{ "language": "en", "title": "Yevamot", "versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI", "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "יבמות", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nashim" ], "text": [ [], [], [ "i FÜNFZEHN FRAUEN1Witwen eines kinderlos Verstorbenen, die nach Dt. 25,5ff. ihrem Schwager zufallen. ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN2Die übrigen Frauen ihres verstorbenen Mannes. UND DIE NEBENBUHLERINNEN IHRER NEBENBUHLERINNEN3Wird weiter erklärt, BIS ANS ENDE DER WELT, VON DERALIÇA4Wörtl. Schuhabstreifen; cf. Bd. I S. 374 Anm. 1. UND DER SCHWAGEREHE5Wenn eine der Frauen des Verstorbenen dem Schwager wegen Inzestes verboten ist, so sind es auch die übrigen, obgleich sie mit ihm nicht verwandt sind.:", "DIE TOCHTER6Des Schwagers, ebenso weiter., DIE TOCHTER SEINER TOCHTER, DIE TOCHTER SEINES SOHNES, DIE TOCHTER SEINER FRAU, \n", "DIE TOCHTER IHRES SOHNES, DIE TOCHTER IHRER TOCHTER, DIE SCHWIEGERMUTTER, DIE MUTTER SEINER SCHWIEGERMUTTER, DIE MUTTER SEINES SCHWIEGERVATERS, \n", "DIE SCHWESTER MÜTTERLICHERSEITS, DIE SCHWESTER SEINER MUTTER, DIE SCHWESTER SEINER FRAU, DIE FRAU SEINES BRUDERS MÜTTERLICHERSEITS, \n" ], [ "DIE FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS7Das Gesetz der Schwagerehe erstreckt sich nicht auf den nach dem Tode geborenen Bruder, sodaß die Witwe ihm nach Lev. 18,16 verboten ist. Wenn die vom Schwager geheiratete Witwe wiederum verwitwet wird u. ein nach dem Tode des ersten Mannes geborener Bruder vorhanden ist, so sind auch die übrigen Frauen des zweiten Bruders von der Schwagerehe entbunden. UND DIE SCHWIEGERTOCHTER8Die nach dem Tode seines Sohnes seinen Bruder geheiratet hat.. DIESE ALLE ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN UND DIE NEBENBUHLERINNEN IHRER NEBENBUHLERINNEN BIS ANS ENDE DER WELT VON DERALIÇA UND DER SCHWAGEREHE.\n", "WENN VON ALL DIESEN EINE GESTORBEN9Vor dem Tode des Gatten. IST, DIE WEIGERUNG ERKLÄRT10Cf. Bd. I S. 117 Anm. 24. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sie als Minderjährige geschieden worden u. sich wiederum verheiratet hat; durch die Scheidung erlangt sie Selbständigkeit, u. da sie bei der 2. Heirat minderjährig war, kann sie diese durch Weigerungserklärung lösen.HAT,\n", "GESCHIEDEN ODER ALS STERIL BEFUNDEN WORDEN IST, SO SIND IHRE NEBENBUHLERINNEN ERLAUBT.", "BEI DER SCHWIEGERMUTTER, DER MUTTER SEINER SCHWIEGERMUTTER UND DER MUTTER SEINES SCHWIEGERVATERS IST VON STERILITÄT UND WEIGERUNGSERKLÄRUNG NICHT ZU SPRECHEN.\n", "WAS HEISST: ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN? ii WENN SEIN MIT SEINER TOCHTER ODER EINER ANDEREN ALL DIESER INZESTUÖSEN VERHEIRATETER BRUDER NOCH EINE ANDERE FRAU HATTE UND GESTORBEN IST, SO IST GLEICH SEINER TOCHTER AUCH IHRE NEBENBUHLERIN ENTBUNDEN. WENN DIE NEBENBUHLERIN SEINER TOCHTER SICH MIT EINEM ZWEITEN, NOCH EINE ANDERE FRAU BESITZENDEN BRUDER11Wenn noch ein Bruder vorhanden ist, der mit keiner der Witwen verwandt ist, so hat er an einer von diesen die Schwagerehe zu vollziehen.VERHEIRATET UND DIESER DARAUF STIRBT, SO IST GLEICH DER NEBENBUHLERIN SEINER TOCHTER AUCH DIE NEBENBUHLERIN IHRER NEBENBUHLERIN ENTBUNDEN, \n", "SELBST WENN ES HUNDERT12Brüder, die auf diese Weise die Schwagerehe mit einer der nichtverwandten Frauen vollzogen haben.SIND. \n", "WAS HEISST: SIND SIE GESTORBEN, SO SIND IHRE NEBENBUHLERINNEN ERLAUBT? WENN SEINE TOCHTER ODER EINE ANDERE ALL DIESER INZESTUÖSEN MIT SEINEM NOCH EINE ANDERE FRAU BESITZENDEN BRUDER VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN ODER GESCHIEDEN WORDEN IST, UND SEIN BRUDER NACHHER STIRBT, SO IST IHRE NEBENBUHLERIN ERLAUBT.", "WENN EINE ZUR WEIGERUNGSERKLÄRUNG BERECHTIGT13Beim Tode des Bruders.WAR UND DIES UNTERLASSEN HAT, SO IST AN IHRER NEBENBUHLERIN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. Merke, hinsichtlich all dieser14Der in der Mišna aufgezählten Inzestuösen.wird dies ja von der Schwester seiner Frau gefolgert15Daß sie inzestuös u. daher dem Schwager verboten sind., somit sollte er die Schwester seiner Frau zuerst nennen!?", "Wolltest du erwidern, der Autor zähle sie nach dem Grade ihrer Schwere auf, und zwar nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die Verbrennung16Diese Todesstrafe ist auf die ersten 7 der genannten Inzestfälle gesetzt; cf. Syn. Fol. 75a.sei17Unter den 4 Arten der Todesstrafe; cf. Syn. Fol. 49b.schwerer,", "so sollte er doch die Schwiegermutter zuerst nennen, denn die Verbrennung wird ja hauptsächlich bei der Schwiegermutter18Cf. Lev. 20,14.genannt!? Ferner sollte er nach der Schwiegermutter die Schwiegertochter nennen, denn nächst der Verbrennung ist die Steinigung19Die auf diesen Inzestfall gesetzt ist; cf. Syn. Fol. 53a.am schwersten!?", "Vielmehr, da die Tochter durch eine Schriftauslegung einbegriffen wird, so bevorzugt er sie20Und nennt diesen Inzestfall zuerst.." ], [ "Auch alle übrigen werden ja durch eine Schriftauslegung21Durch eine Folgerung von der Schwester seiner Frau.einbegriffen!? — Zugegeben, daß sie hinsichtlich der Schwagerehe durch eine Schriftauslegung einbegriffen werden, hinsichtlich ihrer Inzestuosität aber sind sie ausdrücklich genannt, während die Tochter22Die Illegitime, von der die Mišna spricht.auch hinsichtlich ihrer Inzestuosität durch eine Schriftauslegung einbegriffen wird.", "Raba sagte nämlich, R. Jiçḥaq b. Evdämi habe ihm gesagt, dies sei aus [den Worten]", "sie23Das sowohl Lev. 18,10 als auch ib. V. 17 gebraucht wird; im ersteren Schriftverse, der nach der t.schen Auslegung von illegitimen spricht, wird die Tochter nicht erwähnt und nur durch die genannte Wortanalogie ist aus dem anderen Schriftverse zu folgern, daß die Tochter der Enkelin gleiche.und Unzucht24Dieses Wort wird sowohl Lev. 18,17, wo die Verbrennung als Strafe nicht genannt wird, als auch ib. 20,14, wo diese Strafe ausdrücklich genannt wird, gebraucht.zu folgern.", "Sollte er doch, da du erklärst, er bevorzuge alles, was durch eine Schriftauslegung einbegriffen wird, die Schwester seiner Frau25Von der die Entbindung der Inzestuösen von der Schwagerehe gefolgert wird.zuletzt nennen!? — Da er von der Schwesternschaftsinzestuösität spricht, so nennt er auch die Schwester seiner Frau.", "Sollte er doch diesen Passus26Der die Verwandten durch Schwesternschaft aufzählt.zuletzt nennen!? — Vielmehr, der Autor zählt sie nach dem Grade der Verwandtschaft auf: zuerst nennt er die Tochter, die Tochter seiner Tochter und die Tochter seines Sohnes, die ihm anverwandt sind.", "anschließend an die ihm anverwandten drei Generationen absteigend nennt er drei ihr27Seiner Frau.anverwandte Generationen absteigend, und anschließend an die drei ihr anverwandten Generationen absteigend nennt er drei ihr anverwandte Generationen aufsteigend;", "sodann nennt er die Schwester und die Schwester seiner Mutter, die ihm anverwandt sind, und da er von der Schwesternschaftsinzestuosität spricht, nennt er auch die Schwester seiner Frau. Demnach sollte er die Schwiegertochter28Die ihm unter den 3 letztgenannten am strengsten verboten ist.vor der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders nennen, die ihm nicht wegen Verwandtschaft verboten ist, da er aber von der Bruderschaftsinzestuosität spricht, nennt er anschließend die Frau seines vor ihm gelebt habenden Bruders und erst nachher die Schwiegertochter.", "Weshalb heißt es ‘entbinden’, sollte es doch ‘machen verboten’29Wenn die Pflicht der Schwagerehe aufgehoben wird, tritt das Verbot der Schwägerin ein.heißen!? — Wenn es ‘machen verboten’ hieße, könnte man glauben, die Schwagerehe sei verboten, wohl aber sei die Ḥaliça zu vollziehen, so lehrt er uns.", "Sollte es doch heißen: zur Ḥaliça verboten!? — Dabei tut er nichts. — Wieso nicht, wenn es heißen würde, sie benötige der Ḥaliça, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden30Dies wird an anderer Stelle (cf. infra Fol. 31a) berücksichtigt; demnach ist die Ḥaliça ebenfalls eine Handlung.!?", "Da die Nebenbuhlerin nur bei diesem Gesetze verboten ist, sonst aber erlaubt31Beispielsweise die Frau des verstorbenen Schwiegervaters., so heißt es ‘entbinden.’", "Wozu lehrt er ‘von der Ḥaliça und der Schwagerehe’, sollte er doch nur ‘von der Schwagerehe’ lehren32Sind sie von der Schwagerehe entbunden, so ist keine Veranlassung zur Ḥaliça vorhanden.!? — Hieße es nur ‘von der Schwagerehe’. so könnte man glauben, sie benötige der Ḥaliça33Damit dem Gesetze Genüge getan ist.und nur die Schwagerehe sei nicht zu vollziehen, so lehrt er uns, daß, wer zur Schwagerehe herantritt, zur Ḥaliça herantrete, und wer nicht zur Schwagerehe herantritt, auch zur Ḥaliça nicht herantrete.", "Sollte es doch ‘von der Schwagerehe34Das Gebot besteht hauptsächlich in der Schwagerehe, somit sollte diese zuerst genannt werden.und der Ḥaliça’ oder nur ‘von der Ḥaliça’ heißen!? — Dies nach Abba Šaúl, welcher sagt, das Gebot der Ḥaliça gehe dem Gebote der Schwagerehe vor.", "Was schließt die Zahlangabe im Anfangsatze aus und was schließt die Zahlangabe im Schlußsatze35In diesem heißt es ‘diese alle’ u. bezieht sich auf die Zahlangabe am Anfang.aus?" ], [ "Sie schließen die Lehren Rabhs und R. Asis36Weit. Foll. 11a u. 12a.aus. — Was schließen sie nach Rabh und R. Asi aus?", "Ist einer der Ansicht des anderen, so schließt eine die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden37Wenn eine minderjährige Frau des Verstorbenen dem Schwager die Weigerung erklärt hat, so ist ihm auch die Erwachsene verboten, jedoch hat er an dieser die Ḥaliça zu vollziehen.und eine die Nebenbuhlerin der wiedergeheirateten Geschiedenen38Die der Verstorbene, nach dem Tode ihres 2. Mannes wieder geheiratet hat; die Nebenbuhlerin ist dem Schwager verboten, jedoch hat er die Ḥaliça zu vollziehen.aus,", "und ist einer nicht der Ansicht des anderen, so schließt eine die Lehre des anderen und eine die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden oder die Nebenbuhlerin der wiedergeheirateten Geschiedenen aus.", "Jene39Die Nebenbuhlerinnen der Ehebruchsverdächtigten (cf. Num. 5,11ff.) u. die Sterile, die sie ausschließen.sind nach Rabh und R. Asi nicht einbegriffen,", "weil bei ihnen eine Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin nicht vorkommen kann40Weil keiner der Brüder sie heiraten darf..", "Woher dies41Daß mit den Inzestuösen auch die Nebenbuhlerinnen entbunden sind.? — Die Rabbanan lehrten:42Lev. 18,18.Zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen, ihre Scham zu entblößen neben ihr bei ihren Lebzeiten.", "Was lehrt das ihr? Da es heißt: 43Dt. 25,5.ihr Schwager komme zu ihr, so könnte man glauben, die Schrift spreche auch von einer all der im Gesetze genannten Inzestuösen, so heißt es dort ihr, wie es auch hierbei ihr heißt,", "wie hierbei im Falle eines Gebotes, ebenso dort im Falle eines Gebotes, und der Allbarmherzige sagt: sollst du nicht nehmen.", "Ich weiß dies von ihr, woher dies von ihrer Nebenbuhlerin? Es heißt: zur Nebenbuhlerin. Ich weiß dies von der Nebenbuhlerin, woher dies von der Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin? Es heißt liçror [zur Nebenbuhlerin] und nicht liçor44Die längere Form wird als Mehrzahl aufgefaßt..", "Ich weiß dies von der Schwester seiner Frau, woher dies von anderen Inzestuösen? Ich will dir sagen: wie die Schwester seiner Frau dadurch ausgezeichnet ist, daß sie inzestuös ist und man sich ihretwegen bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, und sie ist dem Schwager verboten, ebenso ist jede andere, die inzestuös ist und derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, dem Schwager verboten.", "Ich weiß dies von ihnen selbst, woher dies von ihren Nebenbuhlerinnen? Ich will dir sagen: wie die Schwester seiner Frau dadurch ausgezeichnet ist, daß sie inzestuös ist, man sich ihretwegen bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht und dem Schwager verboten ist, und ihre Nebenbuhlerin ist verboten, ebenso ist vor jeder anderen, die inzestuös ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht und dem Schwager verboten ist, die Nebenbuhlerin verboten. Hieraus folgerten die Weisen, daß fünfzehn Frauen ihre Nebenbuhlerinnen und die Nebenbuhlerinnen ihrer Nebenbuhlerinnen, bis ans Ende der Welt, von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbinden.", "Man könnte glauben, auch die sechs Inzestuösen, die strenger45Ausführl. weit. Fol. 13a.als diese sind, seien einbegriffen, daß nämlich ihre Nebenbuhlerinnen verboten seien,", "so will ich dir sagen: wie die Schwester seiner Frau dadurch ausgezeichnet ist, daß sie inzestuös ist, man sich ihretwegen bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, von den [anderen] Brüdern geheiratet werden darf und dem Schwager verboten ist, und ihre Nebenbuhlerin ist verboten,", "ebenso ist von jeder anderen, die inzestuös ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, von den [anderen] Brüdern geheiratet werden darf und dem Schwager verboten ist, die Nebenbuhlerin verboten; ausgenommen sind die sechs Inzestuösen, die strenger als diese sind, sie dürfen von den [anderen] Brüdern nicht geheiratet werden, somit sind ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt, denn von der Nebenbuhlerin gilt dies nur dem Bruder gegenüber46Diesem ist sie, wo das Gesetz von der Schwagerehe nicht Platz greift, wegen Inzestuosität verboten, den anderen aber nicht..", "Wir haben nun das Verbot, woher ist die Strafe zu entnehmen? Die Schrift sagt:47Lev. 18,29.denn jeder, der etwas von all diesen Gräueln tut &c.", "Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige ihr geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, an der Schwester seiner Frau sei die Schwagerehe zu vollziehen, und zwar deshalb, weil das Gebot48Der Schwagerehe.das Verbot49Des Inzestes.verdrängt.", "Aber ein Gebot verdrängt ja nur ein gewöhnliches Verbot, verdrängt es etwa auch ein mit der Ausrottung belegtes Verbot!? Und woher ferner, daß es ein gewöhnliches Verbot verdrängt?" ], [ "Es heißt:50Dt. 22,11,12.du sollst kein Mischgewebe anziehen, Schnüre sollst du dir machen,", "und R. Elea͑zar sagte, das Nebeneinanderstehen51Nebeneinander heißt es, daß man kein Mischgewebe (Wolle u. Flachs) anziehe, u. daß man Quasten (Çiçith, Num. 15,38ff.) mache, demnach auch aus Wolle und Flachs.sei in der Tora angedeutet, denn es heißt:52Ps. 111,8.aneinander für immer und ewig, in Wahrheit und Recht hergerichtet.", "Ferner sagte R. Šešeth im Namen R. Elea͑zars im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Woher, daß, wenn die Schwägerin einem Räudigen zufällt, man sie nicht binde? Es heißt:53Dt. 25,4.du sollst einem Ochsen beim Dreschen nicht das Maul verbinden, und daneben heißt es:54Ib. V. 5.wenn Brüder beisammen wohnen.", "Hierzu sagte R. Joseph: Selbst derjenige, der sonst das Nebeneinanderstehen nicht deutet, deute es im Deuteronomium55In diesem Buche befinden sich die oben angeführten Schriftverse.wohl, denn R. Jehuda deutet es sonst nicht, dennoch deutet er es im Deuteronomium.", "Woher, daß er es sonst nicht deutet? Es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Es heißt:56Ex. 22,17.eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und darauf heißt es:57Ib. V. 18.wer ein Vieh beschläft, soll getötet werden; dies steht neben jenem; wie der ein Vieh Beschlafende durch Steinigung, ebenso die Zauberin durch Steinigung.", "R. Jehuda sprach zu ihm: Sollten wir, weil beides nebeneinander steht, deshalb [den Zauberer] zur Steinigung hinausführen!?", "Vielmehr58Ist die Hinrichtung durch Steinigung aus folgendem zu entnehmen., Totenbeschwörer und Wahrsager sind ja unter ‘Zauberer’ einbegriffen, wozu wurden sie herausgegriffen59Cf. Lev. 20,27.!? Um alle mit diesen zu vergleichen und dich zu lehren; wie Totenbeschwörer und Wahrsager durch Steinigung59Cf. Lev. 20,27., ebenso die Zauberin durch Steinigung.", "Woher, daß er es im Deuteronomium deutet? — Wir haben gelernt: Man darf die Genotzüchtigte oder Verführte seines Vaters und die Genotzüchtigte oder Verführte seines Sohnes heiraten. R. Jehuda verbietet die Genotzüchtigte oder Verführte seines Vaters.", "Hierzu sagte R. Gidel im Namen Rabhs: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt:60Dt. 23,1.niemand soll die Frau seines Vaters nehmen und die Decke seines Vaters nicht aufdecken, die Decke, die sein Vater gesehen, darf er nicht aufdecken.", "Woher, daß die Schrift von der Genotzüchtigten spricht? — Vom vorangehenden Schriftverse; vorher heißt es:61Dt. 22,29.so gebe der Mann, der sie beschlafen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke, und daneben heißt es: niemand soll &c. nehmen.", "Und die Rabbanan!? — Wenn sie neben einander stehen würden, würdest du recht haben, da sie aber nicht neben einander stehen, denn [dazwischen] heißt es: niemand soll die Frau seines Vaters nehmen,", "so spricht die Schrift von einer Anwärterin der Schwagerehe, daß man nämlich dieserhalb zwei Verbote übertrete62Deshalb ist dies wiederholt worden..", "Weshalb deutet er es im Deuteronomium? — Wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, und wenn du willst, sage ich: weil da [die Schriftworte] unnötig sind.", "Wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, denn der Allbarmherzige sollte es beim Inzestgesetze geschrieben haben. Wenn du willst, sage ich: weil sie da unnötig sind, denn der Allbarmherzige sollte nur geschrieben haben: niemand soll die Frau seines Vaters nehmen, und wenn es noch heißt: und die Decke seines Vaters nicht entblößen," ], [ "so ist dies unnötig63Und daher auf die Genotzüchtigte zu beziehen.. Ebenso beim Gesetze von den Çiçith; wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, und wenn du willst, sage ich: weil es da unnötig ist.", "Wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, denn der Allbarmherzige sollte es im Abschnitte von den Çiçith geschrieben haben, weshalb hier? Wenn du willst, sage ich: weil es da unnötig ist; es heißt bereits:65Lev. 19,19.und ein Kleid aus Verschiedenartigem, Mischgewebe, komme nicht auf dich, und wenn es noch heißt: du sollst kein Mischgewebe anziehen, so ist dies unnötig66Und daraus das Nebeneinanderstehen zu deuten..", "Beide sind ja aber nötig!? Hätte der Allbarmherzige nur geschrieben: komme nicht auf dich, es könnte man glauben, der Allbarmherzige habe jede Art des Hinaufkommens verboten, selbst Kleiderhändlern67Die die Kleidungsstücke nur zum Zwecke des Transportes auf den Körper nehmen., daher schrieb er: du sollst kein Mischgewebe anziehen, nur wenn es, wie beim Anziehen, zum Behagen erfolgt;", "und hätte der Allbarmherzige nur geschrieben: du sollst nicht anziehen, es könnte man glauben, dies gelte nur vom Anziehen, wobei das Behagen bedeutend ist, nicht aber vom Umlegen, daher schrieb der Allbarmherzige: komme nicht auf dich.", "Demnach sollte der Allbarmherzige geschrieben haben: du sollst kein Mischgewebe anziehen, wozu: Wolle und Flachs!?", "Merke, es heißt: ein Kleid aus Verschiedenartigem, Mischgewebe, komme nicht auf dich, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Da die Schrift oft von Kleidern allgemein spricht, und an einer Stelle68Cf. Lev. 13,47.Wolle und Flachs genannt werden, so sind überall solche aus Wolle und Flachs zu verstehen. Wenn nun der Allbarmherzige hierbei Wolle und Flachs schreibt, so ist dies unnötig66Und daraus das Nebeneinanderstehen zu deuten..", "Dies ist ja aber dennoch nötig; man könnte glauben, dies gelte nur vom Umlegen, wobei das Behagen unbedeutend ist, zum Anziehen aber, wobei das Behagen bedeutender ist, habe der Allbarmherzige alles Verschiedenartige verboten, daher schrieb er Wolle und Flachs!?", "Demnach sollte die Schrift davon schweigen, und man würde es durch [das Wort] Mischgewebe69Daß sowohl an dieser Stelle als auch Lev. 19,19 gebraucht wird.vom Umlegen gefolgert haben70Daß es, wie bei diesem, auch beim Anziehen nur von Wolle und Flachs gilt..", "Nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls deshalb, weil der Allbarmherzige Wolle und Flachs geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, das Mischgewebe sei bei den Çiçith verboten; es heißt ja aber:71Num. 15,38.sie sollen sich Çiçith machen an den Zipfeln ihrer Kleider,", "und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, unter Kleider seien überall solche aus Wolle und Flachs zu verstehen, und der Allbarmherzige sagt, daß man an diese einen Purpurfaden ansetze, und Purpur ist ja Wolle!? — Woher, daß Purpur Wolle ist? — Wenn Linnen Flachs72Bei der Beschreibung der Priestergewänder; cf. Ex. Kap. 39.ist, so ist Purpur Wolle.", "Dies ist nötig, denn man könnte glauben, es sei nach Raba zu verfahren. Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, und es heißt Wolle und Flachs73Auch wenn das Gewand aus einem anderen Stoffe ist.;", "wie ist dies zu erklären? Wolle und Flachs sind zulässig sowohl für dieselbe Art als auch für andere Arten, alles andere aber nur für dieselbe Art, nicht aber für andere Arten.", "Der Autor der Schule R. Jišma͑éls hält ja nichts74Nach ihm gilt das Çiçithgebot nur von einem Gewande aus Wolle und Flachs.von der Lehre Rabas!?", "Dies ist nötig, denn man könnte nach Raba auslegen: Zipfel, von der Art des Zipfels, und der Allbarmherzige meint es wie folgt: man mache sie aus Wolle für Wolle und aus Flachs für Flachs, jedoch färbe man sie nur dann, wenn aus Wolle für Wolle, nicht aber, wenn aus Wolle für Flachs oder aus Flachs für Wolle; daher schrieb der Allbarmherzige Wolle und Flachs, auch wenn aus Wolle für Flachs und aus Flachs für Wolle." ], [ "Allerdings nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls, woher dies nach den Rabbanan75Nach diesen sind die Worte Wolle und Flachs im angezogenen Schriftverse nicht überflüssig, somit ist die obige Deduktion von der Verdrängung des Verbotes durch das Gebot hinfällig.?", "Sie entnehmen es aus [dem Worte]76Lev. 14,9.Haupt. Es wird nämlich gelehrt: Haupt, was lehrt77Es heißt ja bereits, daß er sich das Haar vollständig scheren müsse.dies? Da es heißt:78Lev. 19,27.ihr sollt die Ecken eures Haupthaares nicht rundscheren, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen79Der sich bei der Reinigung das Haar scheren muß; cf. Lev. Kap. 14.,", "so heißt es sein Haupt. Und dieser Autor ist der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Hauptes gelte als Rundscheren80Das nach der angezogenen Schriftstelle verboten ist; beim Aussätzigen aber wird das Verbot durch das Gebot verdrängt..", "Es ist ja zu erwidern: wohl gilt dies vom Verbote des Rundscherens, da es ein Verbot ist, das nicht für jeden81Frauen sind hierbei nicht einbegriffen; cf. Qid. Fol. 35b.gilt!?", "Vielmehr, dies ist aus [dem Worte]76Lev. 14,9.Bart zu entnehmen. Es wird nämlich gelehrt: Bart, was lehrt77Es heißt ja bereits, daß er sich das Haar vollständig scheren müsse. dies? Da es heißt:82Lev. 21,5.die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Priester, so heißt es Bart.", "Und da dies hinsichtlich eines Verbotes, das nicht für jeden gilt, nicht nötig83Da die Verdrängung eines solchen Verbotes bereits aus einer anderen Schriftstelle gefolgert worden ist.ist, so beziehe man es auf ein Verbot, das für jeden gilt.", "Aber dies ist ja nötig; man könnte glauben, bei Priestern sei es anders, da ihnen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, und auch ein Verbot, das nicht für jeden gilt, werde nicht verdrängt, so lehrt er uns, daß es verdrängt werde!?", "Vielmehr, dies ist aus [dem Worte] Haupt nach der folgenden Lehre zu entnehmen: Haupt, was lehrt dies? Da es heißt:84Num. 6,5.ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt, so könnte man glauben, dies gelte auch vom aussätzigen Naziräer, so heißt es Haupt.", "Es ist ja aber zu erwidern: wohl gilt dies vom aussätzigen Naziräer, bei dem eine Auflösung85Er kann durch einen Gelehrten das Nazirgelübde auflösen lassen und das Verbot des Haarschneidens beseitigen.möglich ist!? Wieso sagen wir, wenn dem nicht so wäre, ein Gebot verdränge nicht ein Verbot und Gebot,", "man sollte doch vom Naziräer folgern86Daß beide durch das Gebot verdrängt werden, wie dies beim aussätzigen Naziräer der Fall ist; für den Naziräer besteht ein Gebot des Haartragens u. ebenso ein Verbot des Haarschneidens.. Vielmehr folgern wir nichts vom Naziräer, weil zu erwidern ist, bei diesem sei eine Auflösung möglich, ebenso ist auch hierbei zu erwidern, bei diesem sei eine Auflösung möglich.", "Vielmehr, tatsächlich" ], [ "ist dies vom erstgenannten Schriftverse zu folgern, denn die Schrift sollte ja sagen:87Wie Num. 15,38.Çiçith sollst du dir machen, wenn es aber auch Schnüre heißt, so ist dies unnötig.", "Dies ist ja aber wegen der Anzahl88Der Fäden.erforderlich: unter ‘Schnur’89Eigentl. Gedrehtes, mindestens 2 Fäden.sind zwei und unter ‘Schnüre’ vier [zu verstehen]; man mache Schnüre und teile sie in der Mitte in Fäden90Es sind 8 Fäden erforderlich.!?", "Die Schrift sollte sagen: du sollst kein Mischgewebe anziehen, Wolle und Flachs, wenn es aber auch zusammen heißt, so ist dies unnötig.", "Aber auch dies ist ja nötig, daß nämlich zwei Stiche als Verbindung gelten, ein Stich aber nicht91Zusammen, durch eine Naht von 2 Stichen verbunden.!? — Demnach sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: du sollst nicht anziehen, Wolle und Flachs zusammen, wenn es aber auch Mischgewebe heißt, so ist dies unnötig.", "Aber auch dies ist ja nötig, wegen [der Auslegung:] gekrempelt, gesponnen und gezwirnt92Etymolog. Erklärung des im Texte gebrauchten W.s שעטנז.!? — Vielmehr, aus Mischgewebe ist alles93Das Wort ist an sich entbehrlich, außerdem könnte ein anderer Ausdruck gebraucht werden. zu entnehmen.", "Wir wissen nun, daß das Gebot ein gewöhnliches Verbot verdrängt, wo finden wir, daß es ein mit der Ausrottung belegtes Verbot verdrängt, um des Verbotenseins94Der Inzestuösen für den Schwager in dem Falle, wo die Heirat geboten ist.zu benötigen!?", "Wolltest du sagen, dies sei von der Beschneidung95Die auch am Šabbath zu erfolgen hat, obgleich die Arbeit an diesem Tage verboten u. mit der Ausrottung belegt ist.zu entnehmen, [so ist zu erwidern:] wohl die Beschneidung, derentwegen dreizehn Bündnisse96Im bezüglichen Abschnitte (Gen. Kap. 17) kommt das W. ‘Bündnis’ 13mal vor.geschlossen worden sind!?", "Vom Pesaḥopfer97Dessen Schlachtung ebenfalls am Šabbath erfolgen darf.. — Wohl das Pesaḥopfer das98Die Unterlassung desselben.mit der Ausrottung belegt ist!?", "Vom täglichen Opfer97Dessen Schlachtung ebenfalls am Šabbath erfolgen darf.. — Wohl das tägliche Opfer, da es beständig ist!?", "Da es von einem nicht zu entnehmen ist, entnehme man es von zweien99Die Erwiderung hinsichtl. des einen gilt nicht vom anderen.. — Von welchen sollte man es entnehmen:", "wenn von Beschneidung und Pesaḥopfer, so sind beide mit der Ausrottung bedroht, wenn von Pesaḥopfer und täglichem Opfer, so sind beide für Gott bestimmt, wenn von Beschneidung und täglichem Opfer, so bestanden sie schon vor der Gesetzgebung, und auch wenn von allen zusammen, so bestanden sie schon vor der Gesetzgebung!? Dies nach demjenigen, welcher sagt, das von den Jisraéliten in der Wüste dargebrachte Brandopfer100Cf. Ex. 24,5.war das tägliche Brandopfer.", "Vielmehr, dies101Die Andeutung, daß in einem Inzestfalle die Schwagerehe nicht zu vollziehen sei.ist deshalb nötig, weil man glauben könnte, es sei von der Ehrung von Vater und Mutter zu folgern.", "Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, die Ehrung von Vater und Mutter verdränge das Šabbathgesetz, so heißt es:102Lev. 19,3.ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten, und meine Šabbathe sollt ihr beobachten; ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.", "Wohl in dem Falle, wenn [sein Vater] zu ihm sagt: schlachte103Am Šabbath, worauf die Ausrottung gesetzt ist.für mich, koche für mich, und nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: meine Šabbathe sollt ihr beobachten, sonst aber würde es104Das Gebot, Vater u. Mutter zu ehren; man könnte folgern: ebenso auch hierbei.verdrängt haben. — Nein" ], [ "dies gilt vom Verbote des Eseltreibens105Dies ist, da keine körperliche Arbeit, ein leichteres Verbot, worauf die Ausrottung nicht gesetzt ist; cf. Sab. Fol. 154a..", "Wieso sagen wir, wenn auch dies nicht verdrängt wird, ein Gebot verdränge ein Verbot, hieraus sollte doch gefolgert werden, daß es nicht verdränge!?", "Wolltest du erwidern, bei den Šabbathverboten sei es anders, da sie streng sind, so folgert ja der Autor anderweitig106Hinsichtlich anderer Verbote vom Šabbathgesetze., ohne daß dies erwidert wird!?", "Es wird nämlich gelehrt. Man könnte glauben, daß, wenn sein Vater zu ihm gesagt hat, daß er sich verunreinige107An einer Leiche u. er Priester ist; cf. Lev. 21,1ff.oder nicht zurückbringe108Eine verlorene Sache zum Eigentümer; cf. Dt. 22,1ff., er ihm gehorche, so heißt es: ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten, und meine Šabbathe sollt ihr beobachten, ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet109Es wird nicht erwidert, vom Šabbathgesetze sei diesbezüglich nichts zu folgern..", "Vielmehr, es ist110Hinsichtl. der Fälle, wenn sein Vater ihm befiehlt, körperl. Arbeit am Šabbath zu verrichten.zu erwidern:", "wohl gilt dies von jenen, weil darin111In der Ausübung des Verbotes; beim Gesetze von der Schwagerehe dagegen kann die Ḥaliça vollzogen u. somit das Gebot ausgeübt werden, ohne das Verbot zu begehen.die Befolgung des Gebotes besteht.", "Vielmehr, man könnte glauben, es sei vom Tempelbau zu folgern. Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, der Tempelbau verdränge den Šabbath, so heißt es:112Lev. 19,30.meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum113Auch beim Bau des Heiligtums.fürchten; ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.", "Dies gilt wohl vom Bauen und Niederreißen, und nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: meine Šabbathe sollt ihr beobachten, sonst aber würde es verdrängt haben.", "Nein, vom Verbote des Eseltreibens. — Wieso sagen wir, wenn auch dies nicht verdrängt wird, ein Gebot verdränge ein Verbot, hieraus sollte doch gefolgert werden, daß es nicht verdränge!?", "Wolltest du erwidern, bei den Šabbathverboten sei es anders, da sie streng sind, so folgert ja der Autor anderweitig106Hinsichtlich anderer Verbote vom Šabbathgesetze., ohne daß dies erwidert wird!? Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn sein Vater zu ihm gesagt hat, daß er sich verunreinige, oder nicht zurückbringe, er ihm gehorche, so heißt es: ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten &c.; ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.", "Vielmehr, es ist110Hinsichtl. der Fälle, wenn sein Vater ihm befiehlt, körperl. Arbeit am Šabbath zu verrichten.zu erwidern: wohl gilt dies von jenen, weil darin111In der Ausübung des Verbotes; beim Gesetze von der Schwagerehe dagegen kann die Ḥaliça vollzogen u. somit das Gebot ausgeübt werden, ohne das Verbot zu begehen.die Befolgung des Gebotes besteht. — Hinsichtlich der Befolgung des Gebotes ist ja von dort zu folgern!?", "Dem ist auch so. — Wozu heißt es demnach: meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum fürchten!? — Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Man könnte glauben, der Mensch fürchte das Heiligtum, so heißt es: meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum fürchten; beim Šabbath heißt es beobachten und beim Heiligtum heißt es fürchten;" ], [ "wie man nicht fürchte den Šabbath selber, bei dem es beobachten heißt, sondern den, der die Beobachtung desselben geboten hat, ebenso fürchte man nicht das Heiligtum selber, wobei es fürchten heißt, sondern den, der dies hinsichtlich des Heiligtums geboten hat.", "Worin besteht die Ehrfurcht vor dem Tempel? Man betrete nicht den Tempelberg mit Stab, Schuhen, Geldgürtel und Staub an den Füßen, ferner benutze man ihn nicht als Durchgang, und vom Leichteren auf das Schwerere114Cf. Ber. Fol. 62b.zu schließen, daß das Ausspucken [zu unterlassen sei].", "Ich weiß dies von der Zeit, wo der Tempel besteht, woher dies von der Zeit, wo der Tempel nicht besteht? Es heißt: meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum fürchten; wie die beim Šabbath genannte Beobachtung ewig gilt, ebenso gilt die beim Tempel genannte Furcht ewig.", "Vielmehr, man könnte glauben, es sei vom Feueranzünden115Am Šabbath.zu folgern. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt:116Ex. 53,3.Ihr sollt kein Feuer anzünden in all euren Wohnorten; was lehrt dies?", "Dies lehrt ja nach R. Jose das Verbot117Daß dies nur mit einem Verbote u. nicht wie andere strengere Übertretungen mit der Todesstrafe belegt ist.und nach R. Nathan die Teilung118Daß man wegen einer einzigen Arbeit schuldig ist.!?", "Es wird nämlich gelehrt: Das Feueranzünden ist wegen des Verbotes herausgegriffen worden — so R. Jose; R. Nathan sagt, wegen der Teilung.", "Raba erwiderte: Dem Autor war [das Wort] Wohnorten auffallend: was lehrt [das Wort] Wohnorten;", "das Šabbathgesetz ist ja von der Person bedingt, und von der Person bedingte Pflichten haben ja Geltung sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. Wozu schrieb der Allbarmherzige Wohnorten beim Šabbathgesetze?", "Dies erklärte ein Schüler im Namen R. Jišma͑éls: Es heißt: 119Dt. 21,22.wenn einer ein todeswürdiges Verbrechen begangen hat, so werde er hingerichtet, somit könnte man glauben, sowohl am Wochentage als auch am Šabbath, und [die Worte:]120Ex. 31,14.wer ihn entweiht, soll sterben, seien auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe zu beziehen. Oder aber: auch auf die gerichtliche Todesstrafe, und [die Worte] werde er hingerichtet erkläre man: am Wochentage und nicht am Šabbath.", "Oder aber: auch am Šabbath. Daher heißt es hier: ihr sollt kein Feuer anzünden in all euren Wohnorten, wie es auch dort121Num 35,29.heißt: dies soll euch zur Rechtsatzung sein für eure Geschlechter in all euren Wohnorten;", "wie es dort, wo es Wohnorten heißt, gerichtliche Handlungen sind, ebenso sind es auch hier, wo es Wohnorten heißt, gerichtliche Handlungen, und der Allbarmherzige sagt: kein [Feuer]122Darunter wird hier die Todesstrafe durch Verbrennen verstanden; dies erfolgt durch Hineingießen von kochendem Blei in den Mund des Delinquenten, damit der Körper unversehrt bleibe; cf. Syn. Fol. 52a.anzünden.", "Doch wohl nach R. Nathan, welcher sagt, [das Feueranzünden] sei wegen der Teilung herausgegriffen123Es ist eine richtige Arbeit, worauf die Ausrottung gesetzt ist.worden, und nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: kein [Feuer] anzünden, sonst aber würde es124Das Gebot der Hinrichtung das Verbot der Arbeitsleistung am Šabbath.verdrängt haben!?", "Nein, nach R. Jose117Daß dies nur mit einem Verbote u. nicht wie andere strengere Übertretungen mit der Todesstrafe belegt ist.. — Aber auch R. Jose sagt ja nur vom gewöhnlichen Feueranzünden, daß es als [leichtes] Verbot herausgegriffen worden sei,", "während beim Feueranzünden des Gerichtes125Vgl. Anm. 122.ein richtiges Kochen einer Metallstange erfolgt,", "und R. Šešeth sagte, es gebe keinen Unterschied zwischen dem Kochen einer Metallstange und dem Kochen von Spezereien126Das Kochen ist nach aller Ansicht eine richtige zu den Hauptarbeiten (cf. Šab. Fol. 73a) zählende Arbeitsleistung.!?", "R. Šimi b. Aši erwiderte: Der Autor sagt nicht, das Gebot würde das Verbot verdrängt haben, vielmehr würde man es127Daß die Hinrichtung auch am S. erfolge.[durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert haben. Er meint es wie folgt: [die Worte:] wer ihn entweiht, soll sterben, könnte man auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe beziehen, und [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß diese den Šabbath verdrängt:" ], [ "wenn der strenge, den Šabbath verdrängende Tempeldienst durch die Hinrichtung verdrängt wird, wie es heißt:128Ex. 21,14.von meinem Altar hole ihn weg, daß er sterbe, um wieviel mehr verdrängt die Hinrichtung den Šabbath, den der Tempeldienst verdrängt.", "Wieso heißt es demnach ‘oder129Wenn dies durch einen Schluß gefolgert wird, so ist nicht anders auszulegen.aber’!? — Er meint es wie folgt: von der Bestattung eines Pflichttoten ist zu entgegnen: diese verdrängt den Tempeldienst130Durch die Verunreinigung ist er an der Darbringung des Opfers verhindert., nicht aber den Šabbath. Hierauf sagt er: man könnte [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß die Bestattung eines Pflichttoten den Šabbath verdrängt: wenn der Tempeldienst, der den Šabbath verdrängt, durch die Bestattung eines Pflichttoten verdrängt wird,", "wie aus [den Worten]131Num. 6,7.an seiner Schwester132Cf. Meg. Fol. 3b.gefolgert wird, um wieviel mehr sollte der Šabbath, den der Tempeldienst verdrängt, durch die Bestattung eines Pflichttoten verdrängt werden; daher heißt es: kein [Feuer] anzünden.", "Was heißt ‘oder aber’ nach unserer früheren Auslegung, weil das Gebot das Verbot verdrängt?", "Er meint es wie folgt: [die Worte:] wer ihn entweiht, soll sterben, könnte man auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe beziehen, die gerichtliche Todesstrafe aber verdrängt den Šabbath, weil das Gebot das Verbot verdrängt.", "Sodann deduziert er: die Regel, das Gebot verdränge ein Verbot, gilt allerdings von einem gewöhnlichen Verbote, verdrängt es etwa auch ein mit der Ausrottung belegtes Verbot? Hierauf deduziert er: auch das gewöhnliche Verbot, das durch das Gebot verdrängt wird, ist ja strenger133Da darauf eine Strafe gesetzt ist, was bei der Unterlassung eines Gebotes nicht der Fall ist.als dieses, dennoch wird es durch das Gebot verdrängt,", "somit ist es einerlei, ob es weniger oder mehr streng ist; daher heißt es: kein [Feuer] anzünden,", "Man134Da aus der behandelten Lehre die Verdrängung des Verbotes durch das Gebot nicht zu entnehmen ist, folgt eine andere Antwort auf die oben aufgeworfene Frage, wozu die Andeutung auf Unterlassung der Schwagerehe in einem Inzestfalle nötig sei.könnte glauben, hinsichtlich der Frau eines Bruders sage man, da sie in der Gesamtheit135Der Inzestuösen, Lev. 18,29.einbegriffen war und ausgeschieden136Durch das Gebot der Schwagerehe.wurde, um etwas zu lehren, so bezieht sich die Lehre nicht auf diese allein, sondern auf die ganze Gesamtheit.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und ausgeschieden worden ist &c. Zum Beispiel:137Lev. 7,20.\n", "Die Person, die Fleisch von der Schlachtung des Heilsopfers ißt, während sie mit Unreinheit behaftet ist; das Heilsopfer war ja in der Gesamtheit des Heiligen138Dessen Genuß mit der Ausrottung bedroht wird; cf. Lev. 23,3.einbegriffen, weshalb ist es ausgeschieden worden? Um alle mit diesem zu vergleichen und dich zu lehren: wie das Heilsopfer sich dadurch auszeichnet, daß es Heiliges des Altares ist, ebenso alles andere, was Heiliges des Altares ist, ausgenommen ist Heiliges des Tempelreparaturfonds’139Eigentum des Heiligtums, jed. keine Opfer..", "Ebenso auch hierbei: die Frau seines Bruders war ja in der Gesamtheit der Inzestuösen einbegriffen, weshalb ist sie ausgeschieden worden? Um alle mit dieser zu vergleichen und dich zu lehren: wie die Frau seines Bruders erlaubt ist, ebenso sind auch alle übrigen Inzestuösen140Bei der Schwagerehe.erlaubt.", "Ist es denn gleich: dort war es im Verbotenen einbegriffen und wurde als verboten ausgeschieden, hierbei aber war sie im Verbotenen einbegriffen und wurde als erlaubt ausgeschieden!?", "Hierbei gilt vielmehr [folgende Regel]: wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und ausgeschieden worden ist, um etwas Neues zu lehren, so darfst du es nicht in die Gesamtheit bringen, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich wieder einbegreift. Es wird nämlich gelehrt: Wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und ausgeschieden worden ist, um etwas Neues zu lehren, so darfst du es nicht in die Gesamtheit bringen, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich wieder einbegreift.", "Zum Beispiel:141Lev. 14,13.Er schlachte das Lamm am Orte, wo man das Sündopfer und das Brandopfer schlachtet, am heiligen Orte, denn gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer dem Priester; es braucht ja nicht hervorgehoben zu werden: gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer, wozu wird dies hervorgehoben?", "Da das Schuldopfer des Aussätzigen herausgegriffen worden ist, um etwas Neues hinsichtlich des Daumens der rechten Hand und [des Zehs] des rechten Fußes142Auf die vom Blute desselben zu spritzen ist; cf. Lev. 14,14.zu lehren, so könnte man glauben, es benötige nicht des Blutsprengens und [der Aufräucherung] der Opferteile auf dem Altar," ], [ "so heißt es: gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer: wie das Sündopfer143Des Aussätzigen.des Blutsprengens und [der Aufräucherung] der Opferteile auf dem Altar benötigt, ebenso benötigt das Schuldopfer des Blutsprengens und [der Aufräucherung] auf dem Altar.", "Hätte die Schrift es nicht wieder einbegriffen, so würde man gesagt haben, es sei hervorgehoben worden nur hinsichtlich des genannten, nicht aber in anderer144Das nicht genannte Blutsprengen auf den Altar sei nicht erforderlich.Hinsicht, ebenso ist auch hierbei die ausdrücklich erlaubte Frau seines Bruders erlaubt, nicht aber die anderen Inzestuösen.", "Vielmehr, man könnte glauben, es sei durch Vergleichung von der Frau seines Bruders zu folgern: wie an der Frau seines Bruders die Schwagerehe zu vollziehen ist, ebenso sei an der Schwester seiner Frau die Schwagerehe zu vollziehen.", "Es ist ja nicht gleich: da ist es ein Verbot, hierbei sind es zwei145Sie ist die Frau seines Bruders u. die Schwester seiner Frau.Verbote!? — Man könnte glauben, da es einmal erlaubt146Durch das Gebot der Schwagerehe ist das Inzestverbot aufgehoben worden.worden ist, sei es erlaubt.", "Woher entnimmst du, daß wir sagen, da es einmal erlaubt worden ist, sei es erlaubt? — Es wird gelehrt: Wenn der achte [Tag] eines Aussätzigen147An dem er zur Erlangung seiner Reinheit den Tempelberg betreten u. Opfer darbringen muß.auf den Vorabend eines Pesaḥfestes fällt und er an diesem Tage Samenerguß148Der Samenergußbehaftete ist unrein u. darf den Tempelberg nicht betreten.bekommen hat und untergetaucht ist, so darf er, wie die Weisen sagen, obgleich ein anderer, der am selben Tage untergetaucht ist, [den Tempelberg] nicht betreten149Vor Sonnenuntergang.darf, ihn betreten,", "denn lieber verdränge das mit der Ausrottung angedrohte Gebot150Die Beteiligung am Pesaḥopfer, die nur in Reinheit erfolgen darf.das nicht mit der Ausrottung angedrohte Gebot151Rituell unreine Personen aus dem ‘levit. Lager’ (dem Tempelberge) zu entfernen.. R. Joḥanan sagte, dies151Rituell unreine Personen aus dem ‘levit. Lager’ (dem Tempelberge) zu entfernen.sei nicht einmal ein Gebot der Tora.", "Es heißt nämlich:152iiChr. 20,5.Jehošaphaṭ trat in die Volksmenge Jehudas &c. vor den neuen Vorhof hin, und [die Bezeichnung] ‘neuer Vorhof’ erklärte R. Joḥanan, sie haben da Neuerungen getroffen und angeordnet, daß der am selben Tage Untergetauchte das levitische Lager nicht betreten dürfe.", "Hierzu sagte U͑la: Dies aus folgendem Grunde: da es153Das Betreten des Tempelberges zur Reinigung.ihm aussatzbehaftet erlaubt worden ist, ist es ihm auch samenergußbehaftet erlaubt154Die Erlaubnis bleibt bestehen, obgleich noch ein anderes Verbot hinzukommt.. — Ist es denn mit dem Falle U͑las zu vergleichen;" ], [ "allerdings [sage man in dem Falle], wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet155Dessen Schwester; in diesem Falle war die Witwe zuerst Frau seines Bruders u. nachher auch Schwester seiner Frau.hat, da einmal die Inzestuosität der Frau des Bruders erlaubt worden156Durch das Gebot der Schwagerehe.ist, sei auch die Inzestuosität der Schwester der Frau erlaubt,", "wenn aber zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, trat ja die Inzestuosität der Schwester seiner Frau früher157Noch bevor sie Frau seines Bruders geworden war; das bereits bestehende Verbot kann durch die Unwirksamkeit des hinzukommenden nicht aufgehoben werden.ein!?", "Und auch wenn zuerst der Verstorbene geheiratet hat, gilt dies nur dann, wenn der Verstorbene geheiratet hat und gestorben ist, und darauf der Überlebende geheiratet hat, sodaß sie währenddessen158Zwischen dem Tode des Bruders u. der Heirat mit der Schwester.für ihn geeignet war, wenn aber der Verstorbene und vor seinem Tode der Überlebende geheiratet hat, war sie ja für ihn überhaupt nicht geeignet!?", "Pflichtet doch auch U͑la bei, daß, wenn er Samenerguß in der Nacht zum achten gemerkt hat, er nicht die Hände wegen der Daumen159Die der Priester im Tempelhofe mit dem Opferblute besprengen soll.hineinstecke, weil er zur Zeit, als er zur Darbringung des Opfers zulässig war, aus [der Unreinheit] nicht gekommen war.", "Nötig ist das ihr wegen des Falles, wenn zuerst der Verstorbene geheiratet hat und gestorben ist und nachher der Überlebende geheiratet hat.", "Wenn du aber willst, sage ich: dies160Daß an der Inzestuösen die Schwagerehe zu vollziehen sei.wäre durch eine Vergleichung, nach einer Lehre R. Jonas, zu entnehmen. R. Jona, manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte nämlich: Die Schrift sagt:47Lev. 18,29.denn jeder der etwas von all diesen Gräueln tut, soll ausgerottet werden; alle Inzestuösen werden mit der Frau seines Bruders verglichen: wie die Frau seines Bruders erlaubt ist, ebenso sind alle anderen Inzestuösen erlaubt; daher schrieb der Allbarmherzige ihr.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Merke, alle Inzestuösen können ja sowohl mit der Frau seines Bruders als auch mit der Schwester seiner Frau161Die Schrift erlaubt die erstere u. verbietet die letztere (durch das einschränkende W. ‘ihr’) zur Schwagerehe.verglichen werden, was veranlaßt dich, sie mit der Schwester seiner Frau zu vergleichen, vergleiche sie doch mit der Frau seines Bruders!?", "Wenn du willst, sage ich: wenn erleichternd und erschwerend, so vergleiche man erschwerend. Wenn du aber willst, sage ich: bei dieser und bei jenen162Der Schwester seiner Frau u. den übrigen Inzestuösen.ist es ein zweifacher Inzest, und man folgere hinsichtlich des zweifachen vom zweifachen, bei der anderen aber ist es ein einfacher Inzest, und man folgere nicht hinsichtlich des zweifachen vom einfachen.", "Raba erklärte: Hinsichtlich der Inzestuösen selbst ist kein Schriftvers nötig, denn das Gebot verdrängt kein mit der Ausrottung belegtes Verbot, nötig ist er nur, um die Nebenbuhlerin zu verbieten.", "Ist denn hinsichtlich der Inzestuösen selbst kein Schriftvers nötig, er lehrt163Ob. Fol. 3b.ja: ich weiß dies nur von dieser!?", "Wegen ihrer Nebenbuhlerin164Von der er weiter lehren will, muß er dies vorausschicken..", "Er lehrt165Ob. Fol. 3b.ja: ich weiß dies nur von diesen!? — Wegen ihrer Nebenbuhlerinnen166Cf. Anm. 164 mut. mut..", "Komm und höre: Rabbi sagte:167Dt. 25,5.Er nehme sie, er vollziehe die Schwagerehe an ihr, dies168Der Gebrauch des Suffixes.verbietet die Nebenbuhlerinnen und die Inzestuösen!?", "Lies: verbietet die Nebenbuhlerinnen der Inzestuösen. — Er führt ja zwei Schriftworte an, wahrscheinlich eines wegen der Inzestuösen und eines wegen der Nebenbuhlerin!?", "Nein, beide wegen der Nebenbuhlerin; eines verbietet die Nebenbuhlerin im Falle des Gebotes und eines erlaubt die Nebenbuhlerin außerhalb des Gebotes169ZBs. die Nebenbuhlerin seiner mit einem Fremden verheirateten Tochter.. — Aus welchem Grunde?", "Er vollziehe an ihr die Schwagerehe; bei der Schwagerehe ist die Nebenbuhlerin verboten, außerhalb der Schwagerehe ist die Nebenbuhlerin erlaubt.", "R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn er lehrt: fünfzehn Frauen entbinden ihre Nebenbuhlerinnen, er lehrt aber nicht: entbinden und sind entbunden170Demnach ist es ihm hinsichtl. der Inzestuösen selber klar, daß sie verboten sind..", "Schließe hieraus. — Wegen der Inzestuösen ist ein Schriftvers wohl deshalb nicht nötig, weil ein Gebot nicht ein mit der Ausrottung belegtes Verbot verdrängt, demnach ist ja auch wegen der Nebenbuhlerin kein Schriftvers nötig, da ein Gebot nicht ein mit der Ausrottung belegtes Verbot verdrängt!?", "R. Aḥa, Sohn des Bebaj Mar, sprach zu Rabina: Folgendes sagten wir im Namen Rabas: auch wegen der Nebenbuhlerin ist kein Schriftvers nötig, nötig ist er nur," ], [ "um die Nebenbuhlerin außerhalb des Gebotes zu erlauben. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt ihr, wo er zu ihr kommen171Falls die Schwagerehe zu vollziehen ist.muß, ist [die Nebenbuhlerin] verboten, wo er nicht zu ihr kommen muß, ist sie erlaubt.", "Rami b. Ḥama sprach zu Raba: Vielleicht ist die Inzestuöse selbst außerhalb des Gebotes erlaubt!? — Dies ist ja widersinnig: im Falle des Gebotes ist sie verboten, und außerhalb des Gebotes sollte sie erlaubt sein!?", "Jener entgegnete: Die Nebenbuhlerin beweist dies: im Falle des Gebotes ist sie verboten, außerhalb des Gebotes ist sie erlaubt!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:42Lev. 18,18.bei ihren Lebzeiten, solange sie lebt.", "Aber [die Worte] bei ihren Lebzeiten sind ja nötig, um [die Zeit] nach dem Tode auszuschließen!? — Dies geht hervor aus [den Worten]42Lev. 18,18.zu einem Weibe ihre Schwester.", "Hieße es nur zu einem Weibe ihre Schwester, so könnte man glauben, ist jene geschieden, sei diese erlaubt, so heißt es: bei ihren Lebzeiten, solange sie lebt, nicht einmal, wenn sie geschieden ist.", "Vielmehr, erklärte R. Hona b. Taḥlipha im Namen Rabas, es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt: und zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen172Weder diese selbst noch ihre Nebenbuhlerin, wie weit. erklärt wird., und es heißt: ihre Scham zu entblößen, worunter nur diese zu verstehen ist. Wie ist dies nun zu erklären? Im Falle des Gebotes sind beide verboten, außerhalb des Gebotes ist sie selbst verboten und die Nebenbuhlerin erlaubt.", "Vielleicht entgegengesetzt: im Falle des Gebotes ist sie selbst verboten und ihre Nebenbuhlerin erlaubt, außerhalb des Gebotes sind beide verboten!? — Wenn dem so wäre, brauchte es nicht ihr zu heißen.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Woher, daß [das Wort] ihr verbietend deutet, vielleicht erlaubend, und zwar meint es der Allbarmherzige wie folgt: und zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen, weder sie noch ihre Nebenbuhlerin, in Fällen von denen es nicht ihr heißt, im Falle aber, von dem es ihr heißt, sind beide erlaubt!?", "Worauf beziehen sich demnach die von einer [sprechenden Worte] ihre Scham zu entblößen!? Wenn vom Falle des Gebotes, so sind ja beide erlaubt, wenn außerhalb des Gebotes, so sind ja beide verboten.", "Der Text. Rabbi sagte: Er nehme sie, er vollziehe die Schwagerehe an ihr, dies verbietet die Nebenbuhlerinnen und die Inzestuösen. Werden hier denn Nebenbuhlerinnen genannt!? Ferner wird es ja hinsichtlich der Nebenbuhlerin aus [den Worten] zur Nebenbuhlerin gefolgert173Ob. Fol. 3b.!?", "[Die Worte] zur Nebenbuhlerin verwendet er für die Lehre R. Šimo͑ns174Weiter Fol. 28b.,", "und von der Nebenbuhlerin ist hier die Rede. Die Schrift sollte ja sagen: er nehme, weshalb: er nehme sie? Wenn ein zweifaches Nehmen175Wenn der Verstorbene zwei Frauen hinterlassen hat.vorliegt; kann er beliebig die eine oder die andere176Wenn keine von beiden inzestuös ist.nehmen, so ist sie erlaubt, wenn aber nicht, so sind beide verboten.", "Er vollziehe an ihr die Schwagerehe; ist die Schwagerehe zu vollziehen, so ist die Nebenbuhlerin verboten, ist die Schwagerehe nicht zu vollziehen, so ist die Nebenbuhlerin erlaubt. — Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] er nehme sie?", "Sie verwenden sie für eine Lehre des R. Jose b. Ḥanina, denn R. Jose b. Ḥanina sagte: Er nehme sie, dies lehrt, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen177Ohne Ḥaliça, wie von einer angetrauten Frau., und daß er sie wieder nehmen178Obgleich das Gebot der Schwagerehe bereits vollzogen worden ist.dürfe; und vollziehe an ihr die Schwagerehe, auch gegen ihren Willen.", "Und Rabbi!? — Die Lehre des R. Jose b. Ḥanina entnimmt er aus [den Worten] zur Frau, und daß es auch gegen ihren Willen erfolge, folgert er aus: ihr Schwager komme zu ihr.", "Wofür verwendet Rabbi [das Wort] ihr? — Dieses verwendet er für folgende Lehre: Das Gericht179Das wegen einer falschen Entscheidung einen Farren darzubringen hat; cf. Lev. 4,13.ist schuldig nur wegen einer Handlung, die bei Vorsatz mit der Ausrottung und bei Versehen mit einem Sündopfer belegt ist; ebenso auch der Gesalbte180Sc. Hochpriester (cf. Lev. 4,3); Bezeichnung des Hochpriesters während des 1. Tempels, als Ggs. zum Hochpriester während des 2. Tempels, der nur durch die Amtskleidung in sein Amt eingesetzt wurde.." ], [ "Auch beim Götzendienste181Dessentwegen die Gemeinde Farren u. Ziegenbock als Opfer darzubringen hat.nur wegen einer Handlung, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung182Wenn man einem Götzen göttliche Verehrung erweist; cf. Syn. Fol. 60b.und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht. Ferner haben wir gelernt: Wegen aller Gebote der Tora, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, bringt der einzelne ein Lamm oder eine Ziege, der Fürst einen Ziegenbock und der Gesalbte und das Gericht einen Farren dar.", "Wegen des Götzendienstes bringen der einzelne, der Fürst und der Gesalbte eine Ziege und die Gemeinde einen Farren und einen Ziegenbock dar, einen Farren als Brandopfer und einen Ziegenbock als Sündopfer. Woher dies?", "Die Rabbanan lehrten:183Lev. 4,14.Und kund geworden ist die Sünde, der sie sich schuldig gemacht haben. Rabbi sagte: Hierbei heißt es der und dort184Lev. 18,18; an beiden Stellen wird das W. עליה gebraucht.heißt es der, wie es dort eine Handlung ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, ebenso auch hierbei eine Handlung, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht.", "Wir wissen dies von der Gemeinde, woher dies vom Gesalbten? — Vom Gesalbten wird gelehrt:185Lev. 4,3.zur Verschuldung [des Volkes], demnach gleicht der Gesalbte der Gemeinde.", "Hinsichtlich des einzelnen und des Fürsten ist es durch [das Wort] Gebot186Das bei allen (Lev. 4,2,13,22,27) gebraucht wird.zu folgern.", "«Auch beim Götzendienste nur wegen einer Handlung, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht.» Beim Götzendienste ist dies hinsichtlich der Gemeinde durch [das Wort] Augen187Das sowohl beim Götzendienste (Num. 15,24) als auch bei der falschen Entscheidung (Lev. 4,13) gebraucht wird.zu folgern,", "und hinsichtlich des einzelnen, des Fürsten und des Gesalbten aus [den Worten]188Num. 15,27.und wenn eine Person, einerlei ob ein einzelner, der Fürst oder der Gesalbte;", "das und ist eine Verbindung mit dem vorangehenden189Vorangehend wird von der Gemeinde gesprochen., und man folgere hinsichtlich des folgenden vom vorangehenden.", "Woher entnehmen dies die Rabbanan? — Sie entnehmen es aus dem, was R. Jehošua͑ seinem Sohne vortrug:190Num. 15,29,30.Eine Bestimmung gelte für euch, für den, der versehentlich tut; die Person aber, die es mit erhobener Hand tut;", "die ganze Tora wird mit dem Götzendienste verglichen; wie der Götzendienst eine Handlung ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, ebenso alles andere, dessentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht.", "Wir wissen dies vom einzelnen, dem Fürsten und dem Gesalbten sowohl hinsichtlich des Götzendienstes als auch hinsichtlich anderer Gesetze, ebenso auch von der Gemeinde hinsichtlich des Götzendienstes, denn die Schrift sagt: und wenn eine Person, und man folgere hinsichtlich des vorangehenden189Vorangehend wird von der Gemeinde gesprochen.vom folgenden,", "woher dies aber von der Gemeinde hinsichtlich anderer Gesetze? — Es ist durch [das Wort] Augen187Das sowohl beim Götzendienste (Num. 15,24) als auch bei der falschen Entscheidung (Lev. 4,13) gebraucht wird.zu folgern. — Wofür verwendet Rabbi [die Worte] eine Bestimmung? — Er verwendet es für folgende Lehre: Wir finden, daß die Schrift zwischen einzelnen und einer Gesamtheit unterschieden191Bei der Bestrafung wegen Götzendienstes.hat,", "indem einzelne durch Steinigung [getötet werden] und ihr Vermögen verschont wird,", "während eine Gesamtheit durch das Schwert [getötet] und ihr Vermögen vernichtet wird, somit könnte man glauben, daß sie auch hinsichtlich ihrer Opfer zu unterscheiden seien, so heißt es: eine Bestimmung gelte für euch.", "R. Ḥilqija aus Hagronja wandte ein: Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: eine Bestimmung gelte für euch, sonst aber würde man gesagt haben, sie seien zu unterscheiden; was sollten sie192Die Einwohner einer abtrünnigen Stadt.denn darbringen: wenn einen Farren, so bringt ja die Gemeinde einen solchen wegen anderer Vergehen dar,", "wenn ein Lamm, so bringt ja ein einzelner ein solches wegen anderer Vergehen dar, wenn einen Ziegenbock, so bringt ja ein Fürst einen solchen wegen anderer Vergehen dar, wenn einen Farren als Brandopfer und einen Ziegenbock als Sündopfer, so bringt ja die Gemeinde solche wegen Götzendienstes dar, und wenn eine Ziege, so ist diese ja das Opfer eines einzelnen!?", "Dies ist nötig; da die Gemeinde wegen einer [irrigen] Entscheidung einen Farren als Brandopfer und einen Ziegenbock als Sündopfer darbringt, so könnte man glauben, diese bringen sie umgekehrt dar.", "Oder aber: sie sollten193Ein anderes Opfer darbringen, können es aber nichtes, nur gebe es für sie kein Mittel, so lehrt er uns.", "Levi sprach zu Rabbi: Wieso heißt es fünfzehn, es sollte doch sechzehn heißen!? Dieser erwiderte: Ich glaube, dieser hat kein Gehirn im Schädel.", "Du meinst wohl [dazu komme noch] die Mutter, die Genotzüchtigte seines Vaters,", "aber über die Genotzüchtigte seines Vaters besteht ein Streit zwischen R. Jehuda194Cf. supra Fol. 4a et infra Fol. 97a.und den Rabbanan, und von Strittigem spricht er nicht.", "Etwa nicht, über die Inzestuösen infolge eines Gebotes oder infolge der Standesheiligkeit streiten ja", "R. A͑qiba195Cf. infra Fol. 20a.und die Rabbanan, und er lehrt von diesen!?", "Wir meinen, in diesem Abschnitte. — Er lehrt196In diesem Abschnitte, weit. Fol. 13a.ja: die Schule Šammajs erlaubt die Nebenbuhlerinnen den anderen Brüdern und die Schule Hillels verbietet sie!?", "Die Ansicht der Schule Šammajs gegen die Schule Hillels gilt nicht197Da nach der Schule H.s entschieden wird; cf. Er. Fol. 13b.als Lehre. — Über die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders streiten ja" ], [ "R. Šimo͑n und die Rabbanan, und er nennt diese!?", "Über den Fall, wenn die Vollziehung der Schwagerehe nach der Geburt198Des 3. Bruders; bei seiner Geburt bestand noch die Pflicht der Schwagerehe u. sie war ihm verboten.erfolgt ist streitet R. Šimo͑n nicht.", "R. Oša͑ja sagte ja aber, R. Šimo͑n streite auch hinsichtlich des ersteren199Des eben genannten Falles.!?", "R. Oša͑ja ist widerlegt worden.", "Aber R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs und ebenso lehrte R. Ḥija: Bei diesen allen200Den 15 Inzestuösen.kann es vorkommen, daß die diesem verbotene201Bei mit Brüdern verheirateten Schwestern; ausführl. weiter Fol. 28b.jenem erlaubt, und die jenem verbotene diesem erlaubt ist, und daß an der Schwester, die ihre Schwägerin ist, die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist.", "R. Jehuda bezieht dies [auf die Inzestuösen] von der Schwiegermutter ab, nicht aber auf die sechs vorangehenden,", "denn dies202Die von R. genannte Möglichkeit.kann nur bei seiner Tochter", "von einer Genotzüchtigten vorkommen und nicht von einer Angeheirateten, und er spricht nur von Angeheirateten und nicht von Genotzüchtigten.", "Abajje bezieht dies auch auf die Tochter seiner Genotzüchtigten, denn da es bei dieser vorkommen kann, so ist es einerlei, ob von der Genotzüchtigten oder von der Angeheirateten, nicht aber auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders,", "denn dies kann nur nach R. Šimo͑n vorkommen und nicht nach den Rabbanan, und von Strittigem spricht er nicht.", "R. Saphra bezieht dies auch auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und zwar kann dies bei sechs Brüdern vorkommen, nach R. Šimo͑n." ], [ "Als Merkzeichen diene dir: gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen, gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen203Wenn es bei beiden in dieser Reihenfolge erfolgt ist. Die letztgenannte Erklärung der auf unsere Mišna sich beziehenden Worte RḤ.s kann nur in einem Falle vorkommen, über den ein Streit besteht..", "Rabbi hält nichts von jenen Regeln204RḤ.s; die Mišna spricht nicht von strittigen Fällen.. R. Ada aus Qorḥina erklärte vor R. Kahana im Namen Rabas: Tatsächlich hält Rabbi von jenen Regeln, und dies205Seine Abweisung des Einwandes Levis.ist wie folgt zu verstehen: bei der Mutter, der Genotzüchtigten seines Vaters, kann nur eines206Der beiden von RḤ. genannten Möglichkeiten. vorkommen und nicht beides;", "hat Ja͑qob zwei Schwestern genotzüchtigt, so kann es vorkommen, daß die Schwester ihre Schwägerin ist, nicht aber, daß die diesem verbotene jenem erlaubt207In diesem Falle sind jedem beide verboten.ist,", "und hat er zwei einander Fremde genotzüchtigt, so kann es vorkommen, daß die diesem verbotene jenem erlaubt ist, nicht aber, daß die Schwester ihre Schwägerin ist.", "R. Aši erklärte: Tatsächlich hält Rabbi nichts von jenen Regeln, auch spricht [die Mišna] von Strittigem, und wenn er zu ihm sagte: ich glaube, dieser hat kein Gehirn im Schädel,", "so meinte er es wie folgt: du solltest über die Mišna genau nachdenken; sie vertritt die Ansicht R. Jehudas, der die Genotzüchtigte seines Vaters verbietet.", "[Weiter] lehrt er nämlich, sechs Inzestuöse seien strenger als jene, weil sie mit Fremden verheiratet waren, und ihre Nebenbuhlerinnen sind erlaubt: die Mutter, die Frau seines Vaters und die Schwester seines Vaters [&c.]. Welche Mutter, wenn die Angeheiratete seines Vaters, so ist sie ja die Frau seines Vaters;", "doch wohl die Genotzüchtigte seines Vaters, und er lehrt: weil sie mit Fremden verheiratet waren. Nur mit Fremden, nicht aber mit den Brüdern. Der diese Ansicht vertritt, ist R. Jehuda, der die Genotzüchtigte seines Vaters verbietet208Der Verstorbene kann somit die Mutter seines Bruders nicht geheiratet haben., und deshalb lehrt er nicht von dieser.", "Rabina sprach zu R. Aši: Dies kann ja auch nach R. Jehuda vorkommen, wenn jener das Verbot übertreten und sie geheiratet hat!? — Von Übertretungen209Wörtl. ‘wenn’, sc. dieser Fall eingetreten ist.spricht er nicht.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Dies kann ja auch ohne Übertretung210Seitens des Verstorbenen.vorkommen; wenn Ja͑qob seine Schwiegertochter genotzüchtigt, von ihr einen Sohn gezeugt hat und [ihr Ehemann] kinderlos gestorben ist, sodaß sie ihrem Sohne [zur Schwagerehe] zufällt; da sie selbst ihm verboten ist, so ist ihm auch ihre Nebenbuhlerin verboten.", "Dieser erwiderte: Er spricht nur von der auf erlaubte Weise erfolgten Bruderschaft, nicht aber von der auf verbotene Weise erfolgten.", "Dennoch berichtigte es Levi in seiner Mišna, denn Levi lehrte: Die Mutter entbindet zuweilen die Nebenbuhlerin und zuweilen nicht: wenn seine Mutter eine Angeheiratete seines Vaters war und sein Bruder väterlicherseits sie geheiratet hat und gestorben ist, so entbindet die Mutter211Da ihre Heirat mit dem Verstorbenen ungültig war.ihre Nebenbuhlerin nicht;" ], [ "wenn aber seine Mutter eine Genotzüchtigte seines Vaters war und sein Bruder väterlicherseits sie geheiratet hat und gestorben ist, so entbindet seine Mutter ihre Nebenbuhlerin.", "Somit ist, obgleich die Weisen in unserer Mišna von fünfzehn [Inzestuösen] lehren, noch eine sechzehnte, nämlich diese, hinzuzufügen. Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Sollte er doch nach Levi, nach dem auch Übertretungsfälle aufgeführt werden, auch den Fall lehren, wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça212Wodurch sie ihm verboten wird.vollzogen, sie sich angetraut hat und darauf kinderlos gestorben ist; da sie verboten ist, so ist auch ihre Nebenbuhlerin verboten!?", "Dieser erwiderte: Weil bei dieser eine Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin nicht vorkommen kann213Da die Witwe allen Brüdern verboten ist..", "Sollte er ihm doch erwidert haben: sie ist ihnen214Nach seiner eigenen Ansicht.nur mit einem Verbote215Und nicht mit der Ausrottung.belegt, und an den mit einem Verbote belegten, ist die Ḥaliça und die Schwagerehe zu vollziehen!?", "Er erwiderte ihm nach seiner Ansicht: nach meiner Ansicht ist sie nur mit einem Verbote belegt, und an den mit einem Verbote belegten ist die Ḥaliça und die Schwagerehe zu vollziehen; aber auch nach deiner Ansicht, daß sie mit der Ausrottung belegt ist, weil bei dieser eine Nebenbuhlerin einer Nebenbuhlerin nicht vorkommt.", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so macht er sich, wie Reš Laqiš sagt, wegen der Ḥaluça216Die Frau an der die Ḥaliça vollzogen worden ist. Die passive Form חלוצה (während bei dieser Zeremonie die Frau aktive Person ist) ist wohl durch Angleichung mit גרושה (Geschiedene) entstanden.nicht der Ausrottung schuldig", "und die Brüder machen sich wegen der Ḥaluça der Ausrottung schuldig; wegen der Nebenbuhlerin aber machen sich sowohl er als auch die Brüder der Ausrottung schuldig.", "R. Joḥanan aber sagt, sowohl er als auch die Brüder machen sich der Ausrottung schuldig weder wegen der Ḥaluça noch wegen der Nebenbuhlerin. Was ist der Grund des Reš Laqiš?", "Die Schrift sagt:217Dt. 25,9.der nicht baut, sobald er nicht gebaut hat, darf er nicht mehr bauen; er selbst darf nicht mehr218Wenn er sie sich antraut, begeht er ein Verbot.bauen, die Brüder aber verbleiben im bisherigen219Sie machen sich wegen der Frau ihres Bruders der Ausrottung schuldig.Zustande;", "an dieser selbst darf er nicht bauen, die Nebenbuhlerin aber verbleibt im bisherigen Zustande.", "Und R. Joḥanan!? — Ist es denn denkbar, daß von vornherein sowohl dieser als auch jener220Die Ḥ. kann durch jeden der Brüder u. an jeder der hinterbliebenen Frauen vollzogen werden.die Ḥaliça vollziehen darf, sowohl an dieser als auch an jener220Die Ḥ. kann durch jeden der Brüder u. an jeder der hinterbliebenen Frauen vollzogen werden.die Ḥaliça vollzogen werden darf, und man sich hinterher dieserhalb der Ausrottung schuldig macht!?", "Vielmehr hat er in Vertretung der Brüder und sie in Vertretung der Nebenbuhlerin221Er selber u. die Brüder, die Ḥaluça u. die Nebenbuhlerinnen gleichen einander hinsichtl. des Vergehens.gehandelt.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn er an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so benötigt sie222Wenn auch der 2. Bruder kinderlos gestorben ist.der Ḥaliça von den Brüdern. Einleuchtend ist es, daß sie der Ḥaliça von den Brüdern benötigt, nach meiner Ansicht, daß sie sich dieserhalb eines Verbotes schuldig machen,", "wieso aber benötigt sie nach deiner Ansicht der Ḥaliça223Bei den mit der Ausrottung belegten hat die Ḥ. nicht zu erfolgen.!?", "Wie ist, auch nach deiner Ansicht, der Schlußsatz zu erklären: hat einer von den Brüdern224Nicht derjenige, der die Ḥ. vollzogen hat.sie sich angetraut, so hat sie keinen Anspruch225Die Antrauung ist ungültig, da die Heirat mit der Ausrottung belegt ist.an ihn. Weshalb hat sie, wenn sie sich nur eines Verbotes schuldig machen, keinen Anspruch an ihn!?", "R. Šešeth erwiderte: Der Schlußsatz vertritt die Ansicht R. A͑qibas, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig. — Demnach sollte er doch lehren: so hat sie nach R. A͑qiba keinen Anspruch an ihn!?" ], [ "Ein Einwand. R. Aši ist der Ansicht des Reš Laqiš und erklärt es nach R. Šimo͑n226Der 2. Passus stimmt dann, u. der 1. Passus handelt von Brüdern, die nach der Trauung des zweiten Bruders geboren sind, auf die nach RŠ. das Verbot sich nicht erstreckt., und Rabina ist der Ansicht R. Joḥanans und erklärt es nach den Rabbanan227Der 2. Passus handelt vom genannten Falle, in dem nach den Rabbanan das Verbot sich auch auf die später geborenen Brüder erstreckt..", "R. Aši ist der Ansicht des Reš Laqiš und erklärt es nach R. Šimo͑n. Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so benötigt sie der Ḥaliça von den Brüdern,", "nämlich den später geborenen Brüdern, nach R. Šimo͑n;", "hat einer von den Brüdern, den vorher geborenen, sie sich angetraut, so hat sie keinen Anspruch an ihn, nach Reš Laqiš.", "Rabina ist der Ansicht R. Joḥanans und erklärt es nach den Rabbanan. Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so benötigt sie der Ḥaliça von den Brüdern, nämlich den vorher geborenen Brüdern, nach R. Joḥanan;", "hat einer von den Brüdern, den später geborenen, sie sich angetraut, so hat sie keinen Anspruch an ihn, nach den Rabbanan.", "Es wurde gelehrt: [Über den Fall], wenn einer der Schwägerin beigewohnt hat und dann einer von den Brüdern der Nebenbuhlerin beiwohnt, streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er habe sich der Ausrottung schuldig gemacht, und einer sagt, er habe ein Gebot228Die Schwagerehe nur einmal zu vollziehen.übertreten.", "Einer sagt, sich der Ausrottung schuldig gemacht, nach Reš Laqiš229Die erste Schwagerehe erfolgte nicht im Auftrage der Brüder, vielmehr bleibt für sie das mit der Ausrottung belegte Verbot bestehen., und einer sagt, ein Gebot übertreten, nach R. Joḥanan230Durch das Gebot der Schwagerehe, die der erste im Auftrage aller Brüder vollzogen hat, ist die Ausrottung für alle aufgehoben worden u. nur die Übertretung des genannten Gebotes bleibt bestehen..", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Nebenbuhlerin der Ehebruchsverdächtigten ist verboten231Sie ist sogar von der Ḥaliça entbunden.,", "denn bei dieser heißt es232Cf. Lev. 18,24 u. Num. 5,13. ‘Unreinheit’, wie bei den Inzestuösen.", "R. Ḥisda wandte ein: R. Šimo͑n sagt, die Beiwohnung oder die Ḥaliça des Bruders des ersten233Der beiden Ehemänner. Wenn eine Frau auf Grund einer Todeserklärung ihres Ehemannes einen anderen geheiratet hat u. darauf erfährt, daß ihr erster Mann lebe, so ist sie beiden verboten; sterben beide kinderlos, so haben die Brüder an ihr die Ḥ. zu vollziehen.entbinde die Nebenbuhlerin234Die 2. Ehe ist ungültig u. das Verbot erstreckt sich nur auf die Frau u. nicht auf die Nebenbuhlerin; dasselbe sollte auch von der Nebenbuhlerin der Ehebruchsverdächtigten gelten.!?", "Ich spreche von einem Ehebruche235Die Ehebrecherin ist ihrem Manne nach der Tora verboten.der Tora, du aber sprichst von einem rabbanitischen Ehebruche236Im angezogenen Falle ist die Frau ihrem 1. Manne nur rabbanitisch verboten..", "Was dachte der, der diesen Einwand erhob? — Er glaubte, die Rabbanan haben alle ihre Bestimmungen denen der Tora gleichgestellt.", "R. Aši wandte ein: Ging sie mit ihm237Die Verdächtigte mit dem Ehebrecher.in einen verborgenen Raum und verweilte da die Dauer einer Verunreinigung238Der Vollzug des Beischlafes., so ist sie ihrem Manne verboten, auch darf sie239Wenn ihr Mann Priester ist.keine Hebe essen; stirbt er, so ist an ihr die Ḥaliça" ], [ "und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. — Ich spreche von einer entschiedenen Ehebrecherin, du aber sprichst von einer zweifelhaften Ehebrecherin.", "An einer entschiedenen Ehebrecherin wohl deshalb, weil es bei dieser ‘Unreinheit’ heißt, auch bei der zweifelhaften Ehebrecherin heißt es ja ‘Unreinheit’!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jose b. Kiper sagte im Namen R. Elea͑zars: Die Wiedernahme seiner Geschiedenen ist nach der Verheiratung240Wenn sie inzwischen mit einem anderen verheiratet bezw. verlobt war.verboten und nach der Verlobung240Wenn sie inzwischen mit einem anderen verheiratet bezw. verlobt war.erlaubt, denn es heißt: 241Dt. 24,4.nachdem sie verunreinigt242Vom 2. Manne beschlafen.worden ist.", "Die Weisen sagen, ob so oder so sei es verboten, und [die Worte:] nachdem sie verunreinigt worden ist, deuten darauf, daß die Ehebruchsverdächtigte, die sich verborgen hat, einbegriffen sei.", "Unter ‘verborgen’ ist die Beiwohnung zu verstehen, und er nennt dies deshalb ‘verborgen’, weil er einen euphemistischen Ausdruck gebrauchen will. — Hinsichtlich der Beiwohnung heißt es ja ausdrücklich ‘Unreinheit’:243Num. 5,13.und sie sich verborgen und verunreinigt hat!?", "Um dies244Die Wiedernahme seiner Frau, die die Ehe gebrochen.mit einem Verbote zu belegen. — Und R. Jose b. Kiper!? — Nach ihm begeht man wegen der Ehebruchsverdächtigten kein Verbot, selbst wenn sie die Ehe gebrochen hat,", "denn hierbei245Beim Verbote der Wiedernahme seiner Frau, nachdem sie einem anderen angehört hat.werden Heirat246Wörtl. ‘sein’, sc. die Frau eines anderen (cf. Dt. 24,2); beim Ehebruche dagegen war der Verkehr ein außerehelicher.und Ehe genannt.", "R. Jehuda fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit der Nebenbuhlerin der nach der Verheiratung wiedergeheirateten Geschiedenen247Hinsichtl. der Schwagerehe.? Nach R. Jose b. Kiper ist dies nicht fraglich; nach ihm bezieht sich [das Wort] ‘Unreinheit’ auf die wieder genommene Geschiedene, und die Nebenbuhlerin gleicht dieser selbst;", "auch [die Einschränkung:]248Dt. 24,4.sie ist ein Gräuel, nur sie ist ein Gräuel, bezieht sich auf ihre Kinder, die kein Gräuel sind, ihre Nebenbuhlerin aber ist ein Gräuel.", "Fraglich ist es nur nach den Rabbanan: ist der Schriftvers, obgleich die Rabbanan sagen, [das Wort] ‘Unreinheit’ beziehe sich auf die Ehebruchsverdächtigte, nicht aus seinem einfachen Sinne249Die genannte Bezeichnung befindet sich im Abschnitte von der wiedergenommenen Geschiedenen u. ist auch auf diese zu beziehen, u. gleich dieser ist auch die Nebenbuhlerin verboten u. zur Schwagerehe ungeeignet.zu bringen,", "oder aber bleibt er, da er umgesetzt worden250Die angezogene Bezeichnung bezieht sich nicht auf die wiedergenommene Geschiedene.ist, umgesetzt? Manche lesen: Nach den Rabbanan ist es nicht fraglich, denn da der Schriftvers umgesetzt worden ist, so bleibt er umgesetzt,", "fraglich ist es nur nach R. Jose b. Kiper: hat der Allbarmherzige, obgleich R. Jose b. Kiper sagt, [das Wort] ‘Unreinheit’ beziehe sich auf die wiedergenommene Geschiedene, durch [die Worte] sie ist ein Gräuel die Nebenbuhlerin ausgeschlossen, oder aber: sie ist ein Gräuel, nicht aber sind ihre Kinder ein Gräuel, die Nebenbuhlerin aber ist ein Gräuel?", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Ist eine251Der Frauen des Verstorbenen. geeignet und eine ungeeignet, so soll er, wenn er die Ḥaliça vollzieht, dies an der ungeeigneten, und wenn er die Schwagerehe vollzieht, dies [auch] an der geeigneten tun.", "Was heißt geeignet und was heißt ungeeignet: wollte man sagen, geeignet für alle Welt252Auch für Priester, denen manche verboten sind; cf. Lev. 21,7.und ungeeignet für alle Welt, so ist es ja, wenn sie nur für ihn geeignet ist, für ihn irrelevant;", "doch wohl für ihn geeignet und für ihn ungeeignet, nämlich eine wiedergenommene Geschiedene, und er lehrt, daß, wenn er die Schwagerehe vollzieht, er dies [auch] an der geeigneten tue.", "Nein, tatsächlich geeignet für alle Welt und ungeeignet für alle Welt; wenn du aber einwendest, wenn sie nur für ihn geeignet ist, sei es für ihn irrelevant, so ist eine Lehre R. Josephs zu berücksichtigen.", "R. Joseph sagte nämlich, hier lehre Rabbi, daß man sein Brunnenwasser nicht ausschütte, wenn andere dessen benötigen253Er darf die für Priester geeignete Frau nicht durch die H. ungeeignet machen..", "Komm und höre: An der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen und an ihrer Nebenbuhlerin ist die Ḥaliça zu vollziehen. Doch wohl nicht an ihr und an ihrer Nebenbuhlerin, vielmehr lese man: entweder an ihr oder an ihrer Nebenbuhlerin.", "Du hast es ja berichtigen müssen, berichtige wie folgt: an ihr ist die Ḥaliça, an ihrer Nebenbuhlerin aber entweder die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.", "R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan fragte, wie es sich mit der Nebenbuhlerin der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen verhalte. Da sprach R. Ami zu ihm: Du kannst es ja hinsichtlich dieser selbst fragen!? — Hinsichtlich dieser selbst ist es mir nicht fraglich,", "denn wir sagen, es sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie dem, der ihr erlaubt254Ihrem ersten Manne.war, verboten ist, um wieviel mehr dem, der ihr verboten255Ihrem Schwager, für den sie die Frau seines Bruders ist.war; fraglich ist es mir nur hinsichtlich der Nebenbuhlerin: reicht [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, auch die Nebenbuhlerin zu verdrängen, oder nicht?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es wie folgt: R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan fragte, wie es sich mit der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen verhalte. Da sprach R. Ami zu ihm: Du kannst es ja hinsichtlich der Nebenbuhlerin fragen!? — Hinsichtlich der Nebenbuhlerin ist es mir nicht fraglich, denn [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere reicht nicht, auch die Nebenbuhlerin zu verdrängen; fraglich ist es mir nur hinsichtlich dieser selbst: reicht [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere im Falle eines Gebotes256Das Gebot der Schwagerehe zu verdrängen.oder nicht?" ], [ "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Ist eine geeignet und eine ungeeignet, so soll er, wenn er die Ḥaliça vollzieht, dies an der ungeeigneten, und wenn er die Schwagerehe vollzieht, dies [auch] an der geeigneten tun. Was heißt geeignet und was heißt ungeeignet: wollte man sagen, geeignet für alle Welt und ungeeignet für alle Welt, so ist es ja, wenn sie nur für ihn geeignet ist, für, ihn irrelevant;", "doch wohl für ihn geeignet und für ihn ungeeignet, nämlich die wiedergenommene Geschiedene, und er lehrt, daß, wenn er die Schwagerehe vollzieht, er dies [auch] an der geeigneten tue.", "Nein, geeignet für alle Welt und ungeeignet für alle Welt; wenn du aber einwendest, wenn sie nur für ihn geeignet ist, sei es für ihn irrelevant, so ist eine Lehre R. Josephs zu berücksichtigen. R. Joseph sagte nämlich, hier lehre Rabbi, daß man sein Brunnenwasser nicht ausschütte, wenn andere dessen benötigen.", "Komm und höre: An der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen und an ihrer Nebenbuhlerin ist die Ḥaliça zu vollziehen. Doch wohl nicht an ihr und an ihrer Nebenbuhlerin, vielmehr lese man: entweder an ihr oder an ihrer Nebenbuhlerin. — Du hast es ja berichtigen müssen, berichtige wie folgt: an ihr ist die Ḥaliça, an ihrer Nebenbuhlerin aber entweder die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.", "R. Leli b. Mamal sagte im Namen Mar U͑qabas im Namen Šemuéls: Die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden ist verboten. Wem, wollte man sagen, den übrigen Brüdern, so sollte doch, wenn sie selbst erlaubt ist, denn Šemuél sagte, daß sie, wenn sie einem die Weigerung erklärt hat, dem anderen erlaubt ist, ihre Nebenbuhlerin es um so mehr sein.", "Vielmehr, ihm257Dem Schwager, dem sie die Weigerung erklärt hat.selbst. — Die Weigerungserklärende ist den Brüdern wohl deshalb erlaubt, weil sie ihnen gegenüber nichts getan258Inzest kommt durch die Annullierung der Heirat im Fortfall u. die Weigerung erstreckt sich nur auf den einen Schwager.hat; aber auch die Nebenbuhlerin hat ja ihnen gegenüber nichts getan!?", "Mit Rücksicht auf die Nebenbuhlerin seiner weigerungserklärenden Tochter259Man würde auch diese als erlaubt erklären.. — Ist denn die Nebenbuhlerin seiner weigerungserklärenden Tochter verboten, wir haben ja gelernt, daß, wenn von diesen allen eine gestorben ist oder die Weigerung erklärt hat, ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt sind.", "Wem die Weigerung erklärt: wenn dem Ehemanne, so ist dies ja dasselbe, was geschieden; doch wohl dem Schwager!?", "Nein, tatsächlich dem Ehemanne, und es gibt zwei Arten von Scheidung. — Wenn dem Ehemanne, wohl deshalb, weil sie dadurch die Heirat annulliert hat;", "aber auch wenn dem Schwager, annulliert sie ja dadurch die frühere Heirat!?", "Wegen einer Lehre des Rami b. Jeḥezqel, denn Rami b. Jeḥezqel lehrte: Hat sie die Weigerung dem Ehemanne erklärt, so ist sie seinem Vater erlaubt, hat sie die Weigerung dem Schwager erklärt, so ist sie seinem Vater verboten.", "Sie erscheint demnach beim Zufallen260Beim Tode ihres Mannes, da die Heirat vorher nicht annulliert worden ist.als seine Schwiegertochter,", "ebenso erscheint sie auch hierbei beim Zufallen als Nebenbuhlerin seiner Tochter.", "R. Asi sagte: Die Nebenbuhlerin der Sterilen261Wenn eine der hinterbliebenen Frauen steril ist; da an dieser die Schwagerehe nicht vollzogen werden kann u. die Inzestuosität bestehen bleibt, so ist auch die Nebenbuhlerin verboten.ist verboten, denn es heißt:262Dt. 25,6.so soll der Erstgeborene, den sie gebiert, ausgenommen die Sterile, die nicht gebiert.", "R. Šešeth wandte ein: Wenn drei Brüder drei einander fremde Frauen geheiratet haben, und nachdem einer von ihnen gestorben ist, der andere an [die Witwe] die Eheformel263Als Ggs. zur Antrauungsformel, die bei einer gewöhnlichen Heirat erforderlich ist. Dadurch ist sie noch nicht vollständig in den Besitz des Schwagers gekommen, sodaß die Witwe teils durch den ersten u. teils durch den zweiten an den dritten Bruder gebunden ist.gerichtet hat", "und ebenfalls gestorben ist, so ist an ihnen264Der Witwe des ersten u. der Witwe des zweiten Bruders.die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, denn es heißt:265Dt. 25,5.und einer von ihnen stirbt, so komme der Schwager zu ihr; nur die der Gebundenheit mit einem Schwager unterliegt, nicht aber, die der Gebundenheit mit zwei Schwägern unterliegt.", "Und hierzu wird gelehrt: R. Joseph sagte: Diese ist eine Nebenbuhlerin der Frau seines Bruders väterlicherseits, bei der das Verbot durch das Zufallen veranlaßt worden ist; ein Fall, wie wir ihn in der ganzen Tora nicht finden.", "[Die Worte] ‘diese ist’ schließen wohl die Nebenbuhlerin der Sterilen aus, die erlaubt ist!?", "Nein, sie schließen die Nebenbuhlerin der Sterilen aus, die verboten266Gänzlich, sie benötigt nicht einmal der Ḥaliça.ist. — Was heißt demnach ‘diese ist’? — Bei dieser ist das Verbot durch das Zufallen veranlaßt worden, daher benötigt die Nebenbuhlerin der Ḥaliça, die der Sterilen aber benötigt auch der Ḥaliça nicht. — Aus welchem Grunde? — Diese ist nach der Tora [ausgeschlossen]267Nach dem Wortlaute des oben angeführten Schriftverses., jene aber rabbanitisch.", "Wir haben gelernt: Wenn von diesen allen eine gestorben ist, die Weigerung erklärt hat, geschieden oder als steril befunden worden ist, so sind ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt!? Das ist kein Einwand; das eine, wenn er es gemerkt268Und da er einverstanden war, so war die Heirat giltig; die Nebenbuhlerin ist daher inzestuös, jed. nach dem oben angeführten Schriftverse von der Schwagerehe entbunden.hatte, das andere,", "wenn er es nicht gemerkt269Die Heirat war überhaupt ungiltig u. die Nebenbuhlerin daher erlaubt.hatte.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt ‘befunden’ und nicht ‘waren’. Schließe hieraus. Raba sagte:" ], [ "Die Halakha ist, die Nebenbuhlerin der Sterilen ist erlaubt, selbst wenn er es gemerkt hatte, und selbst die Nebenbuhlerin seiner sterilen Tochter.", "Es heißt ja aber ‘befunden’!? — Lies: ‘waren’. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Sowohl die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden, als auch die Nebenbuhlerin der Sterilen, als auch die Nebenbuhlerin der wiedergenommenen Geschiedenen; sie sind alle erlaubt.", "R. Bebaj lehrte vor R. Naḥman: Drei Frauen dürfen den Beischlaf mit Watte270Um eine Konzeption zu verhindern.vollziehen: die Minderjährige, die Schwangere und die Säugende. Die Minderjährige, weil sie schwanger werden und weil sie sterben könnte; die Schwangere, weil sie aus dem Fötus eine Mißgeburt271Durch Superfötation, die der T. für möglich hält.machen könnte; die Säugende, weil sie ihr Kind [vorzeitig] entwöhnen und es sterben könnte.", "‘Minderjährige’ heißt sie von ihrem elften Jahre nebst einem Tage bis zu ihrem zwölften Jahre nebst einem Tage; jünger oder älter vollziehe sie den Beischlaf auf gewöhnliche Weise — so R. Meír. Die Weisen sagen, die eine wie die andere vollziehe den Beischlaf auf gewöhnliche Weise, und im Himmel werde man sich ihrer erbarmen, denn es heißt:272Ps. 116,6.der Herr behütet die Einfältigen.", "Wenn es heißt: weil sie schwanger werden und weil sie sterben könnte, so ist es ja möglich, daß eine Minderjährige schwanger wird und nicht stirbt; demnach kann ja die Weigerungserklärung bei der Schwiegermutter273Wenn sie während ihrer Minderjährigkeit geboren hat.vorkommen,", "während wir gelernt haben, daß bei der Schwiegermutter, der Mutter seiner Schwiegermutter und der Mutter seines Schwiegervaters Sterilität und Weigerungserklärung nicht vorkommen können!? — Lies: weil sie schwanger werden und sterben275Bei der Geburt; sie gebiert nicht. könnte.", "Raba b. Livaj sagte nämlich, es gebe hierbei bestimmte Grenzen: vor diesem Alter276Der oben begrenzten Zeit der Minderjährigkeit.wird sie überhaupt nicht schwanger, während dieses Alters stirbt sie und stirbt das Kind, nach diesem Alter bleibt sie leben und bleibt das Kind leben.", "Dem ist ja aber nicht so, Rabba b. Šemuél lehrte ja, bei der Schwiegermutter, der Mutter seiner Schwiegermutter und der Mutter seines Schwiegervaters können Sterilität und Weigerungserklärung nicht vorkommen, da sie geboren277Es heißt nicht: weil sie bei der Geburt großjährig waren; demnach gebiert die Minderjährige.haben!? — Vielmehr, tatsächlich [lese man:] weil sie schwanger werden und weil sie sterben könnte. — Demnach bleibt ja jener Einwand278Die Mišna lehrt, eine Minderjährige gebäre nicht.bestehen!?", "R. Saphra erwiderte: Kinder gelten als Pubertätszeichen279Haare an der Scham, die als Zeichen der Mannbarkeit gelten; sie kommt durch die Geburt an sich aus dem Stadium der Minderjährigkeit.. Manche sagen, sie seien mehr als Pubertätszeichen. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß auch R. Jehuda, welcher sagt, bis das Schwarze280Wenn das Haar an der Scham stark entwickelt ist; bis zu diesem Zustande kann die Weigerungserklärung erfolgen; cf. Ket. Fol. 36a.überragt, bei Kindern281Falls sie Kinder hat, ist sie entschieden großjährig, obgleich er dieses Stadium weiter als die Weisen hinausschiebt.beipflichte." ], [ "R. Zebid sagt, es gehe keine Kinder ohne Pubertätszeichen. — Man kann ja untersuchen? — Es ist zu berücksichtigen, sie können ausgefallen sein. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige dies, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man berücksichtige dies nicht!?", "Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige dies nicht, ist es hierbei wohl zu berücksichtigen, wegen der Geburtsschmerzen.", "WAS HEISST: ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN &C. Woher dies? — R. Jehuda sagte: Die Schrift sagt: zur Nebenbuhlerin; damit hat die Tora viele Nebenbuhlerinnen282Cf. supra Fol. 3b u. hierzu Anm. 44.einbegriffen.", "R. Aši sagte: Dies ist einleuchtend; die Nebenbuhlerin ist deshalb verboten, weil sie an Stelle der Inzestuösen tritt, und auch die Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin tritt an Stelle der Inzestuösen.", "WAS HEISST: SIND SIE GESTORBEN &C. Auch wenn zuerst geheiratet283Die Nebenbuhlerin.und nachher geschieden284Von der Inzestuösen, sodaß die Nebenbuhlerschaft schon vor der Scheidung bestanden hat.;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern und einer mit einer Fremden verheiratet waren, und einer der mit einer der Schwestern verheirateten sich von seiner Frau scheiden ließ und der mit der Fremden verheiratete gestorben ist, worauf der, der sich scheiden ließ, [die Witwe] geheiratet hat und ebenfalls gestorben ist, so ist dies [ein Fall], hinsichtlich dessen sie gesagt haben, daß, wenn sie gestorben oder geschieden worden sind, ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt sind.", "Nur hierbei, wo zuerst geschieden und nachher geheiratet, nicht aber, wenn zuerst geheiratet und nachher geschieden!?", "R. Jirmeja erwiderte: Es ist zu teilen; wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. Ein Autor ist der Ansicht, der Tod veranlasse das Zufallen285Der Witwe an den Schwager; da sie beim Tode nicht mehr Nebenbuhlerin war, so ist sie erlaubt, auch wenn die Scheidung später erfolgt ist.,", "und ein Autor ist der Ansicht, die frühere Heirat veranlasse286Sobald die Scheidung später erfolgt ist, ist sie verboten.dies.", "Raba erklärte: Tatsächlich ist es derselbe Autor, nur lehrt er das eine und um so mehr das andere287Die Mišna spricht von dem Falle, wenn zuerst die Heirat erfolgt war, u. um so mehr ist die Nebenbuhlerin in dem Falle erlaubt, wenn zuerst die Scheidung erfolgt war..", "WENN EINE ZUR WEIGERUNGSERKLÄRUNG BERECHTIGT WAR. Soll sie doch jetzt die Weigerung erklären288Dem Schwager gegenüber.und an [der Nebenbuhlerin] die Schwagerehe vollzogen werden!? Dies wäre somit eine Stütze für R. Oša͑ja,", "denn R. Oša͑ja sagte, die Weigerung könne gegen die Eheformel289Sie benötigt nicht der Scheidung.und nicht gegen die Gebundenheit290Durch die erste Heirat; an der Nebenbuhlerin darf daher die Schwagerehe nicht vollzogen werden.erfolgen.", "Nein, anders291Es ist nichts weiter als eine rabb. Erschwerung.verhält es sich bei der Nebenbuhlerin der Inzestuösen. Rami b. Jeḥezqel lehrte nämlich: Hat sie dem Ehemanne die Weigerung erklärt, so ist sie seinem Vater erlaubt, hat sie dem Schwager die Weigerung erklärt, so ist sie seinem Vater verboten.", "Diese wird demnach beim Zufallen292Beim Tode des Ehemannes, wo sie dem Schwager zufällt; die vorherige Weigerungserklärung ist wirksam, die spätere aber nicht.als seine Schwiegertochter angesehen, ebenso wird jene beim Zufallen als Nebenbuhlerin seiner Tochter angesehen.", "iii SECHS [FRAUEN] SIND INZESTUÖSER ALS JENE293Die 15 vorangehend aufgezählten., WEIL SIE MIT FREMDEN294Der Bruder dürfte sie überhaupt nicht heiraten, u. würde er es getan haben, wäre die Heirat ungültig. VERHEIRATET WAREN, UND IHRE NEBENBUHLERINNEN295Die mit dem Schwager in gar keinen verwandtschaftlichen Beziehungen stehen, da er an den genannten Frauen die Schwagerehe nicht zu vollziehen hat.SIND ERLAUBT: \n", "DIE MUTTER, DIE FRAU SEINES VATERS, DIE SCHWESTER SEINES VATERS, DIE SCHWESTER VÄTERLICHERSEITS, DIE FRAU DES BRUDERS SEINES VATERS UND DIE FRAU SEINES BRUDERS VÄTERLICHERSEITS.", "iv DIE SCHULE ŠAMMAJS ERLAUBT. DIE NEBENBUHLERINNEN296Zur Vollziehung der Schwagerehe.DEN ANDEREN BRÜDERN, DIE SCHULE HILLELS VERBIETET SIE." ], [ "IST AN IHNEN DIEALIÇA VOLLZOGEN WORDEN, SOSIND SIE NACH DER SCHULE ŠAMMAJS FÜR PRIESTER297Die eine Geschiedene, der diese gleicht, nicht heiraten dürfen; cf. Lev. 21,7.UNGEEIGNET UND NACH DER SCHULE HILLELS298Nach der die H. unnötig u. somit als nicht erfolgt gilt.GEEIGNET; IST AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN, SO SIND SIE299Wenn sie wiederum verwitwet werden.NACH DER SCHULE ŠAMMAJS GEEIGNET UND NACH DER SCHULE HILLELS UNGEEIGNET300Da an ihnen ein verbotener Beischlaf vollzogen worden ist..\n", "UND OBGLEICH DIE EINEN VERBOTEN, WAS DIE ANDEREN ERLAUBTEN, DIE EINEN FÜR UNGEEIGNET ERKLÄRTEN, WAS FÜR DIE ANDEREN ALS GEEIGNET GALT, DENNOCH UNTERLIESSEN ES [ANGEHÖRIGE] DER SCHULE ŠAMMAJS NICHT, FRAUEN [AUS FAMILIEN] DER SCHULE HILLELS, NOCH [ANGEHÖRIGE] DER SCHULE HILLELS, FRAUEN [AUS FAMILIEN] DER SCHULE ŠAMMAJS ZU HEIRATEN. EBENSO INBEZUG AUF REIN UND UNREIN; OBGLEICH DIE EINEN FÜR REIN ERKLÄRTEN, WAS FÜR DIE ANDEREN ALS UNREIN GALT, DENNOCH UNTERLIESSEN SIE ES NICHT, SICH BEI DER ZUBEREITUNG VON REINEN [SPEISEN] AUF EINANDER ZU VERLASSEN299Sie vermieden es nicht, Gefäße des Gegners zu benutzen..", "GEMARA. R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Was ist der Grund der Schule Šammajs300Der Grund der Schule H.s ist bereits vorangehend (supra Fol. 3b) erörtert worden.? Es heißt:301Dt. 25,5.so sei nicht die Frau des Verstorbenen außen, die eines fremden Mannes, außen302Das W. החוצה wird, ebenso nach der Übersetzung des Samaritaners, als adj. fem. aufgefaßt, eine äußere Frau, dh. dem Schwager fremde., demnach gibt es eine innere303Mit dem Schwager verwandte., und der Allbarmherzige sagt: so sei nicht.", "Und die Schule Hillels? — Sie verwendet dies für eine Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß die Antrauung304Eines Fremden.bei der Schwägerin305An der die H. nicht vollzogen worden ist.unwirksam ist? Es heißt: so sei nicht die Frau des Verstorbenen außen, die eines fremden Mannes, bei ihr gibt es kein Sein306Keine Antrauung; cf. Anm. 246. mit einem Fremden.", "Und die Schule Šammajs!? — Es heißt ja nicht auswärts, sondern außen307Das ה am Schlüsse ist, wie weiter erklärt, kein adj. fem. sondern lokativ.. — Und die Schule Hillels!? — Da es ‘außen’307Das ה am Schlüsse ist, wie weiter erklärt, kein adj. fem. sondern lokativ.heißt, so ist es ebenso als würde es ‘nach auswärts’ heißen.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Neḥemja sagte: Wenn ein Wort vorn eines Lamed308Zur Bezeichnung der Richtung.benötigt, so hängt ihm die Schrift hinten ein He308Zur Bezeichnung der Richtung.an. Die Schule R. Jišma͑éls lehrte folgende Beispiele: Elimah, Maḥnajmah, Miçrajmah, Diblathajmah, Jerušalajmah, Midbarah309Nach der Wüste (iChr. 5,9); auch bei den aufgeführten Eigennamen (Ex. 15,27; iiSam. 17,24; Gen. 12,10; Num. 33,47; Ez. 8,3) bezeichnet das ה am Schlüsse an Stelle eines vorangehenden ל die Richtung..", "Woher entnimmt die Schule Šammajs die Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs? — Aus [den Worten] eines fremden Mannes.", "Auch die Schule Hillels kann es ja aus [den Worten] eines fremden Mannes folgern!? — Dem ist auch so. — Wozu heißt es außen!? — Dies schließt die Verlobte310Des Verstorbenen; auch an dieser ist die Schwagerehe zu vollziehen.ein.", "Und die andere!? — Aus [nach]311Aus dem vorangehenden ה im W.e החוצה.außen. — Und jene!? — [Die Auslegung] [nach] außen leuchtet ihr nicht ein.", "Raba erklärte: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: ein Verbot erstreckt sich nicht auf das Verbotene311Das Verbot der Frau eines Bruders kann sich nur auf Personen beziehen, die sonst erlaubt wären, nicht aber auf die genannten Inzestuösen, die dem Schwager schon an sich verboten sind, u. da das genannte Verbot nicht zur Anwendung kommt, so gelten die Nebenbuhlerinnen als Fremde..", "Allerdings kann, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet hat, das Verbot der Schwester seiner Frau312Die Frage beruht auf einem Mißverständnisse; der Fragende glaubte, das erstgenannte Verbot erstrecke sich nicht auf das zweite.sich nicht auf das Verbot der Frau eines Bruders erstrecken, wenn aber zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, ist ja das Verbot der Schwester seiner Frau313Die Nebenbuhlerinnen sind ihm somit nicht fremd.zuerst eingetreten!?", "Da das Verbot der Frau seines Bruders sich nicht auf das Verbot der Schwester seiner Frau erstreckt, so gilt jene als Nebenbuhlerin einer Inzestuösen, die dem Gebote nicht unterliegt, und ist erlaubt314Wenn das Gebot der Schwagerehe nicht vorliegt, so ist die Nebenbuhlerin dem Schwager vollständig fremd..", "IST AN IHNEN DIEALIÇA VOLLZOGEN WORDEN, SO SIND SIE NACH DER SCHULE ŠAMMAJS &C. UNGEEIGNET. Selbstverständlich!?", "Dies schließt die Lehre des R. Joḥanan b. Nuri aus. R. Joḥanan b. Nuri sagte nämlich: Kommt, wir wollen anordnen, daß an den Nebenbuhlerinnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe vollzogen315Demnach ist die Ḥ. ein gültiger Akt; vgl. ob. Anm. 298.werde. Er lehrt uns, daß sie nach der Schule Hillels geeignet seien316Daß sie von dieser Bestimmung nichts halte..", "IST AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN, SO SIND SIE &C. NACH DER SCHULE HILLELS UNGEEIGNET. Wozu ist dies nötig? — Da er es von der Ḥaliça lehrt, so lehrt er es auch von der Schwagerehe.", "Dort haben wir gelernt: Die Esterrolle wird am elften, am zwölften, am dreizehnten, am vierzehnten oder am fünfzehnten317Des Monats Adar; cf. Est. 9,18.gelesen, weder früher noch später.", "Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Man sollte doch hierauf beziehen [die Worte]:318Dt. 14,1.ihr sollt euch keine Einschnitte machen [ tithgodedu], ihr sollt keine Parteien319Nach der t.schen Auslegung v. אגד verbinden abzuleiten, bei der Ausübung von religiösen Handlungen keine Verbindungen u. Parteien bilden. Demnach sollte es den Gemeinden verboten sein, die Esterrolle an verschiedenen Tagen zu lesen.bilden!? — [Das Wort] tithgodedu ist ja an sich nötig, denn der Allbarmherzige sagt, daß man sich keine Verletzung wegen eines Toten320Dies ist der eigentliche Sinn der Schriftworte.beibringe!?", "Die Schrift könnte tegodedu sagen, wenn es aber tithgodedu321Im Hitph., worunter eine reflexive Handlung zu verstehen ist.heißt, so deutet es [auch] hierauf. — Vielleicht deutet es nur hierauf!?", "Demnach sollte die Schrift tegodu322Die Wurzel ist גדד schneiden, u. nur die reflexive Form deutet auf die obige Auslegung.sagen, wenn es aber tithgodedu322Die Wurzel ist גדד schneiden, u. nur die reflexive Form deutet auf die obige Auslegung.heißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. Da sprach er zu ihm: Du hast wohl bisher folgendes nicht gelernt323Nach Raschi: geantwortet; er sollte ihm zur Antwort folgende Lehre entgegenhalten.: Wo es üblich ist, am Vorabend des Pesaḥfestes bis Mittag Arbeit zu verrichten, verrichte324Verschiedene Bräuche sind somit erlaubt.man, und wo es üblich ist, keine Arbeit zu verrichten, darf man keine verrichten.", "Jener erwiderte: Ich spreche mit dir von einem Verbote, denn R. Šamen b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans:325Est. 9,31.um diese Purimtage zu ihren bestimmten Zeiten zu halten, die Weisen haben verschiedene Zeiten326Es ist verboten, das Purimfest an einem anderen Tage zu feiern.festgesetzt, und du sprichst mir von einem Brauche327Die Arbeit an der genannten Zeit ist erlaubt, nur muß der an manchen Orten übliche erschwerende Brauch beachtet werden.!?", "Ist es denn da nicht ein Verbot, wir haben ja gelernt, während der Nacht328Zum Vorabend des Pesaḥfestes.sei es nach der Schule Šammajs verboten und nach der Schule Hillels erlaubt!?", "Da kann, wer dies sieht, glauben, dieser329Der nicht arbeitet; die Spaltung bei der Ausübung des Gesetzes ist nicht ersichtlich.habe keine Beschäftigung. — Aber die Schule Šammajs erlaubt ja die Nebenbuhlerinnen den [übrigen] Brüdern und die Schule Hillels verbietet sie!?" ], [ "Du glaubst wohl, die Schule Šammajs handelte nach ihrer Ansicht, die Schule Šammajs handelte nicht nach ihrer Ansicht. R. Joḥanan aber sagt, sie handelte auch danach. Wie bei folgendem Streite: Rabh sagt, die Schule Šammajs handelte nicht nach ihrer Ansicht, und Šemuél sagt, sie handelte auch danach.", "Wann, wenn vor der Hallstimme330Die nach der Schule H.s entschied; cf. Er. Fol. 13b., was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, sie handelte nicht danach, und wenn nach der Hallstimme, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, sie handelte auch danach!?", "Wenn du willst, sage ich: vor der Hallstimme, und wenn du willst, sage ich: nach der Hallstimme. Wenn du willst, sage ich: vor der Hallstimme, wenn nämlich die Schule Hillels in der Mehrheit war; einer sagt, sie handelte nicht danach, weil die Schule Hillels in der Mehrheit war,", "und einer sagt, sie handelte auch danach, weil man nur dann nach der Mehrheit entscheide, wenn [die Parteien] einander gleichen, hierbei aber war die Schule Šammajs scharfsinniger.", "Wenn du willst, sage ich: nach der Hallstimme; einer sagt, sie handelte nicht danach, weil die Hallstimme entschieden hat, und einer sagt, sie handelte auch danach, nach R. Jehošua͑, welcher sagt, man achte nicht auf die Hallstimme331Gegen seine eigene Ansicht; cf. Bm. Fol. 59b..", "Sollte man doch nach demjenigen, welcher sagt, sie handelte auch danach, hierauf beziehen [die Worte:] ihr sollt euch keine Einschnitte332Vgl. Anm. 319.machen, ihr sollt keine Parteien bilden!? Abajje erwiderte: Das Verbot, Parteien zu bilden, bezieht sich nur auf zwei Gerichte in einer Stadt, von denen das eine nach der Schule Šammajs und das andere nach der Schule Hillels entscheidet, bei zwei Gerichten in zwei Städten aber ist nichts dabei.", "Raba sprach zu ihm: Bei den Schulen Šammajs und Hillels verhält es sich ja wie bei zwei Gerichten in einer Stadt!? Vielmehr, erklärte Raba, bezieht sich das Verbot der Parteienbildung333So sinngemäß.nur auf ein Gericht in einer Stadt, von dem ein Teil nach der Schule Šammajs und ein Teil nach der Schule Hillels entscheidet, bei zwei Gerichten in einer Stadt aber ist nichts dabei.", "Komm und höre: In der Ortschaft R. Elie͑zers fällte man am Šabbath Holz zur Bereitung von Kohlen zur Bearbeitung334Um ein Messer zur Beschneidung, die am selben Tage zu erfolgen hat, herzustellen.des Eisens. In der Ortschaft R. Jose des Galiläers aß man Geflügel335Der Genuß von Fleisch mit Milch (u. allem, was daraus hergestellt wird) ist verboten; hinsichtl. des Geflügels besteht ein Streit, ob es im bezügl. Verbote, das aus Ex. 23,19 (ib. 34,26, Dt. 14,21) entnommen wird, einbegriffen ist.mit Milch.", "Nur in der Ortschaft R. Elie͑zers, nicht aber in der Ortschaft R. A͑qibas, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die man am Vorabend des Šabbaths verrichten kann, verdrängt den Šabbath nicht336Demnach sind die zur Herstellung eines Beschneidungsmessers erforderlichen Arbeiten verboten.!?", "Was ist dies für ein Einwand, anders ist es bei verschiedenen Ortschaften. — Was dachte derjenige, der diesen Einwand erhob!?", "Man könnte glauben, beim Šabbathgesetz verhalte es sich wegen seiner Schwere wie bei einer Ortschaft, so lehrt er uns.", "Komm und höre: Wenn R. Abahu nach der Ortschaft des R. Jehošua͑ b. Levi kam, trug er eine Kerze am Šabbath umher, und wenn er nach der Ortschaft R. Joḥanans kam. trug er keine Kerze umher!?", "Was ist dies für ein Einwand, wir sagten ja, daß es sich bei verschiedenen Ortschaften anders verhalte. — Wir meinen es wie folgt: wieso handelte R. Abahu da so und dort anders.", "R. Abahu war der Ansicht des R. Jehošua͑337Daß dies erlaubt sei.b. Levi, und nur wegen der Ehrung R. Joḥanans trug er, wenn er nach seiner Ortschaft kam, keine [Kerze] umher. — Sein Diener338Der die Ansicht RA.s kannte u. danach auch in der Ortschaft RJ.s verfahren konnte.war ja da!?", "Er sagte es dem Diener. — Komm und höre: Obgleich die einen verboten, was die anderen erlaubten, dennoch unterließen es [Angehörige] der Schule Šammajs nicht, Frauen [aus Familien] der Schule Hillels, noch [Angehörige] der Schule Hillels, Frauen [aus Familien] der Schule Šammajs zu heiraten. Erklärlich ist es, daß sie es nicht unterließen, wenn du sagst, sie handelten nicht danach, wieso aber unterließen sie es nicht, wenn du sagst, sie handelten auch danach!?", "Allerdings unterließen es [Angehörige] der Schule Šammajs nicht, [aus Familien] der Schule Hillels [zu heiraten], da sie339Familienmitglieder, die aus einer nach der Schule Š.s verbotenen Heirat hervorgingen.nur Abkömmlinge von mit einem Verbote belegten340Die Nebenbuhlerinnen dürfen sich nach der Schule H.s ohne Ḥaliça mit Fremden verheiraten, nach der Schule Š.s ist eine solche Heirat mit einem Verbote belegt; cf. Dt. 25,5.waren,", "wieso aber unterließen es [Angehörige] der Schule Hillels nicht, [aus Familien] der Schule Šammajs [zu heiraten], sie 341Cf. Anm. 339 mut. mut.waren ja Abkömmlinge von mit der Ausrottung342Nach der Schule Š.s darf der Schwager an der Nebenbuhlerin die Schwagerehe vollziehen, während nach der Schule H.s das mit der Ausrottung belegte Verbot der Frau eines Bruders bestehen bleibt.belegten, und solche sind Hurenkinder!?", "Wolltest du sagen, die Schule Hillels sei der Ansicht, Abkömmlinge von mit der Ausrottung belegten seien keine343Sondern nur dann, wenn die Begattung mit gerichtlicher Todesstrafe belegt ist.Hurenkinder, so sagte ja R. Elea͑zar, daß die Schule Šammajs und die Schule Hillels, obgleich sie über die Nebenbuhlerinnen streiten, übereinstimmen, Hurenkind sei nur der, der einer mit dem Inzestverbote und der Ausrottung belegten [Begattung] entstammt!? — Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie nicht danach handelten.", "Nein, tatsächlich handelten sie auch danach, nur teilten sie es344Wenn es sich um eine solche Familie handelte.ihnen mit, und sie zogen sich zurück.", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: ebenso inbezug auf rein und unrein; obgleich die einen für rein erklärten, was für die anderen als unrein galt, dennoch unterließen sie es nicht, sich bei der Zubereitung von reinen [Speisen] auf einander zu verlassen." ], [ "Einleuchtend ist es, daß sie nicht unterließen, wenn du sagst, sie teilten es ihnen mit, wenn du aber sagst, sie teilten, es ihnen nicht mit, so ist es allerdings erklärlich, daß die [Angehörigen] der Schule Šammajs dies bei denen der Schule Hillels nicht unterließen, denn das, was die Schule Hillels für unrein erklärte, galt für die Schule Šammajs345Cf. Ed. V,l.als rein,", "wieso aber unterließen es die der Schule Hillels nicht bei denen der Schule Šammajs, das, was die Schule Šammajs für rein erklärte, galt ja für die Schule Hillels als unrein!? Wahrscheinlich teilten sie es ihnen mit. Schließe hieraus.", "Womit ist das eine einleuchtender346Die Wahrscheinlichkeit, daß sie es ihnen mitteilten, ist in dem einen Falle nicht größer als im anderen.als das andere? — Man könnte glauben, bei der Nebenbuhlerin sei es347Daß sie einen anderen geheiratet, sodaß eine Mitteilung nicht nötig ist..bekannt, so lehrt er uns.", "Der Text. R. Elea͑zar sagte: Obgleich die Schule Šammajs und die Schule Hillels über die Nebenbuhlerinnen streiten, so stimmen sie überein, Hurenkind sei nur der, der einer mit dem Inzestverbote und der Ausrottung belegten [Begattung] entstammt. Wer pflichtet wem bei: wollte man sagen, die Schule Šammajs der Schule Hillels348Hinsichtl. des Falles, wenn die Nebenbuhlerin ohne Ḥaliça einen Fremden geheiratet hat., so ist es ja selbstverständlich, Abkömmlinge von mit einem Verbote Belegten sind ja349Hinsichtl. ihrer Legitimität; cf. Qid. Fol. 69a.unbemakelt,", "und wenn die Schule Hillels350Hinsichtl. des Falles, wenn der Schwager die Nebenbuhlerin geheiratet hat.der Schule Šammajs, so gehört sie ja zu den mit der Ausrottung Belegten!?", "Tatsächlich die Schule Šammajs der Schule Hillels, und zwar schließt dies die Ansicht R. A͑qibas aus, welcher sagt, [ein Abkömmling] von mit einem Verbote belegten sei Hurenkind; er lehrt uns, daß er kein Hurenkind sei.", "Komm und höre: Obgleich die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten über Nebenbuhlerinnen, Schwestern351Die mit Brüdern verheiratet sind, weit. Fol. 26a.,", "einen alten Scheidebrief352Cf. Git. Fol. 79b., eine zweifelhafte Ehefrau353Wenn ein Zweifel über die Gültigkeit ihrer Ehe besteht, weit. Fol. 107a., eine Geschiedene, die mit ihm in einer Herberge354Cf. Git. Fol. 81a.übernachtete,", "über Geld und Geldeswert355Womit die Antrauung zu erfolgen hat; cf. Qid. 2a.oder Peruta356Ob diese kleinste Scheidemünze zur Antrauung ausreicht.und Wert einer Peruta,", "so unterließen dennoch weder [Angehörige] der Schule Šammajs, Frauen [aus Familien] der Schule Hillels, noch [Angehörige] der Schule Hillels, Frauen [aus Familien] der Schule Šammajs zu heiraten. Dies lehrt dich, daß sie einander Liebe und Freundschaft entgegenbrachten, zur Bestätigung der Schriftworte: 357Zach. 8,19.Wahrheit und Frieden liebet. R. Šimo͑n sagt, sie unterließen es bei Entschiedenem, nicht aber unterließen sie es bei Zweifelhaftem.", "Einleuchtend ist es, daß sie es unterließen, wenn du sagst, sie handelten auch danach, weshalb aber unterließen sie es, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!? — Auch nach deiner Auffassung, daß sie danach handelten, ist es allerdings erklärlich, daß die der Schule Hillels es unterließen, da sie341Cf. Anm. 339 mut. mut.[Abkömmlinge] von mit der Ausrottung belegten und somit nach der Schule Hillels Hurenkinder waren,", "weshalb aber unterließen es die der Schule Šammajs, sie339Familienmitglieder, die aus einer nach der Schule Š.s verbotenen Heirat hervorgingen.waren ja Abkömmlinge von mit einem Verbote Belegten und somit unbemakelt!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte vielmehr, dies beziehe sich auf die Nebenbuhlerin358Die nach der Schule Š.s erlaubt ist; sie heirateten sie jed. nicht ohne Ḥaliça.selbst, ebenso bezieht es sich hierbei auf die Nebenbuhlerin selbst.", "Bei Entschiedenem wohl deshalb, weil es ein [Inzest]verbot ist, und auch bei Zweifelhaftem ist es ja ein [Inzest]verbot!?", "Sage nicht: bei Zweifelhaftem, sondern: bei Unbekanntem; wenn jene es359Daß es sich um einen derartigen Fall handelt; sie verließen sich darauf, nicht verleitet zu werden, gegen ihre eigene Ansicht zu handeln.ihnen mitteilten, unterließen sie es.", "Er lehrt uns damit, daß sie einander Liebe und Freundschaft entgegenbrachten, und dies lehrt ja schon der Anfangsatz!? — Er lehrt uns, daß das ganze die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt.", "Komm und höre: R. Joḥanan b. Nuri sprach: Wie ist die Halakha in Jisraél zu verbreiten: entscheiden wir nach der Schule Šammajs, so ist das Kind360Der Nebenbuhlerin, an der einer der Brüder die Schwagerehe vollzogen hat.Hurenkind nach der Schule Hillels, und entscheiden wir nach der Schule Hillels, so ist das Kind361Wenn sie einen Fremden ohne H. geheiratet hat.bemakelt362Wenn die Begattung nur mit einem Verbote belegt ist, so ist zwar das Kind kein Hurenkind, jed. bemakelt u. ev. für die Priesterschaft unzulässig.nach der Schule Šammajs. Kommt, wir wollen anordnen, daß an den Nebenbuhlerinnen" ], [ "die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe vollzogen werde.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sprach zu ihm: Was machen wir demnach mit den bisherigen363An denen die Schwagerehe bereits vollzogen worden ist; wenn dies als Halakha festgesetzt wird, so sind die Kinder Hurenkinder. Nebenbuhlerinnen!? Bevor sie dazu kamen, die Angelegenheit zu erledigen, trat eine Verwirrung ein.", "Erklärlich ist der Einwand ‘was machen wir’, wenn du sagst, sie handelten auch danach, welche Bedeutung aber hat der Einwand ‘was machen wir’, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!?", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies bezieht sich auf die Nebenbuhlerin selbst, und [die Worte] ‘was machen wir’ sind wie folgt zu verstehen: was machen wir mit den Nebenbuhlerinnen der Schule Hillels364Dh. die gestützt auf die Ansicht der Schule H.s ohne Ḥ. Fremde geheiratet haben.nach der Schule Šammajs:", "wenn an ihnen die Ḥaliça vollzogen wird, so werden sie bei ihren Männern entwürdigt. Wolltest du sagen, sie mögen entwürdigt werden, [so heißt es ja:]365Pr. 3,17.ihre Wege sind liebliche Wege und all ihre Stege sind Frieden.", "Komm und höre: R. Tryphon366Der der Schule Š.s angehörte.sagte: Möge doch eine Nebenbuhlerin der Tochter mir367Als Schwager des Verstorbenen.zufallen, ich heirate sie.", "Lies: ich verheirate sie368An einen Fremden, nach der Schule H.s.. — Er sagte ja: möge mir zufallen!? — Dies schließt die Ansicht des R. Joḥanan b. Nuri369Daß die Ḥ. zu vollziehen sei.aus.", "Komm und höre: Die Tochter R. Gamliéls war verheiratet mit seinem Bruder Abba, und als dieser kinderlos starb, vollzog R. Gamliél370Der von Hillel abstammte. die Schwagerehe an ihrer Nebenbuhlerin. — Gehört denn, auch nach deiner Auffassung, R. Gamliél zu den Schülern der Schule Šammajs!?", "Vielmehr verhielt es sich bei der Tochter R. Gamliéls anders, denn sie war steril. — Wenn es aber im Schlußsatze heißt: manche sagen, die Tochter R. Gamliéls war steril, demnach war sie ja nach dem ersten Autor nicht steril!?", "Sie streiten darüber, ob er es gemerkt hatte371Cf. supra Fol. 12a. Anm. 268. oder nicht.", "Wenn du willst, sage ich: sie streiten über den Fall, wenn er zuerst geheiratet372Die Nebenbuhlerin.und sich nachher geschieden373Von der Inzestuösen (cf. supra Fol. 13a. Anm. 284); dies war beim Bruder RG.s der Fall; nach dem 1. Autor war durch die Scheidung die Inzestuösität aufgehoben, nach dem 2. Autor durfte er dies nur deshalb, weil seine Tochter steril war.hat.", "Wenn du aber willst, sage ich: sie streiten darüber, ob eine Bedingung bei der Beiwohnung374Daß die Ehe ungiltig sei, wenn der Frau irgend ein Makel anhaftet; dies war bei der Tochter RG.s der Fall.giltig ist.", "R. Mešaršeja wandte ein: Einst sammelte R. A͑qiba am ersten Šebaṭ375Nach der einen Ansicht Jahresbeginn für die Entrichtung des Zehnten von den Baumfrüchten.Etrogfrüchte und entrichtete von diesen beide Zehnte376Den 2. Zehnten u. den Armenzehnten.,", "einen nach Ansicht der Schule Šammajs und einen nach Ansicht der Schule Hillels. Hieraus, daß sie auch danach handelten!?", "R. A͑qiba war über die Lehre selbst im Unklaren; er wußte nicht, ob es377Der Jahresbeginn hinsichtl. der Entrichtung der Baumfrüchte; cf. Rh. Fol. 2a.nach der Schule Hillels der erste Šebaṭ oder der fünfzehnte Šebaṭ ist.", "Mar Zuṭra wandte ein: Als einst die Tochter Šammaj des Älteren niederkam378Am Hüttenfeste, an dem der Aufenthalt in der Festhütte (cf. Lev. 23,42 u. hierzu Suk. Fol. 2aff.) vorgeschrieben ist; da dieses Gebot von einer bestimmten Zeit bedingt ist, so sind Frauen davon entbunden., durchbrach er den Estrich und legte des Kindes wegen Hüttenbedachung über dem Bette. Hieraus, daß sie danach379Nach der Schule H.s ist dies wegen eines Kindes, das noch der Mutter benötigt (cf. Suk. Fol. 28b), nicht erforderlich.handelten!? — Wer dies sah, konnte glauben, er habe es zur Verbesserung der Luft380Es war nicht ersichtlich, daß er gegen die Ansicht der Schule H.s handelte.getan.", "Mar Zuṭra wandte ein: Die Jehutränke in Jerušalem war durch ein Loch mit einem Quellbade381Das ein bestimmtes Quantum Wasser haben muß; durch die Verbindung konnte die Tränke, die das erforderliche Quantum nicht hatte, als solche benutzt werden.[verbunden], und vermittelst dieser erfolgten alle Reinigungen in Jerušalem; da sandte die Schule Šammajs und ließ [das Loch] erweitern. Die Schule Šammajs sagt nämlich, nur wenn der größere Teil382Der Wandung.durchbrochen ist.", "Ferner haben wir gelernt: die Vereinigung von Quellbädern erfolgt durch [einen Kanal] wie das Mundstück eines Schlauches, in Umfang und Höhlung, daß zwei Finger in ihre Lage383Man muß sie bequem umdrehen können.kommen. Hieraus, daß sie auch danach handelten!?" ], [ "Wer dies sah, konnte glauben, er habe dies zur Vermehrung des Wassers380Es war nicht ersichtlich, daß er gegen die Ansicht der Schule H.s handelte.getan.", "Komm und höre: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Als ich bei R. Joḥanan dem Ḥoraniten die Tora studierte, sah ich ihn in den Jahren der Dürre trocknes Brot essen. Ich kam zu meinem Vater und erzählte es ihm, da sprach er zu mir: Bring ihm Oliven. Ich brachte sie ihm. Als er sah, daß sie feucht384Wodurch sie für die levit. Unreinheit empfänglich geworden waren; cf. Lev. 11,34ff.waren, sprach er zu mir: Ich esse keine Oliven.", "Hierauf kam ich zu meinem Vater und teilte es ihm mit. Er sprach dann zu mir: Geh und sage ihm, daß das Faß durchlocht und nur durch den Hefensatz verstopft385Die Flüssigkeit bleibt gegen seinen Willen im Fasse zurück, u. die nicht erwünschte Befeuchtung macht die Früchte nicht verunreinigungsfähig; cf. Bm. Fol. 23b. war. Wir haben nämlich gelernt: Ein Faß mit eingelegten Oliven braucht, wie die Schule Šammajs sagt, nicht durchlocht zu werden;", "die Schule Hillels sagt, es müsse durchlocht werden, jedoch pflichtet sie bei, daß, wenn es durchlocht und [das Loch] durch Hefensatz verstopft worden ist, es rein386Die Früchte sind nicht verunreinigungsfähig.sei.", "Obgleich er ein Schüler der Schule Šammajs war, handelte er dennoch stets nur nach der Ansicht der Schule Hillels. Erklärlich ist diese Hervorhebung, wenn du sagst, sie handelten auch danach, was aber soll diese Hervorhebung, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!?", "Komm und höre: Man fragte R. Jehošua͑: Wie verhält es sich mit der Nebenbuhlerin der Tochter? Er erwiderte: Hierüber besteht ein Streit zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels. — Nach wessen Ansicht ist zu entscheiden? Da erwiderte er ihnen: Weshalb wollt ihr meinen Kopf zwischen zwei große Berge bringen, zwischen zwei große Gegner, zwischen die Schule Šammajs und die Schule Hillels; ich fürchte, sie könnten mir den Schädel zertrümmern.", "Jedoch kann ich euch von zwei bedeutenden Familien in Jerušalem, der Familie Ben A͑kmaj aus Beth Çeboi͑m und der Familie Qopaj b. Meqošeš387Ganz eigentüml. Name, wahrscheinl. verstümmelt; viell. Nachkomme des Holzsammlers, Num. 15,32ff., bekunden, daß sie Nachkommen von Nebenbuhlerinnen388Die nach der Schule H.s ohne Ḥ. Fremde heirateten.waren, und doch waren manche von ihnen Hochpriester und taten Dienst am Altar.", "Einleuchtend ist es, daß er sagte, er fürchte, wenn du sagst, sie handelten389Nach der Schule H.s ist die Schwagerehe der Nebenbuhlerin mit der Ausrottung belegt u. er müßte die Kinder als Hurenkinder erklären.auch danach, wieso aber sagte er, er fürchte, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!? — Wieso fürchtete er, auch wenn zugegeben wird, daß sie danach auch handelten,", "R. Jehošua͑ sagte ja, Hurenkind sei nur der, der einer mit der gerichtlichen Todesstrafe belegten [Begattung] entstammt!?", "Zugegeben, daß er kein Hurenkind ist, jedoch ist er bemakelt, wie [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe, zu folgern ist: wenn der Sohn einer Witwe390Von einem Hochpriester, dem sie verboten ist; cf. Lev. 21,14., die jedem anderen nicht verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr [der Sohn] dieser, die jedem anderen verboten ist.", "Sie fragten ihn hinsichtlich der Nebenbuhlerinnen, und er erwiderte ihnen hinsichtlich der Kinder der Nebenbuhlerinnen!? — Sie fragten ihn hinsichtlich beider: wie verhält es sich mit den Nebenbuhlerinnen, und wie verhält es sich, wenn du hinsichtlich der Nebenbuhlerinnen nach der Schule Hillels entscheidest, mit den Kindern der Nebenbuhlerinnen der Schule Hillels391Dh. die nach der Schule H.s ohne Ḥ. einen Fremden geheiratet haben.nach der Schule Šammajs392Ob sie hinsichtl. des Tempeldienstes bemakelt sind.!?", "In welcher Hinsicht ist dies393Wenn die Halakha doch nach der Schule H.s entschieden wird.von Bedeutung? — Um hinsichtlich des Kindes einer wiedergenommenen Geschiedenen394Die inzwischen mit einem anderen verheiratet war u. dem ersten Manne verboten ist (Lev. 24,3,4); auch dieser Fall ist mit einem Verbote belegt, wie nach der Schule Š. die Heirat der Nebenbuhlerin mit einem Fremden. In diesem Falle handelt es sich um eine Tochter, ob sie einen Priester heiraten darf.nach der Schule Hillels zu entscheiden;", "sagen wir, es sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Sohn einer mit einem Hochpriester verheirateten Witwe, die jedem anderen nicht verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr der Sohn dieser, die jedem anderen verboten ist;", "oder aber ist zu erwidern: wohl gilt dies von der Witwe, die selber entweiht395Durch die verbotene Heirat; sie ist nach dem Tode ihres Mannes auch einem gemeinen Priester verboten.wird. Er erwiderte ihnen: Hinsichtlich der Nebenbuhlerinnen fürchte389Nach der Schule H.s ist die Schwagerehe der Nebenbuhlerin mit der Ausrottung belegt u. er müßte die Kinder als Hurenkinder erklären.ich [zu entscheiden]," ], [ "und hinsichtlich der Kinder der Nebenbuhlerinnen bekunde ich euch.", "Komm und höre: In den Tagen des R. Dosa b. Archinos erlaubte man die Nebenbuhlerin der Tochter den Brüdern. Demnach handelten sie auch danach. Schließe hieraus.", "Der Text. In den Tagen des R. Dosa b. Archinos erlaubte man die Nebenbuhlerin der Tochter den Brüdern. Dies396Diese Mitteilung, da sie mit dieser Bestimmung, die sie als von ihm ausgehend vermuteten, nicht einverstanden waren.war den Weisen unangenehm, weil er sehr alt war und seine Augen zu schwach waren, um ins Lehrhaus zu kommen.", "Als sie dann überlegten, wer hingehe und es ihm sage, sprach R. Jehošua͑: Ich gehe. — Wer hinter ihm? — R. Elea͑zar b. A͑zarja. — Wer hinter diesem? — R. A͑qiba. Alsdann gingen sie hin und blieben vor der Tür seines Hauses stehen. Da trat seine Magd ein und meldete ihm: Meister, die Weisen Jisraéls kommen zu dir. Er erwiderte: Sie mögen eintreten. Als sie eintraten,", "faßte er R. Jehošua͑ an und setzte ihn auf ein goldenes Lager. Dieser sprach: Meister, gestatte auch deinem nächsten Schüler, daß er sich setze. Da fragte er: Wer ist es? — R. Elea͑zar, der Sohn A͑zarjas. Hierauf sprach er: Unser Genosse A͑zarja hat also einen Sohn!", "Da las er über ihn folgenden Schriftvers: 397Ps. 37,25.Jung war ich und bin alt geworden, und nie sah ich einen Gerechten verlassen und seine Nachkommen nach Brot gehn. Alsdann faßte er ihn an und setzte ihn auf ein goldenes Lager. Hierauf sprach jener: Meister, gestatte auch deinem nächsten Schüler, daß er sich setze. Da fragte er: Wer ist es? — A͑qiba, der Sohn Josephs. Da rief er: Du bist A͑qiba, der Sohn Josephs, dessen Name von einem Weltende bis zum anderen reicht! Setz dich, mein Sohn, setz dich; deinesgleichen mögen viele in Jisraél sein.", "Hierauf begannen sie, ihn mit Rechtsfragen zu bestürmen, bis sie zur Nebenbuhlerin einer Tochter kamen. Sie fragten ihn: Wie verhält es sich mit der Nebenbuhlerin einer Tochter? Er erwiderte ihnen: Hierüber besteht ein Streit zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels. — Nach wessen Ansicht ist die Halakha zu entscheiden? Er erwiderte: Sie ist nach der Schule Hillels zu entscheiden. Sie sprachen: In deinem Namen entschied man ja die Halakha nach der Schule Šammajs!?", "Er erwiderte: Habt ihr ‘Dosa’ oder ‘Sohn Archinos’398Nur den Vatersnamen ohne Vornamen.gehört!? Sie erwiderten: Beim Leben des Meisters, wir haben ohne [Vornamen] gehört. Da sprach er: Ich habe einen jüngeren Bruder, ein Satansjunge399Ungefähr Teufelskerl; nach den Erklärungen: sehr gelehrt, scharf- u. eigensinnig. Bekannt ist die Emendation בחור שנון scharfsinniger Jünger, jed. ganz gegen den talmudischen Sprachgebrauch. Die Parallelstelle im jerusalemischen Talmud, Handschriften u. andere ältere Werke haben mit dem kursierenden Texte בכור שטן, wahrscheinl. auf einem Wortspiele beruhender Gegensatz zu בכור שוטה, einer im Talmud bekannten Bezeichnung eines dummen Menschen., namens Jonathan, der zu den Schülern Šammajs gehört.", "Seht euch vor, daß er euch nicht mit Rechtsfragen niederschlage, denn er hat dreihundert Einwendungen hinsichtlich der Nebenbuhlerin einer Tochter, daß sie erlaubt sei. Aber ich rufe Himmel und Erde als Zeugen an, daß auf diesem Troge der Prophet Ḥaggaj gesessen und drei Entscheidungen getroffen hat: daß die Nebenbuhlerin der Tochter verboten ist,", "daß in A͑mmon und Moáb400Diese Länder waren unter Moše erobert worden, kamen aber später aus dem Bereiche des Jisraéllandes.im Siebentjahre der Armenzehnt zu entrichten ist, und daß man von den Kurden und den Tarmudäern Proselyten aufnehme.", "Es wird gelehrt: Als sie eintraten, gingen sie durch eine Tür, als sie herauskamen, gingen sie durch drei401Um ihn zu treffen.Türen. Er stieß dann auf R. A͑qiba und stellte ihn durch Fragen.", "Sodann sprach er: Du bist A͑qiba, dessen Name von einem Weltende zum anderen reicht!? Wohl dir, daß du zu einem Namen gekommen bist, während du noch nicht einmal zu einem Rinderhirten ausreichst. R. A͑qiba erwiderte: Nicht einmal zu einem Schafhirten.", "«Daß in A͑mmon und Moáb im Siebentjahre der Armenzehnt zu entrichten ist.» Der Meister sagte nämlich: Viele Städte eroberten die Auszügler aus Miçrajim und nicht die Auszügler aus Babylonien, und die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nicht402Da ist daher die Bestellung des Bodens im Siebentjahre erlaubt.für die Zukunft.", "Man beließ es403Daß trotzdem der Armenzehnt zu entrichten ist.dabei, damit die Armen im Siebentjahre eine Stütze haben.", "«Daß man von den Kurden und den Tarmudäern Proselyten aufnehme.» Dem ist ja aber nicht so, Rami b. Jeḥezqel lehrte ja, daß man keine Proselyten von den Kurden aufnehme!? R. Aši erwiderte: Dies ist von den Qartuäern gelehrt worden, wie die Leute zu sagen pflegen: bemakelte Qartuäer.", "Manche lesen: Rami b. Jeḥezqel lehrte: Man nehme von den Qartuäern keine Proselyten auf. Quartuäer und Kurden sind ja wahrscheinlich identisch!? R. Aši erwiderte: Nein, Qartuäer und Kurden sind nicht identisch, wie die Leute zu sagen pflegen: bemakelte Qartuäer.", "R. Joḥanan und Sabja sagten beide, man nehme keine Proselyten von den Tarmudäern auf. — Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: Alle aus Reqem404Ortschaft an der Grenze Palästinas.kommenden [Blut]flecke405Von Menstrualblut, das nur bei Jisraélitinnen verunreinigend ist.sind [levitisch] rein,", "nach R. Jehuda aber unrein, weil sie irrende Proselyten sind; die von Nichtjuden kommenden sind rein. Wir wandten ein:" ], [ "Er lehrt dies von Nichtjuden allgemein, auch von den Tarmudäern!? Da sprach R. Joḥanan: Dies besagt, daß man Proselyten von den Tarmudäern aufnehme.", "Wolltest du sagen, dies besage, jedoch sei er nicht dieser Ansicht, so sagte ja R. Joḥanan, die Halakha sei nach der anonymen Mišna zu entscheiden!? — Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.", "Weshalb nicht von den Tarmudäern? — Hierüber streiten R. Joḥanan und Sabja; einer sagt, wegen der Sklaven406Die da wohnten u. Jisraélitinnen heirateten; ihre Nachkommen sind Hurenkinder.Šelomos, und einer sagt, wegen der Töchter Jerušalems407Wird weiter erklärt..", "Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, wegen der Sklaven Šelomos, denn er ist der Ansicht, daß, wenn ein Nichtjuden oder ein Sklave einer Jisraélitin beiwohnt, das Kind Hurenkind sei, welches Bewenden aber hat es mit der Erklärung: wegen der Töchter Jerušalems? — Hierüber streiten R. Joseph und die Rabbanan, beide im Namen des Rabba b. Bar Hana;", "einer sagt, es waren zwölftausend Mann [Fußvolk] und sechstausend Bogenschützen, und einer sagt, es waren zwölftausend Mann und unter ihnen sechstausend Bogenschützen. Als die Nichtjuden in den Tempel drangen, stürzte sich alles auf das Silber und das Gold, diese aber stürzten sich über die Töchter Jerušalems, wie es heißt:408Thr. 5,11.Frauen in Çijon schändeten sie, Jungfrauen in den Städten Jehudas409Die erzeugten Kinder waren Hurenkinder u. aus ihren Nachkommen bestand die Einwohnerschaft des genannten Ortes..", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Folgenden Schriftvers sprach der Fürst des Weltalls: Jung war ich und bin alt geworden. Wer sollte ihn sonst gesprochen haben: wollte man sagen, der Heilige, gepriesen sei er, so gibt es ja bei ihm kein Alt werden, und wenn David, so ist er ja nicht sonderlich alt geworden. Vielmehr sprach ihn der Fürst des Weltalls.", "Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Es heißt: 410Thr. 1,10.seine Hand breitete der Feind über all ihre Herrlichkeiten, das sind Amnion und Moab. Als die Nichtjuden in den Tempel drangen, stürzte sich alles auf das Silber und das Gold, diese aber über die Torarolle. Sie sprachen: Diese da, in der geschrieben steht:411Dt. 23,4.es komme kein A͑mmoniter und kein Moabiter in die Gemeinde des Herrn, werde im Feuer verbrannt.", "412Thr. 1,17.Entboten hat der Herr gegen Ja͑qob seine Widersacher ringsherum. Rabh sagte: Wie Humanja um Pum Nahara.", "R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Wenn ein Nichtjude in der Jetztzeit sich [eine Jisraélitin] angetraut hat, so berücksichtige man413Obgleich die Antrauung eines Nichtjuden ungültig ist.seine Antrauung, denn er stammt vielleicht von den zehn Stämmen. — Aber wer sich trennt, trennt sich ja von der Mehrheit414Nur die wenigsten der Nichtjuden stammen von den 10 Stämmen.!?", "In Orten, da sie ansässig415Und somit die Mehrheit bilden; so besser nach den Tosaphoth.sind. R. Abba b. Kahana sagte nämlich:416iiReg. 18,11.Er führte sie nach Ḥalaḥ, Ḥabor, dem Strome Gozen und den Städten von Madaj. Ḥalaḥ ist Ḥalvan; Ḥabor" ], [ "ist Adjabene; der Strom Gozen, das ist Ganzaka; den Städten von Madaj, das ist Hamadan und seine Nachbarorte. Manche sagen, es sei Nahavend417So rieht. nach der Parallelstelle Qid. Fol. 72a.und seine Nachbarorte? — Welche sind seine Nachbarorte? Šemuél erwiderte: Karak, Moski, Ḥidqi418Abweichend an der genannten Stelle; cf. Neubauer, Geographie p. 373ff. u. Hirschensohn שבע חכמות p. 168f.und Romqi. Hierzu sagte R. Joḥanan: Alle sind sie bemakelt.", "Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Dein Sohn419Mit Bezugnahme auf Dt. 7,4; cf. Qid. Fol. 68b.von einer Jisraélitin heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn420Die Nachkommen sind richtige Nichtjuden..", "Es waren ja auch Töchter vorhanden, und Rabina sagte, der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden heiße dein Sohn!? — Es ist überliefert, daß die Töchter jenes Zeitalters steril421Wörtl. gespalten, mit verstümmelter Gebärmutter.waren.", "Manche lesen: Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Sie wichen nicht von da, als bis sie sie als richtige Nichtjuden erklärten, denn es heißt: 422Hos. 5,7.dem Herrn waren sie treulos, denn unechte Kinder zeugten sie.", "R. Joseph saß hinter R. Kahana, während R. Kahana vor R. Jehuda saß und vortrug: Dereinst werden die Jisraéliten ein Fest veranstalten, wenn Tarmud zerstört werden wird. — Es ist ja bereits zerstört worden!? — Das war Tamud. R. Aši erklärte: Tarmud und Tamud sind identisch, nur wurde es wieder errichtet; war es an der einen Seite zerstört worden, so wurde die andere Seite besiedelt, und war es an der anderen Seite zerstört worden, so wurde jene Seite besiedelt.", "R. Hamnuna saß vor U͑la und erörterte eine Lehre; da rief dieser: Was für ein Mann; um wieviel bedeutender wäre er, wenn Harpanja nicht seine Heimatstadt wäre! Als jener dieserhalb verlegen wurde, fragte er ihn: Wo zahlst du Kopfsteuer? Jener erwiderte: In Pum Nahara. Da sprach er: Wenn dem so ist, so bist du ja aus Pum Nahara.", "Was heißt Harpanja? R. Zera erwiderte: Ein Berg, wohin alle423Etymolog. Erklärung dieses Namens.sich wenden. In einer Barajtha wurde gelehrt: Wer seine Familie und seine Abstammung nicht424Dessen Legitimität nicht makellos ist u. der daher keine Frau bekommt.kennt, wendet sich da hin. Raba sagte: Es ist tiefer als die Unterwelt. Es heißt:425Hos. 13,14.aus der Gewalt der Unterwelt kaufe ich sie los, vom Tode erlöse ich sie, gegen die Bemakelung jener aber gibt es kein Mittel.", "Die Bemakelten von Harpanja wegen der Bemakelten von Mešan426Dem es benachbart war; cf. Qid. Fol. 71b., die Bemakelten von Mešan wegen der Bemakelten von Tarmud, und die Bemakelten von Tarmud wegen der Sklaven427Ob. Anm. 406.Šelomos.", "Das ist es, was die Leute sagen: der große Kab und der kleine Kab428Maßgefäß; beide sind falsch., beide rollen in die Unterwelt, aus der Unterwelt nach Tarmud429Das noch tiefer liegt., aus Tarmud nach Mešan und aus Mešan nach Harpanja.", "", "i WIESO DIE FRAU SEINES NIGHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS? WENN VON ZWEI BRÜDERN EINER GESTORBEN IST, UND NACHDEM IHNEN NOCH EIN BRUDER GEBOREN WURDE DER ANDERE AN DER FRAU SEINES BRUDERS DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST DIE ERSTE FREI1Von der Schwagerehe mit dem 3. Bruder. ALS FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS UND DIE ZWEITE ALS IHRE NEBENBUHLERIN.\n", "WENN ER NUR DIE EHEFORMEL2Cf. Fol. 12a Anm. 263. AN SIE GERICHTET HAT3In der Schrift (Dt. 25,5) ist der Vollzug des Beischlafes als Antrauungsakt vorgeschrieben, so daß sie durch die Eheformel noch nicht vollgültig seine Frau ist. UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER ZWEITEN4Die nicht richtige Nebenbuhlerin der ersten ist. DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. R. Naḥman sagte: Wer sie5Die Witwe des 1. Bruders. erste nennt, irrt nicht, und wer sie zweite nennt, irrt nicht." ], [ "Wer sie erste nennt, irrt nicht, denn sie ist die erste hinsichtlich des Zufallens6Zur Schwagerehe.; wer sie zweite nennt, irrt nicht, denn sie ist die zweite hinsichtlich seiner7Des 2. Bruders, der bei Vollziehung der Schwagerehe bereits eine Frau hatte. Verheiratung. — Ist etwa nicht auch der Fall einbegriffen, wenn er zuerst die Schwagerehe vollzogen und nachher geheiratet hat!? — Vielmehr, sie ist die zweite hinsichtlich ihrer Verheiratung.", "Wo befindet sich in der Schrift [das Verbot] der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: 8Dt. 25,5.wenn Brüder (beisammen) wohnen, die beisammen auf der Welt geweilt haben, ausgenommen die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders; beisammen, die hinsichtlich der Erbschaft zusammengehören9Die einander beerben., ausgenommen ein Bruder mütterlicherseits.", "Rabba sagte: Daß sie als Brüder nur dann gelten, wenn sie es väterlicherseits sind, ist von der Bruderschaft der Söhne Ja͑qobs10Die sich als Brüder, Söhne eines Vaters, bezeichneten; cf. Gen. 42,13.zu entnehmen; wie diese väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso hierbei väterlicherseits und nicht mütterlicherseits. —", "Sollte man doch von der Bruderschaft beim Inzestverbote11Lev. 18,16; da wird von einem Bruder gesprochen, u. dies gilt (weit. Fol. 55a) auch von einem mütterlicherseits.folgern!? — Man folgere hinsichtlich Brüder von Brüder, nicht aber hinsichtlich Brüder von deines Bruders12Dt. 25,5. u. Gen. 42,13 heißt es gleichmäßig אחים, dagegen aber Lev. 18,16 אחיך.. —", "Weshalb nicht, in der Schule R. Jišma͑éls folgerten sie ja aus:13Lev. 14,39.wenn der Priester wiederkommt, und:14Ib. V. 44.wenn der Priester hineingeht, weil ‘kommen’ und ‘gehen’ dasselbe ist15Die Worte sind sinnverwandt, um so mehr hierbei, wo nur das Suffix variiert.!? — Dies nur dann, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, wenn aber ein gleiches vorhanden ist, folgere man vom gleichen. —", "Sollte man doch von der bei Loṭ gebrauchten Bruderschaft folgern, denn es heißt:16Gen. 13,8.sind wir doch Brüder17Und dieser war ein Neffe Abrahams.!? — Es ist einleuchtend, daß von den Söhnen Ja͑qobs zu folgern ist, weil es18Das W. ‘Brüder’.bei diesen überflüssig ist. Es sollte doch nur heißen: zwölf sind deine Diener, Söhne eines Mannes19So richt. nach Handschriften.; wenn es aber auch Brüder heißt, so ist dies überflüssig.", "Und [die Worte] Brüder und beisammen sind beide nötig. Würde der Allbarmherzige nur Brüder geschrieben haben, so könnte man glauben, es sei von der bei Lot gebrauchten Bruderschaft zu folgern, und wollte man entgegnen, da sei es18Das W. ‘Brüder’.nicht überflüssig20Es ist an sich nötig u. deutet nicht auf die Wortanalogie., so ist es wohl überflüssig, denn es sollte Freunde heißen, während es auch Brüder heißt; daher schrieb der Allbarmherzige beisammen, die hinsichtlich der Erbschaft zusammengehören.", "Und würde der Allbarmherzige nur beisammen geschrieben haben, so könnte man glauben, die gemeinsam Vater und Mutter haben, so lehrt er uns. —", "Wie sollte man denn darauf kommen, der Allbarmherzige hat ja die Schwagerehe mit der Erbschaft verbunden, und die Erbschaft kommt vom Vater und nicht von der Mutter!? — Es ist dennoch nötig; da dies ein Novum ist, denn hierbei wird die Inzestuöse erlaubt, so könnte man glauben, nur wenn beide denselben Vater und dieselbe Mutter haben, so lehrt er uns.", "R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn die Anwärterin der Schwagerehe gestorben ist, so ist ihm ihre Mutter erlaubt. — Demnach ist er der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit21Solange die Schwagerehe nicht vollzogen worden ist, gilt sie als Fremde., so sollte er doch sagen, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit!? —", "Würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, nur wenn es zwei22Brüder, die die Schwagerehe vollziehen können. sind, wenn aber einer, bestehe eine Gebundenheit. —", "Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit selbst bei einem!? — Würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, auch bei Lebzeiten23Sodaß die Schwägerin dann als Tochter seiner Frau von der Ḥ. entbunden ist., so lehrt er uns, nur nach dem Tode, nicht aber bei Lebzeiten, weil es verboten ist, das Gesetz der Schwagerehe zu vereiteln. —", "Wir haben gelernt: Ist die Schwägerin gestorben, so ist ihm ihre Schwester erlaubt. Nur die Schwester, die Mutter aber nicht24Die Mutter ist im höheren Maße inzestuös, da man nach dem Tode seiner Frau ihre Schwester, nicht aber ihre Mutter heiraten darf.!? —", "Dasselbe gilt auch von der Mutter, da er aber im Anfangsatze lehrt, daß, wenn seine Frau gestorben ist, ihm ihre Schwester erlaubt sei, nur die Schwester und nicht die Mutter, die ihm nach der Tora inzestuös ist, so lehrt er auch im Schlußsatze, daß die Schwester ihm erlaubt ist.", "R. Jehuda aber sagt, wenn die Anwärterin der Schwagerehe gestorben ist, sei ihm ihre Mutter verboten. — Demnach ist er der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, so sollte er doch sagen, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, es bestehe eine Gebundenheit!? —", "Würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, nur wenn es einer ist, wenn aber zwei, bestehe keine Gebundenheit. — Aber sie streiten ja über den Fall, wenn es zwei sind25Weit. Fol. 41a.!? —" ], [ "Vielmehr, würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, nur bei Lebzeiten, nach dem Tode aber schwinde die Gebundenheit, so lehrt er uns, daß die Gebundenheit von selbst nicht schwinde. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Ist die Schwägerin gestorben, so ist ihm ihre Schwester erlaubt. Nur die Schwester, die Mutter aber nicht. —", "Dasselbe gilt auch von der Mutter, da er aber im Anfangsatze lehrt, daß, wenn seine Frau gestorben ist, ihm ihre Schwerster erlaubt sei, nur die Schwester und nicht die Mutter, die ihm nach der Tora inzestuös ist, so lehrt er auch im Schlußsatze, daß die Schwester ihm erlaubt ist.", "R. Hona b. Ḥija wandte ein: Wenn er nur die Eheformel an sie gerichtet hat und gestorben ist, so ist an der zweiten die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Nur wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat, wenn aber nicht, so kann an der zweiten auch die Schwagerehe vollzogen werden. Wenn du nun sagst, es bestehe eine Gebundenheit, so ist sie ja durch die Gebundenheit die Nebenbuhlerin der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders!?", "Rabba erwiderte: Auch wenn er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, ist an der zweiten nur die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen,", "nur lehrt er deshalb den Fall, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat, um die Ansicht der Schule Šammajs auszuschließen; diese lehrt, die Eheformel erwirke eine vollständige Aneignung, so lehrt er uns.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn von zwei zu gleicher Zeit gelebt habenden Brüdern einer kinderlos gestorben ist und der andere im Begriffe war, an die Schwägerin die Eheformel zu richten, aber bevor er zur Ausführung gelangte, noch ein Bruder geboren worden und er selber gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen. Wenn du nun sagst, es bestehe eine Gebundenheit, so ist sie ja durch die Gebundenheit die Nebenbuhlerin der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders!? —", "Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit. — Ist R. Meír denn der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, wir haben ja gelernt: Wenn von vier Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und gestorben sind, so ist an ihnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "Wenn man nun sagt, R. Meír sei der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, so kommen sie ja aus zwei Familien26Beide Witwen sind einander fremd., und einer sollte die Schwagerehe an der einen und der andere an der anderen vollziehen!? —", "Tatsächlich besteht keine Gebundenheit, nur ist er der Ansicht, es sei verboten, das Gesetz von der Schwagerehe zu vereiteln. Es könnte, wenn einer die Schwagerehe vollzieht, der andere sterben, sodann das Gesetz von der Schwagerehe vereitelt werden27Die andere Witwe würde ihm dann als Schwester seiner Frau verboten sein.. —", "Wenn keine Gebundenheit besteht, mag es ja vereitelt werden: R. Gamliél ist ja der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, und [nach ihm] darf das Gesetz von der Schwagerehe vereitelt werden!?", "Wir haben nämlich gelernt: R. Gamliél sagte: Hat jene28Die minderjährige Frau des Schwagers; weit. Fol. 109a.die Weigerung erklärt, so ist es recht, hat sie nicht die Weigerung erklärt, so warte sie, bis jene großjährig wird29Sodaß die Minderjährige vollgütige Frau des Schwagers ist., sodann ist sie als Schwester seiner Frau30Hierdurch wird das Gesetz von der Schwagerehe vereitelt.frei.", "Dieser erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen R. Gamliél und R. Meír hin31Sie stimmen wohl überein hinsichtl. der Gebundenheit, streiten aber über die Vereitelung der Schwagerehe.!? — Nein, ich meine es wie folgt: R. Meír berücksichtigt sogar die zweifelhafte [Vereitelung]32Die Schwagerehe wird vereitelt, falls der Bruder stirbt., R. Gamliél aber nicht einmal die entschiedene. — Wer dies nicht berücksichtigt33Die Vereitelung dieses Gesetzes nicht verbietet., berücksichtigt vielleicht auch die entschiedene [Vereitelung] nicht, und wer dies berücksichtigt, berücksichtigt auch die zweifelhafte.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Die Lehre R. Jehudas34Die Mutter der verstorbenen Anwärterin sei ihm verboten.ist von Šemuél. Wir haben nämlich gelernt:" ], [ "Wenn sein35Des Schwagers, der die Schwagerehe zu vollziehen hat.Bruder sich die Schwester der Anwärterin der Schwagerehe angetraut hat, so spreche man, wie sie im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten, zu jenem: warte, bis dein Bruder die Handlung vollzogen36Nach Vollziehung der Schwagerehe hört die Gebundenheit auf, u. die Schwester ist diesem erlaubt; demnach hat sie bis dahin bestanden.hat. Hierzu sagte Šemuél, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera. —", "Was wäre dabei, wenn sie von Rabh wäre37RJ. war ein Schüler beider.!? Jener erwiderte: So würde Rabh sich in einem Widersprüche befinden38R. lehrt, daß keine Gebundenheit bestehe.. — Vielleicht streiten Amoraím über die Ansicht Rabhs? — Da dies im Namen Šemuéls selbst gelehrt worden ist, während über die Ansicht Rabhs Amoraím [streiten39Da RH. in seinem Namen entgegengesetzt lehrt.] müßten, so lassen wir nicht Šemuél, der dies selber lehrt, um es auf Rabh zurückzuführen, über dessen Ansicht Amoraím [streiten] müßten.", "R. Kahana sagte: Als ich diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vortrug, sprach er: So40Ohne Š. zu nennen.lehrt ihr es, wir aber lehren ausdrücklich: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Anwärterin der Schwagerehe gestorben ist, so ist ihm ihre Mutter verboten. Er ist somit der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera.", "Und beides ist nötig. Würde er nur gelehrt haben, es bestehe eine Gebundenheit, so könnte man glauben, nur wenn es einer ist, nicht aber, wenn zwei41Cf. Fol. 17b. Anmm. 22 u. 23., so lehrt er uns. Und würde er nur gelehrt haben, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera, so könnte man glauben, nur bei Lebzeiten41Cf. Fol. 17b. Anmm. 22 u. 23., nach dem Tode aber schwinde die Gebundenheit, so lehrt er uns, daß die Gebundenheit von selbst nicht schwinde.", "ii WENN VON ZWEI BRÜDERN EINER GESTORBEN IST, UND NACHDEM DER ANDERE AN DER FRAU SEINES BRUDERS DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN HAT NOCH EIN BRUDER GEBOREN WORDEN UND DARAUF [AUCH DER ANDERE] GESTORBEN IST, SO IST DIE ERSTE FREI ALS FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS UND DIE ZWEITE ALS IHRE NEBENBULEHRIN. WENN ER NUR DIE FORMEL AN SIE GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER ZWEITEN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "R. ŠIMO͑N SAGT, ER42Der 3. Bruder, falls der 2. die Schwagerehe vollzogen hat.VOLLZIEHE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN DIE SCHWAGEREHE ODER AN EINER VON IHNEN DIEALIÇA.", "GEMARA. R. Oša͑ja sagte: R. Šimo͑n streitet auch bezüglich der ersten Lehre43In der vorangehenden Mišna; nach ihm ist sie erlaubt, auch wenn die Geburt des 3. Bruders vor der Schwagerehe erfolgt ist.. — Woher dies? — Weil jene Lehre unnötig gelehrt wird.", "Nach wessen Ansicht wird der Fall der ersten gelehrt: wenn etwa nach den Rabbanan, so ist sie ja nach ihnen auch dann verboten, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, wo er sie44Der 3. Bruder die Witwe des ersten.erlaubt vorgefunden45Sie war nicht mehr die Frau seines vor ihm gelebt habenden Bruders.hat, und selbstverständlich in dem Falle, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt46Wo er sie als verbotene vorgefunden hat; diese Lehre ist somit überflüssig.ist; vielmehr ist dies nach R. Šimo͑n47Daß er auch in diesem Falle die Schwagerehe vollziehen darf.nötig.", "Er lehrt den ersten Fall, um die Ansicht R. Šimo͑ns hervorzuheben, und er leint den anderen Fall, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben. Eigentlich sollte R. Šimo͑n schon gegen die erste Lehre streiten, nur wartete er, bis die Rabbanan ihre Worte beendet hatten, und streitet erst dann gegen sie. —", "Wieso kann demnach nach R. Šimo͑n der Fall von der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders48Von dem gelehrt wird, daß sie u. ihre Nebenbuhlerinnen von der Schwagerehe entbunden sind.vorkommen!? — Bei einem Bruder; wenn er gestorben und nachher ein Bruder geboren worden49Eine Zusammengehörigkeit mit der Witwe besteht nur durch den 1. Bruder.ist. Oder auch bei zweien; wenn [der erste] weder gestorben ist noch die Schwagerehe vollzogen50Die Zugehörigkeit der Witwe zum Verstorbenen ist nicht gelöst worden.hat. —", "Erklärlich ist der Fall, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, denn er fand sie44Der 3. Bruder die Witwe des ersten.erlaubt45Sie war nicht mehr die Frau seines vor ihm gelebt habenden Bruders. vor, weshalb aber in dem Falle, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt51Bei seiner Geburt war sie noch die Witwe seines vor ihm gelebt habenden Bruders.ist? — Er ist der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, und durch die Gebundenheit gilt sie als heimgeführt52Beim Tode des 1. Bruders war sie an den 2. gebunden, sodaß sie bei der Geburt des 3. als Frau des 2. galt..", "R. Joseph wandte ein: Wenn es R. Šimo͑n zweifelhaft ist, ob sie durch Gebundenheit und Eheformel als heimgeführt gilt oder nicht, um wieviel mehr gilt dies von der Gebundenheit allein!? — Wo dies? —", "Wir haben gelernt: Wenn drei Brüder drei einander fremde Frauen geheiratet haben und einer von ihnen gestorben ist, und darauf der andere die Eheformel gesprochen hat und ebenfalls gestorben ist, so ist an ihnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen,", "denn es heißt:53Dt. 25,5.und einer von ihnen stirbt, so komme ihr Schwager zu ihr, die an einen Schwager gebunden ist, nicht aber, die an zwei Schwäger gebunden ist.", "R. Šimo͑n sagt, er vollziehe die Schwagerehe beliebig an einer von ihnen und die Ḥaliça an der anderen. Er vollziehe die Schwagerehe nicht an beiden, da vielleicht eine Gebundenheit besteht, sodaß es zwei Schwägerinnen" ], [ "aus einem Hause54Nach der Schrift (Dt. 25,9) hat er ‘das Haus’ seines Bruders zu errichten, dh. die Schwagerehe nur an einer Frau zu vollziehen.sind; auch ist, wenn er die Schwagerehe an der einen vollzieht, die andere nicht entbunden, da sie55Die Witwe des 1. Bruders, obgleich an sie die Eheformel gerichtet worden ist.vielleicht durch die Gebundenheit nicht als heimgeführt gilt, sodaß es zwei Schwägerinnen aus zwei Häusern56Sodaß die Schwagerehe an beiden zu vollziehen ist.sind. Demnach ist ihm dies zweifelhaft.", "Wolltest du erwidern, nach der Tora ist auch, wenn er an der einen die Schwagerehe vollzieht, die andere entbunden, nur sei dies57An der anderen die H. zu vollziehen.rabbanitisch angeordnet worden, damit man nicht sage, wenn zwei Schwägerinnen aus zwei Häusern58Wenn ihm beide genau gleichzeitig zufallen, so ist nicht festzustellen, welche entbunden ist.kommen, sei an der einen die Schwagerehe zu vollziehen und die andere ganz entbunden,", "so ist ja R. Šimo͑n dieser Ansicht, weil die Wirksamkeit der Eheformel zweifelhaft ist. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Eheformel des anderen wirksam, so begattet er die Frau des anderen,", "und ist die Eheformel des anderen nicht wirksam, so begattet er die Frau des ersten.", "Abajje sprach zu ihm: Unterscheidest du denn nicht zwischen der Gebundenheit mit einem Schwager und der Gebundenheit mit zwei Schwägern; vielleicht sagt R. Šimo͑n nur bei einem Schwager, durch die Gebundenheit gelte sie als heimgeführt, nicht aber bei zwei Schwägern!? —", "Unterscheidet denn R. Šimo͑n, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagte eine Regel: Ist die Geburt59Des 3. Bruders.vor der Heirat60Der Witwe mit dem 2. Bruder.erfolgt, so ist an ihr weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen, und ist die Heirat vor der Geburt erfolgt, so ist an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.", "Doch wohl bei einem Schwager, und er lehrt, daß an ihr weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist. — Nein, bei zwei Schwägern61Durch die Gebundenheit gilt sie nicht als verheiratet.. —", "Weshalb lehrt er, wenn demnach bei einem Schwager an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist, daß, wenn die Heirat vor der Geburt erfolgt ist, an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist, er sollte doch den Unterschied hinsichtlich desselben Falles machen: dies nur, wenn es zwei Schwäger sind, wenn aber einer, so ist an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen!? —", "Die ganze [Lehre] handelt von zwei Schwägern. — Worin besteht demnach die Regel62Daß, wenn die Geburt früher erfolgt ist, sie dem später geborenen Bruder verboten ist; bei einem Schwager ist sie ja erlaubt.!?", "Ferner wandte R. Oša͑ja ein: Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern, oder einer Frau und ihrer Tochter, oder einer Frau und der Tochter ihrer Tochter, oder einer Frau und der Tochter ihres Sohnes verheiratet waren, so ist an ihnen63Wenn die Brüder sterben u. die Witwen dem 3. Bruder zufallen.die Ḥaliça und nicht die Schwager ehe64Da jede von ihnen ihm als Verwandte der an ihn gebundenen Schwägerin verboten ist.zu vollziehen; R. Šimo͑n entbindet sie.", "Wenn du nun sagst, R. Šimo͑n sei der Ansicht, die Gebundenheit gleiche dem Verheiratetsein, so sollte doch an der ersten65Deren Mann zuerst gestorben ist; schon durch die Gebundenheit gilt sie als seine Frau, u. obgleich er beim Tode des 2. Bruders die Schwagerehe noch nicht vollzogen hat, ist die Witwe desselben nichts weiter als Verwandte seiner Frau, die ganz entbunden ist. die Schwagerehe vollzogen werden und die andere entbunden sein!?", "R. A͑mram erwiderte: Unter ‘entbindet’ ist eben zu verstehen, die andere sei entbunden. — Es wird ja aber gelehrt, R. Šimo͑n entbinde beide!?", "Raba erwiderte: Die andere des einen Paares und die andere des anderen66Nach R. spricht die angezogene Lehre von dem Falle, wenn die 2 Brüder mit 2 Schwestern u. außerdem einer Mutter u. einer Tochter verheiratet waren; die Ḥ. ist an einer der beiden des ersten zu vollziehen, während die des anderen als Verwandte entbunden sind.Paares.", "Raba irrte sich hinsichtlich der vier Paare67Die in der angezogenen Lehre aufgezählt werden, indem er annahm, es handle sich um den Fall, wenn mehrere dieser Paare einem Schwager zugefallen sind.; erstens heißt es ‘oder’, zweitens müßte es68Falls es sich auf die andere eines jeden der genannten Paare bezieht.heißen, R. Šimo͑n entbinde alle vier.", "Ferner wird gelehrt: R. Šimo͑n entbindet beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe, denn es heißt:69Lev. 18,18.zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen; sobald sie Nebenbuhlerinnen werden, darf das Nehmen auch bei einer von ihnen70Auch die des 1. Bruders ist entbunden.nicht erfolgen.", "Vielmehr, erklärte R. Aši, wenn sie ihm nacheinander zugefallen sind, ist dem auch71Daß die des ersten durch die Gebundenheit als seine Frau gilt u. die des anderen entbunden ist.so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihm gleichzeitig zugefallen sind, und zwar ist R. Šimo͑n der Ansicht R. Jose des Galiläers, welcher sagt, es könne genau gleichzeitig erfolgen.", "R. Papa sagte: R. Šimo͑n streitet nur über den Fall, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, nicht aber über den Fall, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt72Cf. Anm. 46.ist.", "Beide [Lehren] sind nach den Rabbanan73Ob. Fol. 18b.nötig, und er lehrt es nicht nur von jenem, sondern auch von diesem74Die 1. Lehre ist an sich nötig u. die 2. ist weitgehender..", "Es gibt eine Lehre als Stütze für R. Papa, zur Widerlegung R. Oša͑jas: Wenn von zwei zu gleicher Zeit gelebt habenden Brüdern einer kinderlos gestorben ist und der andere im Begriffe war, an die Schwägerin die Eheformel zu richten, aber bevor er zur Ausführung gelangte, noch ein Bruder geboren worden und er selber gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.", "Wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat und nachher der Bruder geboren worden ist, oder der Bruder geboren worden ist und er nachher an sie die Eheformel gerichtet hat und darauf gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça75Da jene durch die Eheformel noch nicht als seine Frau gilt.und nicht die Schwagerehe zu vollziehen." ], [ "R. Šimo͑n sagt, die Beiwohnung oder die Ḥaliça der einen von ihnen76Der Frau des anderen.entbinde ihre Nebenbuhlerin; hat er aber die Ḥaliça vollzogen an der, an die die Eheformel gerichtet worden ist, so ist die Nebenbuhlerin nicht entbunden77Wenn die Eheformel nicht wirksam ist, so ist die an ihr vollzogene Ḥaliça ungültig.. Wenn er sie genommen hat und gestorben ist, und nachher der Bruder geboren worden ist, oder der Bruder geboren worden ist, und er sie nachher genommen hat und gestorben ist, so sind beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden.", "Wenn er sie genommen hat und nachher der Bruder geboren worden und er gestorben ist, so sind beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden — so R. Meír. R. Šimo͑n sagt, da er sie erlaubt vorgefunden hat und sie ihm auch nicht eine Stunde verboten war, könne er beliebig an einer von ihnen die Schwagerehe oder die Ḥaliça vollziehen.", "Nach wessen Ansicht lehrt er den Fall des Schlußsatzes78Wenn die Geburt nach Vollziehung der Schwagerehe erfolgt ist.: wenn etwa nach R. Meír, so sollte er doch, da es nach R. Meír einerlei ist, ob zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt oder zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt ist, [alle Fälle] vereinigt lehren;", "doch wohl nach R. Šimo͑n, und er streitet nur über den Fall, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, nicht aber über den Fall, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe. Schließe hieraus.", "Der Meister sagte: Und der andere im Begriffe war, an seine Schwägerin die Eheformel zu richten, aber bevor er zur Ausführung gelangte, noch ein Bruder geboren worden und er gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen. Was heißt ‘im Begriffe war’ und was heißt ‘nicht zur Ausführung gelangt’; hat er es getan, so ist es erfolgt, und hat er es nicht getan, so ist es nicht erfolgt!? —", "Im Begriffe war, mit ihrem Willen, nicht zur Ausführung gelangt, nicht mit ihrem Willen, sondern gegen ihren Willen79Die Eheformel ist dann nicht wirksam.. Dies gegen die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn jemand die Eheformel an seine Schwägerin gegen ihren Willen gerichtet hat, so hat er sie sich, wie Rabbi sagt, angeeignet, und wie die Weisen sagen, nicht angeeignet. —", "Was ist der Grund Rabbis? — Er folgert dies von der Beiwohnung der Schwägerin; wie [die Aneignung] der Schwägerin durch die Beiwohnung gegen ihren Willen erfolgen kann, ebenso kann die Antrauung80Durch die Eheformel. der Schwägerin gegen ihren Willen erfolgen. Die Rabbanan aber folgern von der gewöhnlichen Antrauung81Eines fremden Weibes, das nicht mit ihm verschwägert ist.; wie die gewöhnliche Antrauung nur mit ihrem Willen erfolgen kann, ebenso kann die Antrauung der Schwägerin nur mit ihrem Willen erfolgen. —", "Worin besteht ihr Streit? — Nach der einen Ansicht ist hinsichtlich der Schwägerin von der Schwägerin zu folgern, und nach der einen Ansicht ist hinsichtlich der Antrauung von der Antrauung zu folgern.", "«Wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat und nachher der Bruder geboren worden ist, oder der Bruder geboren worden ist und er nachher die Eheformel an sie gerichtet hat, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. R. Šimo͑n sagt, die Beiwohnung oder die Ḥaliça der einen von ihnen entbinde ihre Nebenbuhlerin.", "»Worauf bezieht sich R. Šimo͑n; wenn auf den Fall, wenn zuerst der Bruder geboren worden ist und er nachher die Eheformel an sie gerichtet hat, so sagtest du ja, daß R. Šimo͑n über den Fall, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt ist, nicht streite!? — Vielmehr, auf den Fall, wenn er zuerst an sie die Eheformel gerichtet hat und nachher der Bruder geboren worden ist.", "«Hat er aber die Ḥaliça vollzogen an der, an die die Eheformel gerichtet worden ist, so ist die Nebenbuhlerin nicht entbunden.» Aus dem Grunde, weil die Nebenbuhlerin Entschiedene82An ihr ist entschieden die Schwagerehe zu vollziehen: ist die Eheformel wirksam, so ist die Schwagerehe vor der Geburt erfolgt, u. beide sind ihm erlaubt, u. ist die Eheformel nicht wirksam, so ist ihm die andere erst recht erlaubt, da sie nicht Nebenbuhlerin einer Inzestuösen ist.und die, an die die Eheformel gerichtet worden ist, zweifelhaft83Viell, ist die Eheformel nicht wirksam, sodann ist sie die Frau seines vor ihm gelebt habenden Bruders, u. die an ihr vollzogene Ḥ. entbindet die Nebenbuhlerin nicht.ist, und das Zweifelhafte bringt nichts aus dem Besitze des Entschiedenen84So lautet die Rechtsformel im Zivilrechte; in diesem Falle entsprechend zu übertragen..", "R. Menase b. Zebid saß vor R. Hona und trug vor: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? — Was sein Grund ist, den sagt er ja: da er sie erlaubt vorgefunden hat und sie ihm nicht eine Stunde verboten war!? —", "Vielmehr, was ist der Grund der Rabbanan? Die Schrift sagt:85Dt. 25,5.er nehme sie zur Frau und übe an ihr die Schwagerpflicht, während ihm noch die frühere Schwagerpflicht anhaftet. — Wir haben gelernt: Hat er sie86Der Schwager die Schwägerin.genommen, so gilt sie in jeder Hinsicht als seine Frau. Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina, dies lehre," ], [ "daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden87Ohne die Ḥ. zu vollziehen.lassen, und daß er sie wiedernehmen dürfe. Sollte man auch hierbei sagen: er übe an ihr die Schwagerpflicht, die frühere Schwagerpflicht hafte ihr noch an, und sie sollte der Ḥaliça benötigen!? —", "Da ist es anders; die Schrift sagt:85Dt. 25,5.er nehme sie zur Frau, sobald er sie genommen hat, gilt sie als seine Frau in jeder Hinsicht. — Demnach solle dies auch hierbei gelten!? — Der Allbarmherzige schreibt ja: übe an ihr die Schwagerpflicht —", "Was veranlaßt dich dazu88Sich hinsichtl. des einen Falles auf das W. ויבמה u. hinsichtl. des anderen Falles auf das W. לאשה zu berufen.? — Es ist einleuchtend, daß man das Erlaubende auf das Erlaubte89Auf einen gewöhnlichen Fall der Schwagerehe.und das Verbietende auf das Verbotene90Auf einen posthumen Schwager.beziehe. —", "Sollte doch nach R. Šimo͑n, welcher sagt: da er sie erlaubt vorgefunden hat und sie ihm nicht eine Stunde verboten war, an seiner Schwester mütterlicherseits, die sein Bruder väterlicherseits vor seiner Geburt geheiratet hat, wenn dieser stirbt, die Schwagerehe vollzogen werden, da er sie erlaubt vorgefunden91Bei seiner Geburt fand er sie als Schwägerin u. nicht als Schwester vor.hat!? —", "Wo sollte das Verbot der Schwester hingekommen sein!? — Auch hierbei: wo sollte das Verbot [der Frau] seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders hingekommen sein!? — Für das eine Verbot gibt es keine Aufhebung, für das andere Verbot gibt es eine Aufhebung92Sobald der Bruder kinderlos stirbt, erlischt das Verbot der Frau seines Bruders..", "iii SIE SAGTEN EINE REGEL HINSICHTLICH DER SCHWÄGERIN: IST SIE WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST AN IHR WEDER DIEALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN; IST SIE WEGEN EINES GEBOTES ODER DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN, SO IST AN IHR DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN; \n", "IST DIE SCHWÄGERIN IHRE93Der Inzestuösen; wenn 2 Brüder 2 Schwestern geheiratet u. beide einem 3. Bruder zufallen, eine aber inzestuös ist.SCHWESTER, SO IST AN IHR DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE94Da die Inzestuöse ausscheidet, so ist die andere nicht die Schwester der an ihn Gebundenen.ZU VOLLZIEHEN.", "iv WEGEN EINES GEBOTES VERBOTEN: DIE NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN: EINE WITWE DEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODERALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA95Die Nachkommen der Gibeo͑niten (cf. Jos. Kap. 9), die sich unter die Jisraéliten vermischten, werden in der Schrift (Ezr. 2,43, Neh. 3,26 uö.) mit Bezugnahme auf Jos. 9,27 Nethinim (die Gegebenen Tempelknechte) genannt.EINEM JISRAÉLITEN, EINE JISRAÉLITIN EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE.", "GEMARA. Was schließt die Regel ein? Raphram b. Papa erwiderte: Sie schließt die Nebenbuhlerin der Sterilen ein, nach R. Asi96Nach dem sie verboten ist; cf. supra Fol. 12a.. Manche lesen:", "Nur wenn sie wegen Inzestes verboten ist, ist die Nebenbuhlerin verboten, wenn sie aber nicht wegen Inzestes verboten ist, ist die Nebenbuhlerin nicht verboten; was schließt dies aus? Raphram erwiderte: Dies schließt die Nebenbuhlerin der Sterilen aus, nicht wie R. Asi.", "IST DIE SCHWÄGERIN IHRE SCHWESTER. Wessen Schwester, wenn der wegen eines Gebotes verbotenen, so stößt er ja, da diese nach der Tora ihm zufällt, auf die Schwester der an ihn gebundenen!? — Vielmehr, der wegen Inzestes verbotenen.", "WEGEN EINES GEBOTES VERBOTEN: DIE ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN. Weshalb nennt er es ‘wegen eines Gebotes verboten’? Abajje erwiderte: Weil es Gebot ist, auf die Worte der Weisen zu hören.", "WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN: EINE WITWE DEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODERALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER. Weshalb nennt er es ‘wegen der Standesheiligkeit verboten’? — Es heißt: 97Lev. 21,6.heilig sollen sie ihrem Gott sein.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda wendet es um: Wegen eines Gebotes verboten: eine Witwe dem Hochpriester, eine Geschiedene oder Ḥaluça einem gemeinen Priester. — Weshalb nennt er es ‘wegen eines Gebotes verboten’? — Von diesen heißt es:98Lev. 27,34.das sind die Gebote.", "Wegen der Standesheiligkeit verboten: die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuösen. — Weshalb nennt er es ‘wegen der Standesheiligkeit verboten’? Abajje erwiderte: Wer die Worte der Weisen erfüllt, heißt heilig. Raba sprach zu ihm: Demnach heißt, wer die Worte der Weisen nicht erfüllt, nicht heilig, aber auch nicht Frevler!? Vielmehr, erklärte Raba, heilige dich auch bei dem, was dir erlaubt ist99Die zweitgradig Inzestuösen sind zwar nach der Tora erlaubt, jed. halte man sich heilig u. dehne das Verbot auch auf diese aus..", "EINE WITWE DEM HOCHPRIESTER. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob aus der Heirat oder aus der Verlobung;", "einleuchtend ist dies von der [Witwe] aus der Heirat, denn es besteht ein Gebot und ein Verbot100Das Gebot, eine Jungfrau zu heiraten, u. das Verbot, eine Witwe zu heiraten; cf. Lev. 21,13,14., und das Gebot101Der Schwagerehe.verdrängt nicht ein Verbot und ein Gebot, bei der aus der Verlobung102Die tatsächlich Jungfrau ist.aber besteht ja nur ein Verbot, so sollte doch das Gebot das Verbot verdrängen!?", "R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:103Dt. 25,7.so soll seine Schwägerin zum Tore gehn, und da [das Wort] Schwägerin nicht nötig104Da die Schrift von dieser spricht.ist, so lehrt dies, daß es eine andere Schwägerin gibt, die nur zur Ḥaliça und nicht zur Schwagerehe geht, nämlich die mit einem Verbote belegte. —", "Vielleicht die mit der Ausrottung belegte!? — Die Schrift sagt:103Dt. 25,7.wenn der Mann sie nicht nehmen will, wenn er aber will, vollziehe er die Schwagerehe; wer zur Schwagerehe herankommt, kommt zur Ḥaliça heran, wer nicht zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça nicht heran. —", "Demnach sollte dies auch von den mit einem Verbote belegten105Die ebenfalls zur Schwagerehe nicht herankommen.gelten!? — Der Allbarmherzige schließt sie durch [das Wort] Schwägerin ein. — Was veranlaßt dich dazu106Diese einzuschließen u. jene auszuschließen.? —" ], [ "Dies ist einleuchtend, denn bei den mit einem Verbote belegten ist die Trauung gültig, bei den mit der Ausrottung belegten aber ist die Trauung ungültig.", "Raba wandte ein: Wenn er der wegen eines Gebotes oder wegen der Standesheiligkeit verbotenen beigewohnt oder an ihr die Ḥaliça vollzogen hat, so ist ihre Nebenbuhlerin entbunden. Wieso ist, wenn du sagst, an der mit einem Verbote belegten sei nach der Tora die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, wenn er ihr beigewohnt hat, die Nebenbuhlerin entbunden!?", "Er richtete diesen Einwand und er selber erklärte es auch; er lehrt es beziehungsweise: beigewohnt, der wegen eines Verbotes verbotenen, die Ḥaliça vollzogen, an der wegen der Standesheiligkeit verbotenen.", "Raba wandte ein: Wem die Hoden zerquetscht sind oder die Harnröhre durchschnitten ist, der [durch Menschen] Kastrierte und der Greis können107Ist es erfolgt, so ist ihre Handlung gültig. die Ḥaliça oder die Schwagerehe vollziehen. Und zwar: wenn diese gestorben sind und Brüder und Frauen hinterlassen haben, so ist, wenn die Brüder an ihre Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet.", "Wenn die Brüder gestorben sind und diese an die Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, so ist ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet, jedoch dürfen sie sie nicht behalten, denn es heißt:108Dt. 23,2.es komme keiner, dessen Hoden zerquetscht. Wieso sind sie ihnen, wenn du sagst, an der mit einem Verbote belegten sei nach der Tora die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, durch die Beiwohnung angeeignet!?", "Vielmehr, erklärte Raba, auch hinsichtlich der Witwe aus der Verlobung besteht ein Gebot und ein Verbot, denn es heißt:109Lev. 21,6.heilig sollen sie ihrem Gott sein. —", "Wie ist es hinsichtlich des Hurenkindes und der Nethina zu erklären? — Es heißt:110Ib. 11,44.heiliget euch. —", "Demnach besteht ja auch hinsichtlich der ganzen Tora ein Gebot und ein Verbot, denn es heißt: heiliget euch!? Vielmehr, erklärte Raba, die Witwe aus der Verlobung mit Rücksicht auf die Witwe aus der Heirat. —", "Wie ist es hinsichtlich des Hurenkindes und der Nethina zu erklären? — Im Falle des Gebotes mit Rücksicht auf einen Fall, wo dies kein Gebot111Damit er nicht dazu komme, eine solche zu heiraten, ist ihm auch die Vollziehung der Schwagerehe verboten worden.ist. —", "Demnach sollte an der Frau seines Bruders väterlicherseits mit Rücksicht auf die Frau seines Bruders mütterlicherseits die Schwagerehe nicht vollzogen werden!? — Der Allbarmherzige hat die Schwagerehe mit der Erbschaft verbunden, somit ist es112Ob es ein Bruder väterlicherseits od. mütterlicherseits ist.bekannt. —", "Sollte doch an der kinderlosen Frau die Schwagerehe nicht vollzogen werden, mit Rücksicht auf die, die Kinder hat!? — Der Allbarmherzige hat es vom Kinderhaben abhängig gemacht, somit ist es bekannt. —", "Sollte doch an der Frau seines gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders die Schwagerehe nicht vollzogen werden, mit Rücksicht auf den nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruder!? — Der Allbarmherzige hat es vom Weilen113In der bezügl. Schriftstelle (Dt. 25,5) heißt es: wenn zwei Brüder beisammen weilen.abhängig gemacht, somit ist es bekannt. —", "Sollte doch die Schwagerehe an keiner Frau vollzogen werden, mit Rücksicht auf die Sterile!? — Diese ist selten. — Auch Hurenkind und Nethina sind ja selten!? —", "Vielmehr, erklärte Raba, dies ist bei der ersten Beiwohnung mit Rücksicht auf die zweite Beiwohnung114Das Gebot der Schwagerehe ist mit dem ersten Vollzug des Beischlafes ausgeübt worden, sodaß ihm eine Wiederholung verboten ist, u. damit es dazu nicht komme, ist ihm die Schwagerehe überhaupt verboten worden.angeordnet worden.", "Desgleichen wird auch gelehrt: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet, durch die erste Beiwohnung; jedoch dürfen sie sie nicht behalten, zur zweiten Beiwohnung.", "Später sagte Raba, manche sagen, R. Aši: Das, was ich gesagt habe, ist nichts. Reš Laqiš sagte: Wenn irgendwo ein Gebot und ein Verbot zusammenstoßen, so ist, wenn man beide halten kann, dies zu bevorzugen, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot. Ebenso ist es hierbei durch die Ḥaliça möglich, das Gebot und das Verbot zu halten.", "Man wandte ein: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet!? — Eine Widerlegung.", "Es wurde gelehrt: Über den vom Hochpriester an der Witwe vollzogenen Beischlaf [streiten] R. Joḥanan und R. Elea͑zar; einer sagt, dies entbinde ihre Nebenbuhlerin nicht, und einer sagt, dies entbinde ihre Nebenbuhlerin." ], [ "Hinsichtlich einer Witwe aus der Heirat stimmen alle überein, daß dies nicht entbinde, denn das Gebot verdrängt nicht114Die Schwagerehe war ungiltig u. daher wirkungslos.ein Gebot und ein Verbot, sie streiten nur über eine Witwe aus der Verlobung; einer sagt, dies entbinde, denn das Gebot verdrängt ein Verbot, und einer sagt, dies entbinde nicht, denn hierbei ist die Ḥaliça115Das Gebot kann ausgeübt werden, ohne das Verbot zu begehen.möglich, somit verdrängt das Gebot das Verbot nicht.", "Man wandte ein: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet!? — Eine Widerlegung. —", "Dies wäre demnach auch eine Widerlegung des Reš Laqiš116Seiner oben genannten Regel.? — Reš Laqiš kann dir erwidern: ich sage es nur von Fällen, wo ein Gebot ausgeübt wird, während die Ḥaliça anstelle der Schwagerehe kein Gebot ist117Es ist nichts weiter als eine vorgeschriebene Zeremonie bei Unterlassung des Gebotes..", "Raba sagte: Wo ist in der Schrift die zweitgradige Inzestuosität angedeutet? Es heißt:118Lev. 18,27.denn all diese Gräuel taten die Bewohner des Landes; el [diese] bezeichnet Schweres, demnach gibt es auch Leichtes, nämlich die zweitgradige Inzestuosität. —", "Woher geht hervor, daß el den Begriff Schweres hat? — Es heißt:119Ez. 17,13.die Mächtigen [elle] des Landes führte er fort.", "Demnach streitet er gegen R. Levi, denn R. Levi sagte: Schwerer ist die Strafe [für falsche Maße] als die Strafe für Inzestvergehen, denn bei diesen heißt es el, bei jenen aber heißt es120Dt. 25,16.[elle]; el bezeichnet Schweres, und elle ist schwerer als el. —", "Auch beim Inzeste heißt es ja121Lev. 18,26.elle!? — Dies schließt das [Vergehen inbetreff der] Maße von der Ausrottungsstrafe aus. —", "Worin besteht demnach ihre Schwere? — Bei jenem ist122Solange das Inzestverbrechen ohne Folgen geblieben ist.eine Bußfertigkeit möglich, bei diesen ist keine Bußfertigkeit möglich123Weil man nicht weiß, wen man beraubt hat..", "R. Jehuda entnimmt es aus folgendem: 124Ecc. 12,9.Erwog und forschte und formte viele Sprüche, und hierzu sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Vor dem Auftreten Šelomos war die Tora ein Korb ohne Henkel, bis Selomo kam und ihr Henkel machte125אזן im angezogenen Schriftverse ist denom. v. אוז Ohr, Henkel; er führte verschärfende Bestimmungen ein, wozu auch die Beobachtung des zweitgradigen Inzestes gehört..", "R. Ošaja entnimmt es aus folgendem:126Pr. 4,15.Laß ihn fahren, betritt127Man halte sich von verbotenen Handlungen möglichst fern.ihn nicht; wende dich ab von ihm und gehe vorüber,", "R. Aši sagte: [Die Erklärung] R. Oša͑jas ist mit folgendem zu vergleichen. Als wenn ein Mensch einen Obstgarten bewacht; bewacht er ihn von außen, so wird er vollständig bewacht, bewacht er ihn von innen, so wird nur das bewacht, was vor ihm liegt, nicht aber das, was hinter ihm liegt. Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist nichts; da wird immerhin der vor ihm liegende [Teil] bewacht, hierbei aber würde man, wenn nicht [die Bestimmung von der] zweitgradigen Inzestuosität, auf das Inzestverbot selbst stoßen.", "R. Kahana entnimmt es aus folgendem:128Lev. 18,30.Beobachtet meine Satzungen, fügt eine Satzung zu meiner Satzung129Wörtl. Bewachung für meine Bewachung, durch Verschärfung des geschriebenen Gesetzes.hinzu.", "Abajje sprach zu R. Joseph: Demnach ist es ja aus der Tora!? — Aus der Tora und von den Rabbanan ausgelegt. — Die ganze Tora ist ja von den Rabbanan ausgelegt!? — Tatsächlich rabbanitisch, während der Schriftvers nur eine Anlehnung ist.", "Die Rabbanan lehrten: Welche sind zweitgradig inzestuös? Die Mutter seiner Mutter, die Mutter seines Vaters, die Frau des Vaters seines Vaters, die Frau des Vaters seiner Mutter, die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits, die Frau des Bruders seiner Mutter väterlicherseits, die Schwiegertochter seines Sohnes und die Schwiegertochter seiner Tochter. Jedem ist die Frau seines Schwiegervaters und die Frau seines Stiefsohnes erlaubt, aber die Tochter seines Stiefsohnes verboten.", "Dem Stiefsohne ist die Frau und die Tochter [des Stiefvaters] erlaubt. Die Frau seines Stiefsohnes kann zu ihm sagen: ich bin dir erlaubt, meine Tochter ist dir verboten. —", "Die Tochter seines Stiefsohnes ist ja nach der Tora [verboten], denn es heißt:130Lev. 18,17.die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter!? — Da er im Schlußsatze lehren will, die Frau seines Stiefsohnes könne zu ihm sagen: ich bin dir erlaubt, meine Tochter ist dir verboten, obgleich meine Tochter dir nach der Tora verboten ist, haben auch die Rabbanan mich nicht verboten, nennt er auch im Anfangsatze die Tochter seines Stiefsohnes. —", "Demnach kann ja auch die Frau seines Schwiegervaters zu ihm sagen: ich bin dir erlaubt, meine Tochter ist dir verboten, denn sie ist die Schwester seiner Frau!? — Das eine ist stichhaltig, das andere ist nicht stichhaltig131Die Tochter seiner Schwiegermutter ist ihm nach dem Tode seiner Frau erlaubt..", "Rabh sagte, vier Frauen haben eine Beschränkung132Hinsichtl. der Inzestuosität; nur sie selber sind inzestuös, nicht aber die auf- od. absteigende Generation., und drei wußte er zu nennen: die Frau des Bruders seiner Mutter133Nicht aber der Mutter seiner Mutter, ebenso bei den übrigen.väterlicherseits, die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits und seine Schwiegertochter. Zee͑ri fügt noch die Frau des Vaters seiner Mutter hinzu. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen diene dir: höher als Rabh134Die von ihm genannte ist eine Generation höher als die von R. genannten.. —", "Weshalb zählt Rabh diese nicht mit? — Sie kann mit der Frau des Vaters seines Vaters verwechselt werden135Während diese nach der Tora verboten ist u. die Inzestuosität auch auf- u. absteigend ausgedehnt wird.. —", "Und Zee͑r!? — Bei dieser pflegt man zu verkehren, bei jener pflegt man nicht zu verkehren136Man pflegt mehr Verkehr mit der Familie des Vaters als mit der der Mutter; eine Verwechselung ist daher unwahrscheinlich.. —", "Die Schwiegertochter" ], [ "ist ja nach der Tora [verboten], denn es heißt: 137Lev. 18,15.die Scham deiner Schwiegertochter sollst du nicht entblößen!? — Lies: die Schwiegertochter seines Sohnes. — Gibt es denn bei der Schwiegertochter seines Sohnes eine Beschränkung, es wird ja gelehrt: Die Schwiegertochter ist inzestuös, die Schwiegertochter seines Sohnes ist es zweitgradig; dasselbe gilt von seinem Sohne und dem Sohne seines Sohnes bis ans Ende aller Generationen. — Lies vielmehr: die Schwiegertochter seiner Tochter.", "R. Ḥisda sagte nämlich: Folgendes hörte ich von einem bedeutenden Manne, das ist R. Ami: sie verboten die Schwiegertochter nur wegen der Schwiegertochter. Die Khaldäer138Wegen der Verbreitung der Sterndeuterei unter ihnen soviel wie Zauberer, Sterndeuter.prophezeiten mir, daß ich Lehrer sein werde;", "ich sagte mir: sollte dies139Die Bezeichnung ‘Lehrer’, die beide Begriffe zuläßt.ein großer Mann bedeuten, so verstehe ich es140Die Bedeutung der lakonischen Fassung: Schwiegertochter wegen Schwiegertochter.selber, und sollte dies Kinderlehrer bedeuten, so frage ich es die Jünger, die ins Lehrhaus kommen. Nun verstehe ich es selber: sie verboten die Schwiegertochter seiner Tochter nur wegen der Schwiegertochter seines Sohnes.", "Abajje sprach zu Raba: Ich will es dir erklären: zum Beispiel die Schwiegertochter des Bar Çitaj. R. Papa erklärte: Zum Beispiel die Schwiegertochter des R. Papa b. Abba. R. Aši erklärte: Zum Beispiel die Schwiegertochter des Mari b. Isaq141Diese alle hatten eine Schwiegertochter des Sohnes u. eine Schwiegertochter der Tochter..", "Sie fragten: Wie verhält es sich mit der Frau des Bruders seiner Mutter mütterlicherseits: haben die Rabbanan nur die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits und die Frau des Bruders seiner Mutter väterlicherseits verboten, bei denen eine väterliche Seite vorhanden ist, nicht aber die, bei der keine väterliche Seite vorhanden ist, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?", "R. Saphra erwiderte: Hinsichtlich jener ist es nur eine rabbanitische Maßregel, und wir sollten eine Maßregel für eine Maßregel treffen!? Raba sprach: Auch bei allen anderen ist es ja nur eine Maßregel für eine Maßregel. Die Mutter ist inzestuös, die Mutter seiner Mutter ist zweitgradig inzestuös, und wegen der Mutter seiner Mutter verboten sie die Mutter seines Vaters. Dies aus dem Grunde, weil beide Großmutter heißen.", "Die Frau des Vaters ist inzestuös, die Frau des Vaters seines Vaters ist es zweitgradig, und wegen der Frau des Vaters seines Vaters verboten sie die Frau des Vaters seiner Mutter. Dies aus dem Grunde, weil beide Großvater heißen.", "Die Frau des Bruders seines Vaters väterlicherseits ist inzestuös, die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits ist es zweitgradig, und wegen der Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits verboten sie die Frau des Bruders seiner Mutter väterlicherseits. Dies aus dem Grunde, weil beide Oheim heißen.", "Wie ist es damit? — Komm und höre: Als R. Jehuda b. Sila kam, sagte er, daß sie im Westen lehrten: wenn die Frau inzestuös ist, so ist es die Frau des Mannes142Der im selben Grade verwandt ist.nach rabbanitischer Bestimmung zweitgradig.", "Hierzu sagte Raba: Ist dies denn eine stichhaltige Regel, die Schwiegermutter ist inzestuös, die Frau seines Schwiegervaters aber ist erlaubt; die Tochter der Schwiegermutter ist inzestuös, die Frau des Sohnes seiner Schwiegermutter aber ist erlaubt; die Tochter des Schwiegervaters ist inzestuös, die Frau des Sohnes seines Schwiegervaters aber ist erlaubt; die Stieftochter ist inzestuös, die Frau seines Stiefsohnes aber ist erlaubt; die Tochter seines Stiefsohnes143So richt. nach Handschriften.ist inzestuös, die Frau des Sohnes seines Stiefsohnes aber ist erlaubt.", "Was schließt nun die Regel des R. Jehuda b. Šila ein? Doch wohl die Frau des Bruders seiner Mutter mütterlicherseits; die Frau144Die Schwester der Mutter, auch mütterlicherseits.ist inzestuös, und sie haben die Frau des Mannes als zweitgradig verboten.", "Welchen Unterschied gibt es zwischen jenen und dieser? — Bei dieser erfolgt die Verwandtschaft durch eine Antrauung, bei jenen aber erst durch zwei Antrauungen145Die Frau seines Schwiegervaters beispielsweise wird ihm anverwandt, erst wenn eine Heirat zwischen ihm u. seiner Frau u. eine zwischen seinem Schwiegervater u. dessen Frau erfolgt ist..", "R. Mešaršeja aus Tusanja146Viell. Transmutation v. וסתוניא od. besser יוסתניא, wie an anderen Stellen.sandte an R. Papi: Möge der Meister uns lehren, wie es sich mit der Frau des Bruders des Vaters seines Vaters und der Schwester des Vaters seines Vaters verhalte: haben sie, da es147Bei diesem Verwandtschaftsverhältnisse.absteigend148Bei der Frau des Bruders seines Vaters väterlicherseits.inzestuös ist, auch aufsteigend verboten, oder hat sich die Verwandtschaft geteilt? —", "Komm und höre: Welche149Ob. Col. a werden die zweitgradig Inzestuösen aufgezählt.sind zweitgradig inzestuös &c. Diese aber zählt er darunter nicht mit. —", "Manches lehrt er und manches läßt er fort. — Was läßt er außerdem fort? — Er läßt die zweitgradig Inzestuösen der Schule R. Ḥijas150Die weiter Fol. 22a genannt werden.fort.", "Amemar erlaubte die Frau des Bruders des Vaters seines Vaters und die Schwester des Vaters seines Vaters. Da sprach R. Hillel zu R. Aši: Ich sah [die Aufzeichnung über] die zweitgradig Inzestuösen des Mar, des Sohnes Rabinas, und in dieser waren sechzehn als verboten genannt. Doch wohl die acht der [obigen]149Ob. Col. a werden die zweitgradig Inzestuösen aufgezählt.Lehre, die sechs der Schule R. Ḥijas151Die von Raba aufgezählt werden.und diese zwei, zusammen sechzehn. —", "Nach deiner Auffassung sind es ja siebzehn, denn hierzu kommt noch die Frau des Bruders seiner Mutter mütterlicherseits, die, wie wir entschieden haben, verboten ist!? — Das ist kein Einwand;" ], [ "diese152Die Schwester des Großvaters u. die Frau des Bruders des Großvaters.zwei, die einander gleichen, zählt er als eine, somit sind es sechzehn, und ich sah, daß sie als verboten aufgezählt waren!? Dieser erwiderte: Würdest du dich, nach deiner Auffassung, darauf verlassen haben, wenn sie als erlaubt genannt wären!? Mar, der Sohn Rabinas, hat es ja nicht unterzeichnet. Ebensowenig hat es, wo sie als verboten aufgezählt werden, Mar, der Sohn Rabinas, unterzeichnet.", "In der Schule R. Ḥijas wurde gelehrt: Die dritte [Generation]153Die Tochter des Sohnes seines Sohnes, bezw. des Sohnes seiner Tochter.seitens seines Sohnes, seiner Tochter, des Sohnes seiner Frau und der Tochter seiner Frau ist zweitgradig inzestuös; die vierte154Einschließlich seiner Frau, die Großmutter seines Schwiegervaters, bezw. seiner Schwiegermutter.seitens seines Schwiegervaters und seiner Schwiegermutter ist zweitgradig inzestuös.", "Rabina sprach zu R. Aši: Weshalb zählt er aufsteigend auch seine Frau mit und absteigend nicht? — Aufsteigend rührt das Verbot von seiner Frau her, daher zählt er sie mit, absteigend rührt das Verbot nicht von seiner Frau155Wie oben erklärt, handelt es sich um einen illegitimen Sohn.her, daher zählt er sie nicht mit. —", "Beim Sohne seiner Frau und bei der Tochter seiner Frau rührt ja das Verbot von seiner Frau her, dennoch zählt er sie nicht mit!? — Da er drei Generationen absteigend seinerseits aufführt und sie nicht mitzählt, nennt er auch drei Generationen absteigend ihrerseits und zählt sie nicht mit.", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Haben die zweitgradig Inzestuösen der Schule R. Ḥijas eine Beschränkung156Cf. Anm. 132.oder nicht? —", "Komm und höre: Rabh sagte, daß vier Frauen eine Beschränkung haben; andere aber nicht. — Vielleicht bezieht Rabh sich nur auf jene Lehre157Von den zweitgradig Inzestuösen (ob. Fol. 21a); von denen, die RḤ. nennt, spricht er überhaupt nicht.. — Komm und höre: Die dritte158Generation wird in der obigen Lehre als zweitgradig inzestuös genannt.und die vierte. Nur die dritte und die vierte, weitere aber nicht. — Vielleicht von der dritten ab, von der vierten ab159Die früheren sind nach der Tora inzestuös..", "Raba sprach zu R. Naḥman: Hat der Meister jenen Jünger gesehen, der aus dem Westen kam und sagte, im Westen habe man gefragt, ob sie bei Proselyten den zweitgradigen Inzest verboten haben oder nicht?", "Dieser erwiderte: Wenn sie ihnen sogar richtigen Inzest nicht verboten haben160Der Proselyt gleicht einem neugeborenen Kinde u. verliert jede Zugehörigkeit zu seiner Familie, sodaß er nach der Tora Mutter u. Schwester heiraten darf, u. nur aus dem genannten Grunde ist es ihm rabbanitisch verboten.würden, wenn nicht zu berücksichtigen wäre, man könnte sonst sagen, sie seien aus einer strengeren Heiligkeit161Als Nichtjude war ihm der Inzest verboten.in eine leichtere gekommen, um wieviel weniger den zweitgradigen.", "R. Naḥman sagte: Da wir uns mit den Proselyten befassen, so wollen wir über sie etwas sagen: Brüder mütterlicherseits können kein Zeugnis162Sie sind als Verwandte als Zeugen unzulässig, da über ihre Verwandtschaft jeder Zweifel ausgeschlossen ist. ablegen, ist es aber bereits erfolgt, so ist ihr Zeugnis gültig; Brüder väterlicherseits können von vornherein Zeugnis163Da sie nicht als verwandt gelten.ablegen. Amemar sagte, auch Brüder mütterlicherseits können von vornherein Zeugnis ablegen. —", "Womit ist es hierbei anders164Als beim Inzeste; die Schwester ist ihm verboten, selbst wenn er mit ihr bereits verheiratet ist; weit. Fol. 98a.? — Eheangelegenheiten sind jedem165Hierbei wird das Gericht nicht hinzugezogen; wenn ein derartiger Fall erlaubt wird, könnte man unrichtige Schlüsse auch auf andere Fälle folgern.überlassen, die Zeugenvernehmung ist dem Gerichte anvertraut, und ein Proselyt, der sich bekehrt hat, gleicht einem neugeborenen Kinde.", "v WENN JEMAND IRGEND EINEN BRUDER HAT, SO VERPFLICHTET DIESER DIE FRAU SEINES BRUDERS ZUR SCHWAGEREHE, UND ER GILT IN JEDER HINSICHT ALS SEIN BRUDER; AUSGENOMMEN EINER VON EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN. WENN JEMAND IRGEND EINEN SOHN HAT, SO ENTBINDET DIESER DIE FRAU SEINES VATERS VON DER SCHWAGEREHE, FERNER IST ER WEGEN SCHLAGENS UND FLUCHENS166Seiner Eltern; cf. Ex. 21,15.SCHULDIG, UND ER GILT IN JEDER HINSICHT ALS SEIN SOHN; AUSGENOMMEN IST EINER VON EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN.", "GEMARA. Was schließen [die Worte] ‘irgend einen’ ein? R. Jehuda erwiderte: Sie schließen das Hurenkind ein. — Selbstverständlich, er ist ja sein Bruder!? — Man könnte glauben, es sei [durch den Ausdruck] ‘Bruderschaft’ bei den Söhnen Ja͑qobs167Cf. Gen. 42,13.zu folgern, wie diese legitim und unbemakelt waren, ebenso auch hierbei, nur legitim und unbemakelt, so lehrt er uns. —", "Vielleicht ist dem auch so!? — Da er168Ein Hurensohn, wenn er ein Sohn des Verstorbenen ist.von der Schwagerehe entbindet," ], [ "so verpflichtet er auch dazu.", "ER GILT IN JEDER HINSICHT ALS SEIN BRUDER. In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß er ihn beerbe und sich an ihm169An seiner Leiche, falls er Priester ist.verunreinige. —", "Selbstverständlich, er ist ja sein Bruder!? — Es heißt:170Lev. 21,2.nur an seinen nahen Verwandten, und der Meister sagte, unter ‘Verwandten’ sei seine Frau zu verstehen, dagegen heißt es:171Ib. V. 4.nicht soll der Ehemann unter seinem Volke sich verunreinigen, sich zu entweihen; mancher Ehemann verunreinige sich und mancher verunreinige sich nicht, und zwar: er verunreinige sich an seiner unbemakelten Frau und verunreinige sich nicht an seiner bemakelten Frau.", "Man könnte glauben, auch hierbei verunreinige er sich an seinem unbemakelten Bruder und nicht an seinem bemakelten Bruder, so lehrt er uns. — Vielleicht ist dem auch so!? — Da ist sie zur Entfernung172Da die bemakelte Frau ihm verboten ist u. er sich ihrer entledigen muß, so gilt sie überhaupt nicht als seine Frau.bestimmt, hierbei aber ist er sein Bruder.", "AUSGENOMMEN EINER VON EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:173Ex. 21,4.die Frau und ihre Kinder gehören ihrem Herrn174Das Kind einer Sklavin gleicht der Mutter u. gehört zu dieser..", "WENN JEMAND IRGEND EINEN SOHN HAT, SO ENTBINDET &C. Was schließen [die Worte] ‘irgend einen’ ein? R. Jehuda erwiderte: Sie schließen das Hurenkind ein. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:175Dt. 25,5.und einen Sohn hat er nicht, man forsche176Das W. אין ist lautlich dem W.e עיין forschen, suchen, ähnlich (vgl. jed. Qid. Fol. 4a Anm. 68); man forsche nach, ob nicht irgend ein Sohn vorhanden ist.nach.", "FERNER IST ER SCHULDIG WEGEN SCHLAGENS. Weshalb denn, lese man doch hierbei:177Ex. 22,27.einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen, wenn er nach den Taten deines Volkes178Was bei diesem nicht der Fall ist, da er ein Hurenkind gezeugt hat.handelt!? —", "Wie R. Pinḥas im Namen R. Papas erklärt hat, wenn er Buße getan hat, ebenso auch hierbei, wenn er Buße getan hat. —", "Wieso kann dieser Buße getan haben, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte:179Ecc. 1,15.Krummes kann nicht gerade werden, wenn nämlich jemand eine Inzestuöse beschlafen und von ihr ein Hurenkind gezeugt hat!? — Immerhin handelt er jetzt180Seit seiner Bußfertigkeit, obgleich die begangene Sünde nicht gut gemacht werden kann.nach den Taten deines Volkes.", "Die Rabbanan lehrten: Wer seiner Schwester, die die Tochter der Frau seines Vaters ist, beiwohnt, ist wegen einer Schwester und wegen einer Tochter der Frau seines Vaters schuldig. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er sei schuldig nur wegen einer Schwester, nicht aber wegen einer Tochter der Frau seines Vaters.", "Was ist der Grund der Rabbanan? — Merke, es heißt ja:181Lev. 18,9.die Scham deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, wozu heißt es:182Ib. V. 11.die Scham der Tochter deines Vaters, von deinem Vater erzeugt, deine Schwester ist sie? Damit er schuldig sei wegen seiner Schwester und wegen der Tochter seines Vaters. —", "Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Die Schrift sagt: deine Schwester ist sie, du kannst ihn wegen seiner Schwester schuldig sprechen, nicht aber wegen der Tochter der Frau seines Vaters. —", "Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] deine Schwester ist sie? — Sie entnehmen hieraus, daß man schuldig sei wegen seiner Schwester, die Tochter seines Vaters und seiner Mutter183Jed. nicht der Frau seines Vaters, wenn nämlich beide unehelicher Geburt sind.ist. Dies besagt, daß man kein Verbot aus einem Schlusse184Die Schrift (Lev. 18,9) spricht von einer Schwester, die Tochter des Vaters oder der Mutter ist, u. durch einen Schluß könnte man folgern, daß dies um so mehr von dieser gilt.folgere. —", "Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Der Allbarmherzige sollte nur geschrieben haben: deine Schwester, wozu heißt es: ist sie? Du kannst ihn schuldig sprechen wegen seiner Schwester, nicht aber wegen der Tochter der Frau seines Vaters. —", "Und die Rabbanan!? — Obgleich es deine Schwester heißt, sind auch [die Worte] ist sie nötig; man könnte glauben, anderweitig folgere man ein Verbot durch einen Schluß,", "und hierbei heiße es deshalb deine Schwester, weil die Schrift sich bemüht, auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, daher schrieb der Allbarmherzige ist sie. —", "Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Demnach sollte doch der Allbarmherzige [die Worte] deine Schwester ist sie in jenem Schriftverse185Lev. 18,9, in dem von der Frau nicht gesprochen wird.geschrieben haben. —", "Wofür verwendet R. Jose b. R. Jehuda [die Worte:] der Tochter der Frau deines Vaters!? — Hieraus folgert er: die dein Vater ehelichen kann, ausgenommen die Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin, die dein Vater nicht ehelichen kann. —", "Vielleicht schließt dies die Schwester von einer Genotzüchtigten aus!? — Dies kannst du nicht sagen, wegen einer Lehre Rabas.", "Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt:186Lev. 18,10.die Scham der Tochter deines Sohnes oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen, demnach ist die Tochter ihres187Seiner Frau.Sohnes oder die Tochter ihrer Tochter erlaubt, dagegen heißt es:188Lev. 18,17.die Scham einer Frau und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen; die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter; wie ist dies zu erklären?", "Jenes gilt von der Genotzüchtigten, dieses von der Angeheirateten189Die Kinder der Genotzüchtigten gelten als seine Kinder, u. dasselbe gilt auch hinsichtl. der Schwesterschaft.. —" ], [ "Vielleicht schließt dies die mit einem Verbote belegten aus!? R. Papa erwiderte: Die Antrauung mit den mit einem Verbote belegten ist gültig.", "Es heißt:190Dt. 21,15.wenn zwei eines Mannes Frauen sein sollten, eine geliebt und die andere gehaßt; gibt es denn vor Gott191Daß Liebe u. Haß des Ehemannes ohne Einfluß auf die Erbschaft ist, hält der T. für selbstverständlich, somit ist darunter die Liebe bezw. der Haß Gottes zu verstehen.eine geliebte und eine gehaßte? Vielmehr heißt ‘geliebt’, bei ihrer Antrauung geliebt, und ‘gehaßt’, bei ihrer Antrauung192Wenn diese verboten ist.gehaßt; und der Allbarmherzige sagt: wenn sein193Worunter die Antrauung verstanden wird; cf. supra Fol. 11b Anm. 246.sollten. —", "Vielleicht schließt dies die mit der Ausrottung belegten aus!? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:181Lev. 18,9.die Scham deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, im Hause oder draußen geboren, einerlei ob man dem Vater sie zu behalten erlaubt oder man ihm sie zu entfernen194Worauf die W.e ‘draußen geboren’ deuten.befiehlt; und der Allbarmherzige sagt: deine Schwester ist sie. —", "Vielleicht aber: einerlei ob man dem Vater sie zu behalten erlaubt oder man sie zu entfernen befiehlt; der Allbarmherzige sagt: deine Schwester ist sie, und dies schließt seine Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin ein!? — Die Schrift sagt: der Tochter der Frau deines Vaters, die dein Vater ehelichen kann, ausgenommen die Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin. —", "Was veranlaßt dich dazu195Diese auszuschließen u. die mit der Ausrottung belegten einzuschließen.!? — Es ist einleuchtend, daß die mit der Ausrottung belegten einzuschließen sind, da ihre Antrauung mit anderen196Mit denen sie nicht verwandt sind.gültig ist. —", "Im Gegenteil, Sklavin und Nichtjüdin sind ja einzuschließen, denn wenn sie sich bekehren, ist sogar ihre Antrauung mit ihm selber gültig!? — Wenn sie sich bekehren, sind sie andere Personen. —", "Woher entnehmen die Rabbanan, daß Sklavin und Nichtjüdin auszuschließen sind? — Sie entnehmen es aus [den Worten:]173Ex. 21,4.die Frau und ihre Kinder gehören ihrem Herrn174Das Kind einer Sklavin gleicht der Mutter u. gehört zu dieser.. —", "Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Eines wegen der Sklavin und eines wegen der Nichtjüdin. Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Sklavin gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie keine Agnation hat, nicht aber die Nichtjüdin, die Agnation hat.", "Und würde er es nur von der Nichtjüdin gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie hinsichtlich der Gebote ausgeschlossen ist, nicht aber die Sklavin, die hinsichtlich der Gebote einbegriffen ist. Daher ist beides nötig. —", "Wir wissen dies nach den Rabbanan von der Sklavin, woher dies von der Nichtjüdin? Wolltest du sagen, es sei von der Sklavin zu folgern, so ist ja beides197Wie oben erklärt, ist hinsichtl. der Nichtjüdin von der Sklavin nicht zu folgern.nötig. —", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Schrift sagt:198Dt. 7,4.denn er wird deinen Sohn mir abwendig machen; dein Sohn von einer Jisraélitin heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn.", "Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden dein Sohn199Da auch dieser zur Mutter gehört.heiße. Es wäre anzunehmen, daß Rabina der Ansicht ist, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, das Kind unbemakelt ist? — Zugegeben, daß es kein Hurenkind ist, aber makellos ist es ebenfalls nicht; es ist ein bemakelter Jisraélit. —", "Jener Schriftvers198Dt. 7,4.spricht ja von den sieben200Die Dt. 7,1 aufgezählt werden, von denen nicht auf andere Nichtjuden zu schließen ist. Völkern!? — Denn er wird abwendig machen, dies schließt alle Abwendigmachenden ein. —", "Allerdings nach R. Šimo͑n, der den Grund des Schriftverses201Cf. Bm. Fol. 115a.berücksichtigt, woher dies nach den Rabbanan? — Der Autor, der gegen R. Jose b. R. Jehuda streitet, ist R. Šimo͑n." ], [ "vi WENN JEMAND SICH EINE VON ZWEI SCHWESTERN ANGETRAUT202Beide sind ihm verboten, da von jeder angenommen werden kann, sie sei die Schwester seiner Frau.UND NICHT WEISS, WELCHE VON IHNEN ER SICH ANGETRAUT HAT, SO GEBE ER EINEN SCHEIDEBRIEF DER EINEN UND EINEN SCHEIDEBRIEF DER ANDEREN. STIRBT ER UND HINTERLÄSST EINEN BRUDER, SO VOLLZIEHE DIESER DIEALIÇA AN BEIDEN; \n", "WENN ZWEI, SO VOLLZIEHE EINER DIE ḤALIÇA203Die andere ist dann auf jeden Fall erlaubt; entweder ist sie die richtige Schwägerin od. aber durch die bereits erfolgte Ḥ. vollständig fremd.UND DER ANDERE DIE SCHWAGEREHE; HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMIMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS IHREM BESITZE.", "vii WENN ZWEI SICH ZWEI SCHWESTERN ANGETRAUT HABEN UND DER EINE NICHT WEISS, WELCHE ER SICH ANGETRAUT HAT, UND DER ANDERE NICHT WEISS, WELCHE ER SICH ANGETRAUT HAT, SO GEBE DER EINE ZWEI SCHEIDEBRIEFE204Jede ist viell. die Frau des anderen.UND DER ANDERE ZWEI SCHEIDEBRIEFE. WENN BEIDE STERBEN UND JEDER EINEN BRUDER HINTERLÄSST, SO VOLLZIEHE DER EINE DIEALIÇA AN BEIDEN UND DER ANDERE DIEALIÇA AN BEIDEN; \n", "WENN EINER EINEN UND DER ANDERE ZWEI, SO VOLLZIEHE DER EINE DIE ḤALIÇA AN BEIDEN, UND VON DEN ZWEIEN VOLLZIEHE EINER DIEALIÇA203Die andere ist dann auf jeden Fall erlaubt; entweder ist sie die richtige Schwägerin od. aber durch die bereits erfolgte Ḥ. vollständig fremd.UND DER ANDERE DIE SCHWAGEREHE; HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS IHREM BESITZE. WENN EINER ZWEI UND DER ANDERE ZWEI, SO VOLLZIEHE EIN BRUDER DES EINEN DIEALIÇA AN DER EINEN UND EIN BRUDER DES ANDEREN DIEALIÇA AN DER ANDEREN, SODANN VOLLZIEHE DER [ANDERE] BRUDER DES EINEN DIE SCHWAGEREHE AN DERALUÇA205Diese ist ihm auf jeden Fall erlaubt: ist sie seine Schwägerin, so hat sein Bruder nicht an ihr, sondern an ihrer Schwester die Ḥ. vollzogen, die natürlich ganz wirkungslos ist, u. ist sie nicht seine Schwägerin, so ist sie weder die Schwester seiner Schwägerin, da sein Bruder an der Schwester die Ḥ. vollzogen hat, noch die unerlaubte Schwägerin eines anderen, da an ihr die Ḥ. vollzogen worden ist.DES ANDEREN, UND DER [ANDERE] BRUDER DES ANDEREN DIE SCHWAGEREHE AN DERALUÇA DES ERSTEN; \n", "HABEN BEIDE206Brüder des einen. SICH BEEILT UND DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO DÜRFEN NICHT BEIDE DIE SCHWAGEREHE VOLLZIEHEN, VIELMEHR VOLLZIEHE EINER DIEALIÇA UND DER ANDERE DIE SCHWAGEREHE; HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS IHREM BESITZE.", "GEMARA. Hieraus wäre zu entnehmen, daß die Antrauung, die nicht zum Beischlafe207Wenn der Ehemann wegen eines obwaltenden Zweifels die Frau nicht behalten darf; cf. Qid. Fol. 51a.führt als Antrauung gilt? —", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man sie208Bei der Antrauung; diese war gültig, u. der Zweifel ist erst nachher entstanden.kannte und nachher nicht mehr auskennt. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. —", "Was lehrt er uns demnach209In diesem Falle ist es ja selbstverständlich, daß die Antrauung gültig war u. er jeder einen Scheidebrief geben muß.? — Nötig ist der Schlußsatz: stirbt er und hinterläßt einen Bruder, so vollziehe dieser die Ḥaliça an beiden; wenn zwei, so vollziehe einer die Ḥaliça und der andere die Schwagerehe. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber zuerst die Schwagerehe, denn er könnte auf die Schwester der an ihn gebundenen stoßen.", "WENN ZWEI SICH ZWEI SCHWESTERN ANGETRAUT HABEN &C. Hieraus wäre zu entnehmen, daß die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, als Antrauung gilt? — Auch hier in dem Falle, wenn man sie kannte und nachher nicht mehr auskennt. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. —", "Was lehrt er uns demnach? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn beide sterben und jeder einen Bruder &c. und der andere zwei, so vollziehe der eine die Ḥaliça an beiden, und von den zweien vollziehe einer die Ḥaliça und der andere die Schwagerehe. —", "Selbstverständlich, dies lehrt ja bereits der Anfangsatz!? — Man könnte glauben, es210Daß auch in diesem Falle nur die Ḥ. zu vollziehen ist.sei bei zweien wegen eines einzigen zu berücksichtigen, so lehrt er uns.", "Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber zuerst die Schwagerehe, denn er könnte auf eine fremde Eheschwägerin stoßen.", "WENN EINER ZWEI UND DER ANDERE ZWEI &C. Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe!? — Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, er könnte die Schwagerehe ohne Ḥaliça vollziehen, so lehrt er uns. —", "Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre von vier211Cf. infra Fol. 26a.Brüdern, von denen zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und die mit den Schwestern verheirateten gestorben sind, wobei an diesen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen ist!? —", "Es ist nicht gleich;" ], [ "da ist nach demjenigen, welcher sagt, weil eine Gebundenheit212Der Witwe an den Schwager.besteht, eine Gebundenheit vorhanden, und nach demjenigen, welcher sagt, weil es verboten ist, das Gesetz von der Schwagerehe213Wenn einer die Schwagerehe vollzieht u. der andere Bruder stirbt, so ist die andere Witwe als Schwester seiner Frau von der Schwagerehe entbunden.zu vereiteln, es verboten, das Gesetz von der Schwagerehe zu vereiteln, hierbei aber ist es ja möglich, daß jedem seine zufällt.", "HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT &C. Šila lehrte: Selbst wenn beide Priester sind. — Aus welchem Grunde? —", "Die Ḥaluça ist ihnen nur rabbanitisch verboten, und bei der zweifelhaften Ḥaluça214Da möglicherweise die Schwagerehe zu Recht erfolgt ist.haben sie es nicht angeordnet. — Ist denn das Verbot der Ḥaluça rabbanitisch, es wird ja gelehrt:215Lev. 21,7.Geschiedene, ich weiß dies von der Geschiedenen, woher dies von der Ḥaluça? Es heißt:215Lev. 21,7.und eine Frau!? — Es ist rabbanitisch und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.", "viii,1 DAS GEBOT, DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, LIEGT DEM ÄLTESTEN OB; IST IHM DER JÜNGERE ZUVORGEKOMMEN, SO HAT ER GEWONNEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten:216Dt. 25,6.So soll der Erstgeborene; hieraus217Diese Worte werden auf den vorangehenden Schriftvers bezogen., daß das Gebot, die Schwagerehe zu vollziehen, dem Ältesten obliegt; den sie gebiert, ausgenommen die Sterile, die nicht gebiert; soll eintreten auf den Namen seines Bruders, hinsichtlich der Erbschaft218Er allein beerbe den Verstorbenen..", "Du sagst, hinsichtlich der Erbschaft219Wonach dies sich auf den Bruder bezieht., vielleicht ist dem nicht so, sondern hinsichtlich des Namens: [hieß er] Joseph, nenne man ihn220Den ältesten Sohn der Witwe. Joseph, [hieß er] Joḥanan, nenne man ihn Joḥanan!? — Hierbei heißt es: soll eintreten auf den Namen seines Bruders, und dort221Gen. 48,6.heißt es: auf den Namen ihrer Brüder sollen sie genannt werden in ihrem Erbteile; wie dort [das Wort] Namen hinsichtlich der Erbschaft gebraucht wird, ebenso wird auch hier [das Wort] Namen hinsichtlich der Erbschaft gebraucht.", "Daß sein Name nicht ausgelöscht werde, ausgenommen der Kastrat, dessen Name ausgelöscht ist.", "Raba sagte: Wenn auch in der ganzen Tora ein Schriftvers222Dem exegetisch ein anderer Sinn beigelegt wird.nicht aus seinem Wortlaute kommt, bringt ihn hierbei [der Schluß] durch Wortanalogie vollständig aus seinem Wortlaute223Nach dem Wortlaute des Schriftverses sollte das Kind den Namen des Verstorbenen führen, dies ist jed. nicht nötig.. —", "Demnach würde man, wenn nicht [der Schluß] durch Wortanalogie, gesagt haben, [das Wort] Namen sei wörtlich zu verstehen; an wen richtet der Allbarmherzige dieses Gebot: wenn an den Schwager, so müßte es ja heißen: auf den Namen deines224Das Kind führe dessen Namen.Bruders, und wenn an das Gericht, so müßte es ja heißen: soll eintreten auf den Namen des Bruders seines Vaters!? —", "Vielleicht spricht der Allbarmherzige zum Gerichte wie folgt: sagt dem Schwager, daß [das Kind] auf den Namen seines Bruders eintrete. [Der Schluß] durch Wortanalogie aber bringt den Schriftvers vollständig aus seinem Wortlaute. —", "Vielleicht hat, da du sagst, der Schriftvers spreche vom Ältesten, der Erstgeborene die Schwagerehe zu vollziehen, ein anderer aber nicht!? —", "Demnach brauchte ja der Allbarmherzige nicht den nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruder225Er braucht die Schwagerehe schon aus dem Grunde nicht zu vollziehen, weil er nicht Erstgeborener ist.auszuschließen.", "R. Aḥa wandte ein: Vielleicht schließt dies den Erstgeborenen mütterlicherseits aus!? — Dies kannst du nicht sagen, denn der Allbarmherzige hat die Schwagerehe mit der Erbschaft verbunden, und die Erbschaft erfolgt väterlicherseits und nicht mütterlicherseits. —", "Vielleicht ist, wenn ein Erstgeborener vorhanden ist, das Gebot der Schwagerehe auszuüben, und wenn kein Erstgeborener vorhanden ist, das Gebot der Schwagerehe nicht auszuüben!? — Die Schrift sagt:226Dt. 25,5.und einer von ihnen stirbt, worunter auch der Fall einbegriffen ist, daß der Erstgeborene227Die Schrift spricht auch von dem Falle, wenn nur 2 Brüder vorhanden sind.stirbt, und der Allbarmherzige sagt, daß der Jüngere die Schwagerehe vollziehe. —", "Vielleicht nur dann, wenn der Jüngere stirbt, und der Allbarmherzige sagt, daß der Erstgeborene die Schwagerehe vollziehe!? — Der Allbarmherzige hat ja die Frau des nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders228In diesem Falle ist es der jüngere, der die Schwagerehe vollziehen sollte.ausgeschlossen. —", "Vielleicht hat der jüngere, wenn kein Erstgeborener vorhanden und er zuvorgekommen ist, sie sich angeeignet, wenn aber ein Erstgeborener vorhanden und er zuvorgekommen ist, sie sich nicht angeeignet!? —", "Die Schrift sagt: wenn Brüder beisammen wohnen, die Brüder gleichen einander hinsichtlich des Wohnens. — Vielleicht wende man sich, wenn ein Erstgeborener vorhanden ist, an den ältesten, wenn aber kein Erstgeborener vorhanden ist, nicht an den ältesten; wieso lehrte Abajje der Ältere, das Gebot, die Schwagerehe zu vollziehen, liege dem ältesten ob, und wenn er nicht will, man sich an den jüngeren Bruder, und wenn auch dieser nicht will, man sich zurück an den älteren wende!? —", "Gleich dem Erstgeborenen; wie beim Erstgeborenen seine Eigenschaft als Erstgeborener es veranlaßt, ebenso veranlaßt es beim älteren seine Eigenschaft als älterer. —", "Vielleicht erhält der Erstgeborene, wenn er die Schwagerehe vollzieht, die Erbschaft, nicht aber erhält ein anderer, der die Schwagerehe vollzieht, die Erbschaft!? — Die Schrift sagt: soll eintreten auf den Namen seines Bruders, und er trat ein. —", "In welcher Hinsicht nennt ihn demnach der Allbarmherzige Erstgeborener229Die Schrift sollte vom ältesten sprechen.? —" ], [ "Zum Nachteile; wie der Erstgeborene vom Inaussichtstehenden230Von dem, was erst später noch in die Erbschaftsmasse fällt.nicht ebenso231Einen doppelten Anteil.wie vom Vorhandenen erhält, ebenso erhält auch dieser nicht vom Inaussichtstehenden wie vom Vorhandenen.", "viii,2 WENN EINEM [DER UMGANG] MIT EINER SKLAVIN NACHGESAGT, UND SIE FREIGELASSEN, MIT EINER NICHTJÜDIN, UND SIE PROSELYTIN WIRD, SO DARF ER SIE NICHT NEHMEN; HAT ER SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS SEINEM BESITZE. WENN EINEM [DER UMGANG] MIT EINER EHEFRAU NACHGESAGT WIRD, UND MAN SIE ENTFERNT232Von ihrem Gatten, wegen Ehebruches.HAT, SO MUSS ER SIE, SELBST WENN ER SIE BEREITS GENOMMEN HAT, ENTFERNEN233Cf. Sota Fol. 28b..", "GEMARA. Proselytin aber ist234Obgleich ihre Bekehrung zum Zwecke der Heirat erfolgt ist.sie, und dem widersprechend wird gelehrt: Ein Mann, der wegen einer Frau Proselyt wird, eine Frau, die wegen eines Mannes Proselytin wird, und ebenso diejenigen, die wegen der königlichen Tafel oder gleich den Sklaven Šelomos235Wohl um in königlichen Dienst zu treten.Proselyten werden, gelten nicht als Proselyten — so R. Neḥemja.", "R. Neḥemja sagte nämlich: Die Löwenproselyten236Bezeichnung der Samaritaner, die sich infolge eines Löwenüberfalles zum Judentume bekehrten; cf. iiReg. 17,25., ebenso Traumproselyten237Die durch einen Traumdeuter zur Bekehrung veranlaßt worden sind.und die Proselyten [der Zeit] von Mordekhaj und Ester238Die sich aus Angst vor den Juden bekehrten; cf. Est. 8,17.sind keine Proselyten; nur die in der Jetztzeit Proselyten werden. —", "In der Jetztzeit, wie kommst du darauf!? — Lies: wie in der Jetztzeit239Wo kein Zwang u. keine Verlockung vorliegt.. —", "Hierzu wird ja gelehrt: R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie derjenige, welcher sagt, sie alle sind Proselyten. —", "Demnach sollte dies auch von vornherein240Er sollte sie auch heiraten dürfen.gelten!? — Wegen [eines Ausspruches] R. Asis, denn R. Asi sagte:241Pr. 4,24.Schaffe von dir Krümme des Mundes und das Lästermaul &c.", "Die Rabbanan lehrten: In den messianischen Tagen wird man keine Proselyten aufnehmen; desgleichen nahm man in den Tagen Davids und in den Tagen Šelomos keine Proselyten auf. R. Elea͑zar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:242Jes. 54,15.wer243So nach der t.schen Auslegung.sich bekehrt, nur meinetwegen; wer mit dir wohnt, fällt zu dir; andere aber nicht.", "WENN EINEM [DER UMGANG] MIT EINER EHEFRAU NACHGESAGT WIRD &C. Rabh sagte: Durch Zeugen.", "R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte dies schlummernd und schlafend. Es wird gelehrt: Wenn einem [der Umgang] mit einer Ehefrau nachgesagt wird und man sie dieserhalb entfernt232Von ihrem Gatten, wegen Ehebruches.hat, und sie darauf von einem anderen244Der sie nach der Entfernung von ihrem ersten Manne geheiratet hatte.geschieden worden ist, so braucht jener, wenn er sie genommen hat, sie nicht zu entfernen.", "In welchem Falle: waren Zeugen vorhanden, so ist ja nichts dabei, daß ein anderer das Gerede abgeschnitten245Durch die inzwischen erfolgte Heirat.hat; doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden waren, und nur in dem Falle, wenn ein anderer das Gerede abgeschnitten hat, sonst entferne man246Obgleich er sie bereits geheiratet hat.sie.", "Rabh kann dir erwidern: auch wenn ein anderer das Gerede nicht abgeschnitten hat, entferne man sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine vorhanden sind, nur lehrt er folgendes: obgleich ein anderer das Gerede abgeschnitten hat, darf er sie von vornherein nicht nehmen.", "Man wandte ein: Nur in dem Falle, wenn sie keine Kinder hat, wenn sie aber Kinder hat, entferne man sie nicht; sind Zeugen der Verunreinigung gekommen, so entferne man sie, selbst wenn sie viele Kinder247Wenn sie keine Kinder hat, entferne man sie auch ohne Zeugen.hat!? —", "Rabh bezieht unsere Mišna auf den Fall, wenn sie Kinder hat und Zeugen vorhanden sind. — Was zwingt Rabh unsere Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn sie Kinder hat und Zeugen vorhanden sind, und man entferne sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine Zeugen vorhanden sind, soll er sie auf den Fall beziehen, wenn sie keine Kinder hat, auch wenn keine Zeugen vorhanden sind!?", "Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm auffallend: weshalb heißt es: man sie entfernt hat, es sollte doch heißen: er248Der Ehemann.sie entfernt hat; wahrscheinlich ist unter ‘man’ das Gericht zu verstehen, und das Gericht entfernt sie, wenn Zeugen vorhanden sind.", "Wenn du willst, sage ich: jene Lehre249Nach der man sie, wenn sie keine Kinder hat, auch ohne Zeugen entferne.vertritt die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn der Hausierer hinausgeht und die Frau den Schurz umbindet, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich250Dh. verdächtig; sie hatte ihn wahrscheinl. wegen des Verkehrs mit dem Hausierer abgelegt.ist, zu entfernen; wenn Speichel oben am Betthimmel251Die Frau lag wahrscheinl. auf dem Rücken u. spuckte nach oben; wie auch weiter ebenfalls in dem Falle, wenn der Hausierer gerade das Haus verläßt.ist, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen;" ], [ "wenn Schuhe unter dem Bett verkehrt liegen, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen. — Wenn Schuhe verkehrt liegen, so sehe man doch, wem sie gehören!? — Vielmehr, Spuren von Schuhen; wenn solche252So ist diese etwas undeutliche Stelle zu verstehen; das W. הפוכים fehlt in Handschriften.sich vorfinden, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen.", "Die Halakha ist wie Rabh und die Halakha ist wie Rabbi. — Diese widersprechen ja einander!? — Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn das Gerede aufgehört253Wenn ein Gerücht ausgeht, daß das Gerede unwahr sei.hat, und das andere, wenn das Gerede nicht aufgehört hat. Wenn das Gerede nicht aufgehört hat und keine Zeugen vorhanden waren, [entscheide man] nach Rabbi; wenn das Gerede aufgehört hat und Zeugen vorhanden waren, nach Rabh. —", "Wie lange muß das Gerede, das nicht aufgehört hat, anhalten? Abajje erwiderte: Mutter sagte mir, ein Stadtgerede anderthalb Tage. Dies jedoch nur dann, wenn das Gerede nicht inzwischen aufgehört hatte, wenn es aber inzwischen aufgehört hatte, so hatte es ja aufgehört. Jedoch nur dann, wenn es nicht aus Furcht aufgehört hat, wenn es aber aus Furcht aufgehört hat, so ist es ja aus Furcht erfolgt. Ferner nur dann, wenn keine Feinde vorhanden sind, wenn aber Feinde vorhanden sind, so haben die Feinde das Gerücht verbreitet.", "Dort haben wir gelernt: Wenn jemand seine Frau wegen übler Nachrede254Wenn man ihr Ehebruch nachsagt.entfernt hat, so nehme er sie nicht wieder; wenn wegen Gelobens, so nehme er sie nicht wieder. Rabba b. R. Hona sandte an Rabba b. R. Naḥman: Möge der Meister uns lehren, ob er sie entfernen muß, falls er sie wiedergenommen hat.", "Dieser erwiderte: Wir haben es gelernt: Wenn einem [der Umgang] mit einer Ehefrau nachgesagt wird und man sie entfernt hat, so muß er sie, selbst wenn er sie bereits genommen hat, entfernen. Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; da haben andere255Das Gericht durch Zeugen; sie ist dem Ehemanne nach der Tora verboten. sie entfernt, hierbei aber hat er selbst sie256Wegen der üblen Nachrede; das Verbot der Wiedernahme ist nur rabbanitisch.entfernt. Und Rabba b. R. Naḥman!? — Auch in unserer Mišna heißt es: und er257Ohne Zeugen, sodaß sie dem Verdächtigten nur rabbanitisch verboten ist.sie entfernt hat. —", "Aber immerhin ist es ja nicht gleich: hierbei ist es der Ehemann258Der ein Verbot begangen u. sie wiedergenommen hat., da aber ist es der Ehebrecher259Dieser Fall ist viel heikler, u. daher muß er sie auch post factum entfernen.!? Jener entgegnete: Freilich gleichen sie einander; da bestimmten die Rabbanan, daß er sie nicht nehme, und wenn er sie genommen hat, muß er sie entfernen, ebenso bestimmten die Rabbanan auch hierbei, daß er sie nicht nehme, und wenn er sie genommen hat, muß er sie entfernen. —", "Dies ist aber nichts; da hat er das Gerücht bekräftigt260Da er sie wirklich genommen hat; das Gerede von seinem Umgang mit der Frau beruht wahrscheinl. auf Wahrheit., hierbei aber hat er es zerstört261Durch die Wiedernahme hat er bewiesen, daß er sich von der Grundlosigkeit des Geredes überzeugt hat., und es besteht nicht mehr.", "ix WENN JEMAND EINEN SCHEIDEBRIEF AUS DEM ÜBERSEELANDE262Bezeichnung aller außerpalästinensischen Länder mit Ausnahme von Babylonien.BRINGT UND BEKUNDET, ER SEI VOR IHM GESCHRIEBEN UND VOR IHM UNTERZEICHNET WORDEN, SO DARF ER DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN; WENN: ER IST GESTORBEN, ICH HABE IHN ERSCHLAGEN, ODER: WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO DARF ER DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN. R. JEHUDA SAGT, [BEKUNDET ER:] ICH HABE IHN ERSCHLAGEN, SO DARF DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN, WENN ABER: WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO DARF DESSEN FRAU HEIRATEN.", "GEMARA. Nur wenn aus dem Überseelande, wo man sich auf i h n263Den Überbringer; der Scheidebrief ist nur dann gütig, wenn er bekundet, daß er in seiner Gegenwart geschrieben u. unterzeichnet worden ist. verläßt, wenn aber aus dem Jisraéllande, wo man sich nicht auf ihn264Sondern auf die Ausfertiger des Scheidebriefes; der Überbringer braucht nichts zu bekunden; ausführl. Git. Fol. 2a. verläßt, darf er dessen Frau heiraten;", "aber auch bei [der Bekundung] seines Todes verläßt man sich nicht auf ihn, denn der Meister sagte, eine Frau erkundige265Wenn ein einzelner Zeuge den Tod ihres Gatten bekundet.sich und heirate erst dann, dennoch lehrt er, er dürfe dessen Frau nicht heiraten!? —", "Hierbei265Wenn ein einzelner Zeuge den Tod ihres Gatten bekundet.ist keine Urkunde vorhanden, da266Bei der Überbringung eines Scheidebriefes.aber ist eine Urkunde vorhanden. Wir haben nämlich gelernt: Welchen Unterschied gibt es267Hinsichtl. der Glaubwürdigkeit; cf. Git. Fol. 23b.zwischen Scheidebrief und Tod? Die Urkunde beweist es.", "ER IST GESTORBEN, ICH HABE IHN ERSCHLAGEN, ODER: WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO DARF ER DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN. Nur er darf dessen Frau nicht heiraten, ein anderer aber wohl;", "aber R. Joseph sagte ja, daß, wenn [jemand bekundet,] jener habe an ihm gewaltsam Päderastie begangen, er mit noch einem [Zeugen] vereinigt werde, um jenen hinzurichten, und wenn willig, er ein Frevler sei, von dem die Tora sagt:268Ex. 23,1.reiche deine Hand nicht einem Frevler, um ein falscher Zeuge zu sein!?", "Wolltest du erwidern, bei Eheangelegenheiten sei es anders, da die Rabbanan hierbei erleichtert haben, so sagte ja R. Menase," ], [ "ein rabbanitischer Räuber269Beispielsweise Glücksspieler, Wucherer udgl. (cf. Rh. Fol. 22a), die es nach der Tora nicht sind.sei bei Eheangelegenheiten als Zeuge zulässig, und ein Räuber nach der Tora sei bei Eheangelegenheiten als Zeuge unzulässig, somit wäre R. Menase der Ansicht R. Jehudas270Während die Halakha nach den Rabbanan zu entscheiden ist.!? —", "R. Menase kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, und hierbei ist der Grund der Rabbanan nach Raba zu erklären, denn Raba sagte, jeder stehe sich nahe und mache sich nicht zum Frevler271Daher glaube man ihm nicht, u. die Frau darf nicht heiraten.. —", "Demnach wäre R. Joseph der Ansicht R. Jehudas!? R. Joseph kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn bei Eheangelegenheiten ist es anders, da die Rabbanan hierbei erleichtert haben; R. Menase ist es, der der Ansicht R. Jehudas ist.", "ICH HABE IHN ERSCHLAGEN &C. WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO &C. HEIRATEN. Welchen Unterschied gibt es zwischen [der Bekundung:] ich habe ihn erschlagen, und [der Bekundung:] wir haben ihn erschlagen? R. Jehuda erwiderte: Wenn er sagt: ich war mit seinen Mördern272Er war dabei, ohne sich daran beteiligt zu haben.!?", "Es wird auch gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Einst wurde ein Räuber in der Furt von Kappadokien zur Hinrichtung hinausgeführt und er sprach: Geht und sagt der Frau des Šimo͑n b. Kohen, daß ich ihren Mann ermordet habe, als ich nach Lud kam. Manche sagen: als er nach Lud kam. Darauf ließen sie seine Frau heiraten. Er erwiderte ihnen: Hieraus ist nichts zu beweisen; er sagte nur, daß er mit den Mördern war. —", "Es heißt ja Räuber!? — Er war wegen Räuberei inhaftiert273Mit anderen, ohne sich daran beteiligt zu haben.worden. — Es heißt ja, daß er zur Hinrichtung hinausgeführt wurde!? — Durch ein nichtjüdisches Gericht, das ohne genau zu prüfen hinrichten läßt.", "x,1 WENN EIN GELEHRTER EINE FRAU WEGEN EINES GELÜBDES274Sich jeden Genusses von ihrem Manne zu enthalten.IHREM MANNE VERBOTEN HAT, SO DARF ER SIE NIGHT275Um sich nicht dem Verdachte auszusetzen, er habe sie nur deshalb ihrem Manne verboten, um sie heiraten zu können.HEIRATEN. WENN [EINE FRAU] VOR IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRT ODER DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO DARF ER SIE HEIRATEN, WEIL DIES VOR GERICHT ERFOLGT276Die Handlung wird nicht durch ihn allein, sondern durch das Gerichtskollegium vollzogen..", "GEMARA. Demnach darf er sie heiraten, wenn er sie erlaubt277Ihrem Ehemanne, u. sie darauf verwitwet od. geschieden wird.hat; in welchem Falle: war er allein, wieso konnte er [das Gelübde] aufheben, R. Ḥija b. Abin sagte ja im Namen R. A͑mrams, es werde gelehrt, zur Aufhebung von Gelübden seien drei erforderlich,", "und waren es drei, wieso sind sie verdächtig, wir haben ja gelernt, daß, wenn [eine Frau] vor ihm die Weigerung erklärt oder die Ḥaliça vollzogen hat, er sie heiraten dürfe, weil dies vor Gericht erfolgt!? —", "Tatsächlich, wenn er allein war, und wie R. Ḥisda im Namen R. Joḥanans erklärt hat, einer der approbiert278Ein solcher kann auch allein Gelübde aufheben.ist, ebenso hierbei, einer, der approbiert ist.", "WENN [EINE FRAU] VOR IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRT ODER DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT &C. Nur vor Gericht279Ein solches besteht aus 3 Mitgliedern., nicht aber zweien;", "womit ist es hierbei anders als bei der Lehre, daß, wenn Zeugen einen Kaufschein oder einen Scheidebrief unterschrieben haben, die Weisen diese Sache280Sie könnten Unwahres unterschrieben haben, wonach ihnen verboten sein sollte, selber von der Urkunde Gebrauch zu machen.nicht berücksichtigt haben!? — Dies selbst lehrt er uns; zur Ausschließung der Ansicht desjenigen, welcher sagt, die Weigerungserklärung könne vor zweien erfolgen, lehrt er uns, daß hierzu drei erforderlich sind.", "Sie fragten: Muß er sie entfernen, falls er sie genommen hat? — R. Kahana sagt, hat er sie genommen, entferne er sie; R. Aši sagt, hat er sie genommen, entferne er sie nicht. R. Zuṭi lehrte in der Schule R. Papis nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, hat er sie genommen, entferne er sie nicht.", "Die Jünger fragten R. Aši: [Beruht die Entscheidung,] daß, wenn er sie genommen hat, er sie nicht entferne, auf einer Überlieferung oder einem Vernunftgrunde281Od. Ansichtssache, eine Lehre od. eine Meinung, die nicht auf einer Überlieferung od. einer Deduktion beruht, sondern nur eine als richtig erscheinende Ansichtsache ist.? Dieser erwiderte: Eis ist eine Mišna: wenn einem [der Umgang] mit einer Sklavin nachgesagt, und sie freigelassen wird, mit einer Nichtjüdin, und sie Proselytin wird, so darf er sie nicht nehmen; hat er sie genommen, so entferne er sie nicht." ], [ "Da braucht er sie also wegen des Geredes nicht zu entfernen, ebenso braucht er sie hierbei wegen des Geredes nicht zu entfernen.", "x,2 WENN SIE ALLE282Die in den obigen Fällen genannten Personen, durch die einer Frau die Heirat erlaubt wurde.FRAUEN HATTEN283Zur Zeit, wo sie die Erlaubnis zur Heirat veranlaßten.UND DIESE GESTORBEN SIND, SO DÜRFEN SIE JENE284Die betreffenden Frauen.HEIRATEN; \n", "EBENSO DÜRFEN SIE JENE HEIRATEN, WENN SIE SICH MIT ANDEREN VERHEIRATET HATTEN UND GESCHIEDEN ODER VERWITWET WORDEN SIND; DESGLEICHEN SIND SIE ALLE IHREN SÖHNEN UND IHREN BRÜDERN ERLAUBT.", "GEMARA. Nur gestorben, nicht aber geschieden285Weil zu vermuten ist, sie haben sich viell. deshalb von ihren Frauen scheiden lassen..", "R. Hillel sprach zu R. Aši: Es wird ja gelehrt: auch geschieden!? — Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie in Unfrieden286Mit ihren eigenen Frauen; es ist ersichtlich, daß sie sich aus diesem Grunde von ihnen scheiden ließen.[lebten], das andere, wenn sie nicht in Unfrieden [lebten].", "Wenn du aber willst, sage ich: beides in dem Falle, wenn sie nicht in Unfrieden [lebten], dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn er die Veranlassung287Zur Scheidung von seiner Frau; es ist zu vermuten, daß er es deshalb getan hat, um jene heiraten zu können.gegeben hat, das andere, wenn sie die Veranlassung gegeben hat.", "WENN SIE &C. VERHEIRATET HATTEN &C. Er288Der den folgenden Einwurf erhob.glaubte, der Fall vom Tode289Wenn der Mann, mit dem sie inzwischen verheiratet war, gestorben ist.beziehe sich auf den Fall vom Tode290Wenn jemand bekundet, ihr Gatte sei gestorben od. ermordet worden; ob. Fol. 25a., und der Fall von der Scheidung291Cf. Anm. 289 mut. mut.auf den von der Scheidung292Wenn jemand aus dem Überseelande einen Scheidebrief bringt; ob. Fol. 25a.,", "somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht Rabbis, denn Rabbi sagt, mit zweimal erfolge die Feststellung293Wenn eine Frau 2mal verwitwet worden ist, so gilt es als feststehend, daß ihre Männer sterben, u. sie darf nicht mehr heiraten (weit. Fol. 64b); demnach sollte der, der den Tod ihres 1. Mannes bekundet hat, sie schon aus diesem Grunde nicht heiraten dürfen. Mut. mut. gilt dasselbe von der Scheidung.. —", "Nein, der Fall vom Tode bezieht sich auf den von der Scheidung, und der von der Scheidung auf den vom Tode.", "DESGLEICHEN SIND SIE ALLE IHREN SÖHNEN UND IHREN BRÜDERN ERLAUBT. Womit ist es hierbei anders als bei der folgenden Lehre: wenn einem [der Umgang] mit einer Frau nachgesagt wird, so sind ihm auch ihre Mutter, ihre Tochter und ihre Schwester verboten294Es ist zu berücksichtigen, er könnte den Umgang fortsetzen.!? —", "Frauen pflegen einander oft zu besuchen294Es ist zu berücksichtigen, er könnte den Umgang fortsetzen., Männer pflegen einander nicht oft zu besuchen.", "Oder auch: Frauen machen einander durch den Beischlaf295Mit einem fremden Ehemanne; wenn dieser die Ehe bricht, ist er seiner Frau nicht verboten.nicht verboten, somit passen sie auf einander nicht294Es ist zu berücksichtigen, er könnte den Umgang fortsetzen.auf, Männer machen einander durch den Beischlaf296Mit einer fremden Frau; wenn sie die Ehe bricht, ist sie ihrem Manne verboten.verboten, somit passen sie auf einander auf297Die Fortsetzung eines verbotenen Umganges ist daher nicht zu befürchten.. —", "Demnach sollte es auch vom Vater298Während die Mišna nur von Söhnen u. Brüdern spricht.gelten!? — Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist dies vom Vater, vor dem der Sohn sich scheut, man könnte aber glauben, dies gelte nicht vom Sohne, vor dem der Vater sich nicht scheut, so lehrt er uns.", "", "i WENN VON VIER BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN, UND DIE MIT DEN SCHWESTERN VERHEIRATETEN GESTORBEN SIND, SO IST AN DIESEN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. HABEN JENE SIE VOREILIG GEHEIRATET, SO MÜSSEN SIE SIE ENTFERNEN. R. ELEA͑ZAR SAGT, DIE SCHULE ŠAMMAJS LEHRE, SIE DÜRFEN SIE BEHALTEN, UND DIE SCHULE HILLELS LEHRE, SIE MÜSSEN SIE ENTFERNEN. ii", "IST EINE VON IHNEN EINEM WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST IHM DIESE VERBOTEN UND IHRE SCHWESTER1Die ihm wegen der Inzestuosität ihrer Schwester fremd ist. ERLAUBT, DEM ANDEREN ABER SIND BEIDE VERBOTEN.", "IST SIE IHM WEGEN EINES GEBOTES ODER WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT2Cf. supra Fol. 20a. VERBOTEN3Sodaß sie ihm nach der Tora zufällt u. nur rabbanitisch verboten ist., SO IST AN IHNEN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREIDS ZU VOLLZIEHEN.", "iii IST EINE VON IHNEN DEM EINEN UND DIE ANDERE DEM ANDEREN WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST DIE DEM EINEN VERBOTENE DEM ANDEREN ERLAUBT, UND DIE DEM ANDEREN VERBOTENE JENEM ERLAUBT.", "DAS IST [DER FALL], HINSICHTLICH DESSEN SIE GESAGT4Ob. Fol. 20a. HABEN: IST DIE SCHWÄGERIN IHRE SCHWESTER, SO IST AN IHR DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. Hieraus ist zu entnehmen, daß eine Gebundenheit5Die Witwe ist schon vor Vollziehung der Schwagerehe an den Schwager gebunden u. gilt als seine Frau. bestehe, denn wenn keine Gebundenheit besteht, sollte doch, da sie von zwei Familien6Von 2 Brüdern; die Witwen gehören nicht zusammen. kommen, einer an der einen und der andere an der anderen die Schwagerehe vollziehen. —", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, besteht keine Gebundenheit, nur ist er der Ansicht, es sei verboten, das Gebot der Schwagerehe zu vereiteln. Es könnte, nachdem der eine die Schwagerehe vollzogen hat, der andere sterben, sodann würde das Gebot der Schwagerehe7An der anderen Witwe, die dem Überlebenden als Schwester seiner Frau verboten sein würde. vereitelt werden. —", "Demnach sollte dies auch von drei [Brüdern]8Wenn einem 2 verschwesterte Schwägerinnen zufallen. gelten!? —", "Von diesen ist es selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies9Daß er nicht die Schwagerehe an einer der Witwen vollziehen darf. von drei, da dadurch das Gebot der Schwagerehe entschieden vereitelt wird, [man könnte aber glauben, nicht] von vier, weil Todesfälle nicht zu berücksichtigen seien, so lehrt er uns. —", "Demnach10Wenn Todesfälle berücksichtigt werden." ], [ "sollte dies auch von fünf gelten!? — Daß zwei sterben könnten, berücksichtige man nicht.", "Raba b. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn drei Schwägerinnen, die Schwestern sind, zwei Schwägern, die Brüder sind, zugefallen sind, so vollziehe einer die Ḥaliça an der einen, der andere die Ḥaliça an der anderen und die mittelste benötigt der Ḥaliça von beiden.", "Rabba sprach zu ihm: Wenn du sagst, die mittelste benötige der Ḥaliça von beiden, so bist du ja der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, wonach die Ḥaliça ungiltig11Die Gebundenheit an den anderen Bruder ist nicht aufgehoben.ist, und sie sich wegen der ungiltigen Ḥaliça an alle Brüder wenden müsse, demnach sollte dies auch von der ersten12Auch diese sollten der Ḥ. von beiden Brüdern benötigen.gelten!? —", "Falls sie gleichzeitig zufallen,", "ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie nach einander zugefallen sind;", "zuerst die eine, und Reúben vollzog an ihr die Ḥaliça, alsdann die andere, und Šimo͑n vollzog an ihr die Ḥaliça;", "wenn dann die dritte zufällt, so vollziehe einer an ihr die Ḥaliça und entledige sich seiner Gebundenheit, sodann der andere und entledige sich seiner Gebundenheit. —", "Rabh sagte ja13Cf. supra Fol. 17b.aber, es bestehe keine Gebundenheit!? — Er lehrte es nach demjenigen, welcher sagt, es bestehe eine Gebundenheit.", "Šemuél aber sagte, einer vollziehe die Ḥaliça an allen. — Merke, Šemuél ist ja, wie wir wissen, der Ansicht, es sei eine vollständige Ḥaliça erforderlich, denn Šemuél sagte," ], [ "daß wenn er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen14Wenn einem 2 Schwestern u. ihre Nebenbuhlerinnen von 2 Brüdern zugefallen sind.hat, die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden sind, wieso sollte nun Reúben15Der erste Bruder, der bereits an der einen die Ḥ. vollzogen hat, sodaß die andere die Schwester seiner ihm verbotenen Ḥaluça ist. eine ungültige Ḥaliça vollziehen, wo doch Šimo͑n16Der andere Bruder, der die Ḥ. an der ersten nicht vollzogen hat; die andere ist nicht die Schwester seiner Ḥaluça.eine giltige Ḥaliça vollziehen kann!? —", "[Die Worte] ‘einer vollziehe die Ḥaliça an allen’ beziehen sich auf die mittelste17Die 3. Schwester, der gegenüber beide einander gleichen.. — Er sagt ja allen!? — Da die Mehrheit18Dieser vollzieht die H. an 2 Witwen, jener nur an einer. an ihn gelangt, nennt er dies alle. Wenn du aber willst, sage ich: nur zur Entbindung der Nebenbuhlerin benötigt Šemuél einer vollständigen Ḥaliça, sie selbst aber ist entbunden8Auch im obigen Falle, wo die Schwagerehe nicht erfolgen darf u. die Ḥ. somit eine mangelhafte ist..", "Der Text. Šemuél sagte: Hat er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen, so sind die Nebenbuhlerinnen nicht19Die H. ist eine mangelhafte, da er die Schwagerehe nicht vollziehen darf.entbunden, wenn an den Nebenbuhlerinnen, so sind die Schwestern entbunden. Hat er die Ḥaliça an der Geschiedenen20Wenn dem Schwager 2 Frauen von einem Bruder zugefallen sind u. er einer von ihnen einen Scheidebrief gegeben hat.vollzogen, so ist die Nebenbuhlerin nicht21Die nachträgliche Ḥ. ist nicht mehr ganz einwandfrei.entbunden, wenn an der Nebenbuhlerin, so ist die Geschiedene entbunden.", "Hat er die Ḥaliça vollzogen an der, an die er die Eheformel22Cf. Anm. 20 mut. mut.gerichtet hat, so ist die Nebenbuhlerin nicht23Sobald er an sie die Eheformel gerichtet hat, gilt sie als seine Frau u. sie benötigt ev. der Scheidung.entbunden, wenn an der Nebenbuhlerin, so ist die, an die er die Eheformel gerichtet hat, entbunden. —", "Wenn an den Schwestern, so sind die Nebenbuhlerinnen wohl deshalb nicht entbunden, weil durch die Gebundenheit jede24Der beiden Schwestern.als Schwester seiner Frau20Wenn dem Schwager 2 Frauen von einem Bruder zugefallen sind u. er einer von ihnen einen Scheidebrief gegeben hat.gilt, somit sollten auch, wenn er die Ḥaliça an den Nebenbuhlerinnen vollzogen hat, die Schwestern nicht entbunden sein, da durch die Gebundenheit jene Nebenbuhlerinnen der Schwester der Frau25Er darf auch an diesen die Schwagerehe nicht vollziehen.sind!? — Šemuél ist der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit. —", "Šemuél sagte ja26Cf. supra Fol. 18b.aber, es bestehe eine Gebundenheit!? — Er lehrt es nach demjenigen, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit. —", "Weshalb sind demnach27Wenn es keine Gebundenheit gibt., wenn er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen hat, die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden: allerdings nicht die Nebenbuhlerin Raḥels28Der anderen Schwester. Die Angehörigen der Familie Ja͑qobs werden im T. stets ad exemplum genannt., denn er hat bereits die Ḥaliça an Lea vollzogen, somit ist die Ḥaliça, die er nachher an Raḥel29Die die Schwester seiner Ḥaluça ist. vollzieht, eine ungültige, aber die Nebenbuhlerin Leas sollte ja entbunden sein!? —", "Die Worte ‘so sind die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden’ beziehen sich auf die Nebenbuhlerin Raḥels. — Er sprach ja von Nebenbuhlerinnen!? — Die Nebenbuhlerinnen allgemein30Die eine der Nebenbuhlerinnen in allen derartigen Fällen.. —", "Wieso sind demnach, wenn er die Ḥaliça an den Nebenbuhlerinnen vollzogen hat, die Schwestern entbunden, Raḥel kann ja durch ihre Nebenbuhlerin nicht entbunden werden, denn wir haben gelernt, die Nebenbuhlerin der Verwandten seiner Ḥaluça sei verboten31Somit kann er an der Nebenbuhlerin R.s die Schwagerehe nicht vollziehen.!? —", "Šemuél spricht vom Anfangen und Nichtanfangen: hat er mit den Schwestern angefangen32Die H. an der einen Schwester vollzogen., so beende er es nicht mit den Nebenbuhlerinnen33Der Nebenbuhlerin der anderen; wenn er die H. an dieser vollzieht, ist die andere Schwester nicht entbunden., denn wir haben gelernt, die Nebenbuhlerin der Verwandten seiner Ḥaluça sei verboten; hat er mit den Nebenbuhlerinnen angefangen34Die H. an der Nebenbuhlerin der ersten Schwester begonnen., so beende er es auch mit den Schwestern, denn wir haben gelernt, die Verwandte der Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça sei erlaubt.", "R. Aši sagte: Tatsächlich, wie du zuerst erklärt hast35Die Nebenbuhlerinnen sind durch die H. der Schwester wegen der Gebundenheit nicht entbunden., jedoch ist die Gebundenheit nicht so wirksam, die Nebenbuhlerin der Inzestuösen gleichzustellen36Das rabb. Verbot bezieht sich nur auf die Schwester der an ihn Gebundenen u. nicht auf ihre Nebenbuhlerin; die an dieser vollzogene Ḥ. ist daher einwandfrei u. die Schwester entbunden..", "Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Hat er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen, so sind die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden, wenn aber an den Nebenbuhlerinnen, so sind die Schwestern entbunden. Wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, es bestehe eine Gebundenheit, jedoch sei die Gebundenheit nicht so wirksam, die Nebenbuhlerin der Inzestuösen gleichzustellen.", "R. Abba b. Mamal erwiderte: Hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, denn wir haben gelernt, die Schule Šammajs erlaube die Nebenbuhlerinnen den Brüdern. — Demnach sollte an ihnen37Den Nebenbuhlerinnen.auch die Schwagerehe vollzogen werden!? —", "Nach R. Joḥanan b. Nuri, denn dieser sagte: Kommt, wir wollen anordnen, daß an den Nebenbuhlerinnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe vollzogen werde. — Der Meister sagte ja aber, bevor sie dazu kamen, die Angelegenheit zu erledigen, sei eine Verwirrung eingetreten!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Später wiederholten sie es und ordneten dies an.", "Sie fragten:" ], [ "Wer ist von der Geschiedenen und der, an die die Eheformel gerichtet worden ist, bevorzugter38Für die H., um auch ihre Nebenbuhlerin zu entbinden. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der Verstorbene 2 Frauen hinterlassen, u. der Bruder an die eine die Eheformel gerichtet u. der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, sodaß auch jene ihm verboten ist; beide Zeremonien sind nicht einwandfrei, u. der Schwager hat daher die Ḥ. zu vollziehen.: ist die Geschiedene bevorzugter, da er mit ihr begonnen39Die Entbindung; das W. בחליצה fehlt in Handschriften.hat, oder ist die, an die die Eheformel gerichtet worden ist, bevorzugter, da sie ihm hinsichtlich der Beiwohnung näher ist?", "R. Aši erwiderte: Komm und höre: R. Gamliél pflichtet bei, daß der Scheidebrief nach der Eheformel und die Eheformel nach dem Scheidebriefe wirksam40Beispielsweise im in Rede stehenden Falle; hat er an die erste die Eheformel gerichtet u. der anderen einen Scheidebrief gegeben, so ist ihm auch die erste verboten, u. hat er der ersten einen Scheidebrief gegeben u. an die andere die Eheformel gerichtet, so tritt der Scheidebrief nicht anstelle der H., vielmehr benötigt auch die andere der Scheidung.ist.", "Ist der Scheidebrief wirksamer, so sollte die darauffolgende Eheformel wirkungslos sein, und ist die Eheformel wirksamer, so sollte der darauffolgende Scheidebrief wirkungslos sein; wahrscheinlich gleichen sie einander. Schließe hieraus.", "R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn zwei Schwägerinnen, die Schwestern sind, einem Schwager zugefallen sind, so ist, wenn er die Ḥaliça an der einen vollzieht, diese erlaubt41Fremden Personen., und wenn an der anderen, diese erlaubt.", "Stirbt die erste42Die ihm zuerst zugefallen ist, bevor er an ihr die Ḥ. vollzogen hat., so ist ihm die andere erlaubt, und selbstverständlich ist ihm, wenn die andere stirbt, die erste erlaubt, denn diese ist eine Schwägerin, die erlaubt43Beim Tode ihres Ehemannes; erst durch den Tod ihres Schwagers ist sie dem anderen Schwager verboten worden.war, verboten wurde und wiederum erlaubt worden ist, und somit zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommt.", "R. Joḥanan aber sagte: Stirbt die andere, so ist ihm die erste erlaubt, stirbt aber die erste, so ist ihm die andere verboten. Dies ist aus folgendem Grunde: eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt:44Dt. 25,5.ihr Schwager komme zu ihr45Diese war beim Zufallen ihrem Schwager als Schwester der an ihn Gebundenen verboten., gleicht der Frau eines Bruders, die Kinder hat, und ist verboten. —", "Hält denn Rabh nichts von dieser Auslegung, Rabh sagte ja, eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt: ihr Schwager komme zu ihr, gleiche der Frau eines Bruders, die Kinder hat, und sei verboten!? — Dies nur, wo es sich um die Schwester seiner Frau46Wie im Falle von den 3 Schwestern (weit. Fol. 30a), worauf die Worte R.s sich beziehen.handelt, die nach der Tora verboten ist, hierbei aber handelt es sich um die der an ihn Gebundenen, die nur rabbanitisch [verboten] ist.", "R. Jose b. Ḥanina wandte gegen R. Joḥanan ein: Wenn von vier Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und die mit den Schwestern verheirateten gestorben sind, so ist an diesen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Weshalb denn, soll doch einer von ihnen die Ḥaliça an der zweiten vollziehen, sodann ist die erste gegenüber dem anderen eine Schwägerin, die erlaubt war, verboten wurde und wiederum erlaubt worden ist, die somit zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommt!?", "Dieser erwiderte: Ich weiß nicht, wer den Fall von den Schwestern gelehrt hat47Diese Lehre ist nicht maßgebend.. — Sollte er ihm erwidert haben, die Ḥaliça, von der gelehrt wird, sei an einer zu vollziehen!? —", "Es heißt: [an diesen] die Ḥaliça vollziehen. — Sollte er ihm erwidert haben, die Mehrzahl beziehe sich auf derartige Fälle allgemein48Wie oben Col.a u. hierzu Anm. 30.!? — Es heißt: so ist an diesen49Nur in diesem Falle muß auch an der anderen die Ḥ. vollzogen werden.. — Sollte er ihm erwidert haben: wenn die Ḥaliça zuerst an der ersten vollzogen worden ist!? —" ], [ "Es heißt: die Ḥaliça zu vollziehen, von vornherein. — Sollte er ihm erwidert haben, dies sei eine Maßregel, denn die Ḥaliça könnte zuerst an der ersten vollzogen werden50Und die Schwagerehe an der anderen; aus diesem Grunde ist die Schwagerehe überhaupt verboten worden.!? — Es heißt: und nicht die Schwagerehe, und hierbei gilt die Bestimmung von der Schwagerehe überhaupt nicht. —", "Sollte er ihm erwidert haben, dies sei eine Maßregel, weil einer sterben51Aus diesem Grunde ist die Schwagerehe verboten worden; cf. supra Fol. 26a. könnte, und es sei verboten, das Gesetz von der Schwagerehe zu vereiteln!? — R. Joḥanan berücksichtigt Todesfälle nicht. —", "Sollte er ihm erwidert haben, hier sei die Ansicht R. Elea͑zars52Cf. infra Fol. 109a.vertreten, welcher sagt, sobald sie ihm eine Stunde verboten war, sei sie ihm ewig verboten!? — Der Schlußsatz lehrt die Ansicht R. Elea͑zars, demnach ist der Anfangsatz nicht von R. Elea͑zar. —", "Sollte er ihm erwidert haben: wenn sie ihm gleichzeitig zugefallen sind, und zwar nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, es könne genau gleichzeitig53Es gibt keine zweite, um an dieser die Ḥ. zuerst zu vollziehen.erfolgen!? — Der Autor wird es nicht nach R. Jose dem Galiläer festgelegt haben. —", "Sollte er ihm erwidert haben: wenn man nicht weiß, welche ihm zuerst zugefallen54Auch in diesem Falle ist es nicht möglich, die Schwagerehe zuerst an der zweiten zu vollziehen.ist!? —", "Wieso könnte er demnach lehren, daß, wenn sie sie voreilig geheiratet haben, sie sie entfernen müssen!? Allerdings kann man zum ersten sagen: wer hat sie dir erlaubt, der andere aber kann ja sagen: mein Genosse vollzog die Schwagerehe an der zweiten, ich tat dies an der ersten55Die ihm dann erlaubt ist..", "Deshalb erwiderte er, er wisse nicht, wer den Fall von den Schwestern gelehrt hat. —", "Wir haben gelernt: Ist eine von ihnen einem wegen Inzestes verboten, so ist ihm diese verboten und ihre Schwester erlaubt, dem anderen aber sind beide verboten. Er56Der diesen Einwand erhob.glaubte, wenn ihm die Schwiegermutter57Dh. die wegen Inzestes verbotene.zuerst zugefallen ist;", "weshalb denn, der Schwiegersohn kann ja zuerst die Schwagerehe an der vollziehen, die nicht seine Schwiegermutter ist, sodann ist die Schwiegermutter dem anderen gegenüber eine Schwägerin, die erlaubt war, verboten wurde und wiederum erlaubt worden ist, die somit zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommt!?", "R. Papa erwiderte: Wenn ihm die andere, die nicht seine Schwiegermutter ist, zuerst zugefallen ist.", "R. ELEA͑ZAR SAGT, DIE SCHULE ŠAMMAJS LEHRE &C. Es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagt, die Schule Šammajs lehre, sie dürfen sie behalten, und die Schule Hillels lehre, sie müssen sie entfernen. R. Šimo͑n sagt, sie dürfen sie behalten. Abba Šaúl sagt, die Schule Hillels sei hierbei erleichternd: die Schule Šammajs lehre, sie müssen sie entfernen, und die Schule Hillels lehre, sie dürfen sie behalten.", "Nach wessen Ansicht lehrt R. Šimo͑n: wenn nach der Schule Šammajs, so sagt er ja das, was R. Elea͑zar, und wenn nach der Schule Hillels, so sagt er ja das, was Abba Šaúl!? — Er meint es wie folgt: die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten nicht darüber.", "IST EINE VON IHNEN &C. Dies wurde ja bereits einmal gelehrt: ist die Schwägerin ihre Schwester58Cf. supra Fol. 20a Anm. 93., so ist an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen!? —", "Beides ist nötig. Würde er nur jenes gelehrt haben, so könnte man glauben, weil nicht ein zweiter59Bruder, der eine verbotene Schwagerehe vollziehen könnte.zu berücksichtigen ist, nicht aber hierbei, wo ein zweiter zu berücksichtigen ist.", "Und würde er nur dieses gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ein zweiter vorhanden ist, der dies60Daß er sie deshalb heiraten darf, weil die Inzestuöse nicht an ihn gebunden ist.beweist, nicht aber dort, wo kein zweiter vorhanden61Man könnte glauben, daß auch sonst die Schwester der an ihn gebundenen erlaubt sei.ist. Daher ist beides nötig.", "WEGEN EINES GEBOTES VERBOTEN &C. Auch dies wurde ja bereits gelehrt:" ], [ "ist sie wegen eines Gebotes oder der Standesheiligkeit verboten, so ist an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen!? — Da handelt es sich um ein Verbot wegen eines Gebotes allein, hierbei aber um ein Verbot wegen eines Gebotes und der Schwesternschaft62Wenn es 2 Schwestern sind, u. eine ihm als Schwester der an ihn gebundenen verboten ist.;", "man könnte glauben, das Verbot wegen des Gebotes trete an Stelle des Inzestverbotes63Die Inzestuöse scheidet dann aus.und die Schwagerehe sei an ihr zu vollziehen, so lehrt er uns. —", "Wieso sollte an ihr die Schwagerehe vollzogen werden, nach der Tora fällt sie ihm ja zu, somit würde er auf die Schwester der an ihn gebundenen stoßen!? — Man könnte glauben, die Rabbanan hätten dies64Die Aufhebung der Gebundenheit, die nur rabbanitisch ist. wegen des Gebotes65Damit das Gebot der Schwagerehe ausgeübt werden könne.bestimmt, so lehrt er uns.", "IST EINE VON IHNEN &C. Wozu ist dies nötig, es ist ja dasselbe66Dies gleicht dem vorangehenden Falle, wenn nur eine verboten ist., es ist ja einerlei ob einer oder zwei!? —", "Beides ist nötig. Würde er nur jenes gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ein anderer vorhanden67Dem beide verboten sind.ist, der dies60Daß er sie deshalb heiraten darf, weil die Inzestuöse nicht an ihn gebunden ist.beweist, nicht aber hierbei, wo kein anderer vorhanden61Man könnte glauben, daß auch sonst die Schwester der an ihn gebundenen erlaubt sei.ist der dies beweist.", "Und würde er nur dieses gelehrt haben, so könnte man glauben, im Gegenteil, beide bekunden es68Da einer nur diese u. der andere nur jene heiraten darf.für einander, dort aber nicht. Daher ist beides nötig.", "DAS IST [DER FALL], HINSICHTLICH DESSEN SIE GESAGT HABEN &C. Was schließen [die Worte] ‘das ist’ aus? — Sie schließen [den Fall] aus, wenn bei dem einen ein Verbot wegen des Gebotes und beim anderen ein Verbot wegen des Gebotes vorliegt. —", "Wozu ist dies nötig, es ist ja dasselbe63Die Inzestuöse scheidet dann aus., es ist ja einerlei ob einer oder zwei!? —", "Man könnte glauben, nur wenn ein anderer zu berücksichtigen ist, sage man nicht, das Verbot wegen eines Gebotes trete anstelle des Inzestverbotes, wenn aber kein anderer zu berücksichtigen69Wie in diesem Falle, wo auch für den anderen dasselbe Verbot besteht.ist, sage man, für den einen trete das Verbot wegen eines Gebotes anstelle des Inzestverbotes und für den anderen trete das Verbot wegen eines Gebotes anstelle des Inzestverbotes, sodaß sie die Schwagerehe vollziehen dürfen, so lehrt er uns.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, und ebenso lehrte R. Ḥija: Bei diesen allen70Den am Beginne des Traktates genannten 15 Inzestuösen.kann es vorkommen, daß die diesem verbotene jenem erlaubt ist, und daß an der Schwägerin, die ihre Schwester ist, die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist.", "R. Jehuda bezieht dies auf [die Inzestuösen] von der Schwiegermutter ab, nicht aber auf die sechs vorangehenden,", "denn dies71Die von R. genannte Möglichkeit, daß 2 Töchter zweier Brüder Schwestern mütterlicherseits sind.kann nur bei seiner Tochter von einer Genotzüchtigten vorkommen und nicht von einer Angeheirateten,", "und er spricht nur von Angeheirateten und nicht von Genotzüchtigten.", "Abajje bezieht dies auch auf die Tochter (seiner Genotzüchtigten), denn da es vorkommen kann, so ist es einerlei, ob von einer Genotzüchtigten oder von einer Angeheirateten, nicht aber auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, denn dies kann nur nach R. Šimo͑n72Nach dem in einem solchen Falle die Pflicht der Schwagerehe besteht; cf. supra Fol. 18b.vorkommen und nicht nach den Rabbanan, und von Strittigem spricht er nicht.", "R. Saphra bezieht dies auch auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und zwar kann dies bei sechs Brüdern vorkommen, nach R. Šimo͑n. Als Merkzeichen diene dir: gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen; gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen73Wenn es, wie weiter erklärt, bei beiden in dieser Reihenfolge erfolgt ist..", "Wenn Reúben und Šimo͑n mit zwei Schwestern, und Levi und Jehuda mit zwei einander fremden verheiratet waren, und nach dem Tode Reúbens Jissakhar geboren wurde und Levi die Schwagerehe vollzogen hat, und nach dem Tode Šimo͑ns Zebulun geboren wurde und Jehuda die Schwagerehe vollzogen hat; wenn darauf Levi und Jehuda kinderlos sterben und [die Witwen] Jissakhar und Zebulun zufallen,", "so ist die diesem verbotene jenem erlaubt, und die jenem verbotene diesem erlaubt. —", "Wozu ist es bei der Schwägerin, die ihre Schwester ist, nötig, daß Jehuda die Schwagerehe vollzogen hat, dies kann ja auch vorkommen, wenn Jehuda die Schwagerehe nicht vollzogen hat!? —", "Wegen der Nebenbuhlerin74Von der am Beginne des Traktates gelehrt wird; dies kann nur dann vorkommen, wenn beide die Schwagerehe vollzogen haben.. — Erklärlich ist es hinsichtlich der Nebenbuhlerin, wieso aber bei der Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin? —", "Wenn darauf auch Gad und Ašer die Schwagerehe vollzogen haben75An den anderen Frauen von Levi u. Jehuda..", "iv WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN, ODER EINER FRAU UND IHRER TOCHTER, ODER EINER FRAU UND DER TOCHTER IHRER TOCHTER, ODER EINER FRAU UND DER TOCHTER IHRES SOHNES VERHEIRATET WAREN, SO IST AN IHNEN76Wenn sie dem 3. Bruder zufallen.DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN; R. ŠIMO͑N ENTBINDET SIE.", "IST IHM EINE VON IHNEN WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST IHM DIESE VERBOTEN UND IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN WEGEN EINES GEBOTES ODER WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT, SO IST AN IHNEN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n entbindet beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe, denn es heißt:77Lev. 18,18.zu einem Weibe sollst da nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen; sobald sie Nebenbuhlerinnen werden, darf das Nehmen auch bei einer von ihnen nicht erfolgen.", "IST IHM EINE VON IHNEN &C. Wozu ist dies nötig, es ist ja dasselbe78Was die vorangehende Mišna lehrt.!? —", "Es ist nach R. Šimo͑n nötig, welcher sagt, daß an zwei Schwestern weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist; man könnte glauben, auch hierbei79Wo eine ihm wegen Inzestes verboten ist, sei ihm die andere verboten., mit Rücksicht auf zwei Schwestern anderweitig80Die ihm nicht inzestuös sind., so lehrt er uns.", "WEGEN EINES GEBOTES &C." ], [ "R. Šimo͑n sagt ja, an zwei Schwestern sei weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen81Wegen der Gebundenheit, die nach der Tora auch in diesem Falle besteht.!? —", "Mit Rücksicht auf andere Fälle des Verbotenseins wegen eines Gebotes82Wenn es keine Schwestern sind; man könnte glauben, dies gleiche dem Verbotensein wegen Inzestuosität.. —", "Erklärlich ist es von dieser selbst, wie ist es hinsichtlich ihrer Schwester zu erklären83Diese sollte entbunden sein.!? — Wegen dieser selbst ist dies auch bei der Schwester angeordnet worden. —", "Beim Inzeste84Wenn ihm eine wegen Inzestes verboten ist, ist ihm die andere erlaubt.ist dies ja nicht angeordnet worden!? — Anders verhält es sich beim Inzeste; hierüber sind die Leute unterrichtet85Jeder weiß, daß die wegen Inzestes verbotene an den Schwager nicht gebunden und ihre Schwester ihm somit erlaubt ist.und es ist bekannt.", "v WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER LEDIG IST, UND NACHDEM DER LEDIGE NACH DEM TODE DES EINEN MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN BRUDERS AN [DIE WITWE] DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT, AUCH DER ZWEITE BRUDER GESTORBEN IST, SO BLEIBE, \n", "WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, SEINE FRAU86Beim Zufallen der anderen gilt sie bereits als seine richtig angeheiratete Frau.BEI IHM, UND DIE ANDERE GEHE ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI87Sie benötigt auch der Ḥ. nicht.AUS; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH SCHEIDEBRIEF UND88Die Eheformel gilt nicht als richtige Heirat, sodaß sie beim Zufallen der anderen die Schwester der an ihn gebundenen war.ALIÇA, UND DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCHALIÇA. DAS IST [DER FALL], WORÜBER SIE SAGTEN: WEHE IHM WEGEN SEINER FRAU, WEHE IHM WEGEN DER FRAU SEINES BRUDERS89Er sollte durch das Leviratsgesetz auch die Frau seines Bruders bekommen, verliert aber auch seine eigene.!", "GEMARA. Was schließen [die Worte] ‘das ist’ aus? — Sie schließen die Lehre R. Jehošua͑s90Der weiter Fol. 109a dies auch auf einen anderen Fall bezieht.aus; daß man91Im bezüglichen Falle 1c.nicht nach ihm entscheide, sondern nach R. Gamliél oder nach R. Elie͑zer.", "R. Elea͑zar sagte: Man sage nicht, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Aneignung, sodaß, wenn er sie durch einen Scheidebrief entfernen will, dies ausreiche, vielmehr ist nach der Schule Šammajs durch die Eheformel die Aneignung nur insofern wirksam, die Nebenbuhlerin zu verdrängen87Sie benötigt auch der Ḥ. nicht..", "R. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß92Ob. Fol. 26a.gelernt: die Schule Šammajs lehre, sie dürfen sie behalten; nur behalten93Wenn sie sie bereits geheiratet haben.und nicht von vornherein [heiraten]." ], [ "Wenn man sagen wollte, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Aneignung, so kann ja91Im bezüglichen Falle 1c.der eine die Eheformel94Die an sich auch im genannten Falle nicht verboten ist.an diese richten und sie sich aneignen und der andere die Eheformel an jene richten und sie sich aneignen. —", "Auch wenn dadurch nur die vollständige Verdrängung erfolgt, kann ja der eine die Eheformel an diese richten und jene verdrängen, und der andere die Eheformel an jene richten und diese verdrängen95Die Schwagerehe dürfte dann an beiden vollzogen werden.!?", "Du mußt also erklären: die Eheformel verdränge nur dann, wenn sie ihm erlaubt ist, nicht aber, wenn sie ihm verboten ist, ebenso erfolgt auch nach demjenigen, welcher sagt, durch die Eheformel erfolge eine vollständige Aneignung, eine solche nur dann, wenn sie ihm erlaubt ist, nicht aber, wenn sie ihm verboten ist.", "R. Aši lehrte es wie folgt: R. Elea͑zar sagte: Man sage nicht, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Verdrängung, und die Nebenbuhlerin benötige auch nicht der Ḥaliça, vielmehr ist die Verdrängung nur eine beschränkte94Wörtl. es bleibt etwas zurück, dh. die andere benötigt der Ḥ..", "R. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: die Schule Šammajs lehre, sie dürfen sie behalten; nur behalten und nicht von vornherein [heiraten]. Wenn man sagen wollte, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Verdrängung, so kann ja der eine die Eheformel an diese richten und jene verdrängen, und der andere die Eheformel an jene richten und diese verdrängen. — Er lehrt ja aber: die Schule Šammajs sagt, seine Frau bleibe bei ihm, und die andere gehe als Schwester seiner Frau frei aus!? —", "Vielmehr, bei der Schwägerin, bei der alle [Formalitäten] zulässig sind, ist auch ein Teil zulässig, und bei der nicht alle zulässig95In jenem Falle von den 4 Schwestern ist die Vollziehung der Schwagerehe verboten.sind, ist auch ein Teil nicht zulässig96Durch die Eheformel wird die Schwester nicht verdrängt, obgleich sonst dadurch eine vollständige Verdrängung erfolgt..", "Raba fragte: Gilt die Eheformel nach der Schule Šammajs als Verheiratung oder als Verlobung? Abajje sprach zu ihm: In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung:", "wenn etwa, ob er sie beerbe, sich an ihr97An ihrer Leiche, wenn er Priester ist. verunreinige und ihre Gelübde aufheben98Das Gelübde eines Weibes kann von ihrem Vater bezw. Ehemanne aufgehoben werden; cf. Num. 30,4ff.könne, so lehrte R. Ḥija sogar hinsichtlich einer gewöhnlichen Verlobten99Bei dieser erfolgt die Antrauung nach der Tora, während die Eheformel der Schwägerin nur eine rabbanitische Bestimmung ist., daß weder er ihretwegen Trauernder100Einem solchen (cf. Bd. II S. 599 Anm. 117) ist der Genuß von geheiligten Speisen verboten; cf. Dt. 26,14.sei und sich an ihr verunreinige noch sie seinetwegen Trauernde sei und sich an ihm verunreinige, wenn sie gestorben ist, er sie nicht beerbe, und wenn er gestorben ist, sie ihre Morgengabe einfordere, und um wieviel mehr gilt dies von der, an die die Eheformel gerichtet worden ist!? —", "Vielmehr, hinsichtlich der Übergabe zum Traubaldachin: gilt sie als Verheiratung, somit ist die Übergabe zum Traubaldachin nicht101Auch wenn er ihr gegen ihren Willen beigewohnt, ist sie seine Frau.erforderlich, oder gilt sie als Verlobung, somit ist die Übergabe zum Traubaldachin erforderlich?", "Dieser erwiderte: Es heißt: 102Dt. 25,5.ihr Schwager komme zu ihr, auch gegen ihren Willen, selbst wenn er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, um wieviel mehr, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.", "Jener entgegnete: Ich bin der Ansicht, daß, wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel richtet, die Gebundenheit der Schwagerschaft von ihm schwindet und die Gebundenheit der Verlobung auf ihm lastet. Wie ist es nun? —", "Komm und höre: [Die Gelübde] einer Anwärterin der Schwagerehe kann der Schwager, einerlei ob einer oder zwei103Jeder von ihnen., wie R. Elie͑zer sagt, aufheben; R. Jehošua͑ sagt, nur einer und nicht zwei; R. A͑qiba sagt, weder einer noch zwei.", "Dagegen wandten wir ein: Allerdings ist R. A͑qiba der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, auch wenn es einer104Die Pflicht der Schwagerehe liegt ihm allein ob.ist, ebenso ist R. Jehošua͑ der Ansicht, bei einem bestehe eine Gebundenheit, nicht aber bei zweien, nach R. Elie͑zer aber ist es ja, auch wenn er der Ansicht ist, es bestehe eine Gebundenheit, erklärlich, daß einer aufheben kann, wieso aber zwei105Wenn 2 Schwäger vorhanden sind, ist sie an beide gebunden, u. nur beide zusammen sollten das Gelübde auflösen können.!?", "Hierauf erwiderte R. Ami b. Ahaba, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat, und zwar nach der Schule Šammajs, welche sagt, die Eheformel erwirke eine vollständige Aneignung.", "Einleuchtend ist es, daß er aufheben kann, wenn du sagst, sie gelte als Verheiratung, wieso aber kann er aufheben, wenn du sagst, sie gelte als Verlobung, wir haben ja gelernt, daß Gelübde einer Verlobten nur von ihrem Vater und ihrem Manne106Von beiden zusammen.aufgehoben werden können!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter aufheben ist die gemeinsame Aufhebung107Mit dem Vater zusammen.zu verstehen. —", "Wieso kann er nach R. Elea͑zar, welcher sagt, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel nur die Aneignung zur Verdrängung der Nebenbuhlerin, selbst gemeinsam aufheben!? — R. Elea͑zar kann dir erwidern: nur insofern sage ich, dadurch erfolge die Aneignung nur zur Verdrängung der Nebenbuhlerin, daß nämlich ein Scheidebrief nicht genüge, vielmehr sei auch108Wenn er sie nicht heiraten will.die Ḥaliça erforderlich, sage ich es etwa hinsichtlich der Aufhebung ihrer Gelübde!?", "Wenn du aber willst, sage ich: R. Elea͑zar kann dir erwidern: stimmt dies denn nach R. Naḥman b. Jiçḥaq, es heißt ja nicht ‘[können sie] aufheben’, sondern ‘[kann er] aufheben’!? Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn er bereits vor Gericht gestanden und es ihr Unterhalt von ihm zugesprochen109Er gilt hinsichtl. ihrer Gelübde als ihr Ehemann.hat,", "und zwar nach R. Pinḥas im Namen Rabas, denn R. Pinḥas sagte im Namen Rabas, jede Gelobende gelobe im Sinne ihres Ehemannes." ], [ "vi,1 WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN GESTORBEN IST, UND DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE SEINE FRAU GENOMMEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTE FREI AUS ALS SCHWESTER DER FRAU UND DIE ANDERE ALS IHRE NEBENBUHLERIN. WENN ER AN SIE NUR DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER FREMDEN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. Nur wenn er an sie die Eheformel gerichtet9Wodurch er sie sich angeeignet u. seine Frau zur Nebenbuhlerin gemacht hat.at, wenn aber nicht, so kann [an der Fremden] auch die Schwagerehe vollzogen werden. R. Naḥman sagte: Dies lehrt, daß keine Gebundenheit bestehe, selbst bei einem Bruder110Sonst wäre sie schon durch die Gebundenheit Nebenbuhlerin der Schwester..", "vi,2 WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE GESTORBEN IST, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN SEINE FRAU GENOMMEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTE111Die erste Frau des anderen Bruders.FREI AUS ALS SCHWESTER SEINER FRAU UND DIE ANDERE ALS IHRE NEBENBUHLERIN. WENN ER AN SIE NUR DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER FREMDEN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe: wenn in jenem Falle, wo die Schwester seiner Frau Nebenbuhlerin der Fremden ist, die Fremde verboten ist, um wieviel mehr in diesem Falle, wo die Fremde Nebenbuhlerin der Schwester seiner Frau ist!? —", "Der Autor hatte diesen zuerst gelehrt, während er hei jenem erlaubend zu entscheiden gedachte; später aber entschied er, sie auch in jenem Falle zu verbieten,", "und lehrte ihn aus Bevorzugung112Da dieser Fall weitgehender ist.zuerst. Die Mišna aber wich nicht von ihrem Platze113Der andere Fall blieb im Texte erhalten, obgleich er unnötig ist..", "vii,1 WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN GESTORBEN IST, UND DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE SEINE FRAU GENOMMEN HAT, UND DARAUF DIE FRAU DES ANDEREN UND SPÄTER AUCH DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE GESTORBEN IST, SO IST SIE IHM114Die Frau des ersten dem anderen.FÜR IMMER VERBOTEN, WEIL SIE IHM EINE STUNDE115Beim Tode ihres ersten Mannes, wo ihre Schwester noch lebte. VERBOTEN WAR.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt:116Dt. 25,5.ihr Schwager komme zu ihr, gleicht der Frau eines Bruders, die Kinder hat, und ist verboten117Auch später, wenn der Grund des Verbotenseins nicht mehr besteht.. — Was lehrt er uns damit, es wurde ja bereits gelehrt, sie sei ihm für immer verboten, weil sie ihm eine Stunde verboten war!? —", "Man könnte glauben, nur wenn sie nach dem ersten Zufallen für ihn nicht geeignet war, wenn sie aber nach dem ersten Zufallen für ihn geeignet118Wenn sie beispielsweise beim Tode ihrer Schwester mit dem 3. Bruder nicht verheiratet war.war, sei sie ihm erlaubt, so lehrt er uns. —", "Aber auch dies wurde ja bereits gelehrt: wenn zwei Brüder mit zwei Schwestern verheiratet waren und einer von ihnen und darauf die Frau des anderen gestorben ist, so ist sie ihm für immer verboten, weil sie ihm eine Stunde verboten war!? —", "Man könnte glauben, nur da, wo sie aus der Familie ganz verdrängt119Wenn beim Tode ihres Mannes nur ein Bruder vorhanden ist, dem sie aber als Schwester seiner Frau verboten ist; sie darf sich dann anderweitig verheiraten.wurde, wenn sie aber aus der Familie nicht ganz verdrängt120Wenn noch zwei Brüder vorhanden sind, u. einer die Schwagerehe zu vollziehen hat.wurde, sei sie, da sie für den mit der Fremden verheirateten geeignet war, auch für den anderen121Da die Schwester nicht mehr lebt.geeignet, so lehrt er uns.", "vii,2 WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN SICH VON SEINER FRAU GESCHIEDEN, WORAUF DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE GESTORBEN IST, UND DER GESCHIEDENE DIESE GENOMMEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST DIES [DER FALL], HINSICHTLICH DESSEN SIE GESAGT HABEN, DASS, WENN SIE GESTORBEN ODER GESCHIEDEN WORDEN SIND, IHRE NEBENBUHLERINNEN ERLAUBT SIND122Die Witwe war niemals Nebenbuhlerin der geschiedenen Schwester..", "GEMARA. Nur wenn zuerst geschieden und nachher gestorben, wenn aber zuerst gestorben123Sodaß die Fremde durch die Gebundenheit Nebenbuhlerin der Schwester war.und nachher geschieden, so ist sie verboten. R. Aši sagte: Dies besagt, daß selbst bei zwei Brüdern eine Gebundenheit bestehe.", "Gegen R. Aši ist ja ein Einwand zu erheben aus [der Schlußfolgerung] R. Naḥmans124Der oben aus einer anderen Mišna das Entgegengesetzte folgert.!? — R. Aši kann dir erwidern: auch wenn er125Im obigen Falle, aus dem RN. seinen Schluß folgert.die Eheformel an sie nicht gerichtet hat, ist an der Fremden nur die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, und nur deshalb lehrt er den Fall, wenn er die Eheformel an sie gerichtet hat, um die Ansicht der Schule Šammajs auszuschließen; diese lehrt, die Eheformel erwirke eine" ], [ "vollständige Aneignung, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist. —", "Gegen R. Naḥman124Der oben aus einer anderen Mišna das Entgegengesetzte folgert.ist ja ein Einwand zu erheben aus der Schlußfolgerung des R. Aši!? Wolltest du erwidern, auch wenn zuerst gestorben und nachher geschieden, sei die Nebenbuhlerin126Die Fremde, nach dem Tode der Schwester.erlaubt: was schließen demnach [die Worte] ‘so ist dies’ aus!? — Sie schließen den Fall aus, wenn er sie genommen und sich nachher geschieden hat127Von der Schwester; wenn er darauf stirbt, so ist sie ihrem Schwager als Nebenbuhlerin der Schwester seiner Frau verboten, obgleich sie beim Zufallen es nicht mehr ist.. —", "Allerdings wenn er der Ansicht R. Jirmejas ist, welcher erklärte128Cf. supra Fol. 13a., es sei zu teilen, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht,", "ein Autor sei der Ansicht, der Tod veranlasse das Zufallen, und ein Autor sei der Ansicht, die frühere Heirat veranlasse dies;", "demnach schließen [die Worte] ‘so ist dies’ den Fall aus, wenn zuerst genommen und nachher geschieden; was aber schließen [die Worte] ‘so ist dies’ aus, wenn er der Ansicht Rabas ist, welcher erklärte, es sei derselbe Autor, und er lehre das eine und um so mehr das andere129Cf. ib. Anm. 287. Nach dieser Erklärung ist sie erlaubt, auch wenn der Verstorbene zuerst die Fremde geheiratet u. sich nachher von der Schwester geschieden hat.!? — Er ist notgedrungen der Ansicht R. Jirmejas. —", "Allerdings schließen nach Raba, wenn er der Ansicht R. Ašis130Daß eine Gebundenheit bestehe.ist, [die Worte] ‘so ist dies’ den Fall aus, wenn er ungeschieden gestorben131Ohne die Fremde genommen zu haben; sie ist durch die Gebundenheit dem 3. verboten.ist, was aber schließen [die Worte] ‘so ist dies’ aus, wenn er der Ansicht R. Naḥmans132Daß keine Gebundenheit bestehe.ist? — Er ist notgedrungen der Ansicht R. Ašis.", "viii IST BEI JENEN ALLEN133Den am Beginne des Traktates genannten 15 Inzestuösen.DIE ANTRAUUNG ODER DIE SCHEIDUNG ZWEIFELHAFT, SO IST AN IHREN NEBENBUHLERINNEN DIEALIÇA UND NIGHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. WIESO DIE ANTRAUUNG ZWEIFELHAFT? WENN ER IHR DIE ANTRAUUNGSURKUNDE134Cf. Qid. Fol. 2a.ZUGEWORFEN UND ES ZWEIFELHAFT IST, OB SIE IHM ODER IHR NÄHER WAR; DIES IST EINE ZWEIFELHAFTE135Die Antrauung ist nur dann gültig, wenn die Urkunde ihr näher war.ANTRAUUNG.", "WIESO DIE SCHEIDUNG ZWEIFELHAFT? WENN [DER SCHEIDEBRIEF] MIT SEINER HAND GESCHRIEBEN IST, JEDOCH KEINE ZEUGEN UNTERZEICHNET SIND, WENN ZEUGEN UNTERZEICHNET SIND, JEDOCH KEIN DATUM VORHANDEN IST, WENN EIN DATUM VORHANDEN IST, JEDOCH NUR EIN ZEUGE UNTERZEICHNET IST; DIES IST EINE ZWEIFELHAFTE SCHEIDUNG.", "GEMARA. Weshalb lehrt er hinsichtlich der Scheidung nicht [den Fall], wenn es zweifelhaft ist, ob [der Scheidebrief]136Den er ihr zugeworfen hat.ihm oder ihr näher war!?", "Rabba erwiderte: Diese Frau137Die Nebenbuhlerin der Inzestuösen.befand sich in einem Zustande des Erlaubtseins für jedermann, und wegen des Zweifels138Viell, ist die Scheidung der Inzestuösen gültig.willst du sie als verboten erklären; du darfst sie wegen des Zweifels139Dagegen aber besteht in den in der Mišna genannten Fällen hinsichtl. der Scheidung kein Zweifel, sondern nur, ob der Scheidebrief einwandfrei war.nicht als verboten erklären.", "Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte man doch auch hinsichtlich der Antraung140Über deren Gültigkeit ein Zweifel besteht.sagen: diese Frau befand sich141Vor Antrauung der Inzestuösen.in einem Zustande des Erlaubtseins für den Schwager, und wegen des Zweifels willst du sie als verboten erklären; du darfst sie wegen des Zweifels nicht als verboten erklären!? —", "Da erfolgt dies erschwerend142Der Schwager darf sie nicht heiraten.. —", "Es ist ja eine Erschwerung, die zu einer Erleichterung führt!? Es kann vorkommen, daß er sich [darauf] ihre Schwester zweifellos antraut,", "oder daß ein Fremder sich diese zweifellos antraut, und da der Meister die Vollziehung der Schwagerehe an der Nebenbuhlerin verbietet, würde man sagen, die Antrauung der ersten sei gültig und die der anderen sei ungültig143Da sie die Schwester seiner Frau, bezw. die Ehefrau eines anderen ist; sie könnte dann eine verbotene Ehe eingehen.!? —" ], [ "Da sie der Ḥaliça benötigt, so weiß man, daß dies144Die Berücksichtigung der ersten Antrauung, die rechtlich ungültig ist.nur eine Erschwerung ist. — Demnach sollte er dies145Den Fall, wenn die Nähe des Scheidebriefes u. somit die Gültigkeit der Scheidung zweifelhaft ist.auch hinsichtlich der Scheidung lehren und sie der Ḥaliça benötigen, und man würde dann wissen, daß dies nur eine Erschwerung146Da er die Schwagerehe nicht vollziehen darf.ist!? —", "Wenn man sagt, daß an ihr die Ḥaliça vollzogen werde, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden. — Auch in jenem Falle könnte ja, da du sagst, an ihr werde die Ḥaliça vollzogen, an ihr auch die Schwager ehe vollzogen werden!? — Mag an ihr die Schwagerehe vollzogen werden; dabei ist nichts, da man sie bei ihrem bisherigen Zustande147Des Erlaubtseins für den Schwager.belasse.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn das Haus über ihm und der Tochter seines Bruders148Mit der er verheiratet ist.eingestürzt ist, und es nicht bekannt ist, wer von beiden zuerst gestorben149Wenn zuerst die Frau, kann ihr Vater an der Nebenbuhlerin die Schwagerehe vollziehen.ist, so ist an der Nebenbuhlerin die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "Weshalb denn, auch hierbei sage man: diese Frau befand sich in einem Zustande des Erlaubtseins150Sie war Nebenbuhlerin einer Inzestuösen u. von der Schwagerehe entbunden.für jedermann, und wegen des Zweifels willst du sie als verboten erklären; du darfst sie wegen des Zweifels nicht als verboten erklären!?", "Wolltest du erwidern, auch hierbei erfolge es erschwerend, so ist es ja eine Erschwerung, die zu einer Erleichterung führt, denn wenn du sagst, es sei an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!? — Bei der Scheidung, die häufig vorkommt, haben die Rabbanan eine Vorsorge151Daß bei einem derartigen Zweifel die H. nicht vollzogen werde, damit man nicht dazu komme, die Schwagerehe zu vollziehen.getroffen, beim Einstürze aber, der selten vorkommt, haben die Rabbanan keine Vorsorge getroffen.", "Oder auch: bei der Scheidung, wo die Inzestuöse noch lebt, könnte man, wenn die Nebenbuhlerin der Ḥaliça benötigt, sagen, die Gelehrten hätten festgestellt, daß der Scheidebrief giltig war, und veranlaßt werden, an der Nebenbuhlerin die Schwagerehe zu vollziehen; aber können etwa die Gelehrten beim Einstürze festgestellt haben152Wer zuerst gestorben ist. Es ist offenbar, daß die Benötigung der Ḥ. nichts weiter als eine Erschwerung ist.!? —", "Wird dies etwa nicht auch von der Scheidung gelehrt, wir haben ja gelernt: Wenn sie auf öffentlichem Gebiete steht und er ihr einen Scheidebrief zuwirft, so ist sie, wenn er ihr näher ist, geschieden, und wenn er ihm näher ist, nicht geschieden, und wenn Hälfte153Genau in der Mitte.gegen Hälfte, geschieden und nicht geschieden.", "Und auf die Frage, in welcher Hinsicht dies von Bedeutung sei, [wurde erwidert:] ist er Priester, so ist sie ihm verboten, und ist sie inzestuös, so benötigt ihre Nebenbuhlerin der Ḥaliça. Wir sagen nicht, wenn man sagt, daß an ihr die Ḥaliça vollzogen werde, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!? —", "Hierzu wurde ja gelehrt: Rabba und R. Joseph sagten beide, da handle es sich um zwei Zeugenpartien, von denen die eine bekundet, er sei ihr, und die andere bekundet, er sei ihm näher gewesen, wonach der Zweifel nach der Tora154Nach der Aussage der einen Zeugenpartie ist die Scheidung gültig, u. die Frau befindet sich nicht mehr in ihrem bisherigen Zustande.besteht; in unserer Mišna aber um eine155Wenn je ein Zeuge vorhanden ist, der allein die Frau nicht aus ihrem bisherigen Zustande bringen kann.Zeugenpartie, wobei der Zweifel nur rabbanitisch ist. —", "Woher, daß unsere Mišna von einer Zeugenpartie spricht? — Gleich der Antrauung; wie es sich bei der Antrauung um eine Zeugenpartie handelt, ebenso bei der Scheidung um eine Zeugenpartie. — Woher dies von der Antrauung selbst, daß es sich um eine Zeugenpartie handelt, vielleicht um zwei Zeugenpartien!? — Wenn es zwei Zeugenpartien sind, so mag ja an ihr die Schwagerehe vollzogen156Cf. Anm. 154 mut. mut.werden, dabei ist nichts. —", "Zeugen bekunden, daß die [Antrauungsurkunde] ihr näher157Wonach die Nebenbuhlerin dem Schwager verboten ist.war, und du sagst, möge an ihr die Schwagerehe vollzogen werden, dabei sei nichts!? Ferner ist ja auch bei zwei Zeugenpartien der Zweifel nur rabbanitisch, denn man sage, zwei stehen gegenüber zwei, und die Frau verbleibe in ihrem bisherigen Zustande.", "So war es bei den Gütern eines Irrsinnigen. Einst verkaufte ein Irrsinniger Güter, und zwei bekundeten, er habe sie verkauft, als er gesund war, und zwei andere bekundeten, er habe sie verkauft, als er irrsinnig war. Da entschied R. Aši, zwei stehen gegenüber zwei," ], [ "und das Grundstück verbleibe im Besitze des Irrsinnigen.", "Vielmehr, erklärte Abajje. der Gefährte bekundet158So wird der Schriftvers Ij. 36,33 aufgefaßt u. als Sprichwort angewendet; dh. was von einem gelehrt wird, gilt auch vom anderen.dies; was er von der Antrauung lehrt, gilt auch159Der Fall vom Zweifel über die Nähe der Urkunde bezieht sich auch auf die Scheidung. von der Scheidung, und was er von der Scheidung lehrt, gilt auch von der Antrauung.", "Raba sprach zu ihm: Was bedeuten, wenn der Gefährte dies bekundet, [die Worte] ‘dies ist’!?", "Vielmehr, erklärte Raba, was von der Antrauung gilt, gilt auch159Der Fall vom Zweifel über die Nähe der Urkunde bezieht sich auch auf die Scheidung.von der Scheidung, bei der Scheidung aber gibt es manches, was von der Antrauung nicht gilt. Das bei der Scheidung gebrauchte ‘dies ist’ ist nicht genau zu nehmen, und nur weil er bei der Antrauung ‘dies ist’ lehrt, lehrt er ‘dies ist’ auch bei der Scheidung. — Was schließen [die Worte] ‘dies ist’ bei der Antrauung aus? — Sie schließen das Datum aus, das bei der Antrauung fehlt. —", "Weshalb haben sie bei der Antrauung kein Datum angeordnet? Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es sei wegen des Fruchtgenusses160Vom Vermögen der Frau, das dem Ehemanne zusteht; dieser erlischt mit dem im Scheidebriefe genannten Datum, selbst wenn er ihr erst viel später eingehändigt wird; cf. Git. Fol. 17a.[angeordnet worden], denn von der Verlobten161Dh. der Angetrauten; das Anrecht des Ehemannes auf den Fruchtgenuß beginnt erst bei der Heimführung, der ‘Übergabe zum Traubaldachin’.steht ihm der Fruchtgenuß nicht zu,", "nach demjenigen aber, welcher sagt, wegen der Tochter seiner Schwester162Mit der er verheiratet war; um diese vor der Strafe wegen Ehebruches zu schützen, könnte er ihr einen undatierten Scheidebrief geben, damit sie behaupten könne, ihr verbotener Verkehr sei erst nach der Scheidung erfolgt., sollte man doch ein Datum angeordnet163Damit ein Ehebruch nicht in die Zeit vor der Antrauung hinausgeschoben werden könne.haben!? —", "Da manche die Antrauung mit einem Geldstücke164Sodaß die Angabe eines Datums überhaupt nicht möglich ist; cf. Qid. Fol. 2a.und manche mit einer Urkunde vollziehen, so haben die Rabbanan kein Datum angeordnet.", "R. Aḥa, Sohn des R. Joseph, sprach zu R. Aši: Auch den Ankauf eines Sklaven vollziehen ja manche mit Geld und manche mit einer Urkunde, dennoch haben die Rabbanan ein Datum angeordnet!? — Dieser erfolgt meist durch Urkunde, jene aber meist durch ein Geldstück.", "Wenn du aber willst, sage ich: weil es nicht möglich ist. Wie sollte man es machen: läßt man [die Urkunde] bei ihr, so kann sie [das Datum] streichen, läßt man sie bei ihm, so kann er, wenn es die Tochter seiner Schwester ist, sie165Cf. Anm. 162 mut. mut.begünstigen.", "Und wollte man sie bei den Zeugen lassen, so mögen sie ja, wenn sie es wissen, kommen und bekunden, und [wissen] sie es nicht, so könnten sie in die Urkunde einsehen und bekunden, und der Allbarmherzige sagt: aus ihrem Munde166Dh. aus dem Gedächtnis; cf. Dt. 17,6., nicht aber aus einem Schriftstücke. —", "Demnach sollte man dies auch bei der Scheidung berücksichtigen!? — Bei dieser ist [die Urkunde] zu ihrer Rettung167Wenn sie des Ehebruches beschuldigt wird, so hat sie durch einen mit Datum versehenen Scheidebrief nachzuweisen, daß sie zur Zeit bereits geschieden war; solange sie dies nicht nachweist, gilt sie als Ehefrau.da, bei jener aber zu ihrer Belastung168Durch das Datum der Urkunde soll nachgewiesen werden, daß sie zur Zeit bereits verheiratet war; sie könnte sie daher vernichten od. das Datum entfernen..", "ix,1 WENN DREI BRÜDER DREI EINANDER FREMDE GEHEIRATET HABEN UND EINER VON IHNEN GESTORBEN IST, UND DARAUF DER ANDERE [AN DIE WITWE] DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST AN IHNEN169Den beiden Witwen.DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, \n", "DENN ES HEISST:170Dt. 25,5.und einer von ihnen stirbt, so komme ihr Schwager zu ihr, DIE AN EINEN SCHWAGER GEBUNDEN IST, NIGHT ABER, DIE AN ZWEI SCHWÄGER GEBUNDEN IST. R. ŠIMO͑N SAGT, ER VOLLZIEHE DIE SCHWAGEREHE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN UND DIEALIÇA AN DER ANDEREN171Weil durch die Schwagerehe der einen die andere nicht entbunden wird; cf. supra Fol. 19a..", "GEMARA. Wenn nach der Tora [auch] bei zwei Schwägern eine Gebundenheit besteht, so sollten sie auch der Ḥaliça nicht benötigen!? — Vielmehr, nur rabbanitisch, und hierbei ist berücksichtigt worden, man könnte sagen, daß an zwei aus einer Familie172Von einem Bruder.kommenden Schwägerinnen die Schwagerehe zu vollziehen sei. —", "Soll er doch an der einen173Der Frau des 2. Bruders.die Schwagerehe und an der anderen die Ḥaliça vollziehen!? — Mit Rücksicht darauf, man könnte sagen, es sei ein Haus, teilweise errichtet" ], [ "und teilweise niedergerissen174Wenn der Verstorbene 2 Witwen hinterläßt, sei an einer die Schwagerehe u. an einer die Ḥ. zu vollziehen.. —", "Mag man doch sagen!? — Wenn er zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça vollzieht, ist dem auch so,", "zu berücksichtigen ist aber, er könnte zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen; er würde dann [die Worte] 175Dt. 25,9.der nicht errichtet übertreten, denn der Allbarmherzige sagt damit, sobald er nicht errichtet hat, dürfe er nicht mehr errichten176Nach der bereits erfolgten Ḥ. ist die Schwagerehe verboten..", "Raba sagte: Hat er177Der 2. Bruder.ihr auf die Eheformel einen Scheidebrief178Diese ist aufgehoben, u. sie sind nunmehr Witwen zweier Brüder.gegeben, so ist ihre Nebenbuhlerin erlaubt; sie selbst aber ist verboten, da man sie mit der Empfängerin eines Scheidebrief es179Die einen solchen zur Lösung der Gebundenheit erhält.verwechseln könnte.", "Manche lesen: Raba sagte: Hat er ihr auf die Eheformel einen Scheidebrief gegeben, so ist sogar sie selber erlaubt, denn was er an ihr getan hat, nahm er zurück180Die Eheformel ist aufgehoben, sodaß die Witwe an ihn durch den ersten Bruder gebunden ist..", "ix,2 WENN ZWEI BRÜDER MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN, UND EINER VON IHNEN UND DARAUF DIE FRAU DES ANDEREN GESTORBEN IST, SO IST IHM DIESE FÜR IMMER VERBOTEN, WEIL SIE IHM EINE STUNDE VERBOTEN WAR181Beim Tode ihres Mannes war sie die Schwester seiner Frau..", "GEMARA. Selbstverständlich, wenn sie in jenem Falle182Wenn es 3 Brüder sind; ob. Fol. 28b., wo sie aus seiner Familie nicht vollständig verdrängt war, verboten ist, um wieviel mehr hierbei, wo sie aus seiner Familie183Des anderen Bruders, dem sie verboten war.vollständig verdrängt war!? — Der Autor hatte diesen Fall zuerst gelehrt, während er bei jenem erlaubend zu entscheiden gedachte; später aber entschied er verbietend und lehrte ihn aus Bevorzugung184Da sie weitgehender ist.zuerst; die Mišna aber wich nicht von ihrem Platze185Obgleich sie durch jene überflüssig geworden ist..", "Die Rabbanan lehrten: Hat er ihr186Bei Lebzeiten seiner Frau.beigewohnt, so ist er schuldig wegen der Frau seines Bruders187Da die Pflicht der Schwagerehe nicht besteht.und wegen der Schwester seiner Frau — so R. Jose. R. Šimo͑n sagt, er sei nur wegen der Frau seines Bruders schuldig. Es wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n sagt, er sei nur wegen der Schwester seiner Frau schuldig!? —", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat188Das Verbot der Schwester seiner Frau trat zuerst ein, u. erst nachher wurde sie die Frau seines Bruders; ein Verbot erstreckt sich nicht auf das Verbotene., und das andere, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet189Cf. Anm. 188 mut. mut.hat. —", "Soll doch nach R. Šimo͑n in dem Falle, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet hat, da das Verbot der Schwester seiner Frau nicht Platz greift, an ihr die Schwagerehe vollzogen werden!? —", "R. Aši erwiderte: Das Verbot der Schwester seiner Frau befindet sich in der Schwebe, sodaß, wenn das Verbot der Frau seines Bruders beseitigt wird, das Verbot der Schwester seiner Frau Platz greift; es schwindet daher nicht. —", "Ist R. Jose denn der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, es wird ja gelehrt: Wenn jemand ein Verbot, das mit zwei Todesstrafen belegt190Zwei Verbrechen in Idealkonkurrenz.ist, begangen hat, so wird er mit der schwereren191Der verschiedenen Hinrichtungsarten; cf. Syn. Fol. 49b.bestraft; R. Jose sagt, mit der zuerst platzgreifenden.", "Ferner wird gelehrt: Wieso wird er nach R. Jose mit der zuerst platzgreifenden bestraft? War sie zuerst seine Schwiegermutter und nachher Ehefrau192Wenn sie bei seiner Verheiratung verwitwet od. geschieden war., so wird er wegen [der Beiwohnung] seiner Schwiegermutter bestraft, und war sie zuerst Ehefrau und nachher seine Schwiegermutter, so wird er wegen [der Beiwohnung] einer Ehefrau193Obgleich hierauf eine leichtere Todesstrafe gesetzt ist (cf. Syn. Fol. 75a u. ib. Fol. 84b); demnach erstreckt sich ein Verbot nicht auf ein bereits bestehendes Verbot.bestraft." ], [ "R. Abahu erwiderte: R. Jose pflichtet bei einem weitergehenden Verbote bei194Daß es sich auf ein bereits bestehendes Verbot erstrecke. In unserem Falle war die Witwe zuerst nur ihm als Schwester seiner Frau verboten, nach ihrer Verheiratung mit seinem Bruder ist sie auch den übrigen Brüdern als Frau ihres Bruders verboten worden; im Falle RJ.s hingegen war die Schwiegermutter von vornherein als Ehefrau jedem anderen verboten.. —", "Allerdings in dem Falle, wenn zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, denn das Verbot ist in bezug auf die Brüder erweitert worden, und dadurch auch ihm gegenüber,", "wieso aber ist das Verbot erweitert worden in dem Falle, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet195Die Witwe war von vornherein allen Brüdern verboten.hat!?", "Wolltest du erwidern: weil dadurch all ihre Schwestern verboten worden196Durch die Heirat des Verstorbenen war ihm nur die Witwe verboten, als Frau seines Bruders, u. durch die Verheiratung mit der Schwester sind ihm alle ihre Schwestern verboten worden.sind, so ist dies ja ein einbegreifendes197Im hinzugekommenen Verbote der Schwester seiner Frau ist auch die ohnehin verbotene Witwe einbegriffen; hinsichtl. dieser selbst aber, um die es sich handelt, ist keine Veränderung eingetreten.Verbot!?", "Vielmehr, erklärte Raba, es wird ihm angerechnet, als hatte er zwei Verbote198Nur in dieser Beziehung lehrt RJ., er habe 2 Verbote begangen; in Wirklichkeit ist er der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich nicht auf das Verbotene.begangen, schuldig aber ist er nur wegen eines. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, es werde ihm angerechnet, als hätte er zwei [Verbote] begangen, schuldig aber ist er nur wegen eines. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß man ihn bei den gänzlich Gottlosen199Für die ein besonderer Begräbnisplatz bestimmt war; cf. Syn. Fol. 46a.begrabe.", "Hierüber wurde auch folgender Streit gelehrt: Wenn ein Gemeiner am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat, so ist er, wie R. Ḥija sagt, zweimal200Wegen der Entweihung des Šabbaths u. wegen des Tempeldienstes, der einem Gemeinen verboten ist.schuldig, und wie Bar Qappara sagt, nur einmal schuldig. R. Ḥija sprang auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: zweimal. Hierauf sprang Bar Qappara auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: einmal.", "Da begann R. Ḥija zu deduzieren: [Die Arbeit] am Šabbath ist jedem verboten, und wenn sie im Tempel den Priestern erlaubt worden ist, so ist sie nur Priestern und nicht Gemeinen201Für diese bleibt das Verbot bestehen.erlaubt worden. Hierbei liegt somit [Dienst eines] Gemeinen und [Entweihung des] Šabbaths vor. Hieraus begann Bar Qappara zu deduzieren: [Die Arbeit] am Šabbath ist jedem verboten, im Tempel aber ist sie erlaubt202Ohne Einschränkung.worden. Hierbei liegt somit nur [Dienst eines] Gemeinen vor.", "Wenn ein Gebrechenbehafteter203Priester, dem der Tempeldienst verboten ist.den Tempeldienst in Unreinheit verrichtet hat, so ist er, wie R. Ḥija sagt, zweimal schuldig, und wie Bar Qappara sagt, nur einmal schuldig. R. Ḥija sprang auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: zweimal. Hierauf sprang Bar Qappara auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: einmal.", "Da begann R. Ḥija zu deduzieren: [Der Dienst] ist in Unreinheit jedem verboten, und wenn es im Tempel204Bei der Darbringung von Gemeindeopfern.Gebrechenfreien erlaubt worden ist, so ist er nur Gebrechenfreien und nicht Gebrechenbehafteten201Für diese bleibt das Verbot bestehen. erlaubt worden. Hierbei liegt somit Gebrechenhaftigkeit und Unreinheit vor. Hierauf begann Bar Qappara zu deduzieren: [Der Dienst] in Unreinheit ist jedem verboten, im Tempel aber ist er erlaubt292Ib. V. 10.worden. Hierbei liegt somit nur Gebrechenhaftigkeit vor.", "Wenn ein Gemeiner Abgekniffenes205Das Geflügelopfer wird nicht geschlachtet, vielmehr wird ihm nur der Kopf abgekniffen (cf. Lev. 1,15 u. Zeb. Fol. 64b); bei Profanem gilt ein auf diese Weise getötes Tier als Aas u. ist zum Genüsse verboten.gegessen hat, so ist er, wie R. Ḥija sagt, zweimal schuldig, und wie Bar Qappara sagt, nur einmal schuldig. R. Ḥija sprang auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: zweimal. Hierauf sprang Bar Qappara auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: einmal.", "Da begann R. Ḥija zu deduzieren: Aas ist jedem verboten, und wenn es im Tempel Priestern erlaubt worden ist, so ist es nur den Priestern und nicht Gemeinen erlaubt201Für diese bleibt das Verbot bestehen.worden. Hierbei liegt somit Gemeinen [Verbotenes]206Gemeinen ist der Genuß des Fleisches von hochheiligen Opfern verboten.und Abgekniffenes vor. Hierauf begann Bar Qappara zu deduzieren: Aas ist jedem verboten, im Tempel aber ist es erlaubt202Ohne Einschränkung.worden. Hierbei liegt somit nur Gemeinen [Verbotenes] vor. —" ], [ "Worin besteht ihr Streit? — [Sie streiten] über das einbegreifende Verbot nach R. Jose. R. Ḥija ist der Ansicht, nach R. Jose sei man wegen des einbegreifenden Verbotes zweimal schuldig, und Bar Qappara ist der Ansicht, man sei nur einmal schuldig. —", "Wieso ist es hierbei ein einbegreifendes Verbot? Allerdings bei einem Gemeinen207Der am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat.: vorher war ihm die Arbeit erlaubt und der Tempeldienst verboten, und durch das Hinzukommen des Šabbaths ist ihm die Arbeit verboten worden, somit auch der Tempeldienst.", "Desgleichen beim Gebrechenbehafteten: vorher war ihm das Essen208Von Opferfleisch.erlaubt und der Tempeldienst verboten, und durch das Hinzukommen der Unreinheit ist ihm das Essen verboten worden, somit209Aus demselben Grunde.auch der Tempeldienst. Beim Abgekniffenen aber tritt ja das Verbot gleichzeitig210Das Verbot des Aases und das Verbot des Heiligen treten gleichzeitig ein.und nicht einbegreifend ein!? —", "Vielmehr, sie streiten über die gleichzeitig eintretenden211Durch eine Handlung.Verböte nach R. Jose. R. Ḥija ist der Ansicht, nach R. Jose sei man wegen gleichzeitig eintretender Verbote zweimal schuldig, und Bar Qappara ist der Ansicht, man sei nur einmal schuldig. —", "Wieso treten hierbei die Verbote gleichzeitig ein212Mit Ausnahme des letzten Falles sind es einbegreifende Verbote.? — Beim Gemeinen, der am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat, wenn er an diesem Šabbath zwei Haare bekommen213An der Scham, als Zeichen der Mannbarkeit; vorher war er nicht strafmündig.hat; [Dienst eines] Gemeinen und [Entweihung des] Šabbaths214Die Strafmündigkeit wegen beider.treten gleichzeitig ein.", "Desgleichen beim Gebrechenbehafteten, wenn er während der Unreinheit zwei Haare bekommen hat; Gebrechenschaft und Unreinheit214Die Strafmündigkeit wegen beider.treten gleichzeitig ein. Oder auch, wenn er sich den Finger mit einem unreinen Messer abgeschnitten hat. —", "Allerdings ist nach R. Ḥija zu erklären, Rabbi habe ihn nach R. Jose und Bar Qappara nach R. Šimo͑n gelehrt, nach Bar Qappara aber215Den Rabbi sogar nach RJ. erleichternd gelehrt haben soll.müßte ja R. Ḥija falsch [geschworen] haben!? —", "Vielmehr, sie streiten über gleichzeitig eintretende Verbote nach R. Šimo͑n216Nach RḤ. pflichtet RS. bei, daß man wegen gleichzeitig eintretender Verbote zweimal schuldig sei.. — Allerdings schwor R. Ḥija, um die Ansicht R. Šimo͑ns aus ihrer Festigkeit217Daß er nur bezüglich des einbegreifenden Verbotes u. nicht bezügl. des gleichzeitig begangenen streite.zu bringen, wozu aber brauchte Bar Qappara zu schwören!? — Ein Einwand. —", "Allerdings ist nach Bar Qappara zu erklären, Rabbi habe ihn nach R. Šimo͑n und R. Ḥija nach R. Jose gelehrt, nach R. Ḥija aber248Cf. Anm. 215 mut. mut.müßte ja Bar Qappara falsch [geschworen] haben!? —", "R. Ḥija kann dir erwidern. Rabbi lehrte es hinsichtlich zweier249Der ersten zwei Fälle, bei denen das andere Verbot einbegreifend sein kann.Fälle, daß man frei250Wegen des anderen Verbotes.sei," ], [ "und zwar bei einem einbegreifenden Verbote, nach R. Šimo͑n; Bar Qappara aber kannte auch den Fall, wenn ein Gemeiner Abgekniffenes gegessen hat, und da er jenen gleicht, fügte er ihn hinzu. Als er später darüber nachdachte, fand er, daß bei diesem nur Gleichzeitigkeit vorkommen könne,", "und folgerte: wie bei diesem gleichzeitig, ebenso bei jenem gleichzeitig, und wie man bei jenem frei ist, ebenso ist man bei diesem frei.", "Man wandte ein: Wenn ein Gemeiner am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat, oder wenn ein Gebrechenbehafteter den Tempeldienst in Unreinheit verrichtet hat, so liegt hierbei [Dienst eines] Gemeinen und [Entweihung des] Šabbaths vor, beziehungsweise Gebrechenhaftigkeit und Unreinheit — so R. Jose. R. Šimo͑n sagt, hierbei liege nur [Dienst eines] Gemeinen beziehungsweise Gebrechenhaftigkeit vor. Der Fall vom Abgekniffenen ist fortgelassen.", "Wegen251Dh. wer pflichtet dem anderen bei; über diesen Fall streiten sie nicht.wessen: wenn wegen des R. Jose, so ist man ja nach ihm sogar bei einem einbegreifenden Verbote zweimal schuldig, und um so mehr bei Gleichzeitigkeit; doch wohl wegen des R. Šimo͑n, wonach man nach ihm nur bei einem einbegreifenden Verbote frei ist, bei Gleichzeitigkeit aber schuldig!? Dies ist eine Widerlegung Bar Qapparas. Eine Widerlegung.", "«Wenn ein Gemeiner am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat.» Wodurch, wenn durch das Schlachten, so ist ja das Schlachten eines Gemeinen gültig, wenn durch die Blutaufnahme und das Hinbringen252Des Blutes zum Altar., so ist dies ja nur ein Umhertragen253Keine strafbare Entweihung des Šabbaths.,", "und wenn durch das Aufräuchern254Der Opferteile auf dem Altar., so sagte ja R. Jose, das Feueranzünden sei nur wegen des Verbotes herausgegriffen255Cf. supra Fol. 6b u. Anm. 117; dies ist keine mit der Todesstrafe belegte Entweihung des Šabbaths.worden!?", "R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Durch das Schlachten des Farren des Hochpriesters256Am Versöhnungstage; cf. Lev. 16,3ff., nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, das Schlachten des Farren des Hochpriesters durch einen Gemeinen sei ungültig. — Wieso demnach nur ein Gemeiner, dies gilt ja auch von einem gemeinen Priester257Auch ein solcher ist hierzu nicht zulässig.!? — Er meint einen, der diesbezüglich Gemeiner258Auch ein gemeiner Priester.ist.", "R. Aši wandte ein: Er spricht ja weder von Sündopfern noch von Übertretungen259Derentwegen man besonders strafbar ist., sondern nur von verbotenen Handlungen260Es ist einerlei, ob die Handlung einfach od. doppelt strafbar ist.!? — Dies ist von Bedeutung, ob man ihn bei den schweren Frevlern begrabe.", "x WENN ZWEI SICH ZWEI FRAUEN ANGETRAUT UND BEIM EINTRITT UNTER DEN TRAUBALDACHIN DIESE MIT EINANDER VERTAUSCHT HABEN, SO SIND SIE WEGEN [BEIWOHNUNG] EINES EHEWEIBES SCHULDIG; SIND ES BRÜDER, AUCH WEGEN DER FRAU SEINES BRUDERS; SIND ES SCHWESTERN, AUCH WEGEN DER SCHWESTER SEINER Frau; WAREN SIE MENSTRUIERENDE, AUCH WEGEN EINER MENSTRUIERENDEN.", "MAN LASSE SIE DREI MONATE GETRENNT BLEIBEN, WEIL SIE VIELLEICHT SCHWANGER SIND; SIND ES MINDERJÄHRIGE UND NICHT GEBURTSFÄHIG, SO LASSE MAN SIE SOFORT ZURÜCKKEHREN, SIND ES PRIESTERSTÖCHTER, SO SIND SIE FÜR DIE HEBE UNGEEIGNET261Der Genuß derselben ist ihnen verboten; cf. Jab. Fol. 68a..", "GEMARA. ‘Vertauscht haben’, sprechen wir denn von Frevlern!? Und wieso lehrte ferner R. Ḥija, daß es hierbei262Wenn alle 4 Fälle eintreffen; jede der 4 beteiligten Personen hat 4 Sündopfer darzubringen.sechzehn Sündopfer sind, ist denn bei Vorsatz ein Sündopfer263Sie verfallen den in der Schrift genannten Strafen.darzubringen!? — Lies: vertauscht worden sind.", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn sie minderjährig und nicht geburtsfähig sind, man sie sofort zurückkehren lasse; sind sie denn bei Vorsatz [ihren Männern] erlaubt!? — Das ist kein Einwand, die Verführung einer Minderjährigen ist Notzucht, und die Genotzüchtigte ist einem Jisraéliten erlaubt.", "Vielmehr, er lehrt, daß man sie drei Monate getrennt bleiben lasse, weil sie vielleicht schwanger sind, wonach sie, wenn sie nicht schwanger sind, erlaubt sind: sind sie denn bei Vorsatz erlaubt!? Hieraus ist somit zu schließen, daß es ‘vertauscht worden sind’ heiße. Schließe hieraus." ], [ "Wer ist der Autor, nach welchem das einbegreifende, das weitergehende und das gleichzeitig erfolgte Verbot264Diese kommen im in der Mišna genannten Falle vor.Geltung haben?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Mancher ist wegen eines Essens vier Sündopfer und ein Schuldopfer schuldig:", "wenn ein Unreiner am Versöhnungstage von Opfern zurückgebliebenen Talg gegessen hat.", "R. Meír sagt, wenn es am Šabbath erfolgt ist und er ihn im Munde hinausgebracht hat, so ist er auch dieserhalb265Wegen des Hinausbringens am Šabbath.schuldig.", "Man erwiderte ihm: Dies fällt nicht unter diesen266Er ist schuldig wegen der Entweihung des Šabbaths u. nicht wegen des Essens.Namen. Nach wessen Ansicht267Seiner beiden Lehrer RJ. u. RE., die hinsichtl. eines derartigen Falles bei der Ausübung eines Gebotes streiten; cf. Sab. Fol. 137a.lehrte es R. Meír: wenn nach R. Jehošua͑, so sagt er ja, daß, wenn jemand sich hinsichtlich eines Gebotes geirrt267Seiner beiden Lehrer RJ. u. RE., die hinsichtl. eines derartigen Falles bei der Ausübung eines Gebotes streiten; cf. Sab. Fol. 137a.hat, er frei sei!? — Vielmehr, nach R. Elie͑zer.", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach R. Jehošua͑, denn nur in jenem Falle von den Kindern268Von denen eines am Šabbath zu beschneiden ist, u. er es irrtümlich am anderen vollzogen u. somit den Šabbath entweiht hat., wobei die Zeit drängt269Er fürchtete, die Frist könnte verstreichen, u. befand sich daher in Aufregung., sagt R. Jehošua͑, daß, wenn er sich hinsichtlich eines Gebotes geirrt hat, er frei sei, nicht aber hierbei, wo die Zeit nicht drängt. —", "Auch bei der Hebe drängt ja die Zeit nicht, dennoch ist man nach ihm frei!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn [ein Priester] Hebe gegessen hat, und es bekannt wird, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça270Dem dies, da er bemakelt ist, verboten ist.ist, so ist er nach R. Elie͑zer zum Ersatz des Grundwertes und des Fünftels271Gleich einem Laien; cf. Lev. 5,16.verpflichtet und nach R. Jehošua͑ frei. —", "Hierzu wird gelehrt: R. Bebaj b. Abajje erklärte, hier werde von Hebe am Vorabend des Pesaḥfestes272Was beim Eintritt des Pesaḥfestes zurückbleibt, muß verbrannt werden.gelehrt, wo die Zeit drängt.", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn die Verbote273Die in unserer Mišna aufgezählt werden.in Tateinheit erfolgt sind, [auch] nach R. Šimo͑n274Er pflichtet bei, daß man in diesem Falle wegen jedes besonders schuldig ist, da jedes als zuerst begangenes gilt.. —", "Allerdings können sie275Die in der Mišna genannten Vergehen.alle [gleichzeitig] erfolgen, wenn die einen276Die inbetracht kommenden Personen.einen Vertreter bestellt haben277Zur Vollziehung, bezw. Empfangnahme der Trauungszeremonie.und die anderen einen Vertreter bestellt haben, und die Vertreter zusammengetroffen278Die Gültigkeit der Antrauungen u. mithin auch die Strafbarkeit tritt gleichzeitig ein.sind, wieso aber die Menstruation279Diese kann ja nur entweder vorher od. nachher eingetreten sein.!?", "R. A͑mram erwiderte im Namen Rabhs: Wenn sie den Fluß hatten an der Wende des dreizehnten Lebensjahres280Der Ehemänner. jener, wo jene strafmündig werden, und der Wende ihres eigenen zwölften Lebensjahres, wo sie selber strafmündig werden281Frauen werden mit Vollendung des 12. u. Männer mit Vollendung des 13. Lebensjahre strafmündig..", "MAN LASSE &C. GETRENNT. Eine Frau wird ja nicht durch den ersten Beischlaf schwanger!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abahu: Wenn sie den Beischlaf vollzogen und ihn wiederholt haben. — Wieso lehrte demnach R. Ḥija, es seien sechzehn Sündopfer, es sind ja zweiunddreißig282Da sie auch wegen der Wiederholung schuldig sind.!? —", "Auch nach deiner Auffassung sind es ja, da man nach R. Elie͑zer wegen jedes Stoßes284Bei der Beiwohnung; weit. Fol. 92a.besonders schuldig ist, bedeutend mehr!? Du mußt also erklären, er spreche nur vom ersten Stoße, ebenso spricht er nur vom ersten Beischlaf.", "Raba sprach zu R. Naḥman:" ], [ "Tamar war ja durch den ersten Beischlaf schwanger285Cf. Gen. 38,12ff.geworden!? Dieser erwiderte: Tamar rieb sich286Durch die Selbstbefriedigung hatte sie das Hymen entfernt, u. daher wurde sie schon beim ersten Beischlaf schwanger.mit dem Finger. R. Jiçḥaq sagte nämlich: All diejenigen im Hause Rabbis, die sich [mit den Fingern] rieben, nannte man Tamar; und zwar nannte man sie so nach jener Tamar, die sich mit dem Finger rieb. — E͑r und Onan waren ja [vorher]287Die mit ihr geschlechtlichen Umgang pflogen; die obige Erklärung ist somit unnötig.!? — E͑r und Onan vollzogen den Beischlaf widernatürlich.", "Man wandte ein: Während der ganzen vierundzwanzig Monate288Während der Saugezeit des neugeborenen Kindes; damit das Kind nicht vernachlässigt werde, ist eine Konzeption zu vermeiden; cf. supra Fol. 12b.dresche man innen und streue außen289Euphemistische Bezeichnung für den coitus interruptus. — So R. Elie͑zer. Man erwiderte ihm: Dies gleicht ja dem Verfahren von E͑r und Onan290Demnach vollzogen sie den Beischlaf auf gewöhnliche Weise.. —", "Gleich dem Verfahren von E͑r und Onan, und nicht gleich dem Verfahren von E͑r und Onan. Gleich dem Verfahren von E͑r und Onan, denn es heißt:291Gen. 38,9.und wenn er zum Weibe seines Bruders kam, verschwendete er es zur Erde; nicht gleich dem Verfahren von E͑r und Onan, denn dieses geschah widernatürlicherweise, hierbei aber auf natürliche Weise. —", "Allerdings heißt es von Onan:291Gen. 38,9.verschwendete er es zur Erde, woher dies aber von E͑r? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt292Ib. V. 10.und er tötete auch ihn, auch er starb an derselben Todesursache. — Allerdings tat dies Onan, weil er wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, weshalb aber tat dies E͑r? — Damit sie nicht schwanger werde und ihre Schönheit abnehme.", "Die Rabbanan lehrten:293Lev. 15,18.Mit der, ausgenommen die Braut294Die wegen der ersten Begattung keines Tauchbades benötigt. — so R. Jehuda; die Weisen sagen, ausgenommen widernatürlicherweise. Hon, Sohn des R. Naḥman, sprach zu R. Naḥman: R. Jehuda wäre demnach der Ansicht, die Tora habe die Kosmetika295Die durch das Untertauchen leiden würden.der Braut geschont? Dieser erwiderte: Weil ein Weib durch den ersten Beischlaf nicht schwanger296Die Schrift spricht vom Samenergusse, der zur Schwängerung geeignet ist. wird. —", "Worin besteht ihr Streit? — Die Rabbanan erklären: Samenerguß, ausgenommen die Anschmiegung297Der Genitalien mit einander, ohne den Beischlaf zu vollenden., mit ihr, ausgenommen widernatürlicherweise. R. Jehuda erklärt: Widernatürlichkeit und Anschmiegung sind durch [das Wort] Samenerguß auszuschließen, und [die Worte] mit der schließen die Braut aus.", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Eine Frau], die zehn Jahre ohne Mann geweilt und wiederum geheiratet hat, gebiert nicht mehr. R. Naḥman sagte: Dies nur, wenn sie nicht mehr zu heiraten gedachte, wenn sie aber wiederum zu heiraten gedachte, wird sie wohl schwanger. Raba sprach zu der Tochter R. Ḥisdas298Seiner Frau.: Die Rabbanan reden299Sie war 10 Jahre unverheiratet.über dich. Diese erwiderte: Ich rechnete auf dich.", "Einst kam eine Frau zu R. Joseph und sprach zu ihm: Meister, ich war zehn Jahre ohne Mann und habe darauf geboren. Dieser erwiderte ihr: Meine Tochter, diskreditiere nicht die Worte der Weisen. Da sprach sie: Ein Nichtjude beschlief mich300Innerhalb dieser Zeit..", "Šemuél sagte: Sie alle301Die Frauen die weit. Fol. 41a aufgezählt werden.müssen drei Monate302Bis zu ihrer Verheiratung.warten, ausgenommen die minderjährige Proselytin und die befreite Sklavin. Demnach muß eine minderjährige Jisraélitin drei Monate warten.", "Wieso303Ist die Trennung von ihrem ersten Manne erfolgt.: wenn durch Weigerung, so sagte ja Šemuél, es sei nicht erforderlich, und wenn durch Scheidebrief, so sagte dies Šemuél bereits einmal!? Šemuél sagte nämlich: Erklärte sie ihm die Weigerung, so braucht sie keine drei Monate zu warten, gab er ihr einen Scheidebrief, so muß sie drei Monate warten. — Vielmehr, beim außerehelichen304Wenn sie darauf heiraten will.Beischlaf." ], [ "und zwar haben die Rabbanan bei der Minderjährigen305Bei der dies eigentlich unnötig ist, da sie nicht schwanger wird.die Großjährige berücksichtigt306Damit dies nicht bei dieser unterlassen werde.. —", "Berücksichtigen wir denn bei der Minderjährigen die Großjährige, wir haben ja gelernt, daß, wenn sie307Ob. Fol. 33a.minderjährig und nicht geburtsfähig sind, man sie sofort zurückkehren lasse!? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Es308Die Lehre der Mišna.war eine Entscheidung für einen besonderen Fall. — Demnach ereignete sich dies309Während die Mišna rein theoretisch spricht.!? — Vielmehr, gleich einer Entscheidung für einen besonderen Fall, weil das Vertauschen ungewöhnlich310Aus diesem Grunde ist hierbei die Großjährige nicht berücksichtigt worden.ist.", "Eine andere Lesart lautet wie folgt: Šemuél sagte: Sie alle müssen drei Monate warten, ausgenommen die großjährige Proselytin und die freigelassene Sklavin. Demnach braucht eine minderjährige Jisraélitin keine drei Monate zu warten. Wieso: wenn durch Weigerung, so sagte dies Šemuél bereits einmal, und wenn durch einen Scheidebrief, so sagte ja Šemuél, sie müsse es!? Šemuél sagte nämlich: Erklärte sie ihm die Weigerung, so braucht sie keine drei Monate zu warten, gab er ihr einen Scheidebrief, so muß sie drei Monate warten. — Vielmehr, beim außerehelichen Beischlaf, denn bei einer Minderjährigen ist der außereheliche Beischlaf ungewöhnlich. —", "Bei der Proselytin und der freigelassenen Sklavin ist ja der außereheliche Beischlaf nicht ungewöhnlich, somit sollte man es bei ihnen anordnen!? — Er ist der Ansicht R. Joses. Es wird nämlich gelehrt: Eine Proselytin, eine Gefangene oder eine Sklavin, die ausgelöst worden ist, sich bekehrt hat, oder freigelassen wurde, müssen drei Monate warten — so R. Jehuda; R. Jose erlaubt ihnen, sich sofort zu verloben und zu verheiraten. Rabba sagte: Folgendes ist der Grund R. Joses: er ist der Ansicht, eine Frau verwende beim Huren Watte, damit sie nicht schwanger werde.", "Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist eine Proselytin, da sie sich zu bekehren beabsichtigt, vorsichtig, um zwischen dem in Heiligkeit gesäeten Samen und dem nicht in Heiligkeit gesäeten Samen zu trennen, ebenso sind die Gefangene und die Sklavin vorsichtig, sobald sie [ihre Freilassung] von ihrem Herrn erfahren, wieso aber diejenige, die wegen Zahn und Auge frei ausgeht311Cf. Ex. 21,26; diese konnte von ihrer Freilassung vorher nicht wissen.!?", "Wolltest du erwidern, R. Jose pflichtete bei Unvorhergesehenem bei, so wird ja gelehrt, daß die Genotzüchtigte und Verführte, wie R. Jehuda sagt, drei Monate warten müssen, und nach R. Jose sich sofort verloben und verheiraten dürfen!?", "Vielmehr erwiderte Abajje, wenn eine Frau hurt, so dreht sie sich um, damit sie nicht schwanger werde. — Und jener!? — Man berücksichtige, sie hat sich vielleicht nicht gut umgedreht.", "SIND ES PRIESTERSTÖCHTER &C. Nur Priesterstöchter und nicht Jisraélitinnen!? — Lies: sind es Priestersfrauen. — Nur Priestersfrauen und nicht Jisraélitenfrauen312Töchter von Priestern.!?", "R. A͑mram sagte ja, folgendes habe R. Šešeth gesagt und ihnen die Augen durch eine Mišna erleuchtet: Wenn die Frau eines Jisraéliten313Tochter eines Priesters, die nach dem Tode ihres Ehemannes Hebe essen darf; cf. Lev. 22,13.genotzüchtigt wurde, so ist sie, obgleich sie ihrem Manne erlaubt ist, für den Priesterstand untauglich.", "Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: Wenn sie Priesterstöchter und mit Jisraéliten verheiratet sind, so sind sie auch im Elternhause für die Hebe ungeeignet." ], [ "WENN JEMAND AN SEINER SCHWÄGERIN DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, UND ES SICH ERGIBT, DASS SIE SCHWANGER WAR, UND SIE GEBIERT, SO SIND, WENN DAS KIND LEBENSFÄHIG IST, IHM IHRE VERWANDTEN UND IHR SEINE VERWANDTEN ERLAUBT, AUCH HAT ER SIE FÜR DEN PRIESTERSTAND NICHT UNTAUGLICH1Die Ḥ. ist dann nichtig. GEMACHT;\n", "IST DAS KLND NICHT LEBENSFÄHIG, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND IHR SEINE VERWANDTEN VERBOTEN, AUCH HAT ER SIE FÜR DEN PRIESTERSTAND UNTAUGLICH GEMACHT.", "ii WENN JEMAND SEINE SCHWÄGERIN GENOMMEN HAT, UND ES SICH ERGIBT, DASS SIE SCHWANGER WAR, UND SIE GEBIERT, SO MUSS ER SIE, WENN DAS KIND LEBENSFÄHIG IST, ENTFERNEN, AUCH SIND SIE ZU EINEM SÜNDOPFER VERPFLICHTET;\n", "IST DAS KIND NICHT LEBENSFÄHIG, SO BEHALTE ER SIE.", "IST ES ZWEIFELHAFT, OB ES EIN NEUNMONATSKIND VOM ERSTEN ODER EIN SIEBENMONATSKIND VOM ANDEREN IST, SO MUSS ER SIE ENTFERNEN, DAS KIND IST UNBEMAKELT, UND SIE SIND ZU EINEM SCHWEBESCHULDOPFER VERPFLICHTET.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand die Ḥaliça an einer Schwangeren vollzogen und sie abortiert hat, so benötigt sie, wie R. Joḥanan sagt, nicht der Ḥaliça2Die bereits vollzogene ist gültig. von den Brüdern, und wie Reš Laqiš sagt, der Ḥaliça von den Brüdern.", "R. Joḥanan sagt, sie benötige nicht der Ḥaliça von den Brüdern, denn die Ḥaliça einer Schwangeren heißt Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heißt Beiwohnung3Durch die Fehlgeburt stellt es sich heraus, daß es zurecht erfolgt ist.. Reš Laqiš sagt, sie benötige der Ḥaliça von den Brüdern, denn die Ḥaliça einer Schwangeren heißt nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heißt nicht Beiwohnung. —", "Worauf beruht ihr Streit? — Wenn du willst, sage ich: auf einem Schriftverse, und wenn du willst, sage ich: auf einem Vernunftgrunde.", "Wenn du willst, sage ich, auf einem Vernunftgrunde. R. Joḥanan ist der Ansicht, wenn [der Prophet] Elijahu kommen und sagen würde, die Schwangere werde abortieren, müßte ja an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe vollzogen werden, und in diesem Falle hat sich dies nachträglich ergeben;", "Reš Laqiš aber sagt. die nachträgliche Entscheidung sei nicht rückwirkend.", "Wenn du willst, sage ich, auf einem Schriftverse. R. Joḥanan ist der Ansicht, der Allbarmherzige sagt:4Dt. 25,5.und einen Sohn hat er nicht, und er hat keinen; Reš Laqiš aber erklärt: und einen Sohn hat er nicht, man forsche nach5Ob er nicht einen Sohn hinterlassen hat; cf. supra Fol. 22b. Anm. 176..", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so sind ihm ihre Verwandten und ihr seine Verwandten verboten, auch hat er sie für den Priesterstand untauglich gemacht. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße Ḥaliça, daß er sie untauglich gemacht hat; wieso aber hat er sie nach deiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça, für den Priesterstand untauglich gemacht!?", "Dieser erwiderte: Rabbanitisch, nur als Erschwerung6Wer dies nicht weiß, könnte glauben, die Ḥaluça sei Priestern erlaubt..", "Manche lesen: Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so sind ihm ihre Verwandten und ihr seine Verwandten verboten, auch hat er sie für den Priesterstand untauglich gemacht. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça, daß er erschwerend lehrt, er habe sie für den Priesterstand untauglich gemacht, nicht aber, sie benötige nicht der Ḥaliça von den Brüdern;", "nach deiner Ansicht aber sollte er doch lehren, sie benötige nicht der Ḥaliça von den Brüdern7Man würde daraus als selbstverständlich folgern, daß er sie ungeeignet gemacht habe.!? — Dem ist auch so; da er aber im Anfangsatze lehrt, er habe sie nicht untauglich gemacht, lehrt er entsprechend im Schlußsatze, er habe sie untauglich gemacht.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so behalte er sie. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heiße Beiwohnung, daß er lehrt: so behalte er sie8Der erste Beischlaf ist gültig, u. er braucht ihn nicht zu wiederholen.;", "nach deiner Ansicht aber, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heiße nicht Beiwohnung, sollte es doch heißen: so wiederhole er die Beiwohnung und behalte sie!? — Unter behalten ist zu verstehen, er wiederhole die Beiwohnung und behalte sie; es ist unerläßlich.", "Manche lesen: Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so behalte er sie. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heiße nicht Beiwohnung, daß er lehrt: so behalte er sie, er wohne ihr wiederum bei und behalte sie, es ist unerläßlich;", "nach deiner Ansicht aber sollte es doch heißen: wenn er will, entferne er sie, und wenn er will, behalte er sie!? — Dem ist auch so; da er aber im Anfangsatze lehrt, er entferne sie, lehrt er entsprechend im Schlußsatze, er behalte sie.", "Man wandte ein: Wenn jemand seine Schwägerin genommen hat, und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist. — Im Gegenteil, wenn das Kind lebensfähig ist, ist ja die Nebenbuhlerin entbunden!? — Lies vielmehr: weil das Kind viel leicht nicht lebensfähig ist9Die Beiwohnung der Schwangeren ist ungültig, somit ist sie vom Schwager nicht entbunden.. —", "Weshalb darf, wenn du sagst, die Beiwohnung einer Schwangeren heiße Beiwohnung, die Nebenbuhlerin nicht heiraten, sie sollte doch durch die Beiwohnung ihrer Gefährtin entbunden sein!?", "Abajje erwiderte: Hinsichtlich der Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie nicht entbinde, sie streiten nur über die Ḥaliça.", "R. Joḥanan ist der Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße Ḥaliça, die Beiwohnung einer Schwangeren aber heiße nicht Beiwohnung, und Reš Laqiš ist der Ansicht, weder heiße die Beiwohnung einer Schwangeren Beiwohnung, noch heiße die Ḥaliça einer Schwangeren Ḥaliça.", "Raba sprach zu ihm: Wie du es nimmst: heißt die Beiwohnung einer Schwangeren Beiwohnung, so heißt auch die Ḥaliça einer Schwangeren Ḥaliça; und heißt die Beiwohnung einer Schwangeren nicht Beiwohnung, so heißt auch die Ḥaliça einer Schwangeren nicht Ḥaliça, denn wir wissen," ], [ "wer zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça heran, und wer nicht zur Schwagerehe herankommt, kommt auch nicht zur Ḥaliça heran.", "Vielmehr, erklärte Raba, ist dies wie folgt zu verstehen: wenn jemand seine Schwägerin genommen hat, und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist. Die Beiwohnung einer Schwangeren heißt nicht Beiwohnung und die Ḥaliça einer Schwangeren heißt nicht Ḥaliça; und das Kind entbindet sie erst dann, wenn es zur Welt gekommen10RJ. vertritt seine Ansicht, die Beiwohnung sei gültig nur in dem Falle, wenn das Kind nicht lebensfähig ist.ist.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Wenn jemand seine Schwägerin genommen hat, und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist, sodaß dann nicht die Beiwohnung oder die Ḥaliça sie entbindet, sondern das Kind, und das Kind entbindet sie erst dann, wenn es zur Welt gekommen ist. —", "Nur aus dem Grunde, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist, wenn aber das Kind nicht lebensfähig ist, ist ihre Nebenbuhlerin entbunden11Eine Wiederholung der Beiwohnung ist nicht erforderlich.; dies wäre somit eine Widerlegung des Reš Laqiš!? —", "Reš Laqiš kann dir erwidern: er meint es wie folgt: wenn jemand seine Schwägerin genommen hat und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht nicht lebensfähig ist, und die Ḥaliça einer Schwangeren heißt nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heißt nicht Beiwohnung.", "Wenn du aber einwendest, man sollte sich nach den meisten Frauen richten, und die meisten Frauen gebären lebensfähige Kinder12Sie sollte durch das Kind entbunden sein, u. die Ungültigkeit der Ḥ. ist belanglos., so [ist zu erwidern,] das Kind entbinde sie erst dann, wenn es zur Welt gekommen ist.", "R. Elea͑zar sprach: Ist es denn möglich, es bestehe eine Lehre des Reš Laqiš, ohne daß wir dies in einer Mišna gelernt, haben sollten!? Als er hinausging, dachte er nach und fand es. Wir haben gelernt: Wenn man einer Frau, deren Mann und Nebenbuhlerin nach dem Überseelande ausgereist sind, berichtet, ihr Mann sei gestorben, so darf sie nicht eher heiraten oder die Schwagerehe eingehen, als bis sie erfahren hat, ob ihre Nebenbuhlerin nicht schwanger13Nur wenn diese nicht schwanger ist, darf an ihr die Schwagerehe vollzogen werden.ist.", "Erklärlich ist es, daß an ihr die Schwagerehe nicht vollzogen werden14Falls jene schwanger ist.darf, weil das Kind lebensfähig sein und [der Schwager] somit auf das nach der Tora bestehende Verbot der Frau seines Bruders stoßen kann, weshalb aber darf an ihr die Ḥaliça nicht vollzogen werden!? Allerdings nicht innerhalb neun Monaten die Ḥaliça vollziehen und innerhalb neun Monaten auch heiraten, wegen des Zweifels15Hinsichtl. der Lebensfähigkeit des Kindes; ist es lebensfähig, so ist die Ḥ. ungiltig.,", "aber die Ḥaliça kann ja innerhalb neun Monaten vollzogen werden, und sie nach neun Monaten heiraten16War die Nebenbuhlerin überhaupt nicht schwanger od. das Kind nicht lebensfähig, so ist die Ḥ. gültig, u. ist das Kind lebensfähig, so ist es bereits geboren.!? —", "Auch nach deiner Auffassung kann ja die Ḥaliça und die Heirat nach neun Monaten erfolgen!?", "Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen17Die angezogene Lehre hat, wie erklärt wird, einen ganz anderen Grund.. Abajje b. Abba und R. Ḥenana b. Abajje erklärten nämlich beide: Vielleicht ist das Kind lebensfähig, sodann benötigst du sie einer Bekanntmachung inbetreff des Priesterstandes18Daß die Ḥ. unnötig war u. sie somit Priestern erlaubt ist.. —", "Benötige man sie doch!? — Wer bei der Ḥaliça und nicht bei der Bekanntmachung zugegen war, könnte glauben, man habe eine Ḥaluça für den Priesterstand erlaubt.", "Abajje erwiderte19Auf die obige Deduktion aus der angezogenen Mišna.: Es heißt ja nicht: nicht die Ḥaliça oder die Schwagerehe vollzogen werden, sondern: nicht heiraten oder die Schwagerehe eingehen, ohne Ḥaliça; ist aber an ihr die Ḥaliça vollzogen worden, so ist es20Nach 9 Monaten zu heiraten.ihr erlaubt. Übereinstimmend mit Reš Laqiš wurde gelehrt:", "Wenn jemand die Ḥaliça an einer Schwangeren vollzogen und sie abortiert hat, so benötigt sie der Ḥaliça von den Brüdern.", "Raba sagte: Bei drei Lehren ist die Halakha nach Reš Laqiš zu entscheiden. Eine ist die, von der wir gesprochen haben. Eine bezieht sich auf das, was wir gelernt haben: Wenn jemand seine Güter mündlich21Als Geschenk u. nicht als Erbschaft.verteilt, und dabei einem22Seiner Söhne, die bei der Erbschaft gleichberechtigt sind.mehr und dem anderen weniger oder dem Erstgeborenen einen gleichen Anteil23Mit den übrigen Söhnen, während er nach dem Gesetze einen doppelten zu erhalten hat.zuteilt, so sind seine Worte gültig;", "sagte er: als Erbschaft, so hat er nichts24Seine Verfügung ist ungültig, da sie gegen das Gesetz verstößt.gesagt. Wenn schriftlich, und es [auch] ‘als Geschenk’ heißt, einerlei ob vorher, nachher oder in der Mitte, so sind seine Worte gültig." ], [ "Hierzu sagte Reš Laqiš, er erwerbe es25Das Feld, wenn es verschiedene Personen u. verschiedene Felder sind, eines verschenkt u. eines vererbt.; cf. Bb. Fol. 129a.nur dann, wenn jener gesagt hat: dieser und jener sollen dieses Feld und jenes Feld erben, die ich ihnen geschenkt habe, daß sie sie26Die Schenkung bezieht sich auf beide.erben.", "Und eine auf das, was wir gelernt haben: Wenn jemand seine Güter seinem Sohne für nach dem Tode verschrieben hat, so kann der Vater nichts verkaufen, weil sie dem Sohne verschrieben sind, und der Sohn nichts verkaufen, weil sie sich im Besitze des Vaters befinden. Verkauft der Vater, so ist der Verkauf bis zu seinem Tode gültig, verkauft der Sohn, so erhält es der Käufer erst nachdem der Vater gestorben ist.", "Hierzu wurde gelehrt: Wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters verkauft hat und bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, so hat der Käufer, wie R. Joḥanan sagt, es nicht27Nach dem Tode des Vaters.erworben, und wie Reš Laqiš sagt, es wohl erworben.", "R. Joḥanan sagt, der Käufer habe es nicht erworben, weil der Besitz der Früchte28Die dem Vater gehörten.dem Besitze des Kapitals gleicht,", "und Reš Laqiš sagt, er habe es erworben, weil der Besitz der Früchte nicht dem Besitze des Kapitals gleicht.", "IST DAS KIND NICHT LEBENSFÄHIG &C. Es wird gelehrt: Im Namen R. Elea͑zars sagten sie, er entferne sie29Falls er die Schwägerin geheiratet hat u. das Kind nicht lebensfähig ist.durch einen Scheidebrief.", "Raba sagte: R. Meír und R. Elea͑zar lehrten dasselbe. R. Elea͑zar das, wovon wir gesprochen haben, und", "R. Meír in folgender Lehre: Man heirate nicht die Schwangere und die Säugende eines anderen; hat man geheiratet, so entferne man sie und heirate sie nie wieder30Auch nach Ablauf der Frist; beide lehren, daß man ihn wegen der von vornherein verbotenen Heirat maßregele.– so R. Meír; die Weisen sagen, man entferne sie, und sobald die Zeit31Nach Ablauf von 24 Monaten.heranreicht, nehme man sie wieder.", "Abajje sprach zu ihm: Wieso dies, vielleicht ist R. Elea͑zar dieser Ansicht nur hierbei, wo er auf die nach der Tora inzestuöse Frau seines Bruders stoßen könnte32Bei der Schwere des Vergehens sollte er damit rechnen, das Kind könnte lebensfähig sein., da aber, wo es sich um ein rabbanitisches Verbot handelt, ist er der Ansicht der Rabbanan.", "Oder aber : vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur da, weil dies rabbanitisch [verboten] ist, und die Weisen für ihre Worte eine größere Festigung getroffen haben33Damit man sie nicht vernachlässige.als für die der Tora, hierbei aber, bei [einem Verbote] der Tora hält man sich fern.", "Raba sagte: [Auch] nach den Weisen entferne man sie34Eine Schwangere od. Säugende, die man vor Ablauf der Frist geheiratet hat; eine vorübergehende Trennung bis zum Ablauf der Frist genügt nicht.durch einen Scheidebrief. Mar Zuṭra sagte: Dies ist auch zu beweisen; es heißt: entferne man sie, nicht aber: trenne man sie. Schließe hieraus.", "R. Aši sprach zu R. Hoša͑ja, dem Sohne R. Idis: Dort haben wir gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was beim Menschen35Als Ggs. zum Vieh.dreißig Tage alt wurde, ist keine Fehlgeburt36Ein solches Kind entbindet die Mutter von der Schwagerehe. Dies gilt von einem vorzeitig geborenen Kinde, beim normal geborenen gilt dies schon am 1. Lebenstage.. Demnach ist es zweifelhaft, solange es nicht so alt wurde.", "Ferner wird gelehrt: Wenn [das Kind] innerhalb dreißig Tagen gestorben und sie37Die Witwe einem Fremden.angetraut worden ist, so ist an ihr,", "wie Rabina im Namen Rabas sagt, wenn sie die Frau eines Jisraéliten ist, die Ḥaliça zu vollziehen, und wenn sie die Frau eines Priesters38Dem sie durch die Ḥ. verboten werden würde.ist, die Ḥaliça nicht zu vollziehen, und wie", "R. Mešaršeja im Namen Rabas sagt, ob so oder so die Ḥaliça zu vollziehen.", "Rabina sprach zu R. Mešaršeja:" ], [ "So8Wie du lehrst.sagte Raba abends, am [nächsten] Morgen aber trat er davon zurück. Dieser erwiderte: Ihr habt sie also erlaubt; nun mag es geschehen, daß ihr auch Unschlitt erlaubt.", "Wie verhält es sich hierbei, bei der Schwangeren und der Säugenden eines anderen, die ein Priester geheiratet hat: haben die Rabbanan für einen Priester eine Vorsorge getroffen39Daß, wenn bereits geschehen, er sich von ihr nicht scheiden zu lassen brauche, damit sie ihm nicht verboten werde.oder nicht!?", "Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; da streiten die Rabbanan gegen R. Šimo͑n b. Gamliél und lehren, es gelte als richtiges Kind, auch wenn es nicht so alt wurde, und da es bei der Frau eines Priesters nicht anders möglich40Sie würde durch die Scheidung ihrem Manne verboten werden.ist, entscheiden wir nach den Rabbanan:", "nach wem aber sollten wir hierbei entscheiden: wenn nach R. Meír, so sagt er ja, entfernen und nie wieder heiraten, und wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja durch einen Scheidebrief!?", "Es wurde gelehrt: [Über den Fall,] wenn er sie41Eine Witwe od. Geschiedene.sich innerhalb der drei Monate angetraut hat und entflohen ist, streiten R. Aḥa und Raphram; einer sagt, man tue ihn in den Bann, und einer sagt, seine Flucht beweise42Daß er sie erst nach Ablauf dieser Frist heiraten wollte.es. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und Raphram entschied, seine Flucht beweise es.", "IST ES ZWEIFELHAFT, OB ES EIN NEUNMONATSKIND &C. Raba sprach zu R. Naḥman : Man sollte sich doch nach den meisten Frauen richten, und die meisten Frauen gebären mit neun [Monaten]!?", "Dieser erwiderte: Unsere Frauen gebären mit sieben. Jener sprach: Bilden etwa eure Frauen die Mehrheit der Welt?", "Dieser erwiderte: Ich meine es wie folgt : Die meisten Frauen gebären mit neun und die wenigsten mit sieben, jedoch ist bei jeder, die mit neun gebiert, die Geburt nach einem Drittel der Schwangerschaft zu merken, und da es bei dieser nach einem Drittel der Schwangerschaft nicht zu merken war, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit suspekt. –", "Wenn bei jeder, die mit neun gebiert, die Geburt nach einem Drittel der Schwangerschaft zu merken ist, so ist ja dieses, da es nicht zu merken war, entschieden ein Siebenmonatskind vom anderen? – Sage vielmehr: bei den meisten, die mit neun gebären, ist die Geburt nach einem Drittel der Schwangerschaft zu merken, und da es bei dieser nicht zu merken war, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit suspekt.", "Die Rabbanan lehrten: Das erste43Das Kind, hinsichtl. dessen der Zweifel obwaltet, ob es vom Verstorbenen od. vom Schwager ist.ist sogar zum Hochpriester44Er ist auf jeden Fall makellos: ist es das Kind des Verstorbenen, so wird es durch die verbotene Heirat seiner Mutter nicht bemakelt, u. ist es das Kind des Schwagers, so war die Heirat zulässig.geeignet und das folgende45Andere Kinder, die er von dieser Frau bekommt.gilt des Zweifels46Ist das erste Kind vom ersten, so ist ihre Heirat mit dem Schwager mit der Ausrottungsstrafe belegt.wegen als Hurenkind ; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, es gelte des Zweifels wegen nicht als Hurenkind. –", "Wie meint er es? Abajje erklärte: Er meint es wie folgt: das erste ist sogar zum Hochpriester geeignet, das folgende gilt als zweifelhaftes Hurenkind, sodaß ihm [auch] ein Hurenkind verboten ist47Da er viell, kein Hurenkind ist. ; R. Elie͑zer sagt, es gilt nicht als zweifelhaftes Hurenkind, sondern ist entschieden ein Hurenkind, sodaß ihm ein Hurenkind erlaubt ist.", "Raba erklärte: Er meint es wie folgt: das erste ist sogar zum Hochpriester geeignet, das folgende gilt des Zweifels wegen als entschiedenes Hurenkind, sodaß ihm ein Hurenkind erlaubt ist; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, es gelte des Zweifels wegen nicht als entschiedenes Hurenkind, sondern als zweifelhaftes Hurenkind, sodaß ihm ein Hurenkind verboten ist.", "Sie streiten über eine Lehre R. Elea͑zars, denn wir haben gelernt: R. Elea͑zar sagte: Entschiedene48Personen, die entschieden bemakelt sind, zBs. Hurenkinder.mit Entschiedenen dürfen dies49Unter einander heiraten., Entschiedene mit Zweifelhaften50Deren Makellosigkeit zweifelhaft ist., Zweifelhafte mit Entschiedenen und Zweifelhafte mit Zweifelhaften dürfen dies nicht.", "Folgende sind Zweifelhafte: der Verschwiegene51Der seine Eltern nicht kennt; cf. Qid. Fol. 2a., der Findling und der Samaritaner.", "Hierzu sagte R. Jehuda: Rabh lehrte, die Halakha sei wie R. Elea͑zar; als ich dies aber Šemuél vortrug, sprach er zu mir : Hillel lehrte, zehn Geburtskasten seien52Bei der Errichtung des 2. jisraélitischen Reiches unter E͑zra.aus Babylonien heraufgezogen, Priester, Leviten, Jisraéliten, Entweihte53Nachkommen von Priestern aus einer ihnen verbotenen Heirat., Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim54Mehrzahl v. Nathin; cf. S. 378 Anm. 95., Verschwiegene und Findlinge, und sie alle dürfen unter einander55Die hier genannten Kasten untereinander, u. manche aus der einen mit manchen aus einer anderen.heiraten,", "und du sagst, die Halakha sei wie R. Elea͑zar!?", "Abajje ist der Ansicht Šemuéls, welcher sagt, die Halakha sei wie Hillel, und nach dieser Halakha erklärte er [die Worte] des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, damit nicht die Halakoth einander widersprechen56Die Halakha ist stets nach REbJ. zu entscheiden; cf. Git. Fol. 67a..", "Raba aber ist der Ansicht Rabhs, welcher sagt, die Halakha sei wie R. Elea͑zar, und nach dieser Halakha erklärt er [die Worte] des R. Elie͑zer b. Ja͑qob," ], [ "damit nicht die Halakoth einander widersprechen.", "Abajje sprach: Woher entnehme ich, daß R. Elie͑zer b. Ja͑qob das Zweifelhafte dem Entschiedenen gleichstellt?", "Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte : Wenn er mehreren Frauen beigewohnt hat und nicht weiß, welche es ist57Die von ihm geschwängert worden ist., oder wenn ihr mehrere Männer beigewohnt haben, und sie nicht weiß, von wem sie konzipiert hat, so geschieht es, daß ein Vater seine Tochter oder ein Bruder seine Schwester heiratet und die Welt voller Hurenkinder58Er nennt sie Hurenkinder, obgleich hierbei ein Zweifel besteht.wird. Hierüber heißt es:59Lev. 19,29.und das Land voll Unzucht werde. –", "Und Raba!? – Er kann dir erwidern, er meine es wie folgt: was entsteht daraus60Dh. dies kann vorkommen, jed. ist es zweifelhaft.?", "Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Man darf nicht eine Frau in einer Provinz und dann eine Frau in einer anderen Provinz nehmen, denn sie61Die Kinder, die einander nicht kennen.könnten zusammenkommen und so ein Bruder seine Schwester heiraten. –", "Dem ist ja aber nicht so, Rabh pflegte ja, wenn er in Dardšiš eintraf, ausrufen zu lassen : Welche [Frau] will mir für einen Tag angehören? Und R. Naḥman pflegte, wenn er in Šekançib eintraf, ausrufen zu lassen: Welche [Frau] will mir für einen Tag angehören!? –", "Anders verhielt es sich bei den Gelehrten, deren Namen bekannt waren. –", "Raba sagte ja aber, daß, wenn man [eine Frau] zur Heirat aufgefordert und sie eingewilligt hat, sie sieben Reinheitstage abwarten62Sie kann durch die Aufregung Blutfluß bekommen haben.müsse!? –", "Die Rabbanan sandten [vorher] ihre Boten, die es ihnen sagten. Wenn du aber willst, sage ich: die Rabbanan waren nur mit ihnen beisammen63Ohne mit ihnen geschlechtlich zu verkehren.. Der Meister sagte nämlich: Wer Brot im Korbe hat, ist nicht mit dem zu vergleichen, der kein Brot im Korbe hat64Das Bewußtsein, eine Frau in ihrer Nähe zu haben, genügte ihnen zur Befriedigung ihrer Leidenschaft..", "Es wird gelehrt : R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte : Man darf nicht eine Frau nehmen mit der Absicht, sich von ihr scheiden zu lassen, denn es heißt: 65Pr. 30,29.sinne nicht Böses wider deinen Nächsten, während er arglos bei dir weilt.", "Wenn der Zweifelhafte66Von dem es zweifelhaft ist, ob er ein Sohn des Verstorbenen od .des Schwagers ist.und der Schwager über das Vermögen des Verstorbenen streiten,", "der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und das Vermögen gehöre ihm, und der Schwager sagt, er sei sein Sohn, und ihm gehöre nichts vom Vermögen, so ist dies Geld, worüber ein Zweifel besteht, und das Geld, worüber ein Zweifel besteht, ist zu teilen.", "Wenn der Zweifelhafte und die Kinder des Schwagers über das Vermögen des Verstorbenen streiten, der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und das Vermögen gehöre ihm, und die Kinder des Schwagers sagen, er sei ihr Bruder, und nur ein Anteil mit ihnen gehöre ihm.", "Hierüber wollten die Rabbanan vor R. Mešaršeja sagen, es sei mit dem Falle der folgenden Mišna identisch: Er beerbt sie67Der Zweifelhafte die übrigen Kinder des Verstorbenen u. des Schwagers, sowohl die einen als auch die anderen können von ihm den Beweis verlangen, daß er ihr Bruder ist.nicht, sie aber beerben ihn.", "Hierbei entgegengesetzt; da können sie zu ihm sagen: wenn du den Beweis antrittst, erhältst du,", "ebenso kann er hierbei zu ihnen sagen: wenn ihr den Beweis antretet, erhält ihr.", "Da sprach R. Mešaršeja zu ihnen: Es ist nicht identisch; da besteht über sie kein Zweifel68Wessen Kinder sie sind.und über ihn ein Zweifel, hierbei aber besteht über beide69Auch über den Zweifelhaften, der sicher Erbe ist.ein Zweifel.", "Mit dieser Mišna identisch ist vielmehr der Fall, wenn der Zweifelhafte und die Söhne des Schwagers über das Vermögen des Schwagers streiten; hierbei können sie zu ihm sagen: wenn du den Beweis antrittst, daß du unser Bruder bist, erhältst du.", "Wenn der Zweifelhafte und die Söhne des Schwagers über das Vermögen des Schwagers streiten, nachdem der Schwager einen Anteil vom Vermögen des Verstorbenen erhalten hatte,", "die Kinder des Schwagers sagen: wenn du den Beweis antrittst, daß du unser Bruder bist, erhältst du, und der Zweifelhafte ihnen erwidert: wie ihr wollt: bin ich euer Bruder, so gebührt mir ein Anteil mit euch, und bin ich der Sohn des Verstorbenen, so gebt mir die Hälfte zurück, die euer Vater bei der Teilung mit mir erhalten hat.", "Hierüber sagte R. Abba im Namen Rabhs, das Urteil bleibe bestehen70Die bereits erfolgte Teilung zwischen dem Zweifelhaften u. dem Schwager ist gültig, u. er kann sich auf die 2. Eventualität nicht berufen., und R. Jirmeja sagte, das Urteil sei aufzuheben.", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen wie Admon und die Rabbanan in der folgenden Mišna: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen war und ihm der Weg zu seinem Felde verloren71Wenn sein Feld von anderen umgeben ist u. er durch eines von diesen Durchgangsrecht hatte.ging, so gehe er, wie Admon sagt, den kürzesten; die Weisen sagen, entweder kaufe er sich einen Weg um hundert Minen oder er fliege durch die Luft.", "Wir wandten gegen die Rabbanan ein: Admon hat ja recht72Wenn die angrenzenden Felder einem gehören, hat er auf den kürzesten Weg auf jeden Fall Anspruch.!? Und R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: In dem Falle, wenn vier Personen73Jeder kann ihn an den anderen weisen.es an den vier Seiten umgeben. –", "Was ist demnach der Grund Admons? Raba erwiderte: Wenn es vier [Rechtsnachfolger] von vier [Vorbesitzern] oder vier [Rechtsnachfolger] von einem [Vorbesitzer] sind, stimmen alle überein, daß sie ihn abweisen können,", "sie streiten nur über einen [Rechtsnachfolger] von vier [Vorbesitzern]. Admon ist der Ansicht, er könne zu ihm sagen: auf jeden Fall befindet sich mein Weg bei dir; die Rabbanan aber sind der Ansicht, [dieser könne ihm erwidern:] schweigst74Dh. bist du mit einem Vergleiche zufrieden.du, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich den Kaufschein den Eigentümern zurück, und du kannst mit ihnen keinen Prozeß73Jeder kann ihn an den anderen weisen.führen.", "Es wäre also anzunehmen, daß R. Abba der Ansicht der Rabbanan", "und R. Jirmeja der Ansicht Admons ist. –", "R. Abba kann dir erwidern : meine Ansicht gilt auch nach Admon, denn Admon vertritt seine Ansicht nur da, weil er zu ihm sagen kann," ], [ "sein Weg befinde sich auf jeden Fall bei ihm, hierbei aber kann er dies75Er hat keine bestimmte Forderung, sondern einen Anteil entweder vom Vermögen des Verstorbenen od. von dem des Schwagers.nicht sagen.", "Und auch R. Jirmeja kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur da, weil er zu ihm sagen kann: schweigst du, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich den Kaufschein den Eigentümern zurück, und du kannst mit ihnen keinen Prozeß führen, hierbei aber kann er dies nicht sagen76Er hat keine Drohung, um sie gefügig zu machen..", "Wenn der Zweifelhafte und der Schwager über das Vermögen des Großvaters77Wörtl. des Alten, des Vaters des Verstorbenen u. des Schwagers.streiten, der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und die Hälfte gehöre ihm, und der Schwager sagt, er sei sein Sohn und habe nichts zu erhalten,", "so ist es78Daß er Erbe ist.hinsichtlich des Schwagers sicher und hinsichtlich des Zweifelhaften zweifelhaft, und das Zweifelhafte bringt nichts, aus dem Besitze des Entschiedenen79Cf. Fol. 19b Anm. 84..", "Wenn der Zweifelhafte und die Söhne des Schwagers über das Vermögen des Großvaters streiten, der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und die Hälfte gehöre ihm, und die Söhne des Schwagers sagen, er sei ihr Bruder und habe nur einen Anteil mit ihnen,", "so erhalten sie die Hälfte, die er ihnen zugesteht, ebenso erhält er das Drittel80Wenn es 2 Söhne sind., das sie ihm zugestehen, und das zurückbleibende Sechstel ist ein Objekt, worüber ein Zweifel besteht, und daher zu teilen.", "Wenn der Großvater und der Schwager über das Vermögen des Zweifelhaften, oder der Großvater und der Zweifelhafte über das Vermögen des Schwagers81Der keine anderen Kinder hat. Wenn der Zweifelhafte ein Sohn des Verstorbenen ist, so beerbt der Vater den anderen Sohn.[streiten],", "so ist es ein Objekt, worüber ein Zweifel besteht, und daher zu teilen.", "iii WENN DER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE GÜTER ZUGEFALLEN82Von ihrem Vater od. durch Schenkung.SIND, SO DARF SIE SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS UND DIE SCHULE HILLELS ÜBEREINSTIMMEN, RECHTSKRÄFTIG VERKAUFEN UND VERSCHENKEN.", "WAS GESCHIEHT, WENN SIE STIRBT, MIT IHRER MORGENGABE UND DEN MIT IHR EIN UND AUSGEHENDEN83Den sog. Nießbrauch- od. Rupfgütem (נכסי מלוג), die Eigentum der Frau bleiben, während dem Ehemanne nur der Nießbrauch zusteht.GÜTERN? DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE ERBEN DES EHEMANNES84Der seine Frau beerbt.TEILEN MIT DEN ERBEN IHRES VATERS, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE GÜTER BLEIBEN BEI IHREN BESITZERN: DIE MORGENGABE IM BESITZE DER ERBEN DES EHEMANNES, UND DIE MIT IHR EIN- UND AUSGEHENDEN GÜTER IM BESITZE DER ERBEN IHRES VATERS iv.", "HAT ER SIE GENOMMEN, SO GILT SIE IN JEDER HINSICHT ALS SEINE FRAU, NUR DASS IHRE MORGENGABE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES BELASTEN.", "GEMARA. Womit ist es im Anfangsatze, in dem sie nicht85Hinsichtl. des Falles, wenn sie lebt, stimmen alle überein, daß die Güter ihr unbeschränktes Eigentum sind, wonach sie ihren Erben zufallen.streiten, anders als im Schlußsatze, in dem sie streiten?", "U͑la erwiderte: Der Anfangsatz gilt von dem Falle, wenn sie ihm als Verlobte zugefallen ist, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn sie ihm als Verheiratete zugefallen ist.", "U͑la ist der Ansicht, die Gebundenheit der Verlobten mache sie zur zweifelhaft Verlobten86Sie darf daher Güter verkaufen, selbst nach der Schule H.s, nach der die Verlobte dies von vornherein nicht darf.," ], [ "und die Gebundenheit der Verheirateten mache sie zur zweifelhaft Verheirateten.", "Die Gebundenheit der Verlobten macht sie zur zweifelhaft Verlobten; wieso pflichtet, wenn man sagen wollte, zur sicher Verlobten, die Schule Hillels bei, daß sie rechtskräftig verkaufen und verschenken dürfe,", "wir haben ja gelernt, daß, wenn ihr nach der Verlobung Güter zugefallen sind, sie diese, wie die Schule Šammajs sagt, verkaufen, und wie die Schule Hillels sagt, nicht verkaufen dürfe, und beide beipflichten, daß, wenn sie verkauft oder verschenkt hat, es rechtskräftig sei!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Gebundenheit der Verlobten sie zur zweifelhaft Verlobten mache.", "Die Gebundenheit der Verheirateten macht sie zur zweifelhaft Verheirateten; wieso sagt, wenn man sagen wollte, zur sicher Verheirateten, die Schule Šammajs, daß die Erben des Ehemannes mit den Erben ihres Vaters teilen,", "wir haben ja gelernt, daß, wenn ihr nach der Verheiratung Güter zugefallen sind, diese und jene übereinstimmen, der Ehemann könne sie, wenn sie verkauft oder verschenkt hat, den Käufern abnehmen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Gebundenheit der Verheirateten sie zur zweifelhaft Verheirateten mache.", "Rabba sprach zu ihm: Weshalb streiten sie demnach über [die Güter] selbst nach ihrem Tode, sollten sie doch über die Früchte bei ihren Lebzeiten87Nach der Schule Š.s erhält der Schwager wegen des Zweifels die Hälfte, nach der Schule H.s dagegen verbleiben sie im Besitze der Witwe.streiten !?", "Vielmehr, erklärte Rabba, gelten beide von dem Falle, wenn sie ihm als Verheiratete zugefallen ist, und die Gebundenheit der Verheirateten macht sie zur zweifelhaft Verheirateten. Im Anfangsatze, wenn sie lebt, ist sie entschieden [Besitzerin], während es hinsichtlich jener zweifelhaft ist, und das Zweifelhafte bringt nichts aus dem Besitze des Entschiedenen,", "im Schlußsatze aber, wenn sie gestorben ist, kommen beide Parteien als Erben, daher teilen sie.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Bringt denn nach der Schule Šammajs das Zweifelhafte nichts aus dem Besitze des Entschiedenen79Cf. Fol. 19b Anm. 84., wir haben ja gelernt: Wenn über einem, der die Morgengabe seiner Frau oder eine Geldschuld zu bezahlen88Und selber kein Vermögen hinterlassen hat.hat, und seinem Vater, oder über ihm und seinem Vererber ein Haus eingestürzt ist,", "und die Erben des Vaters sagen, der Sohn sei zuerst und nachher der Vater gestorben, und der Gläubiger sagt, der Vater sei zuerst und nachher der Sohn89Er hat somit seinen Vater beerbt.gestorben,", "so ist90Der strittige Betrag., wie die Schule Šammajs sagt, zu teilen; die Schule Hillels sagt, die Güter bleiben bei ihrem Besitzer91Den Erben des Vaters..", "Hierbei ist es ja hinsichtlich der Erben des Vaters entschieden92Daß das hinterlassene Vermögen ihnen gehört, selbst wenn der Vater zuerst gestorben ist, da der Gläubiger seine Forderung erst einklagen muß., und hinsichtlich des Gläubigers zweifelhaft, und das Zweifelhafte bringt93Die eine Hälfte, da sie teilen.aus dem Besitze des Entschiedenen79Cf. Fol. 19b Anm. 84.!? –", "Die Schule Šammajs ist der Ansicht, der zur Einforderung stehende Schuldschein gelte als eingefordert94Die Schuld gilt als eingefordert u. im Besitze des Gläubigers.. –", "Woher entnimmst du dies? – Wir haben gelernt: Ist ihr95Der Ehebruchsverdächtigten.Mann gestorben, bevor sie getrunken96Das sog. Fluchwasser; cf. Num. 5,17ff.hat, so erhält sie, wie die Schule Šammajs sagt, ihre Morgengabe und braucht nicht zu trinken ; die Schule Hillels sagt, entweder sie trinke oder sie erhält nicht ihre Morgengabe. –", "Wieso trinken, der Allbarmherzige sagt ja:97Num. 5,15.so bringe der Mann seine Frau, was hierbei nicht der Fall ist!? – Vielmehr, da sie nicht trinken, erhalten sie ihre Morgengabe nicht.", "Hierbei besteht ja ein Zweifel, denn es ist zweifelhaft, ob sie die Ehe gebrochen hat oder nicht, und das Zweifelhafte bringt aus dem Besitze des Entschiedenen98Es ist zweifelhaft, ob sie die Morgengabe zu beanspruchen hat, dennoch erhält sie.. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der zur Einforderung stehende Schuldschein als eingefordert gilt99Durch die Urkunde gilt die Morgengabe als eingefordert u. in ihrem Besitze.. –", "Sollte doch Abajje100Der ob. aus einer Mišna beweisen wollte, daß nach der Schule Š.s das Zweifelhafte aus dem Besitze des Entschiedenen bringt.seinen Einwand hieraus101Aus dieser Lehre, die sich in der Sektion von den Frauen [zu der unser Traktat gehört] befindet u. dasselbe lehrt; die von ihm angezogene Lehre befindet sich in der Sektion vom Zivilrechte.erheben!? – Vielleicht ist es bei der Morgengabe anders, wegen der Liebesbezeugung102Aus diesem Grunde wird ihr die Morgengabe auch im Falle eines Zweifels zugesprochen.. –", "Sollte er seinen Einwand erheben aus dem Falle von der Morgengabe in unserer Mišna103Nach der Schule Š.s erhalten die Erben des Vaters die Hälfte.!? –", "Hierüber streiten sie nicht104Die Schule Š.s pflichtet bei, daß diese im Besitze der Erben des Ehemannes verbleibe.. – Etwa nicht, er lehrt ja: Was geschieht, wenn sie stirbt, mit ihrer Morgengabe und den mit ihr ein- und ausgehenden Gütern? Die Schule Šammajs sagt, die Erben des Ehemannes teilen mit den Erben ihres Vaters, und die Schule Hillels sagt, die Güter bleiben bei ihren Besitzern!? –", "Er meint es wie folgt: Was geschieht mit ihrer Morgengabe? [Sodann :] die mit ihr ein- und ausgehenden Güter teilen, wie die Schule Šammajs sagt, die Erben des Ehemannes mit den Erben ihres Vaters; die Schule Hillels sagt, die Güter bleiben bei ihren Besitzern.", "R. Aši sagte: Dies ist auch aus der Mišna zu beweisen, denn sie lehrt: die Erben des Ehemannes teilen mit den Erben ihres Vaters105Dh. sie erhalten einen Teil von dem, was den Erben des Vaters gehört, von ihren Gütern., nicht aber: die Erben ihres Vaters teilen mit den Erben des Ehemannes, Schließe hieraus.", "Abajje erklärte: Der Anfangsatz gilt von dem Falle, wenn [die Güter] ihr zufielen, als sie Anwärterin der Schwagerehe war, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn sie ihr zufielen, als sie noch bei ihrem Ehemanne war." ], [ "Abajje ist der Ansicht, sein Anrecht gleiche ihrem106Nach der Schule H.s ist das Anrecht des Ehemannes auf ihre Güter nicht bedeutender als ihres, wonach das des Schwagers, an den nur die Schwagerpflicht sie bindet, geringer ist; nach der Schule Š.s dagegen ist das Anrecht des Ehemannes bedeutender, wonach das des Schwagers ihrem gleichkommt.Anrecht.", "Raba sprach zu ihm : Wenn sie ihr zufielen, als sie noch bei ihrem Ehemanne war, stimmen alle überein, daß sein Anrecht bedeutender ist als ihres.", "Beide gelten vielmehr von dem Falle, wenn sie ihr zufielen, als sie Anwärterin der Schwagerehe war, nur gilt der Anfangsatz von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.", "Raba ist der Ansicht, die Eheformel mache sie nach der Schule Šammajs zur sicher Verlobten und zweifelhaft Verheirateten. Zur sicher Verlobten, um die Nebenbuhlerin107Ihre Schwester, sie ist dem Schwager als Schwester seiner Frau verboten; cf. supra Fol. 29a.zu verdrängen, zur zweifelhaft Verheirateten, hinsichtlich der Beteiligung an den Gütern.", "Im Namen R. Elea͑zars wurde übereinstimmend mit Raba, und im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina wurde übereinstimmend mit Abajje gelehrt. –", "Kann R. Elea͑zar dies denn gelehrt haben, R. Elea͑zar sagte ja, die Aneignung durch die Eheformel sei nach der Schule Šammajs nur insofern wirksam, um die Nebenbuhlerin zu verdrängen!? –", "Wende es um. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wende man es nicht um, denn R. Elea͑zar kann dir erwidern : ich sagte nur, daß ein Scheidebrief nicht ausreiche, und sie108An die die Eheformel gerichtet worden ist.auch der Ḥaliça benötige, sagte ich etwa, daß auch hinsichtlich der Beteiligung an den Gütern keine Aneignung erfolge!?", "R. Papa sagte: Aus unserer Mišna ist übereinstimmend mit Abajje zu folgern, obgleich inbetreff der Verstorbenen ein Einwand zu erheben ist.", "Diese lehrt von Gütern, die mit ihr ein- und ausgehen, Was heißt eingehen und was heißt ausgehen? Doch wohl: die in den Besitz des Ehemannes gekommen und aus dem Besitze des Ehemannes zurück in den Besitz des Vaters gelangt109Demnach fielen sie ihr als Verheirateten zu.sind.", "Inbetreff der Verstorbenen ist ein Einwand zu erheben: weshalb streiten sie über [die Güter] selbst nach ihrem Tode, sollten sie doch über die Früchte bei ihren Lebzeiten streiten!?", "Weiter nichts darüber.", "HAT ER SIE GENOMMEN, SO GILT SIE &C. In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? R. Joseb. Ḥanina erwiderte: Dies besagt, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief110Ohne Vollziehung der Ḥ.scheiden lassen, und daß er sie wiedernehmen dürfe. –", "Selbstverständlich, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen darf!? – Der Allbarmherzige sagt:111Dt. 25,5.er nehme sie zur Frau und vollziehe an ihr die Schwagerehe, somit könnte man glauben, ihr hafte noch die frühere Schwagerpflicht an, sodaß dies nur durch die Ḥaliça und nicht durch einen Scheidebrief erfolgen könne, so lehrt er uns. –", "Selbstverständlich, daß er sie wiedernehmen darf!? – Man könnte glauben, daß sie ihm, nachdem das ihm vom Allbarmherzigen auferlegte Gebot ausgeübt worden ist, als Schwester seines Bruders verboten sei, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt: er nehme sie zur Frau, sobald er sie genommen hat, gilt sie in jeder Hinsicht als seine Frau.", "NUR DASS IHRE MORGENGABE &C. Aus welchem Grunde? – Im Himmel hat man ihm eine Frau112Er hat sie nicht freiwillig genommen u. ist auch keine Verpflichtungen eingegangen.zugeeignet.", "Wenn aber der erste nichts hatte, ist ihr [die Morgengabe] vom zweiten zugesprochen worden, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei.", "v DAS GEBOT, DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, LIEGT DEM ÄLTESTEN OB ; WILL ER NICHT, SO WENDE MAN SICH AN ALLE ÜBRIGEN BRÜDER. WOLLEN AUCH DIESE NICHT, SO WENDE MAN SICH ZURÜCK AN DEN ÄLTESTEN UND SPRECHE ZU IHM: DIR LIEGT DAS GEBOT OB; VOLLZIEHE DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE vi.", "VERWEIST ER AUF EINEN MINDERJÄHRIGEN, BIS ER GROSSJÄHRIG113Daß dieser dann viell, die Schwagerehe vollziehen wird.WIRD, ODER AUF EINEN ÄLTEREN [BRUDER], BIS ER AUS DEM ÜBERSEELANDE HEIMKEHRT113Daß dieser dann viell, die Schwagerehe vollziehen wird., ODER AUF EINEN TAUBEN ODER BLÖDEN114Bis er genesen wird., SO HÖRE MAN NICHT AUF IHN, VIELMEHR SPRECHE MAN ZU IHM: DIR LIEGT DAS GEBOT OB; VOLLZIEHE DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Über die Beiwohnung des Kleineren und die Ḥaliça des Größeren115Wenn der ältere Bruder nur die Ḥ., der jüngere aber die Schwagerehe vollziehen will.streiten R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi ; einer sagt, die Beiwohnung des Kleineren sei zu bevorzugen, und einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen.", "Einer sagt, die Beiwohnung des Kleineren sei zu bevorzugen, denn das Gebot besteht [hauptsächlich] in der Schwagerehe, und einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, denn wo ein Größerer vorhanden ist, scheidet die Beiwohnung des Kleineren aus116Da das Gebot dem Größeren obliegt.. –", "Wir haben gelernt: Will er nicht, so wende man sich an alle übrigen Brüder. Doch wohl, wenn er nicht die Schwagerehe, sondern nur die Ḥaliça vollziehen will, und er lehrt, daß man sich an die übrigen Brüder wende. Schließe hieraus, daß die Beiwohnung des Kleineren zu bevorzugen ist!? –", "Nein, wenn er weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen will. – Desgleichen bei den Brüdern, wenn sie weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen wollen; weshalb wende man sich zurück an den Ältesten, um ihn zu zwingen, zwinge man doch diese117Man belästige das Gericht nicht zu sehr.!? – Da das Gebot ihm obliegt, zwinge man ihn. –", "Wir haben gelernt: Verweist er auf einen Minderjährigen, bis er großjährig wird, so höre man nicht auf ihn. Weshalb höre man nicht auf ihn, wenn die Beiwohnung des Kleineren zu bevorzugen ist, man sollte doch warten, vielleicht vollzieht er, wenn er großjährig ist, die Schwagerehe !? –", "Weshalb höre man nicht auf ihn, auch nach deiner Ansicht, wenn er auf einen älteren [verweist], bis er aus dem Überseelande heimkehrt, man sollte doch warten, bis er heimkehrt und vielleicht die Schwagerehe118Im Texte: die Ḥaliça.vollzieht !? Vielmehr schiebe man ein Gebot nicht hinaus." ], [ "Manche sagen: Hinsichtlich der Beiwohnung stimmen alle überein, daß die Beiwohnung des Kleineren zu bevorzugen sei, sie streiten nur über die Ḥaliça des Kleineren,", "und die Lehre lautet wie folgt: Über die Ḥaliça des Kleineren und die Ḥaliça des Größeren streiten R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi; einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, und einer sagt, sie gleichen einander.", "Einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, denn das Gebot liegt dem Ältesten ob, und einer sagt, nur vom Gebote der Schwagerehe sagen wir, es liege dem Ältesten ob, hinsichtlich der Ḥaliça aber gleichen sie einander. –", "Wir haben gelernt: Wollen auch diese nicht, so wende man sich zurück an den Ältesten. Doch wohl, wenn sie nicht die Schwagerehe, sondern die Ḥaliça vollziehen wollen, und er lehrt, daß man sich zurück an den Ältesten wende. Schließe hieraus, daß die Ḥaliça des Größeren zu bevorzugen ist!? –", "Nein, sie wollen nicht, wenn sie weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen wollen. – Desgleichen beim Ältesten, wenn er weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen will; weshalb wende man sich zurück an ihn, um ihn zu zwingen, zwinge man doch jene!? – Da das Gebot ihm obliegt, zwinge man ihn. –", "Komm und höre: Verweist er auf einen älteren [Bruder], bis er aus dem Überseelande heimkehrt, so höre man nicht auf ihn. Weshalb höre man nicht auf ihn, wenn du sagst, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, man sollte doch warten, vielleicht kommt er und vollzieht die Schwagerehe!? –", "Weshalb höre man nicht auf ihn, auch nach deiner Ansicht, wenn er auf einen Minderjährigen [verweist], bis er großjährig ist, man sollte doch warten, vielleicht vollzieht dieser, wenn er großjährig ist, die Schwagerehe!? [Oder vielleicht vollzieht er selber die Schwagerehe]!? Vielmehr schiebe man ein Gebot nicht hinaus.", "Dort haben wir gelernt: Das Gebot der Schwagerehe geht dem Gebote der Ḥaliça vor. Dies galt früher, wo man die Ausübung des Gebotes bezweckte, jetzt aber, wo man nicht die Ausübung des Gebotes bezweckt, sagten sie, geht das Gebot der Ḥaliça dem Gebote der Schwagerehe vor.", "Rabh sagte: Man zwinge nicht119Zur Ḥ., falls beide für die Schwagerehe sind.. Wenn sie vor Rabh kamen, sprach er: willst du, vollziehe die Ḥaliça, und willst du, vollziehe die Schwagerehe, der Allbarmherzige hat es dir freigestellt. [Es heißt :]120Dt. 25,7.wenn der Mann nicht will, wenn er aber will, vollziehe er nach Belieben die Ḥaliça oder die Schwagerehe.", "Und auch R. Jehuda ist der Ansicht, man zwinge ihn nicht, denn R. Jehuda ordnete an, in der Ḥaliçaurkunde [folgendes zu schreiben: Wir bekunden,] daß N., Tochter des N., ihren Schwager N. vor uns aufs Gericht kommen ließ, und wir uns überzeugt haben, daß er der Bruder des Verstorbenen väterlicherseits ist. Wir sprachen zu ihm: Willst du die Schwagerehe vollziehen, so vollziehe sie, wenn aber nicht, so reiche ihr deinen rechten Fuß.", "Er reichte ihr dann den rechten Fuß, und sie löste ihm den Schuh vom Fuße und spuckte ihm vor das Gesicht, und das Gericht sah den Speichel auf der Erde.", "R. Ḥija b. Ivja setzte noch im Namen R. Jehudas hinzu : Wir lasen ihm vor, was [darüber] in der Tora Mošes geschrieben steht.", "‘Überzeugt’, hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, durch Zeugen, und einer sagt, selbst durch einen Verwandten oder eine Frau121Die sonst als Zeugen unzulässig sind.. Die Halakha ist, dies ist nichts weiter als eine Kundgebung, und auch ein Verwandter oder eine Frau [ist zulässig].", "«Früher, wo man die Ausübung des Gebotes bezweckte, ging das Gebot der Schwagerehe dem Gebote der Ḥaliça vor, jetzt aber, wo man nicht die Ausübung des Gebotes bezweckt, sagten sie, geht das Gebot der Ḥaliça dem Gebote der Schwagerehe vor.»", "Rami b. Ḥama sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Sie traten zurück und sagten, das Gebot der Schwagerehe gehe dem Gebote der Ḥaliça vor. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu ihm : Sind etwa die Generationen tugendhafter geworden!? –", "Früher waren sie der Ansicht des Abba Šaúl, später aber bekannten sie sich zur Ansicht der Rabbanan.", "Es wird nämlich gelehrt: Abba Šaúl sagte: Wenn jemand seine Schwägerin wegen ihrer Schönheit, wegen des geschlechtlichen Umganges oder aus einem anderen Grunde nimmt, so ist es ebenso, als würde er auf eine Inzestuöse stoßen, und mir scheint es sogar, daß das Kind ein Hurenkind ist. Die Weisen aber sagen :122Dt. 25,5.ihr Schwager komme zu ihr, in jedem Falle.", "Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan: Ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. Ursprünglich123Vor ihrer Verheiratung mit seinem Bruder.war sie ihm erlaubt, sodann wurde sie ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, sie kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, so heißt es: ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot.", "Wer ist der Autor? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Es ist Abba Šaúl, und er meint es wie folgt: Ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. Ursprünglich war sie ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er sie wegen ihrer Schönheit nehmen, und wenn er wollte, wegen des geschlechtlichen Umganges,", "sodann wurde sie ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, sie kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins124Er dürfe sie auch aus dem genannten Grunde heiraten.zurück, so heißt es: ihr Schwager komme zu ihr, nur des Gebotes wegen.", "Raba erklärte: Du kannst auch sagen, die Weisen, denn er meint es wie folgt : Ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. Ursprünglich war sie ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er sie nehmen, und wenn er wollte, dies unterlassen,", "sodann wurde sie ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, sie kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, und er dürfe, wenn er will, sie nehmen, und wenn er will, sie nicht nehmen. –", "[Wenn er will, sie nicht nehmen], sie ist ja an ihn gebunden, wie sollte sie ohne weiteres frei sein!? – Lies vielmehr: wenn er will, sie nehmen, und wenn er will, an ihr die Ḥaliça vollziehen. So heißt es: ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. –", "Wie ist demnach der Anfangsatz zu erklären :125Lev. 6,9.Ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot." ], [ "Ursprünglich126Bevor die Speise als Opfer geheiligt wurde.war es ihm erlaubt, sodann wurde es ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, es kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, so heißt es: ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot,", "Allerdings ist dies nach Raba, welcher sagt, es seien die Weisen, wie folgt zu verstehen: Ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot. Ursprünglich war es ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er es essen, und wenn er wollte, dies unterlassen, sodann wurde es ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, es kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, und er dürfe, wenn er will, es essen, und wenn er will, nicht essen. –", "Wenn er will, nicht essen, es heißt ja:127Ex. 29,33.sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt wurde, und dies lehrt, daß die Priester es essen und der Eigentümer Sühne erlange!? –", "Vielmehr: wenn er will, er es essen, und wenn er will, ein anderer Priester es essen. So heißt es: ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot.", "Welche zwei Möglichkeiten128Entsprechend dem 1. Falle der angezogenen Lehre.aber gibt es hierbei nach R. Jiçḥaq b. Evdämi, welcher sagt, es sei Abba Šaúl!?", "Wolltest du erklären: wenn er will, es mit Appetit essen, und wenn er will, es übersättigt essen, so gilt ja das Essen in Übersättigung nicht als Essen!? Reš Laqiš sagte nämlich, aus [den Worten:] nicht kasteiet sei zu entnehmen, daß, wenn jemand am Versöhnungstage übersättigt gegessen hat, er frei129Ein solches Essen ist kein Genuß, u. er hat das Gebot der Kasteiung nicht übertreten.sei!? –", "Vielmehr, wenn er will, es ungesäuert essen, und wenn er will, es gesäuert essen. –", "Es heißt ja:130Lev. 6,10.es darf nicht gesäuert gebacken werden, ihr Anteil, und Reš Laqiš sagte, auch ihr Anteil darf nicht gesäuert gebacken werden!? – Vielmehr, wenn er will, es als ungesäuerten Kuchen essen, und wenn er will, gesotten essen. –", "Von welchem Gesottenen wird hier gesprochen: ist es ungesäuert, so ist es ja Ungesäuertes131Dann ist es nicht auszuschließen., und ist es nicht ungesäuert, so spricht ja der Allbarmherzige von Ungesäuertem132An anderer Stelle, wo die Speisopfer behandelt werden (Lev. 10,12); die Hervorhebung an dieser Stelle ist überflüssig.!? –", "Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ungesäuert, und die Hervorhebung der Schrift besagt, daß dies unerläßlich ist. –", "In welcher Hinsicht heißt es demnach, daß das Gesottene als ungesäuert gelte!? – Dies besagt, daß man sich damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste entledige. Obgleich man es vorher gesotten hat, heißt es, sobald man es gebacken hat, Brot133Bezeichnung des ungesäuerten Brotes; cf. Dt. 16,3.der Armut, und man entledigt sich damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste.", "vii,1 WER AN SEINER SCHWÄGERIN DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, GLEICHT HINSICHTLICH DES ERBANTEILS134Vom Nachlasse des verstorbenen Bruders.JEDEM ANDEREN DER BRÜDER; IST EIN VATER135Dieser geht hinsichtl. der Erbschaft den Brüdern des Verstorbenen vor; ausführl. Bb. Fol. 115a.VORHANDEN, SO GEHÖREN DIE GÜTER DEM VATER. WER SEINE SCHWÄGERIN GENOMMEN HAT, ERWIRBT DIE GÜTER SEINES BRUDERS. R. JEHUDA SAGT, OB SO ODER SO GEHÖREN, WENN EIN VATER VORHANDEN IST, DIE GÜTER DEM VATER.", "GEMARA. Selbstverständlich136Daß er dadurch seinen Anteil nicht verliert.!? - Man könnte glauben, die Ḥaliça trete anstelle der Schwagerehe und er erhalte alle Güter, so lehrt er uns137Die Mišna lehrt das Entgegengesetzte von dem, was der Fragende angenommen hatte, daß er nämlich nicht die ganze Hinterlassenschaft erhalte.. –", "Wieso heißt es demnach: gleicht jedem anderen der Brüder, es sollte doch heißen: er ist nicht mehr als jeder andere der Brüder!? –", "Vielmehr, man könnte glauben, man maßregle ihn, weil er sie um die Schwagerehe gebracht138Durch die Ḥ., die er an ihr vollzogen, hat er sie allen übrigen Brüdern verboten gemacht.hat, so lehrt er uns.", "IST EIN VATER VORHANDEN. Der Meister sagte nämlich, der Vater gehe all seinen Nachkommen vor139Hinsichtl. der Erbschaft..", "WER SEINE SCHWÄGERIN GENOMMEN HAT &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt :140Dt. 25,6.soll eintreten auf den Namen seines Bruders, und er ist eingetreten141Cf. supra Fol. 24a..", "R. JEHUDA SAGT &C. U͑la sagte : Die Halakha ist wie R. Jehuda. Ebenso sagte R. Jiçḥaq der Schmied, die Halakha sei wie R. Jehuda.", "U͑la, nach anderen R. Jiçḥaq der Schmied, sagte : Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt :140Dt. 25,6.so soll der Erstgeborene, den sie gebiert, gleich dem Erstgeborenen; wie der Erstgeborene bei Lebzeiten des Vaters nichts erhält, ebenso erhält auch dieser nichts bei Lebzeiten des Vaters. –", "Demnach sollte doch, wie der Erstgeborene nach dem Tode des Vaters einen doppelten Anteil erhält; auch dieser nach dem Tode des Vaters einen doppelten Anteil erhalten142Während RJ. beipflichtet, daß er nach dem Tode des Vaters die Hinterlassenschaft des Bruders vollständig erhalte.!? –", "Heißt es etwa, daß er auf den Namen seines Vaters eintrete!? Es heißt: soll eintreten auf den Namen seines Bruders, nicht aber auf den Namen seines Vaters. –", "Vielleicht ist, wenn kein Vater da ist, sodaß er die Erbschaft erhält, das Gebot der Schwagerehe zu vollziehen, wenn aber ein Vater da ist, der die Erbschaft erhält, das Gebot der Schwagerehe nicht zu vollziehen!? –", "Der Allbarmherzige hat die Schwagerehe nicht von der Erbschaft abhängig gemacht; er hat die Schwagerehe zu vollziehen, und wenn eine Erbschaft vorhanden ist, erhält er sie, wenn aber nicht, erhält er nichts.", "R. Ḥanina der Bibelkundige saß vor R. Jannaj und sprach : Die Halakha ist wie R. Jehuda. Da sprach dieser : Geh, halte deine Vorlesung draußen; die Halakha ist nicht wie R. Jehuda. Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman : Die Halakha ist nicht wie R. Jehuda.", "Da sprach dieser : Wohl wie die Rabbanan; selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit ist ja die Halakha wie die Mehrheit!?", "Jener fragte: Soll ich [diese Lehre] streichen? Dieser erwiderte: Nein, dich hat man diese Halakha [entgegengesetzt] gelehrt, und da sie dir unrichtig143Da die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden ist.schien, wandtest du sie um; du aber hast recht getan, sie umzuwenden.", "vii,2WENN JEMAND AN SEINER SCHWÄGERIN DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND IHR SEINE VERWANDTEN VERBOTEN." ], [ "IHM SIND IHRE MUTTER, DIE MUTTER IHRER MUTTER, DIE MUTTER IHRES VATERS, IHRE TOCHTER, DIE TOCHTER IHRER TOCHTER, DIE TOCHTER IHRES SOHNES UND IHRE SCHWESTER, SOLANGE144Diese Beschränkung bezieht sich nur auf die Schwester.JENE LEBT, VERBOTEN; DEN BRÜDERN SIND SIE ERLAUBT.", "IHR SIND SEIN VATER, DER VATER SEINES VATERS, DER VATER SEINER MUTTER, SEIN SOHN, DER SOHN SEINES SOHNES, SEIN BRUDER UND DER SOHN SEINES BRUDERS VERBOTEN.", "DIE VERWANDTE DER NEBENBUHLERIN SEINERALUÇA IST ERLAUBT, ABER DIE NEBENBUHLERIN DER VERWANDTEN SEINERALUÇA VERBOTEN.", "GEMARA. Sie fragten: Haben sie bei der Ḥaluça zweitgradig Inzestuöse145Cf. supra Fol. 21a.verboten oder nicht?", "Haben die Rabbanan solche nur beim Inzeste der Tora146Solche Verwandte seiner Frau.verboten, nicht aber bei der Ḥaluça, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –", "Komm und höre: Ihm sind ihre Mutter und die Mutter ihrer Mutter verboten; er lehrt es aber nicht von der Mutter der Mutter ihrer Mutter. –", "Vielleicht lehrt er es aus dem Grunde nicht, weil er im Schlußsatze lehren will, daß sie den Brüdern erlaubt sind, und wenn er es von der Mutter der Mutter ihrer Mutter gelehrt haben würde, könnte man glauben, den Brüdern sei nur die Mutter der Mutter ihrer Mutter erlaubt, nicht aber ihre Mutter und die Mutter ihrer Mutter. –", "Sollte er es [auch] von der Mutter der Mutter ihrer Mutter lehren, und lehren, daß den Brüdern alle erlaubt sind!? – Dies ist ein Einwand. –", "Komm und höre: Ihr sind sein Vater und der Vater seines Vaters verboten. Er lehrt es vom Vater seines Vaters; doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Schwiegertochter seines Sohnes147Diese gehört zu den zweitgradig Inzestuösen. sie ist? –", "Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist. –", "Komm und höre: Sein Sohn und der Sohn seines Sohnes. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Frau des Vaters seines Vaters147Diese gehört zu den zweitgradig Inzestuösen.sie ist. –", "Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Frau des Bruders des Vaters seines Vaters sie ist. –", "Amemar erlaubte ja die Frau des Bruders des Vaters seines Vaters148Cf. supra Fol. 21b.!? –", "Amemar bezieht dies auf den Sohn des Sohnes des Alten149Des Vaters des Verstorbenen u. des die Ḥ. Vollziehenden.. – Demnach ist es ja sein Bruder und der Sohn seines Bruders!? –", "Er lehrt es vom Bruder väterlicherseits und er lehrt vom Bruder mütterlicherseits. –", "Komm und höre: R. Ḥija lehrte150Hinsichtl. der Ḥaluça.: Vier sind es151Denen die Ḥaluça zu heiraten verboten ist.nach der Tora und vier sind es nach den Schriftkundigen: sein Vater, sein Sohn, sein Bruder und der Sohn seines Bruders nach der Tora; der Vater seines Vaters, der Vater seiner Mutter, der Sohn seines Sohnes und der Sohn seiner Tochter nach den Schriftkundigen.", "Er lehrt dies vom Vater seines Vaters; doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist. –", "Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist. –", "Komm und höre: Der Vater seiner Mutter. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Schwiegertochter seiner Tochter sie ist. –", "Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Schwiegertochter seiner Tochter sie ist. –", "Komm und höre: Der Sohn seines Sohnes. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Frau des Vaters seines Vaters sie ist. –", "Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Frau des Bruders des Vaters seines Vaters sie ist. – Amemar erlaubte ja die Frau des Bruders des Vaters seines Vaters!? –", "Amemar erklärt: wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, und er ist der Ansicht, sie haben bei der Ḥaluça die zweitgradig Inzestuösen verboten. –", "Komm und höre: Der Sohn seiner Tochter. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Frau des Vaters seiner Mutter sie ist. –", "Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Frau des Bruders des Vaters seiner Mutter sie ist. – Wegen der zweitgradig Inzestuösen haben sie ja keine weiteren verboten!?", "Wahrscheinlich wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, somit ist hieraus zu entnehmen, daß sie bei der Ḥaluça zweitgradig Inzestuöse verboten haben. Schließe hieraus.", "DIE &C. ERLAUBT. R. Ṭobi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls : Wenn jemand der Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça beigewohnt hat, so ist das Kind ein Hurenkind, denn hinsichtlich dieser bleibt das Verbot152Der Frau seines Bruders.bestehen.", "R. Joseph sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Die Verwandte der Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça ist erlaubt. Erklärlich ist es, daß ihm ihre Schwester erlaubt ist,", "wenn du sagst, die Nebenbuhlerin verbleibe außerhalb153Des Gesetzes des Ḥ.; sie bleibt ihm wegen Inzestes verboten, sodaß ihre Schwester ihm fremd ist., wieso aber ist sie ihm erlaubt, wenn du sagst, die Nebenbuhlerin gleiche der Ḥaluça!? –", "Dies wäre demnach eine Widerlegung R. Joḥanans, welcher sagt, weder er noch die Brüder machen sich wegen der Ḥaluça oder wegen ihrer Nebenbuhlerin der Ausrottung schuldig!? –", "R. Joḥanan kann dir erwidern: du glaubst wohl, die Schwester der Ḥaluça sei nach der Tora [verboten], Reš Laqiš sagte ja, hier154In der folgenden Mišna.habe Rabbi gelehrt, daß die Schwester der Geschiedenen nach der Tora und die Schwester der Ḥaluça nach den Schriftkundigen [verboten] sei155Das Verbot ist daher nicht auf die Schwester der Nebenbuhlerin der Ḥaluça auszudehnen.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser und jener156Der Schwester der Nebenbuhlerin u. der Nebenbuhlerin der Schwester.? –" ], [ "Bei der, die sie aufs Gericht157Bei der Vollziehung der Ḥ. pflegt die Schwester der Witwe diese aufs Gericht zu begleiten, sodaß nicht jeder weiß, wer eigentlich die Ḥaluça ist, u. damit man nicht glaube, er heirate die Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça, ist auch die der Schwester verboten worden.begleitet, haben die Rabbanan ein Verbot angeordnet, bei der, die sie nicht aufs Gericht158Die Witwe, an der die Ḥ. vollzogen wird, nimmt ihre Nebenbuhlerin nicht mit; eine Verwechslung seitens des Publikums ist daher nicht zu berücksichtigen.begleitet, haben die Rabbanan kein Verbot angeordnet.", "viii WENN JEMAND AN SEINER SCHWÄGERIN DIEALIÇA VOLLZOGEN, UND SEIN BRUDER IHRE SCHWESTER GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DIESER DIEALIÇA UND NIGHT DIE SGHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. EBENSO IST, WENN JEMAND SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN LIESS, UND SEIN BRUDER IHRE SCHWESTER GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, DIESE ENTBUNDEN", "ix. WENN EIN BRUDER SICH DIE SCHWESTER DER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE ANGETRAUT HAT, SO SPRECHE MAN, WIE SIE IM NAMEN DES R. JEHUDA B. BETHERA SAGTEN, ZU IHM : WARTE BIS DEIN BRUDER DIE HANDLUNG159Die Schwagerehe od. die Ḥaliça.VOLLZOGEN HAT.", "HAT DER BRUDER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN ODER SIE GENOMMEN, SO NEHME ER SEINE FRAU. STIRBT DIE SCHWÄGERIN, SO DARF ER SEINE FRAU NEHMEN. STIRBT DER SCHWAGER160Der die Schwagerehe vollziehen sollte, u. außer diesem kein anderer Bruder vorhanden ist., SO ENTFERNE ER SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF UND [ENTBINDE] DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCH DIEALIÇA.", "GEMARA. Was heißt: ebenso161In diesem Falle wird ja anders als im vorangehenden entschieden.? – Lies: wer aber sich [von seiner Frau] scheiden ließ.", "Reš Laqiš sagte: Hier lehrte Rabbi, die Schwester der Geschiedenen sei nach der Tora und die Schwester der Ḥaluça sei nach den Schriftkundigen [verboten].", "WENN &C. ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE ANGETRAUT HAT. Šemuél sagte : Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera.", "Sie fragten : Wie verhält es sich, wenn seine Frau stirbt, mit der Schwägerin? Rabh und R. Ḥanina sagen beide, wenn seine Frau stirbt, sei ihm die Schwägerin erlaubt; Šemuél und R. Asi sagen beide, wenn seine Frau stirbt, sei ihm die Schwägerin verboten.", "Raba sagte: Folgendes ist der Grund Rabhs: die Schwägerin war ihm162Beim Zufallen, vor der Antrauung ihrer Schwester.erlaubt, wurde ihm verboten und ist ihm wiederum erlaubt worden; sie kommt daher zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins.", "R. Hamnuna wandte ein : Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und einer ledig ist, und einer von den mit einer der Schwestern Verheirateten gestorben ist, und der Ledige an die Witwe die Eheformel gerichtet hat, und darauf auch der andere Bruder gestorben ist", "und nach ihm auch seine Frau, so ist an der Schwägerin163Die vor dem Tode ihrer Schwester dem Überlebenden als Schwester der an ihn Gebundenen verboten war.die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "Weshalb denn, die Schwägerin war ihm164Beim Zufallen, als ihre Schwester noch verheiratet war.erlaubt, wurde ihm verboten und ist ihm wiederum erlaubt worden, und sollte somit in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommen!?", "Da schwieg er. Nachdem er fortgegangen war, sprach er: Ich sollte ihm erwidert haben, hier sei R. Elea͑zar vertreten, welcher sagt, sobald sie ihm nur eine Stunde verboten war, sei sie ihm für immer verboten.", "Hierauf sprach er: R. Elea͑zar sagt es nur von dem Falle, wenn sie ihm beim Zufallen verboten war, sagt er es etwa auch von dem Falle, wenn sie ihm beim Zufallen erlaubt war!?", "Später sagte er: Allerdings, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Stirbt die Schwägerin, so ist ihm seine Frau erlaubt, stirbt seine Frau, so ist an der Schwägerin die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "Demnach wären Šemuél und R. Asi der Ansicht R. Elea͑zars165Die Halakha ist nach den Rabbanan zu entscheiden.!? –", "Du kannst auch sagen, der Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen R. Elea͑zar nur in jenem166Wenn die Witwe von ihrem Manne geschieden u. wiederum geheiratet worden ist (weit. Fol. 109a); als Geschiedene war sie dem Schwager verboten.Falle, wo sie ihm vom Zufallen ab nicht mehr verboten167Verboten war sie ihm nur bei Lebzeiten ihres Mannes, nach seinem Tode bestand die Pflicht der Schwagerehe zurecht.war, hierbei aber, wo sie ihm dann168Beim Zufallen, dem Tode ihres Mannes; sie war dann die Schwester der an ihn durch die Schwagerpflicht Gebundenen.verboten war, pflichten die Rabbanan bei.", "x AN DER SCHWÄGERIN IST DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE NICHT VOR ABLAUF VON DREI MONATEN169Nach der Feststellung, daß sie nicht schwanger ist.ZU VOLLZIEHEN. DESGLEICHEN DÜRFEN ALLE ANDEREN FRAUEN ERST NACH ABLAUF VON DREI MONATEN SICH VERLOBEN ODER VERHEIRATEN, EINERLEI OB JUNGFRAUEN ODER DEFLORIERTE, OB GESCHIEDENE ODER WITWEN, OB VERHEIRATETE ODER VERLOBTE.", "R. JEHÜDA SAGT, VERHEIRATETE DÜRFEN SICH [SOFORT] VERLOBEN UND VERLOBTE [AUCH] VERHEIRATEN, AUSGENOMMEN VERLOBTE IN JUDÄA, WEIL ER MIT IHR170Der Bräutigam mit der Verlobten; cf. Bd. II S. 141 Anm. 85.VERTRAUT IST.", "R. JOSE SAGT, JEDE FRAU DÜRFE SICH [SOFORT] VERLOBEN, AUSGENOMMEN DIE WITWE," ], [ "WEGEN DER TRAUER.", "GEMARA. Einleuchtend ist es, daß an ihr die Schwagerehe nicht vollzogen werden darf, weil sie ein lebensfähiges Kind gebären und er auf die nach der Tora inzestuöse Frau seines Bruders stoßen kann, weshalb aber nicht die Ḥaliça171Und nach 3 Monaten heiraten.?", "Dies wäre also eine Widerlegung R. Joḥanans, welcher172Cf. supra Fol. 35b.sagt, die Ḥaliça der Schwangeren sei gültig. – Ist etwa R. Joḥanan nicht bereits widerlegt worden!? – Ist auch hieraus eine Widerlegung zu entnehmen? –", "Nein, hierbei aus dem Grunde, weil sie, wenn sie ein lebensfähiges Kind gebiert, einer Kundmachung für Priest er173Daß die Ḥ. unnötig u. sie somit Priestern, denen die Ḥaluça verboten ist, erlaubt ist.benötigen würde. –", "Mag sie benötigen!? – Vielleicht ist jemand nur bei der Ḥaliça und nicht bei der Kundmachung zugegen, sodann könnte sie als ungeeignet für Priester erklärt werden. –", "Erklärlich ist dies hinsichtlich der Witwe, wie ist es aber hinsichtlich der Geschiedenen174Die der Bruder als solche heiratete; sie ist ohnehin Priestern verboten.erklären!? – Weil sie um ihren Unterhalt175Den sie 3 Monate vom Vermögen ihres Mannes zu erhalten hat u. durch die Ḥ. verlieren würde.kommen würde. –", "Erklärlich ist dies hinsichtlich der Verheirateten, wie ist es aber hinsichtlich der verlobten Geschiedenen176Von ihrem 1. Manne; als Verlobte des 2. Mannes hat sie von diesem keinen Unterhalt zu beanspruchen.zu erklären. –", "Vielmehr, wegen einer Lehre R. Joses, denn es wird gelehrt: Einst kam jemand vor R. Jose und fragte ihn, ob er innerhalb der drei [Monate] die Ḥaliça vollziehen dürfe. Dieser erwiderte: Du darfst sie nicht vollziehen. – Mag sie doch vollzogen werden, was ist denn dabei!?", "Da las er über ihn folgenden Schriftvers :177Dt. 25,7.Wenn der Mann nicht will, wenn er aber will, vollziehe er die Schwagerehe; wer zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça heran178Und da innerhalb der 3 Monate die Schwagerehe nicht vollzogen werden darf, darf auch die Ḥ. nicht vollzogen werden.&c.", "R. Ḥenana wandte ein: An den Zweifelhaften ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "Was heißt zweifelhaft: wollte man sagen, wenn ein Zweifel hinsichtlich der Antrauung179Ob sie gültig war; cf. supra Fol. 30b.besteht, weshalb nicht, es ist ja nichts dabei, wenn die Schwagerehe vollzogen180Ist sie seine Schwägerin, so erfolgt dies zurecht, u. ist sie nicht seine Schwägerin, so ist sie ihm überhaupt erlaubt.wird!?", "Doch wohl ein Zweifel hinsichtlich zweier Schwestern, von denen jener sich eine angetraut hatte, und er nicht weiß, welche von ihnen; und er lehrt, daß die Ḥaliça zu vollziehen181Obgleich in diesem Falle die Schwagerehe unzulässig ist, da von jeder anzunehmen ist, sie sei viell, die Schwester der an ihn Gebundenen.sei !? –", "Es ist ja nicht gleich; da würde sie, wenn Elijahu kommen und bekunden würde, jener habe sich diese angetraut, für die Ḥaliça und die Schwagerehe geeignet182In diesem Falle ist die Schwagerehe an sich zu vollziehen, nur ist es zweifelhaft, an welcher von ihnen.sein,", "würde man aber hierbei, wenn Elijahu kommen und bekunden würde, sie sei nicht schwanger, es beachten und an ihr die Schwagerehe183Die Schwagerehe ist auf Grund einer rabb. Bestimmung u. nicht wegen des Zweifels verboten.vollziehen!? Eine Minderjährige wird überhaupt nicht schwanger, dennoch muß sie drei Monate warten.", "Die Rabbanan lehrten: Die Schwägerin ist die ersten drei Monate vom Vermögen des Ehemannes zu unterhalten, von da ab weder von dem des Ehemannes noch von dem des Schwagers.", "Wenn er vor Gericht gestanden184Wenn sie auf Vollziehung der Schwagerehe od. der Ḥ. geklagt hat.hat und entflohen ist, so ist sie vom Vermögen des Schwagers zu unterhalten. –", "Fällt sie einem minderjährigen Schwager zu, so erhält sie nichts vom Schwager; [erhält sie Unterhalt] vom Ehemanne? –", "Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, sie erhalte, und einer sagt, sie erhalte nicht. Die Halakha ist, sie erhält nicht, denn man hat sie im Himmel gemaßregelt.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn die Brüder an der Schwägerin die Ḥaliça innerhalb drei Monaten vollzogen haben, so muß sie drei Monate185Seit dem Tode ihres Mannes." ], [ "wenn nach drei Monaten, so braucht sie keine drei Monate zu warten.", "Demnach sind die drei Monate, von denen sie sprechen, seit dem Tode des Ehemannes und nicht seit der Ḥaliça des Schwagers zu verstehen. –", "Womit ist es hierbei anders als beim Scheidebriefe, hinsichtlich dessen Rabh sagt, seit der Überreichung, und Šemuél sagt, seit dem Schreiben?", "Raba erwiderte: Es ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn dies186Die Heirat 3 Monate nach dem Tode des Ehemannes.beim mit der Ausrottung belegten Inzeste187Der Vollziehung der Schwagerehe, wobei, wenn es zu früh erfolgt, möglicherweise die Witwe inzestuös ist.erlaubt ist, um wieviel mehr bei einem gewöhnlichen Verbote188Der Heirat mit einem Fremden, die nur mit einem gewöhnlichen Verbote belegt ist..", "DESGLEICHEN ALLE ANDEREN FRAUEN. Einleuchtend ist dies von der Schwägerin, wie wir bereits gesagt189Sie könnte schwanger u. somit inzestuös sein.haben, weshalb aber alle anderen Frauen?", "R. Naḥman erwiderte im Namen Šemuéls: Die Schrift sagt: 190Gen. 17,7.dir ein Gott zu sein und deinem Samen nach dir, es ist zwischen dem Samen des ersten und dem des anderen zu unterscheiden.", "Raba wandte ein: Daher müssen ein Proselyt und eine Proselytin drei Monate warten191Seit ihrer beiderseitigen Bekehrung.. Was ist da zu unterscheiden!? –", "Auch da ist zwischen dem in Heiligkeit gesäeten Samen und dem nicht in Heiligkeit gesäeten Samen zu unterscheiden.", "Raba erklärte: Hierbei ist berücksichtigt worden, er192Der Sohn einer Witwe od. Geschiedenen, die vor Ablauf von 3 Monaten geheiratet hat.könnte seine Schwester väterlicherseits heiraten193Er ist viell. der Sohn des ersten Mannes, u. im Glauben, er sei der Sohn des anderen, könnte er eine Tochter des ersten von einer anderen Frau heiraten., an der Frau seines Bruders mütterlicherseits194Die ihm inzestuös u. daher verboten ist.die Schwagerehe195Wenn seine Mutter vom anderen Manne einen zweiten Sohn bekommt u. dieser kinderlos stirbt, so vollzieht er, im Glauben, er sei sein Bruder väterlicherseits, die Schwager ehe an dessen Witwe; in Wirklichkeit aber ist er der Sohn des ersten Mannes u. somit nur sein Bruder mütterlicherseits.vollziehen,", "seine Mutter Fremden freigeben196Wenn der andere kinderlos stirbt, in der Annahme, er sei dessen Sohn., und seine Schwägerin für jedermann entbinden197Wenn sein wirklicher Bruder, ein Sohn des ersten, kinderlos stirbt, u. keine anderen Brüder vorhanden sind..", "R. Ḥananja wandte ein: [Es wird gelehrt:] Überall198Bei derartigen Fällen, wo die Heirat od. die Schwagerehe verboten ist.ist dies eine Vorsorge wegen Inzestes, hierbei aber wegen des Kindes. Wenn dem so ist, so ist es ja auch hierbei eine Vorsorge wegen Inzestes!? –", "Hierbei ist es eine Vorsorge wegen des Kindes, damit dieses nicht auf ein Inzestverbot stoße. –", "Erklärlich ist es, daß sie nicht zwei Monate warten und heiraten darf, weil dann ein Zweifel entstehen könnte, ob es ein Neunmonatskind vom ersten oder ein Siebenmonatskind vom anderen ist;", "soll sie doch aber einen Monat warten und heiraten: gebiert sie nach sieben [Monaten], so ist es ein Siebenmonatskind vom anderen, und wenn nach acht, so ist es ein Neunmonatskind vom ersten!? –", "Auch wenn sie nach acht gebiert, kann es vom anderen sein, denn sie ist vielleicht erst nach einem Monat schwanger geworden. –", "Soll sie doch zweieinhalb Monate warten und heiraten : gebiert sie nach sieben [Monaten], so ist es ein Siebenmonatskind vom anderen, und wenn nach sechseinhalb, so ist es ein Neunmonatskind vom ersten, denn wenn es vom anderen wäre, könnte es mit sechseinhalb nicht lebensfähig sein. –", "Auch wenn sie mit sechseinhalb gebiert, kann es vom anderen sein, denn Mar Zuṭra sagte, auch nach demjenigen, der sagt, die mit neun Monaten Gebärende gebäre nicht bei unvollständigen, gebiert die mit sieben Monaten Gebärende auch bei unvollständigen,", "denn es heißt :199iSam. 1,20.und es geschah nach Kreisungen von Tagen ; Kreisungen sind mindestens zwei200Jahreszeiten von je 3 Monaten.und Tagen sind mindestens zwei201Zusammen 6 Monate u. 2 Tage.. –", "Soll sie doch nur etwas warten und heiraten, und nach drei Monaten untersuche man202Ob sie schwanger ist; es ist dann sicher vom ersten.sie!?", "R. Saphra erwiderte: Man untersuche keine Verheirateten, damit sie ihren Männern nicht mißächtlich werden. – Untersuche man sie doch an ihrem203Nach einer von Raschi zitierten Erklärung hat die Schwangere eine schwerere Gangart.Gange !?", "Rami b. Ḥama erwiderte : Die Frau sucht dies204Daß sie schwanger u. das Kind somit vom ersten Manne ist.zu verheimlichen, damit ihr Sohn die Güter ihres Ehemannes erbe. –", "Sollte sie doch, wenn sie sicher schwanger ist, heiraten dürfen, wieso wird gelehrt, daß man die Schwangere oder die Säugende eines anderen nicht heirate, und wenn man geheiratet hat, man sie entfernen müsse und sie niemals heiraten dürfe!? –", "Es ist berücksichtigt worden, sie könnte aus dem Fötus eine Mißgeburt205Cf. Fol. 12b Anm. 271.machen. – Demnach sollte dies auch von seiner eignen [Frau] gelten!? –", "Nach demjenigen, welcher sagt, mit Watte206Vollziehe eine schwangere Frau den Beischlaf, um eine Konzeption zu verhindern; cf. supra Fol. 12b., verwende sie Watte, und nach demjenigen, welcher sagt, man erbarmt sich ihrer im Himmel, erbarmt man sich ihrer im Himmel. –", "Auch hierbei: nach demjenigen, welcher sagt, mit Watte, verwende sie Watte, und nach demjenigen, welcher sagt, man erbarme sich ihrer im Himmel, erbarmt man sich ihrer im Himmel!? –", "Vielmehr, wegen des Druckes207Des Embryos bei der Begattung einer Schwangeren, wodurch sein Tod herbeigeführt werden könnte.. – Demnach sollte dies auch von der eignen [Frau] gelten!? – Das eigne [Kind] schont man. – Auch hierbei schont man208Man geht auch mit dem Leben eines fremden Kindes nicht leichtfertig um.es ja!? –", "Vielmehr, eine Schwangere ist zum Säugen bestimmt," ], [ "und wenn sie wiederum schwanger wird, kann ihre Milch trübe werden und [das Kind] sterben. – Demnach sollte dies auch von der eignen [Frau] gelten!? – Das eigne [Kind] nährt sie mit Eiern und Milch. – Auch ihres kann sie ja mit Eiern und Milch nähren!? – Der Ehemann gibt ihr nicht. – Sie kann es ja von den Erben verlangen!? Abajje erwiderte: Eine Frau geniert sich vor Gericht zu erscheinen, und tötet lieber ihr Kind.", "OB JUNGFRAUEN ODER DEFLORIERTE. Jungfrauen und Verlobte, Deflorierte und Verheiratete209Jungfrau ist sie, wenn sie dem Schwager nach der Verlobung zufällt, Deflorierte, wenn nach der Verheiratung.sind ja identisch!?", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: einerlei ob Jungfrauen oder Deflorierte; wenn210Die letzteren werden, zur Erklärung der ersteren genannt u. nicht besonders aufgezählt.sie nach der Verlobung oder nach der Verheiratung verwitwet oder geschieden worden sind.", "Einst kam R. Elea͑zar nicht ins Lehrhaus, und als er darauf R. Asi traf, fragte er ihn, was die Gelehrten im Lehrhause vorgetragen haben. Dieser erwiderte: R. Joḥanan sagte folgendes: die Halakha ist wie R. Jose. –", "Demnach streitet ein Einzelner211Da sonst nach der Mehrheit zu entscheiden wäre.gegen ihn? – Allerdings. Es wird auch gelehrt : Wenn es sie212Vor dem Tode ihres Mannes; in den aufgezählten Fällen ist sie wahrscheinl. von ihm nicht schwanger.ins Haus ihres Vaters zu gehen drängte oder sie mit ihrem Manne zankte, oder ihr Mann im Gefängnisse eingesperrt war, oder er alt oder krank war, oder sie krank war,", "oder sie nach dem Tode ihres Mannes abortiert hat, oder unfruchtbar, alt, minderjährig, steril oder sonst nicht geburtsfähig ist, so muß sie [dennoch] drei Monate warten – so R. Meír. R. Jehuda erlaubt dieser, sich sofort zu verloben und zu verheiraten.", "R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan trat davon zurück. R. Joseph sprach: Wenn er zurückgetreten ist, so tat er dies wegen der Lehre in der Akademie213Wörtl. Weinberg; cf. Bd. I S. 287 Anm. 383., denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte : Ich hörte aus dem Munde der Weisen in der Akademie zu Jabne, daß sie alle drei Monate warten müssen.", "R. Jirmeja sprach zu R. Zeriqa: Wenn du zu R. Abahu kommst, weise ihn auf folgenden Widerspruch hin : kann R. Joḥanan denn gesagt haben, die Halakha sei wie R. Jose, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach der anonymen Lehre zu entscheiden, und eine solche lehrt, daß auch alle anderen Frauen vor Ablauf von drei Monaten sich nicht verheiraten oder verloben dürfen, einerlei ob Jungfrauen oder Deflorierte!?", "Dieser erwiderte: Der dich auf diesen Widerspruch hingewiesen hat, achtete nicht auf sein Mehl; auf diese anonyme Lehre folgt ein Streit, und in einem solchen Falle ist die Halakha nicht nach der anonymen Lehre zu entscheiden. R. Papa, nach anderen R. Joḥanan, sagte nämlich : Folgt auf den Streit eine anonyme Lehre, so ist die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden, und folgt auf die anonyme Lehre ein Streit, so ist die Halakha nicht nach der anonymen Lehre zu entscheiden.", "R. Abahu ging auf die Schulter seines Dieners R. Naḥum gestützt und ließ sich von ihm Halakhoth vortragen. Da fragte er ihn: Wie ist es, wenn einem Streite eine anonyme Lehre folgt? Dieser erwiderte: So ist die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden. – Wie ist es, wenn einer anonymen Lehre ein Streit folgt? Dieser erwiderte: So ist die Halakha nicht nach der anonymen Lehre zu entscheiden. –", "Wie ist es, wenn die anonyme Lehre in einer Mišna und der Streit in einer Barajtha sich befindet? Dieser erwiderte: So ist die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden. – Wie ist es, wenn der Streit in einer Mišna und die anonyme Lehre in einer Barajtha sich befindet? Dieser erwiderte :" ], [ "Wenn Rabbi es nicht gelehrt hat, woher sollte R. Ḥija214Ersterer redigierte die Mišna, letzterer, sein Schüler, die Barajtha.es wissen.", "[Er sprach zu ihm:] Wir haben gelernt: Eine Flachshechel, der die Zähne fehlen, ist, wenn zwei zurückgeblieben sind, verunreinigungsfähig215Sie gilt noch als verwendbares Gerät (cf. Lev. 11,32ff.); Geräte, die so beschädigt sind, daß sie nicht mehr verwendbar sind, sind nicht rit. verunreinigungsfähig., und wenn einer, nicht verunreinigungsfähig; jeder einzelne entfernte [Zahn] für sich216Da er für irgend eine Tätigkeit verwendbar ist.ist verunreinigungsfähig.", "Ein Woll[kamm]217Dessen Zähne weiter von einander abstehen., dem ein Zahn um den anderen fehlt, ist nicht verunreinigungsfähig. Sind drei neben einander zurückgeblieben, so ist er verunreinigungsfähig; ist aber einer von ihnen der äußerste218Der nicht zum Kämmen, sondern nur zum Schutze der anderen dient., so ist er nicht verunreinigungsfähig. Wenn aus zweien eine Pinzette gemacht wird, so sind sie verunreinigungsfähig; wenn einer zu einer Leuchte219Zum Reinigen derselben.oder zum Spannen hergerichtet wird, so ist er verunreinigungsfähig.", "Uns ist es bekannt, daß die Halakha nicht nach dieser Mišna zu entscheiden ist!? Dieser erwiderte: Diese ausgenommen, denn R. Joḥanan und Reš Laqis sagten beide, sie sei keine [korrekte] Mišna. –", "Weshalb? R. Hona b. Manoaḥ erwiderte im Namen R. Idis, des Sohnes R. Iqas: Weil der Anfangsatz und der Schlußsatz einander widersprchen. Er lehrt, daß ein Woll[kamm], dem ein Zahn um den anderen fehlt, nicht verunreinigungsfähig sei, wonach er verunreinigungsfähig ist, wenn zwei neben einander zurückgeblieben sind, und darauf lehrt er, wenn drei zurückgeblieben sind, sei er verunreinigungsfähig, nur drei und nicht zwei!? –", "Was ist dies für ein Widerspruch, vielleicht gilt das eine von den inneren220In der inneren Zahnreihe ist der Kamm auch mit 2 Zähnen verwendbar.und das andere von den äußeren!? –", "Vielmehr, [der Widerspruch besteht] darin: er lehrt, jeder einzelne entfernte [Zahn] sei für sich verunreinigungsfähig, auch wenn man ihn nicht hergerichtet hat, und im Schlußsatze heißt es, daß, wenn man einen zu einer Leuchte oder zum Spannen hergerichtet hat, er verunreinigungsfähig sei, nur wenn man ihn hergerichtet hat, sonst aber nicht!?", "Abajje erwiderte: Was ist dies für ein Widerspruch, vielleicht gilt das eine von einem mit Griff 221Wenn am Zahne ein Stück von der Holzplatte haftet, das ihm als Griff dient.und das andere von einem ohne Griff!?", "R. Papa erwiderte: Was ist dies für ein Widerspruch, vielleicht gilt das eine von kleineren und das andere von größeren!? –", "Vielmehr, weil Kundige hinzufügen: dies sind die Worte R. Šimons222Dies ist überhaupt keine anonyme Mišna..", "R. Ḥija b. Abin ließ mitteilen: Sie dürfen sich innerhalb der drei Monate verloben, und so entschied man auch.", "Ebenso lehrte uns R. Elea͑zar im Namen R. Ḥanina des Großen : der erste größtenteils, der dritte größtenteils und der mittelste vollständig223Gelten zusammen als 3 Monate..", "Amemar erlaubte, sich am neunzigsten Tage zu verloben. Da sprach R. Aši zu Amemar : Rabh und Šemuél sagten ja beide, sie müsse drei Monate warten, außer dem Tage, an dem [ihr Mann] gestorben ist, und dem Tage, an dem sie sich verlobt !? – Dies wurde von der Säugenden gelehrt; hinsichtlich dieser sagten Rabh und Šemuél, sie müsse vierundzwanzig Monate warten, außer dem Tage, an dem [das Kind] geboren wurde, und dem Tage, an dem sie sich verlobt. –", "Aber einst veranstaltete ja jemand ein Verlobungsmahl am neunzigsten Tage und Raba verdarb ihm224Indem er die Verlobung verbot.sein Gastmahl!? – Es war ein Hochzeitsmahl.", "Die Halakha ist: sie muß vierundzwanzig Monate warten, außer dem Tage, an dem [das Kind] geboren wurde, und dem Tage, an dem sie sich verlobt. Ebenso muß sie225Die Witwe, die kein säugendes Kind hat.drei Monate warten, außer dem Tage, an dem [ihr Mann] gestorben ist, und dem Tage, an dem sie sich verlobt.", "AUSGENOMMEN DIE WITWE &C. R. Ḥisda sagte: Es ist ja [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn in einem Falle, wo das Waschen226Der Kleider; cf. Tan. 29b.verboten ist, die Verlobung erlaubt ist, um wieviel mehr sollte in einem Falle, wo das Waschen erlaubt ist, die Verlobung erlaubt sein!? – Welches Bewenden hat es damit? –", "Wir haben gelernt: In der Woche, in die der Neunte Ab fällt, ist das Haarschneiden und das Waschen verboten; am Donnerstag ist es wegen der Ehrung des Šabbaths erlaubt. Hierzu wird gelehrt: Vor dieser Zeit227Dem 9. Ab; in der Woche, in die dieser fällt.schränke das Volk seine Geschäfte ein, Handel, Bauarbeit und Pflanzung; man darf sich verloben, aber nicht heiraten, auch veranstalte man kein Verlobungsmahl228Die Verlobung ist dann erlaubt, obgleich das Waschen verboten ist, u. um so mehr sollte dies während der 30 Tage der Trauer erlaubt sein, an denen das Waschen erlaubt ist.. –", "Diese Lehre bezieht sich auf die Zeit vor der229Vor der Woche des 9. Ab; während dieser Woche ist es verboten.Vorzeit.", "Raba sprach: Auch hinsichtlich der Zeit vor der Vorzeit ist ja [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn in einem Falle, wo der Handel verboten ist, die Verlobung erlaubt ist, um wieviel mehr ist in einem Falle, wo der Handel erlaubt ist, die Verlobung erlaubt!? –", "Lies nicht: R. Jose sagt, jede Frau dürfe sich verloben, sondern: jede Frau dürfe sich verheiraten. –" ], [ "Hält R. Jose denn nichts von der Unterscheidung230Zwischen den Kindern des ersten u. des zweiten Mannes.!? –", "Er hält nichts davon. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich hält er davon, nur lese man: R. Jose sagt, jede geschiedene Verlobte dürfe sich verheiraten. –", "Demnach lehrt er ja dasselbe, was R. Jehuda!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Verlobung einer Verheirateten. R. Jehuda ist der Ansicht, die verheiratet war, dürfe sich verloben, und R. Jose ist der Ansicht, die verheiratet war, dürfe sich nicht verloben. –", "Ist R. Jose denn der Ansicht, die Verheiratete dürfe sich nicht verloben, es wird ja gelehrt: R. Jose sagt, jede Frau dürfe sich verloben, ausgenommen die Witwe, wegen der Trauer, und zwar währt die Trauer dreißig Tage; heiraten aber dürfen sie alle nicht vor drei Monaten!? –", "Was ist dies für ein Einwand: wenn etwa, weil gelehrt wird, R. Jose sagt, jede Frau dürfe sich verloben, so ist ja diese Lehre nicht bedeutender als unsere Mišna; jene bezogen wir auf die geschiedene Verlobte, die heiraten darf, ebenso spricht diese von der geschiedenen Verlobten, die heiraten darf!? –", "Vielmehr, im Schlußsatze lehrt er, daß sie alle nicht vor drei Monaten heiraten dürfen, wonach sie nur nicht heiraten, wohl aber sich verloben dürfen.", "Raba erwiderte: Erkläre dies wie folgt: R. Jose sagt, jede geschiedene Verlobte dürfe sich verheiraten, jedoch nicht die Witwe, wegen der Trauer, und zwar währt die Trauer dreißig Tage; die verheiratet waren, dürfen sich vor drei Monaten nicht verloben. –", "Hat denn die verwitwete Verlobte Trauer, R. Ḥija b. Ami lehrte ja von der Verlobten, daß weder er ihretwegen Trauernder231Cf. supra Fol. 29b Anm. 100.sei und sich an ihr232An ihrer Leiche, wenn er Priester ist.verunreinige noch sie seinetwegen Trauernde sei und sich an ihm verunreinige, wenn sie gestorben ist, er sie nicht beerbe, und wenn er gestorben ist, sie ihre Morgengabe einfordere!? –", "Vielmehr, hierüber233Über die Verlobung vor dem 9. Ab.streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Vom Ersten des Monats bis zum Fasttage schränke das Volk seine Geschäfte ein, Handel, Bauarbeit, Pflanzung, Verlobung und Verheiratung. In der Woche, in die der Neunte Ab fällt, ist das Haarschneiden und das Waschen verboten, (ebenso ist die Verlobung verboten); manche sagen, dies sei den ganzen Monat verboten.", "R. Aši wandte ein: Woher, daß unter Verlobung die eigentliche Verlobung zu verstehen ist, vielleicht ist es nur verboten, ein Verlobungsmahl zu veranstalten, die Verlobung aber erlaubt !? –", "Demnach müßte auch unter Verheiratung zu verstehen sein, nur ein Hochzeitsmahl zu veranstalten, sei verboten, die Heirat aber erlaubt!? – Es ist nicht gleich; allerdings gibt es bei der Verheiratung eine Fröhlichkeit auch ohne Gastmahl, aber gibt es etwa bei der Verlobung ohne Gastmahl eine Fröhlichkeit!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, anders ist eine junge Trauer als eine alte, anders ist eine öffentliche Trauer als eine private234Letztere ist viel intensiver u. die Verlobung während dieser daher verboten; der oben gegen die Ansicht RJ.s gerichtete Einwand ist daher hinfällig..", "xi WENN VIER BRÜDER MIT VIER FRAUEN VERHEIRATET WAREN UND GESTORBEN SIND, SO DARF DER ÄLTESTE, WENN ER WILL, DIE SCHWAGEREHE AN ALLEN VOLLZIEHEN.", "WENN JEMAND MIT ZWEI FRAUEN VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN IST, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG ODER DIEALIÇA DER EINEN IHRE NEBENBUHLERIN." ], [ "IST EINE GEEIGNET UND EINE UNGEEIGNET235Für Priester; cf. Lev. 21,7., SO SOLL ER, WENN ER DIEALIÇA236Wodurch die Frau Priestern verboten wird.VOLLZIEHT, DIES AN DER UNGEEIGNETEN, UND WENN ER DIE SCHWAGEREHE VOLLZIEHT, DIES [AUCH] AN DER GEEIGNETEN TUN.", "GEMARA. Vier Brüder, wie kommst du darauf237Nach dem Wortlaute ist zu verstehen, wenn es im ganzen 4 Brüder waren u. alle gestorben sind.!? – Lies vielmehr: vier von den Brüdern.", "SO DARF &C. Wieso läßt man ihn, es wird ja gelehrt:238Dt. 25,8.Die Ältesten seiner Stadt sollen ihn laden, sie und nicht, ihre Vertreter; und zu ihm sprechen, dies lehrt, daß man ihm einen guten Rat erteile;", "ist er jung und sie alt oder er alt und sie jung, so spreche man zu ihm: was willst du mit einer Jungen, was willst du mit einer Alten, halte dich an deinesgleichen und bringe nicht Zank in dein Haus239Ebenso sollte man ihm hierbei den Rat erteilen, nicht die Last des Unterhaltes von 4 Frauen auf sich zu nehmen.. –", "In dem Falle, wenn er dies kann. – Demnach auch dann, wenn es mehr sind!? – Er lehrt uns einen guten Rat: nur vier und nicht mehr, damit auf jede eine Beiwohnung240Die für den Mittelstand auf einmal wöchentlich normiert ist; cf. Ket. Fol. 61bff.im Monat komme.", "WENN JEMAND &C. VERHEIRATET WAR. Soll doch die Schwagerehe an beiden vollzogen werden!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:241Dt. 25,9.der das Haus seines Bruders nicht errichtet, er errichte nur ein Haus und nicht zwei Häuser. –", "Soll doch die Ḥaliça an beiden vollzogen werden!? – Mar-Zuṭra b. Ṭobija erwiderte: Die Schrift sagt:242Ib. V. 10.das Haus des Entschuhten, die Entschuhung erfolge nur an einem Hause und nicht an zwei Häusern. –", "Soll doch an einer die Schwagerehe und an einer die Ḥaliça vollzogen werden!? – Die Schrift sagt :243Ib. V. 7.wenn er nicht will, wenn er aber will, vollziehe er die Schwagerehe; wer zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça heran, und wer zur Schwagerehe nicht244Da er die Schwagerehe bereits an einer vollzogen hat u. dies an der anderen nicht mehr darf.herankommt, kommt auch zur Ḥaliça nicht heran.", "Ferner auch, damit man nicht sage, es sei ein Haus, teilweise errichtet und teilweise nicht erichtet. – Mag man doch sagen!? – Wenn er zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça vollzieht, ist dem auch so, er könnte aber zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen, und somit [die Worte] der nicht errichtet245Die darauf deuten, daß nach der Vollziehung der Ḥaliça die Schwagerehe verboten ist.übertreten. –", "Vielleicht ist, wenn eine vorhanden ist, das Gebot der Schwagerehe auszuüben, und wenn zwei vorhanden sind, das Gebot der Schwagerehe nicht auszuüben!? –", "Wozu brauchte dann der Allbarmherzige die Nebenbuhlerin der Inzestuösen246Gf. supra Fol. 3b.zu verbieten: wenn an zwei fremden die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen ist, um wieviel weniger an der Nebenbuhlerin der Inzestuösen. –", "Wieso nicht, dies ist wohl nötig; man könnte glauben, die Inzestuöse247Die dem Schwager verboten ist, u. somit beim Gesetze von der Schwagerehe ausscheidet.stehe außerhalb, und die Schwagerehe sei an der Nebenbuhlerin zu vollziehen, so lehrt er uns, daß sie verboten sei!? –", "Vielmehr, die Wiederholung [des Wortes]248Er mache die geeignete, nicht unnötig durch die Ḥ. für Priester ungeeignet.seine Schwägerin ist einschließend.", "IST EINE GEEIGNET. R. Joseph sagte: Hier lehrte Rabbi, daß man sein Brunnenwasser nicht ausschütte, wenn andere dessen benötigen248Er mache die geeignete, nicht unnötig durch die Ḥ. für Priester ungeeignet..", "xii WENN JEMAND SEINE GESCHIEDENE WIEDERGENOMMEN249Nachdem sie mit einem anderen verheiratet war; cf. Dt. 24,1ff.ODER SEINEALUÇA ODER DIE VERWANDTE SEINERALUÇA GEHEIRATET HAT, SO ENTFERNTE ER SIE, UND DAS KIND IST EIN HURENKIND – SO R. A͑QIBA; \n", "DIE WEISEN SAGEN, DAS KIND SEI KEIN HURENKIND. JEDOCH PFLICHTEN SIE BEI, DASS, WENN JEMAND DIE VERWANDTE SEINER GESCHIEDENEN GEHEIRATET HAT, DAS KIND EIN HURENKIND SEI.", "GEMARA. Ist R. A͑qiba denn der Ansicht, daß, wenn jemand die Verwandte seiner Ḥaluça geheiratet hat, das Kind ein Hurenkind sei, Reš Laqiš sagte ja, hier habe Rabbi gelehrt, die Schwester seiner Geschiedenen sei nach der Tora und die Schwester seiner Ḥaluça nach den Schriftkundigen [verboten]!? – Lies: die Verwandte seiner Geschiedenen250Über diese streiten die Weisen nicht.. –", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: jedoch pflichten sie bei, daß, wenn jemand die Verwandte seiner Geschiedenen geheiratet hat, das Kind ein Hurenkind sei. Einleuchtend ist es, daß er ‘pflichten bei’ lehrt, wenn du sagst, er spreche von dieser, wieso aber heißt es ‘pflichten bei’, wenn du sagst, er spreche von dieser nicht!? –", "Vielleicht lehrt er uns damit, daß der von mit der Ausrottung Belegten [Erzeugte] Hurenkind sei!? – Dies lehrt er weiter: Hurenkind ist jeder von Blutsverwandten [Erzeugte], deren [Verkehr] einem Verbote unterliegt – so R. A͑qiba; R. Šimo͑n der Temanite sagt, dessentwegen man sich der himmlischen Ausrottungsstrafe schuldig macht, und die Halakha ist nach seiner Ansicht zu entscheiden. –", "Vielleicht entscheidet der Autor damit251Da die Halakha nach der anonymen Lehre entschieden wird.nach R.Šimo͑n dem Temaniten!? – Wenn dem so wäre, so sollte es ‘andere mit der Ausrottung belegte’ heißen, wenn es aber ‘Verwandte seiner Geschiedenen’ heißt, so spricht er von dieser. –", "Vielleicht spricht er tatsächlich nicht von dieser, und nur weil er von der Wiedernahme seiner Geschiedenen und dem Heiraten seiner Ḥaluça oder der Verwandten seiner Ḥaluça lehrt, lehrt er es auch von der Verwandten seiner Geschiedenen;", "jedoch252So besser nach einer Handschrift.ist nach R. A͑qiba, der von der Verwandten seiner Ḥaluça [Erzeugte] ein Hurenkind!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Folgendes ist der Grund R. A͑qibas: die Schrift sagt: das Haus des Entschuhten, womit sie diese als sein Haus bezeichnet253Sie ist ihm nach der Tora verboten..", "R. Joseph sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Rabbi: Alle pflichten bei, daß wenn jemand seine Geschiedene wiedergenommen hat," ], [ "das Kind für die Priesterschaft bemakelt254Ist es ein Mädchen, so darf ein Priester es nicht heiraten.sei. – Wer ist es, der beipflichtet? – Es ist Šimo͑n der Temanite. Obgleich Šimo͑n der Temanite sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind, so ist er, wenn auch nicht Hurenkind, immerhin bemakelt.", "Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe zu folgern: wenn der Sohn einer Witwe vom Hochpriester, die nicht jedem verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr ist der Sohn dieser, die jedem verboten ist, bemakelt. –", "Es ist zu widerlegen: wohl gilt dies von der Witwe, die sich selber entweiht255Durch ihre verbotene Heirat mit dem Hochpriester; nach seinem Tode ist sie auch einem gemeinen Priester verboten.!?", "Ferner heißt es:256Dt. 24,4.sie ist ein Gräuel; sie ist ein Gräuel, nicht aber sind ihre Kinder ein Gräuel.", "Ferner wird gelehrt: Wenn jemand seine Geschiedene wiedergenommen, oder seine Ḥaluça oder die Verwandte seiner Ḥaluça geheiratet hat, so ist, wie R. A͑qiba sagt, die Antrauung ungültig und sie benötigt keines Scheidebriefes von ihm, auch ist sie untauglich und ihr Kind untauglich, und man zwinge ihn, sie zu entfernen. Die Weisen sagen, die Antrauung sei gültig und sie benötige eines Scheidebriefes von ihm, auch sei sie und ihr Kind tauglich.", "Das Kind ist wohl für Priester tauglich!? – Nein, für die Gemeinde257Es ist einem Jisraéliten erlaubt.. – Demnach ist auch sie selbst nur für die Gemeinde tauglich, und dies ist ja selbstverständlich, sollte sie denn dieserhalb258Wörtl. weil sie gehurt hat; die verbotene Heirat gilt als Hurerei.für die Gemeinde untauglich sein!? Doch wohl für Priester,", "und wie sie für Priester, ebenso ihr Kind für Priester. – Wieso denn, sie für diese, jenes für jene.", "Dies ist auch einleuchtend, denn der Anfangsatz lehrt, sie sei untauglich und ihr Kind sei untauglich. Für wen ist sie untauglich : wenn etwa für die Gemeinde, wieso sollte sie dieserhalb258Wörtl. weil sie gehurt hat; die verbotene Heirat gilt als Hurerei.für die Gemeinde untauglich sein!? Doch wohl für Priester.", "Für wen ist ferner ihr Kind untauglich: wenn nur für Priester, und für die Gemeinde tauglich, so sagt ja R. A͑qiba, das Kind sei ein Hurenkind: doch wohl für die Gemeinde.", "Wie nun im Anfangsatze diese für diese und jenes für jene, ebenso im Schlußsatze diese für diese und jenes für jene.", "[Die Worte] sie ist ein Gräuel besagen: sie ist ein Gräuel, nicht aber ist ihre Nebenbuhlerin ein Gräuel; die Kinder aber sind ein Gräuel.", "Hinsichtlich der Witwe aber ist zu erwidern: wohl gilt dies von der Witwe, die sich selber entweiht!?", "Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Joseph sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Rabbi : Alle pflichten bei, daß, wenn die Beiwohnung mit der Ausrottung belegt ist, das Kind bemakelt ist. – Wer ist es, der beipflichtet? – Es ist R. Jehošua͑, Obgleich R. Jehošua͑ sagt, der von mit der Ausrottung belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind, so ist er, wenn auch nicht Hurenkind, immerhin bemakelt.", "Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe, zu folgern: wenn der Sohn einer Witwe vom Hochpriester, die nicht jedem verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr ist der Sohn dieser, die jedem verboten ist, bemakelt.", "Wollte man erwidern : wohl gilt dies von der Witwe, die sich selber entweiht, so macht er auch diese, sobald er ihr beigewohnt hat, zur Hure259Wegen des verbotenen Beischlafes..", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Alle pflichten bei, daß, wenn ein Sklave oder ein Nichtjude einer Jisraélitin beigewohnt hat, das Kind ein Hurenkind sei. –", "Wer ist es, der beipflichtet? – Es ist Šimo͑n der Temanite. Obgleich Šimo͑n der Temanite sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind, so gilt dies" ], [ "nur von mit einem Verbote belegten, bei denen die Antrauung gültig ist, Nichtjude und Sklave aber gleichen, da ihre Antrauung ungültig ist, den mit der Ausrottung belegten.", "Man wandte ein: Wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind ein Hurenkind. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt, Hurenkind sei es nur dann, wenn die Beiwohnung inzestuös und mit der Ausrottung belegt260Dieser Autor stimmt mit Š. dem Temaniten überein, u. lehrt, daß das Kind kein Bastard sei.ist.", "Vielmehr, erklärte R. Joseph, derjenige, der beipflichtet, ist Rabbi. Rabbi sagt, diese Worte261Daß nach der Vollziehung der Ḥ. an der einen Frau die Beiwohnung der anderen eherechtlich nicht wirksam ist, sodaß sie auch keines Scheidebriefes benötigt.gelten nur nach R. A͑qiba, der die Ḥaluça der Inzestuösen gleichstellt, während er selber nicht dieser Ansicht262Daß die Trauung ungültig u. das Kind Hurenkind ist.ist; hinsichtlich eines Nichtjuden und eines Sklaven pflichtet er jedoch bei. Als R. Dimi kam, sagte er nämlich im Namen des R. Jiçḥaq b. Evdämi im Namen unseres Meisters [Rabbi]: Wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind ein Hurenkind.", "R. Aḥa der Burgfürst und R. Tanḥum, Sohn der R. Ḥija aus Kephar A͑kko kauften einst Gefangene los, die aus Armon nach Tiberias gebracht wurden. Unter ihnen befand sich eine, die von einem Nichtjuden geschwängert wurde, und sie wandten sich bezüglich dieser an R. Ami. Da sprach er zu ihnen: R. Joḥanan, R. Elea͑zar und R. Ḥanina sagten, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind ein Hurenkind.", "R. Joseph erwiderte: Ist es etwa eine Großtat, Personen aufzuzählen263Die Mehrheit der Personen, die dieser Ansicht sind, ist nicht ausschlaggebend, da mehrere Personen entgegengesetzter Ansicht sind.!? Rabh und Šemuél in Babylonien, und R. Jehošua͑ b. Levi und Bar Qappara im Jisraéllande – manche nennen statt Bar Qappara die Ältesten des Südens – sagen, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind263Die Mehrheit der Personen, die dieser Ansicht sind, ist nicht ausschlaggebend, da mehrere Personen entgegengesetzter Ansicht sind.unbemakelt.", "Vielmehr, sagte R. Joseph, ist es Rabbi264Der dieser Ansicht ist, und seine Ansicht ist maßgebend., denn als R. Dimi kam, sagte er im Namen des R. Jiçḥaq b. Evdämi, im Namen unseres Meisters lehrten sie, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind ein Hurenkind.", "R. Jehošua͑ b. Levi aber sagt, das Kind sei suspekt. Für wen: wenn für die Gemeinde, so sagte ja R. Jehošua͑ [b. Levi], das Kind sei unbemakelt!? – Vielmehr, für Priester. Und auch alle Amoraím, nach welchen das Kind unbemakelt ist, pflichten bei, daß es für Priester bemakelt sei.", "Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe, zu folgern: wenn der Sohn einer Witwe vom Hochpriester, die nicht jedem verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr ist der Sohn dieser, die jedem verboten ist, bemakelt. –", "Wohl der einer Witwe vom Hochpriester, die sich selber entweiht !? – Auch diese wird, sobald jene ihr beigewohnt haben, [selber] untauglich265Für die Heirat mit einem Priester..", "R. Joḥanan sagte nämlich im Namen R. Šimo͑ns : Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Priesterin, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, er sie untauglich gemacht habe? Es heißt :266Lev. 23,13.wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird; nur von einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen ein Nichtjude und ein Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt.", "Abajje sprach zu ihm : Was veranlaßt dich, dich auf R. Dimi zu berufen, berufe dich auf Rabin!? Als Rabin kam, sagte er nämlich, R. Nathan und R. Jehuda der Fürst entschieden hierbei erlaubend, und R. Jehuda der Fürst ist Rabbi.", "Und auch Rabh entschied hierbei erlaubend. Einst kam nämlich jemand267Er war der Sohn einer Jisraélitin von einem Nichtjuden.vor Rabh und fragte ihn, wie es denn sei, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat,", "und dieser erwiderte ihm, das Kind sei unbemakelt. Da sprach er zu ihm : Gib mir deine Tochter. – Ich gebe sie dir nicht.", "Da sprach Šimi b. Ḥija zu Rabh: Die Leute pflegen zu sagen: in Medien tanzt ein Kamel auf einen Kab268Kleines Getreidemaß (Kάβος); dh. in fernen Ländern geschehen Wunder.; da ist der Kab, da ist das Kamel und da ist Medien, es tanzt aber nicht269Dh. du hast eine beachtenswerte Entscheidung getroffen, handelst aber nicht danach..", "Dieser erwiderte: Selbst wenn er Jehošua͑, dem Sohne Nuns, gliche, würde ich ihm meine Tochter nicht geben. Jener entgegnete: Jehošua͑, dem Sohne Nuns, würden, wenn der Meister ihm [seine Tochter] nicht gibt, andere geben, diesem aber würden, wenn der Meister ihm nicht gibt, auch andere nicht270Man würde aus der Ablehnung schließen, daß er bemakelt sei.geben.", "Als er aber von ihm nicht fortging, richtete er auf ihn sein Auge, und er starb.", "Auch R. Nathan entschied hierbei erlaubend, und ebenso entschied R. Jehuda erlaubend. Wenn ein solcher vor R. Jehuda kam, sprach er zu ihm : Geh und verbirg271Dh. geh nach einer Ortschaft, wo man dich nicht kennt u. für einen Jisraéliten hält.dich, oder nimm eine deinesgleichen. Wenn ein solcher vor Raba kam, sprach er zu ihm: Entweder wandere aus, oder nimm eine deinesgleichen.", "Die Einwohner von Re Miklise sandten an Rabba: Wie ist es, wenn ein Halbsklave einer Jisraélitin beigewohnt hat? Dieser erwiderte: Wenn [das Kind] von einem richtigen Sklaven nicht bemakelt ist, um wieviel weniger von einem, der es nur halb ist.", "R. Joseph sprach: Der Autor dieser Lehre273Daß das Kind einer Jisraélitin von einem Nichtjuden od. einem Sklaven unbemakelt sei.ist" ], [ "R. Jehuda, und R. Jehuda sagte ja, daß, wenn ein Halbsklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, es für das Kind kein Mittel274Eine Jisraélitin heiraten zu dürfen.gebe !? –", "Die Lehre R. Jehudas bezieht sich auf den Fall, wenn er sich eine Jisraélitin angetraut hat, sodaß seine Sklavenseite einer Ehefrau beigewohnt275Wenn ein richtiger Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind unbemakelt, u. selbst wenn er sie sich angetraut hat, gehört es zur Mutter, da die Antrauung ungültig; ist; bei einem Halbsklaven dagegen ist die Antrauung teilweise gültig, sodaß die Mutter zum Teil Ehefrau ist, deren uneheliches Kind sogar von einem Jisraéliten ein Hurenkind ist. Die obige Lehre von der Makellosigkeit des Kindes bezieht sich auf eine Unverheiratete.hat. –", "Die Nehardee͑nser sagten ja aber im Namen R. Ja͑qobs, daß nach demjenigen, nach dem [das Kind] bemakelt ist, dies auch von einer Ledigen, und nach demjenigen, nach dem es nicht bemakelt ist, dies auch von einer Ehefrau gelte!?", "Beide folgern es von der Frau seines Vaters. Derjenige, nach dem es bemakelt ist, folgert: wie die Antrauung mit der Frau seines Vaters ungültig und das Kind ein Hurenkind ist, ebenso ist das Kind all derjenigen, mit denen die Antrauung ungültig ist, ein Hurenkind.", "Derjenige aber, nach dem es unbemakelt ist, folgert: gleich der Frau seines Vaters, deren Antrauung mit ihm ungültig, mit anderen aber gültig ist, ausgenommen Nichtjude und Sklave, bei denen die Antrauung überhaupt nicht gültig276Der Vater scheidet vollständig aus, u. das Kind gehört ganz zur Mutter.ist.", "Vielmehr, die Lehre R. Jehudas bezieht sich auf den Fall, wenn er einer Ehefrau beigewohnt hat, sodaß die Seite der Freiheit an ihm einer Ehefrau beigewohnt hat.", "Rabina sagte : R. Gaza erzählte mir, R. Jose b. Abin kam einst nach einer Ortschaft, wo sich gerade ein derartiger Fall mit einer Ledigen ereignete, und er erklärte [das Kind] als unbemakelt, und ebenso einer mit einer Ehefrau, und er erklärte es als bemakelt. R. Šešeth sprach : Mir sagte R. Gaza, es war nicht R. Jose b. Abin, sondern R. Jose b. Zebida, und er erklärte [das Kind] als unbemakelt, sowohl bei der Ledigen als auch bei der Ehefrau. R. Aḥa, der Sohn Rabhs, sprach zu Rabina : Amemar kam in unsere Ortschaft und er erklärte [das Kind] als unbemakelt, sowohl bei einer Ledigen als auch einer Ehefrau.", "Die Halakha ist: Wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind unbemakelt, einerlei ob einer Ledigen oder einer Ehefrau.", "Raba erklärte R. Mari, den Sohn der Raḥel277Der Tochter Šemuéls, die in der Gefangenschaft von einem Nichtjuden geschwängert worden war. Sein Vater bekehrte sich später zum Judentume u. ist im T. unter dem Namen ‘Isur der Proselyt’ bekannt., als unbemakelt und machte ihn zum Ephoren in Babylonien, obgleich der Meister gesagt hat:278Dt. 17,15.du sollst einen König über dich setzen [aus der Mitte deiner Brüder], in jedes Amt, das du zu besetzen hast, darfst du nur einen aus der Mitte deiner Brüder einsetzen. Seine Mutter war aus Jisraél, somit heißt es von ihm: aus der Mitte deiner Brüder.", "Ein Sklave des R. Ḥija b. Ami ließ eine Nicht Jüdin als Frau279Zur Reinigung von der Menstruation u. nicht zum Zwecke der Bekehrung.untertauchen. Da sprach R. Joseph : Ich kann sie selbst und ihre Tochter als unbemakelt erklären.", "Sie selbst, nach R. Asi, denn R. Asi sagte: ist sie etwa nicht wegen ihrer Menstruation untergetaucht280Das Untertauchen wegen der Menstruation ist auch für die Bekehrung ausreichend.!?", "Ihre Tochter, denn, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind unbemakelt.", "Einst war jemand, den man Sohn einer Aramäerin281Seine Mutter hatte sich bei der Bekehrung nicht untergetaucht.nannte. Da sprach R. Asi : Ist etwa [seine Mutter] nicht wegen ihrer Menstruation untergetaucht!? Einst war jemand, den man Aramäersohn nannte. Da sprach R. Jehošua͑ b. Levi: Ist etwa [sein Vater] nicht wegen Samenergusses untergetaucht !?", "R. Ḥama b. Gorja sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand einen Sklaven von einem Nichtjuden gekauft hat, und dieser ihm zuvorgekommen und zwecks Freiwerdung untergetaucht ist, so hat er seine Freiheit erworben. – Aus welchem Grunde? –" ], [ "Der Nichtjude hatte ihn nicht erworben282Wie weiter erklärt, kann ein Nichtjude nicht einen anderen erwerben., und er kann dem Jisraéliten nur das zueignen, was ihm selber gehört; da jener aber ihm zuvorgekommen und zwecks Freiwerdung untergetaucht ist, so ist seine Hörigkeit aufgehoben.", "Dies nach Raba, denn Raba sagte: Heiligung283Wenn jemand ein verpfändetes Vieh als Opfer geweiht hat., Säuerung284Das Gesäuerte (cf. Ex. 12,15ff. u. Dt. 16,3ff.) im Besitze eines Jisraéliten wird am Pesaḥfeste zur Nutznießung verboten, selbst in dem Falle, wenn es einem Nichtjuden verpfändet ist.und Freilassung heben das Anrecht285Des Gläubigers bezw. des Herrn.auf.", "R. Ḥisda wandte ein: Bei Vater ja der Proselytin ereignete es sich, daß ihre Sklaven früher als sie untertauchten, und als die Sache vor die Weisen kam, entschieden sie, sie haben ihre Freiheit erworben. Nur weil vorher286Sie war beim Untertauchen der Sklavin noch Nichtjüdin, die einen Sklaven nicht erwerben kann., nicht aber wenn nachher!?", "Raba erwiderte: Wenn vorher, ob ohne Zweckangabe287Daß er das Tauchbad zwecks Freiwerdung nehme.oder mit Zweckangabe, wenn nachher, nur mit Zweckangabe, nicht aber ohne Zweckangabe.", "R. Šaja sagte: Dies288Daß der Sklave durch das Untertauchen beim Verkaufe seine Freiheit erlangt.nur, wenn man [einen Sklaven] von einem Nichtjuden kauft, wenn aber den Nichtjuden selber, so hat man ihn289Auch wenn er untergetaucht ist.erworben,", "denn es heißt :290Lev. 25,45.und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch wohnen, aus ihnen könnt ihr kaufen; ihr könnt aus ihnen kaufen, nicht aber können sie aus euch kaufen, noch können sie aus einander kaufen.", "Inwiefern können sie aus euch nicht kaufen: wenn die Händearbeit291Daß nur die Arbeitsleistung u. nicht die Person selbst ihm gehöre., wieso erwirbt ein Nichtjude keinen Jisraeliten, es heißt ja:292Lev. 25,47.dem Abkömmling aus dem Fremdlingsgeschlechte, und der Meister sagte: unter Fremdlingsgeschlecht sei ein Nichtjude293Dem somit ein Jisraélit sich verkaufen kann.zu verstehen; doch wohl die Person selbst, und der Allbarmherzige sagt: ihr könnt aus ihnen kaufen, selbst die Person.", "R. Aḥa wandte ein: Vielleicht durch Geld und Untertauchen294Zwecks Sklaverei, wenn er aber zwecks Freiwerdung untertaucht, erlangt er seine Freiheit.!? – Ein Einwand.", "Šemuél sagte: Man halte ihn im Wasser295Den Sklaven beim Untertauchen zwecks Aufnahme in das Judentum. Durch diese Handlung wird er zum Sklaven gestempelt, und seine etwaige Erklärung, er tauche zwecks Freiwerdung unter, ist nichtig.fest.", "So übergab einst R. Aši seinen Sklaven Minjamin, der untertauchen296Zur Aufnahme in das Judentum.wollte, Rabina und R. Aha, dem Sohne Rabas, und sprach zu ihnen: Paßt auf, von euch verlange ich297Falls er sich beim Untertauchen durch die obige Erklärung der Leibeigenschaft entzieht.ihn. Da legten sie ihm eine Kette um den Hals, die sie298Beim Untertauchen.lose hielten und festzogen.", "Lose hielten, damit keine Trennung299Zwischen dem Körper u. dem Wasser, an der Stelle, die von der Kette berührt wird; beim rituellen Untertauchen darf keine Körperstelle vom Wasser unberührt bleiben.entstehe, und festzogen, damit er nicht zuvorkomme und sage, er tauche zwecks Freiwerdung unter. Als er den Kopf aus dem Wasser hob, legten sie ihm ein Gefäß mit Lehm auf den Kopf300Als Zeichen der Sklaverei.und sprachen zu ihm: Geh, bring es deinem Herrn.", "R. Papa sprach zu Raba: Der Meister hat wohl beobachtet, daß die Angehörigen des Hauses des Papa b. Abba Geldbeträge auf die Kopfsteuer anderer Leute301Die die Kopfsteuer nicht bezahlen konnten, u. daher von den Regierungsbeamten für den rückständigen Betrag zur Sklavenarbeit angehalten od. verkauft wurden.anzahlen und diese zur Sklavenarbeit anhalten. Benötigen diese, wenn sie fortgehen, eines Freibriefes oder nicht?", "Dieser erwiderte: Wenn ich jetzt tot wäre, würde ich euch dies nicht gesagt haben; folgendes sagte R. Šešeth: die Hörigkeits-Urkunden von diesen liegen im Schreine des Königs, und der König bestimmte, wer keine Kopfsteuer zahlt, sei dem dienstbar, der für ihn Kopfsteuer zahlt.", "R. Ḥija b. Abba kam einst nach Gabla und beobachtete, daß da jüdische Töchter von beschnittenen und nicht untergetauchten Nichtjuden geschwängert wurden. Ferner beobachtete er, daß da Nichtjuden Wein302Der durch die Berührung eines Nichtjuden zum Genüsse verboten wird.verschnitten und Jisraéliten ihn tranken. Ferner beobachtete er, daß da Nichtjuden Lupinen kochten303Vom Nichtjuden Gekochtes darf nicht gegessen werden.und Jisraéliten sie aßen. Er sagte ihnen aber nichts.", "Als er hierauf zu R. Joḥanan kam, sprach dieser zu ihm : Geh und mache bekannt, daß ihre Kinder Hurenkinder sind, daß ihr Wein Libationswein304Den Götzen als Gußopfer gespendet.ist, und daß ihre Lupinen als von Nichtjuden gekocht [verboten] sind, weil sie im Gesetze unkundig sind.", "Daß ihre Kinder Hurenkinder sind. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, er gelte nur dann als Proselyt, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist; wenn er aber nicht untergetaucht ist, gilt er als Nichtjude. Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, das Kind ein Hurenkind ist.", "Daß ihr Wein Libationswein ist. Man sagt nämlich: Weiter, weiter, Naziräer; herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge305Man halte sich dem Verbotenen (cf. Num. 6,3) möglichst fern..", "Daß ihre Lupinen als von Nichtjuden gekocht [verboten] sind, weil sie im Gesetze unkundig sind. Demnach wären sie erlaubt, wenn sie im Gesetze kundig wären, und [dem widersprechend] sagte ja R. Šemuél b. R. Jiçḥaq im Namen Rabhs, was roh gegessen wird, sei nicht als von Nichtjuden Gekochtes verboten, wonach die Lupine, die nicht roh gegessen wird, als von Nichtjuden Gekochtes [verboten] ist!? –", "R. Joḥanan hält es mit der anderen Fassung des R. Šemuél b. R. Jiçḥaq im Namen Rabhs: was nicht auf die königliche Tafel als Zukost zum Brote kommt, ist nicht als von Nichtjuden Gekochtes [verboten]. Und nur aus dem Grunde, weil sie im Gesetze unkundig waren, Gesetzeskundigen aber ist es erlaubt.", "Die Rabbanan lehrten : Ein Proselyt, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, gilt, wie R. Elie͑zer sagt, als Proselyt, denn dies finden wir bei unseren Vorfahren306Den Auszüglern aus Ägypten., sie waren beschnitten und nicht untergetaucht. Ist er untergetaucht und nicht beschnitten worden, so gilt er, wie R. Jehošua͑ sagt, als Proselyt, denn dies finden wir bei unseren Stammüttern, sie waren untergetaucht und nicht beschnitten worden. Die Weisen sagen, wenn er untergetaucht und nicht beschnitten worden oder beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, gelte er nicht als Proselyt; nur wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist.", "Sollte auch R. Jehošua͑ von der Vorfahren, und ebenso auch R. Elie͑zer von den Stammüttern folgern!? Wolltest du erwidern, er folgere nicht hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen307Bei den Stammüttern war die Beschneidung nicht möglich, u. nur aus diesem Grunde erfolgte bei ihnen die Aufnahme in das Judentum nur durch Untertauchen.,", "so wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß das Pesaḥopfer der späteren Generationen308Als Ggs. zum Pesaḥopfer, das die Jisraéliten bei ihrem Auszuge aus Ägypten darbrachten.nur von Profanem darzubringen ist? In Miçrajim ist das Pesaḥopfer geboten worden und für die späteren Generationen ist das Pesaḥopfer geboten worden, wie das in Miçrajim gebotene Pesaḥopfer von Profanem309Da es damals kein Geheiligtes (den 2. Zehnten) gab.dargebracht wurde, ebenso ist das für die späteren Generationen gebotene Pesaḥopfer von Profanem darzubringen.", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Ist denn hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen309Da es damals kein Geheiligtes (den 2. Zehnten) gab.zu folgern!? Jener erwiderte: Obgleich es nicht möglich war, dennoch ist dies ein bedeutender Beweis, und man folgere hiervon. –", "Vielmehr," ], [ "hinsichtlich des Untertauchens ohne Beschneidung stimmen alle überein, daß es von Wirkung sei, sie streiten nur über die Beschneidung ohne Untertauchen; R. Elie͑zer folgert von den Vorfahren, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, auch bei den Vorfahren war das Untertauchen erfolgt. –", "Woher entnimmt er dies, wenn etwa aus dem Schriftverse :310Ex. 19,10.geh zum Volke und laß sie sich heute rüsten und morgen, daß sie ihre Kleider waschen; denn, wenn in einem Falle, wo das Kleiderwaschen nicht erforderlich ist, das Untertauchen erforderlich311Beispielsweise bei der Verunreinigung durch Samenerguß.ist, um wieviel mehr war in dem Falle, wo das Kleiderwaschen erforderlich war312Bei der Gesetzgebung, dem Übertritte zum Judentume., das Untertauchen erforderlich,", "so war dies vielleicht nichts weiter als ein Reinlichkeitsakt!? –", "Vielmehr, hieraus :313Dt. 24,8.und Moše nahm das Blut und sprengte auf das Volk, und es ist uns überliefert, daß es kein Sprengen ohne Untertauchen gebe. –", "Woher entnimmt R. Jehošua͑ das Untertauchen bei den Stammüttern? – Dies ist einleuchtend; wodurch sonst sind sie unter die Fittige der Göttlichkeit gekommen!?", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Er ist erst dann Proselyt, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist. Selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit314Diese Ansicht vertreten die Weisen in der oben angezogenen kehre.ist ja die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden!? –", "Mit Weisen315Die als Vertreter dieser Ansicht genannt werden.ist R. Jose gemeint.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand kommt und sagt, er sei beschnitten worden, jedoch nicht untergetaucht, so lasse man ihn untertauchen, und dabei ist nichts316Da er beschnitten ist, selbst wenn nicht zwecks Aufnahme in das Judentum, so ist das Untertauchen wirksam. – so R. Jehuda: R. Jose sagt, man lasse ihn nicht317Die Beschneidung muß zwecks Aufnahme in das Judentum erfolgen.untertauchen.", "Daher lasse man einen Proselyten am Šabbath318An dem auch an der Person keine eingreifende ‘Besserung’, die Aufnahme in das Judentum, erfolgen darf; schon durch die Beschneidung gehört er zum Judentume.untertauchen – so R. Jehuda; R. Jose sagt, man lasse ihn nicht untertauchen.", "Der Meister sagte: Daher lasse man einen Proselyten am Šabbath untertauchen. Selbstverständlich lasse man ihn, da nach R. Jehuda eines genügt, wenn er vor uns beschnitten worden ist, untertauchen; was heißt ‘daher’!? –", "Man könnte glauben, nach R. Jehuda sei das Untertauchen die Hauptsache und daher am Šabbath verboten, weil dadurch die Person hergerichtet wird, so lehrt er uns, daß nach R. Jehuda das eine oder sei. –", "«R. Jose sagt, man lasse ihn nicht untertauchen.» Selbstverständlich, R. Jose ist ja der Ansicht, beides sei erforderlich, und die Herrichtung der Person ist am Šabbath verboten!? –", "Man könnte glauben, nach R. Jose sei die Beschneidung die Hauptsache, und jenes319Seine Lehre, daß man ihn nicht untertauchen lasse, falls er sagt, er sei beschnitten worden.gelte nur in dem Falle, wenn die Beschneidung nicht vor uns erfolgt ist, wenn aber die Beschneidung vor uns erfolgt ist, lasse man ihn am Šabbath untertauchen, so lehrt er uns, daß nach R. Jose beides erforderlich sei.", "Rabba sagte: Einst kam vor R. Ḥija b. Rabbi – R. Joseph lehrte: R. Oša͑ja b. Rabbi, und R. Saphra lehrte: R. Oša͑ja b. R. Ḥija – ein Proselyt, der beschnitten und nicht untergetaucht320Mit dem Ersuchen, ihn zwecks Aufnahme in das Judentum untertauchen zu lassen; dies war an einem Abend erfolgt.war. Da sprach dieser zu ihm: Warte bis morgen, sodann lassen wir dich untertauchen.", "Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß bei einem Proselyten321Bei seiner Aufnahme in das Judentum.drei [Personen] erforderlich sind; es ist zu entnehmen, daß er erst dann Proselyt ist, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist; und es ist zu entnehmen, daß man einen Proselyten nicht nachts untertauchen lasse. – Sollte er doch sagen, hieraus sei zu entnehmen, daß Approbierte322Solche waren es in jenem Falle.erforderlich seien!? – Vielleicht [war es nur Zufall], daß sie zusammentrafen.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Bei einem Proselyten321Bei seiner Aufnahme in das Judentum.sind drei [Personen] erforderlich, denn bei diesem wird [das Wort] Recht323Cf. Num. 15,16.gebraucht324Ein Gerichtskollegium besteht aus 3 Personen..", "Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß, wenn jemand kommt und sagt, er sei Proselyt, man ihn aufnehme, so heißt es:325Lev. 19,33.mit dir, wenn er dir bekannt ist. Woher dies326Daß man ihn wohl aufnehme.von dem Falle, wenn er kommt und Zeugen mitbringt? Es heißt :325Lev. 19,33.wenn mit dir ein Fremdling weilt in eurem Lande." ], [ "Ich weiß dies vom [Jisraél]lande, woher dies vom Auslande? Es heißt : mit dir, wo er auch mit dir weilt. Weshalb heißt es demnach in eurem Lande? Im Lande muß er es327Daß er zwecks Aufnahme in das Judentum beschnitten worden ist.beweisen, außerhalb des Landes328Wo er keine Veranlassung hat, sich als Jisraélit auszugeben.braucht er es nicht zu beweisen – so R. Jehuda. Die Weisen sagen, sowohl im. Lande als auch außerhalb des Landes müsse er es beweisen. –", "Wozu ist ein Schriftvers nötig hinsichtlich des Falles, wenn er kommt und Zeugen mitbringt? R. Šešeth erwiderte: Wenn sie sagen, sie hätten gehört, daß er von jenem Gerichte Proselyt geworden ist. Man könnte glauben, man verlasse sich auf sie nicht, so lehrt er uns. –", "«In eurem Lande, ich weiß dies nur vom Jisraéllande, woher dies vom Auslande? Es heißt: mit dir, wo er auch mit dir weilt.» Du hast es ja bereits ausgelegt28Dieses Wort wird vorher für eine andere Auslegung verwandt.!? – Das eine aus [dem Worte] mit dir und das andere aus [dem Worte] bei dir329Cf. Lev. 25,47.. –", "«Die Weisen sagen, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes müsse er es beweisen.» Es heißt ja aber im Lande!? –", "Dies deutet darauf, daß man auch im Lande Proselyten aufnehme; man könnte annehmen, daß sie nur wegen des Wohlstandes des Jisraéllandes, und auch jetzt, wo es keinen Wohlstand gibt, wegen der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlasses330Bei der Obst- und Getreideernte, die den Armen überlassen werden müssen; Lev. 19,9, ib. 23,22 u. Dt. 24,19.und des Armenzehnten Proselyten werden, so lehrt er uns.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans : Die Halakha ist, er müsse sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes den Beweis antreten. – Selbstverständlich, bei [einem Streit zwischen] einem einzelnen und einer Mehrheit ist ja die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden!? – Man könnte glauben, die Ansicht R. Jehudas sei einleuchtender, da sie von einem Schriftvers unterstützt wird, so lehrt er uns.", "Die Rabbanan lehrten :331Dt. 1,16.Richtet mit Gerechtigkeit zwischen einem Manne und seinem Bruder und seinem Fremdling. Hieraus332Beim Fremdling, im Texte גר, auch Proselyt, wird der Ausdruck ‘richten’ gebraucht.folgert R. Jehuda, daß, wenn er vor Gericht Proselyt geworden ist, er Proselyt, und wenn vor sich selber, er kein Proselyt sei.", "Einst kam einer vor R. Jehuda und sprach zu ihm: Ich bin vor mir selber Proselyt geworden. Da fragte ihn R. Jehuda: Hast du Zeugen? Dieser erwiderte: Nein. Er fragte weiter: Hast du Kinder? Dieser erwiderte: Ja. Hierauf sprach er zu ihm: Du bist glaubwürdig, dich selber zu bemakeln, nicht aber bist du glaubwürdig, deine Kinder333Die allgemein als Jisraéliten galten.zu bemakeln. –", "Kann R. Jehuda denn gesagt haben, er sei hinsichtlich seiner Kinder nicht glaubwürdig, es wird ja gelehrt :334Dt. 21,17. Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen. Hieraus folgerte R. Jehuda, ein Mensch sei glaubwürdig, wenn er sagt: dieser, mein Sohn, ist Erstgeborener. Und wie er glaubwürdig ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebenso335Er ist glaubwürdig sowohl in seinem Interesse als auch gegen sein Interesse.ist er glaubwürdig, wenn er sagt: dieser ist mein Sohn von einer Geschiedenen, dieser ist mein Sohn von einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubwürdig.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er sprach zu ihm wie folgt: Nach deinen Worten bist du ein Nichtjude, und ein Nichtjude kann kein Zeugnis ablegen. Rabina erwiderte: Er fragte ihn, ob er Kinder habe, [und jener erwiderte:] jawohl, ob er Kindeskinder habe, [und jener erwiderte:] jawohl; hierauf sprach er zu ihm: Du bist glaubwürdig, deine Kinder zu bemakeln, nicht aber bist du glaubwürdig, deiner Kinder Kinder zu bemakeln.", "Übereinstimmend wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Ein Mensch ist glaubwürdig, über seinen minderjährigen Sohn auszusagen, nicht aber ist er glaubwürdig, über seinen großjährigen Sohn auszusagen. Hierzu sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Unter ‘minderjährig’ ist nicht ein wirklich Minderjähriger, und unter ‘großjährig’ ist nicht ein wirklich Großjähriger zu verstehen, vielmehr gilt ein Minderjähriger, der Kinder hat, als großjährig, und ein Großjähriger, der keine Kinder hat, als minderjährig.", "Die Halakha ist wie R. Naḥman b. Jiçḥaq336Daß er, da er sich als Nichtjude bekennt, auch inbetreff seiner Kinder nicht glaubwürdig ist.. – Es wird ja aber gelehrt, die Halakha sei wie Rabina!? – Dies bezieht sich auf [die Lehre von der] Anerkennung337Als Erstgeborener od. als Sohn einer Ḥaluça; die Lehre spricht von einem Jisraéliten..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand in der Jetztzeit Proselyt werden will, so spreche man zu ihm: Was veranlaßt dich, Proselyt zu werden; weißt du denn nicht, daß die Jisraéliten in der Jetztzeit gequält, gestoßen, gedemütigt und gerupft werden und Leiden über sie kommen!? Wenn er sagt, er wisse dies, und sei dessen gar nicht würdig, so nehme man ihn sofort auf", "und mache ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Ferner erkläre man ihm die Sünde inbetreff der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlasses338Cf. Anm. 330.und des Armenzehnten. Auch teile man ihm die Bestrafung wegen [Übertretung] der Gebote mit und spreche zu ihm: Wisse, daß du bisher Talg gegessen hast, ohne mit der Ausrottung bestraft zu werden, den Šabbath entweiht hast, ohne mit der Steinigung bestraft zu werden; wenn du aber von jetzt ab Talg ißt, wirst du mit der Ausrottung bestraft, wenn du den Šabbath einweihst, wirst du mit der Steinigung bestraft.", "Und wie man ihm die Bestrafung wegen der Gebote mitteilt, so teile man ihm ihre Belohnung mit und spreche zu ihm : Wisse, daß die zukünftige Welt nur für die Frommen erschaffen worden ist. Die Jisraéliten können auf dieser Welt weder" ], [ "übermäßig Güte noch übermäßig Leiden ertragen. Jedoch [rede man] auf ihn nicht zuviel ein und nehme es mit ihm nicht allzu genau.", "Ist er einverstanden, so beschneide man ihn sofort, bleiben die Beschneidung ungültig machende Fäserchen zurück, so beschneide man ihn nochmals, und sofort nach seiner Genesung lasse man ihn untertauchen. Zwei Schriftgelehrte stehen neben ihm und machen ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Nachdem er untergetaucht und heraufgestiegen ist, gilt er in jeder Beziehung als Jisraélit.", "Eine Frau setzen Frauen bis an den Hals ins Wasser, und zwei draußen stehende Schriftgelehrte machen sie mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt.", "Einerlei, ob ein Proselyt oder ein freigelassener Sklave. Wo eine Menstruierende untertaucht339Auch hierbei ist ein Quantum von 40 Sea Wasser erforderlich., tauchen auch der Proselyt und der freigelassene Sklave unter, und alles, was beim Untertauchen340Beim rituellen Tauchbade zur levit. Reinigung.als Trennung341Cf. Fol. 46a Anm. 299.gilt, gilt auch beim Proselyten, dem freigelassenen Sklaven und der Menstruierenden als Trennung.", "Der Meister sagte: Wenn jemand Proselyt werden will, so spreche man zu ihm: Was veranlaßt dich Proselyt zu werden. Und man mache ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Aus welchem Grunde? – Wenn er zurücktreten will, mag er nur zurücktreten. R. Ḥelbo sagte nämlich: Proselyten sind für Jisraél unangenehm wie ein Ausschlag, denn es heißt :342Jes. 14,1.es schließt sich ihnen der Fremdling an, und sie schlagen sich zum Hause Ja͑qobs343Hier wird der Ausdruck schlagen (נספחו) gebraucht, von dem das W. Ausschlag (ספחת) abgeleitet ist; cf. Qid. Fol. 70b..", "«Erkläre man ihm die Sünde inbetreff der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlasses und des Armen zehnten.» Aus welchem Grunde? – R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, ein Nichtjude werde wegen eines Betrages unter einer Peruṭa344Bei einem Jisraéliten gilt ein solcher Betrag nicht als Wertgegenstand.hingerichtet, und er könne nicht zurückerstattet werden345Nach einer anderen Erklärung: ein Nichtjude läßt sich wegen eines Betrages unter einer Peruṭa töten, dh. er hängt sehr an seinem Gelde, u. aus diesem Grunde mache man ihn auf Gebote aufmerksam, die mit Geldopfern verbunden sind..", "«Jedoch [rede man] auf ihn nicht zuviel ein und nehme es mit ihm nicht allzu genau.» R. Elea͑zar sagte: Welcher Schriftvers deutet daraufhin? Es heißt :446Rut. 1,18.und als sie sah, daß sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, zu ihr zu reden.\n", "Sie hatte zu ihr gesagt: Uns ist eine Šabbathgrenze gesetzt447Am Šabbath darf man sich nicht mehr als 2000 Ellen von seinem Wohnorte entfernen.. – 448Rut. 1,16.Wo du gehst, gehe ich. – Uns ist das Beisammensein449Eines einzelnen Mannes mit einem Weibe; cf. Qid. Fol. 80b.verboten. – 448Rut. 1,16.Wo du übernachtest, übernachte ich. –", "Uns sind sechshundertdreizehn Gebote auferlegt. –448Rut. 1,16.Dein Volk ist mein Volk. – Uns ist der Götzendienst verboten. – Dein Gott ist mein Gott. – Vier Todesarten450Cf. Syn. Fol. 49b.sind dem Gerichte überwiesen worden. – Wo du stirbst, sterbe ich. – Zwei Grabstätten451Für leichtere u. schwerere Verbrecher; cf. Syn. Fol. 46a.sind dem Gerichte überwiesen worden. – Da will ich begraben sein. –\n", "Sodann: als sie sah, daß sie fest entschlossen war &c.", "«Ist er einverstanden, so beschneide man ihn sofort.» Aus welchem Grunde? – Man schiebe ein Gebot nicht hinaus.", "«Bleiben die Beschneidung ungültig machende Fäserchen zurück &c.» Wie wir gelernt haben: Folgende Hautfasern machen die Beschneidung ungültig: das den größeren Teil der Eichel bedeckende Fleisch, und R. Jirmeja b. Abba erklärte: wenn das Fleisch den größeren Teil der Eichelhöhe bedeckt452Auch nur an einer Stelle u. nicht um die ganze Eichel..", "«Sofort nach seiner Genesung lasse man ihn untertauchen.» Nur nachdem er genesen ist, vorher aber nicht; aus welchem Grunde? – Das Wasser macht die Wunde schmerzhaft.", "«Zwei Schriftgelehrte stehen neben ihm.» R. Ḥija sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, bei einem Proselyten seien drei erforderlich !? – R. Joḥanan sagte ja zum Jünger453Der diese Lehre vortrug., daß er ‘drei’ lese.", "«Nachdem er untergetaucht und heraufgestiegen ist, gilt er in jeder Beziehung als Jisraélit.» In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn er zurücktritt und sich eine Jisraélitin antraut, gilt er als abtrünniger Jisraélit und seine Antrauung ist gültig454Sie benötigt eines Scheidebriefes von ihm..", "«Einerlei, ob ein Proselyt oder ein freigelassener Sklave.» Er glaubte, hinsichtlich der Aufsichnahme455Daß man auch den freigelassenen Sklaven beim Untertauchen mit den übernommenen Obliegenheiten bekannt mache.der Last der Gebote, und dem widersprechend wird gelehrt, dies gelte nur von einem Proselyten, bei einem freigelassenen Sklaven aber sei die Aufsichnahme nicht erforderlich456Da er auch als Sklave hierzu verpflichtet war.!?", "R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar und das andere nach den Rabbanan.", "Es wird nämlich gelehrt : 457Dt. 21,13.Sie soll ihren Vater und ihre Mutter beweinen &c. Dies nur, wenn sie es458Sich zum Judentume zu bekehren.auf sich nicht genommen hat, wenn sie es aber auf sich genommen hat, so lasse er sie untertauchen, und sie ist ihm sofort erlaubt.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn sie es auf sich nicht genommen hat, könne er sie zwingen und als Sklavin untertauchen lassen, und sobald sie frei wird," ], [ "ist sie ihm sofort459Nach RŠ. nimmt sie schon beim Untertauchen als Sklavin die Obliegenheiten des jüd. Gesetzes auf sich.erlaubt.", "Raba sagte: Was ist der Grund des R. Šimo͑n b. Elea͑zar? Es heißt :460Ex. 12,44.und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, den Sklaven eines Mannes kannst du gegen seinen Willen beschneiden, nicht aber kannst du den Sohn eines Mannes461Einen Nichtjuden, der nicht Sklave ist.gegen seinen Willen beschneiden. –", "Und die Rabbanan!? U͑la erwiderte: Wie du den Sohn eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden kannst, ebenso kannst du den Sklaven eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden. – Es heißt ja aber: jeder Sklave eines Mannes462Das W. איש ist überflüssig u. deutet auf die obige Auslegung.!? – Dies ist wegen einer Lehre Šemuéls nötig,", "denn Šemuél sagte: Wenn jemand seinen Sklaven als Freigut erklärt, so ist er frei und benötigt keines Freibriefes. Es heißt: und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, und über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.", "R. Papa wandte ein: Allerdings sind die Rabbanan dieser Ansicht hinsichtlich der Schönen463Der erbeuteten Kriegsgefangenen; cf. Dt. 21,10ff., die den Geboten nicht unterworfen ist, hinsichtlich eines Sklaven aber, der den Geboten unterworfen ist, pflichten ja auch die Rabbanan bei!?", "Es wird nämlich gelehrt: Sowohl der Proselyt als auch der von einem Nichtjuden gekaufte Sklave muß es464Die Beobachtung des jüd. Gesetzes, beim Untertauchen.auf sich nehmen. Demnach braucht es der von einem Jisraéliten gekaufte nicht auf sich zu nehmen.", "Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, so sagt er ja, auch der von einem Nichtjuden gekaufte brauche es auf sich nicht zu465Er ist gegen seinen Willen zu beschneiden.nehmen!? Doch wohl nach den Rabbanan, und nur der von einem Nichtjuden gekaufte muß es auf sich nehmen, nicht aber der von einem Jisraéliten466Der schon bei seinem früheren Herrn mit den jüd. Gesetzen vertraut war.gekaufte. –", "Dies widerspricht ja [der Lehre]: einerlei, ob Proselyt oder freigelassener Sklave467Ob. Fol. 47b, wonach der Sklave erst bei seiner Freilassung die Beobachtung des Gesetzes auf sich zu nehmen hat.!? – Dies ist hinsichtlich des Untertauchens468Beide müssen bei ihrer völligen Aufnahme in das Judentum ein Tauchbad nehmen.gelehrt worden.", "Die Rabbanan lehrten :469Dt. 21,12.So soll sie ihr Haupt scheren und ihre Nägel pflegen. R. Elie͑zer erklärt, abschneiden, R. A͑qiba erklärt, wachsen lassen.", "R. Elie͑zer sprach : Da wird von einer Verrichtung am Haupte470Sie muß das Haupthaar abschneiden; ib. V. 12.und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem eine Entfernung, ebenso bei diesen eine Entfernung. R. A͑qiba sprach: Da wird von einer Verrichtung am Haupte und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem zur Verunstaltung, ebenso bei diesen zur Verunstaltung.", "Es gibt eine Stütze für die Ansicht R. Elie͑zers :471iiSam. 19,25.Und Mephibošeth, der Sohn Šaúls, war herabgekommen, dem Könige entgegen, er hatte seine Füße und seinen Bart nicht gepflegt. Hier ist unter ‘pflegen’ die Entfernung zu verstehen.", "Die Rabbanan lehrten :472Dt. 21,13.Sie beweine ihren Vater und ihre Mutter." ], [ "R. Elie͑zer sagt, unter ‘Vater’ sei ihr wirklicher Vater und unter ‘Mutter’ ihre wirkliche Mutter zu verstehen. R. A͑qiba sagt, unter ‘Vater’ und ‘Mutter’ sei der Götzendienst zu verstehen, wie es heißt :473Jer. 2,27.die zum Holze sprechen: du bist mein Vater &c.", "472Dt. 21,13.Einen Monat von Tagen. Dreißig Tage. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, neunzig Tage; einen Monat: dreißig, von Tagen: dreißig, und nachher, dreißig.", "Rabina wandte ein: Vielleicht: einen Monat: dreißig, von Tagen: dreißig, und nachher, ebenso viel474Wie beide zusammen, 60 Tage. !? – Ein Einwand.", "Die Rabbanan lehrten: Man darf unbeschnittene Sklaven halten – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, man dürfe solche nicht halten. R. Jišma͑él sprach zu ihm: Es heißt ja:475Ex. 23,12.und sich erhole der Sohn deiner Magd476Wie weiter erklärt wird, spricht dieser Schriftvers von einem unbeschnittenen Sklaven.!? Dieser erwiderte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den man bei Sonnenuntergang477Am Vorabend des Šabbaths, an dem die Beschneidung nicht erfolgen darf.gekauft hat, und ihn zu beschneiden die Zeit nicht mehr reichte. –", "Alle stimmen überein, daß [die Worte:] und sich erhole der Sohn deiner Magd, sich auf einen unbeschnittenen Sklaven beziehen; woher dies? – Es wird gelehrt: Und sich erhole der Sohn deiner Magd; die Schrift spricht von einem unbeschnittenen Sklaven. Du sagst, von einem unbeschnittenen Sklaven, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem beschnittenen Sklaven? Es heißt bereits :478Dt. 5,14.damit ruhe dein Sklave und deine Magd gleich dir, und dies gilt vom beschnittenen Sklaven, somit beziehe man [die Worte:] und sich erhole der Sohn deiner Magd, auf einen unbeschnittenen Sklaven.", "475Ex. 23,12.Und der Fremdling, das ist der Beisaßproselyt479Nichtjüdischer Mitbürger, der keine Götzen verehrt u. die sieben noachidischen Gebote (cf. Syn. Fol. 56a) beobachtet.. Du sagst, der Beisaßproselyt, vielleicht ist dem nicht so, sondern der wirkliche Proselyt? – Es heißt bereits :478Dt. 5,14.und der Fremde in deinen Toren, und dies gilt vom wirklichen Proselyten, somit beziehe man [die Worte:] und der Fremdling, auf den Beisaßproselyten.", "R. Jehešua͑ b. Levi sagte: Wenn jemand einen Sklaven von einem Nichtjuden gekauft hat und er sich nicht beschneiden läßt, so befasse er sich mit ihm zwölf Monate, und wenn er sich bis dahin nicht beschneiden ließ, verkaufe er ihn weiter an einen Nichtjuden.", "Die Jünger sprachen zu R. Papa: Also nicht nach R. A͑qiba, denn R. A͑qiba sagt, man dürfe ihn nicht halten480Auch kürzere Zeit, falls er sich nicht beschneiden läßt.. R. Papa erwiderte ihnen : Man kann sagen, auch nach R. A͑qiba, denn dies481Daß man ihn halten darf. So nach den Tosaphoth, nach Raschi entgegengesetzt.gilt nur da, wo dies nicht482Daß er sich nicht beschneiden lassen will; wenn er verspricht, sich beschneiden zu lassen, u. dies fortwährend hinausschiebt.feststeht, wenn dies aber feststeht, steht es ja fest.", "R. Kahana sagte: Als ich diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vortrug, sprach er zu mir: Weshalb erwiderte demnach R. A͑qiba : wenn man einen Sklaven bei Sonnenuntergang gekauft483Von diesem Falle spreche der Schriftvers Ex. 23,12.hat, sollte er doch dies484Wenn er sich beschneiden zu lassen verspricht u. so unbeschnitten gehalten wird.erwidert haben!? – Er erwiderte eine von zwei Antworten.", "Rabin ließ mitteilen : R. Ilea͑ sagte, und ebenso sagten all meine Lehrer in seinem Namen: Ein unbeschnittener Sklave, den man halten darf, ist derjenige, den sein Herr gekauft hat in der Absicht, ihn nicht zu beschneiden. Die Jünger sprachen vor R. Papa : Also nicht nach R. A͑qiba, denn R. A͑qiba sagt, man dürfe ihn nicht halten. R. Papa erwiderte ihnen : Man kann sagen, auch nach R. A͑qiba, denn dies gilt nur von dem Falle, wenn er dies nicht mit ihm vereinbart hat, wenn er dies aber mit ihm vereinbart hat, hat er es ja vereinbart.", "R. Kahana sagte: Als ich dies R. Zebid aus Nehardea͑ vortrug, sprach er zu mir: Weshalb erwiderte demnach R. A͑qiba: wenn man einen Sklaven bei Sonnenuntergang gekauft hat, und ihn zu beschneiden die Zeit nicht mehr reichte, sollte er doch dies485Wenn er ihn unter dieser Bedingung gekauft hat.erwidert haben!? –", "Auch nach deiner Auffassung sollte er doch jenes484Wenn er sich beschneiden zu lassen verspricht u. so unbeschnitten gehalten wird.erwidert haben!? Vielmehr erwiderte er eine von zwei oder drei Antworten.", "R. Ḥanina b. Papi, R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied saßen an der Tür R. Jiçḥaq des Schmiedes und erzählten: Im Jisraéllande war eine Stadt, da die Sklaven sich nicht beschneiden lassen wollten; man befaßte sich mit ihnen zwölf Monate und verkaufte sie weiter an Nichtjuden.", "Dies nach dem Autor der folgenden Lehre: Wenn jemand einen Sklaven von einem Nichtjuden gekauft hat und er sich nicht beschneiden läßt, so befasse er sich mit ihm zwölf Monate, und wenn er sich bis dahin nicht beschneiden ließ, verkaufe er ihn weiter an einen Nichtjuden. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, im Jisraéllande halte man ihn nicht, wegen der Unbrauchbarmachung der reinen Speisen486Der Speisen, die unter Beobachtung der Reinheitsgesetze gegessen werden; der Nichtjude ist verunreinigend.. In einer Stadt nahe der Grenze487Des jisraélitischen Reiches.halte man ihn überhaupt nicht, weil er etwas hören und es seinen nichtjüdischen Genossen weiter erzählen könnte.", "Es wird gelehrt: R. Ḥananja, der Sohn R. Gamliéls, sagte: Die Proselyten in der Jetztzeit werden deshalb unterdrückt und von Leiden heimgesucht, weil sie die sieben Gebote der Noachiden nicht gehalten488Vor ihrer Bekehrung.haben. R. Jose sagt, ein Proselyt, der sich bekehrt, gleiche einem neugeborenen489Er wird wegen der vorher begangenen Sünden nicht bestraft.Kinde, und nur deshalb werden sie unterdrückt, weil sie in den Einzelheiten der Gebote nicht gleich den Jisraéliten kundig sind. Abba Ḥanan erklärte im Namen R. Elea͑zars: Weil sie es490Sich zum Judentume bekehren.nicht aus Liebe, sondern aus Furcht tun.", "Manche sagen: Weil sie gesäumt haben, unter die Fittige der Göttlichkeit zu kommen. R. Abahu, nach anderen R. Ḥanina, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:491Rut. 2,12.vergelte dir der Herr deine Tat, und dein Lohn sei vollkommen vom Herrn, dem Gott Jisraéls etc. dich zu bergen du gekommen bist492Dh. daß du dich hierzu beeilt hast.." ], [ "xiii HURENKIND IST DER VON VERWANDTEN ABSTAMMENDE, [DEREN VERKEHR] MIT EINEM VERBOTE BELEGT IST – SO R. A͑QIBA. ŠIMO͑N DER TEMANITE SAGT, WEGEN DESSEN MAN SICH DER HIMMLISCHEN AUSROTTUNG SCHULDIG MACHT, UND DIE HALAKHA IST NACH IHM ZU ENTSCHEIDEN. R. JEHOŠUA͑ SAGT, WEGEN DESSEN MAN SICH DER GERICHTLICHEN TODESSTRAFE SCHULDIG MACHT.", "R. ŠIMO͑N B. A͑ZAJ SAGTE : ICH FAND IN JERUŠALEM EINE GESCHLECHTSROLLE, UND IN DIESER STAND GESCHRIEBEN: «N. IST HURENKIND VON EINEM EHEWEIBE493Dh. durch Ehebruch erzeugt..» ZUR BESTÄTIGUNG DER WORTE JEHOŠUA͑S494Der Ehebruch ist mit der gerichtlichen Todesstrafe belegt..", "WENN EINEM SEINE FRAU STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN ER SICH VON IHR SCHEIDEN LIESS UND SIE DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN SIE EINEN ANDEREN GEHEIRATET HAT UND DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT. WENN EINEM SEINE SCHWÄGERIN495An der er die Schwagerehe zu vollziehen hat.STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT. WENN ER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT UND SIE DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN SIE EINEN ANDEREN GEHEIRATET HAT UND DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT.", "GEMARA. Was ist der Grund R. A͑qibas? - Es heißt :496Dt. 23,1.niemand soll die Frau seines Vaters nehmen und die Decke seines Vaters nicht entblößen; die Decke, die sein Vater gesehen, darf er nicht entblößen.", "Er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die Schrift spreche von der Genotzüchtigten seines Vaters, die mit einem Verbote belegt ist,", "und darauf folgt:497Ib. V. 3.es komme kein Hurenkind in die Gemeinde des Herrn; demnach ist der von solchen498Eltern, deren Verkehr mit einem Verbote belegt ist.[Abstammende] ein Hurenkind.", "Nach R. Simaj aber, der auch499Cf. Qid. Fol. 64a.andere mit einem Verbote belegte einbegreift, nicht nur Blutsverwandte, und nach R. Ješebab, der auch ein Gebot Übertretende500Wenn durch den Verkehr gar kein Verbot begangen, sondern nur ein Verbot übertreten wird, beispielsweise von einem Edomiten, hinsichtlich dessen Aufnahme in die jüd. Gemeinschaft ein Gebot besieht, 3 Generationen abzuwarten; cf. Dt. 23,9.einbegreift,", "ist dies aus [dem Worte] und nicht zu entnehmen. –", "Und Šimo͑n der Temanite!? – Er ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, die Schrift spreche von der Anwärterin der Schwagerehe seines Vaters, die ihm mit der Ausrottung belegt ist, und darauf heißt es: es komme kein Hurenkind; demnach ist nur der von mit der Ausrottung belegten [Abstammende] ein Hurenkind. –", "Und R. Jehošua͑!? – Der Allbarmherzige sollte nur nicht entblößen geschrieben haben, wenn es aber auch nicht nehmen heißt, so ist dies wie folgt zu verstehen: wer von den zwischen ‘nehmen’ und ‘entblößen’ [genannten501Zwischen diesen beiden Worten im angezogenen Schriftverse ist die Frau des Vaters genannt, auf deren geschlechtlichen Verkehr die Todesstrafe durch das Gericht gesetzt ist.stammt], ist ein Hurenkind, andere aber nicht.", "Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand einer Menstruierenden" ], [ "oder einer Ehebruchsverdächtigen502Die ihrem Ehemanne verboten ist; cf. supra Fol. 11b.beigewohnt hat, das Kind kein Hurenkind sei.", "Einer Menstruierenden, da bei ihr die Antrauung gültig ist, denn es heißt :503Lev. 15,24.so sei ihr Fluß auf ihm, auch zur Zeit ihres Flusses ist bei ihr die Antrauung gültig.", "Einer Ehebruchsverdächtigten, denn auch bei ihr ist die Antrauung504Mit ihrem Ehemanne; sie wird durch den Ehebruch nicht aufgehoben. Auf die Gezwungenheit dieser Erklärung Raschis wird schon von den Tosaphoth hingewiesen.gültig.", "Desgleichen wird auch gelehrt: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand einer Menstruierenden, einer Ehebruchsverdächtigten oder der Anwärterin der Schwagerehe beigewohnt hat, das Kind kein Hurenkind sei. –", "Abajje505Der dies von der Anwärterin der Schwagerehe nicht lehrt.aber ist es hinsichtlich der Anwärterin der Schwagerehe zweifelhaft, ob nach Rabh oder nach Šemuél506Die weiter (Fol. 92b) streiten, ob bei ihr die Antrauung gültig ist.[zu entscheiden sei].", "R. ŠIMO͑N B. A͑ZAJ SAGTE &C. Es wird gelehrt: Šimo͑n b. A͑zaj sagte: Ich fand in Jerušalem eine Geschlechtsrolle, und in dieser stand geschrieben : N. ist ein Hurenkind von einem Eheweibe. Ferner stand darin geschrieben : Die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob [f aßt nur] einen Kab, ist aber geläutert, Ferner stand darin geschrieben: Menase tötete Ješa͑a.", "Raba sagte: Er ließ ihn verurteilen und tötete ihn. Er sprach nämlich zu ihm: Dein Lehrer Moše sagte:507Ex. 33,20.mich schaut kein Mensch und bleibt leben, und du sagtest :508Jes. 6,1.da sah ich den Herrn auf hohem und erhabenem Throne sitzen. Dein Lehrer Moše sagte :509Dt. 4,7.denn welches &c. wie der Herr unser Gott, so oft wir zu ihm rufen, und du sagtest:510Jes. 55,6.sucht den Herrn, wenn er zu finden ist. Dein Lehrer Moše sagte:511Ex. 23,26.die Zahl deiner Tage werde ich voll512Jed. nichts hinzufügen.machen, und du sagtest:513iiReg. 20,6.ich werde zu deinen Lebenstagen fünfzehn Jahre hinzufügen.", "Ješa͑ja aber sagte sich: ich bin überzeugt, daß er meine Erwiderung nicht anerkennen wird, und wenn ich ihm etwas erwidere, mache ich ihn nur zum vorsätzlichen [Verbrecher]. Da sprach er den Gottesnamen und ward von einer Zeder verschlungen. Hierauf ließ jener die Zeder holen und zersägen, und als [die Säge] ihm an den Mund herankam, starb514Vom sonst in der jüd. Literatur unbekannten Märtyrertode Ješa͑jas wird in der äthiopisch erhaltenen apokryphen Schrift ‘von der Himmelfahrt Ješa͑jas’ ausführlich berichtet.er. Dies, weil er gesagt hat :515Jes. 6,5.und unter einem Volke unreiner Lippen weile ich. –\n", "Aber immerhin widersprechen ja die Schriftverse einander!? –", "Da sah ich den Herrn, wie gelehrt wird: Alle Propheten schauten durch einen nicht hell leuchtenden Spiegel, Moše aber schaute durch einen hell leuchtenden516Er wußte, daß er Gott nicht sah, die anderen aber, auch Ješa͑ja, glaubten, ihn gesehen zu haben.Spiegel.", "Sucht den Herrn, wenn er zu finden ist, denn dies gilt von einem Einzelnen, jenes517Daß Gott immer zu finden ist.aber von einer Gemeinschaft. – Wann ist er für den Einzelnen [zu finden]? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: In den zehn Tagen vom Neujahrsfeste bis zum Versöhnungstage.", "Die Zahl deiner Tage werde ich voll machen, hierüber streiten Tannaím, wie gelehrt wird: Die Zahl deiner Tage werde ich voll machen,\n" ], [ "das sind die Generationsjahre518Die Lebensdauer, die jedem einzelnen bei der Geburt beschieden wird.; hat er Verdienste, so vervollständigt man sie ihm, hat er keine Verdienste, so reduziert man sie ihm – so R. A͑qiba. Die Weisen sagen : Hat er Verdienste, so fügt man ihm welche519Dies ist unter ‘voll machen’ im angezogenen Schriftverse zu verstehen.hinzu, hat er keine Verdienste, so reduziert man sie ihm.", "Sie sprachen zu R. A͑qiba: Es heißt ja: Ich werde zu deinen Lebenstagen fünfzehn Jahre hinzufügen!? Er erwiderte ihnen: Man fügte sie ihm von seinen eigenen520Man wollte ihm vorher seine Lebensdauer kürzen.hinzu. Dies ist auch zu beweisen, denn der Prophet521Zur Zeit des Königs Jerobea͑m, lange vor diesen Ereignissen.prophezeite:522iReg. 13,2.siehe, ein Sohn wird geboren dem Hause Davids, Jošijahu heißt er, und damals523Zur Zeit der Erkrankung Çizqijas.war Menase524Der Sohn Ḥizqijas, dem der angekündigte Jošijahu entstammte.noch nicht geboren525Nach iiReg. 21,1 wurde Menase erst 3 Jahre nach der Genesung seines Vaters geboren, sodaß die 15 hinzugefügten Jahre ihm schon vorher beschieden waren.. –", "Und die Rabbanan!? – Es heißt ja nicht: von Ḥizqija, sondern: dem Hause Davids; von Ḥizqija oder von irgend einem anderen.", "WENN EINEM SEINE FRAU STIRBT &C. WENN EINEM SEINE SCHWÄGERIN STIRBT &C. R. Joseph sagte: Hier lehrt Rabbi eine unnötige Mišna526Die Schrift verbietet die Schwester seiner Frau nur bei ihren Lebzeiten (Lev. 18,18), u. selbstverständlich ist sie nach ihrem Tode erlaubt..", "", "R. GAMLIÉL SAGT, ES GEBE KEINEN SCHEIDEBRIEF NACH EINEM SCHEIDEBRIEFE1Der andere ist ohne Wirkung. Wenn der Verstorbene 2 Witwen hinterlassen u. der Bruder zuerst der einen u. nachher der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, so ist der andere wirkungslos, dh. ihre Verwandten sind ihm nicht verboten; ist der erste Scheidebrief gültig, so ist die Gebundenheit beider aufgehoben u. die andere ist ihm völlig fremd, u. ist der erste ungültig, so ist es auch der andere. Dasselbe gilt auch von dem Falle, wenn es eine Witwe u. 2 Schwäger sind, u. jeder ihr einen Scheidebrief gegeben hat; entweder ist ihr durch den 1. Scheidebrief der andere völlig fremd od. beide Scheidebriefe sind ungültig., KEINE EHEFORMEL NACH EINER EHEFORMEL2Durch die an die erste, bezw. vom ersten gerichtete Eheformel ist die Schwagerpflicht erledigt u. die andere wirkungslos., KEINE BEIWOHNUNG NACH EINER BEIWOHNUNG3Die an der anderen, bezw. vom anderen vollzogene Beiwohnung ist nichts weiter als ein verbotener Geschlechtsakt u. hat keine eherechtliche Bedeutung. UND KEINEALIÇA NACH EINERALIÇA4Cf. Anm. 2 mut. mut.. DIE WEISEN SAGEN, ES GEBE EINEN SCHEIDEBRIEF NACH EINEM SCHEIDEBRIEFE5Der 1. Scheidebrief ist nicht ganz gültig, da zur Aufhebung der Gebundenheit die Ḥaliça vorgeschrieben ist, so daß noch eine partielle Gebundenheit mit der anderen Witwe, bezw. der Witwe mit dem anderen Bruder besteht. UND EINE EHEFORMEL NACH EINER EHEFORMEL6Durch die Eheformel allein ist die Schwagerpflicht noch nicht erledigt, er muß ihr auch beigewohnt haben., JEDOCH NICHTS MEHR NACH DER BEIWOHNUNG UND NACH DERALIÇA7Durch diese Handlungen ist die Schwagerpflicht vollständig erledigt, u. was darauf folgt, wirkungslos. ii.", "UND8Dies bezieht sich nicht mehr auf den vorangehenden Streit, vielmehr gilt dies von einem Schwager u. einer Schwägerin. ZWAR: HAT JEMAND AN SEINE SCHWÄGERIN DIE EHEFORMEL GERICHTET UND IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN, SO BENÖTIGT SIE VON IHM DERALIÇA9Da durch die Eheformel allein die Schwagerpflicht noch nicht erledigt war; ebenso darf er sie nicht heiraten, da er einmal mit der Unterlassung der Schwagerehe begonnen hat.; HAT ER AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BENÖTIGT SIE10Die Ḥ. hebt nur die Gebundenheit u. nicht die Eheformel auf.VON IHM EINES SCHEIDEBRIEFES ; HAT ER AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND IHR BEIGEWOHNT, SO ENTSPRICHT DIES DER VORSCHRIFT.", "iiiHAT ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, SO BENÖTIGT SIE11Wegen des Zweifels, ob der Scheidebrief wirksam war; auch heiraten darf er sie nicht, da er mit der Scheidung die Schwagerehe abgelehnt hat.EINES SCHEIDEBRIEFES UND DERALIÇA; HAT ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND IHR BEIGEWOHNT, SO BENÖTIGT SIE11Wegen des Zweifels, ob der Scheidebrief wirksam war; auch heiraten darf er sie nicht, da er mit der Scheidung die Schwagerehe abgelehnt hat.EINES SCHEIDEBRIEFES UND DERALIÇA; HAT ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DERALIÇA NICHTS MEHR ; \n", "HAT ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT, ODER HAT ER IHR BEIGEWOHNT UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DERALIÇA12Im 1. Passus, u. entsprechend im 2. Passus; nach der Beiwohnung.NICHTS MEHR." ], [ "EINERLEI, OB EINE SCHWÄGERIN UND EIN SCHWAGER ODER ZWEI SCHWÄGERINNEN UND EIN SCHWAGER. iv UND ZWAR: HAT ER DIE EHEFORMEL AN DIE EINE GERICHTET UND DIE EHEFORMEL AN DIE ANDERE13Wenn es 2 Witwen sind.GERICHTET, SO BENÖTIGEN SIE14Nach den Weisen, ob. in der 1. Mišna.ZWEIER SCHEIDEBRIEFE UND DERALIÇA15An der einen, sodaß die andere entbunden wird.; AN DIE EINE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND DER ANDEREN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN, SO BENÖTIGT [EINE]16Die erste, deren Eheformel durch den Scheidebrief der anderen ungültig geworden ist.EINES SCHEIDEBRIEFES UND [EINE] DERALIÇA; AN DIE EINE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND DER ANDEREN BEIGEWOHNT, SO BENÖTIGEN BEIDE EINES SCHEIDEBRIEFES UND [EINE] DERALIÇA; AN DIE EINE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND AN DER ANDEREN DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BENÖTIGT DIE ERSTE17Die er weder heiraten darf noch durch die Ḥ. der anderen entbunden ist.EINES SCHEIDEBRIEFES ; \n", "DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND DER ANDEREN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN, SO BENÖTIGT [EINE VON IHNEN]15Die der Priester im Tempelhofe mit dem Opferblute besprengen soll.DERALIÇA; DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND DER ANDEREN BEIGEWOHNT, SO BENÖTIGT DIESE EINES SCHEIDEBRIEFES18Da sie ihm wegen des Scheidebriefes der ersten verboten ist. UND DERALIÇA19Der Scheidebrief ist nicht ausreichend, da die Beiwohnung unzulässig war.; DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN DIE ANDERE DIE EHEFORMEL GERICHTET, SO BENÖTIGT DIESE EINES SCHEIDE-BRIEFES UND [JENE] DERALIÇA ; DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN DER ANDEREN DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DERALIÇA20Wodurch beide entbunden sind.NICHTS MEHR", "v. HAT ER [AN DER EINEN] UND [AN DER ANDEREN] DIEALIÇA VOLLZOGEN, ODER AN DER EINEN DIEALIÇA VOLLZOGEN UND AN DIE ANDERE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT, ODER [DER EINEN] UND [DER ANDEREN] BEIGEWOHNT, ODER DER EINEN BEIGEWOHNT UND AN DIE ANDERE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DERALIÇA12Im 1. Passus, u. entsprechend im 2. Passus; nach der Beiwohnung.NICHTS21Die an der anderen vollzogene Handlung ist ungültig.MEHR vi. EINERLEI, OB EIN SCHWAGER UND ZWEI SCHWÄGERINNEN ODER ZWEI SCHWÄGER UND EINE SCHWÄGERIN22Wenn zuerst der eine u. nachher der andere die genannten Handlungen an derselben Witwe vollzogen hat..", "HAT ER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT, ODER HAT ER IHR BEIGEWOHNT UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DERALIÇA NICHTS MEHR, EINERLEI OB SIE ZUERST, DAZWISCHEN23Wenn er der einen einen Scheidebrief gegeben, an der anderen die Ḥ. vollzogen u. darauf an eine von ihnen die Eheformel gerichtet hat.ODER ZULETZT ERFOLGT IST. \n", "NACH DER BEIWOHNUNG BESTEHT, WENN SIE ZUERST ERFOLGT IST, NICHTS MEHR, WENN ABER DAZWISCHEN ODER ZULETZT, SO BLEIBT ETWAS24Wenn er einer einen Scheidebrief gegeben u. an die andere die Eheformel gerichtet u. darauf einer beigewohnt hat, so bleibt wegen des unzulässigen Scheidebriefes noch eine Gebundenheit bestehen, sodaß bei der Scheidung ein Scheidebrief nicht ausreicht, vielmehr ist auch die Ḥ. erforderlich.ZURÜCK. R. NEḤEMJA SAGT, SOWOHL NACH DER BEIWOHNUNG ALS AUCH NACH DERALIÇA, OB ZUERST, DAZWISCHEN ODER ZULETZT, KÖNNE NICHTS MEHR ERFOLGEN.", "GEMARA. Sie streiten nur über einen Scheidebrief nach einem Scheidebriefe und die Eheformel nach der Eheformel, der einzelne Scheidebrief und die einzelne Eheformel aber ist bei der Schwägerin wirksam25Wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben hat, darf er die Schwager ehe nicht mehr vollziehen, u. wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat u. sie nicht heiraten will, benötigt sie eines Scheidebriefes..", "Die Rabbanan sagten deshalb, der Scheidebrief sei bei der Schwägerin wirksam, weil er auch sonst26Bei einer gewöhnlichen Ehe.wirksam ist. Wäre er nicht wirksam, so könnte man folgern: der Scheidebrief dient zur Entfernung und die Ḥaliça dient zur Entfernung, wie der Scheidebrief nicht wirksam ist, so ist auch die Ḥaliça27Allein, ohne Scheidebrief.nicht wirksam; man würde somit veranlaßt werden, die Beiwohnung nach der Ḥaliça zu vollziehen.", "Und die Rabbanan sagten deshalb, die Eheformel sei bei der Schwägerin wirksam, weil sie auch sonst wirksam28Bei einer gewöhnlichen Antrauung.ist. Wäre sie nicht wirksam, so könnte man folgern : die Eheformel dient zur Aneignung und die Beiwohnung dient zur Aneignung, wie die Eheformel nicht wirksam ist, so ist auch die Beiwohnung29Allein, ohne Antrauung.nicht wirksam ; man würde somit veranlaßt werden, die Beiwohnung nach der Beiwohnung zu vollziehen30An einer anderen Schwägerin, die ihm verboten ist..", "Und die Rabbanan sagten deshalb, nach der ungültigen Beiwohnung bleibe etwas zurück,", "denn handelt er sich um die Beiwohnung nach einem Scheidebriefe, so ist hierbei die Beiwohnung nach der Ḥaliça31Wenn zur Antrauung ein Scheidebrief ohne Ḥ. ausreichen würde, könnte man folgern, die Rechtskraft der Beiwohnung reiche soweit, daß sie sogar die bereits erfolgte Ḥ. aufhebe.zu berücksichtigen, und handelt es sich um die Beiwohnung nach der Eheformel, so ist hierbei die Beiwohnung nach der Beiwohnung32Wenn hierbei ein Scheidebrief ohne Ḥ. ausreichen würde, könnte man folgern, die andere Beiwohnung habe mehr Rechtskraft, u. verleitet werden, nach bereits erfolgter Beiwohnung sie an der anderen Witwe zu vollziehen.zu berücksichtigen.", "Und die Rabbanan sagten deshalb, nach der ungültigen Ḥaliça33Die nach einem Scheidebriefe od. nach der Eheformel erfolgt ist.bleibe nichts zurück, weil hierbei nichts zu berücksichtigen ist. Wollte man bei der Ḥaliça nach dem Scheidebriefe die Ḥaliça nach der Ḥaliça34Er könnte die Ḥ. an der einen u. darauf an der anderen vollziehen.berücksichtigen, so mag die Ḥaliça fortgesetzt35Dadurch erfolgt nichts Verbotenes.werden,", "und wollte man bei der Ḥaliça nach der Ehefomel die Ḥaliça nach der Beiwohnung36Man könnte folgern, die Scheidung der Schwägerin könne durch die Ḥ. ohne Scheidebrief erfolgen.berücksichtigen, so ist ja sogar bei der Ḥaliça nach der Eheformel ein Scheidebrief wegen der Eheformel erforderlich, ebenso ist bei der Ḥaliça nach der Beiwohnung ein Scheidebrief wegen der Beiwohnung erforderlich.", "Raba sagte:" ], [ "Folgendes ist der Grund R. Gamliéls: ihm ist es zweifelhaft, ob der Scheidebrief [die Gebundenheit] aufhebe oder nicht, und ob die Eheformel eine Aneignung erwirke oder nicht. Ob der Scheidebrief [die Gebundenheit] aufhebe oder nicht: hebt der erste sie auf, so ist der andere unwirksam, und hebt der erste sie nicht auf, so hebt auch der andere sie nicht auf.", "Ob die Eheformel eine Aneignung erwirke oder nicht: erwirkt die erste eine Aneignung, so ist die andere unwirksam, und erwirkt die erste keine Aneignung, so erwirkt auch die andere keine Aneignung.", "Abajje wandte gegen ihn ein: R. Gamliél pflichtet jedoch bei, daß es einen Scheidebrief nach der Eheformel, eine Eheformel nach dem Scheidebriefe, einen Scheidebrief nach der Beiwohnung und der Eheformel37Wenn es 3 Witwen sind., und eine Eheformel nach der Beiwohnung und dem Scheidebriefe gebe37Wenn es 3 Witwen sind..", "Wenn es R. Gamliél zweifelhaft ist, sollte doch die Beiwohnung38Die zwischen zwei anderen Handlungen erfolgt ist.als zuerst vollzogen gelten und eine Aneignung erwirken39Die darauf folgende 3. Handlung sollte auf jeden Fall unwirksam bleiben: erwirkt die zuerst erfolgte Eheformel eine Aneignung, so ist die darauf folgende Beiwohnung unwirksam, u. selbstverständlich auch der Scheidebrief nachher, u. erwirkt die Eheformel keine Aneignung, so gilt die Beiwohnung als zuerst erfolgt, die wirksam ist u. die Wirksamkeit des darauffolgenden Scheidebriefes ausschließt. Desgleichen in dem Falle, wenn er zuerst einer einen Scheidebrief gegeben hat: ist dieser wirksam, so ist die darauffolgende Beiwohnung unwirksam, u. selbstverständlich auch die Eheformel nachher, u. ist er nicht wirksam, so gilt die Beiwohnung als zuerst erfolgt., denn wir haben gelernt, daß nach der Beiwohnung, wenn sie zuerst erfolgt ist, nichts mehr bestehe!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, tatsächlich ist es von R. Gamliél entschieden, daß der Scheidebrief [die Gebundenheit] aufhebe und die Eheformel eine Aneignung erwirke, jedoch bestimmten die Rabbanan, daß in einer Hinsicht der Scheidebrief und in einer Hinsicht die Eheformel bei der Schwägerin wirksam sei. Der Scheidebrief nach einem Scheidebriefe hebt [die Gebundenheit] nicht auf, weil dies bereits durch den ersten erfolgt ist; die Eheformel nach der Eheformel erwirkt keine Aneignung, weil dies schon durch die erste erfolgt ist; beim Scheidebriefe nach einer Eheformel und bei der Eheformel nach dem Scheidebriefe aber erfolgt durch die eine Handlung eine Aufhebung und durch die andere eine Aneignung. –", "Und die Weisen40Durch die Wirksamkeit des 1. Scheidebriefes sollte der 2. unwirksam sein. !? – Die Rabbanan haben Scheidebrief und Eheformel für jeden angeordnet41Wenn es 2 Schwäger sind, so ist der Scheidebrief od. die Eheformel des einen nicht für den anderen wirksam, u. ebenso bei 2 Witwen.. –", "Die42Fortsetzung der Erklärung der Ansicht RG.s.ungültige Beiwohnung43Der eine andere Handlung vorangegangen ist.ist mehr als die Eheformel und weniger als die Eheformel : mehr als die Eheformel, denn die Eheformel nach einer Eheformel ist nicht wirksam, während die Beiwohnung nach der Eheformel wirksam ist; weniger als die Eheformel, denn die Eheformel nach dem Scheidebriefe erstreckt sich auf alles, was vom Scheidebriefe zurückbleibt44Eine an die 3. Witwe gerichtete Eheformel bleibt unwirksam, da es nach RG. keine Eheformel nach einer Eheformel gibt., während die Beiwohnung nach dem Scheidebriefe sich nicht auf alles erstreckt, was vom Scheidebriefe zurückbleibt45Da die Eheformel nach der Beiwohnung, der eine andere Handlung vorangegangen ist, wirksam ist..", "Die Rabbanan lehrten : Inwiefern sagt R. Gamliél, es gebe keinen Scheidebrief nach einem Scheidebriefe? Wenn zwei Schwägerinnen einem Schwager zugefallen sind, und er der einen und der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, so vollziehe er, wie R. Gamliél sagt, die Ḥaliça an der ersten, und ihre Verwandten sind ihm verboten ; die Verwandten der anderen aber sind ihm46Da der andere Scheidebrief unwirksam ist.erlaubt.", "Die Weisen sagen, wenn er der einen und der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, seien ihm die Verwandten beider verboten, und er vollziehe die Ḥaliça an einer von ihnen. Ebenso bei zwei Schwägern47Wenn jeder von ihnen der Schwägerin einen Scheidebrief gegeben hat.und einer Schwägerin.", "Inwiefern sagt R. Gamliél, es gebe keine Eheformel nach der Eheformel!? Wenn zwei Schwägerinnen einem Schwager zugefallen sind, und er an die eine und an die andere die Eheformel gerichtet hat, so gebe er, wie R. Gamliél sagt, der ersten einen Scheidebrief und vollziehe an ihr die Ḥaliça, und ihre Verwandten sind ihm verboten; die Verwandten der anderen aber sind ihm erlaubt48Da die an die andere gerichtete Eheformel unwirksam ist.. Die Weisen sagen, er gebe der einen und der anderen einen Scheidebrief, und die Verwandten beider seien ihm verboten, und an einer von ihnen vollziehe er die Ḥaliça. Ebenso bei zwei Schwägern und einer Schwägerin.", "Der Meister sagte: Und er der einen und der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, so vollziehe er, wie R. Gamliél sagt, die Ḥaliça an der ersten, und ihre Verwandten sind ihm verboten; die Verwandten der anderen aber sind ihm erlaubt. Dies wäre somit eine Widerlegung Šemuéls, denn Šemuél sagte, daß, wenn er die Ḥaliça an der Inhaberin des Scheidebriefes vollzogen hat, die Nebenbuhlerin nicht entbunden49Cf. supra Fol. 27a; RG. dagegen lehrt, daß durch die Ḥ. der ersten die andere entbunden sei, obgleich der Scheidebrief der anderen unwirksam ist.sei? –", "Šemuél kann dir erwidern: ich sage es nach demjenigen, der der Ansicht ist, es bestehe eine Gebundenheit50Der Schwägerin an den Schwager durch die Schwagerpflicht., während R. Gamliél der Ansicht ist, es bestehe keine Gebundenheit51Auch die nicht einwandfreie Ḥ. entbindet die andere.. –", "Wenn R. Gamliél der Ansicht ist, es bestehe keine Gebundenheit," ], [ "so sind ja die Rabbanan der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, und im Schlußsatze lehrt er, dasselbe gelte auch von zwei Schwägern und einer Schwägerin ; somit wäre dies eine Widerlegung des Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte, bei einer ungültigen Ḥaliça52Wie dies auch hierbei der Fall ist.müsse [die Witwe] sich an alle Brüder wenden? –", "Rabba b. R. Hona kann dir erwidern : sowohl R. Gamliél als auch die Rabbanan sind der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, und sie streiten nur über den Scheidebrief nach einem Scheidebriefe und die Eheformel nach der Eheformel.", "Der Meister sagte: Und er an die eine und an die eine die Eheformel gerichtet hat, so gebe er, wie R. Gamliél sagt, der ersten einen Scheidebrief und vollziehe an ihr die Ḥaliça, und ihre Verwandten sind ihm verboten ; die Verwandten der anderen aber sind ihm erlaubt. Merke, R. Gamliél ist ja der Ansicht, es gebe keine Eheformel nach einer Eheformel, somit48Da die an die andere gerichtete Eheformel unwirksam ist.sollte doch an der ersten auch die Schwagerehe vollzogen werden!? – Es ist zu berücksichtigen, er könnte die Schwagerehe an der anderen vollziehen.", "R. Joḥanan sagte: R. Gamliél, die Schule Šammajs, R.Šimo͑n, Ben A͑zaj und R. Neḥemja sind alle der Ansicht, durch die Eheformel erfolge eine vollständige Aneignung. R. Gamliél, wie wir bereits gesagt53Die zweite Eheformel ist deshalb unwirksam, weil durch die erste bereits eine Aneignung erfolgt ist.haben.", "Die Schule Šammajs, denn wir haben gelernt: Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und einer ledig ist, und nachdem der Ledige nach dem Tode des einen mit einer der Schwestern verheirateten Bruders [an die Witwe] die Eheformel gerichtet hat, auch der zweite Bruder gestorben ist, so bleibe, wie die Schule Šammajs sagt, seine Frau54Die erste Witwe, die er sich durch die Eheformel angeeignet hat.bei ihm, und die andere gehe als Schwester seiner Frau frei aus.", "R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Beiwohnung des ersten55Diese Lehre spricht von dem Falle, wenn zuerst ein Schwager im Alter von 9 Jahren u. einem Tage der Schwägerin beigewohnt hat, u. nachher sein Bruder in eben diesem Alter; mit 9 Jahren ist er zwar minderjährig, jedoch rechtsgültig begattungsfähig. Nach den Weisen hat seine Beiwohnung die Wirkung der Eheformel, sodaß sie auch dem ersten verboten ist.wirksam, so ist die Beiwohnung des anderen nicht wirksam, und ist die Beiwohnung des ersten nicht wirksam, so ist auch die Beiwohnung des anderen nicht wirksam. Die Beiwohnung eines Neunjährigen haben ja die Rabbanan der Eheformel gleichgestellt, und R. Šimo͑n sagt, sie56Die Beiwohnung des anderen.gelte nicht57Demnach erfolgt durch die erste, die der Eheformel gleicht, eine Aneignung.als Beiwohnung.", "Ben A͑zaj, denn es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägern58Jeder hat nur einmal die Eheformel gerichtet, somit ist diese gültig.und einer Schwägerin, nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager59Durch die Wirksamkeit der ersten bleibt die andere unwirksam.. R. Neḥemja, denn wir haben gelernt: R. Neḥemja sagt, sowohl nach der Beiwohnung als auch nach der Ḥaliça, ob zuerst, dazwischen oder zuletzt, könne nichts mehr erfolgen. Die ungültige Beiwohnung haben ja die Rabbanan der Eheformel60Bei beiden ist die Scheidung allein nicht ausreichend, vielmehr ist auch die Ḥ. erforderlich.gleichgestellt, und er lehrt, daß nachher nichts mehr erfolgen könne.", "UND ZWAR : HAT JEMAND &C. DIE EHEFORMEL &C." ], [ "Ist dies etwa ein Scheidebrief nach einem Scheidebriefe61Nach dem einleitenden ‘und zwar’ bezieht sich der folgende Fall vom Scheidebriefe nach einer Eheformel auf die vorangehenden Worte der Weisen, die aber von einem Scheidebriefe nach einem Scheidebriefe sprechen.!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt der Scheidebrief nach einem Scheidebriefe und die Eheformel nach der Eheformel, wie wir erklärt62Ob. Fol. 51a. Die Mišna gibt weiter keine Erklärung dieser Fälle, u. was weiter folgt, bezieht sich nicht mehr auf diese.haben. Wie erfolgt die Lösung bei einem Schwager und einer Schwägerin? Hat jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet und ihr einen Scheidebrief gegeben, so benötigt sie von ihm der Ḥaliça.", "HAT ER AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND IHR BEIGEWOHNT, SO ENTSPRICHT DIES DER VORSCHRIFT. Dies wäre eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte: Das Gebot der Schwagerehe erfordere, daß er sie sich antraue und ihr darauf beiwohne. – Lies: so entspricht auch dies der Vorschrift. –", "Selbstverständlich!? – Der Meister sagte, wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet hat, so schwinde von ihm die Gebundenheit der Schwagerschaft, und die Gebundenheit der Antrauung und der Heirat ruhe auf ihm, somit könnte man glauben, er übe63Mit der Beiwohnung, wenn er vorher die Eheformel an sie gerichtet hat.kein Gebot aus, so lehrt er uns.", "Der Text. R. Hona sagte : Das Gebot der Schwagerehe erfordert, daß er sie sich antraue und ihr darauf beiwohne; hat er ihr beigewohnt und nachher an sie die Eheformel gerichtet, so ist sie ihm angeeignet. Wenn beigewohnt und nachher an sie die Eheformel gerichtet, ist es ja selbstverständlich, sie ist ihm ja durch die Beiwohnung angeeignet!? – Lies vielmehr: hat er ihr ohne Eheformel beigewohnt, so ist sie ihm angeeignet. –", "Es wird ja gelehrt, daß er dieserhalb Geißelhiebe64Solche sind nur auf die Übertretung der in der Schrift genannten Gesetze gesetzt, demnach ist die Eheformel eine Bestimmung der Tora u. bei der Aneignung unerläßlich.erhalte!? – Widerspenstigkeitsgeißelung65Solche haben die Weisen auf die Übertretung ihrer Bestimmungen eingeführt, unterschieden von der auf 40 (eigentl. 39) Streiche normierten Geißelung der Schrift (Dt. 25,3)., rabbanitisch.", "Rabh ließ nämlich geißeln wegen der Antrauung durch Beiwohnung, wegen der Antrauung auf offener Straße, wegen der Antrauung ohne Werbung66Ohne vorherige Besprechung; in all diesen Fällen ist eine unethische Geringschätzung der Antrauung zu erblicken.,", "wegen der Annullierung67Cf. Git. Fol. 32a.eines Scheidebriefes68Die Frau könnte, ohne es zu wissen, sich auf Grund des ungültigen Scheidebriefes verheiraten.und wegen der Erklärung69Daß er ihn gezwungen gebe (cf. Git. Fol. 88b).über einen Scheidebrief.", "Ferner auch den, der einem Gerichtsboten Widerstand leistet, der den Bann der Gelehrten dreißig Tage auf sich sitzen läßt und nicht aufs Gericht kommt und [um Aufhebung] des Bannspruches bittet,", "und einen Bräutigam, der im Hause der Schwiegereltern wohnt. – Nur dann, wenn er wohnt, nicht aber, wenn er vorübergeht; aber R. Šešeth ließ ja einen geißeln, weil er an der Tür seiner Schwiegereltern vorüber ging !? – Mit jenem hatte man seine Schwiegermutter verdächtigt.", "Die Nehardee͑nser sagten: Von all diesen ließ Rabh geißeln nur wegen der Antrauung durch Beiwohnung und ohne Werbung. Manche sagen, auch wenn mit Werbung, wegen der Schamlosigkeit.", "Die Rabbanan lehrten: Wieso durch die Antrauungsformel? Wenn er ihr ein Geldstück oder eine Wertsache gibt70Und dabei die Eheformel spricht.. Wieso durch Urkunde? – ‘Wieso durch Urkunde’, wie wir gesagt71Hinsichtl. der gewöhnlichen Antrauung, da auch diese Antrauung durch ein Geldstück wie bei der gewöhnlichen Antrauung erfolgt.haben : wenn er ihr auf Papier oder auf eine Scherbe, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: sei mir angetraut! Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: wie lautet die Urkunde über die Morgengabe72Unter ‘Urkunde’ ist diese u. nicht die Antrauungsurkunde zu verstehen.bei der Schwagerehe?", "Er schreibe: Ich N., Sohn des N., nehme auf mich, meine Schwägerin N. nach Gebühr zu ernähren und zu unterhalten. Ihre Morgengabe aber belastet die Güter ihres ersten Mannes73Cf. supra Fol. 39a Anm 1.. Erhält sie sie nicht vom ersten, so haben die Rabbanan sie ihr vom zweiten zugesprochen, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei.", "Abajje fragte Rabba: Wie ist es, wenn er ihr74Der Schwager der Witwe.einen Scheidebrief gegeben und zu ihr gesagt hat: Sei von mir geschieden, aber nicht jedermann erlaubt75Auf Grund eines derartigen Scheidebriefes darf die Geschiedene sich nicht wiederum verheiraten.? Ist, da [die Wirksamkeit] des Scheidebriefes bei der Schwägerin rabbanitisch ist, nur ein Scheidebrief, der bei einem Eheweibe wirksam ist, auch bei der Schwägerin wirksam, und ein Scheidebrief, der bei einem Eheweibe unwirksam ist, auch bei der Schwägerin unwirksam,", "oder aber ist eine Verwechselung mit einem [giltigen] Scheidebriefe76Die Witwe könnte sich daraufhin verheiraten.zu berücksichtigen? Rabba b. Ḥanan wandte ein: Demnach77Wenn man eine derartige Verwechslung seitens des nicht unterrichteten Beobachters berücksichtigen wollte.macht er sie ungeeignet, wenn er ihr ein Stück Papier gibt!? Dieser erwiderte: Solches macht sie nicht untauglich für Priester, jener78Der einschränkende Scheidebrief.aber macht sie untauglich für Priester79Wenn ein Priester seiner Frau einen derartigen Scheidebrief gegeben hat, so ist sie ihm für immer verboten..", "Es wird nämlich gelehrt :80Lev. 21,7.Und eine von ihrem Manne geschiedene Frau sollen sie nicht nehmen, selbst wenn sie nur von ihrem Manne geschieden81Wie im genannten Falle, durch einen ein schränkenden Scheidebrief.ist, dürfen sie sie nicht nehmen. Deshalb heißt es, auch nur der Geruch eines Scheidebriefes mache untauglich für Priester.", "Rami b. Ḥama sagte: Sie lehrten, wenn jemand zum Schreiber gesagt hat, daß er einen Scheidebrief für seine Verlobte schreibe, denn sobald er sie geheiratet hat, werde er sich von ihr scheiden lassen, sei der Scheidebrief gültig, weil es in seiner Hand lag, sich von ihr scheiden zu lassen," ], [ "und wenn für eine fremde Frau, sei der Scheidebrief ungültig82Falls er sie geheiratet hat u. den Scheidebrief benutzen will., weil es nicht in seiner Hand lag, sich von ihr scheiden zu lassen83Beim Schreiben des Scheidebriefes war sie ihm fremd.. Folgendes aber fragte R. Rami b. Ḥama : Wie verhält es sich bei seiner Schwägerin : gleicht sie, da sie an ihn gebunden ist, der Verlobten, oder nicht, da er an sie die Eheformel noch nicht gerichtet hat? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Ḥananja fragte: Wie ist es, wenn er ihr einen Scheidebrief auf die Gebundenheit und nicht auf die Eheformel84Nachdem er an sie die Eheformel gerichtet hat., oder auf die Eheformel und nicht auf die Gebundenheit geschrieben hat: schließt die Eheformel sich der Gebundenheit an, somit ist es ebenso, als würde man sich von der Hälfte seiner Frau scheiden lassen, und wenn man sich von der Hälfte seiner Frau scheiden läßt, so ist es nichts, oder aber besteht jede für sich besonders85Bezieht sich die Scheidung auf die Gebundenheit, so ist sie auch seinem Bruder verboten, u. bezieht sie sich auf die Eheformel, so ist diese aufgehoben u. die Gebundenheit bleibt bestehen, sodaß sie seinem Bruder erlaubt ist.? –", "Dies ist ja aus einer Lehre Rabas zu entscheiden, denn Raba sagte, daß, wenn er ihr einen Scheidebrief auf die Eheformel gegeben hat, die Nebenbuhlerin erlaubt sei86Gf. supra Fol. 32a. Demnach bezieht die Scheidung sich auf die Eheformel allein.!? – Raba war es entschieden, R. Ḥananja aber war es fraglich. – Wie ist es damit? – Dies bleibt unentschieden.", "HAT ER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Das sind die Worte R. A͑qibas, welcher sagt, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig, die Weisen aber sagen, nach der Ḥaliça bleibe etwas zurück. –", "Wieso kannst du dies R. A͑qiba addizieren, im Anfangsatze lehrt er, daß, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben und an ihr die Ḥaliça vollzogen hat, sie eines Scheidebriefes und der Ḥaliça benötige, und nach R. A͑qiba ist ja, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben hat, die Eheformel unwirksam!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte: Woher, daß, wenn jemand seiner Schwägerin einen Scheidebrief gegeben hat, sie ihm für immer verboten ist? Es heißt :87Dt. 24,4.ihr Ehemann darf nicht mehr, nachdem er sie fortgeschickt hat; schon nach dem Fortschicken88Auch wenn sie mit einem anderen nicht verheiratet war; dies ist bei der Schwägerin der Fall, u. da die Wiedernahme verboten ist, so ist die Eheformel unwirksam..", "R. Aši erwiderte: Der Scheidebrief bei der Schwager ehe ist rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung.", "Ebenso wird auch gelehrt: Rabbi sagte: Diese Worte gelten nur nach R. A͑qiba, der die Ḥaluça der Inzestuösen gleichstellt, die Weisen aber sagen, nach der Ḥaliça bleibe etwas zurück. Ich sage: nur dann, wenn er sie sich zur gewöhnlichen Heirat angetraut hat, wenn aber zur Schwagerehe, so besteht nach der Ḥaliça nichts89Die Gebundenheit der Schwagerschaft ist bereits durch die Ḥ. aufgehoben, somit ist die daraufhin erfolgte Antrauung nichtig.mehr.", "Ein Anderes lehrt: Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich darauf angetraut hat, so benötigt sie, wie Rabbi sagt, wenn er sie sich zur gewöhnlichen Heirat angetraut hat, von ihm eines Scheidebriefes, und wenn zur Schwagerehe, keines Scheidebriefes; die Weisen sagen, ob zur gewöhnlichen Heirat oder zur Schwagerehe, sie benötigt von ihm eines Scheidebriefes.", "R. Joseph sprach: Folgendes ist der Grund Rabbis: dies ist ebenso, als würde jemand am Grundstücke eines Proselyten herumgraben90Das von einem kinderlos verstorbenen Proselyten hinterlassene Grundstück ist herrenlos, u. jeder kann es sich durch Besitznahme, die durch einige Spatenstiche erfolgt, aneignen., im Glauben, es sei seines91Wenn er in seinem eignen Grundstücke graben will, u. irrtümlich im angrenzenden Grundstücke des Proselyten gräbt., der es dadurch nicht92In beiden Fällen beruht die Aneignung auf einem Irrtum.erwirbt.", "Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; in diesem Falle beabsichtigte er die Aneignung nicht, in jenem aber beabsichtigte er die Aneignung. Dies ist vielmehr mit dem Falle zu vergleichen, wenn jemand am Grundstücke eines Proselyten herumgräbt, im Glauben, es sei eines anderen Proselyten, der es dadurch erwirbt93Da er die Aneignung beabsichtigte..", "Vielmehr, erklärte Abajje, wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir durch die Eheformel der Schwagerehe angetraut. Rabbi ist der Ansicht, die Eheformel schließe sich der Gebundenheit an, und die Ḥaliça94Die vorher erfolgt ist.hob die Gebundenheit95Die Eheformel ist somit ungültig.auf. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, die eine bestehe für sich und die andere bestehe für sich. Wie es wirksam ist, wenn er zuerst96Wenn keine Ḥ. vorangegangen ist.zu ihr sagt: sei mir durch die Eheformel der Schwagerehe97Nur durch diese, ohne Wirksamkeit der Gebundenheit.angetraut, ebenso ist es auch jetzt wirksam.", "Raba sagte: Wenn er zu ihr gesagt hat: durch die Eheformel der Schwagerehe, stimmen alle überein, daß es wirksam ist, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir angetraut durch die Gebundenheit der Schwagerehe. Rabbi ist der Ansicht," ], [ "es bestehe eine Gebundenheit, und die Ḥaliça94Die vorher erfolgt ist.hob die Gebundenheit auf. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, und wie es wirksam ist, wenn er zuerst96Wenn keine Ḥ. vorangegangen ist.zu ihr sagt: sei mir durch die Gebundenheit der Schwagerschaft angetraut, ebenso ist es auch jetzt wirksam.", "R. Šerebja erklärte: Bei einer gültigen Ḥaliça stimmen alle überein, daß, wenn er zu ihr [nachher] sagt: sei mir durch die Gebundenheit der Schwagerschaft angetraut, dies nicht wirksam sei, hier aber streiten sie über die ungültige Ḥaliça98Wenn er ihr beispielsweise vorher einen Scheidebrief gegeben hat.; nach der einen Ansicht entbindet die ungültige Ḥaliça99Die darauf folgende Eheformel ist daher unwirksam., und nach der anderen Ansicht entbindet die ungültige Ḥaliça nicht.", "R. Aši erklärte: Alle stimmen überein, daß die ungültige Ḥaliça nicht entbinde, hier aber streiten sie über die Bedingung100Wenn er die Ḥ. vollzogen hat unter der Bedingung, daß sie eine Leistung erfülle, u. sie diese nicht erfüllt hat.bei der Ḥaliça; nach der einen Ansicht ist die Bedingung bei der Ḥaliça zulässig101Solange die Bedingung nicht erfüllt ist, ist die Ḥ. nicht rechtskräftig u. die darauf folgende Eheformel wirksam., und nach der anderen Ansicht ist die Bedingung bei der Ḥaliça unzulässig102Die Ḥ. ist auch ohne Erfüllung der Leistung gültig u. somit die darauf folgende Eheformel unwirksam..", "Rabina erklärte: Alle stimmen überein, daß die Bedingung bei der Ḥaliça zulässig sei, und hier streiten sie über die Verdoppelung bei der Bedingung; nach der einen Ansicht ist eine Verdoppelung der Bedingung103Die Bedingung ist nur dann gültig, wenn vereinbart wird: die Handlung sei gültig, falls die Bedingung erfüllt wird, u. ungültig, falls sie nicht erfüllt wird (ausführl. Qid. Fol. 69a); hier wird von dem Falle gesprochen, wenn eine Verdoppelung der Bedingung nicht erfolgt ist.erforderlich, und nach der anderen Ansicht ist keine Verdoppelung der Bedingung erforderlich.", "HAT ER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT &C. Sollte er auch lehren: so besteht nach der Beiwohnung104Von der der 2. Passus spricht.nichts mehr!? – Abajje und Raba sagten beide, man lese: so besteht nach der Beiwohnung nichts mehr. Unserem Autor aber105Der dies nicht lehrt, obgleich er auch von der Beiwohnung spricht.ist die Erlaubnis der Schwägerin für jedermann106Die durch die Giltigkeit der Ḥ. erfolgt.bevorzugter107Aus diesem Grunde lehrt er es nur von der Ḥ., u. selbstverständlich gilt dies auch von der Beiwohnung..", "EINERLEI, OB EINE SCHWÄGERIN &C. ODER ZWEI SCHWÄGERINNEN &C. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht Ben A͑zajs, denn es wird gelehrt : Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägern und einer Schwägerin, nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager.", "UND ZWAR: HAT ER DIE EHEFORMEL AN DIE EINE &C. Dies108Da er es nicht von dem Falle lehrt, wenn er an eine Witwe die Eheformel gerichtet u. darauf an ihr die Ḥ. vollzogen hat.wäre eine Stütze für Šemuél, denn Šemuél sagte, daß, wenn er an der, an die er die Eheformel gerichtet hat, die Ḥaliça vollzogen hat, die Nebenbuhlerin nicht entbunden sei,", "und eine Widerlegung R. Josephs109Dieser lehrt (ob. Fol. 44b), daß man nicht unnötig beide für Priester ungeeignet mache, dagegen lehrt die Mišna den Fall, wenn er an die eine die Eheformel gerichtet u. an die andere die Ḥ. vollzogen hat, wodurch beide für Priester ungeeignet werden, anstatt an der ersten die Ḥ. zu vollziehen u. die andere für Priester geeignet zu lassen.? – Er lehrt ja nicht, daß er die Ḥaliça vollziehe, sondern vollzogen hat, wenn es geschehen ist.", "DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND DER ANDEREN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN. Dies110Die Mehrzahl צריכות, wonach beide der Ḥ. benötigen, u. dies gilt auch von dem Falle, wenn es eine Schwägerin u. mehrere Brüder sind. In der Übersetzung durch die eingeschalteten W.e ‘eine von ihnen’ nach der t.schen Erklärung berichtigt.wäre eine Stütze für Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte, daß, wenn die Ḥaliça ungültig ist, sie sich an alle Brüder wenden müsse? – [Die Mehrzahl] ‘benötigen’ bezieht sich auf derartige Fälle allgemein.", "DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN DER ANDEREN DIEALIÇA VOLLZOGEN. Dies wäre eine Stütze für Šemuél und eine Widerlegung R. Josephs111Wie ob. Anm. 109.? – Er lehrt ja nicht, daß er die Ḥaliça vollziehe, sondern : vollzogen hat, wenn es geschehen ist.", "HAT ER [AN DER EINEN] UND [AN DER ANDEREN] DIEALIÇA VOLLZOGEN, ODER AN DER EINEN DIEALIÇA VOLLZOGEN &C. Sollte er auch lehren: so besteht nach der Beiwohnung104Von der der 2. Passus spricht.nichts mehr!? Abajje und Raba sagten beide, man lese: so besteht nach der Beiwohnung nichts mehr. Unserem Autor aber105Der dies nicht lehrt, obgleich er auch von der Beiwohnung spricht.ist die Erlaubnis der Schwägerin für jedermann106Die durch die Giltigkeit der Ḥ. erfolgt.bevorzugter107Aus diesem Grunde lehrt er es nur von der Ḥ., u. selbstverständlich gilt dies auch von der Beiwohnung..", "EINERLEI, OB EIN SCHWAGER &C. ODER ZWEI SCHWAGER &C. Allerdings ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, das ganze Haus112Die Brüder desjenigen, der die Ḥ. vollzogen hat.mache sich eines Verbotes113Wegen der Heirat der Witwe nach erfolgter Ḥ., aber nicht der Ausrottung; cf. supra Fol. 10b.schuldig, zu lehren nötig, daß bei mit einem Verbote belegten die Antrauung ungültig sei,", "aber ist denn nach Reš Laqiš, welcher sagt, das ganze Haus mache sich der Ausrottung114Für den, der die Ḥ. vollzogen hat, besteht das Verbot, die Witwe nach erfolgter Ḥ. zu heiraten, für die übrigen Brüder dagegen, bei denen das Gesetz der Schwagerehe ausscheidet, verbleibt sie die mit der Ausrottung belegte Frau eines Bruders.schuldig, zu lehren nötig, daß bei mit der Ausrottung belegten die Antrauung ungültig sei!? –", "Reš Laqiš kann dir erwidern : im Schlußsatze lehrt er den Fall, wenn er ihr beigewohnt und an sie die Eheformel gerichtet hat; ist es denn, auch nach deiner Auffassung zu lehren nötig, daß bei einer Ehefrau die Antrauung ungültig sei!?", "Vielmehr, da er von der Erlaubnis bei einem Schwager und einer Schwägerin lehrt, lehrt er es auch von zwei Schwägerinnen und einem Schwager, und da er es von zwei Schwägerinnen und einem Schwager lehrt, lehrt er es auch von zwei Schwägern und einer Schwägerin." ], [ "HAT ER AN IHR DIEALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR &C. GEGEBEN. Allerdings ist der Fall nötig, wenn er die Ḥaliça vollzogen und die Eheformel gerichtet hat, denn man könnte glauben, man berücksichtige bei der Eheformel nach der Ḥaliça die Eheformel vor der Ḥaliça, so lehrt er uns, daß man nicht berücksichtige, wozu aber ist der Fall nötig, wenn er die Ḥaliça vollzogen und einen Scheidebrief gegeben115Durch die Ḥ. ist sie von ihm geschieden, so daß sie selber u. ihre Verwandten ihm verboten sind; der Scheidebrief kann somit keine weitere Wirkung mehr haben.hat !? –", "Wie ist, auch nach deiner Auffassung, der Schlußsatz zu erklären : hat er ihr beigewohnt und darauf an sie die Eheformel gerichtet oder (ihr beigewohnt und) ihr einen Scheidebrief gegeben; allerdings ist der Fall nötig, wenn er ihr beigewohnt und ihr einen Scheidebrief gegeben hat, denn man könnte glauben, man berücksichtige beim Scheidebriefe nach der Beiwohnung den Scheidebrief vor der Beiwohnung, so lehrt er uns, daß man nicht berücksichtige, wozu aber ist der Fall nötig, wenn er ihr beigewohnt und an sie die Eheformel gerichtet116Sie ist seine Frau u. die Eheformel hat keine Wirkung mehr.hat?", "Vielmehr, da er den Fall lehrt, wenn er die Ḥaliça vollzogen und die Eheformel gerichtet hat, lehrt er auch den Fall, wenn er ihr beigewohnt und an sie die Eheformel gerichtet hat, und da er den Fall lehren will, wenn er ihr beigewohnt und ihr einen Scheidebrief gegeben hat, lehrt er auch den Fall, wenn er an ihr die Ḥaliça vollzogen und ihr einen Scheidebrief gegeben hat.", "WENN SIE &C. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Abba Jose b. Joḥanan aus Jerušalem sagte im Namen R. Meírs: Sowohl nach der Beiwohnung als auch nach der Ḥaliça bleibt, wenn sie zuerst erfolgt sind, nichts mehr bestehen, und wenn dazwischen oder zuletzt, wohl etwas bestehen.", "Hierbei gibt es drei Ansichten. Der erste Autor ist der Ansicht, bei der Beiwohnung ist etwas117Cf. supra Fol. 50b.zu berücksichtigen, und man berücksichtige118Wenn sie dazwischen od. zuletzt erfolgt, bleibt etwas zurück.dies, bei der Ḥaliça aber ist nichts zu berücksichtigen.", "R. Neḥemja ist der Ansicht, auch bei der Beiwohnung sei nichts zu berücksichtigen. Sagst du, bei der Beiwohnung nach dem Scheidebriefe sei die Beiwohnung nach der Ḥaliça zu berücksichtigen, so weiß man119Eine derartige Verwechselung ist nicht zu berücksichtigen.es, denn die Ḥaliça hat nach der Tora zu erfolgen, und sagst du, bei der Beiwohnung nach der Eheformel sei die Beiwohnung nach der Beiwohnung zu berücksichtigen, so weiß man119Eine derartige Verwechselung ist nicht zu berücksichtigen.auch dies, denn die Beiwohnung hat nach der Tora zu erfolgen. Und Abba Jose b. Ḥanan ist der Ansicht der Rabbanan, die dies117Cf. supra Fol. 50b.bei der Beiwohnung berücksichtigen, und er berücksichtigt bei der Ḥaliça die Beiwohnung120Obgleich bei der Ḥ. an sich nichts zu berücksichtigen ist; cf. supra Fol. 50b..", "", "i WER SEINER SCHWÄGERIN BEIWOHNT, OB VERSEHENTLICH1Ohne zu wissen, daß sie seine Schwägerin ist. ODER VORSÄTZLICH2Zur Befriedigung des Geschlechtstriebes u. nicht in der Absicht, die Schwagerpflicht zu erfüllen., OB GEZWUNGEN ODER WILLIG, SELBST WENN ER VERSEHENTLICH UND SIE VORSÄTZLICH, ER VORSÄTZLICH UND SIE VERSEHENTLICH, ER GEZWUNGEN UND SIE UNGEZWUNGEN, ODER SIE GEZWUNGEN UND ER UNGEZWUNGEN, OB NUR ANGESCHMIEGT3Die Genitalien an einander, ohne den Coitus zu vollenden; cf. supra Fol. 34b. ODER [DIE BEIWOHNUNG] VOLLENDET, EIGNET SIE SICH AN, AUCH IST ZWISCHEN BEIWOHNUNG UND BEIWOHNUNG4Ob sie auf natürliche od. widernatürliche Weise erfolgt ist. NICHT ZU UNTERSCHEIDEN ii.", "DASSELBE GILT AUCH VON DER BEIWOHNUNG ALLER IN DER TORA GENANNTEN INZESTUÖSEN UND UNTAUGLICHEN, BEISPIELSWEISE EINER WITWE MIT EINEM HOCHPRIESTER, EINER GESCHIEDENEN ODER EINERALUÇA MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER, EINES HURENKINDES ODER EINER NETHINA5Wenn die Beiwohnung in der ob. genannten Weise erfolgt ist. MIT EINEM JISRAÉLITEN, UND EINER JISRAEXITIN MIT EINEM HURENKINDE ODER EINEM NATHIN; ER HAT SIE DADURCH5Wenn die Beiwohnung in der ob. genannten Weise erfolgt ist. UNTAUGLICH GEMACHT, AUCH IST ZWISCHEN BEIWOHNUNG UND BEIWOHNUNG4Ob sie auf natürliche od. widernatürliche Weise erfolgt ist. NICHT ZU UNTERSCHEIDEN.", "GEMARA. Was heißt ‘selbst’? –", "Dies deutet auf das Selbstverständliche ; selbstverständlich, wenn er versehentlich und sie die Erfüllung des Gebotes beabsichtigt, oder er vorsätzlich2Zur Befriedigung des Geschlechtstriebes u. nicht in der Absicht, die Schwagerpflicht zu erfüllen. und sie die Erfüllung des Gebotes beabsichtigt, aber selbst wenn er versehentlich und sie vorsätzlich2Zur Befriedigung des Geschlechtstriebes u. nicht in der Absicht, die Schwagerpflicht zu erfüllen., sodaß beide nicht die Erfüllung des Gebotes beabsichtigen, ist sie ihm angeeignet. R. Ḥija lehrte: [Auch wenn] beide versehentlich, beide vorsätzlich oder beide gezwungen.", "Was heißt ‘gezwungen’ in unserer Mišna: wollte man sagen, wenn er von Nichtjuden gezwungen ihr beigewohnt hat, so sagte ja Raba, es gebe keinen erzwungenen Beischlaf, weil die Erektion nur bei Absicht6Die Beendigung erfolgt willig. erfolgt !? –", "Vielmehr, im Schlafe. – R. Jehuda sagte ja," ], [ "der Schlafende eigne sich seine Schwägerin nicht an7Die im Schlafe vollzogene Beiwohnung erfolgt ohne Bewußtsein.!? – Vielmehr, wenn er stecken geblieben8Wenn er mit eregiertem Gliede von einem Dache auf die auf der Erde liegende Schwägerin gefallen u. so ungewollt den Beischlaf vollzogen hat. ist. – Rabba sagte ja aber, daß, wenn jemand von einem Dache herabfällt und stecken bleibt, er zu den vier Zahlungen9Wegen Körperverletzung sind 5 Zahlungen an den Verletzten zu leisten (cf. Bq. Fol. 83b), eine von diesen, Beschämungsgeld, nur bei Absicht. verpflichtet sei, und wenn es seine Schwägerin ist, er sie sich dadurch nicht aneigne!? –", "Vielmehr, wenn er zu seiner Frau wollte, und seine Schwägerin ihn ergriffen, sodaß er ihr beigewohnt hat. – Was heißt ‘beide gezwungen’ in der Lehre R. Ḥijas? – Wenn er zu seiner Frau wollte, und Nichtjuden sie ergriffen und an einander drückten, sodaß er ihr beigewohnt hat.", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :10Dt. 25,5.Ihr Schwager komme zu ihr, ein Gebot11Die Vollziehung der Schwagerehe ist der Ḥ. zu bevorzugen.. Eine andere Erklärung: Ihr Schwager komme zu ihr, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig. –", "Hieraus deutetest du ja, daß dies Gebot sei!? – Das Gebot geht hervor aus [den Worten :]12Dt. 25,7.wenn der Mann nicht will, wenn er aber will, ist die Schwagerehe zu vollziehen. Jener Schriftvers aber lehrt: ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig.", "Ein Anderes lehrt: Ihr Schwager komme zu ihr, auf natürliche Weise; und nehme sie, auch widernatürlicherweise13Auch in diesem Falle ist sie ihm angeeignet.; und übe die Schwagerehe, die Beiwohnung vollbringt dies, nicht aber das Geldstück14Womit er sie sich antraut.und die Urkunde; an ihr [die Schwagerehe], auch gegen ihren Willen. «Eine andere Erklärung: ihr Schwager komme zu ihr, ob vorsätzlich &c.»", "Hieraus deutetest du ja die natürliche Art!? – Dies geht hervor aus [den Worten:]12Dt. 25,7.seinem Bruder einen Namen in Jisraél zu erhalten, in einer Weise, daß sein Name erhalten bleibt. Jener Schriftvers aber lehrt: ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig.", "Der Text. R. Jehuda sagte: Der Schlafende eignet sich seine Schwägerin nicht an, denn die Schrift sagt: ihr Schwager komme zu ihr, nur wenn er die Beiwohnung beabsichtigt. Es wird ja aber gelehrt: ob wach oder im Schlafe!? – Lies: ob sie wach oder sie im Schlafe ist. –", "Es wird ja aber gelehrt: ob er wach oder im Schlafe ist, ob sie wach oder im Schlafe ist!? – Hier wird von dem Falle gelehrt, wenn er nur eingenickt ist. – Was heißt ‘eingenickt’? R. Aši erwiderte: Halb schlummernd und halb wachend; wenn er beispielsweise, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn erinnert, es weiß.", "Der Text. Rabba sagte: Wenn jemand von einem Dache herabfällt und stecken bleibt, so ist er zu den vier Zahlungen verpflichtet; ist es seine Schwägerin, so ist sie ihm dadurch nicht angeeignet. [Zur Zahlung von] Entschädigung, Schmerzensgeld, Versäumnis und Kurkosten; Beschämungsgeld aber nicht, denn der Meister sagte, man sei wegen der Beschämung nur dann schuldig, wenn man es beabsichtigt hat.", "Raba sagte: Wenn er in der Absicht, gegen die Wand zu stoßen, gegen seine Schwägerin gestoßen hat, so ist sie ihm nicht15Da er den Vollzug einer Beiwohnung nicht beabsichtigt hat.an geeignet; gegen ein Vieh zu stoßen, und gegen seine Schwägerin gestoßen hat, so ist sie ihm angeeignet, denn er hat die Vollziehung einer Beiwohnung beabsichtigt.", "OB NUR ANGESCHMIEGT. U͑la sagte: Wo ist die Anschmiegung in der Tora angedeutet? Es heißt :16Lev. 20,18.wenn ein Mann bei einem an der Absonderung leidenden Weibe liegt und ihre Scham entblößt, ihre Blutquelle berührt; hier ist die Anschmiegung17Das W. העראה (Anschmiegung) wird aus dem im angezogenen Schriftverse gebrauchten Verb ערה gebildet.in der Tora angedeutet. –", "Wir wissen dies von der Menstruierenden, woher dies von den übrigen Inzestuösen? Wolltest du sagen, es sei von der Menstruierenden zu folgern, [so ist ja zu erwidern:] wohl gilt dies bei der Menstruierenden, die den ihr Beiwohnenden verunreinigt18Gf. Lev. 15,24; bei dieser ist es strenger u. auch die Anschmiegung gilt als vollendeter Coitus.. –", "Vielmehr, es ist von der Frau des Bruders zu entnehmen. Es heißt :19Lev. 20,21.wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist sie [als] Menstruierende [zu betrachten]; ist denn die Frau des Bruders [andauernd] Menstruierende? Vielmehr, gleich der Menstruierenden: wie dies bei der Menstruierenden auch von der Anschmiegung gilt, ebenso bei der Frau seines Bruders auch von der Anschmiegung. –", "Wohl bei der Frau seines Bruders, in dessen Hand es liegt, solche zu vermehren, denn er kann sich beliebig auch tausend [Frauen] antrauen20Dies gilt nur von Verwandten durch Anheiratung u. nicht von Verwandten durch Geburt.!? –", "Vielmehr, es ist von der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter zu entnehmen. Es heißt :21Lev. 20,19.die Scham der Schwester deiner Mutter und der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen, denn seine Blutsverwandte hat er berührt17Das W. העראה (Anschmiegung) wird aus dem im angezogenen Schriftverse gebrauchten Verb ערה gebildet.. – Es ist ja zu erwidern: wohl bei der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter, bei denen das Verbot von selbst22Dies gilt von Verwandten durch Geburt u. nicht von solchen durch Anheiratung.kommt !? –", "Ist es von einer nicht zu entnehmen, so entnehme man es von zweien. – Von welchen sollte man es entnehmen : wenn von der Frau des Bruders und der Schwester des Vaters23Die Erwiderung hinsichtl. der einen trifft bei der anderen nicht zu.oder der Mutter, so ist ja zu erwidern; wohl bei diesen, die wegen Blutsverwandtschaft verbotene24Was beispielsweise beim Ehebruche nicht der Fall ist.sind!? –", "Vielmehr, von der Menstruierenden und der Schwester des Vaters oder der Mutter. – Wohl bei diesen, bei denen das Verbot von selbst25Nicht durch Anheiratung.kommt !? – Vielmehr, von der Menstruierenden und der Schwester des Bruders, sodaß nichts zu erwidern26Die eine ist nicht wegen Blutsverwandtschaft verboten u. die andere ist angeheiratet.ist.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein : Wohl bei der Menstruierenden und der Frau des Bruders, die bei Lebzeiten des sie [für andere] verboten machenden nicht erlaubt werden können, während die Ehefrau bei Lebzeiten des sie verboten machenden erlaubt werden27Wenn sie sich von ihrem Ehemanne scheiden läßt.kann!?", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Sind denn die Menstruierende und die Frau des Bruders nur bei Lebzeiten des sie verboten machenden nicht erlaubt, wohl aber nachher," ], [ "bei der Menstruierenden hängt die ja von den Tagen28Sie ist erst nach Ablauf von 7 Tagen rein (cf. Lev. 15,19ff.), auch wenn sie keinen Mann hat.ab und bei der Schwester des Bruders vom Kinder[haben]29Wenn sie Kinder hat, ist sie ihrem Schwager auch nach dem Tode ihres Mannes verboten.!? –", "Vielmehr ist wie folgt zu erwidern: wohl bei der Menstruierenden und der Frau des Bruders, die der sie verboten machende nicht erlaubt machen30Sie wird nur durch die genannten Umstände erlaubt.kann, während die Ehefrau der sie verboten machende erlaubt machen31Durch Scheidung.kann !?", "Vielmehr, erklärte R. Jona, nach anderen R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Schrift sagt:32Lev. 18,29.denn wer etwas von all diesen Gräueln tut, so sollen die Personen die es tun, ausgerottet werden; alle Inzestuösen werden somit mit der Menstruierenden33Die in diesem Abschnitte ebenfalls genannt wird.verglichen : wie dies bei der Menstruierenden auch von der Anschmiegung gilt, ebenso bei allen übrigen auch von der Anschmiegung. –", "Wozu wird demnach die Menstruierende bei der Frau des Bruders34Woraus oben gefolgert wird, daß dies auch von der Frau des Bruders gilt.genannt !? – Wegen einer Lehre R. Honas, denn R. Hona sagte: Wo ist in der Tora eine Andeutung inbetreff der Eheschwägerin zu finden? – [Wo zu finden ist, es heißt ja:]35Dt. 20,5.ihr Schwager komme zu ihr!? – Vielmehr, wo ist eine Andeutung zu finden, daß die Schwägerin bei Lebzeiten ihres Ehemannes verboten ist? –", "Dies ist ja einleuchtend; wenn der Allbarmherzige sagt, sie sei nach dem Tode ihres Ehemannes erlaubt, so ist sie wohl bei Lebzeiten desselben verboten!? –", "Vielleicht ist es36Daß der Schwager sie heirate.nach dem Tode ihres Ehemannes Gebot, und bei Lebzeiten desselben freigestellt. Oder auch: nach dem Tode ihres Ehemannes, nicht aber bei Lebzeiten desselben, und das aus einem Gebote kommende Verbot37Es ist Gebot, daß er die Schwägerin nach dem Tode seines Bruders heirate, woraus gefolgert wird, daß dies bei Lebzeiten desselben verboten ist.gilt als Gebot38Dh. als Unterlassung eines solchen; er verfällt nicht der Ausrottungsstrafe..–", "Daher sagt die Schrift:19Lev. 20,21.wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist sie [als] Menstruierende [zu betrachten]; ist denn die Frau seines Bruders [andauernd] Menstruierende? Vielmehr, gleich der Menstruierenden: wie die Menstruierende, obgleich später erlaubt, während des Verbotenseins mit der Ausrottung belegt ist, ebenso ist die Frau des Bruders, obgleich später erlaubt, bei Lebzeiten ihres Mannes mit der Ausrottung belegt. –", "Wozu wird die Anschmiegung bei der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter39Diese sind ja einbegriffen.genannt!? –", "Wegen einer an Rabina gerichteten Frage Rabas, wie es sich mit der Anschmiegung bei der Päderastie verhalte. – Hinsichtlich der Päderastie heißt es ja:40Lev. 18,22.wie man ein Weib beschläft41Dieser gleicht dem verbotenen natürlichen Beischlaf auch hinsichtl. der Anschmiegung.!? –", "Vielmehr, wie es sich mit der Anschmiegung bei der Bestialität verhalte, und dieser erwiderte ihm : Da die Nennung der Anschmiegung bei der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter überflüssig ist, denn hinsichtlich dieser ist dies aus der Vergleichung R. Jonas zu entnehmen, so beziehe man es auf die Anschmiegung bei der Bestialität. –", "Merke, die Bestialität ist ja mit der gerichtlichen Todesstrafe belegt, weshalb befindet sich nun die auf diese [zu beziehende] Anschmiegung bei den mit der Ausrottung42Dies ist auf den Verkehr mit der Schwester des Vaters od. der Mutter gesetzt.belegten, sie sollte doch bei den mit der gerichtlichen Todesstrafe43Die beispielsweise auf den Verkehr mit der Mutter od. Schwiegermutter gesetzt ist.belegten geschrieben sein, und man würde hinsichtlich einer mit der gerichtlichen Todesstrafe belegten Handlung von einer mit der gerichtlichen Todesstrafe belegten Handlung folgern!? –", "Der ganze Schriftvers dient zur Schriftdeutung, daher steht in diesem auch dies44Die Hindeutung auf die Anschmiegung, die auf die Bestialität zu beziehen ist., zur Schriftdeutung.", "Was ist dies für eine Schriftdeutung? – Es wird gelehrt :45Lev. 18,12.die Scham der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. Du sagst, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits?", "Es ist ein Schluß zu folgern: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen seiner Schwester schuldig, wie wegen der Schwester, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, ebenso wegen dieser, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits.", "Oder aber wie folgt: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen der Tante46Der Frau seines Vaters.schuldig, wie wegen der Tante nur väterlicherseits47Wenn ihr Mann der Bruder seines Vaters väterlicherseits ist.und nicht mütterlicherseits, ebenso wegen dieser nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits.", "Man beachte daher, mit wem diese zu vergleichen ist: man folgere hinsichtlich eines von selbst eintretenden Verbotes von einem von selbst eintretenden Verbote, nicht aber ist von der Tante zu folgern, bei der das Verbot nicht von selbst48Sondern erst durch die Heirat derselben mit dem Bruder seines Vaters.eintritt.", "Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich der Verwandten seines Vaters von der Verwandten seines Vaters, nicht aber ist von der Schwester zu folgern, die seine eigene Verwandte ist.", "Daher heißt49Überflüssigerweise an einer zweiten Stelle, Lev. 20,19. Dieser Schriftvers ist überflüssig u. deutet daher auf die Auslegung: ob väterlicherseits od. mütterlicherseits.es: die Scham der Schwester deines Vaters sollst da nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits; die Scham der Schwester deiner Mutter sollst du nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. –", "Wozu braucht dies50Die auf die genannte Auslegung deutende Wiederholung.bei der Schwester des Vaters und bei der Schwester der Mutter geschrieben51Dies könnte hinsichtl. der einen von der anderen gefolgert werden.zu werden? R. Abahu erwiderte: Beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Schwester des Vaters geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sie eine Geschlechtsfolge hat, nicht aber gilt dies von der Schwester52Die Familie wird nach dem Geschlechte des Vaters fortgesetzt.der Mutter;", "und würde der Allbarmherzige es nur von der Schwester der Mutter geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sie es sicher ist, nicht aber gilt dies von der Schwester des Vaters53Die viell, gar nicht seine Schwester ist.. Daher ist beides nötig.", "Hinsichtlich der Tante ist es dem Autor entschieden, daß es nur von einer väterlicherseits und nicht von einer mütterlicherseits gilt; Woher dies?", "Raba erwiderte: Es ist aus [dem Worte] Oheim zu entnehmen; hierbei heißt es:54Lev. 20,20.die Scham seines Oheims hat er entblößt, und dort heißt es:55Ib. 25,49.sein Oheim oder der Sohn seines Oheims soll es auslösen; wie dort einer väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso hierbei einer väterlicherseits und nicht mütterlicherseits. –", "Woher dies dort? – Die Schrift sagt:55Ib. 25,49.aus seiner Familie soll es auslösen; die Familie des Vaters heißt Familie, die Familie der Mutter heißt nicht Familie52Die Familie wird nach dem Geschlechte des Vaters fortgesetzt..", "Wir haben gelernt: Wenn man einem berichtet hat, seine Frau sei gestorben, und er ihre Schwester väterlicherseits genommen hat, daß [auch diese] gestorben ist, und er ihre Schwester mütterlicherseits genommen hat, daß [auch diese] gestorben ist, und er ihre Schwester väterlicherseits genommen hat, daß [auch diese] gestorben ist, und er ihre Schwester mütterlicherseits genommen hat,", "so sind ihm56Wenn sich herausstellt, daß sie alle leben.die erste, die dritte und die fünfte erlaubt57Die Heirat der anderen war ungültig u. der geschlechtliche Verkehr ein außerehelicher, somit ist ihm die 3. erlaubt, ebenso ist ihm die 5. erlaubt, da wegen der gültigen Heirat der 3. die der 4. ungültig war. Diese 3 Frauen sind weder mit einander verwandt noch Schwestern seiner Frau., und sie entbinden58Wenn an einer von ihnen die Schwagerehe vollzogen wird, sind die beiden anderen entbunden.ihre Nebenbuhlerinnen,", "und die zweite und die vierte verboten59Wegen der gültigen Heirat der ersten u. der dritten., und die Beiwohnung der einen von ihnen entbindet die Nebenbuhlerin nicht. Hat er der zweiten erst nach dem Tode der ersten beigewohnt, so sind ihm die zweite und die vierte erlaubt60Cf. Anm. 57 mut. mut., und sie entbinden ihre Nebenbuhlerinnen, und die dritte und die fünfte verboten61Cf. Anm. 59 mut. mut.." ], [ "Demnach62Da die 3., die Schwester mütterlicherseits, ihm nur deshalb erlaubt ist, weil die Heirat der 2. ungültig war, wenn aber gültig, wäre sie ihm verboten.ist die Schwester seiner Frau verboten sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits; woher dies? – Er folgert dies von der Schwester: wie die Schwester, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, ebenso diese ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. –", "Sollte er doch von der Tante folgern: wie die Tante nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso diese nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits!? – Es ist einleuchtend, daß von der Schwester zu folgern ist, hinsichtlich der eigenen Verwandten von der eigenen Verwandten63Die Tante dagegen ist es nur durch seinen Vater.. –", "Im Gegenteil, es ist ja von der Tante zu folgern hinsichtlich einer [Verwandten] durch Antrauung von einer solchen durch Antrauung!? – Vielmehr, er folgert dies von der Frau des Bruders, denn bei beiden ist Antrauung und eigene Verwandtschaft vorhanden. –", "Woher dies von der Frau des Bruders selbst? – Es wird gelehrt:64Lev. 18,16.Die Scham der Frau deines Bruders sollst du nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits.", "Du sagst, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits? Es ist ein Schluß zu folgern: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen seiner Schwester schuldig, wie wegen der Schwester, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, ebenso wegen dieser, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits.", "Oder aber wie folgt: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen der Tante schuldig, wie wegen der Tante nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso wegen dieser nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits.", "Man beachte daher, mit wem diese zu vergleichen ist: man folgere hinsichtlich der eigenen Verwandten von der eigenen Verwandten, nicht aber ist von der Tante zu folgern, die eine Verwandte seines Vaters ist. Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich einer [Verwandten] durch Antrauung von einer solchen durch Antrauung, nicht aber ist von der Schwester zu folgern, bei der das Verbot von selbst eintritt.", "Daher heißt es :64Lev. 18,16.die Scham deines Bruders ist sie, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits65Dieser Schriftvers ist überflüssig u. deutet hierauf.. –", "Vielleicht sprechen beide [Schriftverse] von der Frau seines Bruders väterlicherseits, einer von dem Falle, wenn sie bei Lebzeiten ihres Mannes66Von dem sie geschieden ist.Kinder hatte, und einer, wenn sie bei Lebzeiten ihres Mannes keine Kinder hatte!? – Der Fall, wenn sie bei Lebzeiten ihres Mannes keine Kinder hatte, ist aus der Lehre R. Honas67Ob. Fol. 54b.zu entnehmen. –", "Vielleicht sprechen beide von der Frau des Bruders väterlicherseits, einer von dem Falle, wenn sie bereits bei Lebzeiten ihres Mannes Kinder hatte, und einer, wenn sie erst nach dem Tode ihres Mannes Kinder hat!? –", "Hinsichtlich des Falls, wenn sie nach dem Tode ihres Mannes Kinder hat, ist kein Schriftvers nötig; der Allbarmherzige sagt, die keine Kinder hat, sei erlaubt, demnach ist, die Kinder hat, verboten. –", "Vielleicht ist sie, wenn sie keine Kinder hat, jedermann verboten und dem Schwager erlaubt, und wenn sie Kinder hat, jedermann erlaubt und dem Schwager erlaubt!? Oder auch: hat sie keine Kinder, so ist es68Die Vollziehung der Schwagerehe.Gebot, hat sie Kinder, so ist es freigestellt!?", "Oder auch: nur wenn sie keine Kinder hat, nicht aber, wenn sie Kinder hat, und das aus einem Gebote kommende Verbot gilt als Gebot38Dh. als Unterlassung eines solchen; er verfällt nicht der Ausrottungsstrafe.!? –", "Es gibt noch einen anderen Schriftvers:69Lev. 20,21.die Scham seines Bruders hat er entblößt65Dieser Schriftvers ist überflüssig u. deutet hierauf.. –", "Vielleicht gleicht die Frau des Bruders mütterlicherseits der Frau des Bruders väterlicherseits: wie die Frau des Bruders väterlicherseits nach dem Tode ihres Mannes erlaubt ist, ebenso ist die Frau des Bruders mütterlicherseits nach dem Tode ihres Mannes erlaubt!? – Die Schrift sagt70Im ob. angezogenen Schriftverse Lev. 18,16, aus dem es hinsichtl. der Frau des Bruders mütterlicherseits gefolgert wird.ist sie, sie verbleibt bei ihrem sein71In ihrem Zustande des Verbotenseins, auch nach dem Tode ihres Ehemannes.. –", "Wozu wird bei der Schwester die Ausrottungsstrafe genannt72Wo dies schon von allen Inzestuösen allgemein gesagt wird, Lev. 18,29.? –", "Wegen einer Lehre R. Joḥanans, denn R. Joḥanan lehrte: Hat man sie alle bei einem Entfallen begangen, so ist man wegen jedes besonders schuldig73Da die Ausrottung bei einem Inzestfalle besonders hervorgehoben wird u. dies auch von den übrigen gilt; cf. supra Fol. 7a.. –", "Woher ist die Teilung74Daß man im genannten Falle wegen jeder Handlung besonders schuldig sei.zu entnehmen nach R. Jiçḥaq, welcher sagt, die Hervorhebung der Ausrottung bei der Schwester, die in der Allgemeinheit der mit der Ausrottung belegten einbegriffen war, deute darauf, daß er mit der Ausrottung und nicht mit der Geißelung bestraft75Er erhält dieserhalb keine Geißelhiebe, auch wenn man ihn daraufhin gewarnt hat.werde!? –", "Dies geht hervor aus:76Lev. 18,19.und zu einem Weibe in der Absonderung ihrer Unreinheit, man ist wegen jedes Weibes77Das W. ‘Weib’ ist überflüssig, es sollte kürzer heißen: zu einer Menstruierenden &c.besonders schuldig. –", "Wozu schrieb der Allbarmherzige bei der Tante :78Lev. 20,21.kinderlos sollen sie sein79Worunter ebenfalls die Ausrottungsstrafe zu verstehen ist.!? – Wegen einer Lehre Rabbas, denn Rabba wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: kinderlos sollen sie sein, und es heißt: kinderlos sollen sie sterben; wie ist dies zu erklären? Hat er Kinder, so begräbt er sie, hat er keine Kinder, so bleibt er kinderlos.", "Und sowohl [die Worte:] kinderlos sollen sie sein, als auch [die Worte:] kinderlos sollen sie sterben, sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: kinderlos sollen sie sein, so könnte man dies auf [Kinder] vor der Sünde beziehen, nicht aber solche nach der Sünde80Kinder, die nach Begehung der Sünde geboren werden, bleiben leben.; daher schrieb der Allbarmherzige: kinderlos sollen sie sterben. Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: kinderlos sollen sie sterben, so könnte man dies auf [Kinder] nach der Sünde beziehen, die vorherigen aber81Diese bleiben leben.nicht. Daher ist beides nötig.", "Woher dies von der Anschmiegung bei den mit einem Verbote belegten? –", "Wenn der Allbarmherzige bei der vergebenen82Od. verbundenen; dieser Ausdruck (cf. Lev. 19,20) wird von der Verbindung einer Magd gebraucht, entsprechend der Verlobung bei einer Freien, provinzial auch bei einer solchen (cf. Qid. Fol. 6b).Magd [die Worte] mit Samenerguß hervorhebt, so gilt dies bei den mit einem Verbote Belegten auch von der Anschmiegung. –", "Im Gegenteil, wenn der Allbarmherzige bei den mit der Ausrottung belegten die Anschmiegung hervorhebt, so gilt dies ja bei den mit einem Verbote belegten nur von der vollendeten Beiwohnung!? R. Aši erwiderte: Wenn dem so wäre, so sollte die Schrift bei der vergebenen Magd überhaupt nichts erwähnen83Da man auch bei anderen mit einem Verbote belegten Fällen nur wegen des vollendeten Beischlafes schuldig ist.. –", "Woher dies von der Anschmiegung bei den mit einem Verbote belegten bei Priestern84Da diese Verbote nur für Priester gelten, so ist hinsichtl. dieser von der Magd nicht zu folgern.? – Dies ist durch [das Wort] nehmen85Das sowohl bei den mit der Ausrottung belegten (Lev. 20,17) als auch bei den Priestern (ib. 21,7) gebraucht, wird.zu folgern. –", "Woher dies bei den mit einem Gebote belegten86Personen, hinsichtl. welcher ein Gebot besteht, daß sie erst in einer bestimmten Generation eine Jisraélitin heiraten dürfen; cf. Dt. 23,9.? –" ], [ "Es ist durch [das Wort] kommen87Das sowohl beim mit einem Verbote belegten Hurenkinde (Dt. 23,3) als auch bei diesen (ib. V. 9) gebraucht wird.zu folgern. –", "Woher dies bei der Schwägerin für Fremde? – Nach demjenigen, nach dem sie mit einem Verbote belegt ist, gehört sie zu den mit einem Verbote belegten, und nach dem sie mit einem Gebote88Es ist Gebot, daß der Schwager sie heirate, u. das durch ein Gebot entstehende Verbot gilt als Gebot.belegt ist, gehört sie zu den mit einem Gebote belegten. –", "Woher dies89Daß die Anschmiegung hinsichtlich der Aneignung als vollendeter Beischlaf gilt.von Schwager und Schwägerin? – Es ist durch [das Wort] kommen90Das auch bei diesem gebraucht wird, Dt. 25,5.zu folgern. –", "Woher dies89Daß die Anschmiegung hinsichtlich der Aneignung als vollendeter Beischlaf gilt.von Mann und Frau? – Es ist durch [das Wort] nehmen91Das auch hierbei gebraucht wird, Dt. 24,1.zu folgern.", "Raba sagte: Wozu schrieb der Allbarmherzige [die Worte] mit Samenerguß bei der vergebenen Magd, bei der Ehefrau92Lev. 18,20.und bei der Ehebruchsverdächtigten93Num. 5,13.? Bei der vergebenen Magd, wie wir bereits erklärt haben. Bei der Ehefrau schließt dies die Beiwohnung mit schlaffem Gliede aus. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man sei wegen der Beiwohnung einer Inzestuösen mit schlaffem Gliede frei,", "wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man sei schuldig!? – Vielmehr, ausgenommen die Beiwohnung einer Toten; man könnte glauben, man sei dieserhalb wegen Ehebruchs schuldig, da [ein Weib] auch tot Blutverwandte94Hinsichtl. der Verunreinigung an der Leiche; cf. supra Fol. 22b.heißt, so lehrt er uns.", "Bei der Ehebruchsverdächtigten ist es wegen der folgenden Lehre nötig: Mit Samenerguß, ausgenommen etwas anderes. – Was heißt etwas anderes? R. Šešeth erwiderte: Ausgenommen der Fall, wenn er sie95Die des Ehebruches Verdächtigte.inbezug auf den widernatürlichen Beischlaf verwarnt hat, Raba sprach zu ihm: Es heißt ja:96Lev. 18,22.wie man ein Weib beschläft97Die Form משכבי wird als Plural aufgefaßt, wonach die Schrift vom natürlichen u. vom widernatürlichen Beischlaf spricht, die einander gleichen; cf. Syn. Fol. 54a.!?", "Vielmehr, erklärte Raba, ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf [Perversitäten] an den Gliedern verwarnt hat. Abajje sprach zu ihm: Sollte der Allbarmherzige sie wegen einer Zuchtlosigkeit verboten haben!?", "Vielmehr, erklärte Abajje, ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf die Berührung98Der Genitalien aneinander; der Unterschied von ‘Anschmiegung’ wird weiter erklärt.verwarnt hat. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, unter Anschmiegung sei das Hineinstecken der Eichel99Nur dies gilt als vollendeter Beischlaf.zu verstehen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, darunter sei die Berührung zu verstehen!? –", "Vielmehr, tatsächlich schließt dies den Fall aus, wenn er sie inbezug auf [Perversitäten] an den Gliedern verwarnt hat, denn dies ist nötig; man könnte glauben, der Allbarmherzige hat es ja von der Anstoßnahme des Ehemannes abhängig gemacht, und dieser nimmt daran Anstoß100Da er sie verwarnt hat., so lehrt er uns.", "Šemuél sagte: Unter ‘Anschmiegung’ ist das Berühren zu verstehen. Dies ist ebenso, als wenn jemand den Finger an den Mund legt; es ist nicht möglich, daß er das Fleisch nicht eindrückt.", "Als Rabba b. Bar Ḥana kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Bei der vergebenen Magd heißt das Hineinstecken der Eichel eine vollendete Beiwohnung. R. Šešeth wandte ein : Mit Samenerguß, man ist schuldig101Die angezogenen Schriftworte sprechen von der vergebenen Magd, Lev. 19,20.nur wegen der Beiwohnung mit Reibung102מרימה v. syr.-aram מרק reiben, scheuern.. Doch wohl die Reibung des Gliedes!? – Nein, die Reibung der Eichel.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Unter ‘Anschmiegung’ ist das Hineinstecken der Eichel zu verstehen. Sie sprachen zu ihm : Rabba b. Bar Ḥana sagte ja103Nach seinem Berichte gilt dies nach RJ. als vollendeter Beischlaf.anders!? Dieser erwiderte : Entweder hat er gelogen oder habe ich104Womit er das erstere sagen wollte. Der durch seine Münchhausiaden (cf. Bb. Fol. 73aff.) bekannte R. b. Bar Hana befand sich auch in seinen halakhischen Berichten oft in Widerspruch mit anderen, beispielsweise Hul. Fol. 97a. Qid. Fol. 75b widerspricht er sich selber in einer Schriftauslegung im Namen RJ.s.gelogen.", "[Ebenso] sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans : Unter ‘ Anschmiegung’ ist das Hineinstecken der Eichel zu verstehen. Gegen Rabba b. Bar Ḥana streitet er entschieden103Nach seinem Berichte gilt dies nach RJ. als vollendeter Beischlaf., streitet er auch gegen Šemuél105Nach dem schon die Berührung als Anschmiegung, somit das Hineinstecken der Eichel als vollendeter Beischlaf gilt.? –", "Nein, von der Berührung bis zum Hineinstecken der Eichel106Nach beiden gilt die Berührung als Anschmiegung, u. diese nicht als vollendeter Beischlaf.nennt er Anschmiegung.", "Als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Unter Anschmiegung ist das Hineinstecken der Eichel, und unter vollendeter Beiwohnung ist die richtige Vollendung der Beiwohnung zu verstehen;" ], [ "was außerdem erfolgt, ist nichts weiter als eine Berührung, und man ist dieserhalb frei. Er streitet somit gegen Šemuél.", "OB NUR ANGESCHMIEGT ODER [DIE BEIWOHNUNG] VOLLENDET, EIGNET SIE SICH AN. Was heißt ‘aneignen’? – Rabh erklärte, er eigne sie sich in jeder Hinsicht107Wenn er beispielsweise Priester ist, darf sie Hebe essen.an, und Šemuél erklärte, er eigne sie sich an nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge: die Güter seines Bruders zu erben und sie von der Schwagerehe zu entbinden.", "Nach der Verheiratung108Wenn sie mit ihrem verstorbenen Manne verheiratet, bezw. nur verlobt war.darf sie109Wenn der Schwager an ihr den Beischlaf nicht richtig vollzogen hat.nach aller Ansicht [Hebe] essen, da sie auch vorher essen durfte, sie streiten nur über eine nach der Verlobung108Wenn sie mit ihrem verstorbenen Manne verheiratet, bezw. nur verlobt war.. Rabh sagt, sie dürfe essen, denn der Allbarmherzige hat die versehentliche Beiwohnung gleich der vorsätzlichen einbegriffen.", "Šemuél aber sagt, der Allbarmherzige hat sie insofern einbegriffen, als daß dadurch [der Schwager] anstelle des Ehemannes trete, nicht aber, daß er bedeutender als der Ehemann110Auch bei Lebzeiten ihres ersten Mannes durfte sie als Verlobte keine Hebe essen.sei.", "Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Berechtigte sie der Ehemann [Hebe] zu essen, so berechtigt sie auch der Schwager zu essen, und berechtigte sie der Ehemann nicht zu essen, so berechtigt sie auch der Schwager nicht zu essen.", "Man wandte ein: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt, und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe]111Auch nachdem er sie geheiratet hat, da er bei der Heirat nicht im Vollbesitz seiner Sinne war.essen ; wenn er aber stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie112Die Beiwohnung desselben ist mindestens so wirksam wie die unbeabsichtigte od. außereheliche Beiwohnung, die bei der Schwagerehe gültig ist.essen. Hierin ist die Rechtskraft des Schwagers weitgehender als die des Ehemannes.", "Erklärlich ist dies nach Rabh113Nach ihm hat das Gesetz die sonst eherechtlich ungültige Beiwohnung bei der Schwagerehe als gültig erklärt., gegen Šemuél114Nach dem die Witwe durch eine derartige Beiwohnung nur in den früheren Zustand gelangt.aber ist dies ja ein Einwand!? –", "Šemuél kann dir erwidern, man lese wie folgt: und er bevor er sie geheiratet taub wird, so darf sie keine Hebe essen; wenn er sie geheiratet und nachher taub geworden ist, so darf sie essen; wenn er darauf115Nachdem der Priester sie im Vollbesitze seiner Sinne geheiratet u. nachher taub geworden ist.stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. –", "Was heißt demnach116Wenn sie auch durch ihren Ehemann Hebe zu essen befugt war.‘hierin’!? – Wenn der Mann vorher117Vor der Beiwohnung.taub war, darf sie nicht essen, wenn aber der Schwager vorher taub war, darf sie wohl essen.", "Manche sagen: Nach der Verlobung108Wenn sie mit ihrem verstorbenen Manne verheiratet, bezw. nur verlobt war.darf sie nach aller Ansicht nicht essen, da sie auch bei Lebzeiten des Ehemannes nicht essen durfte,", "sie streiten nur über eine nach der Verheiratung108Wenn sie mit ihrem verstorbenen Manne verheiratet, bezw. nur verlobt war.. Rabh sagt, sie dürfe essen, da sie auch vorher essen durfte; Šemuél sagt, sie dürfe nicht essen, denn der Allbarmherzige hat die versehentliche Beiwohnung gleich der vorsätzlichen einbegriffen nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge und nicht in jeder Hinsicht. –", "R. Naḥman sagte ja aber im Namen Šemuéls, wenn der Ehemann sie zu essen berechtigt, berechtige sie auch der Schwager zu essen!? – Lies: die Beiwohnung, die sie beim Ehemanne zu essen berechtigt, berechtigt sie auch beim Schwager zu essen, und die Beiwohnung, die sie beim Ehemanne nicht zu essen118Wenn sie eherechtlich ungültig ist.berechtigt, berechtigt sie auch beim Schwager nicht zu essen.", "Man wandte ein: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen; wenn er aber stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. Hierin ist die Rechtskraft des Schwagers bedeutender als die des Ehemannes. Allerdings ist nach Rabh zu erklären, wie oben erklärt worden119Wonach die angezogene Lehre lückenhaft u. ein Passus einzufügen ist.ist, gegen Šemuél aber ist dies ja ein Einwand!? – Ein Einwand.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen111Auch nachdem er sie geheiratet hat, da er bei der Heirat nicht im Vollbesitz seiner Sinne war.; bekommt sie einen Sohn, so darf sie120Wegen des Sohnes, der makelloser Priester ist; weit. Fol. 67a.essen; stirbt der Sohn, so darf sie, wie R. Nathan sagt, essen, und wie die Weisen sagen, nicht essen.", "Was ist der Grund R. Nathans121Daß sie nach dem Tode des Sohnes wegen ihres Mannes essen darf.? Rabba erwiderte: Weil sie bereits gegessen hat. Abajje sprach zu ihm: Demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben122Kinderlos; sie darf dann keine Hebe mehr essen.ist, ebenfalls essen, da sie bereits gegessen hat!? Vielmehr schwindet, sobald er stirbt, seine Heiligkeit von ihr, ebenso schwindet auch hierbei, sobald [das Kind] stirbt, seine Heiligkeit von ihr.", "Vielmehr, erklärte R. Joseph, R. Nathan ist der Ansicht, die Heirat mit dem Tauben berechtige sie, Hebe zu essen, und bei der Heirat eines Tauben ist die Antrauung eines solchen123Sie könnte veranlaßt werden, auch als Angetraute eines Tauben Hebe zu essen.nicht zu berücksichtigen. Abajje sprach zu ihm: Wieso demnach, nur wenn sie einen Sohn124Da nicht dieser, sondern die Heirat mit dem tauben Priester sie dazu berechtigt.bekommt!? – Wegen der Rabbanan125Die nur in diesem Falle beipflichten, daß sie Hebe essen darf.. –", "Sollte doch R. Nathan gegen sie im Anfangsatze126Der von dem Falle spricht, wenn sie keinen Sohn bekommen hat.streiten!? – Er läßt die Rabbanan ihre Worte beenden, und erst dann streitet er gegen sie127Hinsichtl. beider Fälle..– Demnach sollte er doch lehren : stirbt der Sohn, so darf sie nicht essen, R. Nathan sagt, sie dürfe essen128Während in der obigen Lehre beim letzten Falle die Worte der Rabbanan unterbrochen werden u. die Ansicht RN.s zuerst gelehrt wird, sodaß diese sich nur auf diesen Fall bezieht.!? – Ein Einwand.", "DASSELBE GILT AUCH VON DER BEIWOHNUNG ALLER IN DER TORA GENANNTEN INZESTUÖSEN. R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth," ], [ "und er erleuchtete uns die Augen aus einer Mišna: Wenn die Frau eines Jisraéliten genotzüchtigt worden ist, so ist sie, obgleich ihrem Manne erlaubt, Priestern129Nach dem Tode ihres Ehemannes.verboten. Und unser Autor lehrt dasselbe: dasselbe gilt auch von der Beiwohnung aller in der Tora genannten Inzestuösen und Ungeeigneten.", "Was heißt ‘dasselbe’? Doch wohl: ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, und er lehrt, daß sie untauglich130Für Priester.sei. –", "Nein, das ‘dasselbe’ bezieht sich auf die Anschmiegung131Von der vorangehend gelehrt wird; dies gilt auch hinsichtl. der genannten Fälle als vollendeter Beischlaf.. – Auf die Anschmiegung welcher; wenn auf die der Inzestuösen, so wird ja diesbezüglich nicht hinsichtlich der Inzestuösen132Wie aus der diesbezüglichen Gleichstellung der Inzestuösen mit der Schwägerin zu entnehmen ist.von der Schwägerin, sondern im Gegenteil hinsichtlich der Schwägerin von den Inzestuösen gefolgert, denn von der Anschmiegung spricht die Schrift hei den Inzestuösen133Von denen auf die Schwägerin gefolgert wird.!? –", "Vielmehr, das ‘dasselbe’ bezieht sich auf die widernatürliche Beiwohnung134Vorangehend wird gelehrt, daß bei der Schwägerin jede Art von Beiwohnung eherechtlich wirksam ist.bei den Inzestuösen. – Im Gegenteil, von den [verschiedenen] Beiwohnungen bei einem Weibe spricht ja die Schrift bei den Inzestuösen? –", "Vielmehr, das ‘dasselbe’ bezieht sich auf die widernatürliche Beiwohnung bei den mit einem Verbote belegten.", "Rabba sagte: Wenn die Frau eines Priesters genotzüchtigt worden ist, so erhält ihr Mann ihretwegen135Wenn er sie nicht entfernt.Geißelhiebe wegen [der Heirat] einer Hure136Die einem Priester verboten ist (cf. Lev. 21,7), da bei der Frau eines Priesters zwischen freiwilligem Ehebruche u. Notzucht nicht unterschieden wird.. – Nur wegen einer Hure und nicht wegen der Verunreinigung137Des Ehebruches; dieserhalb ist auch die Frau eines Jisraéliten ihrem Manne verboten (cf. supra Fol. 11b), u. bei der Frau eines Priesters gilt auch die Notzucht als solcher.!? – Lies: auch wegen [der Heirat] einer Hure.", "R. Zera wandte ein :138Num. 5,13.Und sie nicht ergriffen139Dh. ihr keine Gewalt angetan worden ist; so nach dem Talmud.worden ist, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist verboten, auch wenn sie ergriffen worden ist, nämlich die Frau eines Priesters.", "Das aus einem Gebote gefolgerte Verbot140Das Verbotensein der Frau eines Priesters wird von dem Erlaubtsein der Frau eines Jisraéliten gefolgert.gilt ja als Gebot141Hinsichtl. der Strafe; er sollte dieserhalb keine Geißelhiebe erhalten.!?", "Rabba erwiderte: Alle142Frauen, die Ehebruch begangen haben, einerlei ob freiwillig od. genotzüchtigt.waren unter ‘Hure’143Die verboten ist.einbegriffen, nur hat die Schrift hinsichtlich der Frau eines Jisraéliten hervorgehoben : und sie nicht ergriffen worden ist, wonach sie nur dann verboten ist, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; die Frau eines Priesters aber verbleibt in ihrem Zustande144Des Verbotenseins, auch wenn sie genotzüchtigt worden ist. Das Verbot derselben ist somit nicht aus einem Gebote gefolgert..", "Manche lesen: Raba sagte: Wenn die Frau eines Priesters genotzüchtigt worden ist, so erhält ihr Mann ihretwegen Geißelhiebe wegen der Verunreinigung137Des Ehebruches; dieserhalb ist auch die Frau eines Jisraéliten ihrem Manne verboten (cf. supra Fol. 11b), u. bei der Frau eines Priesters gilt auch die Notzucht als solcher.. – Nur wegen der Verunreinigung und nicht wegen [der Heirat] einer Hure, wonach sie bei Notzucht nicht als Hure145Cf. Anm. 136 mut. mut.gilt.", "R. Zera wandte ein: Und sie nicht ergriffen worden ist, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist verboten, auch wenn sie ergriffen worden ist, nämlich die Frau eines Priesters. Das aus einem Gebote gefolgerte Verbot gilt ja als Gebot141Hinsichtl. der Strafe; er sollte dieserhalb keine Geißelhiebe erhalten.!?", "Raba erwiderte: Alle waren einbegriffen in [der Bestimmung :]146Dt. 24,4.nachdem sie unrein geworden ist, nur hat die Schrift hinsichtlich einer Jisraélitin hervorgehoben: und sie nicht ergriffen worden ist, wonach sie nur dann verboten ist, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; die Frau eines Priesters aber verbleibt in ihrem Zustande144Des Verbotenseins, auch wenn sie genotzüchtigt worden ist. Das Verbot derselben ist somit nicht aus einem Gebote gefolgert..", "iii EINE WITWE, DIE MIT EINEM HOCHPRIESTER, UND EINE GESCHIEDENE ODER EINEALUÇA, DIE MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER VERLOBT IST, DÜRFEN KEINE HEBE147Auch wenn sie aus priesterlicher Familie stammen u. es vorher durften.ESSEN, NACH R. ELEA͑ZAR UND R. ŠIMO͑N SIND SIE HIERFÜR TAUGLICH.", "VERWITWET ODER GESCHIEDEN SIND SIE, WENN NACH DER VERHEIRATUNG, UNTAUGLICH148Da sie durch die verbotene Beiwohnung entweiht wird., UND WENN NACH DER VERLOBUNG TAUGLICH.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Es ist vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie infolge der freigestellten Antrauung149Wenn ein Jisraélit sich die Tochter eines Priesters antraut, so darf sie keine Hebe mehr essen.nicht essen darf, um wieviel weniger infolge einer sündhaften Antrauung.", "Sie erwiderten ihm: Nein, wenn dies von der freigestellten Antrauung gilt, die in keinem Falle [Hebe] zu essen berechtigt, sollte dies auch von der sündhaften Antrauung gelten, die in anderen Fällen150Die Heirat eines Priesters mit den genannten Personen ist zwar verboten, dafür aber berechtigt seine erlaubte Heirat mit einer Jisraélitin, diese Hebe zu essen, dagegen aber hat die Heirat eines Jisraéliten niemals eine derartige Wirkung zur Folge.zu essen berechtigt!?", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Wenn ein quetschverstümmelter151Dem die Hoden zerquetscht sind (cf. infra Fol. 70a); einem solchen ist die Heirat mit einer Jisraélitin verboten.Priester, sich eine Jisraélitin angetraut hat, so gelangen wir zum Streite R. Meírs mit R. Elea͑zar und R. Šimo͑n.", "Nach R. Meír, welcher sagt, an der eine nach der Tora ungültige152Eherechtlich, dh. wenn die Heirat verboten ist.Beiwohnung vollzogen werden soll, dürfe keine [Hebe] essen, darf auch diese nicht essen, und nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, an der eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, dürfe essen," ], [ "darf auch diese essen. – Wieso denn, vielleicht vertreten R. Elea͑zar und R. Šimo͑n ihre Ansicht nur da, wo er in anderen Fällen zu essen berechtigt, nicht aber hierbei, wo er auch sonst nicht zu essen153Da er überhaupt nicht heiraten darf.berechtigt.", "Wolltest du erwidern, auch dieser berechtige in einem anderen Falle zu essen, bei der Tochter eines Proselyten154Der Quetschverstümmelte darf nach Dt. 23,2 ‘nicht in die Gemeinde des Herrn’ kommen, dh. keine Jisraélitin heiraten, wohl aber eine Proselytin, die dann Hebe essen darf., so befragte ja R. Joḥanan diesbezüglich R. Ošaja, und dieser entschied es155Ob eine von einem solchen geheiratete Proselytin Hebe essen darf.ihm nicht.", "Es wurde gelehrt: Abajje erklärt, weil er sie zu essen berechtigt, solange er ihr nicht155Wenn ein Priester erst nach seiner Verheiratung quetschverstümmelt worden ist, so darf sie, solange er ihr nicht beiwohnt, Hebe essen; somit berechtigt auch dieser dazu.beiwohnt,", "Raba erklärt, weil er seine kenaa͑nitischen Sklaven und Mägde zu essen berechtigt.", "Abajje erklärt nicht wie Raba, weil man hinsichtlich der ehelichen Aneignung nur von der ehelichen Aneignung folgere, nicht aber hinsichtlich der ehelichen Aneignung von der Aneignung von Sklaven.", "Raba erklärt nicht wie Abajje, denn da ist es anders, weil sie bereits gegessen156Bevor er quetschverstümmelt war, als solcher aber berechtigt er nicht dazu.hat. – Und Abajje!? – Der Umstand, daß sie bereits gegessen hat, ist nicht zu berücksichtigen, denn demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, weil sie bereits gegessen hat. – Und Raba!? – Bei dieser ist die Angehörigkeit157Zur priesterl. Familie.geschwunden, bei jener ist die Angehörigkeit nicht geschwunden.", "Der Text. R. Joḥanan fragte R. Oša͑ja: Berechtigt ein quetschverstümmelter Priester, wenn er die Tochter eines Proselyten geheiratet hat, diese Hebe zu essen? Dieser schwieg und erwiderte nichts. Hierauf kam ein anderer bedeutender Mann und richtete an ihn eine Frage, und er entschied sie ihm. Es war Reš Laqiš. R. Jehuda der Fürst sprach zu R. Oša͑ja: Ist etwa R. Joḥanan158Dem er seine Frage nicht entschied.kein bedeutender Mann!? Dieser erwiderte: Er fragte mich etwas, das nicht zu entscheiden ist.", "Nach wessen159Richtete RJ. seine Frage an RO.Ansicht? Nach R. Jehuda160Der mit R. Jose über die Tochter eines Proselyten streitet; cf. Qid. Fol. 77a.darf sie nicht essen, einerlei ob er161Der quetschverstümmelte Priester, über dessen Heiligkeit weiter (Fol. 76a) eine Frage besteht.in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht: verbleibt er in seiner Heiligkeit, darf sie nicht essen, da er der Ansicht ist, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen162Die er demnach nicht heiraten darf.Entweihten,", "und verbleibt er nicht in seiner Heiligkeit, darf sie ebenfalls nicht essen, denn wir sagen, die Gemeinde der Proselyten heiße ‘Gemeinde’163In die ein quetschverstümmelter Priester nicht aufgenommen werden darf; die Heirat ist somit verboten u. berechtigt sie nicht, Hebe zu essen..", "Nach R. Jose hingegen darf sie essen, ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht: verbleibt er in seiner Heiligkeit, darf sie essen, denn er ist der Ansicht, auch wenn ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, sei seine Tochter für Priester geeignet, und verbleibt er nicht in seiner Heiligkeit, darf sie ebenfalls essen, denn er sagt ja, die Gemeinde der Proselyten heiße nicht ‘Gemeinde’164Die Heirat ist somit erlaubt.. –", "Vielmehr, nach dem Autor der folgenden Lehre : R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte, die Tochter eines Proselyten dürfe nur dann von einem Priester geheiratet werden, wenn ihre Mutter Jisraélitin ist.", "Seine Frage lautete wie folgt: ist nur ihre Familienreinheit165Sie ist keine Nichtjüdin mehr, jedoch auch keine richtige Jisraélitin.erweitert, somit darf sie166Da ihm die Heirat mit ihr erlaubt ist.essen, oder ist ihre Heiligkeit167Sie gilt als richtige Jisraélitin, sodaß seine Heirat mit ihr verboten ist.erweitert, somit darf sie nicht essen. –", "Komm und höre: Als R. Aḥa b. Ḥenana aus dem Süden168Oft die hebr. Form דרום, trotzdem wohl Ortsname.kam, brachte er folgende Lehre mit : Woher, daß, wenn ein quetschverstümmelter Priester die Tochter eines Proselyten geheiratet hat, er sie Hebe zu essen berechtige? Es heißt: 169Lev. 22,11.wenn ein Priester eine Person für sein Geld erwirbt &c. darf davon essen.\n", "Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, sie dürfe nicht essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht, und wenn nach R. Jose, so ist ja hierfür kein Schriftvers nötig, er sagt ja, sie dürfe essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht. Doch wohl nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, und hieraus ist somit zu entnehmen, daß nur ihre Familienreinheit erweitert worden ist und sie essen darf. Schließe hieraus.", "Es wurde gelehrt: Rabh sagt," ], [ "bei den Untauglichen170Die die Frau nicht heiraten dürfen, beispielsweise ein Hurenkind od. wenn er Priester u. sie Geschiedene ist.sei der Baldachin171Unter dem die Zeremonie zur Heimführung, der ‘Übergabe zur Beiwohnung’ erfolgt. Obgleich die Beiwohnung noch nicht erfolgt u. eine Antrauung nicht vorausgegangen ist, gilt dieser Akt an sich als vollendete Heirat, wodurch die Frau das Recht verliert, Hebe zu essen, falls sie einer priesterlichen Familie angehört u. dazu berechtigt war.wirksam, und Šemuél sagt, bei den Untauglichen sei der Baldachin nicht wirksam.", "Šemuél sagte: Abba172Eigentlicher Name R.s, der par excellence Rabh (Großer, Meister) genannt wurde.pflichtet mir hinsichtlich eines Mädchens unter drei Jahren und einem Tage173Das bis zu diesem Alter nicht begattungsfähig ist.bei; da bei dieser die Beiwohnung unwirksam ist, so ist bei ihr auch der Baldachin174Der nur deshalb wirksam ist, weil dann die Beiwohnung erfolgen kann.unwirksam.", "Raba sagte: Auch wir haben demgemäß175Daß die Beiwohnung eines Mädchens unter diesem Alter eherechtlich unwirksam ist.gelernt: Mit drei Jahren und einem Tage wird sie durch Beiwohnung angetraut; wohnt der Schwager ihr bei, so eignet er sie sich an; man ist ihretwegen wegen Ehebruches schuldig; sie macht den ihr Beiwohnenden unrein176Während der Menstruation., sodaß er das unterste Polster gleich dem oberen177Wenn er auf mehreren Decken übereinander liegt und nur die obere berührt, so sind auch alle unteren unrein.verunreinigt;", "ist sie mit einem Priester verheiratet, so darf sie Hebe essen; wohnt jemand der Bemakelten ihr bei, so macht er sie untauglich178Vgl. Anm. 171..", "Nur mit drei Jahren und einem Tage, wo sie durch die Beiwohnung untauglich wird, wird sie durch den Baldachin untauglich, unter drei Jahren und einem Tage, wo sie durch die Beiwohnung nicht untauglich wird, wird sie auch durch den Baldachin nicht untauglich. Schließe hieraus.", "Rami b. Ḥama sagte : Hinsichtlich der Wirksamkeit des Baldachins bei den Untauglichen gelangen wir zum Streite R. Meírs mit R. Elea͑zar und R. Šimo͑n." ], [ "Nach R. Meír, welcher sagt, die Antrauung mache untauglich, macht auch der Baldachin untauglich, und nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, die Trauung mache nicht untauglich, macht auch der Baldachin nicht untauglich. –", "Wieso denn, vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur hinsichtlich der Antrauung, durch die eine Aneignung erfolgt, nicht aber hinsichtlich des Baldachins, durch den keine Aneignung179Ohne Antrauung; cf. Qid. Fol. 5a.erfolgt.", "Oder auch : vielleicht sind R. Elea͑zar und R. Šimo͑n dieser Ansicht nur hinsichtlich der Antrauung, die nicht unmittelbar der Beiwohnung vorangeht, durch den Baldachin aber, der unmittelbar der Beiwohnung vorangeht, wird sie ungeeignet!? –", "Vielmehr, wenn darüber ein Streit besteht, so ist es der der folgenden Tannaím: Es wird nämlich gelehrt: Hat [ein Priester] diese oder jene, die Taugliche oder die Untaugliche geheiratet, oder sind sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden, so erhalten sie Unterhalt von ihm und sind Hebe zu essen berechtigt.", "‘Gekommen’, demnach wäre ‘geheiratet’ wörtlich180Dies ist nicht anzunehmen, da in diesem Falle die Untauglichen keine Hebe essen dürfen.zu verstehen!?", "Wahrscheinlich doch, wenn181Das W. ‘oder’ ist ungenau, vielmehr ist dies eine Erklärung des vorangehenden ‘geheiratet’.sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden sind, und er lehrt, daß sie Unterhalt von ihm erhalten und Hebe zu essen berechtigt sind.", "R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, wenn die Beiwohnung sie zu essen berechtigt, berechtige sie auch der Baldachin zu essen, und wenn die Beiwohnung sie zu essen nicht berechtigt, berechtige sie auch der Baldachin nicht zu essen. –", "Wieso denn, vielleicht ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, die Antrauung berechtige sie nicht zu essen!? –", "Wieso heißt es demnach: wenn die Beiwohnung sie nicht zu essen berechtigt, berechtige sie der Baldachin nicht zu essen, es sollte doch heißen: wenn die Beiwohnung sie nicht zu essen berechtigt, berechtige sie auch das [Antrauungs]geld nicht zu essen!? – Vielleicht spricht er, da der erste Autor vom Baldachin spricht, deshalb ebenfalls vom Baldachin.", "R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth und er erleuchtete uns die Augen aus einer Mišna: Bei den Untauglichen ist der Baldachin wirksam, und der Autor lehrt dasselbe: Amen, daß ich nicht als Verlobte, als Verheiratete, als Anwärterin der Schwagerehe und als Heimgeführte182Des Schwagers, entspricht der Bezeichnung ‘Verheiratete’ bei der gewöhnlichen Ehe.angeschweift183Eid der Ehebruchsverdächtigten; cf. Num. 5,19ff.bin.", "Was ist hier unter Verlobte zu verstehen: wollte man sagen, wenn er sie als Verlobte verwarnt184Hinsichtl. des Verkehrs mit dem Verdächtigten; cf. Sot Fol. 2a.hat, und er sie als Verlobte trinken185Das Fluchwasser; cf. Num. 5,17ff.läßt, so hat ja die Verlobte [das Fluchwasser] nicht zu trinken, denn wir haben gelernt: die Verlobte und die Anwärterin der Schwagerehe trinken nicht und erhalten nicht186Wenn er sie verwarnt hat u. sie dennoch mit dem Verdächtigten zusammen war.die Morgengabe.", "Und wollte man sagen, wenn er sie als Verlobte verwarnt und sie sich [mit jenem] verborgen hat, und er sie als Verheiratete trinken läßt, so prüft sie ja das Wasser nicht187Das Wasser bleibt wirkungslos, weil er sie nicht heiraten darf.!? Es wird nämlich gelehrt:188Num. 5,31.Und der Mann sei frei von Schuld; ist der Mann frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau, ist der Mann nicht frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau nicht.", "Doch wohl, wenn er sie als Verlobte verwarnt und sie sich verborgen hat, und darauf unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Baldachin bei den Untauglichen wirksam sei.", "Raba sprach: Du glaubst wohl, daß diese Lehre korrekt ist. Als R. Aḥa b. Ḥanina aus dem Süden kam, brachte er folgende Lehre mit :189Ib. V. 20.Außer deinem Manne, nur wenn die Beiwohnung des Ehemannes der des Ehebrechers vorangegangen ist, nicht aber wenn die Beiwohnung des Ehebrechers der des Ehemannes vorangegangen190Vor der Beiwohnung des Ehemannes hat das Gesetz keine Geltung.ist.", "Rami b. Ḥama erwiderte : Dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er ihr als Verlobte im Hause ihres Vaters beigewohnt hat. –", "Dem entsprechend bei der Anwärterin der Schwagerehe, wenn er ihr im Hause des Schwiegervaters beigewohnt hat;" ], [ "wieso nennt er sie Anwärterin der Schwagerehe, sie ist ja seine richtige Frau, denn Rabh sagt, er habe sie sich90Auch wenn die Beiwohnung nicht zwecks Ehelichung erfolgt ist.in jeder Hinsicht angeeignet!? – Nach Šemuél, welcher sagt, er habe sie sich nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten191Cf. supra Fol. 56a.Dinge angeeignet. –", "Dies ist ja nur [zur Unterstützung] Rabhs192Nach dem bei der Untauglichen der Baldachin wirksam ist.nötig, und Rabh sagt, er habe sie sich in jeder Hinsicht angeeignet!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er an sie die Eheformel gerichtet193Und ihr darauf beigewohnt, jed. nicht zwecks Ehelichung.hat, und zwar nach der Schule Šammajs, welche sagt, die Eheformel erwirke eine vollständige Aneignung. –", "Demnach ist sie ja eine Verlobte194Ihr Verhältnis zum Schwager gleicht vollständig dem der Verlobten, u. diese ist bereits genannt. !? – Verheiratete und Heimgeführte sind ja, auch nach deiner Auffassung, ebenfalls identisch195Dennoch werden beide besonders genannt.!? Vielmehr ist unter Verheiratete die eigene und unter Heimgeführte die eines anderen196Die Witwe seines Bruders.zu verstehen, ebenso ist unter Verlobte seine eigene und unter Anwärterin der Schwagerehe die eines anderen zu verstehen.", "R. Papa erklärte: Es ist197Der Autor der oben angeführten Lehre von der Ehebruchs verdächtigten; hieraus ist somit nicht zu entnehmen, daß der Baldachin wirksam ist.der Autor der folgenden Lehre: Man kann die Verlobte nicht verwarnen, um sie als Verlobte trinken zu lassen, wohl aber kann man sie verwarnen, um sie als Verheiratete trinken zu lassen.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Durch Zuschiebung198Wenn er sie als Verheiratete verwarnt u. trinken läßt, kann er ihr auch einen Eid hinsichtl. der Zeit während der Verlobung zuschieben; cf. Qid. Fol. 27b..", "R. Ḥanina ließ im Namen R. Joḥanans mitteilen: Wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet hat, so hat er sie, selbst wenn er Priester und sie Priesterstochter ist, für die Hebe untauglich199Falls er einen Bruder hat, da dieser ihr beiwohnen u. sie dadurch für beide untauglich machen kann (cf. supra Fol. 50b); erst wenn er sie zur Frau nimmt, ist sie Hebe zu essen berechtigt.gemacht.", "Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Meír, so sagt er ja nur, daß, wenn an ihr eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, sie nicht essen dürfe, sagt er es etwa auch von einer rabbanitischen!? Und wenn nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, so darf sie ja essen, selbst wenn an ihr eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, und um so mehr, wenn eine rabbannische !? –", "Als Rabin kam, sagte er: Wenn er an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet hat, so darf sie nach aller Ansicht essen; hat er einen entweihten200Der sie durch seine Beiwohnung nach der Tora untauglich machen kann.Bruder, so darf sie nach aller Ansicht nicht essen, sie streiten nur über den Fall, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben201Wenn er Priester ist; der Scheidebrief ist bei der Schwägerin rabbanitisch wirksam, somit macht er sie durch die Beiwohnung auch rabbanitisch untauglich.hat. R. Joḥanan ist der Ansicht, sie dürfe essen, und Reš Laqiš ist der Ansicht, sie dürfe nicht essen.", "R. Joḥanan ist der Ansicht, sie dürfe essen, denn auch nach R. Meír, welcher sagt, sie dürfe nicht essen, gilt dies nur von dem Falle, wenn an ihr eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, wenn aber eine rabbanitische, so darf sie essen.", "Reš Laqiš sagt, sie dürfe nicht essen, denn auch nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, sie dürfe essen, gilt dies nur von dem Falle, wenn er sonst202In anderen Fällen, durch seine Eigenschaft als Priester; cf. supra Fol. 57a.zu essen berechtigt, nicht aber hierbei, wo er auch sonst nicht zu essen berechtigt203Er kann wohl durch die Aneignung eine Person Hebe zu essen berechtigen, nicht aber durch die Scheidung..", "Wolltest du sagen, auch hierbei berechtige er sie zu essen, wenn sie zurückkehrt204Wenn sie die Tochter eines Priesters ist u. er sich von ihr richtig scheiden läßt; sie kehrt dann in das Haus ihres Vaters zurück u. darf Hebe essen, cf. Lev. 22,13., so ist sie, wenn sie zurückkehrt, von ihm getrennt und ihrer Familie205Nicht seine Verwandtschaft, sondern die ihrer Familie berechtigt sie dazu.anverwandt, hierbei aber ist sie an ihn gebunden.", "VERWITWET ODER GESCHIEDEN &C. R. Ḥija b. Joseph fragte Šemuél: Wie ist es, wenn ein Hochpriester sich eine Minderjährige antraut und sie unter ihm206Während sie mit ihm verlobt ist.mannbar207Unter בוגרת (Mannbare, Reife) ist eine weibliche Person im reiferen Alter zu verstehen, die infolge ihres Alters nicht mehr im Vollbesitze des Hymens ist. Dem Hochpriester ist es vorgeschrieben, eine ‘Frau mit ihrer Jungfernschaft’ zu nehmen.wird :" ], [ "richte man sich nach der Heirat208Sie ist ihm verboten, da sie dann nicht mehr Jungfer ist.oder richte man sich nach der Verlobung?", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Verwitwet oder geschieden sind sie, wenn nach der Heirat, untauglich, und wenn nach der Verlobung, tauglich209Demnach richte man sich beim Untauglichsein für Priester nach der Heirat..", "Jener entgegnete : Mir ist es nicht fraglich, ob er sie210Durch die verbotene Heirat.zur Entweihten macht, denn die [verbotene] Beiwohnung macht sie zur Entweihten, fraglich ist mir folgendes: [Es heißt:]211Lev. 21,13.er soll eine Frau mit ihrer Jungfernschaft nehmen;\n", "ist darunter das Nehmen bei der Antrauung oder das Nehmen bei der Heirat zu verstehen? Dieser erwiderte: Auch dies habt ihr gelernt: Wenn er sich mit einer Witwe verlobt hat und zum Hochpriester gewählt worden ist, so darf er sie nehmen. – Anders ist es da, denn es heißt:212Ib. V. 14.zur Frau nehmen213Dieser Schriftvers ist überflüssig u. hieraus wird weit. Fol. 61a gefolgert, daß ein Hochpriester in diesem Falle eine Witwe heiraten darf.. –", "Auch hierbei heißt es ja eine Frau!? – Nur eine und nicht zwei214Hierauf deutet dieses Wort.. –", "Was veranlaßt dich dazu215Dies bei der Mannbaren zu verbieten u. der Witwe zu erlauben.!? – Bei der einen ist der Körper verändert216Die Mannbare, die währenddessen den Hymen verloren hat, gilt als andere Person.worden, bei der anderen ist der Körper nicht verändert worden.", "iv,1 EIN HOCHPRIESTER DARF KEINE WITWE HEIRATEN, OB EINE WITWE NACH DER VERLOBUNG ODER EINE WITWE NACH DER VERHEIRATUNG. FERNER DARF ER KEINE MANNBARE HEIRATEN ; R. ELEA͑ZAR UND R. ŠIMO͑N ERLAUBEN DIE MANNBARE.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten :212Ib. V. 14.eine Witwe &c. soll er nicht nehmen, ob nach der Verlobung oder nach der Verheiratung. Selbstverständlich217Die Schrift spricht ja von der Witwe allgemein.!? – Man könnte glauben, es sei durch [das Wort] Witwe zu folgern, das bei Tamar218Die Witwe genannt wird; cf. Gen. 38,11.gebraucht wird: wie da nach der Verheiratung, ebenso hierbei nach der Verheiratung, so lehrt er uns. –", "Vielleicht ist dem auch so!? – Gleich der Geschiedenen: wie dies von der Geschiedenen gilt sowohl nach der Verlobung als auch nach der Verheiratung, ebenso von der Witwe sowohl nach der Verlobung als auch nach der Verheiratung.", "FERNER DARF ER KEINE MANNBARE HEIRATEN. Die Rabbanan lehrten: Er soll eine Frau mit ihrer Jungfernschaft nehmen, ausgenommen die Mannbare, deren Jungfernschaft verringert ist – so R. Meír; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n erlauben die Mannbare.", "Worin besteht ihr Streit? – R. Meír erklärt: Jungfrau, auch wenn sie einen Teil der Jungfernschaft hat; ihre Jungfernschaft, wenn sie die Jungfernschaft vollständig219Die Schrift gebraucht diesen Ausdruck, um die Mannbare auszuschließen.hat; mit ihrer Jungfernschaft, natürlicherweise220Die Präposition ב (im W.e בבתוליה) hat die Bedeutung in, an der Stelle der Jungfernschaft. Die widernatürliche Beiwohnung, wodurch die Jungfernschaft unverletzt bleibt, ist im Verbote nicht einbegriffen.und nicht widernatürlicherweise.", "R. Elea͑zar und R. Šimo͑n aber erklären : Jungfrau, eine vollständige Jungfrau; ihre Jungfernschaft, auch ein Teil221Dies schließt die Mannbare ein.der Jungfernschaft; mit ihrer Jungfernschaft, wenn ihre Jungfernschaft vollständig erhalten ist, ob natürlicherweise oder widernatürlicherweise222Auch wenn die Beiwohnung in letzterer Weise erfolgt ist, ist sie verboten. Diese Hervorhebung ist deshalb nötig, weil die Mannbare ausdrücklich als erlaubt einbegriffen wird..", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Ist sie auf widernatürlicheweise beschlafen worden, so ist sie für Priester223Dh. für den Hochpriester, der nur eine Jungfrau heiraten darf.untauglich. Raba wandte ein: 224Dt. 22,29.Und ihm soll sie als Frau angehören, eine Frau, die für ihn geeignet ist, ausgenommen eine Witwe für einen Hochpriester, oder eine Geschiedene oder eine Ḥaluça für einen gemeinen Priester.", "Von welchem Falle225Der angezogene Schriftvers spricht von der Genotzüchtigten, die der Notzüchter zur Frau nehmen muß.wird hier gesprochen: wenn natürlicherweise, so braucht ja ihre Witwenschaft nicht hervorgehoben zu werden, es genügt schon der Umstand, daß sie Deflorierter226Auch die von ihm selber außerehelich defloriert worden ist, ist ihm verboten.ist ; doch wohl widernatürlicherweise, und nur wegen Witwenschaft und nicht wegen Defloration227Wegen der widernatürlichen Beiwohnung gilt sie nicht als Deflorierte.!? –" ], [ "Hier ist die Ansicht R. Meírs228Vgl. Anm. 220.vertreten, während Rabh der Ansicht R. Elea͑zars229Vgl. Anm. 222.ist. –", "Nach R. Elea͑zar braucht ja die Defloration nicht hervorgehoben zu werden, es genügt ja der Umstand, daß sie eine Hure230Die sogar einem gemeinen Priester verboten ist; cf. Lev. 21,7.ist, denn R. Elea͑zar sagte, wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht!?", "R. Joseph erwiderte: Wenn sie von einem Vieh beschlafen worden ist, so daß sie nur Deflorierte und nicht Hure231Da, wie weiter erklärt wird, die Bestialität nicht unter den Begriff Hurerei fällt.ist.", "Abajje sprach zu ihm: Wie du es nimmst: ist sie Deflorierte, so ist sie auch Hure, und ist sie keine232Wenn ein derartiger Geschlechtsakt als rechtlich wirkungslos angesehen wird.Hure, so ist sie auch keine Deflorierte. Wolltest du erwidern: wie bei der Verletzten233Wörtl. durch ein Holzstück verletzt, wenn das Weib die Jungfernschaft infolge einer Verletzung verloren hat; nach RE. ist sie auch in diesem Falle einem Hochpriester verboten., so gäbe es ja, wenn es von der widernatürlichen Art gelten sollte, keine für Priester geeignete Frau, da es keine gibt, die sich nicht durch Spänchen verletzt234Bei der Reinigung nach Verrichtung der Notdurft; nach dieser Auffassung müßte die Verletzung des Anus der Verletzung des Hymens gleichen.hätte !?", "Vielmehr, erklärte R. Zera, bei der Weigerungserklärenden235Sie ist weder Hure noch Geschiedene noch Witwe, dennoch ist sie einem Priester verboten, auch wenn ihr Mann ihr nur widernatürlicherweise beigewohnt hat..", "R. Šimi b. Ḥija sagte: Ist sie von einem Vieh beschlafen worden, so ist sie für Priester236Auch für einen Hochpriester, nach demjenigen, nach dem die Verletzte ihm erlaubt ist, da auch ein derartiger Geschlechtsakt nichts weiter als eine Verletzung ist.tauglich. Ebenso wird gelehrt: Ist sie von [einem Wesen], das kein Mann ist, beschlafen worden, so ist sie, obgleich dies mit der Steinigung belegt237Der Strafe verfällt sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind u. sie gewarnt worden ist.ist, für Priester tauglich.", "Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst ereignete es sich in Hitlo, daß ein Dorfhund ein Mädchen, als sie das Zimmer fegte, von hinten beschlief, und Rabbi erlaubte sie für Priester. Šemuél sagte: Für einen Hochpriester. – Gab es denn zur Zeit Rabbis einen Hochpriester !? – Vielmehr, für einen Hochpriester tauglich.", "Raba aus Parziqa238So richt, in der Erstausgabe; die Lesart der kursierenden Ausgaben ist eine Verschlimmbesserung.sprach zu R. Aši: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem Vieh gehe es keine Hurerei? Es heißt :239Dt. 23,19.du sollst keinen Hurenlohn und kein Hundegeld bringen.", "Hierzu wird gelehrt: Hundelohn240Den eine Hure sich für den Verkehr mit einem Hunde bezahlen läßt.und Hurengeld241Das durch den Verkauf einer leibeignen Hure erzielt wird.sind erlaubt, denn es heißt :239Dt. 23,19.sie beide, zwei und nicht vier.", "Die Rabbanan lehrten: Die von ihm selber Genotzüchtigte oder Verführte darf er242Der Hochpriester.nicht heiraten; hat er sie geheiratet, so ist die Heirat gültig. Die von einem anderen Genotzüchtigte oder Verführte darf er nicht heiraten ; hat er sie geheiratet, so ist das Kind, wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, entweiht, und wie die Weisen sagen, unbemakelt.", "«Hat er sie geheiratet, so ist die Heirat gültig.» R. Hona sagte im Namen Rabhs: Er entferne sie durch einen Scheidebrief. – Er lehrt ja aber, wenn er sie geheiratet hat, sei die Heirat gültig!? R. Aḥab. Ja͑qob erwiderte:" ], [ "Dies besagt, daß er der Verführten keine Buße243Die der Verführer an den Vater der Verführten zu zahlen hat (cf. Ex. 22,16), falls dieser in eine Heirat nicht willigt.zu zahlen braucht,", "R. Gebiha aus Be Kethil trug diese Lehre R. Aši vor; da sprach er zu ihm: Rabh und R. Joḥanan sagten beide, daß er keine Mannbare und keine Verletzte heiraten dürfe, und wenn er sie geheiratet hat, die Heirat gültig sei.", "Wir sagen also, später wird sie244Auch die intakte Jungfrau.auch unter ihm mannbar, später wird sie auch unter ihm verletzt245Sie verliert durch die Beiwohnung ihre Jungfernschaft., ebenso hierbei, später wird sie auch unter ihm defloriert!? – Ein Einwand.", "«Die Genotzüchtigte und die Verführte eines anderen darf er nicht heiraten ; hat er sie geheiratet, so ist das Kind, wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, entweiht, und wie die Weisen sagen, unbemakelt. » R. Hona sagte im Namen Rabhs : Die Halakha ist wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob. Ebenso sagte R. Gidel im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob.", "Manche lesen : R. Hona sagte im Namen Rabhs : Folgendes ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: er ist der Ansicht R. Elea͑zars246Der weiter (Fol. 61b) lehrt, wenn ein Lediger einer Ledigen beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht; sie ist somit mit einem Verbote belegt u. das Kind daher Hurenkind.. –", "Ist er denn dessen Ansicht, wir wissen ja, daß die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob einen Kab faßt und geläutert247Sie ist zuverlässig u. die Halakha ist nach dieser zu entscheiden.ist, da248Bei der Lehre RE.s.aber sagte R. A͑mram im Namen Rabhs, die Halakha sei nicht wie R. Elea͑zar!? – Ein Einwand.", "R. Aši erklärte: Sie249REbJ. u. die Weisen; ersterer ist nicht der Ansicht RE.s.streiten darüber, ob [die Abkömmlinge] der mit einem Gebote250Dh. der Übertretung eines solchen; dem Hochpriester ist es geboten, eine Jungfrau zu heiraten; cf. Lev. 21,13.belegten Entweihte sind. R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, [Abkömmlinge] der mit einem Gebote belegten seien Entweihte, und die Rabbanan sind der Ansicht, solche seien keine Entweihte. –", "Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Es heißt:251Lev. 21,14.eine Witwe, eine Geschiedene, eine Entweihte oder eine Hure, diese darf er nicht nehmen, sondern eine Jungfrau &c., und das darauf folgende: damit er seine Nachkommen unter seinem Volke nicht entweihe, bezieht sich auf alle252Auch auf die Übertretung des Gebotes, eine Jungfrau zu heiraten.. –", "Und die Rabbanan!? – [Das Wort] diese trennt den253Die Entweihung bezieht sich nur auf die vorangehend genannten Personen.Zusammenhang. – Und R. Elie͑zer b. Ja͑qob!? – [Das Wort] diese schließt die Menstruierende254Wenn ein Priester einer solchen beigewohnt hat, ist das Rind nicht entweiht.aus.", "Es wird gelehrt: Der von diesen [Abstammende] ist Entweihter, nicht aber ist der von einer Menstruierenden [Abstammende] Entweihter. Diese Lehre vertritt somit die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob. – Sollte doch nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob [das Wort] diese am Schlusse255Des bezüglichen Schriftverses, da dies sich auch auf das Gebot, eine Jungfrau zu heiraten, bezieht.geschrieben stehen !? – Ein Einwand.", "Die Rabbanan lehrten. An seiner verlobten Schwester darf er sich, wie R. Meír und R. Jehuda sagen, verunreinigen256Nach der Schrift (Lev. 21,3) darf der Priester sich an der Leiche seiner jungfräulichen Schwester verunreinigen, nicht aber an der verheirateten., und wie R. Jose und R. Šimo͑n sagen, nicht verunreinigen. An der Genotzüchtigten und der Verführten darf er sich nach aller Ansicht nicht verunreinigen; an der Verletzten darf er sich nach R. Šimo͑n257Nach dem diese einem Hochpriester verboten ist.nicht verunreinigen, denn R. Šimo͑n ist der Ansicht, an der für einen Hochpriester tauglichen verunreinige er sich, und an der für einen Hochpriester untauglichen verunreinige er sich nicht;", "an der Mannbaren verunreinige er sich nach aller Ansicht.", "Was ist der Grund R. Meírs und R. Jehudas? – Sie deuten wie folgt :258Lev. 21,3.und an seiner Schwester, die Jungfrau ist, ausgenommen die Genotzüchtigte und die Verführte.", "Man könnte glauben, auch die Verletzte sei auszuscheiden, so heißt es:258Lev. 21,3.die nicht angehört hat einem Manne, die durch einen Mann [defloriert] worden ist, ausgenommen diese, bei der es nicht durch einen Mann erfolgt ist.258Lev. 21,3.Die nahe steht, dies schließt die Verlobte ein ;258Lev. 21,3.ihm, dies schließt die Mannbare ein.–", "Wozu ist hiefür ein Schriftvers nötig. R. Meír sagt ja, unter Jungfrau sei auch die teilweise Jungfrau259Auch die Mannbare, die nicht im Vollbesitze der Jungfernschaft ist; ob, Fol. 59a.zu verstehen!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, es sei durch [das Wort] Jungfrau zu folgern, das auch dort260Bei der Genotzüchtigten, Dt. 22,28.gebraucht wird : wie dort eine im Mädchenalter, ebenso hierbei eine im Mädchenalter, so lehrt er uns. –", "Was ist der Grund R. Joses und R. Šimo͑ns? – Sie deuten wie folgt : und an seiner Schwester, die Jungfrau ist, ausgenommen die Genotzüchtigte, die Verführte und die Verletzte; die nicht angehört hat, ausgenommen die Verlobte; die nahe steht, dies schließt die geschiedene Verlobte ein; ihm, dies schließt die Mannbare ein. – «Die nahe steht, dies schließt die geschiedene Verlobte ein.»" ], [ "R. Šimo͑n sagt ja aber, an der für einen Hochpriester tauglichen verunreinige er sich und an der für einen Hochpriester untauglichen verunreinige er sich nicht!? – Anders ist es hierbei, da der Allbarmherzige sie durch [die Worte] nahe steht einbegriffen hat. –", "Demnach sollte dies auch von der Verletzten gelten!? – Nahe steht, eine und nicht zwei. – Was veranlaßt dich dazu261Jene einzuschließen u. diese auszuschließen.!? – An dieser ist eine Handlung begangen worden, an jener ist keine Handlung begangen worden. –", "R. Jose, der hinsichtlich der Verletzten seinen Gefährten262Den RŠ., mit dem er hinsichtl. der Verlobten übereinstimmt.verlassen hat, ist wohl hinsichtlich dieser der Ansicht R. Meírs263Daß er sich an dieser verunreinige. ; woher entnimmt er dies? – Aus: die nicht angehört hat einem Manne. –", "Dies hat er ja bereits264Zur Ausschließung der Verlobten.gedeutet!? – Eines [geht hervor] aus nicht angehört hat, und eines aus einem Manne. –", "«Ihm, dies schließt die Mannbare ein.» R. Šimo͑n sagt ja aber, unter Jungfrau sei eine vollständige Jungfrau zu verstehen!? – Seine Ansicht dort265Ob. Fol. 59a.entnimmt er eben hieraus, wie folgt: wenn zur Einschließung der Mannbaren [das Wort] ihm nötig ist, so ist unter Jungfrau eine vollständige Jungfrau zu verstehen.", "Es wird gelehrt : R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte : Eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage ist für Priester tauglich, denn es heißt :266Num. 31,18.und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, laßt für euch leben, und unter ihnen war auch Pinḥas267Der Priester war.. –", "Und die Rabbanan!? – Als Sklaven und Mägde. – Demnach268Wenn es nur darauf ankommt, daß ein Mann ihr noch nicht beigewohnt hat.sollte dies auch von einer drei Jahre und einen Tage alten gelten!? –", "Dies nach R. Hona, denn R. Hona wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: 269Num. 31,17.und jedes Weib, das einen Mann durch männliche Beiwohnung erkannt hat, tötet, die aber nicht erkannt hat, laßt leben; demnach wären Kinder leben zu lassen, einerlei ob sie erkannt haben oder nicht erkannt haben, und dem widersprechend heißt es: und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, laßt für euch leben, die aber erkannt haben, tötet!?", "Man erkläre daher, die Schrift spreche von der Eignung270Dies erfolgt mit 3 Jahren u. 1 Tage.zur Beiwohnung.", "Desgleichen wird gelehrt: Und jedes Weib, das einen Mann erkannt hat, die Schrift spricht von der Eignung zur Beiwohnung. Du sagst, von der Eignung zur Beiwohnung, vielleicht ist dem nicht so, sondern von der tatsächlichen Beiwohnung? Wenn es heißt: und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, so spricht die Schrift von der Eignung zur Beiwohnung.", "Woher wußten sie dies271Welche für die Beiwohnung geeignet war.? R. Hana272So rieht, nach Handschriften.b. Bizna erwiderte im Namen R. Šimo͑ns des Frommen: Man führte sie vor das Stirnblatt273Das der Hochpriester auf der Stirn trug; cf. Ex. 28,36ff.; ward ihr Gesicht fahl274Eigentl. gelb (v. ירק), wie auch das W. fahl v. Althochdeutschen falo, gelblich, abzuleiten ist., so wußte man, daß sie für die Beiwohnung geeignet war, und ward ihr Gesicht nicht fahl, so wußte man, daß sie für die Beiwohnung nicht geeignet war. R. Naḥman sagte: Gelbsucht275Etymol. Wassersucht, wohl wegen des fahlen, leidenden Aussehens.ist ein Zeichen der Sünde.", "Desgleichen heißt es:276Jud. 21,12.und sie fanden unter den Bewohnern von Jabeš Gilea͑d vierhundert jungfräuliche Mädchen, die einen Mann durch männliche Beiwohnung noch nicht erkannt hatten. Woher wußten sie dies? R. Kahana erwiderte : Man setzte sie auf die Mündung eines Weinfasses; bei den Deflorierten drang der Duft durch, bei den Jungfrauen drang der Duft nicht durch. –", "Sollte man sie doch vor das Stirnblatt geführt haben!? R. Kahana, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Es heißt :277Ex. 28,38.zum Wohlgefallen für sie, nicht aber zur Strafe. – Demnach sollte dies auch in Midjan278Wo die Kinder untersucht wurden.gegolten haben!? R. Aši erwiderte: Es heißt: für sie; für sie279Jisraélitische Personen; um solche handelte es sich bei der Untersuchung in Jabeš Gilea͑d.zum Wohlgefallen und nicht zur Strafe, für die weltlichen Völker auch zur Strafe.", "R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi : Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Joḥaj. R. Zera sprach zu R. Ja͑qob b. Idi: Hast du dies ausdrücklich gehört oder aus einem Schlusse gefolgert? –", "Was ist dies für ein Schluß? R. Jehošua͑ b. Levi erzählte: Im Jisraéllande war eine Stadt, bezüglich welcher Einspruch erhoben worden280Hinsichtl. der genealogischen Makellosigkeit.war ; da sandte Rabbi den R. Romanos, der eine Untersuchung anstellte und da eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage281Die mit einem Priester verheiratet war.fand, und Rabbi erklärte sie dann als für einen Priester tauglich. Dieser erwiderte: Ich hörte es ausdrücklich. –", "Was wäre denn dabei, wenn aus einem Schlusse? – Vielleicht war es da anders; die Heirat war bereits erfolgt, und er ließ es dabei bewenden. Rabh und R. Joḥanan sagen auch beide, daß er eine Mannbare oder eine Verletzte nicht heiraten dürfe, und wenn er geheiratet hat, es dabei bleibe. –", "Es ist ja nicht gleich; wohl gilt dies von diesen, da sie282Auch die intakte Jungfrau.mannbar oder defloriert wird auch unter ihm, aber wird sie etwa Hure283Als solche ist die Proselytin einem Priester verboten.auch unter ihm!?", "R. Saphra lehrte, er habe es aus einem Schlusse gefolgert. Er richtete jenen Einwand284Bei einem bereits erfolgten Falle sei es viell, anders.und erwiderte dies.", "Einst heiratete ein Priester eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage. Da sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu ihm: Was soll dies!? Dieser erwiderte : R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Joḥaj. Da sprach jener: Geh und entferne sie, sonst treibe ich dir R. Ja͑qob b. Idi aus den Ohren285Durch Anwendung von Zwangsmaßregeln..", "[Es wird gelehrt:] Ebenso lehrte R. Šimo͑n b. Johaj:" ], [ "Die Gräber der Nichtjuden verunreinigen nicht286Denjenigen, der sich auf diesen befindet u. sie mit dem Körper bezeltet.durch Bezeltung, denn es heißt :287Ez. 34,31.ihr aber seid meine Schafe, die Schafe meiner Weide, Menschen seid ihr; ihr heißt Menschen288Dieses Wort wird beim Gesetze von der Verunreinigung durch Bezeltung (Num. 19,14) gebraucht., die weltlichen Völker aber heißen nicht Menschen.", "Man wandte ein:289Num. 31,40.Und sechzehntausend Menschenseelen!? – [Als Gegensatz] zum Vieh290Von dem in der angezogenen Schriftstelle gesprochen wird.. –", "[Es heißt ja] :291Jon. 4,11.in der mehr als zwölf Myriaden Menschen sind, die zwischen rechts und links nicht zu unterscheiden wissen, dazu vieles Vieh!? – [Als Gegensatz] zum Vieh. –", "[Es heißt ja:]292Num. 31,19.jeder, der einen Menschen erschlagen, und jeder, der einen Erschlagenen berührt hat, ihr sollt euch reinigen293Diese Schriftstelle spricht von den erschlagenen Midjaniten.!? – Vielleicht war einer von den Jisraéliten erschlagen worden. – Und die Rabbanan!? – [Es heißt :]294Num. 31,49.es fehlt von uns kein Mann. – Und R. Šimo͑n b. Joḥaj !? – Es fehlt von uns kein Mann, hinsichtlich der Sündhaftigkeit.", "Rabina erwiderte: Allerdings hat sie295Die weltlichen Völker.die Schrift hinsichtlich der Verunreinigung durch Bezeltung ausgeschlossen, denn es heißt :296Num. 19,14.wenn ein Mensch in einem Zelte stirbt, aber hat sie die Schrift etwa hinsichtlich [der Verunreinigung] durch Berühren und Tragen ausgeschlossen!?", "iv,2 WENN ER SICH MIT EINER WITWE VERLOBT UND DARAUF ZUM HOCHPRIESTER GEWÄHLT WIRD, SO DARF ER SIE HEIRATEN. SO EREIGNETE ES SICH MIT JEHOŠUA͑, DEM SOHNE GAMLAS; NACHDEM ER SICH DIE MARTHA, TOCHTER DES BOËTHOS, ANGETRAUT HATTE, ERNANNTE IHN DER KÖNIG ZUM HOCHPRIESTER, UND ER HEIRATETE SIE. WENN DIE ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE EINEM GEMEINEN PRIESTER ZUFÄLLT UND ER ZUM HOCHPRIESTER GEWÄHLT WIRD, SO DARF ER SIE, SELBST WENN ER AN SIE BEREITS DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT, NICHT HEIRATEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn er sich mit einer Witwe verlobt und darauf zum Hochpriester gewählt wird, er sie heiraten darf? Es heißt :297Lev. 21,14.nehme er sich zur Frau298Die W.e zur Frau’ sind überflüssig u. deuten hierauf.. – Demnach sollte dies auch von der Anwärterin der Schwagerehe gelten!? – Frau, nicht aber eine Schwägerin.", "SO EREIGNETE ES SICH MIT JEHOŠUA͑ &C. Er ernannte ihn, er war also nicht gewählt298Von der Ernennung des Hochpriesters wird das Verb מנד stets reflexiv gebraucht, sich [durch die Eignung hierfür] ernannt machen, gewählt werden; hier dagegen wird es aktiv gebraucht, der König ernannte ihn, obgleich er hierfür unwürdig war.worden. R. Joseph sagte : Ich sehe hier eine Verbündung299Od. Verschwörung, gegen den Beschluß des Synedriums.. R. Asi sagte nämlich: Einen Trikab Denare zahlte Martha, Tochter des Boëthos, an den König Jannaj, bis er Jehošua͑, den Sohn Gamlas, zum Hochpriester ernannte.", "iv,3 EIN HOCHPRIESTER, DESSEN BRUDER GESTORBEN IST, VOLLZIEHE DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.", "GEMARA. Er lehrt dies allgemein, ob nach der Verlobung oder nach der Verheiratung; allerdings nach der Verheiratung, denn hierbei liegt ein Gebot und ein Verbot300Er muß eine Jungfrau heiraten u. darf keine Witwe heiraten.vor, und das Gebot301Der Schwagerehe.verdrängt nicht ein Verbot und ein Gebot, wenn aber nach der Verlobung, sollte doch das Gebot das Verbot302Das Gebot, eine Jungfrau zu heiraten, wird nicht umgestoßen.verdrängen !? –", "Bei der ersten Beiwohnung ist die folgende Beiwohnung303Mit der 1. Beiwohnung ist das Gebot der Schwagerehe vollzogen u. das Verbot bleibt, bestehen.berücksichtigt worden.", "v EIN GEMEINER PRIESTER DARF KEINE STERILE HEIRATEN, ES SEI DENN, DASS ER FRAU UND KINDER HAT. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN ER FRAU UND KINDER HAT, DÜRFE ER KEINE STERILE HEIRATEN, DENN DIESE304Bei der es nicht zur Fortpflanzung, sondern nur zur Befriedigung des Geschlechtstriebes erfolgt.IST UNTER ‘HUREZU VERSTEHEN, VON DER DIE SCHRIFT SPRICHT. DIE WEISEN SAGEN, UNTER ‘HURESEIEN NUR DIE PROSELYTIN, DIE FREIGELASSENE SKLAVIN305Die vorher den Keuschheitsgesetzen nicht unterworfen waren.UND DIE IN UNZUCHT BESCHLAFENE306Wenn der Beischlaf verboten ist.ZU VERSTEHEN.", "GEMARA. Der Exilarch sprach zu R. Hona: Wohl wegen der Fortpflanzung, – ist denn die Fortpflanzung nur Priestern und nicht Jisraéliten geboten!? – Vielmehr, da er im Schlußsatze lehren will: R. Jehuda sagt, auch wenn er Frau" ], [ "und Kinder hat, dürfe er keine Sterile heiraten, denn diese ist unter ‘Hure’ zu verstehen, von der die Schrift spricht, und die Hure nur Priestern und nicht Jisraéliten verboten ist, lehrt er es von Priestern.", "R. Hona sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: er heißt:307Hos. 4,10.sie werden essen und nicht satt werden, huren und sich nicht vermehren; eine Beiwohnung, durch die keine Vermehrung erfolgt, ist nichts weiter als Hurerei.", "Es wird gelehrt : R. Elie͑zer sagte : Ein Priester darf keine Minderjährige heiraten. R. Ḥisda sprach zu Rabba: Geh und denke darüber308Weshalb er es nicht darf.nach, denn abends wird R. Hona dich befragen. Als er fortging, dachte er darüber nach. R. Elie͑zer ist der Ansicht R. Meírs und der Ansicht R. Jehudas.", "Er ist der Ansicht R. Meírs, der die Minderheit309Bei der Minderjährigen kann es sich herausstellen, daß sie steril ist.berücksichtigt, und er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die Sterile gelte als Hure310Hinsichtl. des geschlechtl. Verkehrs; vgl. Anm. 304.. –", "Ist er denn der Ansicht R. Meírs, es wird ja gelehrt: Der Minderjährige hat und an der Minderjährigen ist die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen – so R. Meír. Sie sprachen zu R. Meír: Du hast recht, daß die Ḥaliça nicht zu vollziehen ist, denn im Abschnitte311Dt. 25,7.heißt es Mann, und man vergleiche die Frau mit dem Manne, weshalb aber nicht die Schwagerehe vollziehen?", "Dieser erwiderte: Beim Minderjährigen kann es sich herausstellen, daß er impotent, und bei der Minderjährigen kann es sich herausstellen, daß sie steril ist, sodaß sie auf ein Inzestverbot312Da das Gesetz der Schwagerehe ausscheidet.stoßen würden. Ferner wird gelehrt: An einer Minderjährigen ist die Schwagerehe zu vollziehen, nicht aber die Ḥaliça313Sie ist nicht rechtsfähig u. wird dadurch Fremden nicht erlaubt.– so R. Elie͑zer.", "Und ist er denn ferner der Ansicht R. Jehudas, es wird ja gelehrt: Hure314Von der die Schrift spricht, daß sie einem Priester verboten ist.ist ein Buhlweib, der Benennung315Das W. stammt v. זנה, abschweifen, die von ihrem Ehemanne abschweift, die Ehe bricht.gemäß – so R. Elie͑zer. R. A͑qiba sagt, Hure sei eine Prostituierte. R. Mathja b. Ḥereš sagt, selbst wenn ihr Mann auf dem Wege, sie trinken15Das Fluchwasser; cf. Num. 5,11ff.zu lassen, ihr beigewohnt hat, habe er sie zur Hure316Da sie ihm dann verboten ist.gemacht.", "R. Jehuda sagt, Hure sei eine Sterile. Die Weisen sagen, Hure sei eine Proselytin, eine freigelassene Sklavin oder eine in Unzucht Beschlafene. R. Elea͑zar sagt, auch wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht.", "Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba, gilt dies von einem Hochpriester; angeeignet wird sie ihm erst bei ihrer Großjährigkeit, und dann ist sie defloriert.", "Raba sprach: Gedankenlos317So gezwungen nach Raschi; die sonst im T. nicht vorkommende Phrase מכלי לב, selbst wenn man מבלי לב liest, ist dunkel.; hat der Vater sie angetraut, so ist sie ihm sofort angeeignet, und hat sie sich selber angetraut, wieso R. Elie͑zer und nicht die Rabbanan318In einem solchen Falle pflichten auch die Rabbanan bei.!?", "Vielmehr, erklärte Raba, gilt dies tatsächlich von einem gemeinen Priester, denn es ist zu berücksichtigen, sie könnte319Da sie unverständig ist.unter ihm verführt werden. – Demnach sollte dies auch von einem Jisraéliten gelten!? – Die Verführung einer Minderjährigen gilt als Notzucht, und die Genotzüchtigte ist einem Jisraéliten erlaubt.", "R. Papa erklärte: Nach dem Autor320Lehrt RE. u. zwar von einem Hochpriester.der folgenden Lehre:321Lev. 21,14.Jungfrau, man könnte glauben, auch eine Minderjährige, so heißt es Frau. Aus [dem Worte] Frau könnte man entnehmen, auch eine Mannbare, so heißt es Jungfrau. Wie ist dies zu erklären? Die aus der Minderjährigkeit gekommen und zur Mannbarkeit noch nicht herangereift ist.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Nach dem Autor der folgenden Lehre: Jungfrau, unter Jungfrau ist eine im Mädchenalter322Im 13. Lebensjahre.zu verstehen, denn so heißt es:323Gen. 24,16.und das Mädchen war sehr schön von Aussehen, eine Jungfrau.", "«R. Elea͑zar sagt, auch wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht.» R. A͑mram sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Elea͑zar.", "vi,1 NIEEMAND UNTERLASSE DIE FORTPFLANZUNG, ES SEI DENN, DASS ER KLNDER HAT; DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI MÄNNLICHE, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, EIN MÄNNLICHES UND EIN WEIBLICHES, DENN ES HEISST:324Gen. 5,2.Mann und Weib hat er sie erschaffen.", "GEMARA. Wenn er aber Kinder hat, darf er die Fortpflanzung unterlassen, nicht aber [das Zusammenleben mit] einer Frau. Dies ist eine Stütze für R. Naḥman, der im Namen Šemuéls sagte: Auch wer viele Kinder hat, darf nicht ohne Frau sein, denn es heißt :325Gen. 2,18.es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.", "Manche lesen : Wer aber Kinder hat, darf die Fortpflanzung unterlassen und ohne Frau sein. Dies wäre somit eine Widerlegung der Lehre R. Naḥmans im Namen Šemuéls? – Nein, wer keine Kinder hat, nehme eine zeugungsfähige Frau, wer Kinder hat, nehme [auch] eine zeugungsunfähige Frau. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Verkaufes einer Torarolle wegen Kinder326Wer keine Kinder hat, tue dies, um zu einer zeugungsfähigen Frau zu kommen..", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI MÄNNLICHE. Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Sie folgert es von Moše, denn es heißt:327iChr. 23,15.die Kinder Mošes waren Geršom und Elie͑zer. Und der der Schule Hillels? – Sie folgert es von den Weltgründern328Es waren Mann u. Weib.. – Auch die Schule Šammajs kann ja von den Weltgründern folgern!? – Man folgere nicht hinsichtlich des Möglichen329Zur Erhaltung des Menschengeschlechtes braucht nicht jeder Kinder beider Geschlechter zu haben." ], [ "vom Unmöglichen. – Auch die Schule Hillels kann ja von Moše folgern!? – Sie kann dir erwidern: Moše tat dies mit seiner330Auf Geheiß Gottes.Zustimmung. Es wird nämlich gelehrt: Dreierlei tat Moše eigenwillig, und er traf dem Willen der Göttlichkeit zu: er trennte sich331Obgleich er keine weiblichen Kinder hatte.von seiner Frau, er zerbrach die Bundestafeln332Cf. Ex. 32,19.und er fügte einen Tag333Zu den Vorbereitungstagen beim Empfange der Tora; cf. Ex. 19,10 u. ib. V. 15.hinzu.", "Er trennte sich von seiner Frau, denn er deduzierte wie folgt: wenn die Tora den Jisraéliten, mit denen die Göttlichkeit nur vorübergehend gesprochen, und denen sie dafür eine Zeit festgesetzt hat, befohlen hat:334Ex 19,15.ihr sollt euch einem Weibe nicht nähern, um wieviel weniger ich, der ich zu jeder Zeit und Stunde einer Unterredung gewärtig sein muß, und mir hierfür keine Zeit festgesetzt ist. Er traf dem Willen Gottes zu, denn es heißt :335Dt. 5,27,28.geh, sprich zu ihnen, daß sie nach ihren Zelten zurückkehren, du aber bleibe bei mir.", "Er zerbrach die Bundestafeln, denn er deduzierte wie folgt: wenn die Tora vom Pesaḥopfer, das nur eines der sechshundertdreizehn Gebote ist, sagt:336Ex 12,43.kein Fremdling darf davon essen, um wieviel mehr gilt dies von der ganzen Tora, wo die Jisraéliten abtrünnig sind.", "Er traf dem Willen Gottes zu, denn es heißt :337Ib. 34.1.die du zerbrochen hast, und Reš Laqiš erklärte: der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Dank338Od. Lob; cf. Bd. I S. 691 Anm. 79.dir, daß du sie zerbrochen hast.", "Er fügte eigenmächtig einen Tag hinzu, denn er deduzierte wie folgt :339Ex. 19,10.heilige sie heute und morgen, heute wie morgen: wie morgen einschließlich der [vorangehenden] Nacht, ebenso heute einschließlich der [vorangehenden] Nacht, und die von heute ist bereits vorüber; wahrscheinlich zwei Tage außer heute. Er traf dem Willen Gottes zu, denn die Göttlichkeit ließ sich erst am Šabbath nieder340Die Rüstung begann am Mittwoch; cf. Sab. Fol. 86b..", "Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Die Schule Šammajs sagt, zwei männliche und zwei weibliche, und die Schule Hillels sagt, ein männliches und ein weibliches.", "R. Hona sagte : Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs nach R. Nathan: es heißt:341Gen. 4,2.und sie gebar abermals, den Hebel, seinen Bruder, Hebel und seine342Die Akkusativpartikel את (den) ist eine Hinzufügung (cf. Qid. Fol. 57a) u. bedeutet, daß mit jedem Sohne auch eine Tochter vorhanden war.Schwester, Qajin und seine Schwester, und es heißt:343Gen. 4,25.denn einen anderen Samen hat der Herr mir gegeben statt Hebel, da Qajin ihn erschlagen hat. – Und die Rabbanan!? – Damit dankte sie nur.", "Ein Anderes lehrt: R. Nathan sagte: Die Schule Šammajs sagt, ein männliches und ein weibliches, und die Schule Hillels sagt, ein männliches oder ein weibliches. Raba sagte: Folgendes ist der Grund der Schule Hillels nach R. Nathan: es heißt: 344Jes. 45,18.nicht zur Einöde hat er sie erschaffen, sondern daß sie bewohnt werde, und er hat zur Bewohnung beigetragen.", "Es wurde gelehrt: Wenn er als Nichtjude Kinder hatte und sich bekehrt, so hat er, wie R. Joḥanan sagt, die Fortpflanzung ausgeübt, und wie Reš Laqiš sagt, die Fortpflanzung nicht ausgeübt. R. Joḥanan sagt, er habe die Fortpflanzung ausgeübt, denn er hat ja [Kinder]; Reš Laqiš sagt, er habe die Fortpflanzung nicht ausgeübt, denn ein Proselyt, der sich bekehrt, gleicht einem neugeborenen Kinde.", "Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn er als Nichtjude Kinder hatte und sich bekehrt, so hat er, wie R. Joḥanan sagt, keinen Erstgeborenen345Nur die Kinder nach seiner Bekehrung gelten als erbberechtigte Deszendenten.hinsichtlich der Erbschaft, denn er hat einen Erstling seiner Kraft346So nennt die Schrift den Erstgeborenen (Dt. 21,17), der in diesem Falle ausscheidet., und wie Reš Laqiš sagt, wohl einen Erstgeborenen hinsichtlich der Erbschaft, denn ein Proselyt, der sich bekehrt, gleicht einem neugeborenen Kinde.", "Und beide Lehren sind nötig. Würde nur die erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur da, weil er auch vorher zur Fortpflanzung verpflichtet war, bei der Erbschaft aber, wo jene347Die Kinder aus der Zeit vor seiner Bekehrung.gar nicht erbberechtigt sind, pflichte er Reš Laqiš bei.", "Und würde nur die [andere] gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete seine Ansicht nur bei dieser, bei jener aber pflichte er R. Joḥanan bei. Daher ist beides nötig.", "R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein:348iiReg. 20,12.Um jene Zeit sandte Berodakh Baládan, Sohn349Demnach haben auch Nichtjuden eine Deszendenz.Baládans, König von Babel &c. Dieser erwiderte: Solange sie Nichtjuden sind, haben sie eine Geschlechtsfolge, sobald sie sich bekehren, haben sie keine Geschlechtsfolge350In aufsteigender Linie..", "Rabh sagte: Alle stimmen hinsichtlich eines Sklaven überein, daß er keine Geschlechtsfolge hat, denn es heißt :351Gen. 22,5.wartet hier mit [i͑m] dem Esel, ein Volk [a͑m], das dem Esel gleicht. Man wandte ein:352iiSam. 9,10.Und Çiba hatte fünfzehn Söhne353Demnach haben auch Sklaven eine Deszendenz.und zwanzig Sklaven. R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Wie: Farre, Sohn eines Rindes354So lautet die hebr. Bezeichnung für ‘junger Farre’; auch bei Tieren wird der Ausdruck ‘Sohn’ gebraucht.. –", "Demnach ist ja da355Die Schriftstelle iiReg. 20,12.ebenso zu erklären !? – Anders ist es da, wo er bei ihrer Geschlechtsfolge ihre Namen und die Namen ihrer Vorfahren aufzählt; hier aber nicht. Wenn du aber willst, sage ich : an einer anderen Stelle nennt er bei ihrer Geschlechtsfolge auch die Namen ihrer Vorfahren und der Vorfahren356Sie werden nicht nur ‘Kinder’ genannt, vielmehr wird auch ihre aufsteigende Geschlechtsfolge angegeben.ihrer Vorfahren, denn es heißt :357iReg. 15,18.der König Asa sandte sie an Ben Hadad, den Sohn Ṭabrimmons, des Sohnes Ḥezjons, den König von Aram, der in Dammeseq wohnte, und ließ sagen.", "Es wurde gelehrt: Wenn er Kinder hatte und sie gestorben sind, so hat er, wie R. Hona sagt, die Fortpflanzung ausgeübt, und wie R. Joḥanan sagt, nicht ausgeübt.", "R. Hona sagt, er habe sie ausgeübt, nach [einer Lehre] R. Asis, denn R. Asi sagte: Der Sohn Davids kommt erst dann, wenn keine Seele mehr im Guph358Eigentl. Körper; Raum, in dem sich die Seelen der noch nicht geborenen Menschen befinden. Die Seele ist aus diesem Räume gekommen, somit hat er die Fortpflanzung ausgeübt.ist, denn es heißt :359Jes. 57,16.der Geist wird vor mir eingehüllt &c. R. Joḥanan sagt, er habe die Fortpflanzung nicht ausgeübt, denn es heißt :360Ib. 45,18.zur Bewohnung hat er sie erschaffen, was hierbei nicht der Fall ist.", "Man wandte ein:" ], [ "Kindeskinder gelten als Kinder361Als Ersatz für verstorbene Kinder; demnach zählen diese nicht mit.!? – Dies gilt von der Ergänzung362Wenn jemand nur einen Sohn u. eine Enkelin hat, so ist er der Pflicht entbunden..", "Man wandte ein: Kindeskinder gelten als Kinder; ist eines von ihnen gestorben oder als impotent befunden worden, so hat er die Fortpflanzung nicht ausgeübt !? Dies ist eine Widerlegung R. Honas, Eine Widerlegung.", "«Kindeskinder gelten als Kinder.» Abajje wollte erklären, ein [Enkel] - sohn [ersetze] einen Sohn und eine [Enkel]tochter eine Tochter, und um so mehr ein [Enkel]sohn eine Tochter, jedoch nicht eine [Enkel]tochter einen Sohn. Da sprach Raba zu ihm: Es heißt: zur Bewohnung hat er sie erschaffen, und dies ist geschehen. –", "Immerhin stimmen alle überein, daß, wenn jemand zwei von einem [Kinde] hat, es nicht ausreiche, und dem widersprechend erwiderte ja R. Šešeth den Rabbanan, die zu ihm sprachen, daß er eine Frau nehme und Kinder zeuge, seiner Tochter Kinder seien seine Kinder !? –", "Er wollte ihnen nur ausweichen, denn R. Šešeth war durch die Vorträge R. Honas impotent geworden363Durch seine langen Vorträge war er am Urinieren verhindert, wodurch seine Zeugungsorgane geschwächt wurden..", "Rabba sprach zu Raba b. Mari : Woher das, was die Rabbanan sagten, Kindeskinder gelten als Kinder? Wollte man sagen, weil es heißt :364Gen. 31,43.die Töchter sind meine Töchter und die Söhne sind meine Söhne, so heißt es ja auch:364Gen. 31,43.und die Schafe sind meine Schafe. Dies heißt vielmehr: du hast sie von mir, ebenso bei jenen: du hast sie von mir. –", "Vielmehr, hieraus :365iChr. 2,21.und hernach kam Ḥeçron zu der Tochter Makhirs, des Vaters Gilea͑ds &c. und sie gebar ihm den Segub, ferner heißt es:366Jud. 5,14.von Makhir zogen hinab Gesetzgeber, und ferner heißt es:367Ps. 60,9 u. 108,9.Jehuda mein Gesetzgeber368Da die Gesetzgeber von Jehuda stammen, so kann die Ableitung von Makhir nur mütterlicherseits erfolgen..", "Unsere Mišna369Nach welcher derjenige, der Kinder hat, die Fortpflanzung nicht auszuüben braucht.vertritt nicht die Ansicht R. Jehošua͑s, denn es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Hat jemand eine Frau in der Jugend geheiratet, so heirate er auch im Alter; hat jemand Kinder in der Jugend gezeugt, so zeuge er auch im Alter, denn es heißt :370Ecc. 11,6.am Morgen streue deinen Samen und am Abend laß deine Hand nicht ruhen, denn du weißt nicht, welches da gelingt, ob dies oder jenes, oder ob beides zugleich gut wird.", "R. A͑qiba sagte: Hat jemand in seiner Jugend die Tora studiert, so studiere er die Tora auch im Alter; hat jemand Jünger in der Jugend gehabt, so halte er solche auch im Alter, denn es heißt: am Morgen streue deinen Samen &c. Man erzählt, daß R. A͑qiba zwölftausend Paare Jünger hatte, von Gabbatha bis Antipatris371So (אנטיפטרס) richtig in der Erstausgabe., und alle starben sie um eine Zeit, weil sie einander keine Ehrung erwiesen.", "Die Welt lag verödet, bis R. A͑qiba zu unseren Meistern nach dem Süden kam und sie [die Tora] lehrte. R. Meír, R. Jehuda, R. Jose, R. Šimo͑n und R. Elea͑zar b. Šamua͑. Sie sind es, die in jener Zeit die Tora aufrichteten.", "Es wird gelehrt: Alle starben sie zwischen dem Pesaḥfeste und dem Wochenfeste. R. Ḥama b. Abba, nach anderen R. Ḥija b. Abin, sagte : Alle starben sie an einem bösen Tode. – Was ist dies? R. Naḥman erwiderte: Die Bräune.", "R. Mathna sagte: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑.", "R. Tanḥum sagte im Namen R. Ḥanilajs : Ein Mensch71Ein ‘Jude’ in den kursierenden Ausgaben ist Zensuränderung, weil darin ein Tadel des Zölibates erblickt wird., der keine Frau hat, lebt ohne Freude, ohne Segen und ohne Güte. Ohne Freude, denn es heißt :372Dt. 14,26.du sollst dich freuen, du und dein Haus373Worunter die Frau verstanden wird; cf. Jörn. 2a.. Ohne Segen, denn es heißt :374Ez. 44,30.daß der Segen in deinem Hause ruhe. Ohne Güte, denn es heißt :375Gen. 2,18.es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.", "Im Westen sagen sie: Ohne Tora und ohne Umgebung. Ohne Tora, denn es heißt:376Ij. 6,13.bin ich ganz ohne Hilfe, ist die Vernunft377Unter ‘Hilfe wird die Frau (cf. Gen. 2,18) u. unter ‘Vernunft’ die Tora verstanden.entrückt von mir. Ohne Umgebung, denn es heißt:378Jer. 31,22.das Weib umkreist den Mann.", "Raba b. U͑la sagte:379Ij. 5,24.und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist, du musterst deine Behausung und vermissest nichts.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer von seiner Frau weiß, daß sie gottesfürchtig ist, und sie nicht aufsucht, heißt Sünder, denn es heißt: und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist &c. R. Jehošua͑, b. Levi sagte [ferner] : Wer sich auf die Reise begibt, muß seine Frau aufsuchen, denn es heißt: und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist &c. –", "Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen :380Gen. 3,16.nach deinem Manne sei dein Verlangen, dies lehrt, daß die Frau nach ihrem Manne verlangt, wenn er sich auf die Reise begibt !? R. Joseph erwiderte: Dies deutet darauf, auch kurz vor ihrer Periode. –", "Wieviel? – Ein Halbtag381Wörtl. Zeit, ein Zeitraum von 12 Stunden, cf. Bd. I S. 688 Anm. 52.. Dies nur, wenn zum Freigestellten, wenn aber zu einer gottgefälligen Handlung, so ist man zerstreut.", "Die Rabbanan lehrten: Über den, der seine Frau wie sich selbst liebt und mehr als sich selbst ehrt, seine Söhne und seine Töchter auf den rechten Weg leitet und sie nahe ihrer Reife verheiratet, spricht die Schrift: und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist Über den, der seine Nachbarn liebt, sich seiner Verwandten annimmt, die Tochter seiner Schwester heiratet" ], [ "und dem Armen in seiner Not einen Sela͑ borgt, spricht die Schrift:382Jes. 58,9.dann wirst du rufen, und der Herr wird antworten, du wirst schreien, und er sprechen: da bin ich.", "R. Elea͑zar sagte : Ein Mensch, der keine Frau hat, ist kein Mensch, denn es heißt :383Gen. 5,2.Mann und Weib erschuf er sie &c. und nannte ihren Namen Mensch. Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Mensch, der kein Land besitzt, ist kein Mensch, denn es heißt :384Ps. 115,16.der Himmel ist des Herrn Himmel, die Erde aber hat er den Menschen gegeben.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:385Gen. 2,18.ich will ihm eine Hilfe schaffen, ihm gegenüber; ist es ihm beschieden, so ist sie ihm eine Hilfe, ist es ihm nicht beschieden, so ist sie gegen ihn. Manche lesen: R. Elea͑zar wies auf einen Widerspruch hin: es heißt kenagedo386Das W. כנגדו ist defektiv u. kann von נגד, schlagen, abgeleitet u. so gelesen werden. So nach Raschi; jed. sehr gezwungen.und wir lesen kenegdo [ihm gegenüber]; ist es ihm beschieden, so ist sie ihm gegenüber; ist es ihm nicht beschieden, so schlägt sie ihn.", "R. Jose traf Elijahu und sprach zu ihm: Es heißt: Ich will ihm eine Hilfe schaffen; wieso hilft die Frau dem Menschen? Dieser erwiderte: Jemand holt Weizen; soll er etwa Weizen kauen!? Jemand holt Flachs; soll er etwa Flachs387Die Frau mahlt und spinnt.anziehen !? Es ergibt sich, daß sie ihm die Augen erleuchtet und ihn auf die Füße bringt.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:388Gen. 2,23.diesmal ist es Knochen von meinem Knochen und Fleisch von meinem Fleische. Dies lehrt, daß Adam jedem Vieh und jedem Tier beigewohnt hatte, und erst als er Ḥava beiwohnte, war er befriedigt.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt :389Ib. 12,3.und alle Geschlechter des Erdbodens werden sich mit dir segnen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Abraham: Ich habe zwei köstliche Reiser, die ich in dich verpflanzen390Eigentl. pfropfen, mit dir kreuzen; das W. נברכו v. Hiph. הבריך, pfropfen, kreuzen, abgeleitet.will: die Moabiterin Ruth391Sie waren Nichtjüdinnen u. wurden in Jisraél verpflanzt; cf. Ruth 4,13ff.und die A͑mmoniterin Noa͑mi. Alle Geschlechter des Erdbodens; auch Geschlechter, die im Erdboden wohnen, werden nur wegen Jisraél gesegnet.392Gen. 18,18.Alle Völker der Erde; selbst Schiffe, die von Gallien nach Spanien verkehren, werden nur wegen Jisraél gesegnet.", "Ferner sagte R. Elea͑zar: Dereinst werden alle Handwerker sich zur Land[wirtschaft] wenden, denn es heißt :393Ez. 27,29.es werden von ihren Schiffen herabsteigen alle, die das Ruder handhaben, die Seeleute, alle Steuerer des Meeres werden das Land394על הארץ, so auch in einigen Codices bei Kennicott.betreten. Ferner sagte R. Elea͑zar: Du hast keine niedrigere Berufstätigkeit als die Land[arbeit], denn es heißt : herabsteigen. Einst sah R. Elea͑zar ein über die Breite gepflügtes Grundstück ; da sprach er: Und wenn du auch über die Länge gepflügt wärest, – Handel treiben ist einträglicher als du.", "Einst ging Rabh durch ein Halmfeld und sah [die Halme] sich bewegen; da sprach er: Bewegt euch nur, – Handel treiben ist einträglicher als ihr. Raba sagte: Hundert Zuz im Geschäfte, – jeden Tag Fleisch und Wein; hundert Zuz in Ackerland, – Salz und Gras. Und noch mehr, es läßt ihn auf der Erde schlaf en395Die Ernte muß bewacht werden.und bringt ihm Zank396Mit den Grundstücksnachbarn..", "R. Papa sagte : Säen und nicht kaufen, selbst wenn es sich ausgleicht, denn darin397Im selbst gesäeten Getreide.ist Segen. Kaufen und nicht anfertigen398Eigentl. nähen, weben; so besser nach einer Lesart (תדויל) u. der Erklärung des A͑rukh., jedoch nur Bettwäsche, Kleider aber findet man nicht passend.", "Verstopfen399Schadhafte Stellen in einem Bauwerke.und nicht restaurieren; restaurieren400Falls dies unvermeidlich ist.und nicht neu bauen, denn wer sich mit Bauen befaßt, verarmt. Schnell, wenn du Ackerland kaufest: langsam, wenn du eine Frau nimmst. Steige eine Stufe tiefer und nimm eine Frau; steige eine Stufe höher und wähle einen Freund.", "R. Elea͑zar b. Abina sagte: Ein Strafgericht kommt über die Welt nur wegen Jisraél, denn es heißt :401Zeph. 3,6.ich habe die Völker ausgerottet, verödet sind ihre Zinnen, zerstört habe ich ihre Straßen, und darauf folgt :402Ib. V. 7.ich dachte, fürchten wirst du mich, Zucht annehmen.", "Als Rabh sich von R. Ḥija verabschiedete, sprach dieser zu ihm: Der Allbarmherzige bewahre dich vor dem, das schlimmer als der Tod ist. Gibt es denn etwas, das schlimmer als der Tod ist? Als er fortging, dachte er nach und fand folgendes :403Ecc. 7,26.bitterer als den Tod finde ich das Weib &c. Den Rabh quälte seine Frau. Sagte er ihr, daß sie ihm Linsen koche, kochte sie ihm Kichererbsen; daß sie ihm Kichererbsen koche, kochte sie ihm Linsen.", "Als sein Sohn Ḥija erwachsen war, bestellte er verkehrt. Jener sprach: Deine Mutter hat sich gebessert. Dieser erwiderte: Ich pflege verkehrt zu bestellen. Da sprach er zu ihm: Das ist es, was die Leute zu sagen pflegen: Der aus dir hervorgeht, belehrt404Er sollte selber auf dieses Mittel gekommen sein.dich. Du aber tu dies nicht mehr, denn es heißt :405Jer. 9,4.sie lehren ihre Zunge Lügen reden, sie mühen &c.", "Den R. Ḥija quälte seine Frau; dennoch pflegte er, wenn er etwas [für sie] fand, es in sein Sudarium zu wickeln und ihr zu bringen. Rabh sprach zu ihm: Sie quält ja den Meister! Dieser erwiderte: Es genügt, daß sie unsere Kinder erziehen und" ], [ "uns vor Sünde bewahren R. Jehuda las seinem Sohne R. Jiçḥaq vor : Bitterer als den Tod finde ich das Weib. Dieser fragte: Wer zum Beispiel? – Zum Beispiel deine Mutter. –", "Aber R. Jehuda lehrte ja seinen Sohn R. Jiçḥaq, ein Mensch finde Befriedigung nur bei seiner ersten Frau, denn es heißt :406Pr. 5,18.dein Born sei gesegnet, daß du Freude hast vom Weibe deiner Jugend, und als dieser ihn fragte: wer zum Beispiel, erwiderte er ihm: zum Beispiel deine Mutter!? – Sie war jähzornig, jedoch durch ein Wort zu besänftigen.", "Welches ist ein böses Weib? Abajje erwiderte: Sie richtet ihm eine Tafel her und richtet auf ihn ihren Mund407Sie zankt während der Mahlzeit.. Raba erwiderte: Sie richtet ihm eine Tafel her und dreht ihm den Rücken zu.", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte : Sobald ein Mensch eine Frau genommen hat, sind seine Sünden zuende, denn es heißt :408Pr. 18,22.wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden, und findet Beifall409Im Texte Wortspiel zum ob. gebrauchten W.e ‘zuende’.beim Herrn. Im Westen spricht man zu dem, der eine Frau genommen hat, wie folgt: ‘gefunden’ oder ‘finde’? Gefunden, denn es heißt: wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden; finde, denn es heißt: bitterer als den Tod finde ich das Weib.", "Raba sagte: Es ist Gebot, ein böses Weib fortzujagen410Nach dem Sprachgebrauche: sich von ihr scheiden zu lassen., denn es heißt: 411Pr. 22,10.jage den Spötter fort, so geht der Zank weg, und Streit und Schimpf hören auf. Ferner sagte Raba: Einem bösen Weibe mit großer Morgen gäbe412Die man ihr bei der Scheidung auszahlen müßte.[setze man] eine Nebenbuhlerin zur Seite. So pflegen die Leute zu sagen : Lieber mit einer Nebenbuhlerin als mit einem Prügel. Ferner sagte Raba: Ein böses Weib ist wie ein Tag des Unwetters, wie es heißt :413Pr. 27,15.eine anhaltende Traufe am Tage des Unwetters, ein zänkisches Weib gleicht dem.", "Ferner sagte Raba: Komm und sieh, wie gut ein gutes Weib und wie schlecht ein böses Weib ist. Wie gut ein gutes Weib ist, denn es heißt: wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden. Spricht die Schrift von einem solchen, wie gut ist doch ein gutes Weib, daß die Schrift es so lobt; und spricht die Schrift von der Tora, wie gut ist doch ein gutes Weib, daß die Tora mit diesem verglichen wird. Wie schlecht ein böses Weib ist, denn es heißt: bitterer als den Tod finde ich das Weib. Spricht die Schrift von einem solchen, wie schlecht ist doch ein böses Weib, daß die Schrift es so schmäht, und spricht die Schrift vom Fegefeuer, wie schlecht ist doch ein böses Weib, daß das Fegefeuer mit diesem verglichen wird.", "414Jer. 11,11.Siehe, ich bringe über sie ein Unglück, aus dem sie nicht herauskönnen. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Das ist ein böses Weib mit großer Morgengabe412Die man ihr bei der Scheidung auszahlen müßte.. 415Thr. 1,14.Der Herr gab mich in Hände, denen ich nicht standhalten kann. R. Ḥisda sagte im Namen des Mar U͑qaba b. Ḥija: Das ist ein böses Weib mit großer Morgengabe. Im Westen sagten sie: Das ist derjenige, dessen Ernährung von seinem Gelde abhängig ist416Der Getreide kaufen u. jeden Preis zahlen muß..", "417Dt. 28,32.Deine Söhne und deine Töchter werden einem anderen Volke gegeben. R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Das ist eine Stiefmutter. 418Ib. 32,21.Durch ein nichtswürdiges Volk sie kränken. R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Das ist ein böses Weib mit großer Morgengabe. R. Elie͑zer sagte: Das sind die Minäer419Oft in der Bedeutung Häretiker., denn so heißt es:420Ps. 14,1.der Nichtswürdige spricht in seinem Herzen: es gibt keinen Gott &c.", "In einer Barajtha wurde gelehrt: Das sind die Leute der Berberei und von Mauretanien, die nackt auf der Straße gehen. Du hast nämlich niemand, der Gott so ekelhaft und widerwärtig ist, wie derjenige, der nackt auf der Straße geht. R. Joḥanan sagte: Das sind die Geber. Man erzählte R. Joḥanan, Geber seien nach Babylonien gekommen; da knickte er zusammen und fiel hin. Als man ihm aber sagte, daß sie Bestechung nehmen, richtete er sich wieder auf. –", "Sie haben drei Verhängnisse dekretiert. – Wegen dreier [Sünden]. – Inbetreff des Fleisches431Wohl das Schlachten verboten.. – Wegen der Priestergaben432Teile von Schlachtvieh, die an die Priester zu entrichten sind; cf. Dt. 18,3.. – Inbetreff der Bäder. – Wegen der Tauchbäder433Der Unreinen, die sie vernachlässigten.. –", "Sie graben die Toten aus. – Weil man an ihren Festtagen434Der Nichtjuden; cf. Az. Fol. 2a Anm. 3.lustig ist, denn es heißt :435iSam. 12,15.so wird die Hand des Herrn sein über euch und über eure Väter, und Rabba b. Šemuél sagte, dies436Die Strafe der Väter, die bereits gestorben sind.sei die Ausgrabung der Toten. Der Meister sagte nämlich: Wegen der Sünden der Lebenden werden die Toten ausgegraben.", "Raba sprach zu Rabba b. Mari: Es heißt:437Jer. 8,2.nicht werden sie gesammelt noch begraben, als Mist auf dem Acker werden sie dienen, und es heißt:438Ib. V. 3.der Tod wird dem Leben vorgezogen439Ein derartiger Tod ist ja noch schlimmer.werden!? Dieser erwiderte: Für die Frevler ist der Tod besser, damit sie nicht auf dieser Welt leben und durch ihre Sünden ins Fegefeuer kommen440So ist dieser Schriftvers zu verstehen, nicht aber, daß sie den Tod vorziehen werden..", "Im Buche des Ben Sira steht geschrieben : Ein gutes Weib ist ein gutes Geschenk [für einen Mann], es komme an den Busen des Gottesfürchtigen. Ein böses Weib ist ein Aussatz für seinen Mann. – Was mache man? – Man jage es fort, und man ist von seinem Aussatze geheilt. Ein schönes Weib, heil seinem Manne, die Zahl seiner Tage zählt doppelt.", "Wende deine Augen von einem liebreizenden Weibe, denn du könntest in ihrem: Netze gefangen werden. Verkehre nicht mit ihrem Manne, mit ihm Wein und Met zu trinken, denn viele sind durch das Aussehen eines schönen Weibes zugrunde gegangen; zahlreich sind, die es gemordet hat. Viel sind die Verwundungen des Hausierers, er verleitet zur Schande, wie ein Funken die Kohle zündet. Wie ein Käfig voll Vögel, so ihre Häuser der Falschheit voll.", "Gräme dich nicht über das Unglück von morgen, denn du weißt nicht, was der Tag gebären kann. Vielleicht kommt das Morgen und er ist nicht mehr, und er grämte sich über eine Welt, die nicht sein. Halte die Menge von deinem Hause fern und bringe nicht jeden in dein Haus. Zahlreich mögen deine Freunde sein, ein Geheimnis aber vertraue einem von tausend.", "R. Asi sagte : Der Sohn Davids kommt erst dann, wenn keine Seele mehr im Guph358Eigentl. Körper; Raum, in dem sich die Seelen der noch nicht geborenen Menschen befinden. Die Seele ist aus diesem Räume gekommen, somit hat er die Fortpflanzung ausgeübt.ist, denn es heißt :441Jes. 57,16.der Geist wird von mir eingehüllt und die Seelen habe ich erschaffen. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn jemand die Fortpflanzung nicht übt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen, denn es heißt: 442Gen. 9,6.wer Blut eines Menschen vergießt, durch Menschen soll sein Blut vergossen werden, und darauf heißt es :443Ib. V. 7.ihr aber seid fruchtbar &c.", "R. Ja͑qob sagte : Als würde er die [göttliche] Ähnlichkeit verringern, denn es heißt :442Gen. 9,6.denn im Bilde Gottes machte er den Menschen, und darauf heißt es: ihr aber seid fruchtbar &c. Ben A͑zaj sagte: Als würde er Blut vergießen und die [göttliche] Ähnlichkeit verringern.", "Sie sprachen zu Ben A͑zaj : Mancher predigt schön und handelt schön, mancher handelt schön und predigt nicht schön, du aber predigst schön und handelst nicht444Er blieb unverheiratet.schön! Ben A͑zaj erwiderte ihnen: Was soll ich tun, wenn meine Seele nach der Tora lüstet; die Welt kann durch andere erhalten werden.", "Ein Anderes lehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn jemand die Fortpflanzung nicht übt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen, denn es heißt: wer Blut eines Menschen vergießt &c., und darauf folgt: ihr aber seid fruchtbar &c. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Als würde er die [göttliche] Ähnlichkeit verringern. Ben A͑zaj sagte &c. Sie sprachen zu Ben A͑zaj: Mancher predigt schön &c.", "Die Rabbanan lehrten:445Num. 10,36.Und wenn sie sich niederließ, sprach er: kehre wieder, o Herr, zu den Myriaden und Tausenden Jisrae͑ls." ], [ "Dies lehrt, daß die Göttlichkeit auf nicht weniger als zwei Tausend und zwei Myriaden Jisraéliten ruht. Wenn nun einer von zwei Tausend und zwei Myriaden Jisraéliten fehlt, und jemand die Fortpflanzung nicht übt, so verursacht er, daß die Göttlichkeit von Jisraél weicht.", "Abba Ḥanan sagte im Namen R. Elie͑zers: Er verdient den Tod, denn es heißt :446Num. 3,4.und Kinder hatten sie nicht, wenn sie aber Kinder hätten, würden sie nicht gestorben sein. Manche sagen: Er verursacht, daß die Göttlichkeit von Jisraél weicht, denn es heißt :447Gen. 17,7.dir ein Gott zu sein und deinen Kindern nach dir; hast du Kinder nach dir, so ruht die Göttlichkeit [auf diesen], hast du keine Kinder nach dir, auf wem sollte sie ruhen, etwa auf Holz und Stein!?", "vi,2 WENN JEMAND EINE FRAU GENOMMEN HAT UND MIT IHR ZEHN JAHRE BEI SAMMEN WAR, OHNE DASS SIE GEBOREN HAT, SO DARF ER ES NIGHT [LÄNGER]448Er muß eine andere heiraten.UNTERLASSEN. HAT ER SICH VON IHR GESCHIEDEN, SO DARF EIN ANDERER SIE HEIRATEN, UND AUCH DER ANDERE DARF MIT IHR ZEHN JAHRE BEISAMMEN SEIN. HAT SIE ABORTIERT, SO ZÄHLE MAN SEIT DER STUNDE, DA SIE ABORTIERT HAT.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand eine Frau geheiratet und mit ihr zehn Jahre beisammen war, ohne daß sie geboren hat, so entferne er sie und zahle ihr ihre Morgengabe, denn vielleicht ist es ihm nicht beschieden, von ihr behindert zu werden.", "Und obgleich es keinen Beweis dafür gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung: 449Gen. 16,3.nach Verlauf von zehn Jahren seit Abrahams Aufenthalt im Lande Kenaa͑n. Dies lehrt dich, daß ihm der Aufenthalt außerhalb des Landes nicht angerechnet worden war. Daher wird, wenn er krank war, oder sie krank war, oder jemand von ihnen im Gefängnisse eingesperrt war, ihnen diese Zeit nicht angerechnet.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Sollte doch von Jiçḥaq gefolgert450Wie lange man warte; wie aus den folgenden Schriftversen hervorgeht, wartete er 20 Jahre.werden, denn es heißt :451Gen. 25,20.Jiçḥaq war vierzig Jahre alt, als er Ribqa nahm, und es heißt :452Ib. V. 26.Jiçḥaq war sechzig Jahre alt, als sie geboren wurden!? Dieser erwiderte: Jiçḥaq war unfruchtbar. –", "Wenn deshalb, so war ja auch Abraham unfruchtbar!? – Jener [Schriftvers]453Der die Jahre Jiçḥaqs angibt; aus diesem ist daher nichts zu folgern, während der bezügliche Schriftvers bei Abraham überflüssig ist u. hierauf deutet.ist wegen einer Lehre des R. Ḥija b. Abba nötig, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Die Lebensjahre Jišma͑éls werden deshalb angegeben, um dadurch die Lebensjahre Ja͑qobs festzustellen454Hierzu ist auch die Angabe des Alters Jiçḥaqs nötig; ausführl. Meg. Fol. 17a..", "R. Jiçḥaq sagte: Unser Vater Jiçḥaq war unfruchtbar, denn es heißt: 455Gen. 25,21.und Jiçḥaq betete zum Herrn gegenüber seine Frau, es heißt nicht: für seine Frau, sondern: gegenüber456Sie beteten beide.seiner Frau, und dies lehrt, daß beide unfruchtbar waren. – Wieso heißt es demnach :455Gen. 25,21.er ließ sich ihm erbitten, es sollte ja heißen: ließ sich ihnen erbitten!? – Das Gebet eines Frommen, des Sohnes, eines Frommen, gleicht nicht dem Gebete eines Frommen, des Sohnes eines Frevlers457Ein solcher war der Vater der Rabqa..", "R. Jiçḥaq sagte [ferner] : Unsere Vorfahren waren deshalb unfruchtbar, weil der Heilige, gepriesen sei er, nach dem Gebete der Frommen verlangt. R. Jiçḥaq sagte [ferner] : Weshalb wird das Gebet der Frommen mit einer Forke458Das W. ויעתר wird als Denominativum v. עתר (Forke) aufgefaßt.verglichen? Wie die Forke das Getreide von Ort zu Ort wendet, ebenso wendet das Gebet der Frommen die Stimmung des Heiligen, gepriesen sei er, aus der Stimmung des Zornes in die Stimmung der Barmherzigkeit. R. Ami sagte: Abraham und Sara waren geschlechtslos, denn es heißt: 458Das W. ויעתר wird als Denominativum v. עתר (Forke) aufgefaßt.schauet auf den Felsen, \n" ], [ "aus dem ihr gehauen459Nach Raschi deuten die Worte ‘gehauen’ u. ‘gegraben’ auf die nachträgliche Bildung der Geschlechtsorgane bei ihm u. ihr.seid, auf die Brunnenhöhle, aus der ihr gegraben459Nach Raschi deuten die Worte ‘gehauen’ u. ‘gegraben’ auf die nachträgliche Bildung der Geschlechtsorgane bei ihm u. ihr.seid, und darauf folgt :460Jes. 51,21.schauet auf Abraham, euren Vater, auf Sara, die euch geboren.", "R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha : Unsere Mutter Sara war steril, denn es heißt :461Gen. 11,30.und Saraj war unfruchtbar, sie hatte kein Kind, sie hatte nicht einmal ein Geburtsorgan462Die W.e ‘sie hatte kein Kind’ sind überflüssig u. deuten hierauf..", "R. Jehuda, Sohn des R. Šilath, sagte im Namen Rabhs : Dies463Daß man 10 Jahre warte.gilt nur von den Generationen, die von längerer Lebensdauer waren, bei den späteren Generationen aber, die von kürzerer Lebensdauer sind, zweieinhalb Jahre, drei Schwangerschaften entsprechend. Rabba sagte im Namen R. Naḥmans: Drei Jahre, für drei Gedenkungen464Am Neujahrstage gedenkt Gott der Unfruchtbaren.. Der Meister sagte nämlich: Am Neujahrstage wurden Sara, Rahel und Ḥanna465Die alle unfruchtbar waren.bedacht.", "Rabba sprach : All diese Normen gelten nicht. Merke, unsere Mišna ist ja von Rabbi redigiert, und schon zur Zeit Davids war die Lebensdauer gekürzt worden, denn es heißt:466Ps. 90,10. unsere Lebensdauer ist siebzig Jahre.", "Wieso heißt467Ob. Col. a.es : vielleicht ist es i h m nicht beschieden, von ihr bekindert zu werden, vielleicht ist es ihr nicht468Sie sollte die Morgengabe nicht erhalten.beschieden!? – Da sie zur Fortpflanzung nicht verpflichtet ist, wird sie auch nicht gestraft469Mit einer diesbezüglichen Strafe, der Kinderlosigkeit.. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Abba b. Zabhda erwiderte ja den Rabbanan, die zu ihm sprachen, daß er eine Frau nehme und Kinder zeuge, wäre es ihm beschieden, würde er solche von seiner ersten [Frau] bekommen haben!? – Er wollte ihnen nur ausweichen, denn R. Abba b. Zabhda war durch die Vorträge R. Honas impotent470Cf. supra 62b Anm. 263.geworden.", "Ebenso ward R. Ḥelbo impotent durch die Vorträge R. Honas, und ebenso ward R. Šešeth impotent durch die Vorträge R. Honas. R. Aḥa b. Ja͑qob ward von der Dysurie471So nach Raschi (‘durch Zurückhaltung des Harns entstehende Krankheit’); A͑rukh liest ססגוניתא, rote Flecke, Scharlach.befallen, und als man ihn an die Schulzeder lehnte, kam es aus ihm wie ein grünes Reis. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte : Wir waren sechzig Gelehrte, und alle außer mir wurden durch die Vorträge R. Honas impotent. Ich vollbrachte an mir :472Ecc. 7,12.die Weisheit erhält ihren Eigner.", "HAT ER SICH VON IHR GESCHIEDEN, SO DARF &C. Nur ein anderer, nicht aber ein dritter473Da durch die Wiederholung festgestellt ist, daß sie steril ist.,", "somit vertritt unsere Mišna die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn sie das erste [Kind] beschnitten hat, und es gestorben474Infolge der Beschneidung.ist, das zweite, und es gestorben ist, so beschneide sie das dritte nicht mehr – so Rabbi ; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, das dritte beschneide sie, das vierte aber beschneide sie nicht. –", "Es gibt eine Lehre entgegengesetzt; welche ist später475Maßgebend ist die letztere Lehre, da anzunehmen ist, daß jener von seiner früheren Ansicht zurückgetreten ist.gelehrt worden? –", "Komm und höre: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Einst ereignete es sich mit vier Schwestern in Sepphoris, daß die eine ihr Kind beschneiden ließ, und es starb, die zweite, und es starb, die dritte, und es starb. Als die vierte zu R.Šimo͑n b. Gamliél kam, sprach er zu ihr: beschneide es nicht476Demnach ist es RŠ., der der Ansicht ist, daß es erst zum 4. Male nicht erfolge.. –", "Vielleicht würde er, wenn die dritte zu ihm gekommen wäre, auch ihr dasselbe gesagt haben!? – Welche Bedeutung hätte demnach die Bekundung des R. Ḥija b. Abba477Er will wohl damit bekunden, daß eine Feststellung erst zum 4. Male erfolge.. – Vielleicht lehrt er uns damit, daß es auch bei Schwestern478Die obigen Lehren sprechen von einer Wiederholung von Fällen bei einer Frau, dagegen berichtet er von der Wiederholung eines Falles bei mehreren Schwestern.eine Feststellung gebe.", "Raba sagte: Da du nun sagst, auch bei Schwestern gebe es eine Feststellung, so nehme niemand eine Frau aus einer Familie von Epileptikern oder einer Familie von Aussätzigen. Jedoch nur dann, wenn es durch dreimalige Wiederholung festgestellt ist.", "Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, erzählte er: Einst kam ein solcher Fall vor R. Joḥanan im Lehrhause zu Mao͑n an einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fiel. [Eine Frau] hatte ein Kind beschnitten, und es starb, ein zweites, und es starb, und beim dritten kam sie zu ihm. Da sprach er zu ihr: Geh und beschneide es.", "Abajje sprach zu ihm: Siehe, du hast Verbotenes479Wenn die Beschneidung aufzuschieben ist, so darf sie nicht am Šabbath erfolgen.und Lebensgefährliches erlaubt.", "Abajje stützte sich darauf480Auf die Entscheidung RJ.s wonach eine Feststellung erst nach 3maliger Wiederholung erfolge.und heiratete die Ḥoma, Tochter des Isi, des Sohnes R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas, die Rehaba aus Pumbeditha geheiratet hatte und gestorben war, und darauf R. Jiçḥaq, Sohn des Rabba b. Bar Ḥana, geheiratet hatte und ebenfalls gestorben war; nachdem er sie geheiratet, starb er ebenfalls.", "Raba sprach: Wie kann jemand sich selber gegenüber so handeln!? Er selber sagte ja, Abin sei481Bei seinen Berichten über die Ansicht RJ.s.zuverlässig, der rote Jiçḥaq sei unzuverlässig; Abin weiß, wovon er482Ihr gemeinsamer Lehrer RJ.zurücktrat, der rote Jiçḥaq weiß nicht, wovon er zurücktrat483Da er weniger lange bei ihm war.. Ferner streiten sie ja nur über die Beschneidung, streiten sie etwa über die Heirat!? –", "Allerdings, denn es wird gelehrt: Wenn sie mit einem verheiratet war, und er gestorben ist, mit einem zweiten, und er gestorben ist, so darf ein dritter sie nicht mehr heiraten – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ein dritter dürfe sie heiraten, ein vierter dürfe sie nicht mehr heiraten. –", "Erklärlich ist dies bei der Beschneidung, denn es gibt Familien mit leichtfließendem Blute und es gibt Familien mit festem Blute, weshalb aber bei der Heirat? R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Folgendes sagte Abimi aus Hagronja im Namen R. Honas: die Quelle484Irgend ein Genitalleiden.verursacht es. R. Aši erklärte: Das Faktum verursacht es485Daß ihre Männer sterben.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn er mit ihr verlobt war und gestorben ist. Oder auch, wenn er von einer Dattelpalme abgestürzt und gestorben ist486In beiden Fällen ist nur die 2. Erklärung platzgreifend..", "R. Joseph, der Sohn Rabas, sprach zu Raba: Ich fragte R. Joseph, ob die Halakha wie Rabbi sei, und er erwiderte mir: jawohl, ob die Halakha wie R. Gamliél sei, und er erwiderte mir: jawohl. Er machte sich wohl über mich lustig.", "Dieser erwiderte : Nein, es ist eine Offenlassung487Od. Eventualentscheidung; sie streiten über mehrere derartige Fälle, u. auf manche ist die eine u. auf manche die andere Entscheidung zu beziehen. ; er entschied dir hinsichtlich der Heirat und der Geißelung nach Rabbi und hinsichtlich der Periode und des stößigen Ochsen488Wörtl. verwarnten, dessen Eigentümer verwarnt (cf. Ex. 21,29) worden ist.nach R. Šimo͑n b. Gamliél.", "Hinsichtlich der Heirat, wie wir eben gesagt haben. Hinsichtlich der Geißelung, denn wir haben gelernt: Wenn jemand einmal und wiederum Geißelhiebe erhalten hat, so sperrt ihn das Gericht in einen Kerker und gibt ihm Gerste zu essen, bis ihm489Beim 3. Male nach R.der Bauch platzt. Hinsichtlich der Periode, denn wir haben gelernt :" ], [ "Bei einem Weibe steht die Periode erst dann fest, wenn sie sich dreimal wiederholt hat; die Periode ist erst dann erloschen, wenn sie dreimal ausgeblieben ist. Hinsichtlich des stößigen Ochsen, denn wir haben gelernt: Das Rind gilt erst dann als stößig, wenn [der Eigentümer] dreimal verwarnt worden ist.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie mit einem verheiratet war und keine Kinder bekommen hat, mit einem zweiten und keine Kinder bekommen hat, so darf sie sich mit einem dritten nur dann verheiraten, wenn er Kinder hat; hat sie sich mit einem verheiratet, der keine Kinder hat, so ist sie ohne Morgengabe zu entfernen.", "Sie fragten : Können die ersteren, wenn sie sich mit einem dritten verheiratet und keine Kinder bekommen hat, von ihr [die Morgengabe zurück] verlangen? Können sie zu ihr sagen : nun ist es erwiesen, daß du es verschuldet hast, oder aber kann sie zu ihnen sagen: ich bin erst jetzt verkümmert. – Es ist einleuchtend, daß sie zu ihnen sagen kann: ich bin erst jetzt verkümmert. –", "Sie fragten [ferner]: Kann sie, wenn sie sich mit einem vierten verheiratet und Kinder bekommen hat, vom dritten [die Morgengabe] verlangen? – Man spreche490Falls sie klagen will.zu ihr: Schweigen ist für dich besser als reden. Er kann ihr erwidern: unter diesen Umständen491Wenn er gewußt hätte, daß sie nicht unfruchtbar ist; er kann die Scheidung rückwirkend annullieren.würde er sich von ihr nicht geschieden haben.", "R. Papa wandte ein : Wenn sie auch schweigt, wieso aber schweigen wir; es hat sich ja492Falls dies ein Grund zur Annullierung der Scheidung ist.erwiesen, daß der Scheidebrief nichtig ist und ihre Kinder Hurenkinder sind!? Vielmehr, wir sagen, sie sei erst jetzt kräftig geworden493Während ihrer Verheiratung mit dem 3. Manne war sie tatsächlich unfruchtbar; er braucht ihr daher die Morgengabe nicht zu zahlen..", "Wenn er sagt, sie, und sie sagt, er [sei494Daß sie keine Kinder hat, u. über die Morgengabe streiten.schuld], so ist, da es zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge sind, wie R. Ami sagt, sie glaubwürdig. – Weshalb? – Sie weiß, ob [der Same] wie ein Pfeil495Nur in diesem Falle erfolgt eine Befruchtung; cf. Hg. 15a.hervorschießt, er aber weiß dies nicht.", "Wenn er sagt, er wolle noch eine Frau nehmen und probieren, so muß er, wie R. Ami sagt, auch in diesem Falle sie freigeben und ihr die Morgengabe zahlen. Er ist nämlich der Ansicht, wer zu seiner Frau noch eine andere nimmt, müsse sie freigeben und ihr die Morgengabe zahlen. Raba sagt, jeder dürfe mehrere Frauen heiraten, nur muß er sie ernähren können." ], [ "Wenn er496Wenn sie auf Scheidung besteht.sagt, sie habe innerhalb der zehn Jahre497Cf. supra Fol. 64a.abortiert, und sie sagt, sie habe nicht abortiert, so ist, wie R. Ami sagt, auch in diesem Falle sie glaubwürdig, denn hätte sie abortiert, würde sie sich nicht als unfruchtbar feststellen lassen.", "Hat sie abortiert, wiederum abortiert und wiederum abortiert, so ist sie als Abortierende festgestellt. Wenn er sagt, sie habe zweimal abortiert, und sie sagt, dreimal, – ein solcher Fall wurde, wie R. Jiçḥcaq b. Elea͑zar sagte, im Lehrhause vorgebracht, und man entschied, sie sei glaubwürdig, denn hätte sie nicht abortiert, würde sie sich nicht als Abortierende feststellen lassen.", "vi,3 DER MANN IST ZUR FORTPFLANZUNG VERPFLICHTET, NIGHT ABER DIE FRAU. R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT, VON BEIDEN HEISST ES :498Gen. 1,28.der Herr segnete sie und sprach zu ihnen: seid fruchtbar und mehret euch.", "GEMARA. Woher dies? R. Ilea͑ erwiderte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Die Schrift sagt:498Gen. 1,28.füllet die Erde und unterwerfet sie; es ist die Art des Mannes zu unterwerfen, nicht aber ist es die Art der Frau zu unterwerfen. –", "Im Gegenteil, unter unterwerfet sind ja zwei zu verstehen!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist unterwirf499Die defektive Schreibweise וכבשה kann als Singular gelesen werden.. R. Joseph entnimmt dies aus folgendem:500Gen. 35,11.ich bin Gott, der Allmächtige, sei fruchtbar und mehre dich; es heißt nicht: seid fruchtbar und mehret euch.", "Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Wie es einem Menschen geboten ist, etwas zu sagen501Dh. jemand zurechtzuweisen; cf. Lev. 19,17., wenn man dem gehorcht, ebenso ist es geboten, nicht zu sagen, wenn man dem nicht gehorcht. R. Abba sagt, dies sei Pflicht, denn es heißt:502Pr. 9,8.rüge nicht den Spötter, damit er dich nicht hasse, rüge den Klugen, so wird er dich lieben.", "Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Man darf des Friedens wegen [von der Wahrheit] abweichen, denn es heißt:503Gen. 50,16,17.dein Vater hat befohlen504Dies entsprach nicht der Wahrheit.&c. also sprechet zu Joseph: o vergib doch &c.", "R. Nathan sagt, dies sei Gebot, denn es heißt:505iSam. 16,2.und Šemuél sprach: wie soll ich gehen, wenn Šaúl es hört, tötet er mich506Ihm wurde dann geboten, eine der Wahrheit nicht entsprechende Ausrede zu wählen.&c.", "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Bedeutend ist der Friede, daß sogar der Heilige, gepriesen sei er, dieserhalb [von der Wahrheit] abgewichen ist, denn zuerst heißt es:507Gen. 18,12.und mein Herr ist alt, weiter508Als Gott dies Abraham berichtete.aber heißt es: 509Gen. 18,13.und ich bin alt.", "R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT &C. Es wurde gelehrt: R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi [streiten]; einer sagt, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Beroqa, und einer sagt, die Halakha sei nicht wie R. Joḥanan b. Beroqa.", "Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, die Halakha sei nicht so. Einst saß nämlich R. Abahu und trug im Namen R. Joḥanans vor, die Halakha sei so; da wandten R. Ami und R. Asi das Gesicht510Sie hielten dies für unrichtig, jed. wollten sie es ihm nicht sagen.ab.", "Manche sagen, R. Ḥija b. Abba habe es vorgetragen, und R. Ami und R. Asi wandten das Gesicht ab. R. Papa sprach: Allerdings sagten sie nach demjenigen, welcher sagt, R. Abahu habe es vorgetragen, es511Seine Lehre im Namen RJ.s sei falsch.ihm nicht ausdrücklich, wegen der kaiserlichen512Er war eine hochgestellte Person u. bei der Regierung sehr angesehen; cf. Hg. Fol. 14a u. Syn. Fol. 14a.Würde, nach demjenigen aber, welcher sagt, R. Ḥija b. Abba habe es vorgetragen, sollten sie ihm erwidert haben, R. Joḥanan habe dies nicht gesagt!? –", "Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Aḥa b. Ḥanina sagte im Namen R. Abahus im Namen R. Asis: Einst kam ein solcher Fall513Daß eine kinderlose Frau auf Scheidung klagte.vor R. Joḥanan im Lehrhause zu Cäsarea, und er entschied, daß er [die Frau] freigebe und ihr ihre Morgengabe zahle. Wieso wird ihr die Morgengabe zugesprochen, wenn du sagen wolltest, es sei ihr nicht geboten!? –", "Vielleicht hatte sie einen Anspruch.", "So kam einst [eine Frau] vor R. Ami und verlangte die Morgengabe; da sprach er zu ihr: Geh, dir ist es nicht514Du brauchst dich wegen der Kinderlosigkeit nicht scheiden zu lassen.geboten. Diese erwiderte: Was soll aus mir im Alter werden! Hierauf entschied er: In diesem Falle zwinge man ihn entschieden.", "Ebenso kam einst [eine Frau] vor R. Naḥman; da sprach er zu ihr: Es ist dir nicht geboten. Diese erwiderte: Brauche ich etwa nicht einen Stab in der Hand und eine Schaufel zur Beerdigung!? Hierauf entschied er: In diesem Falle zwinge man ihn entschieden.", "Jehuda und Ḥizqija waren Zwillinge; einer war am Ende des neunten [Monats] entwickelt515Die Geburt des einen erfolgte 3 Monate früher als die des anderen; cf. Nid. Fol. 27a.und einer war am Beginn des siebenten [Monats] entwickelt. [Ihre Mutter] Jehudith, die Frau R. Ḥijas, litt [daher übermäßige] Geburtswehen. Da verkleidete sie sich und kam vor R. Ḥija und fragte ihn, ob einer Frau die Fortpflanzung geboten sei. Dieser erwiderte: Nein. Hierauf ging sie fort und nahm einen Sterilitätstrank ein.", "Als die Sache später herauskam, sprach er zu ihr: Hättest du mir doch noch ein Paar geboren! Der Meister sagte nämlich: Jehuda und Ḥizqija waren Brüder. Pazi und Ṭavi516Töchter RḤ.s.waren" ], [ "Schwestern. –", "Ist dies ihnen etwa nicht geboten, R. Aḥa b. R. Qaṭṭina erzählte ja im Namen R. Jiçḥaqs, daß man einst den Herrn eines Weibes, das Halbsklavin war, zwang, sie freizulassen517Damit sie heiraten könne.!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Mit jener hatte man Prostitution getrieben518Dies sollte durch ihre Verheiratung vermieden werden..", "", "iWENN EINE WITWE EINEM HOCHPRIESTER, ODER EINE GESCHIEDENE ODER EINEALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER SKLAVEN ALS NIESSBRAUCHGUT1Das von der Frau als Mitgift eingebrachte Gut, das ihr Eigentum verbleibt, während dem Ehemanne nur die Nutznießung zusteht. ODER EISERNEN BESTAND2Wörtl. eisernes Vieh; von der Frau in die Ehe eingebrachte Güter, die in Höhe ihres gegenwärtigen Wertes bis zur Auflösung der Ehe vollständig in den Besitz des Ehemannes übergehen. EINGEBRACHT HAT, SO DÜRFEN DIE ZUM NIESSBRAUCHGUTE GEHÖRENDEN SKLAVEN KEINE HEBE ESSEN UND DIE ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖRENDEN SKLAVEN SIE ESSEN.", "ZUM NIESSBRAUCHGUTE GEHÖREN SKLAVEN, DIE, WENN SIE STERBEN, IHR3Sie erleidet den Schaden bezw. erzielt den Gewinn, da sie sich in ihrem Besitze befinden. STERBEN, UND WENN SIE [AN WERT] ZUNEHMEN, FÜR SIE3Sie erleidet den Schaden bezw. erzielt den Gewinn, da sie sich in ihrem Besitze befinden. ZUNEHMEN; OBGLEICH ER SIE ZU ERNÄHREN VERPFLICHTET IST, DÜRFEN SIE KEINE HEBE ESSEN. ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖREN SKLAVEN, DIE, WENN SIE STERBEN, IHM4Er erleidet den Schaden bezw. erzielt den Gewinn, da er für ihren Wert zur Zeit der Übernahme haftbar ist. STERBEN, UND WENN SIE [AN WERT] ZUNEHMEN, FÜR IHN4Er erleidet den Schaden bezw. erzielt den Gewinn, da er für ihren Wert zur Zeit der Übernahme haftbar ist. ZUNEHMEN; DA ER FÜR SIE HAFTBAR IST, DÜRFEN SIE HEBE ESSEN.", "iiWENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN SICH MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET UND IHM SKLAVEN EINGEBRACHT HAT, EINERLEI OB ZUM NIESSBRAUCHGUTE ODER ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖREND, SO DÜRFEN SIE HEBE5Durch die giltige Heirat berechtigt er dazu nicht nur seine Frau, sondern auch ihre Sklaven. ESSEN. WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS SICH MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATET UND IHM SKLAVEN EINGEBRACHT HAT, EINERLEI OB ZUM NIESSBRAUCHGUTE ODER ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖREND,", "SO DÜRFEN SIE KEINE HEBE ESSEN6Cf. Anm. 5 mut. mut.. GEMARA. Weshalb dürfen zum Nießbrauchgute gehörende Sklaven keine Hebe essen, sie sollten doch als Eigentum seines Eigentums gelten!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn ein Priester eine Frau geheiratet oder Sklaven gekauft hat, diese Hebe essen dürfen? Es heißt: 7Lev. 22,11.und wenn ein Priester eine Person erwirbt, für sein Geld gekauft. so darf diese davon essen.", "Woher ferner, daß, wenn die Frau Sklaven gekauft hat, oder seine Sklaven Sklaven gekauft haben, diese Hebe essen dürfen? Es heißt: und wenn ein Priester eine Person erwirbt, für sein8Des von ihm erworbenen. Geld gekauft, so darf diese davon essen; das Eigentum seines Eigentums darf davon essen. –", "Wer essen darf, berechtigt andere zu essen, wer nicht essen9Wie dies im 1. Passus der Mišna der Fall ist, da die Heirat verboten ist. darf, berechtigt andere nicht zu essen. –", "Etwa nicht, der Unbeschnittene und alle [levitisch] Unreinen dürfen nicht essen, jedoch berechtigen sie andere10Ihre Sklaven dürfen Hebe essen.zu essen!? – Diesen schmerzt nur der Mund11Dh. sie sind nur am Essen verhindert, sobald sie aber beschnitten sind od. Reinheit erlangt haben, dürfen sie essen; dagegen aber wird die Frau durch die verbotene Heirat entweiht u. darf dies nie mehr.. –", "Ein Hurenkind darf ja nicht essen, jedoch berechtigt es andere zu essen12Wenn die Tochter einer mit einem Priester verheirateten Jisraéliten von einem Hurenkinde einen Sohn bekommt, so darf nach ihrem Tode seine Großmutter seinetwegen, dh. da Nachfolgeschaft von ihrem Manne vorhanden ist, Hebe essen, er selber aber ist Hurenkind u. darf dies nicht.!?", "Rabina erwiderte: Er spricht vom Eigentum, das essen darf: das Eigentum, das essen darf, berechtigt andere zu essen, und das nicht essen darf, berechtigt andere nicht zu essen.", "Raba erklärte: Nach der Tora dürfen sie13Die zum Nießbrauche gehörenden Sklaven.essen, nur haben die Rabbanan es verboten, damit sie sich sagen: ich darf nicht essen, meine Sklaven dürfen nicht essen; ich bin nur seine Hure. Er wird dadurch veranlaßt, sie zu entfernen.", "R. Aši erklärte: Hierbei ist berücksichtigt worden, sie könnte sie [Hebe] nach seinem Tode14Ihres Ehemannes; bei zum eisernen Bestande gehörenden Sklaven ist dies nicht zu berücksichtigen, da sie als sein Eigentum essen, u. nach seinem Tode es nicht mehr sind.essen lassen. –", "Demnach sollte doch eine mit einem Priester verheiratete Tochter eines Jisraéliten nicht zu essen berechtigen mit Rücksicht darauf, sie könnte sie nach seinem Tode essen lassen!?", "Vielmehr, erklärte R. Aši, gilt dies von einer priesterlichen Witwe, weil sie wie folgt denken könnte: vorher15Vor ihrer verbotenen Heirat.aßen sie Hebe bei meinen Schwiegereltern, nachdem ich diesen heiratete, aßen sie Hebe bei meinem Manne, jetzt nun16Nach dem Tode ihres 2. Mannes.treten sie in ihren früheren Zustand zurück. Sie bedenkt aber nicht, daß sie vorher nicht entweiht war, jetzt aber entweiht ist17Durch ihre verbotene Heirat, u. auch selber nicht essen darf.. –", "Erklärlich ist dies von einer priesterlichen Witwe, wie aber ist es hinsichtlich einer jisraélitischen Witwe zu erklären!? – Die Rabbanan haben bei der Witwenschaft nicht unterschieden.", "Es wurde gelehrt: Wer hat Recht, wenn sie ihrem Manne eingeschätzte Güter18Güter des eisernen Bestandes, die geschätzt u. dem Manne übergeben werden.eingebracht hat und später19Bei Auflösung der Ehe durch Tod od. Scheidung.sagt, sie wolle ihre Sachen haben, und er sagt, er wolle ihr den Geldwert20Da er die Haftpflicht für einen bestimmten Betrag übernommen hat.geben. R. Jehuda sagt," ], [ "sie habe Recht, R. Ami sagt, er habe Recht.", "R. Jehuda sagt, sie habe Recht, denn sie gehören zum Ansehen ihres väterlichen Hauses und gehören ihr. R. Ami sagt, er habe Recht, denn da der Meister sagte, daß, wenn sie21Zum eisernen Bestande gehörende Sklaven.sterben, sie ihm sterben, und wenn sie [an Wert] zunehmen, sie für ihn zunehmen, so befinden sie sich in seinem Besitze und gelten als sein Eigentum. Wir haben nämlich gelernt: Zum eisernen Bestande gehören Sklaven, die, wenn sie sterben, ihm sterben, und wenn sie [an Wert] zunehmen, für ihn zunehmen; da er für sie haftbar ist, so dürfen sie [Hebe] essen. R. Saphra wandte ein: Heißt es denn: da sie ihm gehören, es heißt ja: da er für sie haftbar ist; in Wirklichkeit aber gehören sie ihm nicht!? –", "Berechtigt er denn immer, wo er haftbar ist, Hebe zu essen, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Jisraélit eine Kuh von einem Priester gemietet22Der Mieter ist für Verlust u. Diebstahl haftbar; cf. Seb. Fol. 49a.hat, er sie mit Wicken von Hebe füttern dürfe, und wenn ein Priester eine Kuh von einem Jisraéliten gemietet hat, er, obgleich ihm die Fütterung obliegt, sie nicht mit Wicken von Hebe füttern dürfe!? –", "Wieso denn, allerdings ist er für Diebstahl und Verlust haftbar, aber ist er etwa für Unglücksfälle, Abmagerung und Wertverminderung haftbar!? Dies23Das Verhältnis des Ehemannes zu den Gütern des eisernen Bestandes seiner Frau.ist vielmehr mit dem Falle des Schlußsatzes zu vergleichen: Wenn ein Jisraélit von einem Priester eine Kuh zu ihrem Schätzungswerte24Bei der Rückgabe hat er den Minderwert zu ersetzen, bezw. gehört der Überschuß ihm.übernimmt, so darf er sie nicht mit Wicken von Hebe füttern; wenn aber ein Priester von einem Jisraéliten eine Kuh zu ihrem Schätzungswerte übernimmt, so darf er sie mit Wicken von Hebe füttern.", "Rabba und R. Joseph saßen bei Beendigung des Vortrages R. Naḥmans und trugen vor: Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ami. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ami: Zum eisernen Bestande gehörende Sklaven gehen wegen Zahn und Auge seitens des Ehemannes25Wenn er sie ihnen ausschlägt; cf. Ex. 21,26.frei aus, nicht aber seitens der Frau26Da sie nicht ihr gehören..", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda: Wenn sie ihrem Ehemanne eingeschätzte Güter27Zum eisernen Bestande gehörend.in die Ehe gebracht hat, so darf er, wenn er sie verkaufen will, nicht verkaufen. Noch mehr, selbst wenn der Ehemann ihr eingeschätzte Güter eingebracht hat, darf er, wenn er sie verkaufen will, nicht verkaufen. Haben beide solche für den Unterhalt verkauft, – ein solcher Fall kam einst vor R. Šimo͑n b. Gamliél, und er entschied, der Ehemann könne sie den Käufern abnehmen.", "R. Naḥman28Die in Handschriften fehlenden W.e אמר דבא sind zu streichen.sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Raba sprach zu R. Naḥman: Es gibt ja eine Lehre übereinstimmend mit R.Ami!? – Obgleich eine Lehre mit R. Ami übereinstimmt, ist die Begründung R. Jehudas einleuchtender: weil sie zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehören.", "Einst brachte eine Frau ihrem Manne ein milesisches Gewand in die Ehe, und als er starb, breiteten die Waisen es über den Toten.", "Da entschied Raba, der Tote habe es erworben29Cf. Syn. Fol. 47.. Nanaj, der Sohn des R. Joseph, des Sohnes Rabas, sprach zu R. Kahana: Raba sagte ja im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Jehuda!? Dieser erwiderte: Auch R. Jehuda pflichtet bei, falls die Einforderung noch fehlt, denn solange die Einforderung noch fehlt, befindet [die Sache] sich in seinem30Sie hat zwar das Recht, solche Güter zurückzuverlangen, solange aber sie dieses Recht nicht geltend macht, sind sie sein Eigentum.Besitze.", "Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, Heiligung, Säuerung31Cf. supra Fol. 46a Anmm. 283 u. 284." ], [ "und Freilassung32Eines Sklaven.heben das Anrecht33Des Gläubigers; ebenso hierbei das der Ehefrau.auf.", "R. Jehuda sagte: Wenn sie ihm zwei Geräte im Werte von tausend Zuz in die Ehe gebracht hat und sie auf zweitausend gestiegen sind, so erhält sie eines als ihre Mitgift34Da der Überschuß ihm gehört.und für das andere muß sie Ersatz leisten und erhält es, weil es zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehört. –", "Er lehrt uns damit, daß, was zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehört, ihres sei, und dies sagte ja R. Jehuda bereits einmal!? – Man könnte glauben, nur wenn sie es als ihre Mitgift beanspruchen kann, nicht aber Geld herauszahlen und es erhalten35Der Teil entsprechend der Wertzunahme verbleibe sein Eigentum., so lehrt er uns.", "iiiWENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET WAR, UND DIESER GESTORBEN IST UND SIE SCHWANGER ZURÜCKGELASSEN HAT, SO DÜRFEN IHRE SKLAVEN KEINE HEBE ESSEN, WEGEN DES ANTEILS DES FÖTUS36Obgleich sie von ihrem verstorbenen Manne Kinder hat u. dazu berechtigt ist. Dieser ist an der Erbschaft beteiligt u. die Sklaven sind teilweise sein Eigentum, u. aus weiter folgenden Gründen berechtigt er sie dazu nicht., DENN DER FÖTUS MACHT [FÜR DIE HEBE] UNTAUGLICH37Wenn sie die Tochter eines Priesters ist u. ihr verstorbener Mann Jisraélit war, so darf sie, falls sie schwanger ist u. keine anderen Kinder von ihm hat, bei ihren Eltern keine Hebe essen., ABER NICHT ZU ESSEN BERECHTIGTSO R. JOSE.", "SIE SPRACHEN ZU IHM: WENN DU UNS DIES VON EINER VON EINEM PRIESTER [VERWITWETEN] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN BEKUNDEST, SO DÜRFEN AUCH, WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATET WAR], UND DIESER GESTORBEN IST UND SIE SCHWANGER ZURÜCKGELASSEN HAT, IHRE SKLAVEN KEINE HEBE ESSEN, WEGEN DES ANTEILS DES FÖTUS38Da er als Erbe ihr Besitzer ist u. sie dazu nicht berechtigt; vielmehr hat der Fötus keinen Einfluß.!?", "GEMARA. Sie fragten: Ist der Grund R. Joses, weil nach seiner Ansicht der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist, oder aber, weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt? – I", "n welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Fötus im Leibe einer Priestertochter39Von einem Priester.. – Wie ist es damit? Rabba erwiderte: Der Grund R. Joses ist, weil nach seiner Ansicht der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist. R. Joseph erwiderte: Weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt.", "Man wandte ein: Sie sprachen zu R. Jose: Wenn du uns dies von einer mit einem Priester verheirateten Tochter eines Jisraéliten bekundest, wie verhält es sich bei einer mit einem Priester verheirateten Tochter eines Priesters? Dieser erwiderte: Von jener hörte ich es, von dieser hörte ich es40Daß die Sklaven keine Hebe essen dürfen, somit dürfen sie es.nicht.", "Einleuchtend ist seine Erwiderung, von jener habe er es gehört, von dieser habe er es nicht gehört, wenn du sagst, weil der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist, wieso aber erwiderte er, von jener habe er es gehört, von dieser habe er es nicht gehört, wenn du sagst, weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt, es ist ja dasselbe!? – Ein Einwand.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies ist die Ansicht R. Joses, die Weisen aber sagen, hinterließ er Kinder, so essen sie wegen der Kinder41Der Fötus hat gar keinen Einfluß., hinterließ er keine Kinder, so essen sie wegen der Brüder, und hinterließ er keine Brüder, so essen sie wegen der ganzen Familie42Der Erben, auf die alle Rechte des Priesters übergehen.. –", "‘Dies’, demnach ist er nicht dieser Ansicht; aber Šemuél sagte ja zu R. Ḥana aus Bagdad, daß er ihm zehn Leute43Damit dies öffentlich bekannt werde.hole, vor denen er ihm sagen wolle, daß, wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, dieser es erwerbe!? – Vielmehr, ‘dies’, und er ist auch dieser Ansicht. –", "Demnach lehrt er uns damit, daß die Rabbanan gegen R. Jose streiten, und dem widersprechend sagte ja R. Zakkaj, R. Jose habe dies im Namen von Šema͑ja und Ptollion bekundet, und sie pflichteten ihm bei!? R. Aši erwiderte: Es heißt ja nicht: sie erkannten es an, sondern: sie pflichteten ihm bei, [dies heißt,] seine Begründung sei anzuerkennen44Da er sich auf diese beruft, jed. sind sie nicht dieser Ansicht..", "Die Rabbanan lehrten: Hinterließ er Kinder, so dürfen diese und jene45Zum Nießbrauchgute u. zum eisernen Bestande gehörende Sklaven.essen; ließ er sie schwanger zurück, so dürfen weder diese noch jene essen. Ließ er Kinder und sie schwanger zurück, so dürfen die zum Nießbrauchgute gehörenden Sklaven essen, wie auch sie essen46Da sie ihr Eigentum sind. darf, und die zum eisernen Bestande gehörenden Sklaven nicht essen, wegen des Anteils des Fötus, denn der Fötus macht [für die Hebe] untauglich, aber nicht zu essen berechtigt – so R. Jose.", "R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, eine Tochter berechtige zu essen, ein Sohn berechtige nicht zu essen. R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte, männliche [Kinder] berechtigen alle zu essen, weibliche berechtigen nicht zu essen; der Fötus könnte männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten die Töchter nichts47Die Sklaven sind Eigentum des Fötus, der sie nicht zu essen berechtigt.. –", "Wozu begründet er: der Fötus könnte männlich sein, es genügt ja der Umstand, daß eine Tochter hierfür untauglich macht!? – Er führt außer diesem noch einen Grund an: erstens macht eine Tochter untauglich und zweitens könnte der Fötus männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten Töchter nichts. –", "Wieso berechtigen männliche [Kinder] zu essen, der Fötus ist ja vorhanden48Vgl. Anm. 36.!? –" ], [ "Er ist der Ansicht, man berücksichtige die Minderheit49Der Annahme, der Fötus könnte männlich sein, steht die Annahme, er könnte weiblich sein, gegenüber, u. da dazu noch die Möglichkeit einer Fehlgeburt hinzukommt, so befindet sich die erstere Annahme in der Minderheit.nicht. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist er der Ansicht, man berücksichtige die Minderheit, nur wende man ein Mittel50Man sichere das Erbteil des Fötus durch andere Güter, sodaß die Sklaven in den Besitz der vorhandenen Brüder, die sie zu essen berechtigen, übergehen; wenn aber nur Töchter vorhanden sind, ist dies nicht möglich, da der Fötus alleiniger Erbe ist.an. Dies nach R. Naḥman im Namen Šemuéls,", "denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Waisen die Güter ihres Vaters teilen, so stellt ihnen das Gericht Vormünder, die ihnen einen guten Teil51Jeder nimmt die Interessen seines Mündels wahr.heraussuchen, und sobald sie großjährig sind, können sie Einspruch erheben. In seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, sie können, wenn sie großjährig sind, keinen Einspruch mehr erheben, denn worin bestände sonst die Macht des Gerichtes. –", "Demnach streiten Tannaím über die Ansicht R. Naḥmans52RŠ. ist seiner Ansicht, RJ. aber nicht.? – Nein, alle sind sie der Ansicht R. Naḥmans, und hierbei streiten sie, ob die Minderheit zu berücksichtigen ist.", "«R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, eine Tochter berechtige zu essen, ein Sohn berechtige nicht zu essen.» Ein Sohn berechtigt wohl deshalb nicht zu essen, wegen des Anteils des Fötus, somit sollte wegen des Anteils des Fötus auch eine Tochter nicht zu essen berechtigen!?", "Abajje erwiderte: In dem Falle, wenn nur wenig Güter vorhanden53Solche gehören nur den Töchtern zu ihrer Versorgung.sind, und zwar, wenn außer der Tochter auch ein Sohn vorhanden ist.", "Wie du es nimmst: ist der Fötus ein Sohn, so ist er54Hinsichtl. der Beteiligung an der Erbschaft.nicht mehr als der vorhandene, und ist er eine Tochter, so berechtigt sie zu essen nur durch die rabbanitische55Daß in einem derartigen Falle die ganze Erbschaft den Töchtern gehöre.Bestimmung, und solange sie in den Weltenraum nicht gekommen ist, gilt die rabbanitische Bestimmung nicht. –", "Wie ist, wenn du es auf den Fall beziehst, wenn nur wenig Güter vorhanden sind, der Schlußsatz zu erklären: der Fötus könnte männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten die Töchter nichts. Im Gegenteil, wenig Güter gehören ja nur den Töchtern!? – Der Schlußsatz gilt von dem Falle, wenn viele Güter vorhanden sind. –", "Gehören denn wenig Güter den Töchtern, R. Asi sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß, wenn wenig Güter vorhanden sind und die Waisen zuvorgekommen und sie verkauft haben, der Verkauf gültig56Demnach befinden sie sich in ihrem Besitze.sei!? –", "Vielmehr, unter Tochter, von der er spricht, ist die Mutter zu verstehen57Sie berechtigt ihre zum Nießbrauchgute gehörenden Sklaven, Hebe zu essen, nicht aber der Sohn die zum eisernen Bestande gehörenden, wegen des Fötus.. – Demnach ist es ja dasselbe, was R. Jose lehrt!? – Das ganze lehrte R. Jišma͑él b. R. Jose.", "ivDER FÖTUS, DER SCHWAGER58Der an der Witwe die Schwagerehe zu vollziehen hat; wenn er Jisraélit u. sie die Tochter eines Priesters od. er Priester u. sie die Tochter eines Jisraéliten ist., DIE VERLOBUNG, DER TAUBE UND DER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTE59Mit diesem Tage beginnt die Rechtsgültigkeit seiner Beiwohnung.MACHEN [FÜR DIE HEBE] UNTAUGLICH, BERECHTIGEN ABER NICHT ZU ESSEN.", "AUCH WENN ES ZWEIFELHAFT IST, OB ER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALT IST ODER NICHT, OB ER ZWEI HAARE60An der Scham; solche gelten als Pubertätszeichen.BEKOMMEN HAT ODER NICHT.", "WENN DAS HAUS ÜBER IHM UND DER TOCHTER SEINES BRUDERS61Mit der er verheiratet ist.EINGESTÜRZT IST, UND MAN NICHT WEISS, WER ZUERST GESTORBEN62Cf. Supra Fol. 31a Anm. 149.IST, SO IST AN DER NEBENBUHLERIN DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. DER FÖTUS. Ist sie die von einem Jisraéliten [verwitwete] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich, [denn es heißt:]63Lev. 22,13.wie in ihrer Jugend, ausgenommen die Schwangere; ist sie die von einem Priester [verwitwete] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, denn nur der Geborene berechtigt zu essen, nicht aber der Ungeborene.", "DER SCHWAGER. Ist sie die von einem Jisraéliten [verwitwete] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich, [denn es heißt:]63Lev. 22,13.und ins Haus ihres Vaters zurückkehrt, ausgenommen die Anwärterin der Schwagerehe; ist sie die von einem Priester [verwitwete] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, denn der Allbarmherzige sagt: 64Ib. V. 11.für sein Geld gekauft, während diese die Angeeignete seines Bruders ist.", "DIE VERLOBUNG. Ist sie die mit einem Jisraéliten [verlobte] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich," ], [ "denn er hat sie sich durch die Verlobung65Cf. supra Fol. 11b Anm. 246.angeeignet; ist sie die mit einem Priester [verlobte] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, wegen der Lehre U͑las66Daß eine mit einem Priester Verlobte keine Hebe essen darf; cf. Ket. Fol. 57b..", "DER TAUBE. Ist sie die mit einem Priester [verheiratete] Tochter eines Jisraéliten, macht er sie untauglich, denn er hat sie sich durch die rabbanitische Bestimmung67Daß er heiratsfähig sei, obgleich er nicht im Vollbesitze seiner Sinne ist; weit. Fol. 112b.angeeignet; ist sie die mit einem Jisraéliten [verheiratete] Tochter eines Priesters, berechtigt er sie nicht zu essen, denn der Allbarmherzige sagt: für sein Geld gekauft, während dieser nicht kauffähig ist.", "DER NEUN JAHRE &C. Er68Der diesen Einwand erhob.glaubte, wenn, der an ihr die Schwagerehe zu vollziehen hat, neun Jahre und einen Tag alt69Ihr aber noch nicht beigewohnt hat.ist. In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich der Untauglichmachung70Wenn er Jisraélit u. sie die Tochter eines Priesters ist., so macht ja auch ein Minderjähriger71Der nicht einmal dieses Alter erreicht hat.untauglich, und wenn hinsichtlich der Berechtigung72Falls er Priester u. sie die Tochter eines Jisraéliten ist.zu essen, so berechtigt ja auch ein Großjähriger nicht dazu!?", "Abajje erwiderte: Dies gilt von einem neun Jahre und einen Tag alten Schwager, der seiner Schwägerin beigewohnt und sie sich somit nach der Tora angeeignet hat. Man könnte glauben, er berechtige sie zu essen, da sie ihm nach der Tora angeeignet und seine Beiwohnung gültig ist, so lehrt er uns, daß sie die Beiwohnung eines neun Jahre und einen Tag alten der Eheformel eines Erwachsenen73Wodurch sie ihm nicht vollständig angeeignet ist; cf. supra Fol. 50a.gleichgestellt haben.", "Raba sprach zu ihm: Wieso lehrt er demnach im Schlußsatze: auch wenn es zweifelhaft ist, ob er neun Jahre und einen Tag alt ist oder nicht, wenn ein entschieden Neunjähriger nicht zu essen berechtigt, um wieviel weniger ein zweifelhafter!?", "Vielmehr, erklärte Raba, spricht er von Bemakelten im Alter von neun Jahren und einem Tage, die [eine Priesterstochter] durch ihre Beiwohnung ungeeignet machen. Wie gelehrt wird: Wenn ein Proselyt, ein A͑mmoniter, ein Moabiter, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind im Alter von neun Jahren und einem Tage, einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie untauglich gemacht. –", "Wenn er aber im Schlußsatze74In der folgenden Mišna, weiter Fol. 69a.lehrt, daß [Personen], die in die [Gemeinde] Jisraél nicht kommen dürfen, untauglich machen, so spricht ja der Anfangsatz nicht von bemakelten!? – Der Anfangsatz spricht von für die Gemeinde bemakelten und der Schlußsatz spricht von für die Priesterschaft bemakelten75Wie es der Entweihte (cf. Fol. 37a Anm. 53) ist, der in die Gemeinde kommen darf..", "Der Text. Wenn ein Proselyt, ein A͑mmoniter, ein Moabiter, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind von neun Jahren und einem Tage, einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie untauglich gemacht.", "R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, mache untauglich, und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, mache nicht untauglich. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, dessen Tochter du76Ein Priester.heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.", "Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:77Lev. 22,12.und eine Priesterstochter, die mit einem Gemeinen verheiratet ist, sobald sie von einem für sie untauglichen beschlafen worden ist, ist sie untauglich. –", "Dies ist ja an sich nötig, denn der Allbarmherzige sagt, eine mit einem Gemeinen verheiratete Tochter eines Priesters dürfe keine [Hebe] essen!? –", "Dies geht hervor aus:78Ib. V. 13.und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, sie darf vom Brote ihres Vaters essen; wenn der Allbarmherzige sagt, sie dürfe essen, sobald sie in das Haus ihres Vaters zurückgekehrt ist, so durfte sie vorher nicht essen. –", "Hieraus könnte man entnehmen, es sei ein aus einem Gebote kommendes Verbot und gelte79Hinsichtl. der Bestrafung, indem darauf keine Geißelung gesetzt ist.als Gebot, so schrieb der Allbarmherzige jenes als Verbot!? – Das Verbot geht hervor aus:80Lev. 22,10.kein Gemeiner81Als solche gilt sie durch ihre Heirat mit einem Gemeinen.darf Geheiligtes essen. –" ], [ "Dies ist ja an sich nötig!? – Es heißt zweimal: und kein Gemeiner82An der genannten Stelle (Lev. 22,10) u. ib. V. 13.. –", "Dies ist ja wegen der Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina nötig, denn R. Jose b. R. Ḥanina erklärte: und kein Gemeiner, ich habe es dir von der Gemeinhaftigkeit und nicht von der Trauer83Dem Trauernden ist der Genuß von Hebe erlaubt.gesagt!? – Die Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina geht hervor aus: und84Die Partikel ‘und’ ist überflüssig u. deutet hierauf; die andere Schriftstelle ist entbehrlich.kein Gemeiner. –", "Aber es ist ja wegen der folgenden Lehre nötig!? Sie kehrt zur Hebe zurück, nicht aber zu Brust85Die Priestergaben vom geschlachteten Vieh (cf. Ex. 29,27); davon darf die ins Haus ihres Vaters zurückkehrende verwitwete od. geschiedene Tochter eines Priesters nicht essen.und Schenkel. Hierzu sagte R. Ḥisda im Namen des Rabina b. R. Šila: Hierauf deutet folgender Schriftvers: und eine Priesterstochter, die mit einem Gemeinen verheiratet ist, darf von der Hebe des Heiligen nicht essen; sie darf nicht essen von dem, was vom Heiligen abgehoben86Die den Priestern zufallenden Opferteile.wird. –", "Die Schrift sollte sagen: darf vom Heiligen nicht essen, wenn es aber heißt: von der Hebe des Heiligen, so ist beides zu entnehmen. –", "Wir wissen dies87Daß der für sie untaugliche sie für den Genuß der Hebe untauglich mache.von der Priesterstochter, woher dies von der Levitin und der Jisraélitin? – Wie R. Abba im Namen Rabhs erklärt hat: und88Die überflüssige Partikel ‘und’ deutet auf eine besondere Lehre.eine Tochter, ebenso hierbei: und eine Tochter89Dies deutet auf die diesbezügliche Gleichstellung einer Levitin u. einer Jisraélitin.. –", "Wohl nach R. A͑qiba, der das und deutet90Cf. Syn. Fol. 51b.!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [der Passus] und eine Tochter ist überhaupt überflüssig91Vorangehend wird von den Angehörigen eines Priesters gesprochen, u. es sollte heißen: wenn eine mit einem Gemeinen &c.. –", "Wir wissen dies von der Hebe, woher dies von der Priesterschaft92Daß der Bemakelte sie entweiht u. ein Priester sie nicht mehr heiraten darf.? – Levitin und Jisraélitin werden hinsichtlich der Priesterschaft und nicht hinsichtlich der Hebe einbegriffen, denn sie dürfen gar keine Hebe essen. –", "Wieso denn nicht, es kann ja vorkommen, daß sie wegen ihres Sohnes93Von einem Priester.essen darf!? –", "Wenn wegen des Sohnes, so ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn eine Priesterstochter, die wegen ihrer eigenen Heiligkeit essen darf, untauglich wird, um wieviel mehr eine Levitin oder eine Jisraélitin, die nur wegen ihres Sohnes essen darf3Die Schrift braucht von diesen nicht zu lehren, daß ein Untauglicher sie untauglich mache.. –", "Eben deshalb: eine Priesterstochter, deren Person heilig ist, macht [der Bemakelte] untauglich, diese aber, deren Person nicht heilig ist, macht er nicht untauglich!? – Vielmehr, hinsichtlich der Priesterschaft ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Geschiedenen, zu folgern: wenn die Geschiedene, der die Hebe erlaubt ist, Priestern verboten ist, um wieviel mehr ist diese, der die Hebe verboten ist, Priestern verboten. –", "Kann denn ein Verbot durch einen Schluß gefolgert werden!? – Dies ist nur eine Klarstellung94Daß es auch von der Heirat mit einem Priester gilt, aber schon das Verbot, Hebe zu essen. schließt ihre Tauglichkeit für die Priesterschaft aus.. –", "Vielleicht ist unter ‘von untauglichen beschlafen‘ zu verstehen, von mit der Ausrottung belegten95Beispielsweise Blutsverwandte; nur in diesem Falle ist ihr die Hebe verboten.!? – Der Allbarmherzige sagt: verheiratet ist, bei denen eine Heirat96Cf. supra Fol. 11b Anm. 246.möglich ist. –", "Demnach sollten Nichtjude und Sklave sie nicht untauglich machen!? – Diese machen sie untauglich nach einer Lehre R. Jišma͑éls, denn R. Joḥanan sagte im Namen R. Jišma͑éls: Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin, einer Priesterstochter oder einer Levitin beigewohnt hat, er sie untauglich gemacht hat? Es heißt:97Lev. 22,13.wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird &c." ], [ "von einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen Nichtjude und Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt. –", "Wir wissen dies98Die Untauglichmachung durch einen Sklaven.von der Priesterstochter, woher dies von der Levitin und der Jisraélitin? – Wie R. Abba im Namen Rabhs erklärt hat: und88Die überflüssige Partikel ‘und’ deutet auf eine besondere Lehre.eine Tochter, ebenso hierbei: und eine Tochter89Dies deutet auf die diesbezügliche Gleichstellung einer Levitin u. einer Jisraélitin.. –", "Wohl nach R. A͑qiba, der das und deutet!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [der Passus] und eine Tochter ist überhaupt überflüssig. –", "Vielleicht darf sie, wenn es bei ihm99Dem Bemakelten, der ihr beigewohnt hat.Witwenschaft und Scheidung gibt, falls sie keine Kinder hat, essen, und falls sie Kinder hat, nicht essen, und wenn es bei ihm keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt, auch falls sie Kinder hat, essen100Seine Beiwohnung ist überhaupt ohne irgend eine rechtliche Wirkung.!? –", "Demnach101Wenn dieser Schriftvers erleichternd wäre.brauchten ja nicht Levitin und Jisraélitin einbegriffen zu werden. –", "Wozu ist nach R. A͑qiba, welcher sagt, bei den mit einem Verbote belegten habe die Antrauung keine Geltung, wonach [die Worte] mit einem Gemeinen verheiratet zu verstehen sind, wenn sie beschlafen worden102Da die Antrauung wirkungslos ist.ist, die Nennung der Witwe und der Geschiedenen103Zur Ausschließung von Nichtjuden und Sklaven.nötig!? –", "Der Witwe zur Erschwerung104Daß das Gesetz bei dieser erschwerend u. bei jener erleichternd ist; ihre Nennung ist somit an sich nötig u. nicht zur Ausschließung von Sklaven u. Nichtjuden.und der Geschiedenen zur Erleichterung. Und beides ist nötig. Würde er nur die Witwe genannt haben, so könnte man glauben, nur diese dürfe [Hebe] essen, falls sie keine Kinder hat, weil sie Priestern erlaubt ist, die Geschiedene aber, die Priestern verboten ist, dürfe nicht essen, auch wenn sie keine Kinder hat. Und würde er nur die Geschiedene genannt haben, so könnte man glauben, nur diese dürfe nicht essen, falls sie Kinder hat, weil sie Priestern verboten ist, die Witwe aber, die Priestern erlaubt ist, dürfe essen, auch wenn sie Kinder hat. Daher ist beides nötig. –", "Vielleicht ist unter ‘von einem untauglichen beschlafen’ zu verstehen, auch von einem, der seine Geschiedene wiedergenommen105Nachdem sie mit einem anderen verheiratet war; er ist für sie untauglich, da die Wiedernahme verboten ist (cf. Dt. 24,4), jed. ist sie Priestern erlaubt (cf. supra Fol. 44b), u. um so mehr darf sie Hebe essen.hat!? – Der Allbarmherzige sagt: einem fremden106Wortlaut des Textes Lev. 22,12, sonst überall sinngemäß mit ‘Gemeinen’ übersetzt. Manne, der ihr vorher fremd war, während dieser ihr vorher nicht fremd war. – Demnach sollte der Entweihte, der ihr vorher nicht fremd war, sie nicht untauglich machen!? –", "Die Schrift sagt:107Lev. 21,15.er soll seine Nachkommenschaft unter seinem Volke nicht entweihen; seine Nachkommenschaft108Der Entweihte.gleicht ihm, wie er selber untauglich macht, ebenso macht seine Nachkommenschaft untauglich. –", "Vielleicht mit der Antrauung109Hat er sie untauglich gemacht, auch wenn er ohne ihr beigewohnt zu haben gestorben ist.!? – Gleich dem Hochpriester mit einer Witwe; wie der Hochpriester eine Witwe nur durch die Beiwohnung110Die Schrift spricht von der Entweihung der Nachkommenschaft, Lev. 21,15.[untauglich macht], ebenso dieser nur durch die Beiwohnung. –", "Vielleicht nur durch Antrauung und Beiwohnung!? – Gleich dem Hochpriester mit einer Witwe; wie der Hochpriester eine Witwe durch die Beiwohnung allein, ebenso dieser durch die Beiwohnung allein.", "«R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, mache untauglich, und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, mache nicht untauglich.» Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Autor und R. Jose?", "R. Joḥanan erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Miçri oder eines Edomiten zweiter Generation111Der Bekehrung; nach dem ersten Autor macht er untauglich, nach RJ. aber nicht, da seine Kinder in die Gemeinde aufgenommen werden dürfen..", "Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe. Der erste Autor folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe die Beiwohnung eine sündhafte ist, und er macht untauglich, ebenso macht dieser112Da die Beiwohnung eine sündhafte ist.untauglich.", "R. Jose aber folgert: gleich dem Hochpriester, wie beim Hochpriester die Nachkommenschaft bemakelt ist, und er macht untauglich, ebenso macht jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, untauglich, ausgenommen ein Miçri zweiter Generation, dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn es heißt:113Dt. 23,9.Kinder, die ihnen geboren werden, die dritte Generation, darf in die Gemeinde des Herrn kommen.", "«R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten &c.» Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose und R. Šimo͑n b. Gamliél?", "U͑la erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines a͑mmonitischen oder moabitischen Proselyten. Beide folgern vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe. R. Jose folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe die Nachkommenschaft bemakelt ist, und er macht untauglich, ebenso macht jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, untauglich.", "R. Šimo͑n b. Gamliél aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe die ganze Nachkommenschaft untauglich ist, und er macht untauglich, ebenso macht jeder andere, dessen ganze Nachkommenschaft bemakelt ist, untauglich, ausgenommen der a͑mmonitische oder moabitische [Proselyt], dessen ganze Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn der Meister sagte:114Ib. V. 4.A͑mmoniter, nicht aber die A͑mmoniterin,114Ib. V. 4.Moabiter, nicht aber die Moabiterin115Weibliche Personen dieser Völker dürfen in die Gemeinde aufgenommen werden..", "vDER NOTZÜCHTER, DER VERFÜHRER UND DER BLÖDE116Auch wenn er sie sich angetraut hat.MACHEN WEDER [FÜR DIE HEBE] UNTAUGLICH NOCH BERECHTIGEN SIE ZU ESSEN; SIND SIE UNTAUGLICH, IN JISRAÉL AUFGENOMMEN ZU WERDEN, SO MACHEN SIE UNTAUGLICH. UND ZWAR: WENN ER JISRAÉLIT IST UND DER TOCHTER EINES PRIESTERS BEIGEWOHNT117Durch Notzucht od. Verführung, ohne Absicht der Ehelichung.HAT, SO DARF SIE HEBE ESSEN;" ], [ "IST SIESCHWANGER, SO DARF SIE KEINE HEBE118Der Fötus macht sie ungeeignet, ob. Fol. 67b.ESSEN: WIRD DER FÖTUS IN IHREM LEIBE ZERSTÜCKELT, SO DARF SIE119Desgleichen, wenn die Geburt tot ist.ESSEN. WENN ER PRIESTER IST UND EINER JISRAÉLITIN BEIGEWOHNT HAT, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN; IST SIE SCHWANGER, DARF SIE EBENFALLS NICHT ESSEN; HAT SIE GEBOREN, SO DARF SIE120Wegen ihres Sohnes, obgleich er unehelich ist.ESSEN. DIE RECHTSKRAFT DES SOHNES IST SOMIT BEDEUTENDER ALS DIE DES VATERS.", "EIN SKLAVE MACHT UNTAUGLICH DURCH DIE BEIWOHNUNG, NICHT ABER DURCH DIE NACHKOMMENSCHAFT. UND ZWAR: WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN VON EINEM PRIESTER ODER DIE TOCHTER EINES PRIESTERS VON EINEM JISRAÉLITEN EINEN SOHN GEBOREN HAT, UND DER SOHN EINE SKLAVIN DRÜCKT121Kakophonie für beiwohnen.UND SIE VON IHM EINEN SOHN GEBIERT, SO IST DIESER SKLAVE; IST DIE MUTTER SEINES VATERS122Der nicht mehr lebt.EINE MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE KEINE HEBE123Da er als Sklave nicht als Nachkommenschaft gilt.ESSEN, UND IST SIE EINE MIT EINEM JISRAÉLITEN [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES PRIESTERS, SO DARF SIE HEBE123Da er als Sklave nicht als Nachkommenschaft gilt.ESSEN.", "EIN HURENKIND MACHT UNTAUGLICH UND BERECHTIGT ZU ESSEN. UND ZWAR: WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN VON EINEM PRIESTER ODER DIE TOCHTER EINES PRIESTERS VON EINEM JISRAÉLITEN EINE TOCHTER GEBOREN HAT, UND DIE TOCHTER SICH MIT EINEM SKLAVEN ODER EINEM NICHTJUDEN VERHEIRATET UND VON IHM EINEN SOHN GEBIERT, SO IST DIESER HURENKIND; IST DIE MUTTER SEINER MUTTER EINE MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE HEBE124Er gilt als Nachkommenschaft.ESSEN, UND IST SIE EINE MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETE TOCHTER EINES PRIESTERS, SO DARF SIE KEINE HEBE124Er gilt als Nachkommenschaft.ESSEN.", "viDER HOCHPRIESTER MACHT ZUWEILEN UNTAUGLICH UND ZWAR: WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS VON EINEM JISRAÉLITEN EINE TOCHTER GEBOREN HAT, UND DIE TOCHTER SICH MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET UND VON IHM EINEN SOHN GEBIERT, SO IST ER TAUGLICH, HOCHPRIESTER ZU SEIN UND DIENST AM ALTAR ZU VERRICHTEN; ER BERECHTIGT SEINE MUTTER ZU ESSEN, DIE MUTTER SEINER MUTTER ABER MACHT ER125Da sie mit einem Jisraéliten verheiratet war u. Nachkommen hat.UNTAUGLICH. DIESE KANN SOMIT SAGEN: NICHT WIE MEIN SOHN126In der Bedeutung Enkel; dh. möge es nicht viele derartige Kinder geben.; ER IST HOCHPRIESTER UND MACHT MICH FÜR DIE HEBE UNTAUGLICH!", "GEMARA. Wir lernen hier das, was die Rabbanan gelehrt haben: Wenn ein Blöder und ein Minderjähriger Frauen geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden127Weil sie sich keine Frau aneignen können..", "UND ZWAR: WENN ER JISRAÉLIT IST UND DER TOCHTER EINES PRIESTERS BEIGEWOHNT HAT, SO DARF SIE HEBE ESSEN; IST SIE SCHWANGER, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN. Sollte doch, da sie schwanger nicht essen darf, berücksichtigt werden, vielleicht ist sie schwanger128Sie sollte schon durch die Beiwohnung untauglich werden.!? Haben wir ja auch gelernt: Man lasse sie129Vertauschte Frauen; cf. supra Fol. 33b.drei Monate getrennt bleiben, weil sie vielleicht schwanger sind.", "Rabba b. R. Hona erwiderte: Bei der Legitimität berücksichtigten130Als ganz besondere Vorsichtsmaßregel.sie dies, bei der Hebe berücksichtigten sie dies nicht. – Berücksichtigten sie dies etwa nicht bei der Hebe, es wird ja gelehrt, daß, [wenn er131Ein Priester zu seiner Frau.gesagt hat:] da hast du deinen Scheidebrief, auf daß er eine Stunde vor meinem Tode Gültigkeit erlange, ihr Hebe zu essen sofort verboten132Es wird berücksichtigt, vielleicht stirbt er nach einer Stunde.sei!?", "Vielmehr, erwiderte Rabba b. R. Hona, bei der legitimen Heirat berücksichtigten sie dies, bei der Hurerei berücksichtigten sie dies nicht. –", "Berücksichtigten sie dies denn bei der legitimen Heirat, es wird ja gelehrt, daß, wenn die Tochter eines Priesters einen Jisraéliten geheiratet hat und er gestorben133Am selben Tage, nach der 1. Beiwohnung; deshalb ist das Tauchbad erforderlich; cf. Lev. 15,18.ist, sie untertauchen und abends Hebe essen dürfe!?", "R. Ḥisda erwiderte: Sie darf untertauchen und bis zum vierzigsten [Tage] essen; ist sie nicht schwanger, so ist sie nicht schwanger, und ist sie schwanger, so ist [der Same] bis zum vierzigsten [Tage] nichts weiter als Wasser.", "Abajje sprach zu ihm: Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wird der Fötus im Leibe bemerkbar, so ist sie rückwirkend geschädigt134Wörtl. verdorben; sie ist dann Gemeine u. hat die Hebe nebst einem Fünftel (cf. Lev. 22,14) zu ersetzen.!? – Unter geschädigt ist zu verstehen, bis zum vierzigsten Tage135Rückwärts; die ersten 40 Tage war sie Hebe zu essen berechtigt..", "Es wurde gelehrt: Wenn jemand seiner Verlobten im Hause seines Schwiegervaters beigewohnt hat, so ist das Kind, wie Rabh sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener136Dessen Vater unbekannt ist; cf. Qid. Fol. 69a.. Raba sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend in dem Falle, wenn sie mit Fremden137Da sie sich zuchtlos gezeigt hat, so ist anzunehmen, daß sie sich auch Fremden hingegeben hat.verdächtig ist138Eigentl. im Rufe steht; wenn ihr der geschlechtliche Verkehr nachgesagt wird.; wenn sie aber nicht mit Fremden verdächtig ist, ist [das Kind] ihm zuzuerkennen.", "Raba sagte: Dies entnehme ich aus der Lehre, daß, wenn sie139Die Tochter eines Jisraéliten von einem Priester, außerehelich.geboren hat, sie essen darf. In welchem Falle: ist sie mit Fremden verdächtig, wieso darf sie essen, wenn sie geboren hat; doch wohl, wenn sie nur mit ihm und nicht mit Fremden verdächtig ist.", "Wenn es da, wo sie ihm verboten140Die Mišna spricht vom Notzüchter od. Verführer, wo also das Weib auch ihm fremd u. somit verboten ist.und Fremden verboten ist, ihm zuerkannt wird, um wieviel mehr hierbei, wo sie Fremden verboten und ihm erlaubt141Die Verlobte ist ihm erlaubt, u. da sie von anderen nicht verdächtig ist, so ist das Kind ihm zuzuerkennen.ist.", "Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist Rabh der Ansicht, das Kind sei Hurenkind, auch wenn sie nur mit ihm und nicht mit Fremden verdächtig ist, denn wir sagen: wie sie sich ihrem Verlobten hingegeben, hat sie sich auch Fremden hingegeben, und unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn beide im Gefängnisse eingesperrt142Das Kind kann nur von ihm sein.waren.", "Manche sagen: Falls er ihr beigewohnt hat, stimmen alle überein, daß man es ihm zuerkenne und die Lehre lautet wie folgt: Wenn eine Verlobte schwanger wird, so ist das Kind, wie Rabh sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener. Raba sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend in dem Falle, wenn sie nicht mit ihm, sondern nur mit Fremden143Wenn er bestreitet, ihr beigewohnt zu haben.verdächtig ist," ], [ "wenn sie aber mit ihm verdächtig ist, so ist [das Kind] ihm zuzuerkennen, obgleich sie auch mit Fremden verdächtig ist.", "Raba sagte: Dies entnehme ich aus der Lehre, daß, wenn sie geboren hat, sie essen darf. In welchem Falle; ist sie nur mit ihm und nicht mit Fremden verdächtig, so braucht ja nicht gelehrt zu werden, daß sie essen darf; doch wohl, wenn sie auch mit Fremden verdächtig ist.", "Wenn es da, wo sie ihm verboten und Fremden verboten ist, ihm zuerkannt wird, um wieviel mehr hierbei, wo sie Fremden verboten und ihm erlaubt ist.", "Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist Rabh der Ansicht, das Kind sei Hurenkind, wenn sie mit Fremden verdächtig ist, obgleich sie auch mit ihm verdächtig ist, und unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie überhaupt nicht verdächtig ist144Wenn sie gar nicht im Rufe stand, geschlechtl. Umgang zu pflegen; die Mišna lehrt, daß auf Grund der einen Beiwohnung das Kind ihm zuerkannt werde..", "EIN SKLAVE MACHT UNTAUGLICH DURCH BEIWOHNUNG &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:145Ex. 21,4.die Frau und ihre Kinder gehören &c.146Auch das Kind ist Sklave u. gilt daher nicht als Nachkommenschaft.", "EIN HURENKIND MACHT UNTAUGLICH UND BERECHTIGT ZU ESSEN. Die Rabbanan lehrten:147Lev. 22,13.Und Nachkommen hat sie nicht; ich weiß dies nur von Kindern, woher dies von Kindeskindern? Es heißt: und Nachkommen hat sie nicht, irgendwelcher Art.", "Ich weiß dies nur von unbemakelten Nachkommen, woher dies von bemakelten? Es heißt: und Nachkommen hat sie nicht, irgendwelcher Art. –", "Hieraus ist ja hinsichtlich der Kindeskinder gefolgert worden!? – Hinsichtlich der Kindeskinder ist kein Schriftvers nötig, denn Kindeskinder gelten als Kinder; nötig ist er nur wegen der bemakelten Nachkommen.", "Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Wohl nach R. A͑qiba, welcher sagt, [Abkömmlinge] von mit einem Verbote belegten seien Hurenkinder148Auf den in der Mišna genannten Fall ist die Ausrottung nicht gesetzt; cf. supra Fol. 49a.!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn sie pflichten hinsichtlich eines Nichtjuden und eines Sklaven bei. Als R. Dimi kam, sagte er nämlich im Namen des R. Jiçḥaq b. Evdämi im Namen unseres Meisters, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind ein Hurenkind.", "DER HOCHPRIESTER MACHT ZUWEILEN UNTAUGLICH. Die Rabbanan lehrten: Ich will eine Sühne sein149Ausdruck der Verehrung; cf. Qid. Fol. 31b.für das Krüglein150Figürliche Bezeichnung für eine unbedeutende, bezw. bedeutende Persönlichkeit., den Sohn meiner Tochter, der mich Hebe zu essen berechtigt, und ich will keine Sühne sein für die Kanne150Figürliche Bezeichnung für eine unbedeutende, bezw. bedeutende Persönlichkeit., den Sohn meiner Tochter, der mich für die Hebe untauglich macht.", "", "iDER UNBESCHNITTENE1Ein Priester, der aus irgend einem Grunde, wenn beispielsweise seine Brüder infolge der Beschneidung gestorben sind (cf. supra Fol. 64b), nicht beschnitten werden konnte. UND ALLE UNREINEN DÜRFEN KEINE HEBE ESSEN; IHRE FRAUEN UND IHRE SKLAVEN DÜRFEN HEBE ESSEN.", "DER QUETSCHVERSTÜMMELTE UND DER ERGUSSDURCHSCHNITTENE2Cf. Dt. 23,2. DÜRFEN ESSEN, EBENSO IHRE SKLAVEN, IHRE FRAUEN ABER DÜRFEN NICHT ESSEN. HAT ER IHR, NACHDEM ER QUETSCHVERSTÜMMELT ODER ERGUSSDURCHSCHNITTEN GEWORDEN IST, NICHT MEHR BEIGEWOHNT, SO DÜRFEN SIE ESSEN.", "ii,1QUETSCHVERSTÜMMELT HEISST DERJENIGE, DESSEN HODEN ZERQUETSCHT SIND, SELBST EINE VON IHNEN; ERGUSSDURCHSCHNITTEN HEISST DERJENIGE, DESSEN GLIED ABGESCHNITTEN IST; IST ETWAS VON DER EICHEL VORHANDEN, SELBST EIN HAAR BREIT, SO IST ER TAUGLICH.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß ein Unbeschnittener keine Hebe essen darf? Beim Pesaḥopfer3Ex. 12,45. heißt es Beisaß und Mietling und bei der Hebe4Lev. 22,10. heißt es Beisaß und Mietling; wie das Pesaḥopfer, bei dem es Beisaß und Mietling5Cf. Ex. 12,45. heißt, einem Unbeschnittenen verboten ist, ebenso ist die Hebe, bei der es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten.", "R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:6Lev. 22,4.jeder7Im Texte durch die Wiederholung des W.s ‘Mann’ ausgedrückt. Mann, und dies schließt den Unbeschnittenen ein8Beim Verbote des Essens..", "Der Meister sagte: R. Elie͑zer sagte: Beim Pesaḥopfer heißt es Beisaß und Mietling und bei der Hebe heißt es Beisaß und Mietling; wie das Pesaḥopfer, bei dem es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten ist, ebenso ist die Hebe, bei der es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten.", "Es9Was hier als Wortanalogie angeführt wird, die W.e Beisaß u. Mietling. ist entbehrlich, denn wäre es nicht entbehrlich, könnte man erwidern: wohl gilt dies vom Pesaḥopfer, bei dem man wegen des Verwerflichen und des Zurückbleibenden10Vom Fleische des Opfers.schuldig ist. Aber es ist entbehrlich11In einem solchen Falle ist gegen den Schluß durch Wortanalogie nichts einzuwenden..", "Wo ist es entbehrlich, wenn etwa bei der Hebe, so ist es ja an sich nötig!? Es wird nämlich gelehrt: Beisaß, das ist der lebenslänglich Gekaufte; Mietling, das ist der auf Jahre Gekaufte.", "Sollte es12Daß er keine Hebe essen darf.doch nur vom Beisaß und nicht vom Mietling gesagt werden, und ich würde gefolgert haben: wenn der lebenslänglich Gekaufte davon nicht essen darf, um wieviel weniger der auf Jahre Gekaufte!?", "Wenn dem so wäre, würde man gesagt haben, unter Beisaß sei der auf Jahre Gekaufte zu verstehen, während der lebenslänglich Gekaufte davon essen dürfe, daher heißt es Mietling, das lehrt, daß auch der Beisaß, obgleich er lebenslänglich gekauft ist, davon nicht essen darf. –", "Vielmehr, beim Pesaḥopfer ist es entbehrlich. Was ist unter Beisaß und Mietling, das der Allbarmherzige beim Pesaḥopfer geschrieben hat, zu verstehen: wenn etwa ein wirklicher Beisaß und Mietling13Ein jisraélit. Sklave für eine bestimmte Dauer od. für immer; cf. Ex. 21,2ff., wieso sollte er, weil er Beisaß oder Mietling ist vom Pesaḥopfer entbunden sein, uns ist es ja bekannt, daß ein solcher keine Hebe essen darf, wonach sein Herr sich ihn nicht aneignet," ], [ "somit eignet sich sein Herr ihn auch diesbezüglich nicht14Er ist ein richt. Jisraélit u. dazu verpflichtet.an. Es ist also entbehrlich15Und dient zur Wortanalogie; auf die Gezwungenheit weisen schon die Tosaphisten hin.. –", "Aber immerhin ist es ja nur an einer Stelle entbehrlich, und wir wissen von R. Elie͑zer, daß er der Ansicht ist, wenn es nur an der einen Stelle entbehrlich ist, sei zwar ein Schluß zu folgern, jedoch auch zu widerlegen16Durch den obigen Einwand.!? –", "Da es an sich überhaupt nicht nötig ist, setze man eines17Der beiden W.e Beisaß u. Mietling. zum Lernenden18Hinsichtl. dessen, bezw. wovon der Schluß gefolgert wird.und eines zum Lehrenden18Hinsichtl. dessen, bezw. wovon der Schluß gefolgert wird., somit ist es eine Wortanalogie, bei der es an beiden Stellen entbehrlich ist. –", "Demnach sollte doch, wie das Pesaḥopfer einem Leidtragenden verboten ist, auch die Hebe einem Leidtragenden verboten sein!?", "R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt:18Lev. 22,10.jeder Gemeine, ich habe es dir nur von Gemeinen und nicht von Trauernden gesagt. – Vielleicht: und nicht von Unbeschnittenen!? – Es heißt: Beisaß und Mietling19Woraus ein Schluß gefolgert wird, daß diese einbegriffen ist.. – Was veranlaßt dich dazu20Diese einzuschließen u. jene auszuschließen.!? –", "Es ist einleuchtend, daß die Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn bei dieser fehlt eine Tätigkeit, erfolgt die Handlung an seinem Körper, ist die Ausrottungsstrafe gesetzt, sie bestand schon vor der Gesetzgebung21Schon seit der Zeit Abrahams; cf. Gen. 17,10ff., und die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven ist unerläßlich22Wer einen beschneidungspflichtigen Sohn od. Sklaven hat, darf vom Pesaḥopfer nicht essen.. –", "Im Gegenteil, die Trauer sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit23Seine eigene Beschneidung dagegen nur einmal im Leben.erfolgen, hat Geltung bei Männern und Frauen, und es ist nicht in seiner Hand, sich geeignet24Wie dies bei der Beschneidung der Fall ist, vielmehr muß er den Ablauf derselben abwarten.zu machen!? – Jene25Die erschwerenden Momente bei der Trauer.sind mehr.", "Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du nicht sagen, daß man die beim Pesaḥopfer genannte Unbeschnittenheit lasse und vom Pesaḥopfer hinsichtlich der Trauer folgere, wo doch diesbezüglich hinsichtlich des Pesaḥopfers selbst vom Zehnten gefolgert wird26Weit. Fol. 73a.. –", "Sollte doch, wie beim Pesaḥopfer die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich ist, auch bei der Hebe die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich sein!? –", "Die Schrift sagt:27Ex. 12,44.du sollst ihn beschneiden, erst dann darf er davon essen, nur beim Essen vom Pesaḥopfer ist die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich, nicht aber ist die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und seiner Sklaven bei der Hebe unerläßlich. –", "Demnach [folgere man:]28Ib. V. 48.kein Unbeschnittener darf davon essen, davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Hebe essen!? – Es heißt: Beisaß und Mietling29Woraus gefolgert wird, daß er keine Hebe essen darf.. –", "Was veranlaßt dich dazu30Seine eigene Beschneidung einzuschließen u. die seiner Angehörigen abzuschließen.!? – Es ist einleuchtend, daß seine eigene Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn die Handlung erfolgt an seinem Körper und sie ist mit der Ausrottung belegt. – Im Gegenteil, die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit23Seine eigene Beschneidung dagegen nur einmal im Leben.erfolgen!? –", "Jene31Die erschwerenden Momente seiner eigenen Beschneidung. sind mehr. Wenn du aber willst, sage ich: auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen, denn es ist nicht denkbar, daß seine eigene Beschneidung nicht unerläßlich und die anderer unerläßlich sein sollte.", "Worauf deutet, wo du erklärt hast, [das Wort] davon sei zur Deutung nötig, [der Schriftvers:] kein Fremder darf davon essen? –" ], [ "Davon, nur dafür macht die Abtrünnigkeit untauglich, nicht aber macht die Abtrünnigkeit untauglich für den Zehnten. –", "Worauf deutet [der Schriftvers:] kein Unbeschnittener darf davon essen? – Davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Ungesäuertes und Bitterkraut32Die zum Pesaḥopfer gegessen werden; cf. Ex. 12,8.essen.", "Und sowohl [der Schriftvers vom] Unbeschnittenen als auch der vom Fremden ist nötig. Würde es der Allbarmherzige nur vom Unbeschnittenen geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er widerlich ist, nicht aber der Fremde, der nicht widerlich ist. Und würde es der Allbarmherzige nur vom Fremden geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sein Herz nicht dem Himmel zugewandt ist, nicht aber der Unbeschnittene, dessen Herz dem Himmel zugewandt ist. Daher ist beides nötig. –", "Wozu heißt es wiederholt von ihm33Cf. Ex. 12,9,10; nach der obigen Auslegung müßte auch dieses Wort eine ausschließende Deutung haben.? – Wegen der Lehre Rabas im Namen R. Jiçḥaqs34Weit. Fol. 74a..", "Der Meister sagte: R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: jeder Mann, und dies schließt den Unbeschnittenen ein. Vielleicht schließt dies den Trauernden ein!? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt: 35Lev. 22,10.kein Gemeiner, ich habe es dir nur von der Gemeinhaftigkeit und nicht von der Trauer gesagt. –", "Vielleicht: und nicht von der Unbeschnittenheit!? – Es heißt: jeder Mann. –", "Was veranlaßt dich dazu20Diese einzuschließen u. jene auszuschließen.? – Es ist einleuchtend, daß die Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn bei dieser fehlt eine Tätigkeit, erfolgt die Handlung an seinem Körper, ist die Ausrottungsstrafe gesetzt, sie bestand schon vor der Gesetzgebung, und die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven ist unerläßlich. –", "Im Gegenteil, die Trauer sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit erfolgen, hat Geltung bei Männern und Frauen, und es ist nicht in seiner Hand, sich geeignet zu machen!? –", "Jene sind mehr. Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen; die Schrift sagt: jeder Mann, und die Unbeschnittenheit ist es, die nur beim Manne und nicht bei der Frau vorkommen kann.", "Wofür verwendet R. A͑qiba36Der das Verbot der Hebe für einen Unbeschnittenen aus dem W.e איש entnimmt.[die Worte] Beisaß und Mietling? R. Šema͑ja erwiderte: Dies schließt den beschnittenen Araber und den beschnittenen Gabnuni37So in der Parallelstelle (Az. Fol. 27a), übereinstimmend mit Handschriften u. A͑rukh; etymol. Gebirgsbewohner, Hochländer.ein. –", "Gelten diese denn als beschnitten, wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] Qonam38Nebenbenennung für ‘Opfer’; cf. Bd. I S. 219 Anm. 124.sei mir der Genuß von Unbeschnittenen, so ist es ihm von unbeschnittenen Jisraéliten39Man richte sich nach dem Sprachgebrauche, u. nach diesem sind unter ‘Beschnittene’ die Jisraéliten u. unter ‘Unbeschnittene’ die Nichtjuden zu verstehen, einerlei, ob sie wirklich beschnitten sind od. nicht.erlaubt und von Beschnittenen der weltlichen Völker39Man richte sich nach dem Sprachgebrauche, u. nach diesem sind unter ‘Beschnittene’ die Jisraéliten u. unter ‘Unbeschnittene’ die Nichtjuden zu verstehen, einerlei, ob sie wirklich beschnitten sind od. nicht.verboten. [Sagte er:] Qonam sei mir der Genuß von Beschnittenen, so ist es ihm von Beschnittenen der weltlichen Völker erlaubt und von unbeschnittenen Jisraéliten verboten. –", "Vielmehr, dies schließt einen Proselyten, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, und ein beschnitten40Dh. ohne Vorhaut.geborenes Kind ein. Er ist der Ansicht, von einem solchen müsse man etwas Bündnisblut triefen41Obgleich eine richtige Beschneidung unnötig ist. lassen,", "während R. Elie͑zer hiebei seine Ansicht vertritt, ein Proselyt, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, sei ein richtiger Proselyt, und der Ansicht ist, von einem beschnitten geborenen Kinde brauche man kein Bündnisblut triefen zu lassen. –", "Wofür verwendet R. Elie͑zer [die Worte] jeder Mann? – Die Tora gebraucht die landläufige Redewendung42Die Wiederholung des W.s ‘Mann’ (vgl. Anm. 7) ist nichts weiter als eine Redewendung u. hat keine exegetische Bedeutung..", "R. Ḥama b. U͑qaba fragte: Darf man ein unbeschnittenes Kind mit Öl von Hebe salben43Cf. Sab. Fol. 86a.: ist die vorzeitige Unbeschnittenheit44Dh. die Unbeschnittenheit vor Eintritt der Pflicht zur Beschneidung, dem 8. Tage seit der Geburt.hindernd oder nicht?", "R. Zera erwiderte: Komm und höre: Ich weiß dies45Das Verbot des Pesaḥopfers für Unbeschnittene.nur von der Beschneidung seiner männlichen [Kinder] für die Herrichtung46Des Pesaḥopfers; für unbeschnittene Sklaven wird das Essen (Ex. 12,44) u. für andere unbeschnittene männliche Angehörige die Herrichtung desselben (ib. V. 48) verboten.und seiner Sklaven für das Essen46Des Pesaḥopfers; für unbeschnittene Sklaven wird das Essen (Ex. 12,44) u. für andere unbeschnittene männliche Angehörige die Herrichtung desselben (ib. V. 48) verboten., woher, daß das von diesen gesagte auch für jene, und das von jenen gesagte auch für diese gilt? Es heißt bei beiden. dann, als Wortanalogie.", "Allerdings kann es bei Sklaven vorkommen, daß sie beim Essen und nicht bei der Herrichtung vorhanden sind, wenn er sie beispielsweise inzwischen gekauft hat,", "wieso aber bei seinen männlichen [Kindern]? Doch wohl, wenn sie zwischen der Herrichtung und dem Essen geboren47Beim Essen ist die Zeit der Beschneidung noch nicht herangereicht.sind. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die vorzeitige Unbeschnittenheit als Unbeschnittenheit gilt.", "Raba erwiderte: Glaubst du: der Allbarmherzige sagt:48Ex. 12,48.alles Männliche soll beschnitten werden, und erst dann darf er herantreten, es herzurichten, während dieses nicht beschneidungsfähig ist. Dies gilt vielmehr von einem [Kinde], das vom Fieber geheilt49Wenn es zur Zeit der Herrichtung krankheitshalber nicht beschnitten werden konnte, beim Essen aber beschneidungsfähig ist.ist. –", "Sollte man ihm doch [einen Aufschub] von sieben Tagen geben, denn Šemuél sagte, daß, wenn [das Kind] vom Fieber geheilt ist, man ihm [einen Aufschub] von sieben Tagen50Es ist erst 7 Tage nach der Genesung zu beschneiden, u. somit beim Essen nicht beschneidungsfähig.gebe!? – Dem man einen solchen gegeben hat51Wenn der Aufschub am Vorabend des Pesaḥfestes abgelaufen ist.. – Man kann es ja morgens52Vor der Herrichtung des Pesaḥopfers.beschneiden!? –" ], [ "[Der Aufschub] reicht von Stunde zu Stunde53Volle 7 Tage, von der Stunde der Genesung bis zur selben Stunde des 8. Tages.. –", "Luda lehrte ja aber, der Tag der Genesung gleiche dem Tage der Geburt; doch wohl: wie seit der Geburt nicht von Stunde zu54Die Beschneidung hat am 8. Tage zu erfolgen, auch wenn er nicht ganz voll ist.Stunde, ebenso seit der Genesung nicht von Stunde zu Stunde!? –", "Nein, der Tag der Genesung ist mehr als der Tag seiner Geburt; seit dem Tage der Geburt erfolgt es nicht von Stunde zu Stunde, seit dem Tage der Genesung aber erfolgt es von Stunde zu Stunde.", "R. Papa erwiderte: Wenn dem Kinde ein Auge schmerzte und es währenddessen55Zwischen der Herrichtung u. dem Essen des Pesaḥopfers; in diesem Falle erfolgt die Beschneidung sofort nach der Genesung u. nicht erst nach 7 Tagen.genesen ist.", "Raba erwiderte: Wenn sein Vater und seine Mutter im Gefängnisse eingesperrt56Bei der Herrichtung des Pesaḥopfers; die ihnen obliegende Beschneidung war dann unmöglich.waren.", "R. Kahana, Sohn des R. Neḥemja, erwiderte: Wenn [das Kind] geschlechtslos war und währenddessen sich herausgestellt hat, daß es männlich ist.", "R. Šerebja erwiderte: Wenn [das Kind] den Kopf aus dem Eingange hervorgesteckt hatte57Vor 8 Tagen; es ist sofort nach der vollendeten Geburt zu beschneiden.. –", "Ist es denn dann lebensfähig, es wird ja gelehrt, daß, sobald [das Kind] in die Welt kommt, das Geschlossene geöffnet und das Offene58Vor der Geburt ist der Mund geschlossen u. der Nabel geöffnet.geschlossen werde, da es sonst nicht eine Stunde leben könnte!? –", "In dem Falle, wenn das Fieber es erhalten hat. – Wessen Fieber: wollte man sagen, sein eigenes, so ist ja [ein Aufschub] von sieben Tagen erforderlich!? – Vielmehr, wenn das Fieber der Mutter es erhalten hat. Wenn du aber willst, sage ich: dies nur, wenn es nicht geschrien hat, wenn es aber geschrien hat, lebt es.", "R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá: Ein Unbeschnittener kann die Besprengung59Mit dem Entsündigungswasser (cf. Num. 19,2ff.), falls er sich an einer Leiche verunreinigt hat; er darf sofort nach der Beschneidung Heiliges essen.erhalten, denn wir finden, daß auch unsere Vorfahren unbeschnitten die Besprengung erhalten haben. Es heißt:60Jos. 4,19.und das Volk kam am zehnten des ersten Monats aus dem Jarden herauf,", "und da sie wegen der Reisemüdigkeit am zehnten nicht beschnitten wurden, so erhielten sie die Besprengung61Um das Pesaḥopfer essen zu dürfen; die meisten hatten sich an Toten verunreinigt.wahrscheinlich, als sie noch unbeschnitten waren. –", "Vielleicht richteten sie das Pesaḥopfer überhaupt nicht her!? – Dies ist nicht anzunehmen, denn es heißt:62Jos. 5,10.sie richteten das Pesaḥopfer her.", "Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht war es ein in Unreinheit hergerichtetes Pesaḥopfer!? R. Aši erwiderte ihm: Es wird ausdrücklich gelehrt: Sie wurden beschnitten, tauchten unter und richteten das Pesaḥopfer in Reinheit her.", "Rahba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Die Bloßlegung63Der Eichel nach Entfernung der Vorhaut.bei der Beschneidung ist unserem Vater Abraham nicht geboten worden, denn es heißt:64Jos. 5,2.in jener Zeit sprach der Herr zu Jehošua͑: Mache dir scharfe Messer &c.65Die frühere Beschneidung war ungültig, weil keine Bloßlegung erfolgt war. –", "Vielleicht für solche, die noch nicht beschnitten waren, wie es heißt:66Ib. V. 5.denn beschnitten war das ganze Volk, das ausgezogen war, aber das Volk, das geboren wurde &c. –", "Wieso hieße es demnach wiederum und nochmals!?", "Dies deutet auf die Bloßlegung, und daß der Abschluß der Beschneidung67Die Bloßlegung der Eichel.mit dem Beginne der Beschneidung zu vergleichen ist: wie der Beginn der Beschneidung unerläßlich ist, ebenso ist der Abschluß der Beschneidung unerläßlich. Wir haben nämlich gelernt: Folgende Hautfasern machen die Beschneidung ungültig: das Fleisch, das die Eichel bedeckt; ein solcher darf keine Hebe essen.", "Rabina, manche sagen, R. Jirmeja b. Abba, sagte im Namen Rabhs: Das Fleisch, das den größeren Teil der Eichelhöhe68An einer Stelle u. nicht ringsum.bedeckt.", "Weshalb wurden sie in der Wüste nicht beschnitten? – Wenn du willst, sage ich: wegen der Reisemüdigkeit," ], [ "und wenn du willst, sage ich: weil ihnen der Nordwind69Der gesunde u. heilsame Witterung bringt.nicht wehte. Es wird nämlich gelehrt: Die ganzen vierzig Jahre, während welcher die Jisraéliten in der Wüste weilten, wehte ihnen der Nordwind nicht. –", "Aus welchem Grunde? – Weil sie einen Verweis erhalten70Wegen verschiedener Vergehen, wie die Anbetung des goldenen Kalbes (Ex. Kap. 32) u. das Ereignis mit den Kundschaften (Num. Kap. 13).hatten. Wenn du aber willst, sage ich: um die Herrlichkeitswolken71Die das jisraél. Lager umgaben; cf. Ex. 13,21,22.nicht zu teilen.", "R. Papa sagte: Daher vollziehe man an einem wolkigen Tage und an einem Tage des Südwindes nicht die Beschneidung, auch lasse man sich an einem solchen nicht zur Ader. Jetzt aber, wo die Menge dies nicht beachtet, [sage man:]72Ps. 116,6.der Herr behütet die Einfältigen.", "Die Rabbanan lehrten: In all den vierzig Jahren, während welcher die Jisraéliten in der Wüste waren, gab es keinen Tag, an dem nicht der Nordwind um Mitternacht geweht hätte, wie es heißt:73Ex. 12,29.und es geschah in der Mitternacht, da erschlug der Herr alle Erstgeburt &c. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Dies besagt, daß die Stunde der Willfährigkeit wesentlich ist74Aus diesem Grunde wehte dann auch der heilbringende Nordwind..", "R. Hona sagte: Nach der Tora darf der Epispast Hebe essen, nur haben sie es ihm verboten, weil er wie ein Unbeschnittener aussieht.", "Man wandte ein: Der Epispast ist zu beschneiden!? – Rabbanitisch. – Was dachte sich der Fragende, es heißt ja: ist zu beschneiden75Wohl rabbanitisch, sonst würde es geheißen haben, er gleiche einem Unbeschnittenen.!? –", "Er wurde irregeführt durch den Schlußsatz: R. Jehuda sagt, er sei nicht zu beschneiden, weil es für ihn gefährlich76Die Zeugungsorgane könnten verletzt u. er impotent werden.ist. Man erwiderte ihm: Zur Zeit des Ben Koziba ließen sich viele77Die zur Zeit der Römerherrschaft durch Epispamus ihre Beschneidung unkenntlich gemacht hatten.beschneiden und zeugten Söhne und Töchter. Auch heißt es:78Gen. 17,13.beschneiden zu beschneiden, selbst hundertmal. Ferner heißt es:79Ib. V. 14.meinen Bund hat er gebrochen, dies schließt den Epispasten ein. –", "Wozu ist das ‘ferner’80Der Beleg aus einem 2. Schriftverse.nötig? – Man könnte glauben, [die Worte] beschneiden zu beschneiden schließen die die Beschneidung ungültig machenden Hautfasern ein, so heißt es: meinen Bund hat er gebrochen, dies schließt den Epispasten ein.", "Er glaubte, dies sei, da der Talmud es mit einem Schriftverse belegt, [eine Pflicht] der Tora, aber dem ist nicht so, es ist rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.", "Man wandte ein: Der Geschlechtslose darf keine Hebe essen, seine Frauen und seine Sklaven dürfen essen. Der Epispast und der beschnitten Geborene dürfen essen. Der Zwitter darf Hebe essen, jedoch kein Heiliges; der Geschlechtslose darf weder Hebe noch Heiliges essen.", "Hier lehrt er also, der Epispast und der beschnitten Geborene dürfen essen!? Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung.", "Der Meister sagte: Der Geschlechtslose darf keine Hebe essen, seine Frauen und seine Sklaven dürfen essen. Wie kommt ein Geschlechtsloser zu Frauen!? Wolltest du erwidern, die er sich angetraut hat, denn es wird gelehrt, daß, wenn ein Geschlechtsloser sich [eine Frau] angetraut hat, die Antrauung gültig, und wenn man ihn angetraut hat, die Antrauung gültig81In beiden Fällen ist zur Auflösung der Antrauung ein Scheidebrief erforderlich, da er erschwerend als Mann, bezw. als Frau zu behandeln ist.ist,", "so gilt dies allerdings erschwerend, gilt dies etwa auch erleichternd82Eine Jisraélitin Hebe zu essen zu berechtigen.!? Er ist ein zweifelhaftes Weib, und ein Weib kann sich keine Frau antrauen.", "Abajje erwiderte: Wenn seine Hoden außen zu merken sind.", "Raba erwiderte: Unter ‘seine Frauen’ ist seine Mutter zu verstehen. – Von seiner Mutter ist dies ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Zeugungsfähige berechtige zu essen und der Zeugungsunfähige berechtige nicht zu essen, so lehrt er uns. –", "Komm und höre: Der Geschlechtslose darf weder Hebe noch Heiliges essen. Allerdings lehrt er nach Abajje im Anfangsatze vom entschieden Unbeschnittenen82Wenn die Hoden zu merken sind.und im Schlußsatze vom zweifelhaft Unbeschnittenen,", "wozu aber lehrt er nach Raba im Schlußsatze vom Unbeschnittenen!? – Unter Geschlechtsloser83Im Schlußsatze.ist der Unbeschnittene84Unter טומטום, eigentl. der Verstopfte, kann etymol. auch der Unbeschnittene verstanden werden.zu verstehen. –", "Wenn der zweifelhaft Unbeschnittene nicht essen darf, wie sollte der entschieden Unbeschnittene essen dürfen!? – Es ist eine Begründung: ein Geschlechtsloser darf keine Hebe essen, weil er ein zweifelhaft Unbeschnittener ist, und der Unbeschnittene weder Hebe noch Heiliges essen darf.", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber85Über die oben mitgeteilte Lehre RH.s.Tannaím streiten: Der Epispast, der beschnitten Geborene, der beschnittene86Der auch als Nichtjude beschnitten war.Proselyt, ein Kind, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, und alle anderen Beschnittenen, dies schließt den ein, der eine doppelte Vorhaut hat, dürfen nur am Tage beschnitten werden. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, die Beschneidung zur festgesetzten Zeit87Am 8. Tage der Geburt.dürfe" ], [ "nur am Tage erfolgen, nicht zur festgesetzten Zeit, sowohl am Tage als auch nachts. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, [die Beschneidung] des Epispasten sei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, die des Epispasten sei rabbanitisch88Daher darf sie auch nachts erfolgen.. –", "Glaubst du: gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, die eines Kindes, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, sei rabbanitisch!?", "Vielmehr sind alle der Ansicht, [die Beschneidung] des Epispasten sei rabbanitisch, und die eines Kindes, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, aus der Tora, und ihr Streit besteht hier in folgendem: einer ist der Ansicht, man deute [die Verbindung]89Lev. 12,3; die Verbindungspartikel ‘und’ ist überflüssig u. deutet auf die nicht zur festgesetzten Zeit stattfindende Beschneidung, daß auch diese am Tage zu erfolgen hat.und am Tage, und einer ist der Ansicht, man deute sie nicht.", "So saß einst R. Joḥanan und trug vor: Zurückgebliebenes90Für das Essen des Opferfleisches ist eine Frist festgesetzt; was nach Ablauf der Frist zurückbleibt, ist zu verbrennen; cf. Lev. 7,17ff.ist zur festgesetzten91Am 3. Tage.Zeit nur am Tage92Bei diesem Gesetze heißt es: am Tage.und außerhalb der festgesetzten Zeit sowohl am Tage als auch nachts zu verbrennen.", "R. Elea͑zar wandte dann gegen R. Joḥanan ein: Ich weiß allerdings von der Beschneidung am achten [Tage], daß sie nur am Tage zu erfolgen92Bei diesem Gesetze heißt es: am Tage.hat, woher, daß auch die am neunten, am zehnten, am elften und am zwölften93Cf. Sab. Fol. 137a.erfolgende einbegriffen ist? Es heißt und am Tage.", "Und auch derjenige, der das Vav94Die Verbindungspartikel ‘und’.nicht deutet, deutet das Vav und He95Den Artikel; hierbei (Lev. 7,17) werden diese Partikeln (והנותר) gebraucht.wohl!? Dieser schwieg.", "Als jener fortgegangen war, sagte R. Joḥanan zu Reš Laqiš: Ich sah den Sohn Pedaths96Den R. Elea͑zar.dasitzen und vortragen, wie Moše aus dem Munde der Allmacht. Dieser erwiderte: Es ist nicht seines, sondern eine Barajtha. – Wo wird dies gelehrt? – Im Priestergesetze97Benennung des 3. Buches Mosis (Leviticus) u. übertragen auf den unter dem Namen Siphra bekannten halakhischen Kommentar zu diesem.. Hierauf lernte er es in drei Tagen und erfaßte es in drei Monaten.", "R. Elea͑zar sagte: Wenn ein Unbeschnittener besprengt98Den Unreinen mit dem aus der Asche der roten Kuh zubereiteten Entsündigungswasser; cf. Num. 19,19.hat, so ist die Besprengung gültig, wie dies auch beim am selben Tage Untergetauchten99Vor dem Abend; erst bei Sonnenuntergang erlangt der zwecks Reinigung Untertauchende völlige Reinheit.der Fall ist: obgleich ihm die Hebe verboten ist, ist er zur [Herrichtung der roten] Kuh100Cf. Num. Kap. 19.zulässig. –", "Wohl gilt dies vom am selben Tage Untergetauchten, dem auch der Zehnt erlaubt ist!? – Sprechen wir denn vom Essen, wir sprechen ja von der Berührung: wenn der am selben Tage Untergetauchte, dem die Berührung von Hebe verboten ist, bei der [roten] Kuh zulässig ist, um wieviel mehr ist der Unbeschnittene, dem die Berührung101Der Hebe u. des Zehnten.erlaubt ist, bei der [roten] Kuh zulässig.", "Desgleichen wird gelehrt: Wenn ein Unbeschnittener besprengt hat, so ist die Besprengung gültig. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und die Weisen erklärten seine Besprengung als gültig.", "Man wandte ein: Wenn ein Geschlechtsloser [das Entsündigungswasser] geweiht102Durch die Mischung des Wassers mit der Asche von der roten Kuh; cf. Num. 19,17.hat, so ist die Weihung ungültig, weil er ein zweifelhaft Unbeschnittener, und ein Unbeschnittener für die Weihung unzulässig ist. Wenn ein Zwitter103Dessen Vorhaut beschnitten ist.geweiht hat, so ist die Weihung gültig. R. Jehuda sagt, auch wenn ein Zwitter geweiht hat, sei die Weihung ungültig, weil er ein zweifelhaftes Weib ist, und ein Weib für die Weihung unzulässig ist. Hier lehrt er, ein Unbeschnittener und ein zweifelhaft Unbeschnittener sei für die Weihung unzulässig!?", "R. Joseph erwiderte: Dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, der den Unbeschnittenen gleich dem Unreinen einbegreift. Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte: Jeder Mann, dies schließt den Unbeschnittenen ein.", "Raba sagte: Ich saß vor R. Joseph und erhob folgenden Einwand: Sollte doch104Wenn nach RA͑. der Unreine u. der Unbeschnittene einander gleichen.der Autor nicht zu lehren105An Stellen, wo von der Verunreinigung durch Berührung gesprochen wird.unterlassen: der Unbeschnittene und der Unreine, und man würde sagen, dies gelte nach R. A͑qiba!? –", "Etwa nicht, er lehrt ja: der Unbeschnittene und der Unreine sind vom Erscheinen106An den 3 Festen im Tempel zu Jerušalem; cf. Ex. 23,17 u. hierzu Hg. Fol. 2a.frei!? – Hierbei, weil er widerwärtig107Aus diesem Grunde darf er im Tempel nicht erscheinen u. nicht wegen Unreinheit.ist.", "Sie108RJ. u. die Rabbanan, die über den Zwitter streiten.vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wird gelehrt: Jeder ist zur Weihung102Durch die Mischung des Wassers mit der Asche von der roten Kuh; cf. Num. 19,17.zulässig, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger; nach R. Jehuda ist ein Minderjähriger zulässig, eine Frau und ein Zwitter unzulässig. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:109Num. 19,17.und man nehme für den Unreinen von der Asche des verbrannten Sündopfers; die zum Sammeln [der Asche] unzulässig110Hierzu ist der Minderjährige unzulässig u. die Frau zulässig; cf. Jom. Fol. 43a.sind, sind zur Weihung unzulässig, und die zum Sammeln zulässig110Hierzu ist der Minderjährige unzulässig u. die Frau zulässig; cf. Jom. Fol. 43a.sind, sind zur Weihung zulässig. –", "Und R. Jehuda!? – Er kann dir erwidern: wenn dem so wäre, müßte es er111In der Einzahl, wie beim die Asche Sammelnden (Num. 19,9); dies würde sich auf diesen beziehen.nehme heißen, es heißt aber man nehme; auch solche, die da112Beim Sammeln der Asche.unzulässig sind, sind hierbei zulässig. –", "Demnach auch eine Frau!? – Es heißt:109Num. 19,17.er gieße, nicht aber darf sie gießen. – Und die Rabbanan!? – Hieße es er nehme und er gieße, so könnte man glauben, einer nehme [die Asche] und derselbe gieße auch [das Wasser],", "daher schrieb der Allbarmherzige, man nehme und er gieße, es dürfen auch zwei nehmen und einer gießen." ], [ "113Num. 19,19.Der Reine sprenge auf den Unreinen; der Reine, der sonst114Die Schrift sollte dies nicht hervorheben, da bei der Herrichtung des Entsündigungsopfers selbstverständlich nur Reine zulässig sind.unrein ist. Dies lehrt, daß der am selben Tage Untergetauchte115Der erst abends völlig rein ist u. hinsichtl. des Essens von Heiligem noch als unrein gilt.bei der [Herrichtung der roten] Kuh zulässig ist.", "Man fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit einem Unbeschnittenen beim Zehnten116Dem zweiten Zehnten; cf. Dt. 14,22ff.: ist, wie hinsichtlich der Trauer vom Zehnten auf das Pesaḥopfer117Daß es während der Trauer nicht gegessen werden darf; hinsichtl. des Zehnten befindet sich dies ausdrückl. in der Schrift; cf. Dt. 26,14.gefolgert wird, ebenso hinsichtlich der Unbeschnittenheit vom Pesaḥopfer auf den Zehnten zu folgern,", "oder aber folgere man nur vom Leichteren auf das Schwerere, nicht aber vom Schwereren auf das Leichtere.", "Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wegen der Hebe und der Erstlinge118Der Feldfrüchte; cf. Dt. 26,2ff.macht man sich des Todes119Wegen des vorsätzlichen unbefugten Essens.oder [der Zahlung] des Fünftels120Außer dem Ersatze des Grundwertes, wenn ein Unbefugter davon versehentlich gegessen hat; cf. Lev. 22,14.schuldig; ferner sind sie Gemeinen verboten,", "unbeschränktes Eigentum des Priesters, gehen sie unter hundertundeinem121Wenn etwas davon in ein hundertfaches Quantum profaner Früchte gekommen ist, so ist das ganze Gemeinen erlaubt; der entsprechende Teil ist an einen Priester zu entrichten.auf und benötigen122Um sie essen zu dürfen.des Händewaschens und des Sonnenunterganges123Nach der levit. Reinigung; vgl. Anm. 115.. Dies gilt von der Hebe und den Erstlingen, nicht aber vom Zehnten.", "Wenn dem so wäre, so sollte er auch lehren: diese sind einem Unbeschnittenen verboten, was beim Zehnten nicht der Fall ist!? –", "Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er außerdem fort, daß er dies fortläßt? –", "Im Schlußsatze lehrt er: Manches gilt beim Zehnten und den Erstlingen, nicht aber bei der Hebe: der Zehnt und die Erstlinge benötigen des Hinbringens nach der Stätte124Nach Jerušalem, wo sie verzehrt werden; cf. Dt. 14,22ff. u. 26,2ff.und des Sündenbekenntnisses125Cf. Dt. 26,10,13., sind einem Trauernden verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt, und sind zur Fortschaffung126Aus seinem Besitze; ausführl. hierüber Ms. V.6.pflichtig, nach R. Šimo͑n aber frei.", "Er lehrt aber nicht: man darf sie unrein nicht brennen127Öl zur Beleuchtung (weit. Col. b); so ist Dt. 26,14 das W. בערתי nach dem T. zu verstehen.," ], [ "und wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe, was aber bei der Hebe nicht der Fall ist. Demnach lehrt er manches und läßt manches fort.", "«Sind einem Trauernden verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt.» Woher dies? – Es heißt:128Dt. 12,17.du darfst in deinen Ortschaften nicht essen den Zehnten deines Getreides und deines Mostes und deines Öls &c. und deine dargebrachte Hebe. Unter dargebrachte Hebe sind, wie der Meister sagte, die Erstlinge129Die nach Jerušalem zu bringen sind.zu verstehen, und man vergleiche die Erstlinge mit dem Zehnten: wie der Zehnt einem Trauernden verboten ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden verboten. –", "Und R. Šimo͑n!? – Der Allbarmherzige nennt sie Hebe: wie die Hebe einem Trauernden erlaubt ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden erlaubt.", "«Sind zur Fortschaffung pflichtig, nach R. Šimo͑n aber frei.» Einer vergleicht sie mit einander und einer vergleicht sie nicht.", "«Man darf sie nicht unrein brennen, und wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe.» Woher dies? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte:130Dt. 26,14.Ich habe nichts davon in Unreinheit, verbrannt, einerlei ob ich unrein und dieses rein oder ich rein und dieses unrein war.", "Wo das Essen131In Unreinheit; dieser Schriftvers spricht nur vom Brennen zur Beleuchtung (cf. Anm. 127), u. um so weniger darf der reine Zehnt hierfür verwandt werden.verboten wird, weiß ich nicht. – Von der Unreinheit der Person heißt es ja ausdrücklich:132Lev. 22,6.die Person, die es berührt, sei unrein bis zum Abend und darf nichts Heiliges essen, sie hätte denn den Leib im Wasser gebadet!? –", "Woher dies von der Unreinheit der Sache? – Hierbei133Beim 2. Zehnten.heißt es: du darfst in deinen Ortschaften nicht essen den Zehnten deines Getreides, dort134Bei der gebrechenbehafteten Erstgeburt, die nach der Auslösung profan ist; Dt. 15,22.aber heißt es: in deinen Ortschaften magst du es essen, unrein und rein zusammen, wie Hirsch und Reh, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, ein Reiner und ein Unreiner dürfen davon unbeanstandet sogar an einem Tische und aus einer Schüssel essen. Der Allbarmherzige sagt damit: nur dies habe ich dir in deinen Ortschaften so135Bei Unreinheit der Sache.zu essen erlaubt, jenes136Den 2. Zehnten.aber darfst du nicht so essen.", "«Was aber bei der Hebe nicht der Fall ist.» Woher dies? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: ich habe nichts davon in Unreinheit verbrannt, davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du unrein gewordenes Öl und Hebe brennen. –", "Vielleicht aber: davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du unrein gewordenes Öl von Heiligem137Das zu Speisopfern bestimmt war. Unter ‘Heiliges’ sind hier überall Opfer zu verstehen.brennen!? – Diesbezüglich ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora vom minder[heiligen] Zehnten sagt, man dürfe davon nicht in Unreinheit brennen, um wieviel weniger vom strengeren Heiligen. –", "Demnach sollte [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere auch von der Hebe138Auch diese ist heiliger als der 2. Zehnt. gelten!? – Es heißt von ihm. –", "Was veranlaßt dich dazu139Das ausschließende W. ‘von ihm’ auf die Hebe u. den Schluß vom Leichteren auf das Schwerere auf das Heilige zu beziehen.? – Es ist einleuchtend, daß das Heilige nicht auszuschließen ist,", "denn bei diesem gibt es Verwerfliches, Zurückbleibendes, Opferung und Veruntreuung140Cf. Lev. 5,15ff., es ist141Der vorsätzliche Genuß für Unbefugte.mit der Ausrottung belegt, und es ist einem Trauernden verboten. –", "Im Gegenteil, die Hebe sollte nicht ausgeschlossen werden, denn sie ist mit der Todesstrafe und dem Fünftel142Vgl. ob. Anm. 120.belegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten!? –", "Jene143Die erschwerenden Momente beim Heiligen.sind mehr. Wenn du aber willst, sage ich: die Ausrottungsstrafe ist schwerwiegender.", "«Wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe, was aber bei der Hebe nicht der Fall ist.» Nur Geißelhiebe erhält er nicht, verboten144Unreine Hebe zu essen. aber ist es; woher dies? – Die Schrift sagt:145Dt. 15,22.in deinen Ortschaften magst du es essen, dies und nichts anderes, und das aus einem Gebote kommende Verbot gilt als Gebot146Hinsichtl. der Strafe; nur auf die Begehung eines Verbotes u. nicht auf die Unterlassung eines Gebotes ist die Geißelung gesetzt..", "R. Aši sagte: Auch aus dem Anfangsatze geht hervor, daß er manches lehrt und manches147Dies braucht nicht aus dem Schlußsatze entnommen zu werden.fortläßt, denn er lehrt nicht:" ], [ "diese148Die Hebe u. die Erstlinge.haben Geltung in allen Jahren des Septenniums149Der 2. Zehnt dagegen nur 2mal im Septennium.und können nicht ausgelöst werden, was aber beim [zweiten] Zehnten nicht der Fall ist. Schließe hieraus. –", "Komm und höre: Sind die Beschneidung ungültig machende Fleischfasern zurückgeblieben, so darf er weder Hebe noch das Pesaḥopfer noch Heiliges noch den Zehnten essen. Doch wohl den Getreidezehnten!? – Nein, den Viehzehnten. –", "Der Viehzehnt ist ja Heiliges150Von diesem wird besonders gelehrt.!? Er lehrt ja, auch nach deiner Auffassung, ebenso vom Pesaḥopfer und vom Heiligen. –", "Allerdings ist es vom Pesaḥopfer und vom Heiligen [besonders zu lehren] nötig, denn würde er es nur vom Pesaḥopfer gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [das Verbot] der Unbeschnittenheit bei diesem geschrieben ist, nicht aber gelte dies vom Heiligen, und würde er es nur vom Heiligen gelehrt haben, so könnte man glauben, darunter sei das Pesaḥopfer151Das die Schrift dem Unbeschnittenen verboten hat.zu verstehen; wozu aber ist dies vom Viehzehnten152Das ebenfalls Heiliges ist.nötig!? –", "Vielmehr, dies gilt vom ersten Zehnten, und zwar nach R. Meír, welcher sagt, der erste Zehnt sei Gemeinen verboten153Dieser ist heiliger u. daher Unbeschnittenen verboten.. –", "Komm und höre: R. Ḥija b. Rabh aus Diphte lehrte: Dem Unbeschnittenen sind beide Zehnte verboten, der Getreidezehnt und der Viehzehnt!? – Hier ebenfalls der erste Zehnt, nach R. Meír. –", "Komm und höre: Dem Trauernden ist der Zehnt verboten und die Hebe und die [Herrichtung der roten] Kuh154Die nicht auf dem Altar dargebracht wird.erlaubt. Dem am selben Tage Untergetauchten ist die Hebe verboten und die [Herrichtung der roten] Kuh und der Zehnt erlaubt. Dem der Sühne Ermangelnden155Der unrein war u. Reinheit erlangt, jed. das hierbei erforderliche Sühnopfer noch nicht dargebracht hat.ist die [Herrichtung der roten] Kuh verboten und die Hebe und der Zehnt erlaubt. Wenn dem so156Daß dem Unbeschnittenen der Zehnt erlaubt sei.wäre, so sollte er auch lehren: dem Unbeschnittenen ist die Hebe verboten und die [Herrichtung der roten] Kuh und der Zehnt erlaubt!? –", "Hier ist der Autor der Schule R. A͑qibas vertreten, der den Unbeschnittenen gleich dem Unreinen157Auch hinsichtl. der Herrichtung der roten Kuh; cf. supra Fol. 72b.einschließt. Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte:158Lev. 22,4.Jeder Mann, dies schließt den Unbeschnittenen ein. –", "Wer ist der Autor, der gegen R. A͑qiba streitet? – Es ist der Gegner R. Joseph des Babyloniers, denn es wird gelehrt: Die Verbrennung159Der roten Kuh; cf. Num. 19,5.durch einen Trauernden oder der Sühne Ermangelnden ist gültig; R. Joseph der Babylonier sagt, die des Trauernden sei gültig und die des der Sühne Ermangelnden160Sein Gegner, der erste Autor, streitet wahrscheinl. nicht nur hinsichtl. des der Sühne Ermangelnden, sondern auch hinsichtl. des Unbeschnittenen.sei ungültig.", "Auch R. Jiçḥaq ist der Ansicht, dem Unbeschnittenen sei der Zehnt verboten, denn R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß dem Unbeschnittenen der Zehnt verboten ist? Beim Zehnten161Die betreff. Schriftstellen werden weiter ausgezählt.heißt es von ihm und beim Pesaḥopfer161Die betreff. Schriftstellen werden weiter ausgezählt.heißt es von ihm, wie das Pesaḥopfer, bei dem es von ihm heißt, einem Unbeschnittenen verboten ist, ebenso ist der Zehnt, bei dem es von ihm heißt, einem Unbeschnittenen verboten.", "Es162Das zur Analogie dienende W. ‘von ihm’.ist entbehrlich, denn wäre es nicht entbehrlich, könnte man erwidern: wohl gilt dies vom Pesaḥopfer, bei dem man wegen des Verwerflichen, des Zurückbleibenden und des Unreinen schuldig ist; aber es ist entbehrlich. –", "Wieso ist es entbehrlich? Raba erwiderte im Namen R. Jiçḥaqs: Beim Pesaḥopfer heißt es dreimal163Cf. Ex. 12,9,10.von ihm; einmal ist es an sich nötig, einmal zur Wortanalogie und einmal [wegen des folgenden].", "Nach demjenigen, welcher sagt, die Schrift lasse ein Gebot auf das Verbot164Um die Geißelung auszuschließen (vgl. Anm. 146); in der 1. Hälfte des Verses Ex. 12,10 wird das Zurücklassen verboten u. in der 2. Hälfte wird die Verbrennung des Zurückbleibenden geboten.folgen, heißt es [wiederum] von ihm, weil es [wiederum] zurückbleibt heißt; und nach demjenigen, welcher sagt, sie füge für die Verbrennung einen zweiten Morgen165Cf. Pes. Fol. 83b.hinzu, heißt es [wiederum] von ihm, weil es [wiederum] bis zum Morgen heißt.", "Ebenso heißt es beim Zehnten dreimal von ihm; einmal ist es an sich nötig, einmal wegen der Lehre R. Abahus166Ob. Fol. 73b. im Namen R. Joḥanans, und einmal wegen der Lehre des Reš Laqiš.", "Reš Laqiš sagte nämlich im Namen R. Simajs: Woher, daß man unrein gewordenen zweiten Zehnten zum Salben verwenden darf? Es heißt: 167Dt. 26,14.ich habe nichts davon für einen Toten verwandt, für einen Toten nicht, wohl aber für einen Lebenden, wie für einen Toten, und das Salben ist es, das bei Lebenden und bei Toten zugleich zur Anwendung kommt.", "Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht zur Anschaffung von Sarg und Totengewändern168Unrein darf man ihn auslösen u. dafür Kleidungsstücke kaufen.? R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, erwiderte: Es heißt von ihm, von diesem selbst. R. Aši erwiderte: Nicht verwandt gleich nicht gegessen, wie dies die Sache selbst, ebenso jenes die Sache selbst. –", "Aber immerhin ist es162Das zur Analogie dienende W. ‘von ihm’.ja nur an einer Stelle entbehrlich!? Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man könne169Falls das zur Analogie verwandte Wort nur an einer Stelle entbehrlich ist.folgern und nichts erwidern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man könne folgern und dagegen170Gegen den Schluß durch Wortanalogie ist der obige Einwand zu erheben, beim Pesaḥopfer sei es strenger.erwidern!? –", "Die Lehre R. Abahus ist aus dem von R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha [angezogenen Schriftverse]171Somit ist hierbei das W. ‘von ihm’ entbehrlich.zu entnehmen. R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha: Es heißt:172Num. 18,8.und ich, siehe, überweise dir, was von meinen Heben aufzubewahren ist; die Schrift spricht von zwei Heben, von einer reinen Hebe und von einer unreinen Hebe, und der Allbarmherzige sagt dir, sie gehören dir, auch unter deinem Kochtopfe zu brennen.", "UND ALLE UNREINE &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Jišma͑éls: Die Schrift sagt:173Lev. 22,4.wer irgend von den Nachkommen Ahrons aussätzig ist oder einen Fluß hat &c., und das, wobei alle Nachkommen" ], [ "Ahrons einander gleichen, ist die Hebe174Hiervon dürfen Männer und Frauen essen, dagegen aber von den hochheiligen Opfern nur Männer; dieser Schriftvers spricht vom Verbote des Essens während der Unreinheit.. – Vielleicht Brust und Schenkel175Von den minderheiligen Friedensopfern, von denen auch die weiblichen Angehörigen des Priesters essen dürfen; cf. Lev. 10,14.!? – Diese sind der Zurückkehrenden176Der kinderlosen verwitweten od. geschiedenen Tochter eines Priesters, die zu ihrem Vater zurückkehrt; cf. supra Fol. 68b.verboten!? –", "Ebenso ist ja die Hebe der Entweihten177Durch eine verbotene Beiwohnung, obgleich sie zu den Nachkommen Ahrons gehört.verboten!? – Die Entweihte gehört nicht zu den Nachkommen Ahrons178Da sie Priestern verboten ist.. –", "Woher, daß [die Worte]178Da sie Priestern verboten ist.bis er rein ist den Sonnenuntergang179Erst nach Sonnenuntergang u. Darbringung des Sühnopfers erlangt der Untertauchende völlige Reinheit.bedeuten, vielleicht die Darbringung des Sühnopfers179Erst nach Sonnenuntergang u. Darbringung des Sühnopfers erlangt der Untertauchende völlige Reinheit.!? –", "Dies ist nicht einleuchtend, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Schrift spricht von einem Flußbehafteten, der zweimal [Fluß] gemerkt180Erst wenn er 3mal gemerkt, hat er das Sühnopfer darzubringen.hat, und von einem abgeschlossenen181Zur Untersuchung (cf. Lev. Kap. 13), der nicht absolut unrein war u. ebenfalls kein Sühnopfer darzubringen hat. Aussätzigen. Gleich dem Leichenunreinen, wie der Leichenunreine keines Sühnopfers benötigt, ebenso diese, wenn sie keines Sühnopfers benötigen. –", "Vielleicht nur solche, die überhaupt kein Sühnopfer darzubringen haben, solche aber, die ein Sühnopfer darzubringen haben, erst wenn sie das Sühnopfer dargebracht haben!?", "Ferner haben wir gelernt: Sobald er untergetaucht und heraufgestiegen ist, darf er vom Zehnten essen, nach Sonnenuntergang darf er Hebe essen, hat er das Sühnopfer dargebracht, darf er Heiliges essen; woher dies?", "Raba erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Es sind drei Schriftverse vorhanden. Es heißt:182Lev. 22,6.und vom Heiligen nicht essen, sie hätte denn den Leib im Wasser gebadet; wenn gebadet, so ist sie rein. Ferner heißt es:183Ib. V. 7.wenn die Sonne untergeht, ist er rein, und hernach esse er vom Heiligen. Ferner heißt es: 184Ib. 12,7.der Priester schaffe ihr Sühne, und sie sei rein. Wie ist dies185Hier werden 3 Bedingungen für die Sühne genannt.zu erklären? Das erste hinsichtlich des Zehnten, das andere hinsichtlich der Hebe und das letzte hinsichtlich des Heiligen. –", "Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß die Hebe bedeutender186Hinsichtl, der Heiligkeit als der Zehnt.ist, denn sie ist mit der Todesstrafe und dem Fünftel belegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten. –", "Im Gegenteil der Zehnt ist ja bedeutender, denn er benötigt der Stätte und des Sündenbekenntnisses, ist Trauernden und in Unreinheit verboten, und ist fortzuschaffen!? –", "Immerhin ist die Todesstrafe schwerwiegender.", "Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß die Todesstrafe schwerwiegender ist, kannst du dies187Daß der 1. Schriftvers sich auf die Hebe beziehe.nicht sagen, denn die Schrift sagt Person, und der Zehnt ist es, hinsichtlich dessen alle Personen einander gleichen188Nur diesen dürfen auch Gemeine essen.. –", "Aber immerhin nur solche, die des Sühnopfers nicht benötigen, die aber des Sühnopfers benötigen, nur wenn sie das Sühnopfer dargebracht haben!?", "Abajje erwiderte: Hinsichtlich der Wöchnerin189Die des Sühnopfers benötigt.sind zwei Schriftverse vorhanden: es heißt:190Lev. 12,4.bis die Tage ihrer Reinheit voll sind, sobald die Tage ihrer Reinheit voll sind, ist sie rein, und es heißt: der Priester schaffe ihr Sühne, und sie sei rein; wie ist dies zu erklären? Das erste hinsichtlich der Hebe und das andere hinsichtlich des Heiligen. –", "Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß das Heilige strenger ist, denn bei diesem gibt es Verwerfliches, Zurückbleibendes, Opferung, Veruntreuung, es ist mit der Ausrottung belegt, und es ist einem Trauernden verboten. –", "Im Gegenteil, die Hebe ist ja strenger, denn sie ist mit der Todesstrafe und mit dem Fünftel belegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten!? – Jene191Die erschwerenden Momente des Heiligen.sind mehr.", "Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen; die Schrift sagt: der Priester schaffe ihr Sühne, und sie sei rein, demnach ist sie bis dahin unrein, und wenn man sagen wollte, dies192Der erstere Schriftvers, nach welchem sie schon vorher, nach Ablauf der Reinheitstage, essen darf. gelte vom Heiligen, so sollte hierbei gelten:193Lev. 7,19.und das Fleisch, das irgend etwas Unreines berührt, darf nicht gegessen werden. Dies gilt somit, wie hieraus zu entnehmen, von der Hebe.", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Wieso kannst du sagen, die Schrift spreche von der Hebe, es wird ja gelehrt:194Ib. 12,2.Sprich zu den Kindern Jisraél; ich weiß dies nur von den Kindern Jisraél, woher dies von einer Proselytin und einer freigelassenen Sklavin? Es heißt Weib. Wieso kann man sagen, sie spreche von der Hebe, sind etwa Proselytin und Sklavin Hebe zu essen berechtigt!?", "Raba erwiderte; Etwa nicht," ], [ "es heißt ja:190Lev. 12,4.nichts Heiliges darf sie berühren, und dies schließt die Hebe195Cf. Mak. Fol. 14b.ein. Vielmehr zählt die Schrift diese Dinge nach einander auf. –", "Wozu sind drei Schriftverse hinsichtlich der Hebe nötig? – Sie sind nötig. Würde es nur geheißen haben:196Lev. 22,4; dieser Schriftvers wird ob. auf die Hebe bezogen.bis er rein ist, so würde man nicht gewußt haben, wodurch, daher schrieb der Allbarmherzige: wenn die Sonne untergeht, ist er rein.", "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wenn die Sonne untergeht, so könnte man glauben, nur wer des Sühnopfers nicht benötigt, wer aber des Sühnopfers benötigt, nur wenn er das Sühnopfer dargebracht hat, daher schrieb der Allbarmherzige: bis voll sind.", "Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben bis voll sind, so könnte man glauben, auch ohne Untertauchen, daher schrieb der Allbarmherzige: bis er rein ist. –", "Wozu sind zwei Schriftverse hinsichtlich des Heiligen nötig nach dem Autor, der gegen den Autor der Schule R. Jišma͑éls197Ob. Fol. 74b.streitet und lehrt, die Schrift spreche198Im ob. angezogenen Schriftverse. Lev. 22,4.von einem Flußbehafteten, der dreimal [Fluß] gemerkt199Solche haben ein Sühnopfer darzubringen; demnach spricht auch dieser Schriftvers vom Genusse des Heiligen.hat, und einem entschieden Aussätzigen199Solche haben ein Sühnopfer darzubringen; demnach spricht auch dieser Schriftvers vom Genusse des Heiligen., und [die Worte] bis er rein ist bedeuten, bis er das Sühnopfer dargebracht hat? –", "Sie sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Wöchnerin geschrieben haben, so könnte man glauben, weil ihre Unreinheit größer200Die Wöchnerin ist 80 Tage unrein, cf. Lev. 12,5.ist, nicht aber gelte dies vom Flußbehafteten. Und würde der Allbarmherzige es nur vom Flußbehafteten geschrieben haben, so könnte man glauben, weil [seine Unreinheit] unbegrenzt201Wörtl. nicht von selbst erlaubt wird; solange der Fluß anhält, ist er unrein, dagegen aber hört die Unreinheit der Wöchnerin nach Ablauf einer bestimmten Frist auf.ist, nicht aber gelte dies von der Wöchnerin. Daher ist beides nötig. –", "202Lev. 11,32.Ins Wasser werde es getan und sei unrein bis zum Abend; wozu dies203Auch hierbei handelt es sich um die Reinheit für die Hebe, da sie durch Sonnenuntergang erfolgt.? R. Zera erwiderte: Inbetreff des Berührens204Während jene Schriftstelle vom Essen spricht; cf. Lev. 22,7..", "Es wird nämlich gelehrt: Und sei unrein; man könnte glauben, in jeder Hinsicht, so heißt es:202Lev. 11,32.dann rein. Aus [dem Worte] rein könnte man entnehmen, in jeder. Hinsicht, so heißt es: und sei unrein. Wie ist dies zu erklären? Letzteres hinsichtlich des Zehnten und ersteres hinsichtlich der Hebe. –", "Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß, wie das Essen der Hebe strenger ist als das Essen des Zehnten, ebenso das Berühren der Hebe strenger ist als das Berühren des Zehnten.", "Wenn du aber willst, sage ich: hinsichtlich des Berührens der Hebe ist es aus folgendem zu entnehmen: Nichts Heiliges darf sie berühren, das Verbot bezieht sich auf das Essen. Du sagst, auf das Essen, vielleicht ist dem nicht so, sondern auf das Berühren?", "Es heißt: nichts Heiliges darf sie berühren und in das Heiligtum soll sie nicht eintreten; er vergleicht das Heilige mit dem Heiligtum, wie beim Heiligtume ein Vergehen, wegen dessen man das Leben205Auf das Betreten des Heiligtumes in Unreinheit ist die Ausrottungsstrafe gesetzt; cf. Num. 19,20.verwirkt, ebenso beim Heiligen ein Vergehen, wegen dessen man das Leben verwirkt, und durch das Berühren verwirkt man das Leben nicht.", "Der Ausdruck ‘berühren’ wird hier deshalb gebraucht, um anzudeuten, daß das Berühren dem Essen gleicht.", "DER QUETSCHVERSTÜMMELTE &C. Wer ist der Autor, welcher sagt, an der eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden206Wie dies bei der Frau des Quetschverstümmelten der Fall ist.soll, dürfe essen? R. Elea͑zar erwiderte: Hierüber besteht ein Streit207Cf. supra Fol. 56b., und hier ist die Ansicht R. Elea͑zars und R. Šimo͑ns vertreten.", "R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn hierbei ist es anders, da sie bereits gegessen208Bevor er quetschverstümmelt wurde.hat.", "R. Elea͑zar aber sagt, der Umstand, daß sie bereits gegessen hat, sei nichtig, denn demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, weil sie bereits gegessen hat. –", "Und R. Joḥanan!? – Bei dieser ist die Angehörigkeit209Zur priesterl. Familie.geschwunden, bei jener ist die Angehörigkeit nicht geschwunden.", "QUETSCHVERSTÜMMELTER HEISST DERJENIGE. Die Rabbanan lehrten: Quetschverstümmelter heißt derjenige, dessen Hoden zerquetscht sind, selbst eine von ihnen, auch wenn nur durchlöchert, zerrieben oder defekt. R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Ich hörte aus dem Munde der Weisen in der Akademie zu Jabne, wer nur eine Hode hat, sei nichts weiter als Naturkastrat210Dessen Zeugungsorgane von Geburt aus verstümmelt sind; wörtl. durch Hitze, Fieber (dh. infolge Krankheit) kastriert., und er ist tauglich. –", "Naturkastrat, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, er gleicht einem Naturkastraten, und er ist tauglich211Da das Gesetz von einem Verstümmelten spricht.. –", "Ist denn derjenige, dem [die Hoden] durchlöchert sind, nicht zeugungsfähig, einst ereignete es sich ja, daß jemand auf eine Dattelpalme kletterte" ], [ "und ein Span ihm in die Hoden drang, sodaß ein [Samen]strahl hervordrang, und dennoch zeugte er Kinder!? – Von diesem ließ ja Šemuél Rabh sagen, daß er über die Herkunft seiner Kinder nachforsche.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der durch himmlische [Fügung]212Ohne äußere Einwirkung, durch ein Naturereignis od. schon seit der Geburt.Quetschverstümmelte ist tauglich. Raba sprach: Deswegen heißt es auch ‘ein Verstümmelter’ und nicht ‘der213Mit dem Artikel, worunter zu verstehen, der es seit jeher ist.Verstümmelte’.", "In einer Barajtha wurde gelehrt: Es heißt:214Dt. 23,2.es komme kein Quetschverstümmelter, und es heißt:215Ib. V. 3.es komme kein Hurenkind; wie dieser durch Menschen [entstanden ist], ebenso jener, wenn durch Menschen.", "Raba sagte: Dies gilt beim Verstümmelten von allen216Organen der Zeugung., beim Zerquetschten von allen und beim Durchschnittenen von allen. Beim Verstümmelten von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang verstümmelt sind. Beim Zerquetschten von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang zerquetscht sind. Beim Durchschnittenen von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang durchschnitten sind.", "Ein Jünger sprach zu Raba: Woher, daß unter quetschverstümmelt diese Stelle zu verstehen ist, vielleicht der Kopf!? Dieser erwiderte: Bei diesem sind keine [nachfolgende] Generationen217Daß auch keine spätere Generation in die Gemeinde kommen darf, wie dies beispielsweise beim Hurenkinde u. verschiedenen Volksstämmen der Fall ist.angegeben, somit ist diese Stelle zu verstehen218Es handelt sich um einen, der nicht zeugungsfähig ist.. –", "Vielleicht sind deshalb keine [nachfolgende] Generationen angegeben, weil nur er unzulässig ist, sein Sohn und der Sohn seines Sohnes aber zulässig!?", "Gleich dem Ergußdurchschnittenen, wie beim Ergußdurchschnittenen an dieser Stelle, ebenso bei diesem an dieser Stelle. –", "Woher, daß es beim Ergußdurchschnittenen diese Stelle ist, vielleicht die Lippen219Wo der Speichel sich ergießt.!? – Es heißt Erguß, wo ein Erguß220In fließender Weise.erfolgt. –", "Vielleicht die Nase!? – Es heißt nicht ‘am Erguß’, sondern ‘Ergußdurchschnittener’, wenn die Ergießung durch die Durchschneidung erfolgt, undurchschnitten dagegen [der Ausfluß] sich nicht ergießt, sondern spritzt; bei jener aber ergießt er sich in jedem221Ob. durchschnitten od. undurchschnitten.Falle.", "In einer Barajtha wurde gelehrt: Es heißt: es komme kein Quetschverstümmelter, und es heißt: es komme kein Hurenkind, wie es sich bei diesem um diese Stelle handelt, ebenso bei jenem um diese Stelle.", "R. Ḥija b. Abba wollte entscheiden, daß, wenn das Loch unterhalb der Eichel ist und gegenüber oberhalb der Eichel222In schräger Richtung.mündet, er zulässig ist, da sprach R. Asi zu ihm: Folgendes sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Jede [Durchlöcherung] der Eichel ist ein Hinderungsgrund.", "IST ETWAS VON DER EICHEL VORHANDEN &C. Rabina saß und warf folgende Frage auf: ist unter Haar breit, wovon sie sprechen, um die ganze [Eichel] oder um den größeren Teil zu verstehen? Raba Tospaáh sprach zu Rabina: Ein Haar breit um den größeren Teil, gegen oben.", "R. Hona sagte: Wenn schreibrohrartig223Wenn die Eichel schräg weggeschnitten, bezw. der innere Teil herausgeschnitten ist., so ist er tauglich, wenn rinnenartig223Wenn die Eichel schräg weggeschnitten, bezw. der innere Teil herausgeschnitten ist., so ist er untauglich, denn in diesem Falle dringt Luft ein224In die Höhlung, wodurch das Glied kalt u. der Same verdorben wird. und in jenem Falle dringt keine Luft ein. R. Ḥisda aber sagt, wenn rinnenartig, sei er tauglich, wenn schreibrohrartig, sei er untauglich, denn in jenem Falle erfolgt eine Reibung225Beim Vollzug des Beischlafes, da die Seitenteile der Eichel vorhanden sind; die Zeugungsfähigkeit ist daher nicht beseitigt.und in diesem Falle erfolgt keine Reibung.", "Raba sagte: Die Ansicht R. Honas, in dem einen Falle dringe Luft ein und im anderen Falle dringe keine Luft ein, ist einleuchtend. Wollte man die Reibung berücksichtigen, so verhält es sich hierbei wie beim Spunde eines Fasses226Das dünne Ende berührt die Wandung des Loches nicht, dennoch schließt er es, ebenso erfolgt bei der Begattung eine Erwärmung des Gliedes, auch wenn die Spitze unberührt bleibt..", "Rabina sprach zu Meremar: Folgendes sagte Mar Zuṭra im Namen R. Papas: die Halakha ist, er sei tauglich, einerlei ob schreibrohrartig oder rinnenartig. Fraglich war es ihm jedoch, ob unterhalb oder oberhalb der Eichel. – Selbstverständlich oberhalb der Eichel, unterhalb der Eichel ist er ja [tauglich], selbst wenn es ganz abgeschnitten ist!? – Rabina wollte damit Meremar nur auf die Probe227Eigentl. irreführen, verwirren; er wollte sehen, ob er darauf kommen wird, daß darüber gar keine Frage bestehen kann. stellen.", "Einst kam ein solcher Fall in Matha Meḥasja vor; da ließ Mar b. R. Aši [die Eichel]228Die rinnenartig ausgehöhlt war.schreibrohrartig abschrägen und erklärte ihn als tauglich. Einst kam in Pumbeditha ein Fall vor, daß einem der Samenkanal verstopft war und der Same durch den Urinkanal hervorkam. R. Bebaj b. Abajje wollte ihn als tauglich erklären; da sprach R. Papi zu ihm: Weil ihr von Gekürzten229Den Nachkommen des Priesters Èli, die im jugendlichen Alter starben; cf. iSam. 2,33.stammt," ], [ "redet ihr gekürzte Worte; aus der richtigen Stelle befruchtet er, aus der unrichtigen Stelle befruchtet er nicht.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: War ein Loch vorhanden, das sich geschlossen hat, so ist er, wenn es beim Samenerguß aufgeht, untauglich, wenn aber nicht, tauglich. Raba wandte ein: Wo, wenn unterhalb der Eichel, so ist er ja [tauglich], auch wenn sie weggeschnitten ist!? – – Vielmehr, an der Eichel seihst. Es wurde auch gelehrt: R. Mari h. Mar sagte im Namen Mar U͑qahas im Namen Šemuéls: Wenn an der Eichel selber ein Loch war, das sich geschlossen hat, so ist er, falls es beim Samenerguß aufgeht, untauglich, wenn aber nicht, tauglich.", "Raba, der Sohn Rabbas, sandte an R. Joseph: Lehre uns der Meister, was230Um festzustellen, ob der Same durch das geschlossene Loch durchdringt.man mache. Dieser erwiderte: Man hole warmes Gerstenbrot und lege es ihm auf den Anus; er bekommt dann Samenerguß, und man stelle es fest.", "Abajje sprach: Gleicht denn jeder unserem Vater Ja͑qob, von dem es heißt:231Gen. 49,3.meine Kraft und Erstling meiner Stärke, der nie im Leben Samenerguß232Eine derartig umständliche Untersuchung ist nicht nötig.hatte!?", "Vielmehr, sagte Abajje, führe man ihm farbige Gewänder233Frauenkleider, wodurch er zu wollüstigen Gedanken u. Samenerguß kommt.vor. Raba sprach: Gleicht denn jeder Barzilaj234Der sehr wollüstig war (cf. Sab. Fol. 152a.); nicht jeder bekommt durch den Anblick von Frauenkleidern Samenerguß.aus Gilea͑d!? – Richtiger ist es vielmehr, wie wir zuerst gesagt haben.", "Die Rabbanan lehrten: Ist er235Der Samenstrang.durchlöchert, so ist er untauglich, weil [der Same] fließt236Langsam, so daß keine Befruchtung erfolgt; cf. supra Fol. 65a.; wird [das Loch] geschlossen, so ist er tauglich, weil er zeugungsfähig ist. Dies ist ein Fall, wobei der Untaugliche wieder tauglich wird. – Was schließt [das Wort] ‘dies’ aus? – Dies schließt den Fall aus, wenn an der Lunge über einer Wunde ein Häutchen entstanden ist; dieses gilt nicht als Haut237Da es leicht platzt; die Lunge gilt als verletzt u. in einem solchen Falle ist das geschlachtete Vieh zum Genusse verboten: cf. Hul. Fol. 42a..", "R. Idi b. Abin ließ Abajje fragen, was man [dagegen]238Gegen eine derartige Durchlöcherung des Gliedes.mache. Dieser erwiderte: Man ritze [diese Stelle]239Um das Loch, damit das wunde Fleisch zusammenwachse.mit einer Gerste ein und bestreiche sie mit Talg; sodann drücke man eine große Ameise hinein und trenne ihr den Kopf240Der in der Wunde stecken bleibt u. wohl die Wunde heilt.ab. Jedoch nur mit einer Gerste, Eisen aber entzündet. Dies gilt nur von einem kleinen [Loche], ein großes aber geht auf.", "Rabba b. R. Hona sagte: Wer aus zwei Stellen uriniert, ist untauglich. Raba sagte: Die Halakha ist weder wie der Sohn noch wie der Vater. Wie der Sohn, hinsichtlich des eben gesagten; wie der Vater, denn R. Hona sagte, Frauen, die mit einander Tribadie treiben, seien für Priester untauglich.", "Denn selbst nach R. Elea͑zar, welcher sagt, wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht, gilt dies nur von einem Manne, bei Frauen [unter einander] aber ist es nichts weiter als eine Zuchtlosigkeit.", "ii,2EINEM QUETSCHVERSTÜMMELTEN UND EINEM ERGUSSDURCHSCHNITTENEN SIND DIE PROSELYTIN UND DIE FREIGELASSENE SKLAVIN ERLAUBT; VERBOTEN IST IHNEN NUR IN DIE GEMEINDE241Die Heirat mit einer Jisraélitin.ZU KOMMEN, WIE ES HEISST:242Dt. 23,2.es komme kein Quetschverstümmelter und kein Ergußdurchschnittener in die Gemeinde des Herrn.", "GEMARA. Sie fragten R. Šešeth: Ist einem quetschverstümmelten oder ergußdurchschnittenen Priester eine Proselytin oder eine freigelassene Sklavin243Diese sind einem Priester verboten; cf. supra Fol. 61a.erlaubt: verbleibt er bei seiner Heiligkeit, und sie sind ihm verboten, oder verbleibt er nicht bei seiner Heiligkeit, und sie sind ihm erlaubt?", "R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Einem quetschverstümmelten Jisraéliten ist eine Nethina244Diese gehört zu den den Jisraéliten verbotenen Stämmen.erlaubt. Wenn man nun sagen wollte, er verbleibe bei seiner Heiligkeit, so sollte doch hierbei gelten:245Dt. 7,3.du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern!?", "Raba erwiderte: Da wird ja nicht Heiligkeit oder Uneinigkeit berücksichtigt, sondern der Umstand, er könnte [von ihr] einen Sohn zeugen und dieser Götzen anbeten. Dies gilt nur von solchen, die sich in ihrer Nichtjudenheit befinden, die sich aber bekehren, sind erlaubt246Ed. Pesaro 1509 hat riebt, מישר׳, das der Setzer der ersten Gesamtausgabe מישראל las u. in בישראל verballhornisierte., und nur die Rabbanan haben dies247Daß sie auch nach ihrer Bekehrung verboten sind.angeordnet; die Anordnung der Rabbanan gilt für Zeugungsfähige, nicht aber für diesen, der nicht zeugungsfähig ist. –", "Demnach sollte sie einem Hurenkinde verboten sein, der zeugungsfähig ist, und dem widersprechend haben wir gelernt, Hurenkinder und Nethinim dürfen einander heiraten!? – Vielmehr, die Anordnung der Rabbanan gilt nur für Taugliche, nicht aber für Untaugliche.", "Später sagte Raba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts; während ihrer Nichtjudenheit gibt es bei ihnen keine Verschwägerung248Da die Heirat mit ihnen nichtig ist; die Schrift spricht demnach von solchen, die sich bekehrt haben., haben sie sich bekehrt, so gibt es bei ihnen eine Verschwägerung.", "R. Joseph wandte ein:249iReg. 3,1.Und Šelomo verschwägerte sich mit dem Pareo͑, dem Könige von Miçrajim, und nahm seine Tochter!? – Sie hatte sich bekehrt. – In den Tagen Davids und den Tagen Šelomos nahm man ja keine Proselyten auf!? – Aus dem Grunde, weil sie auf die königliche Tafel250Die Proselyten bezweckten den Eintritt in den königl. Dienst; cf. supra Fol. 24b.[rechneten]," ], [ "und diese benötigte ihrer nicht. –", "Sie war ja Miçrith erster Generation251Und ihm auch nach ihrer Bekehrung verboten; erst die 3. Generation darf in die jüd. Gemeinde aufgenommen werden; cf. Dt. 23,9.!? Wolltest du erwidern, jene seien fort und diese252Das Verbot beziehe sich nur auf die Miçrijim zur Zeit Mošes, die ausgestorben sind, während zur Zeit Šelomos eine ganz andere Nation das Land bewohnte.seien andere,", "so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Minjamin, ein miçrischer Proselyt, war mein Genosse unter den Schülern R. A͑qibas, und sagte: Ich bin ein Miçri erster Generation und heiratete eine Miçrith erster Generation; ich will meinen Sohn mit einer Miçrith zweiter Generation verheiraten, damit der Sohn meines Sohnes in die Gemeinde kommen dürfe.", "R. Papa erwiderte: Sollten wir uns denn nach Šelomo richten!? Šelomo heiratete sie253Die Heirat war ungültig u. sie war nur seine Geliebte.überhaupt nicht, vielmehr heißt es von ihm:254iReg. 11,2.von den Völkern, von denen der Herr zu den Kindern Jisraél gesprochen hat, daß nicht ihr unter sie noch sie unter euch kommen sollen, denn sie würden eure Herzen nach ihren Göttern neigen, an diesen hing Šelomo und liebte sie. – Dem widersprechen ja [die Worte] verschwägerte sich!? –", "Wegen der übermäßigen Liebe, mit der er sie liebte, rechnet ihm dies die Schrift als Verschwägerung an.", "Rabina sprach zu R. Aši: Unsere Mišna lehrt ja aber, einem Quetschverstümmelten und einem Ergußdurchschnittenen seien die Proselytin und die freigelassene Sklavin erlaubt, wonach ihnen eine Nethina verboten ist!?", "Dieser erwiderte: Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: verboten ist ihnen nur in die Gemeinde zu kommen; demnach ist ihnen eine Nethina erlaubt!? Hieraus ist somit nichts zu entnehmen.", "iii,1DERMMONITER UND DER MOABITER SIND VERBOTEN, UND DAS VERBOT IST EIN EWIGES, IHRE FRAUEN ABER SIND SOFORT255Nach ihrer Bekehrung zum Judentume.ERLAUBT.", "DER MIÇRI UND DER EDOMITER SIND NUR BIS ZUR DRITTEN GENERATION255Nach ihrer Bekehrung zum Judentume.VERBOTEN, SOWOHL MÄNNER ALS AUCH FRAUEN; R. ŠIMO͑N ERLAUBT DIE FRAUEN SOFORT. R. ŠIMO͑N SPRACH: ES IST [EIN SCHLUSS] VOM SCHWEREREN AUF DAS LEICHTERE ZU FOLGERN: WENN BEI SOLCHEN, BEI DENEN HINSICHTLICH DER MÄNNER EIN EWIGES VERBOT BESTEHT, FRAUEN SOFORT ERLAUBT SIND, UM WIEVIEL MEHR SIND BEI SOLCHEN, BEI DENEN MÄNNER NUR BIS ZUR DRITTEN GENERATION VERBOTEN SIND, FRAUEN SOFORT ERLAUBT.", "SIE ERWIDERTEN IHM: IST [DEINE ANSICHT] EINE ÜBERLIEFERTE HALAKHA, SO ERKENNEN WIR SIE AN, WENN ABER EINE SCHLUSSFOLGERUNG, SO GIBT ES EINE WIDERLEGUNG. ER ERWIDERTE IHNEN: NICHT DOCH, ICH SPRECHE EINE ÜBERLIEFERTE HALAKHA.", "GEMARA. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Es heißt:256iSam. 17,55.und als Šaúl David gegen den Pelišti ausziehen sah, sprach er zum Heerführer Abner: wessen Sohn ist der Knabe, Abner? Abner antwortete: So wahr du lebst, o König, ich weiß es nicht. Kannte er ihn denn nicht, es heißt ja:257Ib. 16,21.und er liebte ihn sehr, und er ward sein Waffenträger!? Vielmehr, er erkundigte sich nach seinem Vater. –", "Kannte er denn seinen Vater nicht, es heißt ja:258Ib. 17,12.und der Mann war in den Tagen Šaúls alt, war unter Menschen gekommen, und Rabh, nach anderen R. Abba, sagte, dies sei Jišaj, der Vater Davids, der mit einem Heere kam und mit einem Heere auszog!? –", "Šaúl fragte folgendes: stammt er von Pereç259Dem Sohne Jehudas, aus dessen Stamm der König erwartet wurde.oder stammt er von Zeraḥ? Stammt er von Pereç, so wird er König, denn der König bricht [poreç] sich einen Weg, ohne daß jemand ihm wehren kann; stammt er aber von Zeraḥ, so wird er nur ein angesehener Mann. –", "Weshalb ließ er sich über ihn erkundigen? – Es heißt:260iSam. 17,38.und Šaúl ließ David einen Rock nach seinem Maße anlegen, und von Šaúl heißt es: 261Ib. 9,2.von seiner Schulter an ragte er über das ganze Volk262Er fiel ihm durch seine würdevolle Haltung auf.empor. Doég, der Edomiter, sprach dann zu ihm: Anstatt sich zu erkundigen, ob er für die Königswürde geeignet ist oder nicht, erkundige dich lieber, ob er in die Gemeinde zu kommen geeignet ist oder nicht. – Weshalb nicht? Er stammt von der Moabiterin Ruth.", "Da sprach Abner zu ihm: Es wird gelehrt: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin263Cf. supra Fol. 69a.. – Demnach [deute man] auch: Hurenkind, nicht aber eine Hurentochter!? – Es heißt Hurenkind, bemakelt264Er ist unzulässig wegen seiner bemakelten Herkunft, u. dies gilt auch vom Weibe.. –", "Ein Miçri, nicht aber eine Miçrith265Das Gesetz sollte nur von Männern gelten.!? – Anders ist es bei jenen; die Schrift begründet:266Dt. 23,5.weil sie euch nicht mit Brot und Wasser empfangen haben, und nur der Mann pflegt zu empfangen, nicht aber pflegt die Frau zu empfangen267Bei jenen ist es nur eine Strafe, die bei Frauen nicht zur Anwendung kommt.. – Es sollten doch Männer die Männer und Frauen die Frauen empfangen haben!? Da schwieg er.", "268iSam. 17,56.Und der König sprach: Frage du wessen Sohn der Jüngling ist. Dort nennt er ihn Knabe und hier nennt er ihn Jüngling!? – Er sprach zu ihm wie folgt: dir ist die Halakha entfallen269עלם (Jüngling) v. עלם verborgen, geheim sein, abgeleitet.; geh ins Lehrhaus und frage. Als er da fragte, erwiderte man ihm: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin." ], [ "[Doég] richtete an sie alle jene Einwände270Die oben angeführt werden, wonach diese Auslegung nicht stichhaltig ist., und sie schwiegen. Hierauf wollte er über ihn eine Bekanntmachung271Daß er von Moabitern stammt u. in die Gemeinde nicht aufgenommen werden darf.erlassen. Aber:272iiSam. 17,25.A͑masa war der Sohn eines Mannes namens Jithra der Jisraélit, der gekommen war zu Abigajil, der Tochter des Nahaš, [anderweitig aber] heißt es:273iChr. 2,17.Jether der Jišma͑élit; Raba erklärte, dies274Die Benennung ‘Jišma͑élit’; in manchen alten Übersetzungen (Origenes, ebenso eine Handschrift der äthiop. Übers.) auch im vorangehend angezogenen Schriftverse.lehre, daß er wie ein Jišma͑élit sein Schwert umgürtete und sprach: Wer diese Halakha nicht beachtet, wird mit dem Schwerte durchbohrt. Folgendes ist mir vom Gerichtskollegium Šemuéls aus Rama überliefert: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin. –", "War er denn glaubwürdig, R. Abba sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn ein Gelehrter eine Halakha lehrt275Im Namen seines Lehrers.und der Fall276Wenn er die Entscheidung nach der von ihm mitgeteilten Lehre trifft.eintritt, man auf ihn höre, falls er sie vor Eintritt des Falles lehrte, wenn aber nicht, man auf ihn nicht höre!? – Anders war es da, wo Šemuél und sein Gerichtskollegium noch bestanden277Seine Behauptung konnte nachgeprüft werden.. –", "Immerhin besteht ja ein Einwand278Die Frauen sollten die Frauen empfangen haben, somit auch sie der Strafe verfallen.!? – Hier erwiderten sie:279Ps. 45,14.Ganz Herrlichkeit weilt die Königstochter drinnen280Frauen haben daheim zu bleiben u. nicht einmal ihre Gefährtinnen zu empfangen.. Im Westen erwiderten sie, und manche sagen es im Namen R. Jiçḥaqs: Die Schrift sagt:281Gen. 18,9.und sie sprachen zu ihm: wo ist deine Frau Sara282Er erwiderte, sie sei in ihrem Zelte, das sie auch nicht zum Empfange von Gästen verließ.&c.", "Hierüber streiten auch Tannaím: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagte: Weil sie euch nicht mit Brot und Wasser empfangen haben, und nur ein Mann pflegt zu empfangen &c.283Einer folgert aus dem einen u. einer aus dem anderen Schriftverse.", "Raba trug vor: Es heißt:284Ps. 116,16.du hast meine Bande gelöst; David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, zwei Bande, die an mir waren, hast du gelöst: die Moabiterin Ruth und die A͑mmoniterin Noa͑ma285Mutter des Reḥabea͑m, des Enkels Davids (cf. iReg. 14,21); ihre Aufnahme in die jüd. Gemeinde wurde erlaubt u. damit seine Makellosigkeit ausgesprochen..", "Raba trug vor: Es heißt:286Ps. 40,6.viel hast du getan, du mein Herr und Gott, deiner Wundertaten und deiner Absichten für uns. Es heißt nicht: für mich, sondern: für uns; dies lehrt, daß Reḥabea͑m287Vgl. Anm. 285.auf dem Schoße Davids saß und dieser zu ihm sprach: meinetwegen und deinetwegen sind jene zwei Schriftverse288Aus denen die Zulässigkeit der Frauen gefolgert wird.gesprochen worden.", "Raba trug vor: Es heißt:289Ps. 40,8.da sprach ich: siehe, ich komme, in der Buchrolle ist über mich geschrieben. David sprach: ich glaubte, erst jetzt [zur Königswürde] gekommen zu sein, und wußte nicht, daß es in der Buchrolle über mich geschrieben ist. Da290Gen. 19,15, schon zur Zeit Abrahams; das angeführte Wort wird von den Töchtern Loṭs gebraucht, den Stammüttern von A͑mmon u. Moab.heißt es: die sich einfinden, und dort heißt es:291Ps. 89,21.ich habe meinen Knecht David gefunden, ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.", "U͑la sagte im Namen R. Joḥanans: Die Tochter eines a͑mmonitischen Proselyten ist für Priester tauglich. Raba b. U͑la sprach zu U͑la: Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen Entweihten292Die Priestern verboten ist., und wenn nach R. Jose, so ist es ja selbstverständlich, denn er sagt, auch wenn ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, sei seine Tochter für Priester tauglich!?", "Wolltest du erwidern, nur solche, die in die Gemeinde kommen293Von anderen Völkern, die in der Schrift nicht als verboten genannt werden.dürfen, nicht aber dieser, der in die Gemeinde nicht kommen darf, – woher dies294Daß wegen des Vaters die Tochter untauglich sein sollte, wo das Verbot sich auf Frauen nicht erstreckt.? –", "doch wohl vom Hochpriester295Auch dessen Heirat ist unzulässig u. seine Tochter ist entweiht u. Priestern verboten.mit einer Witwe zu folgern. [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Hochpriester mit einer Witwe, bei dem die Beiwohnung eine sündhafte296Dagegen ist die Heirat zwischen einem A͑mmoniter u. einer A͑mmoniterin keine sündhafte. ist,", "so beweist der Entweihte297Seine Heirat mit einer Jisraélitin ist erlaubt, trotzdem ist seine Tochter Priestern verboten.[das Entgegengesetzte. Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Entweihten, dessen Erschaffung durch eine Sünde erfolgt ist,", "so beweist der Hochpriester298Mit einer Witwe; seine Erschaffung ist nicht durch Sünde erfolgt, trotzdem ist seine Tochter Priestern verboten.[das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich nun.", "Die Eigenheit des einen gleicht nicht der des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß keiner der Mehrheit der Gemeinde299Jedem von ihnen haftet ein Makel an, ob hinsichtl. der Geburt od. hinsichtl. der Beiwohnung.gleicht, und seine Tochter ist untauglich, ebenso gleicht jener nicht der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist untauglich.", "Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja auch, daß bei ihnen eine Sünde300Der Entweihte ist in Sünde geboren u. der Hochpriester hat durch die Heirat eine Sünde begangen, was aber bei der Tochter eines A͑mmoniters nicht der Fall ist. vorliegt!?", "Vielleicht meinst du einen A͑mmoniter, der die Tochter eines Jisraéliten geheiratet hat; obgleich seine Beiwohnung eine sündhafte war, ist seine Tochter tauglich. Dieser erwiderte: Jawohl,", "denn als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Die Tochter eines a͑mmonitischen Proselyten301Von einer Jisraélitin.und die Tochter eines Miçri zweiter Generation301Von einer Jisraélitin.ist, wie R. Joḥanan sagt, tauglich, und wie Reš Laqiš sagt, untauglich. Reš Laqiš sagt, sie sei untauglich, denn er folgert vom Hochpriester mit einer Witwe; R. Joḥanan sagt, sie sei tauglich," ], [ "denn R. Zakkaj lehrte vor R. Joḥanan:302Lev. 21,14.Nur eine Jungfrau von seinem Volke soll er zur Frau nehmen, dies schließt die Proselytin von der Entstehung303Deren beide Eltern Nichtjuden waren, ihre Heirat somit erlaubt war, u. sich vor ihrer Geburt zum Judentume bekehrt haben.her ein, daß sie für Priester tauglich sei. Da erwiderte jener: Ich lehre: von seinem Volke, dies304Das Partitivum ‘von’.schließt die von zwei Völkern stammende Jungfrau ein, und du sagst, nur die Proselytin von der Entstehung her, weiter keine.", "Was heißt ‘von zwei Völkern’: wollte man sagen, wenn ein A͑mmoniter eine A͑mmoniterin geheiratet hat, und er nennt sie deshalb ‘zwei Völker’, weil Männer verboten und Frauen erlaubt sind, so ist dies ja eine Proselytin von der Entstehung her. Doch wohl, wenn ein A͑mmoniter eine Jisraélitin geheiratet hat.", "Manche lesen: Da erwiderte jener: Ich lehre: von seinem Volke, dies schließt die von zwei Völkern stammende Jungfrau ein, von einem Volke, das aus zwei Völkern305Ein Volk, von dem Männer verboten u. Frauen erlaubt sind, nämlich A͑mmoniter.besteht, und du sagst, eine Proselytin von der Entstehung her, weiter keine303Deren beide Eltern Nichtjuden waren, ihre Heirat somit erlaubt war, u. sich vor ihrer Geburt zum Judentume bekehrt haben.. –", "Woher ist nach dieser Lesart306Nach der er dies ausdrücklich von der Tochter eines mit einer Jisraélitin verheirateten bekehrten A͑mmoniters lehrte.zu entnehmen, daß die Tochter eines Miçri zweiter Generation307Von einer Jisraélitin, die ihm verboten ist.für Priester tauglich ist? Wolltest du sagen, er folgere es vom A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratet308Dessen Tochter für Priester geeignet ist.hat, so gilt dies vielleicht nur von einem A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratet hat, da die Frauen erlaubt sind!? –", "Ein Miçri zweiter Generation, der eine Miçrith zweiter Generation geheiratet hat, beweist [das Entgegengesetzte]309Die Frauen sind untauglich, dennoch ist seine Tochter erlaubt, da sie 3. Generation ist.. –", "Wohl gilt dies vom Miçri zweiter Generation, der eine Miçrith zweiter Generation geheiratet hat, bei dem die Beiwohnung keine sündhafte ist!? –", "Der A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratet310Die Heirat ist eine sündhafte, dennoch ist seine Tochter erlaubt.hat, beweist [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich311Wie ob. Col. a.nun &c.", "R. Joseph sprach: Deshalb hörte ich auch R. Jehuda [die Worte] von seinem Volke auslegen, und ich wußte nicht, was er meinte312Infolge einer überstandenen Krankheit litt das Gedächtnis RJ.s u. er erinnerte sich nur dunkel an gehörte od. von ihm selber vorgetragene Lehren..", "Als R. Šemuél b. R. Jehuda kam, sagte er: Er lehrte vor ihm313RZ. vor RJ., die oben mitgeteilte Lehre.wie folgt: Ein a͑mmonitisches Weib ist tauglich; ihr Sohn von einem A͑mmoniter ist untauglich; ihre Tochter von einem A͑mmoniter ist tauglich. Dies gilt nur von einem A͑mmoniter und einer A͑mmoniterin, die sich bekehrt haben, ihre Tochter von einem A͑mmoniter aber ist untauglich.", "Da sprach dieser zu ihm: Geh, lehre dies draußen. Allerdings ist ein a͑mmonitisches Weib tauglich, denn [es heißt:] A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; ebenso ist ihr Sohn von einem A͑mmoniter untauglich, denn er ist ja A͑mmoniter;", "wofür aber ist ihre Tochter von einem A͑mmoniter tauglich, wenn für die Aufnahme in die Gemeinde, so ist ja sogar die Mutter tauglich, selbstverständlich diese!? Doch wohl für Priester.", "«Dies gilt nur von einem A͑mmoniter und einer A͑mmoniterin, die sich bekehrt haben, ihre Tochter von einem A͑mmoniter aber ist untauglich.» Was heißt ‘Tochter von einem A͑mmoniter’; wenn von einem A͑mmoniter, der eine A͑mmoniterin geheiratet hat, so ist sie ja eine Proselytin von der Entstehung314Die nach dem 1. Passus der von ihm selber vorgetragenen Lehre tauglich ist.her. Doch wohl von einem A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratet hat. Hierüber sprach er zu ihm: Geh, lehre dies draußen315Auch diese ist tauglich, wie aus dem Partitivum ‘von seinem Volke’ zu entnehmen..", "DER MIÇRI UND DERDOMITER SIND NUR &C. VERBOTEN. Was ist dies für eine Widerlegung316Der Schlußfolgerung RŠ.s, von der die Mišna spricht.?", "Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Inzestuösen beweisen [das Entgegengesetzte]: diese sind nur bis zur dritten Generation317Das Verbot erstreckt sich auf Verwandte bis zur 3. Generation absteigend und aufsteigend.verboten, und es gilt von Männern und von Frauen.", "[Entgegnet man:] wohl gilt dies von den Inzestuösen, die mit der Ausrottung belegt sind, so beweist das Hurenkind318Sein Verkehr mit einer Jisraélitin ist nicht mit der Ausrottung belegt, dennoch erstreckt sich das Verbot auf männliche u. weibliche Personen.[das Entgegengesetzte. Entgegnet man:]", "wohl gilt dies vom Hurenkinde, das ewig in die Gemeinde nicht kommen darf, so beweisen die Inzestuösen319Die überhaupt nur unter einander verboten, der ganzen Gemeinde aber erlaubt sind. [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich nun.", "Die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie verboten sind, und dies gilt von Männern und von Frauen, ebenso alle anderen, die verboten sind, sowohl Männer als auch Frauen. Somit sind der Miçri und die Miçrith im Verbote einbegriffen, Männer und Frauen.", "Aber das Gemeinsame bei ihnen ist, daß bei ihnen die Ausrottungsstrafe vorliegt320Das Hurenkind ist durch eine mit der Ausrottung belegte Beiwohnung erzeugt (cf. supra Fol. 49a), u. bei den Inzestuösen ist ihre eigene Beiwohnung mit der Ausrottung belegt, was aber beim Miçri u. der Miçrith nicht der Fall ist. Dies ist die Erwiderung RŠ.s auf die von den Rabbanan vorgehaltene Widerlegung.. –", "Und die Rabbanan!? – [Sie folgern] vom von mit einem Gebote belegten321Wenn beispielsweise ein Hochpriester, dem es geboten ist, eine Jungfrau zu heiraten (Lev. 21,13), eine Deflorierte geheiratet hat; verboten sind ihm nur Witwe, Geschiedene u. Hure.stammenden Entweihten, nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob322Nach dem das erzeugte Kind in diesem Falle entweiht ist (cf. supra Fol. 60a). Dieser Fall ist nicht mit der Ausrottung belegt, dennoch sind sowohl die männlichen als auch die weiblichen Kinder entweiht u. somit Priestern verboten.. –", "Was heißt: nicht323Er sollte erwidert haben, er sei nicht der Ansicht RE.s, sodaß die Widerlegung hinfällig ist.doch? – Er sprach zu ihnen wie folgt: ich bin nicht der Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, euch aber, die ihr dessen Ansicht seid, [erwidere ich:] ich spreche eine überlieferte Halakha.", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu ihnen: Ich spreche eine überlieferte Halakha, außerdem unterstützt mich ein Schriftvers:324Dt. 23,9.Söhne, nicht aber Töchter.", "Die Rabbanan lehrten: Söhne, nicht aber Töchter – so R. Šimo͑n. R. Jehuda sprach zu ihm: Es heißt: Söhne, die ihnen geboren werden, die dritte Generation; die Schrift hat es von der Geburt325Die durch die Mutter erfolgt; die Zählung der Generationen beginnt mit dieser, somit sind Frauen einbegriffen.abhängig gemacht.", "R. Joḥanan sagte: Hätte R. Jehuda nicht gesagt, die Schrift habe es von der Geburt abhängig gemacht, so würde er im Lehrhause Hände und Füße nicht gefunden326Seine entgegengesetzte Ansicht wäre nicht aufrecht zu erhalten.haben. Der Meister sagte ja, die Gemeinschaft der Proselyten gelte als Gemeinschaft327Sie fallen unter den Begriff ‘Gemeinde des Herrn’, von der Dt. 23,2,3,4,9 gesprochen wird, sodaß auch ihnen die da genannten Personen verboten sind.," ], [ "wieso erlangt nun ein Miçri zweiter Generation Reinigung328Von seiner Herkunft, dh. die Befähigung zur Aufnahme in die jisraél. Gemeinschaft; wenn das Verbot sich auf Frauen nicht erstreckt, so ist ihm nicht nur eine Jisraélitin, sondern auch eine Stammesgenossin verboten.!? – Vielleicht, wenn er eine Übertretung begeht und heiratet329Eine Jisraélitin od. eine bekehrte Stammesgenossin.. – Von Übertretungen330Cf. supra Fol. 10a Anm. 209.spricht die Schrift nicht331Die Schrift erlaubt die 3. Generation, u. eine solche ist nur im Falle einer Übertretung möglich.. –", "Die Schrift spricht ja vom Hurenkinde, bei dem dies der Fall ist332Die Erzeugung eines solchen kann nur durch Begehung einer Sünde erfolgen.!? – Sie spricht von einem durch Übertretung entstehenden Verbote, nicht aber von einer dadurch eintretenden Erlaubnis331Die Schrift erlaubt die 3. Generation, u. eine solche ist nur im Falle einer Übertretung möglich.. –", "Auch bei der Wiedernahme seiner Geschiedenen333Nachdem sie mit einem anderen verheiratet war; cf. Dt. 24,4.erfolgt ja die Erlaubnis durch eine Übertretung, und die Schrift spricht334Die Schrift hebt hervor, daß die Kinder erlaubt sind; cf. supra Fol. 11b.davon!? – Von dieser ist es hauptsächlich wegen des Verbotes335Daß diese selbst verboten ist, die Erlaubnis der Kinder wird nur hiervon gefolgert.geschrieben.", "Die Rabbanan lehrten: Wenn es Söhne heißt, wozu heißt es Generationen, und wenn es Generationen heißt, wozu heißt es Söhne? Hieße es nur Söhne und nicht Generationen, so könnte man glauben, der erste und der zweite Sohn seien verboten, der dritte336Sohn eines Miçri erster Generation.aber erlaubt, daher heißt es Generationen;", "und hieße es nur Generationen und nicht Söhne, so könnte man glauben, dies gelte nur für diejenigen, die am Berge Sinaj337Nach Erlöschen der 3. Generation sei dieses Gesetz aufgehoben. standen, daher heißt es338Dies gilt für alle Nachkommen.Söhne.", "324Dt. 23,9.Ihnen, von ihnen339Der Proselyt gilt als 1. Generation u. sein Enkel darf in die Gemeinde kommen.ab zähle man; ihnen340In diesem Schriftverse kommt dieses Wort 2mal vor., man richte sich nach ihrer341Wenn die Mutter richtige Jisraélitin ist, so ist trotzdem das Kind bemakelt.Bemakelung.", "Und sowohl [das Wort] ihnen als auch [die Worte] die geboren werden sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur die geboren werden geschrieben haben, so könnte man glauben, die Zählung beginne mit den Kindern, daher schrieb er ihnen; und würde der Allbarmherzige nur ihnen geschrieben haben, so könnte man glauben, wenn eine schwangere Miçrith sich bekehrt hat, gelte sie mit ihrem Sohne als eine Generation, daher schrieb er die geboren342Die Geburt gilt als neue Generation.werden.", "Und sowohl [das Wort] ihnen hierbei als auch [das Wort] ihm beim Hurenkinde343Dt. 23,3.ist nötig.", "Würde der Allbarmherzige es nur hierbei geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er von einem bemakelten Tropfen kommt, nicht aber gelte dies344Daß die Bemakelung des einen der Eltern auf die Kinder übergehe.beim Hurenkinde, das von einem unbemakelten Tropfen345Beide Eltern sind Jisraéliten u. nur der Verkehr unter ihnen war verboten.kommt;", "und würde der Allbarmherzige es nur beim Hurenkinde geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er niemals in die Gemeinde kommen darf, nicht aber gelte dies von jenem. Daher ist beides nötig.", "Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist ihr Sohn dritter Generation. Er ist demnach der Ansicht, er folge ihm.", "R. Joseph wandte ein: R. Tryphon sagte: Hurenkinder können Reinigung328Von seiner Herkunft, dh. die Befähigung zur Aufnahme in die jisraél. Gemeinschaft; wenn das Verbot sich auf Frauen nicht erstreckt, so ist ihm nicht nur eine Jisraélitin, sondern auch eine Stammesgenossin verboten.erlangen, und zwar: wenn ein Hurenkind eine Sklavin geheiratet hat, so ist der Sohn Sklave; wird er freigelassen, so ergibt es sich, daß der Sohn Freier ist. Demnach folgt er ihr!? – Anders ist es da, denn die Schrift sagt:346Ex. 21,4.das Weib und ihre Kinder347Es ist eine Bestimmung der Schrift, daß die Kinder der Sklavin zu dieser gehören.gehören ihrem Herrn.", "Raba wandte ein: R. Jehuda erzählte: Minjamin, ein miçrischer Proselyt, war mein Genosse unter den Schülern R. A͑qibas, und er sagte: Ich bin ein Miçri erster Generation und habe eine Miçrith erster Generation geheiratet; ich will meinen Sohn mit einer Miçrith zweiter Generation verheiraten, damit der Sohn meines Sohnes in die Gemeinde kommen dürfe. Wenn man sagen wollte, er folge ihm, so gilt dies ja auch von einer erster Generation!? – R. Joḥanan sagte ja zum Jünger, daß er ‘erster’ lese.", "Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist ihr Sohn zweiter Generation. Demnach folgt er der Mutter.", "Abajje sprach zu ihm: R. Joḥanan sagte, daß, wenn man ein trächtiges [Vieh] als Sündopfer abgesondert und es geworfen hat, man beliebig durch dieses oder durch das Junge Sühne erlangen kann.", "Allerdings ist dies, wenn der Fötus nicht als Glied der Mutter348Hierüber besteht ein Streit; cf. Hul. Fol. 58a.gilt, ebenso, als würde man zur Sicherheit zwei Sündopfer absondern, und R. Oša͑ja sagte, wenn man zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert hat, erlange man Sühne durch das eine und lasse das andere349Bis es ein Gebrechen bekommt u. zur Opferung untauglich wird; sodann kann es ausgelöst werden.weiden,", "wenn du aber sagst, der Fötus gelte als Glied der Mutter, so ist es das Junge eines Sündopfers, und das Junge eines Sündopfers muß man ja verenden350Vgl. Bd. II S. 620 Anm. 95.
351. Vgl. Bd. II S. 71 Anm. 137.
lassen!?", "Jener schwieg. Hierauf sprach dieser: Vielleicht ist es da anders; es heißt: die geboren, werden, somit hat die Schrift es von der Geburt abhängig gemacht. Jener erwiderte: Kopfmensch, ich sah dein Haupt zwischen den Säulen [des Lehrhauses], als R. Joḥanan folgendes352Dh. diese Erklärung stammt nicht von dir selber, vielmehr hast du sie gehört.vortrug:", "Nur hierbei, weil es heißt: die geboren werden, sonst aber gehört [die Geburt] zum Vater. – Raba sagte, wenn eine schwangere Nichtjüdin sich bekehrt hat, benötige ihr Sohn nicht des Untertauchens; weshalb benötigt er nicht des Untertauchens353Er gehört ja zum Vater.!?", "Wolltest du sagen, wegen der Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte, beim größeren Teile354Eines Haares, das beim rituellen Untertauchen vom Wasser unberührt bleibt.gelte es als Trennung355Des Wassers vom Körper; das Untertauchen ist dann ungültig., wenn man darauf achtet, nicht aber, wenn man darauf nicht356Wenn an der betreffenden Körperstelle etwas haften bleiben muß, so gilt dies überhaupt nicht als Trennung; auch hierbei gehört der Körper der Mutter zum Fötus, u. obgleich beim Untertauchen der Fötus vom Wasser unberührt bleibt, ist es für ihn gültig. achtet," ], [ "so sagte ja R. Kahana, dies gelte nur vom größeren Teile, beim ganzen aber gelte es als Trennung357In diesem Falle bleibt der ganze Körper des Fötus vom Wasser unberührt.. – Anders verhält es sich beim Fötus, dessen Wachstum auf diese Weise erfolgt358Er ist von der Mutter nicht zu trennen, sodaß dies überhaupt nicht als Trennung zu betrachten ist..", "Als Rabina kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne; haben sie sich bekehrt, so folgt es dem bemakelten unter beiden. Bei den weltlichen Völkern folgt [das Kind] dem Manne, wie gelehrt wird: Woher, daß, wenn jemand von den Völkern359Außer den Dt. 7,1 genannten, die schlechthin Kenaa͑niter genannt werden; diese müssen nach Dt. 20,16 ausgerottet werden.einer Kenaa͑niterin beigewohnt und von ihr einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen darf? Es heißt: 360Lev. 25,45.und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen mögt ihr erwerben.", "Man könnte glauben, wenn einer von den Kenaa͑nitern einer [Person] von den Völkern beigewohnt und von ihr einen Sohn gezeugt hat, dürfe man ihn ebenfalls als Sklaven kaufen, so heißt es:360Lev. 25,45.die sie in eurem Lande gezeugt haben; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen361Das Kind gehört, zum Manne, der es gezeugt hat..", "«Haben sie sich bekehrt, so folgt es dem bemakelten unter beiden.» In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ein Miçri eine Ammoniterin geheiratet362Die Mutter darf sofort u. der Vater erst nach der 3. Generation in die Gemeinde kommen.hat, wieso nach dem bemakelten unter beiden, es heißt ja A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin363Sie ist überhaupt nicht bemakelt.!? – Vielmehr, wenn ein A͑mmoniter eine Miçrith geheiratet hat. Ist es ein männliches [Kind], so gehört es364Es darf niemals in die jüd. Gemeinde kommen.zum A͑mmoniter, ist es ein weibliches, so gehört es zur Miçrith365Erst ihr Enkel darf in die Gemeinde kommen, obgleich a͑mmonitische Frauen im Verbote nicht einbegriffen sind..", "iii,2HURENKINDER UND NETHINIM SIND VERBOTEN, UND DAS VERBOT GILT EWIG, SOWOHL FÜR MÄNNER ALS AUCH FÜR FRAUEN.", "GEMARA. Reš Laqiš sagte: Eine Hurentochter366Die weibl. Form des W.s Hurenkind läßt sich in der Übersetzung nicht wiedergeben.ist nach zehn Generationen erlaubt, denn dies ist durch [das Wort] zehnte367Das sowohl beim Hurenkinde (Dt. 23,3) als auch beim A͑mmoniter u. Beim Moabiter (ib. V. 4) gebraucht wird.von A͑mmoniter und Moabiter zu folgern: wie bei diesen Frauen erlaubt sind, ebenso sind bei jenem Frauen erlaubt. –", "Demnach sollten, wie die einen es sofort sind, auch die anderen es sofort sein!? – [Der Schluß durch] Wortanalogie ist nur von der zehnten [Generation] ab anwendbar368Von 10 Generationen lehrt die Schrift ausdrücklich, daß sie verboten sind, da etymologisch im W.e ‘Hurenkind’ auch Frauen einbegriffen sind (vgl. Anm. 264); der Schluß kann sich nur auf die nicht ausdrückl. genannten beziehen.. –", "Wir haben ja aber gelernt, Hurenkinder und Nethinim seien verboten, und das Verbot gelte für ewig, sowohl für Männer als auch für Frauen!? – Das ist kein Einwand; einer ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man folgere eine Sache in jeder369Wenn von einem in der Schrift befindlichen Gesetze ein anderes durch Analogie gefolgert wird, so gleicht es diesem in allen Einzelheiten; hierbei wird hinsichtl. des Hurenkindes vom A͑mmoniter gefolgert u. sie gleichen einander auch inbetreff der Ausschließung der Frauen, jed. nur von der 10. Generation ab, da für die früheren die Anwendung der Analogie nicht nötig ist.Hinsicht,", "und einer ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man folgere und belasse sie bei ihrer Bestimmung370Man folgere nur die Hauptsache, während hinsichtl. der Einzelheiten die sonst geltenden Bestimmungen bestehen; hierbei lautet die Bestimmung, daß unter ‘Hurenkind’ auch Frauen einbegriffen sind, u. durch die sowohl beim A͑mmoniter als auch beim Hurenkind gebrauchten W.e ‘zehnte Generation’ wird gefolgert, daß darunter auch bei letzterem alle Ewigkeit zu verstehen sei, wie dies bei ersterem ausdrücklich angegeben ist..", "Man fragte R. Elie͑zer, wie es sich mit einer Hurentochter nach zehn Generationen verhalte. Dieser erwiderte: Wenn mir jemand die dritte Generation vorführt, erkläre ich sie als rein. Er ist nämlich der Ansicht, Hurenkinder pflanzen sich nicht371Wörtl. leben nicht; es gibt keine 3. Generation.fort. Ebenso sagte R. Hona, Hurenkinder pflanzen sich nicht fort. –", "Wir haben ja aber gelernt, Hurenkinder seien verboten, und das Verbot gelte für ewig!? R. Zera erwiderte: Mir wurde von R. Jehuda erklärt: von denen man es372Daß sie Hurenkinder sind; man wird nicht veranlaßt, sich mit ihnen zu vermischen.weiß, pflanzen sich fort, von denen man es nicht weiß, pflanzen sich nicht fort, von denen man es [weiß, jedoch] nicht [sicher] weiß, pflanzen sich drei Generationen fort, mehr aber nicht.", "Einst war einer in Nachbarschaft R. Amis, und er ließ über ihn bekannt machen, daß er Hurenkind sei. Dieser weinte darüber. Da sprach er zu ihm: Ich habe dir Leben verschafft.", "R. Ḥana b. Ada sagte: David verhängte das Verbot über die Nethinim, denn es heißt:373iiSam. 21,2.und der König berief die Gibeo͑niten374Identisch mit den Nethinim (Tempeldiener); cf. Jos. Kap. 9.und sprach zu ihnen; die Gibeo͑niten aber waren nicht von den Kindern Jisraél &c. –", "Weshalb verhängte er dies über sie? – Es heißt:375iiSam. 21,1.und es war eine Hungersnot in den Tagen Davids drei Jahre lang, Jahr auf Jahr. Im ersten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Götzenanbeter? Es heißt nämlich:376Dt. 11,16,17.wenn ihr fremden Göttern dienet und euch vor ihnen niederwerft &c., so verschließt er den Himmel, daß es keinen Regen gibt &c. Sie forschten nach und fanden keine.", "Im zweiten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Leute der Sünde? Es heißt nämlich:377Jer. 3,3.vorenthalten wurde der Regen und Spätregen kam nicht, und die Stirn eines buhlerischen Weibes hattest du &c. Sie forschten nach und fanden keine.", "Im dritten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Leute, die öffentlich Almosen versprechen und nicht geben? Es heißt nämlich:378Pr. 25,14.Gewölk und Wind ohne Regen, so ist ein Mann, der sich einer Gabe fälschlich rühmt. Sie forschten nach und fanden keine.", "Da sprach er: Es liegt also nur an mir. Hierauf:375iiSam. 21,1.da betete David vor dem Antlitz des Herrn. – Was bedeutet dies? Reš Laqiš erwiderte: Er befragte das Orakel379Im Texte: Urim und Tummím; cf. Ex. 28,30.. –", "Wieso geht dies hieraus hervor? R. Elea͑zar erwiderte: Es ist aus [dem Worte] Antlitz zu entnehmen; hier heißt es: da betete David vor dem Antlitz des Herrn, und dort heißt es:380Num. 27,21.und er befragte das Urteil der Urim vor dem Antlitz des Herrn.", "375iiSam. 21,1.Da sprach der Herr: Wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. Wegen Šaúls, weil er nicht nach Gebühr betrauert worden ist; wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. Wo finden wir, daß Šaúl die Gibeo͑niten getötet hat? Vielmehr, er mordete die Priesterstadt Nob, die sie mit Wasser und Nahrung versorgte, und dies rechnet ihm die Schrift an, als hätte er sie getötet. –", "Er klagte an, daß Šaúl nicht nach Gebühr betrauert worden ist, und er klagte an, daß dieser die Gibeo͑niten getötet hat!? – Allerdings, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:381Zeph. 2,3.suchet den Herrn all ihr Demütigen des Landes, die nach seinem Rechte handeln; wo sein Recht, da seine Handlungen382Wenn gegen einen Anklage erhoben u. über ihn Recht gesprochen wird, nennt man auch seine guten Handlungen; dies war auch dann der Fall..", "David sprach dann: Über Šaúl383Dh. seit seinem Tode.sind bereits" ], [ "zwölf Monate, ein Jahr, verstrichen, und es ist nicht üblich, eine Trauer [so spät] zu veranstalten;", "wir wollen aber die Gibeo͑niten rufen und sie besänftigen.384iiSam. 21,2,3,4,6.Und der König berief die Gibeo͑niten und sprach zu ihnen &c. Was soll ich euch tun und womit werde ich Sühne haben, daß ihr das Erbe des Herrn segnet. Die Gibeo͑niten sprachen zu ihm: Es ist uns nicht um Gold und Silber mit Šaúl und seinem Hause, auch ist es uns nicht darum, einen Mann &c. Man gebe uns sieben Männer von seinen Söhnen, wir wollen sie aufhängen vor dem Herrn &c. Er wollte sie besänftigen; sie aber ließen sich nicht besänftigen.", "Da sprach er: Diese Nation385Die Jisraéliten.ist durch drei Eigenschaften gekennzeichnet: barmherzig, schamhaft und mildtätig. Barmherzig, denn es heißt:386Dt. 13,18.er wird dir Barmherzigkeit geben und sich deiner erbarmen und dich mehren. Schamhaft, denn es heißt:387Ex. 20,20.damit seine Furcht auf eurem Angesichte sei. Mildtätig, denn es heißt:388Gen. 18,19.damit er befehle seinen Söhnen und seinem Hause389Weiter folgt: צדקה zu üben, das im Späthebräischen die Bedeutung Mildtätigkeit, Almosen, hat.&c. [Nur] wer diese drei Eigenschaften hat, ist würdig, dieser Nation angeschlossen zu werden390Sie zeigten sich rachsüchtig, daher schloß er sie aus der Gemeinde aus..", "391iiSam. 21,8.Da nahm der König die beiden Söhne der Riçpa, der Tochter Ajas, die sie dem Šaúl geboren. Armoni und Mephibošeth, und die fünf Söhne der Mikhal, der Tochter Šaúls, die sie geboren dem A͑driél, Sohn Barzilajs, aus Meḥola. Weshalb gerade diese? R. Hona erwiderte: Er ließ sie392Alle Nachkommen Šaúls.vor die Bundeslade führen; den die Bundeslade aufnahm, war für den Tod bestimmt, und den die Bundeslade nicht aufnahm, blieb leben.", "R. Ḥana b. Qaṭṭina wandte ein:393iSam. 21,7.Und der König hatte Mitleid mit Mephibošeth, dem Sohne Jehonathans, des Sohnes Šau͑ls394Ihr Schicksal hing ja von der Bundeslade ab.!? – Er ließ ihn nicht vorführen. –", "Gab es denn hierbei eine Bevorzugung!? – Vielmehr, er ließ ihn vorführen und sie nahm ihn auch auf, jedoch flehte er für ihn um Erbarmen, und sie gab ihn frei. – Aber auch hierin liegt ja eine Bevorzugung395Da ihn die Bundeslade bereits aufgenommen hatte, mußte an seiner Stelle ein anderer sterben.!? – Vielmehr, er flehte um Erbarmen, daß die Bundeslade ihn nicht aufnehme. –", "Es heißt ja aber:396Dt. 24,16.nicht sollen Väter um Kinder getötet werden &c.!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Lieber werde ein Buchstabe aus der Tora entwurzelt, als daß der Name des Himmlischen öffentlich entweiht werde397Man sollte nicht sagen, Gott ließ die Hinmordung der Gibeo͑niten ungestraft..", "398iiSam. 21,10.Da nahm Ripça, die Tochter Ajas, einen Sack und spannte ihn auf dem Felsen auf, vom Beginne der Ernte, bis vom Himmel Wasser auf sie niederfiel, und ließ des Tages die Vögel des Himmels nicht auf ihnen ruhen, noch des Nachts das Getier des Feldes. Es heißt ja aber:399Dt. 21,23.du sollst seine Leiche nicht übernachten lassen an dem Holze!?", "R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Mag ein Buchstabe aus der Tora entwurzelt werden, damit der Name des Himmlischen öffentlich geheiligt werde. Die Vorübergehenden erkundigten sich, welches Bewenden es mit diesen habe, und [man sagte ihnen,] es seien königliche Prinzen. – Was haben sie getan? – Sie vergriffen sich an eingewanderten400Wörtl. sich mitschleppenden, dh. die man als Proselyten nicht aufnehmen will, sich jed. aufdrängen.Fremdlingen. Alsdann sprachen jene: Es gibt keine Nation, die gleich dieser würdig ist, daß man sich ihr anschließe. Wenn es königlichen Prinzen [so erging], um wieviel mehr Gemeinen; wenn wegen eingewanderten Fremdlingen, um wieviel mehr wegen Jisraéliten.", "Hierauf kamen zu Jisraél hundertfünfzigtausend [Mann] hinzu, wie es heißt: 401iReg. 5,29.Und Šelomo hatte siebzigtausend Lastträger und achtzigtausend Steinhauer im Gebirge. – Vielleicht waren es Jisraéliten!? – Das ist nicht anzunehmen, denn es heißt:402Ib. 9,22.von den Kindern Jisraél aber machte Šelomo niemand zum Knechte. –", "Vielleicht nur Lohnarbeiter403Die richt. Lesart ist wohl רוזגר (pers. Tagelöhner); in ed. Pesaro 1509 transmutiert רוגזר, u. in späteren Drucken bis auf דונגר verstümmelt, worin Luzzatto (Hebr. Briefe p. 833) das deutsche (aus dem Persischen entlehnte) dingen (‘gedungener Mann’) finden will.!? – Vielmehr hieraus:404iiChr. 2,16,17.und Šelomo zählte alle Fremdlinge, die im Lande Jisraél wohnten &c. und es fanden sich hundertfünfzigtausend &c. und er machte von ihnen siebzigtausend Lastträger und achtzigtausend Steinhauer im Gebirge.", "War es denn David, der das Verbot über die Nethinim verhängte, dies tat ja Moše, denn es heißt:405Dt. 29,10.von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer406Er nennt sie besonders, wonach sie nicht zu den Jisraéliten gehörten, u. diese Arbeiten wurden von den Nethinim verrichtet.!? – Moše hatte es nur für jene Generation verhängt, David aber verhängte es für alle Generationen. –", "Aber immerhin war es ja Jehošua͑, der dies über sie verhängte, denn es heißt:407Jos. 9,27.und Jehošua͑ machte sie an diesem Tage zu Holzhauern und Wasserschöpfern für die Gemeinde und für den Altar des Herrn!? – Jehošua͑ verhängte es für die Zeit, da der Tempel bestand, David aber verhängte es auch für die Zeit, da der Tempel nicht besteht." ], [ "In den Tagen Rabbis wollten sie die Nethinim erlauben, da sprach Rabbi zu ihnen: Wir können wohl auf unseren Anteil verzichten, wer aber soll auf den Anteil des Altars408Der durch die Aufhebung ihrer Leibeigenschaft Schaden erleiden würde.verzichten!?", "Er streitet somit gegen R. Ḥija b. Abba, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Anteil der Gemeinde ist ewig409Solange ihre Leibeigenschaft nicht durch einen gerichtlichen Beschluß aufgehoben wird.verboten, der Anteil des Altars ist, wenn der Tempel besteht, verboten, und wenn der Tempel nicht besteht, erlaubt.", "ivR. JEHOŠUA͑ SAGTE: ICH HÖRTE, DER KASTRAT HABE DIEALIÇA ZU VOLLZIEHEN UND DIEALIÇA SEI AN SEINER FRAU ZU VOLLZIEHEN, DER KASTRAT HABE DIEALIÇA NICHT ZU VOLLZIEHEN UND DIEALIÇA SEI AN SEINER FRAU NIGHT ZU VOLLZIEHEN; ICH WEISS DIES410In welchem Falle das eine u. in welchem Falle das andere Geltung hat.NICHT ZU ERKLÄREN.", "DA SPRACH R. A͑QIBA: ICH WILL DIES ERKLÄREN: DER DURCH MENSCHENHAND KASTRIERTE VOLLZIEHE DIEALIÇA, AUCH IST DIEALIÇA AN SEINER FRAU ZU VOLLZIEHEN, DA ER SICH EINST IM ZUSTANDE DER TAUGLICHKEIT BEFAND; DER NATURKASTRAT VOLLZIEHE DIEALIÇA NICHT, AUCH IST AN SEINER FRAU DIEALIÇA NICHT ZU VOLLZIEHEN, DA ER SICH NIE IM ZUSTANDE DER TAUGLICHKEIT BEFAND.", "R. ELIE͑ZER SPRACH: NICHT DOCH, VIELMEHR VOLLZIEHE DER NATURKASTRAT DIEALIÇA, AUCH IST DIEALIÇA AN SEINER FRAU ZU VOLLZIEHEN, DA ES FÜR IHN EINE HEILUNG GIBT; DER DURCH MENSCHENHAND KASTRIERTE VOLLZIEHE DIEALIÇA NICHT, AUCH IST DIEALIÇA AN SEINER FRAU NICHT ZU VOLLZIEHEN, DA ES FÜR IHN KEINE HEILUNG GIBT.", "R. JEHOŠUA͑ B. BETHERA BEKUNDETE, DASS MAN AN DER FRAU DES BEN MEGOSETH411Viell, weibl. Berufsname (vom syr. מגוסא), Sohn einer Köchin., EINES DURCH MENSCHENHAND KASTRIERTEN IN JERUŠALEM, DIE SCHWAGEREHE VOLLZOG, ZUR BESTÄTIGUNG DER WORTE R. A͑QIBAS.", "vDER KASTRAT VOLLZIEHE WEDER DIEALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE, EBENSO IST AN DER STERILEN WEDER DIEALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "WENN EIN KASTRAT AN SEINER SCHWÄGERIN DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO HAT ER SIE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; HAT ER IHR BEIGEWOHNT, SO HAT ER SIE UNTAUGLICH GEMACHT, WEIL ES EINE BEIWOHNUNG DER UNZUCHT412Wörtl. der Hurerei; sie ist für Priester nicht als Ḥaluça, sondern als Hure (cf. Lev. 21,7) verboten.IST. EBENSO HABEN DIE BRÜDER, WENN SIE AN EINER STERILEN DIEALIÇA VOLLZOGEN HABEN, SIE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; HABEN SIE IHR BEIGEWOHNT, SO HABEN SIE SIE UNTAUGLICH GEMACHT, WEIL ES EINE BEIWOHNUNG DER UNZUCHT IST.", "GEMARA. Merke, wir wissen ja von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, mit einem Verbote belegte413Cf. supra Fol. 49a. Auch der geschlechtliche Verkehr eines durch Menschenhand Kastrierten mit einer Jisraélitin ist mit einem Verbote belegt.gleichen den mit der Ausrottung belegten, und die mit der Ausrottung belegten haben ja die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen!?", "R. Ami erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sein Bruder eine Proselytin geheiratet hat, und R. A͑qiba ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, die Gemeinschaft der Proselyten heiße nicht Gemeinschaft414In die der Kastrat nach Dt. 23,2 nicht kommen darf; seine Heirat mit einer Proselytin ist nicht verboten.. –", "Demnach sollte er auch die Schwagerehe vollziehen!? – Dem ist auch so, da aber R. Jehošua͑ nur von der Ḥaliça spricht, spricht er ebenfalls nur von der Ḥaliça.", "Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: R. Jehošua͑ b. Bethera bekundete, daß man an der Frau des Ben Megoseth, eines durch Menschenhand Kastrierten in Jerušalem, die Schwagerehe vollzog, zur Bestätigung der Worte R. A͑qibas. Schließe hieraus.", "Rabba wandte ein: Der Quetschverstümmelte, der Ergußdurchschnittene, der durch Menschenhand Kastrierte und der Greis können die Ḥaliça und die Schwagerehe vollziehen. Und zwar: wenn diese gestorben sind und Brüder und Frauen hinterlassen haben, so ist, wenn die Brüder an ihre Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet.", "Wenn ihre Brüder gestorben sind und diese an ihre Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, so ist ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet, jedoch dürfen sie sie nicht behalten, denn es heißt:415Dt. 23,2.es komme kein Quetschverstümmelter und kein Ergußdurchschnittener in die Gemeinde des Herrn. Hier wird also von der Gemeinschaft416Von richtigen Jisraélitinnen; diese Lehre vertritt die Ansicht RA.s.gesprochen!?", "Vielmehr, erklärte Rabba, wenn sie ihm zufiel und er nachher verstümmelt worden417Die Gebundenheit trat bereits ein u. zur Aufhebung derselben ist die Ḥ. erforderlich.ist.", "Abajje sprach zu ihm: Das Verbot des Verstümmelten sollte doch das Gebot der Schwagerehe aufheben!? Wir haben ja gelernt: R. Gamliél sagte: Hat jene418Die minderjährige Frau des Schwagers; hierüber weit. Fol. 109a.die Weigerung erklärt, so ist es recht,", "wenn aber nicht, so warte sie, bis jene großjährig ist, sodann ist sie als Schwester seiner Frau frei. Demnach hebt das Verbot der Schwester seiner Frau dies419Die Pflicht der Schwagerehe.auf, ebenso sollte auch hierbei das Verbot des Verstümmelten dies aufheben.", "Vielmehr, erklärte R. Joseph, dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, welcher sagt, [der Abkömmling] der wegen Blutsverwandtschaft mit einem Verbote belegten sei Hurenkind und der mit einem gewöhnlichen Verbote belegten420Cf. supra Fol. 49a.sei kein Hurenkind421Der Verstümmelte ist nicht wegen Blutsverwandtschaft verboten, somit gleicht er nicht den mit der Ausrottung belegten u. hat die Schwagerehe zu vollziehen.. –", "Man sollte doch hierauf beziehen:422Dt. 25,7.seinem Bruder einen Namen zu erhalten, wofür dieser nicht geeignet423Selbst wenn er einst begattungsfähig war.ist!?", "Raba erwiderte: Wenn dem so424Daß die ehemalige Zeugungsfähigkeit nicht berücksichtigt wird.wäre, so gäbe es keine für die Schwagerehe geeignete Frau, deren Mann nicht kurz vor seinem Tode Naturkastrat425Dh. zeugungsunfähig: wer die Schwagerehe nicht vollziehen kann, an dessen Frau ist sie auch nicht zu vollziehen.geworden ist. –", "Gegen R. Elie͑zer426Nach dem der frühere Zustand der Tauglichkeit nicht zu berücksichtigen ist.ist ja die Erwiderung Rabas einzuwenden!? –", "Hierbei427Wenn jemand vor seinem Tode aus Schwäche zeugungsunfähig wird.hat nur das Hinscheiden begonnen428Seine Unfähigkeit ist nur eine Schwäche u. er gilt nicht als Kastrat..", "Welcher heißt Naturkastrat? R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte im Namen R. Joḥanans:" ], [ "Der nie im Zustande der Tauglichkeit429Mit verstümmelten Geschlechtsorganen geboren.war. Woher weiß man dies? Abajje erwiderte: Wenn er Wasser läßt und keinen Bogen macht. –", "Woher kommt dies? – Wenn seine Mutter in der Mittagsonne gebacken430Der übermäßigen Hitze der Sonne u. des Backofens ausgesetzt war.und verschnittenen431So richt. trotz der anders lautenden etymologischen Erklärung der Lexikographen.Met getrunken hat. R. Joseph sagte: Das ist es, was ich Ami sagen hörte: der schon aus dem Mutterleibe geschlagen ist, und ich wußte nicht, worauf dies sich beziehe. –", "Es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht ist er inzwischen genesen!? – Da er von Anfang an geschlagen war und auch jetzt es ist, so ist dies nicht zu berücksichtigen.", "R. Mari wandte ein: R. Ḥanina b. Antigonos sagt, man untersuche es dreimal innerhalb achtzig Tagen432Anfangs, am Ende u. in der Mitte; die betreffende Lehre spricht von einer Erstgeburt mit einem Leibesfehler, der nur dann als solcher gilt, wenn er 80 Tage anhält; hierbei ist eine Untersuchung in der Mitte nötig, weil angenommen wird, der Leibesfehler kann inzwischen geheilt u. wieder erschienen sein.!? –", "Bei einem Gliede berücksichtige man dies, beim ganzen Körper berücksichtige man es nicht.", "R. ELIE͑ZER SPRACH: NICHT DOCH &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn er433Der Schwager, der die Schwagerehe zu vollziehen hat.mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können jene434Die Verwandten der Witwe, die sie von der Schwagerehe befreien wollen.den Beweis antreten, daß er zwanzig Jahre alt ist, und er gilt als Kastrat, der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen kann. Wenn sie mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können diese435Seine Verwandten, die gegen die Schwagerehe sind.den Beweis antreten, daß sie zwanzig Jahre alt ist, und sie gilt als steril, an der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist – so die Schule Hillels. Die Schule Šammajs sagt, bei beiden erfolge dies mit achtzehn Jahren.", "R. Elie͑zer entscheidet beim Manne nach der Schule Hillels und beim Weibe nach der Schule Šammajs, weil ein Weib sie früher bekommt als ein Mann436Demnach hat nach RE. der Naturkastrat die Schwagerehe nicht zu vollziehen..", "Rami b. Diquli erwiderte im Namen Šemuéls: R. Elie͑zer trat davon437Von einer der einander widersprechenden Ansichten.zurück. Sie fragten: Wovon trat er zurück? – Komm und höre, es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Der Naturkastrat vollziehe die Ḥaliça, auch ist die Ḥaliça an seiner Frau zu vollziehen, denn derartige438Diese Lehre stimmt mit unserer Mišna überein, auch wird sie begründet.werden in Alexandrien in Miçrajim geheilt.", "R. Elea͑zar erwiderte: Tatsächlich trat er davon nicht zurück, und jene Lehre439Daß ein Mann mit 20 u. ein Weib mit 18 Jahren als großjährig gilt.bezieht sich auf die Strafmündigkeit.", "Es wurde gelehrt: Wenn er440Hier wird von einem Kastraten gesprochen u. das männliche Pronomen gebraucht, dennoch kann es sich nur um eine weibl. Person handeln, da die Altersgrenzen von 12 u. 18 Jahren nur bei einer solchen zutreffen.im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren Talg gegessen441Dies wird stets als Spezimen für ein gewöhnliches strafbares Verbot angeführt.hat, und sich an ihm die Merkmale des Kastraten gezeigt haben, nachher aber zwei Haare bekommen hat, so gilt er, wie Rabh sagt, rückwirkend442Für die Zeit von 12 bis 18 Jahren; obgleich er keine Haare hatte, gilt er hinsichtl. der Strafmündigkeit als erwachsen, da das Ausbleiben derselben seiner Eigenschaft als Kastrat zugeschrieben wird, obgleich er später solche bekommen hat.als Kastrat. Šemuél sagt, er war dann Minderjähriger443Erst bei der Feststellung, daß er Kastrat ist, wird er als Erwachsener behandelt..", "R. Joseph wandte gegen Rabh ein: Demnach sollte doch nach R. Meír eine Sterile die Buße444Vom Notzüchter, die er an den Vater zu zahlen hat (cf. Dt. 22,29); nach RM. erhält sie eine Minderjährige nicht, u. diese sollte rückwirkend als Erwachsene gellen.erhalten!?", "Abajje erwiderte: Diese ist aus der Minderjährigkeit in die Mannbarkeit445Sie war überhaupt nicht ‘Jungfrau’ im Sinne des Gesetzes, u. nur eine solche erhält die Buße; die Minderjährige, unter 12 Jahren, u. die Mannbare, über 14 Jahre, erhalten sie nicht.gekommen.", "Da sprach jener zu ihm: Derartig schöne Dinge mögen in meinem Namen gesagt werden! Es wird auch gelehrt: Der Kastrat wird nicht als mißratener und widerspenstiger Sohn446Cf. Dt. 21,18.gerichtet, weil der mißratene und widerspenstige Sohn nur dann gerichtet werden kann, wenn er unten einen Bart447Cf. Syn. Fol. 68b.hat. Ebenso wird die Sterile nicht als verlobte Jungfrau448Wegen des geschlechtl. Verkehrs mit einem fremden Manne; cf. Dt. 22,23.gerichtet, weil sie aus der Minderjährigkeit in die Mannbarkeit gekommen449Die Schrift spricht von einer Jungfrau.ist.", "R. Abahu sagte: Bei den Merkmalen des Kastraten, der Sterilen und des Achtmonatskindes450Ein solches gilt als nicht lebensfähig, u. erst mit 20 Jahren ist seine Lebensfähigkeit festgestellt.treffe man eine Entscheidung451Hinsichtl. ihrer Großjährigkeit., erst wenn sie zwanzig Jahre alt sind. –", "Ist ein Achtmonatskind denn lebensfähig, es wird ja gelehrt, das Achtmonatskind gleiche einem Steine und man dürfe es nicht452Am Šabbath, an dem jede Arbeitsleistung verboten ist, auch die Fortbewegung einer Sache, die an diesem Tage nicht benutzt werden darf.umhertragen," ], [ "wegen der Lebensgefahr453Der Mutter, die durch das Zurückbleiben der Milch erkranken kann.aber dürfe seine Mutter sich über dieses niederbeugen und es säugen!? – Dies gilt von dem Falle, wenn seine Kennzeichen454Der Lebensfähigkeit.nicht455So besser nach Handschriften u. Alfasi.entwickelt sind. Es wird nämlich gelehrt: Ein Achtmonatskind ist dasjenige, dessen [Schwangerschafts]monate nicht voll sind. Rabbi sagt, die Kennzeichen, Haare und Nägel beweisen es, denn sie sind nicht vollständig entwickelt. Nur wenn diese nicht entwickelt sind, wenn sie aber entwickelt sind, sage man, es sei ein Siebenmonatskind456Ein solches ist lebensfähig., und bei der Geburt verspätet457Dennoch treffe man nach RA. eine endgültige Entscheidung erst im Alter von 20 Jahren.. –", "Einst erfolgte bei einer Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreist war, eine Verspätung von zwölf Monaten, einem Jahre, und Raba Tospaáh erklärte [das Kind] als legitim; er entschied somit nach Rabbi, welcher sagt, es gebe eine verspätete [Geburt]458Während er nach der Mehrheit entscheiden sollte.!? –", "Da auch R. Šimo͑n b. Gamliél der Ansicht ist, es gebe eine verspätete [Geburt], so entschied er nach der Mehrheit. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was beim Menschen459Als Ggs. zum Vieh.dreißig Tage alt wurde, ist keine Fehlgeburt460Auch wenn es mit 8 Monaten geboren ist, da es ein verspätetes Siebenmonatskind ist..", "Die Rabbanan lehrten: Naturkastrat ist derjenige, der mit zwanzig Jahren keine zwei Haare461An der Scham, diese gelten als Pubertätszeichen.bekommen hat, und selbst wenn er sie später bekommt, gilt er in jeder Hinsicht als Kastrat. Folgende sind seine Kennzeichen: er hat keinen Bart, sein Haar ist weich und seine Haut glatt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt im Namen des R. Jehuda b. Jaír, dessen Urin nicht schäumt.", "Manche sagen, der Wasser läßt und keinen Bogen macht. Manche sagen, dessen Same blaß462Statt דהחו ist mit A͑rukh u. Maimonides (הלכות אישות Kap. 2 § 13) דיהה zu lesen.ist. Manche sagen, dessen Urin nicht übelriechend wird. Manche sagen, dessen Leib beim Baden in der Regenzeit keine Wärme ausstrahlt. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, dessen Stimme weich und zwischen eines Mannes und eines Weibes nicht zu unterscheiden ist.", "Eine Sterile ist diejenige, die mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, und selbst wenn sie sie später bekommt, gilt sie in jeder Hinsicht als Sterile. Folgende sind ihre Kennzeichen: sie hat keine Brüste und hat Schmerzen bei der Beiwohnung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die keinen Venusberg wie andere Weiber hat. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, deren Stimme grob und zwischen eines Weibes und eines Mannes nicht zu unterscheiden ist.", "Es wurde gelehrt: Die Kennzeichen des Kastraten gelten, wie R. Hona sagt, wenn alle vorhanden sind, und wie R. Joḥanan sagt, auch wenn eines von ihnen. Wenn er zwei Haare am Barte463Cf. Syn. Fol. 68b.bekommen hat, stimmen alle überein, daß er es nur dann ist, wenn sie alle vorhanden sind, sie streiten nur über den Fall, wenn er keine bekommen hat. –", "Demnach ist Rabba b. Abuha, der zu den Rabbanan sagte, daß sie R. Naḥman untersuchen mögen, ob sein Leib Wärme ausströme, erst dann werde er ihm seine Tochter geben, der Ansicht R. Honas464Da ihm das Fehlen des einen Merkzeichens genügte.? – Nein, R. Naḥman hatte einzelne Barthaare.", "DER KASTRAT VOLLZIEHE WEDER DIEALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE, EBENSO IST AN DER STERILEN &C. Er lehrt hier vom Kastraten wie von der Sterilen, wie die Sterile durch himmlische Fügung, ebenso der Kastrat durch himmlische Fügung: eine anonyme Lehre nach R. A͑qiba, welcher sagt, nur durch Menschenhand, nicht aber durch himmlische Fügung465In diesem Falle vollziehe er die Ḥ. nicht; cf. supra Fol. 79b..", "WENN EIN KASTRAT AN SEINER SCHWÄGERIN DIEALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO HAT ER SIE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT &C. Nur wenn er ihr beigewohnt466Ist sie für Priester untauglich.hat, nicht aber, wenn ein anderer ihr beigewohnt hat;" ], [ "demnach wäre dies eine Widerlegung des R. Hamnuna, welcher sagte, eine Anwärtern! der Schwagerehe, die gehurt hat, sei ihrem Schwager verboten467Da sie als Ehebrecherin gilt; sie ist daher auch Priestern verboten.? – Nein, dasselbe gilt auch von einem anderen, da er aber im Anfangsatze von ihm selbst lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze von ihm selbst.", "EBENSO HABEN DIE BRÜDER, WENN SIE AN DER STERILEN DIEALIÇA VOLLZOGEN HABEN &C. Nur wenn sie ihr beigewohnt466Ist sie für Priester untauglich.haben, nicht aber, wenn sie ihr nicht beigewohnt haben; nicht nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagt, die Sterile gelte als Hure468Sie ist Priestern verboten; cf. supra Fol. 61b..", "viWENN EIN PRIESTER, DER NATURKASTRAT IST, EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO BERECHTIGT ER SIE HEBE ZU ESSEN. R. JOSE UND R. ŠIMO͑N SAGEN, WENN EIN PRIESTER, DER ZWITTER IST, EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, BERECHTIGE ER SIE HEBE ZU ESSEN.", "R. JEHUDA SAGT, EIN GESCHLECHTSLOSER, DER AUFGERISSEN469Die verwachsenen Geschlechtsorgane freigelegt worden sind.UND ALS MANN BEFUNDEN WIRD, VOLLZIEHE DIEALIÇA NICHT, WEIL ER EINEM KASTRATEN GLEICHT. DER ZWITTER KANN HEIRATEN, ABER NICHT GEHEIRATET WERDEN. R. ELIE͑ZER SAGT, WEGEN DES ZWITTERS470Wegen des geschlechtl. Verkehrs mit diesem.MACHE MAN SICH DER STEINIGUNG SCHULDIG, WIE WEGEN EINES MANNES.", "GEMARA. Selbstverständlich471Daß der Naturkastrat seine Frau Hebe zu essen berechtigt, da er zu den Dt. 23,2 aufgezählten Personen nicht gehört u. seine Heirat gültig ist.!? – Man könnte glauben, der Zeugungsfähige berechtige zu essen, der Zeugungsunfähige berechtige nicht zu essen, so lehrt er uns.", "R. JOSE UND R. ŠIMO͑N SAGEN &C. DER ZWITTER &C. Reš Laqiš sagte: Er berechtigt sie Hebe zu essen, nicht aber Brust und Schenkel472Cf. supra Fol. 63b Anm. 85.zu essen. R. Joḥanan aber sagt, er berechtige sie auch Brust und Schenkel zu essen. – Nach Reš Laqiš gilt dies wohl von Brust und Schenkel deshalb, weil diese nach der Tora [zu entrichten] sind, und dies gilt ja auch von der Hebe nach der Tora!? –", "Hier wird von der Hebe in der Jetztzeit gesprochen, die rabbanitisch473Nach der Tora braucht sie nur zur Zeit des Tempels entrichtet zu werden.ist. – Weshalb lehrt er, wenn dies nicht von der Zeit gilt, wo der Tempel besteht, daß er sie Brust und Schenkel zu essen nicht berechtigt, sollte er doch bei [der Hebe] selbst einen Unterschied machen: dies gilt nur von der rabbanitischen Hebe, nicht aber von der Hebe der Tora!? –", "Das sagt er auch: er berechtigt sie Hebe zu essen nur in der Jetztzeit, wo sie rabbanitisch ist, nicht aber berechtigt er sie dazu zur Zeit, wo Brust und Schenkel [zu entrichten474Diese sind nur zur Zeit des Tempels zu entrichten. sind], nicht einmal zur rabbanitischen Hebe475Von Baumfrüchten, die in der Tora nicht genannt sind., denn er könnte veranlaßt werden, sie Hebe der Tora essen zu lassen.", "«R. Joḥanan aber sagt, er berechtige sie auch Brust und Schenkel zu essen.» R. Joḥanan sprach zu Reš Laqiš Du bist wohl der Ansicht, die Hebe sei in der Jetztzeit rabbanitisch? Dieser erwiderte: Allerdings, ich lese476In der weiter folgenden Lehre von dem Falle, wenn Genußmittel von Hebe mit Hundertfachem von Profanem vermischt worden sind.: ein Feigenkuchen478Ein zusammengepreßter Block von Feigen, wie solche in den Handel kommen; derartige Kuchen haben einen wesentlichen Wert u. werden einzeln gezählt (hierüber weiter), dennoch wird gelehrt, daß, wenn einer von Hebe in 100 profane, od. einer von unreiner Hebe in 100 reine gekommen ist, dieser sich verliere, u. dies kann nur von der rabbanitischen Hebe gelten. unter Feigenkuchen geht auf.", "Jener entgegnete: ich lese: ein Stück479Einzelne Stücke haben keinen wesentlichen Wert u. werden nicht immer besonders gezählt, sondern en bloc verkauft; nur solche verlieren sich. unter Stücken. Du glaubst wohl, die Lesart sei: wer zu zählen pflegt, die Lesart ist: was man zu zählen480Dazu gehören einzelne Stücke nicht.pflegt. –", "Welches Bewenden hat es damit? – Wir haben gelernt: Wenn jemand Bündel Bockshornklee von Mischfrucht eines Weinberges481Die unmittelbar neben Weinstöcken wachsen; sie sind nach Dt. 22,9 zum Genusse verboten.hat, so müssen alle verbrannt werden; sind sie mit anderen vermischt worden," ], [ "so müssen alle verbrannt werden – so R. Meír; die Weisen sagen, sie gehen unter zweihundertundeinem482Solcher Bündel, die nicht verboten sind.auf. R. Meír sagt nämlich, was man zu zählen483Dinge von wesentlichem Werte, zu denen auch diese gehören.pflegt, mache zum Genusse verboten484Eigentl. heilige, Wortlaut der genannten Schriftstelle; solches verliert sich nicht.; die Weisen aber sagen, nur sechs Dinge, nach R. A͑qiba sieben.", "Folgende sind es: Krachnüsse485So nach den meisten Erklärern; nach Raschi ist פרך Ortsname., bedanische Granatäpfel, verspundete Fässer [Wein], Mangoldblätter, Kohltriebe und der griechische Kürbis; R. A͑qiba fügt noch hausbackene Brote hinzu. Das, wobei [das Gesetz] vom Ungeweihten486Baumfrüchte in den ersten 3 Jahren; cf. Bd. I S. 163 Anm. 46.Geltung hat, macht als Ungeweihtes [verboten], und das, wobei [das Gesetz] von der Mischfrucht Geltung hat, macht als Mischfrucht verboten.", "R. Joḥanan ist der Ansicht, es heiße: was man zu zählen pflegt, und Reš Laqiš ist der Ansicht, es heiße: wer zu zählen pflegt. –", "Welches Bewenden hat es mit [der Lehre vom] Stücke487Von dem er oben spricht.? – Es wird gelehrt: Wenn ein unreines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Sündopfern vermischt worden ist, ebenso wenn ein unreines Stück vom Schaubrote488Cf. Ex. 25,30. mit hundert reinen Stücken vom Schaubrote vermischt worden ist, so geht es auf; R. Jehuda sagt, es gehe nicht auf.", "Wenn aber ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, ebenso wenn ein reines Stück vom Schaubrote mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, stimmen alle überein, daß es nicht aufgehe.", "Im Anfangsatze lehrt er also, es gehe489Nach der Lesart des RL. sollte es nicht aufgehen. auf. R. Ḥija, der Sohn R. Honas, erwiderte:", "Wenn es zerdrückt490Ein solches ist von unwesentlichem Werte u. wird nicht gezählt.ist. – Was ist demnach der Grund R. Jehudas? –" ], [ "R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, eine Art gehe in derselben Art nicht auf491Durch ihre Minderheit.. –", "Weshalb lehrt er demnach, wenn es unzerdrückt nicht aufgeht, daß, wenn ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, es nicht aufgehe, sollte er doch den Unterschied bei diesen selbst492Des unreinen mit reinen vermischten Stückes.lehren: dies gilt nur dann, wenn es zerdrückt ist, unzerdrückt aber geht es nicht auf!? –", "Der Fall von einem reinen mit reinen erscheint ihm bedeutender493Daß es selbst in diesem Falle nicht aufgehe.. –", "Welchen Unterschied gibt es nach Reš Laqiš zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze494Zerdrückt ist es ja unwesentlich u. sollte sich in beiden Fällen verlieren.? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Der Anfangsatz spricht von der Unreinheit durch Flüssigkeiten, die rabbanitisch495Nach der Tora wird das Gefäß (in dem das betr. Stück sich befindet) durch Berührung mit einer unreinen Flüssigkeit nicht unrein.ist, im Schlußsatze aber ist es496Der Genuß von Opferfleisch für Gemeine.[ein Verbot] der Tora. –", "Weshalb lehrt er demnach, wenn es bei Unreinheit durch ein Kriechtier497Cf. Lev. 11,29ff.nicht aufgeht,", "im Schlußsatze, daß, wenn ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, es nicht aufgehe, sollte er doch den Unterschied hei diesem selbst492Des unreinen mit reinen vermischten Stückes.lehren: dies gilt nur von der Unreinheit durch Flüssigkeiten, nicht aber von der Unreinheit durch ein Kriechtier!? – Der Fall von einem reinen mit reinen erscheint ihm bedeutender.", "Rabba erwiderte: Im Anfangsatze ist es ein mit einem Verbote belegtes Vergehen, im Schlußsatze dagegen ein mit der Ausrottung belegtes498Man könnte veranlaßt werden, es als Profanes bei Unreinheit der Person zu essen, worauf die Ausrottung gesetzt ist.. –", "Aber Rabba ist es ja, welcher sagt, bei einem Vergehen der Tora sei es einerlei499Hinsichtl. der rabbanitischen Vorsorge., ob es mit einem Verbote oder mit der Ausrottung belegt ist!? – Ein Einwand.", "R. Aši erwiderte: Im Schlußsatze erfolgt dies aus dem Grunde, weil es eine Sache ist, wofür es ein Erlaubtwerden500Die vermischten Stücke sind einem Priester zum Genusse erlaubt.gibt, und wofür es ein Erlaubtwerden gibt, verliert sich auch im Tausendfachen nicht.", "Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist sinnlos501Das W. בדותא ist von בדא, erdichten, erinnern (sc. Unwahres, Lügenhaftes) abzuleiten. Falsch ist die Lesart ברותא an anderen Stellen, wie auch die Ableitung von ברא außen, äußerlich, nach Außen gehörig.; für wen: für Priester ist es überhaupt502Auch unvermischt. erlaubt und für Jisraéliten bleibt es immer verboten. Das, was R. Aši gesagt hat, ist somit sinnlos. –", "Ist R. Joḥanan denn der Ansicht, die Hebe sei in der Jetztzeit nach der Tora [zu entrichten], es wird ja gelehrt: Wenn vor zwei Körben, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, zwei Sea [Früchte] sich befunden haben, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und jene in diese gekommen sind, so sind sie erlaubt, denn man nehme an, die Hebe sei in die Hebe und das Profane in das Profane gekommen.", "Hierzu sagte Reš Laqiš, nur wenn das Profane mehr ist503Sodaß die Hebe sich in diesen verliert.als die Hebe, und R. Joḥanan sagte, auch wenn das Profane nicht mehr ist als die Hebe.", "Allerdings ist Reš Laqiš der Ansicht, auch bei rabbanitisch [Verbotenem] sei eine Mehrheit504Des Erlaubten, sodaß es sich in diesem verliere.erforderlich, gegen R. Joḥanan aber ist ja ein Einwand zu erheben!? –", "Hier ist die Ansicht der Rabbanan505Daß in der Jetztzeit die Hebe nicht zu entrichten sei.vertreten," ], [ "während ich nach R. Jose506Der in der Mišna lehrt, der zwitterhafte Priester berechtige seine Frau Hebe zu essen; hierauf bezieht sich die Lehre RJ.s.lehre.", "In der Weltchronik507Wörtl. Weltordnung, bekannte Chronik aus der vor talmudischen Zeit, die R. Jose b. Ḥalaphta (1. Hälfte des 2. Jh.s) zugeschrieben wird. wird nämlich gelehrt:508Dt. 30,5.Das deine Väter besessen haben, und du wirst es besitzen; es gab eine erste und eine zweite Besitznahme, eine dritte gibt es nicht509Eine solche ist nicht nötig, da es auch nach der Zerstörung des 2. Tempels als geheiligtes Land der Jisraéliten gilt; demnach ist da auch in der Jetztzeit die Hebe zu entrichten.mehr.", "Und R. Joḥanan sagte, der Autor der Weltchronik sei R. Jose. –", "Ist R. Joḥanan denn der Ansicht, bei rabbanitisch [Verbotenem] sei keine Mehrheit erforderlich, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Tauchbad genau vierzig Sea510Wasser; dies ist das für das rituelle Tauchbad erforderliche Quantum.enthält, und man eine Sea511Eine für das Tauchbad ungeeignete Flüssigkeit (cf. Miq. VII,2). hinzufügt und eine Sea fortnimmt, es tauglich512Obgleich es untauglich ist, falls 39 vorhanden sind u. man es mit einer hierfür ungeeigneten Flüssigkeit auf 40 ergänzt.sei. Hierzu sagte R. Jehuda b. Šila im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: bis zur größeren513Diese Manipulation darf 19mal wiederholt werden, sodaß 21 Sea geeigneten Wassers zurückbleiben.Hälfte.", "Doch wohl, daß die größere Hälfte zurückbleibe513Diese Manipulation darf 19mal wiederholt werden, sodaß 21 Sea geeigneten Wassers zurückbleiben.!? – Nein, die größere Hälfte darf nicht fortgenommen werden.", "Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es da, wo man sagen kann, es sei anzunehmen514Daß die Hebe unter die Hebe u. die profanen Früchte unter die profanen gekommen sind.. –", "Wir haben gelernt: der Zwitter darf heiraten515Von vornherein; demnach gilt er als Mann u. sollte seine Frau auch zum Genusse von Brust u. Schenkel berechtigen.!? – Sage: wenn er geheiratet hat516Sie benötigt dann eines Scheidebriefes; von vornherein darf er dies nicht.. –", "Es heißt ja: darf heiraten!? – Wieso heißt es nach deiner Auffassung: jedoch nicht geheiratet werden517Im Perfektum, eigentl. nicht geheiratet worden sein.!? Wie geheiratet werden, wenn es bereits erfolgt ist, ebenso heiraten wenn es bereits erfolgt ist. –", "Ich will dir sagen, nein, heiraten, von vornherein; nicht geheiratet werden, nicht einmal, wenn es bereits erfolgt ist. –", "Wenn es aber im Schlußsatze heißt: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes, so ist es ja dem ersten Autor zweifelhaft518Ob er als Mann zu behandeln ist; dies widerspricht der Ansicht R. Joḥanans.!? –", "Sowohl dem einen als auch dem anderen ist es entschieden, und ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Steinigung wegen beider Stellen; einer ist der Ansicht, man mache sich der Steinigung schuldig wegen beider519Auch bei Benutzung der weiblichen Geschlechtsorgane. Stellen, und einer ist der Ansicht, nur wenn wie mit einem Manne.", "Rabh sagte:" ], [ "Unsere Mišna520Die lehrt, daß nach R. Jose der Zwitter seine Frau Hebe zu essen berechtige.ist wegen der folgenden Barajtha nicht aufrecht zu erhalten, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Der Zwitter ist ein Geschöpf für sich, und die Weisen haben nicht entschieden, ob er ein Mann oder ein Weib ist. –", "Im Gegenteil, die Barajtha sollte wegen unserer Mišna nicht aufrecht erhalten werden!? – Da R. Jose seinen Gefährten verlassen521In unserer Mišna lehrt er seine Ansicht zusammen mit R. Šimo͑n, in der angezogenen Barajtha dagegen allein.hat, so ist anzunehmen, daß er zurückgetreten ist.", "Šemuél aber sagt, die Barajtha sei wegen unserer Mišna nicht aufrecht zu erhalten. – Im Gegenteil, unsere Mišna sollte wegen der Barajtha nicht aufrecht erhalten werden, denn wir wissen von Šemuél, daß er die Ansicht eines einzelnen berücksichtigt522Cf. supra Fol. 41a; auch hierbei sollte die erschwerende Ansicht RJ.s berücksichtigt werden.!? – Dies nur, wenn dadurch keine Mišna aufgehoben wird, wenn aber dadurch eine Mišna aufgehoben wird, berücksichtigt er sie nicht.", "In der Schule Rabhs sagten sie im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jose beim Zwitter und beim Pfropfen; Šemuél sagte, bei der schweren Geburt und bei der Verbotenmachung.", "Beim Zwitter, wie wir eben gesagt haben. Beim Pfropfen, denn wir haben gelernt: Weniger als dreißig Tage vor Neujahr darf man im Vorsiebentjahre523Cf. Lev. 25,3ff.nicht mehr pflanzen noch senken noch pfropfen; hat man gepflanzt, gesenkt oder gepfropft, so reiße man es aus. R. Jehuda sagt, was drei Tage nach dem Pfropfen524Ebenso auch bei jedem anderen Verfahren.nicht keimt, keime nicht mehr. R. Jose und R. Šimo͑n sagen, in zwei Wochen.", "Hierzu sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Nach demjenigen, der dreißig sagt, sind dreißig und dreißig534Da 30 Tage vor dem Siebentjahre schon zum Siebentjahre gehören.erforderlich, der drei sagt, sind drei und dreißig erforderlich, und der zwei Wochen sagt, sind zwei Wochen und dreißig [Tage] erforderlich.", "Šemuél sagt, bei der schweren Geburt und der Verbotenmachung. Bei der schweren Geburt, denn wir haben gelernt:", "Wie lange wird dies535Die ununterbrochene Blutung des Weibes vor der Geburt, ohne als Flußbehaftete (cf. Lev. 15,25ff) zu gelten.auf die schwere Geburt zurückgeführt? R. Meír sagt, auch vierzig und fünfzig Tage; R. Jehuda sagt, der [letzte] Monat genüge; R. Jose und R. Šimo͑n sagen, es sei nicht mehr als zwei Wochen auf die schwere Geburt zurückzuführen.", "Bei der Verbotenmachung, denn wir haben gelernt: Wenn jemand mit seinem Weinstocke das Getreide eines anderen bedeckt hat, so hat er es zum Genusse verboten536Vgl. Anm. 481.gemacht und ist ersatzpflichtig. R. Jose und R. Šimo͑n sagen," ], [ "niemand könne das verboten machen, was nicht ihm gehört.", "Sie fragten: Was sagte Šemuél hinsichtlich des Zwitters537Ob. auch hierbei nach RJ. zu entscheiden ist.? – Komm und höre: Šemuél sagte zu R. A͑nan, wegen unserer Mišna sei die Barajtha538Ob. Col. a, die die Ansicht RJ.s lehrt.nicht aufrecht zu erhalten. –", "Was sagte Šemuél hinsichtlich des Pfropfens537Ob. auch hierbei nach RJ. zu entscheiden ist.? – Komm und höre: Šemuél sagte zu R. A͑nan: lehre wie derjenige, welcher sagt: drei und dreißig. –", "Was sagte Rabh hinsichtlich der schweren Geburt537Ob. auch hierbei nach RJ. zu entscheiden ist.? – Dies bleibt unentschieden. –", "Was [sagte Rabh] hinsichtlich der Verbotenmachung? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: R. Hona sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei nicht wie R. Jose. Abajje sprach zu ihm: Was veranlaßt dich, dich hierauf zu stützen, stütze dich doch auf das, was R. Ada im Namen Rabhs gesagt hat, daß nämlich die Halakha wie R. Jose sei!? – ‘In der Schule Rabh sagten sie’, das ist R. Hona, und R. Hona sagte, die Halakha sei nicht wie er.", "R. JEHUDA SAGT, WENN EIN GESCHLECHTSLOSER &C. R. Ami sprach: Was macht R. Jehuda mit dem Geschlechtslosen in Biri, den man auf einen Stuhl gelegt und aufgerissen hat, worauf er sieben Söhne539Demnach ist er in einem solchen Falle ein richtiger Mann.zeugte!? – Und R. Jehuda!? – Forsche man doch nach, von wem seine Kinder sind.", "Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Der Geschlechtslose vollziehe nicht die Ḥaliça, denn er könnte aufgerissen werden und ein Naturkastrat sein. – Ist denn jeder, der aufgerissen wird, ein Mann540Er sollte doch die Möglichkeit berücksichtigen, er könnte als Weib befunden werden.!? – Er meint es wie folgt: er könnte aufgerissen werden und ein Weib sein, und selbst wenn ein Mann, könnte er Naturkastrat sein. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen541Zwischen R. Jehuda, nach dem der Geschlechtslose als Kastrat gilt, der für die Schwagerehe überhaupt nicht inbetracht kommt, u. seinem Sohne R. Jose, nach dem dies zweifelhaft ist, u. er deshalb die Schwagerehe nicht vollziehe.? Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Untauglichmachung, falls Brüder vorhanden542Gilt er als richtiger Kastrat, so ist die von ihm vollzogene Ḥ. unwirksam, sodaß die Witwe den übrigen Brüdern erlaubt ist; ist dies zweifelhaft, so ist die H. wirksam u. die Witwe für die übrigen Brüder untauglich.sind, und der Vollziehung der Ḥaliça, falls keine Brüder vorhanden sind543Nach R. Jose hat er, falls außer ihm keine Brüder vorhanden sind, des Zweifels wegen die Ḥ. zu vollziehen..", "R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Abbas, des Bruders des R. Jehuda b. Zabhdi, im Namen R. Jehudas im Namen Rabhs: Wegen des Zwitters macht man sich wegen beider Stellen der Steinigung schuldig. Man wandte ein: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes. Dies nur, wenn an seiner männlichen Stelle, wegen seiner weiblichen aber ist man frei!? –", "Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Simaj sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wegen beider Stellen. – Was ist der Grund des R. Simaj? Raba erwiderte: Bar Hamduri erklärte es mir:544Lev. 18,22.deinen Mann sollst du nicht beschlafen, wie man ein Weib beschläft, und ein Mann, bei dem es zweierlei Beschlafungen545In der Schrift wird die Pluralform משכבי gebraucht.gibt, ist der Zwitter. –", "Und die Rabbanan!? – Trotzdem es bei ihm zweierlei Beschlafungen gibt; es heißt: einen Mann. –", "Woher entnehmen es die Rabbanan546Die das W. ‘Mann’ zur Ausschließung der weiblichen Geschlechtsteile beim Zwitter verwenden.hinsichtlich eines gewöhnlichen Mannes!? – Aus und einen547Die Akkusativpartikel את deutet hierauf.. – Woher entnehmen sie es hinsichtlich der widernatürlichen Art548Daß auch diese hinsichtl. der Strafbarkeit als Beiwohnung gilt; cf. supra Fol. 54a.bei einem Weibe? – Aus [dem Worte] Weib.", "R. Šezbi sagte im Namen R. Ḥisdas: Nicht in jeder Hinsicht sagt R. Elie͑zer, der Zwitter gelte als richtiger Mann, denn wenn dem so wäre, sollte [ein zwitterhaftes Vieh] als Opfer geheiligt werden können. –", "Woher, daß ein solches nicht geheiligt werden kann? – Die Rabbanan lehrten: Das zur Bestialität verwandte, für den Götzendienst abgesonderte, angebetete, als Hurengabe oder Hundelohn entrichtete, das geschlechtslose und das zwitterhafte [Geflügel] macht549Wenn es als Geflügelopfer hergerichtet wird; dies erfolgt nicht durch das Schlachten, sondern durch Abkneifen des Kopfes (cf. Lev. 1,15 uö.), u. da es zur Opferung untauglich u. auch nicht rituell geschlachtet ist, gilt es als Aas.im Schlunde550Das Aas vom Geflügel ist nicht durch Berührung verunreinigend, sondern erst beim Essen, sobald es in den Schlund kommt.die Kleider unrein.", "R. Elie͑zer sagte nämlich: Überall, wo es männlich und weiblich heißt, sind Geschlechtslose und Zwitter auszuschließen, beim Geflügel aber heißt es nicht männlich und weiblich, somit sind bei diesem Geschlechtslose und Zwitter nicht auszuschließen.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Elie͑zer sagt," ], [ "Mischling, Totverletztes, durch Seitenschnitt Hervorgeholtes, Geschlechtsloses und Zwitter werden nicht heilig und machen nicht heilig.", "Dies erklärte Šemuél: werden nicht heilig, durch Umtausch551Wenn zur Opferung geheiligte Tiere auf diese umgetauscht werden.; machen nicht heilig, durch Übertragung552Der Heiligkeit, falls sie zur Opferung bestimmt waren.auf das Eingetauschte. Schließe hieraus.", "R. ELIE͑ZER SAGT, MAN MACHE SICH WEGEN DESSEN DER STEINIGUNG SCHULDIG, WIE WEGEN EINES MANNES. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Als ich zu R. Elea͑zar b. Šamua͑ ging, um die Tora zu studieren, taten sich seine Schüler gegen mich zusammen, wie die Hähne von Beth Buqja, und ließen mich nichts lernen, bis auf das eine in unserer Mišna: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes.", "", "iMANCHE [FRAUEN] SIND IHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN1Zur Vollziehung der Schwagerehe., MANCHE IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN, MANCHE DIESEN UND JENEN ERLAUBT, UND MANCHE DIESEN UND JENEN VERBOTEN.", "FOLGENDE SIND UHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN: WENN EIN GEMEINER PRIESTER EINE WITWE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HOCHPRIESTER IST; WENN EIN ENTWEIHTER EINE UNBEMAKELTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER UNBEMAKELTER IST;", "WENN EIN JISRAÉLIT EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HURENKIND IST; WENN EIN HURENKIND EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST. DIESE SIND IHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN.", "iiFOLGENDE SIND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN: WENN EIN HOCHPRIESTER SICH EINE WITWE ANGETRAUT HAT UND SEIN BRUDER GEMEINER PRIESTER IST; WENN EIN UNBEMAKELTER EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER ENTWEIHTER IST; WENN EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT, UND SEIN BRUDER HURENKIND IST; WENN EIN HURENKIND EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST. DIESE SIND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN.", "DIESEN UND JENEN VERBOTEN: WENN EIN HOCHPRIESTER EINE WITWE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HOCHPRIESTER ODER GEMEINER PRIESTER IST; WENN EIN UNBEMAKELTER EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER UNBEMAKELTER IST; WENN EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST; WENN EIN HURENKIND EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HURENKIND IST. DIESE SIND DIESEN UND JENEN VERBOTEN. ALLE ANDEREN FRAUEN SIND IHREN MÄNNERN UND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT.", "iiiVON DEN NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN2Cf. supra Fol. 21a. IST DIE, DIE IHREM MANNE ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, NICHT ABER IHREM SCHWAGER, IHREM MANNE VERBOTEN UND IHREM SCHWAGER ERLAUBT, DIE IHREM SCHWAGER ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, NICHT ABER IHREM MANNE, IHREM SCHWAGER VERBOTEN UND IHREM MANNE ERLAUBT, DIE DIESEM UND JENEM ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, DIESEM UND JENEM VERBOTEN.", "SIE ERHÄLT WEDER DIE MORGENGABE NOCH DEN FRUCHTGENUSS3Dh. das Äquivalent für diesen (cf. Git. Fol. 79b Anm. 92), den er von ihren Nießbrauchgütern erhält. NOCH UNTERHALT NOCH DIE ABGETRAGENEN KLEIDER; DAS KIND IST UNBEMAKELT, JEDOCH ZWINGT MAN IHN, SIE ZU ENTFERNEN.", "IST EINE WITWE MIT EINEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODERALUÇA MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA MIT EINEM JISRAÉLITEN ODER EINE JISRAÉLITIN MIT EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE [VERHEIRATET], SO ERHÄLT SIE DIE MORGENGABE.", "GEMARA. Weshalb lehrt er ‘geheiratet’, sollte er doch ‘angetraut’ lehren4Im 1. Falle der Mišna.!?", "Wolltest du erwidern: nur wenn geheiratet, wo ein Gebot und ein Verbot5Dem Hochpriester ist es geboten, eine Jungfrau zu heiraten, u. verboten, eine Witwe zu heiraten. übertreten werden, wenn aber nur angetraut, verdränge das Gebot6Der Schwagerehe. das Verbot, so handelt es sich ja im ganzen Abschnitte um ein Gebot gegen ein Verbot, und das Gebot verdrängt das Verbot nicht7Cf. supra Fol. 20a.!? –", "Da er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn ein Hochpriester eine Witwe geheiratet hat, nur geheiratet, wodurch er sie zur Entweihten gemacht hat, wenn aber angetraut, sie ihm8Seinem Bruder, dem gemeinen Priester. erlaubt ist, lehrt er auch im Anfangsatze ‘geheiratet’. –", "Weshalb lehrt er übereinstimmend mit dem Schlußsatze, sollte er es doch übereinstimmend lehren mit dem Mittelsatze: wenn ein Hochpriester sich eine Witwe angetraut hat und sein Bruder gemeiner Priester ist!? – Vielmehr, wegen der Nachbarin9Des folgenden Falles im selben Absatze.. Da er den Fall lehren will: wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat, nur geheiratet, wodurch er sie zur Entweihten gemacht hat, wenn aber angetraut, sie ihm erlaubt ist, lehrt er auch da ‘geheiratet’. –", "Weshalb lehrt er es von einer Witwe, sollte er es doch von einer Jungfrau10Die durch den Tod ihres Angetrauten Witwe wird u. ihrem Schwager, dem Hochpriester, verboten ist.lehren!?" ], [ "Wolltest du erwidern, dieser Autor sei der Ansicht, sie falle durch die erste Heirat11Ihrem Schwager; war sie dann Jungfrau, so ist sie einem Hochpriester zur Schwagerehe erlaubt.zu, so [lehrt er ja auch den Fall], wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat, und wir sagen nicht, sie falle durch die erste Heirat12Vielmehr ist sie ihrem priesterlichen Schwager verboten, obgleich sie ihm vor der Heirat erlaubt war.zu. –", "Dies lehrt er entschieden wegen des Schlußsatzes. Da er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn ein Hochpriester eine Witwe geheiratet hat und sein Bruder Hochpriester oder gemeiner Priester ist, nur eine Witwe, während eine Jungfrau für ihn tauglich13Sie wird nicht entweiht u. ist dem Schwager erlaubt.ist, lehrt er es auch da von einer Witwe.", "R. Papa wandte ein: Sollte er, wenn das, was R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans gesagt hat, Geltung hat, daß nämlich, wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, ihr Sohn zweiter Generation sei, auch den Fall lehren,", "wenn ein Miçri zweiter Generation zwei Miçrijoth geheiratet hat, eine erster und eine zweiter Generation, und er Söhne von der einen und anderen14Sodaß einer 2. u. einer 3. Generation ist, u. einer von ihnen eine kinderlose Witwe hinterlassen hat.hat; haben sie entsprechend15Dem Gesetze entsprechend, der eine eine Miçrith u. der andere eine Jisraélitin.geheiratet, so sind [die Frauen] ihren Männern erlaubt und ihren Schwägern verboten16Dem einem ist die Jisraélitin u. dem anderen ist die Miçrith verboten.,", "und haben sie umgekehrt17Der Bruder 2. Generation eine Jisraélitin u. der 3. Generation eine Miçrith.geheiratet, so sind sie ihren Schwägern erlaubt und ihren Männern verboten; beiden erlaubt sind Proselytinnen18Diese sind im bezüglichen Gesetze (Dt. 23,9) nicht einbegriffen u. dürfen sowohl den 2. Generation als auch den 3. Generation, der Jisraélit ist, heiraten., beiden verboten sind Sterile19Der Bruder 2. Generation durfte keine Jisraélitin, auch keine Sterile, heiraten, nach seinem Tode ist sie auch seinem Bruder 3. Generation verboten, da an einer Sterilen die Schwagerehe nicht zu vollziehen ist.!? –", "Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort? – Er läßt den Quetschverstümmelten fort20Seine Witwe war ihm verboten (cf. Dt. 23,2), ist aber ihrem Schwager erlaubt; ebenso ist die Witwe eines Normalen dem quetschverstümmelten Schwager verboten.. –", "Wenn nur den Quetschverstümmelten, so ist dies keine Fortlassung, denn er nennt die mit einem Verbote belegten21Zu denen der Quetschverstümmelte gehört.. –", "Nennt er denn nicht die mit einem Verbote belegten besonders, er lehrt ja von einem gemeinen Priester, der eine Witwe geheiratet hat, und von einem Entweihten, der eine Unbemakelte geheiratet22Demnach lehrt er manches u. läßt manches fort.hat!? –", "Dies23Der Fall von einem Entweihten, der eine Unbemakelte geheiratet hat.ist besonders zu lehren nötig, nach R. Jehuda im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, den unbemakelten [Priesterstöchtern] sei es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten24Er lehrt damit hauptsächlich, daß sie ihrem Manne erlaubt ist.. –", "Er lehrt ja von einem Entweihten, der eine Unbemakelte geheiratet hat, und von einem Jisraéliten, der eine Jisraélitin geheiratet hat, und sein Bruder Hurenkind ist!? – Auch dies ist keine Wiederholung; er lehrt von einem Verbote, das nicht für jeden25Der Fall vom Entweihten gilt nur für Priester.gilt, und von einem Verbote, das für jeden gilt. –", "Er lehrt ja von einem Jisraéliten, der eine Jisraélitin geheiratet hat, und sein Bruder Hurenkind ist, und von einem Hurenkinde, das ein Hurenkind geheiratet26Und sein Bruder Jisraélit ist; in beiden Fällen ist die Frau dem Manne erlaubt u. dem Schwager verboten.hat!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß er manches lehrt und manches fortläßt. Schließe hieraus.", "Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den unbemakelten [Priesterstöchtern] ist es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat. Doch wohl eine Priesterstochter27Ein Priester darf zwar eine Jisraélitin heiraten, jed. soll er lieber eine Priesterstochter heiraten; cf. Pes. Fol. 49a., und unter Unbemakelte ist zu verstellen, für Priester unbemakelt. –", "Nein, eine Jisraélitin, und unter Unbemakelte ist zu verstehen, für die Gemeinde unbemakelt. –", "Demnach wäre auch unter ‘unbemakelten Bruder’ zu verstehen, für die Gemeinde unbemakelt, während er selber auch für die Gemeinde bemakelt ist!? Doch wohl ein Priester, und wenn er ein Priester ist, ebenso sie, wenn sie Priesterstochter ist. –", "Wieso denn, er so und sie anders. Rabin b. Naḥman wandte ein:28Lev. 21,7.Sollen sie nicht nehmen, sollen sie nicht nehmen29Diese Worte kommen in diesem Schriftverse 2mal vor, zur folgenden Deutung.; dies lehrt, daß es durch den Mann der Frau verboten30Wie der unbemakelte Priester keine Entweihte heiraten darf, ebensowenig darf die unbemakelte Priesterstochter einen Bemakelten heiraten.wird!?", "Raba erwiderte: Wenn es ihm verboten ist, ist es auch ihr verboten, und wenn es ihm nicht verboten ist, ist es auch ihr nicht verboten31Die Bemakelte darf sich mit einem unbemakelten Priester nicht verheiraten, weil dies ihm verboten ist, dagegen darf die Unbemakelte sich mit einem Entweihten verheiraten, da diese Verbindung ihm nicht verboten ist.. –", "Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies ist ja aus einer Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs zu entnehmen!? R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt:32Num. 5,6.Wenn ein Mann oder eine Frau irgend eine Sünde der Menschen begeht; die Schrift hat damit die Frau hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora dem Manne gleichgestellt. –", "Hieraus könnte man entnehmen, nur bei Verboten, die für jeden gelten, nicht aber bei Verboten, die nicht für jeden33Das in Rede stehende Verbot gilt nur für Priester u. nicht für ganz Jsraél.gelten. –" ], [ "Auch die Verunreinigung34An einer Leiche; dieses Verbot gilt nur für Priester, cf. Lev. 21,1ff.ist ja ein Verbot, das nicht für jeden gilt, dennoch würde man, wenn der Allbarmherzige nicht geschrieben hätte: Söhne Ahrons, nicht aber Töchter Ahrons, gesagt haben, Frauen seien dem unterworfen; doch wohl wegen der Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs!? –", "Nein, dies wäre aus [den Worten] sollen sie nicht nehmen35Woraus oben gefolgert wird, daß Frauen Männern gleichen auch bei einem Verbote, das nicht für jeden gilt. zu folgern.", "Manche sagen: Von der Heirat36Daß unbemakelte Priesterstöchter keine Entweihten heiraten dürfen.ist dies37Besonders zu lehren, obgleich die diesbezügliche Gleichstellung der Frauen mit den Männern aus einer anderen Schriftstelle hervorgeht.nötig; man könnte glauben, es sei von der Verunreinigung38Dieses Verbot gilt ebenfalls nicht für jeden, u. Frauen sind hierbei ausgeschlossen.zu folgern, so lehrt er uns.", "Einst kamen R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, nach Hinçebu39Die Korrektur שבנציב ist durch nichts gerechtfertigt; die Varianten sprechen dagegen., der Ortschaft des R. Idi b. Abin, und man fragte sie da: Ist es den unbemakelten [Priesterstöchtern] verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten oder nicht?", "R. Papa erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Zehn Geburtskasten zogen aus Babylonien herauf. Priester, Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegene40Cf. supra Fol. 37a Anm. 51.und Findlinge. Priester, Leviten und Jisraéliten dürfen unter einander heiraten; Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten und Freigelassene dürfen unter einander heiraten; Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegene und Findlinge dürfen unter einander heiraten. Er lehrt es aber nicht von Priesterstöchtern mit Entweihten.", "Da sprach R. Hona, Sohn der R. Jehošua͑, zu ihm: Fälle, wobei diese von jenen und jene von diesen heiraten dürfen, lehrt er, jenen Fall aber lehrt er nicht, da ein Priester, wenn er eine Entweihte heiraten will, dies nicht darf. Als sie hierauf zu R. Idi b. Abin kamen, sprach er zu ihnen: Schulkinder, folgendes sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: den unbemakelten [Priesterstöchtern] ist es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten.", "VON DEN NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN &C. Die Einwohner von Biri fragten R. Šešeth: Erhält die dem Ehemanne und nicht dem Schwager zweitgradig Inzestuöse vom Schwager die Morgengabe oder nicht: erhält sie sie nicht, da der Meister gesagt hat, ihre Morgengabe belaste die Güter ihres ersten Mannes41Sie hat den diesbezüglichen Anspruch nur an ihren ersten Mann (cf. supra Fol. 38a) u. in diesem Falle hat sie von diesem die Morgengabe nicht zu beanspruchen.,", "oder aber erhält sie sie wohl, da die Rabbanan sie ihr, falls sie vom ersten nicht zu haben ist, vom zweiten zugesprochen haben?", "R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Ihre Morgengabe belastet die Güter ihres ersten Mannes, und wenn sie diesem zweitgradig inzestuös war, so erhält sie sie auch nicht vom Schwager. –", "Demnach gibt es solche, die sie vom Schwager zu erhalten haben42Nach der zitierten Lehre hat sie sie nur vom ersten Manne zu beanspruchen.!? – Diese Lehre ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ihre Morgengabe belastet die Güter des ersten Mannes, und wenn sie vom ersten nicht zu haben ist, hat man sie ihr vom zweiten zugesprochen; war sie ihrem Ehemanne zweitgradig inzestuös, so erhält sie sie auch nicht vom Schwager.", "R. Elea͑zar fragte R. Joḥanan: Erhält eine mit einem Hochpriester [verheiratete] Witwe oder mit einem gemeinen Priester [verheiratete] Geschiedene oder Ḥaluça Unterhalt oder nicht? – In welchem Falle: weilt sie bei ihm, so hat er sie sogar zu entfernen, wieso sollte sie Unterhalt erhalten!? – In dem Falle, wenn er nach dem Überseelande verreist war, und sie geborgt und sich ernährt hat.", "Wie ist es: gehört der Unterhalt zu den Vereinbarungen43Eigentl. Verschreibung, Ehevertrag; Benennung des Schriftstückes sowohl als auch des in diesem verschriebenen Betrages, den sie bei Auflösung der Ehe durch Scheidung od. Tod zu erhalten hat. In diesem befindet sich auch die Verpflichtung des Ehemannes, für den Unterhalt seiner Frau zu sorgen.der Morgengabe, und da ihr die Morgengabe zusteht, steht ihr auch Unterhalt zu, oder aber steht ihr nur die Morgengabe zu, die sie erhält und fortgeht, nicht aber Unterhalt, weil sie bei ihm bleiben könnte. Dieser erwiderte: Sie erhält ihn nicht. –", "Es wird ja aber gelehrt, sie erhalte wohl!? – Diese Lehre spricht [vom Unterhalte] nach seinem Tode44Wenn er sich von ihr nicht scheiden ließ; in diesem Falle ist nicht zu berücksichtigen, dies könnte sie veranlassen, bei ihm zu bleiben..", "Manche lesen: Dieser erwiderte: Sie erhält ihn. – Er hat sie ja zu entfernen!? – Es gibt eine Lehre, daß sie ihn erhält. – Diese Lehre spricht [vom Unterhalte] nach dem Tode.", "Die Rabbanan lehrten: Ist eine Witwe mit einem Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça mit einem gemeinen Priester [verheiratet], so erhält sie die Morgengabe, den Fruchtgenuß, Unterhalt und die abgetragenen Kleider; sie ist bemakelt und ihr Kind bemakelt, und man zwinge ihn, sie zu entfernen. Die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuöse erhält weder die Morgengabe noch den Fruchtgenuß noch Unterhalt noch die abgetragenen Kleider; sie ist unbemakelt und ihr Kind unbemakelt, jedoch zwingt man ihn, sie zu entfernen.", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Sie sagten deshalb, daß die mit einem Hochpriester verheiratete Witwe die Morgengabe erhalte, weil er bemakelt45Durch die verbotene Heirat.und sie bemakelt45Durch die verbotene Heirat.wird, und in allen Fällen, wo er bemakelt und sie bemakelt wird," ], [ "maßregelten sie ihn46Die Maßregelung, daß sie die Morgengabe nicht erhalte, hat den Zweck, die Frau von der verbotenen Heirat zurückzuhalten, u. in einem Falle, wo beide Teile dadurch zu leiden haben, werden sie schon durch die Folgen der Heirat davon zurückgehalten.mit der Morgengabe. Und sie sagten deshalb, daß die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuöse die Morgengabe nicht erhalte, weil er unbemakelt und sie unbemakelt ist, und in allen Fällen, wo er unbemakelt und sie unbemakelt ist, maßregelten sie sie mit der Morgengabe.", "Rabbi erklärte: Das eine47Das Verbot der Heirat eines Hochpriesters mit einer Witwe.ist eine Bestimmung der Tora, und eine Bestimmung der Tora bedarf keiner Befestigung, das andere ist eine Bestimmung der Schriftkundigen, und eine Bestimmung der Schriftkundigen bedarf einer Befestigung48Daher die Maßregelung, daß sie die Morgengabe nicht erhalte.. Eine andere Erklärung: Im ersten Falle befleckt er sie49Sie erleidet durch die Heirat einen Nachteil, da sie bemakelt wird, ebenso ihre Kinder, daher maßregle man ihn., im anderen Falle befleckt sie ihn50Er begeht ein Verbot, ohne daß sie einen Schaden erleidet, daher maßregle man sie.. –", "Wer lehrte die andere Erklärung? – Manche sagen, R. Šimo͑n b. Elea͑zar lehrte sie, und zwar ist dies eine Begründung: sie sagten deshalb, daß, wenn er bemakelt und sie bemakelt wird, man ihn mit der Morgengabe maßregele, weil er sie befleckt; und sie sagten deshalb, daß, wenn er unbemakelt und sie unbemakelt ist, man sie mit der Morgengabe maßregele, weil sie ihn befleckt.", "Manche sagen, Rabbi lehrte sie, denn ihm war es hinsichtlich der Ḥaluça unverständlich: die Ḥaluça ist ja rabbanitisch [verboten], und sie erhält die Morgengabe51Nach seiner Erklärung sollte sie sie nicht erhalten.!? Hierauf sagte er: da er sie für die rabbanitische [Hebe]52Von Früchten, von denen sie nicht nach der Tora, sondern nur nach einer rabb. Bestimmung zu entrichten ist.untauglich macht, [erkläre man: im] ersten Falle befleckt er sie, im anderen Falle befleckt sie ihn. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen Rabbi und R. Šimo͑n b. Elea͑zar? R. Ḥisda erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei [der Heirat] eines Hurenkindes oder einer Nethina mit einem Jisraéliten:", "einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora53In diesem Falle erhält sie die Morgengabe.ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt53In diesem Falle erhält sie die Morgengabe., und hierbei befleckt sie ihn54Sie war ohnehin Jisraéliten verboten u. hat durch die Heirat nichts verloren; ihr Sohn ist allerdings Hurenkind, jedoch kann seine Nachkommenschaft entmakelt werden; cf. supra Fol. 78a.. –", "Nach R. Elie͑zer aber, welcher sagt, er55Der Sohn eines Hurenkindes von einer Sklavin, sodaß es für ihn keine Entmakelung gibt.sei Sklave und Hurenkind, befleckt sie ihn ja nicht!? Vielmehr, erwiderte R. Joseph, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei der Wiedernahme seiner Geschiedenen, nachdem sie verheiratet war; einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn56Er begeht ein Verbot, u. sie u. ihre Kinder bleiben unbemakelt.. –", "Nach R. A͑qiba aber, welcher sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, befleckt sie ihn ja nicht57Sie ist benachteiligt, da ihr Kind Hurenkind ist.!? Vielmehr, erklärte R. Papa, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei [der Heirat] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten; einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn56Er begeht ein Verbot, u. sie u. ihre Kinder bleiben unbemakelt.. –", "Nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob aber, welcher sagt, [Abkömmlinge] der von mit einem Gebote58Dem Hochpriester ist es geboten, eine Jungfrau zu heiraten.belegten seien Entweihte, befleckt sie ihn ja nicht!? Vielmehr, erklärte R. Aši, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei der Wiedernahme seiner zweifelhaften Ehebruchsverdächtigten59Deren Ehebruch noch nicht festgestellt ist; sie ist ihrem Ehemanne nach der Tora verboten.;", "einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn56Er begeht ein Verbot, u. sie u. ihre Kinder bleiben unbemakelt.. – Nach R. Mathja b. Ḥereš aber, welcher sagt, selbst wenn ihr Mann ihr auf dem Wege, sie trinken60Das Fluchwasser; cf. Num. 5,11ff.zu lassen, beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht, befleckt sie ihn ja nicht61Sie ist dadurch benachteiligt, da sie Priestern verboten wird.!? Vielmehr, erklärte Mar, Sohn des R. Aši, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einer entschiedenen Ehebrecherin62Sie ist ohnehin Priestern verboten u. verführt ihn..", "ivWENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN MIT EINEM PRIESTER VERLOBT, VON EINEM PRIESTER SCHWANGER ODER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE MIT EINEM PRIESTER IST, EBENSO WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IN DIESEM VERHÄLTNISSE ZU EINEM JISRAÉLITEN STEHT, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN. WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN MIT EINEM LEVITEN VERLOBT, VON EINEM LEVITEN SCHWANGER ODER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE MIT EINEM LEVITEN IST, EBENSO WENN DIE TOCHTER EINES LEVITEN IN DIESEM VERHÄLTNISSE ZU EINEM JISRAÉLITEN STEHT, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN63Der von den Feldfrüchten an die Leviten zu entrichten ist; cf. Num. 18,24.NICHT ESSEN.", "WENN DIE TOCHTER EINES LEVITEN MIT EINEM PRIESTER VERLOBT, VON EINEM PRIESTER SCHWANGER ODER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE MIT EINEM PRIESTER IST, EBENSO WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IN DIESEM VERHÄLTNISSE ZU EINEM LEVITEN STEHT, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN.", "GEMARA. Und wenn sie auch Gemeine ist, darf eine Gemeine denn nicht den Zehnten essen!? R. Naḥman erwiderte im Namen Šemuéls: Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, der erste Zehnt63Der von den Feldfrüchten an die Leviten zu entrichten ist; cf. Num. 18,24.sei Gemeinen verboten." ], [ "Es wird nämlich gelehrt: Die Hebe dem Priester, der erste Zehnt dem Leviten64Entsprechend der Hebe, nur dem Leviten, einem Gemeinen aber verboten.– so R. Meír. R. Elea͑zar b. A͑zarja erlaubt ihn dem Priester. – ‘Erlaubt ihn dem Priester’, demnach gibt es jemand, der ihn diesem verbietet65Zum Genusse: dieser ist nicht Gemeiner u. darf den Zehnten erst recht essen.!? – Lies vielmehr: man entrichte ihn [auch] an den Priester.", "Was ist der Grund R. Meírs? R. Aḥa, der Sohn Rabbas, erwiderte im Namen einer Überlieferung:66Num. 18,24.Denn den Zehnten der Kinder Jisraél, den sie dein Herrn abheben als Hebe; wie die Hebe Gemeinen verboten ist, ebenso ist der erste Zehnt Gemeinen verboten. – Demnach sollte man, wie man sich wegen der Hebe der Todesstrafe und des Fünftels67Cf. supra Fol. 73a Anmm. 119 u. 120.schuldig macht, sich auch wegen des Zehnten der Todesstrafe und des Fünftels schuldig machen!? –", "Die Schrift sagt:68Lev. 22,9.und deshalb sterben, wenn sie es entweihen,69Ib. V. 14.so soll er dazu das Fünftel hinzufügen; deshalb, nicht aber wegen des Zehnten, dazu, nicht aber zum Zehnten. – Und die Rabbanan70Die Schrift vergleicht ja den Zehnten mit der Hebe.!? – Wie die Hebe vermischt71Die Früchte mit der Hebe bezw. dem Zehnten, sodaß sie durch diese Gemeinen zum Genusse verboten sind. Das W. טבל ist weder etymol. aufgeklärt noch sinngemäß übersetzbar; es bezeichnet Getreide u. Früchte, von denen die priesterl. u. levit. Abgaben noch nicht entrichtet worden sind, verbal auch das Stadium der Pflichtigkeit für diese Abgaben. macht, ebenso macht der Zehnt vermischt.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte: Man könnte glauben, man sei wegen des Vermischten nur dann strafbar, wenn überhaupt nichts entrichtet worden ist, woher dies von dem Falle, wenn die große Hebe entrichtet worden ist, aber nicht der erste Zehnt, oder auch dieser und nicht der zweite Zehnt72Der Gemeinen erlaubt ist; cf. Dt. 14,22ff., oder gar der Armenzehnt73Der überhaupt nicht heilig, sondern nur ein Almosen ist; cf. Dt. 26,12.?", "Hierbei heißt es:74Dt. 12,17.du darfst es in deinen Orfschaften nicht essen, und dort heißt es:75Ib. 26,12.sie sollen es in deinen Ortschaften essen und satt sein, wie dort, wo es Ortschaften heißt, vom Armenzehnten gesprochen wird, ebenso hier, wo es Ortschaften heißt, vom Armenzehnten, und der Allbarmherzige sagt: du darfst &c. nicht76Vom Getreide essen, solange diese Abgabe nicht entrichtet ist..", "Hieraus könnte man nur das Verbot entnehmen, nicht aber die Todesstrafe77Wegen Essens des Unverzehnteten., so lehrt er78Im ob. angezogenen Schriftverse Num. 18,24, daß der Zehnt der Hebe gleicht.uns.", "Eine andere Lesart. Daß der erste Zehnt eine Vermischung erwirkt, geht ja aus der Lehre R. Joses hervor!? – Hieraus könnte man nur das Verbot entnehmen, nicht aber die Todesstrafe, so lehrt er uns. –", "Wie ist, wo du es R. Meír addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: wenn die Tochter eines Leviten mit einem Priester oder die Tochter eines Priesters mit einem Leviten verlobt ist, so darf sie weder Hebe noch den Zehnten essen; welche Gemeinhaftigkeit gibt es hierbei!? R. Šešeth erwiderte: Unter nicht essen, von dem er spricht, ist zu verstehen, sie könne nicht79Im Namen ihres Verlobten bezw. ihres Schwagers.den Auftrag zur Abhebung80Der priesterl. Hebe vom Zehnten; cf. Num. 18,26ff.erteilen. –", "Demnach kann die Verheiratete wohl den Auftrag erteilen? – Allerdings, denn es wird gelehrt:81Num. 18,31.Und ihr dürft es an jedem Orte essen, ihr und euer Haus; dies lehrt, daß die verheiratete Tochter eines Jisraéliten82Mit einem Leviten.Auftrag zur Abhebung erteilen kann.", "Du sagst, Auftrag zur Abhebung erteilen, vielleicht ist dem nicht so, sondern zu essen berechtigt!? Ich will dir sagen: wenn sie die streng [heilige] Hebe essen83Die Frau gleicht ihrem Manne, falls er Priester ist.darf, um wieviel mehr den leichteren Zehnten; vielmehr lehrt dies, daß die verheiratete Tochter eines Jisraéliten Auftrag zur Abhebung erteilen kann.", "Mar, der Sohn Rabanas, erklärte: Dies84Die Lehre, daß der Verlobten, bezw. der Tochter eines Leviten der Zehnt verboten sei.besagt, daß man ihr nicht den Zehnten in der Tenne verabreiche. – Allerdings nach demjenigen, welcher erklärt, wegen des Alleinseins85Eines Mannes mit einer fremden Frau (cf. Syn. Fol. 21b); aus diesem Grunde darf die Levitin nicht zur Tenne kommen., nach demjenigen aber, welcher erklärt, wegen der Geschiedenen86Die ihn widerrechtlich erheben könnte, darf man einer Frau den Zehnten nicht in der Tenne verabreichen., [ist ja zu erwidern:] darf denn die geschiedene Tochter eines Leviten den Zehnten nicht essen!? –", "Darf denn, auch nach deiner Auffassung, die geschiedene Tochter eines Priesters87Die Hebe darf nicht an die Frau eines Priesters in der Tenne entrichtet werden; hierbei wird zwischen der Tochter eines Jisraéliten u. der eines Priesters nicht unterschieden, obgleich sie auch als Geschiedene Hebe essen darf, u. dasselbe gilt auch von der Levitin.keine Hebe essen!? Dies erfolgt vielmehr mit Rücksicht auf die geschiedene Tochter eines Jisraéliten. –", "Wieso demnach nur eine Verlobte, dies sollte doch auch von einer Verheirateten gelten!? – Da er im Anfangsatze88Bei der mit einem Jisraéliten verlobten Tochter eines Priesters od. Leviten, wobei es sich um die Berechtigung zum Essen handelt.von einer Verlobten lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze von einer Verlobten.", "Die Rabbanan lehrten: Die Hebe dem Priester und der erste Zehnt dem Leviten – so R. A͑qiba. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, dem Priester. –" ], [ "Dem Priester und nicht dem Leviten89Nach der Schrift ist er an den Leviten zu entrichten.!? – Lies auch dem Priester. – Was ist der Grund R. A͑qibas? Es heißt:90Num. 18,26.zu den Leviten aber sollst du reden und ihnen sagen; die Schrift spricht von den Leviten. – Und jener!? – Nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: An vierundzwanzig Stellen werden die Priester Leviten genannt, und folgendes ist eine von ihnen:91Ez. 44,15.die levitischen Priester, die Söhne Çadoqs. –", "Und R. A͑qiba!? – Hierbei kannst du dies nicht sagen; es heißt:81Num. 18,31.ihr dürft es an jedem Orte essen, nur wer es an jedem Orte essen darf, ausgenommen ein Priester, der es auf einem Begräbnisplatze92Den er nicht betreten darf.nicht essen darf. – Und jener!? Wo er dies wünscht, da hierbei die Stadtmauer93Von Jerušalem; manche geheiligte Speisen dürfen nur innerhalb dieser gegessen werden.nicht erforderlich ist, und wenn er es bei Unreinheit des Körpers gegessen hat, erhält er keine Geißelhiebe.", "Einst nahm R. Elea͑zar b. A͑zarja94Der Priester war.den ersten Zehnten von einem Garten. Da ging R. A͑qiba und verlegte die Tür nach einem Begräbnisplatze. Hierauf sprach jener: A͑qiba mit seinem Handsack95RA͑. befand sich viel auf Reisen u. hatte immer seinen Handsack bei sich; viell. Anspielung auf seinen früheren Beruf als Rinderhirt, der stets seine Hirtentasche bei sich trägt., und ich soll leben!?", "Es wurde gelehrt: Weshalb maßregelten sie die Leviten mit dem Zehnten96Daß man ihn nicht an sie, gemäß der Bestimmung des Gesetzes, sondern an die Priester entrichte; cf. Sot. Fol. 47b.? Hierüber streiten R. Jonathan und Sabja, einer sagt, weil sie zur Zeit E͑zras nicht mit hinaufzogen97Aus Babylonien nach dem neu errichteten Jisraéllande., und einer sagt, damit die Priester eine Stütze für die Tage ihrer Unreinheit98Während welcher sie keine Hebe essen dürfen.haben. –", "Einleuchtend ist es, daß man sie gemaßregelt hat, nach demjenigen, welcher sagt, weil sie nicht hinaufzogen, wieso aber hat man, nach demjenigen, welcher sagt, damit die Priester eine Stütze für die Tage ihrer Unreinheit haben, wegen der Priester die Leviten gemaßregelt!? – Vielmehr, alle sind der Ansicht, es sei eine Maßregelung, weil sie in den Tagen E͑zras nicht hinaufzogen, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, die Maßregelung komme den Armen [zugute], und einer ist der Ansicht, die Priester seien in den Tagen ihrer Unreinheit ebenfalls Arme. –", "Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, die Maßregelung komme den Armen [zugute], daß R. A͑qiba die Tür nach einem Begräbnisplatze99Damit RE., der Priester war, sie nicht betreten dürfe.verlegte, weshalb aber verlegte er die Tür nach einem Begräbnisplatze nach demjenigen, welcher sagt, den Priestern!? – Er sprach zu ihm wie folgt: verlangst du es wegen der Maßregelung, so steht es dir zu, wenn aber als Anteil, so steht es dir nicht zu.", "Woher, daß sie in den Tagen E͑zras nicht hinaufzogen? – Es heißt: 100Ezr. 8,15.ich versammelte sie an dem Strome, der nach Ahava fließt, und wir lagerten dort drei Tage, und ich sah mich um unter dem Volke und den Priestern und fand dort keinen von den Söhnen Levis. R. Ḥisda sagte: Früher stellte man Beamte nur aus den Leviten an, wie es heißt:101iiChr. 19,11.und Beamte sind von den Leviten bei euch, jetzt aber stelle man Beamte nur aus den Jisraéliten an, denn es heißt: Beamte [aus der] Mehrheit102Dh. aus den Jisraéliten. Ein derartiger Vers befindet sich in der Bibel nicht, u. er wird wohl einer uns nicht erhaltenen apokryphen Schrift entnommen sein. Die Erklärung der rabb. Kommentare, er sei aus Dt. 1,13,15 zusammengesetzt, ist falsch, da er selbstverständlich jünger sein muß als das vor angehende Zitat aus der Chronik.an eurer Spitze.", "vWENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN SICH MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET, SO DARF SIE HEBE ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE HEBE ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM LEVITEN, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN103Jedoch keine Hebe.ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM JISRAÉLITEN, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN.", "STIRBT IHR KIND VOM JISRAÉLITEN, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT IHR KIND VOM LEVITEN, SO DARF SIE HEBE ESSEN; STIRBT IHR KIND VOM PRIESTER, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN." ], [ "WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS SICH MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATET, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM LEVITEN, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM PRIESTER, SO DARF SIE HEBE ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE HEBE ESSEN.", "STIRBT IHR KIND VOM PRIESTER, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN, STIRBT IHR KIND VOM LEVITEN, SO DARF SIE NICHT DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT IHR KIND VOM JISRAÉLITEN, SO DARF SIE IN DAS HAUS IHRES VATERS ZURÜCKKEHREN. VON DIESER HEISST ES:104Lev. 22,13.und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, vom Brote ihres Vaters darf sie essen.", "GEMARA. Wenn ihr Kind vom Leviten stirbt, darf sie Hebe essen, wonach sie wegen ihres Kindes wiederum essen darf; woher dies105Daß sie wegen ihres Kindes vom Priester Hebe essen darf, auch wenn sie inzwischen mit einem Gemeinen verheiratet war.? R. Abba erwiderte im Namen Rabhs:104Lev. 22,13.und eine Tochter106Die Partikel ‘und’ schließt diesen Fall ein.. –", "Wohl nach R. A͑qiba, der das und deutet107Cf. Syn. Fol. 51b.!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [der Passus] und eine Tochter ist überhaupt überflüssig108Vorangehend wird von dieser gesprochen, u. es sollte heißen: wenn diese &c..", "Die Rabbanan lehrten: Wenn sie zurückkehrt, kehrt sie nur zur Hebe zurück, nicht aber zu Brust109Cf. supra Fol. 68b Anm. 85.und Schenkel. R. Ḥisda sagte im Namen des Rabina b. Šila: Hierauf deutet folgender Schriftvers:110Lev. 22,12.sie darf von der Hebe des Heiligen nicht essen; sie darf nicht essen von dem, was vom Heiligen abgehoben111Das sind die genannten Priestergaben.wird. R. Naḥman entnimmt dies im Namen des Rabba b. Abuha hieraus:104Lev. 22,13.vom Brote, nicht aber jedes Brot; ausgenommen Brust112לחם im weiteren Sinne: Speise, Nahrung, auch Fleisch.und Schenkel.", "Rami b. Ḥama wandte ein: Vielleicht schließt dies die Aufhebung von Gelübden113Die der Vater nicht auflösen kann (cf. Num. 30,6), obgleich sie in sein Haus zurückkehrt.aus!? Raba erwiderte: Dies entschied bereits der Autor der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Und das Gelübde einer Witwe oder einer Geschiedenen &c. soll für sie bestehen; was lehrt dies, sie ist ja aus [der Gewalt] des Vaters und der des Ehemannes114Es ist selbstverständlich, daß diese ihre Gelübde nicht auflösen können.gekommen?", "Vielmehr, gehört sie, wenn der Vater sie den Vertretern des Ehemannes, oder die Vertreter des Vaters sie den Vertretern des Ehemannes übergeben haben, und sie unterwegs verwitwet oder geschieden wird, zum Hause ihres Vaters115Da sie gar nicht in den Besitz des Ehemannes gekommen ist.oder zum Hause ihres Ehemannes116Und gleicht jeder anderen Witwe.? Dies besagt nun, daß, sobald sie nur eine Stunde aus der Gewalt des Vaters gekommen ist, er [ihre Gelübde] nicht mehr aufheben könne.", "R. Saphra erklärte:104Lev. 22,13.Vom Brote ihres Vaters darf sie essen, Brot, jedoch kein Fleisch. R. Papa erklärte: Vom Brote ihres Vaters darf sie essen, das Brot, das ihrem Vater gehört, ausgenommen Brust und Schenkel, die ihm vom Tische Gottes zugeeignet117Sie sind nichts weiter als Abfälle von den Opfern, die nicht ihm gehören.sind.", "Raba erklärte:118Lev. 10,14.und die Brust der Schwingung und den Schenkel der Hebe sollt ihr essen &c. du und deine Söhne und deine Töchter mit dir, nur solange sie mit dir sind.", "R. Ada b. Ahaba sagte: Es wird gelehrt: Wenn sie in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, kehrt sie zur Hebe zurück, nicht aber zu Brust und Schenkel; wenn aber wegen ihres Kindes, kehrt sie119Wenn sie mit einem Jisraéliten verheiratet war, und nach seinem Tode wegen ihres Kindes von einem Priester wiederum Hebe essen darf.auch zu Brust und Schenkel zurück.", "R. Mordekhaj trug diese Lehre R. Aši vor. Da sprach dieser: Diese120Die wegen ihres Kindes Hebe zu essen berechtigt ist.wird durch [die Worte] und eine Tochter121Vgl. Anm. 106.einbegriffen, ist sie denn bevorzugter als jene122Die wegen ihres Vaters Hebe zu essen berechtigt ist.!? – Hinsichtlich jener sind Ausschließungen123Oben wird aus mehreren Schriftstellen gefolgert, daß sie Brust u. Schenkel nicht essen darf.vorhanden, hinsichtlich dieser sind keine Ausschließungen vorhanden.", "WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS SICH MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATET &C. Die Rabbanan lehrten:104Lev. 22,13.Und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, ausgenommen die Anwärterin der Schwagerehe; wie in ihrer Jugend, ausgenommen die Schwangere.", "Dies ist ja durch einen Schluß zu folgern: wenn da, wobei das Kind vom ersten [Manne] dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, sie124Obgleich die Frau von ihrem ersten Manne Kinder hat, ist, wenn ihr zweiter Mann kinderlos stirbt, dennoch an ihr die Schwagerehe zu vollziehen.von der Schwagerehe zu entbinden, der Fötus dem Geborenen125An der Schwangeren ist die Schwagerehe nicht zu vollziehen.gleicht,", "um wieviel mehr gleicht da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten126Wenn die Tochter eines Priesters von ihrem ersten jisraélit. Manne ein Kind hat, so darf sie keine Hebe essen, selbst wenn ihr zweiter Mann kinderlos gestorben ist.gleicht, indem es sie für die Hebe ungeeignet macht, der Fötus dem Geborenen127Der oben angezogene Schriftvers ist somit überflüssig.!? –", "Nein, sollte denn, wenn der Fötus dem Geborenen gleicht bei der Schwagerehe, wobei Tote den Lebenden128Wenn nach dem Tode des Ehemannes das Kind gestorben ist, so ist an ihr die Schwagerehe nicht zu vollziehen, als hätte sie ein lebendes Kind.gleichen, der Fötus dem Geborenen gleichen auch bei der Hebe, wobei Tote den Lebenden nicht gleichen129Nur das lebende Kind macht die Tochter eines Priesters Hebe zu essen ungeeignet.!? Daher heißt es: wie in ihrer Jugend, ausgenommen die Schwangere.", "Und sowohl die [Ausschließung der] Schwangeren als auch [die Worte] und Kinder hat sie nicht130Die Ausschließung derjenigen, die Kinder hat.sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: und Kinder hat sie nicht, so könnte man glauben, weil es vorher ein Körper war und jetzt zwei Körper sind, die Schwangere aber, die vorher ein Körper war und jetzt ein Körper ist, dürfe essen; daher ist jenes nötig. Und würde der Allbarmherzige nur die [Ausschließung der] Schwangeren geschrieben haben," ], [ "so könnte man glauben, weil ihr Körper vorher leer war und jetzt voll ist, nicht aber gilt dies von der Bekinderten, deren Körper vorher leer war und jetzt leer ist. Daher ist beides nötig.", "", "R. Jehuda aus Disqarta sprach zu Raba: Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß bei der Schwagerehe Tote den Lebenden nicht gleichen: wenn da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht, indem es sie für die Hebe untauglich macht, Tote den Lebenden nicht gleichen, um wieviel weniger gleichen Tote den Lebenden da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, sie von der Schwagerehe zu entbinden!? –", "Es heißt:131Pr. 3,17.ihre Wege sind Wege der Anmut und all ihre Pfade sind Friede132Da sie einmal entbunden war, belasse man es dabei.. –", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, das bei der Hebe Tote den Lebenden gleichen: wenn da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, sie von der Schwagerehe zu entbinden, Tote den Lebenden gleichen, um wieviel mehr gleichen Tote den Lebenden da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht, sie für die Hebe untauglich zu machen!? – Es heißt:133Lev. 22,13.und Kinder hat sie nicht, und sie hat keine. –", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß bei der Schwagerehe das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht: wenn da, wobei Tote den Lebenden nicht gleichen, bei der Hebe, das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht, um wieviel mehr gleicht da, wobei Tote den Lebenden gleichen, bei der Schwagerehe, das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten!? – Es heißt:134Dt. 25,5.und einen Sohn hat er nicht, und er hat keinen. –", "Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß bei der Hebe das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht: wenn da, wobei Tote den Lebenden gleichen, sie von der Schwagerehe zu entbinden, das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, um wieviel weniger gleicht das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten bei der Hebe, wobei Tote den Lebenden nicht gleichen!? – Es heißt: hat sie nicht, und diese hat wohl.", "", "iWENN MAN EINER FRAU, DEREN MANN NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, BERICHTETE, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND SIE SICH VERHEIRATETE, UND DARAUF IHR MANN ZURÜCKKEHRT, SO IST SIE VON DIESEM UND VON JENEM ZU ENTFERNEN UND BENÖTIGT1Falls sie sich mit einem anderen verheiraten will. VON DIESEM UND VON JENEM EINES SCHEIDEBRIEFES.", "WEDER VON DIESEM NOCH VON JENEM STEHEN IHR DIE MORGENGABE, DER FRUCHTGENUSS2Cf. Fol. 84a Anm. 3., DER UNTERHALT UND DIE ABGETRAGENEN KLEIDER ZU; HAT SIE ETWAS DAVON VON DIESEM ODER VON JENEM ERHALTEN, SO MUSS SIE ES ZURÜCKERSTATTEN.", "DAS KIND VON DIESEM UND JENEM3Wenn der erste sie wiedergenommen hat. IST HURENKIND; WEDER DIESER NOCH JENER VERUNREINIGE SICH AN IHR4An ihrer Leiche, falls er Priester ist; cf. Lev. 21,1ff.; WEDER DIESER NOCH JENER HAT ANRECHT AUF IHREN FUND5Der sonst dem Ehemanne gehört; cf. Bm. Fol. 12a., IHRE HÄNDEARBEIT6Die dem Ehemanne als Entgelt für den Unterhalt gehört.UND DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE7Cf. Num. 30,2ff.; SIE WIRD UNTAUGLICH,", "FALLS SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN IST, FÜR DIE PRIESTERSCHAFT, FALLS SIE DIE TOCHTER EINES LEVITEN IST, FÜR DEN ZEHNTEN, UND FALLS SIE DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IST, FÜR DIE HEBE; WEDER DIE ERBEN VON DIESEM NOCH DIE ERBEN VON JENEM ERBEN IHRE MORGENGABE; STERBEN SIE, SO HAT DER BRUDER VON DIESEM UND DER BRUDER VON JENEM AN IHR DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "R. JOSE SAGT, IHRE MORGENGABE BELASTE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES. R. ELEA͑ZAR SAGT, DER ERSTE HABE ANRECHT AUF IHREN FUND, IHRE HÄNDEARBEIT UND DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE. R. ŠIMO͑N SAGT, DIE BEIWOHNUNG ODER DIEALIÇA DES BRUDERS DES ERSTEN ENTBINDE IHRE NEBENBUHLERIN8Von der Schwagerehe., UND DAS KIND VON DIESEM SEI KEIN HURENKIND.", "HAT SIE SICH OHNE ERLAUBNIS9Des Gerichtes; falls 2 Zeugen den Tod ihres Mannes bekundet haben. VERHEIRATET, SO DARF SIE [ZUM ERSTEN] ZURÜCKKEHREN.", "iiHAT SIE SICH AUF DIE ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES HIN VERHEIRATET, SO IST SIE ZU ENTFERNEN UND VOM OPFER10Wegen der irrtümlich begangenen Sünde.FREI; HAT SIE SICH OHNE ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES VERHEIRATET, SO IST SIE ZU ENTFERNEN UND ZU EINEM OPFER VERPFLICHTET. DIE KRAFT DES GERICHTES IST WIRKSAM, SIE VOM OPFER ZU BEFREIEN. WENN DAS GERICHT IHR ENTSCHIEDEN HAT, SICH ZU VERHEIRATEN, UND SIE GEGANGEN IST UND GESÜNDIGT HAT, SO IST SIE ZUM OPFER VERPFLICHTET, DENN ES HAT IHR NUR ZU HEIRATEN ERLAUBT.", "GEMARA. Im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn sie sich ohne Erlaubnis verheiratet hat, sie [zum ersten] zurückkehren dürfe, wohl ohne Erlaubnis des Gerichtes, sondern nur wegen der Zeugen11Die den Tod ihres Mannes bekundet haben., wonach der Anfangsatz von der Erlaubnis des Gerichtes durch einen Zeugen spricht: demnach ist ein einzelner Zeuge glaubwürdig.", "Ferner haben wir gelernt: Es wurde eingeführt, die Heirat zu erlauben auf [die Aussage] eines Zeugen hin aus dem Munde eines Zeugen12Der es ebenfalls von einem einzelnen Zeugen gehört hat., einer Frau aus dem Munde einer Frau, einer Frau aus dem Munde eines Sklaven oder einer Sklavin. Demnach ist ein einzelner Zeuge glaubhaft.", "Ferner haben wir gelernt: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: du hast Talg13Unvorsätzlich, sodaß er ein Opfer darzubringen hat.gegessen, und er sagt: ich habe nicht gegessen, so ist er frei14Von der Darbringung des Opfers.. Nur wenn er sagt, er habe nicht gegessen, wenn er aber schweigt, ist [der Zeuge] glaubhaft. Demnach ist ein einzelner Zeuge nach der Tora glaubhaft;", "woher dies? – Es wird gelehrt: 15Lev. 4,28.Und sich seiner Sünde bewußt wird, nicht aber, wenn andere es ihm mitteilen. Man könnte glauben, er sei frei, auch wenn er nicht widerspricht, so heißt es: und sich bewußt wird, auf jede Weise.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn zwei gekommen sind und er ihnen nicht widerspricht, so ist ja hiefür kein Schriftvers nötig16Zwei Zeugen sind stets glaubhaft.; doch wohl einer, und wenn jener ihm nicht widerspricht, ist er glaubhaft. Hieraus ist zu entnehmen, daß ein einzelner Zeuge glaubhaft ist. – Woher, daß [es deshalb erfolgt], weil er glaubhaft ist, vielleicht deshalb, weil jener schweigt, und das Schweigen als Zugeständnis gilt!?", "Dies ist auch zu beweisen, denn im Schlußsatze lehrt er: Wenn zwei zu ihm sagen: du hast Talg gegessen, und er sagt: ich habe nicht gegessen, so ist er frei, und nach R. Meír schuldig17Zur Darbringung des Opfers verpflichtet.. R. Meír sprach: Es ist vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn zwei [Zeugen] jemand für die schwere Todesstrafe überführen können, wie sollten sie ihn nicht für das leichtere Opfer überführen können!?", "Jene erwiderten ihm: Wie aber, wenn er sagt, er habe es vorsätzlich18Er hat dann kein Opfer darzubringen; vielmehr verfällt er in einem derartigen Falle der Ausrottungsstrafe.getan?" ], [ "Weshalb ist er nach den Rabbanan im Anfangsatze19Bei einem Zeugen, falls er schweigt.schuldig: wollte man sagen, weil [der Zeuge] glaubhaft ist, so ist er ja nach den Rabbanan frei20Falls er es bestreitet., auch wenn zwei es sagen, die sonst glaubhaft sind, selbst wenn er ihnen widerspricht. Doch wohl deshalb, weil er schweigt und das Schweigen als Zugeständnis gilt. –", "Vielmehr, dies21Daß ein einzelner Zeuge glaubhaft ist.ist einleuchtend. Wie beim Zweifel, ob es ein Stück Talg oder ein Stück Fett22Das jemand gegessen hat; ersteres ist zum Genusse verboten; cf. Hul. Fol. 49b.war, und ein einzelner Zeuge kommt und sagt, er wisse bestimmt, daß es Fett war, der glaubhaft ist. –", "Es gleicht dem nicht; da ist das Verbot nicht festgestellt23Es ist zweifelhaft, ob das betreffende Stück überhaupt verboten war., hierbei aber ist das Verbot der Ehefrau festgestellt24Zweifelhaft ist es nur, ob der Mann gestorben u. dieses Verbot aufgehoben worden ist., und bei Unzuchtangelegenheiten sind wenigstens zwei [Zeugen] erforderlich.", "Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn es sicher ein Stück Talg war, und ein einzelner Zeuge kommt und sagt, er wisse bestimmt, daß es Fett war, der nicht glaubhaft ist. – Es gleicht dem nicht; da25Wo gar kein Zweifel besteht.sind auch hundert nicht glaubhaft, hierbei aber sind zwei glaubhaft, somit kann auch einer glaubhaft sein. So verhält es sich auch beim Unverzehnteten26Cf. Fol. 86a Anm. 71; ein einzelner Zeuge ist glaubhaft, wenn er bekundet, daß die Hebe entrichtet worden ist, obgleich bis dahin die Früchte verboten sind., dem Heiligen27Wenn er bekundet, die Sache sei nicht Heiliges u. somit erlaubt.und dem Qonam28Umschreibung für Opfergelübde (cf. Ned. Fol. 10a); ein einzelner Zeuge ist glaubhaft, wenn er bekundet, über die Sache sei kein Qonam gesprochen worden.. –", "Bei wessen Unverzehntetem: ist es seines, [so ist er deshalb glaubhaft,] weil es in seiner Hand liegt, es brauchbar29Davon die Hebe zu entrichten.zu machen, und ist es eines anderen, so liegt es,", "falls er der Ansicht ist, man könne die Hebe von seinem für fremdes ohne Inkenntnissetzung des Eigentümers entrichten, ebenfalls in seiner Hand, es brauchbar zu machen. Und ist er der Ansicht, es sei eine Inkenntnissetzung des Eigentümers erforderlich, wenn er aber sagt, er wisse, daß dieser es brauchbar gemacht habe; woher dies hiervon30Daß in diesem Falle ein einzelner Zeuge glaubhaft ist.selbst!?", "Ebenso hinsichtlich des Heiligen: ist der Geldwert31Eine tote Sache, die zu verkaufen ist, u. deren Erlös dem Tempelfonds zufällt.heilig, [so ist er deshalb glaubhaft,] weil es in seiner Hand liegt, es auszulösen, und ist es an sich32Ein zur Opferung geheiligtes Vieh.heilig, so liegt es ebenfalls in seiner Hand, falls es ihm gehört, [das Gelübde] auflösen zu lassen. Und ist es eines anderen, wenn er aber sagt, er wisse, daß dieser sich [das Gelübde] auflösen ließ: woher dies hiervon30Daß in diesem Falle ein einzelner Zeuge glaubhaft ist.selbst!?", "Ebenso hinsichtlich des Qonam: ist er der Ansicht, beim Qonam gebe es eine Veruntreuung33Wenn ein Gemeiner davon genießt, wie beim Heiligen.und die Heiligkeit des Geldwertes ruhe darauf, [so ist er deshalb glaubhaft,] weil es in seiner Hand liegt, es auszulösen, und ist er der Ansicht, beim Qonam gebe es keine Veruntreuung34Der Q. ist nichts weiter als ein Gelübde, das er zu erfüllen hat, während die bezügliche Sache an sich nicht heilig ist.und nur etwas Verbotenes laste auf seinen Schultern, so liegt es ebenfalls in seiner Hand, falls es seines ist, es auflösen zu lassen.", "Und ist es eines anderen, wenn er aber sagt, er wisse, daß der Eigentümer es sich auflösen ließ; woher dies hiervon30Daß in diesem Falle ein einzelner Zeuge glaubhaft ist.selbst!?", "R. Zera erwiderte: Wegen der Erschwerung, die man ihr später35Wenn sie sich auf die Aussage des Zeugen hin verheiratet hat; sie ist dann beiden verboten, verliert ihre Morgengabe usw.auferlegt, hat man ihr vorerst erleichtert36Daß ein Zeuge glaubhaft sei; sie selber ist wegen der schweren Folgen vorsichtig.. – Sollte man ihr weder erschweren noch erleichtern!? –", "Wegen der Verlassenheit37Um ihr die Heirat zu ermöglichen. haben es ihr die Rabbanan erleichtert.", "SO IST SIE VON DIESEM UND VON JENEM ZU ENTFERNEN &C. Rabh Sagte: Dies nur, wenn sie auf [die Aussage] eines Zeugen hin geheiratet hat, wenn sie aber auf die zweier Zeugen hin geheiratet hat, ist sie nicht zu entfernen. Im Westen lachten sie hierüber: ihr Mann kommt und steht vor uns, und du sagst, sie sei nicht zu entfernen!? – In dem Falle, wenn man ihn nicht kennt38Wenn man gar nicht weiß, daß es ihr Mann ist.. –", "Wieso ist sie, wenn man ihn nicht kennt, wegen eines Zeugen zu entfernen!? – In dem Falle, wenn zwei kommen und bekunden: wir waren mit ihm seitdem er fort ist bis jetzt, ihr aber erkennt ihn nicht. So heißt es:39Gen. 42,8.Joseph erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht. Hierzu sagte R. Ḥisda: Dies lehrt, daß er ohne Bart fortging und mit einem Barte zurückkam. –", "Aber immerhin sind es ja zwei gegen zwei," ], [ "und wer ihr beiwohnt, hat ein Schwebeschuldopfer40Wegen einer zweifelhaft begangenen Sünde; die Zeugen widersprechen einander u. die Angelegenheit ist nicht aufgeklärt.darzubringen!? R. Šešeth erwiderte: Wenn sie sich mit einem von ihren Zeugen41Der seiner Behauptung sicher ist.verheiratet hat. –", "Sie selber42Für die die Angelegenheit nicht aufgeklärt ist.hat ja ein Schwebeschuldopfer darzubringen!? – Wenn sie sagt, sie wisse es43Daß der Zurückgekehrte nicht ihr Ehemann ist.sicher. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? Auch R. Menaḥem b. R. Jose sagt es44Daß sie in einem derartigen Falle vom 2. Manne zu entfernen sei.nur von dem Falle, wenn Zeugen gekommen sind45Die bekunden, daß er nicht gestorben sei.und sie sich nachher verheiratet hat, nicht aber, wenn sie sich verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind.", "Es wird nämlich gelehrt: Wenn zwei bekunden, er sei gestorben, und zwei bekunden, er sei nicht gestorben, oder zwei bekunden, sie sei geschieden, und zwei bekunden, sie sei nicht geschieden, so darf sie sich nicht verheiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie nicht zu entfernen; R. Menaḥem b. R. Jose sagt, sie sei zu entfernen. R. Menaḥem b. R. Jose sprach: Nur hinsichtlich des Falles, wenn Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, sage ich, sie sei zu entfernen, wenn sie sich aber verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind, ist sie nicht zu entfernen. –", "Rabh sagt es eben von dem Falle, wenn Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, zur Ausschließung der Ansicht des R. Menaḥem b. R. Jose. Manche lesen: Nur wenn sie sich verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind, wenn aber Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, ist sie zu entfernen. Übereinstimmend mit R. Menaḥem b. R. Jose.", "Raba wandte ein: Woher, daß, wenn er46Ein Priester, die ihm vorgeschriebene Heiligung (Lev. Kap. 21) beobachten.nicht will, man ihn zwinge47Eigentl. schlage, stoße, puffe.? Es heißt:48Lev. 21,8.du sollst ihn heilig halten, durch Gewalt.", "In welchem Falle49Diese Lehre wird auf einen derartigen Fall bezogen, wenn der zweite, der sie heiratet, Priester ist.; wollte man sagen, wenn sie sich mit einem verheiratet hat, der nicht zu ihren Zeugen gehört, und auch nicht sagt, sie wisse es43Daß der Zurückgekehrte nicht ihr Ehemann ist.sicher, so braucht ja nicht gelehrt zu werden, daß man ihn zwinge; doch wohl, wenn sie sich mit einem ihrer Zeugen verheiratet hat und sagt, sie wisse es sicher, und er lehrt, daß man ihn zwinge. Demnach entferne man sie von ihm!? –", "Anders verhält es sich bei einem Verbote für Priester. Wenn du willst, sage ich: unter ‘zwingen’ ist zu verstehen, man zwinge ihn durch Zeugen50Bevor er sie heiratet, forsche man nach Zeugen, die ihren Zeugen widersprechen; hat er sie aber geheiratet, braucht er sie nicht zu entfernen.. Wenn du aber willst, sage ich: wenn zuerst Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, nach R. Menaḥem b. R. Jose.", "R. Aši erklärte: Unter ‘nicht zu entfernen’, das Rabh lehrt, ist zu verstehen, man entferne sie nicht aus ihrem früheren [Zustande des] Erlaubtseins51Die Heirat mit ihrem ersten Manne bleibt bestehen u. sie kehre zu diesem zurück; sie ist an ihrer 2. Heirat ganz unschuldig, u. es ist ebenso, als würde jemand sie genotzüchtigt haben.. –", "Dies lehrt ja Rabh bereits einmal!? Es wird nämlich gelehrt, daß, wenn sie sich ohne Erlaubnis52Des Gerichtes, sondern auf Grund der Zeugenaussage.verheiratet hat, sie zu jenem zurückkehren dürfe, und hierzu sagte R. Hona im Namen Rabhs, so sei die Halakha. – Eines ist vom anderen gefolgert.", "Šemuél sagte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn sie es53Daß ihr Mann lebt. nicht bestreitet, wenn sie es aber bestreitet, ist sie nicht zu entfernen. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn zwei [es bekunden], so ist es ja belanglos, daß sie es bestreitet; doch wohl einer, und nur wenn sie es bestreitet, wenn sie aber schweigt, ist sie zu entfernen.", "Nun sagte aber U͑la, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt54So bei der ersten Bekundung, ihr Mann sei gestorben.hat, er als zwei gelte, und die Worte eines einzelnen55Des anderen Zeugen, der bekundet, daß ihr Mann lebt.haben ja zweien gegenüber keine Geltung!? – Hier wird von unzulässigen Zeugen56Frauen, Sklaven od. Verwandte; solchen kann sie widersprechen.gesprochen, nach R. Neḥemja.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt57In einem derartigen Falle sind auch sonst unzulässige Zeugen glaubhaft.hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einem Manne haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne.", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn zuerst ein einzelner gültiger Zeuge gekommen ist, gelten auch hundert Frauen58Dh. unzulässige Zeugen.als ein Zeuge59Sie können seine Aussage, daß ihr Mann gestorben ist, nicht erschüttern., hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst eine Frau gekommen war.", "Die Worte R. Neḥemjas sind wie folgt zu erklären: R. Neḥemja sagte: Überall wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einer Frau haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne; zwei Frauen aber gegenüber einem Manne gelten als Hälfte gegen Hälfte60Dh. als Aussage gegen Aussage; die erste Zeugenaussage wird nicht erschüttert, selbst wenn sie den anderen nicht widerspricht..", "UND BENÖTIGT VON DIESEM UND VON JENEM EINES SCHEIDEBRIEFES. Erklärlich ist es, daß sie vom ersten eines Scheidebriefes benötigt, weshalb aber vom zweiten, es war ja nichts weiter als Unzucht61Die Heirat mit diesem war ungültig.!?", "R. Hona erwiderte: Mit Rücksicht darauf, man könnte sagen, jener62Ihr erster Mann, der noch lebt.habe sich von ihr geschieden und dieser sie geheiratet, und eine Ehefrau63Da demnach ihre Heirat mit dem anderen gültig ist.gehe ohne Scheidebrief aus. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären, welcher lehrt, daß, wenn man ihr berichtete, ihr Mann sei gestorben, und sie sich antrauen ließ, und darauf ihr Mann gekommen ist, sie zu ihm zurückkehren dürfe. Auch hierbei kann man ja sagen, jener habe sich von ihr geschieden und dieser sie sich angetraut, und eine Ehefrau gehe ohne Scheidebrief aus!? –", "Tatsächlich benötigt sie eines Scheidebriefes64Vom zweiten, dem sie angetraut war.. – Demnach65Wenn sie eines Scheidebriefes benötigt, woraus man entnehmen könnte, die Antrauung des anderen sei gültig.ergibt es sich ja, daß dieser seine Geschiedene wiedernimmt, nachdem sie einem anderen angetraut war!? – Nach R. Jose b. Kiper, welcher sagt, nach der Verheiratung sei sie66Ihrem ersten Manne; cf. Dt. 24,4.verboten, nach der Antrauung sei sie erlaubt. –", "Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, daß der andere, auch wenn er ihr" ], [ "einen Scheidebrief gegeben hat, sie für die Priesterschaft nicht untauglich gemacht67Da dieser ganz wirkungslos ist.hat, so benötigt sie ja keines Scheidebriefes, denn, wenn sie eines Scheidebriefes benötigen würde, wieso macht er sie für die Priesterschaft nicht untauglich68Die Geschiedene ist Priestern verboten.!? – Vielmehr, im Schlußsatze nimmt man an, die Antrauung war eine irrtümliche69Und daher ungültig; aus diesem Grunde ging sie ohne Scheidebrief fort.. –", "Auch im Anfangsatze kann man ja annehmen, die Heirat war eine irrtümliche!? – Die Rabbanan haben sie gemaßregelt70Weil sie sich nicht genügend erkundigt hat; man billigte ihr daher diese Annahme nicht zu.. – Sollten sie sie auch im Schlußsatze maßregeln!? – Im Anfangsatze, wo sie eine verbotene Handlung begangen hat, maßregelten sie sie, im Schlußsatze, wo sie keine verbotene Handlung begangen hat, maßregelten sie sie nicht.", "WEDER &C. DIE MORGENGABE. Die Rabbanan haben die Morgengabe deshalb eingeführt, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei, diese71Die er sogar entfernen muß.aber mag ihm leicht zu entfernen sein.", "DER FRUCHTGENUSS, DER UNTERHALT UND DIE ABGETRAGENEN KLEIDER. Die Vereinbarung der Morgengabe72Cf. Fol. 85a Anm. 43; in der Urkunde befindet sich auch die Vereinbarung, daß diese ihr zustehen.gleicht der Morgengabe.", "HAT SIE ETWAS DAVON VON DIESEM ODER VON JENEM ERHALTEN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da sie es bereits erhalten hat, nehme man es ihr nicht ab, so lehrt er uns.", "DAS KIND IST HURENKIND. Dort haben wir gelernt: Man darf die Hebe nicht von Unreinem für das Reine absondern; hat man abgesondert, so ist es, wenn versehentlich, gültig, wenn aber vorsätzlich, als hätte man nichts getan. Was heißt: nichts getan? R. Ḥisda erklärte: Überhaupt nichts getan, sogar dieses Quantum73Das er abgesondert hat.wird wieder Vermischtes74Cf. Fol. 86a Anm. 71..", "R. Nathan b. R. Ošaja erklärte: Nichts getan, zur Tauglichmachung des Zurückbleibenden, das Abgesonderte aber ist Hebe75Es bleibt heilig; u. außerdem hat er die Hebe wiederum zu entrichten.. R. Ḥisda erklärt nicht wie R. Nathan b. R. Oša͑ja, denn wenn man sagt, dieses sei Hebe, so kann es vorkommen, daß er aus Fahrlässigkeit sie nicht [wiederum] absondert. –", "Womit ist es hierbei anders, als bei der Lehre, daß wenn jemand die Hebe von Gurken abgesondert hat, und sie bitter befunden wird, von Melonen, und sie faul befunden wird, die Hebe gültig sei und er sie wiederum entrichte!? – Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen einem Falle des Versehens und einem Falle der Vorsätzlichkeit; versehentlich hat er keine verbotene Handlung begangen, vorsätzlich hat er eine verbotene Handlung begangen. –", "Aber auch zwischen Fällen des Versehens besteht ja ein Widerspruch: hierbei lehrt er, versehentlich sei die Hebe gültig, und da76Wenn nachträglich die als Hebe abgesonderten Früchte schlecht befunden werden.lehrt er, die Hebe sei gültig und er entrichte sie wiederum!? –", "Da ist es ein Versehen, das an Vorsätzlichkeit grenzt, denn er sollte sie kosten. –", "Aber auch zwischen Fällen der Vorsätzlichkeit besteht ja ein Widerspruch: hierbei lehrt er, vorsätzlich habe er nichts getan, und anderweitig wird gelehrt, daß, wenn jemand die Hebe [von Früchten] aus einem undurchlochten [Pflanzentopfe]77Der durchlochte Pflanzentopf gleicht dem Erdboden u. von in einem solchen gezogenen Früchten ist die Hebe zu entrichten, nicht aber von solchen, die in einem undurchlochten gezogen werden.für solche aus einem durchlochten abgesondert hat, sie gültig sei und er sie wiederum entrichte!? –", "Bei zwei verschiedenen Gefäßen gehorcht78Die Hebe wiederum zu entrichten.er, bei einem Gefäße gehorcht er nicht79Er sagt sich, wenn die Hebe gültig ist, braucht er sie nicht wiederum zu entrichten, u. damit er dem Priester nicht das Unreine gebe, ist die Absonderung als gänzlich ungültig erklärt worden.. –", "Womit ist es nach R. Nathan b. R. Oša͑ja, welcher erklärt: nichts getan, zur Tauglichmachung des Zurückbleibenden, das Abgesonderte aber sei Hebe," ], [ "hierbei anders als bei der Lehre, daß, wenn jemand die Hebe [von Früchten] aus einem durchlochten [Pflanzentopfe] für solche aus einem undurchlochten abgesondert hat, sie gültig sei, aber nicht eher gegessen werden dürfe, als bis für diese die Hebe und der Zehnt von anderem entrichtet worden ist80Die Früchte, für die die Hebe entrichtet worden ist, sind hierzu nicht pflichtig, somit gilt die entrichtete Hebe als Profanes, von dem die priesterl. Abgaben nicht errichtet worden sind.!? –", "Anders ist es hierbei, wo nach der Tora die Hebe gültig ist. Dies nach R. Elea͑j, denn R. Elea͑j sagte: Woher, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist? Es heißt: 81Num. 18,32.ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt,", "und wenn es nicht heilig wäre, könnte keine Sünde aufgeladen werden; hieraus, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist.", "Rabba sprach zu R. Ḥisda: Du erklärst: überhaupt nichts getan, sogar dieses Quantum wird wieder Vermischtes, aus dem Grunde, weil er aus Fahrlässigkeit [die Hebe wiederum] nicht absondern könnte. Aber ist es denn denkbar, daß die Hebe nach der Tora gültig ist, und die Rabbanan sie wegen etwaiger Fahrlässigkeit als profan erklärt haben; kann denn das Gericht etwas aus der Tora aufheben!?", "Dieser erwiderte: Bist du nicht dieser Ansicht? Wir haben gelernt, das Kind von diesem und von jenem sei Hurenkind; allerdings vom zweiten, wieso aber vom ersten, diese ist ja seine Frau82Da die Heirat mit dem zweiten ungültig ist.und [das Kind] Jisraélit, und wir erlauben ihm83Dem Sohne vom ersten Manne, der als Hurenkind erklärt wird.ein Hurenkind!?", "Dieser erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: ein Hurenkind ist ihm verboten. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, ein Hurenkind sei ihm verboten. – Inwiefern ist er Hurenkind? – Indem ihm eine Jisraélitin verboten ist.", "R. Ḥisda sandte an Rabba durch R. Aḥa b. R. Hona: Kann denn das Gericht nicht beschließen, etwas aus der Tora aufzuheben, es wird ja gelehrt: Von wann ab beerbt man seine minderjährige84Ohne zu berücksichtigen, sie würde erwachsen viell. die Weigerung erklärt haben.Frau? Die Schule Šammajs sagt, sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat; die Schule Hillels sagt, sobald sie unter den Baldachin85Cf. Fol. 57b. Anm. 171.gekommen ist; R. Elie͑zer sagt, sobald sie beschlafen worden ist. Er beerbt sie dann, er verunreinige sich an86An ihrer Leiche, wenn er Priester ist; cf. Lev. 21,2.ihr, und sie darf durch ihn Hebe essen.", "«Die Schule Šammajs sagt, sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat.» Obgleich sie unter den Baldachin nicht gekommen87Sie ist ja dann nur seine Verlobte, die er nicht beerbt; cf. supra Fol. 29b.ist!? – Sage: sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat, nachdem sie unter den Baldachin gekommen ist. Die Schule Šammajs sprach zur Schule Hillels wie folgt: Ihr sagt, sobald sie unter den Baldachin gekommen ist; aber der Baldachin ist nur dann wirksam, wenn sie ihre Entwickelung erlangt hat, wenn aber nicht, ist er unwirksam. –", "«R. Elie͑zer sagt, sobald sie beschlafen worden ist.» R. Elie͑zer sagt ja aber, die Handlung einer Minderjährigen sei wirkungslos!? – Sage: wenn sie erwachsen und beschlafen worden ist. –", "Hier lehrt er, daß er sie beerbe. Nach der Tora hat der Vater sie zu beerben, rabbanitisch aber beerbt sie der Ehemann!? – Die Freigebung88Irgend einer Sache, auf die jemand Eigentumsrecht hat; das Gericht ist befugt, es einem anderen zuzusprechen. Das W. ההי (war) in den kursierenden Ausgaben ist Zensuränderung.des Gerichtes ist gültig.", "R. Jiçḥaq sagte nämlich: Woher, daß die Preisgebung des Gerichtes gültig ist? Es heißt:89Ezr. 10,8.und wer nicht binnen drei Tagen kommt, nach Beschluß der Oberen und der Ältesten, dessen ganze Habe soll dem Banne verfallen, und er selbst aus der Gemeinde der Weggeführten ausgestoßen werden.", "R. Elea͑zar entnimmt dies hieraus:90Jos. 19,51.Das sind die Erbteile, die Elea͑zar der Priester und Jehošua͑, der Sohn Nuns, und die Häupter der Stammesväter der Kinder Jisraél verteilten. In welchem Zusammenhange stehen die Häupter mit den Vätern? Dies besagt, wie Väter ihre Kinder beliebig erben lassen können, ebenso können die Häupter das Volk beliebig erben lassen. –", "«Er verunreinige sich an ihr.» Hierbei hat nach der Tora der Vater sich an ihr zu verunreinigen, rabbanitisch aber verunreinige sich der Ehemann an ihr!? – Weil sie Pflichttote91Eine Leiche, um die sich niemand kümmert; an einer solchen darf ein Priester sich verunreinigen, selbst wenn sie ihm fremd ist.ist. –", "Ist sie denn Pflichttote, es wird ja gelehrt, Pflichttoter sei derjenige, der niemand hat, der ihn bestattet; wenn er aber ruft92Bei Lebzeiten, wenn er Angehörige hat.und man ihm antwortet, sei er kein Pflichttoter93Diese hat ihre Eltern.!? – Da jene sie nicht beerben, so ist es ebenso, als würde sie rufen und jene es nicht hören. –" ], [ "Sie darf durch ihn Hebe94Die ihr nach der Tora verboten ist.essen!? - Rabbanitische Hebe95Von Früchten, von denen sie nach der Tora nicht zu entrichten ist.. – Komm und höre: Wenn jemand [versehentlich] unreine Hebe gegessen hat, so muß er reines Profanes ersetzen. Hat er unreines Profanes ersetzt, so ist, wie Symmachos im Namen R. Meírs sagt, wenn versehentlich, der Ersatz gültig, wenn vorsätzlich, der Ersatz ungültig; die Weisen sagen, ob so oder so sei der Ersatz gültig und er müsse wiederum reines Profanes ersetzen.", "Und auf unseren Einwand, weshalb denn bei Vorsatz der Ersatz ungültig96Dies ist nur eine Maßregelung.sei, Segen sollte über ihn kommen, denn er aß etwas, das [für den Priester] während der Zeit seiner Unreinheit unbrauchbar97Bei Unreinheit seiner Person darf er auch keine unreine Hebe essen.war, und er ersetzte ihm etwas, das für ihn während der Zeit seiner Unreinheit brauchbar ist,", "erwiderte Raba, wie manche sagen, Kadi98Cf. Bd. III S. 121 Anm. 103., [diese Lehre] sei lückenhaft und müsse wie folgt lauten: hat er unreine Hebe gegessen, so muß er irgend etwas99Ob reines oder unreines.ersetzen, hat er reine Hebe gegessen, so muß er reines Profanes ersetzen. Hat er unreines Profanes ersetzt, so ist, wie Symmachos im Namen R. Meírs sagt, wenn versehentlich, der Ersatz gültig, wenn vorsätzlich, der Ersatz ungültig; die Weisen sagen, ob so oder so sei der Ersatz gültig und er müsse wiederum reines Profanes ersetzen.", "Hierbei ist es ja nach der Tora ein ausreichender Ersatz, und wenn er sich damit eine Frau100Wenn er es ihr bei der Antrauung als Wertgegenstand gibt; cf. Qid. Fol. 2a.antraut, die Antrauung gültig, und die Rabbanan sagten, dies sei kein Ersatz, sodaß dadurch101Wenn er sich damit eine Frau antraut; wenn der Ersatz ungiltig ist, muß auch seine Antrauung als ungültig erklärt werden.eine Ehefrau Fremden erlaubt wird!? –", "Die Worte R. Meírs, der Ersatz sei ungültig, sind zu verstehen, er müsse wiederum reines Profanes ersetzen. – Demnach lehrt ja Symmachos dasselbe, was die Rabbanan!?", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob man ihn bei Versehen wegen des Vorsatzes gemaßregelt102Nach S. braucht er in diesem Falle nicht den Ersatz wiederum zu leisten, nach den Weisen wohl.hat. –", "Komm und höre: Wenn das [Opfer]blut unrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig103Das Opfer ist tauglich u. der Eigentümer erlangt Sühne; diesen Ausdruck gebraucht die Schrift zur Bezeichnung der Tauglichkeit des Opfers (Lev. 1,4 uö)., und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig.", "Hierbei ist es ja nach der Tora wohlgefällig, denn es wird gelehrt, das Stirnblatt104Das der Hochpriester auf der Stirn trug; cf. Ex. 28,36ff.mache wohlgefällig, wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde, und die Rabbanan sagten, es sei nicht wohlgefällig, sodaß infolgedessen Profanes in den Tempelhof gebracht105Nach der 1. Lehre hat der Eigentümer ein anderes Opfer darzubringen, das aber nach der Tora, nach der das erste wohlgefällig ist, profan ist.wird!?", "R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Worte ‘nicht wohlgefällig’ beziehen sich auf die Erlaubnis, das Fleisch106Das sonst dem Priester gehört.zu essen, der Eigentümer erlangt jedoch Sühne. –", "Aber immerhin wird ja [die Bestimmung] vom Essen des Fleisches aufgehoben, denn es heißt: sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt wurde, und dies lehrt, daß die Priester es essen und der Eigentümer Sühne erlange!? Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei einer Unterlassung107Einer Bestimmung der Schrift; da nicht gegen diese gehandelt wird, so ist dies keine direkte Aufhebung.." ], [ "Hierauf sprach jener: Ich dachte gegen dich Einwendungen zu erheben [aus den Lehren] von dem Unbeschnittenen108Für einen am Vorabend des Pesaḥfestes beschnittenen Proselyten darf wegen einer rabbanit. Bestimmung das Pesaḥopfer nicht hergerichtet werden, obgleich er nach der Tora hierzu verpflichtet ist; cf. Pes. Fol. 92a., der Besprengung109Des Unreinen am Šabbath; dies ist nur rabbanit. verboten, u. durch die Aufrechterhaltung dieses Verbotes bleibt die Person unrein u. an der Darbringung des Pesaḥopfers verhindert; cf. Pes. Fol. 92a.,", "dem Beschneidemesser110Das man rabb. am Šabbath aus einem fremden Gebiete nicht holen darf, sodaß dadurch die Beschneidung hinausgeschoben wird; cf. Sab. Fol. 130a., den Çiçith111Die nach der Tora (cf. Num. 15,38ff. Dt. 22,12) an die 4 Zipfel jedes Gewandes einzuknöpfen sind; nach einer rabb. Bestimmung dürfen solche aus Wolle nicht an ein Laken (aus Flachs) angebracht werden; cf. Men. Fol. 39b.an einem Laken,", "den Lämmern des Wochenfestes112Die an diesem Feste zu opfern sind (cf. Num. 28,27); wenn dieses Fest auf einen Šabbath fällt u. die Opfer nicht auf den richtigen Namen geschlachtet worden sind, so darf wegen einer rabbanit. Bestimmung das Blut nicht auf den Altar gesprengt werden; cf. Jṭ. Fol. 20b., der Posaune113Für das Neujahrsfest (Lev. 23,24); ausführl. Rh. Fol. 32a.", "und dem Feststrauße114Für das Hüttenfest (Lev. 23,40); ausführl. Suk. Fol. 29b. Wegen einer rabbanit. Bestimmung fällt die Benutzung der beiden letztgenannten Gegenstände am Šabbath aus., aber du erwidertest, die Unterlassung sei keine Aufhebung, und auch bei diesen allen ist es nur eine Unterlassung.", "Komm und höre:115Dt. 18,15.Ihm sollt ihr gehorchen, selbst wenn er dich ein Gebot der Tora übertreten heißt, wie Elijahu am Karmelberge116Der da auf einer Anhöhe (Privataltar) Opfer darbrachte, obgleich dies dann verboten war; cf. iReg. Kap. 18.; alles nach den Umständen gehorche ihm!? –", "Anders ist es da, wo es heißt: ihm sollt ihr gehorchen. – Sollte man hiervon folgern!? – Anders ist es bei einer Vorbeugung117Wodurch die Übertretung des Gesetzes verhütet werden soll, wie zBs. bei Elijahu, der dadurch die Jisraéliten dem Götzendienste entzog.. –", "Komm und höre: Hat er ihn118Den Scheidebrief, den er durch Boten seiner Frau sandte; cf. Git. Fol. 32a.als nichtig erklärt, so ist er nichtig – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, weder könne er ihn als nichtig erklären noch irgend eine Klausel hinzufügen, denn worin bestände sonst die Macht119R. Gamliél traf eine Bestimmung, dies zu unterlassen.des Gerichtes?", "Hierbei ist ja der Scheidebrief nach der Tora ungültig, und wegen der Macht des Gerichtes erlauben wir eine Ehefrau Fremden!? – Wer sich [eine Frau] antraut, tut dies gestützt auf die Bestimmung der Rabbanan, und die Rabbanan haben seine Antrauung annulliert.", "Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings wenn die Antrauung durch Geld120Cf. Qid. Fol. 2a.erfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch Beiwohnung erfolgt ist!? – Die Rabbanan haben seine Beiwohnung zu einer außerehelichen gemacht. –", "Komm und höre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Ich hörte, daß das Gericht auch ohne Vorschrift der Tora befugt sei, Geißelung und [Todes]strafe zu verhängen, nicht etwa als Überschreitung der Worte der Tora, sondern als Umzäunung für die Tora. So ritt einst jemand zur Zeit der Griechen[herrschaft] am Šabbath auf einem Pferde121Dies ist nur rabbanit. verboten., und man führte ihn vor das Gericht und steinigte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil die Umstände es erheischten.", "Ferner ereignete es sich einst, daß jemand seiner Frau unter einem Feigenbaume beigewohnt hatte, und man führte ihn vor das Gericht und geißelte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil die Umstände es erheischten. – Anders verhält es sich bei einer Vorbeugung.", "WEDER DIESER NOCH JENER VERUNREINIGE SICH AN IHR. Woher dies? Es heißt:122Lev. 21,2.sondern nur an seinen nahen Verwandten, und der Meister sagte, unter ‘Verwandten’ sei seine Frau zu verstehen,", "dagegen heißt es:123Ib. V. 4.nicht soll der Ehemann unter seinem Volke sich verunreinigen, sich zu entweihen; mancher Ehemann verunreinige sich, und mancher Ehemann verunreinige sich nicht, und zwar: er verunreinige sich an seiner unbemakelten Frau, nicht aber verunreinige er sich an seiner bemakelten Frau.", "WEDER DIESER NOCH JENER HAT ANRECHT AUF IHREN FUND &C. Die Rabbanan sagten deshalb, daß der Fund der Frau ihrem Manne gehöre, damit er gegen sie keine Feindschaft hege, in diesem Falle aber mag er gegen sie Feindschaft über Feindschaft hegen.", "IHRE HÄNDEARBEIT. Die Rabbanan sagten deshalb, daß ihre Händearbeit ihrem Manne gehöre, weil sie von ihm Unterhalt erhält, in diesem Falle aber, wo sie keinen Unterhalt erhält, gehört ihre Händearbeit nicht ihm.", "DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE. Der Allbarmherzige sagte deshalb, daß er sie ihr aufhebe, damit sie ihm nicht widerwärtig124Die Gelübde bezogen sich größtenteils auf Unterlassung der körperlichen Pflege.werde, in diesem Falle aber mag sie ihm widerwärtig und widerwärtig werden.", "SIE WIRD UNTAUGLICH, FALLS SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN IST &C." ], [ "Selbstverständlich125Sie wird dadurch zur Hure, die nach Lev. 21,7 einem Priester verboten ist.!? – Nötig ist dies wegen der Tochter eines Leviten für den Zehnten. –", "Wird denn die Tochter eines Leviten durch die außereheliche Beiwohnung für den Zehnten untauglich, es wird ja gelehrt, daß, wenn eine Levitin in Gefangenschaft geraten126Und anzunehmen ist, daß Nichtjuden ihr beigewohnt haben.oder außerehelich beschlafen worden ist, man ihr den Zehnten geben und sie ihn essen dürfe!? R. Šešeth erwiderte: Es ist eine Maßregelung127Weil sie sich nicht genügend erkundigt hat..", "FALLS SIE DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IST, FÜR DIE HEBE. Selbst für die rabbanitische Hebe.", "WEDER DIE ERBEN VON DIESEM NOCH DIE ERBEN VON JENEM ERBEN IHRE MORGENGABE &C. Wie kommt sie zu einer Morgengabe128Sie hat überhaupt keinen Anspruch auf diese.!? R. Papa erwiderte: Die den männlichen Kindern [verschriebene] Morgengabe129Wenn die Frau stirbt u. der Mann eine andere Frau heiratet, so erhalten nach seinem Tode ihre Kinder (außer ihrem Erbteil gleich den Kindern der 2. Frau) ihre Morgengabe, obgleich sie vor ihm gestorben ist; cf. Ket. Fol. 52b.. –", "Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie selbst, die eine verbotene Handlung begangen hat, haben die Rabbanan gemaßregelt, ihre Kinder aber haben die Rabbanan nicht gemaßregelt, so lehrt er uns.", "DER BRUDER VON DIESEM UND DER BRUDER VON JENEM AN IHR DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. Der Bruder des ersten vollziehe die Ḥaliça, nach der Tora, und nicht die Schwagerehe, rabbanitisch130Als Maßregelung.; der Bruder des zweiten vollziehe die Ḥaliça rabbanitisch131Die Heirat mit seinem Bruder war ungültig., und nicht die Schwagerehe, weder nach der Tora noch rabbanitisch.", "R. JOSE SAGT, IHRE MORGENGABE BELASTE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES &C. R. Hona sagte: Die letzteren pflichten den ersteren132Daß die Frau in der von ihnen genannten Hinsicht zum ersten Manne gehöre.bei, die ersteren aber pflichten den letzteren nicht bei.", "R. Šimo͑n pflichtet R. Elea͑zar bei, denn wenn er sie inbetreff der Beiwohnung, worin das hauptsächliche Verbot liegt, nicht133Indem die Beiwohnung des Bruders des ersten als rechtsgiltig anerkannt wird.maßregelt, um wieviel weniger inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, einer Geldangelegenheit. R. Elea͑zar pflichtet R. Šimo͑n nicht bei, denn nur inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, einer Geldangelegenheit, maßregelt er sie nicht, inbetreff der Beiwohnung aber, eines kanonischen Verbotes, maßregelt er sie wohl.", "Beide pflichten sie R. Jose bei, denn, wenn sie sie inbetreff der bei [ihrem Manne] weilenden [Frau] zustehenden Dinge nicht maßregeln, und um wieviel weniger inbetreff der Morgengabe, die sie erhält134Schon mit der Auszahlung der Morgengabe wird die Scheidung eingeleitet.und fortgeht. R. Jose pflichtet ihnen nicht bei, denn nur inbetreff der Morgengabe, die sie erhält und fortgeht, maßregelt er sie nicht, inbetreff der bei [ihrem Manne] weilenden [Frau] zustehenden Dinge aber maßregelt er sie wohl.", "R. Joḥanan aber sagte: Die ersteren pflichten den letzteren bei, die letzteren aber pflichten den ersteren nicht bei. R. Jose pflichtet R. Elea͑zar bei, denn, wenn er sie inbetreff der Morgengabe nicht maßregelt, die ihr von ihm zusteht, um wieviel weniger inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, die ihm von ihr zustehen.", "R. Elea͑zar pflichtet ihm nicht bei, denn nur inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, die ihm von ihr zustehen, maßregelt er sie nicht, inbetreff der Morgengabe aber, die ihr von ihm zusteht, maßregelt er sie wohl.", "Beide pflichten sie R. Šimo͑n bei, denn, wenn sie sie inbetreff der bei [seinen] Lebzeiten zu leistenden Dinge nicht maßregeln, um wieviel weniger inbetreff der erst nach [seinem] Tode erfolgenden Beiwohnung. R. Šimo͑n pflichtet ihnen nicht bei, denn nur inbetreff der erst nach [seinem] Tode erfolgenden Beiwohnung maßregelt er sie nicht, inbetreff der bei [seinen] Lebzeiten zu leistenden Dinge aber maßregelt er sie wohl.", "HAT SIE SICH OHNE ERLAUBNIS VERHEIRATET. R. Hona sagte im Namen Rabhs: So ist die Halakha. R. Naḥman sprach zu ihm: Dieb, weshalb sagst du es verstohlen; bist du der Ansicht R. Šimo͑ns, so sage, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, denn deine Lehre stimmt R. Šimo͑n zu!?", "Wolltest du erwidern: wenn ich sagen würde, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, könnte man glauben, auch bei der ersteren135Hinsichtl. der Beiwohnung des Bruders des ersten Mannes, bei einem Zeugen.[Lehre], so sage doch, die Halakha sei wie R. Šimo͑n bei der letzteren. –", "Ein Einwand. R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte dies schlummernd und schlafend. Wenn die Halakha so ist, so streiten ja jene gegen ihn; was kann sie dafür, dies136Der in Rede stehende Fall, wenn sie sich auf die Aussage von 2 Zeugen hin verheiratet hat.ist ja ein Unglücksfall!?", "Ferner wird gelehrt: In allen Unzuchtfällen, von denen sie137So besser nach Handschriften.sprechen, braucht sie von ihm138Mit dem der verbotene Verkehr erfolgt ist.keines Scheidebriefes, ausgenommen eine Ehefrau, die sich durch Entscheidung des Gerichtes139Das ihr auf Grund der Aussage eines einzelnen Zeugen, daß ihr Mann tot sei, zu heiraten erlaubt hat.verheiratet hat. Nur wenn durch Entscheidung des Gerichtes, benötigt sie eines Scheidebriefes, wenn aber durch [zwei] Zeugen, benötigt sie keines Scheidebriefes.", "Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Šimo͑n, wieso benötigt sie bei einer Entscheidung des Gerichtes eines Scheidebriefes, es wird ja gelehrt, R. Šimo͑n sagte, hat das Gericht es140Daß die Frau sich verheiratete. durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleiche dies der Vorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe141Einem verheirateten, dh. dem vorsätzlichen Ehebruche., und wenn durch Zeugen, so gleiche dies dem Versehen142Im 1. Falle ist sie ihrem Manne verboten, im 2. Falle erlaubt.bei einem Manne mit einem Weibe. Demnach ist in beiden Fällen kein Scheidebrief erforderlich.", "Wahrscheinlich nach den Rabbanan. –", "Tatsächlich nach R. Šimo͑n, und [diese Lehre] ist wie folgt zu erklären: R. Šimo͑n sagte: Hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleicht dies der Absicht bei einem Manne mit einem Weibe143Einem ledigen, zwecks Ehelichung., und wenn durch Zeugen, so gleicht dies der Absichtlosigkeit bei einem Manne mit einem Weibe144Im 1. Falle erfolgt eine gültige Ehelichung u. sie benötigt eines Scheidebriefes, im 2. Falle erfolgt keine Ehelichung u. sie benötigt auch keines Scheidebriefes..", "R. Aši erklärte: Dies wird hinsichtlich des Verbotenwerdens gelehrt und ist wie folgt zu verstehen: hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleicht dies der Vorsätzlichkeit bei einem Weibe141Einem verheirateten, dh. dem vorsätzlichen Ehebruche., sodaß sie ihrem Manne verboten ist, und wenn durch Zeugen, so gleicht dies der Unvorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, sodaß sie ihrem Manne nicht verboten ist." ], [ "Rabina erklärte: Dies wird hinsichtlich des Opfers gelehrt: hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleicht dies der Vorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, sodaß sie kein Opfer darzubringen145Da sie durch das Gericht veranlaßt worden ist; cf. Hor. Fol. 2b.hat, und wenn durch Zeugen, so gleicht dies der Unvorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, sodaß sie ein Opfer darzubringen hat.", "Wenn du aber willst, sage ich: allerdings vertritt die erste [Lehre die Ansicht] der Rabbanan, nur ist sie wie folgt zu erklären: ausgenommen eine Ehefrau, auch146Dies schließt den Fall, wenn sie sich durch 2 Zeugen verheiratet hat, nicht aus.die sich durch Entscheidung des Gerichtes verheiratet hat.", "U͑la wandte ein: Sagen wir denn, sie könne nicht dafür, wir haben ja gelernt: Wenn er [den Scheidebrief] nach der Ära eines unwürdigen Reiches datiert hat, nach der Ära des medischen Reiches, nach der Ära des griechischen Reiches, nach der Ära des Tempelbaues, nach der Ära der Tempelzerstörung, oder wenn er im Osten war und ‘im Westen’ oder im Westen war und ‘im Osten’ geschrieben hat,", "so ist sie147Die auf Grund eines solchen Scheidebriefes geheiratet hat.von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen148Die dort aufgezählt werden: sie erhält keine Morgengabe usw.finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht149Sie wußte nicht, daß ein derartiger Scheidebrief ungültig ist. dafür!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.", "R. Šimi b. Aši sprach: Komm und höre: Wenn jemand seine Schwägerin geheiratet und ihre Nebenbuhlerin sich mit einem anderen verheiratet hat, und darauf jene steril befunden150Sodaß die Nebenbuhlerin nicht von der Schwagerehe entbunden ist u. einen Fremden nicht heiraten darf.wird, so ist sie von diesem und jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte warten.", "Abajje sprach: Komm und höre: Wenn die Nebenbuhlerinnen von all den Inzestuösen, von denen sie gesagt haben, daß sie ihre Nebenbuhlerinnen entbinden151Cf. supra Fol. 2a., sich verheiratet haben, und diese steril befunden werden, so sind sie von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihnen statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie können nicht dafür!? – Sie sollten warten.", "Raba sprach: Komm und höre: Wenn der Schreiber den Scheidebrief für den Mann und die Quittung152Über die Morgengabe, die sie beim Empfange derselben dem Ehemanne zu geben hat.für die Frau geschrieben und irrtümlich den Scheidebrief der Frau und die Quittung dem Manne gegeben hat, und diese sie einander gegeben haben,", "und später152Nachdem die Frau sich mit einem anderen verheiratete.der Scheidebrief im Besitze des Mannes und die Quittung im Besitze der Frau zum Vorschein kommen, so ist sie von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.", "R. Aši sprach: Komm und höre: Hat er seinen Namen, ihren Namen, den Namen seiner Stadt oder den Namen ihrer Stadt unrichtig153Im Scheidebriefe, der dann ungültig ist.[geschrieben], so ist sie von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.", "Rabina sprach: Komm und höre: Hat er sie auf Grund eines lückenhaften Scheidebriefes154Cf. Git. Fol. 81b Anm. 145.geheiratet, so ist sie von diesem und von jenem zu entfernen &c!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.", "R. Papa wollte in einem Falle entscheiden, sie könne nicht dafür, da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu ihm: Es sind ja all jene Lehren155Die oben angeführt werden, bei denen dies nicht berücksichtigt wird.vorhanden!? –", "Sind sie etwa nicht erklärt worden!? – Und auf Erklärungen sollte man sich stützen!? Da unterließ er es156Diese Entscheidung zu treffen..", "R. Aši sagte: Ein Gerücht157Daß ihr Mann noch lebe, ohne daß sichere Beweise hierfür vorhanden sind.berücksichtige man nicht. – Was für ein Gerücht, ist das Gerücht nach der Verheiratung [entstanden], so sagte es ja R. Aši bereits einmal, denn R. Aši sagte," ], [ "man berücksichtige kein nach der Verheiratung [entstandenes] Gerücht158Daß die Heirat unzulässig war.!? – Man könnte glauben, hierbei gleiche es, da sie vor Gericht erscheinen159Bereits vor ihrer Heirat wurde mit der Möglichkeit gerechnet, daß ihr Mann noch lebe.mußte, damit man ihr [die Heirat] erlaube, einem Gerüchte vor der Verheiratung, und sie sei verboten, so lehrt er uns.", "HAT SIE SICH AUF DIE ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES HIN VERHEIRATET, SO IST SIE ZU ENTFERNEN &C. Zee͑ri sagte: Unsere Mišna ist wegen einer im Lehrhause vorgetragenen Lehre nicht aufrecht zu erhalten, denn im Lehrhause wurde vorgetragen: Wenn das Gericht entschieden hat, daß die Sonne untergegangen160Beispielsweise am Šabbath, sodaß von dann ab die Arbeit erlaubt ist.sei, und sie nachher scheint, so ist dies keine Entscheidung, sondern ein Irrtum161Wer auf Grund einer falschen Entscheidung des Gerichtes eine Sünde begeht, ist von der Darbringung eines Opfers frei (cf. Hor. Fol. 2a); wenn aber die unrichtige Entscheidung nicht auf einem Fehlspruche, sondern auf einer falschen Voraussetzung beruht, so liegt hier keine falsche Entscheidung, sondern ein Irrtum des Gerichtes vor, u. wer danach gehandelt, hat wegen der unvorsätzlichen Begehung einer Sünde ein Sündopfer darzubringen. Auch im in unserer Mišna behandelten Falle liegt ein Irrtum des Gerichtes vor, indem es angenommen hatte, der Mann sei gestorben..", "R. Naḥman aber sagte, dies162Der Fall unserer Mišna. sei eine Entscheidung.", "R. Naḥman sprach: Es ist zu beweisen, daß dies eine Entscheidung ist: in der ganzen Tora ist ein einzelner Zeuge nicht glaubhaft, hierbei aber ist er glaubhaft. Doch wohl deshalb, weil dies eine Entscheidung163Die Aussage des Zeugen beruht zwar auf einem Irrtum, die Frau aber stützte sich gar nicht auf den Zeugen, sondern auf die falsche Entscheidung, daß der einzelne Zeuge glaubhaft sei.ist. Raba sprach: Es ist zu beweisen, daß dies ein Irrtum ist: wenn das Gericht Talg oder Blut erlaubt hatte, dann einen Grund zu einem Verbote gefunden hat, und darauf es wiederum erlaubt, so beachte man dies164Wenn der Grund nicht völlig beseitigt ist.nicht;", "hierbei dagegen wird, wenn ein einzelner Zeuge kommt, [der Frau zu heiraten] erlaubt, wenn darauf zwei kommen165Die bekunden, daß der Mann noch lebe., dies verboten, und wenn wiederum ein einzelner Zeuge166Der bekundet, der Mann sei jetzt gestorben. kommt, dies abermals erlaubt. Doch wohl deshalb, weil dies ein Irrtum167Die 1. Entscheidung beruhte auf der irrigen Aussage des 1. Zeugen.ist.", "Auch R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies sei ein Irrtum, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, das Recht durchbohre den Berg, und sie bringe ein fettes Sündopfer168Falls ihr das Gericht auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin sich zu verheiraten erlaubt hat.dar. Erklärlich ist es, daß sie ein Sündopfer darbringe, wenn du sagst, es sei ein Irrtum, wieso aber bringe sie ein Sündopfer dar, wenn du sagst, es sei eine Entscheidung169Vgl. Anm. 161.!? –", "Vielleicht ist R. Elie͑zer der Ansicht, wenn ein Einzelner nach einer Entscheidung des Gerichtes [sündhaft] gehandelt hat, sei er schuldig!? – Wieso hieße es demnach, das Recht durchbohre den Berg170Dies besagt, daß sie eigentlich kein Opfer darzubringen braucht, nur muß dem Rechte Geltung verschafft werden.!?", "WENN DAS GERICHT IHR ENTSCHIEDEN HAT, SICH ZU VERHEIRATEN &C. Was heißt gesündigt? R. Elie͑zer erklärte: gehurt; R. Joḥanan erklärte: eine Witwe einen Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça einen gemeinen Priester [geheiratet].", "Einer erklärt: gehurt, und um so mehr, wenn eine Witwe einen Hochpriester [geheiratet171Das Gericht hat ihr die Heirat erlaubt, selbstverständlich soweit diese nicht aus anderen Gründen verboten ist.hat]; einer erklärt: eine Witwe einen Hochpriester [geheiratet], nicht aber, wenn sie gehurt hat, denn es hat sie zur Ledigen172Der der außereheliche Umgang erlaubt ist.gemacht.", "Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Wenn das Gericht ihr entschieden hat, sich zu verheiraten, und sie hingegangen ist und gesündigt hat, zum Beispiel eine Witwe einen Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça einen gemeinen Priester [geheiratet], so ist sie wegen jeder Beiwohnung ein Opfer schuldig – so R. Elea͑zar;", "die Weisen sagen, ein Sündopfer wegen aller zusammen. Jedoch pflichten die Weisen R. Elea͑zar bei, daß, wenn sie sich mit fünf Personen verheiratet hat, sie wegen eines jeden besonders ein Opfer schuldig sei, da es getrennte Körper sind.", "iiiWENN MAN EINER FRAU, DEREN MANN UND SOHN NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST SIND, BERICHTET HATTE, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER173In diesem Falle ist sie von der Schwagerehe entbunden.SEI IHR SOHN GESTORBEN, UND SIE SICH VERHEIRATETE, UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET, ES SEI UMGEKEHRT174Wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters stirbt, ist an der Witwe die Schwagerehe zu vollziehen.ERFOLGT, SO IST SIE ZU ENTFERNEN, UND DAS FRÜHERE UND DAS SPÄTERE KIND SIND HURENKINDER.", "WENN MAN IHR BERICHTET HATTE, IHR SOHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR MANN GESTORBEN, UND AN IHR DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST, UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET, ES SEI UMGEKEHRT ERFOLGT, SO IST SIE ZU ENTFERNEN, UND DAS FRÜHERE UND DAS SPÄTERE KIND SIND HURENKINDER. WENN MAN IHR BERICHTET HATTE, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND SIE SICH VERHEIRATETE, UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET, ER LEBTE DANN UND SEI [ERST SPÄTER] GESTORBEN, SO IST SIE ZU ENTFERNEN, UND DAS FRÜHERE KIND IST HURENKIND, DAS SPÄTERE ABER KEIN HURENKIND.", "WENN MAN IHR BERICHTET HATTE, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND SIE ANGETRAUT WORDEN, UND DARAUF IHR MANN GEKOMMEN IST, SO DARF SIE ZU IHM ZURÜCKKEHREN; AUCH WENN DER ANDERE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GIBT, MACHT ER SIE FÜR DIE PRIESTERSCHAFT NICHT175Die Scheidung hat keinerlei Wirkung, da sie unnötig war.UNTAUGLICH. DIES DEDUZIERTE R. ELEA͑ZAR B. MATHJA: 176Lev. 21,7.Eine von ihrem Manne geschiedene Frau, NICHT ABER VON EINEM, DER NICHT IHR MANN WAR175Die Scheidung hat keinerlei Wirkung, da sie unnötig war..", "GEMARA. Was heißt früheres und was heißt späteres, wollte man sagen, früheres, vor der Nachricht177Vom Tode ihres Mannes., und späteres, nach der Nachricht, so sollte er doch lehren, das Kind sei Hurenkind178Die Bekanntwerdung der Nachricht ist ohne Bedeutung; die Frau war von ihrem Manne nicht geschieden u. das Kind ist Hurenkind.!? –", "Da er im Schlußsatze lehren will, daß, wenn man ihr berichtet hatte, ihr Mann sei gestorben, und sie sich verheiratete, und man ihr später berichtet, er lebte dann und sei [erst später] gestorben, das frühere Hurenkind, und das spätere179Das nach dem Tode ihres 1. Mannes geboren wurde.kein Hurenkind sei, lehrt er auch im Anfangsatze, das frühere und das spätere seien Hurenkinder.", "Die Rabbanan lehrten: Dies ist die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig, die Weisen aber sagen, [das Kind] der Schwägerin180Die ohne Ḥaliça sich mit einem Fremden verheiratet hat; dies ist nur mit einem gewöhnlichen Verbote belegt; cf. supra Fol. 49a.sei kein Hurenkind. – Sollte er doch sagen, [das Kind] von mit einem Verbote belegten sei kein Hurenkind!? –", "Dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, welcher sagt, der von wegen Blutsverwandtschaft mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, und der von mit einem gewöhnlichen Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind. R. Jehuda sagte" ], [ "im Namen Rabhs: Woher, daß die Antrauung der Schwägerin181An der die Ḥaliça nicht vollzogen worden ist, mit einem Fremden.ungültig ist? Es heißt:182Dt. 25,5.so sei nicht die Frau des Verstorbenen außen183Über diese etwas gezwungene Übersetzung vgl. ob. Fol. 13b., bei ihr gibt es kein Sein184Dh. keine Antrauung; cf. supra Fol. 11b Anm. 246.mit einem Fremden.", "Šemuél aber sagte: Unserer Unzulänglichkeit wegen185Da wir diesen Schriftvers nicht genau zu deuten wissen.benötigt sie eines Scheidebriefes. Šemuél war es nämlich zweifelhaft, ob [die Worte,] so sei die Frau des Verstorbenen nicht, ein Verbot186Sie dürfe sich an einen Fremden nicht verheiraten.bedeuten, oder nur besagen, daß bei ihr die Antrauung ungültig ist.", "R. Mari b. Raḥel sprach zu R. Aši: Folgendes sagte Amemar: die Halakha ist wie Šemuél. R. Aši sprach: Da nun Amemar gesagt hat, die Halakha sei wie Šemuél, so hat der Schwager, wenn er Priester187Dem sie durch den Scheidebrief ihres 2. Mannes verboten wird. Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man ihr berichtet hatte, daß zuerst ihr Mann u. nachher ihr Sohn gestorben sei, u. nach ihrer Verheiratung sich herausstellt, daß ihr Sohn zuerst starb.ist, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, sodann ist sie ihm188Dem 2. Manne, da an ihr die Ḥaliça vollzogen worden ist.erlaubt. –", "Dadurch gewinnt er ja, somit ergibt es sich, daß der Sünder einen Gewinn erzielt!? – Vielmehr, ist ihr Schwager Jisraélit, so gebe ihr der andere einen Scheidebrief, sodann ist sie jenem189Ihrem Schwager.erlaubt.", "R. Gidel sagte im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen Rabhs: Bei der Schwägerin190Im Falle unserer Mišna, wenn man ihr berichtet hatte, ihr Mann sei zuerst gestorben.ist die Antrauung ungültig und die Heirat gültig191Sodaß sie vom 2. Manne eines Scheidebriefes benötigt.. – Wenn die Antrauung ungültig ist, ist ja auch die Heirat ungültig!? – Sage vielmehr: die Antrauung und die Heirat ungültig.", "Wenn du aber willst, sage ich: unter Heirat, die gültig ist, ist die Hurerei zu verstehen. Dies nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte, daß, wenn die Anwärterin der Schwagerehe gehurt hat, sie ihrem Schwager verboten192Da sie als Ehebrecherin gilt.sei.", "Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wie wir zuerst gesagt haben, bei ihr sei die Antrauung ungültig und die Heirat gültig, weil man sie mit einer Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreist193Die auf die Aussage eines Zeugen hin geheiratet hat.ist, verwechseln könnte194Da diese eines Scheidebriefes benötigt, benötigt auch jene eines Scheidebriefes; falls aber nur eine Antrauung erfolgt ist, benötigt sie in beiden Fällen keines Scheidebriefes..", "R. Jannaj sagte: Im Kollegium stimmten sie ab und beschlossen, daß bei der Schwägerin die Antrauung ungültig sei. R. Joḥanan sprach zu ihm: Meister, dies lehrt ja eine Mišna!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand zu einem Weibe gesagt hat: sei mir angetraut, sobald ich Proselyt geworden bin, sobald du Proselytin geworden bist, sobald ich Freier geworden bin, sobald du Freie geworden bist, sobald dein Mann gestorben ist, sobald deine Schwester gestorben ist, sobald dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht195Da die sofortige Antrauung ungültig ist, u. man über das, was noch nicht eingetroffen ist, nicht verfügen kann.angetraut. Dieser erwiderte: Würdest du, wenn ich dir die Scherbe nicht aufgehoben hätte, darunter die Perle gefunden196Du würdest nicht gewußt haben, daß bei der Schwägerin die Antrauung unwirksam sei, sie kann auch deshalb ungültig sein, weil man über das, was noch nicht eingetroffen ist, nicht verfügen kann.haben!?", "Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Hätte ein bedeutender Mann dich nicht gelobt, so würde ich dir erwidert haben, diese Mišna vertrete die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, bei den mit einem Verbote belegten197Die Schwägerin ist ohne Ḥaliça Fremden verboten.sei die Antrauung ungültig. –", "Nach R. A͑qiba sollte ja, wenn er zu ihr gesagt hat: nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, die Antrauung gültig sein, denn wir wissen von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? Wir haben nämlich gelernt:" ], [ "[Sagte sie:] Qonam198Gelübde der Heiligung, sodaß die Sache dadurch Gemeinen verboten wird.sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er [das Gelübde] nicht199Die Arbeit der Frau gehört ihrem Ehemanne u. sie kann darüber nicht geloben.aufzuheben.", "R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt200Hierüber Ket. Fol. 64b. Nach RA. erstreckt sich das Gelübde auf die noch gar nicht geleistete Arbeit.. –", "Hierzu wurde gelehrt: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte, wenn sie gesagt hat: meine Hände201Und somit auch die Leistung derselben.sollen ihrem Schöpfer geweiht sein, und ihre Hände sind auf der Welt vorhanden.", "Er202RH., welcher erklärt, RA͑. sei der Ansicht, man könne über das, was noch nicht eingetroffen ist, nicht verfügen.streitet somit gegen R. Naḥman b. Jiçḥaq, denn R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: R. Hona ist [derselben Ansicht] wie Rabh, Rabh wie R. Jannaj, R. Jannaj wie R. Ḥija, R. Ḥija wie Rabbi, Rabbi wie R. Meír, R. Meír wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob, und R. Elie͑zer b. Ja͑qob wie R. A͑qiba, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist.", "R. Hona, denn es wurde gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten die Früchte einer Dattelpalme203Vor ihrer Blüte.verkauft hat, so kann er, wie R. Hona sagt, bevor sie auf die Welt gekommen sind, zurücktreten, nachdem sie aber auf die Welt gekommen sind, nicht mehr204Der Verkauf der noch nicht vorhandenen Früchte ist somit gültig.zurücktreten,", "und R. Naḥman sagt, auch nachdem sie auf die Welt gekommen sind, zurücktreten. R. Naḥman sprach: Ich pflichte bei, daß, wenn [der Käufer] sie bereits verzehrt hat, man sie205Den Ersatz für diese.ihm nicht abnehmen kann.", "Rabh, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand zu seinem Nächsten spricht: dieses Feld, das ich kaufen will, sei, sobald ich es gekauft habe, dir von jetzt ab zugeeignet, so hat dieser es erworben.", "R. Jannaj wie R. Ḥija: R. Jannaj hatte einen Pächter, der ihm jeden Vorabend des Šabbaths einen Korb Früchte brachte. Einst wurde es spät und dieser kam nicht, da entrichtete er für diese206Bevor er sie noch erhalten hatte, da man am Šabbath den Zehnten nicht entrichten darf.den Zehnten von anderen Früchten, die er zuhause hatte. Als er hierauf zu R. Ḥija kam,", "sprach dieser zu ihm: Du hast recht getan, denn es wird gelehrt: 207Dt. 14,23.Damit du lernst, den Herrn, deinen Gott, alle Tage zu fürchten, das sind die Šabbathe208Die man durch Unterlassung der Verzehntung nicht vernachlässige.und die Festtage, In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich der Verzehntung zum Essen, so ist ja kein Schriftvers nötig, das rabbanitisch [verbotene] Umhertragen209Der Früchte; nur deshalb ist die Verzehntung am Šabbath rabbanit. verboten.zu erlauben;" ], [ "doch wohl in einem solchen210Daß man zu Ehren des Šabbaths den Zehnten für Früchte entrichten darf, die man noch nicht hat.Falle. Dieser erwiderte: Im Traume las man mir einen Schriftvers vom geknickten Rohrstabe vor: wahrscheinlich meinte man diesen:211iiReg. 18,21.siehe, du vertrautest auf diesen geknickten Rohrstab212Durch diese Schriftverse sollte angedeutet werden, daß er recht, bezw. unrecht gehandelt hat.. –", "Nein, folgenden:213Jes. 42,3.der geknickte Rohrstab zerbricht nicht und dunkelnden Docht löscht er nicht aus212Durch diese Schriftverse sollte angedeutet werden, daß er recht, bezw. unrecht gehandelt hat..", "Rabbi, denn es wird gelehrt:214Dt. 23,16.Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern. Rabbi sagte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den jemand zur Freilassung gekauft215Er muß ihn freilassen. hat. Dies bezieht216Da dies von einem bereits freigelassenen Sklaven selbstverständlich ist.R. Naḥman b. Jiçḥaq auf den Fall, wenn er ihm geschrieben hat: sobald ich dich gekauft habe, sei dir deine Person von jetzt ab217Die Zueignung ist gültig, obgleich er ihn noch nicht gekauft hat.zugeeignet.", "R. Meír, denn wir haben gelernt: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut, sobald ich Proselyt geworden bin, sobald du Proselytin geworden bist, sobald ich Freier geworden bin, sobald du Freie geworden bist, sobald dein Mann gestorben ist, sobald deine Schwester gestorben ist, sobald dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut; R. Meír sagt, sie sei ihm angetraut.", "R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Selbst wenn er gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem haftenden Beete, oder: die Früchte von diesem haftenden Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete, sobald sie ein Drittel [der Reife] erlangt haben und gepflückt worden sind, und sie ein Drittel [der Reife] erlangt haben und gepflückt worden sind, seien seine Worte gültig.", "R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: [Sagte sie:] Qonam198Gelübde der Heiligung, sodaß die Sache dadurch Gemeinen verboten wird.sei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er [das Gelübde] nicht aufzuheben. R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt200Hierüber Ket. Fol. 64b. Nach RA. erstreckt sich das Gelübde auf die noch gar nicht geleistete Arbeit..", "Man fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit einem einzelnen Zeugen218Der bekundet, ihr Mann sei gestorben, sodaß an ihr die Schwagerehe zu vollziehen ist.bei der Schwagerehe? Ist der einzelne Zeuge219Der hinsichtl. der Verheiratung der Frau mit einem Fremden glaubhaft ist.aus dem Grunde [glaubhaft], weil er nicht lügt bei einer Sache, die sich herausstellen kann, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist der einzelne Zeuge aus dem Grunde [glaubhaft], weil [eine Frau] genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aber kann es vorkommen, daß sie [ihrem Schwager] zugetan ist, und ohne zu prüfen sich mit ihm verheiratet.", "R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Wenn man ihr berichtet hatte, ihr Sohn sei gestorben und nachher sei ihr Mann gestorben, und an ihr die Schwagerehe vollzogen worden ist, und man ihr darauf berichtet, es sei umgekehrt erfolgt, so ist sie zu entfernen, und das frühere und das spätere Kind sind Hurenkinder. In welchem Falle: sind es zwei220Wenn beide Nachrichten von je 2 Zeugen bekundet werden.gegen zwei, so sind ja diese nicht zuverlässiger als jene,", "und wieso ist ferner [das Kind] Hurenkind, es ist ja ein zweifelhaftes Hurenkind!? Wolltest du erwidern, er nehme es nicht genau, so lehrt er ja im Schlußsatze, das frühere sei Hurenkind und das spätere sei kein Hurenkind, wonach er es wohl genau nimmt.", "Doch wohl, wenn es einer221Der die 1. Nachricht bekundete.war, und dies gilt nur, wenn zwei kommen und ihm widersprechen; wenn aber nicht, ist er glaubhaft.", "Manche sagen, dies sei nicht fraglich, auch sie selbst ist beglaubt, denn wir haben gelernt, daß, wenn eine Frau sagt, ihr Mann sei gestorben, sie heiraten dürfe, ihr Mann sei gestorben, an ihr die Schwagerehe zu vollziehen sei, fraglich ist es vielmehr, ob die Schwägerin Fremden erlaubt ist.", "Ist der einzelne Zeuge aus dem Grunde [glaubhaft], weil er nicht lügt bei einer Sache, die sich herausstellen kann, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist der einzelne Zeuge aus dem Grunde [glaubhaft], weil [eine Frau] genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aber verheiratet sie sich ohne zu prüfen," ], [ "weil sie [ihrem Schwager] animos ist. R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Wenn man ihr berichtet hatte, ihr Mann sei gestorben und nachher sei ihr Sohn gestorben, und sie sich verheiratete, und man ihr darauf berichtet, es sei umgekehrt erfolgt, so ist sie zu entfernen, und das frühere und das spätere Kind sind Hurenkinder.", "In welchem Falle: sind es zwei220Wenn beide Nachrichten von je 2 Zeugen bekundet werden.gegen zwei, so sind ja diese nicht zuverlässiger als jene, und wieso ist ferner [das Kind] Hurenkind, es ist ja ein zweifelhaftes Hurenkind!? Wolltest du erwidern, er nehme es nicht genau, so lehrt er ja im Schlußsatze, das frühere sei Hurenkind und das spätere sei kein Hurenkind, wonach er es wohl genau nimmt.", "Doch wohl, wenn es einer221Der die 1. Nachricht bekundete.war, und dies gilt nur, wenn zwei kommen und ihm widersprechen, wenn aber nicht, ist er glaubhaft. – Tatsächlich, wenn es zwei gegen zwei sind, und wie R. Aḥa b. Minjomi erklärt222Hinsichtl. eines ähnlichen Falles.hat, wenn es Zeugen der Überführung223Wenn die anderen Zeugen nicht nur den ersteren widersprechen, sondern sie auch als Falschzeugen überführen.sind,", "ebenso auch hierbei, wenn es Zeugen der Überführung sind.", "R. Mordekhaj sprach zu R. Aši, und manche sagen, R. Aḥa zu R. Aši: Komm und höre: Eine Frau ist nicht glaubhaft, wenn sie sagt, ihr Schwager sei gestorben, um heiraten zu können, oder ihre Schwester sei gestorben, um in ihr Haus einzuziehen224Ihren Mann zu heiraten, dem sie bei Lebzeiten ihrer Schwester verboten war.. Nur sie selber ist nicht glaubhaft, ein einzelner Zeuge aber ist glaubhaft. –", "Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: ein Mann ist nicht glaubhaft, wenn er sagt, sein Bruder sei gestorben, um an dessen Frau die Schwagerehe zu vollziehen, oder seine Frau sei gestorben, um deren Schwester zu heiraten. Ist etwa nur er nicht glaubhaft, wohl aber ein einzelner Zeuge!? Allerdings haben die Rabbanan es bei einem Weibe erleichtert225Daß ein einzelner Zeuge glaubhaft sei, um ihr die Heirat zu ermöglichen., wegen der Verlassenheit, wieso aber bei einem Manne!?", "Dies226Die Lehre, daß die Frau nicht glaubhaft sei, ist an sich nötig u. nicht zur Ausschließung eines einzelnen Zeugen.ist vielmehr nach R. A͑qiba nötig; da R. A͑qiba sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, so könnte man glauben, sie fürchte die Schädigung ihrer Kinder und forsche genau nach, so lehrt er uns, daß sie nur ihre eigene Schädigung fürchte, nicht aber die Schädigung ihrer Kinder.", "Raba erwiderte: [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß bei der Schwagerehe ein einzelner Zeuge glaubhaft ist: wenn du es ihr bei einer mit der Ausrottung belegten Handlung erlaubt227Sich auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin zu verheiraten.hast, um wieviel mehr bei einer mit einem Verbote belegten228Die Heirat der Schwägerin mit einem fremden Manne ist nur mit einem Verbote belegt, der Ehebruch dagegen mit der Ausrottung. Handlung. Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Sie selbst beweist ja [das Entgegengesetzte]: bei einer mit der Ausrottung belegten Handlung hast du es229Auf ihre eigene Behauptung hin zu heiraten. Sie ist glaubhaft, wenn sie sagt, ihr Mann sei gestorben, nicht aber, wenn sie sagt, ihr Schwager sei gestorben.ihr erlaubt, bei einer mit einem Verbote belegten Handlung hast du es229Auf ihre eigene Behauptung hin zu heiraten. Sie ist glaubhaft, wenn sie sagt, ihr Mann sei gestorben, nicht aber, wenn sie sagt, ihr Schwager sei gestorben.ihr nicht erlaubt!?", "Sie selbst ist [inbetreff ihres Schwagers] deshalb nicht glaubhaft, weil es vorkommen kann, daß sie ihm animos ist, und ohne zu prüfen sich verheiratet, ebenso kann es bei einem einzelnen Zeugen vorkommen, daß sie ihm animos ist und sich verheiratet.", "DIES DEDUZIERTE R. ELEA͑ZAR B. MATHJA &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: R. Elea͑zar sollte hierbei eine Perle deduzieren und deduzierte eine Scherbe.", "Was ist dies für eine Perle? – Es wird gelehrt: 230Lev. 21,7.Und eine von ihrem Manne geschiedene Frau, selbst wenn sie nur von ihrem Manne geschieden231Wenn im Scheidebriefe angegeben ist, daß sie nicht jedermann erlaubt sein solle; ein derartiger Scheidebrief ist ungültig.worden ist, ist sie für Priester232Wenn sie verwitwet wird, ist sie Priestern verboten.untauglich. Deshalb heißt es, auch nur der Geruch eines Scheidebriefes mache untauglich für Priester.", "ivWENN MAN EINEM, DESSEN FRAU NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, BERICHTET HATTE, SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UND ER IHRE SCHWESTER HEIRATETE, UND HIERAUF SEINE FRAU ZURÜCKKOMMT," ], [ "SO DARF SIE233Da die Heirat mit der anderen ungültig ist.ZU IHM ZURÜCKKEHREN; IHM SIND DIE VERWANDTEN DER ANDEREN ERLAUBT, EBENSO IST DIE ANDERE SEINEN VERWANDTEN ERLAUBT; STIRBT DIE ERSTE, SO IST IHM DIE ANDERE ERLAUBT.", "WENN MAN EINEM BERICHTET HATTE, SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UND ER IHRE SCHWESTER HEIRATETE, UND MAN IHM DARAUF BERICHTET, SIE LEBTE DANN UND STARB [ERST SPÄTER], SO IST DAS FRÜHERE234Vor dem Tode der ersten Frau.KIND HURENKIND UND DAS SPÄTERE KEIN HURENKIND. R. JOSE SAGT, WER FÜR ANDERE UNTAUGLICH MACHT, MACHE AUCH FÜR SICH UNTAUGLICH, UND WER FÜR ANDERE NICHT UNTAUGLICH MACHT, MACHE AUCH FÜR SICH NICHT UNTAUGLICH.", "GEMARA. Auch in dem Falle, wenn seine Frau und sein Schwager235Der Mann der Schwester seiner Frau, der man ebenfalls berichtet hatte, ihr Mann sei gestorben, worauf beide zurückgekommen sind. nach dem Überseelande verreist waren, sodaß durch diese Heirat236Mit der Schwester seiner Frau.die Frau seines Schwagers seinem Schwager verboten wird; obgleich die Frau seines Schwagers verboten237Cf. supra Fol. 87b.ist, ist ihm seine Frau erlaubt,", "und wir sagen nicht, da die Frau seines Schwagers seinem Schwager verboten ist, sei ihm auch seine Frau238Die Heirat sollte auf beide Frauen den gleichen Einfluß haben.verboten. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt, denn nach R. A͑qiba ist sie239Seine erste Frau, die er wiedernehmen darf.ja die Schwester seiner Geschiedenen240Die man nicht heiraten darf..", "Es wird nämlich gelehrt: Bei allen Unzuchtfällen, von denen sie sprechen, ist kein Scheidebrief241Der Verkehr ist ein außerehelicher.erforderlich, ausgenommen der Fall, wenn eine Ehefrau auf die Entscheidung des Gerichtes hin242Wenn ein Zeuge fälschlich den Tod ihres Mannes bekundet hat.geheiratet hat. R. A͑qiba fügt noch die Frau seines Bruders243Wenn fälschlich bekundet worden ist, daß er gestorben sei, u. er an ihr die Schwagerehe vollzogen hat.und die Schwester seiner Frau244Den Fall unserer Mišna.hinzu. Da R. A͑qiba sagt, sie benötige eines Scheidebriefes, so wird jene verboten, denn sie ist die Schwester seiner Geschiedenen. –", "Hierzu wurde ja gelehrt: R. Gidel sagte im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen Rabhs: Hinsichtlich der Frau seines Bruders gilt dies von dem Falle, wenn sein Bruder sich eine Frau angetraut hat und nach dem Überseelande verreist ist, und er, als er hörte, sein Bruder sei gestorben, seine Frau heiratete. Die Leute sagen245Wenn der erste Bruder heimkehrt.dann, der erste hatte bei der Antrauung irgend eine Klausel246Sodaß die Antrauung ungültig ist., und dieser heiratete gesetzmäßig247Nur in diesem Falle, wo das Publikum eine gesetzmäßige Heirat vermutet, ist ein Scheidebrief erforderlich..", "Und auch hinsichtlich der Schwester seiner Frau gilt dies von dem Falle, wenn er sich eine Frau angetraut hat, und sie nach dem Überseelande verreist ist, und er, als er hörte, sie sei gestorben, ihre Schwester heiratete. Die Leute sagen dann, bei der Antrauung der ersten hatte er irgend eine Klausel, und diese heiratete er gesetzmäßig. Aber kann man etwa bei der Heirat sagen, er hatte dabei irgend eine Klausel!?", "R. Aši sprach zu R. Kahana: Sollte er, wenn [die Mišna] die Ansicht R. A͑qibas vertritt, es auch von der Schwiegermutter248Wenn man einem berichtet hatte, seine Frau sei gestorben, u. er ihre Mutter geheiratet hat.lehren, denn wir wissen von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, [auf den Verkehr] mit der Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau] sei die Verbrennungsstrafe nicht249Er kann sie dann heiraten.gesetzt!?", "Es wird nämlich gelehrt:250Lev. 20,14.Im Feuer verbrenne man ihn und sie, ihn und eine251Nur die Schwiegermutter, die ihm verboten war.von ihnen – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt: ihn und sie, beide.", "Allerdings erklärt Abajje, zwischen ihnen bestehe ein Unterschied nur hinsichtlich der Auslegung, nach R. Jišma͑él spreche die Schrift nur von einer252Cf. Syn. Fol. 76b.und nach R. A͑qiba spreche sie von beiden,", "nach Raba aber, welcher sagt, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen hinsichtlich der Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau], sollte er es auch von der Schwiegermutter lehren!?", "Dieser erwiderte: Zugegeben, daß die Schrift sie von der Verbrennungsstrafe ausgeschieden hat, aber hat sie sie etwa vom Verbote ausgeschieden!? –", "Sollte sie ihm253Die erste Frau ihrem Manne. durch die Beiwohnung ihrer Schwester verboten werden, wie die Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreist254Die in der Annahme, ihr Mann sei gestorben, sich mit einem anderen verheiratet hat; in beiden Fällen ist die verbotene Heirat unvorsätzlich erfolgt.war!? – Es ist nicht gleich; bei seiner Frau, die bei Vorsätzlichkeit255Des Verkehres mit einem fremden Manne.ihm nach der Tora verboten ist, haben die Rabbanan bei Versehen ein Verbot angeordnet," ], [ "bei der Schwester seiner Frau aber, wobei sie ihm253Die erste Frau ihrem Manne.auch bei Vorsätzlichkeit nach der Tora nicht verboten ist, haben die Rabbanan bei Versehen kein Verbot angeordnet. – Woher, daß sie nicht verboten ist? – Es wird gelehrt:256Num. 5,13.ihr, nur ihre eigene Beiwohnung macht sie verboten, nicht aber macht die Beiwohnung ihrer Schwester sie verboten.", "Man könnte sonst einen Schluß folgern: wenn bei einem leichteren Unzuchtvergehen257Wie weiter erklärt wird, der gewöhnliche Ehebruch, der ‘leicht’ genannt wird, da die Ehe gelöst werden kann.der Verbotenmachende verboten258Der Ehemann macht die Frau für jeden anderen verboten, u. durch ihren Ehebruch wird er ihr verboten.wird, um wieviel mehr wird bei einem schweren Unzuchtvergehen259Wenn er der Schwester seiner Frau beigewohnt hat; die Frau macht ihre Schwester für immer verboten.der Verbotenmachende verboten.", "R. Jehuda sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß, wenn jemand seiner Schwiegermutter beigewohnt hat, er seine Frau [für ihn] untauglich gemacht hat, sie streiten nur über den Fall, wenn er der Schwester seiner Frau beigewohnt hat; die Schule Šammajs sagt, er habe sie260Seine Frau für sich.untauglich gemacht, und die Schule Hillels sagt, er habe sie nicht untauglich gemacht. R. Jose sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß, wenn jemand der Schwester seiner Frau beigewohnt hat, er seine Frau [für ihn] nicht untauglich gemacht hat, sie streiten nur über den Fall, wenn er seiner Schwiegermutter beigewohnt hat; die Schule Šammajs sagt, er habe sie260Seine Frau für sich.untauglich gemacht, und die Schule Hillels sagt, er habe sie nicht untauglich gemacht.", "Ursprünglich waren ihm alle Frauen der Welt und sie allen Männern der Welt erlaubt, sobald er sie sich antraut, macht er sie und sie ihn verboten, jedoch ist das Verbot, mit dem er sie belegt, größer als das Verbot, mit dem sie ihn belegt: er macht sie verboten für alle Männer der Welt, sie aber macht ihn verboten nur für ihre Verwandten.", "Nun ist ein Schluß zu folgern: wenn sie, die er allen Männern der Welt verboten gemacht hat, falls sie unvorsätzlich gefehlt hat mit einem, der ihr verboten ist, nicht verboten261Wenn ihr Gewalt angetan worden ist, ist sie ihrem Manne nicht verboten; cf. supra Fol. 56b.ist dem, der ihr erlaubt ist, um wieviel weniger ist er, den sie nur ihren Verwandten verboten gemacht hat, falls er mit der, die ihm verboten262Mit der Schwester seiner Frau.ist, unvorsätzlich gefehlt hat, verboten der, die ihm erlaubt ist.", "Dieser Schluß gilt von der Unvorsätzlichkeit, woher dies von der Vorsätzlichkeit? Es heißt: ihr, nur ihre eigene Beiwohnung macht sie verboten, nicht aber macht die Beiwohnung ihrer Schwester sie verboten.", "R. Ami sagte im Namen des Reš Laqiš: Folgendes ist der Grund R. Jehudas. Es heißt: im Feuer verbrenne man ihn und sie; ist etwa die ganze Familie263Die Frau ist dabei unschuldig.zu verbrennen? Dies ist daher nicht auf die Verbrennung zu beziehen, und man beziehe es auf das Verbot.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist nicht wie R. Jehuda. Einst beging jemand Unzucht mit seiner Schwiegermutter, und als man ihn vor R. Jehuda brachte, ließ er ihn geißeln und sprach dann zu ihm: Hätte Šemuél nicht gesagt, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda, würde ich dir [deine Frau] für ewig verboten haben.", "Welches heißt ein leichteres264Von dem vorangehend gesprochen wird.Unzuchtvergehen? R. Ḥisda erwiderte: Die Wiedernahme seiner Geschiedenen, nachdem sie verheiratet war;", "wohnte ihr jener265Ihr 2. Ehemann.bei, machte er sie diesem verboten, und wohnte ihr dieser bei, machte er sie jenem266Sie ist dann Geschiedene des 2. u. ihm verboten; die Wiedernahme der Geschiedenen ist nur mit einem gewöhnlichen Verbote belegt.verboten. –", "Wohl gilt dies267Daß der Verbotenmachende verboten wird.von der Wiedernahme seiner Geschiedenen, nachdem sie verheiratet war, wobei der Körper verunreinigt worden und268Die kursierenden Ausgaben haben den Zusatz: und sie auch anderen verboten ist.das Verbotensein ein ewiges269Während in dem Falle, wenn er die Schwester seiner Frau geheiratet hat, der Körper seiner Frau unberührt geblieben ist, auch ist sie ihm nicht ewig verboten, sondern nach dem Tode seiner Frau erlaubt.ist!?", "Vielmehr, erklärte Reš Laqiš, das der Schwägerin. – Für wen: wenn für Fremde270Wenn ein Fremder ihr ohne Ḥaliça beigewohnt hat; dies ist nur mit einem gewöhnlichen Verbote belegt., nach R. Hamnuna, welcher sagt, eine Schwägerin, die gehurt hat, sei ihrem Schwager271Der sie für andere verboten macht.verboten,", "[so ist zu erwidern:] wohl gilt dies von der Schwägerin, wobei der Körper verunreinigt worden und sie der Mehrheit272Sie ist jedem verboten, während die Schwester seiner Frau nur ihm allein verboten ist. verboten ist!?", "Wenn aber für die Brüder: richtete einer an sie die Eheformel, machte er sie für den anderen verboten, und wohnte der andere ihr bei, machte er sie für jenen verboten, so gilt dies ja nicht nur von dem Falle, wenn der andere ihr beiwohnte, sondern auch von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel richtete273Auch in diesem Falle ist sie jenem verboten, während der obige Schluß von der Beiwohnung des anderen spricht.!? –", "Dies ist kein Einwand; nach R. Gamliél, welcher sagt, es gebe keine Eheformel nach einer274Die Eheformel des anderen ist ungültig; cf. supra Fol. 50a.Eheformel. Vielmehr ist wie folgt zu erwidern: weshalb gerade beigewohnt, dies gilt ja auch von dem Falle, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben oder an ihr die Ḥaliça vollzogen hat273Auch in diesem Falle ist sie jenem verboten, während der obige Schluß von der Beiwohnung des anderen spricht.!?", "Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, das der Ehebruchsverdächtigten. – Für wen: wenn für den Ehemann275Wenn er ihr nach der Verwarnung, wo sie ihm verboten ist, beigewohnt hat., der sie, sobald er ihr beiwohnte, dem Ehebrecher verboten machte, so braucht es ja nicht von der Beiwohnung gelehrt zu werden, dies gilt auch von dem Falle, wenn er ihr einen Scheidebrief gibt, oder er sagt, er wolle sie nicht trinken276Das Fluchwasser (cf. Num. 5,17ff.); auch in diesem Falle ist sie dem Ehebrecher verboten.lassen,", "und wenn für den Ehebrecher277Dem sie ebenfalls verboten ist., so ist es ja kein leichtes Unzuchtvergehen, sondern ein schweres Unzuchtvergehen, denn dies ist ja Ehebruch!?" ], [ "Vielmehr, erklärte Raba, ist es der Ehebruch, und ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, der Ehebruch. Er nennt dies deshalb ein leichtes Unzuchtvergehen, weil der Verbotenmachende sie nicht lebenslänglich verboten278Er kann sich von ihr scheiden lassen, sodann ist sie jedem erlaubt. macht. Desgleichen wird gelehrt: Abba Ḥanan sagte im Namen R. Elea͑zars, der Ehebruch.", "Wenn bei einem leichteren Unzuchtvergehen, wobei der Verbotenmachende sie nicht lebenslänglich verboten macht, der Verbotenmachende verboten258Der Ehemann macht die Frau für jeden anderen verboten, u. durch ihren Ehebruch wird er ihr verboten.wird, um wieviel mehr sollte bei einem schweren Unzuchtvergehen, wobei der Verbotenmachende sie lebenslänglich verboten macht, der Verbotenmachende verboten werden.", "Daher heißt es: ihr, ihre eigene Beiwohnung macht sie verboten, nicht aber macht die Beiwohnung ihrer Schwester sie verboten.", "R. JOSE SAGT, WER &C. UNTAUGLICH MACHT &C. Was sagte279Dh. worauf bezieht er sich, um den Sinn seiner Worte zu verstehen.R. Jose? Wollte man sagen, der erste Autor spreche von dem Falle, wenn seine Frau und sein Schwager nach dem Überseelande verreist waren; die Frau seines Schwagers ist dann280Wenn nach seiner Verheiratung mit der Frau seines Schwagers sich herausstellt, daß beide leben.verboten281Cf. supra Fol. 87b. und seine Frau erlaubt,", "und hierzu sagte R. Jose, wie seine Frau erlaubt ist, ebenso sei die Frau seines Schwagers erlaubt; wieso aber sagte er demnach: wer für andere nicht untauglich macht, mache auch für sich nicht untauglich, er sollte doch sagen: wer für sich nicht untauglich macht, mache auch für andere nicht untauglich!?", "Und wenn etwa: wie die Frau seines Schwagers verboten ist, ebenso sei seine Frau verboten, so sind allerdings [die Worte:] wer untauglich macht, erklärlich, was aber bedeuten [die Worte:] wer nicht untauglich macht!?", "R. Ami erklärte: Er bezieht sich auf die vorangehende Lehre: hat sie sich auf die Entscheidung des Gerichtes hin verheiratet, so ist sie zu entfernen und vom Opfer frei; hat sie sich auf die Aussage der Zeugen hin verheiratet, so ist sie zu entfernen und zu einem Opfer verpflichtet; die Kraft des Gerichtes ist wirksam, sie vom Opfer zu befreien.", "Der erste Autor sagte, einerlei, ob auf die Aussage von Zeugen hin, sodaß die Frau seines Schwagers erlaubt282Wenn 2 Zeugen den Tod ihres Mannes bekundet hatten, so ist sie ihrem ersten Manne erlaubt; cf. supra Fol. 87b.ist, oder auf die Entscheidung des Gerichtes hin, sodaß die Frau seines Schwagers verboten283In beiden Fällen ist ihm seine Frau erlaubt.ist;", "hierzu sagte R. Jose, wenn auf die Entscheidung des Gerichtes hin, wobei er für andere284Er macht seine Schwägerin seinem Schwager verboten.untauglich macht, mache er auch für sich285Auch seine Frau ist ihm dann verboten.untauglich, wenn aber auf die Aussage von Zeugen hin, wobei er für andere nicht untauglich macht, mache er auch für sich nicht untauglich.", "R. Jiçḥaq der Schmied erklärte: Tatsächlich bezieht er sich auf die letzte286Unsere Mišna, die von einem einzelnen Zeugen spricht.Lehre; das eine, wenn er die Frau seines Schwagers geheiratet hat, und das andere, wenn er die Verlobte seines Schwagers geheiratet hat. [Oder auch:] das eine, wenn seine Verlobte und sein Schwager verreist waren, und das andere, wenn seine Frau und sein Schwager verreist waren. Der erste Autor sagte, einerlei ob seine Frau und sein Schwager oder seine Verlobte und sein Schwager, die Frau seines Schwagers sei verboten und seine Frau sei erlaubt;", "hierzu sagte R. Jose, wenn es Frau und Schwager sind, wobei man nicht sagen kann, er habe bei der Heirat eine Klausel gehabt, sodaß er für andere nicht untauglich287Da es eine durch Verklauselung ungültige Heirat nicht gibt, so ist es bekannt, daß seine Heirat mit seiner Schwägerin eine irrtümliche war, denn selbst wenn der Schwager sich von ihr geschieden hätte, dürfte dieser sie nicht heiraten; sein Schwager kommt nicht in den Verdacht der Wiedernahme einer Geschiedenen, somit hat er sie für diesen nicht untauglich gemacht. macht, mache er auch für sich nicht untauglich, wenn es aber Verlobte und Schwager sind, wobei man sagen kann, er habe bei der Antrauung eine Klausel gehabt288Diese sei ungültig, sodaß seine Heirat mit der Schwester gültig war., sodaß er für andere untauglich289Cf. Änm. 287 mut. mut.macht, mache er auch für sich untauglich.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Joseph wandte ein: Kann Šemuél dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, die Schwägerin gelte, wie Rabh sagt, als Ehefrau, und wie Šemuél sagt, nicht als Ehefrau. Hierzu sagte R. Hona: Wenn beispielsweise sein Bruder sich eine Frau angetraut hat und ins Überseeland verreist ist, und er, als er hörte, sein Bruder sei gestorben, dessen Frau heiratete.", "Rabh sagt, sie gelte als Ehefrau und sei290Wenn sich herausstellt, daß sein Bruder lebt.seinem Schwager291Dh. ihrem 1. Manne; man könnte annehmen, seine Antrauung sei durch eine Verklauselung ungültig u. die Heirat mit seinem Bruder gültig, u. damit man nicht sage, er heirate die Frau seines Bruders, ist sie ihm verboten.verboten, und Šemuél sagt, sie gelte nicht als Ehefrau und sei ihm292Nach S. ist somit die Vermutung einer Verklauselung nicht zu berücksichtigen.erlaubt.", "Abajje sprach zu ihm: Woher, daß die Lehre Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose, sich auf die Erklärung R. Jiçḥaq des Schmiedes bezieht, vielleicht auf die des R. Ami!? Und selbst wenn auf die R. Jiçḥaq des Schmiedes, woher, daß sie sich auf die Untauglichmachung bezieht," ], [ "vielleicht auf die Nichtuntauglichmachune293Daß bei Frau u. Schwager die Schwägerin ihrem Manne erlaubt ist.!? Und woher ferner, daß die Erklärung R. Honas294Daß sie über den Fall streiten, wenn jemand seine angetraute Schwägerin geheiratet hat.zutrifft, vielleicht trifft sie überhaupt nicht zu, und sie streiten vielmehr über die Lehre R. Ḥamnunas, daß eine Schwägerin, die gehurt hat, ihrem Schwager verboten sei!?", "Rabh sagt, sie gelte als Ehefrau und sei durch die Unzucht295Wie eine Ehebrecherin ihrem Manne, ebenso ist diese ihrem Schwager verboten.untauglich, und Šemuél sagt, sie gelte nicht als Ehefrau und sei durch die Unzucht nicht untauglich. Oder vielleicht streiten sie über die Gültigkeit der Antrauung296Mit einem Fremden.bei der Schwägerin!? Rabh sagt, sie gelte als Ehefrau, und ihre Antrauung ist ungültig, und Šemuél sagt, sie gelte nicht als Ehefrau, und ihre Antrauung ist gültig. –", "Hierüber streiten sie ja bereits297Cf. supra Fol. 92b.einmal!? – Eines ist vom anderen gefolgert.", "v WENN MAN EINEM BERICHTET HATTE, SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UND ER IHRE SCHWESTER VÄTERLICHERSEITS HEIRATETE, DASS [AUCH DIESE] GESTORBEN SEI, UND ER IHRE SCHWESTER MÜTTERLICHERSEITS HEIRATETE, DASS [AUCH DIESE] GESTORBEN SEI, UND ER IHRE SCHWESTER VÄTERLICHERSEITS HEIRATETE, DASS [AUCH DIESE] GESTORBEN SEI, UND ER IHRE SCHWESTER MÜTTERLICHERSEITS HEIRATETE, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE ALLE LEBEN, SO SIND IHM DIE ERSTE, DIE DRITTE UND DIE FÜNFTE ERLAUBT298Da die 1. lebte, war die Heirat mit der 2. ungültig u. der geschlechtl. Verkehr ein außerehelicher, somit ist ihm die 3. erlaubt, u. wegen der gültigen Heirat mit dieser war die der 4. ungültig, somit die 5. ihm erlaubt. Diese 3 Frauen sind einander fremd., UND SIE ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN299Wenn an einer von ihnen die Schwagerehe vollzogen wird, sind die anderen entbunden.,", "UND DIE ZWEITE UND DIE VIERTE300Wegen der gültigen Heirat mit ihren Schwestern, der 1. u. der 3.VERBOTEN, UND DIE BEIWOHNUNG DER EINEN VON IHNEN ENTBINDET DIE NEBENBUHLERIN NICHT.", "HAT ER DER ZWEITEN ERST NACH DEM TODE DER ERSTEN BEIGEWOHNT, SO SIND IHM DIE ZWEITE UND DIE VIERTE301Cf. Anm. 298 mut. mut.ERLAUBT, UND SIE ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN, UND DIE DRITTE UND DIE FÜNFTE302Wegen der gültigen Heirat mit ihren Schwestern, der 2. u. der 4.VERBOTEN, UND DIE BEIWOHNUNG DER EINEN VON IHNEN ENTBINDET IHRE NEBENBUHLERIN NICHT.", "vi DER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTE KANN [DIE SCHWÄGERIN]303Wenn er sie sich aneignet.FÜR SEINE BRÜDER UNTAUGLICH MACHEN, UND EBENSO KÖNNEN DIE BRÜDER SIE FÜR IHN UNTAUGLICH MACHEN, JEDOCH KANN ER SIE NUR VORHER UNTAUGLICH MACHEN, DIE BRÜDER ABER VORHER UND NACHHER.", "UND ZWAR: WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIWOHNT, SO MACHT ER SIE FÜR DIE BRÜDER UNTAUGLICH, UND WENN DIE BRÜDER IHR BEIWOHNEN, AN SIE DIE EHEFORMEL RICHTEN, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN ODER AN IHR DIEALIÇA VOLLZIEHEN, SO MACHEN SIE SIE FUR IHN UNTAUGLICH.", "GEMARA. Handeln denn jene alle304Die im 1. Passus genannten Fälle, wenn er nach der Nachricht über den Tod der einen die andere geheiratet hat.nicht von dem Falle, wenn es nach dem Tode der ersten erfolgt ist!? R. Šešeth erwiderte: Nach dem festgestellten Tode der ersten.", "NEUN JAHRE &C. Macht denn der neun Jahre und einen Tag alte nur vorher und nicht nachher untauglich, R. Zebid b. R. Oša͑ja lehrte ja, daß, wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet, und darauf sein neun Jahre und einen Tag alter Bruder ihr beigewohnt hat, er sie untauglich gemacht habe305Für den, der an sie die Eheformel bereits gerichtet hat.!? –", "Ich will dir sagen, durch Beiwohnung macht er sie auch nachher untauglich, durch die Eheformel aber macht er sie nur vorher untauglich, nachher306Nachdem sein Bruder sie sich angeeignet hat.aber nicht. – Macht er sie denn nachher selbst durch Beiwohnung untauglich, er lehrt ja: jedoch kann er sie nur vorher untauglich machen, jene aber vorher und nachher, und zwar: wenn ein neun Jahre und einen Tag alter seiner Schwägerin beiwohnt307Die Lehre, daß er sie nachher nicht untauglich mache, spricht von der Beiwohnung.&c.!? –", "[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: der neun Jahre und einen Tag alte kann nur vorher untauglich machen, jene aber vorher und nachher; dies gilt nur von der Eheformel, durch Beiwohnung aber kann er sie auch nachher untauglich machen, und zwar: wenn ein neun Jahre und einen Tag alter seiner Schwägerin beiwohnt, so macht er sie für die Brüder untaugliche308Auch nach der Aneignung seines Bruders.. –", "Ist denn seine Eheformel überhaupt wirksam, es wird ja gelehrt: der neun Jahre und einen Tag alte kann sie für die Brüder309Die W.e ע״י אחין sind versetzt; in ed. Pesaro 1509 befinden sie sich richtig an dieser Stelle.durch eine Handlung untauglich machen, die Brüder aber können sie für ihn durch vier Handlungen untauglich machen; er kann sie für die Brüder durch Beiwohnung untauglich machen, die Brüder aber können sie für ihn durch Beiwohnung, Eheformel, Scheidebrief und Ḥaliça untauglich machen!? –", "Von der Beiwohnung, wodurch er sie vorher und nachher untauglich macht, spricht310Eigentl. ist dies ausgemacht; er will keine Einzelheiten lehren u. nennt nur die Handlung, die vorher u. nachher wirksam ist. er, von der Eheformel, wodurch er sie nur vorher und nicht nachher untauglich macht, spricht er nicht.", "Es wurde auch gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, sein Scheidebrief sei311Zur Untauglichmachung für die Brüder.wirksam. Ebenso sagte R. Taḥlipha b. Abimi, seine Eheformel sei wirksam. Desgleichen wird gelehrt: Sein Scheidebrief und seine Eheformel sind wirksam – so R. Meír. –", "Ist R. Meír denn der Ansicht, sein Scheidebrief sei wirksam, es wird ja gelehrt, daß sie die Beiwohnung eines Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen, und wie R. Meír sagt, die Ḥaliça eines Neunjährigen dem Scheidebriefe eines Erwachsenen gleichgestellt haben. Wenn dem so wäre, so sollte er lehren: seinem Scheidebriefe!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Er ist wirksam, jedoch weniger312Als der Scheidebrief eines Erwachsenen..", "Nach R. Gamliél, welcher sagt, es gebe keinen Scheidebrief nach313Cf. Fol. 50a Anm. 1.einem Scheidebriefe, gilt dies nur von dem eines Erwachsenen nach dem eines Erwachsenen, und dem eines Minderjährigen nach dem eines Minderjährigen, wohl aber ist der eines Erwachsenen nach dem eines Minderjährigen wirksam;", "und nach den Rabbanan, welche sagen, es gebe einen Scheidebrief nach einen Scheidebriefe, gilt dies nur von dem eines Erwachsenen nach dem eines Erwachsenen, und dem eines Minderjährigen nach dem eines Minderjährigen, der eines Minderjährigen nach dem eines Erwachsenen aber ist unwirksam." ], [ "vii WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, UND DARAUF SEIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER BRUDER IHR BEIWOHNT, SO MACHT ER SIE FÜR JENEN UNTAUGLICH; R. ŠIMO͑N SAGT, ER MACHE SIE NICHT UNTAUGLICH. viii,1 WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, UND DARAUF IHRER NEBENBUHLERIN BEIWOHNT, SO MACHT ER [AUCH JENE]13Da nur an einer der Witwen die Schwagerehe vollzogen werden darf.FÜR SICH UNTAUGLICH. R. ŠIMO͑N SAGT, ER MACHE SIE NICHT UNTAUGLICH.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Beiwohnung des ersten wirksam, so ist die Beiwohnung des anderen nicht314Da es keine Beiwohnung nach einer Beiwohnung gibt; dies ist nichts weiter als Unzucht, u. da versehentlich erfolgt, bleibt sie dem ersten erlaubt.wirksam, und ist die Beiwohnung des ersten nicht wirksam, so ist auch die Beiwohnung des anderen nicht wirksam.", "Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Ben A͑zaj, denn es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformel315Die Beiwohnung eines Minderjährigen gleicht der Eheformel eines Erwachsenen.bei zwei Schwägern und einer Schwägerin,", "nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager316Demnach sollte der Minderjährige durch die Beiwohnung der Nebenbuhlerin die Schwägerin für sich nicht untauglich machen..", "viii,2 WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DIESER DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. WENN ER EINE FRAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST SIE317Von der Schwagerehe, da zwar seine Beiwohnung, jed. nicht seine Antrauung wirksam ist.ENTBUNDEN. ix WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT UND GROSSJÄHRIG EINE ANDERE FRAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST, WENN ER GROSSJÄHRIG DER ERSTEN NICHT BEIGEWOHNT HAT, AN DER ERSTEN318Der Schwägerin, die an den lebenden Schwager noch durch den ersten Mann gebunden ist.DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHAWAGEREHE, UND AN DER ANDEREN DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.", "R. ŠIMO͑N SAGT, MAN KÖNNE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN DIE SCHWAGEREHE UND AN DER ANDEREN DIEALIÇA VOLLZIEHEN. EINERLEI, OB ER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALT IST, ODER ER ZWANZIG JAHRE ALT IST, JEDOCH KEINE ZWEI HAARE BEKOMMEN HAT319Solange ihm diese Pubertätszeichen fehlen, gilt er als minderjährig..", "GEMARA. Raba sagte: Die Bestimmung der Rabbanan, bei der Gebundenheit von zwei Schwägern320Wie beispielsweise im Falle unserer Mišna, wo der 1. Schwager minderjährig war.sei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, gilt nicht nur von dem Falle, wenn eine Nebenbuhlerin vorhanden321Beispielsweise ob. Fol. 31b.ist, wobei die Nebenbuhlerin zu berücksichtigen322Aus diesem Grunde ist diese Bestimmung getroffen worden, wie in der genannten Stelle erklärt.ist;", "hierbei ist keine Nebenbuhlerin vorhanden, dennoch ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "WENN ER EINE FRAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST &C. Wir lernen hier das, was die Rabbanan gelehrt haben: Wenn ein Blöder und ein Minderjähriger geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden.", "WENN EIN NEUN JAHRE &C. GROSSJÄHRIG &C. Sollte doch die Beiwohnung des Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen gleichgestellt, und die Nebenbuhlerin von der Schwagerehe verdrängt323Wie in dem Falle, wenn an eine der Witwen die Eheformel gerichtet wird.werden!? – Rabh sagte, sie haben die Beiwohnung eines Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen nicht gleichgestellt. Šemuél aber sagte, sie haben wohl gleichgestellt. Ebenso sagte R. Joḥanan, sie haben wohl gleichgestellt. –", "So sollten sie sie [auch hierbei] gleichstellen!? – Hierüber streiten Tannaím. Jener Autor [der Lehre] von den vier Brüdern324Ob. Fol. 26a. Jener lehrt, daß wegen der Gebundenheit der Schwägerin mit 2 Schwägern an der Nebenbuhlerin die Schwagerehe nicht zu vollziehen sei. berücksichtigt hierbei325Cf. supra Fol. 31b.die Nebenbuhlerin;", "er lehrt es von einem Erwachsenen, und dasselbe gilt auch von einem Minderjährigen, und nur weil er von einem Erwachsenen handelt, spricht er von einem Erwachsenen.", "Unser Autor aber ist zwar der Ansicht, sie haben gleichgestellt, jedoch berücksichtigt er die Nebenbuhlerin325Cf. supra Fol. 31b.nicht; er lehrt es von einem Minderjährigen, und dasselbe gilt auch von einem Erwachsenen, und nur weil er von einem Minderjährigen handelt, spricht er von einem Minderjährigen.", "R. Elea͑zar trug diese Lehre im Lehrhause vor, ohne zu sagen, daß sie von R. Joḥanan ist, und als R. Joḥanan es erfuhr, war er böse. Hierauf besuchten ihn R. Ami und R. Asi, und diese sprachen zu ihm: Ereignete es sich doch im Lehrhause zu Tiberjas,", "daß R. Elea͑zar und R. Jose über einen Schieberiegel mit einem Knaufe an einem Ende326Ein Schieberiegel gehört zu den Gegenständen, die am Sabbath nicht umhergetragen werden dürfen; wenn er aber an einem Ende einen Knauf hat, so ist er auch als Gerät zum Zerklopfen von Speisen verwendbar, u. nach RJ. als solches erlaubt; cf. Er. Fol. 101b.stritten, bis sie in ihrer Erregung eine Torarolle zerrissen. – ‘Zerrissen’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, bis in ihrer Erregung eine Torarolle durchgerissen wurde. R. Jose b. Qisma, der dabei war, sprach: Es würde mich wundern, wenn dieses Lehrhaus nicht ein Götzenhaus werden sollte. Und so geschah es auch.", "Da wurde er noch böser und sprach: Nun noch die Kollegialität327Mit seinen Schülern; als warnendes Beispiel wurde ihm der Streit zwischen Kollegen vorgehalten.!", "Hierauf besuchte ihn R. Ja͑qob b. Idi und dieser sprach zu ihm: [Es heißt:]328Jos. 11,15.wie der Herr seinem Knechte Moše geboten, so gebot Moše Jehošua͑ und so tat Jehošua͑; er unterließ nichts von allem, was der Herr Moše geboten hat. Sprach etwa Jehošua͑ bei allem, was er sagte: so sagte mir Moše? Vielmehr saß Jehošua͑ und trug ohne Namensnennung vor, und alle wußten, daß es die Lehre Mošes ist. Ebenso trug es dein Schüler R. Elea͑zar ohne Namensnennung vor, und alle wissen, daß es von dir herrührt.", "Hierauf sprach er zu jenen: Weshalb versteht ihr nicht Abbitte zu leisten, wie unser Kollege Ben Idi? – Weshalb war R. Joḥanan darüber so sehr böse? – R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es heißt:329Ps. 61,5.ich will in deinem Zelte weltenlang wohnen; kann ein Mensch denn in beiden Welten wohnen? Vielmehr sprach David vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, möge es dein Wille sein," ], [ "daß man auf dieser Welt eine Lehre in meinem Namen vortrage. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wenn man eine Lehre im Namen eines [verstorbenen] Gelehrten auf dieser Welt vorträgt, so murmeln seine Lippen im Grabe. R. Jiçḥaq b. Ze͑era, nach anderen Šimo͑n der Naziräer, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:330Cant. 7,10.und dein Gaumen wie köstlicher Wein, der meinem Geliebten glatt hinunterfließt, er läßt murmeln die Lippen der Schlafenden.", "Gleich einem Traubenhaufen331Od. Kübel, Gefäß, worin die Trauben zur Nachreife erwärmt werden.; wie der Traubenhaufen, sobald man mit dem Finger daran rührt, sofort zischt, ebenso die Schriftgelehrten, sobald man eine Lehre in ihrem Namen auf dieser Welt vorträgt, murmeln ihre Lippen im Grabe.", "EINERLEI, OB ER NEUN JAHRE &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn er mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können jene332Ihre Verwandten, wenn sie sie von der Schwagerehe befreien wollen.den Beweis antreten, daß er zwanzig Jahre alt ist, und er gilt als Kastrat, der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen333Demnach gilt er als Erwachsener. kann.", "Wenn sie mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können diese334Seine Verwandten, wenn sie die Schwagerehe nicht wünschen.den Beweis antreten, daß sie zwanzig Jahre ist, und sie gilt als steril, an der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist!? –", "Hierzu wurde gelehrt: R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs, nur wenn sich bei ihm Merkmale des Kastraten eingestellt335Nur in diesem Falle gilt er als erwachsen, wenn aber nicht, gilt er als minderjährig.haben. Raba sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: und er gilt336Eigentl. ist er als Kastrat festgestellt, demnach hatte er bereits die Merkmale eines solchen.als Kastrat. Schließe hieraus. –", "Wie lange337Gilt er als minderjährig., wenn sich bei ihm Merkmale eines Kastraten nicht gezeigt haben? – In der Schule R. Ḥijas wurde gelehrt: Bis zum größeren Teil des Lebensalters.", "Wenn derartige Fälle338Daß jemand die Pubertätszeichen nicht hatte.vor Raba kamen, empfahl er ihnen, falls er mager war, ihn fett werden zu lassen, und falls er fett war, ihn mager werden zu lassen. Die Pubertätszeichen fehlen zuweilen infolge der Magerkeit und zuweilen infolge der Fettleibigkeit.", "", "i MAN DARF [VERWANDTE]1Die sonst wegen Inzestes verboten sind. SEINER GENOTZÜCHTIGTEN ODER VERFÜHRTEN HEIRATEN, WER ABER DIE [VERWANDTE] SEINER ANGEHEIRATETEN NOTZÜCHTIGT ODER VERFÜHRT, IST SCHULDIG. MAN DARF DIE GENOTZÜCHTIGTE ODER VERFÜHRTE SEINES VATERS UND DIE GENOTZÜCHTIGTE ODER VERFÜHRTE SEINES SOHNES HEIRATEN. R. JEHUDA VERBIETET DIE GENOTZÜCHTIGTE ODER VERFÜHRTE SEINES VATERS.", "GEMARA. Wir lernen das, was die Rabbanan gelehrt haben: Hat jemand eine Frau genotzüchtigt2Ebenso verführt, dh. mit der man außerehelichen Verkehr gepflogen hat., so darf er ihre Tochter heiraten, hat er eine Frau geheiratet, so darf er ihre Tochter nicht heiraten. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn einem [der Umgang] mit einer Frau nachgesagt wird, so sind ihm ihre Mutter, ihre Tochter und ihre Schwester verboten!? – Rabbanitisch3Weil er den Umgang auch nach der Heirat fortsetzen könnte.. –", "Wieso lehrt er, wenn ein rabbanitisches Verbot vorliegt, daß er von vornherein heirate!? – Unsere Mišna spricht von [der Heirat] nach dem Tode4Der Frau, mit der er außerehelich verkehrte, sodaß eine Fortsetzung des Verkehres nicht zu berücksichtigen ist..", "Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Bei allen [Unzuchtfällen] wird [der Ausdruck] ‘liegen’5Cf. Lev. 20,11ff., hierbei6Bei der Heirat naher Verwandter, von Mutter und Tochter od. zweier Schwestern; cf. Lev. 18,17,18. aber [der Ausdruck] ‘nehmen’ gebraucht, um dir zu sagen, daß die Tora es nur im Woge des Nehmens7Wenn er die eine geheiratet hat, ist ihm die andere verboten. verboten hat.", "R. Papa sprach zu Abajje: Auch von einer Schwester heißt es: 8Lev. 20,17.wenn jemand seine Schwester nimmt, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutter; ist etwa auch diese nur im Wege des Nehmens verboten, zum Liegen aber erlaubt!?", "Dieser erwiderte: Die Tora spricht vom Nehmen allgemein; ist sie zum Nehmen9Bei 2 Schwestern od. Mutter u. Tochter ist die Heirat mit einer zulässig, somit gilt dies nur, wenn er mit der ersten verheiratet war. geeignet, so gilt dies vom Nehmen, ist sie zum Liegen10Die Heirat mit seiner Schwester od. der nahen Verwandten seiner Frau ist ungültig.geeignet, so gilt dies vom Liegen.", "Raba sagte: Daß man, wenn man die Mutter genotzüchtigt, ihre Tochter heiraten darf, ist aus folgendem zu entnehmen. Es heißt:11Lev. 18,10.die Scham, der Tochter deines Sohnes oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen, wonach die Tochter ihres12Seiner Frau.Sohnes oder die Tochter ihrer Tochter erlaubt ist,", "und es heißt:13Lev. 18,17.die Scham einer Frau und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen, die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter sollst du nicht nehmen; wie ist dies zu erklären? Jenes gilt von der Genotzüchtigten, dieses von der Angeheirateten. –", "Vielleicht entgegengesetzt14Der erste Schriftvers, der die Enkelin der Frau ausschließt, bezieht sich auf die Angeheiratete u. der andere auf die Genotzüchtigte.!? – Bei der Unzucht wird die Blutsverwandtschaft genannt, und eine Blutsverwandtschaft gibt es nur bei der Heirat und nicht bei der Notzucht.", "R. JEHUDA VERBIETET DIE GENOTZÜCHTIGTE &C. SEINES VATERS. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt: 15Dt. 23,1.niemand soll das Weib seines Vaters nehmen und nicht die Decke seines Vaters entblößen; die Decke, die sein Vater gesehen, darf er nicht entblößen. –", "Woher, daß die Schrift von der Genotzüchtigten spricht? – Aus dem Vorangehenden; vorher heißt es:16Ib. 22,29.so gebe der Mann, der sie beschlafen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke. –", "Und die Rabbanan!? – Wenn sie neben einander stehen würden, würdest du recht haben, da sie aber nicht neben einander17Unmittelbar vorher spricht die Schrift von der angeheirateten Frau des Vaters.stehen, so deutet dies auf die Lehre R. A͑nans. R. A͑nan sagte nämlich im Namen Šemuéls: Die Schrift spricht von der Anwärterin der Schwagerehe seines Vaters, und unter ‘Decke seines Vaters’ ist die für seinen Vater bestimmte Decke zu verstehen, die man nicht entblößen darf. –", "Diese ist ja schon als Tante [verboten]18Cf. Lev. 20,20; die Schrift braucht nicht zu lehren, daß sie verboten ist.!? – Dies wird mit zwei Verboten belegt19Als Tante u. als Anwärterin der Schwagerehe seines Vaters.. –", "Sie ist ja schon als Schwägerin für Fremde [verboten]20Diese darf nur den Bruder des Vaters heiraten.!? – Dies wird mit drei Verboten belegt. Wenn du aber willst, sage ich: nach seinem Tode21Des Vaters, sodaß das Verbot der Witwe für Fremde nicht anwendbar ist.." ], [ "Mein22Die folgenden Rätsel betreffen Verwandtschaftsverhältnisse.Bruder väterlicherseits und nicht mütterlicherseits ist der Mann meiner Mutter und ich bin die Tochter seiner Frau. Rami b. Ḥama sagte: Nicht nach R. Jehuda23Dies kommt in dem Falle vor, wenn jemand außerehelich eine Tochter gezeugt, u. sein Sohn die Mutter geheiratet hat.in unserer Mišna.", "Den ich auf der Schulter trage, ist mein Bruder und mein Sohn, und ich bin seine Schwester. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude seiner Tochter beigewohnt24Dies trifft beim aus dieser Beiwohnung hervorgegangenen Kinde zu. hat.", "Heil dir, mein Sohn, ich bin die Tochter deiner Schwester. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude der Tochter seiner Tochter25Dies trifft bei ihrem Kinde von ihrem Großvater zu; sie ist väterlicherseits die Schwester ihrer Mutter.beigewohnt hat.", "Ihr Wasserschöpfer, euch fällt die Lösung des folgenden Rätsels zu: Den ich trage, ist mein Sohn, und ich bin die Tochter seines Bruders. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude der Tochter seines Sohnes26Ihr Kind u. ihr Vater sind Brüder väterlicherseits.beigewohnt hat.", "Wehe, wehe, er ist mein Bruder, mein Vater, mein Mann, der Sohn meines Mannes, der Mann meiner Mutter, und ich bin die Tochter seiner Frau, und er gibt seinen verwaisten Brüdern, den Kindern seiner Tochter, kein Brot. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude seiner Mutter beigewohnt und von ihr eine Tochter gezeugt, der er beigewohnt hat, und darauf der Alte27Der Vater desselben.ihr beigewohnt und von ihr Kinder gezeugt28Er ist ihr natürlicher Vater, mütterlicherseits ihr Bruder, durch ihre Beiwohnung ihr Mann, durch ihren Verkehr mit seinem Vater der Sohn ihres Mannes, u. sie durch seinen Verkehr mit ihrer Mutter die Tochter seiner Frau; die von seinem Vater gezeugten Kinder sind seine Brüder u. Kinder seiner Tochter.hat.", "Ich und du sind Geschwister, ich und dein Vater sind Geschwister, ich und deine Mutter sind Geschwister. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude seiner Mutter beigewohnt und von ihr zwei Töchter gezeugt, dann einer von ihnen beigewohnt und von ihr ein Kind gezeugt hat. Wenn die Schwester39In den kursierenden Ausgaben: seiner Mutter.es trägt, spricht sie zu ihm wie folgt:", "Ich und du sind Geschwister, ich und dein Vater sind Geschwister, ich und deine Mutter sind Geschwister. Dies kann aber auch in erlaubter Weise vorkommen, wenn zum Beispiel Reuben zwei Töchter hat und Šimo͑n40Sein Bruder; cf. Fol. 27a Anm. 28.die eine und Levi die andere geheiratet hat; der Sohn Šimo͑ns kann dies dann zum Sohne des Sohnes Levis sagen.", "ii WENN MIT EINER PROSELYTIN IHRE SÖHNE SICH BEKEHREN, SO HABEN SIE DIEALIÇA UND DIE SCHWAGEREHE NICHT ZU VOLLZIEHEN, SELBST WENN DIE SCHWANGERSCHAFT DES EINEN NICHT INEILIGKEIT41Dh. vor ihrer Bekehrung., SEINE GEBURT ABER UND DIE SCHWANGERSCHAFT UND DIE GEBURT DES ANDEREN IN HEILIGKEIT ERFOLGT IST. DESGLEICHEN AUCH, WENN MIT EINER SKLAVIN IHRE SÖHNE FREIGELASSEN WERDEN.", "GEMARA. Als die Söhne der Magd Jodan freigelassen wurden, erlaubte R. Aḥa b. Ja͑qob, daß der eine die Frau des anderen heirate. Da sprach Raba zu ihm: R. Šešeth verbietet es ja!? Dieser erwiderte: Er verbietet und ich erlaube.", "[Bei Brüdern] väterlicherseits und nicht mütterlicherseits stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, mütterlicherseits und nicht väterlicherseits, stimmen alle überein, daß es verboten42Weil man sie für Jisraéliten halten könnte.sei,", "sie streiten nur über solche väterlicherseits und mütterlicherseits; einer erlaubt es, weil sie zum Vater43Man weiß, daß er Nichtjude ist, u. verwechselt sie nicht mit Jisraéliten.gehören, denn man nennt sie Kinder von diesem, R. Šešeth aber [sagt, man] nennt sie auch Kinder jener.", "Manche sagen, R. Aḥa b. Ja͑qob streite auch über Brüder mütterlicherseits, weil ein Proselyt, der sich bekehrt, einem neugeborenen Kinde gleicht44Ihre Vergangenheit besteht nicht u. sie sind einander fremd.. –", "Wir haben gelernt: Wenn mit einer Proselytin ihre Söhne sich bekehren, so haben sie die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen. Doch wohl, weil es ihnen verboten45Bei ihnen hat das Gebot der Schwagerehe keine Geltung, somit bleibt das Verbot der Frau seines Bruders bestehen.ist!? – Nein, weil sie dem Gesetze von der Ḥaliça und der Schwagerehe nicht unterliegen46Sie brauche n dieses Gebot nicht auszuüben.; [die Witwe] ist Fremden, somit auch ihnen selber erlaubt. –", "Es heißt ja ‘selbst’!? Erklärlich ist das ‘selbst’, wenn du sagst, es sei ihnen verboten: selbst wenn die Schwangerschaft des einen nicht in Heiligkeit, seine Geburt aber und die Schwangerschaft und die Geburt des anderen in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß sie [Söhnen] zweier Mütter47Die Frau des einen sollte dem anderen erlaubt sein.gleichen, dennoch ist es ihnen verboten, was aber bedeutet das ‘selbst’, wenn du sagst, es sei ihnen erlaubt48In diesem Falle sollten ihm ihre Schwägerinnen erst recht erlaubt sein.!? –", "Selbst wenn die Geburt beider in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß man sie für Jisraéliten halten könnte, dennoch ist es ihnen erlaubt.", "Manche lesen: Es ist auch einleuchtend, daß es ihnen erlaubt ist, denn es heißt ‘selbst’. Erklärlich ist das ‘selbst’, wenn du sägst, es sei ihnen erlaubt: selbst wenn die Geburt beider in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß man sie für Jisraéliten halten könnte, dennoch ist es ihnen erlaubt, was aber bedeutet das ‘selbst’, wenn du sagst, es sei ihnen verboten!? –", "Selbst wenn die Schwangerschaft des einen nicht in Heiligkeit, seine Geburt aber und die Schwangerschaft und die Geburt des anderen in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß sie Söhnen zweier Mütter gleichen, dennoch ist es ihnen verboten. –", "Komm und höre: Zwei Zwillingsbrüder, die Proselyten oder freigelassene Sklaven sind, haben die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen, auch sind sie wegen der Frau seines Bruders nicht schuldig. Ist ihre Schwangerschaft nicht in Heiligkeit und ihre Geburt in Heiligkeit erfolgt, so haben sie die Ḥaliça und die Schwager ehe nicht zu vollziehen, wohl aber sind sie wegen der Frau seines Bruders schuldig; ist ihre Schwangerschaft und ihre Geburt in Heiligkeit erfolgt, so gelten sie in jeder Hinsicht als Jisraéliten. Hier lehrt er, daß sie wegen der Frau seines Bruders nicht schuldig sind;" ], [ "nur schuldig sind sie nicht, ein Verbot49Rabbanitisch, aus dem genannten Grunde, weil man sie für Jisraéliten halten könnte.aber liegt vor!? – Tatsächlich liegt auch kein Verbot vor, da er aber im Schlußsatze lehren will, sie seien schuldig, lehrt er entsprechend im Anfangsatze, sie seien nicht schuldig.", "Raba sagte: Das, was die Rabbanan gesagt haben, ein Nichtjude habe keinen Vater, begründe man nicht, weil sie in Unzucht versunken sind, und man es50Wer sein wirklicher Vater ist.nicht weiß, wenn man es aber weiß51Wenn beispielsweise die Möglichkeit des Verkehrs mit einem fremden Manne ausgeschlossen war., berücksichtige man dies, vielmehr berücksichtige man dies nicht, auch wenn man es weiß.", "Zwei Zwillingsbrüder kommen ja von einem Tropfen, der geteilt worden ist, dennoch lehrt er im Schlußsatze, daß sie die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen haben. Schließe hieraus, daß der Allbarmherzige ihren Samen als frei erklärt hat, wie es heißt:52Ez. 23,20.deren Fleisch dem Fleische des Esels gleicht, und ihr Samenerguß dem eines Pferdes.", "Komm und höre: R. Jose erzählte. Der Proselyt Niphates53Νιφάτης, als Personenname bekannt; νϵοϕυτος schon orthographisch unwahrscheinlich, außerdem nur für Neuchristen, Neugetaufte gebraucht.heiratete die Frau seines Bruders54Der ebenfalls Proselyt war.mütterlicherseits, und als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie, bei Proselyten gebe es keine Ehelichung. – Demnach ist, wenn ein Proselyt sich eine Frau antraut, die Antrauung ungültig!? – Sage vielmehr, bei Proselyten hat das Verbot der Frau seines Bruders keine Geltung. Wahrscheinlich hatte sie sein Bruder als Proselyt geheiratet!? –", "Nein, er hatte sie als Nichtjude geheiratete55Und ihr nach seiner Bekehrung nicht mehr beigewohnt.. – Wenn als Nichtjude, wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, beim Zustande als Nichtjude berücksichtige man den Zustand als Proselyt56Und daher die Heirat der Schwägerin auch im 1. Falle verboten., so lehrt er uns. –", "Komm und höre: Ben Jasjan erzählte. Als ich in den Seestädten reiste, traf ich einen Proselyten, der die Frau seines Bruders mütterlicherseits geheiratet hatte. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat es dir erlaubt? Dieser erwiderte mir: Da ist eine Frau57Auf die die weiter folgende Entscheidung RA͑.s, ein Proselyt dürfe seine Schwägerin heiraten, sich bezog.mit ihren sieben Kindern. Auf dieser Bank saß R. A͑qiba und lehrte zwei Dinge: Ein Proselyt darf die Frau seines Bruders mütterlicherseits heiraten. Ferner sagte er:58Jon. 3,1.Das Wort des Herrn erging an Jona zum zweiten Male also; zum zweiten Male sprach die Göttlichkeit mit ihm, ein drittes Mal sprach die Göttlichkeit mit ihm nicht mehr. Hier wird gelehrt, ein Proselyt dürfe die Frau seines Bruders mütterlicherseits heiraten; doch wohl, die sein Bruder als Proselyt heiratete!? –", "Nein, die er als Nichtjude heiratete. – Wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, beim Zustande als Nichtjude berücksichtige man den Zustand als Proselyt, so lehrt er uns. –", "War er59Jener Proselyt, der sich auf die Entscheidung RA͑.s berief.denn glaubhaft, R. Abba sagte ja im Namen R. Honas im Namen Rabhs, daß, wenn ein Schriftgelehrter eine Halakha60Im Namen eines Gelehrten.lehrt, und der Fall61Er selber danach handelt.eintritt, man auf ihn, falls er sie vor Eintritt des Falles lehrte, höre, falls aber nicht, nicht höre!? – Wenn du willst, sage ich: er lehrte es vorher.", "Wenn du willst, sage ich: er berief sich ja auf die Frau62Die Entscheidung hinsichtl. der Frau war bereits getroffen worden.mit ihren sieben Kindern. Wenn du aber willst, sage ich: anderes war es da, wo er noch etwas anderes63Die Auslegung des genannten Schriftverses; da hinsichtl. des einen sein Bericht nicht angezweifelt zu werden brauchte, war er auch hinsichtl. des anderen nicht anzuzweifeln.berichtete.", "Der Meister sagte: Das Wort des Herrn erging an Jona zum zweiten Male also; zum zweiten Male sprach die Göttlichkeit mit ihm, ein drittes Mal sprach sie mit ihm nicht mehr. Es heißt ja aber:64iiReg. 14,25.er stellte wieder her die Grenze Jisraéls, von der Gegend um Ḥamath bis an das Steppenmeer, nach dem Worte des Herrn, des Gottes Jisraéls, das er durch seinen Knecht, den Propheten Jona, den Sohn Amitajs, gesprochen hatte65Demnach sprach er mit ihm noch ein anderes Mal.!?", "Rabina erwiderte: Er meint, über die Angelegenheit von Ninve. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: nach dem Worte des Herrn &c. das er durch seinen Knecht, den Propheten &c. gesprochen hatte; wie es sich für Ninve Vom Schlechten zum Guten verwandelte, so verwandelte es sich für Jisraél in den Tagen Jerobea͑ms, des Sohnes Joaš, vom Schlechten zum Guten.", "Komm und höre: Bei einem Proselyten, dessen Geburt in Heiligkeit und dessen Schwangerschaft nicht in Heiligkeit erfolgt ist, gibt es eine Blutsverwandtschaft mütterlicherseits und. nicht väterlicherseits. Und zwar: heiratete er seine Schwester mütterlicherseits, so entferne er sie, väterlicherseits, so behalte er sie; wenn die Schwester des Vaters mütterlicherseits, so entferne er sie," ], [ "väterlicherseits, so behalte er sie; wenn die Schwester der Mutter mütterlicherseits, so entferne er sie, väterlicherseits, so entferne er sie nach R. Meír und behalte sie nach den Weisen. R. Meír sagt nämlich, jede durch Blutsverwandschaft mütterlicherseits Inzestuöse müsse er entfernen, väterlicherseits aber dürfe er behalten.", "Ihm ist die Frau seines Bruders, [sogar] mütterlicherseits, erlaubt, desgleichen die Frau des Bruders seines Vaters, und ebenso sind ihm alle anderen Inzestuösen erlaubt. Dies schließt die Frau seines Vaters ein.", "Hat er eine Frau und ihre Tochter geheiratet, so behalte er eine und entferne die andere; von vornherein heirate er sie nicht. Stirbt seine Frau, so ist ihm seine Schwiegermutter erlaubt. Ein anderer lehrt: So ist ihm seine Schwiegermutter verboten.", "Hier lehrt er, die Frau seines Bruders sei ihm erlaubt; doch wohl, die sein Bruder als Proselyt heiratete!? – Nein, die er als Nichtjude heiratete. – Wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, beim Zustande als Nichtjude berücksichtige man den Zustand als Proselyt, so lehrt er uns.", "Der Meister sagte: Hat er eine Frau und ihre Tochter geheiratet, so behalte er eine und entferne die andere; von vornherein heirate er sie nicht. Wenn er sie sogar entfernen muß, wie sollte er es von vornherein66Dieser Passus ist ja überflüssig.dürfen!? – Er bezieht sich auf jene67Die am Beginne der Lehre genannten Verwandten väterlicherseits.und meint es wie folgt: auch jene, von denen die Rabbanan sagten, er dürfe sie behalten, heirate er von vornherein nicht.", "«Stirbt seine Frau, so ist ihm seine Schwiegermutter erlaubt. Ein anderer lehrt: So ist ihm seine Schwiegermutter verboten.» Einer nach R. Jišma͑él und einer nach R. A͑qiba.", "Der es verbietet, ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, die Schwiegermutter sei nach dem Tode [seiner Frau]68Cf. supra Fol. 94b.verboten, und für einen Proselyten69Dem sie nach der Tora erlaubt ist.haben die Rabbanan es verboten, und der es erlaubt, ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, das Verbotensein der Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau] sei geschwächt70Da es nicht mit der in der Schrift genannten Todesstrafe belegt ist., und für einen Proselyten haben es auch die Rabbanan nicht verboten.", "iii WENN KINDER VON FÜNF FRAUEN VERMISCHT WURDEN UND DIE VERMISCHTEN, NACHDEM SIE HERAKGEWACHSEN WAREN UND FRAUEN GENOMMEN HATTEN, GESTORBEN SIND, SO VOLLZIEHEN AN EINER VON IHNEN VIER71Andere Söhne dieser Frauen, hinsichtl. welcher kein Zweifel besteht.DIEALIÇA, SODANN [DARF] EINER DIE SCHWAGEREHE72Von jedem ist es zweifelhaft, ob er ihr Schwager ist; nachdem aber 4 an ihr die Ḥ. vollzogen haben, kann der 5. sie auf jeden Fall heiraten: entweder ist sie seine Schwägerin od. durch die Ḥ. jedermann erlaubt.VOLLZIEHEN, HIERAUF VOLLZIEHEN AN EINER ANDEREN \n", "DIESER UND NOCH DREI DIE ḤALIÇA, SODANN [DARF] EINER DIE SCHWAGEREHE73Und ebenso an den übrigen, sodaß an jeder die Schwagerehe vollzogen werden kann.VOLLZIEHEN. ES ERGIBT SICH, DASS AN JEDER VON IHNEN VIERMAL DIEALIÇA UND EINMAL DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WIRD.", "GEMARA. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber die Schwagerehe zuerst, weil er74Der die Schwagerehe vollzieht, falls der Verstorbene nicht sein Bruder ist.auf eine fremde Schwägerin stoßen könnte. –", "Weshalb vollziehen an der anderen dieser und noch drei die Ḥaliça75Der erste kann ja ebenfalls an ihr die Schwagerehe vollziehen, nachdem die übrigen an ihr die Ḥ. vollzogen haben.? – Man sage nicht, einer vollziehe die Schwagerehe an allen, vielmehr vollziehe jeder die Schwagerehe an einer, vielleicht fällt ihm seine [Schwägerin] zu.", "Wenn sie76Die unbezweifelten Kinder der in Rede stehenden Frauen.teils Brüder77Der Vermischten.und teils keine Brüder sind, so vollziehen die Brüder die Ḥaliça, und die keine Brüder sind, [auch] die Schwagerehe. – Wie ist dies zu verstehen? R. Saphra erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: wenn es teils Brüder väterlicherseits und teils Brüder mütterlicherseits sind, so vollziehen die Brüder mütterlicherseits die Ḥaliça und die Brüder väterlicherseits [auch] die Schwagerehe.", "Wenn teils Priester und teils keine Priester, so vollziehen die Priester die Ḥaliça78Keiner der Priester darf die Schwagerehe vollziehen, weil, wenn er nicht ihr Schwager ist, die Ḥ. des einen gültig u. ihm die Ḥaluça verboten ist., und die keine Priester sind, [auch] die Schwagerehe. Wenn teils Priester und teils Brüder mütterlicherseits, so vollziehen diese und jene die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe79Weil viel!, keiner von ihnen mit ihr verschwägert ist.." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Mancher hat des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Mutter zu vollziehen, des Zweifels wegen an seiner Schwester, und des Zweifels wegen an seiner Tochter.", "Und zwar: wenn seine Mutter und noch eine andere Frau zwei Knaben im Verborgenen80Und man nicht weiß, welche die Mutter des einen u. welche die des anderen ist.geboren haben, und ein Sohn81Ein anderer, hinsichtl. dessen kein Zweifel besteht.der einen die Mutter des anderen, und ein Sohn der anderen die Mutter des ersten geheiratet hat, und beide kinderlos gestorben sind, so vollziehe der eine82Der vermischten Kinder.des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Mutter83Da er des Zweifels wegen die Ḥ. an beiden zu vollziehen hat., und der andere des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Mutter. –", "Wieso an seiner Schwester des Zweifels wegen? – Wenn seine Mutter und noch eine andere Frau zwei Mädchen im Verborgenen80Und man nicht weiß, welche die Mutter des einen u. welche die des anderen ist.geboren haben, und ihre84Der Söhne dieser Frauen.Brüder von einer anderen Mutter85Denen die Mutter u. die vermischten Töchter fremd sind.diese geheiratet haben und kinderlos gestorben sind, so vollziehe der eine des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Schwester83Da er des Zweifels wegen die Ḥ. an beiden zu vollziehen hat., und der andere des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Schwester. –", "Wieso an seiner Tochter des Zweifels wegen? – Wenn seine Frau und noch eine andere Frau zwei Mädchen im Verborgenen geboren haben, und ihre86Der Männer dieser Frauen.Brüder sie geheiratet haben und kinderlos gestorben sind, so vollziehe der eine des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Tochter, und der andere des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Tochter.", "Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Es kann vorkommen, daß Mann und Frau fünf Nationalitäten87Dh. verschiedene Stände; cf. Qid. Fol. 69a.erzeugen,", "und zwar: wenn ein Jisraélit einen Sklaven und eine Sklavin auf dem Markte kauft und diese zwei Kinder88Diese sind freie Nichtjuden. haben, von denen einer Proselyt ist, so sind hier89Unter den Nachkommen des Sklavenpaares.Proselyt und Nichtjude vorhanden; wenn er sie zwecks Sklaverei untertauchen läßt, und sie einander begatten, so sind hier Proselyt, Nichtjude und Sklave90Das nachher geborene Kind ist Sklave. vorhanden; wenn er darauf die Magd freiläßt und der Sklave ihr beiwohnt, so sind hier Proselyt, Nichtjude, Sklave und Hurenkind91Sie ist Jisraélitin u. ihr Kind vom Sklaven ist Hurenkind.vorhanden; wenn er darauf beide freiläßt und sie mit einander verheiratet, so sind hier Proselyt, Nichtjude, Sklave, Hurenkind und Jisraélit92Das Kind nach der Freilassung beider ist Jisraélit.vorhanden. –", "Was lehrt er uns damit? – Daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, das Kind Hurenkind ist.", "Die Rabbanan lehrten: Mancher verkauft seinen Vater, um die Morgengabe seiner Mutter einzufordern, und zwar: wenn ein Jisraélit einen Sklaven und eine Sklavin, die einen Sohn haben, auf dem Markte kauft, sodann die Sklavin freiläßt und sie heiratet, und all seine Güter ihrem Sohne verschreibt, so ergibt es sich, daß er seinen Vater verkaufen kann, um die Morgengabe seiner Mutter einzufordern. –", "Was lehrt er uns damit? – Die ganze Lehre93Diese Lehre gehört zur vorangehenden.ist von R. Meír, [und er lehrt, daß] Mobilien, als welche Sklaven gelten, für die Morgengabe94Diese Ansicht vertritt RM. Ket. Fol. 80b.haftbar sind. Wenn du aber willst, sage ich: er lehrt uns, daß Sklaven Grundstücken gleichen95Solche sind nach aller Ansicht für die Morgengabe haftbar..", "iv WENN DAS KIND EINER FRAU MIT DEM KINDE IHRER SCHWIEGERTOCHTER VERMISCHT WORDEN IST, UND DIE VERMISCHTEN, NACHDEM SIE HERANGEWACHSEN WAREN UND FRAUEN GENOMMEN HATTEN, STERBEN, SO HABEN DIE SÖHNE DER SCHWIEGERTOCHTER DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, WEIL ES ZWEIFELHAFT IST, OB DIESE96Die Witwe des Vermischten.DIE FRAU DES BRUDERS ODER DIE FRAU DES BRUDERS DES VATERS97Die diesem verboten ist.IST, \n", "DIE SÖHNE DER ALTEN98Der Schwiegermutter.ABER DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE, WEIL ES ZWEIFELHAFT IST, OB SIE DIE FRAU DES BRUDERS ODER DIE FRAU DES SOHNES DES BRUDERS99Auch wenn sie nicht die Schwägerin ist, ist sie diesem erlaubt.IST.", "STERBEN DIE UNBEMAKELTEN, SO HABEN DIE VERMISCHTEN, WENN EIN SOHN DER ALTEN, DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, WEIL ES ZWEIFELHAFT IST, OB [DIE WITWE] DIE FRAU DES BRUDERS ODER DIE FRAU DES BRUDERS DES VATERS IST, WENN ABER EIN SOHN DER SCHWIEGERTOCHTER, EINER DIEALIÇA UND DER ANDERE [AUCH]100Ist sie seine Nichte, so ist sie erlaubt, da an ihr die Ḥ. vollzogen worden ist.DIE SCHWAGEREHE.", "v WENN DAS KIND EINER PRIESTERIN MIT DEM KINDE IHRER SKLAVIN VERMISCHT WORDEN IST, SO DÜRFEN BEIDE HEBE101Da dies auch dem Sklaven eines Priesters erlaubt ist.ESSEN, SIE ERHALTEN EINEN ANTEIL IN DER TENNE, \n" ], [ "SIE DÜRFEN SICH AN TOTEN NICHT VERUNREINIGEN UND SIE DÜRFEN KEINE FRAUEN HEIRATEN, WEDER UNBEMAKELTE102Erstere sind dem Sklaven u. letztere dem Priester verboten.NOCH BEMAKELTE. WENN DIE VERMISCHTEN ERWACHSEN SIND UND SICH GEGENSEITIG FREIGELASSEN HABEN, SO DÜRFEN SIE FÜR PRIESTER GEEIGNETE FRAUEN HEIRATEN; \n", "SIE DÜRFEN SICH NICHT AN TOTEN VERUNREINIGEN, HABEN SIE SICH VERUNREINIGT, SO ERHALTEN SIE NICHT DIE VIERZIG103Die auf die Begehung eines gewöhnlichen Verbotes gesetzt ist; jeder kann sagen, er sei nicht der Priester.GEISSELHIEBE; SIE DÜRFEN KEINE HEBE104Da einer von ihnen weder Priester noch Sklave eines Priesters ist.ESSEN, HABEN SIE GEGESSEN, SO BRAUCHEN SIE DEN GRUNDWERT UND DAS FÜNFTEL105Cf. Lev. 22,14.NICHT106Jeder kann sagen, er sei der Priester.ZU ERSETZEN; SIE ERHALTEN KEINEN ANTEIL IN DER TENNE, JEDOCH DÜRFEN SIE HEBE107Von ihren eigenen Früchten.VERKAUFEN UND DER ERLÖS GEHÖRT108Da man ihnen nicht nachweisen kann, daß sie keine Priester sind.IHNEN; \n", "SIE ERHALTEN KEINEN ANTEIL VOM HEILIGEN109Den Opferteilen, die an die Priester verteilt werden. DES TEMPELS; MAN GEBE IHNEN KEIN GEHEILIGTES110Banngut u. Erstgeburt (cf. Num. 18,14,15), die die Priester erhalten., JEDOCH NEHME MAN IHNEN IHRES NICHT111Sie brauchen solches nicht an andere Priester zu entrichten.AB; \n", "SIE SIND BEFREIT [VON DER ABGABE] VON VORARM, KINNBACKEN UND MAGEN112Die vom geschlachteten Vieh an den Priester zu entrichten sind; cf. Dt. 18,3 u. hierzu Hol. Fol. 130a.; IHR113Die Einzahl ובכורו ist offenbar ein Lapsus; andere Texte, ebenso die Parallelstelle Tem. Fol. 8a haben richt. ובכורן; die unnötige Erklärung Straschuns zSt. ist schon durch das folgende עליו hinfällig, wofür die genannten Texte ebenfalls richt, עליהן haben.ERSTGEBORENES [VIEH] WEIDE BIS ES EIN GEBRECHEN114Es ist dann zur Opferung untauglich u. für sie zum Essen erlaubt.BEKOMMT. MAN LEGE IHNEN AUF DIE ERSCHWERUNGEN FÜR PRIESTER UND DIE ERSCHWERUNGEN FÜR JISRAÉLITEN.", "GEMARA. STERBEN DIE UNBEMAKELTEN &C. Sind denn jene, weil sie vermischt worden sind, bemakelt!? – R. Papa erwiderte: Lies: sterben die Unbezweifelten.", "WENN ABER EIN SOHN DER SCHWIEGERTOCHTER, EINER DIEALIÇA &C. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber zuerst die Schwagerehe, weil er auf eine fremde Schwägerin stoßen könnte.", "EINER PRIESTERIN &C. VERMISCHT WORDEN IST. Selbstverständlich einen Anteil!? – Lies: zusammen einen Anteil115Wenn beide gleichzeitig kommen; kommt einer, so kann er abgewiesen werden, da er viell, nicht Priester ist.. –", "Wir lernen hier übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, man verabreiche einem Sklaven Hebe nur dann, wenn sein Herr bei ihm ist. Es wird nämlich gelehrt: Man verabreiche einem Sklaven Hebe nur dann, wenn sein Herr bei ihm ist – so R. Jehuda. R. Jose sagt, er könne sagen116Im Falle eines Zweifels, wie in unserer Mišna.: bin ich Priester, so gebt sie mir meinetwegen, und bin ich Sklave eines Priesters, so gebt sie mir meines Herrn wegen.", "In der Ortschaft R. Jehudas erhob man auf Grund der Hebe117Wenn es von einem bekannt war, daß man ihm Hebe verabreicht, nahm man an, er sei Priester; aus diesem Grunde durfte man einem Sklaven ohne seinen Herrn keine Hebe verabreichen.in den Priesterstand; in der Ortschaft R. Joses erhob man nicht auf Grund der Hebe in den Priesterstand.", "Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: In meinem ganzen Leben habe ich nur einmal Zeugnis abgelegt, und auf Grund meiner Aussage erhob man einen Sklaven in den Priesterstand. –", "Erhob man, wie ist dies möglich; wenn der Heilige, gepriesen sei er, sogar durch das Vieh der Frommen zu keinem Verstoß kommen118Eigentl. das Vieh selbst zu einem Verstoße nicht kommen läßt; cf. Hul. Fol. 7b.läßt, um wieviel weniger durch die Frommen selber!? –", "Lies vielmehr, man wollte auf Grund meiner Aussage einen Sklaven in den Priesterstand erheben. Er sah es119Einem Sklaven Hebe verabreichen.in der Ortschaft R. Joses und bekundete es in der Ortschaft R. Jehudas.", "Die Rabbanan lehrten: Zehn sind es, denen man keine Hebe in der Tenne verabreiche, und zwar: der Taube, der Blöde, der Minderjährige, der Geschlechtslose, der Zwitter, der Sklave, die Frau, der Unbeschnittene120Dessen Brüder infolge der Beschneidung gestorben sind u. daher nicht beschnitten worden ist; cf. supra Fol. 64b., der Unreine und der, der eine für ihn unwürdige Frau121Die für Priester verboten ist.geheiratet hat. Diesen allen darf man sie ins Haus schicken, ausgenommen der Unreine und der, der eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat. –", "Erklärlich ist dies vom Tauben, vom Blöden und vom Minderjährigen, weil sie keinen Verstand122Es ist eine Mißachtung der Hebe, wenn man sie ihnen öffentlich gibt.haben, ebenso vom Geschlechtslosen und vom Zwitter," ], [ "weil sie eigenartige Geschöpfe122Es ist eine Mißachtung der Hebe, wenn man sie ihnen öffentlich gibt.sind, desgleichen vom Sklaven, weil man ihn auf Grund der Hebe in den Priesterstand erheben könnte, auch vom Unbeschnittenen und vom Unreinen, weil sie widerwärtig sind, und ferner von dem, der eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat, als Maßregelung, weshalb aber keiner Frau!? –", "Hierüber streiten R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑; einer sagt, wegen der Geschiedenen, und einer sagt, wegen des Alleinseins123Cf. Fol. 86a Anmm. 85 u. 86.. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn die Tenne nahe der Stadt ist, und Menschen da nicht verkehren, oder sie fern [von der Stadt] ist, und Menschen da verkehren124Im 1. Falle ist die Geschiedene nicht zu berücksichtigen, da man sie als Stadtnachbarin kennt, wohl aber das Alleinsein; im 2. Falle kennt man sie nicht, jed. ist wegen des Menschenverkehrs das Alleinsein nicht zu berücksichtigen..", "«Diesen allen darf man sie ins Haus schicken, ausgenommen der Unreine und der, der eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat.» Demnach darf man einem Unbeschnittenen schicken, wohl deshalb,", "weil es ein Zwangsfall ist, und auch beim Unreinen liegt ja ein Zwangsfall vor!? – Bei jenem ist der Zwang größer, bei diesem ist der Zwang geringer125Der Unreine konnte vorsichtig sein u. die Unreinheit vermeiden, dagegen aber ist der Unbeschnittene an seinem Zustande gänzlich unschuldig..", "Die Rabbanan lehrten: Einen Sklaven und einer Frau verabreiche man keine Hebe in der Tenne. In Orten, da man zu verabreichen pflegt, gebe man zuerst der Frau und fertige sie sofort ab. – Wie meint er126Der zweite Passus widerspricht dem ersten. es? –", "Er meint es wie folgt: was man [jedem] verabreicht, den Armenzehnten, gebe man zuerst der Frau127Obgleich dieser in der Stadt verteilt wird u. das Alleinsein nicht zu berücksichtigen ist., wegen der Entwürdigung128Für eine Frau, die nach orientalischer Sitte zurückgezogen lebt, ist das Warten zwischen Männern genannt u. entwürdigend.,", "Raba sagte: Früher pflegte ich, wenn ein Mann und eine Frau129Verschiedene Parteien.vor mir zu Gericht erschienen, zuerst die Streitsache des Mannes zu schlichten, weil ich mir sagte, ein Mann ist den Geboten130Dagegen ist der Zeitverlust der Frau unwesentlich.unterworfen; seitdem aber ich dies gehört habe, schlichte ich die Streitsache der Frau zuerst, wegen der Entwürdigung.", "WENN DIE VERMISCHTEN ERWACHSEN &C. ‘Freigelassen haben’, nur wenn sie es wollen, sonst aber nicht; weshalb denn, sie können ja weder Sklavinnen noch Freie131Sie sollten zur gegenseitigen Freilassung gezwungen werden, um die Pflicht der Fortpflanzung ausüben zu können.heiraten!? Raba erwiderte: Sage: man zwinge sie, sich gegenseitig freizulassen.", "MAN LEGE IHNEN AUF DIE ERSCHWERUNGEN &C. In welcher Hinsicht? R. Papa erwiderte: Hinsichtlich ihres Speisopfers; von diesem ist der Haufe132Cf. Lev. 2,2.abzuheben, gleich dem Speisopfer eines Jisraéliten, und es darf nicht gegessen133Cf. ib. 6,16.werden, gleich dem Speisopfer eines Priesters. – Wie verfahre man? – Der Haufe werde besonders und das Zurückbleibende besonders dargebracht. –", "Man sollte doch hierbei berücksichtigen, daß alles, wovon ein Teil aufs Feuer134Des Altars; beim Speisopfer der abgehobene Haufe.kommt, dem Verbote des Aufräucherns135Der Darbringung auf dem Altar.unterliege!?", "R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Man betrachte es als Brennholz. Dies nach R. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte:136Lev. 2,12.Zum wohlgefälligen Geruche, als solches darfst du es nicht hinaufbringen, wohl aber darfst du es als Brennholz hinaufbringen. –", "Allerdings nach R. Elea͑zar, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? Man verfahre damit nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte, der Haufe werde besonders dargebracht und das Zurückbleibende über den Aschenraum verstreut. Und auch die Rabbanan streiten gegen R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n nur hinsichtlich des Sündspeisopfers eines Priesters, das zur Darbringung geeignet137Da es seinem freiwilligen Speisopfer entspricht. ist, hierbei138Wo er viell. Gemeiner u. die Darbringung des Zurückbleibenden auf dem Altar verboten ist.aber pflichten auch die Rabbanan bei.", "vi WENN EINE [FRAU] OHNE DREI MONATE SEIT [DER TRENNUNG] VON IHREM MANNE ABZUWARTEN SICH VERHEIRATET UND GEBOREN HAT, SODASS MAN NICHT WEISS, OB ES EIN NEUNMONATSKIND VOM ERSTEN ODER EIN SIEBENMONATKIND VOM ZWEITEN IST, UND AUSSERDEM SÖHNE VOM ERSTEN UND SÖHNE VOM ZWEITEN HAT, SO HABEN DIESE139An der Witwe des Zweifelhaften.DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, UND EBENSO HAT DIESER AN IHREN [WITWEN] DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN." ], [ "HAT ER BRÜDER VOM ERSTEN UND VOM ZWEITEN, NICHT VON DIESER MUTTER, SO KANN ER DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE140An der Witwe seines Bruders, falls keine anderen vorhanden sind; entweder ist sie seine Schwägerin od. ihm fremd u. somit erlaubt.VOLLZIEHEN, VON IHNEN ABER VOLLZIEHE EINER DIEALIÇA UND DER ANDERE [AUCH] DIE SCHWAGEREHE.", "vii WAR EINER141Der beiden Männer.JISRAÉLIT UND EINER PRIESTER, SO DARF ER NUR EINE FÜR PRIESTER GEEIGNETE FRAU HEIRATEN; ER DARF SICH AN LEICHEN NICHT VERUNREINIGEN, HAT ER SICH ABER VERUNREINIGT, SO ERHÄLT ER NICHT DIE VIERZIG142Cf. Anmm. 103–112 mut. mut.GEISSELHIEBE; ER DARF KEINE HEBE ESSEN, HAT ER ABER GEGESSEN, SO BRAUCHT ER NICHT DEN GRUNDWERT UND DAS FÜNFTEL ZU ERSETZEN; ER ERHÄLT KEINEN ANTEIL IN DER TENNE, JEDOCH DARF ER DIE HEBE VERKAUFEN UND DER ERLÖS GEHÖRT IHM; \n", "ER ERHÄLT KEINEN ANTEIL VOM HEILIGEN143So besser in Handschriften u. der Mišna separata.DES TEMPELS; MAN VERABREICHE IHM NICHTS GEHEILIGTES, JEDOCH NEHME MAN IHM SEINES NICHT AB; ER IST FREI [VON DER ABGABE] VON VORARM, KINNBACKEN UND MAGEN; SEIN ERSTGEBORENES [VIEH] WEIDE BIS ES EIN GEBRECHEN BEKOMMT; MAN LEGE IHM AUF DIE ERSCHWERUNGEN FÜR PRIESTER UND DIE ERSCHWERUNGEN FÜR JISRAÉLITEN.", "WAREN BEIDE PRIESTER, SO MUSS ER TRAUER HALTEN144Dh. die für Priester während der Trauer zu beobachtenden Gesetze; cf. Zeb. Fol. 101a.ÜBER SIE UND SIE MÜSSEN TRAUER HALTEN ÜBER IHN; ER VERUNREINIGE SICH NICHT AN IHNEN145An ihren Leichen, da es von jedem zweifelhaft ist, ob er sein Vater ist; cf. Lev. 21,2.UND SIE VERUNREINIGEN SICH NICHT AN IHM; ER BEERBT SIE146Sowohl die Erben des ersten als auch die des zweiten können ihn abweisen.NICHT, SIE ABER BEERBEN147Falls er keine Kinder hat.IHN; \n", "ER IST FREI WEGEN DES SCHLAGENS UND DES FLUGHENS148Auf das Schlagen od. Fluchen der Eltern ist die Todesstrafe gesetzt; cf. Ex. 21,15,17.DES EINEN UND DES ANDEREN; ER TRETE AN149Zur Verrichtung des Tempeldienstes.MIT DER PRIESTERWACHE DES EINEN UND DES ANDEREN, ERHÄLT150Von den der betreffenden Priesterwache zufallenden Opferteilen.ABER KEINEN ANTEIL; GEHÖREN BEIDE DERSELBEN PRIESTERWACHE AN, SO ERHÄLT ER AUCH EINEN ANTEIL.", "GEMARA. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber die Schwagerehe zuerst, weil er auf eine fremde Schwägerin stoßen könnte.", "Šemuél sagte: Wenn zehn Priester beisammen sind und einer von ihnen sich entfernt und die Beiwohnung151Mit einer Ledigen, sodaß das Kind unbemakelt ist.vollzieht, so ist das Kind Verschwiegener152Benennung desjenigen, der seinen Vater nicht nennt (cf. Qid. Fol. 69a.); dieser kennt zwar seinen Vater nicht, jed. ist er sicher Priester.. – Inwiefern Verschwiegener: wollte man sagen, man bringe ihn zum Schweigen [beim Anspruch] auf die Güter seines Vaters, so ist es ja selbstverständlich, weiß man denn, wer sein Vater ist!? – Vielmehr, mau bringe ihn zum Schweigen [beim Anspruch] auf die priesterlichen Rechte. –", "Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: 153Num. 25,13.es sei ihm und seinen Nachkommen nach ihm, die Geschlechtsfolge der Nachkommen muß von ihm ausgehen, was hierbei nicht der Fall ist.", "R. Papa wandte ein: Bei Abraham heißt es:154Gen, 17,7.dir ein Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir; was gebot ihm der Allbarmherzige damit!? – Er sprach zu ihm wie folgt: du sollst keine Nichtjüdin und keine Sklavin heiraten, damit nicht deine Nachkommen ihr folgen.", "Man wandte ein. Der erste155Cf. Fol. 37a Anm. 43.ist sogar zum Hochpriester tauglich. Die Geschlechtsfolge der Nachkommen muß ja von ihm ausgehen, was da nicht der Fall ist!? – Die Geschlechtsfolge der Nachkommen ist rabbanitisch, während der Schriftvers nur eine Anlehnung ist, und die Rabbanan haben dies nur bei der Unzucht angeordnet, nicht aber bei der Heirat. –", "Haben die Rabbanan dies denn bei der Unzucht angeordnet, wir haben ja gelernt: wenn eine [Frau] ohne drei Monate seit [der Trennung] von ihrem Manne abgewartet zu haben sich verheiratet und geboren hat.", "Was heißt ‘seit [der Trennung] von ihrem Manne’; wollte man sagen, seit dem Tode ihres Mannes, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: er muß Trauer halten über sie und sie müssen Trauer halten über ihn. Allerdings kann es [auch] bei einer Heirat mit dem zweiten vorkommen, daß er über sie Trauer zu halten hat, wenn nämlich die Gebeine des ersten gesammelt156Dieserhalb hat er Trauer abzuhalten (cf. Pes. Fol. 91b), u. dies kann lange nach der Heirat mit dem zweiten vorkommen.werden, wieso aber kann es vorkommen, daß sie über ihn Trauer zu halten haben, der erste ist ja gestorben!?", "Und wollte man sagen, dies gelte von einer Geschiedenen, und ‘seit [der Trennung] von ihrem Manne’ sei zu verstehen, seit der Scheidung von ihrem Manne, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: er verunreinige sich nicht an ihnen und sie verunreinigen sich nicht an ihm.", "Allerdings sie nicht an ihm, für jeden erschwerend, weil dieser vielleicht nicht sein Sohn ist, wieso aber er nicht an ihnen; wohl am zweiten nicht, am ersten aber sollte er sich doch auf jeden Fall verunreinigen dürfen: ist er der Sohn von diesem, so verunreinigt er sich zu Recht, und ist er der Sohn des zweiten, so darf er sich ebenfalls verunreinigen, da er Entweihter156Er ist der Sohn einer Geschiedenen von einem Priester. ist!", "Wahrscheinlich gilt dies von der außerehelichen Beiwohnung157Von der außerehelichen Beiwohnung beider, sodaß der Sohn unbemakelter Priester ist., und unter Mann ist der Beiwohnende zu verstehen, und im Schlußsatze lehrt er, daß er mit der Priesterwache des einen und des anderen antrete!? Dies ist eine Widerlegung Šemuéls158Nach dem ein solcher für den Tempeldienst unzulässig ist..", "R. Šema͑ja erwiderte: Bei einer Weigerungserklärenden159Bei einer solchen kann es vorkommen, daß sie mit dem 2. Manne legal verheiratet u. der Sohn unbemakelter Priester ist; in einem solchen Falle kann er über beide u. beide über ihn Trauer halten.. –", "Kann eine Weigerungserklärende denn gebären!? R. Bebaj lehrte ja vor R. Naḥman: Drei Frauen dürfen die Beiwohnung mit Watte160Zur Verhinderung der Konzeption.Vollziehen: die Minderjährige, die Schwangere und die Säugende. Die Minderjährige, weil sie schwanger werden und sterben könnte; die Schwangere, weil sie aus dem Fötus eine Mißgeburt161Durch Superfötation. machen könnte; die Säugende, weil sie ihr Kind [vorzeitig] entwöhnen und es sterben könnte. ‘Minderjährige’ heißt sie von ihrem elften Jahre nebst einem Tage bis zu ihrem zwölften Jahre nebst einem Tage; jünger oder älter vollziehe sie den Beischlaf auf gewöhnliche Weise – so R. Meír.", "Die Weisen sagen, die eine wie die andere vollziehe den Beischlaf auf gewöhnliche Weise, und im Himmel werde man sich ihrer erbarmen, denn es heißt:162Ps. 116,6.der Herr behütet die Einfältigen. –", "Es kann bei einer irrtümlichen Antrauung163Mit ihrem 1. Manne, wenn sie beispielsweise von einer Bedingung abhängig gemacht war, die nicht erfüllt worden ist; sie kann dann ihren Mann ohne Scheidung verlassen u. einen Priester heiraten.vorkommen. Dies nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Jišma͑éls:164Num. 5,13.Und sie nicht ergriffen165Cf. Fol. 56b Anm. 139.worden ist, diese ist dann verboten, wenn aber ergriffen, erlaubt;", "eine andere aber ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen worden166Sie wird durch Ehebruch ihrem Manne nicht verboten, da ihre Ehe ungültig ist.ist, nämlich diejenige, deren Antrauung eine irrtümliche war; selbst wenn das Kind auf ihrer Schulter sitzt, kann sie ihre Weigerung erklären und fortgehen167Seine Frau zu sein; sie benötigt keines Scheidebriefes.." ], [ "WENN BEIDE PRIESTER &C. Die Rabbanan lehrten: Hat er zuerst einen und nachher den anderen geschlagen, zuerst einem und nachher dem anderen geflucht, beiden gleichzeitig geflucht oder beide gleichzeitig geschlagen, so ist er schuldig. R. Jehuda sagt, wenn gleichzeitig, sei er schuldig, wenn nacheinander, sei er frei168Da es von jedem zweifelhaft ist, ob er sein Vater ist.. –", "Es wird ja aber gelehrt, R. Jehuda sagt, er sei frei, auch wenn gleichzeitig!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas, –", "Was ist der Grund desjenigen, nach welchem er frei ist169Gleichzeitig hat er ja bestimmt seinen Vater getroffen.? R. Ḥanina erwiderte: Es wird vom Segnen170Euphemisch für Fluchen. gegen unten171Gegen Menschen, die Eltern, bezw. gegen Gott (Lev. 24,15).und es wird vom Segnen gegen oben171Gegen Menschen, die Eltern, bezw. gegen Gott (Lev. 24,15).gesprochen, wie es oben keine Gemeinschaft gibt, ebenso gibt es unten keine Gemeinschaft, und man vergleiche das Schlagen mit dem Fluchen.", "ER TRETE AN MIT DER PRIESTERWACHE &C. Wozu braucht er, wenn er keinen Anteil erhält, anzutreten!? – Wozu er anzutreten braucht, wenn er sagt, er wolle das Gebot ausüben!? – Vielmehr, es heißt nicht: ist er angetreten, sondern: trete an, wonach man ihm zwinge172Die Frage ist, weshalb man ihn dazu zwingen kann..", "R. Aḥa b. Ḥanina erwiderte im Namen Abajjes im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Wegen Bemakelung der Familie173Wenn ein Gerücht entsteht, er sei für den Tempeldienst unzulässig..", "GEHÖREN BEIDE DERSELBEN PRIESTERWACHE AN &C. Wenn zwei Priesterwachen wohl deshalb nicht, weil, wenn er zur einen kommt, sie ihn abweisen kann, und wenn er zur anderen kommt, sie ihn ebenfalls abweisen kann, und auch in derselben Priesterwache kann ihn ja jede Tageswache, zu der er kommt, abweisen!?", "R. Papa erwiderte, Er meint es wie folgt: gehören beide zur selben Priester wache und zur selben Tageswache, so erhält er einen Anteil.", "", "i DIE ZEREMONIE DERALIÇA MUSS VOR DREI RICHTERN ERFOLGEN, AUCH WENN ALLE DREI LAIEN1Als Ggs. zu Berufsrichtern. SIND. VOLLZOG SIE DIEALIÇA MIT EINEM SCHUH2Vorgeschrieben ist eine Sandale aus hartem Leder., SO IST SIE GÜLTIG; MIT EINER SOCKE, SO IST SIE UNGÜLTIG; MIT EINER SANDALE, DIE EINE HACKE HAT, SO IST SIE GÜLTIG, DIE KEINE HACKE HAT, SO IST SIE UNGÜLTIG; \n", "UNTERHALB DES KNIES, SO IST SIE GÜLTIG, OBERHALB DES KNIES3Wie manche erklären, wenn die Riemen der Sandale zu hoch, oberhalb des Kniegelenkes, befestigt sind; nach anderen dagegen, wenn dem Schwager der Unterschenkel fehlt., SO IST SIE UNGÜLTIG. ii,1 VOLLZOG SIE DIEALIÇA MIT EINER SANDALE, DIE NICHT IHM GEHÖRT, MIT EINER SANDALE AUS HOLZ, ODER MIT DER LINKEN AM RECHTEN [FUSSE], SO IST SIE GÜLTIG. VOLLZOG SIE DIEALIÇA MIT EINER ZU GROSSEN, MIT DER ER JEDOCH GEHEN KANN, ODER MIT EINER ZU KLEINEN, DIE JEDOCH DEN GRÖSSEREN TEIL DES FUSSES BEDECKT, SO IST SIE GÜLTIG.", "GEMARA. Wenn auch drei Laien zulässig sind, wozu sind Richter erforderlich!? – Folgendes lehrt er uns: es sind drei erforderlich, die vorzulesen4Den bezüglichen Abschnitt aus der Schrift (Dt. 25,7ff.), der in der Ursprache vorgelesen werden muß; cf. Sot. Fol. 32a. verstehen, wie Richter. Unsere Mišna lehrt das, was die Rabbanan gelehrt haben: Die Zeremonie der Ḥaliça muß von drei [Personen] erfolgen, die vorzulesen verstehen, wie Richter. R. Jehuda sagt, vor fünf.", "Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es wird gelehrt:5Dt. 27.Vor den Ältesten, zwei, und damit das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehe, nehme man noch einen6Damit bei einer Meinungsverschiedenheit einer den Ausschlag gebe. hinzu; das sind also drei. – Und R. Jehuda? – 7Dt. 25,8.Die Ältesten, zwei, vor den Ältesten, zwei, und damit das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehe, nehme man noch einen hinzu; das sind also fünf. –", "Wofür verwendet der erste Autor [das Wort] die Ältesten? – Dies deutet darauf, daß auch drei Laien einbegriffen sind. –", "Woher entnimmt dies R. Jehuda hinsichtlich Laien? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] 9Ib. V. 9.vor den Augen, Der Meister sagte, [das Wort] vor den Augen schließe Blinde aus,", "und da eine Ausschließung von Blinden nötig ist, so ist zu entnehmen, daß auch Laien zulässig sind. Wenn man nämlich sagen wollte, es seien [Mitglieder des] Synedriums10Dh. autorisierte Richter.erforderlich, so wäre zur Ausschließung von Blinden kein Schriftvers nötig, da dies aus einer Lehre R. Josephs hervorgeht. R. Joseph lehrte nämlich: Wie das Gericht hinsichtlich der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es rein von jedem Leibesfehler sein," ], [ "denn es heißt:11Gant. 4,7.alles an dir ist schön, meine Traute, kein Makel ist an dir. – Wofür verwendet jener [das Wort] vor den Augen? – Dies deutet auf eine Lehre Rabas, denn Raba sagte: Die Richter müssen den Speichel aus dem Munde der Schwägerin kommen sehen, denn es heißt: vor den Augen der Ältesten &c. und sie speie. –", "Aber auch der andere benötigt dies ja für die Lehre Rabas!? – Dem ist auch so. – Woher entnimmt er es hinsichtlich Laien!? – Er folgert dies aus [dem Worte]12Dt. 25,10.in Jisraél, vor jedem Jisraéliten. –", "Wofür verwendet jener [das Wort] in Jisraél? – Er verwendet dies für eine Lehre des R. Šemuél b. Jehuda: In Jisraél, vor einem Gerichte von Jisraéliten, nicht aber vor einem Gerichte von Nichtjuden13So auch in der Parallelstelle Qid. Fol. 14a; anders jed. weiter.. –", "Und der andere!? – Es heißt zweimal in Jisraél14Auch Dt. 25,7.. – Und jener!? – Dies ist für folgende Lehre nötig: R. Jehuda erzählte: Einst saßen wir vor R. Tryphon, und eine Schwägerin kam zur Ḥaliça. Da sprach er zu uns: Ruft alle Entschuhter, Entschuhter. –", "Und der andere!? – Dies geht hervor aus:12Dt. 25,10.werde genannt. –", "Es heißt ja auch: 7Dt. 25,8.sie sollen laden, zwei, und sollen sprechen, zwei, demnach15Nach der obigen Auslegung des W.s ‘Ältesten’.sind nach R. Jehuda neun und nach den Rabbanan sieben erforderlich!? –", "Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Sie sollen ihn laden, nicht aber ihre Vertreter; und zu ihm sprechen, dies lehrt, daß man ihm einen für ihn passenden Rat erteile; ist er jung und sie alt oder er alt und sie jung, so spreche man zu ihm: was willst du mit einer Jungen, was willst du mit einer Alten, halte dich an deinesgleichen und bringe nicht Zank in dein Haus.", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist, die Ḥaliça muß vor drei [Personen] erfolgen, da uns der Autor demgemäß anonym gelehrt16Danach festgesetzt hat; die Halakha wird stets nach der anonymen Ansicht entschieden.hat. Raba sprach zu R. Naḥman: Demnach sollte dies auch von der Weigerungserklärung gelten, denn wir haben gelernt, die Weigerungserklärung und die Ḥaliça müssen vor drei [Personen] erfolgen!?", "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt: Die Weigerungserklärung muß erfolgen, wie die Schule Šammajs sagt, vor einem autorisierten Gericht, und wie die Schule Hillels sagt, vor Gericht und außer Gericht, jedoch stimmen diese und jene überein, daß drei [Personen] erforderlich seien; nach R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Jose17Weit. Fol. 107b Šimo͑n, jed. nicht zu entscheiden. ist es auch vor zwei gültig. Hierzu sagte R. Joseph b. Minjomi im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie dieses Paar!? –", "Von dieser wird es nur einmal anonym gelehrt, von jener wird es zweimal anonym gelehrt. – Auch von dieser wird es ja zweimal anonym gelehrt, denn wir haben gelernt, daß, wenn [eine Frau] vor ihm18Einen Gelehrten; cf. supra Fol. 25b.die Weigerung erklärt oder die Ḥaliça vollzogen hat, er sie heiraten dürfe, weil dies vor einem Gerichte19Das aus 3 Personen besteht. erfolgt!? –", "Vielmehr, von dieser wird es zweimal anonym gelehrt, von jener wird es dreimal anonym gelehrt. –", "Merke, es wird von dieser anonym gelehrt und es wird von jener anonym gelehrt, welchen Unterschied gibt es, ob einmal oder zweimal oder dreimal!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, weil es neben einem Streite20An dem RJ., der bezügl. der Ḥ. streitet, beteiligt ist.anonym gelehrt wird,", "denn wir haben gelernt: Das Stützen21Der Hand auf den Kopf des Gemeinde‐Sündopfers; cf. Lev. 415.der Ältesten und das Genickbrechen des Kalbes22Bei einem unaufgeklärten Morde; cf. Dt. 21,1ff.erfolgt durch drei – so R. Šimo͑n; R. Jose sagt, durch fünf. Die Ḥaliça und die Weigerung vor drei. Da R. Jehuda dagegen nicht streitet, so ist zu entnehmen, daß er davon23Von seiner oben angeführten Ansicht, bei der Ḥ. seien 5 Personen erforderlich.zurückgetreten ist. Schließe hieraus.", "Raba sagte: Die Richter müssen einen Ort24Zur Vollziehung der Ḥ.bestimmen, denn es heißt: 25Dt. 7.so soll seine Schwägerin zum Tore hinaufgehen, zu den Ältesten. R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, trafen eine Entscheidung, [die Ḥaliça] vor fünf zu vollziehen. – Also nach R. Jehuda, und dieser ist ja davon zurückgetreten!? – Damit die Sache26Daß an der Frau die Ḥ. vollzogen worden ist; nur deshalb ließen sie sie vor einer größeren Anzahl von Personen vollziehen.bekannt werde.", "Als R. Aši einst zu R. Kahana kam, sprach dieser zu ihm: Der Meister kommt uns gelegen, um die fünf voll zu machen. R. Kahana erzählte: Einst stand ich vor R. Jehuda, und er sprach zu mir: Komm zum Reisigbündel27Wohl Sitzgelegenheit zur Vollziehung der Ḥ.hinauf, um als fünfter mitgezählt zu werden. Als man ihn fragte, wozu fünf nötig seien, erwiderte er: Damit die Sache bekannt werde.", "Einst stand R. Šamuél b. Jehuda vor R. Jehuda, und dieser sprach zu ihm: Komm zum Reisigbündel hinauf, um als fünfter mitgezählt zu werden, damit die Sache bekannt werde. Jener erwiderte: Wir haben gelernt: in Jisraél, vor einem Gerichte von Jisraéliten, nicht aber vor einem Gerichte von Proselyten, und ich bin Proselyt.", "R. Jehuda sagte: Auf Grund der Aussage eines Mannes wie R. Šemuél b. Jehuda würde ich Geld aus dem [bisherigen] Besitze28Dh. den Beklagten zur Zahlung verurteilen, obgleich dies sonst nur auf Grund der Aussage von 2 Zeugen erfolgen kann.bringen. – ‘Aus dem [bisherigen] Besitze bringen’, wie ist dies möglich, der Allbarmherzige sagt ja.29Dt. 19,15.durch die Aussage zweier30שנים, so auch in mehreren Handschriften bei Kennicott: wahrscheinl. aber durch Verwechslung mit Dt. 17,6 entstanden.Zeugen!? – Vielmehr, auf Grund seiner Aussage würde ich einen Schuldschein entkräftend31Wenn er bekundet, der Schuldschein sei bezahlt, würde ich den Schuldner nicht zur Zahlung verurteilen..", "Raba sagte:" ], [ "Ein Proselyt kann nach der Tora seinen Genossen32Einen anderen Proselyten.richten, denn es heißt:33Dt. 17,15.so setze einen König über dich, den der Herr, dein Gott erwählt; aus der Mitte deiner Bruder sollst du einen König über dich setzen; wenn über dich, so muß es einer aus deiner Mitte sein, einen Proselyten aber kann auch sein Genösse, ein Proselyt, richten.", "Ist seine Mutter aus Jisraél, so kann er auch einen Jisraéliten richten; bei der Ḥaliça aber ist nur der [zulässig], dessen Vater und Mutter aus Jisraél sind, denn es heißt:34Ib. 25,10.und sein Name werde in Jisraél genannt.", "Raba35Ebenso in Handschriften; in der Parallelstelle (Men. Fol. 32a) Rabba, mit den kursierenden Ausgaben übereinstimmend; vgl. jed. Bq. Fol. 61b.sagte im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Ḥaliça mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es längst beim Volke Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun.", "R. Joseph aber sagte im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Ḥaliça nicht mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es längst beim Volke Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun. –", "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Schuhes von vornherein36Nach der 1. Ansicht ist es jetzt damit verboten.. –", "Wieso nach der Ansicht des einen, auch von vornherein, wir haben ja gelernt, daß, wenn sie die Ḥaliça mit einem Schuh vollzogen hat, sie gültig sei; nur wenn es bereits erfolgt ist, von vornherein aber nicht!? –", "Nein, auch von vornherein; da er aber im Schlußsatze lehren will, mit einer Socke sei sie ungültig, auch wenn es bereits erfolgt ist, lehrt er auch im Anfangsatze den Fall, wenn er bereits erfolgt ist.", "Über einen Schuh von vornherein streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jose erzählte: Als ich einst nach Nezibis kam, traf ich einen Greis, den ich fragte, ob er R. Jehuda b. Bethera genau kenne, und er erwiderte mir: Jawohl, er ist stets an meiner Wechselbank37So nach einem Berichte im Jerušalem. Talmud.. – Hast du ihn einmal die Ḥaliça vollziehen sehen?", "Dieser erwiderte: Ich sah ihn wiederholt die Ḥaliça vollziehen. – Mit einem Schuh oder mit einer Sandale? Dieser entgegnete: Darf man denn die Ḥaliça mit einem Schuh vollziehen, die Tora sagt ja Riemenschuh, nicht aber ein Schuh!? Ich erwiderte ihm: Wie kommt demnach R. Meír zu sagen, daß, wenn sie die Ḥaliça mit einem Schuh vollzogen hat, sie gültig sei, und", "R. Ja͑qob sagte in dessen Namen, man dürfe die Ḥaliça sogar von vornherein mit einem Schuh vollziehen!? – Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, von vornherein nicht:", "wollte man sagen, weil das Oberleder auf [dem Fuße] sitzt und die Schnürriemen darüber, und die Tora sagt ‘vom [Fuße]’, nicht aber von dem, was darüber ist, so sollte es ungültig sein, auch wenn es bereits erfolgt ist!? –", "Mit Rücksicht auf einen geplatzten38Der noch brauchbar ist, jed. hierbei nicht verwandt werden darf; dagegen ist die geplatzte Sandale nicht mehr brauchbar.", "oder halben Schuh.", "Rabh sagte: Hätte ich meinen Oheim39Od. Freund, d. i. R. Ḥija.nicht die Ḥaliça vollziehen sehen mit einer Sandale, die Schleifen hat, so würde ich sie vollziehen lassen nur mit einer Sandale der Araber, die besser befestigt ist. Die unsrigen aber versehe man, obgleich sie verknotet40Nach oben, sodaß sie auch ohne Riemen fest sitzen.sind, mit Schnüren, damit die Ḥaliça getreulich erfolge41Nach dem Wortlaute ist hierbei ein Auflösen von Schnüren erforderlich..", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Erlaubnis der Schwägerin für jedermann erfolgt beim Herunterziehen des größeren Teiles der Hacke.", "Man wandte ein: Haben sich die Riemen des Schuhes oder der Sandale [von selbst] gelöst, oder hat er sie vom größeren Teile des Fußes42Und sie dies vollendet.heruntergezogen, so ist die Ḥaliça ungültig.", "Nur wenn er heruntergezogen hat, wenn aber sie, so ist die Ḥaliça gültig; nur wenn vom größeren Teile des Fußes, nicht aber vom größeren Teile der Hacke!? –", "Unter ‘größeren Teile des Fußes’ ist der größere Teil der Hacke zu verstehen, nur nennt er es deshalb größeren Teil des Fußes, weil die ganze Kraft des Fußes auf dieser ruht.", "Dies ist eine Stütze für R. Jannaj, denn R. Jannaj sagte: Wenn er [die Riemen] gelöst und sie [die Sandale] heruntergezogen oder sie gelöst und er heruntergezogen hat, so ist die Ḥaliça ungültig; nur wenn sie gelöst und heruntergezogen hat. R. Jannaj fragte: Wie ist es, wenn sie [die Sandale] zerreißt oder verbrennt43Während er sie am Fuße anhat.: ist eine Entblößung des Fußes erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder ist ein Herunterziehen erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.", "R. Neḥemja fragte Rabba: Wie verhält es sich bei zwei Schuhen übereinander? – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie den oberen herunterzieht und der untere zurückbleibt, so sagt ja der Allbarmherzige ‘vom [Fuße]’, nicht aber von dem, was darüber ist. – In dem Falle, wenn sie den oberen durchreißt und den unteren herunterzieht, sodaß der obere zurückbleibt; ist ein Herunterziehen erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder ist eine Entblößung des Fußes erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? –" ], [ "Kommt denn so etwas vor? – Freilich, so sahen einst die Jünger R. Jehuda mit fünf Paar44St. זוזי ist wohl זווי zu lesen.Überschuhen auf die Straße gehen.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn die Schwägerin mit den Brüdern zusammen auf gewachsen ist, so darf sie sich trotzdem mit einem von ihnen verheiraten, und man berücksichtige nicht, sie könnte einem von ihnen eine Sandale heruntergezogen45Zur Hilfeleistung beim Ausziehen, u. dies als Ḥaliça angesehen werden, sodaß sie den Schwägern verböten ist.haben. –", "Nur weil man es nicht beobachtet hat, wenn man es aber beobachtet hat, berücksichtige man dies, und dem widersprechend wird gelehrt, wenn er es beabsichtigt46Beim Abziehen des Schuhes, das Gebot der Ḥ. auszuüben.hat und nicht sie, oder sie es beabsichtigt hat und nicht er, sei die Ḥaliça ungültig; nur wenn beide es beabsichtigt haben!? – Er meint es wie folgt: auch wenn man es beobachtet hat, berücksichtige man nicht, sie könnten es beabsichtigt haben.", "Manche lesen: Nur wenn man es nicht beobachtet hat, wenn man es aber beobachtet hat, berücksichtige man dies; die Lehre aber, hierbei sei eine Beabsichtigung erforderlich, bezieht sich nur auf die Erlaubnis für jedermann, für die Brüder aber ist sie untauglich.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man vollziehe die Ḥaliça nicht mit einer Sandale, die mit Flachs genäht47Mit Zwirn aus Flachs; nach anderer Erklärung, mit Stoff gefüttert.ist, denn es heißt:48Ez. 16,10.ich zog dir Schuhe, an aus Taḥašfell49Unter Schuh in der Schrift ist nur einer aus Leder zu verstehen. תחש gewöhnlich mit Seekuh übersetzt; cf. Sot. Fol. 28a.. – Vielleicht nur aus Taḥašfell, aus anderem aber nicht!? –", "Es heißt zweimal Schuh, und dies ist einschließend50Das W. נעל kommt allerdings Dt. 25,10 ein 2. Mal vor, ist aber unentbehrlich; wahrscheinl. נעל נעלו ריבה zu korrigieren, wonach das Suffix einschließend ist, wie oft im T.. – Wenn die Wiederholung [des Wortes] Schuh einschließend ist, so sollte auch alles andere einbegriffen sein!? – Welche Bedeutung hätte demnach [die Bezeichnung] Taḥašfell.", "R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn [die Sandale] aus Leder und die Schnüre aus Haar sind? Dieser erwiderte: Heißt es etwa von einer solchen nicht: ich zog dir Schuhe aus Taḥašfell an? – Demnach sollte dies auch von einer gelten, die ganz aus Haar ist!? – Eine solche heißt Pantoffel.", "R. Kahana sprach zu Šemuél: Woher, daß veḥalça51Das im bezügl. Schriftverse (Dt. 25,9) gebrauchte Wort für herunterziehen, lösen., das beim Schuh am Fuße zu verrichten ist, herunterziehen heißt? – Es heißt: 52Lev. 14,40.man soll die Steine herausziehen53Für diesen Ausdruck wird hier das W. חלץ gebraucht., an denen der Aussatz ist. –", "Vielleicht heißt dies rüsten54Dh. den Schuh anziehen., wie es heißt:55Num. 31,3.rüstet53Für diesen Ausdruck wird hier das W. חלץ gebraucht.euch Männer zum Heere!? – Auch da bedeutet dies aus dem Hause in den Krieg ziehen. –", "Es heißt ja: 56Ij. 36,15.er rüstet53Für diesen Ausdruck wird hier das W. חלץ gebraucht.den Armen in seinem Elend!? – Als Entgelt für sein Elend zieht57So ist dieser Schriftvers auszulegen.er ihn aus dem Strafgerichte des Fegefeuers. –", "Es heißt ja: 58Ps. 34,8.es lagert ein Engel des Herrn rings um die, die ihn fürchten, und rüstet53Für diesen Ausdruck wird hier das W. חלץ gebraucht.sie!? – Als Entgelt dafür, daß sie ihn fürchten, zieht57So ist dieser Schriftvers auszulegen.er sie aus dem Strafgerichte des Fegefeuers. –", "Es heißt ja:59Jes. 58,11.und deine Gebeine stärken53Für diesen Ausdruck wird hier das W. חלץ gebraucht., und hierzu sagte R. Elea͑zar, dies sei das beste unter den Segnungen60Die da aufgezählt werden., und Raba erklärte, dies heiße die Gebeine rüsten!? – Allerdings, es kann dies bedeuten und es kann jenes bedeuten; wenn man aber sagen wollte, hierbei heiße es rüsten, so sollte der Allbarmherzige ‘veḥalça den Schuh an seinen Fuß’ geschrieben haben. –", "Hätte der Allbarmherzige ‘an seinen Fuß’ geschrieben, so könnte man glauben, nur an den Fuß, nicht aber den Schenkel61Wenn ihm der Fuß amputiert ist. daher schrieb der Alibarmherzige ‘von seinem Fuße’, auch am Schenkel!? – So sollte der Allbarmherzige ‘über seinem Fuße’ geschrieben haben, wenn es aber ‘von seinem Fuße’ heißt, so bedeutet es abziehen.", "Ein Minäer sprach zu R. Gamliél: Ihr seid ein Volk, an dem Gott die Ḥaliça vollzogen62Sich von ihm losgesagt.hat, denn es heißt:63Hos. 5,6.mit ihren Schafen und ihren Rindern werden sie hingehen, [das Wort]64Das W. דבר findet sich auch in einem Codex bei Kennicott, jed. in den alten Übersetzungen nicht bestätigt.des Herrn zu suchen, aber ihn nicht finden, er hat sich von ihnen losgesagt.", "Dieser erwiderte ihm: Tor, heißt es denn: an ihnen Lossagung vollzogen, es heißt: von ihnen losgesagt65Dh. eine Lossagung erhalten, gleichsam er von ihnen die Ḥ. erhalten.; hat es denn irgend welche Bedeutung, wenn die Brüder von der Schwägerin die Ḥaliça erhalten66Diese haben die Ḥ. an ihr zu vollziehen.!?", "MIT EINER SOCKE, SO IST SIE UNGÜLTIG &C. Demnach gilt eine Socke nicht als Schuh,", "desgleichen wird gelehrt, der Abhebende67Der die Tempelkasse in der Schatzkammer abhob; cf. Seq. III,i.durfte nicht mit einem aufgekrempelten Gewand oder mit Socken68Um nicht in den Verdacht zu geraten, er habe Geld in die Falten od. in die Socken versteckt.eintreten, und um so weniger mit Schuhen69Die er ohnehin nicht anbehalten durfte; demnach gelten Socken nicht als Schuhe.oder Sandalen, weil man den Tempelhof nicht mit Schuhen oder Sandalen betreten darf,", "und dem widersprechend wird gelehrt, daß man70Am Versöhnungstage, an dem man zur Kasteiung des Körpers keine Schuhe tragen darf.nicht mit Schuhen, Sandalen oder Socken von einem Hause nach dem anderen oder von einem Bette zum anderen gehen darf!?", "Abajje erwiderte: Wenn sie gefüttert sind, wegen der Behaglichkeit71Aus diesem Grunde sind sie am Versöhnungstage verboten, obgleich sie nicht als Schuhe gelten.. Raba sprach zu ihm: Sind sie denn, wenn sie nicht als Schuhe gelten, wegen der Behaglichkeit am Versöhnungstage verboten, Rabba b. R. Hona wickelte ja Tücher um die Füße und ging so!? Vielmehr, erklärte Raba, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von Socken aus Leder und das andere von Socken aus Stoff.", "Dies ist auch einleuchtend; wenn du nicht so erklärst, so besteht ein Widerspruch auch hinsichtlich des Versöhnungstages, denn es wird gelehrt, daß man im Zimmer nicht in Pantoffeln72Nach Raschi (wahrscheinl. wie die meisten Verdeutschungen eine spätere Einschiebung) Unterschuh.umhergehe, wohl aber in Socken. Wahrscheinlich gilt das eine von Socken aus Leder und das andere von Socken aus Stoff. Schließe hieraus.", "Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Vollzog sie die Ḥaliça mit einem aufgerissenen Stiefel, der den größeren Teil des Fußes bedeckt, mit einer beschädigten Sandale, die den größeren Teil des Fußes faßt, mit einer Sandale aus Kork oder Bast, mit einer Stelze des Beinlosen, mit einer Galosche, mit einer Fußstütze73Eines Krüppels, der die Füße nachschleppend sich mit Hilfe der Hände fortbewegt., mit einer Socke aus Leder, und zwar an einem Erwachsenen," ], [ "ob er steht, sitzt oder lehnt, oder an einem Blinden, so ist sie gültig; wenn aber mit einem aufgerissenen Schuh, der den größeren Teil des Fußes nicht bedeckt, mit einer beschädigten Sandale, die den größeren Teil des Fußes nicht faßt, mit einer Handstütze73Eines Krüppels, der die Füße nachschleppend sich mit Hilfe der Hände fortbewegt., mit einer Socke aus Stoff, oder an einem Minderjährigen, so ist sie ungültig.", "Der dies von der Stelze des Beinlosen74Daß sie als Schuh gilt.lehrt, ist ja R. Meír, denn wir haben gelernt, der Beinlose dürfe75Am Šabbath, an dem nur Kleider, Schmucksachen u. dgl. getragen werden dürfen., wie R. Meír sagt, mit seiner Stelze ausgehen, R. Jose verbietet dies,", "und [das Verbot] mit einer Socke aus Stoff76Wonach es nur mit einem Lederschuh erfolgen darf.vertritt die Ansicht der Rabbanan!?", "Abajje erwiderte: Da der Schlußsatz die Ansicht der Rabbanan vertritt, vertritt auch der Anfangsatz die Ansicht der Rabbanan, denn dieser spricht von einer mit Leder überzogenen [Stelze].", "Raba sprach zu ihm: Weshalb lehrt er, wenn die nicht mit Leder überzogene untauglich ist, im Schlußsatze von einer Socke aus Stoff, sollte er doch bei [der Stelze] selber unterscheiden: dies gilt nur von einer mit Leder überzogenen, eine nicht mit Leder überzogene ist ungeeignet!?", "Vielmehr, erklärte Raba, da der Anfangsatz die Ansicht R. Meírs vertritt, vertritt auch der Schlußsatz die Ansicht R. Meírs, denn die eine gewährt einen Schutz, die andere77Eine Socke aus Stoff; nur aus diesem Grunde gilt sie nicht als ein für die Ḥ. geeigneter Schuh.aber nicht.", "Amemar sagte: Wer die Ḥaliça vollzieht, muß den Fuß anstemmen.", "R. Aši sprach zu Amemar: Es wird ja gelehrt: ob er steht, sitzt oder lehnt!? – Sage: jedoch nur, wenn er den Fuß anstemmt.", "Ferner sagte Amemar: Wer auf die Oberseite des Fußes78Durch Verkrüppelung desselben.auftritt, kann die Ḥaliça nicht vollziehen. R. Aši sprach zu Amemar: Es wird ja von der Fußstütze gelehrt, doch wohl, wenn ein solcher79Der einen verkrüppelten Fuß hat.damit die Ḥaliça vollzieht!? – Nein, wenn ein anderer, dem er sie gibt, damit die Ḥaliça vollzieht.", "R. Aši sagte: Nach der Lehre Amemars können Bar Oba und Bar Qiphoph80Die verkrüppelte Füße hatten; vgl. Mq. Fol. 25b, wo die Namen variieren.die Ḥaliça nicht vollziehen.", "UNTERHALB DES KNIES &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Füße81So wird das W. רגלים (Ex. 23,14) verstanden., ausgenommen Stelzbeinige82Solche sind zur Wallfahrt an den hohen Festen nicht verpflichtet; der Schenkel gilt somit nicht als Fuß.!? –", "Anders ist es hierbei, denn es heißt:83Dt. 25,9.von [über] seinem84Dh. vom Schenkel; so nach dem genauen Wortlaute.Fuße. – Demnach auch in dem Falle, wenn oberhalb des Knies!? – Von über, nicht aber von über über [dem Fuße].", "R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Sprungbein85Nach anderen fälschlich Schienbein; cf. Katzenelsson, Osteologie d. Talmudisten p. 62. bis zur Erde reicht, denn wenn man sagen wollte, es werde unterbrochen86Durch noch ein anderes Gelenk., so befindet sich ja dieses über, und der Schenkel über über [dem Fuße]. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, es werde unterbrochen, denn was zum Fuße gehört, heißt Fuß.", "OBERHALB DES KNIES. R. Kahana wandte ein:87Dt. 28,57.ihre Nachgeburt, die zwischen ihren Füßen88Demnach wird der Ausdruck ‘Füße’ auch für die Hüftengegend gebraucht.von ihr kommt!? Abajje erwiderte: Wenn sie zum Gebären niederkniet, stemmt sie die Fersen gegen die Hüften. –", "Komm und höre.89iiSam. 19,25.Er hatte seine Füße nicht gepflegt90Umschreibung für urinieren; auch für diese Körperpartie wird der Ausdruck ‘Füße’ gebraucht.und seinen Bart nicht geordnet!? – Eine euphemitische Wendung. – Komm und höre: 91iSam. 24,4.Und Šaúl ging seine Füße fließen lassen90Umschreibung für urinieren; auch für diese Körperpartie wird der Ausdruck ‘Füße’ gebraucht.!? – Eine euphemistische Wendung. –", "Komm und höre:92Jud. 3,24.Er läßt seine Füße fließen in der kühlen Kammer90Umschreibung für urinieren; auch für diese Körperpartie wird der Ausdruck ‘Füße’ gebraucht.!? – Eine euphemistische Wendung. –93Ib. 5,27.Zwischen ihren Füßen &c.88Demnach wird der Ausdruck ‘Füße’ auch für die Hüftengegend gebraucht.!? – Eine euphemistische Wendung.", "R. Joḥanan sagte: Sieben Beschlafungen vollzog dieser Frevler94Sisra mit Jae͑l, von denen der zuletzt angezogene Schriftvers spricht.an jenem Tage, denn es heißt: zwischen ihren Füßen kniete er, fiel hin und lag da, zwischen ihren Füßen kniete er und fiel um, wo er niederkniete, fiel er erschlagen hin95Die Ausdrücke ‘knien’, ‘fallen’ u. ‘liegen’ werden hier 7mal gebraucht; sie hatte ihn dazu verleitet, um ihn schwächen u. töten zu können.. – Sie hatte ja einen Genuß von der Sünde!? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Jeder Wohltat der Frevler" ], [ "gereicht den Frommen zum Übel. So heißt es: 96Gen. 31,24.hüte dich mit Ja͑qob zu reden, Gutes oder Böses; allerdings nicht Böses, weshalb aber nicht Gutes? Wohl deshalb, weil die Wohltat der Frevler den Frommen zum Übel gereicht. –", "Allerdings da, weil er den Namen der Götzen97Cf. Gen. 31,30.nannte, wieso aber bei jener!? –", "Er impfte ihr einen Unflat ein. So sagte R. Joḥanan: Als die Schlange der Ḥava98Bei der Verführung im Paradiese, nach einer rabbinischen Auslegung. beiwohnte, impfte sie ihr einen Unflat ein. Bei den Jisraéliten, die am Berge Sinaj99Zum Empfange der Tora.standen, verlor sich der Unflat, bei den Nichtjuden, die nicht am Berge Sinaj standen, verlor sich der Unflat nicht.", "VOLLZOG SIE DIEALIÇA MIT EINEM SCHUH, DER NICHT IHM GEHÖRT &C. Die Rabbanan lehrten: Seinen Schuh, ich weiß dies nur von seinem Schuh, woher dies vom Schuh eines anderen? Es heißt zweimal Schuh, mit jedem. –", "Weshalb heißt es demnach seinen Schuh? Ein Schuh, der für ihn brauchbar ist; ausgenommen ein zu großer, mit dem er nicht gehen kann, ausgenommen ein zu kleiner, der den größeren Teil des Fußes nicht bedeckt, ausgenommen die Sohlensandale ohne Hacke.", "Einst stand Abajje vor R. Joseph, und als gerade eine Schwägerin zur Ḥaliça kam, sprach er zu ihm: Gib ihm deine Sandale. Da gab er ihm seine linke Sandale. Jener sprach: Allerdings sagten es100Die Ḥaliça mit der linken Sandale sei gültig.die Rabbanan von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, sagten sie es etwa von vornherein!?", "Dieser erwiderte: Auch von einer fremden Sandale sagten die Rabbanan es nur von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, sagten sie es etwa von vornherein!? Jener entgegnete: So meinte ich es: gib sie ihm und eigne sie ihm zu.", "MIT EINER SANDALE AUS HOLZ. Wer ist der Autor dieser Lehre? Šemuél erwiderte: es ist R. Meír, denn wir haben gelernt: Der Beinlose darf, wie R. Meír sagt, mit seiner Stelze101Ebenso braucht bei der Ḥ. Die Sandale nicht aus Leder zu sein.ausgehen. R. Jose verbietet dies. Der Vater Šemuéls erklärte: Wenn sie mit Leder überzogen ist, nach aller Ansicht.", "R. Papi sagte im Namen Rabas: Mit einer abgeschlossenen Sandale102Die aussatzverdächtig zur Untersuchung abgeschlossen worden ist; cf. Lev. 13,47ff. darf man die Ḥaliça nicht vollziehen, hat man; sie vollzogen, so ist sie gültig; mit einer entschieden aussätzigen Sandale darf man die Ḥaliça nicht103Da eine solche verbrannt werden muß u. fiktiv als nicht vorhanden gilt.vollziehen, hat man sie vollzogen, so ist sie ungültig.", "R. Papa sagte im Namen Rabas: Weder mit einer abgeschlossenen noch mit einer entschieden aussätzigen Sandale darf man die Ḥaliça vollziehen, hat man sie vollzogen, so ist sie gültig.", "Man wandte ein: Ein abgeschlossenes Haus104Das aussatzverdächtig ist; cf. Lev. 14,33ff.ist von innen verunreinigend, ein entschieden aussätziges von innen und von außen; beide verunreinigen beim Eintreten.", "Hierbei heißt es ja:105Lev. 14,46.wer ins Haus kommt, und wenn du sagst, es gelte106Da bei Feststellung des Aussatzes das Haus niedergerissen werden muß. fiktiv als niedergerissen, so ist dies107Daß jemand durch den Eintritt in ein solches Haus unrein wird; das Haus gilt entsprechend der Lehre von der Sandale als nicht vorhanden.ja nicht möglich!? –", "Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:108Lev. 14,45.man reiße das Haus nieder, auch beim Niederreißen heißt es Haus. –", "Komm und höre: Ein Läppchen109Das mit einem Aussatze behaftet ist.von drei zu drei [Fingerbreiten], auch wenn es nicht olivengroß110In seinem kubischen Umfange.ist, macht, sobald der größere Teil in ein reines Haus gekommen ist, dieses unrein. Doch wohl ein entschieden aussätziges!? – Nein, ein abgeschlossenes. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Hat es einen Umfang von mehreren111Jed. nur 3 Fingerbreiten groß.Oliven, so ist, sobald eine Olive112Nur ein kleiner Teil desselben, der für nichts verwendbar ist.in ein reines Haus gekommen ist, dieses unrein.", "Einleuchtend ist es, wenn du dies auf ein entschieden aussätziges beziehst, daß es mit einer Leiche113Von der schon eine Olive verunreinigend ist.verglichen wird, wieso aber wird es mit einer Leiche verglichen, wenn du dies auf ein abgeschlossenen s beziehst!? –", "Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:114Lev. 13,52.man soll das Gewand verbrennen, auch beim Verbrennen heißt es Gewand. –", "Sollte man doch hiervon folgern115Daß auch bei der Ḥ. der Schuh in einem derartigen Falle nicht als zerstört gilt.!? – Wir folgern nicht von der Unreinheit auf ein Verbot116Da für die erstere ganz besondere Vorschriften bestehen..", "Rabba sagte: Die Halakha ist, sie vollziehe die Ḥaliça nicht mit einer abgeschlossenen Sandale, mit einer entschieden aussätzigen Sandale oder mit einer für den Götzendienst verwandten117Diese ist zwar zur Nutznießung verboten, braucht jedoch nicht zerstört zu werden.Sandale; hat sie sie vollzogen, so ist sie gültig. Sie vollziehe die Ḥaliça nicht mit einer Götzen118Diese muß zerstört werden. geweihten," ], [ "mit einer aus einer abtrünnigen119Die dem Götzendienste verfallen ist (cf. Dt, 13,14ff.); die ganze Habe einer solchen Stadt muß zerstört werden.Stadt oder mit einer zu Ehren eines Greises120Zur Totenkleidung.angefertigten; hat sie sie vollzogen, so ist sie ungültig.", "Rabina sprach zu R. Aši: Mit einer zu Ehren eines Greises angefertigten wohl deshalb nicht, weil sie nicht zum Tragen gefertigt ist, und auch das des Gerichtes121Jedes Gericht besitzt eine eigens für die Ḥaliça bestimmte Sandale.ist ja nicht zum Tragen bestimmt!?", "Dieser erwiderte: Würde denn der Richter etwas dagegen haben, wenn der Gerichtsdiener sie tragen würde!?", "ii,2 VOLLZOG SIE DIEALIÇA NACHTS, SO IST SIE GÜLTIG, NACH R. ELEA͑ZAR ABER UNGÜLTIG; WENN AM LINKEN [FUSSE], SO IST SIE UNGÜLTIG, NACH R. ELEA͑ZAR ABER GÜLTIG.", "GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht; einer ist der Ansicht, man vergleiche Streitsachen mit dem Aussatze122Die in der Schrift zusammen in einem Schriftverse (cf. Dt. 21,5) genannt werden; wie die Untersuchung des Aussatzes nur am Tage erfolgen muß (cf. Lev. 13,14), ebenso müssen Prozeßangelegenheiten nur am Tage verhandelt werden., und einer ist der Ansicht, man vergleiche Streitsachen nicht mit dem Aussatze. –", "Nein, alle sind der Ansicht, man vergleiche Streitsachen nicht mit dem Aussatze, denn wenn man sie vergleichen würde, dürfte auch die Beendigung von Gerichtsverhandlungen nicht nachts123Während ausdrücklich gelehrt wird (cf. Syn. Fol. 32a), daß dies nachts wohl erfolgen darf. erfolgen, ihr Streit besteht vielmehr darin: einer ist der Ansicht, die Ḥaliça gleiche dem Beginne124Der nur am Tage zu erfolgen hat.einer Gerichtsverhandlung, und einer ist der Ansicht, die Ḥaliça gleiche der Beendigung einer Gerichtsverhandlung.", "Rabba b. Ḥija aus Ktesiphon ließ [die Ḥaliça] vollziehen mit einer Galosche, [vor ihm] allein, nachts. Da sprach Šemuél: Wie groß muß seine Bedeutung sein, daß er nach einer Einzelansicht verfuhr!? –", "Was fiel ihm dabei auf: wenn etwa, daß er es mit einer Galosche zuließ, so gibt es eine anonyme125Daß dies erlaubt ist; die Halakha wird stets nach der anonymen Lehre entschieden.Lehre, und wenn etwa, daß er es nachts tat, so gibt es auch diesbezüglich eine anonyme Lehre!? –", "Vielmehr, daß er es allein tat, fiel ihm auf; wieso vor ihm allein, dies ist ja eine Einzelansicht!? Es wird nämlich gelehrt: Vollzog sie die Ḥaliça vor zweien oder dreien, und einer von ihnen sich als verwandt oder sonst unzulässig erweist, so ist die Ḥaliça ungültig, nach R. Šimo͑n und R. Joḥanan dem Schuster aber gültig. Einst vollzog jemand die Ḥaliça im Gefängnisse zwischen ihm und ihr, und als die Sache vor R. A͑qiba kam, erklärte er sie für gültig.", "Hierzu sagte R. Joseph b. Minjomi, die Halakha sei nicht126RA͑. steht mit seiner Ansicht ganz allein.wie dieses Paar. Wenn du aber willst, sage ich, auch hinsichtlich jener sind es Einzelansichten, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose erzählte, er habe gesehen, wie Jišma͑él b. Eliša͑ die Ḥaliça mit einer Galosche vor ihm allein nachts vollziehen ließ.", "WENN AM LINKEN [FUSSE], SO IST SIE &C. Was ist der Grund der Rabbanan? U͑la erwiderte: Es ist durch [das Wort] Fuß127Das sowohl hierbei (Dt. 25,9) als auch beim Aussätzigen (Lev. 14,14) gebraucht wird.vom Aussätzigen zu folgern; wie bei diesem der rechte, ebenso hierbei der rechte. – Wieso folgert", "R. Elea͑zar nicht durch [das Wort] Fuß vom Aussätzigen!? Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Woher, daß das Anbohren128Des Ohrs eines Sklaven, der seinen Herrn nicht verlassen will; cf. Ex. 21,6. am rechten Ohre zu erfolgen hat? Hierbei heißt es Ohr und dort129Beim Aussätzigen, Lev. 14,14.heißt es Ohr, wie da das rechte, ebenso hierbei130Demnach berücksichtigt RE. die Wortanalogie.das rechte.", "R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Lehre ist umzuwenden131RE. ist es, der der Ansicht ist, am linken Fuße sei die Ḥ. ungültig..", "Raba erwiderte: Tatsächlich wende man sie nicht um; [das Wort] Ohr ist entbehrlich, [das Wort] Fuß ist nicht entbehrlich132Das W. ‘Ohr kommt beim Anboren zweimal vor (Dt. 21,6 u. Dt. 15,17) u. ebenso beim Aussätzigen (Lev. 14,14 u. ib. V. 17), sodaß es an beiden Stellen einmal entbehrlich u. für den Schluß durch Wortanalogie zu verwenden ist, dagegen aber kommt das W. ‘Fuß’ beim Aussätzigen zwar 2mal (ib. ib.), bei der Ḥ. aber nur einmal vor. Falls das zur Analogie verwandte Wort nicht an beiden Stellen entbehrlich ist, so ist der Schluß widerlegbar.. –", "Und wenn es auch nicht entbehrlich ist, was ist dagegen einzuwenden!? – Wohl gilt dies beim Aussätzigen, bei dem Zederholz, Ysop und Karmesinwolle erforderlich133Cf. Lev. 14,4; bei diesem ist es strenger.sind.", "iii HAT SIE DEN SCHUH ABGEZOGEN, AUSGESPIEEN, ABER NICHT [DIE SCHRIFTWORTE]134Die hierbei zu sprechen sind; cf. Dt. 25,9.GESPROCHEN, SO IST DIEALIÇA GÜLTIG; HAT SIE [DIE SCHRIFTWORTE] GESPROCHEN UND AUSGESPIEEN, ABER NICHT DEN SCHUH ABGEZOGEN, SO IST DIEALIÇA UNGÜLTIG; HAT SIE DEN SCHUH ABGEZOGEN UND [DIE SCHRIFTWORTE] GESPROCHEN, ABER NICHT AUSGESPIEEN, SO IST DIEALIÇA, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, UNGÜLTIG, UND WIE R. A͑QIBA SAGT, GÜLTIG." ], [ "R. ELIE͑ZER SPRACH: [ES HEISST:]135Dt. 25,9.so geschehe, JEDE HANDLUNG, DIE ZU GESCHEHEN136Dagegen ist das Sprechen der Schriftworte keine Handlung.HAT, IST UNERLÄSSLICH. R. A͑QIBA ERWIDERTE IHM: SOLL DIES EIN BEWEIS SEIN? So geschehe dem Manne, ALLES, WAS MIT DEM MANNE ZU GESCHEHEN137Wie das Abziehen des Schuhes.HAT.", "iv IST DIEALIÇA138Hier in der eigentlichen Bedeutung des Wortes, die Entschuhung usw.AN EINEM TAUBEN, VON EINER TAUBEN ODER AN EINEM MINDERJÄHRIGEN VOLLZOGEN WORDEN, SO IST SIE UNGÜLTIG; WENN VON EINER MINDERJÄHRIGEN, SO WIEDERHOLE SIE DIES, SOBALD SIE GROSSJÄHRIG IST; TUT SIE DIES NICHT, SO IST IHREALIÇA UNGÜLTIG. v VOLLZOG SIE DIEALIÇA VOR ZWEIEN ODER DREIEN, UND EINER VON IHNEN SICH ALS VERWANDT ODER SONST UNZULÄSSIG ERWEIST, SO IST DIEALIÇA UNGÜLTIG; NACH R. ŠIMO͑N UND R. JOḤANAN DEM SCHUSTER ABER GÜLTIG. EINST VOLLZOG JEMAND DIEALIÇA IM GEFÄNGNISSE ZWISCHEN IHM UND IHR, UND ALS DIE SACHE VOR R. A͑QIBA KAM, ERKLÄRTE ER SIE FÜR GÜLTIG.", "GEMARA. Raba sagte: Da du nun sagst, das Sprechen [der Schriftworte] sei nicht unerläßlich, so ist, wenn ein Stummer und eine Stumme die Ḥaliça vollzogen haben, diese gültig. –", "Es wird gelehrt: Ist die Ḥaliça an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen vollzogen worden, so ist sie ungültig. Doch wohl, weil sie [die Schriftworte] nicht sprechen139Unter ‘Tauber’ ist überall ein Taubstummer zu verstehen; cf. Ter. I,2.können!? – Nein, weil sie nicht verständig140Dh. die Funktionen eines verständigen Menschen nicht ausüben können.sind. –", "Demnach sollte dies auch von einem Stummen und einer Stummen gelten!? Raba erwiderte: Ein Stummer und eine Stumme sind verständig, nur schmerzt ihnen der Mund141Sie hören u. verstehen, nur können sie es nicht aussprechen.. –", "In der Schule R. Jannajs erklärten sie ja aber, weil es von diesen nicht heißt: so spreche er, so spreche sie142Somit sollte dies auch von einem Stummen u. einer Stummen gelten.!? – Vielmehr, die Lehre Rabas bezieht sich auf den Schlußsatz: ist die Ḥaliça an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen vollzogen worden, so ist sie ungültig.", "Hierzu sagte Raba: Da du nun sagst, das Sprechen [der Schriftworte] sei unerläßlich, so ist, wenn ein Stummer und eine Stumme die Ḥaliça vollzogen haben, diese ungültig. – Unsere Mišna aber143Die lehrt, daß die Ḥ. gültig sei, falls sie die Schriftworte nicht gesprochen hat.ist nach R. Zera zu erklären,", "denn R. Zera sagte: Wenn es zum Einrühren geeignet144Dies bezieht sich auf das Speisopfer, das nicht so groß sein darf, daß das Einrühren behindert wird; cf. Men. Fol. 103b.ist, so ist das Einrühren nicht unerläßlich, und wenn es zum Einrühren nicht geeignet ist, so ist das Einrühren unerläßlich.", "Man sandte an den Vater Šemuéls: Wenn die Schwägerin ausgespieen145Vor Gericht, jed. nicht zur Vollziehung der Ḥaliça. hat, so vollziehe sie die Ḥaliça146Dies wird als zeremonieller Akt angesehen, sodaß an ihr die Schwagerehe nicht mehr vollzogen werden darf.. Demnach wird sie für die Brüder untauglich.", "Nach wessen Ansicht; wenn nach R. A͑qiba, so ist ja [das Ausspeien] nach ihm nicht unerläßlich sogar da, wo dies Vorschrift147Bei der Vollziehung der Ḥaliça. ist, wo man sagen kann, hierbei verhalte es sich wie bei den Opferteilen, [deren Darbringung], wenn sie nicht vorhanden sind, nicht unerläßlich148Die Priester dürfen dann das Opferfleisch essen, obgleich dies erst nach der Darbringung der Opferteile erfolgen darf; cf. Pes. Fol. 59b.ist,", "und wenn sie vorhanden sind, unerläßlich149Ebenso sollte hierbei das Ausspeien unerläßlich sein.ist,", "wieso sollte sie dadurch150Wo es nach RA͑. so sehr unwesentlich ist.für die Brüder ungeeignet werden!?", "Wenn aber nach R. Elie͑zer151Nach dem das Ausspeien unerläßlich ist.,", "so sind es ja zwei Handlungen, die zusammen die Erlaubnis erwirken, und von zwei Handlungen, die zusammen die Erlaubnis erwirken, ist das eine ohne die andere unwirksam. –", "Nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Die Lämmer des Wochenfestes152Cf. Num. 28,27.eiligen das Brot153Das an diesem Feste darzubringen ist; cf. Lev. 23,17ff. nur durch das Schlachten.", "Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig; hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Blut nicht heilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig154Nicht ganz heilig (cf. Men. Fol. 47a), da beides erforderlich ist; entsprechend bei der Ḥaliça, wobei neben dem Ausspeien noch andere Handlungen erforderlich sind.–", "so Rabbi. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, es sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und auf ihren Namen das Blut gesprengt hat. –", "Ist denn R. A͑qiba der Ansicht, das Ausspeien mache sie nicht untauglich, es wird ja gelehrt, daß, wenn sie den Schuh abgezogen," ], [ "aber nicht ausgespieen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça gültig sei, wenn ausgespieen, aber nicht den Schuh abgezogen und nicht [die Schriftworte] gesprochen, die Ḥaliça ungültig sei, und wenn [die Schriftworte] gesprochen, aber nicht ausgespieen und nicht den Schuh abgezogen, dies überhaupt nicht zu beachten sei.", "Wer ist der Autor: wenn R. Elie͑zer, wieso ist, wenn sie den Schuh abgezogen, aber nicht ausgespieen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça gültig, R. Elie͑zer sagt ja: so geschehe, jede Handlung die zu geschehen hat, sei unerläßlich; doch wohl R. A͑qiba, und er lehrt, daß, wenn sie ausgespieen, aber nicht den Schuh abgezogen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça ungültig sei.", "Für wen, wenn für Fremde155Sie ist dadurch nicht entbunden, um sich mit einem Fremden verheiraten zu dürfen., so ist es ja selbstverständlich, sollte dies etwa als Ḥaliça gelten, um Fremden erlaubt zu sein!? Doch wohl für die Brüder. Schließe hieraus156Das im Texte gebrauchte W. פסולה hat auch die Bedeutung ungeeignet u. bezieht sich auf die Witwe, die dadurch den Brüdern zur Schwagerehe verboten ist.. –", "Wodurch unterscheidet sich nach R. A͑qiba das Ausspeien vom Sprechen [der Schriftworte]157Wodurch sie den Brüdern nicht verboten wird; nach RA͑. sind beide Handlungen nicht unerläßlich.? –", "Das Sprechen [der Schriftworte] hat am Anfang und am Schlusse158Vor u. nach der Zeremonie der Ḥaliça.zu erfolgen, somit entsteht dadurch keine Verwechselung159Mit einer richtigen Haluça; man weiß, daß sie nur einmal gesprochen hat u. darauf die Ḥ. nicht erfolgt ist., das Ausspeien dagegen hat nicht am Anfang, sondern nur am Schlüsse zu erfolgen, somit kann eine Verwechselung160Wer sie ausspeien sieht, glaubt, die Zeremonie der Entschuhung sei bereits erfolgt.entstehen, die161Wenn andere sehen, daß nachher einer der Brüder sie heiratet.dazu führt, eine Ḥaluça den Brüdern zu erlauben.", "Manche sagen, man sandte an ihn wie folgt: Wenn die Schwägerin ausgespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça. Sie braucht nicht wiederum162Nach der Entschuhung.auszuspeien. So kam einst eine Frau vor R. Ami, vor dem R. Abba b. Mamal saß, und spie aus vor der Entschuhung. Da sprach R. Ami zu ihm: Laß sie die Entschuhung vollziehen und fertige sie163Eigentl. schlichte ihren Streit; übertragen für jede gerichtl. Handlung. ab.", "R. Abba entgegnete: Sie muß ja ausspeien!? – Sie hat bereits ausgespieen. – Mag sie doch [wiederum] ausspeien, was schadet dies!? – Dadurch kann ein Verstoß entstehen. Wenn man sagt, sie müsse wiederum ausspeien, so könnte man glauben, das vorherige Ausspeien sei wirkungslos, und dies dazu führen, eine Ḥaluça den Brüdern zu erlauben. –", "Es muß ja in der Reihenfolge164Das Ausspeien hat nach der Entschuhung zu erfolgen; cf. supra Fol. 106b.geschehen!? – Die Reihenfolge ist nicht unerläßlich. Dieser glaubte, er wolle ihn nur abweisen, als er aber fortging, dachte er nach und fand folgende Lehre: Einerlei ob die Entschuhung vor dem Ausspeien oder das Ausspeien vor der Entschuhung erfolgt ist, ist die Handlung gültig.", "Levi zog in die Dörfer aus165Um Vorträge zu halten. Nach einem Berichte im jerušalemischen Talmud (Jab. 13a) u. Midraš Rabba (Gen. Kap. 81) wurde Rabbi von einer Gemeinde ersucht, ihr einen Gelehrten als Gemeindelehrer u. Richter zu senden, u. er sandte seinen Schüler L. Durch die ihm erwiesene Huldigung geriet er in Verwirrung, u. vermochte nicht die 3 folgenden Fragen zu beantworten.und man fragte ihn folgendes: Kann eine, der die Hand amputiert ist, die Ḥaliça166Den Schuh mit den Zähnen abziehen.vollziehen? Wie ist es, wenn die Schwägerin Blut gespieen hat? [Es heißt:]167Dan. 10,21.jedoch will ich dir berichten, was geschrieben ist in der Schrift der Wahrheit; gibt es denn eine Schrift, die keine Wahrheit ist?", "Er wußte es nicht. Als er hierauf ins Lehrhaus kam, erwiderte man ihm: Heißt es etwa: sie soll den Schuh mit der Hand abziehen!? Heißt es etwa: sie soll Speichel speien!?", "Jedoch will ich dir berichten, was in der Schrift der Wahrheit geschrieben ist;", "auch hierbei ist nichts einzuwenden, denn eines gilt von einer beschworenen168Dies ist unter ‘Schrift der Wahrheit’ zu verstehen, da sie nicht mehr widerrufen wird.Urteilsbesiegelung, und eines gilt von einer nicht beschworenen Urteilsbesiegelung.", "Dies nach R. Šemuél b. Ami, denn R. Šemuél b. Ami sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß eine beschworene Urteilsbesiegelung nicht mehr zerrissen wird? Es heißt:169iSam. 3,14.so habe ich denn der Familie E͑li geschworen, ob je gesühnt wird die Schuld der Familie E͑lis durch Schlachtopfer oder durch Speisopfer bis in alle Ewigkeit.", "Raba sagte: Durch Schlachtopfer und Speisopfer wird sie allerdings nicht gesühnt, wohl aber wird sie durch die Worte der Tora gesühnt. Abajje sagte: Durch Schlachtopfer und Speisopfer wird sie allerdings nicht gesühnt, wohl aber wird sie durch Liebeswerke gesühnt. Rabba und Abajje stammten aus der Familie E͑lis; Rabba, der sich mit der Tora befaßte, lebte vierzig Jahre, Abajje, der sich mit der Tora und Liebeswerken befaßte, lebte sechzig Jahre.", "Die Rabbanan lehrten: In Jerušalem war eine Familie, [deren Angehörige] mit ungefähr achtzehn Jahren starben. Sie wandten sich an R. Joḥanan b. Zakkaj, und dieser sprach zu ihnen: Ihr stammt wahrscheinlich aus der Familie E͑lis, von der es heißt:170Ib. 2,33.der ganze Zuwachs dieses Hauses soll im Mannesalter sterben; geht und befaßt euch mit der Tora, so werdet ihr leben. Da gingen sie und befaßten sich mit der Tora. Diese nannte man nach ihm ‘Familie des Joḥanan’.", "R. Šemuél b. Inja sagte im Namen Rabhs: Woher, daß das Verhängnis über eine Gemeinde nicht besiegelt wird? – Wieso nicht besiegelt, es heißt ja:171Jer. 2,22.wolltest du dich auch mit Laugensalz waschen und viel Seife an dich wenden, befleckt172Die W.e נכתם u. נחתם sind in der Aussprache gleichlautend.bleibt deine Sünde vor mir!? –", "Vielmehr, woher, daß es, auch wenn es bereits besiegelt war, zerrissen wird? Es heißt:173Dt. 4,7.denn welches &c. wie der Heer, unser Gott, so oft wir zu ihm rufen. – Es heißt ja aber:174Jes. 55,6.sucht den Herrn, wenn er zu finden ist!? – Das ist kein Einwand; dies gilt von einem Einzelnen, jenes von einer Gemeinde. – Wann [findet ihn] ein Einzelner?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: In den zehn Tagen vom Neujahrsfeste bis zum Versöhnungstage.", "Man sandte an den Vater Šemuéls: Wenn die Schwägerin Blut gespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça, weil es nicht möglich ist, daß das Blut ohne Zusatz von Speichel ist.", "Man wandte ein: Man könnte glauben, auch das Blut, das ihm175Dem Flußbehafteten, dessen Fluß, Urin u. Speichel unrein sind.aus dem Munde oder dem Gliede kommt, sei unrein, so heißt es:176Lev. 15,2.sein Fluß ist unrein; dieser ist unrein, das ihm aus dem Munde oder dem Gliede kommende Blut aber ist nicht unrein, sondern177Nach der obigen Lehre müßte das aus dem Munde kommende Blut unrein sein.rein!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie saugt, das andere, wenn sie es fließen läßt178Im 1. Falle saugt sie den Speichel mit..", "IST DIEALIÇA AN EINEM TAUBEN &C." ], [ "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht179Cf. supra Fol. 96a.R. Meírs, die Weisen aber sagen, die Ḥaliça eines Minderjährigen sei unwirksam.", "WENN VON EINER MINDERJÄHRIGEN &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meír, welcher sagt, im Abschnitte heiße es Mann, und man vergleiche die Frau mit dem Manne,", "die Weisen aber sagen, im Abschnitte heiße es Mann, bei der Frau aber sei es einerlei, ob großjährig oder minderjährig.", "Wer ist unter Weisen zu verstehen? – Es ist R. Jose. Einst saßen nämlich R. Ḥija und R. Šimo͑n b. Rabbi beisamen, und einer von ihnen fing an und sprach: Wer das Gebet verrichtet, richte die Augen nach unten, denn es heißt:180iReg. 9,3.meine Augen und mein Herz werden dort alle Tage sein.", "Der andere aber sprach: [Er richte] das Herz nach oben, denn es heißt:181Thr. 3,41.erheben wir unser Herz mit den Händen. Inzwischen kam R. Jišma͑él b. R. Jose zu ihnen heran und fragte sie, womit sie sich befaßten. Sie erwiderten: Mit dem Gebete. Da sprach er zu ihnen: Folgendes sagte mein Vater: wer das Gebet verrichtet, richte die Augen nach unten und das Herz nach oben, sodaß jene beide Schriftverse aufrecht erhalten bleiben.", "Währenddessen kam Rabbi zur Vorlesung. Jene waren bebende und erreichten ihren Platz, R. Jišma͑él b. R. Jose aber ging wegen seiner Leibesschwere182Cf. Bm. 84a.schreitend.", "Da rief Abdan183Eigentl. Abba Jodan, bekannter Adlatus Rabbis.; Wer ist es, der über die Köpfe des heiligen Volke« schreitet!? Dieser erwiderte: Ich bin Jišma͑él, Sohn des R. Jose; ich bin hergekommen, um beim Meister die Tora zu lernen. Jener entgegnete: Bist du denn würdig, beim Meister die Tora zu lernen!?", "Dieser erwiderte: War Moše denn würdig, die Tora aus dem Munde der Allmacht zu lernen? Jener entgegnete: Bist du etwa Moše? Dieser erwiderte: Ist dein Meister etwa Gott!? R. Joseph sprach: Rabbi184Der die Kränkung RJ.s zuließ.hatte seine Strafe weg; er sagte ‘dein Meister’ und nicht ‘der Meister’.", "Mittlerweile kam eine Schwägerin185Zur Vollziehung der Ḥaliça. vor Rabbi, und Rabbi beauftragte Abdan, zu gehen und sie untersuchen 186Ob sie Pubertätszeichen hat u. zur Ḥaliça zulässig ist.zu lassen. Nachdem er hinausgegangen war, sprach R. Jišma͑él: Folgendes sagte mein Vater: im Abschnitte heißt es Mann, bei der Frau aber ist es einerlei, ob großjährig oder minderjährig.", "Hierauf sprach [Rabbi]: Komm, es ist nicht nötig; ein Greis hat es bereits entschieden. Als dann Abdan schreitend zurückkam, sprach R. Jišma͑él b. R. Jose zu ihm: Den das heilige Volk braucht, mag wohl über die Köpfe des heiligen Volkes schreiten, wieso aber schreitet der, den das heilige Volk nicht braucht, über die Köpfe des heiligen Volkes!?", "Da sprach Rabbi zu Abdan: Bleibe auf deinem Platze. Es wird gelehrt: An jener Stunde ward Abdan187Zur Strafe wegen seines Betragens gegen RJ.aussätzig, seine beiden Söhne ertranken und seine beiden Schwiegertöchter erklärten die Weigerung188Der Name seiner Söhne wurde auch nicht durch die Schwagerehe fortgepflanzt.. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der es Abdan auf dieser Welt vergolten189Um in der zukünftigen Welt sündenfrei zu sein.hat.", "R. Ami sagte: Aus den Worten Berabbis190Des R. Jose; cf. Bd. I S. 787 Anm. 7.lernen wir, daß Minderjährige auch im Kindesalter191Cf. Git. Fol. 59a.die Ḥaliça vollziehen können. Raba sagte: Wenn sie das Alter des Gelobens193Wenn sie die Bedeutung der Gelübde kennt u. diese daher Geltung haben, nach Nid. Fol. 45b, nach zurückgelegtem 11. Lebensjahre.erlangt. Die Halakha ist, wenn sie zwei Haare bekommen hat.", "VOLLZOG SIE DIEALIÇA VOR ZWEIEN &C. R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist nicht wie dieses Paar194Es sind vielmehr 3 erforderlich.. – Dies sagte ja R. Naḥman bereits einmal, denn R. Joseph b. Minjomi sagte195Cf. supra Fol. 101b.im Namen R. Naḥmans, die Ḥaliça müsse vor dreien erfolgen!? –", "Beides ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, wenn von vornherein, ist es aber bereits erfolgt, so genügen auch zwei; daher lehrt er uns, die Halakha sei nicht wie dieses Paar. Und würde er nur gelehrt haben, die Halakha sei nicht wie dieses Paar, sondern wie der erste Autor, so könnte man glauben, wenn es bereits erfolgt196Von diesem Falle spricht der Autor der Mišna.ist, von vornherein aber seien fünf197Cf. supra Fol. 101a.erforderlich. Daher ist beides nötig.", "EINST VOLLZOG JEMAND DIEALIÇA &C. Wenn zwischen ihm und ihr, woher weiß man es!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn Zeugen es draußen sehen.", "Sie fragten: Ist die Ḥaliça zwischen ihm und ihr198Von der die Mišna berichtet.außerhalb erfolgt und die Sache vor R. A͑qiba im Gefängnisse199RA͑. geriet während der letzten Erhebung der Juden gegen das römische Reich (unter Bar Kochba) in Gefangenschaft u. erlitt den Märtyrertod; cf. Ber. Fol. 61b.gekommen, oder ist die Ḥaliça zwischen ihm und ihr im Gefängnisse erfolgt? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Sache ereignete sich im Gefängnisse und kam im Gefängnisse zur Entscheidung." ], [ "Die Rabbanan lehrten: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig. Welche heißt eine irrtümliche Ḥaliça? Raš Laqiš erwiderte: Wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie.", "R. Joḥanan sprach zu ihm: Ich habe eine Lehre200Oben Fol. 102b., wenn er es201Die Ḥ. zu vollziehen.beabsichtigt hat und nicht sie, oder sie es beabsichtigt hat und nicht er, sei die Ḥaliça ungültig, nur wenn beide es beabsichtigt haben, und du sagst, die Ḥaliça sei gültig!?", "Vielmehr, wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuz202Die Ḥ. ist gültig, auch wenn sie die Bedingung nicht erfüllt.gebe. Ebenso wird gelehrt: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig. Welche heißt eine irrtümliche Ḥaliça? Wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuz gebe.", "Einst ereignete es sich mit einer Frau, die einem für sie unwürdigen Schwager zufiel, daß man zu ihm sagte: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuz gebe. Als die Sache vor R. Ḥija kam, erklärte er sie für gültig.", "Einst kam [eine Schwägerin] vor R. Ḥija b. Abba. Er sprach zu ihr: Meine Tochter, steh203Zur Vollziehung der Schwagerehe.auf. Da sprach ihre Mutter zu ihm: Ihr Sitzen ist ihr Bestand204Dh. für sie ist es besser, daß sie sitzen bleibe u. die Schwagerehe an ihr nicht vollzogen werde, da der Schwager nichts weiter beabsichtigte, als sich in den Besitz ihres Vermögens zu setzen. Nach einer anderen Erklärung Raschis war sie lahm od. krank, u. die Antwort lautete: bei ihr entspricht das Sitzen dem Stehen bei normalen Menschen.. Da fragte er sie: Kennst du ihn? Diese erwiderte: Jawohl; er sah bei ihr Geld und will es verzehren.", "Hierauf fragte er jene: Willst du ihn nicht? Jene erwiderte: Nein. Da sprach er [zum Schwager]205Der wegen des genannten Grundes durchaus die Schwagerehe vollziehen wollte.: Vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie. Nachdem dieser an ihr die Ḥaliça vollzogen hatte, sprach er zu ihm: Jetzt ist sie für dich untauglich, vollziehe nun an ihr eine [nach der Tora] gültige Ḥaliça, damit sie Fremden erlaubt werde.", "Eine Tochter des Schwiegervaters R. Papas fiel einem für sie unwürdigen Schwager zu, und als er vor Abajje kam, sagte dieser zu ihm: Vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie. Jener sprach zu ihm: Hält denn der Meister nichts von der Lehre R. Joḥanans206Daß beide die Ḥ. beabsichtigen müssen.!? – Was denn soll ich ihm207Um ihn zur Ḥ. zu veranlassen.sagen?", "Jener erwiderte: [Sage ihm,] er solle an ihr die Ḥaliça vollziehen unter der Bedingung, daß sie ihm zweihundert Zuz gebe. Nachdem er an ihr die Ḥaliça vollzogen hatte, verlangte er von ihr, daß sie sie ihm gebe. Da sprach jener: Sie hat ihn angeführt.", "Es wird auch gelehrt: Wenn jemand aus einem Gefängnisse flüchtet und an eine Fähre herankommt, und [zum Fährmann] sagt; setze mich hinüber, du erhältst dafür einen Denar, so hat dieser nur seinen Lohn zu beanspruchen.", "Er kann demnach sagen, er habe ihn nur angeführt, ebenso kann diese sagen, sie habe ihn nur angeführt.", "Hierauf fragte ihn dieser: Wo ist208Nach Raschi wollte er ihm damit sagen: du hast wohl Eltern, die für deinen Unterhalt sorgen, sodaß du dich ganz dem Studium spitzfindiger Lehren widmen kannst.dein Vater? – In der Stadt. – Wo ist208Nach Raschi wollte er ihm damit sagen: du hast wohl Eltern, die für deinen Unterhalt sorgen, sodaß du dich ganz dem Studium spitzfindiger Lehren widmen kannst.deine Mutter? – In der Stadt. Da richtete er auf sie seine Augen, und sie starben.", "Die Rabbanan lehrten: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig, die irrtümliche Scheidung209Wie bei der Ḥaliça; wenn die Gültigkeit der Scheidung von einer Bedingung abhängig gemacht, u. diese nicht erfüllt worden ist.ist ungültig; die erzwungene Ḥaliça ist ungültig, die erzwungene Scheidung ist gültig. – In welchem Falle: sagte er, er wolle, so sollte auch die Ḥaliça [gültig] sein, und sagte er nicht, er wolle, so sollte es auch die Scheidung nicht sein!? –", "Er meint es wie folgt: [die210Der eingeschaltete Passus fehlt in den ersten Ausgaben, ist aber in Alfasi, Ašeri u. Halakhotgedoloth vorhanden. irrtümliche Ḥaliça ist immer gültig, die irrtümliche Scheidung ist immer ungültig,] die erzwungene Ḥaliça und die erzwungene Scheidung sind zuweilen gültig und zuweilen ungültig; das eine, wenn er sagt, er wolle, und das andere, wenn, er nicht sagt, er wolle.", "Desgleichen wird gelehrt:211Lev. 1,3.Soll er es darbringen, dies lehrt, daß man ihn dazu212Zur Darbringung des Opfers.zwinge; man könnte glauben, durch Gewalt, so heißt es: nach seinem Wunsche auf welche Weise? Man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es. Dies findest du auch bei der Scheidung213Wenn jemand dazu gezwungen ist u. sich weigert.von Frauen: man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es.", "Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Man vollziehe ihnen214Einem Manne u. einer Frau, die sich als Schwager u. Schwägerin ausgeben u. vor Gericht zur Vollziehung der Ḥ. erscheinen.die Ḥaliça, auch wenn man sie nicht kennt; man vollziehe ihnen die Weigerungserklärung, auch wenn man sie nicht kennt.", "Daher schreibe man eine Urkunde215Die sie später als Beweisstück benutzen will, um heiraten zu dürfen.über die Ḥaliça nur dann, wenn man sie kennt, ebenso schreibe man eine Urkunde über die Weigerung nur dann, wenn man sie kennt, weil eine Irreführung des Gerichtes216Da das Gericht sie nicht kannte, können sie falsche Angaben gemacht haben; die abweichende Erklärung Raschis ist gezwungen.zu befürchten ist.", "In seinem eigenen Namen sagte Raba: Man vollziehe ihnen die Ḥaliça nur dann, wenn man sie kennt, und man vollziehe ihnen die Weigerungserklärung nur dann, wenn man sie kennt; daher schreibe man eine Urkunde über die Ḥaliça, auch wenn man sie nicht kennt, ebenso schreibe man eine Urkunde über die Weigerungserklärung, auch wenn man sie nicht kennt, da eine Irreführung des Gerichtes nicht zu befürchten ist." ], [ "vi DIE ZEREMONIE217Wörtl. das Gebot; das Programm, die Reihenfolge.DERALIÇA ERFOLGT ALSO. ER UND SEINE SCHWÄGERIN ERSCHEINEN VOR GERICHT, UND [DIE RICHTER] ERTEILEN IHM EINEN FÜR IHN PASSENDEN218Ob er lieber die Schwagerehe od. die Ḥaliça vollziehe; cf. supra Foll. 44a u. 101b.RAT, WIE ES HEISST:219Dt. 25,8.die Ältesten seiner Stadt sollen ihn laden und zu ihm sprechen.", "SIE SPRICHT DANN: 220Ib. V. 7.Mein Schwager weigert sich, seinem Bruder einen Namen in Jisraél zu erhalten, nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben. HIERAUF SPRICHT ER:219Dt. 25,8.Nicht will ich sie nehmen. SIE SPRECHEN DIES IN DER HEILIGENSPRACHE. SODANN TRITT SEINE SCHWÄGERIN VOR DEN AUGEN DER ÄLTESTEN ZU IHM HERAN, ZIEHT IHM DEN SCHUH VOM FUSSE HERUNTER UND SPEIT VOR IHM AUS; SPEICHEL, DEN DIE RICHTER SEHEN. ALSDANN HEBT SIE AN UND SPRICHT:20Ib. V. 9.So geschehe dem Manne, der nicht baut das Haus seines Bruders. SOWEIT LAS MAN FRÜHER.", "NACHDEM ABER R. HYRKANOS EINMAL UNTER DER EICHE ZU KEPHARṬAM BEIM VORLESEN DEN GANZEN ABSCHNITT BEENDEN LIESS, WURDE EINGEFÜHRT, DEN ABSCHNITT VOLLSTÄNDIG ZU BEENDEN:221Ib. V. 10.Und sein Name werde in Jisraél genannt: das Haus des Entschuhten. DIESES GEBOT222Ihm diese Worte zuzurufen.GILT FÜR DIE RICHTER223Die die Zeremonie leiten; das anwesende Publikum (die Schüler) braucht diese Worte nicht mitzusprechen.UND NICHT FÜR DIE SCHÜLER. R. JEHUDA SAGT, ALLEN ANWESENDEN SEI ES GEBOTEN, ‘ENTSCHUHTERZU RUFEN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte: Die Zeremonie der Ḥaliça erfolgt also: Sie spricht, er spricht, sie zieht den Schuh herunter, speit aus und spricht wiederum. – Was lehrt er uns damit, dies lehrt ja unsere Mišna!? – Folgendes lehrt er uns: dies ist die Vorschrift, wenn es aber verkehrt erfolgt ist, so schadet es nicht.", "Desgleichen wird gelehrt: Einerlei, ob die Entschuhung vor dem Ausspeien oder das Ausspeien vor der Entschuhung erfolgt ist, ist die Handlung gültig.", "Abajje sagte: Wer die Ḥaliçaformel vorliest, trenne nicht zwischen [den Worten] nicht und will er an mir die Schwagerpflicht üben, denn es würde224Man würde das W. ‘nicht’ auf den vorangehenden Satz beziehen.dann heißen: er will an mir die Schwagerpflicht üben; vielmehr [lese er:] nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben.", "Ferner trenne er nicht, wenn er ihm vorliest, zwischen [den Worten] nicht und will ich, denn es würde dann heißen: ich will sie nehmen; vielmehr [lese er]: nicht will ich sie nehmen. Raba sagte: Es ist nur eine Dehnung und die Dehnung ist belanglos.", "Einst traf R. Aši den R. Kahana, der sich abquälte225Er hielt den Atem an, um den Satz nicht zu teilen.und vorlas: nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben, Da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von der Lehre Rabas?", "Dieser erwiderte: Raba pflichtet bei hinsichtlich [der Formel] nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben226Die Lehre Rabas bezieht sich nur auf die Formel, die ihm vorgelesen wird, die mit dem W.e ‘nicht’ beginnt u. somit nicht auf das vorangehende bezogen werden kann.. Abajje sagte: Wer eine Ḥaliça‐Urkunde schreibt, schreibe also: Wir lasen ihr vor von mein Schwager weigert sich bis will mein Schwager an mir die Schwagerpflicht üben, wir lasen ihm vor von nicht bis sie nehmen, und wir lasen ihr vor von so bis Entschuhter.", "Mar Zuṭra linierte227Das Papier, worauf er die Urkunde schrieb, da man zusammenhängende Sätze aus der Schrift nur auf Linien schreiben darf; cf. Git, Fol. 6b. und schrieb den ganzen Abschnitt. Mar b. Idi wandte ein: Es darf ja nicht geschrieben228Man darf keine einzelnen Stücke aus der Schrift schreiben; cf. ib. Fol. 60a.werden!? Die Halakha ist jedoch wie Mar Zuṭra.", "Abajje sagte: Wenn sie ausgespieen und der Wind [den Speichel] aufgenommen hat, so hat sie nichts getan, denn er heißt: sie speie vor ihm aus, vor seinem Gesichte. Somit ist es, wenn er groß und sie klein ist, und der Wind [den Speichel] fortgetragen hat, vor ihm erfolgt; wenn sie aber groß und er klein ist, so muß er bis an sein Gesicht gekommen sein, und erst dann kann er fort229Anders jed. ob. Fol. 39b..", "Raba sagte: Wenn sie Knoblauch gegessen und ausgespieen hat, Erde gegessen und ausgespieen230Infolge des üblen Geschmackes.hat, so hat sie nichts getan, denn sie muß aus eigenem Antriebe ausspeien, was hierbei nicht der Fall ist. Ferner sagte Raba: Die Richter müssen den Speichel aus dem Munde der Schwägerin kommen sehen, denn es heißt: vor den Augen der Ältesten &c. und ausspeien.", "Und sein Name werde in Jisraél genannt: das Haus des Entschuhten. DIESES GEBOT GILT FÜR DIE RICHTER UND NICHT FÜR DIE SCHÜLER. Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst saßen wir vor R. Tryphon, und eine Schwägerin kam zur Ḥaliça. Da sprach er zu uns: Rufet alle: Entschuhter, Entschuhter, Entschuhter." ], [ "i DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR VERLOBTE KÖNNEN1Bei Erlangung der Großjährigkeit. DIE WEIGERUNG ERKLÄREN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, VERLOBTE UND VERHEIRATETE.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR DEM EHEMANNE UND NICHT DEM SCHWAGER2Stirbt der Ehemann, so kann sie dem Schwager, dem sie zufällt, die Weigerung nicht erklären; die Entbindung kann nur durch die Ḥaliça erfolgen, u. zwar erst nach ihrer Großjährigkeit.; DIE SCHULE HILLELS SAGT, DEM EHEMANNE UND DEM SCHWAGER.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR IN SEINER GEGENWART; DIE SCHULE HILLELS SAGT, IN SEINER GEGENWART UND IN SEINER ABWESENHEIT. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR VOR GERICHT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, VOR GERICHT UND AUSSER GERICHT.", "DIE SCHULE HILLELS SPRACH ZUR SCHULE ŠAMMAJS: SIE DARF, SOLANGE SIE MINDERJÄHRIG IST, AUCH VIERUND FÜNFMAL DIE WEIGERUNG ERKLÄREN3Und sich mit anderen verheiraten.. DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: DIE TÖCHTER JISRAÉLS SIND KEINE PROSTITUIERTEN; VIELMEHR ERKLÄRE SIE DIE WEIGERUNG UND WARTE BIS SIE GROSSJÄHRIG IST, ERKLÄRE DIE WEIGERUNG UND VERHEIRATE SICH.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: Bei der Heirat gibt es keine Bedingung4Von deren Erfüllung die Gültigkeit derselben abhängig gemacht werden könnte; sollte eine solche bei der Antrauung, bestanden haben, so hat sie bei der Beiwohnung darauf verzichtet., und wenn eine Verheiratete die Weigerung erklären dürfte, könnte man glauben, bei der Heirat gebe es eine Bedingung5Man könnte glauben, die Heirat sei wegen einer nicht erfüllten Bedingung aufgelöst worden.. –", "Was ist bei der zu berücksichtigen, die unter den Baldachin6Cf. Fol. 57b Anm. 171. gekommen, aber nicht beschlafen worden ist7Nach der Schule Š.s kann auch diese die Weigerung nicht erklären.!? – Weil es auch bei der Baldachin[übergabe] keine Bedingung gibt. –", "Was ist zu berücksichtigen bei der, die der Vater den Vertretern des Ehemannes übergeben8Dies kann durch die Nichterfüllung einer Bedingung aufgehoben werden. hat!? – Die Rabbanan haben nicht unterschieden. –", "Und die Schule Hillels!? – Man weiß, daß die Heirat einer Minderjährigen nur rabbanitisch gültig9Die genannte Befürchtung ist nicht zu berücksichtigen. ist. Rabba und R. Joseph erklärten beide: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: niemand macht seine Beiwohnung zur Unzucht10Wenn jemand die Beiwohnung zur Ehelichung vollzieht, so wünscht er, daß diese Geltung habe.. –", "Was ist bei der zu berücksichtigen, die unter den Baldachin gekommen, aber nicht beschlafen worden ist!? – Niemand wünscht, daß der Baldachin zu einem Verbote11Einer Beiwohnung, die rückwirkend als Unzucht erklärt werden kann.führe. – Was ist bei der zu berücksichtigen, die der Vater den Vertretern des Ehemannes übergeben hat!? – Die Rabbanan haben nicht unterschieden. – Und die Schule Hillels!? – Da Antrauung und Eheurkunde erforderlich sind, so sagt mau nicht, es sei eine Beiwohnung der Unzucht.", "R. Papa erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist, wegen des Fruchtgenusses, und der Grund der Schule Hillels ist, wegen des Fruchtgenusses. Der Grund der Schule Šammajs ist, wegen des Fruchtgenusses: wenn du sagen wolltest, die Verheiratete12Von deren Gütern dem Ehemanne der Fruchtgenuß zusteht.könne die Weigerung erklären, so könnte er, da sie ihn später verläßt, ihre [Früchte] verzehren. Die Schule Hillels sagt: im Gegenteil, wenn du sagst, sie könne die Weigerung erklären, so melioriert er sie, denn er denkt, ihre Verwandten würden sonst auf sie einreden und sie aus seinem Besitze bringen.", "Raba erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist, weil niemand sich mit einem Gastmahle abmüht13Ist ihr Bleiben bei ihm zweifelhaft, so unterläßt er die Heirat überhaupt, um nicht unnötig ein Hochzeitsmahl zu veranstalten.und es verdirbt. – Und die Schule Hillels!? – Beiden ist es lieb, verheiratet zu heißen14Wegen dieser Bedenken unterläßt er die Heirat nicht..", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR DEM EHEMANNE &C. R. Oša͑ja sagte: Sie kann die Weigerung erklären gegen die Eheformel, nicht aber gegen die Gebundenheit14An ihren Schwager; sie kann die Weigerung nur dann erklären, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.. R. Ḥisda sagte: Folgendes ist der Grund R. Oša͑jas: die Eheformel, die mit ihrem Willen erfolgt ist, kann sie aufheben, die Gebundenheit, die ohne ihren Willen erfolgt ist, kann sie nicht aufheben. –", "Die [Aneignung durch] Beiwohnung kann ja auch gegen ihren Willen15Cf. supra Fol. 53b.erfolgen," ], [ "und sie kann sie aufheben!? – Vielmehr, die Beiwohnung und die Eheformel, die durch ihn erfolgt, kann sie aufheben, die Gebundenheit aber, die der Allbarmherzige ihr auferlegt hat, kann sie nicht aufheben. U͑la aber sagte: Sie kann die Weigerung erklären auch gegen die Gebundenheit, denn damit hebt sie die frühere Heirat16Sodaß eine Gebundenheit überhaupt nicht besteht.auf.", "Raba wandte gegen U͑la ein: Wenn eine17Die ihrem Schwager wegen Inzestuosität verboten ist.zur Weigerungserklärung berechtigt war, und dies nicht getan hat, so ist an ihrer Nebenbuhlerin die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Weshalb denn, sie kann ja die Weigerung jetzt erklären und die frühere Heirat aufheben, sodann darf an ihrer Nebenbuhlerin die Schwagerehe vollzogen werden!? – Anders verhält es sich bei der Nebenbuhlerin einer Inzestuösen. Rami b. Jeḥezqel lehrte: Hat sie dem Ehemanne die Weigerung erklärt, so ist sie18Da die Heirat rückwirkend annulliert wird.seinem Vater erlaubt, wenn aber dem Schwager, so ist sie seinem Vater verboten.", "Demnach gilt sie schon beim Zufallen19Beim Tode ihres Mannes, da sie die Heirat nicht annulliert hat.als seine Schwiegertochter, ebenso gilt jene schon beim Zufallen als Nebenbuhlerin seiner Tochter.", "Rabh sagte: Hat sie die Weigerung einem20Von den Brüdern.erklärt, so ist sie auch dem anderen verboten, wie dies auch bei der, die einen Scheidebrief erhalten21Von einem der Brüder. hat, der Fall ist. Ist doch die, die einen Scheidebrief erhalten hat, sobald sie dem einen verboten worden ist, auch allen anderen verboten, ebenso jene.", "Šemuél sagte: Wenn sie diesem die Weigerung erklärt hat, so ist sie dem anderen erlaubt. Sie ist mit der, die einen Scheidebrief erhalten hat, nicht zu vergleichen; bei der, die einen Scheidebrief erhalten, hat er an ihr die Handlung22Er handelt in Vertretung aller Brüder.begangen, hierbei aber hat sie an ihm die Handlung begangen. Sie sagte zu ihm: ich will dich nicht und ich verlange dich nicht; dich will ich nicht, deinen Genossen aber will ich wohl.", "R. Asi sagte: Wenn sie einem die Weigerung erklärt hat, so ist sie sogar ihm selber erlaubt. – Es wäre anzunehmen, daß er der Ansicht R. Oša͑jas ist, welcher sagt, sie könne die Weigerung nicht gegen die Gebundenheit erklären23Ihre Weigerung ist unwirksam, daher ist sie ihnen erlaubt.? – Bei einem Schwager kann sie sie aufheben, hier aber wird von zwei Schwägern gesprochen, und gegen die Hälfte der Gebundenheit24Sie ist an beide Schwäger gebunden. gibt es keine Weigerungserklärung25Aus diesem Grunde ist die Weigerung unwirksam..", "Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, wenn sie einem die Weigerung erklärt hat, sei sie den übrigen Brüdern erlaubt. Man pflichtete ihm aber nicht bei. – Wer ist es, der ihm nicht beipflichtete? – Abajje sagt, es sei Rabh26Der oben entgegengesetzt lehrt.; Raba sagt, es sei R. Oša͑ja27RJ. spricht nur von mehreren Brüdern, weil die Weigerung nur gegen einen Teil der Gebundenheit erklärt wird, bei einem Bruder dagegen ist er der Ansicht R.s.; manche sagen, es sei R. Aši28Auch dieser; RJ. spricht von mehreren Brüdern, u. zwar ist sie nur den übrigen Brüdern erlaubt..", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR IN SEINER GEGENWART &C. Es wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Die Frau Pišon des Kameltreibers erklärte ja die Weigerung in seiner Abwesenheit!? Die Schule Šammajs erwiderte der Schule Hillels: Pišon der Kameltreiber maß mit einem geränderten Korbe, daher maß man ihm ebenfalls mit einem geränderten Korbe29Wohl sprüchwörtl. für unrichtiges Maß (die Parallelstelle im jer. T. Fol. 13c hat בכפישה); er betrog sie um ihr Vermögen.. –", "Wenn er die Früchte30Von ihrem Vermögen.verzehrte, war sie wohl verheiratet, und die Schule Šammajs sagt ja, die Verheiratete könne die Weigerung nicht erklären!? – Man band ihm zwei Schlingen.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR VOR GERICHT &C. Dort wird gelehrt: Die Ḥaliça und die Weigerungserklärung müssen vor dreien erfolgen. Wer ist der Autor? Rabba erwiderte: Die Schule Šammajs. Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die Schule Hillels, denn die Schule Hillels sagt nur, es seien keine Autorisierten erforderlich, drei [Personen] aber sind erforderlich.", "Es wird auch gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, nur vor Gericht, die Schule Hillels sagt, vor Gericht und außer Gericht; diese und jene stimmen jedoch überein, daß drei [Personen] erforderlich sind. Nach R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist es auch vor zwei gültig. R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist wie dieses Paar.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE &C. ERKLÄRE SIE DIE WEIGERUNG &C. Sie hat ja bereits einmal die Weigerung erklärt31Als Minderjährige; die Schule Š.s lehrt, daß sie dies auch nach ihrer Großjährigkeit tue.!? Šemuél erwiderte: Bis sie großjährig ist und sagt, sie billige die frühere Weigerungserklärung32Sie kann inzwischen zurückgetreten sein..", "U͑la erwiderte: Er lehrt zweierlei: entweder sie erklärt die Weigerung und verlobt sich erst großjährige33Damit sie nicht wiederum die Weigerung erkläre., oder sie erklärt die Weigerung und verheiratet sich sofort34Sodann kann sie die Weigerung nicht mehr erklären.. –", "Erklärlich ist es nach U͑la, daß es heißt: bis sie großjährig ist &c. und verheiratet sich, nach Šemuél aber sollte es doch heißen: bis sie großjährig ist und sagt35Sie billige ihre Weigerungserklärung.!? – Ein Einwand.", "ii WELCHE MINDERJÄHRIGE MUSS DIE WEIGERUNG36Wenn sie mit der Heirat nicht einverstanden ist.ERKLÄREN? DIE IHRE MUTTER ODER IHRE BRÜDER MIT IHRER WILLIGUNG VERHEIRATET37Die Heirat ist dann rabbanitisch gültig.HABEN; HABEN SIE SIE OHNE IHRE WILLIGUNG VERHEIRATET, SO BRAUCHT SIE DIE WEIGERUNG NICHT38Sie kann ohne weiteres ihren Mann verlassen u. sich mit einem anderen verheiraten.ZU ERKLÄREN. R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, EIN KIND, DAS SEIN ANTRAUUNGS[OBJEKT]39Womit die Antrauung erfolgt ist.NICHT ZU VERWAHREN40Cf. Git. Fol. 64b.VERSTEHT, BRAUCHE DIE WEIGERUNG NICHT ZU ERKLÄREN.", "R. ELIE͑ZER SAGT, DIE HANDLUNG EINER MINDERJÄHRIGEN SEI WIRKUNGSLOS, SIE GELTE NUR ALS VERFÜHRTE. IST SIE EINE MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN, UND IST SIE EINE MIT EINEM JISRAÉLITEN [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES PRIESTERS, SO DARF SIE HEBE ESSEN.", "iii R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE: WAR DAS VERBLEIBEN [BEI IHM] VOM EHEMANNE VERANLASST WORDEN, SO GILT SIE ALS SEINE [FRÜHERE] FRAU, UND WAR DAS VERBLEIBEN NICHT VOM EHEMANNE VERANLASST WORDEN, SO GILT SIE NICHT ALS SEINE [FRÜHERE] FRAU.", "GEMARA. R. Jehuda sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Früher schrieb man die Weigerungsurkunde [wie folgt]: Ich will ihn nicht, ich verlange ihn nicht, und ich will mit ihm nicht verheiratet sein. Als man aber einsah, daß die Formel zu lang ist," ], [ "und man sie mit der eines Scheidebriefes verwechseln könnte, redigierte man sie wie folgt: Am Tage … erklärte N., die Tochter des N., vor uns die Weigerung.", "Die Rabbanan lehrten: Was heißt Weigerungserklärung? Wenn sie sagt: ich will meinen Mann N. nicht, ich will die Antrauung nicht, durch die meine Mutter, oder: meine Brüder, mich angetraut haben. Noch mehr sagte R. Jehuda: Selbst wenn sie, während sie in der Sänfte sitzt und aus dem Hause ihres Vaters in das Haus ihres Ehemannes getragen wird, sagt, sie wolle ihren Mann N. nicht, heißt dies41Obgleich sie sich dessenungeachtet zu ihrem Ehemanne tragen läßt.eine Weigerungserklärung.", "Noch mehr sagte R. Jehuda: Selbst wenn die [Hochzeits]gäste im Hause ihres Ehemannes lagern, und sie neben ihnen steht und kredenzt, und sagt, sie wolle ihren Mann N. nicht, heißt dies eine Weigerungserklärung. Noch mehr sagte R. Jose b. Jehuda: Selbst wenn ihr Ehemann sie zum Krämer schickt, um für ihn etwas zu holen, und sie sagt, sie wolle ihren Mann N. nicht, brauchst du keine deutlichere Weigerungserklärung als dies42Obgleich sie dies viell, nur aus Unmut über ihre Belästigung gesagt hat..", "R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, EIN KIND &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Ḥanina b. Antigonos. Es wird gelehrt: Wenn eine Minderjährige die Weigerung nicht erklärt und sich verheiratet hat, so gilt, wie sie im Namen dies R. Jehuda b. Bethera sagten, ihre Heirat als Weigerungserklärung.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn sie sich antrauen43Ohne Weigerungserklärung.ließ? – Komm und höre: Wenn eine Minderjährige ohne Weigerungserklärung sich antrauen ließ, so gilt, wie sie im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten, ihre Antrauung als Weigerungserklärung.", "Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Jehuda b. Bethera oder nicht? Und streiten sie, wenn du entscheidest, sie streiten gegen ihn, nur hinsichtlich der Antrauung44Nur diese gilt nicht als Weigerungserklärung, wohl aber die Verheiratung.oder auch hinsichtlich der Verheiratung? Und ist, wenn du entscheidest, sie streiten auch hinsichtlich der Verheiratung, die Halakha wie er, oder ist die Halakha nicht wie er? Und gilt, wenn du entscheidest, die Halakha sei wie er, dies nur von der Verheiratung oder auch von der Antrauung? –", "Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera. Wenn die Halakha so ist, demnach streiten sie gegen ihn. –", "Aber immerhin bleibt noch fraglich, ob dies von einer gilt, die verheiratet war, oder die nur angetraut45Nur in diesem Falle ist keine direkte Weigerungserklärung erforderlich.war. – Komm und höre: Die Schwiegertöchter des Abdan rebellierten46Gegen ihre Ehemänner; vgl. jed. ob. Fol. 105b., und Rabbi sandte ein Gelehrtenpaar, um dies47Ob eine endgültige Weigerung vorliege.zu untersuchen. Da sprachen Frauen zu ihnen: Seht, da kommen eure Männer. Jener erwiderten: Mögen sie eure Männer sein!", "Hierauf entschied Rabbi: Du hast keine deutlichere Weigerungserklärung als dies. Jene waren wahrscheinlich verheiratet. – Nein, sie waren nur angetraut. Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera, selbst bei einer Verheiratung mit dem ersten.", "R. ELIE͑ZER SAGT &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Ich habe nach allen Übereinstimmungen der Weisen nachgeforscht, und fand niemand [in seinen Lehren] hinsichtlich einer Minderjährigen so übereinstimmen, wie R. Elie͑zer. R. Elie͑zer betrachtet sie, als spaziere sie mit [ihrem Manne] im Hofe umher, dann von seinem Schöße aufsteht und untertaucht, um abends Hebe48Falls sie die Tochter eines Priesters u. er Jisraélit ist; die Heirat ist ganz bedeutungslos.zu essen.", "Ferner wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, die Handlung einer Minderjährigen sei wirkungslos; ihr Ehemann habe kein Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, er beerbe sie nicht und er verunreinige sich nicht an ihr49An ihrer Leiche, wenn er Priester ist.. Die Norm ist: sie gilt in keiner Hinsicht als seine Frau, nur daß sie50Um einen anderen heiraten zu dürfen.der Weigerungserklärung benötigt.", "R. Jehošua͑ sagt, ihr Ehemann habe Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, er beerbe sie und er verunreinige sich an ihr. Die Norm ist: sie gilt in jeder Hinsicht als seine Frau, nur daß sie durch Weigerungserklärung von ihm fort kann.", "Rabbi sagte: Die Worte R. Elie͑zers sind einleuchtender als die Worte R. Jehošua͑s; die Ansicht R. Elie͑zers bei der Minderjährigen ist übereinstimmend, die R. Jehošua͑s aber ist geteilt. – Die Teilung besteht wohl darin, sie sollte, wenn sie als seine Frau gilt, eines Scheidebriefes benötigen,", "aber ebenso sollte sie nach R. Elie͑zer, wenn sie nicht als seine Frau gilt, auch der Weigerungserklärung nicht benötigen!? – Sollte sie denn ohne weiteres fortgehen!?", "R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE &C. Welches Verbleiben war vom Ehemanne veranlaßt worden und welches Verbleiben war nicht vom Ehemanne veranlaßt worden? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn man sie51Als sie noch bei ihrem Ehemanne weilte. aufforderte, sich [anderweitig] zu verheiraten, und sie dies wegen ihres Ehemannes N. ablehnte, so war das Verbleiben vom Ehemanne veranlaßt worden, wenn aber, weil die Leute ihr nicht paßten, so war das Verbleiben nicht vom Ehemanne veranlaßt worden.", "Abajje b. Abin und R. Hanina b. Abin erklärten beide: Gab er ihr einen Scheidebrief, so war das Verbleiben vom Ehemanne veranlaßt worden, ihm sind ihre Verwandten und sie seinen Verwandten verboten, und er macht sie für Priester untauglich; erklärte sie ihm die Weigerung, so war das Verbleiben nicht vom Ehemanne veranlaßt worden, ihm sind ihre Verwandten und sie seinen Verwandten erlaubt, und er macht sie für Priester nicht untauglich. –", "Aber dies lehrt er ja weiter: erklärte sie ihrem Ehemanne die Weigerung, so sind ihm ihre Verwandten und sie seinen Verwandten erlaubt, und er macht sie für Priester nicht untauglich; gab er ihr einen Scheidebrief, so sind ihm ihre Verwandten und sie seinen Verwandten verboten, und er macht sie für Priester untauglich. – Dies ist eine Erklärung.", "ERKLÄRTE SIE IHREM EHEMANNE DIE WEIGERUNG, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND SIE SEINEN VERWANDTEN ERLAUBT, UND ER MACHT SIE FÜR PRIESTER NICHT UNTAUGLICH; GAB ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND SIE SEINEN VERWANDTEN VERBOTEN, UND ER MACHT SIE FÜR PRIESTER UNTAUGLICH.", "iv WENN ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND SIE WIEDERGENOMMEN HATTE, WORAUF SIE IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRTE UND SICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATETE, UND DARAUF VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD, SO DARF SIE ZU IHM51Zum ersten Ehemanne.ZURÜCKKEHREN. WENN SIE IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRT UND ER SIE WIEDERGENOMMEN HATTE, WORAUF ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GAB UND SIE SICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATETE, UND DARAUF VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD, SO DARF SIE ZU IHM NICHT ZURÜCKKEHREN." ], [ "DIE REGEL IST: ERFOLGTE DIE SCHEIDUNG NACH DER WEIGERUNGSERKLÄRUNG, SO DARF SIE ZU IHM NICHT ZURÜCKKEHREN, ERFOLGTE DIE WEIGERUNGSERKLÄRUNG NACH DER SCHEIDUNG, SO DARF SIE ZU IHM ZURÜCKKEHREN.", "WENN SIE IHREM EHEMANNE DIE WEIGERUNG ERKLÄRTE, SICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATETE UND ER SICH VON IHR SCHEIDEN LIESS, DARAUF MIT EINEM ANDEREN, UND SIE IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRTE, UND DARAUF MIT EINEM ANDEREN, UND ER SICH VON IHR SCHEIDEN LIESS, SO DARF52Die W.e זה הכלל, die in allen Texten fehlen, sind zu streichen.SIE ZU DEM NICHT ZURÜCKKEHREN, VON DEM SIE DURCH SCHEIDUNG, UND ZU DEM ZURÜCKKEHREN, VON DEM SIE DURCH WEIGERUNGSERKLÄRUNG FORT IST.", "GEMARA. Demnach53Nach der Regel, daß, wenn die Weigerungserklärung nach der Scheidung erfolgt ist, sie zu ihm zurückkehren dürfe.hebt die Weigerungserklärung die Scheidung auf,", "und dem widersprechend wird gelehrt, daß, wenn, sie ihrem Ehemanne die Weigerung erklärte, sich mit einem anderen verheiratete und er sich von ihr scheiden ließ, darauf mit einem anderen, und sie ihm die Weigerung erklärte, darauf mit einem anderen und er sich von ihr scheiden ließ, und darauf mit einem anderen, und sie ihm die Weigerung erklärte, sie zu dem nicht zurückkehren dürfe, von dem sie durch Scheidung, und zu dem zurückkehren dürfe, von dem sie durch Weigerung fort ist, wonach die einem anderen erklärte Weigerung seine54Des ersten Ehemannes. Scheidung nicht aufhebt!?", "R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.", "Raba sprach: Was ist dies für ein Einwand, vielleicht hebt die ihm selbst erklärte Weigerung seine Scheidung auf, und die einem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung nicht auf!? – Die einem anderen erklärte Weigerung hebt seine Scheidung wohl deshalb nicht auf, weil er sie, da sie sein Winken und Zwinkern versteht, beeinflussen55Dem anderen die Weigerung zu erklären.und wiedernehmen könnte, somit sollte auch die ihm selbst erklärte Weigerung seine Scheidung nicht aufheben, weil er sie, da sie sein Winken und Zwinkern versteht, beeinflussen und wiedernehmen könnte!? –", "Er hat bereits sie zu beeinflussen versucht, und sie ließ sich nicht beeinflussen56Da sie ihm die Weigerung erklärt hat..", "Vielmehr, wenn hier auf einen Widerspruch hingewiesen werden sollte, so besteht einer hinsichtlich [der Weigerungserklärung] des anderen: Wenn sie ihm die Weigerung erklärt und er sie wiedergenommen hatte, worauf er ihr einen Scheidebrief gab, und sie sich mit einem anderen verheiratete, und darauf verwitwet oder geschieden wird, so darf sie zu ihm nicht mehr zurückkehren. Nur wenn sie verwitwet oder geschieden wird, wenn sie aber die Weigerung erklärt, darf sie zu ihm zurückkehren. Demnach hebt die dem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung auf,", "und dem widersprechend wird gelehrt, daß, wenn sie ihrem Ehemanne die Weigerung erklärte, sich mit einem anderen verheiratete und er sich von ihr scheiden ließ, darauf mit einem anderen, und sie ihm die Weigerung erklärte, sie zu dem nicht zurückkehren dürfe, von dem sie durch Scheidung, und zu dem zurückkehren dürfe, von dem sie durch Weigerung fort ist, wonach die dem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung nicht aufhebt!?", "R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. U͑la erwiderte: Wenn die Scheidung dreimal wiederholt worden ist, sodaß sie als Erwachsene erscheint57In diesem Falle wird die Scheidung durch die spätere Weigerung nicht aufgehoben.. –", "Wer sind die Autoren58Unsere Mišna, die nach der obigen Erklärung von 2 Autoren herrührt.? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hierüber heißt es :59Thr. 5,4.Unser Wasser trinken wir für Geld, unser Holz erlangen wir gegen Zahlung. Nach folgender Halakha wurde zur Zeit der Gefahr60Zur Zeit der Niederwerfung des judäischen Aufstandes durch die Römer.geforscht. Darf sie, wenn sie vom ersten durch Scheidung und vom anderen durch Weigerung fort ist, zum ersten zurückkehren?", "Sie mieteten einen Mann um vierhundert Zuz und ließen R. A͑qiba im Gefängnisse fragen, und er verbot es. Ebenso R. Jehuda b. Bethera in Nezibis, und er verbot es.", "R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Dies brauchte nicht [gefragt zu werden]; wenn dies in einem mit der Ausrottungsstrafe belegten Falle erlaubt61Sie darf ohne Scheidung einen Fremden heiraten; dies wird nicht als Ehebruch angesehen, worauf die Ausrottungsstrafe gesetzt ist. ist, um wieviel mehr in einem mit einem Verbote belegten.", "Sie fragten vielmehr wie folgt. Darf sie, wenn sie die Frau des Bruders seiner Mutter war, die ihm somit zweitgradig inzestuös62Cf. supra Fol. 21a.ist, und sein Bruder väterlicherseits sie geheiratet hat und gestorben ist, jetzt die Weigerung63Gegen ihren ersten Ehemann.erklären und die frühere Heirat aufheben, sodaß an ihrer Nebenbuhlerin die Schwagerehe zu vollziehen64Da sie ihm nicht mehr inzestuös ist.ist. Ist im Falle eines Gebotes eine Weigerung nach dem Tode zulässig oder nicht?", "Sie mieteten zwei Männer um vierhundert Zuz und ließen R. A͑qiba im Gefängnisse fragen, und er verbot es. Ebenso R. Jehuda b. Bethera in Nezibis, und er verbot es.", "R. Jiçḥaq b. Ašjan sagte: Rabh pflichtet bei, daß sie den Brüdern dessen, dem sie verboten ist, erlaubt sei.", "Selbstverständlich, nur er ist es, dessen Winken und Zwinkern sie versteht, nicht aber die Brüder!? – Man könnte glauben, sie sei mit Rücksicht auf diesen auch den anderen verboten, so lehrt er uns.", "Manche lesen: R. Jiçḥaq b. Ašjan sagte: Wie sie ihm verboten ist, ebenso ist sie den übrigen Brüdern verboten. – Sie versteht ja ihr Winken und Zwinkern nicht!? – Mit Rücksicht auf diesen ist sie auch den Brüdern verboten.", "W ENN JEMAND SICH VON SEINER FRAU GESCHIEDEN UND SIE WIEDERGENOMMEN HAT SO IST SIE65Obgleich die Wiedernahme der Geschiedenen verboten ist.DEM SCHWAGER ERLAUBT, \n" ], [ "UND NACH R. ELEA͑ZAR VERBOTEN. EBENSO IST, WENN JEMAND SICH VON EINER WAISE66Die minderjährig von ihrer Mutter od. ihren Brüdern verheiratet worden u. zur Weigerungserklärung berechtigt ist.GESCHIEDEN UND SIE WIEDERGENOMMEN HAT, DIESE DEM SCHWAGER ERLAUBT, UND NACH R. ELEA͑ZAR VERBOTEN. WENN EINE MINDERJÄHRIGE VON IHREM VATER VERHEIRATET UND GESCHIEDEN WORDEN67Wenn der Vater für sie den Scheidebrief in Empfang nimmt, so ist die Scheidung gültig.IST, SODASS SIE ALS WAISE BEI LEBZEITEN DES VATERS68Da sie bereits verheiratet war, so ist der Vater nicht mehr befugt, für sie die Antrauung in Empfang zu nehmen; sie gleicht dann einer Waise, die, wenn die Mutter od. die Brüder sie verheiraten, zur Weigerungserklärung berechtigt ist.GILT, UND [IHR MANN] SIE WIEDERGENOMMEN HAT, SO IST SIE NACH ALLER ANSICHT DEM SCHWAGER VERBOTEN69Ihre durch den Vater erfolgte Scheidung ist gültig, dagegen aber die Wiedernahme rechtlich unwirksam, da der Vater über sie nicht mehr verfügen konnte u. sie selber minderjährig war; sie gilt somit für den Schwager als Geschiedene..", "GEMARA. E͑pha sagte: Der Grund R. Elea͑zars ist, weil sie ihm eine zeitlang verboten70Als Geschiedene seines Bruders; das Verbot wird durch die Wiedernahme nicht beseitigt.war. Die Jünger sprachen zu E͑pha: Demnach71Wenn sie als Geschiedene gilt.Sollte sie auch der Ḥaliça nicht benötigen!?", "Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, im Namen R. Elea͑zars sagten sie, sie benötige der Ḥaliça. Vielmehr, sagte E͑pha, den Grund R. Elea͑zars kenne ich nicht.", "Abajje sagte: Folgendes ist der Grund R. Elea͑zars: ihm ist es zweifelhaft, ob sie ihm72Die Witwe dem Schwager.durch den Tod oder durch die frühere Heirat zufällt. Erfolgt es durch den Tod, so fällt sie ihm zur Schwagerehe73Die frühere Scheidung hat keine Wirkung.zu, erfolgt es durch die frühere Heirat, so war sie ihm eine zeitlang verboten74Durch die Scheidung ist die Pflicht der Schwagerehe aufgehoben..", "Raba sagte: Tatsächlich ist es R. Elea͑zar entschieden, daß sie ihm durch den Tod zufällt, aber jedem ist die Scheidung bekannt, nicht aber ist jedem die Wiedernahme bekannt75Man würde glauben, er heirate die Geschiedene seines Bruders.. –", "Im Gegenteil, gerade die Wiedernahme ist ja bekannt, da sie bei ihm weilt!? – Es kann auch vorkommen, daß er sie abends wiedemimmt und morgens76Die Wiedernahme bleibt unbekannt.stirbt.", "R. Aši sagte: Folgendes ist der Grund R. Elea͑zars: er berücksichtigt bei jenen77Den Wiedergenommenen, ob minderjährig od. großjährig.die Wiedernahme einer Waise bei Lebzeiten des Vaters78Dh. einer vom Vater verheirateten u. geschiedenen Minderjährigen, die als solche gilt; diese ist nach aller Ansicht dem Schwager verboten.. Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn eine Minderjährige von ihrem Vater verheiratet und geschieden worden ist, sodaß sie als Waise bei Lebzeiten des Vaters gilt, und [ihr Mann] sie wiedergenommen hat, sie nach aller Ansicht dem Schwager verboten sei.", "Wozu braucht dies gelehrt zu werden, es ist ja selbstverständlich? Wahrscheinlich lehrt er folgendes: der Grund R. Elea͑zars ist, bei jenen sei diese zu berücksichtigen. Schließe hieraus.", "Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Die Weisen pflichten R. Elea͑zar bei, daß, wenn eine Minderjährige vom Vater verheiratet und geschieden worden ist, sodaß sie als Waise bei Lebzeiten des Vaters gilt, und [ihr Mann] sie wiedergenommen hat, sie dem Schwager verboten sei, weil ihre Scheidung eine vollständige Scheidung, ihre Wiedemahme aber keine vollständige Wiedernahme ist.", "Dies gilt nur von dem Falle, wenn er sich von ihr geschieden hat, als sie minderjährig war, und sie minderjährig wiedergenommen hat, wenn er sich aber von ihr geschieden hat, als sie minderjährig war, und sie großjährig wiedergenommen79Die Wiedernahme ist dann gültig.hat, oder auch minderjährig und sie bei ihm großjährig80Die erste Beiwohnung nach ihrer Großjährigkeit gilt als Ehelichung u. die Wiedernahme ist gültig.wurde, so ist, wenn er stirbt, an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen. Im Namen R. Elea͑zars sagten sie, an ihr sei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.", "Raba fragte R. Naḥman: Wie verhält es sich mit ihrer Nebenbuhlerin81Einer rechtsgültig wiedergenommenen Geschiedenen, ob nach RE. an dieser die Schwagerehe vollzogen werden darf.? Dieser erwiderte: Hinsichtlich dieser selbst ist es nur eine Maßregel82Mit Rücksicht auf eine durch den Vater verheiratete u. geschiedene Minderjährige., und wir sollten eine Maßregel für eine Maßregel83Sogar die Nebenbuhlerin zu verbieten.treffen!? –", "Es wird ja aber gelehrt, im Namen R. Elea͑zars sagten sie, an ihr und an ihrer Nebenbuhlerin sei die Ḥaliça zu vollziehen. Doch wohl nicht an ihr und ihrer Nebenbuhlerin, sondern entweder an ihr oder an ihrer Nebenbuhlerin sei die Ḥaliça zu vollziehen!? – Du hast dies ja berichtigen müssen, berichtige es wie folgt: an ihr ist die Ḥaliça, an ihrer Nebenbuhlerin aber die Ḥa1iça oder die Schwagerehe zu vollziehen.", "vii WENN ZWEI BRÜDER MIT ZWEI MINDERJÄHRIGEN SCHWESTERN84Die von ihrer Mutter od. ihren Brüdern verheiratet worden sind.VERHEIRATET SIND UND DER EHEMANN DER EINEN STIRBT, SO IST SIE ALS SCHWESTER SEINER FRAU85Von der Schwagerehe.FREI. DASSELBE GILT AUCH VON ZWEI TAUBEN86Deren Ehe ebenfalls nur rabbanit. gültig ist.. WENN EINE GROSSJÄHRIG UND EINE MINDERJÄHRIG IST, UND DER EHEMANN DER MINDERJÄHRIGEN STIRBT, SO IST SIE ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI; \n", "STIRBT DER EHEMANN DER GROSSJÄHRIGEN, SO VERANLASSE87Da die Witwe an den Schwager nach der Tora gebunden, die Gültigkeit der Heirat mit der Minderjährigen aber nur rabbanit. ist.MAN, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, DIE MINDERJÄHRIGE, IHM DIE WEIGERUNG88Die Heirat ist dann annulliert u. er kann die Schwagerehe vollziehen.ZU ERKLÄREN.", "R. GAMLIÉL SAGT, HAT SIE DIE WEIGERUNG ERKLÄRT, SO IST ES RECHT, WENN ABER NICHT, SO WARTE SIE BIS SIE GROSSJÄHRIG IST, SODANN IST JENE ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI.", "R. JEHOŠUA͑ SAGTE: WEHE IHM OB SEINER FRAU, WEHE IHM OB DER FRAU SEINES BRUDERS! ER MUSS SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF UND DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCH ḤALIÇA ENTFERNEN.", "GEMARA. Ist dies89Die Minderjährige zur Weigerungserklärung zu veranlassen.denn erlaubt, Bar Qappara lehrte ja: Stets bevorzuge man drei Dinge und halte sich von drei Dingen fern. Man bevorzuge drei Dinge: die Ḥaliça, die Friendensstiftung und die Aufhebung von Gelübden; man halte sich von drei Dingen fern: von Weigerungserklärungen, von Depositenannahmen und von Bürgschaften. – Anders ist es, wenn die Weigerungserklärung zur Ausübung eines Gebotes erfolgt90Wie im Falle der Mišna, um die Schwagerehe vollziehen zu können..", "Der Text. Bar Qappara lehrte: Stets bevorzuge man drei Dinge. Die Ḥaliça. Dies nach Abba Šaúl, denn es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte: Wenn jemand seine Schwägerin wegen ihrer Schönheit, wegen des geschlechtlichen Verkehrs oder aus einem anderen Grunde nimmt, so ist es ebenso, als würde er auf eine Inzestuöse stoßen, und mir scheint es sogar, daß das Kind ein Hurenkind ist.", "Die Friedensstiftung. Es heißt: 91Ps. 34,15.suche den Frieden und jage ihm nach." ], [ "Hierzu sagte R. Abahu: Man folgere es92Die Belohnung für die Friedensstiftung.durch [das Wort] jagen; hierbei heißt es: suche den Frieden und jage ihm nach, und dort93Pr. 21,21.heißt es: wer nach Wohltat und Liebe jagt, wird Leben, Wohltat und Ehre finden. Die Auflösung von Gelübden. Dies nach R. Nathan, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Tut jemand ein Gelübde, so ist es ebenso, als würde er eine Opferhöhe94Zur Zeit, wo diese verboten sind.errichten, und erfüllt er es, so ist es ebenso, als würde er darauf ein Opfer darbringen.", "Man halte sich fern von drei Dingen. Von Weigerungserklärungen. Sie könnte, wenn sie großjährig ist, es bereuen. Von Depositenannahmen. Von einem Mitbürger, der sein Haus wie sein eigenes95Der in seinem Hause verkehrt; es könnte darüber ein Streit entstehen. betrachtet. Von Bürgschaften. Von den šelaçjonischen96Nach Raschi Ortsname (Salacia, Seleucia); als Kompositum des weiter folgenden שלוף דוץ ganz unwahrscheinlich.Bürgschaften.", "R. Jiçḥaq sagte nämlich: Es heißt :97Pr. 11,15.schlecht, ganz schlecht ergeht es dem, der sich für einen Fremden verbürgt; Unglück auf Unglück kommt über die, die Proselyten98Dies wird unter ‘für einen Fremden verbürgt’ verstanden.aufnehmen, die šelaçjonische Bürgschaft übernehmen, und der sich an die Lehre herandrängt99Die das Gesetz studieren u. die Gebote nicht ausüben; dies wird aus dem im 2. Absatze des an gezogenen Schriftverses gebrauchten W. תוקעים, das auch hierbei gebraucht wird, gefolgert.. Die Proselyten aufnehmen, nach R. Ḥelbo, denn R. Ḥelbo sagte, Proselyten seien für die Jisraéliten wie ein Ausschlag100Cf. supra Fol. 47b u. hierzu Anm. 343.unangenehm.", "Die šelaçjonische Bürgschaft, von der es heißt: ausziehen101Diese Erklärung ist ebenso dunkel, wie das W. שלציון selbst; nach den Erklärungen soll dies heißen: den Schuldner entbinden u. sich auf den Bürgen stützen.und stoßen. Der sich an die Lehre herandrängt, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Wenn jemand sagt, er habe keine Tora102Er befasse sich nicht mit dem Studium des Gesetzes., so hat er nichts von der Tora103Er erhält auch keinen Lohn dafür.. –", "Selbstverständlich!? – Vielmehr, wenn jemand sagt, er habe nur die Tora104Und übe nicht die im Gesetze genannten Gebote., so erhält er [Lohn] nur für die Tora. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Vielmehr, er erhält auch nichts für die Tora. – Aus welchem Grunde? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:105Dt. 5,1.daß ihr lernt und danach handelt; wer danach handelt, lerne auch, wer nicht danach handelt, lerne auch nicht.", "Wenn du willst, sage ich: tatsächlich, wie wir zuerst gesagt haben: wenn jemand sagt, er habe nur die Tora, so erhält er [Lohn] nur für die Tora. Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er andere lehrt, die danach handeln; man könnte glauben, er erhalte dieserhalb einen Lohn, so lehrt er uns.", "Wenn du aber willst, sage ich: [der Passus,] der sich an die Lehre herandrängt, bezieht sich auf einen Richter, der bei einer Rechtsfrage, die vor ihn kommt, eine Sache mit einer Sache106Hinsichtlich welcher er unterrichtet ist, u. danach die Entscheidung trifft.vergleicht, und nicht zu seinem Lehrer geht und ihn fragt.", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Der Richter stelle sich stets vor, als liege ihm ein Schwert zwischen den Hüften und sei die Hölle unter ihm offen, denn es heißt:107Cant. 3,7. siehe, das ist das Bett Šelomos, sechzig Helden von den Helden Jisraéls umringen dasselbe &c. wegen nächtlichen Grauens; wegen des Grauens vor der Hölle, die der Nacht gleicht.", "R. GAMLIÉL SAGT, HAT SIE DIE WEIGERUNG ERKLÄRT &C. – R. Elea͑zar fragte Rabh: Was ist der Grund R. Gamliéls: weil er der Ansicht ist, die Antrauung einer Minderjährigen befinde sich in der Schwebe, und mit ihrem Heranwachsen wachse auch108Dh. mit ihrer Großjährigkeit erlangt die Antrauung rückwirkend Gültigkeit.diese, somit auch dann, wenn er ihr nicht beigewohnt109Nach ihrer Großjährigkeit; die frühere Antrauung erlangt Gültigkeit, sodaß die Schwägerin inzestuös u. somit vollständig entbunden ist.hat,", "oder weil er der Ansicht ist, sobald er sich die Schwester der Schwägerin110Durch ihre Beiwohnung nach ihrer Großjährigkeit; dagegen aber ist die frühere Antrauung ohne jede Wirkung.antraut, werde die Schwägerin entbunden, somit nur dann, wenn er ihr beigewohnt hat, nicht aber, wenn er ihr nicht beigewohnt hat?", "Dieser erwiderte: Folgendes ist der Grund R. Gamliéls : weil er der Ansicht ist, sobald er sich die Schwester der Schwägerin antraut, werde die Schwägerin entbunden, somit nur dann, wenn er ihr beigewohnt hat, nicht aber, wenn er ihr nicht beigewohnt hat.", "R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte diese Lehre schlummernd und schlafend. Es wird gelehrt: Wenn jemand sich eine Minderjährige angetraut hat, so befindet sich die Antrauung in der Schwebe, und unter Schwebe ist wohl zu verstehen, mit ihrem Heranwachsen wachse auch diese; also auch dann, wenn er ihr nicht beigewohnt hat.", "Rabin, Sohn des R. Naḥman, sprach zu ihm: Der Zustand der Minderjährigen befindet sich in der Schwebe, denn wenn er ihr beiwohnt, ist [die Antrauung] gültig, sonst aber111Sie befindet sich insofern in der Schwebe, als nicht feststeht, ob er ihr nach ihrer Großjährigkeit beiwohnen wird od. nicht.nicht. Sie kann [bis dahin] sagen : er ist mir überlegen und ich bin ihm überlegen112Er kann sie gegen ihren Willen durch Scheidung entfernen u. sie kann ihn gegen seinen Willen durch Weigerungserklärung verlassen.. –", "Ist Rabh denn der Ansicht, nur wenn er ihr beigewohnt hat, sonst aber nicht, es wurde ja gelehrt, daß, wenn eine Minderjährige die Weigerung nicht erklärt, und nachdem sie herangewachsen ist, sich [mit einem anderen] verheiratet hat, sie, wie Rabh sagt, eines Scheidebriefes vom anderen nicht113Da wegen der Gültigkeit der Heirat des ersten die des anderen ungültig ist.benötige, und wie Šemuél sagt, eines Scheidebriefes vom anderen benötige." ], [ "Doch wohl, wenn er114Der erste, nach ihrer Großjährigkeit.ihr nicht beigewohnt hat!? – Nein, wenn er ihr beigewohnt hat. – Was ist, wenn er ihr beigewohnt hat, der Grund Šemuéls115Demnach sollte die Antrauung des ersten gültig u, die des anderen ungültig sein.!? – Er ist der Ansicht, wer die Beiwohnung vollzieht, tue dies auf Grund der ersten Antrauung116Und diese war ungültig.. –", "Hierüber streiten sie ja bereits!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand [sich eine Frau] unter einer Bedingung117Daß sie beispielsweise keinen Leibesfehler hat.angetraut und sie ohne Bedingung genommen hat, so benötigt sie118Wenn sich herausstellt, daß dies nicht der Fall ist.von ihm, wie Rabh sagt, eines Scheidebriefes, und wie Šemuél sagt, keines Scheidebriefes.", "Rabh sagt, sie benötige von ihm eines Scheidebriefes, denn er hat, da er sie genommen hat, auf die Bedingung119Die Antrauung ist vielmehr durch die erste Beiwohnung erfolgt.verzichtet; Šemuél sagt, sie benötige von ihm keines Scheidebriefes, denn wer die Beiwohnung vollzieht, tut dies auf Grund der ersten Antrauung120Die in diesem Falle ungültig ist.. –", "Beides ist nötig. Würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, wo es sich um eine Bedingung handelt, auf die er, da er die Beiwohnung vollzogen hat, verzichtet hat, bei jener Lehre aber pflichte er Šemuél bei. Und würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur da, hierbei aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig. –", "Kann Rabh denn gesagt haben, nur wenn er ihr beigewohnt114Der erste, nach ihrer Großjährigkeit.hat, sonst aber nicht, einst ereignete es sich ja in Nareš, daß jemand sich eine Minderjährige angetraut hatte, und als sie großjährig wurde und er sie auf die Sänfte121Wohl eine Art Hochzeitsbaldachin; dann sollte die eigentl. Hochzeit od. Heimführung erfolgen.setzte, kam jemand und raubte sie ihm, und R. Beruna und R. Ḥananél, die Schüler Rabhs, die da anwesend waren, benötigten sie keines Scheidebriefes122Demnach war die erste Antrauung gültig.vom anderen!?", "R. Papa erwiderte: In Nareš pflegten sie zuerst zu heiraten123Die Beiwohnung zu vollziehen.und nachher auf die Sänfte zu setzen. R. Aši erwiderte: Er handelte124Indem er sie raubte.ungebührlich, daher verfuhr man mit ihm ungebührlich und annullierte seine Antrauung.", "Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings wenn die Antrauung durch Geld125Cf. Qid. Fol. 2a.erfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch Beiwohnung erfolgt ist!? – Die Rabbanan haben seine Beiwohnung zu einer außerehelichen gemacht. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. Ebenso sagte R. Elea͑zar, die Halakha sei wie R. Elie͑zer.", "viii WENN JEMAND MIT ZWEI MINDERJÄHRIGEN WAISEN VERHEIRATET WAR126Deren Heirat nur rabbanit. gültig ist. UND GESTORBEN IST, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG ODER DIE HALIÇA DER EINEN VON IHNEN IHRE NEBENBUHLERIN. DASSELBE GILT VON ZWEI TAUBEN. IST EINE MINDERJÄHRIG UND DIE ANDERE TAUB, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG DER EINEN IHRE NEBENBUHLERIN127Die Gültigkeit der Heirat ist zwar bei beiden gleichwertig, jedoch nicht ihr physischer Charakter, sodaß er die der einen bevorzugt haben kann.NICHT.", "IST EINE VOLLSINNIG UND DIE ANDERE TAUB, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG DER VOLLSINNIGEN DIE TAUBE, NICHT ABER DIE DER TAUBEN DIE VOLLSINNIGE. IST EINE ERWACHSEN UND DIE ANDERE MINDERJÄHRIG, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG DER ERWACHSENEN DIE MINDERJÄHRIGE, NICHT ABER DIE DER MINDERJÄHRIGEN DIE ERWACHSENE.", "GEMARA. Ist denn eine Taube zur Ḥaliça fähig, wir haben ja gelernt, daß, wenn die Ḥaliça128Cf. supra Fol. 104b Anm. 138.an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen erfolgt ist, sie ungültig sei!?", "R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Dies129Der Passus: dasselbe gilt von 2 Tauben.bezieht sich auf die Beiwohnung. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, auf die Ḥaliça, denn das eine gilt von einer Tauben von früher her, und das andere gilt von einer Tauben, die vollsinnig130Bei ihrer ersten Heirat.war.", "Eine von früher her Taube geht wie sie gekommen131Wie die Zeremonie der Heirat durch Zeichen erfolgt ist, ebenso erfolgt die der Ḥaliça durch Zeichen.ist, nicht aber eine Taube, die vollsinnig war, da bei ihr das Lesen [der Schriftworte]132Cf. supra Fol. 106b.hindernd133Dies ist unerläßlich u. kann bei ihr nicht erfolgen.ist.", "Abajje wandte gegen ihn ein: Ist denn eine von früher her Taube zur Ḥaliça fähig, wir haben ja gelernt: Wenn zwei Brüder, ein Vollsinniger und ein Tauber, mit zwei einander fremden134Nicht verwandt. [Frauen], einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Er heiratete135Er vollziehe an ihr die Schwagerehe; da sie stumm ist u. die Schriftverse nicht sprechen kann, so kann an ihr die Ḥaliça nicht vollzogen werden.sie, und wenn er will, entferne er136Durch Scheidung, gleich der Heirat, durch Zeichen.sie.", "Was tue der mit der Tauben verheiratete Taube, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er heirate sie und kann sie nimmer137Er ist nicht vollsinnig, u. seine Scheidung kann die Antrauung seines vollsinnigen Bruders nicht aufheben.entfernen. Dies gilt wohl von einer von früher her Tauben, und er lehrt, daß er sie nehme;" ], [ "nur dies und nicht die Ḥaliça138Vgl. Anm. 135. Da die Gebundenheit mit seiner Schwägerin durch ihre vollständige Heirat erfolgt, während die Heirat mit seiner Frau nach der Tora ungültig ist.vollziehen!? – Nein, von einer Tauben, die vollsinnig war. –", "Komm und höre: Wenn zwei vollsinnige Brüder mit zwei einander fremden [Frauen], einer Vollsinnigen und einer Tauben verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Er heirate sie, und wenn er will, entferne er136Durch Scheidung, gleich der Heirat, durch Zeichen.sie. Was tue der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er vollziehe an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe.", "Da dies von einem Vollsinnigen von früher her gilt, so gilt dies wohl auch von einer Tauben von früher her, und er lehrt, daß er sie heirate; nur dies und nicht die Ḥaliça vollziehen!? – Wieso denn, er so und sie anders.", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn zwei Brüder, ein Vollsinniger und ein Tauber, mit zwei Schwestern, einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester der Frau frei.", "Was tue der mit der Tauben verheiratete Taube, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief138Vgl. Anm. 135. Da die Gebundenheit mit seiner Schwägerin durch ihre vollständige Heirat erfolgt, während die Heirat mit seiner Frau nach der Tora ungültig ist.und die Frau seines Bruders ist für immer139Sie darf überhaupt nicht heiraten; dem Schwager ist sie als Schwester seiner Frau verboten, u. Fremden ebenfalls, da er als Tauber die Ḥaliça nicht vollziehen kann.verboten.", "Wolltest du sagen, dies gelte ebenfalls von einem Tauben, der vollsinnig war, so kann ja ein solcher [seine Frau durch Scheidung] nicht entfernen, denn wir haben gelernt, daß, wenn sie taub geworden ist, er sie entfernen, wenn sie blödsinnig geworden ist, er sie nicht entfernen, und wenn er taub oder blödsinnig geworden ist, er sie nimmer entfernen könne.", "Dies gilt somit von einem von früher her Tauben, und ihm entsprechend, von einer von früher her Tauben, und wenn dies bei den Schwestern von Tauben von früher her gilt, so gilt dies auch bei den einander fremden von Tauben von früher her, und bei den einander fremden lehrt er, daß er sie heirate; nur dies und nicht die Ḥaliça vollziehen!? Jener schwieg.", "Als er hierauf zu R. Joseph kam, sprach dieser zu ihm: Weshalb hast du ihm einen Einwand hieraus erhoben, sodaß er dir erwidern kann, bei den Schwestern gelte es von Tauben von früher her, und bei den einander fremden von Tauben, die vollsinnig waren,", "du solltest ihm den Einwand aus der folgenden Lehre erheben: Wenn zwei taube Brüder mit zwei vollsinnigen Schwestern, oder mit zwei tauben Schwestern, oder mit zwei Schwestern, von denen eine vollsinnig und eine taub ist, verheiratet sind, ebenso wenn zwei taube Schwestern mit zwei vollsinnigen Brüdern, oder mit zwei tauben Brüdern, oder mit zwei Brüdern, von denen einer vollsinnig und einer taub ist, verheiratet sind, so sind sie von der Ḥaliça und Schwagerehe140Falls einer stirbt; die Ehen waren gleichwertig u. die Witwe ist eine Schwester seiner Frau.entbunden ; sind [die Frauen] einander fremd, so müssen sie sie141Da einer von ihnen für die Ḥ. unfähig ist.heiraten, und wenn sie wollen, entfernen sie sie.", "In welchem Falle: sind es Taube, die vollsinnig waren, so können sie ja [die Frauen durch Scheidung] nicht entfernen, denn wir haben gelernt, daß, wenn sie blödsinnig geworden ist, er sie nicht entfernen, und wenn er taub oder blödsinnig geworden ist, er sie nimmer entfernen könne;", "doch wohl Taube von früher her, und ihnen entsprechend, taube [Frauen] von früher her, und er lehrt von den einander fremden, daß sie sie heiraten müssen; nur heiraten und nicht die Ḥaliça vollziehen!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung.", "IST EINE MINDERJÄHRIG UND DIE ANDERE TAUB &C. R. Naḥman sagte: Ich traf R. Ada b. Ahaba und seinen Schwiegersohn R. Ḥana auf dem Marktplatze von Pumbeditha sitzen und folgendes erörtern. Wir haben gelernt, daß, wenn eine minderjährig und die andere taub ist, die Beiwohnung der einen ihre Nebenbuhlerin nicht entbinde. Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie ihm von einem vollsinnigen Bruder zugefallen sind, da man nicht weiß, ob ihm die Minderjährige oder die Taube lieber war;", "vielleicht war ihm die Minderjährige lieber, da sie zu Verstand kommt, vielleicht aber war ihm die Taube lieber, da sie erwachsen und für die Beiwohnung geeignet ist. Wenn sie ihm aber von einem tauben Bruder zugefallen sind, so war ihm entschieden die Taube lieber, da sie für die Beiwohnung geeignet und seiner Art ist.", "Ich sprach dann zu ihnen: Auch wenn sie ihm von einem tauben Bruder zugefallen sind, ist es zweifelhaft.", "Welches Mittel gibt es für sie142Da sie auch für die Ḥ. nicht geeignet sind.? R. Ḥisda erwiderte im Namen Rabhs: Er heirate die Taube und entferne sie durch einen Scheidebrief, und sobald die Minderjährige großjährig ist, vollziehe er an ihr die Ḥaliça.", "R. Ḥisda sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß Rabh der Ansicht ist, die Taube sei unvollständig143Die Aneignung durch die Ehe ist gültig, jed. erstreckt sie sich nicht auf die ganze Person.angeeignet, und die Minderjährige sei unentschieden144Es ist zweifelhaft, ob die Aneignung gültig ist od. nicht. Wenn die Unvollständigkeit ihrer Ehe gleicher Art wäre, so würden sie von 2 Tauben od. 2 Minderjährigen nicht zu unterscheiden sein.angeeignet. Wenn man nämlich sagen wollte, die Taube sei unentschieden angeeignet, und die Minderjährige sei unvollständig angeeignet, wozu braucht er die Taube zu heiraten und durch einen Scheidebrief zu entfernen," ], [ "sie kann ja auf jeden Fall bei ihm verbleiben: ist sie ihm angeeignet, so ist sie ihm ja angeeignet145Die Minderjährige ist dann entbunden., und ist sie ihm nicht angeeignet, so ist sie ihm ja eine Fremde146Und wird ihm durch die Ḥ. der Minderjährigen nicht verboten..", "Wolltest du dies auch hinsichtlich der Minderjährigen einwenden: wozu warte sie, bis sie großjährig ist, und vollziehe er an ihr die Ḥaliça, sie sollte doch bei ihm147Wenn er sie zuerst heiratet. verbleiben: ist sie ihm angeeignet, so ist sie ihm ja angeeignet, und ist sie ihm nicht angeeignet, so ist sie ja eine Fremde, so [ist zu erwidern:] wodurch sollte die Taube148An der die Ḥ. nicht vollzogen werden kann.entbunden werden!?", "R. Šešeth sagte: Dies, wie R. Ḥisda die Ansicht Rabhs erklärt, ist auch einleuchtend,", "denn es wird gelehrt: Wenn zwei Brüder mit zwei verwaisten Schwestern, einer Minderjährigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der Ehemann der Minderjährigen stirbt, so ist die Taube durch einen Scheidebrief zu entfernen, und sobald die Minderjährige großjährig ist, vollziehe er an ihr die Ḥaliça;", "stirbt der Ehemann der Tauben, so ist die Minderjährige durch einen Scheidebrief zu entfernen, und die Taube ist für immer149Auch jedem anderen; er darf sie nicht heiraten, da, wenn die Minderjährige ihm angeeignet war, sie die Schwester seiner Geschiedenen ist, ebenso kann er an ihr, da sie taub ist, die Ḥ. nicht vollziehen.verboten. Hat er der Tauben150Nach der Scheidung von der Minderjährigen, obgleich dies verboten ist.beigewohnt, so gebe er ihr einen Scheidebrief und sie ist frei.", "Einleuchtend ist es, wenn du sagst, die Taube sei unvollständig angeeignet und die Minderjährige sei zweifelhaft angeeignet, daß, wenn er der Tauben beigewohnt hat, er ihr einen Scheidebrief gebe und sie frei ist, denn entweder war die Minderjährige angeeignet, sodann ist diese als Schwester seiner Frau frei151Die Beiwohnung ist Unzucht u. eherechtlich unwirksam., oder sie war nicht angeeignet, sodann vollzog er die Schwagerehe zu Recht;", "wenn du aber sagst, die Taube sei zweifelhaft angeeignet und die Minderjährige sei unvollständig angeeignet, wieso ist die Taube, wenn er ihr beigewohnt und einen Scheidebrief gegeben hat, frei, die Beiwohnung ist ja152Da sie viell, angeeignet u. die Schwester seiner Frau ist.ungültig, und die ungültige Beiwohnung entbindet nicht!? –", "Hier ist die Ansicht R. Neḥemjas vertreten, welcher sagt, die ungültige Beiwohnung entbinde von der Ḥaliça. –", "Wie ist, wenn hier die Ansicht R. Neḥemjas vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: Wenn jemand mit zwei Waisen, einer Minderjährigen und einer Tauben, verheiratet war und gestorben ist, und der Schwager der Minderjährigen und nachher der Tauben beigewohnt hat, oder sein Bruder der Tauben beigewohnt hat, so sind ihm beide verboten. Welches Mittel gibt es für sie? Die Taube ist durch einen Scheidebrief zu entfernen, und sobald die Minderjährige großjährig ist, vollziehe er an ihr die Ḥaliça.", "Einleuchtend ist es, wenn du sagst, die Taube sei unvollständig angeeignet und die Minderjährige sei zweifelhaft angeeignet, und hier sei die Ansicht der Rabbanan153Daß die ungültige Beiwohnung nicht entbinde.vertreten, daß sie warte, bis sie großjährig ist, und er an ihr die Ḥaliça vollziehe, denn er könnte vorher der Tauben beigewohnt haben, sodann ist die Beiwohnung der Minderjährigen154Die ihm dann verboten ist, da er nicht an beiden die Schwagerehe vollziehen darf; es gibt daher kein anderes Mittel, als ihre Großjährigkeit abzuwarten u. an ihr die Ḥ. zu vollziehen.ungültig,", "wenn du aber sagst, hier sei die Ansicht R. Neḥemjas vertreten, so entbindet ja nach ihm auch die ungültige Beiwohnung155Wenn er ihr beigewohnt hat u. sich von ihr scheiden läßt, so ist sie durch ihre eigene Beiwohnung entbunden, obgleich sie ungültig ist.!?", "Vielmehr ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten. Schließe hieraus.", "R. Aši sagte : Auch aus dem Anfangssatze156In dem Falle, wenn sie Schwestern sind.ist zu entnehmen, daß hier die Ansicht der Rabbanan vertreten ist; dieser lehrt, daß, wenn er der Tauben beigewohnt hat, er ihr einen Scheidebrief gebe und sie erlaubt ist, und er lehrt nicht, daß, wenn er der Minderjährigen beigewohnt hat, er ihr einen Scheidebrief gebe und sie erlaubt157Wohl deshalb, weil ihre Beiwohnung ungültig ist.ist. –", "Wenn nur dies, so ist dies kein Beweis; bezüglich der Tauben, für die es kein erlaubtes Mittel158Sie ist sonst dem Schwager u. Fremden verboten; vgl. Anm. 149.gibt, lehrt er ein verbotenes Mittel159Die Beiwohnung ist von vornherein verboten, da sie die Schwester seiner an ihn gebundenen Schwägerin ist., bezüglich der Minderjährigen aber, für die es ein erlaubtes Mittel160Die Vollziehung der H. nach Erlangung ihrer Großjährigkeit.gibt, lehrt er kein verbotenes Mittel.", "ix WENN JEMAND MIT ZWEI MINDERJÄHRIGEN WAISEN VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN IST, UND DER SCHWAGER DER EINEN UND NACHHER DER ANDEREN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER ANDEREN BEIGEWOHNT HAT, \n" ], [ "SO HAT ER DIE ERSTE NICHT UNTAUGLICH161Beide Ehen sind gleichwertig; ist ihm die erste angeeignet, so ist die Beiwohnung der anderen eherechtlich nichts weiter als Unzucht, u. ist sie ihm nicht angeeignet, so sind ihm beide fremd.GEMACHT. DASSELBE GILT VON ZWEI TAUBEN.", "WENN EINE MINDERJÄHRIG UND EINE TAUB IST, UND DER SCHWAGER DER MINDERJÄHRIGEN UND NACHHER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE MINDERJÄHRIGE UNTAUGLICH GEMACHT ; \n", "WENN DER SCHWAGER DER TAUBEN UND NACHHER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE TAUBE UNTAUGLICH GEMACHT.", "x WENN EINE VOLLSINNIG UND DIE ANDERE TAUB IST, UND DER SCHWAGER DER VOLLSINNIGEN UND NACHHER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE VOLLSINNIGE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; \n", "WENN DER SCHWAGER DER TAUBEN UND NACHHER DER VOLLSINNIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER VOLLSINNIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE TAUBE UNTAUGLICH GEMACHT.", "xi WENN EINE GROSSJÄHRIG UND DIE ANDERE MINDERJÄHRIG IST, UND DER SCHWAGER DER GROSSJÄHRIGEN UND NACHHER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE GROSSJÄHRIGE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; WENN DER SCHWAGER DER MINDERJÄHRIGEN UND NACHHER DER GROSSJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER GROSSJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE MINDERJÄHRIGE UNTAUGLICH GEMACHT. R. ELEA͑ZAR SAGT, MAN VERANLASSE DIE MINDERJÄHRIGE, IHM DIE WEIGERUNG ZU ERKLÄREN.", "GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer162Im Falle von den 2 Schwestern, ob. Fol. 109a.. Ferner sagte R. Elea͑zar: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar163Im Falle unserer Mišna..", "Und beide Lehren sind nötig. Würde nur die erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél lehre nur hinsichtlich jenes162Im Falle von den 2 Schwestern, ob. Fol. 109a.Falles, die Halakha sei wie R. Elee͑zer, weil das Gebot der Schwagerehe nicht ausgeübt worden164Man veranlasse daher die Minderjährige zur Weigerungserklärung, damit an der anderen die Schwagerehe ausgeübt werden könne.ist, hierbei aber, wo das Gebot der Schwagerehe ausgeübt worden ist, seien beide durch Scheidung zu entfernen.", "Und würde nur die andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil die Großjährige ihm zugefallen165Beim Tode seines Bruders; von diesem Falle spricht unsere Mišna, auf die RE. sich bezieht.ist, nicht aber gilt dies von jenem166Dort handelt es sich um 2 Schwestern, u. wenn die Minderjährige die Weigerung nicht erklärt, ist ihm die Erwachsene als Schwester der an ihn gebundenen Schwägerin verboten.Falle. Daher ist beides nötig.", "WENN EIN MINDERJÄHRIGER SCHWAGER EINER MINDERJÄHRIGEN SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, SO MÜSSEN SIE ZUSAMMEN GROSSJÄHRIG167Erst wenn beide großjährig sind, kann er sich von ihr scheiden lassen. WERDEN; HAT ER EINER GROSSJÄHRIGEN BEIGEWOHNT, SO LASSE SIE IHN GROSSJÄHRIG167Erst wenn beide großjährig sind, kann er sich von ihr scheiden lassen.WERDEN.", "xii WENN DIE SCHWÄGERIN INNERHALB DREISSIG TAGEN168Seit Vollziehung der Schwagerehe.SAGT, ER HABE IHR NICHT BEIGEWOHNT, SO ZWINGE MAN IHN, AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN; WENN NACH DREISSIG TAGEN, SO ERSUCHE MAN169Man kann ihn dazu nicht zwingen, da angenommen wird, er habe ihr wohl beigewohnt. IHN, AN IHR DIEALIÇA ZU VOLLZIEHEN. GIBT ER DIES170Ihr nicht beigewohnt zu haben.ZU, SO ZWINGE MAN IHN AUCH NACH ZWÖLF MONATEN, AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN.", "HAT SIE SICH BEI LEBZEITEN IHRES EHEMANNES DEN GENUSS VON IHREM SCHWAGER ABGELOBT, SO ZWINGE MAN IHN, AN IHR DIE ḤALIÇA171Sie konnte an die Vollziehung der Schwagerehe nicht denken u. ist daran unschuldig.ZU VOLLZIEHEN; WENN NACH DEM TODE IHRES EHEMANNES, SO ERSUCHE MAN IHN, AN IHR DIEALIÇA172Es ist ihre eigene Schuld u. man kann ihn dazu nicht zwingen; lehnt er dies ab, so ist ihr die Heirat mit einem anderen verboten, auch erhält sie nicht die Morgengabe.ZU VOLLZIEHEN. BEABSICHTIGTE SIE DIES173Sich dadurch der Schwagerehe zu entziehen., SO KANN MAN, AUCH WENN SIE ES BEI LEBZEITEN IHRES EHEMANNES GETAN HAT, IHN NUR ERSUCHEN, AN IHR DIEALIÇA ZU VOLLZIEHEN.", "GEMARA. Es ist anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Meírs vertritt, denn es wird gelehrt: Ein Minderjähriger hat und an einer Minderjährigen ist weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe174Cf. supra Fol. 61a.zu vollziehen – so R. Meír175Sie sind von dieser Pflicht überhaupt entbunden.. –", "Du kannst auch sagen, daß sie die Ansicht R. Meirs vertritt, denn R. Meír sagt dies nur von einer Großjährigen mit einem Minderjährigen und einer Minderjährigen mit einem Großjährigen, wobei für einen von beiden [vielleicht] eine verbotene Beiwohnung176Es kann sich heraussteilen, daß der od. die Minderjährige nicht zeugungsfähig ist, sodaß das Gebot der Schwagerehe ausscheidet u. das Inzestverbot zurückbleibt; der bezw. die Großjährige ist dann strafbar.erfolgt, nicht aber von einem Minderjährigen mit einer Minderjährigen, wobei beide einander177Selbst wenn die Beiwohnung eine verbotene sein sollte, ist keiner von beiden strafbar.gleichen. –", "Er lehrt ja aber, daß, wenn er einer großjährigen Schwägerin beigewohnt hat, sie ihn großjährig werden lasse!? R. Ḥanina aus Hozäa erwiderte: Anders ist es, wenn er ihr bereits beigewohnt hat. – Es heißt ja, daß sie ihn großjährig werden178Eigentl. erziehe; er bleibt bis zu seiner Großjährigkeit ihr Gatte.lasse, und jede einzelne Beiwohnung ist eine verbotene!? – Am richtigsten ist es vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Meírs. –", "Lese man doch hierbei :179Dt. 25,7.seinem Bruder einen Namen zu erhalten, wofür dieser nicht geeignet180Da er nicht zeugungsfähig ist; er sollte daher von der Schwagerehe entbunden sein.ist!? Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:181Dt. 25,5.ihr Schwager komme zu ihr, wer er auch ist.", "Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, kannst du dies182Daß sie ihm vor der Großjährigkeit verboten ist.nicht sagen; gibt es denn183Bei der Schwagerehe.einen Fall, daß es zuerst verboten und später erlaubt ist, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt: ihr Schwager komme zu ihr, gleiche der Schwester eines Bruders, die Kinder hat, und sei verboten184Auch später, wenn der Grund des Verbotenseins beseitigt ist; hierbei ist sie nach ihrer Großjährigkeit erlaubt, somit ist sie es auch vorher.. –", "Vielleicht ist dem auch185Daß in unserem Falle die Schwagerehe für immer verboten ist.so!? – Die Schrift sagt :186Dt. 25,5.wenn Brüder beisammen weilen, auch einen Tag alt.", "WENN DIE SCHWÄGERIN INNERHALB DREISSIG TAGEN SAGT &C. Wer ist der Autor, welcher sagt, bis zu dreißig Tagen enthalte man187Die Beiwohnung zu vollziehen; wenn sie dies aber später behauptet, ist sie nicht glaubhaft.sich?", "R. Joḥanan erwiderte: Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Die Jungfemschaftsanklage besteht dreißig Tage188Innerhalb dieser Zeit kann er behaupten, er habe ihr erst jetzt beigewohnt u. die Defloration gemerkt; behauptet er dies später, so nehme man an, er habe dies längst gemerkt u. darauf verzichtet.– so R. Meír.", "R. Jose sagt, war er mit ihr isoliert, dann nur sofort, wenn aber nicht, auch nach vielen Jahren.", "Rabba sagte: Du kannst auch sagen, es sei R. Jose, denn R. Jose spricht nur von seiner Angetrauten, mit der man vertraut189Es ist daher anzunehmen, daß er ihr bei der ersten Gelegenheit beigewohnt hat.ist, vor der Frau seines Bruders" ], [ "aber geniert man sich. –", "Anstatt ihn zu zwingen, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, zwinge man ihn doch an ihr die Schwagerehe zu vollziehen!? Rabh erwiderte: Wenn sein Scheidebrief aus ihrer Hand190Wie vorläufig angenommen wird, zur Lösung der Schwagerehe.kommt.", "Man wandte ein: Wenn die Schwägerin innerhalb dreißig Tagen sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, so zwinge man ihn, einerlei ob er sagt, er habe ihr beigewohnt, oder er sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen; wenn nach dreißig Tagen, so ersuche man ihn, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen.", "Wenn sie sagt, er habe ihr191Nach 30 Tagen.beigewohnt, und er sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, so ist sie192Da nach Ablauf dieser Zeit sie glaubhaft ist.durch einen Scheidebrief zu entfernen; wenn er sagt, er habe ihr beigewohnt, und sie sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, so benötigt sie, auch wenn er darauf sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, eines Scheidebriefes193Da angenommen wird, daß er ihr beigewohnt hat; immerhin benötigt sie der Ḥaliça, weil sie selber behauptet, nicht beschlafen worden u. somit Fremden verboten zu sein. Der Anfangsatz spricht demnach von dem Falle, wenn sie keinen Scheidebrief hat, dennoch zwingt man ihn zur Ḥ. u. nicht zur Schwagerehe.und der Ḥaliça.", "R. Ami erwiderte: Sie benötigt der Ḥaliça neben194Obgleich sie einen Scheidebrief hat; er lehrt hier, daß man ihn um die Ḥ. nur ersuchen u. nicht dazu zwingen kann, obgleich er zugibt, ihr nicht beigewohnt zu haben.ihrem Scheidebriefe. R. Aši erwiderte: Dort [spricht er] von einem Scheidebriefe wegen der Gebundenheit195Wodurch sie ihm zur Schwagerehe verboten wird., hier aber von einem wegen seiner Beiwohnung.", "Einst kam Vor Raba ein Fall, wobei beide es196Daß er ihr nicht beigewohnt hat.zugaben; da sprach Raba: Vollzieht ihr die Ḥaliça und fertigt sie ab. R. Šerebja sprach zu Raba: Es wird ja gelehrt, sie benötige eines Scheidebriefes und der Ḥaliça!? Dieser erwiderte: Ist es gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.", "Hon, Sohn des R. Naḥman, fragte R. Naḥman: Wie verhält es sich mit ihrer Nebenbuhlerin197Ob diese Fremden verboten ist, wenn die Schwägerin behauptet, der Schwager habe ihr nicht beigewohnt.?", "Dieser erwiderte: Sollte denn, weil wir ihn zwingen oder bitten, die Nebenbuhlerin198Anzunehmen ist, daß, wenn jemand seine Schwägerin nimmt, er ihr auch beiwohnt, u. durch ihre gegenteilige Behauptung kann nur sie betroffen werden.verboten sein!?", "HAT SIE SICH &C. ABGELOBT &C. Dort haben wir gelernt: Früher sagte man, drei Frauen seien [durch Scheidung] zu entlassen199Auch gegen den Willen des Ehemannes.und erhalten ihre Morgengabe;", "wenn sie sagt: ich bin für dich200Wenn er Priester ist, dem die Genotzüchtigte verboten ist, u. sie genotzüchtigt worden zu sein behauptet.unrein, oder: der Himmel ist zwischen mir201Dh. du bist derart, daß eine Vereinigung zwischen uns unmöglich ist; od. auch: der Himmel allein weiß, was zwischen uns vorgeht.und dir, oder: ich mag den Juden entzogen202Dh. ich kann die Beiwohnung nicht ertragen. sein.", "Damit aber nicht eine Frau zum Schaden ihres Ehemannes ihre Augen auf einen anderen werfe, bestimmten sie folgendes. Sagt sie: ich bin für dich unrein, so trete sie den Beweis für ihre Behauptung an; [sagt sie:] der Himmel ist zwischen mir und dir, so strebe man eine Verständigung an;", "[sagt sie:] ich mag den Juden entzogen sein, so löse er den ihn betreffenden Teil [ihres Gelübdes] auf, sodann steht sie ihm zu Diensten, während sie allen anderen Juden entzogen bleibt.", "Sie fragten: Wie steht sie zum Schwager, wenn sie gesagt hat: ich mag den Juden entzogen sein? Dachte sie daran, daß ihr Ehemann sterben und sie ihrem Schwager zufallen203Das Gelübde bezog sich auch auf den Schwager, u. der Ehemann konnte nur den ihn allein betreffenden Teil auf lösen.könnte, oder nicht204Mit dem Gelübde wollte sie sich nur ihrem Ehemanne entziehen.? –", "Rabh sagte, der Schwager gleiche nicht204Mit dem Gelübde wollte sie sich nur ihrem Ehemanne entziehen.dem Ehemanne, und Šemuél sagte, der Schwager gleiche dem Ehemanne. Abajje sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend; wir haben gelernt, daß, wenn sie sich bei Lebzeiten ihres Ehemannes den Genuß von ihrem Schwager abgelobt hat, man ihn zwinge, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, und wenn man sagen wollte, sie dachte daran, so sollte man ihn darum nur ersuchen205Da sie an die Schwagerehe dachte, so ist es ihre eigene Schuld.können!? –" ], [ "Hier wird von einer Frau gelehrt, die Kinder hatte, und so weit206Daß ihre Kinder u. darauf ihr Mann sterben könnten.kann sie daran nicht denken. –", "Weshalb lehrt er, wenn man ihn demnach, falls sie keine Kinder hatte, nur ersuchen kann, daß, wenn sie dies beabsichtigte, man ihn nur ersuchen könne, auch wenn sie es bei Lebzeiten ihres Ehemannes getan hat, sollte er doch hinsichtlich desselben Falles einen Unterschied lehren: dies207Daß man ihn zwinge.gilt nur von dem Falle, wenn sie Kinder hatte, wenn sie aber keine Kinder hatte, so kann man ihn nur ersuchen!?", "Hieraus ist somit zu entnehmen, daß man ihn zwingen kann, ob sie Kinder hatte oder nicht, nach Rabh. Schließe hieraus.", "", "WENN EIN TAUBER EINE VOLLSINNIGE ODER EIN VOLLSINNIGER EINE TAUBE GEHEIRATET HAT, SO KANN ER1Da die Ehe rabbanit. gültig ist., WENN ER WILL, SIE ENTFERNEN, UND WENN ER WILL, SIE BEHALTEN; WIE ER SIE DURCH ZEICHEN GENOMMEN HAT, SO KANN ER SIE DURCH ZEICHEN ENTFERNEN2War die Antrauung gültig, so ist auch die Scheidung gültig..", "i WENN EIN VOLLSINNIGER EINE VOLLSINNIGE GEHEIRATET HAT UND SIE TAUB GEWORDEN IST, SO KANN ER, WENN ER WILL, SIE ENTFERNEN, UND WENN ER WILL, SIE BEHALTEN; IST SIE BLÖDSINNIG GEWORDEN, SO KANN ER SIE NICHT ENTFERNEN; IST ER TAUB ODER BLÖDSINNIG GEWORDEN, SO KANN ER SIE NIMMER ENTFERNEN.", "R. JOḤANAN B. NURI SPRACH: WESHALB SOLL EINE TAUB GEWORDENE FRAU ENTFERNT WERDEN, EIN TAUB GEWORDENER MANN ABER NICHT ENTFERNEN KÖNNEN!? MAN ERWIDERTE IHM: DER MANN, DER DIE SCHEIDUNG AUSBRINGT, GLEICHT NICHT DER FRAU, DIE GESCHIEDEN WIRD; DIE FRAU WIRD ENTFERNT MIT IHREM WILLEN UND GEGEN IHREN WILLEN, DER MANN ABER ENTFERNT SIE NUR MIT SEINEM WILLEN.", "R. JOḤANAN B. ii GUDGADA BEKUNDETE, DASS EINE DURCH IHREN VATER VERHEIRATETE TAUBE3Die noch in seiner Gewalt stand, ihre Antrauung war nach der Tora gültig. DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF ENTFERNT WERDEN KANN. SIE SPRACHEN ZU IHM: MIT JENER4Der taub gewordenen Vollsinnigen. VERHÄLT ES SICH EBENSO.", "WENN ZWEI TAUBE BRÜDER MIT ZWEI TAUBEN SCHWESTERN, ZWEI VOLLSINNIGEN SCHWESTERN, ODER ZWEI SCHWESTERN, VON DENEN EINE TAUB UND EINE VOLLSINNIG IST, VERHEIRATET SIND, ODER WENN ZWEI TAUBE SCHWESTERN MIT ZWEI VOLLSINNIGEN BRÜDERN, ZWEI TAUBEN BRÜDERN, ODER ZWEI BRÜDERN, VON DENEN EINER TAUB UND EINER VOLLSINNIG IST, VERHEIRATET SIND, SO SIND SIE VON DERÀLIÇA UND DER SCHWAGEREHE ENTBUNDEN4Beide Ehen, somit auch die Inzestuosität u. die Pflicht der Schwagerehe, sind gleichwertig.; SIND SIE EINANDER FREMD, SO MÜSSEN5Da sie die Ḥ. nicht vollziehen können; cf. supra Fol. 104b. SIE SIE NEHMEN, UND WENN SIE WOLLEN, ENTFERNEN SIE SIE.", "iii WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI VOLLSINNIGEN SCHWESTERN VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? SIE IST ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI6Von der Schwagerehe..", "iv WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF7Seine Ehe ist nur rabbanit. gültig, dagegen aber die seines Bruders, somit die Gebundenheit mit der Schwägerin, nach der Tora., UND DIE FRAU SEINES BRUDERS IST FÜR IMMER VERBOTEN8Cf. Fol. 110b Anm. 139..", "WENN ZWEI VOLLSINNIGE BRÜDER MIT ZWEI SCHWESTERN, EINER TAUBEN UND EINER VOLLSINNIGEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? SIE IST ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI. WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF UND DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCHALIÇA.", "WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI SCHWESTERN, EINER TAUBEN UND EINER VOLLSINNIGEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? SIE IST ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI.", "WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE9Er kann die Ḥ. nicht vollziehen, u. ebenso wenig kann seine Scheidung die Heirat seines Bruders lösen., WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF, UND DIE FRAU SEINES BRUDERS IST FÜR IMMER VERBOTEN.", "WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI EINANDER FREMDEN VOLLSINNIGEN VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? ER VOLLZIEHE DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE. WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER MUSS SIE NEHMEN UND KANN SIE NIMMER ENTFERNEN.", "WENN ZWEI VOLLSINNIGE BRÜDER MIT ZWEI EINANDER FREMDEN, EINER VOLLSINNIGEN UND EINER TAUBEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? ER MUSS SIE NEHMEN, UND WENN ER WILL, ENTFERNE ER SIE. WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER VOLLZIEHE AN IHR DIEALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE.", "WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI EINANDER FREMDEN, EINER TAUBEN UND EINER VOLLSINNIGEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? ER MUSS SIE NEHMEN, UND WENN ER WILL, ENTFERNE ER SIE. WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER MUSS SIE NEHMEN UND KANN SIE NIMMER ENTFERNEN.", "GEMARA. Rami b. Ḥama sagte: Weshalb haben die Rabbanan für einen Tauben und eine Taube eine Verheiratung10Dh. ihre Heirat als gültig erklärt; die Mišna lehrt, daß an seiner Witwe die Ḥ. zu vollziehen sei.angeordnet, für einen Blödsinnigen und eine Blödsinnige aber keine Verheiratung angeordnet? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Blödsinniger und ein Minderjähriger Frauen geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden. –", "Für einen Tauben und eine Taube, bei denen die Anordnung der Rabbanan bestehen kann, haben die Rabbanan eine Verheiratung angeordnet, für einen Blödsinnigen und eine Blödsinnige, bei denen die Anordnung der Rabbanan nicht bestehen kann, denn niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe wohnen, haben die Rabbanan keine Verheiratung angeordnet. –", "Weshalb haben die Rabbanan für einen Minderjährigen keine Verheiratung angeordnet, für einen Tauben aber eine Verheiratung angeordnet? – Für einen Tauben, der keine Heiratsfähigkeit11Die nach der Tora gültig ist.erlangt, haben die Rabbanan eine Verheiratung angeordnet, für einen Minderjährigen, der Heiratsfähigkeit erlangt, haben die Rabbanan keine Verheiratung angeordnet. –", "Auch eine Minderjährige erlangt ja Heiratsfähigkeit, und die Rabbanan haben für sie eine Verheiratung angeordnet!? – Bei dieser deshalb, damit man sie nicht als preisgegeben behandle. –", "Weshalb kann eine Minderjährige die Weigerung erklären und eine Taube die Weigerung nicht erklären? –" ], [ "Man würde dann vermeiden, sie zu heiraten12Da sie wahrend ihres ganzen Lebens die Weigerung erklären könnte; eine Minderjährige kann dies nur bis zu ihrer Großjährigkeit.. –", "Weshalb darf eine Minderjährige Hebe essen und eine Taube keine Hebe essen? Wir haben nämlich gelernt: R. Joḥanan b. Gudgada bekundete, daß eine durch ihren Vater verheiratete Taube durch einen Scheidebrief entfernt werden könne, und daß eine mit einem Priester verheiratete Minderjährige Hebe essen dürfe. Eine Taube aber darf nicht essen. –", "Mit Rücksicht darauf, ein Tauber könnte sie einer Tauben zu essen geben. – Mag er doch, dies ist ja ebenso, als würde ein Minderjähriger13Der nicht strafmündig ist.Aas essen!? –", "Mit Rücksicht darauf, ein Tauber könnte sie einer Vollsinnigen zu essen geben. – Aber der Taube kann ja auch einer Vollsinnigen rabbanitische Hebe zu essen14Da seine Heirat rabbanit. gültig ist.geben!? – Mit Rücksicht darauf, er könnte ihr Hebe der Tora geben. –", "Weshalb erhält eine Minderjährige die Morgengabe und eine Taube nicht? – Man würde dann vermeiden, sie zu heiraten. –", "Woher, daß die Minderjährige die Morgengabe erhält? – Wir haben gelernt: Die Weigerungserklärende, die zweitgradig Inzestuöse15Cf. supra Fol. 21a.und die Sterile erhalten nicht die Morgengabe, sind aber durch Scheidebrief zu entfernen; die Minderjährige dagegen erhält die Morgengabe. –", "Woher, daß eine Taube die Morgengabe nicht erhält? – Es wird gelehrt: Wenn ein Tauber oder ein Blödsinniger Vollsinnige geheiratet haben, so haben diese, selbst wenn der Taube vollsinnig und der Blödsinnige vernünftig geworden ist, an sie keinerlei16Da sie bei der Verheiratung nicht geschäftsfähig waren.Ansprüche. Wollen sie sie weiter behalten, so erhalten diese die Morgengabe.", "Wenn aber ein Vollsinniger eine Taube oder eine Blödsinnige geheiratet hat, so besteht ihre Morgengabe, selbst wenn er ihr hundert Minen verschrieben hat, weil er eingewilligt17Er hat ihr die Morgengabe verschrieben, obgleich ihr keine zusteht.hat, sie von seinem Vermögen zu ernähren. Nur deshalb, weil er eingewilligt hat, wenn er aber nicht eingewilligt hat, erhält sie sie nicht, denn sonst würde man vermeiden, sie zu heiraten. –", "Demnach sollten sie auch für die mit einem Tauben [verheiratete] Vollsinnige die Morgengabe anordnen, damit sie nicht vermeide, sich mit diesem zu verheiraten!? – Mehr als der Mann heiraten will, will die Frau geheiratet werden.", "In der Nachbarschaft R. Malkijus war ein Tauber, den er eine Frau heiraten und ihr vierhundert Zuz von seinem Vermögen verschreiben ließ. Da sprach Raba: Wer ist so weise, wie R. Malkiju, der ein bedeutender Mann ist! Er dachte nämlich wie folgt: würde man ihm doch, wenn er es wollte, auch eine Magd zur Bedienung gekauft haben, und um so mehr dies, wo beides vorhanden ist.", "R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Šemuéls: Wegen der Frau eines Tauben18Wegen des versehentlichen geschlechtlichen Verkehrs mit dieser.ist man kein Schwebe-Schuldopfer19Ein solches ist darzubringen im Falle eines Zweifels, ob man die Sünde begangen hat od. nicht; hierbei besteht kein Zweifel, vielmehr ist die Ehe des Tauben nach der Tora zweifellos ungültig.schuldig.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Fünf dürfen die Hebe nicht absondern, haben sie abgesondert, so ist das von ihnen Abgesonderte keine Hebe, und zwar: der Taube, der Blöde der Minderjährige, wer die Hebe von Fremdem20Ohne Wissen des Eigentümers.absondert, und ein Nichtjude, der die Hebe für einen Jisraéliten absondert; selbst wenn es im Auftrage des Jisraéliten erfolgt, ist seine Absonderung ungültig21Die Absonderung des Tauben ist zweifellos ungültig.. –", "Er ist der Ansicht22Dh. hieraus ist nichts zu beweisen; selbst nach der Ansicht RE.s, nach dem hinsichtl. des Tauben ein Zweifel besteht, ist in unserem Falle kein Schwebeschuldopfer darzubringen.R. Elea͑zars, denn es wird gelehrt: R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Elea͑zars, die Hebe eines Tauben sei nicht profan, weil es zweifelhaft23Ob seine Absonderung gültig ist; sie ist wiederum zu entrichten.ist. – Wenn er der Ansicht R. Elea͑zars ist, so sollte man hierbei ein Schwebe-Schuldopfer schuldig sein!? –", "Hierfür ist eines von zwei Stücken24Wenn jemand beispielsweise 2 Stücke Fleisch, ein erlaubtes u. ein verbotenes, vor sich hat, u. nicht weiß, ob er vom erlaubten od. vom verbotenen gegessen hat; desgleichen beim Ehebruche wenn er nicht weiß, ob er seiner eigenen oder einer fremden Frau beigewohnt hat; nur in diesem Falle, wo die Handlung an sich möglicherweise zweifellos erlaubt war, ist das Schwebeschuldopfer darzubringen, nicht in unserem Falle, wo der Zweifel über die Person selbst besteht, ob sie erlaubt od. verboten ist.erforderlich. –", "Ist denn nach R. Elea͑zar eines von zwei Stücken erforderlich, es wird ja gelehrt: R. Elea͑zar sagt, wegen des Talges eines Koj25Eine Antilope, über die die Talmudisten im Unklaren sind, ob sie zum Vieh oder zum Wild (das Talg des ersteren ist zum Genüsse verboten u. das des letzteren erlaubt) gehört; cf. Hui. Fol. 80a.sei man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig!? –", "Šemuél ist der Ansicht R. Elea͑zars hinsichtlich des einen und streitet gegen ihn hinsichtlich des anderen.", "Manche lesen: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen Šemuéls: Wegen der Frau eines Tauben ist man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig. Man wandte ein: Fünf dürfen die Hebe nicht abheben21Die Absonderung des Tauben ist zweifellos ungültig.!? – Er ist der Ansicht R. Elea͑zars.", "R. Aši fragte: Was ist der Grund R. Elea͑zars: ist es ihm entschieden, daß das Verständnis des Tauben schwach ist, jedoch zweifelhaft, ob es geklärt ist26Um die Bedeutung seiner Handlung zu verstehen; das geringe Verständnis, das er besitzt, ist nicht verwirrt, sondern nicht genügend entwickelt, gleich dem eines Kindes.oder nicht, aber immer im gleichen Zustande," ], [ "oder aber ist es ihm entschieden, daß sein Verständnis schwach und nicht geklärt ist, aber aus dem Grunde27Ist die Gültigkeit seiner Handlung zweifelhaft., weil er zuweilen normal und zuweilen blöde ist? –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob er seine Frau durch einen Scheidebrief entfernen kann; wenn du sagst, sein Verständnis schwanke nicht, so gleicht die Scheidung der Antrauung28Entweder sind beide Handlungen gültig od. beide ungültig.,", "und wenn du sagst, er sei zuweilen normal und zuweilen blöde, so kann er wohl die Antrauung vollziehen, nicht aber die Scheidung29Er kann die Antrauung in einem lichten Momente vollzogen haben.. Wie ist es? – Dies bleibt unentschieden.", "IST SIE BLÖDSINNIG GEWORDEN &C. R. Jiçḥaq sagte: Nach der Tora kann eine Blödsinnige geschieden30Da ihre Zustimmung nicht erforderlich ist.werden, gleich einer Vollsinnigen gegen ihren Willen, und nur deshalb sagten sie, sie könne nicht geschieden werden, damit man sie nicht als preisgegeben behandle. –", "In welchem Falle: versteht sie ihren Scheidebrief zu verwahren und sich selbst zu behüten, wieso sollte man sie als preisgegeben behandeln, und versteht sie nicht, ihren Scheidebrief und sich selbst zu verwahren,", "wieso kann sie nach der Tora geschieden werden, in der Schule R. Jannajs sagten sie ja:31Dt. 24,1.er gebe ihr in die Hand, die eine Hand32Dh. Besitzrecht, die mündig ist.hat, ihre Scheidung in Empfang zu nehmen, ausgenommen diese, die keine Hand hat, ihre Scheidung in Empfang zu nehmen.", "Ferner lehrten sie in der Schule R. Jišmaéls:31Dt. 24,1.Er schicke sie aus seinem Hause, die, wenn man sie fortschickt, nicht zurückkehrt, ausgenommen diese, die, wenn man sie fortschickt, zurückkehrt!? –", "In dem Falle, wenn sie ihren Scheidebrief zu verwahren versteht, nicht aber sich selbst. Nach der Tora kann sie geschieden werden, da sie ihren Scheidebrief zu verwahren versteht, nur sagten die Rabbanan, sie sei nicht zu entfernen, damit man sie nicht als preisgegeben behandle.", "Abajje sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn von ihr lehrt er: ist sie blödsinnig geworden, so kann er sie nicht entfernen, von ihm aber: so kann er sie nimmer entfernen; weshalb heißt es von ihm ‘nimmer’ und von ihr nicht? Wohl deshalb, wenn er, nach der Tora, wenn sie, rabbanitisch.", "R. JOHANAN B. NURI SPRACH &C. Sie fragten: War es R. Joḥanan b. Nuri hinsichtlich des Mannes entschieden33Daß er sie nicht entfernen kann., und seine Frage bezog sich auf die Frau, oder war es ihm hinsichtlich der Frau entschieden34Daß er sie entfernen kann., und seine Frage bezog sich auf den Mann? –", "Komm und höre: Sie erwiderten ihm: der Mann, der die Scheidung ausbringt, gleicht nicht der Frau, die geschieden wird; die Frau wird entfernt mit ihrem Willen und gegen ihren Willen, der Mann aber entfernt sie nur mit seinem Willen. Schließe hieraus35Aus der Antwort, der Mann gleiche nicht der Frau., daß es ihm hinsichtlich des Mannes fraglich war. – Im Gegenteil, sie36Cf. supra Fol. 112b.erwiderten : jene gleiche dieser, demnach war es ihm ja hinsichtlich der Frau fraglich.", "Vielmehr sprach R. Joḥanan b. Nuri zu ihnen nach ihrer Ansicht: nach meiner Ansicht kann, wie der Mann nicht scheiden kann, die Frau nicht geschieden werden; welchen Unterschied aber gibt es nach euerer Ansicht zwischen der Frau und dem Manne? Sie erwiderten ihm: Der Mann, der die Scheidung ausbringt, gleicht nicht der Frau, die geschieden wird.", "R. JOḤANAN &C. BEKUNDETE &C. Raba sagte: Aus der Bekundung des R. Joḥanan b. Gudgada [geht hervor], daß, wenn jemand zu Zeugen gesagt hat: seht diesen Scheidebrief, den ich ihr geben will, und darauf zu ihr gesagt hat: nimm diesen Schuldschein, sie geschieden ist.", "R. Joḥanan b. Gudgada sagte, ihr Wissen37Daß sie eine Urkunde erhält, wodurch sie geschieden wird.sei nicht nötig, ebenso ist hierbei ihr Wissen nicht nötig. – Selbstverständlich!? –", "Man könnte glauben, da er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Schuldschein, habe er ihn als nichtig erklärt, so lehrt er uns, daß, wenn er ihn als nichtig erklären wollte, er es zu den Zeugen gesagt haben würde; da er es nicht zu den Zeugen sagte, so hat er ihn nicht als nichtig erklärt, und ihr sagte er es nur deshalb, weil es ihm genannt war38Ihr den Scheidebrief als solchen zu übergeben..", "Einst verlor R. Jiçḥaq b. Bisna am Šabbath auf öffentlichem Gebiete die Schlüssel39Er dürfte sie, wenn er sie gefunden hätte, nicht nachhause bringen.des Lehrhauses, und als er zu R. Pedath kam, sprach dieser zu ihm: Geh," ], [ "führe da Knaben und Mädchen umher, und wenn sie sie finden, bringen sie sie. Er ist demnach der Ansicht, wenn ein Minderjähriger Aas40Irgend eine verbotene Handlung begeht.ißt, brauche das Gericht es nicht daran zu hindern. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man darf zu einem Kinde nicht sagen: hole mir den Schlüssel41Am Šabbath, aus öffentlichem Gebiete., hole mir den Siegelring, jedoch darf man es pflücken oder werfen42Man fordere es zu einer verbotenen Handlung nicht auf, jed. lasse man es gewähren.lassen.", "Abajje entgegnete: Pflücken, aus einem undurchlochten Pflanzentopfe43Die Früchte haften nicht am Boden.; werfen, auf Neutralgebiet, wo dies nur rabbanitisch [verboten] ist. –", "Komm und höre: Wenn ein Nichtjude löschen44Einen Brand am Šabbath.will, so heiße man ihn weder löschen noch nicht löschen, weil sein Feiern anderen nicht obliegt; wenn ein Minderjähriger löschen will, so sage man ihm: lösche nicht, weil sein Feiern anderen obliegt!?", "R. Joḥanan erwiderte: Wenn er es im Sinne seines Vaters45Wenn sein Vater dabei steht, sodaß er sein Einverständnis vermutet: dies ist ebenso, als würde er ihn dazu auf fordern.tut. – Dementsprechend bei einem Nichtjuden, wenn er es im Sinne des Jisraéliten tut: ist dies denn erlaubt!? – Ein Nichtjude handelt aus eigenem Ermessen46Auch wenn er hierzu nicht angeregt wird, weil er auf Belohnung rechnet.. –", "Komm und höre: Wenn das Kind eines Genossen47Der die levit. Reinheitsgesetze beobachtet.zu verkehren pflegt beim Vater seiner Mutter, einem Menschen aus dem gemeinen Volke48Der die levit. Reinheitsgesetze nicht beobachtet; cf. Ber. Fol. 47b., so befürchte er nicht, dieser könnte ihm unfertige Dinge49Bodenerzeugnisse, von denen die priesterl. Abgaben noch nicht entrichtet worden sind.zu essen geben; findet er bei ihm Früchte, so braucht er nicht50Er nehme sie ihm nicht ab; demnach lasse man ihn gewähren, wenn er eine verbotene Handlung begeht. einzuschreiten. R. Joḥanan erwiderte: Beim Demaj haben sie es erleichtert51Da nur ein Verdacht vorliegt.. –", "Demnach gilt dies nur vom Demaj, von sicher [Unverzehntetem] aber ist der Zehnt zu entrichten, und [dem widersprechend] erklärte R. Joḥanan52Hinsichtl. des Löschens eines Minderjährigen., wenn er es im Sinne seines Vaters53Nur in einem solchen Falle lasse man ihn keine verbotene Handlung begehen.tut!? – R. Joḥanan war es zweifelhaft; entschied man so, wies er es zurück, entschied man entgegengesetzt, wies er es zurück. –", "Komm und höre: Wenn das Kind eines Priesters, der Genosse ist, zu verkehren pflegt beim Vater seiner Mutter, einem Priester aus dem gemeinen Volke, so befürchte er nicht, dieser könnte ihm unreine Hebe zu essen geben; findet er bei ihm Früchte, so braucht er nicht einzuschreiten. – Dies gilt von rabbanitischer Hebe54Dh. von Früchten, von denen die Hebe nicht nach der Tora, sondern nur rabbanit. zu entrichten ist.. –", "Komm und höre: Man darf ein Kind von einer Nichtjüdin und einem unreinen Vieh saugen lassen, ohne dabei das Saugen von Ekeltieren55Die nach Lev. 11,10ff. zum Genüsse verboten sind.zu berücksichtigen, jedoch darf man ihm nicht Aas, Totverletztes, ekelhafte und Kriechtiere zu essen geben. Von diesen allen darf es saugen, selbst am Šabbath56An dem, aus einem weiter folgenden Grunde, das Saugen an sich verboten ist.; einem Erwachsenen ist es verboten57Die Milch eines unreinen Tieres ist zum Genüsse verboten.. Abba Šaúl sagte: Bei uns war es Brauch, an Festtagen von einem reinen Vieh zu saugen.", "Hier lehrt er, daß man das Saugen von Ekeltieren nicht berücksichtige. – Dies wegen der Lebensgefahr58Durch die Vorenthaltung der Nahrung.. – Demnach sollte es auch ein Erwachsener [dürfen]!? –", "Bei einem Erwachsenen ist eine Schätzung59Ob er die Entbehrung aushalten kann.erforderlich. – Sollte auch bei einem Minderjährigen eine Schätzung erforderlich sein!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Für ein Kind ist die [Entziehung der] Milch gemeiniglich gefährlich.", "«Abba Šaúl sagte: Bei uns war es Brauch, an Festtagen von einem reinen Vieh zu saugen.» In welchem Falle: liegt Lebensgefahr vor, so ist es ja auch am Šabbath erlaubt, und liegt keine Lebensgefahr vor, so ist es ja auch an Festtagen verboten!? – In dem Falle, wenn nur eine Quälerei60Durch die Enthaltung.vorliegt,", "und er ist der Ansicht, dies sei ein indirektes61Od. ungewöhnliches; wörtl. wie mit der Rückseite der Hand, unbeabsichtigt; auf diese Weise ist es nicht nach der Tora, sondern nur rabbanit. verboten.Ablösen62Das Melken u. Saugen gilt als Ablösung (einer Sache von ihrem Stamme), die zu den am Šabbath verbotenen Verrichtungen gehört; cf. Sab. Fol. 95a.; am Šabbath, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, haben die Rabbanan es verboten, an Festtagen, [deren Entweihung] nur mit einem Verbote belegt ist, haben die Rabbanan es nicht verboten. –", "Komm und höre:63Lev. 11,42.Ihr sollt sie nicht essen, denn ekelhaft sind sie, ihr sollt sie nicht essen64Hinsichtl. des eigenen Essens sind bereits verschiedene Verbote vorhanden.lassen ; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen das Essen verbiete. – Nein, daß man ihnen nicht mit den Händen gebe. –", "Komm und höre: 65Lev. 17,12.Keine Seele von euch darf Blut essen; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen das Essen verbiete. – Nein, daß man ihnen nicht mit den Händen gebe. –", "Komm und höre :66Ib. 21,1.Sprich, und du sollst sprechen67Die Wiederholung ist unnötig.; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen die Verunreinigung verbiete. – Nein, daß man sie nicht mit den Händen unrein mache.", "Und diese alle68Schriftverse, die auf das Verbot für Minderjährige deuten.sind nötig. Würde er es nur von den Ekeltieren gelehrt haben, so könnte man glauben," ], [ "weil das Verbot sich schon auf ein Minimum erstreckt, nicht aber gelte dies vom Blute, bei dem es sich nur auf ein Viertel[log] erstreckt. Und würde er es nur vom Blute gelehrt haben, so könnte man glauben, weil darauf die Ausrottung gesetzt ist, nicht aber gelte dies von den Ekeltieren.", "Und würde er es nur von diesen beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil das Verbot für jeden gilt, nicht aber gelte dies von der Verunreinigung69Dieses Verbot gilt nur für Priester.. Und würde er es nur von der Verunreinigung gelehrt haben, so könnte man glauben, bei Priestern sei es anders70Strenger als bei Jisraéliten, u. daher erstreckt sich das Verbot auch auf Minderjährige., da ihnen mehr Gebote auferlegt worden sind, nicht aber gelte dies von jenen. Daher sind alle nötig. –", "Komm und höre: Wenn zwei Brüder, ein Vollsinniger und ein Tauber, mit zwei vollsinnigen Schwestern verheiratet sind, und der mit der Vollsinnigen verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester seiner Frau frei. Was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Taube,", "wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief, und die Frau seines Bruders ist für immer verboten.", "Weshalb entferne er seine Frau durch einen Scheidebrief, mag sie doch bei ihm verbleiben, da dies ebenso ist, als ob ein Minderjähriger Aas ißt71Auch der Taube ist nicht strafmündig.!? – Wegen des für sie geltenden Verbotes. –", "Komm und höre: Wenn zwei vollsinnige Brüder mit zwei Schwestern, einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester seiner Frau frei. Was tue der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief und die Frau seines Bruders durch Ḥaliça.", "Weshalb entferne er seine Frau durch einen Scheidebrief, mag sie doch bei ihm verbleiben, da dies ebenso ist, als ob ein Minderjähriger Aas ißt!? – Wegen des für ihn geltenden Verbotes.", "Raba sprach: Komm und höre: Wenn zwei Brüder, ein Tauber und ein Vollsinniger, mit zwei Schwestern, einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester seiner Frau frei. Was tue der mit der Tauben verheiratete Taube, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief, und die Frau seines Bruders ist für immer verboten.", "Hierbei gilt ja das Verbot weder für sie noch für ihn72Da beide nicht strafmündig sind., und er lehrt, daß er seine Frau durch einen Scheidebrief entferne!? R. Šema͑ja erwiderte: Mit Rücksicht auf die Erlaubnis der Schwägerin für Fremde73Würde sie bei ihm bleiben, so könnten Unkundige, die den wirklichen Grund nicht kennen, glauben, ihre Heirat sei rechtskräftig, ihre Schwester von der Schwagerehe zu entbinden..", "", "i WENN EINE FRAU MIT IHREM MANNE NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST IST, UND SOWOHL ZWISCHEN IHM UND IHR ALS AUCH IN DER WELT FRIEDEN HERRSCHTE, UND SIE ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN; IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF AN IHR DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WERDEN.", "WENN FRIEDEN ZWISCHEN IHM UND IHR, ABER KRIEG IN DER WELT, ODER ZANK ZWISCHEN IHM UND IHR, ABER FRIEDEN IN DER WELT HERRSCHTE, UND SIE ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT. R. JEHUDA SAGT, SIE SEI ÜBERHAUPT NUR DANN GLAUBHAFT, WENN SIE WEINEND UND MIT ZERRISSENEN KLEIDERN ZURÜCKKOMMT. MAN ERWIDERTE IHM! OB SO ODER SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN.", "GEMARA. Er lehrt den Fall, wenn Frieden zwischen ihm und ihr herrschte1Der selbstverständlich u. daher überflüssig ist., weil er den Fall lehren will, wenn Zank zwischen ihm und ihr herrschte, und er lehrt den Fall, wenn Frieden in der Welt herrschte, weil er den Fall lehren will, wenn Krieg in der Welt herrschte.", "Raba sagte: Wenn Krieg herrschte2Ist sie nicht glaubhaft., aus dem Grunde, weil sie es aus Vermutung sagt: [sie denkt:] wieso sollte er unter allen, die getötet worden sind, entkommen sein? Wenn man aber erwidert: da Frieden zwischen ihm und ihr herrschte, warte sie, bis sie ihn sieht, so kann es Vorkommen, daß er durch einen Pfeil oder eine Lanze verwundet worden ist; sie glaubt, er sei entschieden gestorben, während mancher sich ein Pflaster bereitet und leben bleibt.", "Raba wollte sagen, Hungersnot gleiche nicht einem Kriege, und sie sage es nicht aus Vermutung3Er sei durch die Hungersnot umgekommen. Wenn sie zur Zeit der Hungersnot sagt, ihr Mann sei gestorben, ist sie glaubhaft., später aber entschied Raba, Hungersnot gleiche einem Kriege. Einst kam nämlich eine Frau vor Raba und sagte, ihr Mann sei Hungers gestorben. Da sprach er4Um sie zu prüfen, ob sie es etwa nicht aus Vermutung sagte.zu ihr: Du hast recht getan, daß du dich gerettet5Und ihn in der Gegend der Hungersnot zurückgelassen. hast ; es ist nicht denkbar, daß er mit dem bißchen Mehl, das du ihm zurückgelassen hast, sein Leben erhalten haben sollte. Sie erwiderte: Auch der Meister ist überzeugt, daß er damit nicht sein Leben erhalten haben kann.", "Hierauf6Als er sich überzeugte, daß sie es nur aus Vermutung sagte. entschied Raba: Bei der Hungersnot ist es noch strenger als beim Kriege; herrschte Krieg, so ist sie nur dann nicht glaubhaft, wenn sie sagt, ihr Mann sei im Kriege getötet worden, jedoch glaubhaft, [wenn sie sagt,] er sei in seinem Bette gestorben, bei der Hungersnot aber nur dann, wenn sie sagt, er sei gestorben und sie habe ihn bestattet.", "Ein Einsturz gleicht einem Kriege, denn sie sagt es ebenfalls aus Vermutung. Schlangen und Skorpione gleichen einem Kriege, denn sie sagt es ebenfalls aus Vermutung.", "Eine Seuche gleicht, wie manche sagen, einem Kriege, und wie manche sagen, nicht einem Kriege. Manche sagen, sie gleiche einem Kriege, denn sie sagt es ebenfalls aus Vermutung; manche sagen, sie gleiche nicht einem Kriege, denn sie stützt sich auf den Spruch der Leute: sieben Jahre herrscht die Seuche, doch geht niemand vor seiner Zeit.", "Sie fragten: Wie ist es: wenn sie selbst vom in der Welt herrschenden Kriege berichtete: sagen wir, sie habe keine Veranlassung zu lügen," ], [ "denn wenn sie wollte, könnte sie sagen, Frieden habe in der Welt geherrscht, oder aber kann, da es feststeht, sie sage es aus Vermutung, [der Umstand,] sie habe keine Veranlassung zu lügen, diese Feststellung nicht entkräften? –", "Komm und höre: [Sagt sie:] sie haben über uns das Haus in Brand7Wörtl. ausgeräuchert, mit Rauch gefüllt. gesteckt, sie haben über uns die Höhle in Brand gesteckt, er ist gestorben und ich bin entkommen, so ist sie nicht glaubhaft8Daß er gestorben ist; auch in diesem Falle wird der Unglücksfall durch sie selbst bekannt.. – Anders ist es da, wo ihr zu erwidern ist: wie dir ein Wunder geschehen ist, kann auch ihm ein Wunder geschehen sein. –", "Komm und höre: [Sagt sie:] Nichtjuden überfielen uns, er ist getötet worden und ich bin entkommen, so ist sie glaubhaft. – Hierbei nach R. Idi, denn R. Idi sagte, eine Frau habe ihre Waffen bei sich9Sie wird ihres Geschlechtes wegen geschont..", "Einst ereignete es sich, daß einem bei Beendigung der Antrauung der Hochzeitsbaldachin im Brand geriet. Da rief seine Frau: Seht meinen Mann! Als man herankam, fand man einen versengten Menschen und eine versengte Hand10Von einem anderen, der ihn wahrscheinl. retten wollte.liegen.", "R. Ḥija b. Abin wollte entscheiden, dies gleiche [dem Falle, wenn sie sagt:] sie haben über uns das Haus in Brand gesteckt, sie haben über uns die Höhle in Brand gesteckt. Da sprach Raba: Wieso denn, da sagte sie nicht: seht meinen Mann, seht11Sie bekundet nur, ihr Mann sei zurückgeblieben, u. er kann ebenfalls entkommen sein. meinen Mann, hierbei12In den Ausgaben: dazu noch; fehlt jedoch in Handschriften.aber fand man einen versengten Menschen und eine versengte Hand. –", "Und R. Ḥija b. Abin!? – Der versengte Mensch, der da lag, war vielleicht ein anderer, der ihn retten wollte und verbrannt wurde, und die Hand, die da lag, von [ihrem Manne], der vom Feuer erfaßt wurde, und aus Scham über sein Gebrechen in die Welt ausgewandert ist.", "Sie fragten: Wie verhält es sich bei einem einzelnen Zeugen13Der in einem derartigen Falle sonst glaubhaft ist., wenn Krieg herrschte: ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil er bei einer Sache, die sich heraussteilen kann, nicht lügt, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil sie selber genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aber14Wo sie Veranlassung hat, dem Zeugen zu glauben, der es aber ebenfalls aus Vermutung bekundet. Die nicht übersetzten Worte fehlen in Handschriften u. sind wohl irrtümlich aus den Parallelstellen herübergenommen.verheiratet sie sich ohne genau zu prüfen.", "Rami b. Ḥama erwiderte : Komm und höre: R. A͑qiba erzählte: Als ich nach Nehardea͑ zur Interkalation des Schaltjahres kam, traf ich Neḥemja aus Bedali15Weit. Fol. 122a בית דלי (im jer. T. בדלא) in der Aussprache identisch; מדלי in einer Handschrift wird wohl aus בידלי entstanden sein., und er sagte mir, er habe gehört, mit Ausnahme von R. Jehuda b. Baba erlaube niemand im Jisraéllande auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten. Ich erwiderte ihm: So ist es. Hierauf sprach er zu mir: Sage ihnen in meinem Namen: Ihr wisset, daß in diesem Lande Kriegsbanden streifen ; von R. Gamliél dem Älteren ist es mir überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten erlaube.", "[Die Worte,] in diesem Lande Kriegsbanden streifen, sind wohl wie folgt zu verstehen: obgleich in diesem Lande Kriegsbanden streifen, dennoch ist es mir überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin zu heiraten erlaube. Demnach ist ein einzelner Zeuge glaubhaft.", "Raba erwiderte: Wieso demnach gerade dieses Land, er sollte doch gesagt haben: überall, wo Kriegsbanden sich befinden!? Vielmehr, erklärte Raba, sagte er wie folgt: ihr wisset, daß in diesem Lande Kriegsbanden streifen, sodaß es mir nicht möglich ist, meine Familie zu verlassen und vor den Gelehrten zu erscheinen; von R. Gamliél dem Älteren ist es mir aber überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten erlaube. –", "Komm und höre: Einst reisten zwei Schriftgelehrte mit Abba Jose b. Simaj zu Schiff, und dieses ging unter; und auf die Aussage von Frauen hin erlaubte Rabbi ihren Frauen zu heiraten. Ein Gewässer gleicht ja einem Kriege, und Frauen, auch hundert, gleichen ja einem einzelnen Zeugen, und er lehrt, daß er ihnen zu heiraten erlaubte. –", "Glaubst du, es war ja ein unumgrenztes16Ein ausgedehntes Gewässer, von dem aus die Ufer nicht zu sehen sind; cf. infra Fol. 121a.Gewässer und bei einem unumgrenzten Gewässer ist ja die Frau17Deren Mann in einem solchen unterging; er kann gerettet worden sein, ohne daß die Beobachtenden es gesehen haben.verboten!?" ], [ "Da bekundeten sie vielmehr, daß man sie aus dem Wasser geholt und sie sie sofort an Zeichen erkannt haben, sodaß man sich gar nicht auf sie18Auf ihre Aussage, daß sie ertrunken sind; maßgebend waren nur die Kennzeichen, an denen die Leichen rekognosziert wurden.verließ.", "Einst gab jemand seinem Genossen Sesam in Verwahrung, und als jener ihn zurück verlangte, erwiderte er ihm: Du hast ihn bereits erhalten. – Es war ja so und so viel und befindet sich noch19Durch Nachprüfung ist festzustellen, daß es dasselbe Quantum ist.im Fasse. Dieser erwiderte: Deinen hast du bereits erhalten, und dieser ist ein anderer.", "R. Ḥisda wollte entscheiden, dies gleiche jenem Falle von den zwei20Deren Frauen man zu heiraten erlaubte.Schriftgelehrten, wobei man nicht sagte, jene seien fort und diese seien21Vielmehr wurde angenommen, die auf gefundenen Leichen seien mit den Untergegangenen identisch, ebenso ist in diesem Falle anzunehmen, daß der zur Verwahrung erhaltene Sesam mit dem vorhandenen identisch ist.andere.", "Da sprach Raba zu ihm: Es ist nicht gleich; da gaben sie Kennzeichen an, welche Kennzeichen aber gibt es beim Sesam!? [Die Übereinstimmung] des Quantums aber, die er angibt, kann Zufall sein.", "Mar22Vgl. Bd. II S. 638 Anm. 58.Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Ist denn23Wenn ein Zeichen stimmt, wie hierbei das Quantum. zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert24Und das Gefäß wiederum gefüllt.haben, wir haben ja gelernt, daß, wenn jemand ein Gefäß findet mit Q gezeichnet, dies ‘Qorban’ [Opfer], mit M, dies ‘Maa͑ser’ [Zehnt], mit D, dies ‘Demaj’, mit , dies ‘Ṭebel’ [Unverzehntetes], und mit T, dies ‘Teruma’[Hebe] heiße25Der Inhalt gilt als das, was die Signatur angibt, u. ist Gemeinen verboten; man nehme nicht an, das Gefäß sei entleert u. mit anderem Inhalt gefüllt worden., denn zur Zeit der Gefahr26Cf. Fol. 108b Anm. 60.schrieb man T statt ‘Teruma’!?", "Rabbina sprach zu R. Aši : Ist etwa nicht zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, im Schlußsätze wird ja gelehrt: R. Jose sagt, selbst wenn man ein Faß findet und ‘Teruma’ darauf geschrieben27Ebenso die anderen Worte u. nicht nur eine Signatur.ist, gelte [der Inhalt] als profan, denn man nehme an, im Vorjahre war zwar Hebe darin, jedoch sei es geleert worden!?", "Vielmehr stimmen alle überein, es sei zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, wenn er [den Inhalt] geleert hätte, würde er [das Signum] abgekratzt haben, und einer ist der Ansicht, er kann dies vergessen oder zur Abschreckung28Damit andere es respektieren u. sich daran nicht vergreifen. zurückgelassen haben.", "Jiçḥaq der Exilarch, ein Schwesterssohn R. Bebajs, reiste von Cordova nach Spanien29Schon an anderer Stelle (Cod. Hamburg, p. 483a) wies ich darauf hin, daß in den Drucken oft (selten auch in Handschriften) der Ortsname אפמיא in אספמיא verballhornisiert wurde. Die Richtigkeit der Lesart an dieser Stelle zu bezweifeln, liegt keine Veranlassung vor, u. sie wird sogar durch den Ausdruck שלחו מהתם, wonach es sich um ein fernes Land handelt, u. durch die Nennung neben Cordova bestätigt. Der hyperkritische Einwand Rappoports (ערך מילין p. 156ff.), dem übrigens Afterforscher folgen, Cordova liege ja in Spanien, bedarf kaum der Widerlegung; noch zur Zeit der maurischen Herrschaft war Cordova ein selbständiges Königreich u. zur Römerzeit war die geographische Bezeichnung Hispania eine viel beschränktere als heute. Direkt auf Unkenntnis beruht sein 2. Einwand, die Schreibweise Cortuba stamme aus der späten maurischen Zeit, während der ursprüngliche u. den Alten bekannte Name Cordova sei; gerade das Gegenteil ist wahr. Der ursprüngliche Name ist Cortuba u. wird mit Recht vom phönizischen קרתא טובא (große Stadt) abgeleitet, u. jedem Kundigen dürfte es bekannt sein, daß das lateinische t durch die spanische Zunge in d verweicht worden ist.und starb da. Hierauf berichteten sie von dort: Jiçḥaq der Exilarch, der Schwesterssohn R. Bebajs, reiste von Cordova nach Spanien und starb da. Berücksichtige man zwei [Personen namens] Jiçḥaq oder nicht? Abajje erwiderte, man berücksichtige dies, Raba erwiderte, man berücksichtige dies nicht.", "Abajje sprach: Ich entnehme es aus folgendem. Einst wurde in Nehardea͑ ein Scheidebrief gefunden, in dem geschrieben stand: Neben der Stadt Colonia. Ich David, Sohn Nehilajs30So nach anderen Lesarten, im Texte verstümmelt., aus Nehardea͑, habe meine Frau N. entlassen31Cf. Git. Fol. 85b.und verabschiedet. Der Vater Šemuéls sandte ihn zu R. Jehuda dem Fürsten, und dieser ließ ihm sägen, ganz Nehardea͑ sei zu untersuchen32Ob da nicht 2 Personen dieses Namens vorhanden sind.. –", "Und Raba!? – Demnach sollte die ganze Welt untersucht33Es konnte jemand aus Nehardea͑ nach einer anderen Stadt übergesiedelt sein.werden. Er erwiderte dies nur aus Achtung34Er wollte ihm nicht erwidern, seine Frage sei ganz unnötig, da hierbei nichts zu befürchten ist.vor dem Vater Šemuéls.", "Raba sprach: Ich entnehme es aus folgendem. Einst wurden in Mahoza Urkunden präsentiert, die auf Ḥabi b. Nanaj und Nanaj b. Ḥabi lauteten, und Rabba b. Abuba ließ durch diese Geld einfordern; und in Mahoza waren ja mehrere [Personen namens]35Demnach berücksichtigte er nicht, es könnten ganz andere Personen sein.Ḥabi b. Nanaj und Nanaj b. Ḥabi. – Und Abajje!? –" ], [ "Was war da zu befürchten: wenn das Verlieren36Der Eigentümer könnte die Urkunde verloren u. ein anderer derselben Namens sie gefunden haben., so ist man mit solchen vorsichtig, wenn Verwahrung37Der Besitzer kann die Urkunde vom Eigentürtier zur Verwahrung erhalten haben., so gibt man solche nicht einem, der denselben Namen führt, zur Verwahrung,", "und wenn etwa, er könnte sie ihm nur übergeben38Ohne ihm den im Schuldschein genannten Betrag rechtsgültig zugeeignet zu haben, u. später davon zurückgetreten sein.haben, so werden Buchstaben durch Übergabe erworben39Schon durch die Übergabe der Urkunde erwirbt der Empfänger den in dieser genannten Betrag, sodaß der frühere Inhaber nicht mehr zurücktreten kann..", "Einst wurde in Sura ein Scheidebrief gefunden, in dem geschrieben stand: In der Stadt Sura. Ich A͑nan, Sohn Ḥijas, aus Nehardea͑, habe meine Frau entlassen und verabschiedet. Die Rabbanan forschten von Sura bis Nehardea͑ nach, und fanden keinen zweiten A͑nan, Sohn Ḥijas, außer A͑nan, Sohn Ḥijas, aus Ḥagra, der in Nehardea͑ weilte, und Zeugen kamen und bekundeten, daß an jenem Tage, an dem der Scheidebrief geschrieben wurde, jener A͑nan, der Sohn Ḥijas, aus Ḥagra, mit ihnen zusammen40In Nehardea͑, während der Scheidebrief in Sura ausgestellt war.war.", "Abajje sprach: Auch nach meiner Ansicht, dies41Es sind viell. 2 Personen desselben Namens vorhanden. sei zu berücksichtigen, ist hierbei nichts zu berücksichtigen; von jenem bekundeten Zeugen, daß er in Nehardea͑ war, wie sollte er in Sura gewesen42Andere Personen desselben Namens kamen nicht in Betracht, da nachgeforscht wurde.sein.", "Raba sprach: Auch nach meiner Ansicht, dies sei nicht zu berücksichtigen, ist es hierbei44Wo eine andere Person desselben Namens festgestellt ist.zu berücksichtigen, denn er kann mit einem Rennkamel oder durch einen [Wunder]sprung45Nach den Kommentaren durch einen Wunder wirkenden Spruch od. Amulett.hingekommen sein, ebenso kann er einen Auftrag erteilt46Für ihn in Sura einen Scheidebrief zu schreiben.haben.", "So sagte Rabh zu den Schreibern, und ebenso sagte R. Hona zu den Schreibern: Wenn ihr euch in Šili befindet, so schreibt Šili, auch wenn der Auftrag euch in Hini erteilt worden ist, und wenn ihr euch in Hini befindet, so schreibt Hini, auch wenn der Auftrag euch in Šili erteilt worden ist. –", "Wie bleibt es mit dem Sesam47Ob. Fol. 115b.? R. Jemar sagte, man berücksichtige dies48Er kann das Gefäß geleert u. mit anderem Inhalt gefüllt haben.nicht, Rabina sagte, man berücksichtige dies wohl. Die Halakha ist, man berücksichtige dies wohl.", "ZANK ZWISCHEN IHM UND IHR &C. Was heißt Zank zwischen ihm und ihr? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn sie zu ihrem Manne sagt: laß uns scheiden. – Dies sagen ja alle49Wenn sie ärgerlich sind; es ist nicht als ernster Zank aufzufassen, dessentwegen eine Frau falsche Angaben u. sich ihrem Ehemanne für immer verboten macht.!? – Vielmehr, wenn sie zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden. –", "Sie sollte doch wegen einer Lehre R. Hamnunas glaubhaft sein, denn R. Hamnuna sagte, daß, wenn eine Frau zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden, sie glaubhaft sei, weil es feststeht, eine Frau erkühne sich nicht vor ihrem Manne50Ihm dies ins Gesicht zu sagen, wenn es nicht wahr ist.!? –", "Wenn sie sagte: du hast dich von mir vor dem und dem geschieden, und diese, als man sie fragte, sagten, es sei nicht wahr. –", "Weshalb51Ist sie nicht glaubhaft., wenn Zank zwischen ihnen herrschte? R. Ḥananja erwiderte: Weil sie dann52Um ihn los zu sein.lügt. R. Šimi b. Aši erwiderte: Weil sie es dann aus Vermutung53Aus Haß glaubt sie selbst daran u. forscht nicht nach.sagt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –" ], [ "Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er den Zank herbeiführt54Sie aber keinen Haß gegen ihn hegt; sie lügt nicht, um ihn los zu sein, dagegen aber glaubt sie an seinen Tod..", "Sie fragten: Ist ein einzelner Zeuge [glaubhaft], wenn Zank zwischen ihnen herrschte: ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil er bei einer Sache, die sich herausstellen kann, nicht lügt, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil sie selber genau prüft und sich erst dann verheiratet, und hierbei, wo Zank zwischen ihnen herrschte, verheiratet sie sich ohne zu prüfen? – Dies bleibt unentschieden.", "R. JEHUDA SAGT, SIE SEI ÜBERHAUPT NUR DANN GLAUBHAFT &C. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Nach deiner Ansicht kann eine Schlaue55Die simuliert u. dieses Mittel anwendet.sich verheiraten und eine Närrin nicht!? Vielmehr, darf sowohl die eine als auch die andere sich verheiraten.", "Einst kam eine vor das Gericht R. Jehudas, und sie sprachen zu ihr: Klage über deinen Mann, zerreiße deine Kleider und zause dein Haar. – Sie lehrten sie simulieren!? – Sie waren der Ansicht der Rabbanan, und damit er ihr [zu heiraten] erlaube, veranlaßten sie sie dazu.", "ii DIE SCHULE HILLELS SAGTE: WIR HÖRTEN DIES56Daß die Frau glaubhaft ist, wenn sie den Tod ihres Mannes bekundet.NUR VON DEM FALLE, WENN SIE VON DER GETREIDEERNTE KOMMT, UND ZWAR GILT DIES NUR IM SELBEN LANDE57Sodaß ihre Bekundung nachgeprüft werden kann., WIE BEI JENEM EREIGNISSE58Von dem weiter berichtet wird..", "DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: EINERLEI, OB SIE VON DER GETREIDEERNTE, VON DER OLIVENLESE ODER VON DER WEINLESE KOMMT, AUCH WENN VON EINEM LANDE NACH DEM ANDEREN; DIE WEISEN SPRECHEN NUR DESHALB VON DER GETREIDEERNTE, WEIL JENER FALL SICH DANN EREIGNETE59So nach den Kommentaren; sonst in der Bedeutung: dies ist das Gewöhnliche.. DIE SCHULE HILLELS TRAT ZURÜCK UND BEKANNTE SICH ZUR ANSICHT DER SCHULE ŠAMMAJS.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sprach zur Schule Hillels : Nach euerer Ansicht gilt dies nur von der Weizenernte, woher dies von der Gerstenernte; ferner nur von der Getreideernte, woher dies von der Wein-, Oliven-, Dattel- und Feigenlese!?", "Vielmehr ereignete sich jener Fall bei der Getreideernte, und dasselbe gilt auch von allen, und ebenso geschah es in jenem Falle im selben Lande, und dasselbe gilt auch von anderen. –", "Und die Schule Hillels? – Im selben Lande, wo Menschen60Die ihn kannten.vorhanden sind, fürchtet61Die Unwahrheit zu sagen.sie, aus einem Lande in einem anderen aber, wo solche nicht vorhanden sind, fürchtet sie nicht. – Und die Schule Šammajs!? – Sie fürchtet auch dann, da Karawanen verkehren.", "Was war es für ein Ereignis? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Einst gingen gegen Ende der Weizenernte zehn Personen zur Weizenernte, und eine Schlange biß einen von ihnen, worauf er starb. Hierauf ging seine Frau aufs Gericht und meldete dies, und als man es untersuchte, bestätigten sich ihre Worte. In jener Stunde lehrten sie: Wenn eine Frau sagt, ihr Mann sei gestorben, so darf sie sich verheiraten, ihr Mann sei gestorben, so ist an ihr die Schwagerehe zu vollziehen.", "Es wäre anzunehmen, daß R. Ḥananja b. A͑qabja und die Rabbanan denselben Streit führen wie die Schule Šammajs und die Schule Hillels. Es wird nämlich gelehrt: Man darf das Entsündigungswasser62Cf. Num. 19,9ff.und die Entsündigungsasche62Cf. Num. 19,9ff.nicht in einem Schiffe über den Jarden führen,", "noch an einem Ufer stehen und sie nach dem anderen Ufer werfen, noch auf dem Wasser schwimmen lassen, noch auf einem Tiere oder seinem Nächsten reitend [bei sich tragen], es sei denn, daß seine Füße den Boden berühren; wohl aber darf man sie anstandslos über eine Brücke tragen, sowohl über den Jarden als auch über jeden anderen Fluß. R. Ḥananja b. A͑qabja sagt, sie haben es nur in einem Schiffe auf dem Jarden verboten, wie bei jenem Ereignisse58Von dem weiter berichtet wird..", "Es wäre anzunehmen, die Rabbanan seien der Ansicht der Schule Šammajs und R. Ḥananja b. A͑qabja der Ansicht der Schule Hillels. –", "Die Rabbanan können dir erwidern: Unsere Ansicht gilt auch nach der Schule Hillels, denn die Schule Hillels vertritt da ihre Ansicht, weil sie fürchtet61Die Unwahrheit zu sagen., und nur in einer nahen Gegend fürchtet sie, nicht aber in einer fernen Gegend, hierbei aber ist es einerlei, ob auf dem Jarden oder auf anderen Flüssen.", "Desgleichen kann R. Ḥananja b. A͑qabja dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach der Schule Šammajs, denn die Schule Šammajs vertritt da ihre Ansicht, weil [die Frau] selbst prüft und sich erst dann verheiratet, somit ist es einerlei, ob in einer nahen Gegend oder in einer fernen Gegend, hierbei aber, wo es nur wegen jenes Ereignisses [verboten]63Ein anderer Grund liegt für das Verbot überhaupt nicht vor.ist, haben die Rabbanan es nur in einem Schiffe und auf dem Jarden verboten, wo das Ereignis geschah, auf anderen Flüssen aber, auf denen solches sich nicht ereignete, haben sie es nicht verboten. –", "Was war es für ein Ereignis? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Einst führte jemand Entsündigungswasser und Entsündigungsasche in einem Schiffe auf dem Jarden, und darauf fand man ein olivengroßes Stück von einer Leiche im Boden des Schiffes stecken. In jener Stunde lehrten sie: Man darf das Entsündigungswasser und die Entsündigungsasche nicht in einem Schiffe über den Jarden führen.", "iii DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGTE, SIE64Die den Tod ihres Ehemannes bekundete.DÜRFE SICH VERHEIRATEN UND ERHALTE IHRE MORGENGABE; DIE SCHULE HILLELS SAGTE, SIE DÜRFE SICH VERHEIRATEN UND ERHALTE NICHT IHRE MORGENGABE. DIE SCHULE ŠAMMAJS SPRACH ZU JENER: WENN IHR DIE SCHWERE UNZUCHT FREIGEGEBEN65Ihr zu heiraten erlaubt, obgleich, wenn ihr Mann leben, dies Unzucht sein würde.HABT, WIE SOLLTEN WIR DEN LEICHTEREN GELDBETRAG NICHT FREIGEBEN!? DIE SCHULE HILLELS ERWIDERTE :\n" ], [ "WIR FINDEN, DASS AUF IHRE AUSSAGE HIN DIE BRÜDER DIE ERBSCHAFT NICHT ANTRETEN66Dies kann nur auf die Aussage zweier Zeugen hin erfolgen; nur hinsichtl. ihrer Wiederverheiratung hat man es ihr erleichtert, damit sie nicht verwitwet bleibe..", "DIE SCHULE ŠAMMAJS ENTGEGNETE: DIES67Daß sie auch in diesem Falle ihre Morgengabe erhält.GEHT AUCH AUS DER URKUNDE IHRER MORGENGABE HERVOR, DENN [IN DIESER] SCHRIEB ER IHR: WENN DU DICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATEST68Es sind hierbei keinerlei Beschränkungen genannt., SO ERHÄLTST DU, WAS DIR VERSCHRIEBEN IST. DIE SCHULE HILLELS TRAT ZURÜCK UND BEKANNTE SICH ZUR ANSICHT DER SCHULE ŠAMMAJS.", "GEMARA. R. Ḥisda sagte: Ist an ihr die Schwagerehe vollzogen worden, so tritt auf ihre Aussage hin ihr Schwager69Der mit der Vollziehung der Schwagerehe seinen Bruder beerbt; cf. supra Fol. 40a.die Erbschaft an. Jene stützten sich auf eine Deutung70Aus der gefolgert wird, daß sie ihre Morgengabe erhalte.der Urkunde, und wir sollten uns auf eine Deutung der Tora nicht stützen!?", "Der Allbarmherzige sagt:71Dt. 25,6.soll auf den Namen seines Bruders eintreten, und er ist eingetreten.", "R. Naḥman sagte: Wenn sie vor Gericht kommt und sagt: mein Mann ist gestorben, erlaubt mir zu heiraten, so erlaubt man ihr zu heiraten und gibt ihr ihre Morgengabe; [sagt sie:] gebt mir meine Morgengabe, so erlaubt man ihr nicht einmal zu heiraten, denn sie kam nur wegen der Morgengabe.", "Sie fragten: Wie ist es, [wenn sie sagt:] erlaubt mir zu heiraten und gebt mir meine Morgengabe; ist sie, da sie ihre Morgengabe verlangt, wegen der Morgengabe gekommen, oder aber pflegt man all seine Ansprüche vor Gericht vorzutragen? Und wie ist es, [wenn sie sagt:] gebt mir meine Morgengabe und erlaubt mir zu heiraten;", "ist sie in diesem Falle72Wo sie zuerst ihre Morgengabe verlangt.entschieden wegen der Morgengabe gekommen, oder weiß sie nicht, wodurch sie erlaubt73Sie dachte vielleicht, dies sei von der Auszahlung der Morgengabe abhängig.wird? – Dies bleibt unentschieden.", "ALLE SIND GLAUBHAFT, FÜR SIE ZEUGNIS ABZULEGEN74Über den Tod ihres Mannes., AUSGENOMMEN IHRE SCHWIEGERMUTTER, DIE TOCHTER IHRER SCHWIEGERMUTTER, IHRE NEBENBUHLERIN, IHRE SCHWÄGERIN75Die durch das Gesetz der Schwagerehe ihre Nebenbuhlerin werden kann.UND DIE TOCHTER IHRES MANNES76Die Genannten sind ihr ánimos gesinnt..", "iv,1 WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN SCHEIDUNG77Auch die Genannten sind glaubhaft, wenn sie ihr einen Scheidebrief überbringen.UND TOD? DIE URKUNDE BEWEIST ES78Diese allein u. nicht die Überbringerin ist entscheidend..", "GEMARA. Sie fragten: Wie verhält es sich mit der Tochter ihres Schwiegervaters79Von einer anderen Frau.; erfolgt dies bei der Tochter ihrer Schwiegermutter aus dem Grunde, weil, da ihre Mutter sie haßt, auch diese sie haßt, und hierbei ist keine sie hassende Mutter vorhanden,", "oder aber erfolgt dies bei der Tochter ihrer Schwiegermutter aus dem Grunde, weil diese sich sagt, sie verzehre den Erwerb ihrer Mutter, und auch jene sagt sich, sie verzehre den Erwerb ihrer Eltern? –", "Komm und höre: Alle sind glaubwürdig, für sie Zeugnis abzulegen, ausgenommen fünf Frauen. Demnach wären es sechs80Da in der Mišna 5 außer dieser genannt werden.. – Vielleicht die Tochter ihrer Schwiegermutter aus dem Grunde, weil diese sich sagt, sie verzehre den Erwerb ihrer Eltern, somit ist es einerlei, ob die Tochter ihrer Schwiegermutter oder die Tochter ihres Schwiegervaters81Beide gehören zusammen u. werden nicht besonders gezählt.. –", "Wir haben ja eine Lehre: ausgenommen sieben82Während unsere Mišna nur 5 aufzählt.Frauen!? – Dies nach R. Jehuda, denn wir haben gelernt: R. Jehuda fügt noch die Frau [ihres] Vaters und die Schwiegertochter hinzu.", "Jene erwiderten ihm: Die Frau ihres Vaters ist unter Tochter ihres Mannes und die Schwiegertochter ist unter Schwiegermutter einbegriffen83Stiefmutter u. Stieftochter u. ebenso Schwiegermutter u. Schwiegertochter gleichen einander; wenn diese für jene kein Zeugnis ablegen können, so können es auch jene für diese nicht.. –", "Und R. Jehuda84Weshalb zählt er sie besonders.!? – Allerdings haßt eine Schwiegermutter ihre Schwiegertochter, weil sie sich sagt, diese verzehre ihren Erwerb, weshalb aber sollte eine Schwiegertochter ihre Schwiegermutter hassen; ebenso haßt die Tochter des Ehemannes die Frau ihres Vaters, weil sie sich sagt, diese verzehre den Erwerb ihrer Mutter, weshalb aber sollte die Frau des Vaters die Tochter ihres Ehemannes hassen!? –", "Wieso fügt er demnach beide hinzu!? – Eine Schwiegertochter haßt ihre Schwiegermutter vielmehr deshalb, weil diese alles, was sie tut, ihrem Sohne erzählt, und die Frau des Vaters haßt die Tochter ihres Ehemannes deshalb, weil diese alles, was sie tut, ihrem Vater erzählt. –", "Und die Rabbanan!? –85Ps. 27,19.Wie im Wasser das Angesicht dem Angesichte entspricht, so des Menschen Herz dem des anderen86Wenn diese jene haßt, so haßt jene diese; sie gehören somit zusammen.. – Und R. Jehuda!? – Dieser Schriftvers spricht vom Gesetzesstudium87Dem Eifer entspricht der Erfolg..", "R. Aḥa b. A͑vja sagte: Im Westen fragten sie, wie es mit einer später hinzukommenden Schwiegermutter88Der Schwiegermutter ihres Schwagers, die durch die Schwagerehe ihre Schwiegermutter werden kann.sei. Denkt sie daran, ihr Ehemann könnte sterben und sie dem Schwager zufallen, und haßt sie, oder nicht? –" ], [ "Komm und höre: Sagt sie, zuerst sei ihr Mann und nachher ihr Schwiegervater gestorben, so darf sie sich verheiraten und erhält ihre Morgengabe, während ihre Schwiegermutter89Für die sie kein Zeugnis ablegen kann.verboten ist. Die Schwiegermutter ist wohl deshalb verboten, weil wir sagen, weder ist ihr Mann gestorben noch ist ihr Schwiegervater90Sodaß diese noch ihre Schwiegermutter ist.gestorben, und sie sagt dies nur zur Schädigung ihrer Schwiegermutter,", "damit diese sie nicht später wiederum kränke. –", "Vielleicht ist es da anders, wo sie die Kränkung bereits gefühlt hat91Sie war bereits vorher ihre Schwiegermutter..", "iv,2 WENN EIN ZEUGE BEKUNDET HATTE, ER SEI GESTORBEN, WORAUF SIE SICH VERHEIRATETE, UND DARAUF EIN ANDERER KOMMT UND SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO IST SIE NICHT ZU ENTFERNEN. WENN EIN ZEUGE SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND ZWEI [ZEUGEN] SAGEN, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO IST SIE, SELBST WENN SIE SICH BEREITS VERHEIRATET HAT, ZU ENTFERNEN. WENN ZWEI SAGEN, ER SEI GESTORBEN, UND EINER SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF SIE, SELBST WENN SIE SICH NOCH NICHT VERHEIRATET HAT, SICH VERHEIRATEN.", "GEMARA. Nur wenn sie sich bereits verheiratet hat, wenn aber nicht, darf sie sich nicht verheiraten; aber U͑la sagte ja, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt92Der bekundet, daß ihr Mann gestorben sei.hat, er als zwei gelte, und die Worte des einzelnen93Der bekundet, daß ihr Mann noch lebe.haben ja zweien gegenüber keine Geltung!? –", "Er meint es wie folgt: wenn ein Zeuge bekundet, er sei gestorben, und man ihr zu heiraten erlaubt, und darauf ein anderer kommt und sagt, er sei nicht gestorben, so ist sie aus ihrem früheren Zustande des Erlaubtseins nicht zu entfernen.", "WENN EIN ZEUGE SAGT, ER SEI GESTORBEN. Selbstverständlich, die Worte des einen haben ja zweien gegenüber94In dem Falle, wenn zwei Zeugen dem einzelnen widersprechen, ist seine Aussage auch nach U͑la hinfällig.keine Geltung!? – In dem Falle, wenn es unzulässige Zeugen95Frauen, Sklaven od. Verwandte.sind, nach R. Neḥemja.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Naḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen96Auch sonst unzulässige Zeugen sind glaubhaft., und zwei Frauen gegenüber einem Manne haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne.", "Wenn du aber willst, sage ich: wenn zuerst ein einzelner gültiger Zeuge kommt, gelten auch hundert Frauen wie ein Zeuge97Sie können seine Aussage nicht erschüttern., hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst eine Frau gekommen98Obgleich sie einem zulässigen Zeugen gleicht, wird ihre Aussage durch die Aussage zweier Frauen umgestoßen.war.", "Die Worte R. Neḥemjas sind wie folgt zu erklären: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einer Frau haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne; zwei Frauen aber gegenüber einem Manne gelten wie Hälfte gegen Hälfte99Als Aussage gegen Aussage; dieser Fall gleicht dem 1. Falle der Mišna..", "WENN ZWEI SAGEN, ER SEI GESTORBEN &C. Was lehrt er uns100Es ist ja selbstverständlich, daß die Aussage des einzelnen Zeugen ungültig ist u. sie heiraten darf.damit!? – Wenn es unzulässige Zeugen sind, nach R. Neḥemja, der sich nach der Mehrheit der Personen richtet. – Dies ist ja dasselbe101Auch der vorangehende Passus wurde auf einen solchen Fall bezogen, u. lehrt, daß man sich nach der Mehrheit der Personen richte.!? –", "Man könnte glauben, man richte sich nach der Mehrheit der Personen nur erschwerend und nicht erleichternd, so lehrt er uns.", "WENN EINE102Der beiden aus dem Überseelande heimkehrenden Frauen eines Mannes.SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF DIE, DIE ER SEI GESTORBEN SAGT, SICH VERHEIRATEN UND SIE ERHÄLT IHRE MORGENGABE, UND DIE, DIE ER SEI NICHT GESTORBEN SAGT, DARF SICH NICHT VERHEIRATEN UND SIE ERHÄLT NICHT IHRE MORGENGABE.", "v WENN EINE SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE SAGT, ER SEI ERSCHLAGEN WORDEN, SO DÜRFEN SIE, WIE R. MEÍR SAGT, DA SIE EINANDER WIDERSPRECHEN, SICH NICHT VERHEIRATEN; R. JEHUDA UND R. ŠIMO͑N SAGEN, DA BEIDE ÜBEREINSTIMMEN, DASS ER NICHT LEBE, SO DÜRFEN SIE SICH VERHEIRATEN. WENN EIN ZEUGE SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EIN ZEUGE103Bevor das Gericht durch die Aussage des ersten ihr die Wiederverheiratung erlaubt hat.SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, \n" ], [ "ODER EINE FRAU SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE FRAU103Bevor das Gericht durch die Aussage des ersten ihr die Wiederverheiratung erlaubt hat.SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF SIE SICH NICHT VERHEIRATEN.", "GEMARA. Nur wenn sie104Die andere Frau.sagt, er sei nicht gestorben, wenn sie aber schweigt, darf sie sich verheiraten; aber eine Nebenbuhlerin darf ja für ihre Genossin kein Zeugnis ablegen!? –", "[Der Fall, wenn sie sagt,] er sei nicht gestorben, ist105Man folgere hinsichtl. des nicht genannten Falles, wenn die andere schweigt, nicht entgegengesetzt, vielmehr darf sie dann wegen des genannten Grundes erst recht nicht heiraten.nötig; man könnte glauben, er sei gestorben, und sie sage es nur zur Schädigung ihrer Nebenbuhlerin, [wie es heißt:] 106Jud. 16,30.ich will samt den Pelištim sterben, so lehrt er uns107Daß sie sich trotzdem nicht verheiraten darf..", "WENN EINE SAGT, ER SEI GESTORBEN &C. Sollte doch R. Meír auch über den ersten Fall108Wenn die andere den Tod bestreitet; auch in diesem Falle widersprechen sie einander.streiten!? R. Elea͑zar erwiderte: Sie streiten auch über jenen, nur wird er nach R. Jehuda und R. Šimo͑n gelehrt. R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Meír, denn auch R. Meír pflichtet bei, daß bei der Bekundung der Frau109Dh. über den Tod ihres Mannes, wobei erleichtert worden ist. So an dieser Stelle, da dies nur von Nebenbuhlerinnen gilt, wie ausdrücklich in Handschriften. [die Aussage], er sei nicht gestorben, nicht als Widerspruch111Dies ist nichts weiter als eine Behauptung aus Animosität; anders aber liegt der Fall, wenn beide den gleichen Zweck verfolgen u. einander widersprechen.gilt. –", "Wir haben gelernt: Wenn ein Zeuge sagt, er sei gestorben, und ein Zeuge sagt, er sei nicht gestorben, wenn eine Frau sagt, er sei gestorben, und eine Frau112Worunter auch die Nebenbuhlerin einbegriffen ist.sagt, er sei nicht gestorben, so darf sie sich nicht verheiraten. Allerdings lehrt nach R. Elea͑zar diese anonyme Lehre die Ansicht R. Meírs, gegen R. Joḥanan aber ist dies ja ein Einwand113Die Aussage der Nebenbuhlerin sollte die erste Aussage nicht erschüttern.!? – Ein Ein wand.", "vi WENN EINE FRAU, DIE MIT IHREM EHEMANNE NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN UND ERHÄLT IHRE MORGENGABE, WÄHREND IHRE NEBENBUHLERIN VERBOTEN114Zur Ehelichung, da eine Frau kein Zeugnis für ihre Nebenbuhlerin ablegen kann.IST. IST DIESE EINE MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE115Für sie gilt der Mann als lebend.HEBE ESSEN – SO R. TRYPHON.", "R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BEWAHRE SIE VOR SÜNDE, VIELMEHR SEI IHR DIE VERHEIRATUNG, ABER AUCH DAS ESSEN VON HEBE VERBOTEN.", "vii,1SAGT SIE, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SCHWIEGERVATER GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN UND ERHÄLT IHRE MORGENGABE, WÄHREND IHRE SCHWIEGERMUTTER VERBOTEN IST. IST DIESE EINE MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE HEBE ESSEN – SO R. TRYPHON. R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BEWAHRE SIE VOR SÜNDE, VIELMEHR IST IHR DIE VERHEIRATUNG, ABER AUCH DAS ESSEN VON HEBE VERBOTEN.", "GEMARA. Und [beide Fälle] sind nötig. Würde nur der erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Tryphon vertrete seine Ansicht nur hierbei, wo eine körperliche Quälerei116Sie muß den geschlechtlichen Verkehr entbehren, u. um heiraten zu dürfen, lügt sie vielleicht. vorliegt, bei der Schwiegermutter aber, bei der nur eine äußerliche Quälerei117Durch ihre Schwiegermutter; für ihre Verheiratung ist der Tod des Schwiegervaters bedeutungslos, u. es ist unwahrscheinlich, daß sie aus Haß gegen ihre Schwiegermutter lügt.vorliegen kann, pflichte er R. A͑qiba bei.", "Und würde nur der andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Tryphon bei. Daher sind beide nötig.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Tryphon. Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: [Sagt sie,] sie118Eine Frau, die kinderlos mit ihrem Ehemanne nach dem Überseelande verreist war u. allein zurückgekehrt ist.hätte im Überseelande einen Sohn119Der, wenn er den Vater überlebt, sie von der Schwagerehe entbindet.bekommen, und ihr Sohn sei gestorben und nachher ihr Mann, so ist sie glaubhaft; wenn aber: ihr Mann und nachher ihr Sohn, so ist sie nicht glaubhaft,", "jedoch berücksichtige man ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwager ehe. Nur ihre Worte berücksichtige man, die Worte ihrer Nebenbuhlerin aber berücksichtige man nicht. Schließe hieraus." ], [ "vii,2 WENN JEMAND SICH EINE FRAU VON FÜNF ANGETRAUT, UND NICHT WEISS, WELCHE ER SICH ANGETRAUT HAT, UND JEDE SAGT: MICH HAT ER SICH ANGETRAUT, SO GEBE ER JEDER EINEN SCHEIDEBRIEF, LEGE DIE MORGENGABE IN IHRE MITTE UND ENTFERNE SICHSO R. TRYPHON.", "R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BEWAHRE IHN VOR SÜNDE, VIELMEHR GEBE ER JEDER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DIE MORGENGABE. WENN JEMAND EINEN VON FÜNF BERAUBT, UND NICHT WEISS, WEN ER BERAUBT HAT, UND JEDER SAGT: MICH HAT ER BERAUBT, SO LEGE ER DAS GERAUBTE IN IHRE MITTE UND ENTFERNE SICHSO R. TRYPHON. R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BE- FREIE IHN VON DER SÜNDE, VIELMEHR ERSETZE ER DAS GERAUBTE JEDEM.", "GEMARA. Er lehrt ‘angetraut’ und nicht ‘beigewohnt’, er lehrt ‘beraubt’ und nicht ‘gekauft’, somit vertritt unsere Mišna weder die Ansicht des ersten Autors noch die des R. Šimo͑n b. Elea͑zar!?", "Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: R. Tryphon und R. A͑qiba stimmen überein, daß, wenn jemand sich eine von fünf Frauen angetraut, und nicht weiß, welche er sich angetraut hat, er die Morgengabe in ihre Mitte lege und sich entferne, sie streiten nur über den Fall, wenn er ihr beigewohnt hat. R. Tryphon sagt, er lege die Morgengabe in ihre Mitte und entferne sich, und R. A͑qiba sagt, er müsse [die Morgengabe] an jede zahlen.", "Ferner stimmen R. Tryphon und R. A͑qiba überein, daß, wenn jemand etwas von einem unter fünf gekauft, und nicht weiß, von wem er gekauft hat, er das Kaufgeld in ihre Mitte lege und sich entferne, sie streiten nur über den Fall, wenn er einen von fünf beraubt hat. R. Tryphon sagt, er lege das Geraubte in ihre Mitte und entferne sich, und R. A͑qiba sagt, er müsse das Geraubte jedem ersetzen.", "Wenn nun R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, sie streiten nicht über Antrauung und Kauf, so ist wahrscheinlich der erste Autor der Ansicht, sie streiten wohl.", "Wessen120Ansicht vertritt unsere Mišna.nun: nach dem ersten Autor sollte er ‘angetraut’ und ‘gekauft’ lehren, und nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar sollte er ‘beigewohnt’ und ‘beraubt’ lehren!? –", "Tatsächlich die des R. Šimo͑n b. Elea͑zar, und unter ‘angetraut’ ist angetraut durch Beiwohnung zu verstehen. Er lehrt ‘angetraut’, um die Ansicht R. A͑qibas hervorzuheben,", "der auch bei Begehung eines rabbanitischen Verbotes121Der Antrauung durch Beiwohnung; cf. supra Fol. 52a.maßregelt, und er lehrt ‘beraubt’, um die Ansicht R. Tryphons hervorzuheben, der auch bei Begehung eines Verbotes der Tora nicht maßregelt.", "viii WENN EINE FRAU, DIE MIT IHREM MANNE UND IHREM SOHNE NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SOHN GESTORBEN, SO IST SIE122Da sie auch bei ihrer Abreise von der Schwagerehe entbunden war.GLAUBHAFT; WENN ABER: IHR SOHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR MANN GESTORBEN, SO IST SIE NICHT123Ihr ist viell, die Vollziehung der Schwagerehe erwünscht.GLAUBHAFT, JEDOCH BERÜCKSICHTIGE MAN IHRE WORTE, UND VOLLZIEHE AN IHR DIEALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.", "ix [SAGT SIE,] SIE HÄTTE IM ÜBERSEELANDE EINEN SOHN BEKOMMEN, UND IHR SOHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR MANN GESTORBEN, SO IST SIE GLAUBHAFT; WENN ABER: IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SOHN GESTORBEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT, JEDOCH BERÜCKSICHTIGE MAN IHRE WORTE, UND VOLLZIEHE AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.", "x SAGT SIE, SIE HÄTTE IM ÜBERSEELANDE EINEN SCHWAGER BEKOMMEN, UND UHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SCHWAGER GESTORBEN, ODER IHR SCHWAGER UND NACHHER IHR MANN, SO IST SIE GLAUBHAFT.", "WENN SIE MIT IHREM MANNE UND IHREM SCHWAGER NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER IHR SCHWAGER, ODER IHR SCHWAGER UND NACHHER IHR MANN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT, DENN EINE FRAU IST NICHT GLAUBHAFT, WENN SIE SAGT, IHR SCHWAGER SEI GESTORBEN, UM SICH ZU VERHEIRATEN, ODER IHRE SCHWESTER SEI GESTORBEN, UM IN IHR HAUS124Um sich mit deren Mann zu verheiraten, dem sie hei Lebzeiten ihrer Schwester verboten war.EINZUZIEHEN. DESGLEICHEN IST EIN MANN NICHT GLAUBHAFT, WENN ER SAGT, SEIN BRUDER SEI GESTORBEN, UM AN DESSEN FRAU DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, ODER SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UM IHRE SCHWESTER ZU HEIRATEN.", "GEMARA. Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief125Durch eine 3. Person, der er ihn gibt.zueignet, und ein Schwager vorhanden126Dem sie sonst zur Schwagerehe zufallen würde, u. dadurch hiervon entbunden wird. Sonst erfolgt die Scheidung erst dann, wenn der Scheidebrief in die Hand der Frau gekommen ist, da diese eine Benachteilung für sie ist, u. man niemand ohne sein Wissen benachteilen kann.ist : ist dies, da sie ihn127Sie ist durch ihn in ihrer Freiheit behindert.haßt, für sie eine Bevorteilung, und bevorteilen kann man einen auch in seiner Abwesenheit, oder ist es für sie, da es vorkommt, daß sie ihn liebt, eine Benachteilung, und man kann niemand in seiner Abwesenheit benachteilen?", "Dieser erwiderte: Wir haben es gelernt: Man berücksichtige ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe128In einer Hinsicht wird angenommen, sie liebe ihn u. wünsche die Schwagerehe, u. in einer Hinsicht wird angenommen, sie wolle entbunden sein; demnach kommt beides vor..", "Rabina sprach zu Raba: Wie ist es, wenn jemand seiner Frau, wenn Zank [zwischen ihnen herrscht], einen Scheidebrief zueignet: ist dies, da Zank zwischen ihnen herrscht, für sie eine Bevorteilung, oder ist ihr die Befriedigung des Körpers129Das Eheleben in Unfrieden ist ihr lieber als die Scheidung.lieber? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen.", "Abajje sagte: Gleicht ihr Mann auch einer Ameise, ihr Stuhl wird unter die Vornehmen130Der unansehnlichste Mann ist besser als gar keiner, da die Verheiratete mehr Ansehen genießt.gesetzt. R. Papa sagte: Ist ihr Mann auch wie eine Rübe131Nach A͑rukh Rübenhändler, Rüben-(Gemüse)wächter: nach Raschi (von נפץ zupfen, hecheln) Wollzupfer., sie ruft ihn heran und sitzt mit ihm an der132Damit die Vorübergehenden sehen, daß sie verheiratet ist.Türschwelle.", "R. Aši sagte: Ist ihr Mann auch wie ein Stengel, sie verlangt dennoch keine Linsen in den Kochtopf133Sie verzichtet auf alles, nur um einen Mann zu haben.. Es wird gelehrt: Sie alle134Die Frauen solcher Männer. Diese Ausführung spricht für die Erklärung Mussafias, der die obigen Vergleiche erotisch auffaßl u. auf das männl, Glied bezieht; die Frauen werden in solchen Fällen nicht befriedigt u. halten sich durch Ehebruch schadlos.huren und hängen es ihren Männern an." ], [ "i WENN MAN EINER FRAU, DEREN MANN UND NEBENBUHLERIN NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST SIND, BERICHTET, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH NICHT EHER VERHEIRATEN ODER DIE SCHWAGEREHE EINGEHEN, ALS BIS SIE ERFAHREN HAT, OB NICHT DIESE IHRE NEBENBUHLERIN SCHWANGER IST1Nur wenn diese nicht schwanger ist, darf an ihr die Schwagerehe vollzogen werden..", "HATTE SIE EINE SCHWIEGERMUTTER2Die zusammen mit ihrem Manne verreiste, u. außer ihrem Manne keine Söhne hatte., SO BRAUCHT SIE NICHTS3Ihre Schwiegermutter könnte einen Sohn bekommen haben, durch den sie nunmehr zur Schwagerehe verpflichtet ist. ZU BERÜCKSICHTIGEN; VERREISTE DIESE SCHWANGER, SO BERÜCKSICHTIGE SIE ES3Ihre Schwiegermutter könnte einen Sohn bekommen haben, durch den sie nunmehr zur Schwagerehe verpflichtet ist.; R. JEHOŠUA͑ SAGT, SIE BRAUCHE ES NICHT ZU BERÜCK SICHTIGEN4Es ist mit der Möglichkeit einer Fehlgeburt zu rechnen, auch kann sie ein Mädchen geboren haben..", "GEMARA. Was heißt: diese ihre Nebenbuhlerin? – Folgendes lehrt er uns: nur diese Nebenbuhlerin ist zu berücksichtigen, eine andere Nebenbuhlerin braucht nicht berücksichtigt zu werden5Sie braucht nicht zu befürchten, ihr Mann könnte noch eine andere Frau geheiratet u. diese einen Sohn bekommen haben..", "SICH NICHT EHER VERHEIRATEN ODER DIE SCHWAGEREHE EINGEHEN &C. Allerdings die Schwagerehe nicht eingehen, weil jene schwanger sein und er auf die nach der Tora verbotene Frau seines Bruders stoßen könnte, weshalb aber sich nicht verheiraten, man sollte sich doch nach den meisten Frauen richten, und die meisten Frauen werden schwanger und gebären!?", "Es wäre also anzunehmen, daß hier die Ansicht R. Meírs vertreten ist, der die Minderheit berücksichtigt. –", "Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn die Rabbanan richten sich nur bei einer konkreten Mehrheit6Wörtl. Mehrheit, die sich vor uns befindet, bezw. die sich nicht vor uns befindet. nach dieser, beispielsweise bei den neun Läden7Die Erlaubtes verkaufen, denen gegenüber ein Laden steht, der Verbotenes verkauft; cf. Hul. Fol. 95a. oder [der Entscheidung] des Synedriums8Bei einer Meinungsverschiedenheit ist die Mehrheit entscheidend; cf. Syn. Fol. 40a., bei einer abstrakten6Wörtl. Mehrheit, die sich vor uns befindet, bezw. die sich nicht vor uns befindet. Mehrheit9Wie in unserem Falle, wo es sich um Ereignisse handelt. aber richten sich die Rabbanan nicht nach dieser. –", "Beim Minderjährigen und der Minderjährigen handelt es sich ja um eine abstrakte Mehrheit, und die Rabbanan richten sich nach dieser!? Es wird nämlich gelehrt: Der Minderjährige hat und an der Minderjährigen ist die Ḥaliça und die Schwager ehe nicht zu vollziehen – so R. Meír. Sie sprachen zu R. Meír: Du hast allerdings recht, daß die Ḥaliça nicht zu vollziehen ist, denn im Abschnitte10Dt. 25,7.heißt es Mann11Worunter nur ein Erwachsener zu verstehen ist., und man vergleiche die Frau mit dem Manne, weshalb aber nicht die Schwagerehe vollziehen!?", "Dieser erwiderte: Beim Minderjährigen kann es sich her ausstellen, daß er impotent, und bei der Minderjährigen kann es sich her ausstellen, daß sie steril ist, sodaß sie12Da in derartigen Fällen die Schwagerehe nicht zu vollziehen ist.auf ein Inzestverbot stoßen würden. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, man richte sich bei den Knaben nach der Mehrheit, und die meisten sind nicht impotent, und desgleichen bei den Mädchen nach der Mehrheit, und die meisten sind nicht steril. – Das richtige ist vielmehr, unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Meírs. –", "Wie ist, wenn sie die Ansicht R. Meírs vertritt, der Schlußsatz zu erklären ; hatte sie eine Schwiegermutter, so braucht sie nichts zu berücksichtigen. Weshalb denn, wenn man die Mehrheit berücksichtigt, so werden die meisten Frauen schwanger und gebären und die wenigsten abortieren, da aber von der Mehrheit die Hälfte Knaben und die Hälfte Mädchen gebären, so vereinige man die Minderheit der Abortierenden mit der Hälfte der Mädchen, sodann befinden sich die Knaben in der Minderheit, und diese sollte berücksichtigt werden!? –", "Vielleicht berücksichtigt er deshalb nicht, weil [die Frau] sich im Zustande [des Erlaubtseins] für Fremde befand13Bei der Abreise ihres Ehemannes hatte sie keinen Schwager.. – Sollte doch im Anfangssatze, wenn sie sich im Zustande [der Verpflichtung zur] Schwagerehe14Wenn sie dann einen Schwager hatte.befand, an ihr die Schwagerehe vollzogen werden!?", "R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Im Anfangsatze, bei einem mit der Ausrottung belegten15Wenn ihre Nebenbuhlerin einen Sohn hat, u. an ihr die Schwagerehe vollzogen wird.Vergehen, berücksichtigten sie dies16Ihre Nebenbuhlerin könnte schwanger geworden sein., im Schlußsätze, bei einem mit einem Verbote belegten Vergehen, berücksichtigten sie dies nicht.", "Raba sprach: Merke, das eine ist [ein Vergehen] der Tora und das andere ist eines der Tora, was ist nun der Unterschied, ob es mit der Ausrottung oder mit einem Verbote belegt ist!? Vielmehr, erklärte Raba," ], [ "im Anfangssatze spricht der bisherige Zustand für die Schwagerehe17Sie hatte bei der Abreise ihres Mannes einen Schwager.und die Mehrheit für [die Verheiratung mit] Fremden18Es ist anzunehmen, daß ihre Nebenbuhlerin, wie die meisten Frauen, geboren hat.; der bisherige Zustand ist zwar nicht so entscheidend wie die Mehrheit, jedoch ist die Minderheit der Abortierenden mit dem bisherigen Zustande zu vereinigen, sodaß sie als Hälfte gegen Hälfte19Beide sind gleich ausschlaggebend.gelten, somit darf sie weder sich verheiraten noch die Schwagerehe eingehen.", "Im Schlußsatze dagegen spricht der bisherige Zustand für [die Verheiratung] mit Fremden20Sie hatte bei der Abreise ihres Mannes keinen Schwager.und auch die Mehrheit für [die Verheiratung] mit Fremden21Cf. Anm. 18 mut. mut., somit besteht nur eine Minderheit der Minderheit22Für die Wahrscheinlichkeit, daß sie einen Schwager bekommen hat., und die Minderheit der Minderheit berücksichtigt R. Meír nicht.", "SICH NICHT VERHEIRATEN ODER DIE SCHWAGEREHE EINGEHEN &C. Ewig?", "Zee͑ri erwiderte: Für sich [warte sie] drei Monate23Cf. supra Fol. 42b.und für ihre Genossin24Die eben schwanger geworden sein kann; erst nach der Geburt des Kindes wird sie von der Schwagerehe entbunden. neun, sodann ist an ihr auf jeden Fall die Haliça zu vollziehen.", "R. Ḥanina erwiderte: Für sich drei Monate und für ihre Genossin ewig25Erst wenn sie erfährt, daß diese ein Kind hat, kann an ihr die Schwagerehe vollzogen werden.. – Mag doch an ihr die Ḥaliça auf jeden Fall vollzogen26Hat ihre Nebenbuhlerin ein Kind, so ist sie überhaupt entbunden, u. hat sie keines, so ist sie durch die Ḥ. entbunden.werden!?", "Abajje b. Abin und R. Ḥanina b. Abin erklärten beide: Es wird berücksichtigt, [ihre Nebenbuhlerin] könnte ein lebensfähiges Kind haben, sodann benötigt sie einer Kundmachung für Priester27Daß die Ḥ. ungültig war u. sie Priestern erlaubt ist.. –", "Benötige sie doch!? – Vielleicht war jemand bei der Ḥaliça und nicht bei der Kundmachung zugegen, und er würde glauben, man habe eine Ḥaluça für Priester erlaubt. –", "Wir haben gelernt: [Sagt sie,] sie hätte im Überseelande einen Sohn bekommen, und ihr Sohn sei gestorben und nachher sei ihr Mann gestorben, so ist sie glaubhaft; wenn aber: ihr Mann und nachher ihr Sohn, so ist sie nicht glaubhaft, jedoch berücksichtige man ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe.", "Sollte doch berücksichtigt werden, es könnten Zeugen kommen und ihre Worte bestätigen, sodann benötigt sie der Kundmachung für Priester!? R. Papa erwiderte: Bei einer Geschiedenen28Die ohnehin Priestern verboten ist.. R. Ḥija, Sohn des R. Hona, erwiderte: Wenn sie sagt, sie war mit ihm zusammen in einer Höhle verborgen29Sodaß eine Zeugenaussage zur Bestätigung ihrer Worte nicht zu erwarten ist..", "ii WENN VON ZWEI SCHWÄGERINNEN DIE EINE SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND DIE ANDERE SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO IST DIE EINE VERBOTEN30Für Fremde.WEGEN DES MANNES DER ANDEREN31Der an ihr die Schwagerehe zu vollziehen hat, da ihre Schwägerin für sie nicht glaubhaft ist., UND DIE ANDERE VERBOTEN WEGEN DES MANNES JENER.", "HAT EINE ZEUGEN32Daß ihr Mann gestorben sei.UND EINE KEINE ZEUGEN, SO IST, DIE ZEUGEN HAT, VERBOTEN33Da keine Zeugen für den Tod ihres Schwagers vorhanden sind; ihre Zeugen nützen nur ihrer Schwägerin, für sich ist sie selber glaubhaft., UND DIE KEINE ZEUGEN HAT, ERLAUBT. HAT EINE KINDER UND EINE KEINE KINDER, SO IST, DIE KINDER HAT, ERLAUBT, UND DIE KEINE KINDER HAT, VERBOTEN.", "WENN AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST UND DIE SCHWÄGER GESTORBEN SIND, SO DÜRFEN SIE SICH NICHT VERHEIRATEN34Weil ihre ersten Männer viell, noch leben; für die Vollziehung der Schwagerehe genügte ihre erste Aussage, dagegen aber ist hinsichtl. der Verheiratung mit einem Fremden die eine auf die Aussage der anderen angewiesen, daß ihr Schwager gestorben sei.. R. ELIE͑ZER SAGT, DA SIE DEN SCHWÄGERN ERLAUBT35In der Annahme, ihre Männer seien gestorben.WURDEN, SIND SIE JEDERMANN ERLAUBT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wenn die eine Zeugen und Kinder hat, und die andere keine Zeugen und keine Kinder hat, so sind beide erlaubt36Eine, weil sie Kinder hat u. von der Schwagerehe entbunden ist, die andere, weil der Tod ihres Schwagers durch Zeugen festgestellt ist..", "WENN AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST UND DIE SCHWÄGER GESTORBEN SIND, SO DÜRFEN SIE SICH NICHT VERHEIRATEN. R. ELIE͑ZER SAGT, DA SIE DEN SCHWÄGERN ERLAUBT WURDEN, SIND SIE JEDERMANN ERLAUBT.", "Raba fragte: Was ist der Grund R. Elie͑zers: ist er der Ansicht, eine Nebenbuhlerin dürfe für die andere Zeugnis ablegen, oder aber, weil sie sich selbst nicht schädigen37Eine Nebenbuhlerin ist zwar sonst nicht glaubhaft, in diesem Falle aber, wo sie selbst von ihrer Aussage betroffen wird, ist sie glaubhaft.will? –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? –" ], [ "Ob die Nebenbuhlerin sich vor ihr verheiraten darf: wenn du sagst, eine Nebenbuhlerin dürfe für ihre Genossin Zeugnis ablegen, darf diese sich verheiraten, auch wenn jene sich nicht verheiratet hat, und wenn du sagst, weil sie sich selbst nicht schädigen will, darf, wenn jene sich verheiratet hat, auch diese sich verheiraten, und wenn jene sich nicht verheiratet hat, auch diese sich nicht verheiraten.", "Wie ist es damit? – Komm und höre: R. Elie͑zer sagt, da sie den Schwägern erlaubt wurden, sind sie jedermann erlaubt. Einleuchtend ist es, wenn du erklärst, weil sie sich selbst nicht schädigen will, daß sie nur dann heiraten darf, wenn jene sich verheiratet hat;", "wenn du aber erklärst, weil eine Nebenbuhlerin für ihre Genossin Zeugnis ablegen darf, sollte sie [sich verheiraten dürfen], auch wenn jene sich nicht verheiratet!? Hieraus ist somit zu entnehmen, der Grund R. Elie͑zers ist, weil sie selbst heiraten und sich nicht schädigen will. –", "R. Elie͑zer erwiderte ihnen nach ihrer Ansicht: nach meiner Ansicht kann eine Nebenbuhlerin für ihre Genossin Zeugnis ablegen, und sie darf sich verheiraten, auch wenn jene sich nicht verheiratet, aber auch ihr solltet mir beipflichten, daß, wenn jene sich verheiratet hat, diese sich verheiraten darf, weil jene sich nicht selbst schädigt. – Und die Rabbanan!? – Sie denkt :38Jud. 16,30.ich will samt den Pelištim sterben. –", "Komm und höre: Wenn eine Frau, die mit ihrem Manne nach dem Überseelande verreist war, zurückkommt und sagt, ihr Mann sei gestorben, so darf sie sich verheiraten und erhält ihre Morgengabe, während ihre Nebenbuhlerin verboten ist. R. Elie͑zer sagt, da sie erlaubt ist, ist auch ihre Nebenbuhlerin erlaubt39Auch wenn jene sich nicht verheiratet hat.!? – Lies: da sie erlaubt ist und sich verheiratet hat. –", "Sollte doch40Wenn sie nur deshalb hinsichtl. ihrer Genossin glaubhaft ist, weil sie sich nicht selbst schädigen will.berücksichtigt werden, vielleicht hat sie einen Scheidebrief und sagt dies41Daß ihr Mann gestorben sei; sie ist durch die Scheidung entbunden; sodaß sie sich durch ihre Verheiratung nicht schädigt.nur deshalb, um ihre Nebenbuhlerin zu schädigen!? –", "Wenn sie sich mit einem Jisraéliten verheiratet, ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie sich mit einem Priester42Dem die Geschiedene verboten ist; kommt ihr erster Mann zurück, so ist sie vom zweiten zu entfernen.verheiratet.", "iii MAN KANN BEKUNDEN43Dh. eine Leiche rekognoszieren, um seiner Frau die Wieder Verheiratung zu ermöglichen.NUR AUF GRUND DES GESICHTES MIT DER NASE, SELBST WENN KENNZEICHEN AN SEINEM KÖRPER ODER SEINEN KLEIDERN VORHANDEN SIND. MAN KANN BEKUNDEN44Über den Tod eines Menschen zum genannten Zwecke., NUR WENN IHM DIE SEELE AUSGESGHIEDEN IST, SELBST WENN MAN IHN ZERSCHNITTEN, GEKREUZIGT ODER VON EINEM WILDEN TLERE GEFRESSEN GESEHEN45Dies ist noch kein Beweis, daß er tot ist.HAT. MAN KANN BEKUNDEN NUR INNERHALB DREIER46Seit dem Tode; später bekommt die Leiche ein anderes Aussehen u. eine sichere Rekognoszierung ist nicht möglich.TAGE.", "R. JEHUDA B. BABA SAGT, NICHT ALLE MENSCHEN, NICHT ALLE ORTE UND NICHT ALLE ZEITEN GLEICHEN EINANDER47Die Haltbarkeit der Leiche ist von der Konstitution, dem Klima u. der Temperatur abhängig..", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man kann nicht bekunden auf Grund der Stirn ohne Gesicht oder des Gesichtes ohne Stirn, nur wenn beide mit der Nase vorhanden sind. Abajje, nach anderen R. Kahana, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:48Jes. 3,9.die Züge ihres Angesichtes zeugen gegen sie.", "Die Leute des Exilarchen hatten eine Geldforderung an Abba b. Martha, das ist Abba b. Minjorni. Da bestrich er einen Lappen mit Wachs und klebte ihn über die Stirn, und als er an ihnen vorüberging, erkannten sie ihn nicht.", "SELBST WENN KENNZEICHEN VORHANDEN &C. Demnach sind Kennzeichen nicht nach der Tora [maßgebend],", "und dem widersprechend [wird gelehrt], daß, wenn er ihn49Der Überbringer, einen verloren gegangenen Scheidebrief.an einer Tasche, einem Geldbeutel oder einem Ringe angebunden oder unter seinen Geräten findet, selbst nach längerer Zeit, er gültig50Wenn er die genannten Gegenstände an Kennzeichen als seine erkennt. Der Scheidebrief wird als gültig erklärt, obgleich es sich hierbei um eine Ehefrau handelt, die Fremden nach der Tora verboten ist.sei!?", "Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Elea͑zar51So rieht, in ed. Pesaro u. Handschriften.b. Mahebaj und das andere nach den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Man kann nicht bekunden43Dh. eine Leiche rekognoszieren, um seiner Frau die Wieder Verheiratung zu ermöglichen.auf Grund einer Warze; R. Elea͑zar b. Mahebaj sagt, man könne wohl bekunden. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, Kennzeichen seien nach der Tora [maßgebend], und einer ist der Ansicht, Kennzeichen seien rabbanitisch [maßgebend].", "Raba erwiderte: Alle stimmen überein, Kennzeichen seien nach der Tora [maßgebend], und hierbei streiten sie, ob eine Warze bei einem Wahlverwandten52Der ihm in jeder Hinsicht gleicht u. die gleichen Absonderlichkeiten aufweist.zu finden ist: einer ist der Ansicht, sie sei bei einem Wahlverwandten zu finden, und einer ist der Ansicht, sie sei bei einem Wahlverwandten nicht zu finden.", "Manche sagen: Hierbei streiten sie, ob eine Warze sich nach dem Tode verändert: einer ist der Ansicht, sie verändere sich nach dem Tode, und einer ist der Ansicht, sie verändere sich nach dem Tode nicht.", "Manche lesen: Raba erwiderte: Alle stimmen überein, Kennzeichen seien rabbanitisch [maßgebend], und hierbei streiten sie, ob eine Warze" ], [ "ein zuverlässiges Kennzeichen53Ob eine solche überhaupt als Kennzeichen gilt.ist : einer ist der Ansicht, sie sei ein zuverlässiges Kennzeichen, und einer ist der Ansicht, sie sei kein zuverlässiges Kennzeichen. –", "Gegen die Lesart, nach der Raba sagt, Kennzeichen seien nach der Tora [maßgebend, ist ja einzuwenden:] er lehrt ja: selbst wenn Kennzeichen an seinem Körper oder seinen Kleidern vorhanden54Demnach sollte man sich auf diese verlassen. sind!? –", "Am Körper: [die Bekundung,] ob er groß oder klein55Dies ist kein ausreichendes Kennzeichen.ist; an den Kleidern: weil das Verleihen berücksichtigt wird. – Wieso gebe man, wenn das Verleihen berücksichtigt wird, einen Esel56Den jemand gefunden hat; cf. Bm. Fol. 27a.auf Grund der Kennzeichen am Sattel ab!? –", "Einen Sattel pflegt man nicht zu leihen, weil er den Esel verwunden57Da ihm ein fremder Sattel nicht paßt.würde. – Wieso gebe man [einen Scheidebrief] ab, wenn man ihn an einer Tasche, einem Geldbeutel oder einem Ringe angebunden58Er kann diese Dinge einem anderen geliehen haben.findet!? –", "Bei einem Ringe59Der zum Siegeln verwandt wird.befürchtet man Fälschungen, bei einer Tasche und einem Geldbeutel ist man abergläubisch, daher verleiht man sie nicht. Wenn du aber willst, sage ich: an den Kleidern, ob sie weiß oder rot sind55Dies ist kein ausreichendes Kennzeichen..", "SELBST WENN MAN IHN ZERSCHNITTEN &C. GESEHEN HAT &C. Demnach kann [ein Mensch] zerschnitten leben, und dem widersprechend [wird gelehrt], ein Mensch sei auch zerschnitten oder sterbend nicht eher verunreinigend60Als Leiche., als bis ihm die Seele ausgeschieden ist; nur verunreinigend ist er nicht, leben aber kann er nicht!?", "Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar und das andere nach den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Man kann bekunden über einen Zerschnittenen, nicht aber über einen Gekreuzigten; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch über einen Zerschnittenen könne man nicht bekunden, weil man [die Wunde] ausbrennen und er leben bleiben kann. –", "Wieso kannst du dies R. Šimo͑n b. Elea͑zar addizieren, im Schlußsatze wird ja gelehrt: Einst ereignete es sich in A͑sja, daß man jemand ins Meer hinunterließ und darauf nur dessen Bein hervorzog, und die Weisen entschieden: wenn vom Knie aufwärts, so darf [seine Frau] heiraten, wenn vom Knie abwärts, so darf sie nicht heiraten61Da die Verstümmelung nicht tötlich ist; nach RS. sollte sie es auch im 1. Falle nicht dürfen.. –", "Anders ist es im Wasser, da es die Wunde ätzt. –", "Rabba b. Bar Ḥana erzählte ja, er habe gesehen, wie ein Araber ein Schwert nahm und sein Kamel zerschnitt, ohne daß es das Schreien unterbrochen hätte!? Abajje erwiderte: Dieses war mager62Die Fleischwunde war nicht groß..", "Raba erwiderte: Mit einem glühenden Messer, nach aller Ansicht63Die Wunde wurde ausgebrannt..", "VON EINEM WILDEN TIERE GEFRESSEN &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn an einer Stelle, da die Seele nicht ausscheidet, wenn aber an einer Stelle, da die Seele ausscheidet, bekunde man.", "Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wenn man einem beide [Halsorgane]64Luft- u. Speiseröhre.oder den größeren Teil beider durchgeschnitten hat und er fortgelaufen ist, so bekunde man65Daß er tot sei, da er nicht leben kann.über ihn. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, daß, wenn man einem beide Halsorgane oder den größeren Teil beider durchgeschnitten, und er durch Zeichen gesagt hat, daß man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, man ihn schreibe und ihr gebe66Demnach gilt er als lebend.!? – Er lebt, muß aber sterben. –", "Demnach sollte man dieserhalb67Wenn man jemand unvorsätzlich auf diese Weise verletzt hat; cf. Dt. 19,1ff.verbannt werden, während gelehrt wird, daß, wenn jemand einem beide [Halsorgane] oder den größeren Teil beider [unvorsätzlich] durchgeschnitten hat, er dieserhalb nicht verbannt werde!? – Hierzu wurde ja gelehrt: R. Hoša͑ja erklärte, hierbei werde berücksichtigt, ein Luftzug kann ihn verwirrt, oder er selber seinen Tod genähert68Durch starkes Zappeln; der Tod ist nicht unmittelbar erfolgt.haben. –" ], [ "Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen69Den beiden Begründungen.? –", "Wenn er ihn in einem Marmorhause geschlachtet und er gezappelt, oder er ihn draußen geschlachtet und er nicht gezappelt hat70Im 1. Falle, wenn kein Luftzug eindringt, kann der Tod nur durch das Zappeln, im 2. Falle nur durch den Luftzug herbeigeführt worden sein..", "R. JEHUDA SAGT, NICHT ALLE &C. Sie fragten: Streitet R. Jehuda b. Baba erleichternd71Nach dem ersten Autor nur innerhalb 3er Tage, nach ihm aber in manchen Fällen auch später.oder streitet er erschwerend72In manchen Fällen verwese die Leiche noch vor Ablauf von 3 Tagen.? –", "Komm und höre: Einst ertrank jemand in Karmi, und nach drei Tagen wurde er bei Be Hedja [aus dem Wasser] gezogen, und R. Dimi aus Nehardea͑ ließ seine Frau heiraten. Ferner ertrank einst jemand im Tigris, und nach fünf Tagen wurde er an der Brücke von Šebistana [aus dem Wasser] gezogen, und auf die Aussage eines Hochzeitskameraden hin ließ Raba seine Frau heiraten.", "Allerdings entschieden sie, wenn du sagst, er streite erleichternd, nach R. Jehuda b. Baba, nach wem aber entschieden sie, wenn du sagst, er streite erschwerend!? – Anders ist es, wenn im Wasser, da es konservierend73Eigentl. zusammenzieht, die Leiche schwillt nicht auf.wirkt. –", "Du sagtest ja aber, Wasser ätze die Wunde74Demnach wirkt gerade das Wasser verändernd.!? – Nur dann, wenn eine Wunde vorhanden, ist, wenn aber nicht, wirkt es konservierend. Dies nur, wenn man ihn sofort beim Herausziehen sieht, wenn aber später, so schwillt er an.", "WENN JEMAND IN EIN GEWÄSSER GEFALLEN IST, EINERLEI OB ES UMGRENZT ODER NICHT UMGRENZT IST, SO IST SEINE FRAU VERBOTEN75Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß er lebend herausgekommen ist.. iv R. MEÍR SAGTE : EINST FIEL JEMAND IN EINEN GROSSEN BRUNNEN, UND NACH DREI TAGEN KAM ER HERAUF.", "R. JOSE SAGTE: EINST STIEG EIN BLINDER IN EINE HÖHLE HINAB, UM ZU BADEN, UND NACH IHM STIEG SEIN FÜHRER HINAB, UND NACHDEM MAN SO LANGE GEWARTET HATTE, BIS IHNEN DAS LEBEN AUSGING76Dh. daß die Möglichkeit ausgeschlossen schien, daß sie noch leben., ERLAUBTE MAN IHREN FRAUEN ZU HEIRATEN. FERNER EREIGNETE ES SICH IN A͑SJA, DASS MAN JEMAND INS MEER HINABLIESS UND DARAUF NUR SEIN BEIN HERAUFZOG, UND DIE WEISEN ENTSCHIEDEN: WENN VOM KNIE AUFWÄRTS, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN, WENN VOM KNIE ABWÄRTS, SO DARF SIE SICH NICHT VERHEIRATEN.", "GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand in ein Gewässer gefallen ist, einerlei ob es umgrenzt oder nicht umgrenzt ist, so ist seine Frau verboten – so R. Meír. Die Weisen sagen, ist das Gewässer umgrenzt, so ist seine Frau erlaubt77Das Wasser kann ihn nicht fortgetragen haben, u. wenn er sich gerettet hätte, würde man es gesehen haben., ist es nicht umgrenzt, so ist seine Frau verboten. –", "Welches Gewässer heißt umgrenzt? Abajje erwiderte: Wenn man daneben steht und alle vier Seiten sieht.", "Einst ertrank jemand im Teiche von Samqe, und R. Šila erlaubte seiner Frau zu heiraten. Da sprach Rabh zu Šemuél: Komm, wir wollen ihn in den Bann tun. Dieser erwiderte: Wollen wir zuerst an ihn eine Frage richten.", "Sie ließen ihn dann fragen: Ist, wenn das Gewässer nicht umgrenzt ist, seine78Dessen, der in ein solches gefallen ist.Frau verboten oder erlaubt? Er ließ ihnen erwidern: Seine Frau ist verboten. – Ist der Teich von Samqe ein umgrenztes Gewässer oder ein nicht umgrenztes Gewässer? Er ließ ihnen erwidern: Es ist ein nicht umgrenztes Gewässer. – Weshalb entschied der Meister so79Daß die Frau heiraten dürfe.. –", "Ich habe mich geirrt, indem ich glaubte, er gleiche, da sein Wasser angesammelt ist und stillsteht, einem nicht umgrenzten Gewässer; dem ist aber nicht so, da er Wellen schlägt, können die Wellen ihn fortgeschwemmt haben.", "Da las: Šemuél über Rabh:80Pr. 12,21.Dem Gerechten begegnet keine Untat81Seine Absicht, RŠ. in den Bann zu tun, kam nicht zur Ausführung.. Rabh dagegen las über Šemuél :82Pr. 11,14.Hilfe durch die Größe des Ratgebers83Er wurde daran durch die Beratung mit Š. verhindert..", "Es wird gelehrt: Rabbi erzählte: Einst warfen zwei Leute Fischergarne im Jarden aus; einer von ihnen stieg in eine Fischhöhle hinab, und als die Sonne unterging, sah er den Eingang der Höhle nicht mehr. Da wartete sein Gefährte so lange, bis ihm das Leben84Vgl. Anm. 76.ausging, alsdann ging er und berichtete es seiner Familie. Am folgenden Tage, als die Sonne aufging, fand er den Eingang der Höhle und ging nach Hause, wo er eine große Trauer vorfand. Da sprach Rabbi: Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei seine Frau erlaubt, ist es nicht umgrenzt, sei seine Frau verboten. –", "Demnach sollte man auch bei einem umgrenzten Gewässer eine Fischhöhle berücksichtigen85Die er am folgenden Tage verlassen haben kann.!? – In einem umgrenzten Gewässer ist eine Fischhöhle ungewöhnlich.", "R. Aši sagte: Das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem nicht umgrenzten Gewässer sei seine Frau verboten, gilt nur von einem gewöhnlichen Menschen, nicht aber von einem Gelehrten, denn wenn ein solcher gerettet wird, ist dies bekannt. – Dem ist aber nicht so; ob ein gewöhnlicher Mensch oder ein Gelehrter, nur wenn es bereits erfolgt86Hat die Frau sich bereits verheiratet, so ist die Heirat gültig. ist, nicht aber von vornherein.", "Es wird gelehrt: R. Gamliél erzählte: Einst sah ich, als ich zu Schiff reiste, ein Schiff Bruch erleiden, und grämte mich über einen Gelehrten, der sich auf diesem befand, das war R. A͑qiba. Als ich das Festland betrat, kam er und setzte sich nieder, und erörterte vor mir eine Halakha. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat dich heraufgebracht!? Er erwiderte mir: Ich stieß auf ein Brett vom Schiffe, und gegen jede Welle, die über mich kam, nickte ich den Kopf.", "Hieran anlehnend sagten die Weisen: Wenn Bösewichter über einen Menschen herfallen, so nicke er ihnen den Kopf87Er lasse alles über sich ergehen.. An jener Stunde sprach ich; Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei [seine Frau] erlaubt, ist das Gewässer nicht umgrenzt, sei sie verboten.", "Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Einst sah ich, als ich zu Schiff reiste, ein Schiff im Meere untergehen, und grämte mich über einen Gelehrten, der sich auf diesem befand, das war R. Meír. Als ich in Kappadokien landete, kam er und setzte sich nieder, und erörterte vor mir eine Halakha. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat dich heraufgebracht? Er erwiderte mir: Eine Welle warf mich auf die nächste und die nächste auf die nächste, bis [das Meer] mich auf das Festland spie. An jener Stunde sprach ich: Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei seine Frau erlaubt, ist das Gewässer nicht umgrenzt, sei seine Frau verboten.", "Die Rabbanan lehrten: Ist jemand in eine Löwengrube gefallen, so bekunde man über ihn nicht, wenn in einen Graben voll Schlangen und Skorpionen, so bekunde man über ihn. R. Jehuda b. Bethera sagt, auch wenn in einen Graben voll Schlangen und Skorpione, bekunde man über ihn nicht, denn es ist zu berücksichtigen," ], [ "er ist vielleicht Schlangenbeschwörer. – Und der erste Autor!? – Wegen des Druckes beschädigen sie ihn88In einem Graben ist es eng, u. die Tiere werden gereizt, dagegen aber ist eine Löwengrube geräumig, u. wenn die Tiere satt sind u. nicht gereizt werden, ist es möglich, daß sie ihn nicht angreifen..", "Die Rabbanan lehrten: Ist jemand in einen Schmelzofen gefallen, so bekunde man über ihn, wenn in einen [siedenden] Kessel voll Wein oder Öl, so bekunde man über ihn. Im Namen R. Aḥas sagten sie: Wenn in einen voll Öl, so bekunde man über ihn, weil es zündet89Wenn beim Hineinfallen der Inhalt auf das Feuer unter dem Kessel spritzl., wenn in einen voll Wein, so bekunde man über ihn nicht, weil er89Wenn beim Hineinfallen der Inhalt auf das Feuer unter dem Kessel spritzl.löscht. Man erwiderte ihm: Anfangs löscht er, nachher aber brennt er.", "R. MEÍR SAGTE : EINST FIEL JEMAND IN EINEN GROSSEN BRUNNEN &C. Es wird gelehrt : Sie sprachen zu R. Meír : Man berufe sich nicht auf Wundertaten90Auch wenn er nicht ertrinkt, muß er aus anderen Gründen umkommen.. – Worin besteht das Wunder: wenn etwa, weil er nicht essen und nicht trinken kann, so heißt es ja:91Est. 4,16.fastet um mich, weder esset noch trinket!? –", "Vielmehr, weil er nicht schlafen kann. R. Joḥanan sagte nämlich: [Sagt jemand:] ich schwöre, daß ich drei Tage nicht schlafen werde, so geißele man ihn92Wegen falschen Schwörens, weil er dies nicht halten kann.und er schlafe sofort. –", "Was ist der Grund R. Meírs? R. Kahana erwiderte : Da waren Gewölbe über Gewölbe93Auf die er sich stützen u. schlafen konnte.. – Und die Rabbanan!? – Sie waren aus Marmor94Sehr glatt, so daß er sich auf diese nicht stützen konnte.. – Und R. Meír!? – Dennoch war es nicht unmöglich, daß er sich ein wenig anlehnen und schlafen konnte.", "Die Rabbanan lehrten: Einst fiel die Tochter R. Neḥunja des Brunnengräbers in einen großen Brunnen, und man berichtete es R. Ḥanina b. Dosa95Der durch seine Gebete Wunder wirkte; cf. Ber. Fol. 34b, Tan. Fol. 24b.. In der ersten Stunde sprach er zu ihnen: Friede. In der zweiten sprach er zu ihnen: Friede. In der dritten sprach er zu ihnen: Sie ist bereits emporgekommen.", "Er sprach zu ihr: Meine Tochter, wer hat dich heraufgebracht? Diese erwiderte: Ein Schafbock, den ein Greis führte, kam zu mir. Hierauf sprachen sie zu ihm: Bist du ein Prophet? Dieser erwiderte : Ich bin weder ein Prophet noch eines Propheten Sohn ; aber sollte denn an einem Werke, mit dem dieser Fromme sich befaßt, sein Kind verunglücken!?", "R. Abba sagte: Trotzdem starb sein Sohn vor Durst. Es heißt:96Ps. 50,3.rings um ihn stürmt es gewaltig; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, es mit seiner Umgebung haargenau97Das W. נשערה wird v. שער (Haar) abgeleitet.nimmt. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem :98Ps. 89,8.Gott ist schrecklich im Rate der Heiligen und furchtbar für alle, die ihn umgeben.", "v AUGH WENN MAN NUR FRAUEN SAGEN HÖRT, N. SEI GESTORBEN, SO GENÜGT99Seiner Frau die Wieder Verheiratung zu erlauben.DIES. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN MAN NUR KINDER SAGEN HÖRT, SIE GEHEN N. BETRAUERN UND BEGRABEN, GENÜGE DIES. EINERLEI, OB SIE DIES100Mit ihrem Berichte Zeugnis für die Frau abzulegen.BEABSICHTIGT HABEN ODER NICHT.", "R. JEHUDA B. BABA SAGT, EIN JISRAÉLIT, [AUCH] WENN ER ES BEABSICHTIGT HAT; DAS ZEUGNIS EINES NICHTJUDEN ABER SEI, WENN ER ES BEABSICHTIGT HAT, UNGÜLTIG.", "GEMARA. Vielleicht sind sie101Die Kinder, die sich erzählen, sie gehen zur Beerdigung hin.nicht hingegangen!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn sie sagen: wir kommen von der Betrauung und der Beerdigung des N. –", "Vielleicht starb nur eine Heuschrecke, die sie nach ihm102Die Kinder spielten viell. Beerdigung u. begruben eine Heuschrecke, der sie einen ihnen bekannten Namen beilegten.benennen!? – Wenn sie angeben: die und die Gelehrten waren da, die und die Trauerredner waren da.", "DAS ZEUGNIS EINES NICHTJUDEN SEI, WENN ER ES BEABSICHTIGT &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn er ihre Erlaubnis103Daß das Gericht auf Grund seiner Zeugenaussage der Witwe die Wiederverheiratung erlaube. beabsichtigt, wenn er aber nur Zeugnis ablegen will, ist seine Aussage gültig. – Woher weiß man dies? R. Joseph erwiderte: Wenn er aufs Gericht kommt und sagt: N. ist gestorben, laßt seine Frau heiraten, so beabsichtigt er die Erlaubnis, wenn er aber nur sagt: er ist gestorben, so will er nur Zeugnis ablegen.", "Es wurde auch gelehrt: Reš Laqiš sagte: Dies nur, wenn er die Erlaubnis beabsichtigt, wenn er aber nur Zeugnis ablegen will, ist seine Aussage gültig. R. Joḥanan sprach zu ihm: Ereignete es sich doch, daß R. Oša͑ ja Berabbi104In der Erstausgabe Beribbi; vgl. Bd. I S. 787 Anm. 7.gegen fünfundachtzig Gelehrte stritt, indem er sagte, dies gelte nur, wenn er die Erlaubnis beabsichtigt, wenn er aber nur Zeugnis ablegen will, sei seine Aussage gültig, und die Weisen pflichteten ihm nicht105Nach den Weisen ist seine Aussage auch im letzteren Falle ungültig.bei. –", "In welchem Falle kann dies106Daß seine Aussage gültig ist.vorkommen nach unserer Mišna, die lehrt, daß das Zeugnis eines Nichtjuden, wenn er es beabsichtigt, ungültig sei!? – Wenn er es harmlos107Nicht einmal Zeugnis abzulegen beabsichtigt.erzählt. So rief einst jemand: Wer von der Familie des Hivaj ist hier, wer von der Familie des Ḥivaj ist hier? Ḥivaj ist gestorben! Daraufhin erlaubte R. Joseph seiner Frau zu heiraten. Einst rief jemand: Wehe um den hurtigen Reiter von Pumbeditha, der gestorben ist! Daraufhin erlaubte R. Joseph, nach anderen Raba, seiner Frau zu heiraten.", "Einst rief jemand: Wer von der Familie des Ḥasa ist hier? Ḥasa ist ertrunken! Da sprach R. Naḥman: Bei Gott, die Fische haben Ḥasa gefressen. Auf diesen Ausspruch R. Naḥmans hin verheiratete sich die Frau Ḥasas, und sie sagten ihr nichts. R. Aši sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das, was die Rabbanan gesagt haben, wenn das Gewässer nicht umgrenzt ist, sei seine Frau verboten, nur von vornherein gilt, wenn sie sich aber verheiratet hat, entferne man sie von ihm108Von ihrem 2. Manne.nicht.", "Manche lesen: R. Naḥman erlaubte seiner Frau zu heiraten, indem er sagte: Ḥasa war ein bedeutender Mann, und wenn er gerettet worden wäre, würde es bekannt geworden sein. Dies ist aber nichts; ob ein bedeutender Mann oder ein unbedeutender Mann, nur wenn es bereits erfolgt ist, von vornherein aber nicht.", "Einst sagte ein Nichtjude zu einem Jisraéliten: Schneide am Šabbath Futtergras und wirf es meinem Vieh vor, sonst erschlage ich dich, wie ich jenen Jisraéliten erschlagen habe, den ich für mich eine Speise am Šabbath kochen hieß und er es nicht getan hat. Seine Frau hörte es und kam zu Abajje." ], [ "Nachdem er dies drei Festversammlungen109An denen die Schüler sich zu den Festvorträgen versammelten (cf. Syn. Fol. 12b), denen er dies zur Entscheidung unterbreitete.aufschob, sprach R. Ada b. Ahaba zu ihm: Wende dich an R. Joseph, dessen Messer scharf110Der gelehrt u. scharfsinnig ist.ist.", "Er wandte sich an ihn, und dieser entschied es aus folgender Lehre: Wenn ein Nichtjude Früchte auf dem Markt verkauft und sagt, die Früchte seien von Ungeweihtem111Von einem jungen Baume in den ersten 3 Jahren; diese sind zum Genüsse verboten; cf. Lev. 19,23ff., von einem umgrabenen112Wie dies im Siebentjahre zu geschehen pflegt; der Ertrag dieses Jahres ist verboten; cf. Lev. 25,3ff.Felde, von Vierjährigem113Vierjahrsfrucht, Früchte des 4. Jahres der Pflanzung; cf. Lev. 19,24., so hat er nichts gesagt, denn er wollte nur seine Ware preisen114Da diese schmackhafter sind; ebenso war in jenem Falle seine Angabe nur eine Drohung, um den Juden gefügig zu machen..", "Abba Jodan aus Çajdan erzählte: Einst gingen ein Jisraélit und ein Nichtjude zusammen auf dem Wege, und der Nichtjude kam und sagte: Schade um den Juden, der sich mit mir auf dem Wege befand; er starb und ich begrub ihn. Daraufhin erlaubte man seiner Frau zu heiraten.", "Ferner ereignete es sich, daß eine Gruppe Menschen nach Antiochien ging, und ein Nichtjude kam und sagte: Schade um jene Gruppe Menschen; sie starben und ich begrub sie. Daraufhin erlaubte man ihren Frauen zu heiraten. Ferner ereignete es sich, daß sechzig Leute nach dem Kriegslager Bitther gingen, und ein Nichtjude kam und sagte: Schade um jene sechzig Leute, die sich auf dem Wege nach Bitther befanden; sie starben und ich begrub sie. Daraufhin erlaubte man ihren Frauen zu heiraten.", "vi MAN KANN BEKUNDEN115Über den Tod eines Menschen, um seiner Frau die Heirat zu erlauben., AUCH WENN MAN IHN NUR BEIM LICHTSCHEIN ODER MONDSCHEIN [GESEHEN HAT], UND MAN ERLAUBE ZU HEIRATEN AUF GRUND EINES WIDERHALLS116Wenn man die Person selbst nicht gesehen hat, wie zBs. im folgenden Falle.. EINST HÖRTE MAN JEMAND, DER [ANSCHEINEND] AUF DEM GIPFEL EINES BERGES STAND, RUFEN: N., SOHN DES N., AUS DEM ORTE N. IST GESTORBEN. ALS MAN DA HINGING, FAND MAN NIEMAND. HIERAUF ERLAUBTE MAN SEINER FRAU ZU HEIRATEN.", "FERNER EREIGNETE ES SICH EINST IN ÇALMON, DASS JEMAND RIEF: ICH BIN N., SOHN DES N., EINE SCHLANGE BISS MICH UND ICH STERBE. ALS MAN DA HINGING, ERKANNTE MAN IHN NICHT. HIERAUF ERLAUBTE MAN SEINER FRAU ZU HEIRATEN.", "GEMARA. Rabba b. Šemuél sagte: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man erlaube nicht zu heiraten auf Grund eines Widerhalls, und die Schule Hillels sagt, man erlaube zu heiraten auf Grund eines Widerhalls. Was lehrt er uns damit, dies117Die Ansicht der Schule H.s, nach der zu entscheiden ist.lehrt ja unsere Mišna!? – Folgendes lehrt er uns: wenn sich eine anonyme Lehre finden sollte, daß man nicht zu heiraten erlaube, so ist dies die Ansicht der Schule Šammajs.", "ALS MAN DA HINGING, FAND MAN NIEMAND. Vielleicht war es ein Dämon!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Sie sahen118Als sie die Stimme hörten.eine menschliche Gestalt. – Jene sehen ja ebenso aus!? – Sie sahen an ihm einen Schatten. –", "Jene haben ja ebenfalls einen Schatten!? – Sie sahen an ihm einen Widerschatten. – Vielleicht haben auch jene einen Widerschatten!? R. Ḥanina erwiderte: Der Dämon Jonathan sagte mir, sie haben einen Schatten, aber keinen Widerschatten, –", "Vielleicht war es eine Nebenbuhlerin119Die seine Frau zur Verheiratung mit einem anderen veranlassen wollte, damit sie ihrem Manne verboten werde.!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, in einer Stunde der Gefahr schreibe und gebe man einen Scheidebrief, auch wenn man ihn120Den in Lebensgefahr schwebenden Mann, der den Auftrag erteilt, damit seine Frau nicht ewig verwitwet bleibe; dieser Grund ist auch in jenem Falle berücksichtigt worden.nicht kennt.", "vii,1R.QIBA ERZÄHLTE: ALS ICH NACH NEHARDEA͑ ZUR INTERKALATION DES SCHALTJAHRES KAM, TRAF ICH NEḤEMJA AUS BEDALI121Cf. Fol. 115a Anm. 15., UND DIESER SAGTE MIR, ER HABE GEHÖRT, MIT AUSNAHME VON JEHUDA B. BABA ERLAUBE NIEMAND IM JISRAÉLLANDE EINER FRAU AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN ZU HEIRATEN. ICH SPRACH ZU IHM: SO IST ES. HIERAUF SPRACH ER ZU MIR: SAGE IHNEN IN MEINEM NAMEN: IHR WISSET, DASS IN DIESEM LANDE KRIEGSBANDEN STREIFEN; VON R. GAMLIÉL DEM ÄLTEREN IST ES MIR ÜBERLIEFERT, DASS MAN AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN EINER FRAU ZU HEIRATEN ERLAUBE.", "ALS ICH DIES R. GAMLIÉL UNTERBREITETE, FREUTE ER SICH ÜBER MEINE WORTE UND SPRACH: WIR HABEN IN122Das ל hat hier akkusative Bedeutung wie zuweilen im T. (vgl. לרבו הגביהו הוא ebenso לו הגביהו רבו Qid. Fol. 22b).R. JEHUDA B. BABA EINEN GENOSSEN123Der derselben Ansicht ist.GEFUNDEN.", "DURCH DIESE UNTERHALTUNG ERINNERTE SICH R. GAMLIÉL, DASS LEUTE IN TELRZA124Wohl identisch mit dem bibl. תל חרשא (Ezr. 2,59, Neh. 7,61).GETÖTET WURDEN, UND R. GAMLIÉL [DER ÄLTERE] AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN IHREN FRAUEN ZU HEIRATEN ERLAUBTE. ES WURDE DANN EINGEFÜHRT, DIE HEIRAT ZU ERLAUBEN AUF [GRUND DER AUSSAGE] EINES ZEUGEN AUS DEM MUNDE125Der es ebenfalls von einem einzelnen Zeugen gehört hat.EINES ZEUGEN, AUS DEM MUNDE EINES SKLAVEN, AUS DEM MUNDE EINER FRAU ODER DEM MUNDE EINER SKLAVIN. R. ELIE͑ZER UND R. JEHOŠUA͑ SAGEN, MAN ERLAUBE EINER FRAU NICHT, AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN ZU HEIRATEN. R. A͑QIBA SAGT, WEDER AUF GRUND DER AUSSAGE EINER FRAU NOCH EINES SKLAVEN NOCH EINER SKLAVIN NOCH EINES VERWANDTEN.", "GEMARA. Ist R. A͑qiba denn der Ansicht, nicht auf die Aussage einer Frau hin, es wird ja gelehrt : R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. A͑qibas; [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß eine Frau glaubhaft ist, einen Scheidebrief126Aus einem fremden Orte, obgleich sie zu bekunden hat, daß er in ihrer Gegenwart geschrieben worden ist.zu überbringen: wenn die Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie seien nicht glaubhaft, den Tod ihres Mannes zu bekunden127Weil sie viell, aus Gehässigkeit die Unwahrheit sagen; cf. supra Fol. 117a., glaubhaft sind, ihr einen Scheidebrief128Cf. Git. Fol. 23b.zu überbringen, um wieviel mehr sind diejenigen, die glaubhaft sind, den Tod ihres Mannes zu bekunden, glaubhaft, ihr einen Scheidebrief zu überbringen.", "Nur die Frauen, von denen die Weisen es gesagt129Daß sie nicht glaubhaft sind.haben, sind nicht glaubhaft, andere aber sind glaubhaft!? – Das ist kein Einwand; das eine, bevor dies130Daß Frauen glaubhaft seien.eingeführt wurde, das andere, nachdem dies eingeführt wurde.", "vii,2 SIE SPRACHEN ZU IHM: EINST GINGEN LEVITEN NACH DER PALMENSTADT ÇOA͑R, UND ALS EINER VON IHNEN ERKRANKTE, BRACHTEN SIE IHN IN EIN GASTHAUS. AUF IHRER RÜCKKEHR FRAGTEN SIE DIE GASTWIRTIN, WO IHR GEFÄHRTE SEI, UND DIESE ERWIDERTE, ER SEI GESTORBEN UND SIE HABE IHN BEGRABEN. HIERAUF ERLAUBTE MAN SEINER FRAU ZU HEIRATEN. SOLLTE EINE PRIESTERIN131Dh. jede jisraélitische Frau, die durch die Verheiratung mit einem Priester in den Priesterstand kommen kann.NICHT EBENSO [GLAUBHAFT] SEIN WIE JENE GASTWIRTIN!?", "ER ERWIDERTE IHNEN: IN EINEM FALLE, WIE BEI DER GASTWIRTIN, IST SIE AUCH GLAUBHAFT. DIE GASTWIRTIN ÜBERREICHTE IHNEN SEINEN STAB, SEINEN REISESACK UND DIE TORAROLLE, DIE ER BEI SICH GEFÜHRT HATTE132Nur dies u. nicht die Aussage der Gastwirtin war für sie maßgebend.." ], [ "GEMARA. Worin besteht der Minderwert der Gastwirtin? R. Kahana erwiderte: Es war eine nichtjüdische Gastwirtin, und sie berichtete harmlos: da ist sein Stab, da ist sein Reisesack und da ist das Grab, in dem ich ihn begraben habe. Ebenso lehrte Abba, Sohn des R. Minjomi b. Ḥija, es war eine nichtjüdische Gastwirtin, und sie berichtete harmlos: da ist sein Stab, da ist sein Reisesack und da ist das Grab, in dem ich ihn begraben habe. –", "Jene fragten sie ja, wo ihr Gefährte133Demnach war es kein harmloser Bericht.sei!? – Als sie sie sah, begann sie134Die Veranlassung zur Erkundigung ging harmlos von ihr aus.zu weinen, und darum fragten sie sie, wo ihr Gefährte sei, und sie erwiderte ihnen, er sei gestorben und sie habe ihn begraben.", "Die Rabbanan lehrten: Einst kam jemand vor R. Tryphon, um Zeugnis für eine Frau135Über den Tod ihres Mannes.abzulegen. Dieser sprach zu ihm: Mein Sohn, was weißt du in der Sache dieser Frau zu bekunden? Jener erwiderte: Ich ging mit ihm auf dem Wege, und als eine Horde uns verfolgte, hing er sich an einen Olivenast, riß ihn ab und trieb die Horde zurück.", "Ich sprach zu ihm: Löwe, heil deiner Kraft! Er erwiderte mir: Woher weißt du, daß ich Löwe heiße? So nennt man mich in meiner Stadt: Joḥanan, Sohn des R. Jehonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Nach einigen Tagen erkrankte er und starb. Hierauf erlaubte R. Tryphon seiner Frau zu heiraten. –", "Ist denn nach R. Tryphon ein Ausfragen und Ausforschen136Eine Prüfung der Aussage durch Kreuzfragen.nicht nötig, es wird ja gelehrt: Einst kam jemand vor R. Tryphon, um Zeugnis für eine Frau abzulegen. Dieser sprach zu ihm: Mein Sohn, was weißt du in dieser Sache zu bekunden? Jener erwiderte: Ich ging mit ihm auf dem Wege, und als eine Horde uns verfolgte, hing er sich an einen Feigenast, riß ihn ab und trieb die Horde zurück. Ich sprach zu ihm: Heil deiner Kraft, Löwe! Er erwiderte mir: Du hast meinen Namen richtig erraten; so nennt man mich in meiner Stadt: Joḥanan, Sohn des Jonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Nach einigen Tagen erkrankte er und starb.", "Dieser entgegnete: Hast du nicht wie folgt gesagt: Joḥanan, Sohn des Jonathan aus Kephar Šiḥja, der Löwe? Jener erwiderte: Nein, ich sagte wie folgt: Joḥanan, Sohn des Jonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Er subtilisierte mit ihm zwei- dreimal, und seine Worte stimmten immer überein. Hierauf erlaubte R. Tryphon seiner Frau zu heiraten. –", "Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man braucht die Zeugen über eine Frauenangelegenheit135Über den Tod ihres Mannes. nicht durch Ausfragen und Ausforschen zu untersuchen – so R. A͑qiba. R. Tryphon sagt, man untersuche wohl.", "Sie streiten über eine Lehre R. Ḥaninas, denn R. Ḥanina sagte: Nach der Tora ist sowohl bei Geldsachen als auch bei Strafsachen ein Ausfragen und Ausforschen erforderlich, denn es heißt:137Lev. 24,22.einerlei Recht soll unter euch gelten,", "nur deshalb sagten sie, bei Geldsachen sei ein Ausfragen und Ausforschen nicht erforderlich, um den Darlehnsuchenden die Tür nicht zu verschließen138Das Einklagen einer Schuld darf nicht erschwert werden.. –", "Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, diese139Die Untersuchung, ob der Frau die Wiederverheiratung erlaubt ist. gelte, da [die Frau] die Morgengabe erhält, als Geldsache, und einer ist der Ansicht, sie gelte, da dadurch eine Ehefrau Fremden erlaubt wird, als Strafsache.", "R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren den Frieden in der Welt, denn es heißt :140Jes. 54,13.all deine Söhne sind Gottesgelehrte, und groß ist der Friede deiner Kinder." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }