sondern Schmerzensgeld und Beschämungsgeld zu zahlen, denn es ist ja für einen schimpflich, wenn man etwas von seinem Fleische nimmt, um es den Hunden vorzuwerfen!? –", "Vielmehr, man schätze, wieviel jemand verlangen würde, wenn er sich eine Hand, die der Regierung verschrieben58Wenn er dazu verurteilt worden ist.ist, statt mit einer Salbe59Die ihm keine Schmerzen verursachen würde., mit einem Schwerte abhauen ließe. – Ich will dir sagen, auch in einem solchen Falle würde ja niemand etwas nehmen und sich Schmerzen zufügen lassen!? –", "Vielmehr, man schätze, wieviel jemand zahlen würde, wenn man ihm eine Hand, die der Regierung verschrieben ist, statt mit einem Schwerte mit einer Salbe abnehmen würde. –", "Wieso heißt es demnach verlangen, es sollte ja zahlen heißen !? R. Hona Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Man verlange von jenem, was dieser zahlen würde.", "KURKOSTEN: WENN ER IHN VERLETZT HAT, SO MUSS ER IHN HEILEN LASSEN &C. Die Rabbanan lehrten: Sind infolge der Verwundung Eitergeschwüre entstanden oder60So nach den Dezisoren; cf. Maimonides, Jad, הלכות חובל ומזיק Kap. 2 § 19.ist die Wunde aufgebrochen, so muß er ihn heilen lassen und ihm Versäumnisgeld zahlen; wenn nicht infolge des Schlages, so braucht er ihn weder heilen zu lassen noch ihm Versäumnisgeld zu zahlen.", "R. Jehuda sagt, auch wenn infolge der Verwundung, brauche er ihn nur heilen zu lassen, nicht aber ihm Versäumnisgeld zu zahlen. Die Weisen sagen: Versäumnisgeld und Kurkosten: wer Versäumnisgeld zahlen muß, muß auch Kurkosten zahlen, und wer kein Versäumnisgeld zahlen muß, braucht auch keine Kurkosten zu zahlen. –", "Worin besteht ihr Streit? Rabba erwiderte: Ich traf die Jünger im Lehrhause sitzen und diese sagten, sie streiten, ob die Wunde verbunden werden61Das Verbinden lindert den Schmerz, jedoch hat dies zur Folge, daß durch den Druck u. die Wärme Eiterblasen entstehen.dürfe :", "die Rabbanan62Der erste Autor der angezogenen Lehre.sind der Ansicht, die Wunde dürfe verbunden werden, und R. Jehuda ist der Ansicht, die Wunde dürfe nicht verbunden63Der Verletzte tut dies auf eigene Gefahr.werden. Zu den Kurkosten, die die Schrift wiederholt64Die Schrift gebraucht den Ausdruck רפא ירפא, heilen soll er heilen lassen.hat, ist er verpflichtet, zum Versäumnisgelde, das die Schrift nicht wiederholt hat, ist er nicht verpflichtet.", "Da sprach ich zu ihnen: dürfte die Wunde nicht verbunden werden, so wäre er auch zu den Kurkosten nicht verpflichtet, vielmehr sind alle der Ansicht, die Wunde dürfe verbunden werden, jedoch nicht übermäßig fest.", "R. Jehuda ist der Ansicht, da sie nicht übermäßig fest verbunden werden darf, so ist er nur zu den Kurkosten verpflichtet, die die Schrift wiederholt hat, nicht aber zum Versäumnisgelde, das die Schrift nicht wiederholt hat, und die Rabbanan sind der Ansicht, da die Schrift die Kurkosten wiederholt hat, so ist er auch zum Versäumnisgelde verpflichtet, da es mit den Kurkosten verglichen wird. –", "Und R. Jehuda!? – Er ist der Ansicht, zum Versäumnisgelde sei er nicht verpflichtet, weil es der Allbarmherzige durch [das Wort] nur65Vor dem W.e שבתו; cf. Ex. 21,19.ausgeschlossen hat. – Und die Rabbanan!? – Das nur schließt den Fall aus, wenn es nicht infolge der Verletzung eingetreten ist. –", "Wozu braucht nach den letzten Rabbanan66Dem 3. Autor der angezogenen Lehre., welche sagen, wer Versäumnisgeld zahlen muß, müsse auch Kurkosten zahlen, und wer kein Versäumnisgeld zahlen muß, brauche auch keine Kurkosten zu zahlen, die Schrift die Kurkosten zweimal zu wiederholen? – Dies ist wegen einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls nötig, denn in der Schule Jišma͑éls wurde gelehrt:67Ex. 21,19.Und heilen soll er ihn (heilen)68Vgl. S. 222 Anm. 38.lassen, hieraus, daß der Arzt zum Heilen befugt ist69Man fasse die Heilung nicht als Eingriff in die göttliche Fügung auf..", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn infolge der Verletzung Eiterblasen entstanden sind oder die Wunde aufgebrochen ist, er ihn heilen lassen und ihm das Versäumnisgeld zahlen müsse? Es heißt:67Ex. 21,19.nur soll er ihm die Versäumnis bezahlen und heilen soll er ihn (heilen) lassen. Man könnte nun glauben, auch wenn nicht infolge der Verletzung, so heißt es nur. R. Jose b. Jehuda sagt, auch wenn infolge der Verletzung, sei er frei, denn es heißt nur.", "Manche erklären, auch wenn infolge der Verletzung, sei er frei, vollständig, nach der Ansicht der letzten Rabbanan, und manche erklären, auch wenn infolge der Wunde, sei er frei, vom Versäumnisgel de, jedoch zu den Kurkosten verpflichtet, nach der Ansicht seines Vaters.", "Der Meister sagte: Man könnte glauben, auch wenn nicht infolge der Verletzung, so heißt es nur. Ist denn, wenn nicht infolge der Verletzung, hierfür ein Schriftvers nötig!? –", "Ich will dir sagen, darunter ist der Fall folgender Lehre zu verstehen: Man könnte glauben, daß, wenn [der Verletzte] die Verordnung des Arztes übertreten und Honig oder verschiedene Arten Süßigkeiten gegessen hat, Honig und alle Arten Süßigkeiten sind nämlich für eine Wunde schädlich, und die Gargutani hervorgebracht hat, jener verpflichtet sei, ihn heilen zu lassen, so heißt es nur. – Was ist Gargutani? Abajje erwiderte: Wucherungen70So sinngemäß (Raschi: totes Fleisch). Möglicherweise ist das in den Handschriften vorkommende W. כריכתא od. כרכיתא eine Verstümmelung von Carcinoma, Krebs.. – Welches Mittel gibt es dagegen? – Aloe, Wachs und Harz.", "Wenn [der Schädiger] zu ihm sagt: ich will dein Arzt sein, so kann er ihm erwidern: du bist für mich wie ein schleichender Löwe. Wenn er zu ihm sagt: ich will einen unentgeltlichen Arzt holen, so kann er ihm erwidern: ein Arzt für nichts ist nichts wert.", "Wenn er zu ihm sagt: ich will einen Arzt aus der Ferne holen71Der weniger Honorar verlangt., so kann er ihm erwidern: ein Arzt aus der Ferne ist ein blindes Auge.", "Wenn [der Verletzte] dagegen zu ihm sagt: zahle an mich und ich will mich selbst kurieren lassen, so kann jener ihm erwidern: du wirst gegen dich selbst fahrlässig sein und Ersatz von mir verlangen. Wenn er zu ihm sagt: Zahle mir einen Pauschalbetrag, so kann er ihm erwidern: so wirst du erst recht fahrlässig sein72Um vom Kurgelde zu sparen., mich aber wird man einen schädigenden Ochsen nennen.", "Es wird gelehrt: Dies alles ist außer dem Schadenersatze zu zahlen. – Woher dies? R. Zebid erklärte im Namen Rabas: Die Schrift sagt: 73Ex. 21,25.Stichwunde statt Stichwunde, außer dem Schadenersatze muß er ihm auch Schmerzensgeld zahlen. –", "Aber dies deutet ja darauf," ], [ "daß man versehentlich wie vorsätzlich und absichtslos wie absichtlich schuldig sei!? – Es könnte ja heißen: Stichwunde um74Im Texte wird die 1. Partikel durch ein Präfix, die 2. dagegen durch ein besonderes Wort ausgedrückt.Stichwunde, wenn es aber heißt: Stichwunde statt74Im Texte wird die 1. Partikel durch ein Präfix, die 2. dagegen durch ein besonderes Wort ausgedrückt.Stichwunde, so ist beides zu entnehmen.", "R. Papa erklärte im Namen Rabas: Die Schrift sagt: und heilen soll er ihn (heilen) lassen, außer dem Schadenersatze muß er auch Kurkosten zahlen. –", "Dies ist ja aber wegen der Lehre R. Jišma͑éls nötig, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Und heilen soll er ihn (heilen) lassen, hieraus, daß der Arzt zum Heilen befugt69Man fasse die Heilung nicht als Eingriff in die göttliche Fügung auf.ist !? – Es könnte ja heißen: und der Arzt soll ihn heilen; vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß außer dem Schadenersatze auch Kurkosten zu zahlen seien. –", "Aber immerhin ist dies ja deshalb nötig, weil die Schrift die Heilung wiederholen will, wie wir bereits gesagt75Vgl. Anm. 64.haben!? – Die Schrift könnte ja sagen entweder heilen heilen, oder heilen lassen, heilen lassen, wenn es aber heißt: und heilen soll er heilen lassen, so ist hieraus zu entnehmen, daß außer dem Schadenersatze auch die Kurkosten zu zahlen seien. –", "Demnach sind diese76Die übrigen Zahlungen außer dem Schadenersatze.zu zahlen, auch wenn kein Schadenersatz zu zahlen ist, wie kann dies vorkommen? –", "Schmerzensgeld, wie gelehrt wird: hat er ihn mit einem Spieße oder mit einem Nagel gebrannt, selbst auf dem Fingernagel, einer Stelle, wo keine Wunde entsteht. Kurgeld: wenn er eine Wunde hatte, die geschwunden war und dieser sie ihm mit einer ätzenden Salbe bestrichen hat, wodurch das Fleisch blaß wurde; er muß ihm dann eine Salbe verschaffen, um die ursprüngliche Farbe des Fleisches herzustellen.", "Versäumnisgeld: wenn er ihn in eine Kammer eingesperrt und ihn [von der Arbeit] zurückgehalten hat. Beschämungsgeld: wenn er ihm ins Gesicht gespuckt hat.", "VERSÄUMNISGELD: MAN BETRACHTE IHN ALS GURKENWÄCHTER. Die Rabbanan lehrten: Versäumnisgeld: man betrachte ihn als Gurkenwächter. Wenn man aber einwendet, dem Rechte sei nicht Genüge getan, denn wenn der Mann gesund wäre, würde er nicht den Lohn eines Gurkenwächters erhalten haben, sondern er würde Wasser getragen und [einen höheren] Lohn erhalten haben, oder Gänge besorgt und [einen höheren] Lohn erhalten haben,", "[so ist zu erwidern:] dem Rechte ist wohl Genüge getan, denn er hat ihm ja den Wert seiner Hand oder den Wert seines Fußes bezahlt.", "Raba sagte: Wer einem eine Hand abgehauen hat, zahle ihm den Wert seiner Hand, und inbetreff des Versäumnisgeldes betrachte man ihn als Gurkenwächter77Eine Leistung, die er auch ohne Hand verrichten kann.. Wer einem einen Fuß gebrochen hat, zahle ihm den Wert seines Fußes, und inbetreff des Versäumnisgeldes betrachte man ihn als Pförtner.", "Wer einem ein Auge geblendet hat, zahle ihm den Wert seines Auges, und inbetreff des Versäumnisgeldes betrachte man ihn als Handmahler. Wer einen taub gemacht hat, muß ihm seinen ganzen Wert zahlen78Da er zu nichts mehr zu gebrauchen ist..", "Raba fragte: Wie ist es, wenn jemand einem eine Hand abgehauen, und man es nicht geschätzt79Wenn er zur Zahlung noch nicht verurteilt worden ist.hat, darauf ihm einen Fuß gebrochen, und man es nicht geschätzt hat, darauf ihm ein Auge geblendet und man es nicht geschätzt hat, und ihn endlich taub gemacht hat? Sagen wir, da man es früher nicht geschätzt hat, so schätze man es nur einmal und er zahle ihm seinen ganzen Wert, oder aber schätze man [jede Verstümmelung] besonders und er zahle es ihm?", "Ein Unterschied besteht darin, ob er ihm für jede besonders Schmerzensgeld und Beschämungsgeld zahlen muß. Schadenersatz, Kurkosten und Versäumnisgeld braucht er ihm allerdings nicht besonders zu zahlen, denn da er ihm seinen ganzen Wert zahlen muß, so ist es ebenso, als hätte er ihn getötet, und er hat ihm ja seinen ganzen Wert gezahlt, aber Schmerzensgeld und Beschämungsgeld muß er ihm vielleicht besonders zahlen, da er Schmerzen und Beschämung besonders erlitt?", "Und wenn du entscheidest, da man es früher nicht geschätzt hat, zahle er ihm alles zusammen, [so ist noch fraglich,] wie es denn sei, wenn man es vorher geschätzt hat; sagen wir, da man [einzeln] geschätzt hat, müsse er ihm auch besonders zahlen, oder aber braucht er, da [die Entschädigung] noch nicht erledigt ist, ihm nur einmal zu zahlen? – Dies bleibt unentschieden.", "Rabba fragte: Wie ist es, wenn er durch die Versäumnis minderwertig80Nur wegen der Versäumnis, nicht dauernd.wird? Wenn er ihm zum Beispiel auf die Hand geschlagen hat und sie angeschwollen ist, später aber wieder heilt; braucht er ihm nichts zu geben, da sie später heilt, oder aber, vorläufig hat er ihn ja minderwertig gemacht? –", "Komm und höre: Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt und ihnen keine Verletzung beibringt oder wer seinen Nächsten am Versöhnungstage verletzt, ist zu allen [Zahlungen] verpflichtet." ], [ "‘Keine Verletzung beigebracht’,", "doch wohl in dem Falle, wenn er ihm auf die Hand geschlagen hat und sie später wieder heilt; und er lehrt, daß er zu allem verpflichtet sei. –", "Ich will dir sagen, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn taub gemacht und ihm keine Verletzung beigebracht hat. – Raba sagte ja aber, wer seinen Vater taub macht, werde hingerichtet, weil eine Täubung nicht ohne Verletzung möglich ist, denn ein Tropfen Blutes drang ihm ins Ohr!? –", "Vielmehr, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn rasiert hat. – Wenn er ihn rasiert hat, wächst ja [das Haar] wieder, und dies ist ja unsere Frage!? –", "Ich will dir sagen, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihn mit einer Enthaarungssalbe bestrichen hat und [das Haar] nicht wieder wächst.", "Schmerzen: wenn er Wunden am Kopfe und dadurch Schmerzen hat; Heilung: denn es muß geheilt werden; Versäumnis: wenn er in den Schenken tanzt und mit dem Kopfe Figuren ausführt, was er wegen der Wunden nicht81Wenn er Possenreißer ist u. dadurch in der Ausübung seines Berufes gestört wird. Die oben angegebene Schätzung (als Gurkenwächter udgl.) gilt nur von dem, der keinen festen Beruf hat.kann; Beschämung: du hast ja keine größere Beschämung als diese.", "Das, was Rabba fraglich war, war Abajje nach der Seite und Raba nach der anderen Seite entschieden. Denn es wurde gelehrt: Wenn jemand einen auf die Hand schlägt und sie anschwillt, später aber wieder heilt, so muß er ihm, wie Abajje sagt, das große Versäumnisgeld82Die eigentliche Entschädigung.und das kleine Versäumnisgeld zahlen; Raba sagt, er zahle ihm nur das tägliche Versäumnisgeld.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand einem fremden jüdischen Sklaven eine Hand abschlägt, so muß er, wie Abajje sagt, das große Versäumnisgeld an den Sklaven und das kleine Versäumnisgeld an seinen Herrn zahlen; Raba sagt, alles sei an den Sklaven zu zahlen, und dafür kaufe er ein Grundstück, von dem der Herr die Früchte genieße.", "Einig sind sie, daß alles [dem Sklaven] gehört, in dem Falle, wenn er sich gegenüber minderwertig geworden ist, nicht aber seinem Herrn gegenüber, wenn er ihm beispielsweise die Ohrenspitze oder die Nasenspitze abgeschnitten hat; über den Fall aber, wenn er auch seinem Herrn gegenüber minderwertig geworden ist, besteht der Streit zwischen Abajje und Raba.", "BESCHÄMUNGSGELD, NACH [DER STELLUNG DES] BESCHÄMENDEN UND DES BESCHÄMTEN. Unsere Mišna vertritt weder die Ansicht R. Meírs noch die des R. Jehuda, sondern die des R. Šimo͑n;", "denn wir haben gelernt: Man betrachte jeden83Hinsichtlich der Beschämung.als Freien, der sein Vermögen verloren hat, denn er ist ein Sohn von Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob – so R. Meír; R. Jehuda sagt, einen Großen nach seiner Größe und einen Kleinen nach seiner Kleinheit; R. Šimo͑n sagt, einen Reichen betrachte man als Freien, der sein Vermögen verloren hat, einen Armen als niedriger stehend. Wessen Ansicht vertritt sie nun:", "wenn die des R. Meír, so lehrt sie ja, daß man sich nach der Stellung des Beschämenden und Beschämten richte, während nach R. Meír alle einander gleichen; wenn die des R. Jehuda, so lehrt ja die Mišna, wer einen Blinden beschämt, sei schuldig, während R. Jehuda sagt, bei einem Blinden gebe es keine Beschämung; wahrscheinlich also die des R. Šimo͑n. –", "Du kannst auch sagen, sie vertrete die des R. Jehuda, denn nur insofern sagt R. Jehuda, bei einem Blinden gebe es keine Beschämung, als daß er [kein Beschämungsgeld] zu zahlen brauche, an ihn aber ist es wohl zu zahlen. –", "Wenn es aber im Schlußsatze heißt, wenn jemand einen Schlafenden beschämt, sei er schuldig, und wenn ein Schlafender jemand beschämt, sei er frei, und nicht gelehrt wird, wenn ein Blinder jemand beschämt, sei er frei, demnach ist es ja einerlei, ob so oder so!? – Am richtigsten ist es vielmehr, daß unsere Mišna die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt.", "Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan: Wenn jemand in der Absicht einen Kleinen zu beschämen, einen Großen beschämt hat, so muß er an ihn das Beschämungsgeld für einen Kleinen zahlen; wenn er in der Absicht einen Sklaven zu beschämen, einen Freien beschämt hat, so muß er an ihn das Beschämungsgeld für einen Sklaven zahlen : Wessen nun : weder die des R. Meír, noch die des R. Jehuda, noch die des R. Šimo͑n?", "Er84Der diese Frage aufgeworfen hat.glaubte, unter Kleinen sei ein Kleiner hinsichtlich seines Vermögens, und unter Großen sei ein Großer hinsichtlich seines Vermögens zu verstehen. Wenn die des R. Meír, so sagt er ja, alle gleichen einander, wenn die des R. Jehuda, so sagt er ja, bei Sklaven gebe es keine Beschämung, und wenn die des R. Šimo͑n, so sagt er ja, wenn jemand in der Absicht einen zu beschämen, einen anderen beschämt hat, sei er frei,", "weil dies mit dem Morde zu vergleichen sei, wie man wegen des Mordes nur dann schuldig ist, wenn man es auf den Betreffenden abgesehen hat, denn es heißt :85Dt. 19,11.und er ihm auflauert und ihn überfällt, nur wenn er es auf ihn abgesehen hat, ebenso auch wegen der Beschämung, nur wenn er es auf ihn abgesehen hat, denn es heißt :86Ib. 25,11.und sie ihre Hand ausstreckt und seine Hoden erfaßt, nur wenn sie es auf ihn abgesehen hat. –", "Tatsächlich R. Jehuda, denn nur insofern sagt R. Jehuda, bei einem Sklaven gebe es keine Beschämung, als daß man an ihn kein [Beschämungsgeld] zu zahlen brauche, aber durch ihn schätzen87Wieviel er für eine solche Beschämung verlangen würde.kann man wohl.", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich R. Meír, denn unter Großen ist nicht ein Großer hinsichtlich seines Vermögens und unter Kiemen ist nicht ein Kleiner hinsichtlich seines Vermögens zu verstehen, vielmehr ist unter Großen ein Erwachsener und unter Kleinen ein Minderjähriger zu verstehen. –", "Gibt es denn bei einem Minderjährigen eine Beschämung? – Freilich; wie R. Papa erklärt hat, falls er sich schämt, wenn man ihn beschämt, ebenso auch hierbei," ], [ "falls er sich schämt, wenn man ihn beschämt.", "i,2 WER EINEN NACKTEN88Hier wird von der Beschämung durch Entblößung des Körpers gesprochen.BESCHÄMT, EINEN BLINDEN BESCHÄMT, ODER EINEN SCHLAFENDEN BESCHÄMT, IST SCHULDIG; WENN ABER EIN SCHLAFENDER JEMAND BESCHÄMT, SO IST ER FREI. WENN JEMAND VON EINEM DACHE HERABFÄLLT UND EINEN BESCHÄDIGT UND BESCHÄMT, SO IST ER WEGEN DER BESCHÄDIGUNG SCHULDIG UND WEGEN DER BESCHÄMUNG FREI; NUR WENN ER ES BEABSICHTIGT HAT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer einen Nackten beschämt, ist schuldig, jedoch ist die Beschämung eines Nackten nicht mit der Beschämung eines Bekleideten zu vergleichen; wer einen in einer Badeanstalt beschämt, ist schuldig, jedoch ist die Beschämung in einer Badeanstalt nicht mit der Beschämung auf der Straße zu vergleichen.", "Der Meister sagte: Wer einen Nackten beschämt, ist schuldig. Ist ein Nackter denn beschämungsfähig!? R. Papa erwiderte: Unter nackt ist zu verstehen, wenn ein Wind ihm die Kleider hochgehoben und jener sie noch mehr hochgehoben und ihn beschämt hat. –", "‘Wer einen in einer Badeanstalt beschämt, ist schuldig.’ Ist man denn in einer Badeanstalt beschämungsfähig!? R. Papa erwiderte: Wenn er ihn am Ufer des Flusses beschämt hat.", "R. Abba b. Mamal fragte : Wie ist es, wenn jemand einen Schlafenden beschämt hat und dieser gestorben ist? – Was ist ihm da fraglich? R. Zebid erwiderte : Folgendes ist ihm fraglich : erfolgt dies89Die Entschädigung für eine Beschämung.wegen des Schamgefühles, und dieser ist ja tot und schämt sich nicht, oder erfolgt dies wegen des Schimpfes und er hat ihn ja beschimpft? –", "Komm und höre: R. Meír sagt, bei einem Tauben und Minderjährigen gebe es eine Beschämung, bei einem Blöden gebe es keine Beschämung. Einleuchtend ist dies hinsichtlich eines Minderjährigen, wenn du sagst, es erfolge wegen des Schimpfes, wenn du aber sagst, wegen des Schamgefühles, so ist ja ein Minderjähriger nicht beschämungsfähig!? –", "Wenn etwa wegen des Schimpfes, so sollte dies auch von einem Blöden gelten!? – Ich will dir sagen, es gibt ja keinen größeren Schimpf als blöde zu sein. –", "Aber immerhin ist ja hieraus zu entnehmen, daß dies wegen des Schimpfes erfolge, denn wenn wegen des Schamgefühles, so ist dies ja bei einem Minderjährigen nicht der Fall!? – Wie R. Papa erklärt hat, falls er sich schämt, wenn man ihn beschämt, ebenso auch hierbei, falls er sich schämt, wenn man ihn beschämt.", "R. Papa sagte: Seine Frage lautete wie folgt: Erfolgt dies wegen seiner Beschämung und er ist ja tot, oder erfolgt dies wegen Beschämung der Familie? –", "Komm und höre: Bei einem Tauben und einem Minderjährigen gibt es eine Beschämung, bei einem Blöden gibt es keine Beschämung. Einleuchtend ist dies von einem Minderjährigen, wenn du sagst, dies erfolge wegen der Beschämung der Familie, wenn du aber sagst, wegen seiner Beschämung, so ist ja ein Minderjähriger nicht beschämungsfähig. –", "Wenn etwa wegen Beschämung der Familie, so sollte dies auch von einem Blöden gelten? – Es gibt keinen größeren Schimpf als blöde zu sein. –", "Aber immerhin ist ja hieraus zu entnehmen, daß dies wegen Beschämung der Familie erfolge, denn wenn wegen seiner Beschämung, so ist ja ein Minderjähriger nicht beschämungsfähig. R. Papa erwiderte: Falls er sich schämt, wenn man ihn beschämt.", "Es wird auch gelehrt: Rabbi sagte: Bei einem Tauben gibt es eine Beschämung, bei einem Blöden gibt es keine Beschämung, bei einem Minderjährigen gibt es zuweilen eine Beschämung und zuweilen nicht; das eine, falls er sich schämt, wenn man ihn beschämt, das andere, falls er sich nicht schämt, wenn man ihn beschämt.", "EINEN BLINDEN BESCHÄMT &C. Unsere Mišna vertritt also nicht die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, bei einem Blinden gebe es keine Beschämung. Ebenso befreit ihn R. Jehuda von der Geißelung90Wegen Ausübung einer in der Tora verbotenen Handlung., von der Verbannung91Wegen des unvorsätzlichen Totschlages; cf. Num. 35,10ff u. Dt. 19,4ff.und von der Todesstrafe durch das Gericht. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Er folgert dies durch [das Wort] Auge92Das bei beiden hier angezogenen Gesetzen (cf. Dt. 19,21 u. ib. 25,12) gebraucht wird u. darauf deutet, daß beide Gesetze einander gleichen.von den überführten Falschzeugen93Vgl. S. 246 Anm. 194.; wie bei diesen Blinde ausgeschlossen94Ein Blinder ist als Zeuge unzulässig, da er die Handlung nicht gesehen haben kann.sind, ebenso sind auch hierbei Blinde ausgeschlossen.", "Von der Verbannung, denn es wird gelehrt:95Num. 35,23.Ohne es zu sehen, ausgenommen der Blinde – so R. Jehuda; R. Meír sagt, dies schließe den Blinden ein. –", "Was ist der Grund R. Jehudas? – Er kann dir erwidern : 96Dt. 19,5.wenn einer mit seinem Nächsten in den Wald geht, um Holz zu fällen, auch ein Blinder, und wenn der Allbarmherzige darauf schreibt: ohne es zu sehen, so ist dies ausschließend. –", "Und R. Meír!? – Der Allbarmherzige schreibt: ohne es zu sehen, ausschließend, und er schreibt ferner :97Ib. V. 4.ohne es zu merken, ebenfalls ausschließend; dies ist also eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließung ist einschließend. –", "Und R. Jehuda !? – [Die Worte] ohne es zu merken schließen die Vorsätzlichkeit aus.", "Von der Todesstrafe durch das Gericht, denn dies ist durch [das Wort] Mörder98Dieses Wort wird so-wohl beim Gesetze von der Verbannung (Num. 35,11) als auch beim Gesetze von der Todesstrafe (ib. V. 31) gebraucht.von der Verbannung zu entnehmen.", "Von der Geißelung, denn dies ist durch [das Wort] Frevler99Das sowohl bei der Todesstrafe (Num. 35,31) als auch bei der Geißelung (Dt. 25,2) gebraucht wird.von der Todesstrafe zu entnehmen.", "Ein Anderes lehrt: R. Jehuda sagt, hei einem Blinden gebe es keine Beschämung," ], [ "und ebenso befreit ihn R. Jehuda von allen Gesetzen der Tora. – Was ist der Grund R. Jehudas? – Die Schrift sagt:100Num. 35,24.so soll die Gemeinde nach diesen Rechtssatzungen zwischen dem Totschläger und dem Bluträcher entscheiden; bei dem das Gesetz von Totschläger und Bluträcher Geltung hat, haben auch diese Rechtssatzungen Geltung, und bei dem das Gesetz von Totschläger und Bluträcher keine Geltung hat, haben auch diese Rechtssatzungen keine Geltung.", "Ein Anderes lehrt : R. Jehuda sagt, bei einem Blinden gebe es keine Beschämung, und ebenso befreit ihn R. Jehuda von allen in der Tora genannten Geboten. R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Was ist der Grund R. Jehudas? Die Schrift sagt :101Dt. 6,1.dies sind die Gebote, Gesetze und Rechtssatzungen; wer den Rechtssatzungen unterworfen ist, ist auch den Geboten und Gesetzen unterworfen, und wer den Rechtssatzungen nicht unterworfen ist, ist auch den Geboten und Gesetzen nicht unterworfen.", "R. Joseph102Er war blind.sagte: Früher sagte ich: wenn mir jemand sagt, die Halakha sei wie R. Jehuda, welcher sagt, ein Blinder sei von den Geboten befreit, so gebe ich den Gelehrten ein Fest, denn ich bin dazu nicht verpflichtet, und übe sie dennoch;", "nachdem ich aber das gehört habe, was R. Ḥanina gesagt hat, daß nämlich derjenige, dem es geboten ist und es tut, bedeutender sei als der, dem es nicht geboten ist und es tut, gebe ich, wenn mir jemand sagt, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda, den Gelehrten ein Fest, denn wenn es mir geboten ist, erhalte ich eine größere Belohnung.", "ii IN FOLGENDEM IST ES BEI EINEM MENSCHEN STRENGER ALS BEI EINEM OCHSEN: EIN MENSCH HAT ZU ZAHLEN SCHADENERSATZ, KURKOSTEN, SCHMERZENSGELD, VERSÄUMNISGELD, BESCHÄMUINGSGELD UND ERSATZ FÜR DIE KINDER103Wenn er eine schwangere Frau stößt u. sie abortiert., FÜR EINEN OCHSEN IST NUR SCHADENERSATZ ZU ZAHLEN, AUCH KEIN ERSATZ FÜR DIE KINDER.\n", "WER SEINEN VATER ODER SEINE MUTTER SCHLÄGT UND IHNEN KEINE VERLETZUNG BEIBRINGT, ODER WER SEINEN NÄCHSTEN AM VERSÖHNUNGSTAGE VERLETZT, IST ZU ALLEN [ZAHLUNGEN] VERPFLICHTET.", "WER EINEN JÜDISCHEN SKLAVEN VERLETZT, IST ZU ALLEN VERPFLICHTET, AUSGENOMMEN DAS VERSÄUMNISGELD, WENN ER IHM GEHÖRT. WER EINEN FREMDEN KENAA͑NITISCHEN SKLAVEN VERLETZT, IST ZU ALLEN VERPFLICHTET; R. JEHUDA SAGT, SKLAVEN ERHALTEN KEIN BESCHÄMUNGS GELD iv.", "DER ZUSAMMENSTOSS MIT EINEM TAUBEN, BLÖDEN UND MINDERJÄHRIGEN IST SCHLIMM: WENN JEMAND SIE VERLETZT, SO IST ER SCHULDIG, WENN SIE ABER JEMAND VERLETZEN, SO SIND SIE FREI.", "DER ZUSAMMENSTOSS MIT EINEM SKLAVEN UND EINER [VERHEIRATETEN] FRAU IST SCHLIMM: WENN JEMAND SIE VERLETZT, SO IST ER SCHULDIG, WENN SIE ABER JEMAND VERLETZEN, SO SIND SIE FREI. SPÄTER ABER MÜSSEN SIE BEZAHLEN; WENN DIE FRAU GESCHIEDEN UND DER SKLAVE FREI WIRD, SIND SIE ZUR ZAHLUNG VERPFLICHTET v.", "WER SEINEN VATER ODER SEINE MUTTER SCHLÄGT UND IHNEN EINE VERLETZUNG BEIBRINGT, ODER WER SEINEN NÄCHSTEN AM ŠABBATH VERLETZT, IST VON ALLEM FREI, WEIL ER SEIN LEBEN VERWIRKT104Auf diese Handlung ist die Todesstrafe gesetzt u. er verfällt nur der strengeren Strafe.HAT.", "WER SEINEN EIGENEN KENAA͑NITISCHEN SKLAVEN VERLETZT IST VON ALLEM FREI.", "GEMARA. R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn jemand ein fremdes minderjähriges Mädchen verletzt: wem gehört [der Ersatz für] die Verletzung?", "Sagen wir, da der Allbarmherzige dem Vater den Gewinn ihrer Jugend105Ihm gehört das Antrauungsgeld, das der Ehemann zu zahlen hat, ebenso auch das Strafgeld für Notzucht, Verführung u. falsche Beschuldigung; cf. Ex. 22,16, Dt. 22,19,29.zuerkannt hat, so gehört dem Vater auch der Ersatz für ihre Verletzung, da dadurch ihr Wert vermindert worden106Den er erhalten haben würde.ist, oder aber hat ihm der Allbarmherzige nur den Gewinn ihrer Jugend zuerkannt, weil er, wenn er es wollte, sie einem Grindigen ausliefern könnte, nicht aber den Ersatz für ihre Verletzung, weil er, wenn er sie verletzen wollte, dies nicht dürfte?" ], [ "Dieser erwiderte : Die Tora hat dem Vater nur den Gewinn ihrer Jugend zuerkannt. Er wandte gegen ihn ein: Wer einen jüdischen Sklaven verletzt, ist zu allem verpflichtet, ausgenommen das Versäumnisgeld, wenn er ihm gehört107Weil der Ertrag seiner Arbeit ihm gehört; dasselbe sollte auch von einer Tochter gelten.!? Abajje erwiderte: Rabh gibt zu, daß das Versäumnisgeld bis zu ihrer Mannbarkeit dem Vater gehört.", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand seinen erwachsenen Sohn verletzt, so zahle er ihm [die Entschädigung] sofort, wenn aber seinen minderjährigen Sohn, so schaffe er ihm etwas Liebes108Od. Schönes, Kostbares; dieses Wort ist rein biblisch; die Ableitung vom Griechischen (המגיד Jg. X p. 230) verdient kaum Beachtung.an; wenn jemand seine minderjährige Tochter verletzt, so ist er frei; und noch mehr: wenn andere sie verletzt haben, so müssen sie [die Entschädigung] an den Vater zahlen!? – Hier wird ebenfalls vom Versäumnisgelde gesprochen. –", "Muß er denn, wenn seinen erwachsenen Sohn, ihm [die Entschädigung] sofort zahlen, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand fremde erwachsene Söhne oder Töchter verletzt, so zahle er ihnen [die Entschädigung] sofort, wenn minderjährige, so schaffe er ihnen etwas Liebes an; wenn aber seine eigenen Söhne oder Töchter, so ist er frei!? –", "Ich will dir sagen, das ist kein Einwand; eines, wenn sie an seinem Tische [speisen]109Bei ihm wohnen; in diesem Falle braucht er ihm keine Entschädigung zu zahlen., und eines, wenn sie nicht an seinem Tische [speisen]. –", "Du hast also die erste Lehre auf den Fall bezogen, wenn sie nicht an seinem Tische [speisen]; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wenn jemand seine minderjährige Tochter verletzt, so ist er frei; und noch mehr: wenn andere sie verletzt haben, so müssen sie [die Entschädigung] an ihren Vater zahlen. Sie sollten sie doch an sie zahlen, da sie es zu ihrem Lebensunterhalte braucht!?", "Und selbst nach demjenigen, welcher sagt, der Herr könne zu seinem Sklaven sagen: arbeite für mich, ohne daß ich dir Unterhalt gebe, gilt dies nur von einem kenaa͑nitischen Sklaven, weil er zu ihm sagen kann: arbeite den ganzen Tag, und abends gehe betteln und iß, nicht aber von einem jüdischen Sklaven, von dem es heißt :110Dt. 15,16.da es ihm wohl bei dir ist, bei dir beim Essen und bei dir beim Trinken, und um wieviel weniger gilt dies von einer Tochter!? –", "Wie Raba, Sohn des R. U͑la, erklärt hat, dies beziehe sich auf den Überschuß, ebenso bezieht es sich auch hierbei auf den Überschuß111Wenn die Entschädigung die Kosten des Unterhaltes übersteigt.. –", "Du hast also die andere Lehre auf den Fall bezogen, wenn sie an seinem Tische [speisen]; wieso hat er demnach, wenn sie erwachsen sind, [die Entschädigung] ihnen sofort zu zahlen, und wenn sie minderjährig sind, ihnen etwas Liebes anzuschaffen, er sollte sie ja an ihren Vater zahlen112Da sie von ihm Unterhalt erhalten, aus welchem Grunde er frei ist, wenn er selber sie verletzt hat.!? –", "Ich will dir sagen, er nimmt es genau nur mit dem, was ihn kosten113Er braucht ihnen keine Entschädigung zu zahlen, wenn er sie verletzt hat, da sie von ihm Unterhalt erhalten.würde, nicht aber mit dem, was sie von anderer Seite erhalten114Er beansprucht nicht die Entschädigung, die andere an sie zu zahlen haben.. –", "Auch einen Fund erhalten sie ja von anderer Seite, dennoch nimmt er es damit genau115Ein Fund erwachsener Kinder gehört dem Vater, wenn sie bei ihm speisen; cf. Bm. Fol. 12b.!? – Ich will dir sagen, mit dem, was sie von anderer Seite und ohne körperliche Schmerzen erhalten, nimmt er es genau, bei der [Entschädigung für eine] Verletzung aber, durch die sie körperliche Schmerzen hatten, und die sie von anderer Seite erhalten, nimmt er es nicht genau. –", "In [der zweiten Lehre] heißt es ja aber, wenn fremde sie verletzen, sei [die Entschädigung] an den Vater zu zahlen, und in diesem Falle hatte sie ja körperliche Schmerzen, und [der Gewinn] kommt von anderer Seite!? –", "Ich will dir sagen, da handelt es sich um einen geizigen Menschen, denn sie [speisen] ja auch nicht an seinem Tische, und ein solcher nimmt es genau auch mit dem, was sie von anderer Seite erhalten, hier aber handelt es sich um einen nicht geizigen Menschen, denn sie [speisen] ja an seinem Tische, und ein solcher nimmt es genau nur mit dem, was ihn kosten würde, nicht aber mit dem, was sie von anderer Seite erhalten.", "Was ist unter ‘Liebes’ zu verstehen? R. Ḥisda erklärte: Eine Torarolle. Rabba b. R. Hona erklärte: Eine Dattelpalme, von der er die Datteln essen kann.", "Ebenso sagte auch Reš Laqiš, die Tora habe dem Vater nur den Gewinn der Jugend zuerkannt. R. Joḥanan aber sagt, auch [die Entschädigung für] eine Verletzung116Durch die sie Schmerzen hat, der Vater aber keinen Schaden erleidet.. –", "Wieso für eine Verletzung, auch R. Elie͑zer fragte ja nur hinsichtlich einer Verletzung," ], [ "durch die ihr Wert vermindert117Und der Vater, wenn er sie als Magd verkaufen will, einen Schaden erleidet.wird, nicht aber hinsichtlich einer Verletzung, durch die ihr Wert nicht vermindert wird!?", "R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Wenn jemand ihr das Gesicht verletzt und somit auch ihren Wert vermindert hat.", "WER EINEN FREMDEN KENAA͑NITISCHEN SKLAVEN VERLETZT HAT &C. Was ist der Grund R. Jehudas? – Die Schrift sagt:118Dt. 25,11.wenn Männer mit einander raufen, einer mit seinem Bruder; nur wer eine Brüderschaft hat, ausgenommen ist ein Sklave, der keine Brüderschaft119Mit den Jisraéliten, da er in die Gemeinde nicht aufgenommen werden darf; nach einer anderen Erklärung: weil ihm die Blutschande nicht verboten ist.hat. – Und die Rabbanan!? – Er gilt als Bruder hinsichtlich der Gebote120Der Tora, zu denen er teilweise ebenfalls verpflichtet ist.. –", "Demnach sollten doch nach R. Jehuda die hinsichtlich eines Sklaven überführten Falschzeugen121Die gegen einen Sklaven falsches Zeugnis abgelegt haben u. seine Verurteilung zum Tode herbeiführen wollten.nicht hingerichtet werden, denn es heißt:122Dt. 19,19.so sollt ihr ihm das tun, was er seinem Bruder zu tun gedacht123Während in Wirklichkeit in diesem Gesetze auch ein Sklave einbegriffen ist; cf. Mak. Fol. 8b.hat!? Raba erwiderte im Namen des R. Šešeth: Die Schrift sagt:122Dt. 19,19.du sollst das Böse aus deiner Mitte hinwegtilgen, in jedem Falle124Die Falschzeugen werden wegen der falschen Aussage bestraft, ohne Unterschied, wer dadurch betroffen wird.. –", "Sollte demnach125Daß er als Mitbruder gilt; cf. Dt. 17,15.nach den Rabbanan ein Sklave auch für die Königs würde geeignet sein!? – Ich will dir sagen, auch nach deiner Auffassung wäre dies ja hinsichtlich eines Proselyten126Der nach aller Ansicht als Mitbruder gilt.nach aller Ansicht einzuwenden; vielmehr [ist zu erklären:] die Schrift sagt:127Dt. 17,15.aus der Mitte deiner Brüder, von den besten deiner Brüder. –", "Sollte demnach125Daß er als Mitbruder gilt; cf. Dt. 17,15.nach den Rabbanan ein Sklave als Zeuge zulässig sein, denn es heißt :128Ib. 19,18.und siehe, es war ein lügenhafter Zeuge, er hat Lügen gegen seinen Bruder ausgesagt!?", "U͑la erwiderte: Hinsichtlich des Zeugnisses ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Frau zu folgern: wenn die Frau, die in die Gemeinde aufgenommen zu werden geeignet ist, als Zeuge unzulässig ist, um wieviel mehr ist ein Sklave, der in die Gemeinde aufgenommen zu werden nicht geeignet ist, als Zeuge unzulässig.", "[Erwidert man:] wohl die Frau, weil sie für die Beschneidung nicht geeignet ist, während ein Sklave für die Beschneidung geeignet ist, so ist vom Minderjährigen [das Entgegengesetzte] zu beweisen; er ist für die Beschneidung geeignet, und dennoch als Zeuge unzulässig.", "[Erwidert man:] wohl der Minderjährige, weil er den Geboten nicht unterworfen ist, während ein Sklave den Geboten unterworfen ist, so ist von der Frau [das Entgegengesetzte] zu beweisen: sie ist den Geboten unterworfen, dennoch als Zeuge unzulässig.", "Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen, und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist: sie sind nicht allen Geboten129Die Frau u. der Sklave sind nur den Verboten u. den von einer bestimmten Zeit nicht abhängigen Geboten unterworfen.unterworfen, und sie sind als Zeugen unzulässig, ebenso ist auch der Sklave, der nicht allen Geboten unterworfen ist, als Zeuge unzulässig. –", "Vielleicht aber ist das Gemeinsame bei ihnen, daß sie kein Mann sind, während ein Sklave ein Mann ist!? –", "Vielmehr, dies ist vom Räuber130Der als Zeuge unzulässig ist, obgleich er in die Gemeinde aufgenommen werden darf.zu entnehmen. – Wohl ein Räuber, weil bei diesem seine Handlung es veranlaßt hat, während bei einem Sklaven nicht seine Handlung es veranlaßt hat!? –", "Vielmehr, dies ist von einem Räuber und einem von jenen131Einer Frau od. einem Minderjährigen. Diese sind als Zeugen unzulässig, weil sie nicht alle Gebote beobachten (die Frau u. der Minderjährige, weil sie dazu nicht verpflichtet sind), ebenso auch der Sklave.zu entnehmen.", "Mar, der Sohn Rabinas, erklärte: Die Schrift sagt:132Dt. 24,16.es sollen nicht Väter getötet werden wegen der Kinder, es soll niemand getötet werden durch133Dh. durch deren Zeugenaussage.Väter, die keine legitimen Kinder haben. Wenn man nämlich sagen wollte, dies sei so zu verstehen, wie wir anderweitig erklärt134Cf. Syn. Fol. 27b.haben : es sollen nicht Väter getötet werden wegen der Kinder, durch das Zeugnis der Kinder, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: es sollen nicht Väter getötet werden wegen ihrer Kinder, wenn es aber der Kinder heißt, so besagt dies, daß niemand getötet werden soll durch Väter, die keine legitimen Kinder haben. –", "Es heißt ja auch: und Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter, demnach wäre ebenfalls zu erklären: es soll niemand getötet werden durch Kinder, die keinen legitimen Vater haben, somit wäre auch ein Proselyt als Zeuge unzulässig!? –", "Ich will dir sagen, was soll dies: ein Proselyt hat zwar aufsteigend keine Legitimität, wohl aber absteigend, ein Sklave dagegen hat eine Legitimität weder aufsteigend noch absteigend.", "Wenn man nämlich sagen wollte, auch ein Proselyt sei als Zeuge unzulässig, so sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: es sollen nicht Väter wegen ihrer Kinder getötet werden, und zwar nach unserer anderweitigen Erklärung: es soll niemand getötet werden durch die Zeugenaussage seiner Kinder, und ferner sollte er geschrieben haben: und Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter, woraus beides zu entnehmen wäre: erstens, daß Kinder nicht durch die Aussage der Väter getötet werden, und zweitens, daß niemand getötet werde durch Kinder, die keine legitimen Väter haben,", "und hinsichtlich eines Sklaven würde man es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, vom Proselyten, gefolgert haben: wenn ein Proselyt, der nur aufsteigend keine Legitimität hat, wohl aber absteigend, als Zeuge unzulässig ist, um wieviel weniger ist ein Sklave, der weder aufsteigend noch absteigend Legitimität hat, als Zeuge zulässig;", "wenn nun der Allbarmherzige geschrieben hat: es sollen nicht Väter wegen der Kinder getötet werden, was zu verstehen ist, es soll niemand durch Väter, die keine legitimen Kinder haben, getötet werden, so ist zu entnehmen, daß nur ein Sklave, der weder aufsteigend noch absteigend eine Legitimität hat, als Zeuge unzulässig ist, ein Proselyt aber, der absteigend eine Legitimität hat, ist als Zeuge zulässig.", "Wenn du aber einwenden wolltest, der Allbarmherzige sollte ja geschrieben haben: Kinder sollen nicht getötet werden wegen ihrer Väter, und da er schreibt: Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter, so sei dies zu verstehen: es soll niemand getötet werden durch Kinder, die keine legitimen Väter haben, [so ist zu erwidern:] da es heißt: es sollen nicht Väter getötet werden wegen der Kinder, so heißt es auch: und Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Väter.", "DER ZUSAMMENSTOSS MIT EINEM TAUBEN, BLÖDEN UND MINDERJÄHRIGEN IST SCHLIMM. Die Mutter des R. Šemuél b. Abba aus Hagronja, die mit R. Abba verheiratet war, verschrieb ihr Vermögen ihrem Sohne R. Šemuél b. Abba. Nachdem sie gestorben war," ], [ "ging R. Šemuél b. Abba zu R. Jirmeja b. Abba, und dieser setzte ihn in den Besitz des Vermögens. Da ging R. Abba und trug diese Sache R. Hoša͑ja vor, und darauf trug R. Hoša͑ja dies R. Jehuda vor. Da sprach dieser zu ihm: Folgendes sagte Šemuél: wenn eine Frau bei Lebzeiten ihres Mannes ihre Nießbrauchguter135Auf deren Fruchtgenuß der Ehemann Anrecht hat.verkauft hat und gestorben ist, so kann der Ehemann sie den Käufern wegnehmen136Weil er der rechtmäßige Erbe der Frau ist u. den Käufern vorgeht. RŠbA͑. konnte also bei Lebzeiten des Vaters die Erbschaft seiner Mutter nicht antreten..", "Als man dies R. Jirmeja b. Abba berichtete, erwiderte er: Ich kenne folgende Lehre: Wenn jemand seinem Sohne seine Güter für nach dem Tode verschrieben hat, so kann der Sohn nichts verkaufen, weil sie sich im Besitze des Vaters befinden, und der Vater ebenfalls nichts verkaufen, weil sie dem Sohne verschrieben sind. Verkauft der Vater, so ist der Verkauf bis zu seinem Tode gültig, verkauft der Sohn, so erhält der Käufer nichts, bis der Vater gestorben ist.", "Sobald aber der Vater gestorben ist, erhält es der Käufer auch in dem Falle, wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, und sie somit in den Besitz des Sohnes überhaupt nicht gekommen sind.", "Dies nach R. Šimo͑n b. Laqiš, welcher sagt, der Käufer habe sie geeignet, einerlei ob der Sohn bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, und sie somit in den Besitz des Sohnes nicht gekommen sind, oder der Vater bei Lebzeiten des Sohnes gestorben ist, und sie somit in den Besitz des Sohnes gekommen sind.", "Es wurde nämlich gelehrt: Wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters verkauft hat und der Sohn bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, so hat, wie", "R. Joḥanan sagt, der Käufer es nicht geeignet, denn das, was die Mišna lehrt, wenn sie der Sohn verkauft hat, habe der Käufer es vor dem Tode des Vaters nicht geeignet, wohl aber habe er es geeignet, sobald der Vater stirbt, bezieht sich auf den Fall, wenn der Sohn nicht bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, sie also in den Besitz des Sohnes gekommen waren, wenn aber der Sohn bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, sie also nicht in den Besitz des Sohnes gekommen waren,", "eignet sie der Käufer auch nicht nach dem Tode des Vaters. Er ist demnach der Ansicht, der Besitz der Früchte137Die dem Vater gehören.gleiche dem Besitze des Kapitals, somit hat [der Sohn] beim Verkaufe nicht seines verkauft.", "R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, der Käufer habe sie geeignet, denn das, was die Mišna lehrt, wenn der Sohn verkauft hat, habe der Käufer sie vor dem Tode des Vaters nicht geeignet, wohl aber habe er es geeignet, sobald der Vater gestorben ist, bezieht sich sowohl auf den Fall, wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters nicht gestorben ist, sie also in den Besitz des Sohnes gekommen waren, als auch auf den Fall, wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, sie also nicht in den Besitz des Sohnes gekommen waren.", "Er ist demnach der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, somit hat [der Sohn] beim Verkaufe seines verkauft.", "Sowohl R. Jirmeja b. Abba als auch R. Jehuda ist der Ansicht des R. Šimo͑n b. Laqiš, und R. Jirmeja b. Abba sagte: wieso erhält sie der Käufer, wenn man sagen wollte, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, sobald der Vater gestorben ist und der Sohn [bei seinen Lebzeiten] gestorben war, er hatte ja beim Verkaufe nicht seines verkauft!?", "Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß der Besitz der Früchte nicht dem Besitze des Kapitals gleiche.", "Als man dies R. Jehuda erzählte, erwiderte er: Folgendes sagte Šemuél: dies gleicht nicht unserer Mišna. –", "Wieso? R. Joseph erwiderte: Würde es umgekehrt geheißen haben: wenn jemand seine Güter seinem Vater verschreibt, so könnte man hieraus entnehmen, daß der Besitz der Früchte nicht dem Besitze des Kapitals gleiche,", "da es aber heißt: wenn jemand seine Güter seinem Sohne verschreibt, so erfolgt dies138Daß der Käufer die Güter eignet, auch wenn sie nicht in den Besitz des Sohnes gekommen waren.nur aus dem Grunde, weil er bestimmt ist, ihn zu beerben.", "Abajje sprach zu ihm: Beerbt etwa nur ein Sohn seinen Vater, nicht aber ein Vater seinen Sohn!? Vielmehr tat er139Ein Sohn, der sein Vermögen seinem Vater verschreibt.dies, nur um seine Söhne von seinen Gütern fern zu halten, ebenso tat es auch jener, nur um die Brüder von den Gütern fern zu halten. –", "Was heißt demnach: dies gleicht nicht unserer Mišna? – Wegen der Verordnung von Uša. R. Jose b. Ḥanina sagte nämlich: in Uša ordneten sie an, daß, wenn eine Frau bei Lebzeiten ihres Ehemannes Nießbrauchgüter verkauft hat und darauf gestorben ist, der Ehemann sie den Käufern abnehmen könne.", "R. Idi b. Abbin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: [Sagten sie:] wir bekunden, daß jener sich von seiner Frau scheiden ließ und ihr ihre Morgengabe ausgezahlt hat," ], [ "während sie sich noch bei ihm befindet und ihn bedient140In diesem Falle ist es nicht ausgemacht, daß sie durch die Aussage einen Schaden erleidet, da sie früher sterben kann., und werden sie als Falschzeugen überführt, so sage man nicht, sie haben ihr die ganze Morgengabe zu bezahlen, sondern nur den dafür zu erhaltenden Dank141Dh. eine ganz winzige Entschädigung nach der weiter folgenden Schätzung.. – Wieviel beträgt dies? – Man schätze, wieviel jemand geben würde für [das Guthaben ihrer] Morgengabe, [die er nur dann erhalten soll,] wenn sie verwitwet oder geschieden wird, während, wenn sie stirbt, ihr Ehemann sie beerbt142Und der Käufer also sein Geld verliert.. Wieso beerbt sie nun ihr Ehemann,", "wenn man sagen wollte, die Bestimmung von Uša habe keine Gültigkeit, sie kann ja ihre Morgengabe vollständig verkaufen!?", "Abajje entgegnete: Wenn sie dies hinsichtlich der Nießbrauchgüter bestimmt haben, sollte dies auch von den Gütern des eisernen Bestandes gelten!?", "Abajje sagte: Da wir vom Werte des Dankes sprechen, so wollen wir darüber auch etwas sagen: Der dafür143Für den Verkauf der Morgengabe.zu erhaltende Dank gehört der Frau, denn wenn man sagen wollte, er gehöre dem Ehemanne, so sollten doch die Zeugen144Die fälschlich den Verkauf der Morgengabe bekundet haben.zu ihr sagen: wir würden dir ja keinen Schaden zugefügt haben, denn wenn du den Dank verkaufen wolltest, würde es ja dein Ehemann erhalten haben. R. Šalman erwiderte: Wegen des Haushaltgewinnes145Auch wenn es der Ehemann erhält, hat die Frau einen Nutzen, da sie es für den Haushalt verwenden kann..", "Raba sagte: Die Halakha ist: der dafür zu erhaltende Dank gehört der Frau und der Ehemann erhält den Nießbrauch nicht146Von der dem Danke entsprechenden minimalen Entschädigung.. – Weshalb? – Die Rabbanan haben ihm die Früchte zuerkannt, nicht aber die Früchte der Früchte.", "Als R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, aus dem Lehrhause kamen, sagten sie: Die Bestimmung von Uša wird auch in einer Mišna gelehrt: Der Zusammenstoß mit einem Sklaven und einer [verheirateten] Frau ist schlimm: wenn jemand sie verletzt, so ist er schuldig, wenn sie aber jemand verletzen, so sind sie frei. Wenn man nun sagen wollte, die Bestimmung von Uša habe keine Gültigkeit, so soll sie doch ihre Nießbrauchgüter verkaufen und bezahlen. –", "Auch wenn die Bestimmung von Uša Gültigkeit hat und sie sie nicht vollständig verkaufen kann, ist ja nach deiner Auffassung einzuwenden: sie kann sie ja um einen Dank verkaufen und bezahlen !? Du mußt also erklären: wenn sie keine hat, ebenso erkläre auch ich: wenn sie keine hat. –", "Soll sie doch ihre Morgengabe um einen Dank verkaufen und bezahlen !? – Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man dürfe seine Frau auch nicht eine Stunde ohne Morgengabe halten. –", "Dies aus dem Grunde, damit es ihm nicht leicht sei, sich von ihr scheiden zu lassen, aber in diesem Falle kann er sich ja von ihr nicht scheiden lassen, denn sobald er sich von ihr scheiden läßt, kommen die Käufer und verlangen von ihm die Morgengabe!? –", "Vielmehr, der Dank besteht nur in Worten, und auf Worte kann [der Verletzte] keinen Anspruch erheben. –", "Wieso denn nicht, es sind ja Worte, die um Denare verkauft werden können147Sie erhält ja dafür eine wirkliche Zahlung.!? – Vielmehr, wegen der Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte, wenn jemand seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft hat und darauf [auf die Schuld] verzichtet, sei der Verzicht gültig, und selbst der Erbe könne verzichten148Ebenso kann auch die Frau auf ihre Morgengabe verzichten.. –", "Ich will dir sagen, soll sie sie doch zunächst verkaufen und zahlen, und wenn sie später darauf zugunsten des Ehemannes verzichten will, mag sie es tun!? –", "Ich will dir sagen, zugunsten des Ehemannes verzichtet sie entschieden, und [dem Käufer] einen Schaden mit Händen zufügen, darf man nicht.", "Wolltest du einwenden: sie verkaufe sie dem Verletzten um einen Dank, der," ], [ "wenn sie später zugunsten des Ehemannes verzichten sollte, keinen Schaden erleiden würde, da er auch sonst nichts erhält, [so ist zu erwidern:] zugunsten des Ehemannes verzichtet sie entschieden, und wir belästigen das Gericht nicht umsonst. –", "Wieso wird demnach gelehrt, wenn sie ihren Ehemann verletzt, verliere sie ihre Morgengabe nicht, soll sie ihm doch wegen dieser Verletzung ihre Morgengabe um einen Dank verkaufen, und wenn sie darauf zugunsten des Ehemannes verzichtet, so erleidet er keinen Schaden !? –", "Hier ist entschieden die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man dürfe seine Frau auch nicht eine Stunde ohne Morgengabe halten.", "Dies aus dem Grunde, damit es ihm nicht leicht sei, sich von ihr scheiden zu lassen, und in diesem Falle würde er sich von ihr scheiden lassen und sie wegen seiner Verletzung einfordern. – Auch jetzt149Wenn sie die Morgengabe nicht verkaufen kann.kann er sich von ihr scheiden lassen und sie wegen seiner Verletzung einfordern!? –", "Wenn ihre Morgengabe mehr beträgt, und wegen des wenigen wird er nicht viel verlieren wollen. –", "Soll sie doch, wenn ihre Morgengabe den gesetzlich vorgeschriebenen Betrag150Der für eine Jungfrau 200 u. für eine Witwe 100 Zuz beträgt.übersteigt, diese auf den gesetzlich vorgeschriebenen Betrag beschränken und den Überschuß wegen seiner Verletzung verkaufen!? –", "Wenn sie den gesetzlich vorgeschriebenen Betrag nicht übersteigt; wenn die Verletzung [beispielsweise] vier Zuz beträgt, und wegen vier Zuz wird er nicht fünfundzwanzig [Sela͑] verlieren wollen. –", "Es wird gelehrt: Wie sie [die Morgengabe], so lange sie bei ihm ist, nicht zu verkaufen braucht, so braucht sie auch keinen Verlust151Durch Ersatz für angerichteten Schaden.zu erleiden. Es kann ja aber vorkommen, daß sie wohl einen Verlust zu erleiden hat, wenn nämlich ihre Morgengabe den gesetzlich festgesetzten Betrag übersteigt!?", "Raba erwiderte: Der Schlußsatz bezieht sich auf die Morgengabe der männlichen152Der Mann muß der Frau in die Urkunde über die Morgengabe schreiben, daß ihre männlichen Kinder (wenn er mehrere Frauen besitzt) ihre Morgengabe erben sollen.Kinder.", "Diese Lehre lautet also wie folgt: Wie sie, wenn sie ihre Morgengabe an einen fremden verkauft, die Morgengabe der männlichen Söhne nicht verloren hat, weil sie dies nur aus Geldnot getan hat, ebenso hat sie, wenn sie ihre Morgengabe an ihren Ehemann verkauft, die Morgengabe der männlichen Kinder nicht verloren, weil sie dies nur aus Geldnot getan hat153Aus diesem Grunde können auch die Söhne der anderen Frau nicht sagen, der Vater habe die Morgengabe geerbt..", "Es wäre anzunehmen, daß über die Bestimmung von Uša Tannaím streiten. Eines lehrt, Nießbrauch-Sklaven154Sklaven, die zum Nießbrauchvermögen der Frau gehören.werden der Frau gegenüber durch Zahn und Auge155Durch Ausschlagen von Zahn oder Auge; cf. Ex. 21,26f.frei, nicht aber dem Ehemanne156Wenn er ihm einen Zahn ausgeschlagen hat, da er nicht sein Eigentum ist.gegenüber, und ein Anderes lehrt, weder dem Ehemanne gegenüber noch der Frau gegenüber.", "Sie glaubten, alle seien der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, demnach besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: derjenige, welcher sagt, der Frau gegenüber, hält nichts von der Verordnung157Der Sklave ist unbeschränktes Eigentum der Frau.von Uša, und derjenige, welcher sagt, weder dem Ehemanne noch der Frau gegenüber, hält wohl von der Verordnung158Der Sklave ist weder Eigentum des Mannes, da er nur auf dessen Dienstleistung Anspruch hat, noch Eigentum der Frau, da sie ihn nicht verkaufen kann. von Uša. –", "Nein, beide halten sie von der Verordnung von Uša, nur wurde die eine Lehre vor der Verordnung und die andere nach der Verordnung gelehrt.", "Wenn du aber willst, sage ich: beide nach der Verordnung, auch halten sie beide von der Verordnung von Uša, nur berücksichtigt derjenige, welcher sagt, nur der Frau gegenüber und nicht dem Ehemanne gegenüber, die Lehre Rabas, denn Raba sagte :" ], [ "Heiligung159Wenn der Besitzer das verpfändete Vieh dem Heiligtume weiht., Säuerung160Wenn ein Nichtjude einem Jisraéliten auf sein Gesäuertes (cf. Ex. 12,15ff., 13,6ff., Dt. 16,3ff.) Geld geborgt hat u. das Pesaḥfest eingetreten ist; das Gesäuerte wird dann zur Nutznießung verboten, da das Anrecht des Nichtjuden aufgehoben wird u. es als Eigentum des Jisraéliten gilt.und Freilassung161Wenn der Besitzer den verpfändeten Sklaven freiläßt. Hierbei wird also durch die Freilassung des Sklaven das Anrecht des Ehemannes auf seine Dienstleistung aufgehoben.heben das Anrecht auf. –", "Demnach wäre anzunehmen, daß über die Lehre Rabas Tannaím streiten? – Nein, alle halten sie von der Lehre Rabas, hierbei aber haben die Rabbanan das Anrecht des Ehemannes162Nur dem Ehemanne gegenüber wird durch die Freilassung das Anrecht nicht aufgehoben.gestärkt.", "Wenn du aber willst, sage ich: jene Autoren halten beide nichts von der Bestimmung von Uša und sie streiten vielmehr, ob der Besitz der Früchte dem Besitze des Kapitals gleiche,", "und zwar führen sie denselben Streit wie die Autoren der folgenden Lehre: Wenn jemand einem seinen Sklaven verkauft und mit ihm vereinbart, daß er noch dreißig Tage in seinen Diensten verbleibe, so hat,", "wie R. Meír sagt, beim ersten das Gesetz von einem oder zwei Tagen163Wenn der Eigentümer seinen Sklaven übermäßig züchtigt u. dieser 1 od. 2 Tage am Leben bleibt u. dann stirbt, so ist er frei; wenn aber ein Fremder einen Sklaven übermäßig züchtigt, so ist er strafbar, auch wenn der Tod erst nach langer Zeit eintritt; cf. Ex. 21,21.Geltung, weil er in seinem Besitze ist; er ist also der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals.", "R. Jehuda sagt, beim zweiten habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen Geltung, weil er sein Eigentum ist; er ist also der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals.", "R. Jose sagt, bei beiden habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen Geltung, bei dem einen, weil er in seinem Besitze ist, und beim anderen, weil er sein Eigentum ist; ihm ist es zweifelhaft, ob der Besitz der Früchte dem Besitze des Kapitals gleiche oder nicht, und in einem Zweifel ist bei Todesstrafsachen164Auf die Tötung eines Sklaven ist die Todesstrafe gesetzt.erleichternd zu entscheiden.", "R. Elea͑zar sagt, bei beiden habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen keine Geltung, bei dem einen, weil er nicht in seinem Besitze ist, und beim anderen, weil er nicht sein Eigentum ist.", "Raba sagte: Was ist der Grund R. Elea͑zars? Die Schrift sagt:165Ex. 21,21.denn er ist sein Eigentum, sein Eigentum, das ausschließlich ihm gehört. –", "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre Amemars: wenn der Ehemann oder die Frau Nießbrauchgüter verkauft haben, so ist ihre Handlung ohne Erfolg? Die des R. Elie͑zer. –", "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre der Rabbanan: Ein Halbsklave und ein Sklave von Teilhabern wird wegen nicht nachwachsender vorstehender Gliedmaßen166Die ihm einer seiner Eigentümer zerstört.nicht frei? R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Im Namen Rabas sagten sie, sie vertrete die Ansicht R. Elie͑zers;", "R. Elie͑zer sagt, nur wenn er sein unbeschränktes Eigentum ist, ebenso auch hierbei, nur wenn er sein unbeschränktes Eigentum ist.", "vi WER SEINEM NÄCHSTEN EINEN STOSS167Nach anderen Erklärungen: einen Schlag aufs Ohr, bezw. ins Ohr bläst.VERSETZT, HAT AN IHN EINEN SELA͑ ZU ZAHLEN; R. JEHUDA SAGT IM NAMEN R. JOSE DES GALILÄERS: EINE MINE. HAT ER IHM EINEN BACKENSTREICH VERSETZT, SO HAT ER AN IHN ZWEIHUNDERT ZUZ ZU ZAHLEN; WENN MIT DER RÜCKSEITE DER HAND, SO HAT ER AN IHN VIERHUNDERT ZUZ ZU ZAHLEN.", "ZWICKT ER IHM DAS OHR, REISST ER IHM DAS HAAR, SPUCKT ER NACH IHM, SODASS DER SPEICHEL IHN TRIFFT, ZIEHT ER IHM DAS GEWAND AB, ODER ENTBLÖSST ER EINER FRAU DAS HAUPT AUF DER STRASSE, SO HAT ER VIERHUNDERT ZUZ ZU ZAHLEN.\n" ], [ "DIE REGEL HIERBEI IST: ALLES NACH SEINER WÜRDE168Die hier aufgezählten Taxen gelten nicht für jedermann.. R. A͑QIBA SAGT, AUCH DIE ÄRMSTEN IN JISRAÉL BETRACHTE MAN ALS FREIE, DIE IHR VERMÖGEN VERLOREN HABEN, DENN SIE SIND SÖHNE VON ABRAHAM, JIÇḤAQ UND JA͑QOB.\n", "EINST ENTBLÖSSTE JEMAND EINER FRAU DAS HAUPT AUF DER STRASSE; DA KAM SIE VOR R. A͑QIBA, UND ER VERURTEILTE IHN, AN SIE VIERHUNDERT ZUZ ZU ZAHLEN. DA SPRACH ER: MEISTER, GEWÄHRE MIR EINE FRIST. DA GEWÄHRTE ER IHM EINE FRIST.", "HIERAUF BEOBACHTETE ER SIE VOR DER TÜR IHRES HOFES UND ZERBRACH VOR IHR EINEN KRUG, IN DEM UNGEFÄHR FÜR EINEN ASSAR ÖL WAR. DA ENTBLÖSSTE SIE IHR HAUPT, NAHM DAS ÖL AUF, UND STRICH SICH MIT DER HAND ÜBER DAS HAUPT.", "DIES LIESS ER DURCH ZEUGEN FESTSTELLEN, TRAT VOR R. A͑QIBA UND SPRACH ZU IHM : AN DIESE169Die sich wegen eines bißchen Öls auf der Straße das Haupt entblößt.SOLL ICH VIERHUNDERT ZUZ ZAHLEN!?", "ER ERWIDERTE IHM: DEINE WORTE SIND BELANGLOS; WER SICH SELBST VERLETZT, IST FREI, OBGLEICH ER DIES NICHT DARF, WENN ABER ANDERE HIN VERLETZEN, SO SIND SIE SCHULDIG. WER SEINE EIGENEN SETZLINGE ABHAUT, IST FREI, OBGLEICH ER ES NICHT DARF, ANDERE ABER SIND ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. Sie fragten: Wird hier von einer tyrischen Mine oder von eine Provinzial-Mine170Vgl. S. 123 Anm. 8.gelehrt? –", "Komm und höre: Einst versetzte jemand seinem Nächsten einen Stoß, und als er darauf vor R. Jehuda den Fürsten trat, sprach er zu ihm: Da bin ich, da ist R. Jose der Galiläer; geh, zahle ihm eine tyrische Mine. Hieraus ist also zu entnehmen, daß hier von einer tyrischen Mine gelehrt werde. Schließe hieraus. –", "Was heißt: da bin ich, da ist R. Jose der Galiläer? Wollte man sagen, er meinte es wie folgt : da bin ich, der es gesehen hat, und da ist R. Jose der Galiläer, welcher sagt, es sei eine tyrische Mine [zu zahlen], geh, zahle ihm eine tyrische Mine; demnach kann ein Zeuge Richter sein, dagegen wird gelehrt:", "Wenn das Synedrium gesehen hat, wie jemand einen Menschen getötet hat, so fungiere ein Teil als Zeugen und ein Teil als Richter – so R. Tryphon; R. A͑iqba sagt, alle sind Zeugen, und ein Zeuge kann nicht Richter sein.", "Auch R. Tryphon sagt also nur, daß ein Teil als Zeugen und ein Teil als Richter fungiere, er sagt aber nicht, daß ein Zeuge Richter sein könne!? –", "Diese Lehre bezieht sich auf den Fall, wenn sie es nachts gesehen haben, wo kein Gericht abgehalten werden171Die Gerichtssitzung kann erst am folgenden Tage stattfinden (cf. Syn. Fol. 32a) u. das Urteil muß auf Grund des Zeugenverhöres u. nicht der eigenen Wahrnehmung erfolgen.kann.", "Wenn du aber willst, sage ich: er meinte es wie folgt: da bin ich, der ich der Ansicht R. Jose des Galiläers bin, welcher sagt, es sei eine tyrische Mine zu zahlen, und da sind Zeugen, die gegen dich aussagen; geh, zahle ihm eine tyrische Mine. –", "Ist denn R. A͑qiba der Ansicht, ein Zeuge könne nicht Richter sein,", "es wird ja gelehrt:172Ex. 21,18.Und seinen Nächsten mit einem Steine oder der Faust schlägt. Šimo͑n der Temanite sagte: wie die Faust der Gemeinde173Den Richtern.und den Zeugen vorgelegt werden174Um zu prüfen, ob der Schlag geeignet war, die Verletzung herbeizuführen, od. sie infolge der körperlichen Schwäche des Verletzten herbeigeführt worden ist.kann, ebenso auch alles andere175Wenn er ihn mit irgend einem Gegenstande geschlagen hat., wenn es der Gemeinde und den Zeugen vorgelegt werden kann; ausgenommen ist der Fall, wenn [der Gegenstand] unter der Hand der Zeugen fortgekommen176Wenn die Zeugen den Gegenstand gesehen haben, er aber den Richtern nicht vorgelegt werden kann.ist.", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Hat er ihn denn vor Gericht geschlagen, daß man wissen [Wucht] er ihn geschlagen hat, und auf welche Stelle er ihn geschlagen hat, ob auf den Schenkel oder auf den Lehenspunkt177Selbst wenn der Gegenstand dem Gerichte vorgelegt wird, kann nicht festgestellt werden, ob die Verletzung durch den Schlag od. durch die körperliche Schwäche herbeigeführt worden ist.!?", "Oder sollte etwa, wenn jemand einen von der Spitze des Daches oder von der Spitze einer Burg hinabgestoßen hat und er gestorben ist, das Gericht zur Burg oder die Burg zum Gericht gehen178Das Gesetz hat das Gericht zu einem Lokaltermine nicht verpflichtet.!? Oder sollte man, wenn sie eingestürzt ist, sie wieder aufbauen179Die Richter müssen sich vielmehr auf die Wahrnehmung der Zeugen verlassen.!?", "Vielmehr, wie die Faust den Zeugen vorgelegt werden kann, ebenso auch alles andere, wenn es den Zeugen vorgelegen hat,", "ausgenommen ist der Fall, wenn der Stein unter der Hand des Schlägers fortgekommen180Wenn ihn auch die Zeugen nicht gesehen haben.ist.", "Hier heißt es also : R. A͑qiba sprach zu ihm: hat er ihn denn vor Gericht geschlagen, daß man wissen könnte, mit welcher [Wucht] er ihn geschlagen hat; wenn er ihn aber in ihrer Gegenwart geschlagen hat, können sie Zeugen und Richter sein!? –", "Er sagte es nur nach der Ansicht Šimo͑n des Temaniten, während er selbst nicht dieser Ansicht ist.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein nicht verwarnter Ochs181Vgl. S. 5 Anm. 22.jemand getötet und Schaden angerichtet hat, so verurteilt man ihn zum Tode, nicht aber zur Geldentschädigung182Da der Eigentümer nur dinglich haftbar ist.;", "wenn aber ein verwarnter jemand getötet und Schaden angerichtet hat, so verurteilt man ihn zuerst zur Geldentschädigung und nachher zum Tode. Hat man ihn zuerst zum Tode verurteilt, so verurteile man ihn nicht mehr zur Geldentschädigung. –", "Was ist denn dabei, daß man ihn zuerst zum Tode verurteilt hat, soll man ihn doch nachher zur Geldentschädigung verurteilen!?", "Raba erwiderte: Ich traf die Jünger der Schule Rabhs, die dasaßen und sagten, hier sei die Ansicht R. Šimo͑n des Temaniten vertreten, welcher sagt: wie die Faust der Gemeinde und den Zeugen vorgelegt werden kann;" ], [ "hieraus also, daß eine Schätzung durch das Gericht erforderlich ist, und da dieser zum Tode verurteilt worden ist, so wird er nicht mehr zur Schätzung zurückgehalten, und in seiner Sache wird nicht mehr verhandelt.", "Da sprach ich zu ihnen: Man kann auch sagen, hier sei R. A͑qiba vertreten, denn hier handelt es sich um den Fall, wenn [der Eigentümer] entflohen183In seiner Abwesenheit kann er nicht verurteilt werden.ist. –", "Wenn er entflohen ist, kann man ihn ja zur Geldentschädigung nicht verurteilen, auch wenn [der Ochs] nicht zum Tode verurteilt worden ist!? – Wenn er das Zeugen verhör angehört hat und entflohen184Und keine Immobilien besitzt.ist. –", "Wovon sollte denn die Zahlung eingefordert werden!? – Vom Ertrage des Pflügens185Der Ochs wird zur Arbeit vermietet, bis der Betrag des Schadens aufgebracht ist, alsdann wird er getötet.. – Demnach sollte man auch den nicht verwarnten zuerst zur Geldentschädigung verurteilen und Zahlung vom Ertrage des Pflügens eintreiben und ihn nachher zum Tode aburteilen!?", "R. Mari, Sohn des R. Kahana, erwiderte: Dies besagt eben, daß der Ertrag des Pflügens Eigentum des Besitzers ist186Für die nicht verwarnten haftet der Eigentümer nicht persönlich..", "Sie fragten: Ist auch bei Schädigungen eine Schätzung erforderlich oder nicht?", "Sagen wir, nur bei der Tötung werde geschätzt, in einem Falle verliert er das Leben, in einem anderen Falle nicht, während eine Schädigung in jedem Falle erfolgt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: Wie eine Grube zu töten geeignet und zehn Handbreiten tief ist, ebenso auch alles andere, wenn es zu töten geeignet und zehn Handbreiten tief ist. Wenn sie weniger als zehn Handbreiten tief ist und ein Ochs oder ein Esel da hineinfällt und verendet, so ist er ersatzfrei; wird er beschädigt, so ist er ersatzpflichtig.", "Er rechnet ja wahrscheinlich von unten nach oben und meint es wie folgt: von einer Handbreite bis zehn erfolgt nicht der Tod, wohl aber eine Schädigung. Hieraus also, daß für eine Schädigung das wenigste ausreiche, somit ist keine Schätzung erforderlich. –", "Nein, er rechnet von oben nach unten und meint es wie folgt: bei zehn Handbreiten erfolgt der Tod, bei etwas weniger erfolgt eine Schädigung, nicht aber der Tod. Man kann somit sagen, auch bei Schädigungen sei eine Schätzung erforderlich, in welchem Grade die Schädigung erfolgen kann. –", "Komm und höre: Wenn jemand einen Sklaven aufs Auge geschlagen und es blind gemacht hat, aufs Ohr und es taub gemacht hat, so geht er dieserhalb frei aus; wenn aber gegen das Auge und er nicht sehen kann, gegen das Ohr und er nicht hören kann, so geht er dieserhalb nicht frei aus. Doch wohl, weil eine Schätzung erforderlich187Man schätzt, daß im letzten Falle der Schlag für eine Schädigung nicht ausreiche, u. sie nur durch einen unglücklichen Zufall eingetreten ist.ist; hieraus also, daß bei Schädigungen eine Schätzung erforderlich ist. –", "Nein, weil wir sagen, er selber hat es verschuldet188Eigentl. erschrocken ist, dh. die Verletzung ist infolge des Erschreckens eingetreten, was nicht Schuld des Verletzenden ist.. Es wird nämlich gelehrt: Wer seinen Nächsten erschreckt189Durch ein plötzliches Hineinblasen ins Ohr., ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig; und zwar: hat er ihm ins Ohr hineingeblasen und ihn taub gemacht, so ist er frei, wenn er aber das Ohr angefaßt, hineingeblasen und ihn taub gemacht, so ist er schuldig. –", "Komm und höre: Hinsichtlich der fünf Zahlungen schätze man ihn190Den Verletzten. und er zahle sie ihm sofort; Kurkosten und Versäumnis bis zu seiner Genesung. Wenn man ihn geschätzt und die Krankheit sich länger hingezogen hat, so erhält er nur das, was man ihm zugesprochen hat;", "wenn man ihn geschätzt hat und er früher genesen ist, so erhält er alles, was man ihm zugesprochen hat. Hieraus ist also zu entnehmen, daß bei Schädigungen eine Schätzung erforderlich ist. – Ob die Person zu schätzen ist, wie lange sie infolge des Schlages krank sein muß, ist uns nicht fraglich, fraglich ist uns nur, ob man den Gegenstand schätze, ob er eine Schädigung herbeiführen kann oder nicht. –", "Komm und höre: Šimo͑n der Temanite sagte: wie die Faust der Gemeinde und den Zeugen vorgelegt werden kann, ebenso auch alles andere, wenn es der Gemeinde und den Zeugen vorgelegt werden kann. Hieraus also, daß bei Schädigungen eine Schätzung erforderlich ist. Schließe hieraus.", "Der Meister sagte: Wenn man ihn geschätzt hat und er früher genesen ist, so erhält er alles, was man ihm zugesprochen hat. Dies ist eine Stütze für Raba, denn Raba sagte: Wenn man einem eine [Entschädigung] für den ganzen Tag zugesprochen hat und er in der Mitte des Tages genesen ist und Arbeit verrichtet hat, so erhält er [die Entschädigung] für den ganzen Tag, denn im Himmel erbarmte man sich seiner.", "SPUCKT ER NACH IHM, SODASS DER SPEICHEL IHN TRIFFT, ZIEHT &C. R. Papa sagte : Dies nur, wenn er ihn selber, nicht aber wenn er sein Gewand trifft. – Sollte es doch ebenso sein, als hätte er ihn durch Worte beschämt!? –", "Im Westen sagten sie im Namen des R. Jose b. Abin, dies besage eben, daß, wenn jemand einen durch Worte beschämt, er frei sei.", "ALLES NACH SEINER WÜRDE &C. Sie fragten: Ist der erste Autor erleichternder oder erschwerender Ansicht? Ist er erleichternder Ansicht, daß nämlich mancher Arme nicht soviel erhält191Und die in der Mišna genannten Taxen sind Höchst- bezw. Mindestbeträge., oder ist er erschwerender Ansicht, daß nämlich mancher Reiche mehr erhält191Und die in der Mišna genannten Taxen sind Höchst- bezw. Mindestbeträge.? –", "Komm und höre: R. A͑qiba sagt, auch die Ärmsten in Jisraél betrachte man als Freie, die ihr Vermögen verloren haben, denn sie sind Söhne von Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob. Schließe hieraus, daß der erste Autor erleichternder Ansicht ist. Schließe hieraus.", "EINST ENTBLÖSSTE JEMAND EINER FRAU DAS HAUPT AUF DER STRASSE &C. Gewährt man denn eine Frist, R. Ḥanina sagte ja, daß man bei Verletzungen keine Frist gewähre!? –", "Nur bei Verletzungen, die eine Vermögensschädigung zur Folge haben, gewähre man keine Frist, bei Beschämungen aber, die keine Vermögensschädigung zur Folge haben, gewähre man wohl.", "HIERAUF BEOBACHTETE ER SIE VOR DER TÜR IHRES HOFES &C. Es wird ja aber gelehrt: R. A͑qiba sprach zu ihm: Du bist in reißendes Wasser getaucht und hast eine Scherbe in deiner Hand192Dh. deine ganze Mühe war umsonst.hervorgeholt; ein Mensch darf sich selber verletzen!?", "Raba erwiderte: Dies ist kein Einwand, das eine spricht von einer Verletzung, das andere spricht von einer Beschämung193Ersteres ist verboten, letzteres ist erlaubt.. – Unsere Mišna spricht ja aber von einer Beschämung," ], [ "und er lehrt, wer sich selbst verletzt, sei frei, obgleich er dies nicht darf!? – Er sprach zu ihm wie folgt: selbstverständlich ist dies von der Beschämung, da ein Mensch sich beschämen darf, aber dies194Daß er frei ist.gilt auch von einer Verletzung, obgleich man sich nicht selbst verletzen darf; wenn aber ein Fremder einen verletzt, so ist er schuldig. –", "Ist es denn verboten, sich selbst zu verletzen, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, wer geschworen hat, sich selber Böses zuzufügen, und es unterlassen hat, sei frei, so heißt es:195Lev. 5,4.Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freigestellt ist, ebenso auch das Böse, wenn es freigestellt ist; ich schließe den Fall ein, wenn jemand geschworen hat, sich selber Böses zuzufügen, und dies unterlassen hat!?", "Šemuél erwiderte: Im Fasten zu verweilen196Dies ist unter ‘Böses’ zu verstehen; sich eine Verletzung beizubringen, ist verboten.. –", "Dementsprechend ist unter ‘anderen Böses zuzufügen’ zu verstehen, sie im Fasten verweilen lassen; wieso kann man andere im Fasten verweilen lassen!? –", "Freilich, wenn er sie in einer Kammer einschließt. –", "Es wird ja aber gelehrt: Was heißt: anderen Böses zufügen? ‘Ich will jenen schlagen, ihm das Gehirn spalten’!? –", "Vielmehr, hierüber streiten Tannaím; einer ist der Ansicht, man dürfe sich selbst nicht verletzen, und einer ist der Ansicht, man dürfe sich selbst wohl verletzen. –", "Wer ist der Autor, welcher sagt, man dürfe sich selbst nicht verletzen? Wollte man sagen, es sei der Autor der folgenden Lehre :197Gen. 9,5.Euer eigenes Blut aber will ich rächen. R. Elea͑zar erklärte: Ich werde euer Blut von euch selber fordern.", "Aber vielleicht ist es bei der Tötung anders. –", "Vielmehr, es ist der Autor der folgenden Lehre: Man darf über einen Toten [das Gewand] zerreißen und dies gilt nicht als heidnische Sitte. R. Elea͑zar sagte: Ich hörte, wer über einen Toten [die Gewänder] mehr als nötig zerreißt, erhalte Geißelhiebe wegen des Verbotes des Zerstörens198Mit Bezugnahme auf Dt. 20,19., und um so mehr gilt dies von [einer Schädigung des] Körpers. –", "Vielleicht verhält es sich bei Gewändern anders, weil der Verlust bleibend199Während eine körperliche Schädigung später heilt.ist. So nannte R. Joḥanan seine Kleider ‘meine Würde’. Und wenn R. Ḥisda zwischen Dornen und Disteln ging, hob er seine Kleider hoch, indem er sprach: jene genesen, diese200Er schonte die Kleider auf Kosten des Körpers, da die körperlichen Verletzungen von selbst heilen.genesen nicht!? –", "Vielmehr, es ist der Autor der folgenden Lehre: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt:201Num. 6,11.und schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat; an wessen Seele hat er sich denn vergangen? Weil er202Der Nazir; cf. Num. 6,2ff.sich dem Weingenusse entzogen hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich die Entziehung des Weingenusses auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt203Sich durch Fasten zu kasteien..", "WER SEINE EIGENEN SETZLINGE ABHAUT &C. Rabba b. Bar Ḥana lehrte vor Rabh: [Sagt jemand zu einem:] du hast meinen Ochsen getötet, meine Setzlinge abgehauen, [und erwidert dieser:] du hast mich beauftragt, ihn zu töten, du hast mich beauftragt, sie abzuhauen, so ist er frei. Da sprach dieser zu ihm: Demnach gewährst du ja niemandem204Jeder Schädiger könnte sich damit ausreden.das Leben; er ist nicht glaubhaft.", "Jener fragte: Soll ich [diese Lehre] streichen? Dieser erwiderte: Nein, beziehe deine Lehre auf einen Fall, wenn der Ochs zur Tötung oder der Setzling zum Abhauen bestimmt205Nach Vorschrift der Tora, zBs. ein zu steinigender Ochs od. ein götzendienstlich verehrter Baum. war. –", "Was verlangt ei demnach von ihm!? – Er kann zu ihm sagen: ich wollte selber dieses Gebot ausüben.", "Es wird nämlich gelehrt :206Lev. 17,13.So soll er ausschütten &c. und zudecken, wer es ausgeschüttet207Das Blut eines geschlachteten Wildes.hat, soll es auch zudecken. Einst ereignete es sich, daß jemand geschlachtet hatte, und ein anderer kam ihm zuvor und deckte [das Blut] zu. Da verurteilte ihn R. Gamliél, an jenen zehn Goldstücke zu zahlen208Weil er ihn um die Ausübung eines Gebotes gebracht hat..", "Rabh sagte: Eine Dattelpalme209Ihrer Verbreitung wegen im Talmud stets in der Bedeutung Obstbaum gebraucht., die einen Kab [Früchte] trägt, darf man nicht niederhauen.", "Man wandte ein: Wieviel muß ein Olivenbaum tragen, um ihn nicht abhauen zu dürfen? Ein Viertel [Kab]!? – Anders verhält es sich bei Oliven, die wertvoll sind.", "R. Ḥanina sagte : Mein Sohn Šikḥath starb nur deshalb, weil er einen Feigenbaum vorzeitig gefällt hat. Rabina sagte: Wenn er aber einen bedeutenden Wert210Als Nutzholz.hat, so ist es erlaubt.", "Ebenso wird gelehrt :211Dt. 20,20.nur einen Baum, von dem du weißt, darunter ist ein Baum mit eßbaren Früchten zu verstehen; daß er keine eßbaren Früchte trägt, darunter ist ein leerer Baum zu verstehen.", "Wozu heißt es nun: daß er keine eßbaren Früchte trägt, wo doch später alles einbegriffen wird? Daß ein leerer einem Fruchtbaume voran gehe212Wenn ein Baum gefällt werden muß.." ], [ "Man könnte glauben, auch wenn er213Der Fruchtbaum als Holz.einen höheren Wert hat, so heißt es nur.", "Einst brachte der Pächter Šemuéls ihm Datteln, und als er sie aß, merkte er an ihnen Weingeschmack. Da fragte er ihn: Wie kommt dies? Jener erwiderte: Sie stehen zwischen Weinstöcken. Da sprach er: Sie entkräften zu sehr die Weinstöcke; bringe mir morgen ihre Wurzeln214Um sich zu überzeugen, daß er sie tatsächlich entwurzelt hat..", "R. Ḥisda bemerkte einst Palmbäume zwischen seinen Weinstöcken ; da sprach er zu seinem Pächter: Entwurzle sie; für Weinstöcke215Für den Ertrag derselben.erhält man Palmbäume, für Palmbäume aber erhält man keine Weinstöcke.", "OBGLEICH ER IHM EINE [ENTSCHÄDIGUNG] ZAHLT, SO WIRD IHM DENNOCH vii NICHT EHER VERGEBEN, ALS BIS ER IHM ABBITTE GELEISTET HAT, DENN ES HEISST :216Gen. 20,7.so gib nun die Frau zurück &c. WOHER, DASS, WENN DIESER IHM NICHT VERZEIHT, ER GRAUSAM HEISSE? ES HEISST :217Ib. V. 17.da betete Abraham zu Gott, und Gott heilte den Abimelekh &c.", "SAGT JEMAND EINEM: ‘BLENDE MIR DAS AUGE’, ‘HAUE MIR DIE HAND AB’, ‘BRICH MIR DEN FUSS’, SO IST ER218Wenn er dieser Aufforderung Folge leistet.SCHULDIG; [SAGT ER:] ‘UND SOLLST FREI SEIN’, SO IST ER DENNOCH SCHULDIG.", "[SAGT ER:] ‘ZERREISSE MEIN GEWAND’, ‘ZERBRICH MEINEN KRUG’, SO IST ER SCHULDIG; [SAGT ER:] ‘UND SOLLST FREI SEIN’, SO IST ER FREI. [SAGT JEMAND:] ‘TU DIES EINEM ANDEREN, MIT DER BEDINGUNG, FREI ZU SEIN’, SO IST ER SCHULDIG, EINERLEI OB [DIE SCHÄDIGUNG] SEINEN KÖRPER ODER SEIN VERMÖGEN BETRIFFT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Dies219Die oben genannten Entschädigungen wegen Beschämung.alles, wovon sie sprechen, ist nur eine Entschädigung für die Beschämung, die Kränkung aber wird ihm, selbst wenn er alle nabatäischen Widder der Welt dargebracht hat, nicht eher verziehen, als bis er ihm Abbitte geleistet hat, denn es heißt:216Gen. 20,7.so gib nun dem Manne seine Frau zurück, denn er ist ein Prophet, und er soll für dich beten. –", "Ist denn nur einem Propheten seine Frau zurückzugeben, einem anderen aber nicht!?", "R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: So gib dem Manne seine Frau zurück, auf jeden Fall, und deine Einwendung :220Gen. 20,4,5.wirst du denn Unschuldige umbringen, er hat doch selbst zu mir gesagt: sie ist meine Schwester, und auch sie hat zu mir gesagt: er ist mein Bruder, [ist nichts], denn er ist ein Prophet, und lernte dies [aus deinem Verhalten]. Fragt man einen Gast, der in eine Stadt kommt, ob er zu essen oder zu trinken wünsche, oder über die Angelegenheiten seiner Frau, ob es seine Frau oder seine Schwester221Aus diesen Fragen hatte er geschlossen, daß ihm Gefahr drohe, wenn er die Wahrheit erzählte.sei!?", "Hieraus, daß ein Noaḥide getötet werde, wenn er etwas lernen sollte, es aber nicht gelernt hat.", "222Gen. 20,18.Denn verschlossen, verschlossen hatte der Herr. R. Elea͑zar sagte: Was bedeuten diese zwei Verschließungen? Eine beim Manne, den Samenabgang, und zwei bei der Frau, den Samenabgang und die Geburt", "In einer Barajtha wurde gelehrt: Zwei beim Manne, den Samenabgang und die kleine [Notdurft], und drei bei der Frau, den Samenabgang, die kleine [Notdurft] und die Geburt.", "Rabina sagte: Drei beim Manne, den Samenabgang, die kleine [Notdurft] und die Entleerung, und vier bei der Frau, den Samenabgang, die Geburt, die kleine [Notdurft] und die Entleerung.", "222Gen. 20,18.Jeden Muttermund. In der Schule R. Jannajs sagten sie: Im Hause Abimelekhs legte nicht einmal eine Henne ihr Ei.", "Raba sprach zu Rabba b. Mari : Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben: wenn jemand etwas für seinen Nächsten bittet, und er selbst dieser Sache bedarf, so wird er zuerst erhört? Dieser erwiderte: Es heißt :223Ij. 42,10.und der Herr wendete das Geschick Ijobs, als er für seine Freunde betete.", "Jener entgegnete: Du entnimmst dies hieraus, ich entnehme es aus folgendem :224Gen. 20,17.da betete Abraham zu Gott, und Gott heilte den Abimelekh, seine Frau und seine Mägde &c., und darauf heißt es:225Ib. 21,1.und der Herr gedachte der Sara, wie er gesprochen hatte &c., wie Abraham über Abimelekh gesprochen hatte.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: mit dem Unkraut leidet der Kohl? Dieser erwiderte: Es heißt:226Jer. 2,29.warum hadert ihr wider mich? Ihr seid alle von mir abgefallen, Spruch des Herrn.", "Jener entgegnete: Du entnimmst dies hieraus, ich entnehme es aus folgendem :227Ex. 16,28.wie lange wollt ihr euch weigern, meine Gebote und meine Lehren zu beobachten.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Es heißt:228Gen. 47,2.und einen Teil von seinen Brüdern, fünf Mann, nahm er; wer waren diese fünf? Dieser erwiderte: R. Joḥanan sagte, es waren die fünf, deren Namen zweimal genannt werden229Im Segen Mosis, Dt. 33,6ff. Diese waren die Schwächsten u. Joseph stellte sie Pareo͑ deshalb vor, damit er seine Brüder nicht für den Heeresdienst verwende.. –", "Jehuda230Der der stärkste war.wird ja ebenfalls zweimal genannt!?", "Dieser erwiderte: Jehuda wird aus einem besonderen Grunde zweimal genannt. R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Es heißt:231Dt. 33,6.es lebe Reúben und sterbe nicht, daß seiner Mannen wenig würden; und dies über Jehuda.", "Die ganzen vierzig Jahre, während welcher die Jisraéliten in der Wüste weilten, wackelten die Gebeine Jehudas im Sarge herum; da kam Moše und flehte für sie um Erbarmen, indem er vor ihm sprach: Herr der Welt, Jehuda ist es ja, der Reúben veranlaßt hat, seine Sünde232Als Jehuda seine Sünde bekannte (cf. Gen. 38,26), bekannte auch Reuben seine Sünde (cf. Gen. 35,22).zu bekennen.", "Er sprach: Erhöre, Herr, das Rufen Jehudas. Da setzten sich seine Gebeine zusammen, doch ließ man ihn nicht in das himmlische Kollegium hinein. [Darauf sprach er:]233Dt. 33,7.Zu seinem Volke bringe ihn. Er verstand aber nicht, was die Rabbanan sprachen, um sich mit ihnen unterhalten zu können. [Da sprach Moše:]233Dt. 33,7.Seine Hände seien kräftig. Aber noch immer vermochte er nicht, die Entscheidung einer Lehre zu eruieren, [da sprach Moše:]233Dt. 33,7.Und sei ihm Hilfe gegenüber seinen Bedrängern.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: dem Armen folgt die Armut? Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: Die Reichen brachten sie234Die Erstlingsfrüchte; cf. Dt. 26,2ff.in goldenen und silbernen Körben, die Armen aber in aus abgeschälten Weidenruten geflochtenen Körben und überreichten den Priestern die Körbe235Während die Reichen ihre Körbe zurück erhielten. samt den Erstlingen. Jener entgegnete: Du entnimmst es hieraus, ich aber entnehme es aus folgendem:" ], [ "236Lev. 13,45.und er rufe: unrein, unrein237Nicht genug, daß er unrein ist, sondern er muß dies auch jedem mitteilen..", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben: iß frühmorgens, im Sommer wegen der Hitze und im Winter wegen der Kälte? Ferner pflegen die Leute zu sagen: sechzig Läufer können den nicht einholen, der frühmorgens gegessen hat? – Es heißt :238Jes. 49,10.sie werden nicht hungern und nicht dursten, und Glut und Sonne werden sie nicht treffen.", "Jener entgegnete: Du entnimmst es hieraus, ich entnehme es aus folgendem :239Ex. 23,25.ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, dienen, das ist das Šema͑ und das tägliche Gebet; und er wird dein Brot und dein Wasser segnen, das ist Brot mit Salz und ein Krug Wasser. Dann gilt: und ich werde Krankheit aus deiner Mitte entfernen.", "Ferner wird gelehrt: Unter Krankheit ist die Galle240Möglicherweise findet der T. in מחלה das gr. χολή: von der Galle.zu verstehen, und sie heißt deshalb Krankheit, weil ihr dreiundachtzig Krankheiten anhaften; [das Wort] Krankheit241Der Zahlenwert des W.es מחלה beträgt 83.hat nämlich diesen Zahlenwert; diese alle halten morgendliches Brot mit Salz und ein Krug Wasser zurück.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben: nennt dich dein Genösse einen Esel, so lege dir einen Sattel auf? Dieser erwiderte: Es heißt:242Gen 16,8.und er sprach: Hagar, Magd Sarajs, woher kommst du and wohin gehst du? Da erwiderte sie: Ich fliehe vor meiner Gebieterin Saraj243Er nannte sie Magd, u. sie nannte Sara ihre Gebieterin..", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: den Makel, der dir anhaftet, sage vorher selber244Bevor ihn ein anderer sagt.? Dieser erwiderte: Es heißt:245Gen. 24,34.da sprach er: Ich bin ein Knecht Abrahams.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: gebückt geht die Ente, ihre Augen aber schweifen umher? Dieser erwiderte: Es heißt:246iSam. 25,31.wenn der Herr meinem Herrn wohltun wird, so denke an deine Sklavin.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: sechzigfachen Schmerz empfindet der Zahn, der einen anderen [essen] hört und nicht ißt? Dieser erwiderte: Es heißt :247iReg. 1,26.mich aber, deinen Knecht, den Priester Çadoq, Benajahu, den Sohn Jehojada͑s, und seinen Bruder248Die Lesart אחיו st. עבדךpay des masor. Textes hat auch ein Codex bei de Rossi.Šelomo lud er nicht.", "Jener entgegnete: Du entnimmst es hieraus, ich entnehme es aus folgendem:249Gen. 24,67.und Jiçḥaq brachte sie in das Zelt seiner Mutter Sara, und er nahm die Ribhqa und sie wurde seine Frau und er gewann sie lieb; und Jiçḥaq tröstete sich über [den Verlust] seiner Mutter, und darauf folgt :250Ib. 25,1.Abraham aber nahm nochmals eine Frau, namens Qetura251Er beneidete Jiçḥaq u. heiratete ebenfalls..", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: der Wein des Herrn, der Dank aber dem Schenkmeister? Dieser erwiderte: Es heißt:252Num. 27,18,20.lege ihm deine Hand auf &c. damit die ganze Gemeinde Jisraél ihm gehorsam sei und ihn fürchte. Und es heißt:253Dt. 34,9.aber Jehošua͑, der Sohn Nuns, war mit dem Geiste der Weisheit erfüllt, weil Moše seine Hände auf ihn gelegt hatte, und alle Kinder Jisraél gehorchten ihm &c.254Während in Wirklichkeit der Geist der Weisheit ihm von Gott verliehen worden war.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflogen: in seinem Hunger verschlingt der Hund auch Kot255Nach and. Erkl. auch einen Stein.? – Es heißt:256Pr. 27,7.ein Gesättigter tritt Honigseim mit Füßen, aber ein Hungriger findet alles Bittere süß.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari : Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: eine schlechte Dattelpalme gesellt sich leeren Bäumen? Dieser erwiderte: Dies steht geschrieben in der Tora, ist verzweifacht in den Propheten, verdreifacht in den Hagiographen, gelehrt in der Mišna, und wiederholt in der Barajtha:", "Geschrieben in der Tora, denn es heißt :257Gen. 28,9.da ging E͑sav zu Jišma͑él. Verzweifacht in den Propheten, denn es heißt :258Jud. 11,3.da scharten sich um Jiphtaḥ nichtsnutzige Leute und waren mit ihm. Verdreifacht in den Hagiographen, denn es heißt :259Sir. 13,15.jeder Vogel wohnt bei seiner Gattung und der Mensch hält sich zu seinesgleichen. Gelehrt in der Mišna: Was mit dem Unreinen verbunden, ist unrein, was mit dem Reinen verbunden, ist rein. Wiederholt in der Barajtha: R. Elie͑zer sagte: Nicht umsonst ging der Star zum Raben, sondern weil er zu seiner Art gehört.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari : Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: wenn du deinen Genossen rufst, und er dir nicht antwortet, so stoße eine große Wand auf ihn? Dieser erwiderte: [Es heißt :]260Ez. 24,13.weil ich dich reinigen wollte, du aber nicht rein wurdest von deiner Unreinheit, so sollst du auch ferner nicht rein werden.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: in einen Brunnen, aus dem du getrunken, wirf keinen Schmutz? Dieser erwiderte: es heißt :261Dt. 23,8.verabscheue nicht den Edomiter, denn er ist dein Bruder, und verabscheue nicht den Miçri, denn ein Fremdling warst du in seinem Lande.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari : Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: hebst du die Last mit, so hebe auch ich sie, wenn aber nicht, so hebe auch ich sie nicht? Dieser erwiderte: Es heißt:262Jud. 4,8.da sprach Baraq zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so gehe ich, wenn du aber nicht mit mir gehst, so gehe ich nicht.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: waren wir jung, da waren wir Männer, jetzt wo wir alt sind, sind wir Kinder? Dieser erwiderte: Zuerst heißt es:263Ex. 13,21.und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. Später aber heißt es:" ], [ "264Ib. 23,20.ich will meinen Engel vor dir einhergehen lassen, um dich unterwegs zu behüten.", "Ferner sprach Raba zu Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Leute zu sagen pflegen: hinter einem Begüterten trage Holz nach? Dieser erwiderte: Es heißt:265Gen. 13,5.auch Loṭ, der mit Abraham ging, halte Schafe, Rinder und Zelte.", "R. Ḥanan sagte: Wer seinen Nächsten [bei Gott] anklagt, wird zuerst bestraft, denn es heißt:266Ib. 16,5.und Saroj sprach zu Abraham: Meine Kränkung fällt dir zur Last, und es heißt :267Ib. 23,2.und Abraham ging hin, um wegen Sara zu klagen und sie zu beweinen. Dies jedoch nur dann, wenn er ein irdisches Gericht hat268Bei dem er sein Recht finden kann..", "R. Jiçḥaq sagte : Schlimmer ergeht es dem Ankläger als dem Angeklagten. Ebenso wird auch gelehrt: Sowohl der Ankläger als auch der Angeklagte ist269In der Ex. 22,22,23 angedrohten Strafe.einbegriffen, doch wendet man sich an den Ankläger früher als an den Angeklagten.", "Ferner sagte R. Jiçḥaq: Nie sei der Fluch eines Gemeinen gering in deinen Augen; Abimelekh sprach einen Fluch über Sara, und er ging an ihren Kindern in Erfüllung, denn es heißt:270Gen. 20,16.siehe, es soll für dich eine Augenhülle sein. Er sprach nämlich zu ihr: Da du mir dies verhüllt und nicht mitgeteilt hast, daß er dein Ehemann ist, und mir diesen Schmerz verursacht hast, so mag es der Wille [Gottes] sein, daß du Kinder blinder Eltern271Dh. daß sie blind werde. Die Übersetzung blinde Kinder ist sprachlich falsch, u. damit sind auch die weitschweifigen Ausführungen einiger Kommentare hinfällig.haben sollst; dies ging an ihren Nachkommen in Erfüllung, denn es heißt :272Gen. 27,1.als Jiçḥaq alt geworden war und seine Augen stumpf waren, daß er nicht mehr sehen konnte.", "R. Abahu sagte: Stets gehöre ein Mensch zu den Verfolgten und nicht zu den Verfolgern; du hast unter allen Vögeln keinen, der mehr verfolgt wird als Turteltauben und junge Tauben, und nur sie hat die Schrift als für den Altardienst273Als Opfer.tauglich erklärt.", "WENN JEMAND ZU EINEM SAGT: ‘BLENDE MIR DAS AUGE’ &C. R. Asi b. Ḥama sprach zu Raba: Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?", "Dieser erwiderte: Im Anfangsatze deshalb, weil ein Mensch niemals [die Verstümmelung] seiner vorstehenden Gliedmaßen verzeiht.", "Jener entgegnete: Man verzeiht ja auch nicht den zugefügten Schmerz, dennoch wird gelehrt, [daß, wenn jemand zu einem sagt:] ‘schlage mich, verwunde mich, mit der Bedingung, daß du frei seiest’, er frei sei!? Da schwieg er.", "Darauf fragte er: Hast du etwas darüber gehört? Jener erwiderte: R. Šešeth erklärte: wegen der Bemakelung der Familie.", "Es wurde auch gelehrt: R. Oša͑ja erklärte: Wegen der Bemakelung der Familie. Raba erklärte: Weil niemand auf seine Gliedmaßen verzichtet.", "R. Joḥanan erklärte: Manches ‘ja’ gleicht274Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn nicht der Verletzte gesagt hat, daß er frei sein solle, sondern wenn der Verletzende es gefragt u. der Verletzte ‘ja’ gesagt hat.einem ‘nein’, und manches ‘nein’ gleicht einem ‘ja’.", "Ebenso wird auch gelehrt: [Sagte jemand:] ‘schlage mich, verwunde mich’, [und auf die Frage,] ob mit der Bedingung frei zu sein, ‘ja’ erwidert, so gilt manches ‘ja’ als ‘nein’. [Sagte jemand:] ‘zerreiße mein Gewand’, [und auf die Frage,] ob mit der Bedingung frei zu sein, ‘nein’ erwidert, so gilt manches ‘nein’ als ‘ja’.", "‘ZERBRICH MEINEN KRUG’, ‘ZERREISSE MEIN GEWAND’, SO IST ER SCHULDIG. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:275Ex. 22,6.Zum Aufbewahren, nicht aber zum Verderben; zum Aufbewahren, nicht aber zum Zerreißen; zum Aufbewahren, nicht aber zum Verteilen276Wenn der Depositar das Depositum zu diesem Zwecke erhalten hat, so ist er frei, wenn es durch Fahrlässigkeit abhanden gekommen ist.an die Armen!?", "R. Hona erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn es bereits in seine Hand gekommen war, und das andere, wenn es noch nicht in seine Hand gekommen277Wenn er ihm die Sache von vornherein zu diesem Zwecke übergeben hat, so ist er frei.war.", "Rabba sprach zu ihm: Unter zum Aufbewahren ist ja zu verstehen, wenn es bereits in seine Hand gekommen278Zum Aufbewahren.war!?", "Vielmehr, erklärte Rabba, gilt beides von dem Falle, wenn es bereits in seine Hand gekommen war, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn das eine gilt von dem Falle, wenn es in seine Hand zum Aufbewahren gekommen war und das andere von dem Falle, wenn es in seine Hand zum Zerreißen gekommen war.", "Einst wurde ein Almosenbeutel nach Pumbeditha gebracht und R. Joseph279Er war Almosenverwalter.gab ihn einem Manne zur Verwahrung; dieser aber beging eine Fahrlässigkeit, und Diebe kamen und stahlen ihn. Da verurteilte ihn R. Joseph [Ersatz zu leisten]. Abajje sprach zu ihm: Es heißt ja: zum Aufbewahren, nicht aber zum Verteilen an die Armen!?", "Dieser erwiderte: Für die Armen vom Pumbeditha sind die Beträge festgesetzt; dies heißt daher: zum Aufbewahren280Für Almosengelder ist der Depositar deshalb nicht ersatzpflichtig, weil kein Kläger legitimiert ist, in Pumbeditha aber galten die Armen als legitimiert, weil für jeden ein bestimmter Betrag festgesetzt war.." ], [ "i WENN JEMAND HOLZ GERAUBT UND DARAUS GERÄTE GEMACHT HAT, WOLLE UND DARAUS KLEIDER GEFERTIGT HAT, SO HAT ER NACH [DEM WERTE] BEIM RAUBEN ZU BEZAHLEN1Er hat nur den Ersatz zu leisten, während er die geraubte Sache selbst durch die Umgestaltung sich angeeignet hat..", "WENN JEMAND EINE TRÄCHTIGE KUH GERAUBT UND SIE GEWORFEN HAT, EIN MIT WOLLE BELADENES SCHAF UND ES GESCHOREN HAT, SO HAT ER DEN WERT EINER VOR DEM WERFEN STEHENDEN KUH ODER EINES VOR DER SCHUR STEHENDEN SCHAFES ZU BEZAHLEN.", "WENN JEMAND EINE KUH GERAUBT HAT UND SIE BEI IHM TRÄCHTIG GEWORDEN IST UND GEWORFEN HAT, ODER EIN SCHAF UND ES BEI IHM WOLLE BEKOMMEN HAT UND ER ES GESCHOREN HAT, SO HAT ER NACH [DEM WERTE] BEIM RAUBEN ZU BEZAHLEN. DIE REGEL HIERBEI IST: ALLE RÄUBER HABEN NACH [DEM WERTE] BEIM RAUBEN ZU BEZAHLEN.", "GEMARA. Ich will dir sagen, nur wenn er aus dem Holze Geräte gefertigt hat, nicht aber, wenn er es nur behobelt hat, nur wenn er aus der Wolle Kleider gefertigt hat, nicht aber, wenn er sie nur gebleicht hat;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer Holz geraubt und es behobelt hat, Steine und sie behauen hat, Wolle und sie gebleicht hat, Flachs und ihn gereinigt hat, muß nach [dem Werte] beim Rauben bezahlen!?", "Abajje erwiderte: Unser Autor spricht von einer rabbanitischen Änderung, die beseitigt werden kann, und um so mehr gilt dies von einer Änderung nach der Tora2Wenn die umgestaltete Sache die ursprüngliche Form nicht mehr erhalten kann.:", "Holz und daraus Geräte gefertigt, behobeltes Holz, nämlich Bretter, die, wenn man sie auseinander nimmt, die ursprüngliche Form erhalten; Wolle und daraus Kleider gefertigt, gesponnen, die, wenn man sie aufräuffeit, die ursprüngliche Form erhält. Und um so mehr gilt dies von einer Änderung nach der Tora.", "Der Autor der Barajtha dagegen spricht nur von einer Änderung nach der Tora.", "R. Aši erklärte: Unser Autor spricht ebenfalls von einer Änderung nach der Tora: Holz und daraus Geräte gefertigt, nämlich Mörserkeulen, es also behobelt; Wolle und daraus Kleider gefertigt, nämlich Filzdecken; eine Änderung, die nicht aufgehoben werden kann3Der Filz läßt sich nicht mehr auseinanderzupfen.. –", "Gilt denn das Bleichen als Änderung, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Kam er nicht dazu, sie ihm4Die Erstlingsschur dem Priester; cf. Dt. 18,4. zu geben, als bis er sie gefärbt hat, so ist er frei5Der Eigentümer hat sie dann durch das Färben erworben.; hat er sie nur gebleicht und nicht gefärbt, so ist er dazu verpflichtet!?", "Abajje erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines nach R. Šimo͑n und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Hat er [die Wolle] geschoren, gesponnen und gewebt, so werden sie nicht vereinigt6Die priesterl. Abgabe wird von der Erstlingsschur nur dann entrichtet, wenn mindestens ein Quantum von 1½ Minen vorhanden ist; werden die Schafe einzeln geschoren, sodaß dieses Quantum nicht erreicht wird, u. die Wolle sofort verarbeitet, so braucht sie nicht entrichtet zu werden., hat er sie nur gebleicht, so werden sie, wie R. Šimo͑n sagt, nicht vereinigt, und wie die Weisen sagen, wohl vereinigt.", "Raba erklärte: Beides nach R. Šimo͑n, dennoch ist dies kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn er sie7Die Wolle beim Bleichen.zerzupft hat, und eines von dem Falle, wenn er sie gekämmt8Bei der letzteren Manipulation ist die Änderung eine radikalere. hat.", "R. Ḥija b. Abin erklärte: Eines gilt von dem Falle, wenn er sie7Die Wolle beim Bleichen. nur gewaschen hat, und eines von dem Falle, wenn er sie ausgeschwefelt hat8Bei der letzteren Manipulation ist die Änderung eine radikalere.. –", "Wenn nach R. Šimo͑n nicht einmal das Färben als Änderung gilt, wie sollte das Bleichen als Änderung gelten!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn er sie einzeln geschoren und [die Wolle] gefärbt, einzeln [geschoren und die Wolle] gesponnen, einzeln [geschoren und die Wolle] gewebt hat, so werden sie nicht vereinigte R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, wenn gefärbt, werden sie wohl vereinigt!?", "Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach den Rabbanan nach der Ansicht R. Šimo͑ns, und eines nach R. Šimo͑n b. Jehuda nach der Ansicht R. Šimo͑ns9Über die Ansicht RŠ.s selbst besteht ein Streit..", "Raba erklärte: Tatsächlich streiten die Rabbanan nicht gegen R. Šimo͑n b. Jehuda, denn anders verhält es sich beim Färben, da man die Farbe durch Natron entfernen10Das Bleichen ist eine radikalere Änderung als das Färben.kann; jene Lehre aber, welche lehrt, wenn er nicht dazu kam, sie ihm zu geben, als bis er sie gefärbt hat, er frei sei, die wir nach aller Ansicht erklärt haben, spricht von dem Falle, wenn er sie mit Purpurimitation gefärbt hat, die nicht entfernt werden kann.", "Abajje sagte: R. Šimo͑n b. Jehuda, die Schule Šammajs, R. Elie͑zer b. Ja͑qob, R. Šimo͑n b. Elea͑zar und R. Jišma͑él sind alle der Ansicht, daß das Umgeänderte11Wenn der neue Besitzer die unrechtmäßigerweise in seinen Besitz gekommene Sache umgeändert hat.im bisherigen Besitze verbleibe. R. Šimo͑n b. Jehuda lehrte das, was wir eben gesagt haben.", "Die Schule Šammajs lehrte folgendes: Wenn jemand [einer Hure] Weizen als Lohn gegeben und sie daraus Mehl, Oliven und sie daraus Öl, oder Trauben und sie daraus Wein gemacht hat, so sind sie, wie das Eine lehrt, verboten12Zur Verwendung für den Tempel; cf. Dt. 23,19., und wie das Andere lehrt, erlaubt. Hierzu sagte R. Joseph, Gorjon" ], [ "aus Asporaq lehrte, nach der Schule Šammajs seien sie verboten und nach der Schule Hillels seien sie erlaubt. – Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Die Schrift sagt13Dt. 23,19.auch beide, und dies schließt ihre Umgestaltungen ein. – Und die Schule Hillels!? – Die Schrift sagt diese14Vgl. S. 228 Anm. 71., nicht aber ihre Umgestaltungen. –", "Und die Schule Šammajs, es heißt ja diese!? – Dies bedeutet: diese, nicht aber die Gehurt15Wenn er ihr lebende Tiere als Lohn gegeben hat.derselben. – Und die Schule Hillels!? – Hieraus ist beides zu entnehmen: diese, nicht aber ihre Umgestaltungen, diese, nicht aber die Geburt derselben. –", "Wie erklärt die Schule Hillels das auch!? – Das auch bleibt nach der Schule Hillels unerklärt. –", "Wo lehrte es R. Elie͑zer b. Ja͑qob? –", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wie kann einer, der eine Seá Weizen geraubt, gemahlen, geknetet und gebacken und davon die Teighebe abgesondert hat, darüber den Segen sprechen, er spricht ja keinen Segen, sondern eine Lästerung; darüber heißt es:16Ps. 10,3.wer rauht und preist, lästert den Herrn. –", "Wo lehrte es R. Šimo͑n b. Elea͑zar? – Es wird gelehrt: Folgende Regel sagte R. Šimo͑n b. Elea͑zar: Bei jeder Besserung die der Räuber [dem Geraubten] angedeihen ließ, erhält er17Bei der Rückgabe der Sache an den Beraubten.die Oberhand; wenn er will, erhält er den Mehrwert, wenn er will, sage er: da hast du deines. –", "Wie meint er es? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: ist eine Wertzunahme eingetreten, so erhält er den Mehrwert, ist eine Wertabnahme eingetreten, so sage er: da hast du deines, denn das Umgeänderte bleibt im bisherigen Besitze. –", "Demnach sollte dies auch von der Wertzunahme gelten!? – Ich will dir sagen, dies ist eine Vorsorge für die Bußfertigen18Um ihnen die Rückerstattung des Geraubten zu erleichtern.. –", "Wo lehrte es R. Jišma͑él? – Es wird gelehrt: Es ist Gebot, den Eckenlaß vom Halmgetreide abzusondern; hat man ihn nicht vom Halmgetreide abgesondert, so sondere man ihn von den Garben ab; hat man ihn nicht von den Garben abgesondert, so sondere man ihn vom Getreidehaufen ab, bevor man [das Getreide] geworfelt hat;", "hat man es bereits geworfelt, so sondere man auch den Zehnten ab und gebe ihn ihm19Dem Armen; dagegen brauchte der Arme vorher die priesterlichen Abgaben nicht zu entrichten.. Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, man sondere ihn auch vom Teige20Er bleibt trotz der Veränderung im Besitze des Armen.ab und gebe ihn ihm.", "R. Papa sprach zu Abajje: Haben sich denn all diese Tannaím zusammengetan, um die Halakha nach der Schule Šammajs21Während die Halakha nach der Schule H.s entschieden wird.zu lehren? Dieser erwiderte: Ich meine es wie folgt: die Schulen Šammajs und Hillels streiten darüber nicht.", "Raba entgegnete: Wieso denn, vielleicht ist R. Šimo͑n b. Jehuda dieser Ansicht22Daß die veränderte Sache in ihrem früheren Besitze verbleibe.nur beim Färben, weil man die Farbe durch Natron entfernen kann.", "Und vielleicht ist die Schule Šammajs dieser Ansicht nur in jenem Falle, weil es Gott geweiht werden soll und verächtlich ist.", "Und vielleicht ist R. Elie͑zer b. Ja͑qob dieser Ansicht nur beim Segensspruche, weil es ein mit einem Verbote verbundenes Gebot ist.", "Und vielleicht ist R. Šimo͑n b. Elea͑zar dieser Ansicht nur bei der Wertabnahme, die eingeholt werden kann.", "Und vielleicht ist R. Jišma͑él dieser Ansicht nur beim Eckenlasse, weil es überflüssigerweise zurücklassen23Dieses Wort kommt beim Eckenlasse zweimal, Lev. 19,10 u. 22, vor; einmal ist es überflüssig.heißt. Und wenn man einwenden wollte, es sei hiervon zu folgern24Daß eine Sache durch die Änderung nicht angeeignet werde., [so ist zu erwidern,] bei den Armengeschenken verhalte es sich anders,", "wie dies auch aus einer Frage R. Jonathans hervorgeht. R. Jonathan fragte nämlich: Was ist der Grund R. Jišma͑éls: ist er der Ansicht, eine Sache werde durch die Änderung nicht angeeignet, oder aber ist er sonst der Ansicht, eine Sache werde durch die Änderung angeeignet, hierbei aber deshalb nicht, weil es überflüssigerweise zurücklassen heißt.", "Und wenn du entscheidest, der Grund R. Jišma͑éls sei, weil er der Ansicht ist, eine Sache werde durch die Änderung nicht angeeignet, [so ist es fraglich,] wozu das überflüssige zurücklassen nötig ist; und wozu ist ferner nach den Rabbanan das überflüssige zurücklassen nötig? –", "Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Wer seinen Weinberg preisgibt und sich früh aufmacht und ihn abwinzert, ist verpflichtet [zur Zurücklassung] von Abfall, Traubennachlese, Vergessenem und Eckenlaß25Die den Armen gehören., aber frei von der Verzehntung.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar. –", "Kann Šemuél dies denn gesagt haben, Šemuél sagte ja, man schätze weder beim Diebstahl noch beim Raube, sondern nur bei Schädigungen26Vgl. S. 32 Anm. 227.!?", "Allerdings ist dies nach Raba, welcher sagt, R. Šimo͑n b. Elea͑zar sage dies nur von der Wertabnahme, die eingeholt werden kann, kein Widerspruch, denn das, was er sagte, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar, bezieht sich auf eine Wertabnahme, die eingeholt werden kann, und das, was er dort sagte, man schätze weder beim Diebstahl noch beim Raube27Wonach dem Diebe od. dem Räuber die Sache durch die Änderung angeeignet wird., sondern nur bei der Entschädigung, bezieht sich auf eine Wertabnahme, die nicht eingeholt werden kann;", "wie ist es aber nach Abajje zu erklären, welcher sagt, R. Šimo͑n b. Elea͑zar sage es von einer nicht einzuholenden Wertabnahme!? –", "Abajje lehrt es wie folgt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls:" ], [ "Sie sagten, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Elea͑zar, er selber aber ist nicht dieser Ansicht.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Nach der Tora muß eine geraubte Sache, die verändert worden ist, in ihrem jetzigen Zustande28Auch wenn sie an Wert zugenommen hat. zurückerstattet werden, denn es heißt:29Lev. 5,23.so soll er das Geraubte, das er geraubt hat, zurückerstatten; wenn du aber aus unserer Mišna einen Einwand erheben30Diese lehrt, daß er nur den Wert beim Rauben zu ersetzen habe.willst, [so ist zu erwidern,] dies sei eine Vorsorge für die Bußfertigen. –", "Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach einer anonymen Lehre zu entscheiden, und eine solche lehrt, wenn er nicht dazu kam, sie ihm4Die Erstlingsschur dem Priester; cf. Dt. 18,4. zu geben, als bis er sie gefärbt hat, er frei sei31Der Eigentümer eignet die Wolle durch die Änderung, obgleich hierbei von einer Vorsorge gar keine Rede sein kann.!?", "Einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob, erwiderte: Mir wurde es von R. Joḥanan erklärt: wenn er behobeltes Holz geraubt und aus diesem Geräte gefertigt hat; dies ist eine Änderung, bei der die Sache ihre ursprüngliche Beschaffenheit zurückerhalten kann32Aus dem angeführten Grunde erwirbt er sie auch in dem Falle, wenn die Änderung keine durchgreifende ist..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn Räuber oder Wucherer zurückerstatten33Das, was sie auf unrechtmäßige Weise erworben haben. wollen, so nehme man es von ihnen nicht an; und mit dem, der es von ihnen annimmt, sind die Weisen nicht zufrieden.", "R. Joḥanan sagte: Diese Lehre ist zur Zeit Rabbis34Also nur eine Lehre pro präsenti, ohne dauernde Rechtskraft.gelehrt worden. Einst wollte nämlich jemand Buße tun, und seine Frau sprach zu ihm: Tölpel, wenn du Buße tust, so bleibt dir nicht einmal ein Gürtel zurück. Da unterließ er es und tat keine Buße. In jener Stunde sagten sie: Wenn Räuber und Wucherer zurückerstatten wollen, so nehme man es von ihnen nicht an; und mit dem, der es von ihnen annimmt, sind die Weisen nicht zufrieden.", "Man wandte ein: Hat ihnen ihr Vater Wuchergeld hinterlassen, so brauchen sie, obgleich sie wissen, daß es Wuchergeld ist, nicht zurückzuerstatten. Also nur sie35Die Erben, die es durch den Besitzwechsel erworben haben.brauchen es nicht, wohl aber müßte ihr Vater es zurückerstatten!? –", "Ihr Vater brauchte es ebenfalls nicht zurückzuerstatten, da er aber im Schlußsatze von [den Kindern] lehren will, daß, wenn ihr Vater ihnen eine Kuh, ein Gewand oder sonst eine gekennzeichnete Sache hinterlassen hat, sie sie wegen der Ehre ihres Vaters36Jeder weiß, daß der Vater die Sache geraubt hat.zurückgeben müssen, so lehrt er auch im Anfangsatze von ihnen. –", "Wieso sind sie wegen der Ehre ihres Vaters zur Rückgabe verpflichtet, man sollte doch hierbei sagen:37Ex. 22,27.einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen, nur wenn er nach den Bräuchen deines Volkes handelt38Wenn er das Gesetz beobachtet; dies gilt auch von jedem anderen.!? –", "Wie R. Pinḥas erklärt39Cf. Hg. Fol. 26a.hat, wenn er Buße getan hat, ebenso auch hierbei, wenn er Buße getan hat. – Wieso befindet sich, wenn er Buße getan hat, [die Sache] bei ihm, er sollte sie doch zurückgegeben haben!? – Wenn er zur Rückgabe nicht kam und gestorben ist. –", "Komm und höre: Räuber und Wucherer müssen, auch wenn sie eingefordert40Auch wenn die widerrechtlich erworbene Sache sich bereits in ihrem Besitze befindet. haben, Rückerstattung leisten. –", "Was haben Räuber denn einzufordern: haben sie etwas geraubt, so haben sie es ja geraubt, haben sie nichts geraubt, so haben sie ja nichts geraubt!? – Lies vielmehr: Räuber, das sind nämlich Wucherer, müssen, obgleich sie bereits eingefordert haben, Rückerstattung leisten!? – Ich will dir sagen, sie müssen Rückerstattung leisten, jedoch nehme man es von ihnen nicht an. –", "Wozu brauchen sie demnach Rückerstattung zu leisten!? – Um dem Himmel gegenüber ihrer Pflicht zu genügen. –", "Komm und höre: Für Hirten, Zolleinnehmer und Zollpächter ist die Buße schwierig41Da sie die Leute, die sie beraubt haben, nicht mehr kennen.; sie haben an die zurückzuerstatten, die sie kennen!? –", "Ich will dir sagen, sie haben zurückzuerstatten, jedoch nehme man es von ihnen nicht an. – Wozu brauchen sie demnach Rückerstattung zu leisten!? – Um dem Himmel gegenüber ihrer Pflicht zu genügen. – Wieso ist demnach ihre Buße schwierig!?", "Ferner heißt es im Schlußsatze: und wegen derjenigen, die sie nicht kennen, haben sie etwas Gemeinnütziges zu stiften, und R. Ḥisda erklärte: Gruben, Brunnen und Höhlen!? – Vielmehr, das ist kein Einwand; eines wurde vor dieser Bestimmung gelehrt und eines wurde nach dieser Bestimmung gelehrt. –", "Nachdem aber R. Naḥman erklärt hat, wenn das Geraubte nicht mehr vorhanden ist, kannst du auch erklären, beides sei nach dieser Bestimmung gelehrt worden, dennoch besteht hier kein Widerspruch," ], [ "denn eines gilt von dem Falle, wenn das Geraubte bei ihm noch vorhanden ist, und eines von dem Falle, wenn das Geraubte bei ihm nicht mehr vorhanden ist. – Beim Gürtel42In der oben angeführten Erzählung von dem bußfertigen Räuber.aber handelt es sich ja um eine Sache, die noch vorhanden war!? – Unter Gürtel ist der Ersatz für den Gürtel zu verstehen. –", "Erstreckt sich denn die Bestimmung der Rabbanan nicht auf Geraubtes, das noch vorhanden ist, bei einem Balken handelt es sich ja um Geraubtes, das noch verbanden ist, und wir haben gelernt, für einen geraubten in einem Palast eingebauten Balken könne man nur den Wert43Der Räuber braucht nicht den Balken selbst aus dem Gebäude zu reißen.beanspruchen, als Vorsorge für die Bußfertigen!? – Anders ist es hierbei; da man dadurch den Palast beschädigen müßte, so haben es die Rabbanan so behandelt, als wäre er nicht mehr vorhanden.", "WENN JEMAND EINE TRÄCHTIGE KUH GERAUBT UND SIE GEWORFEN HAT &C. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand ein Schaf geraubt, geschoren und es geworfen hat, so hat er dieses, die Schur und das Junge zu ersetzen – so R. Meír; R. Jehuda sagt, er gebe das Geraubte in seinem jetzigen Zustande44Und außerdem ersetze er den Mehrwert, um wieviel ein trächtiges u. mit Wolle beladenes Schaf mehr wert ist; den Betrag aber, um welchen das Lamm u. die bereits geschorene Wolle mehr wert ist, braucht er nicht zu ersetzen.zurück. R. Šimo͑n sagt, man betrachte es, als wäre es ihm in Geld eingeschätzt45Er behalte das Schaf u. ersetze den Wert beim Rauben.worden.", "Sie fragten: Was ist der Grund R. Meírs: ist er der Ansicht, die Sache bleibe trotz der Änderung im bisherigen Besitze, oder aber ist er sonst der Ansicht, durch die Änderung erfolge eine Aneignung, nur sei es hierbei eine über ihn verhängte Maßregelung46Damit dem Räuber der Gewinn nicht zugute komme.. –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn es abgemagert ist. –", "Komm und höre: Wenn jemand ein Vieh geraubt hat und es alt geworden ist, einen Sklaven und er alt geworden ist, so hat er nach [dem Werte] beim Rauben zu bezahlen. R. Meír sagt, bei einem Sklaven könne er zu ihm sagen: da hast du deines. Für ein Vieh aber muß er demnach [den Wert] beim Rauben bezahlen,", "und wenn man sagen wollte, R. Meír sei der Ansicht, das Veränderte bleibe im bisherigen Besitze, so sollte dies doch auch von einem Vieh gelten. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß R. Meír der Ansicht ist, durch die Änderung erfolge eine Aneignung und da ist es nur eine über ihn verhängte Maßregelung. –", "Ich will dir sagen, R. Meír sagte es nach der Ansicht der Rabbanan: nach meiner Ansicht erfolgt durch die Änderung keine Aneignung, nicht einmal bei einem Vieh, aber auch ihr, die ihr sagt, durch die Änderung erfolge eine Aneignung, solltet hinsichtlich Sklaven mir beipflichten, da sie Grundstücken gleichen, und Grundstücke nicht geraubt werden47Sie bleiben immer im Besitze des rechtmäßigen Eigentümers.können. Hierzu erwiderten ihm die Rabbanan: nein, Sklaven gleichen Mobilien. –", "Komm und höre: Sie48Sc. wenn jemand einem Färber Wolle zum Färben gegeben hat.rot zu färben, und er sie schwarz gefärbt hat, schwarz zu färben, und er sie rot gefärbt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert der Wolle ersetzen. Nur den Wert der Wolle, nicht aber den Wert der Wolle und den Mehrwert, und wenn man sagen wollte, R. Meír sei der Ansicht, durch die Änderung erfolge keine Aneignung, müßte er ihm ja den Wert der Wolle und den Mehrwert49Da die Wolle, die gefärbt mehr wert ist, dem Eigentümer gehört.bezahlen.", "Hieraus ist also zu entnehmen, daß R. Meír der Ansicht ist, durch die Änderung erfolge eine Aneignung, und da ist es nur eine über ihn verhängte Maßregelung. Schließe hieraus.", "Manche sagen: Dies ist überhaupt nicht fraglich, denn Rabh wandte diese Lehre um und lehrte: Wenn jemand eine Kuh geraubt hat und sie alt geworden ist, einen Sklaven und er alt geworden ist, so hat er, wie R. Meír sagt, [den Wert] beim Rauben zu bezahlen. Die Weisen sagen, bei einem Sklaven könne er zu ihm sagen: da hast du deines. Demnach ist R. Meír entschieden der Ansicht, durch die Änderung erfolge keine Aneignung und da sei es nur eine über ihn verhängte Maßregelung,", "Fraglich ist nur folgendes: ist die Maßregelung nur bei Vorsätzlichkeit verhängt worden, nicht aber bei Versehen, oder aber ist sie auch bei Versehen50Wenn zBs. jemand ein geraubtes Feld gekauft, ohne zu wissen, daß es geraubt ist, u. es melioriert hat.verhängt worden? –", "Komm und höre: Fünferlei kann nur von freien Gütern51Die sich im Besitze des Schuldners befinden.eingefordert werden,", "und zwar: die Früchte52Wenn jemand ein geraubtes Feld unter Haftpflicht gekauft u. es bestellt od. melioriert hat, u. der Beraubte es ihm nachher wegnimmt, so kann der Käufer den Wert des Feldes u. seine Auslagen von anderen vom Verkäufer veräußerten Grundstücken einfordern, die Früchte u. die Melioration dagegen nur von Grundstücken, die sich im Besitze des Verkäufers befinden., die Melioration52Wenn jemand ein geraubtes Feld unter Haftpflicht gekauft u. es bestellt od. melioriert hat, u. der Beraubte es ihm nachher wegnimmt, so kann der Käufer den Wert des Feldes u. seine Auslagen von anderen vom Verkäufer veräußerten Grundstücken einfordern, die Früchte u. die Melioration dagegen nur von Grundstücken, die sich im Besitze des Verkäufers befinden., die Ernährung des Sohnes seiner Frau oder der Tochter seiner Frau, die man übernommen hat, der Schuldschein, der keine Haftpflicht enthält, und die Morgengabe einer Frau, deren Urkunde keine Haftpflicht enthält.", "Derjenige, welcher sagt [das Fehlen der] Haftpflicht sei kein Irrtum53Wenn in einem Schuldschein der Passus fehlt, daß der Schuldner für die Schuld mit seinen Immobilien haftet, so ist dies nach einer Ansicht nur ein Fehler des Schreibers, u. die Immobilien des Schuldners sind dem Gläubiger trotzdem verpfändet; nach RM. dagegen hat der Gläubiger auf diese Haftung verzichtet u. sein Pfändungsrecht erstreckt sich nur auf Grundstücke, die sich im Besitze des Schuldners befinden.des Schreibers, ist ja R. Meír54Er ist also Autor dieser Lehre., und er lehrt dies von den Früchten und der Melioration,", "und unter Melioration ist ja wahrscheinlich folgendes zu verstehen: wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld geraubt und es an einen anderen verkauft, und dieser es melioriert hat; wird es ihm abgenommen," ], [ "so kann er den Grundwert von verkauften Gütern und die Melioration nur von freien Gütern einfordern. Der Eigentümer des Grundstückes kann also kommen und das Grundstück samt der Melioration wegnehmen.", "Dies gilt wohl von einem Menschen aus dem gemeinen Volke, der nicht weiß, daß Grundstücke nicht geraubt werden können, dennoch kann der Eigentümer des Grundstückes kommen und ihm das Grundstück samt der Melioration wegnehmen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Maßregelung auch bei Versehen verhängt worden ist. – Ich will dir sagen, nein, dies gilt von einem gelehrten Käufer, der es weiß55Also nur bei Vorsätzlichkeit.. –", "Komm und höre: Sie48Sc. wenn jemand einem Färber Wolle zum Färben gegeben hat.ihm rot zu färben, und er sie schwarz gefärbt hat, schwarz zu färben, und er sie rot gefärbt hat, so muß er, wie R. Meír sagt, ihm den Wert der Wolle ersetzen. Nur den Wert der Wolle, nicht aber den Wert der Wolle und den Mehrwert,", "und wenn man sagen wollte, die Maßregelung sei auch bei Versehen verhängt worden, so müßte er ihm ja den Wert der Wolle und den Mehrwert ersetzen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Maßregelung nur bei Vorsätzlichkeit verhängt worden ist, nicht aber bei Versehen. Schließe hieraus.", "«R. Jehuda sagt, er gebe das Geraubte in seinem jetzigen Zustande zurück. R. Šimo͑n sagt, man betrachte es, als wäre es ihm in Geld eingeschätzt worden.» Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen?", "R. Zebid erwiderte: Sie streiten über die Wertzunahme des Geraubten56Wenn zBs. das Schaf beim Räuber trächtig geworden ist od. Wolle bekommen hat; die Früchte haften also noch aus der geraubten Sache.; R. Jehuda ist der Ansicht, sie gehöre dem Beraubten, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, sie gehöre dem Räuber.", "R. Papa erklärte: Alle sind der Ansicht, die Wertzunahme des Geraubten gehöre dem Räuber, und hierbei streiten sie vielmehr, ob er nur die Hälfte, ein Drittel, oder ein Viertel57Er erhält einen Anteil gleich anderen Züchtern von fremdem Vieh, die an den Früchten beteiligt sind.erhalte; R. Jehuda ist der Ansicht, er gebe das Geraubte in seinem ursprünglichen Zustande58Und die Früchte gehören ihm vollständig.zurück, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, der Räuber erhalte [vom Mehrwerte] nur die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand eine Kuh geraubt und sie bei ihm trächtig geworden ist und geworfen hat, oder ein Schaf und es bei ihm Wolle bekommen und er es geschoren hat, so hat er [den Wert] beim Rauben zu bezahlen. Nur wenn sie geworfen hat, wenn sie aber nicht geworfen hat, so hat er sie in ihrem jetzigen Zustande zurückzugeben.", "Allerdings ist hier nach R. Zebid, welcher sagt, nach R. Jehuda gehöre der Mehrwert des Geraubten dem Beraubten, die Ansicht R. Jehudas vertreten, wessen Ansicht aber ist hier vertreten nach R. Papa, welcher sagt, er gehöre dem Räuber, doch weder die des R. Jehuda noch die des R. Šimo͑n59Die Ansicht R. Meírs kann in der angezogenen Mišna erst recht nicht vertreten sein, da im ersten Absatze gelehrt wird, daß der Räuber für eine trächtige Kuh zu bezahlen habe, während er nach RM. Kuh u. Kalb zu ersetzen hat.!? –", "R. Papa kann dir erwidern: auch wenn sie nicht geworfen hat, hat er nur [den Wert] beim Rauben zu bezahlen, da er es aber im Anfangsatze von dem Falle lehrt, wenn sie geworfen hat, so lehrt er auch im Schlußsatze von dem Falle, wenn sie geworfen hat.", "Übereinstimmend mit R. Papa wird auch gelehrt: R. Šimo͑n sagt, man betrachte sie, als wäre sie ihm in Geld eingeschätzt worden; [er erhält] die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel60Er erhält einen Anteil von den Früchten..", "R. Aši sagte: Als wir bei R. Kahana waren, fragten wir folgendes: kann der Räuber nach R. Šimo͑n, welcher sagt, [er erhalte] die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel, bei der Auszahlung mit Geld abgefunden werden, oder erhält er es vom Fleische?", "Dies entschieden wir dann aus dem, was R. Naḥman im Namen Šemuéls sagte: In drei Fällen wird die Melioration geschätzt und in Geld ausgezahlt, und zwar: bei [der Auszahlung des] Erstgeborenen an die Brüder61Bei der Teilung des Nachlasses erhält der Erstgeborene doppelten Anteil; wenn vor der Teilung die Güter melioriert wurden, so sind die Kinder an der Melioration gleichbeteiligt u. der Erstgeborene muß nach Verhältnis an die übrigen herauszahlen.,", "des Gläubigers an den Käufer62Wenn ein Gläubiger ein Grundstück, auf das er Anspruch hat, den Käufern od. Waisen wegnimmt, so hat er ihnen die etwaige Melioration herauszuzahlen. und des Gläubigers an die Waisen62Wenn ein Gläubiger ein Grundstück, auf das er Anspruch hat, den Käufern od. Waisen wegnimmt, so hat er ihnen die etwaige Melioration herauszuzahlen..", "Rabina sprach zu R. Aši: Kann Šemuél denn gesagt haben, der Gläubiger habe an den Käufer die Melioration herauszuzahlen, Šemuél sagte ja, der Gläubiger könne auch die Melioration einfordern!? Dieser erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von dem Falle, wenn die Melioration bis zu den Schultern63Nach der Erklärung Raschis: wenn das Getreide bereits bis zu den Schultern reicht, darauf hat der Gläubiger kein Anrecht mehr. Nach den Tosaphisten: wenn die Melioration durch schwere Arbeit erzielt worden ist.reicht, und eines gilt von dem Falle, wenn sie nicht bis zu den Schultern reicht.", "Jener entgegnete: Es kommen ja aber täglich Fälle vor, daß Šemuél auch von solcher, die bis zu den Schultern reicht, einfordern läßt!? Dieser erwiderte: Das ist kein Einwand;" ], [ "eines gilt von dem Falle, wenn die Schuld so viel beträgt, wie das Grundstück samt der Melioration, und eines von dem Falle, wenn sie nur soviel beträgt, wie das Grundstück allein.", "Jener entgegnete: Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, wenn der Käufer Bargeld hat, könne er den Gläubiger nicht damit abfinden, nach demjenigen aber, welcher sagt, wenn der Käufer Bargeld hat, könne er den Gläubiger damit abfinden, kann er ja zu ihm sagen: wenn ich Geld hätte, könnte ich dir eine Abfindung für das ganze Grundstück zahlen, gib mir jetzt wenigstens ein kleines Stück Land im Betrage meiner Melioration!?", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn jener es ihm verhypotheziert hat, wenn er zu ihm gesagt hatte: du sollst deine Zahlung nur davon erhalten.", "Raba sagte: Wenn jemand [ein Feld] geraubt, es melioriert und verkauft hat, geraubt, es melioriert und vererbt hat, so ist der Verkauf oder die Vererbung der Melioration gültig.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn es der Käufer melioriert hat? Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: wenn der erste es dem zweiten verkauft hat, so hat er ihm jedes Recht auf dasselbe verkauft64Er hat also auch das Anrecht auf die Melioration erworben..", "Raba fragte: Wie ist es, wenn ein Nichtjude es melioriert hat? R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Sollten wir denn eine Vorsorge65Ihm die Bußfertigkeit zu erleichtern; cf. supra Fol. 94b.für einen Nichtjuden treffen!? Dieser erwiderte: In dem Falle, wenn er es weiter an einen Jisraéliten verkauft hat. – Aber immerhin gleicht ja der, der seinen Anspruch von einem Nichtjuden erworben hat, dem Nichtjuden selber!? –", "In dem Falle, wenn ein Jisraélit es geraubt, und einem Nichtjuden verkauft, und dieser es melioriert und einem Jisraéliten verkauft hat. Sagen wir, daß die Rabbanan, da der erste ein Jisraélit und der letzte ebenfalls ein Jisraélit ist, hierbei eine Vorsorge getroffen haben, oder aber haben sie, da zwischen beiden ein Nichtjude Besitzer war, hierbei keine Vorsorge getroffen? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Papa sagte: Wer von seinem Nächsten eine Dattelpalme geraubt und sie gefällt hat, hat sie, obgleich er sie von dessen Grundstück nach seinem eigenen transportiert hat, nicht geeignet, weil sie vorher Dattelpalme hieß und nachher ebenfalls Dattelpalme heißt. Hat er aus einer Dattelpalme Klötze geschnitten, so hat er sie nicht geeignet, denn auch nachher heißen sie Palmenklötze.", "Hat er aus Klötzen Balken gefertigt, so hat er sie geeignet; wenn aus großen Balken kleine Balken, so hat er sie nicht geeignet. Hat er aus diesen Bretter geschnitten, so hat er sie geeignet.", "Raba sagte: Wer einen Palmenzweig geraubt und aus diesem Bast gefertigt hat, hat ihn geeignet, denn vorher hieß er Palmenzweig und nachher heißt er Bast. Wenn Bast und daraus einen Wedel gefertigt, so hat er ihn geeignet, denn vorher hieß er Bast und nachher heißt er Wedel. Wenn einen Wedel und aus diesem ein Seil gefertigt, so hat er es nicht geeignet, weil man es auseinandenehmen und daraus zurück einen Wedel machen kann.", "R. Papa fragte: Wie ist es, wenn die Doppelspitze66Eines Palmenzweiges; die Frage ist, ob ein solcher für den Feststrauß am Hüttenfeste brauchbar ist.geteilt ist? – Komm und höre: R. Mathon sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Fehlt die Doppelspitze, so ist er untauglich." ], [ "Dies gilt wohl auch in dem Falle, wenn sie geteilt ist. – Nein, anders ist es, wenn sie ganz fehlt, denn sie fehlt ja ganz.", "Manche lesen: Komm und höre: R. Mathon sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Ist die Doppelspitze geteilt, so ist es ebenso, als fehle sie ganz, und er ist untauglich.", "R. Papa sagte: Wer von seinem Nächsten Lehm geraubt und daraus einen Ziegel gemacht hat, hat ihn nicht geeignet, weil man aus diesem zurück Lehm machen kann; wenn aber einen Ziegel und daraus Lehm gemacht, so hat er ihn geeignet, denn wenn man daraus einen Ziegel macht, so ist er ein ganz anderer, also eine neue Sache.", "Ferner sagte R. Papa: Wer von seinem Nächsten einen Metallklumpen geraubt und daraus Geld gemacht hat, hat ihn nicht geeignet, weil man daraus zurück einen Metallklumpen machen kann; wenn aber Geld, und daraus einen Metallklumpen gemacht hat, so hat er ihn geeignet, denn wenn man daraus zurück Geld macht, so ist es eine ganz neue Sache.", "Wer alte [Münzen durch Putzen] neu gemacht hat, hat sie nicht geeignet67Weil sie wieder alt werden.; wenn er aber neue alt gemacht hat, so hat er sie geeignet, denn wenn man sie zurück neu macht, bleibt die Dunkelheit dennoch kenntlich.", "DIE REGEL HIERBEI IST: ALLE RÄUBER ZAHLEN NACH [DEM WERTE] BEIM RAUBEN. Was schließt die Rege] ein? – Sie schließt folgende Lehre R. Ilea͑s ein: Wenn jemand ein Lamm gestohlen und es zum Widder geworden ist, oder ein Kalb, und es zum Ochsen geworden ist, so ist die Änderung in seinem Besitze erfolgt und er hat sie geeignet; wenn er sie darauf schlachtet oder verkauft, so schlachtet er seines und verkauft seines.", "Einst raubte jemand ein Paar Ochsen von seinem Nächsten und pflügte und säete mit ihnen; endlich gab er sie [dem Eigentümer] zurück. Als er darauf vor R. Naḥman kam, sprach er zu ihnen: Geht, schätzt ihm den Mehrwert, den sie zugenommen haben.", "Da sprach Raba zu ihm: Haben etwa nur die Ochsen an Wert zugenommen und nicht auch das Grundstück!? Jener erwiderte: Sagte ich denn, daß man ihm alles zuspreche, ich meine nur die Hälfte. Jener entgegnete: Schließlich handelt es sich ja um Geraubtes, das im ursprünglichen Zustande zurückerstattet werden soll, denn wir haben gelernt, alle Räuber haben nach [dem Werte] beim Rauben zu bezahlen68Somit gehört ja der Mehrwert ausschließlich dem Räuber.!?", "Dieser erwiderte: Habe ich dir etwa nicht gesagt, daß, wenn ich zu Gericht sitze, du mir nichts hineinreden sollst!? Unser Kollege Hona sagte über mich, ich und König Sapor69Benennung Šemuéls, der im Zivilrechte sehr kundig war.seien Brüder im Rechtsprechen. Dieser Mann ist ein alter Räuber und ich will ihn maßregeln.", "ii WENN JEMAND EIN VIEH GERAUBT HAT UND ES ALT GEWORDEN IST, EINEN SKLAVEN UND ER ALT GEWORDEN IST, SO HAT ER NACH [DEM WERTE] BEIM RAUBEN ZU BEZAHLEN. R. MEÍR SAGT, BEI EINEM SKLAVEN KÖNNE ER ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES.", "WENN JEMAND EINE MÜNZE GERAUBT HAT UND SIE GESPRUNGEN IST, FRÜCHTE UND SIE VERFAULT SIND, ODER WEIN UND ER SAUER GEWORDEN IST, SO HAT ER NACH [DEM WERTE] BEIM RAUBEN ZU BEZAHLEN; \n", "WENN ABER EINE MÜNZE UND SIE VERRUFEN WORDEN IST, HEBE UND SIE UNREIN GEWORDEN IST, GESÄUERTES UND DARÜBER DAS PESAḤFEST VERSTRICHEN70Es ist dann zur Nutznießung verboten.IST, EIN VIEH UND DAMIT EINE SÜNDE BEGANGEN WORDEN71Es ist dann zur Opferung untauglich.IST, ODER ES FÜR DEN ALTAR UNTAUGLICH GEWORDEN72Durch ein unwesentliches Gebrechen.IST, ODER ES ZUR STEINIGUNG VERURTEILT WORDEN73Infolgedessen es zur Nutznießung verboten ist.IST, SO KANN ER ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES.", "GEMARA. R. Papa sagte: Der [Ausdruck] ‘alt geworden’ ist nicht wörtlich zu verstehen, vielmehr gilt dies auch von dem Falle, wenn es abgemagert ist74Die Änderung also keine besonders wesentliche ist.. – Wir haben es ja aber ‘alt geworden’ gelernt!? – Wenn die Abmagerung dem Altwerden gleicht, wenn es sich nicht wieder erholt.", "Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Folgendes sagten sie im Namen R. Joḥanans: selbst wenn jemand ein Lamm gestohlen hat und es zum Widder geworden ist, ein Kalb und es zum Ochsen geworden ist, gilt dies als bei ihm eingetretene Änderung und er hat sie geeignet; wenn er sie darauf schlachtet oder verkauft, so schlachtet er seines und verkauft seines. Da sprach dieser zu ihm: Habe ich dir etwa nicht gesagt, daß du die Personen nicht verwechseln sollst!? Dies wurde im Namen R. Ilea͑s gelehrt.", "R. MEÍR SAGT, BEI EINEM SKLAVEN KÖNNE ER ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES. R. Ḥanina b. Evdämi sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Meír. – Rabh läßt also die Rabbanan und entscheidet nach R. Meír!? – Ich will dir sagen, eine Barajtha lehrt entgegengesetzt72RM. der Mišna entspricht den Rabbanan der Barajtha.. – Rabh läßt also eine Mišna und stützt sich auf eine Barajtha!? – Rabh lehrt auch die Mišna entgegengesetzt73Nach den Weisen könne er altgewordene Sklaven dem Eigentümer im jetzigen Zustande zur Verfügung stellen; nach seiner entgegengesetzten Lesart entscheidet er also nach den Rabbanan.. –", "Was veranlaßt Rabh, wegen der Barajtha die Mišna umzuwenden, sollte er doch im Gegenteil wegen der Mišna die Barajtha umwenden!? – Ich will dir sagen, Rabh wurde die Mišna auch entgegengesetzt gelehrt.", "Wenn du willst, sage ich, eine [Lehre] wegen einer wendet er nicht um, wohl aber eine wegen zwei74Auch wenn die eine eine Mišna u. die 2 Barajthas sind; übereinstimmend mit der entgegengesetzt lehrenden Barajtha lehrt auch die folgende..", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand eine Kuh auf einen Esel getauscht und sie geworfen hat, und ebenso, wenn jemand seine Magd verkauft und sie geboren hat, und der eine sagt, es sei in seinem Besitze75Im rechtlichen Sinne, ohne Rücksicht darauf, bei wem es sich zur fraglichen Zeit befunden hat.erfolgt, und der andere schweigt, so hat er es erworben. Wenn der eine sagt, er wisse es nicht, und der andere sagt, er wisse es nicht, so teilen sie.", "Wenn der eine sagt, in seinem Besitze, und der andere sagt, in seinem Besitze, so schwöre der Verkäufer, daß sie in seinem Besitze geworfen hat, denn in allen Fällen, wo die Tora einen Eid auferlegt hat, muß derjenige schwören, der durch den Eid von der Zahlung befreit wird – so R. Meír.", "Die Weisen sagen, man schwöre weder über Sklaven noch über Grundstücke76Solange der Käufer für seine Behauptung nicht den Beweis erbringt, bleibt es im Besitze des Verkäufers. Die Rabbanan sind also der Ansicht, daß Sklaven Grundstücken gleichen; sie können somit nicht geraubt werden u. der Räuber kann sie, wenn sie alt geworden sind, dem Eigentümer zur Verfügung stellen.. –", "Wieso sagt er demnach77Da er die Mišna umgekehrt lehrt u. tatsächlich nach den Rabbanan entscheidet., die Halakha sei wie R. Meír, er sollte ja sagen, die Halakha sei wie die Rabbanan!? – Er meint es wie folgt: nach eurer entgegengesetzten Lesart ist die Halakha wie R. Meír. –" ], [ "Kann Rabh denn gesagt haben, Sklaven gleichen Grundstücken, R. Daniel b. R. Qaṭṭina sagte ja im Namen Rabhs, wer einen fremden Sklaven ergreift und ihn zur Arbeit anhält, sei frei78Er braucht dem Eigentümer desselben keine Entschädigung zu zahlen.; weshalb ist er frei, wenn man sagen wollte Sklaven gleichen Grundstücken, er befindet sich ja im Besitze seines Herrn79Grundstücke können nicht geraubt werden, sie verbleiben vielmehr im Besitze des rechtmäßigen Eigentümers.!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn es außerhalb der Arbeitszeit erfolgt80Der Eigentümer hat durch seinen Nutzen keinen Schaden.ist. So ließ einst R. Abba dem Mari b. Mar sagen, er möge R. Hona fragen, ob derjenige, der in einem fremden Hofe ohne sein Wissen wohnt, diesem Miete zahlen müsse oder nicht, und dieser ließ ihm erwidern, er brauche keine Miete zu zahlen. –", "Was soll dies: allerdings ist ihm dies81Dem Eigentümer des Hauses, daß sein Haus bewohnt sei, selbst wenn er keine Miete erhält.in jenem Falle lieb, sowohl nach demjenigen, welcher begründet: ein bewohntes Haus erhält sich, als auch nach demjenigen, welcher begründet:82Jes. 24,12.Verwüstung zertrümmert83Vgl. S. 69 Anm. 99.das Tor,", "hierbei aber ist es ihm nicht lieb, daß sein Sklave abmagere. – Ich will dir sagen, auch hierbei ist es ihm lieb, daß sein Sklave nicht müßig gehe.", "R. Joseph ließ Sklaven von Leuten, die ihm Geld schuldeten, ergreifen und sie zur Arbeit anhalten. Da sprach sein Sohn Rabba zu ihm: Wieso tut dies der Meister!? Dieser erwiderte: R. Naḥman sagte, ein Sklave sei nicht einmal das Brot seines Bauchs wert. Jener entgegnete: R. Naḥman sagte es nur von solchen, die seinem Sklaven Daro gleichen, der sich in den Wirtshäusern herumtreibt, alle anderen Sklaven aber arbeiten ja.", "Dieser erwiderte: Ich bin der Ansicht R. Daniéls, denn R. Daniél b. R. Qaṭṭina sagte im Namen Rabhs, wer einen fremden Sklaven ergreift und ihn zur Arbeit anhält, sei frei; demnach ist es jedem lieb, daß sein Sklave nicht müßig gehe.", "Jener entgegnete: Dies nur, wenn er [vom Eigentümer] kein Geld zu fordern hat, der Meister aber hat ja von diesen Geld zu fordern, somit hat dies den Anschein des Wuchers. So sagte auch R. Joseph b. Minjomi im Namen R. Naḥmans: Obgleich sie gesagt haben, wer in einem fremden Hofe ohne sein Wissen wohnt, brauche ihm keine Miete zu zahlen, so muß er ihm dennoch, wenn er ihm Geld geborgt hat, Miete zahlen. Da erwiderte dieser: Ich trete zurück.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand ein fremdes Schiff ergreift und es zur Arbeit verwendet, so kann [der Eigentümer], wie Rabh sagt, wenn er will, den Mietslohn, und wenn er will, die Abnutzung, und wie Šemuél sagt, nur die Abnutzung verlangen.", "R. Papa sagte: Sie streiten aber nicht; das eine in dem Falle, wenn es zum Vermieten bestimmt84Es wird angenommen, daß er es als Mieter benutzen wollte. ist, und das andere in dem Falle, wenn es nicht zum Vermieten bestimmt ist. Wenn du aber willst, sage ich: beides in dem Falle, wenn es zum Vermieten bestimmt ist, nur gilt das eine in dem Falle, wenn er bei der Besitznahme Lohn zu zahlen beabsichtigt hat, und das andere in dem Falle, wenn er es zu rauben beabsichtigt hat.", "EINE MÜNZE GERAUBT HAT UND SIE GESPRUNGEN IST &C. R. Hona sagte: [Der Ausdruck] ‘gesprungen’ ist wörtlich zu verstehen, und unter ‘verrufen’ ist zu verstehen, wenn die Regierung sie verrufen85Wenn sie nirgends mehr genommen wird.hat.", "R. Jehuda aber sagte: Wenn die Regierung sie verrufen hat, so ist dies ebenso, als würde sie gesprungen86Da sie entwertet ist.sein, vielmehr ist unter ‘verrufen’ zu verstehen, wenn die eine Provinz sie verrufen hat und in der anderen Provinz sie noch im Verkehr ist.", "R. Ḥisda sprach zu R. Hona: Nach deiner Erklärung, daß unter ‘verrufen’ zu verstehen sei, wenn die Regierung sie verrufen hat, gleicht dies ja dem Falle, wenn er Früchte geraubt hat und sie verfault sind, oder Wein und er sauer geworden ist, und von diesem lehrt er ja, es sei nach [dem Werte] beim Rauben zu bezahlen!?", "Dieser erwiderte: Da ist der Geschmack und der Geruch verändert worden, hierbei aber nicht.", "Raba sprach zu R. Jehuda: Nach deiner Erklärung, wenn die Regierung sie verrufen hat, sei dies ebenso als wäre sie gesprungen, gleicht dies ja dem Falle, wenn er Hebe geraubt hat und sie unrein geworden87Da sie ebenfalls entwertet ist.ist, und er lehrt, er könne zu ihm sagen: da hast du deines!?", "Dieser erwiderte: Da ist die Schädigung nicht kenntlich, hierbei ist die Schädigung kenntlich88Die unreingewordene Hebe sieht nicht anders aus, als jedes andere Getreide, dagegen hat die verrufene Münze ein anderes Aussehen als die im Verkehr befindlichen..", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand einem etwas auf eine Münze89Wenn er mit ihm vereinbart hat, ihm eine bestimmte Münze zu zahlen.geborgt hat und die Münze verrufen worden ist, so muß er, wie Rabh sagt," ], [ "ihm eine Münze geben, die jetzt im Verkehr ist; Šemuél sagt, er könne zu ihm sagen: gib sie in Mesan90Od. Maisan; wahrscheinl. die Provinz Mesena; cf. Payne-Smith, Thesaurus, Col. 2099.aus. R. Naḥman sagte: Die Ansicht Šemuéls ist einleuchtend in dem Falle, wenn ihn sein Weg nach Mesan führt, nicht aber, wenn dies nicht der Fall ist.", "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Man darf ihn91Den 2. Zehnten; cf. Dt. 14,22ff.nicht ausweihen durch Geld, daß nicht mehr geht; wenn man zum Beispiel kozbische92Wahrscheinl. Bar Kochba (Koziba)-Münzen; identisch mit diesen sind jedenfalls auch die in der Tosephta erwähnten מטבעות מרוד (Revolutionsmünzen.) Diese Münzen sind wahrscheinl. nach der Niederwerfung des Bar Kochba-Aufstandes seitens der römischen Regierung verrufen worden.oder jerušalemische93Nach der Erkl. Raschis gehören כוזביות ירושלמיות zusammen; vgl. auch Zuckermann, talmud. Münzen u. Gewichte p. 14.Münzen hat, oder Münzen der ersten Könige94Die nicht mehr im Verkehr sind., so darf man ihn durch diese nicht ausweihen. Demnach darf man ihn durch Geld der späteren Könige, das dem der ersten Könige gleicht95Wenn es in manchen Provinzen noch im Verkehr ist., ausweihen96Auch wenn ihn sein Weg nicht in die betreffende Provinz führt.!?", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn es die verschiedenen Regierungen mit einander nicht genau nehmen. –", "Demnach spricht Šemuél von dem Falle, wenn die Regierungen es mit einander genau nehmen, wie kann er es da hinbringen97Wenn die Ausfuhr verboten ist.!? – Wenn man sie mit Mühe hinbringen kann; wenn sie nämlich nach diesen nicht suchen, falls sie es aber finden, nehmen sie es genau98Die Münzen werden da konfisziert.. –", "Komm und höre: Man darf ihn nicht durch hiesiges Geld ausweihen, wenn es sich in Babylonien befindet, und nicht durch babylonisches, wenn es sich hier befindet, wohl aber durch babylonisches, wenn es sich in Babylonien befindet99Man darf es also durch palästinensisches Geld nicht ausweihen, obgleich der Eigentümer nach Jerušalem geht.!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn die Regierungen es mit einander genau nehmen100Wenn an der Grenze nach den verrufenen Münzen gesucht wird.. – Wieso kann man es demnach durch babylonisches, wenn es sich in Babylonien befindet, wofür ist es denn zu gebrauchen!? – Man kann dafür Vieh kaufen und es nach Jerušalem bringen. –", "Es wird ja aber gelehrt, man habe dieserhalb angeordnet, daß in Jerušalem jede Münze genommen101Während es oben heißt, man dürfe es in Palästina auf babylonische nicht.werde!? R. Zera erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn die Jisraéliten die Macht über die weltlichen Völker haben, das andere, wenn die weltlichen Völker die Macht über sich selbst102Euphemistisch für: die Jisraéliten.haben.", "Die Rabbanan lehrten: Welche ist eine jerušalemische Münze? – David und Šelomo auf der einen Seite, Jerušalem103Die Münzen tragen diese Aufschriften. Auf manchen der in neuerer Zeit aufgefundenen jüd. Münzen (Šeqel) befinden sich die Buchstaben ש״ד die von den Numismatikern verschieden erklärt werden; möglicherweise sollen diese Buchstaben nach t.scher Auslegung שלמה דוד bedeuten.auf der anderen Seite. Welche ist eine Abraham-Münze? – Ein Greis und eine Greisin auf der einen Seite, ein Jüngling und eine Jungfrau auf der anderen Seite104Diese sollen Abraham u. Sara, Jiçḥaq u. Ribhqa sein..", "Raba fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn jemand seinem Nächsten auf eine Münze geborgt89Wenn er mit ihm vereinbart hat, ihm eine bestimmte Münze zu zahlen.hat, und sie vergrößert105Wenn sie nachher in größerer Form geprägt wird.worden ist? Dieser erwiderte: Er gebe ihm eine Münze, die jetzt im Verkehr ist. Jener entgegnete Selbst wie ein Sieb106Wenn die Münze in dieser Größe geprägt wird.? Dieser erwiderte: Jawohl. Jener fragte: Und selbst wie ein Trita107Hohlmaß, nach Raschi ¼ Kab; cf. Bd. III S. 496 Anm. 71.? Dieser erwiderte: Jawohl. –", "Die Früchte sind ja billiger108Da man für die neue Münze mehr Früchte erhält.geworden!? R. Aši erwiderte: Wir sehen nun, sind sie infolge der Münze billiger geworden, so wird es ihm abgezogen," ], [ "und ist deren Preis gefallen, so wird es ihm nicht abgezogen. –", "[Die Münze] ist ja in ihrem Metallwerte gestiegen!? – Vielmehr, man verfahre wie R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑; sie befragten einen arabischen Münzbeamten und fanden eine Differenz von zehn zu acht109Die Differenz zogen sie ab..", "Rabba sagte: Wer eine fremde Münze in das große Meer wirft, ist ersatzfrei, weil er zu ihm sagen kann: da liegt sie; wenn du willst, hole sie dir. Dies nur, wenn das Wasser klar ist, sodaß man sie sehen kann, nicht aber, wenn es trübe ist und man sie nicht sehen kann. Ferner nur dann, wenn er sie hineingestoßen hat, wenn er sie aber mit der Hand angefaßt hat, so hat er sie geraubt und muß sie wieder zustellen.", "Raba wandte ein: Man darf ihn91Den 2. Zehnten; cf. Dt. 14,22ff.nicht ausweihen durch Geld, das man nicht im Besitze110Das man nicht erreichen kann.hat; wenn man beispielsweise Geld in einer Burg oder auf dem Königsberge hat, oder einem sein Geldbeutel ins Meer gefallen ist, so darf man ihn durch dieses nicht ausweihen!? Rabba erwiderte: Anders verhält es sich beim [zweiten] Zehnten, da man [das Geld] bei der Hand haben muß, denn es heißt:111Dt. 14,25.nimm das Geld in deine Hand, was hierbei nicht der Fall ist.", "Ferner sagte Rabba: Wer eine fremde Münze verwischt, ist frei, denn er hat ja nichts112Er hat die Münze nicht reduziert.getan. Dies jedoch nur dann, wenn er sie mit einem Hammer glatt geschlagen hat, wenn er sie aber mit einer Feile abgefeilt hat, so hat er sie vermindert.", "Raba wandte ein: Hat jemand seinen Sklaven auf das Auge geschlagen und es blind gemacht, aufs Ohr und es taub gemacht, so geht er dieserhalb frei aus; wenn aber gegen das Auge und er nicht sehen kann, gegen das Ohr und er nicht hören kann, so geht er dieserhalb nicht frei aus113Auch wenn er den Sklaven aufs Ohr geschlagen hat, ist keine Beschädigung wahrzunehmen, dennoch ist der Sklave freizulassen.!? –", "Rabba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabba sagte, wer seinen Vater taub gemacht hat, werde hingerichtet, weil Taubheit ohne Verletzung nicht möglich ist, denn ein Tropfen Blutes drang ihm ins Ohr114Auf die Körperverletzung der Eltern ist die Todesstrafe gesetzt..", "Ferner sagte Rabba: Wer einer fremden Kuh das Ohr schlitzt, ist frei, denn die Kuh befindet sich im selben Zustande wie vorher, sodaß er ihr nichts getan hat, und nicht alle Rinder sind für den Altar115Eine solche Verletzung macht das Vieh zur Opferung ungeeignet.bestimmt.", "Raba wandte ein: Wer das Entsündigungswasser116Cf. Num. 19,2ff.oder die Entsündigungskuh116Cf. Num. 19,2ff.zur Arbeit verwendet, ist beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig. Dies gilt also nur von der Arbeitsverwendung, weil der Schaden nicht kenntlich ist, wenn er ihr aber das Ohr schlitzt, wo der Schaden kenntlich ist, ist er auch beim menschlichen Gerichte schuldig!? –", "Ich will dir sagen, auch wenn er ihr das Ohr schlitzt, ist er frei, nur will er folgendes lehren: selbst wegen der Arbeitsverwendung, die nicht kenntlich ist, ist er beim himmlischen Gerichte schuldig.", "Ferner sagte Rabba: Wer fremde Schuldscheine verbrennt, ist frei, weil er sagen kann: ich habe dir nur Papier verbrannt. Rami b. Ḥama wandte ein: In welchem Falle:" ], [ "sind Zeugen vorhanden, die den Inhalt des Schuldscheines kennen, so sollte man ihm doch einen neuen Schuldschein schreiben, und sind keine Zeugen vorhanden, woher wissen wir dies117Welchen Inhalts das verbrannte Papier war.? Raba erwiderte: Wenn er ihm glaubt.", "R. Dimi b. Ḥenana sagte: Über die Lehre Rabbas besteht ein Streit zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan; nach R. Šimo͑n, welcher sagt, was Geld verursacht118Vgl. S. 245 Anm. 185., gelte als Geld, ist er ersatzpflichtig, und nach den Rabbanan, welche sagen, was Geld verursacht, gelte nicht als Geld, ist er nicht ersatzpflichtig.", "R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: R. Šimo͑n ist ja nur in dem Falle, wenn die Sache an sich Geldwert hat, der Ansicht, was Geld verursacht, gelte das Geld, wie beispielsweise bei der Lehre Rabbas. Rabba sagte nämlich: Wenn jemand Gesäuertes vor dem Pesaḥfeste geraubt und ein anderer es am Pesaḥfeste verbrannt hat, so ist er frei, weil es jedem geboten ist, es zu vernichten; wenn aber nach dem Pesaḥfeste, so besteht hierüber ein Streit zwischen R. Šimo͑n und den Rabbanan;", "nach R. Šimo͑n, welcher sagt, was Geld verursacht, gelte als Geld, ist er ersatzpflichtig, und nach den Rabbanan, welche sagen, was Geld verursacht, gelte nicht als Geld, ist er frei. Aber sagte er dies etwa auch von einer Sache, die an und für sich keinen Geldwert hat!?", "Amemar sagte: Nach dem man für die Verursachung119Sc. eines Schadens; vgl. Bd. V S. 276 Anm. 90.ersatzpflichtig ist, ist von ihm der richtige Betrag des Schuldscheines einzufordern, und nach dem man für die Verursachung nicht ersatzpflichtig ist, ist von ihm nur der Wert des Papiers einzufordern. Einst ereignete sich ein solcher Fall, da zwang Raphram den R. Aši120Er soll in seiner Jugend einen fremden Schuldschein verbrannt haben., und er ließ von ihm einfordern, wie für einen Balken zu einem Bildwerke121Stehende Redensart für vollständige Zahlung, ohne jeden Abzug, wie man auch zu einem Bildwerke den besten Balken aussucht..", "GESÄUERTES UND DARÜBER DAS PESAḤFEST VERSTRICHEN IST &C., SO KANN ER ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES. Wer ist der Autor, welcher sagt, man könne zur Nutznießung verbotene122Die man erhalten hat, als sie zur Nutznießung noch erlaubt waren.Dinge [dem Eigentümer] zur Verfügung stellen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: Wenn ein Ochs getötet hat, so ist, wenn vor der Aburteilung [der Eigentümer] ihn verkauft, der Verkauf gültig, dem Heiligtume weiht, die Weihung gültig, schlachtet, das Fleisch erlaubt, der Hüter ihn dem Eigentümer zurückgibt, die Rückgabe gültig.", "Wenn aber nach der Aburteilung, so ist, wenn [der Eigentümer] ihn verkauft, der Verkauf ungültig, dem Heiligtume weiht, die Weihung ungültig, schlachtet, das Fleisch verboten, der Hüter ihn dem Eigentümer zurückgibt, die Rückgabe ungültig. R. Ja͑qob sagt, auch wenn der Hüter ihn dem Eigentümer nach der Aburteilung zurückgibt, sei die Rückgabe gültig.", "Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Ja͑qob ist der Ansicht, man könne zur Nutznießung verbotene Dinge [dem Eigentümer] zur Verfügung stellen, und die Rabbanan sind der Ansicht, man könne zur Nutznießung verbotene Dinge [dem Eigentümer] nicht zur Verfügung stellen.", "Rabba erwiderte ihm: Nein, alle sind der Ansicht, man könne zur Nutznießung verbotene Dinge [dem Eigentümer] zur Verfügung stellen, denn sonst würden sie ja hinsichtlich des Gesäuerten am Pesaḥfeste123Vgl. S. 153 Anm. 163.gestritten haben, vielmehr, sagte Rabba, streiten sie hierbei, ob man den Ochsen in seiner Abwesenheit aburteilen könne.", "Die Rabbanan sind der Ansicht, man könne den Ochsen in seiner Abwesenheit nicht aburteilen, somit kann [der Eigentümer] sagen: wenn du ihn mir zurückgegeben hättest, so würde ich ihn auf die Wiese entweichen lassen haben, du aber hast meinen Ochsen einem ausgeliefert, mit dem ich nicht prozessieren kann; R. Ja͑qob aber ist der Ansicht, man könne den Ochsen auch in seiner Abwesenheit aburteilen, somit kann [der Hüter] sagen: ich habe ihm nichts getan124Zu seiner Aburteilung nichts beigetragen..", "R. Ḥisda traf Rabba b. Šemuél und fragte ihn: Hast du etwas über [das Gesetz vom] zur Nutznießung Verbotenen gelernt? Dieser erwiderte: Jawohl, ich habe folgendes gelernt:125Lev. 5,23.So soll er zurückerstatten das Geraubte, wozu heißt es: das er geraubt hat? Im selben Zustande, wie er es geraubt hat.", "Hieraus folgerten sie, daß, wenn jemand eine Münze geraubt hat und sie verrufen worden ist, Früchte, und sie verfault sind, Wein, und er sauer geworden ist, Hebe, und sie unrein geworden ist, Gesäuertes, und darüber das Pesaḥfest verstrieben ist, ein Vieh, und mit ihm eine Sünde begangen worden ist, oder einen Ochsen bevor er abgeurteilt worden126Und inzwischen abgeurteilt, also zur Nutznießung verboten worden ist.ist, er zu ihm sagen könne: da hast du deines.", "Diejenigen, welche sagen, nur bevor er abgeurteilt worden ist, nicht aber nachdem er abgeurteilt worden ist, sind ja die Rabbanan, und er lehrt, wenn er Gesäuertes [geraubt hat] und das Pesaḥfest darüber verstrichen ist, könne er es ihm zur Verfügung stellen127Demnach sind die Rabbanan ebenfalls der Ansicht, man könne zur Nutznießung Verbotenes dem Eigentümer zur Verfügung stellen.. Da sprach jener: Wenn du sie128Die Jünger.triffst, sage ihnen nichts129Dies widerspricht der obigen Erklärung RḤ.s, nach der die Rabbanan der Ansicht sind, man könne zur Nutznießung verbotene Dinge dem Eigentümer nicht zur Verfügung stellen..", "«Früchte, und sie verfault sind &c. so kann er zu ihm sagen: da hast du deines.» Wir haben ja aber gelernt, wenn er Früchte [geraubt hat] und sie verfault sind, müsse er nach [dem Werte] beim Rauben bezahlen!? R. Papa erwiderte: Das eine, wenn sie vollständig verfault sind, das andere, wenn sie teilweise verfault sind.", "iii WENN JEMAND HANDWERKERN ETWAS ZUR REPARATUR GEGEBEN HAT UND SIE ES VERDORBEN HABEN, SO SIND SIE ERSATZPFLICHTIG. WENN JEMAND EINEM SCHREINER EINE TRUHE, EINE KISTE ODER EINEN SCHRANK130Eigentl. Turm, turmförmiger Schrein. ZUR REPARATUR GEGEBEN UND ER SIE VERDORBEN HAT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. WENN EIN BAUUNTERNEHMER EINE WAND NIEDERZUREISSEN ÜBERNOMMEN UND DIE STEINE ZERBROCHEN ODER SONST EINEN SCHADEN ANGERICHTET HAT, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG. WENN ER SIE AUF DER EINEN SEITE NIEDERGERISSEN HAT UND SIE NACH EINER ANDEREN SEITE GEFALLEN IST, SO IST ER FREI; WENN ABER INFOLGE EINES SCHLAGES, SO IST ER ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. R. Aši sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er einem Schreiner eine Kiste, eine Truhe, oder einen Schrank gegeben hat, um einen Nagel hineinzuschlagen, und er einen Nagel hineingeschlagen und sie zerbrochen hat, wenn er aber einem Schreiner Holz gegeben hat, um eine Truhe, eine Kiste oder einen Schrank anzufertigen, und er daraus eine Truhe, eine Kiste oder einen Schrank angefertigt hat, und sie zerbrochen hat, so ist er frei,", "weil der Handwerker den Mehrwert der Sache131Nur das ihm übergebene Rohmaterial oder die reparaturbedürftige Sache ist Eigentum des Auftraggebers, der Mehrwert nach der Anfertigung, bezw. die Reparatur ist bis zur Ablieferung Eigentum des Handwerkers, u. er gilt seinem Auftraggeber gegenüber als Verkäufer.eignet. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand Handwerkern etwas gegeben hat und sie es verdorben haben, so sind sie ersatzpflichtig. Doch wohl, wenn er ihnen Holz gegeben hat!? Nein, eine Truhe, eine Kiste oder einen Schrank. –", "Wenn er aber im Schlußsatze von einer Truhe, einer Kiste und einem Schranke lehrt, so spricht ja wahrscheinlich der Anfangsatz von Holz!? – Ich will dir sagen, dies ist eine Erklärung: wenn jemand Handwerkern etwas zur Reparatur gegeben hat und sie es verdorben haben, so sind sie ersatzpflichtig, wenn er beispielsweise einem Schreiner eine Truhe, eine Kiste oder einen Schrank gegeben hat.", "Es ist auch einleuchtend, daß er es beispielsweise lehrt, denn wenn man sagen wollte, der Anfangsatz spreche von Holz, so wäre dies ja, wenn er ersatzpflichtig ist sogar in dem Falle, wenn er Holz erhalten hat, und wir nicht sagen, der Handwerker eigne den Mehrwert der Sache, von einer Truhe, einer Kiste und einem Schranke selbstverständlich!? –", "Wenn nur das, so ist dies kein Beweis; er lehrt den Schlußsatz zur Auslegung des Anfangsatzes: man könnte glauben, der Anfangsatz spreche von einer Truhe, einer Kiste oder einem Schranke, nicht aber gelte dies von dem Falle, wenn er ihm Holz gegeben hat, daher lehrt er im Schlußsatze von einer Truhe, einer Kiste und einem Schranke, damit man den Anfangsatz auf den Fall beziehe, wenn er ihm Holz gegeben hat, und dennoch ist er ersatzpflichtig.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand einem Färber Wolle [zum Färben] gegeben" ], [ "und der Kessel132Dh. ohne Schuld des Färbers.sie verbrannt133Der Hiph. des W.es קדח heißt nicht verbrennen im gewöhnl. Sinne, wie von den Lexikographen erklärt wird, sondern den Gegenstand durch die ätzende Wirkung der Ingredienzen verderben, zBs. הקדיח במלח versalzen udgl.hat, so hat er ihm den Wert der Wolle zu ersetzen. Nur den Wert der Wolle, nicht aber den Wert der Wolle und den Mehrwert; doch wohl in dem Falle, wenn sie nach dem Hineinwerfen verbrannt ist, wo ein Mehrwert schon vorhanden war; somit ist hieraus zu entnehmen, daß der Handwerker den Mehrwert der Sache erwerbe.", "Šemuél erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie beim Hineinwerfen verbrannt ist, wo ein Mehrwert nicht vorhanden war. – Demnach muß er, wenn sie nach dem Hineinwerfen verbrannt ist, ihm den Wert der Wolle und den Mehrwert ersetzen, somit wäre anzunehmen, daß Šemuél nichts von der Lehre R. Asis134Daß der Handwerker den Mehrwert erwerbe.halte. –", "Šemuél kann dir erklären, hier handelt es sich um den Fall, wenn die Wolle und die Farben dem Eigentümer gehören, und der Färber nur den Lohn für seine Arbeit zu erhalten hat. –", "Demnach müßte es ja heißen, er habe ihm den Wert der Wolle und der Farben zu ersetzen!? – Vielmehr, Šemuél wollte dies135Die Stütze aus der Mišna; damit ist aber nicht gesagt, daß er gegen RA. streite.nur zurückweisen. –", "Komm und höre: Wenn jemand einem Handwerker ein Gewand übergeben und dieser [die Arbeit] beendigt und ihm dies mitgeteilt hat, so begebt er nicht [das Verbot:]136Lev. 19,13.du sollst nicht übernachten lassen, selbst nach zehn137Dem Lohnarbeiter muß sein Lohn am selben Tage, vor Sonnenuntergang, ausgezahlt werden. Tagen; hat er es ihm mitten am Tage abgeliefert, so begeht er, sobald die Sonne untergeht, das Verbot des Übernachtenlassens.", "Wieso begeht er das Verbot des Übernachtenlassens, wenn man sagen wollte, ein Handwerker eigne den Mehrwert138Er gilt ja nicht als Arbeiter, sondern als Verkäufer.!?", "R. Mari, Sohn des R. Kahana. erwiderte: Dies gilt von einem Kleiderwalker, wobei es gar keinen Mehrwert gibt. –", "Wozu gab er es ihm? – Um es geschmeidig zu machen. – Wenn er es geschmeidig gemacht hat, besteht ja darin der Mehrwert!? – In dem Falle, wenn er ihn zum Walken gemietet hat, jeden Schlag gegen besondere Belohnung; dies ist also eine Lohnarbeit139Er ist Lohnarbeiter u. hat für jeden Tritt seinen Lohn zu erhalten; der Mehrwert geht ihn nichts an..", "Nach unserer früheren Auffassung aber, wenn er ihn nicht zum Walken gemietet hat, wäre dies eine Stütze für R. Šešeth. Sie fragten nämlich R. Šešeth, ob man auch bei einem Akkordarbeiter das Verbot des Übernachtenlassens übertrete oder nicht, und R. Šešeth erwiderte ihnen, man übertrete es.", "Demnach wäre anzunehmen, daß R. Šešeth140Nach dem er als Lohnarbeiter gilt.gegen R. Asi streite? Šemuél b. Aḥa erwiderte: Er spricht von einem Briefboten141Der übernommen hat, einen Brief zuzustellen; auch dieser ist Akkordarbeiter, jedoch ist hierbei kein Mehrwert vorhanden..", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaím streiten: [Sagte sie zu ihm:] Fertige mir Armbänder, Nasenringe, Fingerringe, und ich will dir angetraut142Eine Frau wird dem Manne angetraut, wenn er ihr zu diesem Zwecke einen Wertgegenstand gibt; hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihm das Material zur Anfertigung gibt u. mit dem von ihm zu beanspruchenden Arbeitslohne angetraut werden will.sein, so ist sie ihm, sobald er sie angefertigt hat, angetraut – so R. Meír; die Weisen sagen, sie sei ihm nicht eher angetraut, als bis eine Wertsache in ihren Besitz gekommen ist.", "Welche Wertsache: wollte man sagen, diese143Das sie ihm zur Anfertigung gegeben hat.Wertsache, so wäre R. Meír der Ansicht, auch diese Wertsache sei nicht erforderlich, womit sollte sie denn angetraut144Sie muß ja von ihm etwas erhalten. sein!? Vielmehr ist unter Wertsache eine andere zu verstehen.", "Sie glaubten, alle seien der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne [der Arbeit] bis zur Beendigung145Mit jedem Hammerschlage ist der entsprechende Teil des Arbeitslohnes fällig u. befindet sich als Darlehen im Besitze des Auftraggebers, u. da die Antrauung mit einem Darlehen ungültig ist, so muß RM. der Ansicht sein, der Mehrwert sei Eigentum des Handwerkers.fällig, und daß ferner alle der Ansicht sind, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig,", "somit streiten sie wahrscheinlich, ob der Handwerker den Mehrwert der Sache eigne; R. Meír ist der Ansicht, der Handwerker eigne den Mehrwert der Sache, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Handwerker eigne nicht den Mehrwert der Sache. –", "Nein, alle sind der Ansicht, der Handwerker eigne den Mehrwert der Sache nicht, und hierbei streiten sie vielmehr, ob der Arbeitslohn vom Beginne bis zur Beendigung fällig ist;", "R. Meír ist der Ansicht, der Arbeitslohn sei erst bei Beendigung fällig, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigung fällig.", "Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigung fällig, und hierbei streiten sie über die Antrauung mit einem Darlehen; R. Meír ist der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei gültig, und die Rabbanan sind der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig." ], [ "Raba erklärte: Alle sind der Ansicht, der Arbeitslohn sei vom Beginne bis zur Beendigung fällig, ferner sind alle der Ansicht, die Antrauung mit einem Darlehen sei ungültig, ferner sind alle der Ansicht, der Handwerker eigne den Mehrwert nicht,", "und hier streiten sie vielmehr über den Fall, wenn er etwas vom seinigen zugefügt146Zum von ihr gelieferten Material.hat; R. Meír ist der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa147Kleinster Betrag, der zur Antrauung erforderlich ist.rechne man mit der Peruṭa, und die Rabbanan sind der Ansicht, bei einem Darlehen und einer Peruṭa rechne man mit dem Darlehen.", "Sie führen also denselben Streit, wie die Autoren der folgenden Lehre: [Sagte er: sei mir angetraut] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe, so ist sie ihm nicht angetraut, wenn aber: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde, so ist sie ihm148Im 1. Falle befindet sich der Arbeitslohn bei ihr als Darlehen, u. mit einem solchen kann sie nicht angetraut werden; im 2. Falle tritt die Antrauung mit der Beendigung der Arbeit ein.angetraut. R. Nathan sagt, [sagte er:] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde, sei sie ihm nicht angetraut, und um so weniger, wenn: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe.", "R. Jehuda der Fürst sagte: in Wirklichkeit sagten sie, sie sei ihm nicht angetraut, einerlei ob [er gesagt hat:] mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir geleistet habe, oder: mit dem Lohne für die Arbeit, die ich dir leisten werde; hat er etwas vom seinigen zugelegt, so ist sie ihm angetraut.", "Zwischen dem ersten Autor und R. Nathan besteht ein Unterschied hinsichtlich des Arbeitslohnes149Nach dem ersten Autor ist er erst bei Beendigung fällig, nach RN. dagegen bei Beginn der Arbeit, somit gilt der Arbeitslohn bei ihr als Darlehen., und zwischen R. Nathan und R. Jehuda dem Fürsten besteht ein Unterschied hinsichtlich eines Darlehens und einer Peruṭa150Nach RN. ist die Antrauung ungültig, auch wenn er ihr etwas zugelegt hat, da sie hauptsächlich mit dem Darlehen, dem Arbeitslohne, rechnet..", "Šemuél sagte: Wenn ein Schlächter von Beruf etwas verdirbt151Wenn das Schlachten des ihm übergebenen Viehs aus ungenügender Vorsicht nicht rituell verlaufen ist; das Tier gilt dann als Aas und ist zum Genusse verboten., so ist er ersatzpflichtig, denn er ist ein Schädiger, ein Verschulder; es ist ebenso, als würde man bei ihm bestellt haben, an dieser Stelle zu schlachten, und er an einer anderen Stelle geschlachtet haben. –", "Wozu sagt er Schädiger und Verschulder? – Würde er nur Schädiger gesagt haben, so könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn er es gegen Bezahlung getan hat, nicht aber, wenn er es unentgeltlich getan hat; daher heißt es auch Verschulder.", "R. Ḥama b. Gorja wandte gegen Šemuél ein: Wenn jemand einem Schlächter ein Vieh zum Schlachten gegeben und er daraus Aas gemacht151Wenn das Schlachten des ihm übergebenen Viehs aus ungenügender Vorsicht nicht rituell verlaufen ist; das Tier gilt dann als Aas und ist zum Genusse verboten.hat, so ist er, wenn er Berufsschlächter ist, ersatzfrei, wenn aber ein Laie, ersatzpflichtig; hat jener ihm dafür bezahlt, so ist er ersatzpflichtig, einerlei ob er Berufsschlächter oder Laie ist!? Dieser erwiderte: Möge dein Hirn trübe werden.", "Darauf kam ein Jünger und erhob gegen ihn denselben Einwand; da erwiderte er: Jetzt hast du das, was dein Kollege bekommen hat; ich trage euch eine Lehre nach der Ansicht R. Meírs vor, und ihr kommt mir mit den Rabbanan; weshalb achtet ihr nicht genau auf meine Worte? Ich sagte: er ist ein Schädiger, ein Verschulder, es ist ebenso, als würde man bei ihm bestellt haben, an dieser Stelle zu schlachten, und er an einer anderen Stelle geschlachtet haben, und der Autor dieser Auffassung ist R. Meír, welcher sagt, er habe aufzupassen. –", "Welche Lehre R. Meírs ist hier gemeint; wollte man sagen, folgende Lehre R. Meírs:", "wenn der Eigentümer [den Ochsen] mit dem Halfter angebunden und vor ihm [die Tür] gehörig abgeschlossen hat, und er dennoch herausgekommen ist und Schaden angerichtet hat, so ist er, ob verwarnt oder nicht verwarnt, ersatzpflichtig – so R. Meír.", "Aber hierbei streiten sie ja über die Bedeutung152RM. ist dieser Ansicht nicht etwa aus dem hier angegebenen Grunde, sondern weil er dies aus der Schrift herausdeutet; cf. supra Fol. 45b.des Schriftverses!?", "Wollte man sagen, folgende Lehre R. Meírs: Sie153Sc. wenn jemand einem Färber Wolle zum färben gegeben hat.rot zu färben, und er sie schwarz gefärbt hat, sie schwarz zu färben, und er sie rot gefärbt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert der Wolle ersetzen. Aber da hat er sie ihm ja mit den Händen154Er hat vorsätzlich gegen den Auftrag gehandelt.verbrannt!? –", "Vielmehr, es ist folgende Lehre R. Meírs: Wenn sein Krug zerbricht und er [die Scherben] nicht fortschafft, sein Kamel stürzt und er es nicht aufrichtet, so ist er, wie R. Meír sagt, für den Schaden155Der durch dieses Hindernis auf der Straße angerichtet worden ist.ersatzpflichtig, und wie die Weisen sagen, beim menschlichen Gerichte frei und beim himmlischen Gerichte schuldig. Uns ist es bekannt, daß sie hierbei streiten, ob das Straucheln eine Fahrlässigkeit sei156Cf. supra Fol. 29a..", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Schlächter von Beruf etwas verdirbt, so ist er ersatzpflichtig, selbst wenn er ein Meister ist, wie die Schlächter von Sepphoris. – Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, Rabba b. Bar Ḥana erzählte ja, daß einst ein solcher Fall im Lehrhause zu Mao͑n vor R. Joḥanan kam, und er [zum Schlächter] sprach: geh, beweise daß du im Hühnerschlachten kundig bist, und ich befreie dich [vom Ersatze]!? –", "Das ist kein Einwand, das eine, wenn er es unentgeltlich, und das andere, wenn er es für Bezahlung getan hat. So sagte auch R. Zera: Wünscht jemand, daß der Schlächter ihm ersatzpflichtig sei, so gebe er ihm vorher einen Denar.", "Man wandte ein: Wenn jemand Weizen zu einem Müller gebracht und dieser ihn nicht angefeuchtet und daraus Kleie oder Schrotkleie gemacht hat, oder Mehl zu einem Bäcker, und dieser daraus brüchiges Brot gemacht hat, oder ein Vieh zu einem Schlächter, und dieser daraus Aas151Wenn das Schlachten des ihm übergebenen Viehs aus ungenügender Vorsicht nicht rituell verlaufen ist; das Tier gilt dann als Aas und ist zum Genusse verboten.gemacht hat, so ist er ersatzpflichtig, weil er als bezahlt gilt!? – Lies: weil er bezahlt ist.", "Einst wurde ein schräg durchschnittenes Vieh157Dem Vieh war beim Schlachten der Hals nicht vorschriftsmäßig durchschnitten worden.vor Rabh gebracht; da erklärte er es als rituell ungenießbar und befreite den Schlächter von der Ersatzleistung. Als darauf R. Kahana und R. Asi diesen Mann trafen, sprachen sie zu ihm: Rabh hat dir zweierlei angetan. –", "Was heißt zweierlei; wollte man sagen, zweierlei zum Nachteil, denn erstens sollte er es als rituell genießbar erklärt haben, nach R. Jose b. Jehuda, und er hat es als rituell ungenießbar erklärt, nach den Rabbanan, und zweitens sollte er, wenn er schon nach den Rabbanan entschieden hat, den Schlächter ersatzpflichtig gemacht haben. Aber ist denn eine derartige Äußerung erlaubt,", "es wird ja gelehrt, daß [ein Richter] beim Fortgehen158Des Gerichtskollegiums.nicht sagen dürfe: ich habe für frei gestimmt und meine Kollegen für schuldig, was konnte ich dafür, daß meine Genossen in der Mehrheit waren, und hierüber heiße es:159Pr. 11,13.Verleumder ist, wer Geheimnisse verrät!? –", "Vielmehr, zweierlei zum Vorteil: er hat dich nicht zweifelhaft Verbotenes essen lassen, und er hat dich vor zweifelhaftem Raube geschützt.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand einem Wechsler einen Denar gezeigt hat160Und ihn auf Grund seiner Erklärung angenommen hat.und es sich herausstellt, daß er schlecht ist, so ist er, wie das Eine lehrt, wenn er Fachmann ist, frei, und wenn er Laie ist, ersatzpflichtig, und wie ein Anderes lehrt, einerlei ob er Fachmann oder Laie ist, ersatzpflichtig.", "R. Papa sagte: Das, was gelehrt wird, ein Fachmann sei frei, bezieht sich auf einen wie Danko161Zwei bekannte, besonders tüchtige Geldwechsler.oder Isor, die sich nicht zu vergewissern brauchen. – Worin können sie irren? – Hinsichtlich einer neuen Prägung, die gerade in jener Stunde unter dem Prägestocke hervorkam162Und die alte, von ihnen begutachtete, verrufen worden ist; dies konnten sie nicht wissen..", "Einst zeigte eine Frau R. Ḥija einen Denar, und er sagte ihr, er sei gut. Am folgenden Tage kam sie zu ihm und sprach: Ich zeigte ihn vor, und man sagte mir, er sei schlecht; nun kann ich ihn nicht mehr ausgeben. Da sprach er zu Rabh: Geh, tausche ihn ihr um, und schreibe in mein Notizbuch: das war ein schlechtes Geschäft. –", "Danko und Isor sind wohl aus dem Grunde frei, weil sie sich nicht zu vergewissern brauchen, und auch R. Ḥija brauchte sich ja nicht zu vergewissern!? – R. Ḥija blieb innerhalb der Rechtslinie163Er verzichtete zugunsten der Frau auf sein Recht.. So lehrte R. Joseph:164Ex. 18,20.Und belehre sie:" ], [ "ihren Lebensunterhalt165Einen Beruf; nach andr. Erkl. die Tora.; den Weg: Liebeswerke; daß sie gehen sollen: Krankenbesuch; auf diesem: die Bestattung; das Werk: das Recht, das sie üben sollen: innerhalb der Rechtslinie.", "Reš Laqiš zeigte einst R. Elea͑zar einen Denar, und dieser sagte ihm, er sei gut. Da sprach jener: Siehe, ich verlasse mich auf dich. Dieser entgegnete: Was willst du mit dem Verlassen sagen; wenn etwa, daß, wenn er sich als schlecht herausstellen sollte, ich ihn dir umtauschen müssen werde, so bist du es ja selber, der gesagt hat, derjenige, welcher lehrt, man sei für die Verursachung ersatzpflichtig, sei R. Meír, und dies heißt ja wahrscheinlich: es ist R. Meír, und wir entscheiden nicht nach seiner Ansicht!?", "Jener erwiderte: Nein, es ist R. Meír, und wir entscheiden auch nach seiner Ansicht. –", "Welche Lehre R. Meírs ist hier gemeint; wollte man sagen folgende Lehre R. Meírs:", "Wenn [der Richter] eine Entscheidung getroffen und dem Unrechthabenden Recht und dem Rechthabenden Unrecht gegeben hat, oder das Reine als unrein und das Unreine als rein erklärt hat, so ist seine Entscheidung gültig, er aber muß aus seiner Tasche bezahlen.", "Aber hierzu wurde ja gelehrt: R. Ilea͑ sagte im Namen Rabhs, dies nur dann, wenn er mit der Hand von einem genommen und dem anderen gegeben166Und ebenso wenn er zur Bekräftigung seiner Entscheidung die von ihm als unrein erklärte Sache mit Unreinem berührt, bezw. die als rein erklärte mit einer reinen berührt u. dadurch auch diese unrein gemacht hat; dies ist also keine Verursachung, sondern eine mit Händen angerichtete Schädigung.hat.", "Wollte man sagen, folgende Lehre R. Meírs: Sie153Sc. wenn jemand einem Färber Wolle zum färben gegeben hat.rot zu färben und er sie schwarz gefärbt hat, schwarz zu färben und er sie rot gefärbt hat, so muß er, wie R. Meír sagt, ihm den Wert der Wolle ersetzen. Aber dieser hat es ja mit den Händen154Er hat vorsätzlich gegen den Auftrag gehandelt.getan.", "Wollte man sagen, folgende Lehre R. Meírs: Wenn jemand mit seinem Weinstocke das Getreide eines anderen bedeckt hat, so hat er es verboten167In unmittelbarer Nähe eines Weinbergs dürfen keine Sämereien gesäet werden; sind solche gesäet worden, so sind sie zum Genusse verboten; cf. Kil. IV,1ff.gemacht und ist ersatzpflichtig. Aber auch hierbei hat er es ja mit den Händen getan!? –", "Vielmehr, es ist folgende Lehre R. Meírs: Wenn der Zaun eines Weinberges168Der ihn von einem Saatfelde trennt.durchbrochen wurde," ], [ "so fordere ihn [sein Nachbar] zur Herstellung auf; wurde er wiederum durchbrochen, so fordere er ihn wiederum zur Herstellung auf; hat er sich davon losgesagt, und ihn nicht hergestellt, so hat er es169Das angrenzende Getreide.verboten gemacht und ist ersatzpflichtig170Hierbei hat er die Schädigung nur verursacht..", "iv WENN JEMAND EINEM FÄRBER WOLLE [ZUM FÄRBEN] GEGEBEN UND DER KESSEL171Ohne direkte Schuld des Färbers.SIE VERDORBEN HAT, SO HAT ER IHM DEN WERT DER WOLLE ZU ERSETZEN; HAT ER SIE HÄSSLICH172Durch Verwendung von schlechter Farbe; also durch die direkte Schuld des Färbers.GEFÄRBT, SO BRAUCHT JENER IHM, WENN DER MEHRWERT MEHR BETRÄGT ALS DIE AUSLAGEN, NUR DIE AUSLAGEN, UND WENN DIE AUSLAGEN MEHR BETRAGEN ALS DER MEHRWERT, NUR DEN MEHRWERT ZU ERSETZEN.", "SIE173Sc. wenn jemand einem Färber Wolle gegeben hat.IHM ROT ZU FÄRBEN, UND ER SIE SCHWARZ GEFÄRBT HAT, SCHWARZ ZU FÄRBEN, UND ER SIE ROT GEFÄRBT HAT, SO MUSS ER IHM, WIE R. MEÍR SAGT, DEN WERT DER WOLLE174Da der Färber eine ganz andere Farbe gewählt hat, so geht die Wolle durch die Änderung in seinen Besitz über.ERSETZEN; R. JEHUDA SAGT, BETRÄGT DER MEHRWERT MEHR ALS DIE AUSLAGEN, SO BEZAHLE JENER IHM NUR DIE AUSLAGEN, UND BETRAGEN DIE AUSLAGEN MEHR ALS DER MEHRWERT, SO BEZAHLE ER IHM NUR DEN MEHRWERT175Dies gilt als Maßregelung des Färbers, obgleich er rechtlich nur den Wert der Wolle zu ersetzen hätte..", "GEMARA. Was heißt häßlich? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Bar Ḥana: Kalbus. – Was ist Kalbus? Rabba b. Šemuél erwiderte:" ], [ "Der Scheuerlappen des Kessels176Dh. wenn er die Wolle mit dem Bodensatze des Färbekessels gefärbt, damit den Kessel ausgewischt hat..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einem Tischler Holz gegeben hat, um daraus einen Stuhl zu fertigen, und er daraus eine Bank gefertigt hat, oder eine Bank zu fertigen, und er daraus einen Stuhl gefertigt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert seines Holzes177Das Holz geht durch die Änderung in seinen Besitz über.ersetzen; R. Jehuda sagt, beträgt der Mehrwert mehr als die Auslagen, so braucht jener ihm nur die Auslagen, und betragen die Auslagen mehr als der Mehrwert, so braucht er ihm nur den Mehrwert zu ersetzen.", "R. Meír pflichtet jedoch bei, daß, wenn jemand einem Tischler Holz gegeben hat, um daraus einen schönen Stuhl zu fertigen, und er daraus einen häßlichen Stuhl gefertigt hat, eine schöne Bank zu fertigen, und er daraus eine häßliche Bank gefertigt hat, jener, wenn der Mehrwert mehr beträgt als die Auslagen, ihm nur die Auslagen, und wenn die Auslagen mehr betragen als der Mehrwert, ihm nur den Mehrwert zu ersetzen habe.", "Sie fragten: Wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt178Ob das Aussehen, die abstrakte Farbe, als konkreter Wertgegenstand betrachtet wird.oder nicht? –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand Farben geraubt, sie zerstoßen, aufgelöst und mit diesen gefärbt179Seine eigene Wolle. hat, so hat er sie ja durch die Änderung geeignet. –", "In dem Falle, wenn er aufgelöste Farbe geraubt und mit dieser gefärbt hat; wie ist es nun, wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, sodaß [der Beraubte] sagen kann: gib mir meine Farbe, die du von mir genommen hast, oder aber wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, sodaß jener erwidern kann: du hast nichts bei mir? –", "Ich will dir sagen, wieso kann er, auch wenn man annehmen wollte, der Mehrwert der Wolle durch die Färbung werde nicht berücksichtigt, zu ihm sagen: du hast nichts bei mir, dieser kann ihm ja erwidern: gib mir meine Farbe, die du vernichtet hast!? –", "Vielmehr, nach folgender Richtung: wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, somit muß er diesem Ersatz180Für die vernichteten Farben.zahlen, oder aber wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, somit kann er zu ihm sagen: da hast du sie, nimm sie dir. – Womit sollte er sie denn ablösen!? – Mit Seife. – Durch Seife kann man sie ja nur entfernen, nicht aber ablösen!? –", "Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn jemand von einem Wolle und Farbe geraubt, die Wolle mit der Farbe gefärbt und ihm die Wolle zurückgibt. Wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, somit hat er ihm die Farbe und die Wolle zurückgegeben, oder wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, somit hat er ihm nur die Wolle und nicht die Farbe zurückgegeben? –", "Ich will dir sagen, es sollte doch schon der Umstand berücksichtigt werden, daß er den Wert [der Wolle] erhöht hat!? – In dem Falle, wenn gefärbte [Wolle] im Preise gesunken ist. Wenn du aber willst, sage ich: wenn er damit einen Affen gefärbt181Der durch das Färben an Wert nicht zugenommen hat; wenn er den Affen u. die Farben von einem geraubt hat.hat.", "Rabina erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn die Wolle einem und die Farbe einem anderen gehören und ein Affe182Er selber hat die Farben nicht verbraucht. gekommen ist und die Wolle mit der Farbe gefärbt hat. Wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, somit kann er zu ihm sagen: gib mir die Farbe zurück, die ich bei dir habe, oder aber wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, somit kann dieser erwidern: du hast nichts183Hier wird überhaupt nicht vom Raube gesprochen, sondern wenn ein Affe, an den keine Entschädigungsansprüche gestellt werden können, fremde Wolle mit fremder Farbe gefärbt hat.bei mir. –", "Komm und höre: Wenn man ein Gewand mit Schalen von Ungeweihtem184Baumfrüchte in den ersten 3 Jahren; cf. Lev. 19,23ff. gefärbt hat, so muß es verbrannt werden. Hieraus also, daß das Aussehen von Bedeutung ist.", "Raba erwiderte: Hierbei hat die Tora selbst den Nutzen verboten, der nur mit den Augen wahrzunehmen ist. Es wird nämlich gelehrt:185Lev. 19,23.Ungeweiht, es darf nicht gegessen werden; ich weiß dies vom Verbote des Essens, woher, daß man davon keine Nutznießung haben dürfe, daß man es nicht zum Färben oder zum Brennen in einer Leuchte verwenden dürfe?", "Es heißt: ihr sollt seine Frucht Ungeweihtes sein lassen, ungeweiht, sie darf nicht gegessen werden, dies schließt alles ein. –", "Komm und höre: Wenn ein Gewand mit Schalen von Siebentjahrsfrüchten186Die Früchte des Siebentjahres dürfen nur zum Essen, aber nicht zu anderen Zwecken verwendet oder gehandelt werden; cf. Lev. 25,2ff.gefärbt worden ist, so muß es verbrannt werden. – Anders ist es hierbei, die Schrift sagt187Lev. 25,7.sein, sie verbleiben bei ihrem Sein." ], [ "Raba wies auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt, wenn ein Gewand mit Schalen von Ungeweihtem gefärbt worden ist, müsse es verbrannt werden, demnach ist das Aussehen von Bedeutung, und dem widersprechend wird gelehrt: wenn ein Viertellog Blut188Von einem Toten; ein solches Quantum verunreinigt levitisch, wie jedes andere Glied von einer Leiche, alles, was sich damit gemeinsam in einem Räume befindet.in einem Hause aufgesogen wurde, so ist das Haus189Dh. was sich im Hause befindet; das Haus selbst ist nicht verunreinigungsfähig.unrein; manche sagen, es sei rein. Sie streiten aber nicht, denn das eine gilt von Geräten, die sich da von früher her befinden, und das andere gilt von Geräten, die nachher190Nachdem das Blut schon aufgesogen war; diese sind rein.hereingebracht worden sind,", "Ist es von einen Gewände aufgesogen191Und in einen geschlossenen Raum gebracht werden.worden, so ist es, wenn beim Waschen des Gewandes ein Viertellog Blut herauskommen192Es muß also mehr aufgesogen haben.würde, unrein, wenn aber nicht, rein193Obgleich das Viertellog Blut am Gewande noch zu sehen ist.!?", "R. Kahana erwiderte: Diese Lehre gehört zu den Erleichterungen beim Viertellog [Blutes], denn hier wird vom Zuckungsblute194Das Blut von einem Sterbenden, das zum Teil vor u. zum Teil nach seinem Tode abgeflossen ist; cf. Ah. III,5.gesprochen, das nur rabbanitisch [verunreinigend] ist.", "Raba wies auf einen Widerspruch hin: Wir haben gelernt: Von den Färbepflanzen: Waidkraut und Qoça195Gewöhnl. mit Krapp übersetzt.; sie und ihr Erlös unterliegen dem Gesetze vom Siebentjahre, ebenso unterliegen sie und ihr Erlös dem Gesetze von der Fortschaffung196Cf. Dt. 14,28.. Demnach erstreckt sich die Heiligkeit des Siebentjahres auch auf das Holz,", "und dem widersprechend wird gelehrt, wenn man Blätter von Stauden und Weinstöcken auf dem Felde aufschobert, seien sie, wenn man sie zur Fütterung einsammelt, der Heiligkeit des Siebentjahres unterworfen, und wenn man sie als Brennholz einsammelt, der Heiligkeit des Siebentjahres nicht unterworfen!?", "Er erklärte es auch: die Schrift sagt:197Lev. 25,6.zum Essen, nur wenn der Nutzen und die Vernichtung zusammentreffen198Wie dies beim Essen der Fall ist., ausgenommen ist [die Verwendung als] Brennholz, wobei der Nutzen erst nach der Vernichtung erfolgt199Dagegen treten beim Färben der Nutzen u. die Vernichtung der Wurzel gleichzeitig ein.. –", "Es gibt ja aber auch Fackelholz, bei dem der Nutzen und die Vernichtung zusammentreffen!?", "Raba erwiderte:" ], [ "Gewöhnliches Holz ist zum Heizen bestimmt.", "R. Kahana sagte: Über die gewöhnliche Bestimmung des Holzes zum Heizen200Ob die Heiligkeit des Siebentjahres sich auf Sträucher erstreckt, die man nicht zum Heizen, sondern zu anderen Zwecken, als Anzünde- od. Fackelholz verwendet.besteht ein Streit von Tannaím; denn es wird gelehrt: Man darf Siebentjahrsfrüchte nicht zu Einweich- oder Waschlauge benutzen; R. Jose sagt, man dürfe Siebentjahrsfrüchte zu Einweih- und Waschlauge benutzen. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt: zum Essen, nicht aber zu Einweichlauge, zum Essen, nicht aber zu Waschlauge. R. Jose aber erklärt: Die Schrift sagt: für euch, für alle eure Bedürfnisse. –", "Und die Rabbanan, es heißt ja für euch!? – Für eure [Bedürfnisse], die dem Essen gleichen, wenn der Nutzen und die Vernichtung zusammentreffen, ausgenommen sind Einweich- und Waschlauge, bei denen der Nutzen erst nach der Vernichtung erfolgt. –", "Und R. Jose, es heißt ja zum Essen!? – Er kann dir erwidern: dies ist für folgende Lehre nötig: Zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster. Du sagst, zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster, vielleicht ist dem nicht so, sondern: zum Essen, nicht aber zu Waschlauge!? [Die Worte] für euch schließen ja Waschlauge ein, somit sind [die Worte] zum Essen zu erklären: zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster. –", "Was veranlaßt dich, die Waschlauge einzuschließen und das Pflaster auszuschließen!? – Ich schließe die Waschlauge ein, weil sie für jeden Menschen verwendbar ist, und ich schließe das Pflaster aus, weil es nicht für jeden Menschen verwendbar201Sondern nur für Kranke.ist. –", "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre: Zum Essen, nicht aber zu einem Pflaster; zum Essen, nicht aber zum Sprengen; zum Essen, nicht aber daraus ein Brechmittel zu bereiten? Die des R. Jose, denn nach den Rabbanan gibt es ja noch Ein weich- und Waschlauge.", "R. JEHUDA SAGT, BETRÄGT DER MEHRWERT &C.", "R. Joseph saß vor R. Hona hinter R. Abba, und R. Hona saß und trüg vor: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa und die Halakha ist wie R. Jehuda.", "Da wandte R. Joseph das Gesicht weg und sprach: Allerdings ist es zu sagen nötig, die Halakha sei wie R. Jehošua͑ b. Qorḥa, denn man könnte glauben, bei diesem Streite zwischen einem einzelnen und einer Mehrheit sei die Halakha wie die Mehrheit, so lehrt er uns, daß die Halakha wie der einzelne sei. –", "Welche [Lehre des] R. Jehošua͑ b. Qorḥa ist hier gemeint? – Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, ein Darlehen auf einen Schuldschein dürfe man von ihnen202Den Nichtjuden an ihrem Festtage; cf. Az. Fol. 2aff.nicht einziehen und ein Darlehen auf Wort dürfe man von ihnen wohl einziehen, weil es ebenso ist, als würde man es aus ihrer Hand retten. –", "Wozu aber braucht er zu sagen, die Halakha sei wie R. Jehuda, auf diesen Streit folgt ja eine anonyme Lehre, und wenn auf einen Streit eine anonyme Lehre folgt, ist ja die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden!?", "Der Streit befindet sich in Baba qamma: Sie ihm rot zu färben, und er sie schwarz gefärbt hat, schwarz zu färben, und er sie rot gefärbt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert der Wolle ersetzen; R. Jehuda sagt, beträgt der Mehrwert mehr als die Auslagen, so braucht jener ihm nur die Auslagen, und betragen die Auslagen mehr als der Mehrwert, so braucht er ihm nur den Mehrwert zu ersetzen. [Darauf folgt] eine anonyme Lehre in Baba meçia͑, denn wir haben gelernt: Wer abändert, hat die Unterhand, und wer zurücktritt, hat die Unterhand!? –", "Und R. Hona!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, da es in der Mišna keine Reihenfolge gibt, folge hierbei der Streit auf die anonyme Lehre. – Und R. Joseph!? – Demnach könnte man überall, wo auf einen Streit eine anonyme Lehre folgt, sagen, in der Mišna gebe es keine Reihenfolge, und der Streit folge auf die anonyme Lehre. –", "Und R. Hona!? – Nur wenn beide in einem Traktate vorkommen, sagen wir nicht: in der Mišna gebe es keine Reihenfolge, wenn aber in zwei Traktaten, sagen wir es wohl. – Und R. Joseph!? – Die ganze [Sektion von den] Schädigungen gilt als ein Traktat.", "Wenn du aber willst, sage ich: weil diese Lehre sich neben einer festgesetzten Lehre befindet: wer abändert, hat die Unterhand, und wer zurücktritt, hat die Unterhand203Diese Lehre ist auf jeden Fall entscheidend, einerlei, ob sie vor od. nach dem Streite gelehrt worden ist..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand seinem Vertreter Geld gegeben hat," ], [ "für ihn Weizen zu kaufen204Der Gewinn soll dann geteilt werden., und er dafür Gerste gekauft hat, oder Gerste zu kaufen, und er dafür Weizen gekauft hat, so ist es, wie das Eine lehrt, wenn Verlust vorhanden ist, sein Verlust, und wenn Gewinn vorhanden ist, sein Gewinn, und wie ein Anderes lehrt, wenn Verlust vorhanden ist, sein Verlust, und wenn Gewinn vorhanden ist, der Gewinn zu teilen!?", "R. Joḥanan erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines nach R. Meír und eines nach R. Jehuda.", "Eines nach R. Meír, welcher sagt, durch die Änderung erfolge eine Aneignung, und eines nach R. Jehuda, welcher sagt, durch die Änderung erfolge keine Aneignung205Der Eigentümer des Geldes ist daher am Gewinne beteiligt, jedoch nicht am Verlust, da er ihm das Geld nicht zu diesem Zwecke gegeben hat..", "R. Elea͑zar wandte ein: Wieso denn, vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur bei einer Sache, die an und für sich gebraucht wird, nicht aber, wenn sie zum Handel verwandt wird!?", "Vielmehr, sagte R. Elea͑zar, beide nach R. Meír, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn [er das Getreide] zum Essen [braucht], und eines, wenn zum Handel206In diesem Falle ist von einer Änderung nicht zu sprechen, denn der Auftraggeber ist mit jedem Einkauf einverstanden, nur daß ein Gewinn erzielt werde..", "Im Westen lachten sie über die Auslegung R. Joḥanans: wer hat es207Daß der Beauftragte das Getreide für den Auftraggeber kauft.denn, nach der Ansicht R. Jehudas, dem Besitzer des Weizens mitgeteilt, daß er seinen Weizen dem Eigentümer des Geldes zugeeignet haben208Hierbei ist von einer Änderung überhaupt nicht zu sprechen.sollte!? R. Šemuél b. Sasrati209So in einer Handschrift vokalisiert.wandte ein: Demnach auch in dem Falle, wenn [er ihn beauftragt hat,] Weizen [zu kaufen], und er Weizen [gekauft hat]!?", "R. Abahu erwiderte: Anders ist es, wenn Weizen [zu kaufen,] und er Weizen [gekauft hat], denn er handelte im Auftrage des Eigentümers und gleicht dem Eigentümer selbst.", "Dies ist auch zu beweisen, denn wir haben gelernt: Ob jemand sein Vermögen [dem Heiligtume] geweiht, oder jemand seinen Schätzungswert210Cf. Lev. Kap. 27.gelobt hat, er211Der Schatzmeister des Tempelfonds’, der ihn pfänden will.hat keinen Anspruch auf die Gewänder seiner Frau und seiner Kinder, noch auf die für sie gefärbten Stoffe, noch auf die neuen für sie gekauften Sandalen.", "Wieso nun, man sollte doch sagen: wer hat dies212Daß die noch nicht verarbeiteten Stoffe für die Frau od. die Kinder bestimmt sind.dem Färber mitgeteilt, daß er die gefärbten Stoffe der Frau zugeeignet haben sollte!? Wir müssen vielmehr erklären, wer im Auftrage des Eigentümers handelt, gleicht diesem selbst.", "R. Abba erwiderte; Nein, [aus folgendem Grunde]: wer sein Vermögen dem Heiligtume weiht, denkt nicht an die Gewänder seiner Frau und seiner Kinder,", "R. Zera wandte ein: Denkt denn jemand dabei an seine Tephillin, dennoch haben wir gelernt, wenn jemand sein Vermögen weiht, gehören dazu auch seine Tephillin!? Abajje erwiderte ihm: Freilich denkt er dabei auch an seine Tephillin, denn wer sein Vermögen weiht, glaubt damit eine gottgefällige Handlung auszuüben; er denkt aber nicht an die Gewänder seiner Frau und seiner Kinder, wegen der Friedensstörung.", "R. Oša͑ja wandte ein: Hier wird ja von Schuldnern von Schätzgelübden gelehrt, und von Schuldnern von Schätzgelübden haben wir gelernt, daß sie gepfändet werden;", "wünscht man denn gepfändet213Demnach wird hierbei der Wille des Weihenden nicht berücksichtigt.zu werden!?", "Vielmehr, erklärte R. Abba, wenn jemand sein Vermögen geweiht hat, betrachte man es so, als hätte er vorher seiner Frau und seinen Kindern ihre Kleider zugeeignet.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand ein Feld auf den Namen eines anderen kauft, so zwinge man [den Verkäufer] nicht zu verkaufen; wenn er aber zu ihm gesagt hat: unter der Bedingung, so zwinge man ihn zu verkaufen. –", "Wie meint er es? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld auf den Namen des Exilarchen214Um andere abzuschrecken, die etwa auf dasselbe Anspruch erheben sollten.gekauft hat, so zwinge man den Exilarchen nicht, es ihm zu verkaufen; wenn er aber zu ihm gesagt hat: unter der Bedingung215Daß der Exilarch ihm seinerseits eine Verkaufsurkunde schreibe., so zwinge man den Exilarchen, es ihm zu verkaufen.", "Der Meister sagte: Wenn jemand ein Feld auf den Namen des Exilarchen gekauft hat, so zwinge man den Exilarchen nicht, es ihm zu verkaufen. Demnach hat er es ihm zugeeignet, somit streitet er gegen die Gelehrten des Westens, welche sagen: wer hat dies denn dem Besitzer des Weizens mitgeteilt, daß er seinen Weizen dem Eigentümer [des Geldes] zugeeignet haben sollte216Der Verkäufer konnte nicht wissen, daß der Käufer das Feld für sich kauft.. –", "Wenn nur das, so ist dies kein Einwand; wenn er es dem Eigentümer des Feldes und den Zeugen mitgeteilt hat. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: [wenn er aber zu ihm gesagt hat:] unter der Bedingung, so zwinge man den Exilarchen, es ihm zu verkaufen. Weshalb denn, der Exilarch kann ja sagen: ich wünsche weder eure Ehrung noch eure Mißachtung217Mit welchem Rechte kann man ihn dazu zwingen.!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, meint er es wie folgt: wenn jemand ein Feld auf den Namen eines anderen gekauft hat," ], [ "so zwinge man den Verkäufer nicht, es wiederum218Einen 2. Verkaufsschein zu schreiben, damit später dessen Rechtsnachfolger keinen Anspruch auf dasselbe erheben.zu verkaufen, wenn er aber zu ihm gesagt hat: unter der Bedingung, so zwinge man den Verkäufer, es [wiederum] zu verkaufen.", "Der Meister sagte: Wenn jemand ein Feld auf den Namen eines anderen gekauft hat, so zwinge man den Verkäufer nicht, es wiederum zu verkaufen. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er könne zu ihm sagen, du wußtest, daß ich es für mich selber gekauft und dies nur zur Sicherheit214Um andere abzuschrecken, die etwa auf dasselbe Anspruch erheben sollten.getan habe; ich wollte das Geld nicht unnütz hinauswerfen und rechnete darauf, daß du mir einen zweiten Verkaufsschein schreibest, so lehrt er uns, daß jener ihm erwidern könne: ich habe das Geschäft mit dir abgeschlossen, wende dich an den, auf dessen Namen du es gekauft hast, mag er dir einen anderen Verkaufsschein schreiben. –", "«Wenn er aber zu ihm gesagt hat: unter der Bedingung, so zwinge man den Verkäufer, [wiederum] zu verkaufen.» Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er vor ihm zu den Zeugen gesagt hat: Merkt euch, ich will noch einen anderen Verkaufsschein haben. Man könnte glauben, [der Verkäufer könne] zu ihm sagen: du meintest, von dem, auf dessen Namen du es gekauft hast, so lehrt er uns, daß [der Käufer] ihm erwidern könne: ich achtete deshalb darauf, es den Zeugen in deiner Gegenwart zu sagen, um zu betonen, daß ich ihn von dir wünsche.", "R. Kahana gab einst Leuten Geld auf Flachs, und als er darauf im Preise stieg, verkauften ihn219Für RK., an den sie das Geld abführen wollten.die Besitzer des Flachses. Hierauf kam er zu Rabh und sprach zu ihm: Was soll ich nun tun; ich will gehen und mein Geld in Empfang nehmen. Dieser erwiderte: Wenn sie beim Verkaufe gesagt haben, dieser Flachs gehöre Kahana, so geh und nimm es, wenn aber nicht, so nimm es nicht220Weil der Gewinn als Wucher gilt..", "Wohl nach der Ansicht der Gelehrten des Westens, welche sagen: wer hat dies dem Besitzer des Weizens mitgeteilt, daß er den Weizen dem Besitzer des Geldes zugeeignet haben sollte221Das Geld gelangte nicht in seinen Besitz, da die Käufer nicht wußten, daß es für ihn bestimmt war..", "Hatte denn R. Kahana vier gegeben und acht genommen, der Flachs war ja an sich teurer geworden; jene222Die ihn verkauft haben.hatten ihn sich als Raub angeeignet, und es wird gelehrt, Räuber haben nach [dem Werte] beim Rauben223Der Gewinn ist im Besitze RK.s eingetreten u. kann durchaus nicht als Wucher betrachtet werden, einerlei ob die Käufer es wußten oder nicht.zu bezahlen!? –", "Ich will dir sagen, da war es ein Lieferungsgeschäft224Der Käufer erwirbt die Sache erst wenn er sie an sich gezogen hat, was hierbei nicht der Fall war.und er hatte den Flachs nicht an sich gezogen. Rabh aber vertrat hierbei seine Ansicht, daß man nämlich ein Lieferungsgeschäft auf Früchte und nicht auf Geld machen dürfe225Man darf einem Lieferanten während der Baisse Geld zur Lieferung von Getreide während der Hausse zum gegenwärtigen Preise geben; ist diese Zeit herangereicht, so darf man von ihm nur Getreide annehmen, nicht aber Bargeld nach jetzigem Getreidepreise, weil die Rückzahlung einer höheren Geldsumme als Wuchergeschäft gilt..", "v WENN JEMAND VON SEINEM NÄCHSTEN ETWAS IM WERTE EINER PERUṬA GERAUBT UND ES IHM ABGESCHWOREN HAT, SO MUSS ER226Wenn er es nachher eingesteht.ES IHM SELBST NACH MEDIEN ZURÜCKBRINGEN. ER DARF ES WEDER SEINEM SOHNE NOCH SEINEM VERTRETER227Des Beraubten; er ist dafür haftbar. Nur nachdem die Sache in den Besitz des Beraubten gekommen ist, erlangt er Sühne.GEBEN, WOHL ABER DEM GERICHTSBOTEN. IST JENER GESTORBEN, SO MUSS ER ES SEINEN ERBEN ZURÜCKERSTATTEN.", "vi HAT ER IHM DEN STAMMBETRAG ZURÜCKERSTATTET, ABER NICHT DAS FÜNFTEL228Das dem geraubten Betrage zugefügt werden muß; cf. Lev. 5,24., ODER HAT JENER229Nachdem er es eingestanden hat.AUF DEN STAMMBETRAG VERZICHTET, ABER NICHT AUF DAS FÜNFTEL, ODER HAT ER AUF BEIDES VERZICHTET, MIT AUSNAHME EINES WENIGER ALS EINE PERUṬA BETRAGENDEN TEILES VOM STAMMBETRAGE, SO BRAUCHT ER ES IHM NICHT NACHZUBRINGEN230Nach einer weilen Gegend, wohl aber muß auch dieser Betrag zurückerstattet werden.. HAT ER IHM DAS FÜNFTEL UND NICHT DEN STAMMBETRAG ZURÜCKERSTATTET, ODER HAT JENER AUF DAS FÜNFTEL VERZICHTET, NICHT ABER AUF DEN STAMMBETRAG, ODER HAT ER AUF BEIDES VERZICHTET MIT AUSNAHME EINES EINE PERUṬA BETRAGENDEN TEILES VOM STAMMBETRAGE, SO MUSS ER ES IHM NACHBRINGEN.", "vii,1 HAT ER IHM DEN STAMMBETRAG ZURÜCKERSTATTET UND DAS FÜNFTEL ABGESCHWOREN231Wenn er geschworen hat, dieses bereits bezahlt zu haben.," ], [ " SO MUSS ER NOCH EIN FÜNFTEL VOM FÜNFTEL ZUFÜGEN, SOLANGE BIS DER STAMMBETRAG232Das zuletzt abgeschworene Fünftel.KEINE PERUṬA MEHR BETRÄGT.", "DASSELBE GILT AUCH VON EINEM DEPOSITUM233Das der Depositar dem Depositor ableugnet u. es beschwört., DENN ES HEISST:234Lev. 5,21,22.Anvertrautes oder Hinterlegtes oder Geraubtes, oder er seinem Nächsten den Lohn vorenthalten, oder er Verlorenes gefunden und es unterschlagen und falsch geschworen hat; ER HAT DANN DEN STAMMBETRAG UND EIN FÜNFTEL ZU BEZAHLEN UND EIN SCHULDOPFER [DARZUBRINGEN].", "GEMARA. Nur wenn er abgeschworen hat, nicht aber, wenn er nicht abgeschworen hat. Wer [ist der Autor]: weder R. Tryphon noch R. A͑qiba, denn es wird gelehrt: Wenn jemand von einem unter fünf Personen etwas geraubt hat, und nicht weiß von wem er geraubt hat, und jeder sagt, er habe von ihm geraubt, so lege er das Geraubte in ihre Mitte und entferne sich – so R. Tryphon; R. A͑qiba sagt, nicht auf diese Weise entledigt er sich der Sünde, vielmehr muß er das Geraubte jedem besonders ersetzen.", "Wer nun: wenn R. Tryphon, so sagt er ja, selbst wenn er geschworen hat, lege er das Geraubte in ihre Mitte und entferne sich, und wenn R. A͑qiba, so sagt er ja, selbst wenn er nicht geschworen hat, müsse er jedem besonders das Geraubte zustellen!? –", "Tatsächlich R. A͑qiba, denn das, was R. A͑qiba sagt, er müsse das Geraubte jedem besonders zustellen, bezieht sich auf den Fall, wenn er geschworen hat. – Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:235Ib. V. 24.dem soll er es geben, dem es zukommt, am Tage, wo er seine Schuld eingesteht. –", "Und R. Tryphon!? – Obgleich er geschworen hat, haben die Rabbanan hierbei dennoch eine Vorsorge236Damit er es nicht jedem besonders zu ersetzen brauche.getroffen. Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Sie haben eine bedeutende Vorsorge getroffen: wenn die Spesen den Grundwert übersteigen, so zahle er den Grundwert und das Fünftel an das Gericht, sodann bringe er sein Schuldopfer und er erlangt Sühne. –", "Und R. A͑qiba!? – Die Rabbanan haben eine Vorsorge getroffen nur für den Fall, wenn er weiß, von wem er geraubt hat, sodaß das Gericht diesem sein Geld zustellen kann, für den Fall aber, wenn jemand von einem unter fünf Personen geraubt hat und nicht weiß, von wem, sodaß der Eigentümer sein Geld nicht erhält, haben die Rabbanan keine Vorsorge237Die Hauptbedingung bei der Sühne ist, daß der Beraubte sein Eigentum zurückerhält.getroffen.", "R. Hona b. Jehuda wandte ein: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: R. Tryphon und R. A͑qiba stimmen überein, daß, wenn jemand etwas von einem unter fünf Personen gekauft hat, und nicht weiß, von wem er gekauft hat, er den Kaufpreis in ihre Mitte lege und sich entferne, sie streiten nur über den Fall, wenn jemand etwas von einem unter fünf Personen geraubt hat, und nicht weiß, von wem er geraubt hat; R. Tryphon sagt, er lege das Geraubte in ihre Mitte und entferne sich, und R. A͑qiba sagt, für diesen gebe es kein anderes Mittel, als das Geraubte an jeden besonders zu bezahlen.", "Welchen Unterschied gibt es, wenn man sagen wollte, nur wenn er geschworen hat, zwischen Kauf und Raub238Sobald er die Schuld abgeschworen hat, gilt sie als Raub.!?", "Ferner wandte Raba ein: Einst kaufte ein Frommer etwas von einem unter zwei Personen und wußte nicht, von wem er es gekauft hat; da kam er vor R. Tryphon und dieser sprach zu ihm: Lege den Kaufpreis unter sie hin und entferne dich. Als er darauf vor R. A͑qiba kam, sprach er zu ihm: Für dich gibt es kein anderes Mittel, als an jeden besonders zu zahlen. Wieso kann man nun sagen, nur wenn er geschworen hat, jener Fromme wird ja nicht falsch geschworen haben!?", "Wolltest du erwidern, er hatte zuerst geschworen und sei darauf Frommer geworden, so ist ja überall, wo etwas von einem Frommen erzählt wird, entweder R. Jehuda b. Baba oder R. Jehuda b. R. Ilea͑j gemeint, und R. Jehuda b. Baba und R. Jehuda b. R. Ilea͑j waren ja Fromme von jeher!? –", "Vielmehr, tatsächlich ist es R. Tryphon, und R. Tryphon pflichtet bei239Daß der Räuber das Geraubte dem Eigentümer zustellen müsse.in dem Falle, wenn er geschworen hat, denn die Schrift sagt: dem soll er es geben, dem es zukommt, am Tage, wo er seine Schuld eingesteht240Die Schuld tritt beim Meineide ein., – Und R. A͑qiba!? – Er werde bestraft241Die Sache dem Eigentümer zustellen zu müssen., auch wenn er nicht geschworen hat. –", "Merke, wenn er geschworen hat, muß er ja ein Geständnis abgelegt242Um Sühne zu erlangen.haben, wozu braucht dies243Daß er das Geraubte dem Eigentümer zustellen muß.nun nach R. Tryphon von dem Falle gelehrt zu werden, wenn er geschworen hat, dies gilt ja auch von dem Falle, wenn er nicht geschworen hat, denn es wird gelehrt, R. Tryphon pflichte jedoch bei, daß, wenn jemand zu zweien spricht: ich habe von einem von euch eine Mine geraubt, weiß aber nicht, von wem, er an jeden eine Mine zu zahlen habe," ], [ "weil er es selbst eingestanden244Also eine vollständige Sühne erlangen will, auch Gott gegenüber.hat!?", "Vielmehr, erklärte Raba, anders245Als in dem Falle, über welchen RA͑. u. RT. streiten; die Mišna kann somit beider Ansicht vertreten.verhält es sich in unserer Mišna, wo er weiß, von wem er es geraubt und es ihm eingestanden hat; da er dem Eigentümer das Geld zustellen kann, so ist es ebenso, als würde dieser zu ihm gesagt haben: ich lasse es in deinem Besitze. Daher ist es, wenn er geschworen hat, und somit einer Sühne bedarf, durchaus erforderlich, daß er es ihm zustelle, trotzdem er zu ihm gesagt hat: ich lasse es in deinem Besitze; hat er aber nicht geschworen246Die Schuld also noch nicht eingetreten ist., so gilt es bei ihm als Depositum, bis jener kommt und es holt.", "ER DARF ES WEDER SEINEM SOHNE NOCH SEINEM VERTRETER GEBEN. Es wurde gelehrt: Ein vor Zeugen bestellter Vertreter247Den jemand bestellt hat, für ihn eine Wertsache von einer 3. Person zu holen.gilt, wie R. Ḥisda sagt, als Vertreter; Rabba sagt, er gelte nicht als Vertreter248Wenn die Sache im Besitze des Vertreters abhanden gekommen ist, so geht dies den Empfänger nichts an, vielmehr muß der Absender den Schaden tragen..", "R. Ḥisda sagt, er gelte als Vertreter, denn er249Der beauftragende Empfänger.hat deshalb darauf geachtet, ihn vor Zeugen zu bestellen, damit es in seinen Besitz250Der Absender ist dann jeder Verantwortung enthoben.übergehe. Rabba sagt, er gelte nicht als Vertreter, denn er meinte es wie folgt: er ist ein glaubwürdiger Mann, auf den du dich verlassen kannst; wenn du willst251Er hat ihm wohl den Boten empfohlen, jedoch keine Verantwortung übernommen., sende durch ihn. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand eine Kuh leiht und jener sie durch seinen Sohn, seinen Sklaven, seinen Vertreter oder durch einen Sohn, einen Sklaven oder Vertreter des Entleihers schickt und sie verendet, so ist er252Der Entleiher, in dessen Besitz sie noch nicht gekommen ist.ersatzfrei.", "Von welchem Vertreter wird hier gesprochen: hat er ihn nicht vor Zeugen bestellt, so weiß man es253Daß er zum Vertreter bestellt worden ist.ja nicht, doch wohl, wenn er ihn vor Zeugen bestellt hat, und er lehrt, daß [der Entleiher] frei sei; dies ist also ein Einwand gegen R. Ḥisda!? –", "Wie R. Ḥisda erklärt hat, dies gelte von einem Mietling oder Handlanger, ebenso auch hierbei, von einem Mietling oder Handlanger. –", "Wir haben gelernt: Er darf es weder seinem Sohne noch seinem Vertreter geben. Von welchem Vertreter wird hier gesprochen; hat er ihn nicht vor Zeugen bestellt, so weiß man es ja nicht, doch wohl, wenn er ihn vor Zeugen bestellt hat!? R. Ḥisda erklärte: Hier wird von einem Mietling oder Handlanger gesprochen. –", "Demnach gilt ein Vertreter, den er vor Zeugen bestellt hat, als Vertreter; wozu lehrt er nun im Schlußsatze, daß er es einem Gerichtsboten übergeben dürfe, sollte er doch bei jenem einen Unterschied machen: ein Vertreter aber, den er vor Zeugen bestellt hat, gilt wohl als Vertreter!? –", "Ich will dir sagen, dies ist nicht stichhaltig; bei einem Gerichtsboten, der als Vertreter gilt, einerlei ob der Beraubte oder der Räuber ihn bestellt hat, ist dies stichhaltig, bei einem vor Zeugen bestellten Vertreter aber, der nur dann als Vertreter gilt, wenn der Beraubte ihn bestellt hat, nicht aber, wenn der Räuber ihn bestellt hat, ist dies nicht stichhaltig.", "Dies254Die Erklärung, daß auch ein vom Räuber bestellter Gerichtsbote diesen der Verantwortung enthebt.schließt also aus die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn der Beraubte und nicht der Räuber den Gerichtsboten bestellt hat, oder der Räuber ihn bestellt hat und jener sein Eigentum aus seiner Hand in Empfang genommen hat, so ist dieser frei255Der Räuber ist dafür nicht mehr verantwortlich..", "R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagen beide, ein Vertreter, der vor Zeugen bestellt worden ist, gelte als Vertreter. Wenn man aber aus unserer Mišna256In welcher es heißt, der Räuber dürfe das Geraubte einem Boten nicht anvertrauen.einen Einwand erheben wollte,", "[so ist zu erwidern: diese spreche von dem Falle,] wenn er ihm einen Vertreter zugewiesen hat, wenn er [zum Vertreter] gesagt hat: ich habe bei jenem Geld und er schickt es mir nicht, geh zu ihm hin, vielleicht hat er niemand, durch den er es schicken könnte.", "Oder aber, nach der Erklärung R. Ḥisdas: durch einen Mietling oder Handlanger.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls:" ], [ "Man darf kein Geld gegen ein Erkennungszeichen257Der Depositar darf das Depositum nicht einem Boten gegen ein Erkennungszeichen vom Depositor ausliefern; er tut dies auf eigene Gefahr.schicken, selbst wenn Zeugen unterzeichnet sind. R. Joḥanan aber sagt, wenn Zeugen unterzeichnet sind, dürfe man schikken. –", "Welches Mittel gibt es nun nach Šemuél? – Wie in folgendem Falle. R. Abba hatte von R. Joseph b. Ḥama Geld zu bekommen. Da sprach er zu R. Saphra: Wenn du zu ihm kommst, bringe es mir. Als er zu jenem kam, sprach sein Sohn Raba zu ihm: Hat er dir einen Empfangschein gegeben? Dieser erwiderte: Nein. – Wenn dem so ist, so geh wiederum hin, und er soll dir einen Empfangschein geben.", "Hier auf sprach er zu ihm: Auch wenn er dir einen Empfangschein gegeben hätte, wäre dies nutzlos, denn bis du zurückkommst, kann R. Abba sterben und das Geld den Waisen zufallen, für die der Empfangschein R. Abbas wertlos ist. Dieser sprach: Was ist nun zu machen? – Geh, soll er es dir in Verbindung mit einem Grundstücke258Wer Immobilien und Mobilien kauft, eignet durch die Besitznahme der ersteren auch die letzteren, selbst wenn sie sich anderwärts befinden; cf. supra Fol. 12a.zueignen, und schreibe du den Empfangschein.", "So verfuhr auch R. Papa; er hatte von den Hozäern zwölftausend Zuz zu erhalten, und er eignete sie R. Šemuél b. Abba zu in Verbindung mit seiner Stubenschwelle. Als dieser heimkehrte, ging er ihm bis Tavakh entgegen.", "HAT ER IHM DEN STAMMBETRAG ZURÜCKERSTATTET &C. Demnach gilt das Fünftel als Geldzahlung, und wenn er stirbt, haben die Erben es zu zahlen,", "--", "und ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand etwas von seinem Nächsten geraubt und es abgeschworen hat und darauf gestorben ist, so müssen die Erben den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen und sind frei vom Schuldopfer259Das nur derjenige darzubringen hat, der die Sünde begangen hat..", "Die Erben müssen also für ihren Vater das Fünftel bezahlen, somit gilt das Fünftel als Geldzahlung; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Ich könnte noch immer glauben, [der Sohn] brauche wegen des Raubes seines Vaters das Fünftel nicht zu zahlen, nur in dem Falle, wenn weder er noch sein Vater geschworen hat,", "woher dies von dem Falle, wenn er und nicht sein Vater, sein Vater und nicht er, er sowohl als auch sein Vater geschworen hat? Es heißt: 260Lev. 5,23.von dem er geraubt, und dem er seinen Lohn vorenthalten hat, und er hat nicht geraubt und nicht den Lohn vorenthalten!?", "R. Naḥman erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; das eine, wenn er es eingestanden261Der Vater, nachdem er falsch geschworen hatte; in diesem Falle müssen die Erben das Fünftel bezahlen. hat, das andere, wenn er es nicht eingestanden hat. –", "Wenn er es nicht eingestanden hat, braucht er ja auch den Stammbetrag nicht zu bezahlen!? Wolltest du erwidern, er bezahle ihn auch nicht, so ist ja, da er nur vom Fünftel spricht, zu schließen, daß er den Stammbetrag wohl bezahlen müsse.", "Ferner wird gelehrt: Ich könnte noch immer glauben, er müsse den Stammbetrag für den Raub seines Vaters bezahlen nur in dem Falle, wenn er und sein Vater geschworen haben, woher dies von dem Falle, wenn sein Vater und nicht er, er und nicht sein Vater, weder er noch sein Vater geschworen hat? Es heißt: Raub, Vorenthaltenes, Verlorenes und Verwahrtes, und diesbezüglich gibt es eine Lehre262Die aus dieser ausführlichen Aufzählung folgert, daß der Stammbetrag in jedem Falle zu ersetzen sei.!?", "Als R. Hona diese Lehre vortrug, sprach sein Sohn Rabba zu ihm: Sagte der Meister: es gibt eine Lettre, oder sagte er: sie müssen bezahlt263Im Hebräischen haben diese beiden Sätze (eigentl. Worte) einen Gleichklang.werden? Dieser erwiderte: Ich sagte: es gibt eine Lehre, und zwar meine ich die Einschließung264Die vielen Aufzählungen, die als Einschließungen dienen.des Schriftverses. –", "Ich will dir sagen, unter nicht eingestanden ist zu verstehen, wenn der Vater es nicht eingestanden bat, wohl aber der Sohn. –", "Sollte doch der Sohn das Fünftel schuldig sein wegen seines Schwures!? – Ich will dir sagen, wenn das Geraubte nicht mehr vorhanden war265Und da er in diesem Falle nicht ersatzpflichtig ist, so hat er, obgleich er einen Meineid geleistet hat, dieserhalb das Fünftel nicht zu zahlen.. – Wenn das Geraubte nicht mehr vorhanden war, braucht er ja auch den Stammbetrag nicht zu zahlen!? – In dem Falle, wenn Sicherheit gewährende Güter266Dh. Immobilien, in diesem Falle müssen sie den Raub ihres Vaters ersetzen.vorhanden sind. –", "Was nützt es denn, daß Sicherheit gewährende Güter vorhanden sind, diese Schuld gilt ja nur als mündliches Darlehen, und für ein mündliches Darlehen kann man ja weder von Erben noch von Käufern [Grundstücke] einfordern267Diese Frage hat gar keinen Sinn, da der T. auf dem Standpunkte steht, daß die Erben die Raubschuld ihres Vaters wohl zu bezahlen haben; sie wird auch samt der folgenden Antwort von Raschi gestrichen.!? –", "Ich will dir sagen," ], [ "wenn er bereits vor Gericht gestanden hat. – Wenn er bereits vor Gericht gestanden hat, muß er ja auch das Fünftel zahlen268Nach der Verurteilung ist auch das Fünftel eine richtige Geldschuld.!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Wegen des Leugnens eines Anspruches auf Grundstücke269Der Beraubte hat Anspruch nur auf Grundstücke des Erben, denn nur wenn er solche besitzt, hat der Erbe die Raubschuld seines Vaters zu bezahlen, u. da wegen Grundstücke nicht zu schwören ist (cf. Seb. 42b) u. das Fünftel nur wegen des falschen Schwures zu zahlen ist, so muß in diesem Falle die Zahlung des Fünftels fortfallen.ist das Fünftel nicht zu zahlen.", "Raba erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn der Geldbehälter seines Vaters bei anderen in Verwahrung war; den Stammbetrag muß er bezahlen, denn es ist ja vorhanden, das Fünftel braucht er nicht zu bezahlen, da er es nicht gewußt und somit richtig geschworen hat.", "MIT AUSNAHME EINES WENIGER ALS EINE PERUṬA BETRAGENDEN TEILES VOM STAMMBETRAGE &C. R. Papa sagte: Dies bezieht sich nur auf den Fall, wenn das Geraubte nicht mehr vorhanden ist, wenn aber das Geraubte noch vorhanden ist, so muß er es ihm hinbringen, denn es ist zu berücksichtigen, es könnte im Werte steigen.", "Manche lesen: R. Papa sagte: Er braucht es ihm nicht hinzubringen, einerlei ob das Geraubte noch vorhanden ist oder nicht mehr vorhanden ist, denn wir berücksichtigen nicht, es könnte im Werte steigen.", "Raba sagte: Wenn jemand drei Bündel im Werte von drei Peruṭas geraubt hat und sie im Preise auf zwei gesunken sind, so muß er ihm, wenn er ihm zwei bereits zurückgegeben hat, auch das dritte270Obgleich es jetzt keine Peruṭa mehr wert ist.zustellen. Und auch folgender Autor lehrt dasselbe: Wenn jemand Gesäuertes geraubt hat und das Pesaḥfest darüber verstrichen ist, so kann er zu ihm sagen: da hast du deines.", "Nur wenn es noch vorhanden ist, wenn es aber nicht mehr vorhanden ist, muß er ihm, da es vorher Geldwert hatte, obgleich es jetzt nicht mehr Geldwert hat, dafür Ersatz leisten; ebenso muß er auch hierbei Ersatz leisten, obgleich es jetzt keine Peruṭa mehr wert ist.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn er zwei Bündel im Werte einer Peruṭa geraubt und eines zurückgegeben hat? Sagen wir, er besitze nicht den als Raub geltenden Wert, oder aber sagen wir, er habe das Geraubte, das sich bei ihm befunden hat, nicht zurückerstattet?", "Später entschied er es: wenn dies271Die halbe Peruṭa.nicht als Raub gilt, liegt auch keine Rückerstattung vor. – Wenn es nicht als Raub gilt, liegt ja eine Rückerstattung wohl vor!? – Ich will dir sagen, er meint es wie folgt: obgleich dies nicht als Raub gilt, liegt immerhin das Gebot der Rückerstattung nicht vor.", "Rabba sagte: Sie sagten, wenn ein Nazir sich das Haar geschoren272Cf. Num. 6,18.und zwei Haare zurückgelassen hat, habe er nichts getan; wie ist es nun, wenn er darauf eines273Von den 2 zurückgelassenen Haaren.abgeschoren und eines von selbst ausgefallen ist? R. Aha aus Diphte sprach zu Rabina: Ist es etwa Rabba fraglich, wie es denn sei, wenn er das Haar einzeln274Beim Abscheren des ersten der beiden Haare war noch das zum Scheren geeignete Quantum vorhanden; es ist nicht seine Schuld, daß das letzte von selbst ausgefallen ist.schert!?", "Dieser erwiderte ihm: In dem Falle, wenn zuerst eines von selbst ausgefallen ist und er nachher das andere abgeschoren hat; sagen wir, das geeignete Quantum275Das das Haarschneiden ungültig macht.ist nicht mehr vorhanden, oder aber sagen wir, das Scheren sei nun ungültig, denn er hatte vorher zwei Haare zurückgelassen, später aber die zwei Haare nicht geschoren?", "Später entschied er es: Wenn keine [zwei] Haare vorhanden sind, so ist auch kein Scheren erfolgt. – Wenn keine [zwei] Haare vorhanden sind, ist ja das Scheren erfolgt!? – Er meint es wie folgt: obgleich keine [zwei] Haare vorhanden sind, ist immerhin das Gebot des Scherens nicht ausgeübt worden.", "Raba sagte: Sie sagten, wenn das Faß ein Loch hat und dieses mit der Hefe verstopft ist, gewähre diese einen Schutz276Gegen levitische Unreinheit. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Söller mit dem unter ihm liegenden Zimmer, in welchem eine levit. verunreinigende Leiche sich befindet, durch eine Luke verbunden ist u. über diese Luke ein Faß gestülpt wird; dieses schützt den Söller vor Unreinheit; wenn das Faß aber ein Loch hat, gewährt es keinen Schutz mehr.; wie ist es nun, wenn man die Hälfte277Des Loches, für das eine Maximalgröße festgesetzt ist.verstopft hat?", "R. Jemar sprach zu R. Aši: Dies ist ja eine Mišna, denn wir haben gelernt: Wenn das Faß ein Loch hat und es mit Hefe verstopft ist, so gewährt diese einen Schutz; verstopft man es mit einer Weinranke, so schützt sie nur dann, wenn man es verschmiert278Den Raum zwischen der Wand des Loches u. dem Rankenpfropfen.hat; sind es zwei, so muß man es ringsum und den Raum zwischen beiden Ranken verschmieren.", "Nur dann, wenn man es verschmiert hat, sonst aber nicht; weshalb nun, es sollte ja ebenso sein, als hätte man die Hälfte279Wahrscheinl. deshalb, weil das Verstopfen der Hälfte nicht ausreichend ist.verstopft!? –", "Was soll dies: in diesem Falle hält [der Pfropfen] nicht, wenn man ihn nicht verschmiert, jener aber spricht von dem Falle, wenn man die Hälfte verstopft hat und es auch hält.", "Raba sagte [ferner]: Sie sagten, wenn jemand Gesäuertes geraubt hat und das Pesaḥfest darüber verstrichen ist, könne er es ihm zur Verfügung stellen;" ], [ "wie ist es nun, wenn er es abgeschworen hat: sagen wir, da er, wenn es gestohlen wird, Ersatz leisten muß, habe er eine Wertsache abgeleugnet, oder aber, es ist ja vorhanden und gilt nichts weiter als Staub280Es hat keinen Wert, da es zur Nutznießung verboten ist., somit hat er ihm nichts abgeleugnet?", "Das, was Raba fraglich war, war Rabba entschieden, denn Rabba sagte: [Wenn jemand zu einem sagt:] du hast meinen Ochsen gestohlen, und dieser erwidert: ich habe ihn nicht gestohlen,", "und als er ihn weiter fragt: wie kommt er zu dir, er ihm erwidert: ich bin unentgeltlicher Hüter desselben, so ist er schuldig281Er muß ein Schuldopfer darbringen, wenn er seine Behauptung beschworen hat u. sie sich als falsch herausstellt; er hat also die Hauptsache, daß der Ochs nicht ihm gehöre, vor dem Schwören eingestanden., denn er hat sich hinsichtlich des Diebstahls und Abhandenkommens282Wofür der unentgeltliche Hüter nicht haftbar ist.befreien wollen;", "[sagte er,] er sei Lohnhüter desselben, so ist er schuldig, denn er hat sich hinsichtlich des Brechens und Verendens283Wofür der Lohnhüter nicht haftbar ist.befreien wollen;", "[sagte er,] er sei Entleiher desselben, so ist er schuldig, denn er hat sich hinsichtlich des Verendens durch Arbeitsleistung284Wofür der Entleiher nicht haftbar ist.befreien wollen.", "Hieraus also, daß, da, wenn es gestohlen werden würde, er ihm Geld ableugnen würde, es ebenso ist, als würde er ihm auch jetzt, wo es vorhanden ist, Geld abgeleugnet haben. Ebenso auch hierbei, obgleich es nur als Staub gilt, so ist es dennoch, da, wenn es gestohlen werden würde, er Ersatz zahlen müßte, ebenso als hätte er ihm Geld abgeleugnet.", "Raba saß und trug diese Lehre vor; da wandte R. A͑mram gegen Raba ein:285Lev. 5,22.Und es ableugnet, ausgenommen der Fall, wenn er die Hauptsache eingesteht.", "Man könnte nämlich glauben, daß, wenn [jemand zu einem sagt:] du hast meinen Ochsen gestohlen, und dieser ihm erwidert: ich habe ihn nicht gestohlen,", "und als er ihn weiter fragt: wie kommt er zu dir, er ihm erwidert: du hast ihn mir verkauft, du hast ihn mir geschenkt, dein Vater hat ihn mir verkauft, dein Vater hat ihn mir geschenkt, er ist meiner Kuh nachgelaufen, er ist von selber zu mir gekommen, ich habe ihn auf dem Wege umherirren gefunden, ich bin sein unentgeltlicher Hüter, ich bin sein Lohnhüter, ich habe ihn leihweise, und es beschwört und darauf ein Geständnis ablegt, er schuldig sei, so heißt es: und es ableugnet, ausgenommen der Fall, wenn er die Hauptsache eingesteht!?", "Dieser erwiderte: Gedankenloser286Die Lesart des im Texte gebrauchten Wortes schwankt u. ebenso die etymol. Erklärung desselben; wahrscheinl. תרירא, syr. geschmacklos., diese Lehre spricht von dem Falle, wenn er zu ihm sagt: da hast287Man berücksichtige nicht die Eventualität; wenn es gestohlen werden sollte, da es der Eigentümer in Empfang nehmen kann.du ihn, ich aber spreche von dem Falle, wenn er sich auf dem Felde befindet. –", "Wieso gesteht er die Hauptsache ein, wenn er zu ihm sagt: du hast ihn mir verkauft!? – In dem Falle, wenn er zu ihm sagt: ich habe dir den Kaufpreis nicht bezahlt; nimm deinen Ochsen und geh. –", "Wieso gesteht er die Hauptsache ein, wenn er zu ihm sagt: du hast ihn mir geschenkt, dein Vater hat ihn mir geschenkt!? – Wenn er zu ihm sagt: unter der Bedingung, daß ich dir einen Gefallen erweise, den ich dir nicht erwiesen habe; nimm deinen Ochsen und geh. –", "«Ich habe ihn auf dem Wege umherirren gefunden.» Sollte er ihm doch erwidern: so solltest du ihn mir heimbringen!? Der Vater Šemuéls erwiderte: Wenn er zu ihm sagt: ich schwöre, daß ich ihn gefunden und nicht gewußt habe, daß er dir gehört, um ihn dir heimbringen zu können.", "Es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Es sind drei288Die der das Zeugnis verweigernde Zeuge hinsichtlich einer verlorenen Sache falsch geschworen haben kann.Schwüre; wenn er dieses289Das verlorene Vieh.und nicht den Finder kannte, wenn er den Finder und nicht dieses kannte, wenn er weder dieses noch den Finder kannte. –", "Wenn er weder dieses noch den Finder kannte, so hat er ja die Wahrheit beschworen!? – Lies: dieses und den Finder. –", "Von welcher Bedeutung ist dies für die Halakha? R. Ami sagte im Namen R. Ḥaninas, befreiend; Šemuél sagte, verpflichtend290Nach der einen Ansicht muß er wegen dieser Schwüre ein Schuldopfer darbringen, nach der anderen nicht..", "Sie führen den Streit der folgenden Tannaím. Es wird gelehrt: Wenn jemand einen einzelnen Zeugen schwören ließ, so ist er291Der Zeuge, der nichts zu wissen falsch geschworen hat.frei, R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, schuldig. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, was Geld verursacht292Das Zeugnis ist nur dann von Bedeutung, wenn es eine rechtliche Wirkung hat; der einzelne kann durch seine Aussage keine Verurteilung herbeiführen, wohl aber wird auf Grund seiner Aussage dem Beklagten ein Eid zugeschoben. Dieser Eid erwirkt nicht direkt, wohl aber verursacht er eine Geldzahlung, da angenommen wird, der Beklagte würde die Schuld eingestanden haben; der Zeuge hat also dem Kläger einen Geldschaden verursacht., gelte als Geld, und einer ist der Ansicht, was Geld verursacht, gelte nicht als Geld.", "R. Šešeth sagte: Wenn jemand ein Depositum ableugnet, so gilt er als Räuber und ist ersatzpflichtig293Seit der Zeit des Leugnens, wenn Zeugen gegen ihn auf getreten sind.auch im Falle eines Mißgeschickes294Wenn es ohne sein Verschulden fortgekommen ist, in welchem Falle er sonst frei wäre.. Und folgender Autor lehrt dasselbe: Und es ableugnet; wir wissen also die Strafe, wo findet sich das Verbot? Es heißt:295Lev. 19,11.ihr sollt nichts ableugnen. Doch wohl die Strafe wegen des Geldbetrages296Auch wenn er nicht geschworen hat.. –", "Nein, wegen des Schwures. – Wenn es aber im Schlußsatze heißt: und geschworen hat, so spricht ja wahrscheinlich der Anfangsatz von dem Falle, wenn er nicht geschworen hat? Im Schlußsatze wird nämlich gelehrt: Und falsch geschworen hat; wir wissen also die Strafe, wo findet sich das Verbot? Es heißt:295Lev. 19,11.ihr sollt nicht lügen. Wenn nun der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn er geschworen hat, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn er nicht geschworen hat!? –", "Ich will dir sagen, beide sprechen von dem Falle, wenn er geschworen hat, nur spricht der eine von dem Falle, wenn er es selber eingestanden hat, und einer von dem Falle, wenn Zeugen gekommen sind; sind Zeugen gekommen, so ist er auch im Falle eines Mißgeschickes ersatzpflichtig, hat er es selber eingestanden, so ist er zur Zahlung des Stammbetrages und des Fünftels und zur Darbringung eines Schuldopfers verpflichtet.", "Rami b. Ḥama wandte ein: Dessen297In der hier angezogenen Lehre werden die Fälle aufgezählt, in welchen der Kläger den Eid zu leisten hat.Gegner nicht eidesfähig ist, zum Beispiel: wenn er bei einem Zeugniseide298Über die hier aufgezählten Eide, vgl. Seb. Fol. 2a u. Anm. 1., bei einem Depositeneide oder sogar bei einem Nichtigkeitsschwure [überführt worden ist].", "Wenn dem nun so299Daß er nicht erst beim Schwören, sondern schon beim Leugnen als Räuber gilt. wäre, so ist er ja schon beim Leugnen unfähig!? –", "Ich will dir sagen, hier handelt es sich um den Fall, wenn es300Das geraubte Vieh.sich auf dem Felde befindet; dies ist also kein Leugnen, denn er denkt: ich will mich jetzt seiner entledigen und später gehen und es ihm bringen.", "Dies ist auch zu beweisen, denn R. Idi b. Abin sagte, wer ein Darlehen abgeleugnet301Und bevor er geschworen hat, Zeugen ihn überführt haben.hat, sei als Zeuge zulässig," ], [ "und wer ein Depositum, sei als Zeuge unzulässig302Bei einem Darlehen wird angenommen, daß er zur Zeit kein Geld hatte u. sich nur einen Aufschub verschaffen wollte, ein Depositum dagegen durfte er überhaupt nicht angreifen.. –", "Ilpha sagte ja aber, durch den Eid erfolge303Wie der Fragende verstanden hatte, hinsichtlich der Ersatzpflicht, daß der Depositar von dann ab als Räuber gilt u. ersatzpflichtig sei auch in Fällen, in welchen er sonst ersatzfrei wäre.eine Aneignung; nur durch den Eid, nicht aber durch das Leugnen!? – Ebenfalls in dem Falle, wenn es sich auf dem Felde befindet.", "Wenn du aber willst, sage ich: ‘durch den Eid erfolge eine Aneignung’ ist so zu verstehen, wie in der folgenden Lehre R. Honas. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert hat: du hast bei mir nichts, und es beschworen hat, und darauf Zeugen kommen304Die ihn überführen., so ist er frei305Er braucht nichts mehr zu zahlen, da er durch den Eid die Mine geeignet hat., denn es heißt:306Ex. 22,10.der Eigentümer soll diesen annehmen und jener braucht nichts zu bezahlen, sobald der Eigentümer den Eid angenommen hat, braucht jener keinen Ersatz mehr zu zahlen.", "Der Text. R. Hona sagte im Namen Rabhs: [Wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert hat: du hast bei mir nichts, und dies auch beschworen hat, und darauf Zeugen kommen, so ist er frei, denn es heißt: der Eigentümer soll diesen annehmen und jener braucht nichts zu bezahlen; sobald der Eigentümer den Eid angenommen hat, braucht jener keinen Ersatz mehr zu zahlen.", "Raba sagte: Die Lehre Rabhs ist einleuchtend nur bei einem Darlehen, das zur Verausgabung bestimmt ist, aber, bei Gott, Rabh sagte es auch von einem Depositum, denn der angezogene Schriftvers spricht von einem Depositum.", "R. Naḥman saß und trug diese Lehre vor; da wandte R. Aḥa b. Minjomi gegen R. Naḥman ein: [Sagte er zu ihm:] wo ist mein Depositum, und erwiderte jener: es ist mir abhanden gekommen, und als er zu ihm sagte: ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, und Zeugen bekunden, daß er es verzehrt hat, so muß er den Stammbetrag bezahlen; hat er es von selber eingestanden, so muß er den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen und ein Schuldopfer darbringen!?", "Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er außerhalb des Gerichtes geschworen307Ein solcher Eid besitzt nicht die Rechtskraft, vom Ersatze zu befreien.hat. Jener entgegnete: Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: [Sagte er zu ihm:] wo ist mein Depositum, und erwiderte jener: es ist gestohlen worden, und als er zu ihm sagte: ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, und Zeugen bekunden, daß er es selber gestohlen hat, so muß er das Doppelte zahlen, gesteht er es von selber ein, so muß er den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen und ein Schuldopfer darbringen. Wieso braucht er nun, wenn man sagen wollte, außerhalb des Gerichtes, das Doppelte zu zahlen!?", "Dieser erwiderte: Ich könnte dir erwidern: im Anfangsatze, wenn außerhalb des Gerichtes, und im Schlußsatze, wenn vor Gericht, nur will ich dir keine gesuchte Antwort geben; beides vielmehr, wenn vor Gericht, dennoch ist dies kein Einwand; eines in dem Falle, wenn er aufgesprungen308Der Kläger, u. den Beklagten schwören ließ; Rabh dagegen spricht von dem Falle, wenn die Richter ihm nach der Verurteilung den Eid auferlegt haben, ein solcher befreit ihn vom Ersatze.ist, und eines in dem Falle, wenn er nicht aufgesprungen ist.", "Rami b. Ḥama sprach zu R. Naḥman: Merke, du hältst ja selber nichts von der Lehre Rabhs, wozu brauchst du für ihn einzutreten!? Dieser erwiderte: Nach der Auslegung Rabhs ist die Mišna so zu erklären. –", "Aber Rabh stützt sich ja auf einen Schriftvers!? – Ich will dir sagen, der Schriftvers deutet darauf, daß alle, die nach der Tora zu schwören haben, schwören309Der Eid wird dem Beklagten zugeschoben.und nicht zahlen: der Eigentümer soll diesen annehmen und jener braucht nichts zu zahlen, wer zu zahlen hat, schwöre.", "R. Hamnuna wandte ein: Wenn er ihn310Der Depositor dem Depositar.fünfmal schwören ließ, einerlei ob vor Gericht oder außerhalb des Gerichtes, und er jedesmal geleugnet hat, so ist er wegen jedes [Schwures] besonders schuldig, R. Šimo͑n erklärte: Aus dem Grunde, weil er jedesmal zurücktreten und ein Geständnis ablegen311Demnach schuldet er ihm noch Geld.konnte.", "Hierbei ist nicht zu erklären, wenn er aufgesprungen ist, denn es heißt: ihn beschwören ließ312Durch das Gericht., ferner ist nicht zu erklären, außerhalb des Gerichtes, denn es heißt: vor Gericht!?", "Er erhob diesen Einwand, und er selber erklärte es auch. Er lehrt zwei verschiedene Fälle: wenn er ihn schwören ließ, außerhalb des Gerichtes, oder vor Gericht und selber aufgesprungen ist.", "Raba wandte ein: Wenn der Hausherr hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls gemacht und dies beschworen hat, und darauf ein Geständnis ablegt, aber auch Zeugen gegen ihn auftreten, so muß er, wenn er das Geständnis vor dem Auftreten der Zeugen ablegt, den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen und ein Schuldopfer darbringen, und wenn er das Geständnis nach dem Auftreten der Zeugen ablegt, das Doppelte zahlen und ein Schuldopfer darbringen.", "Hierbei kann es ja weder außerhalb des Gerichtes erfolgt sein, noch kann er selber aufgesprungen sein, denn er hat ja das Doppelte313Er hat es also in jedem Falle, auch nach dem Schwören zu zahlen.zu zahlen!?", "Vielmehr, erklärte Raba, von dem Falle, wenn er ein Geständnis abgelegt hat, sagte es Rabh nicht, einerlei ob er den Einwand des Abhandenkommens oder den Einwand des Diebstahls gemacht hat, denn es heißt:314Num. 5,7.er soll bekennen, er muß dann den Stammbetrag und das Fünftel bezahlen;", "ferner sagte er es auch nicht von dem Falle, wenn er den Einwand des Diebstahls gemacht hat und Zeugen gekommen sind, denn er muß dann das Doppelte zahlen. Rabh sagte es vielmehr von dem Falle, wenn er den Einwand des Abhandenkommens gemacht, es beschworen und kein Geständnis abgelegt hat, und Zeugen gekommen sind.", "Als darauf R. Gamda ging und dies R. Aši vortrug, sprach er zu ihm: Wenn R. Hamnuna, der ein Schüler Rabhs war, einen Einwand bezüglich des Geständnisses erhoben hat, so wußte er wahrscheinlich, daß Rabh dies auch von dem Falle gesagt hat, wenn er ein Geständnis abgelegt hat, und du sagst, Rabh habe dies nicht von dem Falle gesagt, wenn er ein Geständnis abgelegt hat!?", "Da sprach R. Aḥa der Greis zu R. Aši: R. Hamnuna war folgendes schwierig:" ], [ "einleuchtend ist es, wenn man sagt, er sei schuldig, wenn Zeugen315Nachdem er falsch geschworen hatte.kommen, daß er wegen der letzteren Schwüre ein Opfer darbringen muß, denn er könnte zurücktreten und ein Geständnis ablegen;", "wenn man aber sagen wollte, er sei frei, wenn Zeugen kommen, wonach er frei ist, selbst wenn Zeugen es bekunden, wieso können wir ihn zu einem Opfer wegen dieser Schwüre verpflichten, weil er später zurücktreten und ein Geständnis ablegen kann, er hat ja kein Geständnis316Er selbst hat kein Geständnis abgelegt, Zeugen können ihn zur Zahlung nicht mehr verpflichten, somit handelt es sich bei den letzteren Schwüren um leere Worte u. er sollte wegen dieser nicht schuldig sein.abgelegt!?", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, hat das Doppelte317Cf. Ex. 21,37 u. 22,8. zu zahlen; hat er es318Hier wird überall von einem gestohlenen, bezw. verwahrten Vieh gesprochen.geschlachtet oder verkauft, so muß er das Vier oder das Fünffache317Cf. Ex. 21,37 u. 22,8.zahlen.", "Ein Dieb zahlt das Doppelte, und wer den Einwand des Diebstahls macht, zahlt das Doppelte, wie nun ein Dieb, der das Doppelte zu zahlen hat, wenn er es schlachtet oder verkauft, das Vier- oder Fünffache zahlen muß, ebenso muß, wer den Einwand des Diebstahls macht, der das Doppelte zahlen muß, wenn er es schlachtet oder verkauft, das Vier- oder Fünffache zahlen. –", "Wohl ein Dieb, weil er auch ohne Schwur das Doppelte zahlen muß, während der, der den Einwand des Diebstahls macht, das Doppelte zahlen muß, nur wenn er geschworen hat!? –", "Ich will dir sagen, dies wird nur durch eine Vergleichung319Die beiden Schriftverse, der vom Diebe u. der vom diebischen Depositar, werden miteinander verglichen.entnommen, und gegen eine Vergleichung ist nichts zu erwidern. –", "Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, einer320Der bezüglichen Schriftverse; cf. supra Fol. 63b.spreche von einem wirklichen Diebe, und einer spreche von dem, der den Einwand des Diebstahls macht, wie ist es aber zu erklären nach demjenigen, welcher sagt, der [Schriftvers:] wenn der Dieb gefunden wird, und der [Schriftvers:] wenn der Dieb nicht gefunden wird, sprechen beide von dem, der den Einwand des Diebstahls321In diesem Falle fällt ja die Vergleichung fort.macht!? –", "Ich will dir sagen, aus: der322Aus dem entbehrlichen Artikel werden alle den Diebstahl betreffenden Gesetze auch hinsichtlich eines diebischen Depositars gefolgert.Dieb.", "R. Ḥija b. Abba wandte gegen R. Joḥanan ein: [Sagte er zu ihm:] wo ist mein Ochs, und erwiderte jener: er ist gestohlen worden, und als er zu ihm sagte: ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, und Zeugen bekunden, daß er ihn verzehrt hat, so hat er das Doppelte zu zahlen. Ein olivengroßes Stück Fleisch ist ja ohne Schlachtung nicht möglich, und er lehrt, daß er das Doppelte zu zahlen habe, nur das Doppelte und nicht das Vier- oder Fünffache!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn er ihn als Aas323Ohne es rituell geschlachtet zu haben.gegessen hat. –", "Sollte er doch geantwortet haben, wenn er totverletzt324Wenn es eine innere lebensgefährliche Verletzung hatte; die Schlachtung ist dann ungültig.gegessen hat!? – Nach R. Meír, welcher sagt, auch die ungültige Schlachtung gelte als Schlachtung. –", "Sollte er ihm doch erwidert haben, wenn er eine Schlitzgeburt325Wenn aus einem geschlachteten Vieh ein Junges lebend hervorgeholt wird, das später heranwächst, so darf dieses nach einer Ansicht (cf. Hol. Fol. 74b) ohne rituelle Schlachtung gegessen werden, da es durch die Schlachtung der Mutter erlaubt wird.gegessen hat!? – Nach R. Meír, welcher sagt, auch die Schlitzgeburt benötige der Schlachtung. –", "Sollte er ihm doch erwidert haben, wenn er bereits vor Gericht gestanden hat und sie326Die Richter.zu ihm gesagt haben: geh, zahle327Nach der völligen Verurteilung des Diebes geht die gestohlene Sache in seinen Besitz über; er schlachtet seines.ihm!? Raba sagte nämlich: [Sagten sie:] geh und zahle ihm, und schlachtet er es oder verkauft, so ist er frei, denn damit ist die Sache erledigt, sodaß er bei der Schlachtung oder dem Verkaufe ein Räuber ist, und ein Räuber zahlt nicht das Vier- oder Fünffache;", "wenn aber: du bist verpflichtet, es ihm zurückzugeben, und er es schlachtet oder verkauft, so ist er schuldig, denn solange die Sache noch nicht erledigt ist, ist er ein Dieb. –", "Ich will dir sagen, sollte er ihm, auch nach deiner Auffassung, erwidert haben, dies gelte von einem Teilhaber, der es ohne Wissen seines Mitbeteiligten geschlachtet328In diesem Falle braucht er das 4- od. 5fache nicht zu zahlen.hat!? Vielmehr ist zu erklären, er habe eine von zwei oder drei Erklärungen herausgegriffen.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Wer hinsichtlich eines Fundes den Einwand des Diebstahls macht, muß das Doppelte zahlen, denn es heißt:329Ex. 22,8.von allem Abhandengekommenen, von dem er behauptet.", "R. Abba b. Mamal wandte gegen R. Ḥija b. Abba ein: 330Ib. V. 6.Wenn ein Mann gibt, das Geben eines Minderjährigen ist nichts331Wegen seiner Forderung braucht der Depositar keinen Eid zu leisten.. Ich weiß dies nur von dem Falle, wenn er es ihm als Minderjähriger gegeben hat und als Minderjähriger zurückverlangt, woher dies von dem Falle, wenn er es ihm als Minderjähriger gegeben hat und als Erwachsener zurückverlangt? Es heißt:332Ex. 22,8.die Angelegenheit beider soll vor Gott gebracht werden; nur wenn es beim Geben und beim Zurückverlangen die gleiche Person ist.", "Wenn dem nun so333Daß dies auch von einem Funde gilt.wäre, so sollte es doch als Fund334In dem Falle, wenn der Depositor minderjährig war, gilt die Übergabe als nicht geschehen, u. der Depositar gilt als Finder.gelten!? Dieser erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er es verzehrt hat, als jener noch minderjährig335Während der Existenz der Sache war kein legitimierter Kläger vorhanden.war. –", "Demnach muß er zahlen, wenn jener erwachsen336Beim Zurückverlangen.war; wozu lehrt er demnach: wenn es beim Geben und beim Zurückverlangen die gleiche Person ist, es sollte doch heißen: wenn es beim Verzehren und beim Zurückverlangen die gleiche Person ist!? Dieser erwiderte: Lies: wenn es beim Verzehren und beim Zurückverlangen die gleiche Person ist.", "R. Aši erklärte: Es ist nicht gleich, ein Fund gelangt zu ihm durch die Wirkung einer vernünftigen Person, da aber gelangte es zu ihm nicht durch die Wirkung einer vernünftigen Person.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, ist nur dann schuldig, wenn er es zum Teil abgeleugnet und zum Teil eingestanden hat, denn die Schrift sagt:332Ex. 22,8.das ist337Also nur, wenn er ihm einen Teil zur Verfügung stellt.es. Er streitet somit gegen R. Ḥija b. Joseph, denn R. Ḥija b. Joseph sagte," ], [ "hier338Im in Rede stehenden Abschnitte vom Depositum.sei eine Versetzung von Schriftversen eingetreten, und [die Worte] das ist es beziehen sich auf das Darlehen339Sie gehören in den Abschnitt vom Darlehen, Ex. 22,24.. – Womit ist das Darlehen anders? –", "Nach einer Erklärung Rabbas, denn Rabba sagte: Die Tora sagt deshalb, wer einen Teil der Forderung eingesteht, müsse schwören, weil es feststehend ist, daß sich niemand seinem Gläubiger gegenüber340Ihm seine Forderung abzuleugnen, wo er ihm doch zu Dank verpflichtet ist.erkühne.", "Er möchte die ganze [Schuld] ableugnen, nur tut er dies deshalb nicht, weil er sich dazu nicht erkühnt; daher möchte er sie vollständig eingestehen, nur leugnete er einen Teil aus dem Grunde, weil er wie folgt denkt: gestehe ich sie ihm vollständig ein, so verlangt er sie vollständig, ich will mich einstweilen seiner entledigen, und sobald ich Geld habe, bezahle ich ihm. Der Allbarmherzige hat ihm daher einen Eid zugeschoben, damit er [die Schuld] vollständig eingestehe.", "Diese Begründung ist nur bei einem Darlehen angebracht, bei einem Depositum aber erkühnt er sich wohl341Da er es nur aus Gefälligkeit angenommen hat u. sich dem Eigentümer nicht verbunden fühlt..", "Rami b. Ḥama lehrte: Bei den vier Hütern [gilt dieses Gesetz342Cf. Ex. 22,6ff.]" ], [ "nur dann, wenn sie einen Teil leugnen und einen Teil eingestehen. Folgende sind es: der unentgeltlicher Hüter, der Entleiher, der Lohnhüter und der Mieter.", "Raba sagte: Was ist der Grund des Rami b. Ḥama? Beim unentgeltlichen Hüter heißt es ausdrücklich: das ist es; hinsichtlich des Lohnhüters folgert er dies durch [das Wort] geben343Das sowohl beim unentgeltlichen Hüter als auch beim Lohnhüter gebraucht wird.vom unentgeltlichen Hüter;", "beim Entleiher heißt es:344Ex. 22,13.und wenn jemand leiht, das und verbindet dies mit dem Vorangehenden345Dem Gesetze von den Hütern.; und der Mieter gilt nach dem, welcher sagt, er gleiche einem Lohnhüter, als Lohnhüter, und nach dem, welcher sagt, er gleiche einem unentgeltlichen Hüter, als unentgeltlicher Hüter.", "Ferner sagte R. Ḥija b. Joseph: Wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, ist nur dann schuldig, wenn er sich daran346Vor der Eidesleistung.vergriffen hat, denn es heißt:347Ex. 22,7.so soll der Eigentümer vor Gott hintreten und schwören, ob er sich nicht am Eigentume des anderen vergriffen habe; demnach ist er nur dann schuldig, wenn er sich vergriffen hat. – Demnach handelt es sich um den Fall, wenn er sich daran vergriffen hat?", "R. Ḥija b. Abba erwiderte: Folgendes sagte R. Joḥanan; sie lehrten dies von dem Falle, wenn es an der Krippe348Wenn er sich daran nicht vergriffen hat, durch Verwendung zur Arbeit udgl. steht. R. Zera sprach zu R. Ḥija b. Abba: Meint er es, nur wenn es an der Krippe steht, wenn er sich aber daran vergriffen hat, habe er es geeignet349Er gilt von dann ab nicht mehr als Hüter, sondern als Räuber u. hat nur Ersatz zu leisten.und auch der Eid sei belanglos, oder aber meint er es, selbst wenn es sich an der Krippe350Und um so mehr, wenn er sich daran vergriffen hat, da nach RḤbJ. die Schrift von diesem Falle spricht.befindet?", "Dieser erwiderte: Darüber habe ich nichts gehört, aber ähnliches habe ich gehört. R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand den Einwand des Abhandenkommens gemacht und es beschworen hat, darauf den Einwand des Diebstahls gemacht und es beschworen hat, und nachher Zeugen kommen, so ist er351Von der Zahlung des Doppelten.frei. Doch wohl aus dem Grunde, weil er es durch den ersten Eid geeignet hat.", "Dieser erwiderte: Nein, weil es durch den ersten Eid aus dem Besitze des Eigentümers gekommen352Mit dem 1. Eide ist die Sache für das Gericht erledigt, er schuldet dem Eigentümer keinen Eid mehr.war.", "Ebenso wurde auch gelehrt: R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑s im Namen R. Johanans: Wenn jemand hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Abhandenkommens gemacht und es beschworen hat, darauf den Einwand des Diebstahls gemacht und es beschworen hat, und nachher Zeugen kommen, so ist er frei, weil es durch den ersten Eid aus dem Besitze des Eigentümers gekommen war.", "R. Šešeth sagte: Wer hinsichtlich eines Depositums den Einwand des Diebstahls macht, ist, wenn er sich daran vergriffen346Vor der Eidesleistung.hat, frei, denn der Allbarmherzige meint es wie folgt: so soll der Eigentümer vor Gott treten und schwören, ob er sich nicht vergriffen habe &c., wenn er sich aber vergriffen hat, so ist er frei.", "R. Naḥman sprach zu ihm: Es werden ihm ja drei Eide auferlegt, ein Eid, daß er daran keine Fahrlässigkeit begangen hat, ein Eid, daß er sich daran nicht vergriffen hat, und ein Eid, daß es sich nicht in seinem Besitze befindet; der Eid, daß er sich daran nicht vergriffen hat, gleicht ja wahrscheinlich dem Eide, daß es sich nicht in seinem Besitze befindet: wie er schuldig ist wegen des Eides, daß es sich nicht in seinem Besitze befindet, wenn sich herausstellt, daß es sich wohl in seinem Besitze befindet, ebenso ist er auch schuldig wegen des Eides, daß er sich daran nicht vergriffen hat, wenn sich herausstellt, daß er sich wohl daran vergriffen hat!?", "Dieser erwiderte ihm: Nein, der Eid, daß er sich daran nicht vergriffen hat, gleicht dem Eide, daß er daran keine Fahrlässigkeit begangen hat: wie er beim Eide, daß er daran keine Fahrlässigkeit begangen hat, von der Zahlung des Doppelten frei ist, wenn sich herausstellt, daß er wohl daran eine Fahrlässigkeit begangen hat, ebenso ist er auch beim Eide, daß er sich daran nicht vergriffen hat, von der Zahlung des Doppelten frei, wenn sich herausstellt, daß er sich wohl daran vergriffen hat.", "Rami b. Ḥama fragte: Befreit ihm die geldliche Zahlung des Doppelten353Die Zahlung des Doppelten schließt die Zahlung des Fünftels aus; cf, supra Fol. 65b.vom Fünftel, oder befreit ihn der zur Zahlung des Doppelten verpflichtende Eid vom Fünftel354Ob er durch die Zahlung des Doppelten od. durch den Eid von der Zahlung des Fünftels befreit werde.?", "Dies ist von Bedeutung in dem Falle, wenn er zuerst den Einwand des Diebstahls gemacht und es beschworen hat, darauf den Einwand des Abhandenkommens gemacht und es beschworen hat," ], [ "und nachher hinsichtlich der ersten Aussage Zeugen355Die dies widerlegen.kommen und hinsichtlich der zweiten Aussage er selber ein Geständnis ablegt.", "Wie ist es356Ob er wegen des 2. Eides das Fünftel zahlen muß od. nicht.nun: befreit ihn die Zahlung des Doppelten vom Fünftel, und dieser ist zur Zahlung des Doppelten357Wegen des Objektes, um welches es sich handelt.verpflichtet, oder befreit ihn der zur Zahlung des Doppelten verpflichtende Eid vom Fünftel, und da der letzte Eid ihn nicht zur Zahlung des Doppelten verpflichtet, so ist er zum Fünftel verpflichtet.", "Raba erwiderte: Komm und höre: Wenn jemand zu einem von der Straße sagte: wo ist mein Ochs, den du gestohlen hast, und dieser ihm erwiderte: ich habe nicht gestohlen, und als jener zu ihm sagte: ich beschwöre dich, er ‘Amen’ sagte, und Zeugen bekunden, daß er ihn gestohlen hat, so muß er das Doppelte zahlen; gesteht er es selber ein, so muß er den Stammbetrag und das Fünftel zahlen und ein Schuldopfer darbringen.", "Hierbei verpflichten ihn ja die Zeugen zur Zahlung des Doppelten, dennoch gilt dies nur von dem Falle, wenn er es freiwillig eingesteht, nicht aber von dem Falle, wenn nach dem Auftreten der Zeugen.", "Wenn man nun sagen wollte, der Eid, der ihn zur Zahlung des Doppelten verpflichtet, befreie ihn vom Fünftel, weshalb nicht von dem Falle, wenn er es nach dem Auftreten der Zeugen eingesteht, der Eid hat ihn ja nicht zur Zahlung des Doppelten verpflichtet, somit sollte er ihn zum Fünftel verpflichten.", "Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß nur die Zahlung des Doppelten ihn vom; Fünftel befreie. Schließe hieraus.", "Rabina fragte: Wie ist es, wenn das Fünftel und das Doppelte auf zwei Personen entfallen? Wenn nämlich jemand seinen Ochsen zwei Personen übergeben hatte und sie den Einwand des Diebstahls machten; der eine beschwor es und legt ein Geständnis ab, und der andere beschwor es und Zeugen355Die dies widerlegen.kommen.", "Wie ist es nun; sagen wir, der Allbarmherzige habe nur bei einer Person darauf geachtet, daß nicht das Fünftel und das Doppelte zu zahlen sei, hierbei aber muß der eine das Doppelte und der andere das Fünftel zahlen, oder hat der Allbarmherzige darauf geachtet, daß bei einem Betrage nicht das Fünftel und das Doppelte zu zahlen sei, und hierbei handelt es sich um einen Betrag. – Dies bleibt unentschieden.", "R. Papa fragte: Wie verhält es sich mit zwei Fünfteln oder zwei Doppelten bei einer Person? Wenn er nämlich den Einwand des Abhandenkommens gemacht und es beschworen hat, darauf ein Geständnis abgelegt hat, darauf zurückgetreten ist und wiederum den Einwand des Abhandenkommens gemacht und es beschworen hat, und wiederum ein Geständnis ablegt. Oder wenn er zuerst den Einwand des Diebstahls gemacht und es beschworen hat, und Zeugen gekommen sind, und er darauf zurückgetreten ist und wiederum den Einwand des Diebstahls gemacht und es beschworen hat, und Zeugen kommen.", "Wie ist es nun, sagen wir, der Allbarmherzige habe nur bestimmt, daß wegen eines Objektes nicht zwei Arten von Zahlungen zu entrichten seien, und hierbei ist es ja eine Art, oder aber bestimmte der Allbarmherzige, daß wegen eines Objektes nicht zwei Zahlungen zu entrichten seien, und auch hierbei sind es zwei Zahlungen. –", "Komm und höre: Raba sagte: Die Tora sagt:358Lev. 5,24.und seine Fünftel soll er zufügen, die Tora hat mehrere Fünftel359Vgl. S. 226 Anmm. 56 u. 57.für ein Objekt vorgeschrieben. Schließe hieraus.", "Wem gehört das Doppelte, wenn der Eigentümer den Hüter aufgefordert hat, und er einen Eid geleistet360Daß es gestohlen wurde, was ihn gesetzlich vom Ersätze befreit.und darauf bezahlt hat? Abajje sagt, es gehöre dem Depositor. Raba sagt, es gehöre dem Depositar.", "Abajje sagt, es gehöre dem Depositor, denn da er jenen mit der Eidesleistung bemüht hat, so hat er ihm das Doppelte nicht zugeeignet; Raba sagt, es gehöre dem Depositar, denn da er Ersatz geleistet hat, so hat ihm jener das Doppelte zugeeignet. –", "Sie streiten über die Auslegung der folgenden Mišna. Wir haben gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten Vieh oder Geräte zur Verwahrung gegeben hat und sie gestohlen worden oder abhanden gekommen sind, und dieser bezahlt und nicht schwören will, sie sagten nämlich, ein unentgeltlicher Hüter könne schwören und ersatzfrei sein, so muß der Dieb, wenn er gefunden wird, das Doppelte, und wenn er es geschlachtet oder verkauft hat, das Vier- oder Fünffache an den Depositar zahlen;", "wenn er aber schwört und nicht bezahlen will, so muß der Dieb, wenn er gefunden wird, das Doppelte, und wenn er es geschlachtet oder verkauft hat, das Vier oder Fünffache an den Depositor zahlen.", "Abajje folgert aus dem Anfangsatze und Raba folgert aus dem Schlußsatze. Abajje folgert aus dem Anfangsatze, denn es heißt: und dieser bezahlt und nicht schwören will, nur wenn er nicht schwören will," ], [ "wenn er aber geschworen hat, so muß [der Dieb], obgleich jener bezahlt hat, es an den Depositor zahlen.", "Raba folgert aus dem Schlußsatze: er aber schwört und nicht bezahlen will, also nur wenn er nicht bezahlen will, wenn er aber bezahlt hat, so muß, obgleich er geschworen hat, [der Dieb] es an den Depositar zahlen. –", "Gegen Abajje ist ja ein Einwand aus dem Schlußsatze zu erheben!? – Abajje kann dir erwidern, er meine es wie folgt: und er schwört und nicht bezahlen will, nämlich vor dem Schwören, wohl aber tat er dies nach dem Schwören, so muß [der Dieb] es an den Depositor zahlen. – Gegen Raba ist ja ein Einwand aus dem Anfangsatze zu erheben!? – Raba kann dir erwidern, er meine es wie folgt: und er bezahlt und nicht bei seinem Schwüre verblieben ist, sondern nachher bezahlt, so muß [der Dieb] es an den Depositar zahlen.", "Wie ist es, wenn der Eigentümer den Hüter aufgefordert und dieser geschworen hat, und darauf der Dieb entdeckt worden ist, und vom Hüter aufgefordert, ein Geständnis abgelegt hat, und später, vom Eigentümer aufgefordert, es diesem ableugnet, dieser aber Zeugen bringt: wird der Dieb durch das dem Hüter abgelegte Geständnis frei361Von der Zahlung des Doppelten, wie bei jedem Geständnisse hinsichtlich einer Bußzahlung.oder nicht362Da der Hüter durch die Eidesleistung vollständig ausgeschaltet wird.?", "Raba erwiderte: Hat der Hüter richtig geschworen, so wird der Dieb durch das dem Hüter abgelegte Geständnis frei, hat er falsch363Hinsichtlich der Darstellung des Abhandenkommens.geschworen, so wird er durch das dem Hüter abgelegte Geständnis nicht frei.", "Raba fragte: Wie ist es, wenn [der Hüter] falsch schwören wollte und man ihn nicht gelassen hat? – Dies bleibt unentschieden. So lehrte es R. Kahana; R. Ṭabjomi lehrte es wie folgt: Raba fragte: Wie ist es, wenn er falsch geschworen hat? – Dies bleibt unentschieden.", "Wie ist es, wenn der Eigentümer den Hüter aufgefordert und dieser bezahlt hat, und darauf der Dieb entdeckt worden ist, und vom Eigentümer aufgefordert, ein Geständnis abgelegt hat, und später vom Hüter aufgefordert, es diesem ableugnet, dieser aber Zeugen bringt: wird der Dieb durch das dem Eigentümer abgelegte Geständnis frei oder nicht?", "Sagen wir, der Hüter könne zum Eigentümer sagen: da du den Ersatz erhalten hast, so hast du damit nichts mehr364Der Dieb hat also das Doppelte an den Hüter zu zahlen.zu tun, oder aber kann dieser ihm erwidern: wie du mir gefällig365Durch die Ersatzleistung, ohne dazu verpflichtet zu sein.warst, so war auch ich dir gefällig und forschte nach dem Diebe; jetzt nehme ich meines und nimm du deines. – Dies bleibt unentschieden.", "Es wurde gelehrt: Wenn es durch Gewalt366Durch einen bewaffneten Räuber, in welchem Falle auch der Lohnhüter frei ist.gestohlen worden und der Dieb entdeckt worden ist, so kann er, wie Abajje sagt, falls er unentgeltlicher Hüter ist, wenn er will, mit diesem einen Prozeß führen, und wenn er will, schwören367Der Eigentümer kann dann den Dieb verklagen.; wenn er aber Lohnhüter ist, so muß er mit ihm einen Prozeß führen368Er muß dem Eigentümer Ersatz leisten, u. um zu seinem Gelde zu kommen, kann er den Dieb verklagen.und kann nicht schwören. Raba sagt, ob so oder so müsse er mit ihm einen Prozeß führen und könne nicht schwören.", "Demnach streitet er gegen R. Hona b. Abin, denn R. Hona b. Abin ließ sagen: Wenn es durch Gewalt gestohlen worden und der Dieb entdeckt worden ist, so kann er, falls er unentgeltlicher Hüter ist, wenn er will, mit ihm einen Prozeß führen, und wenn er will, schwören; wenn er aber Lohnhüter ist, so muß er mit ihm einen Prozeß führen und kann nicht schwören. –", "Raba kann dir erwidern: hier handelt es sich um den Fall, wenn er sich beeilt und geschworen hat369Bevor der Dieb entdeckt worden ist.. – Es heißt ja aber: wenn er will, mit ihm einen Prozeß führen, und wenn er will, schwören370Also nachdem der Dieb entdeckt worden ist.!? – Er meint es wie folgt: wenn der unentgeltliche Hüter will, kann er bei seinem Eide verbleiben, und wenn er will, kann er mit ihm einen Prozeß führen.", "Rabba der Kleine fragte es wie folgt: Wie ist es, wenn es durch Gewalt gestohlen worden ist, der Dieb es in das Haus des Hüters zurückgebracht hat und es durch ein Verschulden verendet ist? Sagen wir, sobald es durch Gewalt gestohlen worden ist, hat seine Hütepflicht371Er ist also ersatzfrei, obgleich es später durch sein Verschulden verendet ist.aufgehört, oder aber ist mit der Rückgabe seine Hütepflicht wieder eingetreten. – Dies bleibt unentschieden.", "vii,2 SAGTE JENER ZU IHM:] WO IST MEIN DEPOSITUM, UND ERWIDERTE DIESER: ES IST ABHANDEN GEKOMMEN, UND ALS ER ZU IHM SAGTE, ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, UND ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER ES VERZEHRT HAT, SO HAT ER NUR DEN STAMMBETRAG ZU BEZAHLEN; GESTEHT ER ES VON SELBST EIN, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG UND DAS FÜNFTEL ZAHLEN UND EIN SCHULDOPFER DARBRINGEN.", "viii [SAGTE JENER ZU IHM:] WO IST MEIN DEPOSITUM, UND ERWIDERTE DIESER: ES IST GESTOHLEN WORDEN, UND ALS ER ZU IHM SAGTE: ICH BESCHWÖRE DICH, ER ‘AMENSAGTE, UND ZEUGEN BEKUNDEN, DASS ER ES GESTOHLEN HAT, SO MUSS ER DAS DOPPELTE372Er gilt dann als Dieb.ZAHLEN; GESTEHT ER ES VON SELBST EIN, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG373Wegen des freiwilligen Geständnisses braucht er das Doppelte, das eine Bußzahlung ist, nicht zu zahlen.UND DAS FÜNFTEL ZAHLEN UND EIN SCHULDOPFER DARBRINGEN.", "ix WENN JEMAND VON SEINEM VATER GERAUBT UND ES IHM ABGESCHWOREN HAT, UND DIESER DARAUF GESTORBEN IST, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG UND DAS FÜNFTEL (UND DAS SCHULDOPFER374Das W. ואשם, das auch in manchen Texten fehlt, ist zu streichen.) AN DESSEN SÖHNE ODER DESSEN BRÜDER375Wenn er keine Söhne hat; er darf nicht einmal das behalten, was ihm als Erbschaft zugefallen sein würde.ZAHLEN; WENN ER ABER NICHT WILL376Auf seinen Anteil verzichten.ODER NICHTS377Wenn er besitzlos u. auf seinen Anteil angewiesen ist.HAT, SO BORGE ER378Um das Gebot der Rückerstattung des Geraubten ausüben zu können., UND DIE GLÄUBIGER KOMMEN UND ZIEHEN DIE SCHULD379Vom Nachlasse, soweit er ihm zufällt.EIN.", "x WENN JEMAND ZU SEINEM SOHNE GESAGT HAT: QONAM, DASS DU VON MIR NICHTS GENIESSEN SOLLST, SO DARF ER, WENN JENER STIRBT, IHN BEERBEN380Da nach seinem Tode der Nachlaß nicht mehr dem Vater, sondern dem Sohne gehört.." ], [ "[SAGTE ER:] BEI MEINEM LEBEN UND NACH MEINEM TODE, SO DARF ER, WENN JENER STIRBT, IHN NICHT BEERBEN, VIELMEHR MUSS ER ES AN DESSEN SÖHNE ODER DESSEN BRÜDER ABTRETEN; WENN ER ABER NICHTS HAT, SO BORGE ER, UND DIE GLÄUBIGER KOMMEN UND ZIEHEN DIE SCHULD379Vom Nachlasse, soweit er ihm zufällt.EIN.", "GEMARA. R. Joseph sagte: Selbst an den Almosenbeutel381Liefere man das von seinem Vater Geraubte ab, falls er keine anderen Erben hinterlassen hat.. R. Papa sagte: Er muß dann aber sagen: das ist, was ich von meinem Vater geraubt habe. –", "Weshalb denn, sollte er doch382Falls er der einzige Erbe ist.darauf zu seinen eigenen Gunsten verzichten; haben wir ja auch von dem Falle gelernt, wenn er383Der Beraubte; cf. supra Fol. 103a.auf den Stammbetrag und nicht auf das Fünftel verzichtet, demnach kann man384Bei diesem Gesetze handelt es sich also nicht um einen Akt der Rückerstattung, sondern darum, daß man kein fremdes Gut behalte.ja darauf verzichten!?", "R. Joḥanan erwiderte: Das ist kein Einwand, das eine nach R. Jose dem Galiläer und das andere nach R. A͑qiba.", "Es wird nämlich gelehrt:385Num. 5,8.Wenn aber der Mann keinen Verwandten hat, dem er die Buße zurückerstatten könnte; gibt es denn jemand in Jisraél, der keinen Verwandten hat? Vielmehr spricht die Schrift von der Beraubung eines Proselyten.", "Wenn nämlich jemand einen Proselyten beraubt und ihm dies abgeschworen hatte, und als er hörte, der Proselyt sei gestorben, das Geld und das Schuldopfer nach Jerušalem386Wenn jemand einen Proselyten beraubt hat u. dieser kinderlos stirbt, so fällt das Geraubte den Priestern in Jerušalem zu; cf. supra Fol. 110a.brachte; wenn er später den Proselyten trifft und dieser es ihm als Darlehen überläßt und darauf stirbt, so hat er das, was sich in seinem Besitze befindet, geeignet – so R. Jose der Galiläer. R. A͑qiba sagt, für ihn gebe es kein anderes Mittel387Sühne zu erlangen.als das Geraubte aus seinem Besitze zu bringen.", "Nach R. Jose dem Galiläer kann man sowohl sich gegenüber388Wenn die geraubte Sache ihm zufällt.als auch Fremden gegenüber verzichten, und nach R. A͑qiba kann man weder Fremden gegenüber noch sich gegenüber verzichten.", "Nach R. Jose gilt dies389Daß er beim Tode des Proselyten das Geraubte eignet, da es in seinen Besitz übergeht u. er darauf sich selbst gegenüber verzichtet.auch von dem Falle, wenn er es ihm nicht als Darlehen überläßt, nur lehrt er es deshalb von dem Falle, wenn er es ihm als Darlehen überläßt, um dir die weitergehende Ansicht R. A͑qibas zu lehren: selbst wenn er es ihm als Darlehen überlassen hat, gebe es für ihn kein anderes Mittel als das Geraubte aus seinem Besitze390Die Lehre, daß der Beraubte verzichten könne, vertritt also die Ansicht RJ.s, u. die Lehre, daß der Erbe nicht verzichten könne, vertritt die Ansicht RJ.s.zu bringen.", "R. Šešeth wandte ein: Sollte demnach R. Jose der Galiläer dies doch von ihm selber391Die 1. Mišna (ob. Fol. 103a), die RJ. addiziert wird, sollte dies nicht vom Verzichte eines Fremden, sondern vom Verzichte eines Erben lehren.lehren, und um so mehr würde dies von Fremden gelten, und R. A͑qiba sollte dies von Fremden lehren, daß er nicht verzichten könne, und um so mehr würde dies von ihm selber gelten, daß er nicht verzichten392Unsere Mišna, die RA͑. addiziert wird, sollte dies nicht von einem Erben, sondern vom Verzichte eines Fremden lehren.könne!?", "Vielmehr, erklärte R. Šešeth, vertreten beide [Lehren] die Ansicht R. Jose des Galiläers, denn R. Jose der Galiläer sagt, er könne verzichten, nur Fremden gegenüber, nicht aber sich selber gegenüber, und nur aus dem Grunde eignet er393Der den Raub eines Proselyten in seinem Besitze hat.das, was sich in seinem Besitze befindet, weil jener es ihm als Darlehen überlassen hat.", "Raba erklärte: Beide vertreten die Ansicht R. A͑qibas, denn R. A͑qiba sagt, man könne nicht verzichten, nur sich selber gegenüber, einem Fremden gegenüber kann man wohl verzichten. –" ], [ "Demnach ist R. Jose der Galiläer der Ansicht, man könne auch sich selber gegenüber verzichten, wieso kann es nun vorkommen, daß man den Raub eines Proselyten394Den beim Tode desselben der Besitzer eignet.an die Priester abzuliefern hat, wie es der Allbarmherzige bestimmt395Cf. Num. 5,8.hat!?", "Raba erwiderte: In dem Falle, wenn er einen Proselyten beraubt und es abgeschworen hat, worauf der Proselyt gestorben ist und er nach dessen Tode ein Geständnis abgelegt hat; bei seinem Geständnisse hat Gott es erworben396Das Objekt ist in seinem Besitze als Raub zurückgeblieben, der an die Priester erstattet werden muß.und den Priestern gegeben397Wenn er aber bei Lebzeiten des Proselyten das Geständnis ablegt, so gilt das Objekt in seinem Besitze nicht mehr als Raub, sondern als Darlehen od. Depositum, das nach dessen Tod in seinen Besitz übergeht..", "Rabina fragte: Wie verhält es sich mit dem Raube einer Proselytin? Der Allbarmherzige spricht von einem Manne, schließt also eine Frau aus, oder aber ist dies nur die gewöhnliche Redensart der Schrift?", "R. Ahron erwiderte Rabina: Komm und höre; es wird gelehrt:398Num. 5,8.Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Wenn es zurückerstatten heißt, so sind es399In diesem Schriftverse kommt der Ausdruck ‘zurückerstatten’ 2mal vor.zwei.", "Wieso heißt es demnach Mann? Bei einem Manne muß man nachforschen, ob er Verwandte hat400Um ihnen das Geraubte zurückzuerstatten.oder nicht, bei einem Minderjährigen aber braucht man nicht nachzuforschen, denn es ist sicher, daß er keine Verwandten hat401Man erstatte es an die Priester..", "Die Rabbanan lehrten:402Num. 5,8.Dem Herrn, dem Priester, Gott hat [das Geraubte] geeignet und es dem Priester der jeweiligen Priesterwache gegeben. Du sagst, dem Priester der jeweiligen Priesterwache, vielleicht ist dem nicht so, sondern man könne es jedem beliebigen Priester geben? Es heißt:398Num. 5,8.abgesehen von dem Sühnewidder, mit dem man ihm Sühne schafft, die Schrift spricht also vom Priester der jeweiligen Priesterwache403Derselbe Priester erhält beides, u. das Sühneopfer kann nur durch Priester der jeweiligen Wache dargebracht werden..", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß der Räuber, wenn er selbst Priester ist, nicht sagen darf: da es für die Priester bestimmt ist und sich in meinem Besitze befindet, so will ich es behalten? Dies404Daß er es wohl behalten dürfe.wäre auch durch einen Schluß zu folgern: wenn er fremdes405Den an einem Proselyten begangenen, an die Priester abgelieferten Raub, von dem jeder Priester einen Anteil erhält.erhält, um wieviel mehr sein406Das Geraubte, das sich bereits in seinem Besitze befindet.eigenes.", "R. Nathan lehrte dies in einer anderen Fassung: wenn man ihm eine Sache, an der er erst wenn sie in seinen Besitz gekommen beteiligt ist, sobald sie in seinen Besitz gekommen ist, nicht mehr abnehmen407Wenn ein Priester ein Opfer spendet, so gehören das Fleisch u. die Haut ihm selber u. die übrigen Priester der diensttuenden Priesterwache sind daran nicht beteiligt; wenn er sie aber einem anderen Priester, der vorher daran nicht beteiligt war, gegeben hat, so gehören sie diesem u. jener kann sie nicht mehr zurückverlangen.darf, um wieviel weniger darf man ihm eine Sache, an der er noch bevor sie in seinen Besitz gekommen beteiligt ist, sobald sie in seinen Besitz gekommen ist, abnehmen.", "Aber nein, wenn dies von einer Sache gilt, an der er nicht beteiligt ist, an der aber auch die anderen408Priester der diensttuenden Priesterwache.ebensowenig beteiligt sind wie er, sollte dies auch vom Raube gelten, an dem auch die anderen ebenso beteiligt sind wie er!? Der Raub kommt daher aus seinem Besitze und wird an seine Priesterbrüder verteilt. –", "Es heißt ja aber:409Lev. 5,10.was irgend jemand heiligt, soll ihm gehören410Und da der Priester als Räuber das Schuldopfer darzubringen hat, so gehört das Opfer ihm, u. wem das Schuldopfer gehört, gehört auch das Geraubte.!? – Hier handelt es sich um einen [levitisch] unreinen Priester411Der selber das Opfer nicht darbringen darf.. –", "Ein unreiner Priester erhält ja davon keinen Anteil412Während es in der obigen Schlußfolgerung heißt, daß er daran beteiligt sei.!? – Vielmehr, dies ist aus [dem Worte] Priester zu folgern, das auch beim Gesetze vom Erbbesitzfelde gebraucht413Dieses Wort wird bei beiden Gesetzen gebraucht (Lev. 27,21 u. Num. 5,8) u. deutet darauf, daß diese beiden Gesetze einander gleichen.wird.", "Es wird nämlich gelehrt:414Lev. 27,21.Erbbesitz, dies deutet auf das folgende: Wenn ein Priester ein Feld, das im Jobeljahre den Priestern zufällt, gekauft415Wenn jemand ein Erbbesitzfeld weiht u. es nicht auslöst, so wird es verkauft, u. fällt im Jobeljahre den Priestern zu; cf. Lev. 27,16ff.hat, so kann dieser nicht sagen: da es im Jobeljahre den Priestern zufällt und sich nun in meinem Besitze befindet, so behalte ich es.", "Dies416Daß es sein Eigentum verbleibe.wäre auch aus einem Schluß zu folgern: wenn ich fremdes erhalte, um wieviel mehr meines.", "Daher heißt es:414Lev. 27,21.wie ein dem Banne verfallenes Feld, dem Priester fällt der Erbbesitz zu; nur sein Erbbesitz gehört ihm, nicht aber gehört ihm dieses. Es wird ihm vielmehr abgenommen und an seine Priesterbrüder verteilt.", "Die Rabbanan lehrten: Woher, daß ein Priester nach Belieben zu jeder Zeit und Stunde kommen und seine eigenen Opfer darbringen dürfe? Es heißt:417Dt. 18,6,7.er kann ganz nach seinem Belieben kommen und Dienst tun.", "Woher ferner, daß das Fleisch418Wörtl. Dienst, die Belohnung für den Dienst.und die Haut ihm gehören? Es heißt: was irgend jemand heiligt, soll ihm gehören. Wenn er gebrechenbehaftet419Er darf kein Opfer darbringen, jedoch vom Fleische essen.ist, so gebe er es einem Priester der jeweiligen Priesterwache, und das Fleisch und die Haut gehören ihm;" ], [ "wenn er aber alt oder krank420Er darf Opfer darbringen, jedoch vom Fleische nicht essen.ist, so gebe er es irgend einem beliebigen Priester, und das Fleisch und die Haut gehören den Leuten der Priesterwache421Wenn er es selbst nicht darf, so kann er dafür auch keinen Vertreter stellen.. –", "Von welchem Greise oder Kranken wird hier gesprochen: kann er Dienst tun, so sollten ihm auch das Fleisch und die Haut gehören, und kann er keinen Dienst tun, wieso kann er dafür einen Vertreter421Wenn er es selbst nicht darf, so kann er dafür auch keinen Vertreter stellen.stellen!?", "R. Papa erwiderte: Wenn er dies bei Anstrengung kann; ein solcher Dienst ist gültig, somit kann er auch einen Vertreter stellen; das Essen bei Anstrengung dagegen ist widerwärtig, und das widerwärtige Essen ist nichts; daher gehört das Fell und die Haut den Leuten der Priesterwache.", "R. Šešeth sagte: Wenn der Priester, der das Gemeindeopfer darzubringen hat, unrein ist, so gebe er es irgend einem anderen nach Belieben, und das Fleisch und die Haut gehören den Leuten der Priesterwache. – In welchem Falle: sind noch andere reine vorhanden, so können ja die unreinen keinen Dienst421Wenn er es selbst nicht darf, so kann er dafür auch keinen Vertreter stellen.tun, und sind keine reinen vorhanden, wieso gehört das Fleisch und die Haut der Priester wache, sie sind ja unrein und dürfen davon nichts422Das Gemeindeopfer darf durch unreine Priester, wenn keine reinen vorhanden sind, dargebracht, jedoch von diesen nicht gegessen werden; cf. Pes. Fol. 76b.essen!?", "Raba erwiderte: Lies: den reinen gebrechenbehafteten dieser Priesterwache.", "R. Aši sagte: Wenn der Hochpriester Trauernder ist, so gebe er es423Das Opfer, das er für sich darzubringen hat.irgend einem beliebigen Priester, und das Fleisch und die Haut gehören den Leuten der Priesterwache. Was lehrt er uns da, wir haben ja gelernt, der trauernde Hochpriester dürfe Opfer darbringen, jedoch nichts davon essen, auch erhalte er keinen Anteil, um davon abends zu essen!? –", "Man könnte glauben, die Vorsorge des Allbarmherzigen für den Hochpriester reiche nur so weit, daß er selber Opfer darbringen darf, er könne aber keinen Vertreter stellen, so lehrt er uns.", "xi WENN JEMAND ETWAS VON EINEM PROSELYTEN424Der keine Erben hat.GERAUBT UND ES IHM ABUGESCHWOREN HAT, UND DIESER DARAUF STIRBT, SO MUSS ER DEN STAMMBETRAG UND DAS FÜNFTEL AN DIE PRIESTER ZAHLEN UND EIN SCHULDOPFER FÜR DEN ALTAR DARBRINGEN, DENN ES HEISST:425Num. 5,8.wenn aber der Mann keinen Verwandten hat, dem man die Schuld erstatten könnte, so fällt die Schuld, die zu erstatten ist, dem Herrn zu, für den Priester, abgesehen von dem Sühnewidder, mit dem man ihm Sühne schafft.", "STIRBT ER BEIM HINBRINGEN DES GELDERSATZES UND DES SCHULDOPFERS, SO FÄLLT DER ERSATZ SEINEN KINDERN ZU UND DAS SCHULDOPFER LASSE MAN WEIDEN, BIS ES EIN GEBRECHEN BEKOMMT, ALSDANN VERKAUFE MAN ES UND DER ERLÖS FÄLLT DEM SPENDENFONDS426Des Tempels.ZU. xii STIRBT ER NACH DER AUSZAHLUNG DES GELDES AN DIE LEUTE DER PRIESTERWACHE, SO KÖNNEN DIE ERBEN ES IHNEN NICHT MEHR ABNEHMEN, DENN ES HEISST:427Num. 5,10.was jemand dem Priester gibt, soll ihm gehören.", "HAT ER DAS GELD JEHOJARIB428Name der 1. beziehungsweise 2. Priesterabteilung; cf. iChr. 24,7.UND DAS SCHULDOPFER JEDA͑JA428Name der 1. beziehungsweise 2. Priesterabteilung; cf. iChr. 24,7.GEGEBEN, SO HAT ER SEINER PFLICHT GENÜGT, WENN ABER DAS SCHULDOPFER JEHOJARIB UND DAS GELD JEDA͑JA, SO MÜSSEN, WENN DAS SCHULDOPFER NOCH VORHANDEN IST, DIE MITGLIEDER VON JEDA͑JA ES DARBRINGEN, WENN ABER NICHT, SO MUSS ER EIN ZWEITES SCHULDOPFER DARBRINGEN; WER NÄMLICH SEINEN RAUB ABLIEFERT BEVOR ER SEIN SCHULDOPFER GEBRACHT HAT, GENÜGT SEINER PFLICHT, UND WER SEIN SCHULDOPFER DARBRINGT, BEVOR ER SEINEN RAUB ABGELIEFERT HAT, GENÜGT SEINER PFLICHT NICHT.", "HAT ER NUR DEN STAMMBETRAG UND NICHT DAS FÜNFTEL ERSTATTET, SO IST ES429Die Darbringung des Schuldopfers; jedoch muß er nachher auch das Fünftel entrichten.VOM FÜNFTEL NICHT ABHÄNGIG.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Schuld, das ist der Stammbetrag, erstatten, das ist das Fünftel. Vielleicht ist dem nicht so, sondern ist unter Schuld der Widder430Der als Schuldopfer darzubringen ist.zu verstehen? –", "In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Dies würde die Lehre Rabas ausschließen, denn Raba sagte, wer den Proselytenraub nachts erstattet hat, habe seiner Pflicht nicht genügt, und wer ihn geteilt erstattet hat, habe seiner Pflicht nicht genügt, weil der Allbarmherzige ihn ‘Schuld’ nennt431Das Schuldopfer darf nur am Tage dargebracht werden.. –", "Da es weiter heißt: abgesehen vom Sühnewidder, so muß man sagen, daß unter Schuld der Stammbetrag zu verstehen sei.", "Ein Anderes lehrt: Schuld, das ist der Stammbetrag, erstatten, das ist das Fünftel. Vielleicht ist dem nicht so, sondern ist unter Schuld das Fünftel zu verstehen? – In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? – Dies würde ausschließen die Lehre unserer Mišna, daß, wenn er den Stammbetrag und nicht das Fünftel entrichtet hat, es vom Fünftel nicht abhängig sei, und demnach würde es im Gegenteil wohl vom Fünftel abhängig sein. –", "Da es heißt:432Num. 5,7.so soll er die Schuld im vollen Werte zurückerstatten und noch ein Fünftel zufügen, so muß man sagen, unter Schuld sei der Stammbetrag zu verstehen.", "Ein Anderes lehrt: Schuld, das ist der Stammbetrag, erstatten, das ist das Fünftel, und zwar spricht die Schrift vom Proselytenraube. Vielleicht ist dem nicht so, sondern ist unter erstatten das Doppelte zu verstehen und zwar spreche die Schrift vom an einem Proselyten begangenen Diebstahl? Da es weiter heißt: so soll er die Schuld im vollen Werte zurückerstatten und noch ein Fünftel zufügen, so spricht die Schrift von einer Zahlung im vollen Werte433Nur der Stammbetrag; in Fällen, in welchen das Doppelte gezahlt wird, ist das Fünftel nicht zu zahlen..", "Der Text. Raba sagte: Wer den Proselytenraub nachts erstattet hat, hat seiner Pflicht nicht genügt; wer ihn geteilt erstattet hat, hat seiner Pflicht nicht genügt, denn die Schrift nennt ihn ‘Schuld’431Das Schuldopfer darf nur am Tage dargebracht werden..", "Ferner sagte Raba: Wenn vom erstatteten Proselytenraube nicht auf jeden Priester434Der diensttuenden Priesterwache.eine Peruṭa entfällt, so hat man seiner Pflicht nicht genügt, denn es heißt: die Schuld, die zu erstatten ist; es muß auf jeden Priester eine Erstattung entfallen435Der Räuber muß den Betrag aus seiner Tasche ergänzen..", "Raba fragte: Wie ist es, wenn sie für die Priesterwache Jehojarib nicht reicht," ], [ "wohl aber für die Priesterwache Jeda͑ja? –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er es Jeda͑ja zur Dienstzeit derselben gegeben hat, so reicht es ja!? –", "In dem Falle, wenn er sie Jeda͑ja zur Dienstzeit Jehojaribs gegeben hat. Sagen wir, die Erstattung sei ungültig, da sie nicht an die richtige Priesterwache erfolgt ist, oder aber ist sie, da sie für diese nicht reicht, von vornherein für Jeda͑ja bestimmt? – Dies bleibt unentschieden.", "Raba fragte: Dürfen die Priester den Proselytenraub unter einander vollständig436Indem das eine Mal der eine Priester u. ein anderes Mal ein anderer den erstatteten Betrag vollständig erhält.verteilen?", "Sagen wir, man dürfe den Proselytenraub nicht vollständig verteilen, da ihn der Allbarmherzige ‘Schuld’ nennt, wie man auch Schuldopfer nicht vollständig verteilen darf, oder aber ist der Proselytenraub anders, da er eine Geldzahlung437Für die die für Opfer bestehenden Bestimmungen nicht gelten.ist?", "Später entschied er es: der Allbarmherzige nennt ihn ‘Schuld’. R. Aḥa, der Sohn Rabas, lehrte es ausdrücklich: Raba sagte: Die Priester dürfen den Proselytenraub nicht unter einander vollständig verteilen, denn der Allbarmherzige nennt ihn ‘Schuld’.", "Raba fragte: Gelten die Priester hinsichtlich des Proselytenraubes als Erben oder als Gabenempfänger? –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Bei Gesäuertem, nachdem das Pesaḥfest darüber verstrichen ist: wenn du sagst, sie gelten als Erben, so ist es das, was sie geerbt haben; wenn du aber sagst, sie gelten als Gabenempfänger, so haben sie, wie der Allbarmherzige bestimmt hat, eine richtige Gabe zu erhalten, während dieser ihnen nichts gibt, denn es ist ja nichts weiter als Staub.", "R. Zee͑ra stellte eine andere Frage. Auch wenn man annimmt, sie gelten als Gabenempfänger, ist dies nicht fraglich, denn der Allbarmherzige hat bestimmt, daß man ihnen dies als Gabe gebe;", "fraglich ist nur der Fall, wenn [dem Priester] zehn Stück Vieh als Proselytenraub zugefallen sind, ob er dann verpflichtet ist, von diesen den Zehnten zu entrichten oder nicht.", "Gelten sie als Erben, so sagte ja der Meister, wenn sie [Vieh] erworben438Die Erben durch die Erbschaft.haben, sei es pflichtig439Zur Entrichtung des Viehzehnten., sobald es in das Haus gekommen440Noch bevor sie die Erbschaft geteilt haben.ist, oder gelten sie als Gabenempfänger, und wir haben gelernt, was [der Priester] gekauft oder als Gabe erhalten hat, sei vom Viehzehnten frei; wie ist es nun? –", "Komm und höre: Vierundzwanzig Priestergaben wurden Ahron und seinen Söhnen verliehen, und alle sind sie [durch die Regel] von der Generalisierung und Spezialisierung441Num.. 18,8 wird von den Priestergaben zuerst generell gesprochen, darauf werden VV. 9–18 die Gaben speziell aufgezählt, um dann V. 19 wiederum generell besprochen zu werden.und einem Salzbündnisse442Als solches wird Num. 18,19 dieses Bündnis bezeichnet.verliehen worden.", "Wenn jemand sie erfüllt, so ist es ebenso, als würde er [die Regeln] von der Generalisierung und Spezialisierung443Dh. die ganze Tora, die nach diesen Regeln (cf. Bd. II S. 612 Anm. 47) ausgelegt wird.und das Salzbündnis gehalten haben, und wenn jemand sie übertritt, so ist es ebenso, als würde er [die Regeln] von der Generalisierung und Spezialisierung und das Salzbündnis übertreten haben.", "Folgende sind es: zehn im Tempel, vier in Jerušalem und zehn in der Provinz. Zehn im Tempel: das Vieh-Sündopfer, das Geflügel-Sündopfer, das Gewiß-Schuldopfer444Cf. Bd. I S. 649 Anm. 61., das Schwebe-Schuldopfer444Cf. Bd. I S. 649 Anm. 61., die Schlachtungen der Gemeinde-Heilsopfer445Am Wochenfeste; cf. Lev. 23,19ff., das Log Öl des Aussätzigen446Cf. Lev. 14,10ff., was von der Schwingegarbe zurückbleibt, die zwei Brote447Cf. ib. 23,10ff., die Schaubrote448Cf. Ex. 25,30.und das Zurückbleibende von den Speisopfern;", "vier in Jerušalem: das Erstgeborene, die Erstlinge, das Abgehobene vom Dankopfer und vom Widder des Nazirs449Cf. Num. 6,17ff.und die Häute der heiligen Opfer;", "zehn in der Provinz: die Hebe, die Zehnthebe, die Teighebe, die Erstlingsschur450Cf. Dt. 18,4., die Gaben451Die die Priester von den geschlachteten Tieren erhalten; cf. Dt. 18,3., die Auslösung452Cf. Ex. 13,11ff. des [erstgeborenen] Sohnes, die Auslösung452Cf. Ex. 13,11ff.des Erstgeborenen eines Esels, das Erbbesitz-Feld453Cf. Lev. 27,16ff., das Banngut-Feld453Cf. Lev. 27,16ff.und der Proselytenraub.", "Hier wird es also Gabe genannt; schließe hieraus, daß sie als Gabenempfänger gelten. Schließe hieraus.", "[STIRBT] ER NACH DER AUSZAHLUNG DES GELDES AN DIE LEUTE DER PRIESTERWACHE &C. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Sühne zur Hälfte durch das Geld erlangt werde, denn wenn dem nicht so wäre, so müßte es den Erben zurückgegeben werden, da er es nicht dazu455Daß es ohne Sühne zu erlangen den Priestern zufalle.gegeben hat. –", "Demnach sollte doch ein Sündopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, zurück profan werden, denn es ist nicht dazu456Daß es ohne Sühne zu schaffen getötet werde.abgesondert worden!? – Ich will dir sagen, hinsichtlich des Sündopfers, dessen Eigentümer gestorben ist, gibt es eine überlieferte Lehre, daß man es verenden lassen müsse. –", "Demnach sollte doch ein Schuldopfer, dessen Eigentümer gestorben ist, zurück profan werden, denn dazu ist es nicht reserviert worden!? – Hinsichtlich des Schuldopfers gibt es ebenfalls eine überlieferte Lehre, daß in Fällen, in welchen man das Sündopfer verenden lassen muß, man das Schuldopfer weiden lassen müsse. –", "Demnach sollte doch eine Schwägerin, die einem Grindigen zugefallen457Wenn ihr Mann kinderlos gestorben ist; cf. Dt. 25,5ff.ist, ohne Ḥaliça ausgehen, denn dazu458Einen Grindigen heiraten zu müssen.hat sie sich nicht antrauen lassen!? – Hierbei sind wir Zeugen," ], [ "daß sie mit jedem zufrieden wäre, denn so sagte Reš Laqiš: lieber zu zweien sitzen als verwitwet sein459Der Wunsch der Frau, verheiratet zu sein, ist so stark, daß sie mit jedem Manne zufrieden ist..", "WENN ER DAS GELD JEHOJARIB &C. GEGEBEN HAT. Die Rabbanan lehrten: Wenn er das Schuldopfer Jehojarib und das Geld Jeda͑ja gegeben hat, so gelangt das Geld zum Schuldopfer460Die 2. Priesterwache muß das Geld an die 1. zurückzahlen.– so R. Jehuda; die Weisen sagen, das Schuldopfer gelange zum Gelde461Die 1. Priesterwache muß das Schuldopfer an die 2. zurückgeben.. –", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er das Schuldopfer Jehojarib während ihrer Dienstzeit und das Geld Jeda͑ja während ihrer Dienstzeit gegeben hat, so hat doch die eine das eine und die andere das andere erworben462Allerdings wäre nach den Weisen die Rückgabe des Schuldopfers an die 2. Priesterwache als Maßregelung aufzufassen, da die 1. zur Annahme des Schuldopfers vor der Erstattung des Geraubten nicht berechtigt war, dagegen aber wäre die Ansicht RJ.s ganz unverständlich.!?", "Raba erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er das Schuldopfer Jehojarib während der Dienstzeit Jehojaribs und das Geld Jeda͑ja während der Dienstzeit Jehojaribs gegeben hat. R. Jehuda ist der Ansicht, daß man Jeda͑ja, da es nicht ihre Dienstzeit war, maßregele, und das Geld gelange zum Schuldopfer; die Rabbanan aber sind der Ansicht, Jehojarib habe mit der Annahme des Schuldopfers vor dem Geldersatze rechtswidrig verfahren, daher maßregle man sie, und das Schuldopfer gelange zum Gelde.", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Nach der Ansicht R. Jehudas muß er, wenn Jehojarib zuvorgekommen ist und das Schuldopfer dargebracht463Dies durfte diese Priesterwache auf keinen Fall, u. das Opfer ist untauglich.hat, ein anderes Schuldopfer bringen, und Jeda͑ja bringe es dar, während jene das erwirbt, was sich in ihrem Besitze befindet. –", "Ich will dir sagen, wofür ist es denn zu gebrauchen, es ist ja ein untaugliches Schuldopfer!? Raba erwiderte: Der Haut wegen464Diese ist zur Nutznießung erlaubt..", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Nach der Ansicht R. Jehudas muß, wenn das Schuldopfer noch vorhanden ist, das Schuldopfer zum Gelde gelangen. –", "R. Jehuda ist ja aber der Ansicht, das Geld gelange zum Schuldopfer!? – Er spricht von dem Falle, wenn Jehojarib abgetreten und es465Das an Jeda͑ja gezahlte Geld.nicht reklamiert hat; er lehrt damit, daß sie damit darauf verzichtet habe.", "Ein Anderes lehrt: Rabbi sagte: Nach der Ansicht R. Jehudas muß, wenn das Schuldopfer noch vorhanden ist, das Geld zum Schuldopfer gelangen. – Selbstverständlich, er ist ja dieser Ansicht!? –", "Er spricht von dem Falle, wenn beide abgetreten sind und es nicht reklamiert haben; man könnte glauben, sie haben damit gegen einander verzichtet, so lehrt er uns, daß es zurück zur ersten gelange466Sobald die Priesterwache Jehojarib den Dienst antritt, bringe sie das Schuldopfer dar..", "WER NÄMLICH SEINEN RAUB ABLIEFERT BEVOR ER SEIN SCHULDOPFER GEBRACHT &c. Woher dies? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:467Num. 5,8.abgesehen vom Sühnewidder, demnach muß er den Geldersatz vorher468Abgesehen vom Sühnewidder, dh. bevor dieses dargebracht wird, muß das Geld erstattet worden sein.leisten.", "Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Es heißt ja auch:469Num. 28,23.außer dem Morgen-Brandopfer, demnach wäre auch hieraus zu entnehmen, die Zusatzopfer seien zuerst darzubringen,", "und dem widersprechend wird gelehrt: Woher, daß nichts vor dem beständigen Morgenopfer [dargebracht werden] darf? Es heißt:470Lev. 6,5.er schichte darauf das Brandopfer, und Raba erklärte: das Brandopfer, das erste Brandopfer!?", "Dieser erwiderte: Ich entnehme es aus [den Worten:]467Num. 5,8.durch das er Sühne erhält, und dieser hat noch keine Sühne erhalten471Hier wird das Imperfekt gebraucht: Sühne erhalten wird, dh. nachdem er das Geld erstattet hat..", "HAT ER NUR DEN STAMMBETRAG &C. ERSTATTET. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß er, wenn er nur das Veruntreute472Wenn jemand sich am Geheiligten vergriffen hat, so muß er das Veruntreute nebst einem Fünftel erstatten u. ein Schuldopfer darbringen; cf. Lev. 5,15ff.und nicht das Schuldopfer oder nur das Schuldopfer und nicht das Veruntreute gebracht hat, seiner Pflicht nicht genügt habe?", "Es heißt:473Lev. 5,16.durch den Schuldopfer-Widder474Unter Schuld ist der veruntreute Betrag zu verstehen; cf. supra Fol. 110a., und es soll ihm vergeben werden.", "Woher ferner, daß er, wenn er sein Schuldopfer bringt, bevor er das Veruntreute erstattet hat, seiner Pflicht nicht genüge? Es heißt: durch den Schuldopfer-Widder, das475Das Schuldopfer, dh. der veruntreute Betrag.also bereits dargebracht wurde.", "Man könnte nun glauben, wie [die Sühne] vom Widder und der Schuld abhängig ist, ebenso sei sie auch vom Fünftel abhängig, so heißt es: durch den Schuldopfer-Widder, und es soll ihm vergeben werden; beim Heiligen ist sie nur vom Widder und der Schuld abhängig, nicht aber vom Fünftel.", "Man folgere hinsichtlich des Heiligen vom Profanen und hinsichtlich des Profanen vom Heiligen.", "Hinsichtlich des Heiligen vom Profanen: wie bei diesem unter ‘Schuld’ der Stammbetrag zu verstehen476Cf. supra Fol. 110a.ist, ebenso ist auch bei jenem unter ‘Schuld’ der Stammbetrag zu verstehen; und hinsichtlich des Profanen vom Heiligen: wie beim Heiligen [die Sühne] nicht vom Fünftel abhängig ist, ebenso ist sie auch beim Profanen nicht vom Fünftel abhängig." ], [ "WENN JEMAND ETWAS GERAUBT UND ES SEINEN KINDERN ZUM VERZEHREN GEGEBEN ODER IHNEN HINTERLASSEN HAT, SO SIND SIE ERSATZFREI; IST ES EINE SICHERHEIT GEWÄHRENDE SACHE1Darunter sind Immobilien zu verstehen., SO SIND SIE ERSATZPFLICHTIG.", "GEMARA. R. Ḥisda sagte: Wenn jemand etwas geraubt und der Eigentümer es nicht aufgegeben hat, und darauf ein anderer gekommen ist und es verzehrt hat, so kann jener nach Belieben von dem einen oder dem anderen [Ersatz] fordern, denn solange der Eigentümer es nicht aufgegeben hat, befindet es sich in seinem Besitze2Der 2. hat es also vom rechtmäßigen Eigentümer geraubt.. –", "Wir haben gelernt: Wenn jemand etwas geraubt und es seinen Kindern zum Verzehren gegeben oder ihnen hinterlassen hat, so sind sie ersatzfrei. Dies ist also eine Widerlegung der Lehre R. Ḥisdas!? – R. Ḥisda kann dir erwidern: diese Lehre gilt nach der Desperation.", "ODER ES IHNEN HINTERLASSEN HAT, SO SIND SIE ERSATZFREI. Rami b. Ḥama sagte: Dies besagt, daß der Besitz des Erben dem Besitze des Käufers3Dh. die Besitzerwerbung durch Erbschaft, wobei die Sache im bisherigen Gebiete verbleibt, gleicht der Besitzerwerbung durch Kauf, wobei ein Wechsel des Gebietes erfolgt ist. gleiche;", "Raba aber sagte, der Besitz des Erben gleiche nicht dem Besitze des Käufers, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn sie es bereits verzehrt haben4Die Erben haben die Sache nicht erworben, frei sind sie nur deshalb, weil die Sache nicht mehr vorhanden ist u. sie den Raub nicht verübt haben.. –", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, wenn es eine Sicherheit gewährende Sache ist, seien sie ersatzpflichtig, so handelt es sich ja auch im Anfangsatze um den Fall, wenn die Sache noch vorhanden ist!? – Raba kann dir erwidern: er meint es wie folgt: hat ihnen ihr Vater Sicherheit gewährende Güter hinterlassen, so sind sie ersatzpflichtig. –", "Aber Rabbi lehrte ja seinen Sohn R. Šimo͑n, darunter sei nicht eine wirklich Sicherheit gewährende Sache zu verstehen, sondern wenn es ein Ochs ist, mit dem er pflügt, oder ein Esel, den er antreibt, so sind sie wegen der Ehre ihres Vaters zur Rückerstattung verpflichtet!?", "Vielmehr, sagte Raba, wenn ich sterbe, kommt mir R. Oša͑ja entgegen, denn ich erkläre die Mišna nach seiner Ansicht. R. Oša͑ja lehrte nämlich: Wenn jemand etwas geraubt und es seinen Kindern zum Verzehren gegeben hat, so sind sie ersatzfrei; hat er es ihnen hinterlassen, so sind sie, wenn das Geraubte noch vorhanden ist, [zur Rückgabe] verpflichtet5Der Erbe eignet sie nicht., und wenn das Geraubte nicht mehr vorhanden ist, frei; hat ihnen ihr Vater Sicherheit gewährende Güter hinterlassen, so sind sie ersatzpflichtig.", "Der Meister sagte: Und wenn das Geraubte nicht mehr vorhanden ist, frei. Dies wäre also eine Widerlegung R. Ḥisdas6Nach dem der Eigentümer auch von dem, der die Sache erhalten hat, Ersatz verlangen kann.? – R. Ḥisda kann dir erwidern: diese Lehre gilt nach der Desperation.", "Der Meister sagte: Wenn das Geraubte noch vorhanden ist, [zur Rückgabe] verpflichtet. Dies wäre also eine Widerlegung des Rami b. Ḥama7Da diese Lehre auf einen Fall nach der Desperation bezogen wird, u. der Erbe es dennoch nicht eignet.? – Rami b. Ḥama kann dir erwidern: diese Lehre gilt" ], [ "vor der Desperation.", "R. Ada b. Ahaba bezieht die Lehre des Rami b. Ḥama auf das folgende: Hat ihr Vater ihnen Wuchergeld hinterlassen, so brauchen sie, obgleich sie wissen, daß es vom Wucher herrührt, es nicht zurückzugeben. Hierzu sagte Rami b. Ḥama: Dies besagt, daß der Besitz des Erben dem Besitze des Käufers gleiche;", "Raba aber sagte, tatsächlich, kann ich dir sagen, gleicht der Besitz des Erben nicht dem Besitze des Käufers, hierbei aber verhält es sich anders, denn die Schrift sagt: 8Lev. 25,36.du darfst nicht Zins und Wucher von ihm nehmen, gib es ihm zurück, damit er mit dir zufrieden sei; dies hat der Allbarmherzige nur ihm selber geboten, nicht aber hat der Allbarmherzige dies seinem Sohne geboten.", "Nach demjenigen, der dies auf die Barajtha bezieht, ist dies um so mehr auf die Mišna [zu beziehen], und nach demjenigen, der dies auf die Mišna bezieht, vertritt hinsichtlich der Barajtha Rami b. Ḥama die Ansicht Rabas9Die Mišna kann auf den Fall bezogen werden, wenn die Erben das Geraubte bereits verzehrt haben; die Barajtha dagegen spricht von dem Falle, wenn das Wuchergeld vorhanden u. es ihnen als solches bekannt ist; in diesem Falle ist auch RbH. der Ansicht, daß die Erben es nicht eignen..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand etwas geraubt und es seinen Kindern zum Verzehren gegeben hat, so sind sie ersatzfrei; hat er es ihnen hinterlassen, so sind sie, wenn sie erwachsen sind, ersatzpflichtig, und wenn sie minderjährig sind, ersatzfrei. Wenn aber die erwachsenen sagen: wir wissen nicht, welche Rechnungen unser Vater mit dir hatte, so sind sie ersatzfrei. –", "Sollten sie denn deshalb ersatzfrei sein, weil sie sagen: wir wissen nicht, welche Rechnungen unser Vater mit dir hatte!? Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn sie erwachsen sind und sagen: wir kennen die Rechnungen, die unser Vater mit dir hatte, und wissen, daß dir bei ihm nichts verblieben ist, so sind sie ersatzfrei.", "Ein Anderes lehrt: Wenn jemand etwas geraubt und es seinen Kindern zum Verzehren gegeben hat, so sind sie ersatzfrei; wenn er es ihnen hinterlassen und sie es verzehrt haben, so sind sie, ob erwachsen oder minderjährig, ersatzpflichtig. – Sind denn minderjährige ersatzpflichtig, es sollte doch nicht mehr sein, als wenn sie Schaden angerichtet haben10Minderjährige sind ersatzfrei, wenn sie Schaden anrichten; cf. supra Fol. 27a.!? R. Papa erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn er es ihnen hinterlassen und sie es noch nicht verzehrt haben, so sind sie, ob erwachsen oder minderjährig, ersatzpflichtig.", "Raba sagte: Hat ihr Vater ihnen eine entliehene Kuh hinterlassen, so dürfen sie sich ihrer die ganze Dauer der Entleihung bedienen; verendet sie, so sind sie für Unfälle nicht haftbar. Wenn sie sie im Glauben, sie gehöre ihrem Vater, geschlachtet und verzehrt haben, so haben sie einen niedrigen Fleischpreis zu ersetzen. Hinterließ ihnen ihr Vater Sicherheit gewährende Güter, so sind sie ersatzpflichtig.", "Manche beziehen dies auf den Anfangsatz11Wenn sie verendet, sind sie ersatzfrei, nur wenn ihr Vater ihnen keine Sicherheit gewährende Güter hinterlassen hat.und manche beziehen dies auf den Schlußsatz12Wenn sie sie im Glauben, sie gehöre ihrem Vater, verzehrt haben u. er ihnen Sicherheit gewährende Güter hinterlassen hat, müssen sie den vollen Ersatz leisten..", "Wer dies auf den Anfangsatz bezieht, nach dem gilt dies um so mehr vom Schlußsatze, und er streitet somit gegen R. Papa; wer dies auf den Schlußsatz bezieht, nach dem gilt dies nicht vom Anfangsatze, übereinstimmend mit R. Papa.", "R. Papa sagte nämlich: Wer im Besitze einer gestohlenen Kuh ist und sie am Šabbath schlachtet, ist schuldig13Auch hinsichtl. der Strafe wegen des Diebstahls., denn er war wegen des Diebstahls schuldig, noch bevor er zur Entweihung des Šabbaths14Wer sich durch eine Handlung zweier Strafen schuldig macht, verfällt nur der schwereren.kam; wenn er aber im Besitze einer entliehenen Kuh ist und sie am Šabbath schlachtet, so ist er frei, denn die Entweihung des Šabbaths und das Verbot des Diebstahls traten gleichzeitig ein14Wer sich durch eine Handlung zweier Strafen schuldig macht, verfällt nur der schwereren..", "Die Rabbanan lehrten:15Lev. 5,23.So soll er zurückerstatten das Geraubte, das er geraubt hat; wozu heißt es: das er geraubt hat? Er erstatte es zurück im selben Zustande, wie er es geraubt hat.", "Hieraus folgerten sie, daß, wenn jemand etwas geraubt und es seinen Kindern zum Verzehren gegeben hat, sie ersatzfrei seien, und wenn er es ihnen hinterlassen hat, sie, ob erwachsen oder minderjährig, [zur Rückerstattung] verpflichtet sind. Im Namen des Symmachos sagten sie, erwachsene seien dazu verpflichtet, minderjährige seien davon frei.", "Der Sohn des Schwiegervaters des R. Jirmeja Schloß vor R. Jirmeja die Tür16RJ., der auf das Haus seines Schwiegervaters Ansprüche hatte, wollte von diesem Besitz ergreifen.ab. Als er darauf vor R. Abin kam,", "sprach dieser: Er17Der Schwager RJ.s.beansprucht seines. – Ich will aber Zeugen bringen, daß ich es bereits bei Lebzeiten seines Vaters im Besitze hatte. Dieser erwiderte: Verhört man denn Zeugen" ], [ "bei Abwesenheit des Beklagten18Und da der Beklagte minderjährig ist, so ist es ebenso, als wäre er nicht anwesend.!? – Etwa nicht, es wird ja gelehrt, daß sie, ob erwachsen oder minderjährig, [zur Rückerstattung verpflichtet sind!? Dieser erwiderte: Du hast den Streit des Symmachos gleich daneben19Nach seiner Ansicht sind Minderjährige zur Rückerstattung nicht verpflichtet.. Jener entgegnete: Hat sich denn die ganze Welt zusammengetan, zu meinen Ungunsten nach Symmachos zu entscheiden!?", "Mittlerweile ging die Sache weiter und gelangte zu R. Abahu, und er sprach: Habt ihr denn nicht das gehört, was R. Joseph b. Ḥama im Namen R. Oša͑jas gesagt hat? R. Joseph b. Ḥama sagte nämlich im Namen R. Oša͑jas: Wenn ein Kind seine Sklaven holt20Die ihm Hilfe leisten. Nach anderer Erklärung, wenn er sich fremde Sklaven aneignet.und ein fremdes Feld in Besitz nimmt und sagt, es gehöre ihm, so sage man nicht, man warte bis es großjährig21Um dann erst gegen ihn einen Prozeß anzustrengen.ist, vielmehr nehme man es ihm sofort ab, und sobald es großjährig ist, bringe es Zeugen, und wir sehen dann22Ob er berechtigte Ansprüche auf dasselbe hat.. –", "Ist es denn gleich; da nehme man es ihm ab, weil es sich nicht auf die Ersitzung seines Vaters stützen kann, nicht aber hierbei23Beim Schwager RJ.s, wo es sich auf die Ersitzung seines Vaters stützt.", "R. Aši sagte im Namen R. Šabthajs: Man darf die Zeugen in Abwesenheit des Beklagten vernehmen. R. Joḥanan staunte darüber: darf man denn die Zeugen in Abwesenheit des Beklagten vernehmen!?", "R. Jose b. Ḥanina empfing von ihm, [dies gelte von dem Falle,] wenn er krank ist, oder seine Zeugen krank sind, oder seine Zeugen nach überseeischen Ländern verreisen wollen und man nach ihm schickt, er aber nicht kommt.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Man darf Zeugen in Abwesenheit des Beklagten vernehmen. Mar U͑qaba sagte: Mir wurde von Šemuél erklärt: wenn die Verhandlung eröffnet worden ist und man nach ihm schickt und er nicht kommt. Wenn aber die Verhandlung noch nicht eröffnet worden ist, kann er sagen, er wolle sich an das oberste Gericht24Cf. Syn. Fol. 31b.wenden. –", "Demnach kann er ja, auch wenn die Verhandlung bereits eröffnet worden ist, sagen, er wolle sich an das oberste Gericht wenden!? Rabina erwiderte: Wenn eine Verfügung vom großen Gerichte eingetroffen ist25Daß die Verhandlung vor dem Gerichte derselben Stadt stattfinden solle..", "Rabh sagte: Man darf einen Schuldschein in Abwesenheit des Schuldners beglaubigen26Wenn die Zeugen, die den Schuldschein unterschrieben haben, verreisen wollen, so bestätigen sie vor Gericht die Authentizität ihrer Unterschriften u. das Gericht beglaubigt dies.. R. Joḥanan aber sagte, man dürfe einen Schuldschein in Abwesenheit des Schuldners nicht beglaubigen. R. Šešeth sprach zu R. Jose b. R. Abuha: Ich will dir den Grund R. Joḥanans erklären: die Schrift sagt:27Ex. 21,29.und es seinem Eigentümer angezeigt wird und er es nicht bewacht, die Tora sagt damit, daß der Eigentümer des Ochsen kommen und neben seinem Ochsen stehen28Bei der Verurteilung des Ochsen; dies ist nur eine Formsache, ebenso auch die Anwesenheit des Schuldners bei der Beglaubigung der Unterschriften.müsse.", "Raba sagte: Die Halakha ist, man dürfe einen Schuldschein bei Abwesenheit des Schuldners beglaubigen, selbst wenn dieser dasteht und schreit29Wenn er behauptet, der Schuldschein sei gefälscht.. Sagt er aber, gewähret mir eine Frist, bis ich Zeugen hole und den Schuldschein entkräfte, so gewähre man sie ihm. Wenn er kommt, so ist es recht, wenn er aber nicht kommt, so warte man noch einen Montag30Diese sind Gerichtstage, cf. supra Fol. 82a., einen Donnerstag und einen Montag,", "und wenn er dann nicht kommt, so schreibe man gegen ihn die Vollstreckungsurkunde [mit Gewährung einer Frist von] neunzig Tagen. Während der ersten dreißig Tage pfände man seine Güter nicht, denn man nehme an, er bemüht sich, Geld zu borgen; während der mittelsten pfände man seine Güter ebenfalls nicht, denn man nehme an, es sei ihm zu borgen nicht gelungen, und er sei bemüht, etwas zu verkaufen; während der letzten pfände man seine Güter ebenfalls nicht, denn man nehme an, der Käufer selber bemühe sich um Geld.", "Wenn er aber dann31Nach Ablauf der 90 Tage.nicht gekommen ist, so schreibe man die Einweisungsurkunde auf sein Vermögen. Dies jedoch nur dann, wenn er sagt, er wolle erscheinen, wenn er aber sagt, er wolle nicht erscheinen32Wenn er sich dem Gerichte überhaupt nicht fügen will., schreibe man sie sofort.", "Ferner gilt dies nur von einem Darlehen, wegen eines Depositums33An dem er sich nicht vergreifen durfte.aber schreibe man sie sofort.", "Man schreibe34Wenn die Echtheit des Schuldscheines vom Schuldner bestritten wird.sie jedoch nur auf Immobilien, nicht aber auf Mobilien, weil der Gläubiger die Mobilien wegnehmen und sie verzehren kann, und wenn der Schuldner darauf Zeugen bringt und den Schuldschein entkräftet, so findet er nichts mehr vor, um es zurückfordern zu können.", "Wenn der Gläubiger aber Immobilien besitzt, schreibe man sie wohl. Dies ist aber nichts; auf Mobilien schreibe man keine Einweisungsurkunde, selbst wenn [der Gläubiger] Immobilen besitzt, denn wir befürchten, sie könnten minderwertig35Und die Schuld nicht mehr decken.werden.", "Wenn man die Einweisungsurkunde schreibt, teilt man es ihm mit; dies jedoch nur dann, wenn er sich in der Nähe befindet, nicht aber, wenn in der Ferne.", "Wenn er sich aber in der Ferne befindet und Verwandte anwesend sind, oder wenn eine Karawane vorhanden ist, die da hingeht und zurückkommt, warte man ihm ein Jahr (von zwölf Monaten), bis die Karawane hingehen und zurückkehren kann. So gewährte auch Rabina dem Mar Aḥa eine Frist von einem Jahre (von zwölf Monaten), bis eine Karawane nach Be Ḥozaj hingehen und von dort zurückkehren konnte.", "Dies ist aber nichts; jener war ein Gewaltmensch, und wenn er die Einweisungsurkunde erhalten hätte, würde man sie von ihm nicht mehr zurückerhalten haben; sonst aber warte man nur Dienstag36Die Gerichtsverhandlung findet am Montag statt., an dem der Gerichtsdiener zu ihm hingehen kann, und Mittwoch, an dem er zurückkommen37Und dem Gerichte mitteilen kann, daß er dem Beklagten die Vorladung zugestellt habe.kann, und am Donnerstag muß er vor Gericht erscheinen.", "Rabina sagte: der Gerichtsdiener ist ebenso glaubwürdig38Wenn er die Weigerung des Beklagten, vor Gericht zu erscheinen, mitteilt.wie zwei Personen; dies jedoch nur hinsichtlich des Bannspruches39Sobald der Beklagte sich weigert, der Vorladung des Gerichtes Folge zu leisten, wird er in den Bann getan; erst wenn der Bann ohne Erfolg bleibt, wird gegen ihn ein Vollstreckungsbefehl erlassen., nicht aber hinsichtlich der Vollstreckungsurkunde, durch die er ihm einen Geldschaden zufügen kann, da er dem Schreiber eine Gebühr zahlen muß.", "Rabina sagte: Man kann einen Termin durch eine Frau oder durch Nachbarn mitteilen40Es wird angenommen, daß sie dem Beklagten die Ladung zum Termine mitgeteilt haben, u. wenn er nicht erscheint, wird über ihn der Bann gesprochen.; dies jedoch nur dann, wenn er nicht in der Stadt anwesend ist," ], [ "nicht aber, wenn er in der Stadt anwesend ist, denn diese sagen, er41Der Gerichtsdiener.habe ihn getroffen und es ihm selber gesagt.", "Ferner nur dann, wenn er42Der Beklagte.nicht an der Tür des Gerichtes vorüberzugehen hat, nicht aber, wenn er an der Tür des Gerichtes vorüberzugehen hat, denn sie sagen, die Leute vom Gerichte haben ihn selbst getroffen und es ihm gesagt.", "Ferner nur dann, wenn er42Der Beklagte.am selben Tage zurückkommt, nicht aber, wenn er nicht am selben Tage zurückkommt, denn sie können es vergessen haben.", "Raba sagte: Hat man gegen jemand die Vollstreckungsurkunde geschrieben, weil er vor Gericht nicht erschienen ist, so zerreiße man sie nicht eher, als bis er vor Gericht erschienen ist; weil er sich dem Gerichte nicht gefügt hat, so zerreiße man sie nicht eher, als bis er sich gefügt hat. Dem ist aber nicht so; sobald er gesagt hat, er wolle sich fügen, zerreiße man sie43Da er vielleicht nicht in der Lage ist, den Gläubiger sofort zu befriedigen; dagegen muß er, wenn dies wegen einer nicht Folge geleisteten Vorladung erfolgt ist, tatsächlich vor Gericht erschienen sein..", "R. Ḥisda sagte: Man setze einen Termin an auf Montag, Donnerstag44Falls er am Montag nicht erschienen ist.und Montag, einen Termin und einen Termin nach dem Termine, und am folgenden Tage schreibe man45Die Vollstreckungsurkunde..", "Einst traf R. Asi bei R. Kahana ein, und er sah, daß er eine Frau für den Abend zu Gericht bestellte, und am folgenden Morgen gegen sie die Vollstreckungsurkunde schreiben ließ. Da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von dem, was R. Ḥisda gesagt hat, daß man nämlich einen Termin auf Montag, Donnerstag und Montag anberaume?", "Dieser erwiderte: Dies nur für einen Menschen, der durch ein Hindernis nicht in der Stadt anwesend ist, diese aber, die in der Stadt anwesend und nicht erschienen ist, ist widerspenstig.", "R. Jehuda sagte: Man beraume keinen Termin an auf die Tage des Nisan46Es sind Tage der Ernte u. Weinlese.und die Tage des Tišri46Es sind Tage der Ernte u. Weinlese., auch nicht auf Vorabende der Festtage oder der Šabbathe, wohl aber darf man anberaumen im Nisan auf Tage nach Nisan, und im Tišri auf Tage nach Tišri; am Vorabend des Šabbaths auf nach Šabbath darf man nicht anberaumen, weil man dann mit den Vorbereitungen zum Šabbath beschäftigt ist.", "R. Naḥman sagte: Für Hörer des Vortrages47כלה eigentl. Braut, Bezeichnung des Vortragszyklus während der letzten Monate der beiden Semester. Etym. wird dieses Wort als bildliche Benennung der Tora erklärt; viell, aber eine Verstümmelung vom griech. σχολή, Schule.beraume man keinen Termin an auf einen Tag des Vortrages, auch nicht für Hörer des Festvortrages48Cf., Syn. Fol. 12b.auf einen Tag des Festvortrages. Wenn sie49Kläger an den genannten Tagen.vor R. Naḥman kamen, sprach er zu ihnen: Habe ich etwa die Versammlung euretwegen einberufen? Jetzt aber, wo Schwindler50Die solche Ausreden vorschützen, um nicht vor Gericht erscheinen zu müssen.vorhanden sind, berücksichtige man dies.", "IST ES EINE SICHERHEIT GEWÄHRENDE SACHE, SO SIND SIE ERSATZPFLICHTIG. Rabbi lehrte seinen Sohn R. Šimo͑n: Darunter ist nicht eine wirklich Sicherheit gewährende Sache zu verstehen, sondern auch wenn es ein Ochs ist, mit dem er pflügt, oder ein Esel, den er antreibt, so sind sie wegen der Ehre ihres Vaters zur Rückerstattung verpflichtet.", "R. Kahana fragte Rabh: Wie verhält es sich mit einem Lager, auf dem er lehnt, oder einem Tische, an dem er ißt51Es sind zwar Sachen, die von jedem als vom Raube herrührend erkannt werden, jedoch nicht, da sie sich in der Wohnung befinden, so sehr fremden Blicken ausgesetzt.? Dieser erwiderte:52Pr. 9,9.Gib dem Weisen und er wird noch weiser werden53Dh. dies gilt von diesen wie von jenen..", "i,2 MAN DARF NICHT WECHSELN AUF GELD AUS DER KASSE DER ZÖLLNER ODER DEM BEUTEL DER STEUEREINNEHMER54Das von diesen eingenommene Geld gilt als Raub.; MAN DARF FERNER AUS DIESEN KEIN ALMOSEN ANNEHMEN, WOHL ABER DARF MAN ES VON IHNEN IN IHRER WOHNUNG ODER AUF DEM MARKTE ANNEHMEN55Vom Gelde, das nicht direkt von Steuern herrührt..", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wohl aber darf man ihm einen Denar geben und den Rest in Empfang nehmen56Wenn man ihm Steuern mit einer den Betrag übersteigenden Münze zahlt, so darf man sich den Rest aus seiner Kasse herauszahlen lassen..", "[Wieso nicht von] Zöllnern, Šemuél sagte ja, das Staatsgesetz sei Gesetz57Demnach gilt ja der Zoll nicht als Raub.!?", "R. Ḥanina b. Kahana erwiderte im Namen Šemuéls: Dies gilt von einem Zöllner ohne Taxe58Der den Zoll nach Belieben erhebt u. die Leute ausraubt.. In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Von einem eigenmächtigen59Nicht vom Staate ermächtigt, Freibeuter.Zöllner.", "Manche beziehen dies auf folgende Lehre: Man darf kein Mischgewebe tragen, nicht einmal auf zehn [Gewändern] übereinander, um den Zoll zu hinterziehen. Diese Mišna vertritt nicht die Ansicht R. A͑qibas, denn es wird gelehrt: Man darf [dadurch60Durch das Anziehen zum Tragen verbotener Kleidungsstücke; so rieht, nach manchem Texten.] den Zoll nicht hinterziehen; R. Šimo͑n sagt im Namen R. A͑qibas, man dürfe [dadurch] den Zoll wohl hinterziehen.", "Allerdings besteht ihr Streit hinsichtlich des Mischgewebes in folgendem: einer ist der Ansicht, die nichtbezweckte Handlung61Die an sich verboten ist.sei erlaubt, und einer ist der Ansicht, die nichtbezweckte Handlung sei verboten, aber darf man denn den Zoll hinterziehen, Šemuél sagte ja, das Staatsgesetz sei Gesetz!?", "Hierzu sagte R. Ḥanina b. Kahana im Namen Šemuéls, dies gelte von einem Zöllner ohne Taxe, und in der Schule R. Jannajs erklärten sie, von einem eigenmächtigen Zöllner.", "Manche beziehen dies auf das folgende: Man darf Mördern, Räubern und Zöllnern geloben62Cf. Ned. Fol. 28a., es63Das Getreide, das sie wegnehmen wollen.sei Hebe, sei königliches Gut, auch wenn es keine Hebe ist, auch wenn es kein königliches Gut ist. Wieso gilt dies von den Zöllnern, Šemuél sagte ja, das Staatsgesetz sei Gesetz!?", "Hierzu sagte R. Ḥanina b. Kahana im Namen Šemuéls, dies gelte von einem Zöllner ohne Taxe, und in der Schule R. Jannajs erklärten sie, von einem eigenmächtigen Zöllner.", "R. Aši erklärte: Dies64Daß man den Zöllner belügen u. den Zoll hinterziehen darf.gilt von einem nicht jüdischen Zöllner, denn es wird gelehrt: Wenn ein Jisraélit und ein Nichtjude vor dir zu Gericht kommen, so sollst du, wenn du ihm nach jüdischem Gesetze Recht geben kannst, ihm Recht geben und zu diesem sagen, so sei es nach unserem Gesetze, und wenn nach dem Gesetze der weltlichen Völker, ihm Recht geben und zu diesem sagen, so sei es nach euerem Gesetze; wenn aber nicht, so komme ihm mit einer Hinterlist – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, man dürfe ihm nicht mit einer Hinterlist kommen, wegen der Heiligung des [göttlichen] Namens.", "Auch R. A͑qiba sagt dies nur von dem Falle, wenn eine Heiligung des [göttlichen] Namens vorliegt, wenn aber eine Heiligung des [göttlichen] Namens nicht vorliegt, tue man dies wohl.", "Ist denn die Beraubung eines Nichtjuden erlaubt, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Folgendes trug R. A͑qiba vor, als er aus Zephirin65Sonst unbekannt; nach manchen Texten Sepphoris.kam: Woher, daß die Beraubung eines Nichtjuden verboten ist? Es heißt: 66Lev. 25,48.nachdem er sich verkauft hat, soll er wieder ausgelöst werden können;" ], [ "man darf ihn67Den Jisraéliten, der sich an einen Nichtjuden verkauft hat.nicht einfach fortziehen und gehen68Man muß an seinen Herrn ein Lösegeld zahlen.lassen. Man könnte glauben, man lasse das Lösegeld aufbauschen, so heißt es:69Lev. 25,50.er soll mit dem Käufer berechnen, man soll mit dem Käufer genau70Man muß also dem Nichtjuden das Lösegeld bezahlen; man darf ihn also nicht berauben.abrechnen!?", "R. Joseph sagte: Das ist kein Einwand; eines gilt von einem Nichtjuden und eines gilt von einem Beisassen.", "Abajje sprach zu ihm: Sie stehen ja beide71Der Nichtjude u. der Beisaßproselyt in der Schrift.nebeneinander!? [Es wird nämlich gelehrt:] Nicht nur an dich72Die hier angezogene Lehre beginnt wie folgt: Wer mit Siebentjahrsfrüchten (cf. Ex. 23,11) Handel treibt, der verkauft sich schließlich als Sklave, u. zwar nicht nur an dich, dh. einen Jisraéliten, sondern auch an usw., sondern auch an einen Proselyten, denn es heißt:73Lev. 25,47.deinem Fremdling, und nicht einem wirklichen Proselyten, sondern auch an einen Beisassen, denn es heißt: einem Beisaßfremdling;", "unter Fremdlingsgeschlecht ist ein Nichtjude zu verstehen, und wenn es noch Abkömmling heißt, so ist darunter der Verkauf für den Götzendienst74Wahrscheinl. עקר, das zu Entwurzelnde, der Götze.selbst zu verstehen75Das Lösegeld muß also auch an einen Nichtjuden gezahlt werden.!?", "Vielmehr, erklärte Raba, das ist kein Einwand; eines gilt von seiner Beraubung und eines von der Hinterziehung seines Darlehens76Die direkte Beraubung desselben ist verboten, man braucht ihm aber nicht eine Schuld zu bezahlen; u. als solche gilt auch der Zoll..", "Abajje sprach zu ihm: Bei einem jüdischen Sklaven ist dies ja eine Hinterziehung seines Darlehens77Er lieh ihm Geld auf seine Person, bezw. Arbeit.!? – Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, ein jüdischer Sklave ist Leibeigener78Die Hinterziehung des Lösegeldes ist also direkter Raub..", "R. Bebaj b. Gidel sagte im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Die Beraubung eines Nichtjuden ist verboten, sein Fund79Man braucht ihm Verlorenes nicht zurückzugeben.ist erlaubt. Seine Beraubung ist verboten, denn R. Hona sagte: Woher, daß die Beraubung eines Nichtjuden verboten ist? Es heißt:80Dt. 7,16.du sollst verzehren all die Völker, die der Herr, dein Gott, dir preisgibt; nur zur Zeit, wenn sie dir preisgegeben sind, nicht aber zur Zeit, wenn sie dir nicht preisgegeben sind.", "Sein Fund ist erlaubt, denn R. Ḥama b. Gorja sagte im Namen Rabhs: Woher, daß der Fund eines Nichtjuden erlaubt ist? Es heißt: 81Ib. 22,3.mit allem Verlorenen deines Bruders, deinem Bruder mußt du es wiederbringen, nicht aber brauchst du es einem Nichtjuden wiederzugeben. –", "Vielleicht aber nur dann, wenn es noch nicht in seine Hand gekommen ist, er braucht es nicht zu suchen, wenn es aber in seine Hand gekommen ist, muß man es ihm wiederbringen!? Rabina erwiderte: Unter81Ib. 22,3.gefunden hast ist zu verstehen, wenn es in seine Hand gekommen ist. Es wird gelehrt: R. Pinḥas b. Jaír sagte: Wo Heiligung des Gottesnamens vorliegt, ist auch sein Fund verboten.", "Šemuél sagte: Das, um was er sich geirrt82Wenn er sich zu seinem Nachteile geirrt hat, so braucht man ihn darauf nicht aufmerksam zu machen.hat, ist erlaubt. So kaufte Šemuél einst von einem Nichtjuden ein goldenes Becken als bronzenes83So nach Handschriften; nach mehreren Texten eisernes.für vier Zuz und unterzählte84Beim Zahlen des Kaufgeldes; nach Raschi gab er ihm einen weniger, nach anderer Erklärung einen mehr, damit er sich schnell entferne.ihm außerdem einen Zuz.", "R. Kahan kaufte einst von einem Nichtjuden hundertundzwanzig Fässer als hundert und unterzählte84Beim Zahlen des Kaufgeldes; nach Raschi gab er ihm einen weniger, nach anderer Erklärung einen mehr, damit er sich schnell entferne.ihm außerdem einen Zuz. Er sprach zu ihm: Siehe, ich verlasse mich auf dich. Rabina kaufte einst von85Nach den kursierenden Ausgaben mit einem Nichtjuden.einem Nichtjuden eine Palme zum Zerspalten, und er sprach zu seinem Diener: Geh, hole mir vom Stamme86Die besseren u. dickeren Holzscheite., denn der Nichtjude kennt nur die Anzahl.", "R. Aši befand sich einst auf dem Wege und sah Weinranken in einem Obstgarten, an denen Weintrauben hingen; da sprach er zu seinem Diener: Geh und sieh zu; gehören sie einem Nichtjuden, so hole mir welche, und gehören sie einem Jisraéliten, so hole sie nicht. Dies hörte der Nichtjude, der im Obstgarten saß, und sprach zu ihm: Das eines Nichtjuden ist also erlaubt!? Jener erwiderte: Ein Nichtjude nimmt Bezahlung, ein Jisraélit nimmt keine Bezahlung.", "Der Text. Šemuél sagte: Das Staatsgesetz ist Gesetz. Raba sprach: Dies ist auch zu beweisen: sie fällen Palmen und bauen Brücken, und wir gehen über diese87Dies gälte sonst als Raub u. die Benutzung wäre verboten..", "Abajje sprach zu ihm: Vielleicht deshalb, weil die Eigentümer derselben sie auf gegeben haben!? Dieser erwiderte: Wenn das Staatsgesetz nicht Gesetz wäre, so würden sie sie nicht aufgegeben haben. –", "[Die Beamten] handeln ja aber nicht nach dem Befehle des Königs; der König befiehlt, daß sie einzelne aus jedem Grundstücke entnehmen sollen, sie aber gehen und entnehmen sie aus einem Grundstücke!? –", "Der Beauftragte des Königs gleicht dem Könige selbst, und er braucht sich nicht zu bemühen88Einzelne Bäume aus verschiedenen Grundstücken zu entnehmen.; sie haben selber Schuld, denn sie sollten von jedem Grundstücke einen Beitrag erheben und ihm das Geld geben.", "Raba sagte: Wer sich auf der Tenne befindet, zahle89Auch für die übrigen Beteiligten; sie müssen ihm dann den Betrag ersetzen.die königlichen Abgaben. Dies gilt jedoch nur hinsichtlich der Beteiligten, ein Quotenpächter aber hat seinen Pachtteil zu erhalten90Er braucht keine Abgaben zu entrichten..", "Ferner sagte Raba: Ein Stadtbürger darf wegen eines anderen Stadtbürgers gepfändet91Wegen nicht bezahlter Steuern; eine solche Pfändung ist auch einem jisraélitischen Steuereinnehmer gestattet.werden. Dies jedoch nur für Grundstücksteuer und Kopfsteuer des laufenden Jahres, nicht aber des vergangenen Jahres, denn da der König befriedigt ist, so ist es nun vorüber92Der Steuereinnehmer, der die Steuerpacht bereits bezahlt hat, hat den Schaden zu tragen..", "Ferner sagte Raba: Von den [nichtjüdischen] Bauern93Eigentl. Leute, die die Felder düngen.innerhalb der Stadtgrenze darf man [kein Vieh] kaufen, weil sie das Vieh der Stadtleute mit dem ihrigen vermischen;", "von denen, die sich außerhalb der Stadtgrenze befinden, darf man wohl kaufen. Rabbia sagte: Wenn die Eigentümer hinter ihnen einherlaufen94Wenn man sieht, daß sie fremdes Vieh mitnehmen., so ist es auch von den außerhalb wohnenden verboten.", "Raba, nach anderen R. Hona, ließ bekannt machen: Die nach oben hinaufgehen und nach unten hinabsteigen95Die aus Babylonien nach Palästina, das höher lag, u. aus Palästina nach Babylonien verkehren.[sollen es wissen]: Wenn ein Jisraélit für einen Nichtjuden Zeugnis abzulegen weiß und vor einem nichtjüdischen Gerichte gegen einen Jisraéliten, seinen Genossen, Zeugnis ablegt, so tue man ihn in den Bann. – Weshalb? – Weil sie auf Grund der Aussage" ], [ "eines einzelnen Zeugen Zahlung96Nach jüd. Gesetze kann dies nur auf Grund der Aussage zweier Zeugen erfolgen; dies gilt somit als Raub.eintreiben. Dies gilt daher nur von einem [Zeugen], nicht aber von zwei. Ferner gilt dies nur von einem Dorfgerichte97So nach der Erklärung Raschis; etymologisch ist das W. מגיסתא noch nicht erklärt., nicht aber vom Staatsgerichte, denn bei diesem wird auf Grund der Aussage eines einzelnen Zeugen ebenfalls nur ein Eid zugeschoben.", "R. Aši sagte: Als ich bei R. Hona war, warfen wir die Frage auf, wie es sich mit einem angesehenen Manne verhalte, auf den sie sich wie auf zwei Zeugen verlassen; darf er das Zeugnis nicht ablegen, weil sie auf Grund seiner Aussage eine Geldzahlung eintreiben, oder darf er wohl Zeugnis ablegen, da er als angesehener Mann ihnen nicht ausweichen kann? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Aši sagte: Wenn ein Jisraélit Ackerland, das an das Feld eines anderen Jisraéliten grenzt, an einen Nichtjuden verkauft, so tue man ihn in den Bann. – Weshalb, wollte man sagen, wegen des Retraktrechtes98Wenn jemand ein Grundstück verkaufen will, so hat der angrenzende Nachbar das Vorkaufsrecht., so sagte ja der Meister, daß beim Kaufe von einem Nichtjuden und dem Verkaufe an einen Nichtjuden das Retraktrecht nicht gelte!? –", "Vielmehr, weil [der Nachbar] sagen kann: du hast einen Löwen an meiner Grenze hingelagert. Man läßt ihn solange im Banne, bis er die Verantwortung für jeden Schaden, der durch diesen entstehen sollte, übernimmt.", "ii WENN ZÖLLNER EINEM SEINEN ESEL WEGNEHMEN UND IHM EINEN ANDEREN GEBEN, ODER WEGELAGERER EINEM SEIN GEWAND RAUBEN UND IHM EIN ANDERES GEBEN, SO GEHÖREN DIESE IHM, WEIL DER EIGENTÜMER SIE AUFGEGEBEN HAT. WENN JEMAND ETWAS AUS EINEM STROME, VON EINER RÄUBERBANDE ODER WEGELAGERERN RETTET, SO GEHÖRT ES IHM, WENN DER EIGENTÜMER ES AUFGEGEBEN HAT. DASSELBE GILT AUGII VON EINEM BIENENSCHWARM99Der aus einem fremden Bienenstocke ausgewandert ist u. sich bei ihm niederläßt.; WENN DER EIGENTÜMER IHN AUFGEGEBEN HAT, SO GEHÖRT ER IHM.", "R. JOḤANAN B. BEROQA SAGTE: EINE FRAU UND EIN KIND100Die vor Gericht als Zeugen unzulässig sind.SIND GLAUBWÜRDIG, WENN SIE SAGEN: DIESER BIENENSCHWARM IST VON HIER AUSGEWANDERT101Hat der Eigentümer ihn nicht aufgegeben, so kann er ihn zurückverlangen.. MAN DARF DURCH EIN FREMDES FELD GEHEN, UM SEINEN BIENENSCHWARM ZU RETTEN, UND WENN MAN DABEI SCHADEN ANGERICHTET HAT, BEZAHLE MAN DEN SCHADEN, MAN DARF ABER NICHT EINEN ZWEIG102Auf den die Bienen sich niedergelassen haben.ABSCHNEIDEN UND DEN WERT ERSETZEN; R. JIŠMA͑ÉL, SOHN DES R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT, MAN DÜRFE AUCH ABSCHNEIDEN UND DEN WERT ERSETZEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wenn er angenommen103Fremde Sachen, die ihm die Räuber gegeben haben. Diese Lehre steht also in Widerspruch mit obiger Mišna.hat, so gebe er sie dem früheren Eigentümer zurück. Er ist der Ansicht, durch die Desperation allein erfolgt keine Aneignung, sodaß es von vornherein auf verbotene Weise in seinen Besitz gekommen ist.", "Manche lesen: Wenn er sie zurückgeben will, so gebe er sie dem früheren Eigentümer104Und nicht dem Zöllner.zurück. Er ist der Ansicht, durch die Desperation allein erfolge eine Aneignung, wenn er aber sagt, er wolle kein fremdes Gut, so gebe er sie dem früheren Eigentümer zurück.", "SO GEHÖREN DIESE IHM, WEIL DIE EIGENTÜMER &C. R. Aši Sagte: Dies gilt nur von einem nichtjüdischen Wegelagerer, wenn es aber ein jüdischer Wegelagerer ist, so denkt jener: morgen lade ich ihn vor Gericht105Er hat es nicht aufgegeben..", "R. Joseph wandte ein: Im Gegenteil, Nichtjuden sprechen Recht mit Machtmitteln, somit gab er es nicht auf, Jisraéliten aber nur mit Worten, somit gab er es auf!? –", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es sich auf den Schlußsatz beziehen: wenn jemand etwas von einer Räuberbande oder Wegelagerern rettet. Nur106Dann gehört es ihm.wenn der Eigentümer es aufgegeben hat, sonst aber nicht.", "Dies gilt nur von einem nichtjüdischen Wegelagerer, weil sie mit Machtmitteln Recht sprechen, nicht aber von einem jüdischen, denn da wir nur mit Worten Recht sprechen, so hat er es aufgegeben.", "Dort haben wir gelernt: Felle eines Privatmannes werden durch die Bestimmung107Vgl. S. 250 Anmm. 85 u. 86.verunreinigungsfähig,", "die eines Gerbers werden durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig;", "die eines Räubers werden durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig, die eines Diebes werden durch die Bestimmung verunreinigungsfähig.", "R. Šimo͑n sagt, umgekehrt: die eines Räubers werden durch die Bestimmung verunreinigungsfähig, die eines Diebes werden durch die Bestimmung nicht verunreinigungsfähig, weil der Eigentümer sie nicht aufgegeben hat.", "U͑la sagte: Sie streiten nur über den Fall, wenn man es108Ob der Eigentümer sie aufgegeben hat.nicht weiß, wenn man es aber weiß, stimmen alle überein, daß durch die Lossagung eine Aneignung erfolge. Rabba sagte, sie streiten auch über den Fall, wenn man es weiß.", "Abajje sprach zu Rabba: Streite nicht gegen U͑la. denn unsere Mišna lehrt übereinstimmend mit ihm: weil der Eigentümer sie nicht aufgegeben hat; nur weil er sie nicht aufgegeben hat, wenn er sie aber aufgegeben hat, gehören sie ihm.", "Dieser erwiderte ihm: Wir lesen in unserer Mišna: weil der Eigentümer sie nicht aufgibt109Er gibt sie gewöhnlich nicht auf.. –", "Wir haben gelernt: Wenn Zöllner einem seinen Esel weggenommen haben &c. Nach wessen Ansicht:", "nach den Rabbanan ist ja hinsichtlich des Räubers und nach R. Šimo͑n ist ja hinsichtlich des Diebes110Der Zöllner gilt als Räuber u. der Wegelagerer gilt als Dieb.ein Einwand zu erheben!?", "Allerdings ist nach U͑la, welcher sagt, wenn man es108Ob der Eigentümer sie aufgegeben hat.weiß, habe er es geeignet, dies ebenfalls auf den Fall zu beziehen, wenn man es weiß, nach aller Ansicht,", "nach Rabba aber, welcher sagt, sie streiten auch über den Fall, wenn man es weiß, ist ja hier weder die Ansicht der Rabbanan noch die des R. Šimo͑n vertreten!? – Dies gilt von einem bewaffneten Wegelagerer111Der ebenfalls als Räuber gilt., nach R. Šimo͑n112Daß der Beraubte die geraubte Sache aufgebe.. –", "Demnach ist es ja ein Räuber113Also identisch mit Zöllner.!? – Es gibt zweierlei Räuber. –", "Komm und höre: Wenn ein Dieb, ein Räuber oder ein Gewalttäter etwas als Heiliges, als Hebe oder als Zehnt bestimmt, so ist es gültig.", "Nach wessen Ansicht: nach den Rabbanan ist ja hinsichtlich des Räubers und nach R. Šimo͑n ist ja hinsichtlich des Diebes ein Einwand zu erheben!?", "Allerdings ist nach U͑la, welcher sagt, wenn man es weiß, habe er es geeignet, dies ebenfalls auf den Fall zu beziehen, wenn man es weiß, nach aller Ansicht, nach Rabba aber, welcher sagt, sie streiten auch über den Fall, wenn man es weiß, ist ja hier weder die Ansicht der Rabbanan noch die des R. Šimo͑n vertreten!? –", "Dies gilt ebenfalls von einem bewaffneten Wegelagerer, nach R. Šimo͑n. – Demnach ist es ja ein Räuber!? – Es gibt zweierlei Räuber.", "Wenn du aber willst, sage ich: diese Lehre vertritt die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Rabbi sagt, ein Dieb gleiche einem Räuber," ], [ "und wir wissen, einem Räuber nach der Ansicht R. Šimo͑ns114Daß auch dieser die Sache durch die Desperation eigne..", "Der Text. Rabbi sagte: Ich sage, ein Dieb gleicht einem Räuber. Sie fragten: Meint er einen Räuber nach der Ansicht der Rabbanan, und er eignet nicht, oder aber meint er einen Räuber nach der Ansicht R. Šimo͑ns, und er eignet wohl? –", "Komm und höre: Wenn Zöllner einem seinen Esel weggenommen haben &c.", "Nach wessen Ansicht: nach den Rabbanan ist ja hinsichtlich des Räubers ein Einwand zu erheben, und nach R. Šimo͑n ist ja hinsichtlich des Diebes ein Einwand zu erheben.", "Allerdings ist, wenn du sagst, Rabbi meine einen Räuber nach der Ansicht R. Šimo͑ns, und er eigne, hier die Ansicht Rabbis vertreten, und deshalb eignet er es;", "wenn du aber sagst, er meine einen Räuber nach der Ansicht der Rabbanan, und er eigne nicht, so ist ja hier weder die Ansicht Rabbis, noch die Ansicht R. Šimo͑ns, noch die Ansicht der Rabbanan vertreten. –", "Dies gilt von einem bewaffneten Wegelagerer nach R. Šimo͑n. – Demnach ist es ja ein Räuber!? – Es gibt zweierlei Räuber. –", "Komm und höre: Wenn ein Dieb, ein Räuber oder ein Gewalttäter etwas als Heiliges, als Hebe oder als Zehnt bestimmt, so ist es gültig.", "Nach wessen Ansicht: nach den Rabbanan ist ja hinsichtlich des Räubers ein Einwand zu erheben, und nach R. Šimo͑n ist ja hinsichtlich des Diebes ein Einwand zu erheben.", "Erklärlich ist dies, wenn du sagst, er meine einen Räuber nach der Ansicht R. Šimo͑ns, deshalb erwirbt er es, wessen Ansicht ist hier aber vertreten, wenn du sagst, er meine einen Räuber nach der Ansicht der Rabbanan!? –", "Dies gilt von einem bewaffneten Wegelagerer nach R. Šimo͑n. – Demnach ist es ja ein Räuber!? – Es gibt zweierlei Räuber.", "R. Aši sprach zu Rabba: Komm und höre: Rabbi lehrte seinen Sohn R. Šimo͑n: Darunter ist nicht eine wirklich Sicherheit gewährende Sache zu verstehen, sondern auch wenn es ein Ochs ist, mit dem er pflügt, oder ein Esel, den er antreibt, so sind sie wegen der Ehre ihres Vaters zur Rückerstattung verpflichtet.", "Nur wegen der Ehre ihres Vaters, sonst aber nicht; hieraus ist also zu entnehmen, daß Rabbi einen Räuber nach der Ansicht R. Šimo͑ns meine. Schließe hieraus.", "DASSELBE GILT AUCH VON EINEM BIENENSCHWARM. Was heißt: dasselbe? –", "Er meint es wie folgt: selbst bei einem Bienenschwarm, dessen Besitzrecht nur rabbanitisch115Nach der Tora gilt ein solcher als Freigut.ist, gilt dies nur von dem Falle, wenn der Eigentümer es aufgegeben hat, sonst aber nicht.", "R. JOḤANAN B. BEROQA SAGTE: EINE FRAU UND EIN KIND &C.", "Sind denn eine Frau und ein Kind zeugnisfähig!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Hier handelt es sich um den Fall, wenn der Eigentümer hinterher nachläuft und die Frau oder das Kind harmlos erzählen, daß der Schwarm aus dieser Stelle ausgewandert sei.", "R. Aši sagte: Die harmlose Aussage116Wenn Personen, die als Zeugen nicht zulässig sind, etwas erzählen, ohne damit eine Zeugenaussage zu bezwecken.ist zuverlässig nur bei einer Frau117Wenn sie erzählen, daß jemand gestorben sei; seine Frau gilt dann als Witwe u. darf eine neue Ehe eingehen..", "Rabina sprach zu R. Aši: Bei einem Bienenschwarm handelt es sich ja ebenfalls um eine harmlose Aussage!? – Anders verhält es sich bei einem Bienenschwarm, dessen Eigentumsrecht nur rabbanitisch ist. –", "Etwa nicht bei einem Gesetze der Tora, R. Jehuda erzählte ja im Namen Šemuéls: Einst erzählte jemand harmlos: ich erinnere mich, als ich noch ein Kind war und auf der Schulter meines Vaters ritt, holte man mich aus der Schule, zog mir das Hemd ab und ließ mich untertauchen, um abends Hebe essen zu dürfen.", "R. Ḥanina fügte noch folgenden Schluß zu: meine Genossen sonderten sich von mir ab118Wegen des Genusses der geheiligten Speisen.und nannten mich Joḥanan Kuchenesser. Auf Grund dieser seiner Erzählung erhob ihn Rabbi in den Priesterstand. –", "Nur hinsichtlich der rabbanitischen Hebe119Nach der Zerstörung des Tempels, wo dieses Gesetz nur rabbanitisch Geltung hat.. –", "Etwa nicht auch hinsichtlich der Gesetze der Tora, als R. Dimi kam, erzählte er ja im Namen des R. Ḥana aus Karthagene, manche sagen, des R. Aḥa aus Karthagene, ein Ereignis, das sich vor R. Jehošua͑ b. Levi, manche sagen, vor Rabbi, zugetragen hat. Einst erzählte ein Kind harmlos: ich und meine Mutter waren bei Nichtjuden gefangen; ging ich Wasser schöpfen, so achtete ich auf meine Mutter, ging ich Holz lesen, so achtete ich auf meine Mutter.", "Auf Grund dieser Erzählung120Daß er seine Mutter stets beobachtete, sie also in der Gefangenschaft nicht geschändet worden ist.ließ Rabbi sie einen Priester heiraten121Ein Priester darf keine Geschändete heiraten; cf. Lev. 21,7.!? –", "Bei einer Gefangenen haben sie es erleichtert122Da es sich nur um einen Zweifel handelt, sie kann vielleicht geschändet worden sein..", "MAN DARF ABER NICHT EINEN ZWEIG ABSCHNEIDEN &C. Es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Es ist eine Gerichtsverordnung, daß man in das Feld seines Nächsten einsteigen und einen fremden Zweig abhauen dürfe, um seinen Bienenschwarm zu retten123Wenn er sich auf diesen Zweig niedergelassen hat., und vom Bienenschwarme des anderen lasse dieser sich den Wert seines Zweiges bezahlen.", "Ferner ist es eine Gerichtsverordnung, daß man seinen Wein ausgieße, um den Honig seines Nächsten zu retten, und vom Honig des anderen lasse er sich den Wert seines Weines bezahlen. Ferner ist es eine Gerichtsverordnung, daß man sein Holz auslade, um den Flachs seines Nächsten aufzuladen, und vom Flachse des anderen lasse er sich den Wert seines Holzes bezahlen. Unter diesen Bestimmungen vererbte Jehošua͑ das Land.", "iii WENN JEMAND SEINE GERÄTE ODER SEINE BÜCHER IM BESITZE EINES ANDEREN ERKENNT, UND EIN BEI IHM VERÜBTER DIEBSTAHL IN DER STADT BEKANNT GEWORDEN IST, SO SCHWÖRE DER KÄUFER, WIEVIEL ER DAFÜR GEZAHLT HAT, UND ER ERHÄLT SEIN GELD124Vom Eigentümer, der die von ihm gestohlene Sache zurückerhält.; WENN ABER NICHT, SO IST ER DAZU125Die Sachen als gestohlen zu reklamieren.NICHT BERECHTIGT, DENN MAN NEHME AN, ER SELBER HABE SIE JEMAND VERKAUFT UND DIESER SIE VON JENEM GEKAUFT.", "GEMARA. Was ist denn dabei, daß ein bei ihm verübter Diebstahl in der Stadt bekannt geworden ist, man sollte doch berücksichtigen, er kann sie verkauft und dieses Gerücht verbreitet126Das Gerücht ist kein Beweis für einen bei ihm wirklich verübten Diebstahl.haben!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Wenn Leute zu ihm gekommen sind und ihn angetroffen haben, wie er während der Nacht über den Diebstahl seiner Geräte jammerte. – Dies kann ja erst recht eine List sein!? –", "R. Kahana fügte im Namen Rabhs noch folgenden Schluß zu: wenn in sein Haus eingebrochen worden war und Leute, die nachts in seinem Hause waren, mit Paketen von Geräten auf den Schultern dieses verlassen haben, und alle sagten: diesem wurden seine Geräte gestohlen. –", "Vielleicht waren es nur Geräte, aber keine Bücher!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn sie auch Bücher gesagt haben. –", "Vielleicht waren es nur kleine, während er große reklamiert!? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Wenn sie gesagt haben: es waren dieses und jenes Buch. –", "Vielleicht waren es alte, während er neue reklamiert!? Rabh erwiderte: Wenn [andere] sagen: das sind die Geräte von jenem, das sind die Bücher von jenem. –", "Kann Rabh dies denn gesagt haben, Rabh sagte ja, wer einen Einbruch verübt und Geräte mitgenommen hat, sei ersatzfrei, weil er sie durch [die Einsetzung seines] Lebens127Wenn der Bestohlene ihn in flagranti trifft, darf er ihn töten; cf. Ex. 22,1.geeignet hat128Demnach geht die gestohlene Sache in den Besitz des Diebes über u. der Verkauf ist gültig; der Bestohlene kann sie vom Käufer nicht mehr zurückverlangen.!? –", "Nur wer einen Einbruch verübt, sich also dem Tode preisgibt, eignet sie, nicht aber diese, die sich dem Tode nicht preisgegeben haben.", "Raba sagte: Dies gilt nur von einem Hausherrn, der seine Geräte zu verkaufen pflegt, wenn es aber ein Hausherr ist, der seine Geräte nicht zu verkaufen pflegt," ], [ "so sind alle diese Vorbedingungen nicht nötig. –", "Vielleicht brauchte er Geld129Und verkaufte sie.!? R. Aši erwiderte: Der bei ihm verübte Diebstahl ist ja stadtbekannt130Es ist nicht anzunehmen, daß er den Diebstahl fingiert habe..", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand etwas gestohlen und verkauft hat und der Dieb entdeckt wird, so halte sich [der Eigentümer], wie Rabh im Namen R. Ḥijas sagt, an den ersten131An den Dieb; der Käufer braucht ihm die Sache nur gegen Ersatz herauszugeben., und wie R. Joḥanan im Namen R. Jannajs sagt, an den zweiten132An den Käufer; der Eigentümer nimmt ihm die Sache ab, u. dieser kann den Dieb verklagen..", "R. Joseph sagte: Sie streiten aber nicht: das eine vor133Der Dieb hat es nicht erworben u. der Verkauf ist somit ungültig.der Desperation, dann halte er sich an den zweiten, das andere nach der Desperation, dann halte er sich an den ersten.", "Und beide halten sie von der Lehre R. Ḥisdas134Hinsichtl. des Raubes vor der Desperation; cf. supra Fol. 111b..", "Abajje sprach zu ihm: Streiten sie etwa nicht, sie streiten ja über die Priestergaben135Die Teile vom geschlachteten Vieh, die an den Priester zu entrichten sind; cf. Dt. 18,3., und bei diesen gleicht es ja dem Falle vor der Desperation136Da der Priester sie nicht aufgegeben hat.!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand zu einem gesagt hat: verkaufe mir das Eingeweide dieser Kuh, und darunter sich die Priestergaben befinden, so muß er137Der Käufer.sie dem Priester geben und darf es jenem vom Preise nicht abziehen; hat er es aber nach Gewicht gekauft, so muß er es dem Priester geben und ziehe es jenem vom Preise ab.", "Hierzu sagte Rabh, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er selber es gewogen hat, wenn aber der Schlächter es ihm zugewogen hat, so hat er138Der Priester.sich an den Schlächter zu halten139R. ist also der Ansicht, daß er sich an den ersten zu halten habe; er ist demnach nicht der Ansicht RḤ.s.. –", "Lies: kann er sich auch an den Schlächter halten. Man könnte nämlich glauben, die Priestergaben können nicht geraubt140Sie gehören dem Priester, wo sie sich auch befinden.werden, so lehrt er uns. –", "Worüber streiten sie nach Abajje, welcher sagt, sie streiten wohl? – Über die Lehre R. Ḥisdas134Hinsichtl. des Raubes vor der Desperation; cf. supra Fol. 111b..", "R. Zebid erklärte: In dem Falle, wenn der Eigentümer es aufgegeben hat erst als es bereits im Besitze des Käufers war, nicht aber als es noch im Besitze des Diebes war.", "Ihr Streit besteht also in folgendem: einer ist der Ansicht, durch Desperation und darauffolgenden Besitzwechsel141In dem Falle aber, wenn der Eigentümer es nicht aufgegeben hat, sind alle der Ansicht RḤ.s.erfolge eine Aneignung, nicht aber durch Besitzwechsel und darauffolgende Desperation, und einer ist der Ansicht, es gebe hierbei keinen Unterschied.", "R. Papa erklärte: Alle stimmen überein, daß der Eigentümer das Gewand142Vor der Desperation; beide sind also der Ansicht RḤ.s.zurückerhalte, sie streiten vielmehr, ob sich hierauf der Marktschutz143Wörtl. Bestimmung od. Vorsorge des Marktes, nach unserem Rechte: Schutz des guten Glaubens. Von rechtswegen dürfte der Bestohlene dem Käufer seine Sache ohne Entschädigung abnehmen können, jedoch wurde bestimmt, daß, wenn der Käufer die Sache auf offener Straße gekauft hat, der Eigentümer ihm den gezahlten Preis zu ersetzen habe.erstrecke.", "Rabh sagt im Namen R. Ḥijas, er habe sich an den ersten zu halten, nämlich der Käufer; er hat sein Geld vom Diebe zu verlangen, denn hierauf erstreckt sich der Marktschutz nicht. R. Joḥanan sagt im Namen R. Jannajs, er habe sich an den zweiten zu halten, nämlich der Käufer; er hat sein Geld vom Eigentümer zu verlangen, denn hierauf erstreckt sich der Marktschutz wohl. –", "Ist denn Rabh der Ansicht, hierauf erstrecke sich der Marktschutz nicht, R. Hona war ja ein Schüler Rabhs, und als einst der böse Ḥanan ein Kleidungsstück gestohlen und es verkauft hatte und die Sache vor R. Hona kam, sprach er zu jenem: Geh, löse dein Pfand aus144Daß er ihm den gezahlten Betrag ersetze.!? –", "Anders verhielt es sich beim bösen Ḥanan; da von ihm nichts zu erlangen war, so war es ebenso als würde man den Dieb überhaupt nicht entdeckt haben.", "Raba sagte: Ist es ein bekannter Dieb, so hat bei diesem der Marktschutz keine Anwendung. – Der böse Ḥanan war ja bekannt, dennoch wurde bei ihm der Marktschutz berücksichtigt!? – Er war als boshaft bekannt, als Dieb war er nicht bekannt.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand etwas gestohlen und damit eine Geldschuld bezahlt hat, gestohlen und eine Warenschuld bezahlt hat, so hat hierbei der Marktschutz keine Geltung, weil [der Eigentümer] sagen kann: nicht darauf hast du ihm geborgt.", "Wenn er eine Sache im Werte von zweihundert für hundert verpfändet hat, so hat hierbei der Marktschutz Geltung, wenn gegen den gleichen Wert, so hat hierbei, wie Amemar sagt, der Marktschutz keine145Da man in der Regel ein Pfandobjekt nicht bis auf den vollen Wert beleiht, so ist anzunehmen, daß er die Sache nicht als Pfandobjekt angesehen hat.Geltung, und wie Mar Zuṭra sagt, wohl Geltung.", "Die Halakha ist, hierbei hat der Marktschutz Geltung,", "Beim Verkaufe einer Sache für ihren richtigen Wert hat der Marktschutz Geltung, bei einer Sache im Werte von hundert für zweihundert hat der Marktschutz, wie R. Šešeth sagt, keine Geltung, und wie Raba sagt, wohl Geltung.", "Die Halakha ist, in all diesen Fällen hat der Marktschutz Geltung, ausgenommen der Fall, wenn einer etwas gestohlen und damit eine Geldschuld, oder gestohlen und damit eine Warenschuld bezahlt hat146In diesen Fällen hat der Dieb entschieden das Geld nicht für die gestohlene Sache erhalten..", "Abimi b. Nazi, der Schwiegervater Rabinas, hatte von jemand vier Zuz zu erhalten; da stahl dieser ein Gewand und brachte es ihm, und er lieh ihm darauf noch weitere vier Zuz. Später wurde der Dieb entdeckt. Als er hierauf vor Rabina kam,", "sprach dieser: Hinsichtlich der ersten heißt dies: gestohlen und damit eine Schuld bezahlt, somit braucht er dir nichts zu ersetzen, die anderen vier Zuz kannst du verlangen, und du gib das Gewand zurück.", "R. Kahan wandte ein: Vielleicht hat er es ihm für den ersten Betrag gegeben, das heißt also gestohlen und damit eine Geldschuld bezahlt, gestohlen und damit eine Warenschuld bezahlt, und die anderen vier Zuz traute er ihm, wie er ihm auch das erste Mal getraut hat!? Mittlerweile ging die Sache weiter und kam vor R. Abahu; da sprach er: Die Halakha ist wie R. Kahan.", "Einst stahl ein Neresenser ein Buch und verkaufte es an einen Paponenser für achtzig Zuz, worauf der Paponenser ging und es an einen Maḥozenser für hundertundzwanzig Zuz verkaufte; später wurde der Dieb entdeckt. Da entschied Abajje, daß der Eigentümer des Buches an den Maḥozenser achtzig Zuz zahle und sein Buch zurückerhalte, und der Maḥozenser die vierzig Zuz vom Paponenser zurückerhalte.", "Raba wandte ein: Wenn der Marktschutz für den gilt, der vom Diebe kauft, um wieviel mehr gilt er für den, der vom Käufer kauft!?", "Vielmehr, sagte Raba, zahle der Eigentümer des Buches hundertundzwanzig Zuz an den Maḥozenser und erhalte sein Buch, sodann verlange der Eigentümer des Buches vierzig vom Paponenser und achtzig vom Neresenser zurück.", "iv WENN EINER MIT SEINEM FASSE WEIN UND EIN ANDERER MIT SEINEM KRUGE HONIG KOMMT UND DAS HONIGFASS PLATZT, UND DER EINE SEINEN WEIN AUSSCHÜTTET UND DEN HONIG IN [SEIN FASS] RETTET, \n" ], [ "SO HAT ER NUR SEINEN LOHN [ZU BEANSPRUCHEN]; WENN ER ABER ZU IHM SAGT: ICH WILL DEINES RETTEN, WENN DU MIR MEINES BEZAHLST, SO MUSS ER ES IHM ERSETZEN.", "WENN EIN STROM SEINEN ESEL UND DEN ESEL SEINES NÄCHSTEN FORTSCHWEMMT, SEINER IST EINE MINE147Die M. hat 100 Zuz.WERT, UND DER SEINES NÄCHSTEN ZWEIHUNDERT ZUZ, UND ER SEINEN LÄSST UND DEN SEINES NÄCHSTEN RETTET, SO HAT ER NUR SEINEN LOHN [ZU BEANSPRUCHEN]; WENN ER ABER ZU IHM SAGT: ICH WILL DEINEN RETTEN, WENN DU MIR MEINEN BEZAHLST, SO MUSS ER IHN IHM ERSETZEN.", "GEMARA. Weshalb denn, er kann ja zu ihm sagen: ich habe es als herrenloses Gut erworben148Der Eigentümer des Weines sollte nicht nur den Ersatz für seinen Wein erhalten, sondern ihm sollte der ganze Honig gehören, den der Eigentümer nicht retten konnte.!? Es wird ja auch gelehrt: Wenn jemand Krüge Wein und Krüge Öl trägt und sieht, daß sie zerbrechen, so darf er nicht sagen: diese sollen als Hebe oder Zehnt gelten für Früchte, die ich daheim habe; hat er es gesagt, so sind seine Worte nichtig149Sie gelten also als nichts.. –", "Wie R. Jirmeja erklärt hat: wenn es150Das Faß; der Honig konnte nicht vollständig auslaufen.mit einem Keltergeflechte umbunden ist, ebenso ist auch hierbei zu erklären, wenn es mit einem Keltergeflechte umbunden ist. –", "Wieso sind, wenn er es gesagt hat, seine Worte nichtig, es wird ja gelehrt: wenn jemand auf dem Wege geht und Geld bei sich hat, und ein Räuber ihm entgegenkommt, so darf er nicht sagen: die Früchte151Vom 2. Zehnten, die man nur ausgeweiht essen darf., die ich daheim habe, mögen durch dieses Geld ausgeweiht sein; hat er es aber gesagt, so sind seine Worte gültig!? –", "Hier handelt es sich um den Fall, wenn er es retten kann152Das Geld gilt nicht als verloren.. – Weshalb darf er es, wenn er es retten kann, von vornherein nicht sagen!? – Wenn er es nur mit Schwierigkeit retten kann. –", "Darf man es denn, wenn Schaden153Oder eine Gefährdung, wie im obigen Falle, jedoch keine vollständige Vernichtung.vorliegt, von vornherein nicht sagen, es wird ja gelehrt: Wenn er zehn Fässer [levitisch] unreinen, unverzehnteten [Wein]154Hier wird von einem Leviten gesprochen, der sie als Zehnten erhalten hat u. von diesen die Hebe an den Priester entrichten muß. Den unreinen Wein kann der Priester nur zum Sprengen, aber nicht zum Trinken verwenden.hat und eines zerbrechen sieht, oder es offen155Der Wein ist dann zum Genusse verboten, weil eine Schlange davon getrunken u. ihn vergiftet haben kann; cf. Ter. VIII,4.gestanden hat, so darf er sagen: dieses soll Zehnthebe sein für die neun übrigen. Ist es Öl, so darf er dies nicht, wegen der Schädigung des Priesters156Das unreine Öl kann der Priester nur zum Brennen verwenden; der Schaden ist also sehr bedeutend.!?", "R. Jirmeja erwiderte: Wenn es mit einem Keltergeflechte umbunden ist157Der Schaden ist dann nicht sehr bedeutend.. – Allerdings ist es noch zu gebrauchen, wenn das Faß158Und der Inhalt desselben nicht vollständig ausläuft.zerbricht, wozu ist es aber zu gebrauchen, wenn es offen gestanden hat!?", "Wolltest du erwidern, es sei zum Sprengen zu gebrauchen, so wird ja gelehrt, Wasser, das offen gestanden hat, dürfe man weder auf die Straße gießen, noch damit Lehm kneten, noch damit das Zimmer sprengen, noch es seinem Vieh oder einem fremden Vieh zu trinken geben!? –", "Man kann es durch einen Seiher laufen lassen. Dies nach R. Neḥemja, denn es wird gelehrt: Bei einem Seiher gibt es ein Offenstehen159Ist ein eine Flüssigkeit enthaltendes Gefäß mit einem Seiher zugedeckt, so gilt es als nicht zugedeckt; der Inhalt ist zum Trinken verboten.. R. Neḥemja sagte: Nur dann, wenn das untere [Gefäß] offen ist, ist aber das untere zugedeckt, so ist es, auch wenn das obere offen ist, nicht wegen Offenstehens verboten, weil das Schlangengift schwammartig ist und obenauf schwimmt. –", "Hierzu wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn man es nicht geschüttelt hat, wenn man es aber geschüttelt160Beim Seihen muß ja das Gefäß umgeneigt und geschüttelt werden.hat, sei es verboten!? –", "Auch hierbei kann man etwas auf die Mündung des Fasses legen und es [langsam] durchseihen. –", "Darf man denn nach R. Neḥemja161Nach dessen Ansicht die oben angezogene Lehre erklärt wird.Unreines für Unreines als Hebe entrichten,", "es wird ja gelehrt: Man darf Unreines für Unreines, Reines für Reines, Reines für Unreines, nicht aber Unreines für Reines als Hebe entrichten; R. Neḥemja sagt, auch Unreines für Unreines dürfe man nur beim Demaj162Bei diesem ist anzunehmen, daß der Zehnt bereits entrichtet worden ist.entrichten!? – Hier handelt es sich ebenfalls um Demaj.", "Der Meister sagte: Ist es Öl, so darf er dies nicht, wegen der Schädigung des Priesters. Beim Öl wohl deshalb, weil man es zum Brennen verwenden kann, auch Wein kann man ja zum Sprengen verwenden!? Wolltest du erwidern, das Sprengen sei keine Verwendung, so sagte ja Šemuél im Namen R. Ḥijas, man trinke einen Log um einen Sela͑ und sprenge einen Log um zwei163Man gebe für Wein zum Sprengen mehr aus als für Wein zum Trinken.Sela͑!? –", "Hier handelt es sich um neuen164Der zum Sprengen nicht geeignet ist.. – Man kann ihn ja alt werden lassen!? – Man könnte zu einem Verstoße kommen165Davon trinken.. –", "Auch beim Öl könnte man ja zu einem Verstoße kommen!? – Man tue es in ein schmutziges Gefäß. – Auch den Wein kann man ja in ein schmutziges Gefäß tun!? – Wenn man ihn sogar zum Sprengen verwenden will, wie sollte man ihn in ein schmutziges Gefäß tun!?", "Über den Verstoß selbst166Ob man darauf Rücksicht nehmen muß.[streiten] Tannaim, denn es wird gelehrt: Wenn ein Faß Wein von Hebe unrein geworden ist, so muß er, wie die Schule Šammajs sagt," ], [ "vollständig fortgegossen werden; die Schule Hillels sagt, er könne zum Sprengen verwendet werden. R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Ich werde den Ausschlag geben: in der Wohnung werde er zum Sprengen verwendet, auf dem Felde167Wo er zum Sprengen nicht zu verwenden ist.werde er vollständig fortgegossen.", "Manche lesen: Alter werde zum Sprengen verwendet, neuer werde fortgegossen. Man erwiderte ihm: Eine dritte Ansicht ist nicht ausschlaggebend168Wenn 2 Personen 2 verschiedene Ansichten vertreten, u. ein anderer sich der einen Ansicht anschließt, so ist dies eine Entscheidung, denn nunmehr sind es 2, die die eine Ansicht vertreten; wenn aber der 3. eine Ansicht für sich vertritt, die sich mit keiner der beiden deckt, so ist der Streit nur erweitert, jedoch nicht entschieden. RJ. vertritt hierbei eine Ansicht für sich, da jene von Haus u. Feld, bezw. altem und neuem nichts erwähnen..", "WENN ER ABER ZU IHM SAGT: ICH WILL DEINES RETTEN &c. Weshalb169Braucht er ihm den Wein zu ersetzen.denn, sollte er doch sagen: ich habe dich nur angeführt!?", "Es wird ja auch gelehrt: Wenn jemand aus dem Gefängnisse flüchtet und an eine Fähre herankommt, und [zum Fährmann] sagt: nimm einen Denar und setze mich hinüber, so hat dieser nur seinen Lohn zu beanspruchen. Demnach kann er zu ihm sagen: er habe ihn nur angeführt, ebenso sollte auch dieser sagen, er habe ihn nur angeführt!? –", "Dies gleicht vielmehr dem Schlußsatze: wenn er aber zu ihm gesagt hat: nimm diesen Denar als Lohn und setze mich hinüber, so muß er ihm den Lohn vollständig geben. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze!? Rami b. Ḥama erwiderte: Hier wird von einem Fischer gesprochen, der beim Fischfangen (aus dem Meere) ist; er kann zu ihm sagen: du hast mich um einen Zuz Fische gebracht170Er hat wegen des entgangenen Gewinnes den versprochenen Lohn als Entschädigung zu beanspruchen, u. um eine Entschädigung handelt es sich auch in unserer Mišna..", "WENN EIN STROM SEINEN ESEL UND DEN ESEL SEINES NÄCHSTEN FORTSCHWEMMT, SEINER IST EINE MINE WERT &C. Und [beides] ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur da171Wenn er seinen Wein ausgießt.muß er ihm, wenn er es vereinbart hat, alles ersetzen, weil er den Schaden mit Händen anrichtet, wenn es aber von selber erfolgt, habe er ihm nur den Lohn zu zahlen.", "Und würde er nur den Schlußsatz gelehrt haben, [so könnte man glauben,] nur hierbei braucht er ihm, wenn er nichts vereinbart hat, nur den Lohn zu zahlen, weil der Schaden von selber erfolgt ist, wenn er ihn aber mit Händen anrichtet, müsse er ihm alles ersetzen. Daher ist [beides] nötig.", "R. Kahana fragte Rabh: Wie ist es, wenn er hinabgestiegen ist, um [den Esel des anderen] zu retten, und seiner von selbst heraufgekommen ist? Dieser erwiderte: Im Himmel erbarmte man sich172Der andere hat ihm trotzdem den Ersatz seines Esels zu zahlen; der von selbst heraufgekommene Esel gilt für ihn als Fund.seiner.", "So ereignete es sich einst, daß R. Saphra mit einer Karawane reiste, der ein Löwe folgte; jede Nacht gab ihm einer von ihnen einen Esel, den er fraß; als die Reihe an R. Saphra kam, gab er ihm ebenfalls seinen Esel, den er aber nicht fraß. Da beeilte sich R. Saphra und eignete ihn sich an.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Wozu brauchte er ihn sich anzueignen, zugegeben daß er ihn für den Löwen aufgegeben hatte, aber für jeden anderen hatte er ihn ja nicht173Er blieb sein Eigentum.aufgegeben!? Dieser erwiderte: R. Saphra tat dies nur als besondere Maßnahme174Um jedem Zweifel zu entgehen..", "Rabh fragte Rabbi: Wie ist es, wenn er hinabgestiegen ist, um [den Esel des anderen] zu retten und ihn nicht gerettet hat? Dieser erwiderte: Auch eine Frage!? Er hat nur seinen Lohn zu beanspruchen.", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand einen Löhner gemietet hat," ], [ "um für einen Kranken Kohl oder Pflaumen zu holen, und dieser ihn tot oder gesund175Sodaß der Auftrag nunmehr zwecklos ist.vorfindet, so hat er ihm seinen vollständigen Lohn zu zahlen!?", "Dieser erwiderte: Es ist ja nicht gleich; dieser hat seinen Auftrag ausgeführt, jener hat seinen Auftrag nicht ausgeführt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Karawane in der Wüste reist und eine Räuberbande sie überfällt und sie ausplündern will, so rechne man176Wenn die Mitglieder der Karawane sich mit den Räubern geeinigt haben, an diese eine Lösesumme zu zahlen.nach dem Vermögen und nicht nach den Seelen;", "mieten sie einen Führer, der sie führt, so rechne man auch nach den Seelen, doch ändere man nicht vom Brauche177In zweifelhaften Fällen richte man sich nach dem ortsüblichen Brauche.der Eseltreiber.", "Die Eseltreiber dürfen vereinbaren, daß, wenn einer seinen Esel verliert, man ihm einen anderen stelle; erfolgt es durch Fahrlässigkeit, so stelle man ihm nicht, wenn ohne Fahrlässigkeit, so stelle man ihm wohl. Sagt er, daß man ihm [das Geld] gebe, er wolle selber einen kaufen, so höre man auf ihn nicht178Da er an der Bewachung gleichmäßig beteiligt sein muß.. –", "Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er einen anderen Esel hat; man könnte glauben, er hat ja diesen zu bewachen, so lehrt er uns, denn die Bewachung von einem ist ganz anders als die Bewachung von zweien.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn ein auf dem Meere schwimmendes Schiff von Wellen bedroht wird und man dieserhalb Last auswirft, so rechne man nach dem Gewichte und nicht nach dem Werte; jedoch ändere man nicht vom Brauche der Schiffer.", "Die Schiffer dürfen vereinbaren, daß, wenn einer ein Schiff verliert, man ihm ein anderes Schiff stelle; verliert er es durch Fahrlässigkeit, so stelle man ihm nicht, wenn ohne Fahrlässigkeit, so stelle man ihm wohl. Trennt er sich nach einer Stelle, wo die Schiffe nicht fahren, so stelle man ihm nicht. –", "Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn sie im Nisan179Wo das Wasser der Flüsse seinen Hochstand erreicht.in einer Entfernung180Vom Ufer.von einem Knoten181Eigentl. Strick, Leine.und im Tišri in einer Entfernung von zwei Knoten gehen, und er im Nisan den Weg vom Tišri nimmt; man könnte glauben, man sage, er habe seinen gewohnten Weg eingehalten, so lehrt er uns.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn eine Karawane in der Wüste reist und eine Räuberbande gekommen ist und sie ausgeplündert hat, und einer es182Das geplünderte Gut.gerettet, so hat er es für alle183Jeder erhält das seinige zurück.gerettet; wenn er aber gesagt hat: ich rette es nur für mich, so hat er es nur für sich gerettet. –", "In welchem Falle: war es zu retten, so sollte es doch auch im Schlußsatze allen184Da die Eigentümer den Besitz nicht aufgegeben haben.gehören, und war es nicht zu retten, so sollte es doch auch im Anfangsatze ihm allein185Daß das gerettete Vermögen als Freigut zu betrachten ist.gehören!?", "Rami b. Ḥama erwiderte: Hier handelt es sich um Gesellschafter, und in einem solchen Falle186Wenn Verlust vorliegt.ist ein Gesellschafter auch ohne Zustimmung seines Genossen zur Teilung [des Vermögens] berechtigt; sagte er es187Er wolle nur für sich retten., so hat er es geteilt, sagte er es nicht, so hat er es nicht geteilt.", "Raba erklärte: Hier handelt es sich um einen Löhner, und zwar nach der Lehre Rabhs, denn Rabh sagte, ein Löhner könne zurücktreten selbst in der Mitte des Tages,", "und solange er nicht zurückgetreten ist, befinde er sich im Besitze des Eigentümers188Wenn er etwas rettet, so gehört es dem Arbeitgeber; sagt er aber, er rette es für sich, so tritt er damit aus dem Dienste seines Arbeitgebers aus u. das Gerettete gehört als Freigut ihm.. Zurücktreten kann er nur aus folgendem Grunde: es heißt: 189Num. 25,55.denn die Kinder Jisraél gehören mir als Sklaven an, nicht aber sollen sie Sklaven von Sklaven sein.", "R. Aši erklärte: Wenn es nur mit Mühe zu retten war; hat er seine Absicht190Daß er es für sich retten wolle, u. die Eigentümer dazu nichts sagten, so ist anzunehmen, daß sie sich davon losgesagt hatten.geäußert, so gehört es ihm, hat er seine Absicht nicht geäußert, so gehört es allen.", "v,1 WENN jemand von seinem NÄCHSTEN EIN FELD GERAUBT HAT UND GEWALTTÄTER ES IHM WEGGENOMMEN HABEN, SO KANN ER, WENN DIES EINE LANDPLAGE IST, ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES; IST DEES ABER WEGEN DES RÄUBERS ERFOLGT, SO MUSS ER IHM EIN ANDERES FELD ZUSTELLEN.", "GEMARA. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wer masiqin191Das im Texte gebrauchte Wort für Gewalttäter, v. מסק bezw. צוק drücken, pressen abgeleitet.liest, hat nicht unrecht, und wer meçiqin191Das im Texte gebrauchte Wort für Gewalttäter, v. מסק bezw. צזק drücken, pressen abgeleitet.liest, hat nicht unrecht. Wer meçiqin liest, hat nicht unrecht, denn es heißt:192Dt. 28,55.in Bedrängung und Bedrückung [maçoq];", "und wer masiqin liest, hat ebenfalls nicht unrecht, denn es heißt:193Ib. V. 42.wird die Grille in Besitz nehmen, was mit saqaáh194Eigentl. der Räuber, der die Pflanzen plündertübersetzt wird.", "IST DIES ABER WEGEN DES RÄUBERS ERFOLGT, SO MUSS ER &c. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie nur seine Grundstücke und keine anderen fortgenommen haben, so geht dies ja hervor aus dem Anfangsatze: wenn dies eine Landplage ist &c., sonst aber nicht195Wenn dies keine Landplage ist, muß er ihm also ein anderes Feld zustellen.!? –", "In dem Falle, wenn er auf dieses gezeigt196Hier wird nicht von dem Falle gesprochen, wenn er selbst das Feld geraubt hat, sondern wenn er Exekutionsbeamten od. Requisiteuren dies gezeigt hat u. sie es konfisziert haben.hat. Eine andere Lesart: Hier handelt es sich um den Fall, wenn Nichtjuden ihn gezwungen haben, ihnen Grundstücke zu zeigen, und er unter anderen auch auf dieses gezeigt hat.", "Einst zeigte jemand auf einen Weizenhaufen des Exilarchen, und als er darauf vor R. Naḥman kam, verurteilte er ihn, Schadenersatz zu leisten. R. Joseph saß hinter R. Hona b. Ḥija, und dieser saß vor R. Naḥman. Da sprach R. Hona b. Ḥija zu R. Naḥman: Ist dies rechtlich197Daß ein Angeber Schadenersatz zu leisten hat.oder nur eine Buße198Die RN. aus bestimmten Gründen diesem auferlegt hat; wie zBs. ob. Fol. 96b.?", "Dieser erwiderte: Dies ist unsere Mišna, denn wir haben gelernt: ist dies aber wegen des Räubers erfolgt, so muß er ihm ein anderes Feld zustellen, und dies wird auf den Fall bezogen, wenn er auf dieses gezeigt hat. Als er hinausging, sprach R. Joseph zu R. Hona b. Ḥija: Welche Bedeutung hat es für dich," ], [ "ob dies rechtlich oder nur eine Buße ist? Dieser erwiderte: Ist dies rechtlich, so ist hiervon [auf andere Fälle] zu folgern, und ist dies nur eine Buße, so ist hiervon nichts zu folgern. –", "Woher entnimmst du, daß von einer Buße nichts zu folgern sei? – Es wird gelehrt: Früher hatten sie es200Daß Schadenersatz zu zahlen sei auch in Fällen, wenn die Schädigung nicht zu merken ist.nur von der Verunreinigung201Fremder Speisen; vgl. S. 13 Anm. 80.und von der Libation202Vgl. das. Anm. 82.bestimmt, später traten sie zurück und bestimmten es auch von der Bemischung203Vgl. das. Anm. 81..", "Nur weil sie zurücktraten, sonst aber nicht204Man würde nicht gefolgert haben, daß man dieserhalb schuldig sei, wie man auch wegen jener unsichtbaren Schädigungen schuldig ist.; doch wohl deshalb, weil dies205Der Ersatz für eine unsichtbare Schädigung.nur eine Buße, und von einer Buße nichts zu folgern ist. –", "Nein, früher waren sie der Ansicht, man berücksichtige nur eine große206Bei der Verunreinigung u. Libation ist der Schaden bedeutend, weil die Speisen, bezw. der Wein dann zum Genüsse verboten sind, dagegen ist bei der Bemischung der Schaden nur gering, weil dadurch die Speisen nicht verboten werden, sondern nur im Preise sinken.Schädigung, nicht aber eine kleine206Bei der Verunreinigung u. Libation ist der Schaden bedeutend, weil die Speisen, bezw. der Wein dann zum Genüsse verboten sind, dagegen ist bei der Bemischung der Schaden nur gering, weil dadurch die Speisen nicht verboten werden, sondern nur im Preise sinken.Schädigung, später aber bekannten sie sich zur Ansicht, man berücksichtige auch eine kleine Schädigung. –", "Dem ist ja aber nicht so, der Vater R. Abins lehrte ja: Früher hatten sie dies nur von der Verunreinigung und der Bemischung bestimmt, später traten sie zurück und bestimmten es auch von der Libation. Nur weil sie zurücktraten, sonst aber nicht;", "doch wohl deshalb, weil von einer Buße nichts zu folgern ist!? –", "Nein, anfangs waren sie der Ansicht R. Abins, später aber bekannten sie sich zur Ansicht R. Jirmejas.", "Anfangs waren sie der Ansicht R. Abins, denn R. Abin sagte, wenn jemand einen Pfeil vier Ellen schleudert207Am Šabbath, an dem das Werfen eines Gegenstandes auf eine Entfernung von 4 Ellen verboten u. mit der Todesstrafe belegt ist.und dieser im Fluge Seidenstoffe zerreißt, sei er ersatzfrei, da die Fortnahme zum Zwecke des Niederlegens208Die Transportation am Šabbath ist nur dann strafbar, wenn eine Fortnahme (des betr. Gegenstandes) u. eine Niederlegung erfolgt ist, somit sollte er in diesem Falle eigentlich für den Schaden ersatzpflichtig sein, da dieser vor der Straffälligkeit, die erst beim Niederlegen eingetreten ist, erfolgt ist, u. die Todesstrafe den Delinquenten von der Geldzahlung nur in dem Falle befreit, wenn es eine Handlung ist, durch die er beiden Strafarten verfällt; da aber beim Werfen eines Pfeiles nur die Niederlassung desselben bezweckt wird, u. die Fortnahme nur zu diesem Behufe erfolgt, so tritt die Straffälligkeit schon bei der Fortnahme ein.erfolgt ist, und er somit der Todesstrafe verfällt209Dasselbe gilt auch von der Libation: man sage nicht, der Libierende habe den Wein schon beim Hochheben geeignet u. sei ersatzpflichtig, u. erst später, bei der Libation, trete die hierauf gesetzte Todesstrafe ein, vielmehr tritt die Todesstrafe schon beim Hochheben ein, da dies zum Zwecke der Libation erfolgt ist, somit ist er wegen der gleichzeitig erfolgten Schädigung ersatzfrei..", "Später aber bekannten sie sich zur Ansicht R. Jirmejas, denn R. Jirmeja sagte, daß er schon bei der Aneignung [des Weines]210Sobald er ihn hochhob.ersatzpflichtig war, während er der Todesstrafe erst bei der Libation verfällt.", "R. Hona b. Jehuda kam einst in die Ebjonitenstadt211So nach manchen Erklärungen; viell, aber Eigenname eines Ortes.und besuchte Raba. Da fragte ihn dieser: Hattest du einen Rechtsfall vor? Jener erwiderte: Ich hatte folgenden Fall vor; ein Jisraélit, den Nichtjuden dazu gezwungen hatten, zeigte auf fremdes Geld, und ich verurteilte ihn.", "Da sprach dieser: Geh, zahle es zurück, denn es wird gelehrt, wenn Nichtjuden einen Jisraéliten dazu gezwungen haben und er auf fremdes Geld gezeigt hat, sei er frei, und wenn er es mit der Hand genommen und gegeben hat, sei er schuldig.", "Rabba sagte: Wenn er aber freiwillig gezeigt hat, so ist es ebenso als würde er es mit der Hand genommen und gegeben haben.", "Einst zeigte ein Mann, den Nichtjuden dazu gezwungen hatten, auf den Wein R. Maris, des Sohnes des R. Pinḥas, des Sohnes R. Ḥisdas. Darauf sprachen sie zu ihm: Trag ihn und komm mit uns. Da trug er ihn und ging mit ihnen. Als er hierauf vor R. Aši kam, befreite er ihn212Vom Ersätze..", "Die Jünger sprachen zu R. Aši: Es wird ja gelehrt, wenn er mit der Hand genommen und gegeben hat, sei er ersatzpflichtig!? Dieser erwiderte: Dies nur dann, wenn er ihn nicht heranführt213Sondern er dem Gewalttäter das fremde Eigentum nur angegeben hat., hierbei aber, wo er sie herangeführt hat, galt er schon von Anfang an214Seit der Zeit, wo die Nichtjuden den Gegenstand gesehen haben, gilt er als verbrannt, als für den Eigentümer nicht mehr existierend, u. jener hatte nicht das Eigentum dos Jisraéliten getragen, sondern das der Nichtjuden.als verbrannt.", "R. Abahu wandte gegen R. Aši ein: Wenn ein Gewalttäter zu einem sagt, daß er ihm dieses Garbenbündel oder diese Weinrebe reiche, und er sie ihm reicht, so ist er ersatzpflichtig!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie an zwei Seiten eines Flusses215Der andere könnte es allein nicht erreichen.standen.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: reiche mir, er lehrt aber nicht: gib mir. Schließe hieraus.", "Einst stritten zwei Leute über ein Netz; einer sagte, es gehöre ihm, und der andere sagte, es gehöre ihm. Da ging einer von ihnen und lieferte es dem Prohegemon216So (פרהגמונא) in manchen Texten.[des Königs] aus. Da entschied Abajje: Er kann sagen, er habe das seine ausgeliefert. Hierauf sprach Raba zu ihm: Das soll man ihm glauben!? Vielmehr, sagte Raba, tue man ihn in den Bann, bis er vor Gericht erscheint.", "Einst wollte jemand auf das Stroh seines Nächsten zeigen, und als er dieserhalb vor Rabh kam, sprach dieser: Du sollst es nicht, durchaus nicht zeigen. Jener erwiderte: Ich zeige es, wohl zeige ich es. Da stand R. Kahana, der vor Rabh saß, auf und brach ihm das Genick.", "Da sprach Rabh darüber:217Jes. 51,20. Deine Söhne lagen verschmachtet an allen Straßenecken, wie ein Büffel im Netze; wie ein Büffel, sobald er im Netze liegt, nicht mehr geschont wird, so wird auch das Geld Jisraéls, sobald es Nichtjuden in die Hände gefallen ist, nicht mehr218Er hat also recht gehandelt, daß er den Angeber getötet hat.geschont.", "Hierauf sprach Rabh zu ihm: Kahana, bisher waren die Griechen [an der Herrschaft], die auf Blutvergießen nicht achteten, jetzt aber sind die Perser219So richtig nach fast allen anderen Texten; gemeint sind hier die Sassaniden, die der Partherherrschaft ein Ende machten u. das neupersische Reich begründeten.[an der Herrschaft], die auf Blutvergießen achten und rufen: Mord, Mord! Mache dich auf und fliehe nach dem Jisraéllande, und nimm auf dich, sieben Jahre gegen R. Joḥanan220Dessen Lehrhaus er beziehen sollte.nicht zu replizieren.", "Als er da hinkam, traf er Reš Laqiš an, wie er den Jüngern die Tagesvorlesung erörterte. Da sprach er zu ihnen: Wo ist Reš Laqiš? Diese fragten ihn: Wozu? Er erwiderte: Dies ist einzuwenden221Gegen die eben vorgetragenen Lehren.und das ist einzuwenden, dies ist zu erwidern und das ist zu erwidern. Da meldeten sie es Reš Laqiš, und Reš Laqiš ging und sprach zu R. Joḥanan: Ein Löwe ist aus Babylonien heraufgekommen; möge der Meister sich für die nächste Vorlesung vorbereiten.", "Am folgenden Tage setzten sie ihn in die erste Reihe, vor R. Joḥanan; dieser trug eine Lehre vor, er aber replizierte nichts, eine zweite Lehre, und er replizierte ebenfalls nichts. [Allmählich] setzte er ihn sieben Reihen tiefer, bis er in die letzte Reihe kam. Da sprach R. Joḥanan zu Reš Laqiš: Aus dem Löwen, von dem du gesprochen hast, ist ein Fuchs geworden.", "Hierauf sprach [R. Kahana]: Möge es der Wille [Gottes] sein, daß diese sieben Reihen anstelle der sieben Jahre treten, die Rabh mir auferlegt hat. Alsdann stand er auf und sprach: Mag nun der Meister von vorn anfangen. Da trug er eine Lehre vor, und jener replizierte dagegen; darauf setzte er ihn eine Reihe höher; hierauf trug er eine zweite Lehre vor, und jener replizierte wiederum.", "R. Joḥanan saß auf sieben Teppichen, und jedesmal, wenn er eine Lehre vortrug und jener dagegen replizierte222Und dieser darauf nicht erwidern konnte., zog man ihm einen fort, bis alle Teppiche unter ihm fortgezogen waren und er auf der Erde saß. R. Joḥanan war ein sehr alter Mann und hatte herabhängende Augenbrauen; da sprach er zu ihnen: Hebt mir die Augen[brauen] hoch, damit ich ihn sehen kann. Da hoben sie sie ihm mit einem silbernen Schminkstifte hoch.", "[R. Kahana] hatte gespreizte Lippen, und als dieser ihn sah, glaubte er, er lache über ihn, und grämte sich darüber; da wurde jener schwach, und seine Seele kehrte zur Ruhe ein. Am folgenden Tage sprach R. Joḥanan zu den Jüngern: Habt ihr gesehen, was der Babylonier getan hat!? Diese erwiderten ihm: Das ist seine Art223Er hatte auseinandergespreizte Lippen und lachte in Wirklichkeit nicht.. Darauf ging er zu seiner Gruft hin und sah" ], [ "sie von einer Schlange umschlungen. Da sprach er: Schlange, Schlange, öffne deinen Mund224Handschriften haben: öffne die Tür; nach der Lesart unseres Textes hielt die Schlange den Schwanz im Munde u. lag wie ein Kreis vor dem Eingange der Gruft., damit der Lehrer zu seinem Schüler hineingehen könne. Sie öffnete ihn aber nicht. – Damit der Kollege zu seinem Kollegen hineingehen könne. Sie öffnete ihn aber nicht. – Damit der Schüler zu seinem Lehrer hineingehen könne. Da öffnete sie ihn. Alsdann flehte er um Erbarmen und ließ ihn auferstehen.", "Hierauf sprach er zu ihm: Hätte ich gewußt, daß dies die Art des Meisters ist, würde ich mich darüber nicht gegrämt haben; nun mag der Meister zu uns kommen. Dieser erwiderte: Kannst du erflehen, daß ich nicht mehr sterbe, so gehe ich, sonst aber gehe ich nicht; da die Stunde nun vorüber ist, so ist sie vorüber.", "Dieser aber erweckte ihn und befragte ihn über alle Zweifel, die er hatte, und er entschied sie ihm. Das ist es, was R. Joḥanan sagte: Ich glaubte, sie gehöre euch, sie gehört aber ihnen225Die Babylonier sind in der Tora kundiger als die Palästinenser..", "Einst zeigte jemand auf ein Seidengewand R. Abbas. Da saßen226Sie verhandelten über diesen Fall.R. Abahu, R. Ḥanina b. Papi und R. Jiçḥaq der Schmied, und auch R. Ilea͑ saß neben ihnen.", "Sie glaubten, ihn verurteilen zu müssen, wie dies aus folgender Lehre hervorgeht. Wenn [ein Richter] eine Entscheidung getroffen und dem Unrechthabenden Recht und dem Rechthabenden Unrecht gegeben hat, oder das Reine als unrein und das Unreine als rein erklärt hat, so ist seine Entscheidung gültig, er aber muß aus seiner Tasche bezahlen227Obgleich die Schädigung nur durch Worte, durch die falsche Entscheidung erfolgt ist..", "Da sprach R. Ilea͑ zu ihnen: Hierzu sagte aber Rabh, dies gelte nur von dem Falle, wenn er mit der Hand genommen228Vgl. S. 347 Anm. 166.und gegeben hat. Sie erwiderten ihm: Wende dich an R. Šimo͑n b. Eljaqim und an R. Elea͑zar b. Pedath, nach welchen man wegen der Verursachung229Eines Schadens.schuldig ist.", "Als er zu ihnen kam, verurteilten sie ihn, was sie aus folgender Mišna entnahmen: ist dies aber wegen des Räubers erfolgt, so muß er ihm ein anderes Feld zustellen, und dies wird auf den Fall bezogen, wenn er auf dieses gezeigt hat.", "Einst wurde einem ein silberner Becher in Verwahrung gegeben, und als darauf Diebe bei ihm einstiegen, nahm er diesen und gab ihn ihnen. Als er hierauf vor Rabba kam, befreite er ihn. Abajje sprach zu ihm: Dieser rettete sich ja mit fremdem Gelde!? Vielmehr, sagte R. Aši, wir sehen nun; ist es ein reicher Mann, so sind sie seinetwegen230Er hat sich also mit fremdem Gelde gerettet u. ist ersatzpflichtig.gekommen, wenn aber nicht, so sind sie wegen des Bechers gekommen231Für den er nicht haftbar ist..", "Einst wurde einem ein Beutel mit Geld zur Auslösung von Gefangenen in Verwahrung gegeben, und als darauf Diebe bei ihm einstiegen, nahm er diesen und gab ihn ihnen. Als er hierauf vor Raba kam, befreite er ihn. Abajje sprach zu ihm: Dieser rettete sich ja mit fremdem Gelde!? Dieser erwiderte: Du hast ja keine wichtigere Gefangenenauslösung als diese.", "Einst brachte jemand einen Esel auf eine Fähre bevor die Leute aus dieser ausgestiegen waren, und diese drohte unterzugehen; da kam ein Mann und lenkte den Esel dieses Mannes und stieß ihn ins Wasser, daß er ertrank. Als er hierauf vor Rabba kam, befreite er ihn. Abajje sprach zu ihm: Dieser rettete sich ja mit fremdem Gelde!? Dieser erwiderte: Jener232Der Besitzer des Esels, der Menschenleben in Gefahr brachte.galt von Anfang an als Verfolger.", "Rabba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Rabba sagte: Wenn jemand einen verfolgt, um ihn zu töten, und [im Laufen] Gefäße zerbricht, einerlei ob sie dem Verfolgten oder einem Fremden gehören, so ist er ersatzfrei, denn er hat sein Leben verwirkt233Da jeder den Verfolger töten darf.;", "wenn aber der Verfolgte [im Laufen] Gefäße zerbricht, so ist er, wenn sie dem Verfolger gehören, ersatzfrei, weil ihm sein Geld nicht lieber sein darf als sein Leben234Wenn er durch die Verfolgung sein Leben preisgegeben hat (vgl. Anm. 233), so hat er sein Eigentum erst recht preisgegeben., wenn sie aber Fremden gehören, so ist er ersatzpflichtig, weil es verboten ist, sich mit fremdem Gelde zu retten.", "Wenn aber jemand einen Verfolger verfolgt, um [den Verfolgten] zu retten, und [im Laufen] Gefäße zerbricht, so ist er ersatzfrei, einerlei ob sie dem Verfolgten oder einem Fremden gehören; aber nicht etwa rechtlich, sondern weil niemand, wenn dem nicht so wäre, einen Menschen vor dem Verfolger retten wollen würde.", "v,2 HAT EIN STROM ES235Das geraubte Feld.ÜBERSCHWEMMT, SO KANN ER ZU IHM SAGEN: DA HAST DU DEINES.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld geraubt und ein Strom es überschwemmt hat, so muß er ihm ein anderes Feld zustellen – so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, er könne zu ihm sagen: da hast du deines. –", "Worin besteht ihr Streit? – R. Elie͑zer wendet hierbei [die Regel von der] Einschließung und Ausschließung an: [es heißt:]236Lev. 5,21.und er seinem Nächsten ableugnet, einschließend, Verwahrtes, ausschließend, von allem anderen, worüber er einen falschen Eid leistet, wiederum einschließend;", "also einschließend, ausschließend und einschließend, und dies schließt alles ein. Eingeschlossen237Bei diesem Gesetze, hinsichtlich des Schwures u. der Rückerstattung.ist somit jede Sache,", "ausgeschlossen sind Schuldscheine238Die an sich keine Wertgegenstände sind..", "Die Rabbanan aber wenden hierbei [die Regel von] der Generalisierung und Spezialisierung an: und ableugnet, generell, Verwahrtes, speziell, oder von allem, wiederum generell; also eine Generalisierung, Spezialisierung und Generalisierung, wobei man sich nach dem Speziellen zu richten hat:", "wie das Speziellgenannte beweglich und an sich Geld ist, ebenso auch alles andere, was beweglich und an sich Geld ist; ausgenommen sind somit Grundstücke, die nicht beweglich sind, ausgenommen sind Sklaven, die Grundstücken gleichen, und ausgenommen sind Schuldscheine, die, obgleich beweglich, an sich kein Geld sind. –", "Es wird ja aber auch gelehrt: Wenn jemand eine Kuh geraubt und ein Strom sie fortgeschwemmt hat, so muß er ihm eine andere Kuh zustellen – so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, er könne zu ihm sagen: da hast du deines. Worüber streiten sie hierbei239Wo es sich um eine bewegliche Sache handelt.!?", "R. Papa erwiderte: Da handelt es sich um den Fall, wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld" ], [ "mit einer darauf liegenden Kuh geraubt240Er aber diese nicht an sich gezogen hat; nach RE., nach dem ein Grundstück geraubt werden kann, ging mit dem Felde auch die Kuh in seinen Besitz über (cf. supra Fol. 12a), nach den Rabbanan dagegen ging weder das eine noch das andere in seinen Besitz über.und ein Strom es überschwemmt hat; hierbei vertritt R. Elie͑zer seine Ansicht und die Rabbanan vertreten ihre Ansicht.", "vi WENN JEMAND ETWAS VON SEINEM NÄCHSTEN IN EINER BEWOHNTEN GEGEND GERAUBT ODER GELIEHEN ODER ZUR VERWAHRUNG ERHALTEN HAT, SO DARF ER ES IHM NICHT IN DER WÜSTE ZURÜCKGEBEN; WENN ABER MIT DER VEREINBARUNG, IN DIE WÜSTE AUSZUREISEN, SO DARF ER ES IHM IN DER WÜSTE ZURÜCKGEBEN.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Ein Darlehen kann überall zurückerstattet werden. Verlorenes und Verwahrtes können nur da zurückerstattet werden, wo sie sich befinden!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: ein Darlehen kann überall zurückverlangt241Nur auf Wunsch des Gläubigers.werden, Verlorenes und Verwahrtes können nur da zurückverlangt werden, wo sie sich befinden.", "MIT DER VEREINBARUNG, IN DIE WÜSTE AUSZUREISEN. Selbstverständlich242Daß er es ihm, falls sie dies vereinbart haben, da zurückgeben könne.!? – In dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat: ich lasse dir dies zur Verwahrung, da ich in die Wüste reise, und dieser ihm erwidert hat: ich reise ebenfalls in die Wüste, und wenn ich wünschen sollte, gebe ich es dir da zurück.", "vii WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: ICH HABE ETWAS VON DIR GERAUBT, GEBORGT, ODER ZUR VERWAHRUNG ERHALTEN, WEISS ABER NICHT, OB ICH ES DIR ZURÜCKGEGEBEN HABE ODER NICHT, SO MUSS ER ES IHM BEZAHLEN; WENN ER ABER SAGT: ICH WEISS NICHT, OB ICH ES VON DIR GERAUBT, GEBORGT ODER ZUR VERWAHRUNG ERHALTEN HABE, SO BRAUCHT ER ES IHM NICHT ZU BEZAHLEN.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: ich weiß es nicht, so ist er, wie R. Hona und R. Jehuda sagen, schuldig, und wie R. Naḥman und R. Joḥanan sagen, frei.", "R. Hona und R. Jehuda sagen, er sei schuldig, denn von einer sicheren und einer unsicheren [Behauptung] ist die sichere maßgebend. R. Naḥman und R. Joḥanan sagen, er sei frei, denn man lasse das Geld im Besitze des Inhabers243Solange der Gläubiger nicht den Beweis erbracht hat.. –", "Wir haben gelernt: wenn er aber sagt: ich weiß nicht, ob ich es von dir geliehen habe, so braucht er es ihm nicht [zu bezahlen]. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jener es von ihm nicht fordert, somit spricht auch der Anfangsatz von dem Falle, wenn jener von ihm nichts verlangt, wieso ist er demnach schuldig!? Doch wohl, wenn jener es von ihm fordert, dennoch lehrt er im Schlußsatze, daß er es ihm nicht zu bezahlen brauche244Obgleich jener es mit Sicherheit behauptet.!? –", "Nein, tatsächlich wenn jener es nicht von ihm fordert, nur spricht der Anfangsatz von dem Falle, wenn er dem Himmel gegenüber seiner Pflicht genügen245Rechtlich aber ist er zur Zahlung nicht verpflichtet.will.", "Es wurde auch gelehrt: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand zu einem sagt: ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: ich weiß es nicht, so muß er, wenn er dem Himmel gegenüber seiner Pflicht genügen will, sie ihm bezahlen.", "viii WENN JEMAND EIN LAMM AUS EINER HERDE GESTOHLEN UND ES ZURÜCKGEBRACHT246Und der Eigentümer vom Diebstahle, nicht aber von der Rückgabe wußte.HAT, UND ES DARAUF VERENDET ODER GESTOHLEN WIRD, SO IST ER DAFÜR HAFTBAR247Solange dies dem Eigentümer unbekannt ist, gilt die Rückgabe als ungültig u. das Vieh befindet sich rechtlich im Besitze des Diebes.. WUSSTE DER EIGENTÜMER WEDER VOM DIEBSTAHLE NOCH VON DER RÜCKGABE, ER ZÄHLTE248Nach dem Diebstahle.DAS VIEH UND ES WAR VOLLSTÄNDIG, SO IST ER FREI.", "GEMARA. Rabh sagte: Bei Kenntnis [des Diebstahls] ist eine Inkenntnissetzung249Daß er es zurückgebracht hat; teilt er es ihm aber nicht mit, so ist er haftbar, auch wenn der Eigentümer nachher das Vieh gezählt u. es vollzählig gefunden hat.nötig, ohne Kenntnis wird er durch das Zählen haftfrei; die Worte: [er zählte das Vieh] und es war vollständig, beziehen sich auf den Schlußsatz250Wenn der Eigentümer vom Diebstahle nichts wußte; nur in diesem Falle wird er durch das Zählen von der Haftbarkeit entbunden..", "Šemuél sagte: Ob mit Kenntnis oder ohne Kenntnis wird er durch das Zählen haftfrei; die Worte: und es war vollständig, beziehen sich auf die ganze [Mišna251Der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn der Eigentümer den Diebstahl gemerkt hat, der Schlußsatz, wenn er ihn nicht gemerkt hat.].", "R. Joḥanan sagte: Bei Kenntnis wird er durch das Zählen haftfrei, ohne Kenntnis ist nicht einmal das Zählen nötig; die Worte: er zählte das Vieh und es war vollständig, beziehen sich auf den Anfangsatz.", "R. Ḥisda sagte: Bei Kenntnis wird er durch das Zählen haftfrei, ohne Kenntnis ist eine Inkenntnissetzung nötig; die Worte: er zählte das Vieh und es war vollständig, beziehen sich auf den Anfangsatz.", "Raba sagte:" ], [ "Was ist der Grund R. Ḥisdas252Die Ansichten der übrigen Autoren sind logisch begründet, dagegen ist die Ansicht RḤ.s ganz unlogisch: wenn der Eigentümer es nicht gemerkt hat, sollte doch eine Inkenntnissetzung der Rückerstattung erst recht nicht erforderlich sein.? Weil es nun an das Fortlaufen gewöhnt253Das Schaf, das einmal die Herde verlassen hatte, muß besser bewacht werden; daher muß, wenn der Eigentümer es nicht wußte, ihm dies mitgeteilt werden.ist. –", "Kann Raba dies denn gesagt haben, Raba sagte ja, wenn jemand gesehen hat, wie einer ein Lamm aus seiner Herde hochgehoben, es aber, als er ihm zurief, fortgeworfen hat, und nicht weiß, ob er es zurückgebracht hat oder nicht, und [das Lamm] verendet oder gestohlen worden ist, sei [der Dieb] verantwortlich;", "doch wohl auch, wenn er [sein Vieh] gezählt254Er muß also dem Eigentümer die Rückgabe mitteilen, obgleich dieser den Diebstahl gemerkt hat.hat!? – Nein, wenn er es nicht gezählt hat. –", "Kann Rabh dies255Daß der Dieb nur dann haftfrei werde, wenn er dem Eigentümer die Rückgabe mitteilt, oder dieser das Vieh zählt u. vollständig findet.denn gesagt haben, Rabh sagte ja, [der Dieb] habe seiner Pflicht genügt, wenn er es nach der Herde in einer Wüste256Was dem Eigentümer jedenfalls unbekannt ist.zurückgebracht hat!? R. Ḥanau b. Abba erwiderte: Rabh pflichtet bei hinsichtlich eines gefleckten257Eines durch seine Farbe auffallenden Schafes; die Rückgabe ist sofort zu merken, auch wenn das Vieh nicht gezählt wird..", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaim [streiten]. Wer ein Lamm aus einer Herde oder einen Sela͑ aus einem Beutel gestohlen hat, muß es nach derselben Stelle zurückbringen, wo er es gestohlen hat – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei eine Inkenntnissetzung des Eigentümers nötig.", "Sie glaubten, alle seien der Ansicht R. Jiçḥaqs, welcher sagt, ein Mensch pflege beständig seinen Geldbeutel zu betasten, somit streiten sie wahrscheinlich über einen Sela͑, von dem er es258Daß es gestohlen u. zurückgebracht wurde, da man stets seinen Beutel zu betasten u. den Inhalt zu zählen pflegt.wußte, und führen denselben Streit wie Rabh259Nach RJ. genügt das Zählen, übereinstimmend mit Šemuél, u. nach RA͑. muß es dem Eigentümer mitgeteilt werden, übereinstimmend mit Rabh.und Šemuél,", "und über ein Lamm, wenn er es nicht wußte, und führen denselben Streit wie R. Ḥisda260RJ. ist der Ansicht R. Joḥanans, daß wenn der Eigentümer vom Diebstahle nichts wußte, nicht einmal das Zählen erforderlich sei, RA͑. dagegen ist der Ansicht R. Ḥisdas, daß in einem solchen Falle die Rückgabe dem Eigentümer mitgeteilt werden müsse.und R. Joḥanan.", "R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: In dem Falle, wenn jemand etwas aus dem Besitze des Eigentümers gestohlen hat, sind alle der Ansicht R. Ḥisdas, sie streiten vielmehr über den Fall, wenn ein Hüter aus seinem eigenen Gebiete261Wenn er dem Eigentümer sagt, das Schaf sei gestohlen worden.gestohlen und es nach der Stelle, woher er es genommen, zurückgebracht hat. R. A͑qiba ist der Ansicht, seine Hütepflicht hat aufgehört262Er vertritt den Eigentümer nicht mehr; es genügt nicht, daß er es weiß, vielmehr muß er es dem Eigentümer mitteilen., und R. Jišma͑él ist der Ansicht, seine Hütepflicht hat nicht aufgehört.", "Es wäre anzunehmen, daß darüber, ob das Zählen ihn befreie, folgende Tannaim [streiten], denn es wird gelehrt: Wer etwas von seinem Nächsten geraubt hat und es ihm bei einer Abrechnung hineinzählt263Er zahlte ihm um den geraubten Betrag zuviel, ohne daß der andere es merkte., hat, wie das Eine lehrt, seiner Pflicht genügt, und wie ein Anderes lehrt, seiner Pflicht nicht genügt.", "Sie glaubten, alle seien der Ansicht R. Jiçḥaqs, welcher sagt, ein Mensch pflege stets seinen Geldbeutel zu betasten264Der Beraubte merkte darauf, daß er zuviel, also den geraubten Betrag, erhalten habe., somit besteht ihr Streit in folgendem: derjenige, welcher sagt, er habe seiner Pflicht genügt, ist der Ansicht, das Zählen befreie ihn, und derjenige, welcher sagt, er habe nicht genügt, ist der Ansicht, das Zählen befreie ihn nicht. –", "Ich will dir sagen, wären sie der Ansicht R. Jiçḥaqs, so würden sie alle übereinstimmen, daß das Zählen ihn befreie, aber sie streiten über die Lehre R. Jiçḥaqs; einer hält von der Lehre R. Jiçḥaqs und einer hält nichts265Der Beraubte merkte es überhaupt nicht.von der Lehre R. Jiçḥaqs.", "Wenn du willst, sage ich: beide sind sie der Ansicht R. Jiçḥaqs, dennoch widersprechen sie einander nicht, denn einer spricht von dem Falle, wenn er es abgezählt und jener es in seinen Geldbeutel gelegt hat, und einer spricht von dem Falle, wenn er es abgezählt und ihm in die Hand gelegt266Und der Empfänger legte das Geld nicht in seinen Geldbeutel, sondern in seine Kasse, u. da man diese nicht zählt, so merkte er es nicht.hat.", "Wenn du aber willst, sage ich: beide sprechen von dem Falle, wenn er es abgezählt und jener es in seinen Geldbeutel gelegt hat, nur spricht einer von dem Falle, wenn jener noch anderes Geld im Beutel hat, und einer von dem Falle, wenn er kein anderes Geld im Beutel hat267Im 1, Falle merkte er es nicht, im 2. Falle merkte er es wohl..", "ix MAN DARF VON HIRTEN KEINE WOLLE, KEINE MILCH UND KEINE BÖCKCHEN, UND VON OBSTWÄCHTERN KEIN HOLZ UND KEINE FRÜCHTE268Weil anzunehmen ist, daß sie es gestohlen haben.KAUFEN, \n", "WOHL ABER DARF MAN VON FRAUEN WOLLENE GEWÄNDER IN JUDÄA, LINNENE GEWÄNDER IN GALILÄA UND KÄLBER IN ŠARON269Name einer Gegend (eigentl. flaches Land, Ebene) in Palästina, wo wegen der vortrefflichen Wiesen das Vieh sehr billig war; nach anderer Erklärung: Kälber, die auf freien Plätzen weiden, die voraussichtlich nicht von einem Diebstahle herrühren.KAUFEN. SAGEN SIE ABER. DASS MAN ES GEHEIM HALTE, SO IST ES VERBOTEN. EIER UND HÜHNER DARF MAN ÜBERALL KAUFEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf von Hirten weder Ziegen noch Böckchen noch Schurwolle noch Rupfwolle kaufen, wohl aber darf man von ihnen genähte [Gewänder] kaufen, weil sie ihnen270Selbst wenn sie von einem Diebstahle herrühren, da sie sie durch die Umarbeitung geeignet haben.gehören. Milch und Käse darf man von ihnen in der Wüste271Wo der Eigentümer sie ihnen gewöhnt, überläßt.kaufen, nicht aber in einer bewohnten Gegend.", "Man darf ferner von ihnen vier oder fünf Schafe oder Wolle von vier oder fünf [Schafen] kaufen, nicht aber zwei Schafe oder Wolle von zwei [Schafen].", "R. Jehuda sagt, im Hause gezüchtete272Deren Abhandenkommen der Eigentümer merken muß.darf man von ihnen kaufen, in der Wüste gezüchtete darf man von ihnen nicht kaufen. Die Regel hierbei ist: wenn der Eigentümer merken kann, daß der Hirt es verkauft hat, so darf man es von ihnen kaufen, wenn er es nicht merken kann, so darf man es von ihnen nicht kaufen.", "Der Meister sagte: Man darf von ihnen vier oder fünf Schafe oder Wolle von vier oder fünf [Schafen] kaufen. Wenn man vier kaufen darf, um wieviel mehr fünf!? R. Ḥisda erwiderte: Vier von fünf. Manche lesen: R. Ḥisda erwiderte: Vier von einer kleinen Herde, fünf von einer großen Herde. –", "Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es: vier oder fünf Schafe oder Wolle von vier oder fünf [Schafen], demnach drei nicht, dagegen heißt es im Schlußsatze: nicht aber zwei Schafe, demnach darf man drei kaufen!? –", "Dies ist kein Widerspruch; eines gilt von fetten, und eines gilt von mageren273Letztere sind weniger wertvoll u. der Eigentümer beobachtet sie nicht sehr, er merkt nur das Fehlen einer größeren Anzahl..", "«R. Jehuda sagt, im Hause gezüchtete darf man von ihnen kaufen, in der Wüste gezüchtete darf man von ihnen nicht kaufen &c.» Sie fragten: Bezieht sich R. Jehuda auf den Anfangsatz, erschwerend, oder bezieht er sich auf den Schlußsatz, erleichternd?", "Bezieht er sich auf den Anfangsatz, erschwerend, denn in diesem heißt es, man dürfe von ihnen vier oder fünf Schafe kaufen, und hierzu sagt er, dies gelte nur von im Hause gezüchteten, während man in der Wüste gezüchtete auch nicht vier oder fünf kaufen dürfe; oder aber bezieht er sich auf den Schlußsatz, er leichternd, denn in diesem heißt es, nicht aber zwei Schafe oder Wolle von zwei [Schafen], und hierzu sagt er, dies gelte nur von in der Wüste gezüchteten, während man im Hause gezüchtete auch zwei kaufen dürfe? –", "Komm und höre: Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man darf von ihnen im Hause gezüchtete kaufen, nicht aber in der Steppe gezüchtete; überall aber darf man von ihnen vier oder fünf Schafe kaufen." ], [ "Da er nun sagt: überall, so ist hieraus zu entnehmen, daß er sich auf den Schlußsatz beziehe, erleichternd. Schließe hieraus.", "UND VON OBSTWÄCHTERN KEIN &C. Einst kaufte Rabh Weinranken von einem Quotenpächter; da sprach Abajje zu ihm: Es wird ja gelehrt: und von Obstwächtern kein Holz und keine Früchte!? Dieser erwiderte: Dies gilt nur von einem Wächter, der an diesen nicht beteiligt ist, bei einem Quotenpächter aber, der an diesen beteiligt ist, ist anzunehmen, daß er von seinem verkauft.", "Die Rabbanan lehrten: Von Obstwächtern darf man kaufen, wenn sie mit ihren Körben und der Wage vor sich sitzen und verkaufen; wenn sie aber sagen, daß man es geheim halte, so ist es verboten. Man darf von ihnen vor dem Eingange des Gartens kaufen, nicht aber hinter dem Garten.", "Es wurde gelehrt: Von wann an darf man von einem Räuber etwas annehmen? Rabh sagt, wenn der größere Teil [seines Besitzes] aus eigenem [Vermögen] besteht; Šemuél sagt, selbst wenn der kleinere Teil aus eigenem [Vermögen] besteht.", "R. Jehuda belehrte Ada den Amtsdiener nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, selbst wenn der kleinere Teil aus eigenem [Vermögen] besteht.", "Über das Vermögen eines Angebers streiten R. Hona und R. Jehuda; einer sagt, man dürfe es mit Händen vernichten, und einer sagt, man dürfe es nicht mit Händen vernichten.", "Einer sagt, man dürfe es mit Händen vernichten, denn sein Vermögen darf nicht wertvoller sein als sein Leben274Und ihn selbst darf man vorsätzlich töten; cf. Az. 26b.; einer sagt, man dürfe es nicht mit Händen vernichten, denn er kann ja geratene Kinder bekommen, und es heißt:275Ij. 27,17.der Frevler276Der masor. Text hat das W. רשע nicht; es ist nicht festzustellen, ob dem T. diese Lesart vorgelegen hat oder es eine Erklärung ist. Die Randbemerkung, dieses Wort fehle in der Parallelstelle Pes. Fol. 49b, ist nicht zutreffend; in der Erstausgabe ist es vorhanden, in den späteren Ausgaben aus Mangel an Gewissenhaftigkeit gestrichen.speichert auf, aber der Gerechte kleidet sich.", "R. Ḥisda hatte einen Quotenpächter, der nach Gewicht gab und nach Gewicht277Er war übermäßig genau.nahm, und er schaffte ihn ab. Darauf las er über sich:278Pr. 13,22.des Sünders Vermögen ist dem Frommen vorbehalten279Aus Freude, daß er ihn losgeworden ist..", "280Ij. 27,8.Welche Hoffnung hat der Ruchlose, was er auch erworben hat, Gott wird seine Seele wegnehmen. Hierüber [streiten] R. Hona und R. Ḥisda; einer erklärt: die Seele des Beraubten, und einer erklärt: die Seele des Räubers.", "Einer erklärt: die Seele des Beraubten, denn es heißt:281Pr. 1,19.das ist die Art des nach Habe Geizenden, er nimmt die Seele seines Herrn. Einer erklärt: die Seele des Räubers, denn es heißt:282Ib. 22,22,23.beraube nicht den Geringen, weil er gering ist, und zermalme nicht den Elenden im Tore, denn der Herr wird ihren Streit führen und wird die, die sie berauben, ihrer Seele berauben. –", "Wie erklärt dieser den Schriftvers: er nimmt die Seele seines Herrn!? – Unter ‘Herrn’ ist der jetzige Herr283Der es jetzt im Besitze hat, der Räuber.zu verstehen. –", "Und jener, es heißt ja: er wird die, die sie berauben, ihrer Seele berauben!? – Dies ist eine Begründung: er wird die, die sie berauben, deshalb berauben, weil sie die Seele rauben.", "R. Joḥanan sagte: Wenn jemand von seinem Nächsten etwas im Werte einer Peruṭa raubt, so ist es ebenso, als würde er ihm seine Seele nehmen, denn es heißt: das ist die Art des nach Habe Geizenden, er nimmt die Seele seines Herrn. Ferner heißt es:284Jer. 5,17.er ißt deine Ernte und dein Brot, und er verzehrt deine Söhne und deine Töchter,", "Ferner heißt es:285Jo. 4,19.wegen der Gewalt der Kinder Jehuda, weil sie unschuldiges Blut in ihrem Lande vergossen haben. Ferner heißt es:286iiSam. 21,1.wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. –", "Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, nur seine287Des Beraubten.Seele, nicht aber die Seelen seiner Söhne und Töchter, so heißt es auch: das Fleisch288Weicht vollständig vom Wortlaute des oben angezogenen Schriftverses ab.seiner Söhne und Töchter.", "Ferner könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn er keinen Ersatz289Für den geraubten Gegenstand.leistet, nicht aber, wenn er Ersatz leistet, so heißt es auch: wegen der Gewalt290Unter ‘Gewalttäter’ ist der zu verstehen, der etwas raubt u. dafür Ersatz zahlt; cf. supra Fol. 62a.der Kinder Jehuda, weil sie unschuldiges Blut in ihrem Lande vergossen haben.", "Ferner könnte man glauben, nur wenn man es mit Händen tut, nicht aber wenn man es nur verursacht, so heißt es auch: wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. Wo finden wir denn, daß Šaúl die Gibeo͑niten getötet hat? Allein, er mordete die Priesterstadt Nob, die sie mit Wasser und Speise versorgte, und dies rechnet ihm die Schrift an, als hätte er sie getötet.", "DARF MAN VON FRAUEN &C. KAUFEN. Die Rabbanan lehrten: Man darf von Frauen wollene Gewänder in Judäa und linnene Gewänder in Galiläa kaufen, nicht aber Wein, Öl und Mehl; auch nicht von Sklaven und Kindern. Abba Šaúl sagt, eine Frau dürfe für vier oder fünf Denar verkaufen, um sich ein Kopftuch anzufertigen. Sagen sie aber, daß man es geheim halte, so ist es verboten.", "Almoseneinnehmer dürfen von ihnen eine Kleinigkeit annehmen, nicht aber eine bedeutende Gabe.", "Von den Ölpressern291Od. die Olivenpresser dürfen von ihnen; nach der Erklärung Raschis: von den Frauen der Ölpresser darf man &c.darf man Oliven und Öl nach Maß kaufen, nicht aber wenige Oliven und etwas Öl. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe in Obergaliläa auch wenige Oliven von Frauen kaufen, weil zuweilen sich jemand schämt, es an der Tür seines Hauses zu verkaufen, und gibt es seiner Frau, daß sie es verkaufe.", "Einst traf Rabina292Er sammelte Gaben für die Armen.in Maḥoza ein; da kamen die Frauen von Maḥoza und brachten ihm Halsketten und Armbänder, und er nahm sie an. Da sprach Rabba Tospaáh zu Rabina: Es wird ja gelehrt, Almoseneinnehmer dürfen von ihnen eine Kleinigkeit annehmen, nicht aber eine große Gabe!? Dieser erwiderte: Für die Einwohner von Maḥoza sind diese Kleinigkeiten.", "x DIE WOLLFASERN, DIE DER WÄSCHER293Beim Waschen, bezw. Hecheln von Gewändern u. Wollstoffen.HERAUSZIEHT, GEHÖREN IHM, DIE ABER DER HECHLER293Beim Waschen, bezw. Hecheln von Gewändern u. Wollstoffen.HERAUSZIEHT, GEHÖREN DEM HAUSHERRN. DER WÄSCHER DARF DREI FÄDEN294Die sich an der Kante des Stoffes zum Schutze desselben befinden.ABNEHMEN UND SIE GEHÖREN IHM, WENN ES MEHR SIND, SO GEHÖREN SIE DEM HAUSHERRN; SIND ES SCHWARZE AUF WEISSEM [STOFFE], SO KANN ER SIE ALLE BEHALTEN UND SIE GEHÖREN IHM.", "WENN EINEM SCHNEIDER295Dem Stoffe u. Zutaten geliefert werden.EIN FADEN MIT DEM MAN NÄHEN KANN, ODER EIN DREI ZU DREI [FINGERBREITEN] GROSSER FLICK ZURÜCKBLEIBT, SO GEHÖREN SIE DEM HAUSHERRN. WAS DER TISCHLER MIT DEM HOBEL WEGBRINGT, GEHÖRT IHM, WAS ER ABER MIT DER AXT WEGBRINGT, GEHÖRT DEM HAUSHERRN. ARBEITET ER BEIM HAUSHERRN, SO GEHÖREN SOGAR DIE SÄGESPÄNE DEM HAUSHERRN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Wäscher Wollfasern kaufen, weil sie ihm gehören. Der Wäscher darf die zwei ersten Fäden fortnehmen und sie gehören ihm." ], [ "Er darf nicht mehr als drei Nahtstiche296Beim Spannen des Stoffes werden an diesen Maschen angeheftet; diese dürfen nicht zu fest angeheftet werden, damit der Stoff nicht zu sehr gereckt werde u. an den Enden keine Unebenheiten, die der Wäscher abschneidet u. für sich behält, entstehen.machen; ferner darf er den Stoff nicht in der Kettenrichtung, sondern in der Einschlagrichtung kämmen; auch darf er ihn nur der Länge nach, nicht aber der Breite nach abgraden; wenn er will, darf er bis zu einer Handbreite abgraden297Die abfallenden Streifen gehören ihm..", "Der Meister sagte: Zwei Fäden. Wir haben ja aber gelernt: drei!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von dicken und das andere gilt von dünnen [Fäden].", "«Ferner darf er den Stoff nicht in der Kettenrichtung, sondern in der Einschlagrichtung kämmen.» Wir haben ja aber entgegengesetzt gelernt!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Gewande298Zum tägl. Gebrauche, das durch das Kämmen in der Einschlagrichtung mehr geschont werden soll.und das andere gilt von einem Staatsmantel299Bei dem es nicht auf Haltbarkeit, sondern auf die Schönheit ankommt..", "«Er darf nicht mehr als drei Nahtstiche machen.» R. Jirmeja fragte: Gilt das Hineinstechen und das Zurückstechen als ein Nahtstich oder zwei? – Dies bleibt unentschieden.", "«Auch darf er ihn nur der Länge nach, nicht aber der Breite nach abgraden.» Wir haben ja aber entgegengesetzt gelernt!? – Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem Gewände und das andere gilt von einem Gürtel300Bei einem solchen sind nur die Breitekanten zu merken u. nur diese sind abzugraden..", "Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Kämmer keine Wollfasern kaufen, weil sie nicht ihm gehören; wo es aber üblich ist, daß sie ihm gehören, darf man sie von ihm kaufen; überall aber darf man von ihm ein Kissen oder ein Polster voll Wollfasern kaufen, weil er sie durch die Änderung geeignet hat.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Weber weder die Webereste noch das Trumm noch die Spulenreste noch die Knäuelreste kaufen,", "wohl aber darf man von ihm ein buntes301Obgleich zu sehen ist, daß er es aus verschiedenen Stoffen zusammengestellt hat.Gewand und Ketten- und Einschlagfäden, gesponnen und gewebt, kaufen. –", "Ich will dir sagen, wenn gesponnen erlaubt ist, um wieviel mehr gewebt!? – Unter gewebt sind Geflechte zu verstehen302Zu welchen die Wolle vorher nicht gesponnen wird..", "Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Färber weder Stoffmuster noch Farbproben noch Wollbüschel kaufen, wohl aber darf man von ihm ein gefärbtes Gewand, Gesponnenes und Kleidungstücke kaufen. – Wenn man Gesponnenes kaufen darf, um wieviel mehr Kleidungstücke!? – Unter Kleidungstücken sind Filzkleider302Zu welchen die Wolle vorher nicht gesponnen wird.zu verstehen.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einem Gerber Felle gibt, so gehört das Abgeschnittene und Abgerupfte303Der Abfall an den Enden u. das Haar.dem Hausherrn, und was auf dem Wasser umherschwimmt, gehört diesem.", "SIND ES SCHWARZE AUF WEISSEM &C. R. Jehuda sagte: Er heißt Kürzender304Benennung des Wäschers od. Walkers im Aramäischen., und das, um was er [das Gewand] kürzt, gehört ihm auch. R. Jehuda sagte: Sie werden hinsichtlich der Purpurquasten305Die nach biblischer Vorschrift (cf. Num. 15,38ff. u. Dt. 22,12) an die Zipfel der Gewänder zu befestigen sind.mitgerechnet306Die Löcher, durch die diese Quasten gezogen werden, müssen sich in einer bestimmten Entfernung vom Rande befinden (cf. Men. Fol. 42a); die 3 Fäden werden, wenn der Schneider sie am Gewände zurückläßt, mitgerechnet.; aber mein Sohn Jiçḥaq achtet darauf307Sie nicht mitzurechnen..", "WENN EINEM SCHNEIDER EIN FADEN &C. ZURÜCKBLEIBT. Wieviel gehört zum Nähen? R. Asi erwiderte: Die Länge der Nadel und darüber. Sie fragten: Die Länge der Nadel und eine Nadellänge darüber, oder die Länge der Nadel und etwas darüber? –", "Komm und höre: Es wird gelehrt: Wenn einem Schneider ein Faden, der zum Nähen nicht ausreicht, oder ein weniger als drei zu drei [Fingerbreiten] großer Flick zurückgeblieben ist, so gehören sie, wenn der Hausherr es damit genau nimmt, dem Hausherrn; wenn es aber der Hausherr damit nicht genau nimmt, so gehören sie ihm.", "Allerdings ist er, wenn du sagst, in der Länge der Nadel und eine Nadellänge darüber, wenn er kürzer ist, zum Anheften zu gebrauchen, wozu aber ist er zu gebrauchen, wenn du sagst, in der Länge der Nadel und etwas darüber, wenn er noch kürzer ist!?", "Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß er die Länge einer Nadel und eine Nadellänge darüber meine. Schließe hieraus.", "WAS DER TISCHLER &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Was der Tischler mit dem Hobel wegbringt, und was er mit der Säge wegschneidet, gehört dem Hausherrn, und was unter dem Bohrer, unter der Feile und unter der Säge abfällt, gehört ihm!?", "Raba erwiderte: In der Ortschaft unseres Autors gab es zweierlei Hobelwerkzeuge, das große hieß Axt, und das kleine hieß Hobel; in der Ortschaft des Autors der Barajtha gab es nur eines, und dieses hieß Hobel308Worunter er aber das größere Hobelwerkzeug versteht..", "ARBEITET ER &C. Die Rabbanan lehrten: Bei Steinmetzen gibt es keinen Raub309Durch Aneignung des Abfalles.; beim Bestutzen von Bäumen und Weinstöcken, beim Beschneiden von Dornen, beim Jäten von Pflanzen, beim Umsetzen von Kräutern ist [der Abfall], wenn der Hausherr es damit genau nimmt, als Raub verboten, wenn er es aber damit nicht genau nimmt, so gehört er ihm.", "R. Jehuda sagte: Beim Hopfen und beim Getreidefutter310Heranwachsendes Getreide, das als Viehfutter verwendet wird; dieses hat einen ganz geringen Wert.gibt es keinen Raub; in Ortschaften aber, wo man es damit genau nimmt, sind sie als Raub verboten. Rabina sagte: Matha Meḥasja ist eine Ortschaft, in der man es damit genau nimmt311Das wurde viel Viehzucht getrieben u. Viehfutter stand hoch im Preise.." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }