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"language": "en",
"title": "Bava Batra",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "בבא בתרא",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Nezikin"
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"text": [
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[],
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"WENN GEMEINSCHAFTEU IM [GEMEINSAMEN] HOFE EINE ABTEILUNG MACHEN WOLLEN, SO BAUEN SIE DIE WAND IN DER MITTE, UND ZWAR WIE ES IM ORTE ZU BAUEN ÜBLICH IST, AUS BRUCHSTEINEN, QUADERN, HALBZIEGELN ODER ZIEGELN; ALLES NACH DEM LANDESBRAUCHE.",
"BEI EINER AUS BRUCHSTEINEN GIBT DER EINE DREI HANDBREITEN UND DER ANDERE DREI HANDBREITEN, BEI EINER AUS QUADERN GIBT DER EINE ZWEIEINHALB HANDBREITEN UND DER ANDERE ZWEIEINHALB HANDBREITEN; BEI EINER AUS HALBZIEGELN GIBT DER EINE ZWEI HANDBREITEN UND DER ANDERE ZWEI HANDBREITEN; UND BEI EINER AUS ZIEGELN GIBT DER EINE ANDERTHALB HANDBREITEN UND DER ANDERE ANDERTHALB HANDBREITEN. DAHER GEHÖREN, WENN DIE WAND EINSTÜRZT, DER PLATZ UND DIE STEINE BEIDEN.",
"EBENSO AUCH BEI EINEM GARTEN: WO ES ÜBLICH IST, EINEN Zaun ZU ERRICHTEN, VERPFLICHTE MAN IHN DAZU. BEI EINER EBENE ABER KANN MAN IHN, WO ES ÜBLICH IST, KEINEN ZAUN ZU ERRICHTEN, DAZU NICHT VERPFLICHTEN;",
"WENN ABER EINER ESWILL, SO RÜCKE ER EIN, BAUE [DIE WAND] AUF SEINEM [GEBIETE] UND MACHE VON AUSSEN EIN KENNZEICHEN. DAHER GEHÖREN, WENN DIE WAND EINSTÜRZT, DER PLATZ UND DIE STEINE IHM ALLEIN.",
"ERRICHTEN SIE SIE MIT DER ÜBEREINSTIMMUNG BEIDER, SO BAUEN SIE DIE WAND IN DER MITTE UND MACHEN KENNZEICHEN AN DER EINEN UND AN DER ANDEREN SEITE. DAHER GEHÖREN, WENN DIE WAND EINSTÜRZT, DER PLATZ UND DIE STEINE BEIDEN.",
"GEMARA. Sie glaubten, unter Abteilung sei eine Wandzu verstehen, wie gelehrt wird: Wenn die Abteilungeines Weinbergesdurchbrochen wurde, so fordere er ihnzur Herstellung auf; wurde sie wiederum durchbrochen, so fordere er ihn wiederum zur Herstellung auf;"
],
[
"hat er sich davon losgesagt und sie nicht hergestellt, so hat er es verboten gemacht und ist ersatzpflichtig.",
"Nurwenn beide es wollen, wenn aber nicht beidees wollen, so verpflichte man ihn dazu nicht; demnachgilt die Schädigung durch das Hineinsehen nicht als Schädigung. –",
"Vielleicht ist unter Abteilung eine Teilungzu verstehen, wie es heißt:und ein Teilder Gemeinde war, und sobald sie übereingekommensind, müssen sie die Wand auch gegen den Willen des einen bauen; demnach gilt die Schädigung durch das Hineinsehen wohl als Schädigung!? –",
"Wieso heißt es demnach: eine Abteilung machen wollen, es sollte ja heißen: teilen wollen. – Wieso heißt es, wenn darunter eine Wand zu verstehen ist: so bauen sie die Wand, es sollte ja heißen: so bauen sie sie!? – Hieße es: so bauen sie sie, so könnte man glauben, nur ein Gitter, so lehrt er uns.",
"SO BAUEN SIE DIE WAND IN DER MITTE. Selbstverständlich!? –",
"In dem Falle, wenn einer an den anderen herangetreten ist und ihn dazu geneigt gemacht hat; man könnte glauben, dieser könne zu ihm sagen, er habe ihm seine Einwilligung nur hinsichtlich des Luftraumes gegeben, nicht hinsichtlich des Benutzungsraumes, so lehrt er uns.",
"Gilt denn die Schädigung durch das Hineinsehen nicht als Schädigung,",
"komm und höre: ebenso auch bei einem Garten!? –",
"Anders verhält es sich bei einem Garten. Dies nach R. Abba, denn R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs, man dürfe nicht neben dem Felde seines Nächsten stehen, wenn [das Getreide] in den Halmen steht. –",
"Es heißt ja aber: ebenso!? – Dies bezieht sich auf Bruchsteine und Quadern. –",
"Komm und höre: Wenn die Zwischenwand eines Hofes eingestürzt ist, so verpflichtet man jeden, sie bis zu vier Ellen aufzubauen!? – Anders ist es, wenn sie eingestürztist. –",
"Was dachte denn der Fragende!? – [Er glaubte,] diessei wegen des Schlußsatzes nötig: über vier Ellen kann man keinen verpflichten. –",
"Komm und höre: Man hält ihnan, zum Bau eines Torhäuschens und einer Tür zum Hofe beizutragen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß die Schädigung durch das Hineinsehen als Schädigung gilt!? – Anders verhält es sich bei einer Schädigung durch das Publikum. –",
"Gilt dies etwa nicht auch von einem einzelnen, komm und höre: Man braucht einen Hof nur dannzu teilen, wenn vier Ellen für den einen und vier Ellen für den anderen zurückbleiben. Wenn aber dies sowohl für den einen als auch für den anderen zurückbleibt, müssen sie teilen; doch wohl durch eine Wand!? – Nein, nur durch ein Gitter. –",
"Komm und höre: vor den Fensternmüssen sowohl nach oben als auch nach untenals auch gegenüber vier Ellen vorhanden sein. Hierzu wird gelehrt: nach oben, damit er nicht hinabschaue undhineinsehe, nach unten, damit er sich nicht aufrichte und hineinsehe, gegenüber, da mit er nicht verdunkle!? –",
"Anders verhält es sich bei der Schädigung eines Wohnhauses. –",
"Komm und höre: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Ist das Dach des einen nahe dem Hofe des anderen, so muß eran diesem ein vier Ellen hohes Geländer errichten!? – Anders ist es hierbei; der Eigentümer des Hofes kann zum Eigentümer des Daches sagen: meine Benutzungszeit ist festgesetzt, du aber hast keine festgesetzte Benutzungszeit, um wissen zu können, wann du hinaufsteigst,"
],
[
"um vor dir geschützt zu sein.",
"Eine andere Lesart: Sie glaubten, unter Abteilung sei eine Teilung zu verstehen, wie es heißt: und ein Teil der Gemeinde war, und da sie, wenn sie eswünschen, eine Wand auch gegen ihren Willen bauen müssen, so gilt die Schädigung durch das Hineinsehen als Schädigung. –",
"Vielleicht ist unter Abteilung eine Wand zu verstehen, wie gelehrt wird: Wenn die Abteilung eines Weinberges durchbrochen wurde, so fordere er ihn zur Herstellung auf; wurde sie wiederum durchbrochen, so fordere er ihn wiederum zur Herstellung auf; hat er sich losgesagt und sie nicht hergestellt, so hat er es verboten gemacht und ist ersatzpflichtig.",
"Also nur, wenn beide es wollten, wenn aber nicht beide es wollten, so verpflichtet man ihndazu nicht; somit gilt die Schädigung durch das Hineinsehen nicht als Schädigung!? –",
"Wieso heißt es demnach: so bauen sie die Wand, es sollte ja heißen: so bauen sie sie!? – Wieso heißt es, wenn darunter eine Teilung zu verstehen ist: eine Abteilung machen wollen, es sollte ja heißen: teilen wollen!? – Wie die Leute zu sprechen pflegen: komm, wir wollen eine Teilung machen. –",
"Wieso lehrt er es, wenn die Schädigung durch das Hineinsehen als Schädigung gilt, von dem Falle, wenn beide es wollen, dies gilt ja auch von dem Falle, wenn nicht beide es wollen!? R. Asi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn dabei das Gesetz von der Teilung keine Geltunghat, dies nur dann, wenn beide es wollen. –",
"Er lehrt uns also, daß, wenn beide es wollen, sie teilen müssen, und dies haben wir ja bereits gelernt: diesnur dann, wenn nicht beide es wollen, wenn aber beide es wollen, so teilen sie, auch wenn er kleiner ist!? – Hieraus wäre zu entnehmen, daß, wenn er kleiner ist, auch ein Gitter ausreiche, daher lehrt er uns, daß es eine richtige Wand sein müsse. –",
"Sollte er doch nur dies und nicht jenes lehren!? – Nötig ist der Schlußsatz: heilige Schriften aber dürfen sie, auch wenn beidees wollen, nicht teilen. –",
"Was ist denn dabei, daß beide es wollen, erkann ja zurücktreten!? R. Asi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn eres ihm zugeeignet hat.",
"Weshalb lehrt er es von dem Falle, wenn dabei das Gesetz von der Teilung keine Geltung hat, wenn beide es wollen, sollte er es doch von dem Falle lehren, wenn dabei das Gesetz von der Teilung Geltung hat, auch wenn nicht beide es wollen!? – Hätte er es von dem Falle gelehrt, wenn dabei das Gesetz von der Teilung Geltung hat, auch wenn nicht beide es wollen, so [könnte man glauben,] wenn dabei das Gesetz von der Teilung keine Geltung hat, sei dies nicht nötig, auch wenn beide es wollen. –",
"Wieso kannst du dies sagen, im Schlußsatze lehrt er ja: dies nur dann, wenn nicht beide es wollen, wenn aber beide es wollen, so teilen sie. Doch wohl durch eine Wand!? – Nein, nur durch ein Gitter. –",
"Sollte er doch nur dies lehren und nicht jenes!? – Der Schlußsatz ist nötig: heilige Schriften aber dürfen sie, auch wenn beide es wollen, nicht teilen. –",
"Du hast unsere Mišna auf den Fall bezogen, wenn dabei das Gesetz von der Teilung keine Geltung hat, und wenn dabei das Gesetz von der Teilung keine Geltung hat, ist ja nichts dabei, daß beide es wollten, sie können ja zurücktreten!? R. Asi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn er es ihm zugeeignet hat. –",
"Was ist denn dabei, daß er es ihm zugeeignet hat, dies ist ja nur eine Zueignung durch Worte!? – Wenn sie durch Zueignung auch die Richtungen festgesetzthaben. R. Aši erklärte: Wenn der eine auf seinem Teile umhergegangen ist und ihn in Besitz genommenhat, und der andere auf seinem Teile umhergegangen ist und ihn in Besitz genommen hat.",
"WIE ES IM ORTE ZU BAUEN ÜBLICH IST &C. Gevilsind unbehauene Steine; gazith sind behauene Steine, wie es heißt:alles aus kostbaren Steinen, nach Maßen gehauen [gazith]. Kephisin sind halbe Ziegel; lebenin sind [ganze] Ziegel.",
"Rabba, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Woher, daß unter gevil unbehauene Steine zu verstehen sind, und die überragende Handbreiteauf die hervorstehenden Ecken zu rechnen ist, vielleicht sind darunter halbe Quadern zu verstehen, und die überragende Handbreite entfällt auf die Zwischenfuge,",
"wie wir auch erklärt haben, unter kephisin seien halbe Ziegel und unter lebenin seien [ganze] Ziegel zu verstehen, und die überragende Handbreite entfällt auf die Zwischenfuge!?",
"Dieser erwiderte: Woher wissen wir, auch nach deiner Auffassung, daß unter kephisin halbe Ziegel zu verstehen sind? Du mußt also sagen, dies sei eine Überlieferung, ebenso ist es auch eine Überlieferung, daß unter gevil unbehauene Steine zu verstehen sind.",
"Manche lesen: R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Woher, daß unter kephisin halbe Ziegel zu verstehen sind, und die überragende Handbreite auf die Zwischenfuge entfällt, vielleicht sind unter kephisin unbehauene Steine zu verstehen, und die überragende Handbreite entfällt auf die hervorstehenden Ecken, wie wir auch erklärt haben, unter gevil seien unbehauene Steine und unter gazith seien behauene Steine zu verstehen, und die überragende Handbreite entfällt auf die hervorstehenden Ecken!?",
"Dieser erwiderte: Woher wissen wir, auch nach deiner Auffassung, daß unter gevil unbehauene Steine zu verstehen sind? Du mußt also erklären, es sei eine Überlieferung, ebenso ist auch dies eine Überlieferung.",
"Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Zwischenfuge eine Handbreite hat. Dies gilt nur von Ton, wenn aber Kies dabei ist, so ist mehr erforderlich. –",
"Demnach kann eine vier Ellen hohe Quader[wand] nur dann stehen, wenn sie fünf [Handbreiten] stark ist, sonst aber nicht; aber die eine Elle starke Zwischenwandwar ja dreißig Ellen hoch und nur sechs Handbreiten stark, und sie stand dennoch!? – Da sie eine Handbreite stärker war, so stand sie. –",
"Weshalb war im zweiten Tempel die eine Elle starke Zwischenwand nicht vorhanden? – Sie konnte nur bei dreißig Ellen stehen. –",
"Woher, daß dieser höher war? – Es heißt:größer wird die Herrlichkeit dieses anderen Hauses sein als die des ersteren. Rabh und Šemuél, manche sagen, R. Joḥanan und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; einer erklärt, an Umfang, und einer erklärt,"
],
[
"an Jahren. Und er war es an beidem. –",
"Sollte man doch dreißig Ellen Bauwerk und für das übrige einen Vorhang errichtet haben!? – Auch bei dreißig Ellen konnte sie nur mittelst des Gebälkes und des Estrichs stehen, ohne Gebälk und Estrich würde sie nicht gestanden haben. –",
"Sollte man doch soweit möglich ein Bauwerk und für das übrige einen Vorhang errichtet haben!? Abajje erwiderte: Es ist überliefert, daß sieentweder ganz aus einem Bauwerke oder ganz aus einem Vorhange bestehen muß; entweder ganz aus einem Bauwerke, wie im [ersten] Tempel, oder ganz aus einem Vorhange, wie in der Stiftshütte.",
"Sie fragten: Gilt diesvon diesen samt dem Kalkanstriche oder von diesen außer dem Kalkanstriche? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es ist einleuchtend, daß dies von diesen samt dem Kalkanstriche gilt, denn wenn man sagen wollte, von diesen außer dem Kalkanstriche, so sollte er doch die Stärke desselben angeben; wahrscheinlich also von diesen samt dem Kalkanstriche. – Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, gilt dies von diesen außer dem Kalkanstriche, nur lehrt er [die Stärke desselben] deshalb nicht, weil sie keine Handbreite beträgt. –",
"Er lehrt ja aber, daß bei Ziegeln der eine anderthalb Handbreiten und der andere anderthalb Handbreiten gebe!? – Diese sind zur Vereinigung geeignet. –",
"Komm und höre: Der Balken, von dem sie sprechen, muß so breit sein, um einen Halbziegel aufnehmen zu können; der Halbziegel hat die Hälfte eines drei Handbreiten großen Ziegels!? –",
"Da wird von großen gesprochen. Dies ist auch zu beweisen; er lehrt: von drei Handbreiten, demnach gibt es auch kleinere. Schließe hieraus.",
"R. Ḥisda sagte: Man darf kein Bethaus niederreißen, bevor man ein anderes gebaut hat. Manche sagen, wegen einer etwaigen Fahrlässigkeit, und manche sagen, wegen des Betens. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn noch ein anderes Bethaus vorhanden ist. Meremar und Mar Zuṭra rissen nieder und bauten ein für den Sommer bestimmtes im Winter, und ein für den Winter bestimmtes im Sommer.",
"Rabina fragte R. Aši: Wie ist es, wenn [das Geld]eingefordert und niedergelegt ist? Dieser erwiderte: Es könnte der Fall eintreten, daß man es zur Auslösung von Gefangenen braucht und dafür ausgibt. –",
"Wie ist es, wenn die Ziegelsteine aufgestapelt und die Sparren fertig sind? Dieser erwiderte: Es könnte der Fall eintreten, daß man [Geld] zur Auslösung von Gefangenen braucht, diese verkauft und den Erlös dafür ausgibt. – Demnach, sollte dies auch dann berücksichtigt werden, wenn man es bereits gebaut hat!? Dieser erwiderte: Niemand pflegt seine Wohnung zu verkaufen.",
"Diesjedoch nur dann, wenn an diesem keine Baufälligkeit bemerkt wird, wenn aber an diesem Baufälligkeit bemerkt wird, so darf man es niederreißen und erst nachher bauen. So bemerkte einst R. Aši Baufälligkeit am Bethause von Matha Meḥasja; da riß er es nieder und brachte da sein Betthinein, das er nicht eher entfernte, als bis die Dachrinnen fertig waren. –",
"Wieso erteilte Baba b. Buṭa dem Herades den Rat, den Tempel niederzureißen, R. Ḥisda sagte ja, man dürfe kein Bethaus niederreißen, bevor man ein anderes gebaut hat!? – Wenn du willst, sage ich: er bemerkte an diesem Baufälligkeit, und wenn du willst, sage ich: anders verhält es sich bei einem Könige, der nicht zurücktritt. Šemuél sagte nämlich: sagt der König, er wolle einen Berg ausreißen, so reißt er den Berg aus und tritt nicht zurück.",
"Herodes war ein Sklave im Hause der Ḥasmonäer und hatte seine Augen auf eine Jungfraugerichtet. Eines Tages hörte er jemand sagen: Jeder Sklave, der jetzt meutert, wird Glück haben. Da machte er sich auf und tötete seine ganze Herrschaft; nur diese Jungfrau ließ er zurück. Als diese sah, daß er sie heiraten wolle, stieg sie auf ein Dach, erhob ihre Stimme und sprach: Kommt jemand und sagt, er entstamme dem Hause der Ḥasmonäer, so ist er ein Sklave; von diesem war nur eine einzige Jungfrau zurückgeblieben, und diese stürzte sich von einem Dache auf die Erde.",
"Hierauf konservierte er sie sieben Jahre in Honig. Manche sagen, er beschlief sie, und manche sagen, er beschlief sie nicht. Manche sagen, er beschlief sie, und er konservierte sie deshalb, um seine Leidenschaft zu befriedigen. Manche sagen, er beschlief sie nicht, und er konservierte sie deshalb, damit man sage, er habe die Tochter des Königs geheiratet.",
"Alsdann sprach er: Die Rabbanan sind es, welche sagen:einen von deinen Volksgenossen sollst du über dich zum Könige setzen; da machte er sich auf und tötete alle Rabbanan bis auf Baba b. Buṭa, um sich von ihm Rates zu holen."
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[
"Diesem setzte er dann einen Kranz aus Igel[haut] auf und stach ihm damit die Augen aus. Eines Tages kam er heran, setzte sich neben ihn und sprach zu ihm: Hat der Meister gesehen, was dieser böse Sklave getan hat!? Dieser erwiderte: Was kann ich gegen ihn tun!? Jener sprach: Mag der Meister ihn verfluchen. Dieser erwiderte:Auch in deinen Gedanken fluche dem Könige nicht. Jener entgegnete: Er ist ja kein König. Dieser erwiderte: Mag er nicht mehr als sonst ein Reicher sein, und es heißt:und in deinen Schlafgemächern fluche nicht einem Reichen. Mag er nicht mehr als ein Fürst sein, und es heißt:einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen.",
"Jener entgegnete: Nur wenn er nach den Werken deines Volkes handelt und dieser handelt ja nicht nach den Werken deines Volkes. Dieser erwiderte: Ich fürchte mich vor ihm. Jener sprach: Es ist niemand hier, der gehen und es ihm sagen könnte; nur ich und du sind hier anwesend. Dieser erwiderte: Es heißt:denn der Vogel unter dem Himmel entführt den Laut und der Geflügelte verrät das Wort.",
"Hierauf sprach er: Ich bin es. Hätte ich gewußt, daß die Rabbanan so vorsichtig sind, so würde ich sie nicht getötet haben. Wie kann ich es nun wieder gut machen? Dieser erwiderte: Du hast das Licht der Weltausgelöscht, wie es heißt:denn eine Leuchte ist das Gebot und das Gesetz ein Licht, geh und befasse dich nun mit dem Lichteder Welt, wie es heißt:und strömenwerden zu ihm alle Völker. Manche sagen, er habe ihm wie folgt erwidert: Du hast das Auge der Welt geblendet, wie es heißt: wenn von den Augender Gemeinde, geh nun und befasse dich mit dem Auge der Welt, wie es heißt:fürwahr, ich entweihe mein Heiligtum, den Gegenstand eurer stolzen Hoffahrt, die Lust eurer Augen.",
"Hierauf sprach jener: Ich fürchte mich vor der Regierung. Dieser erwiderte: Sende einen Boten; dieser wird ein Jahr hingehen, ein Jahr sich da aufhalten und ein Jahr zurückkehren; währenddessen hast du [den Tempel] niedergerissen und wieder aufgebaut. Da tat er dies. Hierauf erwiderte man ihm: Hast du ihn noch nicht niedergerissen, so reiße ihn nicht nieder; hast du ihn bereits niedergerissen, so baue ihn nicht wieder auf; hast du ihn bereits niedergerissen und wieder aufgebaut, so sind es schlechte Sklaven, die erst dann um Rat fragen, nachdem sie etwas bereits getan haben. Wenn du auch deine Waffenhast, so liegt deine Matrikel hier: Herodes ist weder Rakhanoch Sohn eines Rakha; er hat sich selber zum Freien gemacht. –",
"Was heißt Rakha? – Ein König, wie es heißt:ich bin heute jung [rakh], obwohl zum Könige gesalbt. Wenn du willst, entnehme ich dies aus folgendem:und sie riefen vor ihm: abrekh.",
"Man sagt, wer den Bau des Herodes nicht gesehen hat, habe keinen schönen Bau gesehen. – Woraus baute er ihn? Rabba erwiderte: Aus Alabaster- und Marmorstein. Manche sagen, aus Stibium-, Alabaster- und Marmorstein; eine Reihe hervorstehend und eine Reihe einwärts, damit der Kalk halte. Er wollte ihn auch mit Gold verkleiden, da sprachen die Gelehrten zu ihm: Laß dies, so ist es schöner, denn es sieht wie die Wellen des Meeres aus.",
"Wieso tat diesBaba b. Buṭa, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, nach anderen, des R. Jehošua͑ b. Levi, Daniél sei nur deshalb bestraft worden, weil er Nebukhadneçar einen Rat erteilte!? Es heißt nämlich:darum, o König, laß dir meinen Rat gefallen und mache deine Sünden gut durch Frömmigkeit und deine Missetaten durch Barmherzigkeit gegen die Armen; vielleicht wird dein Frieden von Dauer sein &c. Darauf heißt es: all dies erfüllte sich an dem Könige Nebukhadneçar. Ferner: nach Verlauf von zwölf Monaten &c. –",
"Wenn du willst, sage ich, anders verhalte es sich bei einem Sklaven, der den Geboten unterworfen ist, und wenn du willst, sage ich, anders verhielt es sich beim Tempel, der, wenn nicht der König, nicht renoviert worden wäre. –",
"Woher, daß Daniél bestraft worden ist: wollte man sagen, weil es heißt:da rief Ester den Hathakh, und Rabh erklärte, Hathakh sei Daniél, so stimmt dies allerdings nach demjenigen, welcher erklärt: weil man ihn seiner Größeentriß, wie ist dies aber nach demjenigen zu erklären, welcher erklärt: weil alle Angelegenheiten der Regierung durch ihn erledigtwurden!? – Man warf ihn in die Löwengrube.",
"ALLES NACH DEM LANDESBRAUCHE. Was schließt das ‘alles’ ein? – Dies schließt ein den Ortsbrauch, [die Wand] aus Dattel- oder Lorbeerzweigen zu errichten.",
"DAHER GEHÖREN, WENN DIE WAND EINSTÜRZT, DER PLATZ UND DIE STEINE BEIDEN. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn sie in das Gebiet des einen von ihnen gefallen ist, oder wenn einer sie in sein Gebiet geschafft hat; man könnte glauben, der andere sei dann Kläger und habe den Beweis zu erbringen, so lehrt er uns.",
"EBENSO AUCH BEI EINEM GARTEN: WO ES ÜBLICH IST, EINEN ZAUN ZU ERRICHTEN, VERPFLICHTE MAN IHN DAZU. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, ebenso verhalte es sich bei einem Garten, wo es üblich ist, einen Zaun zu errichten, verpflichte man ihn dazu, demnach verpflichte man ihn nicht dazu, wenn es keinen [festen Brauch] gibt,",
"dagegen heißt es im Schlußsatze, daß man bei einer Ebene, wo es üblich ist, keinen Zaun zu errichten, ihn dazu nicht verpflichte, wonach man ihn dazu verpflichte, wenn es keinen [festen Brauch] gibt; wenn man ihn, falls es keinen [festen Brauch] gibt, sogar bei einem Garten nicht dazu verpflichtet, um wieviel weniger bei einer Ebene!?",
"Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: ebenso verhält es sich bei einem Garten, wo es keinen [festen Brauch] gibt; und wo es bei einer Ebene üblich ist, einen Zaun zu errichten, verpflichteman ihn dazu. Raba sprach zu ihm: Welchen Sinn hat demnach das ‘aber’!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: ebenso gilt bei einem Garten ein Ort ohne [festen Brauch] als Ort mit dem Brauche, einen Zaun zu errichten, und man verpflichte ihn dazu; bei einer Ebene aber gilt ein Ort ohne [festen Brauch] als Ort, wo dies nicht üblich ist, und man verpflichte ihn dazu nicht.",
"WENN ABER EINER ES WILL, SO RÜCKE ER EIN, BAUE [DIE WAND] AUF SEINEM [GEBIETE] UND MACHE VON AUSSEN EIN KENNZEICHEN. Was ist dies für ein Kennzeichen? R. Hona erwiderte: Er biege die Endennach außen. – Soll er sie doch nach innen biegen!? – Der andere könnte ebenfalls solche von außen machen und sagen: sie gehört mir und ihm. – Demnach kann ja der andere auch jetzt [die Enden] abschneiden und sagen: sie gehört mirund ihm!? – Das Abgeschnittene ist zu merken.",
"Manche lesen: R. Hona erwiderte: Die Enden werden nach innen gebogen. – Soll er sie doch nach außen biegen!? – Der andere könnte sie abschneiden und sagen: sie gehört mir und ihm. – Demnach kann ja der andere auch jetzt solche anbringen und sagen: sie gehört mir und ihm!? – Das Angeheftete ist zu merken. – Es heißt ja aber: nach außen!? – Dies ist ein Einwand.",
"R. Joḥanan erklärte:"
],
[
"Er übertünche eine Elle von außen. – Soll er es doch von innen tun!? – Der andere könnte es von außen tun, und sagen: sie gehört mir und ihm. – Demnach kann ja der andere auch jetzt es abkratzen und sagen: sie gehört mir und ihm!? – Das Abgekratzte ist zu merken.",
"Bei einer Wand aus Zweigen biege er, wie R. Naḥman sagte, die Enden nach außen. – Soll er sie doch nach innen biegen!? – Der andere könnte ebenfalls solche von außen machen und sagen: sie gehört mir und ihm. – Demnach kann er sie ja auch jetzt entfernen und sagen: sie gehört mir und ihm!? – Er überstreiche sie mit Lehm. – Der andere kann es ja abkratzen!? – Das Abgekratzte ist kenntlich.",
"Abajje sagt, bei einer aus Zweigen gibt es kein anderes Mittel als einen Schein.",
"ERRICHTETEN SIE SIE MIT DER ÜBEREINSTIMMUNG BEIDER. Raba aus Parziqa sprach zu R. Aši: Sollte esweder der eine noch der andere machen!? Dieser erwiderte: In dem Falle, wenn einer zuvorgekommen ist und seines gemacht hat; wenn der andere keines machen würde, könnte dieser sagen, sie gehöre ihm. –",
"Der Autor lehrt also nur ein Mittel gegen Betrüger!? Dieser erwiderte: Lehrt er etwa im Anfangsatze nicht ein Mittel gegen Betrüger!?",
"Jener entgegnete: Erklärlich ist der Anfangsatz, denn in diesem lehrt er das Gesetz, und wegen des Gesetzes lehrt er auch das Mittel, aber lehrt er etwa auch im Schlußsatze ein Gesetz, dessentwegen er das Mittel lehrt!? Rabina erklärte: Dieser spricht von einer Zweigenwand, und zwar schließt dies die Ansicht Abajjes aus; dieser sagt, bei einer Zweigenwand gebe es kein anderes Mittel als einen Schein, so lehrt er uns, daß ein Kennzeichen ausreiche.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN VON DREI SEITEN ANGRENZTUND EINEN ZAUN AN DER EINEN, AN DER ZWEITEN UND AN DER DRITTEN SEITE ERRICHTET, SO VERPFLICHTET MAN DIESENNICHT. R. JOSE SAGT, WENN ER SICH AUFMACHT UND AUCH AN DER VIERTEN SEITE EINEN ZAUN ERRICHTET, SO WIRD IHM ALLESAUFERLEGT.",
"GEMARA.",
"Es wurde gelehrt: R. Hona sagt, je nach der Umzäunung; Ḥija b. Rabh sagt, nur nach dem billigen Rohrwerte. –",
"Wir haben gelernt. Wenn jemand seinem Nächsten von drei Seiten angrenzt und einen Zaun an der einen, an der zweiten und an der dritten Seite errichtet, so verpflichtet man diesen nicht. Demnach verpflichtet man ihn, wenn jener auch an der vierten [Seite einen Zaun] errichtet; dagegen heißt es im Schlußsatze: R. Jose sagt, wenn er sich aufmacht und auch an der vierten Seite einen Zaun errichtet, so wird ihm allesauferlegt.",
"Allerdings besteht nach R. Hona, welcher sagt, je nach der Umzäunung, zwischen dem ersten Autor und R. Jose folgender Unterschied: der erste Autor ist der Ansicht, nur nach dem billigen Rohrwerte, nicht aber je nach der Umzäunung, während R. Jose der Ansicht ist, je nach der Umzäunung;",
"welchen Unterschied aber gibt es nach Ḥija b. Rabh, welcher sagt, nur nach billigem Rohrwerte, zwischen dem ersten Autor und R. Jose; was zahlt er ihm, wenn erihm nicht einmal nach billigem Rohrwerte zahlt!? –",
"Wenn du aber willst, sage ich: ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Bewachungslohnes; der erste Autor ist der Ansicht, er habe ihm nur den Bewachungslohnzu ersetzen, nicht aber [den Zaun] nach dem billigen Rohrwerte, und R. Jose ist der Ansicht, [den Zaun] nach dem billigen Rohrwerte.",
"Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der ersten, zweiten und dritten [Seite]; der erste Autor ist der Ansicht, er tragenur zur vierten Wand bei, nicht aber zur ersten, zweiten und dritten, und R. Jose ist der Ansicht, er müsse auch zur ersten, zweiten und dritten beitragen.",
"Wenn du willst, sage ich: ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Umgebenden und Umgebenen; der erste Autor ist der Ansicht, nur wenn esder Umgebene tut, werde ihm alles auferlegt, wenn aber der Umgebende, so trage er nur zur vierten bei,",
"und R. Jose ist der Ansicht, es werde ihm alles auferlegt, einerlei ob der Umgebene oder der Umgebende [die vierte Wand] errichtet.",
"Wenn du willst, sage ich: ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich des Umgebenden und Umgebenen; der erste Autor ist der Ansicht, er habe beizutragen, auch wenn der Umgebende die vierte Wand errichtet, und R. Jose ist der Ansicht, nur wenn der Umgebene die vierte Wand errichtet, habe er beizutragen, denn er bekundet, daß dies ihm erwünscht ist, wenn aber der Umgebende sie errichtet, braucht er nichts beizutragen."
],
[
"Rabina umgab Ronja von allen vier Seiten; da sprach erzu ihm: Ersetze mirgemäß der Umzäunung. Dieser ersetzte ihm aber nichts. – Ersetze mir den billigen Rohrwert. Dieser aber ersetzte ihm nichts. – Ersetze mir nach dem Bewachungslohne. Dieser aber ersetzte ihm nichts.",
"Eines Tages pflückte er Datteln; da sprach jener zu seinem Pächter: Geh, hole einen Dattelkamm. Als dieser ihn holen wollte, schrie er ‘ihn an. Darauf sprach jener zu ihm: Du hast nun bekundet, daß diesdir lieb ist; sollten es auch nur die Ziegensein. Dieser erwiderte: Ziegen braucht man nur anzuschreien. Jener entgegnete: Müßtest du etwa nicht jemand haben, der sie anschreit!? Du brauchtest also eine Bewachung.",
"Als sie darauf vor Raba kamen, sprach er zu ihm: Geh, befriedige ihn damit, womit er sich für befriedigt erklärt, sonst verurteile ich dich nach der Ansicht R. Joses, gemäß der Auslegung R. Honas.",
"Einst kaufte Ronja Ackerland an der Grenze Rabinas, und Rabina wollte ihn fern halten auf Grund des Retraktrechtes; da sprach R. Saphra, Sohn des R. Jeba, zu Rabina: Die Leute pflegen zu sagen: vier für das Fell und vier für den Gerber.",
"WENN DIE ZWISCHENWAND EINES HOFESEINSTÜRZT, SO VERPFLICHTET MAN JEDEN, SIE BIS VIER ELLENAUFZUBAUEN; [VON JEDEM] WIRD ANGENOMMEN, DASS ER BEIGETRAGEN HAT, BIS DER ANDEREDEN BEWEIS ERBRINGT, DASS ER NICHT BEIGETRAGEN HAT.",
"ÜBER VIER ELLEN KANN MAN KEINENVERPFLICHTEN; WENN ABER DER ANDEREDANEBEN EBENFALLSEINE WAND GEBAUT HAT, AUCH WENN ER DARÜBER NOCH KEINE BALKEN GELEGT HAT, SO WIRD IHM ALLES AUFERLEGT; ES WIRD ANGENOMMEN, DASS ER NICHT BEIGETRAGENHAT, BIS ER DEN BEWEIS ERBRINGT, DASS ER BEIGETRAGEN HAT.",
"GEMARA. Reš Laqiš sagte: Wenn jemand einem eine Frist festgesetzthat und dieser darauf sagt, er habe ihm innerhalb der Frist bezahlt, so ist er nicht glaubhaft; daß er doch zur Frist bezahlen möchte! Abajje und Raba aber sagen beide, man pflege auch innerhalb der Frist zu bezahlen, denn es kann vorkommen, daß man gerade Geld hat und sagt: ich will gehen und ihm bezahlen,"
],
[
"damit er mich nicht belästige. –",
"Wir haben gelernt: [Von jedem] wird angenommen, daß er beigetragen hat, bis der andere den Beweis erbringt, daß er nicht beigetragen hat.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er sagt, er habe zur Frist bezahlt, so ist ja selbstverständlich anzunehmen, daß er beigetragen habe, doch wohl, wenn er sagt, er habe innerhalb der Fristbezahlt; demnach pflegt man auch innerhalb der Frist zu bezahlen!? – Anders ist es hierbei, wo bei jeder Mauerschicht die Fristeintritt. –",
"Komm und höre: Es wird angenommen, daß er nicht beigetragen hat, bis er den Beweis erbringt, daß er beigetragen hat.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er sagt, er habe zur Frist bezahlt, weshalb sollte dies nicht [wahr] sein; doch wohl, wenn er sagt, er habe innerhalb der Frist bezahlt; demnach pflegt man nicht innerhalb der Frist zu bezahlen!? – Anders ist es hierbei, denn er denkt: wer sagt, daß die Rabbanan mich dazu verpflichten werden.",
"R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, entschieden nach Abajje und Raba; Mar, Sohn des R. Aši, entschied nach Reš Laqiš. Die Halakha ist wie Reš Laqiš, selbst wenn es sich um Waisen handelt. Obgleich der Meister gesagt hat, wer Zahlung vom Vermögen der Waisen haben will, könne sie nur gegen Eid erhalten, so gilt es dagegen als feststehend, daß niemand seine Schuld innerhalb der Frist bezahle.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er ihn nach Ablauf der Frist malmt, und dieser ihm erwidert, er habe ihm innerhalb der Frist bezahlt: sagen wir trotz der Präsumtion, er habe keinen Grundzu lügen,"
],
[
"oder sagen wir wegen der Präsumtion nicht, er habe keinen Grund zu lügen? – Komm und höre: So wird angenommen, daß er bei getragen hat, bis der andere den Beweis erbringt, daß er nicht beigetragen hat.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn er ihn nach der Frist mahnt und er ihm erwidert, er habe ihm zur Frist bezahlt, so ist dies ja selbstverständlich; doch wohl, wenn er ihm erwidert, er habe ihm innerhalb der Frist bezahlt, somit sagen wir auch gegen die Präsumtion, er habe keinen Grund zu lügen. – Anders ist es hierbei, denn bei jeder Mauerschicht tritt die Frist ein. –",
"Komm und höre: Über vier Ellen kann man keinen verpflichten; wenn aber der andere eine Wand &c. bis er den Beweis erbringt, daß er beigetragen hat.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jener ihn nach Ablauf der Frist mahnt und er ihm erwidert, er habe ihm zur Frist bezahlt, weshalb ist er nicht glaubhaft; doch wohl, wenn er ihm erwidert, er habe ihm innerhalb der Frist bezahlt; somit sagen wir wegen der Präsumtion nicht, er habe keinen Grund zu lügen. – Anders ist es hierbei, denn er denkt: wer sagt, daß die Rabbanan mich dazu verpflichten werden.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Komm und höre: [Wenn jemand zu einem sagte:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwiderte: jawohl, und am folgenden Tage jener zu ihm sagt: gib sie mir, und er ihm erwidert: ich habe sie dir bereits gegeben, so ist er frei; wenn aber: du hast nichts bei mir, so ist er schuldig.",
"Unter ‘ich habe sie dir bereits gegeben’ ist wohl zu verstehen, wenn er zu ihm sagt: ich habe sie dir zur Frist bezahlt; und unter ‘du hast nichts bei mir’, wenn er zu ihm sagt: ich habe sie dir innerhalb der Frist bezahlt, und er lehrt, daß er schuldig sei; hieraus also, daß wir wegen der Präsumtion nicht sagen, er habe keinen Grund zu lügen. – Nein, unter ‘du hast nichts bei mir’ ist zu verstehen, wenn er ihm erwidert: diesist überhaupt nicht wahr. Der Meister sagte nämlich: sagt jemand, er habe nicht geborgt, so ist es ebenso, als würde er sagen, er habe nicht bezahlt.",
"WENN ABER DER ANDERE DANEBEN EBENFALLS EINE WAND GEBAUT HAT, SO WIRD IHM ALLES AUFERLEGT &C. R. Hona sagte: Hat er nur eine halbegebaut, so ist es ebenso als würde er eine ganze gebaut haben; R. Naḥman aber sagte, nur entsprechend dem, was er gebauthat, nicht aber, was er nicht gebaut hat.",
"Jedoch pflichtet R. Hona bei einem Winkelund einem Anschlussebei, und ebenso pflichtet R. Naḥman bei in dem Falle, wenn er einen Balken gelegtoder Balkenlöchergemacht hat.",
"R. Hona sagte: Die Wandlöchergelten nicht als Zeichen des Besitzrechtes, selbst wenn Holzeinlagensich in diesen befinden, denn dieser kann sagen: damit, wenn du mich befriedigst, meine Mauer nicht beschädigtwerde.",
"R. Naḥman sagte: Hat jemandLattenrecht, so hat er kein Balkenrecht, hat er Balkenrecht, so hat er auch Lattenrecht. R. Joseph aber sagte: Hat er Lattenrecht, so hat er auch Balkenrecht, hat er Balkenrecht, so hat er kein Lattenrecht.",
"Manche lesen: R. Naḥman sagte: Hat jemand Lattenrecht, so hat er auch Balkenrecht, hat er Balkenrecht, so hat er auch Lattenrecht.",
"Ferner sagte R. Naḥman: Hat jemand Regenwasserrecht, so hat er Rinnenrecht, hat er Rinnenrecht, so hat er kein Regenwasserrecht. R. Joseph aber sagte: Hat er Rinnenrecht, so hat er auch Regenwasserrecht.",
"Manche lesen: R. Naḥman sagte: Hat jemand Rinnenrecht, so hat er auch Regenwasserrecht, hat er Regenwasserrecht, so hat er auch Rinnenrecht, nicht aber für ein Weidengeflecht. R. Joseph aber sagte, auch für ein Weidengeflecht. R. Joseph traf eine Entscheidung auch hinsichtlich eines Weidengeflechtes.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn jemand seinem Nächsten eine Wohnung in einem großen Gebäude vermietet,"
],
[
"so darf dieser die Vorsprünge und die Wände bis vier Ellenbenutzen, und wo es üblich ist, auch die Dicke der Wände, nicht aber den Vorgarten eines Palastes. In seinem eigenen Namen aber sagte R. Naḥman, auch den Vorgarten eines Palastes, nicht aber den Platz hinter den Häusern. Raba aber sagte, auch den Platz hinter den Häusern.",
"Rabina sagte: Für Balken zu einer Laubehat man in dreißig Tagen kein Rechterworben, nach dreißig Tagen das Recht darauf erworben; ist es eine Festhütte, so hat man in sieben Tagenkein Recht darauf erworben, nach sieben Tagen das Recht darauf erworben; hat er siemit Lehm befestigt, so tritt das Recht sofort ein.",
"Abajje sagte: Befinden sich zwei Häuser an beiden Seitendes öffentlichen Gebietes, so mache der eine ein Geländerfür die Hälfte seines Daches und der andere ein Geländer für die Hälfte seines Daches, einer nicht gegenüber dem anderen, und etwas darüber. –",
"Wieso gerade des öffentlichen Gebietes, dies gilt ja auch vom Privatgebiete!? – Von öffentlichem Gebiete ist dies zu lehren nötig; man könnte glauben, der eine könne zum anderen sagen: immerhin mußt du dich doch vor dem Straßenpublikumschützen,",
"so lehrt er uns, daß er ihm erwidern könne: das [Straßen]publikum kann mich am Tage beobachten, nachts aber nicht, du aber kannst mich sowohl am Tage als auch nachts beobachten. Oder auch: das [Straßen]publikum kann mich beobachten, wenn ich stehe, nicht aber, wenn ich sitze, du aber kannst mich beobachten, einerlei ob ich stehe oder sitze. Das [Straßen]publikum kann mich beobachten, wenn es genau hinschaut, nicht aber, wenn es nicht genau hinschaut, du aber kannst mich auch unbeabsichtigt beobachten.",
"Der Meister sagte: So mache der eine ein Geländer für die Hälfte seines Daches und der andere ein Geländer für die Hälfte seines Daches, und etwas darüber. Selbstverständlich!? –",
"In dem Falle, wenn einer von ihnen zuvorgekommen ist und die [Hälfte des Geländers] gemacht hat; man könnte glauben, der andere könne zu ihm sagen: da hast du die Auslagen und mache den ganzen, so lehrt er uns, daß dieser ihm erwidern könne: du willst es deshalb nicht machen, weil dadurch deine Mauer leidet, dadurch leidet auch meine Mauer.",
"R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Befindet sich ein Dach in der Nähe des Hofes eines anderen, so muß [der Eigentümer] ein vier Ellen hohes Geländermachen; nicht aber zwischen zwei Dächern. In seinem eigenen Namen aber sagte R. Naḥman, es seien keine vier Ellen erforderlich, wohl aber ist ein Geländer von zehn [Handbreiten] erforderlich. –",
"Wozu, wenn [als Schutz] gegen Schädigung durch das Hineinsehen, so sind ja vier Ellen erforderlich, wenn den anderen als Diebabzufassen, so ist ja ein Gitter ausreichend, und wenn [als Schutz] gegen Ziegen und Lämmer, so ist ja [ein Gitter] ausreichend, durch das diese nicht mit dem Kopfe hindurch können!? – Tatsächlich, um den anderen als Dieb abfassen zu können, denn bei einem Gitter kann er eine Ausredehaben, bei einem zehn [Handbreiten hohen] Zaun aber hat er keine Ausrede.",
"Man wandte ein: Liegt aber sein Hof höherals das Dach des anderen, so verpflichtet man ihn dazunicht. Wahrscheinlich verpflichtet man ihn überhaupt nicht!? – Nein, man verpflichtet ihn nicht zu einer Wand von vier Ellen, wohl aber zu einer von zehn [Handbreiten].",
"Es wurde gelehrt: Wenn sich zwei Höfe übereinanderbefinden, so muß, wie R. Hona sagt, der untere [die Wand] ihm gegenüber nach obenund der obere ihm gegenüber nach obenbauen. R. Ḥisda aber sagt, der obere müsse auch zum Bau des unterenbeitragen.",
"Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird gelehrt: Wenn zwei Höfe sich übereinander befinden, so kann der obere nicht sagen, er baue nur ihm gegenüber nach oben, vielmehr muß er auch zur unteren [Wand] beitragen. Liegt aber sein Hof höher als das Dach des anderen, so ist er dazu nicht verpflichtet.",
"Einst waren zwei Leute, die zusammenwohnten, einer wohnte im Obergeschosse und der andere wohnte im Erdgeschosse, und das Erdgeschoß senktesich. Da sprach der andere [zum ersten]: Wollen wir [das Haus] niederreißen und neu bauen. Dieser erwiderte: Ich wohne bequem; wenn du nicht bequem wohnst, so grabe eine Vertiefung in den Boden, [oder] krieche auf deinem Baucheund geh hinein, krieche auf deinem Bauche und geh hinaus."
],
[
"Jener sprach: So will ich es niederreißen und neu bauen. Dieser erwiderte: Ich habe dann keinen Raum zum Wohnen. Jener sprach: Ich will dir einen Raum mieten. Dieser erwiderte: Ich will mich nicht bemühen. – Ich kann da nicht wohnen. – Krieche auf deinem Bauche und geh hinein, krieche auf deinem Bauche und geh hinaus.",
"Hierauf sprach R. Ḥama: Er hindert dies mit Recht. Dies jedoch nur dann, wenn die Balkensich nicht bis unter zehn [Handbreiten]gesenkt haben, wenn sich aber die Balken unter zehn [Handbreiten] gesenkt haben, so kann ersagen: der Raum unter zehn [Handbreiten] gehört mirund du hast kein Anrecht darauf.",
"Ferner nur dann, wenn sie nichts vereinbart haben, wenn sie esaber vereinbart haben, so müssen sie es niederreißen und neu bauen. –",
"Wieviel, wenn sie es vereinbart haben? Die Jünger erklärten vor Rabba im Namen Mar Zuṭras, des Sohnes R. Naḥmans, der es im Namen R. Naḥmans sagte: Wie wir gelernt haben: die Höhegleich der Hälfte der Länge und [der Hälfte] der Breite. Da sprach Rabba zu ihnen: Ich habe euch bereits gesagt, daß ihr R. Naḥman keine leeren Krüge anhängen sollt; R. Naḥman sagte: wie Menschen zu wohnen pflegen. – Wieviel ist dies? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Daß man die Rohrbunde von Maḥoza hineinbringen und umdrehenkann.",
"Einst baute jemand eine Wand vor den Fenstern eines anderen. Da sprach dieser zu ihm: Du verdunkelst mir. Jener erwiderte: Ich will dir die Fenster an dieser Stelle verbauen und andere über meiner Wand machen. Dieser entgegnete: Du gefährdest mir dann meine Wand. Jener erwiderte: Ich will deine Wand bis zu den Fenstern niederreißen und neu bauen, und in dieser über meiner Wand Fenster machen. Dieser entgegnete: Ist die Wand unten alt und oben neu, so hält sie nicht.",
"Jener erwiderte: So will ich sie dir bis zur Erde niederreißen, sie wieder aufbauen und Fenster machen. Dieser entgegnete: Eine einzelne neue Wand an einem alten Hause hält nicht. Jener erwiderte: So will ich dir dein ganzes Haus niederreißen und neu mit Fenstern bauen. Dieser entgegnete: Ich habe dann keinen Raum zum Wohnen. Jener erwiderte: Ich will dir einen Raum mieten. Dieser entgegnete: Ich will mich nicht bemühen. Hierauf entschied R. Ḥama: Er hindert dies mit Recht. –",
"Diesist ja dasselbe, wozu ist dies wiederum nötig!? – Folgendes lehrt er uns: selbst wenn er es nur für Stroh und Holz benutzt.",
"Einst teilten zwei Brüder; einer erhielt den Saal und der andere erhielt den Vorgarten. Da ging derjenige, der den Vorgarten erhielt und baute eine Wand am Eingange des Saales. Da sprach jener: Du verdunkelst mir. Der andere erwiderte: Ich baue auf meinem Gebiete. Hierauf entschied R. Ḥama: Er hat Recht mit seiner Erwiderung.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Womit ist es hierbei anders als bei der folgenden Lehre: Wenn zwei Brüder geteilt haben, einer nahm den Weinberg und einer das Saatfeld, so erhält der Besitzer des Weinberges vier Ellen vom Saatfelde, denn nur unter dieser Bedingung haben sie geteilt!?",
"Dieser erwiderte: Dies in dem Falle, wenn sie einanderherausgezahlt haben. – Haben sie etwa hierbei nicht einander herausgezahlt, wird hier denn von Dummen gesprochen, der eine sollte den Saal und der andere den Vorgarten genommen haben, ohne daß sie einander herausgezahlt haben!? Dieser erwiderte: Zugegeben, daß sie einander den Wert der Ziegel, der Balken und der Latten herausgezahlt haben, aber den Wert des Luftraumeshaben sie einander nicht herausgezahlt. –",
"Sollte er doch zu ihm sagen: ich habe für meinen Teil einen Saal genommen und du machst mir aus diesem eine [dunkle] Kammer!? R. Šimi b. Aši erwiderte: Sie haben nur dem Namen nachgeteilt;",
"es wird ja auch gelehrt: Wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat, er verkaufe ihm eine Korfläche Ackerland, so hat dieser es erstanden, auch wenn es nur ein Lethekh faßt, denn er hat es ihm nur dem Namen nach verkauft; jedoch nur dann, wenn es Korfläche genannt wird. [Sagte er,] er verkaufe ihm einen Obstgarten, so hat dieser ihn erstanden, auch wenn in diesem keine Granatäpfel sind, denn er hat ihn ihm nur dem Namen nach verkauft; jedoch nur dann, wenn er Obstgarten genannt wird. [Sagte er,] er verkaufe ihm einen Weinberg, so hat dieser ihn erstanden, auch wenn in diesem keine Weinstöcke sind, denn er hat ihn ihm nur dem Namen nach verkauft; jedoch nur dann, wenn er Weinberg genannt wird. –",
"Ist es denn gleich: da kann der Verkäufer zum Käufer sagen, er habe es ihm nur dem Namen nach verkauft, hierbei aber kann ihm ja der andere erwidern, ich habe geteilt unter der Bedingung, daß ich in diesem ebenso wohnen kann, wie unsere Eltern in diesem gewohnt haben!?",
"--"
],
[
"Mar Januqa und Mar Qašiša, die Söhne R. Ḥisdas, sprachen zu R. Aši: Die Nehardee͑nservertreten hierbei ihre Ansicht, denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn Brüder geteilt haben, so hat einer an den anderen keinen Anspruch hinsichtlich der Wege,",
"der Fenster, der Leiternund der Wasserläufe. Seid damit achtsam, denn es sind festgesetzte Lehren. Raba aber sagt, sie haben ihn wohl.",
"Einst wurde auf einen Schuldschein, der Waisen gehörte, eine Quittung präsentiert. Da sprach R. Ḥama: Man kann mit diesem [die Schuld] nicht einfordern und ihn auch nicht zerreißen. Man kann mit ihm [die Schuld] nicht einfordern, denn es wurde auf ihn eine Quittung präsentiert, und zerreißen kann man ihn ebenfalls nicht, denn die Waisen könnten, wenn sie großjährig sind, den Beweis erbringen, daß sie gefälscht ist.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu Rabina: Wie ist die Halakha zu entscheiden? Dieser erwiderte: Bei allenist die Halakha wie R. Ḥama, ausgenommen der Fall von der Quittung, denn wir halten die Zeugen nicht für lügenhaft.",
"Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, sagte: Auch hierbei ist die Halakha wie R. Ḥama, denn wäre die Quittung echt, so sollte er sie bei Lebzeiten des Vaters präsentiert haben, und da er sie dann nicht präsentiert hat, so ist sie wohl gefälscht.",
"MAN HÄLT IHNAN, ZUM BAU EINES TORHÄUSCHENSUND EINER TÜR ZUM HOFE BEIZUTRAGEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, NICHT JEDER HOF BRAUCHT EIN TORHÄUSCHEN. MAN HÄLT IHNAN, ZUM BAU EINER MAUER UND VON TOREN UND RIEGELN FÜR DIE STADT BEIZUTRAGEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, NICHT JEDE STADT BRAUCHT EINE MAUER.",
"WIE LANGE MUSS MAN IN DER STADT GEWOHNT HABEN, UM DEN BÜRGERN DER STADTZU GLEICHEN? ZWÖLE MONATE. HAT MAN DA EIN WOHNHAUS GEKAUFT, SO GLEICHT MAN SOFORT DEN ÜBRIGEN BÜRGERN DER STADT.",
"GEMARA. Demnach ist ein Torhäuschen vorteilhaft; aber einst war ja ein Frommer, mit dem Elijahu sich zu unterhalten pflegte, und als er ein Torhäuschen errichtete, hörte er auf, sich mit ihm zu unterhalten!? – Das ist kein Einwand; eines, wenn es sich von innen befindet, und eines, wenn es sich von außenbefindet.",
"Wenn du willst, sage ich: beides, wenn es sich von außen befindet, dennoch ist dies kein Einwand; eines, wenn es eine Türhat, und eines, wenn es keine Tür hat. Wenn du willst, sage ich: beides, wenn es eine Tür hat, dennoch ist dies kein Einwand; eines, wenn [die Tür] einen Drücker hat, und eines, wenn sie keinen Drücker hat. Wenn du aber willst, sage ich: beides, wenn sie einen Drücker hat, dennoch ist dies kein Einwand; eines, wenn der Drücker sich von innen befindet, und eines, wenn der Drücker sich von außen befindet.",
"Die Rabbanan lehrten: Man hält ihn an, zum Bau eines Torhäuschens und einer Tür für den Hof beizutragen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nicht jeder Hof braucht ein Torhäuschen; ein Hof, der an der Straße liegt, braucht ein Torhäuschen, und der nicht an der Straße liegt, braucht kein Torhäuschen. – Und die Rabbanan!? – Es kommt vor, daß auf der Straße ein Gedränge herrscht und Leute da hineingehen.",
"MAN HÄLT IHN AN, ZUM BAU &C. FÜR DIE STADT BEIZUTRAGEN. Die Rabbanan lehrten: Man hält ihn an, zum Bau von Toren und Riegeln für die Stadt beizutragen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nicht jede Stadt braucht eine Mauer; eine Stadt, die an der Grenze liegt, braucht eine Mauer, und die nicht an der Grenze liegt, braucht keine Mauer. – Und die Rabbanan!? – Es kommt vor, daß auch da ein Streifzug kommt.",
"R. Elea͑zar fragte R. Joḥanan: Wird die Beisteuer nach den Personen oder nach dem Vermögen erhoben? Dieser erwiderte: Sie wird nach dem Vermögen erhoben, und mein Sohn Elea͑zar hat in dieser Sache Pflöckeeingeschlagen.",
"Manche lesen: Wird sie nach der Lage des Hauseserhoben oder nach dem Vermögen? Dieser erwiderte: Sie wird nach dem Vermögen erhoben, und mein Sohn Elea͑zar hat in dieser Sache Pflöcke eingeschlagen.",
"R. Jehuda der Fürst hatte einst [die Kosten] für die Stadtmauer [auch] den Gelehrten auferlegt; da sprach Reš Laqiš: Die Gelehrten brauchen keine Bewachung. Es heißt nämlich:wollte ich sie zählen, sie würden mehr sein als der Sand; wen, wollte man sagen, die Frommen, so heißt es ja von ganz Jisraél:gleich dem Sande am Ufer des Meeres, wieso könnten nun die Frommen mehr als der Sand sein!?",
"Vielmehr meint er es wie folgt: wollte man die Werke der Frommen zählen, so würden sie mehr als der Sand sein. Nun ist [ein Schluß] vom Geringeren auf das Wichtigere zu folgern: wenn der Sand, der weniger ist, das Meer beschützt, um wieviel mehr beschützen die Werke der Frommen, die mehr sind, die Frommen.",
"Als er zu R. Joḥanan kam, sprach dieser zu ihm: Weshalb hast du es ihm nicht aus folgendem Schriftverse gedeutet? Ich bin eine Mauer und meine Brüste Türmen gleich. Ich bin eine Mauer, das ist die Tora; und meine Brüste Türmen gleich,"
],
[
"das sind die Schriftgelehrten. Reš Laqiš aber hielt es mit folgender Auslegung Rabas: Ich bin eine Mauer, das ist die Gemeinschaft Jisraél; und meine Brüste Türmen gleich, das sind die Bet- und Lehrhäuser.",
"R. Ḥanan b. R. Ḥisda belegte einst die Gelehrten mit der Kopfsteuer; da sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu ihm: Du hast übertreten die Tora, die Propheten und die Hagiographen.",
"Die Tora, denn es heißt:auch liebte er die Völker, all seine Heiligen in deiner Hand. Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, auch zur Zeit, wenn du die Völkerliebest, mögen all seine Heiligen in deiner Handsein.Und sie zertrümmerten zu deinen Füßen. R. Joseph lehrte: Das sind die Schriftgelehrten, die von Stadt zu Stadt und von Land zu Land wandernd ihre Füße zertrümmern, um die Tora zu lernen;erheben deine Worte, um über die Worte Gottes zu verhandeln.",
"Die Propheten, denn es heißt: auch wenn sie unter den Völkern lernen, nun will ich sie sammeln; sie werden sich ein wenig erholen von der Last der Könige und Fürsten. Hierzu sagte U͑la: Dieser Schriftvers ist aramäischabgefaßt; lernen sie alle, so will ich sie sofort sammeln, wenn aber nur wenige von ihnen, so werden sie sich erholen von der Last der Könige und Fürsten.",
"Die Hagiographen, denn es heißt:Tribut, Steuer und Wegegeld ihnen aufzuerlegen, soll niemand berechtigt sein. R. Jehuda sagte: Tribut, das sind die Abgaben für den König, Steuer, das ist die Kopfsteuer, Wegegeld, das sind die Naturalabgaben.",
"R. Papa belegte einst Waisen mit einem Beitrage zu einem neuen Brunnen; da sprach R. Šiša, Sohn des R. Idi, zu R. Papa: Vielleicht wird nichts zu schöpfensein? Dieser erwiderte: Zunächst nehme ich von ihnen; wird zu schöpfen sein, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich es ihnen zurück.",
"R. Jehuda sagte: Jeder wird [zum Beitrage] für die Stadttore herangezogen, selbst Waisen; die Gelehrten aber brauchen keine Bewachung. Jeder wird zum Brunnengraben herangezogen, selbst die Gelehrten; dies jedoch nur wenn keine Massenausziehen, nicht aber, wenn Massen ausziehen, weil die Gelehrten nicht mit den Massen mitzugehen brauchen.",
"Rabbi öffnete seine Speicher in den Jahren der Hungersnot und sprach: Mögen Schrift-, Mišna-, Talmud-, Halakha- und Agadakundige eintreten, Leute aus dem gemeinen Volkeaber sollen nicht eintreten. Da drängte sich R. Jonathan b. A͑mram vor und trat ein, indem er zu ihm sprach: Meister, speise mich. Jener fragte: Hast du die Schrift gelesen? – Nein. – Hast du die Mišna gelernt? – Nein. – Wenn dem so ist, woraufhin soll ich dich speisen!? – Speise mich wie einen Hund oder wie einen Raben.",
"Als er fort war, saß Rabbi und grämte sich, indem er sprach: Wehe mir, daß ich mein Brot einem Menschen aus dem gemeinen Volke verabreicht habe! Da sprach R. Šimo͑n b. Rabbi zu ihm: Vielleicht ist es dein Schüler Jonathan b. A͑mram, der von der Ehre der Tora nicht genießen will? Hierauf untersuchten sie und es stellte sich heraus. Alsdann sprach Rabbi: Mag jeder eintreten.",
"Rabbi vertrat hierbei seine Ansicht, denn Rabbi sagte: Ein Strafgericht kommt über die Welt nur wegen der Leute aus dem gemeinen Volke. So wurde einst der Stadt Tiberjas das Geld zu einer Krone auferlegt. Als darauf [die Einwohner] zu Rabbi kamen und verlangten, daß auch die Gelehrten beitragen sollen, erwiderte er ihnen: Nein. Jene sprachen: So laufen wir fort. – Lauft. Als dann die Hälfte von ihnen fortgelaufen war, wurde es der anderen Hälfteauferlegt.",
"Hierauf kam die andere Hälfte zu Rabbi und verlangte von ihm, daß die Gelehrten beitragen sollen; er aber erwiderte ihnen: Nein. – So laufen wir fort. – Lauft. Da lief auch die andere Hälfte fort und nur ein Wäscher blieb zurück. Als man es dann dem Wäscher auferlegte und auch er fortlief, wurde [das Geld für] die Krone erlassen. Darauf sprach Rabbi: Ihr seht nun, daß ein Strafgericht über die Welt nur wegen der Leute aus dem gemeinen Volke kommt.",
"WIE LANGE MUSS MAN IN DER STADT GEWOHNT HABEN, UM DEN BÜRGERN DER STADT ZU GLEICHEN &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn eine von Ort zu Ort ziehende Karawane Eseltreiber oder Kamelführer daübernachtet hat und mit abtrünnig geworden ist, so werden sie durch Steinigung hingerichtetund ihr Vermögen wird gerettet;",
"wenn sie da dreißig Tage verweilt haben, so werden sie durch das Schwert hingerichtet und ihr Vermögen wird vernichtet!?",
"Raba erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt von der Stadtbürgerschaftund eines gilt von der Stadteinwohnerschaft. Es wird auch gelehrt: Wer sich den Genuß von den Bürgern der Stadt abgelobt hat, darf von einem, der da zwölf Monate wohnt, nichts genießen, wenn weniger, so darf er von ihm wohl genießen; wenn von den Einwohnern der Stadt, so darf er von einem, der da dreißig Tage wohnt, nichts genießen, wenn weniger, so darf er von ihm wohl genießen. –",
"Sind denn in jeder Hinsicht zwölf Monate erforderlich, es wird ja gelehrt: Dreißig Tage hinsichtlich des Armenkessels, drei Monate hinsichtlich der Almosenkasse, sechs hinsichtlich der [Armen]bekleidung, neun hinsichtlich des Begräbnissesund zwölf hinsichtlich der Stadtpfähle!? R. Asi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Lehre unserer Mišna, daß zwölf Monate erforderlich sind, spricht eben von den Stadtpfählen.",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Von jedem wird ein Beitrag zu den Stadtpfählen erhoben, selbst von Waisen; von den Gelehrten aber nicht, denn die Gelehrten brauchen keine Bewachung. R. Papa sagte: Für die Stadtmauer, den Reiter und den Waffenhüter müssen auch Waisen beitragen. Die Regel hierbei ist: für jede Sache, von der sie einen Nutzen haben, müssen auch Waisen beitragen.",
"Raba belegte die Waisen des Bar Marjon mit einem Almosenbeitrage, da sprach Abajje zu ihm: R. Šemuél b. Jehuda lehrte ja, man belege Waisen nicht mit einem Almosenbeitrage, nicht einmal zur Gefangenenauslösung!? Dieser erwiderte: Ich tue dies zu ihrer Ehrung.",
"Einst sandte Iphra Hormez, die Mutter des Königs Sapor, einen Beutel Denare zu R. Joseph, mit dem Auftrage, es solle zu einem besonders guten Werke verwandt werden. Da saß R. Joseph und dachte darüber nach, was wohl ein besonders gutes Werk sei. Hierauf sprach Abajje zu ihm: R. Šemuél b. Jehuda lehrte, man belege Waisen nicht mit Almosenbeiträgen, nicht einmal zur Gefangenenauslösung;"
],
[
"demnach ist die Gefangenenauslösung ein besonders gutes Werk.",
"Raba fragte Rabba b. Mari: Woher ist das zu entnehmen, was die Rabbanan gesagt haben, die Gefangenenauslösung sei ein besonders gutes Werk? Dieser erwiderte: Es heißt:und wenn sie zu dir sprechen: wohin sollen wir gehen? so sage zu ihnen: So spricht der Herr: wer zum Sterben, zum Sterben, wer zum Schwerte, zum Schwerte, wer zum Hunger, zum Hunger, und wer zur Gefangenschaft, zur Gefangenschaft. Hierzu sagte R. Joḥanan, was in diesem Schriftverse später genannt wird, sei schlimmer als das vorhergenannte.",
"Das Schwert ist schlimmer als das Sterben. Wenn du willst, entnehme ich dies aus einem Schriftverse, und wenn du willst, begründe ich dies. Wenn du willst, begründe ich dies: durch das eine wird er verunstaltet, durch das andere aber wird er nicht verunstaltet. Wenn du willst, aus einem Schriftverse:kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen.",
"Der Hunger ist schlimmer als das Schwert. Wenn du willst, begründe ich dies: durch das eine hat er Qual, durch das andere aber hat er keine Qual. Wenn du willst, entnehme ich dies aus einem Schriftverse:glücklicher waren, die durch das Schwert fielen, als die durch Hunger fielen. Bei der Gefangenschaft ist alles vorhanden.",
"Die Rabbanan lehrten: Die [Beiträge für die] Armenkasse werden durch zwei [Personen] eingezogen und durch drei verteilt. Sie werden durch zwei eingezogen, denn man darf über die Gemeinde nicht weniger als zwei Beamteeinsetzen; sie werden durch drei verteilt, wie bei Gerichtsverhandlungen in Geldsachen.",
"[Die Beiträge] für den Armenkessel werden durch drei [Personen] eingezogen und durch drei verteilt; bei diesen ist die Einziehung und die Verteilunggleich. Der Armenkessel wird jeden Tag [verteilt], die Armenkasse nur an jedem Vorabende des Šabbaths.",
"Vom Armenkessel erhalten die Armen der ganzen Welt, von der Armenkasse nur die Armen der Stadt. Die Bürger der Stadt dürfen die [Beiträge der] Armenkasse für den Armenkessel und die des Armenkessels für die Armenkasse bestimmen und nach Belieben abändern.",
"Ferner dürfen die Leute der Stadt Bestimmungen treffen über die Masse, die Marktpreiseund die Arbeitslöhne, und wegen dieser Bestimmungen bestrafen.",
"Der Meister sagte: Man darf über die Gemeinde nicht weniger als zwei Beamte einsetzen. Woher dies? R. Naḥman erwiderte: Die Schrift sagt; sie sollen das Gold nehmen &c.",
"Zur Amtsausübung ist [einer] nicht zulässig, glaubwürdigaber ist er wohl. Dies ist eine Stütze für R. Ḥanina, denn R. Ḥanina erzählte, Rabbi habe einst zwei Brüder über die Armenkasse gesetzt. –",
"Welche Herrschaft gibt es hierbei? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Weil man wegen der Almosenbeiträge pfändet, selbst am Vorabende des Šabbaths!? – Dem ist ja aber nicht so, es heißt doch:alle seine Bedränger will ich heimsuchen, und R. Jiçḥaq b. Šemuél b. Martha sagte im Namen Rabhs, selbst Almoseneinnehmer!? –",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn er reich ist, und eines, wenn er nicht reichist. So wandte Raba einst Zwang an und nahm R. Nathan b. Ami vierhundert Zuz als Almosen ab.",
"Und die Einsichtigen werden glänzen wie der Glanz des Himmels &c.; dies ist ein Richter, der ein gerechtes Urteil gemäß der Wahrheit fällt.Und die, die die Menge zur Gerechtigkeit geführt haben, wie die Sterne auf immer und ewig; dies sind die Almoseneinnehmer.",
"In einer Barajtha wurde gelehrt: Und die Einsichtigen werden glänzen wie der Glanz des Himmels; dies sind ein Richter, der ein gerechtes Urteil gemäß der Wahrheit fällt, und die Almoseneinnehmer. Und die, die die Menge zur Gerechtigkeit geführt haben, wie die Sterne auf immer und ewig; dies sind die Kinderlehrer. – Wie wer zum Beispiel? Rabh erwiderte: Wie zum Beispiel R. Šemuél b. Šilath. Rabh traf nämlich einst R. Šemuél b. Šilath in seinem Garten stehen; da sprach er zu ihm: Du hast wohl dein Handwerkverlassen? Dieser erwiderte: Es sind bereits dreizehn Jahre, daß ich ihn nicht gesehen habe, und auch jetzt denke ich an sie. –",
"Und wie ist es mit den Gelehrten? Rabina erwiderte:Und die ihn lieb haben, sind wie der Aufgang der Sonne in ihrer Pracht.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Almoseneinnehmer dürfen sich von einander nichttrennen, wohl aber darf der eine zum Tore und der andere in den Ladengehen. Hat einer Geld auf der Straße gefunden, so darf er es nicht in seine Taschetun, sondern in den Almosenbeutel, und wenn er nach Hause kommt, nehme er es wieder heraus. Desgleichen darf er, wenn er von seinem Nächsten eine Mine zu erhalten hat und dieser sie ihm auf der Straße bezahlt, sie nicht in seine Taschetun, sondern in den Almosenbeutel, und wenn er nach Hause kommt, nehme er sie wieder heraus.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn die Almoseneinnehmer keine Armen zum Verteilen haben, so dürfen sie nur bei Fremden einwechseln, nicht aber bei sich selber. Wenn die Einnehmer des Armenkessels keine Armen zum Verteilen haben, so dürfen sie nur an Fremde verkaufen, nicht aber an sich selber. Almosengeld darf man nicht je zweizählen, sondern nur einzeln.",
"Abajje sagte: Früher pflegte der Meisternicht auf den Mattenim Bethause zu sitzen; nachdem er aber von der Lehre hörte, [die Gemeinde] dürfe es nach ihrem Belieben ändern, setzte er sich auf diese. Ferner sagte Abajje: Früher hatte der Meister zwei verschiedene Beutel, einen für die Armen der ganzen Welt und einen für die Armen der Stadt; nachdem er aber das hörte, was Šemuél zu R. Taḥlipha b. Evdämi sagte, daß er nämlich einen Beutel mache"
],
[
"und darüber eine Vereinbarung treffe, machte er ebenfalls einen Beutel und traf eine Vereinbarung. R. Aši sagte: Ich brauche nicht einmal eine Vereinbarung zu treffen, denn wer zu mirkommt, verläßt sich auf mich, und ich verteile nach meinem Gutdünken.",
"Einst vereinbartenSchlächter, daß, wenn einer am Tage eines anderen arbeiten werde, man ihm das Fellzerreißen solle. Hierauf ging einer und arbeitete am Tage eines anderen, und man zerriß ihm das Fell. Als sie vor Raba kamen, verurteilte er sie, Ersatz zu leisten.",
"R. Jemar b. Šelemja wandte gegen Raba ein: Und wegen ihrer Vereinbarungzu bestrafen!? Raba erwiderte ihm aber nichts. R. Papa sagte: Er hatte recht, daß er ihm nichts erwiderte; diesgilt nur von dem Falle, wenn da kein würdiger Mannvorhanden ist, wenn da aber ein würdiger Mann vorhanden ist, sind sie zu einer solchen Bestimmung nicht berechtigt.",
"Die Rabbanan lehrten: Man rechnet mit den Almoseneinnehmern nicht über die Almosen ab, und ebensowenig mit den Schatzmeistern über die Tempelspenden. Und obgleich es hierfür keinen eigentlichen Beweis gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung, denn es heißt:und man rechnete nicht ab mit den Männern, denen man das Geld übergab, damit sie es den Arbeitern aushändigen, denn sie walteten mit Treue.",
"R. Elea͑zar sagte: Auch wenn man einen treuen Verwalter in seinem Hause hat, binde man [das Geld]ein und zähle es, denn es heißt:sie banden es ein und zählten es.",
"R. Hona sagte: Man stellt eine Untersuchungan hinsichtlich der Nahrung, nicht aber hinsichtlich der Kleidung. Wenn du willst, entnehme ich es aus der Schrift, und wenn du willst, begründe ich es.",
"Wenn du willst, begründe ich es: der eine ist der Schandeausgesetzt und der andere ist nicht der Schande ausgesetzt. Wenn du willst, entnehme ich es aus der Schrift; [von dem einen heißt es:]daß du dem Hungrigen dein Brot brichst; esist mit einem Šin geschrieben: forschenach und dann gib ihm. Vom anderen aber heißt es: wenn du einen Nackten siehst, so bekleide ihn, sobald du ihn siehst.",
"R. Jehuda aber sagte: Man stelle eine Untersuchung an hinsichtlich der Kleidung, nicht aber hinsichtlich der Nahrung. Wenn du willst, begründe ich es, und wenn du willst, entnehme ich es aus der Schrift.",
"Wenn du willst, begründe ich es: von dem einen hängt die Erhaltung des Lebens ab und vom anderen hängt nicht die Erhaltung des Lebens ab. Wenn du willst, entnehme ich es aus der Schrift; von dem einen heißt es: daß du dem Hungrigen dein Brot brichst, brich es sofort, wie wir es lesen; vom anderen aber heißt es: wenn du einen Nackten siehst, so bekleide ihn, erst wenn du es einsiehst. Übereinstimmend mit R. Jehuda wird gelehrt: Sagt er: bekleidet mich, so stelle man eine Untersuchung über ihn an, wenn aber: gebt mir Nahrung, so stelle man keine Untersuchung an.",
"Dort haben wir gelernt: Man gebe einem von Ort zu Ort wandernden Armen nicht weniger als ein Pondionbrot, wenn vier Seá [Getreide] um einen Sela͑ [verkauft werden]. Übernachtet er, so gebe man ihm das Erforderliche für ein Nachtlager. – Was ist das Erforderliche für ein Nachtlager? R. Papa erwiderte: Bett und Polster. Am Šabbath gebe man ihm Speise für drei Mahlzeiten. Es wird gelehrt: Geht er an den Türen [betteln], so befasse man sich nichtmit ihm.",
"Einst kam ein Armer, der an den Türen [betteln] ging, zu R. Papa; dieser aber gab ihm nichts. Da sprach R. Sama, Sohn des R. Jeba, zu R. Papa: Wenn der Meister ihm nichts gibt und ein anderer ihm ebenfalls nichts gibt, so kann er ja sterben! – Es wird ja aber gelehrt, daß man sich mit einem Armen, der an den Türen [betteln] geht, nicht befasse!? Dieser erwiderte: Man gebe ihm keine große Gabe, wohl aber gebe man ihm eine kleine Gabe.",
"R. Asi sagte: Man unterlasse es nicht, wenigstens ein Drittel Šeqel jährlich [zu geben], denn es heißt:wir legten uns ein Gesetz auf, jährlich ein Drittel Šeqel für den Dienst am Tempel unseres Gottes zu geben. Ferner sagte R. Asi: Die Wohltätigkeit wiegt alle Gesetze auf, denn es heißt: wir legten uns ein Gesetz [miçvoth] auf, es heißt nicht miçva, sondern miçvoth.",
"R. Elea͑zar sagte: Größer ist, wer die Tatveranlaßt, als der sie ausübt, denn es heißt:und die Wirkungder Wohltätigkeit wird Friede sein, und der Dienst der Wohltätigkeit Ruhe und Sicherheit für immer. Ist es ihm beschieden, so [heißt es]: daß du dem Hungrigendein Brot brichst, ist es ihm nicht beschieden, so [heißt es]: und irrende Elendeins Haus bringst.",
"Raba sprach zu den Einwohnern von Maḥoza: Ich bitte euch, veranlaßt einander zur Tat, damit ihr Frieden im Reiche habt. Ferner sagte R. Elea͑zar: Als der Tempel bestand, entrichtete ein Menschseinen Šeqel und erlangte Sühne; jetzt aber, wo der Tempel nicht mehr besteht: übt man Wohltätigkeit, so ist es recht, wenn aber nicht, so kommen die weltlichen Völker und nehmen mit Gewalt. Aber immerhin wird ihnenauch dies als Wohltätigkeit angerechnet, denn es heißt:und deine Bedränger – Wohltätigkeit.",
"Raba sagte: Folgendes sagte mir ein Jüngling,"
],
[
"der den Anstand seiner Mutter verwirrte, im Namen R. Elea͑zars: Es heißt:er legte Wohltätigkeit an wie einen Panzer; dies besagt folgendes: wie bei einem Panzer die einzelnen Schuppen zusammen zu einem großen Panzer vereinigt werden, ebenso werden bei der Wohltätigkeit die einzelnen Peruṭas zu einem großen Betrage vereinigt. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem:und wie ein besudeltes Gewand sind all unsere Wohltaten; wie bei einem Gewande die einzelnen Härchen zusammen zu einem großen Gewande vereinigt werden, ebenso werden bei der Wohltätigkeit die einzelnen Peruṭas zu einem großen Betrage vereinigt.",
"Weshalb heißt er ein Jüngling, der den Anstand seiner Mutter verwirrte? – Einst fragte R. Aḥadboj b. Ami den R. Šešeth, woher es zu entnehmen sei, daß ein Aussätziger während seiner Zähltageeinen Menschen verunreinige. Dieser erwiderte: Wenn er seine Kleider unrein macht, so macht er auch Menschen unrein.",
"Jener entgegnete: Vielleicht ist es bei anhaftenden Dingenanders? So erfolgt auch beim Aase durch das Schütteln eine Verunreinigung der Kleider, nicht aber eine Verunreinigung eines Menschen.",
"Dieser erwiderte: Daß ein Kriechtier einen Menschen unreinmacht, ist ja wahrscheinlich nur aus dem Umstande zu entnehmen, daß es die Kleider unreinmacht. Jener entgegnete: Von einem Kriechtiere heißt es ausdrücklich:oder wer irgend ein Kriechtier berührt hat. – Aber daß der Sameneinen Menschen unrein macht, ist ja wahrscheinlich zu entnehmen aus dem Umstande, daß er die Kleider unrein macht. Jener entgegnete: Auch vom Samen heißt es ausdrücklich:oder ein Mann, und dies schließt den Berührenden ein.",
"Dies entgegnete er ihm spottend. Da wurde R. Šešeth verlegen. Hierauf wurde R. Aḥadboj b. Ami stumm und vergaß sein ganzes Studium. Da kam seine Mutter zu ihm und weinte und schrie; er aber beachtete sie nicht. Da sprach sie zu ihm: Sieh doch diese Brüste, aus welchen du gesogenhast! Hierauf bat er für ihn um Erbarmen, und er genas.",
"Da wir nun dabei sind: woher ist dieszu entnehmen? – Wie gelehrt wird: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Nach Ablauf der] Zähltage ist ihm das Waschen der Kleider vorgeschrieben, und [nach Ablauf der] absoluten [Unreinheit] ist ihm das Waschen der Kleider vorgeschrieben; wie er nun während dieser Menschen verunreinigt, ebenso verunreinigt er Menschen auch während jener.",
"R. Elea͑zar sagte: Wer heimlich Wohltätigkeit übt, ist größer als unser Meister Moše. Von unserem Meister Moše heißt es:mir war bange vor dem Zorne und dem Grimme, und von dem, der heimlich Wohltätigkeit übt, heißt es:heimliche Gabe bezwingt den Zorn und ein Geschenk im Stillen heftigen Grimm. Er streitet somit gegen R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte: Er bezwingt nur den Zorn, nicht aber den Grimm, denn es heißt: ein Geschenk im Stillen heftigen Grimm, obgleich er ein Geschenk im Stillen [gegeben hat], so gibt es dennoch heftigen Grimm. Manche sagen, R. Jiçḥaq sagte: Ein Richter, der Geschenke annimmt, bringt heftigen Grimm über die Welt.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: Wer einem Armen eine Peruṭa gibt, wird mit sechs Segnungen bedacht, und wer ihn mit Worten tröstet, wird mit elf Segnungen bedacht. Wer einem Armen eine Peruṭa gibt, wird mit sechs Segnungen bedacht, denn es heißt: daß du brichst &c. und irrende Elende ins Haus bringst &c. wenn du einen Nackten siehst &c.",
"Wer ihn mit Worten tröstet, wird mit elf Segnungen bedacht, denn es heißt:Spendest deine Seele dem Hungrigenund labst das gebeugte Gemüt, so wird dein Licht in der Finsternis aufstrahlen und deine Dunkelheit wird wie die Mittagshelle werden; und der Herr wird dich beständig leiten und in der Dürre deine Seele sättigen &c. Und aufgebaut werden durch dich die Trümmer der Vorzeit, und die Grundmauern vergangener Geschlechter wirst du wieder aufrichten &c.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:wer Wohltätigkeit und Milde nachjagt, findet Leben, Wohltätigkeit und Ehre. Sollte er etwa, weil er Wohltätigkeit nachjagt. Wohltätigkeitfinden? Dies besagt vielmehr, daß, wenn jemand nach Wohltätigkeit jagt, der Heilige, gepriesen sei er, ihm Geld zukommen läßt, um damit Wohltätigkeit zu üben.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, läßt ihn würdige Menschen finden, an ihnen Wohltätigkeit zu üben, damit er dieserhalb Belohnung erhalte. Dies schließt das aus, was Rabba vorgetragen hat, denn Rabba trug vor: Es heißt:sie sollen vor dir straucheln, zur Zeit deines Zornes handle wider sie. Jirmeja sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, selbst zur Zeit, wenn sie ihren bösen Trieb beugen und deinethalben Wohltätigkeit üben wollen, laß sie durch unwürdige Leute straucheln, damit sie dieserhalb keine Belohnung erhalten.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer Wohltätigkeit zu üben pflegt, dem sind weise, reiche und gelehrteKinder beschieden. Weise, denn es heißt:"
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[
"er fìndet Leben; reiche, denn es heißt: Wohltätigkeit; gelehrte, denn es heißt: und Ehre. Hier heißt es Ehre, und dort heißt es:Ehre werden die Weisen erben.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn ein Ankläger den Einwand erheben und zu dir sagen sollte: wenn euer Gott die Armen liebt, weshalb ernährt er sie nicht? so antworte ihm: damit wir dadurchvon dem Höllengerichte errettet werden. Diese Frage richtete auch der ruchlose Tyrannos Rufus an R. A͑qiba: Wenn euer Gott die Armen liebt, weshalb ernährt er sie nicht? Dieser erwiderte ihm: Damit wir dadurch vom Gerichte des Fegefeuers errettet werden.",
"Jener entgegnete: Im Gegenteil, dies macht euch des Gerichtes des Fegefeuers schuldig. Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Ein König aus Fleisch und Blut zürnt seinem Knecht, sperrt ihn ins Gefängnis und befiehlt, daß man ihm weder Speise noch Trank verabreiche, jemand aber geht und verabreicht ihm Speise und Trank. Wenn nun der König dies erfährt, gerät er etwa nicht über ihn in Zorn!? Und auch ihr werdet Knechte genannt, denn es heißt:denn meine Knechte sind die Jisraéliten.",
"Da erwiderte ihm R. A͑qiba: Auch ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Ein König aus Fleisch und Blut zürnt seinem Sohne, sperrt ihn ins Gefängnis und befiehlt, daß man ihm weder Speise noch Trank verabreiche, jemand aber geht und verabreicht ihm Speise und Trank. Wenn der König dies erfährt, übersendet er ihm etwa nicht ein Geschenk? Und auch wir werden Kinder genannt, denn es heißt:ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes.",
"Jener entgegnete ihm: Ihr werdet Kinder genannt und ihr werdet Knechte genannt; tut ihr den Willen Gottes, so werdet ihr Kinder genannt, tut ihr nicht den Willen Gottes, so werdet ihr Knechte genannt; jetzt aber tut ihr nicht den Willen Gottes. Dieser erwiderte: es heißt:daß du dem Hungrigen dein Brot brichst, und irrende Elende ins Haus bringst; jetzt gehen [die Worte:] und irrende Elende ins Haus bringst, in Erfüllung, und dennoch heißt es: daß du dem Armen dein Brot brichst.",
"R. Jehuda b. Šallum trug vor: Wie die Nahrung des Menschen am Neujahrstage festgesetzt wird, so werden auch die Ausgabendes Menschen am Neujahrstage festgesetzt; ist es ihm beschieden, dann: daß du dem Armen dein Brot brichst, ist es ihm nicht beschieden, dann: und irrende Elende ins Haus bringst.",
"So sah einst R. Joḥanan b. Zakkaj im Traume, daß seinen Schwestersöhnen siebenhundert Denare fehlen werden; da nötigte er sie und nahm es von ihnen für wohltätige Zwecke ab; siebzehn Denare aber blieben bei ihnen zurück. Als der Vorabend des Versöhnungstagesheranreichte, sandte der Kaiser und ließ es ihnen wegnehmen.",
"Da sprach R. Joḥanan b. Zakkaj zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siebzehn Denare waren bei euch zurückgeblieben, und diese wurden euch abgenommen. Sie fragten ihn: Woher weißt du dies? Er erwiderte ihnen: Ich habe darüber ein Traumgesicht gehabt. Sie sprachen zu ihm: Weshalb hast du es uns nicht gesagt? Er erwiderte ihnen: Ich wollte, daß ihr gute Werke um ihrer selbst willen ausübet.",
"Einst stieg R. Papa auf eine Leiter; da glitt er mit einem Fuße aus und fiel fast herunter. Da sprach er: Fast könnte mein Feindso bestraft werden, wie Šabbathschänder und Götzenanbeter. Hierauf sprach Ḥija b. Rabh aus Diphte zu R. Papa: Vielleicht ist dir ein Armer zur Hand gekommen und hast du ihm keine Nahrung verabreicht?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte: Wenn jemand seine Augen von der Wohltätigkeit abwendet, so ist es ebenso, als würde er Götzendienst getrieben haben. Hierbeiheißt es: hüte dich, daß nicht in deinem Herzen ein nichtswürdiger Gedanke aufsteige, und dort heißt es: es sind nichtswürdige Leute aufgetreten; wie dort Götzendienst zu verstehen ist, ebenso ist auch hierbei Götzendienst zu verstehen.",
"Es wurde gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Jose sagte: All die Wohltätigkeiten und Liebeswerke, die die Jisraéliten auf dieser Welt üben, sind große Friedens[vermittler] und bedeutende Fürsprecher zwischen den Jisraéliten und ihrem Vater im Himmel, denn es heißt:so spricht der Herr: Tritt nicht in das Haus des Jammers ein, und gehe nicht, um die Totenklage zu halten, und bezeuge ihnen kein Beileid, denn ich habe meinen Frieden von diesem Volke genommen &c. die Liebe und das Erbarmen; die Liebe, das sind die Liebeswerke, das Erbarmen, das ist die Wohltätigkeit.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Groß ist die Wohltätigkeit, denn sie beschleunigt die Erlösung, wie es heißt:so spricht der Herr: Wahret das Recht und übt Wohltätigkeit, denn mein Heil ist nahe daran, herbeizukommen, und meine Gerechtigkeit, sich zu offenbaren. Derselbe sagte ferner: Zehn starkeDinge sind in der Welt erschaffen worden: ein Berg ist stark, das Eisen aber zerschneidet ihn; das Eisen ist stark, das Feuer aber erweicht es; das Feuer ist stark, das Wasser aber lischt es; das Wasser ist stark, die Wolken aber tragen es; die Wolken sind stark, der Wind aber zerstreut sie; der Wind ist stark, der Körper aber trägtihn; der Körper ist stark, die Angst aber bricht ihn; die Angst ist stark, der Wein aber verscheucht sie; der Wein ist stark, der Schlaf aber vertreibt ihn. Der Todaber ist stärker als sie alle, und dennoch heißt es:Wohltätigkeit errettet vom Tode.",
"R. Dostaj b. Jannaj trug vor: Komm und sieh, wie die Art eines [Menschen aus] Fleisch und Blut anders ist als die Art des Heiligen, gepriesen sei er. Wenn jemand einem König ein bedeutendes Geschenk überbringt, so ist es zweifelhaft, ob er es von ihm annimmt oder er es von ihm nicht annimmt, und es ist zweifelhaft, ob er das Gesicht des Königs zu sehen bekommt oder er das Gesicht des Königs nicht zu sehen bekommt. Anders aber der Heilige, gepriesen sei er; wenn jemand einem Armen eine Peruṭa gibt, so ist es ihm beschieden, das Gesicht der Göttlichkeit zu empfangen, denn es heißt:ich aber werde durch Wohltätigkeit dein Gesicht schauen, werde mich beim Erwachen an deiner Gestalt sättigen.",
"R. Elea͑zar pflegte vorher einem Armen eine Peruṭa zu geben und nachher das Gebet zu verrichten, denn er sagte, es heißt: ich werde durch Wohltätigkeit dein Gesicht schauen, werde mich beim Erwachen an deiner Gestalt sättigen. – Was heißt: werde mich beim Erwachen an deiner Gestalt sättigen? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies bezieht sich auf die Schriftgelehrten, die auf dieser Welt den Schlaf von ihren Augen verscheuchen; der Heilige, gepriesen sei er, wird sie aber in der zukünftigen Welt mit dem Glanze der Göttlichkeit sättigen.",
"R. Joḥanan sagte: Es heißt:wer sich des Geringen erbarmt, leiht dem Herrn. Wenn dies nicht ein geschriebener Schriftvers wäre, könnte man es gar nicht sagen; – als ob dies denkbar wäre – der Schuldner ist ein Knecht des Gläubigers.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt:es nützt kein Vermögen am Tage des Zornes, aber Wohltätigkeit errettet vom Tode, und ferner heißt es:es helfen keine ungerechten Schätze, aber Wohltätigkeit errettet vom Tode. Wozu dies zweimal von der Wohltätigkeit? Eine, die ihn von einem unnatürlichen Tode errettet, und eine, die ihn vom Gerichte des Fegefeuers errettet. – Welche ist es, die ihn vom Gerichte des Fegefeuers errettet? Von der es heißt:ein Tag des Zornes ist dieser Tag. – Und welche ist es, die ihn von einem unnatürlichen Tode errettet?"
],
[
"Wenn der Gebende nicht weiß, wem er gibt, und der Nehmende nicht weiß, von wem er es erhält. Wenn der Gebende nicht weiß, wem er es gibt, dies schließt das Verfahren Mar U͑qabasaus; wenn der Nehmende nicht weiß, von wem er es erhält, dies schließt das Verfahren R. Abbasaus. – Wie mache man es nun? – Man gebe es in die Armenkasse.",
"Man wandte ein: R. Elie͑zer sagte: Was tue man, um Kinder zu erhalten? Man verstreue sein Geld unter die Armen; R. Jehošua͑ sagt, man erfreue seine Frau mit einer gottgefälligen Sache. R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Man tue seine Peruṭa nur dann in die Armenkasse, wenn ein Mann wie R. Ḥanina b. Teradjon sie verwaltet!? – Wir sprechen eben von dem Falle, wenn ein Mann wie R. Ḥanina b. Teradjon sie verwaltet.",
"R. Abahu sagte: Moše sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, wodurch soll das HornJisraéls hoch erhoben werden? Er erwiderte: Durch das Erheben.",
"Ferner sagte R. Abahu: Man fragte Šelomo, den Sohn Davids, wie weit die Kraft der Wohltätigkeit reiche. Da erwiderte er ihnen: Geht und seht, was mein Vater David darüber sagt:er hat ausgestreut, den Armen gegeben, seine Wohltätigkeit besteht für immer; sein Horn wird hoch erhoben sein mit Ehren. R. Abba sagte: Hieraus:er wird auf Höhen wohnen, Felsfesten sind seine Burg; sein Brot wird ihm gereicht, sein Wasser ist zuverlässig. Er wird deshalb auf Höhen wohnen, und Felsfesten deshalb seine Burg, weil er sein Brot gereicht hat und sein Wasser zuverlässig war.",
"Ferner sagte R. Abahu: Man fragte Šelomo, wer der zukünftigen Welt teilhaftig sei, und er erwiderte ihnen:Wer seines Alterswegen Ehre hat. So erkrankte einst Joseph, Sohn des R. Jehošua͑, und verfiel in eine Lethargie. Darauf fragte ihn sein Vater, was er gesehen habe, und dieser erwiderte: Ich habe eine verkehrte Welt gesehen; die oberen unten und die unteren oben. Jener entgegnete: Du hast eine lautere Welt gesehen. Wie hast du unsgesehen? – Wie wir hier geachtet sind, so sind wir dort geachtet.",
"Ferner hörte ich da sagen: Heil dem, der hier mit seinem Studium in der Hand ankommt. Und ferner hörte ich da sagen: Niemand vermag in die Friedigung der Hingerichteten der Regierung zu gelangen. – Wer sind es, wollte man sagen, R. A͑qibaund seine Genossen, so ist dies ja selbstverständlich, [sie haben ja auch andere Verdienste] außer Hingerichtete der Regierung zu sein!? – Vielmehr, es sind die Märtyrervon Lud.",
"Es wird gelehrt: R. Joḥanan b. Zakkaj sprach zu seinen Schülern: Meine Kinder, was bedeutet der Schriftvers:Wohltätigkeit erhöht ein Volk, und die Liebe der Nationen ist Sünde? Da ergriff R. Elea͑zar das Wort und sprach: Wohltätigkeit erhöht ein Volk, das sind die Jisraéliten, denn es heißt:und wer gleicht deinem Volke Jisraél, es ist ein einziges Volk auf Erden. Und die Liebe der Nationen ist Sünde, alle Wohltätigkeiten und Liebeswerke, die die weltlichen Völker üben, gereicht ihnen zur Sünde, denn sie tun dies nur deshalb, um dadurch Größe zu erlangen, wie es heißt:damit sie dem Gott des Himmels Wohlgerüche darbringen, und für das Leben des Königs und seiner Söhne beten. –",
"Ist denn, wenn jemand so verfährt, dies keine richtige Wohltätigkeit, es wird ja gelehrt, wenn jemand sagt, er gebe diesen Sela͑ als Almosenspende, damit seine Kinder leben bleiben, oder damit er der zukünftigen Welt teilhaftig werde, sei er ein wahrhaft Frommer!? – Das ist kein Widerspruch; eines gilt von Jisraéliten und eines gilt von den weltlichen Völkern.",
"Hierauf ergriff R. Jehošua͑ das Wort und sprach: Wohltätigkeit erhöht ein Volk, das sind die Jisraéliten, denn es heißt: wer gleicht deinem Volke Jisraél, es ist ein einziges Volk auf Erden. Und die Liebe der Nationen ist Sünde, alle Wohltätigkeiten und Liebeswerke, die die weltlichen Völker üben, gereicht ihnen zur Sünde, denn sie tun dies nur deshalb, damit ihre Regierung von Dauer sei, wie es heißt:darum, o König, laß dir meinen Rat gefallen, und mache deine Sünden gut durch Wohltätigkeit und deine Missetaten durch Barmherzigkeit gegen die Armen; vielleicht wird dein Frieden von Dauer sein. Hierauf folgt:dies alles erfüllte sich am Könige Nebukhadneçar; ferner:nach Verlauf von zwölf Monaten &c.",
"Hierauf ergriff R. Gamliél das Wort und sprach: Wohltätigkeit erhöht ein Volk, das sind die Jisraéliten, denn es heißt: wer gleicht deinem Volke Jisraél &c. es ist ein einziges Volk auf Erden. Und die Liebe der Nationen ist Sünde, alle Wohltätigkeiten und Liebeswerke, die die weltlichen Völker üben, gereicht ihnen zur Sünde, denn sie tun es nur deshalb, um damit zu prahlen. Wer aber prahlt, verfällt dem Fegefeuer, denn es heißt:der Übermütige und Prahlende heißt ein Spötter, er handelt mit frechem Zorne; und unter Zorn ist das Fegefeuer zu verstehen, denn es heißt:ein Tag des Zornes ist jener Tag.",
"R. Gamliél sagte: Wir brauchen immer noch des Modäers, denn R. Elea͑zar aus Modai͑m sagte: Wohltätigkeit erhöht ein Volk, das sind die Jisraéliten, denn es heißt: Wer gleicht deinem, Volke Jisraél, es ist ein einziges Volk. Und die Liebe der Nationen ist Sünde, alle Wohltätigkeiten und Liebeswerke, die die weltlichen Völker üben, gereicht ihnen zur Sünde, denn sie tun es nur deshalb, um uns zu beschimpfen, denn es heißt:der Herr hat herbeigeführt und getan, wie er angedroht hatte; denn ihr habt gesündigt wider den Herrn und auf seinen Befehl nicht gehorcht: und so geschah euch diese Sache.",
"Alsdann ergriff R. Neḥunja b. Haqana das Wort und sprach: Wohltätigkeit erhöht ein Volk und die Liebe, die Jisraéliten; der Nationen ist Sünde. Hierauf sprach R. Joḥanan b. Zakkaj zu seinen Schülern: Die Worte des R. Neḥunja b. Haqana sind einleuchtender als meine und eure Worte, weil er Wohltätigkeit und Liebe den Jisraéliten und Sünde den Völkern zuteilt. – Demnachsagte er es ebenfalls; wo dies? – Es wird gelehrt: R. Joḥanan b. Zakkaj sagte: Wie das Sündopfer den Jisraéliten Sühne verschafft, ebenso verschafft die Wohltätigkeit Sühne den weltlichen Völkern.",
"Einst sandte Iphra Hormez, die Mutter des Königs Sapor, vierhundert Denaran R. Ami; dieser aber nahm sie nicht an. Hierauf sandte sie sie an Raba, und dieser nahm sie an. Als R. Ami dies hörte, zürnte er, indem er sprach: Hält er nichts von:wenn ihre Schnittlinge trocken sind, werden sie abgebrochen, Frauen kommen und pflückensie? – Und Raba!? – Des Friedens wegen mit der Regierung.",
"Und auch R. Ami sollte sie des Friedens wegen mit der Regierung an Arme der weltlichen Völker verteilen. Ebenso verteilte sie auch Raba an Arme der weltliehen Völker; R. Ami aber war dies nicht berichtet worden,"
],
[
"und darum zürnte er.",
"Es wird gelehrt: Man erzählt von Binjamin dem Gerechten, der über die Armenkasse gesetzt war, daß einmal in den Jahren der Hungersnot eine Frau zu ihm kam und zu ihm sprach: Meister, gib mir Nahrung. Er erwiderte ihr: Beim Kult, in der Armenkasse ist nichts da. Sie sprach zu ihm: Meister, wenn du mir keine Nahrung gibst, so stirbt eine Frau mit ihren sieben Kindern. Da stand er auf und gab ihr Nahrung von seinem. Nach Verlauf von Tagen erkrankte er und war dem Tode nahe. Da sprachen die Dienstengel vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, du sagtest, wenn jemand eine Seele von Jisraél erhält, sei es ebenso, als erhielte er die ganze Welt, nun aber soll Binjamin der Gerechte, der eine Frau mit ihren sieben Kindern am Leben erhalten hat, nach wenigen Jahren sterben!? Hierauf zerriß man sofort seinen Gerichtsbeschluß. Es wird gelehrt: Man fügte ihm noch zweiundzwanzig Jahre zu seinen Lebensjahren hinzu.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst verschwendeteder König Monobaz all seine Schätze und die Schätze seiner Vorfahren. Da taten sich seine Brüder und seine Familienangehörigen zusammen und sprachen zu ihm: Deine Vorfahren haben [Schätze] aufbewahrt und zu denen ihrer Väter gefügt, und du verschwendest sie! Er erwiderte ihnen: Meine Vorfahren haben sie hienieden aufbewahrt, ich aber habe sie droben aufbewahrt. Wie es heißt:Wahrheit sproßt aus der Erde hervor, und Wohltätigkeit schaut vom Himmel hernieder. Meine Vorfahren haben aufbewahrt an einem Orte, wo die Hand Gewalt hat, ich aber habe aufbewahrt an einem Orte, wo die Hand keine Gewalt hat, wie es heißt:Wohltätigkeit und Recht ist die Grundfeste deines Thrones.",
"Meine Vorfahren haben aufbewahrt eine Sache, die keine Früchte trägt, ich aber habe aufbewahrt eine Sache, die Früchte trägt, wie es heißt:sprechet zum Gerechten, daß es ihm gut gehen wird, denn die Frucht ihrer Werke werden sie essen. Meine Vorfahren haben Geldschätze gesammelt, ich aber habe Seelenschätze gesammelt, wie es heißt:die Fracht des Gerechten ist ein Lebensbaum, und Seelen gewinnt der Weise. Meine Vorfahren haben für andere aufbewahrt, ich aber habe für mich selber aufbewahrt, wie es heißt:dir wird es zur Wohltätigkeit sein. Meine Vorfahren haben für diese Welt aufbewahrt, ich aber habe für die zukünftige Welt aufbewahrt, wie es heißt:deine Wohltätigkeit wird vor dir hergehen, die Herrlichkeit des Herrn deinen Zug beschließen.",
"HAT MAN DA EIN WOHNHAUS GEKAUFT, SO GLEICHT MAN SOFORT DEN ÜBRIGEN BÜRGERN DER STADT. Die Mišna vertritt also nicht die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn man da irgend ein Stück Land gekauft hat, gleiche man den übrigen Bürgern der Stadt. –",
"Es wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn man da ein zum Bau eines Wohnhauses geeignetes Stück Land gekauft hat, gleiche man den übrigen Bürgern der Stadt!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"MAN BRAUCHT EINEN HOF NUR DANN ZU TEILEN, WENN VIER ELLENFÜR DEN EINEN UND VIER ELLEN FÜR DEN ANDEREN VERBLEIBEN; EIN FELD NUR DANN, WENN NEUN KABFÜR DEN EINEN UND NEUN KAB FÜR DEN ANDEREN VERBLEIBEN. R. JEHUDA SAGT, WENN NEUN HALBE KAB FÜR DEN EINEN UND NEUN HALBE KAB FÜR DEN ANDEREN VERBLEIBEN. EINEN GARTEN NUR DANN, WENN EIN HALBER KABFÜR DEN EINEN UND EIN HALBER KAB FÜR DEN ANDEREN VERBLEIBT. R. A͑QIBA SAGT, EIN VIERTEL [KAB].",
"EINEN SAAL, EINE VORRATSKAMMER, EINEN TAUBENSCHLAG, EIN GEWAND, EIN BADEHAUS, ODER EINE ÖLPRESSE NUR DANN, WENN SOWOHL FÜR DEN EINEN ALS AUCH FÜR DEN ANDEREN HINREICHEND ZURÜCKBLEIBT. DIE REGEL HIERBEI IST: WENN NACH DER TEILUNG DER NAME BEIBEHALTEN WIRD, SO TEILEN SIE, WENN ABER NICHT, SO BRAUCHEN SIE NICHT ZU TEILEN.",
"DIES NUR, WENN NICHT BEIDE ESWOLLEN, WENN ABER BEIDE ES WOLLEN, SO TEILEN SIE, AUCH WENN ES WENIGER IST. HEILIGE SCHRIFTENABER DARF MAN NICHT TEILEN, AUCH WENN BEIDE ES WOLLEN.",
"GEMARA. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Die vier Ellen, von denen sie sprechen, sind außer den Türenzu verstehen. Ebenso wird auch gelehrt: Man braucht einen Hof nur dann zu teilen, wenn acht Ellen für den einen und acht Ellen für den anderen verbleiben. Wir haben ja aber gelernt: vier Ellen für den einen und vier Ellen für den anderen!? Wahrscheinlich ist dies nach der Lehre R. Asis zu erklären. Schließe hieraus.",
"Manche führen dies als Widerspruch an: Wir haben gelernt, man brauche einen Hof nur dann zu teilen, wenn vier Ellen für den einen und vier Ellen für den anderen verbleiben, und dem widersprechend wird gelehrt: acht Ellen für den einen und acht Ellen für den anderen!? R. Asi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die vier Ellen, von denen sie sprechen, sind außer den Türen zu verstehen.",
"R. Hona sagte, ein Hof werde nach den Türengeteilt; R. Ḥisda aber sagte, man lasse vier Ellen für jede Tür, und das übrige teilen sie gleichmäßig.",
"Übereinstimmend mit R. Ḥisda wird auch gelehrt: Zu jeder der nach dem Hofe führenden Türen gehörenvier Ellen; wenn der eine eine Tür und der andere zwei Türen hat, so erhält der, der eine Tür hat, vier Ellen, und der, der zwei Türen hat, acht Ellen, und den Rest teilen sie gleichmäßig. Wenn einer eine acht Ellen breite Tür hat, so erhält er acht Ellen gegenüber der Tür und vier Ellen vom Hofe. – Welches Bewenden hat es mit den vier Ellen vom Hofe? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: er erhält acht Ellen in der Länge des Hofesund vier Ellen in der Breite des Hofes.",
"Amemar sagte: Zur Futtergrubegehören vier Ellen nach jeder Seite. Dies jedoch nur dann, wenn er keine besondere Tür zu dieser hat,"
],
[
"wenn er aber eine besondere Tür zu dieser hat, so erhält er nur vier Ellen vor seiner Tür.",
"R. Hona sagte: Zu einer Halle gehören nicht die vier Ellen; diese sind wegen der Abladung einer Lastnötig, in eine solche aber kann man hineingehen und da abladen. R. Šešeth wandte ein: Sowohl zu den Toren von Häusern als auch zu den Toren von Hallen gehören vier Ellen!? – Diese Lehre spricht von einer Schulhalle. – Von einer Schulhalle ist dies ja selbstverständlich, eine solche ist ja eine richtige Stube!? – Vielmehr, von einer römischen Halle.",
"Die Rabbanan lehrten: Zu einem Torhäuschen, einer Halle und einer Galerie gehören vier Ellen. Wenn fünf Häuser nach einer Galerie geöffnet sind, so erhalten sie alle nur vier Ellen. R. Joḥanan fragte R. Jannaj: Gehören zu einem Hühnerstalle die vier Ellen oder nicht? Dieser erwiderte: Nötig sind sie ja zur Abladung der Last, dieseaber können klettern und hinaufsteigen, klettern und herabsteigen.",
"Raba fragte R. Naḥman: Gehören zu einem Hause, das zur Hälfte überdacht und zur Hälfte nicht überdacht ist, die vier Ellen oder nicht? Dieser erwiderte: Zu einem solchen gehören die vier Ellen nicht. Selbstverständlich ist dies von dem Falle, wenn die Überdachung sich nach innenbefindet, denn er kann ja innen hineingehen und da die Last ablegen; aber auch wenn die Überdachung sich nach außen befindet, kann er hineingehen und da die Last ablegen.",
"R. Hona fragte R. Ami: Wie ist es, wenn einer von den Anwohnern der Durchgangsgasse seine Tür nach einer anderen Durchgangsgasseverlegen will: können die übrigen Anwohner der Durchgangsgasse ihm dies verwehrenoder nicht? Dieser erwiderte: Die Anwohner der Durchgangsgasse können ihm dies verwehren. –",
"Wird die Einquartierungnach den Personenoder nach den Türenberechnet? Dieser erwiderte: Sie wird nach den Personen berechnet. Ebenso wird auch gelehrt: Der Mist in einem Hofewird nach den Türen verteilt; die Einquartierung wird nach den Personen berechnet.",
"R. Hona sagte: Wenn einer von den Anwohnern der Durchgangsgasse seine Tür verbauenwill, so können die übrigen Anwohner dieser Durchgangsgasse ihm dies verwehren, weil er ihnen dadurch den Weg ausdehnt.",
"Man wandte ein: Wenn fünf Höfe in eine Durchgangsgasse münden, so benutzen sie sie allemit dem äußersten, der äußerste aber nur [seinen Teil]allein; ferner allemit dem zweiten, der zweite aber nur seinen und den des äußersten;",
"der innerste aber benutzt seinen und den alleranderen!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn einer von den Anwohnern der Durchgangsgasse seine Tür nach einer anderen Durchgangsgasse verlegen will, so können die übrigen Anwohner dieser Durchgangsgasse ihm dies verwehren; wenn sie geschlossen ist und er sie öffnen will, so können die übrigen Anwohner dieser Durchgangsgasse ihm dies nicht verwehren –so Rabbi; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, wenn fünf Höfe in eine Durchgangsgasse münden, so dürfen sie alle die Durchgangsgasse benutzen.",
"Wer spricht hier von Höfen? Vielmehr ist diese Lehre lückenhaft und sie muß wie folgt lauten: ebenso dürfen, wenn fünf Höfe in eine Durchgangsgasse münden, alle sie mit dem äußersten benutzen, der äußerste aber nur seinen &c. so Rabbi; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, wenn fünf Höfe in eine Durchgangsgasse münden, so dürfen sie alle die Durchgangsgasse benutzen.",
"«Wenn sie geschlossen ist und er sie öffnen will, so können die übrigen Anwohner der Durchgangsgasse es ihm nicht verwehren.» Raba sagte: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn er den Türrahmen nicht herausgebrochenhat, wenn er aber den Türrahmen herausgebrochenhat, so können die übrigen Anwohner der Durchgangsgasse esihm verwehren. Abajje sprach zu Raba: Es gibt eine Lehre als Stütze für dich:"
],
[
"Zu einem geschlossenen Hausegehören die vier Ellen; hat er den Türrahmen herausgebrochen, so gehören zu diesem nicht mehr die vier Ellen.",
"Ein Grab, dessen Tür geschlossen ist, ist nicht von allen Seiten verunreinigend; hat man den Türrahmen herausgebrochen und es geschlossen, so ist es von allen Seiten verunreinigend. Ein geschlossenes Hausist nicht von allen Seitenverunreinigend; hat man den Türrahmen herausgebrochen, so ist es von allen Seiten verunreinigend.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn die Bürger einer Stadt, deren Durchgangsgassen in eine andere Stadtmünden, diese schließen wollen, so können die Bürger der anderen Stadt ihnen dies verwehren. Selbstverständlich können sie es ihnen verwehren, wenn ein anderer Weg nicht vorhanden ist, aber auch wenn ein anderer Weg vorhanden ist, können sie es ihnen verwehren.",
"Dies wegen einer Lehre, die R. Jehuda im Namen Rabhs lehrte, man dürfe einen Rain, den das Publikum in Besitz genommenhat, nicht zerstören. (Dies auch nach R. Gidel, denn R. Gidel sagte: Hat das Publikum einen Wegausgesucht, so ist er ausgesucht.)",
"R. A͑nan sagte im Namen Šemuéls: Wenn Durchgangsgassen in eine öffentliche Straße münden und die Anwohner der Durchgangsgassen Türen einsetzenwollen, so können die Leute der Straße es ihnen verwehren.",
"Man wollte erklären, nur von vier Ellen, und zwar nach R. Zera, der im Namen R. Naḥmans sagte, die vier Ellen an der Straße gehören zur Straße; dem ist aber nicht so, dies gilt nur hinsichtlich der Unreinheit, hierbei aberkann es vorkommen, daß im Publikum ein Gedränge entsteht und es weiter hineingehen muß.",
"EIN FELD NUR DANN, WENN NEUN KAB FÜR DEN EINEN UND NEUN KAB FÜR DEN ANDEREN VERBLEIBEN &C. Siestreiten aber nicht; einer spricht von seiner Ortschaft und einer spricht von seiner Ortschaft. –",
"Wie ist es in Babylonien? R. Joseph erwiderte: Der Pflug eines Tages. –",
"Was heißt ‘der Pflug eines Tages’: wenn der Saatpflugeines Tages, so entspricht er ja nicht zwei Tagendes Lockerungspfluges, und wenn der Lockerungspflug eines Tages, so ist es ja kein Tagdes Saatpfluges!? –",
"Wenn du willst, sage ich: einTag des Saatpfluges entspricht zwei Tagen des Lockerungspfluges, denn der Lockerungspflug wird wiederholt; wenn du aber willst, sage ich: der Lockerungspflug eines Tages bei unebenem Boden.",
"Eine Bewässerungsgrube [teile man], wie R. Naḥman sagte, wenn [für jeden] ein Tag zum Schöpfen verbleibt. Einen Weinberg [teile man], wie der Vater Šemuéls sagte, wenn [für jeden] drei Kab verbleiben.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt, er verkaufe ihm einen Teil vom Weinberge, so darf er ihm, wie Symmachos sagt, nicht weniger als drei Kab geben. R. Jose sagte: Das ist nichts weiter als Prophetenworte. – Wie verhält es sich in Babylonien? Raba b. Qisana erwiderte: Drei Reihen je zwölf Weinstöcke; soviel, daß ein Mensch sie an einem Tage bearbeiten kann.",
"R. Evdämi aus Hajpha sagte: Seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört worden ist, ist die Prophetie den Propheten genommen und den Weisen gegeben worden. – Kann denn ein Weiser nicht auch Prophet sein!? – Er meint es wie folgt: Wenn sie auch den Propheten genommen worden ist, den Weisen aber ist sie nicht genommen worden.",
"Amemar sagte: Ein Weiser ist bedeutender als ein Prophet, denn es heißt:dem Prophetenein Herz der Weisheit; wer beruft sich auf wen? Doch wohl der kleinere auf den größeren.",
"Abajje sagte: Dies ist auch zu beweisen: ein bedeutender Mann sagt etwas, und übereinstimmend mit ihm wird es auch im Namen eines anderen bedeutenden Mannesgesagt. Raba entgegnete: Was beweist dies denn, vielleicht sind sie beide Kinder desselben Geschickes!? Vielmehr, sagte Raba, ist dies aus folgendem zu beweisen: ein bedeutender Mann sagt etwas,"
],
[
"und dasselbe wird auch im Namen des R. A͑qiba b. Josephgesagt. R. Aši entgegnete: Was beweist dies denn, vielleicht sind sie in dieser Sache Kinder desselben Geschickes!?",
"Vielmehr, sagte R. Aši, ist dies aus folgendem zu beweisen: ein bedeutender Mann sagt etwas, und dasselbe wurde auch Moše am Sinaj überliefert. – Vielleicht wie ein Blinder an die Luke!? – Begründet er es etwa nicht!?",
"R. Joḥanan sagte: Seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört worden ist, ist die Prophetie den Propheten genommen und Narren und Kindern gegeben worden. – Welches Bewenden hat es damit? Wie in folgendem Falle. Einst stand Mar b. R. Aši auf dem Vorplatze von Maḥoza und hörte einen Narren sagen: Der jetzt in Matha Meḥasja zum Schuloberhaupte eingesetzt wird, unterzeichnet sich Ṭabjomi. Da sprach er: Der sich unter den Rabbanan Ṭabjomi unterzeichnet, bin ich; es scheint also, daß mir die Zeit günstig ist. Da machte er sich auf und ging dahin. Während er hinging, stimmten die Rabbanan gerade ab, R. Aḥa aus Diphte zum Oberhaupte einzusetzen,",
"und als sie hörten, daß jener kommt, sandten sie ein Gelehrtenpaar zu ihm, um sich mit ihm zu beraten; er aber hielt sie zurück. Hierauf sandten sie zu ihm ein anderes Gelehrtenpaar, und er hielt auch dieses bei sich zurück, bis sie ihrer zehn waren. Als zehn anwesend waren, begann er und hielt vor ihnen einen Vortrag. Man eröffnet nämlich keinen Vortrag, wenn nicht wenigstens zehn Personen anwesend sind.",
"Hierauflas R. Aḥa über sich: Wem es schlecht geht, dem geht es nicht so schnell gut, und wem es gut geht, dem geht es nicht so schnell schlecht. –",
"Welches Bewenden hat es mit den Kindern? – Wie in folgendem Falle. Das Töchterchen R. Ḥisdas saß auf dem Rockschoße ihres Vaters und Raba und Rami b. Ḥama saßen vor ihm. Da fragte er sie: Wen von ihnen willst du haben? Sie erwiderte: Beide. Da sprach Raba: mich nachher.",
"R. Evdämi aus Hajpha sagte: Bevor ein Mensch gegessen und getrunken hat, hat er zweiHerzen, nachdem er aber gegessen und getrunken hat, hat er nur ein Herz, denn es heißt:ein Mensch, der nabub ist, hat Herzen, undnebub luhoth wird übersetzt: hohleTafeln.",
"R. Hona sagte im Namen R. Jehošua͑s: Wenn jemand an Wein gewöhnt ist, so öffnet der Wein sein Herz, selbst wenn es jungfräulich verschlossen ist, denn es heißt:der Most macht die Jungfrauen offen.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Selbstverständlich ist es, daß man ihmden Erstgeborenenanteil und den Verhältnisanteilzusammenliegendgibt, wie verhält es sich aber mit einem Schwager?",
"Abajje erwiderte: Es ist dasselbe, denn auch ihn nennt der Allbarmherzige einen Erstgeborenen. Raba erwiderte: Die Schrift sagt:es soll der Erstgeborene, er gleicht dem Erstgeborenen, nicht aber gleicht die Teilung der des Erstgeborenen.",
"Einst kaufte jemand Ackerland an der Grenze seiner Schwiegereltern, und als siespäter teilen sollten, sprach er: Gebt mir meinen Anteil an meiner Grenze. Da entschied Rabba: In einem solchen Falle übt man einen Zwang aus gegen sedomitischeArt.",
"R. Joseph wandte ein: Die anderen können ja sagen: Wir berechnen es ihm mit einem hohen Preise, gleich dem der Güter des Bar Marjon!? Die Halakha ist wie R. Joseph.",
"In dem Falle, wenn zwei Grundstücke sich an zwei Gräbenbefinden, sagte Rabba, übe man Zwang aus gegen sedomitische Art. R. Joseph wandte ein: Es kann ja vorkommen, daß der eine austrocknetund der andere nicht!? Die Halakha ist wie R. Joseph.",
"Wenn zwei sich an einem Grabenbefinden, so übe man, wie R. Joseph sagte, Zwang aus gegen sedomitische Art. Abajje wandte ein: Der andere kann ja sagen, er wünsche, daß es mehr Pächtersind!? Die Halakha ist aber wie R. Joseph, denn mit der Vermehrung [der Pächter] ist es nichts."
],
[
"Wenn an der einen Seite ein Graben und an der anderen Seite ein Strom sich befindet, so teilen sie diagonal.",
"EINEN SAAL &C. Wie ist es, wenn nicht genügend für den einen und für den anderen verbleibt? – R. Jehuda sagt, hierbei gelte die Norm ‘nimmoder ich nehme’; R. Naḥman sagt, hierbei gelte nicht die Norm ‘nimm oder ich nehme’.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Wie machen, nach deiner Auffassung, die Norm ‘nimm oder ich nehme’, habe keine Geltung, der Erstgeborene und sein Bruder, wenn ihr Vater ihnen einen Sklaven oder ein unreines Viehhinterlassenhat? Dieser erwiderte: Ich sage, er diene einen Tag diesem und zwei Tage jenem.",
"Man wandte ein: Der Halbsklave diene einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selber – so die Schule Hillels. Die Schule Šammajs erwiderte: Ihr habt allerdings eine Vorsorge für seinen Herrn getroffen, nicht aber für ihn; eine Sklavin heiraten darf er nicht, eine Freie heiraten darf er nicht, und [die Heirat] ganz unterlassen [ebenfalls nicht], da die Welt zur Fortpflanzung erschaffen wurde, denn es heißt:nicht zur Einöde hat er sie erschaffen, sondern daß sie bewohnt werde.",
"Vielmehr zwinge man seinen Herrn, ihn zum Freien zu machen, und dieser schreibe ihm einen Schuldscheinüber die Hälfte seines Wertes. Darauf trat die Schule Hillels zurück und pflichtete der Schule Šammajs bei!? –",
"Anders verhält es sich hierbei, wo nur ‘ich nehme’, nicht aber ‘nimm du’ erfolgenkann. –",
"Komm und höre: Wenn zwei Brüdern, einer reich und einer arm, ihr Vater ein Badehaus oder eine Ölpresse hinterlassen hat, so ist, wenn er sie zum Vermieten errichtet hat, der Mietzins zu teilen; wenn aber für den eigenen Gebrauch, so kann der reiche zum armen sagen:"
],
[
"halte dir Sklaven, die dir im Bade Dienste leisten, kaufe dir Oliven und verarbeite sie in der Ölpresse!? – Auch hierbei kann nur ‘nimm du’, nicht aber ‘ich nehme’ erfolgen. –",
"Komm und höre: Wenn nach der Teilung der Name beibehaltenwird, so teilen sie, wenn aber nicht, so ist der Wert herauszuzahlen!? – Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: [Sagt einer:] nimm du das erforderliche Maßund ich nehme weniger, so höre man auf ihn; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man höre auf ihn nicht.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrt wird, was ist demnach der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél? Wahrscheinlich ist diese Lehre lückenhaft und muß wie folgt lauten: [Sagt er:] nimm du das erforderliche Maß und ich nehme weniger, so höre man auf ihn, und ebenso höre man auf ihn, wenn er ‘nimm oder ich nehme’sagt; und hierzusagte R. Šimo͑n b. Gamliél, daß man auf ihn nicht höre. –",
"Nein, tatsächlich wie gelehrt wird, wenn du aber einwendest, was denn der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél sei, [so ist es folgendes:] jener kann ihm erwidern: willst dueinen Ersatz, so habe ich kein Geld, ihn dir zu zahlen, und Geschenktes will ich ebenfalls nicht haben, denn es heißt:wer Geschenke haßt, wird leben.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Die Lehre R. Jehudasist von Šemuél. Wir haben nämlich gelernt: Heilige Schriften aber darf man nicht teilen, auch wenn beide es wollen. Hierzu sagte Šemuél, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie in einem Bandesind, wenn aber in zwei Bänden, so teilen sie. Wenn man nun sagen wollte, er halte nichts von der Norm ‘nimm oder ich nehme’, so sollte dies doch nicht nur von einem Bande gelten, sondern auch von zwei Bänden.",
"R. Šalman erwiderte: Wenn beide es wollen.",
"Amemar sagte: Die Halakha ist: es gilt die Norm ‘nimm oder ich nehme’. R. Aši sprach zu Amemar: Wie ist es mit [der Lehre] R. Naḥmans? Dieser erwiderte: Ich hörte es nicht. Das heißt: ich halte nichts davon. – Wieso denn nicht, der Vater des Rabin b. Ḥenana und des R. Dimi b. Ḥenana hinterließ ihnen zwei Mägde, von denen eine kochen und backen und eine spinnen und wirken konnte, und als sie darauf vor Raba kamen, entschied er, die Norm ‘nimm oder ich nehme’ gelte nicht!? –",
"Anders verhielt es sich hierbei, wo der eine beide gebrauchen konnte und der andere beide gebrauchenkonnte; er konnte nicht sagen: nimm du die eine und ich die andere, wenn aber nicht, so nimm du [beide] oder ich nehme sie. – Aber auch bei den heiligen Schriften kann ja jeder beide [Teile]gebrauchen, dennoch sagte Šemuél, dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie in einem Bande sind, wenn aber in zwei Bänden, so teilen sie!? – R. Šalman erklärte ja: wenn beide es wollen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man hefte die Tora, die Propheten und die Hagiographen zusammen – so R. Meír: R. Jehuda sagt, die Tora besonders, die Propheten besonders und die Hagiographen besonders; die Weisen sagen, jedes [Buch] besonders.",
"R. Jehuda sprach: Boëthos b. Zonin hatte auf Veranlassung des R. Elea͑zar b. A͑zarja die acht Propheten zusammengeheftet. Manche sagen, er hatte sie jeden besonders. Rabbi erzählte: Einst brachte man vor uns Tora, Propheten und Hagiographen zusammengeheftet, und wir erklärten sie als tauglich.",
"Zwischen dem einen und dem anderen Buche der Tora müssen vier Zeilen frei bleiben, und ebenso zwischen einem Propheten und dem anderen; bei den zwölf [kleinen] Propheten nur drei Zeilen. Schließt [ein Buch] unten, so beginne man [das nächste] oben.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn man die Tora, die Propheten und die Hagiographen zusammenheften will, so darf man dies; man lasse am Anfang so viel frei, um die Walzeumwickeln zu können, und am Ende soviel, um den Umfangumwickeln zu können. Schließt [ein Buch] unten, so beginne man [das nächste] oben;"
],
[
"will man [die Rolle] durchschneiden, so darf man dies. – Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: denn wenn man [die Rolle] durchschneiden will, darf man dies. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Am Beginn und am Ende des Buches [lasse man soviel frei], um umwickelnzu können. Was umwickeln: wenn die Walze, so besteht ja ein Widerspruch hinsichtlich des Umfanges, und wenn den Umfang, so besteht ja ein Widerspruch hinsichtlich der Walze!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er lehrt dies je nachdem.",
"R. Aši erwiderte: Diese Lehre bezieht sich auf die Torarolle, denn es wird gelehrt: Alle Bücher werden vom Anfang zum Schlusse aufgerollt, die Torarolle aber wird bis zur Mitte gerollt, und man lasse je eine Kolumne auf beiden Seiten frei. R. Elie͑zer b. R. Çadoq sagte: So machten es die Bücherschreiber in Jerušalem mit ihren Büchern.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Höhe der Torarolle darf nicht größer sein als der Umfangund der Umfang darf nicht größer sein als die Höhe. Man fragte Rabbi: Welches ist das festgesetzte Maß für eine Torarolle? Er erwiderte: Bei ungeschabtem Pergamente sechs [Handbreiten], bei geschabtem Pergamente weiß ich es nicht.",
"R. Hona schrieb siebzig Torarollen, und diesgelang ihm nur bei einer. R. Aḥa b. Ja͑qob schrieb eine auf Kalbfell, und es gelang ihm. Da richteten die Jünger ihre Augen auf ihn und er starb.",
"Die Jünger sprachen zu R. Hamnuna: R. Ami schrieb vierhundert Torarollen. Er erwiderte ihnen: Er wird wohl geschrieben haben [den Schriftvers]:Das Gesetz hat uns Moše geboten. Raba sprach zu R. Zera: R. Jannaj pflanzte vierhundert Weinberge. Dieser erwiderte ihm: Wahrscheinlich zwei [Weinstöcke] gegenüber zweien und einer schwanzartig auslaufend.",
"Man wandte ein: Die Lade, die Moše gefertigt hatte, war zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch, die Elle zu sechsHandbreiten.",
"Die Tafeln waren sechs [Handbreiten] lang, sechs breit und drei dick und lagen längs der Lade. Die Tafeln nahmen also zwölf Handbreiten von der Lade ein und drei Handbreiten blieben zurück, und wenn man von diesen noch eine Handbreite abzieht, eine halbe für die eine Wand und eine halbe für die andere Wand, so blieben zwei Handbreiten zurück, wo die Torarolle lag.",
"Es heißt nämlich:in der Lade war nichts, nur die zwei Steintafeln, die Moše hineingelegt hatte; [die Worte] in der Lade war nichts, nur sind eine Ausschließung nach einer Ausschließung, und eine Ausschließung nach einer Ausschließungist einschließend, [dies schließt] die Torarolle ein, die ebenfalls in der Lade war.",
"Du hast die Länge der Lade verteilt, verteile nun die Breite. Die Tafeln nahmen sechs Handbreiten von der Lade ein und drei Handbreiten blieben zurück, und wenn man von diesen noch eine Handbreite abzieht, eine halbe für die eine Wand und eine halbe für die andere Wand, so blieben zwei Handbreiten zurück, damit die Torarolle beim Hineinlegen und Herausnehmen nicht gedrückt werden sollte – so R. Meír.",
"R. Jehuda sagte: Die Elle zu fünf Handbreiten. Die Tafeln waren sechs [Handbreiten] lang, sechs breit und drei dick und lagen längs der Bundeslade. Die Tafeln nahmen also zwölf Handbreiten von der Lade ein und eine halbe Handbreite blieb zurück; eine Fingerbreitefür die eine Wand und eine Fingerbreite für die andere Wand.",
"Du hast die Länge der Lade verteilt, verteile nun die Breite. Die Tafeln nahmen sechs Handbreiten von der Lade ein und anderthalb Handbreiten blieben zurück, und wenn man von diesen eine halbe Handbreite abzieht, eineFingerbreite für die eine Wand und eine Fingerbreite für die andere Wand, so blieb eine Handbreite zurück, da die Säulengestanden haben, denn es heißt:ein Ruhebett ließ sich der König Šelomo fertigen aus Holz vom Lebanon; seine Säulen ließ er aus Silber fertigen, seine Lehne aus Gold und den Sitz aus Purpur &c.",
"Neben dieser stand der Kasten, den die Pelištim als Geschenk für den Gott Jisraéls sandten, wie es heißtdie goldenen Gegenstände, die ihr als Sühne erstattet habt, legt in den Kasten an ihrer Seite, dann laßt sie ihres Weges ziehen. Auf diesem lag die Torarolle, denn es heißt: nehmet dieses Buch der Lehre und legt es neben die Bundeslade des Herrn, eures Gottes; diese lag an der Seiteund nicht darin.",
"Worauf aber deuten [die Worte] in der Lade war nichts, nur? Dies schließt"
],
[
"die Bruchstücke der Tafelnein, die ebenfalls in der Lade lagen. Wieso kann man nun sagen, der Umfang einer Torarolle betrage sechs Handbreiten: merke, was einen Umfang von drei Handbreiten hat, hat ja einen Durchmesser von einerHandbreite, und da die Torarolle auf die Mitte zusammengerollt wird, nimmt sie ja durch die Teilung mehr als zwei Handbreiten ein, wieso konnte sie nun in einem Raume von zwei Handbreiten liegen!?",
"R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Die Torarolle des Tempelhofeswar auf die Anfangs[walze] gerollt. – Aber wieso konnten auch zwei in zwei liegen!? R. Aši erwiderte: Etwas war abgerollt und oben zusammengerollt. –",
"Wo lag nach R. Jehuda die Torarolle, bevor der Kastenda war!? – Ein Brett ragte hervorund auf diesem lag die Torarolle. – Wofür verwendet R. Meír[die Worte:] an der Seite der Lade!? – Tatsächlich innerhalb, aber an der Seite. –",
"Wo standen nach R. Meír die Säulen!? – Außerhalb. – Woher entnimmt R. Meír, daß auch die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre R. Honas, denn R. Hona sagte: Es heißt: die nach dem Namen, dem Namen des Herrn der Heerscharen genannt war, der über den Kherubim thront; dieslehrt, daß die Tafeln und die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen. –",
"Und jener!? – Dies verwendet er für eine Lehre R. Joḥanans. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, dieslehre, daß der Gottesname und all seine Attribute in der Lade lagen. –",
"Und der andere, dies ist ja wirklich hierfür nötig, woher entnimmt er nun, daß die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen!? – Dies entnimmt er aus einer Lehre R. Josephs, denn R. Joseph lehrte:Die du zerbrochen hast, und sollst sie legen, dies lehrt, daß die Tafeln und die Bruchstücke der Tafeln in der Lade lagen. –",
"Und jener!? – Dies verwendet er für eine Lehre des Reš Laqiš, denn Reš Laqiš lehrte: Die du zerbrochen hast; der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Dankdir, daß du sie zerbrochen hast.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Reihenfolge der Propheten ist wie folgt: Jehošua͑, Richter, Šemuél, Könige, Jirmeja, Jeḥezqel, Ješa͑ja und die zwölf [kleinen Propheten]. – Merke, Hošea͑ war ja früher, denn es heißt: Anfang der Worte des Herrn mit Hošea͑, und da er nicht zuerst mit Hošea͑ redete, denn von Moše bis Hošea͑ waren es viele Propheten, so erklärte R. Joḥanan, er war der erste von den vier Propheten, die zu jener Zeit geweissagt haben, nämlich Hošea͑, Ješa͑ja, A͑mos und Mikha, somit sollte er doch Hošea͑ an die Spitze setzen!? –",
"Da seine Prophetie zusammen mit der des Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi geschrieben ist, und diese dio letzten der Propheten waren, so nennt er ihn mit diesen zusammen. – Sollte sie doch besonders geschrieben und vorangesetzt werden!? – Da sie klein ist, könnte sie sich verlieren. –",
"Merke, Ješa͑ja war ja früher als Jirmeja und Jeḥezqel, so sollte er doch Ješa͑ja an die Spitze setzen!? – [Das Buch] der Könige schließt mit Zerstörung, Jirmeja enthält nur Zerstörung, Jeḥezqel beginnt mit Zerstörung und schließt mit Trostverheißung, und Ješa͑ja enthält nur Trostverheißungen; wir schließen daher Zerstörung an Zerstörung und Trostverheißung an Trostverheißung.",
"Die Reihenfolge der Hagiographen ist wie folgt: Ruth, Psalmen, Ijob, Sprüche, Qoheleth, Lied der Lieder, Klagelieder, Daniél, die Esterrolle, E͑zra und die Chronik. – Sollte er doch nach demjenigen, welcher sagt, Ijob lebte zur Zeit Mošes, Ijob an die Spitze setzen!? – Wir beginnen nicht mit einem Strafgerichte. – Ruth handelt ja ebenfalls von einem Strafgerichte!? – Es war ein Strafgericht, das aber [gut] endete. R. Joḥanan sagte nämlich, sie heiße deshalb Ruth, weil von ihr David entstammte, der den Heiligen, gepriesen sei er, mit Lob- und Dankliedern sättigte [rivah].",
"Wer schrieb sie? – Moše schrieb sein Buch, den Abschnitt von Bilea͑mund Ijob. Jehošua͑ schrieb sein Buch und die [letzten] acht Verse der Tora. Šemuél schrieb sein Buch, Richter und Ruth. David schrieb die Psalmen nach zehn Altvorderen: Adam dem Urmenschen, Malki Çedeq, Abraham, Moše, Heman, Jeduthun, Asaph,"
],
[
"und den drei Söhnen Qoraḥs.",
"Jirmeja schrieb sein Buch, Könige und Klagelieder. Ḥizqija und sein Kollegium schrieben Ješa͑ja, Sprüche, das Lied der Lieder und Qoheleth. Die Männer der Großsynode schrieben Jeḥezqel, die zwölf [kleinen Propheten], Daniél und die Esterrolle. E͑zra schrieb sein Buch und die Genealogie der Chronik bis auf seine eigene.",
"Dies ist eine Stütze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, E͑zra sei erst dann aus Babylonien heraufgezogen, nachdem er seine Genealogie festgestellt hatte. – Wer führte eszu Ende? – Neḥemja, der Sohn Ḥakhaljas.",
"Der Meister sagte: Jehošua͑ schrieb sein Buch und die [letzten] acht Verse der Tora. Wir haben also eine Lehre übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, die [letzten] acht Verse der Tora habe Jehošua͑ geschrieben. Es wird nämlich gelehrt:Und es starb daselbst Moše, der Knecht des Herrn. Ist es denn möglich, daß Moše tot war und geschrieben hat: und es starb daselbst Moše? Vielmehr, bis da schrieb Moše, von da ab schrieb Jehošua͑ – so R. Jehuda, manche sagen, R. Neḥemja.",
"R. Šimo͑n sprach zu ihm: Ist es denn möglich, daß in der Tora auch nur ein Buchstabe fehlte, und es heißtnimm dieses Buch der Lehre? Vielmehr, bis da sprach der Heilige, gepriesen sei er, und Moše sprach nach und schrieb nieder, von da ab sprach der Heilige, gepriesen sei er, und Moše schrieb mit Tränennieder. So heißt es auch dort:Baruch sprach zu ihnen: Er sagte mir mündlich all diese Worte vor, und ich schrieb sie mit Tinte in das Buch. –",
"Die Lehre des R. Jehošua͑ b. Abba im Namen R. Gidels im Namen Rabhs, daß nämlich die [letzten] acht Verse der Tora einer lesenmüsse, vertritt also die Ansicht R. Jehudas und nicht die des R. Šimo͑n? – Du kannst auch sagen, die des R. Šimo͑n, denn da mit diesen eine Änderung eingetretenist, so ist mit ihnen eine Ausnahme gemacht worden.",
"«Jehošua͑ schrieb sein Buch.» Es heißt ja aber:und es starb Jehošua͑, der Sohn Nuns, der Knecht Gottes!? – Elea͑zar führte es fort. – Es heißt ja aber:und es starb Elea͑zar, der Sohn Ahrons!? – Pinḥas führte es fort.",
"«Šemuél schrieb sein Buch.» Es heißt ja aber:und Šemuél starb!? – Der Seher Gad und der Prophet Nathan führten es fort.",
"«David schrieb die Psalmen nach zehn Altvorderen.» Sollte er auch Ethan den Ezraḥitenmitrechnen!? Rabh erwiderte: Ethan der Ezraḥite ist Abraham; hier heißt es Ethan der Ezraḥite, und dortheißt es: wer hat vom Osten [mizraḥ] her erweckt, dem Recht &c. –",
"Er zählt ja aber auch Heman besonders und Moše besonders auf, obgleich Rabh gesagt hat, Heman sei Moše; hier heißt es Heman und dortheißt es: in meinem ganzen Hause war er treu [néman]!? – Es gab zwei [Personen namens] Heman.",
"«Moše schrieb sein Buch und den Abschnitt von Bilea͑m.» Dies wäre also eine Stütze für R. Levi b. Laḥma, denn R. Levi b. Laḥma sagte, Ijob habe zur Zeit Mošes gelebt, denn daheißt es: daß doch wohl meine Worte aufgeschrieben würden, und dortheißt es: woran soll es wohl erkannt werden. –",
"Vielleicht zur Zeit Jiçḥaqs, denn es heißt:wer ist es wohl, der ein Wild erjagt!? Vielleicht zur Zeit Ja͑qobs, denn es heißt: nun wohl, so tut dies!? Und vielleicht zur Zeit Josephs, denn es heißt: wo sie wohl weiden!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt: daß sie doch in ein Buch gezeichnet würden, und Moše wird Zeichnergenannt, denn es heißt:er ersah sich das erste, denn dort lag ein Anteil des Zeichners.",
"Raba sagte: Ijob lebte zur Zeit der Kundschafter, denn von diesem heißt es:ein Mann war im Lande U͑ç, Ijob war sein Name, und dortheißt es: ob Bäume [e͑ç] da sind. – Ist es denn gleich: da heißt es U͑ç, dort aber heißt es e͑ç!? – Moše sprach zu den Jisraéliten wie folgt: Ob da jener Mann ist, dessen Lebensjahre lang sind, wie die eines Baumes, und der gleich einem Baume seine Zeitgenossen beschützt?",
"Einst saß ein Jünger vor R. Šemuél b. Naḥmani und trug vor: Ijob hat nie existiert und war nie erschaffen worden; dies ist nur eine Allegorie. Da sprach dieser zu ihm: Deinetwegen sagt die Schrift: ein Mann war im Lande U͑ç, Ijob war sein Name. –",
"Es heißt ja aber auch:der Arme besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lämmchen, das er sich gekauft und aufgezogen hatte &c. Dies hatte sich ja nicht ereignet, vielmehr war es nur eine Allegorie, ebenso war auch jenes nur eine Allegorie. – Wozu demnach sein Name und der Name seiner Stadt?",
"R. Joḥanan und R. Elea͑zar sagten beide, Ijob sei einer von den Exulanten gewesen und sein Lehrhaus habe sich in Tiberjas befunden. Man wandte ein: Ijob lebte seit dem Einzuge der Jisraéliten in Miçrajim bis zu ihrem Auszuge!? –"
],
[
"Lies: solange, wie seit dem Einzuge der Jisraéliten in Miçrajim bis zu ihrem Auszuge.",
"Man wandte ein: Sieben Propheten weissagten über die weltlichen Völker, und zwar: Bilea͑m, dessen Vater, Ijob, Eliphaz der Temanite, Bildad der Šuḥite, Çophar der Naa͑mite und Elijahu, der Sohn Barakhéls, der Buzite!? Man erwiderte: War etwa, nach deiner Auffassung, Elijahu, der Sohn Barakhéls, nicht aus Jisraél!?",
"Du mußt also erklären, er weissagte nur über die weltlichen Völker, ebenso weissagte auch Ijob nur über diese. Weissagten etwa alle übrigen Propheten nicht auch über die weltlichen Völker!? – Diese weissagten hauptsächlich über Jisraél, jene aber weissagten hauptsächlich über die weltlichen Völker.",
"Man wandte ein: Einen Frommen gab es unter den weltlichen Völkern, Ijob war sein Name, und er kam auf die Welt, nur um seinen Lohn zu empfangen. Als der Heilige, gepriesen sei er, Züchtigungen über ihn brachte, begann er zu lästern und zu schmähen; da verdoppelte ihm der Heilige, gepriesen sei er, seinen Lohn auf dieser Welt, um ihn aus der zukünftigen Welt zu verdrängen!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte, Ijob lebte zur Zeit der Richter, denn es heißt:ihr alle habt es ja gesehen, warum ergebt ihr euch eitlem Wahne, und das Zeitalter, das ganz eitel war, ist das Zeitalter der Richter.",
"R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagte, Ijob lebte zur Zeit des Ahašveroš, denn es heißt:und im ganzen Lande fand man keine so schöne Frauen wie die Töchter Ijobs, und das Zeitalter, in dem schöne Frauen gesucht wurden, ist das Zeitalter des Ahašveroš. – Vielleicht zur Zeit Davids, denn es heißt:und sie suchten nach einem schönen Mädchen!? – Da geschah dies in ganz Jisraél, dort aber in der ganzen Welt.",
"R. Nathan sagte, Ijob lebte zur Zeit der Königin von Šeba, denn es heißt:da machte Šeba einen Überfall und raubte sie. Die Weisen sagen, Ijob lebte zur Zeit der Khaldäer, denn es heißt:die Khaldäer stellten drei Heerhaufen auf. Manche sagen: Ijob lebte zur Zeit Ja͑qobs, und er hatte die Dina, die Tochter Ja͑qobs, geheiratet, denn hierheißt es: du sprichst wie eine Schändliche, und dortheißt es: denn eine Schändlichkeit hat er an Jisraél verübt. All diese Tannaím sind der Ansicht, daß Ijob aus Jisraél war, mit Ausnahme der ‘manchen’;",
"wieso könnte man sagen, er war von den weltlichen Völkern, nach dem Tode Mošes hat ja die Göttlichkeit nicht mehr auf den weltlichen Völkern geruht. Der Meister sagte nämlich: Moše bat, daß die Göttlichkeit auf den weltlichen Völkern nicht ruhe, und es wurde ihm gewährt, denn es heißt:wir wollen ausgezeichnet sein, ich und dein Volk.",
"R. Joḥanan sagte: Das Zeitalter Ijobs war der Unzucht ergeben, denn es heißt:ihr alle habt es ja gesehen, warum ergebt ihr euch eitlem Wahne, und es heißt:kehre zurück, kehre zurück, o Šulamith, kehre zurück; daß wir dich ansehen. – Vielleicht ist darunter die Prophetie zu verstehen, denn es heißt:das Gesicht des Ješa͑ja, des Sohnes des Amoç!? – Wieso heißt es, wenn dem so wäre: warum ergebt ihr euch eitlem Wahne.",
"Ferner sagte R. Joḥanan: Es heißt:es war zur Zeit als die Richter richteten; ein Zeitalter, das seine Richter richtete. Wenn jemand zu einem sagte: nimm fort den Splitter zwischen deinen Augen, so erwiderte ihm dieser: nimm fort den Balken zwischen deinen Augen. Sagte jemand zu einem:dein Silber ist zu Schlacke geworden, so erwiderte ihm dieser:dein Wein ist mit Wasser verschnitten.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wenn jemand sagt, unter ‘Königin Šeba’ sei eine Frau zu verstehen, so ist er im Irrtum; unter ‘Königin Šeba’ ist das Königreich Šeba zu verstehen.",
"Es geschah eines Tages, daß die Gottessöhne kamen, sich vor den Herrn zu stellen, und auch der Satan kam unter ihnen. Da fragte der Herr den Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete &c. Er sprach vor ihm: Herr der Welt, ich bin durch die ganze Welt gestreift, und fand keinen, der treu wäre, wie dein Knecht Abraham. Du sagtest zu ihm: mache dich auf und durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite, denn dir will ich es geben, doch trug er deiner Handlungsweise nichts nach, als er keine Stätte fand, seine Frau Sara zu begraben.",
"Da sprach der Herr zum Satan: Hast du acht gegeben auf meinen Knecht Ijob, seinesgleichen gibt es niemand auf Erden &c. R. Joḥanan sagte: Bedeutender ist das, was von Ijob gesagt wird, als das, was von Abraham gesagt wird; von Abraham heißt es:denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, und von Ijob heißt es:ein frommer Mann, rechtschaffen und gottesfürchtig.",
"Und das Böse meidend. R. Abba b. Šemuél sagte: Ijob war freigebig mit seinem Gelde. Der gewöhnliche Brauch der Welt ist es, eine halbe Peruṭa dem Krämerzu geben, Ijob aber schenkte seines.",
"Der Satan erwiderte dem Herrn und sprach: Ist Ijob etwa umsonst gottesfürchtig, du hast ja umhegt ihn und sein Haus &c. Was heißt: und sein Händewerk hast du gesegnet!? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Wer von Ijob eine Peruṭa erhielt, wurde gesegnet.",
"Was heißt: und sein Viehstand breitetesich im Lande aus? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Das Vieh Ijobs durchbrach den Zaun der Weltordnung; es ist die Weltordnung, daß Wölfe Ziegen töten, beim Vieh Ijobs aber töteten Ziegen Wölfe.",
"Aber recke nur einmal deine Hand aus und taste an alles, was ihm gehört, ob er dir nicht ins Angesicht fluchen wird. Da sprach der Herr zum Satan: Wohlan, alles was ihm gehört, sei in deiner Gewalt, nur nach ihm selbst strecke nicht deine Hand &c. Eines Tages nun, als die Söhne und die Töchter Ijobs im Hause des ältesten Bruders aßen und Wein tranken, kam ein Bote zu Ijob und meldete: Die Rinder waren beim Pflügen &c. Was heißt: die Rinder waren beim Pflügen und die Eselinnen weideten daneben? R. Joḥanan erwiderte: Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ijob"
],
[
"ein wenig von der zukünftigen Weltkosten ließ.",
"Noch redete dieser, da kam ein anderer und sprach: Ein Feuer Gottes &c. Noch redete dieser, da kam ein anderer und sprach: Die Khaldäer stellten drei Heerhaufen auf, fielen über die Kamele her und raubten sie &c. Noch redete dieser, da kam ein anderer und sprach: Deine Söhne und deine Töchter aßen und tranken Wein im Hause ihres ältesten Bruders, da kam plötzlich ein gewaltiger Sturmwind über die Wüste herüber und erfaßte das Haus an seinen vier Ecken, daß es auf die jungen Leute stürzte &c. Da stand Ijob auf, zerriß sein Gewand und schor sein Haupt &c. Und er sprach: Nackt ging ich hervor aus meiner Mutter Schoß und nackt werde ich dorthin zurückkehren. Der Herr hat gegeben und der Herr hat genommen; es sei der Name des Herrn gepriesen! Bei alledem sündigte Ijob nicht und lästerte nicht gegen Gott.",
"Nun geschah es eines Tages, daß die Gottessöhne kamen, sich vor den Herrn zu stellen &c. Da fragte der Herr den Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Von einem Streifzuge auf der Erde. Er sprach vor ihm: Herr der Welt, ich bin in der ganzen Welt umhergestreift und fand keinen, der so treu wäre, wie dein Knecht Abraham. Du sagtest zu ihm: mache dich auf und durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite, denn dir will ich es geben, dennoch trug er deiner Handlungsweise nichts nach, ab er keine Stätte fand, seine Frau Sara zu begraben.",
"Da sprach der Herr zum Satan: Hast du acht gehabt auf meinen Knecht Ijob, denn seinesgleichen gibt es niemand auf Erden &c. Noch hält er fest an seiner Frömmigkeit, und du hast mich verleitet, ihn ohne Grund zu verderben.",
"R. Joḥanan sagte, wenn dies kein geschriebener Schriftvers wäre, dürfte man es nicht sagen; gleich einem Menschen, den man verleitet und er sich verleiten läßt.",
"--",
"Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, gibt er für sein Leben hin. Aber recke nur einmal deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch an, ob er dir nicht insGesicht fluchen wird. Da sprach der Herr zum Satan: Wohlan, er sei in deiner Hand, nurschone sein Leben. Da ging der Satan von dem Herrn hinweg und schlug Ijob &c. R. Jiçḥaq sagte: Größer war der Schmerz des Satan als der des Ijob; dies war ebenso, als wenn ein Herr zu seinem Knechte sagen würde: zerbrich das Faß, aber hüte den Wein.",
"Reš Laqiš sagte: Der Satan, der böse Trieb und der Todesengel sind identisch. Vom Satan heißt es: da ging der Satan vom Herrn hinweg. Er ist der böse Trieb, denn von diesem heißt es:nur Böses den ganzen Tag, und hierbei heißt es: nur schone sein Leben. Er ist der Todesengel, denn es heißt: nur schone sein Leben, demnach hängt es von ihm ab. In einer Barajtha wird gelehrt: Er steigt herab und verführt, steigt hinauf und klagt an, holt sich Vollmacht und nimmt die Seele.",
"R. Levi sagte: Der Satan und Penina handelten beide im Namen des Himmels. Der Satan sah, daß der Heilige, gepriesen sei er, Ijob zugetan war, da sprach er: Er hat, behüte und bewahre, seine Liebe zu Abraham vergessen. Penina, wie es heißt:und ihre Nebenbuhlerin kränkte sie, um sie zum Klagen zu reizen. R. Aḥa b. Ja͑qob trug dies in Paponja vor, da kam der Satan und küßte ihm den Fuß.",
"Bei alledem sündigte Ijob nicht mit seinen Lippen. Raba sagte: Mit seinen Lippen sündigte er nicht, im Herzen aber sündigte er. – Was sagte er? – Die Erde ist in die Hand des Frevlers gegeben, die Augen ihrer Richter hält er zu, wenn nicht er, wer denn sonst. Raba sagte: Ijob wollte die Schüssel auf ihre Mündungumstülpen. Abajje sprach zu ihm: Ijob sprach dies nur über den Satan.",
"Hierüber streiten auch Tannaím; Die Erde ist in die Hand des Frevlers gegeben; R. Elie͑zer sagte: Ijob wollte die Schüssel auf ihre Mündung umstülpen. Da sprach R. Jehošua͑ zu ihm: Ijob sprach es nur über den Satan.",
"Wenn du auch weißt, daß ich nicht schuldig bin, so ist doch keine Rettung aus deiner Hand. Raba sagte: Ijob wollte die ganze Welt vom Strafgerichte befreien; er sprach nämlich vor ihm: Herr der Welt, du hast den Ochsen erschaffen und seine Hufe sind gespalten, du hast den Esel erschaffen und seine Hufe sind ungeteilt; du hast den E͑dengarten erschaffen und du hast die Hölle erschaffen; du hast Fromme erschaffen und du hast Frevler erschaffen; wer kann dich zurückhalten!? –",
"Was erwiderten ihm seine Genossen? – Du zerstörst die Gottesfurcht und mißbrauchst die Sprache vor Gott. Der Heilige, gepriesen sei er, hat den bösen Trieb erschaffen, aber auch die Tora als Gegenmittel.",
"Raba trug vor: Es heißt:der Segen des Verlorenen kam über mich, und das Herz der Witwe machte ich jubeln. Der Segen des Verlorenen kam über mich; dies lehrt, daß er Waisen ein Feld zu rauben, es zu meliorieren und es ihnen dann zurückzugeben pflegte. Und das Herz der Witwe machte ich jubeln; wenn irgendwo eine Witwe war, die niemand heiraten wollte, ging er hin und legte ihr seinen Namenbei, sodaß Leute kamen und sie heirateten.",
"Könnte doch mein Unmut gewogen werden, könnte man mein Leid auf die Wagschale heben. Rabh sagte: Erde in den Mund Ijobs; Kameradschaftdem Himmel gegenüber!Gäbe es einen Schiedsmann zwischen uns, der seine Hand auf uns beide legte. Rabbasagte: Erde in den Mund Ijobs, gibt es etwa einen Knecht, der mit seinem Herrn rechtet!?Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen, wieso sollte ich eine Jungfrau betrachten. Raba sagte: Erde in den Mund Ijobs; er wollte fremde Frauen [sehen], während Abraham nicht einmal seine [Frau] angesehen hatte, denn es heißt:jetzt weiß ich nun, daß du eine Frau von schönem Aussehen bist; demnach hatte er es bis dahin nicht gewußt.",
"Wie die Wolke schwindet und dahingeht, so kehrt nicht wieder, wer in die Unterwelt hinabstieg. Rabba sagte: Hieraus, daß Ijob die Auferstehung der Toten leugnete.",
"Der mich im Sturmezertreten hat und meine Wunden ohne Schuld vermehrt. Rabba sagte: Ijob lästerte mit ‘Sturm’und mit ‘Sturm’ erwiderte man ihm. Mit ‘Sturm’ lästerte er, denn es heißt: der mich im Sturme zertreten hat; er sprach vor ihm: Herr der Welt, vielleicht zog ein Sturmwind vor dir vorüber, und du verwechseltest zwischen Ijob und ojeb [Feind]? Und mit ‘Sturm’ erwiderte man ihm, denn es heißt: da antwortete der Herr Ijob aus dem Sturme und sprach &c. Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann, so will ich dich fragen und du belehre mich.",
"Er sprach zu ihm: Viele Haare habe ich am Menschen geschaffen, und für jedes Haar besonders habe ich ein besonderes Grübchengeschaffen, damit nicht zwei ihre Nahrung aus einem Grübchen ziehen; denn würden zwei ihre Nahrung aus einem Grübchen ziehen, so würden sie das Augenlicht des Menschen blenden. Zwischen einem Grübchen und einem anderen Grübchen verwechsle ich nicht, und zwischen Ijob und ojeb sollte ich verwechselt haben!?",
"Wer hat die Flut der Kanäle geteilt &c. Viele Tropfen habe ich in den Wolken geschaffen, und eine besondere Form für sich für jeden Tropfen; denn würden zwei Tropfen aus einer Form kommen, so würden sie die Erde zerweichen, sodaß sie keine Früchte hervorbringen würde. Zwischen einem Tropfen und einem anderen Tropfen verwechsle ich nicht, und zwischen Ijob und ojeb sollte ich verwechselt haben!? – Woher ist es erwiesen, daß unter ‘Kanal’ eine Formzu verstehen ist? Rabba b. Šila erwiderte: Es heißt:er zog ringsum einen Kanal, der ungefähr einen Raum von zwei Sea͑ Aussaat einnahm.",
"Und einen Weg dem donnernden Blitze. Viele [Donner]stimmen habe ich in den Wolken geschaffen, und für jede [Donner]stimme einen besonderen Weg, damit nicht zwei [Donner]stimmen aus einem Wege hervorgehen; denn würden zwei [Donner]stimmen aus einem Wege hervorgehen, so würden sie die ganze Welt zerstören. Zwischen einer [Donner]stimme und einer anderen [Donner]stimme verwechsle ich nicht, und zwischen Ijob und ojeb sollte ich verwechselt haben!?",
"Kennst du die Geburtszeit der Felsgemsen, beobachtest du das Kreißen der Hinden? Die Hinde ist grausam gegen ihre Jungen, und muß sie zum Werfen niederkauern,"
],
[
"so steigt sie auf eine Bergspitze, damit das Junge herabfalle und umkomme; ich aber halte ihr einen Adler bereit, der es mit seinen Flügeln auffängt und es vor sie hinlegt. Würde er aber einen Augenblick zu früh oder einen Augenblick zu spät kommen, so würde es umkommen. Zwischen einem Augenblicke und einem anderen Augenblicke verwechsle ich nicht, und zwischen Ijob und ojeb sollte ich verwechselt haben!?",
"Beobachtest du das Kreißen der Hinden. Die Hinde hat einen engen Muttermund; ich aber halte ihr, wenn sie zum Werfen niederkauert, eine Schlange bereit, die sie am Muttermunde beißt, wodurch dieser bei der Geburt sich dehnt. Würde diese aber einen Augenblick zu früh oder zu spät kommen, so würde jene umkommen. Zwischen einem Augenblicke und einem anderen Augenblicke verwechsle ich nicht, und zwischen Ijob und ojeb sollte ich verwechselt haben!?",
"Es heißt:Ijob redet ohne Verstand und seine Worte sind ohne Einsicht, und dagegen heißt es:ihr habt nicht recht zu mir geredet wie mein Knecht Ijob? Raba erklärte: Hieraus, daß ein Mensch [für Äußerungen] in seinem Schmerze nicht verantwortlich gemacht werden könne.",
"Als die drei Freunde Ijobs von all dem Unglücke hörten, das ihn betroffen hatte, machten sie sich auf, ein jeder von seinem Wohnorte, Eliphaz der Temanite, Bildad der Šuḥite und Çophar der Naa͑mite, und sie verabredeten sich miteinander, hinzugehen, um ihn zu bemitleiden und ihn zu trösten. Was heißt: sie verabredeten sich miteinander? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies lehrt, daß sie alle durch ein Tor gekommen waren, obgleich sie, wie gelehrt wird, einer vom anderen dreihundert Parasangen entfernt waren. –",
"Woher erfuhren sie es? – Manche erklären, sie hatten Kronen, und manche erklären, sie hatten Bäume, und wenn diese verdorrten, so wußten sie es. Raba sagte: Das ist es, was die Leute sagen: entweder einen Freund gleich den Freunden Ijobs oder den Tod.",
"Als nun die Menschen anfingen, sich auf der Erde zu vermehren und ihnen Töchter geboren wurden. R. Joḥanan sagte: Eine Vermehrung kam über die Welt. Reš Laqiš sagte: Zank kam über die Welt. Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Weshalb wurden, nach deiner Erklärung, es sei eine Vermehrung über die Welt gekommen, die Töchter Ijobs nicht verdoppelt!?",
"Dieser erwiderte: Zugegeben, daß sie an Namen nicht verdoppelt wurden, aber an Schönheit wurden sie verdoppelt, denn es heißt: es wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren; die eine nannte er Jemima, die andere nannte er Qeçia͑ und die dritte nannte er Qeren hapukh.",
"Jemima, weil sie dem Tage [jom] glich; Qeçia͑, weil sie einen Duft gleich dem der Kassia [qeçia͑] verbreitete; Qerenhapukh erklärten sie in der Schule R. Šilas: weil sie dem Horn [qeren] des Einhorns glich. Im Westen lachten sie darüber: dies ist ja eine Verunstaltung!? Vielmehr erklärte R. Ḥisda, weil sie der besten Schminke im Hornglich.",
"Einst wurde R. Šimo͑n b. Rabbi eine Tochter geboren, und er war darüber betrübt. Da sprach sein Vater zu ihm: Eine Vermehrung ist in die Welt gekommen. Darauf sprach Bar Kappara zu ihm: Mit eitlem Troste beschwichtigte dich dein Vater. Die Welt kann weder ohne Männer noch ohne Frauen bestehen, aber wohl dem, dessen Kinder männlich sind, und wehe dem, dessen Kinder weiblich sind. Die Welt kann weder ohne Parfümeure noch ohne Gerber bestehen, aber wohl dem, dessen Gewerbe die Parfümerie ist, und wehe dem, dessen Gewerbe die Gerberei ist.",
"Hierüber [streiten auch folgende] Tannaím:Und der Herr segnete Abraham mit allem. Was heißt mit allem? R. Meír erklärte: Daß er keine Tochter hatte. R. Jehuda erklärte: Daß er eine Tochter hatte. Manche erklärten: Abraham hatte eine Tochter namens Bakol [mit allem]. R. Elea͑zar aus Modai͑m erklärte: Die Sternkunde wohnte im Herzen unseres Vaters Abraham, und alle Könige des Morgenlandes und des Abendlandes wandten sich in aller Frühe an seine Tür. R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Ein Edelstein hing am Halse unseres Vaters Abraham, und jeder Kranke, der ihn ansah, genas sofort. Als unser Vater Abraham aus der Welt schied, hing ihn der Heilige, gepriesen sei er, an das Sonnenrad. Abajje sagte: Das ist es, was die Leute sagen: hebt der Tag an, so hebt sich die Krankheit.",
"Eine andere Erklärung: E͑sav artete bei seinen Lebzeiten nicht aus. Eine andere Erklärung: Jišma͑él tat bei seinen Lebzeiten Buße. – Woher, daß E͑sav bei seinen Lebzeiten nicht ausartete? – Es heißt:da kam E͑sav vom Felde und war müde, und hierzu wird gelehrt: An jenem Tage starb unser Vater Abraham, und unser Vater Ja͑qob kochte ein Linsengericht, um seinem Vater Jiçḥaq ein Trauermahl zu bereiten.",
"Im Westen erklärten sie im Namen des Rabba b. Mari: Wie eine Linse keinen Mundhat, ebenso hat auch der Leidtragende keinen Mund. Eine andere Erklärung: Wie eine Linse kreisförmig ist, ebenso kreist die Trauer umher und kommt zu allen Weltbürgern. – Welchen Unterschied gibt es zwischen beiden? – Hinsichtlich der Verwendung von Eiern für das Trauermahl.",
"R. Joḥanan sagte: Fünf Verbote übertrat dieser Frevler an jenemTage: er beschlief eine verlobte Jungfrau, er beging einen Mord, er verleugnete Gott, er verleugnete die Auferstehung der Toten und er verachtete die Erstgeburt.",
"Er beschlief eine verlobte Jungfrau, denn hier heißt es: da kam E͑sav vom Felde, und dortheißt es: denn auf dem Felde traf er sie. Er beging einen Mord, denn hier heißt es: müde, und dort heißt es:wehe mir, denn meine Seele ist müde durch die Mörder. Er verleugnete Gott, denn hier heißt es:wozu mir diese, und dort heißt es: dieser ist mein Gott, den will ich verherrlichen. Er verleugnete die Auferstehung der Toten, denn es heißt:ich gehe dem Tode entgegen. Er verachtete die Erstgeburt, denn es heißt:und E͑sav verachtete die Erstgeburt.",
"Woher, daß Jišma͑él bei seinen Lebzeiten Buße tat? – Aus folgendem. Einst saßen Rabina und R. Ḥama b. Buzi vor Raba, der eingeschlummert war; da sprach Rabina zu R. Ḥama b. Buzi: Ist es wahr, daß ihr gesagt habt, der Tod, bei dem [das Wort] ‘verscheiden’ gebrauchtwird, sei der Tod der Frommen? Dieser erwiderte: Jawohl. – Da ist ja das Zeitalter der Sintflut!? Dieser erwiderte: Wir sagten es nur von den Fällen, wo es ‘verscheiden’ und ‘einsammeln’ heißt. –",
"Bei Jišma͑él heißt es ja ebenfalls ‘verscheiden’ und ‘einsammeln’!? Währenddessen erwachte Raba und sprach zu ihnen: Kinder, folgendes sagte R. Joḥanan: Jišma͑él tat Buße bei Lebzeiten seines Vaters, denn es heißt:und es begruben ihn seine Söhne Jiçḥaq und Jišma͑él. – Vielleicht zählt er sie nach dem Grade ihrer Weisheit auf!? – Es heißt ja auch:und es begruben ihn seine Söhne E͑sav und Ja͑qob,",
"weshalb zählt er demnach nicht auch diese nach dem Grade ihrer Weisheit auf!? Vielmehr wird er deshalb zuerst genannt, weil er [Jiçḥaq] den Vortritt gab, und da er ihm den Vortritt gab, so hatte er wahrscheinlich Buße getan.",
"Die Rabbanan lehrten: Drei ließ der Heilige, gepriesen sei er,"
],
[
"einen Vorgeschmack der zukünftigen Welt kosten, und zwar: Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob. Abraham, denn bei ihm heißt es: mit allem; Jiçḥaq, denn bei ihm heißt es: von allem; Ja͑qob, denn bei ihm heißt es: alles.",
"Über drei hatte der böse Trieb keine Gewalt, und zwar: Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, denn bei diesen heißt es: mit allem, von allem und alles. Manche sagen, auch David, denn es heißt: mein Herzist in meinem Innern erschlagen. – Und der andere!? – Er erwähnt nur seinen Schmerz.",
"Die Rabbanan lehrten: Über sechs hatte der Todesengel keine Gewalt, und zwar: Abraham, Jiçḥaq, Ja͑qob, Moše, Ahron und Mirjam. Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, denn bei ihnen heißt es: mit allem, von allem und alles. Moše, Ahron und Mirjam, denn bei ihnen heißt es: durch den Mund des Herrn. –",
"Bei Mirjam heißt es ja aber nicht: durch den Mund des Herrn!? R. Elea͑zar erwiderte: Mirjam starb ebenfalls durch einen Kuß, denn dies ist aus [dem Worte] dortzu folgern, das auch bei Moše gebraucht wird, nur wird dies von ihr nicht ausdrücklich gesagt, weil dies unpassend klingt.",
"Die Rabbanan lehrten: Über sieben hatten Gewürm und Geschmeiß keine Gewalt, und zwar: Abraham, Jiçḥaq, Ja͑qob, Moše, Ahron, Mirjam und Binjamin, den Sohn Ja͑qobs. Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, denn bei ihnen heißt es: mit allem, von allem und alles. Moše, Ahron und Mirjam, denn bei ihnen heißt es: durch den Mund Gottes; und Binjamin, den Sohn Ja͑qobs, denn es heißt:über Binjamin sprach er: der Liebling des Herrn ist er, in Sicherheit wird er ruhen. Manche sagen, auch über David, denn es heißt:auch mein Fleisch soll in Sicherheit ruhen. – Und jener!? – Dies war nur ein Gebet von ihm.",
"Die Rabbanan lehrten: Vier starben infolge der Verleitungder Schlange, und zwar: Binjamin, der Sohn Ja͑qobs, Amram, der Vater Mošes, Jišaj, der Vater Davids, und Kiláb, der Sohn Davids. Von allen ist dies eine Überlieferung, außer von Jišaj, dem Vater Davids, von dem dies sich ausdrücklich in der Schrift befindet, denn es heißt:an Stelle Joábs setzte Abšalom A͑masa an die Spitze: A͑masa war der Sohn eines Mannes, namens Jithra der Jisraélit: er hatte Umgang gepflogen mit Abigajil, der Tochter Naḥaš’, der Schwester Çerujas, der Mutter Joábs. Sie war ja nicht die Tochter Naḥaš’, sondern die Tochter Jišajs, denn es heißt:und ihre Schwestern waren Çeruja und Abigajil? Vielmehr: die Tochter dessen, der infolge der Verleitung der Schlange [naḥaš] gestorben war.",
"",
"MAN DARF KEINE ZISTERNE NEBEN DER ZISTERNE EINES ANDEREN GRABEN, AUCH KEINEN GRABEN, KEINE HÖHLE, KEINEN WASSERKANAL UND KEIN WÄSCHERBECKEN, ES SEI DENN, DASS MAN DIESE VON DER WAND DES ANDEREN DREI HANDBREITEN ENTFERNT UND [SEINE WAND] MIT KALK VERPUTZT HAT.",
"MAN ENTFERNE ÖLTRESTER, DÜNGER, SALZ, KALK UND FEUERSTEINE VON DER WAND EINES ANDEREN DREI HANDBREITEN, ODER MAN VERPUTZE SIE MIT KALK. MAN ENTFERNE SAATEN, DEN PFLUG UND URIN DREI HANDBREITEN VON EINER [FREMDEN] WAND.",
"EINE MÜHLE ENTFERNE MAN DREI [HANDBREITEN] VOM MÜHLSTEINE AUS, DAS SIND VIER VOM MAHLSTEINE; EINEN BACKOFEN [ENTFERNE MAN] DREI VOM SOCKEL AUS, DAS SIND VIER VOM RANDE."
],
[
"GEMARA. Er beginnt mit ‘Zisterne’ und schließt mit ‘Wand’!? (Er sollte doch lehren: es sei denn, daß man diese drei Handbreiten von der Zisterne des anderen entfernt hat.)",
"Abajje, nach anderen R. Jehuda, erwiderte: Er lehrt dies von der Zisternenwand. –",
"Sollte er doch lehren: es sei denn, daß man diese von der Zisterne des anderen drei Handbreiten entfernt hat!? – Folgendes lehrt er uns: die Zisternenwand hat drei Handbreiten. Dies ist von Bedeutung bei Kauf und Verkauf. Es wird nämlich gelehrt: Sagt jemand zu seinem Nächsten, er verkaufe ihm eine Zisterne mit den Wänden, so müssen die Wände drei Handbreiten stark sein.",
"Es wurde gelehrt: Wer nahe der Grenze [eine Zisterne] graben will, darf dies, wie Abajje sagt; Raba sagt, er dürfe es nicht. Nahe einem Felde, das auf Zisternen angewiesen ist, ist dies nach aller Ansicht verboten, sie streiten nur über ein Feld, das nicht auf Zisternen angewiesen ist.",
"Abajje sagt, er dürfe es, denn es ist nicht auf Zisternen angewiesen; Raba sagt, er dürfe es nicht, denn jener kann zu ihm sagen: wie du dir überlegt hast und [eine Zisterne] gräbst, so kann ich es mir ebenfalls überlegen und eine graben.",
"Manche lesen: Nahe einem Felde, das nicht auf Zisternen angewiesen ist, ist dies aller Ansicht nach erlaubt, sie streiten nur über ein Feld, das auf Zisternen angewiesen ist. Abajje sagt, er dürfe es, denn selbst nach den Rabbanan, welche sagen, man müsse einen Baum von einer [fremden] Zisterne fünfundzwanzig Ellen entfernen, gilt dies nur von diesem Falle, wo beim Pflanzen die Zisterne schon vorhanden ist, hierbei aber ist ja beim Graben keine Zisterne vorhanden.",
"Raba aber sagt, er dürfe es nicht, denn selbst R. Jose, welcher sagt, der eine grabe auf seinem Gebiete und der andere grabe auf seinem Gebiete, gilt dies nur von diesem Falle, wo beim Pflanzen noch keine Wurzeln vorhanden sind, die die Zisterne beschädigen können, hierbei aber kann jener zu ihm sagen: mit jedem Spatenstiche lockerst du mein Grundstück. –",
"Wir haben gelernt: Man darf keine Zisterne neben der Zisterne eines anderen graben. Nur wenn daeine Zisterne vorhanden ist, wenn da aber keine Zisterne vorhanden ist, darf man es. Allerdings ist nach der Lesart, nach der es neben einem Felde, das auf Zisternen nicht angewiesen ist, nach aller Ansicht erlaubt ist, unsere Mišna auf ein Feld zu beziehen, das auf Zisternen nicht angewiesen ist,",
"nach der Lesart aber, nach der sie über ein Feld streiten, das nicht auf Zisternen angewiesen ist, ist dies zwar nach Abajje richtig, gegen Raba aber ist dies ja ein Einwand!?",
"Raba kann dir erwidern: hierzu wurde ja gelehrt: Abajje, nach anderen R. Jehuda, erklärte, wir haben dies von der Wand der Zisternegelernt.",
"Manche lesen: Und hierzuwurde gelehrt: Abajje, nach anderen R. Jehuda, erklärte, wir haben dies von der Wand der Zisterne gelernt. Allerdings ist nach der Lesart, nach der über ein Feld, das auf Zisternen angewiesen ist, alle übereinstimmen, daß man es nicht dürfe, unsere Mišna auf ein Feld zu beziehen, das auf Zisternen angewiesen ist,",
"nach der Lesart aber, nach der sie über ein Feld streiten, das auf Zisternen angewiesen ist, ist dies zwar nach Raba richtig, gegen Abajje aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Abajje kann dir erwidern: unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn beide gleichzeitig zu graben beginnen. –",
"Komm und höre: Wenn die Erdmassemit den Händen zusammengetragenist, so grabe der eine seine Zisterne auf der einen Seiteund der andere grabe seine Zisterne auf der anderen Seite; der eine entferne sie drei Handbreiten und verputze mit Kalk, und der andere entferne sie drei Handbreiten und verputze mit Kalk!? – Anders ist es, wenn sie mit den Händen zusammengetragenist. –",
"Was dachte denn der Fragende!? – Daß der Autor den Fall hervorheben wollte, wenn [die Erdmasse] mit den Händen zusammengetragen ist; man könnte glauben, da sie mit den Händen zusammengetragen ist, sei eine noch größere Entfernung nötig, so lehrt er uns. –",
"Komm und höre: Man entferne Öltrester, Dünger,"
],
[
"Salz, Kalk und Feuersteine von der Wand eines anderen drei Handbreiten oder man verputze sie mit Kalk. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, so ist esauch nahe erlaubt!? –",
"Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach? – Er lehrt uns, daß diese der Wand schädlich sind. –",
"Komm und höre: Man entferne Saaten, den Pflug und Urin drei Handbreiten von einer [fremden] Wand. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, ist es auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach!? – Er lehrt uns, daß die Feuchtigkeit der Wand schädlich ist. –",
"Komm und höre: Eine Mühle entferne man drei [Handbreiten] vom Mühlsteine aus, das sind vier vom Mahlsteine. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, ist es auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach!? – Er lehrt uns, daß die Erschütterung der Wand schädlich ist. –",
"Komm und höre: Einen Backofen entferne man drei vom Sockel aus, das sind vier vom Rande. Nur wenn eine Wand vorhanden ist, wenn aber keine Wand vorhanden ist, ist es auch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Wand vorhanden ist, ist dies verboten. – Was lehrt er uns demnach!? – Daß die Hitze der Wand schädlich ist. –",
"Komm und höre: Man darf unter dem Speicher eines anderen keinen Bäcker- oder Färberladeneröffnen, auch keinen Rinderstall [anlegen]. Nur wenn ein Speicher vorhanden ist, wenn aber kein Speicher vorhanden ist, ist dies erlaubt!? –",
"Anders verhält es sich bei einem Wohnraume. Dies ist auch zu beweisen, denn hierzu wird gelehrt: Wenn aber der Rinderstall früher da war, als der Speicher, so ist es erlaubt. –",
"Komm und höre: Man darf einen Baum neben dem Felde [eines anderen] nur dann pflanzen, wenn man ihn vier Ellen entfernt. Hierzu wird gelehrt: Die vier Ellen, von denen sie sprechen, sind zur Bearbeitung des Weinbergeserforderlich.",
"Nur wegen der Bearbeitung des Weinberges, wenn aber nicht die Bearbeitung des Weinberges zu berücksichtigen wäre, würde es erlaubt sein, obgleich die Wurzeln Schaden anrichten!? – Da handelt es sich um den Fall, wenn sie durch einen Felsengetrennt sind.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: Befindet sich dazwischen eine Mauer, so darf dieser an der einen Seite bis an die Mauer heranrücken und der andere an der anderen Seite bis an die Mauer heranrücken. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Ragen die Wurzeln in das Gebiet des anderen hinein, so darf dieser sie bis zur Tiefe von drei Handbreiten entfernen, damit sie dem Pfluge nicht hinderlich seien. Wieso können [die Wurzeln] hineinragen, wenn sie durch einen Felsen getrennt sind!? – Er meint es wie folgt: wenn sie aber nicht durch einen Felsen [getrennt sind] und die Wurzeln in das Gebiet des anderen hineinragen, so darf dieser sie bis zu einer Tiefe von drei Handbreiten entfernen, damit sie dem Pfluge nicht hinderlich seien. –",
"Komm und höre: Man muß einen Baum fünfundzwanzig Ellen von einer Zisterne entfernen. Nur wenn eine Zisterne vorhanden ist, wenn aber keine Zisterne vorhanden ist, so ist diesauch nahe erlaubt!? – Nein, auch wenn keine Zisterne vorhanden ist, ist dies verboten, nur lehrt er uns, daß die Wurzeln fünfundzwanzig Ellen reichen und die Zisterne beschädigen können. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: war aber der Baum früher da, so fälle man ihn nicht; wieso kann dies nun vorkommen, wenn man esin der Nähe nicht darf!? – Wie R. Papa erklärt hat, wenn er es gekauft hat, ebenso auch hierbei, wenn er esgekauft hat. –",
"Komm und höre: Man entferne die Flachsbeize von Kräutern, den Lauch von Zwiebeln und den Senf von Bienen. Nur wenn Kräuter vorhanden sind, wenn aber keine Kräuter vorhanden sind, so ist dieserlaubt!? – Nein, auch wenn keine Kräuter vorhanden sind, ist dies verboten, nur lehrt er uns, daß diese einander schädlich sind. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Jose erlaubt es beim Senf, weil er zu ihm sagen kann: während du von mir verlangst, meinen Senf von deinen Bienen zu entfernen, entferne du deine Bienen von meinem Senf, denn sie kommen und fressen mir die Blüten von meinem Senf ab."
],
[
"Wieso kann dies nun vorkommen, wenn man esin der Nähe nicht darf!? R. Papa erwiderte: Wenn er esgekauft hat. –",
"Was ist, wenn er es gekauft hat, der Grund der Rabbanan!? Und was ist ferner der Grund R. Joses, dies sollte doch auch von Flachsbeize und Kräutern gelten!?",
"Rabina erwiderte: Die Rabbanan sind der Ansicht, der Schädiger müsse sich [vom Geschädigten] entfernen. –",
"Demnach ist R. Jose der Ansicht, der Geschädigte müsse sich [vom Schädiger] entfernen, und wenn der Geschädigte sich entfernen muß, so sollte dies auch von Flachsbeize und Kräutern gelten!? –",
"Vielmehr, tatsächlich ist R. Jose ebenfalls der Ansicht, der Schädiger müsse es, und R. Jose sprach zu den Rabbanan wie folgt: einleuchtend ist dies von Flachsbeize und Kräutern, denn jene beschädigen diese, diese aber beschädigen nicht jene, aber Senf und Bienen beschädigen ja einander gegenseitig. –",
"Und die Rabbanan!? – Die Bienen beschädigen den Senf nicht; wenn etwa die Saatkörner, so finden sie sie nicht, und wenn die Blätter, so wachsen sie nach. –",
"Ist R. Jose denn der Ansicht, der Schädiger müsse sich [vom Geschädigten] entfernen, wir haben ja gelernt: R. Jose sagt, auch wenn die Zisterne früher da warals der Baum, fälle man diesen nicht, denn der eine gräbt auf seinem Gebiete und der andere pflanzt auf seinem Gebiete!? – Vielmehr, tatsächlich ist R. Jose der Ansicht, der Geschädigte müsse es, nur sagte er es nach der Ansicht der Rabbanan:",
"nach meiner Ansicht muß der Geschädigte sich entfernen, und nicht einmal Flachsbeize von Kräutern braucht man zu entfernen, aber auch nach euerer Ansicht, der Schädiger müsse sich entfernen, ist dies allerdings bei Flachsbeize und Kräutern einleuchtend, wo jene diese beschädigen, nicht aber diese jene, aber Senf und Bienen beschädigen ja einander gegenseitig!? –",
"Und die Rabbanan!? – Die Bienen beschädigen den Senf nicht; wenn die Saatkörner,"
],
[
"so finden sie sie nicht, und wenn die Blätter, so wachsen sie nach.",
"UND KEIN WÄSCHERBECKEN &C. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies gilt nur vom Beizebecken, das Spülbecken aber muß vier Ellen [entfernt werden]. Ebenso wird auch gelehrt: Ein Wäscherbecken muß man vier Ellen [entfernen]. Wir haben ja aber gelernt: drei Handbreiten? Wahrscheinlich ist dies nach R. Naḥman zu erklären.",
"Manche weisen auf diesen Widerspruch hin. Wir haben gelernt, man müsse ein Wäscherbecken drei Handbreiten [entfernen], und dem widersprechend wird gelehrt: vier Ellen? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Das ist kein Widerspruch; eines gilt vom Beizebecken und eines gilt vom Spülbecken. R. Ḥija, Sohn des R. Ivja, lehrte es ausdrücklich: es sei denn, daß man den Rand des Beizebeckens drei Handbreiten von der Wand entfernt.",
"UND MIT KALK VERPUTZT. Sie fragten: Heißt es: und mit Kalk verputzt, oder heißt es: oder mit Kalk verputzt? –",
"Es ist selbstverständlich, daß es heißt: und mit Kalk verputzt, denn wenn man sagen wollte, es heiße: oder mit Kalk verputzt, so sollte er siedoch zusammen lehren. –",
"Vielleicht deshalb, weil der Schaden in dem einen Falle nicht dem Schaden im anderen Falle gleicht; im Anfangsatze erfolgt er durch die Feuchtigkeit, im Schlußsatze erfolgt er durch die Hitze. –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagte: Wenn die Erdmasse mit den Händen zusammengetragen ist, so grabe der eine seine Zisterne auf der einen Seite und der andere grabe seine Zisterne auf der anderen Seite, der eine entferne sie drei Handbreiten und verputze mit Kalk, und der andere entferne sie drei Handbreiten und verputze mit Kalk. Nur wenn sie mit den Händen zusammengetragenist, sonst aber nicht. –",
"Auch wenn sie nicht mit den Händen zusammengetragen ist, muß man ebenfalls mit Kalk verputzen, nur ist dies von dem Falle nötig, wenn sie mit den Händen zusammengetragen ist; man könnte glauben, da sie mit den Händen zusammengetragen ist, sei eine größere Entfernung erforderlich, so lehrt er uns.",
"MAN ENTFERNE ÖLTRESTER, DÜNGER, SALZ, FEUERSTEINE &C. Dort haben wir gelernt: Worin man warmstellendarf, und worin man nicht warmstellen darf.",
"Man darf nicht warmstellen in Öltrester, nicht in Dung, nicht in Salz, nicht in Kalk, nicht in Sand, ob feucht oder trocken. Weshalb lehrt er es hier von Feuersteinen und nicht vom Sande, und weshalb lehrt er es dort vom Sande und nicht von Feuersteinen?",
"R. Joseph erwiderte: Weil man [keine Speisen] in Feuersteine warmzustellen pflegt. Abajje sprach zu ihm: Man pflegt ja auch nicht in Wollbüschel und Purpurstreifen warmzustellen, dennoch wird gelehrt, man dürfe in Wollbüschel, in Wollflieden, in Purpurstreif an oder in Watte warmstellen, man dürfe sie aber nicht fortbewegen!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, der Gefährte bekundetdies; er lehrt eshier von Feuersteinen, und dies gilt auch vom Sande, und er lehrt es dort vom Sande, und dies gilt auch von Feuersteinen. Raba sprach zu ihm: Sollte er doch, wenn der Gefährte es bekundet, es an einer Stelle von allenlehren, und dasselbe sollte auch von der anderen gelten!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, dort lehrt er es nicht von Feuersteinen, weil sie den Topf rostigmachen, und hier lehrt er es nicht vom Sande, weil er sowohl wärmt als auch kühlt. –",
"Aber R. Oša͑ja lehrt es ja auch vom Sande!? – Er lehrt es von feuchtem. – Sollte der Autor unserer Mišna es ebenfalls von diesem lehren, wegen der Feuchtigkeit? – Er lehrt esvom Wasserkanal. –",
"Er lehrt es ja auch vom Wäschebecken, obgleich er es vom Wasserkanal lehrt!? –",
"Dies ist nötig. Würde er es nur vom Wasserkanal gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil darin [das Wasser] dauernd ist, nicht aber gilt es vom Wäscherbecken, worin es nicht dauerndist. Und würde er es nur vom Wäscherbecken gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil es in diesem angesammeltverbleibt, nicht aber gilt dies von einem Wasserkanal. Daher ist beides nötig.",
"MAN ENTFERNE SAATEN, DEN PFLUG. Bei Saaten erfolgt diesja schon durch den Pflug!? – Beim Handwurf. –",
"Beim Pfluge erfolgt dies ja schon durch die Saaten!? – Wenn man um Bäume pflügt. – Dies erfolgt ja schon durch das Wasser!? – Der Autor spricht vom Jisraéllande, von dem es heißt:vom Regen des Himmels trinkt es Wasser. –",
"Demnach entwickeln sich die Wurzeln von Saaten"
],
[
"nach der Seite, und [dem widersprechend] haben wir gelernt, wenn man eine Weinrebe durch die Erde senkt, dürfe man, falls darüber keine drei Handbreiten Erde vorhanden sind, darüber keine Saaten säen,",
"und hierzu wird gelehrt, jedoch dürfe man daneben säen, auf der einen oder auf der anderen Seite!? R. Ḥaga erwiderte im Namen R. Joses: Weil sie den Boden zersetzen und die Erde auflockern.",
"UND URIN DREI HANDBREITEN VON EINER [FREMDEN] WAND. Rabba b. Bar Ḥana sagte: Man darf neben der Wand eines anderen Wasser ablassen, denn es heißt:ich will ausrotten von Aḥáb alles, was an die Wand pißt; Unmündige und Mündige in Jisraél. – Wir haben ja aber gelernt: Urin drei Handbreiten von einer [fremden] Wand!? – Dies gilt vom Ausguß. –",
"Komm und höre: Man darf neben der Wand eines anderen kein Wasser ausschütten, sondern nur in einer Entfernung von drei Handbreiten!? – Hier wird ebenfalls vom Ausguß gesprochen. –",
"Komm und höre: Man darf nicht neben der Wand eines anderen Wasser ablassen, sondern nur in einer Entfernung von drei Handbreiten; dies gilt nur von einer Ziegelwand, bei einer Steinwandaber, daß man keinen Schaden anrichtet, nämlich eine Handbreite; bei einem Felsboden ist dies überhaupt erlaubt!? Dies ist eine Widerlegung des Rabba b. Bar Ḥana. Eine Widerlegung. –",
"Aber Rabba b. Bar Ḥana stützt sich ja auf einen Schriftvers!? – Dieser ist wie folgt zu verstehen: selbst das, dessen Art es ist, an die Wand zu pissen, nämlich einen Hund, werde ich ihm nicht zurücklassen.",
"R. Ṭobi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls: Ein Fladen reduziert das Fenster nicht. – Weshalb gerade ein Fladen, dies gilt ja auch von einem dicken [Brote]!? –",
"Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist dies von einem dicken [Brote], denn da es noch brauchbarist, so verliert es seine Eigenheitnicht; man könnte aber glauben, ein Fladen verliere, wenn er schmutzig wird, seine Eigenheit, so lehrt er uns. –",
"Sollte doch schon der Umstand ausreichen, daß er eine Sache ist, die für Unreinheit empfänglich ist, und eine für Unreinheit empfängliche Sache hält die Unreinheit nicht zurück!? – Wenn er mit Obstsaft geknetetist.",
"Man wandte ein: Wenn ein Korb voll Stroh oder ein Faß voll Dörrfeigen im Fensterliegen, so erwäge man wie folgt: würden, wenn diese fortgenommen werden würden, das Stroh oder die Dörrfeigen allein stehen bleiben, so bilden sie eine Trennung, wenn aber nicht, so bilden sie keine Trennung. Das Stroh ist ja als Viehfutter verwendbar!? –",
"Wenn es verfault ist. – Es ist ja zu Lehm verwendbar!? – Wenn Dornen darin sind. – Es ist ja zum Heizen verwendbar!? – Wenn es feucht ist. – Es ist ja zu einer großen Flamme verwendbar!? – Eine große Flamme ist selten. –",
"Dörrfeigen sind ja brauchbar!? Šemuél erwiderte: Wenn sie madig sind. Ebenso lehrte auch Rabba b. Abuha: wenn sie madig sind. –",
"Von welchem Falle wird hier hinsichtlich eines Fasses gesprochen: befindet sich die Mündung nach außen,"
],
[
"so sollte es selbst eine Trennung bilden, denn ein Tongefäß ist ja von der Außenseite nicht verunreinigungsfähig!? – Vielmehr, wenn die Mündung sich nach innen befindet. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, wenn die Mündung sich nach außen befindet, nur wird hier von einem Metallfasse gesprochen.",
"Man wandte ein: Wenn in einem Fenstergepflücktes und niedergelegtes oder von selbst hervorgesproßtes Grassich befindet, oder Lappen, die keine drei zu drei [Fingerbreiten] haben, oder nachhängende Glieder oder Fleischfetzen von einem [lebenden] Vieh oder Tiere, oder wenn sich da ein Vogel oder ein Nichtjudeniedergesetzt hat, oder wenn da ein acht Tage altes Kind, Salz, ein Tongefäß oder eine Torarolle liegt, so reduzieren sie das Fenster; aber Schnee, Hagel, Eis, Reif und Wasser reduzieren das Fenster nicht.",
"Gras ist ja für ein Vieh verwendbar!? – Wenn es Aphraztaist. –",
"Das, was selbst hervorgewachsen ist, wird ja fortgenommen, weil es für die Wand schädlichist!? Rabba erwiderte: Wenn es die Wand einer Ruine ist. R. Papa erklärte: Dies kann auch bei der Wand eines bewohnten [Hauses] vorkommen, wenn es in einer Entfernung von drei Handbreitenins Fenster hineinwächst. –",
"Lappen sind ja zu einem Risse an einem Gewandeverwendbar!? – Wenn sie grob sind. – Sie sind ja für einen Baderverwendbar!? – Solche aus Sackzeug. –",
"Wieso heißt es demnach: drei zu drei [Fingerbreiten], es sollte ja heißen: vier zu vier [Handbreiten]!? – Wenn sie wie Sackzeug sind. –",
"Wieso gilt dies von nachhängenden Gliedern und Fleischfetzen von einem [lebenden] Vieh oder Tiere, es kann ja fortlaufen!? – Wenn es angebunden ist. –",
"Man kann es ja schlachten!? – Wenn es ein unreines ist. – Man kann es ja einem Nichtjuden verkaufen!? Wenn es sehr mager ist. – Man kann sie ja abschneiden und Hunden vorwerfen!? – Da dies eine Tierquälerei ist, so tut man dies nicht. –",
"Ein Vogel, der im Fenster sitzt, kann ja fortfliegen!? – Wenn er angebunden ist. – Man kann ihn ja schlachten!? – Wenn es ein unreiner ist. – Man kann ihn ja einem Nichtjuden verkaufen!? – Wenn es ein Qalnithaist. –",
"Man kann ihn ja einem Kindegeben!? – Wenn er kratzt. – Ein Qalnitha kratzt ja nicht!? – Wenn er einem Qalnitha ähnlich ist. –",
"Ein Nichtjude, der am Fenster sitzt, kann ja aufstehen und fortgehen!? – Wenn er gefesselt ist. – Sein Genosse kann ja kommen und ihn befreien!? – Wenn er aussätzig ist. – Sein aussätziger Genosse kann ja kommen und ihn befreien!? – Vielmehr, ein von der Regierung gefesselter. –",
"Ein Kind von acht Tagen, das im Fenster liegt, kann ja die Mutter forttragen!? – Am Šabbath, und es wird gelehrt, ein acht Tage altes Kind gleiche einem Steine und man dürfe es am Šabbath nicht umhertragen, wohl aber dürfe die Mutter, wegen der Lebensgefahr, sich über dieses niederbeugen und es säugen. –",
"Salz ist ja brauchbar!? – Wenn es bitter ist. – Es ist ja für Häutebrauchbar!? – Wenn Dornen darin sind. –",
"Es ist ja für die Wand schädlich und wird entfernt!? – Wenn es sich auf einer Scherbe befindet. – Soll doch die Scherbe selber als Trennung gelten!? –"
],
[
"Wenn sie die erforderliche Größe nicht hat; wie wir gelernt haben: eine Scherbe[in der Größe], daß man sie zwischen Bretter legen kann. –",
"Ein Tongefäß ist ja verwendbar!? – Wenn es schmutzig ist. – Es ist ja für einen Bader verwendbar!? – Wenn es ein Loch hat. –",
"Eine Torarolle ist ja zum Lesen verwendbar!? – Wenn sie morsch ist. – So muß sie ja versteckt werden!? – Wenn sie da versteckt worden ist.",
"Rabh sagte: Mit allem kann man eine Wandherstellen, nur nicht mit Salz und einer Fettmasse. Šemuél aber sagte, auch mit Salz. R. Papa sagte: Sie streiten aber nicht; einer spricht von Feinsalz und einer spricht von Grobsalz.",
"Da nun Rabba aber gesagt hat, man mache zwei Salzhaufen und lege auf diese einen Balken, denn das Salz hält den Balken und der Balken hält das Salz, so gilt dies auch von Grobsalz, dennoch streiten sie nicht, denn der eine spricht von dem Falle, wenn ein Balken vorhanden ist, und einer spricht von dem Falle, wenn kein Balken vorhanden ist.",
"EINE MÜHLE ENTFERNE MAN DREI [HANDBREITEN] VOM MÜHLSTEINE AUS, DAS SIND VIER VOM MAHLSTEINE. Aus welchem Grunde? – Wegen der Erschütterung. – Es wird ja aber gelehrt: eine [Mühle] mit Eselbetrieb [entferne man] drei [Handbreiten] vom Untersatze, das sind vier vom Trichter; welche Erschütterung gibt es denn hierbei!? – Vielmehr, wegen des Geräusches.",
"EINEN BACKOFEN [ENTFERNE MAN] DREI VOM SOCKEL AUS, DAS SIND VIER VOM RANDE. Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Sockel eines Backofens eine Handbreite vorsteht. Dies ist von Bedeutung bei Kauf und Verkauf.",
"MAN DARF EINEN BACKOFEN NUR DANN IN EINEM HAUSE AUFSTELLEN, WENN DARÜBER VIER ELLEN [FREIER RAUM] VORHANDENIST; IN EINEM OBERGEMACHE DARF MAN EINEN SOLCHEN NUR DANN AUFSTELLEN, WENN DARUNTER EIN ESTRICH VON DREI HANDBREITEN VORHANDEN IST; FÜR EINEN KOCHHERD GENÜGT EINE HANDBREITE.",
"HAT MAN SCHADEN ANGERICHTET, SO MUSS MAN DEN SCHADEN ERSETZEN. R. ŠIMO͑N SAGT, DIESE MASSE SEIEN NUR DESHALB FESTGESETZT WORDEN, DAMIT MAN ERSATZFREI SEI, WENN MAN SCHADEN, ANRICHTET.",
"MAN DARF UNTER DEM SPEICHER EINES ANDEREN KEINEN BÄCKERODER FÄRBERLADEN ERÖFFNEN, AUCH KEINEN RINDERSTALL [ANLEGEN]. ALLERDINGS HAT MAN DIES BEIM WEINEERLAUBT, ABER IMMERHIN KEINEN RINDERSTALL.",
"GEMARA. Es wird ja aber gelehrt: bei einem Backofen vier und bei einem Kochherde drei!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf die der Bäcker; unser Backofen gleicht einem Herde der Bäcker.",
"KEINEN LADEN ERÖFFNEN &C. Es wird gelehrt: War der Laden früher da als der Speicher, so ist es erlaubt. Abajje fragte: Wie ist es, wenn er zum Speichern gefegt und gesprengthat?",
"Wie ist es, wenn er die Fenster vermehrthat? Wie ist es, wenn er einen Söllerauf seinem Hause gebaut hat? – Dies bleibt unentschieden. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, fragte: Wie verhält es sich bei Datteln und Granatäpfeln? – Dies bleibt unentschieden.",
"ALLERDINGS HAT MAN ES BEIM WEINE ERLAUBT &C. Es wird gelehrt: Beim Weine hat man es erlaubt, weil er dadurch besser wird. Aber immerhin keinen Rinderstall, weil er ihn übelriechend macht. R. Joseph sagte: Unserem [Wein] schadet auch der Rauch einer Kerze. R. Šešeth sagte: Futtergrasgleicht einem Rinderstalle.",
"EINEN LADEN IN EINEM [GEMEINSCHAFTLICHEN] HOFE [ZU ERÖFFNEN], KANN [DER ANDERE] VERWEHREN UND SAGEN: ICH KANN WEGEN DES LÄRMS DER EIN- UND AUSGEHENDEN NICHT SCHLAFEN. WER GERÄTE FERTIGT, MUSS HINAUSGEHEN UND SIE AUF DEM MARKTE VERKAUFEN; JEDOCH KANN MAN EINEM [DAS ARBEITEN] NICHT VERWEHREN UND ZU IHM SAGEN: ICH KANN NICHT SCHLAFEN WEGEN DES GERÄUSCHES DES HAMMERS, DES GERÄUSCHES DER MÜHLE ODER DES LÄRMS DER KINDER·",
"GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze!? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz spricht von einem fremden Hofe. Raba sprach zu ihm: Demnach sollte er doch lehren: in einem fremden Hofe ist es erlaubt!? Vielmehr, erklärte Raba,"
],
[
"der Schlußsatz spricht von Schulkindern, und zwar nach der Bestimmung des R. Jehošua͑ b. Gamla.",
"R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Wahrlich, es sei jenes Mannes, namens R. Jehošua͑ b. Gamla, zum Guten gedacht, denn wenn nicht er, würde die Tora in Jisraél in Vergessenheit geraten sein. Anfangs pflegte nämlich, wer einen Vater hatte, von ihm in der Tora unterrichtet zu werden, und wer keinen Vater hatte, lernte die Tora nicht. Sie folgerten dies aus dem Schriftverse:ihr sollt sie lehren: ihr selbersollt sie lehren.",
"Später aber ordnete man an, in Jerušalem Kinderlehrer anzustellen. Dies eruierten sie aus folgendem Schriftverse: denn aus Çijon wird die Lehre ausgehen. Aber immer noch pflegte den, der einen Vater hatte, dieser hinzubringen und lehren zu lassen, wer aber keinen Vater hatte, kam nicht hin und lernte auch nichts; da ordnete man an, solche in jedem Bezirke anzustellen. Man führte ihnen [die Kinder im Alter] von sechzehn oder siebzehn Jahren zu,",
"wenn aber der Lehrer über einen in Zorn geriet, schlug er aus und lief fort. Alsdann trat R. Jehošua͑ b. Gamla auf und ordnete an, daß man Kinderlehrer in jeder Provinz und in jeder Stadt anstelle, denen man [die Kinder im Alter] von sechs oder sieben Jahren zuführe.",
"Rabh sprach zu R. Šemuél b. Šilath: Unter sechs Jahren nimm keinen [Schüler] auf, von diesem [Alter] an nimm ihn auf und stopfe in ihn wie in einen Ochsen. Ferner sagte Rabh zu R. Šemuél b. Šilath: Wenn du ein Kind züchtigst, so züchtige es nur mit einem Schuhriemen; wenn es dann lernt, so ist es recht, wenn aber nicht, so mag es den anderen zur Gesellschaft dienen.",
"Man wandte ein: Wenn einer von den Bewohnern des Hofes Wundarzt, Bader, Walker oder Kinderlehrer werden will, so können es ihm die übrigen Bewohner des Hofes verwehren!? – Hier wird von nichtjüdischen Kindern gesprochen. –",
"Komm und höre: Wenn zwei in einem Hofe wohnen und einer von ihnen Wundarzt, Bader, Walker und Kinderlehrer werden will, so kann der andere es ihm verwehren!? – Hier wird ebenfalls von nichtjüdischen Kindern gesprochen. –",
"Komm und höre: Wenn jemand in einem gemeinsamen Hofe ein Haus hat, so darf er es weder an einen Wundarzt noch an einen Bader noch an einen Walker noch an einen jüdischen Schriftkundigennoch an einen aramäischen Schriftkundigen vermieten!? – Hier wird von einem städtischen Schriftkundigengesprochen.",
"Raba sagte: Seit der Verordnung des R. Jehošua͑ b. Gamla bringe man kein Kindaus einer Stadt nach einer anderen, wohl aber bringe man es aus einem Lehrhause nach einem anderen. Sind sie aber durch einen Strom getrennt, so bringe man es nicht; ist aber eine Brücke vorhanden, so bringe man es; wenn aber nur ein Steg, so bringe man es nicht.",
"Ferner sagte Raba: Die Anzahl der Kinder bei einem Lehrer beträgt fünfundzwanzig, sind es fünfzig, so stelle man zwei an; sind es vierzig, so stelle man einen Gehilfen an, und man gewähre ihm eine Unterstützung von städtischen [Mitteln].",
"Ferner sagte Raba: Wenn ein Kinderlehrer [nur mäßig] lehrt und ein anderer besser lehrt, so setze man jenen nicht ab, denn der andere könnte dannlässig werden. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Er würde dann um so besser lehren, denn die Eifersucht der Lehrer mehrt die Weisheit.",
"Ferner sagte Raba: Wenn von zwei Kinderlehrern einer [viel] unterrichtet, aber nicht gründlich ist, und einer gründlich ist, aber nicht [viel] lehrt, so stelle man den an, der [viel] lehrt und nicht gründlich ist, denn ein Fehler verliert sich von selbst. R. Dimi aus Nehardea͑ aber sagte, man stelle den an, der gründlich ist und nicht [viel] lehrt, denn ein Fehler, der einmal da ist, erhält sich.",
"So heißt es:denn sechs Monate verweilten da Joab und ganz Jisraél, bis er jeden Mann in Edom ausgerottet hatte. Als er zu David kam, fragte er ihn:"
],
[
"Weshalb hast du dies getan? Dieser erwiderte: Es heißt:du sollst auslöschen alles Männliche [zakhar] in Ámaleq. Jener entgegnete: Wir lesen ja zekher [jede Erinnerung]! Dieser erwiderte: Mich hat man zakhar gelehrt: Hierauf ging er zu seinem Lehrer und fragte ihn, wie er ihn gelehrt habe, und dieser erwiderte zakhar.",
"Da zog er seinen Degen und wollte ihn töten. Dieser fragte: Weshalb dies? – Es heißt:verflucht sei, wer das Werk des Herrn lässig ausführt. Da sprach er: Laß mich den Fluch auf mich nehmen. Jener erwiderte: Es heißt:und verflucht sei, wer seinem Schwerte das Blut vorenthält. Hierauf tötete er ihn.",
"Ferner sagte Raba: Ein Kinderlehrer, ein Pflanzer, ein Schlächter, ein Bader und ein städtischer Schreibergelten stets als verwarnt. Die Regel hierbei ist: ist der Schaden nicht mehr gut zu machen, so gilt er als verwarnt.",
"R. Hona sagte: Wenn ein Anwohner der Durchgangsgasse eine Mühle aufgestellt hat und ein anderer in derselben Durchgangsgasse kommt und ebenfalls eine solche aufstellt, so hat jener das Recht, es ihm zu verwehren, denn er kann zu ihm sagen: du schneidest mir meinen Lebensunterhalt ab.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man entferne das Fischnetz vom Fischeso viel, als der Fisch entschlüpfen kann. – Wieviel ist dies? Rabba b. R. Hona erwiderte: Bis zu einer Parasange. – Anders verhält es sich bei Fischen, für die Schlingenausgeworfenwerden.",
"Rabina sprach zu Raba: Es wäre anzunehmen, daß R. Hona der Ansicht R. Jehudas ist, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, ein Krämer dürfe keine Rostähren und Nüsse an Kinder verteilen, weil er sie dadurch zu ihm zu kommen anlockt; die Weisen erlauben dies. –",
"Du kannst auch sagen, daß er der Ansicht der Rabbanan ist, denn die Rabbanan streiten gegen R. Jehuda nur in jenem Falle, weil er zum anderen sagen kann: ich verteile Nüsse, verteile du Pflaumen, hierbei aber pflichten auch die Rabbananbei, denn dieser kann sagen: du schneidest mir meinen Lebensunterhalt ab.",
"Man wandte ein: Jeder darf einen Laden neben dem Laden eines anderen oder eine Badeanstalt neben der Badeanstalt eines anderen eröffnen; dieser kann es ihm nicht verbieten, denn jener kann zu ihm sagen: du tust dies auf deinem Gebiete und ich tue es auf meinem Gebiete!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Die Anwohner der Durchgangsgasse können einander zwingen, keinen Schneider, keinen Gerber und keinen anderen Handwerkersich in ihrer Mitte niederlassenzu lassen; seinem Nachbar aberkann man esnicht verwehren. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, jeder könne es auch seinem Nachbar verwehren.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Entschieden ist es mir, daß ein Einwohner der Stadt einem aus einer anderen Stadt esverwehren könne, und daß, wenn dieser hinsichtlich der Kopfsteuer zu dieser gehört, er es ihm nicht verwehren könne; und daß ferner ein Bewohner der Durchgangsgasse einem Bewohner derselben Durchgangsgasse es nicht verwehrenkönne.",
"Aber folgendes fragte R. Hona: Kann ein Bewohner dieser Durchgangsgasse es einem Bewohner einer anderen Durchgangsgasse verwehren? – Dies bleibt unentschieden. R. Joseph sagte: R. Honapflichtet jedoch bei, daß man eseinem Kinderlehrer nicht verwehren könne, denn der Meister sagte: E͑zra ordnete in Jisraél an, daß man einen Lehrer neben einem Lehrer setze. –",
"Es ist ja zu befürchten, er könnte lässigwerden!? Man erwiderte:"
],
[
"Die Eifersucht der Lehrer mehrt die Weisheit.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, pflichtet bei, daß man es den in den Städten umherziehenden Gewürzkrämern nicht verbieten könne, denn der Meister sagte, E͑zra ordnete an, daß Gewürzkrämer in den Städten umherziehen, damit die Töchter Jisraéls Putzmittel in Bereitschaft haben.",
"Jedoch dürfen sie nur umherziehen, nicht aber sich niederlassen; ist es aber ein Gelehrter, so darf er sich auch niederlassen. So erlaubte Raba, gegen die Halakha, R. Jošija und R. O͑badja, sich niederzulassen, denn sie sind Gelehrte, und könnten dadurch von ihrem Studium abgehalten werden.",
"Einst brachten Korbflechter Körbe nach Babel; da kamen die Leute der Stadt und verwehrten esihnen. Als sie hierauf vor Rabina kamen, sprach er: Fremde kommenund an Fremde verkaufen sie. Dies gilt jedoch nur von einem Markttage, nicht aber von einem anderen Tage. Auch an einem Markttage gilt dies nur vom Verkaufe auf dem Markte, umherziehen aber dürfen sie nicht.",
"Einst brachten Wollhändler Wolle nach Pum Nahara; da kamen die Leute der Stadt und verwehrten es ihnen. Als sie darauf vor R. Kahana kamen, sprach er zu ihnen: Sie haben das Recht, es euch zu verwehren. Da sprachen sie zu ihm: Wir haben Außenständein der Stadt. Er erwiderte ihnen: Verkauft so viel als ihr zum Unterhalte braucht, bis ihr eure Außenstände eingezogen habt, dann aber geht fort.",
"Einst brachte R. Dimi aus Nehardea͑ einen Kahn mit Dörrfeigen. Da sprach der Exilarch zu Raba: Geh und sieh nach; ist es ein Gelehrter, so halte für ihn den Marktfrei. Hierauf sprach Raba zu R. Ada b. Abba: Geh, rieche an seinem Kruge.",
"Da ging er hin und richtete an ihn folgende Frage: Wie ist es, wenn ein Elefant einen Weidenkorb verschlungen und ihn durch den After ausgeworfenhat? Er wußte es nicht. Alsdann fragte er ihn: Ist der Meister nicht Raba? Da klappste ihn dieser mit seiner Sandale und sprach zu ihm: Von mir bis Raba ist sehr weit, aber immerhin kann ich noch dein Lehrer sein, und Raba ist der Lehrer deines Lehrers.",
"Da gab man ihm den Markt nicht frei, und er erlitt Verlust an seinen Dörrfeigen. Hierauf kam er zu R. Joseph und sprach zu ihm: Sehe doch der Meister, was sie mir getan haben! Da sprach dieser, wer die Beschämung des Königs von Edom nicht ungesühnt ließ, der lasse auch deine Kränkung nicht ungesühnt. Es heißt nämlich:So sprach der Herr: Wegen der drei, ja der vier Vergehen Moábs will ich es nicht rückgängig machen, weil sie die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk verbrannt haben.",
"Da kehrte die Seele des R. Ada b. Ahaba zur Ruhe ein. R. Joseph sagte: Ich habe seine Bestrafung veranlaßt, denn ich habe ihm geflucht. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Ich habe seine Bestrafung veranlaßt, denn durch ihn habe ich Verlust an meinen Dörrfeigen erlitten. Abajje sagte: Ich habe seine Bestrafung veranlaßt, denn er pflegte zu den Jüngern zu sagen: Anstatt daß ihr bei Abajje Knochen abnagt, geht zu Raba Fleischessen. Raba sagte: Ich habe seine Bestrafung veranlaßt, denn er pflegte zu den Schlächternzu sagen: Ich habe das Fleisch früher zu bekommen als der Diener Rabas, denn ich bin bedeutender.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Ich habe seine Bestrafung veranlaßt. R. Naḥman war nämlich Vortragender bei den Festvorträgen, und jeden Tag pflegte R. Ada b. Abba mit ihm das vorzutragende Thema zu präparieren, und erst dann ging er zum Vortrage.",
"Eines Tages hielten R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, R. Ada b. Abba zurück, denn sie waren beim Schlussenicht anwesend, und fragten ihn, was Raba über die Lehren vom Viehzehnten gesagt habe, und er erwiderte ihnen, Raba habe dies gesagt, Raba habe jenes gesagt. Mittlerweile wurde es spät, und R. Ada b. Abba kam nicht.",
"Die Jünger aber sprachen zu R. Naḥman b. Jiçḥaq: Auf, es ist schon spät, worauf wartet der Meister? Er erwiderte ihnen: Ich sitze und warte auf die Bahredes R. Ada b. Abba. Inzwischen ging ein Ruf aus, die Seele des R. Ada b. Abba sei zur Ruhe eingekehrt. Es ist einleuchtend, das R. Naḥman b. Jiçḥaq seine Bestrafung veranlaßt habe.",
"WER EINE WAND NEBEN DER WAND EINES ANDEREN HAT, DARF NEBEN DIESER NOCH EINE ANDERE NUR DANN AUFSTELLEN, WENN ER SIE VIER ELLEN VON DER WAND DES ANDEREN ENTFERNT. DIE FENSTER MÜSSEN OBEN, UNTEN UND GEGENÜBER VIER ELLEN ENTFERNT SEIN.",
"GEMARA. Wieso hatte er die erste so naheherangerückt? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt:"
],
[
"wer eine Wand neben [der Wand eines anderen] bauen will, darf es nur dann, wenn er sie vier Ellen abrückt. Raba wandte ein: Es heißt ja aber: wer eine Wand neben der Wand eines anderen hat!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: wer eine Wand vier Ellen von der Wand eines anderen hatte und sie eingestürzt ist, darf eine neue Wand nur dann bauen, wenn er sie vier Ellen entfernt. – Aus welchem Grunde? – Das Umhertreten an der einen Stelle ist dienlich für die andere Stelle.",
"Rabh sagte: Dies gilt nur von der Wand eines Gartens, die Wand eines Hofes aber darf man auch in der Nähe bauen. R. Oša͑ja aber sagt, einerlei ob eine Gartenwand oder eine Hofwand, in der Nähe darf man sie nicht bauen.",
"R. Jose b. Ḥanina sagte: Sie streiten aber nicht; einer spricht von einer alten Stadt und einer spricht von einer neuen Stadt. –",
"Wir haben gelernt: Die Fenster müssen oben, unter und gegenüber vier Ellen entfernt sein. Hierzu wird gelehrt: Oben, damit er nicht hinab schauen und hineinsehen könne, unten, damit er nicht aufgerichtet hin einsehen könne, gegenüber, damit er nicht verdunkle.",
"Also nur damit er nicht verdunkle, nicht aber wegen des Umhertretens!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sie querbaut. –",
"Wieviel? Jeba, der Schwiegervater des Ašjan b. Nidbakh erwiderte im Namen Rabhs: Die Breite des Fensters. – Er kann ja hineinschauen!? R. Zebid erwiderte: Wenn er die Wand abschrägt. –",
"Wir haben ja aber gelernt: vier Ellen!? –Das ist kein Einwand; eines gilt von einer Seite und eines gilt von zwei Seiten. –",
"Komm und höre: Eine Wand von einer [fremden] Dachrinnevier Ellen, damit dieser eine Leiter aufstellenkönne. Nur wegen der Leiter, aber nicht wegen des Umhertretens!? – Hier handelt es sich um eine vorstehende Dachrinne, die das Umhertreten [nicht stört], da man ja untengeht.",
"v,1MAN ENTFERNE EINE LEITER VON EINEM [FREMDEN] TAUBENSCHLAGE VIER ELLEN, DAMIT NICHT EIN MARDER HINAUFSPRINGEN KÖNNE; EINE WAND VON EINER [FREMDEN] DACHRINNE VIER ELLEN, DAMIT DIESER EINE LEITER AUFSTELLEN KÖNNE.",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Joses vertritt, denn R. Jose sagt, der eine gräbt auf seinem Gebiete und der andere pflanzt auf seinem Gebiete. –",
"Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Joses, denn R. Aši sagte: Als wir bei R. Kahana waren, sagte er, R. Jose pflichte beiin dem Falle, wenn seine Pfeilees veranlassen; auch hierbei kann es vorkommen, daß [der Marder] in einem Loche sitzt und beim Aufstellen der Leiter hineinspringt. – Dies ist ja aber nur eine Veranlassung!? R. Ṭobi b. Mathna erwiderte: Dies besagt, daß bei Schädigungen auch die Veranlassung verboten sei.",
"R. Joseph hatte Dattelpalmen, unter denen Bader sich niederzulassen pflegten,"
],
[
"da Raben kamen und vom Blute fraßen, dann auf die Bäume flogen und die Dattelnbeschädigten. Da sprach R. Joseph zu ihnen: Schafft mir die Krächzenden von hier fort. Abajje sprach zu ihm: dies ist ja nur eine Veranlassung!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Tobi b. Mathna: Dies besagt, daß bei Beschädigungen auch die Veranlassung verboten sei. –",
"Sie hatten ja aber Gewohnheitsrechtdarauf!? – R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha, es gebe keine Ersitzung durch Beschädigung. – Hierzu wurde ja aber gelehrt, R. Mari sagte, dies gelte nur vom Rauche, und R. Zebid sagte, dies gelte nur von einem Aborte!? Dieser erwiderte: Für mich, der ich empfindlich bin, sind diese wie Rauch und Abort.",
"MAN ENTFERNE EINEN TAUBENSCHLAG FÜNFZIG ELLEN VON DER STADT. AUF EIGENEM GEBIETE DARF MAN EINEN TAUBENSCHLAG NUR DANN ERRICHTEN, WENN FÜNFZIG ELLEN NACH JEDER SEITEIHM GEHÖREN; R. JEHUDA SAGT: EINE FLÄCHE VON VIER KOR [AUSSAAT], DIE AUSDEHNUNG DES TAUBENFLUGES. HAT MAN EINEN GEKAUFT, SO BLEIBT ER IN SEINEM BESITZRECHTE, AUCH WENN NUR EINE FLÄCHE VON EINEM VIERTELKAB VORHANDEN IST.",
"GEMARA. Nur fünfzig Ellen und nicht mehr; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf keine Taubenschlingen legen, es sei denn, dreißig Risfern von einer bewohnten Gegend!?",
"Abajje erwiderte: Sie fliegen auch weiter, Futter aber suchen sie nur innerhalb fünfzig Ellen. – Fliegen sie denn nur dreißig Ris und nicht weiter, es wird ja gelehrt, daß man in einer bebauten Gegend auch in [einer Entfernung von] hundert Mil keine Schlingen legen dürfe!? R. Joseph erwiderte: Wenn sie mit Weinbergen bebautist.",
"Raba erklärte: Wenn sie mit Taubenschlägen bebautist. Sollte es schon wegen der Taubenschläge selber verboten sein!? – Wenn du willst, sage ich: wenn sie ihm gehören; wenn du willst, sage ich: wenn sie einem Nichtjuden gehören; und wenn du willst, sage ich: wenn sie herrenlos sind.",
"R. JEHUDA SAGT: EINE FLÄCHE VON VIER &C. R. Papa, nach anderen R. Zebid, sagte: Diesbesagt, daß man sowohl für einen Käufer als auch für einen Erben eintrete. –",
"Hinsichtlich eines Erben ist dies ja bereits gelehrt worden: wer sich auf eine Erbschaft beruft, braucht weiter keiner Begründung!? – Nötig ist dies wegen des Käufers. – Aber auch hinsichtlich des Käufers ist dies ja bereits gelehrt worden: wenn jemand einen Hof gekauft hat und Vorsprünge und Altanean diesem vorhanden sind, so bleibe esdabei? –",
"Beides ist nötig. Würde er es nur da gelehrt haben, hinsichtlich des öffentlichen Gebietes, [so könnte man glauben,] er kann es nach inneneingezogen, oder das Publikum es ihm gestattet haben, nicht aber gilt dies hierbei.",
"Und würde er es nur hierbei gelehrt haben, [so könnte man glauben,] dies gelte nur bei einem Privaten, da er ihn befriedigt und dieser es ihm gestattet haben kann, nicht aber gelte dies von einer Gemeinschaft, denn wen sollte er befriedigt und wer sollte es ihm gestattet haben? Daher ist beides nötig.",
"SO BLEIBT ER IN SEINEM BESITZRECHTE. R. Naḥman sagte ja aber im Namen des Rabba b. Abuha, bei Schädigungen gebe es kein Besitzrecht!? R. Mari erwiderte: Nur beim Rauche. R. Zebid erwiderte: Nur bei einem Aborte."
],
[
" WIRD EIN JUNGES TÄUBCHEN INNERHALB DER FÜNFZIG ELLENGEFUNDEN, SO GEHÖRT ES DEM EIGENTÜMER DES TAUBENSCHLAGES, UND WENN AUSSERHALB DER FÜNFZIG ELLEN, SO GEHÖRT ES DEM FINDER. WIRD ES ZWISCHEN ZWEI TAUBENSCHLÄGENGEFUNDEN, SO GEHÖRT ES, WENN ES DIESEM NÄHER IST, DIESEM, UND WENN ES JENEM NÄHER IST, JENEM; WENN BEIDEN GLEICHMÄSSIG, SO TEILEN SIE.",
"GEMARA. R. Ḥanina sagte: Von Mehrheit und Näherichte man sich nach der Mehrheit; und obgleich sowohl die Mehrheit als auch die Nähe nach der Tora ausschlaggebend ist, so ist die Mehrheit zu bevorzugen.",
"R. Zera wandte ein:So soll die Stadt, die dem Erschlagenen zunächst liegt; also auch wenn andere vorhanden sind, die größersind!? –",
"Wenn keine [größeren] vorhanden sind. – Sollte man sich nach der Mehrheit allgemeinrichten!? – Wenn sie zwischen Bergen liegt. –",
"Wir haben gelernt: Wird ein junges Täubchen innerhalb der fünfzig Ellen gefunden, so gehört es dem Eigentümer des Taubenschlages. Also auch wenn andere da sind, die mehr [Tauben]haben!? – Wenn keine da sind. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: und wenn außerhalb der fünfzig Ellen, so gehört es dem Finder. Wenn keine anderen da sind, ist es ja entschieden aus dessen [Taubenschlag]!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn es nur hüpfen kann, und R. U͑qaba b. Ḥama sagte, was nur hüpfen kann, hüpfe nicht weiter als fünfzig Ellen.",
"R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn es mit einem Fuße innerhalb der fünfzig Ellen und mit einem Fuße außerhalb der fünfzig Ellen steht? Dieserhalbjagten sie R. Jirmeja aus dem Lehrhause hinaus.",
"Komm und höre: Wird es zwischen zwei Taubenschlägen gefunden, so gehört es, wenn es diesem näher ist, diesem, und wenn es jenem näher ist, jenem. Auch wenn einer mehr hat als der andere!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn beide eine gleiche [Anzahl] haben. – Sollte man sich nach dem Mehrbesitz anderer Leuterichten!? – Hier handelt es sich um den Fall,"
],
[
"wenn es auf einem Wege zwischen Weinbergen gefunden wurde; dieses kann nicht von anderwärts gekommen sein, denn auch was hüpfen kann, tut dies nur dann, wenn es sich umwenden und sein Nest sehen kann, sonst aber nicht.",
"Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn über das Blut, das im Eingangebemerkt wird, ein Zweifelobwaltet, so ist es unrein, denn es ist anzunehmen, daß es aus dem Eierstockeherrührt. Obgleich doch der Oberteilnäherist.",
"Raba entgegnete ihm: Von dem Falle, wo Mehrheit und Häufigkeitzu berücksichtigen sind, ist nichts zu beweisen; über einen solchen Fall streitet niemand.",
"R. Ḥija lehrte nämlich: Wegen des im Eingange bemerkten Blutes ist man wegen Eintretens in den Tempelschuldig, und man verbrennt dessentwegen die Hebe.",
"Raba sagte: Aus der Lehre R. Ḥijas ist dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß man sich bei Mehrheit und Nähe nach der Mehrheit richte; es ist zu entnehmen, daß die Mehrheit eine Norm der Toraist; und es ist zu entnehmen, daß die Lehre R. Zeras Geltung habe.",
"R. Zera lehrte nämlich: Obgleich die Türen in der Provinzgeschlossensind.",
"Bei einem Weibe verhält es sich ja ebenso wie bei geschlossenen Türen in der Provinz, dennoch richtet man sich nach der Mehrheit. –",
"Aber Raba ist es ja selber, welcher sagte, wenn Mehrheit und Häufigkeit zu berücksichtigensind, streite niemand!? – Raba ist von jener Lehre abgekommen.",
"Es wurde gelehrt: Wenn ein Faß [Wein] auf einem Strome schwimmt, so ist es, wie Rabh sagt, wenn es in einer Stadt gefunden wird, in der die Mehrheit aus Jisraéliten besteht, [zum Genusse] erlaubt, und wenn in einer Stadt, in der die Mehrheit aus Nichtjuden besteht, verboten; Šemuél aber sagt, selbst wenn in einer Stadt, in der die Mehrheit aus Jisraéliten besteht, sei es verboten, denn es kann aus Ihideqaragekommen sein.",
"Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre R. Ḥaninas streiten, einer hält von der Lehre R. Ḥaninas, und einer hält nichts von der Lehre R. Ḥaninas. –",
"Nein, alle halten sie von der Lehre R. Ḥaninas, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, wenn man sagen wollte, es komme aus Ihideqara, so müßte es durch die Krümmungenund die Schmelzungenuntergegangen sein, und einer ist der Ansicht, es sei durch die reißende Strömung herangekommen.",
"Einst wurde ein Krug Wein in einem Garten von Ungeweihtemgefunden, und Rabinaerlaubte ihn [zum Genusse]. Wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht R. Ḥaninas war!? –",
"Anders verhielt es sich in diesem Falle; wenn er aus diesem [Garten] gestohlen worden wäre, würde er nicht in diesem verwahrt worden sein. Dies gilt jedoch nur vom Weine, Trauben aber verwahrt man wohl.",
"Einst wurden Schläuche mit Wein zwischen Weinstöcken gefunden, und Raba erlaubte sie [zum Genusse]. Es wäre also anzunehmen, daß er nichts von der Lehre R. Ḥaninas halte? – Anders verhielt es sich hierbei, wo die meisten"
],
[
"Weinküfer Jisraéliten waren. Dies gilt jedoch nur von großen, kleine aber können von den Durchreisenden verloren worden sein. Wenn aber auch große sich unter ihnen befinden, so können jene als Gegenlasthingelegt worden sein.",
"MAN ENTFERNE EINEN BAUM FÜNFUNDZWANZIG ELLEN VON DER STADT, EINEN JOHANNISBROTBAUM ODER EINE SYKOMOREFÜNFZIG ELLEN. ABBA ŠAÚL SAGT: JEDEN LEEREN BAUMFÜNFZIG ELLEN. WAR DIE STADT FRÜHER DA, SO FÄLLE MAN IHN UND ERSETZE DEN WERT NICHT; WAR DER BAUM FRÜHER DA, SO FÄLLE MAN IHN UND ERSETZE DEN WERT; IST ES ZWEIFELHAFT, WER VON BEIDEN FRÜHER DA WAR, SO FÄLLE MAN IHN UND ERSETZE DEN WERT NICHT.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? U͑la erwiderte: Wegen der Verschönerung der Stadt. – Es sollte doch der Umstand ausreichen, daß man ein Feld nicht zum Vorplatze und einen Vorplatz nicht zum Felde machen dürfe!? –",
"Dies ist wegen der Ansicht R. Elea͑zars nötig, welcher sagt, man dürfe ein Feld zum Vorplatze und einen Vorplatz zum Felde machen; hierbei aber ist dies verboten wegen der Verschönerung der Stadt.",
"Und selbst nach den Rabbanan, welche sagen, man dürfe ein Feld nicht zum Vorplatze und einen Vorplatz nicht zum Felde machen, gilt dies nur von Saaten, nicht aber von Bäumen; hierbei aber ist dies verboten, wegen der Verschönerung der Stadt. –",
"Woher entnimmst du, daß zwischen Saaten und Bäumen zu unterscheiden sei? – Es wird gelehrt: Wenn ein umzäuntes Gehege von mehr als zwei Seáflächen, das der Wohnung angeschlossen wurde,",
"in seiner größeren Hälfte besäet wird, so gleicht es einem Garten, und [das Umhertragen] ist in diesem verboten, und wenn es in einer größeren Hälfte [mit Bäumen] bepflanzt wird, so gleicht es einem Vorhofe, und [das Umhertragen] ist in diesem erlaubt.",
"WAR DIE STADT FRÜHER DA, SO FÄLLE MAN IHN UND ERSETZE DEN WERT NICHT &C. Weshalb heißt es hinsichtlich einer Zisterne, daß man [den Baum] fälle und den Wert ersetze, und hierbei, daß man ihn fälle und den Wert nicht ersetze!?",
"R. Kahana erwiderte: Ein gemeinsamer Topf ist nicht warm und nicht kalt. –",
"Was ist dies denn für ein Einwand, vielleicht ist zwischen der Schädigung des Publikums und der Schädigung eines Privaten zu unterscheiden!? –",
"Vielmehr, wenn die Erklärung R. Kahanas gelehrt worden ist, so wird sie sich auf den Schlußsatz beziehen: war der Baum früher da, so fälle man ihn und ersetze den Wert. Sollte erdoch sagen können: zahlt mir zuerst den Ersatz, nachher werde ich ihn fällen!? R. Kahana erwiderte: Ein gemeinsamer Topf ist nicht warm und nicht kalt.",
"IST ES ZWEIFELHAFT, WER VON BEIDEN FRÜHER DA WAR, SO FÄLLE MAN IHN UND ERSETZE DEN WERT NICHT. Womit ist es hierbei anders als bei einer Zisterne, hinsichtlich welcher du sagst, daß man ihn nichtfälle!? –",
"Da, wo [der Baum], wenn diesentschieden ist, nicht zu fällen ist, verlangt man in einem Zweifel [vom Eigentümer] nicht, daß er ihn fälle, hierbei aber, wo er auf jeden Fallzu fällen ist, verlangt man von ihm, daß er ihn auch im Falle des Zweifels fälle, und wenn er Ersatz beansprucht, sage man zu ihm: erbringe den Beweis, so erhältst du ihn.",
"MAN ENTFERNE EINE PERMANENTE TENNEFÜNFZIG ELLEN VON DER STADT. AUF EIGENEM GEBIETE DARF MAN EINE PERMANENTE TENNE NUR DANN ERRICHTEN, WENN FÜNFZIG ELLEN NACH JEDER RICHTUNG IHM GEHÖREN. MAN ENTFERNE SIE VON DEN PFLANZUNGEN UND DEM ACKER EINES ANDEREN SOVIEL, DASS SIE KEINEN SCHADEN ANRICHTE.",
"GEMARA. Wodurch unterscheidet sich der Anfangsatz vom Schlußsatze? Abajje erwiderte: Der Schlußsatz spricht von einer provisorischen Tenne. –",
"Welche heißt eine provisorische Tenne? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Wenn ohne Wurfschaufel geworfeltwird.",
"R. Aši erklärte: Diesist eine Begründung: eine permanente Tenne muß man aus dem Grunde fünfzig Ellen von der Stadt entfernen, damit kein Schaden angerichtet werde.",
"Man wandte ein: Man entferne eine permanente Tenne fünfzig Ellen von der Stadt, und wie man sie von einer Stadt fünfzig Ellen entfernen muß, so muß man sie auch von den Kürbissen. den Gurken, den Pflanzungen und dem Acker eines anderen fünfzig Ellen entfernen, damit sie keinen Schaden anrichte. Richtig ist dies nach R. Aši, aber gegen Abajje ist ja einzuwenden:",
"einleuchtend ist dies von Gurken und Kürbissen, denn [die Spreu] legt sich auf die Blüten und macht sie verdorren, weshalb abervom Acker!? R. Abba b. Zabda, nach anderen R. Abba b. Zuṭra, erwiderte:"
],
[
"Weil er sie in Dung verwandelt.",
"MAN ENTFERNE ABDECKEREIEN, GRÄBER UND GERBEREIEN FÜNFZIG ELLEN VON DER STADT. MAN DARF EINE GERBEREI NUR IN DER OSTSEITE DER STADT ERRICHTEN. R. A͑QIBA SAGT, MAN DÜRFE ES IN JEDER SEITE, NUR NIGHT IN DER WESTSEITE. MAN ENTFERNE DIE BEIZE VON KRÄUTERN, LAUCH UND ZWIEBELN, UND SENF VON BIENEN. R. JOSE ERLAUBT ES BEIM SENF.",
"GEMARA. Sie fragten: Wie meint es R. A͑qiba: daß man sie an jeder Seite nahe anlegen dürfe, mit Ausnahme der Westseite, an der man sie fünfzig Ellen entfernen muß, oder aber: daß man sie in jeder Seite in einer Entfernung von fünfzig Ellen anlegen dürfe, mit Ausnahme der Westseite, in der man sie überhaupt nicht anlegen darf? –",
"Komm und höre: Es wird gelehrt: R. A͑qiba sagt, man dürfe sie in jeder Seite in einer Entfernung von fünfzig Ellen anlegen, mit Ausnahme der Westseite, in der man sie überhaupt nicht anlegen dürfe, weil diese beständig ist.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Was heißt ‘beständig’, wollte man sagen, beständig an Winden, so sagte ja R. Ḥanan b. Abba im Namen Rabhs: Vier Windewehen jeden Tag, und mit allen auch der Nordwind, denn, wenn dem nicht so wäre, so würde die Welt auch nicht eine Stunde bestehen können. Am unerträglichsten unter allen ist der Südwind, und wenn der Habicht [engel]ihn nicht zurückhalten würde, würde er die Welt zerstören, denn es heißt:durch deine Einsicht hebt der Habicht seine Schwingen, breitet seine Fittige aus nach dem Süden hin!? –",
"Vielmehr, unter ‘beständig’ ist die Beständigkeit der Göttlichkeitzu verstehen. R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Wohlan, wir wollen unseren Vorfahren danken, daß sie uns den Ort des Gebetes mitgeteilt haben, denn es heißt:das Heer des Himmels verneigt sich vor dir.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Vielleicht gleich einem Diener, der von seinem Herrn eine Belohnung empfängt, rückwärts zurücktritt und sich verneigt!? – Ein Einwand.",
"R. Oša͑ja aber ist der Ansicht, die Göttlichkeit sei überall, denn R. Oša͑ja sagte: Es heißt:du, Herr bist es allein, du hast geschaffen den Himmel &c. Deine Boten gleichen nicht den Boten aus Fleisch und Blut; Boten aus Fleisch und Blut bringen ihre Botschaft zurück nach dem Orte, woher sie entsandt wordensind, deine Boten aber bleiben da, wohin sie mit ihrer Botschaft entsandt wordensind, denn es heißt:entsendest du Blitze, daß sie gehen und zu dir sagen: Hier sind wir? Es heißt nicht: sie kommen und sagen, sondern: sie gehen und sagen, dies lehrt, daß die Göttlichkeit überall ist.",
"Und auch R. Jišma͑él ist der Ansicht, die Göttlichkeit sei überall, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Woher, daß die Göttlichkeit überall ist? Es heißt:und siehe, der Engel, der mit mir redete, ging hinaus, und ein anderer Engel kam ihm entgegen; es heißt nicht: hinter ihm, sondern: ihm entgegen, dies lehrt, daß die Göttlichkeit überallist.",
"Und auch R. Šešeth ist der Ansicht, die Göttlichkeit sei überall, denn R. Šešethsagte zu seinem Diener: Nach allen Richtungen kannst du mich stellen, nur nicht nach der östlichen Richtung, weil die Minäer (des Jesus)diese wählen.",
"R. Abahu aber ist der Ansicht, die Göttlichkeit befinde sich in der Westseite, denn R. Abahu sagte: Sie heißt deshalb avarja, weil da die Luft Gottes [avirja] ist.",
"R. Jehuda sagte: Es heißt:es ergieße sich [jaa͑roph] meine Lehre wie Regen, das ist der Westwind, der von der Nackenseite [o͑rpo] der Welt kommt.",
"Es träufle [tizal] meine Rede wie der Tau, das ist der Nordwind, der das Gold wohlfeil [mazeleth]macht, denn so heißt es:die Gold aus dem Beutel verschwenden.",
"Wie Regenschauer [sei͑rim] auf junges Grün, das ist der Ostwind, der wie ein Gespenst [sai͑r] die ganze Welt erzittern macht.Wie Wassertropfen auf das Gras, das ist der Südwind, der Wassertropfen bringt und das Gras wachsen macht.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Die Welt"
],
[
"gleicht einer Halleund die Nordseite ist nicht geschlossen, und sobald die Sonnedie nordwestliche Ecke erreicht, biegt sie ab und steigt über den Himmel. R. Jehošua͑ sagte: Die Welt gleicht einem geschlossenen Zelte und auch die Nordseite ist geschlossen, und sobald die Sonne die nordwestliche Ecke erreicht, schwenkt sie ab und kreist über die Rückseite der Wölbung,",
"wie es heißt:sie geht gegen Süden und kreist gegen Norden &c. Sie geht gegen Süden, am Tage, und kreist gegen Norden, in der Nacht.Immerfort kreisend geht der Wind, und zu seinen Kreisen kehrt er zurück; das sind die Ostseite und die Westseite, zuweilen umgeht sie [die Sonne] und zuweilen geht sie an ihnen entlang.",
"Er sagte: [Folgende Lehre]vertritt die Ansicht R. Elie͑zers.Aus der Kammer kommt der Sturm, das ist der Südwind;und von der Nordsterngruppe die Kälte, das ist der Nordwind;durch Gottes Odem gibt es Eis, das ist der Westwind;und des Wassers Weite in Enge, das ist der Ostwind. –",
"Der Meister sagte ja aber, der Südwind bringe Wassertropfen und mache das Gras wachsen!? – Das ist kein Einwand; aus der einen [Seite] kommt der Regen gemächlich, aus der anderen kommt er heftig.",
"R. Ḥisda sagte: Es heißt:aus dem Norden kommt das Gold, das ist der Nordwind, der das Gold wohlfeil macht, denn es heißt:die Gold aus dem Beutel verschwenden.",
"Raphram b. Papa sagte im Namen R. Ḥisdas: Seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört wurde, kommt mit dem Südwindekein Regen, denn es heißt:sie rissen rechts und blieben hungrig, fraßen links und waren nicht satt, und es heißt:Nord und Süd, du hast sie erschaffen.",
"Ferner sagte Raphram b. Papa im Namen R. Ḥisdas: Seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört wurde, kommt kein Regen aus der guten Schatzkammer hernieder, denn es heißt:der Herr wird dir seine gute Schatzkammer auftun. Zur Zeit, wenn die Jisraéliten den Willen Gottes tun und in ihrem Lande weilen, kommt der Regen aus der guten Schatzkammer hernieder, zur Zeit aber, wenn die Jisraéliten nicht in ihrem Lande weilen, kommt der Regen nicht aus der guten Schatzkammer hernieder.",
"R. Jiçḥaq sagte: Wer weise werden will, wende sichgegen Süden; wer reich werden will, wende sich gegen Norden. Als Merkzeichen diene dir: der Tischnördlich und die Leuchte südlich. R. Jehošua͑ b. Levi aber sagt, man wende sich stets gegen Süden, denn wer weise ist, wird auch reich, denn es heißt:langes Leben in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre. –",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte ja aber, die Göttlichkeit befinde sich im Westen!? – Man neige sich nur hinüber. R. Ḥanina sagte zu R. Aši: Ihr, die ihr nördlich vom Jisraéllande wohnt, müßt euch gegen Süden wenden. – Woher, daß Babylonien nördlich vom Jisraéllande liegt? – Es heißt:vom Norden her wird das Unheil über alle Bewohner des Landes hereinbrechen.",
"MAN ENTFERNE DIE BEIZE VON KRÄUTERN &C. Es wird gelehrt: R. Jose erlaubt dies beim Senf, weil er zu ihmsagen kann: während du von mir verlangst, meinen Senf von deinen Bienen zu entfernen, entferne du deine Bienen von meinem Senf, denn sie kommen und fressen die Blüten von meinem Senf ab.",
"MAN ENTFERNE EINEN BAUM FÜNFUNDZWANZIG ELLEN VON EINER ZISTERNE; EINEN JOHANNISBROTBAUM UND EINE SYKOMOREFÜNFZIG ELLEN, EINERLEI OB ER OBERHALBODER DANEBEN. WAR DIE ZISTERNE FRÜHER DA, SO FÄLLE ERIHN UND ERSETZE DEN WERT; WAR DER BAUM FRÜHER DA, SO FÄLLE ER IHN NICHT; IST ES ZWEIFELHAFT, WER VON BEIDEN FRÜHER DA WAR, SO FÄLLE ER IHN NICHT. R. JOSE SAGT, AUCH WENN DIE ZISTERNE FRÜHER DA WAR ALS DER BAUM, FÄLLE ER IHN NIGHT, DENN DER EINE GRÄBT AUF SEINEM GEBIETE UND DER ANDERE PFLANZT AUF SEINEM GEBIETE.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Einerlei ob die Zisterne unten und der Baum oben oder die Zisterne oben und der Baum unten sich befindet. – Erklärlich ist dies von dem Falle, wenn die Zisterne unten und der Baum oben sich befindet, die Wurzeln erweitern sich dann und beschädigen die Zisterne, aus welchem Grunde aber in dem Falle, wenn die Zisterne oben und der Baum unten sich befindet? R. Ḥaga erwiderte im Namen R. Joses: Weil sie die Erde zersetzen und den Boden der Zisterne beschädigen.",
"R. JOSE SAGT, AUCH WENN DIE ZISTERNE FRÜHER DA WAR ALS DER BAUM, FÄLLE ER IHN NICHT, DENN DER EINE GRÄBT AUF SEINEM GEBIETE UND DER ANDERE PFLANZT AUF SEINEM GEBIETE. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Aši sagte: Als wir bei R. Kahana waren, sagten wir: R. Jose pflichtet beiin dem Falle, wenn es seine Pfeile sind.",
"Papi aus Jonien, der arm war und reich wurde, baute einen Palast, und wenn die Ölpresser, die in seiner Nachbarschaft waren, ihren Mohn preßten, erschütterte sein Palast. Da kam er zu R. Aši und dieser sprach zu ihm: Als wir bei R. Kahana waren, sagten wir: R. Jose pflichtet bei in dem Falle, wenn es seine Pfeile sind. –",
"Wieviel? –"
],
[
"Wenn der Deckel auf der Mündung eines Krugessich bewegt.",
"Wenn sie bei Bar Marjon, dem Sohne Rabins, Flachs klopften, flogen die Schäben und beschädigten die Leute. Als sie darauf vor Rabina kamen, sprach er zu ihnen: Das, was wir sagen, R. Jose pflichte bei in dem Falle, wenn es seine Pfeile sind, gilt nur von dem Falle, wenn [die Beschädigung] durch seineKraft erfolgt, hierbei aber ist es ja der Wind, der sie trägt.",
"Mar b. R. Aši wandte ein: Womit ist es hierbei anders als in dem Falle, wenn jemand worfeltund der Wind ihm hilft!? Als sie dies Meremar berichteten, sprach er zu ihnen: Dies gleicht eben dem Falle, wenn jemand worfelt und der Wind ihm hilft. –",
"Womit ist es nach Rabina hierbei anders als in dem Falle, wenn ein Funke unter dem Hammer hervorkommt und Schaden anrichtet, wobei erersatzpflichtig ist!? – In jenem Falle ist esihm erwünscht, in diesem Falle ist es ihm nicht erwünscht.",
"MAN DARF EINEN BAUM NEBEN DEM FELDE EINES ANDEREN NUR DANN PFLANZEN, WENN MAN IHN VIER ELLEN ENTFERNT, EINERLEI OB WEINSTÖCKE ODER IRGEND ANDERE BÄUME. BEFINDET SICH EINE MAUER DAZWISCHEN, SO DARF DER EINE AN DER EINEN SEITE BIS AN DIE MAUER HERANRÜCKEN UND DER ANDERE AN DER ANDEREN SEITE BIS AN DIE MAUER HERANRÜCKEN.",
"RAGEN DIE WURZELN IN DAS GEBIET DES ANDEREN HINEIN, SO DARF DIESER SIE BIS ZUR TIEFE VON DREI HANDBREITEN ENTFERNEN, DAMIT SIE DEM PFLUGE NICHT HINDERLICH SEIEN. GRÄBT EREINE ZISTERNE, EINEN GRABEN ODER EINE HÖHLE, SO DARF ER SIEBIS HINABABSCHNEIDEN UND DAS HOLZ GEHÖRT IHM.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Die vier Ellen von denen sie sprechen, sind zur Bearbeitung des Weinberges erforderlich. Šemuél sagte: Dies wurde nur vom Jisraéllande gelehrt, in Babylonien abersind zwei Ellen erforderlich. Ebenso wird auch gelehrt: Man darf einen Baum neben dem Felde eines anderen nur dann pflanzen, wenn man ihn zwei Ellen entfernt. Wir haben ja aber gelernt: vier Ellen? Wahrscheinlich ist dies nach Šemuél zu erklären. Schließe hieraus.",
"Manche weisen auf den Widerspruch hin. Wir haben gelernt, man dürfe einen Baum neben dem Felde eines anderen nur dann pflanzen, wenn man ihn vier Ellen entfernt, und dem widersprechend wird gelehrt: zwei Ellen? Šemuél erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt von Babylonien und eines gilt vom Jisraéllande.",
"Raba b. R. Ḥanan hatte Dattelpalmen an der Grenze des Obstgartens R. Josephs, und die Vögel kamen und setzten sich auf die Dattelpalmen und ließen sich dann in dem Obstgarten nieder und richteten da Schaden an. Da sprach er zu ihm: Geh, fälle sie. Dieser erwiderte: Ich habe sie ja entfernt. Jener entgegnete: Diesgilt nur von Bäumen, bei Weinstöcken aber ist mehr erforderlich. –",
"Wir haben ja aber gelernt: einerlei, ob Weinstöcke oder irgend andere Bäume!? Jener entgegnete: Dies gilt nur von einem Baume neben einem Baume und Weinstöcken neben Weinstöcken, bei einem Baume aber neben Weinstöcken ist mehr erforderlich.",
"Dieser erwiderte: Ich fälle sie nicht, denn Rabh sagte, man dürfe keine Dattelpalme fällen, die einen Kab [Früchte] trägt. Ferner sagte R. Ḥanina, sein Sohn Šikḥath sei nur deshalb gestorben, weil er einen Feigenbaum vorzeitig gefällt hat. Wenn aber der Meister will, mag er sie fällen.",
"R. Papa hatte Dattelpalmen an der Grenze R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, und bemerkte einst, daß dieser grub und seine Wurzeln abschnitt. Da sprach er zu ihm: Was soll dies!? Dieser erwiderte: wir haben gelernt, wenn die Wurzeln in das Gebiet des anderen hineinragen, dürfe dieser sie bis zur Tiefe von drei Handbreiten entfernen, damit sie dem Pfluge nicht hinderlich seien.",
"Jener entgegnete: Nur drei, der Meister aber gräbt ja tiefer. Dieser erwiderte: Ich grabe Zisternen, Graben und Höhlen, und es wird gelehrt, wenn man Zisternen, Graben und Höhlen gräbt, dürfe man sie bis hinababschneiden und das Holz gehöre ihm. R. Papa erzählte: Ich führte ihm allesan, konnte ihm aber nicht beikommen,"
],
[
"bis ich ihm folgende Lehre R. Jehudas anführte: Einen Rain, den das Publikum in Besitz genommen hat, darf man nichtzerstören. Nachdem dieserhinausgegangen war, sprach jener: Ich sollte ihm erwidert haben, das eine gelte von dem Falle, wenn [der Baum] sich innerhalbsechzehn Ellen, und das andere, wenn er sich außerhalb sechzehn Ellen befindet.",
"GRÄBT EU EINE ZISTERNE, EINEN GRABEN ODER EINE HÖHLE, SO DARF ER SIE BIS HINAB ABSCHNEIDEN UND DAS HOLZ GEHÖRT IHM. R. Ja͑qob aus Hadiabene fragte R. Ḥisda: Wem gehörtdas Holz?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wenn die Wurzeln eines einem Gemeinen gehörenden Baumes in das Gebiet des Heiligtums hineinragen, so darf man sienicht nießbrauchen, jedoch begeht man an ihnen keine Veruntreuung.",
"Einleuchtend ist es, daß man an ihnen keine Veruntreuung begeht, wenn du sagst, man richte sich nach dem Baume, weshalb aber begeht man an ihnen keine Veruntreuung, wenn du sagst, man richte sich nach dem Boden!? –",
"Wie ist, wenn man sich nach dem Baume richtet, der Schlußsatz zu erklären: wenn die des Heiligtums in das Gebiet eines Gemeinen hineinragen, so darf man sie nicht nießbrauchen, jedoch begeht man an ihnen keine Veruntreuung; weshalb begeht man an ihnen keine Veruntreuung, wenn man sich nach dem Baume richtet!?",
"Hieraus ist also nichts zu entnehmen, denn hier wird von späternachgewachsenen [Wurzeln] gesprochen, und er ist der Ansicht, an nachgewachsenen begehe man keine Veruntreuung.",
"Rabina erklärte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt von dem Falle, wenn [der Baum] sich innerhalb sechzehn Ellen befindet, und eines von dem Falle, wenn er sich außerhalb sechzehn Ellen befindet.",
"U͑la sagte: Ein Baum innerhalb sechzehn Ellen von der Grenzeist ein Räuberund man bringe von diesem die Erstlinge nicht dar. –",
"Woher entnimmt dies U͑la: wollte man sagen aus dem, was wir gelernt haben: Wenn zehn Setzlinge sich auf einer Seáfläche zerstreut befinden, so darf man wegen dieser die ganze Seáfläche bis zum Neujahrsfestepflügen.",
"Aber da sind es ja zweitausendfünfhundertEllen, somit kommen auf jeden [Setzling] zweihundertfünfzig Ellen, also nicht soviel wie nach der Lehre U͑las.",
"Wollte man sagen, aus dem was wir gelernt haben: Drei Bäume, die drei Personen gehören, werden vereinigt, und man darf"
],
[
"wegen dieser die ganze Seáfläche pflügen. Aber da sind es ja zweitausendfünfhundert Ellen, somit kommen auf jeden [Baum] achthundertdreiunddreißig und ein Drittel, und nach U͑la sind es ja mehr. – Er nahm es nicht genau. –",
"Wir sagen ja nur erschwerend, daß man es nicht genau nehme, sagen wir etwa auch erleichternd, daß man es nicht genaunehme!? –",
"Glaubst du etwa, daß wir vom Quadrate sprechen, wir sprechen vom Kreise. –",
"Merke, ein Quadrat ist ja um ein Viertel größer als ein Kreis, demnach sind es siebenhundertachtundsechzig[Ellen], somit besteht ja eine Differenz von einer halben Elle!? – Das ist es, was wir gesagt haben, er habe es nicht genau genommen, und zwar hat er es erschwerend nicht genau genommen. –",
"Komm und höre: Wer einen Baum mit dem Boden gekauft hat, bringe [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt]. Doch wohl irgend ein Quantum!? – Nein, sechzehn Ellen. –",
"Komm und höre: Wer zwei Bäume auf [dem Felde] seines Nächsten gekauft hat, bringe [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt] nicht. Demnachmuß er, wenn drei, sie darbringen und lesen; doch irgend ein Quantum!? – Nein, ebenfalls sechzehn Ellen. –",
"Komm und höre: R. A͑qiba sagte: Eine Bodenfläche irgendwie [groß] ist pflichtig für den Eckenlaß und für die Erstlinge, man schreibe darüber einen Prosbul"
],
[
"und man kann damit Güter, die keine Sicherheitgewähren, eignen!? – Hier handelt es sich um ein Getreide[feld].",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: irgendwie [groß]. Schließe hieraus. –",
"Komm und höre: Wenn ein Baum teilweise im [Jisraél]lande und teilweise außerhalb des [Jisraél]landes sich befindet, so sind Zehntpflichtigesund Profanesmiteinander vermischt – so Rabbi;",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, was im Gebiete der Pflicht wächst, sei pflichtig, und was im Gebiete der Freiheit wächst, sei frei.",
"Ihr Streit besteht also nur darin, indem einer der Ansicht ist, es gebe eine fiktive Sonderung, und einer der Ansicht ist, es gebe keine fiktive Sonderung,",
"was aber im Gebiete der Pflicht wächst, ist nach aller Ansicht pflichtig!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn siedurch einen Felsen getrenntsind. – Was ist demnach der Grund Rabbis!? – Weil sie vereinigtwerden. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, die Luftvereinige sie, und einer ist der Ansicht, der eine [Teil] bestehe für sich gesondert und der andere bestehe für sich gesondert. –",
"Wieso nur sechzehn Ellen und nicht mehr, wir haben ja gelernt, man müsse einen Baum von einer Zisterne fünfundzwanzig Ellen entfernen!? Abajje erwiderte: [Die Wurzeln] ragen auch weiter, ihre Nahrung aber ziehen sie bis sechzehn Ellen und nicht mehr.",
"Als R. Dimi kam, erzählte er, Reš Laqiš habe R. Joḥanan gefragt, wie es sich mit einem Baume, der sich innerhalb sechzehn Ellen von der Grenze befindet, verhalte, und dieser habe ihm erwidert, er gelte als Räuber und man bringe von diesem die Erstlinge nicht dar.",
"Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Sowohl von einem nahe der Grenze stehenden Baume als auch von einem sich hinüberneigendenBaume bringe man [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt], denn unter dieser Bestimmungverteilte Jehošua͑ das Land an Jisraél.",
"WENN EIN BAUM SICH IN DAS FELD EINES ANDEREN HINÜBERNEIGT, SO DARF DIESER [DIE ZWEIGE] IN DER LÄNGE DES OCHSENSTACHELS ÜBER DEM PFLUGE WEGSCHNEIDEN; VON EINEM JOHANNISBROTBAUME UND EINER SYKOMORE GENAU NACH DEM SENKBLEI; AN EINEM RIESELFELDEVON JEDEM BAUME GENAU NACH DEM SENKBLEI: ABBA ŠAÚL SAGT, VON JEDEM LEEREN BAUME GENAU NACH DEM SENKBLEI.",
"GEMARA. Sie fragten: Bezieht Abba Šaúl sich auf den Anfangsatz oder bezieht er sich auf den Schlußsatz? –",
"Komm und höre: Es wird gelehrt: An einem Rieselfelde darf man, wie Abba Šaúl sagt, jeden Baum genau nach dem Senkblei [wegschneiden], weil die Beschattung einem Rieselfelde nachteilig ist. Schließe hieraus, daß er sich auf den Anfangsatz bezieht. Schließe hieraus.",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn er lehrt: von jedem leeren Baume; erklärlich sind [die Worte] ‘von jedem Baume’; wenn du sagst, er beziehe sich auf den Anfangsatz, wenn du sagst, er beziehe sich auf den Schlußsatz, so sollte es doch heißen: leereBäume! Schließe hieraus, daß er sich auf den Anfangsatz bezieht. Schließe hieraus.",
"WENN EIN BAUM SICH IN ÖFFENTLICHES GEBIET HINÜBERNEIGT, SO SCHNEIDE MAN [VON DEN ZWEIGEN] SOVIEL WEG, DASS EIN KAMEL MIT SEINEM REITER HINDURCHKANN; R. JEHUDA SAGT, EIN MIT FLACHS ODER REISIGBÜNDELN BELADENES KAMEL; R. ŠIMO͑N SAGT, VOM GANZEN BAUME NACH DEM SENKBLEI, WEGEN DER UNREINHEIT.",
"GEMARA. Wer ist der Autor, welcher lehrt, daß man sich bei Schädigungen nach der gegenwärtigenSchätzung richte?",
"Reš Laqiš erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und es istR. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: Man darf unter öffentlichem Gebiete keine Höhlungmachen, keine Gruben, keine Gräben und keine Höhlen R. Elie͑zer erlaubt es in der Weise, daß ein mit Steinen beladener Wagen darüber fahren kann.",
"R. Joḥanan entgegnete: Du kannst auch sagen, daß es die Rabbanan sind, denn in jenem Falle kann eine Beschädigung entstehen, ohne daß man es merkt, hierbei aber kann man ja jeden [Zweig] einzeln abschneiden.",
"R. JEHUDA SAGT, EIN MIT FLACHS ODER REISIGBÜNDELN BELADENES KAMEL. Sie fragten: Ist die Maßangabe R. Jehudas eine größere oder ist die Maßangabe der Rabbanan eine größere? –",
"Selbstverständlich ist die Maßangabe der Rabbanan eine größere, denn was sollten die Rabbanan, wenn man sagen wollte, die Maßangabe R. Jehudas sei eine größere, mit der Maßangabe R. Jehudasanfangen!? – Was kann, wenn man sagen wollte, die Maßangabe der Rabbanan sei eine größere, R. Jehuda mit der Maßangabe der Rabbanananfangen!? – Erkann sich bücken und durchkommen.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, VOM GANZEN BAUME NACH DEM SENKBLEI, WEGEN DER UNREINHEIT. Es wird gelehrt: Wegen der Unreinheit durch Bezeltung. – Selbstverständlich, wir haben ja gelernt: wegen der Unreinheit!? –",
"Aus der Mišna könnte man entnehmen, es sei zu berücksichtigen, ein Rabe könnte etwas Unreines holen und dahinaufwerfen, somit würde es ausreichen, wenn nur ein wenig gelichtetwird, so lehrt er uns."
],
[
"DIE ERSITZUNG VON HÄUSERN, ZISTERNEN, GRÄBEN, HÖHLEN, TAUBENSCHLÄGEN, BADEANSTALTEN, ÖLPRESSEN, RIESELFELDERN, SKLAVEN UND ALLEM ANDEREN, DAS BESTÄNDIG FRÜCHTE TRÄGT, ERFOLGT IN DREI JAHREN, VON TAG ZU TAG.",
"BEI EINEM NATÜRLICH BEWÄSSERTEN FELDE ERFOLGT DIE ERSITZUNG IN DREI JAHREN, JEDOCH NICHT VON TAG ZU TAG.",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DREI MONATE VOM ERSTEN, DREI VOM LETZTEN UND ZWÖLF MONATE VOM MITTELSTEN, DAS SIND ACHTZEHN MONATE.",
"R. A͑QIBA SAGT, EINEN MONAT VOM ERSTEN, EINEN MONAT VOM LETZTEN UND ZWÖLF MONATE VOM MITTELSTEN, DAS SIND VIERZEHN MONATE.",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: DIES GILT NUR VON EINEM SAATFELDE, BEI EINEM BAUMFELDE ABER IST ES, WENN ER DEN ERTRAGEINGEBRACHT, DIE OLIVEN GEPFLÜCKT, UND DIE FEIGEN EINGESAMMELT HAT, EBENSO ALS WÄREN DREI JAHRE VERSTRICHEN.",
"GEMARA. R. Joḥanan sagte: Von den nach Uša Ausgewandertenhörte ich folgendes sagen: Woher, daß die Ersitzung in drei Jahren erfolge? Dies ist vom verwarnten Ochsenzu folgern: wenn ein Ochs dreimal gestoßen hat, so kommt er aus dem Zustande des Nichtverwarntseins heraus und gelangt in den Zustand des Verwarntseins, ebenso kommt esauch hierbei, sobald er es drei Jahre genießbraucht hat, aus dem Besitze des Verkäufers und gelangt in den Besitz des Käufers. –",
"Demnach sollte es doch, wie bei einem verwarnten Ochsen [der Eigentümer] erst beim vierten Stoßen ersatzpflichtigist, auch hierbei erst im vierten Jahre in seinen Besitz übergehen!? – Was soll dies: dieser gilt, sobald er dreimal gestoßen hat, als verwarnt,"
],
[
"und solange er nicht weiter stößt, ist nichts zu ersetzen, hierbei aber geht es in seinen Besitz über, sobald er es drei Jahre genießbraucht hat. –",
"Demnachsollte doch die Ersitzung auch ohne rechtmäßige Begründunggültig sein, während wir gelernt haben, eine Ersitzung ohne rechtmäßige Begründung sei ungültig!? –",
"Der Grundist ja der, weil wir sagen, jener habe vielleicht recht, und wenn er selbst es nicht begründet, wie sollten wir es für ihn tun!?",
"R. A͑vira wandte ein: Demnach sollte doch der Einspruch in absentiaungültig sein, wie bei einem verwarnten Ochsen; wie bei einem verwarnten Ochsen [die Warnung] in Gegenwart [des Eigentümers] erfolgen muß, ebenso sollte es auch hierbei in seiner Gegenwarterfolgen müssen!? –",
"Bei diesem heißt es:und es seinem Eigentümer angezeigt wird, hierbei aber [sagen wir:] dein Freund hat einen Freund, und der Freund deines Freundes hat einen Freund. –",
"Sollte es doch nach R. Meír, welcher sagt, wenn diesvon dem Falle gilt, wenn er in größeren Zwischenräumen gestoßenhat, gelte es um so mehr, wenn er in kleineren Zwischenräumen gestoßenhat, als Ersitzung gelten, wenn er die Früchte dreimal an einem Tage gegessenhat, beispielsweise Feigen!? –",
"Nur wenn es dem gewarnten Ochsen gleicht; wie beim gewarnten Ochsen zur Zeit des einen Stoßens das andere Stoßen nicht vorhanden ist, ebenso dürfen auch hierbei, wenn diese Früchtevorhanden sind, die anderen Früchte nicht vorhanden sein. –",
"Sollte doch, wenn er drei Fruchternten an drei Tagen gegessen hat, beispielsweise Kapern, dies als Ersitzung gelten!? – In diesem Falle war die Fruchtschon früherda, nur wurde sie erst später fertig. –",
"Sollte doch, wenn er drei Fruchternten in dreißig Tagen eingesammelt hat, beispielsweise Futtergras, dies als Ersitzung gelten!? – Dies kann ja nur in dem Falle vorkommen, wenn es hervorsproßt und er es abmäht, es hervorsproßt und er es abmäht, und dies ist eine Beiseiteschaffung. –",
"Sollte doch, wenn er drei Fruchternten in drei Monaten gemäht hat, beispielsweise Futtergras, dies als Ersitzung gelten!? – Unter ‘die nach Uša Ausgewanderten’ ist R. Jišma͑él zu verstehen, und nach R. Jišma͑él ist dem auch so;",
"denn wir haben gelernt: R. Jišma͑él sagte: Dies gilt nur von einem Saatfelde, bei einem Baumfelde aber ist es, wenn er den Ertrag eingebracht, die Oliven gepflückt und die Feigen eingesammelt hat, ebenso als wären drei Jahre verstrichen. –",
"Wie ist es nach den Rabbanan?",
"R. Joseph erwiderte: Die Schrift sagt:Felder für Geld kaufen und Kaufbriefe schreiben und siegeln; der Prophet stand im zehnten [Jahre]und warnte für das elfte.",
"Abajje sprach zu ihm: Vielleicht war es nur ein guter Rat!?"
],
[
"Es heißt auch:baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und genießt ihre Früchte; welche Bedeutung hätte dies, wenn dem nicht so wäre!? Dies ist vielmehr ein guter Rat, ebenso ist auch jenes ein guter Rat. Diesist sogar zu beweisen, denn es heißt: ihr sollt sie in irdene Gefäße legen, damit sie geraume Zeit erhalten bleiben.",
"Vielmehr, erklärte Rabba, das erste Jahr verzichtet man, das zweite Jahr verzichtet man ebenfalls, das dritte Jahr verzichtet man nicht mehr.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnachsollte doch das Grundstück, wenn es zurückgegebenwird, ohne die Früchte zurückgegeben werden, wieso sagte nun R. Naḥman, daß sowohl das Grundstück als auch die Früchte zurückzugeben seien!?",
"Vielmehr, erklärte Rabba, im ersten Jahre nimmt man es nicht genau, im zweiten Jahre nimmt man es ebenfalls nicht genau, im dritten nimmt man es genau.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte doch bei Leuten gleich denen des Bar Eljašib, die einem zürnen, wenn er über ihre Grenze tritt, die Ersitzung soforterfolgen!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so hast du es ja nach Klassengeteilt!?",
"Vielmehr, erklärte Rabba, im ersten Jahre ist man mit dem [Kauf]scheine behutsam, im zweiten und dritten Jahre ist man ebenfalls behutsam, mehr aber ist man nicht behutsam.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte doch der in absentia eingelegte Einspruchungültig sein, denn er kann zu ihmsagen: wenn du in meiner Gegenwart Einspruch eingelegt hättest, so wäre ich vorsichtiger mit meinem Scheine!? –",
"Jener kann ihm erwidern: dein Freund hat einen Freund, und der Freund deines Freundes hat einen Freund.",
"R. Hona sagte: Die drei Jahre, von denen sie sprechen, sind zu verstehen, wenn er sie ununterbrochen genießbraucht hat. – Was neues lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt, die Ersitzung erfolge in drei Jahren, von Tag zu Tag!? – Man könnte glauben, [die Worte] von Tag zu Tag schließen unvollständige [Jahre] aus, während getrennte [gültig sind], so lehrt er uns.",
"R. Ḥama sagte: R. Hona pflichtet jedoch beihinsichtlich Orten, wo man die Wiesen brach liegen läßt. –",
"Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn manche [ihre Felder] brach liegen lassen und manche sie nicht brach liegen lassen, und dieser sie brach liegen ließ; man könnte glauben, jener könne zu ihm sagen: wenn [das Feld] dir gehörte, so würdest du es bestellt haben, so lehrt er uns, daß dieser ihm erwidern kann: ich kann nicht ein Feld auf der ganzen Wiesebewachen;",
"oder auch: dies ist mir lieber, da es mir so mehr bringt. –",
"Wir haben gelernt: Die Ersitzung von Häusern. Bei Häusern weiß man esja nur am Tage und nicht nachts!? –",
"Abajje erwiderte: Bei Häusern sind es ja die Nachbarn, die es bezeugen, und Nachbarn wissen es am Tage und nachts.",
"Rabba erwiderte: Wenn zwei kommen und bekunden, sie hätten es von ihmgemietet und darin drei Jahre am Tage und nachts gewohnt.",
"R. Jemar sprach zu R. Aši: Diese sind ja bei ihrer Zeugenaussage parteiisch, denn wenn demnicht so ist, so fordert man sie auf, an jenen die Wohnungsmiete zu zahlen!?",
"Dieser erwiderte: Nur untergeordnete Richter können sourteilen; wir sprechen von dem Falle, wenn sie das Mietsgeld bereit halten und fragen, wem sie es zu geben haben.",
"Mar Zuṭra sagte: Wenn jener aber verlangt, daß zwei Zeugen kommen und bekunden sollen, daß dieser darin drei Jahre am Tage und nachts gewohnt hat, so ist sein Verlangen berechtigt."
],
[
"Jedoch pflichtet Mar Zuṭrabei, daß [das Gericht] für Gewürzkrämer, die in den Städten umherziehen, diese Aufforderung stelle, auch wenn sie selber es nicht tun.",
"Ferner pflichtet R. Hona beihinsichtlich der Läden von Maḥoza, die nur für den Tag und nicht für die Nacht bestimmt sind.",
"Rami b. Ḥama und R. U͑qaba b. Ḥama kauften einst zusammen eine Magd; einer hielt sie das erste, dritte und fünfte Jahr und der andere hielt sie das zweite, vierte und sechste Jahr in Dienst. Hierauf wurden auf sie Rechtsansprüche erhoben.",
"Als sie vor Raba kamen, sprach er zu ihnen: Ihr habt dies deshalb getan, damit ihr gegeneinander kein Besitzrecht habt, und wie ihr gegeneinander kein Besitzrecht habt, ebenso habt ihr auch anderen gegenüber kein Besitzrecht.",
"Dies gilt jedoch nur von dem Falle, wenn kein Teilungsvertrag geschrieben worden ist, wenn aber ein Teilungsvertrag geschrieben worden ist, so ist dies bekannt.",
"Raba sagte: Hat er das ganze [Feld] genießbraucht mit Ausnahme einer Viertelkab-Fläche, so hat er das ganze mit Ausnahme der Viertelkab-Fläche geeignet.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie zur Bebauung geeignet ist, wenn sie aber zur Bebauung nicht geeignet ist, so hat er sie mit dem übrigen erworben.",
"R. Bebaj b. Abajje entgegnete: Einen felsigen Bodeneignet man wohl dadurch, indem man da sein Vieh hinbringt und seine Früchteausstreut, ebenso sollte auch dieser da sein Vieh hingebracht oder seine Früchte ausgestreut haben.",
"Einst sprach jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du in diesem Hause? Dieser erwiderte: Ich habe es von dir gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Jener entgegnete: Ich wohnte in den inneren Räumen.",
"Als sie hierauf vor R. Naḥman kamen, sprach er [zum Käufer]: Geh, beweise deinen Nießbrauch. Raba sprach zu ihm: Ist so das Gesetz, wer vom anderen fordert, hat ja den Beweis zu erbringen!? –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem Raba sich mit sich selber befindet, und auf einen Widerspruch, in dem R. Naḥman sich mit sich selber befindet."
],
[
"Einst sprach jemand zu seinem Nächsten: alle Güter des Bar Sisinsollen dir verkauft sein. Später fand sich noch ein Grundstück vor, das den Namen des Bar Sisintrug. Da sprach er zu ihm: Dieses gehörte nicht Bar Sisin, es trägt nur den Namen des Bar Sisin. Als sie hierauf vor R. Naḥman kamen, sprach er es dem Käufer zu. Da sprach Raba zu ihm: Ist so das Gesetz, wer vom anderen fordert, hat ja den Beweis zu erbringen!?",
"Somit befindet sich ja Raba in einem Widerspruche mit sich selber, und ebenso befindet sich R. Naḥman in einem Widerspruchemit sich selber!? –",
"Raba befindet sich nicht in einem Widerspruche mit sich selber, denn in dem einen Falle befand sich der Verkäufer im Besitze der Güter und im anderen Falle befand sich der Käufer im Besitze der Güter.",
"R. Naḥman befindet sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche mit sich selber; [in diesem Falle] sprach er zu ihm von Gütern des Bar Sisin, und auch dieses trug den Namen des Bar Sisin, somit hatte [der Verkäufer] zu beweisen, daß es nicht Bar Sisin gehörte; in jenem Falle aber konnte diesja höchstens als Besitz eines [Kauf]Scheines gelten, und auch in einem solchen Fallewürde man zu ihm gesagt haben: bestätige den Schein, und du gelangst in den Besitz des Grundstückes.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du in diesem Hause? Dieser erwiderte: Ich habe es von dir gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Jener entgegnete: Ich war auf auswärtigen Märkten. Dieser erwiderte: Ich habe Zeugen, daß du jedes Jahr dreißig Tage zu kommen pflegtest. Jener entgegnete: Während dieser dreißig Tage war ich mit meinen Märkten beschäftigt. Hierauf entschied Raba, ein Mensch pflege dreißig Tage mit seinem Markte beschäftigt zu sein.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von jenem gekauft, der mir sagte, er habe es von dir gekauft. Der andere entgegnete: Du gibst also zu,"
],
[
"daß das Grundstück meines ist und du es von mir nicht gekauft hast; fort, ich habe mit dir nichts zu tun. Hierauf entschied Raba, er habe recht.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von jenem gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Der andere entgegnete: Jener ist ein Räuber.",
"Dieser erwiderte: Ich habe Zeugen, daß ich zu dir kam, esmit dir beriet und du zu mir gesagt hast, daß ich gehen und es kaufen soll. Der andere entgegnete: Jeder andere war mirlieber, denn jener war schlimmer. Hierauf entschied Raba, er habe recht. –",
"Also nach Admon? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand Anspruch auf ein Felderhebt und er selbst als Zeuge unterschriebenist, so war ihm, wie Admon sagt, der andere lieber, denn der erste war schlimmer als dieser; die Weisen sagen, er habe seinen Anspruch verloren. –",
"Du kannst auch sagen, er vertrete die Ansicht der Rabbanan, denn in jenem Fallehat er eine Handlung begangen, hierbei aber waren es nur Worte, und es kommt vor, daß jemand etwas beiläufig spricht.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von jenem gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Der andere entgegnete: Jener ist ein Räuber. Dieser erwiderte: Ich habe Zeugen, daß du abends zu mir gekommen bist und verlangt hast, es dir zu verkaufen. Der andere entgegnete: Ich wollte mein Rechtkaufen. Hierauf entschied Raba, ein Mensch pflege sein Recht zu kaufen.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von jenem gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Der andere entgegnete: Ich habe einen Schein, daß ich es von ihm vor vier Jahrengekauft habe.",
"Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, daß ich unter ‘Ersitzungsjahre’ drei Jahre verstehe, ich verstehe unter ‘Ersitzungsjahre’ viele Jahre. Hierauf entschied Raba, die Leute pflegen viele Jahre mit ‘Ersitzungsjahre’ zu bezeichnen.",
"Dies gilt jedoch nur von dem Falle, wenn er es sieben Jahre genießbraucht hat, wo die Ersitzung des einen älter ist als der Schein des anderen,"
],
[
"wenn aber nur sechs, so gibt es keinen wirksameren Einspruch als dies.",
"Einst sagte jemand, esgehörte seinen Vorfahren, und der andere sagte, es gehörte seinen Vorfahren; einer brachte Zeugen, daß es seinen Vorfahren gehörte, und der andere brachte Zeugen, daß er es die Ersitzungsjahre genießbraucht habe.",
"Hierauf entschied Raba, erhabe keinen Grund zu lügen, denn wenn er wollte, könnte er sagen: ich habe es von dir gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Abajje sprach zu ihm: Wo Zeugenvorhanden sind, sagen wir nicht, er habe keinen Grund zu lügen.",
"Später sagte er: Es gehörte zwar deinen Vorfahren, ich habe es aber von dir gekauft; nur sagte ich deshalb, daß es meinen Vorfahren gehörte, weil es mir so sicher war, als gehörte es meinen Vorfahren. –",
"Kann jemand, der [bei Gericht] eine Behauptung aufgestellt hat, diese abändern oder nicht? – U͑la sagt, er könne seine Behauptung abändern, die Nehardee͑nser sagen, er könne seine Behauptung nicht abändern.",
"Jedoch pflichtet U͑la bei, daß, wenn er gesagt hat: es gehörte meinen Vorfahren und nicht deinen Vorfahren, er seine Behauptung nicht mehr abändernkönne. Und daß er, falls er, solange er vor Gericht stand, esnicht behauptet hat, wenn er draußen war und zurückkommt, es nicht mehr behaupten könne, denn man hat es ihn gelehrt.",
"Ferner pflichten die Nehardee͑nser bei, daß, wenn er [nachher] sagt: es gehörte meinen Vorfahren, die es von deinen Vorfahren gekauft haben, dies eine zulässige Abänderungsei. Und daß er, falls er außerhalb [des Gerichtes] über diese Angelegenheit gesprochen und dies nicht behauptet hat, wenn er vor Gericht kommt, diesbehaupten könne, denn man pflegt seine Behauptungen nur dem Gerichte anzuvertrauen.",
"Amemar sagte: Ich bin Nehardee͑nser, dennoch bin ich der Ansicht, man könne seine Behauptung abändern. Die Halakha ist: man kann seine Behauptung abändern.",
"Einst sagte jemand, esgehörte seinen Vorfahren, und der andere sagte, es gehörte seinen Vorfahren; einer brachte Zeugen, daß es seinen Vorfahren gehörte und daß er es die Ersitzungsjahre genießbraucht habe, und der andere brachte Zeugen, daß er es die Ersitzungsjahre genießbrauchthabe.",
"Da entschied R. Naḥman, daß man Nießbrauch gegen Nießbrauchstelle und das Grundstück im Besitze der Vorfahren belasse. Raba sprach zu ihm: Diese sind ja lügnerischeZeugen. Jener erwiderte: Zugegeben, daß das Zeugnis hinsichtlich des Nießbrauches bestritten worden ist,"
],
[
"aber ist etwa auch das Zeugnis hinsichtlich der Vorfahren bestrittenworden!? –",
"Es wäre anzunehmen, daß Raba und R. Naḥman denselben Streit führen wie R. Hona und R. Ḥisda.",
"Es wurde nämlich gelehrt: Wenn zwei Zeugenpartien einander widersprechen, so darf, wie R. Hona sagt, die eine besondersZeugnis ablegen und die andere besonders Zeugnis ablegen. R. Ḥisda aber sagt, was sollen mir lügnerische Zeugen. Es wäre also anzunehmen, daß R. Naḥman der Ansicht R. Honas und Raba der Ansicht R. Ḥisdas ist. –",
"Über R. Ḥisda streiten sie entschieden nicht, sie streiten nur über R. Hona; R. Naḥman ist entschieden der Ansicht R. Honas, aber auch Raba [kann erwidern]: R. Hona sagt es nur von einer anderen Aussage, nicht aber von derselben Aussage.",
"Später brachte [der andere] Zeugen, daß es seinen Vorfahren gehörte. Da sprach R. Naḥman: Wir haben es jenem zugesprochen und wir nehmen es ihmab; Herabsetzung des Gerichtes berücksichtigen wir nicht.",
"Raba, nach anderen R. Zee͑ra, wandte ein: Wenn zwei bekunden, ersei gestorben, und zwei bekunden, er sei nicht gestorben, oder zwei bekunden, sie sei geschieden, und zwei bekunden, sie sei nicht geschieden, so darf sie nicht heiraten; hat sie geheiratet, so ist sie nicht zu entfernen. R. Menaḥem b. R. Jose sagt, sie sei zu entfernen.",
"R. Menaḥem b. R. Jose sprach: Nur in dem Falle, wenn zuerst die Zeugengekommen sind und sie nachher geheiratet hat, sage ich, sie sei zu entfernen, wenn sie aber zuerst geheiratet hat und die Zeugen nachher gekommen sind, so ist sie nicht zu entfernen.",
"Dieser erwiderte: Ich wollte eine Entscheidung treffen, du aber hast einen Einwand gegen mich erhoben, und ebenso hat R. Hamnuna aus Sura einen Einwand gegen mich erhoben; wir können also keine Entscheidung treffen.",
"Hierauf ging er hinaus und traf eine Entscheidung. Wer dies sah, glaubte, dies sei ein Irrtum von ihm; das war es aber nicht, vielmehr hing er an festen Seilen.",
"Wir haben nämlich gelernt: R. Jehuda sagte: Auf die Aussage eines Zeugenerhebe man nicht in den Priesterstand. R. Ele͑azar sagte: Nur dann, wenn dagegen Anfechtung erhobenwird, wenn aber dagegen keine Anfechtung erhoben wird, erhebe man auch auf die Aussage eines Zeugen hin in den Priesterstand. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte im Namen R. Šimo͑ns, des Sohnes des Priestervorstehers, man erhebe auf die Aussage eines Zeugen in den Priesterstand.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt ja dasselbe, was der erste Autor!? Wolltest du erwidern, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen hinsichtlich der Anfechtung eines einzelnen, R. Elea͑zar sei der Ansicht, es genüge die Anfechtung eines einzelnen,"
],
[
"und R. Šimo͑n b. Gamliél sei der Ansicht, es sei die Anfechtung von zweien erforderlich, so sagte ja R. Joḥanan, eine solche müsse durch mindestens zwei erfolgen.",
"Vielmehr ist hier die Anfechtung durch zwei zu verstehen, und zwar handelt es sich um den Fall, wenn der Vater von diesem als Priester galt und über ihn ein Ruf ausging, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder Ḥaluça sei, und man ihn ausgestoßen hat, dann aber ein Zeuge gekommen ist und bekundet hat, daß er [makelloser] Priester sei, und man ihn erhoben hat,",
"darauf zwei gekommen sind und bekundet haben, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder Ḥaluça sei, und man ihn ausgestoßen hat, und darauf ein Zeuge kommt und bekundet, daß er Priester sei. Alle sind der Ansicht, die Zeugenaussagenwerden vereinigt,",
"und sie streiten, ob eine Herabsetzung des Gerichtes zu berücksichtigen sei. R. Elea͑zar ist der Ansicht, da man ihn einmal ausgestoßen hat, erhebe man ihn nicht mehr, weil man eine Herabsetzung des Gerichtes berücksichtige, und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wir haben ihn ausgestoßen und wir erheben ihn, und man berücksichtige keine Herabsetzung des Gerichtes.",
"R. Aši wandte ein: Wozu wird dies demnach vom einzelnen gelehrt, dies sollte doch auch von zweien gelten!? Vielmehr, erklärte R. Aši, sind alle der Ansicht, eine Herabsetzung des Gerichtes sei nicht zu berücksichtigen, und sie streiten über die Vereinigung der Zeugenaussagen. Sie führen denselben Streit wie die Autoren der folgenden Lehre:",
"Ihre Aussagen werden nur dann vereinigt, wenn sie esgleichzeitig gesehen haben; R. Jehošua͑ b. Qorḥa sagt, auch wenn nacheinander. Ihre Aussage vor Gericht ist nur dann entscheidend, wenn beide gleichzeitig bekunden; R. Nathan sagt, man dürfe heute die Worte des einen hören, und wenn der andere am folgenden Tage kommt, seine Worte hören.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von dir gekauft, und hier ist der [Kauf]schein."
],
[
"Jener entgegnete: Der Schein ist gefälscht. Hierauf bückte sich der andere zu Rabba und raunte ihm zu: Allerdings ist der Schein gefälscht, ich hatte aber einen echten Schein, der verloren ging, und nahm diesen, damit ich etwas in der Hand habe.",
"Hierauf entschied Rabba: Er hat keinen Grund zu lügen, denn wenn er wollte, könnte er dabei bleiben, daß der Schein echt ist. R. Joseph sprach zu ihm: Du stützt dich wohl auf den Schein, und der Schein ist nichts weiter als ein Fetzen.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Gib mir die hundert Zuz, die ich von dir zu erhalten habe, und da ist dein Schein. Dieser erwiderte: Der Schein ist gefälscht. Hierauf bückte sich der andere zu Rabba und raunte ihm zu: Allerdings ist der Schein gefälscht, ich hatte aber einen echten Schein, der verloren ging, und nahm diesen, damit ich etwas in der Hand habe.",
"Da entschied Rabba: Er hat keine Ursache zu lügen, denn wenn er wollte, könnte er dabei verbleiben, daß der Schein echt ist. R. Joseph sprach zu ihm: Du stützt dich wohl auf den Schein, und der Schein ist nichts weiter als ein Fetzen.",
"R. Idi b. Abin sagte: Die Halakha ist beim Grundstücke wie Rabba und beim Gelde wie R. Joseph. Die Halakha ist beim Grundstücke wie Rabba, denn das Grundstück verbleibe im Besitze, in dem es sich befindet; und die Halakha ist beim Gelde wie R. Joseph, denn das Geld verbleibe ebenfalls im Besitze, in dem es sich befindet.",
"Einst sagte ein Bürge zum Schuldner: Gib mir die hundert Zuz, die ich für dich an den Gläubiger gezahlt habe, und da ist dein Schein. Dieser erwiderte: Habe ich sie dir etwa nicht bereits bezahlt? Jener entgegnete: Hast du sie etwa nicht von mir zurückgenommen?",
"Da ließ R. Idi b. Abin Abajje fragen: Wie ist es in einem solchen Falle? Abajje ließ ihm erwidern: Was ist ihm da fraglich, er selbst sagte ja, die Halakha sei beim Grundstücke wie Rabba und beim Gelde wie R. Joseph; das Geld verbleibe da, wo es sich befindet.",
"Dies jedoch nur dann, wenn er ihm erwidert: du hast sie von mir zurückgeborgt, wenn er ihm aber erwidert: ich habe sie dir zurückgegeben, weil sie abgerieben und rot waren, so besteht noch die Rechtskraft des Schuldscheines.",
"Einst ging über Raba b. Šaršum ein Ruf aus, daß er Grundstücke der Waisen aufzehre. Da sprach Abajje zu ihm: Erzähle mir doch, wie die Sache sich verhält. Dieser erwiderte: Ich erhielt vom Vater der Waisen ein Grundstückals Pfand, und außerdem hatte ich"
],
[
"noch anderes Geld bei ihm, und nachdem ich es die Jahre der Verpfändunggenießbrauchthatte,",
"dachte ich: gebe ich den Waisen das Grundstück zurück und sage zu ihnen, daß ich noch anderes Geld bei ihrem Vater habe, so sagen die Rabbanan, wer eine Schuld vom Vermögen der Waisen einfordern will, könne sie nur gegen Eideinfordern; lieber will ich den Verpfändungschein verstecken und [das Grundstück] noch weiter im Betrage meines Geldes nießbrauchen. Da ich glaubhaftwäre, wenn ich gesagt hätte, es sei durch Kauf in meinen Besitz gekommen, so bin ich auch glaubhaft, wenn ich sage, ich habe bei euch Geld.",
"Da sprach jener zu ihm: Du könntest nicht sagen, es sei durch Kauf in deinen Besitz gekommen, denn es ist bekannt, daß es den Waisen gehört; geh und gib es ihnen zurück, und wenn die Waisen groß sind, verklage sie.",
"Ein Verwandter des R. Idi b. Abin starb und hinterließ eine Dattelpalme; R. Idi b. Abin sagte, er sei näher verwandt, und ein anderer sagte, er sei näherverwandt. Später gestand jener ein, daß [R. Idi] näher verwandt sei. Da sprach sie ihm R. Ḥisda zu.",
"Hierauf verlangte er, daß jener ihm auch die Früchte zurückerstatte, die er seit jenem Tage bis danngenossen hatte. Da sprach dieser: Der ist es, von dem man sagt, er sei ein bedeutender Mann!? Der Meister beruft sich jaauf jenen, und jener sagte, er sei näher verwandt. Abajje und Raba sind nicht der Ansicht R. Ḥisdas,"
],
[
"denn da er es einmal eingestanden hat, hat er es eingestanden.",
"Über den Fall, wenn einer sagt, es gehörte seinen Vorfahren, und der andere sagt, es gehörte seinen Vorfahren, und der eine Zeugen bringt, daß es seinen Vorfahren gehörte, und der andere Zeugen bringt, daß er es die Ersitzungsjahre genießbraucht habe,",
"sagte R. Ḥisda, er habe keinen Grund zu lügen, denn wenn er wollte, könnte er sagen: ich habe es von dir gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Abajje und Raba sind nicht der Ansicht R. Ḥisdas, denn wo Zeugen vorhandensind, sagen wir nicht, er habe keinen Grund zu lügen.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von dir gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Hierauf brachte er Zeugen, daß er es zwei Jahre genießbraucht habe. Da entschied R. Naḥman, er müsse das Grundstück samt den Früchten zurückgeben.",
"R. Zebid sagte: Wenn er aber einwendet und sagt, er habe den Besitz zum Nießbrauch der Früchte angetreten, so ist er glaubhaft. R. Jehuda sagte, wer eine Sichel und einen Strickhält und sagt, er wolle gehen und die Dattelpalme von jenem pflücken, denn er habe sie von jenem gekauft, sei glaubhaft, weil niemand so unverschämt ist, eine fremde Dattelpalme zu pflücken, ebenso ist auch hierbei niemand so unverschämt, fremde Früchte zu genießen. –",
"Demnach sollte dies auch vom Grundstücke selbstgelten!? – Bei einem Grundstücke kann man von ihm verlangen, daß er den [Kauf]schein vorzeige. – Demnach sollte dies auch von den Früchten gelten!? – Für Früchte pflegen die Leute keinen [Kauf]schein [zu schreiben].",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du auf diesem Grundstücke? Dieser erwiderte: Ich habe es von dir gekauft und die Ersitzungsjahre genießbraucht. Hierauf brachte er einen Zeugen, daß er es drei Jahre genießbraucht habe. Da wollten die Jünger vor Abajje sagen, dies gleiche dem Falle vom Barren R. Abbas.",
"Einst entriß nämlich jemand seinem Nächsten einen Barren. Da kam die Sache vor R. Ami, vor dem R. Abba saß, und jener brachte einen Zeugen, daß er ihn ihm entrissen habe. Der andere erwiderte: Freilich habe ich ihn ihm entrissen, er gehört aber mir. Da sprach R. Ami:"
],
[
"Wie sollen nun die Richter in dieser Sache urteilen: wollte man ihn zur Zahlung verurteilen, so sind ja keine zwei Zeugenvorhanden; wollte man ihn freisprechen, so ist ja ein Zeuge vorhanden; und wollte man ihn schwören lassen, so gibt er ja zu, daß er ihn ihm entrissen habe, und gleicht einem Räuber.",
"R. Abba erwiderte ihm: Er ist also zu einem Eide verpflichtet und kann ihn nicht leisten, und wer zu einem Eide verpflichtet ist und ihn nicht leisten kann, muß zahlen.",
"Abajje entgegnete: Es ist ja nicht gleich; in diesem Falle ist der eine Zeuge zu seiner Belastung vorhanden, und wenn noch ein Zeuge kommt, wird er ihm abgenommen, in unserem Falle aber unterstützt er ihn, und wenn noch einer kommt, läßt man es in seinem Besitze.",
"Wenn man aber den Fall R. Abbas vergleichen will, so ist er zu vergleichen mit dem Falle von einem Zeugen, der über zwei Jahre oder den Fruchtgenuß [bekundet]."
],
[
"Einst stritten zwei Leute über ein Schiff; einer sagte, es gehöre ihm, und der andere sagte, es gehöre ihm. Da erschien einer bei Gericht und bat, daß man es mit Beschlagbelege, bis er Zeugen gebracht hat, daß es ihm gehöre. Belege man es mit Beschlag oder belege man es nicht mit Beschlag? – R. Hona sagte, man belege es mit Beschlag, und R. Jehuda sagte, man belege es nicht mit Beschlag.",
"Nachdem er fortgegangen war und keine Zeugen fand, sprach er zu ihnen: Gebt es heraus, und wer kräftigerist, obsiege. – Gebe man es heraus oder gebe man es nichtheraus? – R. Jehuda sagte, man gebe es nicht heraus, und R. Papa sagte, man gebe es heraus. Die Halakha ist, man belege es nicht mit Beschlag, hat man es aber mit Beschlag belegt, so gebe man es nicht heraus.",
"Wenn einer sagt, es gehörte seinen Vorfahren, und der andere sagt, es gehörte seinen Vorfahren, so hat, wie R. Naḥman sagt, wer kräftiger ist, obsiegt. – Womit ist dies anders als der Fall, wenn zwei Urkunden am selben Tage ausgestellt wordensind,"
],
[
"bezüglich dessen Rabh sagte, sie teilen, und Šemuél sagte, nach Ermessender Richter!? – Da kann die Sache nicht festgestellt werden, hierbei aber kann sie festgestellt werden. –",
"Womit ist es hierbei anders als bei folgender Lehre!? Wenn jemand eine Kuh auf einen Esel getauschtund sie geworfen hat, oder eine Magd verkauft und sie geboren hat, und der eine sagt, dies sei erfolgt, bevor er sie verkauft hat, und der andere sagt, dies sei erfolgt, nachdem er sie gekaufthat, so teilen sie. –",
"Da"
],
[
"ist ein Streitobjekt vorhanden sowohl für den einen als auch für den anderen, hierbei aber gehört es, wenn es des einen ist, nicht dem anderen, und wenn es des anderen ist, nicht jenem.",
"Die Nehardee͑nser sagten: Kommt jemand von der Straße und eignet es sich an, so nimmt man es ihm nicht ab, denn R. Ḥija lehrte, wer das Publikum beraubt, heißenicht Räuber.",
"R. Aši sagte: Tatsächlich heißt er ein Räuber, und [die Worte] ‘heiße nicht Räuber’ sind zu verstehen, er könne es nicht zurückerstatten.",
"DIE ERSITZUNG ERFOLGT IN DREI JAHREN, VON TAG ZU TAG &C. R. Abba sagte: Wenn er selber für ihneinen Korb mit Früchten hochgehoben hat, so tritt die Ersitzung sofortein. R. Zebid sagte: Wenn er aber sagt, er habe ihm nur den Fruchtgenuß [verpachtet], so ist er glaubhaft. Dies jedoch nur innerhalb der drei Jahre, nicht aber nach Ablaufder drei Jahre.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Was mache er, wenn er ihm nur den Fruchtgenuß [verpachtet]? Dieser erwiderte: Er muß Einspruch einlegen.",
"Wenn dem nicht so wäre, so wäre erja bei einer in Sura üblichen Verpfändung, wobei geschrieben wird: nach Ablauf dieser Jahre gehe das Grundstück ohne Zahlung zurück, glaubhaft, wenn er den Schein versteckt und sagt, er habe es gekauft; sollten denn die Rabbanan eine Bestimmung getroffen haben, durch die jemand geschädigt werden kann!? Du mußt also erklären, er habe Einspruch einzulegen, ebenso muß er auch hierbei Einspruch einlegen.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Kommt ein Jisraélit als Rechtsnachfolger eines Nichjuden, so gleicht er dem Nichtjuden; wie ein Nichtjude nur durch eine Urkunde ersitz enkann, ebenso kann es auch der als Rechtsnachfolger eines Nichtjuden kommende Jisraélit nur durch eine Urkunde ersitzen. Raba sagte: Wenn aber der Jisraélit sagt,"
],
[
"der Nichtjude sagte mir, er habe es von dir gekauft, so ist er glaubhaft. – Ist denn der Fall möglich, daß, wenn ein Nichtjude es sagt, er nicht glaubhaft ist, und wenn ein Jisraélit es im Namen des Nichtjuden sagt, er glaubhaft ist!?",
"Vielmehr, sagte Raba, wenn der Jisraélit sagt: der Nichtjude hat es in meiner Gegenwart von dir gekauft und mir verkauft, so ist er glaubhaft, denn wenn er wollte, könnte er sagen: ich habe es von dir gekauft.",
"Ferner sagte R. Jehuda: Wer eine Sichel und einen Strick hält und sagt, er wolle gehen und die Dattelpalme von jenem pflücken, denn er habe sie von jenem gekauft, ist glaubhaft, denn niemand ist so unverschämt, eine Palme, die nicht ihm gehört, zu pflücken.",
"Ferner sagte R. Jehuda: Wenn jemand den für die Waldtiere außerhalb des Zaunes bestimmten Platzin Besitz genommen hat, so erfolgt dadurch keine Ersitzung, denn jener kann sagen, alles, was hier gesäet wird, fressen ja die Waldtiere ab.",
"Ferner sagte R. Jehuda: Hat er es ungeweihtgenießbraucht, so erfolgt keineErsitzung. Ebenso wird auch gelehrt: Hat er es ungeweiht, im Siebentjahreoder als Mischsaat genießbraucht, so erfolgt keine Ersitzung.",
"R. Joseph sagte: Hat er [das Getreide] als Futtergrasgenießbraucht, so erfolgt keine Ersitzung. Raba sagte: In der Ebene von Maḥozaerfolgt dadurch wohl eine Ersitzung.",
"R. Naḥman sagte: Bei einem minderwertigen Feldeerfolgt keine Ersitzung. Hat er einen Kor ausgesäet und einen Kor eingebracht, so erfolgt keine Ersitzung.",
"Die Leute vom Hause des Exilarchen können unsere [Grundstücke] nicht ersitzen, auch können wir ihre nicht ersitzen.",
"SKLAVEN &C. Gibt es denn bei Sklaven eine Ersitzung, Reš Laqiš sagte ja, heim Kleinvieh gebe es keine Ersitzung!? Raba erwiderte: Bei diesen erfolgt keine Ersitzung sofort, wohl aber nach drei Jahren.",
"Raba sagte: Ist es ein noch in der Wiege liegendes Kind, so erfolgt bei diesem die Ersitzung sofort. – Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn es eine Mutter hat; man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, die Mutter habe es vielleicht hingebracht, so lehrt er uns, daß eine Mutter ihr Kind nicht vergißt.",
"Einst fraßen Ziegen in Nehardea͑ fremde Graupen, und der Eigentümer der Graupen kam und pfändete sie und verlangte mehr. Hierauf entschied der Vater Šemuéls, daß er bis zu ihrem Werte verlangen könne, denn wenn er wollte, könnte er sagen, er habe sie gekauft. – Reš Laqiš sagte ja aber, bei Kleinvieh gebe es keine Ersitzung!? – Anders verhält es sich bei Ziegen, die einem Hirten anvertraut werden müssen. –",
"Es gibt ja noch den Morgen und den Abend!? – In Nehardea͑ sind Arabervorhanden, und sie werden aus einer Hand in die andere Hand abgeliefert.",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DREI MONATE &C. Es wäre anzunehmen, daß ein Unterschied zwischen ihnen hinsichtlich des Pflügens besteht; R. Jišma͑él ist der Ansicht, durch das Pflügen erfolge keine Ersitzung, und R. A͑qiba ist der Ansicht, durch das Pflügen erfolge eine Ersitzung. –",
"Glaubst du: wieso ist demnach nach R. A͑qiba ein Monat erforderlich,"
],
[
"es sollte doch ein Tag ausreichen!? Vielmehr sind alle der Ansicht, durch das Pflügen erfolge keine Ersitzung, und ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der großen und der kleinen Frucht.",
"Die Rabbanan lehrten: Durch das Pflügen erfolgt keine Ersitzung; manche sagen, dadurch erfolge wohl eine Ersitzung. – Wer sind die manchen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Aḥa, denn es wird gelehrt: Wenn er es ein Jahr gepflügt und zwei Jahre gesäet oder zwei Jahre gepflügt und ein Jahr gesäet hat, so erfolgt keine Ersitzung; R. Aḥa sagt, es erfolge wohl eine Ersitzung.",
"R. Aši sagte: Ich fragte alle Großen des Zeitalters und sie sagten mir, durch das Pflügen erfolge eine Ersitzung. R. Bebaj sprach zu R. Naḥman: Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, durch das Pflügen erfolge eine Ersitzung? – Weil niemand schweigend zusieht, wie andere sein Grundstückpflügen. Und was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, durch das Pflügen erfolge keine Ersitzung? – Weil er sagt: je mehr Pflugstiche hineindringen desto besser.",
"Die [Jünger] aus Pum Nahara sandten folgendes an R. Naḥman b. R. Ḥisda: Lehre uns doch der Meister, ob durch das Pflügen eine Ersitzung erfolge oder nicht? Er ließ ihnen erwidern: R. Aḥa und alle Großen des Zeitalters sagten, durch das Pflügen erfolge eine Ersitzung.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Ist es etwa eine Großtat, Männer aufzuzählen!? Da sind ja Rabh und Šemuél in Babylonien und R. Jišma͑él und R. A͑qiba im Jisraéllande, welche sagen, durch das Pflügen erfolge keine Ersitzung. –",
"R. Jišma͑él und R. A͑qiba lehren dies in unserer Mišna, wo lehrt dies Rabh? – R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, diessei die Ansicht von R. Jišma͑él und R. A͑qiba, die Weisen aber sagen, die Ersitzung erfolge in drei Jahren, von Tag zu Tag, und dies schließt wahrscheinlich das Pflügenaus, wodurch sie nicht erfolgt. –",
"Wo lehrt dies Šemuél? R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, dies sei die Ansicht von R. Jišma͑él und R. A͑qiba, die Weisen aber sagen, erst wenn er dreimal gepflückt, gewinzert oder abgelesen hat. – Welchen Unterschiedgibt es zwischen ihnen? Abajje erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einer abschüttelndenDattelpalme, (die dreimal jährlich Früchte trägt).",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: DIES GILT NUR VON EINEM SAATFELDE. Abajje sagte: Von R. Jišma͑él ist auf die Rabbanan zu schließen, daß, wenn es dreißig Bäume sind, im Verhältnisse von zehn auf die Séafläche, und er zehn im ersten, zehn im zweiten und zehn im dritten Jahre genießbraucht hat, dies als Ersitzung gelte."
],
[
"Nach R. Jišma͑él erstreckt sichdie Ersitzung der einen Fruchtart auch auf die übrigen Fruchtarten, ebenso erstreckt sich auch hierbei die Ersitzung von diesen auf jene und die Ersitzung von jenen auf diese.",
"Dies jedoch nur dann, wenn die übrigen keine [Früchte] hervorgebracht haben, wenn sie aber hervorgebracht haben und er sie nicht genießbrauchthat, so erfolgt keine Ersitzung. Ferner auch nur dann, wenn sie verteilt sind.",
"Wenn der eine die Bäume und der andere den Boden in Besitz genommen hat, so hat, wie R. Zebid sagt, der eine die Bäume und der andere den Boden geeignet. R. Papa wandte ein: Demnach besitzt der Eigentümer der Bäume nichts vom Boden, somit kann ja der Eigentümer des Bodens zum Eigentümer der Bäume sagen: entwurzle deine Bäume, nimm sie fort und gehe!? – Vielmehr, sagte R. Papa, hat der eine die Bäume und die Hälftedes Bodens und der andere die Hälfte des Bodens geeignet.",
"Entschieden ist es, daß, wenn jemand den Boden verkauft und die Bäume für sich behalten hat, ihm auch ein Teil vom Bodengehört; und selbst nach R. A͑qiba, welcher sagt, wer etwas verkauft, verkaufe es mit gönnendemAuge, gilt dies nur von Brunnen und Zisternen,",
"die den Boden nicht abmagern, bei Bäumen aber,"
],
[
"die den Boden abmagern, läßt man etwas zurück, denn wenn dies nicht der Fall wäre, so könnte jener sagen: entwurzle deine Bäumeund gehe.",
"Wenn er aber die Bäume verkauft und den Boden für sich behalten hat, so besteht darüber ein Streit zwischen R. A͑qiba und den Rabbanan; nach R. A͑qiba, welcher sagt, wer etwas verkauft, verkaufe es mit gönnendem Auge, erhält er, und nach den Rabbanan erhält er nichts.",
"Nach R. A͑qiba erhält er, denn selbst nach R. Zebid, welcher sagt, er erhaltenichts, gilt dies nur von zwei Käufern, denn der eine kann zum anderen sagen: wie ich nichts von den Bäumen erhalte, so erhältst du auch nichts vom Boden, hierbei aber verkaufte er es mit gönnendem Auge.",
"Nach den Rabbanan erhält er nichts, denn selbst nach R. Papa, welcher sagt, er erhalte wohl, gilt dies nur von zwei Käufern, denn der eine kann zum anderen sagen: wie er dir mit gönnendem Auge [verkauft] hat, ebenso hat er auch mir mit gönnendem Auge [verkauft], hierbei aberhat er es mit mißgönnendem Auge verkauft.",
"Die Nehardee͑nser sagten: Hat er siezusammengedrängtgenießbraucht, so erfolgt keine Ersitzung. Raba wandte ein: Wodurch eignet man demnach ein Futtergrasfeld!? Vielmehr, sagte Raba, hat man sie zusammengedrängt verkauft, so erhält [der Käufer] nichts vom Boden.",
"R. Zera sagte: Hierüber streiten Tannaim: Ein Weinberg, der in [Zwischenräumen von] weniger als vier Ellengepflanzt ist, ist, wie R. Šimo͑n sagt, kein Weinberg; die Weisen sagen, er sei wohl ein Weinberg, denn man betrachte die zwischenliegenden [Stöcke] als nicht vorhanden.",
"Die Nehardee͑nser sagten: Wenn jemand an seinen Nächsten eine Dattelpalme verkauft, so eignet dieser [den Boden]von der Basis bis zum, Abgrunde."
],
[
"Raba wandte ein: Sollte er doch zu ihm sagen: ich habe dir Gartensafranverkauft, pflücke deinen Gartensafran und gehe!? Vielmehr, sagte Raba, wenn er sein Recht darauf geltendmacht.",
"Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Was kann er machen, wenn er ihm nur den Gartensafran verkauft!? – Er kann Einsprucheinlegen.",
"Wenn dem nicht so wäre, so wäre erja bei einer in Sura üblichen Verpfändung, wobei geschrieben wird: nach Ablauf dieser Jahre gehe das Grundstück ohne Zahlung zurück, glaubhaft, wenn er den Schein versteckt und sagt, er habe es gekauft; sollten denn die Rabbanan eine Bestimmung getroffen haben, durch die jemand geschädigt werden kann!? Du mußt also erklären, jener habe Einspruch einzulegen, ebenso muß er auch hierbei Einspruch einlegen.",
" ES GIBT DREI LANDGEBIETEHINSICHTLICH DER ERSITZUNG: JUDÄA, TRANSJARDEN UND GALILÄA. WENN ERSICH IN JUDÄA BEFINDET UND JEMAND [SEIN GRUNDSTÜCK] IN GALILÄA IN BESITZ GENOMMEN HAT, ODER IN GALILÄA UND JEMAND [SEIN GRUNDSTÜCK] IN JUDÄA IN BESITZ GENOMMEN HAT, SO ERFOLGT KEINE ERSITZUNG; NUR WENN ER SICH MIT IHM ZUSAMMENIM SELBEN LANDGEBIETE BEFINDET. R. JEHUDA SAGTE: SIE HABEN NUR DESHALB DREI JAHRE FESTGESETZT, DAMIT MAN, WENN ER SICH IN SPANIENBEFINDET UND JEMAND [SEIN GRUNDSTÜCK] EIN JAHR IN BESITZ HÄLT, EIN JAHR ZU IHM HINGEHEN UND ES IHM MITTEILEN UND ER EIN JAHR ZURÜCKKEHREN KÖNNE.",
"GEMARA. Welcher Ansicht ist der erste Autor: ist er der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig, so sollte dies auch von Judäa und Galiläagelten, und ist er der Ansicht, der Einspruch in absentia sei ungültig, so sollte dies auch von Judäa und Judäanicht gelten!?",
"R. Abba b. Mamal erwiderte im Namen Rabhs: Tatsächlich ist er der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig, nur spricht unsere Mišna von einer Zeit der Anarchie. – Weshalb gerade Judäa und Galiläa!? –",
"Bei Judäa und Galiläa"
],
[
"ist es ebenso wie zu einer Zeit der Anarchie.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Güter eines Flüchtlingskann man nicht ersitzen. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Braucht er denn den Einspruch in seiner Gegenwarteinzulegen!? –",
"Rabh lehrt uns demnach, daß der Einspruch in absentia ungültig sei, und dem widersprechend sagte jaRabh, der Einspruch in absentia sei gültig!? – Rabh erklärte nur den Grund unseres Autors, ohne dessen Ansicht zu sein.",
"Manche lesen: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man kann die Güter eines Flüchtlings ersitzen. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Selbstverständlich, braucht er denn den Einspruch in seiner Gegenwart einzulegen!? –",
"Rabh lehrt uns demnach, daß der Einspruch in absentia gültig sei, und dies lehrte ja Rabh bereits einmal!? – Vielmehr, folgendes lehrt er uns: selbst wenn man Einspruch einlegt vor zweien, die es jenemnicht berichtenkönnen, ist der Einspruch gültig.",
"R. A͑nan sagte nämlich, ihm sei von Meister Šemuél erklärt worden, wenn man Einspruch einlegt vor zwei Personen, die es jenem mitteilen können, sei der Einspruch gültig, und wenn vor zwei Personen, die es jenem nicht mitteilen können, sei der Einspruch ungültig. – Und Rabh!? – Dein Freund hat einen Freund, und der Freund deines Freundes hat einen Freund.",
"Raba sagte: Die Halakha ist: man kann die Güter eines Flüchtlings nicht ersitzen, und der Einspruch in absentia ist gültig. – Beides!? – Das ist kein Widerspruch; eines, wenn er wegen einer Geldsache geflüchtet ist, und eines, wenn er wegen eines Mordes geflüchtet ist.",
"Was heißt Einspruch? R. Zebid erwiderte: [Sagt er:] jener ist ein Räuber, so ist dies kein Einspruch, wenn aber: jener ist ein Räuber, denn er hält mein Grundstück in räuberischer Art,"
],
[
"und morgen will ich ihn vor Gericht fordern, so ist dies ein Einspruch. –",
"Wie ist es, wenn er gesagthat: ihr sollt es jenem nicht sagen? R. Zebid erwiderte: Er hat ja gesagt, daß sie es ihm nicht sagensollen. R. Papa erwiderte: Er sagte nur, daß sie es jenem nicht sagen, wohl aber sollten sie es anderen sagen, und dein Freund hat einen Freund, und der Freund deines Freundes hat einen Freund. –",
"Wie ist es, wenn sie zu ihmgesagt haben: wir werden es jenem nicht sagen? R. Zebid erwiderte: Sie sagten ihm ja, daß sie es jenem nicht sagenwerden. R. Papa erwiderte: Wir werden es jenem nicht sagen, wohl aber anderen, und dein Freund hat einen Freund, und der Freund deines Freundes hat einen Freund. –",
"Wie ist es, wenn er zu ihnen gesagt hat, daß sie darüber nicht sprechensollen? R. Zebid erwiderte: Er sagte ja, daß sie darüber nicht sprechen sollen. – Wie ist es, wenn sie zu ihmgesagt haben, daß sie darüber nicht sprechen werden? R. Papa erwiderte: Sie sagten ihm ja, daß sie darüber nicht sprechenwerden. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Was einem nicht obliegt, spricht man hin, ohne es sich zu merken.",
"R. Naḥman sagte: Der Einspruch in absentia ist gültig. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: R. Jehuda sagte: Sie haben nur deshalb drei Jahre festgesetzt, damit man, wenn er sich in Spanien befindet, und jemand [sein Grundstück] ein Jahr in Besitz hält, ein Jahr zu ihm hingehen und es ihm mitteilen und er ein Jahr zurückkehren könne. Wozu braucht er zurückzukehren, wenn man sagen wollte, der Einspruch in absentia sei gültig, mag er doch dableiben und da Einspruch einlegen!? – Er lehrt uns einen guten Rat, daß er nämlich komme und ihm das Grundstück samt den Früchten abnehme. –",
"Wenn Raba einen Einwand gegen R. Nahman erhebt, so ist ja zu entnehmen, er sei nicht der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig, und [dem widersprechend] sagteja Raba, der Einspruch in absentia sei gültig!? – Nachdem er dies von R. Naḥman hörte, schloß er sich dieser Ansicht an.",
"Einst traf R. Jose b. R. Ḥanina die Schüler R. Joḥanans und fragte sie, ob R. Joḥanan gesagt habe, vor wieviel [Zeugen] der Einspruch einzulegen sei. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, der Einspruch sei vor zweien einzulegen. R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, der Einspruch sei vor dreien einzulegen.",
"Es wäre anzunehmen, daß sie über die Lehre des Rabba b. R. Hona streiten, denn Rabba b. R. Hona sagte: Wasvor dreien gesagt wird,"
],
[
"gilt nicht als Zwischenträgerei.Der vor zweien sagt, hält nichts von der Lehre des Rabba b. R. Hona, und der vor dreien sagt, hält wohl von der Lehre des Rabba b. R. Hona. –",
"Nein, alle halten sie wohl von der Lehre des Rabba b. R. Hona, und ihr Streit besteht in folgendem: der vor zweien sagt, ist der Ansicht, der Einspruch in absentia sei ungültig, und der vor dreien sagt, ist der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig.",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, der Einspruch in absentia sei gültig, und ihr Streit besteht in folgendem: der vor zweien sagt, ist der Ansicht, hierbei sei eine Zeugenaussageerforderlich, und der vor dreien sagt, ist der Ansicht, hierbei sei eine Kundgebung erforderlich.",
"Einst hatte Gidel b. Minjomi einen Einsprucheinzulegen, da traf er R. Hona, Ḥija b. Rabh und R. Ḥilqija b. Ṭobi sitzen und legte den Einspruch vor ihnen ein. Als er darauf im folgenden Jahre wiederum Einspruch einlegen wollte, sprachen sie zu ihm: Du brauchst dies nicht mehr, denn Rabh sagte, wenn man einmal Einspruch eingelegt hat, brauche man es nicht mehr. Manche lesen: Da sprach Ḥija b. Rabh zu ihm: Wir haben gelernt, hat man im ersten Jahre Einspruch eingelegt, so braucht man es nicht mehr.",
"Reš Laqiš sagte im Namen Bar Qapparas: Jedoch muß man am Ende jedes Trienniums Einsprucheinlegen. R. Joḥanan staunte darüber: gibt es denn bei einem Räubereine Ersitzung!? – ‘Räuber’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, gleich einem Räuber; gibt es bei ihm denn eine Ersitzung!?",
"Raba sagte: Die Halakha ist: er muß am Schlusse jedes Trienniums Einspruch einlegen. Bar Qappara lehrte: Wenn er Einspruch einlegt, wiederum Einspruch einlegt und wiederum Einsprucheinlegt, so tritt, wenn der Einspruch sich auf die erste Einwendung stützt, keine Ersitzung ein, wenn aber nicht, so tritt eine Ersitzung ein.",
"R. Naḥman sagte: Der Einspruch muß vor zweien erfolgen,"
],
[
"und er braucht sie nicht aufzufordern, es niederzuschreiben. Die Erklärung muß vor zweien erfolgen, und er braucht sie nicht aufzufordern, es niederzuschreiben.",
"Ein Geständnismuß vor zweien erfolgen, und er muß sie auffordern, es niederzuschreiben. Eine Zueignungmuß vor zweien erfolgen, und er braucht sie nicht aufzufordern, es niederzuschreiben. Die Beglaubigung einer Urkundemuß vor dreienerfolgen.",
"--",
"Raba sagte: Wollte ich etwas dagegen einwenden, so würde ich folgendes einwenden: als was gilt die Zueignung: gilt sie als gerichtlicher Akt, so sollten doch drei erforderlich sein, und gilt sie nicht als gerichtlicher Akt, wieso braucht er sie nicht aufzufordern, es niederzuschreiben!?",
"Nachdem er diesen Einwand erhoben hatte, erklärte er es. Tatsächlich gilt sie nicht als gerichtlicher Akt, nur braucht er sie deshalb nicht aufzufordern, es niederzuschreiben, weil jede Zueignung zum Niederschreiben bestimmt ist.",
"Rabba und R. Joseph sagten beide, man schreibe eine Erklärung nur wegen eines solchen, der dem Gerichte nicht gehorcht. Abajje und Raba sagten beide, selbst über mich und dich. Die Nehardee͑nser sagten: Eine Erklärung,"
],
[
"in der nicht geschrieben steht: uns ist der auf diesen [ausgeübte] Zwang bekannt, gilt nicht als Erklärung. –",
"Welche Erklärung: wollte man sagen, inbetreff eines Scheidebriefesoder einer Schenkung, so ist dies ja nur eine Kundgebung, und wenn inbetreff eines Kaufes, so sagte ja Raba, daß man keine Erklärung inbetreff eines Kaufes schreibe!? –",
"Tatsächlich inbetreff eines Kaufes, denn Raba pflichtet beiim Falle eines Zwanges, wie bei folgendem Ereignisse mit einem Obstgarten. Einst verpfändete jemand seinem Nächsten einen Obstgarten auf drei Jahre, und nachdem dieser ihn die drei Jahre der Ersitzung genießbraucht hatte, sprach er zu jenem: Wenn du ihn mir verkaufst, so ist es recht, wenn aber nicht, so verstecke ich den Verpfändungsschein und sage, ich habe ihn gekauft. In einem solchen Falle schreibe man eine Erklärung.",
"R. Jehuda sagte: Mit einer verborgenen Schenkungsurkunde kann man nichts einfordern. – Was heißt eine verborgene Schenkungsurkunde? R. Joseph erwiderte: Wenn er zu den Zeugen gesagt hat: geht, versteckt euchund schreibt sie ihm. Manche lesen: R. Joseph erwiderte: Wenn er zu ihnen nicht gesagt hat: geht auf den Markt oder den Freiplatz und schreibt sie ihm. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er nichts gesagt hat.",
"Raba sagte: Siegilt aber als Erklärung für eine andere. R. Papa sagte: Raba lehrte dies nicht ausdrücklich, vielmehr ist dies durch einen Schluß gefolgert worden.",
"Einst ging jemand sich eine Frau antrauen, und sie sprach zu ihm: Verschreibst du mir dein ganzes Vermögen, so will ich dir angehören, wenn aber nicht, so will ich dir nicht angehören. Hierauf ging er und verschrieb ihr sein ganzes Vermögen. Da kam sein alter Sohnund sprach zu ihm: Was soll aus mir werden!? Daraufhin sprach er zu den Zeugen: Geht, versteckt euch in E͑ber Jamina und verschreibt es ihm. Als sie hierauf zu Raba kamen, sprach er: Weder der eine noch die anderehat es geeignet.",
"Wer dies sah, glaubte, weil die eine [Urkunde] als Erklärung für die andere galt. Dies war es aber nicht. In diesem Falle war es ersichtlich, daß er es ihr nur aus Zwang verschriebenhatte, in anderen Fällen aber kann es sein Wille sein, daß dieser es eigne und jeneres nicht eigne.",
"Sie fragten:"
],
[
"Wie ist es, wenn er nichts gesagthat? Rabina sagte, man beanstande sie nicht. R. Aši sagte, man beanstande sie wohl. Die Halakha ist, man beanstande sie wohl.",
" EINE ERSITZUNG, DIE NICHT AUF EINER BEGRÜNDUNGBERUHT, IST UNGÜLTIG. ZUM BEISPIEL: WENN ER ZU IHM SAGT: WAS SUCHST DU AUF MEINEM GEBIETE? UND DIESER IHM ERWIDERT: NIE SAGTE MIR JEMAND ETWAS DAGEGEN, SO IST DIES KEINE [GÜLTIGE] ERSITZUNG; \n",
"WENN ABER: DU HAST ES MIR VERKAUFT, DU HAST ES MIR GESCHENKT, DEIN VATER HAT ES MIR VERKAUFT, DEIN VATER HAT ES MIR GESCHENKT, SO IST DIES EINE [GÜLTIGE] ERSITZUNG. WER SICH AUF EINE ERBSCHAFTBERUFT, BRAUCHT WEITER KEINER BEGRÜNDUNG.",
"GEMARA. Diesist ja selbstverständlich!? –",
"Man könnte glauben, dieser habe tatsächlich das Grundstück gekauft und hatte auch einen [Kauf]schein, den er verloren hat, und denkt daher wie folgt: sage ich: ich habe das Grundstück gekauft, so verlangt man von mir die Vorzeigungdes [Kauf]Scheines, somit sollten wirfür ihn Vorbringen: vielleicht hast du einen Schein gehabt und ihn verloren, denn über einen solchen Fall heiße es:öffne deinen Mund für den Stummen, so lehrt er uns.",
"--",
"Einst trat ein Strom ausüber das Grundstück R. A͑nans, und er erneuerte den Zaun auf dem Grundstücke seines Nachbars. Als er darauf vor R. Naḥman kam, sprach dieser zu ihm: Geh, gib eszurück. –",
"Ich habe es ja ersessen!? Dieser erwiderte: Wohl nach R. Jehuda und R. Jišma͑él, welche sagen, wenn esin semerGegenwart erfolgt ist, trete die Ersitzung sofort ein, aber die Halakha wird nicht nach ihnen entschieden.",
"Jener entgegnete: Er hat ja darauf verzichtet, denn er selber kam und half mir bei [der Errichtung] des Zaunes!? Dieser erwiderte: Dies war ein auf Irrtum beruhenderVerzicht. Hättest du esgewußt, so würdest du es nicht getan haben, und wie du es nicht gewußt hast, ebenso wußte er es nicht.",
"Einst trat ein Strom aus über das Gebiet R. Kahanas, und er erneuerte den Zaun auf einem fremden Grundstücke."
],
[
"Hierauf kam er vor R. Jehuda, und der andere brachte zwei Zeugen; einer bekundete, er habe zwei Beete eingerückt, und einer bekundete, er habe drei Beete eingerückt. Da sprach er zu ihm: Geh, bezahle zwei von drei.",
"Dies nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten nicht über zwei Zeugenpartien, von deinen die eine Mine und die andere zweihundert [Zuz] sagt, ob in zweihundert [Zuz] eine Mine enthaltensei,",
"sie streiten nur über eine Zeugenpartie, von der ein [Zeuge] eine Mine und der andere zweihundert [Zuz] sagt; die Schule Šammajs sagt, die Zeugenaussage sei dann gesprengt, und die Schule Hillels sagt, in zweihundert [Zuz] sei eine Mine enthalten.",
"Jener erwiderte: Ich will dir einen Brief aus dem Westen bringen, daß die Halakha nicht wie R. Šimo͑n b. Elea͑zarsei. Dieser entgegnete: Wenn du ihn gebracht hast.",
"Einst wohnte ein Mann in Qašta vier Jahre in einem Söller, und als darauf der Hausbesitzer kam und fragte, was er in diesem Hause zu suchen habe, erwiderte er: Ich habe es von jenem gekauft, der es von dir gekauft hat. Hierauf kam er vor R. Ḥija und dieser sprach zu ihm: Wenn du Zeugen hast, daß der, von dem du es gekauft hast, darin auch nur einen Tag gewohnt hat, so will ich es in deinem Besitze lassen, sonst aber nicht.",
"Rabh erzählte: Ich saß dann vor meinem Oheimund sprach zu ihm Kommt es denn nicht vor, daß jemand etwas kauft und in derselben Nacht verkauft!? Ich sah es ihm an, daß, wenn jener gesagt hätte: er hat es von dir in meiner Gegenwart gekauft, er glaubhaft wäre, denn wenn er wollte, könnte ersagen: ich habe es von dir gekauft.",
"Raba sagte: Die Ansicht R. Hijas ist einleuchtend, denn erlehrt, wer sich auf eine Erbschaft beruft, brauche weiter keiner Begründung; er braucht nur keiner Begründung, wohl aber muß er den Beweis erbringen. –",
"Vielleicht braucht er weder einer Begründung noch eines Beweises. Wenn du aber willst, sage ich: anders verhält es sich bei einem Käufer, denn niemand wirft Geld umsonsthinaus.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er da gesehen wordenist? Abajje erwiderte: Das ist ja dasselbe. Raba erwiderte: Es kommt vor, daß jemand ein Grundstück besichtigt und es nicht kauft.",
"Drei Käufer werden vereinigt. Rabh sagte: Alle durch eine Urkunde. –",
"Demnach wäre Rabh der Ansicht, durch eine Urkunde werde es bekannt, durch Zeugen aber werde es nicht bekannt, und [dem widersprechend] sagte Rabh, wenn jemand ein Feld vor Zeugen verkauft hat, könne jenervon verkauften Gütern einfordern!? –"
],
[
"Hierbei haben die Käufer sich selbst den Schaden zugefügt. –",
"Kann Rabh diesdenn gesagt haben, wir haben ja gelernt, wer seinem Nächsten [Geld] auf einen Schein geliehen hat, könne von veräußerten Gütern einfordern, und wenn vor Zeugen, könne er nur von freien Gütern einfordern!?",
"Wolltest du erwidern, Rabh sei selber Tannaund streite dagegen, so sagten ja Rabh und Šemuél, daß man wegen eines mündlichen Darlehensweder von Erben noch von Käufern [Grundstücke] abnehmen könne!? –",
"Du weisest auf einen Widerspruch zwischen Darlehen und Kauf hin!? Wer Geld leiht, tut dies heimlich, damit seine Güter nicht im Preise sinken, wer aber Grundstücke verkauft, tut dies öffentlich, damit dies bekannt werde.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn es der Vater ein Jahr und der Sohn zwei Jahre, der Vater zwei Jahre und der Sohn ein Jahr, der Vater ein Jahr, der Sohn ein Jahr und der Käuferein Jahr genießbraucht hat, so gilt dies als Ersitzung. –",
"Demnach wird es durch den Käufer bekannt; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hat er es ein Jahr vor dem Vater, und zwei Jahre vor dem Sohne, oder zwei Jahre vor dem Vater und ein Jahr vor dem Sohne, oder ein Jahr vor dem Vater, ein Jahr vor dem Sohne und ein Jahr vor dem Käufer genießbraucht, so ist die Ersitzung gültig. Wenn man nun sagen wollte, durch den Käufer werde es bekannt, so gibt es ja keinen wirksameren Einspruch als diesen!?",
"R. Papa erwiderte: Diese Lehre spricht vom Gesamtverkaufe seiner Felder.",
"HANDWERKER, GEMEINSCHAFTER, QUOTENPÄCHTER UND VORMUNDE HABEN KEIN ERSITZUNGSRECHT. iii,2 DER MANN HAT KEIN ERSITZUNGSRECHT AN DEN GÜTERN SEINER FRAU, NOCH DIE FRAU AN DEN GÜTERN IHRES MANNES, NOCH EIN VATER AN DEN GÜTERN SEINES SOHNES, NOCH EIN SOHN AN DEN GÜTERN SEINES VATERS. \n",
"DIESGILT NUR VON DER ERSITZUNG, WENN ABER JEMAND ETWAS GESCHENKT ERHALTEN HAT, ODER WENN BRÜDER GETEILT HABEN, ODER WENN JEMAND VON DEN GÜTERN EINES PROSELYTENBESITZ ERGRIFFENHAT, SO IST, WENN MAN DA ETWAS ABGESCHLOSSEN, UMZÄUNT ODER NIEDERGERISSEN HAT, DIES EINE BESITZNAHME."
],
[
"GEMARA. Der Vater Šemuéls und Levi lehrten: Ein Gemeinschafter hat kein Ersitzungsrecht; und um so weniger ein Handwerker. Šemuél lehrte: Ein Handwerker hat kein Ersitzungsrecht; ein Gemeinschafter aber hat wohl Ersitzungsrecht. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte: Gemeinschafter können von einander Besitzergreifen, für einander Zeugnis ablegenund sie gelten für einander als Lohnhüter.",
"R. Abba wies R. Jehuda im Keller R. Zakkajs auf einen Widerspruch hin: Kann Šemuél denn gesagt haben, ein Gemeinschafter habe Ersitzungsrecht, Šemuél sagte ja, ein Gemeinschafter gleiche einem mit ErmächtigungEintretenden, und dies besagt ja, daß ein Gemeinschafter kein Ersitzungsrecht habe!? – Das ist kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn er den Besitz des Ganzenangetreten hat, und eines in dem Falle, wenn er nur den Besitz der Hälfte angetretenhat.",
"Manche erklären es nach der einen Seite, und manche erklären es nach der anderenSeite.",
"Rabina erwiderte: Beides in dem Falle, wenn er den Besitz des Ganzen angetreten hat, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn dabei das Gesetz von der Teilunggilt und eines in dem Falle, wenn dabei das Gesetz von der Teilung nicht gilt.",
"Der Text. Šemuél sagte: Der Gemeinschafter gleicht einem mit Ermächtigung Eintretenden. Er lehrt uns also, der Gemeinschafter habe kein Ersitzungsrecht; sollte er doch sagen: der Gemeinschafter hat kein Ersitzungsrecht!?",
"R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Dies besagt, daß er auch von einem Felde, das nicht zum Bepflanzen bestimmtist, vom bis zu den Schultern reichenden Gewinneerhält, ebenso wie von einem Felde, das zum Bepflanzen bestimmt ist.",
"«Für einander Zeugnis ablegen.»"
],
[
"Weshalb denn, sie sind ja bei ihrer Zeugenaussage befangen!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn er ihmgeschrieben hat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch auf dieses Feld. – Was ist denn dabei, daß er ihm dies geschrieben hat, es wird ja gelehrt, wer zu seinem Nächstengesagt hat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch auf dieses Feld, ich habe damit nichts zu tun, ich habe meine Hände davon genommen, habe nichts gesagt!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn er es ihm aus der Hand zugeeignethat. – Was ist denn dabei, daß er es ihm aus der Hand zugeeignet hat, er stellt es ja seinem Gläubiger zur Verfügung!?",
"Rabin b. Šemuél sagte nämlich im Namen Šemuéls, wer seinem Nächsten ein Feld ohne Haftung verkauft hat, könne für ihn über dieses kein Zeugnis ablegen, weil er es seinem Gläubiger zur Verfügung stellt. –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn erHaftung übernommen hat. – Welche Haftung, wollte man sagen, allgemeineHaftung, so ist diesihm ja um so lieber!? – Vielmehr, Haftung für Fälle, die durch ihn eintreten. –",
"Ist es denn gültig, wenn er sich davon lossagt, es wird ja gelehrt: Wenn den Leuten einer Stadt eine Torarolle gestohlen worden ist, so dürfen die Richter dieser Stadt nicht richtenund die Einwohner derselben nicht Zeugensein. Wenn dem nun so wäre, so sollten doch zweisich davon lossagen und richten!? –",
"Anders verhält es sich bei einer Torarolle, die nur zum Zuhörenbestimmt ist. –",
"Komm und höre: Wenn jemand verfügt hat, daß man für ihn eine Mine für die Leute seiner Stadtgebe, so dürfen die Richter dieser Stadt nicht richtenund die Einwohner derselben nicht Zeugen sein. Weshalb denn, sollten doch zwei sich davon lossagen und richten!? –",
"Hier wird ebenfalls von einer Torarolle gesprochen. –",
"Komm und höre: Wenn jemand verfügt hat, daß man für ihn den Armen der Stadt eine Mine gebe, so dürfen die Richter dieser Stadt nicht richten und die Einwohner derselben nicht Zeugen sein. – Glaubst du etwa, daß die Armen erhalten und die Richter abgelehntwerden!? – Lies vielmehr: die Richter von den Armen dieser Stadt dürfen nicht richten und die Armen derselben dürfen nicht Zeugen sein. – Weshalb denn, sollten doch zwei sich davon lossagen und richten!? –",
"Hier wird ebenfalls von einer Torarolle gesprochen, und er spricht deshalb von Armen, weil bezüglich einer Torarolle jeder als Armergilt.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wie gelehrt wird, von wirklichen Armen, und zwar von Armen, deren Unterhalt ihnen obliegt. – In welchem Falle: ist es festgesetzt, so sollten doch zwei entrichten, was ihnen auferlegt ist, und richten!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn es nicht festgesetztist. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, wenn es festgesetzt ist, dennoch ist es ihnen lieb, daß mehr [Geld] vorhanden ist.",
"«Und sie gelten für einander als Lohnhüter.»"
],
[
"Weshalb denn, dies ist ja eine Bewachung im Beisein des Eigentümers!? R. Papa erwiderte: Wenn er zu ihm gesagt hat: hüte du mir heute, ich hüte dir morgen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat er ihm ein Haus verkauft, hat er ihm ein Feld verkauft, so darf er für ihn darüber kein Zeugnisablegen, weil er haftbar ist; hat er ihm eine Kuh verkauft, hat er ihm ein Gewand verkauft, so darf er für ihn darüber Zeugnis ablegen, weil er nicht haftbar ist. – Welchen Unterschied gibt es denn zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?",
"R. Šešeth erwiderte: Der Anfangsatz spricht von dem Falle, wenn Reúben ein Feld von Simon gerauht und es an Levi verkauft hat, und darauf Jehuda kommt und auf dieses Eigentumsrechte geltend macht; Šimo͑n kann dann nicht für Levi Zeugnisablegen, denn ihm ist es erwünscht, daß es zurück zu ihm gelange. –",
"Wieso kann er, wenn er für Levi Zeugnis ablegt, es ihm abnehmen!? – Wenn er sagt, er wisse, daß dieses Grundstück nicht Jehuda gehöre. – Sollte er doch mit demselben Rechte, mit dem er es Levi abnehmen will, Jehuda abnehmen!? –",
"Wenn er sagt, der andere sei ihm lieber, denn jener war schlimmerals dieser.",
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn der eine Zeugen hat und der andere Zeugen hat, und die Rabbanan bestimmten, daß [in einem solchen Falle] das Grundstück bei dem bleibe, bei dem es sich befindet. –"
],
[
"Sollte er es doch auf einen Räuberbeziehen!? –",
"Da er im Schlußsatz den Fall lehren will, wenn er ihm eine Kuh verkauft hat, wenn er ihm ein Gewand verkauft hat, also nur vom Verkaufe, wo Lossagungund Besitz Wechsel eingetreten ist, nicht aber, wenn er es nicht verkauft hat, da er es zurückerhält, daher lehrt er es auch im Anfangsatze vom Verkaufe. –",
"Zugegeben, daß er sich im Falle des Schlußsatzes von der Sache selbst losgesagthat, vom Ersatze aber hat er sich ja nicht losgesagt!? – In dem Falle, wenn der Räuber gestorben ist. Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand etwas geraubt und es seinen Kindern zum Verzehren gegeben oder ihnen hinterlassen hat, so sind sie ersatzfrei. –",
"Sollte er es doch auf einen Erbenbeziehen!?",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, der Besitz des Erben gleiche nicht dem Besitzedes Käufers, wie ist es aber zu erklären nach demjenigen, welcher sagt, der Besitz des Erben gleiche dem Besitze des Käufers!?",
"Ferner wandte Abajje ein: Wieso heißt es: weil er haftbar ist, beziehungsweise nicht haftbar ist, es sollte ja heißen: weil es wieder in seinen Besitz gelangt, beziehungsweise: nicht in seinen Besitz gelangt!? –",
"Dies ist vielmehr nach Rabin b. Šemuél zu erklären, denn Rabin b. Šemuél sagte im Namen Šemuéls: Wer seinem Nächsten ein Feld ohne Haftung verkaufthat, kann für ihn über dieses kein Zeugnis ablegen, weil er es seinem Gläubiger zur Verfügungstellt.",
"Dies gilt nur von einem Hauseoder einem Felde, bei einer Kuh oder einem Gewande"
],
[
"aber ist es selbstverständlich von dem Falle, wenn er nichts vereinbart hat, daß [der Gläubiger] darauf keinen Anspruch hat, denn es sind Mobilien, und auf Mobilien hat ein Gläubiger keinen Anspruch, und obgleich er ihm schreibt: vom Gewande auf seiner Schulter, gilt dies nur von dem Falle, wenn es vorhanden ist, nicht aber wenn es nicht vorhanden ist,",
"aber nicht einmal in dem Falle, wenn er es verhypothezierthat. Dies nach Raba, denn Raba sagte: Hat jemand seinen Sklaven verhypotheziert und ihn verkauft, so kann der Gläubiger von ihm einfordern, wenn er aber seinen Ochsen oder seinen Esel verhypotheziert und verkauft hat, so kann der Gläubiger von ihnen nicht einfordern,",
"denn in dem einen Falle ist es bekanntund im anderen ist es nicht bekannt. –",
"Sollte doch berücksichtigt werden, er könnte ihmdie Mobilien in Verbindung mit Immobilien zugeeignethaben, denn Raba sagte, wenn jemand einem Mobilien in Verbindung mit Immobilien zueignet, dieser, sobald er die Immobilien geeignethat, auch die Mobilien geeignethabe, und hierzu sagte R. Ḥisda: wenn er ihm geschrieben hat: nicht als bloße Zusage und nicht als Formularschein!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sie gekauft und sofort verkauft hat. –",
"Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht [hat er ihm auch das zugeeignet], was er kaufenwird; oder hieraus wäre zu entscheiden, daß, [wenn jemand gesagt hat:] was ich kaufen werde, und darauf gekauft und verkauft, oder gekauft und vererbt hat, es nicht verpfändet werde!? –",
"In dem Falle, wenn Zeugen bekunden, daß sie von diesem wissen, daß er niemals Grundstücke besaß. –",
"Aber R. Papa sagte ja, obgleich die Rabbanan gesagt haben, wenn jemand seinem Nächsten ein Feld ohne Haftung verkauft und ein Gläubiger gekommen ist und es ihm weggenommen hat, habe jener an ihn keine Ansprüche, so kann er sich dennoch an ihnhalten, wenn es sich herausstellt, daß es nicht ihm gehörte!? –",
"Hier handelt es sich um den Fall, wenn er anerkennt, daß ervon dessen Eselin geworfenist.",
"R. Zebid aber sagte, auch wenn es sich herausstellt, daß es nicht ihm gehörte, kann jener sich nicht an ihn halten, denn er kann ihm erwidern: deshalb habe ich es dir ohne Haftung verkauft.",
"Der Text. Rabin b. Šemuél sagte im Namen Šemuéls: Wer seinem Nächsten ein Feld ohne Haftung verkauft hat, kann für ihn über dieses kein Zeugnis ablegen, weil er es seinem Gläubiger zur Verfügung stellt. Von welchem Falle wird hier gesprochen:"
],
[
"hat er noch anderes Ackerland, so wendet er sich ja an ihn, und hat er kein anderes Ackerland, so ist es ja für ihn belanglos!? –",
"Tatsächlich, wenn er kein anderes Ackerland hat, aber es ist ihm nicht lieb, daß es von ihm heiße: der Frevler borgt und bezahlt nicht. –",
"Aber schließlich heißt es ja von ihm dem anderen gegenüber ebenfalls: der Frevler borgt und bezahlt nicht!? – Diesem kann er sagen: daher habe ich es dir ohne Haftung verkauft.",
"Raba, nach anderen R. Papa, ließ bekannt machen: Die nach oben hinaufsteigen und die nach unten hinabgehen [sollen es wissen:] wenn ein Jisraélit an einen anderen Jisraéliten einen Esel verkauft hat und ein Nichtjude kommt und ihn ihm wegnimmt, so heischt das Recht, daß jenerihn frei bekommen müsse.",
"Dies jedoch nur dann, wenn [der Käufer] nicht weiß, daß er von seiner Eselin geworfenist, nicht aber, wenn er weiß, daß er von seiner Eselin geworfenist. Ferner nur dann, wenn er ihn nicht samt dem Sattel wegnimmt, nicht aber, wenn er ihn samt dem Sattel wegnimmt.",
"Amemar sagte: Auch dann nicht, wenn all diese Bedingungen nicht vorhanden sind, denn es ist bekannt, daß ein Nichtjude gewöhnlich ein Räuberist, wie es heißt: deren Mund Falschheit redet und deren Rechte eine trügerische Rechte ist.",
"DERHANDWERKER HAT KEIN ERSITZUNGSRECHT. Rabba sagte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn er es ihmvor Zeugen übergeben hat, wenn er es ihm aber ohne Zeugen übergeben hat, ist er, da er sagen könnte, diessei überhaupt nicht wahr, glaubhaft, wenn er sagt, er habe es gekauft.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte er doch, auch wenn Zeugen vorhanden sind, glaubhaft sein, wenn er sagt, er habe es gekauft, da er sagen könnte, er habe es bereits zurückgegeben!?",
"Rabba erwiderte: Du glaubst wohl,"
],
[
"wenn jemand seinem Nächsten etwas vor Zeugen zur Verwahrung gegeben hat, brauche dieser bei der Rückgabe keine Zeugen?",
"Abajje wandte ein: Wenn jemand seinen Sklaven bei einem Handwerkeroder sein Gewand bei einem Wäscher sieht und zu ihm sagt: wie kommt es zu dir? [und dieser ihm erwidert:] du hast es mir verkauft, du hast es mir geschenkt, so sind seine Worte nichtig; wenn aber: in meiner Gegenwart sagtest du jenem, daß er es mir verkaufe, daß er es mir schenke, so sind seine Worte gültig. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?",
"Raba erwiderte: Der Schlußsatz gilt von dem Falle, wenn es sich bei einem anderenbefindet, und dieser andere zu ihm sagt: in meiner Gegenwart sagtest du ihm, daß er es mir verkaufe, daß er es mir schenke. Da er sagen könnte: ich habe es von dir gekauft, so ist er glaubhaft, wenn er sagt: du hast es ihm verkauft, und er hat es mir verkauft.",
"Der Anfangsatz lehrt also den Fall, wenn er sieht; in welchem Falle: sind Zeugenvorhanden, so braucht er es ja nicht zu sehen, mag er doch Zeugen bringen und [seine Sache] erhalten; doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden sind, dennoch kann er es abnehmen, sobald er es sieht!? –",
"Nein, tatsächlich wenn Zeugen vorhanden sind, dennoch nur dann, wenn er es sieht. –",
"Du selbst sagt ja aber, wenn jemand einem etwas vor Zeugen zur Verwahrung gegeben hat, dieser es ihm vor Zeugen zurückgeben müsse!? Dieser erwiderte: Ich bin davon abgekommen.",
"Raba erhob folgenden Einwandals Stütze für Rabba: Wenn jemand einem Handwerker ein Gewand übergeben hat, und der Handwerker sagt: du hast mirzwei versprochen, und der andere sagt: ich habe dir nur eines versprochen, so hat, so lange das Gewand beim Handwerker sich befindet, der Eigentümer den Beweis zu erbringen; hat er es ihm aber bereits abgeliefert, so kann er, wenn dieszur Zeit erfolgt, schwören und es erhalten, wenn aber die Zeit verstrichen ist, so hat, wer vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen.",
"In welchem Falle: sind Zeugenvorhanden, so sollte man doch sehen, was die Zeugen sagen,"
],
[
"doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden sind, und er lehrt, der Handwerker sei glaubhaft; da er sagen könnte, er habe [die Sache] gekauft, so ist er auch hinsichtlich seines Lohnes glaubhaft!? –",
"Nein, tatsächlich, wenn keine Zeugen vorhanden sind, und er es nichtsah.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Ein Handwerker hat kein Ersitzungsrecht. Nur ein Handwerker hat kein Ersitzungsrecht, wohl ober hat jeder andere Ersitzungsrecht.",
"In welchem Falle: sind Zeugenvorhanden, wieso hat jeder andere Ersitzungsrecht, doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden sind, und er lehrt, ein Handwerker habe kein Ersitzungsrecht. Dies ist eine Widerlegung Rabbas. Eine Widerlegung.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn einem beim Handwerker Sachen vertauscht worden sind, so darf er siebenutzen, bis der andere kommt und seine holt; wenn aber im Hause eines Leidtragenden oder bei einem Gastmahle, so darf er sie nicht benutzen, bis der andere kommt und seine holt. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?",
"Rabh erwiderte: Ich saß vor meinem Oheim, und er sprach zu mir: pflegt man etwa nicht zu einem Handwerker zu sagen: verkaufe mir mein Gewand?",
"R. Ḥija, Sohn des R. Naḥman, sagte: Dies lehrten sie nur vom Handwerker selber, nicht aber von seiner Frau oder seinen Kindern. Und auch von ihm selbst gilt dies nur in dem Falle, wenn er zu ihm ‘[da hast du] das Gewand’ gesagt hat, nicht aber, wenn ‘dein Gewand’, denn dieses ist nicht sein Gewand.",
"Abajje sprach zu Raba: Komm, ich will dir zeigen, wie es die Betrüger von Pumbedithamachen. Jemand sagt zu einem: Gib mir mein Gewand. – Ich weiß von nichts. – Ich habe ja Zeugen, die esbei dir gesehen haben. Dieser erwidert: Dieses war ein anderes. – Hole es hervor und wir wollen es sehen. Dieser erwidert: Wieso, ich hole es nichthervor.",
"Da sprach Raba: Er hatrecht;"
],
[
"eswird ja nur von dem Falle gelehrt, wenn er es sieht.",
"R. Aši sagte: Ist jener aber schlau, so bringe er es dazu, daß er es sehe. Er spräche nämlich zu ihm wie folgt: Du hältst es wohl deshalb zurück, weil du Geld bei mir hast; hole es hervor und wir lassen es schätzen, sodann erhältst du deines und du gibst mir meines. R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Jener kann ihm erwidern: ich brauche deine Schätzung nicht; andere vor dir haben es bereits geschätzt.",
"DER QUOTENPÄCHTER HAT KEIN ERSITZUNGSRECHT. Weshalb denn, bisher hatte er die Hälfte und jetzt alles!? R. Joḥanan erwiderte: Dies gilt von Familien-Quotenpächtern.",
"R. Naḥman sagte: Setzt der Quotenpächter an seiner Stelle andere Quotenpächter ein, so hat er Ersitzungsrecht, denn niemand sieht schweigend zu, wie fremde Quotenpächter in sein Grundstück eingesetzt werden.",
"R. Joḥanan sagte: Verteilt der Quotenpächterdas Feld unter andere Quotenpächter, so hat er kein Ersitzungsrecht, denn er hat vielleicht nur die Erlaubnis dazu erhalten.",
"R. Naḥman b. R. Ḥisda ließ R. Naḥman b. Ja͑qob fragen: Mag uns der Meister lehren, ob ein Quotenpächter Zeugnis ablegendürfe oder nicht. Da sprach R. Joseph, der vor ihm saß, zu ihm: Folgendes sagte Šemuél: ein Quotenpächter darf Zeugnis ablegen. – Es wird ja aber gelehrt, er dürfe kein Zeugnis ablegen!? –",
"Das ist kein Einwand; eines, wenn Früchte noch auf dem Grundstücke vorhanden sind, und eines, wenn keine Früchte mehr auf dem Grundstücke vorhanden sind.",
"--",
"Die Rabbanan lehrten: Der Bürge darf Zeugnis ablegen für den Schuldner; dies jedoch nur dann, wenn er noch anderes Ackerland hat. Der Gläubiger darf Zeugnis ablegen für den Schuldner; dies jedoch nur dann, wenn er noch anderes Ackerland hat.",
"Der erste Käufer darf Zeugnis ablegen für den zweitenKäufer; dies jedoch nur dann, wenn er noch anderes Ackerlandhat."
],
[
"Der Empfängerdarf, wie manche sagen, Zeugnisablegen, und wie manche sagen, kein Zeugnis ablegen. Manche sagen, er dürfe Zeugnis ablegen, gleich einem Bürgen, und manche sagen, er dürfe kein Zeugnis ablegen, denn er sagt, wenn er beide hat, so kann der Gläubiger, wenn er kommt, das nehmen, das ihm gefällt.",
"R. Joḥanan sagte: Ein Handwerker hat kein Ersitzungsrecht; der Sohn des Handwerkers hat Ersitzungsrecht. Ein Quotenpächter hat kein Ersitzungsrecht; der Sohn des Quotenpächters hat Ersitzungsrecht. Ein Räuber und der Sohn des Räubers haben kein Ersitzungsrecht; der Sohn des Sohnes des Räubers hat Ersitzungsrecht. –",
"In welchem Falle: berufen sie sich auf den Anspruchihres Vaters, so sollten auch diese keines haben, und berufen sie sich nicht auf den Anspruchihres Vaters, so sollte es auch der Sohn des Räubers haben!? –",
"In dem Falle, wenn die Zeugen bekunden: er hat esvor uns eingestanden; von allen ist anzunehmen, daß sie die Wahrheitsagen, dieser aberist nicht glaubhaft, auch wenn er es eingestandenhat. Diesnach R. Kahana, denn R. Kahana sagte: Hätte er es ihmnicht eingestanden, so würde er ihn samt seinem Esel zum Fronbeamten gebracht haben.",
"Raba sagte: Zuweilen kann es vorkommen, daß auch der Sohn des Sohnes des Räubers kein Ersitzungsrecht hat, und zwar in dem Falle, wenn er sich auf den Anspruch des Vaters seines Vaters beruft. –",
"Wer heißt ein Räuber? R. Joḥanan erwiderte: Wenn er dieses Feld in räuberischer Weise in Besitz genommen hat. R. Ḥisda erklärte: Wie zum Beispiel die Leute jener Familie, die wegen einer Geldsache einen Mord begehen.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein Handwerker hat kein Ersitzungsrecht; hat er sein Handwerk aufgegeben, so hat er Ersitzungsrecht. Ein Quotenpächter hat kein Ersitzungsrecht; hat er die Quotenpacht auf gegeben, so hat er Ersitzungsrecht. Wenn ein Sohn sich trenntoder eine Frau geschieden wird, so gleichen sie jedem anderen Menschen. –",
"Allerdings muß dies von einem Sohne, der sich trennt, gelehrt werden, denn man könnte glauben, er habe ihm gegenüber verzichtet, so lehrte er uns, daß dies nicht anzunehmen sei, aber von einer Frau, die geschieden wird, ist dies ja selbstverständlich!? – Dies ist hinsichtlich des Falles nötig,"
],
[
"wenn sie geschieden, aber nicht [effektiv] geschiedenist. Dies nach R. Zera, denn R. Zera sagte im Namen des R. Jirmeja b. Abba im Namen Šemuéls: In allen Fällen, von denen die Weisen gesagt haben, sie sei geschieden, aber nicht [effektiv] geschieden, ist der Ehemann zu ihrem Unterhalte verpflichtet.",
"R. Naḥman sagte: Hona sagte mir: wenn diese alleeinen Beweis erbrachthaben, so ist der Beweis gültig und man läßt das Feld in ihrem Besitze; wenn aber ein Räuber einen Beweis erbracht hat, so ist sein Beweis ungültig, und man läßt das Feld nicht in seinem Besitze. –",
"Was lehrt er uns da, wir haben ja bereits gelernt, wenn jemand [ein Feld] von einem Plünderer und es dann wiederum vom Eigentümer gekauft hat, sei der Kauf ungültig!? –",
"Dies schließt die Ansicht Rabhs aus: Rabh sagte, dies haben sie nur von dem Falle gelehrt, wenn er zu ihmgesagt hat: geh, tritt den Besitz an und eigne es, durch einen [Kauf]scheinaber eigne er es wohl,",
"so lehrt er uns nach Šemuél, welcher sagt, daß er es auch durch einen [Kauf]schein nichteigne, es sei denn, daß er ihm Güterhaftungverschrieben hat.",
"R. Bebaj ergänzte es im Namen R. Naḥmans wie folgt: das Grundstück erhält ernicht, wohl aber das Geldzurück. Dies gilt nur von dem Falle, wenn Zeugen bekunden, daß er es ihm in ihrer Gegenwart aufgezählt hat, nicht aber, wenn Zeugen bekunden, daß jener ihm in ihrer Gegenwart eingestandenhat. Dies nach R. Kahana, denn R. Kahana sagte: Hätte er es ihm nicht eingestanden, würde er ihn samt seinem Esel zum Fronbeamten gebracht haben.",
"R. Hona sagte: Wenn man einen hängtund er verkauft, so ist der Kauf gültig, denn auch sonst würde niemand, wenn er dazu nicht gezwungen wäre, etwas verkaufthaben, dennoch ist der Verkauf gültig. – Vielleicht ist der eigene Zwang anders als der Zwang durch einen an- deren!? – Vielmehr, dies ist aus folgender Lehre zu erklären:"
],
[
"Soll er es darbringen, dies lehrt, daß man ihn dazuzwinge. Man könnte glauben, man wende Gewalt an, so heißt es: nach seinem Wunsche. Wie mache man es? Man nötige ihn, bis er sagt, er wünsche es. –",
"Vielleicht ist es da anders, denn er will Sühne erlangen!? Wollte man sagen, dies sei aus dem Schlußsatze zu entnehmen: ebenso verhält es sich bei der Scheidungeiner Frau, man nötige ihn, bis er sagt, er wünsche es,",
"so ist es vielleicht auch da anders, weil es Gebot ist, auf die Worte der Weisen zu hören!? – Vielmehr, dies ist einleuchtend; wegen des Zwanges beschließt er, den Besitzzuzueignen.",
"R. Jehuda wandte ein: Der erzwungene Scheidebriefist, wenn es durch Jisraéliten erfolgt, gültig, und wenn durch Nichtjuden, ungültig; soll es aber durch einen Nichtjuden erfolgen, so prügle man ihn und sage ihm: tu, was der Jisraélit dir sagt. Weshalb nun, sollte man auch hierbeisagen, durch den Zwang beschließe er auf die Scheidung einzugehen!? –",
"Hierzu wurde ja gelehrt: R. Mešaršeja sagte: Nach der Tora ist er gültig, auch wenn es durch Nichtjuden erfolgt, nur sagten sie deshalb, wenn es durch Nichtjuden erfolgt, sei er ungültig, damit nicht jede sich in die Hand eines Nichtjuden begebeund sich dadurch von ihrem Manne befreie.",
"R. Hamnuna wandte ein: Wenn jemand [ein Feld] von einem Plünderer und es nachher wiederum vom Eigentümer gekauft hat, so ist der Kauf ungültig. Weshalb denn, sollte man doch hierbei sagen, durch den Zwang beschließe er, den Besitz zuzueignen!? –",
"Hierzu wurde ja gelehrt: Rabh sagte, dies gelte nur von dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat: geh, nimm es in Besitz und eigne es, durch einen Schein aber eigne er es wohl. –",
"Wie ist es aber nach Šemuél zu erklären, welcher sagt, er eigne es auch nicht durch einen Schein!? – Šemuél pflichtet bei in dem Falle, wenn er den Preis bezahlt hat. –",
"Wie ist es aber nach R. Bebaj zu erklären, der im Namen R. Naḥmans ergänzte: er erhalte das Grundstück nicht, wohl aber das Geld zurück!? – Das, was R. Bebaj sagte, ist nur eine Ansicht, und R. Hona ist nicht dieser Ansicht.",
"Raba sagte: Die Halakha ist: Wenn man einen hängt und er verkauft, so ist der Verkauf gültig. Dies gilt nur"
],
[
"von einem unbestimmtenFelde, nicht aber von einem bestimmten Felde;",
"und auch von einem bestimmten Felde gilt dies nur in dem Falle, wenn er das Geld nicht gezählthat, nicht aber, wenn er das Geld gezählthat.",
"Ferner gilt dies nur von dem Falle, wenn er dem nicht entgehen konnte, nicht aber, wenn er dem entgehen konnte.",
"Die Halakha ist: in allen Fällen ist der Kauf gültig, sogar bei einem bestimmten Felde. Bei einer Frauist es ja ebenso wie bei einem bestimmten Felde, dennoch sagte Amernar, wenn er sie hängtund die Antrauung vollzieht, sei die Antrauung gültig.",
"Mar b. R. Aši sagte: Die Antrauung ist entschieden ungültig; er hat ungehörig gehandelt, daher hat man auch an ihm ungehöriggehandelt, und die Rabbanan haben seine Antrauung aufgehoben.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings, wenn er die Antrauung durch Geld vollzogen hat, wie ist es aber, wenn er sie durch den Beischlaf vollzogenhat!? Dieser erwiderte: Die Rabbanan haben seinen Beischlaf zum unehelichen gemacht.",
"Ṭabi zwangPapi wegen einer Artischoke und er verkaufte sie ihm, und Rabba b. Bar Ḥana war auf der Erklärungund der Verkaufsurkunde unterzeichnet. Da sprach R. Hona: Wer die Erklärung unterzeichnet hat, hat rechtgetan, und wer die Verkaufsurkunde unterzeichnet hat, hat recht getan. –",
"Wie du es nimmst: wenn die Erklärung, nicht die Verkaufsurkunde, und wenn die Verkaufsurkunde, nicht die Erklärung!? – Er meint es wie folgt: wenn nicht die Erklärung, so würde derjenige, der die Verkaufsurkunde unterzeichnet hat, recht getan haben. R. Hona vertrat hierbei seine Ansicht, denn R. Hona sagte: Wenn man jemand hängt und er verkauft, so ist der Verkauf gültig. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Naḥman sagte ja, wenn die Zeugensagen, sie haben einen Vertrauensschuldscheinunterschrieben,"
],
[
"seien sie nicht glaubhaft, sie haben eine Erklärungunterschrieben, seien sie nicht glaubhaft!? –",
"Dies nur, wenn es mündlich erfolgtist, denn die mündliche Erklärung kann die Urkunde nickt aufheben, bei einer Urkunde aber kann diese Urkunde jene Urkunde aufheben.",
"Der Text. R. Hona sagte: Wenn die Zeugen sagen, sie haben einen Vertrauensschuldschein unterschrieben, so sind sie nicht glaubhaft, sie haben eine Erklärung unterschrieben, so sind sie nicht glaubhaft.",
"Mar b. R. Aši aber sagt, wenn [sie sagen], sie haben einen Vertrauensschuldschein unterschrieben, seien sie nicht glaubhaft, wenn aber: sie haben eine Erklärung unterschrieben, seien sie glaubhaft, denn diese darf geschrieben werden, jene aber darf nicht geschrieben werden.",
"DER MANN HAT KEIN ERSITZUNGSRECHT AN DEN GÜTERN SEINER FRAU &C. Selbstverständlich; da ihm die Früchte gehören, so hat er ja die Früchte genießbraucht!? –",
"In dem Falle, wenn er ihr geschrieben hat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch auf deine Güter. –",
"Was ist denn dabei, daß er es ihr geschrieben hat, es wird ja gelehrt, wer zu seinem Nächsten gesagt hat: ich habe kein Recht und keinen Anspruch auf dieses Feld, ich habe damit nichts zu tun, ich habe meine Hände davon genommen, habe nichts gesagt!?",
"In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Wenn er ihr es noch als Verlobte geschriebenhat. Diesnach R. Kahana, denn R. Kahana sagte,"
],
[
"man könne über eine aus anderer Stelle kommende Erbschaft vereinbaren, sie nicht zu erben. Ferner auch nach Raba, denn Raba sagte: Wenn jemand sagt, er verzichte auf die von den Weisen für ihn getroffene Vorsorge, wie beispielsweise in diesem Falle, so höre man auf ihn. –",
"Was heißt: wie in diesem Falle? – Dies bezieht sich auf die Lehre R. Honas im Namen Rabhs. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs, eine Frau könne zu ihrem Ehemanne sagen, sie wolle weder Unterhalt noch arbeiten. –",
"Ist aber ein Beweisvorhanden, so hat er eswohl; aber sie kann ja sagen, sie habe nur ihrem Ehemanne einen Gefallenerwiesen!?",
"Haben wir ja auch gelernt: Wenn er esvom Ehemanne und nachher von der Frau gekaufthat, so ist sein Kauf ungültig. Sie kann demnach sagen, sie habe nur ihrem Ehemanne einen Gefallen erwiesen, ebenso sollte sie auch hierbei sagen können, sie habe nur ihrem Ehemanne einen Gefallen erwiesen!? –",
"Hierzu wird ja gelehrt: Rabba b. R. Hona sagte, dies gelte nur von folgenden dreiFeldern: das er ihr für ihre Morgengabe verschrieben hat,"
],
[
"das er ihr für ihre Morgengabe bestimmthat, und das sie als ihr Eigentum eingeschätzt mitgebracht hat. –",
"Was schließt dies aus; wollte man sagen, dies schließe andere Güteraus, so könnte ja um so mehr eine Feindschaft hervorgerufen werden, denn er könntezu ihr sagen: du hast deine Augen auf die Scheidung oder [meinen] Todgerichtet!?",
"Vielmehr, dies schließt Nießbrauchgüteraus. – Amemar sagte ja aber, wenn der Ehemann oder die Frau Nießbrauchgüter verkauft hat, sei dies ungültig!? –",
"Die Lehre Amemars bezieht sich auf den Fall, wenn er verkauft hat und gestorben ist, daß sie dann kommen kann und es abnehmen, oder wenn sie verkauft hat und gestorben ist, daß er dann kommen kann und es abnehmen, und zwar auf Grund der Anordnung der Rabbanan. Dies nach R. Jose b. Ḥanina, denn R. Jose b. Hanina sagte: In Uša ordneten sie an, daß, wenn eine Frau Nießbrauchgüter verkauft hat und gestorben ist, der Ehemann sie den Käufern abnehmen könne.",
"Wenn sie aber beide zusammen an einen Fremden verkaufthaben, oder wenn sie an ihn verkauft hat, so ist der Verkauf gültig.",
"Wenn du aber willst, sage ich: Amemar ist der Ansicht R. Elea͑zars,",
"denn es wird gelehrt: Wenn jemand einem seinen Sklaven verkauft und mit ihm vereinbart, daß er noch dreißig Tage in seinen Diensten verbleibe,",
"so hat, wie R. Meír sagt, beim ersten [Eigentümer] das Gesetz von einem oder zwei TagenGeltung, weil er in seinem Besitze ist, und beim zweiten hat das Gesetz von einem oder zwei Tagen keine Geltung, weil er nicht in seinem Besitze ist;",
"er ist der Ansicht, der Besitz der Früchtegleiche dem Besitze des Kapitals.",
"R. Jehuda sagt, beim zweiten habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen Geltung, weil er sein Eigentum ist, und beim ersten habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen keine Geltung, weil er nicht sein Eigentum ist; er ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals.",
"R. Jose sagt,"
],
[
"bei beiden habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen Geltung, bei dem einen, weil er in seinem Besitze ist, und beim anderen, weil er sein Eigentum ist; ihm ist es zweifelhaft, ob der Besitz der Früchte dem Besitze des Kapitals gleiche oder nicht, und in einem Zweifel bei Todesstrafsachenist erleichternd zu entscheiden.",
"R. Elea͑zar sagt, bei beiden habe das Gesetz von einem oder zwei Tagen keine Geltung, bei dem einen, weil er nicht in seinem Besitze ist, und bei dem anderen, weil er nicht sein Eigentum ist.",
"Hierzu sagte Raba: Was ist der Grund R. Elea͑zars? Die Schrift sagt:er soll nicht bestraft werden, denn er ist sein Eigentum, sein Eigentum, das ausschließlich ihm gehört.",
"Hat denn der Mann kein Ersitzungsrecht an den Gütern seiner Frau, Rabh sagte ja, eine Ehefrau müsse Einspruch einlegen; gegen wen, wollte man sagen gegen einen Fremden, so sagte ja Rabh, man könne die Güter einer Ehefrau nicht ersitzen, doch wohl gegen ihren Mann!?",
"Raba erwiderte: Tatsächlich gegen ihren Mann, und zwar in dem Falle, wenn er da Gruben, Graben und Höhlen gegraben hat. –",
"R. Naḥman sagte ja aber im Namen des Rabba b. Abuha, es gebe keine Ersitzung durch Beschädigung! ? –",
"Lies: bei Beschädigung hat das Gesetz von der Ersitzungkeine Geltung.",
"Wenn du aber willst, sage ich: hierzu wurde ja gelehrt: R. Mari erklärte, dies gelte nur vom Rauche, und R. Zebid erklärte, nur von einem Aborte. –",
"R. Joseph erwiderte: Tatsächlich gegen einen Fremden, und zwar wenn er es einen Teil der Ersitzungsjahre bei Lebzeiten des Ehemannes und drei nach dem Tode des Ehemannes genießbrauchthat. Wenn er wollte, könnte er sagen: ich habe es von dir gekauft, somit ist er auch glaubhaft, wenn er sagt: du hast es ihmund er hat es mir verkauft.",
"Der Text. Rabh sagte: Die Güter einer Ehefrau kann man nicht ersitzen;"
],
[
"die Richter des Exilsaber sagten, man könne sie wohl ersitzen. Rabh sagte: Die Halakha ist wie die Richter des Exils. R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Ist der Meister von seiner Lehre zurückgetreten? Dieser erwiderte: Nein, ich sagte, [ihre Auslegung]sei einleuchtend, nach der Erklärung R. Josephs.",
"NOCH DIE FRAU AN DEN GÜTERN IHRES MANNES &C. Selbstverständlich; da sie Unterhalt zu erhalten hat, so genießt sie ja ihren Unterhalt!? – In dem Falle, wenn er ihr ein anderes Grundstück zu ihrem Unterhalte überwiesen hat. –",
"Ist aber ein Beweis vorhanden, so hat sie eswohl; aber er kann ja sagen, er wollte nur sein Geld haben!?",
"Oder hieraus wäre zu entnehmen, wenn jemand seiner Frau ein Feld verkauft, eigne sie es, und wir sagen nicht, er wollte nur sein Geld haben. – Nein, wenn sie einen Beweis hat, hat sie es wohl, wenn sie nämlich eine Schenkungsurkunde hat.",
"R. Naḥman sprach zu R. Hona: Weshalb war der Meister abends nicht bei uns im Lehrhause, wir erörterten da schöne Dinge. Dieser fragte: Was sind es für schöne Dinge, die ihr erörtert habt? – Wenn jemand seiner Frau ein Feld verkauft hat, so hat sie es geeignet, und wir sagen nicht, er wollte nur sein Geld haben.",
"Dieser entgegnete: Selbstverständlich, wenn du das Geld ausscheidest, hat sie es ja durch den [Kauf]schein erworben, denn wir haben gelernt: Güter, die Sicherheitgewähren, werden durch Urkunde, Geld und Besitznahme geeignet!?",
"Jener erwiderte: Hierzu wurde ja gelehrt: Šemuél sagte: Dies lehrten sie nur von einer Schenkungsurkunde, bei einer Verkaufsurkunde erfolgt eine Aneignung erst dann, wenn er das Geld gezahlt hat. – Aber R. Hamnuna wandte ja dagegenein: Durch Urkundewie folgt: wenn er ihm auf Papier oder auf einen Fetzen, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: mein Feld sei dir verkauft, mein Feld sei dir geschenkt, so ist es verkauft, beziehungsweise verschenkt. –",
"Er erhob diesen Einwand, und er selbst erklärte es auch: wenn er das Feld wegen seiner Minderwertigkeitverkauft.",
"R. Bebaj ergänzte noch im Namen R. Naḥmans: Und R. Aši erklärte: Er wollte es ihm als Geschenk geben, nur schrieb er ihm [die Urkunde] deshalb in Form eines Verkaufes, um seine Rechtskraftzu steigern.",
"Man wandte ein: Wenn jemand [Geld] von seinem Sklaven geborgt und ihn darauf freigelassen hat, von seiner Frau und sich von ihr geschieden hat, so haben sie von ihm nichts mehr zu beanspruchen. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen, er wollte nur sein Geldhaben!? –",
"Anders ist es hierbei, es will niemand, daß es von ihm heiße:der Schuldner ist ein Sklave des Gläubigers.",
"R. Hona b. Abin ließ folgendessagen: Wenn jemand ein Feld an seine Frau verkauft hat, so hat sie es geeignet,"
],
[
"und der Ehemann nießbraucht die Früchte. Aber R. Abba, R. Abahu und alle Großen des Zeitalters sagten, er wollte es ihr als Geschenkgeben, nur deshalb schrieb er ihr [die Urkunde] in Form eines Verkaufes, um ihre Rechtskraft zu steigern.",
"Man wandte ein: Wenn jemand [Geld] von seinem Sklaven geborgt und ihn darauf freigelassen hat, von seiner Frau und sich von ihr geschieden hat, so haben sie von ihm nichts zu beanspruchen. Doch wohl aus dem Grunde, weil wir sagen, er wollte nur sein Geld haben!? –",
"Anders ist es hierbei, es will niemand, daß es von ihm heiße: der Schuldner ist ein Sklave des Gläubigers.",
"Rabh sagte: Wenn jemand ein Feld an seine Frau verkauft hat, so hat sie es geeignet und der Ehemann nießbraucht die Früchte; hat er es ihr als Geschenk gegeben, so hat sie es geeignet und der Ehemann nießbraucht die Früchte nicht. R. Elea͑zar aber sagte, in beiden Fällen habe sie es geeignet und der Ehemann nießbrauche die Früchte nicht.",
"R. Ḥisda traf eine Entscheidung nach der Ansicht R. Elea͑zars. Da sprachen R. U͑qaba und R. Neḥemja, die Söhne der Tochter Rabhs, zu R. Ḥisda: Der Meister läßt die Großenund entscheidet nach den Kleinen!? Dieser erwiderte: Ich entscheide auch nach den Großen, denn als Rabin kam,, sagte er im Namen R. Joḥanans, sowohl in dem einen Falle als auch in dem anderen Falle habe sie es geeignet und der Ehemann nießbrauche die Früchte nicht.",
"Raba sagte: Die Halakha ist: hat jemand ein Feld an seine Frau verkauft, so hat sie es nicht geeignet, und der Ehemann nießbraucht die Früchte; hat er es ihr als Geschenk gegeben, so hat sie es geeignet, und der Ehemann nießbraucht die Früchte nicht. – Beides!? –",
"Das ist kein Widerspruch; eines, wenn für verborgenes Geld, und eines, wenn für nicht verborgenes Geld. R. Jehuda sagte nämlich, wenn für verborgenes Geld, habe sie es nichtgeeignet, und wenn für nicht verborgenes Geld, habe sie es geeignet.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf nichts in Verwahrung nehmen von Frauen, von Sklaven oder von Kindern. Hat man etwas von einer Frau genommen, so gebe man es der Frau zurück; ist sie gestorben, so gebe man es ihrem Ehemanne zurück. Hat man etwas von einem Sklaven genommen, so gebe man es dem Sklaven zurück; ist er gestorben, so gebe man es seinem Herrn zurück."
],
[
"Hat man etwas von einem Kinde genommen, so mache man ihm etwas Liebes; [ist es gestorben, so gebe man es seinen Erben].",
"Wenn diese bei ihrem Tode gesagt haben, es gehöre jenem, so handle man nach ihrer Erklärung; sonst abermache man eine Erklärung zu ihrer Erklärung.",
"Als die Frau des Rabba b. Bar Ḥana im Sterben lag, sagte sie: diese Ohrringe gehören Marthaund den Söhnen seiner Tochter. Als er darauf vor Rabh kam, sprach er zu ihm: Wenn sie dir glaubhaft ist, so handle nach ihrer Erklärung, wenn aber nicht, so mache eine Erklärung zu ihrer Erklärung.",
"Manche sagen, er habe zu ihm wie folgt gesagt: Wenn jene dir als reich bekannt sind, so handle nach ihrer Erklärung, wenn aber nicht, so mache eine Erklärung zu ihrer Erklärung.",
"«Hat man etwas von einem Kinde genommen, so mache man ihm etwas Liebes.» Was ist unter Liebes zu verstehen? R. Ḥisda erklärte: Eine Torarolle. Raba b. Hona erklärte: Eine Dattelpalme, von der es die Datteln nießbraucht.",
"NOCH EIN VATER AN DEN GÜTERN SEINES SOHNES, NOCH EIN SOHN AN DEN GÜTERN SEINES VATERS. R. Joseph sagte, selbst wenn sie sich getrennt haben; Raba aber sagte, nichtwenn sie sich getrennt haben.",
"R. Jehuda sagte: R. Papi traf eine Entscheidung, daß dies nicht von dem Falle gelte, wenn sie sich getrennt haben, nach Raba. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Mir erzählte R. Ḥija aus Hormez-Ardašir, ihm habe R. Aḥa b. Ja͑qob im Namen des R. Naḥman h. Ja͑qob gesagt, dies gelte nicht von dem Falle, wenn sie sich getrennt haben. Die Halakha ist: dies gilt nicht von dem Falle, wenn sie sich getrennt haben. Ebenso wird auch gelehrt: Wenn ein Sohn sich getrennthat oder eine Frau geschieden wordenist, so gleichen sie jedem anderen Menschen.",
"Es wurde gelehrt: Wenn einer von den Brüderndie Geschäfte des Hauses führt, und Kaufbriefe oder Scheine auf seinen Namen im Umlauf sind, von welchen er behauptet, sieseien sein Eigentum, das ihm vom Vater seiner Mutter zugefallen ist, so muß er, wie Rabh sagt, den Beweiserbringen; Šemuél aber sagt, die Brüder müssen den Beweiserbringen. Šemuél sagte: Abbapflichtet mir jedoch bei, daß, wenn er gestorbenist, die Brüder den Beweis erbringen müssen.",
"R. Papa wandte ein: Treten wir denn für die Waisen ein mit einer Einwendung, die ihr Vater selber nicht gemachthätte!? So ließ auch Raba von Waisen eine Kleiderschere und ein Agadabuch ohne Beweiswegnehmen, weil es Dinge sind, die man zu verleihen und zu vermieten pflegt."
],
[
"R. Hona b. Abin ließ nämlich sagen: Wenn jemandvon Dingen, die man zu verleihen und zu vermieten pflegt, behauptet, er habe sie gekauft, so ist er nicht glaubhaft. – Ein Einwand.",
"R. Ḥisda sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn sie in ihrem Teigenicht getrennt sind, wenn sie aber in ihrem Teige getrennt sind, so kann er es von seinem Teige gespart haben. –",
"Wodurch hat er eszu beweisen? Rabba sagte, er habe es durch Zeugen zu beweisen; R. Šešeth sagte, er habe es durch die Beglaubigung des Scheineszu beweisen.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Da ist Rabh und da ist Šemuél, da ist Rabba und da ist R. Šešeth, wessen Ansicht ist der Meister!? – Ich kenne folgende Lehre: Wenn einer von den Brüdern die Geschäfte des Hauses führt, und Kaufbriefe und Scheine auf seinen Namen im Umlauf sind, von welchen er behauptet, sie seien sein Eigentum, das ihm vom Vater seiner Mutter zugefallen ist, so muß er den Beweis erbringen.",
"Ebenso muß, wenn eine Fraudie Geschäfte des Hauses führt, und Kaufbriefe und Scheine auf ihren Namen im Umlauf sind, von welchen sie behauptet, es sei ihr Eigentum, das ihr vom Vater ihres Vaters oder vom Vater ihrer Mutter zugefallen ist, sie den Beweis erbringen. –",
"Wozu das ebenso? – Man könnte glauben, eine Frau brauche die Waisen nicht, da es ihr zur Ehre gereicht, wenn man von ihr sagt, sie bemühe sich um die Waisen, so lehrt er uns.",
"DIES GILT NUR VON DER ERSITZUNG, WENN ABER JEMAND ETWAS GESCHENKT ERHALTEN HAT, ODER WENN BRÜDER GETEILT HABEN &C. Haben denn diese alle, von denen wir sprechen, kein Ersitzungsrecht!? –",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: diesgilt nur von einer Ersitzung, bei der es einen Rechtsstreit gibt, wenn beispielsweise der Verkäufer sagt, er habe es nicht verkauft, und der Käufer sagt, er habe es gekauft,",
"bei einer Ersitzung aber, bei der es keinen Rechtsstreit gibt, wenn beispielsweise jemand ein Geschenk erhalten hat, wenn Brüder geteilt haben, oder wenn jemand die Güter eines Proselyten in Besitz genommen hat, wobei nur eine Besitznahmeerforderlich ist, erfolgt eine Ersitzung, wenn er etwas abgeschlossen, umzäunt oder niedergerissen hat.",
"R. Hoša͑ja lehrte im [Traktat von der] Antrauung nach der Schule Levis: Wenn er [das Grundstück] in seinerGegenwart abgeschlossen, umzäunt oder etwas niedergerissen hat, so ist dies eine Besitznahme. – Nur wenn in seiner Gegenwart, nicht aber, wenn in seiner Abwesenheit!? Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: erfolgt es in seiner Gegenwart, so braucht er zu ihm nicht zu sagen: geh, tritt den Besitz an und eigne es;"
],
[
"erfolgt es aber in seiner Abwesenheit, so muß er zu ihm sagen: geh, tritt den Besitz an und eigne es.",
"Rabh fragte: Wie verhält es sich bei der Schenkung? Šemuél sprach: Was ist da Abba fraglich, wenn er bei einem Kaufe, wo er dem anderen Geld zahlt, nur dann eignet, wenn der andere zu ihm sagt: geh, tritt den Besitz an und eigne es, sonst aber nicht, um wieviel mehr gilt dies von einer Schenkung. Rabh aber ist der Ansicht, wer ein Geschenk gibt, tut dies mit gönnendem Auge. –",
"Wieviel? – Etwas. Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Wenn er einen Zaun bis auf zehn [Handbreiten] ergänzt hat oder eine Lücke gerissen, durch die man hineingehen und herauskommen kann, so ist dies eine Besitznahme. –",
"Von welchem Zaune wird hier gesprochen: wollte man sagen, wenn man vorher über diesen nicht steigen konnteund nachher ebenfalls über diesen nicht steigen kann, so hat er ja nichts getan, und wenn man vorher über diesen steigen konnte und nachher über diesen nicht steigen kann, so hat er ja sehr viel getan!? – In dem Falle, wenn man vorher über diesen bequem steigen konnte und nachher nur schwer. –",
"Von welcher Lücke wird hier gesprochen: wollte man sagen, wenn man vorher durch diese gehen konnte und nachher ebenfalls durch diese gehen kann, so hat er ja nichts getan, und wenn man vorher durch diese nicht gehen konnte, und nachher durch diese gehen kann, so hat er ja sehr viel getan!? – In dem Falle, wenn man vorher nur schwer durchgehen konnte und nachher bequem durchgehen kann.",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn er einen Span hineingestecktund dadurch etwas erwirkt hat, einen Span fortgenommen und dadurch etwas erwirkt hat, so ist dies eine Besitznahme. – Was ist unter hineinstecken und fortnehmen zu verstehen:",
"wollte man sagen, wenn er einen Span hineinsteckt und das Wasser zurückgehaltenhat, einen Span fortgenommen und das Wasser herausgelassenhat, so ist dies ja ebenso, als würde man einen Löwen von fremden Gütern verscheuchen!? – Vielmehr, wenn er einen Span hineingesteckt und das Wasser festgehalten hat, wenn er einen Span fortgenommen und das Wasser hineingelassen hat.",
"Ferner sagte R. Asi im Namen R. Joḥanans: Wenn es zwei Felder sind und zwischen beiden sich ein Rain befindet, so hat er, wenn er von einem Besitz genommen hat, um es zu eignen, dieses geeignet,"
],
[
"wenn um dieses und das andere zu eignen, nur dieses und nicht das andere geeignet, und wenn um das andere zu eignen, auch dieses nicht geeignet.",
"R. Zera fragte: Wie ist es, wenn er Besitz genommen hat von einem, um dieses, den Rain und das andere zu eignen: sagen wir, der Rain gehöre zu beiden Grundstücken, somit hat er sie erworben, oder aber sind sie von einandergetrennt? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Elea͑zar fragte: Wie ist es, wenn er den Rain in Besitz genommen hat, um beide zu eignen: sagen wir, der Rain sei der Halfterdes Grundstückes, somit hat er sie geeignet, oder aber sind sie von einander getrennt? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wenn von zwei Häusern eines hinter dem anderen liegt und jemand vom vorderen Besitz genommen hat, um es zu eignen, so hat er es geeignet, wenn um dieses und das hintere zu eignen, so hat er das vordere geeignet und das hinterenicht geeignet, und wenn um das hintere zu eignen, so hat er auch das vordere nicht geeignet.",
"Hat er vom hinteren Besitz genommen, um es zu eignen, so hat er es geeignet, wenn um dieses und das vordere zu eignen, so hat er beide geeignet, und wenn um das vordere zu eignen, so hat er auch das hintere nicht geeignet.",
"R. Naḥman sagte im Namen Rabbas: Wenn jemand auf dem Grundstücke eines Proselytengroße Paläste gebaut und ein anderer gekommen ist und da Türen eingesetzt hat, so hat dieser sie geeignet, denn der erste hat nur Ziegel umgelegt.",
"R. Dimi b. Joseph sagte im Namen R. Elea͑zars: Wer auf dem Grundstücke eines Proselyten [fertige] Paläste vorfindet und in diesen nur einen Kalkstrich oder eine Täfelung anbringt, hat sie geeignet. – Wieviel? R. Joseph erwiderte: Eine Elle. R. Ḥisda sagte: Gegenüber der Tür.",
"R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth und erleuchtete uns die Augen in einer Barajtha: Wer auf dem Grundstücke eines Proselyten Polster ausbreitet, hat es geeignet. – Welches Bewenden hat es mit dem Erleuchten der Augen in einer Barajtha? – Es wird gelehrt: Durch Besitznahmeauf folgende Weise: wenn er ihm den Schuh anzieht, den Schuh löst, ihm die Sachen nach dem Badehause trägt, ihn auszieht, wäscht, schmiert, frottiert, anzieht und anschuht, oder wenn er ihn hochhebt, so hat er ihn geeignet. R. Šimo͑n sagte: Die Besitznahme ist nicht wirksamer als das Hochheben, denn durch das Hochheben eignet man immer. –",
"Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: hebt er den Herrn hoch, so hat er ihn geeignet, hebt der Herr ihn hoch, so hat er ihn nicht geeignet; hierzu sagte R. Šimo͑n; die Besitznahme sei nicht wirksamer als das Hochheben, denn durch das Hochheben eigne man immer.",
"R. Jirmeja Biraá sagte im Namen R. Jehudas: Wenn jemand"
],
[
"Rübensaat in die Furchen des Grundstückes eines Proselytengestreut hat, so ist dies keine Besitznahme, denn zur Zeit, wo er sie gestreut hat, erfolgt kein Nutzen, und wenn der Nutzen erfolgt, kommt er von selber.",
"Šemuél sagte: Wer eine Dattelpalme beschneidet zunutzen der Dattelpalme, eignet sie, und wenn für sein Vieh, so eignet er sie nicht. – Wieso ist dies festzustellen? – Nimmt er [Zweige] von der einen Seite und von der anderen Seite, so erfolgt es zunutzen der Dattelpalme, und wenn alles von einer Seite, so erfolgt es für sein Vieh.",
"Ferner sagte Šemuél: Wer die Späne absucht zunutzen des Grundstückes, eignet es, und wenn wegen des Holzes, so eignet er es nicht. – Wieso ist dies festzustellen? – Wenn er große und kleine [Stücke] fortnimmt, so erfolgt es zunutzen des Grundstückes, und wenn er große fortnimmt und kleine zurückläßt, so erfolgt es wegen des Holzes.",
"Ferner sagte Semuél: Wer die Hindernisse entferntzunutzen des Grundstückes, eignet es, wenn aber, um da eine Tenne [zu errichten], so eignet er es nicht. – Wieso ist dies festzustellen? – Wenn er einen Hügel fortnimmt und in eine Vertiefung wirft, so erfolgt es zunutzen des Grundstückes, und wenn er einen Hügel neben einen Hügel und eine Vertiefung neben eine Vertiefungbringt, so erfolgt es wegen der Tenne.",
"Ferner sagte Šemuél: Wer Wasser auf ein Grundstück leitet zunutzen des Grundstückes, eignet es, wenn aber wegen der Fische, so eignet er es dadurch nicht. – Wieso ist dies festzustellen? – Wenn er zwei Öffnungen errichtet, die eine, durch die es hereinkommt, und die andere, durch die es abfließt, so erfolgt es wegen der Fische, und wenn eine Öffnung, so erfolgt es wegen des Grundstückes.",
"Einst nießbrauchte eine Frau eine Dattelpalme dreizehn Jahre durch Beschneiden; alsdann kam jemand und grub unten einwenig. Als er darauf vor Levi kam, manche sagen, vor Mar U͑qaba, beließ er sie in seinem Besitze. Hierauf kam jene und klagte vor ihm. Da sprach er zu ihr: Was kann ich dir helfen; du hast sie nicht so ersessen, wie Leute zu ersitzen pflegen.",
"Rabh sagte: Wer auf Gütern eines Proselyten eine Figurmalt, eignet sie. Rabh hatte nämlich den Garten seines Lehrhausesdurch [das Hinmalen] einer Figur geeignet.",
"Es wurde gelehrt: Wenn ein Feld an jeder Grenzseite gezeichnetist, so hat man, wie R. Hona im Namen Rabhs sagte, wenn man auf diesem einen Spatenstich gestochen hat, das ganze geeignet; Šemuél sagt, man habe nur die Stelle des Stiches geeignet. –"
],
[
"Wievielbei einem Felde, das an den Grenzen nicht gezeichnet ist? R. Papa erwiderte: Soweit der Ochsentreibermit den Rindern geht und zurückkehrt.",
"Šemuél sagte: Die Güter der Nichtjuden gleichender Wüste, und wer Besitz von ihnen nimmt, eignetsie. Der Nichtjude sagt sich von ihnen los, sobald er das Geld erhalten hat, und der Jisraélit eignet sie erst dann, wenn er den Schein erhalten hat; somit gleichen sieder Wüste, und wer sie in Besitz nimmt, eignet sie.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Kann Šemuél dies denn gesagt haben, Šemuél sagte ja, das Staatsgesetz sei Gesetz, und das Staatsgesetz lautet ja, daß man ein Grundstück nur durch einen Schein eignenkönne!? Dieser erwiderte: Das weiß ich nicht, ich kenne nur folgendes Ereignis. Einst kaufte ein Jisraélit in Dura Dereu͑ta ein Grundstück von einem Nichtjuden, und darauf kam ein anderer Jisraélit und grub da ein wenig; als sie darauf vor R. Jehuda kamen, beließ er es im Besitze des zweiten.",
"Jener entgegnete: Von Dura Dereu͑ta ist nichts zu beweisen; da waren es verheimlichteFelder, von welchen sie selberdie Grundstücksteuer an die Regierung nicht zahlten, und der König bestimmt, wer die Grundstücksteuer zahlt, dürfe auch das Grundstück nießbrauchen.",
"Einst kaufte R. Hona ein Grundstück von einem Nichtjuden und ein anderer Jisraélit kam und grub da ein wenig. Als er darauf vor R. Naḥman kam, beließ er es in seinem Besitze. Jener entgegnete: Du stützt dich wohl auf die Lehre Šemuéls, daß die Güter eines Nichtjuden der Wüste gleichen, und wer sie in Besitz nimmt, eigne sie;"
],
[
"entscheide mir doch der Meister nach der anderen Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte, erhabe nur die Stelle des Spatenstiches geeignet. Dieser erwiderte: Diesbezüglich stimme ich überein mit deiner eigenen Lehre. R. Hona sagte nämlich im Namen Rabhs, wenn er da nur einen Spatenstich gestochen hat, habe er das ganze erworben.",
"R. Hona b. Abin ließ sagen: Wenn ein Jisraélit ein Feld von einem Nichtjuden gekauft hat und ein anderer Jisraélit kommt und es in Besitz nimmt, so nehme man es ihm nicht ab. Und auch R. Abin, R. Ilea͑ und all unsere Meister stimmen darin überein.",
"Rabba sagte: Folgende drei Dinge sagte mir der Exilarch U͑qaban b. Neḥemja im Namen Šemuéls: Das Staatsgesetz ist Gesetz. Die persische Ersitzungsfrist dauert vierzig Jahre. Wenn die Steuerbeamten Grundstücke wegen der Grundstücksteuer verkaufen, so ist der Verkauf gültig.",
"Jedoch nur dann, wenn es wegen der Grundstücksteuer erfolgt ist, nicht aber, wenn wegen der Kopfsteuer, denn die Kopfsteuer lastet auf dem Kopfeder Person. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagt, selbst die Gerste im Kruge sei für die Kopfsteuerverpfändet.",
"R. Aši sagte: Hona b. Nathan erzählte mir, Amemar habe dagegen folgenden Einwand erhoben: wenn dem soist, so hast du ja das Erbrecht des erstgeborenen Sohnes aufgehoben, denn demnach ist ja [die Hinterlassenschaft] nur Anwartschaftliches, und der Erstgeborene erhält ja nichtvom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen.",
"Ich entgegnete ihm: Demnach sollte dies auch von der Grundstücksteuergelten!? Du mußt also erklären, wenn er die Grundstücksteuer gezahlt hat und gestorben ist, ebenso ist auch hierbei zu erklären, wenn er die Kopfsteuer gezahlt hat und gestorben ist.",
"R. Aši sagte: Hona h. Nathan erzählte mir, er habe die Schreiber Rabas gefragt, und diese sagten ihm, die Halakha sei wie R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑. Dem ist aber nicht so; sie sagten es nur, um ihre Handlungen aufrecht zu erhalten.",
"Ferner sagte R. Aši: Der Beschäftigungslosemuß zu den Lasten der Stadt beitragen. Dies jedoch nur dann, wenn die Stadt ihn geschützt hat, wenn aber die Steuereinnehmer, so ist dies eine Hilfe des Himmels.",
"R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Der Rain und der Epheugelten als Teilung bei Gütern eines Proselyten, nicht aber beim Eckenlasse und bei der Unreinheit. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: auch beim Eckenlasse und bei der Unreinheit. –",
"Wieso beim Eckenlasse? – Wir haben gelernt: Folgendes gilt als Teilung beim Eckenlasse: der Fluß, der Strom,"
],
[
"der öffentliche Weg, der Privatweg, der öffentliche Steg und der im Sommer in der Regenzeit benutzte Privatsteg. –",
"Wieso bei der Unreinheit? – Wir haben gelernt: Wenn jemand in der Regenzeitin einem Talewar, auf dessen einem Felde Unreines sich befindet, und sagt, er sei zwar in diesem Tale umhergegangen, wisse aber nicht, ob er auf jener Stelle war oder nicht, so ist er nach R. Elie͑zer rein und nach den Weisen unrein.",
"R. Elie͑zer sagte nämlich, bei einem Zweifel des Hineingehens sei er rein und bei einem Zweifel der Berührung mit dem Unreinen sei er unrein.",
"Diesgilt aber nicht beim Šabbathgesetze.",
"Raba aber sagt, auch beim Šabbathgesetze. Es wird nämlich gelehrt: Wer [etwas im Quantum] einer halben Dörrfeige auf öffentliches Gebiet hinausgetragen und da niedergelegt hat, dann wiederum [im Quantum] einer halben Dörrfeige hinausgetragen und da niedergelegt hat, ist, wenn bei einem Entfallenschuldig, und wenn bei zweimaligem Entfallen frei.",
"R. Jose sagt, auch bei einem Entfallen sei er,"
],
[
"wenn in dasselbe Gebiet, schuldig, und wenn in zwei verschiedene Gebiete, frei.",
"Rabba sagte: Dies nur, wenn dazwischen ein zum Opfer verpflichtendes Gebietliegt, nicht aber, wenn ein Neutralgebiet. Abajje sagte: Auch wenn ein Neutralgebiet, nicht aber, wenn nur eine Latte. Raba sagte: Auch wenn eine Latte.",
"Raba vertritt hierbei eine Ansicht, denn Raba sagte: die Gebietsbestimmungen beim Šabbathgesetze gleichen den Gebietsbestimmungen bei der Scheidung. –",
"Wie ist es, wenn da weder ein Rain noch Epheu vorhandenist? R. Marinus erklärte in dessen Namen: Alles, was seinen Namen trägt. – Zum Beispiel? R. Papa erwiderte: Wenn man es nennt ‘das Brunnengebietdes N.’",
"R. Aḥa b. A͑vja saß vor R. Asi und trug im Namen des R. Asi b. Ḥanina vor: Der Epheu gilt als Teilung bei den Gütern eines Proselyten. –",
"Was ist Epheu? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Womit Jekošua͑ den Jisraéliten das Landabgrenzte.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Jehošua͑ zähltenur die an den Grenzen liegenden Städte auf.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Alles, was der Heilige, gepriesen sei er, Mošezeigte, unterliegt dem Gesetze von der Verzehntung. –",
"Was schließt dies aus? – Dies schließt Qeni, Qenizi und Qadmoni aus. Es wird gelehrt: R. Meír erklärte: Nabatäa, Arabien und Salamis. R. Jehuda erklärte: Der Berg Sei͑r, A͑mmon und Moáb. R. Šimo͑n erklärte: A͑rdisqis, Asien Und Spanien.",
"WENN ZWEI BEKUNDET HABEN, ER HABE ESDREI JAHRE GENIESSBRAUCHT, UND ALS FALSCHZEUGEN ÜBERFÜHRT WERDEN, SO MÜSSEN SIE ALLES BEZAHLEN; WENN ZWEI ÜBER DAS ERSTE, ZWEI ÜBER DAS ZWEITE UND ZWEI ÜBER DAS DRITTE, \n"
],
[
"SO WIRD ESUNTER IHNEN GEDREITEILT.",
" WENN ES DREI BRÜDER SIND UND MIT IHNEN NOCH EIN FREMDER VERBUNDENIST, SO SIND ES DREIZEUGENPARTIEN, UND SIE ERGEBEN ZUSAMMEN EINE ZEUGENAUSSAGE.",
"GEMARA. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. A͑qibas, denn es wird gelehrt: R. Jose erzählte: Als mein Vater Halaphta zu R. Joḥanan b. Nuri kam, um [bei ihm] die Tora zu studieren – manche lesen: R. Joḥanan b. Nuri zu meinem Vater Halaphta, um [hei ihm] die Tora zu studieren – fragte er ihn: Wie ist es, wenn zwei Zeugen bekunden, daß er es das erste, zwei, daß er es das zweite, und zwei, daß er es das dritte Jahr genießbraucht hat? Dieser erwiderte: Dies ist eine Ersitzung.",
"Jener entgegnete: Auch ich hin dieser Ansicht, R. A͑qiba aber streitet dagegen, denn R. A͑qiba sagte:eine Sache, nicht aber eine halbe Sache. –",
"Wie erklären die Rabbanan [die Einschränkung]: eine Sache, nicht aber eine halbe Sache; wollte man sagen, dies schließe den Fall aus, wenn einerdas Vorhandensein eines [Haares] auf der Rückenseite und einer das Vorhandensein eines [Haares] auf der Bauchseitebekundet, so ist dies ja eine halbe Sache und ein halbesZeugnis!? –",
"Vielmehr, dies schließt den Fall aus, wenn zwei das Vorhandensein eines [Haares] auf der Rückenseite und zwei das Vorhandensein eines [Haares] auf der Bauchseite bekunden.",
"R. Jehuda sagte: Wenn einer bekundet, er habe von diesemWeizen genießbraucht, und einer bekundet, er habe von diesem Gerste genießbraucht, so ist die Ersitzung erwiesen. R. Naḥman wandte ein: Demnach sollte doch, wenn einer bekundet, er habe es das erste, dritte und fünfte, und der andere bekundet, er habe es das zweite, vierte und sechste Jahr genießbraucht, ebenfalls die Ersitzung erwiesen sein!?",
"R. Jehuda erwiderte ihm: Dies ist ja kein Vergleich; in diesem Falle bekundet über das Jahr, über welches der eine bekundet, nicht der andere, in jenem aber bekunden sie über dasselbe Jahr, und wenn man auf [den Widerspruch] zwischen Weizen und Gerste hinweist, so merken sich die Leute solches nicht.",
"WENN ES DREI BRÜDER SIND UND MIT IHNEN NOCH EIN FREMDER VERBUNDEN IST, SO SIND ES DREI ZEUGENPARTIEN, UND SIE ERGEBEN ZUSAMMEN EINE ZEUGENAUSSAGE."
],
[
"Einst waren zwei Personen auf einer Urkunde unterschrieben und einer von ihnen starb; hierauf kam der Bruder des Lebenden und noch jemand, um über die Unterschrift des anderen Zeugnis abzulegen.",
"Rabina wollte entscheiden, dies sei der Fall unserer Mišna: wenn es drei Brüder sind und ein Fremder mit ihnen verbunden ist;",
"da sprach R. Aši zu ihm: Es ist ja nicht gleich; da kommen nicht drei Viertel des Betragesauf die Aussage der Brüder, hierbei aber kommen drei Viertel des Betrages auf die Aussage der Brüder.",
" FOLGENDE SIND DIE FÄLLE, BET WELCHEN DAS ERSITZUNGSRECHT GELTUNG HAT, UND ANDERE WIEDER, BEI WELCHEN DAS ERSITZUNGSRECHT KEINE GELTUNG HAT. HAT JEMAND VIEH IN EINEN HOF GEBRACHT, DA EINEN OFEN, EINE HANDMÜHLE ODER EINEN HERD AUFGESTELLT, HÜHNER GEZÜCHTET ODER SEINEN DÜNGERGEBRACHT, SO ERFOLGT KEINE ERSITZUNG. WENN ER DA ABER FÜR SEIN VIEH EINE ZEHN HANDBREITEN HOHE WAND ERRICHTET HAT, EBENSO FÜR EINEN OFEN, EINEN HERD ODER EINE HANDMÜHLE, ODER WENN ER HÜHNER IN DAS HAUS GEBRACHT ODER DA EINEN DREI [HANDBREITEN] TIEFEN ODER HOHEN PLATZ FÜR SEINEN DÜNGER ERRICHTET HAT, SO ERFOLGT DADURCH EINE ERSITZUNG.",
"GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze?",
"U͑la erwiderte: Wodurch man die Güter eines Proselyten eignet, eignet man auch die Güter seines Nächsten, und wodurch man die Güter eines Proselyten nicht eignet, eignet man auch nicht die Güter seines Nächsten.",
"R. Šešeth wandte ein: Ist dies denn eine [stichhaltige] Regel, durch das Pflügen eignet man ja die Güter eines Proselyten, nicht aber die Güter seines Nächsten, und durch den Fruchtgenuß eignet man die Güter seines Nächsten, nicht aber die Güter eines Proselyten!?",
"Vielmehr, erklärte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha,"
],
[
"hier wird von einem gemeinschaftlichen Hofe gesprochen, bei dem man auf das Aufstellen allein nicht achtet, wohl aber auf die Errichtung einer Wand. –",
"Achtet man denn nicht auf das Aufstellen allein, wir haben ja gelernt, Gemeinschafter, die einander den Genuß abgelobt haben, dürfen nicht [ihren gemeinschaftlichen] Hof betreten!?",
"Vielmehr, erklärte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, hier wird vom Platze hinter den Häusern gesprochen, bei dem man auf das Aufstellen allein nicht achtet, wohl aber auf die Errichtung einer Wand.",
"R. Papa erklärte: Beidesprechen von einem gemeinschaftlichen Hofe, und da manche es in einem solchen Falle genau nehmen und manche nicht, so entscheide man bei geldlichen Angelegenheiten erleichternd und bei kanonischen Angelegenheiten erschwerend.",
"Rabina erklärte: Tatsächlich nimmt man es in einem solchen Falle nichtgenau, nur ist dort die Ansicht R. Elie͑zers vertreten, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, für einen durch Gelübde des Genusses Entzogenen ist auch das Wertloseverboten.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá: Gemeinschafter können einander bei allemhindern, nur nicht beim Waschen, denn es ist nicht die Art der jisraélitischen Töchter, sich bei der Wäsche dem Unglimpfe auszusetzen.",
"Und seine Augen verschließt, um nicht Böses zu schauen. R. Ḥija b. Abba erklärte: Der nicht Frauen betrachtet, wenn sie beim Waschen stehen. –",
"In welchem Falle: gibt es einen anderen Weg, so ist erja ein Frevler, und gibt es keinen anderen Weg, so ist er ja dazu gezwungen!? – Tatsächlich, wenn es keinen anderen Weg gibt, dennoch muß man sich bezwingen.",
"R. Joḥanan fragte R. Banaá: Wie muß das Hemd eines Schriftgelehrten sein? – Daß unten sein Leib nicht zu sehen sei. – Wie muß das Obergewand eines Schriftgelehrten sein? – Daß unten keine Handbreite von seinem Hemde zu sehen sei. – Wie muß der Tisch eines Schriftgelehrten sein? – Zwei Drittel bedecktund ein Drittel unbedeckt, wo die Schüsseln und Kräuter stehen; der Henkelmuß nach außen sein. –",
"Es wird ja aber gelehrt, der Henkel müsse nach innen sein!? – Das ist kein Widerspruch; eines, wenn ein Kind anwesend ist, und eines, wenn kein Kind anwesendist.",
"Wenn du willst, sage ich: beides wenn ein Kind anwesend ist, dennoch ist dies kein Widerspruch; eines, wenn ein Diener vorhanden ist, und eines, wenn kein Diener vorhandenist.",
"Wenn du aber willst, sage ich: beides wenn ein Diener vorhanden ist, dennoch ist dies kein Widerspruch; eines gilt am Tage und eines gilt nachts.",
"Der [Tisch] eines Menschen aus dem gemeinen Volke gleicht"
],
[
"einem von Töpfen umgebenen Herdfeuer. –",
"Wie muß das Bett eines Schriftgelehrten sein? – Unter diesem dürfen sich im Sommer nur die Sandalen und in der Regenzeit nur die Schuhe befinden. Das eines Menschen aus dem gemeinen Volke gleicht einem vollgestopften Speicher.",
"Einst zeichneteR. Banaá die Grüfte, und als er an die Gruft Abrahams herankam, traf er Elie͑zer, den Knecht Abrahams, vor der Tür stehen. Da fragte er ihn, was Abraham tue. Dieser erwiderte: Er liegt am Busen der Sara und sie untersucht ihm das Haupt.",
"Da sprach er zu ihm: Geh, melde ihm, Banaá stehe an der Tür. Jener sprach: Er mag eintreten; es ist ja bekannt, daß in dieser Welt der böse Trieb nicht vorhandenist. Da ging er hinein, sah sich um und kam heraus.",
"Hierauf gelangte er zur Gruft Adams, des Urmenschen. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Du hast das Abbild meines Ebenbildes geschaut, mein Ebenbild selbst darfst du aber nicht schauen. – Ich muß ja aber die Gruft messen!? – Das Maß der innerengleicht dem Maße der äußeren. Und nach demjenigen, welcher sagt, es waren zweiStöcke, einer über dem anderen: das Maß des unteren gleicht dem Maße des oberen.",
"R. Banaá erzählte: Ich schaute seine beiden Fersen, und sie glichen zwei Sonnenkugeln. Jeder andere erscheint vor Sara wie ein Affe vor einem Menschen; Sara vor Hava wie ein Affe vor einem Menschen; Hava vor Adam wie ein Affe vor einem Menschen; Adam vor der Göttlichkeit wie ein Affe vor einem Menschen.",
"Die Schönheit R. Kahanas hatte etwas von der Schönheit R. Abahus; die Schönheit R. Abahus hatte etwas von der Schönheit unseres Vaters Jáqob; die Schönheit unseres Vaters Ja͑qob hatte etwas von der Schönheit Adams, des Urmenschen.",
"Einst war ein Magier, der die Töten ausgrub, und als er an die Gruft des R. Ṭobi b. Mathna herankam, erfaßte ihn dieser beim Barte. Da kam Abajje und sprach zu ihm: Ich bitte dich, laß ihn. Im folgenden Jahre kam er wieder, und er erfaßte ihn wiederum beim Barte, und auch als Abajje herankam, ließ er ihn nicht los, bis er eine Schere holte und ihm den Bart abschnitt.",
"Einst sagtejemand: Meinem einen Sohne ein Faß mit Erde, meinem anderen Sohne ein Faß mit Knochen und meinem dritten Sohne ein Faß mit Werg. Da wußten sie nicht, was er ihnen sagte. Als sie darauf zu R. Banaa͑ kamen, fragte er sie: Habt ihr Grundbesitz? Sie erwiderten ihm: Jawohl. – Habt ihr Vieh? – Jawohl. – Garderobe? – Jawohl. – Wenn dem so ist, so hat er diesgemeint.",
"Einst hörte jemand seine Frau zu ihrer Tochter sprechen: Weshalb bist du nicht diskretgenug? Ich habe zehn Söhne, und nur einer ist von deinem Vater. Als er im Sterben lag, sprach er: Mein ganzes Vermögen soll meinem einen Sohne gehören.",
"Da wußten sie nicht, welchem von ihnen, und als sie sich an R.Banaá wandten, sprach er zu ihnen: Geht, schlaget auf das Grab eures Vaters, bis er auf steht und euch offenbart, wem von euch er es hinterlassen hat. Hierauf gingen sie alle hin, der eine aber, der sein wirklicher Sohn war, ging nicht. Da sprach er zu ihnen: Das ganze Vermögen gehört diesem. Hierauf gingen sie und zeigten ihn bei der Regierung an, indem sie sprachen: Es gibt einen Mann bei den Juden, der ohne Zeugen und ohne Beweisführung den Leuten Geld abnimmt. Daraufhin holte man ihn und sperrte ihn ein.",
"Da ging seine Frau hinund klagte vor ihnen: Ich hatte einen Knecht und man schlug ihm den Kopf ab, zog ihm die Haut ab, aß sein Fleisch und schöpfte mit ihm Wasser, das man den Genossen zu trinken gab; mir aber zahlte man keinen Ersatz und keinen Lohn.",
"Sie verstanden nicht, was sie zu ihnen sprach, und sagten daher: Wir wollen den Weisen der Juden holen, und er soll es uns sagen. Alsdann ließen sie R. Banaá kommen und er sprach zu ihnen: Sie spricht zu euch von einem Schlauche. Hierauf sprachen sie: Da er so weise ist, mag er am Tore sitzen und Recht sprechen.",
"Er sah, daß am Stadttore geschrieben stand: Ein Richter, der vor Gericht geladen wird, ist kein Richter. Da sprach er zu ihnen: Demnach könnte irgend jemand kommen,"
],
[
"den Richter vor Gericht laden und ihn unzulässig machen!? Vielmehr, ein Richter, der vor Gericht geladen und zur Zahlung verurteiltwird, ist kein Richter. Hierauf schrieben sie wie folgt: Aber die Ältesten der Juden sagen: Ein Richter, der vor Gericht geladen und zur Zahlung verurteilt wird, ist kein Richter.",
"Ferner sah er wie folgt geschrieben: An der Spitze alles Todes stehe ich, Blut; an der Spitze alles Lebens stehe ich, Wein. – Demnach hat, wenn jemand von einem Dache herunterfällt und stirbt, wenn jemand von einer Palme herunterfällt und stirbt, das Blut ihn getötet!? Ebenso könnte man, wenn jemand dem Sterben nahe ist, ihm Wein zu trinken geben, und er wird genesen!? Vielmehr muß es wie folgt heißen: An der Spitze aller Krankheiten stehe ich, Blut; an der Spitze aller Heilmittel stehe ich, Wein. Da schrieben sie wie folgt: Aber die Ältesten der Juden sagen: An der Spitze aller Krankheiten stehe ich, Blut; an der Spitze aller Heilmittel stehe ich, Wein. An Orten, wo kein Wein vorhanden ist, wird nach Arzneien verlangt.",
"Am Stadttore von Kappadokien steht geschrieben: Anpaq, Anbag, Antal. Antal ist das Viertel[log] der Tora.",
" FÜR DIE RINNENTRAUFEGIBT ES KEINE ERSITZUNG, WOHL ABER GIBT ES EINE ERSITZUNG FÜR DEREN RAUM. FÜR DIE DACHRINNEGIBT ES EINE ERSITZUNG.",
"FÜR DIE ÄGYPTISCHE LEITERGIBT ES KEINE ERSITZUNG, WOHL ABER GIBT ES EINE ERSITZUNG FÜR DIE TYRISCHE.",
"FÜR DAS ÄGYPTISCHE FENSTERGIBT ES KEINE ERSITZUNG, WOHL ABER GIBT ES EINE ERSITZUNG FÜR DAS TYRISCHE. WELCHES HEISST EIN ÄGYPTISCHES FENSTER? DURCH DAS EIN MENSCH DEN KOPF NICHT STECKEN KANN. R. JEHUDA SAGT: HAT ES EINEN FENSTERRAHMEN, SO GIBT ES DAFÜR EINE ERSITZUNG, AUCH WENN EIN MENSCH DURCH DASSELBE DEN KOPF NICHT STECKEN KANN.",
"GEMARA. Was heißt: für die Rinnentraufe gibt es keine Ersitzung, wohl aber gibt es eine Ersitzung für deren Raum? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Er meint es wie folgt: für die Rinnentraufe gibt es keine Ersitzung für eine Seite, wohl aber für eine der beidenSeiten.",
"R. Ḥanina erklärte: Für die Rinnentraufe gibt es keine Ersitzung, wenn sie langist, kann ersie kürzen; wohl aber gibt es eine Ersitzung für deren Raum, wenn er sie ganz entfernen will, darf er dies nicht.",
"R. Jirmeja b. Abba erklärte: Für die Rinnentraufe gibt es keine Ersitzung, wenn erunter dieser bauen will, darf er dies; wohl aber gibt es eine Ersitzung für deren Raum, wenn er sie ganz entfernen will, darf er es nicht. –"
],
[
"Wir haben gelernt: Für die Dachrinne gibt es keine Ersitzung, Einleuchtend ist diesnach den beiden ersten Erklärungen,",
"welchen Unterschied aber gibt es hierbei nach der Erklärung, wenn er unten bauen will, dürfe er bauen!? –",
"Hier wird von einer angebauten Dachrinne gesprochen, denn er kann zu ihm sagen: ich wünsche nicht, daß meine Wandbeschädigt werde.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn aus einem RohrWasser in einen Hof abfließt und der Eigentümer desselben es absperren will, so kann der Eigentümer des Hofesihm dies verwehren, denn er kann zu ihm sagen: wie du das Recht auf meinen Hof erworben hast, um das Wasser abfließen zu lassen, ebenso habe ich das Recht auf das Wasser deines Dacheserworben.",
"Es wurde gelehrt: R. Oša͑ja sagte, er könne es ihm verwehren; R. Ḥama sagte, er könne es ihm nichtverwehren. Sie gingen zu R. Bisa und fragten ihn, und er erwiderte ihnen, er könne es ihm verwehren. Da las Rami b. Ḥama darüber:Und die dreifache Schnur ist nicht sobald zu zerreißen, das ist R. Oša͑ja, Sohn des R. Ḥama, Sohn des R. Bisa.",
"FÜR DIE ÄGYPTISCHE LEITER GIBT ES KEINE ERSITZUNG. Welche ist eine ägyptische Leiter? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Die keine vier Sprossen hat.",
"FÜR DAS ÄGYPTISCHE FENSTER GIBT ES KEINE ERSITZUNG. Weshalb wird esbei einer Leiter nicht erklärt und bei einem Fenster wohl? – Weil weiter R. Jehuda dagegenstreitet.",
"R. Zera sagte: Befindet sich [das Fenster] unterhalb vier Ellen, so hat er Ersitzungsrecht und man kann diesverwehren; wenn aber oberhalb vier Ellen, so hat er kein Ersitzungsrecht, und man kann dies nicht verwehren. R. Ilea͑ aber sagte, auch wenn es sich oberhalb vier Ellen befindet, hat er kein Ersitzungsrecht, und man kann dies verwehren. –",
"Es wäre anzunehmen, daß sie über die Ausübung eines Zwanges gegen sedomitische Art streiten; einer ist der Ansicht, man übe Zwangaus, und einer ist der Ansicht, man übe keinen Zwang aus. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, man übe Zwang aus, nur ist es hierbei anders, denn er kann zu ihm sagen: du könntest eine Bank holen, auf diese steigen und hereinsehen. Einst kam jemandvor R. Ami und dieser schickte ihn zu R. Abba b. Mamal; da sprach dieser zu ihm: Entscheide ihm nach R. Ilea͑.",
"Šemuél sagte: Ist es wegen des Lichtes vorhanden, so hat er Ersitzungsrecht auch für das kleinste.",
" FÜR EINEN VORSPRUNG VON MINDESTENS EINER HANDBREITE GIBT ES EINE ERSITZUNG"
],
[
"UND MAN KANN ESVERWEHREN; IST ER SCHMÄLER ALS EINE HANDBREITE, SO GIBT ES DAFÜR KEINE ERSITZUNG UND MAN KANN ES NICHT VERWEHREN.",
"GEMARA. R. Asi sagte im Namen R. Manis, und wie manche sagen, sagte es R. Ja͑qob im Namen R. Manis: Hat er es auf eine Handbreite ersessen, so hat er Ersitzung auf vier. – Wie meint er es? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: hat er ersessen auf einen, der eine Handbreite breit und vier lang ist, so hat er Ersitzung auf vier [Handbreiten] auch in der Breite.",
"IST ER SCHMÄLER ALS EINE HANDBREITE, SO GIBT ES DAFÜR KEINE ERSITZUNG UND MAN KANN ES NICHT VERWEHREN. R. Hona sagte: Diesgilt nur vom Eigentümer des Daches gegenüber dem Eigentümer des Hofes, der Eigentümer des Hofes aber kann esdem Eigentümer des Daches wohl verwehren. R. Jehuda aber sagte, auch der Eigentümer des Hofes könne es dem Eigentümer des Daches nicht verwehren. –",
"Es wäre anzunehmen, daß sie über die Schädigung durch das Hineinsehen streiten; einer ist der Ansicht, dies gelte als Schädigung, und einer ist der Ansicht, dies gelte nicht als Schädigung. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, dies gelte als Schädigung, nur ist es hierbei anders, denn er kann zu ihm sagen: zur Benutzung ist ernicht geeignet, zu gebrauchen ist er nur, um daran etwas aufzuhängen, und wenn ich daran etwas aufhängen sollte, werde ich mein Gesicht abwenden. – Und jener!? –",
"Der andere kann ihm erwidern: es kann vorkommen, daß du dich fürchtest.",
"MAN DARF KEINE FENSTER NACH DEM GEMEINSCHAFTLICHEN HOFE MACHEN. KAUFT JEMAND EIN HAUS IN EINEM FREMDEN HOFE, SO DARF ER KEINE TÜR NACH DEM GEMEINSCHAFTLICHEN HOFEMACHEN. BAUT JEMAND EINEN SÖLLER AUF SEINEM HAUSE, SO DARF ER KEINE TÜR NACH DEM GEMEINSCHAFTLICHEN HOFE MACHEN; WENN ER ABER WILL, BAUE ER EIN ZIMMER INNERHALB SEINES HAUSES ODER BAUE DEN SÖLLER AUF SEINEM HAUSE UND MACHE DIE TÜR NACH SEINEM HAUSE.",
"GEMARA. Wieso gerade nach einem gemeinschaftlichen Hofe, dies ist ja auch nach dem Hofe eines anderen verboten!? –",
"Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist dies nach dem Hofe eines anderen verboten, man könnte aber glauben, dies gelte nicht von einem gemeinschaftlichen Hofe, weil er sagen kann: du mußt dich ja ohnehin im Hofe vor mirvorsehen, so lehrt er uns, daß jener ihm erwidern könne: bis jetzt mußte ich mich im Hofe vor dir vorsehen, jetzt aberwerde ich mich vor dir auch im Hause vorsehen müssen.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst machte jemand seine Fenster nach einem gemeinschaftlichen Hofe, und als er vor R. Jišma͑él b. R. Jose kam, sprach er zu ihm: Du hast es ersessen, mein Sohn, du hast es ersessen. Als er darauf vor R. Ḥija kam, sprach er zu ihm: Du hast dich bemüht und sie geöffnet, bemühe dich nun und schließe sie.",
"R. Naḥman sagte:"
],
[
"Hinsichtlich des Verschließenstritt die Ersitzung sofortein, denn niemand sieht schweigend zu, wie man ihm in seiner Gegenwart das Licht absperrt.",
"KAUFT JEMAND EIN HAUS IN EINEM FREMDEN HOFE, SO DARF ER KEINE TÜR NACH DEM GEMEINSCHAFTLICHEN HOFE MACHEN. Aus welchem Grunde? – Weil er ihnenden Weg ausdehnt. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn er aber will, baue er ein Zimmer innerhalb seines Hauses oder baue den Söller auf seinem Hause. Er dehnt ihnen ja den Wegaus!? R. Hona erwiderte: Unter Zimmer ist eine Teilung in zweiund unter Söller ist eine Galeriezu verstehen.",
" MAN DARF IN EINEM GEMEINSCHAFTLICHEN HOFE KEINE TÜR GEGENÜBER EINER TÜR UND KEIN FENSTER GEGENÜBER EINEM FENSTERMACHEN; AUS EINER KLEINEN [TÜR] DARF MAN KEINE GROSSE UND AUS EINER DARF MAN NICHT ZWEI MACHEN. NACH ÖFFENTLICHEM GEBIETE ABER DARF MAN EINE TÜR GEGENÜBER EINER TÜR UND EIN FENSTER GEGENÜBER EINEM FENSTER MACHEN; AUS EINER KLEINEN DARF MAN EINE GROSSE UND AUS EINER DARF MAN ZWEI MACHEN.",
"GEMARA. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:da erhob Bilea͑m seine Augen und sah Jisraél, wie es nach seinen Stämmen lagerte. Was sah er? Er sah, daß die Türen ihrer Zelte nicht gegenüber gerichtet waren, da sprach er: Diese sind würdig, daß die Göttlichkeit auf ihnen ruhe.",
"AUS EINER KLEINEN [TÜR] DARF MAN KEINE GROSSE MACHEN. Rami b. Ḥama wollte erklären, wenn sie vier [Ellen] groß ist, darf man sie nicht auf acht vergrößern, weil man dann acht [Ellen] vom Hofewegnimmt, wenn sie aber zwei groß ist, dürfe man sie auf viervergrößern, da sprach Raba zu ihm: Der andere kann zu ihm sagen: bei einer kleinen Tür konnte ich mich vor dir versehen, bei einer großen kann ich mich vor dir nicht vorsehen.",
"AUS EINER DARF MAN NICHT ZWEI MACHEN. Rami b. Ḥama wollte erklären: Wenn sie vier [Ellen] groß ist, darf man aus dieser nicht zwei je zwei machen, weil man dann acht [Ellen] vom Hofewegnimmt, wenn sie aber acht groß ist, dürfe man aus dieser zwei je viermachen, da sprach Raba zu ihm: Der andere kann zu ihm sagen: bei einer Tür kann ich mich vor dir vorsehen, bei zwei kann ich mich vor dir nicht vorsehen.",
"NACH ÖFFENTLICHEM GEBIETE ABER DARF MAN EINE TÜR GEGENÜBER EINER TÜR MACHEN. Weil er zu ihm sagen kann: du mußt dich ja ohnehin vor den Leuten der Straße vorsehen.",
"MAN DARF UNTER ÖFFENTLICHEM GEBIETE KEINE HÖHLUNGMACHEN, KEINE GRUBEN, KEINE GRÄBEN UND KEINE HÖHLEN. R. ELIE͑ZER ERLAUBT ES IN DER WEISE, DASS EIN MIT STEINEN BELADENER WAGEN DARÜBER FAHRENKANN. MAN DARF KEINE VORSPRÜNGE UND KEINE ALTANE NACH ÖFFENTLICHEM GEBIETE HINAUSRAGEND BAUEN; WENN MAN DIES ABER WILL, SO RÜCKE MAN [DIE WAND] NACH EINWÄRTSUND LASSE SIE HERVORRAGEN. HAT MAN EINEN HOF GEKAUFT, IN DEM VORSPRÜNGE UND ALTANE SIND, SO BLEIBE ES DABEI.",
"GEMARA. Und die Rabbanan!? – Es kann eine Beschädigung entstehen, ohne daß man es merkt.",
"MAN DARF KEINE VORSPRÜNGE UND KEINE ALTANE NACH ÖFFENTLICHEM GEBIETE HINAUSRAGEND BAUEN. R. Ami hatte einen Vorsprung, der nach einer Durchgangsgasse hinausragte, und noch jemand hatte einen Vorsprung, der nach öffentlichem Gebiete hinausragte, und die Leute vom öffentlichen Gebiete verwehrten es ihm. Als er vor R. Ami kam, sprach dieser zu ihm: Geh, entferne ihn.",
"Da sprach dieser: Der Meister hat ja ebenfalls einen solchen! – Meiner ragt nach einer Durchgangsgasse hinaus, und die Leute der Durchgangsgasse gestatten es mir, deiner aber ragt nach öffentlichem Gebiete hinaus und niemand kann es dir gestatten.",
"R. Jannaj hatte einen Baum, der in das öffentliche Gebiet hineinragte, und noch jemand hatte ebenfalls einen Baum, der in das öffentliche Gebiet hineinragte; da kamen die Leute vom öffentlichen Gebiete und verwehrten esdiesem. Als er darauf vor R. Jannaj kam, sprach dieser zu ihm:"
],
[
"Geh jetzt und komm morgen wieder. Nachts ließ er seinen fällen.",
"Am folgenden Tage kam jener, und er sprach zu ihm: Geh, fälle ihn. Jener sprach: Der Meister hat ja ebenfalls einen solchen! Dieser erwiderte: Geh, sieh nach, ist meiner nicht gefällt worden, so fälle auch deinen nicht. –",
"Welcher Ansicht war er vorher, und welcher Ansicht war er nachher? – Vorher dachte er, die Leute vom öffentlichen Gebiete seien damit einverstanden, weil sie unter dem Schatten sitzen können, als er aber sah, daß sie dies verwehren, ließ er ihn fällen. – Sollte er ihm doch erwidert haben: fälle du deinen, dann fälle ich meinen!? – Wegen einer Lehre des Reš Laqiš, denn dieser sagte:Sammelt euch und sammelt andere, zuerst schmückedich selbst und nachher schmücke andere.",
"WENN MAN DIES ABER WILL, SO RÜCKE MAN [DIE WAND] NACH EINWÄRTS UND LASSE SIE HERVORRAGEN. Sie fragten: Darf man, wenn man [seine Wand] eingerückt hat und solche nicht hervorragen ließ, später solche hervorragenlassen? R. Joḥanan sagt, wenn man eingerückt hat, dürfe man sie [später] hervorragen lassen, und Reš Laqiš sagt, auch wenn man eingerückt hat, dürfe man sie [später] nicht hervorragen lassen.",
"R. Ja͑qob sprach zu R. Jirmeja b. Taḥlipha: Ich will es dir erklären: niemand streitet, ob er sie hervorragen lassendarf, sie streiten nur darüber, ob er die Wand zurück nach der [ersten] Stelle schieben darf, und zwar wurde es entgegengesetzt gelehrt: R. Joḥanan sagt, er dürfe es nicht, und Reš Laqiš sagt, er dürfe es wohl.",
"R. Joḥanan sagt, er dürfe es nicht, wegen einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte, einen Rain, den das Publikum in Besitz genommen hat, dürfe man nicht zerstören; Reš Laqiš sagt, er dürfe es wohl, denn diesgilt nur von dem Falle, wenn kein Platz zurückbleibt, während in diesem Falle Platz zurückbleibt.",
"HAT MAN EINEN HOF GEKAUFT, IN DEM VORSPRÜNGE UND ALTANE SIND, SO BLEIBE ES DABEI. R. Hona sagte: Sind sie eingestürzt, so darf man sie wieder aufbauen.",
"Man wandte ein: Man darf in der Jetztzeit [die Räume] weder kalkennoch täfeln noch bemalen; hat man einen gekalkten, getäfelten oder bemalten Hof gekauft, so verbleibe es dabei; ist er eingestürzt, so darf man ihn nicht wieder aufbauen!? –",
"Anders verhält es sich bei einem [religiösen] Verbote.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf sein Haus nicht mit Kalk bestreichen; hat man Sand oder Stroh beigemischt, so ist es erlaubt. R. Jehuda sagte: Wenn man Sand beigemischt hat, so ist dies ein Sandkalk, und es ist verboten, wenn aber Stroh, so ist es erlaubt.",
"Die Rabbanan lehrten: Als der Tempel zerstört wurde, mehrten sich die Enthaltsamen in Jisraél, die weder Fleisch aßen noch Wein tranken. Da gesellte sich R. Jehošua͑ zu ihnen und sprach: Kinder, weshalb esset ihr kein Fleisch und trinket keinen Wein? Sie erwiderten ihm: Wie sollten wir Fleisch essen, das auf dem Altar dargebracht wurde, was nun auf gehört hat; wie sollten wir Wein trinken, der auf den Altar gegossen wurde, was nun auf gehört hat!?",
"Er erwiderte ihnen: Demnach sollten wir auch kein Brot essen, weil die Speisopfer aufgehört haben. – Man kann mit Früchten auskommen. – Wir sollten auch keine Früchte essen, weil die [Darbringung der] Erstlinge aufgehört hat. – Man kann mit anderen Früchtenauskommen. – Wir sollten auch kein Wasser trinken, da die Wasserprozessionaufgehört hat. Da schwiegen sie.",
"Darauf sprach er zu ihnen: Kinder, kommt, ich will euch sagen; überhaupt nicht zu trauern ist nicht angängig, wo doch das Unglück verhängt worden ist; aber auch übermäßig trauern ist nicht angängig, denn man darf der Gemeinde nur dann eine erschwerende Bestimmung auferlegen, wenn die Mehrheit derselben sie ertragen kann, denn es heißt:mit dem Fluche seid ihr belegt, mich betrügt ihr, das ganze Volk.",
"Vielmehr sagten die Weisen, man bestreiche sein Haus mit Kalk und lasse etwas zurück. – Wieviel? R. Joseph erwiderte: Eine Elle im Geviert. R. Ḥisda sagte: Gegenüber der Tür.",
"Man genieße bei der Mahlzeit alles, was zu dieser gehört, und lasse etwas zurück. – Was ist dies? R. Papa erwiderte: Die Fischspeise.",
"Eine Frau schmücke sich mit allen kosmetischen Mitteln und lasse etwas zurück. – Was ist dies? Rabh erwiderte: Die Stelle an den Schläfen. Denn es heißt:wenn ich deiner vergesse, Jerušalem, so versage meine Rechte. Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen &c.",
"Was heißt: auf dem Haupte meiner Freude? R. Jiçḥaq erwiderte: Das ist die Herdasche auf dem Haupte des Bräutigams. R. Papa fragte Abajje: Auf welche Stelle lege man sie? – Da, wo die Tephillin angelegt werden, denn es heißt:daß er den Trauernden Çijions zulege, ihnen Schmuck statt Asche zu verleihen.",
"Wer über Jerušalem trauert, dem ist es beschieden, an ihrer Freude teilzunehmen, denn es heißt: freut euch mit Jerušalem &c.",
"Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. Eliša sagte: Eigentlich wäre es billig, daß wir über uns verhängen, seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört wurde, kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken; aber man darf über die Gemeinde nur dann eine erschwerende Bestimmung verhängen, wenn die Mehrheit derselben sie ertragen kann.",
"Und eigentlich sollten wir, seitdem die ruchlose Regierung sich über Jisraél ausgedehnt hat, über uns schwere Bestimmungen verhängt, uns von der Tora und [der Ausübung der] Religionsvorschriften zurückhält und uns auch die Beschneidungverbietet, über uns verhängen, keine Frauen zu nehmen und keine Kinder zu zeugen, und dann würde die Nachkommenschaft Abrahams von selber eingehen.",
"Aber man lasse Jisraél gewähren; lieber mögen sie unvorsätzlich fehlen, als vorsätzlich freveln."
],
[
"WER EIN HAUS VERKAUFT HAT, HAT DEN ANBAU NICHT MITVERKAUFT, OBGLEICH ER IN DASSELBE MÜNDET, AUCH NICHT DIE KAMMER HINTER DIESEM, UND AUCH NICHT DAS DACH, WENN ES EIN ZEHN HANDBREITEN HOHES GELÄNDER HAT. R. JEHUDA SAGT, WENN ES EINE ART TÜR HAT, SEI ES NICHT MITVERKAUFT, AUCH WENN ES KEINE ZEHN HANDBREITEN HOCH IST.",
"GEMARA. Was heißt Jaçia͑? – Hier erklärten sie: Anbau. R. Joseph erklärte: eine durchbrochene Veranda. Nach demjenigen, welcher sagt, der Anbau sei nicht mitverkauft, ist um so weniger die Veranda mitverkauft, und nach demjenigen, welcher sagt, die Veranda sei nicht mitverkauft, ist der Anbau wohl mitverkauft.",
"R. Joseph lehrte: Es hat drei Namen: Anbau, Seitengemach und Nische. Anbau, denn es heißt: der unterste Anbau war fünf Ellen breit. Seitengemach, denn es heißt: und die Seitengemächer, Gemach an Gemach, dreiunddreißigmal. Nische, denn es heißt: und die Nische eine Rute in der Länge und eine Rute in der Breite, und zwischen den Nischen fünf Ellen. Wenn du aber willst, entnehme ich es aus folgendem: die Wand des Tempels war sechs, die Nische sechs und die Wand der Nische fünf [Ellen breit].",
"Mar Zutra sagte: Diesnur, wenn er vier Ellen mißt.",
"Rabina sprach zu Mar Zuṭra: Hinsichtlich eines Brunnens haben wir ja gelernt: nicht den Brunnen und nicht die Zisterne, obgleich er ihm geschriebenhat: Tiefe und Höhe, und nach deiner Ansicht, dies gelte nur von dem Falle, wenn er vier Ellen mißt, sollte es auch hinsichtlich dieser nur von dem Falle gelten, wenn sie vier Ellen messen, sonst aber nicht!? –",
"Was soll dies: da erfolgt die Benutzung des einenauf eine Art und die Benutzung der anderenauf eine andere Art, hierbei aber ist es ja dieselbe Benutzung; mißt er vier Ellen, so ist er selbständig, wenn aber nicht, so ist er nicht selbständig.",
"AUCH NICHT DIE KAMMER HINTER DIESEM. Wenn der Anbau nicht mitverkauft ist, so ist es ja von der Kammerselbstverständlich!? –"
],
[
"Auch in dem Falle, wenn er ihm die äußersten Grenzenbezeichnet hat.",
"Dies nach R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Wer seinem Nächsten ein Haus in einem großen Gebäudeverkauft hat, hat ihm, obgleich er ihm die äußersten Grenzen bezeichnet hat, die Grenzen nur erweitert. –",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man ein Haus ‘Haus’ und ein Gebäude ‘Gebäude’ nennt, so ist es ja selbstverständlich, denn er hat ihm ja ein Haus verkauft und nicht ein Gebäude, und wenn man auch ein Gebäude ‘Haus’ nennt, so hat er ihm ja alles verkauft!? –",
"In dem Falle, wenn die meisten ein Haus ‘Haus’ und ein Gebäude ‘Gebäude’ nennen, und manche auch ein Gebäude ‘Haus’ nennen; man könnte glauben, er habe ihm alles verkauft, so lehrt er uns, daß er, da er schreibensollte: ich habe bei diesem Verkaufe nichts für mich zurückbehalten, und es nicht geschrieben hat, wohl zurückbehalten habe.",
"Ferner sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuba: Wer seinem Nächsten ein Feld auf einer großen Ebeneverkauft hat, bat ihm, obgleich er ihm die äußersten Grenzenbezeichnet hat, nur die Grenzen erweitert. –",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man ein Feld ‘Feld’ und eine Ebene ‘Ebene’ nennt, so ist dies ja selbstverständlich, er hat ihm ja ein Feld verkauft und nicht eine Ebene, und wenn man auch eine Ebene ‘Feld’ nennt, so hat er ihm ja alles verkauft!? –",
"In dem Falle, wenn manche ein Feld ‘Feld’ und eine Ebene ‘Ebene’ nennen, und manche auch eine Ebene ‘Feld’ nennen; man könnte glauben, er habe ihm alles verkauft, so lehrt er uns, daß er, da er ihm schreiben sollte: ich habe bei diesem Verkaufe nichts für mich zurückbehalten, und es nicht geschrieben hat, wohl zurückbehalten habe.",
"Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem Hause gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil bei dem einen die Benutzung auf die eine Weise und beim anderen auf eine andere Weiseerfolgt, bei einer Ebene aber, wobei die Benutzung auf dieselbe Weise erfolgt, habe er ihm alles verkauft.",
"Und würde er es nur von einer Ebene gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil er es ihm nicht genau bezeichnen konnte, bei einem Hause aber, bei dem er es ihm genau bezeichnen konnte und es nicht getan hat, habe er ihm alles verkauft. Daher ist beides nötig.",
"Das, was R. Mari, Sohn der Tochter des Šemuél b. Šilath, im Namen Abajjes lehrte, daß nämlich, wer etwas seinem Nächsten verkauft, ihm schreiben müsse: ich habe bei diesem Verkaufe nichts für mich zurückbehalten, vertritt also die Ansicht R. Naḥmans, die er im Namen des Rabba b. Abuha lehrte.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten, er verkaufe ihm das Grundstück des Be Ḥija, und er hatte zwei Grundstücke, die den Namen Be Ḥijatrugen. Da entschied R. Aši: Er sprach zu ihm nur von einem und nicht von zwei.",
"Wenn jemand aber von Grundstücken gesprochen hat, so sind darunter mindestens zwei zu verstehen. Und wenn jemand von allen Grundstücken gesprochen hat, so sind darunter alle Grundstücke, die er besitzt, zu verstehen, mit Ausnahme von Obst- und Gemüsegärten. Und wenn jemand von Grundbesitz gesprochen hat, so sind auch Obst- und Gemüsegärten einbegriffen, mit Ausnahme von Häusern und Sklaven."
],
[
"Und wenn jemand von Gütern gesprochen hat, so sind auch Häuser und Sklaven einbegriffen.",
"Wenn er ihm[an der einen Seite] eine lange Grenze und [an der anderen Seite] eine kurze Grenze bezeichnethat, so hat er, wie Rabh sagte, nur entsprechend der kürzerengeeignet.",
"R. Kahana und R. Asi sprachen zu Rabh: Sollte er doch schrägeignen!? Da schwieg Rabh.",
"Rabh pflichtet jedoch bei, daß, wenn es an der einen Seite an [Grundstücke von] Reúben und Šimo͑n und an der anderen Seite an solche von Levi und Jehuda grenzt, er es schräg meinte, denn er sollte ihm geschrieben haben: von der Grenze Reúbens bis zur gegenüberliegenden Grenze Levis und von der Grenze Šimo͑ns bis zur gegenüberliegenden Grenze Jehudas, und hat es ihm nicht geschrieben.",
"Wenn Reúben in der Ost- und der Westseite angrenzt und Šimo͑n in der Nord- und der Südseite angrenzt, so muß er ihm schreiben: bis zu beiden Seiten Reúbens und bis zu beiden Seiten Šimo͑ns.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er ihm nur die Ecken angegeben hat? Wie ist es, wenn er sie ihm in der Form eines Gammabezeichnet hat!?"
],
[
"Wie ist es, wenn er sie ihm überspringendbezeichnet hat? – Dies bleibt unentschieden.",
"Wenn er ihm die Grenze an der einen Seite, an der zweiten Seite und an der dritten Seite bezeichnet und an der vierten Seite nicht bezeichnet hat, so hat er, wie Rabh sagt, alles mit Ausnahme der vierten Seite geeignet, und wie Šemuél sagt, auch die vierte Seite. R. Asi aber sagt, er habe nur ein Beet um das ganze [Feld]geeignet.",
"Er ist der Ansicht Rabhs, daß er einen Teil zurückbehalten habe, und da er die eine Grenzseite zurückbehalten hat, so hat er auch alles übrigezurückbehalten.",
"Raba sagte: Die Halakha ist, er habe alles geeignet mit Ausnahme der vierten Seite. Dies nur in dem Falle, wenn diese nicht eingeschlossenist, wenn sie aber eingeschlossen ist, so hat er sie geeignet.",
"Und auch wenn sie eingeschlossenist, gilt diesnur von dem Falle, wenn auf dieser keine Reihe Palmen vorhanden ist und sie keine neun Kab groß ist, wenn aber auf dieser eine Reihe Palmen vorhanden ist odersie neun Kab großist, so hat er sie nicht geeignet.",
"Manche lesen: Raba sagte: Die Halakha ist, er habe alles geeignet, auch die vierte Seite. Dies jedoch nur dann, wenn sie eingeschlossen ist, nicht aber, wenn sie nicht eingeschlossen ist.",
"Und auch wenn sie nicht eingeschlossen ist, nur dann, wenn auf dieser eine Reihe Palmen vorhanden ist oder wenn sie neun Kab groß ist, wenn aber auf dieser keine Reihe Palmen vorhanden ist und sie keine neun Kab groß ist, so hat er sie geeignet.",
"Aus den beiden Lesarten Rabas ist zu entnehmen, daß man vom Felde selbernichts zurückbehalte. Ferner ist zu entnehmen, daß, wenn sie eingeschlossen ist und auf dieser keine Reihe Palmen vorhanden und sie keine neun Kab groß ist, er sie geeignet habe, wenn sie aber nicht eingeschlossen ist und auf dieser eine Reihe Palmen vorhanden oder sie neun Kab groß ist, er sie nicht geeignet habe.",
"Wenn sie eingeschlossen ist und auf dieser [eine Reihe Palmen] vorhanden ist, oder sie nicht eingeschlossen ist und auf dieser keine vorhanden ist, so ist, wie gelehrt wurde, nach der einen Seite, und wie gelehrt wurde, nach der anderen Seite zu entscheiden; also nach Ermessen der Richter.",
"Rabba sagte: ‘DieHälfte, die ich am Grundstücke habe’, so ist die Hälftezu verstehen, wenn aber: ‘die Hälfte vom Grundstücke, das ich habe’, so ist ein Viertel zu verstehen. Abajje sprach zu ihm: Welchen Unterschied gibt es zwischen der einen Fassung und der anderen? Da schwieg er.",
"Abajje sagte: Ich glaubte, daß er, da er geschwiegen hat, dies anerkannt habe, dem ist aber nicht so, denn ich sah Urkunden, die beim Meister ausgestellt waren, in denen geschrieben war: die Hälfte, die ich am Grundstücke habe, und es war die Hälfte, und [in welchen geschrieben war:] die Hälfte vom Grundstücke, das ich habe, und es war ein Viertel.",
"Raba sagte (ferner): ‘Dieeine Seite des Grundstückes, die abzuteilen ist’, so ist die Hälftezu verstehen; wenn aber: ‘die eine Seite des Grundstückes, die abzutrennen ist’, so sind neun Kabzu verstehen.",
"Abajje sprach zu ihm: Welchen Unterschied gibt es zwischen der einen Fassung und der anderen? Da schwieg er. Er glaubte hieraus zu entnehmen, daß in beiden Fällen die Hälfte zu verstehen sei,"
],
[
"dem ist aber nicht so, denn R. Jemar b. Šelemja sagte, ihm sei von Abajje erklärt worden, einerlei ob er gesagt hat: die Seite des Grundstückes, die abzuteilen ist, oder er gesagt hat: die Seite des Grundstückes, die abzutrennen ist; sagte er: das sind die Grenzen, so ist die Hälfte zu verstehen, und sagte er nicht: das sind die Grenzen, so sind neun Kab zu verstehen.",
"Selbstverständlich ist es, daß, wenn jemandgesagt hat: N. soll an meinem Vermögen teilen, die Hälfte zu verstehen sei, wie ist es aber, wenn er gesagt hat: gebt N. einen Teil von meinem Vermögen?",
"Rabina b. Qisi erwiderte: Komm und höre, es wird gelehrt: Wenn jemand gesagt hat: gebt N. einen Anteil von meinem Brunnen, so [erhält er], wie Symmachos sagt, nicht weniger als ein Viertel; wenn: für ein Faß, nicht weniger als ein Achtel; wenn: für einen Topf, nicht weniger als ein Zwölftel; wenn: für ein Krüglein, nicht weniger als ein Sechzehntel.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Levite ein Feld an einen Jisraéliten verkauft und zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß der erste Zehnt mir gehöre, so gehört der erste Zehnt ihm, und wenn er gesagt hat: mir und meinen Kindern, so gebe er ihn, wenn er gestorben ist, seinen Kindern.",
"Hat er aber zu ihm gesagt: solange das Feld sich in deinem Besitze befindet, so hat er, wenn dieser es verkauft und zurückgekauft hat, an ihn keine Ansprüchemehr.",
"Weshalb denn, niemand kann ja das verkaufen, was noch nicht auf die Welt gekommenist!? – Dadurch, daß er zu ihm gesagt hat: mit der Bedingung, daß der erste Zehnt mir gehöre, hat er den Platz des ersten Zehntenzurückbehalten.",
"Reš Laqiš sagte: Dies besagt, daß, wenn jemand seinem Nächsten ein Haus verkauft und zu ihm sagt: mit der Bedingung, daß das obere Bauwerkmein bleibe, das obere Bauwerk ihm gehört. –"
],
[
"In welcher Hinsicht? R. Zebid erwiderte: Will er da Vorsprünge anbauen, so darf er dies. R. Papa erwiderte: Will er auf diesem einen Söller bauen, so darf er dies. –",
"Erklärlich sind [die Worte] ‘dies besagt’ nach R. Zebid, welchen Sinn aber haben [die Worte] ‘dies besagt’ nach R. Papa? – Ein Einwand.",
"R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Wer seinem Nächsten ein Haus verkauft, muß, obgleich er ihmschreibt: Tiefe und Höhe, noch schreiben: eigne vom Abgrunde des Erdbodens bis zur Höhe des Himmels. Auch Tiefe und Höheeignet er nicht, wenn dies nicht angegeben wird, somit dient die Spezifizierung Tiefe und Höhe, um Tiefe und Höhe zu eignen, und die Spezifizierung vom Abgrunde des Erdbodens bis zur Höhe des Himmels, um auch Brunnen, Zisternen und Höhlen zu eignen.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Nicht den Brunnen und nicht die Zisterne, obgleich er ihm geschrieben hat: Tiefe und Höhe. Wenn man sagen wollte, er eigne Tiefe und Höhe, auch wenn dies nicht angegeben ist, so sollte er doch durch die Spezifizierung Tiefe und Höhe auch Brunnen, Gruben und Höhlen eignen. – Wenn er es ihm nicht geschrieben hat. –",
"Es heißt ja aber: obgleich er ihm geschrieben hat!? – Er meint es wie folgt: hinsichtlich der Aneignung von Tiefe und Höhe ist es, auch wenn er es ihm nicht geschrieben hat, ebenso als hätte er es ihm geschrieben; Brunnen, Zisternen und Höhlen eignet er aber nur dann, wenn er ihm geschrieben hat: Tiefe und Höhe. –",
"Komm und höre: Auch nicht das Dach, wenn es ein zehn Handbreiten hohes Geländer hat."
],
[
"Was ist denn dabei, wenn man sagen wollte, er eigne Tiefe und Höhe auch ohne Nennung, daß es zehn Handbreiten hoch ist!? – Ist es zehn Handbreiten hoch, so ist es selbständig.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Dies besagt, daß, wenn jemand seinem Nächsten ein Haus verkauft und zu ihm sagt: mit der Bedingung, daß das obere Bauwerk mein bleibe, das obere Bauwerk ihm gehört; und auf unsere Frage, in welcher Hinsicht, erwiderte R. Zebid, wenn er da Vorsprünge anbauen will, dürfe er dies, und R. Papa erwiderte, wenn er auf diesem einen Söller bauen will, dürfe er dies.",
"Wozu ist nun die Bedingung nötig, wenn man sagen wollte, ohne Nennung eigne er es ohnehin nicht!? – Dies hat den Erfolg, daß er es, wenn es einstürzt, wieder auf bauen dürfe.",
" NICHT DEN BRUNNEN UND NICHT DIE ZISTERNE, OBGLEICH ER IHM GESCHRIEBEN HAT: TIEFE UND HÖHE. ERMUSS SICH ABER EINEN WEG ZU DIESEN ERKAUFEN – SO R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ER BRAUCHE SICH KEINEN WEG ZU DIESEN ZU ERKAUFEN.",
"JEDOCH PFLICHTET R. A͑QIBA BEI, DASS, WENN ER GESAGT HAT: AUSSER DIESEN, ER SICH KEINEN WEG ZU DIESEN ZU ERKAUFEN BRAUCHE.",
"HAT JEMAND DIESE (AN EINEN ANDEREN) VERKAUFT, SO BRAUCHT DIESER, WIE R. A ͑QIBA SAGT, SICH KEINEN WEG ZU DIESEN ZU ERKAUFEN; DIE WEISEN SAGEN, ER MÜSSE SICH EINEN WEG ZU DIESEN ERKAUFEN.",
"GEMARA. Rabina saß und warf folgende Frage auf: Welches heißt Brunnen und welches heißt Zisterne? Da sprach Raba Tospaá zu Rabina: Komm und höre, es wird gelehrt: Sowohl der Brunnen als auch die Zisterne befinden sich in der Erde, nur ist der Brunnen gegraben und die Zisterne gebaut. R. Aši saß und erhob folgenden Einwand: Brunnen und Zisterne sind ja dasselbe!? Da sprach Mar Qašiša, Sohn des R. Hisda, zu R. Aši: Komm und höre, es wird gelehrt: Sowohl der Brunnen als auch die Zisterne befinden sich in der Erde, nur ist der Brunnen gegraben und die Zisterne gebaut.",
"ER MUSS SICH ABER EINEN WEG ERKAUFEN – so R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ER BRAUCHE SICH KEINEN &C. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem:"
],
[
"R. A͑qiba ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendemAuge, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendemAuge. Und wo es sonst heißt, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht, daß wer etwas verkauft, dies mit gönnendem Auge tue, wird hierauf Bezug genommen. –",
"Woher dies, vielleicht ist R. A͑qiba der Ansicht, niemand will Geld [für ein Grundstück] ausgeben, daß andere es zertreten, und sind die Rabbanan der Ansicht, niemand will Geld nehmen, daß er durch die Luft fliege!?–",
"Dies ist vielmehr aus dem Schlußsatze zu entnehmen: Hat jemand diese [an einen anderen] verkauft, so braucht er, wie R. A͑qiba sagt, sich keinen Weg zu erkaufen; die Weisen sagen, er müsse es. –",
"Vielleicht besteht ihr Streit in folgendem: R. A͑qiba ist der Ansicht, man richte sich nach der Auffassung des Käufers, und die Rabbanan sind der Ansicht, man richte sich nach der Auffassung des Verkäufers. –",
"Dies ist vielmehr aus folgendem zu entnehmen: Nicht den Brunnen, nicht die Kelter und nicht den Taubenschlag, einerlei ob sie zerstört sind oder benutzt werden. Er muß sich aber einen Weg zu diesen erkaufen – so R. A͑qiba; die Weisen sagen, er brauche es nicht.",
"Da nun diese Wiederholung nicht nötigist, so lehrt er uns wahrscheinlich folgendes: R. Aqiba ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendem Auge. –",
"Vielleicht will er es uns von einem Hause besonders und von einem Felde besonders lehren!? Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem Hause gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil bei diesem Ungeniertheit erwünscht ist, nicht aber gelte dies von einem Felde.",
"Und würde er es von einem Felde gelehrt haben, [so könnte man glauben], weil diesem das Betreten schädlichist, nicht aber gelte dies von einem Hause. –",
"Dies ist vielmehr aus dem Schlußsatzezu entnehmen: Hat jemand diese (an einen anderen) verkauft, so braucht dieser, wie R. A͑qiba sagt, sich keinen Weg zu erkaufen; die Weisen sagen, er müsse dies.",
"Dies ist ja nicht nötig, denn es ist doch dasselbe; wahrscheinlich lehrt er uns folgendes: R. A͑qiba ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und die Weisen sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendem Auge. Schließe hieraus.",
"Es wurde gelehrt: R. Hona sagte im Namen Rabhs,"
],
[
"die Halakha sei wie die Weisen, und R. Jirmeja b. Abba sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. A͑qiba. R. Jirmeja b. Abba sprach zu R. Hona: Wiederholt sagte ich vor Rabh, die Halakha sei wie R. A͑qiba, und er sagte mir nichts dagegen. Dieser fragte: Wie hast du es gelernt? Jener erwiderte; Ich habe es entgegengesetzt gelernt. – Deshalb sagte er dir nichts dagegen.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Es wäre anzunehmen, daß siehierbei ihre Ansichten vertreten,",
"denn R. Naḥman sagte nämlich im Namen Šemuéls: Wenn Brüder geteilt haben, so hat einer an den anderen keinen Anspruch hinsichtlich der Wege, der Leitern, der Fenster und der Wasserläufe.",
"Sei damit behutsam, denn es sind festgesetzte Lehren. Rabh aber sagt, sie haben ihn wohl. –",
"Und beides ist nötig. Würde er nur die einegelehrt haben, [so könnte man glauben,] Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, weil jeder sagen kann, er wolle da ebenso wohnen, wie seine Vorfahren da gewohnthaben, denn so heißt es auch:an deiner Väter Stelle werden deine Söhne treten, da aber pflichte er Šemuél bei.",
"Und würde er nur das anderegelehrt haben, [so könnte man glauben,] Šemuél vertrete seine Ansicht nur da, hierbei aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig.",
"R. Naḥmen fragte R. Hona: ist die Halakha nach unsereroder nach euerer Ansicht zu entscheiden? Dieser erwiderte: Die Halakha ist nach euerer Ansicht zu entscheiden, denn ihr seid näher der Tür des Exilarchen, bei dem die Richter anwesend sind.",
"Es wurde gelehrt: Wenn von zwei Häusern sich eines hinter dem anderen befindet, so haben [die Besitzer], einerlei ob sie sie durch Kauf oder durch Schenkung [erworbenhaben], an einander keinen Anspruch auf den Weg, und um so weniger, wenn der vordere durch Schenkung und der hintere durch Kauf.",
"Man könnte hieraus entnehmen, wenn der vordere durch Kauf und der hintere durch Schenkung, habe er ebenfalls keinen Anspruch auf den Durchgang,",
"dem ist aber nicht so, denn wir haben gelernt: Diesgilt nur vom Verkaufe, wer aber etwas verschenkt, verschenkt alles. Wir sehen also, daß, wer etwas verschenkt, dies mit gönnendem Auge tue, ebenso sagen wir auch hierbei, wer etwas verschenkt, tue dies mit gönnendem Auge.",
"WEH EIN HAUS VERKAUFTHAT, HAT AUCH DIE TÜR MITVERKAUFT, NICHT ABER DEN SCHLÜSSEL. ER HAT DEN BEFESTIGTEN MÖRSERMITYERKAUFT, NICHT ABER DEN BEWEGLICHEN; ER HAT DEN MÜHLENUNTERSATZ MITVERKAUFT, NICHT ABER DEN TRICHTER. FERNER AUCH NICHT DEN OFEN UND NICHT DEN HERD. WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: ES UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET,"
],
[
"SO IST DIES ALLES MITVERKAUFT.",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Meírs vertritt, denn R. Meír sagt ja, wer einen Weinberg verkauft hat, habe auch die Geräte des Weinberges mitverkauft. –",
"Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Meírs, denn da sind sie befestigt, hierbei aber sind sie nicht befestigt. – Er lehrt es ja aber von einem Schlüssel gleichlautend wie von einer Tür, und wie eine Tür befestigt ist, so handelt es sich ja auch um einen befestigten Schlüssel!? – Das richtigste ist vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Meírs.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer ein Haus verkauft hat, hat auch die Tür, den Riegel und das Schloß mitverkauft, nicht aber den Schlüssel; er hat den eingegrabenen Mörsermitverkauft, nicht aber den befestigten; er hat den Mühlenuntersatz mitverkauft, nicht aber den Trichter. Ferner nicht den Ofen, nicht den Herd und nicht die Handmühle. R. Elie͑zer sagt, was am Boden befestigt ist, gleiche dem Boden.",
"Wenn er aber zu ihm gesagt hat: es und alles, was sich darin befindet, so ist dies alles mitverkauft. Ob so oder so hat er nicht den Brunnen, nicht die Zisterne und nicht den Anbau mitverkauft.",
"Die Rabbanan lehrten: Eine Rinne, die man .zuerst ausgehöhlt und nachher eingesetzt hat, macht das Tauchbaduntauglich, und die man zuerst eingesetzt und nachher ausgehöhlt hat, macht das Tauchbad nicht untauglich. Hier ist also weder die Ansicht der Rabbanan noch die des R. Elie͑zer vertreten!? –",
"Welche Lehre R. Elie͑zers ist hiergemeint? Wollte man sagen, die Lehre R. Elie͑zers hinsichtlich eines Hauses, so ist vielleicht hierbei folgendes der Grund: R. Elie͑zer ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendemAuge.",
"Wollte man sagen, die Lehre R. Elie͑zers hinsichtlich eines Bienenstockes, denn es wird gelehrt: Ein Bienenstock gleicht, wie R. Elie͑zer sagt, einem Grundstücke; man schreibe darübereinen Prosbul,"
],
[
"er nimmt auf seinem Platze keine Unreinheitan, und wer daraus am Šabbath Honig nimmt, ist ein Sündopferschuldig.",
"Die Weisen sagen, er gleiche nicht einem Grundstücke; man schreibe darüber keinen Prosbul, er nehme auf seinem Platze Unreinheit an, und wer daraus am Šabbath Home nimmt, sei frei.",
"Hierzu aber sagte R. Elea͑zar, folgendes sei der Grund R. Elie͑zers. Es heißt:und er tauchte es in eine Honigwabe [jaa͑r];",
"wie man ein Sündopfer schuldig ist, wenn man etwas am Šabbath in einem Walde [jaa͑r] pflückt, ebenso ist man ein Sündopfer schuldig, wenn man am Sabbath Honig ausnimmt. –",
"Vielmehr, es ist die Lehre R. Elie͑zers hinsichtlich eines Brettes. Wir haben gelernt: Hat man ein Bäckerbrett in eine Wand eingelassen, so ist es nach R. Elie͑zer nicht verunreinigungsfähig und nach den Weisen verunreinigungsfähig.",
"Wessen Ansicht vertritt sie nun: wenn die des R. Elie͑zer, so sollte diesauch dann gelten, wenn man [die Rinne] zuerst ausgehöhlt und nachher eingelassen hat, und wenn die der Rabbanan, auchwenn man sie zuerst eingelassen und nachher ausgehöhlt hat!? –",
"Tatsächlich die des R. Elie͑zer, denn anders verhält es sich bei flachen Holzgeräten, bei denen die Unreinheit nur rabbanitisch ist. –",
"Demnach wäre die Bestimmung vom Geschöpftenaus der Tora,"
],
[
"und uns ist es ja bekannt, daß sie rabbanitisch ist!? Ferner sagte ja R. Jose b. Ḥanina, daß sie über ein Brett aus Metallstreiten!? –",
"Tatsächlich die der Rabbanan, denn anders verhält es sich bei der Bestimmung vom Geschöpften, die nur rabbanitischist. –",
"Demnach sollte dies auch dann gelten, wenn [die Rinne] zuerst ausgehöhlt und nachher eingelassen wurde!? – Anders verhält es sich bei dieser, die getrennt als Gefäß gilt.",
"R. Joseph fragte: Wie verhält es sich mit dem Regenwasser, das zum Abspülen des Mühlenuntersatzes erwünscht war, bei den Saaten?",
"Nach R. Elie͑zer, welcher sagt, was am Boden befestigt ist, gleiche dem Boden, ist dies nichtfraglich, fraglich ist es nur nach den Rabbanan, welche sagen, es gleiche nicht dem Boden. Wie ist es nun? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Neḥemja, der Sohn des R. Joseph, sandte an Rabba, den Sohn R. Hona des Kleinen, in Nehardea͑ folgende Mitteilung: Wenn jene Frau zu dir kommt,"
],
[
"so laß sie das Zehntel vom Vermögeneinfordern, selbst vom Mühlenuntersatze. R. Aši sagte: Als wir bei R. Kahana waren, ließen wir dies einfordern sogar vom Ertrage der Häuser.",
"WER EINEN HOF VERKAUFT HAT, HAT AUCH BRUNNEN, GRABEN UND HÖHLEN MITVERKAUFT, NICHT ABER DIE BEWEGLICHEN SACHEN; WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: IHN UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET, SO IST DIES ALLES MITVERKAUFT. OB SO ODER SOHAT ER WEDER DAS BADEHAUS NOCH DIE ÖLPRESSE, DIE SICH DARIN BEFINDEN, MITVERKAUFT. R. ELIE͑ZER SAGT, WER EINEN HOF VERKAUFT HAT, HABE NUR DEN LUFTRAUM DESSELBEN VERKAUFT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer einen Hof verkauft hat, hat die äußeren Häuser, die inneren Häuser und den Kiesschuppenmitverkauft. Läden, die nach diesem geöffnet sind, sind mitverkauft, und die nicht nach diesem .geöffnet sind, sind nicht mitverkauft; sind sie nach der einen Seite und der anderen Seite geöffnet, so sind sie mitverkauft. R. Elie͑zer sagt, wer einen Hof verkauft hat, hat nur den Luftraum desselben verkauft.",
"Der Meister sagte: Sind sie nach der einen Seite und nach der anderen Seite geöffnet, so sind sie mitverkauft. R. Ḥija lehrte ja aber, sie seien nicht mitverkauft!? – Das ist kein Einwand; eines in dem Falle, wenn sie meist von der Innenseite, und eines in dem Falle, wenn sie meist von der Außenseitebenutzt werden.",
"R. ELIÉ͑ZER SAGT, WER EINEN HOF VERKAUFT HAT, HABE NUR DEN LUFTRAUM DESSELBEN VERKAUFT. Rabba sagte: Hat er mit ihm von einer Wohnung gesprochen, so stimmen alle überein, daß darunter auch die Häuser zu verstehen sind; sie streiten nur über den Fall, wenn er mit ihm von einem Anwesengesprochen hat; nach der einen Ansicht ist darunter das Gehöft zu verstehen, und nach der anderen Ansicht sind darunter die Häuser zu verstehen.",
"Manche lesen: Rabba sagte: Hat er mit ihm von einem Anwesen gesprochen, so stimmen alle überein, daß darunter auch Häuser zu verstehen sind, sie streiten nur über den Fall, wenn er mit ihm von einem Hofe gesprochen hat; nach der einen Ansicht ist unter Hof nur der Luftraum zu verstehen, und nach der anderen Ansicht ist es gleich dem Hofe der Stiftshüttezu verstehen.",
"Raba sagte (ferner) im Namen R. Naḥmans: Hat er einen Kiesplatz und eine Tiefungverkauft, so hat [der Käufer], wenn er den Kiesplatz in Besitz genommen hat, die Tiefung nicht geeignet, und wenn er die Tiefung in Besitz genommen hat, den Kiesplatz nicht geeignet. – Dem ist ja aber nicht so, Šemuél sagte ja, wenn jemand zehn Felder in zehn Provinzen verkauft hat, habe [der Käufer], sobald er eines in Besitz genommen hat, alle geeignet!? –",
"Da erfolgt dies aus dem Grunde, weil der ganze Erdball ein Komplexist, hierbei aber wird das eine auf diese Weise und das andere auf eine andere Weise benutzt.",
"Manche lesen:"
],
[
"Rabba sagte im Namen R. Naḥmans: Hat er den Kiesplatz in Besitz genommen, so hat er auch die Tiefung geeignet. – Selbstverständlich, Šemuél sagte ja, wenn jemand zehn Felder verkauft hat &c.!? – Man könnte glauben, da erfolge dies aus dem Grunde, weil der ganze Erdball ein Komplex ist, hierbei aber wird das eine auf diese Weise und das andere auf eine andere Weise benutzt, so lehrt er uns.",
"WER EINE ÖLMÜHLE VERKAUFT HAT, HAT AUCH DAS BASSIN, DEN STEIN UND DIE PFÄHLEMITVERKAUFT, NIGHT ABER HAT ER DIE PRESSBRETTER, DAS RAD UND DEN BALKEN MITVERKAUFT. WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: SIE UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET, SO IST DIES ALLES MITVERKAUFT. R. ELIE͑ZER SAGT, WER EINE ÖLMÜHLE VERKAUFT HAT, HABE AUCH DEN BALKEN VERKAUFT.",
"GEMARA. Bassin, das ist der linsenförmige Behälter. Steinerklärte R. Abba b. Mamal: der Reibestein. Pfähle erklärte R. Joḥanan: Pfähle aus Zedern, auf die der Preßbalken gelegt wird. Bretter, die Preßbretter. Das Rad, der Windestein. Balken, der Preßbalken.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer eine Ölmühle verkauft hat, hat auch die Bretter, die Bassins und die Reibesteine mitverkauft; ferner auch den unteren Mahlstein, nicht aber den oberen. Wenn er aber zu ihm gesagt hat: sie und alles, was sich darin befindet, so ist dies alles mitverkauft. Ob so oder so hat er nicht die Preßbretter, nicht die Säcke und nicht die Beutel mit verkauft.",
"R. Elie͑zer sagt, wer eine Ölmühle verkauft hat, habe auch den Balken mitverkauft; denn sie heißt ja Ölmühle nur wegen des Balkens.",
" WER EIN BADEHAUS VERKAUFT HAT, HAT DIE BRETTER, DIE BÄNKE UND DIE BADETÜCHERNICHT MITVERKAUFT. WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: ES UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET, SO IST DIES ALLES MITVERKAUFT. OB SO ODER SO HAT ER NICHT DIE WASSERBEHÄLTER UND DIE HOLZSCHEUNEN MITVERKAUFT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wer ein Badehaus verkauft hat, hat auch die Bretterkammer, die Beckenkammer, die Bänkekammer und die Badetücherkammer mitverkauft, nicht aber die Bretter, die Becken, die Bänke und die Badetücher selbst. Wenn er aber zu ihm gesagt hat: dieses und alles, was sich darin befindet, so ist dies alles mitverkauft. Ob so oder so hat er ihm die Wasserbäche,"
],
[
"die im Sommer und in der Regenzeit Wasser versorgen, und die Holzscheune nicht mitverkauft. Wenn er aber zu ihm gesagt hat: ich verkaufe dir das Badehaus samt all seinen Benutzungseinrichtungen, so ist dies alles mitverkauft.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten, er verkaufe ihm die Ölmühle samt all ihren Benutzungseinrichtungen, und es waren da noch zwei Läden außerhalb, in welchen Mohn getrocknet wurde. Als sie hierauf zu R. Joseph kamen,",
"sprach er: Wir haben gelernt: Ich verkaufe dir eine Ölmühle samt all ihren Benutzungseinrichtungen, so ist dies alles mitverkauft. Da sprach Abajje zu ihm: R. Ḥija lehrte ja aber, dies alles sei nicht mitverkauft!? Vielmehr, sagte R. Aši, wir sehen, sagte er zu ihm: die Ölmühle samt all ihren Benutzungseinrichtungen, und das sind ihre Grenzen, so hat er sie mitgekauft, wenn aber nicht, so hat er sie nicht mitgekauft.",
"vii WER EINE STADT VERKAUFT HAT, HAT HÄUSER, GRUBEN, GRABEN, HÖHLEN, BÄDER, TAUBENSCHLÄGE, ÖLMÜHLEN UND BEWÄSSERTE ANLAGEN MITVERKAUFT, NICHT ABER DIE BEWEGLICHEN SACHEN. HAT ER ABER ZU IHM GESAGT: SIE UND ALLES, WAS SICH IN DIESER BEFINDET, SO IST ALLES, SOGAR WENN VIEH UND SKLAVEN DARIN SIND, MITVERKAUFT. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, WER EINE STADT VERKAUFT HAT, HABE AUCH DEN SYNTER MITVERKAUFT.",
"GEMARA. R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Hieraus ist zu entnehmen, daß Sklaven Mobilien gleichen, denn wenn sie Immobilien glichen, sollten sie doch mit der Stadt mitverkauft werden. – Welchen Sinn hat [das Wort] ‘sogar’, wenn Sklaven Mobilien gleichen!?",
"Du mußt also erklären, es sei zu unterscheiden zwischen sich bewegenden Mobilien und zwischen sich nicht bewegenden Mobilien, somit kannst du auch sagen, Sklaven gleichen Immobilien, denn es ist zu unterscheiden zwischen sich bewegenden Immobilien und sich nicht bewegenden Immobilien.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, WER EINE STADT VERKAUFT HAT, HABE AUCH DEN SYNTER MITVERKAUFT. Was ist Synter? – Hier erklärten sie: der Grenzmesser. Šimo͑n b. Abšalom erklärte: [die umliegenden] Wiesen. Wer Grenzmesser erklärt, nach dem sind um so mehr die umliegenden Wiesenmitverkauft, und wer umliegende Wiesen erklärt, nach dem ist der Grenzmesser nicht mitverkauft. –",
"Wir haben gelernt: Ölmühlen und bewässerte Anlagen. Sie glaubten unter ‘bewässerteAnlagen’ seien die umliegenden Wiesen zu verstehen, denn es heißt:und Wasser über die Fluren sendet. Einleuchtend ist dies nun nach dem, der Grenzmesser erklärt; der erste Autor sagt, die umliegenden Wiesen seien mitverkauft und der Grenzmesser sei nicht mitverkauft, und hierzu sagt R. Šimo͑n b. Gamliél, auch der Grenzmesser sei mitverkauft; nach dem aber, der umliegende Wiesen erklärt, ist ja auch der erste Autor derselben Ansicht!? –",
"Du glaubst, unter ‘bewässerte Anlagen’ seien die umliegenden Wiesen zu verstehen, nein, unter ‘bewässerte Anlagen’ sind die Gärten zu verstehen, denn es heißt:deine Schößlingesind ein Granatengarten; die umliegenden Wiesen aber sind nicht mitverkauft, und hierzu sagt R. Šimo͑n b. Gamliél, auch die umliegenden Wiesen seien mitverkauft.",
"Manche lesen: Sie glaubten, unter ‘bewässerte Anlagen’ seien die Gärten zu verstehen. Einleuchtend ist dies nun nach dem, der umliegende Wiesen erklärt; der erste Autor sagt, die Gärten seien mitverkauft und die umliegenden Wiesen seien nicht mitverkauft, und hierzu sagt R. Šimo͑n b. Gamliél, auch die umliegenden Wiesen seien mitverkauft;"
],
[
"nach dem aber, der Grenzmesser erklärt, [ist ja einzuwenden:] der erste Autor spricht von Gärten, und R. Šimo͑n b. Gamliél entgegnet ihm hinsichtlich des Grenzmessers!? – Du glaubst, unter ‘bewässerte Anlagen’ seien die Gärten zu verstehen, nein, unter ‘bewässerte Anlagen’ sind die umliegenden Wiesen zu verstehen, denn es heißt: und Wasser über die Fluren sendet; der Grenzmesser aber ist nicht mitverkauft, und hierzu sagt R. Šimo͑n b. Gamliél, auch der Grenzmesser sei mitverkauft. –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagt, der Synter sei nicht mitverkauft, der Anqolmossei mitverkauft; wenn nun Anqolmos ein Mensch ist, so ist ja auch Synter ein Mensch!? – Wieso denn, eines so und das andere anders. –",
"Wieso kannst du es so erklären, im Schlußsatze lehrt er ja: nicht aber den Anhang, die Umgegend, die dieser zugewandten Wälderund die Gehege für Tiere, Geflügel und Fische. Anhang erklärten wir: Abgetrenntes, und Abgetrenntes erklärte R. Abba: das Abgetrennte der Wiesen. Also nur das Abgetrennte der Wiesen ist nicht mitverkauft, wohl aber die Wiesen selbst!? –",
"Wende es um: R. Jehuda sagt, der Synter sei mitverkauft, der Anqolmos sei nicht mitverkauft. –",
"Wieso kannst du sagen, R. Jehuda sei der Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Jehuda ist ja der Ansicht der Rabbanan, denn der Schlußsatz lehrt: nicht aber den Anhang und die Umgegend, und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wer eine Stadt verkauft hat, habe die Umgegend mitverkauft!? –",
"R. Jehuda ist seiner Ansicht in der einen Hinsicht und streitet gegen ihn in der anderen Hinsicht.",
"«Und die Gehege für Tiere, Geflügel und Fische.» Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Hat sie eine Umgegend, so ist diese nicht mitverkauft; hat sie einen Anteil am Meere, einen Anteil am Festlande, oder Gehege für Tiere, Geflügel und Fische, so sind diese mitverkauft!? –",
"Das ist kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn sie den Eingang nach einwärtshaben, und eines in dem Falle, wenn sie den Eingang nach auswärts haben. – Er lehrt ja aber: nicht die dieser zugewandten Wälder!? – Lies: nicht die von dieser abgewandten Wälder.",
" WER EIN FELD VERKAUFT HAT, HAT AUCH DIE DAZU GEHÖRIGEN STEINE MITVERKAUFT, EBENSO AUCH DIE ZUM WEINBERGE NÖTIGEN ROHRSTÄBE; FERNER AUCH DAS AM BODEN HAFTENDE GETREIDE, DAS ROHRGEBÜSCH, DAS KEINE FLÄCHE VON EINEM VIERTEL[KAB AUSSAAT] EINNIMMT, DIE NICHT MIT LEHM HERGERICHTETE WÄCHTERHÜTTE, DEN NOCH UNGEPFROPFTEN JOHANNISBROTBAUMUND DIE JUNGFRÄULICHE SYKOMORE.",
"ix,1 ER HAT ABER NICHT MITVERKAUFT DIE NICHT DAZU GEHÖRIGEN STEINE, NICHT DIE ZUM WEINBERGE NICHT NÖTIGEN ROHRSTÄBE UND NICHT DAS VOM BODEN GETRENNTE GETREIDE. WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: ES UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET, SO IST DIES ALLES MIT VERKAUFT. OB SO ODER SO HAT ER NICHT MITVERKAUFT DAS ROHRGEBÜSCH, DAS EINE FLÄCHE VON EINEM VIERTEL[KAB AUSSAAT] EINNIMMT, DIE MIT LEHM HERGERICHTETE WÄCHTERHÜTTE, DEN GEPFROPFTEN JOHANNISBROTBAUM UND DEN SYKOMORENSTAMM."
],
[
"GEMARA. Welche sind die dazu gehörigen Steine? – Hier erklärten sie: die Garbensteine. U͑la erklärte: die Steine, die für die Steinwand auf gereiht sind. – R. Ḥija lehrte ja aber: die Steine, die für die Steinwand zusammengehäuft sind!? – Lies: aufgereiht.",
"«Hier erklärten sie: die Garbensteine.» Nach R. Meír, wenn sie zugerichtetsind, auch wenn sie da nicht liegen; nach den Rabbanan, nur wenn sie da liegen.",
"Nach U͑la aber, welcher erklärt: Steine, die für die Steinwand aufgereiht sind, gilt dies nach R. Meír, wenn sie zugerichtet sind, auch wenn sie nicht aufgereiht sind, und nach den Rabbanan nur dann, wenn sie aufgereiht sind.",
"EBENSO AUCH DIE ZUM WEINBERGE NÖTIGEN ROHRSTÄBE. Wie kommen da Rohrstäbe!? In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Die geglätteten Stäbe, die man unter die Weinstöckeaufstellt. Nach R. Meír, wenn sie geglättet sind, auch wenn sie nicht aufgestellt sind, und nach den Rabbanan nur dann, wenn sie aufgestellt sind.",
"DAS AM BODEN HAFTENDE GETREIDE. Selbst wenn es zur Ernte herangereift ist. DAS ROHRGEBÜSCH, DAS KEINE FLÄCHE VON EINEM VIERTEL[KAB AUSSAAT] EINNIMMT. Selbst wenn [das Rohr] stark ist.",
"DIE NICHT MIT LEHM HERGERICHTETE WÄCHTERHÜTTE. Selbst wenn sie nicht am Boden befestigt ist. DEN NOCH UNGEPFROPFTEN JOHANNISBROTBAUM UND DIE JUNGFRÄULICHE SYKOMORE. Selbst wenn sie stark sind.",
"ER HAT ABER NICHT MITVERKAUFT DIE NICHT DAZU GEHÖRIGEN STEINE. Nach R. Meír, wenn sie nicht zugerichtet sind, und nach den Rabbanan, wenn sie nicht niedergelegt sind.",
"Nach U͑la aber, welcher erklärt: Steine, die für die Steinwand aufgereiht sind, gilt dies nach R. Meír, wenn sie nicht zugerichtet sind, und nach den Rabbanan, wenn sie nicht aufgereiht sind.",
"NICHT DIE ZUM WEINBERGE NICHT NÖTIGEN ROHRSTÄBE. Nach R. Meír, wenn sie nicht geglättet sind, und nach den Rabbanan, wenn sie nicht aufgestellt sind. UND NICHT DAS VOM BODEN GEPFLÜCKTE GETREIDE. Selbst wenn es noch [des Bodens] benötigt.",
"NICHT DAS ROHRGEBÜSCH, DAS EINE FLÄCHE VON EINEM VIERTEL[KAB AUSSAAT] EINNIMMT. Selbst wenn [das Rohr] dünn ist. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Nicht nur ein Rohrgebüsch, sondern auch ein kleines Spezereienbeet, das aber einen besonderen Namen trägt, ist nicht mitverkauft. Dies jedoch nur dann, wenn man es ‘Rosenbeetdes N.’ nennt.",
"DIE MIT LEHM HERGERICHTETE WÄCHTERHÜTTE. Selbst wenn sie am Boden befestigt ist. (DEN GEPFROPFTEN JOHANNISBROTBAUM UND DEN SYKOMORENSTAMM. Selbst wenn sie klein sind.)",
"R. Elea͑zar fragte: Wie verhält es sich mit den Türrahmen? Sind sie mit Lehm befestigt, so ist es nicht fraglich, denn sie sind ja befestigt, fraglich ist es nur, wie es denn sei, wenn sie mit Pflöcken angeheftet sind. – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Zera fragte: Wie verhält es sich mit den Fensterrahmen; sagen wir, sie dienen nur zur Verzierung, oder aber gehören sie [zum Hause], da sie befestigt sind? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jirmeja fragte: Wie verhält es sich mit dem Rahmen der Bettfüße? Wird er mit [dem Bette] zusammenbewegt, so ist dies nicht fraglich, fraglich ist es nur, wie es denn sei, wenn er nicht mitbewegt wird? – Dies bleibt unentschieden.",
"DEN GEPFROPFTEN JOHANNISBROTBAUM UND DEN SYKOMORENSTAMM."
],
[
"Woher dies? – R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: so wurde bestätigt das Feld E͑phrons bei Makhpela &c. Nur wenn eseiner Grenze ringsumbenötigt, ausgenommen diese, die keiner Grenze ringsum benötigen. R. Mešaršeja sagte: Hieraus, daß das Gesetz von den Grenzenaus der Tora ist.",
"R. Jehuda sagte: Wer seinem Nächsten ein Grundstück verkauft, muß ihm schreiben: eigne die Palmen, die jungen Palmen, die Schößlinge und die Steinpalmen. Und obgleich er sie eignet, auch wenn er ihm dies nicht geschrieben hat, so ist dies dennoch eine Kräftigung des Verkaufsscheines.",
"Wenn er zu ihm gesagt hat: Grundstück und Dattelpalmen, so sehen wir: hat er Dattelpalmen, so gehe er ihm zweiDattelpalmen, und hat er keine, so kaufe er ihm zwei Dattelpalmen; sind sie belastet, so muß er ihm zwei Dattelpalmen auslösen.",
"[Sagte er:] ein Grundstück mit Dattelpalmen, so sehen wir: sind da Dattelpalmen vorhanden, so gebe er sie ihm, wenn aber nicht, so ist dies ein auf Irrtum beruhenderKauf. [Sagte er:] ein Grundstück für Dattelpalmen, so meinte er, falls da keine Dattelpalmen vorhanden sind, eines, das für Dattelpalmen geeignet ist. Sagte er: mit Ausnahme jener Dattelpalme, so sehen wir: ist es eine gute Dattelpalme, so hat er sie zurückbehalten, und ist es eine schlechte Dattelpalme, so sind die anderen um so weniger [mitverkauft].",
"Wenn er zu ihm gesagt hat: mit Ausnahme der Bäume, [so meinte er,] wenn er Bäume hat, mit Ausnahme der Bäume, wenn er Dattelpalmen hat, mit Ausnahme der Dattelpalmen, wenn er Weinstöcke hat, mit Ausnahme der Weinstöcke,",
"wenn er Bäume und Weinstöcke hat, mit Ausnahme der Bäume, wenn er Bäume und Dattelpalmen hat, mit Ausnahme der Bäume, und wenn er Weinstöcke und Dattelpalmen hat, mit Ausnahme der Weinstöcke.",
"Rabh sagte: Muß man auf ihn mit einer Strickleiterhinaufsteigen, so heißt dies eine Zurücklassung, wenn man aber auf ihn ohne Strickleiter hinaufsteigen kann, so heißt dies keine Zurücklassung."
],
[
"Die Richter des Exilsaber sagen: Wenn das Jochihn niederdrückt, so ist dies keine Zurücklassung, wenn das Joch ihn aber nichtniederdrückt, so ist dies eine Zurücklassung. Sie streiten aber nicht; eines gilt von Dattelpalmen und eines gilt von anderen Bäumen.",
"R. Aḥa b. Hona fragte R. Šešeth: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] mit Ausnahme von jenem Johannisbrotbaume, mit Ausnahme von jenem Baumstamme: hat er nur jenen Johannisbrotbaum nicht geeignet, wohl aber die übrigen Johannisbrotbäume, oder hat er auch die übrigen Johannisbrotbäume nicht geeignet? Dieser erwiderte: Er hat sie nicht geeignet.",
"Er wandte gegen ihn ein: [Sagte er:] mit Ausnahme von jenem Johannisbrotbaume, mit Ausnahme von jenem Baumstamme, so hat er nicht geeignet. Doch wohl nur jenen Johannisbrotbaum nicht geeignet, wohl aber hat er die übrigen Johannisbrotbäume geeignet!?",
"Dieser erwiderte: Nein, er hat auch die übrigen Johannisbrotbäume nicht geeignet. Dies ist auch zu beweisen. Wenn er zu ihm gesagt hat: mein Feld sei dir mit Ausnahme von jenem Felde verkauft, so hat er ja nicht nur jenes nicht geeignet, wohl aber die übrigen, sondern keinesgeeignet, ebenso hat er sie auch hierbei nicht geeignet.",
"Manche lesen: R. Aḥa b. Hona fragte R. Šešeth: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] mit Ausnahme von jenem halben Johannisbrotbaume, mit Ausnahme von jenem halben Baumstamme: die übrigen Johannisbrotbäume hat er entschieden nicht geeignet, hat er aber das geeignet, was er an jenem Johannisbrotbaume zurückgelassen hat, oder hat er auch das nicht geeignet, was er an jenem Johannisbrotbaume zurückgelassen hat? Dieser erwiderte: Er hat es nicht geeignet.",
"Er wandte gegen ihn ein: [Sagte er:] mit Ausnahme von jenem halben Johannisbrotbaume, mit Ausnahme von jenem halben Baumstamme, so hat er die übrigen Johannisbrotbäume nicht geeignet. Doch wohl nur die übrigen Johannisbrotbäume nicht geeignet, wohl aber hat er das geeignet, was er an jenem Johannisbrotbaume zurückgelassen hat!?",
"Dieser erwiderte: Nein, auch was er an jenem Johannisbrotbaume zurückgelassen hat, hat er nicht geeignet. Dies ist auch zu beweisen. Wenn er zu ihm gesagt hat: mein Feld sei dir mit Ausnahme von jenem halben Felde verkauft, so hat er ja nicht nur jenes nicht geeignet, wohl aber die übrigen, sondern keines geeignet, ebenso hat er es auch hierbei nicht geeignet.",
"R. A͑mram fragte R. Ḥisda: Wie ist es, wenn jemand einem etwas gegen einen Schein in Verwahrung gegeben hat, und dieser ihm erwidert, er habe es ihm zurückgegeben: ist er glaubhaft, da er, wenn er wollte, sagen könnte, es sei damit ein Unfallgeschehen, oder aber kann der andere ihm erwidern: wie kommt dein Scheinbei mir!? Dieser erwiderte: Er ist glaubhaft. –",
"Jener kann ihm ja erwidern: wie kommt dein Schein bei mir!? Dieser erwiderte: Könnte jener denn, wenn er gesagt hätte, es sei damit ein Unfall passiert, ihm erwidern: wie kommt dein Schein bei mir!? Jener entgegnete:"
],
[
"Muß er denn nicht, wenn er sagt, es sei damit ein Unfall geschehen, einen Eid leisten!? – Unter glaubhaft ist eben zu verstehen, wenn er einen Eid leistet. –",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüber ein Streit besteht: Wer einen Handelsschuldscheinauf Waisen präsentiert, muß, wie die Richter des Exilssagen, schwören und er fordert dann alles ein; die Richter des Jisraéllandes aber sagen, er schwöre und fordere die Hälfteein.",
"Alle sind sie wahrscheinlich der Ansicht der Nehardee͑nser, denn die Nehardee͑nser sagen, Handelsbeteiligung sei zur Hälfte ein Darlehen und zur Hälfte ein Depositum,",
"und ihr Streit besteht wohl in folgendem: die einen sind der Ansicht, er könne zu ihm sagen: wie kommt dein Schein bei mir, und die anderen sind der Ansicht, er könne dies nicht sagen. –",
"Nein, alle sind der Ansicht R. Ḥisdas, und ihr Streit besteht in folgendem: die einen sind der Ansicht, wenn er es bezahlt hätte, würde er es gesagt haben, und die anderen sind der Ansicht, der Todesengel kann ihn überrascht haben.",
"R. Ḥona b. Abin ließ mitteilen: Wenn jemand einem etwas gegen einen Schein in Verwahrung gegeben hat, und dieser nachher sagt, er habe es zurückgegeben, so ist er glaubhaft. Wenn jemand einen Handelsschuldschein auf Waisen präsentiert, so hat er zu schwören und fordert alles ein. –",
"Beides!? – Anders ist es da; wenn er bezahlt hätte, würde er es gesagt haben.",
"Raba sagte: Die Halakha ist, er schwöre und fordere die Hälfte ein. Mar Zuṭra sagte: Die Halakha ist nach den Richtern des Exilszu entscheiden. Rabina sprach zu Mar Zuṭra: Raba sagte ja, er schwöre und fordere die Hälfte ein!? Dieser erwiderte: Wir haben die Lehre der Richter des Exils"
],
[
"entgegengesetzt gelernt.",
"FERNERNICHT DEN BRUNNEN, NICHT DIE KELTER, NICHT DEN TAUBENSCHLAG, EINERLEI OB SIE VERFALLEN SIND ODER BENUTZT WERDEN. ER MUSS SICH ABER EINEN WEG ERKAUFEN – SO R. A͑QIBA; DIE WEISEN SAGEN, ER BRAUCHE ES NICHT.",
"JEDOCH PFLICHTET R. A͑QIBA BEI, DASS, WENN ER ZU IHM GESAGT HAT: MIT AUSNAHME VON DIESEN, ER SICH KEINEN WEG ZU ERKAUFEN BRAUCHE. HAT JEMAND DIESE (AN EINEN ANDEREN) VERKAUFT, SO BRAUCHT ER SICH, WIE R. A͑QIBA SAGT, KEINEN WEG ZU ERKAUFEN; DIE WEISEN SAGEN, ER MÜSSE SICH EINEN WEG ERKAUFEN.",
"DIESGILT NUR VOM VERKAUFE, WER ABER ETWAS VERSCHENKT, VERSCHENKT DIES ALLES. WENN BRÜDER TEILEN, SO HAT, WER EIN FELD ERLANGT, AUCH DIES ALLES ERLANGT. WER DIE GÜTER EINES PROSELYTENIN BESITZ NIMMT, HAT, WENN ER EIN FELD IN BESITZ NIMMT, DIES ALLES MITGEEIGNET.",
"WER EIN FELD GEWEIHT HAT, HAT DIES ALLES MITGEWEIHT; R. ŠIMO͑N SAGT, WER EIN FELD GEWEIHT HAT, HABE NUR DEN GEPFROPFTEN JOHANNISBROTBAUM UND DEN SYKOMORENSTAMMMITGEWEIHT.",
"GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen Verkauf und Schenkung? Jehuda b. Neqosa erklärte vor Rabbi: Der eine hat esausdrücklich gesagt und der andere hat es nicht ausdrücklich gesagt. –",
"Wieso hat es der eine ausdrücklich gesagt und der andere nicht, beide haben es ja nicht ausdrücklich gesagt!? – Vielmehr, der eine sollte es ausdrücklich gesagt haben, und der andere braucht es nicht ausdrücklich gesagt zu haben.",
"Einst sagte jemand, daß man jenem sein Haus gebe, das hundert Fässer faßt, und es stellte sich heraus, daß es hundertundzwanzig faßte. Hierauf entschied Mar Zuṭra: Er hat ihm nur hundert gesagt und nicht hundertundzwanzig.",
"Da sprach R. Aši zu ihm: wir haben ja gelernt, dies gelte nur vom Verkaufe, wer aber etwas verschenkt, verschenkt dies alles. Wer etwas verschenkt, tut es also mit gönnendem Auge, ebenso hat es auch jener mit gönnendem Auge verschenkt.",
"WER EIN FELD GEWEIHT HAT &C. MITGEWEIHT. R. Hona sagte: Obgleich die Rabbanan gesagt haben, wer zwei Bäume im Gebiete seines Nächsten gekauft hat, habe keinen Bodenmitgekauft, so hat, wer den Boden verkauft und zwei Bäume zurückbehalten hat, dennoch Boden zurückbehalten. Und selbst nach R. A͑qiba, welcher sagt, wer etwas verkauft, tue es mit gönnendem Auge, gilt dies nur von Brunnen und Zisterne, die den Boden nicht abmagern, bei Bäumen aber, die den Boden abmagern,"
],
[
"könnte ja, wenn man sagen wollte, er habe nichts zurückbehalten, der andere zu ihm sagen: entwurzle deine Bäume und gehe. –",
"Wir haben gelernt: R. Šimo͑n sagt, wer ein Feld geweiht hat, habe nur den gepfropften Johannisbrotbaum und den Sykomorenstamm mitgeweiht. Hierzu wird gelehrt: Reš Laqiš sagte: Aus dem Grunde, weil sie ihre Nahrung vom Felde des Heiligtums ziehen.",
"Wenn man nun sagen wollte, er habe [den Boden] für sich zurückbehalten, so ziehen sie ja ihre Nahrung von seinem!? –",
"R. Šimo͑n ist der Ansicht R. A͑qibasund R. Hona lehrt dies nach den Rabbanan. –",
"Nach den Rabbanan ist dies ja selbstverständlich!? – Er lehrt uns, daß, wenn sie entwurzelt werden, er andere pflanzen dürfe. –"
],
[
"Wieso kann R. Šimo͑n die Ansicht R. A͑qibas vertreten, es wird ja gelehrt: Wer zehn Bäume in der Verteilung von zehn auf einer Séaflächegeweiht hat, hat das ganze Grundstück samt den zwischen diesen befindlichen Bäumengeweiht; daher muß er, wenn er sie auslöst, die Saatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig Silberšeqelauslösen.",
"Sind es weniger oder mehr, oder wenn er sie nacheinandergeweihthat, so sind weder das Grundstück noch die dazwischen befindlichen Bäume mitgeweiht; daher braucht er, wenn er sie auslöst, nur die Bäume nach ihrem Werte auszulösen. Und noch mehr, selbst wenn er zuerst die Bäume und nachher das Grundstück geweiht hat, muß er, wenn er sie auslöst, die Bäume für ihren richtigen Wert und das Grundstück besonders, die Saatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig Silberšeqel, auslösen.",
"Wer [ist der Autor dieser Lehre]: wenn R. A͑qiba, so sagt er ja, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und um so mehr, wer etwas weiht; wenn die Rabbanan, so sagen sie ja, nur, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendem Auge, nicht aber, wer etwas weiht; doch wohl R. Šimo͑n.",
"Wessen Ansicht vertritt nun R. Šimo͑n: wenn die des R. A͑qiba, so sagt er ja, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und um so mehr gilt dies von der Weihung; doch wohl die der Rabbanan, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, wie der Verkaufende es mit mißgönnendem Auge tut, ebenso tue es auch der Weihende, und er behielt das Grundstück zurück!? –"
],
[
"Demnach ist ja einzuwenden: [er sagt ja:] weil sie ihre Nahrung vom Felde des Heiligtums ziehen!?",
"Vielmehr sagte es R. Šimo͑n nach der Ansicht der Rabbanan; nach meiner Ansicht tut der Weihende es mit mißgönnendem Auge, ebenso wie der Verkaufende es mit mißgönnendem Auge tut, somit behielt er [den Boden] zurück, aber auch ihr solltet mir beipflichten, daß er nur den gepfropften Johannisbrotbaum und den Sykomorenstamm geweiht habe. Darauf erwiderten ihm die Rabbanan, es gebe hierbei keinen Unterschied. –",
"Wie ist, wenn du sieR. Šimo͑n addizierst, der Schlußsatz zu erklären: und noch mehr, selbst wenn er zuerst die Baume und nachher das Grundstück geweiht hat, muß er, wenn er sie auslöst, die Bäume für ihren richtigen Wert und das Grundstück besonders, die Saatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig Silberšeqel, auslösen.",
"Nach R. Šimo͑n sollte man sich doch nach der Auslösung richten und [die Bäume] zusammen mit dem Grundstücke auslösen!? Wir wissen nämlich von R. Šimo͑n, daß er sich nach der Auslösung richtet,",
"denn es wird gelehrt: Woher, daß, wenn jemand ein Feld von seinem Vater gekauft und es geweiht hat, und sein Vater darauf gestorben ist, dieses als Erbbesitzfeldgilt!? Es heißt:wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem, erblichen Grundbesitze gehört; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitzsein würde, ausgenommen ist ein solches, das sein erblicher Grundbesitz sein würde –so R. Jehuda und R. Šimo͑n.",
"R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand ein Feld von seinem Vater gekauft und, nachdem sein Vater gestorben ist, es geweihthat, dieses als Erbbesitzfeld gilt!? Es heißt: wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, ausgenommen ein solches, daß sein erblicher Grundbesitz ist.",
"Woher wissen es nun R. Jehuda und R. Šimo͑n, die den Schriftvers nicht auf den Fall beziehen, wenn der Vater zuerst gestorben ist und er es nachher geweiht hat, von dem Fälle, wenn er es zuerst geweiht hat und der Vater nachher gestorben ist;",
"wenn etwa aus diesem Schriftverse, so kann er ja auf die Lehre R. Meírsdeuten? Wahrscheinlich sind sie der Ansicht, man richte sich nach der Auslösung.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich sind R. Jehuda und R. Šimo͑n sonst der Ansicht, man richte sich nicht nach der Auslösung, hierbei aber fanden sie einen Schriftvers und legten ihn aus. Der Schriftvers könnte ja lauten: wenn es ein von ihm gekauftes Feld ist, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist, oder: sein Feld erblichen Grundbesitzes, wenn es aber heißt: das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört, so heißt dies: das nicht geeignet war, sein erblicher Grundbesitz zu sein, ausgenommen ein solches, das geeignet war, sein erblicher Grundbesitz zu sein.",
"R. Hona sagte: Bei einem gepfropften Johannisbrotbaume und bei einem Sykomorenstamm gilt sowohl das Gesetz vom Baume als auch das Gesetz vom Grundstücke. Bei ihnen gilt das Gesetz vom Baume, indem, wenn man zwei Bäume und diese geweiht oder verkauft hat, zu diesen auch der Bodengehört; und bei ihnen gilt das Gesetz vom Grundstücke, indem sie nicht mit dem Grundstücke mitverkauft werden.",
"Ferner sagte R. Hona: Bei einer zwei Seá fassenden Garbe gilt sowohl das Gesetz von der Garbe als auch das Gesetz von der Tenne. Bei dieser gilt das Gesetz von der Garbe, denn zwei Garben gelten als Vergessenes und zwei Garben und eine solche gelten nicht als Vergessenes;",
"und bei dieser gilt das Gesetz von der Tenne, denn wir haben gelernt, wenn man eine zwei Seá fassende Garbe vergessen hat, gelte sie nicht als Vergessenes.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen des Reš Laqiš: Bei einem gepfropften Johannisbrotbaum und einem Sykomorenstammekommen wir zum Streite zwischen R. Menaḥem b. Jose und den Rabbanan. –"
],
[
"Sollte er doch sagen: zum Streite zwischen R. Šimo ͑n und den Rabbanan. — Folgendes lehrt er uns: daß R. Menaḥem b. Jose der Ansicht R. Šimo͑ns ist.",
"",
"i,1 WER EIN SCHIFF VERKAUFT HAT, HAT AUCH DEN MASTBAUM, DAS SEGEL, DIE ANKER UND ALLES, WAS ZUR FÜHRUNG NÖTIG IST, MITVERKAUFT; NICHT ABER HAT ER DIE BESATZUNG, DIE SÄCKE UND DIE LADUNG MITVERKAUFT. WENN ER ABER ZU IHM GESAGT HAT: ES UND ALLES, WAS SICH DARIN BEFINDET, SO IST DIES ALLES MITVERKAUFT.",
"GEMARA. Toren, das ist der Mast, denn so heißt es: Zedern dem Lebanon nahmen sie, um den Mast [toren] auf dir anzufertigen. Nes, das ist das Segel, wie es heißt: Byssus mit Buntstickerei aus Miçrajim wurde für dich ausgebreitet, daß er dir als Segel [nes] diene. O͑gin, das sind, wie R. Ḥija erklärte, die Anker, denn so heißt es: solltet ihr denn warten, bis sie erwachsen wären? Solltet ihr euch darum einschließen [tea͑gena] und nicht eines Mannes werden ?",
"Was zur Führung nötig ist, das sind, wie R. Abba erklärte, die Ruder, denn so heißt es aus Eichen von Bašan machten sie deine Ruder. Wenn du aber willst, entnehme ich es aus folgendem: da werden dann alle, die das Ruder in der Hand haben, von ihren Schiffen herabsteigen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer ein Schiff verkauft hat, hat auch die Leiter und den Wasserbehälter mitverkauft. R. Nathan sagt, wer ein Schiff verkauft hat, habe auch das Boot mitverkauft. Symmachos sagt, wer ein Schiff verkauft hat, habe auch das Fischerbootmitverkauft.",
"Raba sagte: Boot und Fischerboot sind dasselbe; R. Nathan war Babylonier und nannte es Boot, wie die Leute auch von den Mesan-Booten zu sprechen pflegen; Symmachos aber war Palästinenser und nannte es Fischerboot, wie es heißt:und euren Nachwuchs in Fischerbooten.",
"Rabba sagte: Die Seefahrer erzählten mir folgendes. Die Woge, die das Schiff zum Sinken bringt, erscheint an der Spitze wie ein weißer Feuerstrahl, und wenn wir darauf mit einem Stabe schlagen, auf dem geschrieben steht: ‘ich werde sein, der ich seinwerde. Jah, der Herr der Heerscharen, Amen, Amen, Sela’, so wird sie ruhig.",
"Rabba erzählte [ferner]: Die Seefahrer sagten mir folgendes. Zwischen einer Woge und der anderen sind es dreihundert Parasangen und die Höhe der Woge beträgt ebenfalls dreihundert [Parasangen]. Einmal befanden wir uns auf der Reise und eine Woge hob uns so hoch, daß wir die Lagerstätte eines Sternes sahen, und sie hatte den Umfang einer Saatfläche von vierzig Maß Senfkörner; hätte sie uns noch höher hochgehoben, so würden wir durch seine Wärme verbrannt worden sein.",
"Da rief eine Woge ihrer Gefährtin zu: Gefährtin, hast du etwas auf Erden zurückgelassen, ohne überschwemmt zu haben? Ich will gehen und es vernichten. Diese erwiderte: Geh, sieh doch die Macht deines Herrn; nicht einen Faden breit darf ich über den [Ufer]sand austreten, wie es heißt:Mich wollt ihr nicht fürchten, Spruch des Herrn, vor mir wollt ihr nicht erbeben? Ich habe dem Meere den Sand als Grenze gesetzt, ein ewiges Gesetz, das es nicht übertreten darf.",
"Rabba erzählte [ferner]: Einst sah ich Ahriman, den Sohn der Lilith, wie er auf der Kante der Mauer von Maḥoza lief; unten ritt ein Reiter auf einem Tiere und konnte ihn nicht einholen. Einmal sattelte man ihm zwei Tiere auf zwei Brücken"
],
[
"über den Rognag, und er sprang von diesem auf jenen und von jenem auf diesen; er hielt in den Händen zwei Becher mit Wein und schüttete ihn aus dem einen in den anderen und aus dem anderen in den einen, und doch fiel kein Tropfen zur Erde. Dabei war es ein Tag [von dem es heißt:]sie steigen himmelan und sinken in die Tiefe. Als die Regierungdies erfuhr, ließ sie ihn töten.",
"Rabba erzählte [ferner:] Einst sah ich ein junges Einhorn, das so groß wie der Berg Tabor war. – Wie groß ist der Berg Tabor? – Vier Parasangen. – Der Umfang seines Halses hatte drei Parasangen und sein Kopf nahm anderthalb Parasangen ein. Als es Kot auswarf, verstopfte er den Jarden.",
"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst sah ich einen Frosch, der so groß wie die Burg von Hagronja war. – Wie groß ist die Burg von Hagronja? – Sechzig Häuser. – Da kam eine Schlange und verschlang den Frosch; hierauf kam eine Rabin, verschlang die Schlange und ließ sich auf einem Baume nieder. Komm nun und sieh, wie stark dieser Baum war. R. Papa b. Šemuél sagte: Wäre ich nicht dabei, so würde ich es nicht geglaubt haben.",
"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen einen Fisch, dem ein nagender Wurm in die Nasegekommen war; hierauf spülte ihn das Wasser hinaus und warf ihn ans Ufer. Durch ihn wurden sechzig Städte zerstört, sechzig Städte aßen von ihm und sechzig Städte salzten von [seinem Fleische] ein, und aus einem Augapfel wurden dreihundert Faß Öl abgefüllt. Als wir nach einem Jahre von zwölf Monaten zurückkehrten, sahen wir, wie aus seinem Gerippe Balken gesägt wurden, um jene Städte wieder aufzubauen.",
"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen einen Fisch, auf dessen Rücken sich Sand angesetzt hatte, worauf Gras hervorgewachsen war. Da wir nun glaubten, es sei Land, stiegen wir auf ihn ab und backten und kochten auf seinem Rücken. Als ihm aber heiß wurde, drehte er sich um, und wenn das Schiff nicht in unserer Nähe wäre, würden wir ertrunken sein.",
"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst reisten wir auf einem Schiffe und das Schiff ging zwischen der einen Floßfeder und der anderen Floßfeder eines Fisches drei Tage und drei Nächte, und dabei schwamm er aufwärts und wir abwärts. Wenn du aber glaubst, das Schiff habe sich nicht schnell genug bewegt, so erzählte R. Dimi, als er kam, daß es in einer Zeit, während welcher man einen Kessel Wasser wärmt, sechzig Parasangen zurücklegte. Wenn ein Jäger einen Pfeil abschoß, überholte ihn [das Schiff]. R. Aši sagte: Es war einer der kleinen Seefische, die nur zwei Flossen haben.",
"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen einen Vogel, der bis zu den Knöcheln im Wasser stand und dessen Kopf bis zum Firmamente reichte. Wir glaubten, das Wasser sei da nicht [tief], und wollten aussteigen, um uns [im Wasser] abzukühlen, da ertönte eine Hallstimme und sprach zu uns: Steigt hier nicht aus; vor sieben Jahren entfiel an dieser Stelle einem Zimmermann eine Axt, und noch immer hat sie den Grund nicht erreicht. Und nicht etwa, weil das Wasser nur tief ist, sondern weil das Wasser auch reißend ist. R. Aši sagte: Es war [der Vogel] Feld-Ziz, denn es heißt:und der Feld-Ziz ist bei mir.",
"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst reisten wir in der Wüste und sahen Gänse, denen vor Fettigkeit die Federn ausfielen, und unter ihnen flössen Ströme Fett. Da sprach ich zu ihnen: Haben wir in der zukünftigen Welt einen Anteil an euch? Da hob eine einen Flügel und eine andere einen Schenkelhoch. Als ich zu R. Elea͑zar kam, sprach er zu mir: Die Jisraéliten werden dereinst ihretwegen Rechenschaft ablegen müssen.",
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"Ferner erzählte Rabba b. Bar Ḥana: Einst reisten wir in der Wüste und mit uns war auch ein Araber, der, wenn er etwas Erde nahm und daran roch, uns sagte: das ist der Weg nach dieser Ortschaft, und das ist der Weg nach jener Ortschaft. Einst fragten wir ihn, wie weit wir noch von einem Gewässer entfernt sind; da sprach er zu uns: Gebt mir etwas Erde. Als wir sie ihm gaben, sprach er: Noch acht Parasangen. Später wiederholten wir es, und er sagte uns, daß wir noch drei Parasangen entfernt sind. Wir vertauschtensie, aber wir vermochten nichts gegen ihn.",
"Dieser sprach zu mir: Komm, ich will dir die Toten der Wüstezeigen. Ich ging mit ihm und sah sie; sie sahen aus, als wären sie angeheitert"
],
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"und schliefen sie auf dem Rücken. Einer von ihnen hielt das Knie aufrecht, und der Araber ging durch das Knie auf seinem Kamel reitend und mit auf gepflanzter Lanze, ohne ihn berührt zu haben. Da schnitt ich einem von ihnen einen Zipfel der Purpurfädenab, und wir konnten nicht vorwärts. Hierauf sprach er zu mir: Du hast vielleicht etwas von ihnen genommen, geh, bringe es zurück; es ist uns überliefert, daß, wenn jemand etwas von ihnen nimmt, er von hier nicht fortkommen könne. Da ging ich hin und legte es zurück, und wir konnten weiter gehen.",
"Als ich hierauf zu den Rabbanan kam, sprachen sie zu mir: Jeder Abbaist ein Esel, und jeder Sohn des Bar Ḥana ist ein Tor. Du tatest es wohl deshalb, um festzustellen, ob die Halakha wie die Schule Šammajs oder wie die Schule Hillels sei; da solltest du lieber die Fäden und die Knotenglieder zählen.",
"Hierauf sprach er zu mir: Komm, ich will dir den Berg Sinaj zeigen. Als ich hinkam, sah ich, daß er von Skorpionen umgeben war, und sie standen wie weiße Esel. Alsdann hörte ich eine Hallstimme sprechen: Wehe mir, daß ich geschworen habe, und wer kann mir nun, wo ich geschworenhabe, [meinen Schwur] aufheben!?",
"Als ich zu den Rabbanan kam, sprachen sie zu mir: Jeder Abba ist ein Esel, und jeder Sohn des Bar Ḥana ist ein Tor; du solltest sagen: es sei dir aufgehoben. Er aber dachte, es sei vielleicht der Schwur inbetreff der Sintflut. – Und die Rabbanan!? – Wieso würde er demnach, ‘wehe mir’ gesagt haben!?",
"Ferner sprach er zu mir: Komm, ich will dir die Qoraḥ-Schluchten zeigen. Ich sah da zwei Spalte, aus denen Rauch aufstieg. Da nahm er ein Büschel Wolle, tauchte es in Wasser, steckte es auf die Spitze seiner Lanze und hielt sie da hin; als er sie heranholte, war sie angesengt. Hierauf sprach er zu mir: Horch, was du da hören wirst. Da hörte ich sie sprechen: Mose und seine Lehre sind Wahrheit und wir sind Lügner. Alsdann sprach er zu mir: Alle dreißig Tage bringt das Fegefeuer sie hierher, wie das Fleisch in einem Kessel, und sie sprechen: Moše und seine Lehre sind Wahrheit und wir sind Lügner.",
"Ferner sprach er zu mir: Komm, ich will dir zeigen, wo Erde und Himmel einander berühren. Ich nahm meinen Brotkorb mit und stellte ihn an das Fenster des Himmels. Nachdem ich mein Gebet verrichtet hatte, suchte ich ihn und fand ihn nicht mehr; da sprach ich zu ihm: Sind hier Diebe anwesend? Er erwiderte mir: Das Himmelsrad drehte sich um; warte hier bis morgen, und du wirst ihn finden.",
"R. Joḥanan erzählte: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen einen Fisch, der seinen Kopf aus dem Wasser hervorstreckte; seine Augen waren wie zwei Monde und seine beiden Nasenlöcher spritzten Wasser wie die beiden Ströme von Sura. R. Saphra erzählte: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen einen Fisch, der seinen Kopf aus dem Wasser hervorstreckte. Er hatte zwei Hörner, auf denen eingegraben war: Ich bin ein winziges Geschöpf des Meeres und messe dreihundert Parasangen; ich gehe jetzt in den Rachen des Leviathan. R. Aši sagte: Es war eine Meerziege, sie sucht und hat Hörner.",
"R. Joḥanan erzählte: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen eine Kiste, die mit Edelsteinen und Perlen besetzt war, und sie war von einer Fischart umgeben, die Karsaheißt."
],
[
"Da stieg ein Taucher hinab und wollte sie holen, [ein Fisch] merkte es aber und wollte ihn in den Schenkel beißen; da warf er nach ihm einen Schlauch Essig, und er sank hinab. Hierauf ertönte eine Hallstimme und sprach zu uns: Was wollt ihr von der Kiste der Frau des R. Ḥanina b. Dosa; sie wird dereinst in diese die Purpurfäden für die Frommen legen.",
"R. Jehuda der Inder erzählte: Einst reisten wir auf einem Schiffe und sahen einen Edelstein, der von einem Seetiere umkreist wurde. Ein Taucher stieg hinab, um ihn zu holen, aber das Seetier kam heran und wollte das Schiff verschlingen. Da kam eine Rabin und biß ihm den Kopf ab, und das Wasser wurde in Blut verwandelt. Hierauf kam ein anderes Seetier und hing ihnjenem an, und es wurde lebendig. Alsdann kam es abermals heran und wollte das Schiff verschlingen, da kam ein Vogel und biß ihm den Kopf ab; hierauf nahm jener den Edelstein und warf ihn in das Schiff. Wir hatten bei uns eingepökelte Vögel, und als wir ihn auf diese legten, nahmen sie ihn mit und flogen fort.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst reisten R. Elie͑zer und R. Jehošua͑ auf einem Schiffe; R. Elie͑zer schlief und R. Jehošua͑ war wach; da erbebte R. Jehošua͑, infolgedessen R. Elie͑zer erwachte. Dieser fragte: Was gibt es, Jehošua͑ weshalb erbebtest du? Jener erwiderte: Ich habe ein großes Licht im Meere gesehen. Dieser entgegnete: Du hast wahrscheinlich die Augen des Leviathan gesehen, von dem es heißt:seine Augen gleichen den Wimpern der Morgenröte.",
"R. Aši sagte: Hona b. Nathan erzählte mir folgendes. Einst reisten wir in der Wüste, und wir hatten bei uns eine Keule, die wir zerlegten und aufs Gras legten; während wir Holz holten, wurde die Keule wieder ganz. Nach einem Jahre von zwölf Monaten kehrten wir da zurück, und wir sahen die Kohlennoch glimmen. Als ich später zu Amemar kam, sprach er zu mir: Jenes Gras war das Gesundheitsgras, und jene Kohlen waren von Ginsterholz.",
"Und Gott erschuf die großen Seetiere. Hier erklärten sie: das Seeeinhorn; R. Joḥanan erklärte: den Leviathan-Riegelschlange, und den Leviathan-Windeschlange, denn es heißt:an jenem Tage wird der Herr heimsuchen &c.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Von allem, was der Heilige, gepriesen sei er, in seiner Welt erschaffen hat, erschuf er ein Männchen und ein Weibchen, und auch den Leviathan-Riegelschlange, und den Leviathan-Windeschlange, erschuf er als Männchen und Weibchen. Hätten sie sich miteinander begattet, so würden sie die ganze Welt zerstört haben. Was tat daher der Heilige, gepriesen sei er? Er kastrierte das Männchen, das Weibchen aber tötete er und pökelte es für die Frommen in der zukünftigen Welt ein, denn es heißt:und das Seetier im Meere töten.",
"Und auch vom Behemothauf dem Tausendgebirgeerschuf er ein Männchen und ein Weibchen. Hätten sie sich miteinander begattet, so würden sie die ganze Welt zerstört haben. Was tat daher der Heilige, gepriesen sei er? Er kastrierte das Männchen, das Weibchen aber machte er steril und verwahrte es für die Frommen in der zukünftigen Welt, denn es heißt :sieh nur seine Kraft in seinen Lenden, das ist das Männchen, und seine Stärke in den Muskeln seines Leibes, das ist das Weibchen. –",
"Sollte er doch auch bei jenen das Männchen kastriert und das Weibchen steril gemacht haben!? – Fische sind brünstig. – Sollte er es umgekehrt gemachthaben! ? – Wenn du willst, sage ich, das Weibchen schmeckt eingepökelt besser. Wenn du aber willst, sage ich: es heißt:der Leviathan, den du geschaffen hast, um mit ihm zu spielen, und mit einem Weibchen ist dies nicht passend. – Sollte er doch auch bei diesendas Weibchen eingepökelt haben!? – Ein gepökelter Fisch schmeckt gut, gepökeltes Fleisch schmeckt nicht gut.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Als der Heilige, gepriesen sei er, die Welt erschaffen wollte, sprach er zum Meeresfürsten: Öffne deinen Mund und verschlinge alle Gewässer der Welt! Da sprach dieser vor ihm: Herr der Welt, es ist genug, daß ich bei meinem verbleibe. Da versetzte er ihm einen Fußtritt und tötete ihn, denn es heißt:durch seine Macht erregt er das Meer und durch seine Einsicht zerschmettert er Rahab.",
"R. Jiçḥaq sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Meeresfürst Rahab heiße. Würde das Wasser ihn nicht zudecken, so könnte kein Geschöpf vor seinem [üblen] Gerüche aushalten, denn es heißt:sie werden keinen Schaden und kein Verderben zufügen auf meinem ganzen heiligen Berge &c., und man lese nicht: wie das Wasser das Meer zudeckt, sondern: den Meeresfürsten zudeckt.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Der Jarden entspringt aus der Höhle von Paneas. Ebenso wird auch gelehrt: Der Jarden entspringt aus der Höhle von Paneas und mündet in das Meer von Sibki und in das Meer von Tiberias. Dann schlängelt er sich fort und gelangt in das große Meer, und schlängelt sich weiter fort und gelangt in den Rachen des Leviathan, denn es heißt:er ist ruhig, wenn der Jarden in seinen Rachen dringt. Raba b. U͑la wandte ein: Dieser Schriftvers spricht ja vom Behemoth auf dem Tausendgebirge!? Vielmehr, erklärte Raba b. U͑la: Der Behemoth auf dem Tausendgebirge bleibt ruhig, wenn der Jarden in den Rachen des Leviathan dringt.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Es heißt:er hat esauf Meeren gegründet und auf Strömen befestigt. Das sind die sieben Meere und die vier Ströme, die das Jisraélland umgeben. Folgende sind die sieben Meere: das Meer von Tiberias, das Meer von Sedom, das Meer von Šaḥlath, das Meer von Ḥilta, das Meer von Sibki, das Meer von Paneas und das große Meer. Folgende sind die vier Ströme: der Jarden, der Jarmukh, der Qirmejon und der Piga.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Jonathans: Dereinst wird Gabriél eine Jagd auf den Leviathan veranstalten,"
],
[
"denn es heißt:kannst du den Leviathan mit der Angel ziehen und mit einer Schnur seine Zunge niederdrücken? Und wenn der Heilige, gepriesen sei er, ihm nicht helfen würde, würde er ihm nicht beikommen können, denn es heißt:der ihn schuf, naht mit seinem Schwerte.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn der Leviathan hungrig ist, haucht er eine Hitze aus seinem Maule aus, daß das ganze Wasser in der Tiefe siedet, denn es heißt:er macht die Tiefe siedend wie einen Topf. Und würde er nicht seinen Kopf in den E͑dengarten stecken, so könnte kein Geschöpf vor seinem [üblen] Gerüche aushalten, denn es heißt:er macht das Meer wie einen Salbenkessel.",
"Wenn er durstig ist, macht er Furchen über Furchenim Meere, denn es heißt:hinter ihm leuchtet ein Pfad. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Der Abgrund erholt sich erst nach siebzig Jahren, denn es heißt:er hält die Tiefe für greisenalt, und es gibt kein Greisenalter unter siebzig [Jahren].",
"Rabba sagte im Namen R. Joḥanans: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, vom Fleische des Leviathan eine Mahlzeit für die Frommen veranstalten, denn es heißt:die Genossen hielten über ihn Gelageab. Unter Gelage ist eine Mahlzeit zu verstehen, denn es heißt:er bereitete ihnen ein großes Gelage und sie aßen und sie tranken; und unter Genossen sind die Schriftgelehrten zu verstehen, denn es heißt:die du in den Gärten wohnst, die Genossen lauschen auf deineStimme, laß sie mich hören.",
"Das Zurückbleibende werden sie unter sich verteilen und damit auf dem Markte von Jerušalem Handel treiben, denn es heißt: ihn verteilen unter die Kenaa͑niter, und unter Kenaa͑niter sind Kaufleute zu verstehen, denn es heißt:eine falsche Wagschale hat Kenaa͑n in der Hand, er liebt zu übervorteilen. Wenn du aber willst, entnehme ich es hieraus:seine Kaufleute sind Fürsten, seine Händler [Kenaa͑neha] sind Angesehene der Erde.",
"Ferner sagte Rabba im Namen R. Joḥanans: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, aus der Haut des Leviathan eine Laube für die Frommen machen, denn es heißt:mit seiner Haut Hütten füllen. Ist es einem beschieden, so macht man ihm eine Laube, ist es einem nicht beschieden, so macht man ihm nur ein Schattendach, denn es heißt:Fische-Schatten für sein Haupt.",
"Ist es einem beschieden, so macht man ihm ein Schattendach, ist einem auch dies nicht beschieden, so macht man ihm nur ein Halsband, denn es heißt:und Halsbänder für deinen Hals. Ist es einem beschieden, so macht man ihm ein Halsband, ist einem auch dies nicht beschieden, so macht man ihm nur ein Angebinde, denn es heißt:du wirst ihn anbinden für deine Mädchen.",
"Das Zurückbleibende wird der Heilige, gepriesen sei er, über die Mauern von Jerušalem ausbreiten, und sein Glanz wird von einem Ende der Welt bis zum anderen Ende leuchten, denn es heißt:und die Völker werden hinwallen zu deinem Lichte, und Könige zu deinem Glanze.",
"Ich will deine Zinnen aus Kadkodstein machen. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Hierüber streiten zwei Engel im Himmel, Gabriél und Mikhaél, manche sagen, zwei Amoräer im Westen, das sind Jehuda und Ḥizqija, die Söhne R. Ḥijas; einer sagt, es sei der Šohamstein, und einer sagt, es sei der Jaspis. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu ihnen: Wie der eine und wie der andere.",
"Und deine Tore aus Karfunkeln. Einst saß R. Joḥanan und trug vor: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, dreißig [zu dreißig Ellen] große Edelsteine und Perlen holen, in diese zehn zu zwanzig [Ellen große Öffnungen] bohren und sie vor den Toren von Jerušalem aufstellen. Da spottete ein Schüler über ihn: wenn es solche in der Größe eines Reihereies nicht gibt, wie sollte es solche in dieser Größe geben!?",
"Nach Verlauf von Tagen reiste er zu Schiff auf dem Meere und sah Dienstengel Edelsteine und Perlen sägen; da fragte er sie, für wen diese bestimmt seien, und sie erwiderten ihm, der Heilige, gepriesen sei er, werde sie dereinst am den Toren von Jerušalem aufstellen. Hierauf kam er zu R. Joḥanan und sprach zu ihm: Trage vor, Meister, dir geziemt es vorzutragen; was du gesagt hast, habe ich auch gesehen. Dieser entgegnete: Wicht, wenn du es nicht gesehen hättest, würdest du es nicht geglaubt haben; du spottest also über die Worte der Weisen. Da richtete er auf ihn seine Augen, und er wurde zu einem Knochenhaufen.",
"Man wandte ein:Ich führe euch aufrecht; R. Meír sagte, zweihundert Ellen hoch, die zweifache HöheAdams des Urmenschen;",
"R. Jehuda sagte, hundert Ellen hoch, entsprechend [der Höhe] des Tempels und seiner Wände, denn es heißt:unsere Söhne sind in der Jugend wie sorgsam gezogene Pflanzen, unsere Töchter wie Ecksäulen, die nach Tempelart ausgehauen sind!? – R. Joḥanan spricht nur von den Lüftungsfenstern.",
"Ferner sagte Rabba im Namen R. Joḥanans: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, für jeden Frommen sieben Baldachine machen, denn es heißt:und der Herr wird erschaffen über der ganzen Stätte des Berges Çijon und über seinen Versammlungsstätten am Tage Gewölk, und Rauch, Glanz von Feuer und Flammen nachts; über aller Würde ein Baldachin. Dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, jedem einen Baldachin nach seiner Würde machen werde. –",
"Wozu der Rauch beim Baldachin? R. Ḥanina erwiderte: Wer auf dieser Welt mißgünstig gegen die Schriftgelehrten ist, dessen Augen werden in der zukünftigen Welt voll Rauch sein. – Wozu das Feuer beim Baldachin? R. Ḥanina erwiderte: Dies lehrt, daß jeder sich am Baldachin des anderen verbrennen werde. Wehe ob dieser Schande, wehe ob dieser Schmach!",
"Desgleichen heißt es:du sollst von deiner Hoheit auf ihn legen, nicht aber deine ganze Hoheit. Die Ältesten jenes Zeitalters sagten: Das Gesicht Mošes gleicht der Sonne, das Gesicht Jehošua͑s gleicht dem Monde. Wehe ob dieser Schande, wehe ob dieser Schmach.",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Zehn Baldachine machte der Heilige, gepriesen sei er, für Adam den Urmenschen, im E͑dengarten, denn es heißt: im E͑den, dem Garten Gottes, warst du, alle Edelsteine &c. Mar Zuṭra sagte, elf, denn es beißt: alle Edelsteine. R. Joḥanan sagte: Das geringste unter allen war das Gold, denn dieses wird zuletzt genannt. –",
"Was heißt:die Arbeit deiner Pauken und Höhlungen? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Ḥiram, dem Könige von Çor: Ich schaute auf dichund erschuf am Menschen Löcher über Löcher. Manche sagen, er habe zu ihm wie folgt gesagt:"
],
[
"Ich schaute auf dich und verhängte über Adam den Urmenschen den Tod. –",
"Was heißt:seinen Versammlungsstätten? Raba erklärte im Namen R. Joḥanans: Das Jerušalem der zukünftigen Welt gleicht nicht dem Jerušalem dieser Welt; nach Jerušalem dieser Welt kann jeder hinaufziehen, der dies will, aber nach Jerušalem der zukünftigen Welt können nur diejenigen hinaufziehen, die ausersehensind.",
"Ferner sagte Rabba im Namen R. Joḥanans: Dereinst werden die Frommeln nach dem Namen des Heiligen, gepriesen sei er, benannt werden, denn es heißt:jeden, der sich nach meinem Namen nennt, und den ich zu meiner Ehre geschaffen, gebildet und gemacht habe. Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Joḥanans: Drei werden nach dem Namen des Heiligen, gepriesen sei er, benannt, und zwar: die Frommen, der Messias und Jerušalem.",
"Die Frommen, wie wir bereits gesagthaben. Der Messias, denn es heißt:und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn benennen wird: der Herr ist unsere Gerechtigkeit. Jerušalem, denn es heißt:ringsum achtzehntausend, und heißen wird die Stadt fortan: daselbst [šama] der Herr, und man lese nicht šama, sondern šema [ihr Name]. R. Elea͑zar sagte: Dereinst wird man vor den Frommen ‘heilig’ rufen, wie man dies vor dem Heiligen, gepriesen sei er, tut, denn es heißt:und die in Çijon Zurückbleiben und die in Jerušalem zurückbleiben, sollen heilig heißen.",
"Ferner sagte Rabba im Namen R. Joḥanans: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, Jerušalem um drei Parasangen erhöhen, denn es heißt:und sie wird erhöht werden an ihrem Orte, wie an ihrem Orte. – Woher, daß ihr Ort drei Parasangen einnimmt? Rabba erwiderte: Ein Greis sagte mir, er sah das alte Jerušalem, und es hatte eine Ausdehnung von drei Parasangen.",
"Vielleicht glaubst du, das Hinauf steigen werde beschwerlich sein, so heißt es:wer sind diese da, die gleich einer Wolke daherfliegen, und wie Tauben nach ihren Schlägen? R. Papa sagte: Hieraus, daß die Wolke sich drei Parasangen erhebt.",
"R. Ḥanina b. Papa sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, wollte Jerušalem mit einem Maße begrenzen, denn es heißt:ich fragte: Wohin willst du gehen? Und er erwiderte mir, Jerušalem zu messen, um zu sehen, wieviel seine Breite und wieviel seine Länge beträgt.",
"Da sprachen die Dienstengel vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, viele Städte hast du in deiner Welt für die weltlichen Völker erschaffen, und du hast das Maß ihrer Länge und das Maß ihrer Breite nicht beschränkt, für Jerušalem aber, das deinen Namen trägt, in dem dein Heiligtum und deine Frommen sich befinden, willst du ein Maß begrenzen! Hierauf?da sprach er zu ihm: Lauf und sprich zu jenem Jünglinge also: Offen soll Jerušalem daliegen, wegen der darin befindlichen Menge von Menschen und Vieh.",
"Reš Laqiš sagte: Dereinst wird der Heilige, gepriesen sei er, zu Jerušalem tausend Gärten, tausend Türme, tausend Burgen und tausend Zugänge hinzufügen, und sie alle sind einzeln so groß wie Sepphoris zur Zeit seines Friedens. Es wird gelehrt:",
"R. Jose sagte: Ich sah Sepphoris zur Zeit seines Friedens, und es hatte hundertundachtzigtausend Marktplätze der Topfspeisenhändler.",
"Und die Seitengemächer, Gemach an Gemach, dreiunddreißigmal. Was heißt dreiunddreißigmal? R. Levi erwiderte im Namen R. Papis im Namen des R. Jehošua͑ aus Sikni: Werden es drei Jerušalemsein, so wird jedes [Haus] dreißig Stockwerke übereinander haben, und werden es dreißig Jerušalem sein, so wird jedes [Haus] drei Stockwerke übereinander haben.",
"Es wurde gelehrt: Ein Schiff eignet man, wie Rabh sagt, sobald man es ein wenig gezogen hat; Šemuél sagt, man habe es nur dann geeignet, wenn man es seine ganze [Länge]gezogen hat.",
"Es wäre anzunehmen, daß sie den Streit der folgenden Tannaím führen: Wiesodurch Übergäbe? Wenn er es am Fuße, am Haare, am Sattel, den es auf hat, am Futtersacke, den es auf hat, an der Kandare, die es im Maule hat, oder an der Schelle, die es am Halse hat, anfaßt, so eignet er es. Wieso durch Ansichziehen? Wenn er es ruft und es herankommt, oder wenn er es mit einem Stocke antreibt und es vor ihm herläuft, so eignet er es, sobald es einen Vorder- oder einen Hinterfuß in Bewegung gesetzt hat. R. Aḥi, manche sagen, R. Aḥa, sagt, wenn es eine Strecke in seiner Größe gegangen ist.",
"Es wäre also anzunehmen, daß Rabh der Ansicht des ersten Autors und Šemuél der Ansicht R. Aḥas ist. – Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Aḥa, denn R. Aḥa sagt es nur von Lebewesen, die, auch wenn sie den Vorder- oder Hinterfuß in Bewegung gesetzt haben, sich noch auf derselben Stelle befinden, ein Schiff aber bewegt sich vollständig, sobald es sich nur etwas bewegt.",
"Und auch Šemuél kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach dem ersten Autor, denn der erste Autor sagt es nur von Lebewesen, die, sobald sie einen Vorder- oder Hinterfuß in Bewegung setzen, dies auch mit dem anderen tun müssen, bei einem Schiffe aber gilt dies nur von dem Falle, wenn man es seine ganze [Länge] gezogen hat, sonst aber nicht. –",
"Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen, wie die Autoren der folgenden Lehre: Ein Schiff wird durch das Ziehen geeignet; R. Nathan sagt, ein Schiff und Schriftstückewerden durch das Ziehen"
],
[
"und durch die Urkunde geeignet.",
"Da nun niemand vorher Schriftstücke genannt hat, so ist wohl [diese Lehre] lückenhaft und muß wie folgt lauten: ein Schiff wird durch das Ziehen und Schriftstücke werden durch die Übergabe geeignet; R. Nathan sagt, ein Schiff und Schriftstücke werden durch das Ziehen und durch die Urkunde geeignet.",
"Und da ferner bei einem Schiffe keine Urkunde erforderlich ist, denn es ist ja beweglich, so muß wohl diese Lehre wie folgt lauten: ein Schiff wird durch das Ziehen und Schriftstücke werden durch die Übergabe geeignet; R. Nathan sagt, ein Schiff werde durch das Ziehen und Schriftstücke werden",
"[auch] durch die Urkunde geeignet. Und da nun der erste Autor ebenfalls der Ansicht ist, ein Schiff werde durch das Ziehen geeignet, so führen sie wahrscheinlich denselben Streit wie Rabh und Šemuél. – Nein, beide sind sie entweder der Ansicht Rabhs oder der Ansicht Šemuéls,",
"denn sie streiten nicht über ein Schiff, sondern nur über Schriftstücke; R. Nathan sprach zum ersten Autor wie folgt: Hinsichtlich eines Schiffes pflichte ich dir entschiedenbei, Schriftstücke aber eignet man nur dann, wenn auch eine Urkunde vorhanden ist, sonst aber nicht.",
"Sie führen also denselben Streit, wie die Autoren der folgenden Lehre: Schriftstücke werden durch die Übergabe geeignet – so Rabbi. Die Weisen sagen: Wenn jener ihm [eine Urkunde]geschrieben und sie ihm nicht übergeben oder sie ihm übergeben und ihm keine [Urkunde] geschrieben hat, so hat er sie nicht geeignet; nur wenn jener [eine Urkunde] geschrieben und sie übergeben hat. –",
"Du hast esalso Rabbi addiziert, demnach sollte manauch ein Schiff durch die Übergabeeignen, denn es wird gelehrt: Ein Schiff wird durch die Übergabe geeignet – so Rabbi: die Weisen sagen, man habe es nur dann geeignet,"
],
[
"wenn man es gezogen oder den Platz gemietet hat!? –",
"Das ist kein Einwand; eines gilt von einem öffentlichen Gebieteund eines gilt von einer Seitengasse. –",
"Du hast also die zweite [Lehre] auf den Fall bezogen, wenn es sich auf öffentlichem Gebiete befindet; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: die Weisen sagen, man habe es nur dann geeignet, wenn man es gezogen hat. Erfolgt denn auf öffentlichem Gebiete eine Aneignung durch das Ansichziehen, Abajje und Raba sagten ja beide, man eigne durch die Übergabe auf öffentlichem Gebiete und in einem beiden nicht gehörenden Hofe, durch das Ziehen in einer Seitengasse und einem beiden gehörenden Hofe, und durch das Hochheben überall!? –",
"Unter ‘gezogen hat’, das er lehrt, ist zu verstehen, wenn man es vom öffentlichen Gebiete nach einer Seitengasse zieht. – Wieso heißt es demnach: oder den Platz gemietet hat, von wem sollte man denn das öffentliche Gebiet gemietet haben!? – Er meint es wie folgt: wenn es sich im Gebiete des Eigentümers befindet, so eignet man es nur dann, wenn man den Platz gemietet hat. –",
"Demnach lehren Abajje und Raba nach der Ansicht Rabbis!?",
"R. Aši erwiderte: Wenn er zu ihm gesagt hat: geh, tritt den Besitz an und eigne es, so ist dem auch so, hier aber handelt es sich um den Fall, wenn er zu ihm gesagt hat: geh, ziehe es an und eigne es.",
"Einer ist der Ansicht, er habe darauf geachtet, und einer ist der Ansicht, er habe ihm nur die Stelle zeigen wollen.",
"R. Papa sagte. Wer seinem Nächsten eine Urkunde verkauft, muß ihm schreiben: eigne sie und alle in ihr enthaltenen Rechte. R. Aši sagte: Ich trug diese Lehre R. Kahana vor und sprach zu ihm: Also nur, wenn er ihm dies geschrieben hat, wenn er es ihm aber nicht geschrieben hat, eignet dieser sie nicht;",
"braucht er sie denn, um damit eine Flasche zu verpfropfen!? Er erwiderte mir: Freilich, zum Verpfropfen."
],
[
"Amemar sagte: Die Halakha ist, Schriftstücke werden durch die Übergabe geeignet, nach Rabbi. R. Aši sprach zu Amemar: Ist dies eine Überlieferung oder ist dies nur einleuchtend? Dieser erwiderte: Es ist eine Überlieferung. R. Aši sagte: Dies ist auch einleuchtend, denn Schriftstücke sind nur Worte, und Worte können nicht durch Wortegeeignet werden. –",
"Etwa nicht, Rabba b. Jiçḥaq sagte ja im Namen Rabhs: Es gibt zweierlei Urkunden; [sagte er:] erwerbet dieses Feldfür jenen und schreibt ihm den Schein, so kann erhinsichtlich des Scheines zurücktreten, nicht aber hinsichtlich des Feldes; wenn aber:",
"mit der Bedingung, daß ihr ihm den Scheinschreibt, so kann er zurücktreten sowohl hinsichtlich des Scheines als auch hinsichtlich des Feldes.",
"R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Ḥonas, es gebe dreierlei Urkunden; zwei, von denen wir gesprochen haben, und eine in dem Falle, wenn der Verkäufer die Urkunde im voraus geschriebenhat,"
],
[
"wie wir gelernt haben: Man schreibe dem Verkäufer einen Schein, auch wenn der Käufer nicht zugegen ist; sobald [der Käufer] das Grundstück in Besitz nimmt, wird die Urkunde miterworben, wo sie sich auch befindet. Das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheitgewähren, werden mit Gütern geeignet, die Sicherheitgewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme!? –",
"Anders ist es, wenn es in Verbindung erfolgt. So wird auch eine Münze durch Tausch nichtgeeignet, in Verbindung mit einem Grundstücke aber wird sie dadurch wohl geeignet.",
"So hatte R. Papa zwölftausend Zuz von den Hozäern zu erhalten, und er eignete sie R. Šemuél b. Aḥa zu in Verbindung mit seiner Stubenschwelle. Als dieser heimkehrte, ging er ihm bis Tavakh entgegen.",
"NICHT ABER HAT ER DIE BESATZUNG, DIE SÄCKE UND DIE LADUNG MITVERKAUFT. Was heißt Ladung? R. Papa erwiderte: Die in diesem sich befindliche Ware.",
"i,2WER EINEN WAGEN VERKAUFT HAT, HAT NICHT DIE MAULTIERE MITVERKAUFT, UND WER DIE MAULTIERE VERKAUFT HAT, HAT NICHT DEN WAGEN MITVERKAUFT. WER EIN JOCH VERKAUFT HAT, HAT NICHT DIE RINDER MITVERKAUFT; WER DIE RINDER VERKAUFT HAT, HAT NICHT DAS JOCH MITVERKAUFT. R. JEHUDA SAGT, DER KAUFPREIS ENTSCHEIDET; WENN ER BEISPIELSWEISE ZU IHM GESAGT HAT: VERKAUFE MIR DEIN JOCH FÜR ZWEIHUNDERT ZUZ, SO IST ES KLAR, DASS DAS JOCH ALLEIN NICHT ZWEIHUNDERT ZUZ WERT IST. DIE WEISEN ABER SAGEN, DER KAUFPREIS BEWEISE NICHTS.",
"GEMARA. R. Taḥipha b. Abimi rezitierte vor R. Abahu: Wer den Wagen verkauft hat, hat auch die Maultiere mitverkauft. – Wir haben ja aber gelernt: hat nicht mitverkauft!? Jener fragte: Soll ich es streichen!? Dieser erwiderte: Nein, beziehe deine Lehre auf den Fall, wenn sieangespannt waren.",
"WER EIN JOCH VERKAUFT HAT, HAT NICHT DIE RINDER MITVERKAUFT &C. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn man das Joch ‘Joch’ und die Rinder ‘Rinder’ nennt, so ist dies ja selbstverständlich, er hat ihm ja nur ein Joch verkauft und keine Rinder, und wenn man auch die Rinder ‘Joch’ nennt, so hat er ihm ja alles verkauft!? –",
"In dem Falle, wenn man gewöhnlich das Joch ‘Joch’ und die Rinder ‘Rinder’ nennt, und manche auch die Rinder ‘Joch’ nennen; R. Jehuda sagt, der Kaufpreis entscheide, und die Weisen sagen, der Kaufpreis beweise nichts. – Wenn der Kaufpreis auch nichts beweist, aber immerhin sollte doch der Kauf aufgehobenwerden!?"
],
[
"Wolltest du erwidern, die Rabbanan seien nicht der Ansicht, daß der Kauf aufgehobenwerde, so haben wir ja gelernt: R. Jehuda sagt, wenn jemand eine Torarolle, ein Vieh oder eine Perle verkauft, gebe es hierbei keine Übervorteilung. Jene erwiderten ihm: Sie sagten es nur von diesen. –",
"Unter ‘der Kaufpreis beweise nichts’ ist eben zu verstehen, der Kauf sei aufgehoben. Wenn du aber willst, sage ich: nur in dem Falle, wo ein Irrtummöglich ist, sagen die Rabbanan, daß eine Übervorteilung vorliegeoder der Kauf aufgehoben sei, nicht aber, wenn ein Irrtum nicht möglichist, und er es ihm wahrscheinlich als Geschenk gegeben hat.",
" WER EINEN ESEL VERKAUFT HAT, HAT DAS SCHIRRZEUG NICHT MITVERKAUFT; NAḤUM DER MEDER SAGT, ER HABE AUCH DAS SCHIRRZEUG MITVERKAUFT. R. JEHUDA SAGT, ZUWEILEN SEI ES MIT VERKAUFTUND ZUWEILEN SEI ES NICHT MITVERKAUFT, UND ZWAR: WENN DER ESEL VOR IHM STAND UND SEIN SCHIRRZEUG ANHATTE, UND ER ZU IHM SAGTE: VERKAUFE MIR DIESEN DEINEN ESEL, SO IST DAS SCHIRRZEUG MITVERKAUFT, WENN ABER: IST DAS DEIN ESEL? SO IST DAS SCHIRRZEUG NICHT MIT VERKAUFT.",
"GEMARA. U͑la sagte: Sie streiten nur über Sack, Satteltasche und Kumani; der erste Autor ist der Ansicht, ein Esel sei allgemein zum Reiten bestimmt, und Naḥum der Meder ist der Ansicht, ein Esel sei allgemein zum Lasttragen bestimmt; Sattel, Decke, Gurt und Brustriemen sind aber nach aller Ansicht mitverkauft.",
"Man wandte ein: [Sagte jemand:] ich verkaufe dir einen Esel samt dem Schirrzeug, so hat er Sattel, Decke, Gurt und Brustriemen mitverkauft, nicht aber hat er Sack, Satteltasche und Kumani mitverkauft; sagte er aber zu ihm: ihn und alles, was sich auf ihm befindet, so hat er dies alles mitverkauft. Also nur wenn er zu ihm ‘den Esel samt dem Schirrzeug’ gesagt hat,",
"hat er Sattel und Decke mitgeeignet, nicht aber, wenn er es zu ihm nicht gesagt hat!? – Auch wenn er zu ihm nicht ‘den Esel samt dem Schirrzeug’ gesagt hat, hat er Sattel und Decke geeignet, nur lehrt er uns folgendes: selbst wenn er zu ihm ‘den Esel samt dem Schirrzeug’ gesagt hat, hat er Sack, Satteltasche und Kumani nicht mitgeeignet. –",
"Was ist Kumani? R. Papi b. Šemuél erwiderte: Ein Frauensitz.",
"Sie fragten: Streiten sie nur über den Fall, wenn sie sich auf ihm befunden hatten, während in dem Falle, wenn sie sich auf ihm nicht befunden hatten, Naḥum der Meder ihnen beipflichtet, oder streiten sie über den Fall, wenn sie sich auf ihm nicht befunden hatten, während in dem Falle, wenn sie sich auf ihm befunden hatten, die Rabbanan Naḥum beipflichten? – Komm und höre: Hat er aber zu ihm gesagt: ihn und alles, was sich auf ihm befindet, so ist dies alles mitverkauft.",
"Allerdings ist hier, wenn du sagst, sie streiten über den Fall, wenn sie sich auf ihm befunden hatten, die Ansicht der Rabbanan vertreten, wessen Ansicht aber ist hier vertreten, wenn du sagst, sie streiten über den Fall, wenn sie sich auf ihm nicht befunden hatten, während in dem Falle, wenn sie sich auf ihm befunden hatten, alle übereinstimmen, daß alles mitverkauftseil? –",
"Tatsächlich streiten sie über den Fall, wenn sie sich auf ihm nicht befunden hatten, und zwar ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten, nur lese man wie folgt: wenn er aber zu ihm gesagt hat: ihn und alles, was auf ihn zu legen ist. –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagt, zuweilen sei es mitverkauft und zuweilen sei es nicht mitverkauft. R. Jehuda bezieht sich ja wahrscheinlich auf das, wovon der erste Autor spricht. –"
],
[
"Nein, R. Jehuda spricht von einem ganz anderen Falle.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Wer einen Wagen verkauft hat, hat die Maultiere nicht mitverkauft. R. Taḥlipha aus dem Westenrezitierte aber vor R. Abahu: wer einen Wagen verkauft hat, hat auch die Maultiere mitverkauft. Hierauf erwiderte ihm dieser, wir haben gelernt: nicht mitverkauft. Als jener dann fragte, ob er dies streichen solle, erwiderte ihm dieser: nein, beziehe diese Lehre auf den Fall, wenn sie angespannt waren.",
"Demnach spricht die Mišna von dem Falle, wenn sie nicht angespannt waren, und wenn die erstere von dem Falle spricht, wenn sienicht dabei waren, so spricht ja auch die andere von dem Falle, wenn sie nicht dabei waren. –",
"Im Gegenteil; wie ist die vorangehende Lehre zu erklären: nicht aber hat er die Besatzung und die Ladung mitverkauft, und auf unsere Frage, was unter Ladung zu verstehen sei, erwiderte R. Papa: die darin befindliche Ware. Wenn nun die vorangehende von dem Falle spricht, wenn siedabei waren, so spricht ja die folgende ebenfalls von dem Falle, wenn sie dabei waren. Vielmehr lehrt es der Autor von verschiedenen Fällen.",
"Abajje sagte: R. Elie͑zer, R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Meír, R. Nathan, Symmachos und Naḥum der Meder sind alle der Ansicht, daß, wenn jemand etwas verkauft, er auch alle dazu gehörenden Benutzungsgeräte mitverkaufe.",
"R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, wer eine Ölmühle verkauft hat, habe auch den Preßbalken mitverkauft. R. Šimo͑n b. Gamliél, denn wir haben gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wer eine Stadt verkauft hat, habe auch den Synter mitverkauft. R. Meír, denn es wird gelehrt: R. Meír sagt, wer einen Weinberg verkauft hat, habe auch die Gebrauchsgegenstände des Weinberges mitverkauft. R. Nathan und Symmachos lehrten dies vom Boot und vom Fischerboot. Naḥum der Meder lehrte das, was wir eben gesagt haben.",
"R. JEHUDA SAGT, ZUWEILEN SEI ES MITVERKAUFT UND ZUWEILEN SEI ES NIGHT MITVERKAUFT &C. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Falle, wenn er sagte: diesen deinen Esel, und dem Falle, wenn er sagte: ist es dein Esel?",
"Raba erwiderte: [Sagte er:] diesen deinen Esel, so sagte er es ihm, da er doch wußte, daß es sein Esel ist, nur wegen des Schirrzeuges, [sagte er aber:] ist es dein Esel? so wußte er nicht, daß es sein Esel ist, und meinte es wie folgt: ist es dein Esel, so verkaufe ihn mir.",
"iii,1 WER EINE ESELIN VERKAUFT HAT, HAT DAS FÜLLEN MITVERKAUFT; WER EINE KUH VERKAUFT HAT, HAT DAS KALB NIGHT MITVERKAUFT. WER EINEN MISTPLATZ VERKAUFT HAT, HAT DEN MIST MITVERKAUFT. WER EINEN BRUNNEN VERKAUFT HAT, HAT DAS WASSER MITVERKAUFT. WER EINEN BIENENSTOCK VERKAUFT HAT, HAT DIE BIENEN MITVERKAUFT. WER EINEN TAUBENSCHLAG VERKAUFT HAT, HAT DIE TAUBEN MITVERKAUFT.",
"GEMARA. In welchem Falle, sagte er zu ihm: sie und ihr Kalb, so sollte diesauch von Kuh und Kalb gelten, und sagte er nicht: sie und ihr Kalb, so sollte es auch nicht von Eselin und Füllen gelten!?",
"R. Papa erwiderte: Wenn er zu ihm gesagt hat, er verkaufe ihm eine säugende Eselin, oder eine säugende Kuh; allerdings ist bei einer Kuh anzunehmen, er habe es ihm wegen der Milchgesagt, wozu brauchte er es aber von einer Eselin zu sagen? Wahrscheinlich meinte er, er verkaufe ihm diese mit ihrem Füllen. - Weshalb heißt es sejaḥ? - Weil es einem Lockrufe [siḥa] folgt.",
"R. Šemuél b. Naḥman sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt:daher sagen die Herrschenden&c.",
"Unter Herrschenden sind diejenigen zu verstehen, die ihren Trieb beherrschen. Kommt nach Ḥešbon; kommt, wir wollen die Rechnung [ḥešbon] der Welt aufstellen: den Verlustdurch das Gebot im Vergleich zum Gewinne, und den Gewinndurch die Übertretung im Vergleich zum Verluste.",
"Ausgebaut und errichtet; wenn du so handelst, so wirst du ausgebaut in dieser Welt und errichtet in der zukünftigen Welt sein. Die Stadt Siḥon; wenn ein Mensch sich als Eselfüllen betrachtet, das einem Lockrufe [siḥa] folgt, so heißt es über ihn: denn ein Feuer ging aus von Ḥešbon &c., ein Feuer geht aus von denen, die rechnen, und verzehrt diejenigen, die nicht rechnen.",
"Und eine Flamme von der Stadt Siḥon; von der Stadt der Frommen und verbrennt die Frevler, die Siḥongenannt werden.Sie verzehrt A͑r Moab; darunter ist derjenige zu verstehen, der seinem Triebe folgt, gleich einem Eselfüllen, [a͑jir], das einem Lockrufe folgt.Die Bewohner der Höhen des Arnon; das sind die Hochmütigen.",
"Wir beschossen sie [niram]; der Frevler sagt, es gebe keinen Höchsten [en ram].Verloren ist Ḥešbon; verloren ist die Rechnungder Welt. Bis Dibon; warte bis das Gericht kommt [bo din]."
],
[
"Wir verwüsteten bis Nophaḥ; bis ein Feuer kommt, das des Anfachens [nipuaḥ] nicht braucht.Bis Medba; bis ihre Seele verschmachten [daáb] wird. Manche erklären: Bis erseinen Wunsch [maj debai͑] erfüllt hat.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer sich von den Worten der Tora trennt, den verzehrt ein Feuer, denn es heißt:ich will mein Angesicht wider sie richten, dem Feuersind sie entgangen und das Feuer soll sie verzehren.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Jonathans: Wer sich von den Worten der Tora trennt, stürzt ins Fegefeuer, denn es heißt: ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt, wird in der Versammlung der Schatten ruhen, und unter Schatten ist das Fegefeuer zu verstehen, denn es heißt:und er weiß nicht, daß die Schatten dort sind, in den Tiefen der Unterwelt ihre Geladenen.",
"WER EINEN MISTPLATZ VERKAUFT HAT, HAT DEN MIST MITVERKAUFT &C. Dort haben wir gelernt: An allem [Geheiligten], was für den Altar und nicht für den Tempelreparaturfonds, für den Tempelreparaturfonds und nicht für den Altaroder weder für den Altar noch für den Tempelreparaturfondsgeeignet ist, begeht man eine Veruntreuung, und auch an dem, was sich darin befindet.",
"Zum Beispiel: wenn jemand einen mit Wasser gefüllten Brunnen, einen Mistplatz voll Mist, einen Taubenschlag voll Tauben, ein Feld voll Kräuter oder einen mit Früchten beladenen Baum dem Heiligtume geweiht hat, so begeht man eine Veruntreuung an diesen und an dem, was sich in ihnen befindet.",
"Wenn aber jemand einen Brunnen geweiht hat und er nachher mit Wasser gefüllt worden ist, einen Mistplatz und er nachher mit Mist gefüllt worden ist, einen Taubenschlag und er nachher mit Tauben gefüllt worden ist, einen Baum und er nachher mit Früchten beladen worden ist, oder ein Feld und es nachher mit Kräutern gefüllt worden ist, so begeht man eine Veruntreuung nur an diesen, nicht aber an dem, was sich in diesen befindet– so R. Jehuda. R. Jose sagt, wenn jemand ein Feld oder einen Baum geweiht hat, so begeht man eine Veruntreuung an diesen und an dem, was auf diesen nachwächst, weil es Erzeugnisse von Heiligem sind.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind einleuchtend bei einem Brunnen und einem Taubenschlageund die Worte R. Joses sind einleuchtend bei einem Felde und einem Baume. – Was soll dies: allerdings heißt es, die Worte R. Jehudas seien einleuchtend bei einem Brunnen und einem Taubenschlage, denn er streitet auch hinsichtlich eines Feldes und eines Baumes;",
"wieso aber heißt es, die Worte R. Joses seien einleuchtend bei einem Felde und einem Baume, wonach er auch hinsichtlich eines Brunnens und eines Taubenschlages streitet, R. Jose spricht ja nur von einem Felde und einem Baume!?",
"Wolltest du erwidern, er sage es nach der Ansicht R. Jehudas, so wird ja gelehrt: R. Jose sagte: Bei einem Felde und einem Baume erkenne ich die Worte R. Jehudas nicht an, denn es sind Erzeugnisse von Heiligem. Also nur bei einem Felde und einem Baume erkennt er sie nicht an, wohl aber erkennt er sie an bei einem Brunnen und einem Taubenschlage. –",
"Er meint es wie folgt: die Worte R. Jehudas leuchten R. Jose ein bei einem Brunnen und einem Taubenschlage, denn R. Jose streitet gegen ihn nur hinsichtlich eines Feldes und eines Baumes, während er ihm bei einem Brunnen und einem Taubenschlage beipflichtet.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er sieleer geweiht hat und sie nachher gefüllt worden sind, so begeht man an ihnen eine Veruntreuung, nicht aber an dem, was sich in ihnen befindet. R. Elea͑zar b. Šimo͑n sagt, man begehe eine Veruntreuung auch an dem, was sich in ihnen befindet.",
"Rabba sagte: Sie streiten nur über ein Feld und einen Baum; der erste Autor ist der Ansicht R. Jehudas, und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist der Ansicht R. Joses, bei einem Brunnen und einem Taubenschlage aber stimmen alle überein, daß man nur an diesen eine Veruntreuung begehe, nicht aber an dem, was sich in ihnen befindet.",
"Abajje sprach zu ihm: Wie ist demnach folgende Lehre zu erklären: Hat man sie voll geweiht, so begeht man eine Veruntreuung an ihnen und an dem, was sich in ihnen befindet. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist hierbei entgegengesetzterAnsicht."
],
[
"Wieso ist er hierbei entgegengesetzter Ansicht, wenn man sagen wollte, daß sie über ein Feld und einen Baumstreiten. Vielmehr, sagte Rabba, sie streiten nur über einen Brunnen und einen Taubenschlag, bei einem Felde und einem Baume aber stimmen alle überein, daß man an diesen und an dem, was sich in ihnen befindet, eine Veruntreuung begehe. –",
"Worin besteht ihr Streit bei einem Brunnen und einem Taubenschlage, wenn sieleer waren, und in dem Falle, wenn sie voll waren? – Über leere führen sie denselben Streit wie R. Meír und die Rabbanan.",
"Der erste Autor ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, man könne nicht das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommenist, und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommenist. –",
"Aber R. Meír sagt es ja nur von den Früchten einer Dattelpalme, die bestimmt kommen, von diesen aber weiß man ja nicht, ob sie kommen!? Raba erwiderte: Dies kann in dem Falle verkommen, wenn das Wasser über seinen Hof in den Brunnengelangt, oder wenn die Tauben aus seinem Schlagerin diesen Schlag gelangen. –",
"Worin besteht ihr Streit über volle? Raba erwiderte: Wenn er einen Brunnen ohne Angabegeweiht hat; R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist der Ansicht seines Vaters, daß es sich bei Heiligem ebenso verhalte wie bei Profanem;",
"wie bei Profanem [der Verkäufer] sagen kann: ich habe dir nur den Brunnen verkauft, aber nicht das Wasser, ebenso hat er auch beim Heiligen nur den Brunnen geweiht, aber nicht das Wasser. Der erste Autor aber ist der Ansicht, man vergleiche nicht das Heilige mit dem Profanen. –",
"Gilt diesetwa nicht auch von Profanem, wir haben ja gelernt, wer einen Brunnen verkauft hat, habe das Wasser mitverkauft!? Raba erwiderte: Diese Lehre vertritt die Ansicht eines einzelnen, denn es wird gelehrt: Wer einen Brunnen verkauft hat, hat das Wasser nicht mitverkauft; R. Nathan sagt, wer einen Brunnen verkauft hat, habe auch das Wasser mitverkauft."
],
[
" WER VON SEINEM NÄCHSTEN DIE FRUCHT EINES TAUBENSCHLAGESKAUFT, MUSS DIE ERSTE BRUTZURÜCKLASSEN. WENN DIE FRUCHT EINES BIENENSTOCKES, SO ERHÄLT ER DREI SCHWÄRME, SODANN MACHE [DER VERKÄUFER DIE BIENEN] UNFRUCHTBAR. WENN DIE HONIGWABEN, SO MUSS ER ZWEI WABENZURÜCKLASSEN; WENN OLIVENBÄUME ZUM FÄLLEN, SO LASSE ER ZWEI REISER ZURÜCK.",
"GEMARA. Es wird ja aber gelehrt, die erste und die zweite Brut!? R. Kahana erwiderte: Das ist kein Einwand; eines gilt von dieser selber und eines gilt von der Mutter. –",
"Bei der Mutter erfolgt dieswohl aus dem Grunde, weil sie sich anschließt der Tochter und dem Männchen, die ihr Zurückbleiben, ebenso schließt sich ja auch diese der Mutter und dem Männchen an, die man ihr zurückläßt!? – Die Mutter schließt sich der Tochter an, nicht aber schließt sich die Tochter der Mutter an.",
"WENN DIE FRUCHT EINES BIENENSTOCKES, SO ERHÄLT ER DREI SCHWÄRME, SODANN MACHE [DER VERKÄUFER DIE BIENEN] UNFRUCHTBAR. Womit macht man sie unfruchtbar? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Mit Senf. Im Westen sagten sie im Namen des R. Jose b. Ḥanina: Nicht unfruchtbar macht sie der Senf, vielmehr macht er ihnen den Mund bitter, und sie beginnen ihren Honig zu essen.",
"R. Joḥanan erklärte: Er erhält drei Bienenschwärme abwechselnd. In einer Barajtha wurde gelehrt: Er erhält drei Bienenschwärme hintereinander, sodann erhält er einen und einer bleibt.",
"WENN DIE HONIGWABEN, SO MUSS ER ZWEI WABEN ZURÜCKLASSEN &C. R. Kahana sagte: Der Honig im Bienenstöcke verliert niemals seine Eigenschaft als Speise.",
"Er ist also der Ansicht, eine Bestimmungsei nicht erforderlich. Man wandte ein: Der Honig im Bienenstöcke ist weder eine Speise noch ein Getränk!? Abajje erwiderte: Dies bezieht sich auf die zwei Waben. Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elie͑zers vertreten,"
],
[
"denn wir haben gelernt: Ein Bienenstock gleicht, wie R. Elie͑zer sagt, einem Grundstücke; man schreibe darübereinen Prosbul,",
"er nimmt auf seinem Platze keine Unreinheitan, und wer daraus am Šabbath Honig nimmt, ist ein Sündopferschuldig.",
"Die Weisen sagen, man schreibe darüber keinen Prosbul, er gleiche nicht einem Grundstücke, er nehme auf seinem Platze Unreinheit an, und wer daraus am Šabbath Honig nimmt, sei frei.",
"R. Elea͑zar sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers. Es heißt:und er tauchte es in eine Honigwabe [jaár]; welche Gemeinschaft besteht zwischen dem Honig und einem Walde [jaa͑r]? Dies lehrt dich, daß man, wie man ein Sündopfer schuldig ist, wenn man am Šabbath etwas in einem Walde pflückt, ebenso ein Sündopfer schuldig sei, wenn man am Šabbath Honig ausnimmt.",
"Man wandte ein: Der Honig, der aus dem Bienenstöcke fließt, ist weder eine Speise noch ein Getränk. Erklärlich ist dies nach Abajje,",
"gegen Raba aber ist dies ja ein Einwand!? R. Zebid erwiderte: Wenn er in ein schmutziges Gefäßfließt. R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Wenn er auf Streuselfließt.",
"Man wandte ein: Der Honig im Bienenstocke ist weder eine Speise noch ein Getränk; hat man ihn zur Speise bestimmt, so ist er als Speise verunreinigungsfähig, hat man ihn zum Getränke bestimmt, so ist er als Getränk verunreinigungsfähig. Erklärlich ist dies nach Abajje,",
"gegen Raba aber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Raba kann dir erwidern: korrigiere es wie folgt: hat man ihn zur Speise bestimmt, so ist er als Speise nicht verunreinigungsfähig, und wenn zum Getränke, so ist er als Getränk nicht verunreinigungsfähig. Übereinstimmend mit R. Kahana wird auch gelehrt: Der Honig im Bienenstöcke ist als Speise verunreinigungsfähig, auch wenn man darüber nichts bestimmt hat.",
"WENN OLIVENBÄUME ZUM FÄLLEN, SO LASSE ER ZWEI REISER ZURÜCK. Die Rabbanan lehrten: Wer von seinem Nächsten einen Baum zum Fällen gekauft hat, lasse eine Handbreite über dem Erdboden zurückund fälle ihn; von einer jungfräulichen Sykomorelasse man drei Handbreiten; von einem Sykomorenstammelasse man zwei Handbreiten; Röhricht und Weinstöcke vom Knoten ab; Dattelpalmen und Zedern darf man ausgraben und entwurzeln, weil sie ihren Stammnicht wechseln. –",
"Sind denn bei einer jungfräulichen Sykomore drei Handbreiten erforderlich, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man fälle im Siebentjahre keine jungfräuliche Sykomore, weil dies eine [Feld]arbeit ist.",
"R. Jehuda sagt, auf gewöhnliche Weise sei es verboten, vielmehr lasse man zehn Handbreiten zurück oder schneide sie dicht an der Erde ab. Also nur dicht an der Erde ist es schädlich, sonst aber ist es dienlich!?",
"Abajje erwiderte: Drei Handbreitenist es dienlich, dicht an der Erde ist es entschieden schädlich, und auf andere Weiseist es weder schädlich noch dienlich. Im Siebentjahreist eine Handlung erlaubt, die entschieden schädlich ist, und bei Kauf und Verkauf ist eine Handlung erlaubt, die entschieden dienlich ist. –",
"«Dattelpalmen und Zedern darf man ausgraben und entwurzeln, weil sie ihren Stamm nicht wechseln.» Wechselt denn die Zeder nicht ihren Stamm, R. Ḥija b. Luljani trug ja vor: Es heißt:der Fromme sproßt wie die Palme, er wächst wie die Zeder auf dem Lebanon. Wenn es schon Palme heißt, wozu Zeder, und wenn es schon Zeder heißt, wozu Palme?",
"Hieße es nur Zeder und nicht Palme, so könnte man sagen, wie die Zeder keine Früchte hervorbringt, ebenso bringe auch der Fromme keine Früchte hervor; daher heißt es Palme.",
"Und hieße es nur Palme und nicht Zeder, so könnte man sagen, wie die Palme ihren Stamm nicht wechselt, ebenso wechsle auch der Fromme seinen Stamm nicht; daher heißt es auch Zeder!? –",
"Vielmehr, hier handelt es sich um andere Arten von Zedern. Dies nach Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte im Namen der Schule Rabhs: Es gibt zehn Arten von Zedern, denn es heißt:ich will die Wüste besetzen mit Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäumen &c. (Zeder heißt Arza; Akazie, Turnitha; Myrte, Asa; Ölbaum, Balsam; Zypresse, Brotha; Ulme, Saga; Buchsbaum, Surbina.) – Es sind ja aber nur sieben!? –",
"Als R. Dimi kam, sagte er, man habe zu diesen noch hinzugefügt die Eiche, die Terebinthe und die Koralle. (Eiche, Buṭani; Terebinthe, Baluṭi; Koralle, Kesitha.)"
],
[
"Manche sagen: Den Lorbeer, die Platane und die Koralle. (Lorbeer, A͑ri; Platane, Dulbi; Koralle, Kesitha.)",
"WER ZWEI BÄUME IM FELDE EINES ANDEREN GEKAUFT HAT, HAT DEN BODENNICHT MITGEKAUFT; R. MEÍR SAGT, ER HABE AUCH DEN BODEN MITGEKAUFT. SIND SIEAUSGEWACHSEN, SO DARF JENERSIE NICHT STUTZEN. WAS VOM STAMME HERVORWÄCHST, GEHÖRT IHM, UND WAS VON DEN WURZELN HERVORWÄCHST, GEHÖRT DEM EIGENTÜMER DES GRUNDSTÜCKES; STERBEN SIE AB, SO ERHÄLT ER NICHTS VOM BODEN.",
"WER DREI GEKAUFT HAT, HAT AUCH DEN BODEN MITGEKAUFT; SIND SIE AUSGEWACHSEN, SO DARFJENER SIE BESTUTZEN. WAS VOM STAMME HERVORWÄCHST, UND WAS VON DEN WURZELN HERVORWÄCHST, GEHÖRT IHM; STERBEN SIE AB, SO GEHÖRT DER BODEN IHM.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wer zwei Bäume auf [dem Felde] seines Nächsten gekauft hat, bringe die [Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt]nicht; R. Meír sagt, er bringe sie dar und lese ihn auch.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: R. Meír verpflichtet dazu auch in dem Falle, wenn jemand Früchte auf der Straßegekauft hat. Dies ist aus dieser überflüssigen Lehre zu entnehmen. Merke, er lehrt ja bereits, daß erden Boden mitgeeignet habe, somit ist es ja selbstverständlich, daß er darbringen und lesen müsse;",
"vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß er dazu auch in dem Falle verpflichtet, wenn jemand Früchte auf der Straße gekauft hat. –",
"Es heißt ja aber:die du von deinem Lande einbringst!? – Dies schließt das Ausland aus. –",
"Es heißt ja aber:dein Boden!? – Dies schließt den Boden eines Nichtjudenaus. – Es heißt ja aber:das du mir gegeben hast!? – Du hast mir Geld gegeben, wofür ich sie gekauft habe.",
"Rabba wandte ein: Wer einen Baum auf [dem Felde] seines Nächsten gekauft hat, bringe sie dar und lese ihn nicht, weil er den Boden nicht mitgeeignet hat – so R. Meír!? – Eine Widerlegung.",
"R. Šimo͑n b. Eljaqim fragte R. Elea͑zar:"
],
[
"Was ist der Grund R. Meírs bei einem Baume, und was ist der Grund der Rabbanan bei zweiBäumen? Dieser erwiderte: Über eine Sache, zu der auch die Altvorderen keinen Grund angegeben haben, befragst du mich im Lehrhause, um mich zu beschämen!",
"Rabba sprach: Was ist dies für eine Frage, vielleicht ist es R. Meír bei einem Baume zweifelhaft, und ebenso den Rabbanan bei zwei Bäumen zweifelhaft? –",
"Ist es ihm denn zweifelhaft, es heißt ja: weil er den Boden nicht mitgeeignet hat – so R. Meír!? – Lies: er hat vielleicht den Boden nicht mitgeeignet. –",
"Sollte dochberücksichtigt werden, vielleicht sind es keine Erstlinge, sodann bringt er Profanes in den Tempelhof!? – Er weihesie. – Sie werden ja gegessen!? – Er löse sie nachher aus. – Vielleicht sind es keine Erstlinge, sodann entzieht er sie dadurch [der Entrichtung] der Hebe und der Verzehntung!? – Er entrichte sie. –",
"Allerdings kann er die große Hebe einem Priester und den Armenzehnten einem armen Priester geben, wem aber kann er den ersten Zehnten geben, der ja einem Leviten gehört!? –",
"Er gebe ihn ebenfalls einem Priester. Dies nach R. Elea͑zar b. A͑zarja, denn es wird gelehrt: Die große Hebe gehört dem Priester, und der erste Zehnt dem Leviten – so R. A͑qiba; R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, auch der erste Zehnt gehöre dem Priester. – Vielleicht sind es Erstlinge und benötigen das Lesen!? – [Die Darbringung] ist vom Lesen nicht abhängig. –",
"Etwa nicht, R. Zera sagte ja, was zum Umrührengeeignet ist, sei vom Umrühren nicht abhängig, und was zum Umrühren nicht geeignet ist, sei vom Umrühren abhängig! ? –",
"Er verfahre hierbei nach R. Jose b. R. Ḥanina, denn er sagte: Wenn jemand [die Erstlinge] gepflückt und sie durch einen Boten gesandt hat, oder wenn der Bote auf der Reise gestorben ist, so bringe er sie und lese [den Abschnitt] nicht, denn es heißt:du sollst nehmenund bringen,"
],
[
"nur wenn das Nehmen und das Bringendurch dieselbe Person erfolgt, was hierbei nicht der Fall ist. R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Merke, es sind ja nur Schriftverse, mag er sie doch lesen!?",
"Dieser erwiderte: Weil es den Anschein einer Lügehat. R. Mešaršeja, Sohn des R. Ḥija, erklärte: Er könnte sie dann [der Entrichtung] der Hebe und der Verzehntung entziehen.",
"SIND SIE AUSGEWACHSEN, SO DARF JENER SIE NICHT STUTZEN &C. Was gehört zum Stamme und was gehört zu den Wurzeln?",
"R. Joḥanan erwiderte: Was die Sonne sieht, gehört zum Stamme, und was die Sonne nichtsieht, gehört zu den Wurzeln. –",
"Sollte doch berücksichtigt werden, vielleicht bringt die Erde einen Hügelhervor, sodann könnte ersagen: du hast mir drei verkauft, somit gehört mir auch der Boden!? Vielmehr, sagte R. Naḥman, muß er esabhauen. Ebenso sagte auch R. Joḥanan, er müsse es abhauen.",
"R. Naḥman sagte: Es ist uns überliefert, daß er von einer Dattelpalme das, was vom Stamme hervorwächst, nicht erhalte. R. Zebid wollte erklären, der Eigentümer der Dattelpalme erhalte nicht das, was vom Stamme hervorwächst, denn da er zum Ausgraben und Entwurzeln bestimmt ist, sage er sich davon los; dagegen aber wandte",
"R. Papa ein: Auch wenn jemand zwei Bäume kauft, sind diese ja zum Ausgraben und Entwurzelnbestimmt, dennoch lehrt er, was vom Stamme hervorwächst, gehöre ihm!? Vielmehr, erklärte R. Papa, der Eigentümer der Dattelpalme erhält nichts vom Stamme, weil bei dieser der Stammnichts hervorbringt. –",
"Gegen R. Zebid ist ja aber aus unserer Mišna einzuwenden!? – Wenn er sie auf fünf Jahre gekauft hat.",
"WER DREI GEKAUFT HAT, HAT AUCH DEN BODEN MITGEKAUFT. Wieviel? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Er hat mitgekauft [den Boden] unter diesen, zwischen diesen,"
],
[
"und im Umfang des Pflückenden samt seinem Korbe um diese. R. Elea͑zar wandte ein: Wenn er nicht einmal einen Weg zu diesen hat, denn es ist das Grundstück eines anderen, wieso sollte ihm der Umfang des Pflückenden samt seinem Korbe gehören!?",
"R. Zera sagte: Aus den Worten unseres Meisterslernen wir, daß er nur bei drei [Bäumen] keinen Weg zu diesen hat, wohl aber bei zweien, denn er kann zu ihmsagen: auch diese stehen auf deinem Boden.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Es wäre anzunehmen, daß R. Elea͑zar nichts von der Lehre seines Meisters Šemuél halte, denn Šemuél sagte, die Halakha sei nach R. A͑qiba zu entscheiden, welcher sagt, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendemAuge.",
"Dieser erwiderte: Unsere Mišna ist nicht R. A͑qiba zu addizieren. –",
"Woher dies? – Er lehrt, daß wenn sie ausgewachsen sind, jener sie stutzen dürfe; wieso darf jener sic stutzen, wenn man sagen wollte, hier sei die Ansicht R. A͑qibas vertreten, er sagt ja, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge.",
"Jener entgegnete: R. A͑qiba sagt dies ja nur von Brunnen und Zisterne, die den Boden nicht abmagern, sagte er dies etwa auch von einem Baume!?",
"Pflichtet R. A͑qiba etwa nicht bei, daß, wenn ein Baum in das Feld eines anderen hineinragt, dieser [die Zweige] in der Länge des Ochsenstachels über dem Pfluge wegschneidendürfe! ?",
"Übereinstimmend mit R. Ḥija b. Abba wird auch gelehrt: Er hat [den Boden] unter ihnen, zwischen ihnen und im Umfang des Pflückenden samt seinem Korbe um sie mitgekauft.",
"Abajje fragte R. Joseph: Wer darf diesen Raum im Umfang des Pflückenden samt seinem Korbe besäen? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: der äußerebesäe den Weg.",
"Jener entgegnete: Es ist ja nicht gleich; da hat ja der Käuferkeinen Schaden, hierbei aber kann er ja zu ihmsagen: meine Früchte werden schmutzig!?",
"Dies gleicht eher dem Schlußsatz: und beide dürfen ihn nicht besäen.",
"Übereinstimmend mit Abajje wird gelehrt: Er hat [den Boden] unter ihnen, zwischen ihnen und im Umfange des Pflückenden samt seinem Korbe um sie miterworben; und beide dürfen [diese Stelle] nicht besäen. –",
"Wieviel müssen sie voneinander entfernt sein? R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls, von vier bis acht Ellen; Raba sagte im Namen R. Naḥmans im Namen Šemuéls, von acht bis sechzehn Ellen. Abajje sprach zu R. Joseph: Streite nicht gegen R. Naḥman, denn es gibt eine Lehre übereinstimmend mit ihm.",
"Wir haben nämlich gelernt: Wer seinen Weinberg in Zwischenräumen von je sechzehn Ellenbepflanzt, darf da Sämereien säen.",
"R. Jehuda sagte: Einst bepflanzte jemand in Çalmon seinen Weinberg in Entfernungen von je sechzehn Ellen und neigte die Zweige von je zwei Reihen nach einem Zwischenraumeund besäete den anderen, und im folgenden Jahre wandte er sie nach dem besäeten Zwischenraume und besäete jenen; und als die Sache vor die Weisen kam, erlaubten siees.",
"Dieser erwiderte: Ich weiß dies nicht, ich kenne nur einen Fall,"
],
[
"der sich in Dura Dereu͑ta ereignethatte, und als sie vor R. Jehuda kamen, sagte er zu ihm: geh, gib ihm soviel [Raum], wie das Rinderpaar samt den Pfluggeräten einnimmt. Ich wußte nicht, wieviel unter einem Raume für das Rinderpaar und die Pfluggeräte zu verstehen ist, als ich aber hörte die Lehre, man dürfe nicht einen Baum nahe dem Felde eines anderen pflanzen, es sei denn, daß man ihn vier Ellen entfernt hat,",
"zu welcher noch gelehrt wird, die vier Ellen, von denen sie sprechen, seien zur Bearbeitung des Weinberges erforderlich, sagte ich, hieraus sei zu entnehmen, unter einem Raume für das Rinderpaar und die Pfluggeräte seien vier Ellen zu verstehen. –",
"Haben wir etwa nicht gelernt übereinstimmend mit R. Joseph, wir haben ja gelernt: R. Meír und R. Šimo͑n sagen, wer seinen Weinberg in Zwischenräumen von je acht Ellen bepflanzt, dürfe da Saaten hineinbringen!? –",
"Immerhin ist ein Ereignisbevorzugter. –",
"Allerdings wissen wir nach R. Joseph, daß R. Šimo͑n dieser Ansichtist sowohl bei zerstreut als auch bei zusammenliegenden; bei zerstreut liegenden, wie wir bereits gesagthaben, und bei zusammen liegenden, denn wir haben gelernt: Wenn ein Weinberg in Zwischenräumen von weniger als vier Ellen gepflanzt ist, so gilt er, wie R. Šimo͑n sagt, nicht als Weinberg; die Weisen sagen, er gelte wohl als Weinberg und man betrachte die zwischen liegenden als nicht vorhanden.",
"Nach R. Naḥman aber wissen wir zwar, daß die Rabbanan dieser Ansichtsind bei zerstreutliegenden, woher dies aber von zusammen liegenden!? – Dies ist einleuchtend; wenn esnach R. Šimo͑n die Hälfte ist, so ist es auch nach den Rabbanan die Hälfte.",
"Raba sagte: Die Halakha ist: von vier bis sechzehn Ellen. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Raba: Wie nahe dürfen sie sein? Vier Ellen. Wieviel dürfen sie entfernt sein? Sechzehn Ellen;",
"erhat dann den Boden und die zwischenliegenden Bäumemitgeeignet. Daher gehört, wenn der Baum verdorrt oder gefällt worden ist, der Boden ihm. Ist [der Zwischenraum] kleiner oder größer, oder wenn er [die Bäume] nacheinander gekauft hat, so hat er weder den Boden noch die zwischenliegenden Bäume mitgeeignet. Daher gehört, wenn der Baum verdorrt oder gefällt worden ist, der Boden nicht ihm.",
"R. Jirmeja fragte: Wird von der dünnen Stelle oder von der dicken Stellegemessen? R. Gebiha aus Be Kethil sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: bei einem Senker eines Weinstockes messe man von der zweiten Wurzel.",
"R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er ihm drei Ästevon einem Baume verkauft hat?",
"R. Gebiha aus Be Kethil sprach zu R. Aši: Komm und höre, wir haben gelernt: Wenn jemand drei Weinstöcke senktund ihre Wurzeln sichtbarbleiben, so werden sie, wie R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, wenn sie von einander vier bis acht Ellen entfernt sind, vereinigt, wenn aber nicht, werden sie nicht vereinigt.",
"R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er ihm zwei [Bäume] auf seinem Felde und einen auf dem Raineverkauft hat? Wie ist es, wenn er ihm zwei auf seinem Felde und einen auf dem Felde eines anderen verkauft hat? – Dies bleibt unentschieden."
],
[
"R. Aši fragte: Gilt ein Brunnen als Teilung? Gilt ein Teich als Teilung? Gilt ein öffentlicher Weg als Teilung? Gilt eine Palmenreihe als Teilung? – Dies bleibt unentschieden.",
"Hillel fragte Rabbi: Wie ist es, wenn eine Zeder zwischen ihnen hervor gewachsenist? – Wenn sie her vor gewachsen ist, ist dies ja auf seinem Gebieteerfolgt! – Vielmehr, wie ist es, wenn zwischen ihnen eine Zeder sich befindet? Dieser erwiderte: Er hat alles mitgekauft.",
"Wie müssen siestehen? Rabh sagt, reihenartig. Šemuél sagt, dreifußartig. Wer reihenartig sagt, nach dem können sie um so mehr dreifußartigstehen, und wer dreifußartig sagt, nach dem dürfen sie reihenartig nicht stehen, weil der Zwischenraum besäet werden kann.",
"R. Hamnuna wandte ein: Der dreifußartig sagt, ist wohl dieser Ansicht aus dem Grunde, weil der Zwischenraum nicht besäet werden kann, demnach sollte doch, wenn jemand drei römische Disteln gekauft hat, zwischen welchen man nicht säen kann, [dem Käufer] auch der Boden gehören!? Dieser erwiderte: Diese sind nicht von Wert, jeneaber sind von Wert.",
"WER DEN KOPF VON EINEM GROSSVIEH VERKAUFT HAT, HAT DIE FÜSSE NICHT MITVERKAUFT, WER DIE FÜSSE VERKAUFT HAT, HAT DEN KOPF NICHT MITVERKAUFT. WER DIE LUNGE VERKAUFT HAT, HAT DIE LEBER NICHT MITVERKAUFT, WER DIE LEBER VERKAUFT HAT, HAT DIE LUNGE NICHT MITVERKAUFT. BEI EINEM KLEINVIEH ABER HAT, WER DEN KOPF VERKAUFT HAT, AUCH DIE FÜSSE MITVERKAUFT, UND WER DIE FÜSSE VERKAUFT HAT, DEN KOPF NICHT MITVERKAUFT; WER DIE LUNGE VERKAUFT HAT, AUCH DIE LEBER MITVERKAUFT, UND WER DIE LEBER VERKAUFT HAT, DIE LUNGE NICHT MITVERKAUFT.",
"VIER NORMEN GIBT ES BEIM VERKAUFE. vi WENN ER IHM DEN WEIZEN ALS GUT VERKAUFT HAT UND ER SICH ALS SCHLECHT HERAUSSTELLT, SO KANN DER KÄUFER ZURÜCKTRETEN; WENN ALS SCHLECHT UND ER SICH ALS GUT HERAUSSTELLT, SO KANN DER VERKÄUFER ZURÜCKTRETEN; WENN ALS SCHLECHT UND ER SICH ALS SCHLECHT HERAUSSTELLT, ODER ALS GUT UND ER SICH ALS GUT HERAUSSTELLT, SO KANN KEINER VON IHNEN ZURÜCKTRETEN; \n",
"WENN ALS DUNKEL UND ER SICH ALS WEISS HERAUSSTELLT, ODER ALS WEISS UND ER SICH ALS DUNKEL HERAUSSTELLT, ODER OLIVENHOLZ UND ES SICH ALS SYKOMORENHOLZ HERAUSSTELLT, ODER SYKOMORENHOLZ UND ES SICH ALS OLIVENHOLZ HERAUSSTELLT, ODER WEIN UND ER SICH ALS ESSIG HERAUSSTELLT, ODER ESSIG UND ER SICH ALS WEIN HERAUSSTELLT, SO KÖNNEN BEIDE ZURÜCKTRETEN.",
"GEMARA. R. Ḥisda sagte: Wenn jemand einem etwas im Werte von fünf für sechs verkauft hat und es später im Preise auf acht gestiegen ist, so kann der Käufer, da er übervorteilt worden ist, zurücktreten, und nicht der Verkäufer, denn jener kann zu ihm sagen:"
],
[
"wenn du mich nicht übervorteilt hättest, könntest du nichtzurücktreten, und nun, wo du mich übervorteilt hast, willst du zurücktreten!? Und der Autor unserer Mišna lehrt dasselbe: wenn als gut und er sich als schlecht herausstellt, so kann der Käuferzurücktreten, und nicht der Verkäufer.",
"Ferner sagte R. Ḥisda: Wenn jemand einem etwas im Werte von sechs für fünf verkauft hat und es im Werte auf drei gesunken ist, so kann der Verkäufer, da er übervorteilt worden ist, zurücktreten, und nicht der Käufer, denn jener kann zu ihm sagen: wenn du mich nicht übervorteilt hättest, könntest du nichtzurücktreten, und jetzt willst du zurücktreten!? Und der Autor unserer Mišna lehrt dasselbe: wenn als schlecht, und er sich als gut herausstellt, so kann der Verkäufer zurücktreten, und nicht der Käufer. –",
"Was lehrt er uns da, dies geht ja aus der Mišna hervor!? – Wenn man dies aus der Mišna entnehmen wollte, so könnte man glauben, daß in dem von R. Ḥisda gelehrten Falle beide zurücktretenkönnen, und die Mišna lehre, daß nur der Verkäufer zurücktreten könne,",
"denn es heißt:schlecht, schlecht sagt der Käufer.",
"WENN ALS DUNKEL UND ER SICH ALS WEISS HERAUSSTELLT &C. R. Papa sagte: Hierausist zu entnehmen, daß die Sonne rot ist. Dies ist auch zu beweisen, denn sie ist morgens und abends rot, und daß wir dies den ganzen Tag nicht merken, geschieht daher, weil unsere Sehkraft nicht stark genug ist.",
"Man wandte ein:Und er erscheint tiefer als die Haut, wie eine besonnte [Stelle] tiefer erscheint als eine beschattete; und dieserist ja weiß!? – Wie die Sonne und nicht wie die Sonne; wie die Sonne, indem er tiefer erscheint, und nicht wie die Sonne, denn jener ist weiß und diese ist rot. –",
"Wieso ist sie nach unserer früheren Auffassungmorgens und abends rot!? – Morgens, weil sie an den Rosen des E͑dengartens vorübergeht, und abends, weil sie an der Tür des Fegefeuers vorübergeht. Manche erklären es entgegengesetzt.",
"ODER WEIN UND ER SICH ALS ESSIG HERAUSSTELLT, SO KÖNNEN BEIDE ZURÜCKTRETEN. Es wäre also anzunehmen, daß unsere Mišna die Ansicht Rabbis vertritt und nicht die der Rabbanan, denn es wird gelehrt:"
],
[
"Wein und Essig sind eine Art; Rabbi sagt, zwei verschiedeneArten!? – Du kannst auch sagen, daß sie die Ansicht der Rabbanan vertritt, denn die Rabbanan streiten gegen Rabbi nur hinsichtlich des Zehnten und der Hebe. Dies nach R. Ilea͑,",
"denn R. Ileá sagte: Woher, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist? Es heißt :¿Ar sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt;\n",
"und wenn es nicht heiligwäre, könnte ja keine Sünde aufgeladen werden. Hieraus also, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist.",
"Bei Kauf und Verkauf aber sind alle derselben Ansicht, denn mancher wünscht Wein und keinen Essig, und mancher wünscht Essig und keinen Wein.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN FRÜCHTE VERKAUFT, SO HAT SIE DIESER, SOBALD ER SIE AN SICH GEZOGEN HAT, GEEIGNET, OBGLEICH JENER SIE IHM NICHT ZUGEMESSENHAT; WENN JENER SIE IHM ZUGEMESSEN UND ER SIE NICHT AN SICH GEZOGEN HAT, SO HAT ER SIE NICHT GEEIGNET; IST ER ABER KLUG, SO MIETE ER DEN PLATZ.",
"WER VON SEINEM NÄCHSTEN FLACHS KAUFT, EIGNET IHN ERST DANN, WENN ER IHN VON EINEM ORTE NACH EINEM ANDEREN GETRAGEN HAT; WENN DIESER NOCH AM BODEN HAFTET UND ER ETWAS DAVON PFLÜCKT, SO HAT ER IHN GEEIGNET.",
"GEMARA. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Hat er sie ihm zugemessen und in eine Seitengassegestellt, so hat dieser sie geeignet.",
"R. Zera sprach zu R. Asi: Vielleicht hat der Meister es nur von dem Falle gehört, wenn er sie ihm in seinenKorb hineingemessen hat? Dieser entgegnete: Dieser Jünger glaubt, die Leute hätten keine Halakha gelernt. Braucht dies denn von dem Falle gelehrt zu werden, wenn er sie ihm in seinen Korb hineingemessen hat!? –",
"Hat er dies anerkannt oder hat er es nicht anerkannt? – Komm und höre: R. Jannajsagte im Namen Rabbis, Gemeinschafter eines Hofes können in diesem von einander eignen. Doch wohl in dem Falle, wenn auf die Erde. – Nein, wenn er sie in seinen Korb hineingemessen hat.",
"Dies ist auch einleuchtend. R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans, wenn er sie ihm zugemessen und in eine Seitengasse gestellt hat, eigne jener sie nicht, und da [beide Lehren] einander widersprechen, so handelt wahrscheinlich eine von dem Falle, wenn er sie ihm in, seinen Korb hineingemessen hat, und eine von den! Falle, wenn er sie ihm auf die Erde zugemessenhat. Schließe hieraus. –",
"Komm und höre: Wenn jener sie ihm zugemessen und er sie nicht an sich gezogen hat, so hat er sie nicht geeignet. Doch wohl in einer Seitengasse!? – Nein, auf öffentlichem Gebiete. – Wie ist demnach der Anfangsatz zu erklären: so hat sie dieser, sobald er sie an sich gezogen hat, geeignet, obgleich jener sie ihm nicht zugemessen hat. Erfolgt denn auf öffentlichem Gebiete eine Aneignung durch das Ansichziehen,",
"Abajje und Raba sagten ja beide, man eignedurch die Übergabe auf öffentlichem Gebiete und in einem beiden nicht gehörenden Hofe, durch das Ansichziehen in einer Seitengasse und in einem beiden gehörenden Hofe, und durch das Hochheben überall!? –",
"Unter ‘gezogen’, das er lehrt, ist zu verstehen, wenn er sie vom öffentlichen Gebiete nach einer Seitengasse gezogen hat. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: ist er aber klug, so miete er den Platz; von wem sollte er ihn denn mieten, wenn es ein öffentliches Gebiet ist!? – Er meint es wie folgt: befinden sie sich aber im Gebiete des Eigentümers, so miete er, wenn er klug ist, den Platz.",
"Rabh und Šemuél sagen beide,"
],
[
"die Gefäße eines Menschen eignen für ihnüberall, nur nicht auf öffentlichem Gebiete. R. Johanan und R. Šimo͑n b. Laqiš sagen beide, auch auf öffentlichem Gebiete.",
"R. Papa sagte: Sie streiten aber nicht; eines gilt von einem öffentlichen Gebiete und eines gilt von einer Seitengasse, nur heißt es deshalb öffentliches Gebiet, weil es nicht Privatgebiet ist.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, die Gefäße eines Menschen eignen für ihn überall, wo er sie hinzustellen das Recht hat. Nur wo er das Recht dazu hat, nicht aber, wo er nicht das Recht dazu hat. Schließe hieraus. –",
"Komm und höre: Vier Normen gibt es beim Verkaufe: bevor das Maß gefüllt worden ist, gehört es dem Verkäufer; ist das Maß gefüllt worden, so gehört es dem Käufer, jedoch nur dann, wenn das Maß beiden nicht gehört, wenn es aber einem von ihnen gehört, so hat er jedes einzelngeeignet.",
"Dies gilt nur von dem Falle, wenn es sich auf öffentlichem Gebiete oder in einem beiden nicht gehörenden Hofe befindet, wenn aber im Gebiete des Verkäufers, so eignet [der Käufer] es nur dann, wenn er es hochgehoben oder aus seinem Gebiete hinausgebracht hat, und wenn 1m Gebiete des Käufers, so hat der Käufer, sobald der Verkäufer einverstandenist, es geeignet, und wenn im Gebiete dessen, bei dem es verwahrt ist, so hat [der Käufer] es nur dann geeignet, wenn dieser den Auftragübernommen oder jener den Platz gemietet hat.",
"Hier wird also vom öffentlichen Gebiete und von einem beiden nicht gehörenden Hofe gelehrt,"
],
[
"doch wohl von einem wirklich, öffentlichen Gebiete!? – Nein, von einer Seitengasse. – Er lehrt es ja aber gleichlautend wie von einem Hofe, der beiden nicht gehört!? –",
"Unter ‘beiden nicht gehörender Hof’ ist zu verstehen, der weder ganz dem einen noch ganz dem anderen gehört, sondern beiden.",
"R. Šešeth fragte R. Hona: Wie ist es, wenn das Gefäßdes Käufers sich im Gebiete des Verkäufers befindet; hat der Käufer sie geeignet oder nicht? Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Hat er ihnihrin den Schoß oder in ihr Körbchen geworfen, so ist siegeschieden.",
"R. Naḥman sprach zu ihm : Weshalb entscheidest du es ihm aus einer Lehre, auf die bereits hundertmal mit einem Hammergeschlagenwurde!?",
"R. Jehuda erklärte im Namen Šemuéls, dies gelte nur von dem Falle, wenn das Körbchen an ihrem [Körper] hängt. Reš Laqiš erklärte, wenn es angebunden ist, auch wenn es nicht an ihrem [Körper] hängt. R. Ada b. Ahaba erklärte, wenn das Körbchen sich zwischen ihren Hüftenbefindet. R. Mešaršeja erklärte im Namen der Schule R. Amis, wenn ihr Mann Korbhändlerist.",
"R. Joḥanan erklärte, der Raum ihres Schoßes, der Raum ihres Körbchens sei ihr überlassen. Hierzu sagte Raba: folgendes ist der Grund R. Joḥanans: niemand nimmt es mit dem Raume ihres Schoßes oder dem Raume ihres Körbchensgenau.",
"Vielmehr entscheide man es aus folgendem: Wennaber im Gebiete des Verkäufers, so eignet [der Käufer] es nur dann, wenn er es hochgehoben oder aus seinem Gebiete hinausgebracht hat. Doch wohl in dem Falle, wenn sie sich im Gefäße des Käufers befinden. – Nein, wenn im Gefäße des Verkäufers. –",
"Wenn nun der Anfangsatz vom Gefäße des Verkäufers handelt, so handelt ja auch der Schlußsatz vom Gefäße des Verkäufers, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn im Gebiete des Käufers, so hat der Käufer, sobald der Verkäufer einverstandenist, es geeignet; wieso hat es nun der Käufer geeignet, wenn es sich im Gefäße des Verkäufers befindet!? – Der Schlußsatz handelt vom Gefäße des Käufers. –",
"Wieso ist dies ausgemacht? – Dies ist das gewöhnliche; beim Verkäufer befinden sich die Gefäße des Verkäufers und beim Käufer befinden sich die Gefäße des Käufers.",
"Raba sagte: Komm und höre: Hat er seine Eseltreiber oder seineLöhnerherangezogen und in sein Haus geführt, so können, einerlei ob sie zuerst den Preis vereinbart haben und er ihm nachher zugemessen hat, oder er ihm zuerst zugemessen hat und sie nachher her den Preis vereinbarthaben, beide zurücktreten."
],
[
"Hat er sie aber [die Früchte] abladen lassen und sie in sein Haus gebracht, so können, wenn sie den Preis vereinbart haben, auch wenn er sie ihm noch nicht zugemessen hat, beide nicht mehr zurücktreten; wenn er ihm aber vor der Preisvereinbarung zugemessenhat, so können beide zurücktreten. Wenn er nun nicht eignet, falls das Gefäß des Verkäufers sich im Gebiete des Käufersbefindet, so eignet er es auch nicht, falls das Gefäß des Käufers sich im Gebiete des Verkäufers befindet.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq entgegnete: Wenn er sie ausgeschüttethat. Da zürnte Raba: heißt es denn: ausgeschüttet, es heißt ja: abladen lassen!? Vielmehr, erwiderte Mar b. R. Aši, hier wird von Knoblauchbündelngesprochen.",
"Hon, Sohn des Mar Zuṭra, sprach zu Rabina: Merke, er lehrt ja von dem Falle, wenn er sie abladen ließ, somit ist es ja einerlei, ob er einen Preis vereinbart hat oder keinen Preis vereinbarthat!? Dieser erwiderte: Wenn ein Preis vereinbart worden ist, so verließ er sich darauf, ist kein Preis vereinbart worden, so verließ er sich daraufnicht.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Rabh und Semuél sagten beide, die Gefäße eines Menschen eignen für ihn überall, und dies schließt ja wahrscheinlich das Gebiet des Verkäufers ein!? – Dies gilt von dem Falle, wenn er zu ihm gesagt hat: geh und eigne es.",
"Dort haben wir gelernt: Güter, die Sicherheitgewähren, werden durch Geld, Urkunde und Besitznahme geeignet, und die keine Sicherheit gewähren, werden nur durch das Ansichziehen geeignet. Folgendes lehrten sie in Sura im Namen R. Ḥisdas, und in Pumbeditha lehrten sie es im Namen R. Kahanas, und wie manche sagen, im Namen Rabas: Dies lehrten sie nur von Dingen, die man nicht hochzuhebenpflegt, Dinge aber, die man hochzuheben pflegt, [eignet man] nur durch das Hochheben und nicht durch das Ansichziehen.",
"Abajje saß und trug diese Lehre vor, da wandte R. Ada b. Mathna gegen Abajje ein: Wer einen Geldbeutel am Sabbath gestohlen hat, ist ersatzpflichtig, denn bevor er noch das Šabbathgesetz übertreten hatte, war er bereits wegen des Diebstahls schuldig;",
"hat er ihn aber schleppend herangezogen, so ist er frei, weil die Šabbathentweihungund der Diebstahl",
"gleichzeitig ausgeübt worden sind!? Dieser erwiderte: An einer Schnur. – Ich spreche ja ebenfalls von einer Schnur!? Dieser erwiderte: Dies gilt von einem, bei dem eine Schnur erforderlich ist. –",
"Komm und höre: Wenn aber im Gebiete des Verkäufers, so eignet [der Käufer] es nur dann, wenn er es hochgehoben oder aus seinem Gebiete hinausgebracht hat. Man kann also eine Sache, die man hochheben kann, wenn man will, durch Hochheben, und wenn man will, durch Ansichziehen eignen!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte : Er lehrt dies je nachdem: was man hochzuheben pflegt, durch das Hochheben, und was man zu ziehen pflegt, durch das Ansichziehen. –"
],
[
"Komm und höre: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft, so hat sie dieser, sobald er sie an sich gezogen hat, geeignet, obgleich jener sie ihm nicht zugemessen hat. Früchte sind ja Dinge, die man hochheben kann, und er lehrt, man eigne sie durch das Ansichziehen!? –",
"Hier wird von großen Säcken gesprochen. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wer von seinem Nächsten Flachs kauft, eignet ihn erst dann, wenn er ihn von einem Orte nach einem anderen getragen hat. Wird denn Flachs nicht auch in große Säcke gepackt!? – Anders verhält es sich beim Flachs, da er sich zerteilenläßt.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Ein Großvieh wird durch Übergabe und ein Kleinvieh wird durch Hochheben geeignet – so R. Meír und R. Šimo͑n b. Elea͑zar; die Weisen sagen, ein Kleinvieh durch das Ansichziehen. Ein Kleinvieh kann man ja hochheben, und er lehrt, daß es durch das Ansichziehen geeignet werde!? – Anders verhält es sich bei einem Vieh, denn es ist störrisch.",
"Rabh und Šemuél sagten beide: [Sagte er:] ich verkaufe dir einen Kor [Getreide] für dreißig [Sela͑], so kann er noch bei der letzten Seázurücktreten; wenn aber: ich verkaufe dir einen Kor für dreißig, die Seá für einen Sela͑, so hat er jedeeinzeln geeignet. –",
"Komm und höre: Wenn aber das Maß einem von ihnen gehört, so hat er jedes einzeln geeignet, also auch wenn das Quantum noch nicht voll ist!? –",
"Wenn er zu ihm gesagt hat, er verkaufe ihm einen Hin für zwölf Sela͑, das Log für einen Sela͑. Dies nach R. Kahana, denn er sagte, das Hin [im Tempel] hatte Maßzeichen, ebenso auch hierbei, wenn am Hin Maßzeichen sind. –",
"Komm und höre: Wenn jemand einen Löhner mietet, bei ihm in der Erntezeit für einen Denar täglich zu arbeiten,"
],
[
"während er in der Erntezeit einen Sela͑ wertist, so ist dies verboten; wenn aber [von jetzt ab] für einen Denar täglich, und er zur Erntezeit einen Sela͑ wert ist, so ist dies erlaubt.",
"Wenn man nun sagen wollte, er habe jedes [Maß] einzeln geeignet, so sollte doch auch hierbei jeder Taggetrennt werden; wieso ist es demnach erlaubt, wenn er ihn für einen Denar täglich mietet und er zur Erntezeit einen Sela͑ wert ist, dies ist ja eine Belohnung für das Warten!?",
"Raba erwiderte: Glaubst du etwa, bei der Löhnung sei die Preissenkung verboten!? – Welchen Unterschied gibt es demnach zwischen dem Anfangsatzeund dem Schlußsatze?",
"Im Anfangsatze, wenn er nicht sofort bei ihm zu arbeiten anfängt, hat dies den Anschein des Wartelohnes, im Schlußsätze, wenn er sofort bei ihm zu arbeiten anfängt, hat dies nicht den Anschein des Wartelohnes.",
"WENN DIESER NOCH AM BODEN HAFTET UND ER ETWAS DAVON PFLÜCKT, SO HAT ER IHN GEEIGNET. Hat er ihn deshalb geeignet, weil er davon etwas gepflückt hat!? R. Šešeth erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat : geh, suche dir etwas vom Boden aus und eigne alles, was sich daraufbefindet.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN WEIN ODER ÖL VERKAUFT HAT UND SIE IM PREISE GESTIEGEN ODER GEFALLEN SIND, SO ERFOLGT DIES, WENN BEVOR DAS MASS GEFÜLLT WORDEN IST, FÜR DEN VERKÄUFER, UND WENN NACHDEM DAS MASS GEFÜLLT WORDEN IST, FÜR DEN KÄUFER. WENN SIE EINEN MAKLER HABEN UND DAS FASS ZERBRICHT, SO TRÄGT DER MAKLER [DEN SCHADEN].",
"ER MUSS IHM DREI TROPFENNACHTRIEFEN LASSEN. HATTE ER [DAS GEFÄSS] UMGEBOGEN, SO GEHÖRT DIE NEIGEDEM VERKÄUFER. DER KRÄMERBRAUCHT DIE DREI TROPFEN NICHT NACHTRIEFEN ZU LASSEN. R. JEHUDA SAGT, AM VORABEND DES ŠABBATHS BEI EINBRECHENDER DUNKELHEITSEI ER DAVON BEFREIT.",
"GEMARA. Wem gehört das Maß : wollte man sagen, wenn es dem Käufer gehört, wieso erfolgt es, wenn bevor das Maß gefüllt worden ist, für den Verkäufer, das Maß gehört jadem Käufer; und wenn das Maß dem Verkäufer gehört, wieso erfolgt es, wenn nachdem das Maß gefüllt worden ist, für den Käufer, das Maß gehört ja dem Verkäufer!?",
"R. Ilea͑ erwiderte: Wenn das Maß dem Makler gehört. – Wenn es aber im Schlußsätze heißt, wenn sie einen Makler haben und das Faß zerbricht, trage der Makler [den Schaden], so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn sie keinen Makler haben!? – Der Anfangsatz spricht vom Maße ohne Makler, und der Schlußsatz vom Makler selber.",
"HAT ER [DAS GEFÄSS] UMGEBOGEN, SO GEHÖRT DIE NEIGE DEM VERKÄUFER. Als R. Elea͑zar hin auf ging und Zee͑ri traf, fragte er ihn : Gibt es hier einen Gelehrten, den Rabh die Vorschriften über die Maße lehrte? Da zeigte er ihm R. Jiçḥaq b. Evdämi. Dieser sprach zu ihm: Was ist dir fraglich? – Wir haben gelernt, wenn er [das Gefäß] umgebogen hat, gehöre die Neige dem Verkäufer,"
],
[
"und [dem widersprechend] haben wir gelernt, wenn er esumgebogen hat, sei die Neige Hebe!?",
"Dieser erwiderte: Hierzu wird gelehrt: R. Abahu erklärte, hier wurde das Gesetz von der Lossagung des Eigentümers berührt.",
"ER MUSS IHM DREI TROPFEN NACHTRIEFEN LASSEN. Sie fragten: Bezieht sich R. Jehuda auf den Anfangsatz, erleichternd, oder bezieht er sich auf den Schlußsatz, erschwerend? –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagt, am Vorabend des Šabbaths braucht es der Krämer nicht, weil er dann in Anspruch genommen ist.",
"WENN JEMAND SEIN KIND MIT EINEM PONDION IN DER HAND ZU EINEM KRÄMER SCHICKT, UND DIESER IHM FÜR EINEN ASSAR ÖL ZUMISST UND EINEN ASSARHERAUSGIBT, UND ES DIE FLASCHE ZERBRICHT UND DEN ASSAR VERLIERT, SO IST DER KRÄMER HAFTBAR. R. JEHUDA BEFREIT IHN, DENN AUF DIESE GEFAHR HIN HAT JENER ES GESCHICKT. DIE WEISEN PFLICHTEN R. JEHUDA BEI, DASS, WENN DAS KIND DIE FLASCHE IN DER HAND GEHALTEN UND DER KRÄMER IHM IN DIESE HINEINGEMESSEN HAT, DER KRÄMER FREI SEI.",
"GEMARA. Erklärlich ist ihr Streit über den Assar und das Öl, die Rabbanan sind der Ansicht, er habe ihn zur Bestellunggeschickt, R. Jehuda ist der Ansicht, er habe ihn zum Holen geschickt; bei der Flasche aber ist dies ja ein selbstverschuldeterVerlust!?",
"R. Oša͑ja erwiderte: Hier handelt es sich um einen Hausherrn, der Flaschenhändler ist, wenn der Krämer sie zur Besichtigung in Empfang genommen hat. Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte: Wenn jemand von einem Handwerker ein Gerät zur Besichtigung genommenhat und es bei ihm von einem Unfall betroffen worden ist, so ist er haftbar. –",
"Demnach streiten Tannaim über die Lehre Šemuéls? – Vielmehr, Rabba und R. Joseph erklärten beide, hier handle es sich um einen Krämer, der Flaschenverkauft, und R. Jehuda und die Rabbanan vertreten hierbei ihre Ansichten. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: die Weisen pflichten R. Jehuda bei, daß, wenn das Kind die Flasche in der Hand gehalten und der Krämer ihm in diese hineingemessen hat, der Krämer frei sei; du sagst ja, jener habe ihn nur zur Bestellung geschickt!? – Vielmehr, Abajje b. Abin und R. Hanina b. Abin erklärten beide, hier handle es sich um den Fall,"
],
[
"wenn er sie genommenhat, um in diese hineinzumessen. Dies nach Rabba, denn Rabba sagte, hat er esangetrieben, sei er dazu verpflichtet. –",
"Aber Rabba sagte es ja nur von Lebewesen, die man zum Gehen veranlaßthat, sagte er es etwa auch von einem solchenFalle!?",
"Vielmehr, sagte Rabba, ich und der Löwe des Kollegiums, das ist R. Zera, erklärten es; hier handelt es sich um den Fall, wenn er sie genommen hat, um mit dieser für andere zu messen.",
"Sie streiten also über das Entleihen ohne Wissen des Eigentümers; einer ist der Ansicht, er gelte als Entleiher, und einer ist der Ansicht, er gelte als Räuber.",
"Der Text. Šemuél sagte: Wenn jemand von einem Handwerker ein Gerät zur Besichtigung genommen hat und es bei ihm von einem Unfall betroffen worden ist, so ist er haftbar. Dies jedoch nur dann, wenn es einen festen Preis hat.",
"Einst kam jemand zu einem Schlächter und hob eine Keulehoch, und während er sie hochhob, kam ein Reiter und schnappte sie ihm fort. Als er hierauf vor R. Jemar kam, verurteilte er ihn, Ersatz zu leisten; jedoch nur dann, wenn sie einen festen Preis hatte.",
"Einst brachte jemand Kürbisse nach Pum Nahara and die Leute kamen und nahmen einzeln die Kürbisse fort. Da sprach er zu ihnen: Sie sollen dem Himmel geweihtsein.",
"Als sie hierauf vor R. Kahana kamen, sprach er zu ihnen: Niemand kann das weihen, was nicht ihm gehört. Dies jedoch nur dann, wenn sie einen festen Preis haben, wenn sie aber keinen festen Preis haben, so befanden sie sichim Besitze ihres Eigentümers und die Weihung ist gültig.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand Kräuterauf der Straße kauft, und aussucht und fortlegt, selbst den ganzen Tag, so hat ersie nicht geeignet, und er ist zur Verzehntung nicht verpflichtet.",
"Hat er im Herzen sie zu kaufen beschlossen, so hat er sie geeignet und er ist zur Verzehntung verpflichtet. Zurückgeben kann er sie nicht mehr, da er bereits zur Verzehntung verpflichtetist, verzehnten kann er sie ebenfalls nicht, da er sie dadurchin ihrem Werte beeinträchtigt. Was mache er nun? Er entrichte den Zehnten und ersetze ihmden Wert des Zehnten. –",
"Sollte er denn, weil er in seinem Herzen sie zu kaufen beschlossen hat, sie geeignet haben und zur Verzehntung verpflichtetsein!? R. Hoša͑ja erwiderte: Hier wird von einem gottesfürchtigen Manne gesprochen, wie zum Beispiel R. Saphra, der an sich in Erfüllung gehen ließ :und Wahrheit in seinem Herzen spricht.",
"DER GROSSHÄNDLER MUSS SEINE MASSEEINMAL IN DREISSIG TAGEN REINIGEN; DER HAUSHERREINMAL IN ZWÖLF MONATEN; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, DIE SACHE VERHALTE SICH ENTGEGENGESETZT.",
"DER KRÄMER REINIGE SEINE MASSE ZWEIMAL IN DER WOCHE, REIBE SEINE GEWICHTEEINMAL IN DER WOCHE AB UND REINIGE DIE WAGEBEI JEDESMALIGEM WÄGEN. xiR. SIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE: DIES GILT NUR VON FLÜSSIGKEITS[MASSEN], BEI TROCKENMASSEN] ABER IST DIES NICHT NÖTIG."
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"ER MUSS IHMEIN ÜBERGEWICHT VON EINER HANDBREITEGEBEN; HAT ER IHM ABER GENAU GEWOGEN, SO GEBE ER IHM EINEN ZUSCHUSS, EINES ZU ZEHN BEI FLÜSSIGEM UND EINES ZU ZWANZIG BEI TROCKENEM.",
"IN ORTEN, WO ES ÜBLICH IST, MIT KLEINEN [MASSEN] ZU MESSEN, MESSE MAN NICHT MIT GROSSEN, UND WO MIT GROSSEN, MESSE MAN NICHT MIT KLEINEN; ZU STREICHEN, GEBE MAN NICHT GEHÄUFT, GEHÄUFT ZU GEBEN, STREICHE MAN NICHT.",
"GEMARA, Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt :einen vollen und gerechten [Gewichts]stein, sei gerecht und gib ihm von deinem. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hat er ihm aber genau gewogen, so gebe er ihm einen Zuschuß. Wieso darf er ihm genau wägen, wenn man sagen wollte, das Übergewicht sei Vorschrift der Tora!? –",
"Vielmehr, der Anfangsatzspricht von einem Ortsbrauche, und die Lehre des Reš Laqiš bezieht sich auf den Schlußsatz : hat er ihm aber genau gewogen, so gebe er ihm einen Zuschuß. Woher dies? Reš Laqiš erwiderte: Die Schrift sagt: und gerechten, sei gerecht und gib ihm von deinem. – Wieviel beträgt der Zuschuß? R. Abba b. Mamal erwiderte im Namen Rabhs: Bei Flüssigem ein Zehntel Litra bei zehn Litra.",
"EINES ZU ZEHN BEI FLÜSSIGEM UND EINES ZU ZWANZIG BEI TROCKENEM &C. Sie fragten: Meint er es: eines zu zehn bei Flüssigem, bei zehn Maß von Flüssigem, und eines zu zwanzig bei Trockenem, bei zwanzig Maß von Trockenem, oder aber: eines zu zehn bei zehn Maß von Flüssigem und bei zwanzig Maß von Trockenem? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Levi sagte : Die Bestrafung für [falsche] Maße ist schwerer als die Bestrafung für Inzestvergehen, denn bei diesen heißt es elund bei jenen heißt es ele. – Woher ist es erwiesen, daß el die Bedeutung ‘schwer’ hat? – Es heißt : die Mächtigen [ele] des Landes nahm er mit. –",
"Bei der Unzucht heißt es ja ebenfalls elle!? – Dies schließt [die Sünde hinsichtlich der] Maße von der Ausrottungsstrafe aus. –",
"Wieso ist sie demnach schwerer? – Bei jenerist eine Buße möglich, bei diesen aber ist eine Buße nicht möglich.",
"Ferner sagte R. Levi: Schwerer ist die Beraubung eines Gemeinen als die Beraubung des Heiligen, denn bei der einen wird ‘Sünde’ vor ‘Veruntreuung’und bei der anderen wird ‘Veruntreuung’ vor ‘Sünde’ genannt.",
"Ferner sagte R. Levi: Komm und sieh, daß nicht wie die Eigenart des Heiligen, gepriesen sei er, die Eigenart eines [Menschen aus] Fleisch und Blut ist. Der Heilige, gepriesen sei er, segnete Jisraél mit zweiundzwanzig [Buchstaben]und verfluchte sie mit acht; er segnete sie mit zweiundzwanzig, von:wenn meine Gesetze, bis:hocherhoben;\n",
"und er verfluchte sie mit acht, von:wenn ihr meine Gesetze mißachten werdet, bis:und meine Gesetze habt ihr verabscheut.",
"Unser Meister Moše aber segnete sie mit acht und verfluchte sie mit zweiundzwanzig. Er segnete sie mit acht,"
],
[
"von:wenn ihr hören werdet, bis :zu dienen ; und er verfluchte sie mit zweiundzwanzig, von:wenn ihr nicht hören werdet, bis: und niemand wird kaufen.",
"WO ES ÜBLICH IST, MIT EINEM GROSSEN ZU MESSEN &C.",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man in Orten, wo das Häufen üblich ist, nicht abstreiche, und in Orten, wo das Abstreichen üblich ist, nicht häufe? Es heißt: volle.",
"Woher, daß, wenn er in einer Ortschaft, wo das Häufen üblich ist, sagt, er wolle abstreichen und dies vom Preise abziehen, oder in einer Ortschaft, wo das Abstreichen üblich ist, sagt, er wolle häufen und dies auf den Preis aufschlagen, man auf ihn nicht höre? Es heißt :eine volle und gerechte Epha sollst du haben.",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man in Orten, wo es üblich ist, mit Übergewicht zu wägen, nicht genau wäge, und in Orten, wo es üblich ist, genau zu wägen, nicht mit Übergewicht wäge? Es heißt: einen vollen [Gewichts]stein.",
"Woher ferner, daß, wenn jemand in einer Ortschaft, wo es üblich ist, mit Übergewicht zu wägen, sagt, er wolle genau wägen und dies vom Preise abziehen, oder in einer Ortschaft, wo es üblich ist, genau zu wägen, sagt, er wolle mit Übergewicht wägen und dies auf den Preis aufschlagen, man auf ihn nicht höre? Es heißt: einen vollen und richtigen [ Gewichts ]stein.",
"R. Jehuda aus Sura erklärte :Du wirstin deinem Hause nichts haben, wegen: zweierlei Epha; \n",
"du wirst in deinem Beutel nichts haben, wegen: zweierlei [Gewichts]steine. Wenn aber: einen vollen und richtigen Stein, so wirst du haben, wenn eine volle und richtige Epha, so wirst du haben.",
"Die Rabbanan lehrten: Sollst du haben, dies lehrt, daß man Aufseher über die Maße anstelle, nicht aber Aufseher über die Preise. Die Leute im Hause des Fürsten stellten Aufseher an sowohl über die Maße als auch über die Preise. Da sprach Šemuél zu Qarna: Geh, trage ihnen vor: man stelle Aufseher über die Maße an, nicht aber stelle man Aufseher über die Preise an.",
"Hierauf ging er hin und trug ihnen vor: man stelle Aufseher an sowohl über die Maße als auch über die Preise. Da fragte ihn jener, wie er heiße. – Qarna. – So mag dir ein Horn [qama] aus deinen Augen hervorwachsen. – Wessen Ansicht war er? – Er war der Ansicht des Rami b. Hama, der im Namen R. Jiçḥaqs sagte, man stelle Aufseher an sowohl über die Maße als auch über die Preise, wegen der Betrüger.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er von ihm eine Litra verlangt, so wäge er ihm eine Litra, wenn eine halbe Litra, so wäge ihm eine halbe Litra, wenn ein Viertel Litra, so wäge er ihm ein Viertel Litra. – Was lehrt er uns damit? – Daß man solche Gewichte anfertige.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er von ihm dreiviertel Litra haben will, so kann er nicht verlangen, daß dieser ihm drei einzelne Viertel wäge, vielmehr wäge er mit einem Litra und lege ein Viertel Litra zum Fleische.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er von ihm zehn Litra haben will, so kann er von ihm nicht verlangen, daß er ihm zehn einzelne Litra mit besonderem Übergewichte wäge, vielmehr wäge er ihm alle zusammen mit einem Übergewichte für alle.",
"Die Rabbanan lehrten : Die Seele der Wagemuß drei Handbreiten in der Lufthängen, unddrei Handbreiten vom Erdbodenabstehen, und der Balken und die Schnüremüssen zwölf Handbreitenhaben. Die der Wollhändler und der Glasermuß zwei Handbreiten in der Luft hängen, zwei Handbreiten vom Erdboden abstehen, und der Balken und die Schnüre müssen neun Handbreiten haben.",
"Die des Krämers und des Hausherrn muß eine Handbreite in der Luft hängen, eine Handbreite vom Erdboden abstehen, und der Balken und die Schnüre müssen sechs Handbreiten haben. Die einer Gold wage muß drei Fingerbreiten in der Luft hängen, drei Fingerbreiten vom Erdboden abstehen, und hinsichtlich des Balkens und der Schnüre weiß ich nichts. –",
"Von welcher wird zu Anfang gesprochen?"
],
[
"R. Papa erwiderte: Von Metallwagen.",
"R. Mani b. Paṭiš sagte: Wie sie dies hinsichtlich des Verbotessagten, so sagten sie es auch hinsichtlich der Verunreinigung. –",
"Was lehrt er uns da, dies wurde ja bereits gelehrt: der Faden der Wageeines Krämers und eines Hausherrn muß eine Handbreitehaben!? – Nötig ist dies wegen des Balkens und der Schnüre, von welchen dies nicht gelehrt worden ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf die Gewichte weder aus Zinn noch aus Blei noch aus Werkbleinoch aus anderen Metallenfertigen, vielmehr fertige man sie aus Stein oder aus Glas.",
"Die Rabbanan lehrten: Man mache den Abstreicher nicht aus einem Kürbisstengel, weil er zu leichtist, auch nicht aus Metall, weil es zu schwerist, vielmehr mache man ihn aus Oliven-, Nußbaum-, Sykomoren- oder Buchsbaumholz.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf den Abstreicher nicht an einer Seite dick und an der anderen Seite dünnmachen. Man darf nicht mit einem Satze abstreichen, denn wenn man mit einem Satze abstreicht, so ist dies nachteilig für den Verkäufer und vorteilhaft für den Käufer; auch darf man nicht absatzweise streichen, weil dies nachteilig für den Käufer und vorteilhaft für den Verkäufer ist.",
"Über dies allessagte R. Joḥanan b. Zakkaj : Wehe mir, wenn ich es sage, und wehe mir, wenn ich es nicht sage. Wenn ich es sage, so könnten Betrüger daraus lernen, und wenn ich es nicht sage, so könnten die Betrüger denken: die Gelehrten sind in unserem Handwerk nicht kundig. Sie fragten: Hat er es gesagt oder hat er es nicht gesagt? R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erwiderte: Er hat es gesagt; er stützte sich auf folgenden Schriftvers:denn gerade sind die Wege des Herrn, die Frommen wandern auf diesen und die Frevler straucheln auf ihnen.",
"Die Rabbanan lehrten:Ihr sollt nicht Unrecht üben beim Rechtsprechen, beim Längemaße, beim Gewichte und beim Hohlmaße. Beim Längemäße, beim Messen von Grundstücken; man darf nicht einem im Sommer und einem in der Regenzeitmessen ; beim Gewichte, man darf nicht seine Gewichte in Salzlegen ; beim Hohlmaße, man darf nicht schäumenlassen.",
"Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn es die Tora bei einer Mesura, die den sechsunddreißigsten Teil eines Logs faßt, genau genommen hat, um wie viel mehr gilt dies von einem Hin, einem halben Hin, einem drittel Hin, einem viertel Hin, einem Log, einem halben Log, einem viertel [Log], einem [halben] Achtelund einem U͑kla.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man darf in seinem Hause kein zu kleines oder zu großes Maß halten, selbst wenn es ein Uringefäßist. R. Papa sagte: Dies gilt nur von Orten, wo [die Maße] nicht geaicht werden, wo sie aber geaicht werden, braucht man,, wenn man sieht, daß es keinen Aichstempel hat, es nicht zu nehmen. Und auch wo sie nicht geaicht werden, gilt dies nur von dem Falle, wenn sie nicht revidiertwerden, wenn sie aber revidiert werden, so ist nichts dabei.",
"Dies ist aber nichts, es kann bei Dämmerungvorkommen, daß man es verwendet. Ebenso wird auch gelehrt: Man darf kein zu kleines oder zu großes Maß in seinem Hause halten, selbst wenn es ein Uringefäß ist. Man fertige eine Seá, einen Trikab, einen halben Trikab, einen Kab, einen halben Kab, einen viertel Kab, ein Achtel"
],
[
"und ein U͑kla. – Wieviel ist ein U͑kla? – Ein Fünftel eines Viertel[kabs]. An Flüssigkeitsmaßen mache man einen Hin, einen halben Hin, einen drittel Hin, einen viertel Hin. ein Log, ein halbes Log, ein viertel Log, ein achtel Log und ein Achtel eines Achtels, das ist ein Qortub. –",
"Sollte man doch auch einen Zweikab machen? – Man könnte ihn mit einem Trikab verwechseln. – Demnach irren Menschen um ein Drittel, somit sollte man auch keinen Kab machen, denn man könnte ihn mit einem halben Trikab verwechseln!? – Vielmehr, einen Zweikab mache man deshalb nicht, weil man ihn mit einem halben Trikab verwechseln könnte. –",
"Demnach irrt man sich um ein Viertel, somit sollte man auch ein halbes Achtel und ein U͑kla nicht machen!? R. Papa erwiderte: Bei kleinen Maßen sind die Leute kundig. –",
"Sollte man doch einen drittel Hin und einen viertel Hin nicht machen dürfen!? – Da diese im Tempel verwandt wurden, so haben es die Rabbanan nicht verboten. – Sollte man es auch im Tempel verboten haben!? – Priester sind vorsichtig.",
"Šemuél sagte: Man füge zu den Maßennicht mehr als ein Sechstel hinzu, zu einer Münze nicht mehr als ein Sechstel, und wer [an Waren] verdient, verdiene nicht mehr als ein Sechstel. – «Man füge zu den Maßen nicht mehr als ein Sechstel hinzu.» Aus welchem Grunde: wollte man sagen, wegen der Preissteigerung, so sollte doch auch ein Sechstel verboten sein!?",
"Wollte man sagen, wegen der Übervorteilung, damit nicht eine Aufhebung des Kaufeserfolge, so sagte ja Raba, bei Dingen, die nach Maß, Gewicht oder Zahl verkauft werden, könne man zurücktreten, auch wenn die Übervorteilung das hierfür festgesetzte Maß nicht erreicht!?",
"Und wollte man sagen, damit der Händlerkeinen Schaden erleide, so [ist zu erwidern:]",
"soll er etwa nur keinen Schaden erleiden, aber auch nichts verdienen; kaufen und verkaufen, um Kaufmann zu heißen!?",
"Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, Šemuél fand einen Schriftvers und legte ihn aus :der Šeqel soll zwanzig Gera betragen; zwanzig Šeqel, fünfundzwanzig Šeqel, zehn Šeqel und fünf Šeqel soll euch die Minegelten."
],
[
"Hat denn die Mine zweihundertundvierzig [Denar]? Vielmehr ist hieraus dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß die Mine im Heiligtum doppelt war ; es ist zu entnehmen, daß man zu den Maßen hinzufügen dürfe, jedoch füge man nicht mehr als ein Sechstel hinzu, und es ist zu entnehmen, daß das Sechstel einschließlichzu verstehen sei.",
"R. Papa b. Šemuél fertigte ein Maß von drei Kapizan, da sprachen sie zu ihm: Šemuél sagte ja aber, daß man zu den Maßen nicht mehr als ein Sechstel hinzufüge!? Er erwiderte ihnen: Ich habe ein ganz neues Maßangefertigt. Er sandte es nach Pumbeditha, und sie erkannten es nicht an; hierauf sandte er es nach Papunja, und sie erkannten es an; sie benannten es Roz-Papa.",
"",
"Die Rabbanan lehrten: Über diejenigen, die Früchte aufspeichern, auf Wucher ausleihen, die Maße verkleinern und die Preise in die Höhe treiben, sagt die Schrift:ihr denkt: wann geht der Neumond vorüber, daß wir Getreide verhandeln können, und der Šabbath, daß wir Korn auf tun, daß wir die Epha verkleinern und den Šeqel vergrößern, und trügerisch die Wage fälschen. Und hierauf folgt:der Herr hat bei der Hoheit Ja͑qobs geschworen: ob ich jemals all ihre Handlungen vergesse. –",
"Wer zum Beispiel gilt als Getreideaufspeicherer? R. Joḥanan erwiderte: Zum Beispiel Šabtaj der Getreideaufspeicherer.",
"Der Vater Šemuéls verkaufte seine Früchte in der Frühzeitzum Frühzeitspreise; sein Sohn Šemuél aber hob seine Früchte auf und verkaufte sie in der Spätzeitzum Frühzeitspreise. Da ließen sie von dortsagen: Der Vater handelte besser als der Sohn; ist der Preis niedrig, so bleibt er auch niedrig.",
"Rabh sagte: Man darf seinen Kabaufspeichern. Ebenso wird auch gelehrt: Man darf keine Früchte, Dinge, die als Lebensmittel dienen, zum Beispiel Wein, Öl, Mehl, aufspeichern, wohl aber Gewürze, Kümmel oder Pfeffer. Dies gilt nur vom Einkäufe auf dem Markt, bei der eigenen Ernte aber ist es erlaubt.",
"Man darf im Jisraéllande Früchte für drei Jahre aufspeichern : für das Vorjahrdes Siebentjahres, für das Siebentjahr und für das Nachjahr des Siebentjahres.",
"In Hungersjahren darf man nicht einmal einen Kab Johannisbrot auf speichern, weil man dadurch einen Fluch in die Marktpreise bringt. R. Jose b. Ḥanina sagte zu seinem Diener Puga: Geh, speichere mir Früchte für drei Jahre auf: für das Vorjahr des Siebentjahres, für das Siebentjahr und für das Nachjahr des Siebentjahres.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf aus dem Jisraéllande keine Dinge, die als Lebensmittel dienen, zum Beispiel Wein, Öl und Mehl, ausführen. R. Jehuda b. Bethera erlaubt es beim Weine, weil dies das Laster vermindert. Und wie man sie aus dem Jisraéllande nach dem Auslande nicht ausführen darf, ebenso darf man sie auch nicht aus dem Jisraéllande nach Syrien ausführen. R. Meír erlaubt"
],
[
"dies aus einer Hyparchie nach einer anderen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf im Jisraéllande an Dingen, die als Nahrungsmittel dienen, zum Beispiel Wein, Öl und Mehl, nichts verdienen.",
"Man erzählt von R. Elea͑zar b. Azar ja, daß er an Wein und Öl verdiente. Hinsichtlich des Weines war er der Ansicht R. Jehudas, und Öl war in der Ortschaft des Elea͑zar b. A͑zarja genügend vorhanden.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht an Eiern doppelt verdienen. Mari b. Mari sagte: Hierüber streiten Rabh und Šemuél; einer erklärt: auf eines zwei, und einer erklärt: ein Kaufmann an einen anderen Kaufmann.",
"Die Rabbanan lehrten: Man flehewegen der Waren, selbst am Šabbath.",
"R. Joḥanan sagte : Zum Beispiel Linnenzeug in Babylonien und Wein und Ölim Jisraéllande. R. Joseph sagte: Dies nur, wenn der Preis von zehn auf sechs gesunken ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf nur dann aus dem Jisraéllande nach dem Auslande ziehen, wenn zwei Seá [Getreide] einen Sela͑ kosten. R. Šimo͑n sagte: Nur dann, wenn man nichts zu Laufen findet, wenn man aber zu kaufen findet, so darf man nicht fortziehen, selbst wenn eine Seá einen Sela͑ kostet.",
"Ebenso sagte auch R. Šimo͑n b. Joḥaj: Elimelekh, Maḥlon und Kiljonwaren Große des Zeitalters und Vorsteher des Zeitalters, und sie sind nur deshalb bestraft worden, weil sie aus dem Jisraéllande nach dem Auslande zogen. Es heißt :und ganze Stadt geriet über sie in Aufruhr und sie sprachen: Ist das Nao͑mi? R. Jiçḥaq sagte: Sie sprachen: Habt ihr gesehen, wie es der Nao͑mi ergangen ist, die aus dem Jisraéllande nach dem Auslande zog?",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq: An dem Tage, an dem die Moabiterin Ruth nach dem Jisraéllande kam, starb die Frau des Boa͑z. Das ist es, was die Leute sagen: Noch ist der Sterbende nicht verschieden, und schon ist sein Nachfolger in Bereitschaft.",
"Rabba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs : Ibçanist mit Boa͑z identisch. – Was lehrt er uns damit? – Dasselbe, was Rabba b. Jiçḥaq anderweitig lehrte, denn Rabba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Hundertundzwanzig Gastmähler bereitete Boa͑z seinen Kindern, denn es heißt: Er hatte dreißig Söhne, dreißig Töchter gab er weg nach auswärts, und er führte seinen Söhnen dreißig Töchter von auswärts zu. Er richtete Jisraél sieben Jahre.",
"Jedem von ihnen veranstaltete er zwei Gastmäh1er, eines im Hause des Vaters und eines im Hause des Schwiegervaters. Zu keinem von allen lud er Manoaḥein, denn er sagte: Womit kann dieser sterile Maulesel es mir zurückerstatten.",
"Es wird gelehrt: Alle sind sie bei seinen Lebzeiten gestorben. Das ist es, was die Leute sagen; Was sollen dir die sechzig, die du für Lebzeiten gezeugthast; wiederhole und zeuge einen, der besser ist als die sechzig.",
"R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Elimelekh, Šalmon, jener und der Vater der Nao͑mi waren sämtlich Kinder Naḥšons, des Sohnes A͑minadabs. – Was lehrt er uns damit? – Daß auch die Verdienste der Vorfahren einem nicht beistehen, wenn er aus dem Jisraéllande nach dem Auslande zieht.",
"Ferner sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: Die Mutter Abrahams hieß Amathlaj, Tochter Karnebos; die Mutter Hamans hieß Amathlaj, Tochter O͑rabthis. Als Merkzeichen diene dir: Unreines ist unrein, Reines ist rein.",
"Die Mutter Davids hieß Niçebeth, Tochter A͑daéls. Die Mutter Šimšons hieß Çlelponith und seine Schwester hieß Našiq. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Zur Antwort an die Minäer.",
"Ferner sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: Zehn Jahre war unser Vater Abraham eingesperrt, drei in Kutha und sieben in Qardu. R. Dimi aus Nehardea͑ lehrte es entgegengesetzt. R. Ḥisda sagte: Der kleine Übergang von Kutha ist Ur Kasdim.",
"Ferner sagte R. Ḥanan b. Raba im Namen Rabhs: An dem Tage, an dem unser Vater Abraham aus der Welt schied, stellten sich alle Großen des Zeitalters in einer Reihe auf und sprachen: Wehe der Welt,"
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[
"die ihren Führer verloren hat; wehe dem Schiffe, das seinen Steuermann verloren hat.",
"Der sich als Haupt über alle erhebt. R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Selbst ein Zisternenaufseher wird im Himmel eingesetzt.",
"R. Ḥija b. Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Behüte und bewahre, selbst wenn sienur Kleie gefunden hätten, würden sie nicht fortgezogen sein; sie sind nur deshalb bestraft worden, weil sie für ihr Zeitalter um Erbarmen flehensollten, und dies nicht getan haben, denn es heißt:wenn du schreist, werden deine Versammelten dich retten.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dieslehrten sie nur von dem Falle, wenn das Geld wohlfeil und die Früchte teuer sind, wenn aber das Geld teuerist, darf man auswandern, selbst wenn vier Seá einen Sela͑ kosten.",
"R.Joḥanan erzählte nämlich: Ich erinnere mich, daß einst in Tiberjas vier Seá für einen Sela͑ zu haben waren und dennoch viele Menschen vor Hunger geschwollen waren, weil kein Assar da war. Ferner erzählte R. Joḥanan: Ich erinnere mich, daß die Löhner sich in der Ostseite der Stadt nicht vermieten wollten, weil sie durch den Geruch des Brotes starben.",
"Ferner erzählte R. Joḥanan: Ich erinnere mich, daß einst, wenn ein Kind Johannisbrot aufbrach, ein Honigstrahl sich auf seine beiden Arme ergoß. Ferner erzählte R. Elea͑zar: Ich erinnere mich, daß einst, wenn ein Rabe ein Stück Fleisch fortnahm, ein Strahl Fett sich von der Spitze der Mauer bis zur Erde ergoß. Ferner erzählte R. Joḥanan: Ich erinnere mich, daß Knaben und Mädchen im Alter von sechzehn und siebzehn Jahren auf der Straße lustwandelten, ohne zu sündigen. Ferner erzählte R. Joḥanan: Ich erinnere mich, daß sie im Lehrhause sagten: Wer ihnenzugibt, fällt in ihre Hände, und wenn jemand sich ihnen anvertraut, so ist seines ihres.",
"Es heißt Maḥlon und Kiljon, und es heißt Joaš und Saraph? – Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer erklärt, sie heißen Maḥlon und Kiljon, und Joaš und Saraph wurden sie aus folgendem Grunde genannt: Jaaš, weil sie an der Erlösung verzweifelten [jaaš], Saraph, weil sie sich bei Gott des Verbrennungstodes [saraph] schuldig machten;",
"und einer erklärt, sie hießen Joaš und Saraph, und Maḥlon und Kiljon wurden sie aus folgendem Grunde genannt: Maḥlon, weil sie sich profanierten [ḥolin], Kiljon, weil sie sich bei Gott der Vertilgung [kelaja] schuldig machten.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit dem, welcher sagt, sie hießen Maḥlon und Kiljon, denn es wird gelehrt: Es heißt: ferner Joqim und die Männer von Kozeba und Joaš und die nach Moab buhlten, und kehrten nach [Beth] Leḥem zurück; und diese Dinge sind alt. Joqim, das ist Jehošua͑, der seinen den Gibeo͑niten geleisteten Eid hielt [heqim]. Die Männer von Kozeba, das sind die Männer von Gibeo͑n, die Jehošua͑ belogen [kizebu], Joaš und Saraph, das sind Maḥlon und Kiljon, und aus folgendem Grunde werden sie Joaš und Saraph genannt: Joaš, weil sie an der Erlösung verzweifelten, Saraph, weil sie sich bei Gott des Verbrennungstodes schuldig machten.",
"Die nach Moab buhlten, sie heirateten moabitische Frauen. Und kehrten nach [Beth] Leḥem zurück, das ist die Moabiterin Ruth, die zurückkehrte und sich in Beth Leḥem in Jehuda anschloß. Und diese Dinge sind alt; diese Dinge bestimmte der Altbetagte.",
"Sie waren Töpfer und wohnten unter Pflanzen und Zäunen; bei dem Könige, in seinem Dienste, wohnten sie da. Sie waren Töpfer [joçrim], das sind die Kinder des Jonadabh, des Sohnes Rekhabhs, die den Schwur ihres Vatersgehalten [naçru] haben.",
"Pflanzen, das ist Šelomo, der in seiner Regierung einer Pflanzeglich. Und Zäunen, das ist das Synedrium, das die Risse Jisraéls verzäunt hat. Bei dem Könige, in seinem Dienste, wohnten sie da, das ist die Moabiterin Ruth, die die Regierung Šelomos, des Enkels ihres Enkels, erlebte, denn es heißt :und er reichte einen Sessel für die Mutter des Königs, und R. Elea͑zar erklärte: für die Mutter der Dynastie.",
"Die Rabbanan lehrten:Ihr sollt vom alten Ertrage essen, ohne Salmanton. – Was beißt: ohne Salmanton. R. Naḥman erklärte: Ohne Fäulnis. R. Šešeth erklärte: Ohne Korndürre.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Šešeth und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Naḥman. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Naḥman: Ihr sollt vom alten essen; man könnte glauben, ganz Jisraél werde auf das neue [Getreide] warten, weil das alte vernichtetsein wird, so heißt es: bis der Ertrag kommt, bis der Ertrag von selber gekommen sein wird.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Šešeth: Ihr sollt vom alten Ertrage essen; man könnte glauben, ganz Jisraél werde auf das neue [Getreide] warten, weil das alte schlecht seinwird, so heißt es: bis der Ertrag kommt, bis der Ertrag von selber gekommen sein wird.",
"Die Rabbanan lehrten:Ihr werdet vom alten, ganz alten essen; dies lehrt, daß [die Ernte], je älter sie ist, desto besser ist. Ich weiß dies nur von Dingen, die man ablagern zu lassen pflegt, woher dies von Dingen, die man nicht ablagern zu lassen pflegt? Es heißt: alten, ganz alten, in jedem Falle.",
"Das alte werdet ihr wegen des neuen forträumen; dies lehrt, daß die Jisraéliten die Speicher voll mit altem und die Tennen voll mit neuem [Getreide] hatten und sagten: wie sollen wir das eine wegen des anderen forträumen. R. Papa sagte: Alles ist alt besser, ausgenommen Datteln, Met und Fischspeise."
],
[
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN FRÜCHTE VERKAUFT HAT UND SIE NICHT WACHSEN, SELBST LEINSAMEN, SO IST ER NICHT HAFTBAR. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, FÜR GARTENGESÄME, DIE NICHT GEGESSEN WERDEN, SEI ER HAFTBAR.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten einen Ochsen verkauft hat, und es sich herausstellt, daß er stößig ist, so ist der Kauf, wie Rabh sagt, auf Irrtum beruhend; Šemuél aber sagt, er könne zu ihm sagen, er habe ihn ihm zum Schlachten verkauft. –",
"Sollte man doch folgendes berücksichtigen: ist es ein Mann, der zum Schlachten zu kaufen pflegt, so hat er ihn zum Schlachten gekauft, und ist es ein Mann, der zum Pflügen zu kaufen pflegt, so hat er ihn zum Pflügen gekauft!? –",
"Wenn es ein Mann ist, der zu diesem Zwecke und zu jenem Zwecke zu kaufen pflegt. –",
"Sollte man sich doch nach dem Preise richten!? – In dem Falle, wenn Fleisch teuer ist und der Preis dem des Pflug[ochsen] gleicht. –",
"Welchen Unterschied gibt es demnach hierbei!? – Die Mühe. –"
],
[
"In welchem Falle: ist von ihm kein Ersatz zu erhalten, so sollte er doch für sein Geld den Ochsen behalten, denn die Leute pflegen zu sagen: von deinem Schuldner nimm auch Kleie in Zahlung!? –",
"In dem Fälle, wenn von ihm Ersatz zu erhalten ist.",
"Rabh sagt, der Kauf beruhe auf einem Irrtum, denn man richte sich nach der Mehrheit, und die Mehrheit kauft zum Pflügen; Šemuél aber sagt, nur bei kanonischen Dingen richte man sich nach der Mehrheit, nicht aber bei geldlichen Angelegenheiten.",
"",
"Man wandte ein: Wenn eine Frau, die verwitwet oder geschieden wird, sagt, sie habe als Jungfrau geheiratet, und er sagt, nein, er habe sie als Witwe geheiratet, so erhält sie, wenn Zeugen vorhanden sind, daß sie mit einem Myrtenkleideund entblößtem Hauptehinausgeführt wurde, eine Morgengabe von zweihundert [Zuz].",
"Nur wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine Zeugen vorhandensind ; weshalb denn, sollte man sich doch nach der Mehrheit der Frauen richten, und die meisten Frauen heiraten als Jungfrauen!?",
"Rabina erwiderte: Es ist anzunehmen, daß die meisten Frauen als Jungfrauen heiraten und die wenigsten als Witwen, ferner aber auch, daß bei allen, die als Jungfrauen heiraten, dies bekannt ist, und da dies von ihr nicht bekannt ist, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit unsicher. –",
"Wenn bei allen, die als Jungfrauen heiraten, dies bekannt ist, so ist es ja bedeutungslos, daß Zeugen vorhanden sind; da es nicht bekannt ist, sind es wohl falsche Zeugen!? –",
"Vielmehr, daß bei den meisten, die als Jungfrauen heiraten, dies bekannt ist, und da dies von ihr nicht bekannt ist, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit unsicher. –",
"Komm und höre: Wenn jemand seinem Nächsten einen Sklaven verkauft hat und es sich herausstellt, daß er ein Dieb oder ein Würfelspielerist, so muß er ihn behalten ; ist er aber ein bewaffneter Räuber oder der Regierung verschrieben, so kann er [zum Verkäufer] sagen: da hast du deinen zurück.",
"Im Anfangsatze erfolgt dies"
],
[
"wohl aus dem Grunde, weil die meisten essind!? –",
"Nein, weil alle es sind. –",
"Komm und höre: Wenn ein Ochs eine Kuh niedergestoßen hat und ihre Geburt sich an ihrer Seite [tot] befindet, und man nicht weiß, ob sie vor dem Stoßen oder nach dem Stoßen geworfen hat, so ist für die Kuh die Hälfte des Schadensund für die Geburt ein Viertel des Schadenszu zahlen.",
"Weshalb denn, man sollte sich doch nach der Mehrheit richten, und die meisten Kühe werfen, wenn sie trächtig geworden sind, somit hat diese entschieden infolge des Stoßens abortiert!? –",
"Da wird folgender Zweifel berücksichtigt: es ist möglich, daß er von vorn herangekommen ist und sie aus Schreck abortiert hat, und es ist möglich, daß er von hinten herangekommen ist und sie niedergestoßenhat; diesist also ein Betrag, über den ein Zweifel besteht, und das Geld, worüber ein Zweifel besteht, ist zu teilen.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten: Wenn ein Ochs weidet und ein anderer Ochs an seiner Seite erschlagen gefunden wird, so ist es, obgleich der eine niedergestoßen daliegt und der andere als stößig berüchtigt ist, der eine gebissen daliegt und der andere als bissig: berüchtigt ist, nicht ausgemacht, daß dieser ihn gestoßen, oder dieser ihn gebissen hat. R. Aḥa sagte : Wenn unter den Kamelen ein ausschlagendesKamel und neben ihm ein erschlagenes Kamel gefunden wird, so gilt es als erwiesen, daß jenes es erschlagen hat.",
"Sie glaubten, die Regel von der Mehrheit und die von der Präsumtion gleichen einander, demnach wäre Rabh der Ansicht R. Aḥas und Šemuél der Ansicht des ersten Autors. –",
"Rabh kann dir erwidern : meine Ansicht gilt auch nach dem ersten Autor, denn der erste Autor ist nur da dieser Ansicht, daß wir uns nicht auf die Präsumtion stützen, wohl aber stütze man sich auf die Mehrheit.",
"Und Šemuél kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Aḥa, denn R. Aḥa ist nur da der Ansicht, daß man sich auf die Präsumtion stütze, weil sich die Präsumtion auf diesesselbst bezieht, auf die Mehrheitaber stütze man sich nicht. –",
"Komm und höre: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft hat und sie nicht wachsen, selbst Leinsamen, so ist er nicht haftbar.",
"Das ‘selbst’ bedeutet ja wahrscheinlich: selbst Leinsamen, den die Mehrheit zur Aussaat verwendet, dennoch richte man sich nicht nach der Mehrheit!? –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft hat und sie nicht wachsen, so ist er, wenn Gartengesäme, die nicht gegessen werden, haftbar, wenn aber Leinsamen, nicht haftbar. R. Jose sagt,"
],
[
"er ersetze ihmden Wert der Aussaat. Man entgegnete ihm: Vielekaufen ihn zu anderem Behufe. –",
"Welche Tannaím sind es, wollte man sagen, R. Jose und die, die ihm entgegnet haben, so sind ja beide der Ansicht, daß man sich nach der Mehrheit richte, nur richte man sich nach der einen Ansicht nach der Mehrheit der Käufer und nach der anderen nach der Mehrheit des Gesämes!? –",
"Vielmehr, entweder der erste Autorund R. Jose, oder der erste Autor und die, die ihm entgegnet haben.",
"Die Rabbanan lehrten: Was hat er ihm zu ersetzen? Den Wert der Saat, nicht aber die Auslagen; manche sagen, auch die Auslagen. –",
"Wer sind die manchen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Šimo͑n b. Gamliél. –",
"Welche Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél ist hier gemeint: wollte man sagen, die Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél in unserer Mišna, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft hat und sie nicht wachsen, selbst Leinsamen, so ist er nicht haftbar. Demnach ist er für Gartengesäme, die nicht gegessen werden, haftbar;",
"wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, für Gartengesäme, die nicht gegessen werden, sei er haftbar. Auch der erste Autor sagt ja, daß er nur für Leinsamen nicht haftbar sei, wonach er für Gartengesäme, die nicht gegessen werden, haftbar ist!?",
"Ihr Streit besteht wahrscheinlich über die Auslagen: nach einer Ansicht hat er nur die Gesäme zu ersetzen, und nach einer anderen Ansicht auch die Auslagen.",
"Aber wieso denn, vielleicht entgegengesetzt!? – Das ist kein Einwand; der letztere Autor ist immer weitgehender. –",
"Vielleicht ist die ganze [Mišna] von R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist sie lückenhaft and muß wie folgt lauten: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft hat und sie nicht wachsen, seihst Leinsamen, so ist er nicht haftbar, wenn aber Gartengesäme, die nicht gegessen werden, so ist er haftbar – so R. Šimo͑n b. Gamliél, denn R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er sei nur für Leinsamen nicht haftbar, für Gartengesäme aber, die nicht gegessen werden, sei er wohl haftbar!? –",
"Vielmehr, es ist die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél in der folgenden Lehre: Wenn jemand Weizen zu einem Müller gebracht und dieser ihn nicht angefeuchtet und daraus Kleie oder Schrotkleie gemacht hat, oder Mehl zu einem Bäcker und dieser daraus brüchiges Brot gemacht hat, oder ein Vieh zu einem Schlächter und dieser daraus Aas gemacht hat, so ist er ersatzpflichtig, weil er als bezahlt gilt.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er zahle ihm noch Ersatz für seine Beschämungund die Beschämung seiner Gäste. Ferner sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: In Jerušalem hatten sie folgenden festen Brauch: Wenn jemand seinen Nächsten mit der Herrichtung eines Gastmahls beauftragt hat und dieser es verdirbt, so zahle er ihm Ersatz für seine Beschämung und die Beschämung seiner Gäste.",
"Noch einen anderen festen Brauch hatten sie in Jerušalem: eine Decke war vor der Tür ausgebreitet; solange die Decke ausgebreitetwar, traten Gäste ein, war die Decke nicht mehr ausgebreitet, so traten keine Gäste mehr ein.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN FRÜCHTE VERKAUFT, SO MUSS DIESES AUF DIE SEÁ EIN VIERTEL[KAB]ABFÄLLE MITNEHMEN; WENN FEIGEN, SO MUSS ER AUF DAS HUNDERT ZEHN WURMSTICHIGE MITNEHMEN; WENN EINEN KELLER MIT WEIN, SO MUSS ER BEI HUNDERT [FÄSSERN] ZEHN KAHMIGE MITNEHMEN; WENN KRÜGE IN ŠAROZ, SO MUSS ER AUF HUNDERT ZEHN SCHLECHTE MITNEHMEN.",
"GEMARA. R. Qaṭṭina lehrte: Ein Viertel[kab] Erbsenbei einer Seá. – Etwa nicht auch Schmutz, Rabba b. Ḥija aus Ktesiphon lehrte ja im Namen Rabbas, wer in der Tenne des anderen Geröll herausliest,"
],
[
"müsse ihm den Wert des Weizens ersetzen!? –",
"Erbsen, ein Viertel[kab], Schmutz, weniger als ein Viertel[kab]. –",
"Etwa nicht auch ein Viertel[kab] Schmutz, es wird ja gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft, so muß dieser, wenn es Weizen ist, auf die Seá ein Viertel[kab] Erbsen, wenn es Gerste ist, auf die Seá ein Viertel[kab] Spreu, und wenn es Linsen sind, auf die Seá ein Viertel[kab] Schmutz mitnehmen.",
"Diesgilt ja wahrscheinlich auch von Weizen und Gerste!? – Anders verhält es sich bei Linsen, da sie gepflückt werden. –",
"Demnach gilt dies nur von Linsen aus dem Grunde, weil sie gepflückt werden, nicht aber von Weizen und Gerste, somit wäre hieraus zu entnehmen, daß man bei Weizen und Gerste keinen Schmutz zu nehmen brauche. –",
"Tatsächlich muß man auch bei Weizen und Gerste den Schmutz mitnehmen, nur muß dies von Linsen besonders gelehrt werden; man könnte glauben, da sie gepflückt werden, müsse man auch mehr als ein Viertel[kab] mitnehmen, so lehrt er uns.",
"R. Hona sagte : Will er sieben, so siebe er alles. Manche sagen, dies sei das Recht und manche sagen, dies sei eine Maßregelung.",
"Manche sagen, dies sei das Recht, denn wenn jemand Geld zahlt, so zahlt er es für gute Früchte; wegen eines Viertel[kabs] bemüht sich ein Mensch nicht, wohl aber wegen eines Quantums von mehr als einem Viertel[kab] und wenn er sich schon bemüht hat, so hat er sich wegen des ganzen bemüht.",
"Manche sagen, dies sei eine Maßregelung, denn ein Viertel[kab] ist gewöhnlich, mehr aber ist ungewöhnlich, vielmehr hat [der Verkäufer] es beigemischt, und weil er es beigemischt hat, haben die Rabbanan ihn hinsichtlich des ganzen gemaßregelt.",
"",
"Man wandte ein: Wenn sich in einer Seá [Aussaat] ein Viertel[kab] einer anderen Artbefindet, so vermindere man. Sie glaubten, ein Viertel[kab] beim Gesetze von der Mischsaat. gleiche einem Quantum von mehr als einem Viertel[kab] in unserem Falle, und er lehrt, daß man vermindere!? –",
"Nein, ein Viertel[kab] beim Gesetze von der Mischsaat gleicht einem Viertel[kab] in unserem Falle. –",
"Weshalb muß man sie demnach vermindern!? – Wegen der Strenge des Gesetzes von der Mischsaat. –",
"Wie ist"
],
[
"demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Jose sagt, er lese sie heraus.",
"Allerdings besteht ihr Streit, wenn du sagst, esgleiche einem Quantum von mehr als einem Viertel[kab] Abfall, in folgendem: der erste Autor ist der Ansicht, man maßregele nicht beim Erlaubtem wegen des Verbotenen, und R. Jose ist der Ansicht, man maßregele wohl; weshalb aber muß man sie herauslesen, wenn du sagst, es gleiche einem Viertel[kab]!? –",
"Da ist folgendes der Grund R. Joses : es hat den Anschein, als erhalte er Mischsaat. –",
"Komm und höre: Wenn zwei einem [Geldbeträge] zur Verwahrung gegeben haben, einer eine Mineund einer zweihundert [Zuz], und der eine sagt, die zweihundert [Zuz] gehören ihm, und der andere sagt, die zweihundert [Zuz] gehören ihm, so gebe er jedem von ihnen eine Mine und das übrige bleibe liegen, bis Elijahu kommt!? –",
"Was soll dies: da gehört entschieden eine Mine diesem und eine Mine dem anderen, hierbei aber ist es nicht ausgemacht, daß er nicht alles beigemischt hat. –",
"Komm und höre den Schlußsatz: R. Jose sprach: Was hat demnach der Betrüger verloren!? Vielmehr bleibe alles liegen, bis Elijahu kommt. –",
"Was soll dies: da ist entschieden einer ein Betrüger, hierbei aber ist es nicht ausgemacht, daß er beigemischt hat. –",
"Komm und höre: Wenn in einem Schuldscheine [die Zahlung] von Zinsen geschrieben steht, so maßregele man ihn, und er erhält weder den Stammbetrag noch die Zinsen – so R. Meír. –",
"Was soll dies: da ist schon beim Schreiben die verbotene Handlung erfolgt, hierbei aber ist es nicht ausgemacht, daß er beigemischt hat. –",
"Komm und höre [einen Einwand] aus dem Schlußsätze: die Weisen sagen, er erhalte das Kapital, aber nicht die Zinsen!? –",
"Was soll dies: da ist das Kapital entschieden Erlaubtes, hierbei aber ist es nicht ausgemacht, daß er nicht alles beigemischt hat. –",
"Komm und höre: Rabin b. R. Naḥman lehrte: Nicht nur den Überschuß gebe er ihm zurück, sondern auch alle Viertel. Hieraus ist also zu entnehmen, daß, wenn er zurückgeben muß, er alles zurückgebe!? –",
"Was soll dies:"
],
[
"da sagte er zu ihm: es sei wenigeroder mehr; ein Viertel ist nicht von Bedeutung, mehr als ein Viertel aber ist wohl von Bedeutung,",
"denn da sie zusammenneun Kab ergeben, so gelten sie als Grundstück für sieb und müssen zurückgegeben werden. –",
"Komm und höre: Raba sagte: Beträgt die Übervorteilungweniger als ein Sechstel, so ist der Kauf gültig, wenn mehr als ein Sechstel, so kann der Kauf aufgehoben werden, und wenn ein Sechstel, so ist der Kauf gültig und der Betrag der Übervorteilung zurückzuzahlen.",
"Weshalb denn, sollte er Hoch nur bis auf den Betrag von weniger als einem Sechstelzurückzahlen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß man, wenn man zurückgeben muß, alles zurückgeben müsse!? –",
"Was soll dies: da haben sie von vornherein von gleichmäßigem Wertegesprochen ; bei einem Betrage von weniger als einem Sechstel ist dies nicht zu merken und er verzichtet darauf, bei einem Sechstel ist dies zu merken und er verzichtet darauf nicht, und bei einem Betrage von mehr als einem Sechstel ist der Verkauf überhaupt auf einem Irrtum beruhend und daher ungültig. –",
"Komm und höre: Wenn jemand von seinem Nächsten ein Feld zur Bepflanzung übernommenhat, so muß dieser auf hundert [Bäume] zehn leere mitnehmen; sind es mehr, so wird jenem alles auf gewälzt!?",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Sind es mehr, so ist es ebenso, als würde er von vornherein zu pflanzen beginnen.",
"EINEN KELLER MIT WEIN &C. In welchem Falle: hat er mit ihm von einem unbestimmten Keller [mit Wein] gesprochen, so ist dagegen ein Einwand zu erheben,",
"und hat er mit ihm von diesem Keller mit Wein gesprochen, so ist dagegen ein Einwand zu erheben, und hat er mit ihm von diesem Kellergesprochen, so ist dagegen ein Einwand zu erheben. Es wird nämlich gelehrt : [Sagte er :] ich verkaufe dir einen Keller mit Wein, so muß er ihm Wein geben, der vollständig gutist; wenn: ich verkaufe dir diesen Keller mit Wein, so gebe er ihm Wein, wie er im Laden verkauftwird; und wenn: ich verkaufe dir diesen Keller, so muß dieser ihn behalten, selbst wenn! er ganz aus Essig besteht. –",
"Tatsächlich wenn er mit ihm von einem unbestimmten Keller gesprochen hat, nur lese man im Anfangsatze der Barajtha: er muß auf hundert [Fässer] zehn kahmige mitnehmen. –",
"Braucht er denn, wenn von unbestimmten, solche mitzunehmen, R. Ḥija lehrte ja, wer seinem Nächsten ein Faß mit Wein verkauft hat, müsse ihm vollständig guten geben!? – Anders verhält es sich bei einem Fasse, wobei es sich um ein [Faß] Wein handelt. –",
"Aber R. Zebid lehrte ja im Namen der Schule R. Oša͑jas: [Sagte er:] ich verkaufe dir einen Keller Wein, so muß er ihm vollständig guten Wein geben; wenn: ich verkaufe dir diesen Keller Wein, so muß er ihm vollständig guten Wein geben, und dieser muß auf hundert [Fässer] zehn kahmige mitnehmen,"
],
[
"und dies ist unter ‘Lager’ zu verstehen, von dem die Weisen in unserer Mišna gelehrt haben!? –",
"Vielmehr, die Mišna spricht ebenfalls von dem Falle, wenn er von diesem gesprochen hat. –",
"Demnach besteht ja ein Widerspruch hinsichtlich des Falles, wenn er von diesem gesprochenhat!? –",
"Das ist kein Widerspruch, eines in dem Falle, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’gesagt hat, und eines in dem Falle, wenn er zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat. Die Lehre R. Zebids spricht von dem Falle, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, und die Barajtha von dem Falle, wenn er zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat.",
"Daher muß er, wenn er zu ihm von einem Keller mit Wein gesprochen und zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, ihm vollständig guten Wein geben; wenn er von diesem Keller mit Wein gesprochen und zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, ihm vollständig guten Wein geben, jedoch muß dieser auf hundert. [Fässer] zehn kahmige mitnehmen; und wenn er von diesem Keller mit Wein gesprochen und zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat, ihm Wein geben, wie er im Laden verkauft wird.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er mit ihm von einem Keller mit Wein gesprochen und zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat? – Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er müsse mitnehmen, und einer sagt, er brauche nicht mitzunehmen.",
"Derjenige, welcher sagt, er müsse mitnehmen, folgert dies aus der Lehre R. Zebids, denn dieser lehrt, wenn [er zu ihm gesagt hat,] er verkaufe ihm einen Keller mit Wein, müsse er ihm vollständig guten Wein geben, und wir bezogen dies auf den Fall, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat; also nur wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, wenn er aber nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat, muß er mitnehmen.",
"Und derjenige, welcher sagt, er brauche nicht mitzunehmen, folgert dies aus der Barajtha; diese lehrt, wenn [er zu ihm gesagt hat,] er verkaufe ihm einen Keller mit Wein, müsse er ihm vollständig guten Wein geben, und wir bezogen es auf den Fall, wenn er zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat. –",
"Aber gegen denjenigen, der dies aus der Lehre R. Zebids folgert, ist ja aus der Barajtha ein Einwand zu erheben!? – Diese ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: dies gilt nur von dem Falle, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, wenn er aber zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat, so muß er mitnehmen; hat er aber von diesem Keller mit Wein gesprochen und zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt, so gebe er ihm Wein, wie er im Laden verkauft wird. –",
"Gegen denjenigen der dies aus der Barajtha folgert, ist ja aus der Lehre R. Zebids ein Einwand zu erheben : diese haben wir auf den Fall bezogen, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, demnach muß er mitnehmen, wenn er zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat!? –",
"Er kann dir erwidern: auch wenn er zu ihm nicht ‘zum Würzen’ gesagt hat, braucht er nicht mitzunehmen, und sie wurde nur aus dem Grunde auf den Fall bezogen, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, weil sonst ein Widerspruch bestehen würde hinsichtlich des Falles, wenn sie von diesem [Keller gesprochen haben].",
"R. Jehuda sagte: Über Wein, der im Laden verkauft wird, spreche man den Segen‘Der die Rebenfrucht erschafft’. R. Ḥisda aber sagte: Was soll mir verdorbener Wein.",
"Man wandte ein: Über verschimmeltes Brot, kahmigen Wein und verdorbene Kochspeise spreche man ‘Alles entsteht durch sein Wort’!?",
"R. Zebid erwiderte: R. Jehuda pflichtet bei hinsichtlich des Treberweines, der an den Straßenecken verkauftwird.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Da ist R. Jehuda und da ist R. Ḥisda, wessen Ansicht ist der Meister? Dieser erwiderte: Ich kenne"
],
[
"folgende Lehre: Wenn jemand ein Faß [Wein] untersucht hat, um von diesem die Hebezu entrichten, und fortgegangen ist, und er nachher sauer befundenwird, so besteht bezüglich dreier Tage kein Zweifel, von den übrigen aber ist es zweifelhaft. –",
"Wie meint er es? R. Joḥanan erklärte: Er meint es wie folgt: die ersten drei Tagewar er entschieden Wein, von den übrigen aber ist es zweifelhaft. –",
"Aus welchem Grunde? – Der Wein beginnt oben[sauer zu werden] und er war, als dieser ihn kostete, noch nicht sauer; und auch wenn man annehmen wollte, er begann sofort sauer zu werden, so hatte erden Geruch von Essig und den Geschmack von Wein, und was den Geruch von Essig und den Geschmack von Wein hat, gilt als Wein.",
"R. Jehošua͑ b. Levi erklärte: Die letzten drei Tage war er entschieden Essig, von den übrigen aber ist es zweifelhaft. –",
"Aus welchem Grunde? – Der Wein beginnt unten [sauer zu werden] und er war vielleicht schon vorher sauer, dieseraber merkte es nicht; und wenn man. auch annehmen wollte, er begann oben sauer zu werden, und dieser kostete ihn und er war nicht sauer, so kann er, nachdem er ihn gekostet hat, sauer zu werden begonnen haben. Er hatte also den Geruch von Essig und den Geschmack von Wein, und was den Geruch von Essig und den Geschmack von Wein hat, gilt als Essig.",
"Die Daromäerlehrten im Namen des R.Jehošua͑ b.Levi: In den ersten war er entschieden Wein, in den letzten war er entschieden Essig, von den mittelsten ist es zweifelhaft. –",
"Dies widerspricht sich ja selbst: es heißt, in den ersten war er entschieden Wein, wonacher, wenn er den Geruch von Essig und den Geschmack von Wein hat, als Wein gilt, und später heißt es, in den letzten war er entschieden Essig, wonach er, wenn er den Geruch von Essig und den Geschmack von Wein hat, als Essig gilt!? –",
"Wenn er als Essigessenz befunden wird; wäre er nicht schon vor drei Tagen sauer, so würde er nicht Essigessenz geworden sein. –",
"Nach wem hat er ihmentschieden? – Hierüber streiten R. Mari und R. Zebid ; einer sagt, nach R. Joḥanan und einer sagt, nach R. Jehošua͑ b. Levi.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten ein Faß Wein verkauft hat und er sauer geworden ist, so erfolgte dies, wie Rabh sagt, während der ersten drei Tage im Besitze des Verkäufers, von da ab im Besitze des Käufers;"
],
[
"Šemuél aber sagt, der Wein springe auf die Schulterseines Eigentümers.",
"R. Joseph traf eine Entscheidung beim Metnach Rabh und beim Weine nach Šemuél. Die Halakha ist wie Šemuél.",
"Dio Rabbanan lehrten: Über Met aus Datteln, über Met aus Gerste und über Hefenweinspreche man. den Segen ‘Alles entsteht durch sein Wort’. Andere sagen, über Hefenwein, der einen Weingeschmack hat, spreche man den Segen ‘Der die Frucht der Rebe erschafft’. Rabba und R. Joseph sagten beide, die Halakha sei nicht wie die anderen.",
"Raba sagte: Alle stimmen überein, daß er, wenn man drei [Krüglein Wasser] aufgießt und vier herauskommen, als Wein gelte. Raba vertritt nämlich hierbei seine Ansicht, denn er sagte, ein Wein, dem man auf einen Teil nicht drei Teile Wasser beimischenkann, gelte nicht als Wein.",
"Und daß er, wenn man drei auf gießt und drei herauskommen, nichts sei ; sie streiten nur über den Fall, wenn man drei auf gießt und dreieinhalb herauskommen. Die Rabbanan sind der Ansicht, drei sind hineingekommen und drei sind herausgekommen ; nur ein halbes ist hinzugekommen, und ein halbes auf sechs halbe [Krüglein] Wasser ist nichts;",
"die anderen aber sind der Ansicht, drei sind hineingekommen und zweieinhalbsind herausgekommen; ein Krüglein ist hinzugekommen, und ein Krüglein auf zweieinhalb ist guter Wein.",
"Streiten sie denn über den Fall, wenn mehr herauskommt, wir haben ja gelernt,"
],
[
"wer beim Bereiten von Lauerwein ein Maß Wasser aufgießt und dasselbe Maß findet, sei frei und nach R. Jehuda verpflichtet. Sie streiten nur über den Fall, wenn er dasselbe Maß [findet], nicht aber über den Fall, wenn mehr!? –",
"Sie streiten auch über den Fall, wenn mehr, nur lehrt er den Streit über den Fall, wenn dasselbe Maß, um die weitgehendere Ansicht R. Jehudas hervorzuheben.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq fragte R. Ḥija b. Abin: Wie verhält es sich bei Hefe, die den Geschmack van Weinhat? Dieser erwiderte: Du glaubst wohl, es sei Wein, es ist nichts weiter als ein Alkohol.",
"Die Rabbanan lehrten : Ist es Hefe von Hebe, so ist der erste und der zweite [Aufguß] verboten und der dritte erlaubt; R. Meír sagt, auch der dritte, wenn sie einen Geschmack verleiht. Ist sie vom Zehnten, so ist der erste [Aufguß] verboten, und der zweite erlaubt; R. Meír sagt, auch der zweite, wenn sie einen Geschmack verleiht.",
"Ist sie vom Heiligen, so ist der dritte [Aufguß] verboten und der vierte erlaubt; R. Meír sagt, auch der vierte, wenn sie einen Geschmack verleiht.",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen : Ist sie vom Heiligen, so ist sie immer verboten, und ist sie vom Zehnten, so ist sie immer erlaubt. Somit besteht ja ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Heiligen als auch hinsichtlich des Zehnten!? –",
"Hinsichtlich des Heiligen ist dies kein Widerspruch, denn eines gilt von der Heiligkeit der Sacheund eines gilt von der Heiligkeit des Betrages. Hinsichtlich des Zehnten besteht ebenfalls kein Widerspruch, denn eines gilt vom Zehnten von Gewissemund eines gilt vom Zehnten von Demaj.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Wie sie dies hinsichtlich des Verbotesgesagt haben, so sagten sie es auch hinsichtlich der Geeignetmachung. –",
"Durch welche Geeignetmachung: gilt [der Aufguß] als Wasser, so macht er geeignet, und gilt er als Wein, so macht er geeignet!? – In dem Falle, wenn er aus Regenwasserbesteht. –",
"Sobald er es in das Gefäß gießt, ist es ihm ja erwünscht!? – In dem Falle, wenn es von selber bereitet wordenist. –",
"Aber sobald er die ersteren abgegossen hat, ist es ihm ja erwünscht!? R. Papa erwiderte: Wenn eine Kuh die ersteren ausgetrunken hat.",
"R. Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Man spreche den Weihsegen des Tagesnur über einen Wein, der zur Libation für den Altar geeignet ist. –",
"Was schließt dies aus: wollte man sagen, dies schließe Wein aus der Kelteraus, so lehrte ja R. Ḥija, man dürfe Wein aus der Kelter [zur Libation] nicht darbringen, jedoch sei es gültig, wenn man solchen dargebracht hat; und da es gültig ist, wenn man ihn dargebracht hat, so dürfen wir ihnja auch von vornherein verwenden."
],
[
"Ferner sagte Rabba, man dürfe eine Weintraube ausdrücken und darüber den Tagessegen sprechen.",
"Wollte man sagen, dies schließe [den Wein] an der Mündung und am Bodenaus, so lehrte ja R. Ḥija, man dürfe nicht [Wein] von der Mündung und vom Boden darbringen, jedoch sei es gültig, wenn man solchen dargebracht hat.",
"Wollte man sagen, dies schließe schwarzen, weißen, süßen, Keller- und Rosinenwein aus, so wird ja gelehrt, man dürfe diese nicht darbringen, jedoch sei es gültig, wenn man sie dargebracht hat.",
"Und wollte man sagen, dies schließe kahmigen, verdünnten, offengestandenen, aus Hefe bereiteten und übelriechenden Wein aus, denn es wird gelehrt, man dürfe diese nicht darbringen, und wenn man dargebracht hat, sei es ungültig,",
"[so ist zu erwidern:] welcher von diesen ist auszuschließen: sollte kahmiger ausgeschlossen sein, so besteht ja darüber ein Streit zwischen R. Joḥananund R. Jehošua͑ b. Levi;",
"sollte verdünnter ausgeschlossen sein, so hat man ihn ja dadurch verbessert, denn R. Jose b. Ḥanina sagte, die Weisen pflichten R. Elie͑zerbei, daß man über den Becher des Tischsegenserst dann den Segen spreche, wenn man das Wasser hineingegossenhat ;",
"sollte offengestandener ausgeschlossen sein, so ist er ja gefährlich;",
"sollte aus Hefe bereiteter ausgeschlossen sein, [so ist zu erwidern:] in welchem Falle: wenn bei einem Aufgusse von drei [Krüglein] vier herauskommen, so ist es ja guter Wein, und wenn bei einem Aufgusse von drei dreieinhalb herauskommen, so besteht ja darüber ein Streit zwischen den Rabbanan und den anderen. –",
"Vielmehr, dies schließt übelriechenden aus. Wenn du aber willst, sage ich, dies schließe tatsächlich offengestandenen aus, wenn man ihn nämlich durch einen Seiher laufen ließ, nach R. Neḥemja. Dennoch [heißt es:]bring es doch einmal deinem Statthalter dar, ob er dir gnädig sein oder dir Huld erweisen wird.",
"R. Kahana, der Schwiegervater R. Mešaršejas, fragte Raba: Wie verhält es sich mit weißem Weine? Dieser erwiderte :Sieh nicht nach dem Weine, wie er rötlich schillert.",
"KRÜGE IN ŠARON &C. Es wird gelehrt: Halbgebrannte und verpachte Fässer.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN WEIN VERKAUFT HAT UND ER SAUER WIRD, SO IST ER NICHT HAFTBAR; WIRD ES ABER BEKANNT, DASS SEIN WEIN SAUER WIRD, SO IST DIES EIN AUF EINEM IRRTUM BERUHENDER KAUF."
],
[
"SAGTE ER ZU IHM, ER VERKAUFE IHM GEWÜRZTENWEIN, SO IST ER FÜR GUTE ERHALTUNG BIS ZUM WOCHENFESTE HAFTBAR. UNTER ALTEM [WEINE] IST DER VORJÄHRIGEUND UNTER GEALTERTEM IST DER DREIJÄHRIGEZU VERSTEHEN.",
"GEMARA. R. Jose b. Ḥanina sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn die Krüge dem Käufer gehören, wenn die Krüge aber dem Verkäufer gehören, so kann jener zu ihm sagen: behalte deinen Wein und behalte deine Krüge. –",
"Was ist denn dabei, daß die Krüge dem Verkäufer gehören, er kann jenem ja erwidern: du solltest ihn nicht so lange halten!? – In dem Falle, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’gesagt hat. – –",
"Was zwingt R. Jose b. Ḥanina, die Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn die Krüge dem Käufer gehören und er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat, sollte er sie doch [auch] auf den Fall beziehen, wenn die Krüge dem Verkäufer gehören und jener ihm nicht ‘zum Würzen’gesagt hat!?",
"Raba erwiderte: Ihm war unsere Mišna schwierig. Er lehrt, wenn es bekannt wird, daß sein Wein sauer wird, sei dies ein auf einem Irrtum beruhender Kauf; weshalb denn, er kann ja zu ihm sagen: du solltest ihn nicht lange halten!? Wahrscheinlich wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm ‘zum Würzen’ gesagt hat. Schließe hieraus.",
"Er streitet somit gegen R. Ḥija b. Joseph, denn R. Ḥija b. Joseph sagte: Beim Weinehat es das Geschick des Eigentümers verursacht, denn es heißt: wenn der Wein betrügt, so ist es ein prahlsüchtiger Mann&c.",
"R. Mari sagte: Wer prahlsüchtig ist, wird nicht einmal von seinen eigenen Hausleuten gelitten, denn es heißt: ein prahlsüchtiger Mann, er wohnt nicht; er wohnt nicht in seiner Wohnung.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wer sich mit dem Gelehrtenmantel schmückt, ohne Gelehrter zu sein, den bringt man nicht in den Kreis des Heiligen, gepriesen sei er, denn hierheißt es: er wohnt nicht, und dortheißt es: zur Wohnung deines Heiligtums.",
"Raba sagte: Wenn jemand einem Krämer ein Faß Wein zum Ausschänken gegeben hatund er zur Hälfte oder zu einem Drittel sauer wird, so heischt das Recht, daß er ihn von ihm zurücknehme. Dies gilt jedoch nur von dem Falle, wenn er es nicht auf ungewöhnliche Weise angebohrt hat, nicht aber, wenn er es auf ungewöhnliche Weise angebohrt hat. Ferner gilt dies nur von dem Falle, wenn der Markttag noch nicht herangereichtist, nicht aber, wenn der Markttag herangereicht ist.",
"Raba sagte [ferner]: Wenn jemand Wein in Empfang genommen hat, um ihn nach dem Hafen von Zulšaphaṭzu bringen, und er, während er ihn da gebracht hat, im Preise gesunken ist, so heischt das Recht, daß jener ihn zurücknehme.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er Essig geworden ist? R. Hillel sprach zu R. Aši: Als wir bei R. Kahana waren, sagte er zu uns, wenn er Essig geworden ist, nicht, gegen die Ansicht des R. Jose b. R. Ḥanina.",
"Manche sagen, auch wenn er Essig geworden ist, müsse er ihn zurücknehmen, also nach R. Jose b. R. Ḥanina.",
"UNTER ALTEM [WEINE] IST DER VORJÄHRIGE &C."
],
[
"Es wird gelehrt: Gealterter muß bis zum Hüttenfeste halten.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN PLATZ VERKAUFT, UM AUF DIESEM EIN HOCHZEITSHAUSFÜR SEINEN SOHN ODER EIN WITWENHAUS FÜR SEINE TOCHTER ZU BAUEN, SO BAUE ER VIER ZU SECHS ELLEN– SO R. A͑QIBA; R. JIŠMA͑ÉL SAGT, EIN SOLCHESSEI EIN RINDERSTALL.",
"WER EINEN RINDERSTALL ERRICHTEN WILL, BAUE VIER ZU SECHS ELLEN; \n",
"EIN KLEINES HAUS HAT SECHS ZU ACHT [ELLEN]; EIN GROSSES HAT ACHT ZU ZEHN, EIN SAAL HAT ZEHN ZU ZEHN; DIE HÖHE BETRÄGT DIE HÄLFTE DER LÄNGE UND DIE HÄLFTE DER BREITE. EIN BEWEIS DAFÜR? R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE, DER BAU DES TEMPELS.",
"GEMARA. Wozu lehrt er dies von einem Hochzeitshause für seinen Sohn und einem Witwenhause für seine Tochter, sollte er es doch von einem Hochzeitshause für seinen Sohn oder seine Tochter lehren!? – Er lehrt uns etwas nebenbei, daß es nämlich nicht schicklich sei, wenn der Bräutigam bei seinem Schwiegervater wohnt.",
"So heißt es auch im Buche des Ben Sira: Alles wog ich auf der Wage und fand nichts leichter als Kleie; leichter als Kleie ist ein Bräutigam, der im Hause seines Schwiegervaters wohnt; leichter als ein solcher Bräutigam ist ein Gast, der einen anderen Gast mitnimmt; und leichter als ein solcher Gast ist der, der antwortet bevor er hingehört. So heißt es auch:antwortet einer bevor er hingehört, so wird es ihm als Narrheit und als Schande angerechnet.",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGT, DIES SEI EIN RINDERSTALL. WER ERRICHTEN &C. Wer lehrte [den Passus] vom Rinderstalle? – Manche sagen, R. Jišma͑él lehrte ihn, und manche sagen, R. A͑qiba lehrte ihn.",
"Manche sagen, R. A͑qiba lehrte ihn, und er meint es wie folgt: obgleich ein solches ein Rinderstall ist, denn es kommt vor, daß man sich eine Wohnung gleich einem Rinderstalle errichtet. Manche sagen, R. Jišma͑él lehrte ihn, und er meint es wie folgt: denn wer einen Rinderstall errichten will, macht ihn vier zu sechs Ellen.",
"EIN SAAL HAT ZEHN ZU ZEHN. Was heißt Saal? – Ein Rosensaal.",
"Es wird gelehrt: Ein Vorhof hat zwölf zu zwölf Ellen. Was ist Vorhof? – Der Vorgarten eines Palastes.",
"DIE HÖHE BETRÄGT DIE HÄLFTE DER LÄNGE UND DIE HÄLFTE DER BREITE. EIN BEWEIS DAFÜR? R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE, DER BAU DES TEMPELS.",
"Wer lehrte diesen Beweis? – Manche sagen, R. Šimo͑n b. Gamliél lehrte ihn, und er meint es wie folgt: ein Beweis hierfür, sagte R. Šimo͑n b. Gamliél, ist der Bau des Tempels. Manche sagen, der erste Autor lehrte ihn, und R. Šimo͑n b. Gamliél staunte darüber und sprach [zum ersten Autor] wie folgt: Wieso ist ein Beweis vom Tempel zu erbringen, baut denn alle Welt Gebäude gleich dem Tempel!?",
"Es wird gelehrt: Manche sagen, die Höhe gleiche den Balken. – Sollte er doch sagen, die Höhe gleiche der Breite!? – Wenn du willst, sage ich: ein Haus ist oben breiter; wenn du aber willst, sage ich: wegen der Mauerlöcher.",
"Einst ging R. Ḥanina aufs Land und man wies ihn da auf folgende einander widersprechende Schriftverse hin: Es heißt :das Gebäude, das der König Šelomo für den Herrn errichtete, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch, und dem widersprechend heißt es:und für das Innere zwanzig Ellen Länge, zwanzig Ellen Breite und zwanzig Ellen Höhe!? Dieser erwiderte ihnen: Er rechnet von der Spitze der Kerubiman. — Was lehrt er uns damit? –",
"Folgendes lehrt er uns:"
],
[
"der untere [Raum]glich dem oberen; wie der obere zu nichts diente, ebenso diente auch der untere zu nichts.",
"Dies ist eine Stütze für R. Levi, denn R. Levi, nach anderen R. Joḥanan, sagte : Folgendes ist uns von unseren Vorfahren überliefert: der Raum der [Bundes]!ade und der Kerubim ist im Maßenicht einbegriffen. Ebenso wird auch gelehrt: Die Lade, die Moše gemacht hatte, hatte auf jeder Seite einen freien Raum von zehn Ellen.",
"Rabanaj sagte im Namen Šemuéls: Die Kerubim standen durch ein Wunder, denn es heißt :fünf Ellen der eine Flügel des Kerubs und fünf Ellen der andere Flügel des Kerubs; zehn Ellen von einem Ende der Flügel bis zum anderen Ende der Flügel; wo standen sieselbst? Wahrscheinlich standen sie durch ein Wunder.",
"Abajje wandte ein: Vielleicht ragten sieherüber, wie bei den Hühnern!? Raba wandte ein: Vielleicht standen sie nicht gegeneinander!? R. Aḥa b. Ja͑qob wandte ein: Vielleicht standen sie quer!?",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wandte ein: Vielleicht war das Gebäude oben breiter!? R. Papa wandte ein: Vielleicht waren die Flügel gebogen!? R. Aši wandte ein: Vielleicht waren sie verschränkt!? –",
"Wie standen sie? – R. Joḥanan und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; einer sagt, die Gesichter gegen einander, und einer sagt, die Gesichter nach dem Innenraume. – Gegen denjenigen, welcher sagt, die Gesichter gegen einander, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja:die Gesichter nach dem Innenraume!? – Das ist kein Einwand ; eines, wenn die Jisraéliten den Willen Gottes tun, und eines, wenn die Jisraéliten nicht den Willen Gottes tun. –",
"Gegen denjenigen, welcher sagt, die Gesichter nach dem Innenraume, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja:die Gesichter gegen einander!? – Etwas seitwärts. Es wird nämlich gelehrt: Onkelos der Proselyt sagte: Die Kerubim waren Kinderfiguren, die Gesichter seitwärts, wie wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet.",
"WER EINE ZISTERNE HINTER DEM HAUSE EINES ANDEREN HAT, DARF HINEINGEHENZUR ZEIT, WENN MENSCHEN HINEINZUGEHEN PFLEGEN, UND HERAUSGEHEN ZUR ZEIT, WENN MENSCHEN HERAUSZUGEHEN PFLEGEN. ER DARF NICHT SEIN VIEH HINEINBRINGEN, UM ES AUS DER ZISTERNE ZU TRÄNKEN, VIELMEHR SCHÖPFE ER UND TRÄNKE ES DRAUSSEN. DER EINE BRINGE EIN SCHLOSS AN UND DER ANDERE BRINGE EIN SCHLOSS AN.",
"GEMARA. Wo ist das Schloß anzubringen. R.Joḥanan erwiderte: Beide zur Zisterne. – Allerdings muß der Eigentümer der Zisterne das Wasser seiner Zisterne behüten, wozu aber braucht dies der Eigentümer des Hauses? R. Elea͑zar erwiderte:"
],
[
"Wegen der Verdächtigung seiner Frau.",
"WER EINEN GARTEN HINTER DEM GARTEN EINES ANDEREN HAT, DARF HIN HEINGEHEN ZUR ZEIT, WENN MENSCHEN HINEINZUGEHEN PFLEGEN, UND HERAUSGEHEN ZUR ZEIT, WENN MENSCHEN HERAUSZUGEHEN PFLEGEN. ER DARF DA KEINE HÄNDLERHINEINFÜHREN, AUCH NICHT DURCH DIESEN NACH EINEM ANDEREN FELDEGEHEN. DER ÄUSSERE [BESITZER] DARF DEN WEGBESÄEN.",
"HAT MANIHM MIT BEIDERSEITIGEM ÜBEREINKOMMEN EINEN WEG AN DER SEITEZUERKANNT, SO DARF ER NACH BELIEBEN HINEINGEHEN UND NACH BELIEBEN HERAUSGEHEN, AUCH DA HÄNDLER HINEINBRINGEN; JEDOCH DARF ER NICHT DURCH DIESEN NACH EINEM ANDEREN FELDE GEHEN; UND BEIDE DÜRFEN IHN NICHT BESÄEN.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: [Sagte jemand:] ich verkaufe dir einen Rieselgraben, so muß er ihn ihm [in einer Breite von] zwei Ellen und je eine Elle für beide Wälle geben; wenn: ich verkaufe dir einen Wassergraben, so gebe er ihn ihm [in einer Breite von] einer Elle und je eine halbe Elle für die Wälle. –",
"Wer darf diese Wälle besäen? R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, der Eigentümer des Feldes besäesie; R. Nahman sagte im Namen Šemuéls, der Eigentümer des Feldes bepflanze sie. – Wer besäe sie sagt, nach dem darf er sie um so eher bepflanzen, und wer bepflanze sie sagt, nach dem darf er sie nicht besäen, weil er sie dadurch zersetzt.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wenn die Wälle eines Wassergrabenszusammengefallen sind, so stelle man sie auf Kosten des [angrenzenden] Feldes her, denn es ist sicher, daß die Wälle sich in diesem Felde verloren haben.",
"R. Papa wandte ein: Sollte er doch zu jenem sagen: dein Wasser hat deine Erde fortgeschwemmt!? Vielmehr, erklärte R. Papa, weil der Eigentümer des Feldes diese Verpflichtung übernommen hat.",
"WENN EIN ÖFFENTLICHER WEG SICH DURCH SEIN FELD HINZIEHT, UND ER DIESEN ABSCHAFFT UND EIJNEN ANDEREN AN DER SEITE ERRICHTET, SO BLEIBT DER NEUERRICHTETE BESTEHEN UND SEINENERHÄLT ER NICHT.",
"DER PRIVATWEG HAT [EINE BREITE VON] VIER ELLEN, DER ÖFFENTLICHE WEG SECHZEHN ELLEN, DER WEG DES KÖNIGS HAT KEINE BESCHRÄNKUNG, DER WEG ZUM BEGRÄBNISPLATZE HAT KEINE BESCHRÄNKUNG. DER AUFSTELLUNGSPLATZHAT, WIE DIE RICHTER VON SEPPHORIS SAGEN, EINE FLÄCHE VON VIER KAB [AUSSAAT].",
"GEMARA. Weshalb erhält er seinen nicht zurück, soll er doch einen Knüttel nehmen und sich [am Wege] niedersetzen!? Hieraus wäre demnach zu entnehmen, daß man sich selber kein Recht verschaffen dürfe, auch wo Schaden vorliegt!?",
"R. Zebid erwiderte im Namen Rabas : Hierbei ist berücksichtigt worden, er könnte ihnen einen krummen Weg geben. R. Mešaršeja erklärte im Namen Rabas : Wenn er ihnen einen krummen Weg gegeben hat."
],
[
"R. Aši erklärte: Jeder Weg an der Seite gilt als krumm, denn er ist nahe für den einen und weit für den anderen. –",
"Soll er doch zu ihnensagen: da habt ihr euren und gebt mir meinen!? – Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Wenn das Publikum sich einen Wegausgesucht hat, so ist er ausgesucht. –",
"Darf denn nach R. Elie͑zer das Publikum Raub üben? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs : Wenn ihm auf diesem Felde ein Weg verloren ging. –",
"Wieso sagte demnach Rabba b. R. Hona, die Halakha sei nicht wie R. Elie͑zer!? – Wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. –",
"Was ist demnach der Grund!? – Wegen einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte, einen Rain, von dem das Publikum Besitz genommen hat, dürfe man nicht zerstören. –",
"Wodurch hat ihn nach R. Elie͑zer das Publikum geeignet? – Durch das Begehen, denn es wird gelehrt: Ist er durch diesesin der Länge und der Breite gegangen, so hat er die Stelle geeignet, wo er gegangen ist – so R. Elie͑zer; die Weisen sagen, das Gehen nütze nichts, sondern nur dann, wenn er es in Besitz genommen hat.",
"R. Elea͑zar sagte: Was ist der Grund R. Elie͑zers? Es heißt:auf, durchziehe das Land nach seiner Länge und seiner Breite, denn dir werde ich es geben. – Und die Rabbanan!? – Dies sagte er ihm nur wegen seiner Liebe zu Abraham.",
"R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Die Weisen pflichten jedoch R. Elie͑zer bei einem Weinbergstegebei, denn da er nur zum Durchgehen bestimmt ist, so wird er auch durch das Begehen geeignet",
"Wenn siezu R. Jiçḥaq b. Ami kamen, sprach er zu ihnen: Gebt ihm soviel, daß man da Ranken tragen und sich umdrehen kann. Dies nur dann, wenn [der Weg] durch Wände begrenzt ist, wenn er aber nicht durch Wände begrenzt ist, daß man einen Fuß heben und einen Fuß niedersetzen kann.",
"DER PRIVATWEG HAT [EINE BREITE VON] VIER ELLEN. Es wird gelehrt: Andere sagen, daß ein Esel mit seiner Last vorübergehen kann. R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die Anderen. Ein Anderes lehrt: Die Richter des Exils sagten: Zweieinhalb Ellenbogen. R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die Richter des Exils. – Aber R. Hona sagte ja, die Halakha sei wie die Anderen!? – Beide Maße sind identisch.",
"DER ÖFFENTLICHE WEG SECHZEHN ELLEN. Die Rabbanan lehrten: Der Privatweg hat vier Ellen; der Weg von einer Stadt nach einer anderen acht Ellen;"
],
[
"der öffentliche Weg sechzehn Ellen; der Weg der Asylstädtezweiunddreißig Ellen. R. Hona sagte: Welcher Schriftvers deutet darauf?Du sollst dir den Weg errichten, einen besonderen Weg.",
"DER WEG DES KÖNIGS HAT KEINE BESCHRÄNKUNG. Der König bricht sich einen Weg, und niemand kann es ihm verwehren.",
"DER WEG ZUM BEGRÄBNISPLATZE HAT KEINE BESCHRÄNKUNG. Wegen der Ehrung des Toten.",
"DER AUFSTELLUNGSPLATZ HAT, WIE DIE RICHTER VON SEPPHORIS SAGEN, EINE FLÄCHE VON VIER KAB [AUSSAAT]. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand sein [Familien]grab, den Weg zu seinem [Familien]grabe, seinen Auf Stellungsplatz oder sein Trauerhaus verkauft hat, so kommen die Mitglieder seiner Familie und bestatten ihn da gegen dessenWillen, wegen der Bemakelung der Familie.",
"Die Rabbanan lehrten: Man veranstalte für den Toten nicht weniger als ein siebenmaliges Aufstehenund Niedersetzen entsprechend dem Schriftverse :Eitelkeit der Eitelkeiten, sprach Qoheleth, Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist eitel™.",
"R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši : Wie pflegt man dies zu veranstalten? Dieser erwiderte: Wie gelehrt wird : R. Jehuda sagte : Anfangs pflegte man in Judäa nicht weniger als ein siebenmaliges Aufstehen und Niedersetzen zu veranstalten, und zwar: Stellt euch auf, Verehrte, stellt euch auf; setzt euch nieder, Verehrte, setzt euch nieder. Sie sprachen zu ihm: Demnachsollte dies auch am Sabbath erlaubt sein$?",
"Die Schwester des Rami b. Papa war an R. Ivja verheiratet, und als sie starb, veranstaltete er für sie ein Aufstehen und Niedersetzen. Da sprach R. Joseph: Er irrte sich doppelt; er irrte sich einmal, indem dies nur für nahe Verwandte veranstaltet wird, und er veranstaltete es für eine ferne Verwandte, ferner irrte er sich, indem dies nur am ersten Tageveranstaltet wird, und er veranstaltete es am zweiten Tage.",
"Abajje sagte: Er irrte sich auch in folgendem: man veranstaltet dies nur auf dem Begräbnisplatze, und er veranstaltete es in der Stadt. Raba sagte: Er irrte sich auch in folgendem: man veranstaltet dies nur in Orten, wo dies Brauch ist, und er veranstaltete es in einem Orte, wo dies nicht Brauch war.",
"Man wandte ein: Sie sprachen zu ihm: Demnach sollte dies auch am Šabbath erlaubt sein. Wenn man nun sagen wollte, nur auf dem Begräbnisplatze, so hat man ja am Šabbath auf dem Begräbnisplatze nichts zu suchen!? – In einer Stadt, die sich in der Nähe des Begräbnisplatzes befindet; wenn man ihn da bei Dämmerunghingebracht hat.",
"WENN JEMAND SEINEM NÄCHSTEN EINEN PLATZ ZU EINEM [FAMILIEN]-GRABE VERKAUFT, ODER WENN JEMAND VON SEINEM NÄCHSTEN DIE ANLEGUNG EINES FAMILIENGRABES ÜBERNIMMT, SO MACHE ER DAS INNERE DER HÖHLEVIER ZU SECHS ELLEN GROSS UND GRABE IN DIESER ACHT NISCHEN, DREI AN DER EINEN SEITE, DREI AN DER ANDEREN SEITE UND ZWEI GEGENÜBER. DIE NISCHEN MÜSSEN VIER ELLEN LANG, SIEBEN [HANDBREITEN] HOCH \n"
],
[
"UND SECHS BREITSEIN.",
"R. ŠIMA͑N B. GAMLIEL SAGT, ER MACHE DAS INNERE DER HÖHLE SECHS ZU ACHT ELLEN GROSS UND GRABE IN DIESER DREIZEHN NISCHEN, VIER AN DER EINEN SEITE, VIER AN DER ANDEREN SEITE, DREI GEGENÜBER UND JE EINE RECHTS UND LINKS DES EINGANGES.",
"AM EINGANGE DER HÖHLE ERRICHTE ER EINEN VORRAUM VON SECHS ZU SECHS [ELLEN], RAUM FÜR DIE BAHRE [SAMT DEN TRÄGERN].",
"MAN DARF NACH DIESEMAUCH ZWEI HÖHLEN ÖFFNEN, EINE DORT, UND EINE DA. R. ŠIMO͑N SAGT, AUCH VIER, NACH ALLEN VIER SEITEN.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, ALLES NACH DER BESCHAFFENHEIT DES FELSENS.",
"GEMARA. Wo kommen diese zweihin, wenn nach außen, so werden sie ja getreten, und wir haben gelernt, wer sich im Vorraume eines [Familien]grabes befindet, sei rein!?",
"R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Man mache sie nach der Art eines Schieberriegels. –",
"R. Joḥanan sagte ja aber,"
],
[
"diessei das Eselsgrab!? –",
"Nach R. Joḥanan mache man sie in den Winkeln. –",
"Die Nischen berühren jaeinander!?",
"R. Aši erwiderte: Man mache sie tiefer. Wie kann man denn, wenn man nicht so erklären wollte, nach R. Šimo͑n vier Höhlen machen, die Nischen berührenja einander!? Du mußt also erklären, man mache sie tiefer, ebenso ist auch hierbei zu erklären, man mache sie tiefer.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte: Die vier Höhlenmache man nach R. Šimo͑n palmenartig.",
"Aber die Erklärung R. Honas ist sinnlos. Merke, ein Quadrat von einer Elle hat ja einen Querschnitt von einer Elle und zwei Fünfteln, das sind also elf und ein Fünftel, und acht Nischen sindes; wieso können nun acht Nischenin [einer Linie von] elf Ellen errichtet werden!? Die Erklärung R. Honas, des Sohnes R. Jehošua͑s, ist also sinnlos.",
"Wenn du aber willst, erkläre ich: wie R. Šiša, Sohn des R. Idi, erklärt hat, für Frühgeburten, ebenso dienen auch diesefür Frühgeburten.",
"Dort haben wir gelernt: Wer einen Totenauf gewöhnliche Weise liegenfindet, schaffe ihn fort samt der Erdunterlage; wenn zwei, so schaffe er sie fort samt ihrer Erdunterlage."
],
[
"Findet er drei, so ist [der Platz], wenn sievon einander vier bis acht [Ellen] entfernt sind, eine Gräberstätte, und er muß von diesem ab noch zwanzig Ellen untersuchen; findet er [eine Leiche] in einer Entfernung von zwanzig Ellen, so untersuche er weitere zwanzig Ellen, denn die Sache hat einen Grund, obgleich er ihn, wenn er ihnzuerst gefunden hätte, samt der Erdunterlage fortschaffen dürfte.",
"Der Meister sagte: von vier bis acht. Wer [ist der Autor]: wenn die Rabbanan, so sagen sie ja, vier zu sechs, und wenn R. Šimo͑n, so sagt er ja, sechs zu acht!? –",
"Tatsächlich R. Šimo͑n, jedoch nach dem Autor der folgenden Lehre: Wenn er sie nebeneinander findet und sie von einander keine vier bis acht Ellen entfernt sind, so gehört zu diesen die Erdunterläge, und es ist keine Gräberstätte. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, die mittelsten gelten als nicht vorhanden und die übrigen ergeben [einen Raum] von vier bis acht Ellen. –",
"Wie ist, wo du sie R. Šimo͑n addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: und er muß von diesem ab noch zwanzig Ellen untersuchen; nach wessen Ansicht, wenn nach R. Šimo͑n, so sind ja zweiundzwanzigerforderlich, und wenn nach den Rabbanan, so sind ja achtzehnausreichend!? –",
"Tatsächlich sind es die Rabbanan, und zwar wenn er in schräger Richtung untersucht hat. –",
"Wenn er in der einen schräg untersucht, so untersucht er ja auch in der anderen schräg, somit sind es ja zweiundzwanzig [Ellen]!? – Wir nehmen wohl an, daß man in der einen schräg untersucht, nicht aber, daß man in beiden schräg untersucht."
],
[
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, erklärte: Tatsächlich nach R. Šimo͑n, nur wird hier von Fehlgeburten gesprochen. –",
"Wenn die eine für Fehlgeburten bestimmt ist, so ist ja auch die andere für Fehlgeburten bestimmt, somit sind es ja achtzehn [Ellen]!? – Wir nehmen wohl an, daß eine für Fehlgeburten bestimmt ist, nicht aber, daß beide für Fehlgeburten bestimmt sind. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem die Rabbanan sich befinden, und auf einen Widerspruch, in dem R. Šimo͑n sich befindet,",
"denn es wird gelehrt: Ein Weinberg, der in Abständen von weniger als vier Ellen bepflanzt ist, gilt, wie R. Šimo͑n sagt, nicht als Weinberg; die Weisen sagen, er gelte wohl als Weinberg, denn man betrachte die zwischenliegenden [Beete] als nichtvorhanden.",
"Hier befinden sich ja sowohl die Rabbanan als auch R. Šimo͑n in einem Widerspruche!? –",
"R. Šimo͑n befindet sich nicht in einem Widerspruche, denn einen Weinberg pflanzt man nicht zum Entwurzeln, hierbei aber kann es vorgekommen sein, daß man sie bei Dämmerung [provisorisch] hingelegthat.",
"Die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht in einem Widerspruche, denn ein Grab errichtet man nicht provisorisch, da dieseine Schändung ist, in jenem Falleaber sagt man sich: die besseren mögen bleiben und die schlechteren als Brennholz dienen.",
"",
"WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: ICH VERKAUFE DIR EINE KORFLÄCHE ACKERLAND, UND DA ZEHN HANDBREITEN TIEFE SPALTE ODER ZEHN HANDBREITEN HOHE FELSEN SICH BEFINDEN, SO WERDEN SIE NICHT MITGEMESSEN; KLEINERE WERDEN MITGEMESSEN. SAGTE ER: UNGEFÄHR EINE KORFLÄCHE ACKERLAND, SO WERDEN SOGAR SPALTE, TIEFER ALS ZEHN HANDBREITEN UND FELSEN, HÖHER ALS ZEHN HANDBREITEN MITGEMESSEN.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wenn jemand sein Feld zur Zeit des Jobeigesetzes dem Heiligtume weiht, so hat er fünfzig Šeqel für die Aussaatfläche eines Ḥomer Gerste zu zahlen; befinden sich da zehn Handbreiten tiefe Spalte oder zehn Handbreiten hohe Felsen,"
],
[
"so werden sie nicht mitgemessen.",
"Weshalb denn, sie sollten doch besonders geheiligt sein!? Wolltest du erwidern, sie werden nicht geheiligt, da sie keine Korfläche fassen,",
"so wird ja gelehrt: Feld, worauf bezieht sich dies? Da es heißt: die Saatfläche von einem Ḥomer Gerste für fünfzig Šeqel Silber, so könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle,",
"wenn man ein solches geweiht hat, und man wüßte nicht, daß auch ein Lethekh, ein halber Lethekh, eine Seá, eine halbe Seá, ein Trikab und sogar ein halber Trikab einbegriffen ist, so heißt es Feld, von jedem Umfange.",
"R. U͑qaba b. Ḥama erwiderte: Da wird von Spalten voll Wasser gesprochen, die zum Besäen nicht geeignet sind. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt es gleichlautend von diesen und von Felsen. Schließe hieraus. –",
"Demnachsollte dies auch von kleineren gelten!? – Solche heißen Erdritzen und Erdadern. – Wie verhält es sich hierbei?",
"R. Papa erwiderte: Selbst wenn sie nicht voll Wasser sind. – Aus welchem Grunde? – Niemand will Geld für ein Feld zahlen, das wie zwei oder dreiaussieht.",
"Rabina wandte ein: Er lehrt ja von diesen gleichlautend wie von Felsen, und wie Felsen zum Besäen nicht geeignet sind, ebenso handelt es ja auch von diesen, wenn sie zum Besäen nicht geeignet sind!? – Gleich Felsen, wenn es kleinere sind.",
"KLEINERE WERDEN MITGEMESSEN. R. Jiçḥaq sagte: Die Felsen, von denen sie sprechen, dürfen [zusammen nur] vier Kabhaben. R. U͑qaba b. Ḥama sagte: Dies nur, wenn sie in [einer Fläche von] fünf Kabverteilt sind. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Dies nur, wenn sie im größeren Teile des Feldesverteilt sind.",
"R. Ḥija b. Abba fragte: Wie ist es, wenn der größere Teilim kleineren Teileund der kleinere im größeren Teile sich befindet? Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jirmeja fragte:"
],
[
"Wie ist es, wenn siekreisförmig, zellenförmig, stadionförmig, wie ein gekrümmter Wegliegen? – Dies bleibt unentschieden.",
"Es wird gelehrt: Ist es ein einzelner Felsen, so wird er auch irgend wie großnicht mitgemessen; befindet er sicham Rain, so wird er auch irgend wie groß nicht mitgemessen.",
"R. Papa fragte: Wie ist es, wenn er durch einen Erdstreifen getrennt ist? – Dies bleibt unentschieden. R. Aši fragte: Wie ist es, wenn untenErde und oben Felsen oder oben Erde und unten Felsenist? – Dies bleibt unentschieden.",
"SAGTE ER:] ICH VERKAUFE DIR EINE MIT DEM STRICKE GEMESSENE KORFLÄCHE ACKERLAND, UND ES ETWAS WENIGER IST, SO KANN JENER ES ABZIEHEN; WENN ETWAS MEHR, SO MUSS JENER ES ZURÜCKGEBEN. SAGTE ER ABER: SEI ES WENIGER ODER MEHR, SO BLEIBT ES DABEI, SELBST WENN ES EIN VIERTELKAB AUF DIE SEÁWENIGER ODER MEHR IST; WENN ABER MEHR, SO VERRECHNE MANES.",
"WAS GEBE ER IHMZURÜCK? DAS GELD; WENN DIESERABER WILL, GEBE JENER IHM LAND ZURÜCK. ABER NUR UM DAS RECHT DES VERKÄUFERS ZU BESSERN, SAGTEN SIE, DASS ER IHM DAS GELD ZURÜCKGEBE. WENN IHM NÄMLICH IM FELDE EINE FLÄCHE VON NEUN KAB, ODER IM GARTEN EINE FLÄCHE VON EINEM HALBEN KAB, NACH R. A͑QIBAEINE FLÄCHE VON EINEM VIERTELKAB, ZURÜCKBLEIBEN WÜRDE, GEBE JENER IHM DAS LAND ZURÜCK. UND NICHT NUR DAS VIERTELGEBE ER IHM ZURÜCK, SONDEN GANZEN ÜBERŠCHUSS.",
"GEMARA. Sie fragten: Wie ist es, wenn er nur von einer Korfläche gesprochenhat? – Komm und höre: [Sagte er:] ich verkaufe dir eine mit dem Stricke gemessene Korfläche Ackerland,"
],
[
"und es etwas weniger ist, so kann jener es ihm abziehen; wenn etwas mehr, so muß jener es zurückgeben. Demnach gilt es, wenn er nichts gesagt hat, als würde er gesagt haben : sei es weniger oder mehr. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: sagte er aber: sei es weniger oder mehr, so bleibt es dabei, selbst wenn es ein Viertelkab auf die Seá weniger oder mehr ist. Demnach gilt es, wenn er nichts gesagt hat, als würde er gesagt haben: mit dem Stricke gemessen. Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –",
"Komm und höre: [Sagte er:] ich verkaufe dir eine Korfläche Ackerland, ich verkaufe dir ungefähr eine Korfläche Ackerland, ich verkaufe dir, sei es weniger oder mehr, so bleibt esdabei, selbst wenn es auf die Seáfläche ein Viertelkab weniger oder mehr ist. Hieraus also, daß, wenn er nichts gesagt hat, es ebenso sei, als würde er gesagt haben: sei es weniger oder mehr. – Da ist dies nur eine Erklärung: in welchem Falle gleicht [die Spezifizierung] eine Korfläche [der Spezifizierung] ungefähr eine Korfläche? Wenn er zu ihm gesagt hat: sei es weniger oder mehr.",
"R. Aši wandte ein: Wozu heißt es demnach jedesmal: ich verkaufe dir!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß, wenn er nichts gesagt hat, es ebenso sei, als würde er gesagt haben: sei es weniger oder mehr. Schließe hieraus.",
"WAS GEBE ER IHM ZURÜCK? DAS GELD &C. Wir sorgen also nur für die Rechtsbesserung des Verkäufers, nicht aber für die Rechtsbesserung des Käufers,",
"und dem widersprechend wird gelehrt, daß, wenn es auf die Korfläche siebeneinhalb Kab weniger oder mehr ist, es dabei verbleibe, und wenn mehr, man den Verkäufer zum Verkaufe und den Käufer zum Kaufezwinge!? –",
"Da wird von dem Falle gesprochen, wenn es vorher teuer war und nachher im Preise gesunken ist; wir sagen dann zu ihm: wenn du ihm Land gibst, so gib ihm zum jetzigen niedrigen Preise. –",
"Es wird ja aber gelehrt, daß er es ihm zu dem Preise gebe, wie dieser es von ihm gekauft hat!? – Da wird von dem Falle gesprochen, wenn es vorher wohlfeil war und nachher teuer geworden ist.",
"WENN IHM NÄMLICH IM FELDE EINE FLÄCHE VON NEUN KAB ZURÜCKBLEIBEN WÜRDE &C. R. Hona sagte, die neun Kab, von denen sie sprechen, gelten auch bei einer großen Ebene.",
"R. Naḥman aber sagte, siebeneinhalb Kab gehören bei jeder Korfläche;"
],
[
"wenn aber der Überschuß größer ist, so muß er, wenn er neun Kab beträgt, zurückgegeben werden.",
"Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Wenn ihm nämlich im Felde eine Fläche von neun Kab Zurückbleiben würde. Doch wohl auch in dem Falle, wenn er zwei Kor verkaufthat!? –Nein, nur wenn er einen Kor verkauft hat. –",
"Oder im Garten eine Fläche von einem halben Kab. Doch wohl auch wenn er zwei Seá verkauft hat!? – Nein, nur wenn er eine Seá verkauft hat. –",
"Nach R. A͑qiba eine Fläche von einem Viertelkab. Doch wohl, auch wenn er eine Seáfläche verkauft hat!? – Nein, nur wenn er eine halbe Seá verkauft hat.",
"R. Aši fragte: Wie ist es, wenn es ein Feld war und in einen Garten umgewandelt wordenist, oder ein Garten war und in ein Feld umgewandelt wordenist!? – Dies bleibt unentschieden.",
"Es wird gelehrt: Wenn essich neben seinemFelde befindet, so gebe er ihm jedes Quantum Landzurück.",
"R. Aši fragte: Gilt ein Brunnen als Teilung? Gilt ein Teich als Teilung? Gilt ein öffentlicher Weg als Teilung? Gilt eine Palmenreihe als Teilung? – Dies bleibt unentschieden.",
"UND NICHT NUR DAS VIERTEL GEBE ER IHM ZURÜCK, SONDERN DEN GANZEN ÜBERSCHUSS. Wo hinaus!? Rabin b. R. Naḥman lehrte: Nicht nur den Überschußgebe er ihm zurück, sondern auch alle Viertel.",
"iii,1SAGTE ER:] ICH VERKAUFE DIR MIT DEM STRICKE GEMESSEN, SEI ES WENIGER ODER MEHR, SO HABEN [DIE WORTE] WENIGER ODER MEHR [DIE WORTE] MIT DEM STRICKE GEMESSEN AUFGEHOBEN."
],
[
"[SAGTE ER:] SEI ES WENIGER ODER MEHR, MIT DEM STRICKE GEMESSEN, SO HABEN [DIE WORTE] MITDEM STRICKE GEMESSEN [DIE WORTE] WENIGER ODER MEHR AUFGEHOBEN – SO BEN NANNOS.",
"GEMARA. R. Abba b. Mamal sagte im Namen Rabhs: Die Genossen des Ben Nannos streiten gegen ihn. – Was lehrt er uns da, wir haben ja gelernt: Einst mietete jemand in Sepphoris von seinem Nächsten ein Badehaus für zwölf Gold[denar] das Jahr, einen Golddenar den Monat,",
"und als die Sachevor R. Šimo͑n b. Gamliél und R. Jose kam, entschieden sie, [die Miete für] den Schaltmonat sei zu teilen!?",
"Wenn nur diese Lehre, so könnte man glauben, diesgelte nur da, wo man sagen kann, er sei zurückgetreten, und man sagen kann, es sei eine Erklärung, nicht aber hierbei, wo er entschieden zurückgetreten ist, so lehrt er uns.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies sind die Worte des Ben Nannos, die Weisen aber sagen, man richte sich nach der einschränkenden Fassung. –",
"‘Dies’, demnach ist er selber nicht dieser Ansicht, und dem widersprechend sagten ja Rabh und Šemuél beide, daß er,",
"[wenn jener gesagt hat:] ich verkaufe dir einen Kor [Getreide] für dreißig [Sela͑], noch bei der letzten Seá zurücktreten könne, und wenn: ich verkaufe dir einen Kor für dreißig, die Seá für einen Sela͑, jede einzeln geeignet habe!? –",
"Vielmehr, ‘dies’, und auch er ist dieser Ansicht. – Ist er denn dieser Ansicht, Šemuél sagte ja, diesgelte nur von dem Falle, wenn er in der Mitte des Monats kommt, wenn er aber am Beginne des Monats kommt, gehöre alles dem Vermieter, und wenn am Schlüsse des Monats, gehöre alles dem Mieter!? –"
],
[
"Vielmehr, tatsächlich ist er nicht dieser Ansicht; dorterfolgt diesaus dem Grunde, weil er esin seinem Besitze hat,",
"und auch hierbei hat er es in seinem Besitze.",
"R. Hona sagte im Namen der Schule Rabhs: [Sagte jemand, er zahle:] einen Stater, hundert Maa͑, so sind es hundert Maa͑, wenn aber: hundert Maa͑, einen Stater, so ist es ein Stater. –",
"Er lehrt uns also, daß man sich nach der letzten Fassung richte, und dies sagte ja Rabh bereits einmal, denn Rabh sagte, wenn er dortwäre, würde er es vollständig dem Vermieter zugesprochen haben!? –",
"Hätte er nur jenes und nicht dieses gelehrt, so könnte man glauben, da sei er zurückgetreten, hierbei aber sei es eine Erklärung, so lehrt e uns."
],
[
"SAGTE ER:] INNERHALB DER ZEICHENUND GRENZEN, SO BLEIBT ES DABEI, WENN DIE DIFFERENZ WENIGER ALS EIN SECHSTEL BETRÄGT; WENN ABER MEHR ALS EIN SECHSTEL, SO ZIEHE ER ES AB.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt : R. Hona sagt, ein Sechstelist wie weniger als ein Sechstel, und R. Jehuda sagt, ein Sechstel ist wie mehr als ein Sechstel.",
"R. Hona sagt, ein Sechstel ist wie weniger als ein Sechstel, und er meint es wie folgt: wenn weniger als ein Sechstel, mit Einschluß eines Sechstels, so bleibt es dabei, wenn aber mehr als ein Sechstel, so ziehe er es ab. R. Jehuda sagt, ein Sechstel ist wie mehr als ein Sechstel, und er meint es wie folgt: wenn weniger als ein Sechstel, so bleibt es dabei, wenn aber mehr als ein Sechstel, mit Einschluß eines Sechstels, so ziehe er es ab.",
"Man wandte ein: [Sagte er:] innerhalb der Zeichen und Grenzen, und ist eine Differenz von weniger oder mehr als einem Sechstel vorhanden, so ist es wie bei der gerichtlichen Schätzungund es bleibt dabei. Bei der gerichtlichen Schätzung ist ja ein Sechstel wie mehr als ein Sechstel!? –",
"R. Hona kann dir erwidern: auch gegen deine Ansicht ist ja einzuwenden: es heißt ja, daß es dabeibleibe!? Vielmehr gleicht es in mancher Hinsicht der gerichtlichen Schätzung und in mancher nicht; es gleicht der gerichtlichen Schätzung hinsichtlich des Sechstels, und es gleicht nicht der gerichtlichen Schätzung, denn bei dieser ist der Kauf aufgehobenund hierbei bleibt es dabei.",
"Einst kaufte R. Papa von einem ein Grundstück,"
],
[
"von dem dieser ihm sagte, es fasse zwanzig Griva, und es faßte nur fünfzehn. Hierauf kam er zu Abajje, und dieser sprach zu ihm: Du warst damit einverstanden. –",
"Es wird ja aber gelehrt, daß, wenn es ein Sechstel weniger ist, es dabei bleibe, und wenn mehr als ein Sechstel, er es abziehe!? – Dies nur, wenn man es nicht wußte, wenn man es aber wußte, so war man damit einverstanden. –",
"Er sagte mir ja aber: zwanzig!? – Die so gut wie zwanzig sind.",
"Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Wenn Brüder teilen, so haben, sobald einer das Los gezogen hat, alle übrigen [ihre Anteile] geeignet. – Aus welchem Grunde? R. Elea͑zar erwiderte: Wie beim Beginne [der Aufteilung] des Jisraéllandes: wie es da durch das Los erfolgt ist, ebenso auch hierbei durch das Los. –",
"Demnach sollte es doch, wie es da mit Urne und Orakel erfolgtist, auch hierbei mit Urne und Orakel erfolgen!? R. Aši erwiderte: Für die Gefälligkeit, daß sie einander gehorchen, beschließen sie, einander zuzueignen.",
"Es wurde gelehrt: Wenn zwei Bruder geteilt haben und darauf ein dritter Bruder aus dem Überseelande gekommen ist, so ist, wie Rabh sagt, die Teilung aufgehoben; Šemuél sagt, sie gebenab.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Nach Rabh, welcher sagt, die Teilung sei aufgehoben, wonach die Entscheidung kassiert werden kann, sollte doch, wenn es drei [Gemeinschafter] sind und zwei geteilthaben, die Teilung aufgehoben werden!? –",
"Es ist ja nicht gleich; da ist die Teilung von vornherein für dreierfolgt, hierbei aber ist die Teilung von vornherein nicht für dreierfolgt.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Nach Šemuél, welcher sagt, sie müssen abgeben, muß ja die Entscheidung bestehen bleiben, und [dem widersprechend] sagten ja Rabh und Šemuél beide, daß er, [wenn jener gesagt hat:] ich verkaufe dir einen Kor [Weizen] für dreißig [Sela͑], noch bei der letzten Seá zurücktreten könne, und wenn: einen Kor für dreißig, die Seá für einen Sela͑, jede einzeln geeignethabe!? –"
],
[
"Da haben die Rabbanan eine Bestimmung getroffen, die dem Verkäufer und dem Käufer gleich lieb ist.",
"Es wurde gelehrt: Wenn fünf Brüder geteilt haben und ein Gläubigerkommt und den Anteil des einen wegnimmt, so ist, wie Rabh sagt, die Teilung aufgehoben; Šemuél sagt, er habe eingebüßt; R. Aši sagt, er erhalte ein Viertelin Grundbesitz undein Viertel bar ersetzt.",
"Rabh sagt, die Teilung sei aufgehoben, denn er ist der Ansicht, Brüder, die geteilt haben, gelten [noch] als Erben.",
"Šemuél sagt, er habe eingebüßt, denn er ist der Ansicht, Brüder, die geteilt haben, gelten als Käufer, und zwar als Käufer ohne Haftung.",
"R. Asi ist es zweifelhaft, ob sie als Erben oder als Käufer gelten, daher erhält er ein Viertel in Grundbesitz und ein Viertel bar.",
"R. Papa sagte: Die Halakha ist bei all diesen Lehren, sie müssen abgeben. Amemar aber sagte: Die Teilung ist aufgehoben. Die Halakha ist: die Teilung ist aufgehoben.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn drei zur Schätzungzusammentreten, und einer [das Grundstück] eine Mine und zwei es zweihundert [Denar] schätzen, oder einer es zweihundert [Denar] und zwei es eine Mine schätzen, so wird der eine durch seine Minorität überstimmt.",
"Wenn einer eine Mine, einer zwanzig [Sela] und einer dreißig schätzt, so wird es mit einer Mine eingeschätzt. R. Eliézer b. R. Çadoq sagt, es werde mit neunzig eingeschätzt. Andere sagen, man berechne [die Differenz] und drittteile sie.",
"Derjenige, welcher sagt, es werde mit einer Mine eingeschätzt, ist der Ansicht, man wähle die Mitte. ‘R. Elie͑zer b. R. Çadoq sagt, es werde mit neunzig eingeschätzt’. Er ist der Ansicht, das Grundstück ist neunzig wert;"
],
[
"der zwanzig schätzte, irrte sich um zehn nach unten, und der eine Mine schätzte, irrte sich um zehn nach oben. –",
"Im Gegenteil, das Grundstück ist hundertundzehn wert; der eine Mine schätzte, irrte sich um zehn nach unten, und der dreißig schätzte, irrte sich um zehn nach oben!? – Man richte sich nach den beiden ersten, deren Schätzung eine Mine nicht übersteigt.",
"‘Andere sagen, man berechne [die Differenz] und dritteile sie’. Sie sind der Ansicht, das Grundstück ist dreiundneunzig und ein Drittel wert; der zwanzig schätzte, irrte sich um dreizehn und ein Drittel nach unten, und der eine Mine schätzte, irrte sich um dreizehn und ein Drittel nach oben und wollte noch höherschätzen, nur tat er dies deshalb nicht, weil er dachte, es genüge, wenn er soviel höher als sein Kollege schätze. –",
"Im Gegenteil, das Grundstück ist hundertdreizehn und ein Drittel wert; der eine Mine schätzte, irrte sich um dreizehn und ein Drittel nach unten, und der dreißig schätzte, irrte sich um dreizehn und ein Drittel nach oben und wollte noch höherschätzen, nur dachte er, es genüge, wenn er soviel höher als sein Kollege schätze!? – Man richte sich nach den beiden ersten, deren Schätzung hundert nicht übersteigt.",
"R. Hona sagte: Die Halakha ist wie die Anderen. R. Aši sprach: Den Grund der Anderen kennen wir nicht, und die Halakha sollten wir nach ihnen entscheiden!? Es wird gelehrt: Die Richter des Exils sagten: Man berechne [die Differenz] und dritteile sie. R. Hona sagte : Die Halakha ist wie die Richter des Exils. R. Aši sprach: Den Grund der Richter des Exils kennen wirnicht, und die Halakha sollten wir nach ihnen entscheiden!?",
"WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGTE: ICH VERKAUFE DIR EIN HALBES FELD, SO SCHÄTZEMAN ES UNTER IHNEN, UND ER ERHÄLT DIE HÄLFTEDES FELDES. [SAGTE ER:] ICH VERKAUFE DIR DIE HÄLFTE AN DER SÜDSEITE, SO SCHÄTZE MAN ES UNTER IHNEN, UND ER ERHÄLT DIE HÄLFTEAN DER SÜDSEITE. ERMUSS DEN PLATZ FÜR DIE MAUERWANDUND FÜR DEN GROSSEN UND DEN KLEINEN GRABENHERGEBEN. WIEVIEL BETRÄGT [DIE BREITE]? DIE DES GROSSEN GRABENS SECHS HANDBREITEN UND DIE DES KLEINEN GRABENS DREI.",
"GEMARA. R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans : Der Käufer erhält die magereSeite. R. Ḥija b. Abba sprach zu R. Joḥanan: Wir haben ja aber gelernt, man schätzees unter ihnen!? Dieser erwiderte; Während du noch in Babylonien Holzdatteln aßest, erklärte ich dies aus dem Schlußsätze.",
"Im Schlußsätze wird gelehrt, [wenn er sagte:] ich verkaufe dir die Hälfte an der Südseite, so schätze man es unter ihnen, und er erhalte die Hälfte an der Südseite. Weshalb schätze man es unter ihnen, er sagte ihm ja: die Hälfte an der Südseite!? Du mußt also erklären, er habe den Geldwert gemeint, ebenso ist auch hierbeider Geldwert zu verstehen.",
"ER MUß DEN PLATZ FÜR DIE MAUERWAND HERGEBEN &C. Es wird gelehrt : Der große Graben befindet sich außerhalb und der kleine Graben innerhalb, beide außerhalb der Mauerwand,"
],
[
"damit kein Tier hinüberspringe. – Sollte man nur den großen Graben und nicht den kleinen errichten!? Dieser ist breit, und es könnte sich in die Mitte aufstellen und hinüberspringen. – Sollte man nur den kleinen Graben und nicht den großen errichten!? – Dieser ist schmal und es könnte sich an den Randaufstellen und hinüberspringen. – Wieviel [beträgt die Entfernung] zwischen dem großen und dem kleinen Graben? – Eine Handbreite.",
"",
"MANCHE [VERWANDTE] BEERBEN UND VERERBEN; MANCHE BEERBEN UND VERERBEN NICHT; MANCHE VERERBEN UND BEERBEN NICHT; UND MANCHE BEERBEN NICHT UND VERERBEN NICHT.",
"FOLGENDE BEERBEN UND VERERBEN: DER VATER SEINE SÖHNE, DIE SÖHNE IHREN VATER, UND BRÜDER VÄTERLICHERSEITS [EINANDER]; DIESE BEERBEN UND VERERBEN. [ES BEERBEN] DER MANN SEINE MUTTER, DER MANN SEINE EHEFRAU UND DIE SÖHNE DER SCHWESTERN; DIESE BEERBEN UND VERERBEN NICHT. [ES VERERBEN] DIE FRAU IHREN SÖHNEN, DIE FRAU IHREM EHEMANNE UND DIE BRÜDER DER MUTTER; DIESE VERERBEN UND BEERBEN NICHT. BRÜDER MÜTTER-LICHERSEITS BEERBEN UND VERERBEN EINANDER NICHT.",
"GEMARA. Weshalb lehrt er zuerst: der Vater seine Söhne, er sollte doch zuerst lehren: die Söhne ihren Vater, denn erstens beginnt man nicht mit einem Unglück, "
],
[
"und zweitens heißt es: wenn jemand stirbt und keinen Sohn hinterläßt!? –",
"Da [der Autor diesen Fall] durch eine Schriftdeutung folgert, so bevorzugt er ihn. –",
"Was ist dies für eine Schriftdeutung? – Es wird gelehrt:Blutsverwandten, das ist der Vater; dies lehrt, daß der Vater den Brüdernvorgehe. Man könnte glauben, er gehe auch seinem Sohne vor, so heißt es :der nächste, der Nächstverwandtegeht vor. –",
"Was veranlaßt dich, den Sohn einzuschließen und den Bruder auszuschließen? – Ich schließe den Sohn ein, da er an Stelle seines Vaters tritt hinsichtlich der Bestimmungund des Erbbesitzfeldes. –",
"Im Gegenteil, man sollte doch den Bruder einschließen, der an Stelle seines Bruders tritt bei der Schwagerehe!? – Die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, ist aber ein Sohn vorhanden, so erfolgt auch keine Schwagerehe. –",
"Also nur wegen dieser Entgegnung, sonst aber könnte man glauben, der Bruder gehe vor, aber es sollte doch schon der Umstand ausreichen,"
],
[
"daß für jenen zwei Gründe sprechen und für diesen nur einer!? –",
"Auch hinsichtlich des Erbbesitzfeldes entnimmt esder Autor nur aus [der Entgegnung:] die Schwagerehe erfolgt nur dann, wenn kein Sohn vorhanden ist, ist aber ein Sohn vorhanden, erfolgt auch keine Schwagerehe. –",
"Vielleicht aber: Blutsverwandten, das ist der Vater; dies lehrt, daß der Vater der Tochter vorgehe; man könnte glauben, er gehe auch einem Sohne vor, so heißt es: der nächste; der Nächstverwandte geht vor!? –",
"Da Sohn und Tochter einander hinsichtlich der Schwagerehegleichen, so gleichen sie einander auch hinsichtlich der Erbschaft. –",
"Vielleicht aber: Blutsverwandten, das ist der Vater ; dies lehrt, daß der Vater den Brüdern des Vaters vorgehe ; man könnte glauben, er gehe auch den Brüdern vor, so heißt es: der nächste, der Nächstverwandte geht vor!? –",
"Hinsichtlich der Brüder des Vatersist kein Schriftvers nötig; die Brüder des Vaters sind ja nur Rechtsnachfolger des Vaters, wieso sollten nun, wenn der Vater lebt, die Brüder des Vaters erben!? –",
"Aber die Schriftverse sind ja nicht in dieser Reihenfolge geschrieben, denn es heißt:wenn aber der Vater keine Brüder hat &c.!? – Die Schriftverse sind nicht in der richtigen Reihenfolge geschrieben.",
"Der folgende Autor entnimmt dies hieraus. Es wird gelehrt: Folgendes trug R. Jišma͑él b. R. Jose vor:Wenn jemand stirbt und keinen Sohn hinterläßt &c. Ist eine Tochter da, so wird der Vater bei der Erbschaft übergangen, nicht aber wird der Vater bei der Erbschaft übergangen, wenn nur Brüder da sind. –",
"Vielleicht aber: ist eine Tochter da, so werden die Brüderbei der Erbschaft übergangen,"
],
[
"nicht aber wird, auch wenn eine Tochter da ist, der Vater bei der Erbschaft übergangen!? – Demnach sollte doch der Allbarmherzige nicht geschrieben haben: ihr sollt übergehen lassen. –",
"Wofür verwendet, der es aus [dem Worte] übergehen entnimmt, [das Wort] Blutsverwandten? – Dieses verwendet er für folgende Lehre: Blutsverwandten, das ist seine Frau; dies lehrt, daß der Mann seine Frau beerbe. –",
"Wofür verwendet, der es aus [dem Worte] Blutsverwandten entnimmt, [das Wort] übergehen? – Er verwendet es für folgende Lehre: Rabbi sagte: Bei allenheißt es geben und bei dieserheißt es übergehen, denn nur bei einer Tochter geht die Erbschaft von einem Stamme zu einem anderen Stammeüber, da ihr Sohn und ihr Mann sie beerben. –",
"Unter Blutsverwandten ist wohl deshalb der Vater zu verstehen, weil es heißt:sie ist die Blutsverwandte deines Vaters, vielleicht aber ist unter Blutsverwandten die Mutter zu verstehen, denn es heißt:sie ist die Blutsverwandte deiner Mutter!?",
"Raba erwiderte: Die Schrift sagt:von seiner Familie, er beerbe ihn, die Familie des Vaters gilt als Familie, die Familie der Mutter gilt nicht als Familie, denn es heißt:nach ihren Familien, dem Hause ihres Vaters. –",
"Es heißt ja aber :es war ein junger Mann aus Beth Leḥem in Jehuda, aus der Familie Jehuda, er war Levi und war da fremd, und da dies sich widerspricht, denn wenn es heißt: er war Levi, so gehörte er ja zum Stamme Levi, und dem widersprechend heißt es: aus der Familie Jehuda, wonach er zum Stamme Jehuda gehörte, so stammte wahrscheinlich sein Vater von Levi und seine Mutter von Jehuda, und es heißt: aus der Familie Jehuda!?",
"Raba b. R. Ḥanan erwiderte: Nein, ein Mann, der Levi hieß. – Wieso sagte Mikha demnach:Nun weiß ich gewiß, daß mir der Herr wohltun wird, denn ich habe einen Levi zum Priester!? – Freilich, daß er einen Mann gefunden hat, der Levi hieß. –",
"Hieß er denn Levi, er hieß ja Jehonathan, denn es heißt:und Jehonathan, der Sohn Geršoms, des Sohnes Menašes, und seine Söhne dienten dem Stamme Dan als Priester!? Dieser erwiderte: Auch gegen deine Auffassung [ist ja einzuwenden:] er stammte ja nicht von Menaše, sondern von Moše, denn es heißt :und die Söhne Mošes waren Geršom und Elie͑zer;",
"die Schrift hängt ihn vielmehr deshalb Menaše an, weil er nach der Handlungsweise Menašesverfuhr, ebenso hängt sie ihn Jehuda an, weil er nach der Handlungsweise Menašes verfuhr, der von Jehuda stammte.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj : Hieraus, daß man die Verderbtheit dem Verdorbenen anhängt. R. Jose b. Ḥanina sagte: Hieraus :und er war auch von schöner Gestalt und ihn hatte sie nach Abšalom geboren. Adonijawar ja der Sohn der Ḥagith und Abšalom der Sohn der Maa͑kha!? Die Schrift hängt ihn also deshalb Abšalom an, weil er sich gleich Abšalom gegen den König auflehnte, ebenso hängt die Schrift jenen Menaše an, weil er nach der Handlungsweise Menašes verfuhr.",
"R. Elea͑zar sagte: Stets schließe sich ein Mensch den Guten an; Moše heiratete die Tochter Jithros, und ihm entstammte Jehonathan, Ahron aber heiratete die Tochter A͑minadabs, und ihm entstammte Pinḥas. –",
"Stammte dann nicht auch Pinḥas von Jithro ab, es heißt ja:und Elea͑zar, der Sohn Ahrons, nahm eine von den Töchtern Puṭiéls zur Frau, wahrscheinlich doch eine, die von Jithro stammte, der Kälber für die Götzen mästete!? – Nein, die von Joseph stammte, der gegen seinen Triebkämpfte. –",
"Aber die Stämme schmähten ihn ja, indem sie zu ihm sprachen: Seht doch diesen Puṭi-Sohn, dessen Großvater mütterlicherseits Kälber für die Götzen mästete, nun hat er einen Stammesfürstenin Jisraél getötet!? –"
],
[
"Vielmehr, stammte der Vater seiner Mutter von Joseph, so stammte die Mutter seiner Muttervon Jithro, und stammte der Vater seiner Mutter von Jithro, so stammte die Mutter seiner Mutter von Joseph. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: von den Töchtern Puṭiéls, zwei. Schließe hieraus.",
"Raba sagte: Wer eine Frau nehmen will, untersuche ihre Brüder, denn es heißt :da nahm Ahron die Elišeba͑, die Tochter A͑minadabs, die Schwester Naḥšons. Wenn es heißt: die Tochter A͑minadabs, so weiß ich ja, daß sie die Schwester Naḥšons war, wozu heißt es noch: die Schwester Naḥšons? Hieraus, daß, wer eine Frau nehmen will, ihre Brüder untersuche. Es wird gelehrt: Die meisten Söhne gleichen den Brüdern der Mutter.",
" Sie kehrten da ein und fragten ihn: Wer hat dich hierher gebracht? Was tust du da? Was hast du hier? Sie sprachen zu ihm: Stammst du nicht von Moše ab, bei dem es heißt:nähere dich nicht hierher? Stammst du nicht von Moše ab, bei dem es heißt:was hast du da in deiner Hand? Stammst du nicht von Moše ab, bei dem es heißt :und du bleibe hier bei mir? Und du willst Götzenpfaff werden!?",
"Er erwiderte ihnen: Folgendes ist mir von meinem väterlichen Hause überliefert: lieber vermiete sich ein Mensch für Fremdendienst, nur nicht seiner Mitmenschen bedürftig werden.",
"Er glaubte, unter Fremdendienstsei der Götzendienst zu verstehen, dem ist aber nicht so, unter Fremdendienst ist ein Dienst, der einem fremd ist, zu verstehen. So sprach Rabh zu R. Kahana : Schinde ein Aas auf der Straße und laß dir Lohn zahlen, und sage nicht: ich bin ein großer Mann, dies paßt nicht für mich.",
"Als David dann sah, daß ihm das Geld besonders lieb war, setzte er ihn zum Aufseher über die Schatzkammern ein, denn es heißt:Šebuél, der Sohn Geršoms, des Sohnes Menašes, war Aufseher über die Schatzkammern. – Sein Name war ja nicht Šebuél, sondern Jehonathan!? R. Joḥanan erwiderte: Er kehrte [šab] zu Gott [él] mit seinem ganzen Herzen zurück.",
"DIE SÖHNE IHREN VATER. Woher dies? – Es heißt:wenn jemand stirbt &c.; nurwenn er keinen Sohn hinterläßt, wenn er aber einen Sohn hinterläßt, geht der Sohn vor. R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht soll, wenn ein Sohn da ist, der Sohn erben, wenn eine Tochter da ist, die Tochter erben, und wenn ein Sohn und eine Tochter da sind, nicht der eine und nicht die andere erben!? –",
"Wer denn"
],
[
"soll erben, etwa der Stadtvogt!? – Ich meine es wie folgt: sind ein Sohn und eine Tochter da, so soll weder der eine alles erben noch die andere alles erben, sondern beide gleichmäßig. –",
"Wäre denn ein Schriftvers dafür nötig, daß, wenn nur ein Sohn da ist, er das ganze Vermögen erbe!? – Vielleicht lehrt dieser nur, daß auch eine Tochter erbberechtigt sei!? – Dies geht hervor aus :und jede Tochter, die zu Erbbesitz gelangt.",
"R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Hieraus [geht dieshervor]:warum soll nun der Name unseres Vaters aus seinem Geschlechte verschwinden, weil er keinen Sohn hat; nur weil er keinen Sohn hatte, wenn aber einer einen Sohn hat, geht der Sohn vor. –",
"Vielleicht hatten esdie Töchter des Çelophhad nur geglaubt, später aberwurde die Tora verliehen und die Halakha fixiert!? – Am richtigsten ist es vielmehr, wie vorher erklärt worden ist.",
"Rabina entnimmt dies aus folgendem: der nächste, der Nächstverwandte geht vor. –",
"Wieso ist ein Sohn näher als eine Tochter; wenn etwa, weil er an Stelle seines Vaters tritt hinsichtlich der Bestimmungund des Erbbesitzfeldes, so scheidet ja die Bestimmung Bei einer Tochter aus, da sie hierfür nicht geeignet ist, und auch hinsichtlich des Erbbesitzfeldes entnimmt er es ja aus eben diesem Einwande: die Leviratsehe erfolgt ja nur dann, wenn kein Sohn da ist!? Am richtigsten ist es vielmehr, wie vorher erklärt worden ist.",
"Wenn du aber willst, sage ich hieraus:so mögt ihr sie auf eure Söhne nach euch vererben, eure Söhne und nicht eure Töchter. – Es heißt ja auch :damit eure Tage und die Tage eurer Söhne sich mehren, demnach wäre auch hierbei zu erklären: eurer Söhne und nicht eurer Töchter!?",
"Anders ist es bei einem Segen.",
"BRÜDER VÄTERLICHERSEITS [EINANDER]; DIESE BEERBEN UND VERERBEN &C. Woher dies? Rabba erwiderte: Dies ist aus [dem Ausdrucke] ‘Brüderschaft’ bei den Söhnen Ja͑qobszu entnehmen, wie es da väterlicherseits und nicht mütterlicherseits war, ebenso ist es auch hierbei väterlicherseits und nicht mütterlicherseits zu verstehen. –",
"Wozu ist dies denn nötig, es heißt ja:von seiner Familie, er beerbe ihn, und nur die Familie des Vaters gilt als Familie, die Familie der Mutter aber gilt nicht als Familie!? –",
"Dem ist auch so, und die Lehre Rabbas bezieht sich auf die Schwagerehe.",
"DER MANN SEINE MUTTER. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten:"
],
[
"Und jede Tochter, die zu Erbbesitz gelangt in einem von den Stämmen der Kinder Jisraél; wie kann es nun Vorkommen, daß eine Tochter zu einem Erbbesitze aus zwei Stämmengelangt? Wenn ihr Vater von einem Stamme und ihre Mutter von einem anderen Stamme abstammt und gestorben sind, und sie sie beerbthat.",
"Ich weiß dies nun von einer Tochter, woher dies von einem Sohne? Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwererezu folgern: wenn eine Tochter, die ein geringeres Recht auf das Vermögen des Vatershat, ein gutes Recht auf das Vermögen der Mutter hat, um wieviel mehr hat ein Sohn, der ein besseres Recht auf das Vermögen des Vatershat, ein gutes Recht auf das Vermögen der Mutter. Und hieraus ferner: wie daein Sohn einer Tochter vorgeht, ebenso geht auch hierbeiein Sohn einer Tochter vor.",
"R. Jose h. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Jose sagten im Namen des R. Zekharja h. Haqaçab: Ein Sohn und eine Tochter gleichen einander bezüglich des Vermögens der Mutter. – Aus welchem Grunde? – Es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon es gefolgert wird. –",
"Hält denn der erste Autor nichts von [der Regel] ‘es genügt’, diese Regel ist ja aus der Tora!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Ein Beispiel für [den Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere:Da sprach der Herr zu Moše: Wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt hätte, sie sich nicht sieben Tage lang schämen müssen; man sollte nun vom Leichter en auf das Schwerere folgern, daß wegen [Beleidigung der] Göttlichkeit dies vierzehn Tage währen sollte;",
"aber es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, von dem es gefolgert wird. –",
"Anderweitig hält er wohl von [der Regel] ‘es genügt’, hierbei aber ist es anders, denn die Schrift sagt: von den Stämmen, sie vergleicht also den mütterlichen Stamm mit dem väterlichen Stamme; wie beim väterlichen Stamme der Sohn der Tochter vorgeht, ebenso geht auch beim mütterlichen Stamme der Sohn der Tochter vor.",
"R. Nithaj wollte eine Entscheidung treffen nach R. Zekharja b. Haqaçab, da sprach Šemuél zu ihm: Wohl nach Zekhar ja b. Haqaçab, aber mit Zekharja ist es aus. R. Tabla traf eine Entscheidung nach R. Zekharja b. Haqaçab, da sprach R. Naḥman zu ihm. Was soll dies? [Dieser erwiderte:] R. Ḥenana b. Šelemja sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Zekharja b. Haqaçab. Jener entgegnete: Geh und widerrufe, sonst treibe ich dir den R. Ḥenana b. Šelemja aus deinen Ohren.",
"R. Ḥon a b. Ḥija wollte eine Entscheidung treffen nach R. Zekharja b. Haqaçab, da sprach R. Naḥman zu ihm: Was soll dies? Dieser erwiderte: R. Ḥona sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Zekharja b. Haqaçab. Jener entgegnete: Soll ich esihm mitteilen? Da wurde er verlegen. Hierauf sprach jener: Wäre R. Ḥona tot, so würdest du mich bekämpft haben. –",
"Wessen Ansicht war er? – Wie Rabh und Šemuél, die beide sagten, die Halakha sei nicht wie R. Zekharja b. Haqaçab.",
"Einst ging R. Jannaj gestützt auf die Schulter seines Dieners R. Šimlaj, und R. Jehuda, der Fürst, kam ihnen entgegen. Da sprach jener: Der Mann, der uns entgegenkommt, ist vornehm und sein Gewand ist vornehm. Als dieser herankam, betastete er ihn und sprach: Auch bei diesemist dasselbe Maßfestgesetzt wie bei einem härenen Gewände.",
"Hierauf fragte ihn dieser: Woher, daß beim Vermögen der Mutter der Sohn der Tochter vorgehe? Jener erwiderte: Es heißt Stämme, dies vergleicht den Stamm der Mutter mit dem Stamme des Vaters: wie beim Stamme des Vaters der Sohn der Tochter vorgeht, ebenso geht auch beim Stamme der Mutter der Sohn der Tochter vor. Dieser entgegnete: Demnach sollte doch, wie beim Stamme des Vaters der Erstgeborene einen doppelten Anteil erhält, auch beim Stamme der Mutter der Erstgeborene einen doppelten Anteil erhalten!?"
],
[
"Da sprach jener zu seinem Diener: Weiter, dieser will nicht lernen. – Was ist wirklich der Grund? Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:von allem, was er besitzt, er und nicht sie. –",
"Vielleicht gilt dies nur von dem Falle, wenn ein Lediger eine Witwe geheiratethat, wenn aber ein Lediger eine Jungfrau geheiratet hat, erhält erwohl!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte : Die Schrift sagt :der Erstling seiner Kraft, seiner Kraft und nicht ihrer Kraft. –",
"Diese Worte deuten ja aber darauf, daß er hinsichtlich der Erbschaft auch dann als Erstgeborener gilt, wenn er nach Fehlgeburten geboren ist; nur wenn das Herz nach ihm Schmerz empfindet, nicht aber, wenn das Herz nach ihm keinen Schmerzempfindet!? –",
"Die Schrift könnte ja sagen: er ist der Erstling der Kraft, wenn es aber seiner Kraft heißt, so ist beides zu entnehmen. –",
"Aber immerhin gilt dies vielleicht nur von dem Falle, wenn ein Witwer eine Jungfraugeheiratet hat, wenn aber ein Lediger eine Jungfrau geheiratet hat, erhält er wohl!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, die Schrift sagt :ihm gehört das Erstgeburtsrecht, das Erstgeburtsrecht gilt nur beim Manne, nicht aber gilt das Erstgeburtsrecht bei der Frau.",
"DER MANN SEINE EHEFRAU. Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Blutsverwandten, das ist die Ehefrau; dies lehrt, daß der Mann seine Ehefrau beerbe. Mari könnteglauben, auch sie beerbe ihn, so heißt es: er beerbe sie; er beerbt sie, nicht aber beerbt sie ihn. –",
"Die Schriftverse lauten ja aber nichtso!? Abajje erwiderte: Erkläre sie wie folgt: Ihr sollt seine Erbschaft dem geben, der ihm am nächsten ist; seine Blutsverwandte soll er beerben.",
"Raba sprach: Ein scharfes Messer zerschneidet die Schriftverse!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: Ihr sollt die Erbschaft seiner Blutsverwandten ihm geben. Er ist der Ansicht, man entferne, man füge hinzuund man lege aus.",
"Der folgende Autor entnimmt dies hieraus. Es wird gelehrt: Er beerbe sie, dies lehrt, daß der Mann seine Ehefrau beerbe – so R. A͑qiba.",
"R. Jišmaél sagt, dies sei nicht nötig; es heißt :und jede Tochter, die zu Erbbesitz gelangt, in einem von den Stämmen der Kinder Jisraél, einen der Familie &c.; die Schrift spricht vom Übergangedurch den Mann.",
"Ferner heißt es :es soll nicht der Erbbesitz bei den Kindern Jisraél von Stamm zu Stamm übergehen. Ferner heißt es :es soll nicht der Erbbesitz von einem Stamme zu einem anderen Stamme übergehen.",
"Ferner heißt es :und als Elea͑zar, der Sohn Ahrons, gestorben war, begrub man ihn auf dem Hügel seines Sohnes Pinḥas. Woher hatte Pinḥas, was Elea͑zar nicht hatte? Dies lehrt, daß Pinḥas eine Frau geheiratet hatte, die er nach ihrem Tode beerbte.",
"Ferner heißt es :und Segub erzeugte Jaír; dieser hatte dreiundzwanzig Städte im Lande Gilea͑d."
],
[
"Woher hattet Jaír, was Segub nicht hatte? Dies lehrt, daß Segub eine Frau geheiratet hatte, die er nach ihrem Tode beerbte. –",
"Wozu ist das ‘ferner’nötig? – Man könnte glauben, die Tora spreche vom Übergange durch den Sohn, der Ehemann aber erbe nicht, so heißtes: es soll nicht der Erbbesitz bei den Kindern Jisraél von Stamm zu Stamm übergehen.",
"Man könnte glauben, damitman dieserhalb ein Verbot und ein Gebot über trete, so heißt es: es soll nicht der Erbbesitz von einem Stamme zu einem anderen übergehen.",
"Wolltest du sagen, damit man dieserhalb zwei Verbote und ein Gebot übertrete, so heißt es: und als Eleẚzar, der Sohn Ahrons, gestorben war &c.",
"Wolltest du sagen, Elea͑zar hatte eine Frau genommen, und als sie starb, beerbte sie Pinḥas, so heißt es: und Segub erzeugte Jaír &c.",
"Wolltest du sagen, bei diesem verhalte es sich ebenso, so wären ja nicht zwei Schriftversenötig.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Woher dies, tatsächlich, kann ich dir erwidern, erbt der Ehemann nicht, denn die Schriftverse sprechen vom Übergange durch einen Sohn, und Jaír und Pinḥas hatten esgekauft!?",
"Dieser erwiderte: Von Pinḥas kannst du nicht erklären, daß er es gekauft hatte, dann das Feld müßte dann im Jobeijahre zurückgekehrtsein, und dieser Fromme wäre dann in einem fremden Grabe bestattet.",
"Vielmehr ist einzuwenden, es kann ihm als Banngutzugefallen sein.",
"Abajje erwiderte: Aber schließlichgeht ja der Erbbesitz vom Stamme der Mutter zum Stamme des Vaters über!? –",
"Wieso denn, vielleicht ist es daanders, da er bereits übergegangenist!? Jener erwiderte: Bereits übergegangen sagen wir nicht.",
"R. Jemar sprach zu R. Aši: Was ist denn dabei, wenn du sagst, bereits übergegangen",
"sagen wir nicht, daß sie einen vom Stamme ihres Vaters heiratet, die Erbschaftgeht ja vom Stamme der Mutter zum Stamme des Vaters über!? –",
"Man verheirate sie an einen Mann, dessen Vater vom Stamme ihres Vaters und dessen Mutter vom Stamme ihrer Mutter abstammt. – Wieso heißt es demnach:"
],
[
"an einen vom Stamme ihres Vaters, es sollte ja heißen: und ihrer Mutter!? – Wenn es so hieße, so könnte man glauben, auch entgegengesetzt, so lehrt er uns.",
"Es gibt eine Lehre, die den [einen Schriftvers] auf den Übergang durch den Sohn, und es gibt eine Lehre, die [den anderen] auf den Übergang durch den Ehemann bezieht. Eine Lehre bezieht ihn auf den Übergang durch den Sohn. Es soll der Erbbesitz bei den Kindern Jisraél nicht von Stamm zu Stamm übergehen; die Schrift spricht vom Übergange durch den Sohn.",
"Du sagst, vom Übergange durch den Sohn, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Übergange durch den Ehemann? Wenn es heißt: es soll der Erbbesitz nicht von einem Stamme zu einem anderen Stamme übergehen, so ist ja schon vom Übergange durch den Ehemann gesprochen, somit spricht der Schriftvers: es soll nicht der Erbbesitz bei den Kindern Jisraél von Stamm zu Stamm übergehen, vom Übergange durch den Sohn."
],
[
"Ein Anderes lehrt: es soll nicht der Erbbesitz von einem Stamme zu einem anderen Stamme übergehen; die Schrift spricht vom Übergange durch den Ehemann.",
"Du sagst, vom Übergange durch den Ehemann, vielleicht ist dem nicht so, sondern vom Übergange durch den Sohn? Wenn es heißt: es soll nicht der Erbbesitz bei den Kindern Jisraél von Stamm zu Stamm übergehen, so ist ja schon vom Übergange durch den Sohn gesprochen, somit spricht der Schriftvers: es soll die Erbschaft nicht von einem Stamme zu einem anderen Stamme übergehen, vom Übergänge durch den Ehemann.",
"Alle stimmen also überein, daß der Schriftvers : von einem Stamme zu einem anderen Stamme, vom Übergänge durch den Ehemann spricht; woher ist dies erwiesen? Rabbab. R. Šila erwiderte : In diesem Schriftverse heißt es Mann. – In beiden heißt es ja Mann!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: In diesem Schriftverse heißt es: anschließen. – In beiden heißt es ja anschließen!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, in diesem Schriftverse heißt es: anschließen, die Stämme. R. Aši erklärte: Der Schriftvers lautet: von einem Stamme zu einem anderen, und ein Sohn ist kein anderer.",
"R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans im Namen R. Jannajs im Namen Rabbis, manche meinen, im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Woher, daß der Ehemann vom Anwartschaftlichennicht ebenso erhält wie vom Vorhandenen? Es heißt: und Segub erzeugte Jaír; dieser hatte dreiundzwanzig Städte im Lande Gilea͑d; woher hatte Jaír, was Segub nicht hatte? Dies lehrt, daß Segub eine Frau geheiratet hatte, die bei Lebzeiten ihrer Erblassergestorben war, und als diese starben, beerbte sie Jaír.",
"Ferner heißt es: und als Elea͑zar, der Sohn Ahrons, gestorben war, begrub &c.; woher hatte Pinḥas, was Elea͑zar nicht hatte? Dies lehrt, daß Elea͑zar eine Frau geheiratet hatte, die bei Lebzeiten ihrer Erblasser gestorben war, und als diese starben, beerbte sie Pinḥas. –",
"Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, Jaír habe seine verstorbene Frau beerbt, so heißt es: und als Elea͑zar, der Sohn Ahrons, gestorben war. Wolltest du sagen, es sei ihm als Banngut zugefallen, so beißt esSohn, eine Erbschaft, auf die er Anspruch, die aber sein Sohn geerbt hatte.",
"DIE SÖHNE DER SCHWESTERN. Es wird gelehrt: Die Söhne der Schwestern, nicht aber die Töchter der Schwestern. –"
],
[
"In welcher Hinsicht? R. Šešeth erwiderte: Hinsichtlich der Bevorzugung.",
"R. Šemuél b. R. Jiçḥaq lehrte vor R. Hona: Er beerbe sie, die Erbschaft zweiter Ordnung wird mit der Erbschaft erster Ordnungverglichen ; wie bei der Erbschaft erster Ordnung der Sohn der Tochter vorgeht, ebenso geht bei der Erbschaft zweiter Ordnung der Sohn der Tochter vor.",
"Rabba b. Ḥanina rezitierte vor R. Naḥman:Am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt; du darfst die Erbschaft am Tage verteilen, nicht aber darfst du die Erbschaft nachts verteilen. – Demnach beerben einen seine Kinder nur wenn er am Tage gestorben ist, nicht aber beerben sie ihn, wenn er nachts gestorben ist!?",
"Du meinst wahrscheinlich die Gerichtsverhandlungin Erbschaftssachen, denn es wird gelehrt :Das soll den Kindern Jisraél als Rechtssatzung gelten; der ganze Abschnitt bezieht sich auf die Gerichtsverhandlung.",
"Dies nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagte: Wenn drei [Personen] einen Kranken besuchen, so können sie, wenn sie wollen, [seine Verfügung]niederschreiben, und wenn sie wollen, eine Gerichtsverhandlung abhalten; sind es zwei, so können sie nur [seine Verfügung] niederschreiben, aber keine Gerichtsverhandlungabhalten. Hierzu sagte R. Ḥisda: Dies nur, wenn am Tage,"
],
[
"nachts aber dürfen auch drei nur [seine Verfügung] niederschreiben, nicht aber eine Gerichtsverhandlung abhalten, weil sie dann nur als Zeugen gelten, und ein Zeuge nicht Richter sein kann. Jener erwiderte: Freilich, so meine ich es auch.",
"Es wurde gelehrt: Wie lange kann man bei einer Zueignungzurücktreten? Rabba sagt, während der ganzen Dauer der Sitzung; R. Joseph sagt, solange sie sich mit der Angelegenheit befassen.",
"R. Joseph sprach: Meine Ansicht ist einleuchtend, denn R. Jehuda sagte, wenn drei [Personen] einen Kranken besuchen, so können sie, wenn sie wollen, [seine Verfügung] niederschreiben, und wenn sie wollen, eine Gerichtsverhandlung abhalten. Wenn man nun sagen wollte, während der ganzen Dauer der Sitzung, so ist ja zu berücksichtigen, er könnte zurücktreten!?",
"R. Aši sagte: Ich trug dies R. Kahana vor, da sprach er zu mir: Stimmt dies denn nach R. Joseph, es ist ja zu berücksichtigen, er könntezurücktreten!?"
],
[
"Du mußt also erklären, erst wenn sie die Angelegenheit beendethaben, ebenso ist auch zu erklären, sobald sie auf gestanden sindund sich wieder niedergesetzt haben. Die Halakha ist wie R. Joseph bei einem Felde, bei der Angelegenheitund bei der Hälfte.",
"DIE FRAU IHREN SÖHNEN &C. Wozu ist dies wiederum nötig, er lehrte ja bereits im Anfangsatze: der Mann seine Mutter und der Mann seine Frau!? –",
"Folgendes lehrt er uns: eine Frau [vererbt] ihrem Sohne, wie eine Frau ihrem Ehemanne vererbt: wie bei der Beerbung einer Frau durch ihren Ehemann der Mann seine Frau nicht beerbt, wenn sie sich im Grabebefindet, ebenso gilt dies auch von der Beerbung einer Frau durch ihren Sohn: der Sohn beerbt nicht seine Mutter, wenn er sich im Grabe befindet, um es seinen Brüdern väterlicherseits zu vererben.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Jehuda b. R. Šimo͑n: Eine Frau beerbt ihren Sohn nach der Tora, denn es heißt Stämme, und dies vergleicht den Stamm der Mutter mit dem Stamme des Vaters: wie beim Stamme des Vater der Vater seinen Sohn beerbt, ebenso beerbt beim Stamme der Mutter die Frau ihren Sohn."
],
[
"R. Joḥanan wandte gegen R. Jehuda b. R. Šimo͑n ein: [Es vererben] die Frau ihrem Sohne, die Frau ihrem Ehemanne und die Brüder der Mutter; diese vererben und beerben nicht!? Dieser erwiderte: Ich weiß nicht, wer diese Mišna gelehrt hat.",
"Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht des R. Zekharja b. Haqaçab, der [das Wort] Stämme nicht auslegt!? –",
"Die Mišna kann R. Zekharja b. Haqaçab nicht addiziert werden, denn diese lehrt: und die Söhne der Schwestern, und hierzu wird gelehrt: Die Söhne der Schwestern, nicht aber die Töchter der Schwestern, und auf unsere Frage, in welcher Hinsicht dies von Bedeutung sei, erwiderte R. Šešeth, hinsichtlich der Bevorzugung.",
"Wieso kann man nun sagen, sie vertrete die Ansicht des R. Zekharja b. Haqaçab, dieser sagt ja, Sohn und Tochter seien beim Vermögen der Mutter gleichberechtigt.",
"Welcher Ansicht ist unser Autor: legt er [das Wort] Stämme aus, so sollte auch eine Frau ihren Sohnbeerben, und legt er [das Wort] Stämme nicht aus, woher weiß er, daß ein Sohn der Tochter beim Vermögen der Mutter vorgehe!? –",
"Tatsächlich legt er [das Wort] Stämme aus, nur ist es hierbeianders, denn die Schrift sagt :und jede Tochter, die zu Erbbesitz gelangt, sie kann nur erben, nicht aber vererben.",
"DIE ORDNUNG DER ERBSCHAFT IST FOLGENDE:Wenn jemand stirbt und keinen Sohn hinterläßt, so sollt ihr sein Erbe auf seine Tochter übergehen lassen.EIN SOHN GEHT DER TOCHTER VOR, UND DIE NACHKOMMEN DES SOHNES GEHEN DER TOCHTER VOR; EINE TOCHTER GEHT DEN BRÜDERN VOR, UND DIE NACHKOMMENDER TOCHTER GEHEN DEN BRÜDERN VOR; DIE BRÜDER GEHEN DEN BRÜDERN DES VATERS VOR, UND DIE NACHKOMMEN DER BRÜDER GEHEN DEN BRÜDERN DES VATERS VOR.",
"DIE REGEL HIERBEI IST: WER BEI DER ERBSCHAFT VORGEHT, DESSEN NACHKOMMEN GEHEN AUCH VOR; DER VATER GEHT ALL SEINENNACHKOMMEN VOR.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Sohn; ich weiß dies nur vom Sohnedes Sohnes und von der Tochter des Sohnes, woher dies vom Sohne der Tochter und von der Tochter der Tochter? Es heißt: hat er nicht, man forschenach.",
"Tochter; ich weiß dies nur von einer Tochter, woherdies vom Sohne der Tochter, der Tochter der Tochter und der Tochter des Sohnes des Sohnes? Es heißt: hat er nicht, man forsche nach."
],
[
"Auf welcheWeise? Die Erbschaft reicht hinauf bis Reúben. – Sollte er doch sagen: bis Ja͑qob!? Abajje erwiderte: Es ist uns überliefert, daß ein Stamm nicht aussterbe.",
"R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand sagt, selbst der Fürst in Jisraél, die Tochter erbe mit der Tochter des Sohnes, so höre man nicht auf ihn, denn diesist nur ein Brauch der Saduzäer. Es wird nämlich gelehrt: Am vierundzwanzigsten Ṭebeth kehrten wir zu unserem Rechte zurück. Die Saduzäer sagten nämlich, eine Tochter erbe mit der Tochter des Sohnes;",
"da ließ sich R. Joḥanan b. Zakkaj mit ihnen ein und sprach zu ihnen: Toren, woher wißt ihr dies? Niemand aber war da, der ihm zu antworten wußte, nur ein Alter plapperte etwas gegen ihn und sprach: Wenn einen die Tochter seines Sohnes, die nur Rechtsnachfolgerin seines Sohnes ist, beerbt, um wieviel mehr seine eigene Tochter, die seine Rechtsnachfolgerin ist.",
"Da las er ihm folgenden Schriftvers vor:Dies sind die Söhne Sei͑rs, des Ḥoriters, die Einwohner des Landes: Loṭan, Šobal, Çibeo͑n und A͑na, und ferner heißt es:dies sind die Söhne Çibéo͑ns: Ajja und A͑na. Dieslehrt, daß Çibeo͑n seine Mutter beschlief und A͑na zeugte. –",
"Vielleicht waren es zwei A͑na!? Rabba erwiderte: Ich habe etwas gesagt, was nicht einmal König Sapor, das ist nämlich Šemuél, gesagt hat. Manche sagen: R. Papa erwiderte: Ich habe etwas gesagt, was nicht einmal König Sapor, das ist nämlich Rabba, gesagt hat. Die Schrift sagt:das ist der Ana, das ist derselbe A͑na von vorher.",
"Hierauf sprach jener: Meister, damitwillst du mich abfertigen!? Dieser erwiderte: Tor,"
],
[
"sollte etwa unsere vollkommene Tora nicht soviel sein, wie euer eitles Geschwätz!? Wohl gilt diesvon der Tochter des Sohnes, die erbberechtigt ist gleich den Brüdern, während eine Tochter nicht erbberechtigt ist gleich den Brüdern. Da waren sie besiegt, und jenen Tag machte man zu einem Festtage.",
"Sie sprachen: Ein Erbteil der Rettung bleibe Binjamin, daß nicht ein Stamm aus Jisraél hinweggetilgt werde.",
"R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis sagte: Dies lehrt, daß sie über den Stamm Binjamin bestimmten, daß die Tochter des Sohnes nicht mit den Brüdernerbe.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj : Wenn jemand keinen Sohn hinterläßt, der ihn beerbt, so gerät der Heilige, gepriesen sei er, über ihn in Zorn. Hierbeiheißt es:ihr sollt seinen Erbbesitz übergehen lassen, und dortheißt es: ein Tag des Zornesist jener Tag.",
"Bei denen kein Wechsel ist, und die Gott nicht fürchten. R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi [streiten hierüber]; einer erklärt, der keinen Sohn hinterläßt, und einer erklärt, der keinen Schüler hinterläßt.",
"Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, der keinen Schüler erklärt, denn R. Joḥanan sagte: Dies ist ein Knochendes zehnten Sohnes. –",
"Wenn nun R. Joḥanan es ist, der keinen Schüler erklärt, so ist es ja R. Jehošua͑ b. Levi, der keinen Sohn erklärt,",
"und [dem widersprechend] ging ja R. Jehošua͑ b. Levi ins Leichenhausnur zu einem, der ohne Söhne starb, denn es heißt :weinet, weinet über den, der dahingeht, und R. Jehuda erklärte im Namen Rabhs, über den, der ohne ein männliches Kind dahingegangen ist!? Vielmehr, R. Jehošua͑ b. Levi ist es, der keinen Schüler erklärt. –",
"Wenn nun R. Jehošua͑ b. Levi es ist, der keinen Schüler erklärt, so ist es ja R. Joḥanan, der keinen Sohn erklärt,",
"somit befindet sich ja R. Joḥanan mit sich selber in einem Widerspruche!? – Das ist kein Widerspruch; das eine ist seine eigene Ansicht, das andere ist die seines Lehrers.",
"",
"R. Pinḥas b. Ḥama trug vor : Es heißt :und Hadad vernahm in Miçrajim, daß David sich zu seinen Vätern gelegt habe, und daß der Feldhauptmann Joa͑b gestorben sei. Weshalb wird bei David [der Ausdruck] ‘legen’ und bei Joa͑b [der Ausdruck] ‘sterben’ gebraucht? – David hinterließ einen Sohn, daher wird bei ihm [der Ausdruck] ‘legen’ gebraucht, Joa͑b hinterließ keinen Sohn, daher wird bei ihm [der Ausdruck] ‘sterben’ gebraucht. –",
"Hinterließ denn Joa͑b keinen Sohn, es heißt ja:und von den Söhnen Joa͑bs: O͑badja, der Sohn Jeḥiéls!? – Vielmehr, David hinterließ einen Sohn seinesgleichen, daher wird bei ihm [der Ausdruck] ‘legen’ gebraucht, Joa͑b hinterließ keinen Sohn seinesgleichen, daher wird bei ihm [der Ausdruck] ‘sterben’ gebraucht.",
"R. Pinḥas b. Ḥama trug vor : Schlimmer ist die Armut im Hause eines Menschen als fünfzig Plagen, denn es heißt: erbarmt euch mein, erbarmt euch mein, ihr Freunde, denn getroffen hat mich die Hand Gottes. Und sie erwiderten ihm:hüte dich, wende dich nicht zum Frevel, denn durch diesen wirst du Armut wählen.",
"R. Pinḥas b. Ḥama trug vor: Wer einen Kranken in seinem Hause hat, gehe zu einem Weisen, daß er für ihn um Erbarmen flehe, denn es heißt: des Königs Grimm gleicht Todesboten, ein weiser Mann aber besänftigt ihn.",
"DIE REGEL HIERBEI IST: WER BEI DER ERBSCHAFT VORGEHT, DESSEN NACHKOMMEN GEHEN AUCH VOR; DER VATER GEHT ALL SEINEN NACHKOMMEN VOR. Rami b. Ḥama fragte: Wer geht von Vater des Vaters und Bruder des Vaters, beispielsweise Abraham und Jišma͑él beim Vermögen E͑savs, dem anderen vor? Raba erwiderte: Komm und höre: Der Vater geht all seinen Nachkommen vor. – Und Rami b. Ḥama!? –"
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[
"In seinem Scharfsinne dachte er darüber nicht nach.",
"Rami b. Ḥama fragte: Wer geht von Vater des Vaters und dessenBruder, beispielsweise Abraham und Jẚqob beim Vermögen E͑savs, dem anderen vor? Raba erwiderte: Komm und höre: Der Vater geht all seinen Nachkommen vor. – Und Rami b. Ḥama!? – Seinen Nachkommen, nicht aber den Nachkommen seines Sohnes.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt: die Regel hierbei ist: wer bei der Erbschaft vorgeht, dessen Nachkommen gehen auch vor. Wenn Jiçḥaqda wäre, würde er vorgegangen sein, wenn aber Jiçḥaq nicht da ist, geht Ja͑qobvor. Schließe hieraus.",
"DIE TÖCHTER ÇELOPHḤADSERHIELTEN DREI ANTEILE VOM ERBBESITZE: DEN ANTEIL IHRES VATERS, DER ZU DEN AUSZÜGLERN AUS MIÇRAJIM GEHÖRTE, UND DEN ANTEIL, DEN DIESER MIT SEINEN BRÜDERN AM VERMÖGEN ḤEPHERSHATTE, UND ZWAR WAREN ES ZWEI ANTEILE, DA ERERSTGEBORENER WAR."
],
[
"GEMARA. Wir lernen also übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajimverteilt,",
"denn es wird gelehrt: R. Jošija sagte, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, denn es heißt:nach den Namen ihrer väterlichen Stämme sollen sie erben; wie aber halte ich aufrecht [die Worte] :an diese ist das Land erblich zu verteilen? An diese, gleich diesen; dies schließt die Minderjährigenaus.",
"R. Jonathan sagt, das Land wurde an die Einzügler in das Landverteilt, denn es heißt: an diese ist das Land erblich zu verteilen; wie aber halte ich aufrecht [die Worte]: nach den Namen ihrer väterlichen Stämme sollen sie erben? Diese Erbschaft ist anders als alle anderen Erbschaften der Welt; bei allen Erbschaften der Welt beerben die Lebenden die Toten, hierbei aber beerbten die Toten die Lebenden.",
"Rabbi sprach : Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Zwei Priesterbrüder sind in einer Stadt, einer hat einen Sohn und einer hat zwei Söhne; wenn sie zur Tennegehen, so erhält, der einen Sohn hat, einen Teil, und der zwei Söhne hat, zwei Teile; später aber bringen sie alles zum Vater ihres Vatersund teilen gleichmäßig.",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt,"
],
[
"das Land wurde an diese und an jene verteilt, um diese beiden Schriftverse aufrecht zu erhalten. Und zwar, gehörte einer zu den Auszüglern aus Miçrajim, so erhielt er seinen Anteil mit den Auszüglernaus Miçrajim, gehörte einer zu den Einzüglernin das Land, so erhielt er seinen Anteil mit den Einzüglern in das Land, und gehörte einer zu diesen und zu jenen, so erhielt er seinen Anteil mit diesen und mit jenen.",
"Den Anteil der Kundschaftererhielten Jehošua͑ und Kaleb. Die Murrendenund die Rotte Qorahshatten keinen Anteil am Lande; ihre Söhne aber erhielten einen durch das Verdienst der Väter ihrer Väter und der Väter ihrer Mütter. –",
"Woher ist es erwiesen, daß [die Worte]: nach den Namen ihrer väterlichen Stämme, sich auf die Auszügler aus Miçrajim beziehen, vielleicht sagte er es zu den Stämmen!? Es heißt:ich will es euch zum Erbbesitze geben, ich der Herr, es ist euer von euren Vätern stammender Erbbesitz; und dies sagte er zu den Auszüglern aus Miçrajim.",
"",
"R. Papa sprach zu Abajje: Einleuchtend ist nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, der Schriftvers :dem, der zahlreich ist, sollt ihr ausgedehnten Erbbesitz geben, und dem, der gering ist, sollt ihr einen kleinen Erbbesitz geben;"
],
[
"welchen Sinn aber haben die Worte: dem, der zahlreich ist, sollt ihr ausgedehnten Erbbesitz geben, nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Einzügler ins Landverteilt!? – Dies ist ein Einwand.",
"Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, daß die Töchter Çelophḥads geklagthaben, weshalb aber klagten sie nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Einzügler in das Land verteilt, er war ja nicht da, wieso sollte er erhalten!? –",
"Wegen der Rückgabe und der Beteiligung an den Gütern Ḥephers. –",
"Einleuchtend ist es nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, daß die Söhne Josephs klagten, wie es heißt :da sprachen die Söhne Josephs, weshalb aber klagten sie nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Einzügler in das Land verteilt, sie erhielten ja alle!? –",
"Wegen der Unmündigen, die bei ihnen zahlreich waren.",
"Abajje sagte: Hierausist zu entnehmen, daß unter ihnen keiner war, der nichts erhalten hätte, denn wenn man sagen wollte, daß unter ihnen jemand war, der nichts erhalten hatte, so würde er ja ebenfalls geklagt haben. Wolltest du erwidern, er habe auch geklagt, jedoch habe esdie Schrift nur von denen mitgeteilt, bei welchen es von Erfolg war, nicht aber von denen, bei welchen es nicht von Erfolg war, so hat es ja die Schrift auch von den Söhnen Josephs mitgeteilt, bei welchen es ebenfalls ohne Erfolg war. –",
"Bei diesen erteilt sie uns damit einen guten Rat, daß sich ein Mensch vor einem bösen Auge in acht nehme, und das ist es, was Jehošua͑ zu ihnen sagte, denn es heißt:Da sprach Jehošua͑ zu ihnen: Wenn du viel Volkes bist, so ziehe in den Wald hinauf. Er sprach nämlich zu ihnen: Geht, versteckt euch in die Wälder, damit das böse Auge über euch keine Gewalt habe."
],
[
"Sie erwiderten ihm: Wir stammen vom Samen Josephs ab, über den das böse Auge keine Gewalt hatte, denn es heißt:ein fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an der Quelle [a͑le a͑jin], und R. Aḥahu sagte, man lese nicht a͑le a͑jin, sondern o͑le a͑jin [das Auge übersteigend].",
"R. Jose b. Ḥanina sagte: Hieraus :sie mögen sich fischähnlich auf Erden vermehren, wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das Auge keine Gewalt über sie hat, ebenso hat über den Samen Josephs das Auge keine Gewalt.",
"«Den Anteil der Kundschafter erhielten Jehošua͑ und Kaleb.» Woher dies? Úla erwiderte: Die Schrift sagt:Je/10$1za, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jephunnes, lebten allein von allen Männern) was ist nun unter ‘lebten’ zu verstehen, wollte man sagen wörtlich, sie blieben leben, so heißt es ja bereits anderweitig :keiner von ihnen war übrig ben außer Kaleb, dem Sohne Jephunnes, und Jehošua͑, dem Sohne Nuns!? Vielmehr ist unter ‘lebten’ zu verstehen, sie lebten mit dem Anteile jener.",
"«Die Murrenden und die Rotte Qoraḥs hatten keinen Anteil am Lande.» Es wird ja aber gelehrt: den Anteil der Kundschafter, der Murrenden und der Rotte Qoraḥs erhielten Jehošua͑ und Kaleb!? – Das ist kein Widerspruch; einer vergleicht die Murrenden mit den Kundschaftern, und einer vergleicht nicht die Murrenden mit den Kundschaftern.",
"Es wird nämlich gelehrt :unser Vater ist in der Steppe gestorben, das ist Çelophḥad; er gehörte jedoch nicht zu der Rotte, das ist die Rotte der Kundschafter; die sich wider den Herrn zusammenrottete, das sind die Murrenden; in der Rotte Qoraḥs, dem Wortlaute gemäß.",
"Einer vergleicht also die Murrenden mit den Kundschaftern, und einer vergleicht nicht die Murrenden mit den Kundschaftern.",
"Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Sollten denn nach demjenigen, der die Murrenden mit den Kundschaftern vergleicht, Jehošua͑ und Kaleb das ganze Jisraéllandgeerbt haben!? Dieser erwiderte: Wir sprechen von den Murrenden bei der Rotte Qoraḥs.",
"Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Einleuchtend ist nach demjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, der Schriftvers :so entfielen auf Menaše zehn Anteile; sechs für die sechs Familienhäupterund vier, die sieerhielten, das sind also zehn;",
"nach demjenigen aber, welcher sagt, an die Einzügler in das Land, waren es ja nur acht; sechs für die sechs Familienhäupter und zwei, die sie erhielten, das sind also acht!? –",
"Nach deiner Auffassung ist ja auch gegen denjenigen, welcher sagt, das Land wurde an die Auszügler aus Miçrajim verteilt, einzuwenden, es waren ja nur neun!? Du mußt also erklären, sie hatten noch einen Bruderdes Vaters, ebenso ist auch nach jenem zu erklären, sie hatten noch zwei Brüder des Vaters.",
"Es wird nämlich gelehrt :Du sollst ihnen geben, das ist der Erbbesitz ihres Vaters; unter den Brüdern ihres Vaters, das ist der Erbbesitz des Vaters ihres Vaters; und sollst den Erbbesitz ihres Vaters auf sie übergehen lassen, das ist der Erstgeburtsanteil.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, sie erhielten auch den Anteil des Bruders ihres Vaters, denn es heißt: du sollst ihnen geben. Und nach demjenigen, welcher sagt, sie hatten zwei Brüder ihres Vaters, ist dies aus [den Worten] Besitz der Erbschaft zu entnehmen.",
"Ferner sprach R. Papa zu Abajje: Wen zählt der Schriftversauf : zählt er die Familienhäupter, so waren es ja nur sechs, und zählt er auch die Angehörigen mit, so waren es ja mehr!? –"
],
[
"Tatsächlich zählt er die Familienhäupter, nur lehrt er uns, daß die Töchter Çelophḥads den Erstgeburtsanteilerhielten, woraus zu entnehmen ist, daß das Jisraélland bereits ersessen war.",
"Der Meister sagte: Ihre Söhne aber erhielten einen durch das Verdienst der Väter ihrer Väter und der Väter ihrer Mütter. Es wird ja aber gelehrt: durch ihr eigenes Verdienst!? – Das ist kein Widerspruch; eines nach demjenigen, welcher sagt, an die Auszügleraus Miçrajim, und eines nach demjenigen, welcher sagt, an die Einzügler in das Land.",
"Wenn du aber willst, sage ich: beides nach demjenigen, welcher sagt, an die Einzügler in das Land, dennoch besteht hier kein Widerspruch, denn eines gilt von solchen, die bereits zwanzig [Jahre] altwaren, und eines von solchen, die keine zwanzig [Jahre] alt waren.",
"UND ZWAR WAREN ES ZWEI ANTEILE, DA ER ERSTGEBORENER WAR. Weshalb denn, es war ja nur Anwartschaftliches, und der Erstgeborene erhält ja nichtvom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Von den Pflöckender Zelte.",
"Rabba wandte ein: R. Jehuda sagt, die Töchter Çelophḥads erhielten vier Teile, denn es heißt: es entfielen auf Menaše zehn Anteile!? Vielmehr, erklärte Rabba, das Jisraélland war bereits ersessen.",
"Man wandte ein : R. Ḥidqa sagte: Šimo͑n aus Šiqmona war mein Kollege unter den Schülern R. A͑qibas, und er sagte folgendes: Unser Meister Moše wußte selber, daß die Töchter Çelophḥads erbberechtigt sind, nur wußte er nicht, ob sie auch den Erstgeburtsanteil zu erhalten haben oder nicht.",
"Eigentlich sollte also der Abschnitt von der Erbschaft durch Moše geschrieben werden, nur hatten sich die Töchter Çelophḥads verdient gemacht, und so wurde er durch sie geschrieben.",
"Ferner wußte Moše, daß der Holzsammlerhinzurichten sei, denn es heißt:wer ihn entweiht, soll sterben, nur wußte er nicht, durch welche Todesart er hinzurichten sei. Eigentlich sollte also der Abschnitt vom Holzsammler durch Moše geschrieben werden, nur hatte sich der Holzsammler mit Schuld beladen, und so wurde er durch ihn geschrieben. Dies lehrt dich,"
],
[
"daß man Verdienstliches durch einen Verdienstlichen und Schuld durch einen Schuldigen herbeiführe.",
"Wenn man nun sagen wollte, das Jisraélland war bereits ersessen, so konnte esihm ja nicht zweifelhaft sein!? –",
"Dies eben war ihm zweifelhaft; es heißt:ich gebe es euch zum Erbbesitze, ich der Herr; ist es ein von euren Vätern herrührender Erbbesitz, oder ihr Erbbesitz, den sie vererbt aber nicht geerbt haben.",
"Man entschied ihm dann beides!: es ist euer von euren Vätern herrührender Erbbesitz, und es ist ihr Erbbesitz, den sie vererbt, aber nicht geerbt haben. Hierauf deutet folgender Schriftvers :du wirst sie bringen und auf dem Berge deines Besitztumes pflanzen; es heißt nicht: du wirst uns bringen, sondern: du wirst sie bringen; dies lehrt, daß sie weissagten und nicht wußten, was sie weissagten.",
"Sie traten vor Moše und den Priester Elea͑zar und die Fürsten und die ganze Gemeinde. Ist es denn möglich, daß sie zuerst vor Moše traten und er ihnen nichts sagen konnte, und dann erst vor die Fürsten und die Gemeinde!?",
"Vielmehr wende man den Schriftvers um und lege ihn aus– so R. Jošija. Abba Ḥanan erklärte im Namen R. Elea͑zars: Sie saßen alle im Lehrhause, und jene traten vor sie allehin. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Nach der einen Ansicht erweise man einem Schüler Ehrung in Gegenwartdes Lehrers, und nach der anderen Ansicht erweise man nicht.",
"Die Halakha ist, man erweise wohl. Die Halakha ist, man erweise nicht. – Die beiden Halakhas widersprechen ja einander!? – Das ist kein Widerspruch; eines, wenn der Lehrer ihm Ehrungerweist, und eines, wenn der Lehrer ihm keine Ehrung erweist.",
"Es wird gelehrt: Die Töchter Çelophḥads waren weise, in der Deduktion kundig und fromm.",
"Sie waren weise, denn sie sprachen zur geeigneten Zeit. R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte nämlich: Unser Meister Moše saß dann und trug vor über den Abschnitt von der Schwagerehe, denn es heißt:wenn Brüder beisammen wohnen; da sprachen sie zu ihm: Gelten wir als Söhne, so gib uns den Erbbesitz gleich einem Sohne, wenn aber nicht, so soll an unserer Mutter die Schwagerehe vollzogen werden. Hierauf :da brachte Moše ihre Rechtssache vor den Herrn.",
"Sie waren in der Deduktion kundig, denn sie sprachen: Wenn er einen Sohn hätte, würden wir nicht gesprochen haben. – Es wird ja aber gelehrt: eine Tochter!? R. Jirmeja erwiderte: Streiche [die Lehre von der] Tochter. Abajje erklärte: Selbst wenn er eine Tochter von einem Sohne hinterlassen hätte, würden wir nicht gesprochen haben.",
"Sie waren fromm, denn sie verheirateten sich nur an solche, die ihrer würdig waren. R. Elie͑zer b. Ja͑qob lehrte: Selbst die Jüngste unter ihnen heiratete nicht unter vierzig Jahren. –",
"Dem ist ja aber nicht so. R. Ḥisda sagte ja, wenn eine [Frau] unter zwanzig heiratet, gebäre sie bis sechzig, wenn mit zwanzig, gebäre sie bis vierzig, und wenn mit vierzig, gebäre sie überhaupt nicht mehr!? – Vielmehr, da sie fromm waren, so geschah ihnen ein Wunder wie der Jokhebed. Es heißt nämlich :da ging ein Mann aus dem Hause Levis und heiratete die Tochter Levis;"
],
[
"wieso nennt er sie ‘Tochter’, wo sie dann bereits hundertunddreißig Jahre alt war!? R. Ḥama b. Ḥanina sagte nämlich, es sei Jokhebed gewesen, die auf dem Wegekonzipiert und zwischen den Mauern geboren wurde, denn es heißt:die Levi in Miçrajim geboren ward,",
"nur ihre Geburt war in Miçrajimerfolgt, ihre Konzeption aber erfolgte außerhalb Miçrajims. Wieso nennt er sie nun ‘Tochter’!? R. Jehuda b. Zebina erklärte: Dies lehrt, daß sich bei ihr Merkmale der Jugend einstellten; das Fleisch wurde geschmeidig, die Runzeln wurden glatt, und die Schönheit trat wieder ein.",
"Er nahm; es sollte doch heißen: er nahm wieder!? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Dies lehrt, daß er mit ihr wie bei einer erstmaligen Heirat verfuhr; er setzte sie auf eine Sänfte und Ahron und Mirjam sangen vor ihr; und die Dienstengel sprachen :Die Mutter der Kinder freut sich.",
"Dortzählt sie die Schrift nach ihrem Alter und danach ihrer Weisheit. Dies ist eine Stütze für R. Ami, denn R. Ami sagte: Bei einer Sitzungrichte man sich nach der Weisheitund beim Gastmahlerichte man sich nach dem Alter. R. Aši sagte: Dies nur dann, wenn er in der Weisheit ausgezeichnet ist, und nur dann, wenn er durch Alter ausgezeichnet ist.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Töchter Çelophḥads waren einander gleich, denn es heißt:sie waren, ein sein für alle.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Töchter Çelophḥads durften Männer aus jedem beliebigen Stamme heiraten, denn es heißt :sie mögen sich verheiraten, mit wem es ihnen gefällt; wie aber halte ich aufrecht [den Schriftvers] : nur müssen sie sich an einen Angehörigen ihres väterlichen Stammes verheiraten? Die Schrift gab ihnen einen guten Rat, nur solche zu heiraten, die ihrer würdigwaren.",
"Rabha wandte ein:Sprich zu ihnen, zu denen, die am Berge Sinaj gestanden haben; für eure Generationen, das sind die kommenden Generationen. Wenn es den Väterngesagt wurde, wozu den Söhnen, und wenn den Söhnen, wozu den Vätern? Weil manches nur den Vätern geboten wurde und nicht den Söhnen, und manches nur den Söhnen und nicht den Vätern.",
"Den Vätern, denn es heißt :und jede Tochter, die zu Erbbesitz gelangt ; viele Gebote hingegen wurden nur den Söhnenanbefohlen. Es gibt also manches, was nur den Vätern und nicht den Söhnen, und manches, was nur den Söhnen und nicht den Vätern geboten wurde. Daher mußte es den Vätern besonders und den Söhnen besonders gesagt werden.",
"Hier heißt es also: den Vätern, denn es heißt: und jede Tochter, die zu besitz gelangt !? Er erhob diesen Einwand und er selber erklärte es auch: mit Ausnahme der Töchter Çelophḥads.",
"Der Meister sagte: Den Vätern, denn es heißt: und jede Tochter, die zu Erbbesitz gelangt. Nur den Vätern und nicht den Söhnen; woher ist dieser wiesen? Raba erwiderte: Die Schrift sagt :das ist das Wort, diese Wortehatten Geltung nur für jene Generation.",
"Rabba der Kleine sprach zu R. Aši: Beim außerhalb Geschlachtetenheißt es ja ebenfalls :das ist das Wort, demnach hatte dies Geltung nur für jene Generation!? – Anders ist es da, wo es heißt:für ihre Generationen. –"
],
[
"Bei den Stammeshäupternheißt es ja ebenfalls:das ist das Wort, demnach hatte es Geltung nur für jene Generation!? Dieser erwiderte: Hinsichtlich dieses Gesetzes ist diesdurch [das Wort] das von jenem zu folgern. –",
"Sollte dies auch hinsichtlich des anderen Gesetzesdurch [das Wort] das von jenem gefolgert werden!? – Was soll dies; allerdings ist dies bei jenenwege11 der Wortanalogienötig, hierbei ist dies ja aber überhaupt nicht nötig; sollte die Schrift darüber geschwiegen haben, und ich würde esselber gewußt haben. –",
"Was ist dies für eine Wortanalogie? – Es wird gelehrt: Hierbeiheißt es: das ist das Wort, und dortheißt es: das ist das Wort, wie dort Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél, ebenso hierbei Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél; und wie hierbei die Stammeshäupter, ebenso dort die Stammeshäupter.",
"Der Meister sagte: Wie dort Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél, ebenso hierbei Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél. In welcher Hinsicht ist diesvon Bedeutung? R. Aḥa b. Jàqob erwiderte: Dies besagt, daß die Auflösung von Gelübden durch drei Laien erfolgenkönne. –",
"Hierbei wird ja aber von den Stammeshäupterngesprochen!? – Wie R. Ḥisda im Namen R. Joḥanans erklärt hat: ein einzelner, wenn er approbiertist, ebenso ist auch hier zu erklären, ein einzelner, wenn er approbiert ist.",
"«Und wie hierbei die Stammeshäupter, ebenso dort die Stammeshäupter.» In welcher Hinsicht ist diesvon Bedeutung? R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß es bei der Heiligung eine Auflösunggebe. –",
"Wofür aber verwendet die Schule Šammajs, welche sagt, bei der Heiligung gebe es keine Auflösung, [das Wort] das!? Wir haben nämlich gelernt: Die Schule Šammajs sagt, die irrtümliche Heiligung gelte als Heiligung, und die Schule Hillels sagt, sie gelte nicht als Heiligung. –",
"[Die Worte] das ist das Wort beim außerhalb Geschlachteten deuten darauf, daß nur das Schlachten strafbar ist, nicht aber das Kopf abkneifen; und [die Worte] dies ist das Wort bei den Stammeshäuptern deuten darauf, daß nur ein Gelehrter [ein Gelübde] auflösenkönne, nicht aber kann der Ehemann es auflösen, daß nur der Ehemann es aufheben könne, nicht aber kann ein Gelehrter es aufheben. –",
"Woher entnimmt die Schule Šammajs, die von dieser [Folgerung durch] Wortanalogie nichts hält, daß die Auflösung von Gelübden durch drei Laien erfolgen könne!? – Dies entnimmt sie aus folgender Lehre :Und Moše sagte den Kindern Jisraél die Festzeiten des Herrn. R. Jose der Galiläer erklärte:"
],
[
"Die Festzeiten des Herrn sind ihnen gesagt worden, der Šabbath der Schöpfungist ihnen nicht gesagt worden. Ben A͑zaj erklärte: Die Festzeiten des Herrn sind ihnen gesagt worden, die Auflösung von Gelübden ist ihnen nicht gesagt worden.",
"R. Jose b. Nathan studierte diese Lehre und wußte sie nicht zu erklären. Da ging er zu R. Šešeth nach Nehardea͑ und traf ihn nicht; hierauf folgte er ihm nach Maḥoza und traf ihn da. Da fragte er ihn: Was heißt: die Festzeiten des Herrn sind ihnen gesagt worden, der Šabbath der Schöpfung ist ihnen nicht gesagt worden?",
"Dieser erwiderte: Die Festzeiten des Herrn benötigen der Weihungdurch das Gericht, der Šabbath der Schöpfung braucht nicht der Weihung durch das Gericht. Man könnte nämlich glauben, da er neben den Festzeiten genannt wird, benötige er gleich den Festzeiten der Weihung durch das Gericht, so lehrt er uns. –",
"Was heißt: die Festzeiten des Herrn sind ihnen gesagt worden, die Auflösung von Gelübden ist ihnen nicht gesagt worden? – Bei den Festzeiten des Herrnsind approbierte [Richter] erforderlich, bei der Auflösung von Gelübden sind keine approbierten erforderlich. –",
"Es heißt ja aber:die Stammeshäupter? R. Ḥisda erwiderte im Namen R. Joḥanans: Ein einzelner, wenn er approbiert ist.",
"Dort haben wir gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Jisraél hatte keine fröhlicheren Feiertage als den fünfzehnten Ab und den Versöhnungstag. An diesen pflegten die Töchter Jerušalems in geborgten weißen Gewändern auszugehen, um nicht die zu beschämen, die keine hatten. – Einleuchtend ist dies vom Versöhnungstage, der ein Tag der Vergebung und Verzeihung ist, ein Tag, an dem die letzteren Bundestafelngegeben worden sind, welches Bewenden aber hat es mit dem fünfzehnten Ab?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Es ist der Tag, an dem den Stämmen gestattet wurde, sich miteinander zu verbinden. – Woher eruierten sie dies? – Das ist das Wort, dieses Wort gilt nur für diese Generation.",
"Rabba b. Bar Ḥana erklärte im Namen R. Joḥanans: Es ist der Tag, an dem erlaubt worden ist, den Stamm Binjamin in die Gemeinde aufzunehmen. Denn es heißt :die Jisraéliten hatten in Miçpa einen Schwur getan: keiner von uns darf einem Binjaminiten seine Tochter zur Frau geben. – Woher eruierten sie dies? – Von uns, nicht aber von unseren Kindern.",
"R. Dimi b. Joseph erklärte im Namen R. Naḥmans: Es ist der Tag, an dem das Sterben in der Wüste aufhörte. Der Meister sagte nämlich, solange das Sterben in der Wüste nicht aufgehört hatte,"
],
[
"hatte Moše keine Unterredung, denn es heißt :und als die kriegstüchtigen Männer ausgestorben waren, und hierauf folgt:da redete der Herr mit mir, er unterhieltsich mit mir.",
"U͑la erklärte: Es ist der Tag, an dem Hošea͑, der Sohn Elas, die Wachen abgeschafft hat, die Jerobeám, der Sohn Nebaṭs, auf die Wege gesetzt hatte, um die Jisraéliten von der Wallfahrt abzuhalten",
"R. Mathna erklärte: Es ist der Tag, an dem die Beerdigung der Gefallenen von Bitthergestattet wurde. R. Mathna sagte nämlich: An dem Tage, an dem die Beerdigung der Gefallenen von Bitther freigegeben wurde, ordneten sie in Jabne[den Segen] ‘der Gute und Gütige’an; der Gute: daß sie nicht verwesten; der Gütige: daß ihre Beerdigung freigegeben wurde.",
"Rabba und R. Joseph erklärten beide: Es ist der Tag, an dem das Holzfällen für den Altar aufhört. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Sobald der fünfzehnte Ab heranreicht, ist die Kraft der Sonne gebrochen; man hört dann auf, Holz für den Altar zu fällen. R. Menaše sagte: Man nannte ihn Tag des Axtbruches.",
"Wer von diesem ab hinzufügt, dem wird [Leben] hinzugefügt, wer nicht hinzufügt, schwindet. – Was heißt: schwindet? R. Joseph lehrte: Den begräbt seine Mutter.",
"Die Rabbanan lehrten: Sieben umfaßtendas ganze Welt[alter]. Methušelaḥ sah Adam, Šem sah Methušelaḥ, Ja͑qob sah Šem, A͑mram sah Ja͑qob, Aḥija aus Šilo sah A͑mram, Elijahu sah Aḥija aus Šilo, und dieser lebt heute noch. –",
"Sah denn Aḥija aus Šilo den A͑mram, es heißt ja: keiner von ihnen blieb zurück, außer Kaleb, dem Sohne Jephunnes, und Jehošua͑, dem Sohne Nuns!?",
"R. Hamnuna erwiderte: Über den Stamm Levis ist der Beschlußnicht verhängt worden, denn es heißt:in dieser Wüste sollen eure Leiber fallen, alle eure Gemusterten nach eurer ganzen Zahl, von zwanzig Jahren an und darüber; nur diejenigen, die mit zwanzig Jahren und darüber gemustert wurden, ausgenommen ist der Stamm Levi, der erst mit dreißig Jahren gemustertwurde. –",
"Ist denn niemandvon den übrigen Stämmen eingezogen, es wird ja gelehrt: Jaír, der Sohn Menašes, und Makhir, der Sohn Menašes, wurden zu Lebzeiten Ja͑qobs geboren und starben erst nachdem die Jisraéliten in das Land einzogen, denn es heißt :und die Einwohner von A͑j schlagen von ihnen ungefähr sechsunddreißig Mann. Hierzu wird gelehrt: Sechsunddreißig, dem Wortlaute gemäß – so R. Jehuda.",
"R. Neḥemja sprach zu ihm: Heißt es denn sechsunddreißig, es heißt ja: ungefährsechsunddreißig!? Vielmehr ist darunter Jaír, der Sohn Menašes, zu verstehen, der die Mehrheit des Synedriumsaufwog.",
"Vielmehr, erklärte R. Aḥa b. Ja͑qob, der Beschluß wurde weder über jüngere als zwanzig noch über ältere als sechzig verhängt. Nicht über jüngere als zwanzig, denn es heißt: von zwanzig Jahren an und darüber; und nicht über ältere als sechzig, denn dies ist aus [dem Worte] und darüber zu entnehmen, das auch bei dem Schätzgelübdegebraucht wird; wie da [das Alter] über sechzig [dem Alter] unter zwanziggleicht, ebenso glich auch hierbei das Alter über sechzig dem Alter unter zwanzig.",
"Sie fragten: Ist das Jisraélland an die Stämmeverteilt worden oder ist es nach der Kopf[zahl] an die einzelnen Personen verteilt worden? –"
],
[
"Komm und höre:Ob viel oder wenig.",
"Ferner wird gelehrt: Dereinst wird das Jisraélland an dreizehn Stämme verteilt werden; zuvorwar es an nur zwölf Stämme verteilt worden. Ferner war es nur nach dem Geldwerteverteilt worden, denn es heißt: ob viel oder wenig, und hierzu sagte R. Jehuda, eine Seá in Judäa war fünf Seá in Galiläawert.",
"Ferner war es nur durch das Los verteilt worden, denn es heißt :nur durch das Los. Ferner war es nur durch das Orakel verteilt worden, denn es heißt :durch den Spruch des Loses.",
"Wie geschah dies? – Elea͑zar war mit dem Orakelschilde bekleidet und Jehošua͑ und ganz Jisraél standen neben ihm; vor ihm standen die Urne der Stämme und die Urne der Gebiete,",
"und er markierte mit dem heiligen Geiste und sprach: jetzt kommt Zebulun heraus und mit ihm das Gebiet A͑kko. Alsdann griff er in die Urne der Stämme und Zebulun geriet in seine Hand, und hierauf griff er in die Urne der Gebiete und das Gebiet A͑kko geriet in seine Hand.",
"Sodann markierte er wiederum mit dem heiligen Geiste und sprach: jetzt kommt Naphtali heraus und mit ihm das Gebiet Genezaret. Hierauf griff er in die Urne der Stämme und Naphtali geriet in seine Hand, und dann griff er in die Urne der Gebiete und das Gebiet Genezaret geriet in seine Hand. Und so war es bei jedem anderen Stamme.",
"Der Verteilung auf dieser Welt gleicht aber nicht die Verteilung in der zukünftigen Welt; hat jemand auf dieser Welt ein Getreidefeld, so hat er kein Obstfeld, und hat einer ein Obstfeld, so hat er kein Getreidefeld, in der zukünftigen Welt aber hast du keinen, der nicht Berg, Tal und Tiefland haben wird, denn es heißt :das Tor Reúbens eins, das Tor Jehudas eins, das Tor Levis eins; und der Heilige, gepriesen sei er, wird es ihnen selber zuteilen, denn es heißt :das sind ihre Erbteile, Spruch des Herrn.",
"Hier wird also gelehrt, daß es ursprünglich an nur zwölf Stämme verteilt worden war; schließe hieraus, daß es an die Stämme verteilt worden ist. Schließe hieraus.",
"Der Meister sagte: Dereinst wird das Jisraélland an dreizehn Stämme verteilt werden. Für wen ist dieser? R. Ḥisda erwiderte: Für den Fürsten, denn es heißt:dem, der der Stadt dient, dem werden alle Stämme Jisraéls dienen. R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht nur als Lohnarbeiterl? – Dies ist nicht einleuchtend, denn es heißt:was übrig bleibt, soll dem Fürsten gehören, auf beiden Seiten der heiligen Hebe und des Grundbesitzes der Stadt.",
"«Ferner war es nur nach dem Geldwerte verteilt worden, denn es heißt: ob viel oder wenig.» In welcher Hinsicht, wollte man sagen, hinsichtlich des Gutenund des Schlechten, so wird ja hier nicht von Torengesprochen!? – Vielmehr, hinsichtlich des Nahenund Fernen.",
"Hierüber [streiten] folgende Tannaím: R. Elie͑zer sagt, sie berechneten esnach dem Geldwerte, R. Jehošua͑ sagt, es wurde mit Land ausgeglichen.",
"«Ferner war es nur durch das Los verteilt worden, denn es heißt: nur durch das Los.» Es wird gelehrt: Nur durch das Los; ausgenommen sind Jehošua͑ und Kaleb. In welcher Hinsicht, wollte man sagen, daß sie überhaupt nichts erhielten, so erhielten sie ja sogar die Anteileanderer und um wieviel mehr ihre eigenen!? Vielmehr, sie erhielten nicht durch das Los, sondern durch den Spruch des Herrn. Jehošua͑, denn es heißt: nach dem Geheiße des Herrn verliehen sie ihm die Stadt, die er erbeten hatte, Timnath Seraḥ auf dem Gebirge Ephrajim. –"
],
[
"Sie heißt Seraḥ und sie heißt Ḥeres!? R. Elea͑zar erwiderte: Anfangswaren ihre Früchte wie eine Scherbe[ḥeres], später aber waren sie übelriechend [saraḥ]. Manche erklären: Anfangs waren sie übelriechend, später aber waren sie wie eine Scherbe.",
"Kaleb, denn es heißt:und sie verliehen Kaleb Ḥebron, wie Moše, (der Knecht des Herrn,) gesagt hatte, und er vertrieb von dort die drei Söhne A͑naqs. – Hebron war ja eine Asylstadt!? Abajje erwiderte: Ihre Umgebung, denn es heißt :das Gefilde der Stadt und ihre Dörfer gaben sie Kaleb, dem Sohne Jephunnes, zu seinem Erbbesitze.",
"SOWOHL der SOHN ALS AUCH DIE TOCHTER SIND AN DER ERBSCHAFT BETEILIGT, NUR ERHÄLT DER SOHNEINEN DOPPELTEN ANTEIL VOM VERMÖGEN DES VATERS UND KEINEN DOPPELTEN ANTEIL VOM VERMÖGEN DER MUTTER; DIE TÖCHTER WERDEN UNTERHALTEN VOM VERMÖGEN DES VATERS, NICHT ABER VOM VERMÖGEN DER MUTTER.",
"GEMARA. Was heißt: sowohl der Sohn als auch die Tochter sind an der Erbschaft beteiligt: wollte man sagen, sie erben gleichmäßig, so haben wir ja gelernt, daß der Sohn der Tochter vorgehe, and daß auch alle Nachkommen des Sohnes der Tochter vergeben!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er meint es wie folgt: sowohl der Sohn als auch die Tochter erhalten vom Anwartschaftlichenebenso wie vom Vorhandenen. –",
"Aber auch dies haben wir ja bereits gelernt: die Töchter Çelophḥads erhielten drei Anteile vom Erbbesitze: den Anteil ihres Vaters, der zu den Auszüglern aus Miçrajim gehörte, und den Anteil, den dieser mit seinen Brüdern am Vermögen Ḥephers hatte!?",
"Und welche Bedeutung hat ferner das ‘nur’!?",
"Vielmehr, erklärte R. Papa, er meint es wie folgt: sowohl der Sohn als auch die Tochter erhalten den Erstgeburtsanteil. –",
"Aber auch dies haben wir ja bereits gelernt: und zwar waren es zweiAnteile, da er Erstgeborener war!? Und welche Bedeutung hat ferner das ‘nur’!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, er meint es wie folgt: sowohl inbetreff eines Sohnes unter den übrigen Söhnen als auch inbetreff einer Tochter unter den übrigen Töchternsind, wenn ergesagt hat, dieser erbe sein ganzes Vermögen, seine Worte gültig. –",
"Wohl nach R. Joḥanan b. Beroqa, und dies lehrt ja weiter: R. Joḥanan b. Beroqa sagt, wenn er esvon einem, der Anwartschaft hat, ihn zu beerben, gesagt hat, so sind seine Wortegültig, und wenn von einem, der keine Anwartschaft hat, ihn zu beerben, so sind seine Worte ungültig!?",
"Wolltest du erwidern, er lehre eine anonyme Lehrenach R. Joḥanan b. Beroqa, so befindet sich ja der Streitnach der anonymen Lehre, und wenn der Streit auf die anonyme Lehre folgt, so wird die Halakha nicht nach der anonymen Lehre entschieden!?",
"Und welche Bedeutung hat ferner das ‘nur’!?",
"Vielmehr, erklärte Mar, Sohn des R. Aši, er meint es wie folgt: der Sohn und die Tochtergleichen einander hinsichtlich des Vermögens der Mutter wie beim Vermögen des Vaters, nurerhält der Sohn einen doppelten Anteil vorn Vermögen des Vaters, nicht aber erhält er einen doppelten Anteil vom Vermögen der Mutter.",
"Die Rabbanan lehrten:Ihm doppelten Anteil zu gewähren, einen doppelten Anteil gegenüber jedemanderen. Da sagst, einen doppelten Anteil gegenüber jedem anderen, vielleicht ist dem nicht so, sondern einen doppelten Anteil vom ganzen Vermögen? [Wollte man sagen,] dies sei durch einen Schluß zu folgern:"
],
[
"er erhält seinen Anteilbei einem [Bruder] und er erhält seinen Anteil bei fünf, wie er nun bei einem einen doppelten Anteil diesem gegenüber erhält, ebenso erhält er auch bei fünf einen doppelten Anteil jedem gegenüber,",
"so ist ja auch entgegengesetzt zu folgern: er erhält einen doppelten Anteil bei einem [Bruder], und er erhält einen doppelten Anteil bei fünf, wie er nun bei einem einen doppelten Anteil vom ganzen Vermögen erhält, ebenso erhält er auch bei fünf einen doppelten Anteil vom ganzen Vermögen.",
"Daher heißt es:am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt, die Tora hat also den größeren Teil der Erbschaft den Brüdernzugesprochen; du hast daher den Schluß nicht nach der zweiten Fassung, sondern nach der ersten Fassung zu folgern.",
"Ferner heißt es :und die Söhne Reúbens, des Erstgeborenen Jisraéls; er war der Erstgeborene, als er aber das Lager seines Vaters entweihte, wurde seine Erstgeburt Joseph, dem Sohne Jisraéls, verliehen, nur fiel ihm genealogisch die Erstgeburt nicht zu. Ferner heißt es:Jehuda hatte die Obmacht unter seinen Brüdern, und Fürst war einer aus seiner Mitte; die Erstgeburt aber wurde Joseph zuteil.",
"Bei Joseph heißt es Erstgeburt und bei den übrigen Generationenheißt es Erstgeburt, wie nun bei Joseph das Erstgeburtsrecht im doppelten Anteile gegenüber jedem anderen bestand, ebenso besteht das Erstgeburtsrecht für die übrigen Generationen im doppelten Anteile gegenüber jedem anderen.",
"Ferner heißt es :ich habe dir einen Teil mehr gegeben als deinen Brüdern, was ich aus der Hand des Emoriten mit meinem Schwerte und meinem Bogen genommen habe. – Hat er es denn mit seinem Schwerte und seinem Bogen genommen, es heißt ja :denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert mir nicht!? – Vielmehr, unter Schwert ist das Gebet und unter Bogen ist die Fürbittezu verstehen. –",
"Wozu das ‘ferner’? – Man könnte glauben, jener Schriftversdeute auf die Lehre des R. Johan anb. Beroqa, so komm und höre: und die Söhne Reúbens, des Erstgeborenen Jisraéls.",
"Wollte man erwidern, man folgere nicht ‘Erstgeburt’ von ‘seiner Erstgeburt‘, so komm und höre: die Erstgeburt aber wurde Joseph zuteil.",
"Und wenn man erwidern wollte, es sei nicht erwiesen, daß Joseph doppelt soviel wie jeder andere erhalten habe, so komm und höre: ich habe dir einen Teil mehr gegeben als deinen Brüdern.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Vielleicht nur eine Dattelpalme !? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:Ephrajim und Menaše sollen mir wie Reúben und Šimo͑n gelten.",
"R. Helbo fragte R. Šemuél b. Naḥmani: Was veranlaßte Ja͑qob, die Erstgeburt Reúben abzunehmen und Joseph zu geben? – Was ihn veranlaßt hat, es heißt ja: als er das Lager seines Vaters entweihte!? – Vielmehr, was veranlaßte ihn, sie Joseph zu geben? –",
"Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Einst nahm ein Hausherr ein Waisenkind in sein Haus, und als das Waisenkind später reich wurde, sprach es: Ich will diesen Hausherrn von meinem Vermögen genießen lassen. Jener entgegnete: Würde er denn, wenn Reúben nicht gesündigt hätte, Joseph nichts gegebenhaben!?",
"Dein Lehrer R. Jonathan erklärte es anders. Eigentlich sollte der Erstgeborene Rahel entstammen, denn es heißt:das sind die Nachkommen Ja͑qobs: Joseph, nur war ihr Leá durch Gebet zuvorgekommen; wegen der Frömmigkeit Rahels aber gab es ihr der Heilige, gepriesen sei er, zurück. –",
"Wieso war ihr Leá durch Gebet zuvorgekommen? – Es heißt :Leá aber hatte matte Augen; was ist unter matt zu verstehen: wollte man sagen, wirklich matt, so ist ja nicht anzunehmen, daß die Schrift, die nicht einmal von einem unreinen Tiere schimpflich spricht, wie es heißt:von den reinen Tieren und von den Tieren, die nicht reinsind, vom Schimpfe der Frommen sprechen sollte. Vielmehr, erklärte R. Elea͑zar, ihre Gabenwaren ausgedehnt.",
"Rabh erklärte: Tatsächlich wirklich matt, denn dies ist für sie kein Schimpf, sondern sogar ein Lob. Sie hatte auf den Straßen folgendes sagen hören: Ribqa hat zwei Söhne und Laban hat zwei Töchter; die ältere für den älteren und die jüngere für den jüngeren.",
"Da ließ sie sich auf der Straße nieder und fragte: Was ist die Beschäftigung des älteren? – Er ist ein schlechter Mensch und plündert die Leute aus. – Was ist die Beschäftigung des jüngeren? – Er ist ein sanfter Mensch und sitzt in den Zelten. Hierauf weinte sie, bis ihr die Augenwimpern ausfielen.",
"Hierauf deutet auch der Schriftvers :da sah der Herr, daß Leá gehaßt war; was ist unter gehaßt zu verstehen: wollte man sagen, wirklich gehaßt, so ist ja nicht anzunehmen, daß die Schrift, die nicht einmal von einem unreinen Tiere schimpflich spricht, vom Schimpfe der Frommen sprechen sollte. Vielmehr sah der Heilige, gepriesen sei er, daß ihr die Handlungen E͑savs verhaßt waren, da öffnete er ihren Muttermund. –",
"Worin bestand die Frömmigkeit Raḥels? – Es heißt:da erzählte Ja͑qob der Raḥel, daß er der Bruder ihres Vaters, und daß er der Sohn der Ribqa sei; er war ja der Sohn der Schwester ihres Vaters!? Vielmehr sprach er zu ihr : Willst du von mir geheiratet sein? Sie erwiderte: Ja, aber mein Vater ist hinterlistig, und du wirst ihm nicht beikommen.",
"Da fragte er sie, welche List er zu befürchten habe, und sie erwiderte ihm : Ich habe eine Schwester, die älter ist als ich, und er will mich nicht vor dieser verheiraten. Hierauf sprach er zu ihr: Ich bin sein Bruder in! der Listigkeit. – Dürfen denn die Frommen sich einer List bedienen!? – Freilich, mit den Lautern verfährst du lauter, mit den Verkehrten verdreht. Darauf gab er ihr Erkennungszeichen.",
"Als man später Leá hineinführte, dachte sie, nun werde ihre Schwester beschämt werden, und sie verriet ihr diese. Deshalb heißt es:am Morgen, da war es Leá; war es bis dann nicht Leá? Vielmehr, da Rahel die Erkennungszeichen, die Ja͑qob ihr gab, Leá verriet, merkte er es bis dann nicht.",
"Abba Ḥilpha aus Qeruja fragte R. Ḥija b. Abba: Bei der summarischen Aufzählungfindest du siebzig, und bei der speziellen findest du siebzig weniger eines!? Dieser erwiderte: Dina hatte eine Zwillingsschwester, denn es heißt:und seineTochter Dina. – Demnach hatte auch Binjamin eine Zwillingsschwester, denn es heißt:"
],
[
"und seinenBruder Binjamin, den Sohn seiner Mutter!? Dieser erwiderte: Ich habe eine kostbare Perle in meinem Besitze, und du willst sie mir abhanden kommen lassen. R. Ḥama b. Ḥanina erklärte, essei Jokhebed gewesen, die unterwegs konzipiert und zwischen den Mauerngeboren wurde, denn es heißt:die Levi in Miçrajim geboren wurde; nur ihre Geburt war in Miçrajim erfolgt, nicht aber ihre Konzeption.",
"R. Ḥelbo fragte R. Šemuél b. Naḥmani: Es heißt:als nun Raḥel den Joseph geboren hatte &c.; weshalb geradeals Joseph geboren wurde? Dieser erwiderte: Ja͑qob hatte geschaut, daß die Nachkommen E͑savs nur in die Hand der Nachkommen Josephs geraten werden, denn es heißt: das Haus Ja͑qobs wird ein Feuer werden und das Haus Josephs eine lodernde Flamme, das Haus E͑savs aber wird zu Stoppeln werden &c.",
"Er wandte gegen ihn ein:Und David schlug sie vom Nachmittage bis zum Abend des folgenden Tages!? Dieser erwiderte: Wer dich die Propheten gelehrt hat, hat dich die Hagiographen nicht gelehrt, denn es heißt: als er nach Çiqlag zog, gingen von Menaše zu ihm über: A͑dna, Jozabad, Jediâél, Mikhaél, Jozabad, Elihu und. Çilthaj, die Häupter der Tausendschaften von Menaše.",
"R. Joseph wandte ein :Und ein Teil von ihnen, von den Kindern Šimo͑ns, zog nach dem Gebirge Sei͑r, fünfhundert Mann; an ihrer Spitze Pelaṭja, Nea͑rja, Rephaja und U͑ziél, die Söhne Jiši͑s; sie schlugen die letzten Überreste der A͑maleqiter und blieben dort wohnen bis auf den heutigen Tag!? Rabba b. Šila erwiderte: Jiši͑ stammte von Menaše ab, denn es heißt:und die Söhne von Menaše waren Ḥepher und Jiši͑.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Erstgeboreneerhält einen doppelten Anteil von Bug, Kinnbacken und Magen, vom Heiligen und vom Mehrwert, den die Güter nach dem Tode des Vaters erfahren haben.",
"Wenn ihr Vater ihnen beispielsweise eine Kuh hinterlassen hat, die bei einem anderen verpachtet oder vermietet war oder auf dem Anger weidete, und sie geworfen hat, so erhält der Erstgeborene einen doppeltenAnteil; wenn sie aber Häuser gebaut oder Weingärten gepflanzt haben, so erhält der Erstgeborene hiervon keinen doppelten Anteil. –",
"In welchem Falle gilt dies von Bug, Kinnbacken und Magen: waren sie bereits im Besitze ihres Vaters, so ist dies ja selbstverständlich, und waren sie noch nicht im Besitze ihres Vaters, so waren sie ja nur Anwartschaftliches, und der Erstgeborene erhält ja nichtvom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen!? –",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn esBekannte des Priesters sind und [das Vieh] hei Lebzeiten des Vaters geschlachtet wurde; er ist der Ansicht, die nicht entrichteten Priestergaben gelten als entrichtet. –",
"Heiligesgehört ja nicht ihm!? –",
"Minderheiliges, und zwar nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, es sei Eigentum des Besitzers. Es wird nämlich gelehrt:Und sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig macht, dies schließt Minderheiliges ein, das sein Eigentum ist – so R. Jose der Galiläer. –",
"«Wenn ihr Vater ihnen eine Kuh hinterlassen hat, die bei einem anderen verpachtet oder vermietet war oder auf dem Anger weidete, und sie geworfen hat, so erhält der Erstgeborene einen doppelten Anteil.» Wenn er in dem Falle erhält, wenn sie verpachtet oder vermietet war, wo sie sich nicht 1m Besitze des Eigentümers befunden hatte, wozu ist der Fall nötig, wenn sie auf dem Anger weidete!? –",
"Folgendes lehrt er uns: der Fall vom Verpachten und vom Vermieten gleicht dem Falle vom Weiden auf dem Anger; wie in dem Falle, wenn sie auf dem Anger weidete, der Wertzuwachs von selber gekommen ist, und sie keine Auslagen für Futter hatten, ebenso gilt es auch in dem Falle,"
],
[
"wenn sie vermietet oder verpachtet war, nur dann, wenn der Wertzuwachs von selber gekommen ist und sie keine Auslagen für Futter hatten. –",
"Wer [ist der Autor]? – Es ist Rabbi, denn es wird gelehrt: Der Erstgeborene erhält keinen doppelten Anteil vom Mehrwert, den die Güter nach dem Tode ihres Vaters erfahren. Rabbi sagte: Ich sage, der Erstgeborene erhalte einen doppelten Anteil vom Mehrwert, den die Güter nach dem Tode des Vaters erfahren haben, nicht aber vom Mehrwert, den die Waisen nach dem Tode des Vaters durch Melioration erzielt haben.",
"Haben sie einen Schuldschein geerbt, so erhält der Erstgeborene einen doppelten Anteil. Ist auf sie ein Schuldschein präsentiert worden, so zahlt der Erstgeborene einen doppelten Anteil. Wenn er aber sagt, er wolle weder zahlen noch nehmen, so steht es ihm frei. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan? – Die Schrift sagt:ihm einen doppelten Anteil zu geben, der Allbarmherzige nennt es Gabe; wie eine Gabe erst dann [sein ist], wenn sie in seine Hand gekommen ist, ebenso auch der Erstgeburtsanteil, erst wenn er in seine Hand gekommen ist.",
"Rabbi aber erklärt: Die Schrift sagt: einen doppelten Anteil, sie vergleicht den Erstgeburtsanteil mit dem einfachen Anteil, wie der einfache Anteil [sein ist] noch bevor er in seine Hand gekommen ist, ebenso auch der Erstgeburtsanteil noch bevor er in seine Hand gekommen ist. –",
"Und die Rabbanan, es heißt ja: doppelten Anteil!? – Dies besagt, daß man es ihm auf derselben Grenzseitegebe.",
"Und Rabbi, es heißt ja: zu geben!? – Dies deutet darauf, daß es ihm zu sagen freistehe, er wolle weder nehmen noch zahlen.",
"R. Papa sagte: Über den Fall, wenn eine Dattelpalme stärker geworden ist oder ein Grundstück Dungboden hervorgebrachthat, stimmen alle überein, daß ererhält, sie streiten nur über den Fall, wenn es Futtergras war und daraus Ähren, Knospen waren und daraus Datteln gewordensind ; einer ist der Ansicht, der Mehrwert ist von selbst gekommen, und einer ist der Ansicht, hierbei ist eine vollständige Änderung eingetreten.",
"Rabba b. Ḥana sagte im Namen R. Ḥijas: Entscheidet jemand nach der Ansicht Rabbis, so ist es gültig, und entscheidet jemand nach der Ansicht der Weisen, so ist es gültig;"
],
[
"ihm ist es zweifelhaft, ob die Halakha wie Rabbiist nur gegen seinen Genossen, nicht aber gegen seine Genossen, oder die Halakha wie Rabbi ist auch gegen seine Genossen.",
"R. Naḥman sagte im Namen Rabhs: Man darf nicht nach Rabbi entscheiden. Er ist also der Ansicht, die Halakha sei wie Rabbi gegen seinen Genossen, nicht aber gegen seine Genossen.",
"In seinem eigenen Namen aber sagte R. Naḥman, man dürfe nach Rabbi entscheiden. Er ist der Ansicht, die Halakha sei wie Rabbi gegen seinen Genossen und auch gegen seine Genossen.",
"Raba sagte : Man darf nach der Ansicht Rabbis nicht entscheiden, hat man aber entschieden, so ist es gültig. Er ist der Ansicht, dies wurde als Vermutung gelehrt.",
"R. Naḥman lehrte in den anderen Büchernder Schule Rabhs :Von allem, was er besitzt, ausgenommen ist der Mehrwert, den die Waisen nach dem Tode des Vaters durch Melioration erzielt haben; vom Mehrwert aber, den die Güter nach dem Tode des Vaters erfahren haben, erhält er wohl. Also nach Rabbi.",
"Rami b. Ḥama lehrte in den anderen Büchern der Schule Rabhs: Von allem, was er besitzt, ausgenommen ist der Mehrwert, den die Güter nach dem Tode des Vaters erfahren haben, und um so weniger erhält er vom Mehrwert, den die Erben nach dem Tode des Vaters durch Melioration erzielt haben. Also nach den Rabbanan.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der Erstgeborene erhält keinen doppelten Anteil von einem Darlehen. – Nach wessen Ansicht: wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja, er erhalte nicht einmal vom Mehrwert, der sich in seinem Besitze befunden hat, wozu ist dies von einem Darlehen zu lehren nötig;",
"doch wohl nach Rabbi, somit vertritt die Lehre,",
"daß, wenn sie einen Schuldschein geerbt haben, der Erstgeborene einen doppelten Anteil erhalte sowohl vom Darlehen als auch von den Zinsen, weder die Ansicht Rabbis noch die der Rabbanan!? –",
"Tatsächlich nach den Rabbanan, dennoch ist diesnötig; man könnte glauben, ein Darlehen gelte, da [der Gläubiger] einen Schuldschein besitzt, als eingefordert, so lehrt er uns.",
"Sie ließen von dort fragen: Wessen Ansicht vertritt die Lehre, daß ein Erstgeborener einen doppelten Anteil erhalte vom Darlehen, nicht aber von den Zinsen:",
"wollte man sagen, die der Rabbanan, so erhält er ja nach diesen nicht einmal vom Mehrwert, der sich in seinem Besitze befindet, und um so weniger von einem Darlehen;",
"und wenn die Ansicht Rabbis, wieso erhält er nicht von den Zinsen, es wird ja gelehrt: Rabbi sagt, der Erstgeborene erhalte einen doppelten Anteil sowohl vom Darlehen als auch von den Zinsen!? –",
"Tatsächlich die der Rabbanan, ein Darlehen aber gilt als eingefordert.",
"R. Aḥa b. Rabh erzählte Rabina: Amemar war in unserer Ortschaft und trug vor, ein Erstgeborener erhalte einen doppelten Anteil vom Darlehen, nicht aber von den Zinsen. Dieser erwiderte: Die Nehardee͑nser vertreten hierbei ihre Ansicht.",
"Rabba sagte nämlich, er erhaltenur dann, wenn sieGrundbesitz eingefordert haben, nicht aber, wenn sie Geld eingefordert haben, und R. Naḥman sagte, er erhalte nur dann, wenn sie Geld eingefordert haben, nicht aber, wenn sie Grundbesitz eingefordert haben.",
"Abajje sprach zu Rabba: Gegen dich ist ein Einwand zu erheben und gegen R. Naḥman ist ein Einwand zu erheben. Gegen dich ist ein Einwand zu erheben:"
],
[
"wenn Geld, so erhält er wohl deshalb nicht, weil es nicht das Geld ist, das ihr Vater ihnen hinterlassen hat, ebenso hat er ja auch, wenn Grundbesitz, ihnen nicht dieses Grundstück hinterlassen.",
"Ferner sagtest du ja selber, die Ansicht der Leute aus dem Westensei einleuchtend, denn wenn die Großmutterzuvor gekommen wäre und [die Güter] verkauft hätte, so wäre der Verkaufgültig!?",
"Gegen R. Naḥman ist ebenfalls ein Einwand zu erheben : wenn Grundbesitz, erhält er wohl deshalb nicht, weil es nicht das Grundstück ist, das ihr Vater ihnen hinterlassen hat, ebenso hat er ja auch, wenn Geld, ihnen nicht dieses Geld hinterlassen!?",
"Ferner sagte ja R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, wenn Waisen für eine Schuld ihres Vaters ein Grundstück eingefordert haben, könne ein Gläubigeres ihnen wegnehmen!?",
"Dieser erwiderte: Weder ist ein Einwand gegen mich zu erheben, noch ist ein Einwand gegen R. Naḥman zu erheben. Wir sagten nur den Grund der Leute im Westen, ohne ihrer Ansicht zu sein.",
"Was ist dies für ein Ereignis mit der Großmutter? –"
],
[
"Einst schenkte jemand sein ganzes Vermögen seiner Großmutter mit der Bestimmung, daß es nachher seinen Erben zufalle, und er hatte eine verheiratete Tochter, die bei Lebzeiten ihres Ehemannes und ihrer Großmutter gestorben war. Als die Großmutter starb, kam der Ehemannund verlangte es.",
"Da entschied R. Hona: ‘seinen Erben’, und auch den Erben seiner Erben. R. A͑nan aber erklärte : ‘seinen Erben’, nicht aber den Erben seiner Erben.",
"Von dortließen sie sagen : Die Halakha ist wie R. A͑nan, nicht aber aus dem von ihm angegebenen Grunde. Die Halakha ist wie R.A͑nan, daß der Ehemann nicht erbe; aber nicht aus dem von ihm angegebenen Grunde, denn R. A͑nan ist der Ansicht, wenn die Tochter einen Sohn hätte, würde auch dieser nicht geerbthaben, dem ist aber nicht so, wenn die Tochter einen Sohn hätte, würde dieser wohl geerbt haben. Der Ehemann aber erbt aus dem Grunde nicht, weil dies nur Anwartschaftlicheswar, und der Ehemann nicht das Anwartschaftliche ebenso erbt wie das Vorhandene.",
"Demnach ist R. Hona der Ansicht, der Ehemann erbe das Anwartschaftliche ebenso wie das Vorhandene.",
"R. Elea͑zar sagte: Folgende Lehre ist durch einen Großenbegonnen und durch einen Kleinenabgeschlossen worden. Wenn jemand sagt: nachdir, so ist es ebenso, als würde er gesagt haben: von jetztab.",
"Rabba sagte: Der Grund der Leute im Westenist einleuchtend, denn wenn die Großmutter zuvorgekommen wäre und es verkauft hätte, wäre der Verkauf gültig.",
"R. Papa sagte : Die Halakha ist, der Ehemann erhält nicht vom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen; der Erstgeborene erhält nicht vom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen; der Erstgeborene erhält keinen doppelten Anteil von einem Darlehen, einerlei ob sieGrundstücke oder Geld eingefordert haben;"
],
[
"und das Darlehen, das sich bei ihmbefindet, ist zu teilen.",
"R. Hona sagte im Namen R. Asis : Wenn der Erstgeborene Einspruch erhobenhat, so ist der Einspruch gültig.",
"Rabba sagte: Die Ansicht R. Asis ist einleuchtend in dem Falle, wenn [die Erben] die Weintrauben gelesen oder die Oliven gepflückthaben, nicht aber, wenn sie sie getretenhaben. R. Joseph aber sagt, auch wenn sie sie getreten haben. –",
"Wenn sie sie getreten haben, waren sie ja vorher Trauben und nachher Wein!? –",
"Wie R. U͑qaba b. Ḥama erklärt hat, es sei der Verlust der Weintraubenzu ersetzen, ebenso haben sie auch hierbei den Verlust der Weintrauben zu ersetzen. –",
"Worauf bezieht sich die Erklärung des R. U͑qaba b. Ḥama? – Auf das, was R. Jehuda im Namen Šemuéls lehrte: Wenn der Vater dem Erstgeborenen und dem anderen Sohne Trauben hinterlassen hat und sie sie gelesen haben, Oliven und sie sie gepflückt haben, so erhält der Erstgeborene einen doppelten Anteil, selbst wenn sie sie getreten haben. Wieso wenn sie sie getreten haben, sie waren ja vorher Trauben und jetzt Wein!? R. U͑qaba b. Ḥama erklärte: Er hat ihm den Verlust der Trauben zu ersetzen.",
"R. Asi sagte : Hat der Erstgeboreneeinen ebensolchen Anteil wie der andere Bruder genommen, so hat er verzichtet. Was heißt verzichtet? [R. Papi erklärte im Namen Rabas, er habe hinsichtlich des ganzen Vermögens verzichtet, und]",
"R. Papa erklärte im Namen Rabas, er habe hinsichtlich dieses Feldesverzichtet. R. Papi erklärte im Namen Rabas, er habe hinsichtlich des ganzen Vermögens verzichtet, denn er ist der Ansicht, der Erstgeborene besitze seinen Anteil schon vor der Teilung, und da er darauf hinsichtlich des einen [Feldes] verzichtet hat, so hat er hinsichtlich des ganzen [Vermögens] verzichtet.",
"R. Papa erklärte im Namen Rabas, er habe hinsichtlich dieses Feldes verzichtet, denn er ist der Ansicht, der Erstgeborene besitze seinen Anteil nicht vor der Teilung, somit hat er verzichtet nur hinsichtlich dessen, was in seinem Besitze war, nicht aber hinsichtlich dessen, was nicht in seinem Besitze war.",
"Die Lehren R. Papis und R. Papas sind aber nicht ausdrücklich gelehrt worden, vielmehr sind sie durch einen Schluß gefolgert worden. Einst verkaufte nämlich ein Erstgeborener seine und des anderen Bruders Güter, und als die Waisen, die Kinder des anderen Bruders, von den Datteln essen wollten, schlugensie die Käufer. Da sprachen die Verwandtenzu ihnen: Nicht genug, daß ihr ihr Vermögen gekaufthabt, ihr schlagt sie auch Hierauf kamen sie vor Raba, und er sprach zu ihnen: Er hat nichts erwirkt."
],
[
"Einer erklärte, er habe nichts erwirkt hinsichtlich der Hälfte, und einer erklärte, hinsichtlich des ganzen.",
"Von dortließen sie sagen: Wenn der Erstgeborene vor der Teilung verkaufthat, so hat er nichts erwirkt. Hieraus also, daß dem Erstgeborenen vor der Teilung nichts gehöre. Die Halakha ist: dem Erstgeborenen gehört [sein Anteil] schon vor der Teilung.",
"Mar Zuṭra aus Darišbateilte einen Korb Pfeffer mit seinen Brüdern gleichmäßig. Als er darauf vor R. Aši kam, sprach er zu ihm : Da du auf einen Teil verzichtet hast, so hast du hinsichtlich der ganzen [Hinterlassenschaft] verzichtet.",
"WENN JEMANDSAGT: JENER MEIN ERSTGEBORENER SOHN SOLL KEINEN DOPPELTEN ANTEIL ERHALTEN, ODER: JENER MEIN SOHN SOLL NICHT MIT SEINEN BRÜDERN ERBEN, SO HAT ER NICHTSGESAGT, DENN DIES IST GEGEN DIE BESTIMMUNG DER TORA.",
"WENN JEMAND SEINE GÜTER MÜNDLICH VERTEILT, UND DABEI EINEM MEHR UND DEM ANDEREN WENIGER ODER DEM ERSTGEBORENEN EINEN GLEICHEN ANTEILZUTEILT, SO SIND SEINE WORTE GÜLTIG; SAGT ER ABER: ALS ERBSCHAFT, SO HAT ER NICHTS GESAGT; SCHRIEB ER[AUCH] ‘ALS",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Jehudas vertritt, denn R. Jehuda sagt ja, hinsichtlich einer Geldsache sei die Bestimmunggültig.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut mit der Bedingung, daß du an mich keinen Anspruch auf Kost, Kleidung und Beischlaf hast, so ist sie ihm angetraut und seine Bedingung ist ungültig– so R. Meír. R. Jehuda sagt, seine Vereinbarung inbetreff der Geldangelegenheitsei gültig. –",
"Du kannst auch sagen, sie vertrete die Ansicht R. Jehudas, denn diese weiß es und verzichtetdarauf, hierbei aber verzichtet erdarauf nicht.",
"R. Joseph sagte: Sagte jemand: jener ist mein erstgeborener Sohn, so erhält dieser einen doppelten Anteil, wenn aber: jener ist Erstgeborener, so erhält er keinen doppelten Anteil, denn er kann Erstgeborener seiner Mutter gemeint haben.",
"Einst, kam jemand vor Rabba b. Bar Ḥana und sprach zu ihm, er wisse von jenem, daß er Erstgeborener sei. Dieser fragte: Woher weißt du dies? – Sein Vater pflegte ihn ‘törichter Erstgeborener’ zu nennen. – Er ist wahrscheinlich Erstgeborener seiner Mutter, denn (auch) einen Erstgeborenen der Mutter pflegt man ‘törichten Erstgeborenen’zu nennen.",
"Einst kam jemand vor R. Ḥanina und sprach zu ihm, er wisse von jenem, daß er Erstgeborener sei. Dieser fragte: Woher weißt du dies? -י Wenn manzu seinem Vater kam, pflegte er zu sagen: geht zu meinem Sohne Sikḥath, denn er ist Erstgeborener und sein Speichel ist heilend. –",
"Vielleicht ist er Erstgeborener seiner Mutter? – Es ist uns bekannt, daß nur [der Speichel] eines Erstgeborenen des Vaters heilendsei, nicht aber der eines Erstgeborenen der Mutter.",
"R. Ami sagte: Wenn ein Geschlechtsloser auf getrennt wird, und es sich herausstellt, daß er männlichen Geschlechtes ist, so erhält er keinen doppelten Anteil, denn es heißt :und der erstgeborene Sohn von der Gehaßten stammt, nur wenn er seit jeher ein Sohn war.",
"R. Naḥman b. Jiçbaq sagte: Er wird auch nicht als mißratener und widerspenstiger Sohnabgeurteilt, denn es heißt:wenn jemand einen mißratenen undwiderspenstigen Sohn hat, nur wenn er seit jeher ein Sohn war."
],
[
"Amemar sagte: Er beeinträchtigt auch nicht den Erstgeburtsanteil, denn es heißt:und ihm Söhne gebären, nur wenn er seit der Geburt ein Sohn ist.",
"R. Šezbi sagte: Er wird auch nicht am achten [Tage] beschnitten, denn es heißt:wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert &c. und am achten Tage ist seine Vorhaut zu beschneiden, nur wenn er seit der Geburt ein Knabe ist.",
"R. Šerebja sagte: Seine Mutter ist auch nicht geburtsunrein, denn es heißt: wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert, so bleibt sie sieben Tage unrein; nur wenn er seit der Geburt ein Knabe ist.",
"Man wandte ein: Wenn eine einen Geschlechtslosen oder einen Zwitter abortiert, so muß sie wegen eines Knaben und wegen eines Mädchens [in Unreinheit]verweilen!? Dies ist eine Widerlegung R. Šerebjas. Eine Widerlegung. –",
"Ist dies auch eine Widerlegung R. Šezbis? –",
"Dem Autor ist dieszweifelhaft, und er entscheidet erschwerend. –",
"Demnach sollte er lehren: so muß sie wegen eines Knaben, wegen eines Mädchens und als Menstruierende [in Unreinheit] verweilen!? – Ein Einwand.",
"Raba sagte: Übereinstimmend mit R. Ami wird gelehrt: Sohn, nicht aber ein Geschlechtsloser; erstgeborener, nicht aber ein zweifelhafter. –",
"Allerdings ist [die Beschränkung:] Sohn, nicht aber ein Geschlechtsloser, nach R. Ami zu erklären, was aber schließt die Beschränkung:] erstgeborener, nicht aber ein zweifelhafter, aus!? –",
"Dies schließt das aus, was Raba vortrug, denn Raba trug vor: Wenn zwei Frauenzwei Knaben im Verborgenengeboren haben, so schreibe einer dem anderen eine Vollmacht.",
"R. Papa sprach zu Raba: Rabin ließ ja mitteilen: Dies fragte ich all meine Lehrer, und sie sagten mir nichts; aber folgendes sagte man im Namen R. Jannajs: Wenn es vorher bekannt warund sie nachher verwechselt worden sind, so schreibe einer dem anderen eine Vollmacht, wenn es aber überhaupt nicht bekannt war, so kann einer dem anderen keine Vollmacht schreiben.",
"Hierauf ließ Raba den Dolmetsch vortreten und trug vor: Das, was ich euch gesagt habe, ist ein Irrtum; im Namen R. Jannajs sagten sie folgendes: Wenn es vorher bekannt war und sie nachher verwechselt worden sind, so schreibe einer dem anderen eine Vollmacht, wenn dies aber überhaupt nicht bekannt war, so kann einer dem anderen keine Vollmacht schreiben.",
"Die Leute der Burg Agma sandten an Šemuél folgende Frage: Mag uns der Meister lehren, wie es denn sei, wenn es von einem bekannt war, daß er Erstgeborener sei, und sein Vater von einem anderen sagt, dieser sei Erstgeborener? Er ließ ihnen erwidern:"
],
[
"Einer schreibe dem anderen eine Vollmacht.",
"– Nach wessen Ansicht : ist er der Ansicht der Rabbanan, so sollte er ihnen doch nach den Rabbananerwidert haben, und ist er der Ansicht R. Jehudas, so sollte er ihnen doch nach R. Jehuda erwidert haben!? –",
"Ihm war es zweifelhaft, ob nach R. Jehuda oder nach den Rabbanan [zu entscheiden sei]. –",
"Was ist dies? – Es wird gelehrt: Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen.",
"Hieraus folgerte R. Jehuda, daß ein Mensch glaubhaft sei, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist erstgeborener. Und wie er glaubhaft ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist erstgeborener, ebenso ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist der Sohn einer Geschiedenen, dieser ist der Sohn einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nichtglaubhaft.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu Raba: Erklärlich ist nach R. Jehuda [das Wort] anerkennen, welche Bedeutung aber hat [das Wort] anerkennen nach den Rabbanan? –",
"Wenn eine Anerkennung nötig ist. –",
"Wohlzu dem Zwecke, um ihm einen doppelten Anteil zu geben; darf er denn nicht, auch wenn er ein Fremder ist, ihm ein Geschenk machen!? –",
"In dem Falle, wenn ihm Vermögen später zugefallenist. –",
"Wozu aber ist [das Wort] anerkennen nach R. Meír nötig, welcher sagt, ein Mensch könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommenist!? –",
"Hinsichtlich des Vermögens, das ihm bei der Agoniezufällt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn es von ihm bekannt war, daß er kein Erstgeborener ist, und der Vater von ihm sagt, er sei Erstgeborener, so ist er nicht glaubhaft, nach den Rabbanan. Wenn es von ihm bekannt war, daß er kein Erstgeborenerist, und der Vater von ihm sagt, er sei Erstgeborener, so ist er glaubhaft, nach R. Jehuda.",
"Der Anfangsatz nach den Rabbananund der Schlußsatz nach R. Jehuda.",
"R. Joḥanan sagte: Wenn er sagte: er ist mein Sohn, und darauf sagt: er ist mein Knecht, so ist er nicht glaubhaft; wenn aber: er ist mein Knecht, und darauf sagt: er ist mein Sohn, so ist er glaubhaft, denn er meinte, er bediene ihn wie ein Knecht.",
"Entgegengesetzt verhält es sich bei einemZollhause : wenn jemand an einem Zollhause vorübergeht und sagt: er ist mein Sohn, und später sagt: er ist mein Knecht, so ist er glaubhaft; wenn er aber sagte: er ist mein Knecht, und später sagt: er ist mein Sohn, so ist er nicht glaubhaft.",
"Man wandte ein: Wenn dieser ihn wie ein Sohn bediente und er von ihm auch sagte, er sei sein Sohn, und darauf sagt, er sei sein Knecht, so ist er nicht glaubhaft; wenn dieser ihn wie ein Knecht bediente und er von ihm auch sagte, er sei sein Knecht, und darauf sagt, er sei sein Sohn, so 1st er nicht glaubhaft!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies in dem Falle, wenn er ihn einen Knecht seiner hundert nennt. – Was heißt: seiner hundert? – Ein Knecht, der hundert Zuz wert ist.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagte: du hast meinen Sklaven gestohlen, und dieser ihm erwiderte: ich habe ihn nicht gestohlen, und als jener ihn fragte, wieso er zu komme, er ihm erwidert: du hast ihn mir verkauft,"
],
[
"du hast ihn mir geschenkt, wenn du aber willst, schwöre und nimmihn, so kann er, wenn jener geschworen hat, nicht mehrzurücktreten.",
"Was neues lehrt er uns damit, dies haben wir ja bereits gelernt: Sagte einer: mein Vater ist mir glaubwürdig, dein Vaterist mir glaubwürdig, jene drei Rinderhirtensind mir glaubwürdig, so kann er, wie R. Meír sagt, zurücktreten; die Weisen sagen, er könne nicht zurücktreten!? –",
"Er lehrt uns, daß sieüber den Fall streiten, wenn er sagt, er wolle es ihm geben, und daß die Halakha nach den Weisen zu entscheiden sei.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen: Die Halakha ist, man könne auch Sklaven einfordern. R. Naḥman aber sagt, man könne sie nicht einfordern.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen: Die Halakha ist, ein drittgradiger ist für einen zweitgradigen[Verwandten als Zeuge] zulässig. Raba sagt, auch für einen erstgradigen.",
"Mar b. R. Aši ließ es auch bei einem Großvaterzu. Die Halakha ist aber nicht wie Mar b. R. Aši.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen: Wer (vor seiner Erblindung) Zeugnis über ein Grundstück abzulegen wußte und erblindet ist, ist unzulässig.",
"Šemuél sagt, er sei zulässig, denn er kann die Grenzenbezeichnen; über ein Gewand aber nicht. R. Šešeth sagt, auch über ein Gewand, denn er kann die Länge und die Breite angeben, nicht aber über einen Metallblock. R. Papa sagt, auch über einen Metallblock, denn er kann das Gewicht angeben.",
"Man wandte ein: Wenn er für ihn Zeugnis abzulegen wußte bevor er sein Schwiegersohn geworden war und dann sein Schwiegersohn geworden ist, oder wenn er hörend warund taub geworden ist, sehend war und erblindet ist, oder vernünftig war und irrsinnig geworden ist, so ist er [als Zeuge] unzulässig;",
"wenn er aber für ihn Zeugnis abzulegen wußte bevor er sein Schwiegersohn geworden war, dann sein Schwiegersohn geworden und darauf seine Tochter gestorben ist, oder wenn er hörendwar, taub geworden und wieder hörend geworden ist, oder wenn er sehend war, erblindet und wieder sehend geworden ist, oder vernünftig war, irrsinnig geworden und wieder vernünftig geworden ist, so ist er zulässig.",
"Die Regel hierbei ist; war er am Anfang unfähig oder am Schlusseunfähig, so ist er unzulässig, wenn er aber am Anfang fähig war und am Schlüsse fähig ist, so ist er zulässig."
],
[
"Dies ist eine Widerlegung aller. Eine Widerlegung.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen : Wenn jemand von einem Kinde unter seinen Söhnen sagt, so ist er glaubhaft. R. Joḥanan aber sagt, er sei nicht glaubhaft. –",
"Wie ist dies zu verstehen? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: wenn jemand von einem Kinde unter seinen Söhnen sagt, er solle sein ganzes Vermögen erben, so ist er glaubhaft, nach R. Joḥanan b. Beroqa. R. Joḥanan aber sagt, er sei nicht glaubhaft nach den Rabbanan.",
"Raba wandte ein: Wieso heißt es demnach ‘glaubhaft’ und nicht glaubhaft’, es sollte ja heißen erben’ und nicht erben’!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: wenn jemand von einem Kinde unter seinen Söhnen sagt, er seider Erstgeborene, so ist er glaubhaft, nach R. Jehuda ; R. Joḥanan aber sagt, er sei nicht glaubhaft nach den Rabbanan.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen : Wenn jemand verfügt, seine Frau solle ebenso einen Anteilerhalten wie jeder seiner Söhne, so erhält sie einen solchen wie jeder seiner Söhne. Raba sagte: Nur von den Gütern, die er dannbesitzt, und gleich den Söhnen, die später vorhanden sind.",
"R. Abba ließ R. Joseph b. Ḥama mitteilen: Wenn jemand einen Schuldschein auf seinen Nächsten präsentiert, und der Gläubiger sagt, er habe keine Zahlung erhalten, während der Schuldner sagt, er habe die Hälfte bezahlt, und Zeugen bekunden, daß er alles bezahlt habe, so schwöre erund jener fordere die Hälfte einvon freien Gütern, nicht aber von belasteten, denn [die Käufer] können sagen, sie hätten sich auf die Zeugenverlassen.",
"Und selbst nach R. A͑qiba, welcher sagt, ergelte als Wiederbringereines Fundes, gilt dies nur von dem Falle, wenn keine Zeugen vorhanden sind, wenn aber Zeugen vorhanden sind, fürchtet er.",
"Mar b. R. Aši wandte ein: Im Gegenteil, selbst nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, welcher sagt, er habe einen Teil der Forderung eingestanden, gilt dies nur von dem Falle, wenn keine Zeugen vorhanden sind, die ihn unterstützen, wenn aber Zeugen vorhanden sind, die ihn unterstützen, gilt er entschieden als Wiederbringer eines Fundes.",
"Mar Zuṭra trug im Namen des R. Šimi b. Aši vor : Die Halakha ist bei all diesen Lehren so zu entscheiden, wie R. Abba R. Joseph b. Ḥama mitteilen ließ. Rabina sprach zu R. Aši: Wie ist es mit R. Naḥman? Dieser erwiderte: Wir lehren: man fordere nichtein, und ebenso sagte auch R. Naḥman. –",
"Was schließt demnachdiese Festsetzung der Halakha aus:"
],
[
"wenn die Ansicht Rabas, so fügt er ja hinzu, wenn die Ansicht des Mar b. R. Aši, so wird ja die Halakha ohnehin nicht nach Mar b. R. Ašientschieden, und wenn die Ansichten Šemuéls, R. Šešeths und R. Papas, so sind sie ja widerlegt worden!? –",
"Vielmehr, dies schließt die Ansicht R. Joḥanansund die Entgegnung des Mar b. R. Ašiaus.",
"WENN JEMAND SEINE GÜTER MÜNDLICH VERTEILT UND DABEI EINEM MEHR UND DEM ANDEREN WENIGER &C. Wie zum Beispiel [schreibt man] ‘als Geschenk’ am Anfang, in der Mitte oder am Schlüsse?",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Schreibt man:] jenes Feld soll diesem geschenkt sein, und er soll es erben, so heißt dies ‘als Geschenk’ am Anfang; wenn: er soll es erben und es soll ihm geschenkt sein, so heißt dies ‘als Geschenk’ am Schlüsse; und wenn: er soll es erben und es soll ihm geschenkt sein, daß er es erbe, so heißt dies ‘als Geschenk’ in der Mitte.",
"Dies gilt jedoch nur von dem Falle, wenn es eine Person und ein Feldist, nicht aber, wenn es eine Person und zwei Felderoder ein Feld und zwei Personensind.",
"R. Elea͑zar sagt, auch wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind, nicht aber, wenn es zwei Personen und zwei Felder sind.",
"Als Rabin kam, sagte er: [Schrieb er:] dieses Feld soll diesem geschenkt sein und jenes Feld soll jenererben, so hat eres, wie R. Joḥanan sagt, geeignet, und wie R. Elea͑zar sagt, nicht geeignet.",
"Abajje sprach zu Rabin: Du hast uns bei einer Sache befriedigt, bei einer Sache aber zu einem Einwande veranlaßt. Allerdings befindet sich R. Elea͑zarnicht in einem Widerspruche mit sich selber, denn einesgilt von einer Person und zwei Feldern, und eines gilt von zwei Personen und zwei Feldern;",
"aber R. Joḥanan befindet sich ja mit sich selber in einem Widerspruche !? –",
"Amoraim streiten über die Ansicht R. Johanans.",
"Reš Laqiš aber sagt, er eigne esnur dann, wenn jener gesagt hat: der und der sollen dieses und jenes Feld erben, die ich ihnen geschenkt habe, daß sie sie erben.",
"DerselbeStreit. R. Hamnuna sagt, diesgelte nur von dem Falle, wenn es eine Person und ein Feld ist, nicht aber, wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind. R. Naḥman sagt, auch wenn es eine Person und zwei Felder oder ein Feld und zwei Personen sind, nicht aber, wenn es zwei Felder und zwei Personen sind. Und R. Šešeth sagt, auch wenn es zwei Felder und zwei Personen sind.",
"R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus der folgenden Lehre: Wenn jemandsagte, daß man seinen Kindern einen Šeqel wöchentlich [zu ihrem Unterhalte] gebe, und diese einen Sela͑brauchen, so gebe man ihnen einen Sela͑; sagte er aber, daß man ihnen nicht mehr als einen Šeqel gebe, so gebe man ihnen nicht mehr als einen Šeqel. Wenn er aber dazu gesagt hat: sterben sie,"
],
[
"so sollen anderean ihrer Stelle erben, so gebe man ihnen nur einen Šeqel, einerlei, ob er ‘gebt’ oder ‘gebt nicht mehr’ gesagt hat.",
"Diesgleicht ja dem Falle von zwei Feldern und zweiPersonen, und er lehrt, daß sie es geeignethaben.",
"Er erhob diesen Einwandund er selber erklärte es auch : wenn sie Anwartschaft haben, ihn zu beerben, und zwar ist hier die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqavertreten. –",
"Komm und höre: [Sagte jemand:] mein Vermögen soll dir gehören, nach dir soll jener es erben, und nach jenem soll jener es erben, so hat, wenn der erste gestorben ist, der zweite es geeignet, und wenn der zweite gestorben ist, der dritte es geeignet. Stirbt der zweite bei Lebzeiten des ersten, so geht das Vermögen zu den Erben des ersten über.",
"Diesgleicht ja dem Falle von zwei Feldernund zwei Personen, und er lehrt, daß eres geeignet habe!?",
"Wolltest du erwidern, hier werde ebenfalls von einem gesprochen, der Anwartschaft hat, ihn zu beerben, und zwar nach R. Joḥanan b. Beroqa, wieso hat dann, wenn der zweite stirbt, der dritte es geeignet,",
"R. Aḥa b. R. A͑valieß ja mitteilen: [Wenn jemand zu einem sagte:] mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, und der erste Anwartschaft hat, ihn zu beerben, so erhält nach R. Joḥanan b. Beroqa der zweite an Stelle des erstennichts, da dies keine Schenkung, sondern eine Erbschaft ist, und die Erbschaft keine Unterbrechunghat.",
"Dies ist also eine Widerlegung aller. Eine Widerlegung. –",
"Ist dies auch eine Widerlegung des Reš Laqiš? – Glaubst du: Raba sagte ja, daß bei diesendrei Lehren die Halakha wie Reš Laqiš sei.",
"Das ist vielmehr kein Einwand; einesgilt van dem Falle, wenn diesinnerhalb der Zeit erfolgt ist, als man einen Satz [sprechenkann], und einesvon dem Falle, wenn nach Ablauf einer Zeit, als man einen Satz [sprechenkann].",
"Die Halakha ist, erfolgt es innerhalb der Zeit, als man einen Satz [sprechen kann], so gilt es stets als einSatz, nur nicht beim Götzendiensteund"
],
[
"bei der Antrauung. Wennjemand sonstzurücktretenwill, so sagen wir, er könne zurücktreten; dies ist aber bei der Antrauung nicht der Fall. Wenn er oder sie nach der Antrauung zurücktreten will, so können sie dies nichtmehr, selbst wenn sie sich noch mit dieser Angelegenheit befassen, selbst wenn ihre Zeugen noch dastehen. Ebenso auch bei einer Spende für den Götzendienst: ist [das Gespendete] für den Götzendienst erfaßtworden, so ist er sofort strafbar und dieses zur Nutznießung verboten.",
"WENN EINER VERFÜGT HAT, DASS JEMAND IHN BEERBE, WÄHREND EINE TOCHTER VORHANDEN IST, ODER DASS SEINE TOCHTER IHN BEERBE, WÄHREND EIN SOHN VORHANDEN IST, SO SIND SEINE WORTE NICHTIG, WEIL DIES EINER BESTIMMUNG DER TORA ZUWIDERLÄUFT. R. JOḤANAN B. BEROQA SAGTE: SAGTE ER DIESVON EINEM, DERANWARTSCHAFT HAT, IHN ZU BEERBEN, SO SIND SEINE WORTE GÜLTIG; WENN ABER VON EINEM, DER KEINE ANWARTSCHAFT HAT, IHN ZU BEERBEN, SO SIND SEINE WORTE NICHTIG.",
"GEMARA. Also nur in dem Falle, wenn ein Fremder, während eine Tochter vorhanden ist, oder eine Tochter, während ein Sohn vorhanden ist, wenn aber ein Sohn unter den Söhnen oder eine Tochter unter den Töchtern, so ist seine Verfügung gültig; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Joḥanan b. Beroqa sagte: Sagte er dies von einem, der Anwartschaft hat, ihn zu beerben, so sind seine Worte gültig. Dies lehrt ja auch der erste Autor!?",
"Wolltest du erwidern, R. Johan an b. Beroqa beziehe sich auch auf den Fall, wenneinen Fremden, während eine Tochter vorhanden ist, oder eine Tochter, während ein Sohn vorhanden ist, so wird ja gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Mein Vater und die Weisen streiten nicht über den Fall, wenn einen Fremden, während eine Tochter vorhanden ist, oder eine Tochter, während ein Sohn vorhanden ist, ob seine Worte nichtigsind,",
"sie streiten nur über den Fall, wenn einen Sohn unter den Söhnen oder eine Tochter unter den Töchtern; mein Vater sagt, er erbe, und die Weisen sagen, er erbe nicht. –",
"Wenn du willst, sage ich: Da er sagt, sie streiten nicht, so ist wahrscheinlich der erste Autor der Ansicht, daß sie wohl streiten.",
"Wenn du aber willst, sage ich: die ganze [Mišna] ist von R. Joḥanan b. Beroqa, und zwar ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn einer verfügt hat, daß jemand ihn beerbe, während eine Tochter vorhanden ist, oder daß seine Tochter ihn beerbe, während ein Sohn vorhanden ist, so sind seine Worte nichtig; wenn aber: eine Tochter unter den Töchtern oder ein Sohn unter den Söhnen, so sind, wenn er verfügt hat, daß diese sein ganzes Vermögen erben sollen, seine Worte gültig, denn R. Joḥanan sagt, wenn jemand dies von einem sagt, der Anwartschaft hat, ihn zu beerben, seien seine Worte gültig.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Joḥanan b. Beroqa. Und ebenso sagte auch Raba, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Beroqa.",
"Raba sagte: Was ist der Grund des R. Joḥanan b. Beroqa? Die Schrift sagt :und am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt, die Tora hat dem Vater freigestellt, [sein Vermögen] dem zu vererben, der ihm beliebt.",
"Abajje sprach zu ihm: Dies geht ja schon hervor aus :er darf nicht die Erstgeburt verleihen!? –",
"Dies ist für folgende Lehre zu verwenden: Abba Ḥanan sagte im Namen R. Elie͑zers:"
],
[
"Wozu heißt es: er darf nicht die Erstgeburt verleihen?",
"Da es heißt: und am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt, so könnte man hieraus folgenden Schluß eruieren: wenn die Tora dem Vater freigestellt hat, den einfachen Anteil, hinsichtlich dessen [der Erbe] ein starkes Recht hat, denn er erhält vorn Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen, jedem zu vererben, der ihm beliebt, um wieviel mehr gilt dies vom Erstgeburtsanteil, hinsichtlich dessen er nur ein schwaches Recht hat, denn er erhält nicht vom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen. Daher heißt es: er darf nicht die Erstgeburt verleihen.",
"Und wenn es nur hieße: er darf nicht die Erstgeburt verleihen, und nicht: am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt,",
"so könnte man folgenden Schluß eruieren: wenn die Tora vom Erstgeburtsanteil, worauf [der Erbe] nur ein schwaches Recht hat, denn er erhält nicht vom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen, gesagt hat, man dürfe ihn nicht verleihen, um wieviel mehr gilt dies vom einfachen Anteile, hinsichtlich dessen er ein starkes Recht hat, denn er erhält vom Anwartschaftlichen wie vom Vorhandenen.",
"Daher heißt es: und am Tage, an dem er seine Söhne erben läßt; die Tora hat dem Vater freigestellt, [sein Vermögen] dem zu vererben, der ihm beliebt.",
"R. Zeriqa sagte im Namen R. Amis im Namen R. Ḥaninas im Namen Rabbis: Die Halakha ist wie R. Joḥanan b. Beroqa. R. Abba sprach zu ihm: Es wurde gelehrt: er entschied. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, eine Halakha sei bedeutender, und einer ist der Ansicht, ein Ereignissei bedeutender.",
"Die Rabbanan lehrten : Man folgere keine Halakha aus dem Studium noch aus einem Ereignisse, sondern nur, wenn gesagt wird, es sei eine Halakha für die Praxis. Wenn einer gefragt und man ihm eine Halakha für die Praxis gesagt hat, so gehe er und handle danach, nur darf er nicht vergleichen. –",
"Wieso darf er nicht vergleichen, die ganze Tora besteht ja nur aus Vergleichungen!?",
"R. Aši erwiderte: Nur darf man beim Totverletztenkeine Vergleichungenanstellen,",
"denn es wird gelehrt: Man darf beim Totverletzten nicht sagen, dies gleiche jenem. Dies soll dich nicht wundem; denn man schneidet [das Vieh] an einer Stelle, und es verendet, und man schneidet es an einer anderen Stelle, und es bleibt leben.",
"R. Asi sprach zu R. Joḥanan: Sollen wir, wenn der Meister zu uns sagt, so sei die Halakha, danach eine Entscheidung treffen? Dieser erwiderte: Ihr dürft nicht eher eine Entscheidung treffen, als bis ich zu euch gesagt habe: so sei die Halakha für die Praxis.",
"Raba sprach zu R. Papa und R. Ḥona, dem Sohne R. Jehošua͑s: Wenn eine Entscheidungvon mir zu euch gelangt und ihr findet, daß sie zu widerlegen sei, so zerreißt sie nicht eher, als bis ihr zu mir gekommen seid; kann ich sie begründen, so sage ich es euch, wenn aber nicht, so trete ich zurück. Wenn nach meinem Tode, so sollt ihr sie nicht zerreißen,"
],
[
"aber auch nicht darauslernen, denn der Richter kenne nur das, was seine Augen sehen.",
"Raba fragte: Wie verhält es sich bei einem Gesunden: sagt esR. Joḥanan b. Beroqa nur von einem Sterbenskranken, der vererbungsfähigist, nicht aber von einem Gesunden, oder sagt er es auch von einem Gesunden?",
"R. Mešaršeja erwiderte Raba: Komm und höre: R. Nathan sprach zu Rabbi: Ihr habt eure Mišna nach R. Joḥanan b. Beroqa gelehrt. Wir haben nämlich gelernt: Hat er ihrnicht geschrieben: die männlichen Kinder, die du von mir haben wirst, sollen außer dem Anteile, den sie mit ihren Brüdernerhalten, den Betrag deiner Morgengäbe erben, so ist er dennoch dazu verpflichtet, denn dies ist eine Bestimmung des Gerichtes.",
"Rabbi erwiderte ihm: Wir lehren: sollen erhalten.",
"Später sagte Rabbi: Es war Jugendlichkeit von mir, daß ich mich gegen Nathan den Babylonier erkühnte; es ist uns bekannt, daß die männlichen Kinder sienicht von verkauften Gütern einfordern können, und wieso können sie dies nicht, wenn man sagen wollte, es heiße: sollen erhalten!? Vielmehr muß es heißen: sollen erben.",
"Dies ist die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, somit ist hieraus zu entnehmen, daß dies auch von einem Gesunden gilt.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Ob nach demjenigen, der ‘erhalten’ liest, oder nach demjenigen, der ‘erben’ liest, man kann ja nicht das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommenist!?",
"Und selbst nach R. Meír, welcher sagt, man könne auch das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, gilt dies nur von dem Falle, wenn erauf der Welt vorhanden ist, nicht aber, wenn er nicht auf der Welt vorhanden ist.",
"Du mußt also erklären, bei einer gerichtlichen Bestimmung sei es anders, ebenso ist es auch hierbeieine gerichtliche Bestimmung.",
"Dieser erwiderte: Weil er den Ausdruck ‘erben’ gebraucht.",
"Später sagte Abajje: Das, was ich gesagt habe, ist nichts, denn wir haben gelernt: Hat er ihr nicht geschrieben: die weiblichen Kinder, die du von mir haben wirst, sollen bis zu ihrer Verheiratung in meinem Hause weilen und von meinem Vermögen unterhalten werden, so ist er dennoch dazu verpflichtet, denn dies ist eine Bestimmung des Gerichtes.",
"Er gab also dem einen ein Geschenkund dem anderen eine Erbschaft, und wenn dem einen eine Erbschaft und dem anderen ein Geschenk, pflichtenauch die Rabbanan bei.",
"R. Niḥumi, manche sagen, R. Ḥananja b. Minjomi, sprach zu Abajje:"
],
[
"Woher, daß diesvon einem Gerichtskollegium bestimmt worden ist, vielleicht ist dies von zwei verschiedenen bestimmtworden!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn im Anfangsatze lehrte er: Folgenden Vortrag trug R. Elea͑zar b. A͑zarja vor den Weisen der Akademiein Jabne vor: Die Söhne erben und die Töchter werden unterhalten; wie die Söhne erst nach dem Tode ihres Vaters erben, ebenso sind die Töchter erst nach dem Tode ihres Vaterszu unterhalten.",
"Einleuchtend ist es nun, daß wir hinsichtlich der einen Bestimmung von der anderen folgern, wenn du sagst, beide Bestimmungen seien durch dasselbe Gericht getroffen worden, wieso aber kann man hinsichtlich der einen Bestimmung von der anderen folgern, wenn du sagst, sie seien durch zwei Gerichte getroffen worden!? –",
"Wieso denn: tatsächlich, kann ich dir erwidern, sind sie durch zwei Gerichte getroffen worden, nur traf es das zweite Gericht übereinstimmendmit dem ersten Gerichte, damit nicht von einer Bestimmung gegen die andere Bestimmung irgend ein Einwand zu erheben sei.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wersein ganzes Vermögen seiner Frau verschriebenhat, hat sie nur zur Verwalterin gemacht. –",
"Selbstverständlich ist es, daß, wenn seinem erwachsenen Sohne, er ihn nur zum Verwalter gemachthat, wie ist es aber, wenn seinem kleinen Sohne? –",
"Es wurde gelehrt: R. Ḥanilaj b. Idi sagte im Namen Šemuéls, selbst wenn seinem kleinen Sohne, der noch in der Wiegeliegt.",
"Selbstverständlich ist es, daß, wenn seinem Sohne und einem Fremden, er es dem Fremden geschenkt und seinen Sohn zum Verwaltergemacht hat; wenn seiner Frau und einem Fremden, er es dem Fremden geschenkt und seine Frau zur Verwalterin gemacht hat,",
"und wenn seiner Verlobten oder seiner Geschiedenen, er es ihnen geschenkt hat;",
"aber folgendes war ihnen fraglich: wie ist es, wenn einer Tochter neben den Söhnen, seiner Frau neben seinen Brüdern, oder seiner Frau neben den Söhnen des Ehemannes?",
"Rabina sagte im Namen Rabas, in all diesen Fällen haben sie es nicht geeignet, mit Ausnahme der Fälle, wenn seiner Verlobten oder seiner Geschiedenen. R. A͑vira sagte im Namen Rabas, in all diesen Fällen haben sie es geeignet, nur nicht wenn seiner Frau neben seinen Brüdern, oder seiner Frau neben den Söhnen des Ehemannes."
],
[
"Raba fragte: Wie verhält es sich bei einem Gesunden: gilt diesnur bei einem Sterbenskranken, weil ihm erwünscht ist, daß man auf ihre Worte höre, nicht aber von einem Gesunden, da er selber vorhanden ist, oder gilt dies auch von einem Gesunden, da ihm erwünscht ist, daß man von jetzt ab auf ihre Worte höre? –",
"Komm und höre: Wenn jemand die Früchte seines Vermögens seiner Frau verschriebenhat, so fordere sie ihre Morgengabe vom Grundbesitzeein ; wenn die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel, so fordere sie ihre Morgengabe vom Resteein.",
"Wenn jemand sein ganzes Vermögen seiner Frau verschrieben hat und auf ihn ein Schuldscheinpräsentiert wird, so zerreiße sie, wie R. Elie͑zer sagt, ihre Schenkungsurkundeund bestehe auf ihrer Morgengabe ; die Weisen sagen, sie zerreiße ihre Morgengabeund bestehe auf der Schenkung, sodaß sie kahl von der einen Seite und von der anderen Seiteverbleibt.",
"R. Jehuda der Bäcker erzählte: Einst ereignete sich ein solcher Fall mit der Tochter meiner Schwester, die Braut war, und als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie, daß sie ihre Morgengabe zerreiße und auf der Schenkung bestehe, sodaß sie kahl von der einen Seite und von der anderen Seite verblieb.",
"Nur wenn ein Schuldschein auf ihn präsentiert wird, wenn aber auf ihn kein Schuldschein präsentiert wird, eignet sie es wohl. Von wem [wird hier nun gesprochen]: wenn von einem Sterbenskranken, so sagtest du ja, er habe sie nur zur Verwalterin gemacht, wahrscheinlich also von einem Gesunden. –",
"Tatsächlich von einem Sterbenskranken; R. A͑virabezieht es auf alle Fälle, und Rabina bezieht es auf seine Verlobte und seine Geschiedene.",
"R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist, sie zerreiße ihre Morgengabe und bestehe auf ihrer Schenkung, sodaß sie kahl von der einen Seite und von der anderen Seite verbleibt. –",
"Demnach richtet sich R. Naḥman nicht nach der Mutmaßung,",
"und dem [widersprechend wird] gelehrt: Wenn sein Sohn nach dem Überseelande verreist war, und als er hörte, dieser sei gestorben, er sein ganzes Vermögen einem anderen verschrieben hat, so ist, wenn sein Sohn darauf zurückkehrt, seine Schenkunggültig. R. Šimo͑n b. Menas ja sagt, seine Schenkung sei nicht gültig, weil er, wenn er gewußt hätte, daß sein Sohn lebt, es jenem nicht verschrieben hätte. Hierzu sagte R. Naḥman, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Menasja!? –",
"Anders verhält es sich da, weil es ihr erwünscht ist, daß bekannt werde, er habe ihr sein Vermögen verschrieben.",
"Dort haben wir gelernt: Wenn jemand sein Vermögen seinen Kindern und seiner Frau etwas Land verschreibt, so verliert sie ihre Morgengabe. – Sollte sie denn deshalb ihre Morgengabe verloren haben, weil er ihr etwas Land verschrieben hat!?",
"Rabh erwiderte: Wenn er es ihnen durch ihre Vermittlung zugeeignethat. Šemuél erklärte: Wenn er es in ihrer Gegenwart verteilt und sie geschwiegenhat. R. Jose b. Ḥanina erklärte: Wenn er zu ihr gesagt hat: nimm dieses Stück Land für deine Morgengabe."
],
[
"Hier lehrten sie also von den Erleichterungen bei der Morgengabe.",
"– Wir haben gelernt: R. Jose sagt, war sie damiteinverstanden, so hat sie ihre Morgengabe verloren, auch wenn er ihr nichts verschrieben hat. Demnach ist der erste Autor der Ansicht, es sei Verschreibung und Einverständniserforderlich!?",
"Wolltest du erwidern, die ganze [Mišna] sei von R. Jose, so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn sie zugegen war und damit einverstanden, wenn sie aber zugegen war und nicht einverstanden, oder wenn sie einverstanden war und nicht zugegen, so hat sie ihre Morgengabe nicht verloren. Dies ist eine Widerlegung aller [Erklärungen]. Eine Widerlegung.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Da ist Rabh, da ist Šemuél, da ist R. Jose b. Ḥanina, welcher Ansicht ist der Meister? Dieser erwiderte: Ich erkläre: da er sie zur Mitbeteiligten mit den Söhnen gemacht hat, so hat sie ihre Morgengabe verloren.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Joseph b. Mintomi sagte im Namen R. Naḥmans: Da er sie zur Mitbeteiligten mit den Söhnen gemacht hat, so hat sie ihre Morgengabe verloren.",
"Raba fragte: Wie verhält es sich bei einem Gesunden: sagen wir, diesgelte nur von einem Sterbenskranken, denn da sie weiß, daß er nichts mehr haben wird, habe sie verzichtet, bei einem Gesunden aber nehme sie an, er kann später andere [Güter]erwerben, oder aber, jetzt besitzt er nichts mehr? – Dies bleibt unentschieden.",
"Einst traf jemandfolgende Verfügung: Die Hälfte der einen Tochter, die Hälfte der anderen Tochter und ein Drittel der Früchte der Frau. R. Naḥman traf dann gerade in Sura ein und R. Ḥisda besuchte ihn; da fragte er ihn, wie es sich bei einem solchen Falleverhalte. Jener erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: selbst wenn er ihr nur eine Dattelpalme zum Nießbrauchezugeeignet hat, hat sie ihre Morgengabe verloren.",
"Dieser entgegnete: Šemuél sagte dies nur von jenem Falle, wo er ihr etwas vom Boden selbstzugeeignet hat, hierbei aber sind es ja nur Früchte. Jener erwiderte: Du sprichst also von beweglichen Sachen, von beweglichen Sachen habe ich dies entschieden nicht gesagt.",
"Einst traf jemand folgende Verfügung: Ein Drittel der einen Tochter, ein Drittel der anderen Tochter und ein Drittel der Frau. Hierauf starb eine von den Töchtern. R. Papi wollte entscheiden, daß sie nur ein Drittel erhalte,"
],
[
"da sprach R. Kahana zu ihm: Würde sie denn nicht erhaltenhaben, wenn er nachher [Güter] zugekaufthätte? Und da sie, wenn er welche zugekauft hätte, erhalten hätte, so erhält sie auch jetzt.",
"Einst verteilte jemand sein Vermögen an seine Frau und an seine Söhne und ließ eine Dattelpalme zurück. Rabina wollte entscheiden, daß sie nur eine Dattelpalmeerhalte; da sprach R. Jemar zu Rabina: Wenn sie keinen Anspruchhätte, würde sie auch die Dattelpalme nicht erhalten, da er aber die Dattelpalme zurückgelassen hat, so hat er auch sein übriges Vermögen zurückgelassen.",
"R. Hona sagte: Wenn ein Sterbenskranker sein ganzes Vermögen einem Fremden verschrieben hat, so sehe man: hat dieser Anwartschaft, ihn zu beerben, so erhält er es als Erbschaft, wenn aber nicht, so erhält er es als Geschenk.",
"R. Naḥman sprach zu ihm: Dieb, wozu sagst du es verstohlen; bist du der Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, so sage, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Beroqa, denn deine Lehre stützt sich ja auf die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa!?",
"Vielleicht aber wolltest du es nur hinsichtlich des folgenden Falles sagen. Einst fragte man einen, der im Sterben lag, wem sein Vermögen gehören solle, vielleicht jenem? Er erwiderte: Wem denn sonst!? Hierzu sagtest du uns: hat er Anwartschaft, ihn zu beerben, so erhält er es als Erbschaft, und wenn nicht, so erhält er es als Geschenk. Dieser erwiderte: Jawohl, so sagte ich es auch.",
"R. Ada b. Ahaba wollte vor Raba erklären, wenn er Anwartschaft hat, ihn zu beerben, werde die Witwe vom Vermögen unterhalten, und wenn nicht, werde die Witwe nicht vom Vermögenunterhalten;",
"da sprach Raba zu ihm: Sollte sie noch schlechter wegkommen!? Wenn die Witwe vom ererbten Vermögen, das er nach der Tora erhält, wie du sagst, unterhalten wird, um wieviel mehr vom verschenkten, das er nur rabbanitischerhält.",
"Vielmehr, erklärte Raba, hinsichtlich der Mitteilung des R. Aḥa b. R. A͑va: [Wenn jemand sagte:] mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, und der erste Anwartschaft hat, ihn zu beerben, so erhält nach R. Joḥanan b. Beroqa der zweite an Stelle des ersten nichts, da dies keine Schenkung, sondern eine Erbschaft ist, und die Erbschaft keine Unterbrechunghat.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Er hat sie ja unterbrochen!? – Er glaubte, sie könne unterbrochen werden, der Allbarmherzige aber sagt, sie könne nicht unterbrochen werden."
],
[
"Einst sprach jemand zu seinem Nächsten: Mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, und der erste hatte Anwartschaft, ihn zu beerben; hierauf starb der erste, und der zweite wollte es einfordern.",
"R. Îliš glaubte vor Raba zu entscheiden, der zweite erhalte es auch, dieser aber sprach zu ihm: So urteilen Vergleichsrichter; das ist ja der Fall, worüber R. Aḥa b. R. A͑va mitgeteilthat.",
"Da wurde jener verlegen. Hierauf las dieser über ihn:Ich, der Herr, werde es zur Zeit beschleunigen.",
" WENN JEMAND SEIN VERMÖGEN FREMDEN VERSCHRIEBEN UND SEINE SÖHNE ÜBERGANGEN HAT, SO IST DAS, WAS ER GETAN HAT, GÜLTIG, NUR SIND DIE WEISEN MIT IHM UNZUFRIEDEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, BETRAGEN SICH SEINE SÖHNE NICHT NACH GEBÜHR, SO SEI SEINER ZUM GUTEN GEDACHT.",
"GEMARA. Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Šimo͑n b. Gamliéloder nicht? –",
"Komm und höre: Joseph b. Joe͑zer hatte einen Sohn, der sich nicht nach Gebühr betrug, und er besaß ein Maß mit Denaren; da weihte ersie. Später heiratete dieser die Tochter des Kranzflechters des Königs Jannaj. Einst lag diese im Wochenbette und er holte für sie einen Fisch, und als sie ihn aufschlitzte, fand sie in ihm eine Perle.",
"Da sprach sie zu ihm: Bringe sie nicht zum Könige, denn man wird sie dir dafür geringes Geld abnehmen, bringe sie lieber zu den Schatzmeistern [des Tempels]; aber mache du nicht den Preis, denn das Wort dem Höchsten gegenüber gleicht der Übergabebei einem Gemeinen, vielmehr lasse sie den Preis machen.",
"Darauf brachte er sie zu diesen, und sie schätzten sie auf dreizehn Maß Denare. Hierauf sprachen sie zu ihm: Sieben sind vorhanden, sechs fehlen. Er erwiderte ihnen: gebt mir sieben und die sechs sollen dem Himmel geweiht sein.",
"Alsdann schriebensie: Joseph b. Joe͑zer hat eines gebracht, sein Sohn hat sechs gebracht. Manche sagen: Joseph b. Joe͑zer hat eines gebracht, sein Sohn hat sieben ausgeführt.",
"Wenn hier nun vom Bringen gesprochen wird, so hat er ja wahrscheinlich recht gehandelt. – Im Gegenteil, wenn hier vom Ausführen gesprochen wird, so hat er ja wahrscheinlich unrechtgehandelt. Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. –",
"Wie ist es nun damit? – Komm und höre: Šemuél sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, sei nicht zugegen, wo eine Erbschaft übertragen wird, nicht einmal von einem schlechten Sohne auf einen guten, und um so weniger von einem Sohne auf eine Tochter.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst hatte jemand Söhne, die sich nicht nach Gebühr betrugen; da verschrieb er sein Vermögen Jonathan b. U͑ziél. Was aber tat Jonathan b. U͑ziél? Er verkaufte ein Drittel, weihte ein Drittelund gab ein Drittel den Kindern zurück.",
"Da fiel Šammaj mit Stab und Sack über ihnher. Da sprach jener zu ihm: Šammaj, kannst du das zurückerhalten, was ich verkauft und geweiht habe, so kannst du auch das zurückerhalten, was ich zurückgegeben habe;"
],
[
"wenn aber nicht, so kannst du auch das nicht zurückerhalten, was ich zurückgegeben habe. Da sprach dieser: Ben U͑ziél hat mich geschlagen, Ben U͑ziél hat mich geschlagen. –",
"Welcher Ansicht war er vorher? – Wegen des Ereignissesin Beth Ḥoron.",
"Wir haben nämlich gelernt: Einst sprach jemand in Beth Ḥoron, der seinem Vater den Genuß von ihm abgelobt hatte, als er seinen Sohn verheiratete, zu seinem Nächsten: Hof und Gastmahl seien dir geschenkt; sie sollen dir gehören, bis mein Vater kommt und mit uns am Gastmahle teilnimmt.",
"Da sprach dieser: Wenn sie mein sind, so sollen sie dem Himmel geweiht sein. Jener entgegnete: Ich habe dir meines nicht dazu gegeben, daß du es dem Himmel weihest! Dieser erwiderte: Du hast mir deines wohl dazu gegeben, damit du und dein Vater zusammen essen und trinken und ihr euch mit einander aussöhnen könnt, die Sündeaber auf meinem Haupte ruhe.",
"Die Weisen sagten: Jede Schenkung, die derart ist, daß, wenn man sie heiligt, sie nicht heiligist, gilt nicht als Schenkung.",
"Die Rabbanan lehrten: Achtzig Schüler hatte Hillel der Ältere; dreißig von ihnen waren würdig, daß die Göttlichkeit auf ihnen ruhe, wie auf unserem Meister Moše, dreißig von ihnen waren würdig, daß für sie die Sonne stehen bleibe, wie für Jehošua͑, den Sohn Nuns, und zwanzig waren mittelmäßig. Der bedeutendste von ihnen war Jonathan b. U͑ziél und der kleinste von ihnen war R. Joḥanan b. Zakkaj.",
"Von R. Joḥanan b. Zakkaj erzählt man, daß er von Schrift, Mišna, Talmud, Halakha, Agada, Subtilitäten der Tora, Subtilitäten der Schriftkundigen, [Folgerungen vom] Leichteren auf das Schwerere und durch Wortanalogie, Astronomieund Geometrie, Wäscher- und Fuchsfabeln, Dämonengesprächen, Palmengesäusel, Gesprächen der Dienstengel und Großem und Kleinem nichts zurückgelassenhabe.",
"Großes, die Sphärenkunde; Kleines, die Disputationen von Abajje und Raba. Damit geht in Erfüllung, was geschrieben steht:meine Lieben Besitz erben zu lassen, und ihre Schatzkammern fülle ich.",
"Wenn schon der Kleinste von ihnen so war, um wieviel bedeutender muß der Größte von ihnen gewesen sein. Man erzählt von Jonathan b. U͑ziél, daß, wenn er dasaß und sich mit der Tora befaßte, jeder Vogel, der über ihm flog, verbrannte.",
" WENN JEMAND SAGT: DIESER IST MEIN SOHN, SO IST ER GLAUBHAFT; WENN: DIESER IST MEIN BRUDER, SO IST ER NICHTGLAUBHAFT; JEDOCH ERHÄLT DIESER MIT IHM VON SEINEMANTEILE.",
"STIRBT DIESER, SO GELANGT DAS VERMÖGEN AN SEINE FRÜHERE STELLE;",
"FIEL IHM VERMÖGEN VON ANDERER SEITE ZU, SO ERBEN SEINE BRÜDER MIT IHM.",
"GEMARA. In welcher Hinsicht ist er glaubhaft, wenn er sagt: dieser ist mein Sohn? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Hinsichtlich der Beerbung und der Befreiung seiner Frau von der Schwagerehe. –"
],
[
"Hinsichtlich der Beerbung ist dies ja selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen der Befreiung seiner Frau von der Schwagerehe. –",
"Aber auch dies haben wir ja gelernt: Wer beim Sterben gesagt hat, er habe Söhne, ist glaubhaft, er habe Brüder, ist nicht glaubhaft!? –",
"Da [wird von dem Falle gesprochen], wenn es nicht bekannt ist, daß er einen Bruder hat, hier aber, auch wenn es bekannt ist, daß er einen Bruder hat.",
"R. Joseph sagte im Namen des R. Jehuda im Namen Šemuéls: Weshalb sagten sie, wenn jemand sagt, dieser sei sein Sohn, sei er glaubhaft? Weil der Ehemann auch glaubhaft ist, wenn er sagt, er habe sich von seiner Frau scheidenlassen.",
"R. Josephsprach: Herr Abrahams, er stützt das, was gelehrt wurde, auf das, was nicht gelehrtwurde!",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Weshalb sagten sie, wenn jemand sagt, dieser sei sein Sohn, sei er glaubhaft? Weil es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen.",
"Hierzu sagte R. Joseph: Da du nun ausgeführt hast, daß wir ‘weil’ sagen, so ist ein Ehemann glaubhaft, wenn er sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, weil es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen.",
"Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, so ist er nicht glaubhaft. Da wehrte R. Šešeth mit der Hand ab [und sprach:] Das ‘weil’ des R. Joseph ist nun fort! –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥija b. Abin sagte ja im Namen R. Joḥanans, wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, sei er glaubhaft!? –",
"Das ist kein Einwand; eines rückwirkend",
"und eines für die Zukunft.",
"Sie fragten: Ist er, wenn er es in rückwirkender Absicht gesagt hat, für die Zukunft glaubhaft:",
"teilen wir die Aussage oder teilen wir die Aussage nicht? – R. Mari und R. Zebid [streiten hierüber]; einer sagt, wir teilen sie, und einer sagt, wir teilen sie nicht. –",
"Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre Rabas? Raba sagte nämlich: [Bekundet jemand], jener Mann habe seine Frau beschlafen, so wird er mit noch einem Zeugen vereinigt, jenen hinzurichten; jenen hinzurichten, nicht aber siehinzurichten. –",
"Bei zwei Personen teile man sie, bei einer Personteile man sie nicht."
],
[
"Einst fragte man einen Sterbenden, für wen seine Frau bestimmtsei, und er erwiderte, sie sei tauglich auch für den Hochpriester.",
"Hierauf sprach Raba: Was ist hierbei zu befürchten? R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, sei er glaubhaft. Abajje sprach zu ihm: Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er ja aber im Namen R. Joḥanans, wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, sei er nicht glaubhaft!? Dieser erwiderte: Es ist ja erklärt worden, eines rückwirkend und eines für die Zukunft. –",
"Sollten wir uns denn auf eine Erklärung verlassen!? Darauf sprach Raba zu R. Nathan b. Ami: Berücksichtige dies.",
"Einst sagte jemand, von dem es bekannt war, daß er keine Brüder habe, beim Sterben, er habe keineBrüder. Hierauf sprach R. Joseph: Was ist hierbei zu befürchten? Erstens ist es uns von ihm bekannt, daß er keine Brüder habe, und zweitens sagte er beim Sterben, er habe keine Brüder. Abajje sprach zu ihm: Man sagt, im Überseelande seien Zeugen vorhanden, die wissen, daß er Brüder habe!? –",
"Jetzt aber erscheinen sie nichtvor uns. Das ist ein Fall, über den R. Ḥanina sagte: Sollte man sieverbieten, weil Zeugen am Nordpolvorhanden sind!?",
"Abajje sprach zu ihm: Sollten wir denn, wenn wir bei einer Gefangenen eine Erleichterung getroffenhaben, weil sie sich vor ihren Fängern verunstaltet, auch bei einer Ehefrau eine Erleichterungtreffen!? Da sprach Raba zu R. Nathan b. Ami: Berücksichtige dies.",
"DIESEU IST MEIN BRUDER, SO IST ER NICHT GLAUBHAFT. Was sagen die übrigen: sagen sie, er sei ihr Bruder, wieso erhält er einen Anteil nur vom Teile des einen und nichtmehr, und sagen sie, er sei nicht ihr Bruder,",
"wie ist der Schlußsatz zu erklären: fiel ihm Vermögen von anderer Seite zu, so erben seine Brüder mit ihm; sie sagen ja, er sei nicht ihr Bruder!? –",
"In dem Falle, wenn sie sagen, sie wissen es nicht.",
"Raba sagte: Hieraus ist zu entnehmen, [daß, wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert, er wisse es nicht, er freisei.",
"Abajje entgegnete:"
],
[
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist er [zur Zahlung] verpflichtet, nur verhält es sich hierbei anders, denn es gleicht dem Falle, wenn einer sagt: jener hat eine Mine bei dir.",
"FIEL IHM VERMÖGEN VON ANDERER SEITE ZU, SO ERBEN SEINE BRÜDER MIT IHM. Raba fragte: Wie verhält es sich mit dem Gewinne, den die Güter von selber gebracht haben?",
"Vom Gewinne, der bis zu den Schaltern reicht, ist es nicht fraglich, denn er gleicht dem von anderer Seite zugefallenen Vermögen, fraglich ist es nur vom Gewinne, der nicht bis zu den Schultern reicht, wenn beispielsweise eine Dattelpalme an Stärke zugenommen oder ein Grundstück Dungboden hervorgebrachthat. – Dies bleibt unentschieden.",
" WENN JEMAND GESTORBEN IST UND EIN TESTAMENT AN SEINE HÜFTE GEBUNDEN GEFUNDEN WIRD, SO IST DIES NICHTS. HAT ERDAMIT EINEM ETWASZUGEEIGNET, EINERLEI OB DIESER ZU DEN ERBEN GEHÖRT ODER NICHT ZU DEN ERBEN GEHÖRT, SO SIND SEINE WORTE GÜLTIG.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Was heißt Testament? Wenn darin geschrieben steht: diessoll bestehen und ausgeführt werden. Schenkungsurkunde? Wenn darin geschrieben steht: von heute ab, nach meinem Tode. –",
"Demnach ist die Schenkung gültig, wenn es darin heißt: von heute ab, nach meinem Tode, wenn aber: von jetzt ab, so ist die Schenkung nicht gültig!? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: welche Schenkung eines Gesunden gleicht der Schenkung eines Sterbenden, indem er das Geschenk erst nach dem Tode eignet? Wenn darin geschrieben steht: von heute ab, nach meinem Tode.",
"Rabba b. R. Hona saß in der Halle der Schule Rabhs und trug im Namen R. Joḥanans vor: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat: schreibt und gebt jenem eine Mine, und gestorbenist, so schreibe und gebe man sie ihm nicht, weil er sie ihm vielleicht nur durch die Urkunde zueignen wollte, und nach dem Tode ist keine Urkundevorhanden.",
"Da sprach R. Elea͑zar: Achtetdarauf! R. Šezbi sagte, R. Elea͑zar habe dies vorgetragen und R. Joḥanan ‘achtet darauf’ gesagt.",
"R. Naḥman b. Jiçḥtaq sprach: Die Ansicht R. Šezbis ist einleuchtend. Allerdings war es nötig, wenn man sagt, R. Elea͑zar habe es vorgetragen, daß R. Joḥanan dem beistimme, wäre es denn aber nötig, wenn man sagen wollte, R. Joḥanan habe dies vorgetragen, daß R. Elea͑zar dem beistimme!?",
"Auch ist aus folgendem zu entnehmen, daß R. Elea͑zar es vorgetragen habe. Rabin ließ im Namen R. Abahus mitteilen: Wisset, daß R. Elea͑zar im Namen unseres Meistersder Diaspora mitteilen ließ: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat: schreibt und gebt jenem eine Mine, und gestorben ist, so schreibe und gebe man sie ihm nicht, weil er sie ihm vielleicht nur durch die Urkunde zueignen wollte, und nach dem Tode ist keine Urkunde vorhanden. R. Joḥanan sagte: Dieswerde untersucht. –",
"Was heißt: untersucht? Als R. Dimi kam, erklärte er: Ein Testament annulliert ein Testament. Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat: schreibt und gebt jenem eine Mine, und gestorben ist, so erwäge man folgendes: wollte er damitseine Rechtskraft steigern, so schreibeman, wenn aber nicht, so schreibe man nicht.",
"R. Abba b. Mamal wandte ein: Wenn ein Gesunder gesagt hat: schreibt und gebt jenem eine Mine, und gestorben ist, so schreibe und gebe man sie ihm nicht; demnach schreibe und gebe man sie ihm, wenn ein Sterbenskranker es gesagthat!? Er erhob diesen Einwand, und er selber erklärte es auch: wenn er damit seine Rechtskraft steigern wollte. –",
"In welchem Fallewollte er seine Rechtskraft steigern? –"
],
[
"Wie R. Ḥisda erklärthat: außer der Schenkung eigne ich es ihmzu, ebenso auch hierbei, wenn er gesagt hat: auchschreibt, unterzeichnet und gebt es ihm.",
"Es wurde gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist, man schreibe und gebe. Ebenso sagte auch Raba im Namen R. Naḥmans, die Halakha ist, man schreibe und gebe.",
" WERSEIN VERMÖGEN SEINEN KINDERN VERSCHREIBT, MUSS SCHREIBEN: VON HEUTEAB, NACH DEM TODE – SO R. JEHUDA; R. JOSE SAGT, ER BRAUCHE DIESNICHT.",
"WENN JEMAND SEIN VERMÖGEN SEINEM SOHNE FÜR NACH DEM TODE VERSCHRIEBEN HAT, SO KANN DER VATER NICHTS VERKAUFEN, WEIL ES DEM SOHNE VERSCHRIEBEN IST, UND DER SOHN EBENFALLS NICHTS VERKAUFEN, WEH, ES SICH IM BESITZE DES VATERS BEFINDET.",
"VERKAUFT DER VATER, SO IST DER VERKAUF BIS ZU SEINEM TODE GÜLTIG, UND VERKAUFT DER SOHN, SO ERHÄLT DER KÄUFER NICHTS, BIS DER VATER GESTORBEN IST.",
"GEMARA. Was ist denn dabei, daß er geschrieben hat: von heute ab, nach meinem Tode; wir haben ja gelernt: vonheute ab, nach meinem Tode, so ist der Scheidebrief gültig und ungültig; stirbt er, so ist an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, nicht aber die Schwagerehe!? –",
"Da ist es uns zweifelhaft, ob dieseine Bedingungoder ein Rücktrittist, hierbei aber meinte er es wie folgt: das Kapital eigne von heute ab, die Früchte aber erst nach meinem Tode.",
"R. JOSE SAGT, ER BRAUCHE DIES NICHT. Rabba b. Abuha erkrankte, und R. Hona und R. Naḥman besuchten ihn. Da sprach R. Hona zu R. Naḥman: Frage ihn, ob die Halakha wie R. Jose sei oder nicht wie R. Jose sei. Dieser erwiderte: Ich kenne nicht einmal den Grund R. Joses und soll ihn nach der Halakha fragen!? Jener entgegnete: Frage du ihn nur, ob die Halakha wie er sei oder nicht, und den Grund werde ich dir sagen.",
"Hierauf fragte er es ihn, und dieser erwiderte ihm: Folgendes sagte Rabh: die Halakha ist wie R. Jose. Als sie fortgingen, sprach jener zu ihm: Folgendes ist der Grund R. Joses: er ist der Ansicht, das Datum der Urkunde beweise es. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagt, dies sei nicht nötig, weil das Datum der Urkunde es beweist.",
"Raba fragte: Wie verhält es sich bei einem Zueignungsscheine? Dieser erwiderte: Bei einem Zueignungsscheine ist dies nicht nötig.",
"R. Papi sagte: Es gibt Zueignungen, bei welchen dies nötig ist, und Zueignungen, bei welchen dies nicht nötig ist. [Heißt es darin:] er hat es ihm zugeeignet und wirhaben es von ihm geeignet, so ist dies nichtnötig, wenn aber: wir haben es von ihm geeignet und er hat es ihm zugeeignet, so ist dies wohlnötig.",
"R. Ḥanina aus Sura wandte ein: Gibt es denn Dinge, die wir nicht wissen und die Schreiberwissen!? Man fragte die Schreiber Abajjes, und sie wußten es, die Schreiber Rabas, und sie wußten es.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Dies ist nicht nötig, einerlei ob es heißt: er hat es ihm zugeeignet und wir haben es von ihm geeignet, oder: wir haben es von ihm geeignet und er hat es ihm zugeeignet; sie streiten nur über [die Formel:] in Erinnerungder Dinge, die sich vor uns ereignet haben.",
"R. Kahana sagte: Ich trug dies R. Zebid aus Nehardea͑ vor, [und er sprach zu mir:] Ihr lehrt dies so, wir aber lehren es wie folgt: Raba sagteim Namen R. Naḥmans: Bei einer Zueignung ist dies nicht nötig, einerlei ob es darin heißt: er hat es ihm zugeeignet und wir haben es von ihm geeignet, oder: wir haben es von ihm geeignet und er hat es ihm zugeeignet; sie streiten nur über [die Formel:] in Erinnerung der Dinge, die sich vor uns ereignet haben.",
"WENN JEMAND SEIN VERMÖGEN SEINEM SOHNE FÜR NACH DEM TODE VESCHRIEBEN HAT. Es wird gelehrt: Wenn der Sohn es bei Lebzeiten des Vaters verkauft hat und der Sohn bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, so hat der Käufer, wie"
],
[
"R. Joḥanan sagt, es nichtgeeignet; Reš Laqiš aber sagt, der Käufer habe es geeignet.",
"R. Joḥanan sagt, der Käufer habe es nicht geeignet, denn der Besitz der Früchtegleicht dem Besitze des Kapitals;",
"Reš Laqiš sagt, der Käufer habe es geeignet, denn der Besitz der Früchte gleicht nicht dem Besitze des Kapitals. –",
"Aber darüberstreiten sie ja bereits einmal!? Es wurde nämlich gelehrt: Wenn jemand einem sein Feld zum Nießbrauch der Früchte verkauft hat, so muß [der Käufer], wie R. Joḥanan sagt, [die Erstlinge] darbringenund [den Abschnitt]lesen, und wie Reš Laqiš sagt, sie darbringen und nicht lesen.",
"R. Joḥanan sagt, darbringen und lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht dem Besitze des Kapitals; Reš Laqiš sagt, darbringen und nicht lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht nicht dem Besitze des Kapitals. –",
"R. Joḥanan kann dir erwidern: obgleich auch sonst der Besitz der Früchte dem Besitze des Kapitals gleicht, so muß dies dennoch hierbei besonders gelehrt werden; man könnte glauben, der Vater verzichte zugunsten des Sohnes, so lehrt er uns.",
"Und auch R. Šimo͑n b. Laqiš kann dir erwidern: obgleich auch sonst der Besitz der Früchte nicht dem Besitze des Kapitals gleicht, so muß dies dennoch hierbei besonders gelehrt werden; man könnte glauben, wenn es sich um das eigene Interesse handelt, ziehe man es auch dem eines Sohnesvor, so lehrt er uns.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: [Sagte jemand:] mein Vermögen soll dir gehören, nach dir soll jener es erben, und nach diesem soll jener es erben, so hat, wenn der erste gestorben ist, der zweite es geeignet, und wenn der zweite gestorben ist, der dritte es geeignet.",
"Stirbt der zweite bei Lebzeiten des ersten, so geht das Vermögen zu den Erben des ersten über.",
"Wenn dem nun sowäre, so müßte es ja zu den Erben des Testatorsübergehen!?",
"Dieser erwiderte: Längst hat R. Hoša͑ja in Babylonien dies erklärt: anders ist es, wenn er ‘nach dir’sagt. Denselben Einwand unterbreitete auch Rabba b. R. Hona vor Rabh, und dieser erwiderte ihm ebenfalls, es sei anders, wenn er ‘nach dir’ sagt. –",
"Es wird ja aber gelehrt, daß es zu den Erben des Testators übergehe!? –"
],
[
"Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, und der erste es verkauft und verzehrt hat, so kann der zweite es den Käufern abnehmen – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der zweite erhalte nur das, was der erste zurückgelassenhat. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagte jemand:] mein Vermögen soll dir gehören und nach dir jenem, so kann der erste es verkaufen und verzehren – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der erste erhalte nur den Nießbrauch der Früchte.",
"Somit befindet sich Rabbi in einem Widersprüche mit sich selber und R. Šimo͑n b. Gamliél in einem Widersprüche mit sich selber!? –",
"Rabbi befindet sich nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn eines gilt vom Kapitalund eines gilt von den Früchten. R. Šimo͑n b. Gamliél befindet sich ebenfalls nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn eines gilt von vornhereinund eines, wenn es bereits erfolgt ist.",
"Abajje sagte: Wer ist ein schlauer Bösewicht? Wer einen Rat erteilt, Güter zu verkaufen, nach R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"R. Joḥanan sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél. Er pflichtet aber bei, daß, wenn er esals Sterbenskranker verschenkt hat, dies ungültig sei. –",
"Aus welchem Grunde? Abajje erwiderte: Das Geschenk eines Sterbenskranken wird erst nach dem Tode geeignet, und jenerist ihm bereits zuvorgekommen. –",
"Kann Abajje dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, das Geschenk eines Sterbenskranken werde geeignet, wie Abajje sagt, beim Sterben, und wie Raba sagt, nach Eintritt des Todes!? –",
"Abajje ist davonzurückgetreten. – Woher, daß er von dieser Ansicht zurückgetreten ist, vielleicht ist er von jener zurückgetreten!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn wir haben gelernt: [Sagte jemand:] da ist dein Scheidebrief, fallsich sterbe, da ist dein Scheidebrief nach dieser Krankheit, da ist dein Scheidebrief für nach meinem Tode, so hat er nichts gesagt.",
"R. Zera sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, selbst für den Fall, wenn sich darunterSklaven befunden haben, und er sie freigelassenhat. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man könne zu ihm sagen, jener habe es ihm nicht gegeben, um damit ein Verbotzu begehen, so lehrt er uns.",
"R. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, selbst wenn er dafürTotengewänder angefertigt hat. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe es ihm nicht gegeben, um es der Nutznießungzu entziehen, so lehrt er uns.",
"R. Naḥman b. R. Ḥisda trug vor: [Wenn jemand gesagt hat:] dieser Etrogsei dir geschenkt und nach dirjenem, und der erste ihn benutzt und damit seiner Pflicht genügthat, so kommen wir zum Streitezwischen Rabbi und R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq wandte ein: Rabbi und R.Šimo͑n b. Gamliél streiten ja nur über jenenFall, denn einer ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, und einer ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals,"
],
[
"wozu aber hat er ihn ihm in diesem Falle gegeben, wenn nicht um damit seiner Pflicht zu genügen!?",
"Vielmehr stimmen alle überein, daß er damit seiner Pflicht genügt, aber hinsichtlich des Verkaufes und Verzehrenskommen wir zum Streite zwischen Rabbi und R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"Rabba b. R. Hona sagte: Wenn Brüder von der Nachlaßmasseeinen Etrog gekauft haben und einer von ihnen ihn benutzt und mit ihm seiner Pflicht genügt hat, so hat er, wenn er ihn verzehrenkann, seiner Pflicht genügt, wenn aber nicht, so hat er seiner Pflicht nicht genügt.",
"Jedoch nur dann, wenn für jeden besonders ein Etrog vorhanden ist, nicht aber, wenn eine Quitte oder ein Granatapfel.",
"Raba sagte: [Wenn jemand gesagt hat:] dieser Etrog sei dir geschenkt mit der Bedingung, daß du ihn mir zurückgibst, und dieser ihn genommen und damit seiner Pflicht genügt hat, so hat er, wenn er ihn zurückgibt, seiner Pflicht genügt, und wenn er ihn nicht zurückgibt, seiner Pflicht nicht genügt. – Was lehrt er uns damit? – Daß ein Geschenk mit der Bedingung der Rückgabe als Geschenk gelte.",
"Einst hatte eine Frau eine Dattelpalme auf einem Grundstücke des R. Bebaj b. Abajje, und da er, sooft sie diese beschneiden ging, ihr zürnte, verkaufte sie sie ihm auf die Dauerseines Lebens. Hierauf ging er und eignete sie seinem kleinen Sohnezu.",
"Da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu ihm: Weil ihr von Gekürztenstammt, redet ihr auch gekürzte Worte. Auch R. Šimo͑n b. Gamliél sagt esnur von dem Falle, wenn [nachher] einem anderen, nicht aber, wenn an sich selber.",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: [Wenn jemand gesagt hat:] dieser Ochs sei dir geschenkt mit der Bedingung, daß du ihn mir zurückgibst, und dieser ihn dem Heiligtume geweiht und jenem zurückgegeben hat, so ist die Weihung und die Rückgabe gültig.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Was hat er ihm dennzurückgegeben!? Dieser erwiderte: Was hat er ihm denn abgenommen!? Vielmehr, sagte R. Aši, berücksichtigen wir folgendes: sagte er zu ihm: mit der Bedingung, daß du ihn zurückgibst, so hat er ihn ihm ja zurückgegeben, sagte er aber: mit der Bedingung, daß du ihn mir zurückgibst, so meinte er, als für ihn brauchbare Sache.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand sein Vermögen einem anderen verschrieben hat und dieser sagt, er wolle es nicht haben, so hat er es dennoch geeignet, selbst wenn er dasteht und protestiert. R. Joḥanan aber sagt, er habe es nicht geeignet.",
"R. Abba b. Mamal sagte: Sie streiten aber nicht,"
],
[
"eines in dem Falle, wenn er von Anfang an protestiert hat, und eines in dem Falle, wenn er anfangs geschwiegen hat und später protestiert.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Wenn [der Schenkende] es ihmdurch einen anderen zugeeignet und er geschwiegen hat, später aberprotestiert, so kommen wirzum Streite zwischen R. Šimo͑n b. Gamliél und den Rabbanan,",
"denn es wird gelehrt: Wenn jemand sein Vermögen, worunter sich Sklaven befinden, einem anderen verschrieben hat, und dieser sagt, er wolle sie nicht haben, so dürfen diese, wenn der zweite Herr ein Priester ist, von der Hebeessen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sobald dieser sagt, er wolle sie nicht haben, haben die Erbensie geeignet.",
"Dagegen wandten wir ein: Sollte dies nach dem ersten Autor auch von dem Falle gelten, wenn dieser dasteht und protestiert!?",
"Und Raba, nach anderen R. Joḥanan, erwiderte: Wenn er von Anfang an protestiert hat, stimmen alle überein, daß er sie nicht geeignet habe; wenn er geschwiegen hat und erst nachher protestiert, stimmen alle überein, daß er sie geeignet habe,",
"sie streiten nur über den Fall, wenn jener sie ihm durch einen anderen zugeeignet, und er anfangs geschwiegen hat und später protestiert. Der erste Autor ist der Ansicht, er habe sie geeignet, da er geschwiegenhat, und später protestiert er deshalb, weil er zurücktreten will;",
"und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, der Schluß erkläreden Anfang, nur protestierte er bis dahin deshalb nicht, weil er dachte: wozu soll ich protestieren, bevor es in meinen Besitz kommt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man jenem zweihundert Zuz, jenem dreihundert [Zuz] und jenem vierhundert [Zuz] gebe, so sage man nicht, wer in der Urkunde zuerst genannt ist, habe den Gewinn. Daher ist, wenn auf ihn ein Schuldschein präsentiert wird, von allen einzufordern.",
"Wenn er aber gesagt hat, daß man zweihundert Zuz jenem, nachher jenem und nachher jenem gebe, so hat, wer zuerst in der Urkunde genannt ist, den Gewinn. Daher ist, wenn auf ihn ein Schuldschein präsentiert wird, vom letzten einzufordern, und wenn seines nicht reicht, vom vorletzten, und wenn auch seines nicht reicht, vom vorvorletzten einzufordern.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man jenem seinem erstgeborenen Sohne zweihundert Zuz gebe, wie es ihm zukommt, so erhält er diese und auch seinen Erstgeburtsanteil; wenn er aber gesagt hat: für seinen Erstgeburtsanteil, so hat er die Oberhand; wenn er will, nehme erdiese, und wenn er will, nehme er seinen Erstgeburtsanteil.",
"Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man jener seiner Frau zweihundert Zuz gebe, wie es ihr zukommt, so erhält sie diese und auch ihre Morgengabe; wenn er aber gesagt hat: für ihre Morgengabe,"
],
[
"so hat sie die Oberhand; wenn sie will, nehme sie diese, und wenn sie will, nehme sie ihre Morgengabe.",
"Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man jenem seinem Gläubiger zweihundert Zuz gebe, wie es ihm zukommt, so erhält er diese und auch seine Schuld; wenn er aber gesagt hat: für seine Schuld, so erhält er sie für seine Schuld. –",
"Sollte er denn, weil er gesagt hat: wie es ihm zukommt, diese und seine Schuld erhalten, vielleicht meinte er es: wie es ihm für seine Schuld zukommt!?",
"R. Naḥman erwiderte: Hona erklärte mir, diese Lehre vertrete die Ansicht R. A͑qibas, der die überflüssigen Worte deutet.",
"Wir haben nämlich gelernt: Nicht den Brunnen und nicht die Zisterne, obgleich er ihm geschrieben hat: Tiefe und Höhe; ermuß sich aber einen Weg zu diesen erkaufen – so R. A͑qiba;",
"die Weisen sagen, er brauche sich keinen Weg zu diesen zu erkaufen. Jedoch pflichtet R. A͑qiba bei, daß, wenn er gesagt hat: außerdiesen, er sich keinen Weg zu diesen zu erkaufen brauche.",
"Wir sehen also, daß, wer etwas sagt, was nicht nötigist, hinzufügen wolle, ebenso wollte auch dieser, da diesnicht nötig war und er es gesagt hat, etwas hinzufügen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, er habe bei jenem eine Mine, so schreiben die Zeugen es nieder, obgleich sie jenen nichtkennen; daher muß jener, wenn er es einfordern will, den Beweis erbringen – so R. Meír. Die Weisen sagen, sie schreiben es nur dann nieder, wenn sie jenenkennen; daher braucht er, wenn er es einfordern will, keinen Beweis zu erbringen.",
"R. Naḥman sagte: Hona sagte mir, es gebe folgende Lehre: R. Meír sagt, sie schreiben nicht, und die Weisen sagen, sie schreiben wohl, und auch R. Meír sagt dies nurwegen eines Irrtumsdes Gerichtes. R. Dimi aus Nehardea͑ sagte: Die Halakha ist, man berücksichtige einen Irrtum des Gerichtes nicht. –",
"Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre Rabas? Raba sagte nämlich: Man darf die Ḥaliça vollziehen nur wenn man siekennt, und ebenso auch eine Weigerungserklärung entgegennehmen, nur wenn man sie kennt; daher darf man [eine Urkunde über] die Ḥaliça und die Weigerungserklärungschreiben, auch wenn sie [die Person] nicht kennen.",
"Doch wohl, weil ein Irrtum des Gerichtesberücksichtigt wird!? –",
"Nein, ein Gericht prüft nicht die Handlung eines anderen Gerichtes nach, wohl aber die Handlung der Zeugen.",
" DER VATER DARF[FRÜCHTE] PFLÜCKENUND WEM ER WILL ZUM VERZEHREN GEBEN; WAS ER ABER GEPFLÜCKT HINTERLÄSST, GEHÖRT DEN ERBEN.",
"GEMARA. Nur was er gepflückt hinterläßt, nicht aber was [am Boden] haftet,"
],
[
"und [dem widersprechend] wird gelehrt, was am Boden haftet, werde dem Käufer eingeschätzt!?",
"U͑la erwiderte: Das ist kein Widerspruch; eines gilt von einem Sahne und eines von einem Fremden, weil jeder seinem Sohne zugetan ist.",
" WENN JEMAND ERWACHSENE UND UNERWACHSENE SÖHNE HINTERLASSEN HAT, SO WERDEN DIE ERWACHSENEN NICHT AUF RECHNUNG DER UNERWACHSENENUNTERHALTEN, UND DIE UNERWACHSENEN WERDEN NICHT AUF RECHNUNG DER ERWACHSENENERNÄHRT, VIELMEHR TEILEN SIE GLEICHMÄSSIG.",
"HEIRATENDIE ERWACHSENEN, SO ENTNEHMENAUCH DIE UNERWACHSENEN. SAGEN DIE UNERWACHSENEN: WIR WOLLEN ENTNEHMEN, WIE IHR BEREITS ENTNOMMENHABT, SO HÖRE MAN NICHT AUF SIE; VIELMEHR IST, WAS DER VATER DIESEN BEREITS GEGEBEN HAT, GEGEBEN.",
"WENN JEMAND ERWACHSENE UND UNERWACHSENE TÖCHTER HINTERLASSEN HAT, SO WERDE DIE ERWACHSENEN NICHT UNTERHALTEN AUF RECHNUNG DER UNERWACHSENEN, UND DIE UNERWACHSENEN WERDEN NICHT AUF RECHNUNG DER ERWACHSENEN ERNÄHRT; VIELMEHR TEILEN SIE GLEICHMÄSSIG.",
"HEIRATEN DIE ERWACHSENEN, SO ENTNEHMEN AUCH DIE UNERWACHSENEN. SAGEN DIE UNERWACHSENEN: WIR WOLLEN ENTNEHMEN, WIE IHR BEREITS ENTNOMMEN HABT, SO HÖRE MAN NICHT AUF SIE.",
"IN FOLGENDEM HABEN DIE TÖCHTER EIN VORRECHT VOR DEN SÖHNEN: DIE TÖCHTER WERDEN UNTERHALTEN AUF RECHNUNG DER SÖHNE, NICHT ABER WERDEN SIE AUF RECHNUNG DER TÖCHTER UNTERHALTEN.",
"GEMARA. Raba sagte: Wenn der älteste der Brüdersich von der Masse kleidetund ausstattet, so ist das, was er getan hat, getan. –",
"Wir haben ja aber gelernt, die erwachsenen werden nicht auf Rechnung der unerwachsenen unterhalten!? – Die Mišna spricht von Beschäftigungslosen. –",
"Von Beschäftigungslosen ist dies ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, dies sei ihnenlieb, damit er nicht unwürdig erscheine, so lehrt er uns.",
"HEIRATEN DIE ERWACHSENEN, SO ENTNEHMEN AUCH DIE UNERWACHSENEN. Wie meint er es?",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: heiraten die erwachsenen nach dem Tode ihres Vaters, so entnehmen auch die unerwachsenen nach dem Tode ihres Vaters; wenn aber die erwachsenen bereits bei Lebzeiten ihres Vaters geheiratet haben und die unerwachsenen nach dem Tode ihres Vaters sagen: wir wollen ebenfalls entnehmen, wie ihr bereits entnommen habt, so höre man nicht auf sie, vielmehr ist das, was der Vater ihnen bereits gegeben hat, gegeben.",
"WENN JEMAND ERWACHSENE UND UNERWACHSENE TÖCHTER HINTERLÄSST. Abuha b. Geneba sandte an Raba folgende Frage: Lehre uns der Meister, wie es denn sei, wenn [eine Frau] etwas geborgt, es verzehrt und sich verheiratethat: gilt der Ehemannals Käufer oder gilt er als Erbe?",
"Gilt er als Käufer, und ein mündliches Darlehen kann vom Käufer nicht eingefordert werden, oder gilt er als Erbe, und ein mündliches Darlehen kann vom Erben eingefordert werden?",
"Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: heiraten die erwachsenen, so entnehmen auch die unerwachsenen; doch wohl: haben die erwachsenen sich mit einem Manne verheiratet, so entnehmen die unerwachsenen [ihre Ausstattung] vom Ehemanne. –",
"Nein, haben die erwachsenen sich mit einem Manne verheiratet, so entnehmen auch die unerwachsenen [Ausstattung zur Verheiratung] mit einem Manne. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥija lehrte ja, wenn die erwachsenen sich mit einem Manne verheiraten, erhalten die unerwachsenen vom Ehemanne!? –",
"Vielleicht verhält es sich beim Unterhalte anders, weil dies bekanntist.",
"R. Papa sprach zu Raba: Ist dies etwa nicht der Fall, den Rabin in seinem Briefe mitteilen ließ? Wenn jemand gestorben ist und eine Witwe und eine Tochter hinterlassen hat, so ist seine Witwe von seinem Vermögen zu unterhalten; verheiratetsich die Tochter, so ist seine Witwe weiter von seinem Vermögen zu unterhalten. Stirbtdie Tochter? R. Jehuda, Schwesterssohn des R. Jose b. Ḥanina, erwiderte: Ich hatte einen solchen Fall, and man entschied, die Witwe sei von seinem Vermögen zu unterhalten.",
"Einleuchtend ist es nun, wenn er als Erbe gilt, daß die Witwe von seinem Vermögen zu unterhalten ist, wieso aber ist sie, wenn du sagst, er gelte als Käufer, von seinem Vermögen zu unterhalten!?",
"Abajje sagte: Würden wir es denn, wenn Rabin es nicht mitgeteilt hätte, nicht gewußt haben, wir haben ja gelernt: Folgendes geht im Jobeljahrenicht zurück: der Erstgeburtsanteil"
],
[
"und das, was der Ehemann von seiner Frauerbt.",
"Raba sprach zu ihm: Wissen wir es denn jetzt, wo er es mitteilen ließ, R. Jose b. Ḥanina sagte ja, in U͑ša ordneten sie an, daß, wenn eine Frau bei Lebzeiten ihres Ehemannes Nießbrauchgüter verkauft hat, und gestorben ist, der Ehemann sie den Käufern wegnehmenkönne!?",
"Vielmehr, sagte R. Aši, haben die Rabbanan den Ehemann einem Erben gleichgestellt, und ebenso haben sie ihn einem Käufer gleichgestellt, und zwar immer zu seinem Vorteile. Hinsichtlich des Jobelgesetzes haben die Rabbanan ihn einem Erben gleichgestellt, wegen seines Verlustes; hinsichtlich der Lehre des R. Jose b. Ḥaninahaben die Rabbanan ihn einem Käufer gleichgestellt, wegen seines Verlustes; und hinsichtlich der Lehre Rabinshaben die Rabbanan ihn einem Erben gleichgestellt, wegen des Verlustes der Witwe. –",
"Aber bei der Lehre des R. Jose b. Ḥanina erleiden ja die Käufer einen Verlust, dennoch haben ihn die Rabbanan einem Käufergleichgestellt!? –",
"Hierbei haben diese selber sich den Schaden zugefügt; sie sollten nicht von einer Frau kaufen, die bei ihrem Ehemanne weilt.",
"",
" WENN JEMAND GESTORBEN IST UND SÖHNE UND TÖCHTER HINTERLASSEN HAT, SO ERBEN, WENN EIN GROSSES VERMÖGEN VORHANDEN IST, DIE SÖHNE, UND DIE TÖCHTER WERDEN UNTERHALTEN; IST ABER NUR EIN GERINGES VERMÖGEN VORHANDEN, SO WERDEN DIE TÖCHTER UNTERHALTEN UND DIE SÖHNE MÖGEN AN DEN TÜREN BETTELN. ADMON SAGTE: HABE ICH DENN, WEIL ICH MÄNNLICHEN GESCHLECHTES BIN, VERLUST ZU ERLEIDEN!? HIERZU SAGTE R. GAMLIÉL: MIR LEUCHTEN DIE WORTE ADMONS EIN.",
"GEMARA. Was heißt großes [Vermögen]? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs : Aus dem diese und jene zwölf Monate unterhalten werden können. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Dies ist die Ansicht des R. Gamliél b. Rabbi, die Weisen aber sagen: daß dieser und jene unterhalten werden können bis sie mannbar sind.",
"Ebenso wurde auch gelehrt: Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn davon diese und jene unterhalten werden können bis sie mannbar sind, so heißt dies ein großes [Vermögen], ist es aber weniger, so heißt es ein geringes. –",
"Und wenn es nicht für diese und jene bis sie mannbar werden ausreicht, erhalten die Töchter alles!?"
],
[
"Vielmehr, erklärte Raba, entnehme man davon den Unterhalt für die Töchter bis sie mannbar werden, und das übrige erhalten die Söhne.",
"Selbstverständlich ist es, daß wenn [das Vermögen] groß war und vermindert worden ist, die Erben es bereits geeignet haben; wie ist es aber, wenn es gering war und vergrößert worden ist, befindet es sich im Besitze der Erben und ist somit im Besitze der Erben gestiegen, oder aber sind die Erben davon entfernt worden? –",
"Komm und höre : R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn die Waisen zuvorgekommen sind und vom geringen Vermögen etwas verkauft haben, so ist der Verkauf gültig.",
"R. Jirmeja saß vor R. Abahu und richtete an ihn folgende Frage: Vermindert die Witwedas Vermögen? Sagen wir, sie vermindere es, weil sie Unterhalt zu beanspruchen hat, oder vermindert sie es nicht, da sie nichts erhält, wenn sie sich verheiratet.",
"Und wenn du entscheidest, sie vermindere es nicht, weil sie nichts erhält, wenn sie sich verheiratet, [so ist es fraglich,] ob die Tochter seiner Fraudas Vermögen vermindere. Sagen wir, sie vermindere es, weil sie [Unterhalt] bezieht, auch wenn sie sich verheiratet, oder aber vermindert sie es nicht, weil sie nichts erhält, wenn sie stirbt?",
"Und wenn du entscheidest, sie vermindere es nicht, weil sie nichts erhält, wenn sie stirbt, [so ist es fraglich,] ob ein Gläubigerdas Vermögen vermindere; sagen wir, er vermindere es, weil er [seine Forderung] erhält, auch wenn er stirbt, oder aber vermindert er es nicht, weil die Einziehung noch fehlt?",
"Manche ordnen diese Fragen entgegengesetzt: Vermindert ein Gläubiger das Vermögen?"
],
[
"Vermindert die Tochter seiner Frau das Vermögen? Vermindert seine Witwe das Vermögen? Wer geht von der Witwe und ihrer Tochter vor?",
"Dieser erwiderte: Geh jetzt und komme morgen. Als er kam, sprach er zu ihm: Allenfalls ist eines zu entscheiden, denn R. Abba sagte im Namen R. Asis, bei einem geringen Vermögen haben sie das Verhältnis der Witwe zur Tochter dem Verhältnisse der Tochter zu den Brüdern gleichgestellt; wie bei Tochter und Brüdern die Tochter zu unterhalten ist und die Brüder an den Türen betteln mögen, ebenso ist bei Witwe und Tochter die Witwe zu unterhalten und die Tochter mag an den Türen betteln.",
"ADMON SAGTE: HABE ICH DENN, WEIL ICH MÄNNLICHEN GESCHLECHTES BIN, VERLUST ZU ERLEIDEN &C. Wie meint er es? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: habe ich denn, weil ich männlichen Geschlechtes bin und mich mit der Tora befassen kann, Verlust zu erleiden!? Raba sprach zu ihm: Demnach erbt nur, wer sich mit der Tora befaßt, und wer sich mit der Tora nicht befaßt, erbt nicht!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: habe ich denn, weil ich männlichen Geschlechtes bin und bei einem großen Vermögen Erbe bin, bei einem kleinen Vermögen Verlust zu erleiden!?",
" WENN JEMAND SÖHNE, TÖCHTER UND EINEN GESCHLECHTSLOSEN HINTERLASSEN HAT, SO KÖNNEN IHN, WENN ES EIN GROSSES VERMÖGENIST, DIE MÄNNLICHEN [KINDER] ZU DEN WEIBLICHEN DRÄNGEN, UND WENN ES EIN GERINGES VERMÖGENIST, DIE WEIBLICHEN ZU DEN MÄNNLICHEN DRÄNGEN.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT: GEBIERT MEINE FRAU EINEN KNABEN, SO SOLL ER EINE MINEERHALTEN, UND SIE EINEN KNABEN GEBIERT, SO ERHÄLT ER EINE MINE. [SAGTE ER:] WENN EIN MÄDCHEN, ZWEIHUNDERT [ZUZ], UND GEBIERT SIE EIN MÄDCHEN, SO ERHÄLT ES ZWEIHUNDERT [ZÜZ.",
"SAGTE ER:] WENN EINEN KNABEN, EINE MINE, WENN EIN MÄDCHEN, ZWEIHUNDERT [ZÜZ], UND GEBIERT SIE EINEN KNABEN UND EIN MÄDCHEN, SO ERHÄLT DER KNABE EINE MINE UND DAS MÄDCHEN ZWEIHUNDERT [ZUZ]; GEBIERT SIE EINEN GESCHLECHTSLOSEN, SO ERHÄLT ER NICHTS. SAGTE ER ABER, WAS MEINE FRAU GEBIERT, SOLL ERHALTEN, SO ERHÄLT ES AUCH DIESER. IST KEIN ANDERER ERBE ALS DIESER VORHANDEN, SO ERBT ER ALLES.",
"GEMARA. Sie drängen ihn, und er erhältgleich einer Tochter, und [dem widersprechend] lehrte er im Schlußsatze, wenn sie einen Geschlechtslosen gebiert, erhalte er nichts!? Abajje erwiderte: Sie drängen ihn, und er erhält nichts.",
"Raba erwiderte: Sie drängen ihn, und er erhältwohl, und der Schlußsatz vertritt die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél; denn es wird gelehrt: Hat esein Geschlechtsloses oder einen Zwitter geworfen, so erstreckt sich, wie R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Heiligkeit nicht auf diese.",
"Man wandte ein: Der Geschlechtslose erbt gleich eine Sohne und ist zu unterhalten gleich einer Tochter. Allerdings ist nach Raba zu erklären, er erbe gleich einem Sohne, bei einem geringen Vermögen, und ist gleich einer Tochter zu unterhalten, bei einem großen Vermögen;"
],
[
"wieso aber ist er nach Abajjegleich einer Tochter zu unterhalten!? – Wieso erbt er, auch nach deiner Auffassung, nach Raba gleich einem Sohne!? Du mußt also erklären, er sei zur Erbschaft berechtigt, erhalte aber nichts, ebenso ist auch zu erklären, er sei zur Unterhaltung berechtigt, erhalte aber nichts.",
"WENN JEMAND GESAGT HAT: GEBIERT MEINE FRAU EINEN KNABEN &C. Demnachist einem eine Tochter lieber als ein Sohn, und [dem widersprechend] sagte R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wenn jemand keinen Sohn hinterläßt, der ihn beerbt, so gerät der Heilige, gepriesen sei er, über ihn in Zorn, denn es heißt:ihr sollt seinen Erbbesitz übergehen lassen, und unter ‘Übergang’ ist der Zornzu verstehen, denn es heißt:ein Tag des Zornes ist jener Tag!? –",
"Da, wo es sich um die Erbschaft handelt, bevorzugt man einen Sohn, hierbei aber, wo es sich um Unterhalt handelt, bevorzugt man eine Tochter.",
"Šemuél erklärte: Hier wird von einer Erstgebärenden gesprochen, und zwar nach R. Ḥisda, denn R. Ḥisda sagt: Eine Tochter zuerst ist ein gutes Zeichen für die Kinder. Manche erklären, weil sie die Brüder erziehen kann, und manche erklären, damit das böse Auge keine Gewalthabe. R. Ḥisda sagte: Mir sind Töchter lieber als Söhne.",
"Wenn du aber willst, sage ich: hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten. –",
"Welche Lehre R. Jehudas ist hier gemeint: wollte man sagen, die Lehre R. Jehudas hinsichtlich [des Wortes] alles, denn es wird gelehrt:und der Herr segnete Abraham mit allem, R. Meír erklärte, daß er keine Tochter hatte, und R. Jehuda erklärte, daß er eine Tochter hatte, (die Bakol [mit allem] hieß), so sagt ja R. Jehuda nur, daß der Allbarmherzige es Abraham auch an einer Tochter nicht fehlen ließ, sagte er etwa, daß sie einem Sohne vorzuziehen sei!? –",
"Vielmehr, es ist R. Jehuda der folgenden Lehre: Es ist Gebot, die Töchter zu ernähren, und um so mehr die Söhne, weil diese sich mit der Tora befassen – so R. Meír. R. Jehuda sagt, es sei Gebot, die Söhne zu ernähren, und um so mehr die Töchter, damit sie nicht entwürdigtwerden. –",
"Von welchem Falle spricht die Lehre, daß, wenn sie einen Knaben und ein Mädchen geboren hat, der Knabe sechs Denarund das Mädchen zwei Denar erhalte?",
"R. Aši erwiderte: Ich trug dies R. Kahana vor, [und er erklärte,] von dem Falle, wenn er auch umgekehrtund gesagt hat: wenn einen Knaben zuerst, so erhalte er zweihundert [Zuz], und das Mädchen nachher erhalte nichts, und wenn ein Mädchen zuerst, so erhalte es hundert, und der Knabe nachher hundert, und sie einen Knaben und ein Mädchen geboren hat, und man nicht weiß, wer zuerst hervorgekommen ist; der Knabe erhält auf jeden Fall eine Mine, und über die andere Mine besteht ein Zweifel und sie ist daher zu teilen. –",
"Von welchem Falle spricht die Lehre, daß, wenn sie einen Knaben und ein Mädchen geboren hat, er nur eine Mine erhalte? Rabina erwiderte: Dies gilt vom Verkünder,"
],
[
"denn es wird gelehrt: [Sagte jemand:] wer mir verkündet, wovon meine Frau entbundenwurde, erhalte, wenn es ein Knabe ist, eine Mine, so erhält dieser, wenn sie einen Knaben gebiert, eine Mine; wenn es ein Mädchen ist, eine Mine, so erhält dieser, wenn sie ein Mädchen gebiert, eine Mine, und wenn sie einen Knaben und ein Mädchen gebiert, so erhält er nur eine Mine. –",
"Er hat ja von einem Knaben und einem Mädchen nicht gesprochen!? – Wenn er auch gesagt hat: wenn einen Knaben und ein Mädchen, so erhalte er eine Mine. – Was schließt dies demnachaus!? – Dies schließt eine Fehlgeburt aus.",
"Einst sprach jemand zu seiner Frau: Mein Vermögen soll dem gehören, mit dem du schwanger bist. Da entschied R. Hona: Er hat es einem Fötus zugeeignet, und wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, so eignet er es nicht.",
"R. Naḥman wandte gegen R. Hona ein: Wenn jemand gesagt hat: gebiert meine Frau einen Knaben, so soll er eine Mine erhalten, und sie einen Knaben gebiert, so erhält er eine Mine!? Dieser erwiderte: Ich weiß nicht, wer der Autor unserer Mišna ist. –",
"Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, man könne auch das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? –",
"R. Meír ist dieser Ansicht nur in dem Falle, wenn dieserauf der Welt vorhanden ist, ist er dieser Ansicht etwa auch in dem Falle, wenn dieser nicht auf der Welt vorhanden ist!? –",
"Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht R. Joses, welcher sagt, der Fötus könne eignen!? Wir haben nämlich gelernt: Der Fötus macht [für die Hebe] untauglich, aber nicht zu essenberechtigt – so R. Jose!? –",
"Anders verhält es sich bei der Erbschaft, die von selber kommt. –",
"Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, welcher sagt, es gebe keinen Unterschied zwischen Erbschaft und Schenkung!? Wir haben nämlich gelernt: R. Joḥanan b. Beroqa sagte: Sagte er esvon einem, der Anwartschaft hat, ihn zu beerben, so sind seine Worte gültig. –",
"R. Joḥanan sagt dies nur von dem Falle, wenn dieser auf der Welt vorhanden ist, sagt er dies etwa auch von dem Falle, wenn dieser nicht auf der Welt vorhanden ist. –",
"Sollte er ihm doch erwidert haben, sie vertrete die Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, und dieser sei der Ansicht R. Joses!? –",
"Wer sagt, daß er es ist!? – Sollte er ihm doch erwidert haben, [die Mišna spreche] von einem Verkünder!? – Wie wäre demnach der Schlußsatz zu erklären: ist kein anderer Erbe als dieser vorhanden, so erbt er alles; was hat, wenn hier von einem Verkünder gesprochen wird, dieser mit der Erbschaft zu tun!? –",
"Sollte er ihm doch erwidert haben: in dem Falle, wenn sie bereits geboren hat!? – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: sagte er aber: was meine Frau gebiert, soll erhalten, so erhält es auch dieser; wieso heißt es demnach gebiert, es müßte ja heißen: geboren hat!? –"
],
[
"Sollte er ihm doch erwidert haben: wenn er gesagt hat: sobald sie es geboren haben wird!? R. Hona vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Hona sagte, auch wenn er ‘geboren haben wird’ [gesagt hat], habe [das Kind] es nicht geeignet.",
"R. Naḥman sagt nämlich, wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, habe er es nicht geeignet; [sagte er:] sobald er geboren ist, habe er es geeignet. R. Hona sagt, auch wenn [er gesagt hat:] sobald er geboren ist, habe er es nicht geeignet. R. Šešeth sagt, ob so oder so habe er es geeignet.",
"R. Šešeth sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Wenn ein Proselyt gestorbenist und Jisraéliten sein Vermögen geplündert haben, und darauf erfahren, daß er einen Sohn hat oder daß seine Frau schwanger ist, so müssen sie es zurückgeben; wenn sie alles zurückgegeben haben und nachher erfahren, daß sein Sohn gestorben ist oder seine Frau abortiert hat, so hat der es geeignet, der es zum zweiten Malein Besitz genommen hat, und der es zum ersten Male in Besitz genommen hat, nicht geeignet.",
"Wozu brauchen sie es nun, wenn man sagen wollte, ein Fötus könne nichts eignen, zum zweiten Male in Besitz zu nehmen, sie haben es ja bereits in Besitz genommen!?",
"Abajje entgegnete: Anders verhält es sich bei einer Erbschaft, da sie von selberkommt. Raba entgegnete: Anders verhält es sich in diesem Falle, da es von vornherein nur lose in ihre Händegekommen war. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn sie von ihm gehört haben, daß er gestorben sei, während er in Wirklichkeit nicht gestorben war, später aber gestorben ist. –",
"Komm und höre: Ein einen Tag altes Kind erbt und vererbt. Nur wenn es einen Tag alt ist, ein Fötus aber nicht!? – R. Šešeth erklärte ja, es erbe das mütterliche Vermögen, um es den Brüdern väterlicherseits zu vererben. Daher nur dann, wenn es einen Tag alt ist, nicht aber ein Fötus,"
],
[
"weil er dannzuerst gestorben ist, und der Sohn seine Mutter nicht im Grabebeerbt, um es seinen Brüdern väterlicherseits zu vererben. –",
"Demnach stirbt [der Fötus] zuerst, und dem widersprechend ereignete es sich ja einst, daß er dreimal zuckte!? Mar b. R. Aši erwiderte: Auch der Schwanz einer Eidechse zucktja.",
"Mar, Sohn des R. Joseph, erklärte im Namen Rabbas: Diesbesagt, daß es den Erstgeburtsanteil vermindere. Nur wenn es einen Tag alt ist, nicht aber ein Fötus, denn der Allbarmherzige sagt:und ihm gebären.\n",
"Mar, Sohn des R. Joseph, sagte nämlich im Namen Rabbas: Ein Sohn, der nach dem Tode seines Vaters geboren worden ist, vermindert nicht den Erstgeburtsanteil, denn es heißt: und ihm gebären, was hierbei nicht der Fall ist.",
"So lehrten sie dies in Sura, in Pumbeditha aber lehrten sie es wie folgt: Mar, Sohn des R. Joseph, sagte im Namen Rabbas: Wenn ein Erstgeborener nach dem Tode seines Vaters geborenwurde, so erhält er keinen doppelten Anteil, denn der Allbarmherzige sagt:anerkennen, was hierbei nicht der Fall ist. Die Halakha ist nach allen diesen Lehren, die Mar, Sohn des R. Joseph, im Namen Rabbas sagte, zu entscheiden.",
"R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, so hat er es nicht geeignet. Wenn man aber einen Einwand aus unserer Mišnaerheben will, [so ist zu erwidern:] weil jeder seinem Sohne zugetan ist.",
"Šemuél sprach zu R. Hona aus Bagdad: Geh, hole mir zehn Leute und ich werde dir vor ihnensagen, wenn jemand etwas seinem Fötus zueignet, habe er es geeignet. Die Halakha ist, wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, so hat er es nicht geeignet.",
"Einst sagte jemand zu seiner Frau: Mein Vermögen soll den Kindern, die ich von dir haben werde, gehören. Da kam sein ältester Sohnund sprach zu ihm: Was soll aus mir werden!? Dieser erwiderte: Geh, eigne gleich jedem der anderen Söhne. Jeneeignen entschieden nichts, denn sie sind noch gar nicht vorhanden;",
"hat aber der Erwachsene einen Anteil neben den Söhnen oder hat der Erwachsene keinen Anteil neben den Söhnen? R. Abin, R. Mejaša und R. Jirmeja sagten, der Erwachsene habe einen Anteil neben den Söhnen; R. Abahu, R. Ḥanina b. Papi und R. Jiçḥaq der Schmied sagten, der Erwachsene habe keinen Anteil neben den Söhnen.",
"R. Abahu sprach zu R. Jirmeja: Ist die Halakha nach unserer Ansicht oder nach euerer Ansicht zu entscheiden? Dieser erwiderte: Selbstverständlich ist sie nach unserer Ansicht zu entscheiden, denn wir sind älter als ihr, und nicht nach eurer Ansicht, denn ihr seid jünger. Jener entgegnete: Die Sache hängt ja nicht vom Alter ab, sondern von der Begründung; was ist euer Grund? – Geh zu R. Abin, denn ich habe es ihm im Lehrhause erklärt,"
],
[
"und er nickte mit dem Kopfe. Hierauf ging er zu ihm, und dieser sprach zu ihm: Würde jemand denn eignen, wenn einer zu ihm sagen würde: eigne dies gleich einem Esel!?",
"Es wurde nämlich gelehrt: [Sagte jemand:] eigne dies gleich einem Esel, so hat er es nicht geeignet; wenn aber: du und der Esel, so hat er, wie R. Naḥman sagt, die Hälfte, wie R. Hamnuna sagt, nichts, und wie R. Šešeth sagt, alles geeignet.",
"R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: R. Jose sagte: Bei Gurken ist nur das Innere bitter, daher muß man, wenn man von diesen die Hebe entrichtet, etwas zum Äußeren hinzufügen.",
"Weshalb denn, dies gleicht ja dem Falle: du und der Esel!? –",
"Anders verhält es sich da, denn nach der Tora ist die Hebe gültig.",
"R. Ilea͑ sagte nämlich: Woher, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist? Es heißt:ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt, und wenn es nicht heiligwäre, könnte ja keine Sünde aufgeladen werden. Hieraus also, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist.",
"R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: R. Ivja erhob dagegen folgenden Einwand: Einst ereignete sich ein Fall mit fünf Frauen, unter welchen zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb mit Feigen sammelte, die ihnen gehörten und vom Siebentjahrewaren, und zu ihnen sprach: ihr alle sollt mir mit diesem Korbeangetraut sein, und eine von ihnen ihn für alle entgegennahm. Da entschieden die Weisen, die Schwestern seien nichtangetraut.",
"Also nur die Schwestern nicht, wohl aber die Fremden; weshalb denn, dies gleicht ja dem Falle: du und der Esel!?",
"Dieser erwiderte: Deshalb sah ich auch R. Hona b. Ivja im Traume, denn R. Ivja erhob dagegen einen Einwand. Haben wir etwa nicht erklärt, wenn er gesagt hat: diejenigen von euch, die zum Beischlafe geeignetsind, sollen mir angetraut sein.",
"Einst sagte jemand zu seiner Frau: Mein Vermögen soll dir und deinen Kindern gehören. Da entschied R. Joseph, sie erhalte die Hälfte. R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre:Es soll Ahron und seinen Söhnen gehören, die Hälfte Ahron und die Hälfte seinen Söhnen.",
"Abajje sprach zu ihm: Allerdings gilt dies dort, denn Ahron war an der Verteilung mitbeteiligt, und wenn der Allbarmherzige dies noch besonders erwähnt, so besagt dies, daß er die Hälfte erhalte, eine Frau aber ist ja an der Erbschaft nicht beteiligt, somit genügt es, wenn sie einen Anteil gleich einem der Söhne erhält. –",
"Dem ist aber nicht so; einst ereignete sich ein solcher Fall in Nehardea͑, und Šemuél ließ die Hälfte einfordern; in Tiberjas, und R. Joḥanan ließ die Hälfte einfordern. Ferner erzählte R. Jiçḥaq b. Joseph, als er kam, daß, als man einst von der Regierung auf Bule und Startegedas Geld zur Herstellung einer Krone auferlegte, Rabbi entschied, daß Bule die Hälfte und Startege die Hälfte zu geben haben. –",
"Was soll dies: da mußte, wenn man Bule etwas auferlegte, auch Startege beitragen, und da es bei der Regierung bekannt war, daß beide beizutragen haben, so wurden Bule und Startege im Schriftstück deshalb besonders genannt, damit diese die Hälfte und jene die Hälfte beitragen.",
"R. Zera wandte ein: Sagte jemand: ich nehme auf mich, ein Speisopfer von hundert Zehntel in zwei Gefäßen darzubringen, so muß er sechzig in einem Gefäße und vierzig in einem anderen Gefäße darbringen;"
],
[
"hat er fünfzig in einem Gefäße und fünfzig in einem anderen Gefäße dargebracht, so hat er seiner Pflicht genügt. Nur wenn er dargebracht hat, nicht aber von vornherein; wenn man nun sagen wollte, in solchen Fällen sei Hälfte und Hälfte zu verstehen, so sollte es auch von vornherein erlaubt sein!? –",
"Was soll dies: in diesem Falle sind wir Zeugen, daß dieser von vornherein ein möglichst großes Opfer darbringen wollte, und nur deshalb sagte er: in zwei Gefäßen, weil er wußte, daß esin einem Gefäße nicht darzubringen ist; daher muß er es in der möglichsten Größe darbringen.",
"Die Halakha ist wie R. Joseph beim Felde, bei der Angelegenheitund bei der Hälfte.",
"Einst sandte jemand Stücke Seidenstoff nach Hause. Da entschied R. Ami: Was für die Söhne geeignet ist, gehöre den Söhnen, und was für die Töchter geeignet ist, gehöre den Töchtern. Dies gilt jedoch nur von dem Falle, wenn er keine Schwiegertochter hat, wenn er aber eine Schwiegertochter hat, so hat er [das Geschenk] seiner Schwiegertochter gesandt. Wenn aber seine Töchter nicht verheiratetsind, so übergeht niemand seine Töchter und beschenkt seine Schwiegertochter.",
"Einst verfügte jemand: mein Vermögen soll meinen Söhnen gehören, und er hatte einen Sohn und eine Tochter. Nennt man einen Sohn ‘Söhne’, und er wollte seiner Tochter das Zehntelentziehen, oder nennt man einen Sohn nicht ‘Söhne’, und er wollte seine Tochtereinbegreifen, daß sie es als Geschenk erhalte? –",
"Komm und höre:Und die Söhne Dans: Ḥušim. Raba erwiderte: Vielleicht ist dies nach dem Autor aus der Schule Ḥizqijas zu erklären, daß sie nämlich so zahlreich waren wie die Sträucher [ḥušim]!? Vielmehr, erklärte Raba:Die Söhne Phalus: Eliab. R. Joseph erklärte:Die Söhne Ethans: A͑zarja.",
"Einst sprach jemand: mein Vermögen soll meinen Söhnen gehören, und er hatte einen Sohn und einen Enkelsohn. Nennt man einen Enkelsohn ‘Sohn’ oder nicht? R. Ḥabiba sagte, man pflege auch einen Enkelsohn ‘Sohn’ zu nennen, und Mar b. R. Aši sagte, man pflege einen Enkelsohn nicht ‘Sohn’ zu nennen. Übereinstimmend mit Mar b. R. Aši wird gelehrt: Wer sich den Genuß von seinen Kindern abgelobt hat, darf von den Kindern der Kinder genießen.",
" WENN JEMAND ERWACHSENE UND UNERWACHSENE KINDER HINTERLASSEN HAT, UND DIE ERWACHSENEN DIE GÜTER MELIORIERTHABEN, SO HABEN SIE FÜR DIE MASSE MELIORIERT. WENN SIE ABER GESAGTHABEN: SEHT, WAS UNSER VATER HINTERLASSEN HAT, WIR WOLLEN ES BEARBEITENUND [DEN ERTRAG] GENIESSEN, SO HABEN SIE ES FÜR SICHMELIORIERT. EBENSO HAT EINE FRAU, WENN SIE DIE GÜTERMELIORIERT HAT, DIESE FÜR DIE MASSE MELIORIERT; WENN SIE ABER GESAGT HAT: SEHT, WAS MEIN MANN MIR HINTERLASSEN HAT, ICH WILL ES BEARBEITEN UND [DEN ERTRAG] GENIESSEN, SO HAT SIE ES FÜR SICH MELIORIERT.",
"GEMARA. R. Ḥabiba, Sohn des R. Joseph, des Sohnes Rabas, sagte im Namen Rabas: Diesgilt nur von dem Falle, wenn die Melioration der Güter durch die Gütererfolgt ist, wenn aber die Melioration durch sie selbererfolgt ist, so haben sie sie für sich selbst melioriert. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥanina sagte ja, selbst wenn der Vater ihnen nur einen Deckelbrunnenhinterlassen hat,"
],
[
"sei der Gewinn für die Masse, und bei einem Deckelbrunnen erfolgt ja [der Gewinn] durch sieselber!? – Anders verhält es sich bei einem Deckelbrunnen; bei diesem erfolgt dies nur durch die Bewachung, und bewachen können ihn auch Kinder.",
"WENN SIE ABER GESAGT HABEN: SEHT, WAS UNSER VATER HINTERLASSEN HAT, WIR WOLLEN ES BEARBEITEN UND [DEN ERTRAG] GENIESSEN, SO HABEN SIE ES FÜR SICH MELIORIERT. Der Vater R. Saphras hinterließ Geld, und dieser nahm es und trieb damit Handel. Da kamen seine Brüderund luden ihn zu Gericht vor Raba. Da sprach er zu ihnen: R. Saphra ist ein bedeutender Mann; er braucht nicht sein Studium zu vernachlässigen und sich für andere zu bemühen.",
"EBENSO HAT EINE FRAU, WENN SIE DIE GÜTER MELIORIERT HAT, DIESE FÜR DIE MASSE MELIORIERT. WAS HAT DIE FRAUMIT DEN GÜTERN DER WAISEN ZU SCHAFFEN? R. Jirmeja erwiderte: Wenn die Frau Erbinist. –",
"Dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da es nicht ihre Art ist, sich damit zu bemühen, sei es, auch wenn sie esnicht gesagt hat, ebenso als würde sie es gesagt haben, so lehrt er uns.",
"WENN SIE ABER GESAGT HAT: SEHT, WAS MEIN MANN MIR HINTERLASSEN HAT, ICH WILL ES BEARBEITEN UND [DEN ERTRAG] GENIESSEN, SO HAT SIE ES FÜR SICH MELIORIERT. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da es zu ihrem Lobe gereicht, wenn man von ihr sagt, sie bemühe sich für die Waisen, habe sie darauf verzichtet, so lehrt er uns.",
"R. Ḥanina sagte: Wenn jemand seinen erwachsenen Sohn in einem Hause verheiratet, so hat dieser es geeignet. Dies gilt jedoch nur von einem Erwachsenen, nur mit einer Jungfrau, nur wenn sie seine erste Frau ist, und er ihn als ersten verheiratet.",
"Selbstverständlich ist es, daß, wenn der Vater ihmein Haus mit einem Söller angewiesen hat, dieser das Haus geeignet und den Söller nicht geeignet habe; wie ist es aber, wenn ein Haus mit einer Vorhalle? Wie ist es, wenn zwei Häuser, eines hinter dem anderen? – Dies bleibt unentschieden.",
"Man wandte ein: Wenn sein Vater ihm Haus und Hausrat angewiesen hat, so hat er den Hausrat geeignet und das Haus nicht geeignet!? R. Jirmeja erwiderte: Wenn da der Vorratsraum seines Vaterssich befindet. Die Nehardee͑nser sagten, selbst wenn nur ein Taubenschlag. R. Jehuda und R. Papi sagten, selbst wenn nur ein Fischnapf.",
"Mar Zuṭra verheiratete seinen Sohn und brachte daeine Sandale hinein. R. Aši verheiratete seinen Sohn und brachte da einen Ölbecher hinein. Mar Zuṭra sagte: Folgende drei Dinge haben die Rabbanan zur Halakha ohne Begründung gemacht. Das eine ist das, was wir gesagthaben. Das andere ist das, was R. Jehuda im Namen Šemuéls gesagt hat, daß, wenn jemand sein ganzes Vermögen seiner Frau verschrieben hat, er sie nur zur Verwalterin gemachthabe. Und das dritte ist das, was Rabh gesagt hat, daß, [wenn jemand sagt:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie jenem, jener sie, wenn sie alle drei beisammen sind, geeignet habe."
],
[
" WENN VON BRÜDERN, DIE GEMEINSCHAFTERSIND, EINER ZU EINEM AMTE HERANGEZOGEN WORDENIST, SO IST ER FÜR DIE MASSE HERANGEZOGENWORDEN. WENN EINER ERKRANKT WAR UND SICH KURIEREN LIESS, SO LIESS ER SICH AUF EIGENE KOSTEN KURIEREN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Unter Amt ist ein königliches Amt zu verstehen. Die Rabbanan lehrten: Wenn einer der Brüder zum Zolleinnehmer oder Aufsehereingesetzt worden ist, so gehört [der Gewinn], wenn dies wegen der Brüdererfolgt ist, den Brüdern, und wenn wegen seiner Person, ihm selber. –",
"‘Wenn wegen der Brüder, den Brüdern’; dies ist ja selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er tüchtiger ist; man könnte glauben, seine Tüchtigkeit habe dies veranlaßt, so lehrt er uns.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn einer der Brüder zweihundert Zuz entnommenhat, um die Tora zu studieren oder ein Handwerk zu lernen, so können die Brüder zu ihmsagen: wenn du bei uns bist, hast du Unterhalt, wenn du aber nicht bei uns bist, hast du keinen Unterhalt. –",
"Sollten sie ihm ihn doch geben, wo er sich auch befindet!? – Dies ist eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte, der Segen des Hauses richte sich nach der Größedesselben. – Sollten sie ihm doch nach Verhältnis des häuslichen Segensgeben!? – Dem ist auch so.",
"WENN EINER ERKRANKT WAR UND SICH KURIEREN LIESS, SO LIESS ER SICH AUF EIGENE KOSTEN KURIEREN. Rabin ließ im Namen R. Elea͑s mitteilen: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er durch Fahrlässigkeit erkrankt war, wenn aber unverschuldet, so lasse er sich aus der Masse kurieren. – Was heißt durch Fahrlässigkeit? – Nach einer Lehre R. Ḥaninas; denn R. Ḥanina sagte: Alles erfolgt durch himmlische Fügung, ausgenommen [die Gefährdung] durch Kälte und Hitze, denn es heißt: Kälte und Hitzeauf dem Wege des Falschen; wer seine Seele bewahrt, bleibt ihnen fern.",
" WENN EINIGE DER BRÜDER BEI LEBZEITEN DES VATERS ALS HOCHZEITSKAMERADENEIN GESCHENK GEMACHTHATTEN UND SPÄTER EIN GEGENGESCHENK GEMACHT WIRD, SO KOMMT DIESES IN DIE MASSE, DENN DAS HOCHZEITSGESGHENK KANN DURCH DAS GERICHT EINGEFORDERTWERDEN. WENN ABER JEMAND SEINEM NÄCHSTEN KRÜGE WEIN UND ÖL GESCHICKT HAT, SO KANN ES DURCH DAS GERICHT NICHT EINGEFORDERT WERDEN, WEIL DIES NUR EINE LIEBESLEISTUNG IST.",
"GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn der Vater ihnmit einem Hochzeitsgeschenke gesandt hat, so gehört das Gegengeschenkihm; ist dem Vater ein Hochzeitsgeschenk gesandt worden, so ist das Gegengeschenk von der Masse zu senden!? R. Asi erwiderte im Namen R. Joḥanans: Unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn es an den Vater geschickt worden ist. –",
"Es heißt ja aber: wenn einige der Brüder als Hochzeitskameraden ein Geschenk gemacht hatten!? – Lies: einigen. – Es heißt ja aber: und später ein Gegengeschenk gemacht wird!? – Er meint es wie folgt: wenn es zurückgezahlt wird, so wird es aus der Masse zurückgezahlt.",
"R. Asi erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; eines, wenn ernichts gesagt hat, und eines, wenn er esgesagt hat. Es wird nämlich gelehrt: Hatte der Vater ihn mit einem Hochzeitsgeschenke gesandt, so gehört das Gegengeschenk ihm; wenn aber der Vater ein Hochzeitsgeschenk gemachthatte, so gehört das Gegengeschenk zur Masse.",
"Šemuél erklärte: Hierwird von einem Eheschwagergesprochen, der vom Anwartschaftlichen nicht wie vom Vorhandenen erhält. –",
"Demnach müßte jeneres zurückzahlen; aber er kann ja sagen: gebt mir meinen Hochzeitskameraden, ich will mich der Freude mit ihmhingeben!?",
"Es wird ja auch gelehrt: Wo es üblich ist, das Antrauungsgeldzurückzugeben, gebe man es zurück, und wo es üblich ist, es nicht zurückzugeben, gebe man es nicht zurück. Hierzu sagte R. Joseph b. Abba im Namen Mar U͑qabas im Namen Šemuéls: Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie gestorben ist, wenn aber er gestorben ist, so braucht sie es nicht zurückzugeben, weil sie sagen kann:"
],
[
"gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freudebegehen. Ebenso kann er ja auch hierbei sagen: gebt mir meinen Hochzeitskameraden, ich will die Freude mit ihm genießen!?",
"R. Joseph erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn er mit ihm die sieben Gastmahlstage verbracht hat, und bevor er ihm zurückzuzahlenkam, gestorben ist.",
"Es wäre anzunehmen, daß Tannaím darüber streiten, ob [die Frau] sagen kann: gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freudebegehen. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand sich eine Frau angetraut hat, so kannsie, wenn sie Jungfrau ist, zweihundert Zuz, und wenn sie Witwe ist, eine Mineeinfordern. Wo es üblich ist, das Antrauungsgeld zurückzugeben, gebe sie es zurück, und wo es üblich ist, es nicht zurückzugeben, gebe sie es nicht zurück – so R. Nathan. R. Jehuda der Fürst sagt, in Wirklichkeit sagten sie, wo es üblich ist, es zurückzugeben, gebe sie es zurück, und wo es üblich ist, es nicht zurückzugeben, gebe sie es nicht zurück.",
"Da nun R. Jehuda der Fürst dasselbe sagt, was der erste Autor, so streiten sie wahrscheinlich darüber, ob sie sagen kann: gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freude begehen,",
"und zwar ist diese Lehre lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn jemand sich eine Frau angetraut hat, so kann sie, wenn er zurücktritt, falls sie Jungfrau ist, zweihundert Zuz, und falls sie Witwe ist, eine Mine einfordern; ist sie aber gestorben, so ist [das Antrauungsgeld], wo es üblich ist, es zurückzugeben, zurückzugeben, und wo es üblich ist, es nicht zurückzugeben, nicht zurückzugeben. Dies nur in dem Falle, wenn sie gestorben ist, wenn aber er gestorben ist, braucht sie es nicht zurückzugeben; dieser Autor ist nämlich der Ansicht, sie könne sagen: gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freude begehen.",
"Hierzu sagte R. Jehuda, in Wirklichkeit sagten sie, es sei einerlei, ob er oder sie gestorben ist; wo es üblich ist, es zurückzugeben, gebe man es zurück, und wo es üblich ist, es nicht zurückzugeben, gebe man es nicht zurück; sie kann aber nicht sagen: gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freude begehen. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, sie könnesagen: gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freude begehen, nur streiten sie hierbei, ob das Antrauungsgeld absolutgegeben wird; R. Nathan ist der Ansicht, das Antrauungsgeld werde nicht absolutgegeben, und R. Jehuda der Fürst ist der Ansicht, das Antrauungsgeld werde absolut gegeben. –",
"Erlehrt ja aber, wo es üblich ist, es zurückzugeben, gebe man es zurück!? – Er meint es wie folgt: die Geschenkeaber sind, wo es üblich ist, sie zurückzugeben, entschieden zurückzugeben.",
"Jene Tannaím führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Hat er sie sich mit einem Talenteangetraut, so kannsie, wenn sie Jungfrau ist, zweihundert Zuz, und wenn sie Witwe ist, eine Mine einfordern– so R. Meír. R. Jehuda sagt, eine Jungfrau fordere zweihundert Zuz und eine Witwe eine Mine ein, und den Überschußgebe sie zurück. R. Jose sagt, hat er sie sich mit zwanzigangetraut, so gebe er ihr dreißig halbedazu, und hat er sie sich mit dreißig angetraut, so gebe er ihr zwanzig halbe dazu.",
"Von welchem Falle wird hier nun gesprochen: ist sie gestorben, so erhält sie ja keine Morgengabe, und ist er gestorben, wieso braucht sie dann den Überschuß zurückzugeben, sie kann ja sagen: gebt mir meinen Mann, ich will mit ihm die Freude begeben. Und wenn hier von der Frau eines Jisraéliten gesprochen wird, die gehurt hat, so erhält sie ja, wenn willig, keine Morgengabe, und wenn durch Gewalt, so ist sie ihm ja erlaubt.",
"Vielmehr wird hier von der Frau eines Priesters gesprochen, wenn durch Gewalt, und zwar streiten sie darüber, ob das Antrauungsgeld absolut gegeben werde. R. Meír ist der Ansicht, das Antrauungsgeld werde absolut gegeben, R. Jehuda ist der Ansicht, es werde nicht absolut gegeben, und R. Jose ist es zweifelhaft, ob es absolut gegeben werde oder nicht,",
"daher muß er ihr, wenn er sie sich mit zwanzig angetraut hat, dreißig halbe dazugeben, und wenn er sie sich mit dreißig angetraut hat, zwanzig halbe dazugeben.",
"R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Überall, wo es üblich ist, es zurückzugeben, gebe man es zurück. Man erklärte, es sei Nehardea͑. – Wie verhält es sich im übrigen Babylonien? Rabba und R. Joseph sagten beide, die Geschenke sind zurückzugeben, das Antrauungsgeld ist nicht zurückzugeben. R. Papa sagte: Die Halakha ist, einerlei ob er gestorben ist, sie gestorben ist, oder er zurückgetreten ist, die Geschenke sind zurückzugeben, das Antrauungsgeld ist nicht zurückzugeben; ist sie zurückgetreten, so ist auch das Antrauungsgeld zurückzugeben.",
"Amemar sagte, auch das Antrauungsgeld sei nicht zurückzugeben, denn es ist zu berücksichtigen, man könnte glauben, die Antrauung ihrer Schwestersei gültig. R. Aši sagte, der Scheidebrief beweisedies. Aber das, was R. Aši sagte, ist nichts, denn mancher hört das eineund nicht das andere.",
"DENN DAS HOCHZEITSGESCIIENK KANN DURCH DAS GERICHT EINGEFORDERT WERDEN. Die Rabbanan lehrten: Fünferlei sagten sie vom Hochzeitsgeschenke: eskann durch das Gericht eingefordert werden; es ist erst bei eintretender Gelegenheitzurückzugeben; dabei gibt es keinen Wucher;"
],
[
"es wird im Siebentjahrenicht erlassen; und der Erstgeborene erhält davon keinen doppelten Anteil.",
"Es kann durch das Gericht eingefordert werden, weil es einem Darlehen gleicht. Dabei gibt es keinen Wucher, weil jener es ihm nicht deshalbgegeben hat. Es wird im Siebentjahre nicht erlassen, weil es von diesem nicht heißt:es soll nicht mahnen.",
"Der Erstgeborene erhält davon keinen doppelten Anteil: weil es Anwartschaftlichesist, und der Erstgeborene nicht vom Anwartschaftlichen ebenso [einen doppelten Anteil] erhält wie vom Vorhandenen.",
"R. Kahana sagte: Beim Hochzeitsgeschenke gilt folgende Regel: War erin der Stadt, so sollte erhingehen. Konnte erdie Laute des Tamburinshören, so sollte er hingehen; konnte er die Laute des Tamburins nicht hören, so müßte jener es ihm mitteilen; er kann es ihmnur übelnehmen, zurückzahlen muß er aber. –",
"Bis zu welchem Betrage? Abajje erwiderte: Bei den Hochzeitsleutengilt folgende Regel: was man bis zu einem Zuz in der Hand mitgebracht hat, leitet man in den Bauch; bis vier Zuz, die Hälfte; von da ab, jeder nach seiner Würde.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn er bei ihm bei einer pompösen [Hochzeit] war, und dieser von ihm verlangt, daß er zu ihm zu einer stillen komme, so kann er ihm erwidern: ich komme zu dir nur zu einer pompösen, wie du zu mir gekommenbist. Wenn er bei ihm [zur Hochzeit] mit einer Jungfrau war, und dieser von ihm verlangt, daß er zu ihm [zur Hochzeit] mit einer Witwe komme, so kann er ihm erwidern: zu einer mit einer Jungfraukomme ich zu dir, wie du zu mir gekommen bist.",
"Wenn er bei ihm zur zweiten [Hochzeit] war, und dieser von ihm verlangt, daß er zu ihm zur ersten komme, so kann er ihm erwidern: wenn du eine zweite Frau heiratest, so komme ich zu dir. Wenn er bei ihm [zur Hochzeit] mit einer Frau war und dieser von ihm verlangt, daß er zu ihm zu einer mit zweien komme, so kann er ihm erwidern: bei einer komme ich zu dir, wie du zu mir gekommen bist.",
"Die Rabbanan lehrten: Reich an Gütern und reich an Pompist der Agadakundige. Reich an Geld und reich an Liegenschaften ist der Scholastiker. Reich an Produktenund reich an Schätzen ist der Lehrenkundige. Alle aber benötigen des Kornbesitzers, das ist der Gemara-[kundige].",
"R. Zera sagte im Namen Rabhs: Es heißt:alle Tage des Armen sind schlecht, das ist der Talmudkundige;aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Mišnakundige.",
"Raba legt dies umgekehrt aus. Das ist es, was R. Mešaršeja im Namen Rabas sagte: Es heißt: wer Steine bricht, tut sich wehe an ihnen, wer Holz spaltet, erwärmt sich dadurch. Wer Steine bricht, tut sich wehe an ihnen, das sind diejenigen, die sich mit der Mišna befassen; wer Holz spaltet, erwärmt sich dadurch, das sind diejenigen, die sich mit dem Talmud befassen.",
"R. Ḥanina erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist derjenige, der ein böses Weib hat; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist derjenige, der ein gutes Weib hat. R. Jannaj erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist der Empfindliche; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Unempfindliche.",
"R. Joḥanan erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist der Mitleidige; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Mitleidslose. R. Jehošua͑ b. Levi erklärte: Alle Tage des Armen sind schlecht, das ist der Ungeduldige; aber ein heiteres Gemüt ist stets wie auf einem Gastmahle, das ist der Geduldige."
],
[
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Alle Tage des Armen sind schlecht; es gibt ja Šabbatheund Feiertage? Dies nach Šemuél, denn Šemuél sagte, die Änderung der Lebensweise sei der KrankheitAnfang.",
"Im Buche des Ben Sira steht geschrieben: Alle Tage des Armen sind schlecht; Ben Sira sagt, auch die Nächte. Niedriger als alle Dächer ist sein Dach, und der Regen anderer Dächer [ergießt sich] auf sein Dach; auf den höchsten Bergen ist sein Weinberg, und die Erde seines Weinberges [fällt] auf anderer Weinberge.",
" WENN JEMAND BRAUTGESCHENKE IN DAS HAUS SEINES SCHWIEGERVATERS GESANDT HAT, SELBST WENN ES HUNDERT MINEN SIND, UND ER DA EIN BRÄUTIGAMSMAHL NUR IM WERTE EINES DENARS GEGESSEN HAT, SO KÖNNEN SIE NICHT MEHR ZURÜCKGEFORDERT WERDEN; HAT ER DA KEIN BRÄUTIGAMSMAHL GEGESSEN, SO KÖNNEN SIE ZURÜCKGEFORDERTWERDEN. HAT ER GRÖSSERE GESCHENKE GESANDT, DIE IN DAS HAUS IHRES EHEMANNES ZURÜCKKEHRENSOLLEN, SO KÖNNEN SIE ZURÜCKGEFORDERT WERDEN; WENN ABER KLEINERE GESCHENKE ZUM GEBRAUCHE IM HAUSE IHRES VATERS, SO KÖNNEN SIE NICHT ZURÜCKGEFORDERT WERDEN.",
"GEMARA. Raba sagte: Nur wenneinen Denar, nicht aber wenn weniger. – Selbstverständlich, wir haben ja von einem Denar gelernt!? – Man könnte glauben, dies gelte auch von dem Falle, wenn weniger als einen Denar, nur lehre er es deshalb von einem Denar, weil dies das Gewöhnliche ist, so lehrt er uns. –",
"Wir haben dies vom Essen gelernt, wie ist es, wenn er da getrunken hat? Wir haben dies von ihm selber gelernt, wie ist es, wenn sein Vertreter? Wir haben gelernt, wenn es da [erfolgt ist], wie ist es, wenn man es ihm gebrachthat? –",
"Komm und höre: R. Jehuda erzählte im Namen Šemuéls: Einst sandte jemand hundert Fuhren mit Krügen Wein und Öl, silbernen und goldenen Geräten und seidenen Gewändern in das Haus seines Schwiegervaters, und er selber kam in seiner Freude herangeritten und blieb an der Tür seines Schwiegervaters stehen. Da brachte man ihm einen Becher Warmes, und als er getrunken hatte, starb er.",
"R. Aḥa der Burgfürst brachte diesen Fall vor die Weisen in Uša, und sie entschieden: Geschenke, die zum Verbrauche bestimmtsind, können nicht zurückgefordert werden, und die nicht zum Verbrauche bestimmt sind, können zurückgefordert werden. Hieraus ist zu entnehmen, selbst wenn er nur getrunken hat,",
"und hieraus ist zu entnehmen, selbst wenn es weniger als einen Denar wert ist. R. Aši entgegnete: Wer sagt uns, daß sie ihm nicht eine Perle im Werte von tausend Zuz in das Getränk hineingerieben haben!? – Hieraus ist aber zu entnehmen, daß dies auch von dem Falle gilt, wenn man es ihm gebracht hat? – Vielleicht gleicht die Tür des Schwiegervaters dem Hause des Schwiegervaters.",
"Sie fragten: Wird es nach Berechnunggeteilt? Wie verhält es sich mit dem Wertzuwachseder Geschenke: ist der Wertzuwachs, da sie, wenn sie vorhanden sind, zurück zu ihm gelangen, in seinem Besitze erfolgt, oder aber ist er, da man sie ihm ersetzen muß, wenn sie abhanden kommen oder gestohlen werden, in ihrem Besitze erfolgt. – Dies bleibt unentschieden.",
"Raba fragte: Wie verhält es sich mit Geschenken, die zum Verbrauche bestimmt, aber nicht verbraucht worden sind? – Komm und höre: R. Aḥa der Burgfürst brachte diesen Fall vor die Weisen in Uša, und sie entschieden: Geschenke, die zum Verbrauche bestimmt sind, können nicht zurückgefordert werden, und die nicht zum Verbrauche bestimmt sind, können zurückgefordert werden. Doch wohl, auch wenn sie nicht verbraucht worden sind. – Nein, wenn sie verbraucht worden sind. –",
"Komm und höre: wenn aber kleinere Geschenke zum Gebrauche im Hause ihres Vaters, so können sie nicht zurückgefordertwerden. – Raba bezog dies auf Bänder und Schleier.",
"R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Einst sandte jemand in das Haus seines Schwiegervaters am Wochenfeste neuen Wein, frisches Öl und Flachsgewänder, aus heuriger [Ernte]. – Was lehrt er uns damit? – Wenn du willst, sage ich: das Lobdes Jisraéllandes; wenn du aber willst, sage ich: wenn er diesnachher behauptet, so ist dies möglich.",
"R. Jehuda erzählte im Namen Rabhs: Einst berichtete man einem von seiner Frau, sie habe keinen Geruchsinn. Da folgte er ihr in eine Ruine, um sie zu untersuchen. Er sprach zu ihr: Rettiggeruchrieche ich in Galiläa!"
],
[
"Sie erwiderte: Wenn mir doch jemand von den Datteln Jeriḥos gäbe, um sie damitzu essen! Hierauf stürzte die Ruine über ihr ein und sie starb. Alsdann entschieden die Weisen: Da er ihr nur deshalb gefolgt war, um sie zu untersuchen, so beerbt er sie nach ihrem Tode nicht.",
"KLEINERE GESCHENKE ZUM GEBRAUCHE IM HAUSE IHRES VATERS &C. Rabin der Greis saß vor R. Papa und trug vor: Einerlei ob sie gestorben ist, er gestorben ist, oder er zurückgetreten ist, Geschenke sind zurückzugeben, Speisen und Getränke sind nicht zurückzugeben; ist sie aber zurückgetreten, so ist auch ein Bündel Grünkraut zurückzugeben. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Es ist der niedrigste Fleischpreiszu berechnen. – Was heißt niedrig? – Bis zu einem Drittel.",
" WENN EIN STERBENSKRANKER ALL SEINE GÜTER ANDEREN VERSCHRIEBEN UND ETWAS ACKERLAND ZURÜCKBEHALTEN HAT, SO ISTSEINE SCHENKUNG GÜLTIG; HAT ER ABER KEIN STÜCKCHEN ACKERLAND ZURÜCKBEHALTEN, SO IST SEINE SCHENKUNG UNGÜLTIG. WENN DARINNICHT GESCHRIEBEN IST, DASS ER STERBENSKRANK WAR, UND ERSAGT, ER SEI STERBENSKRANK GEWESEN, JENEABER SAGEN, ER SEI GESUNDGEWESEN, SO MUSS ER DEN BEWEIS ERBRINGEN, DASS ER STERBENSKRANK WAR – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, WER VOM ANDEREN FORDERT, HABE DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN.",
"GEMARA. Wer ist der Autor, welcher sagt, daß man sich nach der Vermutungrichte? R. Naḥman erwiderte: Es ist R. Šimo͑n b. Menasja, denn es wird gelehrt: Wenn sein Sohn nach dem Überseelande verreist war und er, als er gehört hat, sein Sohn sei gestorben, sein ganzes Vermögen einem anderen verschrieben hat, sein Sohn aber darauf zurückkommt, so ist seine Schenkunggültig; R. Šimo͑n b. Menasja sagt, die Schenkung sei nicht gültig, denn hätte er gewußt, daß sein Sohn lebt, so würde er es jenem nicht verschrieben haben.",
"R. Šešeth erwiderte: Es ist R. Šimo͑n Šezori, denn es wird gelehrt: Vormals sagten sie, wenn jemand, der in Halseisen hinausgeführt wird, sagt, daß man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, schreibe man ihn und gebeihr; später sagten sie es auch von einem zur See oder mit einer Karawane Ausreisenden. R. Šimo͑n Šezori sagt dies auch von einem lebensgefährlich [Kranken]. –",
"Weshalb addiziert sie R. Naḥman nicht R. Šimo͑n Šezori? – Anders ist es da, wo er ausdrücklich sagt, daß man schreibe. – Weshalb addiziert sie R. Šešeth nicht R. Šimo͑n b. Menasja? – Anders verhält es sich bei einer Vermutung, die offenbar ist. –",
"Wer ist der Autor folgender Lehre der Rabbanan: Wenn jemand krank zu Bett lag, und als man ihn fragte, wem sein Vermögen gehören solle, er erwiderte:"
],
[
"ich glaubte, daß ich einen Sohn habe, da ich nun keinen Sohn habe, so soll mein Vermögen jenem gehören, oder wenn jemand krank zu Bett lag, und als man ihn fragte, wem sein Vermögen gehören solle, er erwiderte: ich glaubte, daß meine Frau schwanger ist, da aber meine Frau nicht schwanger ist, so soll mein Vermögen jenem gehören, und es sich herausstellt, daß er einen Sohn hat, oder daß seine Frau schwanger ist, so ist die Schenkung ungültig.",
"Es wäre also anzunehmen, daß es R. Šimo͑n b. Menasja ist und nicht die Rabbanan? – Du kannst auch sagen, daß es die Rabbanan sind, denn anders ist es, wenn er nur glaubte. –",
"Was dachte der Fragende!? – Man könnte glauben, er wolltenur seinen Schmerz ausdrücken, so lehrt er uns.",
"R. Zera sagte im Namen Rabhs: Wo ist [das Gesetz von der] Schenkung eines Sterbenskrankenaus der Tora zu entnehmen? Es heißt:ihr sollt seinen Erbbesitz auf seine Tochter übergehen lassen; es gibt noch einen anderenÜbergang, der diesem gleicht, das ist nämlich die Schenkung eines Sterbenskranken.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Hieraus:ihr sollt seinen Erbbesitz seinem Bruder geben; es gibt noch eine andere Gabe, die dieser gleicht, das ist nämlich die Schenkung eines Sterbenskranken. –",
"Weshalb entnimmt R. Naḥman dies nicht aus [dem Schriftverse:] ihr sollt übergehen lassen? – Dieser ist für folgende Lehre Rabbis nötig: Rabbi sagte: Bei allenheißt es geben und bei dieserheißt es übergehen, denn nur bei einer Tochter geht die Erbschaft von einem Stamme zu einem anderen Stamme über, da ihr Sohn und ihr Mann sie beerben. –",
"Weshalb entnimmt R. Zera dies nicht aus [dem Schriftverse]: ihr sollt geben? – Dies ist die gewöhnliche [Ausdrucksweise] der Schrift.",
"R. Menasja b. Jirmeja entnimmt dies hieraus:In jenen Tagen erkrankte Ḥizqijahu auf den Tod; da kam zu ihm der Prophet Ješa͑jahu, der Sohn des Amoç, und sprach zu ihm: So spricht der Herr: triff Befehl für dein Haus, denn du wirst sterben und nicht genesen. Nichts weiter als Befehl.",
"Rami b. Jeḥezqel entnimmt dies hieraus:Als aber Aḥitophel sah, daß sein Rat nicht zur Ausführung kam, sattelte er seinen Esel und machte sich auf den Weg nach Hause in seine Vaterstadt; da traf er Befehl für sein Haus und erdrosselte sich. Nichts weiter als Befehl.",
"Die Rabbanan lehrten: Drei Dinge befahl Aḥitophel seinen Kindern: laßt euch nicht in Streitigkeiten ein; revoltiert nicht gegen die Regierung des Davidischen Hauses; ist das [Wetter am] Wochenfeste klar, so säet Weizen. Mar Zuṭra sagt, er sagte: bewölkt. Die Nehardee͑nser sagten im Namen R. Ja͑qobs: Unter klar ist nicht vollständig klar zu verstehen, und ebenso ist unter bewölkt nicht ganz bewölkt zu verstehen; wenn es bewölkt ist und der Nordwind [die Wolken] fortträgt, so heißt dies schon klar.",
"R. Abba sprach zu R. Aši: Wir stützen uns auf eine Lehre des R. Jiçḥaq b. Evdämi, denn R. Jiçḥaq b. Evdämi sagte: Am Ausgange des [Hütten]festes schaute jeder auf den Rauch des Altars; neigte er sich nach Norden, so waren die Armen froh und die Besitzenden traurig, weil dies ein regnerisches Jahr bedeutete, sodaß die Früchte faulen;",
"neigte er sich nach Süden, so waren die Armen traurig und die Besitzenden froh, weil dies ein regenarmes Jahr bedeutete, sodaß die Früchte sich verwahren lassen; neigte er sich nach Osten, so waren alle froh; wenn nach Westen, so waren alle traurig. –",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Der östliche [Wind] ist immer gut; der westliche ist immer schlecht; der nördliche ist dem bis zu einem Drittel herangewachsenen Weizenzuträglich und den in der Blüte befindlichen Oliven schädlich; der südliche ist dem bis zu einem Drittel herangewachsenen Weizen schädlich und den in der Blüte befindlichen Oliven zuträglich.",
"Hierzu sagte R. Joseph, nach anderen Mar Zuṭra, nach anderen R. Naḥman b. Jiçḥaq: Als Merkzeichen diene dir folgendes: der Tischnördlich und die Leuchte südlich; die eine [Seite] macht das ihrige gedeihen und die andere das ihrige. –",
"Das ist kein Widerspruch; eines für uns und eines für sie.",
"Es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte: Wenn der erste Tag des Wochenfestes klar ist, so ist dies ein gutes Zeichenfür das ganze Jahr. R. Zebid sagte: Ist der erste Tag des Neujahrsfestes warm, so ist das ganze Jahr warm, und ist er kalt, so ist das ganze Jahr kalt. – In welcher Hinsicht ist diesvon Bedeutung? –"
],
[
"Hinsichtlich des Gebetes des Hochpriesters.",
"Raba aber sagte im Namen R. Naḥmans: Die Bestimmung über die Schenkung eines Sterbenskrankenist nur rabbanitisch, denn es wurde berücksichtigt, sein Verstand könnte sichtrüben. –",
"Kann R. Naḥman dies denn gesagt haben, R. Naḥman sagte ja: Obgleich Šemuél gesagt hat, wenn jemand seinem Nächsten einen Schuldschein verkauft und später [auf die Schuld] verzichtet, sei der Verzicht gültig, und selbst ein Erbekönne verzichten, so pflichtet er dennoch bei, daß, wenn er ihn als Sterbenskranker verschenkt hat, diesernicht mehr verzichten könne.",
"Einleuchtend ist es, daß er nicht mehr verzichten kann, wenn du sagst, es sei eine Bestimmung der Tora, weshalb aber kann er nicht verzichten, wenn du sagst, es sei nur rabbanitisch!? – Es ist keine Bestimmung der Tora, jedoch hat man sie einer der Tora gleichgestellt.",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn ein Sterbenskranker verfügt hat: jener soll in diesem Hause wohnen, jener soll die Früchte dieser Dattelpalme genießen, so hat er nichtsgesagt; nur wenn er gesagt hat: gebt jenem dieses Haus, daß er darin wohne, gebt jenem diese Dattelpalme, daß er ihre Früchte genieße. –",
"Demnach wäre R. Naḥman der Ansicht, was bei einem Gesundengilt, gelte auch bei einem Sterbenskranken, und was bei einem Gesunden nicht gilt, gelte auch bei einem Sterbenskranken nicht, und [dem widersprechend] sagte Raba im Namen R. Naḥmans,"
],
[
"wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, daß man sein Darlehenjenem gebe, gehöredas Darlehen jenem, und bei einem Gesunden ist dies ja nicht derFall!? R. Papa erklärte: Weil ein Erbe eserbt.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erklärte: Das Darlehen ist auch bei einem Gesunden [übertragbar]. Dies nach R. Hona im Namen Rabhs, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: [Sagt jemand zu einem:] ich habe bei dir eine Mine, gib sie jenem, so hat jener, wenn sie alle drei beisammen sind, sie geeignet.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn ereinem die Dattelpalme und dem anderen die Früchte [gegeben hat]: hat er den Platz der Früchtezurückbehaltenoder hat er ihn nichtzurückbehalten? Und wie ist es, wenn du entscheidest, dies gelte bei einem Fremdennicht als Zurücklassung, wenn er sie für sich zurückbehaltenhat?",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Auch wenn du entscheidest, wenn er die Dattelpalme dem einen und die Früchte dem anderen [gegeben hat], habe er den Platz der Früchte nicht zurückbehalten, hat er, wenn er einem die Dattelpalme gegeben und die Früchte für sich zurückbehalten hat, auch den Platz der Früchte zurückbehalten, denn wer etwas für sich zurückbehält, tut dies mit gönnendem Auge.",
"R. Abba sprach zu R. Aši: Wir beziehen diesauf [eine Lehre des] R. Šimo͑n b. Laqiš, denn R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Wenn jemand seinem Nächsten ein Haus verkauft und zu ihm gesagt hat, mit der Bedingung, daß das obere Bauwerk mein bleibe, so gehört das obere Bauwerk ihm."
],
[
"Hierzu fragten sie, wie es denn sei, wenn er das Haus dem einen und das obere Bauwerk einem anderen verkauft hat; hat er etwaszurückbehaltenoder nicht? Und wie ist es, wenn du entscheidest, bei einem Fremdenhabe er nichts zurückgelassen, wenn er es ohne das obere Bauwerk [verkaufthat].",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn du entscheidest, wenn er das Haus dem einen und das obere Bauwerk einem anderen verkauft hat, habe er nichts zurückbehalten, so hat er, wenn er es ohne das obere Bauwerk verkauft hat, wohl etwas zurückbehalten. Dies nach R. Zebid, welcher sagt, wenn erda Vorsprünge anbauen will, dürfe er dies.",
"Man nehme an, daß er, wenn er das obere Bauwerk zurückbehalten hat, auch den Raum für die Vorsprünge zurückbehalten hat; und ebenso hat er auch hierbei, da er gesagt hat: mit Ausnahme der Früchte, auch den Platz der Früchte zurückbehalten.",
"R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn ein Sterbenskranker all seine Güter Fremdenverschrieben hat, so sehe man: war es eine Verteilung, so haben, wenn er gestorben ist, alle geeignet, und wenn er genesen ist, so kann er von allen [Schenkungen]zurücktreten,",
"und war es eine Überlegung, so haben, wenn er gestorben ist, alle geeignet, und wenn er genesen ist, kann er nur hinsichtlich des letztenzurücktreten. – Vielleicht hatte er nur nachgedachtund weitere Schenkungen gemacht!? – Ein Sterbenskranker überlegt zuerst genauund verteilt erst nachher.",
"R. Aḥa b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Wenn ein Sterbenskranker all seine Güter Fremden verschrieben hat und genesen ist, so kann er nicht mehr zurücktreten, denn es ist zu berücksichtigen, er hat vielleicht Güter in einer anderen Provinz. –",
"Wieso ist nun der Fall unserer Mišna möglich, die lehrt, wenn er kein Stückchen Land zurückbehalten hat, sei seine Schenkung ungültig!? R. Ḥama erwiderte: Wenn er gesagt hat: das sind all meine Güter. Mar b. R. Aši erwiderte: Wenn es uns bekannt ist, daß er nichts mehr besitzt.",
"Sie fragten: Gilt der Rücktritt bezüglich eines Teilesals Rücktritt vom Ganzenoder nicht? – Komm und höre: Hat er dem ersten alles und dem zweiten einen Teilgegeben, so hat der zweite es geeignet und der erste nicht. Doch wohl, wenn er gestorben ist. –",
"Nein, wenn er genesenist.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt im Schlußsatze: hat er dem ersten einen Teil und dem zweiten alles gegeben, so hat der erste es geeignet und der zweite nicht. Einleuchtend ist es nun, daß der zweite nichts geeignet hat, wenn hier von dem Falle gesprochen wird, wenn er genesenist, wenn aber von dem Falle, wenn er gestorben ist, so sollten doch beide eignen.",
"R. Jemar sprach zu R. Aši: Auch wenn von dem Falle, wenn er genesen ist, [ist ja einzuwenden:] einleuchtend ist es, wenn du sagst, der Rücktritt hinsichtlich eines Teiles gelte als Rücktritt vom Ganzen, daß der zweite eseignet, wenn du aber sagst, der Rücktritt hinsichtlich eines Teiles gelte nicht als Rücktritt vom Ganzen, so sollte es doch als Verteilunggelten, und keiner von beiden eignen!?",
"Die Halakha ist, der Rücktritt hinsichtlich eines Teiles gilt als Rücktritt vom Ganzen. Der Anfangsatz gilt sowohl von dem Falle, wenn er gestorben ist, als auch von dem Falle, wenn er genesen ist, und der Schlußsatz gilt nur von dem Falle, wenn er genesen ist.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er all seine Güter geweiht hat und genesenist: sagen wir, dem Heiligtume eigne man unbeschränktzu, oder aber, gegen sein Interesse eigne man nicht unbeschränkt zu?",
"Wie ist es, wenn er all seine Güter an die Armen verteilthat: sagen wir, Almosen eigne man entschieden unbeschränkt zu, oder aber, gegen sein Interesse eigne man nicht unbeschränkt zu?",
"Wie ist es, wenn er all seine Güter preisgegebenhat: sagen wir, da er sie Armen und Reichen zugleich zukommen ließ, habe er sie unbeschränktzugeeignet, oder aber, gegen sein Interesse eigne man nicht unbeschränkt zu? – Dies bleibt unentschieden.",
"Eine andereLesart: Wie ist es, wenn er all seine Güter dem Heiligtume geweiht hat? Wie ist es, wenn er all seine Güter preisgegeben hat? Wie ist es, wenn er all seine Güter an die Armen verteilt hat? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Šešeth sagte: ‘Erhalten’, ‘erwerben’, ‘in Besitz nehmen’ und ‘eignen’ sind sämtlich Ausdrückedes Schenkens. In einer Barajtha wird gelehrt: Auch‘heredieren’und ‘erben’, wenn er Anwartschaft zur Beerbung hat. Dies vertritt die Ansicht des R. Joḥananb. Beroqa.",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:]"
],
[
"er sollgenießen: meinte er, alles soll ihm geschenkt sein, oder aber, er soll davon irgendwie nutznießen? Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] er soll es ansehen? Oder: er soll darin stehen? Oder: er soll sich auf diese stützen? – Dies bleibt unentschieden.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er all seine Güter verkaufthat? Zuweilen sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, wenn er genesen ist, könne er nicht zurücktreten, und zuweilen sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, wenn er genesen ist, könne er zurücktreten. Das ist aber kein Widerspruch; eines von dem Falle, wenn das Geld noch vorhanden ist, und eines von dem Falle, wenn er damit eine Schuld bezahlt hat.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn ein Sterbenskranker bekannthat? – Komm und höre: [Der Proselyt] Isur hatte zwölftausend Zuz bei Raba, und bei seinem Sohne R. Mari war die Schwängerung nicht in Heiligkeit und die Geburt in Heiligkeiterfolgt.",
"Da sprach Raba: Auf welche Weise soll R. Mari dieses Geld eignen? Wenn durch Erbschaft, so kann jenernichts vererben; wenn durch Schenkung eines Sterbenskranken, so haben ja die Rabbanan die Schenkung eines Sterbenskranken der Vererbung gleichgestellt, und wo eine Vererbung erfolgen kann, kann auch eine Schenkung erfolgen, wo aber eine Vererbung nicht erfolgen kann, kann auch eine Schenkung nicht erfolgen;",
"wenn etwa durch das Ansichziehen, so befindet es sich ja nicht bei ihm; wenn etwa durch Tausch, so wird ja gemünztes Geld nicht durch Tauschgeeignet; wenn etwa in Verbindung mit einem Grundstücke, so hat er ja keinen Grundbesitz; und wenn durch das Beisammensein von uns dreien, so werde ich, wenn er mich rufen läßt, nichthingehen.",
"R. Iqa, Sohn des R. Ami, wandte ein: Isur kann ja bekennen, daß dieses Geld R. Mari gehöre, sodann eignet jener es durch die Bekennung!? Inzwischen wurde die Bekennung von Isur ausgestellt. Da zürnte Raba und sprach: Sie belehren die Leute und schädigen mich."
],
[
"UND FÜR SICH ETWAS LAND ZURÜCKBEHALTEN HAT, SO IST SEINE SCHENKUNG GÜLTIG. Was heißt ‘etwas’? R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Grundbesitz als er für seinen Unterhalt braucht. R. Jirmeja b. Abba sagte: [Auch] Mobilienals er zu seinem Unterhalt braucht.",
"R. Zera sagte: Wie vortrefflich sind doch die Lehren dieser Greise! Grundbesitz hat er wohl deshalb [zurückbehalten], damit er, falls er genesen sollte, eine Stütze habe, und ebenso auch Mobilien, damit er, wenn er genesen sollte, eine Stütze habe.",
"R. Joseph wandte ein: Wieso vortrefflich, gegen denjenigen, der Mobilieri sagt, [ist ja einzuwenden:] wir haben es ja vom Grundbesitze gelernt, und gegen denjenigen, der sagt, als er zu seinem Unterhalte braucht, [ist ja einzuwenden:] es heißt ja ‘etwas’!?",
"Abajje erwiderte ihm: Sind denn überall, wo von Immobilien gesprochen wird, nur Immobilien zu verstehen, wir haben ja gelernt: Wenn jemand all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat, so wird er frei; hat er etwas Grundbesitzzurückbehalten, so wird er nichtfrei. R. Šimo͑n sagt, er werde in jedem Fallefrei, es sei denn, daß er gesagt hat: all meine Güter mit Ausnahmevon einem Zehntausendstel sollen diesem meinem Sklaven geschenkt sein."
],
[
"Und hierzu sagte R. Dimi b. Joseph im Namen R. Elea͑zars, daß sie die Zurücklassung von Mobilien nur bei Sklavenund nicht bei der Morgengabeals Zurücklassung anerkannthaben!? —",
"Da sollte dies eigentlich überhaupt nicht von Grundstücken gelehrt werden, da er aber im Schlußsatze lehrt: R. A͑qiba sagt, ein Grundstück irgendwie groß sei zum Eckenlasse und zu den Erstlingen pflichtig, so lehrt er auch diesvom Grundbesitze. —",
"Und ist denn überall, wo es ‘etwas’ heißt, kein bestimmtes Quantum festgesetzt, wir haben ja gelernt: R. Dosa b. Archinos sagte: Wenn bei fünf Schafen die Schur eines jeden anderthalb Mine Wolle beträgt, so hat bei diesen das Gesetz von der Erstlingsschur Geltung. Die Weisen sagen, bei fünf Schafen, auch wenn sie nur etwas liefern. Und auf unsere Frage, wieviel unter ‘etwas’ zu verstehen sei, erwiderte Rabh, anderthalbMine, nur müssen sie gefünfteltsein!? —",
"Hierbeisollte es eigentlich überhaupt nicht ‘etwas’ heißen, da aber der erste Autor ein großes Quantum nennt, so nennen diese ein kleines Quantum, das sie mit ‘etwas’ bezeichnen.",
"Selbstverständlich ist es, daß, wenn er gesagt hat: meine Mobilien sollen jenem gehören, jener alle seine Benutzungsgeräte eigne, mit Ausnahme von Weizen und Gerste, und wenn: all meine Mobilien sollen jenem gehören, jener auch Weizen und Gerste eigne, und sogar den oberen Mühlstein, jedoch nicht den unteren Mühlstein, und wenn: alles, was bewegt werden kann, jener sogar den unteren Mühlsteineigne.",
"Folgendes aber war ihnen fraglich: gleichen Sklaven Immobilien oder gleichen sie Mobilien? R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Komm und höre: Wer eine Stadt verkauft hat, hat Häuser, Gruben, Graben, Höhlen, Bäder, Ölmühlen und Bewässerungsanlagen mitverkauft, nicht aber die beweglichen Sachen. Hat er aber gesagt: sie und alles, was sich darin befindet, so ist alles, sogar wenn Vieh und Sklaven darin sind, mit verkauft. Einleuchtend ist es, wenn du sagst, sie gleichen Mobilien, daß sie im ersten Falle nicht mitverkauft sind, weshalb aber sind sie nicht mitverkauft, wenn du sagst, sie gleichen Immobilien!? —",
"Welchen Sinn hat, wenn du sagst, sie gleichen Mobilien, [das Wort] ‘sogar’!? Du mußt also erklären, es sei zu unterscheiden zwischen sich bewegenden Mobilien und sich nicht bewegenden Mobilien, somit kannst du auch sagen, Sklaven gleichen Immobilien, denn es ist zu unterscheiden zwischen sich bewegenden Immobilien und sich nicht bewegenden Immobilien.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Komm und höre: Wenn jemand all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat, so wird er frei; hat er etwas Grundbesitz zurückbehalten, so wird er nicht frei. R. Šimo͑n sagt, er werde in jedem Falle frei, es sei denn, daß er gesagt hat: all meine Güter mit Ausnahme von einem Zehntausendstel sollen diesem meinem Sklaven geschenkt sein.",
"Hierzu sagte R. Dimi b. Joseph im Namen R. Elea͑zars, daß sie die Zurücklassung von Mobilien nur bei einem Sklaven und nicht bei der Morgengabe als Zurücklassung anerkannt haben. Und den Grund erklärte Raba dem R. Naḥman wie folgt: Sklaven gleichen Mobilien, und bei Mobilien gilt die Zurücklassung von Mobilien als Zurücklassung; die Morgengabe einer Frau hingegen gleichtImmobilien, und bei Immobilien gilt die Zurücklassung von Mobilien nicht als Zurücklassung."
],
[
"Dieser erwiderte: Wir erklären es: weil die Scheidungkeine vollständige ist.",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: In fünf Fällen ist die Verschreibung aller Güter erforderlich, und zwar: bei einem Sterbenskranken, bei einem Sklaven, bei einer Frau, bei den Kindern und bei der Hinterziehung.",
"Bei einem Sterbenskranken, denn wir haben gelernt: Wenn ein Sterbenskranker all seine Güter anderen verschrieben und etwas Ackerland zurückbehalten hat, so ist seine Schenkung gültig, wenn er aber kein Stückchen Ackerland zurückbehalten hat, so ist seine Schenkung nicht gültig.",
"Bei einem Sklaven, denn wir haben gelernt: Wenn jemand all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat, so wird er frei; hat er etwas Grundbesitz zurückbehalten, so wird er nicht frei.",
"Bei einer Frau, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn jemand all seine Güter seiner Frau verschrieben hat, so hat er sie nur zur Verwalteringemacht.",
"Bei den Kindern, denn wir haben gelernt: Wenn jemand all seine Güter seinen Kindern und etwas Grundbesitz seiner Frau verschrieben hat, so hat sie ihre Morgengabeverloren.",
"Bei der Hinterziehung, denn der Meister sagte: Die Hinterziehendemuß all ihre Güterverschreiben.",
"Bei diesen allen gilt auch die Zurücklassung von Mobilienals Zurücklassung, nur nicht bei der Morgengabe, denn die Rabbanan haben ihr einen Anspruch auf Immobilien, nicht aber auf Mobilien zugesprochen.",
"Amemar sagte: Wenn aber die Mobilien in der Urkunde über die Morgengabe genannt und noch vorhanden sind, so ist die Zurücklassung gültig.",
"Wenn jemand gesagt hat: meine Güter sollen jenen gehören, so heißen auch Sklaven Güter, denn wir haben gelernt: Wenn jemand all seine Güter seinem Sklaven verschrieben hat, so wird er frei. Grundstücke heißen Güter, denn wir haben gelernt: Güter, die eine Sicherheitgewähren, werden durch Geld, Urkunde und Besitznahmegeeignet. Gewänder heißen Güter, denn wir haben gelernt: und die keine Sicherheitgewähren, werden nur durch das Ansichziehen geeignet.",
"Gelder heißen Güter, denn wir haben gelernt: Die keine Sicherheit gewähren, werden mitsolchen, die Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme geeignet. So hatte R. Papa zwölftausend Zuz von den Ḥozäern zu erhalten, und eignete sie R. Šemuél b. Aḥa zu in Verbindung mit seiner Stubenschwelle. Als dieser heimkehrte, ging er ihm bis Tavakh entgegen.",
"Schuldscheine heißen Güter, denn Rabba b. Jiçḥaq sagte: Es gibt zweierlei Urkunden; [sagte er:] erwerbt dieses Feldfür jenen und schreibet ihm den Schein, so kann erhinsichtlich des Scheines zurücktreten, nicht aber hinsichtlich des Feldes; wenn aber: unter der Bedingung, daß ihr ihm den Scheinschreibt, so kann er zurücktretensowohl hinsichtlich des Scheines als auch hinsichtlich des Feldes.",
"R. Ḥija b. Abin aber sagte im Namen R. Honas, es gebe dreierlei Urkunden; zwei von denen wir gesprochen haben, und eine in dem Falle, wenn der Verkäufer den Schein im Vorausgeschrieben hat, wie wir gelernt haben:"
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[
"Man schreibe dem Verkäufer einen Schein, auch wenn der Käufer nicht zugegen ist; sobald [der Käufer] das Grundstück in Besitz nimmt, wird die Urkunde miterworben, wo sie sich auch befindet. Das ist es, was wir gelernt haben: Güter, die keine Sicherheitgewähren, werden mit Gütern geeignet, die eine Sicherheit gewähren, durch Geld, Urkunde und Besitznahme.",
"Das Vieh wird Güter genannt, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Güter geweiht hat und darunter für den Altar geeignetes Vieh sich befindet, so sind die männlichen als Brandopfer darzubringen und die weiblichen als Heilsopfer zu verkaufen. Vögel werden Güter genannt, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Güter dem Heiligtum geweiht hat und darunter sich für den Altar brauchbare Dinge befinden, Weine, Öle und Vögel.",
"Die Tephillin werden Güter genannt, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seine Güter geweiht hat, so lasse man ihm die Tephillin zurück. Sie fragten: Wie verhält es sich mit einer Torarolle: gehört sie nicht zu den Gütern, da sie unverkäuflich ist, denn es ist verboten, eine solche zu verkaufen, oder gehört sie wohl zu den Gütern, da man sie verkaufen darf, um die Tora zu studieren und eine Frau zu heiraten? — Dies bleibt unentschieden.",
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"Die Mutter des R. Zuṭra b. Ṭobija verschrieb R. Zuṭra b. Ṭobija all ihre Güter, weil sie sich mit R. Zebid verheiratenwollte. Alsdann heiratete sie und ließ sich später scheiden. Hieraufkam sie vor R. Bebaj b. Abajje, und dieser entschied: Weil sie sich verheiratenwollte, und sie hat sich j averheiratet.",
"Da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu ihm: Weil ihr von Gekürztenstammt, redet ihr auch gekürzte Worte; selbst nach dem, welcher sagt, das Hinterzogene werdegeeignet, gilt dies nur von dem Falle, wo sie diesnicht bekundet hat, hierbei aber hat sie ja bekundet, daß sie dies wegen ihrer Verheiratung getan hat, und sie hat sich ja verheiratet und scheiden lassen.",
"Die Mutter des Rami b. Ḥama verschrieb abends ihr Vermögen Rami b. Ḥama und am folgenden Morgen verschrieb sie es R. U͑qaba b. Ḥama. Als dann Rami b. Ḥama zu R. Šešeth kam, setzte er ihn in den Besitz des Vermögens; R. U͑qaba b. Ḥama aber ging zu R. Naḥman, und er setzte ihn in den Besitz des Vermögens.",
"Da ging R. Šešeth zu R. Naḥman und sprach zu ihm: Weshalb sprach es der Meister R. U͑qaba b. Ḥama zu? Wenn etwa, weil sie zurückgetreten ist, so ist sie ja gestorben!? Dieser erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: in einem Falle, wo er bei einer Genesung zurücktretenkann, kann er von der Schenkung zurücktreten. —",
"Šemuél sagte es ja aber nur von dem Falle, wenn er esfür sich [behalten will], sagte er es etwa auch von dem Falle, wenn er es einem anderen [schenken will]!? Dieser erwiderte: Šemuél sagte ausdrücklich, einerlei ob für sich oder für einen anderen.",
"Die Mutter R. A͑mram des Frommen hatte eine Mappe mit Schuldscheinen, und als sie sterben sollte, verfügte sie: sie sollen meinem Sohne A͑mram gehören. Hierauf kamen seine Brüder vor R. Naḥman und sprachen zu ihm: Er hat sie ja nicht an sich gezogen! Dieser erwiderte ihnen: Die Worte eines Sterbenskranken gelten als niedergeschrieben und übergeben.",
"Die Schwester des R. Ṭobi b. R. Mathna verschrieb morgens ihr Vermögen R. Ṭobi b. R. Mathna; abends kam R. Aḥadboj b. R. Mathna zu ihr und weinte vor ihr, indem er sprach: Jetzt wird man sagen, der eine sei ein Gelehrterund der andere sei kein Gelehrter. Da verschrieb sie es ihm. Als er darauf vor R. Naḥman kam, sprach dieser zu ihm: Folgendes sagte Šemuél: in einem Falle, wo er bei einer Genesung zurücktreten kann, kann er von der Schenkung zurücktreten.",
"Die Schwester des R. Dimi b. Joseph hatte ein Stück Obstgarten, und sooft sie erkrankte, eignete sie es diesem zu,"
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"und sobald sie genas, trat sie zurück. Eines Tages erkrankte sie und ließ ihm sagen: Komm, eigne es. Da ließ er ihr erwidern: Ich will nicht. Hierauf ließ sie ihm sagen: Komm, eigne es auf welche Weisedu es willst. Da ging er hin, ließ etwas zurückund ließ es sich auch zueignen. Als sie später genas, trat sie zurück.",
"Hierauf kam sie zu R. Naḥman, und dieser ließ ihn rufen; er kam aber nicht, indem er sagte: Wozu soll ich hingehen; sie ließ etwas zurück und ich habe es mir auch zueignenlassen. Da ließ er ihm sagen: Wenn du nicht kommst, züchtige ich dich mit Dornen, die kein Blut fließenmachen.",
"Alsdann fragte er die Zeugen, wie die Sache sich zugetragen habe, und diese erwiderten: Sie sprachwie folgt: wehe, ich sterbe. Da entschied er: Dies war also eine Verfügung wegen des Sterbens, und wer wegen des Sterbens verfügt, kann zurücktreten.",
"Es wurde gelehrt: Wenn ein Sterbender einen Teil seiner Güter verschenkt hat, so gilt dies, wie die Jünger vor Raba im Namen Mar Zuṭras, des Sohnes R. Naḥmans, im Namen R. Naḥmans sagten, als Geschenk eines Gesunden, indem er, wenn er genesen ist, nicht mehr zurücktreten kann, und als Geschenk eines Sterbenskranken, indem eine Zueignung nicht erforderlichist.",
"Da sprach Raba zu ihnen: Ich habe euch bereits gesagt, daß ihr R. Naḥman keine leeren Krüge anhängensollt. Folgendes sagte R. Naḥman: es gleicht der Schenkung eines Gesunden und bedarf einer Zueignung.",
"Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Und etwas Ackerland zurückbehalten hat, so ist seine Schenkung gültig. Doch wohl, wenn er es ihm nicht zugeeignet hat!? — Nein, wenn er es ihm zugeeignet hat. — Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hat er kein Stückchen Ackerland zurückbehalten, so ist die Schenkung nicht gültig. Weshalb dies, wenn man sagen wollte, wenn er es ihm zugeeignet hat!?",
"Dieser erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: wenn ein Sterbenskranker jemandem all seine Güter verschrieben hat, so kann er, selbst wenn er sie ihm zugeeignet hat, wenn er genesen ist, zurücktreten, denn es ist sicher, daß: er diese Verfügung nur wegen des Sterbens getroffenhat.",
"R. Mešarseja wandte gegen Raba ein: Einst verfügte die Mutter der Söhne Rokhels, die krank darniederlag, daß man ihr Übergewand im Werte von zwölf Minen ihrer Tochter gebe, und als sie starb, erfüllte man ihre Worte!? — Hierbei hatte sie ihre Bestimmung wegen des Sterbensgetroffen.",
"Rabina wandte gegen Raba ein: Wenn jemand gesagt hat, daß man diesen Scheidebrief seiner Frau oder diesen Freilassungsbrief seinem Sklaven gebe, und gestorben ist, so gebe man ihn nicht nach seinem Tode; wenn aber, daß man jenem eine Mine gebe, und gestorben ist, so gebe man sie ihm nach seinem Tode!? —",
"Woher, daß dies von dem Falle gilt, wenn er es ihnen nicht zugeeignet hat? — Gleich einem Scheidebriefe; wie es bei einem Scheidebriefe keine Zueignunggibt, ebenso gilt es auch von den übrigen ohne Zueignung. — Da wird ebenfalls von dem Falle gesprochen, wenn er die Verfügung wegen des Sterbens getroffen hat.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte: Sonst ist eine Zueignung wohl erforderlich, jene Lehrenaber sprechen von dem Falle, wenn er all seine Güter verteilt hat, denn dies gilt als Schenkung eines Sterbenden.",
"Die Halakha ist, wenn ein Sterbender einen Teil verschenkt, sei eine Zueignung erforderlich, selbst wenn er gestorben ist; wenn er aber die Verfügung wegen des Sterbens getroffen hat, sei eine Zueignung nicht erforderlich. Jedoch nur dann, wenn er gestorben ist; ist er aber genesen, so kann er zurücktreten, auch wenn er es zugeeignet hat."
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"Es wurde gelehrt: Wenn in der Schenkung eines Sterbenskranken eine Zueignung geschrieben ist, so hat er ihn, wie sie in der Schule Rabhs im Namen Rabhs sagten, auf zwei Reittiere gesetzt; Šemuél aber sagte, er wisse nicht, wie darüber zu urteilen sei.",
"In der Schule Rabhs sagten sie im Namen Rabhs, er habe ihn auf zwei Reittiere gesetzt, denn diese gleicht der Schenkung eines Gesundenund der Schenkung eines Sterbenskranken. Sie gleicht der Schenkung eines Gesunden, indem er, wenn er genesen ist, nicht mehr zurücktreten kann, und sie gleicht der Schenkung eines Sterbenskranken, denn, wenn er gesagt hat, daß sein Darlehenjenem gehören soll, so gehörtdas Darlehen jenem.",
"Šemuél sagt, er wisse nicht, wie darüber zu urteilen sei, denn er beschloß vielleicht, sie ihm nur durch die Beurkundungzuzueignen, und es gibt keine Beurkundung nach dem Tode. —",
"Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem Rabh sich mit sich selber befindet, und auf einen Widerspruch, in dem Šemuél sich mit sich selber befindet. Rabin teilte im Namen R. Abahus mit: Wisset, daß R. Elea͑zar im Namen unseres Meistersder Diaspora mitteilen ließ: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat: schreibt und gebt jenem eine Mine, und gestorben ist, so schreibe und gebe man sie ihm nicht, weil er sie ihm vielleicht nur durch die Urkunde zueignen wollte, und nach dem Tode gibt es keine Urkunde. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei, man schreibe und gebe sie ihm wohl.",
"Somit befindet sich Rabh in einem Widersprüche mit sich selber, und Šemuél in einem Widersprüche mit sich selber!? —",
"Rabh befindet sich nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn eines gilt von dem Falle, wenn er es ihm zugeeignethat, und eines von dem Falle, wenn er es ihm nicht zugeeignet hat. Šemuél befindet sich ebenfalls nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn [dawird von dem Falle gesprochen], wenn er seine Rechtskraft steigern wollte.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq saß hinter Raba und Raba saß vor R. Naḥman; da fragte er diesen: Kann Šemuél denn gesagt haben, er habe vielleicht beschlossen, es ihm nur durch die Urkunde zuzueignen, und nach dem Tode gebe es keine Urkunde, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, wenn ein Sterbenskranker einem all seine Güter verschrieben hat, könne er, selbst wenn er sie ihm zugeeignet hat, wenn er genesen ist, zurücktreten,"
],
[
"weil es sicher ist, daß die Zueignung nur wegen des Sterbens erfolgtist!? Da winkte ihm dieser mit der Handund schwieg.",
"Als er aufgestanden war, sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu Raba: Was winkte er dir? Dieser erwiderte: Wenn er seine Rechtskraft steigern wollte. —",
"In welchem Falle wollte er seine Rechtskraft steigern? R. Ḥisda erwiderte: [Wenn darin geschrieben ist:] außer der Schenkung eigne ich es ihm zu.",
"Klar liegt der Fall, wenn er eszuerst einem und nachher einem anderen verschrieben hat, denn darüber sagte R. Dimi, als er kam, ein Testament hebe ein Testamentauf. Wenn er es aber zuerst einem verschrieben und eingehändigthat, und nachher einem anderen verschrieben und eingehändigt hat, so hat, wie Rabh sagt, der erste es geeignet, und wie Šemuél sagt, der zweite es geeignet.",
"Rabh sagt, der erste habe es geeignet, denn dies giltals Schenkung eines Gesunden; Šemuél sagt, der zweite habe es geeignet, denn dies gilt als Schenkung eines Sterbenskranken. —",
"Aber über eine Schenkung, in der eine Zueignung geschrieben ist, streiten sie ja bereitseinmal!? —",
"Beides ist nötig. Würde nur das eine gelehrt worden sein, [so könnte man glauben,] Rabh vertrete seine Ansicht da, weil er es ihm zugeeignethat, hierbei aber, wo er es ihm nicht zugeeignet hat, pflichte er Šemuél bei. Und würde er nur das andere gelehrt haben, [so könnte man glauben,] Šemuél vertrete seine Ansicht nur hierbei, da aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig.",
"So lehren sie es in Sura; in Pumbeditha lehren sie es wie folgt: R. Jirmeja b. Abba sagte: Aus der Schule Rabhs sandten sie folgendes an Šemuél: Mag der Meister uns lehren, wie es denn sei, wenn ein Sterbenskranker einem all seine Güter verschrieben und sie ihm aus der Hand zugeeignet hat? Er ließ ihnen erwidern: Nach der Zueignung ist nichts mehrzu ändern."
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[
"Sie wollten hieraus entnehmen, dies gelte nur von einem Fremden, nicht aber von ihmselber, da sprach R. Ḥisda zu ihnen: Als R. Hon a aus Kaphrikam, sagte er: einerlei ob für sich selbst oder für Fremde.",
"Einst ereignete sich ein solcher Fall, und er hatte eszugeeignet. Als er hierauf vor R. Hona kam, sprach dieser: Was kann ich dir helfen; du hast es nicht so zugeeignet, wie die Leute zuzueignen pflegen.",
"Wenn in einer Schenkungsurkunde geschrieben steht: bei Lebzeiten und nach dem Tode, so gilt dies, wie Rabh sagt, als Schenkung eines Sterbenskranken, und wie Šemuél sagt, als Schenkung eines Gesunden.",
"Rabh sagt, dies gelte als Schenkung eines Sterbenskranken; da darin ‘nach dem Tode’ geschrieben steht, so meinte er es, nach dem Tode, und nur als Omen des Lebensschrieb er ‘bei Lebzeiten’.",
"Šemuél sagt, dies gelte als Schenkung eines Gesunden; da darin ‘bei Lebzeiten’ geschrieben steht, so meinte er es, schon bei Lebzeiten, und die Worte ‘nach dem Tode’ bedeuten ungefähr: von jetzt bis in alle Ewigkeit. Die Nehardee͑nser sagten: Die Halakha ist wie Rabh.",
"Raba sagte: Wenn aber darin geschrieben steht: schon bei Lebzeiten, so hat er esgeeignet.",
"Amemar sagte: Die Halakha ist wie Raba. R. Aši sprach zu Amemar: Selbstverständlich, die Nehardee͑nsersagten ja, die Halakha sei wie Rabh!? — Man könnte glauben, Rabh pflichte bei in dem Falle, wenn es heißt: schon bei Lebzeiten, so lehrt er uns.",
"Einst kam eine [Frau]vor R. Naḥman in Nehardea͑, und dieser schickte sie zu R. Jirmeja b. Abba in Šumṭamja, indem er sagte: Hier ist die Ortschaft Šemuéls, wie sollten wir nach Rabh entscheiden!?",
"Einst kam eine [Frau]vor Raba, und als er ihr nach seiner Ansicht entschied, belästigte sieihn.",
"Da sprach er zu seinem Schreiber R. Papa, dem Sohne des R. Ḥanan: Geh, stelle ihr ein Schriftstück aus und schreibe darin: sokann er andere auf ihre Kosten mieten oder sie täuschen. Hierauf sprach sie: Mag dein Schiff untergehen; du täuschest mich. Da weichten sie das Gewand Rabas in Wasserein. Dennoch entging er dem Untergangenicht.",
"WENN DARIN NICHT GESCHRIEBEN IST, DASS ER STERBENSKRANK WAR, UND ER SAGT, ER SEI STERBENSKRANK GEWESEN, JENE ABER SAGEN, ER SEI GESUND &C.",
"Einst war in einer Schenkungsurkunde geschrieben: als er krank zu Bette lag, es stand aber darin nicht: infolgedieser Krankheit ist er aus der Welt geschieden."
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"Da entschied Raba: Er ist ja gestorbenund sein Grab beweist dies. Abajje sprach zu ihm: Wenn man bei einem Schiffe, wobei die meisten [Passagiere] ertrinken, die Erschwerungen von Lebenden und die Erschwerungen von Totenauferlegt, um wieviel mehr muß diesbei einem Kranken der Fall sein, wo nach die meisten Kranken am Leben bleiben!?",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sprach: Diese Lehre Rabas vertritt die Ansicht R. Nathans, denn es wird gelehrt: Wer bringtaus dem Besitze von wem? Er bringt es aus ihremBesitze ohne Beweis, sie aber bringen es aus seinem Besitze nur durch Beweis — so R. Ja͑qob.",
"R. Nathan sagt, ist er gesund, habe er den Beweis zu erbringen, daß er sterbenskrank war, und ist er sterbenskrank, so haben sie den Beweis anzutreten, daß er gesund war.",
"R. Elea͑zar sagte: Denselben Streit führen sie auch bei der Unreinheit, denn wir haben gelernt: Die Ebene gilt im Sommer hinsichtlich des Šabbathgesetzesals Privatgebiet und hinsichtlich der Unreinheitals öffentliches Gebiet,",
"und in der Regenzeitin beiden Beziehungen als Privatgebiet.",
"Hierzu sagte Raba: Dies gilt nur von dem Falle, wenn darüberdie Regenzeit nicht verstrichen ist, wenn aber die Regenzeit darüber verstrichen ist, so gilt es in beiden Beziehungen als Privatgebiet.",
"DIE WEISEN SAGEN, WER VOM ANDEREN FORDERT, HABE DEN BEWEIS ZU ERBRINGEN &C. Wodurch ist der Beweis zu erbringen?"
],
[
"R. Hona sagt, der Beweis sei durch Zeugenzu erbringen; R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, der Beweis sei durch die Beglaubigung der Urkundezu erbringen.",
"R. Hona sagt, der Beweis sei durch Zeugen zu erbringen, und sieführen denselben Streit wie R. Ja͑qob und R.Nathan;",
"R. Meír ist der Ansicht R. Nathans und die Rabbanan sind der Ansicht R. Ja͑qobs.",
"R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona sagen, der Beweis sei durch die Beglaubigung der Urkunde zu erbringen, und sie streiten darüber, ob in dem Falle, wenn jemand zugibt, den Schein geschriebenzu haben, dieser beglaubigt zu werden braucht. R. Meír ist der Ansicht, wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, brauche dieser nicht beglaubigt zu werden, und die Rabbanan sind der Ansicht, auch wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, müsse dieser beglaubigt werden. —",
"Aber darüber streiten sie ja bereits einmal, denn es wird gelehrt: Siesind nicht glaubhaft, ihn ungültigzu machen; die Weisen sagen, sie seien glaubhaft. —",
"Beides ist nötig. Würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, die Rabbanan vertreten ihre Ansicht da, weil die Zeugen stark sindund den Schein ungültig machen, nicht aber hierbei, weil er dazu nichtberechtigt ist. Und würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben,",
"R. Meír vertrete seine Ansicht nur dort, während er daden Rabbanan beipflichte. Daher ist beides nötig.",
"Ebenso sagte auch Rabba, der Beweis sei durch die Zeugen zu erbringen. Abajje sprach zu ihm: Aus welchem Grunde: wollte man sagen, da in allengeschrieben steht: als er zufuß auf der Straßeumherging, in diesem aber dies nicht geschrieben ist, so sei zu entnehmen, daß er krank war, so ist ja, da in allengeschrieben steht: als er krank auf dem Bette darniederlag, in diesem aber dies nicht geschrieben ist, entgegengesetzt zu entnehmen, daß er gesund war!? —",
"Man kann das eine entnehmen und man kann das andere entnehmen, daher belasse man das Geld im Besitze des Eigentümers.",
"Derselbe Streit: R. Joḥanan sagt, der Beweis sei durch die Zeugen zu erbringen, und R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, der Beweis sei durch die Beglaubigung der Urkunde zu erbringen.",
"R. Joḥanan wandte gegen R. Šimo͑n b. Laqiš ein: Einst verkaufte jemand in Bene Beraq Vermögen seines Vaters und starb darauf; hierauf kamen die Familienangehörigen und erhoben dagegen Einspruch, indem sie sagten, er war bei seinem Tode minderjährig. Da kamen sie und fragten R. A͑qiba, ob man ihn untersuchen dürfe, und er erwiderte ihnen: Ihr dürft ihn nicht schänden; auch pflegen die Pubertätsmerkmale sich nach dem Tod zu verändern."
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[
"Einleuchtend ist dies nun nach meiner Ansicht, der Beweis sei durch die Zeugen zu erbringen, denn als er zu den Käufern sagte, sie sollen Zeugen bringen, und diese keine gefunden hatten, kamen sie und fragten ihn, ob man ihn untersuchen dürfe; wozu aber brauchten sie nach deiner Ansicht, der Beweis sei durch die Beglaubigung der Urkunde zu erbringen, ihn zu untersuchen, sie sollten doch die Urkunde beglaubigenund ihre Güter erhalten!? —",
"Du glaubst wohl, die Güter waren im Besitze der Familienangehörigen, und den Einspruch erhoben die Käufer; die Güter waren im Besitze der Käufer und den Einspruch erhoben die Familienangehörigen.",
"Dies ist auch zu beweisen; als er zu ihnen sagte, man dürfe ihn nicht schänden, schwiegen sie. Einleuchtend ist es nun, daß sie schwiegen, wenn du sagst, die Familienangehörigen hatten den Einspruch erhoben, weshalb aber schwiegen sie, wenn du sagst, die Käufer hatten den Einspruch erhoben, sie könnten doch erwidert haben: wir haben Geld gezahlt; mag er geschändet und geschändet werden. —",
"Wenn nur dies, so beweist dies nichts; er sprach zu ihnen wie folgt: erstens dürft ihr ihn nicht schänden, und ferner, wenn ihr sagen wollt, er hat das Geld erhalten, mag er geschändet und geschändet werden, pflegen die Pubertätsmerkmale sich nach dem Tode zu verändern.",
"R. Šimo͑n b. Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Folgendes wird in der Mišna des Bar Qapara gelehrt: Wenn jemand ein Feld, von dem es als feststehend gilt, daß es ihm gehöre, nießbraucht, und ein anderer Einspruch erhebt, indem er sagt, es gehöre ihm, und jener seine Urkunde hervorholt, aus der hervorgeht, daß er es ihm verkauft oder geschenkt hat, so muß die Urkunde, wenn dieser sagt, ihm sei diese Urkunde unbekannt, durch die Unterschriften beglaubigt werden;",
"wenn er aber sagt, es sei ein Gefälligkeitsscheinoder ein Vertrauensschein, daß er es ihm nämlich verkauft, aber kein Geld erhalten habe, so verlasse man sich, wenn Zeugenvorhanden sind, auf die Zeugen, und wenn nicht, auf die Urkunde.",
"Es wäre also anzunehmen, daß hier die Ansicht R. Meírs vertreten ist, welcher sagt, wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, brauche dieser nicht beglaubigt zu werden, und nicht die der Rabbanan?",
"Dieser erwiderte: Nein, ich bin der Ansicht, alle stimmen überein, wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, brauche dieser nicht beglaubigt zu werden. — Aber sie streiten ja darüber, denn wir haben gelernt: Sie sind nicht glaubhaft, ihn ungültig zu machen — so R. Meír; die Weisen sagen, sie seien wohl glaubhaft!?",
"Dieser erwiderte: Sollte etwa, weil die Zeugen starksind und die Urkunde ungültig machen können, auch erdazu berechtigt sein!? Jener entgegnete: In deinem Namen sagte man ja aber, die Familienangehörigen hätten mit Recht Einspruch erhoben!? Dieser erwiderte: Dies hat Elea͑zar gesagt; ich habe dies niemals gesagt.",
"R. Zera sprach: Wenn R. Joḥanan es auch seinem Schüler R. Elea͑zar abstreitet, will er es etwa auch seinem Lehrer R. Jannaj abstreiten!? R. Jannaj sagte nämlich, wenn jemand zugibt, den Schein geschrieben zu haben, dieser (nicht) beglaubigt zu werden brauche, und R. Joḥanan sagte zu ihm: Meister, dies ist ja unsere Mišna: die Weisen sagen, wer vom anderen fordert, habe den Beweis zu erbringen, und der Beweis ist durch die Beglaubigung der Urkundeanzutreten.",
"Aber einleuchtend sind die Worte unseres Meisters R. Joseph, denn R. Joseph sagte im Namen R. Jehudas im Namen Šemuéls: Dassind die Worte der Weisen, R. Meír aber sagt, auch wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, müsse dieser dennoch beglaubigt werden; und unter ‘alle’ sind die Rabbanan zu verstehen, denn gegenüber R. Meír sind sie ‘alle’. —",
"Aber es gibt ja eine Lehre entgegengesetzt: die Weisen sagen, wer vom anderen fordert, habe den Beweis zu erbringen!? — Wende esum. — Es wird ja aber gelehrt: Sie sind nicht glaubhaft, ihn ungültig zu machen — so R. Meír; die Weisen sagen, sie seien glaubhaft!? — Wende es um. —",
"R. Joḥanan sagte ja aber, der Beweis sei durch die Zeugen zu erbringen!? — Wende es um. — Ist auch der Einwandumzuwenden? — Nein,"
],
[
"R. Joḥanan sprach zu Reš Laqiš wie folgt: Allerdings kann es nach meiner Ansicht, der Beweisantritt erfolge durch die Beglaubigung der Urkunde, vorkommen, daß die Käufer in den Besitz der Gütergelangen, wieso aber kann es nach deiner Ansicht, der Beweisantritt erfolge durch die Zeugen, vorkommen, daß die Käufer in den Besitz der Güter gelangen!?",
"Und dieser erwiderte ihm: Ich pflichte dir bei, daß der Einspruch der Familienangehörigen nicht, als Einspruch gelte; ihr Einwand besteht ja darin, er sei minderjährig gewesen, es gilt aber als feststehend, daß Zeugen einen Schein nur dann unterschreiben, wenn [der Aussteller] großjährig ist.",
"Es wurde gelehrt: Mit welchem Alter darf ein Minderjähriger das Vermögen seines Vaters verkaufen? Raba sagte im Namen R. Naḥmans, mit achtzehn Jahren; R. Hona b. Ḥenana sagte im Namen R. Naḥmans, mit zwanzig Jahren. Raba lehrte dies aber nicht ausdrücklich, vielmehr ist es aus einem Zusammenhange entnommen worden.",
"R. Zera wandte ein: Einst ereignete es sich, daß jemand in Bene Beraq Vermögen seines Vaters verkauft hat und darauf gestorben ist. Hierauf kamen die Familienangehörigen und erhoben dagegen Einspruch, indem sie sagten, er sei bei seinem Tode minderjährig gewesen. Da kamen sie zu R. A͑qiba und fragten ihn, ob man ihn untersuchen dürfe, und er erwiderte ihnen: Ihr dürft ihn nicht schänden; und außerdem pflegen die Pubertätsmerkmale nach dem Tode sich zu verändern. Erklärlich ist es nach dem, der mit achtzehn Jahren sagt, daß sie gekommen sind"
],
[
"und gefragt haben, ob man ihn untersuchen dürfe, welchen Zweck aber hätte die Untersuchung nach dem, der mit zwanzig Jahren sagt, es wird ja gelehrt: Hat er mit zwanzig Jahren keine zwei Haarebekommen, so haben jeneden Beweis zu erbringen, daß er zwanzig Jahre alt ist, und er ist ein Kastrat; er kann weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen!? —",
"Hierzu wurde ja gelehrt: R. Šemuél b. R. Jiçḥaq erklärte im Namen Rabhs, dies gelte von dem Falle, wenn sich bei ihm [andere] Merkmale eines Kastraten gezeigt haben. Raba sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: und er ist ein Kastrat. Schließe hieraus. —",
"Biswann, wenn sich bei ihm keine Merkmale eines Kastraten gezeigthaben? — R. Ḥija lehrte, bis zur größeren Hälfte seiner Lebensjahre. Wenn solche Fällevor R. Ḥija kamen, so sagte er ihnen, wenn er mager war, daß man ihn kräftig werden lasse, und wenn er kräftig war, daß man ihn mager werden lasse. Diese Merkmale erscheinen zuweilen infolge der Magerkeit und zuweilen erscheinen sie infolge der Fettleibigkeit.",
"Sie fragten: Gilt die Zeit währenddessenals vor oder nach dieser Frist? Raba sagte im Namen R. Naḥmans, die Zeit währenddessen gelte als vor der Frist, und Raba b. Šila sagte im Namen R. Naḥmans, die Zeit währenddessen gelte als nach der Frist.",
"Die Lehre Rabas wurde aber nicht ausdrücklich gelehrt, vielmehr ist sie aus einem Zusammenhange entnommen worden. Einst kam es vor, daß jemand währenddessen verkauft hat, und als die Sache vor Raba kam, entschied er, daß er nichts getan habe. Der dies sah, glaubte, weil die Zeit währenddessen als vor der Frist gelte; das war es aber nicht. In jenem Falle merkte er bei ihm besondere Einfalt, denn er hatte auch seine Sklaven freigelassen.",
"Gidel b. Menasja sandte an Raba folgende Frage: Möge der Meister uns lehren, wie es sich mit einem Mädchen von vierzehn Jahren und einem Tage verhalte, die im Geschäfte kundig ist? Dieser ließ ihm erwidern: Ist sie im Geschäfte kundig, so ist ihr Kauf gültig und ihr Verkauf gültig. —",
"Sollte er ihn doch hinsichtlich eines Knaben gefragt haben? — Der Fall, der sich ereignet hatte, lag so. — Sollte er ihn doch hinsichtlich eines Mädchens von zwölf Jahren und einem Tagegefragt haben? — Der Fall, der sich ereignet hatte, lag so.",
"Raba sagte es aber nicht ausdrücklich, vielmehr wurde es aus einem Zusammenhange entnommen. Einst verkaufte einer, der noch nicht zwanzig Jahre alt war, sein Vermögen und kam darauf vor Raba. Da sagten seine Verwandten zu ihm, daß er Datteln esse und die Steine vor Rabawerfe, und er tat dies. Da entschied Raba, sein Verkauf sei ungültig.",
"Als man ihm die Urkundeausstellte, sagten die Käufer zu ihm, daß er zu Raba gehe und sage: Eine Esterrollekostet einen Zuz und die Urkunde des Meisters ebenfalls einen Zuz! Da ging er hin und sagte es zu ihm. Hierauf entschied er, daß sein Verkauf gültig sei. Da sprachen die Verwandten zu ihm: Dies haben die Käufer ihngelehrt. Er erwiderte ihnen: Er versteht also, was man ihn lehrt, und wenn er das versteht, was man ihn lehrt, ist er verständig, und was er getanhat, war nur eine besondere Frechheit von ihm.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Bei der Zeugenaussage ist seineAussage gültig. Mar Zuṭra sagte: Nurbei Mobilien, nicht aber bei Immobilien.",
"R. Aši sprach zu Mar Zuṭra: Bei Mobilien wohl deshalb, weil sein Verkaufgültig ist, demnach sollten auch kleineKinder, von denen wir gelernt haben, bei Mobilien sei ihr Kauf gültig und ihr Verkauf gültig, ebenfalls als Zeugen zulässig sein!? Dieser erwiderte: Diesbezüglichheißt es:es sollen die beiden Männer vortreten, was hierbei nicht der Fall ist.",
"Amemar sagte: Seine Schenkungist gültig. R. Aši sprach zu Amemar: Sein Verkauf wohl deshalb nicht, weil er vielleicht zu wohlfeil verkauft, um so mehr sollte dies von der Schenkung gelten, wofür er überhaupt nichts erhält!? —"
],
[
"Nach deiner Auffassungsollte doch, wenn er [eine Sache] im Werte von fünf für sechs verkauft hat, der Verkauf gültig sein!?",
"Vielmehr haben die Rabbanan festgestellt, daß ein Kind für Geld empfänglich sei, und wenn sein Verkauf gültig wäre, könnte es vorkommen, daß jemand ihm mit Geld klimpert und er das ganze Vermögen seines Vaters verkauft; bei einem Geschenke aber sagen wir, er verschenke nichts, wenn er nicht irgend einen Nutzen hat. Daher haben die Rabbanan bestimmt, seine Schenkung sei gültig, damit man ihm zugetan sei.",
"R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Man untersuche bis zwanzig Jahrenhinsichtlich der Antrauung, der Scheidung, der Ḥaliça, der Weigerungserklärung und des Verkaufes des väterlichen Vermögens. —",
"Wozu ist, wenn schon bei der Antrauung eine Untersuchung erfolgt ist, die Untersuchung bei der Scheidungnötig!? — Dies kann bei der Schwagerehevorkommen, denn wir haben gelernt: Wenn ein Knabe von neun Jahren und einem Tage seine [verwitwete] Schwägerin beschlafen hat, so hat er siegeeignet, und einen Scheidebrief kann er ihr erst dann geben, wenn er großjährig ist.",
"Hinsichtlich der Ḥaliça, dies schließt die Lehre R. Joses aus. Dieser sagt, in diesem Abschnitteheißt es Mann, bei der Frau aber sei es einerlei, ob sie großjährig oder minderjährig ist, so lehrt er uns, daß man die Frau mit dem Manne vergleiche, gegen die Ansicht R. Joses.",
"Hinsichtlich der Weigerungserklärung, dies schließt die Ansicht R. Jehudas aus. Dieser sagt, nur wenn es überwiegend schwarz ist, so lehrt er uns, daß man nicht nach R. Jehuda entscheide.",
"Hinsichtlich des Verkaufes des väterlichen Vermögens, bis zwanzig Jahren; dies schließt die Ansicht desjenigen aus, der achtzehn sagt.",
"Die Halakha ist, die Zeit währenddessengilt als vor der Frist. Die Halakha ist wie Gidelb. Menaše.",
"Die Halakha ist wie Mar Zuṭra. Die Halakha ist wie Amemar. Die Halakha ist in all den Fällenwie R. Naḥman im Namen Šemuéls.",
" WENN JEMAND SEIN VERMÖGEN MÜNDLICH VERTEILT, SO WERDEN, WIE R. ELIE͑ZERSAGT, EINERLEI OB ER GESUND ODER GEFÄHRLICH KRANK IST, GÜTER, DIE EINE SICHERHEITGEWÄHREN, DURCH GELD, URKUNDE ODER BESITZNAHME, UND DIE KEINE SICHERHEITGEWÄHREN, NUR DURCH DAS ANSICHZIEHEN GEEIGNET."
],
[
"SIE SPRACHEN ZU IHM: EINST VERFÜGTE DIE MUTTER DER SÖHNE ROKHELS, DIE KRANK DARNIEDERLAG, DASS MAN IHR ÜBERGEWAND IM WERTE VON ZWÖLF MINEN IHRER TOCHTER GEBE, UND ALS SIE STARB, ERFÜLLTE MANIHRE WORTE. ER ERWIDERTE IHNEN: DIE SÖHNE ROKHELS MÖGE IHRE MUTTER BEGRABEN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sprach zu den Weisen: Einst war in Jerusalem ein Madonite, der viele Mobilien besaß und sie verschenken wollte; man sagte ihm aber, es gebe für ihn kein anderes Mittel, als sie vermittelst Grundbesitzes zuzueignen.",
"Da ging er und kaufte ein felsiges Grundstückin der Nähe von Jerusalem und sprach: die Nordseite davon und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenem [zugeeignet]. Die Südseite davon und damit hundert Schafe und hundert Fässer seien jenem [zugeeignet]. Darauf starb er, und die Weisen erfüllten seine Worte. Sie erwiderten ihm: Hieraus ist nichts zu beweisen; der Madonite war gesund.",
"ER ERWIDERTE IHNEN: DIE SÖHNE ROKHELS MÖGE IHRE MÜTTER BEGRABEN. Weshalb verfluchte er sie? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Sie ließen Disteln in ihrem Weinbergewachsen, und zwar vertrat R. Elie͑zer seine Ansicht, denn wir haben gelernt: Wer Disteln in einem Weinberge wachsen läßt, hat ihn, wie R. Elie͑zer sagt, verboten gemacht; die Weisen sagen, verboten mache nur das, was man gewöhnlich wachsenläßt. —",
"Allerdings ist Safranverwendbar, wofür aber sind Disteln verwendbar? R. Ḥanina sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers: in Arabien läßt man Disteln auf den Feldern für die Kamele wachsen.",
"R. Levi sagte: Man vollziehe bei einem Sterbenskranken den Akt der Zueignung, selbst am Šabbath; und nicht etwa, um die Ansicht R. Elie͑zerszu berücksichtigen, sondern weil ihm der Verstand getrübt werden kann.",
" DIE WEISEN SAGEN, AM ŠABBATH SEIEN SEINEWORTE GÜLTIG, WEIL ER DANN NICHT SCHREIBEN KANN, NICHT ABER AM WOCHENTAGE. R. JEHOŠUA͑ SAGTE: WENN SIE DIES HINSICHTLICH DES ŠABBATHSGESAGT HABEN, UM WIEVIEL MEHR GILT DIES VOM WOCHENTAGE.",
"DESGLEICHEN AUCH: MAN KANN ETWAS FÜR EINEN MINDERJÄHRIGENERWERBEN, NICHT ABER FÜR EINEN ERWACHSENEN [— SO R. ELIE͑ZER]. R. JEHOŠUA͑ SAGTE: WENN SIE DIES VOW EINEM MINDERJÄHRIGEN GESAGT HABEN, UM WIEVIEL MEHR GILT DIES VON EINEM ERWACHSENEN.",
"GEMARA. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna? — Sie vertritt die Ansicht R. Jehudas, denn es wird gelehrt: R. Meír lehrte: R. Elie͑zer sagt, am Wochentage seien seine Worte gültig, weil er schreibenkann, nicht aber am Šabbath.",
"R. Jehošua͑ sagte:"
],
[
"Wenn sie dies hinsichtlich des Wochentages gesagt haben, um wieviel mehr gilt dies vom Šabbath. Desgleichen auch: Man kann für einen Erwachsenen erwerben, nicht aber für einen Minderjährigen — so R. Elie͑zer. R. Jehošua͑ sagte: Wenn sie dies von einem Erwachsenen gesagt haben, um wieviel mehr gilt dies von einem Minderjährigen.",
"R. Jehuda lehrte: R. Elie͑zer sagt, am Šabbath seien seine Worte gültig, weil er dann nicht schreiben kann, nicht aber am Wochentage. R. Jehošua͑ sagte: Wenn sie dies hinsichtlich des Šabbaths gesagt haben, um wieviel mehr gilt dies vom Wochentage. Desgleichen auch: Man kann für einen Minderjährigen erwerben, nicht aber für einen Erwachsenen — so R. Elie͑zer. R. Jehošua͑ sagte: Wenn sie dies von einem Minderjährigen gesagt haben, um wieviel mehr gilt dies von einem Erwachsenen.",
" WENN ÜBER EINEN, DER DIE MORGENGABE SEINER FRAU ODER EINE GELDSCHULD ZU BEZAHLENHAT, UND SEINEN VATER, ODER ÜBER IHN UND SEINEN VERERBER DAS HAUS EINGESTÜRZT IST, UND DIE ERBEN DES VATERS SAGEN, DER SOHN SEI ZUERSTUND NACHHER DER VATER GESTORBEN, UND DIE GLÄUBIGER SAGEN, DER VATER SEI ZUERST UND NACHHER DER SOHN GESTORBEN, SO IST, \n",
"WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZU TEILEN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE GÜTER BLEIBEN BEI IHREM BESITZER.",
"GEMARA. Dort haben wir gelernt: Wer seinem Nächsten [Geld] auf einen Schein geborgt hat, kann [seine Schuld] von verkauften Gütern einfordern, und wenn vor Zeugen, so kann er sie nur von freien Gütern einfordern.",
"Šemuél fragte: Wie ist es, wenn er sie ihm im voraus zugeeignethat? Nach R. Meír, der sagt, man könne das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, zueignen, ist dies nicht fraglich, er hat es entschieden geeignet, fraglich ist es nur nach den Rabbanan, die sagen, man könne das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, nicht zueignen.",
"R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Die Weisen sagen, es war schlauvon ihm, daß er ihm das Grundstück verkauft hat, weil er ihn nun pfändenkann.",
"Raba erwiderte ihm: Von ihm selbstkann er ja auch das Gewand von den Schultern nehmen; uns ist es fraglich in dem Falle, wenn er esihm verpfändet und verkauft hat, wenn er es ihm verpfändet und vererbt hat; wie ist es nun?",
"R. Ḥaga erwiderte: Komm und höre: Wenn über einen, der die Morgengabe seiner Frau oder eine Geldschuld zu bezahlen hat, und seinen Vater, oder über ihn und seinen Vererber das Haus eingestürzt ist, und die Erben des Vaters sagen, der Sohn sei zuerst und nachher der Vater gestorben, und die Gläubiger sagen, der Vater sei zuerst gestorben &c.",
"Wenn man nun sagen wollte, wenn er im voraus verpfändet und verkauft, verpfändet und vererbt hat, sei die Verpfändung ungültig, so ist ja nichts dabei, daß der Vater zuerst gestorben ist, er hat es ihm ja im vorausverpfändet!?",
"R. Naḥman entgegnete: Unser Genosse Zee͑ra erklärte es: es ist Pflicht der Waisen, die Schuld ihres Vaterszu bezahlen. R. Aši wandte ein: Dies ist ja ein mündlichesDarlehen, und Rabh und Šemuél stimmen ja beide überein, daß ein mündliches Darlehen weder von den Erben noch von den Käufern eingefordert werden könne!? —"
],
[
"Vielmehr, hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommenist.",
"R. Ja͑qob aus Nehar Peqod erwiderte im Namen Rabinas: Komm und höre: Vordatierte Schuldscheine sind ungültig, nachdatierte sind gültig.",
"Wieso sind nun, wenn man sagen wollte, wenn er im voraus verpfändet und verkauft, verpfändet und vererbt hat, sei die Verpfändung ungültig, die nachdatierten gültig, er kann ja im voraus verpfändethaben!? —",
"Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist.",
"R. Mešaršeja erwiderte im Namen Rabas: Komm und höre: Die Melioration von Grundstücken, zum Beispiel: wenn jemand seinem Nächsten ein Feld verkauft und dieser es melioriert hat, und ein Gläubiger gekommen und es ihm abgenommenhat, so kann dieser bei der Ersatzforderung den Stammbetrag von den veräußerten und die Melioration nur von den freien Güterneinfordern.",
"Wieso kann nun, wenn man sagen wollte, wenn er im voraus verpfändet und verkauft, verpfändet und vererbt hat, sei die Verpfändung ungültig, der Gläubiger die Melioration einfordern!? —",
"Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist. —",
"Wenn du entscheidest, wenn er verpfändet und verkauft, verpfändet und vererbt hat, sei die Verpfändung ungültig, so ist sie ungültig; wie ist es aber, wenn du entscheidest, sie sei gültig, wenn er geborgt und wiederum geborgt und esbeiden verpfändet hat: ist es dem ersten oder dem anderen verpfändet?",
"R. Naḥman erwiderte: Dies war auch uns fraglich, und von dortließen sie uns sagen, der erste habe es geeignet. R. Bona sagt, sie teilen. Ebenso lehrte auch Rabba b. Abuha, sie teilen. Rabina sagte: In der ersten Fassungsagte uns R. Aši, der erste habe es geeignet, und in der zweiten Fassung sagte er uns, sie teilen. Die Halakha ist, sie teilen.",
"Man wandte ein: Die Melioration von Grundstücken, zum Beispiel: wenn jemand seinem Nächsten ein Feld verkauft und dieser es melioriert hat, und ein Gläubiger gekommen ist und es ihm abgenommen hat, so kann dieser bei der Ersatzforderung den Stammbetrag von veräußerten und die Melioration von freien Gütern einfordern. Wenn dem nun sowäre, so könnte er ja nur die Hälfteder Melioration einfordern!? —",
"Unter einfordern, von dem er spricht, ist auch nur die Hälfte der Melioration zu verstehen."
],
[
"WENN ÜBER EINEN UND SEINE FRAU DAS HAUS EINGESTÜRZT IST, UND DIE ERBEN DES MANNES SAGEN, DIE FRAU SEI ZUERSTUND NACHHER DER MANN GESTORBEN, UND DIE ERBEN DER FRAU SAGEN, DER MANN SEI ZUERST UND NACHHER DIE FRAU GESTORBEN, SO MÜSSEN SIE, \n",
"WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, TEILEN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE GÜTER VERBLEIBEN BEI IHREM BESITZER; DIE MORGENGABE BLEIBT IM BESITZE DER ERBEN DES MANNES, UND DIE MIT IHR EIN- UND AUSGEHENDEN GÜTERVERBLEIBEN IM BESITZE DER ERBEN DES VATERS. x"
],
[
"GEMARA. In wessen Besitz? — R. Joḥanan sagt, im Besitze der Erben des Mannes; R. Zera sagt, im Besitze der Erben der Frau.",
"R. Šimo͑n b. Laqiš sagte im Namen des Bar Qapara, es sei zu teilen. Ebenso lehrte auch Bar Qapara: Da die einen als Erben auftreten und die anderen ebenfalls als Erben auftreten, so ist zu teilen.",
"WENN ÜBER EINEN UND SEINE MUTTER DAS HAUS EINGESTÜRZTIST, SO STIMMEN DIESE UND JENE ÜBEREIN, DASS ZU TEILEN SEI. R. A͑QIBA SAGTE: IN DIESEM FALLE PFLICHTE ICH BEI, DASS DIE GÜTER IN IHREM BESITZE VERBLEIBEN. BEN A͑ZAJ SPRACH ZU IHM: WIR GRÄMEN UNS ÜBER DEN FALL, ÜBER DEN SIE STREITEN, UND DU KOMMST UNS NOCH MIT EINEM STREITE ÜBER EINEN FALL, ÜBER DEN SIE ÜBEREINSTIMMEN.",
"In wessen Besitz? — R. Ila sagt, im Besitze der Erben der Mutter, R. Zera sagt, im Besitze der Erben des Sohnes. Als R. Zera hinaufging, schloß er sich der Ansicht R. Ilas an. Rabba dagegen schloß sich der Ansicht R. Zeras an. R. Zera sprach: Hierausist zu entnehmen, daß das Klima des Jisraéllandes weise mache. —",
"Aus welchem Grunde? — Weil die Erbschaft im Besitze desselben Stammes verbleibt.",
"BEN AZAJ SPRACH ZU IHM: WIR GRÄMEN UNS ÜBER DEN FALL, ÜBER DEN SIE STREITEN &C. R. Šimlaj sagte: Dies besagt, daß Ben A͑zaj ein Schüler-Kollege R. A͑qibas war, denn er sagte zu ihm: du kommst.",
"Von dort ließen sie mitteilen: Wenn ein Sohn auf das Vermögen seines Vaters bei Lebzeiten seines Vaters geborgt hat, und er gestorben ist, so kann sein Sohn es den Käufern abnehmen. Das ist etwas Schwieriges im Zivilrechte. — Was hat er, wenn er geborgt hat, abzunehmen!? Und was haben ferner Käufer hierbei zu schaffen!? —"
],
[
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: wenn ein Sohn Vermögen seines Vaters bei Lebzeiten seines Vatersverkauft hat und gestorben ist, so kann sein Sohn es den Käufern abnehmen. Dies ist etwas Schwieriges im Zivilrechte: Sie sollten doch zu ihm sagen: dein Vater hat es verkauft, und du nimmst es ab!? —",
"Was ist dies denn für ein Einwand, er kann ja erwidern: er komme als Rechtsnachfolger des Vaters seines Vaters!? Dem ist auch so, denn es heißt:an deiner Väter Stelle werden deine Söhne treten; du wirst sie überall im Lande zu Fürsten setzen.",
"Vielmehr, wenn etwas einzuwenden ist, so ist es folgendes. Wenn ein Erstgeborener seinen Erstgeburtsanteil bei Lebzeiten seines Vaters verkauft hat und bei Lebzeiten seines Vaters gestorben ist, so kann sein Sohn ihn den Käufern abnehmen. Dies ist etwas Schwieriges im Zivilrechte. Der Vater hat etwas verkauft, und er nimmt es ab!? Wenn man aber erwidern wollte, auch hierbei könne er sagen, er komme als Rechtsnachfolger des Vaters seines Vaters, so hat er ja als Rechtsnachfolger des Vaters seines Vaters keinen Anspruch auf den Erstgeburtsanteil. —",
"Was ist dies für ein Einwand, vielleicht kann er sagen, er komme als Rechtsnachfolger des Vaters seines Vaters und trete an Stelle seines Vaters!?",
"Vielmehr, wenn etwas einzuwenden ist, so ist es folgendes. Wer über eine Urkunde Zeugnis abzulegen wußte (bevor er Räubergeworden ist) und darauf Räuber geworden ist, kann über seine Unterschrift kein Zeugnis ablegen, wohl aber können andere darüberZeugnis ablegen. Wenn er selber nicht glaubhaftist, wie sollten andere glaubhaftsein!? Dies ist etwas Schwieriges im Zivilrechte. —",
"Was ist dies für ein Einwand, vielleicht in dem Falle, wenn seine Unterschrift bei Gericht bestätigtworden ist!?",
"Vielmehr, wenn etwas einzuwenden ist, so ist es folgendes. Wer Zeugnis über einen Schuldschein abzulegen wußte bevor dieser ihm als Erbschaft zugefallen ist, kann seine Unterschrift nicht beglaubigen, wohl aber können andere seine Unterschrift beglaubigen. —",
"Was ist dies denn für ein Einwand, vielleicht hier ebenfalls in dem Falle, wenn seine Unterschrift bei Gericht bestätigt worden ist!? Vielmehr, wenn etwas einzuwenden ist, so ist es folgendes. Wer für einen Zeugnis abzulegen wußte (bevor er sein Schwiegersohn geworden war) und darauf sein Schwiegersohn geworden ist, so kann er kein Zeugnis über seine Unterschriftablegen, wohl aber können andere Zeugnis darüber ablegen.",
"Er selber ist nicht glaubhaft, und andere sollten glaubhaft sein!? Wolltest du erwidern, hier ebenfalls in dem Falle, wenn seine Unterschrift bei Gericht bestätigt worden ist, so sagte ja R. Joseph b. Minjorni im Namen R. Naḥmans: auch wenn seine Unterschrift bei Gericht nicht bestätigt worden ist. —",
"Was ist dies für ein Einwand, vielleicht ist es eine Verordnungdes Königs, daß er selber nicht glaubhaft sei, aber andere glaubhaft seien, und nicht deshalb, weil er lügt!? Sind denn, wenn dem nicht so wäre, Mose und Ahron [als Zeugen] für ihre Schwiegerväter deshalb nicht zulässig, weil sie nicht glaubhaft sind!? Du mußt also erklären, es sei eine Verordnung des Königs, daß sie kein Zeugnis ablegen dürfen, ebenso ist es auch hierbei eine Verordnung des Königs, daß er für seinen Schwiegervater über seine Unterschrift nicht bekunden dürfe!? —",
"Vielmehr, tatsächlich wie wir vorher erklärthaben, wenn du aber einwendest: an deiner Väter Stelle werden deine Söhne treten, so ist dies nichts weiter als ein Segen. —",
"Wieso kannst du sagen, daß dies nichts weiter als ein Segen"
],
[
"und nicht eine Rechts[belehrung] sei,",
"es wird ja gelehrt: Wenn über einen, der die Morgengabe seiner Frau oder eine Geldschuld zu bezahlen hat, und seinen Vater oder über ihn und seinen Vererber das Haus eingestürzt ist, und die Erben des Vaters sagen, der Sohn sei zuerst und nachher der Vater gestorben, und der Gläubiger sagt, der Vater sei zuerst und nachher der Sohn gestorben.",
"Unter Erben sind ja wahrscheinlich die Söhneund unter Vererber die Brüder zu verstehen, und wenn man sagen wollte, er könne nicht sagen, er komme als Rechtsnachfolger seines Vaters, denn der Schriftvers: an Stelle deiner Väter kommen deine Söhne, sei nichts weiter als ein Segen, so ist ja nichts dabei, daß der Sohn zuerst und der Vater nachher gestorben ist, der Gläubiger kann ja zu ihnen sagen, er wolle [seine Schuld] von der Erbschaft ihres Vaters einfordern!? —",
"Nein, unter Erben sind seine Brüderund unter Vererber sind die Brüder des Vaters zu verstehen.",
"Sie fragten R. Šešeth: Kann ein Sohn im Grabeseine Mutter beerben, um es den Brüdern väterlicherseits zu vererben? R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Wenn der Vater in Gefangenschaft geraten und der Sohn im Lande gestorben ist, oder wenn der Sohn in Gefangenschaft geraten und der Vater im Lande gestorben ist, so teilen die Erben des Vaters und die Erben des Sohnes.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrt wird, wer sind demnach die Erben des Vatersund wer sind die Erben des Sohnes; wahrscheinlich meint er es wie folgt: wenn der Vater in Gefangenschaft geraten und der Sohn seiner Tochter im Lande gestorben ist, oder wenn der Sohn seiner Tochter in Gefangenschaft geraten und der Vater seiner Mutter im Lande gestorben ist, und man nicht weiß, wer von beiden zuerst gestorben ist, so teilen die Erben des Vaters und die Erben des Sohnes.",
"Wenn dem nun sowäre, so sollte doch, auch wenn der Sohn zuerst gestorben ist, dieser im Grabe den Vater seiner Mutter beerben und es den Brüdern väterlicherseits vererben. Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß der Sohn im Grabe seine Mutter nicht beerbe, um es den Brüdern väterlicherseits zu vererben.",
"R. Aḥa b. Minjomi sprach zu Abajje: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wenn über ihn und seine Mutter das Haus eingestürzt ist, so stimmen alle überein, daß sie teilen. Wenn dem nun sowäre, so sollte doch, auch wenn der Sohn zuerst gestorben ist, dieser im Grabe seine Mutter beerben und es den Brüdern väterlicherseits vererben. Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß ein Sohn im Grabe seine Mutter nicht beerbe, um es den Brüdern väterlicherseits zu vererben. Schließe hieraus. —",
"Aus welchem Grunde? Abajje erwiderte: Bei einem Sohne wird [der Ausdruck] übergehengebraucht und bei einem Ehemanne wird [der Ausdruck] übergehen gebraucht, wie nun beim Übergangedurch den Ehemann der Ehemann nicht im Grabe seine Frau beerbt, ebenso beerbt auch beim Übergange durch den Sohn der Sohn nicht im Grabe seine Mutter, um es den Brüdern väterlicherseits zu vererben.",
"Einst sagte jemand zu seinem Nächsten, er verkaufe ihm die Güter des Bar Sisinund darunter war ein Grundstück, das den Namen des Bar Sisintrug. Da sprach er zu ihm: Dieses gehörte nicht Bar Sisin, es trägt nur den Namen des Bar Sisin.",
"Als sie hierauf zu R. Naḥman kamen, sprach er es dem Käufer zu. Da sprach Raba zu R. Naḥman: Ist so das Gesetz, wer vom anderen fordert, hat ja den Beweis zu erbringen!? — Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem Raba sich mit sich selber befindet, und auf einen Widerspruch, in dem R. Naḥman sich mit sich selber befindet.",
"Einst sprach jemand zu seinem Nächsten: Was suchst du in diesem Hause? Dieser erwiderte: Ich habe es von dir ge kauft und die Ersitzungsjahregenießbraucht. Jener entgegnete: Ich wohnte in den innerenRäumen.",
"Als sie hierauf vor R. Naḥman kamen, sprach er zum [Käufer]: Geh, beweise deinen Nießbrauch. Da sprach Raba zu R. Naḥman: Ist so das Gesetz, wer vom anderen fordert, hat ja den Beweis zu erbringen!? Somit befindet sich ja Raba in einem Widersprüche mit sich selber, und ebenso befindet sich R. Naḥman in einem Widerspruchemit sich selber!? —",
"Raba befindet sich nicht in einem Widersprüche mit sich selber, denn in dem einen Falle befand sich der Verkäufer im Besitze der Güter und im anderen Falle befand sich der Käufer im Besitze der Güter.",
"R. Naḥman befindet sich ebenfalls nicht in einem Widersprüche mit sich selber; [in jenem Falle] sprach er von den Gütern des Bar Sisin, und auch dieses trug den Namen des Bar Sisin, somit hatte [der Verkäufer] zu beweisen, daß es nicht Bar Sisin gehörte; in diesem Falle aber konnte diesja höchstens als Besitz eines [Kauf]scheines gelten, und auch in einem solchen Falle würde man zu ihm gesagt haben: bestätigedeinen Schein, und du gelangst in den Besitz des Grundstückes."
],
[
"DIE EINFACHE URKUNDE HAT DIE ZEUGEN AUF DER INNENSEITE UND DIE GEFALTETE HAT DIE ZEUGEN AUF DER RÜCKSEITE.",
"WENN BEI EINER EINFACHEN DIE ZEUGEN AUF DER RÜCKSEITE ODER BEI EINER GEFALTETEN DIE ZEUGEN AUF DER INNENSEITE UNTERSCHRIEBEN SIND, SO SIND SIE BEIDE UNGÜLTIG. R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGT, WENN BEI EINER GEFALTETEN DIE ZEUGEN AUF DER INNENSEITE UNTERSCHRIEBEN SIND, SO IST SIE GÜLTIG, WEIL MAN AUS IHR EINE EINFACHE MACHEN KANN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, ALLES NACH DEM LANDESBRAUCHE.",
"ii,1 BEI EINER EINFACHEN URKUNDE SIND ZWEI ZEUGEN ERFORDERLICH, BEI EINER GEFALTETEN SIND DREI ERFORDERLICH. WENN AUF EINER EINFACHEN NUR EIN ZEUGE UNTERSCHRIEBEN IST, ODER AUF EINER GEFALTETEN NUR ZWEI ZEUGEN UNTERSCHRIEBEN SIND, SO SIND SIE BEIDE UNGÜLTIG.",
"GEMARA. Woher dies? R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt:Felder für Geld kaufen und Kaufbriefe schreiben und siegeln und Zeugen bekunden lassen. Felder für Geld kaufen und Kaufbriefe schreiben,"
],
[
"das ist die einfache [Urkunde]; und siegeln, das ist die gefaltete; und bekunden lassen, zwei; Zeugen, drei. Wie ist dies zu erklären? Zwei für die einfache, drei für die gefaltete. —",
"Vielleicht umgekehrt? — Da diese durch ihre Faltung vermehrt worden ist, so sind auch ihre Zeugen mehr.",
"Raphram sagte: Hieraus: Ich nahm den Kaufbrief, den gesiegelten, das Gebot und die Satzungen und den offenen. Ich nahm den Kaufbrief, das ist die einfache [Urkunde]; den gesiegelten, das ist die gefaltete; den offenen, das ist das einfache in der gefalteten;",
"das Gebot und die Satzungen, das ist das, wodurch die einfache sich von der gefalteten unterscheidet, nämlich dadurch, daß die eine zwei Zeugen und die andere drei Zeugen hat, und daß bei der einen die Zeugen sich auf der Innenseite und bei der anderen die Zeugen sich auf der Rückseite befinden. —",
"Vielleicht umgekehrt!? — Da diese durch ihre Faltungen vermehrt worden ist, so sind auch ihre Zeugen mehr.",
"Rami b. Jeḥezqel sagte: Hieraus:durch die Aussage von zwei Zeugen oder drei Zeugen soll eine Sache Gültigkeit haben. Wozu braucht dies, wenn das Zeugnis schon durch zwei Zeugen gültig ist, von drei Zeugen gelehrt zu werden? Dies besagt: zwei für eine einfache [Urkunde], drei für eine gefaltete. —",
"Vielleicht umgekehrt!? — Da diese durch ihre Faltungen vermehrt worden ist, so sind auch ihre Zeugen mehr. —",
"Deuten denn diese Schriftverse hierauf, jeder von diesen deutet ja auf eine besondere Lehre!? Es wird nämlich gelehrt: Felder für Geld kaufen und siegeln, er lehrt uns einen guten Rat. Ich nahm den Kaufbrief, so war der Sachverhalt. Durch die Aussage von zwei Zeugen oder drei Zeugen, dies vergleicht dreimit zweien, worüber R. A͑qiba und die Rabbanan streiten. —",
"Vielmehr, die gefaltete [Urkunde] ist eine rabbanitische Bestimmung, und die Schriftverse sind nichts weiter als eine Anlehnung. —",
"Aus welchem Grunde haben die Rabbanan die Bestimmung von der gefalteten [Urkunde] getroffen? — Sie befanden sich in einer Ortschaft von Priestern, und da diese jähzornig waren und sich von ihren Frauen scheidenließen, so trafen die Rabbanan diese Bestimmung, damit sie sich währenddessen beruhigen. —",
"Erklärlich ist dies bei Scheidebriefen, wie ist es aber bei anderen Urkunden zu erklären? — Damit es keinen Unterschied zwischen Scheidebriefen und anderen Urkunden gebe.",
"Wo unterschreiben die Zeugen? R. Hona sagte, zwischen einer Falte und der anderen, R. Jirmeja b. Abba sagte, rückwärts von der Schriftseite, (auswärts) gegenüber der Schrift.",
"Rami b. Ḥama sprach zu R. Ḥisda: Gegen R. Hona, welcher sagt, zwischen einer Falte und der anderen, — er glaubte nämlich, zwischen einer Falte und der anderen, auf der Innenseite, — [ist ja folgendes einzuwenden]. Einst wurde Rabbi eine gefaltete [Urkunde] vorgelegt, und Rabbi bemerkte über diese: In dieser ist kein Datum vorhanden. Da sprach R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis, zu ihm: Vielleicht ist es zwischen den Falten versteckt? Hierauf faltete er sie auf und bemerkte es. Wenn dem nun sowäre, würde er ja auf dieser weder Datum noch Zeugen bemerkthaben!?",
"Dieser erwiderte: Du glaubst wohl zwischen einer Falte und der anderen auf der Innenseite, nein, zwischen einer Falte und der anderen auf der Rückseite. —",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er könnte fälschen und beliebigeszuschreiben, und die Zeugen sind unterschrieben!? —",
"Darin steht geschrieben: fest und bleibend. —",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er könnte beliebiges zuschreiben, und dann wiederum schreiben: fest und bleibend!? — [Die Formel] ‘fest und bleibend’ darf nur einmal geschrieben sein und nicht zweimal. —",
"Es ist ja aber zu berücksichtigen, er könnte [die Formel] ‘fest und bleibend’ ausradieren, beliebiges zuschreiben und nach her schreiben: fest und bleibend!? — R. Joḥanan sagte ja, wenn [in einer Urkunde] ein schwebendes Wortsich befindet und bestätigtist, sei sie gültig,"
],
[
"und wenn eine Rasur, sei sie ungültig, selbst wenn dies bestätigt ist.",
"Aber das, was sie sagten, wenn [in der Urkunde] eine Rasur sich befindet, sei sie ungültig, gilt nur von dem Falle, wenn sie sich auf der Stelle befindet, wo geschrieben war: fest und bleibend, und den Raum einnimmt wie: fest und bleibend. —",
"Nach R. Jirmeja b. Abba, welcher sagt, rückwärts von der Schriftseite, (auswärts) gegenüber der Schrift, ist ja zu berücksichtigen, er könnte auf der Innenseite beliebiges zuschreiben und auf der Rückseitenoch Zeugen unterschreiben lassen oder sagen, er habe geglaubt, noch andere Zeugen zu finden!? —",
"Du glaubst wohl, die Zeugen unterschreiben in derselben Reihenfolge, die Zeugen unterschreiben von unten nach oben. —",
"Es ist ja zu berücksichtigen, wenn in der letzten Zeile etwas Nachteiligesgeschrieben ist, kann er die letzte Zeile wegschneiden und mit dieser auch [den Namen] ‘Reúben’, und [die Urkunde] ist dann durch ‘Sohn Ja͑qobs, Zeuge’ gültig!? Wir haben nämlich gelernt: [Die Unterschrift] ‘Sohn des N., Zeuge’ ist gültig. —",
"Erschreibe ‘Reúben, Sohn’ in einer Zeile und ‘Ja͑qobs, Zeuge’ darüber. —",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er könnte [die Zeile mit] ‘Reúben, Sohn’ wegschneiden, und die Urkunde ist durch ‘Ja͑qob, Zeuge’ gültig!? Wir haben nämlich gelernt: [Die Unterschrift] ‘N., Zeuge’, ist gültig. —",
"Wenn ‘Zeuge’ nicht geschriebensteht.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich, wenn ‘Zeuge’ geschrieben steht, man aber weiß,"
],
[
"daß es nicht die Unterschrift Ja͑qobs ist. —",
"Vielleicht hat er den Namen seines Vaters unterschrieben!? — Niemand läßt seinen eigenen Namen fort und unterschreibt den Namen seines Vaters. —",
"Vielleicht benutzte er ihn als Signum!? So zeichneteRabh einen Fisch, R. Ḥanina einen Palmenzweig, R. Ḥisda ein Samekh, R. Hoša͑ja ein A͑jin und Raba b. R. Hona einen Mast. — Niemand ist so respektlos, den Namen seines Vaters als Signum zu benutzen.",
"Mar Zuṭra erwiderte: Wozu dies alles? Eine gefaltete Urkunde, auf der die Zeugen nicht gleichmäßig an derselben Linie enden, ist ungültig.",
"R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Jede Rasur muß bestätigtwerden; und in der letzten Zeile muß der Inhalt der Urkunde wiederholt werden. — Aus welchem Grunde?"
],
[
"R. A͑mram erwiderte: Weil man sich nicht nach der letzten Zeile richtet.",
"R. Naḥman sprach zu R. A͑mram: Woher weißt du dies? Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: Sind die Zeugen zwei Zeilen vom Texte entfernt, so ist [die Urkunde] ungültig, wenn eine Zeile, so ist sie gültig.",
"Bei zwei Zeilen wohl deshalb, weil er eine Fälschung begehen und eine Zeile zuschreiben kann, ebenso kann er ja auch bei einer Zeile eine Fälschung begehen und eine Zeile zuschreiben!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß man sich nach der letzten Zeilenicht richte. Schließe hieraus."
],
[
"Sie fragten: Wie ist es bei anderthalb Zeilen? — Komm und höre: Sind die Zeugen zwei Zeilen [vom Texte] entfernt, so ist [die Urkunde] ungültig. Demnach ist sie bei anderthalb Zeilen gültig. —",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wenn eine Zeile, so ist sie gültig. Demnach ist sie nur bei einer Zeile gültig, bei anderthalb aber ungültig. Hieraus ist vielmehr nichts zu entnehmen. —",
"Wie bleibt es damit? — Komm und höre: Es wird gelehrt: Sind die Zeugen zwei Zeilen vom Texte entfernt, so ist [die Urkunde] ungültig, wenn aber weniger, so ist sie gültig.",
"Wenn vier oder fünf Zeugen auf einer Urkunde unterschrieben sind und es sich herausstellt, daß einer verwandt oder unzulässig ist, so bleibt die Beglaubigung durch die übrigen bestehen.",
"Dies ist eine Stütze für Ḥizqija, denn Ḥizqija sagte, wenn man ihnmit [Unterschriften von] Verwandten ausgefüllt hat, sei [die Urkunde]gültig.",
"Dies soll dich auch nicht wundern; so macht auch eine leere Stelle [die Festhütte] bei drei [Handbreiten]untauglich, während die untaugliche Bedachungsie erst bei vier untauglich macht.",
"Sie fragten: Sind unter zwei Zeilen, von denen sie sprechen,"
],
[
"diese samt dem Zwischenraumezu verstehen, oder nur diese ohne den Zwischenraum?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es ist einleuchtend, daß darunter diese samt dem Zwischenraume zu verstehen sind, denn welche Verwendung hätte, wenn man sagen wollte, diese ohne Zwischenraum, eine Zeileohne Zwischenraum. Vielmehr ist hieraus zu schließen, daß darunter diese samt dem Zwischenraume zu verstehen sind. Schließe hieraus.",
"R. Šabthaj sagte im Namen Ḥizqijas: Bei den zwei Zeilen, von welchen sie sprechen, ist die Handschrift des Zeugen und nicht die Handschrift des Schreiberszu verstehen, denn wer fälschen will, geht nicht zum Schreiber, um zu fälschen. —",
"Wieviel? R. Jiçḥaq b. Elea͑zar erwiderte im Namen Ḥizqijas: Zum Beispiel laq laqübereinander. Er ist also der Ansicht, zwei Zeilen und vier Zwischenräume.",
"R. Ḥija b. Ami erklärte im Namen U͑las: Zum Beispiel I oben und q unten. Er ist also der Ansicht, zwei Zeilen und drei Zwischenräume.",
"R. Abahu erklärte: Zum Beispiel ‘Baruq, Sohn Levis’ in einer Zeile. Er ist also der Ansicht, eine Zeile und zwei Zwischenräume.",
"Rabh sagte: Dieslehrten sie nur [vom Raume] zwischen den Zeugen und dem Texte, der Raum zwischen den Zeugen und der Bestätigung aber kann auch größer sein, —",
"Der Raum zwischen den Zeugen und dem Textewohl aus dem Grunde, weil er fälschen und beliebiges zuschreiben kann, und die Zeugen sind unterschrieben; aber ebenso kann er ja auch fälschen und zwischen den Zeugen und der Bestätigung beliebiges [zuschreiben] und die Zeugen sind unterschrieben!? —",
"Man durchstreiche ihn. — Demnach kann man ja auch den Raum zwischen den Zeugen und dem Textedurchstreichen!? —",
"Man würde dann sagen, die Zeugen hätten die Durchstreichung bestätigt. — Ebenso kann man ja auch hinsichtlich des Raumes zwischen den Zeugen und der Bestätigung sagen, das Gericht habe die Durchstreichung beglaubigt!? — Das Gericht beglaubigt nicht die Durchstreichung. —",
"Es sollte doch berücksichtigt werden, er könnteden oberen Teilabschneiden, die Durchstreichung ausradieren, da beliebiges hinschreiben und von Zeugen unterschreibenlassen!? Rabh sagte nämlich, wenn der Text der Urkunde und die Zeugenunterschriften auf einer Rasur geschrieben sind, sei [die Urkunde]gültig."
],
[
"Richtig ist es allerdings nach R. Kahana, der dies im Namen Šemuélslehrt, wie ist es aber nach R. Ṭabjomi zu erklären, der es im Namen Rabhs lehrt!? —",
"Er ist der Ansicht, in einem solchen Falle beglaubige man [die Urkunde] nicht durch die gerichtliche Bestätigung, sondern durch die Zeugen.",
"R. Joḥanan aber sagte: Dies lehrten sie nur [vom Raume] zwischen den Zeugen und dem Texte, wenn aber einer zwischen den Zeugen und der Bestätigung vorhanden ist, so ist [die Urkunde] ungültig, auch wenn er nur eine Zeile beträgt. —",
"[Beim Raume] zwischen den Zeugen und der Bestätigung wohl aus dem Grunde, weil er den oberen Teil abschneiden und Text und Zeugen in einer Zeile schreiben kann, und er der Ansicht ist, eine Urkunde, in der Text und Zeugen auf einer Zeile geschrieben sind, sei gültig,",
"demnach ist ja auch [beim Räume] zwischen den Zeugen und dem Texte zu berücksichtigen, er könnte den oberen Teil abschneiden, beliebiges hineinschreiben, und die Zeugen sind unterschrieben!? — Er ist der Ansicht, wenn die ganze Urkunde sich auf einer Zeile befindet und die Zeugen auf der folgenden, seisie ungültig. —",
"Es ist ja zu berücksichtigen, er könnte Text und Zeugen in einer Zeile schreiben und sagen, er habe diesdeshalb getan, um mehr Zeugen zu haben!? —",
"Er ist der Ansicht, in einem solchen Fallebestätige man [die Urkunde] nicht durch die Zeugen der unteren [Zeile], sondern durch die der oberen.",
"Der Text. Rabh sagte: Wenn der Text der Urkunde und die Zeugenunterschriften auf einer Rasur geschrieben sind, so ist sie gültig."
],
[
"Wenn du aber einwenden wolltest, er könnte einmal radieren und wiederum radieren, so gleicht die einmalige Rasur nicht der zweimaligen.",
"Es ist ja aber zu berücksichtigen, er könnte vorher Tinte auf den Raum der Zeugen gießen und sie ausradieren, und wenn er später das andere ausradiert, so ist beideszweimal radiert!?",
"Abajje erwiderte: Rabh ist der Ansicht, Zeugen dürfen nur dann auf einer Rasur unterschreiben, wenn die Radierung in ihrer Gegenwart erfolgtist.",
"Man wandte ein: Wenn [der Text] auf dem Papierund die Zeugen auf einer Rasur sich befinden, so ist [die Urkunde] gültig. Es ist ja zu berücksichtigen, er könnte [den Text] ausradieren und beliebiges hinschreiben, sodann befinden sich dieser samt den Zeugen auf einer Rasur!? —",
"Sie schreiben wie folgt: wir Zeugen unterschreiben auf einer Rasur, und der Text ist auf dem Papier geschrieben. —",
"Wo schreiben sie dies, wenn unten, so kann er es ja wegschneiden, und wenn oben, so kann er es ja ausradieren!? — Sie schreiben dies zwischen den Zeugenunterschriften. —",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn [der Text] auf einer Rasur und die Zeugen auf dem Papier sich befinden, so ist sie ungültig. Weshalb ist sie ungültig, sie können ja auch in diesem Falle schreiben: wir Zeugen unterschreiben auf dem Papier und der Text ist auf einer Rasur geschrieben!?",
"Wenn du entgegnen wolltest, er könnte ein zweites Mal radieren, so sagtest du ja, eine zweimalige Rasur gleiche nicht einer einmaligen!? — Dies nur, wenn die Zeugen auf einer Rasur unterschriebensind, wenn die Zeugen aber nicht auf einer Rasur, sondern auf dem Papier unterschrieben sind, so ist diesnicht kenntlich. —",
"Man kann ja irgend eine Rolle holen, auf dieser etwas radieren und vergleichen!? — Die Rasur der einen Rolle gleicht nicht der Rasur der anderenRolle.",
"Man kann ja die Unterschriften der Zeugen bei Gericht beglaubigen, diese ausradieren und vergleichen!? R. Hoša͑ja erwiderte: Die einen Tag alte Rasur gleicht nicht der zwei Tage alten Rasur. —",
"Man kann sie ja liegen lassen!? R. Jirmeja erwiderte: Man befürchte einen Irrtum des Gerichtes",
"R. ḤANINA B. GAMLIÉL SAGT, WENN BEI EINER GEFALTETEN &C. Rabbi wandte gegen die Worte des R. Ḥanina b. Gamliélein:"
],
[
"Das Datum der einen gleicht ja nicht dem Datum der anderen; bei der einfachen zählt man das erste Regierungsjahr als erstes, das zweite Regierungsjahr als zweites, bei der gefalteten dagegen zählt man das erste Regierungsjahr als zweites, und das zweite als drittes.",
"Nun kann es vorkommen, daß jemand Geld auf einen gefalteten Schuldschein borgt und es, wenn er grade welches erhält, innerhalb der Fristbezahlt, und [der Gläubiger], wenn jener seinen Schuldschein verlangt, ihm erwidert, er habe ihn verloren, und ihm statt dessen eine Quittung schreibt;",
"später aber, wenn die Zahlungsfrist heranreicht, macht er ihn zum einfachen und spricht zu ihm: jetzt ersthast du von mir geborgt!? —",
"Er ist der Ansicht, man schreibe keine Quittung. —",
"War Rabbi denn in den gefalteten kundig, einst brachte man ja Rabbi eine gefaltete [Urkunde], von der er glaubte, sie sei nachdatiert, und Zonin erwiderte ihm, so sei es Brauch bei diesem Volke, das erste Regierungsjahr werde als zweites und das zweite werde als drittes gezählt!?",
"Nachdem er es von Zonin hörte, wußte er es.",
"Einst stand in einer Urkunde geschrieben: im Jahre des Archonten N. Da entschied R. Ḥanina, es sei zu untersuchen, in welchem Jahre dieser Archont in das Archonat eingesetzt wurde. —",
"Vielleicht hatte er längere Zeit das Archonatinne!? R. Hoša͑ja erwiderte: Bei diesem Volke ist es Brauch, daß man ihn im ersten Jahre Archon, und im zweiten Jahre Digonnennt. —",
"Vielleicht hatte man ihn abgesetzt und wiederum eingesetzt!? — Dann nennt man ihn Archon-Digon.",
"Die Rabbanan lehrten: [Sagte jemand:] ich will Nazirsein, so ist er es, wie Symmachos sagt, wenn er hen sagte, einmal, wenn digon, zweimal, wenn trigon, dreimal, wenn tetragon, viermal, wenn pentagon, fünfmal.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein rundesHaus, ein Digon, ein Trigon und ein Pentagon sind nicht durch Aussatzverunreinigungsfähig; ein Tetragon ist durch Aussatz verunreinigungsfähig. —",
"Woher dies? — Die Rabbanan lehrten: Obenheißt es Wände [statt] Wand, das sind zwei, und untenheißt es Wände[statt] Wand, das sind zwei, zusammen also vier.",
"Einst wurde Rabbi eine gefaltete [Urkunde] vorgelegt; da sprach er: In dieser ist kein Datum vorhanden. Da sprach R. Šimo͑n, der Sohn Rabbis, zu Rabbi: Vielleicht ist es zwischen den Falten versteckt? Da faltete er sie auf und er bemerkte es. Hierauf sah er ihn bösean. Da sprach jener: Nicht ich habe sie geschrieben, R. Jehuda der Schneider hat sie geschrieben. Hierauf erwiderte dieser: Laß diese Lästerung.",
"Ein anderes Mal saß er vor ihm und beendigte einen Abschnitt im Buche der Psalmen; da sprach Rabbi: Wie gleichmäßig ist diese Schrift! Jener erwiderte: Nicht ich habe es geschrieben, Jehuda der Schneider hat es geschrieben. Da sprach dieser zu ihm: Laß diese Lästerung. —",
"Allerdings war es in jenem Falleeine Lästerung, wieso aber war es in diesem Falle eine Lästerung!? — Wegen einer Lehre R. Dimis, denn R. Dimi, der Bruder R. Saphras, lehrte: Man unterhalte sich nie über das Lob seines Nächsten, denn von der Belobigung kommt man zur Lästerung.",
"R. A͑mram sagte im Namen Rabhs: Drei Sünden sind es, denen ein Mensch keinen Tag entgeht: Gedanken der Sünde, Nebengedanken beim Gebete und Verleumdung. — Verleumdung, wie kommst du darauf!? —"
],
[
"Vielmehr, Staubder Verleumdung.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den meisten haftet Raub an, wenigen Unzucht, und jedem Verleumdung. — Verleumdung, wie kommst du darauf!? — Vielmehr, Staub der Verleumdung.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, ALLES NACH DEM LANDESBRAUCHE. Hält denn der erste Autor nichts davon, daß man sich nach dem Landesbrauche richte!?",
"R. Aši erwiderte: Wenn in der Ortschaft einfache [Urkunden] gebräuchlich sind und er [zum Schreiber] gesagt hat, daß er ihm eine einfache schreibe, dieser ihm aber eine gefaltete geschrieben hat, so hatte er daraufgeachtet; wenn gefaltete gebräuchlich sind, und er zu ihm gesagt hat, daß er ihm eine gefaltete schreibe, dieser ihm aber eine einfache geschrieben hat, so hatte er darauf geachtet;",
"sie streiten nur über den Fall, wenn in der Ortschaft einfache und gefaltete gebräuchlich sind, und er zu ihm gesagt hat, daß er ihm eine einfache schreibe, dieser ihm aber eine gefaltete geschrieben hat; einer ist der Ansicht, er habe daraufgeachtet, und einer ist der Ansicht, er habe ihm nur einen Hinweisgegeben.",
"Abajje sagte: R. Šimo͑n b. Gamliél, R. Šimo͑n und R. Elea͑zar sind alle der Ansicht, erhabe ihm nur einen Hinweis gegeben.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél, wie wir bereits gesagt haben. R. Šimo͑n, denn wir haben gelernt:",
"R. Šimo͑n sagt, hat er sich zu ihrem Vorteilgeirrt, so ist die Antrauung gültig.",
"R. Elea͑zar, denn wir haben gelernt: Wenn eine Frau zu einem gesagt hat, daß er für sie einen Scheidebrief an einer Stelle in Empfang nehme, und er ihn für sie an einer anderen Stelle in Empfang genommen hat, so ist dies ungültig; R. Elea͑zar sagt, gültig. Einer ist der Ansicht, sie habe darauf geachtet, und einer ist der Ansicht, dies war nur ein Hinweis.",
"Allerdingsist zu lehren nötig, daß, wenn auf einer gefalteten [Urkunde] nur zwei Zeugen unterschrieben sind, sie ungültig sei; man könnte nämlich glauben, da andere gültig sind, sei auch diese gültig, so lehrt er uns, daß sie ungültig sei; daß aber eine einfache, auf der nur ein Zeuge unterschrieben ist, ungültig ist, ist ja selbstverständlich!?",
"Abajje erwiderte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn ein Zeuge unterschrieben ist und ein anderer esmündlich bekundet.",
"Einst erklärte sie Amemar als gültig in einem Falle, wo ein Zeuge unterschrieben war und einer es mündlich bekundete. Da sprach R. Aši zu Amemar: Wie ist es mit dem, was Abajje gesagthat!? Dieser erwiderte: Ich hörte nichts davon. Das heißt: ich halte nichts davon. —",
"Demnach ist ja"
],
[
"unsere Mišna schwierig!? —",
"Folgendes lehrt sie uns: zwei bei einer gefalteten gleichen einem bei einer einfachen; wie diese nach der Tora ungültig ist, ebenso ist auch jene nach der Tora ungültig.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn die Kollegen ließen R. Jirmejafragen:",
"Werden, wenn ein Zeuge unterschrieben ist und der andere es mündlich bekundet, diese vereinigt?",
"Nach dem ersten Autor des R. Jehošua͑ b. Qorḥaist dies nicht fraglich, denn nach ihm werden auch zwei schriftliche und zwei mündliche Zeugennicht vereinigt, fraglich ist es nur nach R. Jehošua͑ b. Qorḥa: werden nur zwei schriftliche und zwei mündliche vereinigt, nicht aber ein mündlicher und ein schriftlicher, oder aber gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Da ließ er ihnen erwidern: Ich bin nicht würdig, daß ihr die Frage an mich richtet; jedoch neigt die Ansicht eures Schülers dahin, daß sie vereinigt werden.",
"Jener entgegnete: Wir haben es wie folgt gelernt: Die Kollegen ließen R. Jirmeja fragen: Darf, wenn von zwei Zeugen einer vor einem Gerichte und der andere vor einem anderen Gerichte Zeugnis abgelegt hat, das eine Gericht zum anderen gehen und sich vereinigen?",
"Nach dem ersten Autor des R. Nathanist dies nicht fraglich, denn nach ihm werden sie nicht vereinigt, auch wenn dies vor einem Gerichte erfolgtist, fraglich ist es nur nach R. Nathan: werden sie vereinigt nur wenn dies vor einem Gerichte erfolgt ist, nicht aber wenn vor zwei Gerichten, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Da ließ er ihnen erwidern: Ich bin nicht würdig, daß ihr die Frage an mich richtet; jedoch neigt die Ansicht eures Schülers dahin, daß sie vereinigt werden.",
"Mar b. Ḥija sagte, sie sandten an ihn folgende Frage: Darf, wenn zwei Zeugnis vor einem Gerichte abgelegt haben und dann wiederum Zeugnis vor einem anderen Gerichte abgelegt haben, einer aus diesem Gerichte zu einem aus dem anderen Gerichte kommen und mit ihm vereinigtwerden?",
"Nach R. Nathan ist dies nicht fraglich, wenn Zeugen vereinigt werden, so können um so mehr Richter vereinigt werden, fraglich ist es nur nach dem ersten Autor R. Nathans: werden nur Zeugen nicht vereinigt, wohl aber werden Richter vereinigt, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"Da ließ er ihnen erwidern: Ich bin nicht würdig, daß ihr diese Frage an mich richtet; jedoch neigt die Ansicht eures Schülers dahin, daß sie vereinigt werden.",
"Rabina sagte, sie sandten an ihn folgende Frage: Ist es nötig, wenn drei [Richter] zusammengetreten sind, um eine Urkunde zu beglaubigen, und einer von ihnen gestorbenist, zu schreiben: wir waren drei beisammen und einer ist nicht mehrda, oder nicht?",
"Er ließ ihnen erwidern: Ich bin nicht würdig, daß ihr diese Frage an mich richtet; jedoch neigt die Ansicht eures Schülers dahin, daß sie schreiben müssen: wir waren drei beisammen und einer ist nicht mehr da.",
"Dieserhalbnahmen sie R. Jirmeja wiederum ins Lehrhaus auf.",
" WENN DARINGESCHRIEBEN STEHT: HUNDERT ZUZ GLEICH ZWANZIGSELA͑, SO ERHÄLT ER NUR ZWANZIG, UND WENN: HUNDERT ZUZ GLEICH DREISSIG SELA͑, SO ERHÄLT ER NUR EINE MINE.",
"[STEHT DARIN:] SILBERNE ZUZ, GLEICH … , [DIE ZAHL] VERWISCHT, SO SIND ES NICHT WENIGER ALS ZWEI; WENN: SILBERNE SELAI͑M, GLEICH … , [DIE ZAHL] VERWISCHT, SO SIND ES NICHT WENIGER ALS ZWEI; WENN: DARIKEN, GLEICH … , [DIE ZAHL] VERWISCHT, SO SIND ES NICHT WENIGER ALS ZWEI.",
"WENN ES OBEN EINE MINE UND UNTENZWEIHUNDERT [ZUZ], ODER OBEN ZWEIHUNDERT UND UNTEN EINE MINE HEISST, SO RICHTE MAN SICH STETS NACH DEM UNTEREN. WOZU SCHREIBT MAN DEMNACH DAS OBERE? — DAMIT, WENN VOM UNTEREN EIN BUCHSTABE VERWISCHT WIRD, MAN ES AUS DEM OBEREN ENTNEHME.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Unter ‘Silber’ist nicht weniger als ein Silberdenar zu verstehen; unter ‘Denare Silber’ oder ‘Silberdenare’ sind nicht weniger als zwei Denare Silber zu verstehen; unter ‘für Denare Silber’ ist nicht weniger als für zwei Golddenare Silber zu verstehen.",
"Der Meister sagte: Unter ‘Silber’ ist nicht weniger als ein Silberdenar zu verstehen. Vielleicht ein Stück Silber!? R. Elea͑zar erwiderte: Wenn es darin Münze heißt. — Vielleicht Scheidemünze!? R. Papa erwiderte: In Orten, wo Scheidemünze in Silber nicht im Verkehr ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Unter ‘Gold’ ist nicht weniger als ein Golddenar zu verstehen; unter ‘Denare Gold’ oder ‘Golddenare’ sind nicht weniger als zwei Denare Gold zu verstehen; unter ‘für Denare Gold’ ist nicht weniger als für zwei Silberdenare Gold zu verstehen.",
"Der Meister sagte: Unter ‘Gold’ ist nicht weniger als ein Golddenar zu verstehen. Vielleicht ein Stück Gold? R. Eleazar erwiderte: Wenn es darin Münze heißt. —"
],
[
"Vielleicht. Scheidemünze!? — Scheidemünze aus Gold fertigen die Leute nicht. —",
"«Unter ‘für Denare Gold’ ist nicht weniger als für zwei Silberdenare Gold zu verstehen.» Vielleicht meinte er Bruchgold für zwei Golddenare!? Abajje erwiderte: Der Eigentümer des Scheines hat die Unterhand. —",
"Wieso heißt es demnach in der ersten Lehre, unter ‘für Denare Silber’ sei nicht weniger als für zwei Golddenare Silber zu verstehen, vielleicht meinte er für zwei Silberdenare Barrensilber!?",
"R. Aši erwiderte: Die erste Lehre spricht von dem Falle, wenn es darin Denareheißt, und die zweite von dem Falle, wenn es darin Denarinheißt. —",
"Woher entnimmst du, daß zwischen Denare und Denarin zu unterscheiden sei!? —",
"Es wird gelehrt: Wenn eine Frau fünf zweifelhafte Geburts-oder Flußfällehat, so bringe sie ein Opfer dar und darf dann Opferfleischessen; die übrigenaber obliegen ihr nicht. Hat sie fünf sichere Geburts- oder Flußfälle, so bringe sie ein Opfer dar und darf dann Opferfleisch essen, und auch die übrigen obliegen ihr.",
"Einst ereignete es sich, daß in Jerusalem Taubenpaareauf Golddenaregestiegensind; da sprach R. Šimo͑n b. Gamliél: Beim Tempel, ich gehe diese Nacht nicht schlafen, bevor diese für Denarinzu haben sind! Hierauf ging er ins Lehrhausund lehrte: Wenn eine Frau fünf sichere Geburts- oder Flußfälle hat, so bringe sie ein Opfer dar und darf Opferfleisch essen; die übrigen aber obliegen ihr nicht."
],
[
"Da fiel am selben Tage das Taubenpaar auf ein Viertel [Denar].",
"WENN ES OBEN &C. HEISST. Die Rabbanan lehrten: Man berichtige beim Unteren nach dem Oberen beim [Fehlen von] einem Buchstaben, nicht aber bei zwei Buchstaben;",
"zum Beispiel: Ḥanan von Ḥanani, A͑nan von A͑nani. —",
"Bei zwei Buchstaben wohl deshalb nicht, weil, wenn es sich um einen Namen von vier Buchstaben handelt, diese die Hälfte des Namen ausmachen, demnach kann ja auch ein einzelner Buchstabe, wenn es sich um einen Namen von zwei Buchstaben handelt, die Hälfte des Namens ausmachen!? —",
"Vielmehr, bei zwei Buchstaben aus dem Grunde, weil, wenn es sich um einen Namen von drei Buchstaben handelt, diese den größeren Teil desselben ausmachen.",
"R. Papa sagte: Klar ist es mir, daß, wenn es oben saphalund unten qaphalheißt man sich nach dem unteren richte;",
"folgendes aber ist mir fraglich: wie ist es, wenn es oben qaphal und unten saphal heißt: berücksichtigen wir, dies kann durch eine Fliege entstandensein oder nicht? — Dies bleibt unentschieden.",
"Einst war [in einer Urkunde] geschrieben: sechshundert und ein Zuz. Da ließ R. Šerebja den Abajje fragen: Sechshundert Stater und ein Zuz oder sechshundert Peruṭas und ein Zuz? Dieser ließ ihm erwidern: Laß die in der Urkunde nicht genannten Peruṭas, denn diese werden zusammengezählt"
],
[
"und in Zuzumgerechnet; es können daher nur entweder sechshundert Stater und ein Zuz oder sechshundert Zuz und ein Zuz zu verstehen sein, und der Inhaber der Urkunde hat die Unterhand.",
"Abajje sagte: Wenn jemand seine Unterschrift bei Gericht zeigen will, so schreibe er sie nicht am Ende einer Papierrolle, weil jemand sie finden und auf diese schreiben kann, er habe von ihm Geld zu erhalten, und wir haben gelernt, wer einem seine Unterschrift vorlegt, daß er ihm [Geld] schulde, könne es von freien Güterneinfordern.",
"Einst kam ein Steuereinnehmer zu Abajje und sprach zu ihm: Mag der Meister mir seine Unterschrift geben, damit ich, wenn Gelehrte kommen, sie ohne Wegesteuerdurchlasse. Da schrieb er sie ihm auf das Kopfende einer Papierrolle. Als jener aber daranzog, sprach er zu ihm: Die Weisen sind dir bereits zuvorgekommen.",
"Abajje sagte: [Zahlwörter] von drei bis zehn schreibe man nicht am Ende der Zeile, weil jener fälschen und zuschreibenkann; wenn dies aber vorgekommen ist, so wiederhole man den Satz zwei- oder dreimal, denn es ist nicht möglich, daß esdann nicht auf die Mitte der Zeile kommt.",
"Einst war [in einer Urkunde] geschrieben: ein Drittel vom Weinberge; da ging jener und radierte die Kopf- und Fußlinie des Bethaus, sodaß es dann hieß: und ein Weinberg. Als er darauf vor Abajje kam, sprach er zu ihm: Weshalb hat das Vav soviel Zwischenraum? Hierauf band er ihn, und er gestand es ein.",
"Einst war [in einer Urkunde] geschrieben: die Teile von Reúben und Šimo͑n, Brüder [aḥe], und diese hatten einen Bruder, der Aḥi hieß; da ging jener und schrieb ein Vav hinzu, sodaß es dann hieß: und Aḥi. Als er darauf vor Abajje kam, sprach er zu ihm: Weshalb hat das Vav so wenig Zwischenraum? Hierauf band er ihn, und er gestand es ein.",
"Einst waren Raba und R. Aḥa b. Ada auf einer Urkunde unterschrieben. Als [der Inhaber] vor Raba kam, sprach er: Dies ist allerdings meine Unterschrift, jedoch habe ich niemals zusammen mit R. Aḥa b. Ada unterschrieben. Hierauf band er ihn, und er gestand esein. Da sprach er zu ihm: Allerdings konntest du meine [Unterschrift] fälschen, wie aber hast du es mit der des R. Aḥa b. Ada gemacht, dessen Hand zittert? Dieser erwiderte: Ich legte meine Hand auf eine Stegleine. Manche sagen: Er stellte sich auf einen Schlauch und schrieb.",
" MAN SCHREIBE DEM MANNE EINEN SCHEIDEBRIEF, AUCH WENN DIE FRAU NICHT DABEI IST, UND DER FRAU EINE QUITTUNG, AUCH WENN DER MANN NICHT DABEI IST, NUR MUSS MAN SIE KENNEN; DIE GEBÜHRZAHLE DER MANN."
],
[
"MAN SCHREIBE DEM SCHULDNER EINEN [SCHULD]SCHEIN, AUCH WENN DER GLÄUBIGER NICHT DABEI IST; DEM GLÄUBIGER JEDOCH NUR DANN, WENN DER SCHULDNER DABEI IST; DIE GEBÜHR ZAHLE DER SCHULDNER.",
"MAN SCHREIBE DEM VERKÄUFER EINEN [KAUF]SCHEIN, AUCH WENN DER KÄUFER NICHT DABEI IST; DEM KÄUFER JEDOCH NUR DANN, WENN DER VERKÄUFER DABEI IST; DIE GEBÜHR ZAHLE DER KÄUFER.",
"iv VERLOBUNGS- UND EHEVERTRÄGE SCHREIBE MAN NUR MIT BEIDER EINWILLIGUNG; DIE GEBÜHR ZAHLE DER BRÄUTIGAM.",
"QUOTENPACHT- UND PACHTVERTRÄGE SCHREIBE MAN NUR MIT ZUSTIMMUNG BEIDER; DIE GEBÜHR ZAHLE DER PÄCHTER.",
"WAHLURKUNDEN UND ANDERE GERICHTLICHE SCHRIFTSTÜCKE SCHREIBE MAN NUR MIT ZUSTIMMUNG BEIDER, UND BEIDE ZAHLEN DIE GEBÜHR. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, MAN SCHREIBE FÜR BEIDE ZWEI [URKUNDEN], FÜR DEN EINEN BESONDERS UND FÜR DEN ANDEREN BESONDERS.",
"GEMARA. Was heißt: nur muß man sie kennen? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Nur muß man bei einem Scheidebriefe den Namen des Mannes und bei einer Quittung den Namen der Fraukennen.",
"R. Saphra, R. Aḥa b. Hona und R. Hona b. Ḥenana saßen beisammen und mit ihnen auch Abajje; da warfen sie folgende Frage auf: Bei einem Scheidebriefe nur den Namen des Mannes, nicht aber den Namen der Frau, bei einer Quittung nur den Namen der Frau, nicht aber den Namen des Mannes;",
"es ist ja zu befürchten, er kann den Scheidebrief schreiben lassen und ihn einer fremden Fraugeben,",
"und ebenso kann die Frau eine Quittung schreiben lassen und sie einem fremden Manne geben!?",
"Da sprach Abajje zu ihnen: Folgendes sagte Rabh: den Namen des Mannes bei einem Scheidebriefe, und ebenso auch den Namen der Frau; den Namen der Frau bei einer Quittung, und ebenso auch den Namen des Mannes. —",
"Es ist jazu befürchten, daß in derselben Stadt zwei [Personen namens] Joseph ben Šimo͑n wohnen, und der eine einen Scheidebrief schreiben läßt und ihn der Frau des anderengibt!? Da sprach R. Aḥa b. Hona zu ihnen: Folgendes sagte Rabh: wenn zwei [Personen namens] Joseph ben Šimo͑n in einer Stadt wohnen, so kann der eine nur in Gegenwart des anderen sich von seiner Frau scheiden lassen. —",
"Es ist ja aber zu befürchten, jemand kann in eine andere Stadt gehen, sich den Namen Joseph ben Šimo͑n beilegen, einen Scheidebrief schreiben lassen und ihn der Frau des anderengeben!?",
"Da sprach R. Hona b. Ḥanina zu ihnen: Folgendes sagte Rabh: ist sein Name in der Stadt dreißig Tage bekannt, so ist nichts zu befürchten. —",
"Wie ist es, wenn es nicht bekannt ist? Abajje erwiderte: Wenn man ihn ruft, und er antwortet. R. Zebid aber sagte: Ein Betrüger ist bei seinem Betrüge vorsichtig.",
"Einst wurde Rabba b. R. Ḥanan eine Quittung vorgelegt, auf der er unterschrieben war; die Frau aber sagte, sie sei es nichtgewesen. Da sprach er: Ich sagte ebenfalls zu ihnen, daß sie es nicht sei, sie aber erwiderten mir, sie sei älter geworden und ihre Stimmehabe sich verändert.",
"Hierauf entschied Abajje: Obgleich die Rabbanan gesagt haben,"
],
[
"wer eine Aussage gemacht hat, könne seine Aussage nicht mehr ändern, so verhält es sich bei einem Gelehrten dennoch anders, da es nicht seine Art ist, daraufzu achten.",
"Einst wurde R. Jirmeja b. Abba eine Quittung vorgelegt, auf der er unterschrieben war; sie aber sagte, sie sei es nicht gewesen. Da sprach er zu ihr: Freilich bist du es gewesen. Hierauf entschied Abajje: Obgleich es nicht die Art eines Gelehrten ist, darauf zu achten, so hat er, wenn er darauf geachtet hat, sich dies gemerkt.",
"Abajje sagte: Wenn ein Gelehrter sich eine Frau antrauen geht, so nehme er einen Menschen aus dem gemeinen Volke mit, weil man sie ihmverwechseln kann.",
"DIE GEBÜHR ZAHLE DER MANN. Weshalb? — Die Schrift sagt:er schreibe und gebe. Jetzt aber verfahren wir nicht so, vielmehr haben die Rabbanan es der Frau auferlegt, damit er sie nicht sitzen lasse.",
"MAN SCHREIBE DEM SCHULDNER EINEN [SCHULD]SCHEIN, AUCH WENN DER GLÄUBIGER NICHT DABEI IST &C. Selbstverständlich!? — Dies gilt von einer Handelsbeteiligung.",
"MAN SCHREIBE DEM VERKÄUFER EINEN [KAUF]SCHEIN, AUCH WENN DER KÄUFER NICHT &C. Selbstverständlich!? — In dem Falle, wenn er das Feld wegen seiner Minderwertigkeit verkauft.",
"VERLOBUNGSVERTRÄGE SCHREIBE MAN NUR &C. Selbstverständlich!? — Dies gilt auch von einem Gelehrten, obgleich der Schwiegervater mit der Verwandtschaft sicher einverstanden ist.",
"QUOTENPACHT- UND PACHTVERTRÄGE SCHREIBE MAN NUR &C. Selbstverständlich!? — Dies ist bezüglich einer Brachenötig.",
"WAHLURKUNDEN &C. SCHREIBE MAN NUR MIT ZUSTIMMUNG BEIDER. Was sind Wahlurkunden? — Hier erklärten sie: Protokolle. R. Jirmeja b. Abba erklärte: Einer wählt diesen und der andere wählt jenen.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, MAN SCHREIBE FÜR BEIDE ZWEI [URKUNDEN], FÜR DEN EINEN BESONDERS UND FÜR DEN ANDEREN BESONDERS. Es wäre anzunehmen, daß sie darüber streiten, ob man Zwang gegen sedomitische Art übe;",
"einer ist der Ansicht, man übe Zwang, und der andere ist der Ansicht, man übe ihn nicht. —",
"Nein, alle sind der Ansicht, man übe wohl Zwang, hierbei aber ist folgendes der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél: er kann zu ihm sagen, es ist mir nicht lieb, deinen Rechtsbeweis zusammen mit meinem zu haben, denn du bist für mich wie ein schleichender Löwe.",
" WENN JEMAND EINEN TEIL SEINER SCHULD BEZAHLT, DEN SCHULDSCHEIN BEI EINEM DRITTEN HINTERLEGT, UND ZU DIESEM SAGT: WENN ICH DIR VON HEUTE BIS ZU JENEM TAGE [DEN REST] NICHTZAHLE, SO GIB IHM DEN SCHULDSCHEINZURÜCK, UND DIESE ZEIT HERANREICHT UND ER NICHT ZAHLT, SO GEBE ER IHN IHM, WIE R. JOSE SAGT; R. JEHUDA SAGT, ER GEBE IHN IHM NICHT.",
"GEMARA. Worin besteht ihr Streit? — R. Jose ist der Ansicht, die Zusage sei bindend, und R. Jehuda ist der Ansicht, die Zusage sei nicht bindend.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie R. Jose. Wenn solche Fälle vor R. Ami kamen, sprach er: R. Joḥanan lehrte uns einmal und zweimal, die Halakha sei wie R. Jose, was kann ich nun tun.",
"Die Halakha ist aber nicht wie R. Jose.",
" WENN EINEM EIN SCHULDSCHEIN AUSGELÖSCHT WORDEN IST, SO LASSE ER IHMDURCH ZEUGEN BESTÄTIGEN UND KOMME AUFS GERICHT, WO IHM FOLGENDE BEGLAUBIGUNG AUSGESTELLT WIRD: DEM N., SOHNE DES N., IST EIN SCHEIN VON DEM UND DEM TAGEAUSGELÖSCHT WORDEN, \n"
],
[
"UND N. UND N. WAREN ALS ZEUGEN [UNTERSCHRIEBEN].",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Folgenden Wortlaut hat die Beglaubigung: Wir drei, N., N. und N., saßen beisammen, da legte uns N., Sohn des N., eine ausgelöschte Urkunde von dem und dem Tage vor, und N. und N. waren als Zeugen [unterschrieben]. Wenn es darin heißt: wir haben die Zeugen vernommen und ihre Aussagen stimmen überein, so kann er damit einfordernund braucht keine anderen Beweise zu erbringen, wenn aber nicht, so muß er einen Beweiserbringen.",
"Ist [die Urkunde] durchgerissen, so ist sie ungültig, ist sie eingerissen, so ist sie gültig. Ist sie ausgelöscht oder verwischt, so ist sie, wenn die Spuren kenntlich sind, gültig. —",
"Was heißt durchgerissen und was heißt eingerissen? R. Jehuda erwiderte: Durchgerissen, wenn der Riß vom Gerichte herrührt, eingerissen, wenn der Riß nicht vom Gerichte herrührt. —",
"Welcher ist ein vom Gerichte herrührender Riß? R. Jehuda erwiderte: Wenn er sich an der Stelle der Zeugen, des Datums und des Hauptteilesbefindet. Abajje erklärte: Kreuz und quer.",
"Einst kamen Araber in Pumbeditha und raubten den Leutenihre Grundstücke. Da kamen die Eigentümer vor Abajje und sprachen zu ihm: Mag der Meister unsere Urkunden sehen und uns andere schreiben, damit wir, wenn uns eine weggenommen wird, eine andere in der Hand haben.",
"Er erwiderte ihnen: Was kann ich euch helfen; R. Saphra sagte, man schreibe nicht zwei Urkunden über ein Feld, weil erdann einmal abnehmenund wiederum abnehmen könnte.",
"Als sie aber in ihn sehr drangen, sprach er zu seinem Schreiber: Geh, schreibe ihnen den Text auf eine Rasurund die Zeugenunterschriften auf das Papier. Eine solche [Urkunde] ist nämlich ungültig.",
"R. Aḥa b. Minjomi sprach zu Abajje: Vielleicht bleiben die Spurenkenntlich, und es wird gelehrt, wenn [die Urkunde] ausgelöscht oder verwischt ist und die Spuren kenntlich sind, sei sie gültig!? Dieser erwiderte: Sagte ich denn, daß ereine richtige Urkunde schreibe, ich meinte nur irgend welche Buchstaben.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand kommt und sagt, er habe eine Urkunde verloren, so schreibe man ihm, selbst wenn die Zeugenbekunden, daß sie sie geschrieben, unterschrieben und ihm gegeben haben, keine andere. Dies gilt nur von Schuldscheinen, Kauf- und Verkaufsurkunden aber schreibe manwohl, mit Ausnahme der Haftungsklausel."
],
[
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, auch Kauf- und Verkaufsurkunden schreibe man nicht. Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Gamliél, wenn jemand einem ein Geschenk gegeben hat und dieser ihm die Urkunde zurückgibt, sei die Schenkung aufgehoben; die Weisen sagen, die Schenkung bleibe bestehen.",
"Der Meister sagte: Mit Ausnahme der Haftungsklausel. Aus welchem Grunde?",
"R. Saphra erwiderte: Weil man nicht zwei Verkaufsscheine über ein Feld schreibe, denn wenn ein Gläubigeres diesem abnimmt, könnte dieser einen Schein hervorholen, anderen Käufern[Grundstücke] abnehmen und zum Gläubigersagen: warte bis esin meinen Besitz übergegangen ist, sodann komm und nimm mir auch diesesab, und alsdanngehen und wiederum anderen Käufern [Grundstücke] abnehmen. —",
"Womit kann der Gläubiger, wenn sein Schein zerrissenworden ist, wiederum einfordern!?",
"Wolltest du sagen, wenn man ihn nicht zerrissen hat, so sagte ja R. Naḥman, eine Einweisungsurkunde, in der es nicht heißt: wir haben den Schuldschein des Gläubigers zerrissen, sei keine [gültige] Einweisungsurkunde, und eine Vollstreckungsurkunde, in der es nicht heißt: wir haben den Schuldschein des Gläubigers zerrissen, sei keine [gültige] Vollstreckungsurkunde, und eine Schätzungsurkunde, in der es nicht heißt: wir haben die Vollstreckungsurkunde zerrissen, sei keine [gültige] Schätzungsurkunde. —",
"In dem Falle, wenn er als Rechtsnachfolger seines Vaters kommt.",
"R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Wozu braucht erzum Gläubiger zu sagen, er solle warten, bis das Grundstück in seinen Besitz übergegangen ist, es sollte doch schon der Umstand maßgebendsein, daß er, wenn er zwei Scheine besitzt, einmal wegnehmenund wiederum wegnehmenkann!? —",
"Er hat dann viele Prozeßgegner. —",
"Sollte man doch diesem einen richtigen Schein schreibenund dem Verkäufer folgende Quittung geben: jeder Schein, der wegen dieses Grundstückes präsentiert wird, ist ungültig, mit Ausnahme des von diesem Datumstammenden!?",
"Die Jünger trugen dies R. Papa vor, manche sagen, R. Aši, [und sagten:] dies besagt eben, daß man keine Quittungschreibe."
],
[
"Er erwiderte ihnen: Sonstschreibe man wohl eine Quittung, hierbei aber ist zu berücksichtigen, der Gläubigerkönnte gehen und den [späteren] Käufern [Grundstücke] wegnehmen, und die Käufer haben keine Quittung. —",
"Aber schließlich wenden sich ja die Käufer an den Eigentümer des Grundstückes!? —",
"Währenddessen ißt jener die Früchte.",
"Ober auch, es können Käufer ohne Haftungsein. —",
"Demnachsollte dies auch von Schuldscheinen gelten!? —",
"Bei diesen, wo er Geld fordert, kann der Schuldner ihn mit Geldabfinden, bei jenen aber fordert er von ihm das Grundstück, und es ist bekannt, wer ein Grundstück fordert, lasse sich nicht mit Geld abfinden.",
"Der Meister sagte: Mit Ausnahme der Haftungsklausel. Wie schreibe man [die Urkunde]? R. Naḥman erwiderte: Man schreibe sie wie folgt: Dieser Schein soll nicht zur Ersatzforderung dienen, weder von veräußerten noch von freien Gütern, sondern nur dazu, daß das Grundstück im Besitze des Käufers verbleibe.",
"Raphram sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß [das Fehlen der] Haftungsklauselein Irrtum des Schreibersist; diesgilt nämlich nur von dem Falle, wenn esdarin geschrieben ist, wenn aber nicht, kann er [Ersatz] einfordern.",
"R. Aši sagte: [Das Fehlen der] Haftungsklausel ist kein Irrtum des Schreibers, und unter ‘mit Ausnahme der Haftungsklausel’ ist zu verstehen, man schreibe darin keine Haftungsklausel.",
"Einst gab eine Frau einem Geld, daß er für sie ein Grundstück kaufe; da ging er und kaufte ihr eines ohne Haftung. Als sie hierauf vor R. Naḥman kam,",
"sprach er zu ihm: Sie hat dich zur Nutzbringung beauftragt und nicht zur Schädigung; geh, kaufe du es von ihmohne Haftung und verkaufe es ihr mit Haftung.",
"«Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Gamliél, wenn jemand einem ein Geschenk gegeben hat und dieser ihm die Urkunde zurückgibt, sei die Schenkung aufgehoben; die Weisen sagen, die Schenkung bleibe bestehen.» Was ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél? R. Asi erwiderte: Es istebenso, als würde er zu ihm gesagt haben: dieses Feld sei dir geschenkt, solange du die Urkunde in der Hand hast.",
"Raba wandte ein: Demnach sollte diesauch von dem Falle gelten, wenn [die Urkunde] gestohlen worden oder abhanden gekommen ist!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, sie streiten darüber, ob Schriftstücke durch Übergabe geeignet werden. R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, Schriftstückewerden durch Übergabegeeignet, und die Rabbanan sind der Ansicht. Schriftstücke werden durch Übergabe nicht geeignet.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand sich auf einen Schein und auf die Ersitzungberuft, so ist der Schein entscheidend — so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Ersitzung sei entscheidend.",
"Worin besteht ihr Streit? Als R. Dimi kam, sagte er, sie streiten darüber, ob Schriftstücke durch Übergabe geeignet werden."
],
[
"R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, Schriftstücke werden durch Übergabe nichtgeeignet, und Rabbi ist der Ansicht, Schriftstücke werden durch Übergabe wohl geeignet.",
"Abajje sprach zu ihm: Dies widerspricht also dem, was der Meister gesagthat! Dieser erwiderte: Mag es widersprechen.",
"Jener entgegnete: Ich meine es wie folgt: jene Lehre ist nur nach der Auslegung des Meisters zu erklären, somit befindet sich R. Šimo͑n b. Gamliél in einem Widersprüche mit sich selber.",
"Vielmehr, erklärte Abajje, handelt es sich hier um den Fall, wenn es sich herausstellt, daß einer von ihnenunzulässig oder verwandt ist,",
"und sie führen denselben Streit wie R. Meír und R. Elea͑zar. Rabbi ist der Ansicht, R. Elea͑zars, welcher sagt, die Zeugen der Übergabeerwirken die Scheidung,",
"und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, die Zeugen der Unterschrift erwirken die Scheidung. —",
"R. Abba sagte ja aber, R. Elea͑zar pflichte bei, daß, wenn [der Scheidebrief] an sich falsch ist, er ungültigsei!?",
"Dies ist vielmehr nach R. Abina zu erklären, denn R. Abina sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn die Zeugenvernommen worden sind und es sich herausstellte, daß die Zeugenunterschriften falschsind, er ungültig sei, nach R. Abba, sie streiten nur über eine Urkunde, auf der überhaupt keine Zeugen unterschrieben sind. Rabbi ist der Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, die Zeugen der Übergabe erwirken die Scheidung, und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, die Zeugen der Unterschrift erwirken die Scheidung.",
"Wenn du aber willst, sage ich: sie streiten darüber, ob ein Schein, von dem [der Schuldner] zugibt, ihn geschrieben zu haben, beglaubigt zu werdenbraucht.",
"Rabbi ist der Ansicht, wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, brauche er nicht beglaubigt zu werden, und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, er müsse wohl beglaubigt werden. —",
"Wir wissen ja aber von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind, denn es wird gelehrt: Wenn zweieinen Schuldschein halten, und der Gläubiger sagt: er gehört mir, ich habe ihn verloren und du hast ihn gefunden, und der Schuldner sagt: er gehörte dir, ich habe ihn dir aber bezahlt, so muß der Schuldschein auf seine Unterschriften beglaubigt werden — so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sie teilen.",
"Dagegen wandten wir ein: Hält denn Rabbi nichts von dem, was wir gelernt haben: Wenn zwei ein Gewand halten und der eine sagt, er habe es gefunden, und der andere sagt, er habe es gefunden, so muß der eine schwören, daß er daran nicht weniger als die Hälfte habe, und der andere ebenfalls schwören, daß er daran nicht weniger als die Hälfte habe, und sie teilen!?",
"Und Raba erklärte im Namen R. Naḥmans: Über einen beglaubigten [Schein] streitet niemand, ob zu teilen sei, sie streiten nur über einen nicht beglaubigten. Rabbi ist der Ansicht, obgleich er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, müsse er dennoch beglaubigt werden; wenn er ihn beglaubigt, so erhält er die Hälfte, wenn aber nicht, so ist er nichts weiter als ein Stück Papier;",
"und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wenn er zugibt, den Schein geschrieben zu haben, brauche er nicht beglaubigt zu werden, und sie teilen!? —",
"Wende es um.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich brauchst du es nicht umzuwenden, denn hier streiten sie über den Beweisantritt.",
"So forderte einst R. Jiçḥaq b. Joseph Geld von R. Abba, und als er vor R. Jiçḥaq den Schmied kam, sagte er, er habe es ihm vor dem und dem bezahlt. Da sprach R. Jiçḥaq zu ihm: So sollen der und der kommen und es bekunden. Jener entgegnete: Bin ich etwa nicht glaubwürdig, wenn sie nicht kommen, es ist uns ja bekannt, wenn jemand seinem Nächsten Geld vor Zeugen borgt, brauche dieser es ihm nicht vor Zeugen zurückzuzahlen!?",
"Dieser erwiderte: In diesem Falle bin ich der Ansicht des Meisters. R. Abba sagte nämlich im Namen des R. Ada b. Ahaba im Namen Rabhs, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt, er habe ihm vor dem und dem bezahlt, so müssen diese kommen und es bekunden. — R. Gidel sagte ja aber im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél und auch Rabbi sagte ja nur,"
],
[
"daß er seine Worte beweisenmüsse!? — Auch ich sage es nur wegen des Beweises.",
" WER EINEN TEIL SEINER SCHULD BEZAHLT, KANN, WIE R. JEHUDA SAGT, UMTAUSCHEN; R. JOSE SAGT, JENER SCHREIBE IHM EINE QUITTUNG. R. JEHUDA SPRACH: SOMIT MUSS DIESER SEINE QUITTUNG VOR MÄUSEN HÜTEN! R. JOSE ERWIDERTE IHM: SO IST ES FÜR JENEN BESSER UND SEIN RECHT DARF NICHT GESCHMÄLERT WERDEN.",
"GEMARA. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist weder nach R. Jehuda noch nach R. Jose zu entscheiden, vielmehr zerreißt das Gericht den Schuldschein und schreibt ihm einen anderen mit dem erstenDatum.",
"R. Naḥman sprach zu R. Hona, manche sagen, R. Jirmeja b. Abba zu R. Hona: Hätte Rabh gehört die Lehre, daß die Zeugen den Schuldschein zerreißen und ihm einen anderen mit dem ersten Datum schreiben, würde er zurückgetretensein.",
"Dieser erwiderte: Er hörte es, und trat nicht zurück."
],
[
"Allerdings hat das Gericht die Macht, Geld abzunehmen, wieso aber können die Zeugen, die ihren Auftrag verrichtet haben, zurücktreten und einen anderen Auftrag verrichten!? —",
"Etwa nicht, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, Zeugen dürfen sogar zehn Scheine über ein Feldschreiben!?",
"R. Joseph erklärte: Eine Schenkungsurkunde.",
"Rabba erklärte: Einen Schein ohne Haftung. —",
"Was ist dies für eine Lehre? — Es wird gelehrt: Wenn man von ihm tausend Zuz fordert und er fünfhundert Zuz bezahlt, so zerreißen die Zeugen den Schuldschein und schreiben jenem einen anderen mit dem ersten Datum — so R. Jehuda. R. Jose sagt, der erste Schein bleibe auf seinem Platze, und sie schreiben ihm eine Quittung.",
"Und aus zwei Gründen sagten sie, daß eine Quittung zu schreiben sei; erstens, damit er zu bezahlen gezwungensei, und zweitens, damit er seit dem ersten Datum Zahlung erhalte. —",
"R. Jehuda sagt ja ebenfalls, er erhalte sie seit dem ersten Datum!? — R. Jose sprach zu R. Jehuda wie folgt: wenn du das erste Datum meinst, so streite ich gegen dich wegen des einen Grundes, und wenn du das zweite Datum meinst, so streite ich gegen dich aus zwei Gründen.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Šabbath oder der zehnte Tišriin einer Urkunde als Datum angegeben ist, so ist sie nachdatiertund gültig — so R. Jehuda; R. Jose sagt, er sei ungültig. R. Jehuda sprach zu ihm: Einst wurde dir ja ein solcher in Sepphoris vorgelegt, und du erklärtest ihn als gültig!? Dieser erwiderte: Habe ich ihn als gültig erklärt, so habe ich es nur in diesem Fallegetan. —",
"Aber auch R. Jehuda spricht ja von einem solchen Falle!?",
"R. Pedath erwiderte: Alle stimmen überein, daß, wenn das Datum festgestellt worden ist und es auf einen Šabbath oder den zehnten Tišri fällt, die [Urkunde] nachdatiert und somit gültig ist,"
],
[
"sie streiten nur über eine gewöhnliche nachdatierteUrkunde;",
"R. Jehuda vertritt seine Ansicht, daß man nämlich keine Quittung schreibe, somit kann durch diese keine Schädigungentstehen,",
"und R. Jose vertritt seine Ansicht, daß man nämlich eine Quittung schreibe, somit kann durch diese eine Schädigung entstehen.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man schreibe eine Quittung, gilt dies nur von der Hälfte, nicht aber von der ganzen[Schuld].",
"Dem ist aber nicht so, man schreibe eine solche auch über die ganze.",
"So hatte einst R. Jiçḥaq b. Joseph Geld von R. Abba zu erhalten. Da lud er ihn vor R. Ḥanina b. Papi und sprach zu ihm: Gib mir mein Geld. Dieser erwiderte: Gib mir meinen Schein zurück, so erhältst du dein Geld. Jener entgegnete: Ich habe den Schein verloren; ich will dir eine Quittung schreiben. Dieser erwiderte: Rabh und Šemuél sagten beide, man schreibe keine Quittung.",
"Da sprach jener: Daß uns doch jemand etwas vom Staube Rabhs und Šemuéls gäbe, wir würden ihn uns in die Augenstreuen; aber R. Joḥanan und Reš Laqiš sagten beide, man schreibe eine Quittung.",
"Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Ilea͑s, man schreibe eine Quittung.",
"Es ist auch einleuchtend, daß man eine Quittung schreibe, denn wenn man sagen wollte, man schreibe nicht, so kann, wenn diesem der Schuldschein abhanden kommt, jener genießenund sich freuen.",
"Abajje wandte ein: Und wenn man nicht schreibt: wenn jenem seine Quittung abhanden kommt, kann dieser genießenund sich freuen!? Raba erwiderte ihm: Allerdings, der Schuldner ist Knecht des Gläubigers.",
"Dort haben wir gelernt: Die vordatierten Scheine sindungültig, die nachdatierten sind gültig.",
"R. Hamnuna sagte: Dies gilt nur von Schuldscheinen, Kauf- und Verkaufsurkunden aber sind ungültig, auch wenn sie nachdatiert sind. — Weshalb? — Es kann vorkommen, daß jemand ein Grundstück im Nisan verkauft, das Datum vom Tišri geschrieben und, da er in der Zwischenzeit Geld erhielt, es zurückgekaufthat; wenn der Tišri heranreicht, könnte [der Käufer die Urkunde] hervorholen und zu ihm sagen: ich habe es nachher wiederum von dir gekauft. —",
"Demnach kann es ja auch bei Schuldscheinen vorkommen, daß jemand im Nisan [Geld] geborgt, das Datum vom Tišri geschrieben und es ihm in der Zwischenzeit, da er gerade Geld erhielt, zurückgezahlt hat, [der Gläubiger] aber auf sein Verlangen, ihm den Schein zurückzugeben, ihm erwidert hat, er habe ihn verloren, und ihm stattdessen eine Quittung geschrieben hat; sobald aber das Datum heranreicht, kann er den Schein vorlegen und zu ihm sagen: jetzt ersthast du es von mir geliehen!? —",
"Er ist der Ansicht, man schreibe keine Quittung.",
"R. Jemar sprach zu R. Kahana, manche sagen, R. Jirmeja aus Diphte zu R. Kahana: Jetzt aber, wo wir nachdatierte Scheine und auch Quittungen schreiben, beachten wir diesalso nicht. — Nachdem R. Abba zu seinen Schreibern gesagt hat: wenn ihr einen nachdatierten Schein schreibt, so schreibt wie folgt: diesen Schein haben wir nicht am genannten Datum geschrieben, vielmehr haben wir ihn nachdatiert und geschrieben.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Jetzt beachten wir dies ja nicht! Nachdem R. Saphra zu seinen Schreibern gesagt hat: wenn ihr eine Quittung zu schreiben habt, so schreibt, wenn ihr das Datum des Scheines wisset, [das Datum], wenn aber nicht, so schreibt: sie mache [den Schein] zu jeder Zeit, wo er vorgelegt wird, ungültig.",
"Rabina sprach zu R. Aši, manche sagen, R. Aši zu R. Kahana:"
],
[
"Jetzt aber beachten wir dies ja nicht! Dieser erwiderte: Die Rabbanan haben diesangeordnet; wer dies tun will, tue es, und wer dies nicht tun will, schadet sich selber.",
"Raba b. R. Šila sprach zu den Schreibern von Zueignungsurkunden: Wenn ihr eine Zueignungsurkunde zu schreiben habt, so schreibt, wenn ihr ihn kennt, den Tag der Zueignung, wenn aber nicht, so schreibt den Tag, an dem ihr euch befindet, damit es nicht den Anschein einer Lüge habe.",
"Rabh sprach zu seinen Schreibern, und ebenso sprach auch R. Hona zu seinen Schreibern: Wenn ihr euch in Šili befindet, schreibtŠili, obgleich euch die Angelegenheit in Hini vorgetragen wurde, und wenn ihr euch in Hini befindet, schreibt Hini, obgleich euch die Angelegenheit in Šili vorgetragen wurde.",
"Raba sagte: Wenn jemand einen Schein über hundert Zuz besitzt und verlangt, daß man ihm stattdessen zwei zu fünfzig schreibe, so tue man dies nicht.",
"Die Rabbanan haben damit eine Bestimmung getroffen, die sowohl dem Gläubiger als auch dem Schuldner lieb ist. Dies ist dem Gläubiger lieb, damit jenen die Zahlungdrücke, und dies ist auch dem Schuldner lieb, damit der Schuldschein angerissen werde.",
"Ferner sagte Raba: Wenn jemand zwei Schuldscheine zu fünfzig besitzt und verlangt, daß man ihm stattdessen einen über hundert schreibe, so tue man dies nicht.",
"Die Rabbanan haben damit eine Bestimmung getroffen, die sowohl dem Gläubiger als auch dem Schuldner lieb ist. Dies ist dem Gläubiger lieb, damit der Schuldschein nicht angerissen werde, und dies ist dem Schuldner lieb, damit ihn die Zahlung nicht drücke.",
"R. Aši sagte: Wenn jemand einen Schuldschein über hundert Zuz hat und verlangt, daß man ihm stattdessen einen über fünfzigschreibe, so tue man dies nicht.",
"Wir sagen, jener habe ihn ihm bereits bezahlt, und als er von ihm den Schuldschein verlangte, erwiderte ihm dieser, er habe ihn verloren, und gab ihm eine Quittung; jetzt nun will er diesenpräsentieren und sagen, es sei eine andere [Schuld].",
" WENN ZWEI BRÜDERN, EINER REICH UND EINER ARM, IHR VATER EIN BADEHAUS ODER EINE ÖLPRESSE HINTERLASSEN HAT, SO IST, WENN SIE ZUM VERMIETEN ERRICHTET SIND, DER MIETZINS ZU TEILEN; WENN SIE ABER ZUM EIGENEN GEBRAUCHE ERRICHTET SIND, SO KANN DER REICHE ZUM ARMEN SAGEN: HALTE DIR SKLAVEN, DIE DIR IM BADE DIENSTE LEISTEN, KAUFE DIR OLIVEN UND VERARBEITE SIE IN DER ÖLPRESSE.",
"WENN ZWEI IN EINER STADT WOHNEN UND DER EINE JOSEPH BEN ŠIMO͑N HEISST UND DER ANDERE EBENFALLS JOSEPH BEN ŠIMO͑N HEISST, SO KANN KEINER VON IHNEN EINEN SCHULDSCHEIN AUF DEN ANDERENPRÄSENTIEREN, UND AUCH EIN ANDERER KANN AUF SIE KEINEN SCHULDSCHEINPRÄSENTIEREN.",
"WENN JEMAND UNTER SEINEN SCHEINEN [EINE QUITTUNG] FINDET, DER SCHULDSCHEIN DES JOSEPH BEN ŠIMO͑N SEI BEZAHLT, SO SIND BEIDER SCHULDSCHEINE BEZAHLT.",
"WAS MACHEN SIENUN? SIE GEBEN DIE DRITTE GENERATIONAN, UND WENN AUCH DIE DRITTE DIE GLEICHE IST, SO GEBEN SIE DIE BEZEICHNUNGAN, UND WENN SIE GLEICHE BEZEICHNUNGEN HABEN, SO SCHREIBEN SIE PRIESTER.",
"GEMARA. Einst wurde beim Gerichte R. Honas ein Schein vorgelegt, in dem es hieß: Ich N., Sohn des N., habe von direine Mine geborgt."
],
[
"Da entschied R. Hona: Von dir, auch vom Exilarchen, von dir, auch vom KönigeSapor.",
"Hierauf sprach R. Ḥisda zu Rabba: Geh, denke darüber nach, denn abends wird R. Hona dich darüber befragen.",
"Da ging er fort, dachte darüber nach und fand folgende Lehre: Wenn in einem Scheidebriefe Zeugen genannt sind, aber kein Datum, so ist er, wie Abba Šaúl sagt, wenn darin geschrieben ist: ich habe mich heute von ihr scheiden lassen, gültig.",
"Hieraus ist also zu entnehmen; daß unter ‘heute’ der Tag der Übergabe zu verstehenist, ebenso ist auch hierbei unter ‘von dir’ der Mann zu verstehen, von dem er vorgelegt wird.",
"Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist Abba Šaúl der Ansicht R. Elea͑zars, welcher sagt, die Zeugen der Übergabeer wirken die Scheidung, hierbei aber ist zu berücksichtigen, er könnte jemand entfallen sein!?",
"Dieser erwiderte: Das Entfallen berücksichtigen wir nicht. — Woher entnimmst du, daß wir das Entfallen nicht berücksichtigen? —",
"Wir haben gelernt: Wenn zwei in einer Stadt wohnen und der eine Joseph ben Šimo͑n heißt und der andere ebenfalls Joseph ben Šimo͑n heißt, so kann keiner von ihnen einen Schuldschein auf den anderen präsentieren, und auch ein anderer kann keinen Schuldschein auf sie präsentieren. Demnach können sie auf einen anderen wohl präsentieren; wieso denn, man sollte doch berücksichtigen, er könnte dem anderen entfallen sein!? Vielmehr ist hieraus zu entnehmen, daß wir das Entfallen nicht berücksichtigen. —",
"Und Abajje!? — Bei einem einzelnen ist das Entfallen nicht zu berücksichtigen, bei einer Menge ist das Entfallen wohl zu berücksichtigen. —"
],
[
"Es wird ja aber gelehrt: Wie sie auf einander keinen Schuldschein präsentieren können, so können sie auch auf einen anderen keinenSchuldschein präsentieren. Worin besteht nun ihr Streit? —",
"Sie streiten ob Schriftstücke durch die Übergabe geeignet werden;",
"unser Autor ist der Ansicht, Schriftstücke werden durch die Übergabegeeignet, und der Autor der Barajtha ist der Ansicht, Schriftstücke werden durch die Übergabe nichtgeeignet.",
"Wenn du aber willst, sage ich: alle sind der Ansicht, Schriftstücke werden durch die Übergabe geeignet, hierbei aber streiten sie darüber, ob ereinen Beweiszu erbringen braucht; unser Autor ist der Ansicht, er brauche keinen Beweis zu erbringen, und der Autor der Barajtha ist der Ansicht, er müsse einen Beweis erbringen.",
"Es wurde nämlich gelehrt: Schriftstücke werden durch die Übergabe geeignet. Abajje sagt, er müsse den Beweis erbringen und Raba sagt, er brauche keinen Beweis zu erbringen.",
"Abajje sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Derjenige von den Brüdern, aus dessen Hand der Schuldschein kommt, mußden Beweiserbringen. Dies gilt wahrscheinlich auch von anderen.",
"Raba aber erklärt, anders verhalte es sich bei Brüdern, weil sie von einanderentwenden.",
"Manche lesen: Raba sagte: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: Derjenige von den Brüdern, aus dessen Hand der Schuldschein kommt, muß den Beweis erbringen. Doch wohl nur Brüder, weil sie von einander entwenden, andere aber nicht.",
"Abajje aber erklärt, von Brüdern muß dies besonders gelehrt werden; man könnte nämlich glauben, Brüder brauchen, da sie von einander zu entwenden pflegen und daher [ihr Vermögen] bewachen, keinen Beweis anzutreten, so lehrt er uns. —",
"Es wird ja aber gelehrt: Wie sieeinen Schuldschein auf einen anderen präsentieren können, so können sie ihn auch auf einanderpräsentieren. Worin besteht nun ihr Streit? —",
"Sie streiten, ob man dem Schuldner einen Schuldschein schreibe, wenn der Gläubiger nicht dabei ist.",
"Unser Autor ist der Ansicht, man schreibe dem Schuldner einen Schuldschein, auch wenn der Gläubiger nicht dabei ist, somit kann es vorkommen, daß erzum Schreiber und den Zeugen geht und zu ihnen spricht: schreibt mir einen Schuldschein, denn ich will von meinem Genossen Joseph ben Šimo͑n [Geld] borgen, und wenn diese ihn ihm geschrieben haben, präsentiert er ihnund spricht zu jenem: Gib mir die hundert […], die du von mir geborgt hast.",
"Der Autor der Barajtha aber ist der Ansicht, man schreibe dem Schuldner keinen Schuldschein, wenn der Gläubiger nicht dabei ist.",
"WENN JEMAND UNTER SEINEN SCHEINEN [EINE QUITTUNG] FINDET, DER SCHULDSCHEIN DES JOSEPH BEN ŠIMO͑N SEI BEZAHLT, SO SIND BEIDER SCHULDSCHEINE BEZAHLT. Also nur wenn jemand eine solche findet, wenn aber nicht, kann erpräsentieren, und dem widersprechend haben wir ja gelernt, ein anderer könne auf sie keinen Schuldscheinpräsentieren!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Wenn die dritte Generation angegebenist. —",
"Sollte man doch sehen, auf wessen Namendie Quittung lautet!? R. Hoša͑ja erwiderte: Wenn die dritte Generation im Schuldscheine angegeben ist, nicht aber in der Quittung.",
"Abajje erklärte: Er meint es wie folgt: wenn ein Schuldner unter seinen Scheinen [eine Quittung] findet, der Schuldschein des Joseph ben Šimo͑n sei bezahlt, so sind beider Schuldscheine bezahlt.",
"WAS MACHEN SIE NUN? SIE GEBEN DIE DRITTE GENERATION AN &C. Es wird gelehrt: Sind beide Priester, so schreiben sie die [vorangehenden] Generationen.",
" WENN JEMANDZU SEINEM SOHNE GESAGT HAT: EINER UNTER MEINEN SCHULDSCHEINENIST BEZAHLT, ICH WEISS ABER NICHT, WELCHER, SO GELTEN ALL SEINE SCHULDSCHEINEALS BEZAHLT; BEFINDEN SICH DARUNTER ZWEI [SCHULDSCHEINE] AUF EINEN, SO GILT DER GRÖSSERE ALS BEZAHLT UND DER KLEINERE ALS NICHT BEZAHLT.",
"GEMARA. Raba sagte: [Sagte jemand:] der Schuldschein auf dich, der sich bei mir befindet, ist bezahlt, so gilt der größere als bezahlt und der kleinere als nicht bezahlt; wenn aber: deine Schuld bei mir ist bezahlt, so sind all seine Schuldscheine bezahlt.",
"Rabina sprach zu Raba: Demnach ist, [wenn jemand sagte:] mein Feld sei dir verkauft, das größere Feld verkauft, und wenn: mein Feld, das ich besitze, sei dir verkauft sind ihm all seine Felderverkauft!? —",
"Hierbei hat der Besitzer des Scheines die Unterhand.",
" WER SEINEM NÄCHSTEN AUF VERANLASSUNG EINES BÜRGEN [GELD] GELIEHEN HAT, KANN KEINE ZAHLUNG VOM BÜRGENVERLANGEN; \n"
],
[
"WENN ER ABER GESAGT HAT: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH ZAHLUNG EINFORDERE, VON WEM ES MIR BELIEBT, SO KANN ER AUCH VOM BÜRGEN ZAHLUNG VERLANGEN. R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, HAT DER SCHULDNER VERMÖGEN, SO KÖNNE ER OB SO ODER SO KEINE ZAHLUNG VOM BÜRGEN VERLANGEN.",
"DESGLEICHEN SAGTE AUCH R. SIMON B. GAMLIÉL: WENN JEMAND EINER FRAU FÜR IHRE MORGENGABE GEBÜRGT HAT UND IHR MANN SICH VON IHR SCHEIDEN LÄSST, SO MUSS ER SICH JEDEN GENUSS VON IHR ABGELOBEN, DENN SIE KÖNNEN SONST EINE FRAUDULÖSE ABMACHUNG ÜBER DAS VERMÖGEN VON JENEM TREFFENUND ER NACHHER SEINE FRAU WIEDER HEIRATEN.",
"GEMARA. Aus welchem Grunde? — Raba und R. Joseph erklärten beide: Die Personwolltest du von mir und die Person stelle ich dir zu.",
"R. Naḥman wandte ein: Dies ist ja das Recht der Perser!? —",
"Im Gegenteil, diese halten sich ja an den Bürgen!? —",
"Vielmehr, dies gleicht den Gesetzen der Perser, die keinen Grund für ihre Bestimmungengeben.",
"Vielmehr erklärte R. Naḥman, unter ‘keine Zahlung vom Bürgen verlangen’ ist zu verstehen, er darf sich nicht zuerst an den Bürgenwenden.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Wer seinem Nächsten auf Veranlassung eines Bürgen [Geld] geliehen hat, darf nicht zuerst vom Bürgen Zahlung verlangen; wenn er aber gesagt hat: mit der Bedingung, daß ich Zahlung einfordere, von wem es mir beliebt, so darf er sie zuerst vom Bürgen verlangen.",
"R. Hona sagte: Woher, daß der Bürge haftbarist? Es heißt:ich will dir für ihn bürgen, mich sollst du für ihn verantwortlich machen.",
"R. Ḥisda wandte ein: Dies war ja eine Schuldübernahme, denn es heißt: gib ihn mir in die Hand, ich werde ihn dir zurückbringen!?",
"Vielmehr, erklärte R. Jiçḥaq, hieraus:nimm ihm sein Kleid, denn er hat für einen anderen gebürgt, und wegen der Fremden pfände ihn.",
"Ferner heißt es:Mein Sohn, bist du Bürge geworden für deinen Nächsten, hast du für einen anderen deinen Handschlag gegeben, bist du verstrickt durch die Reden deines Mundes, so tue doch dies, mein Sohn, daß du dich errettest, denn du bist in die Gewalt deines Nächsten geraten; gehe hin, wirf dich nieder und bestürme deinen Nächsten. Hat er Geld bei dir, so öffne ihm deine Hand, wenn aber nicht, so bestürme ihn durch Freunde.",
"Amemar sagte: Über die Haftbarkeit eines Bürgen besteht ein Streit zwischen R. Jehuda und R. Jose; nach R. Jose, welcher sagt, die Zusage sei bindend, ist der Bürge haftbar, und nach R. Jehuda, welcher sagt, die Zusage sei nicht bindend, ist der Bürge nicht haftbar.",
"R. Aši sprach zu Amemar: Es kommen ja aber täglich Fälle vor, daß die Zusage nicht bindend und der Bürge haftbarist!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, für die Annehmlichkeit, daß er ihmVertrauen schenkt, übernimmt er die Haftbarkeit.",
"WENIS ER ABER GESAGT HAT: MIT DER BEDINGUNG, DASS ICH ZAHLUNG EINFORDERE, VON WEM ES MIR BELIEBT &C. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Dies gilt nur von dem Falle, wenn der Schuldner kein Vermögen hat, wenn aber der Schuldner Vermögen hat, so kann er keine Zahlung vom Bürgen verlangen. —",
"Wenn es aber im Schlußsatz heißt, R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, hat der Schuldner Vermögen, so könne er keine Zahlung vom Bürgen verlangen, so ist ja der erste Autor der Ansicht, einerlei ob so oder so!? —",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wer seinem Nächsten auf Veranlassung eines Bürgen [Geld] geliehen hat, kann keine Zahlung vom Bürgen verlangen; wenn er aber gesagt hat: mit der Bedingung, daß ich Zahlung einfordere, von wem es mir beliebt, so kann er auch vom Bürgen Zahlung verlangen. Dies gilt nur von dem Falle, wenn der Schuldner kein Vermögen hat, wenn aber der Schuldner Vermögen hat, so kann er keine Zahlung vom Bürgen verlangen; hat dieser aber [die Schuld] übernommen, so kann er, auch wenn der Schuldner Vermögen hat, Zahlung vom Übernehmenden verlangen."
],
[
"R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, hat der Schuldner Vermögen, so kann er ob so oder sokeine Zahlung von jenem verlangen.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Überall, wo R. Šimo͑n b. Gamliél etwas in unserer Mišna lehrt, ist die Halakha wie er, ausgenommen [die Lehren] vom Bürgen, vom Ereignisse in Çajdan und vom nachträglichenBeweise.",
"R. Hona sagte: ‘Borge ihm und ich bürge dafür’, ‘borge ihm und ich bezahle es’, ‘borge ihm und ich schulde es’, ‘borge ihm und ich gebe es zurück’, sind sämtlich Ausdrücke der Bürgschaft;",
"‘gib ihm und ich übernehme es’, ‘gib ihm und ich bezahle es’, ‘gib ihm und ich schulde es’, ‘gib ihm und ich gebe es zurück’, sind sämtlich Ausdrücke der Schuldübernahme.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn er sagte: ‘borge ihm und ich übernehme es’, ‘gib ihm und ich bürgedafür’?",
"R. Jiçḥaq erwiderte: Ausdrücke der Bürgschaft gelten als Bürgschaft, und Ausdrücke der Schuldübernahme gelten als Schuldübernahme.",
"R. Ḥisda aber sagte: Sie sind sämtlichAusdrücke der Schuldübernahme, mit Ausnahme von: ‘borge ihm und ich bürgedafür’.",
"Raba aber sagte: Sie sind sämtlich Ausdrücke der Bürgschaft, mit Ausnahme von: ‘gib ihm und ich gebe es zurück’.",
"Mar b. Amemar sprach zu R. Aši: Mein Vater sagte wie folgt: [sagte er:] ‘gib ihm und ich gebe es zurück’, so hat der Gläubiger keinen Anspruch an den Schuldner.",
"Dem ist aber nicht so, der Schuldner ist vom Gläubiger nicht eher befreit, als bis jener esmit der Hand genommen und ihm gegeben hat.",
"Einst setzte ein Richter den Gläubiger in die Güter des Schuldners ein, bevor er den Schuldner gemahnt hatte. Da entfernte ihn R. Ḥanin, Sohn des R. Jeba.",
"Hierauf sprach Raba: Wer ist außer R. Ḥanin, dem Sohne des R. Jeba, so weise, so etwas zu tun! Er ist der Ansicht, die Güter eines Menschen bürgen für ihn, und wir haben gelernt, wer seinem Nächsten auf Veranlassung eines Bürgen [Geld] geborgt hat, könne keine Zahlung vom Bürgen verlangen, und es ist uns bekannt, [dies heiße,] er mahne den Bürgen nicht zuerst.",
"Einst zahlte ein Bürge der Waisen an den Gläubiger, bevor dieser die Waisen gemahnt hatte.",
"Da sprach R. Papa: Das Bezahlen einer Schuld ist ein Gebot, und Waisen sind zur Ausübung von Geboten nicht verpflichtet.",
"R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte: Er kann ihm etwas eingehändigt haben. —"
],
[
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? —",
"Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn der Schuldner zugegebenhat. Oder auch, wenn man ihn in den Bann getan hat und er im Banne gestorbenist.",
"Von dortließen sie mitteilen: Wenn man ihn in den Bann getan hat und er im Banne gestorben ist, so ist nach R. Hona, dem Sohne des R. Jehošua͑, zu entscheiden.",
"Man wandte ein: Wenn ein Bürge den Schuldscheinpräsentiert, so kann er nichtseinfordern: wenn es aber darin heißt: ich habe sievon dir erhalten, so kann er einfordern.",
"Allerdings kann diesnach R. Hona, dem Sohne des R. Jehošua͑, in dem Falle vorkommen, wenn der Schuldner es zugegeben hat, gegen R. Papaaber ist dies ja ein Einwand!? —",
"Anders ist er hierbei, wo er nur deswegen sich bemüht und geschrieben hat: ich habe sie erhalten.",
"Einst zahlte der Bürge eines Nichtjuden an den Nichtjuden, bevor dieser noch die Waisen gemahnt hatte. Da sprach R. Mordekhaj zu R. Aši: Folgendes sagte Abimi aus Hagron ja im Namen Rabas: Selbst nach demjenigen, welcher sagt, es sei zu berücksichtigen, er könnte ihm etwas eingehändigt haben, gilt dies nur von einem Jisraéliten, bei einem Nichtjuden aber, der sich an den Bürgenhält, berücksichtigen wir nicht, er könnte ihm etwas eingehändigt haben.",
"Dieser erwiderte: Im Gegenteil, selbst nach demjenigen, welcher sagt, wir berücksichtigen nicht, er könnte ihm etwas eingehändigt haben, gilt dies nur von einem Jisraéliten, einem Nichtjuden aber, der sich an den Bürgen hält, würde er überhaupt keine Bürgschaft geleistet haben, wenn er ihm nicht etwas eingehändigt hätte.",
"DESGLEICHEN SAGTE AUCH R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL: WENN JEMAND EINER FRAU FÜR IHRE MORGENGABE GEBÜRGT HAT &C. Mose b. A͑çri war Bürge für die Morgengabe seiner Schwiegertochter, und sein Sohn R. Hona war Gelehrtenjünger, und es ging ihm schlecht. Da sprach Abajje: Ist niemand da, der gehen und R. Hona den Rat erteilen könnte, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, sie dann ihre Morgengabe von seinem Vater einfordern zu lassen, und sie nachher wieder zu heiraten?",
"Raba sprach zu ihm: Wir haben ja aber gelernt, er müsse sich dann jeden Genuß von ihr abgeloben!? Abajje erwiderte ihm: Läßt sich denn jeder, der sich scheiden lassen will, vor Gerichtscheiden!?",
"Später stellte es sich heraus, daß er Priesterwar. Da sprach Abajje: Das ist es, was die Leute zu sagen pflegen: Dem Armen folgt die Armut. —",
"Kann Abajje diesdenn gesagt haben, Abajje sagte ja, ein schlauer Bösewicht sei derjenige, der den Rat erteilt, Güterzu verkaufen, nach R. Šimo͑n b. Gamliél!? —",
"Anders verhält es sich bei einem Sohne, und anders verhält es sich bei einem Gelehrtenjünger. —",
"Er war ja aber nur Bürge, und der Bürge für die Morgengabe ist janicht haftbar!? — Er war Schuldübernehmer. —",
"Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, bei einer Schuldübernahme sei man für die Morgengabe haftbar, auch wenn der Ehemann keine Güter hat, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, wenn dieser Güter hat, sei er haftbar, und wenn er keine hat, sei er nichthaftbar!? —",
"Wenn du willst, sage ich: er besaß welche, und sie waren verheert worden, und wenn du willst, sage ich: ein Vater für seinen Sohn verpflichtetsich.",
"Es wurde nämlich gelehrt: Bei einer Bürgschaft für die Morgengabe ist ernach aller Ansicht nicht haftbar, bei einer Schuldübernahme gegenüber einem Gläubiger ist er nach aller Ansicht haftbar, und sie streiten nur über die Schuldübernahme bei der Morgengabe und die Bürgschaft gegenüber einem Gläubiger, einer ist der Ansicht, er sei nur dann haftbar, wenn der Schuldner Güterhat, nicht aber wenn er keine hat, und einer ist der Ansicht, er sei haftbar, einerlei ob dieser welche hat oder keine hat.",
"Die Halakha ist, der Bürge ist haftbar, einerlei ob [der Schuldner Güter] hat oder nicht, mit Ausnahme eines Bürgen für die Morgengabe; dieser ist nicht haftbar, auch wenn der Ehemann [Güter] hat. — Aus welchem Grunde? — Er hat nur eine gottgefällige Handlung ausgeübtund ihr nichts abgenommen.",
"R. Hona sagte: Wenn ein Sterbenskranker sein ganzes Vermögen dem Heiligtume geweiht hat und später sagt, jener habe bei ihm eine Mine, so ist er glaubhaft, denn es ist feststehend, daß niemand eine fraudulöse Abmachung gegen das Heiligtumtrifft.",
"R. Naḥman wandte ein: Es trifft ja auch niemand eine fraudulöse Abmachung gegen seine Kinder, dennoch sagen Rabh und Šemuél beide, daß, wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, jener habe bei ihm eine Mine, man sie ihm gebe, wenn er ‘gebt’ gesagt hat, und sie ihm nicht gebe, wenn er nicht ‘gebt’ gesagt hat. Wir sehen also, daß man nicht seine Kinder als gesättigt auszugebenpflegt,"
],
[
"ebenso auch hierbei, man pflegt sich nicht als gesättigtauszugeben!? —",
"R. Hona spricht von dem Falle, wenn jener einen Schuldschein hat. —",
"Demnach sprechen Rabh und Šemuél von dem Falle, wenn er keinen Schuldschein hat; wieso gebe man ihm dann, wenn er ‘gebt’ gesagt hat, dies ist ja ein mündliches Darlehen, und Rabh und Šemuél sagten ja beide, ein mündliches Darlehen sei weder von den Erben noch von den Käufern einzufordern!?",
"Vielmehr, erklärte R. Naḥman, sprechen beide von dem Falle, wenn er einen Schuldschein hat, dennoch besteht hier kein Widerspruch; eines in dem Falle, wenn er beglaubigt ist, und eines in dem Falle, wenn er nicht beglaubigt ist. Wenn er ‘gebt’ gesagt hat, so hat er den Schein beglaubigt, und wenn er nicht ‘gebt’ gesagt hat, so hat er den Schein nicht beglaubigt.",
"Rabba sagte: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, jener habe bei ihm eine Mine, und die Waisen sagen, sie haben sie bezahlt, so sind sie glaubhaft; wenn aber: gebt jenem eine Mine, und die Waisen sagen, sie haben sie bezahlt, so sind sie nicht glaubhaft. —",
"Wohin denn! Das Entgegengesetzte ist ja einleuchtend!? Wenn er gesagt hat, man gebe jenem eine Mine, so hat der Vater die Sache festgelegt, und es ist anzunehmen, daß sie sie bezahlt haben, wenn aber: jener hat eine Mine bei mir, so hat der Vater es nicht festgelegt, und es ist anzunehmen, daß sie sie nicht bezahlt haben!? —",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: Wenn ein Sterbenskranker gesagt hat, jener habe bei ihm eine Mine, und die Waisen sagen, ihr Vater sagte ihnen später, er habe sie bezahlt, so sind sie glaubhaft, weil er sich erinnert haben kann; wenn aber: gebt jenem eine Mine, und die Waisen sagen, ihr Vater sagte ihnen später, er habe sie bezahlt, so sind sie nicht glaubhaft, denn hätte er sie bezahlt, so würde er nicht gesagt haben, daß man sie ihm gebe.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn ein Sterbenskranker etwaseingesteht; muß er sagen: ihr seidmeine Zeugen, oder braucht er nicht zu sagen: ihr seid meine Zeugen? Muß er sagen: schreibt, oder braucht er nicht zu sagen: schreibt? Scherzt man in der Stunde seines Sterbensoder scherzt man nicht in der Stunde seines Sterbens?",
"Nachdem er dies gefragt hatte, entschied er es: niemand scherzt in der Stunde seines Sterbens, und die Worte eines Sterbenskranken gelten als niedergeschrieben und übergeben.",
"viii WER SEINEM NÄCHSTEN [GELD] AUF EINEN SCHULDSCHEIN GELIEHEN HAT, KANN ES VON VERÄUSSERTEN GÜTERNEINFORDERN, WENN ABER VOR ZEUGEN, SO KANN ER ES NUR VON FREIEN GÜTERNEINFORDERN."
],
[
"WER EINEM SEINE UNTERSCHRIFTVORZEIGT, DASS ER IHM [GELD] SCHULDE, KANN ES VON FREIEN GÜTERN EINFORDERN.",
"IST DER BÜRGE UNTER DEN ZEUGENUNTERSCHRIFTENUNTERZEICHNET, SO KANN [DER GLÄUBIGER] NUR VON DESSEN FREIEN GÜTERNEINFORDERN.",
"EINST KAM EIN SOLCHER FALL VOR R. JIŠMA͑ÉL, UND ER ENTSCHIED, DASS ER VON DESSEN FREIEN GÜTERN EINFORDERN KÖNNE. DA SPRACH BEN NANNOS ZU IHM: ER KANN WEDER VON VERKAUFTEN NOCH VON FREIEN GÜTERN EINFORDERN.",
"JENER ENTGEGNETE: WESHALB DENN? DIESER ERWIDERTE: WENN JEMAND EINEN AUF DER STRASSE WÜRGTUND EINER HERANKOMMT UND ZU IHM SAGT: LASSIHN, SO IST ER JA ERSATZFREI, DENN JENER HATTE ES IHM NICHT IM VERTRAUEN AUF DIESENGELIEHEN. EIN BÜRGE IST NUR IN DEM FALLE HAFTBAR, [WENN ER GESAGT HAT:] BORGE IHM, ICH ZAHLE ES DIR ZURÜCK; ER BORGTE ES IHM IM VERTRAUEN AUF DIESEN.",
"R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: WER WEISE WERDEN WILL, BEFASSE SICH MIT DEM ZIVILRECHTE, DENN DU HAST KEIN GEBIET IN DER TORA, DAS UMFASSENDER WÄRE ALS DIESES; ES GLEICHT EINER SPRUDELNDEN QUELLE. UND WER SICH MIT DEM ZIVILRECHTE BEFASSEN WILL, PFLEGE UMGANGMIT ŠIMO͑N B. NANNOS.",
"GEMARA. U͑la sagte: Nach der Tora kann sowohl ein Darlehen auf einen Schuldschein als auch ein mündliches Darlehen von veräußerten Gütern eingefordert werden, denn die Haftung ist eine Bestimmung der Tora, und nur wegen der Schädigung der Käuferbestimmten sie, daß ein mündliches Darlehen nur von freien Gütern eingefordert werden könne. —",
"Demnach sollte dies auch von einem Darlehen auf einen Schuldschein gelten!? — Bei einem solchen haben sie sich selbergeschädigt.",
"Rabba aber sagte: Nach der Tora kann sowohl ein Darlehen auf einen Schuldschein als auch ein mündliches Darlehen nur von freien Gütern eingefordert werden, denn die Haftung ist keine Bestimmung der Tora, und nur um nicht die Tür vor den Leihenden abzuschließen, bestimmten sie, daß ein Darlehen auf einen Schuldschein auch von veräußerten Gütern eingefordert werden könne. —",
"Demnach sollte dies auch von einem mündlichen Darlehen gelten!? — Ein solches ist nicht bekannt. —",
"Kann Rabba diesdenn gesagt haben, Rabba sagte ja, wenn sieGrundbesitz eingefordert haben, erhalteer, und wenn sie Geld eingefordert haben, erhalteer nicht!?",
"Wolltest du erwidern, man wende um, die Lehre Rabbas mit der des U͑laund die Lehre U͑las mit der des Rabba, so sagte ja U͑la, nach der Tora habe ein Gläubiger vom Schlechtesten erhalten!? —",
"Vielmehr, Rabba sagte es nur nach der Ansicht der Lehrerdes Westens, er selber aber ist nicht dieser Ansicht.",
"Rabh und Šemuél sagten beide, ein mündliches Darlehen sei weder von den Erben noch von den Käufern einzufordern, weil die Haftung keine Bestimmung der Tora ist.",
"R. Joḥanan und R. Šimo͑n b. Laqiš sagten beide, ein mündliches Darlehen sei sowohl von den Erben als auch von den Käufern einzufordern, weil die Haftung eine Bestimmung der Tora ist.",
"Man wandte ein: Wenn jemand eine Grube auf öffentlichem Gebiete gräbt und ein Ochs auf ihn fällt und ihn tötet, so ist [der Eigentümer]frei; und noch mehr: wird der Ochs getötet, so müssen die Erben des Grubenbesitzers dem Eigentümer des Ochsen den Wert ersetzen!?",
"R. Ilea͑ erwiderte im Namen Rabhs: Wenn er vor Gericht gestandenhat. —",
"Es heißt ja aber: und ihn tötet!? R. Ada b. Abaha erwiderte: Wenn er ihn auf den Tod verletzthat. —",
"Aber R. Naḥman sagte ja, Ḥaga lehrte: und ihn getötet und begrabenhat!? — In dem Falle, wenn die Richter am Rande der Grube gesessen und ihn verurteilthaben."
],
[
"R. Papa sagte: Die Halakha ist, ein mündliches Darlehen sei von den Erben, nicht aber von den Käufern einzufordern. Es ist von den Erben einzufordern, um nicht die Tür vor den Leihenden abzuschließen, und es ist nicht von den Käufern einzufordern, weil ein solches nicht bekannt ist.",
"WER EINEM SEINE UNTERSCHRIFT VORZEIGT, DASS ER IHM [GELD] SCHULDE, KANN ES VON FREIEN GÜTERN EINFORDERN. Rabba b. Nathan fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn seine Unterschrift bei Gericht beglaubigt wordenist? Dieser erwiderte: Auch wenn seine Unterschrift bei Gericht beglaubigt worden ist, kann er nur von freien Gütern einfordern.",
"Rami b. Ḥama wandte ein: Drei Scheidebriefe sind ungültig, hat sieaber geheiratet, so ist das Kind legitim. Folgende sind es: der von seiner Hand geschrieben ist und keine Zeugen [unterschriften] hat, der Zeugen[unterschriften], aber kein Datum hat, der ein Datum hat, aber nur ein Zeuge [unterschrieben] ist. Diese drei Scheidebriefe sind ungültig, falls sie aber geheiratet hat, ist das Kind legitim.",
"R. Elea͑zar sagt, auch wenn er keine Zeugen[unterschriften] hat, er ihn ihr aber vor Zeugen gegeben hat, sei er gültig und sie könne [damit ihre Morgengabe]von veräußerten Gütern einfordern!? —",
"Anders ist es hierbei, wo er schon beim Schreiben haftbar war.",
"IST DER BÜRGE UNTER DEN ZEUGENUNTERSCHRIFTEN UNTERZEICHNET &C. Rabh sagte: Wenn vor den Unterschriften des Schuldscheines, so ist auch von dessen veräußerten Gütern einzufordern, wenn aber nach den Unterschriften, so ist nur von dessen freien Gütern einzufordern.",
"Zuweilen aber sagte Rabh, auch wenn vor den Unterschriften, sei nur von dessen freien Gütern einzufordern.",
"Rabh befindet sich ja in einem Widersprüche mit sich selber!? — Das ist kein Widerspruch; eines, wenn darin geschrieben steht: jener ist Bürge, und eines, wenn darin geschrieben steht: undjener ist Bürge.",
"R. Joḥanan aber sagt, ob so oder so, kann er nur von freien Gütern einfordern, auch wenn darin geschrien ben steht: und jener ist Bürge.",
"Raba wandte ein: Wenn Zeugen auf einem Scheidebriefe unter einem Gruße unterschrieben sind, so ist er ungültig, denn es ist zu berücksichtigen, sie haben vielleicht nur den Gruß unterschrieben.",
"Hierzu sagte R. Abahu, ihm sei von R. Joḥanan erklärt worden: heißt es: grüßt, so ist er ungültig, heißt es: und grüßt, so ist er gültig. —",
"Hierbei ebenfalls in dem Falle, wenn geschrieben steht: jener ist Bürge.",
"Dies ist ja demnach dasselbe, was Rabh lehrt!? — Ließ: ebenso sagte auch R. Joḥanan.",
"EINST KAM EIN SOLCHER FALL VOR R. JIŠMA͑ÉL &C. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Obgleich R. Jišma͑él Ben Nannos lobte, so ist dennoch die Halakha wie er.",
"Sie fragten: Welcher Ansicht ist R. Jišma͑él beim Würgen? — Komm und höre: R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: R. Jišma͑él streitet auch beim Falle vom Würgen. —",
"Ist [auch hierbei] die Halakha wie er oder ist hierbei die Halakha nicht wie er? — Komm und höre: Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, R. Jišma͑él streitet auch beim Falle vom Würgen, und die Halakha ist wie er auch beim Falle vom Würgen.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn er aber dem Würgenden [die Bürgschaft] sofort zueignet, so ist er haftbar. Demnach ist sonst bei einem Bürgen eine Zueignung nicht erforderlich. Er streitet somit gegen R. Naḥman, denn R. Naḥman sagte,"
],
[
"nur bei einem vom Gerichte gestellten Bürgen sei keine Zueignung erforderlich, sonst aber sei eine Zueignung erforderlich.",
"Die Halakha ist: bürgt er beim Geldgeben, so ist keine Zueignungerforderlich, wenn aber nach dem Geldgeben, so ist eine Zueignung erforderlich; bei einem vom Gerichte gestellten Bürgen ist keine Zueignung erforderlich, denn für die Annehmlichkeit, daß man ihm Vertrauen schenkt, verpflichtet er sich."
]
],
"sectionNames": [
"Daf",
"Line"
]
}