{
"language": "en",
"title": "Yevamot",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "יבמות",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Nashim"
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"text": [
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[],
[
" FÜNFZEHN FRAUEN ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN UND DIE NEBENBUHLERINNEN IHRER NEBENBUHLERINNEN, BIS ANS ENDE DER WELT, VON DER ḤALIÇA UND DER SCHWAGEREHE:",
"DIE TOCHTER, DIE TOCHTER SEINER TOCHTER, DIE TOCHTER SEINES SOHNES, DIE TOCHTER SEINER FRAU, \n",
"DIE TOCHTER IHRES SOHNES, DIE TOCHTER IHRER TOCHTER, DIE SCHWIEGERMUTTER, DIE MUTTER SEINER SCHWIEGERMUTTER, DIE MUTTER SEINES SCHWIEGERVATERS, \n",
"DIE SCHWESTER MÜTTERLICHERSEITS, DIE SCHWESTER SEINER MUTTER, DIE SCHWESTER SEINER FRAU, DIE FRAU SEINES BRUDERS MÜTTERLICHERSEITS, \n"
],
[
"DIE FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS UND DIE SCHWIEGERTOCHTER. DIESE ALLE ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN UND DIE NEBENBUHLERINNEN IHRER NEBENBUHLERINNEN BIS ANS ENDE DER WELT VON DER ḤALIÇA UND DER SCHWAGEREHE.\n",
"WENN VON ALL DIESEN EINE GESTORBEN IST, DIE WEIGERUNG ERKLÄRTHAT,\n",
"GESCHIEDEN ODER ALS STERIL BEFUNDEN WORDEN IST, SO SIND IHRE NEBENBUHLERINNEN ERLAUBT.",
"BEI DER SCHWIEGERMUTTER, DER MUTTER SEINER SCHWIEGERMUTTER UND DER MUTTER SEINES SCHWIEGERVATERS IST VON STERILITÄT UND WEIGERUNGSERKLÄRUNG NICHT ZU SPRECHEN.\n",
"WAS HEISST: ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN? WENN SEIN MIT SEINER TOCHTER ODER EINER ANDEREN ALL DIESER INZESTUÖSEN VERHEIRATETER BRUDER NOCH EINE ANDERE FRAU HATTE UND GESTORBEN IST, SO IST GLEICH SEINER TOCHTER AUCH IHRE NEBENBUHLERIN ENTBUNDEN. WENN DIE NEBENBUHLERIN SEINER TOCHTER SICH MIT EINEM ZWEITEN, NOCH EINE ANDERE FRAU BESITZENDEN BRUDERVERHEIRATET UND DIESER DARAUF STIRBT, SO IST GLEICH DER NEBENBUHLERIN SEINER TOCHTER AUCH DIE NEBENBUHLERIN IHRER NEBENBUHLERIN ENTBUNDEN, \n",
"SELBST WENN ES HUNDERTSIND. \n",
"WAS HEISST: SIND SIE GESTORBEN, SO SIND IHRE NEBENBUHLERINNEN ERLAUBT? WENN SEINE TOCHTER ODER EINE ANDERE ALL DIESER INZESTUÖSEN MIT SEINEM NOCH EINE ANDERE FRAU BESITZENDEN BRUDER VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN ODER GESCHIEDEN WORDEN IST, UND SEIN BRUDER NACHHER STIRBT, SO IST IHRE NEBENBUHLERIN ERLAUBT.",
"WENN EINE ZUR WEIGERUNGSERKLÄRUNG BERECHTIGTWAR UND DIES UNTERLASSEN HAT, SO IST AN IHRER NEBENBUHLERIN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Merke, hinsichtlich all dieserwird dies ja von der Schwester seiner Frau gefolgert, somit sollte er die Schwester seiner Frau zuerst nennen!?",
"Wolltest du erwidern, der Autor zähle sie nach dem Grade ihrer Schwere auf, und zwar nach R. Šimo͑n, welcher sagt, die Verbrennungseischwerer,",
"so sollte er doch die Schwiegermutter zuerst nennen, denn die Verbrennung wird ja hauptsächlich bei der Schwiegermuttergenannt!? Ferner sollte er nach der Schwiegermutter die Schwiegertochter nennen, denn nächst der Verbrennung ist die Steinigungam schwersten!?",
"Vielmehr, da die Tochter durch eine Schriftauslegung einbegriffen wird, so bevorzugt er sie."
],
[
"Auch alle übrigen werden ja durch eine Schriftauslegungeinbegriffen!? — Zugegeben, daß sie hinsichtlich der Schwagerehe durch eine Schriftauslegung einbegriffen werden, hinsichtlich ihrer Inzestuosität aber sind sie ausdrücklich genannt, während die Tochterauch hinsichtlich ihrer Inzestuosität durch eine Schriftauslegung einbegriffen wird.",
"Raba sagte nämlich, R. Jiçḥaq b. Evdämi habe ihm gesagt, dies sei aus [den Worten]",
"sieund Unzuchtzu folgern.",
"Sollte er doch, da du erklärst, er bevorzuge alles, was durch eine Schriftauslegung einbegriffen wird, die Schwester seiner Frauzuletzt nennen!? — Da er von der Schwesternschaftsinzestuösität spricht, so nennt er auch die Schwester seiner Frau.",
"Sollte er doch diesen Passuszuletzt nennen!? — Vielmehr, der Autor zählt sie nach dem Grade der Verwandtschaft auf: zuerst nennt er die Tochter, die Tochter seiner Tochter und die Tochter seines Sohnes, die ihm anverwandt sind.",
"anschließend an die ihm anverwandten drei Generationen absteigend nennt er drei ihranverwandte Generationen absteigend, und anschließend an die drei ihr anverwandten Generationen absteigend nennt er drei ihr anverwandte Generationen aufsteigend;",
"sodann nennt er die Schwester und die Schwester seiner Mutter, die ihm anverwandt sind, und da er von der Schwesternschaftsinzestuosität spricht, nennt er auch die Schwester seiner Frau. Demnach sollte er die Schwiegertochtervor der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders nennen, die ihm nicht wegen Verwandtschaft verboten ist, da er aber von der Bruderschaftsinzestuosität spricht, nennt er anschließend die Frau seines vor ihm gelebt habenden Bruders und erst nachher die Schwiegertochter.",
"Weshalb heißt es ‘entbinden’, sollte es doch ‘machen verboten’heißen!? — Wenn es ‘machen verboten’ hieße, könnte man glauben, die Schwagerehe sei verboten, wohl aber sei die Ḥaliça zu vollziehen, so lehrt er uns.",
"Sollte es doch heißen: zur Ḥaliça verboten!? — Dabei tut er nichts. — Wieso nicht, wenn es heißen würde, sie benötige der Ḥaliça, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!?",
"Da die Nebenbuhlerin nur bei diesem Gesetze verboten ist, sonst aber erlaubt, so heißt es ‘entbinden.’",
"Wozu lehrt er ‘von der Ḥaliça und der Schwagerehe’, sollte er doch nur ‘von der Schwagerehe’ lehren!? — Hieße es nur ‘von der Schwagerehe’. so könnte man glauben, sie benötige der Ḥaliçaund nur die Schwagerehe sei nicht zu vollziehen, so lehrt er uns, daß, wer zur Schwagerehe herantritt, zur Ḥaliça herantrete, und wer nicht zur Schwagerehe herantritt, auch zur Ḥaliça nicht herantrete.",
"Sollte es doch ‘von der Schwagereheund der Ḥaliça’ oder nur ‘von der Ḥaliça’ heißen!? — Dies nach Abba Šaúl, welcher sagt, das Gebot der Ḥaliça gehe dem Gebote der Schwagerehe vor.",
"Was schließt die Zahlangabe im Anfangsatze aus und was schließt die Zahlangabe im Schlußsatzeaus?"
],
[
"Sie schließen die Lehren Rabhs und R. Asisaus. — Was schließen sie nach Rabh und R. Asi aus?",
"Ist einer der Ansicht des anderen, so schließt eine die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärendenund eine die Nebenbuhlerin der wiedergeheirateten Geschiedenenaus,",
"und ist einer nicht der Ansicht des anderen, so schließt eine die Lehre des anderen und eine die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden oder die Nebenbuhlerin der wiedergeheirateten Geschiedenen aus.",
"Jenesind nach Rabh und R. Asi nicht einbegriffen,",
"weil bei ihnen eine Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin nicht vorkommen kann.",
"Woher dies? — Die Rabbanan lehrten:Zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen, ihre Scham zu entblößen neben ihr bei ihren Lebzeiten.",
"Was lehrt das ihr? Da es heißt: ihr Schwager komme zu ihr, so könnte man glauben, die Schrift spreche auch von einer all der im Gesetze genannten Inzestuösen, so heißt es dort ihr, wie es auch hierbei ihr heißt,",
"wie hierbei im Falle eines Gebotes, ebenso dort im Falle eines Gebotes, und der Allbarmherzige sagt: sollst du nicht nehmen.",
"Ich weiß dies von ihr, woher dies von ihrer Nebenbuhlerin? Es heißt: zur Nebenbuhlerin. Ich weiß dies von der Nebenbuhlerin, woher dies von der Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin? Es heißt liçror [zur Nebenbuhlerin] und nicht liçor.",
"Ich weiß dies von der Schwester seiner Frau, woher dies von anderen Inzestuösen? Ich will dir sagen: wie die Schwester seiner Frau dadurch ausgezeichnet ist, daß sie inzestuös ist und man sich ihretwegen bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, und sie ist dem Schwager verboten, ebenso ist jede andere, die inzestuös ist und derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, dem Schwager verboten.",
"Ich weiß dies von ihnen selbst, woher dies von ihren Nebenbuhlerinnen? Ich will dir sagen: wie die Schwester seiner Frau dadurch ausgezeichnet ist, daß sie inzestuös ist, man sich ihretwegen bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht und dem Schwager verboten ist, und ihre Nebenbuhlerin ist verboten, ebenso ist vor jeder anderen, die inzestuös ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht und dem Schwager verboten ist, die Nebenbuhlerin verboten. Hieraus folgerten die Weisen, daß fünfzehn Frauen ihre Nebenbuhlerinnen und die Nebenbuhlerinnen ihrer Nebenbuhlerinnen, bis ans Ende der Welt, von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbinden.",
"Man könnte glauben, auch die sechs Inzestuösen, die strengerals diese sind, seien einbegriffen, daß nämlich ihre Nebenbuhlerinnen verboten seien,",
"so will ich dir sagen: wie die Schwester seiner Frau dadurch ausgezeichnet ist, daß sie inzestuös ist, man sich ihretwegen bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, von den [anderen] Brüdern geheiratet werden darf und dem Schwager verboten ist, und ihre Nebenbuhlerin ist verboten,",
"ebenso ist von jeder anderen, die inzestuös ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, von den [anderen] Brüdern geheiratet werden darf und dem Schwager verboten ist, die Nebenbuhlerin verboten; ausgenommen sind die sechs Inzestuösen, die strenger als diese sind, sie dürfen von den [anderen] Brüdern nicht geheiratet werden, somit sind ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt, denn von der Nebenbuhlerin gilt dies nur dem Bruder gegenüber.",
"Wir haben nun das Verbot, woher ist die Strafe zu entnehmen? Die Schrift sagt:denn jeder, der etwas von all diesen Gräueln tut &c.",
"Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige ihr geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, an der Schwester seiner Frau sei die Schwagerehe zu vollziehen, und zwar deshalb, weil das Gebotdas Verbotverdrängt.",
"Aber ein Gebot verdrängt ja nur ein gewöhnliches Verbot, verdrängt es etwa auch ein mit der Ausrottung belegtes Verbot!? Und woher ferner, daß es ein gewöhnliches Verbot verdrängt?"
],
[
"Es heißt:du sollst kein Mischgewebe anziehen, Schnüre sollst du dir machen,",
"und R. Elea͑zar sagte, das Nebeneinanderstehensei in der Tora angedeutet, denn es heißt:aneinander für immer und ewig, in Wahrheit und Recht hergerichtet.",
"Ferner sagte R. Šešeth im Namen R. Elea͑zars im Namen des R. Elea͑zar b. A͑zarja: Woher, daß, wenn die Schwägerin einem Räudigen zufällt, man sie nicht binde? Es heißt:du sollst einem Ochsen beim Dreschen nicht das Maul verbinden, und daneben heißt es:wenn Brüder beisammen wohnen.",
"Hierzu sagte R. Joseph: Selbst derjenige, der sonst das Nebeneinanderstehen nicht deutet, deute es im Deuteronomiumwohl, denn R. Jehuda deutet es sonst nicht, dennoch deutet er es im Deuteronomium.",
"Woher, daß er es sonst nicht deutet? Es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagte: Es heißt:eine Zauberin sollst du nicht leben lassen, und darauf heißt es:wer ein Vieh beschläft, soll getötet werden; dies steht neben jenem; wie der ein Vieh Beschlafende durch Steinigung, ebenso die Zauberin durch Steinigung.",
"R. Jehuda sprach zu ihm: Sollten wir, weil beides nebeneinander steht, deshalb [den Zauberer] zur Steinigung hinausführen!?",
"Vielmehr, Totenbeschwörer und Wahrsager sind ja unter ‘Zauberer’ einbegriffen, wozu wurden sie herausgegriffen!? Um alle mit diesen zu vergleichen und dich zu lehren; wie Totenbeschwörer und Wahrsager durch Steinigung, ebenso die Zauberin durch Steinigung.",
"Woher, daß er es im Deuteronomium deutet? — Wir haben gelernt: Man darf die Genotzüchtigte oder Verführte seines Vaters und die Genotzüchtigte oder Verführte seines Sohnes heiraten. R. Jehuda verbietet die Genotzüchtigte oder Verführte seines Vaters.",
"Hierzu sagte R. Gidel im Namen Rabhs: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt:niemand soll die Frau seines Vaters nehmen und die Decke seines Vaters nicht aufdecken, die Decke, die sein Vater gesehen, darf er nicht aufdecken.",
"Woher, daß die Schrift von der Genotzüchtigten spricht? — Vom vorangehenden Schriftverse; vorher heißt es:so gebe der Mann, der sie beschlafen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke, und daneben heißt es: niemand soll &c. nehmen.",
"Und die Rabbanan!? — Wenn sie neben einander stehen würden, würdest du recht haben, da sie aber nicht neben einander stehen, denn [dazwischen] heißt es: niemand soll die Frau seines Vaters nehmen,",
"so spricht die Schrift von einer Anwärterin der Schwagerehe, daß man nämlich dieserhalb zwei Verbote übertrete.",
"Weshalb deutet er es im Deuteronomium? — Wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, und wenn du willst, sage ich: weil da [die Schriftworte] unnötig sind.",
"Wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, denn der Allbarmherzige sollte es beim Inzestgesetze geschrieben haben. Wenn du willst, sage ich: weil sie da unnötig sind, denn der Allbarmherzige sollte nur geschrieben haben: niemand soll die Frau seines Vaters nehmen, und wenn es noch heißt: und die Decke seines Vaters nicht entblößen,"
],
[
"so ist dies unnötig. Ebenso beim Gesetze von den Çiçith; wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, und wenn du willst, sage ich: weil es da unnötig ist.",
"Wenn du willst, sage ich: weil es da offenbar ist, denn der Allbarmherzige sollte es im Abschnitte von den Çiçith geschrieben haben, weshalb hier? Wenn du willst, sage ich: weil es da unnötig ist; es heißt bereits:und ein Kleid aus Verschiedenartigem, Mischgewebe, komme nicht auf dich, und wenn es noch heißt: du sollst kein Mischgewebe anziehen, so ist dies unnötig.",
"Beide sind ja aber nötig!? Hätte der Allbarmherzige nur geschrieben: komme nicht auf dich, es könnte man glauben, der Allbarmherzige habe jede Art des Hinaufkommens verboten, selbst Kleiderhändlern, daher schrieb er: du sollst kein Mischgewebe anziehen, nur wenn es, wie beim Anziehen, zum Behagen erfolgt;",
"und hätte der Allbarmherzige nur geschrieben: du sollst nicht anziehen, es könnte man glauben, dies gelte nur vom Anziehen, wobei das Behagen bedeutend ist, nicht aber vom Umlegen, daher schrieb der Allbarmherzige: komme nicht auf dich.",
"Demnach sollte der Allbarmherzige geschrieben haben: du sollst kein Mischgewebe anziehen, wozu: Wolle und Flachs!?",
"Merke, es heißt: ein Kleid aus Verschiedenartigem, Mischgewebe, komme nicht auf dich, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Da die Schrift oft von Kleidern allgemein spricht, und an einer StelleWolle und Flachs genannt werden, so sind überall solche aus Wolle und Flachs zu verstehen. Wenn nun der Allbarmherzige hierbei Wolle und Flachs schreibt, so ist dies unnötig.",
"Dies ist ja aber dennoch nötig; man könnte glauben, dies gelte nur vom Umlegen, wobei das Behagen unbedeutend ist, zum Anziehen aber, wobei das Behagen bedeutender ist, habe der Allbarmherzige alles Verschiedenartige verboten, daher schrieb er Wolle und Flachs!?",
"Demnach sollte die Schrift davon schweigen, und man würde es durch [das Wort] Mischgewebevom Umlegen gefolgert haben.",
"Nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls deshalb, weil der Allbarmherzige Wolle und Flachs geschrieben hat, sonst aber würde man gesagt haben, das Mischgewebe sei bei den Çiçith verboten; es heißt ja aber:sie sollen sich Çiçith machen an den Zipfeln ihrer Kleider,",
"und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, unter Kleider seien überall solche aus Wolle und Flachs zu verstehen, und der Allbarmherzige sagt, daß man an diese einen Purpurfaden ansetze, und Purpur ist ja Wolle!? — Woher, daß Purpur Wolle ist? — Wenn Linnen Flachsist, so ist Purpur Wolle.",
"Dies ist nötig, denn man könnte glauben, es sei nach Raba zu verfahren. Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt Zipfel, von der Art des Zipfels, und es heißt Wolle und Flachs;",
"wie ist dies zu erklären? Wolle und Flachs sind zulässig sowohl für dieselbe Art als auch für andere Arten, alles andere aber nur für dieselbe Art, nicht aber für andere Arten.",
"Der Autor der Schule R. Jišma͑éls hält ja nichtsvon der Lehre Rabas!?",
"Dies ist nötig, denn man könnte nach Raba auslegen: Zipfel, von der Art des Zipfels, und der Allbarmherzige meint es wie folgt: man mache sie aus Wolle für Wolle und aus Flachs für Flachs, jedoch färbe man sie nur dann, wenn aus Wolle für Wolle, nicht aber, wenn aus Wolle für Flachs oder aus Flachs für Wolle; daher schrieb der Allbarmherzige Wolle und Flachs, auch wenn aus Wolle für Flachs und aus Flachs für Wolle."
],
[
"Allerdings nach dem Autor der Schule R. Jišma͑éls, woher dies nach den Rabbanan?",
"Sie entnehmen es aus [dem Worte]Haupt. Es wird nämlich gelehrt: Haupt, was lehrtdies? Da es heißt:ihr sollt die Ecken eures Haupthaares nicht rundscheren, so könnte man glauben, dies gelte auch vom Aussätzigen,",
"so heißt es sein Haupt. Und dieser Autor ist der Ansicht, das Rundscheren des ganzen Hauptes gelte als Rundscheren.",
"Es ist ja zu erwidern: wohl gilt dies vom Verbote des Rundscherens, da es ein Verbot ist, das nicht für jedengilt!?",
"Vielmehr, dies ist aus [dem Worte]Bart zu entnehmen. Es wird nämlich gelehrt: Bart, was lehrt dies? Da es heißt:die Ecke ihres Bartes sollen sie nicht scheren, so könnte man glauben, dies gelte auch von einem aussätzigen Priester, so heißt es Bart.",
"Und da dies hinsichtlich eines Verbotes, das nicht für jeden gilt, nicht nötigist, so beziehe man es auf ein Verbot, das für jeden gilt.",
"Aber dies ist ja nötig; man könnte glauben, bei Priestern sei es anders, da ihnen die Schrift mehr Gebote auferlegt hat, und auch ein Verbot, das nicht für jeden gilt, werde nicht verdrängt, so lehrt er uns, daß es verdrängt werde!?",
"Vielmehr, dies ist aus [dem Worte] Haupt nach der folgenden Lehre zu entnehmen: Haupt, was lehrt dies? Da es heißt:ein Schermesser gehe nicht über sein Haupt, so könnte man glauben, dies gelte auch vom aussätzigen Naziräer, so heißt es Haupt.",
"Es ist ja aber zu erwidern: wohl gilt dies vom aussätzigen Naziräer, bei dem eine Auflösungmöglich ist!? Wieso sagen wir, wenn dem nicht so wäre, ein Gebot verdränge nicht ein Verbot und Gebot,",
"man sollte doch vom Naziräer folgern. Vielmehr folgern wir nichts vom Naziräer, weil zu erwidern ist, bei diesem sei eine Auflösung möglich, ebenso ist auch hierbei zu erwidern, bei diesem sei eine Auflösung möglich.",
"Vielmehr, tatsächlich"
],
[
"ist dies vom erstgenannten Schriftverse zu folgern, denn die Schrift sollte ja sagen:Çiçith sollst du dir machen, wenn es aber auch Schnüre heißt, so ist dies unnötig.",
"Dies ist ja aber wegen der Anzahlerforderlich: unter ‘Schnur’sind zwei und unter ‘Schnüre’ vier [zu verstehen]; man mache Schnüre und teile sie in der Mitte in Fäden!?",
"Die Schrift sollte sagen: du sollst kein Mischgewebe anziehen, Wolle und Flachs, wenn es aber auch zusammen heißt, so ist dies unnötig.",
"Aber auch dies ist ja nötig, daß nämlich zwei Stiche als Verbindung gelten, ein Stich aber nicht!? — Demnach sollte doch der Allbarmherzige geschrieben haben: du sollst nicht anziehen, Wolle und Flachs zusammen, wenn es aber auch Mischgewebe heißt, so ist dies unnötig.",
"Aber auch dies ist ja nötig, wegen [der Auslegung:] gekrempelt, gesponnen und gezwirnt!? — Vielmehr, aus Mischgewebe ist alles zu entnehmen.",
"Wir wissen nun, daß das Gebot ein gewöhnliches Verbot verdrängt, wo finden wir, daß es ein mit der Ausrottung belegtes Verbot verdrängt, um des Verbotenseinszu benötigen!?",
"Wolltest du sagen, dies sei von der Beschneidungzu entnehmen, [so ist zu erwidern:] wohl die Beschneidung, derentwegen dreizehn Bündnissegeschlossen worden sind!?",
"Vom Pesaḥopfer. — Wohl das Pesaḥopfer dasmit der Ausrottung belegt ist!?",
"Vom täglichen Opfer. — Wohl das tägliche Opfer, da es beständig ist!?",
"Da es von einem nicht zu entnehmen ist, entnehme man es von zweien. — Von welchen sollte man es entnehmen:",
"wenn von Beschneidung und Pesaḥopfer, so sind beide mit der Ausrottung bedroht, wenn von Pesaḥopfer und täglichem Opfer, so sind beide für Gott bestimmt, wenn von Beschneidung und täglichem Opfer, so bestanden sie schon vor der Gesetzgebung, und auch wenn von allen zusammen, so bestanden sie schon vor der Gesetzgebung!? Dies nach demjenigen, welcher sagt, das von den Jisraéliten in der Wüste dargebrachte Brandopferwar das tägliche Brandopfer.",
"Vielmehr, diesist deshalb nötig, weil man glauben könnte, es sei von der Ehrung von Vater und Mutter zu folgern.",
"Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, die Ehrung von Vater und Mutter verdränge das Šabbathgesetz, so heißt es:ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten, und meine Šabbathe sollt ihr beobachten; ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.",
"Wohl in dem Falle, wenn [sein Vater] zu ihm sagt: schlachtefür mich, koche für mich, und nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: meine Šabbathe sollt ihr beobachten, sonst aber würde esverdrängt haben. — Nein"
],
[
"dies gilt vom Verbote des Eseltreibens.",
"Wieso sagen wir, wenn auch dies nicht verdrängt wird, ein Gebot verdränge ein Verbot, hieraus sollte doch gefolgert werden, daß es nicht verdränge!?",
"Wolltest du erwidern, bei den Šabbathverboten sei es anders, da sie streng sind, so folgert ja der Autor anderweitig, ohne daß dies erwidert wird!?",
"Es wird nämlich gelehrt. Man könnte glauben, daß, wenn sein Vater zu ihm gesagt hat, daß er sich verunreinigeoder nicht zurückbringe, er ihm gehorche, so heißt es: ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten, und meine Šabbathe sollt ihr beobachten, ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.",
"Vielmehr, es istzu erwidern:",
"wohl gilt dies von jenen, weil darindie Befolgung des Gebotes besteht.",
"Vielmehr, man könnte glauben, es sei vom Tempelbau zu folgern. Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, der Tempelbau verdränge den Šabbath, so heißt es:meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtumfürchten; ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.",
"Dies gilt wohl vom Bauen und Niederreißen, und nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: meine Šabbathe sollt ihr beobachten, sonst aber würde es verdrängt haben.",
"Nein, vom Verbote des Eseltreibens. — Wieso sagen wir, wenn auch dies nicht verdrängt wird, ein Gebot verdränge ein Verbot, hieraus sollte doch gefolgert werden, daß es nicht verdränge!?",
"Wolltest du erwidern, bei den Šabbathverboten sei es anders, da sie streng sind, so folgert ja der Autor anderweitig, ohne daß dies erwidert wird!? Es wird nämlich gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn sein Vater zu ihm gesagt hat, daß er sich verunreinige, oder nicht zurückbringe, er ihm gehorche, so heißt es: ihr sollt jeder Mutter und Vater fürchten &c.; ihr alle seid zu meiner Ehrung verpflichtet.",
"Vielmehr, es istzu erwidern: wohl gilt dies von jenen, weil darindie Befolgung des Gebotes besteht. — Hinsichtlich der Befolgung des Gebotes ist ja von dort zu folgern!?",
"Dem ist auch so. — Wozu heißt es demnach: meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum fürchten!? — Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Man könnte glauben, der Mensch fürchte das Heiligtum, so heißt es: meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum fürchten; beim Šabbath heißt es beobachten und beim Heiligtum heißt es fürchten;"
],
[
"wie man nicht fürchte den Šabbath selber, bei dem es beobachten heißt, sondern den, der die Beobachtung desselben geboten hat, ebenso fürchte man nicht das Heiligtum selber, wobei es fürchten heißt, sondern den, der dies hinsichtlich des Heiligtums geboten hat.",
"Worin besteht die Ehrfurcht vor dem Tempel? Man betrete nicht den Tempelberg mit Stab, Schuhen, Geldgürtel und Staub an den Füßen, ferner benutze man ihn nicht als Durchgang, und vom Leichteren auf das Schwererezu schließen, daß das Ausspucken [zu unterlassen sei].",
"Ich weiß dies von der Zeit, wo der Tempel besteht, woher dies von der Zeit, wo der Tempel nicht besteht? Es heißt: meine Šabbathe sollt ihr beobachten und mein Heiligtum fürchten; wie die beim Šabbath genannte Beobachtung ewig gilt, ebenso gilt die beim Tempel genannte Furcht ewig.",
"Vielmehr, man könnte glauben, es sei vom Feueranzündenzu folgern. In der Schule R. Jišma͑éls wurde nämlich gelehrt:Ihr sollt kein Feuer anzünden in all euren Wohnorten; was lehrt dies?",
"Dies lehrt ja nach R. Jose das Verbotund nach R. Nathan die Teilung!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Das Feueranzünden ist wegen des Verbotes herausgegriffen worden — so R. Jose; R. Nathan sagt, wegen der Teilung.",
"Raba erwiderte: Dem Autor war [das Wort] Wohnorten auffallend: was lehrt [das Wort] Wohnorten;",
"das Šabbathgesetz ist ja von der Person bedingt, und von der Person bedingte Pflichten haben ja Geltung sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes. Wozu schrieb der Allbarmherzige Wohnorten beim Šabbathgesetze?",
"Dies erklärte ein Schüler im Namen R. Jišma͑éls: Es heißt: wenn einer ein todeswürdiges Verbrechen begangen hat, so werde er hingerichtet, somit könnte man glauben, sowohl am Wochentage als auch am Šabbath, und [die Worte:]wer ihn entweiht, soll sterben, seien auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe zu beziehen. Oder aber: auch auf die gerichtliche Todesstrafe, und [die Worte] werde er hingerichtet erkläre man: am Wochentage und nicht am Šabbath.",
"Oder aber: auch am Šabbath. Daher heißt es hier: ihr sollt kein Feuer anzünden in all euren Wohnorten, wie es auch dortheißt: dies soll euch zur Rechtsatzung sein für eure Geschlechter in all euren Wohnorten;",
"wie es dort, wo es Wohnorten heißt, gerichtliche Handlungen sind, ebenso sind es auch hier, wo es Wohnorten heißt, gerichtliche Handlungen, und der Allbarmherzige sagt: kein [Feuer]anzünden.",
"Doch wohl nach R. Nathan, welcher sagt, [das Feueranzünden] sei wegen der Teilung herausgegriffenworden, und nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: kein [Feuer] anzünden, sonst aber würde esverdrängt haben!?",
"Nein, nach R. Jose. — Aber auch R. Jose sagt ja nur vom gewöhnlichen Feueranzünden, daß es als [leichtes] Verbot herausgegriffen worden sei,",
"während beim Feueranzünden des Gerichtesein richtiges Kochen einer Metallstange erfolgt,",
"und R. Šešeth sagte, es gebe keinen Unterschied zwischen dem Kochen einer Metallstange und dem Kochen von Spezereien!?",
"R. Šimi b. Aši erwiderte: Der Autor sagt nicht, das Gebot würde das Verbot verdrängt haben, vielmehr würde man es[durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert haben. Er meint es wie folgt: [die Worte:] wer ihn entweiht, soll sterben, könnte man auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe beziehen, und [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß diese den Šabbath verdrängt:"
],
[
"wenn der strenge, den Šabbath verdrängende Tempeldienst durch die Hinrichtung verdrängt wird, wie es heißt:von meinem Altar hole ihn weg, daß er sterbe, um wieviel mehr verdrängt die Hinrichtung den Šabbath, den der Tempeldienst verdrängt.",
"Wieso heißt es demnach ‘oderaber’!? — Er meint es wie folgt: von der Bestattung eines Pflichttoten ist zu entgegnen: diese verdrängt den Tempeldienst, nicht aber den Šabbath. Hierauf sagt er: man könnte [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß die Bestattung eines Pflichttoten den Šabbath verdrängt: wenn der Tempeldienst, der den Šabbath verdrängt, durch die Bestattung eines Pflichttoten verdrängt wird,",
"wie aus [den Worten]an seiner Schwestergefolgert wird, um wieviel mehr sollte der Šabbath, den der Tempeldienst verdrängt, durch die Bestattung eines Pflichttoten verdrängt werden; daher heißt es: kein [Feuer] anzünden.",
"Was heißt ‘oder aber’ nach unserer früheren Auslegung, weil das Gebot das Verbot verdrängt?",
"Er meint es wie folgt: [die Worte:] wer ihn entweiht, soll sterben, könnte man auf andere Verrichtungen außer der gerichtlichen Todesstrafe beziehen, die gerichtliche Todesstrafe aber verdrängt den Šabbath, weil das Gebot das Verbot verdrängt.",
"Sodann deduziert er: die Regel, das Gebot verdränge ein Verbot, gilt allerdings von einem gewöhnlichen Verbote, verdrängt es etwa auch ein mit der Ausrottung belegtes Verbot? Hierauf deduziert er: auch das gewöhnliche Verbot, das durch das Gebot verdrängt wird, ist ja strengerals dieses, dennoch wird es durch das Gebot verdrängt,",
"somit ist es einerlei, ob es weniger oder mehr streng ist; daher heißt es: kein [Feuer] anzünden,",
"Mankönnte glauben, hinsichtlich der Frau eines Bruders sage man, da sie in der Gesamtheiteinbegriffen war und ausgeschiedenwurde, um etwas zu lehren, so bezieht sich die Lehre nicht auf diese allein, sondern auf die ganze Gesamtheit.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und ausgeschieden worden ist &c. Zum Beispiel:\n",
"Die Person, die Fleisch von der Schlachtung des Heilsopfers ißt, während sie mit Unreinheit behaftet ist; das Heilsopfer war ja in der Gesamtheit des Heiligeneinbegriffen, weshalb ist es ausgeschieden worden? Um alle mit diesem zu vergleichen und dich zu lehren: wie das Heilsopfer sich dadurch auszeichnet, daß es Heiliges des Altares ist, ebenso alles andere, was Heiliges des Altares ist, ausgenommen ist Heiliges des Tempelreparaturfonds’.",
"Ebenso auch hierbei: die Frau seines Bruders war ja in der Gesamtheit der Inzestuösen einbegriffen, weshalb ist sie ausgeschieden worden? Um alle mit dieser zu vergleichen und dich zu lehren: wie die Frau seines Bruders erlaubt ist, ebenso sind auch alle übrigen Inzestuösenerlaubt.",
"Ist es denn gleich: dort war es im Verbotenen einbegriffen und wurde als verboten ausgeschieden, hierbei aber war sie im Verbotenen einbegriffen und wurde als erlaubt ausgeschieden!?",
"Hierbei gilt vielmehr [folgende Regel]: wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und ausgeschieden worden ist, um etwas Neues zu lehren, so darfst du es nicht in die Gesamtheit bringen, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich wieder einbegreift. Es wird nämlich gelehrt: Wenn etwas in der Gesamtheit einbegriffen war und ausgeschieden worden ist, um etwas Neues zu lehren, so darfst du es nicht in die Gesamtheit bringen, es sei denn, daß die Schrift es ausdrücklich wieder einbegreift.",
"Zum Beispiel:Er schlachte das Lamm am Orte, wo man das Sündopfer und das Brandopfer schlachtet, am heiligen Orte, denn gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer dem Priester; es braucht ja nicht hervorgehoben zu werden: gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer, wozu wird dies hervorgehoben?",
"Da das Schuldopfer des Aussätzigen herausgegriffen worden ist, um etwas Neues hinsichtlich des Daumens der rechten Hand und [des Zehs] des rechten Fußeszu lehren, so könnte man glauben, es benötige nicht des Blutsprengens und [der Aufräucherung] der Opferteile auf dem Altar,"
],
[
"so heißt es: gleich dem Sündopfer ist das Schuldopfer: wie das Sündopferdes Blutsprengens und [der Aufräucherung] der Opferteile auf dem Altar benötigt, ebenso benötigt das Schuldopfer des Blutsprengens und [der Aufräucherung] auf dem Altar.",
"Hätte die Schrift es nicht wieder einbegriffen, so würde man gesagt haben, es sei hervorgehoben worden nur hinsichtlich des genannten, nicht aber in andererHinsicht, ebenso ist auch hierbei die ausdrücklich erlaubte Frau seines Bruders erlaubt, nicht aber die anderen Inzestuösen.",
"Vielmehr, man könnte glauben, es sei durch Vergleichung von der Frau seines Bruders zu folgern: wie an der Frau seines Bruders die Schwagerehe zu vollziehen ist, ebenso sei an der Schwester seiner Frau die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Es ist ja nicht gleich: da ist es ein Verbot, hierbei sind es zweiVerbote!? — Man könnte glauben, da es einmal erlaubtworden ist, sei es erlaubt.",
"Woher entnimmst du, daß wir sagen, da es einmal erlaubt worden ist, sei es erlaubt? — Es wird gelehrt: Wenn der achte [Tag] eines Aussätzigenauf den Vorabend eines Pesaḥfestes fällt und er an diesem Tage Samenergußbekommen hat und untergetaucht ist, so darf er, wie die Weisen sagen, obgleich ein anderer, der am selben Tage untergetaucht ist, [den Tempelberg] nicht betretendarf, ihn betreten,",
"denn lieber verdränge das mit der Ausrottung angedrohte Gebotdas nicht mit der Ausrottung angedrohte Gebot. R. Joḥanan sagte, diessei nicht einmal ein Gebot der Tora.",
"Es heißt nämlich:Jehošaphaṭ trat in die Volksmenge Jehudas &c. vor den neuen Vorhof hin, und [die Bezeichnung] ‘neuer Vorhof’ erklärte R. Joḥanan, sie haben da Neuerungen getroffen und angeordnet, daß der am selben Tage Untergetauchte das levitische Lager nicht betreten dürfe.",
"Hierzu sagte U͑la: Dies aus folgendem Grunde: da esihm aussatzbehaftet erlaubt worden ist, ist es ihm auch samenergußbehaftet erlaubt. — Ist es denn mit dem Falle U͑las zu vergleichen;"
],
[
"allerdings [sage man in dem Falle], wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratethat, da einmal die Inzestuosität der Frau des Bruders erlaubt wordenist, sei auch die Inzestuosität der Schwester der Frau erlaubt,",
"wenn aber zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, trat ja die Inzestuosität der Schwester seiner Frau früherein!?",
"Und auch wenn zuerst der Verstorbene geheiratet hat, gilt dies nur dann, wenn der Verstorbene geheiratet hat und gestorben ist, und darauf der Überlebende geheiratet hat, sodaß sie währenddessenfür ihn geeignet war, wenn aber der Verstorbene und vor seinem Tode der Überlebende geheiratet hat, war sie ja für ihn überhaupt nicht geeignet!?",
"Pflichtet doch auch U͑la bei, daß, wenn er Samenerguß in der Nacht zum achten gemerkt hat, er nicht die Hände wegen der Daumenhineinstecke, weil er zur Zeit, als er zur Darbringung des Opfers zulässig war, aus [der Unreinheit] nicht gekommen war.",
"Nötig ist das ihr wegen des Falles, wenn zuerst der Verstorbene geheiratet hat und gestorben ist und nachher der Überlebende geheiratet hat.",
"Wenn du aber willst, sage ich: dieswäre durch eine Vergleichung, nach einer Lehre R. Jonas, zu entnehmen. R. Jona, manche sagen, R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte nämlich: Die Schrift sagt:denn jeder der etwas von all diesen Gräueln tut, soll ausgerottet werden; alle Inzestuösen werden mit der Frau seines Bruders verglichen: wie die Frau seines Bruders erlaubt ist, ebenso sind alle anderen Inzestuösen erlaubt; daher schrieb der Allbarmherzige ihr.",
"R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Merke, alle Inzestuösen können ja sowohl mit der Frau seines Bruders als auch mit der Schwester seiner Frauverglichen werden, was veranlaßt dich, sie mit der Schwester seiner Frau zu vergleichen, vergleiche sie doch mit der Frau seines Bruders!?",
"Wenn du willst, sage ich: wenn erleichternd und erschwerend, so vergleiche man erschwerend. Wenn du aber willst, sage ich: bei dieser und bei jenenist es ein zweifacher Inzest, und man folgere hinsichtlich des zweifachen vom zweifachen, bei der anderen aber ist es ein einfacher Inzest, und man folgere nicht hinsichtlich des zweifachen vom einfachen.",
"Raba erklärte: Hinsichtlich der Inzestuösen selbst ist kein Schriftvers nötig, denn das Gebot verdrängt kein mit der Ausrottung belegtes Verbot, nötig ist er nur, um die Nebenbuhlerin zu verbieten.",
"Ist denn hinsichtlich der Inzestuösen selbst kein Schriftvers nötig, er lehrtja: ich weiß dies nur von dieser!?",
"Wegen ihrer Nebenbuhlerin.",
"Er lehrtja: ich weiß dies nur von diesen!? — Wegen ihrer Nebenbuhlerinnen.",
"Komm und höre: Rabbi sagte:Er nehme sie, er vollziehe die Schwagerehe an ihr, diesverbietet die Nebenbuhlerinnen und die Inzestuösen!?",
"Lies: verbietet die Nebenbuhlerinnen der Inzestuösen. — Er führt ja zwei Schriftworte an, wahrscheinlich eines wegen der Inzestuösen und eines wegen der Nebenbuhlerin!?",
"Nein, beide wegen der Nebenbuhlerin; eines verbietet die Nebenbuhlerin im Falle des Gebotes und eines erlaubt die Nebenbuhlerin außerhalb des Gebotes. — Aus welchem Grunde?",
"Er vollziehe an ihr die Schwagerehe; bei der Schwagerehe ist die Nebenbuhlerin verboten, außerhalb der Schwagerehe ist die Nebenbuhlerin erlaubt.",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen, denn er lehrt: fünfzehn Frauen entbinden ihre Nebenbuhlerinnen, er lehrt aber nicht: entbinden und sind entbunden.",
"Schließe hieraus. — Wegen der Inzestuösen ist ein Schriftvers wohl deshalb nicht nötig, weil ein Gebot nicht ein mit der Ausrottung belegtes Verbot verdrängt, demnach ist ja auch wegen der Nebenbuhlerin kein Schriftvers nötig, da ein Gebot nicht ein mit der Ausrottung belegtes Verbot verdrängt!?",
"R. Aḥa, Sohn des Bebaj Mar, sprach zu Rabina: Folgendes sagten wir im Namen Rabas: auch wegen der Nebenbuhlerin ist kein Schriftvers nötig, nötig ist er nur,"
],
[
"um die Nebenbuhlerin außerhalb des Gebotes zu erlauben. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt ihr, wo er zu ihr kommenmuß, ist [die Nebenbuhlerin] verboten, wo er nicht zu ihr kommen muß, ist sie erlaubt.",
"Rami b. Ḥama sprach zu Raba: Vielleicht ist die Inzestuöse selbst außerhalb des Gebotes erlaubt!? — Dies ist ja widersinnig: im Falle des Gebotes ist sie verboten, und außerhalb des Gebotes sollte sie erlaubt sein!?",
"Jener entgegnete: Die Nebenbuhlerin beweist dies: im Falle des Gebotes ist sie verboten, außerhalb des Gebotes ist sie erlaubt!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift:bei ihren Lebzeiten, solange sie lebt.",
"Aber [die Worte] bei ihren Lebzeiten sind ja nötig, um [die Zeit] nach dem Tode auszuschließen!? — Dies geht hervor aus [den Worten]zu einem Weibe ihre Schwester.",
"Hieße es nur zu einem Weibe ihre Schwester, so könnte man glauben, ist jene geschieden, sei diese erlaubt, so heißt es: bei ihren Lebzeiten, solange sie lebt, nicht einmal, wenn sie geschieden ist.",
"Vielmehr, erklärte R. Hona b. Taḥlipha im Namen Rabas, es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt: und zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen, und es heißt: ihre Scham zu entblößen, worunter nur diese zu verstehen ist. Wie ist dies nun zu erklären? Im Falle des Gebotes sind beide verboten, außerhalb des Gebotes ist sie selbst verboten und die Nebenbuhlerin erlaubt.",
"Vielleicht entgegengesetzt: im Falle des Gebotes ist sie selbst verboten und ihre Nebenbuhlerin erlaubt, außerhalb des Gebotes sind beide verboten!? — Wenn dem so wäre, brauchte es nicht ihr zu heißen.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Woher, daß [das Wort] ihr verbietend deutet, vielleicht erlaubend, und zwar meint es der Allbarmherzige wie folgt: und zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen, weder sie noch ihre Nebenbuhlerin, in Fällen von denen es nicht ihr heißt, im Falle aber, von dem es ihr heißt, sind beide erlaubt!?",
"Worauf beziehen sich demnach die von einer [sprechenden Worte] ihre Scham zu entblößen!? Wenn vom Falle des Gebotes, so sind ja beide erlaubt, wenn außerhalb des Gebotes, so sind ja beide verboten.",
"Der Text. Rabbi sagte: Er nehme sie, er vollziehe die Schwagerehe an ihr, dies verbietet die Nebenbuhlerinnen und die Inzestuösen. Werden hier denn Nebenbuhlerinnen genannt!? Ferner wird es ja hinsichtlich der Nebenbuhlerin aus [den Worten] zur Nebenbuhlerin gefolgert!?",
"[Die Worte] zur Nebenbuhlerin verwendet er für die Lehre R. Šimo͑ns,",
"und von der Nebenbuhlerin ist hier die Rede. Die Schrift sollte ja sagen: er nehme, weshalb: er nehme sie? Wenn ein zweifaches Nehmenvorliegt; kann er beliebig die eine oder die anderenehmen, so ist sie erlaubt, wenn aber nicht, so sind beide verboten.",
"Er vollziehe an ihr die Schwagerehe; ist die Schwagerehe zu vollziehen, so ist die Nebenbuhlerin verboten, ist die Schwagerehe nicht zu vollziehen, so ist die Nebenbuhlerin erlaubt. — Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] er nehme sie?",
"Sie verwenden sie für eine Lehre des R. Jose b. Ḥanina, denn R. Jose b. Ḥanina sagte: Er nehme sie, dies lehrt, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen, und daß er sie wieder nehmendürfe; und vollziehe an ihr die Schwagerehe, auch gegen ihren Willen.",
"Und Rabbi!? — Die Lehre des R. Jose b. Ḥanina entnimmt er aus [den Worten] zur Frau, und daß es auch gegen ihren Willen erfolge, folgert er aus: ihr Schwager komme zu ihr.",
"Wofür verwendet Rabbi [das Wort] ihr? — Dieses verwendet er für folgende Lehre: Das Gerichtist schuldig nur wegen einer Handlung, die bei Vorsatz mit der Ausrottung und bei Versehen mit einem Sündopfer belegt ist; ebenso auch der Gesalbte."
],
[
"Auch beim Götzendienstenur wegen einer Handlung, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottungund bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht. Ferner haben wir gelernt: Wegen aller Gebote der Tora, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, bringt der einzelne ein Lamm oder eine Ziege, der Fürst einen Ziegenbock und der Gesalbte und das Gericht einen Farren dar.",
"Wegen des Götzendienstes bringen der einzelne, der Fürst und der Gesalbte eine Ziege und die Gemeinde einen Farren und einen Ziegenbock dar, einen Farren als Brandopfer und einen Ziegenbock als Sündopfer. Woher dies?",
"Die Rabbanan lehrten:Und kund geworden ist die Sünde, der sie sich schuldig gemacht haben. Rabbi sagte: Hierbei heißt es der und dortheißt es der, wie es dort eine Handlung ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, ebenso auch hierbei eine Handlung, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht.",
"Wir wissen dies von der Gemeinde, woher dies vom Gesalbten? — Vom Gesalbten wird gelehrt:zur Verschuldung [des Volkes], demnach gleicht der Gesalbte der Gemeinde.",
"Hinsichtlich des einzelnen und des Fürsten ist es durch [das Wort] Gebotzu folgern.",
"«Auch beim Götzendienste nur wegen einer Handlung, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht.» Beim Götzendienste ist dies hinsichtlich der Gemeinde durch [das Wort] Augenzu folgern,",
"und hinsichtlich des einzelnen, des Fürsten und des Gesalbten aus [den Worten]und wenn eine Person, einerlei ob ein einzelner, der Fürst oder der Gesalbte;",
"das und ist eine Verbindung mit dem vorangehenden, und man folgere hinsichtlich des folgenden vom vorangehenden.",
"Woher entnehmen dies die Rabbanan? — Sie entnehmen es aus dem, was R. Jehošua͑ seinem Sohne vortrug:Eine Bestimmung gelte für euch, für den, der versehentlich tut; die Person aber, die es mit erhobener Hand tut;",
"die ganze Tora wird mit dem Götzendienste verglichen; wie der Götzendienst eine Handlung ist, derentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht, ebenso alles andere, dessentwegen man sich bei Vorsatz der Ausrottung und bei Versehen eines Sündopfers schuldig macht.",
"Wir wissen dies vom einzelnen, dem Fürsten und dem Gesalbten sowohl hinsichtlich des Götzendienstes als auch hinsichtlich anderer Gesetze, ebenso auch von der Gemeinde hinsichtlich des Götzendienstes, denn die Schrift sagt: und wenn eine Person, und man folgere hinsichtlich des vorangehendenvom folgenden,",
"woher dies aber von der Gemeinde hinsichtlich anderer Gesetze? — Es ist durch [das Wort] Augenzu folgern. — Wofür verwendet Rabbi [die Worte] eine Bestimmung? — Er verwendet es für folgende Lehre: Wir finden, daß die Schrift zwischen einzelnen und einer Gesamtheit unterschiedenhat,",
"indem einzelne durch Steinigung [getötet werden] und ihr Vermögen verschont wird,",
"während eine Gesamtheit durch das Schwert [getötet] und ihr Vermögen vernichtet wird, somit könnte man glauben, daß sie auch hinsichtlich ihrer Opfer zu unterscheiden seien, so heißt es: eine Bestimmung gelte für euch.",
"R. Ḥilqija aus Hagronja wandte ein: Nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: eine Bestimmung gelte für euch, sonst aber würde man gesagt haben, sie seien zu unterscheiden; was sollten siedenn darbringen: wenn einen Farren, so bringt ja die Gemeinde einen solchen wegen anderer Vergehen dar,",
"wenn ein Lamm, so bringt ja ein einzelner ein solches wegen anderer Vergehen dar, wenn einen Ziegenbock, so bringt ja ein Fürst einen solchen wegen anderer Vergehen dar, wenn einen Farren als Brandopfer und einen Ziegenbock als Sündopfer, so bringt ja die Gemeinde solche wegen Götzendienstes dar, und wenn eine Ziege, so ist diese ja das Opfer eines einzelnen!?",
"Dies ist nötig; da die Gemeinde wegen einer [irrigen] Entscheidung einen Farren als Brandopfer und einen Ziegenbock als Sündopfer darbringt, so könnte man glauben, diese bringen sie umgekehrt dar.",
"Oder aber: sie solltenes, nur gebe es für sie kein Mittel, so lehrt er uns.",
"Levi sprach zu Rabbi: Wieso heißt es fünfzehn, es sollte doch sechzehn heißen!? Dieser erwiderte: Ich glaube, dieser hat kein Gehirn im Schädel.",
"Du meinst wohl [dazu komme noch] die Mutter, die Genotzüchtigte seines Vaters,",
"aber über die Genotzüchtigte seines Vaters besteht ein Streit zwischen R. Jehudaund den Rabbanan, und von Strittigem spricht er nicht.",
"Etwa nicht, über die Inzestuösen infolge eines Gebotes oder infolge der Standesheiligkeit streiten ja",
"R. A͑qibaund die Rabbanan, und er lehrt von diesen!?",
"Wir meinen, in diesem Abschnitte. — Er lehrtja: die Schule Šammajs erlaubt die Nebenbuhlerinnen den anderen Brüdern und die Schule Hillels verbietet sie!?",
"Die Ansicht der Schule Šammajs gegen die Schule Hillels gilt nichtals Lehre. — Über die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders streiten ja"
],
[
"R. Šimo͑n und die Rabbanan, und er nennt diese!?",
"Über den Fall, wenn die Vollziehung der Schwagerehe nach der Geburterfolgt ist streitet R. Šimo͑n nicht.",
"R. Oša͑ja sagte ja aber, R. Šimo͑n streite auch hinsichtlich des ersteren!?",
"R. Oša͑ja ist widerlegt worden.",
"Aber R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs und ebenso lehrte R. Ḥija: Bei diesen allenkann es vorkommen, daß die diesem verbotenejenem erlaubt, und die jenem verbotene diesem erlaubt ist, und daß an der Schwester, die ihre Schwägerin ist, die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist.",
"R. Jehuda bezieht dies [auf die Inzestuösen] von der Schwiegermutter ab, nicht aber auf die sechs vorangehenden,",
"denn dieskann nur bei seiner Tochter",
"von einer Genotzüchtigten vorkommen und nicht von einer Angeheirateten, und er spricht nur von Angeheirateten und nicht von Genotzüchtigten.",
"Abajje bezieht dies auch auf die Tochter seiner Genotzüchtigten, denn da es bei dieser vorkommen kann, so ist es einerlei, ob von der Genotzüchtigten oder von der Angeheirateten, nicht aber auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders,",
"denn dies kann nur nach R. Šimo͑n vorkommen und nicht nach den Rabbanan, und von Strittigem spricht er nicht.",
"R. Saphra bezieht dies auch auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und zwar kann dies bei sechs Brüdern vorkommen, nach R. Šimo͑n."
],
[
"Als Merkzeichen diene dir: gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen, gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen.",
"Rabbi hält nichts von jenen Regeln. R. Ada aus Qorḥina erklärte vor R. Kahana im Namen Rabas: Tatsächlich hält Rabbi von jenen Regeln, und diesist wie folgt zu verstehen: bei der Mutter, der Genotzüchtigten seines Vaters, kann nur eines vorkommen und nicht beides;",
"hat Ja͑qob zwei Schwestern genotzüchtigt, so kann es vorkommen, daß die Schwester ihre Schwägerin ist, nicht aber, daß die diesem verbotene jenem erlaubtist,",
"und hat er zwei einander Fremde genotzüchtigt, so kann es vorkommen, daß die diesem verbotene jenem erlaubt ist, nicht aber, daß die Schwester ihre Schwägerin ist.",
"R. Aši erklärte: Tatsächlich hält Rabbi nichts von jenen Regeln, auch spricht [die Mišna] von Strittigem, und wenn er zu ihm sagte: ich glaube, dieser hat kein Gehirn im Schädel,",
"so meinte er es wie folgt: du solltest über die Mišna genau nachdenken; sie vertritt die Ansicht R. Jehudas, der die Genotzüchtigte seines Vaters verbietet.",
"[Weiter] lehrt er nämlich, sechs Inzestuöse seien strenger als jene, weil sie mit Fremden verheiratet waren, und ihre Nebenbuhlerinnen sind erlaubt: die Mutter, die Frau seines Vaters und die Schwester seines Vaters [&c.]. Welche Mutter, wenn die Angeheiratete seines Vaters, so ist sie ja die Frau seines Vaters;",
"doch wohl die Genotzüchtigte seines Vaters, und er lehrt: weil sie mit Fremden verheiratet waren. Nur mit Fremden, nicht aber mit den Brüdern. Der diese Ansicht vertritt, ist R. Jehuda, der die Genotzüchtigte seines Vaters verbietet, und deshalb lehrt er nicht von dieser.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Dies kann ja auch nach R. Jehuda vorkommen, wenn jener das Verbot übertreten und sie geheiratet hat!? — Von Übertretungenspricht er nicht.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Dies kann ja auch ohne Übertretungvorkommen; wenn Ja͑qob seine Schwiegertochter genotzüchtigt, von ihr einen Sohn gezeugt hat und [ihr Ehemann] kinderlos gestorben ist, sodaß sie ihrem Sohne [zur Schwagerehe] zufällt; da sie selbst ihm verboten ist, so ist ihm auch ihre Nebenbuhlerin verboten.",
"Dieser erwiderte: Er spricht nur von der auf erlaubte Weise erfolgten Bruderschaft, nicht aber von der auf verbotene Weise erfolgten.",
"Dennoch berichtigte es Levi in seiner Mišna, denn Levi lehrte: Die Mutter entbindet zuweilen die Nebenbuhlerin und zuweilen nicht: wenn seine Mutter eine Angeheiratete seines Vaters war und sein Bruder väterlicherseits sie geheiratet hat und gestorben ist, so entbindet die Mutterihre Nebenbuhlerin nicht;"
],
[
"wenn aber seine Mutter eine Genotzüchtigte seines Vaters war und sein Bruder väterlicherseits sie geheiratet hat und gestorben ist, so entbindet seine Mutter ihre Nebenbuhlerin.",
"Somit ist, obgleich die Weisen in unserer Mišna von fünfzehn [Inzestuösen] lehren, noch eine sechzehnte, nämlich diese, hinzuzufügen. Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Sollte er doch nach Levi, nach dem auch Übertretungsfälle aufgeführt werden, auch den Fall lehren, wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliçavollzogen, sie sich angetraut hat und darauf kinderlos gestorben ist; da sie verboten ist, so ist auch ihre Nebenbuhlerin verboten!?",
"Dieser erwiderte: Weil bei dieser eine Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin nicht vorkommen kann.",
"Sollte er ihm doch erwidert haben: sie ist ihnennur mit einem Verbotebelegt, und an den mit einem Verbote belegten, ist die Ḥaliça und die Schwagerehe zu vollziehen!?",
"Er erwiderte ihm nach seiner Ansicht: nach meiner Ansicht ist sie nur mit einem Verbote belegt, und an den mit einem Verbote belegten ist die Ḥaliça und die Schwagerehe zu vollziehen; aber auch nach deiner Ansicht, daß sie mit der Ausrottung belegt ist, weil bei dieser eine Nebenbuhlerin einer Nebenbuhlerin nicht vorkommt.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so macht er sich, wie Reš Laqiš sagt, wegen der Ḥaluçanicht der Ausrottung schuldig",
"und die Brüder machen sich wegen der Ḥaluça der Ausrottung schuldig; wegen der Nebenbuhlerin aber machen sich sowohl er als auch die Brüder der Ausrottung schuldig.",
"R. Joḥanan aber sagt, sowohl er als auch die Brüder machen sich der Ausrottung schuldig weder wegen der Ḥaluça noch wegen der Nebenbuhlerin. Was ist der Grund des Reš Laqiš?",
"Die Schrift sagt:der nicht baut, sobald er nicht gebaut hat, darf er nicht mehr bauen; er selbst darf nicht mehrbauen, die Brüder aber verbleiben im bisherigenZustande;",
"an dieser selbst darf er nicht bauen, die Nebenbuhlerin aber verbleibt im bisherigen Zustande.",
"Und R. Joḥanan!? — Ist es denn denkbar, daß von vornherein sowohl dieser als auch jenerdie Ḥaliça vollziehen darf, sowohl an dieser als auch an jenerdie Ḥaliça vollzogen werden darf, und man sich hinterher dieserhalb der Ausrottung schuldig macht!?",
"Vielmehr hat er in Vertretung der Brüder und sie in Vertretung der Nebenbuhleringehandelt.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Wenn er an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so benötigt sieder Ḥaliça von den Brüdern. Einleuchtend ist es, daß sie der Ḥaliça von den Brüdern benötigt, nach meiner Ansicht, daß sie sich dieserhalb eines Verbotes schuldig machen,",
"wieso aber benötigt sie nach deiner Ansicht der Ḥaliça!?",
"Wie ist, auch nach deiner Ansicht, der Schlußsatz zu erklären: hat einer von den Brüdernsie sich angetraut, so hat sie keinen Anspruchan ihn. Weshalb hat sie, wenn sie sich nur eines Verbotes schuldig machen, keinen Anspruch an ihn!?",
"R. Šešeth erwiderte: Der Schlußsatz vertritt die Ansicht R. A͑qibas, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig. — Demnach sollte er doch lehren: so hat sie nach R. A͑qiba keinen Anspruch an ihn!?"
],
[
"Ein Einwand. R. Aši ist der Ansicht des Reš Laqiš und erklärt es nach R. Šimo͑n, und Rabina ist der Ansicht R. Joḥanans und erklärt es nach den Rabbanan.",
"R. Aši ist der Ansicht des Reš Laqiš und erklärt es nach R. Šimo͑n. Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so benötigt sie der Ḥaliça von den Brüdern,",
"nämlich den später geborenen Brüdern, nach R. Šimo͑n;",
"hat einer von den Brüdern, den vorher geborenen, sie sich angetraut, so hat sie keinen Anspruch an ihn, nach Reš Laqiš.",
"Rabina ist der Ansicht R. Joḥanans und erklärt es nach den Rabbanan. Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich angetraut hat, so benötigt sie der Ḥaliça von den Brüdern, nämlich den vorher geborenen Brüdern, nach R. Joḥanan;",
"hat einer von den Brüdern, den später geborenen, sie sich angetraut, so hat sie keinen Anspruch an ihn, nach den Rabbanan.",
"Es wurde gelehrt: [Über den Fall], wenn einer der Schwägerin beigewohnt hat und dann einer von den Brüdern der Nebenbuhlerin beiwohnt, streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er habe sich der Ausrottung schuldig gemacht, und einer sagt, er habe ein Gebotübertreten.",
"Einer sagt, sich der Ausrottung schuldig gemacht, nach Reš Laqiš, und einer sagt, ein Gebot übertreten, nach R. Joḥanan.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Nebenbuhlerin der Ehebruchsverdächtigten ist verboten,",
"denn bei dieser heißt es ‘Unreinheit’, wie bei den Inzestuösen.",
"R. Ḥisda wandte ein: R. Šimo͑n sagt, die Beiwohnung oder die Ḥaliça des Bruders des erstenentbinde die Nebenbuhlerin!?",
"Ich spreche von einem Ehebrucheder Tora, du aber sprichst von einem rabbanitischen Ehebruche.",
"Was dachte der, der diesen Einwand erhob? — Er glaubte, die Rabbanan haben alle ihre Bestimmungen denen der Tora gleichgestellt.",
"R. Aši wandte ein: Ging sie mit ihmin einen verborgenen Raum und verweilte da die Dauer einer Verunreinigung, so ist sie ihrem Manne verboten, auch darf siekeine Hebe essen; stirbt er, so ist an ihr die Ḥaliça"
],
[
"und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. — Ich spreche von einer entschiedenen Ehebrecherin, du aber sprichst von einer zweifelhaften Ehebrecherin.",
"An einer entschiedenen Ehebrecherin wohl deshalb, weil es bei dieser ‘Unreinheit’ heißt, auch bei der zweifelhaften Ehebrecherin heißt es ja ‘Unreinheit’!? Es wird nämlich gelehrt: R. Jose b. Kiper sagte im Namen R. Elea͑zars: Die Wiedernahme seiner Geschiedenen ist nach der Verheiratungverboten und nach der Verlobungerlaubt, denn es heißt: nachdem sie verunreinigtworden ist.",
"Die Weisen sagen, ob so oder so sei es verboten, und [die Worte:] nachdem sie verunreinigt worden ist, deuten darauf, daß die Ehebruchsverdächtigte, die sich verborgen hat, einbegriffen sei.",
"Unter ‘verborgen’ ist die Beiwohnung zu verstehen, und er nennt dies deshalb ‘verborgen’, weil er einen euphemistischen Ausdruck gebrauchen will. — Hinsichtlich der Beiwohnung heißt es ja ausdrücklich ‘Unreinheit’:und sie sich verborgen und verunreinigt hat!?",
"Um diesmit einem Verbote zu belegen. — Und R. Jose b. Kiper!? — Nach ihm begeht man wegen der Ehebruchsverdächtigten kein Verbot, selbst wenn sie die Ehe gebrochen hat,",
"denn hierbeiwerden Heiratund Ehe genannt.",
"R. Jehuda fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit der Nebenbuhlerin der nach der Verheiratung wiedergeheirateten Geschiedenen? Nach R. Jose b. Kiper ist dies nicht fraglich; nach ihm bezieht sich [das Wort] ‘Unreinheit’ auf die wieder genommene Geschiedene, und die Nebenbuhlerin gleicht dieser selbst;",
"auch [die Einschränkung:]sie ist ein Gräuel, nur sie ist ein Gräuel, bezieht sich auf ihre Kinder, die kein Gräuel sind, ihre Nebenbuhlerin aber ist ein Gräuel.",
"Fraglich ist es nur nach den Rabbanan: ist der Schriftvers, obgleich die Rabbanan sagen, [das Wort] ‘Unreinheit’ beziehe sich auf die Ehebruchsverdächtigte, nicht aus seinem einfachen Sinnezu bringen,",
"oder aber bleibt er, da er umgesetzt wordenist, umgesetzt? Manche lesen: Nach den Rabbanan ist es nicht fraglich, denn da der Schriftvers umgesetzt worden ist, so bleibt er umgesetzt,",
"fraglich ist es nur nach R. Jose b. Kiper: hat der Allbarmherzige, obgleich R. Jose b. Kiper sagt, [das Wort] ‘Unreinheit’ beziehe sich auf die wiedergenommene Geschiedene, durch [die Worte] sie ist ein Gräuel die Nebenbuhlerin ausgeschlossen, oder aber: sie ist ein Gräuel, nicht aber sind ihre Kinder ein Gräuel, die Nebenbuhlerin aber ist ein Gräuel?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Ist eine geeignet und eine ungeeignet, so soll er, wenn er die Ḥaliça vollzieht, dies an der ungeeigneten, und wenn er die Schwagerehe vollzieht, dies [auch] an der geeigneten tun.",
"Was heißt geeignet und was heißt ungeeignet: wollte man sagen, geeignet für alle Weltund ungeeignet für alle Welt, so ist es ja, wenn sie nur für ihn geeignet ist, für ihn irrelevant;",
"doch wohl für ihn geeignet und für ihn ungeeignet, nämlich eine wiedergenommene Geschiedene, und er lehrt, daß, wenn er die Schwagerehe vollzieht, er dies [auch] an der geeigneten tue.",
"Nein, tatsächlich geeignet für alle Welt und ungeeignet für alle Welt; wenn du aber einwendest, wenn sie nur für ihn geeignet ist, sei es für ihn irrelevant, so ist eine Lehre R. Josephs zu berücksichtigen.",
"R. Joseph sagte nämlich, hier lehre Rabbi, daß man sein Brunnenwasser nicht ausschütte, wenn andere dessen benötigen.",
"Komm und höre: An der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen und an ihrer Nebenbuhlerin ist die Ḥaliça zu vollziehen. Doch wohl nicht an ihr und an ihrer Nebenbuhlerin, vielmehr lese man: entweder an ihr oder an ihrer Nebenbuhlerin.",
"Du hast es ja berichtigen müssen, berichtige wie folgt: an ihr ist die Ḥaliça, an ihrer Nebenbuhlerin aber entweder die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.",
"R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan fragte, wie es sich mit der Nebenbuhlerin der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen verhalte. Da sprach R. Ami zu ihm: Du kannst es ja hinsichtlich dieser selbst fragen!? — Hinsichtlich dieser selbst ist es mir nicht fraglich,",
"denn wir sagen, es sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie dem, der ihr erlaubtwar, verboten ist, um wieviel mehr dem, der ihr verbotenwar; fraglich ist es mir nur hinsichtlich der Nebenbuhlerin: reicht [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, auch die Nebenbuhlerin zu verdrängen, oder nicht?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq lehrte es wie folgt: R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan fragte, wie es sich mit der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen verhalte. Da sprach R. Ami zu ihm: Du kannst es ja hinsichtlich der Nebenbuhlerin fragen!? — Hinsichtlich der Nebenbuhlerin ist es mir nicht fraglich, denn [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere reicht nicht, auch die Nebenbuhlerin zu verdrängen; fraglich ist es mir nur hinsichtlich dieser selbst: reicht [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere im Falle eines Gebotesoder nicht?"
],
[
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Ist eine geeignet und eine ungeeignet, so soll er, wenn er die Ḥaliça vollzieht, dies an der ungeeigneten, und wenn er die Schwagerehe vollzieht, dies [auch] an der geeigneten tun. Was heißt geeignet und was heißt ungeeignet: wollte man sagen, geeignet für alle Welt und ungeeignet für alle Welt, so ist es ja, wenn sie nur für ihn geeignet ist, für, ihn irrelevant;",
"doch wohl für ihn geeignet und für ihn ungeeignet, nämlich die wiedergenommene Geschiedene, und er lehrt, daß, wenn er die Schwagerehe vollzieht, er dies [auch] an der geeigneten tue.",
"Nein, geeignet für alle Welt und ungeeignet für alle Welt; wenn du aber einwendest, wenn sie nur für ihn geeignet ist, sei es für ihn irrelevant, so ist eine Lehre R. Josephs zu berücksichtigen. R. Joseph sagte nämlich, hier lehre Rabbi, daß man sein Brunnenwasser nicht ausschütte, wenn andere dessen benötigen.",
"Komm und höre: An der nach der Verheiratung wiedergenommenen Geschiedenen und an ihrer Nebenbuhlerin ist die Ḥaliça zu vollziehen. Doch wohl nicht an ihr und an ihrer Nebenbuhlerin, vielmehr lese man: entweder an ihr oder an ihrer Nebenbuhlerin. — Du hast es ja berichtigen müssen, berichtige wie folgt: an ihr ist die Ḥaliça, an ihrer Nebenbuhlerin aber entweder die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.",
"R. Leli b. Mamal sagte im Namen Mar U͑qabas im Namen Šemuéls: Die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden ist verboten. Wem, wollte man sagen, den übrigen Brüdern, so sollte doch, wenn sie selbst erlaubt ist, denn Šemuél sagte, daß sie, wenn sie einem die Weigerung erklärt hat, dem anderen erlaubt ist, ihre Nebenbuhlerin es um so mehr sein.",
"Vielmehr, ihmselbst. — Die Weigerungserklärende ist den Brüdern wohl deshalb erlaubt, weil sie ihnen gegenüber nichts getanhat; aber auch die Nebenbuhlerin hat ja ihnen gegenüber nichts getan!?",
"Mit Rücksicht auf die Nebenbuhlerin seiner weigerungserklärenden Tochter. — Ist denn die Nebenbuhlerin seiner weigerungserklärenden Tochter verboten, wir haben ja gelernt, daß, wenn von diesen allen eine gestorben ist oder die Weigerung erklärt hat, ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt sind.",
"Wem die Weigerung erklärt: wenn dem Ehemanne, so ist dies ja dasselbe, was geschieden; doch wohl dem Schwager!?",
"Nein, tatsächlich dem Ehemanne, und es gibt zwei Arten von Scheidung. — Wenn dem Ehemanne, wohl deshalb, weil sie dadurch die Heirat annulliert hat;",
"aber auch wenn dem Schwager, annulliert sie ja dadurch die frühere Heirat!?",
"Wegen einer Lehre des Rami b. Jeḥezqel, denn Rami b. Jeḥezqel lehrte: Hat sie die Weigerung dem Ehemanne erklärt, so ist sie seinem Vater erlaubt, hat sie die Weigerung dem Schwager erklärt, so ist sie seinem Vater verboten.",
"Sie erscheint demnach beim Zufallenals seine Schwiegertochter,",
"ebenso erscheint sie auch hierbei beim Zufallen als Nebenbuhlerin seiner Tochter.",
"R. Asi sagte: Die Nebenbuhlerin der Sterilenist verboten, denn es heißt:so soll der Erstgeborene, den sie gebiert, ausgenommen die Sterile, die nicht gebiert.",
"R. Šešeth wandte ein: Wenn drei Brüder drei einander fremde Frauen geheiratet haben, und nachdem einer von ihnen gestorben ist, der andere an [die Witwe] die Eheformelgerichtet hat",
"und ebenfalls gestorben ist, so ist an ihnendie Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, denn es heißt:und einer von ihnen stirbt, so komme der Schwager zu ihr; nur die der Gebundenheit mit einem Schwager unterliegt, nicht aber, die der Gebundenheit mit zwei Schwägern unterliegt.",
"Und hierzu wird gelehrt: R. Joseph sagte: Diese ist eine Nebenbuhlerin der Frau seines Bruders väterlicherseits, bei der das Verbot durch das Zufallen veranlaßt worden ist; ein Fall, wie wir ihn in der ganzen Tora nicht finden.",
"[Die Worte] ‘diese ist’ schließen wohl die Nebenbuhlerin der Sterilen aus, die erlaubt ist!?",
"Nein, sie schließen die Nebenbuhlerin der Sterilen aus, die verbotenist. — Was heißt demnach ‘diese ist’? — Bei dieser ist das Verbot durch das Zufallen veranlaßt worden, daher benötigt die Nebenbuhlerin der Ḥaliça, die der Sterilen aber benötigt auch der Ḥaliça nicht. — Aus welchem Grunde? — Diese ist nach der Tora [ausgeschlossen], jene aber rabbanitisch.",
"Wir haben gelernt: Wenn von diesen allen eine gestorben ist, die Weigerung erklärt hat, geschieden oder als steril befunden worden ist, so sind ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt!? Das ist kein Einwand; das eine, wenn er es gemerkthatte, das andere,",
"wenn er es nicht gemerkthatte.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt ‘befunden’ und nicht ‘waren’. Schließe hieraus. Raba sagte:"
],
[
"Die Halakha ist, die Nebenbuhlerin der Sterilen ist erlaubt, selbst wenn er es gemerkt hatte, und selbst die Nebenbuhlerin seiner sterilen Tochter.",
"Es heißt ja aber ‘befunden’!? — Lies: ‘waren’. Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Sowohl die Nebenbuhlerin der Weigerungserklärenden, als auch die Nebenbuhlerin der Sterilen, als auch die Nebenbuhlerin der wiedergenommenen Geschiedenen; sie sind alle erlaubt.",
"R. Bebaj lehrte vor R. Naḥman: Drei Frauen dürfen den Beischlaf mit Wattevollziehen: die Minderjährige, die Schwangere und die Säugende. Die Minderjährige, weil sie schwanger werden und weil sie sterben könnte; die Schwangere, weil sie aus dem Fötus eine Mißgeburtmachen könnte; die Säugende, weil sie ihr Kind [vorzeitig] entwöhnen und es sterben könnte.",
"‘Minderjährige’ heißt sie von ihrem elften Jahre nebst einem Tage bis zu ihrem zwölften Jahre nebst einem Tage; jünger oder älter vollziehe sie den Beischlaf auf gewöhnliche Weise — so R. Meír. Die Weisen sagen, die eine wie die andere vollziehe den Beischlaf auf gewöhnliche Weise, und im Himmel werde man sich ihrer erbarmen, denn es heißt:der Herr behütet die Einfältigen.",
"Wenn es heißt: weil sie schwanger werden und weil sie sterben könnte, so ist es ja möglich, daß eine Minderjährige schwanger wird und nicht stirbt; demnach kann ja die Weigerungserklärung bei der Schwiegermuttervorkommen,",
"während wir gelernt haben, daß bei der Schwiegermutter, der Mutter seiner Schwiegermutter und der Mutter seines Schwiegervaters Sterilität und Weigerungserklärung nicht vorkommen können!? — Lies: weil sie schwanger werden und sterben könnte.",
"Raba b. Livaj sagte nämlich, es gebe hierbei bestimmte Grenzen: vor diesem Alterwird sie überhaupt nicht schwanger, während dieses Alters stirbt sie und stirbt das Kind, nach diesem Alter bleibt sie leben und bleibt das Kind leben.",
"Dem ist ja aber nicht so, Rabba b. Šemuél lehrte ja, bei der Schwiegermutter, der Mutter seiner Schwiegermutter und der Mutter seines Schwiegervaters können Sterilität und Weigerungserklärung nicht vorkommen, da sie geborenhaben!? — Vielmehr, tatsächlich [lese man:] weil sie schwanger werden und weil sie sterben könnte. — Demnach bleibt ja jener Einwandbestehen!?",
"R. Saphra erwiderte: Kinder gelten als Pubertätszeichen. Manche sagen, sie seien mehr als Pubertätszeichen. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß auch R. Jehuda, welcher sagt, bis das Schwarzeüberragt, bei Kindernbeipflichte."
],
[
"R. Zebid sagt, es gehe keine Kinder ohne Pubertätszeichen. — Man kann ja untersuchen? — Es ist zu berücksichtigen, sie können ausgefallen sein. — Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige dies, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man berücksichtige dies nicht!?",
"Selbst nach demjenigen, welcher sagt, man berücksichtige dies nicht, ist es hierbei wohl zu berücksichtigen, wegen der Geburtsschmerzen.",
"WAS HEISST: ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN &C. Woher dies? — R. Jehuda sagte: Die Schrift sagt: zur Nebenbuhlerin; damit hat die Tora viele Nebenbuhlerinneneinbegriffen.",
"R. Aši sagte: Dies ist einleuchtend; die Nebenbuhlerin ist deshalb verboten, weil sie an Stelle der Inzestuösen tritt, und auch die Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin tritt an Stelle der Inzestuösen.",
"WAS HEISST: SIND SIE GESTORBEN &C. Auch wenn zuerst geheiratetund nachher geschieden;",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern und einer mit einer Fremden verheiratet waren, und einer der mit einer der Schwestern verheirateten sich von seiner Frau scheiden ließ und der mit der Fremden verheiratete gestorben ist, worauf der, der sich scheiden ließ, [die Witwe] geheiratet hat und ebenfalls gestorben ist, so ist dies [ein Fall], hinsichtlich dessen sie gesagt haben, daß, wenn sie gestorben oder geschieden worden sind, ihre Nebenbuhlerinnen erlaubt sind.",
"Nur hierbei, wo zuerst geschieden und nachher geheiratet, nicht aber, wenn zuerst geheiratet und nachher geschieden!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Es ist zu teilen; wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. Ein Autor ist der Ansicht, der Tod veranlasse das Zufallen,",
"und ein Autor ist der Ansicht, die frühere Heirat veranlassedies.",
"Raba erklärte: Tatsächlich ist es derselbe Autor, nur lehrt er das eine und um so mehr das andere.",
"WENN EINE ZUR WEIGERUNGSERKLÄRUNG BERECHTIGT WAR. Soll sie doch jetzt die Weigerung erklärenund an [der Nebenbuhlerin] die Schwagerehe vollzogen werden!? Dies wäre somit eine Stütze für R. Oša͑ja,",
"denn R. Oša͑ja sagte, die Weigerung könne gegen die Eheformelund nicht gegen die Gebundenheiterfolgen.",
"Nein, andersverhält es sich bei der Nebenbuhlerin der Inzestuösen. Rami b. Jeḥezqel lehrte nämlich: Hat sie dem Ehemanne die Weigerung erklärt, so ist sie seinem Vater erlaubt, hat sie dem Schwager die Weigerung erklärt, so ist sie seinem Vater verboten.",
"Diese wird demnach beim Zufallenals seine Schwiegertochter angesehen, ebenso wird jene beim Zufallen als Nebenbuhlerin seiner Tochter angesehen.",
" SECHS [FRAUEN] SIND INZESTUÖSER ALS JENE, WEIL SIE MIT FREMDEN VERHEIRATET WAREN, UND IHRE NEBENBUHLERINNENSIND ERLAUBT: \n",
"DIE MUTTER, DIE FRAU SEINES VATERS, DIE SCHWESTER SEINES VATERS, DIE SCHWESTER VÄTERLICHERSEITS, DIE FRAU DES BRUDERS SEINES VATERS UND DIE FRAU SEINES BRUDERS VÄTERLICHERSEITS.",
" DIE SCHULE ŠAMMAJS ERLAUBT. DIE NEBENBUHLERINNENDEN ANDEREN BRÜDERN, DIE SCHULE HILLELS VERBIETET SIE."
],
[
"IST AN IHNEN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN WORDEN, SOSIND SIE NACH DER SCHULE ŠAMMAJS FÜR PRIESTERUNGEEIGNET UND NACH DER SCHULE HILLELSGEEIGNET; IST AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN, SO SIND SIENACH DER SCHULE ŠAMMAJS GEEIGNET UND NACH DER SCHULE HILLELS UNGEEIGNET.\n",
"UND OBGLEICH DIE EINEN VERBOTEN, WAS DIE ANDEREN ERLAUBTEN, DIE EINEN FÜR UNGEEIGNET ERKLÄRTEN, WAS FÜR DIE ANDEREN ALS GEEIGNET GALT, DENNOCH UNTERLIESSEN ES [ANGEHÖRIGE] DER SCHULE ŠAMMAJS NICHT, FRAUEN [AUS FAMILIEN] DER SCHULE HILLELS, NOCH [ANGEHÖRIGE] DER SCHULE HILLELS, FRAUEN [AUS FAMILIEN] DER SCHULE ŠAMMAJS ZU HEIRATEN. EBENSO INBEZUG AUF REIN UND UNREIN; OBGLEICH DIE EINEN FÜR REIN ERKLÄRTEN, WAS FÜR DIE ANDEREN ALS UNREIN GALT, DENNOCH UNTERLIESSEN SIE ES NICHT, SICH BEI DER ZUBEREITUNG VON REINEN [SPEISEN] AUF EINANDER ZU VERLASSEN.",
"GEMARA. R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Was ist der Grund der Schule Šammajs? Es heißt:so sei nicht die Frau des Verstorbenen außen, die eines fremden Mannes, außen, demnach gibt es eine innere, und der Allbarmherzige sagt: so sei nicht.",
"Und die Schule Hillels? — Sie verwendet dies für eine Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß die Antrauungbei der Schwägerinunwirksam ist? Es heißt: so sei nicht die Frau des Verstorbenen außen, die eines fremden Mannes, bei ihr gibt es kein Sein mit einem Fremden.",
"Und die Schule Šammajs!? — Es heißt ja nicht auswärts, sondern außen. — Und die Schule Hillels!? — Da es ‘außen’heißt, so ist es ebenso als würde es ‘nach auswärts’ heißen.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Neḥemja sagte: Wenn ein Wort vorn eines Lamedbenötigt, so hängt ihm die Schrift hinten ein Hean. Die Schule R. Jišma͑éls lehrte folgende Beispiele: Elimah, Maḥnajmah, Miçrajmah, Diblathajmah, Jerušalajmah, Midbarah.",
"Woher entnimmt die Schule Šammajs die Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs? — Aus [den Worten] eines fremden Mannes.",
"Auch die Schule Hillels kann es ja aus [den Worten] eines fremden Mannes folgern!? — Dem ist auch so. — Wozu heißt es außen!? — Dies schließt die Verlobteein.",
"Und die andere!? — Aus [nach]außen. — Und jene!? — [Die Auslegung] [nach] außen leuchtet ihr nicht ein.",
"Raba erklärte: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: ein Verbot erstreckt sich nicht auf das Verbotene.",
"Allerdings kann, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet hat, das Verbot der Schwester seiner Frausich nicht auf das Verbot der Frau eines Bruders erstrecken, wenn aber zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, ist ja das Verbot der Schwester seiner Frauzuerst eingetreten!?",
"Da das Verbot der Frau seines Bruders sich nicht auf das Verbot der Schwester seiner Frau erstreckt, so gilt jene als Nebenbuhlerin einer Inzestuösen, die dem Gebote nicht unterliegt, und ist erlaubt.",
"IST AN IHNEN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN WORDEN, SO SIND SIE NACH DER SCHULE ŠAMMAJS &C. UNGEEIGNET. Selbstverständlich!?",
"Dies schließt die Lehre des R. Joḥanan b. Nuri aus. R. Joḥanan b. Nuri sagte nämlich: Kommt, wir wollen anordnen, daß an den Nebenbuhlerinnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe vollzogenwerde. Er lehrt uns, daß sie nach der Schule Hillels geeignet seien.",
"IST AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN, SO SIND SIE &C. NACH DER SCHULE HILLELS UNGEEIGNET. Wozu ist dies nötig? — Da er es von der Ḥaliça lehrt, so lehrt er es auch von der Schwagerehe.",
"Dort haben wir gelernt: Die Esterrolle wird am elften, am zwölften, am dreizehnten, am vierzehnten oder am fünfzehntengelesen, weder früher noch später.",
"Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Man sollte doch hierauf beziehen [die Worte]:ihr sollt euch keine Einschnitte machen [ tithgodedu], ihr sollt keine Parteienbilden!? — [Das Wort] tithgodedu ist ja an sich nötig, denn der Allbarmherzige sagt, daß man sich keine Verletzung wegen eines Totenbeibringe!?",
"Die Schrift könnte tegodedu sagen, wenn es aber tithgodeduheißt, so deutet es [auch] hierauf. — Vielleicht deutet es nur hierauf!?",
"Demnach sollte die Schrift tegodusagen, wenn es aber tithgodeduheißt, so ist hieraus beides zu entnehmen. Da sprach er zu ihm: Du hast wohl bisher folgendes nicht gelernt: Wo es üblich ist, am Vorabend des Pesaḥfestes bis Mittag Arbeit zu verrichten, verrichteman, und wo es üblich ist, keine Arbeit zu verrichten, darf man keine verrichten.",
"Jener erwiderte: Ich spreche mit dir von einem Verbote, denn R. Šamen b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans:um diese Purimtage zu ihren bestimmten Zeiten zu halten, die Weisen haben verschiedene Zeitenfestgesetzt, und du sprichst mir von einem Brauche!?",
"Ist es denn da nicht ein Verbot, wir haben ja gelernt, während der Nachtsei es nach der Schule Šammajs verboten und nach der Schule Hillels erlaubt!?",
"Da kann, wer dies sieht, glauben, dieserhabe keine Beschäftigung. — Aber die Schule Šammajs erlaubt ja die Nebenbuhlerinnen den [übrigen] Brüdern und die Schule Hillels verbietet sie!?"
],
[
"Du glaubst wohl, die Schule Šammajs handelte nach ihrer Ansicht, die Schule Šammajs handelte nicht nach ihrer Ansicht. R. Joḥanan aber sagt, sie handelte auch danach. Wie bei folgendem Streite: Rabh sagt, die Schule Šammajs handelte nicht nach ihrer Ansicht, und Šemuél sagt, sie handelte auch danach.",
"Wann, wenn vor der Hallstimme, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, sie handelte nicht danach, und wenn nach der Hallstimme, was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, sie handelte auch danach!?",
"Wenn du willst, sage ich: vor der Hallstimme, und wenn du willst, sage ich: nach der Hallstimme. Wenn du willst, sage ich: vor der Hallstimme, wenn nämlich die Schule Hillels in der Mehrheit war; einer sagt, sie handelte nicht danach, weil die Schule Hillels in der Mehrheit war,",
"und einer sagt, sie handelte auch danach, weil man nur dann nach der Mehrheit entscheide, wenn [die Parteien] einander gleichen, hierbei aber war die Schule Šammajs scharfsinniger.",
"Wenn du willst, sage ich: nach der Hallstimme; einer sagt, sie handelte nicht danach, weil die Hallstimme entschieden hat, und einer sagt, sie handelte auch danach, nach R. Jehošua͑, welcher sagt, man achte nicht auf die Hallstimme.",
"Sollte man doch nach demjenigen, welcher sagt, sie handelte auch danach, hierauf beziehen [die Worte:] ihr sollt euch keine Einschnittemachen, ihr sollt keine Parteien bilden!? Abajje erwiderte: Das Verbot, Parteien zu bilden, bezieht sich nur auf zwei Gerichte in einer Stadt, von denen das eine nach der Schule Šammajs und das andere nach der Schule Hillels entscheidet, bei zwei Gerichten in zwei Städten aber ist nichts dabei.",
"Raba sprach zu ihm: Bei den Schulen Šammajs und Hillels verhält es sich ja wie bei zwei Gerichten in einer Stadt!? Vielmehr, erklärte Raba, bezieht sich das Verbot der Parteienbildungnur auf ein Gericht in einer Stadt, von dem ein Teil nach der Schule Šammajs und ein Teil nach der Schule Hillels entscheidet, bei zwei Gerichten in einer Stadt aber ist nichts dabei.",
"Komm und höre: In der Ortschaft R. Elie͑zers fällte man am Šabbath Holz zur Bereitung von Kohlen zur Bearbeitungdes Eisens. In der Ortschaft R. Jose des Galiläers aß man Geflügelmit Milch.",
"Nur in der Ortschaft R. Elie͑zers, nicht aber in der Ortschaft R. A͑qibas, denn es wird gelehrt: R. A͑qiba sagte eine Regel: Jede Arbeit, die man am Vorabend des Šabbaths verrichten kann, verdrängt den Šabbath nicht!?",
"Was ist dies für ein Einwand, anders ist es bei verschiedenen Ortschaften. — Was dachte derjenige, der diesen Einwand erhob!?",
"Man könnte glauben, beim Šabbathgesetz verhalte es sich wegen seiner Schwere wie bei einer Ortschaft, so lehrt er uns.",
"Komm und höre: Wenn R. Abahu nach der Ortschaft des R. Jehošua͑ b. Levi kam, trug er eine Kerze am Šabbath umher, und wenn er nach der Ortschaft R. Joḥanans kam. trug er keine Kerze umher!?",
"Was ist dies für ein Einwand, wir sagten ja, daß es sich bei verschiedenen Ortschaften anders verhalte. — Wir meinen es wie folgt: wieso handelte R. Abahu da so und dort anders.",
"R. Abahu war der Ansicht des R. Jehošua͑b. Levi, und nur wegen der Ehrung R. Joḥanans trug er, wenn er nach seiner Ortschaft kam, keine [Kerze] umher. — Sein Dienerwar ja da!?",
"Er sagte es dem Diener. — Komm und höre: Obgleich die einen verboten, was die anderen erlaubten, dennoch unterließen es [Angehörige] der Schule Šammajs nicht, Frauen [aus Familien] der Schule Hillels, noch [Angehörige] der Schule Hillels, Frauen [aus Familien] der Schule Šammajs zu heiraten. Erklärlich ist es, daß sie es nicht unterließen, wenn du sagst, sie handelten nicht danach, wieso aber unterließen sie es nicht, wenn du sagst, sie handelten auch danach!?",
"Allerdings unterließen es [Angehörige] der Schule Šammajs nicht, [aus Familien] der Schule Hillels [zu heiraten], da sienur Abkömmlinge von mit einem Verbote belegtenwaren,",
"wieso aber unterließen es [Angehörige] der Schule Hillels nicht, [aus Familien] der Schule Šammajs [zu heiraten], sie waren ja Abkömmlinge von mit der Ausrottungbelegten, und solche sind Hurenkinder!?",
"Wolltest du sagen, die Schule Hillels sei der Ansicht, Abkömmlinge von mit der Ausrottung belegten seien keineHurenkinder, so sagte ja R. Elea͑zar, daß die Schule Šammajs und die Schule Hillels, obgleich sie über die Nebenbuhlerinnen streiten, übereinstimmen, Hurenkind sei nur der, der einer mit dem Inzestverbote und der Ausrottung belegten [Begattung] entstammt!? — Hieraus ist somit zu entnehmen, daß sie nicht danach handelten.",
"Nein, tatsächlich handelten sie auch danach, nur teilten sie esihnen mit, und sie zogen sich zurück.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: ebenso inbezug auf rein und unrein; obgleich die einen für rein erklärten, was für die anderen als unrein galt, dennoch unterließen sie es nicht, sich bei der Zubereitung von reinen [Speisen] auf einander zu verlassen."
],
[
"Einleuchtend ist es, daß sie nicht unterließen, wenn du sagst, sie teilten es ihnen mit, wenn du aber sagst, sie teilten, es ihnen nicht mit, so ist es allerdings erklärlich, daß die [Angehörigen] der Schule Šammajs dies bei denen der Schule Hillels nicht unterließen, denn das, was die Schule Hillels für unrein erklärte, galt für die Schule Šammajsals rein,",
"wieso aber unterließen es die der Schule Hillels nicht bei denen der Schule Šammajs, das, was die Schule Šammajs für rein erklärte, galt ja für die Schule Hillels als unrein!? Wahrscheinlich teilten sie es ihnen mit. Schließe hieraus.",
"Womit ist das eine einleuchtenderals das andere? — Man könnte glauben, bei der Nebenbuhlerin sei esbekannt, so lehrt er uns.",
"Der Text. R. Elea͑zar sagte: Obgleich die Schule Šammajs und die Schule Hillels über die Nebenbuhlerinnen streiten, so stimmen sie überein, Hurenkind sei nur der, der einer mit dem Inzestverbote und der Ausrottung belegten [Begattung] entstammt. Wer pflichtet wem bei: wollte man sagen, die Schule Šammajs der Schule Hillels, so ist es ja selbstverständlich, Abkömmlinge von mit einem Verbote Belegten sind jaunbemakelt,",
"und wenn die Schule Hillelsder Schule Šammajs, so gehört sie ja zu den mit der Ausrottung Belegten!?",
"Tatsächlich die Schule Šammajs der Schule Hillels, und zwar schließt dies die Ansicht R. A͑qibas aus, welcher sagt, [ein Abkömmling] von mit einem Verbote belegten sei Hurenkind; er lehrt uns, daß er kein Hurenkind sei.",
"Komm und höre: Obgleich die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten über Nebenbuhlerinnen, Schwestern,",
"einen alten Scheidebrief, eine zweifelhafte Ehefrau, eine Geschiedene, die mit ihm in einer Herbergeübernachtete,",
"über Geld und Geldeswertoder Perutaund Wert einer Peruta,",
"so unterließen dennoch weder [Angehörige] der Schule Šammajs, Frauen [aus Familien] der Schule Hillels, noch [Angehörige] der Schule Hillels, Frauen [aus Familien] der Schule Šammajs zu heiraten. Dies lehrt dich, daß sie einander Liebe und Freundschaft entgegenbrachten, zur Bestätigung der Schriftworte: Wahrheit und Frieden liebet. R. Šimo͑n sagt, sie unterließen es bei Entschiedenem, nicht aber unterließen sie es bei Zweifelhaftem.",
"Einleuchtend ist es, daß sie es unterließen, wenn du sagst, sie handelten auch danach, weshalb aber unterließen sie es, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!? — Auch nach deiner Auffassung, daß sie danach handelten, ist es allerdings erklärlich, daß die der Schule Hillels es unterließen, da sie[Abkömmlinge] von mit der Ausrottung belegten und somit nach der Schule Hillels Hurenkinder waren,",
"weshalb aber unterließen es die der Schule Šammajs, siewaren ja Abkömmlinge von mit einem Verbote Belegten und somit unbemakelt!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte vielmehr, dies beziehe sich auf die Nebenbuhlerinselbst, ebenso bezieht es sich hierbei auf die Nebenbuhlerin selbst.",
"Bei Entschiedenem wohl deshalb, weil es ein [Inzest]verbot ist, und auch bei Zweifelhaftem ist es ja ein [Inzest]verbot!?",
"Sage nicht: bei Zweifelhaftem, sondern: bei Unbekanntem; wenn jene esihnen mitteilten, unterließen sie es.",
"Er lehrt uns damit, daß sie einander Liebe und Freundschaft entgegenbrachten, und dies lehrt ja schon der Anfangsatz!? — Er lehrt uns, daß das ganze die Ansicht R. Šimo͑ns vertritt.",
"Komm und höre: R. Joḥanan b. Nuri sprach: Wie ist die Halakha in Jisraél zu verbreiten: entscheiden wir nach der Schule Šammajs, so ist das KindHurenkind nach der Schule Hillels, und entscheiden wir nach der Schule Hillels, so ist das Kindbemakeltnach der Schule Šammajs. Kommt, wir wollen anordnen, daß an den Nebenbuhlerinnen"
],
[
"die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe vollzogen werde.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél sprach zu ihm: Was machen wir demnach mit den bisherigen Nebenbuhlerinnen!? Bevor sie dazu kamen, die Angelegenheit zu erledigen, trat eine Verwirrung ein.",
"Erklärlich ist der Einwand ‘was machen wir’, wenn du sagst, sie handelten auch danach, welche Bedeutung aber hat der Einwand ‘was machen wir’, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!?",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies bezieht sich auf die Nebenbuhlerin selbst, und [die Worte] ‘was machen wir’ sind wie folgt zu verstehen: was machen wir mit den Nebenbuhlerinnen der Schule Hillelsnach der Schule Šammajs:",
"wenn an ihnen die Ḥaliça vollzogen wird, so werden sie bei ihren Männern entwürdigt. Wolltest du sagen, sie mögen entwürdigt werden, [so heißt es ja:]ihre Wege sind liebliche Wege und all ihre Stege sind Frieden.",
"Komm und höre: R. Tryphonsagte: Möge doch eine Nebenbuhlerin der Tochter mirzufallen, ich heirate sie.",
"Lies: ich verheirate sie. — Er sagte ja: möge mir zufallen!? — Dies schließt die Ansicht des R. Joḥanan b. Nuriaus.",
"Komm und höre: Die Tochter R. Gamliéls war verheiratet mit seinem Bruder Abba, und als dieser kinderlos starb, vollzog R. Gamliél die Schwagerehe an ihrer Nebenbuhlerin. — Gehört denn, auch nach deiner Auffassung, R. Gamliél zu den Schülern der Schule Šammajs!?",
"Vielmehr verhielt es sich bei der Tochter R. Gamliéls anders, denn sie war steril. — Wenn es aber im Schlußsatze heißt: manche sagen, die Tochter R. Gamliéls war steril, demnach war sie ja nach dem ersten Autor nicht steril!?",
"Sie streiten darüber, ob er es gemerkt hatte oder nicht.",
"Wenn du willst, sage ich: sie streiten über den Fall, wenn er zuerst geheiratetund sich nachher geschiedenhat.",
"Wenn du aber willst, sage ich: sie streiten darüber, ob eine Bedingung bei der Beiwohnunggiltig ist.",
"R. Mešaršeja wandte ein: Einst sammelte R. A͑qiba am ersten ŠebaṭEtrogfrüchte und entrichtete von diesen beide Zehnte,",
"einen nach Ansicht der Schule Šammajs und einen nach Ansicht der Schule Hillels. Hieraus, daß sie auch danach handelten!?",
"R. A͑qiba war über die Lehre selbst im Unklaren; er wußte nicht, ob esnach der Schule Hillels der erste Šebaṭ oder der fünfzehnte Šebaṭ ist.",
"Mar Zuṭra wandte ein: Als einst die Tochter Šammaj des Älteren niederkam, durchbrach er den Estrich und legte des Kindes wegen Hüttenbedachung über dem Bette. Hieraus, daß sie danachhandelten!? — Wer dies sah, konnte glauben, er habe es zur Verbesserung der Luftgetan.",
"Mar Zuṭra wandte ein: Die Jehutränke in Jerušalem war durch ein Loch mit einem Quellbade[verbunden], und vermittelst dieser erfolgten alle Reinigungen in Jerušalem; da sandte die Schule Šammajs und ließ [das Loch] erweitern. Die Schule Šammajs sagt nämlich, nur wenn der größere Teildurchbrochen ist.",
"Ferner haben wir gelernt: die Vereinigung von Quellbädern erfolgt durch [einen Kanal] wie das Mundstück eines Schlauches, in Umfang und Höhlung, daß zwei Finger in ihre Lagekommen. Hieraus, daß sie auch danach handelten!?"
],
[
"Wer dies sah, konnte glauben, er habe dies zur Vermehrung des Wassersgetan.",
"Komm und höre: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: Als ich bei R. Joḥanan dem Ḥoraniten die Tora studierte, sah ich ihn in den Jahren der Dürre trocknes Brot essen. Ich kam zu meinem Vater und erzählte es ihm, da sprach er zu mir: Bring ihm Oliven. Ich brachte sie ihm. Als er sah, daß sie feuchtwaren, sprach er zu mir: Ich esse keine Oliven.",
"Hierauf kam ich zu meinem Vater und teilte es ihm mit. Er sprach dann zu mir: Geh und sage ihm, daß das Faß durchlocht und nur durch den Hefensatz verstopft war. Wir haben nämlich gelernt: Ein Faß mit eingelegten Oliven braucht, wie die Schule Šammajs sagt, nicht durchlocht zu werden;",
"die Schule Hillels sagt, es müsse durchlocht werden, jedoch pflichtet sie bei, daß, wenn es durchlocht und [das Loch] durch Hefensatz verstopft worden ist, es reinsei.",
"Obgleich er ein Schüler der Schule Šammajs war, handelte er dennoch stets nur nach der Ansicht der Schule Hillels. Erklärlich ist diese Hervorhebung, wenn du sagst, sie handelten auch danach, was aber soll diese Hervorhebung, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!?",
"Komm und höre: Man fragte R. Jehošua͑: Wie verhält es sich mit der Nebenbuhlerin der Tochter? Er erwiderte: Hierüber besteht ein Streit zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels. — Nach wessen Ansicht ist zu entscheiden? Da erwiderte er ihnen: Weshalb wollt ihr meinen Kopf zwischen zwei große Berge bringen, zwischen zwei große Gegner, zwischen die Schule Šammajs und die Schule Hillels; ich fürchte, sie könnten mir den Schädel zertrümmern.",
"Jedoch kann ich euch von zwei bedeutenden Familien in Jerušalem, der Familie Ben A͑kmaj aus Beth Çeboi͑m und der Familie Qopaj b. Meqošeš, bekunden, daß sie Nachkommen von Nebenbuhlerinnenwaren, und doch waren manche von ihnen Hochpriester und taten Dienst am Altar.",
"Einleuchtend ist es, daß er sagte, er fürchte, wenn du sagst, sie handeltenauch danach, wieso aber sagte er, er fürchte, wenn du sagst, sie handelten nicht danach!? — Wieso fürchtete er, auch wenn zugegeben wird, daß sie danach auch handelten,",
"R. Jehošua͑ sagte ja, Hurenkind sei nur der, der einer mit der gerichtlichen Todesstrafe belegten [Begattung] entstammt!?",
"Zugegeben, daß er kein Hurenkind ist, jedoch ist er bemakelt, wie [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe, zu folgern ist: wenn der Sohn einer Witwe, die jedem anderen nicht verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr [der Sohn] dieser, die jedem anderen verboten ist.",
"Sie fragten ihn hinsichtlich der Nebenbuhlerinnen, und er erwiderte ihnen hinsichtlich der Kinder der Nebenbuhlerinnen!? — Sie fragten ihn hinsichtlich beider: wie verhält es sich mit den Nebenbuhlerinnen, und wie verhält es sich, wenn du hinsichtlich der Nebenbuhlerinnen nach der Schule Hillels entscheidest, mit den Kindern der Nebenbuhlerinnen der Schule Hillelsnach der Schule Šammajs!?",
"In welcher Hinsicht ist diesvon Bedeutung? — Um hinsichtlich des Kindes einer wiedergenommenen Geschiedenennach der Schule Hillels zu entscheiden;",
"sagen wir, es sei [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der Sohn einer mit einem Hochpriester verheirateten Witwe, die jedem anderen nicht verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr der Sohn dieser, die jedem anderen verboten ist;",
"oder aber ist zu erwidern: wohl gilt dies von der Witwe, die selber entweihtwird. Er erwiderte ihnen: Hinsichtlich der Nebenbuhlerinnen fürchteich [zu entscheiden],"
],
[
"und hinsichtlich der Kinder der Nebenbuhlerinnen bekunde ich euch.",
"Komm und höre: In den Tagen des R. Dosa b. Archinos erlaubte man die Nebenbuhlerin der Tochter den Brüdern. Demnach handelten sie auch danach. Schließe hieraus.",
"Der Text. In den Tagen des R. Dosa b. Archinos erlaubte man die Nebenbuhlerin der Tochter den Brüdern. Dieswar den Weisen unangenehm, weil er sehr alt war und seine Augen zu schwach waren, um ins Lehrhaus zu kommen.",
"Als sie dann überlegten, wer hingehe und es ihm sage, sprach R. Jehošua͑: Ich gehe. — Wer hinter ihm? — R. Elea͑zar b. A͑zarja. — Wer hinter diesem? — R. A͑qiba. Alsdann gingen sie hin und blieben vor der Tür seines Hauses stehen. Da trat seine Magd ein und meldete ihm: Meister, die Weisen Jisraéls kommen zu dir. Er erwiderte: Sie mögen eintreten. Als sie eintraten,",
"faßte er R. Jehošua͑ an und setzte ihn auf ein goldenes Lager. Dieser sprach: Meister, gestatte auch deinem nächsten Schüler, daß er sich setze. Da fragte er: Wer ist es? — R. Elea͑zar, der Sohn A͑zarjas. Hierauf sprach er: Unser Genosse A͑zarja hat also einen Sohn!",
"Da las er über ihn folgenden Schriftvers: Jung war ich und bin alt geworden, und nie sah ich einen Gerechten verlassen und seine Nachkommen nach Brot gehn. Alsdann faßte er ihn an und setzte ihn auf ein goldenes Lager. Hierauf sprach jener: Meister, gestatte auch deinem nächsten Schüler, daß er sich setze. Da fragte er: Wer ist es? — A͑qiba, der Sohn Josephs. Da rief er: Du bist A͑qiba, der Sohn Josephs, dessen Name von einem Weltende bis zum anderen reicht! Setz dich, mein Sohn, setz dich; deinesgleichen mögen viele in Jisraél sein.",
"Hierauf begannen sie, ihn mit Rechtsfragen zu bestürmen, bis sie zur Nebenbuhlerin einer Tochter kamen. Sie fragten ihn: Wie verhält es sich mit der Nebenbuhlerin einer Tochter? Er erwiderte ihnen: Hierüber besteht ein Streit zwischen der Schule Šammajs und der Schule Hillels. — Nach wessen Ansicht ist die Halakha zu entscheiden? Er erwiderte: Sie ist nach der Schule Hillels zu entscheiden. Sie sprachen: In deinem Namen entschied man ja die Halakha nach der Schule Šammajs!?",
"Er erwiderte: Habt ihr ‘Dosa’ oder ‘Sohn Archinos’gehört!? Sie erwiderten: Beim Leben des Meisters, wir haben ohne [Vornamen] gehört. Da sprach er: Ich habe einen jüngeren Bruder, ein Satansjunge, namens Jonathan, der zu den Schülern Šammajs gehört.",
"Seht euch vor, daß er euch nicht mit Rechtsfragen niederschlage, denn er hat dreihundert Einwendungen hinsichtlich der Nebenbuhlerin einer Tochter, daß sie erlaubt sei. Aber ich rufe Himmel und Erde als Zeugen an, daß auf diesem Troge der Prophet Ḥaggaj gesessen und drei Entscheidungen getroffen hat: daß die Nebenbuhlerin der Tochter verboten ist,",
"daß in A͑mmon und Moábim Siebentjahre der Armenzehnt zu entrichten ist, und daß man von den Kurden und den Tarmudäern Proselyten aufnehme.",
"Es wird gelehrt: Als sie eintraten, gingen sie durch eine Tür, als sie herauskamen, gingen sie durch dreiTüren. Er stieß dann auf R. A͑qiba und stellte ihn durch Fragen.",
"Sodann sprach er: Du bist A͑qiba, dessen Name von einem Weltende zum anderen reicht!? Wohl dir, daß du zu einem Namen gekommen bist, während du noch nicht einmal zu einem Rinderhirten ausreichst. R. A͑qiba erwiderte: Nicht einmal zu einem Schafhirten.",
"«Daß in A͑mmon und Moáb im Siebentjahre der Armenzehnt zu entrichten ist.» Der Meister sagte nämlich: Viele Städte eroberten die Auszügler aus Miçrajim und nicht die Auszügler aus Babylonien, und die erste Heiligung galt nur für die damalige Zeit und nichtfür die Zukunft.",
"Man beließ esdabei, damit die Armen im Siebentjahre eine Stütze haben.",
"«Daß man von den Kurden und den Tarmudäern Proselyten aufnehme.» Dem ist ja aber nicht so, Rami b. Jeḥezqel lehrte ja, daß man keine Proselyten von den Kurden aufnehme!? R. Aši erwiderte: Dies ist von den Qartuäern gelehrt worden, wie die Leute zu sagen pflegen: bemakelte Qartuäer.",
"Manche lesen: Rami b. Jeḥezqel lehrte: Man nehme von den Qartuäern keine Proselyten auf. Quartuäer und Kurden sind ja wahrscheinlich identisch!? R. Aši erwiderte: Nein, Qartuäer und Kurden sind nicht identisch, wie die Leute zu sagen pflegen: bemakelte Qartuäer.",
"R. Joḥanan und Sabja sagten beide, man nehme keine Proselyten von den Tarmudäern auf. — Kann R. Joḥanan dies denn gesagt haben, wir haben ja gelernt: Alle aus Reqemkommenden [Blut]fleckesind [levitisch] rein,",
"nach R. Jehuda aber unrein, weil sie irrende Proselyten sind; die von Nichtjuden kommenden sind rein. Wir wandten ein:"
],
[
"Er lehrt dies von Nichtjuden allgemein, auch von den Tarmudäern!? Da sprach R. Joḥanan: Dies besagt, daß man Proselyten von den Tarmudäern aufnehme.",
"Wolltest du sagen, dies besage, jedoch sei er nicht dieser Ansicht, so sagte ja R. Joḥanan, die Halakha sei nach der anonymen Mišna zu entscheiden!? — Amoraím streiten über die Ansicht R. Joḥanans.",
"Weshalb nicht von den Tarmudäern? — Hierüber streiten R. Joḥanan und Sabja; einer sagt, wegen der SklavenŠelomos, und einer sagt, wegen der Töchter Jerušalems.",
"Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, welcher sagt, wegen der Sklaven Šelomos, denn er ist der Ansicht, daß, wenn ein Nichtjuden oder ein Sklave einer Jisraélitin beiwohnt, das Kind Hurenkind sei, welches Bewenden aber hat es mit der Erklärung: wegen der Töchter Jerušalems? — Hierüber streiten R. Joseph und die Rabbanan, beide im Namen des Rabba b. Bar Hana;",
"einer sagt, es waren zwölftausend Mann [Fußvolk] und sechstausend Bogenschützen, und einer sagt, es waren zwölftausend Mann und unter ihnen sechstausend Bogenschützen. Als die Nichtjuden in den Tempel drangen, stürzte sich alles auf das Silber und das Gold, diese aber stürzten sich über die Töchter Jerušalems, wie es heißt:Frauen in Çijon schändeten sie, Jungfrauen in den Städten Jehudas.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Folgenden Schriftvers sprach der Fürst des Weltalls: Jung war ich und bin alt geworden. Wer sollte ihn sonst gesprochen haben: wollte man sagen, der Heilige, gepriesen sei er, so gibt es ja bei ihm kein Alt werden, und wenn David, so ist er ja nicht sonderlich alt geworden. Vielmehr sprach ihn der Fürst des Weltalls.",
"Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans: Es heißt: seine Hand breitete der Feind über all ihre Herrlichkeiten, das sind Amnion und Moab. Als die Nichtjuden in den Tempel drangen, stürzte sich alles auf das Silber und das Gold, diese aber über die Torarolle. Sie sprachen: Diese da, in der geschrieben steht:es komme kein A͑mmoniter und kein Moabiter in die Gemeinde des Herrn, werde im Feuer verbrannt.",
"Entboten hat der Herr gegen Ja͑qob seine Widersacher ringsherum. Rabh sagte: Wie Humanja um Pum Nahara.",
"R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Wenn ein Nichtjude in der Jetztzeit sich [eine Jisraélitin] angetraut hat, so berücksichtige manseine Antrauung, denn er stammt vielleicht von den zehn Stämmen. — Aber wer sich trennt, trennt sich ja von der Mehrheit!?",
"In Orten, da sie ansässigsind. R. Abba b. Kahana sagte nämlich:Er führte sie nach Ḥalaḥ, Ḥabor, dem Strome Gozen und den Städten von Madaj. Ḥalaḥ ist Ḥalvan; Ḥabor"
],
[
"ist Adjabene; der Strom Gozen, das ist Ganzaka; den Städten von Madaj, das ist Hamadan und seine Nachbarorte. Manche sagen, es sei Nahavendund seine Nachbarorte? — Welche sind seine Nachbarorte? Šemuél erwiderte: Karak, Moski, Ḥidqiund Romqi. Hierzu sagte R. Joḥanan: Alle sind sie bemakelt.",
"Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Dein Sohnvon einer Jisraélitin heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn.",
"Es waren ja auch Töchter vorhanden, und Rabina sagte, der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden heiße dein Sohn!? — Es ist überliefert, daß die Töchter jenes Zeitalters sterilwaren.",
"Manche lesen: Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Sie wichen nicht von da, als bis sie sie als richtige Nichtjuden erklärten, denn es heißt: dem Herrn waren sie treulos, denn unechte Kinder zeugten sie.",
"R. Joseph saß hinter R. Kahana, während R. Kahana vor R. Jehuda saß und vortrug: Dereinst werden die Jisraéliten ein Fest veranstalten, wenn Tarmud zerstört werden wird. — Es ist ja bereits zerstört worden!? — Das war Tamud. R. Aši erklärte: Tarmud und Tamud sind identisch, nur wurde es wieder errichtet; war es an der einen Seite zerstört worden, so wurde die andere Seite besiedelt, und war es an der anderen Seite zerstört worden, so wurde jene Seite besiedelt.",
"R. Hamnuna saß vor U͑la und erörterte eine Lehre; da rief dieser: Was für ein Mann; um wieviel bedeutender wäre er, wenn Harpanja nicht seine Heimatstadt wäre! Als jener dieserhalb verlegen wurde, fragte er ihn: Wo zahlst du Kopfsteuer? Jener erwiderte: In Pum Nahara. Da sprach er: Wenn dem so ist, so bist du ja aus Pum Nahara.",
"Was heißt Harpanja? R. Zera erwiderte: Ein Berg, wohin allesich wenden. In einer Barajtha wurde gelehrt: Wer seine Familie und seine Abstammung nichtkennt, wendet sich da hin. Raba sagte: Es ist tiefer als die Unterwelt. Es heißt:aus der Gewalt der Unterwelt kaufe ich sie los, vom Tode erlöse ich sie, gegen die Bemakelung jener aber gibt es kein Mittel.",
"Die Bemakelten von Harpanja wegen der Bemakelten von Mešan, die Bemakelten von Mešan wegen der Bemakelten von Tarmud, und die Bemakelten von Tarmud wegen der SklavenŠelomos.",
"Das ist es, was die Leute sagen: der große Kab und der kleine Kab, beide rollen in die Unterwelt, aus der Unterwelt nach Tarmud, aus Tarmud nach Mešan und aus Mešan nach Harpanja.",
"",
" WIESO DIE FRAU SEINES NIGHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS? WENN VON ZWEI BRÜDERN EINER GESTORBEN IST, UND NACHDEM IHNEN NOCH EIN BRUDER GEBOREN WURDE DER ANDERE AN DER FRAU SEINES BRUDERS DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST DIE ERSTE FREI ALS FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS UND DIE ZWEITE ALS IHRE NEBENBUHLERIN.\n",
"WENN ER NUR DIE EHEFORMEL AN SIE GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER ZWEITEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. R. Naḥman sagte: Wer sie erste nennt, irrt nicht, und wer sie zweite nennt, irrt nicht."
],
[
"Wer sie erste nennt, irrt nicht, denn sie ist die erste hinsichtlich des Zufallens; wer sie zweite nennt, irrt nicht, denn sie ist die zweite hinsichtlich seiner Verheiratung. — Ist etwa nicht auch der Fall einbegriffen, wenn er zuerst die Schwagerehe vollzogen und nachher geheiratet hat!? — Vielmehr, sie ist die zweite hinsichtlich ihrer Verheiratung.",
"Wo befindet sich in der Schrift [das Verbot] der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt: wenn Brüder (beisammen) wohnen, die beisammen auf der Welt geweilt haben, ausgenommen die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders; beisammen, die hinsichtlich der Erbschaft zusammengehören, ausgenommen ein Bruder mütterlicherseits.",
"Rabba sagte: Daß sie als Brüder nur dann gelten, wenn sie es väterlicherseits sind, ist von der Bruderschaft der Söhne Ja͑qobszu entnehmen; wie diese väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso hierbei väterlicherseits und nicht mütterlicherseits. —",
"Sollte man doch von der Bruderschaft beim Inzestverbotefolgern!? — Man folgere hinsichtlich Brüder von Brüder, nicht aber hinsichtlich Brüder von deines Bruders. —",
"Weshalb nicht, in der Schule R. Jišma͑éls folgerten sie ja aus:wenn der Priester wiederkommt, und:wenn der Priester hineingeht, weil ‘kommen’ und ‘gehen’ dasselbe ist!? — Dies nur dann, wenn kein gleiches [Wort] vorhanden ist, wenn aber ein gleiches vorhanden ist, folgere man vom gleichen. —",
"Sollte man doch von der bei Loṭ gebrauchten Bruderschaft folgern, denn es heißt:sind wir doch Brüder!? — Es ist einleuchtend, daß von den Söhnen Ja͑qobs zu folgern ist, weil esbei diesen überflüssig ist. Es sollte doch nur heißen: zwölf sind deine Diener, Söhne eines Mannes; wenn es aber auch Brüder heißt, so ist dies überflüssig.",
"Und [die Worte] Brüder und beisammen sind beide nötig. Würde der Allbarmherzige nur Brüder geschrieben haben, so könnte man glauben, es sei von der bei Lot gebrauchten Bruderschaft zu folgern, und wollte man entgegnen, da sei esnicht überflüssig, so ist es wohl überflüssig, denn es sollte Freunde heißen, während es auch Brüder heißt; daher schrieb der Allbarmherzige beisammen, die hinsichtlich der Erbschaft zusammengehören.",
"Und würde der Allbarmherzige nur beisammen geschrieben haben, so könnte man glauben, die gemeinsam Vater und Mutter haben, so lehrt er uns. —",
"Wie sollte man denn darauf kommen, der Allbarmherzige hat ja die Schwagerehe mit der Erbschaft verbunden, und die Erbschaft kommt vom Vater und nicht von der Mutter!? — Es ist dennoch nötig; da dies ein Novum ist, denn hierbei wird die Inzestuöse erlaubt, so könnte man glauben, nur wenn beide denselben Vater und dieselbe Mutter haben, so lehrt er uns.",
"R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn die Anwärterin der Schwagerehe gestorben ist, so ist ihm ihre Mutter erlaubt. — Demnach ist er der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, so sollte er doch sagen, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit!? —",
"Würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, nur wenn es zwei sind, wenn aber einer, bestehe eine Gebundenheit. —",
"Sollte er doch sagen, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit selbst bei einem!? — Würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, auch bei Lebzeiten, so lehrt er uns, nur nach dem Tode, nicht aber bei Lebzeiten, weil es verboten ist, das Gesetz der Schwagerehe zu vereiteln. —",
"Wir haben gelernt: Ist die Schwägerin gestorben, so ist ihm ihre Schwester erlaubt. Nur die Schwester, die Mutter aber nicht!? —",
"Dasselbe gilt auch von der Mutter, da er aber im Anfangsatze lehrt, daß, wenn seine Frau gestorben ist, ihm ihre Schwester erlaubt sei, nur die Schwester und nicht die Mutter, die ihm nach der Tora inzestuös ist, so lehrt er auch im Schlußsatze, daß die Schwester ihm erlaubt ist.",
"R. Jehuda aber sagt, wenn die Anwärterin der Schwagerehe gestorben ist, sei ihm ihre Mutter verboten. — Demnach ist er der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, so sollte er doch sagen, die Halakha sei wie derjenige, welcher sagt, es bestehe eine Gebundenheit!? —",
"Würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, nur wenn es einer ist, wenn aber zwei, bestehe keine Gebundenheit. — Aber sie streiten ja über den Fall, wenn es zwei sind!? —"
],
[
"Vielmehr, würde er so gesagt haben, so könnte man glauben, nur bei Lebzeiten, nach dem Tode aber schwinde die Gebundenheit, so lehrt er uns, daß die Gebundenheit von selbst nicht schwinde. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Ist die Schwägerin gestorben, so ist ihm ihre Schwester erlaubt. Nur die Schwester, die Mutter aber nicht. —",
"Dasselbe gilt auch von der Mutter, da er aber im Anfangsatze lehrt, daß, wenn seine Frau gestorben ist, ihm ihre Schwerster erlaubt sei, nur die Schwester und nicht die Mutter, die ihm nach der Tora inzestuös ist, so lehrt er auch im Schlußsatze, daß die Schwester ihm erlaubt ist.",
"R. Hona b. Ḥija wandte ein: Wenn er nur die Eheformel an sie gerichtet hat und gestorben ist, so ist an der zweiten die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Nur wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat, wenn aber nicht, so kann an der zweiten auch die Schwagerehe vollzogen werden. Wenn du nun sagst, es bestehe eine Gebundenheit, so ist sie ja durch die Gebundenheit die Nebenbuhlerin der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders!?",
"Rabba erwiderte: Auch wenn er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, ist an der zweiten nur die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen,",
"nur lehrt er deshalb den Fall, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat, um die Ansicht der Schule Šammajs auszuschließen; diese lehrt, die Eheformel erwirke eine vollständige Aneignung, so lehrt er uns.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn von zwei zu gleicher Zeit gelebt habenden Brüdern einer kinderlos gestorben ist und der andere im Begriffe war, an die Schwägerin die Eheformel zu richten, aber bevor er zur Ausführung gelangte, noch ein Bruder geboren worden und er selber gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen. Wenn du nun sagst, es bestehe eine Gebundenheit, so ist sie ja durch die Gebundenheit die Nebenbuhlerin der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders!? —",
"Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit. — Ist R. Meír denn der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, wir haben ja gelernt: Wenn von vier Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und gestorben sind, so ist an ihnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Wenn man nun sagt, R. Meír sei der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, so kommen sie ja aus zwei Familien, und einer sollte die Schwagerehe an der einen und der andere an der anderen vollziehen!? —",
"Tatsächlich besteht keine Gebundenheit, nur ist er der Ansicht, es sei verboten, das Gesetz von der Schwagerehe zu vereiteln. Es könnte, wenn einer die Schwagerehe vollzieht, der andere sterben, sodann das Gesetz von der Schwagerehe vereitelt werden. —",
"Wenn keine Gebundenheit besteht, mag es ja vereitelt werden: R. Gamliél ist ja der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, und [nach ihm] darf das Gesetz von der Schwagerehe vereitelt werden!?",
"Wir haben nämlich gelernt: R. Gamliél sagte: Hat jenedie Weigerung erklärt, so ist es recht, hat sie nicht die Weigerung erklärt, so warte sie, bis jene großjährig wird, sodann ist sie als Schwester seiner Fraufrei.",
"Dieser erwiderte: Du weisest auf einen Widerspruch zwischen R. Gamliél und R. Meír hin!? — Nein, ich meine es wie folgt: R. Meír berücksichtigt sogar die zweifelhafte [Vereitelung], R. Gamliél aber nicht einmal die entschiedene. — Wer dies nicht berücksichtigt, berücksichtigt vielleicht auch die entschiedene [Vereitelung] nicht, und wer dies berücksichtigt, berücksichtigt auch die zweifelhafte.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Die Lehre R. Jehudasist von Šemuél. Wir haben nämlich gelernt:"
],
[
"Wenn seinBruder sich die Schwester der Anwärterin der Schwagerehe angetraut hat, so spreche man, wie sie im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten, zu jenem: warte, bis dein Bruder die Handlung vollzogenhat. Hierzu sagte Šemuél, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera. —",
"Was wäre dabei, wenn sie von Rabh wäre!? Jener erwiderte: So würde Rabh sich in einem Widersprüche befinden. — Vielleicht streiten Amoraím über die Ansicht Rabhs? — Da dies im Namen Šemuéls selbst gelehrt worden ist, während über die Ansicht Rabhs Amoraím [streiten] müßten, so lassen wir nicht Šemuél, der dies selber lehrt, um es auf Rabh zurückzuführen, über dessen Ansicht Amoraím [streiten] müßten.",
"R. Kahana sagte: Als ich diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vortrug, sprach er: Solehrt ihr es, wir aber lehren ausdrücklich: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Anwärterin der Schwagerehe gestorben ist, so ist ihm ihre Mutter verboten. Er ist somit der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit. Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn Šemuél sagte, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera.",
"Und beides ist nötig. Würde er nur gelehrt haben, es bestehe eine Gebundenheit, so könnte man glauben, nur wenn es einer ist, nicht aber, wenn zwei, so lehrt er uns. Und würde er nur gelehrt haben, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera, so könnte man glauben, nur bei Lebzeiten, nach dem Tode aber schwinde die Gebundenheit, so lehrt er uns, daß die Gebundenheit von selbst nicht schwinde.",
"ii WENN VON ZWEI BRÜDERN EINER GESTORBEN IST, UND NACHDEM DER ANDERE AN DER FRAU SEINES BRUDERS DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN HAT NOCH EIN BRUDER GEBOREN WORDEN UND DARAUF [AUCH DER ANDERE] GESTORBEN IST, SO IST DIE ERSTE FREI ALS FRAU SEINES NICHT GLEICHZEITIG MIT IHM GELEBT HABENDEN BRUDERS UND DIE ZWEITE ALS IHRE NEBENBULEHRIN. WENN ER NUR DIE FORMEL AN SIE GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER ZWEITEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, ERVOLLZIEHE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN DIE SCHWAGEREHE ODER AN EINER VON IHNEN DIE ḤALIÇA.",
"GEMARA. R. Oša͑ja sagte: R. Šimo͑n streitet auch bezüglich der ersten Lehre. — Woher dies? — Weil jene Lehre unnötig gelehrt wird.",
"Nach wessen Ansicht wird der Fall der ersten gelehrt: wenn etwa nach den Rabbanan, so ist sie ja nach ihnen auch dann verboten, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, wo er sieerlaubt vorgefundenhat, und selbstverständlich in dem Falle, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgtist; vielmehr ist dies nach R. Šimo͑nnötig.",
"Er lehrt den ersten Fall, um die Ansicht R. Šimo͑ns hervorzuheben, und er leint den anderen Fall, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben. Eigentlich sollte R. Šimo͑n schon gegen die erste Lehre streiten, nur wartete er, bis die Rabbanan ihre Worte beendet hatten, und streitet erst dann gegen sie. —",
"Wieso kann demnach nach R. Šimo͑n der Fall von der Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Brudersvorkommen!? — Bei einem Bruder; wenn er gestorben und nachher ein Bruder geboren wordenist. Oder auch bei zweien; wenn [der erste] weder gestorben ist noch die Schwagerehe vollzogenhat. —",
"Erklärlich ist der Fall, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, denn er fand sieerlaubt vor, weshalb aber in dem Falle, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgtist? — Er ist der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, und durch die Gebundenheit gilt sie als heimgeführt.",
"R. Joseph wandte ein: Wenn es R. Šimo͑n zweifelhaft ist, ob sie durch Gebundenheit und Eheformel als heimgeführt gilt oder nicht, um wieviel mehr gilt dies von der Gebundenheit allein!? — Wo dies? —",
"Wir haben gelernt: Wenn drei Brüder drei einander fremde Frauen geheiratet haben und einer von ihnen gestorben ist, und darauf der andere die Eheformel gesprochen hat und ebenfalls gestorben ist, so ist an ihnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen,",
"denn es heißt:und einer von ihnen stirbt, so komme ihr Schwager zu ihr, die an einen Schwager gebunden ist, nicht aber, die an zwei Schwäger gebunden ist.",
"R. Šimo͑n sagt, er vollziehe die Schwagerehe beliebig an einer von ihnen und die Ḥaliça an der anderen. Er vollziehe die Schwagerehe nicht an beiden, da vielleicht eine Gebundenheit besteht, sodaß es zwei Schwägerinnen"
],
[
"aus einem Hausesind; auch ist, wenn er die Schwagerehe an der einen vollzieht, die andere nicht entbunden, da sievielleicht durch die Gebundenheit nicht als heimgeführt gilt, sodaß es zwei Schwägerinnen aus zwei Häusernsind. Demnach ist ihm dies zweifelhaft.",
"Wolltest du erwidern, nach der Tora ist auch, wenn er an der einen die Schwagerehe vollzieht, die andere entbunden, nur sei diesrabbanitisch angeordnet worden, damit man nicht sage, wenn zwei Schwägerinnen aus zwei Häusernkommen, sei an der einen die Schwagerehe zu vollziehen und die andere ganz entbunden,",
"so ist ja R. Šimo͑n dieser Ansicht, weil die Wirksamkeit der Eheformel zweifelhaft ist. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Eheformel des anderen wirksam, so begattet er die Frau des anderen,",
"und ist die Eheformel des anderen nicht wirksam, so begattet er die Frau des ersten.",
"Abajje sprach zu ihm: Unterscheidest du denn nicht zwischen der Gebundenheit mit einem Schwager und der Gebundenheit mit zwei Schwägern; vielleicht sagt R. Šimo͑n nur bei einem Schwager, durch die Gebundenheit gelte sie als heimgeführt, nicht aber bei zwei Schwägern!? —",
"Unterscheidet denn R. Šimo͑n, es wird ja gelehrt: R. Šimo͑n sagte eine Regel: Ist die Geburtvor der Heiraterfolgt, so ist an ihr weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen, und ist die Heirat vor der Geburt erfolgt, so ist an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Doch wohl bei einem Schwager, und er lehrt, daß an ihr weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist. — Nein, bei zwei Schwägern. —",
"Weshalb lehrt er, wenn demnach bei einem Schwager an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist, daß, wenn die Heirat vor der Geburt erfolgt ist, an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist, er sollte doch den Unterschied hinsichtlich desselben Falles machen: dies nur, wenn es zwei Schwäger sind, wenn aber einer, so ist an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen!? —",
"Die ganze [Lehre] handelt von zwei Schwägern. — Worin besteht demnach die Regel!?",
"Ferner wandte R. Oša͑ja ein: Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern, oder einer Frau und ihrer Tochter, oder einer Frau und der Tochter ihrer Tochter, oder einer Frau und der Tochter ihres Sohnes verheiratet waren, so ist an ihnendie Ḥaliça und nicht die Schwager ehezu vollziehen; R. Šimo͑n entbindet sie.",
"Wenn du nun sagst, R. Šimo͑n sei der Ansicht, die Gebundenheit gleiche dem Verheiratetsein, so sollte doch an der ersten die Schwagerehe vollzogen werden und die andere entbunden sein!?",
"R. A͑mram erwiderte: Unter ‘entbindet’ ist eben zu verstehen, die andere sei entbunden. — Es wird ja aber gelehrt, R. Šimo͑n entbinde beide!?",
"Raba erwiderte: Die andere des einen Paares und die andere des anderenPaares.",
"Raba irrte sich hinsichtlich der vier Paare; erstens heißt es ‘oder’, zweitens müßte esheißen, R. Šimo͑n entbinde alle vier.",
"Ferner wird gelehrt: R. Šimo͑n entbindet beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe, denn es heißt:zu einem Weibe sollst du nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen; sobald sie Nebenbuhlerinnen werden, darf das Nehmen auch bei einer von ihnennicht erfolgen.",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, wenn sie ihm nacheinander zugefallen sind, ist dem auchso, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie ihm gleichzeitig zugefallen sind, und zwar ist R. Šimo͑n der Ansicht R. Jose des Galiläers, welcher sagt, es könne genau gleichzeitig erfolgen.",
"R. Papa sagte: R. Šimo͑n streitet nur über den Fall, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, nicht aber über den Fall, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgtist.",
"Beide [Lehren] sind nach den Rabbanannötig, und er lehrt es nicht nur von jenem, sondern auch von diesem.",
"Es gibt eine Lehre als Stütze für R. Papa, zur Widerlegung R. Oša͑jas: Wenn von zwei zu gleicher Zeit gelebt habenden Brüdern einer kinderlos gestorben ist und der andere im Begriffe war, an die Schwägerin die Eheformel zu richten, aber bevor er zur Ausführung gelangte, noch ein Bruder geboren worden und er selber gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat und nachher der Bruder geboren worden ist, oder der Bruder geboren worden ist und er nachher an sie die Eheformel gerichtet hat und darauf gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliçaund nicht die Schwagerehe zu vollziehen."
],
[
"R. Šimo͑n sagt, die Beiwohnung oder die Ḥaliça der einen von ihnenentbinde ihre Nebenbuhlerin; hat er aber die Ḥaliça vollzogen an der, an die die Eheformel gerichtet worden ist, so ist die Nebenbuhlerin nicht entbunden. Wenn er sie genommen hat und gestorben ist, und nachher der Bruder geboren worden ist, oder der Bruder geboren worden ist, und er sie nachher genommen hat und gestorben ist, so sind beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden.",
"Wenn er sie genommen hat und nachher der Bruder geboren worden und er gestorben ist, so sind beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden — so R. Meír. R. Šimo͑n sagt, da er sie erlaubt vorgefunden hat und sie ihm auch nicht eine Stunde verboten war, könne er beliebig an einer von ihnen die Schwagerehe oder die Ḥaliça vollziehen.",
"Nach wessen Ansicht lehrt er den Fall des Schlußsatzes: wenn etwa nach R. Meír, so sollte er doch, da es nach R. Meír einerlei ist, ob zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt oder zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt ist, [alle Fälle] vereinigt lehren;",
"doch wohl nach R. Šimo͑n, und er streitet nur über den Fall, wenn zuerst die Schwagerehe und nachher die Geburt erfolgt ist, nicht aber über den Fall, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe. Schließe hieraus.",
"Der Meister sagte: Und der andere im Begriffe war, an seine Schwägerin die Eheformel zu richten, aber bevor er zur Ausführung gelangte, noch ein Bruder geboren worden und er gestorben ist, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen. Was heißt ‘im Begriffe war’ und was heißt ‘nicht zur Ausführung gelangt’; hat er es getan, so ist es erfolgt, und hat er es nicht getan, so ist es nicht erfolgt!? —",
"Im Begriffe war, mit ihrem Willen, nicht zur Ausführung gelangt, nicht mit ihrem Willen, sondern gegen ihren Willen. Dies gegen die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn jemand die Eheformel an seine Schwägerin gegen ihren Willen gerichtet hat, so hat er sie sich, wie Rabbi sagt, angeeignet, und wie die Weisen sagen, nicht angeeignet. —",
"Was ist der Grund Rabbis? — Er folgert dies von der Beiwohnung der Schwägerin; wie [die Aneignung] der Schwägerin durch die Beiwohnung gegen ihren Willen erfolgen kann, ebenso kann die Antrauung der Schwägerin gegen ihren Willen erfolgen. Die Rabbanan aber folgern von der gewöhnlichen Antrauung; wie die gewöhnliche Antrauung nur mit ihrem Willen erfolgen kann, ebenso kann die Antrauung der Schwägerin nur mit ihrem Willen erfolgen. —",
"Worin besteht ihr Streit? — Nach der einen Ansicht ist hinsichtlich der Schwägerin von der Schwägerin zu folgern, und nach der einen Ansicht ist hinsichtlich der Antrauung von der Antrauung zu folgern.",
"«Wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat und nachher der Bruder geboren worden ist, oder der Bruder geboren worden ist und er nachher die Eheformel an sie gerichtet hat, so ist die erste frei als Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und an der anderen ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. R. Šimo͑n sagt, die Beiwohnung oder die Ḥaliça der einen von ihnen entbinde ihre Nebenbuhlerin.",
"»Worauf bezieht sich R. Šimo͑n; wenn auf den Fall, wenn zuerst der Bruder geboren worden ist und er nachher die Eheformel an sie gerichtet hat, so sagtest du ja, daß R. Šimo͑n über den Fall, wenn zuerst die Geburt und nachher die Schwagerehe erfolgt ist, nicht streite!? — Vielmehr, auf den Fall, wenn er zuerst an sie die Eheformel gerichtet hat und nachher der Bruder geboren worden ist.",
"«Hat er aber die Ḥaliça vollzogen an der, an die die Eheformel gerichtet worden ist, so ist die Nebenbuhlerin nicht entbunden.» Aus dem Grunde, weil die Nebenbuhlerin Entschiedeneund die, an die die Eheformel gerichtet worden ist, zweifelhaftist, und das Zweifelhafte bringt nichts aus dem Besitze des Entschiedenen.",
"R. Menase b. Zebid saß vor R. Hona und trug vor: Was ist der Grund R. Šimo͑ns? — Was sein Grund ist, den sagt er ja: da er sie erlaubt vorgefunden hat und sie ihm nicht eine Stunde verboten war!? —",
"Vielmehr, was ist der Grund der Rabbanan? Die Schrift sagt:er nehme sie zur Frau und übe an ihr die Schwagerpflicht, während ihm noch die frühere Schwagerpflicht anhaftet. — Wir haben gelernt: Hat er siegenommen, so gilt sie in jeder Hinsicht als seine Frau. Hierzu sagte R. Jose b. Ḥanina, dies lehre,"
],
[
"daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheidenlassen, und daß er sie wiedernehmen dürfe. Sollte man auch hierbei sagen: er übe an ihr die Schwagerpflicht, die frühere Schwagerpflicht hafte ihr noch an, und sie sollte der Ḥaliça benötigen!? —",
"Da ist es anders; die Schrift sagt:er nehme sie zur Frau, sobald er sie genommen hat, gilt sie als seine Frau in jeder Hinsicht. — Demnach solle dies auch hierbei gelten!? — Der Allbarmherzige schreibt ja: übe an ihr die Schwagerpflicht —",
"Was veranlaßt dich dazu? — Es ist einleuchtend, daß man das Erlaubende auf das Erlaubteund das Verbietende auf das Verbotenebeziehe. —",
"Sollte doch nach R. Šimo͑n, welcher sagt: da er sie erlaubt vorgefunden hat und sie ihm nicht eine Stunde verboten war, an seiner Schwester mütterlicherseits, die sein Bruder väterlicherseits vor seiner Geburt geheiratet hat, wenn dieser stirbt, die Schwagerehe vollzogen werden, da er sie erlaubt vorgefundenhat!? —",
"Wo sollte das Verbot der Schwester hingekommen sein!? — Auch hierbei: wo sollte das Verbot [der Frau] seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders hingekommen sein!? — Für das eine Verbot gibt es keine Aufhebung, für das andere Verbot gibt es eine Aufhebung.",
"iii SIE SAGTEN EINE REGEL HINSICHTLICH DER SCHWÄGERIN: IST SIE WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST AN IHR WEDER DIE ḤALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN; IST SIE WEGEN EINES GEBOTES ODER DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN, SO IST AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN; \n",
"IST DIE SCHWÄGERIN IHRESCHWESTER, SO IST AN IHR DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHEZU VOLLZIEHEN.",
" WEGEN EINES GEBOTES VERBOTEN: DIE NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN: EINE WITWE DEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER ḤALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINAEINEM JISRAÉLITEN, EINE JISRAÉLITIN EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE.",
"GEMARA. Was schließt die Regel ein? Raphram b. Papa erwiderte: Sie schließt die Nebenbuhlerin der Sterilen ein, nach R. Asi. Manche lesen:",
"Nur wenn sie wegen Inzestes verboten ist, ist die Nebenbuhlerin verboten, wenn sie aber nicht wegen Inzestes verboten ist, ist die Nebenbuhlerin nicht verboten; was schließt dies aus? Raphram erwiderte: Dies schließt die Nebenbuhlerin der Sterilen aus, nicht wie R. Asi.",
"IST DIE SCHWÄGERIN IHRE SCHWESTER. Wessen Schwester, wenn der wegen eines Gebotes verbotenen, so stößt er ja, da diese nach der Tora ihm zufällt, auf die Schwester der an ihn gebundenen!? — Vielmehr, der wegen Inzestes verbotenen.",
"WEGEN EINES GEBOTES VERBOTEN: DIE ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN. Weshalb nennt er es ‘wegen eines Gebotes verboten’? Abajje erwiderte: Weil es Gebot ist, auf die Worte der Weisen zu hören.",
"WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN: EINE WITWE DEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER ḤALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER. Weshalb nennt er es ‘wegen der Standesheiligkeit verboten’? — Es heißt: heilig sollen sie ihrem Gott sein.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda wendet es um: Wegen eines Gebotes verboten: eine Witwe dem Hochpriester, eine Geschiedene oder Ḥaluça einem gemeinen Priester. — Weshalb nennt er es ‘wegen eines Gebotes verboten’? — Von diesen heißt es:das sind die Gebote.",
"Wegen der Standesheiligkeit verboten: die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuösen. — Weshalb nennt er es ‘wegen der Standesheiligkeit verboten’? Abajje erwiderte: Wer die Worte der Weisen erfüllt, heißt heilig. Raba sprach zu ihm: Demnach heißt, wer die Worte der Weisen nicht erfüllt, nicht heilig, aber auch nicht Frevler!? Vielmehr, erklärte Raba, heilige dich auch bei dem, was dir erlaubt ist.",
"EINE WITWE DEM HOCHPRIESTER. Er lehrt dies allgemein, einerlei ob aus der Heirat oder aus der Verlobung;",
"einleuchtend ist dies von der [Witwe] aus der Heirat, denn es besteht ein Gebot und ein Verbot, und das Gebotverdrängt nicht ein Verbot und ein Gebot, bei der aus der Verlobungaber besteht ja nur ein Verbot, so sollte doch das Gebot das Verbot verdrängen!?",
"R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:so soll seine Schwägerin zum Tore gehn, und da [das Wort] Schwägerin nicht nötigist, so lehrt dies, daß es eine andere Schwägerin gibt, die nur zur Ḥaliça und nicht zur Schwagerehe geht, nämlich die mit einem Verbote belegte. —",
"Vielleicht die mit der Ausrottung belegte!? — Die Schrift sagt:wenn der Mann sie nicht nehmen will, wenn er aber will, vollziehe er die Schwagerehe; wer zur Schwagerehe herankommt, kommt zur Ḥaliça heran, wer nicht zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça nicht heran. —",
"Demnach sollte dies auch von den mit einem Verbote belegtengelten!? — Der Allbarmherzige schließt sie durch [das Wort] Schwägerin ein. — Was veranlaßt dich dazu? —"
],
[
"Dies ist einleuchtend, denn bei den mit einem Verbote belegten ist die Trauung gültig, bei den mit der Ausrottung belegten aber ist die Trauung ungültig.",
"Raba wandte ein: Wenn er der wegen eines Gebotes oder wegen der Standesheiligkeit verbotenen beigewohnt oder an ihr die Ḥaliça vollzogen hat, so ist ihre Nebenbuhlerin entbunden. Wieso ist, wenn du sagst, an der mit einem Verbote belegten sei nach der Tora die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, wenn er ihr beigewohnt hat, die Nebenbuhlerin entbunden!?",
"Er richtete diesen Einwand und er selber erklärte es auch; er lehrt es beziehungsweise: beigewohnt, der wegen eines Verbotes verbotenen, die Ḥaliça vollzogen, an der wegen der Standesheiligkeit verbotenen.",
"Raba wandte ein: Wem die Hoden zerquetscht sind oder die Harnröhre durchschnitten ist, der [durch Menschen] Kastrierte und der Greis können die Ḥaliça oder die Schwagerehe vollziehen. Und zwar: wenn diese gestorben sind und Brüder und Frauen hinterlassen haben, so ist, wenn die Brüder an ihre Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet.",
"Wenn die Brüder gestorben sind und diese an die Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, so ist ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet, jedoch dürfen sie sie nicht behalten, denn es heißt:es komme keiner, dessen Hoden zerquetscht. Wieso sind sie ihnen, wenn du sagst, an der mit einem Verbote belegten sei nach der Tora die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, durch die Beiwohnung angeeignet!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, auch hinsichtlich der Witwe aus der Verlobung besteht ein Gebot und ein Verbot, denn es heißt:heilig sollen sie ihrem Gott sein. —",
"Wie ist es hinsichtlich des Hurenkindes und der Nethina zu erklären? — Es heißt:heiliget euch. —",
"Demnach besteht ja auch hinsichtlich der ganzen Tora ein Gebot und ein Verbot, denn es heißt: heiliget euch!? Vielmehr, erklärte Raba, die Witwe aus der Verlobung mit Rücksicht auf die Witwe aus der Heirat. —",
"Wie ist es hinsichtlich des Hurenkindes und der Nethina zu erklären? — Im Falle des Gebotes mit Rücksicht auf einen Fall, wo dies kein Gebotist. —",
"Demnach sollte an der Frau seines Bruders väterlicherseits mit Rücksicht auf die Frau seines Bruders mütterlicherseits die Schwagerehe nicht vollzogen werden!? — Der Allbarmherzige hat die Schwagerehe mit der Erbschaft verbunden, somit ist esbekannt. —",
"Sollte doch an der kinderlosen Frau die Schwagerehe nicht vollzogen werden, mit Rücksicht auf die, die Kinder hat!? — Der Allbarmherzige hat es vom Kinderhaben abhängig gemacht, somit ist es bekannt. —",
"Sollte doch an der Frau seines gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders die Schwagerehe nicht vollzogen werden, mit Rücksicht auf den nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruder!? — Der Allbarmherzige hat es vom Weilenabhängig gemacht, somit ist es bekannt. —",
"Sollte doch die Schwagerehe an keiner Frau vollzogen werden, mit Rücksicht auf die Sterile!? — Diese ist selten. — Auch Hurenkind und Nethina sind ja selten!? —",
"Vielmehr, erklärte Raba, dies ist bei der ersten Beiwohnung mit Rücksicht auf die zweite Beiwohnungangeordnet worden.",
"Desgleichen wird auch gelehrt: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet, durch die erste Beiwohnung; jedoch dürfen sie sie nicht behalten, zur zweiten Beiwohnung.",
"Später sagte Raba, manche sagen, R. Aši: Das, was ich gesagt habe, ist nichts. Reš Laqiš sagte: Wenn irgendwo ein Gebot und ein Verbot zusammenstoßen, so ist, wenn man beide halten kann, dies zu bevorzugen, wenn aber nicht, so komme das Gebot und verdränge das Verbot. Ebenso ist es hierbei durch die Ḥaliça möglich, das Gebot und das Verbot zu halten.",
"Man wandte ein: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet!? — Eine Widerlegung.",
"Es wurde gelehrt: Über den vom Hochpriester an der Witwe vollzogenen Beischlaf [streiten] R. Joḥanan und R. Elea͑zar; einer sagt, dies entbinde ihre Nebenbuhlerin nicht, und einer sagt, dies entbinde ihre Nebenbuhlerin."
],
[
"Hinsichtlich einer Witwe aus der Heirat stimmen alle überein, daß dies nicht entbinde, denn das Gebot verdrängt nichtein Gebot und ein Verbot, sie streiten nur über eine Witwe aus der Verlobung; einer sagt, dies entbinde, denn das Gebot verdrängt ein Verbot, und einer sagt, dies entbinde nicht, denn hierbei ist die Ḥaliçamöglich, somit verdrängt das Gebot das Verbot nicht.",
"Man wandte ein: Haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet!? — Eine Widerlegung. —",
"Dies wäre demnach auch eine Widerlegung des Reš Laqiš? — Reš Laqiš kann dir erwidern: ich sage es nur von Fällen, wo ein Gebot ausgeübt wird, während die Ḥaliça anstelle der Schwagerehe kein Gebot ist.",
"Raba sagte: Wo ist in der Schrift die zweitgradige Inzestuosität angedeutet? Es heißt:denn all diese Gräuel taten die Bewohner des Landes; el [diese] bezeichnet Schweres, demnach gibt es auch Leichtes, nämlich die zweitgradige Inzestuosität. —",
"Woher geht hervor, daß el den Begriff Schweres hat? — Es heißt:die Mächtigen [elle] des Landes führte er fort.",
"Demnach streitet er gegen R. Levi, denn R. Levi sagte: Schwerer ist die Strafe [für falsche Maße] als die Strafe für Inzestvergehen, denn bei diesen heißt es el, bei jenen aber heißt es[elle]; el bezeichnet Schweres, und elle ist schwerer als el. —",
"Auch beim Inzeste heißt es jaelle!? — Dies schließt das [Vergehen inbetreff der] Maße von der Ausrottungsstrafe aus. —",
"Worin besteht demnach ihre Schwere? — Bei jenem isteine Bußfertigkeit möglich, bei diesen ist keine Bußfertigkeit möglich.",
"R. Jehuda entnimmt es aus folgendem: Erwog und forschte und formte viele Sprüche, und hierzu sagte U͑la im Namen R. Elea͑zars: Vor dem Auftreten Šelomos war die Tora ein Korb ohne Henkel, bis Selomo kam und ihr Henkel machte.",
"R. Ošaja entnimmt es aus folgendem:Laß ihn fahren, betrittihn nicht; wende dich ab von ihm und gehe vorüber,",
"R. Aši sagte: [Die Erklärung] R. Oša͑jas ist mit folgendem zu vergleichen. Als wenn ein Mensch einen Obstgarten bewacht; bewacht er ihn von außen, so wird er vollständig bewacht, bewacht er ihn von innen, so wird nur das bewacht, was vor ihm liegt, nicht aber das, was hinter ihm liegt. Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist nichts; da wird immerhin der vor ihm liegende [Teil] bewacht, hierbei aber würde man, wenn nicht [die Bestimmung von der] zweitgradigen Inzestuosität, auf das Inzestverbot selbst stoßen.",
"R. Kahana entnimmt es aus folgendem:Beobachtet meine Satzungen, fügt eine Satzung zu meiner Satzunghinzu.",
"Abajje sprach zu R. Joseph: Demnach ist es ja aus der Tora!? — Aus der Tora und von den Rabbanan ausgelegt. — Die ganze Tora ist ja von den Rabbanan ausgelegt!? — Tatsächlich rabbanitisch, während der Schriftvers nur eine Anlehnung ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Welche sind zweitgradig inzestuös? Die Mutter seiner Mutter, die Mutter seines Vaters, die Frau des Vaters seines Vaters, die Frau des Vaters seiner Mutter, die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits, die Frau des Bruders seiner Mutter väterlicherseits, die Schwiegertochter seines Sohnes und die Schwiegertochter seiner Tochter. Jedem ist die Frau seines Schwiegervaters und die Frau seines Stiefsohnes erlaubt, aber die Tochter seines Stiefsohnes verboten.",
"Dem Stiefsohne ist die Frau und die Tochter [des Stiefvaters] erlaubt. Die Frau seines Stiefsohnes kann zu ihm sagen: ich bin dir erlaubt, meine Tochter ist dir verboten. —",
"Die Tochter seines Stiefsohnes ist ja nach der Tora [verboten], denn es heißt:die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter!? — Da er im Schlußsatze lehren will, die Frau seines Stiefsohnes könne zu ihm sagen: ich bin dir erlaubt, meine Tochter ist dir verboten, obgleich meine Tochter dir nach der Tora verboten ist, haben auch die Rabbanan mich nicht verboten, nennt er auch im Anfangsatze die Tochter seines Stiefsohnes. —",
"Demnach kann ja auch die Frau seines Schwiegervaters zu ihm sagen: ich bin dir erlaubt, meine Tochter ist dir verboten, denn sie ist die Schwester seiner Frau!? — Das eine ist stichhaltig, das andere ist nicht stichhaltig.",
"Rabh sagte, vier Frauen haben eine Beschränkung, und drei wußte er zu nennen: die Frau des Bruders seiner Mutterväterlicherseits, die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits und seine Schwiegertochter. Zee͑ri fügt noch die Frau des Vaters seiner Mutter hinzu. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Als Merkzeichen diene dir: höher als Rabh. —",
"Weshalb zählt Rabh diese nicht mit? — Sie kann mit der Frau des Vaters seines Vaters verwechselt werden. —",
"Und Zee͑r!? — Bei dieser pflegt man zu verkehren, bei jener pflegt man nicht zu verkehren. —",
"Die Schwiegertochter"
],
[
"ist ja nach der Tora [verboten], denn es heißt: die Scham deiner Schwiegertochter sollst du nicht entblößen!? — Lies: die Schwiegertochter seines Sohnes. — Gibt es denn bei der Schwiegertochter seines Sohnes eine Beschränkung, es wird ja gelehrt: Die Schwiegertochter ist inzestuös, die Schwiegertochter seines Sohnes ist es zweitgradig; dasselbe gilt von seinem Sohne und dem Sohne seines Sohnes bis ans Ende aller Generationen. — Lies vielmehr: die Schwiegertochter seiner Tochter.",
"R. Ḥisda sagte nämlich: Folgendes hörte ich von einem bedeutenden Manne, das ist R. Ami: sie verboten die Schwiegertochter nur wegen der Schwiegertochter. Die Khaldäerprophezeiten mir, daß ich Lehrer sein werde;",
"ich sagte mir: sollte diesein großer Mann bedeuten, so verstehe ich esselber, und sollte dies Kinderlehrer bedeuten, so frage ich es die Jünger, die ins Lehrhaus kommen. Nun verstehe ich es selber: sie verboten die Schwiegertochter seiner Tochter nur wegen der Schwiegertochter seines Sohnes.",
"Abajje sprach zu Raba: Ich will es dir erklären: zum Beispiel die Schwiegertochter des Bar Çitaj. R. Papa erklärte: Zum Beispiel die Schwiegertochter des R. Papa b. Abba. R. Aši erklärte: Zum Beispiel die Schwiegertochter des Mari b. Isaq.",
"Sie fragten: Wie verhält es sich mit der Frau des Bruders seiner Mutter mütterlicherseits: haben die Rabbanan nur die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits und die Frau des Bruders seiner Mutter väterlicherseits verboten, bei denen eine väterliche Seite vorhanden ist, nicht aber die, bei der keine väterliche Seite vorhanden ist, oder gibt es hierbei keinen Unterschied?",
"R. Saphra erwiderte: Hinsichtlich jener ist es nur eine rabbanitische Maßregel, und wir sollten eine Maßregel für eine Maßregel treffen!? Raba sprach: Auch bei allen anderen ist es ja nur eine Maßregel für eine Maßregel. Die Mutter ist inzestuös, die Mutter seiner Mutter ist zweitgradig inzestuös, und wegen der Mutter seiner Mutter verboten sie die Mutter seines Vaters. Dies aus dem Grunde, weil beide Großmutter heißen.",
"Die Frau des Vaters ist inzestuös, die Frau des Vaters seines Vaters ist es zweitgradig, und wegen der Frau des Vaters seines Vaters verboten sie die Frau des Vaters seiner Mutter. Dies aus dem Grunde, weil beide Großvater heißen.",
"Die Frau des Bruders seines Vaters väterlicherseits ist inzestuös, die Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits ist es zweitgradig, und wegen der Frau des Bruders seines Vaters mütterlicherseits verboten sie die Frau des Bruders seiner Mutter väterlicherseits. Dies aus dem Grunde, weil beide Oheim heißen.",
"Wie ist es damit? — Komm und höre: Als R. Jehuda b. Sila kam, sagte er, daß sie im Westen lehrten: wenn die Frau inzestuös ist, so ist es die Frau des Mannesnach rabbanitischer Bestimmung zweitgradig.",
"Hierzu sagte Raba: Ist dies denn eine stichhaltige Regel, die Schwiegermutter ist inzestuös, die Frau seines Schwiegervaters aber ist erlaubt; die Tochter der Schwiegermutter ist inzestuös, die Frau des Sohnes seiner Schwiegermutter aber ist erlaubt; die Tochter des Schwiegervaters ist inzestuös, die Frau des Sohnes seines Schwiegervaters aber ist erlaubt; die Stieftochter ist inzestuös, die Frau seines Stiefsohnes aber ist erlaubt; die Tochter seines Stiefsohnesist inzestuös, die Frau des Sohnes seines Stiefsohnes aber ist erlaubt.",
"Was schließt nun die Regel des R. Jehuda b. Šila ein? Doch wohl die Frau des Bruders seiner Mutter mütterlicherseits; die Frauist inzestuös, und sie haben die Frau des Mannes als zweitgradig verboten.",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen jenen und dieser? — Bei dieser erfolgt die Verwandtschaft durch eine Antrauung, bei jenen aber erst durch zwei Antrauungen.",
"R. Mešaršeja aus Tusanjasandte an R. Papi: Möge der Meister uns lehren, wie es sich mit der Frau des Bruders des Vaters seines Vaters und der Schwester des Vaters seines Vaters verhalte: haben sie, da esabsteigendinzestuös ist, auch aufsteigend verboten, oder hat sich die Verwandtschaft geteilt? —",
"Komm und höre: Welchesind zweitgradig inzestuös &c. Diese aber zählt er darunter nicht mit. —",
"Manches lehrt er und manches läßt er fort. — Was läßt er außerdem fort? — Er läßt die zweitgradig Inzestuösen der Schule R. Ḥijasfort.",
"Amemar erlaubte die Frau des Bruders des Vaters seines Vaters und die Schwester des Vaters seines Vaters. Da sprach R. Hillel zu R. Aši: Ich sah [die Aufzeichnung über] die zweitgradig Inzestuösen des Mar, des Sohnes Rabinas, und in dieser waren sechzehn als verboten genannt. Doch wohl die acht der [obigen]Lehre, die sechs der Schule R. Ḥijasund diese zwei, zusammen sechzehn. —",
"Nach deiner Auffassung sind es ja siebzehn, denn hierzu kommt noch die Frau des Bruders seiner Mutter mütterlicherseits, die, wie wir entschieden haben, verboten ist!? — Das ist kein Einwand;"
],
[
"diesezwei, die einander gleichen, zählt er als eine, somit sind es sechzehn, und ich sah, daß sie als verboten aufgezählt waren!? Dieser erwiderte: Würdest du dich, nach deiner Auffassung, darauf verlassen haben, wenn sie als erlaubt genannt wären!? Mar, der Sohn Rabinas, hat es ja nicht unterzeichnet. Ebensowenig hat es, wo sie als verboten aufgezählt werden, Mar, der Sohn Rabinas, unterzeichnet.",
"In der Schule R. Ḥijas wurde gelehrt: Die dritte [Generation]seitens seines Sohnes, seiner Tochter, des Sohnes seiner Frau und der Tochter seiner Frau ist zweitgradig inzestuös; die vierteseitens seines Schwiegervaters und seiner Schwiegermutter ist zweitgradig inzestuös.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Weshalb zählt er aufsteigend auch seine Frau mit und absteigend nicht? — Aufsteigend rührt das Verbot von seiner Frau her, daher zählt er sie mit, absteigend rührt das Verbot nicht von seiner Frauher, daher zählt er sie nicht mit. —",
"Beim Sohne seiner Frau und bei der Tochter seiner Frau rührt ja das Verbot von seiner Frau her, dennoch zählt er sie nicht mit!? — Da er drei Generationen absteigend seinerseits aufführt und sie nicht mitzählt, nennt er auch drei Generationen absteigend ihrerseits und zählt sie nicht mit.",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Haben die zweitgradig Inzestuösen der Schule R. Ḥijas eine Beschränkungoder nicht? —",
"Komm und höre: Rabh sagte, daß vier Frauen eine Beschränkung haben; andere aber nicht. — Vielleicht bezieht Rabh sich nur auf jene Lehre. — Komm und höre: Die dritteund die vierte. Nur die dritte und die vierte, weitere aber nicht. — Vielleicht von der dritten ab, von der vierten ab.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Hat der Meister jenen Jünger gesehen, der aus dem Westen kam und sagte, im Westen habe man gefragt, ob sie bei Proselyten den zweitgradigen Inzest verboten haben oder nicht?",
"Dieser erwiderte: Wenn sie ihnen sogar richtigen Inzest nicht verboten habenwürden, wenn nicht zu berücksichtigen wäre, man könnte sonst sagen, sie seien aus einer strengeren Heiligkeitin eine leichtere gekommen, um wieviel weniger den zweitgradigen.",
"R. Naḥman sagte: Da wir uns mit den Proselyten befassen, so wollen wir über sie etwas sagen: Brüder mütterlicherseits können kein Zeugnis ablegen, ist es aber bereits erfolgt, so ist ihr Zeugnis gültig; Brüder väterlicherseits können von vornherein Zeugnisablegen. Amemar sagte, auch Brüder mütterlicherseits können von vornherein Zeugnis ablegen. —",
"Womit ist es hierbei anders? — Eheangelegenheiten sind jedemüberlassen, die Zeugenvernehmung ist dem Gerichte anvertraut, und ein Proselyt, der sich bekehrt hat, gleicht einem neugeborenen Kinde.",
" WENN JEMAND IRGEND EINEN BRUDER HAT, SO VERPFLICHTET DIESER DIE FRAU SEINES BRUDERS ZUR SCHWAGEREHE, UND ER GILT IN JEDER HINSICHT ALS SEIN BRUDER; AUSGENOMMEN EINER VON EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN. WENN JEMAND IRGEND EINEN SOHN HAT, SO ENTBINDET DIESER DIE FRAU SEINES VATERS VON DER SCHWAGEREHE, FERNER IST ER WEGEN SCHLAGENS UND FLUCHENSSCHULDIG, UND ER GILT IN JEDER HINSICHT ALS SEIN SOHN; AUSGENOMMEN IST EINER VON EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN.",
"GEMARA. Was schließen [die Worte] ‘irgend einen’ ein? R. Jehuda erwiderte: Sie schließen das Hurenkind ein. — Selbstverständlich, er ist ja sein Bruder!? — Man könnte glauben, es sei [durch den Ausdruck] ‘Bruderschaft’ bei den Söhnen Ja͑qobszu folgern, wie diese legitim und unbemakelt waren, ebenso auch hierbei, nur legitim und unbemakelt, so lehrt er uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? — Da ervon der Schwagerehe entbindet,"
],
[
"so verpflichtet er auch dazu.",
"ER GILT IN JEDER HINSICHT ALS SEIN BRUDER. In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß er ihn beerbe und sich an ihmverunreinige. —",
"Selbstverständlich, er ist ja sein Bruder!? — Es heißt:nur an seinen nahen Verwandten, und der Meister sagte, unter ‘Verwandten’ sei seine Frau zu verstehen, dagegen heißt es:nicht soll der Ehemann unter seinem Volke sich verunreinigen, sich zu entweihen; mancher Ehemann verunreinige sich und mancher verunreinige sich nicht, und zwar: er verunreinige sich an seiner unbemakelten Frau und verunreinige sich nicht an seiner bemakelten Frau.",
"Man könnte glauben, auch hierbei verunreinige er sich an seinem unbemakelten Bruder und nicht an seinem bemakelten Bruder, so lehrt er uns. — Vielleicht ist dem auch so!? — Da ist sie zur Entfernungbestimmt, hierbei aber ist er sein Bruder.",
"AUSGENOMMEN EINER VON EINER SKLAVIN ODER EINER NICHTJÜDIN. Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:die Frau und ihre Kinder gehören ihrem Herrn.",
"WENN JEMAND IRGEND EINEN SOHN HAT, SO ENTBINDET &C. Was schließen [die Worte] ‘irgend einen’ ein? R. Jehuda erwiderte: Sie schließen das Hurenkind ein. — Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:und einen Sohn hat er nicht, man forschenach.",
"FERNER IST ER SCHULDIG WEGEN SCHLAGENS. Weshalb denn, lese man doch hierbei:einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen, wenn er nach den Taten deines Volkeshandelt!? —",
"Wie R. Pinḥas im Namen R. Papas erklärt hat, wenn er Buße getan hat, ebenso auch hierbei, wenn er Buße getan hat. —",
"Wieso kann dieser Buße getan haben, wir haben ja gelernt: R. Šimo͑n b. Menasja sagte:Krummes kann nicht gerade werden, wenn nämlich jemand eine Inzestuöse beschlafen und von ihr ein Hurenkind gezeugt hat!? — Immerhin handelt er jetztnach den Taten deines Volkes.",
"Die Rabbanan lehrten: Wer seiner Schwester, die die Tochter der Frau seines Vaters ist, beiwohnt, ist wegen einer Schwester und wegen einer Tochter der Frau seines Vaters schuldig. R. Jose b. R. Jehuda sagt, er sei schuldig nur wegen einer Schwester, nicht aber wegen einer Tochter der Frau seines Vaters.",
"Was ist der Grund der Rabbanan? — Merke, es heißt ja:die Scham deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, wozu heißt es:die Scham der Tochter deines Vaters, von deinem Vater erzeugt, deine Schwester ist sie? Damit er schuldig sei wegen seiner Schwester und wegen der Tochter seines Vaters. —",
"Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Die Schrift sagt: deine Schwester ist sie, du kannst ihn wegen seiner Schwester schuldig sprechen, nicht aber wegen der Tochter der Frau seines Vaters. —",
"Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] deine Schwester ist sie? — Sie entnehmen hieraus, daß man schuldig sei wegen seiner Schwester, die Tochter seines Vaters und seiner Mutterist. Dies besagt, daß man kein Verbot aus einem Schlussefolgere. —",
"Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Der Allbarmherzige sollte nur geschrieben haben: deine Schwester, wozu heißt es: ist sie? Du kannst ihn schuldig sprechen wegen seiner Schwester, nicht aber wegen der Tochter der Frau seines Vaters. —",
"Und die Rabbanan!? — Obgleich es deine Schwester heißt, sind auch [die Worte] ist sie nötig; man könnte glauben, anderweitig folgere man ein Verbot durch einen Schluß,",
"und hierbei heiße es deshalb deine Schwester, weil die Schrift sich bemüht, auch das zu schreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre, daher schrieb der Allbarmherzige ist sie. —",
"Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Demnach sollte doch der Allbarmherzige [die Worte] deine Schwester ist sie in jenem Schriftversegeschrieben haben. —",
"Wofür verwendet R. Jose b. R. Jehuda [die Worte:] der Tochter der Frau deines Vaters!? — Hieraus folgert er: die dein Vater ehelichen kann, ausgenommen die Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin, die dein Vater nicht ehelichen kann. —",
"Vielleicht schließt dies die Schwester von einer Genotzüchtigten aus!? — Dies kannst du nicht sagen, wegen einer Lehre Rabas.",
"Raba wies nämlich auf einen Widerspruch hin: es heißt:die Scham der Tochter deines Sohnes oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen, demnach ist die Tochter ihresSohnes oder die Tochter ihrer Tochter erlaubt, dagegen heißt es:die Scham einer Frau und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen; die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter; wie ist dies zu erklären?",
"Jenes gilt von der Genotzüchtigten, dieses von der Angeheirateten. —"
],
[
"Vielleicht schließt dies die mit einem Verbote belegten aus!? R. Papa erwiderte: Die Antrauung mit den mit einem Verbote belegten ist gültig.",
"Es heißt:wenn zwei eines Mannes Frauen sein sollten, eine geliebt und die andere gehaßt; gibt es denn vor Gotteine geliebte und eine gehaßte? Vielmehr heißt ‘geliebt’, bei ihrer Antrauung geliebt, und ‘gehaßt’, bei ihrer Antrauunggehaßt; und der Allbarmherzige sagt: wenn seinsollten. —",
"Vielleicht schließt dies die mit der Ausrottung belegten aus!? Raba erwiderte: Die Schrift sagt:die Scham deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, im Hause oder draußen geboren, einerlei ob man dem Vater sie zu behalten erlaubt oder man ihm sie zu entfernenbefiehlt; und der Allbarmherzige sagt: deine Schwester ist sie. —",
"Vielleicht aber: einerlei ob man dem Vater sie zu behalten erlaubt oder man sie zu entfernen befiehlt; der Allbarmherzige sagt: deine Schwester ist sie, und dies schließt seine Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin ein!? — Die Schrift sagt: der Tochter der Frau deines Vaters, die dein Vater ehelichen kann, ausgenommen die Schwester von einer Sklavin oder einer Nichtjüdin. —",
"Was veranlaßt dich dazu!? — Es ist einleuchtend, daß die mit der Ausrottung belegten einzuschließen sind, da ihre Antrauung mit anderengültig ist. —",
"Im Gegenteil, Sklavin und Nichtjüdin sind ja einzuschließen, denn wenn sie sich bekehren, ist sogar ihre Antrauung mit ihm selber gültig!? — Wenn sie sich bekehren, sind sie andere Personen. —",
"Woher entnehmen die Rabbanan, daß Sklavin und Nichtjüdin auszuschließen sind? — Sie entnehmen es aus [den Worten:]die Frau und ihre Kinder gehören ihrem Herrn. —",
"Und R. Jose b. R. Jehuda!? — Eines wegen der Sklavin und eines wegen der Nichtjüdin. Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Sklavin gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie keine Agnation hat, nicht aber die Nichtjüdin, die Agnation hat.",
"Und würde er es nur von der Nichtjüdin gelehrt haben, so könnte man glauben, weil sie hinsichtlich der Gebote ausgeschlossen ist, nicht aber die Sklavin, die hinsichtlich der Gebote einbegriffen ist. Daher ist beides nötig. —",
"Wir wissen dies nach den Rabbanan von der Sklavin, woher dies von der Nichtjüdin? Wolltest du sagen, es sei von der Sklavin zu folgern, so ist ja beidesnötig. —",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Die Schrift sagt:denn er wird deinen Sohn mir abwendig machen; dein Sohn von einer Jisraélitin heißt dein Sohn, dein Sohn von einer Nichtjüdin heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn.",
"Rabina sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß der Sohn deiner Tochter von einem Nichtjuden dein Sohnheiße. Es wäre anzunehmen, daß Rabina der Ansicht ist, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Jisraélitin beschlafen hat, das Kind unbemakelt ist? — Zugegeben, daß es kein Hurenkind ist, aber makellos ist es ebenfalls nicht; es ist ein bemakelter Jisraélit. —",
"Jener Schriftversspricht ja von den sieben Völkern!? — Denn er wird abwendig machen, dies schließt alle Abwendigmachenden ein. —",
"Allerdings nach R. Šimo͑n, der den Grund des Schriftversesberücksichtigt, woher dies nach den Rabbanan? — Der Autor, der gegen R. Jose b. R. Jehuda streitet, ist R. Šimo͑n."
],
[
" WENN JEMAND SICH EINE VON ZWEI SCHWESTERN ANGETRAUTUND NICHT WEISS, WELCHE VON IHNEN ER SICH ANGETRAUT HAT, SO GEBE ER EINEN SCHEIDEBRIEF DER EINEN UND EINEN SCHEIDEBRIEF DER ANDEREN. STIRBT ER UND HINTERLÄSST EINEN BRUDER, SO VOLLZIEHE DIESER DIE ḤALIÇA AN BEIDEN; \n",
"WENN ZWEI, SO VOLLZIEHE EINER DIE ḤALIÇAUND DER ANDERE DIE SCHWAGEREHE; HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMIMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS IHREM BESITZE.",
" WENN ZWEI SICH ZWEI SCHWESTERN ANGETRAUT HABEN UND DER EINE NICHT WEISS, WELCHE ER SICH ANGETRAUT HAT, UND DER ANDERE NICHT WEISS, WELCHE ER SICH ANGETRAUT HAT, SO GEBE DER EINE ZWEI SCHEIDEBRIEFEUND DER ANDERE ZWEI SCHEIDEBRIEFE. WENN BEIDE STERBEN UND JEDER EINEN BRUDER HINTERLÄSST, SO VOLLZIEHE DER EINE DIE ḤALIÇA AN BEIDEN UND DER ANDERE DIE ḤALIÇA AN BEIDEN; \n",
"WENN EINER EINEN UND DER ANDERE ZWEI, SO VOLLZIEHE DER EINE DIE ḤALIÇA AN BEIDEN, UND VON DEN ZWEIEN VOLLZIEHE EINER DIE ḤALIÇAUND DER ANDERE DIE SCHWAGEREHE; HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS IHREM BESITZE. WENN EINER ZWEI UND DER ANDERE ZWEI, SO VOLLZIEHE EIN BRUDER DES EINEN DIE ḤALIÇA AN DER EINEN UND EIN BRUDER DES ANDEREN DIE ḤALIÇA AN DER ANDEREN, SODANN VOLLZIEHE DER [ANDERE] BRUDER DES EINEN DIE SCHWAGEREHE AN DER ḤALUÇADES ANDEREN, UND DER [ANDERE] BRUDER DES ANDEREN DIE SCHWAGEREHE AN DER ḤALUÇA DES ERSTEN; \n",
"HABEN BEIDE SICH BEEILT UND DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO DÜRFEN NICHT BEIDE DIE SCHWAGEREHE VOLLZIEHEN, VIELMEHR VOLLZIEHE EINER DIE ḤALIÇA UND DER ANDERE DIE SCHWAGEREHE; HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS IHREM BESITZE.",
"GEMARA. Hieraus wäre zu entnehmen, daß die Antrauung, die nicht zum Beischlafeführt als Antrauung gilt? —",
"Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn man siekannte und nachher nicht mehr auskennt. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. —",
"Was lehrt er uns demnach? — Nötig ist der Schlußsatz: stirbt er und hinterläßt einen Bruder, so vollziehe dieser die Ḥaliça an beiden; wenn zwei, so vollziehe einer die Ḥaliça und der andere die Schwagerehe. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber zuerst die Schwagerehe, denn er könnte auf die Schwester der an ihn gebundenen stoßen.",
"WENN ZWEI SICH ZWEI SCHWESTERN ANGETRAUT HABEN &C. Hieraus wäre zu entnehmen, daß die Antrauung, die nicht zum Beischlafe führt, als Antrauung gilt? — Auch hier in dem Falle, wenn man sie kannte und nachher nicht mehr auskennt. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: nicht weiß, nicht aber: nicht bekannt ist. Schließe hieraus. —",
"Was lehrt er uns demnach? — Nötig ist der Schlußsatz: wenn beide sterben und jeder einen Bruder &c. und der andere zwei, so vollziehe der eine die Ḥaliça an beiden, und von den zweien vollziehe einer die Ḥaliça und der andere die Schwagerehe. —",
"Selbstverständlich, dies lehrt ja bereits der Anfangsatz!? — Man könnte glauben, essei bei zweien wegen eines einzigen zu berücksichtigen, so lehrt er uns.",
"Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber zuerst die Schwagerehe, denn er könnte auf eine fremde Eheschwägerin stoßen.",
"WENN EINER ZWEI UND DER ANDERE ZWEI &C. Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe!? — Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, er könnte die Schwagerehe ohne Ḥaliça vollziehen, so lehrt er uns. —",
"Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre von vierBrüdern, von denen zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und die mit den Schwestern verheirateten gestorben sind, wobei an diesen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen ist!? —",
"Es ist nicht gleich;"
],
[
"da ist nach demjenigen, welcher sagt, weil eine Gebundenheitbesteht, eine Gebundenheit vorhanden, und nach demjenigen, welcher sagt, weil es verboten ist, das Gesetz von der Schwagerehezu vereiteln, es verboten, das Gesetz von der Schwagerehe zu vereiteln, hierbei aber ist es ja möglich, daß jedem seine zufällt.",
"HABEN SIE SICH BEEILT UND SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT &C. Šila lehrte: Selbst wenn beide Priester sind. — Aus welchem Grunde? —",
"Die Ḥaluça ist ihnen nur rabbanitisch verboten, und bei der zweifelhaften Ḥaluçahaben sie es nicht angeordnet. — Ist denn das Verbot der Ḥaluça rabbanitisch, es wird ja gelehrt:Geschiedene, ich weiß dies von der Geschiedenen, woher dies von der Ḥaluça? Es heißt:und eine Frau!? — Es ist rabbanitisch und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.",
"viii,1 DAS GEBOT, DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, LIEGT DEM ÄLTESTEN OB; IST IHM DER JÜNGERE ZUVORGEKOMMEN, SO HAT ER GEWONNEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten:So soll der Erstgeborene; hieraus, daß das Gebot, die Schwagerehe zu vollziehen, dem Ältesten obliegt; den sie gebiert, ausgenommen die Sterile, die nicht gebiert; soll eintreten auf den Namen seines Bruders, hinsichtlich der Erbschaft.",
"Du sagst, hinsichtlich der Erbschaft, vielleicht ist dem nicht so, sondern hinsichtlich des Namens: [hieß er] Joseph, nenne man ihn Joseph, [hieß er] Joḥanan, nenne man ihn Joḥanan!? — Hierbei heißt es: soll eintreten auf den Namen seines Bruders, und dortheißt es: auf den Namen ihrer Brüder sollen sie genannt werden in ihrem Erbteile; wie dort [das Wort] Namen hinsichtlich der Erbschaft gebraucht wird, ebenso wird auch hier [das Wort] Namen hinsichtlich der Erbschaft gebraucht.",
"Daß sein Name nicht ausgelöscht werde, ausgenommen der Kastrat, dessen Name ausgelöscht ist.",
"Raba sagte: Wenn auch in der ganzen Tora ein Schriftversnicht aus seinem Wortlaute kommt, bringt ihn hierbei [der Schluß] durch Wortanalogie vollständig aus seinem Wortlaute. —",
"Demnach würde man, wenn nicht [der Schluß] durch Wortanalogie, gesagt haben, [das Wort] Namen sei wörtlich zu verstehen; an wen richtet der Allbarmherzige dieses Gebot: wenn an den Schwager, so müßte es ja heißen: auf den Namen deinesBruders, und wenn an das Gericht, so müßte es ja heißen: soll eintreten auf den Namen des Bruders seines Vaters!? —",
"Vielleicht spricht der Allbarmherzige zum Gerichte wie folgt: sagt dem Schwager, daß [das Kind] auf den Namen seines Bruders eintrete. [Der Schluß] durch Wortanalogie aber bringt den Schriftvers vollständig aus seinem Wortlaute. —",
"Vielleicht hat, da du sagst, der Schriftvers spreche vom Ältesten, der Erstgeborene die Schwagerehe zu vollziehen, ein anderer aber nicht!? —",
"Demnach brauchte ja der Allbarmherzige nicht den nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruderauszuschließen.",
"R. Aḥa wandte ein: Vielleicht schließt dies den Erstgeborenen mütterlicherseits aus!? — Dies kannst du nicht sagen, denn der Allbarmherzige hat die Schwagerehe mit der Erbschaft verbunden, und die Erbschaft erfolgt väterlicherseits und nicht mütterlicherseits. —",
"Vielleicht ist, wenn ein Erstgeborener vorhanden ist, das Gebot der Schwagerehe auszuüben, und wenn kein Erstgeborener vorhanden ist, das Gebot der Schwagerehe nicht auszuüben!? — Die Schrift sagt:und einer von ihnen stirbt, worunter auch der Fall einbegriffen ist, daß der Erstgeborenestirbt, und der Allbarmherzige sagt, daß der Jüngere die Schwagerehe vollziehe. —",
"Vielleicht nur dann, wenn der Jüngere stirbt, und der Allbarmherzige sagt, daß der Erstgeborene die Schwagerehe vollziehe!? — Der Allbarmherzige hat ja die Frau des nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Brudersausgeschlossen. —",
"Vielleicht hat der jüngere, wenn kein Erstgeborener vorhanden und er zuvorgekommen ist, sie sich angeeignet, wenn aber ein Erstgeborener vorhanden und er zuvorgekommen ist, sie sich nicht angeeignet!? —",
"Die Schrift sagt: wenn Brüder beisammen wohnen, die Brüder gleichen einander hinsichtlich des Wohnens. — Vielleicht wende man sich, wenn ein Erstgeborener vorhanden ist, an den ältesten, wenn aber kein Erstgeborener vorhanden ist, nicht an den ältesten; wieso lehrte Abajje der Ältere, das Gebot, die Schwagerehe zu vollziehen, liege dem ältesten ob, und wenn er nicht will, man sich an den jüngeren Bruder, und wenn auch dieser nicht will, man sich zurück an den älteren wende!? —",
"Gleich dem Erstgeborenen; wie beim Erstgeborenen seine Eigenschaft als Erstgeborener es veranlaßt, ebenso veranlaßt es beim älteren seine Eigenschaft als älterer. —",
"Vielleicht erhält der Erstgeborene, wenn er die Schwagerehe vollzieht, die Erbschaft, nicht aber erhält ein anderer, der die Schwagerehe vollzieht, die Erbschaft!? — Die Schrift sagt: soll eintreten auf den Namen seines Bruders, und er trat ein. —",
"In welcher Hinsicht nennt ihn demnach der Allbarmherzige Erstgeborener? —"
],
[
"Zum Nachteile; wie der Erstgeborene vom Inaussichtstehendennicht ebensowie vom Vorhandenen erhält, ebenso erhält auch dieser nicht vom Inaussichtstehenden wie vom Vorhandenen.",
" WENN EINEM [DER UMGANG] MIT EINER SKLAVIN NACHGESAGT, UND SIE FREIGELASSEN, MIT EINER NICHTJÜDIN, UND SIE PROSELYTIN WIRD, SO DARF ER SIE NICHT NEHMEN; HAT ER SIE GENOMMEN, SO BRINGE MAN SIE NICHT AUS SEINEM BESITZE. WENN EINEM [DER UMGANG] MIT EINER EHEFRAU NACHGESAGT WIRD, UND MAN SIE ENTFERNTHAT, SO MUSS ER SIE, SELBST WENN ER SIE BEREITS GENOMMEN HAT, ENTFERNEN.",
"GEMARA. Proselytin aber istsie, und dem widersprechend wird gelehrt: Ein Mann, der wegen einer Frau Proselyt wird, eine Frau, die wegen eines Mannes Proselytin wird, und ebenso diejenigen, die wegen der königlichen Tafel oder gleich den Sklaven ŠelomosProselyten werden, gelten nicht als Proselyten — so R. Neḥemja.",
"R. Neḥemja sagte nämlich: Die Löwenproselyten, ebenso Traumproselytenund die Proselyten [der Zeit] von Mordekhaj und Estersind keine Proselyten; nur die in der Jetztzeit Proselyten werden. —",
"In der Jetztzeit, wie kommst du darauf!? — Lies: wie in der Jetztzeit. —",
"Hierzu wird ja gelehrt: R. Jiçḥaq, Sohn des Šemuél b. Martha, sagte im Namen Rabhs: Die Halakha ist wie derjenige, welcher sagt, sie alle sind Proselyten. —",
"Demnach sollte dies auch von vornhereingelten!? — Wegen [eines Ausspruches] R. Asis, denn R. Asi sagte:Schaffe von dir Krümme des Mundes und das Lästermaul &c.",
"Die Rabbanan lehrten: In den messianischen Tagen wird man keine Proselyten aufnehmen; desgleichen nahm man in den Tagen Davids und in den Tagen Šelomos keine Proselyten auf. R. Elea͑zar sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:wersich bekehrt, nur meinetwegen; wer mit dir wohnt, fällt zu dir; andere aber nicht.",
"WENN EINEM [DER UMGANG] MIT EINER EHEFRAU NACHGESAGT WIRD &C. Rabh sagte: Durch Zeugen.",
"R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte dies schlummernd und schlafend. Es wird gelehrt: Wenn einem [der Umgang] mit einer Ehefrau nachgesagt wird und man sie dieserhalb entfernthat, und sie darauf von einem anderengeschieden worden ist, so braucht jener, wenn er sie genommen hat, sie nicht zu entfernen.",
"In welchem Falle: waren Zeugen vorhanden, so ist ja nichts dabei, daß ein anderer das Gerede abgeschnittenhat; doch wohl, wenn keine Zeugen vorhanden waren, und nur in dem Falle, wenn ein anderer das Gerede abgeschnitten hat, sonst entferne mansie.",
"Rabh kann dir erwidern: auch wenn ein anderer das Gerede nicht abgeschnitten hat, entferne man sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine vorhanden sind, nur lehrt er folgendes: obgleich ein anderer das Gerede abgeschnitten hat, darf er sie von vornherein nicht nehmen.",
"Man wandte ein: Nur in dem Falle, wenn sie keine Kinder hat, wenn sie aber Kinder hat, entferne man sie nicht; sind Zeugen der Verunreinigung gekommen, so entferne man sie, selbst wenn sie viele Kinderhat!? —",
"Rabh bezieht unsere Mišna auf den Fall, wenn sie Kinder hat und Zeugen vorhanden sind. — Was zwingt Rabh unsere Mišna auf den Fall zu beziehen, wenn sie Kinder hat und Zeugen vorhanden sind, und man entferne sie nur dann, wenn Zeugen vorhanden sind, nicht aber, wenn keine Zeugen vorhanden sind, soll er sie auf den Fall beziehen, wenn sie keine Kinder hat, auch wenn keine Zeugen vorhanden sind!?",
"Raba erwiderte: Unsere Mišna war ihm auffallend: weshalb heißt es: man sie entfernt hat, es sollte doch heißen: ersie entfernt hat; wahrscheinlich ist unter ‘man’ das Gericht zu verstehen, und das Gericht entfernt sie, wenn Zeugen vorhanden sind.",
"Wenn du willst, sage ich: jene Lehrevertritt die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn der Hausierer hinausgeht und die Frau den Schurz umbindet, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlichist, zu entfernen; wenn Speichel oben am Betthimmelist, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen;"
],
[
"wenn Schuhe unter dem Bett verkehrt liegen, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen. — Wenn Schuhe verkehrt liegen, so sehe man doch, wem sie gehören!? — Vielmehr, Spuren von Schuhen; wenn solchesich vorfinden, so ist sie, wie Rabbi sagt, da die Sache häßlich ist, zu entfernen.",
"Die Halakha ist wie Rabh und die Halakha ist wie Rabbi. — Diese widersprechen ja einander!? — Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn das Gerede aufgehörthat, und das andere, wenn das Gerede nicht aufgehört hat. Wenn das Gerede nicht aufgehört hat und keine Zeugen vorhanden waren, [entscheide man] nach Rabbi; wenn das Gerede aufgehört hat und Zeugen vorhanden waren, nach Rabh. —",
"Wie lange muß das Gerede, das nicht aufgehört hat, anhalten? Abajje erwiderte: Mutter sagte mir, ein Stadtgerede anderthalb Tage. Dies jedoch nur dann, wenn das Gerede nicht inzwischen aufgehört hatte, wenn es aber inzwischen aufgehört hatte, so hatte es ja aufgehört. Jedoch nur dann, wenn es nicht aus Furcht aufgehört hat, wenn es aber aus Furcht aufgehört hat, so ist es ja aus Furcht erfolgt. Ferner nur dann, wenn keine Feinde vorhanden sind, wenn aber Feinde vorhanden sind, so haben die Feinde das Gerücht verbreitet.",
"Dort haben wir gelernt: Wenn jemand seine Frau wegen übler Nachredeentfernt hat, so nehme er sie nicht wieder; wenn wegen Gelobens, so nehme er sie nicht wieder. Rabba b. R. Hona sandte an Rabba b. R. Naḥman: Möge der Meister uns lehren, ob er sie entfernen muß, falls er sie wiedergenommen hat.",
"Dieser erwiderte: Wir haben es gelernt: Wenn einem [der Umgang] mit einer Ehefrau nachgesagt wird und man sie entfernt hat, so muß er sie, selbst wenn er sie bereits genommen hat, entfernen. Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; da haben andere sie entfernt, hierbei aber hat er selbst sieentfernt. Und Rabba b. R. Naḥman!? — Auch in unserer Mišna heißt es: und ersie entfernt hat. —",
"Aber immerhin ist es ja nicht gleich: hierbei ist es der Ehemann, da aber ist es der Ehebrecher!? Jener entgegnete: Freilich gleichen sie einander; da bestimmten die Rabbanan, daß er sie nicht nehme, und wenn er sie genommen hat, muß er sie entfernen, ebenso bestimmten die Rabbanan auch hierbei, daß er sie nicht nehme, und wenn er sie genommen hat, muß er sie entfernen. —",
"Dies ist aber nichts; da hat er das Gerücht bekräftigt, hierbei aber hat er es zerstört, und es besteht nicht mehr.",
" WENN JEMAND EINEN SCHEIDEBRIEF AUS DEM ÜBERSEELANDEBRINGT UND BEKUNDET, ER SEI VOR IHM GESCHRIEBEN UND VOR IHM UNTERZEICHNET WORDEN, SO DARF ER DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN; WENN: ER IST GESTORBEN, ICH HABE IHN ERSCHLAGEN, ODER: WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO DARF ER DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN. R. JEHUDA SAGT, [BEKUNDET ER:] ICH HABE IHN ERSCHLAGEN, SO DARF DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN, WENN ABER: WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO DARF DESSEN FRAU HEIRATEN.",
"GEMARA. Nur wenn aus dem Überseelande, wo man sich auf i h n verläßt, wenn aber aus dem Jisraéllande, wo man sich nicht auf ihn verläßt, darf er dessen Frau heiraten;",
"aber auch bei [der Bekundung] seines Todes verläßt man sich nicht auf ihn, denn der Meister sagte, eine Frau erkundigesich und heirate erst dann, dennoch lehrt er, er dürfe dessen Frau nicht heiraten!? —",
"Hierbeiist keine Urkunde vorhanden, daaber ist eine Urkunde vorhanden. Wir haben nämlich gelernt: Welchen Unterschied gibt eszwischen Scheidebrief und Tod? Die Urkunde beweist es.",
"ER IST GESTORBEN, ICH HABE IHN ERSCHLAGEN, ODER: WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO DARF ER DESSEN FRAU NICHT HEIRATEN. Nur er darf dessen Frau nicht heiraten, ein anderer aber wohl;",
"aber R. Joseph sagte ja, daß, wenn [jemand bekundet,] jener habe an ihm gewaltsam Päderastie begangen, er mit noch einem [Zeugen] vereinigt werde, um jenen hinzurichten, und wenn willig, er ein Frevler sei, von dem die Tora sagt:reiche deine Hand nicht einem Frevler, um ein falscher Zeuge zu sein!?",
"Wolltest du erwidern, bei Eheangelegenheiten sei es anders, da die Rabbanan hierbei erleichtert haben, so sagte ja R. Menase,"
],
[
"ein rabbanitischer Räubersei bei Eheangelegenheiten als Zeuge zulässig, und ein Räuber nach der Tora sei bei Eheangelegenheiten als Zeuge unzulässig, somit wäre R. Menase der Ansicht R. Jehudas!? —",
"R. Menase kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, und hierbei ist der Grund der Rabbanan nach Raba zu erklären, denn Raba sagte, jeder stehe sich nahe und mache sich nicht zum Frevler. —",
"Demnach wäre R. Joseph der Ansicht R. Jehudas!? R. Joseph kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn bei Eheangelegenheiten ist es anders, da die Rabbanan hierbei erleichtert haben; R. Menase ist es, der der Ansicht R. Jehudas ist.",
"ICH HABE IHN ERSCHLAGEN &C. WIR HABEN IHN ERSCHLAGEN, SO &C. HEIRATEN. Welchen Unterschied gibt es zwischen [der Bekundung:] ich habe ihn erschlagen, und [der Bekundung:] wir haben ihn erschlagen? R. Jehuda erwiderte: Wenn er sagt: ich war mit seinen Mördern!?",
"Es wird auch gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Einst wurde ein Räuber in der Furt von Kappadokien zur Hinrichtung hinausgeführt und er sprach: Geht und sagt der Frau des Šimo͑n b. Kohen, daß ich ihren Mann ermordet habe, als ich nach Lud kam. Manche sagen: als er nach Lud kam. Darauf ließen sie seine Frau heiraten. Er erwiderte ihnen: Hieraus ist nichts zu beweisen; er sagte nur, daß er mit den Mördern war. —",
"Es heißt ja Räuber!? — Er war wegen Räuberei inhaftiertworden. — Es heißt ja, daß er zur Hinrichtung hinausgeführt wurde!? — Durch ein nichtjüdisches Gericht, das ohne genau zu prüfen hinrichten läßt.",
" WENN EIN GELEHRTER EINE FRAU WEGEN EINES GELÜBDESIHREM MANNE VERBOTEN HAT, SO DARF ER SIE NIGHTHEIRATEN. WENN [EINE FRAU] VOR IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRT ODER DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO DARF ER SIE HEIRATEN, WEIL DIES VOR GERICHT ERFOLGT.",
"GEMARA. Demnach darf er sie heiraten, wenn er sie erlaubthat; in welchem Falle: war er allein, wieso konnte er [das Gelübde] aufheben, R. Ḥija b. Abin sagte ja im Namen R. A͑mrams, es werde gelehrt, zur Aufhebung von Gelübden seien drei erforderlich,",
"und waren es drei, wieso sind sie verdächtig, wir haben ja gelernt, daß, wenn [eine Frau] vor ihm die Weigerung erklärt oder die Ḥaliça vollzogen hat, er sie heiraten dürfe, weil dies vor Gericht erfolgt!? —",
"Tatsächlich, wenn er allein war, und wie R. Ḥisda im Namen R. Joḥanans erklärt hat, einer der approbiertist, ebenso hierbei, einer, der approbiert ist.",
"WENN [EINE FRAU] VOR IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRT ODER DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT &C. Nur vor Gericht, nicht aber zweien;",
"womit ist es hierbei anders als bei der Lehre, daß, wenn Zeugen einen Kaufschein oder einen Scheidebrief unterschrieben haben, die Weisen diese Sachenicht berücksichtigt haben!? — Dies selbst lehrt er uns; zur Ausschließung der Ansicht desjenigen, welcher sagt, die Weigerungserklärung könne vor zweien erfolgen, lehrt er uns, daß hierzu drei erforderlich sind.",
"Sie fragten: Muß er sie entfernen, falls er sie genommen hat? — R. Kahana sagt, hat er sie genommen, entferne er sie; R. Aši sagt, hat er sie genommen, entferne er sie nicht. R. Zuṭi lehrte in der Schule R. Papis nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, hat er sie genommen, entferne er sie nicht.",
"Die Jünger fragten R. Aši: [Beruht die Entscheidung,] daß, wenn er sie genommen hat, er sie nicht entferne, auf einer Überlieferung oder einem Vernunftgrunde? Dieser erwiderte: Eis ist eine Mišna: wenn einem [der Umgang] mit einer Sklavin nachgesagt, und sie freigelassen wird, mit einer Nichtjüdin, und sie Proselytin wird, so darf er sie nicht nehmen; hat er sie genommen, so entferne er sie nicht."
],
[
"Da braucht er sie also wegen des Geredes nicht zu entfernen, ebenso braucht er sie hierbei wegen des Geredes nicht zu entfernen.",
" WENN SIE ALLEFRAUEN HATTENUND DIESE GESTORBEN SIND, SO DÜRFEN SIE JENEHEIRATEN; \n",
"EBENSO DÜRFEN SIE JENE HEIRATEN, WENN SIE SICH MIT ANDEREN VERHEIRATET HATTEN UND GESCHIEDEN ODER VERWITWET WORDEN SIND; DESGLEICHEN SIND SIE ALLE IHREN SÖHNEN UND IHREN BRÜDERN ERLAUBT.",
"GEMARA. Nur gestorben, nicht aber geschieden.",
"R. Hillel sprach zu R. Aši: Es wird ja gelehrt: auch geschieden!? — Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie in Unfrieden[lebten], das andere, wenn sie nicht in Unfrieden [lebten].",
"Wenn du aber willst, sage ich: beides in dem Falle, wenn sie nicht in Unfrieden [lebten], dennoch besteht hier kein Widerspruch; das eine, wenn er die Veranlassunggegeben hat, das andere, wenn sie die Veranlassung gegeben hat.",
"WENN SIE &C. VERHEIRATET HATTEN &C. Erglaubte, der Fall vom Todebeziehe sich auf den Fall vom Tode, und der Fall von der Scheidungauf den von der Scheidung,",
"somit vertritt unsere Mišna nicht die Ansicht Rabbis, denn Rabbi sagt, mit zweimal erfolge die Feststellung. —",
"Nein, der Fall vom Tode bezieht sich auf den von der Scheidung, und der von der Scheidung auf den vom Tode.",
"DESGLEICHEN SIND SIE ALLE IHREN SÖHNEN UND IHREN BRÜDERN ERLAUBT. Womit ist es hierbei anders als bei der folgenden Lehre: wenn einem [der Umgang] mit einer Frau nachgesagt wird, so sind ihm auch ihre Mutter, ihre Tochter und ihre Schwester verboten!? —",
"Frauen pflegen einander oft zu besuchen, Männer pflegen einander nicht oft zu besuchen.",
"Oder auch: Frauen machen einander durch den Beischlafnicht verboten, somit passen sie auf einander nichtauf, Männer machen einander durch den Beischlafverboten, somit passen sie auf einander auf. —",
"Demnach sollte es auch vom Vatergelten!? — Von diesem ist es selbstverständlich; selbstverständlich ist dies vom Vater, vor dem der Sohn sich scheut, man könnte aber glauben, dies gelte nicht vom Sohne, vor dem der Vater sich nicht scheut, so lehrt er uns.",
"",
"i WENN VON VIER BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN, UND DIE MIT DEN SCHWESTERN VERHEIRATETEN GESTORBEN SIND, SO IST AN DIESEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. HABEN JENE SIE VOREILIG GEHEIRATET, SO MÜSSEN SIE SIE ENTFERNEN. R. ELEA͑ZAR SAGT, DIE SCHULE ŠAMMAJS LEHRE, SIE DÜRFEN SIE BEHALTEN, UND DIE SCHULE HILLELS LEHRE, SIE MÜSSEN SIE ENTFERNEN. ii",
"IST EINE VON IHNEN EINEM WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST IHM DIESE VERBOTEN UND IHRE SCHWESTER ERLAUBT, DEM ANDEREN ABER SIND BEIDE VERBOTEN.",
"IST SIE IHM WEGEN EINES GEBOTES ODER WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT VERBOTEN, SO IST AN IHNEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREIDS ZU VOLLZIEHEN.",
"iii IST EINE VON IHNEN DEM EINEN UND DIE ANDERE DEM ANDEREN WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST DIE DEM EINEN VERBOTENE DEM ANDEREN ERLAUBT, UND DIE DEM ANDEREN VERBOTENE JENEM ERLAUBT.",
"DAS IST [DER FALL], HINSICHTLICH DESSEN SIE GESAGT HABEN: IST DIE SCHWÄGERIN IHRE SCHWESTER, SO IST AN IHR DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Hieraus ist zu entnehmen, daß eine Gebundenheit bestehe, denn wenn keine Gebundenheit besteht, sollte doch, da sie von zwei Familien kommen, einer an der einen und der andere an der anderen die Schwagerehe vollziehen. —",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, besteht keine Gebundenheit, nur ist er der Ansicht, es sei verboten, das Gebot der Schwagerehe zu vereiteln. Es könnte, nachdem der eine die Schwagerehe vollzogen hat, der andere sterben, sodann würde das Gebot der Schwagerehe vereitelt werden. —",
"Demnach sollte dies auch von drei [Brüdern] gelten!? —",
"Von diesen ist es selbstverständlich; selbstverständlich gilt dies von drei, da dadurch das Gebot der Schwagerehe entschieden vereitelt wird, [man könnte aber glauben, nicht] von vier, weil Todesfälle nicht zu berücksichtigen seien, so lehrt er uns. —",
"Demnach"
],
[
"sollte dies auch von fünf gelten!? — Daß zwei sterben könnten, berücksichtige man nicht.",
"Raba b. R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn drei Schwägerinnen, die Schwestern sind, zwei Schwägern, die Brüder sind, zugefallen sind, so vollziehe einer die Ḥaliça an der einen, der andere die Ḥaliça an der anderen und die mittelste benötigt der Ḥaliça von beiden.",
"Rabba sprach zu ihm: Wenn du sagst, die mittelste benötige der Ḥaliça von beiden, so bist du ja der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, wonach die Ḥaliça ungiltigist, und sie sich wegen der ungiltigen Ḥaliça an alle Brüder wenden müsse, demnach sollte dies auch von der erstengelten!? —",
"Falls sie gleichzeitig zufallen,",
"ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie nach einander zugefallen sind;",
"zuerst die eine, und Reúben vollzog an ihr die Ḥaliça, alsdann die andere, und Šimo͑n vollzog an ihr die Ḥaliça;",
"wenn dann die dritte zufällt, so vollziehe einer an ihr die Ḥaliça und entledige sich seiner Gebundenheit, sodann der andere und entledige sich seiner Gebundenheit. —",
"Rabh sagte jaaber, es bestehe keine Gebundenheit!? — Er lehrte es nach demjenigen, welcher sagt, es bestehe eine Gebundenheit.",
"Šemuél aber sagte, einer vollziehe die Ḥaliça an allen. — Merke, Šemuél ist ja, wie wir wissen, der Ansicht, es sei eine vollständige Ḥaliça erforderlich, denn Šemuél sagte,"
],
[
"daß wenn er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogenhat, die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden sind, wieso sollte nun Reúben eine ungültige Ḥaliça vollziehen, wo doch Šimo͑neine giltige Ḥaliça vollziehen kann!? —",
"[Die Worte] ‘einer vollziehe die Ḥaliça an allen’ beziehen sich auf die mittelste. — Er sagt ja allen!? — Da die Mehrheit an ihn gelangt, nennt er dies alle. Wenn du aber willst, sage ich: nur zur Entbindung der Nebenbuhlerin benötigt Šemuél einer vollständigen Ḥaliça, sie selbst aber ist entbunden.",
"Der Text. Šemuél sagte: Hat er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen, so sind die Nebenbuhlerinnen nichtentbunden, wenn an den Nebenbuhlerinnen, so sind die Schwestern entbunden. Hat er die Ḥaliça an der Geschiedenenvollzogen, so ist die Nebenbuhlerin nichtentbunden, wenn an der Nebenbuhlerin, so ist die Geschiedene entbunden.",
"Hat er die Ḥaliça vollzogen an der, an die er die Eheformelgerichtet hat, so ist die Nebenbuhlerin nichtentbunden, wenn an der Nebenbuhlerin, so ist die, an die er die Eheformel gerichtet hat, entbunden. —",
"Wenn an den Schwestern, so sind die Nebenbuhlerinnen wohl deshalb nicht entbunden, weil durch die Gebundenheit jedeals Schwester seiner Fraugilt, somit sollten auch, wenn er die Ḥaliça an den Nebenbuhlerinnen vollzogen hat, die Schwestern nicht entbunden sein, da durch die Gebundenheit jene Nebenbuhlerinnen der Schwester der Frausind!? — Šemuél ist der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit. —",
"Šemuél sagte jaaber, es bestehe eine Gebundenheit!? — Er lehrt es nach demjenigen, welcher sagt, es bestehe keine Gebundenheit. —",
"Weshalb sind demnach, wenn er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen hat, die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden: allerdings nicht die Nebenbuhlerin Raḥels, denn er hat bereits die Ḥaliça an Lea vollzogen, somit ist die Ḥaliça, die er nachher an Raḥel vollzieht, eine ungültige, aber die Nebenbuhlerin Leas sollte ja entbunden sein!? —",
"Die Worte ‘so sind die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden’ beziehen sich auf die Nebenbuhlerin Raḥels. — Er sprach ja von Nebenbuhlerinnen!? — Die Nebenbuhlerinnen allgemein. —",
"Wieso sind demnach, wenn er die Ḥaliça an den Nebenbuhlerinnen vollzogen hat, die Schwestern entbunden, Raḥel kann ja durch ihre Nebenbuhlerin nicht entbunden werden, denn wir haben gelernt, die Nebenbuhlerin der Verwandten seiner Ḥaluça sei verboten!? —",
"Šemuél spricht vom Anfangen und Nichtanfangen: hat er mit den Schwestern angefangen, so beende er es nicht mit den Nebenbuhlerinnen, denn wir haben gelernt, die Nebenbuhlerin der Verwandten seiner Ḥaluça sei verboten; hat er mit den Nebenbuhlerinnen angefangen, so beende er es auch mit den Schwestern, denn wir haben gelernt, die Verwandte der Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça sei erlaubt.",
"R. Aši sagte: Tatsächlich, wie du zuerst erklärt hast, jedoch ist die Gebundenheit nicht so wirksam, die Nebenbuhlerin der Inzestuösen gleichzustellen.",
"Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Hat er die Ḥaliça an den Schwestern vollzogen, so sind die Nebenbuhlerinnen nicht entbunden, wenn aber an den Nebenbuhlerinnen, so sind die Schwestern entbunden. Wohl aus dem Grunde, weil er der Ansicht ist, es bestehe eine Gebundenheit, jedoch sei die Gebundenheit nicht so wirksam, die Nebenbuhlerin der Inzestuösen gleichzustellen.",
"R. Abba b. Mamal erwiderte: Hier ist die Ansicht der Schule Šammajs vertreten, denn wir haben gelernt, die Schule Šammajs erlaube die Nebenbuhlerinnen den Brüdern. — Demnach sollte an ihnenauch die Schwagerehe vollzogen werden!? —",
"Nach R. Joḥanan b. Nuri, denn dieser sagte: Kommt, wir wollen anordnen, daß an den Nebenbuhlerinnen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe vollzogen werde. — Der Meister sagte ja aber, bevor sie dazu kamen, die Angelegenheit zu erledigen, sei eine Verwirrung eingetreten!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Später wiederholten sie es und ordneten dies an.",
"Sie fragten:"
],
[
"Wer ist von der Geschiedenen und der, an die die Eheformel gerichtet worden ist, bevorzugter: ist die Geschiedene bevorzugter, da er mit ihr begonnenhat, oder ist die, an die die Eheformel gerichtet worden ist, bevorzugter, da sie ihm hinsichtlich der Beiwohnung näher ist?",
"R. Aši erwiderte: Komm und höre: R. Gamliél pflichtet bei, daß der Scheidebrief nach der Eheformel und die Eheformel nach dem Scheidebriefe wirksamist.",
"Ist der Scheidebrief wirksamer, so sollte die darauffolgende Eheformel wirkungslos sein, und ist die Eheformel wirksamer, so sollte der darauffolgende Scheidebrief wirkungslos sein; wahrscheinlich gleichen sie einander. Schließe hieraus.",
"R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn zwei Schwägerinnen, die Schwestern sind, einem Schwager zugefallen sind, so ist, wenn er die Ḥaliça an der einen vollzieht, diese erlaubt, und wenn an der anderen, diese erlaubt.",
"Stirbt die erste, so ist ihm die andere erlaubt, und selbstverständlich ist ihm, wenn die andere stirbt, die erste erlaubt, denn diese ist eine Schwägerin, die erlaubtwar, verboten wurde und wiederum erlaubt worden ist, und somit zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommt.",
"R. Joḥanan aber sagte: Stirbt die andere, so ist ihm die erste erlaubt, stirbt aber die erste, so ist ihm die andere verboten. Dies ist aus folgendem Grunde: eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt:ihr Schwager komme zu ihr, gleicht der Frau eines Bruders, die Kinder hat, und ist verboten. —",
"Hält denn Rabh nichts von dieser Auslegung, Rabh sagte ja, eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt: ihr Schwager komme zu ihr, gleiche der Frau eines Bruders, die Kinder hat, und sei verboten!? — Dies nur, wo es sich um die Schwester seiner Frauhandelt, die nach der Tora verboten ist, hierbei aber handelt es sich um die der an ihn Gebundenen, die nur rabbanitisch [verboten] ist.",
"R. Jose b. Ḥanina wandte gegen R. Joḥanan ein: Wenn von vier Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und die mit den Schwestern verheirateten gestorben sind, so ist an diesen die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Weshalb denn, soll doch einer von ihnen die Ḥaliça an der zweiten vollziehen, sodann ist die erste gegenüber dem anderen eine Schwägerin, die erlaubt war, verboten wurde und wiederum erlaubt worden ist, die somit zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommt!?",
"Dieser erwiderte: Ich weiß nicht, wer den Fall von den Schwestern gelehrt hat. — Sollte er ihm erwidert haben, die Ḥaliça, von der gelehrt wird, sei an einer zu vollziehen!? —",
"Es heißt: [an diesen] die Ḥaliça vollziehen. — Sollte er ihm erwidert haben, die Mehrzahl beziehe sich auf derartige Fälle allgemein!? — Es heißt: so ist an diesen. — Sollte er ihm erwidert haben: wenn die Ḥaliça zuerst an der ersten vollzogen worden ist!? —"
],
[
"Es heißt: die Ḥaliça zu vollziehen, von vornherein. — Sollte er ihm erwidert haben, dies sei eine Maßregel, denn die Ḥaliça könnte zuerst an der ersten vollzogen werden!? — Es heißt: und nicht die Schwagerehe, und hierbei gilt die Bestimmung von der Schwagerehe überhaupt nicht. —",
"Sollte er ihm erwidert haben, dies sei eine Maßregel, weil einer sterben könnte, und es sei verboten, das Gesetz von der Schwagerehe zu vereiteln!? — R. Joḥanan berücksichtigt Todesfälle nicht. —",
"Sollte er ihm erwidert haben, hier sei die Ansicht R. Elea͑zarsvertreten, welcher sagt, sobald sie ihm eine Stunde verboten war, sei sie ihm ewig verboten!? — Der Schlußsatz lehrt die Ansicht R. Elea͑zars, demnach ist der Anfangsatz nicht von R. Elea͑zar. —",
"Sollte er ihm erwidert haben: wenn sie ihm gleichzeitig zugefallen sind, und zwar nach R. Jose dem Galiläer, welcher sagt, es könne genau gleichzeitigerfolgen!? — Der Autor wird es nicht nach R. Jose dem Galiläer festgelegt haben. —",
"Sollte er ihm erwidert haben: wenn man nicht weiß, welche ihm zuerst zugefallenist!? —",
"Wieso könnte er demnach lehren, daß, wenn sie sie voreilig geheiratet haben, sie sie entfernen müssen!? Allerdings kann man zum ersten sagen: wer hat sie dir erlaubt, der andere aber kann ja sagen: mein Genosse vollzog die Schwagerehe an der zweiten, ich tat dies an der ersten.",
"Deshalb erwiderte er, er wisse nicht, wer den Fall von den Schwestern gelehrt hat. —",
"Wir haben gelernt: Ist eine von ihnen einem wegen Inzestes verboten, so ist ihm diese verboten und ihre Schwester erlaubt, dem anderen aber sind beide verboten. Erglaubte, wenn ihm die Schwiegermutterzuerst zugefallen ist;",
"weshalb denn, der Schwiegersohn kann ja zuerst die Schwagerehe an der vollziehen, die nicht seine Schwiegermutter ist, sodann ist die Schwiegermutter dem anderen gegenüber eine Schwägerin, die erlaubt war, verboten wurde und wiederum erlaubt worden ist, die somit zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommt!?",
"R. Papa erwiderte: Wenn ihm die andere, die nicht seine Schwiegermutter ist, zuerst zugefallen ist.",
"R. ELEA͑ZAR SAGT, DIE SCHULE ŠAMMAJS LEHRE &C. Es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagt, die Schule Šammajs lehre, sie dürfen sie behalten, und die Schule Hillels lehre, sie müssen sie entfernen. R. Šimo͑n sagt, sie dürfen sie behalten. Abba Šaúl sagt, die Schule Hillels sei hierbei erleichternd: die Schule Šammajs lehre, sie müssen sie entfernen, und die Schule Hillels lehre, sie dürfen sie behalten.",
"Nach wessen Ansicht lehrt R. Šimo͑n: wenn nach der Schule Šammajs, so sagt er ja das, was R. Elea͑zar, und wenn nach der Schule Hillels, so sagt er ja das, was Abba Šaúl!? — Er meint es wie folgt: die Schule Šammajs und die Schule Hillels streiten nicht darüber.",
"IST EINE VON IHNEN &C. Dies wurde ja bereits einmal gelehrt: ist die Schwägerin ihre Schwester, so ist an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen!? —",
"Beides ist nötig. Würde er nur jenes gelehrt haben, so könnte man glauben, weil nicht ein zweiterzu berücksichtigen ist, nicht aber hierbei, wo ein zweiter zu berücksichtigen ist.",
"Und würde er nur dieses gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ein zweiter vorhanden ist, der diesbeweist, nicht aber dort, wo kein zweiter vorhandenist. Daher ist beides nötig.",
"WEGEN EINES GEBOTES VERBOTEN &C. Auch dies wurde ja bereits gelehrt:"
],
[
"ist sie wegen eines Gebotes oder der Standesheiligkeit verboten, so ist an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen!? — Da handelt es sich um ein Verbot wegen eines Gebotes allein, hierbei aber um ein Verbot wegen eines Gebotes und der Schwesternschaft;",
"man könnte glauben, das Verbot wegen des Gebotes trete an Stelle des Inzestverbotesund die Schwagerehe sei an ihr zu vollziehen, so lehrt er uns. —",
"Wieso sollte an ihr die Schwagerehe vollzogen werden, nach der Tora fällt sie ihm ja zu, somit würde er auf die Schwester der an ihn gebundenen stoßen!? — Man könnte glauben, die Rabbanan hätten dies wegen des Gebotesbestimmt, so lehrt er uns.",
"IST EINE VON IHNEN &C. Wozu ist dies nötig, es ist ja dasselbe, es ist ja einerlei ob einer oder zwei!? —",
"Beides ist nötig. Würde er nur jenes gelehrt haben, so könnte man glauben, weil ein anderer vorhandenist, der diesbeweist, nicht aber hierbei, wo kein anderer vorhandenist der dies beweist.",
"Und würde er nur dieses gelehrt haben, so könnte man glauben, im Gegenteil, beide bekunden esfür einander, dort aber nicht. Daher ist beides nötig.",
"DAS IST [DER FALL], HINSICHTLICH DESSEN SIE GESAGT HABEN &C. Was schließen [die Worte] ‘das ist’ aus? — Sie schließen [den Fall] aus, wenn bei dem einen ein Verbot wegen des Gebotes und beim anderen ein Verbot wegen des Gebotes vorliegt. —",
"Wozu ist dies nötig, es ist ja dasselbe, es ist ja einerlei ob einer oder zwei!? —",
"Man könnte glauben, nur wenn ein anderer zu berücksichtigen ist, sage man nicht, das Verbot wegen eines Gebotes trete anstelle des Inzestverbotes, wenn aber kein anderer zu berücksichtigenist, sage man, für den einen trete das Verbot wegen eines Gebotes anstelle des Inzestverbotes und für den anderen trete das Verbot wegen eines Gebotes anstelle des Inzestverbotes, sodaß sie die Schwagerehe vollziehen dürfen, so lehrt er uns.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, und ebenso lehrte R. Ḥija: Bei diesen allenkann es vorkommen, daß die diesem verbotene jenem erlaubt ist, und daß an der Schwägerin, die ihre Schwester ist, die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen ist.",
"R. Jehuda bezieht dies auf [die Inzestuösen] von der Schwiegermutter ab, nicht aber auf die sechs vorangehenden,",
"denn dieskann nur bei seiner Tochter von einer Genotzüchtigten vorkommen und nicht von einer Angeheirateten,",
"und er spricht nur von Angeheirateten und nicht von Genotzüchtigten.",
"Abajje bezieht dies auch auf die Tochter (seiner Genotzüchtigten), denn da es vorkommen kann, so ist es einerlei, ob von einer Genotzüchtigten oder von einer Angeheirateten, nicht aber auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, denn dies kann nur nach R. Šimo͑nvorkommen und nicht nach den Rabbanan, und von Strittigem spricht er nicht.",
"R. Saphra bezieht dies auch auf die Frau seines nicht gleichzeitig mit ihm gelebt habenden Bruders, und zwar kann dies bei sechs Brüdern vorkommen, nach R. Šimo͑n. Als Merkzeichen diene dir: gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen; gestorben, geboren und die Schwagerehe vollzogen.",
"Wenn Reúben und Šimo͑n mit zwei Schwestern, und Levi und Jehuda mit zwei einander fremden verheiratet waren, und nach dem Tode Reúbens Jissakhar geboren wurde und Levi die Schwagerehe vollzogen hat, und nach dem Tode Šimo͑ns Zebulun geboren wurde und Jehuda die Schwagerehe vollzogen hat; wenn darauf Levi und Jehuda kinderlos sterben und [die Witwen] Jissakhar und Zebulun zufallen,",
"so ist die diesem verbotene jenem erlaubt, und die jenem verbotene diesem erlaubt. —",
"Wozu ist es bei der Schwägerin, die ihre Schwester ist, nötig, daß Jehuda die Schwagerehe vollzogen hat, dies kann ja auch vorkommen, wenn Jehuda die Schwagerehe nicht vollzogen hat!? —",
"Wegen der Nebenbuhlerin. — Erklärlich ist es hinsichtlich der Nebenbuhlerin, wieso aber bei der Nebenbuhlerin der Nebenbuhlerin? —",
"Wenn darauf auch Gad und Ašer die Schwagerehe vollzogen haben.",
" WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN, ODER EINER FRAU UND IHRER TOCHTER, ODER EINER FRAU UND DER TOCHTER IHRER TOCHTER, ODER EINER FRAU UND DER TOCHTER IHRES SOHNES VERHEIRATET WAREN, SO IST AN IHNENDIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN; R. ŠIMO͑N ENTBINDET SIE.",
"IST IHM EINE VON IHNEN WEGEN INZESTES VERBOTEN, SO IST IHM DIESE VERBOTEN UND IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN WEGEN EINES GEBOTES ODER WEGEN DER STANDESHEILIGKEIT, SO IST AN IHNEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n entbindet beide von der Ḥaliça und der Schwagerehe, denn es heißt:zu einem Weibe sollst da nicht ihre Schwester zur Nebenbuhlerin nehmen; sobald sie Nebenbuhlerinnen werden, darf das Nehmen auch bei einer von ihnen nicht erfolgen.",
"IST IHM EINE VON IHNEN &C. Wozu ist dies nötig, es ist ja dasselbe!? —",
"Es ist nach R. Šimo͑n nötig, welcher sagt, daß an zwei Schwestern weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist; man könnte glauben, auch hierbei, mit Rücksicht auf zwei Schwestern anderweitig, so lehrt er uns.",
"WEGEN EINES GEBOTES &C."
],
[
"R. Šimo͑n sagt ja, an zwei Schwestern sei weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen!? —",
"Mit Rücksicht auf andere Fälle des Verbotenseins wegen eines Gebotes. —",
"Erklärlich ist es von dieser selbst, wie ist es hinsichtlich ihrer Schwester zu erklären!? — Wegen dieser selbst ist dies auch bei der Schwester angeordnet worden. —",
"Beim Inzesteist dies ja nicht angeordnet worden!? — Anders verhält es sich beim Inzeste; hierüber sind die Leute unterrichtetund es ist bekannt.",
"v WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER LEDIG IST, UND NACHDEM DER LEDIGE NACH DEM TODE DES EINEN MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN BRUDERS AN [DIE WITWE] DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT, AUCH DER ZWEITE BRUDER GESTORBEN IST, SO BLEIBE, \n",
"WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, SEINE FRAUBEI IHM, UND DIE ANDERE GEHE ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREIAUS; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH SCHEIDEBRIEF UND ḤALIÇA, UND DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCH ḤALIÇA. DAS IST [DER FALL], WORÜBER SIE SAGTEN: WEHE IHM WEGEN SEINER FRAU, WEHE IHM WEGEN DER FRAU SEINES BRUDERS!",
"GEMARA. Was schließen [die Worte] ‘das ist’ aus? — Sie schließen die Lehre R. Jehošua͑saus; daß mannicht nach ihm entscheide, sondern nach R. Gamliél oder nach R. Elie͑zer.",
"R. Elea͑zar sagte: Man sage nicht, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Aneignung, sodaß, wenn er sie durch einen Scheidebrief entfernen will, dies ausreiche, vielmehr ist nach der Schule Šammajs durch die Eheformel die Aneignung nur insofern wirksam, die Nebenbuhlerin zu verdrängen.",
"R. Abin sagte: Auch wir haben demgemäßgelernt: die Schule Šammajs lehre, sie dürfen sie behalten; nur behaltenund nicht von vornherein [heiraten]."
],
[
"Wenn man sagen wollte, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Aneignung, so kann jader eine die Eheformelan diese richten und sie sich aneignen und der andere die Eheformel an jene richten und sie sich aneignen. —",
"Auch wenn dadurch nur die vollständige Verdrängung erfolgt, kann ja der eine die Eheformel an diese richten und jene verdrängen, und der andere die Eheformel an jene richten und diese verdrängen!?",
"Du mußt also erklären: die Eheformel verdränge nur dann, wenn sie ihm erlaubt ist, nicht aber, wenn sie ihm verboten ist, ebenso erfolgt auch nach demjenigen, welcher sagt, durch die Eheformel erfolge eine vollständige Aneignung, eine solche nur dann, wenn sie ihm erlaubt ist, nicht aber, wenn sie ihm verboten ist.",
"R. Aši lehrte es wie folgt: R. Elea͑zar sagte: Man sage nicht, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Verdrängung, und die Nebenbuhlerin benötige auch nicht der Ḥaliça, vielmehr ist die Verdrängung nur eine beschränkte.",
"R. Abin sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: die Schule Šammajs lehre, sie dürfen sie behalten; nur behalten und nicht von vornherein [heiraten]. Wenn man sagen wollte, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel eine vollständige Verdrängung, so kann ja der eine die Eheformel an diese richten und jene verdrängen, und der andere die Eheformel an jene richten und diese verdrängen. — Er lehrt ja aber: die Schule Šammajs sagt, seine Frau bleibe bei ihm, und die andere gehe als Schwester seiner Frau frei aus!? —",
"Vielmehr, bei der Schwägerin, bei der alle [Formalitäten] zulässig sind, ist auch ein Teil zulässig, und bei der nicht alle zulässigsind, ist auch ein Teil nicht zulässig.",
"Raba fragte: Gilt die Eheformel nach der Schule Šammajs als Verheiratung oder als Verlobung? Abajje sprach zu ihm: In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung:",
"wenn etwa, ob er sie beerbe, sich an ihr verunreinige und ihre Gelübde aufhebenkönne, so lehrte R. Ḥija sogar hinsichtlich einer gewöhnlichen Verlobten, daß weder er ihretwegen Trauerndersei und sich an ihr verunreinige noch sie seinetwegen Trauernde sei und sich an ihm verunreinige, wenn sie gestorben ist, er sie nicht beerbe, und wenn er gestorben ist, sie ihre Morgengabe einfordere, und um wieviel mehr gilt dies von der, an die die Eheformel gerichtet worden ist!? —",
"Vielmehr, hinsichtlich der Übergabe zum Traubaldachin: gilt sie als Verheiratung, somit ist die Übergabe zum Traubaldachin nichterforderlich, oder gilt sie als Verlobung, somit ist die Übergabe zum Traubaldachin erforderlich?",
"Dieser erwiderte: Es heißt: ihr Schwager komme zu ihr, auch gegen ihren Willen, selbst wenn er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, um wieviel mehr, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.",
"Jener entgegnete: Ich bin der Ansicht, daß, wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel richtet, die Gebundenheit der Schwagerschaft von ihm schwindet und die Gebundenheit der Verlobung auf ihm lastet. Wie ist es nun? —",
"Komm und höre: [Die Gelübde] einer Anwärterin der Schwagerehe kann der Schwager, einerlei ob einer oder zwei, wie R. Elie͑zer sagt, aufheben; R. Jehošua͑ sagt, nur einer und nicht zwei; R. A͑qiba sagt, weder einer noch zwei.",
"Dagegen wandten wir ein: Allerdings ist R. A͑qiba der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, auch wenn es einerist, ebenso ist R. Jehošua͑ der Ansicht, bei einem bestehe eine Gebundenheit, nicht aber bei zweien, nach R. Elie͑zer aber ist es ja, auch wenn er der Ansicht ist, es bestehe eine Gebundenheit, erklärlich, daß einer aufheben kann, wieso aber zwei!?",
"Hierauf erwiderte R. Ami b. Ahaba, hier werde von dem Falle gesprochen, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat, und zwar nach der Schule Šammajs, welche sagt, die Eheformel erwirke eine vollständige Aneignung.",
"Einleuchtend ist es, daß er aufheben kann, wenn du sagst, sie gelte als Verheiratung, wieso aber kann er aufheben, wenn du sagst, sie gelte als Verlobung, wir haben ja gelernt, daß Gelübde einer Verlobten nur von ihrem Vater und ihrem Manneaufgehoben werden können!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter aufheben ist die gemeinsame Aufhebungzu verstehen. —",
"Wieso kann er nach R. Elea͑zar, welcher sagt, nach der Schule Šammajs erfolge durch die Eheformel nur die Aneignung zur Verdrängung der Nebenbuhlerin, selbst gemeinsam aufheben!? — R. Elea͑zar kann dir erwidern: nur insofern sage ich, dadurch erfolge die Aneignung nur zur Verdrängung der Nebenbuhlerin, daß nämlich ein Scheidebrief nicht genüge, vielmehr sei auchdie Ḥaliça erforderlich, sage ich es etwa hinsichtlich der Aufhebung ihrer Gelübde!?",
"Wenn du aber willst, sage ich: R. Elea͑zar kann dir erwidern: stimmt dies denn nach R. Naḥman b. Jiçḥaq, es heißt ja nicht ‘[können sie] aufheben’, sondern ‘[kann er] aufheben’!? Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn er bereits vor Gericht gestanden und es ihr Unterhalt von ihm zugesprochenhat,",
"und zwar nach R. Pinḥas im Namen Rabas, denn R. Pinḥas sagte im Namen Rabas, jede Gelobende gelobe im Sinne ihres Ehemannes."
],
[
"vi,1 WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN GESTORBEN IST, UND DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE SEINE FRAU GENOMMEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTE FREI AUS ALS SCHWESTER DER FRAU UND DIE ANDERE ALS IHRE NEBENBUHLERIN. WENN ER AN SIE NUR DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER FREMDEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Nur wenn er an sie die Eheformel gerichtetat, wenn aber nicht, so kann [an der Fremden] auch die Schwagerehe vollzogen werden. R. Naḥman sagte: Dies lehrt, daß keine Gebundenheit bestehe, selbst bei einem Bruder.",
" WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE GESTORBEN IST, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN SEINE FRAU GENOMMEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO GEHT DIE ERSTEFREI AUS ALS SCHWESTER SEINER FRAU UND DIE ANDERE ALS IHRE NEBENBUHLERIN. WENN ER AN SIE NUR DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DER FREMDEN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Wozu ist dies weiter nötig, es ist ja dasselbe: wenn in jenem Falle, wo die Schwester seiner Frau Nebenbuhlerin der Fremden ist, die Fremde verboten ist, um wieviel mehr in diesem Falle, wo die Fremde Nebenbuhlerin der Schwester seiner Frau ist!? —",
"Der Autor hatte diesen zuerst gelehrt, während er hei jenem erlaubend zu entscheiden gedachte; später aber entschied er, sie auch in jenem Falle zu verbieten,",
"und lehrte ihn aus Bevorzugungzuerst. Die Mišna aber wich nicht von ihrem Platze.",
" WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN GESTORBEN IST, UND DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE SEINE FRAU GENOMMEN HAT, UND DARAUF DIE FRAU DES ANDEREN UND SPÄTER AUCH DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE GESTORBEN IST, SO IST SIE IHMFÜR IMMER VERBOTEN, WEIL SIE IHM EINE STUNDE VERBOTEN WAR.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt:ihr Schwager komme zu ihr, gleicht der Frau eines Bruders, die Kinder hat, und ist verboten. — Was lehrt er uns damit, es wurde ja bereits gelehrt, sie sei ihm für immer verboten, weil sie ihm eine Stunde verboten war!? —",
"Man könnte glauben, nur wenn sie nach dem ersten Zufallen für ihn nicht geeignet war, wenn sie aber nach dem ersten Zufallen für ihn geeignetwar, sei sie ihm erlaubt, so lehrt er uns. —",
"Aber auch dies wurde ja bereits gelehrt: wenn zwei Brüder mit zwei Schwestern verheiratet waren und einer von ihnen und darauf die Frau des anderen gestorben ist, so ist sie ihm für immer verboten, weil sie ihm eine Stunde verboten war!? —",
"Man könnte glauben, nur da, wo sie aus der Familie ganz verdrängtwurde, wenn sie aber aus der Familie nicht ganz verdrängtwurde, sei sie, da sie für den mit der Fremden verheirateten geeignet war, auch für den anderengeeignet, so lehrt er uns.",
" WENN VON DREI BRÜDERN ZWEI MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN UND EINER MIT EINER FREMDEN, UND EINER DER MIT EINER DER SCHWESTERN VERHEIRATETEN SICH VON SEINER FRAU GESCHIEDEN, WORAUF DER MIT DER FREMDEN VERHEIRATETE GESTORBEN IST, UND DER GESCHIEDENE DIESE GENOMMEN HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST DIES [DER FALL], HINSICHTLICH DESSEN SIE GESAGT HABEN, DASS, WENN SIE GESTORBEN ODER GESCHIEDEN WORDEN SIND, IHRE NEBENBUHLERINNEN ERLAUBT SIND.",
"GEMARA. Nur wenn zuerst geschieden und nachher gestorben, wenn aber zuerst gestorbenund nachher geschieden, so ist sie verboten. R. Aši sagte: Dies besagt, daß selbst bei zwei Brüdern eine Gebundenheit bestehe.",
"Gegen R. Aši ist ja ein Einwand zu erheben aus [der Schlußfolgerung] R. Naḥmans!? — R. Aši kann dir erwidern: auch wenn erdie Eheformel an sie nicht gerichtet hat, ist an der Fremden nur die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, und nur deshalb lehrt er den Fall, wenn er die Eheformel an sie gerichtet hat, um die Ansicht der Schule Šammajs auszuschließen; diese lehrt, die Eheformel erwirke eine"
],
[
"vollständige Aneignung, so lehrt er uns, daß dem nicht so ist. —",
"Gegen R. Naḥmanist ja ein Einwand zu erheben aus der Schlußfolgerung des R. Aši!? Wolltest du erwidern, auch wenn zuerst gestorben und nachher geschieden, sei die Nebenbuhlerinerlaubt: was schließen demnach [die Worte] ‘so ist dies’ aus!? — Sie schließen den Fall aus, wenn er sie genommen und sich nachher geschieden hat. —",
"Allerdings wenn er der Ansicht R. Jirmejas ist, welcher erklärte, es sei zu teilen, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht,",
"ein Autor sei der Ansicht, der Tod veranlasse das Zufallen, und ein Autor sei der Ansicht, die frühere Heirat veranlasse dies;",
"demnach schließen [die Worte] ‘so ist dies’ den Fall aus, wenn zuerst genommen und nachher geschieden; was aber schließen [die Worte] ‘so ist dies’ aus, wenn er der Ansicht Rabas ist, welcher erklärte, es sei derselbe Autor, und er lehre das eine und um so mehr das andere!? — Er ist notgedrungen der Ansicht R. Jirmejas. —",
"Allerdings schließen nach Raba, wenn er der Ansicht R. Ašisist, [die Worte] ‘so ist dies’ den Fall aus, wenn er ungeschieden gestorbenist, was aber schließen [die Worte] ‘so ist dies’ aus, wenn er der Ansicht R. Naḥmansist? — Er ist notgedrungen der Ansicht R. Ašis.",
" IST BEI JENEN ALLENDIE ANTRAUUNG ODER DIE SCHEIDUNG ZWEIFELHAFT, SO IST AN IHREN NEBENBUHLERINNEN DIE ḤALIÇA UND NIGHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. WIESO DIE ANTRAUUNG ZWEIFELHAFT? WENN ER IHR DIE ANTRAUUNGSURKUNDEZUGEWORFEN UND ES ZWEIFELHAFT IST, OB SIE IHM ODER IHR NÄHER WAR; DIES IST EINE ZWEIFELHAFTEANTRAUUNG.",
"WIESO DIE SCHEIDUNG ZWEIFELHAFT? WENN [DER SCHEIDEBRIEF] MIT SEINER HAND GESCHRIEBEN IST, JEDOCH KEINE ZEUGEN UNTERZEICHNET SIND, WENN ZEUGEN UNTERZEICHNET SIND, JEDOCH KEIN DATUM VORHANDEN IST, WENN EIN DATUM VORHANDEN IST, JEDOCH NUR EIN ZEUGE UNTERZEICHNET IST; DIES IST EINE ZWEIFELHAFTE SCHEIDUNG.",
"GEMARA. Weshalb lehrt er hinsichtlich der Scheidung nicht [den Fall], wenn es zweifelhaft ist, ob [der Scheidebrief]ihm oder ihr näher war!?",
"Rabba erwiderte: Diese Fraubefand sich in einem Zustande des Erlaubtseins für jedermann, und wegen des Zweifelswillst du sie als verboten erklären; du darfst sie wegen des Zweifelsnicht als verboten erklären.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte man doch auch hinsichtlich der Antraungsagen: diese Frau befand sichin einem Zustande des Erlaubtseins für den Schwager, und wegen des Zweifels willst du sie als verboten erklären; du darfst sie wegen des Zweifels nicht als verboten erklären!? —",
"Da erfolgt dies erschwerend. —",
"Es ist ja eine Erschwerung, die zu einer Erleichterung führt!? Es kann vorkommen, daß er sich [darauf] ihre Schwester zweifellos antraut,",
"oder daß ein Fremder sich diese zweifellos antraut, und da der Meister die Vollziehung der Schwagerehe an der Nebenbuhlerin verbietet, würde man sagen, die Antrauung der ersten sei gültig und die der anderen sei ungültig!? —"
],
[
"Da sie der Ḥaliça benötigt, so weiß man, daß diesnur eine Erschwerung ist. — Demnach sollte er diesauch hinsichtlich der Scheidung lehren und sie der Ḥaliça benötigen, und man würde dann wissen, daß dies nur eine Erschwerungist!? —",
"Wenn man sagt, daß an ihr die Ḥaliça vollzogen werde, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden. — Auch in jenem Falle könnte ja, da du sagst, an ihr werde die Ḥaliça vollzogen, an ihr auch die Schwager ehe vollzogen werden!? — Mag an ihr die Schwagerehe vollzogen werden; dabei ist nichts, da man sie bei ihrem bisherigen Zustandebelasse.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Wenn das Haus über ihm und der Tochter seines Bruderseingestürzt ist, und es nicht bekannt ist, wer von beiden zuerst gestorbenist, so ist an der Nebenbuhlerin die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Weshalb denn, auch hierbei sage man: diese Frau befand sich in einem Zustande des Erlaubtseinsfür jedermann, und wegen des Zweifels willst du sie als verboten erklären; du darfst sie wegen des Zweifels nicht als verboten erklären!?",
"Wolltest du erwidern, auch hierbei erfolge es erschwerend, so ist es ja eine Erschwerung, die zu einer Erleichterung führt, denn wenn du sagst, es sei an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!? — Bei der Scheidung, die häufig vorkommt, haben die Rabbanan eine Vorsorgegetroffen, beim Einstürze aber, der selten vorkommt, haben die Rabbanan keine Vorsorge getroffen.",
"Oder auch: bei der Scheidung, wo die Inzestuöse noch lebt, könnte man, wenn die Nebenbuhlerin der Ḥaliça benötigt, sagen, die Gelehrten hätten festgestellt, daß der Scheidebrief giltig war, und veranlaßt werden, an der Nebenbuhlerin die Schwagerehe zu vollziehen; aber können etwa die Gelehrten beim Einstürze festgestellt haben!? —",
"Wird dies etwa nicht auch von der Scheidung gelehrt, wir haben ja gelernt: Wenn sie auf öffentlichem Gebiete steht und er ihr einen Scheidebrief zuwirft, so ist sie, wenn er ihr näher ist, geschieden, und wenn er ihm näher ist, nicht geschieden, und wenn Hälftegegen Hälfte, geschieden und nicht geschieden.",
"Und auf die Frage, in welcher Hinsicht dies von Bedeutung sei, [wurde erwidert:] ist er Priester, so ist sie ihm verboten, und ist sie inzestuös, so benötigt ihre Nebenbuhlerin der Ḥaliça. Wir sagen nicht, wenn man sagt, daß an ihr die Ḥaliça vollzogen werde, könnte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!? —",
"Hierzu wurde ja gelehrt: Rabba und R. Joseph sagten beide, da handle es sich um zwei Zeugenpartien, von denen die eine bekundet, er sei ihr, und die andere bekundet, er sei ihm näher gewesen, wonach der Zweifel nach der Torabesteht; in unserer Mišna aber um eineZeugenpartie, wobei der Zweifel nur rabbanitisch ist. —",
"Woher, daß unsere Mišna von einer Zeugenpartie spricht? — Gleich der Antrauung; wie es sich bei der Antrauung um eine Zeugenpartie handelt, ebenso bei der Scheidung um eine Zeugenpartie. — Woher dies von der Antrauung selbst, daß es sich um eine Zeugenpartie handelt, vielleicht um zwei Zeugenpartien!? — Wenn es zwei Zeugenpartien sind, so mag ja an ihr die Schwagerehe vollzogenwerden, dabei ist nichts. —",
"Zeugen bekunden, daß die [Antrauungsurkunde] ihr näherwar, und du sagst, möge an ihr die Schwagerehe vollzogen werden, dabei sei nichts!? Ferner ist ja auch bei zwei Zeugenpartien der Zweifel nur rabbanitisch, denn man sage, zwei stehen gegenüber zwei, und die Frau verbleibe in ihrem bisherigen Zustande.",
"So war es bei den Gütern eines Irrsinnigen. Einst verkaufte ein Irrsinniger Güter, und zwei bekundeten, er habe sie verkauft, als er gesund war, und zwei andere bekundeten, er habe sie verkauft, als er irrsinnig war. Da entschied R. Aši, zwei stehen gegenüber zwei,"
],
[
"und das Grundstück verbleibe im Besitze des Irrsinnigen.",
"Vielmehr, erklärte Abajje. der Gefährte bekundetdies; was er von der Antrauung lehrt, gilt auch von der Scheidung, und was er von der Scheidung lehrt, gilt auch von der Antrauung.",
"Raba sprach zu ihm: Was bedeuten, wenn der Gefährte dies bekundet, [die Worte] ‘dies ist’!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, was von der Antrauung gilt, gilt auchvon der Scheidung, bei der Scheidung aber gibt es manches, was von der Antrauung nicht gilt. Das bei der Scheidung gebrauchte ‘dies ist’ ist nicht genau zu nehmen, und nur weil er bei der Antrauung ‘dies ist’ lehrt, lehrt er ‘dies ist’ auch bei der Scheidung. — Was schließen [die Worte] ‘dies ist’ bei der Antrauung aus? — Sie schließen das Datum aus, das bei der Antrauung fehlt. —",
"Weshalb haben sie bei der Antrauung kein Datum angeordnet? Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, es sei wegen des Fruchtgenusses[angeordnet worden], denn von der Verlobtensteht ihm der Fruchtgenuß nicht zu,",
"nach demjenigen aber, welcher sagt, wegen der Tochter seiner Schwester, sollte man doch ein Datum angeordnethaben!? —",
"Da manche die Antrauung mit einem Geldstückeund manche mit einer Urkunde vollziehen, so haben die Rabbanan kein Datum angeordnet.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Joseph, sprach zu R. Aši: Auch den Ankauf eines Sklaven vollziehen ja manche mit Geld und manche mit einer Urkunde, dennoch haben die Rabbanan ein Datum angeordnet!? — Dieser erfolgt meist durch Urkunde, jene aber meist durch ein Geldstück.",
"Wenn du aber willst, sage ich: weil es nicht möglich ist. Wie sollte man es machen: läßt man [die Urkunde] bei ihr, so kann sie [das Datum] streichen, läßt man sie bei ihm, so kann er, wenn es die Tochter seiner Schwester ist, siebegünstigen.",
"Und wollte man sie bei den Zeugen lassen, so mögen sie ja, wenn sie es wissen, kommen und bekunden, und [wissen] sie es nicht, so könnten sie in die Urkunde einsehen und bekunden, und der Allbarmherzige sagt: aus ihrem Munde, nicht aber aus einem Schriftstücke. —",
"Demnach sollte man dies auch bei der Scheidung berücksichtigen!? — Bei dieser ist [die Urkunde] zu ihrer Rettungda, bei jener aber zu ihrer Belastung.",
" WENN DREI BRÜDER DREI EINANDER FREMDE GEHEIRATET HABEN UND EINER VON IHNEN GESTORBEN IST, UND DARAUF DER ANDERE [AN DIE WITWE] DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT UND EBENFALLS GESTORBEN IST, SO IST AN IHNENDIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, \n",
"DENN ES HEISST:und einer von ihnen stirbt, so komme ihr Schwager zu ihr, DIE AN EINEN SCHWAGER GEBUNDEN IST, NIGHT ABER, DIE AN ZWEI SCHWÄGER GEBUNDEN IST. R. ŠIMO͑N SAGT, ER VOLLZIEHE DIE SCHWAGEREHE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN UND DIE ḤALIÇA AN DER ANDEREN.",
"GEMARA. Wenn nach der Tora [auch] bei zwei Schwägern eine Gebundenheit besteht, so sollten sie auch der Ḥaliça nicht benötigen!? — Vielmehr, nur rabbanitisch, und hierbei ist berücksichtigt worden, man könnte sagen, daß an zwei aus einer Familiekommenden Schwägerinnen die Schwagerehe zu vollziehen sei. —",
"Soll er doch an der einendie Schwagerehe und an der anderen die Ḥaliça vollziehen!? — Mit Rücksicht darauf, man könnte sagen, es sei ein Haus, teilweise errichtet"
],
[
"und teilweise niedergerissen. —",
"Mag man doch sagen!? — Wenn er zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça vollzieht, ist dem auch so,",
"zu berücksichtigen ist aber, er könnte zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen; er würde dann [die Worte] der nicht errichtet übertreten, denn der Allbarmherzige sagt damit, sobald er nicht errichtet hat, dürfe er nicht mehr errichten.",
"Raba sagte: Hat erihr auf die Eheformel einen Scheidebriefgegeben, so ist ihre Nebenbuhlerin erlaubt; sie selbst aber ist verboten, da man sie mit der Empfängerin eines Scheidebrief esverwechseln könnte.",
"Manche lesen: Raba sagte: Hat er ihr auf die Eheformel einen Scheidebrief gegeben, so ist sogar sie selber erlaubt, denn was er an ihr getan hat, nahm er zurück.",
" WENN ZWEI BRÜDER MIT ZWEI SCHWESTERN VERHEIRATET WAREN, UND EINER VON IHNEN UND DARAUF DIE FRAU DES ANDEREN GESTORBEN IST, SO IST IHM DIESE FÜR IMMER VERBOTEN, WEIL SIE IHM EINE STUNDE VERBOTEN WAR.",
"GEMARA. Selbstverständlich, wenn sie in jenem Falle, wo sie aus seiner Familie nicht vollständig verdrängt war, verboten ist, um wieviel mehr hierbei, wo sie aus seiner Familievollständig verdrängt war!? — Der Autor hatte diesen Fall zuerst gelehrt, während er bei jenem erlaubend zu entscheiden gedachte; später aber entschied er verbietend und lehrte ihn aus Bevorzugungzuerst; die Mišna aber wich nicht von ihrem Platze.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat er ihrbeigewohnt, so ist er schuldig wegen der Frau seines Brudersund wegen der Schwester seiner Frau — so R. Jose. R. Šimo͑n sagt, er sei nur wegen der Frau seines Bruders schuldig. Es wird ja aber gelehrt: R. Šimo͑n sagt, er sei nur wegen der Schwester seiner Frau schuldig!? —",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, und das andere, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratethat. —",
"Soll doch nach R. Šimo͑n in dem Falle, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratet hat, da das Verbot der Schwester seiner Frau nicht Platz greift, an ihr die Schwagerehe vollzogen werden!? —",
"R. Aši erwiderte: Das Verbot der Schwester seiner Frau befindet sich in der Schwebe, sodaß, wenn das Verbot der Frau seines Bruders beseitigt wird, das Verbot der Schwester seiner Frau Platz greift; es schwindet daher nicht. —",
"Ist R. Jose denn der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, es wird ja gelehrt: Wenn jemand ein Verbot, das mit zwei Todesstrafen belegtist, begangen hat, so wird er mit der schwererenbestraft; R. Jose sagt, mit der zuerst platzgreifenden.",
"Ferner wird gelehrt: Wieso wird er nach R. Jose mit der zuerst platzgreifenden bestraft? War sie zuerst seine Schwiegermutter und nachher Ehefrau, so wird er wegen [der Beiwohnung] seiner Schwiegermutter bestraft, und war sie zuerst Ehefrau und nachher seine Schwiegermutter, so wird er wegen [der Beiwohnung] einer Ehefraubestraft."
],
[
"R. Abahu erwiderte: R. Jose pflichtet bei einem weitergehenden Verbote bei. —",
"Allerdings in dem Falle, wenn zuerst der Überlebende und nachher der Verstorbene geheiratet hat, denn das Verbot ist in bezug auf die Brüder erweitert worden, und dadurch auch ihm gegenüber,",
"wieso aber ist das Verbot erweitert worden in dem Falle, wenn zuerst der Verstorbene und nachher der Überlebende geheiratethat!?",
"Wolltest du erwidern: weil dadurch all ihre Schwestern verboten wordensind, so ist dies ja ein einbegreifendesVerbot!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, es wird ihm angerechnet, als hatte er zwei Verbotebegangen, schuldig aber ist er nur wegen eines. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, es werde ihm angerechnet, als hätte er zwei [Verbote] begangen, schuldig aber ist er nur wegen eines. — In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? — Daß man ihn bei den gänzlich Gottlosenbegrabe.",
"Hierüber wurde auch folgender Streit gelehrt: Wenn ein Gemeiner am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat, so ist er, wie R. Ḥija sagt, zweimalschuldig, und wie Bar Qappara sagt, nur einmal schuldig. R. Ḥija sprang auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: zweimal. Hierauf sprang Bar Qappara auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: einmal.",
"Da begann R. Ḥija zu deduzieren: [Die Arbeit] am Šabbath ist jedem verboten, und wenn sie im Tempel den Priestern erlaubt worden ist, so ist sie nur Priestern und nicht Gemeinenerlaubt worden. Hierbei liegt somit [Dienst eines] Gemeinen und [Entweihung des] Šabbaths vor. Hieraus begann Bar Qappara zu deduzieren: [Die Arbeit] am Šabbath ist jedem verboten, im Tempel aber ist sie erlaubtworden. Hierbei liegt somit nur [Dienst eines] Gemeinen vor.",
"Wenn ein Gebrechenbehafteterden Tempeldienst in Unreinheit verrichtet hat, so ist er, wie R. Ḥija sagt, zweimal schuldig, und wie Bar Qappara sagt, nur einmal schuldig. R. Ḥija sprang auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: zweimal. Hierauf sprang Bar Qappara auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: einmal.",
"Da begann R. Ḥija zu deduzieren: [Der Dienst] ist in Unreinheit jedem verboten, und wenn es im TempelGebrechenfreien erlaubt worden ist, so ist er nur Gebrechenfreien und nicht Gebrechenbehafteten erlaubt worden. Hierbei liegt somit Gebrechenhaftigkeit und Unreinheit vor. Hierauf begann Bar Qappara zu deduzieren: [Der Dienst] in Unreinheit ist jedem verboten, im Tempel aber ist er erlaubtworden. Hierbei liegt somit nur Gebrechenhaftigkeit vor.",
"Wenn ein Gemeiner Abgekniffenesgegessen hat, so ist er, wie R. Ḥija sagt, zweimal schuldig, und wie Bar Qappara sagt, nur einmal schuldig. R. Ḥija sprang auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: zweimal. Hierauf sprang Bar Qappara auf und schwor: Beim Kult, so habe ich es von Rabbi gehört: einmal.",
"Da begann R. Ḥija zu deduzieren: Aas ist jedem verboten, und wenn es im Tempel Priestern erlaubt worden ist, so ist es nur den Priestern und nicht Gemeinen erlaubtworden. Hierbei liegt somit Gemeinen [Verbotenes]und Abgekniffenes vor. Hierauf begann Bar Qappara zu deduzieren: Aas ist jedem verboten, im Tempel aber ist es erlaubtworden. Hierbei liegt somit nur Gemeinen [Verbotenes] vor. —"
],
[
"Worin besteht ihr Streit? — [Sie streiten] über das einbegreifende Verbot nach R. Jose. R. Ḥija ist der Ansicht, nach R. Jose sei man wegen des einbegreifenden Verbotes zweimal schuldig, und Bar Qappara ist der Ansicht, man sei nur einmal schuldig. —",
"Wieso ist es hierbei ein einbegreifendes Verbot? Allerdings bei einem Gemeinen: vorher war ihm die Arbeit erlaubt und der Tempeldienst verboten, und durch das Hinzukommen des Šabbaths ist ihm die Arbeit verboten worden, somit auch der Tempeldienst.",
"Desgleichen beim Gebrechenbehafteten: vorher war ihm das Essenerlaubt und der Tempeldienst verboten, und durch das Hinzukommen der Unreinheit ist ihm das Essen verboten worden, somitauch der Tempeldienst. Beim Abgekniffenen aber tritt ja das Verbot gleichzeitigund nicht einbegreifend ein!? —",
"Vielmehr, sie streiten über die gleichzeitig eintretendenVerböte nach R. Jose. R. Ḥija ist der Ansicht, nach R. Jose sei man wegen gleichzeitig eintretender Verbote zweimal schuldig, und Bar Qappara ist der Ansicht, man sei nur einmal schuldig. —",
"Wieso treten hierbei die Verbote gleichzeitig ein? — Beim Gemeinen, der am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat, wenn er an diesem Šabbath zwei Haare bekommenhat; [Dienst eines] Gemeinen und [Entweihung des] Šabbathstreten gleichzeitig ein.",
"Desgleichen beim Gebrechenbehafteten, wenn er während der Unreinheit zwei Haare bekommen hat; Gebrechenschaft und Unreinheittreten gleichzeitig ein. Oder auch, wenn er sich den Finger mit einem unreinen Messer abgeschnitten hat. —",
"Allerdings ist nach R. Ḥija zu erklären, Rabbi habe ihn nach R. Jose und Bar Qappara nach R. Šimo͑n gelehrt, nach Bar Qappara abermüßte ja R. Ḥija falsch [geschworen] haben!? —",
"Vielmehr, sie streiten über gleichzeitig eintretende Verbote nach R. Šimo͑n. — Allerdings schwor R. Ḥija, um die Ansicht R. Šimo͑ns aus ihrer Festigkeitzu bringen, wozu aber brauchte Bar Qappara zu schwören!? — Ein Einwand. —",
"Allerdings ist nach Bar Qappara zu erklären, Rabbi habe ihn nach R. Šimo͑n und R. Ḥija nach R. Jose gelehrt, nach R. Ḥija abermüßte ja Bar Qappara falsch [geschworen] haben!? —",
"R. Ḥija kann dir erwidern. Rabbi lehrte es hinsichtlich zweierFälle, daß man freisei,"
],
[
"und zwar bei einem einbegreifenden Verbote, nach R. Šimo͑n; Bar Qappara aber kannte auch den Fall, wenn ein Gemeiner Abgekniffenes gegessen hat, und da er jenen gleicht, fügte er ihn hinzu. Als er später darüber nachdachte, fand er, daß bei diesem nur Gleichzeitigkeit vorkommen könne,",
"und folgerte: wie bei diesem gleichzeitig, ebenso bei jenem gleichzeitig, und wie man bei jenem frei ist, ebenso ist man bei diesem frei.",
"Man wandte ein: Wenn ein Gemeiner am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat, oder wenn ein Gebrechenbehafteter den Tempeldienst in Unreinheit verrichtet hat, so liegt hierbei [Dienst eines] Gemeinen und [Entweihung des] Šabbaths vor, beziehungsweise Gebrechenhaftigkeit und Unreinheit — so R. Jose. R. Šimo͑n sagt, hierbei liege nur [Dienst eines] Gemeinen beziehungsweise Gebrechenhaftigkeit vor. Der Fall vom Abgekniffenen ist fortgelassen.",
"Wegenwessen: wenn wegen des R. Jose, so ist man ja nach ihm sogar bei einem einbegreifenden Verbote zweimal schuldig, und um so mehr bei Gleichzeitigkeit; doch wohl wegen des R. Šimo͑n, wonach man nach ihm nur bei einem einbegreifenden Verbote frei ist, bei Gleichzeitigkeit aber schuldig!? Dies ist eine Widerlegung Bar Qapparas. Eine Widerlegung.",
"«Wenn ein Gemeiner am Šabbath den Tempeldienst verrichtet hat.» Wodurch, wenn durch das Schlachten, so ist ja das Schlachten eines Gemeinen gültig, wenn durch die Blutaufnahme und das Hinbringen, so ist dies ja nur ein Umhertragen,",
"und wenn durch das Aufräuchern, so sagte ja R. Jose, das Feueranzünden sei nur wegen des Verbotes herausgegriffenworden!?",
"R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Durch das Schlachten des Farren des Hochpriesters, nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, das Schlachten des Farren des Hochpriesters durch einen Gemeinen sei ungültig. — Wieso demnach nur ein Gemeiner, dies gilt ja auch von einem gemeinen Priester!? — Er meint einen, der diesbezüglich Gemeinerist.",
"R. Aši wandte ein: Er spricht ja weder von Sündopfern noch von Übertretungen, sondern nur von verbotenen Handlungen!? — Dies ist von Bedeutung, ob man ihn bei den schweren Frevlern begrabe.",
"x WENN ZWEI SICH ZWEI FRAUEN ANGETRAUT UND BEIM EINTRITT UNTER DEN TRAUBALDACHIN DIESE MIT EINANDER VERTAUSCHT HABEN, SO SIND SIE WEGEN [BEIWOHNUNG] EINES EHEWEIBES SCHULDIG; SIND ES BRÜDER, AUCH WEGEN DER FRAU SEINES BRUDERS; SIND ES SCHWESTERN, AUCH WEGEN DER SCHWESTER SEINER Frau; WAREN SIE MENSTRUIERENDE, AUCH WEGEN EINER MENSTRUIERENDEN.",
"MAN LASSE SIE DREI MONATE GETRENNT BLEIBEN, WEIL SIE VIELLEICHT SCHWANGER SIND; SIND ES MINDERJÄHRIGE UND NICHT GEBURTSFÄHIG, SO LASSE MAN SIE SOFORT ZURÜCKKEHREN, SIND ES PRIESTERSTÖCHTER, SO SIND SIE FÜR DIE HEBE UNGEEIGNET.",
"GEMARA. ‘Vertauscht haben’, sprechen wir denn von Frevlern!? Und wieso lehrte ferner R. Ḥija, daß es hierbeisechzehn Sündopfer sind, ist denn bei Vorsatz ein Sündopferdarzubringen!? — Lies: vertauscht worden sind.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn sie minderjährig und nicht geburtsfähig sind, man sie sofort zurückkehren lasse; sind sie denn bei Vorsatz [ihren Männern] erlaubt!? — Das ist kein Einwand, die Verführung einer Minderjährigen ist Notzucht, und die Genotzüchtigte ist einem Jisraéliten erlaubt.",
"Vielmehr, er lehrt, daß man sie drei Monate getrennt bleiben lasse, weil sie vielleicht schwanger sind, wonach sie, wenn sie nicht schwanger sind, erlaubt sind: sind sie denn bei Vorsatz erlaubt!? Hieraus ist somit zu schließen, daß es ‘vertauscht worden sind’ heiße. Schließe hieraus."
],
[
"Wer ist der Autor, nach welchem das einbegreifende, das weitergehende und das gleichzeitig erfolgte VerbotGeltung haben?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Mancher ist wegen eines Essens vier Sündopfer und ein Schuldopfer schuldig:",
"wenn ein Unreiner am Versöhnungstage von Opfern zurückgebliebenen Talg gegessen hat.",
"R. Meír sagt, wenn es am Šabbath erfolgt ist und er ihn im Munde hinausgebracht hat, so ist er auch dieserhalbschuldig.",
"Man erwiderte ihm: Dies fällt nicht unter diesenNamen. Nach wessen Ansichtlehrte es R. Meír: wenn nach R. Jehošua͑, so sagt er ja, daß, wenn jemand sich hinsichtlich eines Gebotes geirrthat, er frei sei!? — Vielmehr, nach R. Elie͑zer.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich nach R. Jehošua͑, denn nur in jenem Falle von den Kindern, wobei die Zeit drängt, sagt R. Jehošua͑, daß, wenn er sich hinsichtlich eines Gebotes geirrt hat, er frei sei, nicht aber hierbei, wo die Zeit nicht drängt. —",
"Auch bei der Hebe drängt ja die Zeit nicht, dennoch ist man nach ihm frei!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn [ein Priester] Hebe gegessen hat, und es bekannt wird, daß er der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluçaist, so ist er nach R. Elie͑zer zum Ersatz des Grundwertes und des Fünftelsverpflichtet und nach R. Jehošua͑ frei. —",
"Hierzu wird gelehrt: R. Bebaj b. Abajje erklärte, hier werde von Hebe am Vorabend des Pesaḥfestesgelehrt, wo die Zeit drängt.",
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn die Verbotein Tateinheit erfolgt sind, [auch] nach R. Šimo͑n. —",
"Allerdings können siealle [gleichzeitig] erfolgen, wenn die eineneinen Vertreter bestellt habenund die anderen einen Vertreter bestellt haben, und die Vertreter zusammengetroffensind, wieso aber die Menstruation!?",
"R. A͑mram erwiderte im Namen Rabhs: Wenn sie den Fluß hatten an der Wende des dreizehnten Lebensjahres jener, wo jene strafmündig werden, und der Wende ihres eigenen zwölften Lebensjahres, wo sie selber strafmündig werden.",
"MAN LASSE &C. GETRENNT. Eine Frau wird ja nicht durch den ersten Beischlaf schwanger!? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abahu: Wenn sie den Beischlaf vollzogen und ihn wiederholt haben. — Wieso lehrte demnach R. Ḥija, es seien sechzehn Sündopfer, es sind ja zweiunddreißig!? —",
"Auch nach deiner Auffassung sind es ja, da man nach R. Elie͑zer wegen jedes Stoßesbesonders schuldig ist, bedeutend mehr!? Du mußt also erklären, er spreche nur vom ersten Stoße, ebenso spricht er nur vom ersten Beischlaf.",
"Raba sprach zu R. Naḥman:"
],
[
"Tamar war ja durch den ersten Beischlaf schwangergeworden!? Dieser erwiderte: Tamar rieb sichmit dem Finger. R. Jiçḥaq sagte nämlich: All diejenigen im Hause Rabbis, die sich [mit den Fingern] rieben, nannte man Tamar; und zwar nannte man sie so nach jener Tamar, die sich mit dem Finger rieb. — E͑r und Onan waren ja [vorher]!? — E͑r und Onan vollzogen den Beischlaf widernatürlich.",
"Man wandte ein: Während der ganzen vierundzwanzig Monatedresche man innen und streue außen — So R. Elie͑zer. Man erwiderte ihm: Dies gleicht ja dem Verfahren von E͑r und Onan. —",
"Gleich dem Verfahren von E͑r und Onan, und nicht gleich dem Verfahren von E͑r und Onan. Gleich dem Verfahren von E͑r und Onan, denn es heißt:und wenn er zum Weibe seines Bruders kam, verschwendete er es zur Erde; nicht gleich dem Verfahren von E͑r und Onan, denn dieses geschah widernatürlicherweise, hierbei aber auf natürliche Weise. —",
"Allerdings heißt es von Onan:verschwendete er es zur Erde, woher dies aber von E͑r? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißtund er tötete auch ihn, auch er starb an derselben Todesursache. — Allerdings tat dies Onan, weil er wußte, daß der Same nicht sein eigen sein sollte, weshalb aber tat dies E͑r? — Damit sie nicht schwanger werde und ihre Schönheit abnehme.",
"Die Rabbanan lehrten:Mit der, ausgenommen die Braut — so R. Jehuda; die Weisen sagen, ausgenommen widernatürlicherweise. Hon, Sohn des R. Naḥman, sprach zu R. Naḥman: R. Jehuda wäre demnach der Ansicht, die Tora habe die Kosmetikader Braut geschont? Dieser erwiderte: Weil ein Weib durch den ersten Beischlaf nicht schwanger wird. —",
"Worin besteht ihr Streit? — Die Rabbanan erklären: Samenerguß, ausgenommen die Anschmiegung, mit ihr, ausgenommen widernatürlicherweise. R. Jehuda erklärt: Widernatürlichkeit und Anschmiegung sind durch [das Wort] Samenerguß auszuschließen, und [die Worte] mit der schließen die Braut aus.",
"Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: [Eine Frau], die zehn Jahre ohne Mann geweilt und wiederum geheiratet hat, gebiert nicht mehr. R. Naḥman sagte: Dies nur, wenn sie nicht mehr zu heiraten gedachte, wenn sie aber wiederum zu heiraten gedachte, wird sie wohl schwanger. Raba sprach zu der Tochter R. Ḥisdas: Die Rabbanan redenüber dich. Diese erwiderte: Ich rechnete auf dich.",
"Einst kam eine Frau zu R. Joseph und sprach zu ihm: Meister, ich war zehn Jahre ohne Mann und habe darauf geboren. Dieser erwiderte ihr: Meine Tochter, diskreditiere nicht die Worte der Weisen. Da sprach sie: Ein Nichtjude beschlief mich.",
"Šemuél sagte: Sie allemüssen drei Monatewarten, ausgenommen die minderjährige Proselytin und die befreite Sklavin. Demnach muß eine minderjährige Jisraélitin drei Monate warten.",
"Wieso: wenn durch Weigerung, so sagte ja Šemuél, es sei nicht erforderlich, und wenn durch Scheidebrief, so sagte dies Šemuél bereits einmal!? Šemuél sagte nämlich: Erklärte sie ihm die Weigerung, so braucht sie keine drei Monate zu warten, gab er ihr einen Scheidebrief, so muß sie drei Monate warten. — Vielmehr, beim außerehelichenBeischlaf."
],
[
"und zwar haben die Rabbanan bei der Minderjährigendie Großjährige berücksichtigt. —",
"Berücksichtigen wir denn bei der Minderjährigen die Großjährige, wir haben ja gelernt, daß, wenn sieminderjährig und nicht geburtsfähig sind, man sie sofort zurückkehren lasse!? R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Eswar eine Entscheidung für einen besonderen Fall. — Demnach ereignete sich dies!? — Vielmehr, gleich einer Entscheidung für einen besonderen Fall, weil das Vertauschen ungewöhnlichist.",
"Eine andere Lesart lautet wie folgt: Šemuél sagte: Sie alle müssen drei Monate warten, ausgenommen die großjährige Proselytin und die freigelassene Sklavin. Demnach braucht eine minderjährige Jisraélitin keine drei Monate zu warten. Wieso: wenn durch Weigerung, so sagte dies Šemuél bereits einmal, und wenn durch einen Scheidebrief, so sagte ja Šemuél, sie müsse es!? Šemuél sagte nämlich: Erklärte sie ihm die Weigerung, so braucht sie keine drei Monate zu warten, gab er ihr einen Scheidebrief, so muß sie drei Monate warten. — Vielmehr, beim außerehelichen Beischlaf, denn bei einer Minderjährigen ist der außereheliche Beischlaf ungewöhnlich. —",
"Bei der Proselytin und der freigelassenen Sklavin ist ja der außereheliche Beischlaf nicht ungewöhnlich, somit sollte man es bei ihnen anordnen!? — Er ist der Ansicht R. Joses. Es wird nämlich gelehrt: Eine Proselytin, eine Gefangene oder eine Sklavin, die ausgelöst worden ist, sich bekehrt hat, oder freigelassen wurde, müssen drei Monate warten — so R. Jehuda; R. Jose erlaubt ihnen, sich sofort zu verloben und zu verheiraten. Rabba sagte: Folgendes ist der Grund R. Joses: er ist der Ansicht, eine Frau verwende beim Huren Watte, damit sie nicht schwanger werde.",
"Abajje sprach zu ihm: Allerdings ist eine Proselytin, da sie sich zu bekehren beabsichtigt, vorsichtig, um zwischen dem in Heiligkeit gesäeten Samen und dem nicht in Heiligkeit gesäeten Samen zu trennen, ebenso sind die Gefangene und die Sklavin vorsichtig, sobald sie [ihre Freilassung] von ihrem Herrn erfahren, wieso aber diejenige, die wegen Zahn und Auge frei ausgeht!?",
"Wolltest du erwidern, R. Jose pflichtete bei Unvorhergesehenem bei, so wird ja gelehrt, daß die Genotzüchtigte und Verführte, wie R. Jehuda sagt, drei Monate warten müssen, und nach R. Jose sich sofort verloben und verheiraten dürfen!?",
"Vielmehr erwiderte Abajje, wenn eine Frau hurt, so dreht sie sich um, damit sie nicht schwanger werde. — Und jener!? — Man berücksichtige, sie hat sich vielleicht nicht gut umgedreht.",
"SIND ES PRIESTERSTÖCHTER &C. Nur Priesterstöchter und nicht Jisraélitinnen!? — Lies: sind es Priestersfrauen. — Nur Priestersfrauen und nicht Jisraélitenfrauen!?",
"R. A͑mram sagte ja, folgendes habe R. Šešeth gesagt und ihnen die Augen durch eine Mišna erleuchtet: Wenn die Frau eines Jisraélitengenotzüchtigt wurde, so ist sie, obgleich sie ihrem Manne erlaubt ist, für den Priesterstand untauglich.",
"Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: Wenn sie Priesterstöchter und mit Jisraéliten verheiratet sind, so sind sie auch im Elternhause für die Hebe ungeeignet."
],
[
"WENN JEMAND AN SEINER SCHWÄGERIN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, UND ES SICH ERGIBT, DASS SIE SCHWANGER WAR, UND SIE GEBIERT, SO SIND, WENN DAS KIND LEBENSFÄHIG IST, IHM IHRE VERWANDTEN UND IHR SEINE VERWANDTEN ERLAUBT, AUCH HAT ER SIE FÜR DEN PRIESTERSTAND NICHT UNTAUGLICH GEMACHT;\n",
"IST DAS KLND NICHT LEBENSFÄHIG, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND IHR SEINE VERWANDTEN VERBOTEN, AUCH HAT ER SIE FÜR DEN PRIESTERSTAND UNTAUGLICH GEMACHT.",
"ii WENN JEMAND SEINE SCHWÄGERIN GENOMMEN HAT, UND ES SICH ERGIBT, DASS SIE SCHWANGER WAR, UND SIE GEBIERT, SO MUSS ER SIE, WENN DAS KIND LEBENSFÄHIG IST, ENTFERNEN, AUCH SIND SIE ZU EINEM SÜNDOPFER VERPFLICHTET;\n",
"IST DAS KIND NICHT LEBENSFÄHIG, SO BEHALTE ER SIE.",
"IST ES ZWEIFELHAFT, OB ES EIN NEUNMONATSKIND VOM ERSTEN ODER EIN SIEBENMONATSKIND VOM ANDEREN IST, SO MUSS ER SIE ENTFERNEN, DAS KIND IST UNBEMAKELT, UND SIE SIND ZU EINEM SCHWEBESCHULDOPFER VERPFLICHTET.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Wenn jemand die Ḥaliça an einer Schwangeren vollzogen und sie abortiert hat, so benötigt sie, wie R. Joḥanan sagt, nicht der Ḥaliça von den Brüdern, und wie Reš Laqiš sagt, der Ḥaliça von den Brüdern.",
"R. Joḥanan sagt, sie benötige nicht der Ḥaliça von den Brüdern, denn die Ḥaliça einer Schwangeren heißt Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heißt Beiwohnung. Reš Laqiš sagt, sie benötige der Ḥaliça von den Brüdern, denn die Ḥaliça einer Schwangeren heißt nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heißt nicht Beiwohnung. —",
"Worauf beruht ihr Streit? — Wenn du willst, sage ich: auf einem Schriftverse, und wenn du willst, sage ich: auf einem Vernunftgrunde.",
"Wenn du willst, sage ich, auf einem Vernunftgrunde. R. Joḥanan ist der Ansicht, wenn [der Prophet] Elijahu kommen und sagen würde, die Schwangere werde abortieren, müßte ja an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe vollzogen werden, und in diesem Falle hat sich dies nachträglich ergeben;",
"Reš Laqiš aber sagt. die nachträgliche Entscheidung sei nicht rückwirkend.",
"Wenn du willst, sage ich, auf einem Schriftverse. R. Joḥanan ist der Ansicht, der Allbarmherzige sagt:und einen Sohn hat er nicht, und er hat keinen; Reš Laqiš aber erklärt: und einen Sohn hat er nicht, man forsche nach.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so sind ihm ihre Verwandten und ihr seine Verwandten verboten, auch hat er sie für den Priesterstand untauglich gemacht. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße Ḥaliça, daß er sie untauglich gemacht hat; wieso aber hat er sie nach deiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça, für den Priesterstand untauglich gemacht!?",
"Dieser erwiderte: Rabbanitisch, nur als Erschwerung.",
"Manche lesen: Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so sind ihm ihre Verwandten und ihr seine Verwandten verboten, auch hat er sie für den Priesterstand untauglich gemacht. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça, daß er erschwerend lehrt, er habe sie für den Priesterstand untauglich gemacht, nicht aber, sie benötige nicht der Ḥaliça von den Brüdern;",
"nach deiner Ansicht aber sollte er doch lehren, sie benötige nicht der Ḥaliça von den Brüdern!? — Dem ist auch so; da er aber im Anfangsatze lehrt, er habe sie nicht untauglich gemacht, lehrt er entsprechend im Schlußsatze, er habe sie untauglich gemacht.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so behalte er sie. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heiße Beiwohnung, daß er lehrt: so behalte er sie;",
"nach deiner Ansicht aber, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heiße nicht Beiwohnung, sollte es doch heißen: so wiederhole er die Beiwohnung und behalte sie!? — Unter behalten ist zu verstehen, er wiederhole die Beiwohnung und behalte sie; es ist unerläßlich.",
"Manche lesen: Reš Laqiš wandte gegen R. Joḥanan ein: Ist das Kind nicht lebensfähig, so behalte er sie. Einleuchtend ist es nach meiner Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heiße nicht Beiwohnung, daß er lehrt: so behalte er sie, er wohne ihr wiederum bei und behalte sie, es ist unerläßlich;",
"nach deiner Ansicht aber sollte es doch heißen: wenn er will, entferne er sie, und wenn er will, behalte er sie!? — Dem ist auch so; da er aber im Anfangsatze lehrt, er entferne sie, lehrt er entsprechend im Schlußsatze, er behalte sie.",
"Man wandte ein: Wenn jemand seine Schwägerin genommen hat, und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist. — Im Gegenteil, wenn das Kind lebensfähig ist, ist ja die Nebenbuhlerin entbunden!? — Lies vielmehr: weil das Kind viel leicht nicht lebensfähig ist. —",
"Weshalb darf, wenn du sagst, die Beiwohnung einer Schwangeren heiße Beiwohnung, die Nebenbuhlerin nicht heiraten, sie sollte doch durch die Beiwohnung ihrer Gefährtin entbunden sein!?",
"Abajje erwiderte: Hinsichtlich der Beiwohnung stimmen alle überein, daß sie nicht entbinde, sie streiten nur über die Ḥaliça.",
"R. Joḥanan ist der Ansicht, die Ḥaliça einer Schwangeren heiße Ḥaliça, die Beiwohnung einer Schwangeren aber heiße nicht Beiwohnung, und Reš Laqiš ist der Ansicht, weder heiße die Beiwohnung einer Schwangeren Beiwohnung, noch heiße die Ḥaliça einer Schwangeren Ḥaliça.",
"Raba sprach zu ihm: Wie du es nimmst: heißt die Beiwohnung einer Schwangeren Beiwohnung, so heißt auch die Ḥaliça einer Schwangeren Ḥaliça; und heißt die Beiwohnung einer Schwangeren nicht Beiwohnung, so heißt auch die Ḥaliça einer Schwangeren nicht Ḥaliça, denn wir wissen,"
],
[
"wer zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça heran, und wer nicht zur Schwagerehe herankommt, kommt auch nicht zur Ḥaliça heran.",
"Vielmehr, erklärte Raba, ist dies wie folgt zu verstehen: wenn jemand seine Schwägerin genommen hat, und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist. Die Beiwohnung einer Schwangeren heißt nicht Beiwohnung und die Ḥaliça einer Schwangeren heißt nicht Ḥaliça; und das Kind entbindet sie erst dann, wenn es zur Welt gekommenist.",
"Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Wenn jemand seine Schwägerin genommen hat, und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist, sodaß dann nicht die Beiwohnung oder die Ḥaliça sie entbindet, sondern das Kind, und das Kind entbindet sie erst dann, wenn es zur Welt gekommen ist. —",
"Nur aus dem Grunde, weil das Kind vielleicht lebensfähig ist, wenn aber das Kind nicht lebensfähig ist, ist ihre Nebenbuhlerin entbunden; dies wäre somit eine Widerlegung des Reš Laqiš!? —",
"Reš Laqiš kann dir erwidern: er meint es wie folgt: wenn jemand seine Schwägerin genommen hat und es sich ergibt, daß sie schwanger war, so darf ihre Nebenbuhlerin nicht heiraten, weil das Kind vielleicht nicht lebensfähig ist, und die Ḥaliça einer Schwangeren heißt nicht Ḥaliça und die Beiwohnung einer Schwangeren heißt nicht Beiwohnung.",
"Wenn du aber einwendest, man sollte sich nach den meisten Frauen richten, und die meisten Frauen gebären lebensfähige Kinder, so [ist zu erwidern,] das Kind entbinde sie erst dann, wenn es zur Welt gekommen ist.",
"R. Elea͑zar sprach: Ist es denn möglich, es bestehe eine Lehre des Reš Laqiš, ohne daß wir dies in einer Mišna gelernt, haben sollten!? Als er hinausging, dachte er nach und fand es. Wir haben gelernt: Wenn man einer Frau, deren Mann und Nebenbuhlerin nach dem Überseelande ausgereist sind, berichtet, ihr Mann sei gestorben, so darf sie nicht eher heiraten oder die Schwagerehe eingehen, als bis sie erfahren hat, ob ihre Nebenbuhlerin nicht schwangerist.",
"Erklärlich ist es, daß an ihr die Schwagerehe nicht vollzogen werdendarf, weil das Kind lebensfähig sein und [der Schwager] somit auf das nach der Tora bestehende Verbot der Frau seines Bruders stoßen kann, weshalb aber darf an ihr die Ḥaliça nicht vollzogen werden!? Allerdings nicht innerhalb neun Monaten die Ḥaliça vollziehen und innerhalb neun Monaten auch heiraten, wegen des Zweifels,",
"aber die Ḥaliça kann ja innerhalb neun Monaten vollzogen werden, und sie nach neun Monaten heiraten!? —",
"Auch nach deiner Auffassung kann ja die Ḥaliça und die Heirat nach neun Monaten erfolgen!?",
"Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen. Abajje b. Abba und R. Ḥenana b. Abajje erklärten nämlich beide: Vielleicht ist das Kind lebensfähig, sodann benötigst du sie einer Bekanntmachung inbetreff des Priesterstandes. —",
"Benötige man sie doch!? — Wer bei der Ḥaliça und nicht bei der Bekanntmachung zugegen war, könnte glauben, man habe eine Ḥaluça für den Priesterstand erlaubt.",
"Abajje erwiderte: Es heißt ja nicht: nicht die Ḥaliça oder die Schwagerehe vollzogen werden, sondern: nicht heiraten oder die Schwagerehe eingehen, ohne Ḥaliça; ist aber an ihr die Ḥaliça vollzogen worden, so ist esihr erlaubt. Übereinstimmend mit Reš Laqiš wurde gelehrt:",
"Wenn jemand die Ḥaliça an einer Schwangeren vollzogen und sie abortiert hat, so benötigt sie der Ḥaliça von den Brüdern.",
"Raba sagte: Bei drei Lehren ist die Halakha nach Reš Laqiš zu entscheiden. Eine ist die, von der wir gesprochen haben. Eine bezieht sich auf das, was wir gelernt haben: Wenn jemand seine Güter mündlichverteilt, und dabei einemmehr und dem anderen weniger oder dem Erstgeborenen einen gleichen Anteilzuteilt, so sind seine Worte gültig;",
"sagte er: als Erbschaft, so hat er nichtsgesagt. Wenn schriftlich, und es [auch] ‘als Geschenk’ heißt, einerlei ob vorher, nachher oder in der Mitte, so sind seine Worte gültig."
],
[
"Hierzu sagte Reš Laqiš, er erwerbe esnur dann, wenn jener gesagt hat: dieser und jener sollen dieses Feld und jenes Feld erben, die ich ihnen geschenkt habe, daß sie sieerben.",
"Und eine auf das, was wir gelernt haben: Wenn jemand seine Güter seinem Sohne für nach dem Tode verschrieben hat, so kann der Vater nichts verkaufen, weil sie dem Sohne verschrieben sind, und der Sohn nichts verkaufen, weil sie sich im Besitze des Vaters befinden. Verkauft der Vater, so ist der Verkauf bis zu seinem Tode gültig, verkauft der Sohn, so erhält es der Käufer erst nachdem der Vater gestorben ist.",
"Hierzu wurde gelehrt: Wenn der Sohn bei Lebzeiten des Vaters verkauft hat und bei Lebzeiten des Vaters gestorben ist, so hat der Käufer, wie R. Joḥanan sagt, es nichterworben, und wie Reš Laqiš sagt, es wohl erworben.",
"R. Joḥanan sagt, der Käufer habe es nicht erworben, weil der Besitz der Früchtedem Besitze des Kapitals gleicht,",
"und Reš Laqiš sagt, er habe es erworben, weil der Besitz der Früchte nicht dem Besitze des Kapitals gleicht.",
"IST DAS KIND NICHT LEBENSFÄHIG &C. Es wird gelehrt: Im Namen R. Elea͑zars sagten sie, er entferne siedurch einen Scheidebrief.",
"Raba sagte: R. Meír und R. Elea͑zar lehrten dasselbe. R. Elea͑zar das, wovon wir gesprochen haben, und",
"R. Meír in folgender Lehre: Man heirate nicht die Schwangere und die Säugende eines anderen; hat man geheiratet, so entferne man sie und heirate sie nie wieder– so R. Meír; die Weisen sagen, man entferne sie, und sobald die Zeitheranreicht, nehme man sie wieder.",
"Abajje sprach zu ihm: Wieso dies, vielleicht ist R. Elea͑zar dieser Ansicht nur hierbei, wo er auf die nach der Tora inzestuöse Frau seines Bruders stoßen könnte, da aber, wo es sich um ein rabbanitisches Verbot handelt, ist er der Ansicht der Rabbanan.",
"Oder aber : vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur da, weil dies rabbanitisch [verboten] ist, und die Weisen für ihre Worte eine größere Festigung getroffen habenals für die der Tora, hierbei aber, bei [einem Verbote] der Tora hält man sich fern.",
"Raba sagte: [Auch] nach den Weisen entferne man siedurch einen Scheidebrief. Mar Zuṭra sagte: Dies ist auch zu beweisen; es heißt: entferne man sie, nicht aber: trenne man sie. Schließe hieraus.",
"R. Aši sprach zu R. Hoša͑ja, dem Sohne R. Idis: Dort haben wir gelernt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was beim Menschendreißig Tage alt wurde, ist keine Fehlgeburt. Demnach ist es zweifelhaft, solange es nicht so alt wurde.",
"Ferner wird gelehrt: Wenn [das Kind] innerhalb dreißig Tagen gestorben und sieangetraut worden ist, so ist an ihr,",
"wie Rabina im Namen Rabas sagt, wenn sie die Frau eines Jisraéliten ist, die Ḥaliça zu vollziehen, und wenn sie die Frau eines Priestersist, die Ḥaliça nicht zu vollziehen, und wie",
"R. Mešaršeja im Namen Rabas sagt, ob so oder so die Ḥaliça zu vollziehen.",
"Rabina sprach zu R. Mešaršeja:"
],
[
"Sosagte Raba abends, am [nächsten] Morgen aber trat er davon zurück. Dieser erwiderte: Ihr habt sie also erlaubt; nun mag es geschehen, daß ihr auch Unschlitt erlaubt.",
"Wie verhält es sich hierbei, bei der Schwangeren und der Säugenden eines anderen, die ein Priester geheiratet hat: haben die Rabbanan für einen Priester eine Vorsorge getroffenoder nicht!?",
"Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; da streiten die Rabbanan gegen R. Šimo͑n b. Gamliél und lehren, es gelte als richtiges Kind, auch wenn es nicht so alt wurde, und da es bei der Frau eines Priesters nicht anders möglichist, entscheiden wir nach den Rabbanan:",
"nach wem aber sollten wir hierbei entscheiden: wenn nach R. Meír, so sagt er ja, entfernen und nie wieder heiraten, und wenn nach den Rabbanan, so sagen sie ja durch einen Scheidebrief!?",
"Es wurde gelehrt: [Über den Fall,] wenn er siesich innerhalb der drei Monate angetraut hat und entflohen ist, streiten R. Aḥa und Raphram; einer sagt, man tue ihn in den Bann, und einer sagt, seine Flucht beweisees. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und Raphram entschied, seine Flucht beweise es.",
"IST ES ZWEIFELHAFT, OB ES EIN NEUNMONATSKIND &C. Raba sprach zu R. Naḥman : Man sollte sich doch nach den meisten Frauen richten, und die meisten Frauen gebären mit neun [Monaten]!?",
"Dieser erwiderte: Unsere Frauen gebären mit sieben. Jener sprach: Bilden etwa eure Frauen die Mehrheit der Welt?",
"Dieser erwiderte: Ich meine es wie folgt : Die meisten Frauen gebären mit neun und die wenigsten mit sieben, jedoch ist bei jeder, die mit neun gebiert, die Geburt nach einem Drittel der Schwangerschaft zu merken, und da es bei dieser nach einem Drittel der Schwangerschaft nicht zu merken war, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit suspekt. –",
"Wenn bei jeder, die mit neun gebiert, die Geburt nach einem Drittel der Schwangerschaft zu merken ist, so ist ja dieses, da es nicht zu merken war, entschieden ein Siebenmonatskind vom anderen? – Sage vielmehr: bei den meisten, die mit neun gebären, ist die Geburt nach einem Drittel der Schwangerschaft zu merken, und da es bei dieser nicht zu merken war, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit suspekt.",
"Die Rabbanan lehrten: Das ersteist sogar zum Hochpriestergeeignet und das folgendegilt des Zweifelswegen als Hurenkind ; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, es gelte des Zweifels wegen nicht als Hurenkind. –",
"Wie meint er es? Abajje erklärte: Er meint es wie folgt: das erste ist sogar zum Hochpriester geeignet, das folgende gilt als zweifelhaftes Hurenkind, sodaß ihm [auch] ein Hurenkind verboten ist ; R. Elie͑zer sagt, es gilt nicht als zweifelhaftes Hurenkind, sondern ist entschieden ein Hurenkind, sodaß ihm ein Hurenkind erlaubt ist.",
"Raba erklärte: Er meint es wie folgt: das erste ist sogar zum Hochpriester geeignet, das folgende gilt des Zweifels wegen als entschiedenes Hurenkind, sodaß ihm ein Hurenkind erlaubt ist; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, es gelte des Zweifels wegen nicht als entschiedenes Hurenkind, sondern als zweifelhaftes Hurenkind, sodaß ihm ein Hurenkind verboten ist.",
"Sie streiten über eine Lehre R. Elea͑zars, denn wir haben gelernt: R. Elea͑zar sagte: Entschiedenemit Entschiedenen dürfen dies, Entschiedene mit Zweifelhaften, Zweifelhafte mit Entschiedenen und Zweifelhafte mit Zweifelhaften dürfen dies nicht.",
"Folgende sind Zweifelhafte: der Verschwiegene, der Findling und der Samaritaner.",
"Hierzu sagte R. Jehuda: Rabh lehrte, die Halakha sei wie R. Elea͑zar; als ich dies aber Šemuél vortrug, sprach er zu mir : Hillel lehrte, zehn Geburtskasten seienaus Babylonien heraufgezogen, Priester, Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegene und Findlinge, und sie alle dürfen unter einanderheiraten,",
"und du sagst, die Halakha sei wie R. Elea͑zar!?",
"Abajje ist der Ansicht Šemuéls, welcher sagt, die Halakha sei wie Hillel, und nach dieser Halakha erklärte er [die Worte] des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, damit nicht die Halakoth einander widersprechen.",
"Raba aber ist der Ansicht Rabhs, welcher sagt, die Halakha sei wie R. Elea͑zar, und nach dieser Halakha erklärt er [die Worte] des R. Elie͑zer b. Ja͑qob,"
],
[
"damit nicht die Halakoth einander widersprechen.",
"Abajje sprach: Woher entnehme ich, daß R. Elie͑zer b. Ja͑qob das Zweifelhafte dem Entschiedenen gleichstellt?",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte : Wenn er mehreren Frauen beigewohnt hat und nicht weiß, welche es ist, oder wenn ihr mehrere Männer beigewohnt haben, und sie nicht weiß, von wem sie konzipiert hat, so geschieht es, daß ein Vater seine Tochter oder ein Bruder seine Schwester heiratet und die Welt voller Hurenkinderwird. Hierüber heißt es:und das Land voll Unzucht werde. –",
"Und Raba!? – Er kann dir erwidern, er meine es wie folgt: was entsteht daraus?",
"Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Man darf nicht eine Frau in einer Provinz und dann eine Frau in einer anderen Provinz nehmen, denn siekönnten zusammenkommen und so ein Bruder seine Schwester heiraten. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Rabh pflegte ja, wenn er in Dardšiš eintraf, ausrufen zu lassen : Welche [Frau] will mir für einen Tag angehören? Und R. Naḥman pflegte, wenn er in Šekançib eintraf, ausrufen zu lassen: Welche [Frau] will mir für einen Tag angehören!? –",
"Anders verhielt es sich bei den Gelehrten, deren Namen bekannt waren. –",
"Raba sagte ja aber, daß, wenn man [eine Frau] zur Heirat aufgefordert und sie eingewilligt hat, sie sieben Reinheitstage abwartenmüsse!? –",
"Die Rabbanan sandten [vorher] ihre Boten, die es ihnen sagten. Wenn du aber willst, sage ich: die Rabbanan waren nur mit ihnen beisammen. Der Meister sagte nämlich: Wer Brot im Korbe hat, ist nicht mit dem zu vergleichen, der kein Brot im Korbe hat.",
"Es wird gelehrt : R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte : Man darf nicht eine Frau nehmen mit der Absicht, sich von ihr scheiden zu lassen, denn es heißt: sinne nicht Böses wider deinen Nächsten, während er arglos bei dir weilt.",
"Wenn der Zweifelhafteund der Schwager über das Vermögen des Verstorbenen streiten,",
"der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und das Vermögen gehöre ihm, und der Schwager sagt, er sei sein Sohn, und ihm gehöre nichts vom Vermögen, so ist dies Geld, worüber ein Zweifel besteht, und das Geld, worüber ein Zweifel besteht, ist zu teilen.",
"Wenn der Zweifelhafte und die Kinder des Schwagers über das Vermögen des Verstorbenen streiten, der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und das Vermögen gehöre ihm, und die Kinder des Schwagers sagen, er sei ihr Bruder, und nur ein Anteil mit ihnen gehöre ihm.",
"Hierüber wollten die Rabbanan vor R. Mešaršeja sagen, es sei mit dem Falle der folgenden Mišna identisch: Er beerbt sienicht, sie aber beerben ihn.",
"Hierbei entgegengesetzt; da können sie zu ihm sagen: wenn du den Beweis antrittst, erhältst du,",
"ebenso kann er hierbei zu ihnen sagen: wenn ihr den Beweis antretet, erhält ihr.",
"Da sprach R. Mešaršeja zu ihnen: Es ist nicht identisch; da besteht über sie kein Zweifelund über ihn ein Zweifel, hierbei aber besteht über beideein Zweifel.",
"Mit dieser Mišna identisch ist vielmehr der Fall, wenn der Zweifelhafte und die Söhne des Schwagers über das Vermögen des Schwagers streiten; hierbei können sie zu ihm sagen: wenn du den Beweis antrittst, daß du unser Bruder bist, erhältst du.",
"Wenn der Zweifelhafte und die Söhne des Schwagers über das Vermögen des Schwagers streiten, nachdem der Schwager einen Anteil vom Vermögen des Verstorbenen erhalten hatte,",
"die Kinder des Schwagers sagen: wenn du den Beweis antrittst, daß du unser Bruder bist, erhältst du, und der Zweifelhafte ihnen erwidert: wie ihr wollt: bin ich euer Bruder, so gebührt mir ein Anteil mit euch, und bin ich der Sohn des Verstorbenen, so gebt mir die Hälfte zurück, die euer Vater bei der Teilung mit mir erhalten hat.",
"Hierüber sagte R. Abba im Namen Rabhs, das Urteil bleibe bestehen, und R. Jirmeja sagte, das Urteil sei aufzuheben.",
"Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit führen wie Admon und die Rabbanan in der folgenden Mišna: Wenn jemand nach dem Überseelande gegangen war und ihm der Weg zu seinem Felde verlorenging, so gehe er, wie Admon sagt, den kürzesten; die Weisen sagen, entweder kaufe er sich einen Weg um hundert Minen oder er fliege durch die Luft.",
"Wir wandten gegen die Rabbanan ein: Admon hat ja recht!? Und R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: In dem Falle, wenn vier Personenes an den vier Seiten umgeben. –",
"Was ist demnach der Grund Admons? Raba erwiderte: Wenn es vier [Rechtsnachfolger] von vier [Vorbesitzern] oder vier [Rechtsnachfolger] von einem [Vorbesitzer] sind, stimmen alle überein, daß sie ihn abweisen können,",
"sie streiten nur über einen [Rechtsnachfolger] von vier [Vorbesitzern]. Admon ist der Ansicht, er könne zu ihm sagen: auf jeden Fall befindet sich mein Weg bei dir; die Rabbanan aber sind der Ansicht, [dieser könne ihm erwidern:] schweigstdu, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich den Kaufschein den Eigentümern zurück, und du kannst mit ihnen keinen Prozeßführen.",
"Es wäre also anzunehmen, daß R. Abba der Ansicht der Rabbanan",
"und R. Jirmeja der Ansicht Admons ist. –",
"R. Abba kann dir erwidern : meine Ansicht gilt auch nach Admon, denn Admon vertritt seine Ansicht nur da, weil er zu ihm sagen kann,"
],
[
"sein Weg befinde sich auf jeden Fall bei ihm, hierbei aber kann er diesnicht sagen.",
"Und auch R. Jirmeja kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur da, weil er zu ihm sagen kann: schweigst du, so ist es recht, wenn aber nicht, so gebe ich den Kaufschein den Eigentümern zurück, und du kannst mit ihnen keinen Prozeß führen, hierbei aber kann er dies nicht sagen.",
"Wenn der Zweifelhafte und der Schwager über das Vermögen des Großvatersstreiten, der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und die Hälfte gehöre ihm, und der Schwager sagt, er sei sein Sohn und habe nichts zu erhalten,",
"so ist eshinsichtlich des Schwagers sicher und hinsichtlich des Zweifelhaften zweifelhaft, und das Zweifelhafte bringt nichts, aus dem Besitze des Entschiedenen.",
"Wenn der Zweifelhafte und die Söhne des Schwagers über das Vermögen des Großvaters streiten, der Zweifelhafte sagt, er sei der Sohn des Verstorbenen, und die Hälfte gehöre ihm, und die Söhne des Schwagers sagen, er sei ihr Bruder und habe nur einen Anteil mit ihnen,",
"so erhalten sie die Hälfte, die er ihnen zugesteht, ebenso erhält er das Drittel, das sie ihm zugestehen, und das zurückbleibende Sechstel ist ein Objekt, worüber ein Zweifel besteht, und daher zu teilen.",
"Wenn der Großvater und der Schwager über das Vermögen des Zweifelhaften, oder der Großvater und der Zweifelhafte über das Vermögen des Schwagers[streiten],",
"so ist es ein Objekt, worüber ein Zweifel besteht, und daher zu teilen.",
" WENN DER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE GÜTER ZUGEFALLENSIND, SO DARF SIE SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS UND DIE SCHULE HILLELS ÜBEREINSTIMMEN, RECHTSKRÄFTIG VERKAUFEN UND VERSCHENKEN.",
"WAS GESCHIEHT, WENN SIE STIRBT, MIT IHRER MORGENGABE UND DEN MIT IHR EIN UND AUSGEHENDENGÜTERN? DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE ERBEN DES EHEMANNESTEILEN MIT DEN ERBEN IHRES VATERS, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIE GÜTER BLEIBEN BEI IHREN BESITZERN: DIE MORGENGABE IM BESITZE DER ERBEN DES EHEMANNES, UND DIE MIT IHR EIN- UND AUSGEHENDEN GÜTER IM BESITZE DER ERBEN IHRES VATERS iv.",
"HAT ER SIE GENOMMEN, SO GILT SIE IN JEDER HINSICHT ALS SEINE FRAU, NUR DASS IHRE MORGENGABE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES BELASTEN.",
"GEMARA. Womit ist es im Anfangsatze, in dem sie nichtstreiten, anders als im Schlußsatze, in dem sie streiten?",
"U͑la erwiderte: Der Anfangsatz gilt von dem Falle, wenn sie ihm als Verlobte zugefallen ist, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn sie ihm als Verheiratete zugefallen ist.",
"U͑la ist der Ansicht, die Gebundenheit der Verlobten mache sie zur zweifelhaft Verlobten,"
],
[
"und die Gebundenheit der Verheirateten mache sie zur zweifelhaft Verheirateten.",
"Die Gebundenheit der Verlobten macht sie zur zweifelhaft Verlobten; wieso pflichtet, wenn man sagen wollte, zur sicher Verlobten, die Schule Hillels bei, daß sie rechtskräftig verkaufen und verschenken dürfe,",
"wir haben ja gelernt, daß, wenn ihr nach der Verlobung Güter zugefallen sind, sie diese, wie die Schule Šammajs sagt, verkaufen, und wie die Schule Hillels sagt, nicht verkaufen dürfe, und beide beipflichten, daß, wenn sie verkauft oder verschenkt hat, es rechtskräftig sei!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Gebundenheit der Verlobten sie zur zweifelhaft Verlobten mache.",
"Die Gebundenheit der Verheirateten macht sie zur zweifelhaft Verheirateten; wieso sagt, wenn man sagen wollte, zur sicher Verheirateten, die Schule Šammajs, daß die Erben des Ehemannes mit den Erben ihres Vaters teilen,",
"wir haben ja gelernt, daß, wenn ihr nach der Verheiratung Güter zugefallen sind, diese und jene übereinstimmen, der Ehemann könne sie, wenn sie verkauft oder verschenkt hat, den Käufern abnehmen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Gebundenheit der Verheirateten sie zur zweifelhaft Verheirateten mache.",
"Rabba sprach zu ihm: Weshalb streiten sie demnach über [die Güter] selbst nach ihrem Tode, sollten sie doch über die Früchte bei ihren Lebzeitenstreiten !?",
"Vielmehr, erklärte Rabba, gelten beide von dem Falle, wenn sie ihm als Verheiratete zugefallen ist, und die Gebundenheit der Verheirateten macht sie zur zweifelhaft Verheirateten. Im Anfangsatze, wenn sie lebt, ist sie entschieden [Besitzerin], während es hinsichtlich jener zweifelhaft ist, und das Zweifelhafte bringt nichts aus dem Besitze des Entschiedenen,",
"im Schlußsatze aber, wenn sie gestorben ist, kommen beide Parteien als Erben, daher teilen sie.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Bringt denn nach der Schule Šammajs das Zweifelhafte nichts aus dem Besitze des Entschiedenen, wir haben ja gelernt: Wenn über einem, der die Morgengabe seiner Frau oder eine Geldschuld zu bezahlenhat, und seinem Vater, oder über ihm und seinem Vererber ein Haus eingestürzt ist,",
"und die Erben des Vaters sagen, der Sohn sei zuerst und nachher der Vater gestorben, und der Gläubiger sagt, der Vater sei zuerst und nachher der Sohngestorben,",
"so ist, wie die Schule Šammajs sagt, zu teilen; die Schule Hillels sagt, die Güter bleiben bei ihrem Besitzer.",
"Hierbei ist es ja hinsichtlich der Erben des Vaters entschieden, und hinsichtlich des Gläubigers zweifelhaft, und das Zweifelhafte bringtaus dem Besitze des Entschiedenen!? –",
"Die Schule Šammajs ist der Ansicht, der zur Einforderung stehende Schuldschein gelte als eingefordert. –",
"Woher entnimmst du dies? – Wir haben gelernt: Ist ihrMann gestorben, bevor sie getrunkenhat, so erhält sie, wie die Schule Šammajs sagt, ihre Morgengabe und braucht nicht zu trinken ; die Schule Hillels sagt, entweder sie trinke oder sie erhält nicht ihre Morgengabe. –",
"Wieso trinken, der Allbarmherzige sagt ja:so bringe der Mann seine Frau, was hierbei nicht der Fall ist!? – Vielmehr, da sie nicht trinken, erhalten sie ihre Morgengabe nicht.",
"Hierbei besteht ja ein Zweifel, denn es ist zweifelhaft, ob sie die Ehe gebrochen hat oder nicht, und das Zweifelhafte bringt aus dem Besitze des Entschiedenen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der zur Einforderung stehende Schuldschein als eingefordert gilt. –",
"Sollte doch Abajjeseinen Einwand hierauserheben!? – Vielleicht ist es bei der Morgengabe anders, wegen der Liebesbezeugung. –",
"Sollte er seinen Einwand erheben aus dem Falle von der Morgengabe in unserer Mišna!? –",
"Hierüber streiten sie nicht. – Etwa nicht, er lehrt ja: Was geschieht, wenn sie stirbt, mit ihrer Morgengabe und den mit ihr ein- und ausgehenden Gütern? Die Schule Šammajs sagt, die Erben des Ehemannes teilen mit den Erben ihres Vaters, und die Schule Hillels sagt, die Güter bleiben bei ihren Besitzern!? –",
"Er meint es wie folgt: Was geschieht mit ihrer Morgengabe? [Sodann :] die mit ihr ein- und ausgehenden Güter teilen, wie die Schule Šammajs sagt, die Erben des Ehemannes mit den Erben ihres Vaters; die Schule Hillels sagt, die Güter bleiben bei ihren Besitzern.",
"R. Aši sagte: Dies ist auch aus der Mišna zu beweisen, denn sie lehrt: die Erben des Ehemannes teilen mit den Erben ihres Vaters, nicht aber: die Erben ihres Vaters teilen mit den Erben des Ehemannes, Schließe hieraus.",
"Abajje erklärte: Der Anfangsatz gilt von dem Falle, wenn [die Güter] ihr zufielen, als sie Anwärterin der Schwagerehe war, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn sie ihr zufielen, als sie noch bei ihrem Ehemanne war."
],
[
"Abajje ist der Ansicht, sein Anrecht gleiche ihremAnrecht.",
"Raba sprach zu ihm : Wenn sie ihr zufielen, als sie noch bei ihrem Ehemanne war, stimmen alle überein, daß sein Anrecht bedeutender ist als ihres.",
"Beide gelten vielmehr von dem Falle, wenn sie ihr zufielen, als sie Anwärterin der Schwagerehe war, nur gilt der Anfangsatz von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.",
"Raba ist der Ansicht, die Eheformel mache sie nach der Schule Šammajs zur sicher Verlobten und zweifelhaft Verheirateten. Zur sicher Verlobten, um die Nebenbuhlerinzu verdrängen, zur zweifelhaft Verheirateten, hinsichtlich der Beteiligung an den Gütern.",
"Im Namen R. Elea͑zars wurde übereinstimmend mit Raba, und im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina wurde übereinstimmend mit Abajje gelehrt. –",
"Kann R. Elea͑zar dies denn gelehrt haben, R. Elea͑zar sagte ja, die Aneignung durch die Eheformel sei nach der Schule Šammajs nur insofern wirksam, um die Nebenbuhlerin zu verdrängen!? –",
"Wende es um. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wende man es nicht um, denn R. Elea͑zar kann dir erwidern : ich sagte nur, daß ein Scheidebrief nicht ausreiche, und sieauch der Ḥaliça benötige, sagte ich etwa, daß auch hinsichtlich der Beteiligung an den Gütern keine Aneignung erfolge!?",
"R. Papa sagte: Aus unserer Mišna ist übereinstimmend mit Abajje zu folgern, obgleich inbetreff der Verstorbenen ein Einwand zu erheben ist.",
"Diese lehrt von Gütern, die mit ihr ein- und ausgehen, Was heißt eingehen und was heißt ausgehen? Doch wohl: die in den Besitz des Ehemannes gekommen und aus dem Besitze des Ehemannes zurück in den Besitz des Vaters gelangtsind.",
"Inbetreff der Verstorbenen ist ein Einwand zu erheben: weshalb streiten sie über [die Güter] selbst nach ihrem Tode, sollten sie doch über die Früchte bei ihren Lebzeiten streiten!?",
"Weiter nichts darüber.",
"HAT ER SIE GENOMMEN, SO GILT SIE &C. In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? R. Joseb. Ḥanina erwiderte: Dies besagt, daß er sich von ihr durch einen Scheidebriefscheiden lassen, und daß er sie wiedernehmen dürfe. –",
"Selbstverständlich, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen darf!? – Der Allbarmherzige sagt:er nehme sie zur Frau und vollziehe an ihr die Schwagerehe, somit könnte man glauben, ihr hafte noch die frühere Schwagerpflicht an, sodaß dies nur durch die Ḥaliça und nicht durch einen Scheidebrief erfolgen könne, so lehrt er uns. –",
"Selbstverständlich, daß er sie wiedernehmen darf!? – Man könnte glauben, daß sie ihm, nachdem das ihm vom Allbarmherzigen auferlegte Gebot ausgeübt worden ist, als Schwester seines Bruders verboten sei, so lehrt er uns. –",
"Vielleicht ist dem auch so!? – Die Schrift sagt: er nehme sie zur Frau, sobald er sie genommen hat, gilt sie in jeder Hinsicht als seine Frau.",
"NUR DASS IHRE MORGENGABE &C. Aus welchem Grunde? – Im Himmel hat man ihm eine Frauzugeeignet.",
"Wenn aber der erste nichts hatte, ist ihr [die Morgengabe] vom zweiten zugesprochen worden, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei.",
"v DAS GEBOT, DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, LIEGT DEM ÄLTESTEN OB ; WILL ER NICHT, SO WENDE MAN SICH AN ALLE ÜBRIGEN BRÜDER. WOLLEN AUCH DIESE NICHT, SO WENDE MAN SICH ZURÜCK AN DEN ÄLTESTEN UND SPRECHE ZU IHM: DIR LIEGT DAS GEBOT OB; VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE vi.",
"VERWEIST ER AUF EINEN MINDERJÄHRIGEN, BIS ER GROSSJÄHRIGWIRD, ODER AUF EINEN ÄLTEREN [BRUDER], BIS ER AUS DEM ÜBERSEELANDE HEIMKEHRT, ODER AUF EINEN TAUBEN ODER BLÖDEN, SO HÖRE MAN NICHT AUF IHN, VIELMEHR SPRECHE MAN ZU IHM: DIR LIEGT DAS GEBOT OB; VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE.",
"GEMARA. Es wurde gelehrt: Über die Beiwohnung des Kleineren und die Ḥaliça des Größerenstreiten R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi ; einer sagt, die Beiwohnung des Kleineren sei zu bevorzugen, und einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen.",
"Einer sagt, die Beiwohnung des Kleineren sei zu bevorzugen, denn das Gebot besteht [hauptsächlich] in der Schwagerehe, und einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, denn wo ein Größerer vorhanden ist, scheidet die Beiwohnung des Kleineren aus. –",
"Wir haben gelernt: Will er nicht, so wende man sich an alle übrigen Brüder. Doch wohl, wenn er nicht die Schwagerehe, sondern nur die Ḥaliça vollziehen will, und er lehrt, daß man sich an die übrigen Brüder wende. Schließe hieraus, daß die Beiwohnung des Kleineren zu bevorzugen ist!? –",
"Nein, wenn er weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen will. – Desgleichen bei den Brüdern, wenn sie weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen wollen; weshalb wende man sich zurück an den Ältesten, um ihn zu zwingen, zwinge man doch diese!? – Da das Gebot ihm obliegt, zwinge man ihn. –",
"Wir haben gelernt: Verweist er auf einen Minderjährigen, bis er großjährig wird, so höre man nicht auf ihn. Weshalb höre man nicht auf ihn, wenn die Beiwohnung des Kleineren zu bevorzugen ist, man sollte doch warten, vielleicht vollzieht er, wenn er großjährig ist, die Schwagerehe !? –",
"Weshalb höre man nicht auf ihn, auch nach deiner Ansicht, wenn er auf einen älteren [verweist], bis er aus dem Überseelande heimkehrt, man sollte doch warten, bis er heimkehrt und vielleicht die Schwagerehevollzieht !? Vielmehr schiebe man ein Gebot nicht hinaus."
],
[
"Manche sagen: Hinsichtlich der Beiwohnung stimmen alle überein, daß die Beiwohnung des Kleineren zu bevorzugen sei, sie streiten nur über die Ḥaliça des Kleineren,",
"und die Lehre lautet wie folgt: Über die Ḥaliça des Kleineren und die Ḥaliça des Größeren streiten R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi; einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, und einer sagt, sie gleichen einander.",
"Einer sagt, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, denn das Gebot liegt dem Ältesten ob, und einer sagt, nur vom Gebote der Schwagerehe sagen wir, es liege dem Ältesten ob, hinsichtlich der Ḥaliça aber gleichen sie einander. –",
"Wir haben gelernt: Wollen auch diese nicht, so wende man sich zurück an den Ältesten. Doch wohl, wenn sie nicht die Schwagerehe, sondern die Ḥaliça vollziehen wollen, und er lehrt, daß man sich zurück an den Ältesten wende. Schließe hieraus, daß die Ḥaliça des Größeren zu bevorzugen ist!? –",
"Nein, sie wollen nicht, wenn sie weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen wollen. – Desgleichen beim Ältesten, wenn er weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen will; weshalb wende man sich zurück an ihn, um ihn zu zwingen, zwinge man doch jene!? – Da das Gebot ihm obliegt, zwinge man ihn. –",
"Komm und höre: Verweist er auf einen älteren [Bruder], bis er aus dem Überseelande heimkehrt, so höre man nicht auf ihn. Weshalb höre man nicht auf ihn, wenn du sagst, die Ḥaliça des Größeren sei zu bevorzugen, man sollte doch warten, vielleicht kommt er und vollzieht die Schwagerehe!? –",
"Weshalb höre man nicht auf ihn, auch nach deiner Ansicht, wenn er auf einen Minderjährigen [verweist], bis er großjährig ist, man sollte doch warten, vielleicht vollzieht dieser, wenn er großjährig ist, die Schwagerehe!? [Oder vielleicht vollzieht er selber die Schwagerehe]!? Vielmehr schiebe man ein Gebot nicht hinaus.",
"Dort haben wir gelernt: Das Gebot der Schwagerehe geht dem Gebote der Ḥaliça vor. Dies galt früher, wo man die Ausübung des Gebotes bezweckte, jetzt aber, wo man nicht die Ausübung des Gebotes bezweckt, sagten sie, geht das Gebot der Ḥaliça dem Gebote der Schwagerehe vor.",
"Rabh sagte: Man zwinge nicht. Wenn sie vor Rabh kamen, sprach er: willst du, vollziehe die Ḥaliça, und willst du, vollziehe die Schwagerehe, der Allbarmherzige hat es dir freigestellt. [Es heißt :]wenn der Mann nicht will, wenn er aber will, vollziehe er nach Belieben die Ḥaliça oder die Schwagerehe.",
"Und auch R. Jehuda ist der Ansicht, man zwinge ihn nicht, denn R. Jehuda ordnete an, in der Ḥaliçaurkunde [folgendes zu schreiben: Wir bekunden,] daß N., Tochter des N., ihren Schwager N. vor uns aufs Gericht kommen ließ, und wir uns überzeugt haben, daß er der Bruder des Verstorbenen väterlicherseits ist. Wir sprachen zu ihm: Willst du die Schwagerehe vollziehen, so vollziehe sie, wenn aber nicht, so reiche ihr deinen rechten Fuß.",
"Er reichte ihr dann den rechten Fuß, und sie löste ihm den Schuh vom Fuße und spuckte ihm vor das Gesicht, und das Gericht sah den Speichel auf der Erde.",
"R. Ḥija b. Ivja setzte noch im Namen R. Jehudas hinzu : Wir lasen ihm vor, was [darüber] in der Tora Mošes geschrieben steht.",
"‘Überzeugt’, hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, durch Zeugen, und einer sagt, selbst durch einen Verwandten oder eine Frau. Die Halakha ist, dies ist nichts weiter als eine Kundgebung, und auch ein Verwandter oder eine Frau [ist zulässig].",
"«Früher, wo man die Ausübung des Gebotes bezweckte, ging das Gebot der Schwagerehe dem Gebote der Ḥaliça vor, jetzt aber, wo man nicht die Ausübung des Gebotes bezweckt, sagten sie, geht das Gebot der Ḥaliça dem Gebote der Schwagerehe vor.»",
"Rami b. Ḥama sagte im Namen R. Jiçḥaqs: Sie traten zurück und sagten, das Gebot der Schwagerehe gehe dem Gebote der Ḥaliça vor. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach zu ihm : Sind etwa die Generationen tugendhafter geworden!? –",
"Früher waren sie der Ansicht des Abba Šaúl, später aber bekannten sie sich zur Ansicht der Rabbanan.",
"Es wird nämlich gelehrt: Abba Šaúl sagte: Wenn jemand seine Schwägerin wegen ihrer Schönheit, wegen des geschlechtlichen Umganges oder aus einem anderen Grunde nimmt, so ist es ebenso, als würde er auf eine Inzestuöse stoßen, und mir scheint es sogar, daß das Kind ein Hurenkind ist. Die Weisen aber sagen :ihr Schwager komme zu ihr, in jedem Falle.",
"Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan: Ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. Ursprünglichwar sie ihm erlaubt, sodann wurde sie ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, sie kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, so heißt es: ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot.",
"Wer ist der Autor? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Es ist Abba Šaúl, und er meint es wie folgt: Ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. Ursprünglich war sie ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er sie wegen ihrer Schönheit nehmen, und wenn er wollte, wegen des geschlechtlichen Umganges,",
"sodann wurde sie ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, sie kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseinszurück, so heißt es: ihr Schwager komme zu ihr, nur des Gebotes wegen.",
"Raba erklärte: Du kannst auch sagen, die Weisen, denn er meint es wie folgt : Ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. Ursprünglich war sie ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er sie nehmen, und wenn er wollte, dies unterlassen,",
"sodann wurde sie ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, sie kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, und er dürfe, wenn er will, sie nehmen, und wenn er will, sie nicht nehmen. –",
"[Wenn er will, sie nicht nehmen], sie ist ja an ihn gebunden, wie sollte sie ohne weiteres frei sein!? – Lies vielmehr: wenn er will, sie nehmen, und wenn er will, an ihr die Ḥaliça vollziehen. So heißt es: ihr Schwager komme zu ihr, es ist ein Gebot. –",
"Wie ist demnach der Anfangsatz zu erklären :Ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot."
],
[
"Ursprünglichwar es ihm erlaubt, sodann wurde es ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, es kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, so heißt es: ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot,",
"Allerdings ist dies nach Raba, welcher sagt, es seien die Weisen, wie folgt zu verstehen: Ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot. Ursprünglich war es ihm erlaubt, wenn er wollte, konnte er es essen, und wenn er wollte, dies unterlassen, sodann wurde es ihm verboten und wiederum erlaubt; man könnte nun glauben, es kehre in den früheren Zustand des Erlaubtseins zurück, und er dürfe, wenn er will, es essen, und wenn er will, nicht essen. –",
"Wenn er will, nicht essen, es heißt ja:sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt wurde, und dies lehrt, daß die Priester es essen und der Eigentümer Sühne erlange!? –",
"Vielmehr: wenn er will, er es essen, und wenn er will, ein anderer Priester es essen. So heißt es: ungesäuert soll es gegessen werden, an einem heiligen Orte, es ist ein Gebot.",
"Welche zwei Möglichkeitenaber gibt es hierbei nach R. Jiçḥaq b. Evdämi, welcher sagt, es sei Abba Šaúl!?",
"Wolltest du erklären: wenn er will, es mit Appetit essen, und wenn er will, es übersättigt essen, so gilt ja das Essen in Übersättigung nicht als Essen!? Reš Laqiš sagte nämlich, aus [den Worten:] nicht kasteiet sei zu entnehmen, daß, wenn jemand am Versöhnungstage übersättigt gegessen hat, er freisei!? –",
"Vielmehr, wenn er will, es ungesäuert essen, und wenn er will, es gesäuert essen. –",
"Es heißt ja:es darf nicht gesäuert gebacken werden, ihr Anteil, und Reš Laqiš sagte, auch ihr Anteil darf nicht gesäuert gebacken werden!? – Vielmehr, wenn er will, es als ungesäuerten Kuchen essen, und wenn er will, gesotten essen. –",
"Von welchem Gesottenen wird hier gesprochen: ist es ungesäuert, so ist es ja Ungesäuertes, und ist es nicht ungesäuert, so spricht ja der Allbarmherzige von Ungesäuertem!? –",
"Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ungesäuert, und die Hervorhebung der Schrift besagt, daß dies unerläßlich ist. –",
"In welcher Hinsicht heißt es demnach, daß das Gesottene als ungesäuert gelte!? – Dies besagt, daß man sich damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste entledige. Obgleich man es vorher gesotten hat, heißt es, sobald man es gebacken hat, Brotder Armut, und man entledigt sich damit seiner Pflicht am Pesaḥfeste.",
" WER AN SEINER SCHWÄGERIN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, GLEICHT HINSICHTLICH DES ERBANTEILSJEDEM ANDEREN DER BRÜDER; IST EIN VATERVORHANDEN, SO GEHÖREN DIE GÜTER DEM VATER. WER SEINE SCHWÄGERIN GENOMMEN HAT, ERWIRBT DIE GÜTER SEINES BRUDERS. R. JEHUDA SAGT, OB SO ODER SO GEHÖREN, WENN EIN VATER VORHANDEN IST, DIE GÜTER DEM VATER.",
"GEMARA. Selbstverständlich!? - Man könnte glauben, die Ḥaliça trete anstelle der Schwagerehe und er erhalte alle Güter, so lehrt er uns. –",
"Wieso heißt es demnach: gleicht jedem anderen der Brüder, es sollte doch heißen: er ist nicht mehr als jeder andere der Brüder!? –",
"Vielmehr, man könnte glauben, man maßregle ihn, weil er sie um die Schwagerehe gebrachthat, so lehrt er uns.",
"IST EIN VATER VORHANDEN. Der Meister sagte nämlich, der Vater gehe all seinen Nachkommen vor.",
"WER SEINE SCHWÄGERIN GENOMMEN HAT &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt :soll eintreten auf den Namen seines Bruders, und er ist eingetreten.",
"R. JEHUDA SAGT &C. U͑la sagte : Die Halakha ist wie R. Jehuda. Ebenso sagte R. Jiçḥaq der Schmied, die Halakha sei wie R. Jehuda.",
"U͑la, nach anderen R. Jiçḥaq der Schmied, sagte : Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt :so soll der Erstgeborene, den sie gebiert, gleich dem Erstgeborenen; wie der Erstgeborene bei Lebzeiten des Vaters nichts erhält, ebenso erhält auch dieser nichts bei Lebzeiten des Vaters. –",
"Demnach sollte doch, wie der Erstgeborene nach dem Tode des Vaters einen doppelten Anteil erhält; auch dieser nach dem Tode des Vaters einen doppelten Anteil erhalten!? –",
"Heißt es etwa, daß er auf den Namen seines Vaters eintrete!? Es heißt: soll eintreten auf den Namen seines Bruders, nicht aber auf den Namen seines Vaters. –",
"Vielleicht ist, wenn kein Vater da ist, sodaß er die Erbschaft erhält, das Gebot der Schwagerehe zu vollziehen, wenn aber ein Vater da ist, der die Erbschaft erhält, das Gebot der Schwagerehe nicht zu vollziehen!? –",
"Der Allbarmherzige hat die Schwagerehe nicht von der Erbschaft abhängig gemacht; er hat die Schwagerehe zu vollziehen, und wenn eine Erbschaft vorhanden ist, erhält er sie, wenn aber nicht, erhält er nichts.",
"R. Ḥanina der Bibelkundige saß vor R. Jannaj und sprach : Die Halakha ist wie R. Jehuda. Da sprach dieser : Geh, halte deine Vorlesung draußen; die Halakha ist nicht wie R. Jehuda. Ein Jünger rezitierte vor R. Naḥman : Die Halakha ist nicht wie R. Jehuda.",
"Da sprach dieser : Wohl wie die Rabbanan; selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheit ist ja die Halakha wie die Mehrheit!?",
"Jener fragte: Soll ich [diese Lehre] streichen? Dieser erwiderte: Nein, dich hat man diese Halakha [entgegengesetzt] gelehrt, und da sie dir unrichtigschien, wandtest du sie um; du aber hast recht getan, sie umzuwenden.",
"vii,2WENN JEMAND AN SEINER SCHWÄGERIN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND IHR SEINE VERWANDTEN VERBOTEN."
],
[
"IHM SIND IHRE MUTTER, DIE MUTTER IHRER MUTTER, DIE MUTTER IHRES VATERS, IHRE TOCHTER, DIE TOCHTER IHRER TOCHTER, DIE TOCHTER IHRES SOHNES UND IHRE SCHWESTER, SOLANGEJENE LEBT, VERBOTEN; DEN BRÜDERN SIND SIE ERLAUBT.",
"IHR SIND SEIN VATER, DER VATER SEINES VATERS, DER VATER SEINER MUTTER, SEIN SOHN, DER SOHN SEINES SOHNES, SEIN BRUDER UND DER SOHN SEINES BRUDERS VERBOTEN.",
"DIE VERWANDTE DER NEBENBUHLERIN SEINER ḤALUÇA IST ERLAUBT, ABER DIE NEBENBUHLERIN DER VERWANDTEN SEINER ḤALUÇA VERBOTEN.",
"GEMARA. Sie fragten: Haben sie bei der Ḥaluça zweitgradig Inzestuöseverboten oder nicht?",
"Haben die Rabbanan solche nur beim Inzeste der Toraverboten, nicht aber bei der Ḥaluça, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –",
"Komm und höre: Ihm sind ihre Mutter und die Mutter ihrer Mutter verboten; er lehrt es aber nicht von der Mutter der Mutter ihrer Mutter. –",
"Vielleicht lehrt er es aus dem Grunde nicht, weil er im Schlußsatze lehren will, daß sie den Brüdern erlaubt sind, und wenn er es von der Mutter der Mutter ihrer Mutter gelehrt haben würde, könnte man glauben, den Brüdern sei nur die Mutter der Mutter ihrer Mutter erlaubt, nicht aber ihre Mutter und die Mutter ihrer Mutter. –",
"Sollte er es [auch] von der Mutter der Mutter ihrer Mutter lehren, und lehren, daß den Brüdern alle erlaubt sind!? – Dies ist ein Einwand. –",
"Komm und höre: Ihr sind sein Vater und der Vater seines Vaters verboten. Er lehrt es vom Vater seines Vaters; doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist? –",
"Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist. –",
"Komm und höre: Sein Sohn und der Sohn seines Sohnes. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Frau des Vaters seines Vaterssie ist. –",
"Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Frau des Bruders des Vaters seines Vaters sie ist. –",
"Amemar erlaubte ja die Frau des Bruders des Vaters seines Vaters!? –",
"Amemar bezieht dies auf den Sohn des Sohnes des Alten. – Demnach ist es ja sein Bruder und der Sohn seines Bruders!? –",
"Er lehrt es vom Bruder väterlicherseits und er lehrt vom Bruder mütterlicherseits. –",
"Komm und höre: R. Ḥija lehrte: Vier sind esnach der Tora und vier sind es nach den Schriftkundigen: sein Vater, sein Sohn, sein Bruder und der Sohn seines Bruders nach der Tora; der Vater seines Vaters, der Vater seiner Mutter, der Sohn seines Sohnes und der Sohn seiner Tochter nach den Schriftkundigen.",
"Er lehrt dies vom Vater seines Vaters; doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist. –",
"Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Schwiegertochter seines Sohnes sie ist. –",
"Komm und höre: Der Vater seiner Mutter. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Schwiegertochter seiner Tochter sie ist. –",
"Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Schwiegertochter seiner Tochter sie ist. –",
"Komm und höre: Der Sohn seines Sohnes. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Frau des Vaters seines Vaters sie ist. –",
"Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Frau des Bruders des Vaters seines Vaters sie ist. – Amemar erlaubte ja die Frau des Bruders des Vaters seines Vaters!? –",
"Amemar erklärt: wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, und er ist der Ansicht, sie haben bei der Ḥaluça die zweitgradig Inzestuösen verboten. –",
"Komm und höre: Der Sohn seiner Tochter. Doch wohl wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, dessen Frau des Vaters seiner Mutter sie ist. –",
"Nein, wegen des Verstorbenen, dessen Frau des Bruders des Vaters seiner Mutter sie ist. – Wegen der zweitgradig Inzestuösen haben sie ja keine weiteren verboten!?",
"Wahrscheinlich wegen des die Ḥaliça Vollziehenden, somit ist hieraus zu entnehmen, daß sie bei der Ḥaluça zweitgradig Inzestuöse verboten haben. Schließe hieraus.",
"DIE &C. ERLAUBT. R. Ṭobi b. Qisana sagte im Namen Šemuéls : Wenn jemand der Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça beigewohnt hat, so ist das Kind ein Hurenkind, denn hinsichtlich dieser bleibt das Verbotbestehen.",
"R. Joseph sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Die Verwandte der Nebenbuhlerin seiner Ḥaluça ist erlaubt. Erklärlich ist es, daß ihm ihre Schwester erlaubt ist,",
"wenn du sagst, die Nebenbuhlerin verbleibe außerhalb, wieso aber ist sie ihm erlaubt, wenn du sagst, die Nebenbuhlerin gleiche der Ḥaluça!? –",
"Dies wäre demnach eine Widerlegung R. Joḥanans, welcher sagt, weder er noch die Brüder machen sich wegen der Ḥaluça oder wegen ihrer Nebenbuhlerin der Ausrottung schuldig!? –",
"R. Joḥanan kann dir erwidern: du glaubst wohl, die Schwester der Ḥaluça sei nach der Tora [verboten], Reš Laqiš sagte ja, hierhabe Rabbi gelehrt, daß die Schwester der Geschiedenen nach der Tora und die Schwester der Ḥaluça nach den Schriftkundigen [verboten] sei. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser und jener? –"
],
[
"Bei der, die sie aufs Gerichtbegleitet, haben die Rabbanan ein Verbot angeordnet, bei der, die sie nicht aufs Gerichtbegleitet, haben die Rabbanan kein Verbot angeordnet.",
"viii WENN JEMAND AN SEINER SCHWÄGERIN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, UND SEIN BRUDER IHRE SCHWESTER GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DIESER DIE ḤALIÇA UND NIGHT DIE SGHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. EBENSO IST, WENN JEMAND SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN LIESS, UND SEIN BRUDER IHRE SCHWESTER GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, DIESE ENTBUNDEN",
". WENN EIN BRUDER SICH DIE SCHWESTER DER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE ANGETRAUT HAT, SO SPRECHE MAN, WIE SIE IM NAMEN DES R. JEHUDA B. BETHERA SAGTEN, ZU IHM : WARTE BIS DEIN BRUDER DIE HANDLUNGVOLLZOGEN HAT.",
"HAT DER BRUDER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN ODER SIE GENOMMEN, SO NEHME ER SEINE FRAU. STIRBT DIE SCHWÄGERIN, SO DARF ER SEINE FRAU NEHMEN. STIRBT DER SCHWAGER, SO ENTFERNE ER SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF UND [ENTBINDE] DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCH DIE ḤALIÇA.",
"GEMARA. Was heißt: ebenso? – Lies: wer aber sich [von seiner Frau] scheiden ließ.",
"Reš Laqiš sagte: Hier lehrte Rabbi, die Schwester der Geschiedenen sei nach der Tora und die Schwester der Ḥaluça sei nach den Schriftkundigen [verboten].",
"WENN &C. ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE ANGETRAUT HAT. Šemuél sagte : Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera.",
"Sie fragten : Wie verhält es sich, wenn seine Frau stirbt, mit der Schwägerin? Rabh und R. Ḥanina sagen beide, wenn seine Frau stirbt, sei ihm die Schwägerin erlaubt; Šemuél und R. Asi sagen beide, wenn seine Frau stirbt, sei ihm die Schwägerin verboten.",
"Raba sagte: Folgendes ist der Grund Rabhs: die Schwägerin war ihmerlaubt, wurde ihm verboten und ist ihm wiederum erlaubt worden; sie kommt daher zurück in den früheren Zustand des Erlaubtseins.",
"R. Hamnuna wandte ein : Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und einer ledig ist, und einer von den mit einer der Schwestern Verheirateten gestorben ist, und der Ledige an die Witwe die Eheformel gerichtet hat, und darauf auch der andere Bruder gestorben ist",
"und nach ihm auch seine Frau, so ist an der Schwägerindie Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Weshalb denn, die Schwägerin war ihmerlaubt, wurde ihm verboten und ist ihm wiederum erlaubt worden, und sollte somit in den früheren Zustand des Erlaubtseins kommen!?",
"Da schwieg er. Nachdem er fortgegangen war, sprach er: Ich sollte ihm erwidert haben, hier sei R. Elea͑zar vertreten, welcher sagt, sobald sie ihm nur eine Stunde verboten war, sei sie ihm für immer verboten.",
"Hierauf sprach er: R. Elea͑zar sagt es nur von dem Falle, wenn sie ihm beim Zufallen verboten war, sagt er es etwa auch von dem Falle, wenn sie ihm beim Zufallen erlaubt war!?",
"Später sagte er: Allerdings, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Stirbt die Schwägerin, so ist ihm seine Frau erlaubt, stirbt seine Frau, so ist an der Schwägerin die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Demnach wären Šemuél und R. Asi der Ansicht R. Elea͑zars!? –",
"Du kannst auch sagen, der Rabbanan, denn die Rabbanan streiten gegen R. Elea͑zar nur in jenemFalle, wo sie ihm vom Zufallen ab nicht mehr verbotenwar, hierbei aber, wo sie ihm dannverboten war, pflichten die Rabbanan bei.",
" AN DER SCHWÄGERIN IST DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE NICHT VOR ABLAUF VON DREI MONATENZU VOLLZIEHEN. DESGLEICHEN DÜRFEN ALLE ANDEREN FRAUEN ERST NACH ABLAUF VON DREI MONATEN SICH VERLOBEN ODER VERHEIRATEN, EINERLEI OB JUNGFRAUEN ODER DEFLORIERTE, OB GESCHIEDENE ODER WITWEN, OB VERHEIRATETE ODER VERLOBTE.",
"R. JEHÜDA SAGT, VERHEIRATETE DÜRFEN SICH [SOFORT] VERLOBEN UND VERLOBTE [AUCH] VERHEIRATEN, AUSGENOMMEN VERLOBTE IN JUDÄA, WEIL ER MIT IHRVERTRAUT IST.",
"R. JOSE SAGT, JEDE FRAU DÜRFE SICH [SOFORT] VERLOBEN, AUSGENOMMEN DIE WITWE,"
],
[
"WEGEN DER TRAUER.",
"GEMARA. Einleuchtend ist es, daß an ihr die Schwagerehe nicht vollzogen werden darf, weil sie ein lebensfähiges Kind gebären und er auf die nach der Tora inzestuöse Frau seines Bruders stoßen kann, weshalb aber nicht die Ḥaliça?",
"Dies wäre also eine Widerlegung R. Joḥanans, welchersagt, die Ḥaliça der Schwangeren sei gültig. – Ist etwa R. Joḥanan nicht bereits widerlegt worden!? – Ist auch hieraus eine Widerlegung zu entnehmen? –",
"Nein, hierbei aus dem Grunde, weil sie, wenn sie ein lebensfähiges Kind gebiert, einer Kundmachung für Priest erbenötigen würde. –",
"Mag sie benötigen!? – Vielleicht ist jemand nur bei der Ḥaliça und nicht bei der Kundmachung zugegen, sodann könnte sie als ungeeignet für Priester erklärt werden. –",
"Erklärlich ist dies hinsichtlich der Witwe, wie ist es aber hinsichtlich der Geschiedenenerklären!? – Weil sie um ihren Unterhaltkommen würde. –",
"Erklärlich ist dies hinsichtlich der Verheirateten, wie ist es aber hinsichtlich der verlobten Geschiedenenzu erklären. –",
"Vielmehr, wegen einer Lehre R. Joses, denn es wird gelehrt: Einst kam jemand vor R. Jose und fragte ihn, ob er innerhalb der drei [Monate] die Ḥaliça vollziehen dürfe. Dieser erwiderte: Du darfst sie nicht vollziehen. – Mag sie doch vollzogen werden, was ist denn dabei!?",
"Da las er über ihn folgenden Schriftvers :Wenn der Mann nicht will, wenn er aber will, vollziehe er die Schwagerehe; wer zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça heran&c.",
"R. Ḥenana wandte ein: An den Zweifelhaften ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Was heißt zweifelhaft: wollte man sagen, wenn ein Zweifel hinsichtlich der Antrauungbesteht, weshalb nicht, es ist ja nichts dabei, wenn die Schwagerehe vollzogenwird!?",
"Doch wohl ein Zweifel hinsichtlich zweier Schwestern, von denen jener sich eine angetraut hatte, und er nicht weiß, welche von ihnen; und er lehrt, daß die Ḥaliça zu vollziehensei !? –",
"Es ist ja nicht gleich; da würde sie, wenn Elijahu kommen und bekunden würde, jener habe sich diese angetraut, für die Ḥaliça und die Schwagerehe geeignetsein,",
"würde man aber hierbei, wenn Elijahu kommen und bekunden würde, sie sei nicht schwanger, es beachten und an ihr die Schwagerehevollziehen!? Eine Minderjährige wird überhaupt nicht schwanger, dennoch muß sie drei Monate warten.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Schwägerin ist die ersten drei Monate vom Vermögen des Ehemannes zu unterhalten, von da ab weder von dem des Ehemannes noch von dem des Schwagers.",
"Wenn er vor Gericht gestandenhat und entflohen ist, so ist sie vom Vermögen des Schwagers zu unterhalten. –",
"Fällt sie einem minderjährigen Schwager zu, so erhält sie nichts vom Schwager; [erhält sie Unterhalt] vom Ehemanne? –",
"Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, sie erhalte, und einer sagt, sie erhalte nicht. Die Halakha ist, sie erhält nicht, denn man hat sie im Himmel gemaßregelt.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn die Brüder an der Schwägerin die Ḥaliça innerhalb drei Monaten vollzogen haben, so muß sie drei Monate"
],
[
"wenn nach drei Monaten, so braucht sie keine drei Monate zu warten.",
"Demnach sind die drei Monate, von denen sie sprechen, seit dem Tode des Ehemannes und nicht seit der Ḥaliça des Schwagers zu verstehen. –",
"Womit ist es hierbei anders als beim Scheidebriefe, hinsichtlich dessen Rabh sagt, seit der Überreichung, und Šemuél sagt, seit dem Schreiben?",
"Raba erwiderte: Es ist [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn diesbeim mit der Ausrottung belegten Inzesteerlaubt ist, um wieviel mehr bei einem gewöhnlichen Verbote.",
"DESGLEICHEN ALLE ANDEREN FRAUEN. Einleuchtend ist dies von der Schwägerin, wie wir bereits gesagthaben, weshalb aber alle anderen Frauen?",
"R. Naḥman erwiderte im Namen Šemuéls: Die Schrift sagt: dir ein Gott zu sein und deinem Samen nach dir, es ist zwischen dem Samen des ersten und dem des anderen zu unterscheiden.",
"Raba wandte ein: Daher müssen ein Proselyt und eine Proselytin drei Monate warten. Was ist da zu unterscheiden!? –",
"Auch da ist zwischen dem in Heiligkeit gesäeten Samen und dem nicht in Heiligkeit gesäeten Samen zu unterscheiden.",
"Raba erklärte: Hierbei ist berücksichtigt worden, erkönnte seine Schwester väterlicherseits heiraten, an der Frau seines Bruders mütterlicherseitsdie Schwagerehevollziehen,",
"seine Mutter Fremden freigeben, und seine Schwägerin für jedermann entbinden.",
"R. Ḥananja wandte ein: [Es wird gelehrt:] Überallist dies eine Vorsorge wegen Inzestes, hierbei aber wegen des Kindes. Wenn dem so ist, so ist es ja auch hierbei eine Vorsorge wegen Inzestes!? –",
"Hierbei ist es eine Vorsorge wegen des Kindes, damit dieses nicht auf ein Inzestverbot stoße. –",
"Erklärlich ist es, daß sie nicht zwei Monate warten und heiraten darf, weil dann ein Zweifel entstehen könnte, ob es ein Neunmonatskind vom ersten oder ein Siebenmonatskind vom anderen ist;",
"soll sie doch aber einen Monat warten und heiraten: gebiert sie nach sieben [Monaten], so ist es ein Siebenmonatskind vom anderen, und wenn nach acht, so ist es ein Neunmonatskind vom ersten!? –",
"Auch wenn sie nach acht gebiert, kann es vom anderen sein, denn sie ist vielleicht erst nach einem Monat schwanger geworden. –",
"Soll sie doch zweieinhalb Monate warten und heiraten : gebiert sie nach sieben [Monaten], so ist es ein Siebenmonatskind vom anderen, und wenn nach sechseinhalb, so ist es ein Neunmonatskind vom ersten, denn wenn es vom anderen wäre, könnte es mit sechseinhalb nicht lebensfähig sein. –",
"Auch wenn sie mit sechseinhalb gebiert, kann es vom anderen sein, denn Mar Zuṭra sagte, auch nach demjenigen, der sagt, die mit neun Monaten Gebärende gebäre nicht bei unvollständigen, gebiert die mit sieben Monaten Gebärende auch bei unvollständigen,",
"denn es heißt :und es geschah nach Kreisungen von Tagen ; Kreisungen sind mindestens zweiund Tagen sind mindestens zwei. –",
"Soll sie doch nur etwas warten und heiraten, und nach drei Monaten untersuche mansie!?",
"R. Saphra erwiderte: Man untersuche keine Verheirateten, damit sie ihren Männern nicht mißächtlich werden. – Untersuche man sie doch an ihremGange !?",
"Rami b. Ḥama erwiderte : Die Frau sucht dieszu verheimlichen, damit ihr Sohn die Güter ihres Ehemannes erbe. –",
"Sollte sie doch, wenn sie sicher schwanger ist, heiraten dürfen, wieso wird gelehrt, daß man die Schwangere oder die Säugende eines anderen nicht heirate, und wenn man geheiratet hat, man sie entfernen müsse und sie niemals heiraten dürfe!? –",
"Es ist berücksichtigt worden, sie könnte aus dem Fötus eine Mißgeburtmachen. – Demnach sollte dies auch von seiner eignen [Frau] gelten!? –",
"Nach demjenigen, welcher sagt, mit Watte, verwende sie Watte, und nach demjenigen, welcher sagt, man erbarmt sich ihrer im Himmel, erbarmt man sich ihrer im Himmel. –",
"Auch hierbei: nach demjenigen, welcher sagt, mit Watte, verwende sie Watte, und nach demjenigen, welcher sagt, man erbarme sich ihrer im Himmel, erbarmt man sich ihrer im Himmel!? –",
"Vielmehr, wegen des Druckes. – Demnach sollte dies auch von der eignen [Frau] gelten!? – Das eigne [Kind] schont man. – Auch hierbei schont manes ja!? –",
"Vielmehr, eine Schwangere ist zum Säugen bestimmt,"
],
[
"und wenn sie wiederum schwanger wird, kann ihre Milch trübe werden und [das Kind] sterben. – Demnach sollte dies auch von der eignen [Frau] gelten!? – Das eigne [Kind] nährt sie mit Eiern und Milch. – Auch ihres kann sie ja mit Eiern und Milch nähren!? – Der Ehemann gibt ihr nicht. – Sie kann es ja von den Erben verlangen!? Abajje erwiderte: Eine Frau geniert sich vor Gericht zu erscheinen, und tötet lieber ihr Kind.",
"OB JUNGFRAUEN ODER DEFLORIERTE. Jungfrauen und Verlobte, Deflorierte und Verheiratetesind ja identisch!?",
"R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: einerlei ob Jungfrauen oder Deflorierte; wennsie nach der Verlobung oder nach der Verheiratung verwitwet oder geschieden worden sind.",
"Einst kam R. Elea͑zar nicht ins Lehrhaus, und als er darauf R. Asi traf, fragte er ihn, was die Gelehrten im Lehrhause vorgetragen haben. Dieser erwiderte: R. Joḥanan sagte folgendes: die Halakha ist wie R. Jose. –",
"Demnach streitet ein Einzelnergegen ihn? – Allerdings. Es wird auch gelehrt : Wenn es sieins Haus ihres Vaters zu gehen drängte oder sie mit ihrem Manne zankte, oder ihr Mann im Gefängnisse eingesperrt war, oder er alt oder krank war, oder sie krank war,",
"oder sie nach dem Tode ihres Mannes abortiert hat, oder unfruchtbar, alt, minderjährig, steril oder sonst nicht geburtsfähig ist, so muß sie [dennoch] drei Monate warten – so R. Meír. R. Jehuda erlaubt dieser, sich sofort zu verloben und zu verheiraten.",
"R. Ḥija b. Abba sagte: R. Joḥanan trat davon zurück. R. Joseph sprach: Wenn er zurückgetreten ist, so tat er dies wegen der Lehre in der Akademie, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte : Ich hörte aus dem Munde der Weisen in der Akademie zu Jabne, daß sie alle drei Monate warten müssen.",
"R. Jirmeja sprach zu R. Zeriqa: Wenn du zu R. Abahu kommst, weise ihn auf folgenden Widerspruch hin : kann R. Joḥanan denn gesagt haben, die Halakha sei wie R. Jose, R. Joḥanan sagte ja, die Halakha sei nach der anonymen Lehre zu entscheiden, und eine solche lehrt, daß auch alle anderen Frauen vor Ablauf von drei Monaten sich nicht verheiraten oder verloben dürfen, einerlei ob Jungfrauen oder Deflorierte!?",
"Dieser erwiderte: Der dich auf diesen Widerspruch hingewiesen hat, achtete nicht auf sein Mehl; auf diese anonyme Lehre folgt ein Streit, und in einem solchen Falle ist die Halakha nicht nach der anonymen Lehre zu entscheiden. R. Papa, nach anderen R. Joḥanan, sagte nämlich : Folgt auf den Streit eine anonyme Lehre, so ist die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden, und folgt auf die anonyme Lehre ein Streit, so ist die Halakha nicht nach der anonymen Lehre zu entscheiden.",
"R. Abahu ging auf die Schulter seines Dieners R. Naḥum gestützt und ließ sich von ihm Halakhoth vortragen. Da fragte er ihn: Wie ist es, wenn einem Streite eine anonyme Lehre folgt? Dieser erwiderte: So ist die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden. – Wie ist es, wenn einer anonymen Lehre ein Streit folgt? Dieser erwiderte: So ist die Halakha nicht nach der anonymen Lehre zu entscheiden. –",
"Wie ist es, wenn die anonyme Lehre in einer Mišna und der Streit in einer Barajtha sich befindet? Dieser erwiderte: So ist die Halakha nach der anonymen Lehre zu entscheiden. – Wie ist es, wenn der Streit in einer Mišna und die anonyme Lehre in einer Barajtha sich befindet? Dieser erwiderte :"
],
[
"Wenn Rabbi es nicht gelehrt hat, woher sollte R. Ḥijaes wissen.",
"[Er sprach zu ihm:] Wir haben gelernt: Eine Flachshechel, der die Zähne fehlen, ist, wenn zwei zurückgeblieben sind, verunreinigungsfähig, und wenn einer, nicht verunreinigungsfähig; jeder einzelne entfernte [Zahn] für sichist verunreinigungsfähig.",
"Ein Woll[kamm], dem ein Zahn um den anderen fehlt, ist nicht verunreinigungsfähig. Sind drei neben einander zurückgeblieben, so ist er verunreinigungsfähig; ist aber einer von ihnen der äußerste, so ist er nicht verunreinigungsfähig. Wenn aus zweien eine Pinzette gemacht wird, so sind sie verunreinigungsfähig; wenn einer zu einer Leuchteoder zum Spannen hergerichtet wird, so ist er verunreinigungsfähig.",
"Uns ist es bekannt, daß die Halakha nicht nach dieser Mišna zu entscheiden ist!? Dieser erwiderte: Diese ausgenommen, denn R. Joḥanan und Reš Laqis sagten beide, sie sei keine [korrekte] Mišna. –",
"Weshalb? R. Hona b. Manoaḥ erwiderte im Namen R. Idis, des Sohnes R. Iqas: Weil der Anfangsatz und der Schlußsatz einander widersprchen. Er lehrt, daß ein Woll[kamm], dem ein Zahn um den anderen fehlt, nicht verunreinigungsfähig sei, wonach er verunreinigungsfähig ist, wenn zwei neben einander zurückgeblieben sind, und darauf lehrt er, wenn drei zurückgeblieben sind, sei er verunreinigungsfähig, nur drei und nicht zwei!? –",
"Was ist dies für ein Widerspruch, vielleicht gilt das eine von den innerenund das andere von den äußeren!? –",
"Vielmehr, [der Widerspruch besteht] darin: er lehrt, jeder einzelne entfernte [Zahn] sei für sich verunreinigungsfähig, auch wenn man ihn nicht hergerichtet hat, und im Schlußsatze heißt es, daß, wenn man einen zu einer Leuchte oder zum Spannen hergerichtet hat, er verunreinigungsfähig sei, nur wenn man ihn hergerichtet hat, sonst aber nicht!?",
"Abajje erwiderte: Was ist dies für ein Widerspruch, vielleicht gilt das eine von einem mit Griff und das andere von einem ohne Griff!?",
"R. Papa erwiderte: Was ist dies für ein Widerspruch, vielleicht gilt das eine von kleineren und das andere von größeren!? –",
"Vielmehr, weil Kundige hinzufügen: dies sind die Worte R. Šimons.",
"R. Ḥija b. Abin ließ mitteilen: Sie dürfen sich innerhalb der drei Monate verloben, und so entschied man auch.",
"Ebenso lehrte uns R. Elea͑zar im Namen R. Ḥanina des Großen : der erste größtenteils, der dritte größtenteils und der mittelste vollständig.",
"Amemar erlaubte, sich am neunzigsten Tage zu verloben. Da sprach R. Aši zu Amemar : Rabh und Šemuél sagten ja beide, sie müsse drei Monate warten, außer dem Tage, an dem [ihr Mann] gestorben ist, und dem Tage, an dem sie sich verlobt !? – Dies wurde von der Säugenden gelehrt; hinsichtlich dieser sagten Rabh und Šemuél, sie müsse vierundzwanzig Monate warten, außer dem Tage, an dem [das Kind] geboren wurde, und dem Tage, an dem sie sich verlobt. –",
"Aber einst veranstaltete ja jemand ein Verlobungsmahl am neunzigsten Tage und Raba verdarb ihmsein Gastmahl!? – Es war ein Hochzeitsmahl.",
"Die Halakha ist: sie muß vierundzwanzig Monate warten, außer dem Tage, an dem [das Kind] geboren wurde, und dem Tage, an dem sie sich verlobt. Ebenso muß siedrei Monate warten, außer dem Tage, an dem [ihr Mann] gestorben ist, und dem Tage, an dem sie sich verlobt.",
"AUSGENOMMEN DIE WITWE &C. R. Ḥisda sagte: Es ist ja [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn in einem Falle, wo das Waschenverboten ist, die Verlobung erlaubt ist, um wieviel mehr sollte in einem Falle, wo das Waschen erlaubt ist, die Verlobung erlaubt sein!? – Welches Bewenden hat es damit? –",
"Wir haben gelernt: In der Woche, in die der Neunte Ab fällt, ist das Haarschneiden und das Waschen verboten; am Donnerstag ist es wegen der Ehrung des Šabbaths erlaubt. Hierzu wird gelehrt: Vor dieser Zeitschränke das Volk seine Geschäfte ein, Handel, Bauarbeit und Pflanzung; man darf sich verloben, aber nicht heiraten, auch veranstalte man kein Verlobungsmahl. –",
"Diese Lehre bezieht sich auf die Zeit vor derVorzeit.",
"Raba sprach: Auch hinsichtlich der Zeit vor der Vorzeit ist ja [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn in einem Falle, wo der Handel verboten ist, die Verlobung erlaubt ist, um wieviel mehr ist in einem Falle, wo der Handel erlaubt ist, die Verlobung erlaubt!? –",
"Lies nicht: R. Jose sagt, jede Frau dürfe sich verloben, sondern: jede Frau dürfe sich verheiraten. –"
],
[
"Hält R. Jose denn nichts von der Unterscheidung!? –",
"Er hält nichts davon. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich hält er davon, nur lese man: R. Jose sagt, jede geschiedene Verlobte dürfe sich verheiraten. –",
"Demnach lehrt er ja dasselbe, was R. Jehuda!? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Verlobung einer Verheirateten. R. Jehuda ist der Ansicht, die verheiratet war, dürfe sich verloben, und R. Jose ist der Ansicht, die verheiratet war, dürfe sich nicht verloben. –",
"Ist R. Jose denn der Ansicht, die Verheiratete dürfe sich nicht verloben, es wird ja gelehrt: R. Jose sagt, jede Frau dürfe sich verloben, ausgenommen die Witwe, wegen der Trauer, und zwar währt die Trauer dreißig Tage; heiraten aber dürfen sie alle nicht vor drei Monaten!? –",
"Was ist dies für ein Einwand: wenn etwa, weil gelehrt wird, R. Jose sagt, jede Frau dürfe sich verloben, so ist ja diese Lehre nicht bedeutender als unsere Mišna; jene bezogen wir auf die geschiedene Verlobte, die heiraten darf, ebenso spricht diese von der geschiedenen Verlobten, die heiraten darf!? –",
"Vielmehr, im Schlußsatze lehrt er, daß sie alle nicht vor drei Monaten heiraten dürfen, wonach sie nur nicht heiraten, wohl aber sich verloben dürfen.",
"Raba erwiderte: Erkläre dies wie folgt: R. Jose sagt, jede geschiedene Verlobte dürfe sich verheiraten, jedoch nicht die Witwe, wegen der Trauer, und zwar währt die Trauer dreißig Tage; die verheiratet waren, dürfen sich vor drei Monaten nicht verloben. –",
"Hat denn die verwitwete Verlobte Trauer, R. Ḥija b. Ami lehrte ja von der Verlobten, daß weder er ihretwegen Trauerndersei und sich an ihrverunreinige noch sie seinetwegen Trauernde sei und sich an ihm verunreinige, wenn sie gestorben ist, er sie nicht beerbe, und wenn er gestorben ist, sie ihre Morgengabe einfordere!? –",
"Vielmehr, hierüberstreiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Vom Ersten des Monats bis zum Fasttage schränke das Volk seine Geschäfte ein, Handel, Bauarbeit, Pflanzung, Verlobung und Verheiratung. In der Woche, in die der Neunte Ab fällt, ist das Haarschneiden und das Waschen verboten, (ebenso ist die Verlobung verboten); manche sagen, dies sei den ganzen Monat verboten.",
"R. Aši wandte ein: Woher, daß unter Verlobung die eigentliche Verlobung zu verstehen ist, vielleicht ist es nur verboten, ein Verlobungsmahl zu veranstalten, die Verlobung aber erlaubt !? –",
"Demnach müßte auch unter Verheiratung zu verstehen sein, nur ein Hochzeitsmahl zu veranstalten, sei verboten, die Heirat aber erlaubt!? – Es ist nicht gleich; allerdings gibt es bei der Verheiratung eine Fröhlichkeit auch ohne Gastmahl, aber gibt es etwa bei der Verlobung ohne Gastmahl eine Fröhlichkeit!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, anders ist eine junge Trauer als eine alte, anders ist eine öffentliche Trauer als eine private.",
"xi WENN VIER BRÜDER MIT VIER FRAUEN VERHEIRATET WAREN UND GESTORBEN SIND, SO DARF DER ÄLTESTE, WENN ER WILL, DIE SCHWAGEREHE AN ALLEN VOLLZIEHEN.",
"WENN JEMAND MIT ZWEI FRAUEN VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN IST, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG ODER DIE ḤALIÇA DER EINEN IHRE NEBENBUHLERIN."
],
[
"IST EINE GEEIGNET UND EINE UNGEEIGNET, SO SOLL ER, WENN ER DIE ḤALIÇAVOLLZIEHT, DIES AN DER UNGEEIGNETEN, UND WENN ER DIE SCHWAGEREHE VOLLZIEHT, DIES [AUCH] AN DER GEEIGNETEN TUN.",
"GEMARA. Vier Brüder, wie kommst du darauf!? – Lies vielmehr: vier von den Brüdern.",
"SO DARF &C. Wieso läßt man ihn, es wird ja gelehrt:Die Ältesten seiner Stadt sollen ihn laden, sie und nicht, ihre Vertreter; und zu ihm sprechen, dies lehrt, daß man ihm einen guten Rat erteile;",
"ist er jung und sie alt oder er alt und sie jung, so spreche man zu ihm: was willst du mit einer Jungen, was willst du mit einer Alten, halte dich an deinesgleichen und bringe nicht Zank in dein Haus. –",
"In dem Falle, wenn er dies kann. – Demnach auch dann, wenn es mehr sind!? – Er lehrt uns einen guten Rat: nur vier und nicht mehr, damit auf jede eine Beiwohnungim Monat komme.",
"WENN JEMAND &C. VERHEIRATET WAR. Soll doch die Schwagerehe an beiden vollzogen werden!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt:der das Haus seines Bruders nicht errichtet, er errichte nur ein Haus und nicht zwei Häuser. –",
"Soll doch die Ḥaliça an beiden vollzogen werden!? – Mar-Zuṭra b. Ṭobija erwiderte: Die Schrift sagt:das Haus des Entschuhten, die Entschuhung erfolge nur an einem Hause und nicht an zwei Häusern. –",
"Soll doch an einer die Schwagerehe und an einer die Ḥaliça vollzogen werden!? – Die Schrift sagt :wenn er nicht will, wenn er aber will, vollziehe er die Schwagerehe; wer zur Schwagerehe herankommt, kommt auch zur Ḥaliça heran, und wer zur Schwagerehe nichtherankommt, kommt auch zur Ḥaliça nicht heran.",
"Ferner auch, damit man nicht sage, es sei ein Haus, teilweise errichtet und teilweise nicht erichtet. – Mag man doch sagen!? – Wenn er zuerst die Schwagerehe und nachher die Ḥaliça vollzieht, ist dem auch so, er könnte aber zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe vollziehen, und somit [die Worte] der nicht errichtetübertreten. –",
"Vielleicht ist, wenn eine vorhanden ist, das Gebot der Schwagerehe auszuüben, und wenn zwei vorhanden sind, das Gebot der Schwagerehe nicht auszuüben!? –",
"Wozu brauchte dann der Allbarmherzige die Nebenbuhlerin der Inzestuösenzu verbieten: wenn an zwei fremden die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen ist, um wieviel weniger an der Nebenbuhlerin der Inzestuösen. –",
"Wieso nicht, dies ist wohl nötig; man könnte glauben, die Inzestuösestehe außerhalb, und die Schwagerehe sei an der Nebenbuhlerin zu vollziehen, so lehrt er uns, daß sie verboten sei!? –",
"Vielmehr, die Wiederholung [des Wortes]seine Schwägerin ist einschließend.",
"IST EINE GEEIGNET. R. Joseph sagte: Hier lehrte Rabbi, daß man sein Brunnenwasser nicht ausschütte, wenn andere dessen benötigen.",
" WENN JEMAND SEINE GESCHIEDENE WIEDERGENOMMENODER SEINE ḤALUÇA ODER DIE VERWANDTE SEINER ḤALUÇA GEHEIRATET HAT, SO ENTFERNTE ER SIE, UND DAS KIND IST EIN HURENKIND – SO R. A͑QIBA; \n",
"DIE WEISEN SAGEN, DAS KIND SEI KEIN HURENKIND. JEDOCH PFLICHTEN SIE BEI, DASS, WENN JEMAND DIE VERWANDTE SEINER GESCHIEDENEN GEHEIRATET HAT, DAS KIND EIN HURENKIND SEI.",
"GEMARA. Ist R. A͑qiba denn der Ansicht, daß, wenn jemand die Verwandte seiner Ḥaluça geheiratet hat, das Kind ein Hurenkind sei, Reš Laqiš sagte ja, hier habe Rabbi gelehrt, die Schwester seiner Geschiedenen sei nach der Tora und die Schwester seiner Ḥaluça nach den Schriftkundigen [verboten]!? – Lies: die Verwandte seiner Geschiedenen. –",
"Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er: jedoch pflichten sie bei, daß, wenn jemand die Verwandte seiner Geschiedenen geheiratet hat, das Kind ein Hurenkind sei. Einleuchtend ist es, daß er ‘pflichten bei’ lehrt, wenn du sagst, er spreche von dieser, wieso aber heißt es ‘pflichten bei’, wenn du sagst, er spreche von dieser nicht!? –",
"Vielleicht lehrt er uns damit, daß der von mit der Ausrottung Belegten [Erzeugte] Hurenkind sei!? – Dies lehrt er weiter: Hurenkind ist jeder von Blutsverwandten [Erzeugte], deren [Verkehr] einem Verbote unterliegt – so R. A͑qiba; R. Šimo͑n der Temanite sagt, dessentwegen man sich der himmlischen Ausrottungsstrafe schuldig macht, und die Halakha ist nach seiner Ansicht zu entscheiden. –",
"Vielleicht entscheidet der Autor damitnach R.Šimo͑n dem Temaniten!? – Wenn dem so wäre, so sollte es ‘andere mit der Ausrottung belegte’ heißen, wenn es aber ‘Verwandte seiner Geschiedenen’ heißt, so spricht er von dieser. –",
"Vielleicht spricht er tatsächlich nicht von dieser, und nur weil er von der Wiedernahme seiner Geschiedenen und dem Heiraten seiner Ḥaluça oder der Verwandten seiner Ḥaluça lehrt, lehrt er es auch von der Verwandten seiner Geschiedenen;",
"jedochist nach R. A͑qiba, der von der Verwandten seiner Ḥaluça [Erzeugte] ein Hurenkind!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Folgendes ist der Grund R. A͑qibas: die Schrift sagt: das Haus des Entschuhten, womit sie diese als sein Haus bezeichnet.",
"R. Joseph sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Rabbi: Alle pflichten bei, daß wenn jemand seine Geschiedene wiedergenommen hat,"
],
[
"das Kind für die Priesterschaft bemakeltsei. – Wer ist es, der beipflichtet? – Es ist Šimo͑n der Temanite. Obgleich Šimo͑n der Temanite sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind, so ist er, wenn auch nicht Hurenkind, immerhin bemakelt.",
"Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe zu folgern: wenn der Sohn einer Witwe vom Hochpriester, die nicht jedem verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr ist der Sohn dieser, die jedem verboten ist, bemakelt. –",
"Es ist zu widerlegen: wohl gilt dies von der Witwe, die sich selber entweiht!?",
"Ferner heißt es:sie ist ein Gräuel; sie ist ein Gräuel, nicht aber sind ihre Kinder ein Gräuel.",
"Ferner wird gelehrt: Wenn jemand seine Geschiedene wiedergenommen, oder seine Ḥaluça oder die Verwandte seiner Ḥaluça geheiratet hat, so ist, wie R. A͑qiba sagt, die Antrauung ungültig und sie benötigt keines Scheidebriefes von ihm, auch ist sie untauglich und ihr Kind untauglich, und man zwinge ihn, sie zu entfernen. Die Weisen sagen, die Antrauung sei gültig und sie benötige eines Scheidebriefes von ihm, auch sei sie und ihr Kind tauglich.",
"Das Kind ist wohl für Priester tauglich!? – Nein, für die Gemeinde. – Demnach ist auch sie selbst nur für die Gemeinde tauglich, und dies ist ja selbstverständlich, sollte sie denn dieserhalbfür die Gemeinde untauglich sein!? Doch wohl für Priester,",
"und wie sie für Priester, ebenso ihr Kind für Priester. – Wieso denn, sie für diese, jenes für jene.",
"Dies ist auch einleuchtend, denn der Anfangsatz lehrt, sie sei untauglich und ihr Kind sei untauglich. Für wen ist sie untauglich : wenn etwa für die Gemeinde, wieso sollte sie dieserhalbfür die Gemeinde untauglich sein!? Doch wohl für Priester.",
"Für wen ist ferner ihr Kind untauglich: wenn nur für Priester, und für die Gemeinde tauglich, so sagt ja R. A͑qiba, das Kind sei ein Hurenkind: doch wohl für die Gemeinde.",
"Wie nun im Anfangsatze diese für diese und jenes für jene, ebenso im Schlußsatze diese für diese und jenes für jene.",
"[Die Worte] sie ist ein Gräuel besagen: sie ist ein Gräuel, nicht aber ist ihre Nebenbuhlerin ein Gräuel; die Kinder aber sind ein Gräuel.",
"Hinsichtlich der Witwe aber ist zu erwidern: wohl gilt dies von der Witwe, die sich selber entweiht!?",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Joseph sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Rabbi : Alle pflichten bei, daß, wenn die Beiwohnung mit der Ausrottung belegt ist, das Kind bemakelt ist. – Wer ist es, der beipflichtet? – Es ist R. Jehošua͑, Obgleich R. Jehošua͑ sagt, der von mit der Ausrottung belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind, so ist er, wenn auch nicht Hurenkind, immerhin bemakelt.",
"Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe, zu folgern: wenn der Sohn einer Witwe vom Hochpriester, die nicht jedem verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr ist der Sohn dieser, die jedem verboten ist, bemakelt.",
"Wollte man erwidern : wohl gilt dies von der Witwe, die sich selber entweiht, so macht er auch diese, sobald er ihr beigewohnt hat, zur Hure.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Alle pflichten bei, daß, wenn ein Sklave oder ein Nichtjude einer Jisraélitin beigewohnt hat, das Kind ein Hurenkind sei. –",
"Wer ist es, der beipflichtet? – Es ist Šimo͑n der Temanite. Obgleich Šimo͑n der Temanite sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind, so gilt dies"
],
[
"nur von mit einem Verbote belegten, bei denen die Antrauung gültig ist, Nichtjude und Sklave aber gleichen, da ihre Antrauung ungültig ist, den mit der Ausrottung belegten.",
"Man wandte ein: Wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind ein Hurenkind. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt, Hurenkind sei es nur dann, wenn die Beiwohnung inzestuös und mit der Ausrottung belegtist.",
"Vielmehr, erklärte R. Joseph, derjenige, der beipflichtet, ist Rabbi. Rabbi sagt, diese Wortegelten nur nach R. A͑qiba, der die Ḥaluça der Inzestuösen gleichstellt, während er selber nicht dieser Ansichtist; hinsichtlich eines Nichtjuden und eines Sklaven pflichtet er jedoch bei. Als R. Dimi kam, sagte er nämlich im Namen des R. Jiçḥaq b. Evdämi im Namen unseres Meisters [Rabbi]: Wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind ein Hurenkind.",
"R. Aḥa der Burgfürst und R. Tanḥum, Sohn der R. Ḥija aus Kephar A͑kko kauften einst Gefangene los, die aus Armon nach Tiberias gebracht wurden. Unter ihnen befand sich eine, die von einem Nichtjuden geschwängert wurde, und sie wandten sich bezüglich dieser an R. Ami. Da sprach er zu ihnen: R. Joḥanan, R. Elea͑zar und R. Ḥanina sagten, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind ein Hurenkind.",
"R. Joseph erwiderte: Ist es etwa eine Großtat, Personen aufzuzählen!? Rabh und Šemuél in Babylonien, und R. Jehošua͑ b. Levi und Bar Qappara im Jisraéllande – manche nennen statt Bar Qappara die Ältesten des Südens – sagen, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kindunbemakelt.",
"Vielmehr, sagte R. Joseph, ist es Rabbi, denn als R. Dimi kam, sagte er im Namen des R. Jiçḥaq b. Evdämi, im Namen unseres Meisters lehrten sie, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind ein Hurenkind.",
"R. Jehošua͑ b. Levi aber sagt, das Kind sei suspekt. Für wen: wenn für die Gemeinde, so sagte ja R. Jehošua͑ [b. Levi], das Kind sei unbemakelt!? – Vielmehr, für Priester. Und auch alle Amoraím, nach welchen das Kind unbemakelt ist, pflichten bei, daß es für Priester bemakelt sei.",
"Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Witwe, zu folgern: wenn der Sohn einer Witwe vom Hochpriester, die nicht jedem verboten ist, bemakelt ist, um wieviel mehr ist der Sohn dieser, die jedem verboten ist, bemakelt. –",
"Wohl der einer Witwe vom Hochpriester, die sich selber entweiht !? – Auch diese wird, sobald jene ihr beigewohnt haben, [selber] untauglich.",
"R. Joḥanan sagte nämlich im Namen R. Šimo͑ns : Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Priesterin, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, er sie untauglich gemacht habe? Es heißt :wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird; nur von einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen ein Nichtjude und ein Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt.",
"Abajje sprach zu ihm : Was veranlaßt dich, dich auf R. Dimi zu berufen, berufe dich auf Rabin!? Als Rabin kam, sagte er nämlich, R. Nathan und R. Jehuda der Fürst entschieden hierbei erlaubend, und R. Jehuda der Fürst ist Rabbi.",
"Und auch Rabh entschied hierbei erlaubend. Einst kam nämlich jemandvor Rabh und fragte ihn, wie es denn sei, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat,",
"und dieser erwiderte ihm, das Kind sei unbemakelt. Da sprach er zu ihm : Gib mir deine Tochter. – Ich gebe sie dir nicht.",
"Da sprach Šimi b. Ḥija zu Rabh: Die Leute pflegen zu sagen: in Medien tanzt ein Kamel auf einen Kab; da ist der Kab, da ist das Kamel und da ist Medien, es tanzt aber nicht.",
"Dieser erwiderte: Selbst wenn er Jehošua͑, dem Sohne Nuns, gliche, würde ich ihm meine Tochter nicht geben. Jener entgegnete: Jehošua͑, dem Sohne Nuns, würden, wenn der Meister ihm [seine Tochter] nicht gibt, andere geben, diesem aber würden, wenn der Meister ihm nicht gibt, auch andere nichtgeben.",
"Als er aber von ihm nicht fortging, richtete er auf ihn sein Auge, und er starb.",
"Auch R. Nathan entschied hierbei erlaubend, und ebenso entschied R. Jehuda erlaubend. Wenn ein solcher vor R. Jehuda kam, sprach er zu ihm : Geh und verbirgdich, oder nimm eine deinesgleichen. Wenn ein solcher vor Raba kam, sprach er zu ihm: Entweder wandere aus, oder nimm eine deinesgleichen.",
"Die Einwohner von Re Miklise sandten an Rabba: Wie ist es, wenn ein Halbsklave einer Jisraélitin beigewohnt hat? Dieser erwiderte: Wenn [das Kind] von einem richtigen Sklaven nicht bemakelt ist, um wieviel weniger von einem, der es nur halb ist.",
"R. Joseph sprach: Der Autor dieser Lehreist"
],
[
"R. Jehuda, und R. Jehuda sagte ja, daß, wenn ein Halbsklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, es für das Kind kein Mittelgebe !? –",
"Die Lehre R. Jehudas bezieht sich auf den Fall, wenn er sich eine Jisraélitin angetraut hat, sodaß seine Sklavenseite einer Ehefrau beigewohnthat. –",
"Die Nehardee͑nser sagten ja aber im Namen R. Ja͑qobs, daß nach demjenigen, nach dem [das Kind] bemakelt ist, dies auch von einer Ledigen, und nach demjenigen, nach dem es nicht bemakelt ist, dies auch von einer Ehefrau gelte!?",
"Beide folgern es von der Frau seines Vaters. Derjenige, nach dem es bemakelt ist, folgert: wie die Antrauung mit der Frau seines Vaters ungültig und das Kind ein Hurenkind ist, ebenso ist das Kind all derjenigen, mit denen die Antrauung ungültig ist, ein Hurenkind.",
"Derjenige aber, nach dem es unbemakelt ist, folgert: gleich der Frau seines Vaters, deren Antrauung mit ihm ungültig, mit anderen aber gültig ist, ausgenommen Nichtjude und Sklave, bei denen die Antrauung überhaupt nicht gültigist.",
"Vielmehr, die Lehre R. Jehudas bezieht sich auf den Fall, wenn er einer Ehefrau beigewohnt hat, sodaß die Seite der Freiheit an ihm einer Ehefrau beigewohnt hat.",
"Rabina sagte : R. Gaza erzählte mir, R. Jose b. Abin kam einst nach einer Ortschaft, wo sich gerade ein derartiger Fall mit einer Ledigen ereignete, und er erklärte [das Kind] als unbemakelt, und ebenso einer mit einer Ehefrau, und er erklärte es als bemakelt. R. Šešeth sprach : Mir sagte R. Gaza, es war nicht R. Jose b. Abin, sondern R. Jose b. Zebida, und er erklärte [das Kind] als unbemakelt, sowohl bei der Ledigen als auch bei der Ehefrau. R. Aḥa, der Sohn Rabhs, sprach zu Rabina : Amemar kam in unsere Ortschaft und er erklärte [das Kind] als unbemakelt, sowohl bei einer Ledigen als auch einer Ehefrau.",
"Die Halakha ist: Wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind unbemakelt, einerlei ob einer Ledigen oder einer Ehefrau.",
"Raba erklärte R. Mari, den Sohn der Raḥel, als unbemakelt und machte ihn zum Ephoren in Babylonien, obgleich der Meister gesagt hat:du sollst einen König über dich setzen [aus der Mitte deiner Brüder], in jedes Amt, das du zu besetzen hast, darfst du nur einen aus der Mitte deiner Brüder einsetzen. Seine Mutter war aus Jisraél, somit heißt es von ihm: aus der Mitte deiner Brüder.",
"Ein Sklave des R. Ḥija b. Ami ließ eine Nicht Jüdin als Frauuntertauchen. Da sprach R. Joseph : Ich kann sie selbst und ihre Tochter als unbemakelt erklären.",
"Sie selbst, nach R. Asi, denn R. Asi sagte: ist sie etwa nicht wegen ihrer Menstruation untergetaucht!?",
"Ihre Tochter, denn, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, so ist das Kind unbemakelt.",
"Einst war jemand, den man Sohn einer Aramäerinnannte. Da sprach R. Asi : Ist etwa [seine Mutter] nicht wegen ihrer Menstruation untergetaucht!? Einst war jemand, den man Aramäersohn nannte. Da sprach R. Jehošua͑ b. Levi: Ist etwa [sein Vater] nicht wegen Samenergusses untergetaucht !?",
"R. Ḥama b. Gorja sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand einen Sklaven von einem Nichtjuden gekauft hat, und dieser ihm zuvorgekommen und zwecks Freiwerdung untergetaucht ist, so hat er seine Freiheit erworben. – Aus welchem Grunde? –"
],
[
"Der Nichtjude hatte ihn nicht erworben, und er kann dem Jisraéliten nur das zueignen, was ihm selber gehört; da jener aber ihm zuvorgekommen und zwecks Freiwerdung untergetaucht ist, so ist seine Hörigkeit aufgehoben.",
"Dies nach Raba, denn Raba sagte: Heiligung, Säuerungund Freilassung heben das Anrechtauf.",
"R. Ḥisda wandte ein: Bei Vater ja der Proselytin ereignete es sich, daß ihre Sklaven früher als sie untertauchten, und als die Sache vor die Weisen kam, entschieden sie, sie haben ihre Freiheit erworben. Nur weil vorher, nicht aber wenn nachher!?",
"Raba erwiderte: Wenn vorher, ob ohne Zweckangabeoder mit Zweckangabe, wenn nachher, nur mit Zweckangabe, nicht aber ohne Zweckangabe.",
"R. Šaja sagte: Diesnur, wenn man [einen Sklaven] von einem Nichtjuden kauft, wenn aber den Nichtjuden selber, so hat man ihnerworben,",
"denn es heißt :und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch wohnen, aus ihnen könnt ihr kaufen; ihr könnt aus ihnen kaufen, nicht aber können sie aus euch kaufen, noch können sie aus einander kaufen.",
"Inwiefern können sie aus euch nicht kaufen: wenn die Händearbeit, wieso erwirbt ein Nichtjude keinen Jisraeliten, es heißt ja:dem Abkömmling aus dem Fremdlingsgeschlechte, und der Meister sagte: unter Fremdlingsgeschlecht sei ein Nichtjudezu verstehen; doch wohl die Person selbst, und der Allbarmherzige sagt: ihr könnt aus ihnen kaufen, selbst die Person.",
"R. Aḥa wandte ein: Vielleicht durch Geld und Untertauchen!? – Ein Einwand.",
"Šemuél sagte: Man halte ihn im Wasserfest.",
"So übergab einst R. Aši seinen Sklaven Minjamin, der untertauchenwollte, Rabina und R. Aha, dem Sohne Rabas, und sprach zu ihnen: Paßt auf, von euch verlange ichihn. Da legten sie ihm eine Kette um den Hals, die sielose hielten und festzogen.",
"Lose hielten, damit keine Trennungentstehe, und festzogen, damit er nicht zuvorkomme und sage, er tauche zwecks Freiwerdung unter. Als er den Kopf aus dem Wasser hob, legten sie ihm ein Gefäß mit Lehm auf den Kopfund sprachen zu ihm: Geh, bring es deinem Herrn.",
"R. Papa sprach zu Raba: Der Meister hat wohl beobachtet, daß die Angehörigen des Hauses des Papa b. Abba Geldbeträge auf die Kopfsteuer anderer Leuteanzahlen und diese zur Sklavenarbeit anhalten. Benötigen diese, wenn sie fortgehen, eines Freibriefes oder nicht?",
"Dieser erwiderte: Wenn ich jetzt tot wäre, würde ich euch dies nicht gesagt haben; folgendes sagte R. Šešeth: die Hörigkeits-Urkunden von diesen liegen im Schreine des Königs, und der König bestimmte, wer keine Kopfsteuer zahlt, sei dem dienstbar, der für ihn Kopfsteuer zahlt.",
"R. Ḥija b. Abba kam einst nach Gabla und beobachtete, daß da jüdische Töchter von beschnittenen und nicht untergetauchten Nichtjuden geschwängert wurden. Ferner beobachtete er, daß da Nichtjuden Weinverschnitten und Jisraéliten ihn tranken. Ferner beobachtete er, daß da Nichtjuden Lupinen kochtenund Jisraéliten sie aßen. Er sagte ihnen aber nichts.",
"Als er hierauf zu R. Joḥanan kam, sprach dieser zu ihm : Geh und mache bekannt, daß ihre Kinder Hurenkinder sind, daß ihr Wein Libationsweinist, und daß ihre Lupinen als von Nichtjuden gekocht [verboten] sind, weil sie im Gesetze unkundig sind.",
"Daß ihre Kinder Hurenkinder sind. R. Joḥanan vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, er gelte nur dann als Proselyt, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist; wenn er aber nicht untergetaucht ist, gilt er als Nichtjude. Ferner sagte Rabba b. Bar Ḥana im Namen R. Joḥanans, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, das Kind ein Hurenkind ist.",
"Daß ihr Wein Libationswein ist. Man sagt nämlich: Weiter, weiter, Naziräer; herum, herum, nähere dich nicht dem Weinberge.",
"Daß ihre Lupinen als von Nichtjuden gekocht [verboten] sind, weil sie im Gesetze unkundig sind. Demnach wären sie erlaubt, wenn sie im Gesetze kundig wären, und [dem widersprechend] sagte ja R. Šemuél b. R. Jiçḥaq im Namen Rabhs, was roh gegessen wird, sei nicht als von Nichtjuden Gekochtes verboten, wonach die Lupine, die nicht roh gegessen wird, als von Nichtjuden Gekochtes [verboten] ist!? –",
"R. Joḥanan hält es mit der anderen Fassung des R. Šemuél b. R. Jiçḥaq im Namen Rabhs: was nicht auf die königliche Tafel als Zukost zum Brote kommt, ist nicht als von Nichtjuden Gekochtes [verboten]. Und nur aus dem Grunde, weil sie im Gesetze unkundig waren, Gesetzeskundigen aber ist es erlaubt.",
"Die Rabbanan lehrten : Ein Proselyt, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, gilt, wie R. Elie͑zer sagt, als Proselyt, denn dies finden wir bei unseren Vorfahren, sie waren beschnitten und nicht untergetaucht. Ist er untergetaucht und nicht beschnitten worden, so gilt er, wie R. Jehošua͑ sagt, als Proselyt, denn dies finden wir bei unseren Stammüttern, sie waren untergetaucht und nicht beschnitten worden. Die Weisen sagen, wenn er untergetaucht und nicht beschnitten worden oder beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, gelte er nicht als Proselyt; nur wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist.",
"Sollte auch R. Jehošua͑ von der Vorfahren, und ebenso auch R. Elie͑zer von den Stammüttern folgern!? Wolltest du erwidern, er folgere nicht hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichen,",
"so wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß das Pesaḥopfer der späteren Generationennur von Profanem darzubringen ist? In Miçrajim ist das Pesaḥopfer geboten worden und für die späteren Generationen ist das Pesaḥopfer geboten worden, wie das in Miçrajim gebotene Pesaḥopfer von Profanemdargebracht wurde, ebenso ist das für die späteren Generationen gebotene Pesaḥopfer von Profanem darzubringen.",
"R. A͑qiba sprach zu ihm: Ist denn hinsichtlich des Möglichen vom Unmöglichenzu folgern!? Jener erwiderte: Obgleich es nicht möglich war, dennoch ist dies ein bedeutender Beweis, und man folgere hiervon. –",
"Vielmehr,"
],
[
"hinsichtlich des Untertauchens ohne Beschneidung stimmen alle überein, daß es von Wirkung sei, sie streiten nur über die Beschneidung ohne Untertauchen; R. Elie͑zer folgert von den Vorfahren, und R. Jehošua͑ ist der Ansicht, auch bei den Vorfahren war das Untertauchen erfolgt. –",
"Woher entnimmt er dies, wenn etwa aus dem Schriftverse :geh zum Volke und laß sie sich heute rüsten und morgen, daß sie ihre Kleider waschen; denn, wenn in einem Falle, wo das Kleiderwaschen nicht erforderlich ist, das Untertauchen erforderlichist, um wieviel mehr war in dem Falle, wo das Kleiderwaschen erforderlich war, das Untertauchen erforderlich,",
"so war dies vielleicht nichts weiter als ein Reinlichkeitsakt!? –",
"Vielmehr, hieraus :und Moše nahm das Blut und sprengte auf das Volk, und es ist uns überliefert, daß es kein Sprengen ohne Untertauchen gebe. –",
"Woher entnimmt R. Jehošua͑ das Untertauchen bei den Stammüttern? – Dies ist einleuchtend; wodurch sonst sind sie unter die Fittige der Göttlichkeit gekommen!?",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Er ist erst dann Proselyt, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist. Selbstverständlich, bei [einem Streite zwischen] einem Einzelnen und einer Mehrheitist ja die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden!? –",
"Mit Weisenist R. Jose gemeint.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand kommt und sagt, er sei beschnitten worden, jedoch nicht untergetaucht, so lasse man ihn untertauchen, und dabei ist nichts – so R. Jehuda: R. Jose sagt, man lasse ihn nichtuntertauchen.",
"Daher lasse man einen Proselyten am Šabbathuntertauchen – so R. Jehuda; R. Jose sagt, man lasse ihn nicht untertauchen.",
"Der Meister sagte: Daher lasse man einen Proselyten am Šabbath untertauchen. Selbstverständlich lasse man ihn, da nach R. Jehuda eines genügt, wenn er vor uns beschnitten worden ist, untertauchen; was heißt ‘daher’!? –",
"Man könnte glauben, nach R. Jehuda sei das Untertauchen die Hauptsache und daher am Šabbath verboten, weil dadurch die Person hergerichtet wird, so lehrt er uns, daß nach R. Jehuda das eine oder sei. –",
"«R. Jose sagt, man lasse ihn nicht untertauchen.» Selbstverständlich, R. Jose ist ja der Ansicht, beides sei erforderlich, und die Herrichtung der Person ist am Šabbath verboten!? –",
"Man könnte glauben, nach R. Jose sei die Beschneidung die Hauptsache, und jenesgelte nur in dem Falle, wenn die Beschneidung nicht vor uns erfolgt ist, wenn aber die Beschneidung vor uns erfolgt ist, lasse man ihn am Šabbath untertauchen, so lehrt er uns, daß nach R. Jose beides erforderlich sei.",
"Rabba sagte: Einst kam vor R. Ḥija b. Rabbi – R. Joseph lehrte: R. Oša͑ja b. Rabbi, und R. Saphra lehrte: R. Oša͑ja b. R. Ḥija – ein Proselyt, der beschnitten und nicht untergetauchtwar. Da sprach dieser zu ihm: Warte bis morgen, sodann lassen wir dich untertauchen.",
"Hieraus ist dreierlei zu entnehmen. Es ist zu entnehmen, daß bei einem Proselytendrei [Personen] erforderlich sind; es ist zu entnehmen, daß er erst dann Proselyt ist, wenn er beschnitten worden und untergetaucht ist; und es ist zu entnehmen, daß man einen Proselyten nicht nachts untertauchen lasse. – Sollte er doch sagen, hieraus sei zu entnehmen, daß Approbierteerforderlich seien!? – Vielleicht [war es nur Zufall], daß sie zusammentrafen.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Bei einem Proselytensind drei [Personen] erforderlich, denn bei diesem wird [das Wort] Rechtgebraucht.",
"Die Rabbanan lehrten: Man könnte glauben, daß, wenn jemand kommt und sagt, er sei Proselyt, man ihn aufnehme, so heißt es:mit dir, wenn er dir bekannt ist. Woher diesvon dem Falle, wenn er kommt und Zeugen mitbringt? Es heißt :wenn mit dir ein Fremdling weilt in eurem Lande."
],
[
"Ich weiß dies vom [Jisraél]lande, woher dies vom Auslande? Es heißt : mit dir, wo er auch mit dir weilt. Weshalb heißt es demnach in eurem Lande? Im Lande muß er esbeweisen, außerhalb des Landesbraucht er es nicht zu beweisen – so R. Jehuda. Die Weisen sagen, sowohl im. Lande als auch außerhalb des Landes müsse er es beweisen. –",
"Wozu ist ein Schriftvers nötig hinsichtlich des Falles, wenn er kommt und Zeugen mitbringt? R. Šešeth erwiderte: Wenn sie sagen, sie hätten gehört, daß er von jenem Gerichte Proselyt geworden ist. Man könnte glauben, man verlasse sich auf sie nicht, so lehrt er uns. –",
"«In eurem Lande, ich weiß dies nur vom Jisraéllande, woher dies vom Auslande? Es heißt: mit dir, wo er auch mit dir weilt.» Du hast es ja bereits ausgelegt!? – Das eine aus [dem Worte] mit dir und das andere aus [dem Worte] bei dir. –",
"«Die Weisen sagen, sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes müsse er es beweisen.» Es heißt ja aber im Lande!? –",
"Dies deutet darauf, daß man auch im Lande Proselyten aufnehme; man könnte annehmen, daß sie nur wegen des Wohlstandes des Jisraéllandes, und auch jetzt, wo es keinen Wohlstand gibt, wegen der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlassesund des Armenzehnten Proselyten werden, so lehrt er uns.",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans : Die Halakha ist, er müsse sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes den Beweis antreten. – Selbstverständlich, bei [einem Streit zwischen] einem einzelnen und einer Mehrheit ist ja die Halakha nach der Mehrheit zu entscheiden!? – Man könnte glauben, die Ansicht R. Jehudas sei einleuchtender, da sie von einem Schriftvers unterstützt wird, so lehrt er uns.",
"Die Rabbanan lehrten :Richtet mit Gerechtigkeit zwischen einem Manne und seinem Bruder und seinem Fremdling. Hierausfolgert R. Jehuda, daß, wenn er vor Gericht Proselyt geworden ist, er Proselyt, und wenn vor sich selber, er kein Proselyt sei.",
"Einst kam einer vor R. Jehuda und sprach zu ihm: Ich bin vor mir selber Proselyt geworden. Da fragte ihn R. Jehuda: Hast du Zeugen? Dieser erwiderte: Nein. Er fragte weiter: Hast du Kinder? Dieser erwiderte: Ja. Hierauf sprach er zu ihm: Du bist glaubwürdig, dich selber zu bemakeln, nicht aber bist du glaubwürdig, deine Kinderzu bemakeln. –",
"Kann R. Jehuda denn gesagt haben, er sei hinsichtlich seiner Kinder nicht glaubwürdig, es wird ja gelehrt : Anerkennen, anderen gegenüber anerkennen. Hieraus folgerte R. Jehuda, ein Mensch sei glaubwürdig, wenn er sagt: dieser, mein Sohn, ist Erstgeborener. Und wie er glaubwürdig ist, wenn er sagt: dieser mein Sohn ist Erstgeborener, ebensoist er glaubwürdig, wenn er sagt: dieser ist mein Sohn von einer Geschiedenen, dieser ist mein Sohn von einer Ḥaluça. Die Weisen sagen, er sei nicht glaubwürdig.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er sprach zu ihm wie folgt: Nach deinen Worten bist du ein Nichtjude, und ein Nichtjude kann kein Zeugnis ablegen. Rabina erwiderte: Er fragte ihn, ob er Kinder habe, [und jener erwiderte:] jawohl, ob er Kindeskinder habe, [und jener erwiderte:] jawohl; hierauf sprach er zu ihm: Du bist glaubwürdig, deine Kinder zu bemakeln, nicht aber bist du glaubwürdig, deiner Kinder Kinder zu bemakeln.",
"Übereinstimmend wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Ein Mensch ist glaubwürdig, über seinen minderjährigen Sohn auszusagen, nicht aber ist er glaubwürdig, über seinen großjährigen Sohn auszusagen. Hierzu sagte R. Ḥija b. Abba im Namen R. Joḥanans: Unter ‘minderjährig’ ist nicht ein wirklich Minderjähriger, und unter ‘großjährig’ ist nicht ein wirklich Großjähriger zu verstehen, vielmehr gilt ein Minderjähriger, der Kinder hat, als großjährig, und ein Großjähriger, der keine Kinder hat, als minderjährig.",
"Die Halakha ist wie R. Naḥman b. Jiçḥaq. – Es wird ja aber gelehrt, die Halakha sei wie Rabina!? – Dies bezieht sich auf [die Lehre von der] Anerkennung.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand in der Jetztzeit Proselyt werden will, so spreche man zu ihm: Was veranlaßt dich, Proselyt zu werden; weißt du denn nicht, daß die Jisraéliten in der Jetztzeit gequält, gestoßen, gedemütigt und gerupft werden und Leiden über sie kommen!? Wenn er sagt, er wisse dies, und sei dessen gar nicht würdig, so nehme man ihn sofort auf",
"und mache ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Ferner erkläre man ihm die Sünde inbetreff der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlassesund des Armenzehnten. Auch teile man ihm die Bestrafung wegen [Übertretung] der Gebote mit und spreche zu ihm: Wisse, daß du bisher Talg gegessen hast, ohne mit der Ausrottung bestraft zu werden, den Šabbath entweiht hast, ohne mit der Steinigung bestraft zu werden; wenn du aber von jetzt ab Talg ißt, wirst du mit der Ausrottung bestraft, wenn du den Šabbath einweihst, wirst du mit der Steinigung bestraft.",
"Und wie man ihm die Bestrafung wegen der Gebote mitteilt, so teile man ihm ihre Belohnung mit und spreche zu ihm : Wisse, daß die zukünftige Welt nur für die Frommen erschaffen worden ist. Die Jisraéliten können auf dieser Welt weder"
],
[
"übermäßig Güte noch übermäßig Leiden ertragen. Jedoch [rede man] auf ihn nicht zuviel ein und nehme es mit ihm nicht allzu genau.",
"Ist er einverstanden, so beschneide man ihn sofort, bleiben die Beschneidung ungültig machende Fäserchen zurück, so beschneide man ihn nochmals, und sofort nach seiner Genesung lasse man ihn untertauchen. Zwei Schriftgelehrte stehen neben ihm und machen ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Nachdem er untergetaucht und heraufgestiegen ist, gilt er in jeder Beziehung als Jisraélit.",
"Eine Frau setzen Frauen bis an den Hals ins Wasser, und zwei draußen stehende Schriftgelehrte machen sie mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt.",
"Einerlei, ob ein Proselyt oder ein freigelassener Sklave. Wo eine Menstruierende untertaucht, tauchen auch der Proselyt und der freigelassene Sklave unter, und alles, was beim Untertauchenals Trennunggilt, gilt auch beim Proselyten, dem freigelassenen Sklaven und der Menstruierenden als Trennung.",
"Der Meister sagte: Wenn jemand Proselyt werden will, so spreche man zu ihm: Was veranlaßt dich Proselyt zu werden. Und man mache ihn mit manchen der leichteren und manchen der strengeren Gebote bekannt. Aus welchem Grunde? – Wenn er zurücktreten will, mag er nur zurücktreten. R. Ḥelbo sagte nämlich: Proselyten sind für Jisraél unangenehm wie ein Ausschlag, denn es heißt :es schließt sich ihnen der Fremdling an, und sie schlagen sich zum Hause Ja͑qobs.",
"«Erkläre man ihm die Sünde inbetreff der Nachlese, des Vergessenen, des Eckenlasses und des Armen zehnten.» Aus welchem Grunde? – R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans, ein Nichtjude werde wegen eines Betrages unter einer Peruṭahingerichtet, und er könne nicht zurückerstattet werden.",
"«Jedoch [rede man] auf ihn nicht zuviel ein und nehme es mit ihm nicht allzu genau.» R. Elea͑zar sagte: Welcher Schriftvers deutet daraufhin? Es heißt :und als sie sah, daß sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, zu ihr zu reden.\n",
"Sie hatte zu ihr gesagt: Uns ist eine Šabbathgrenze gesetzt. – Wo du gehst, gehe ich. – Uns ist das Beisammenseinverboten. – Wo du übernachtest, übernachte ich. –",
"Uns sind sechshundertdreizehn Gebote auferlegt. –Dein Volk ist mein Volk. – Uns ist der Götzendienst verboten. – Dein Gott ist mein Gott. – Vier Todesartensind dem Gerichte überwiesen worden. – Wo du stirbst, sterbe ich. – Zwei Grabstättensind dem Gerichte überwiesen worden. – Da will ich begraben sein. –\n",
"Sodann: als sie sah, daß sie fest entschlossen war &c.",
"«Ist er einverstanden, so beschneide man ihn sofort.» Aus welchem Grunde? – Man schiebe ein Gebot nicht hinaus.",
"«Bleiben die Beschneidung ungültig machende Fäserchen zurück &c.» Wie wir gelernt haben: Folgende Hautfasern machen die Beschneidung ungültig: das den größeren Teil der Eichel bedeckende Fleisch, und R. Jirmeja b. Abba erklärte: wenn das Fleisch den größeren Teil der Eichelhöhe bedeckt.",
"«Sofort nach seiner Genesung lasse man ihn untertauchen.» Nur nachdem er genesen ist, vorher aber nicht; aus welchem Grunde? – Das Wasser macht die Wunde schmerzhaft.",
"«Zwei Schriftgelehrte stehen neben ihm.» R. Ḥija sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, bei einem Proselyten seien drei erforderlich !? – R. Joḥanan sagte ja zum Jünger, daß er ‘drei’ lese.",
"«Nachdem er untergetaucht und heraufgestiegen ist, gilt er in jeder Beziehung als Jisraélit.» In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn er zurücktritt und sich eine Jisraélitin antraut, gilt er als abtrünniger Jisraélit und seine Antrauung ist gültig.",
"«Einerlei, ob ein Proselyt oder ein freigelassener Sklave.» Er glaubte, hinsichtlich der Aufsichnahmeder Last der Gebote, und dem widersprechend wird gelehrt, dies gelte nur von einem Proselyten, bei einem freigelassenen Sklaven aber sei die Aufsichnahme nicht erforderlich!?",
"R. Šešeth erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar und das andere nach den Rabbanan.",
"Es wird nämlich gelehrt : Sie soll ihren Vater und ihre Mutter beweinen &c. Dies nur, wenn sie esauf sich nicht genommen hat, wenn sie es aber auf sich genommen hat, so lasse er sie untertauchen, und sie ist ihm sofort erlaubt.",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn sie es auf sich nicht genommen hat, könne er sie zwingen und als Sklavin untertauchen lassen, und sobald sie frei wird,"
],
[
"ist sie ihm soforterlaubt.",
"Raba sagte: Was ist der Grund des R. Šimo͑n b. Elea͑zar? Es heißt :und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, den Sklaven eines Mannes kannst du gegen seinen Willen beschneiden, nicht aber kannst du den Sohn eines Mannesgegen seinen Willen beschneiden. –",
"Und die Rabbanan!? U͑la erwiderte: Wie du den Sohn eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden kannst, ebenso kannst du den Sklaven eines Mannes nicht gegen seinen Willen beschneiden. – Es heißt ja aber: jeder Sklave eines Mannes!? – Dies ist wegen einer Lehre Šemuéls nötig,",
"denn Šemuél sagte: Wenn jemand seinen Sklaven als Freigut erklärt, so ist er frei und benötigt keines Freibriefes. Es heißt: und jeder Sklave eines Mannes, um Geld gekauft; etwa nur der Sklave eines Mannes und nicht der Sklave einer Frau? Vielmehr, ein Sklave, über den sein Herr Gewalt hat, heißt Sklave, und über den sein Herr keine Gewalt hat, heißt nicht Sklave.",
"R. Papa wandte ein: Allerdings sind die Rabbanan dieser Ansicht hinsichtlich der Schönen, die den Geboten nicht unterworfen ist, hinsichtlich eines Sklaven aber, der den Geboten unterworfen ist, pflichten ja auch die Rabbanan bei!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Sowohl der Proselyt als auch der von einem Nichtjuden gekaufte Sklave muß esauf sich nehmen. Demnach braucht es der von einem Jisraéliten gekaufte nicht auf sich zu nehmen.",
"Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar, so sagt er ja, auch der von einem Nichtjuden gekaufte brauche es auf sich nicht zunehmen!? Doch wohl nach den Rabbanan, und nur der von einem Nichtjuden gekaufte muß es auf sich nehmen, nicht aber der von einem Jisraélitengekaufte. –",
"Dies widerspricht ja [der Lehre]: einerlei, ob Proselyt oder freigelassener Sklave!? – Dies ist hinsichtlich des Untertauchensgelehrt worden.",
"Die Rabbanan lehrten :So soll sie ihr Haupt scheren und ihre Nägel pflegen. R. Elie͑zer erklärt, abschneiden, R. A͑qiba erklärt, wachsen lassen.",
"R. Elie͑zer sprach : Da wird von einer Verrichtung am Haupteund von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem eine Entfernung, ebenso bei diesen eine Entfernung. R. A͑qiba sprach: Da wird von einer Verrichtung am Haupte und von einer Verrichtung an den Nägeln gesprochen, wie bei jenem zur Verunstaltung, ebenso bei diesen zur Verunstaltung.",
"Es gibt eine Stütze für die Ansicht R. Elie͑zers :Und Mephibošeth, der Sohn Šaúls, war herabgekommen, dem Könige entgegen, er hatte seine Füße und seinen Bart nicht gepflegt. Hier ist unter ‘pflegen’ die Entfernung zu verstehen.",
"Die Rabbanan lehrten :Sie beweine ihren Vater und ihre Mutter."
],
[
"R. Elie͑zer sagt, unter ‘Vater’ sei ihr wirklicher Vater und unter ‘Mutter’ ihre wirkliche Mutter zu verstehen. R. A͑qiba sagt, unter ‘Vater’ und ‘Mutter’ sei der Götzendienst zu verstehen, wie es heißt :die zum Holze sprechen: du bist mein Vater &c.",
"Einen Monat von Tagen. Dreißig Tage. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, neunzig Tage; einen Monat: dreißig, von Tagen: dreißig, und nachher, dreißig.",
"Rabina wandte ein: Vielleicht: einen Monat: dreißig, von Tagen: dreißig, und nachher, ebenso viel !? – Ein Einwand.",
"Die Rabbanan lehrten: Man darf unbeschnittene Sklaven halten – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, man dürfe solche nicht halten. R. Jišma͑él sprach zu ihm: Es heißt ja:und sich erhole der Sohn deiner Magd!? Dieser erwiderte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den man bei Sonnenunterganggekauft hat, und ihn zu beschneiden die Zeit nicht mehr reichte. –",
"Alle stimmen überein, daß [die Worte:] und sich erhole der Sohn deiner Magd, sich auf einen unbeschnittenen Sklaven beziehen; woher dies? – Es wird gelehrt: Und sich erhole der Sohn deiner Magd; die Schrift spricht von einem unbeschnittenen Sklaven. Du sagst, von einem unbeschnittenen Sklaven, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem beschnittenen Sklaven? Es heißt bereits :damit ruhe dein Sklave und deine Magd gleich dir, und dies gilt vom beschnittenen Sklaven, somit beziehe man [die Worte:] und sich erhole der Sohn deiner Magd, auf einen unbeschnittenen Sklaven.",
"Und der Fremdling, das ist der Beisaßproselyt. Du sagst, der Beisaßproselyt, vielleicht ist dem nicht so, sondern der wirkliche Proselyt? – Es heißt bereits :und der Fremde in deinen Toren, und dies gilt vom wirklichen Proselyten, somit beziehe man [die Worte:] und der Fremdling, auf den Beisaßproselyten.",
"R. Jehešua͑ b. Levi sagte: Wenn jemand einen Sklaven von einem Nichtjuden gekauft hat und er sich nicht beschneiden läßt, so befasse er sich mit ihm zwölf Monate, und wenn er sich bis dahin nicht beschneiden ließ, verkaufe er ihn weiter an einen Nichtjuden.",
"Die Jünger sprachen zu R. Papa: Also nicht nach R. A͑qiba, denn R. A͑qiba sagt, man dürfe ihn nicht halten. R. Papa erwiderte ihnen : Man kann sagen, auch nach R. A͑qiba, denn diesgilt nur da, wo dies nichtfeststeht, wenn dies aber feststeht, steht es ja fest.",
"R. Kahana sagte: Als ich diese Lehre R. Zebid aus Nehardea͑ vortrug, sprach er zu mir: Weshalb erwiderte demnach R. A͑qiba : wenn man einen Sklaven bei Sonnenuntergang gekaufthat, sollte er doch dieserwidert haben!? – Er erwiderte eine von zwei Antworten.",
"Rabin ließ mitteilen : R. Ilea͑ sagte, und ebenso sagten all meine Lehrer in seinem Namen: Ein unbeschnittener Sklave, den man halten darf, ist derjenige, den sein Herr gekauft hat in der Absicht, ihn nicht zu beschneiden. Die Jünger sprachen vor R. Papa : Also nicht nach R. A͑qiba, denn R. A͑qiba sagt, man dürfe ihn nicht halten. R. Papa erwiderte ihnen : Man kann sagen, auch nach R. A͑qiba, denn dies gilt nur von dem Falle, wenn er dies nicht mit ihm vereinbart hat, wenn er dies aber mit ihm vereinbart hat, hat er es ja vereinbart.",
"R. Kahana sagte: Als ich dies R. Zebid aus Nehardea͑ vortrug, sprach er zu mir: Weshalb erwiderte demnach R. A͑qiba: wenn man einen Sklaven bei Sonnenuntergang gekauft hat, und ihn zu beschneiden die Zeit nicht mehr reichte, sollte er doch dieserwidert haben!? –",
"Auch nach deiner Auffassung sollte er doch jeneserwidert haben!? Vielmehr erwiderte er eine von zwei oder drei Antworten.",
"R. Ḥanina b. Papi, R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied saßen an der Tür R. Jiçḥaq des Schmiedes und erzählten: Im Jisraéllande war eine Stadt, da die Sklaven sich nicht beschneiden lassen wollten; man befaßte sich mit ihnen zwölf Monate und verkaufte sie weiter an Nichtjuden.",
"Dies nach dem Autor der folgenden Lehre: Wenn jemand einen Sklaven von einem Nichtjuden gekauft hat und er sich nicht beschneiden läßt, so befasse er sich mit ihm zwölf Monate, und wenn er sich bis dahin nicht beschneiden ließ, verkaufe er ihn weiter an einen Nichtjuden. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, im Jisraéllande halte man ihn nicht, wegen der Unbrauchbarmachung der reinen Speisen. In einer Stadt nahe der Grenzehalte man ihn überhaupt nicht, weil er etwas hören und es seinen nichtjüdischen Genossen weiter erzählen könnte.",
"Es wird gelehrt: R. Ḥananja, der Sohn R. Gamliéls, sagte: Die Proselyten in der Jetztzeit werden deshalb unterdrückt und von Leiden heimgesucht, weil sie die sieben Gebote der Noachiden nicht gehaltenhaben. R. Jose sagt, ein Proselyt, der sich bekehrt, gleiche einem neugeborenenKinde, und nur deshalb werden sie unterdrückt, weil sie in den Einzelheiten der Gebote nicht gleich den Jisraéliten kundig sind. Abba Ḥanan erklärte im Namen R. Elea͑zars: Weil sie esnicht aus Liebe, sondern aus Furcht tun.",
"Manche sagen: Weil sie gesäumt haben, unter die Fittige der Göttlichkeit zu kommen. R. Abahu, nach anderen R. Ḥanina, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:vergelte dir der Herr deine Tat, und dein Lohn sei vollkommen vom Herrn, dem Gott Jisraéls etc. dich zu bergen du gekommen bist."
],
[
"xiii HURENKIND IST DER VON VERWANDTEN ABSTAMMENDE, [DEREN VERKEHR] MIT EINEM VERBOTE BELEGT IST – SO R. A͑QIBA. ŠIMO͑N DER TEMANITE SAGT, WEGEN DESSEN MAN SICH DER HIMMLISCHEN AUSROTTUNG SCHULDIG MACHT, UND DIE HALAKHA IST NACH IHM ZU ENTSCHEIDEN. R. JEHOŠUA͑ SAGT, WEGEN DESSEN MAN SICH DER GERICHTLICHEN TODESSTRAFE SCHULDIG MACHT.",
"R. ŠIMO͑N B. A͑ZAJ SAGTE : ICH FAND IN JERUŠALEM EINE GESCHLECHTSROLLE, UND IN DIESER STAND GESCHRIEBEN: «N. IST HURENKIND VON EINEM EHEWEIBE.» ZUR BESTÄTIGUNG DER WORTE JEHOŠUA͑S.",
"WENN EINEM SEINE FRAU STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN ER SICH VON IHR SCHEIDEN LIESS UND SIE DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN SIE EINEN ANDEREN GEHEIRATET HAT UND DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT. WENN EINEM SEINE SCHWÄGERINSTIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT. WENN ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT UND SIE DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT; WENN SIE EINEN ANDEREN GEHEIRATET HAT UND DARAUF STIRBT, SO IST IHM IHRE SCHWESTER ERLAUBT.",
"GEMARA. Was ist der Grund R. A͑qibas? - Es heißt :niemand soll die Frau seines Vaters nehmen und die Decke seines Vaters nicht entblößen; die Decke, die sein Vater gesehen, darf er nicht entblößen.",
"Er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die Schrift spreche von der Genotzüchtigten seines Vaters, die mit einem Verbote belegt ist,",
"und darauf folgt:es komme kein Hurenkind in die Gemeinde des Herrn; demnach ist der von solchen[Abstammende] ein Hurenkind.",
"Nach R. Simaj aber, der auchandere mit einem Verbote belegte einbegreift, nicht nur Blutsverwandte, und nach R. Ješebab, der auch ein Gebot Übertretendeeinbegreift,",
"ist dies aus [dem Worte] und nicht zu entnehmen. –",
"Und Šimo͑n der Temanite!? – Er ist der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, die Schrift spreche von der Anwärterin der Schwagerehe seines Vaters, die ihm mit der Ausrottung belegt ist, und darauf heißt es: es komme kein Hurenkind; demnach ist nur der von mit der Ausrottung belegten [Abstammende] ein Hurenkind. –",
"Und R. Jehošua͑!? – Der Allbarmherzige sollte nur nicht entblößen geschrieben haben, wenn es aber auch nicht nehmen heißt, so ist dies wie folgt zu verstehen: wer von den zwischen ‘nehmen’ und ‘entblößen’ [genanntenstammt], ist ein Hurenkind, andere aber nicht.",
"Abajje sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand einer Menstruierenden"
],
[
"oder einer Ehebruchsverdächtigenbeigewohnt hat, das Kind kein Hurenkind sei.",
"Einer Menstruierenden, da bei ihr die Antrauung gültig ist, denn es heißt :so sei ihr Fluß auf ihm, auch zur Zeit ihres Flusses ist bei ihr die Antrauung gültig.",
"Einer Ehebruchsverdächtigten, denn auch bei ihr ist die Antrauunggültig.",
"Desgleichen wird auch gelehrt: Alle stimmen überein, daß, wenn jemand einer Menstruierenden, einer Ehebruchsverdächtigten oder der Anwärterin der Schwagerehe beigewohnt hat, das Kind kein Hurenkind sei. –",
"Abajjeaber ist es hinsichtlich der Anwärterin der Schwagerehe zweifelhaft, ob nach Rabh oder nach Šemuél[zu entscheiden sei].",
"R. ŠIMO͑N B. A͑ZAJ SAGTE &C. Es wird gelehrt: Šimo͑n b. A͑zaj sagte: Ich fand in Jerušalem eine Geschlechtsrolle, und in dieser stand geschrieben : N. ist ein Hurenkind von einem Eheweibe. Ferner stand darin geschrieben : Die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob [f aßt nur] einen Kab, ist aber geläutert, Ferner stand darin geschrieben: Menase tötete Ješa͑a.",
"Raba sagte: Er ließ ihn verurteilen und tötete ihn. Er sprach nämlich zu ihm: Dein Lehrer Moše sagte:mich schaut kein Mensch und bleibt leben, und du sagtest :da sah ich den Herrn auf hohem und erhabenem Throne sitzen. Dein Lehrer Moše sagte :denn welches &c. wie der Herr unser Gott, so oft wir zu ihm rufen, und du sagtest:sucht den Herrn, wenn er zu finden ist. Dein Lehrer Moše sagte:die Zahl deiner Tage werde ich vollmachen, und du sagtest:ich werde zu deinen Lebenstagen fünfzehn Jahre hinzufügen.",
"Ješa͑ja aber sagte sich: ich bin überzeugt, daß er meine Erwiderung nicht anerkennen wird, und wenn ich ihm etwas erwidere, mache ich ihn nur zum vorsätzlichen [Verbrecher]. Da sprach er den Gottesnamen und ward von einer Zeder verschlungen. Hierauf ließ jener die Zeder holen und zersägen, und als [die Säge] ihm an den Mund herankam, starber. Dies, weil er gesagt hat :und unter einem Volke unreiner Lippen weile ich. –\n",
"Aber immerhin widersprechen ja die Schriftverse einander!? –",
"Da sah ich den Herrn, wie gelehrt wird: Alle Propheten schauten durch einen nicht hell leuchtenden Spiegel, Moše aber schaute durch einen hell leuchtendenSpiegel.",
"Sucht den Herrn, wenn er zu finden ist, denn dies gilt von einem Einzelnen, jenesaber von einer Gemeinschaft. – Wann ist er für den Einzelnen [zu finden]? R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: In den zehn Tagen vom Neujahrsfeste bis zum Versöhnungstage.",
"Die Zahl deiner Tage werde ich voll machen, hierüber streiten Tannaím, wie gelehrt wird: Die Zahl deiner Tage werde ich voll machen,\n"
],
[
"das sind die Generationsjahre; hat er Verdienste, so vervollständigt man sie ihm, hat er keine Verdienste, so reduziert man sie ihm – so R. A͑qiba. Die Weisen sagen : Hat er Verdienste, so fügt man ihm welchehinzu, hat er keine Verdienste, so reduziert man sie ihm.",
"Sie sprachen zu R. A͑qiba: Es heißt ja: Ich werde zu deinen Lebenstagen fünfzehn Jahre hinzufügen!? Er erwiderte ihnen: Man fügte sie ihm von seinen eigenenhinzu. Dies ist auch zu beweisen, denn der Prophetprophezeite:siehe, ein Sohn wird geboren dem Hause Davids, Jošijahu heißt er, und damalswar Menasenoch nicht geboren. –",
"Und die Rabbanan!? – Es heißt ja nicht: von Ḥizqija, sondern: dem Hause Davids; von Ḥizqija oder von irgend einem anderen.",
"WENN EINEM SEINE FRAU STIRBT &C. WENN EINEM SEINE SCHWÄGERIN STIRBT &C. R. Joseph sagte: Hier lehrt Rabbi eine unnötige Mišna.",
"",
"R. GAMLIÉL SAGT, ES GEBE KEINEN SCHEIDEBRIEF NACH EINEM SCHEIDEBRIEFE, KEINE EHEFORMEL NACH EINER EHEFORMEL, KEINE BEIWOHNUNG NACH EINER BEIWOHNUNG UND KEINE ḤALIÇA NACH EINER ḤALIÇA. DIE WEISEN SAGEN, ES GEBE EINEN SCHEIDEBRIEF NACH EINEM SCHEIDEBRIEFE UND EINE EHEFORMEL NACH EINER EHEFORMEL, JEDOCH NICHTS MEHR NACH DER BEIWOHNUNG UND NACH DER ḤALIÇA ii.",
"UND ZWAR: HAT JEMAND AN SEINE SCHWÄGERIN DIE EHEFORMEL GERICHTET UND IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN, SO BENÖTIGT SIE VON IHM DER ḤALIÇA; HAT ER AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BENÖTIGT SIEVON IHM EINES SCHEIDEBRIEFES ; HAT ER AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND IHR BEIGEWOHNT, SO ENTSPRICHT DIES DER VORSCHRIFT.",
"HAT ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, SO BENÖTIGT SIEEINES SCHEIDEBRIEFES UND DER ḤALIÇA; HAT ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND IHR BEIGEWOHNT, SO BENÖTIGT SIEEINES SCHEIDEBRIEFES UND DER ḤALIÇA; HAT ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DER ḤALIÇA NICHTS MEHR ; \n",
"HAT ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT, ODER HAT ER IHR BEIGEWOHNT UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DER ḤALIÇANICHTS MEHR."
],
[
"EINERLEI, OB EINE SCHWÄGERIN UND EIN SCHWAGER ODER ZWEI SCHWÄGERINNEN UND EIN SCHWAGER. UND ZWAR: HAT ER DIE EHEFORMEL AN DIE EINE GERICHTET UND DIE EHEFORMEL AN DIE ANDEREGERICHTET, SO BENÖTIGEN SIEZWEIER SCHEIDEBRIEFE UND DER ḤALIÇA; AN DIE EINE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND DER ANDEREN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN, SO BENÖTIGT [EINE]EINES SCHEIDEBRIEFES UND [EINE] DER ḤALIÇA; AN DIE EINE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND DER ANDEREN BEIGEWOHNT, SO BENÖTIGEN BEIDE EINES SCHEIDEBRIEFES UND [EINE] DER ḤALIÇA; AN DIE EINE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND AN DER ANDEREN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BENÖTIGT DIE ERSTEEINES SCHEIDEBRIEFES ; \n",
"DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND DER ANDEREN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN, SO BENÖTIGT [EINE VON IHNEN]DER ḤALIÇA; DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND DER ANDEREN BEIGEWOHNT, SO BENÖTIGT DIESE EINES SCHEIDEBRIEFES UND DER ḤALIÇA; DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN DIE ANDERE DIE EHEFORMEL GERICHTET, SO BENÖTIGT DIESE EINES SCHEIDE-BRIEFES UND [JENE] DER ḤALIÇA ; DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN DER ANDEREN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DER ḤALIÇANICHTS MEHR",
". HAT ER [AN DER EINEN] UND [AN DER ANDEREN] DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, ODER AN DER EINEN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND AN DIE ANDERE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT, ODER [DER EINEN] UND [DER ANDEREN] BEIGEWOHNT, ODER DER EINEN BEIGEWOHNT UND AN DIE ANDERE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DER ḤALIÇANICHTSMEHR . EINERLEI, OB EIN SCHWAGER UND ZWEI SCHWÄGERINNEN ODER ZWEI SCHWÄGER UND EINE SCHWÄGERIN.",
"HAT ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT, ODER HAT ER IHR BEIGEWOHNT UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, SO BESTEHT NACH DER ḤALIÇA NICHTS MEHR, EINERLEI OB SIE ZUERST, DAZWISCHENODER ZULETZT ERFOLGT IST. \n",
"NACH DER BEIWOHNUNG BESTEHT, WENN SIE ZUERST ERFOLGT IST, NICHTS MEHR, WENN ABER DAZWISCHEN ODER ZULETZT, SO BLEIBT ETWASZURÜCK. R. NEḤEMJA SAGT, SOWOHL NACH DER BEIWOHNUNG ALS AUCH NACH DER ḤALIÇA, OB ZUERST, DAZWISCHEN ODER ZULETZT, KÖNNE NICHTS MEHR ERFOLGEN.",
"GEMARA. Sie streiten nur über einen Scheidebrief nach einem Scheidebriefe und die Eheformel nach der Eheformel, der einzelne Scheidebrief und die einzelne Eheformel aber ist bei der Schwägerin wirksam.",
"Die Rabbanan sagten deshalb, der Scheidebrief sei bei der Schwägerin wirksam, weil er auch sonstwirksam ist. Wäre er nicht wirksam, so könnte man folgern: der Scheidebrief dient zur Entfernung und die Ḥaliça dient zur Entfernung, wie der Scheidebrief nicht wirksam ist, so ist auch die Ḥaliçanicht wirksam; man würde somit veranlaßt werden, die Beiwohnung nach der Ḥaliça zu vollziehen.",
"Und die Rabbanan sagten deshalb, die Eheformel sei bei der Schwägerin wirksam, weil sie auch sonst wirksamist. Wäre sie nicht wirksam, so könnte man folgern : die Eheformel dient zur Aneignung und die Beiwohnung dient zur Aneignung, wie die Eheformel nicht wirksam ist, so ist auch die Beiwohnungnicht wirksam ; man würde somit veranlaßt werden, die Beiwohnung nach der Beiwohnung zu vollziehen.",
"Und die Rabbanan sagten deshalb, nach der ungültigen Beiwohnung bleibe etwas zurück,",
"denn handelt er sich um die Beiwohnung nach einem Scheidebriefe, so ist hierbei die Beiwohnung nach der Ḥaliçazu berücksichtigen, und handelt es sich um die Beiwohnung nach der Eheformel, so ist hierbei die Beiwohnung nach der Beiwohnungzu berücksichtigen.",
"Und die Rabbanan sagten deshalb, nach der ungültigen Ḥaliçableibe nichts zurück, weil hierbei nichts zu berücksichtigen ist. Wollte man bei der Ḥaliça nach dem Scheidebriefe die Ḥaliça nach der Ḥaliçaberücksichtigen, so mag die Ḥaliça fortgesetztwerden,",
"und wollte man bei der Ḥaliça nach der Ehefomel die Ḥaliça nach der Beiwohnungberücksichtigen, so ist ja sogar bei der Ḥaliça nach der Eheformel ein Scheidebrief wegen der Eheformel erforderlich, ebenso ist bei der Ḥaliça nach der Beiwohnung ein Scheidebrief wegen der Beiwohnung erforderlich.",
"Raba sagte:"
],
[
"Folgendes ist der Grund R. Gamliéls: ihm ist es zweifelhaft, ob der Scheidebrief [die Gebundenheit] aufhebe oder nicht, und ob die Eheformel eine Aneignung erwirke oder nicht. Ob der Scheidebrief [die Gebundenheit] aufhebe oder nicht: hebt der erste sie auf, so ist der andere unwirksam, und hebt der erste sie nicht auf, so hebt auch der andere sie nicht auf.",
"Ob die Eheformel eine Aneignung erwirke oder nicht: erwirkt die erste eine Aneignung, so ist die andere unwirksam, und erwirkt die erste keine Aneignung, so erwirkt auch die andere keine Aneignung.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: R. Gamliél pflichtet jedoch bei, daß es einen Scheidebrief nach der Eheformel, eine Eheformel nach dem Scheidebriefe, einen Scheidebrief nach der Beiwohnung und der Eheformel, und eine Eheformel nach der Beiwohnung und dem Scheidebriefe gebe.",
"Wenn es R. Gamliél zweifelhaft ist, sollte doch die Beiwohnungals zuerst vollzogen gelten und eine Aneignung erwirken, denn wir haben gelernt, daß nach der Beiwohnung, wenn sie zuerst erfolgt ist, nichts mehr bestehe!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, tatsächlich ist es von R. Gamliél entschieden, daß der Scheidebrief [die Gebundenheit] aufhebe und die Eheformel eine Aneignung erwirke, jedoch bestimmten die Rabbanan, daß in einer Hinsicht der Scheidebrief und in einer Hinsicht die Eheformel bei der Schwägerin wirksam sei. Der Scheidebrief nach einem Scheidebriefe hebt [die Gebundenheit] nicht auf, weil dies bereits durch den ersten erfolgt ist; die Eheformel nach der Eheformel erwirkt keine Aneignung, weil dies schon durch die erste erfolgt ist; beim Scheidebriefe nach einer Eheformel und bei der Eheformel nach dem Scheidebriefe aber erfolgt durch die eine Handlung eine Aufhebung und durch die andere eine Aneignung. –",
"Und die Weisen !? – Die Rabbanan haben Scheidebrief und Eheformel für jeden angeordnet. –",
"Dieungültige Beiwohnungist mehr als die Eheformel und weniger als die Eheformel : mehr als die Eheformel, denn die Eheformel nach einer Eheformel ist nicht wirksam, während die Beiwohnung nach der Eheformel wirksam ist; weniger als die Eheformel, denn die Eheformel nach dem Scheidebriefe erstreckt sich auf alles, was vom Scheidebriefe zurückbleibt, während die Beiwohnung nach dem Scheidebriefe sich nicht auf alles erstreckt, was vom Scheidebriefe zurückbleibt.",
"Die Rabbanan lehrten : Inwiefern sagt R. Gamliél, es gebe keinen Scheidebrief nach einem Scheidebriefe? Wenn zwei Schwägerinnen einem Schwager zugefallen sind, und er der einen und der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, so vollziehe er, wie R. Gamliél sagt, die Ḥaliça an der ersten, und ihre Verwandten sind ihm verboten ; die Verwandten der anderen aber sind ihmerlaubt.",
"Die Weisen sagen, wenn er der einen und der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, seien ihm die Verwandten beider verboten, und er vollziehe die Ḥaliça an einer von ihnen. Ebenso bei zwei Schwägernund einer Schwägerin.",
"Inwiefern sagt R. Gamliél, es gebe keine Eheformel nach der Eheformel!? Wenn zwei Schwägerinnen einem Schwager zugefallen sind, und er an die eine und an die andere die Eheformel gerichtet hat, so gebe er, wie R. Gamliél sagt, der ersten einen Scheidebrief und vollziehe an ihr die Ḥaliça, und ihre Verwandten sind ihm verboten; die Verwandten der anderen aber sind ihm erlaubt. Die Weisen sagen, er gebe der einen und der anderen einen Scheidebrief, und die Verwandten beider seien ihm verboten, und an einer von ihnen vollziehe er die Ḥaliça. Ebenso bei zwei Schwägern und einer Schwägerin.",
"Der Meister sagte: Und er der einen und der anderen einen Scheidebrief gegeben hat, so vollziehe er, wie R. Gamliél sagt, die Ḥaliça an der ersten, und ihre Verwandten sind ihm verboten; die Verwandten der anderen aber sind ihm erlaubt. Dies wäre somit eine Widerlegung Šemuéls, denn Šemuél sagte, daß, wenn er die Ḥaliça an der Inhaberin des Scheidebriefes vollzogen hat, die Nebenbuhlerin nicht entbundensei? –",
"Šemuél kann dir erwidern: ich sage es nach demjenigen, der der Ansicht ist, es bestehe eine Gebundenheit, während R. Gamliél der Ansicht ist, es bestehe keine Gebundenheit. –",
"Wenn R. Gamliél der Ansicht ist, es bestehe keine Gebundenheit,"
],
[
"so sind ja die Rabbanan der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit, und im Schlußsatze lehrt er, dasselbe gelte auch von zwei Schwägern und einer Schwägerin ; somit wäre dies eine Widerlegung des Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte, bei einer ungültigen Ḥaliçamüsse [die Witwe] sich an alle Brüder wenden? –",
"Rabba b. R. Hona kann dir erwidern : sowohl R. Gamliél als auch die Rabbanan sind der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, und sie streiten nur über den Scheidebrief nach einem Scheidebriefe und die Eheformel nach der Eheformel.",
"Der Meister sagte: Und er an die eine und an die eine die Eheformel gerichtet hat, so gebe er, wie R. Gamliél sagt, der ersten einen Scheidebrief und vollziehe an ihr die Ḥaliça, und ihre Verwandten sind ihm verboten ; die Verwandten der anderen aber sind ihm erlaubt. Merke, R. Gamliél ist ja der Ansicht, es gebe keine Eheformel nach einer Eheformel, somitsollte doch an der ersten auch die Schwagerehe vollzogen werden!? – Es ist zu berücksichtigen, er könnte die Schwagerehe an der anderen vollziehen.",
"R. Joḥanan sagte: R. Gamliél, die Schule Šammajs, R.Šimo͑n, Ben A͑zaj und R. Neḥemja sind alle der Ansicht, durch die Eheformel erfolge eine vollständige Aneignung. R. Gamliél, wie wir bereits gesagthaben.",
"Die Schule Šammajs, denn wir haben gelernt: Wenn von drei Brüdern zwei mit zwei Schwestern verheiratet waren und einer ledig ist, und nachdem der Ledige nach dem Tode des einen mit einer der Schwestern verheirateten Bruders [an die Witwe] die Eheformel gerichtet hat, auch der zweite Bruder gestorben ist, so bleibe, wie die Schule Šammajs sagt, seine Fraubei ihm, und die andere gehe als Schwester seiner Frau frei aus.",
"R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Beiwohnung des erstenwirksam, so ist die Beiwohnung des anderen nicht wirksam, und ist die Beiwohnung des ersten nicht wirksam, so ist auch die Beiwohnung des anderen nicht wirksam. Die Beiwohnung eines Neunjährigen haben ja die Rabbanan der Eheformel gleichgestellt, und R. Šimo͑n sagt, siegelte nichtals Beiwohnung.",
"Ben A͑zaj, denn es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägernund einer Schwägerin, nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager. R. Neḥemja, denn wir haben gelernt: R. Neḥemja sagt, sowohl nach der Beiwohnung als auch nach der Ḥaliça, ob zuerst, dazwischen oder zuletzt, könne nichts mehr erfolgen. Die ungültige Beiwohnung haben ja die Rabbanan der Eheformelgleichgestellt, und er lehrt, daß nachher nichts mehr erfolgen könne.",
"UND ZWAR : HAT JEMAND &C. DIE EHEFORMEL &C."
],
[
"Ist dies etwa ein Scheidebrief nach einem Scheidebriefe!? R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt der Scheidebrief nach einem Scheidebriefe und die Eheformel nach der Eheformel, wie wir erklärthaben. Wie erfolgt die Lösung bei einem Schwager und einer Schwägerin? Hat jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet und ihr einen Scheidebrief gegeben, so benötigt sie von ihm der Ḥaliça.",
"HAT ER AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET UND IHR BEIGEWOHNT, SO ENTSPRICHT DIES DER VORSCHRIFT. Dies wäre eine Stütze für R. Hona, denn R. Hona sagte: Das Gebot der Schwagerehe erfordere, daß er sie sich antraue und ihr darauf beiwohne. – Lies: so entspricht auch dies der Vorschrift. –",
"Selbstverständlich!? – Der Meister sagte, wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet hat, so schwinde von ihm die Gebundenheit der Schwagerschaft, und die Gebundenheit der Antrauung und der Heirat ruhe auf ihm, somit könnte man glauben, er übekein Gebot aus, so lehrt er uns.",
"Der Text. R. Hona sagte : Das Gebot der Schwagerehe erfordert, daß er sie sich antraue und ihr darauf beiwohne; hat er ihr beigewohnt und nachher an sie die Eheformel gerichtet, so ist sie ihm angeeignet. Wenn beigewohnt und nachher an sie die Eheformel gerichtet, ist es ja selbstverständlich, sie ist ihm ja durch die Beiwohnung angeeignet!? – Lies vielmehr: hat er ihr ohne Eheformel beigewohnt, so ist sie ihm angeeignet. –",
"Es wird ja gelehrt, daß er dieserhalb Geißelhiebeerhalte!? – Widerspenstigkeitsgeißelung, rabbanitisch.",
"Rabh ließ nämlich geißeln wegen der Antrauung durch Beiwohnung, wegen der Antrauung auf offener Straße, wegen der Antrauung ohne Werbung,",
"wegen der Annullierungeines Scheidebriefesund wegen der Erklärungüber einen Scheidebrief.",
"Ferner auch den, der einem Gerichtsboten Widerstand leistet, der den Bann der Gelehrten dreißig Tage auf sich sitzen läßt und nicht aufs Gericht kommt und [um Aufhebung] des Bannspruches bittet,",
"und einen Bräutigam, der im Hause der Schwiegereltern wohnt. – Nur dann, wenn er wohnt, nicht aber, wenn er vorübergeht; aber R. Šešeth ließ ja einen geißeln, weil er an der Tür seiner Schwiegereltern vorüber ging !? – Mit jenem hatte man seine Schwiegermutter verdächtigt.",
"Die Nehardee͑nser sagten: Von all diesen ließ Rabh geißeln nur wegen der Antrauung durch Beiwohnung und ohne Werbung. Manche sagen, auch wenn mit Werbung, wegen der Schamlosigkeit.",
"Die Rabbanan lehrten: Wieso durch die Antrauungsformel? Wenn er ihr ein Geldstück oder eine Wertsache gibt. Wieso durch Urkunde? – ‘Wieso durch Urkunde’, wie wir gesagthaben : wenn er ihr auf Papier oder auf eine Scherbe, auch wenn sie keine Peruṭa wert sind, geschrieben hat: sei mir angetraut! Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: wie lautet die Urkunde über die Morgengabebei der Schwagerehe?",
"Er schreibe: Ich N., Sohn des N., nehme auf mich, meine Schwägerin N. nach Gebühr zu ernähren und zu unterhalten. Ihre Morgengabe aber belastet die Güter ihres ersten Mannes. Erhält sie sie nicht vom ersten, so haben die Rabbanan sie ihr vom zweiten zugesprochen, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei.",
"Abajje fragte Rabba: Wie ist es, wenn er ihreinen Scheidebrief gegeben und zu ihr gesagt hat: Sei von mir geschieden, aber nicht jedermann erlaubt? Ist, da [die Wirksamkeit] des Scheidebriefes bei der Schwägerin rabbanitisch ist, nur ein Scheidebrief, der bei einem Eheweibe wirksam ist, auch bei der Schwägerin wirksam, und ein Scheidebrief, der bei einem Eheweibe unwirksam ist, auch bei der Schwägerin unwirksam,",
"oder aber ist eine Verwechselung mit einem [giltigen] Scheidebriefezu berücksichtigen? Rabba b. Ḥanan wandte ein: Demnachmacht er sie ungeeignet, wenn er ihr ein Stück Papier gibt!? Dieser erwiderte: Solches macht sie nicht untauglich für Priester, jeneraber macht sie untauglich für Priester.",
"Es wird nämlich gelehrt :Und eine von ihrem Manne geschiedene Frau sollen sie nicht nehmen, selbst wenn sie nur von ihrem Manne geschiedenist, dürfen sie sie nicht nehmen. Deshalb heißt es, auch nur der Geruch eines Scheidebriefes mache untauglich für Priester.",
"Rami b. Ḥama sagte: Sie lehrten, wenn jemand zum Schreiber gesagt hat, daß er einen Scheidebrief für seine Verlobte schreibe, denn sobald er sie geheiratet hat, werde er sich von ihr scheiden lassen, sei der Scheidebrief gültig, weil es in seiner Hand lag, sich von ihr scheiden zu lassen,"
],
[
"und wenn für eine fremde Frau, sei der Scheidebrief ungültig, weil es nicht in seiner Hand lag, sich von ihr scheiden zu lassen. Folgendes aber fragte R. Rami b. Ḥama : Wie verhält es sich bei seiner Schwägerin : gleicht sie, da sie an ihn gebunden ist, der Verlobten, oder nicht, da er an sie die Eheformel noch nicht gerichtet hat? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Ḥananja fragte: Wie ist es, wenn er ihr einen Scheidebrief auf die Gebundenheit und nicht auf die Eheformel, oder auf die Eheformel und nicht auf die Gebundenheit geschrieben hat: schließt die Eheformel sich der Gebundenheit an, somit ist es ebenso, als würde man sich von der Hälfte seiner Frau scheiden lassen, und wenn man sich von der Hälfte seiner Frau scheiden läßt, so ist es nichts, oder aber besteht jede für sich besonders? –",
"Dies ist ja aus einer Lehre Rabas zu entscheiden, denn Raba sagte, daß, wenn er ihr einen Scheidebrief auf die Eheformel gegeben hat, die Nebenbuhlerin erlaubt sei!? – Raba war es entschieden, R. Ḥananja aber war es fraglich. – Wie ist es damit? – Dies bleibt unentschieden.",
"HAT ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Das sind die Worte R. A͑qibas, welcher sagt, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig, die Weisen aber sagen, nach der Ḥaliça bleibe etwas zurück. –",
"Wieso kannst du dies R. A͑qiba addizieren, im Anfangsatze lehrt er, daß, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben und an ihr die Ḥaliça vollzogen hat, sie eines Scheidebriefes und der Ḥaliça benötige, und nach R. A͑qiba ist ja, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben hat, die Eheformel unwirksam!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte: Woher, daß, wenn jemand seiner Schwägerin einen Scheidebrief gegeben hat, sie ihm für immer verboten ist? Es heißt :ihr Ehemann darf nicht mehr, nachdem er sie fortgeschickt hat; schon nach dem Fortschicken.",
"R. Aši erwiderte: Der Scheidebrief bei der Schwager ehe ist rabbanitisch, und der Schriftvers ist nichts weiter als eine Anlehnung.",
"Ebenso wird auch gelehrt: Rabbi sagte: Diese Worte gelten nur nach R. A͑qiba, der die Ḥaluça der Inzestuösen gleichstellt, die Weisen aber sagen, nach der Ḥaliça bleibe etwas zurück. Ich sage: nur dann, wenn er sie sich zur gewöhnlichen Heirat angetraut hat, wenn aber zur Schwagerehe, so besteht nach der Ḥaliça nichtsmehr.",
"Ein Anderes lehrt: Wenn jemand an seiner Schwägerin die Ḥaliça vollzogen und sie sich darauf angetraut hat, so benötigt sie, wie Rabbi sagt, wenn er sie sich zur gewöhnlichen Heirat angetraut hat, von ihm eines Scheidebriefes, und wenn zur Schwagerehe, keines Scheidebriefes; die Weisen sagen, ob zur gewöhnlichen Heirat oder zur Schwagerehe, sie benötigt von ihm eines Scheidebriefes.",
"R. Joseph sprach: Folgendes ist der Grund Rabbis: dies ist ebenso, als würde jemand am Grundstücke eines Proselyten herumgraben, im Glauben, es sei seines, der es dadurch nichterwirbt.",
"Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; in diesem Falle beabsichtigte er die Aneignung nicht, in jenem aber beabsichtigte er die Aneignung. Dies ist vielmehr mit dem Falle zu vergleichen, wenn jemand am Grundstücke eines Proselyten herumgräbt, im Glauben, es sei eines anderen Proselyten, der es dadurch erwirbt.",
"Vielmehr, erklärte Abajje, wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir durch die Eheformel der Schwagerehe angetraut. Rabbi ist der Ansicht, die Eheformel schließe sich der Gebundenheit an, und die Ḥaliçahob die Gebundenheitauf. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, die eine bestehe für sich und die andere bestehe für sich. Wie es wirksam ist, wenn er zuerstzu ihr sagt: sei mir durch die Eheformel der Schwagereheangetraut, ebenso ist es auch jetzt wirksam.",
"Raba sagte: Wenn er zu ihr gesagt hat: durch die Eheformel der Schwagerehe, stimmen alle überein, daß es wirksam ist, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihr gesagt hat: sei mir angetraut durch die Gebundenheit der Schwagerehe. Rabbi ist der Ansicht,"
],
[
"es bestehe eine Gebundenheit, und die Ḥaliçahob die Gebundenheit auf. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit, und wie es wirksam ist, wenn er zuerstzu ihr sagt: sei mir durch die Gebundenheit der Schwagerschaft angetraut, ebenso ist es auch jetzt wirksam.",
"R. Šerebja erklärte: Bei einer gültigen Ḥaliça stimmen alle überein, daß, wenn er zu ihr [nachher] sagt: sei mir durch die Gebundenheit der Schwagerschaft angetraut, dies nicht wirksam sei, hier aber streiten sie über die ungültige Ḥaliça; nach der einen Ansicht entbindet die ungültige Ḥaliça, und nach der anderen Ansicht entbindet die ungültige Ḥaliça nicht.",
"R. Aši erklärte: Alle stimmen überein, daß die ungültige Ḥaliça nicht entbinde, hier aber streiten sie über die Bedingungbei der Ḥaliça; nach der einen Ansicht ist die Bedingung bei der Ḥaliça zulässig, und nach der anderen Ansicht ist die Bedingung bei der Ḥaliça unzulässig.",
"Rabina erklärte: Alle stimmen überein, daß die Bedingung bei der Ḥaliça zulässig sei, und hier streiten sie über die Verdoppelung bei der Bedingung; nach der einen Ansicht ist eine Verdoppelung der Bedingungerforderlich, und nach der anderen Ansicht ist keine Verdoppelung der Bedingung erforderlich.",
"HAT ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN ODER IHR BEIGEWOHNT &C. Sollte er auch lehren: so besteht nach der Beiwohnungnichts mehr!? – Abajje und Raba sagten beide, man lese: so besteht nach der Beiwohnung nichts mehr. Unserem Autor aberist die Erlaubnis der Schwägerin für jedermannbevorzugter.",
"EINERLEI, OB EINE SCHWÄGERIN &C. ODER ZWEI SCHWÄGERINNEN &C. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht Ben A͑zajs, denn es wird gelehrt : Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägern und einer Schwägerin, nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager.",
"UND ZWAR: HAT ER DIE EHEFORMEL AN DIE EINE &C. Dieswäre eine Stütze für Šemuél, denn Šemuél sagte, daß, wenn er an der, an die er die Eheformel gerichtet hat, die Ḥaliça vollzogen hat, die Nebenbuhlerin nicht entbunden sei,",
"und eine Widerlegung R. Josephs? – Er lehrt ja nicht, daß er die Ḥaliça vollziehe, sondern vollzogen hat, wenn es geschehen ist.",
"DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND DER ANDEREN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN. Dieswäre eine Stütze für Rabba b. R. Hona, denn Rabba b. R. Hona sagte, daß, wenn die Ḥaliça ungültig ist, sie sich an alle Brüder wenden müsse? – [Die Mehrzahl] ‘benötigen’ bezieht sich auf derartige Fälle allgemein.",
"DER EINEN EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND AN DER ANDEREN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN. Dies wäre eine Stütze für Šemuél und eine Widerlegung R. Josephs? – Er lehrt ja nicht, daß er die Ḥaliça vollziehe, sondern : vollzogen hat, wenn es geschehen ist.",
"HAT ER [AN DER EINEN] UND [AN DER ANDEREN] DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN, ODER AN DER EINEN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN &C. Sollte er auch lehren: so besteht nach der Beiwohnungnichts mehr!? Abajje und Raba sagten beide, man lese: so besteht nach der Beiwohnung nichts mehr. Unserem Autor aberist die Erlaubnis der Schwägerin für jedermannbevorzugter.",
"EINERLEI, OB EIN SCHWAGER &C. ODER ZWEI SCHWAGER &C. Allerdings ist es nach R. Joḥanan, welcher sagt, das ganze Hausmache sich eines Verbotesschuldig, zu lehren nötig, daß bei mit einem Verbote belegten die Antrauung ungültig sei,",
"aber ist denn nach Reš Laqiš, welcher sagt, das ganze Haus mache sich der Ausrottungschuldig, zu lehren nötig, daß bei mit der Ausrottung belegten die Antrauung ungültig sei!? –",
"Reš Laqiš kann dir erwidern : im Schlußsatze lehrt er den Fall, wenn er ihr beigewohnt und an sie die Eheformel gerichtet hat; ist es denn, auch nach deiner Auffassung zu lehren nötig, daß bei einer Ehefrau die Antrauung ungültig sei!?",
"Vielmehr, da er von der Erlaubnis bei einem Schwager und einer Schwägerin lehrt, lehrt er es auch von zwei Schwägerinnen und einem Schwager, und da er es von zwei Schwägerinnen und einem Schwager lehrt, lehrt er es auch von zwei Schwägern und einer Schwägerin."
],
[
"HAT ER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN UND DARAUF AN SIE DIE EHEFORMEL GERICHTET, IHR &C. GEGEBEN. Allerdings ist der Fall nötig, wenn er die Ḥaliça vollzogen und die Eheformel gerichtet hat, denn man könnte glauben, man berücksichtige bei der Eheformel nach der Ḥaliça die Eheformel vor der Ḥaliça, so lehrt er uns, daß man nicht berücksichtige, wozu aber ist der Fall nötig, wenn er die Ḥaliça vollzogen und einen Scheidebrief gegebenhat !? –",
"Wie ist, auch nach deiner Auffassung, der Schlußsatz zu erklären : hat er ihr beigewohnt und darauf an sie die Eheformel gerichtet oder (ihr beigewohnt und) ihr einen Scheidebrief gegeben; allerdings ist der Fall nötig, wenn er ihr beigewohnt und ihr einen Scheidebrief gegeben hat, denn man könnte glauben, man berücksichtige beim Scheidebriefe nach der Beiwohnung den Scheidebrief vor der Beiwohnung, so lehrt er uns, daß man nicht berücksichtige, wozu aber ist der Fall nötig, wenn er ihr beigewohnt und an sie die Eheformel gerichtethat?",
"Vielmehr, da er den Fall lehrt, wenn er die Ḥaliça vollzogen und die Eheformel gerichtet hat, lehrt er auch den Fall, wenn er ihr beigewohnt und an sie die Eheformel gerichtet hat, und da er den Fall lehren will, wenn er ihr beigewohnt und ihr einen Scheidebrief gegeben hat, lehrt er auch den Fall, wenn er an ihr die Ḥaliça vollzogen und ihr einen Scheidebrief gegeben hat.",
"WENN SIE &C. Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: Abba Jose b. Joḥanan aus Jerušalem sagte im Namen R. Meírs: Sowohl nach der Beiwohnung als auch nach der Ḥaliça bleibt, wenn sie zuerst erfolgt sind, nichts mehr bestehen, und wenn dazwischen oder zuletzt, wohl etwas bestehen.",
"Hierbei gibt es drei Ansichten. Der erste Autor ist der Ansicht, bei der Beiwohnung ist etwaszu berücksichtigen, und man berücksichtigedies, bei der Ḥaliça aber ist nichts zu berücksichtigen.",
"R. Neḥemja ist der Ansicht, auch bei der Beiwohnung sei nichts zu berücksichtigen. Sagst du, bei der Beiwohnung nach dem Scheidebriefe sei die Beiwohnung nach der Ḥaliça zu berücksichtigen, so weiß manes, denn die Ḥaliça hat nach der Tora zu erfolgen, und sagst du, bei der Beiwohnung nach der Eheformel sei die Beiwohnung nach der Beiwohnung zu berücksichtigen, so weiß manauch dies, denn die Beiwohnung hat nach der Tora zu erfolgen. Und Abba Jose b. Ḥanan ist der Ansicht der Rabbanan, die diesbei der Beiwohnung berücksichtigen, und er berücksichtigt bei der Ḥaliça die Beiwohnung.",
"",
" WER SEINER SCHWÄGERIN BEIWOHNT, OB VERSEHENTLICH ODER VORSÄTZLICH, OB GEZWUNGEN ODER WILLIG, SELBST WENN ER VERSEHENTLICH UND SIE VORSÄTZLICH, ER VORSÄTZLICH UND SIE VERSEHENTLICH, ER GEZWUNGEN UND SIE UNGEZWUNGEN, ODER SIE GEZWUNGEN UND ER UNGEZWUNGEN, OB NUR ANGESCHMIEGT ODER [DIE BEIWOHNUNG] VOLLENDET, EIGNET SIE SICH AN, AUCH IST ZWISCHEN BEIWOHNUNG UND BEIWOHNUNG NICHT ZU UNTERSCHEIDEN ii.",
"DASSELBE GILT AUCH VON DER BEIWOHNUNG ALLER IN DER TORA GENANNTEN INZESTUÖSEN UND UNTAUGLICHEN, BEISPIELSWEISE EINER WITWE MIT EINEM HOCHPRIESTER, EINER GESCHIEDENEN ODER EINER ḤALUÇA MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER, EINES HURENKINDES ODER EINER NETHINA MIT EINEM JISRAÉLITEN, UND EINER JISRAEXITIN MIT EINEM HURENKINDE ODER EINEM NATHIN; ER HAT SIE DADURCH UNTAUGLICH GEMACHT, AUCH IST ZWISCHEN BEIWOHNUNG UND BEIWOHNUNG NICHT ZU UNTERSCHEIDEN.",
"GEMARA. Was heißt ‘selbst’? –",
"Dies deutet auf das Selbstverständliche ; selbstverständlich, wenn er versehentlich und sie die Erfüllung des Gebotes beabsichtigt, oder er vorsätzlich und sie die Erfüllung des Gebotes beabsichtigt, aber selbst wenn er versehentlich und sie vorsätzlich, sodaß beide nicht die Erfüllung des Gebotes beabsichtigen, ist sie ihm angeeignet. R. Ḥija lehrte: [Auch wenn] beide versehentlich, beide vorsätzlich oder beide gezwungen.",
"Was heißt ‘gezwungen’ in unserer Mišna: wollte man sagen, wenn er von Nichtjuden gezwungen ihr beigewohnt hat, so sagte ja Raba, es gebe keinen erzwungenen Beischlaf, weil die Erektion nur bei Absicht erfolgt !? –",
"Vielmehr, im Schlafe. – R. Jehuda sagte ja,"
],
[
"der Schlafende eigne sich seine Schwägerin nicht an!? – Vielmehr, wenn er stecken geblieben ist. – Rabba sagte ja aber, daß, wenn jemand von einem Dache herabfällt und stecken bleibt, er zu den vier Zahlungen verpflichtet sei, und wenn es seine Schwägerin ist, er sie sich dadurch nicht aneigne!? –",
"Vielmehr, wenn er zu seiner Frau wollte, und seine Schwägerin ihn ergriffen, sodaß er ihr beigewohnt hat. – Was heißt ‘beide gezwungen’ in der Lehre R. Ḥijas? – Wenn er zu seiner Frau wollte, und Nichtjuden sie ergriffen und an einander drückten, sodaß er ihr beigewohnt hat.",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten :Ihr Schwager komme zu ihr, ein Gebot. Eine andere Erklärung: Ihr Schwager komme zu ihr, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig. –",
"Hieraus deutetest du ja, daß dies Gebot sei!? – Das Gebot geht hervor aus [den Worten :]wenn der Mann nicht will, wenn er aber will, ist die Schwagerehe zu vollziehen. Jener Schriftvers aber lehrt: ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig.",
"Ein Anderes lehrt: Ihr Schwager komme zu ihr, auf natürliche Weise; und nehme sie, auch widernatürlicherweise; und übe die Schwagerehe, die Beiwohnung vollbringt dies, nicht aber das Geldstückund die Urkunde; an ihr [die Schwagerehe], auch gegen ihren Willen. «Eine andere Erklärung: ihr Schwager komme zu ihr, ob vorsätzlich &c.»",
"Hieraus deutetest du ja die natürliche Art!? – Dies geht hervor aus [den Worten:]seinem Bruder einen Namen in Jisraél zu erhalten, in einer Weise, daß sein Name erhalten bleibt. Jener Schriftvers aber lehrt: ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig.",
"Der Text. R. Jehuda sagte: Der Schlafende eignet sich seine Schwägerin nicht an, denn die Schrift sagt: ihr Schwager komme zu ihr, nur wenn er die Beiwohnung beabsichtigt. Es wird ja aber gelehrt: ob wach oder im Schlafe!? – Lies: ob sie wach oder sie im Schlafe ist. –",
"Es wird ja aber gelehrt: ob er wach oder im Schlafe ist, ob sie wach oder im Schlafe ist!? – Hier wird von dem Falle gelehrt, wenn er nur eingenickt ist. – Was heißt ‘eingenickt’? R. Aši erwiderte: Halb schlummernd und halb wachend; wenn er beispielsweise, wenn man ihm etwas zuruft, antwortet, ohne jedoch eine überlegte Antwort geben zu können, und wenn man ihn erinnert, es weiß.",
"Der Text. Rabba sagte: Wenn jemand von einem Dache herabfällt und stecken bleibt, so ist er zu den vier Zahlungen verpflichtet; ist es seine Schwägerin, so ist sie ihm dadurch nicht angeeignet. [Zur Zahlung von] Entschädigung, Schmerzensgeld, Versäumnis und Kurkosten; Beschämungsgeld aber nicht, denn der Meister sagte, man sei wegen der Beschämung nur dann schuldig, wenn man es beabsichtigt hat.",
"Raba sagte: Wenn er in der Absicht, gegen die Wand zu stoßen, gegen seine Schwägerin gestoßen hat, so ist sie ihm nichtan geeignet; gegen ein Vieh zu stoßen, und gegen seine Schwägerin gestoßen hat, so ist sie ihm angeeignet, denn er hat die Vollziehung einer Beiwohnung beabsichtigt.",
"OB NUR ANGESCHMIEGT. U͑la sagte: Wo ist die Anschmiegung in der Tora angedeutet? Es heißt :wenn ein Mann bei einem an der Absonderung leidenden Weibe liegt und ihre Scham entblößt, ihre Blutquelle berührt; hier ist die Anschmiegungin der Tora angedeutet. –",
"Wir wissen dies von der Menstruierenden, woher dies von den übrigen Inzestuösen? Wolltest du sagen, es sei von der Menstruierenden zu folgern, [so ist ja zu erwidern:] wohl gilt dies bei der Menstruierenden, die den ihr Beiwohnenden verunreinigt. –",
"Vielmehr, es ist von der Frau des Bruders zu entnehmen. Es heißt :wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist sie [als] Menstruierende [zu betrachten]; ist denn die Frau des Bruders [andauernd] Menstruierende? Vielmehr, gleich der Menstruierenden: wie dies bei der Menstruierenden auch von der Anschmiegung gilt, ebenso bei der Frau seines Bruders auch von der Anschmiegung. –",
"Wohl bei der Frau seines Bruders, in dessen Hand es liegt, solche zu vermehren, denn er kann sich beliebig auch tausend [Frauen] antrauen!? –",
"Vielmehr, es ist von der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter zu entnehmen. Es heißt :die Scham der Schwester deiner Mutter und der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen, denn seine Blutsverwandte hat er berührt. – Es ist ja zu erwidern: wohl bei der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter, bei denen das Verbot von selbstkommt !? –",
"Ist es von einer nicht zu entnehmen, so entnehme man es von zweien. – Von welchen sollte man es entnehmen : wenn von der Frau des Bruders und der Schwester des Vatersoder der Mutter, so ist ja zu erwidern; wohl bei diesen, die wegen Blutsverwandtschaft verbotenesind!? –",
"Vielmehr, von der Menstruierenden und der Schwester des Vaters oder der Mutter. – Wohl bei diesen, bei denen das Verbot von selbstkommt !? – Vielmehr, von der Menstruierenden und der Schwester des Bruders, sodaß nichts zu erwidernist.",
"R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, wandte ein : Wohl bei der Menstruierenden und der Frau des Bruders, die bei Lebzeiten des sie [für andere] verboten machenden nicht erlaubt werden können, während die Ehefrau bei Lebzeiten des sie verboten machenden erlaubt werdenkann!?",
"R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Sind denn die Menstruierende und die Frau des Bruders nur bei Lebzeiten des sie verboten machenden nicht erlaubt, wohl aber nachher,"
],
[
"bei der Menstruierenden hängt die ja von den Tagenab und bei der Schwester des Bruders vom Kinder[haben]!? –",
"Vielmehr ist wie folgt zu erwidern: wohl bei der Menstruierenden und der Frau des Bruders, die der sie verboten machende nicht erlaubt machenkann, während die Ehefrau der sie verboten machende erlaubt machenkann !?",
"Vielmehr, erklärte R. Jona, nach anderen R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, die Schrift sagt:denn wer etwas von all diesen Gräueln tut, so sollen die Personen die es tun, ausgerottet werden; alle Inzestuösen werden somit mit der Menstruierendenverglichen : wie dies bei der Menstruierenden auch von der Anschmiegung gilt, ebenso bei allen übrigen auch von der Anschmiegung. –",
"Wozu wird demnach die Menstruierende bei der Frau des Brudersgenannt !? – Wegen einer Lehre R. Honas, denn R. Hona sagte: Wo ist in der Tora eine Andeutung inbetreff der Eheschwägerin zu finden? – [Wo zu finden ist, es heißt ja:]ihr Schwager komme zu ihr!? – Vielmehr, wo ist eine Andeutung zu finden, daß die Schwägerin bei Lebzeiten ihres Ehemannes verboten ist? –",
"Dies ist ja einleuchtend; wenn der Allbarmherzige sagt, sie sei nach dem Tode ihres Ehemannes erlaubt, so ist sie wohl bei Lebzeiten desselben verboten!? –",
"Vielleicht ist esnach dem Tode ihres Ehemannes Gebot, und bei Lebzeiten desselben freigestellt. Oder auch: nach dem Tode ihres Ehemannes, nicht aber bei Lebzeiten desselben, und das aus einem Gebote kommende Verbotgilt als Gebot.–",
"Daher sagt die Schrift:wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist sie [als] Menstruierende [zu betrachten]; ist denn die Frau seines Bruders [andauernd] Menstruierende? Vielmehr, gleich der Menstruierenden: wie die Menstruierende, obgleich später erlaubt, während des Verbotenseins mit der Ausrottung belegt ist, ebenso ist die Frau des Bruders, obgleich später erlaubt, bei Lebzeiten ihres Mannes mit der Ausrottung belegt. –",
"Wozu wird die Anschmiegung bei der Schwester des Vaters und der Schwester der Muttergenannt!? –",
"Wegen einer an Rabina gerichteten Frage Rabas, wie es sich mit der Anschmiegung bei der Päderastie verhalte. – Hinsichtlich der Päderastie heißt es ja:wie man ein Weib beschläft!? –",
"Vielmehr, wie es sich mit der Anschmiegung bei der Bestialität verhalte, und dieser erwiderte ihm : Da die Nennung der Anschmiegung bei der Schwester des Vaters und der Schwester der Mutter überflüssig ist, denn hinsichtlich dieser ist dies aus der Vergleichung R. Jonas zu entnehmen, so beziehe man es auf die Anschmiegung bei der Bestialität. –",
"Merke, die Bestialität ist ja mit der gerichtlichen Todesstrafe belegt, weshalb befindet sich nun die auf diese [zu beziehende] Anschmiegung bei den mit der Ausrottungbelegten, sie sollte doch bei den mit der gerichtlichen Todesstrafebelegten geschrieben sein, und man würde hinsichtlich einer mit der gerichtlichen Todesstrafe belegten Handlung von einer mit der gerichtlichen Todesstrafe belegten Handlung folgern!? –",
"Der ganze Schriftvers dient zur Schriftdeutung, daher steht in diesem auch dies, zur Schriftdeutung.",
"Was ist dies für eine Schriftdeutung? – Es wird gelehrt :die Scham der Schwester deines Vaters sollst du nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. Du sagst, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits?",
"Es ist ein Schluß zu folgern: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen seiner Schwester schuldig, wie wegen der Schwester, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, ebenso wegen dieser, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits.",
"Oder aber wie folgt: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen der Tanteschuldig, wie wegen der Tante nur väterlicherseitsund nicht mütterlicherseits, ebenso wegen dieser nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits.",
"Man beachte daher, mit wem diese zu vergleichen ist: man folgere hinsichtlich eines von selbst eintretenden Verbotes von einem von selbst eintretenden Verbote, nicht aber ist von der Tante zu folgern, bei der das Verbot nicht von selbsteintritt.",
"Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich der Verwandten seines Vaters von der Verwandten seines Vaters, nicht aber ist von der Schwester zu folgern, die seine eigene Verwandte ist.",
"Daher heißtes: die Scham der Schwester deines Vaters sollst da nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits; die Scham der Schwester deiner Mutter sollst du nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. –",
"Wozu braucht diesbei der Schwester des Vaters und bei der Schwester der Mutter geschriebenzu werden? R. Abahu erwiderte: Beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Schwester des Vaters geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sie eine Geschlechtsfolge hat, nicht aber gilt dies von der Schwesterder Mutter;",
"und würde der Allbarmherzige es nur von der Schwester der Mutter geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sie es sicher ist, nicht aber gilt dies von der Schwester des Vaters. Daher ist beides nötig.",
"Hinsichtlich der Tante ist es dem Autor entschieden, daß es nur von einer väterlicherseits und nicht von einer mütterlicherseits gilt; Woher dies?",
"Raba erwiderte: Es ist aus [dem Worte] Oheim zu entnehmen; hierbei heißt es:die Scham seines Oheims hat er entblößt, und dort heißt es:sein Oheim oder der Sohn seines Oheims soll es auslösen; wie dort einer väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso hierbei einer väterlicherseits und nicht mütterlicherseits. –",
"Woher dies dort? – Die Schrift sagt:aus seiner Familie soll es auslösen; die Familie des Vaters heißt Familie, die Familie der Mutter heißt nicht Familie.",
"Wir haben gelernt: Wenn man einem berichtet hat, seine Frau sei gestorben, und er ihre Schwester väterlicherseits genommen hat, daß [auch diese] gestorben ist, und er ihre Schwester mütterlicherseits genommen hat, daß [auch diese] gestorben ist, und er ihre Schwester väterlicherseits genommen hat, daß [auch diese] gestorben ist, und er ihre Schwester mütterlicherseits genommen hat,",
"so sind ihmdie erste, die dritte und die fünfte erlaubt, und sie entbindenihre Nebenbuhlerinnen,",
"und die zweite und die vierte verboten, und die Beiwohnung der einen von ihnen entbindet die Nebenbuhlerin nicht. Hat er der zweiten erst nach dem Tode der ersten beigewohnt, so sind ihm die zweite und die vierte erlaubt, und sie entbinden ihre Nebenbuhlerinnen, und die dritte und die fünfte verboten."
],
[
"Demnachist die Schwester seiner Frau verboten sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits; woher dies? – Er folgert dies von der Schwester: wie die Schwester, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, ebenso diese ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. –",
"Sollte er doch von der Tante folgern: wie die Tante nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso diese nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits!? – Es ist einleuchtend, daß von der Schwester zu folgern ist, hinsichtlich der eigenen Verwandten von der eigenen Verwandten. –",
"Im Gegenteil, es ist ja von der Tante zu folgern hinsichtlich einer [Verwandten] durch Antrauung von einer solchen durch Antrauung!? – Vielmehr, er folgert dies von der Frau des Bruders, denn bei beiden ist Antrauung und eigene Verwandtschaft vorhanden. –",
"Woher dies von der Frau des Bruders selbst? – Es wird gelehrt:Die Scham der Frau deines Bruders sollst du nicht entblößen, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits.",
"Du sagst, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, vielleicht ist dem nicht so, sondern nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits? Es ist ein Schluß zu folgern: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen seiner Schwester schuldig, wie wegen der Schwester, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits, ebenso wegen dieser, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits.",
"Oder aber wie folgt: man ist wegen dieser schuldig und man ist wegen der Tante schuldig, wie wegen der Tante nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits, ebenso wegen dieser nur väterlicherseits und nicht mütterlicherseits.",
"Man beachte daher, mit wem diese zu vergleichen ist: man folgere hinsichtlich der eigenen Verwandten von der eigenen Verwandten, nicht aber ist von der Tante zu folgern, die eine Verwandte seines Vaters ist. Oder aber wie folgt: man folgere hinsichtlich einer [Verwandten] durch Antrauung von einer solchen durch Antrauung, nicht aber ist von der Schwester zu folgern, bei der das Verbot von selbst eintritt.",
"Daher heißt es :die Scham deines Bruders ist sie, ob väterlicherseits oder mütterlicherseits. –",
"Vielleicht sprechen beide [Schriftverse] von der Frau seines Bruders väterlicherseits, einer von dem Falle, wenn sie bei Lebzeiten ihres MannesKinder hatte, und einer, wenn sie bei Lebzeiten ihres Mannes keine Kinder hatte!? – Der Fall, wenn sie bei Lebzeiten ihres Mannes keine Kinder hatte, ist aus der Lehre R. Honaszu entnehmen. –",
"Vielleicht sprechen beide von der Frau des Bruders väterlicherseits, einer von dem Falle, wenn sie bereits bei Lebzeiten ihres Mannes Kinder hatte, und einer, wenn sie erst nach dem Tode ihres Mannes Kinder hat!? –",
"Hinsichtlich des Falls, wenn sie nach dem Tode ihres Mannes Kinder hat, ist kein Schriftvers nötig; der Allbarmherzige sagt, die keine Kinder hat, sei erlaubt, demnach ist, die Kinder hat, verboten. –",
"Vielleicht ist sie, wenn sie keine Kinder hat, jedermann verboten und dem Schwager erlaubt, und wenn sie Kinder hat, jedermann erlaubt und dem Schwager erlaubt!? Oder auch: hat sie keine Kinder, so ist esGebot, hat sie Kinder, so ist es freigestellt!?",
"Oder auch: nur wenn sie keine Kinder hat, nicht aber, wenn sie Kinder hat, und das aus einem Gebote kommende Verbot gilt als Gebot!? –",
"Es gibt noch einen anderen Schriftvers:die Scham seines Bruders hat er entblößt. –",
"Vielleicht gleicht die Frau des Bruders mütterlicherseits der Frau des Bruders väterlicherseits: wie die Frau des Bruders väterlicherseits nach dem Tode ihres Mannes erlaubt ist, ebenso ist die Frau des Bruders mütterlicherseits nach dem Tode ihres Mannes erlaubt!? – Die Schrift sagtist sie, sie verbleibt bei ihrem sein. –",
"Wozu wird bei der Schwester die Ausrottungsstrafe genannt? –",
"Wegen einer Lehre R. Joḥanans, denn R. Joḥanan lehrte: Hat man sie alle bei einem Entfallen begangen, so ist man wegen jedes besonders schuldig. –",
"Woher ist die Teilungzu entnehmen nach R. Jiçḥaq, welcher sagt, die Hervorhebung der Ausrottung bei der Schwester, die in der Allgemeinheit der mit der Ausrottung belegten einbegriffen war, deute darauf, daß er mit der Ausrottung und nicht mit der Geißelung bestraftwerde!? –",
"Dies geht hervor aus:und zu einem Weibe in der Absonderung ihrer Unreinheit, man ist wegen jedes Weibesbesonders schuldig. –",
"Wozu schrieb der Allbarmherzige bei der Tante :kinderlos sollen sie sein!? – Wegen einer Lehre Rabbas, denn Rabba wies auf einen Widerspruch hin: Es heißt: kinderlos sollen sie sein, und es heißt: kinderlos sollen sie sterben; wie ist dies zu erklären? Hat er Kinder, so begräbt er sie, hat er keine Kinder, so bleibt er kinderlos.",
"Und sowohl [die Worte:] kinderlos sollen sie sein, als auch [die Worte:] kinderlos sollen sie sterben, sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: kinderlos sollen sie sein, so könnte man dies auf [Kinder] vor der Sünde beziehen, nicht aber solche nach der Sünde; daher schrieb der Allbarmherzige: kinderlos sollen sie sterben. Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: kinderlos sollen sie sterben, so könnte man dies auf [Kinder] nach der Sünde beziehen, die vorherigen abernicht. Daher ist beides nötig.",
"Woher dies von der Anschmiegung bei den mit einem Verbote belegten? –",
"Wenn der Allbarmherzige bei der vergebenenMagd [die Worte] mit Samenerguß hervorhebt, so gilt dies bei den mit einem Verbote Belegten auch von der Anschmiegung. –",
"Im Gegenteil, wenn der Allbarmherzige bei den mit der Ausrottung belegten die Anschmiegung hervorhebt, so gilt dies ja bei den mit einem Verbote belegten nur von der vollendeten Beiwohnung!? R. Aši erwiderte: Wenn dem so wäre, so sollte die Schrift bei der vergebenen Magd überhaupt nichts erwähnen. –",
"Woher dies von der Anschmiegung bei den mit einem Verbote belegten bei Priestern? – Dies ist durch [das Wort] nehmenzu folgern. –",
"Woher dies bei den mit einem Gebote belegten? –"
],
[
"Es ist durch [das Wort] kommenzu folgern. –",
"Woher dies bei der Schwägerin für Fremde? – Nach demjenigen, nach dem sie mit einem Verbote belegt ist, gehört sie zu den mit einem Verbote belegten, und nach dem sie mit einem Gebotebelegt ist, gehört sie zu den mit einem Gebote belegten. –",
"Woher diesvon Schwager und Schwägerin? – Es ist durch [das Wort] kommenzu folgern. –",
"Woher diesvon Mann und Frau? – Es ist durch [das Wort] nehmenzu folgern.",
"Raba sagte: Wozu schrieb der Allbarmherzige [die Worte] mit Samenerguß bei der vergebenen Magd, bei der Ehefrauund bei der Ehebruchsverdächtigten? Bei der vergebenen Magd, wie wir bereits erklärt haben. Bei der Ehefrau schließt dies die Beiwohnung mit schlaffem Gliede aus. –",
"Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man sei wegen der Beiwohnung einer Inzestuösen mit schlaffem Gliede frei,",
"wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man sei schuldig!? – Vielmehr, ausgenommen die Beiwohnung einer Toten; man könnte glauben, man sei dieserhalb wegen Ehebruchs schuldig, da [ein Weib] auch tot Blutverwandteheißt, so lehrt er uns.",
"Bei der Ehebruchsverdächtigten ist es wegen der folgenden Lehre nötig: Mit Samenerguß, ausgenommen etwas anderes. – Was heißt etwas anderes? R. Šešeth erwiderte: Ausgenommen der Fall, wenn er sieinbezug auf den widernatürlichen Beischlaf verwarnt hat, Raba sprach zu ihm: Es heißt ja:wie man ein Weib beschläft!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf [Perversitäten] an den Gliedern verwarnt hat. Abajje sprach zu ihm: Sollte der Allbarmherzige sie wegen einer Zuchtlosigkeit verboten haben!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf die Berührungverwarnt hat. – Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, unter Anschmiegung sei das Hineinstecken der Eichelzu verstehen, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, darunter sei die Berührung zu verstehen!? –",
"Vielmehr, tatsächlich schließt dies den Fall aus, wenn er sie inbezug auf [Perversitäten] an den Gliedern verwarnt hat, denn dies ist nötig; man könnte glauben, der Allbarmherzige hat es ja von der Anstoßnahme des Ehemannes abhängig gemacht, und dieser nimmt daran Anstoß, so lehrt er uns.",
"Šemuél sagte: Unter ‘Anschmiegung’ ist das Berühren zu verstehen. Dies ist ebenso, als wenn jemand den Finger an den Mund legt; es ist nicht möglich, daß er das Fleisch nicht eindrückt.",
"Als Rabba b. Bar Ḥana kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Bei der vergebenen Magd heißt das Hineinstecken der Eichel eine vollendete Beiwohnung. R. Šešeth wandte ein : Mit Samenerguß, man ist schuldignur wegen der Beiwohnung mit Reibung. Doch wohl die Reibung des Gliedes!? – Nein, die Reibung der Eichel.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Unter ‘Anschmiegung’ ist das Hineinstecken der Eichel zu verstehen. Sie sprachen zu ihm : Rabba b. Bar Ḥana sagte jaanders!? Dieser erwiderte : Entweder hat er gelogen oder habe ichgelogen.",
"[Ebenso] sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans : Unter ‘ Anschmiegung’ ist das Hineinstecken der Eichel zu verstehen. Gegen Rabba b. Bar Ḥana streitet er entschieden, streitet er auch gegen Šemuél? –",
"Nein, von der Berührung bis zum Hineinstecken der Eichelnennt er Anschmiegung.",
"Als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er im Namen R. Joḥanans : Unter Anschmiegung ist das Hineinstecken der Eichel, und unter vollendeter Beiwohnung ist die richtige Vollendung der Beiwohnung zu verstehen;"
],
[
"was außerdem erfolgt, ist nichts weiter als eine Berührung, und man ist dieserhalb frei. Er streitet somit gegen Šemuél.",
"OB NUR ANGESCHMIEGT ODER [DIE BEIWOHNUNG] VOLLENDET, EIGNET SIE SICH AN. Was heißt ‘aneignen’? – Rabh erklärte, er eigne sie sich in jeder Hinsichtan, und Šemuél erklärte, er eigne sie sich an nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge: die Güter seines Bruders zu erben und sie von der Schwagerehe zu entbinden.",
"Nach der Verheiratungdarf sienach aller Ansicht [Hebe] essen, da sie auch vorher essen durfte, sie streiten nur über eine nach der Verlobung. Rabh sagt, sie dürfe essen, denn der Allbarmherzige hat die versehentliche Beiwohnung gleich der vorsätzlichen einbegriffen.",
"Šemuél aber sagt, der Allbarmherzige hat sie insofern einbegriffen, als daß dadurch [der Schwager] anstelle des Ehemannes trete, nicht aber, daß er bedeutender als der Ehemannsei.",
"Šemuél vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Berechtigte sie der Ehemann [Hebe] zu essen, so berechtigt sie auch der Schwager zu essen, und berechtigte sie der Ehemann nicht zu essen, so berechtigt sie auch der Schwager nicht zu essen.",
"Man wandte ein: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt, und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe]essen ; wenn er aber stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sieessen. Hierin ist die Rechtskraft des Schwagers weitgehender als die des Ehemannes.",
"Erklärlich ist dies nach Rabh, gegen Šemuélaber ist dies ja ein Einwand!? –",
"Šemuél kann dir erwidern, man lese wie folgt: und er bevor er sie geheiratet taub wird, so darf sie keine Hebe essen; wenn er sie geheiratet und nachher taub geworden ist, so darf sie essen; wenn er daraufstirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. –",
"Was heißt demnach‘hierin’!? – Wenn der Mann vorhertaub war, darf sie nicht essen, wenn aber der Schwager vorher taub war, darf sie wohl essen.",
"Manche sagen: Nach der Verlobungdarf sie nach aller Ansicht nicht essen, da sie auch bei Lebzeiten des Ehemannes nicht essen durfte,",
"sie streiten nur über eine nach der Verheiratung. Rabh sagt, sie dürfe essen, da sie auch vorher essen durfte; Šemuél sagt, sie dürfe nicht essen, denn der Allbarmherzige hat die versehentliche Beiwohnung gleich der vorsätzlichen einbegriffen nur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge und nicht in jeder Hinsicht. –",
"R. Naḥman sagte ja aber im Namen Šemuéls, wenn der Ehemann sie zu essen berechtigt, berechtige sie auch der Schwager zu essen!? – Lies: die Beiwohnung, die sie beim Ehemanne zu essen berechtigt, berechtigt sie auch beim Schwager zu essen, und die Beiwohnung, die sie beim Ehemanne nicht zu essenberechtigt, berechtigt sie auch beim Schwager nicht zu essen.",
"Man wandte ein: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen; wenn er aber stirbt und sie einem tauben Schwager zufällt, so darf sie essen. Hierin ist die Rechtskraft des Schwagers bedeutender als die des Ehemannes. Allerdings ist nach Rabh zu erklären, wie oben erklärt wordenist, gegen Šemuél aber ist dies ja ein Einwand!? – Ein Einwand.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn eine hörende Jisraélitin sich mit einem hörenden Priester verlobt und er bevor er sie zu heiraten kommt taub wird, so darf sie keine [Hebe] essen; bekommt sie einen Sohn, so darf sieessen; stirbt der Sohn, so darf sie, wie R. Nathan sagt, essen, und wie die Weisen sagen, nicht essen.",
"Was ist der Grund R. Nathans? Rabba erwiderte: Weil sie bereits gegessen hat. Abajje sprach zu ihm: Demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorbenist, ebenfalls essen, da sie bereits gegessen hat!? Vielmehr schwindet, sobald er stirbt, seine Heiligkeit von ihr, ebenso schwindet auch hierbei, sobald [das Kind] stirbt, seine Heiligkeit von ihr.",
"Vielmehr, erklärte R. Joseph, R. Nathan ist der Ansicht, die Heirat mit dem Tauben berechtige sie, Hebe zu essen, und bei der Heirat eines Tauben ist die Antrauung eines solchennicht zu berücksichtigen. Abajje sprach zu ihm: Wieso demnach, nur wenn sie einen Sohnbekommt!? – Wegen der Rabbanan. –",
"Sollte doch R. Nathan gegen sie im Anfangsatzestreiten!? – Er läßt die Rabbanan ihre Worte beenden, und erst dann streitet er gegen sie.– Demnach sollte er doch lehren : stirbt der Sohn, so darf sie nicht essen, R. Nathan sagt, sie dürfe essen!? – Ein Einwand.",
"DASSELBE GILT AUCH VON DER BEIWOHNUNG ALLER IN DER TORA GENANNTEN INZESTUÖSEN. R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth,"
],
[
"und er erleuchtete uns die Augen aus einer Mišna: Wenn die Frau eines Jisraéliten genotzüchtigt worden ist, so ist sie, obgleich ihrem Manne erlaubt, Priesternverboten. Und unser Autor lehrt dasselbe: dasselbe gilt auch von der Beiwohnung aller in der Tora genannten Inzestuösen und Ungeeigneten.",
"Was heißt ‘dasselbe’? Doch wohl: ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, und er lehrt, daß sie untauglichsei. –",
"Nein, das ‘dasselbe’ bezieht sich auf die Anschmiegung. – Auf die Anschmiegung welcher; wenn auf die der Inzestuösen, so wird ja diesbezüglich nicht hinsichtlich der Inzestuösenvon der Schwägerin, sondern im Gegenteil hinsichtlich der Schwägerin von den Inzestuösen gefolgert, denn von der Anschmiegung spricht die Schrift hei den Inzestuösen!? –",
"Vielmehr, das ‘dasselbe’ bezieht sich auf die widernatürliche Beiwohnungbei den Inzestuösen. – Im Gegenteil, von den [verschiedenen] Beiwohnungen bei einem Weibe spricht ja die Schrift bei den Inzestuösen? –",
"Vielmehr, das ‘dasselbe’ bezieht sich auf die widernatürliche Beiwohnung bei den mit einem Verbote belegten.",
"Rabba sagte: Wenn die Frau eines Priesters genotzüchtigt worden ist, so erhält ihr Mann ihretwegenGeißelhiebe wegen [der Heirat] einer Hure. – Nur wegen einer Hure und nicht wegen der Verunreinigung!? – Lies: auch wegen [der Heirat] einer Hure.",
"R. Zera wandte ein :Und sie nicht ergriffenworden ist, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist verboten, auch wenn sie ergriffen worden ist, nämlich die Frau eines Priesters.",
"Das aus einem Gebote gefolgerte Verbotgilt ja als Gebot!?",
"Rabba erwiderte: Allewaren unter ‘Hure’einbegriffen, nur hat die Schrift hinsichtlich der Frau eines Jisraéliten hervorgehoben : und sie nicht ergriffen worden ist, wonach sie nur dann verboten ist, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; die Frau eines Priesters aber verbleibt in ihrem Zustande.",
"Manche lesen: Raba sagte: Wenn die Frau eines Priesters genotzüchtigt worden ist, so erhält ihr Mann ihretwegen Geißelhiebe wegen der Verunreinigung. – Nur wegen der Verunreinigung und nicht wegen [der Heirat] einer Hure, wonach sie bei Notzucht nicht als Huregilt.",
"R. Zera wandte ein: Und sie nicht ergriffen worden ist, nur dann ist sie [ihrem Manne] verboten, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; eine andere aber ist verboten, auch wenn sie ergriffen worden ist, nämlich die Frau eines Priesters. Das aus einem Gebote gefolgerte Verbot gilt ja als Gebot!?",
"Raba erwiderte: Alle waren einbegriffen in [der Bestimmung :]nachdem sie unrein geworden ist, nur hat die Schrift hinsichtlich einer Jisraélitin hervorgehoben: und sie nicht ergriffen worden ist, wonach sie nur dann verboten ist, jedoch erlaubt, wenn sie ergriffen worden ist; die Frau eines Priesters aber verbleibt in ihrem Zustande.",
" EINE WITWE, DIE MIT EINEM HOCHPRIESTER, UND EINE GESCHIEDENE ODER EINE ḤALUÇA, DIE MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER VERLOBT IST, DÜRFEN KEINE HEBEESSEN, NACH R. ELEA͑ZAR UND R. ŠIMO͑N SIND SIE HIERFÜR TAUGLICH.",
"VERWITWET ODER GESCHIEDEN SIND SIE, WENN NACH DER VERHEIRATUNG, UNTAUGLICH, UND WENN NACH DER VERLOBUNG TAUGLICH.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Es ist vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie infolge der freigestellten Antrauungnicht essen darf, um wieviel weniger infolge einer sündhaften Antrauung.",
"Sie erwiderten ihm: Nein, wenn dies von der freigestellten Antrauung gilt, die in keinem Falle [Hebe] zu essen berechtigt, sollte dies auch von der sündhaften Antrauung gelten, die in anderen Fällenzu essen berechtigt!?",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Oša͑jas: Wenn ein quetschverstümmelterPriester, sich eine Jisraélitin angetraut hat, so gelangen wir zum Streite R. Meírs mit R. Elea͑zar und R. Šimo͑n.",
"Nach R. Meír, welcher sagt, an der eine nach der Tora ungültigeBeiwohnung vollzogen werden soll, dürfe keine [Hebe] essen, darf auch diese nicht essen, und nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, an der eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, dürfe essen,"
],
[
"darf auch diese essen. – Wieso denn, vielleicht vertreten R. Elea͑zar und R. Šimo͑n ihre Ansicht nur da, wo er in anderen Fällen zu essen berechtigt, nicht aber hierbei, wo er auch sonst nicht zu essenberechtigt.",
"Wolltest du erwidern, auch dieser berechtige in einem anderen Falle zu essen, bei der Tochter eines Proselyten, so befragte ja R. Joḥanan diesbezüglich R. Ošaja, und dieser entschied esihm nicht.",
"Es wurde gelehrt: Abajje erklärt, weil er sie zu essen berechtigt, solange er ihr nichtbeiwohnt,",
"Raba erklärt, weil er seine kenaa͑nitischen Sklaven und Mägde zu essen berechtigt.",
"Abajje erklärt nicht wie Raba, weil man hinsichtlich der ehelichen Aneignung nur von der ehelichen Aneignung folgere, nicht aber hinsichtlich der ehelichen Aneignung von der Aneignung von Sklaven.",
"Raba erklärt nicht wie Abajje, denn da ist es anders, weil sie bereits gegessenhat. – Und Abajje!? – Der Umstand, daß sie bereits gegessen hat, ist nicht zu berücksichtigen, denn demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, weil sie bereits gegessen hat. – Und Raba!? – Bei dieser ist die Angehörigkeitgeschwunden, bei jener ist die Angehörigkeit nicht geschwunden.",
"Der Text. R. Joḥanan fragte R. Oša͑ja: Berechtigt ein quetschverstümmelter Priester, wenn er die Tochter eines Proselyten geheiratet hat, diese Hebe zu essen? Dieser schwieg und erwiderte nichts. Hierauf kam ein anderer bedeutender Mann und richtete an ihn eine Frage, und er entschied sie ihm. Es war Reš Laqiš. R. Jehuda der Fürst sprach zu R. Oša͑ja: Ist etwa R. Joḥanankein bedeutender Mann!? Dieser erwiderte: Er fragte mich etwas, das nicht zu entscheiden ist.",
"Nach wessenAnsicht? Nach R. Jehudadarf sie nicht essen, einerlei ob erin seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht: verbleibt er in seiner Heiligkeit, darf sie nicht essen, da er der Ansicht ist, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichenEntweihten,",
"und verbleibt er nicht in seiner Heiligkeit, darf sie ebenfalls nicht essen, denn wir sagen, die Gemeinde der Proselyten heiße ‘Gemeinde’.",
"Nach R. Jose hingegen darf sie essen, ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht: verbleibt er in seiner Heiligkeit, darf sie essen, denn er ist der Ansicht, auch wenn ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, sei seine Tochter für Priester geeignet, und verbleibt er nicht in seiner Heiligkeit, darf sie ebenfalls essen, denn er sagt ja, die Gemeinde der Proselyten heiße nicht ‘Gemeinde’. –",
"Vielmehr, nach dem Autor der folgenden Lehre : R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte, die Tochter eines Proselyten dürfe nur dann von einem Priester geheiratet werden, wenn ihre Mutter Jisraélitin ist.",
"Seine Frage lautete wie folgt: ist nur ihre Familienreinheiterweitert, somit darf sieessen, oder ist ihre Heiligkeiterweitert, somit darf sie nicht essen. –",
"Komm und höre: Als R. Aḥa b. Ḥenana aus dem Südenkam, brachte er folgende Lehre mit : Woher, daß, wenn ein quetschverstümmelter Priester die Tochter eines Proselyten geheiratet hat, er sie Hebe zu essen berechtige? Es heißt: wenn ein Priester eine Person für sein Geld erwirbt &c. darf davon essen.\n",
"Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, sie dürfe nicht essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht, und wenn nach R. Jose, so ist ja hierfür kein Schriftvers nötig, er sagt ja, sie dürfe essen, einerlei ob er in seiner Heiligkeit verbleibt oder nicht. Doch wohl nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, und hieraus ist somit zu entnehmen, daß nur ihre Familienreinheit erweitert worden ist und sie essen darf. Schließe hieraus.",
"Es wurde gelehrt: Rabh sagt,"
],
[
"bei den Untauglichensei der Baldachinwirksam, und Šemuél sagt, bei den Untauglichen sei der Baldachin nicht wirksam.",
"Šemuél sagte: Abbapflichtet mir hinsichtlich eines Mädchens unter drei Jahren und einem Tagebei; da bei dieser die Beiwohnung unwirksam ist, so ist bei ihr auch der Baldachinunwirksam.",
"Raba sagte: Auch wir haben demgemäßgelernt: Mit drei Jahren und einem Tage wird sie durch Beiwohnung angetraut; wohnt der Schwager ihr bei, so eignet er sie sich an; man ist ihretwegen wegen Ehebruches schuldig; sie macht den ihr Beiwohnenden unrein, sodaß er das unterste Polster gleich dem oberenverunreinigt;",
"ist sie mit einem Priester verheiratet, so darf sie Hebe essen; wohnt jemand der Bemakelten ihr bei, so macht er sie untauglich.",
"Nur mit drei Jahren und einem Tage, wo sie durch die Beiwohnung untauglich wird, wird sie durch den Baldachin untauglich, unter drei Jahren und einem Tage, wo sie durch die Beiwohnung nicht untauglich wird, wird sie auch durch den Baldachin nicht untauglich. Schließe hieraus.",
"Rami b. Ḥama sagte : Hinsichtlich der Wirksamkeit des Baldachins bei den Untauglichen gelangen wir zum Streite R. Meírs mit R. Elea͑zar und R. Šimo͑n."
],
[
"Nach R. Meír, welcher sagt, die Antrauung mache untauglich, macht auch der Baldachin untauglich, und nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, die Trauung mache nicht untauglich, macht auch der Baldachin nicht untauglich. –",
"Wieso denn, vielleicht ist R. Meír dieser Ansicht nur hinsichtlich der Antrauung, durch die eine Aneignung erfolgt, nicht aber hinsichtlich des Baldachins, durch den keine Aneignungerfolgt.",
"Oder auch : vielleicht sind R. Elea͑zar und R. Šimo͑n dieser Ansicht nur hinsichtlich der Antrauung, die nicht unmittelbar der Beiwohnung vorangeht, durch den Baldachin aber, der unmittelbar der Beiwohnung vorangeht, wird sie ungeeignet!? –",
"Vielmehr, wenn darüber ein Streit besteht, so ist es der der folgenden Tannaím: Es wird nämlich gelehrt: Hat [ein Priester] diese oder jene, die Taugliche oder die Untaugliche geheiratet, oder sind sie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden, so erhalten sie Unterhalt von ihm und sind Hebe zu essen berechtigt.",
"‘Gekommen’, demnach wäre ‘geheiratet’ wörtlichzu verstehen!?",
"Wahrscheinlich doch, wennsie unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden sind, und er lehrt, daß sie Unterhalt von ihm erhalten und Hebe zu essen berechtigt sind.",
"R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagt, wenn die Beiwohnung sie zu essen berechtigt, berechtige sie auch der Baldachin zu essen, und wenn die Beiwohnung sie zu essen nicht berechtigt, berechtige sie auch der Baldachin nicht zu essen. –",
"Wieso denn, vielleicht ist R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, die Antrauung berechtige sie nicht zu essen!? –",
"Wieso heißt es demnach: wenn die Beiwohnung sie nicht zu essen berechtigt, berechtige sie der Baldachin nicht zu essen, es sollte doch heißen: wenn die Beiwohnung sie nicht zu essen berechtigt, berechtige sie auch das [Antrauungs]geld nicht zu essen!? – Vielleicht spricht er, da der erste Autor vom Baldachin spricht, deshalb ebenfalls vom Baldachin.",
"R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth und er erleuchtete uns die Augen aus einer Mišna: Bei den Untauglichen ist der Baldachin wirksam, und der Autor lehrt dasselbe: Amen, daß ich nicht als Verlobte, als Verheiratete, als Anwärterin der Schwagerehe und als Heimgeführteangeschweiftbin.",
"Was ist hier unter Verlobte zu verstehen: wollte man sagen, wenn er sie als Verlobte verwarnthat, und er sie als Verlobte trinkenläßt, so hat ja die Verlobte [das Fluchwasser] nicht zu trinken, denn wir haben gelernt: die Verlobte und die Anwärterin der Schwagerehe trinken nicht und erhalten nichtdie Morgengabe.",
"Und wollte man sagen, wenn er sie als Verlobte verwarnt und sie sich [mit jenem] verborgen hat, und er sie als Verheiratete trinken läßt, so prüft sie ja das Wasser nicht!? Es wird nämlich gelehrt:Und der Mann sei frei von Schuld; ist der Mann frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau, ist der Mann nicht frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau nicht.",
"Doch wohl, wenn er sie als Verlobte verwarnt und sie sich verborgen hat, und darauf unter den Baldachin gekommen und nicht beschlafen worden ist. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Baldachin bei den Untauglichen wirksam sei.",
"Raba sprach: Du glaubst wohl, daß diese Lehre korrekt ist. Als R. Aḥa b. Ḥanina aus dem Süden kam, brachte er folgende Lehre mit :Außer deinem Manne, nur wenn die Beiwohnung des Ehemannes der des Ehebrechers vorangegangen ist, nicht aber wenn die Beiwohnung des Ehebrechers der des Ehemannes vorangegangenist.",
"Rami b. Ḥama erwiderte : Dies kann in dem Falle vorkommen, wenn er ihr als Verlobte im Hause ihres Vaters beigewohnt hat. –",
"Dem entsprechend bei der Anwärterin der Schwagerehe, wenn er ihr im Hause des Schwiegervaters beigewohnt hat;"
],
[
"wieso nennt er sie Anwärterin der Schwagerehe, sie ist ja seine richtige Frau, denn Rabh sagt, er habe sie sichin jeder Hinsicht angeeignet!? – Nach Šemuél, welcher sagt, er habe sie sich nur hinsichtlich der im Abschnitte genanntenDinge angeeignet. –",
"Dies ist ja nur [zur Unterstützung] Rabhsnötig, und Rabh sagt, er habe sie sich in jeder Hinsicht angeeignet!? – Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er an sie die Eheformel gerichtethat, und zwar nach der Schule Šammajs, welche sagt, die Eheformel erwirke eine vollständige Aneignung. –",
"Demnach ist sie ja eine Verlobte !? – Verheiratete und Heimgeführte sind ja, auch nach deiner Auffassung, ebenfalls identisch!? Vielmehr ist unter Verheiratete die eigene und unter Heimgeführte die eines anderenzu verstehen, ebenso ist unter Verlobte seine eigene und unter Anwärterin der Schwagerehe die eines anderen zu verstehen.",
"R. Papa erklärte: Es istder Autor der folgenden Lehre: Man kann die Verlobte nicht verwarnen, um sie als Verlobte trinken zu lassen, wohl aber kann man sie verwarnen, um sie als Verheiratete trinken zu lassen.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Durch Zuschiebung.",
"R. Ḥanina ließ im Namen R. Joḥanans mitteilen: Wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet hat, so hat er sie, selbst wenn er Priester und sie Priesterstochter ist, für die Hebe untauglichgemacht.",
"Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Meír, so sagt er ja nur, daß, wenn an ihr eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, sie nicht essen dürfe, sagt er es etwa auch von einer rabbanitischen!? Und wenn nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, so darf sie ja essen, selbst wenn an ihr eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, und um so mehr, wenn eine rabbannische !? –",
"Als Rabin kam, sagte er: Wenn er an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet hat, so darf sie nach aller Ansicht essen; hat er einen entweihtenBruder, so darf sie nach aller Ansicht nicht essen, sie streiten nur über den Fall, wenn er ihr einen Scheidebrief gegebenhat. R. Joḥanan ist der Ansicht, sie dürfe essen, und Reš Laqiš ist der Ansicht, sie dürfe nicht essen.",
"R. Joḥanan ist der Ansicht, sie dürfe essen, denn auch nach R. Meír, welcher sagt, sie dürfe nicht essen, gilt dies nur von dem Falle, wenn an ihr eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werden soll, wenn aber eine rabbanitische, so darf sie essen.",
"Reš Laqiš sagt, sie dürfe nicht essen, denn auch nach R. Elea͑zar und R. Šimo͑n, welche sagen, sie dürfe essen, gilt dies nur von dem Falle, wenn er sonstzu essen berechtigt, nicht aber hierbei, wo er auch sonst nicht zu essen berechtigt.",
"Wolltest du sagen, auch hierbei berechtige er sie zu essen, wenn sie zurückkehrt, so ist sie, wenn sie zurückkehrt, von ihm getrennt und ihrer Familieanverwandt, hierbei aber ist sie an ihn gebunden.",
"VERWITWET ODER GESCHIEDEN &C. R. Ḥija b. Joseph fragte Šemuél: Wie ist es, wenn ein Hochpriester sich eine Minderjährige antraut und sie unter ihmmannbarwird :"
],
[
"richte man sich nach der Heiratoder richte man sich nach der Verlobung?",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Verwitwet oder geschieden sind sie, wenn nach der Heirat, untauglich, und wenn nach der Verlobung, tauglich.",
"Jener entgegnete : Mir ist es nicht fraglich, ob er siezur Entweihten macht, denn die [verbotene] Beiwohnung macht sie zur Entweihten, fraglich ist mir folgendes: [Es heißt:]er soll eine Frau mit ihrer Jungfernschaft nehmen;\n",
"ist darunter das Nehmen bei der Antrauung oder das Nehmen bei der Heirat zu verstehen? Dieser erwiderte: Auch dies habt ihr gelernt: Wenn er sich mit einer Witwe verlobt hat und zum Hochpriester gewählt worden ist, so darf er sie nehmen. – Anders ist es da, denn es heißt:zur Frau nehmen. –",
"Auch hierbei heißt es ja eine Frau!? – Nur eine und nicht zwei. –",
"Was veranlaßt dich dazu!? – Bei der einen ist der Körper verändertworden, bei der anderen ist der Körper nicht verändert worden.",
"iv,1 EIN HOCHPRIESTER DARF KEINE WITWE HEIRATEN, OB EINE WITWE NACH DER VERLOBUNG ODER EINE WITWE NACH DER VERHEIRATUNG. FERNER DARF ER KEINE MANNBARE HEIRATEN ; R. ELEA͑ZAR UND R. ŠIMO͑N ERLAUBEN DIE MANNBARE.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :eine Witwe &c. soll er nicht nehmen, ob nach der Verlobung oder nach der Verheiratung. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei durch [das Wort] Witwe zu folgern, das bei Tamargebraucht wird: wie da nach der Verheiratung, ebenso hierbei nach der Verheiratung, so lehrt er uns. –",
"Vielleicht ist dem auch so!? – Gleich der Geschiedenen: wie dies von der Geschiedenen gilt sowohl nach der Verlobung als auch nach der Verheiratung, ebenso von der Witwe sowohl nach der Verlobung als auch nach der Verheiratung.",
"FERNER DARF ER KEINE MANNBARE HEIRATEN. Die Rabbanan lehrten: Er soll eine Frau mit ihrer Jungfernschaft nehmen, ausgenommen die Mannbare, deren Jungfernschaft verringert ist – so R. Meír; R. Elea͑zar und R. Šimo͑n erlauben die Mannbare.",
"Worin besteht ihr Streit? – R. Meír erklärt: Jungfrau, auch wenn sie einen Teil der Jungfernschaft hat; ihre Jungfernschaft, wenn sie die Jungfernschaft vollständighat; mit ihrer Jungfernschaft, natürlicherweiseund nicht widernatürlicherweise.",
"R. Elea͑zar und R. Šimo͑n aber erklären : Jungfrau, eine vollständige Jungfrau; ihre Jungfernschaft, auch ein Teilder Jungfernschaft; mit ihrer Jungfernschaft, wenn ihre Jungfernschaft vollständig erhalten ist, ob natürlicherweise oder widernatürlicherweise.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs : Ist sie auf widernatürlicheweise beschlafen worden, so ist sie für Priesteruntauglich. Raba wandte ein: Und ihm soll sie als Frau angehören, eine Frau, die für ihn geeignet ist, ausgenommen eine Witwe für einen Hochpriester, oder eine Geschiedene oder eine Ḥaluça für einen gemeinen Priester.",
"Von welchem Fallewird hier gesprochen: wenn natürlicherweise, so braucht ja ihre Witwenschaft nicht hervorgehoben zu werden, es genügt schon der Umstand, daß sie Deflorierterist ; doch wohl widernatürlicherweise, und nur wegen Witwenschaft und nicht wegen Defloration!? –"
],
[
"Hier ist die Ansicht R. Meírsvertreten, während Rabh der Ansicht R. Elea͑zarsist. –",
"Nach R. Elea͑zar braucht ja die Defloration nicht hervorgehoben zu werden, es genügt ja der Umstand, daß sie eine Hureist, denn R. Elea͑zar sagte, wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht!?",
"R. Joseph erwiderte: Wenn sie von einem Vieh beschlafen worden ist, so daß sie nur Deflorierte und nicht Hureist.",
"Abajje sprach zu ihm: Wie du es nimmst: ist sie Deflorierte, so ist sie auch Hure, und ist sie keineHure, so ist sie auch keine Deflorierte. Wolltest du erwidern: wie bei der Verletzten, so gäbe es ja, wenn es von der widernatürlichen Art gelten sollte, keine für Priester geeignete Frau, da es keine gibt, die sich nicht durch Spänchen verletzthätte !?",
"Vielmehr, erklärte R. Zera, bei der Weigerungserklärenden.",
"R. Šimi b. Ḥija sagte: Ist sie von einem Vieh beschlafen worden, so ist sie für Priestertauglich. Ebenso wird gelehrt: Ist sie von [einem Wesen], das kein Mann ist, beschlafen worden, so ist sie, obgleich dies mit der Steinigung belegtist, für Priester tauglich.",
"Als R. Dimi kam, erzählte er: Einst ereignete es sich in Hitlo, daß ein Dorfhund ein Mädchen, als sie das Zimmer fegte, von hinten beschlief, und Rabbi erlaubte sie für Priester. Šemuél sagte: Für einen Hochpriester. – Gab es denn zur Zeit Rabbis einen Hochpriester !? – Vielmehr, für einen Hochpriester tauglich.",
"Raba aus Parziqasprach zu R. Aši: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem Vieh gehe es keine Hurerei? Es heißt :du sollst keinen Hurenlohn und kein Hundegeld bringen.",
"Hierzu wird gelehrt: Hundelohnund Hurengeldsind erlaubt, denn es heißt :sie beide, zwei und nicht vier.",
"Die Rabbanan lehrten: Die von ihm selber Genotzüchtigte oder Verführte darf ernicht heiraten; hat er sie geheiratet, so ist die Heirat gültig. Die von einem anderen Genotzüchtigte oder Verführte darf er nicht heiraten ; hat er sie geheiratet, so ist das Kind, wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, entweiht, und wie die Weisen sagen, unbemakelt.",
"«Hat er sie geheiratet, so ist die Heirat gültig.» R. Hona sagte im Namen Rabhs: Er entferne sie durch einen Scheidebrief. – Er lehrt ja aber, wenn er sie geheiratet hat, sei die Heirat gültig!? R. Aḥab. Ja͑qob erwiderte:"
],
[
"Dies besagt, daß er der Verführten keine Bußezu zahlen braucht,",
"R. Gebiha aus Be Kethil trug diese Lehre R. Aši vor; da sprach er zu ihm: Rabh und R. Joḥanan sagten beide, daß er keine Mannbare und keine Verletzte heiraten dürfe, und wenn er sie geheiratet hat, die Heirat gültig sei.",
"Wir sagen also, später wird sieauch unter ihm mannbar, später wird sie auch unter ihm verletzt, ebenso hierbei, später wird sie auch unter ihm defloriert!? – Ein Einwand.",
"«Die Genotzüchtigte und die Verführte eines anderen darf er nicht heiraten ; hat er sie geheiratet, so ist das Kind, wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, entweiht, und wie die Weisen sagen, unbemakelt. » R. Hona sagte im Namen Rabhs : Die Halakha ist wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob. Ebenso sagte R. Gidel im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob.",
"Manche lesen : R. Hona sagte im Namen Rabhs : Folgendes ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: er ist der Ansicht R. Elea͑zars. –",
"Ist er denn dessen Ansicht, wir wissen ja, daß die Lehre des R. Elie͑zer b. Ja͑qob einen Kab faßt und geläutertist, daaber sagte R. A͑mram im Namen Rabhs, die Halakha sei nicht wie R. Elea͑zar!? – Ein Einwand.",
"R. Aši erklärte: Siestreiten darüber, ob [die Abkömmlinge] der mit einem Gebotebelegten Entweihte sind. R. Elie͑zer b. Ja͑qob ist der Ansicht, [Abkömmlinge] der mit einem Gebote belegten seien Entweihte, und die Rabbanan sind der Ansicht, solche seien keine Entweihte. –",
"Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Es heißt:eine Witwe, eine Geschiedene, eine Entweihte oder eine Hure, diese darf er nicht nehmen, sondern eine Jungfrau &c., und das darauf folgende: damit er seine Nachkommen unter seinem Volke nicht entweihe, bezieht sich auf alle. –",
"Und die Rabbanan!? – [Das Wort] diese trennt denZusammenhang. – Und R. Elie͑zer b. Ja͑qob!? – [Das Wort] diese schließt die Menstruierendeaus.",
"Es wird gelehrt: Der von diesen [Abstammende] ist Entweihter, nicht aber ist der von einer Menstruierenden [Abstammende] Entweihter. Diese Lehre vertritt somit die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob. – Sollte doch nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob [das Wort] diese am Schlussegeschrieben stehen !? – Ein Einwand.",
"Die Rabbanan lehrten. An seiner verlobten Schwester darf er sich, wie R. Meír und R. Jehuda sagen, verunreinigen, und wie R. Jose und R. Šimo͑n sagen, nicht verunreinigen. An der Genotzüchtigten und der Verführten darf er sich nach aller Ansicht nicht verunreinigen; an der Verletzten darf er sich nach R. Šimo͑nnicht verunreinigen, denn R. Šimo͑n ist der Ansicht, an der für einen Hochpriester tauglichen verunreinige er sich, und an der für einen Hochpriester untauglichen verunreinige er sich nicht;",
"an der Mannbaren verunreinige er sich nach aller Ansicht.",
"Was ist der Grund R. Meírs und R. Jehudas? – Sie deuten wie folgt :und an seiner Schwester, die Jungfrau ist, ausgenommen die Genotzüchtigte und die Verführte.",
"Man könnte glauben, auch die Verletzte sei auszuscheiden, so heißt es:die nicht angehört hat einem Manne, die durch einen Mann [defloriert] worden ist, ausgenommen diese, bei der es nicht durch einen Mann erfolgt ist.Die nahe steht, dies schließt die Verlobte ein ;ihm, dies schließt die Mannbare ein.–",
"Wozu ist hiefür ein Schriftvers nötig. R. Meír sagt ja, unter Jungfrau sei auch die teilweise Jungfrauzu verstehen!? – Dies ist nötig; man könnte glauben, es sei durch [das Wort] Jungfrau zu folgern, das auch dortgebraucht wird : wie dort eine im Mädchenalter, ebenso hierbei eine im Mädchenalter, so lehrt er uns. –",
"Was ist der Grund R. Joses und R. Šimo͑ns? – Sie deuten wie folgt : und an seiner Schwester, die Jungfrau ist, ausgenommen die Genotzüchtigte, die Verführte und die Verletzte; die nicht angehört hat, ausgenommen die Verlobte; die nahe steht, dies schließt die geschiedene Verlobte ein; ihm, dies schließt die Mannbare ein. – «Die nahe steht, dies schließt die geschiedene Verlobte ein.»"
],
[
"R. Šimo͑n sagt ja aber, an der für einen Hochpriester tauglichen verunreinige er sich und an der für einen Hochpriester untauglichen verunreinige er sich nicht!? – Anders ist es hierbei, da der Allbarmherzige sie durch [die Worte] nahe steht einbegriffen hat. –",
"Demnach sollte dies auch von der Verletzten gelten!? – Nahe steht, eine und nicht zwei. – Was veranlaßt dich dazu!? – An dieser ist eine Handlung begangen worden, an jener ist keine Handlung begangen worden. –",
"R. Jose, der hinsichtlich der Verletzten seinen Gefährtenverlassen hat, ist wohl hinsichtlich dieser der Ansicht R. Meírs ; woher entnimmt er dies? – Aus: die nicht angehört hat einem Manne. –",
"Dies hat er ja bereitsgedeutet!? – Eines [geht hervor] aus nicht angehört hat, und eines aus einem Manne. –",
"«Ihm, dies schließt die Mannbare ein.» R. Šimo͑n sagt ja aber, unter Jungfrau sei eine vollständige Jungfrau zu verstehen!? – Seine Ansicht dortentnimmt er eben hieraus, wie folgt: wenn zur Einschließung der Mannbaren [das Wort] ihm nötig ist, so ist unter Jungfrau eine vollständige Jungfrau zu verstehen.",
"Es wird gelehrt : R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte : Eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage ist für Priester tauglich, denn es heißt :und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, laßt für euch leben, und unter ihnen war auch Pinḥas. –",
"Und die Rabbanan!? – Als Sklaven und Mägde. – Demnachsollte dies auch von einer drei Jahre und einen Tage alten gelten!? –",
"Dies nach R. Hona, denn R. Hona wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: und jedes Weib, das einen Mann durch männliche Beiwohnung erkannt hat, tötet, die aber nicht erkannt hat, laßt leben; demnach wären Kinder leben zu lassen, einerlei ob sie erkannt haben oder nicht erkannt haben, und dem widersprechend heißt es: und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, laßt für euch leben, die aber erkannt haben, tötet!?",
"Man erkläre daher, die Schrift spreche von der Eignungzur Beiwohnung.",
"Desgleichen wird gelehrt: Und jedes Weib, das einen Mann erkannt hat, die Schrift spricht von der Eignung zur Beiwohnung. Du sagst, von der Eignung zur Beiwohnung, vielleicht ist dem nicht so, sondern von der tatsächlichen Beiwohnung? Wenn es heißt: und alle Kinder unter den Weibern, die die Beiwohnung eines Mannes nicht erkannt haben, so spricht die Schrift von der Eignung zur Beiwohnung.",
"Woher wußten sie dies? R. Hanab. Bizna erwiderte im Namen R. Šimo͑ns des Frommen: Man führte sie vor das Stirnblatt; ward ihr Gesicht fahl, so wußte man, daß sie für die Beiwohnung geeignet war, und ward ihr Gesicht nicht fahl, so wußte man, daß sie für die Beiwohnung nicht geeignet war. R. Naḥman sagte: Gelbsuchtist ein Zeichen der Sünde.",
"Desgleichen heißt es:und sie fanden unter den Bewohnern von Jabeš Gilea͑d vierhundert jungfräuliche Mädchen, die einen Mann durch männliche Beiwohnung noch nicht erkannt hatten. Woher wußten sie dies? R. Kahana erwiderte : Man setzte sie auf die Mündung eines Weinfasses; bei den Deflorierten drang der Duft durch, bei den Jungfrauen drang der Duft nicht durch. –",
"Sollte man sie doch vor das Stirnblatt geführt haben!? R. Kahana, Sohn des R. Nathan, erwiderte: Es heißt :zum Wohlgefallen für sie, nicht aber zur Strafe. – Demnach sollte dies auch in Midjangegolten haben!? R. Aši erwiderte: Es heißt: für sie; für siezum Wohlgefallen und nicht zur Strafe, für die weltlichen Völker auch zur Strafe.",
"R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi : Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Joḥaj. R. Zera sprach zu R. Ja͑qob b. Idi: Hast du dies ausdrücklich gehört oder aus einem Schlusse gefolgert? –",
"Was ist dies für ein Schluß? R. Jehošua͑ b. Levi erzählte: Im Jisraéllande war eine Stadt, bezüglich welcher Einspruch erhoben wordenwar ; da sandte Rabbi den R. Romanos, der eine Untersuchung anstellte und da eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tagefand, und Rabbi erklärte sie dann als für einen Priester tauglich. Dieser erwiderte: Ich hörte es ausdrücklich. –",
"Was wäre denn dabei, wenn aus einem Schlusse? – Vielleicht war es da anders; die Heirat war bereits erfolgt, und er ließ es dabei bewenden. Rabh und R. Joḥanan sagen auch beide, daß er eine Mannbare oder eine Verletzte nicht heiraten dürfe, und wenn er geheiratet hat, es dabei bleibe. –",
"Es ist ja nicht gleich; wohl gilt dies von diesen, da siemannbar oder defloriert wird auch unter ihm, aber wird sie etwa Hureauch unter ihm!?",
"R. Saphra lehrte, er habe es aus einem Schlusse gefolgert. Er richtete jenen Einwandund erwiderte dies.",
"Einst heiratete ein Priester eine Proselytin unter drei Jahren und einem Tage. Da sprach R. Naḥman b. Jiçḥaq zu ihm: Was soll dies!? Dieser erwiderte : R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Joḥaj. Da sprach jener: Geh und entferne sie, sonst treibe ich dir R. Ja͑qob b. Idi aus den Ohren.",
"[Es wird gelehrt:] Ebenso lehrte R. Šimo͑n b. Johaj:"
],
[
"Die Gräber der Nichtjuden verunreinigen nichtdurch Bezeltung, denn es heißt :ihr aber seid meine Schafe, die Schafe meiner Weide, Menschen seid ihr; ihr heißt Menschen, die weltlichen Völker aber heißen nicht Menschen.",
"Man wandte ein:Und sechzehntausend Menschenseelen!? – [Als Gegensatz] zum Vieh. –",
"[Es heißt ja] :in der mehr als zwölf Myriaden Menschen sind, die zwischen rechts und links nicht zu unterscheiden wissen, dazu vieles Vieh!? – [Als Gegensatz] zum Vieh. –",
"[Es heißt ja:]jeder, der einen Menschen erschlagen, und jeder, der einen Erschlagenen berührt hat, ihr sollt euch reinigen!? – Vielleicht war einer von den Jisraéliten erschlagen worden. – Und die Rabbanan!? – [Es heißt :]es fehlt von uns kein Mann. – Und R. Šimo͑n b. Joḥaj !? – Es fehlt von uns kein Mann, hinsichtlich der Sündhaftigkeit.",
"Rabina erwiderte: Allerdings hat siedie Schrift hinsichtlich der Verunreinigung durch Bezeltung ausgeschlossen, denn es heißt :wenn ein Mensch in einem Zelte stirbt, aber hat sie die Schrift etwa hinsichtlich [der Verunreinigung] durch Berühren und Tragen ausgeschlossen!?",
"iv,2 WENN ER SICH MIT EINER WITWE VERLOBT UND DARAUF ZUM HOCHPRIESTER GEWÄHLT WIRD, SO DARF ER SIE HEIRATEN. SO EREIGNETE ES SICH MIT JEHOŠUA͑, DEM SOHNE GAMLAS; NACHDEM ER SICH DIE MARTHA, TOCHTER DES BOËTHOS, ANGETRAUT HATTE, ERNANNTE IHN DER KÖNIG ZUM HOCHPRIESTER, UND ER HEIRATETE SIE. WENN DIE ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE EINEM GEMEINEN PRIESTER ZUFÄLLT UND ER ZUM HOCHPRIESTER GEWÄHLT WIRD, SO DARF ER SIE, SELBST WENN ER AN SIE BEREITS DIE EHEFORMEL GERICHTET HAT, NICHT HEIRATEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn er sich mit einer Witwe verlobt und darauf zum Hochpriester gewählt wird, er sie heiraten darf? Es heißt :nehme er sich zur Frau. – Demnach sollte dies auch von der Anwärterin der Schwagerehe gelten!? – Frau, nicht aber eine Schwägerin.",
"SO EREIGNETE ES SICH MIT JEHOŠUA͑ &C. Er ernannte ihn, er war also nicht gewähltworden. R. Joseph sagte : Ich sehe hier eine Verbündung. R. Asi sagte nämlich: Einen Trikab Denare zahlte Martha, Tochter des Boëthos, an den König Jannaj, bis er Jehošua͑, den Sohn Gamlas, zum Hochpriester ernannte.",
"iv,3 EIN HOCHPRIESTER, DESSEN BRUDER GESTORBEN IST, VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.",
"GEMARA. Er lehrt dies allgemein, ob nach der Verlobung oder nach der Verheiratung; allerdings nach der Verheiratung, denn hierbei liegt ein Gebot und ein Verbotvor, und das Gebotverdrängt nicht ein Verbot und ein Gebot, wenn aber nach der Verlobung, sollte doch das Gebot das Verbotverdrängen !? –",
"Bei der ersten Beiwohnung ist die folgende Beiwohnungberücksichtigt worden.",
" EIN GEMEINER PRIESTER DARF KEINE STERILE HEIRATEN, ES SEI DENN, DASS ER FRAU UND KINDER HAT. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN ER FRAU UND KINDER HAT, DÜRFE ER KEINE STERILE HEIRATEN, DENN DIESEIST UNTER ‘HURE’ ZU VERSTEHEN, VON DER DIE SCHRIFT SPRICHT. DIE WEISEN SAGEN, UNTER ‘HURE’ SEIEN NUR DIE PROSELYTIN, DIE FREIGELASSENE SKLAVINUND DIE IN UNZUCHT BESCHLAFENEZU VERSTEHEN.",
"GEMARA. Der Exilarch sprach zu R. Hona: Wohl wegen der Fortpflanzung, – ist denn die Fortpflanzung nur Priestern und nicht Jisraéliten geboten!? – Vielmehr, da er im Schlußsatze lehren will: R. Jehuda sagt, auch wenn er Frau"
],
[
"und Kinder hat, dürfe er keine Sterile heiraten, denn diese ist unter ‘Hure’ zu verstehen, von der die Schrift spricht, und die Hure nur Priestern und nicht Jisraéliten verboten ist, lehrt er es von Priestern.",
"R. Hona sagte: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: er heißt:sie werden essen und nicht satt werden, huren und sich nicht vermehren; eine Beiwohnung, durch die keine Vermehrung erfolgt, ist nichts weiter als Hurerei.",
"Es wird gelehrt : R. Elie͑zer sagte : Ein Priester darf keine Minderjährige heiraten. R. Ḥisda sprach zu Rabba: Geh und denke darübernach, denn abends wird R. Hona dich befragen. Als er fortging, dachte er darüber nach. R. Elie͑zer ist der Ansicht R. Meírs und der Ansicht R. Jehudas.",
"Er ist der Ansicht R. Meírs, der die Minderheitberücksichtigt, und er ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die Sterile gelte als Hure. –",
"Ist er denn der Ansicht R. Meírs, es wird ja gelehrt: Der Minderjährige hat und an der Minderjährigen ist die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen – so R. Meír. Sie sprachen zu R. Meír: Du hast recht, daß die Ḥaliça nicht zu vollziehen ist, denn im Abschnitteheißt es Mann, und man vergleiche die Frau mit dem Manne, weshalb aber nicht die Schwagerehe vollziehen?",
"Dieser erwiderte: Beim Minderjährigen kann es sich herausstellen, daß er impotent, und bei der Minderjährigen kann es sich herausstellen, daß sie steril ist, sodaß sie auf ein Inzestverbotstoßen würden. Ferner wird gelehrt: An einer Minderjährigen ist die Schwagerehe zu vollziehen, nicht aber die Ḥaliça– so R. Elie͑zer.",
"Und ist er denn ferner der Ansicht R. Jehudas, es wird ja gelehrt: Hureist ein Buhlweib, der Benennunggemäß – so R. Elie͑zer. R. A͑qiba sagt, Hure sei eine Prostituierte. R. Mathja b. Ḥereš sagt, selbst wenn ihr Mann auf dem Wege, sie trinkenzu lassen, ihr beigewohnt hat, habe er sie zur Huregemacht.",
"R. Jehuda sagt, Hure sei eine Sterile. Die Weisen sagen, Hure sei eine Proselytin, eine freigelassene Sklavin oder eine in Unzucht Beschlafene. R. Elea͑zar sagt, auch wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht.",
"Vielmehr, erklärte R. Ada b. Ahaba, gilt dies von einem Hochpriester; angeeignet wird sie ihm erst bei ihrer Großjährigkeit, und dann ist sie defloriert.",
"Raba sprach: Gedankenlos; hat der Vater sie angetraut, so ist sie ihm sofort angeeignet, und hat sie sich selber angetraut, wieso R. Elie͑zer und nicht die Rabbanan!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, gilt dies tatsächlich von einem gemeinen Priester, denn es ist zu berücksichtigen, sie könnteunter ihm verführt werden. – Demnach sollte dies auch von einem Jisraéliten gelten!? – Die Verführung einer Minderjährigen gilt als Notzucht, und die Genotzüchtigte ist einem Jisraéliten erlaubt.",
"R. Papa erklärte: Nach dem Autorder folgenden Lehre:Jungfrau, man könnte glauben, auch eine Minderjährige, so heißt es Frau. Aus [dem Worte] Frau könnte man entnehmen, auch eine Mannbare, so heißt es Jungfrau. Wie ist dies zu erklären? Die aus der Minderjährigkeit gekommen und zur Mannbarkeit noch nicht herangereift ist.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Nach dem Autor der folgenden Lehre: Jungfrau, unter Jungfrau ist eine im Mädchenalterzu verstehen, denn so heißt es:und das Mädchen war sehr schön von Aussehen, eine Jungfrau.",
"«R. Elea͑zar sagt, auch wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht.» R. A͑mram sagte: Die Halakha ist nicht wie R. Elea͑zar.",
" NIEEMAND UNTERLASSE DIE FORTPFLANZUNG, ES SEI DENN, DASS ER KLNDER HAT; DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI MÄNNLICHE, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, EIN MÄNNLICHES UND EIN WEIBLICHES, DENN ES HEISST:Mann und Weib hat er sie erschaffen.",
"GEMARA. Wenn er aber Kinder hat, darf er die Fortpflanzung unterlassen, nicht aber [das Zusammenleben mit] einer Frau. Dies ist eine Stütze für R. Naḥman, der im Namen Šemuéls sagte: Auch wer viele Kinder hat, darf nicht ohne Frau sein, denn es heißt :es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.",
"Manche lesen : Wer aber Kinder hat, darf die Fortpflanzung unterlassen und ohne Frau sein. Dies wäre somit eine Widerlegung der Lehre R. Naḥmans im Namen Šemuéls? – Nein, wer keine Kinder hat, nehme eine zeugungsfähige Frau, wer Kinder hat, nehme [auch] eine zeugungsunfähige Frau. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Verkaufes einer Torarolle wegen Kinder.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ZWEI MÄNNLICHE. Was ist der Grund der Schule Šammajs? – Sie folgert es von Moše, denn es heißt:die Kinder Mošes waren Geršom und Elie͑zer. Und der der Schule Hillels? – Sie folgert es von den Weltgründern. – Auch die Schule Šammajs kann ja von den Weltgründern folgern!? – Man folgere nicht hinsichtlich des Möglichen"
],
[
"vom Unmöglichen. – Auch die Schule Hillels kann ja von Moše folgern!? – Sie kann dir erwidern: Moše tat dies mit seinerZustimmung. Es wird nämlich gelehrt: Dreierlei tat Moše eigenwillig, und er traf dem Willen der Göttlichkeit zu: er trennte sichvon seiner Frau, er zerbrach die Bundestafelnund er fügte einen Taghinzu.",
"Er trennte sich von seiner Frau, denn er deduzierte wie folgt: wenn die Tora den Jisraéliten, mit denen die Göttlichkeit nur vorübergehend gesprochen, und denen sie dafür eine Zeit festgesetzt hat, befohlen hat:ihr sollt euch einem Weibe nicht nähern, um wieviel weniger ich, der ich zu jeder Zeit und Stunde einer Unterredung gewärtig sein muß, und mir hierfür keine Zeit festgesetzt ist. Er traf dem Willen Gottes zu, denn es heißt :geh, sprich zu ihnen, daß sie nach ihren Zelten zurückkehren, du aber bleibe bei mir.",
"Er zerbrach die Bundestafeln, denn er deduzierte wie folgt: wenn die Tora vom Pesaḥopfer, das nur eines der sechshundertdreizehn Gebote ist, sagt:kein Fremdling darf davon essen, um wieviel mehr gilt dies von der ganzen Tora, wo die Jisraéliten abtrünnig sind.",
"Er traf dem Willen Gottes zu, denn es heißt :die du zerbrochen hast, und Reš Laqiš erklärte: der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moše: Dankdir, daß du sie zerbrochen hast.",
"Er fügte eigenmächtig einen Tag hinzu, denn er deduzierte wie folgt :heilige sie heute und morgen, heute wie morgen: wie morgen einschließlich der [vorangehenden] Nacht, ebenso heute einschließlich der [vorangehenden] Nacht, und die von heute ist bereits vorüber; wahrscheinlich zwei Tage außer heute. Er traf dem Willen Gottes zu, denn die Göttlichkeit ließ sich erst am Šabbath nieder.",
"Es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Die Schule Šammajs sagt, zwei männliche und zwei weibliche, und die Schule Hillels sagt, ein männliches und ein weibliches.",
"R. Hona sagte : Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs nach R. Nathan: es heißt:und sie gebar abermals, den Hebel, seinen Bruder, Hebel und seineSchwester, Qajin und seine Schwester, und es heißt:denn einen anderen Samen hat der Herr mir gegeben statt Hebel, da Qajin ihn erschlagen hat. – Und die Rabbanan!? – Damit dankte sie nur.",
"Ein Anderes lehrt: R. Nathan sagte: Die Schule Šammajs sagt, ein männliches und ein weibliches, und die Schule Hillels sagt, ein männliches oder ein weibliches. Raba sagte: Folgendes ist der Grund der Schule Hillels nach R. Nathan: es heißt: nicht zur Einöde hat er sie erschaffen, sondern daß sie bewohnt werde, und er hat zur Bewohnung beigetragen.",
"Es wurde gelehrt: Wenn er als Nichtjude Kinder hatte und sich bekehrt, so hat er, wie R. Joḥanan sagt, die Fortpflanzung ausgeübt, und wie Reš Laqiš sagt, die Fortpflanzung nicht ausgeübt. R. Joḥanan sagt, er habe die Fortpflanzung ausgeübt, denn er hat ja [Kinder]; Reš Laqiš sagt, er habe die Fortpflanzung nicht ausgeübt, denn ein Proselyt, der sich bekehrt, gleicht einem neugeborenen Kinde.",
"Sie vertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wurde gelehrt: Wenn er als Nichtjude Kinder hatte und sich bekehrt, so hat er, wie R. Joḥanan sagt, keinen Erstgeborenenhinsichtlich der Erbschaft, denn er hat einen Erstling seiner Kraft, und wie Reš Laqiš sagt, wohl einen Erstgeborenen hinsichtlich der Erbschaft, denn ein Proselyt, der sich bekehrt, gleicht einem neugeborenen Kinde.",
"Und beide Lehren sind nötig. Würde nur die erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur da, weil er auch vorher zur Fortpflanzung verpflichtet war, bei der Erbschaft aber, wo jenegar nicht erbberechtigt sind, pflichte er Reš Laqiš bei.",
"Und würde nur die [andere] gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete seine Ansicht nur bei dieser, bei jener aber pflichte er R. Joḥanan bei. Daher ist beides nötig.",
"R. Joḥanan wandte gegen Reš Laqiš ein:Um jene Zeit sandte Berodakh Baládan, SohnBaládans, König von Babel &c. Dieser erwiderte: Solange sie Nichtjuden sind, haben sie eine Geschlechtsfolge, sobald sie sich bekehren, haben sie keine Geschlechtsfolge.",
"Rabh sagte: Alle stimmen hinsichtlich eines Sklaven überein, daß er keine Geschlechtsfolge hat, denn es heißt :wartet hier mit [i͑m] dem Esel, ein Volk [a͑m], das dem Esel gleicht. Man wandte ein:Und Çiba hatte fünfzehn Söhneund zwanzig Sklaven. R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Wie: Farre, Sohn eines Rindes. –",
"Demnach ist ja daebenso zu erklären !? – Anders ist es da, wo er bei ihrer Geschlechtsfolge ihre Namen und die Namen ihrer Vorfahren aufzählt; hier aber nicht. Wenn du aber willst, sage ich : an einer anderen Stelle nennt er bei ihrer Geschlechtsfolge auch die Namen ihrer Vorfahren und der Vorfahrenihrer Vorfahren, denn es heißt :der König Asa sandte sie an Ben Hadad, den Sohn Ṭabrimmons, des Sohnes Ḥezjons, den König von Aram, der in Dammeseq wohnte, und ließ sagen.",
"Es wurde gelehrt: Wenn er Kinder hatte und sie gestorben sind, so hat er, wie R. Hona sagt, die Fortpflanzung ausgeübt, und wie R. Joḥanan sagt, nicht ausgeübt.",
"R. Hona sagt, er habe sie ausgeübt, nach [einer Lehre] R. Asis, denn R. Asi sagte: Der Sohn Davids kommt erst dann, wenn keine Seele mehr im Guphist, denn es heißt :der Geist wird vor mir eingehüllt &c. R. Joḥanan sagt, er habe die Fortpflanzung nicht ausgeübt, denn es heißt :zur Bewohnung hat er sie erschaffen, was hierbei nicht der Fall ist.",
"Man wandte ein:"
],
[
"Kindeskinder gelten als Kinder!? – Dies gilt von der Ergänzung.",
"Man wandte ein: Kindeskinder gelten als Kinder; ist eines von ihnen gestorben oder als impotent befunden worden, so hat er die Fortpflanzung nicht ausgeübt !? Dies ist eine Widerlegung R. Honas, Eine Widerlegung.",
"«Kindeskinder gelten als Kinder.» Abajje wollte erklären, ein [Enkel] - sohn [ersetze] einen Sohn und eine [Enkel]tochter eine Tochter, und um so mehr ein [Enkel]sohn eine Tochter, jedoch nicht eine [Enkel]tochter einen Sohn. Da sprach Raba zu ihm: Es heißt: zur Bewohnung hat er sie erschaffen, und dies ist geschehen. –",
"Immerhin stimmen alle überein, daß, wenn jemand zwei von einem [Kinde] hat, es nicht ausreiche, und dem widersprechend erwiderte ja R. Šešeth den Rabbanan, die zu ihm sprachen, daß er eine Frau nehme und Kinder zeuge, seiner Tochter Kinder seien seine Kinder !? –",
"Er wollte ihnen nur ausweichen, denn R. Šešeth war durch die Vorträge R. Honas impotent geworden.",
"Rabba sprach zu Raba b. Mari : Woher das, was die Rabbanan sagten, Kindeskinder gelten als Kinder? Wollte man sagen, weil es heißt :die Töchter sind meine Töchter und die Söhne sind meine Söhne, so heißt es ja auch:und die Schafe sind meine Schafe. Dies heißt vielmehr: du hast sie von mir, ebenso bei jenen: du hast sie von mir. –",
"Vielmehr, hieraus :und hernach kam Ḥeçron zu der Tochter Makhirs, des Vaters Gilea͑ds &c. und sie gebar ihm den Segub, ferner heißt es:von Makhir zogen hinab Gesetzgeber, und ferner heißt es:Jehuda mein Gesetzgeber.",
"Unsere Mišnavertritt nicht die Ansicht R. Jehošua͑s, denn es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Hat jemand eine Frau in der Jugend geheiratet, so heirate er auch im Alter; hat jemand Kinder in der Jugend gezeugt, so zeuge er auch im Alter, denn es heißt :am Morgen streue deinen Samen und am Abend laß deine Hand nicht ruhen, denn du weißt nicht, welches da gelingt, ob dies oder jenes, oder ob beides zugleich gut wird.",
"R. A͑qiba sagte: Hat jemand in seiner Jugend die Tora studiert, so studiere er die Tora auch im Alter; hat jemand Jünger in der Jugend gehabt, so halte er solche auch im Alter, denn es heißt: am Morgen streue deinen Samen &c. Man erzählt, daß R. A͑qiba zwölftausend Paare Jünger hatte, von Gabbatha bis Antipatris, und alle starben sie um eine Zeit, weil sie einander keine Ehrung erwiesen.",
"Die Welt lag verödet, bis R. A͑qiba zu unseren Meistern nach dem Süden kam und sie [die Tora] lehrte. R. Meír, R. Jehuda, R. Jose, R. Šimo͑n und R. Elea͑zar b. Šamua͑. Sie sind es, die in jener Zeit die Tora aufrichteten.",
"Es wird gelehrt: Alle starben sie zwischen dem Pesaḥfeste und dem Wochenfeste. R. Ḥama b. Abba, nach anderen R. Ḥija b. Abin, sagte : Alle starben sie an einem bösen Tode. – Was ist dies? R. Naḥman erwiderte: Die Bräune.",
"R. Mathna sagte: Die Halakha ist wie R. Jehošua͑.",
"R. Tanḥum sagte im Namen R. Ḥanilajs : Ein Mensch, der keine Frau hat, lebt ohne Freude, ohne Segen und ohne Güte. Ohne Freude, denn es heißt :du sollst dich freuen, du und dein Haus. Ohne Segen, denn es heißt :daß der Segen in deinem Hause ruhe. Ohne Güte, denn es heißt :es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.",
"Im Westen sagen sie: Ohne Tora und ohne Umgebung. Ohne Tora, denn es heißt:bin ich ganz ohne Hilfe, ist die Vernunftentrückt von mir. Ohne Umgebung, denn es heißt:das Weib umkreist den Mann.",
"Raba b. U͑la sagte:und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist, du musterst deine Behausung und vermissest nichts.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer von seiner Frau weiß, daß sie gottesfürchtig ist, und sie nicht aufsucht, heißt Sünder, denn es heißt: und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist &c. R. Jehošua͑, b. Levi sagte [ferner] : Wer sich auf die Reise begibt, muß seine Frau aufsuchen, denn es heißt: und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist &c. –",
"Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus folgendem entnommen :nach deinem Manne sei dein Verlangen, dies lehrt, daß die Frau nach ihrem Manne verlangt, wenn er sich auf die Reise begibt !? R. Joseph erwiderte: Dies deutet darauf, auch kurz vor ihrer Periode. –",
"Wieviel? – Ein Halbtag. Dies nur, wenn zum Freigestellten, wenn aber zu einer gottgefälligen Handlung, so ist man zerstreut.",
"Die Rabbanan lehrten: Über den, der seine Frau wie sich selbst liebt und mehr als sich selbst ehrt, seine Söhne und seine Töchter auf den rechten Weg leitet und sie nahe ihrer Reife verheiratet, spricht die Schrift: und du weißt, daß dein Zelt friedlich ist Über den, der seine Nachbarn liebt, sich seiner Verwandten annimmt, die Tochter seiner Schwester heiratet"
],
[
"und dem Armen in seiner Not einen Sela͑ borgt, spricht die Schrift:dann wirst du rufen, und der Herr wird antworten, du wirst schreien, und er sprechen: da bin ich.",
"R. Elea͑zar sagte : Ein Mensch, der keine Frau hat, ist kein Mensch, denn es heißt :Mann und Weib erschuf er sie &c. und nannte ihren Namen Mensch. Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Mensch, der kein Land besitzt, ist kein Mensch, denn es heißt :der Himmel ist des Herrn Himmel, die Erde aber hat er den Menschen gegeben.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:ich will ihm eine Hilfe schaffen, ihm gegenüber; ist es ihm beschieden, so ist sie ihm eine Hilfe, ist es ihm nicht beschieden, so ist sie gegen ihn. Manche lesen: R. Elea͑zar wies auf einen Widerspruch hin: es heißt kenagedound wir lesen kenegdo [ihm gegenüber]; ist es ihm beschieden, so ist sie ihm gegenüber; ist es ihm nicht beschieden, so schlägt sie ihn.",
"R. Jose traf Elijahu und sprach zu ihm: Es heißt: Ich will ihm eine Hilfe schaffen; wieso hilft die Frau dem Menschen? Dieser erwiderte: Jemand holt Weizen; soll er etwa Weizen kauen!? Jemand holt Flachs; soll er etwa Flachsanziehen !? Es ergibt sich, daß sie ihm die Augen erleuchtet und ihn auf die Füße bringt.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt:diesmal ist es Knochen von meinem Knochen und Fleisch von meinem Fleische. Dies lehrt, daß Adam jedem Vieh und jedem Tier beigewohnt hatte, und erst als er Ḥava beiwohnte, war er befriedigt.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Es heißt :und alle Geschlechter des Erdbodens werden sich mit dir segnen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Abraham: Ich habe zwei köstliche Reiser, die ich in dich verpflanzenwill: die Moabiterin Ruthund die A͑mmoniterin Noa͑mi. Alle Geschlechter des Erdbodens; auch Geschlechter, die im Erdboden wohnen, werden nur wegen Jisraél gesegnet.Alle Völker der Erde; selbst Schiffe, die von Gallien nach Spanien verkehren, werden nur wegen Jisraél gesegnet.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Dereinst werden alle Handwerker sich zur Land[wirtschaft] wenden, denn es heißt :es werden von ihren Schiffen herabsteigen alle, die das Ruder handhaben, die Seeleute, alle Steuerer des Meeres werden das Landbetreten. Ferner sagte R. Elea͑zar: Du hast keine niedrigere Berufstätigkeit als die Land[arbeit], denn es heißt : herabsteigen. Einst sah R. Elea͑zar ein über die Breite gepflügtes Grundstück ; da sprach er: Und wenn du auch über die Länge gepflügt wärest, – Handel treiben ist einträglicher als du.",
"Einst ging Rabh durch ein Halmfeld und sah [die Halme] sich bewegen; da sprach er: Bewegt euch nur, – Handel treiben ist einträglicher als ihr. Raba sagte: Hundert Zuz im Geschäfte, – jeden Tag Fleisch und Wein; hundert Zuz in Ackerland, – Salz und Gras. Und noch mehr, es läßt ihn auf der Erde schlaf enund bringt ihm Zank.",
"R. Papa sagte : Säen und nicht kaufen, selbst wenn es sich ausgleicht, denn darinist Segen. Kaufen und nicht anfertigen, jedoch nur Bettwäsche, Kleider aber findet man nicht passend.",
"Verstopfenund nicht restaurieren; restaurierenund nicht neu bauen, denn wer sich mit Bauen befaßt, verarmt. Schnell, wenn du Ackerland kaufest: langsam, wenn du eine Frau nimmst. Steige eine Stufe tiefer und nimm eine Frau; steige eine Stufe höher und wähle einen Freund.",
"R. Elea͑zar b. Abina sagte: Ein Strafgericht kommt über die Welt nur wegen Jisraél, denn es heißt :ich habe die Völker ausgerottet, verödet sind ihre Zinnen, zerstört habe ich ihre Straßen, und darauf folgt :ich dachte, fürchten wirst du mich, Zucht annehmen.",
"Als Rabh sich von R. Ḥija verabschiedete, sprach dieser zu ihm: Der Allbarmherzige bewahre dich vor dem, das schlimmer als der Tod ist. Gibt es denn etwas, das schlimmer als der Tod ist? Als er fortging, dachte er nach und fand folgendes :bitterer als den Tod finde ich das Weib &c. Den Rabh quälte seine Frau. Sagte er ihr, daß sie ihm Linsen koche, kochte sie ihm Kichererbsen; daß sie ihm Kichererbsen koche, kochte sie ihm Linsen.",
"Als sein Sohn Ḥija erwachsen war, bestellte er verkehrt. Jener sprach: Deine Mutter hat sich gebessert. Dieser erwiderte: Ich pflege verkehrt zu bestellen. Da sprach er zu ihm: Das ist es, was die Leute zu sagen pflegen: Der aus dir hervorgeht, belehrtdich. Du aber tu dies nicht mehr, denn es heißt :sie lehren ihre Zunge Lügen reden, sie mühen &c.",
"Den R. Ḥija quälte seine Frau; dennoch pflegte er, wenn er etwas [für sie] fand, es in sein Sudarium zu wickeln und ihr zu bringen. Rabh sprach zu ihm: Sie quält ja den Meister! Dieser erwiderte: Es genügt, daß sie unsere Kinder erziehen und"
],
[
"uns vor Sünde bewahren R. Jehuda las seinem Sohne R. Jiçḥaq vor : Bitterer als den Tod finde ich das Weib. Dieser fragte: Wer zum Beispiel? – Zum Beispiel deine Mutter. –",
"Aber R. Jehuda lehrte ja seinen Sohn R. Jiçḥaq, ein Mensch finde Befriedigung nur bei seiner ersten Frau, denn es heißt :dein Born sei gesegnet, daß du Freude hast vom Weibe deiner Jugend, und als dieser ihn fragte: wer zum Beispiel, erwiderte er ihm: zum Beispiel deine Mutter!? – Sie war jähzornig, jedoch durch ein Wort zu besänftigen.",
"Welches ist ein böses Weib? Abajje erwiderte: Sie richtet ihm eine Tafel her und richtet auf ihn ihren Mund. Raba erwiderte: Sie richtet ihm eine Tafel her und dreht ihm den Rücken zu.",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte : Sobald ein Mensch eine Frau genommen hat, sind seine Sünden zuende, denn es heißt :wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden, und findet Beifallbeim Herrn. Im Westen spricht man zu dem, der eine Frau genommen hat, wie folgt: ‘gefunden’ oder ‘finde’? Gefunden, denn es heißt: wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden; finde, denn es heißt: bitterer als den Tod finde ich das Weib.",
"Raba sagte: Es ist Gebot, ein böses Weib fortzujagen, denn es heißt: jage den Spötter fort, so geht der Zank weg, und Streit und Schimpf hören auf. Ferner sagte Raba: Einem bösen Weibe mit großer Morgen gäbe[setze man] eine Nebenbuhlerin zur Seite. So pflegen die Leute zu sagen : Lieber mit einer Nebenbuhlerin als mit einem Prügel. Ferner sagte Raba: Ein böses Weib ist wie ein Tag des Unwetters, wie es heißt :eine anhaltende Traufe am Tage des Unwetters, ein zänkisches Weib gleicht dem.",
"Ferner sagte Raba: Komm und sieh, wie gut ein gutes Weib und wie schlecht ein böses Weib ist. Wie gut ein gutes Weib ist, denn es heißt: wer ein Weib gefunden, hat Gutes gefunden. Spricht die Schrift von einem solchen, wie gut ist doch ein gutes Weib, daß die Schrift es so lobt; und spricht die Schrift von der Tora, wie gut ist doch ein gutes Weib, daß die Tora mit diesem verglichen wird. Wie schlecht ein böses Weib ist, denn es heißt: bitterer als den Tod finde ich das Weib. Spricht die Schrift von einem solchen, wie schlecht ist doch ein böses Weib, daß die Schrift es so schmäht, und spricht die Schrift vom Fegefeuer, wie schlecht ist doch ein böses Weib, daß das Fegefeuer mit diesem verglichen wird.",
"Siehe, ich bringe über sie ein Unglück, aus dem sie nicht herauskönnen. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Das ist ein böses Weib mit großer Morgengabe. Der Herr gab mich in Hände, denen ich nicht standhalten kann. R. Ḥisda sagte im Namen des Mar U͑qaba b. Ḥija: Das ist ein böses Weib mit großer Morgengabe. Im Westen sagten sie: Das ist derjenige, dessen Ernährung von seinem Gelde abhängig ist.",
"Deine Söhne und deine Töchter werden einem anderen Volke gegeben. R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Das ist eine Stiefmutter. Durch ein nichtswürdiges Volk sie kränken. R. Ḥanan b. Raba sagte im Namen Rabhs: Das ist ein böses Weib mit großer Morgengabe. R. Elie͑zer sagte: Das sind die Minäer, denn so heißt es:der Nichtswürdige spricht in seinem Herzen: es gibt keinen Gott &c.",
"In einer Barajtha wurde gelehrt: Das sind die Leute der Berberei und von Mauretanien, die nackt auf der Straße gehen. Du hast nämlich niemand, der Gott so ekelhaft und widerwärtig ist, wie derjenige, der nackt auf der Straße geht. R. Joḥanan sagte: Das sind die Geber. Man erzählte R. Joḥanan, Geber seien nach Babylonien gekommen; da knickte er zusammen und fiel hin. Als man ihm aber sagte, daß sie Bestechung nehmen, richtete er sich wieder auf. –",
"Sie haben drei Verhängnisse dekretiert. – Wegen dreier [Sünden]. – Inbetreff des Fleisches. – Wegen der Priestergaben. – Inbetreff der Bäder. – Wegen der Tauchbäder. –",
"Sie graben die Toten aus. – Weil man an ihren Festtagenlustig ist, denn es heißt :so wird die Hand des Herrn sein über euch und über eure Väter, und Rabba b. Šemuél sagte, diessei die Ausgrabung der Toten. Der Meister sagte nämlich: Wegen der Sünden der Lebenden werden die Toten ausgegraben.",
"Raba sprach zu Rabba b. Mari: Es heißt:nicht werden sie gesammelt noch begraben, als Mist auf dem Acker werden sie dienen, und es heißt:der Tod wird dem Leben vorgezogenwerden!? Dieser erwiderte: Für die Frevler ist der Tod besser, damit sie nicht auf dieser Welt leben und durch ihre Sünden ins Fegefeuer kommen.",
"Im Buche des Ben Sira steht geschrieben : Ein gutes Weib ist ein gutes Geschenk [für einen Mann], es komme an den Busen des Gottesfürchtigen. Ein böses Weib ist ein Aussatz für seinen Mann. – Was mache man? – Man jage es fort, und man ist von seinem Aussatze geheilt. Ein schönes Weib, heil seinem Manne, die Zahl seiner Tage zählt doppelt.",
"Wende deine Augen von einem liebreizenden Weibe, denn du könntest in ihrem: Netze gefangen werden. Verkehre nicht mit ihrem Manne, mit ihm Wein und Met zu trinken, denn viele sind durch das Aussehen eines schönen Weibes zugrunde gegangen; zahlreich sind, die es gemordet hat. Viel sind die Verwundungen des Hausierers, er verleitet zur Schande, wie ein Funken die Kohle zündet. Wie ein Käfig voll Vögel, so ihre Häuser der Falschheit voll.",
"Gräme dich nicht über das Unglück von morgen, denn du weißt nicht, was der Tag gebären kann. Vielleicht kommt das Morgen und er ist nicht mehr, und er grämte sich über eine Welt, die nicht sein. Halte die Menge von deinem Hause fern und bringe nicht jeden in dein Haus. Zahlreich mögen deine Freunde sein, ein Geheimnis aber vertraue einem von tausend.",
"R. Asi sagte : Der Sohn Davids kommt erst dann, wenn keine Seele mehr im Guphist, denn es heißt :der Geist wird von mir eingehüllt und die Seelen habe ich erschaffen. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn jemand die Fortpflanzung nicht übt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen, denn es heißt: wer Blut eines Menschen vergießt, durch Menschen soll sein Blut vergossen werden, und darauf heißt es :ihr aber seid fruchtbar &c.",
"R. Ja͑qob sagte : Als würde er die [göttliche] Ähnlichkeit verringern, denn es heißt :denn im Bilde Gottes machte er den Menschen, und darauf heißt es: ihr aber seid fruchtbar &c. Ben A͑zaj sagte: Als würde er Blut vergießen und die [göttliche] Ähnlichkeit verringern.",
"Sie sprachen zu Ben A͑zaj : Mancher predigt schön und handelt schön, mancher handelt schön und predigt nicht schön, du aber predigst schön und handelst nichtschön! Ben A͑zaj erwiderte ihnen: Was soll ich tun, wenn meine Seele nach der Tora lüstet; die Welt kann durch andere erhalten werden.",
"Ein Anderes lehrt: R. Elie͑zer sagte: Wenn jemand die Fortpflanzung nicht übt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen, denn es heißt: wer Blut eines Menschen vergießt &c., und darauf folgt: ihr aber seid fruchtbar &c. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagte: Als würde er die [göttliche] Ähnlichkeit verringern. Ben A͑zaj sagte &c. Sie sprachen zu Ben A͑zaj: Mancher predigt schön &c.",
"Die Rabbanan lehrten:Und wenn sie sich niederließ, sprach er: kehre wieder, o Herr, zu den Myriaden und Tausenden Jisrae͑ls."
],
[
"Dies lehrt, daß die Göttlichkeit auf nicht weniger als zwei Tausend und zwei Myriaden Jisraéliten ruht. Wenn nun einer von zwei Tausend und zwei Myriaden Jisraéliten fehlt, und jemand die Fortpflanzung nicht übt, so verursacht er, daß die Göttlichkeit von Jisraél weicht.",
"Abba Ḥanan sagte im Namen R. Elie͑zers: Er verdient den Tod, denn es heißt :und Kinder hatten sie nicht, wenn sie aber Kinder hätten, würden sie nicht gestorben sein. Manche sagen: Er verursacht, daß die Göttlichkeit von Jisraél weicht, denn es heißt :dir ein Gott zu sein und deinen Kindern nach dir; hast du Kinder nach dir, so ruht die Göttlichkeit [auf diesen], hast du keine Kinder nach dir, auf wem sollte sie ruhen, etwa auf Holz und Stein!?",
" WENN JEMAND EINE FRAU GENOMMEN HAT UND MIT IHR ZEHN JAHRE BEI SAMMEN WAR, OHNE DASS SIE GEBOREN HAT, SO DARF ER ES NIGHT [LÄNGER]UNTERLASSEN. HAT ER SICH VON IHR GESCHIEDEN, SO DARF EIN ANDERER SIE HEIRATEN, UND AUCH DER ANDERE DARF MIT IHR ZEHN JAHRE BEISAMMEN SEIN. HAT SIE ABORTIERT, SO ZÄHLE MAN SEIT DER STUNDE, DA SIE ABORTIERT HAT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand eine Frau geheiratet und mit ihr zehn Jahre beisammen war, ohne daß sie geboren hat, so entferne er sie und zahle ihr ihre Morgengabe, denn vielleicht ist es ihm nicht beschieden, von ihr behindert zu werden.",
"Und obgleich es keinen Beweis dafür gibt, so gibt es immerhin eine Andeutung: nach Verlauf von zehn Jahren seit Abrahams Aufenthalt im Lande Kenaa͑n. Dies lehrt dich, daß ihm der Aufenthalt außerhalb des Landes nicht angerechnet worden war. Daher wird, wenn er krank war, oder sie krank war, oder jemand von ihnen im Gefängnisse eingesperrt war, ihnen diese Zeit nicht angerechnet.",
"Raba sprach zu R. Naḥman: Sollte doch von Jiçḥaq gefolgertwerden, denn es heißt :Jiçḥaq war vierzig Jahre alt, als er Ribqa nahm, und es heißt :Jiçḥaq war sechzig Jahre alt, als sie geboren wurden!? Dieser erwiderte: Jiçḥaq war unfruchtbar. –",
"Wenn deshalb, so war ja auch Abraham unfruchtbar!? – Jener [Schriftvers]ist wegen einer Lehre des R. Ḥija b. Abba nötig, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Die Lebensjahre Jišma͑éls werden deshalb angegeben, um dadurch die Lebensjahre Ja͑qobs festzustellen.",
"R. Jiçḥaq sagte: Unser Vater Jiçḥaq war unfruchtbar, denn es heißt: und Jiçḥaq betete zum Herrn gegenüber seine Frau, es heißt nicht: für seine Frau, sondern: gegenüberseiner Frau, und dies lehrt, daß beide unfruchtbar waren. – Wieso heißt es demnach :er ließ sich ihm erbitten, es sollte ja heißen: ließ sich ihnen erbitten!? – Das Gebet eines Frommen, des Sohnes, eines Frommen, gleicht nicht dem Gebete eines Frommen, des Sohnes eines Frevlers.",
"R. Jiçḥaq sagte [ferner] : Unsere Vorfahren waren deshalb unfruchtbar, weil der Heilige, gepriesen sei er, nach dem Gebete der Frommen verlangt. R. Jiçḥaq sagte [ferner] : Weshalb wird das Gebet der Frommen mit einer Forkeverglichen? Wie die Forke das Getreide von Ort zu Ort wendet, ebenso wendet das Gebet der Frommen die Stimmung des Heiligen, gepriesen sei er, aus der Stimmung des Zornes in die Stimmung der Barmherzigkeit. R. Ami sagte: Abraham und Sara waren geschlechtslos, denn es heißt: schauet auf den Felsen, \n"
],
[
"aus dem ihr gehauenseid, auf die Brunnenhöhle, aus der ihr gegrabenseid, und darauf folgt :schauet auf Abraham, euren Vater, auf Sara, die euch geboren.",
"R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha : Unsere Mutter Sara war steril, denn es heißt :und Saraj war unfruchtbar, sie hatte kein Kind, sie hatte nicht einmal ein Geburtsorgan.",
"R. Jehuda, Sohn des R. Šilath, sagte im Namen Rabhs : Diesgilt nur von den Generationen, die von längerer Lebensdauer waren, bei den späteren Generationen aber, die von kürzerer Lebensdauer sind, zweieinhalb Jahre, drei Schwangerschaften entsprechend. Rabba sagte im Namen R. Naḥmans: Drei Jahre, für drei Gedenkungen. Der Meister sagte nämlich: Am Neujahrstage wurden Sara, Rahel und Ḥannabedacht.",
"Rabba sprach : All diese Normen gelten nicht. Merke, unsere Mišna ist ja von Rabbi redigiert, und schon zur Zeit Davids war die Lebensdauer gekürzt worden, denn es heißt: unsere Lebensdauer ist siebzig Jahre.",
"Wieso heißtes : vielleicht ist es i h m nicht beschieden, von ihr bekindert zu werden, vielleicht ist es ihr nichtbeschieden!? – Da sie zur Fortpflanzung nicht verpflichtet ist, wird sie auch nicht gestraft. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Abba b. Zabhda erwiderte ja den Rabbanan, die zu ihm sprachen, daß er eine Frau nehme und Kinder zeuge, wäre es ihm beschieden, würde er solche von seiner ersten [Frau] bekommen haben!? – Er wollte ihnen nur ausweichen, denn R. Abba b. Zabhda war durch die Vorträge R. Honas impotentgeworden.",
"Ebenso ward R. Ḥelbo impotent durch die Vorträge R. Honas, und ebenso ward R. Šešeth impotent durch die Vorträge R. Honas. R. Aḥa b. Ja͑qob ward von der Dysuriebefallen, und als man ihn an die Schulzeder lehnte, kam es aus ihm wie ein grünes Reis. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte : Wir waren sechzig Gelehrte, und alle außer mir wurden durch die Vorträge R. Honas impotent. Ich vollbrachte an mir :die Weisheit erhält ihren Eigner.",
"HAT ER SICH VON IHR GESCHIEDEN, SO DARF &C. Nur ein anderer, nicht aber ein dritter,",
"somit vertritt unsere Mišna die Ansicht Rabbis, denn es wird gelehrt: Wenn sie das erste [Kind] beschnitten hat, und es gestorbenist, das zweite, und es gestorben ist, so beschneide sie das dritte nicht mehr – so Rabbi ; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, das dritte beschneide sie, das vierte aber beschneide sie nicht. –",
"Es gibt eine Lehre entgegengesetzt; welche ist spätergelehrt worden? –",
"Komm und höre: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Einst ereignete es sich mit vier Schwestern in Sepphoris, daß die eine ihr Kind beschneiden ließ, und es starb, die zweite, und es starb, die dritte, und es starb. Als die vierte zu R.Šimo͑n b. Gamliél kam, sprach er zu ihr: beschneide es nicht. –",
"Vielleicht würde er, wenn die dritte zu ihm gekommen wäre, auch ihr dasselbe gesagt haben!? – Welche Bedeutung hätte demnach die Bekundung des R. Ḥija b. Abba. – Vielleicht lehrt er uns damit, daß es auch bei Schwesterneine Feststellung gebe.",
"Raba sagte: Da du nun sagst, auch bei Schwestern gebe es eine Feststellung, so nehme niemand eine Frau aus einer Familie von Epileptikern oder einer Familie von Aussätzigen. Jedoch nur dann, wenn es durch dreimalige Wiederholung festgestellt ist.",
"Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, erzählte er: Einst kam ein solcher Fall vor R. Joḥanan im Lehrhause zu Mao͑n an einem Versöhnungstage, der auf einen Šabbath fiel. [Eine Frau] hatte ein Kind beschnitten, und es starb, ein zweites, und es starb, und beim dritten kam sie zu ihm. Da sprach er zu ihr: Geh und beschneide es.",
"Abajje sprach zu ihm: Siehe, du hast Verbotenesund Lebensgefährliches erlaubt.",
"Abajje stützte sich daraufund heiratete die Ḥoma, Tochter des Isi, des Sohnes R. Jiçḥaqs, des Sohnes R. Jehudas, die Rehaba aus Pumbeditha geheiratet hatte und gestorben war, und darauf R. Jiçḥaq, Sohn des Rabba b. Bar Ḥana, geheiratet hatte und ebenfalls gestorben war; nachdem er sie geheiratet, starb er ebenfalls.",
"Raba sprach: Wie kann jemand sich selber gegenüber so handeln!? Er selber sagte ja, Abin seizuverlässig, der rote Jiçḥaq sei unzuverlässig; Abin weiß, wovon erzurücktrat, der rote Jiçḥaq weiß nicht, wovon er zurücktrat. Ferner streiten sie ja nur über die Beschneidung, streiten sie etwa über die Heirat!? –",
"Allerdings, denn es wird gelehrt: Wenn sie mit einem verheiratet war, und er gestorben ist, mit einem zweiten, und er gestorben ist, so darf ein dritter sie nicht mehr heiraten – so Rabbi; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ein dritter dürfe sie heiraten, ein vierter dürfe sie nicht mehr heiraten. –",
"Erklärlich ist dies bei der Beschneidung, denn es gibt Familien mit leichtfließendem Blute und es gibt Familien mit festem Blute, weshalb aber bei der Heirat? R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Folgendes sagte Abimi aus Hagronja im Namen R. Honas: die Quelleverursacht es. R. Aši erklärte: Das Faktum verursacht es. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen in dem Falle, wenn er mit ihr verlobt war und gestorben ist. Oder auch, wenn er von einer Dattelpalme abgestürzt und gestorben ist.",
"R. Joseph, der Sohn Rabas, sprach zu Raba: Ich fragte R. Joseph, ob die Halakha wie Rabbi sei, und er erwiderte mir: jawohl, ob die Halakha wie R. Gamliél sei, und er erwiderte mir: jawohl. Er machte sich wohl über mich lustig.",
"Dieser erwiderte : Nein, es ist eine Offenlassung ; er entschied dir hinsichtlich der Heirat und der Geißelung nach Rabbi und hinsichtlich der Periode und des stößigen Ochsennach R. Šimo͑n b. Gamliél.",
"Hinsichtlich der Heirat, wie wir eben gesagt haben. Hinsichtlich der Geißelung, denn wir haben gelernt: Wenn jemand einmal und wiederum Geißelhiebe erhalten hat, so sperrt ihn das Gericht in einen Kerker und gibt ihm Gerste zu essen, bis ihmder Bauch platzt. Hinsichtlich der Periode, denn wir haben gelernt :"
],
[
"Bei einem Weibe steht die Periode erst dann fest, wenn sie sich dreimal wiederholt hat; die Periode ist erst dann erloschen, wenn sie dreimal ausgeblieben ist. Hinsichtlich des stößigen Ochsen, denn wir haben gelernt: Das Rind gilt erst dann als stößig, wenn [der Eigentümer] dreimal verwarnt worden ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn sie mit einem verheiratet war und keine Kinder bekommen hat, mit einem zweiten und keine Kinder bekommen hat, so darf sie sich mit einem dritten nur dann verheiraten, wenn er Kinder hat; hat sie sich mit einem verheiratet, der keine Kinder hat, so ist sie ohne Morgengabe zu entfernen.",
"Sie fragten : Können die ersteren, wenn sie sich mit einem dritten verheiratet und keine Kinder bekommen hat, von ihr [die Morgengabe zurück] verlangen? Können sie zu ihr sagen : nun ist es erwiesen, daß du es verschuldet hast, oder aber kann sie zu ihnen sagen: ich bin erst jetzt verkümmert. – Es ist einleuchtend, daß sie zu ihnen sagen kann: ich bin erst jetzt verkümmert. –",
"Sie fragten [ferner]: Kann sie, wenn sie sich mit einem vierten verheiratet und Kinder bekommen hat, vom dritten [die Morgengabe] verlangen? – Man sprechezu ihr: Schweigen ist für dich besser als reden. Er kann ihr erwidern: unter diesen Umständenwürde er sich von ihr nicht geschieden haben.",
"R. Papa wandte ein : Wenn sie auch schweigt, wieso aber schweigen wir; es hat sich jaerwiesen, daß der Scheidebrief nichtig ist und ihre Kinder Hurenkinder sind!? Vielmehr, wir sagen, sie sei erst jetzt kräftig geworden.",
"Wenn er sagt, sie, und sie sagt, er [seischuld], so ist, da es zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge sind, wie R. Ami sagt, sie glaubwürdig. – Weshalb? – Sie weiß, ob [der Same] wie ein Pfeilhervorschießt, er aber weiß dies nicht.",
"Wenn er sagt, er wolle noch eine Frau nehmen und probieren, so muß er, wie R. Ami sagt, auch in diesem Falle sie freigeben und ihr die Morgengabe zahlen. Er ist nämlich der Ansicht, wer zu seiner Frau noch eine andere nimmt, müsse sie freigeben und ihr die Morgengabe zahlen. Raba sagt, jeder dürfe mehrere Frauen heiraten, nur muß er sie ernähren können."
],
[
"Wenn ersagt, sie habe innerhalb der zehn Jahreabortiert, und sie sagt, sie habe nicht abortiert, so ist, wie R. Ami sagt, auch in diesem Falle sie glaubwürdig, denn hätte sie abortiert, würde sie sich nicht als unfruchtbar feststellen lassen.",
"Hat sie abortiert, wiederum abortiert und wiederum abortiert, so ist sie als Abortierende festgestellt. Wenn er sagt, sie habe zweimal abortiert, und sie sagt, dreimal, – ein solcher Fall wurde, wie R. Jiçḥcaq b. Elea͑zar sagte, im Lehrhause vorgebracht, und man entschied, sie sei glaubwürdig, denn hätte sie nicht abortiert, würde sie sich nicht als Abortierende feststellen lassen.",
" DER MANN IST ZUR FORTPFLANZUNG VERPFLICHTET, NIGHT ABER DIE FRAU. R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT, VON BEIDEN HEISST ES :der Herr segnete sie und sprach zu ihnen: seid fruchtbar und mehret euch.",
"GEMARA. Woher dies? R. Ilea͑ erwiderte im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Die Schrift sagt:füllet die Erde und unterwerfet sie; es ist die Art des Mannes zu unterwerfen, nicht aber ist es die Art der Frau zu unterwerfen. –",
"Im Gegenteil, unter unterwerfet sind ja zwei zu verstehen!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Die Schreibweise ist unterwirf. R. Joseph entnimmt dies aus folgendem:ich bin Gott, der Allmächtige, sei fruchtbar und mehre dich; es heißt nicht: seid fruchtbar und mehret euch.",
"Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Wie es einem Menschen geboten ist, etwas zu sagen, wenn man dem gehorcht, ebenso ist es geboten, nicht zu sagen, wenn man dem nicht gehorcht. R. Abba sagt, dies sei Pflicht, denn es heißt:rüge nicht den Spötter, damit er dich nicht hasse, rüge den Klugen, so wird er dich lieben.",
"Ferner sagte R. Ilea͑ im Namen des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n: Man darf des Friedens wegen [von der Wahrheit] abweichen, denn es heißt:dein Vater hat befohlen&c. also sprechet zu Joseph: o vergib doch &c.",
"R. Nathan sagt, dies sei Gebot, denn es heißt:und Šemuél sprach: wie soll ich gehen, wenn Šaúl es hört, tötet er mich&c.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Bedeutend ist der Friede, daß sogar der Heilige, gepriesen sei er, dieserhalb [von der Wahrheit] abgewichen ist, denn zuerst heißt es:und mein Herr ist alt, weiteraber heißt es: und ich bin alt.",
"R. JOḤANAN B. BEROQA SAGT &C. Es wurde gelehrt: R. Joḥanan und R. Jehošua͑ b. Levi [streiten]; einer sagt, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Beroqa, und einer sagt, die Halakha sei nicht wie R. Joḥanan b. Beroqa.",
"Es ist zu beweisen, daß R. Joḥanan es ist, welcher sagt, die Halakha sei nicht so. Einst saß nämlich R. Abahu und trug im Namen R. Joḥanans vor, die Halakha sei so; da wandten R. Ami und R. Asi das Gesichtab.",
"Manche sagen, R. Ḥija b. Abba habe es vorgetragen, und R. Ami und R. Asi wandten das Gesicht ab. R. Papa sprach: Allerdings sagten sie nach demjenigen, welcher sagt, R. Abahu habe es vorgetragen, esihm nicht ausdrücklich, wegen der kaiserlichenWürde, nach demjenigen aber, welcher sagt, R. Ḥija b. Abba habe es vorgetragen, sollten sie ihm erwidert haben, R. Joḥanan habe dies nicht gesagt!? –",
"Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Aḥa b. Ḥanina sagte im Namen R. Abahus im Namen R. Asis: Einst kam ein solcher Fallvor R. Joḥanan im Lehrhause zu Cäsarea, und er entschied, daß er [die Frau] freigebe und ihr ihre Morgengabe zahle. Wieso wird ihr die Morgengabe zugesprochen, wenn du sagen wolltest, es sei ihr nicht geboten!? –",
"Vielleicht hatte sie einen Anspruch.",
"So kam einst [eine Frau] vor R. Ami und verlangte die Morgengabe; da sprach er zu ihr: Geh, dir ist es nichtgeboten. Diese erwiderte: Was soll aus mir im Alter werden! Hierauf entschied er: In diesem Falle zwinge man ihn entschieden.",
"Ebenso kam einst [eine Frau] vor R. Naḥman; da sprach er zu ihr: Es ist dir nicht geboten. Diese erwiderte: Brauche ich etwa nicht einen Stab in der Hand und eine Schaufel zur Beerdigung!? Hierauf entschied er: In diesem Falle zwinge man ihn entschieden.",
"Jehuda und Ḥizqija waren Zwillinge; einer war am Ende des neunten [Monats] entwickeltund einer war am Beginn des siebenten [Monats] entwickelt. [Ihre Mutter] Jehudith, die Frau R. Ḥijas, litt [daher übermäßige] Geburtswehen. Da verkleidete sie sich und kam vor R. Ḥija und fragte ihn, ob einer Frau die Fortpflanzung geboten sei. Dieser erwiderte: Nein. Hierauf ging sie fort und nahm einen Sterilitätstrank ein.",
"Als die Sache später herauskam, sprach er zu ihr: Hättest du mir doch noch ein Paar geboren! Der Meister sagte nämlich: Jehuda und Ḥizqija waren Brüder. Pazi und Ṭaviwaren"
],
[
"Schwestern. –",
"Ist dies ihnen etwa nicht geboten, R. Aḥa b. R. Qaṭṭina erzählte ja im Namen R. Jiçḥaqs, daß man einst den Herrn eines Weibes, das Halbsklavin war, zwang, sie freizulassen!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Mit jener hatte man Prostitution getrieben.",
"",
"WENN EINE WITWE EINEM HOCHPRIESTER, ODER EINE GESCHIEDENE ODER EINE ḤALUÇA EINEM GEMEINEN PRIESTER SKLAVEN ALS NIESSBRAUCHGUT ODER EISERNEN BESTAND EINGEBRACHT HAT, SO DÜRFEN DIE ZUM NIESSBRAUCHGUTE GEHÖRENDEN SKLAVEN KEINE HEBE ESSEN UND DIE ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖRENDEN SKLAVEN SIE ESSEN.",
"ZUM NIESSBRAUCHGUTE GEHÖREN SKLAVEN, DIE, WENN SIE STERBEN, IHR STERBEN, UND WENN SIE [AN WERT] ZUNEHMEN, FÜR SIE ZUNEHMEN; OBGLEICH ER SIE ZU ERNÄHREN VERPFLICHTET IST, DÜRFEN SIE KEINE HEBE ESSEN. ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖREN SKLAVEN, DIE, WENN SIE STERBEN, IHM STERBEN, UND WENN SIE [AN WERT] ZUNEHMEN, FÜR IHN ZUNEHMEN; DA ER FÜR SIE HAFTBAR IST, DÜRFEN SIE HEBE ESSEN.",
"WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN SICH MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET UND IHM SKLAVEN EINGEBRACHT HAT, EINERLEI OB ZUM NIESSBRAUCHGUTE ODER ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖREND, SO DÜRFEN SIE HEBE ESSEN. WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS SICH MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATET UND IHM SKLAVEN EINGEBRACHT HAT, EINERLEI OB ZUM NIESSBRAUCHGUTE ODER ZUM EISERNEN BESTANDE GEHÖREND,",
"SO DÜRFEN SIE KEINE HEBE ESSEN. GEMARA. Weshalb dürfen zum Nießbrauchgute gehörende Sklaven keine Hebe essen, sie sollten doch als Eigentum seines Eigentums gelten!? Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn ein Priester eine Frau geheiratet oder Sklaven gekauft hat, diese Hebe essen dürfen? Es heißt: und wenn ein Priester eine Person erwirbt, für sein Geld gekauft. so darf diese davon essen.",
"Woher ferner, daß, wenn die Frau Sklaven gekauft hat, oder seine Sklaven Sklaven gekauft haben, diese Hebe essen dürfen? Es heißt: und wenn ein Priester eine Person erwirbt, für sein Geld gekauft, so darf diese davon essen; das Eigentum seines Eigentums darf davon essen. –",
"Wer essen darf, berechtigt andere zu essen, wer nicht essen darf, berechtigt andere nicht zu essen. –",
"Etwa nicht, der Unbeschnittene und alle [levitisch] Unreinen dürfen nicht essen, jedoch berechtigen sie anderezu essen!? – Diesen schmerzt nur der Mund. –",
"Ein Hurenkind darf ja nicht essen, jedoch berechtigt es andere zu essen!?",
"Rabina erwiderte: Er spricht vom Eigentum, das essen darf: das Eigentum, das essen darf, berechtigt andere zu essen, und das nicht essen darf, berechtigt andere nicht zu essen.",
"Raba erklärte: Nach der Tora dürfen sieessen, nur haben die Rabbanan es verboten, damit sie sich sagen: ich darf nicht essen, meine Sklaven dürfen nicht essen; ich bin nur seine Hure. Er wird dadurch veranlaßt, sie zu entfernen.",
"R. Aši erklärte: Hierbei ist berücksichtigt worden, sie könnte sie [Hebe] nach seinem Todeessen lassen. –",
"Demnach sollte doch eine mit einem Priester verheiratete Tochter eines Jisraéliten nicht zu essen berechtigen mit Rücksicht darauf, sie könnte sie nach seinem Tode essen lassen!?",
"Vielmehr, erklärte R. Aši, gilt dies von einer priesterlichen Witwe, weil sie wie folgt denken könnte: vorheraßen sie Hebe bei meinen Schwiegereltern, nachdem ich diesen heiratete, aßen sie Hebe bei meinem Manne, jetzt nuntreten sie in ihren früheren Zustand zurück. Sie bedenkt aber nicht, daß sie vorher nicht entweiht war, jetzt aber entweiht ist. –",
"Erklärlich ist dies von einer priesterlichen Witwe, wie aber ist es hinsichtlich einer jisraélitischen Witwe zu erklären!? – Die Rabbanan haben bei der Witwenschaft nicht unterschieden.",
"Es wurde gelehrt: Wer hat Recht, wenn sie ihrem Manne eingeschätzte Gütereingebracht hat und spätersagt, sie wolle ihre Sachen haben, und er sagt, er wolle ihr den Geldwertgeben. R. Jehuda sagt,"
],
[
"sie habe Recht, R. Ami sagt, er habe Recht.",
"R. Jehuda sagt, sie habe Recht, denn sie gehören zum Ansehen ihres väterlichen Hauses und gehören ihr. R. Ami sagt, er habe Recht, denn da der Meister sagte, daß, wenn siesterben, sie ihm sterben, und wenn sie [an Wert] zunehmen, sie für ihn zunehmen, so befinden sie sich in seinem Besitze und gelten als sein Eigentum. Wir haben nämlich gelernt: Zum eisernen Bestande gehören Sklaven, die, wenn sie sterben, ihm sterben, und wenn sie [an Wert] zunehmen, für ihn zunehmen; da er für sie haftbar ist, so dürfen sie [Hebe] essen. R. Saphra wandte ein: Heißt es denn: da sie ihm gehören, es heißt ja: da er für sie haftbar ist; in Wirklichkeit aber gehören sie ihm nicht!? –",
"Berechtigt er denn immer, wo er haftbar ist, Hebe zu essen, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Jisraélit eine Kuh von einem Priester gemietethat, er sie mit Wicken von Hebe füttern dürfe, und wenn ein Priester eine Kuh von einem Jisraéliten gemietet hat, er, obgleich ihm die Fütterung obliegt, sie nicht mit Wicken von Hebe füttern dürfe!? –",
"Wieso denn, allerdings ist er für Diebstahl und Verlust haftbar, aber ist er etwa für Unglücksfälle, Abmagerung und Wertverminderung haftbar!? Diesist vielmehr mit dem Falle des Schlußsatzes zu vergleichen: Wenn ein Jisraélit von einem Priester eine Kuh zu ihrem Schätzungswerteübernimmt, so darf er sie nicht mit Wicken von Hebe füttern; wenn aber ein Priester von einem Jisraéliten eine Kuh zu ihrem Schätzungswerte übernimmt, so darf er sie mit Wicken von Hebe füttern.",
"Rabba und R. Joseph saßen bei Beendigung des Vortrages R. Naḥmans und trugen vor: Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda und es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ami. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ami: Zum eisernen Bestande gehörende Sklaven gehen wegen Zahn und Auge seitens des Ehemannesfrei aus, nicht aber seitens der Frau.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Jehuda: Wenn sie ihrem Ehemanne eingeschätzte Güterin die Ehe gebracht hat, so darf er, wenn er sie verkaufen will, nicht verkaufen. Noch mehr, selbst wenn der Ehemann ihr eingeschätzte Güter eingebracht hat, darf er, wenn er sie verkaufen will, nicht verkaufen. Haben beide solche für den Unterhalt verkauft, – ein solcher Fall kam einst vor R. Šimo͑n b. Gamliél, und er entschied, der Ehemann könne sie den Käufern abnehmen.",
"R. Naḥmansagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda. Raba sprach zu R. Naḥman: Es gibt ja eine Lehre übereinstimmend mit R.Ami!? – Obgleich eine Lehre mit R. Ami übereinstimmt, ist die Begründung R. Jehudas einleuchtender: weil sie zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehören.",
"Einst brachte eine Frau ihrem Manne ein milesisches Gewand in die Ehe, und als er starb, breiteten die Waisen es über den Toten.",
"Da entschied Raba, der Tote habe es erworben. Nanaj, der Sohn des R. Joseph, des Sohnes Rabas, sprach zu R. Kahana: Raba sagte ja im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie R. Jehuda!? Dieser erwiderte: Auch R. Jehuda pflichtet bei, falls die Einforderung noch fehlt, denn solange die Einforderung noch fehlt, befindet [die Sache] sich in seinemBesitze.",
"Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte, Heiligung, Säuerung"
],
[
"und Freilassungheben das Anrechtauf.",
"R. Jehuda sagte: Wenn sie ihm zwei Geräte im Werte von tausend Zuz in die Ehe gebracht hat und sie auf zweitausend gestiegen sind, so erhält sie eines als ihre Mitgiftund für das andere muß sie Ersatz leisten und erhält es, weil es zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehört. –",
"Er lehrt uns damit, daß, was zum Ansehen ihres väterlichen Hauses gehört, ihres sei, und dies sagte ja R. Jehuda bereits einmal!? – Man könnte glauben, nur wenn sie es als ihre Mitgift beanspruchen kann, nicht aber Geld herauszahlen und es erhalten, so lehrt er uns.",
"WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET WAR, UND DIESER GESTORBEN IST UND SIE SCHWANGER ZURÜCKGELASSEN HAT, SO DÜRFEN IHRE SKLAVEN KEINE HEBE ESSEN, WEGEN DES ANTEILS DES FÖTUS, DENN DER FÖTUS MACHT [FÜR DIE HEBE] UNTAUGLICH, ABER NICHT ZU ESSEN BERECHTIGT – SO R. JOSE.",
"SIE SPRACHEN ZU IHM: WENN DU UNS DIES VON EINER VON EINEM PRIESTER [VERWITWETEN] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN BEKUNDEST, SO DÜRFEN AUCH, WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATET WAR], UND DIESER GESTORBEN IST UND SIE SCHWANGER ZURÜCKGELASSEN HAT, IHRE SKLAVEN KEINE HEBE ESSEN, WEGEN DES ANTEILS DES FÖTUS!?",
"GEMARA. Sie fragten: Ist der Grund R. Joses, weil nach seiner Ansicht der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist, oder aber, weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt? – I",
"n welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich des Fötus im Leibe einer Priestertochter. – Wie ist es damit? Rabba erwiderte: Der Grund R. Joses ist, weil nach seiner Ansicht der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist. R. Joseph erwiderte: Weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt.",
"Man wandte ein: Sie sprachen zu R. Jose: Wenn du uns dies von einer mit einem Priester verheirateten Tochter eines Jisraéliten bekundest, wie verhält es sich bei einer mit einem Priester verheirateten Tochter eines Priesters? Dieser erwiderte: Von jener hörte ich es, von dieser hörte ich esnicht.",
"Einleuchtend ist seine Erwiderung, von jener habe er es gehört, von dieser habe er es nicht gehört, wenn du sagst, weil der Fötus im Leibe einer Gemeinen Gemeiner ist, wieso aber erwiderte er, von jener habe er es gehört, von dieser habe er es nicht gehört, wenn du sagst, weil der Geborene zu essen berechtigt und der Ungeborene nicht zu essen berechtigt, es ist ja dasselbe!? – Ein Einwand.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies ist die Ansicht R. Joses, die Weisen aber sagen, hinterließ er Kinder, so essen sie wegen der Kinder, hinterließ er keine Kinder, so essen sie wegen der Brüder, und hinterließ er keine Brüder, so essen sie wegen der ganzen Familie. –",
"‘Dies’, demnach ist er nicht dieser Ansicht; aber Šemuél sagte ja zu R. Ḥana aus Bagdad, daß er ihm zehn Leutehole, vor denen er ihm sagen wolle, daß, wenn jemand etwas einem Fötus zueignet, dieser es erwerbe!? – Vielmehr, ‘dies’, und er ist auch dieser Ansicht. –",
"Demnach lehrt er uns damit, daß die Rabbanan gegen R. Jose streiten, und dem widersprechend sagte ja R. Zakkaj, R. Jose habe dies im Namen von Šema͑ja und Ptollion bekundet, und sie pflichteten ihm bei!? R. Aši erwiderte: Es heißt ja nicht: sie erkannten es an, sondern: sie pflichteten ihm bei, [dies heißt,] seine Begründung sei anzuerkennen.",
"Die Rabbanan lehrten: Hinterließ er Kinder, so dürfen diese und jeneessen; ließ er sie schwanger zurück, so dürfen weder diese noch jene essen. Ließ er Kinder und sie schwanger zurück, so dürfen die zum Nießbrauchgute gehörenden Sklaven essen, wie auch sie essen darf, und die zum eisernen Bestande gehörenden Sklaven nicht essen, wegen des Anteils des Fötus, denn der Fötus macht [für die Hebe] untauglich, aber nicht zu essen berechtigt – so R. Jose.",
"R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, eine Tochter berechtige zu essen, ein Sohn berechtige nicht zu essen. R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte, männliche [Kinder] berechtigen alle zu essen, weibliche berechtigen nicht zu essen; der Fötus könnte männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten die Töchter nichts. –",
"Wozu begründet er: der Fötus könnte männlich sein, es genügt ja der Umstand, daß eine Tochter hierfür untauglich macht!? – Er führt außer diesem noch einen Grund an: erstens macht eine Tochter untauglich und zweitens könnte der Fötus männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten Töchter nichts. –",
"Wieso berechtigen männliche [Kinder] zu essen, der Fötus ist ja vorhanden!? –"
],
[
"Er ist der Ansicht, man berücksichtige die Minderheitnicht. Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich ist er der Ansicht, man berücksichtige die Minderheit, nur wende man ein Mittelan. Dies nach R. Naḥman im Namen Šemuéls,",
"denn R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls: Wenn die Waisen die Güter ihres Vaters teilen, so stellt ihnen das Gericht Vormünder, die ihnen einen guten Teilheraussuchen, und sobald sie großjährig sind, können sie Einspruch erheben. In seinem eigenen Namen sagte R. Naḥman, sie können, wenn sie großjährig sind, keinen Einspruch mehr erheben, denn worin bestände sonst die Macht des Gerichtes. –",
"Demnach streiten Tannaím über die Ansicht R. Naḥmans? – Nein, alle sind sie der Ansicht R. Naḥmans, und hierbei streiten sie, ob die Minderheit zu berücksichtigen ist.",
"«R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters, eine Tochter berechtige zu essen, ein Sohn berechtige nicht zu essen.» Ein Sohn berechtigt wohl deshalb nicht zu essen, wegen des Anteils des Fötus, somit sollte wegen des Anteils des Fötus auch eine Tochter nicht zu essen berechtigen!?",
"Abajje erwiderte: In dem Falle, wenn nur wenig Güter vorhandensind, und zwar, wenn außer der Tochter auch ein Sohn vorhanden ist.",
"Wie du es nimmst: ist der Fötus ein Sohn, so ist ernicht mehr als der vorhandene, und ist er eine Tochter, so berechtigt sie zu essen nur durch die rabbanitischeBestimmung, und solange sie in den Weltenraum nicht gekommen ist, gilt die rabbanitische Bestimmung nicht. –",
"Wie ist, wenn du es auf den Fall beziehst, wenn nur wenig Güter vorhanden sind, der Schlußsatz zu erklären: der Fötus könnte männlich sein, und wenn ein Sohn vorhanden ist, erhalten die Töchter nichts. Im Gegenteil, wenig Güter gehören ja nur den Töchtern!? – Der Schlußsatz gilt von dem Falle, wenn viele Güter vorhanden sind. –",
"Gehören denn wenig Güter den Töchtern, R. Asi sagte ja im Namen R. Joḥanans, daß, wenn wenig Güter vorhanden sind und die Waisen zuvorgekommen und sie verkauft haben, der Verkauf gültigsei!? –",
"Vielmehr, unter Tochter, von der er spricht, ist die Mutter zu verstehen. – Demnach ist es ja dasselbe, was R. Jose lehrt!? – Das ganze lehrte R. Jišma͑él b. R. Jose.",
"DER FÖTUS, DER SCHWAGER, DIE VERLOBUNG, DER TAUBE UND DER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTEMACHEN [FÜR DIE HEBE] UNTAUGLICH, BERECHTIGEN ABER NICHT ZU ESSEN.",
"AUCH WENN ES ZWEIFELHAFT IST, OB ER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALT IST ODER NICHT, OB ER ZWEI HAAREBEKOMMEN HAT ODER NICHT.",
"WENN DAS HAUS ÜBER IHM UND DER TOCHTER SEINES BRUDERSEINGESTÜRZT IST, UND MAN NICHT WEISS, WER ZUERST GESTORBENIST, SO IST AN DER NEBENBUHLERIN DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. DER FÖTUS. Ist sie die von einem Jisraéliten [verwitwete] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich, [denn es heißt:]wie in ihrer Jugend, ausgenommen die Schwangere; ist sie die von einem Priester [verwitwete] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, denn nur der Geborene berechtigt zu essen, nicht aber der Ungeborene.",
"DER SCHWAGER. Ist sie die von einem Jisraéliten [verwitwete] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich, [denn es heißt:]und ins Haus ihres Vaters zurückkehrt, ausgenommen die Anwärterin der Schwagerehe; ist sie die von einem Priester [verwitwete] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, denn der Allbarmherzige sagt: für sein Geld gekauft, während diese die Angeeignete seines Bruders ist.",
"DIE VERLOBUNG. Ist sie die mit einem Jisraéliten [verlobte] Tochter eines Priesters, macht er sie untauglich,"
],
[
"denn er hat sie sich durch die Verlobungangeeignet; ist sie die mit einem Priester [verlobte] Tochter eines Jisraéliten, berechtigt er sie nicht zu essen, wegen der Lehre U͑las.",
"DER TAUBE. Ist sie die mit einem Priester [verheiratete] Tochter eines Jisraéliten, macht er sie untauglich, denn er hat sie sich durch die rabbanitische Bestimmungangeeignet; ist sie die mit einem Jisraéliten [verheiratete] Tochter eines Priesters, berechtigt er sie nicht zu essen, denn der Allbarmherzige sagt: für sein Geld gekauft, während dieser nicht kauffähig ist.",
"DER NEUN JAHRE &C. Erglaubte, wenn, der an ihr die Schwagerehe zu vollziehen hat, neun Jahre und einen Tag altist. In welcher Hinsicht: wenn hinsichtlich der Untauglichmachung, so macht ja auch ein Minderjährigeruntauglich, und wenn hinsichtlich der Berechtigungzu essen, so berechtigt ja auch ein Großjähriger nicht dazu!?",
"Abajje erwiderte: Dies gilt von einem neun Jahre und einen Tag alten Schwager, der seiner Schwägerin beigewohnt und sie sich somit nach der Tora angeeignet hat. Man könnte glauben, er berechtige sie zu essen, da sie ihm nach der Tora angeeignet und seine Beiwohnung gültig ist, so lehrt er uns, daß sie die Beiwohnung eines neun Jahre und einen Tag alten der Eheformel eines Erwachsenengleichgestellt haben.",
"Raba sprach zu ihm: Wieso lehrt er demnach im Schlußsatze: auch wenn es zweifelhaft ist, ob er neun Jahre und einen Tag alt ist oder nicht, wenn ein entschieden Neunjähriger nicht zu essen berechtigt, um wieviel weniger ein zweifelhafter!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, spricht er von Bemakelten im Alter von neun Jahren und einem Tage, die [eine Priesterstochter] durch ihre Beiwohnung ungeeignet machen. Wie gelehrt wird: Wenn ein Proselyt, ein A͑mmoniter, ein Moabiter, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind im Alter von neun Jahren und einem Tage, einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie untauglich gemacht. –",
"Wenn er aber im Schlußsatzelehrt, daß [Personen], die in die [Gemeinde] Jisraél nicht kommen dürfen, untauglich machen, so spricht ja der Anfangsatz nicht von bemakelten!? – Der Anfangsatz spricht von für die Gemeinde bemakelten und der Schlußsatz spricht von für die Priesterschaft bemakelten.",
"Der Text. Wenn ein Proselyt, ein A͑mmoniter, ein Moabiter, ein Miçri, ein Edomiter, ein Samaritaner, ein Nathin, ein Entweihter oder ein Hurenkind von neun Jahren und einem Tage, einer Priesterstochter, einer Levitin oder einer Jisraélitin beigewohnt hat, so hat er sie untauglich gemacht.",
"R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, mache untauglich, und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, mache nicht untauglich. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, dessen Tochter duheiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten, und dessen Tochter du nicht heiraten darfst, dessen Witwe darfst du nicht heiraten.",
"Woher dies? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Schrift sagt:und eine Priesterstochter, die mit einem Gemeinen verheiratet ist, sobald sie von einem für sie untauglichen beschlafen worden ist, ist sie untauglich. –",
"Dies ist ja an sich nötig, denn der Allbarmherzige sagt, eine mit einem Gemeinen verheiratete Tochter eines Priesters dürfe keine [Hebe] essen!? –",
"Dies geht hervor aus:und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, sie darf vom Brote ihres Vaters essen; wenn der Allbarmherzige sagt, sie dürfe essen, sobald sie in das Haus ihres Vaters zurückgekehrt ist, so durfte sie vorher nicht essen. –",
"Hieraus könnte man entnehmen, es sei ein aus einem Gebote kommendes Verbot und gelteals Gebot, so schrieb der Allbarmherzige jenes als Verbot!? – Das Verbot geht hervor aus:kein Gemeinerdarf Geheiligtes essen. –"
],
[
"Dies ist ja an sich nötig!? – Es heißt zweimal: und kein Gemeiner. –",
"Dies ist ja wegen der Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina nötig, denn R. Jose b. R. Ḥanina erklärte: und kein Gemeiner, ich habe es dir von der Gemeinhaftigkeit und nicht von der Trauergesagt!? – Die Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina geht hervor aus: undkein Gemeiner. –",
"Aber es ist ja wegen der folgenden Lehre nötig!? Sie kehrt zur Hebe zurück, nicht aber zu Brustund Schenkel. Hierzu sagte R. Ḥisda im Namen des Rabina b. R. Šila: Hierauf deutet folgender Schriftvers: und eine Priesterstochter, die mit einem Gemeinen verheiratet ist, darf von der Hebe des Heiligen nicht essen; sie darf nicht essen von dem, was vom Heiligen abgehobenwird. –",
"Die Schrift sollte sagen: darf vom Heiligen nicht essen, wenn es aber heißt: von der Hebe des Heiligen, so ist beides zu entnehmen. –",
"Wir wissen diesvon der Priesterstochter, woher dies von der Levitin und der Jisraélitin? – Wie R. Abba im Namen Rabhs erklärt hat: undeine Tochter, ebenso hierbei: und eine Tochter. –",
"Wohl nach R. A͑qiba, der das und deutet!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [der Passus] und eine Tochter ist überhaupt überflüssig. –",
"Wir wissen dies von der Hebe, woher dies von der Priesterschaft? – Levitin und Jisraélitin werden hinsichtlich der Priesterschaft und nicht hinsichtlich der Hebe einbegriffen, denn sie dürfen gar keine Hebe essen. –",
"Wieso denn nicht, es kann ja vorkommen, daß sie wegen ihres Sohnesessen darf!? –",
"Wenn wegen des Sohnes, so ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn eine Priesterstochter, die wegen ihrer eigenen Heiligkeit essen darf, untauglich wird, um wieviel mehr eine Levitin oder eine Jisraélitin, die nur wegen ihres Sohnes essen darf. –",
"Eben deshalb: eine Priesterstochter, deren Person heilig ist, macht [der Bemakelte] untauglich, diese aber, deren Person nicht heilig ist, macht er nicht untauglich!? – Vielmehr, hinsichtlich der Priesterschaft ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von der Geschiedenen, zu folgern: wenn die Geschiedene, der die Hebe erlaubt ist, Priestern verboten ist, um wieviel mehr ist diese, der die Hebe verboten ist, Priestern verboten. –",
"Kann denn ein Verbot durch einen Schluß gefolgert werden!? – Dies ist nur eine Klarstellung. –",
"Vielleicht ist unter ‘von untauglichen beschlafen‘ zu verstehen, von mit der Ausrottung belegten!? – Der Allbarmherzige sagt: verheiratet ist, bei denen eine Heiratmöglich ist. –",
"Demnach sollten Nichtjude und Sklave sie nicht untauglich machen!? – Diese machen sie untauglich nach einer Lehre R. Jišma͑éls, denn R. Joḥanan sagte im Namen R. Jišma͑éls: Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin, einer Priesterstochter oder einer Levitin beigewohnt hat, er sie untauglich gemacht hat? Es heißt:wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird &c."
],
[
"von einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen Nichtjude und Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt. –",
"Wir wissen diesvon der Priesterstochter, woher dies von der Levitin und der Jisraélitin? – Wie R. Abba im Namen Rabhs erklärt hat: undeine Tochter, ebenso hierbei: und eine Tochter. –",
"Wohl nach R. A͑qiba, der das und deutet!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [der Passus] und eine Tochter ist überhaupt überflüssig. –",
"Vielleicht darf sie, wenn es bei ihmWitwenschaft und Scheidung gibt, falls sie keine Kinder hat, essen, und falls sie Kinder hat, nicht essen, und wenn es bei ihm keine Witwenschaft und keine Scheidung gibt, auch falls sie Kinder hat, essen!? –",
"Demnachbrauchten ja nicht Levitin und Jisraélitin einbegriffen zu werden. –",
"Wozu ist nach R. A͑qiba, welcher sagt, bei den mit einem Verbote belegten habe die Antrauung keine Geltung, wonach [die Worte] mit einem Gemeinen verheiratet zu verstehen sind, wenn sie beschlafen wordenist, die Nennung der Witwe und der Geschiedenennötig!? –",
"Der Witwe zur Erschwerungund der Geschiedenen zur Erleichterung. Und beides ist nötig. Würde er nur die Witwe genannt haben, so könnte man glauben, nur diese dürfe [Hebe] essen, falls sie keine Kinder hat, weil sie Priestern erlaubt ist, die Geschiedene aber, die Priestern verboten ist, dürfe nicht essen, auch wenn sie keine Kinder hat. Und würde er nur die Geschiedene genannt haben, so könnte man glauben, nur diese dürfe nicht essen, falls sie Kinder hat, weil sie Priestern verboten ist, die Witwe aber, die Priestern erlaubt ist, dürfe essen, auch wenn sie Kinder hat. Daher ist beides nötig. –",
"Vielleicht ist unter ‘von einem untauglichen beschlafen’ zu verstehen, auch von einem, der seine Geschiedene wiedergenommenhat!? – Der Allbarmherzige sagt: einem fremden Manne, der ihr vorher fremd war, während dieser ihr vorher nicht fremd war. – Demnach sollte der Entweihte, der ihr vorher nicht fremd war, sie nicht untauglich machen!? –",
"Die Schrift sagt:er soll seine Nachkommenschaft unter seinem Volke nicht entweihen; seine Nachkommenschaftgleicht ihm, wie er selber untauglich macht, ebenso macht seine Nachkommenschaft untauglich. –",
"Vielleicht mit der Antrauung!? – Gleich dem Hochpriester mit einer Witwe; wie der Hochpriester eine Witwe nur durch die Beiwohnung[untauglich macht], ebenso dieser nur durch die Beiwohnung. –",
"Vielleicht nur durch Antrauung und Beiwohnung!? – Gleich dem Hochpriester mit einer Witwe; wie der Hochpriester eine Witwe durch die Beiwohnung allein, ebenso dieser durch die Beiwohnung allein.",
"«R. Jose sagt, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, mache untauglich, und dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, mache nicht untauglich.» Welchen Unterschied gibt es zwischen dem ersten Autor und R. Jose?",
"R. Joḥanan erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Miçri oder eines Edomiten zweiter Generation.",
"Beide folgern es vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe. Der erste Autor folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe die Beiwohnung eine sündhafte ist, und er macht untauglich, ebenso macht dieseruntauglich.",
"R. Jose aber folgert: gleich dem Hochpriester, wie beim Hochpriester die Nachkommenschaft bemakelt ist, und er macht untauglich, ebenso macht jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, untauglich, ausgenommen ein Miçri zweiter Generation, dessen Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn es heißt:Kinder, die ihnen geboren werden, die dritte Generation, darf in die Gemeinde des Herrn kommen.",
"«R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, dessen Tochter du heiraten darfst, dessen Witwe darfst du heiraten &c.» Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose und R. Šimo͑n b. Gamliél?",
"U͑la erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines a͑mmonitischen oder moabitischen Proselyten. Beide folgern vom [Verbote] des Hochpriesters mit einer Witwe. R. Jose folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe die Nachkommenschaft bemakelt ist, und er macht untauglich, ebenso macht jeder andere, dessen Nachkommenschaft bemakelt ist, untauglich.",
"R. Šimo͑n b. Gamliél aber folgert: wie beim Hochpriester mit einer Witwe die ganze Nachkommenschaft untauglich ist, und er macht untauglich, ebenso macht jeder andere, dessen ganze Nachkommenschaft bemakelt ist, untauglich, ausgenommen der a͑mmonitische oder moabitische [Proselyt], dessen ganze Nachkommenschaft nicht bemakelt ist, denn der Meister sagte:A͑mmoniter, nicht aber die A͑mmoniterin,Moabiter, nicht aber die Moabiterin.",
"DER NOTZÜCHTER, DER VERFÜHRER UND DER BLÖDEMACHEN WEDER [FÜR DIE HEBE] UNTAUGLICH NOCH BERECHTIGEN SIE ZU ESSEN; SIND SIE UNTAUGLICH, IN JISRAÉL AUFGENOMMEN ZU WERDEN, SO MACHEN SIE UNTAUGLICH. UND ZWAR: WENN ER JISRAÉLIT IST UND DER TOCHTER EINES PRIESTERS BEIGEWOHNTHAT, SO DARF SIE HEBE ESSEN;"
],
[
"IST SIESCHWANGER, SO DARF SIE KEINE HEBEESSEN: WIRD DER FÖTUS IN IHREM LEIBE ZERSTÜCKELT, SO DARF SIEESSEN. WENN ER PRIESTER IST UND EINER JISRAÉLITIN BEIGEWOHNT HAT, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN; IST SIE SCHWANGER, DARF SIE EBENFALLS NICHT ESSEN; HAT SIE GEBOREN, SO DARF SIEESSEN. DIE RECHTSKRAFT DES SOHNES IST SOMIT BEDEUTENDER ALS DIE DES VATERS.",
"EIN SKLAVE MACHT UNTAUGLICH DURCH DIE BEIWOHNUNG, NICHT ABER DURCH DIE NACHKOMMENSCHAFT. UND ZWAR: WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN VON EINEM PRIESTER ODER DIE TOCHTER EINES PRIESTERS VON EINEM JISRAÉLITEN EINEN SOHN GEBOREN HAT, UND DER SOHN EINE SKLAVIN DRÜCKTUND SIE VON IHM EINEN SOHN GEBIERT, SO IST DIESER SKLAVE; IST DIE MUTTER SEINES VATERSEINE MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE KEINE HEBEESSEN, UND IST SIE EINE MIT EINEM JISRAÉLITEN [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES PRIESTERS, SO DARF SIE HEBEESSEN.",
"EIN HURENKIND MACHT UNTAUGLICH UND BERECHTIGT ZU ESSEN. UND ZWAR: WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN VON EINEM PRIESTER ODER DIE TOCHTER EINES PRIESTERS VON EINEM JISRAÉLITEN EINE TOCHTER GEBOREN HAT, UND DIE TOCHTER SICH MIT EINEM SKLAVEN ODER EINEM NICHTJUDEN VERHEIRATET UND VON IHM EINEN SOHN GEBIERT, SO IST DIESER HURENKIND; IST DIE MUTTER SEINER MUTTER EINE MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE HEBEESSEN, UND IST SIE EINE MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETE TOCHTER EINES PRIESTERS, SO DARF SIE KEINE HEBEESSEN.",
"DER HOCHPRIESTER MACHT ZUWEILEN UNTAUGLICH UND ZWAR: WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS VON EINEM JISRAÉLITEN EINE TOCHTER GEBOREN HAT, UND DIE TOCHTER SICH MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET UND VON IHM EINEN SOHN GEBIERT, SO IST ER TAUGLICH, HOCHPRIESTER ZU SEIN UND DIENST AM ALTAR ZU VERRICHTEN; ER BERECHTIGT SEINE MUTTER ZU ESSEN, DIE MUTTER SEINER MUTTER ABER MACHT ERUNTAUGLICH. DIESE KANN SOMIT SAGEN: NICHT WIE MEIN SOHN; ER IST HOCHPRIESTER UND MACHT MICH FÜR DIE HEBE UNTAUGLICH!",
"GEMARA. Wir lernen hier das, was die Rabbanan gelehrt haben: Wenn ein Blöder und ein Minderjähriger Frauen geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden.",
"UND ZWAR: WENN ER JISRAÉLIT IST UND DER TOCHTER EINES PRIESTERS BEIGEWOHNT HAT, SO DARF SIE HEBE ESSEN; IST SIE SCHWANGER, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN. Sollte doch, da sie schwanger nicht essen darf, berücksichtigt werden, vielleicht ist sie schwanger!? Haben wir ja auch gelernt: Man lasse siedrei Monate getrennt bleiben, weil sie vielleicht schwanger sind.",
"Rabba b. R. Hona erwiderte: Bei der Legitimität berücksichtigtensie dies, bei der Hebe berücksichtigten sie dies nicht. – Berücksichtigten sie dies etwa nicht bei der Hebe, es wird ja gelehrt, daß, [wenn ergesagt hat:] da hast du deinen Scheidebrief, auf daß er eine Stunde vor meinem Tode Gültigkeit erlange, ihr Hebe zu essen sofort verbotensei!?",
"Vielmehr, erwiderte Rabba b. R. Hona, bei der legitimen Heirat berücksichtigten sie dies, bei der Hurerei berücksichtigten sie dies nicht. –",
"Berücksichtigten sie dies denn bei der legitimen Heirat, es wird ja gelehrt, daß, wenn die Tochter eines Priesters einen Jisraéliten geheiratet hat und er gestorbenist, sie untertauchen und abends Hebe essen dürfe!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Sie darf untertauchen und bis zum vierzigsten [Tage] essen; ist sie nicht schwanger, so ist sie nicht schwanger, und ist sie schwanger, so ist [der Same] bis zum vierzigsten [Tage] nichts weiter als Wasser.",
"Abajje sprach zu ihm: Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wird der Fötus im Leibe bemerkbar, so ist sie rückwirkend geschädigt!? – Unter geschädigt ist zu verstehen, bis zum vierzigsten Tage.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand seiner Verlobten im Hause seines Schwiegervaters beigewohnt hat, so ist das Kind, wie Rabh sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener. Raba sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend in dem Falle, wenn sie mit Fremdenverdächtig ist; wenn sie aber nicht mit Fremden verdächtig ist, ist [das Kind] ihm zuzuerkennen.",
"Raba sagte: Dies entnehme ich aus der Lehre, daß, wenn siegeboren hat, sie essen darf. In welchem Falle: ist sie mit Fremden verdächtig, wieso darf sie essen, wenn sie geboren hat; doch wohl, wenn sie nur mit ihm und nicht mit Fremden verdächtig ist.",
"Wenn es da, wo sie ihm verbotenund Fremden verboten ist, ihm zuerkannt wird, um wieviel mehr hierbei, wo sie Fremden verboten und ihm erlaubtist.",
"Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist Rabh der Ansicht, das Kind sei Hurenkind, auch wenn sie nur mit ihm und nicht mit Fremden verdächtig ist, denn wir sagen: wie sie sich ihrem Verlobten hingegeben, hat sie sich auch Fremden hingegeben, und unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn beide im Gefängnisse eingesperrtwaren.",
"Manche sagen: Falls er ihr beigewohnt hat, stimmen alle überein, daß man es ihm zuerkenne und die Lehre lautet wie folgt: Wenn eine Verlobte schwanger wird, so ist das Kind, wie Rabh sagt, ein Hurenkind, und wie Šemuél sagt, ein Verschwiegener. Raba sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend in dem Falle, wenn sie nicht mit ihm, sondern nur mit Fremdenverdächtig ist,"
],
[
"wenn sie aber mit ihm verdächtig ist, so ist [das Kind] ihm zuzuerkennen, obgleich sie auch mit Fremden verdächtig ist.",
"Raba sagte: Dies entnehme ich aus der Lehre, daß, wenn sie geboren hat, sie essen darf. In welchem Falle; ist sie nur mit ihm und nicht mit Fremden verdächtig, so braucht ja nicht gelehrt zu werden, daß sie essen darf; doch wohl, wenn sie auch mit Fremden verdächtig ist.",
"Wenn es da, wo sie ihm verboten und Fremden verboten ist, ihm zuerkannt wird, um wieviel mehr hierbei, wo sie Fremden verboten und ihm erlaubt ist.",
"Abajje sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist Rabh der Ansicht, das Kind sei Hurenkind, wenn sie mit Fremden verdächtig ist, obgleich sie auch mit ihm verdächtig ist, und unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn sie überhaupt nicht verdächtig ist.",
"EIN SKLAVE MACHT UNTAUGLICH DURCH BEIWOHNUNG &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:die Frau und ihre Kinder gehören &c.",
"EIN HURENKIND MACHT UNTAUGLICH UND BERECHTIGT ZU ESSEN. Die Rabbanan lehrten:Und Nachkommen hat sie nicht; ich weiß dies nur von Kindern, woher dies von Kindeskindern? Es heißt: und Nachkommen hat sie nicht, irgendwelcher Art.",
"Ich weiß dies nur von unbemakelten Nachkommen, woher dies von bemakelten? Es heißt: und Nachkommen hat sie nicht, irgendwelcher Art. –",
"Hieraus ist ja hinsichtlich der Kindeskinder gefolgert worden!? – Hinsichtlich der Kindeskinder ist kein Schriftvers nötig, denn Kindeskinder gelten als Kinder; nötig ist er nur wegen der bemakelten Nachkommen.",
"Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Wohl nach R. A͑qiba, welcher sagt, [Abkömmlinge] von mit einem Verbote belegten seien Hurenkinder!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn sie pflichten hinsichtlich eines Nichtjuden und eines Sklaven bei. Als R. Dimi kam, sagte er nämlich im Namen des R. Jiçḥaq b. Evdämi im Namen unseres Meisters, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, sei das Kind ein Hurenkind.",
"DER HOCHPRIESTER MACHT ZUWEILEN UNTAUGLICH. Die Rabbanan lehrten: Ich will eine Sühne seinfür das Krüglein, den Sohn meiner Tochter, der mich Hebe zu essen berechtigt, und ich will keine Sühne sein für die Kanne, den Sohn meiner Tochter, der mich für die Hebe untauglich macht.",
"",
"DER UNBESCHNITTENE UND ALLE UNREINEN DÜRFEN KEINE HEBE ESSEN; IHRE FRAUEN UND IHRE SKLAVEN DÜRFEN HEBE ESSEN.",
"DER QUETSCHVERSTÜMMELTE UND DER ERGUSSDURCHSCHNITTENE DÜRFEN ESSEN, EBENSO IHRE SKLAVEN, IHRE FRAUEN ABER DÜRFEN NICHT ESSEN. HAT ER IHR, NACHDEM ER QUETSCHVERSTÜMMELT ODER ERGUSSDURCHSCHNITTEN GEWORDEN IST, NICHT MEHR BEIGEWOHNT, SO DÜRFEN SIE ESSEN.",
"ii,1QUETSCHVERSTÜMMELT HEISST DERJENIGE, DESSEN HODEN ZERQUETSCHT SIND, SELBST EINE VON IHNEN; ERGUSSDURCHSCHNITTEN HEISST DERJENIGE, DESSEN GLIED ABGESCHNITTEN IST; IST ETWAS VON DER EICHEL VORHANDEN, SELBST EIN HAAR BREIT, SO IST ER TAUGLICH.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Woher, daß ein Unbeschnittener keine Hebe essen darf? Beim Pesaḥopfer heißt es Beisaß und Mietling und bei der Hebe heißt es Beisaß und Mietling; wie das Pesaḥopfer, bei dem es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten ist, ebenso ist die Hebe, bei der es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten.",
"R. A͑qiba sagt, dies sei nicht nötig; es heißt:jeder Mann, und dies schließt den Unbeschnittenen ein.",
"Der Meister sagte: R. Elie͑zer sagte: Beim Pesaḥopfer heißt es Beisaß und Mietling und bei der Hebe heißt es Beisaß und Mietling; wie das Pesaḥopfer, bei dem es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten ist, ebenso ist die Hebe, bei der es Beisaß und Mietling heißt, einem Unbeschnittenen verboten.",
"Es ist entbehrlich, denn wäre es nicht entbehrlich, könnte man erwidern: wohl gilt dies vom Pesaḥopfer, bei dem man wegen des Verwerflichen und des Zurückbleibendenschuldig ist. Aber es ist entbehrlich.",
"Wo ist es entbehrlich, wenn etwa bei der Hebe, so ist es ja an sich nötig!? Es wird nämlich gelehrt: Beisaß, das ist der lebenslänglich Gekaufte; Mietling, das ist der auf Jahre Gekaufte.",
"Sollte esdoch nur vom Beisaß und nicht vom Mietling gesagt werden, und ich würde gefolgert haben: wenn der lebenslänglich Gekaufte davon nicht essen darf, um wieviel weniger der auf Jahre Gekaufte!?",
"Wenn dem so wäre, würde man gesagt haben, unter Beisaß sei der auf Jahre Gekaufte zu verstehen, während der lebenslänglich Gekaufte davon essen dürfe, daher heißt es Mietling, das lehrt, daß auch der Beisaß, obgleich er lebenslänglich gekauft ist, davon nicht essen darf. –",
"Vielmehr, beim Pesaḥopfer ist es entbehrlich. Was ist unter Beisaß und Mietling, das der Allbarmherzige beim Pesaḥopfer geschrieben hat, zu verstehen: wenn etwa ein wirklicher Beisaß und Mietling, wieso sollte er, weil er Beisaß oder Mietling ist vom Pesaḥopfer entbunden sein, uns ist es ja bekannt, daß ein solcher keine Hebe essen darf, wonach sein Herr sich ihn nicht aneignet,"
],
[
"somit eignet sich sein Herr ihn auch diesbezüglich nichtan. Es ist also entbehrlich. –",
"Aber immerhin ist es ja nur an einer Stelle entbehrlich, und wir wissen von R. Elie͑zer, daß er der Ansicht ist, wenn es nur an der einen Stelle entbehrlich ist, sei zwar ein Schluß zu folgern, jedoch auch zu widerlegen!? –",
"Da es an sich überhaupt nicht nötig ist, setze man eines zum Lernendenund eines zum Lehrenden, somit ist es eine Wortanalogie, bei der es an beiden Stellen entbehrlich ist. –",
"Demnach sollte doch, wie das Pesaḥopfer einem Leidtragenden verboten ist, auch die Hebe einem Leidtragenden verboten sein!?",
"R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt:jeder Gemeine, ich habe es dir nur von Gemeinen und nicht von Trauernden gesagt. – Vielleicht: und nicht von Unbeschnittenen!? – Es heißt: Beisaß und Mietling. – Was veranlaßt dich dazu!? –",
"Es ist einleuchtend, daß die Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn bei dieser fehlt eine Tätigkeit, erfolgt die Handlung an seinem Körper, ist die Ausrottungsstrafe gesetzt, sie bestand schon vor der Gesetzgebung, und die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven ist unerläßlich. –",
"Im Gegenteil, die Trauer sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeiterfolgen, hat Geltung bei Männern und Frauen, und es ist nicht in seiner Hand, sich geeignetzu machen!? – Jenesind mehr.",
"Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du nicht sagen, daß man die beim Pesaḥopfer genannte Unbeschnittenheit lasse und vom Pesaḥopfer hinsichtlich der Trauer folgere, wo doch diesbezüglich hinsichtlich des Pesaḥopfers selbst vom Zehnten gefolgert wird. –",
"Sollte doch, wie beim Pesaḥopfer die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich ist, auch bei der Hebe die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich sein!? –",
"Die Schrift sagt:du sollst ihn beschneiden, erst dann darf er davon essen, nur beim Essen vom Pesaḥopfer ist die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven unerläßlich, nicht aber ist die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und seiner Sklaven bei der Hebe unerläßlich. –",
"Demnach [folgere man:]kein Unbeschnittener darf davon essen, davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Hebe essen!? – Es heißt: Beisaß und Mietling. –",
"Was veranlaßt dich dazu!? – Es ist einleuchtend, daß seine eigene Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn die Handlung erfolgt an seinem Körper und sie ist mit der Ausrottung belegt. – Im Gegenteil, die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeiterfolgen!? –",
"Jene sind mehr. Wenn du aber willst, sage ich: auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen, denn es ist nicht denkbar, daß seine eigene Beschneidung nicht unerläßlich und die anderer unerläßlich sein sollte.",
"Worauf deutet, wo du erklärt hast, [das Wort] davon sei zur Deutung nötig, [der Schriftvers:] kein Fremder darf davon essen? –"
],
[
"Davon, nur dafür macht die Abtrünnigkeit untauglich, nicht aber macht die Abtrünnigkeit untauglich für den Zehnten. –",
"Worauf deutet [der Schriftvers:] kein Unbeschnittener darf davon essen? – Davon darf er nicht essen, wohl aber darf er Ungesäuertes und Bitterkrautessen.",
"Und sowohl [der Schriftvers vom] Unbeschnittenen als auch der vom Fremden ist nötig. Würde es der Allbarmherzige nur vom Unbeschnittenen geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er widerlich ist, nicht aber der Fremde, der nicht widerlich ist. Und würde es der Allbarmherzige nur vom Fremden geschrieben haben, so könnte man glauben, weil sein Herz nicht dem Himmel zugewandt ist, nicht aber der Unbeschnittene, dessen Herz dem Himmel zugewandt ist. Daher ist beides nötig. –",
"Wozu heißt es wiederholt von ihm? – Wegen der Lehre Rabas im Namen R. Jiçḥaqs.",
"Der Meister sagte: R. A͑qiba sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: jeder Mann, und dies schließt den Unbeschnittenen ein. Vielleicht schließt dies den Trauernden ein!? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Schrift sagt: kein Gemeiner, ich habe es dir nur von der Gemeinhaftigkeit und nicht von der Trauer gesagt. –",
"Vielleicht: und nicht von der Unbeschnittenheit!? – Es heißt: jeder Mann. –",
"Was veranlaßt dich dazu? – Es ist einleuchtend, daß die Unbeschnittenheit einbegriffen ist, denn bei dieser fehlt eine Tätigkeit, erfolgt die Handlung an seinem Körper, ist die Ausrottungsstrafe gesetzt, sie bestand schon vor der Gesetzgebung, und die Beschneidung seiner männlichen [Kinder] und Sklaven ist unerläßlich. –",
"Im Gegenteil, die Trauer sollte einbegriffen werden, denn sie kann jederzeit erfolgen, hat Geltung bei Männern und Frauen, und es ist nicht in seiner Hand, sich geeignet zu machen!? –",
"Jene sind mehr. Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen; die Schrift sagt: jeder Mann, und die Unbeschnittenheit ist es, die nur beim Manne und nicht bei der Frau vorkommen kann.",
"Wofür verwendet R. A͑qiba[die Worte] Beisaß und Mietling? R. Šema͑ja erwiderte: Dies schließt den beschnittenen Araber und den beschnittenen Gabnuniein. –",
"Gelten diese denn als beschnitten, wir haben ja gelernt: [Sagte jemand:] Qonamsei mir der Genuß von Unbeschnittenen, so ist es ihm von unbeschnittenen Jisraélitenerlaubt und von Beschnittenen der weltlichen Völkerverboten. [Sagte er:] Qonam sei mir der Genuß von Beschnittenen, so ist es ihm von Beschnittenen der weltlichen Völker erlaubt und von unbeschnittenen Jisraéliten verboten. –",
"Vielmehr, dies schließt einen Proselyten, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, und ein beschnittengeborenes Kind ein. Er ist der Ansicht, von einem solchen müsse man etwas Bündnisblut triefen lassen,",
"während R. Elie͑zer hiebei seine Ansicht vertritt, ein Proselyt, der beschnitten worden und nicht untergetaucht ist, sei ein richtiger Proselyt, und der Ansicht ist, von einem beschnitten geborenen Kinde brauche man kein Bündnisblut triefen zu lassen. –",
"Wofür verwendet R. Elie͑zer [die Worte] jeder Mann? – Die Tora gebraucht die landläufige Redewendung.",
"R. Ḥama b. U͑qaba fragte: Darf man ein unbeschnittenes Kind mit Öl von Hebe salben: ist die vorzeitige Unbeschnittenheithindernd oder nicht?",
"R. Zera erwiderte: Komm und höre: Ich weiß diesnur von der Beschneidung seiner männlichen [Kinder] für die Herrichtungund seiner Sklaven für das Essen, woher, daß das von diesen gesagte auch für jene, und das von jenen gesagte auch für diese gilt? Es heißt bei beiden. dann, als Wortanalogie.",
"Allerdings kann es bei Sklaven vorkommen, daß sie beim Essen und nicht bei der Herrichtung vorhanden sind, wenn er sie beispielsweise inzwischen gekauft hat,",
"wieso aber bei seinen männlichen [Kindern]? Doch wohl, wenn sie zwischen der Herrichtung und dem Essen geborensind. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die vorzeitige Unbeschnittenheit als Unbeschnittenheit gilt.",
"Raba erwiderte: Glaubst du: der Allbarmherzige sagt:alles Männliche soll beschnitten werden, und erst dann darf er herantreten, es herzurichten, während dieses nicht beschneidungsfähig ist. Dies gilt vielmehr von einem [Kinde], das vom Fieber geheiltist. –",
"Sollte man ihm doch [einen Aufschub] von sieben Tagen geben, denn Šemuél sagte, daß, wenn [das Kind] vom Fieber geheilt ist, man ihm [einen Aufschub] von sieben Tagengebe!? – Dem man einen solchen gegeben hat. – Man kann es ja morgensbeschneiden!? –"
],
[
"[Der Aufschub] reicht von Stunde zu Stunde. –",
"Luda lehrte ja aber, der Tag der Genesung gleiche dem Tage der Geburt; doch wohl: wie seit der Geburt nicht von Stunde zuStunde, ebenso seit der Genesung nicht von Stunde zu Stunde!? –",
"Nein, der Tag der Genesung ist mehr als der Tag seiner Geburt; seit dem Tage der Geburt erfolgt es nicht von Stunde zu Stunde, seit dem Tage der Genesung aber erfolgt es von Stunde zu Stunde.",
"R. Papa erwiderte: Wenn dem Kinde ein Auge schmerzte und es währenddessengenesen ist.",
"Raba erwiderte: Wenn sein Vater und seine Mutter im Gefängnisse eingesperrtwaren.",
"R. Kahana, Sohn des R. Neḥemja, erwiderte: Wenn [das Kind] geschlechtslos war und währenddessen sich herausgestellt hat, daß es männlich ist.",
"R. Šerebja erwiderte: Wenn [das Kind] den Kopf aus dem Eingange hervorgesteckt hatte. –",
"Ist es denn dann lebensfähig, es wird ja gelehrt, daß, sobald [das Kind] in die Welt kommt, das Geschlossene geöffnet und das Offenegeschlossen werde, da es sonst nicht eine Stunde leben könnte!? –",
"In dem Falle, wenn das Fieber es erhalten hat. – Wessen Fieber: wollte man sagen, sein eigenes, so ist ja [ein Aufschub] von sieben Tagen erforderlich!? – Vielmehr, wenn das Fieber der Mutter es erhalten hat. Wenn du aber willst, sage ich: dies nur, wenn es nicht geschrien hat, wenn es aber geschrien hat, lebt es.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Banaá: Ein Unbeschnittener kann die Besprengungerhalten, denn wir finden, daß auch unsere Vorfahren unbeschnitten die Besprengung erhalten haben. Es heißt:und das Volk kam am zehnten des ersten Monats aus dem Jarden herauf,",
"und da sie wegen der Reisemüdigkeit am zehnten nicht beschnitten wurden, so erhielten sie die Besprengungwahrscheinlich, als sie noch unbeschnitten waren. –",
"Vielleicht richteten sie das Pesaḥopfer überhaupt nicht her!? – Dies ist nicht anzunehmen, denn es heißt:sie richteten das Pesaḥopfer her.",
"Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht war es ein in Unreinheit hergerichtetes Pesaḥopfer!? R. Aši erwiderte ihm: Es wird ausdrücklich gelehrt: Sie wurden beschnitten, tauchten unter und richteten das Pesaḥopfer in Reinheit her.",
"Rahba b. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs: Die Bloßlegungbei der Beschneidung ist unserem Vater Abraham nicht geboten worden, denn es heißt:in jener Zeit sprach der Herr zu Jehošua͑: Mache dir scharfe Messer &c. –",
"Vielleicht für solche, die noch nicht beschnitten waren, wie es heißt:denn beschnitten war das ganze Volk, das ausgezogen war, aber das Volk, das geboren wurde &c. –",
"Wieso hieße es demnach wiederum und nochmals!?",
"Dies deutet auf die Bloßlegung, und daß der Abschluß der Beschneidungmit dem Beginne der Beschneidung zu vergleichen ist: wie der Beginn der Beschneidung unerläßlich ist, ebenso ist der Abschluß der Beschneidung unerläßlich. Wir haben nämlich gelernt: Folgende Hautfasern machen die Beschneidung ungültig: das Fleisch, das die Eichel bedeckt; ein solcher darf keine Hebe essen.",
"Rabina, manche sagen, R. Jirmeja b. Abba, sagte im Namen Rabhs: Das Fleisch, das den größeren Teil der Eichelhöhebedeckt.",
"Weshalb wurden sie in der Wüste nicht beschnitten? – Wenn du willst, sage ich: wegen der Reisemüdigkeit,"
],
[
"und wenn du willst, sage ich: weil ihnen der Nordwindnicht wehte. Es wird nämlich gelehrt: Die ganzen vierzig Jahre, während welcher die Jisraéliten in der Wüste weilten, wehte ihnen der Nordwind nicht. –",
"Aus welchem Grunde? – Weil sie einen Verweis erhaltenhatten. Wenn du aber willst, sage ich: um die Herrlichkeitswolkennicht zu teilen.",
"R. Papa sagte: Daher vollziehe man an einem wolkigen Tage und an einem Tage des Südwindes nicht die Beschneidung, auch lasse man sich an einem solchen nicht zur Ader. Jetzt aber, wo die Menge dies nicht beachtet, [sage man:]der Herr behütet die Einfältigen.",
"Die Rabbanan lehrten: In all den vierzig Jahren, während welcher die Jisraéliten in der Wüste waren, gab es keinen Tag, an dem nicht der Nordwind um Mitternacht geweht hätte, wie es heißt:und es geschah in der Mitternacht, da erschlug der Herr alle Erstgeburt &c. – Wieso geht dies hieraus hervor? – Dies besagt, daß die Stunde der Willfährigkeit wesentlich ist.",
"R. Hona sagte: Nach der Tora darf der Epispast Hebe essen, nur haben sie es ihm verboten, weil er wie ein Unbeschnittener aussieht.",
"Man wandte ein: Der Epispast ist zu beschneiden!? – Rabbanitisch. – Was dachte sich der Fragende, es heißt ja: ist zu beschneiden!? –",
"Er wurde irregeführt durch den Schlußsatz: R. Jehuda sagt, er sei nicht zu beschneiden, weil es für ihn gefährlichist. Man erwiderte ihm: Zur Zeit des Ben Koziba ließen sich vielebeschneiden und zeugten Söhne und Töchter. Auch heißt es:beschneiden zu beschneiden, selbst hundertmal. Ferner heißt es:meinen Bund hat er gebrochen, dies schließt den Epispasten ein. –",
"Wozu ist das ‘ferner’nötig? – Man könnte glauben, [die Worte] beschneiden zu beschneiden schließen die die Beschneidung ungültig machenden Hautfasern ein, so heißt es: meinen Bund hat er gebrochen, dies schließt den Epispasten ein.",
"Er glaubte, dies sei, da der Talmud es mit einem Schriftverse belegt, [eine Pflicht] der Tora, aber dem ist nicht so, es ist rabbanitisch, und der Schriftvers ist nur eine Anlehnung.",
"Man wandte ein: Der Geschlechtslose darf keine Hebe essen, seine Frauen und seine Sklaven dürfen essen. Der Epispast und der beschnitten Geborene dürfen essen. Der Zwitter darf Hebe essen, jedoch kein Heiliges; der Geschlechtslose darf weder Hebe noch Heiliges essen.",
"Hier lehrt er also, der Epispast und der beschnitten Geborene dürfen essen!? Dies ist eine Widerlegung R. Honas. Eine Widerlegung.",
"Der Meister sagte: Der Geschlechtslose darf keine Hebe essen, seine Frauen und seine Sklaven dürfen essen. Wie kommt ein Geschlechtsloser zu Frauen!? Wolltest du erwidern, die er sich angetraut hat, denn es wird gelehrt, daß, wenn ein Geschlechtsloser sich [eine Frau] angetraut hat, die Antrauung gültig, und wenn man ihn angetraut hat, die Antrauung gültigist,",
"so gilt dies allerdings erschwerend, gilt dies etwa auch erleichternd!? Er ist ein zweifelhaftes Weib, und ein Weib kann sich keine Frau antrauen.",
"Abajje erwiderte: Wenn seine Hoden außen zu merken sind.",
"Raba erwiderte: Unter ‘seine Frauen’ ist seine Mutter zu verstehen. – Von seiner Mutter ist dies ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Zeugungsfähige berechtige zu essen und der Zeugungsunfähige berechtige nicht zu essen, so lehrt er uns. –",
"Komm und höre: Der Geschlechtslose darf weder Hebe noch Heiliges essen. Allerdings lehrt er nach Abajje im Anfangsatze vom entschieden Unbeschnittenenund im Schlußsatze vom zweifelhaft Unbeschnittenen,",
"wozu aber lehrt er nach Raba im Schlußsatze vom Unbeschnittenen!? – Unter Geschlechtsloserist der Unbeschnittenezu verstehen. –",
"Wenn der zweifelhaft Unbeschnittene nicht essen darf, wie sollte der entschieden Unbeschnittene essen dürfen!? – Es ist eine Begründung: ein Geschlechtsloser darf keine Hebe essen, weil er ein zweifelhaft Unbeschnittener ist, und der Unbeschnittene weder Hebe noch Heiliges essen darf.",
"Es wäre anzunehmen, daß hierüberTannaím streiten: Der Epispast, der beschnitten Geborene, der beschnitteneProselyt, ein Kind, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, und alle anderen Beschnittenen, dies schließt den ein, der eine doppelte Vorhaut hat, dürfen nur am Tage beschnitten werden. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, die Beschneidung zur festgesetzten Zeitdürfe"
],
[
"nur am Tage erfolgen, nicht zur festgesetzten Zeit, sowohl am Tage als auch nachts. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, [die Beschneidung] des Epispasten sei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, die des Epispasten sei rabbanitisch. –",
"Glaubst du: gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, die eines Kindes, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, sei rabbanitisch!?",
"Vielmehr sind alle der Ansicht, [die Beschneidung] des Epispasten sei rabbanitisch, und die eines Kindes, dessen [Beschneidungs]frist vorüber ist, aus der Tora, und ihr Streit besteht hier in folgendem: einer ist der Ansicht, man deute [die Verbindung]und am Tage, und einer ist der Ansicht, man deute sie nicht.",
"So saß einst R. Joḥanan und trug vor: Zurückgebliebenesist zur festgesetztenZeit nur am Tageund außerhalb der festgesetzten Zeit sowohl am Tage als auch nachts zu verbrennen.",
"R. Elea͑zar wandte dann gegen R. Joḥanan ein: Ich weiß allerdings von der Beschneidung am achten [Tage], daß sie nur am Tage zu erfolgenhat, woher, daß auch die am neunten, am zehnten, am elften und am zwölftenerfolgende einbegriffen ist? Es heißt und am Tage.",
"Und auch derjenige, der das Vavnicht deutet, deutet das Vav und Hewohl!? Dieser schwieg.",
"Als jener fortgegangen war, sagte R. Joḥanan zu Reš Laqiš: Ich sah den Sohn Pedathsdasitzen und vortragen, wie Moše aus dem Munde der Allmacht. Dieser erwiderte: Es ist nicht seines, sondern eine Barajtha. – Wo wird dies gelehrt? – Im Priestergesetze. Hierauf lernte er es in drei Tagen und erfaßte es in drei Monaten.",
"R. Elea͑zar sagte: Wenn ein Unbeschnittener besprengthat, so ist die Besprengung gültig, wie dies auch beim am selben Tage Untergetauchtender Fall ist: obgleich ihm die Hebe verboten ist, ist er zur [Herrichtung der roten] Kuhzulässig. –",
"Wohl gilt dies vom am selben Tage Untergetauchten, dem auch der Zehnt erlaubt ist!? – Sprechen wir denn vom Essen, wir sprechen ja von der Berührung: wenn der am selben Tage Untergetauchte, dem die Berührung von Hebe verboten ist, bei der [roten] Kuh zulässig ist, um wieviel mehr ist der Unbeschnittene, dem die Berührungerlaubt ist, bei der [roten] Kuh zulässig.",
"Desgleichen wird gelehrt: Wenn ein Unbeschnittener besprengt hat, so ist die Besprengung gültig. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und die Weisen erklärten seine Besprengung als gültig.",
"Man wandte ein: Wenn ein Geschlechtsloser [das Entsündigungswasser] geweihthat, so ist die Weihung ungültig, weil er ein zweifelhaft Unbeschnittener, und ein Unbeschnittener für die Weihung unzulässig ist. Wenn ein Zwittergeweiht hat, so ist die Weihung gültig. R. Jehuda sagt, auch wenn ein Zwitter geweiht hat, sei die Weihung ungültig, weil er ein zweifelhaftes Weib ist, und ein Weib für die Weihung unzulässig ist. Hier lehrt er, ein Unbeschnittener und ein zweifelhaft Unbeschnittener sei für die Weihung unzulässig!?",
"R. Joseph erwiderte: Dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, der den Unbeschnittenen gleich dem Unreinen einbegreift. Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte: Jeder Mann, dies schließt den Unbeschnittenen ein.",
"Raba sagte: Ich saß vor R. Joseph und erhob folgenden Einwand: Sollte dochder Autor nicht zu lehrenunterlassen: der Unbeschnittene und der Unreine, und man würde sagen, dies gelte nach R. A͑qiba!? –",
"Etwa nicht, er lehrt ja: der Unbeschnittene und der Unreine sind vom Erscheinenfrei!? – Hierbei, weil er widerwärtigist.",
"Sievertreten hierbei ihre Ansichten, denn es wird gelehrt: Jeder ist zur Weihungzulässig, ausgenommen ein Tauber, ein Blöder und ein Minderjähriger; nach R. Jehuda ist ein Minderjähriger zulässig, eine Frau und ein Zwitter unzulässig. –",
"Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:und man nehme für den Unreinen von der Asche des verbrannten Sündopfers; die zum Sammeln [der Asche] unzulässigsind, sind zur Weihung unzulässig, und die zum Sammeln zulässigsind, sind zur Weihung zulässig. –",
"Und R. Jehuda!? – Er kann dir erwidern: wenn dem so wäre, müßte es ernehme heißen, es heißt aber man nehme; auch solche, die daunzulässig sind, sind hierbei zulässig. –",
"Demnach auch eine Frau!? – Es heißt:er gieße, nicht aber darf sie gießen. – Und die Rabbanan!? – Hieße es er nehme und er gieße, so könnte man glauben, einer nehme [die Asche] und derselbe gieße auch [das Wasser],",
"daher schrieb der Allbarmherzige, man nehme und er gieße, es dürfen auch zwei nehmen und einer gießen."
],
[
"Der Reine sprenge auf den Unreinen; der Reine, der sonstunrein ist. Dies lehrt, daß der am selben Tage Untergetauchtebei der [Herrichtung der roten] Kuh zulässig ist.",
"Man fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit einem Unbeschnittenen beim Zehnten: ist, wie hinsichtlich der Trauer vom Zehnten auf das Pesaḥopfergefolgert wird, ebenso hinsichtlich der Unbeschnittenheit vom Pesaḥopfer auf den Zehnten zu folgern,",
"oder aber folgere man nur vom Leichteren auf das Schwerere, nicht aber vom Schwereren auf das Leichtere.",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Wegen der Hebe und der Erstlingemacht man sich des Todesoder [der Zahlung] des Fünftelsschuldig; ferner sind sie Gemeinen verboten,",
"unbeschränktes Eigentum des Priesters, gehen sie unter hundertundeinemauf und benötigendes Händewaschens und des Sonnenunterganges. Dies gilt von der Hebe und den Erstlingen, nicht aber vom Zehnten.",
"Wenn dem so wäre, so sollte er auch lehren: diese sind einem Unbeschnittenen verboten, was beim Zehnten nicht der Fall ist!? –",
"Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er außerdem fort, daß er dies fortläßt? –",
"Im Schlußsatze lehrt er: Manches gilt beim Zehnten und den Erstlingen, nicht aber bei der Hebe: der Zehnt und die Erstlinge benötigen des Hinbringens nach der Stätteund des Sündenbekenntnisses, sind einem Trauernden verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt, und sind zur Fortschaffungpflichtig, nach R. Šimo͑n aber frei.",
"Er lehrt aber nicht: man darf sie unrein nicht brennen,"
],
[
"und wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe, was aber bei der Hebe nicht der Fall ist. Demnach lehrt er manches und läßt manches fort.",
"«Sind einem Trauernden verboten, nach R. Šimo͑n aber erlaubt.» Woher dies? – Es heißt:du darfst in deinen Ortschaften nicht essen den Zehnten deines Getreides und deines Mostes und deines Öls &c. und deine dargebrachte Hebe. Unter dargebrachte Hebe sind, wie der Meister sagte, die Erstlingezu verstehen, und man vergleiche die Erstlinge mit dem Zehnten: wie der Zehnt einem Trauernden verboten ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden verboten. –",
"Und R. Šimo͑n!? – Der Allbarmherzige nennt sie Hebe: wie die Hebe einem Trauernden erlaubt ist, ebenso sind die Erstlinge einem Trauernden erlaubt.",
"«Sind zur Fortschaffung pflichtig, nach R. Šimo͑n aber frei.» Einer vergleicht sie mit einander und einer vergleicht sie nicht.",
"«Man darf sie nicht unrein brennen, und wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe.» Woher dies? – Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte:Ich habe nichts davon in Unreinheit, verbrannt, einerlei ob ich unrein und dieses rein oder ich rein und dieses unrein war.",
"Wo das Essenverboten wird, weiß ich nicht. – Von der Unreinheit der Person heißt es ja ausdrücklich:die Person, die es berührt, sei unrein bis zum Abend und darf nichts Heiliges essen, sie hätte denn den Leib im Wasser gebadet!? –",
"Woher dies von der Unreinheit der Sache? – Hierbeiheißt es: du darfst in deinen Ortschaften nicht essen den Zehnten deines Getreides, dortaber heißt es: in deinen Ortschaften magst du es essen, unrein und rein zusammen, wie Hirsch und Reh, und in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, ein Reiner und ein Unreiner dürfen davon unbeanstandet sogar an einem Tische und aus einer Schüssel essen. Der Allbarmherzige sagt damit: nur dies habe ich dir in deinen Ortschaften sozu essen erlaubt, jenesaber darfst du nicht so essen.",
"«Was aber bei der Hebe nicht der Fall ist.» Woher dies? R. Abahu erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Schrift sagt: ich habe nichts davon in Unreinheit verbrannt, davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du unrein gewordenes Öl und Hebe brennen. –",
"Vielleicht aber: davon darfst du nicht brennen, wohl aber darfst du unrein gewordenes Öl von Heiligembrennen!? – Diesbezüglich ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora vom minder[heiligen] Zehnten sagt, man dürfe davon nicht in Unreinheit brennen, um wieviel weniger vom strengeren Heiligen. –",
"Demnach sollte [der Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere auch von der Hebe gelten!? – Es heißt von ihm. –",
"Was veranlaßt dich dazu? – Es ist einleuchtend, daß das Heilige nicht auszuschließen ist,",
"denn bei diesem gibt es Verwerfliches, Zurückbleibendes, Opferung und Veruntreuung, es istmit der Ausrottung belegt, und es ist einem Trauernden verboten. –",
"Im Gegenteil, die Hebe sollte nicht ausgeschlossen werden, denn sie ist mit der Todesstrafe und dem Fünftelbelegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten!? –",
"Jenesind mehr. Wenn du aber willst, sage ich: die Ausrottungsstrafe ist schwerwiegender.",
"«Wer sie in ihrer Unreinheit ißt, erhält Geißelhiebe, was aber bei der Hebe nicht der Fall ist.» Nur Geißelhiebe erhält er nicht, verboten aber ist es; woher dies? – Die Schrift sagt:in deinen Ortschaften magst du es essen, dies und nichts anderes, und das aus einem Gebote kommende Verbot gilt als Gebot.",
"R. Aši sagte: Auch aus dem Anfangsatze geht hervor, daß er manches lehrt und manchesfortläßt, denn er lehrt nicht:"
],
[
"diesehaben Geltung in allen Jahren des Septenniumsund können nicht ausgelöst werden, was aber beim [zweiten] Zehnten nicht der Fall ist. Schließe hieraus. –",
"Komm und höre: Sind die Beschneidung ungültig machende Fleischfasern zurückgeblieben, so darf er weder Hebe noch das Pesaḥopfer noch Heiliges noch den Zehnten essen. Doch wohl den Getreidezehnten!? – Nein, den Viehzehnten. –",
"Der Viehzehnt ist ja Heiliges!? Er lehrt ja, auch nach deiner Auffassung, ebenso vom Pesaḥopfer und vom Heiligen. –",
"Allerdings ist es vom Pesaḥopfer und vom Heiligen [besonders zu lehren] nötig, denn würde er es nur vom Pesaḥopfer gelehrt haben, so könnte man glauben, weil [das Verbot] der Unbeschnittenheit bei diesem geschrieben ist, nicht aber gelte dies vom Heiligen, und würde er es nur vom Heiligen gelehrt haben, so könnte man glauben, darunter sei das Pesaḥopferzu verstehen; wozu aber ist dies vom Viehzehntennötig!? –",
"Vielmehr, dies gilt vom ersten Zehnten, und zwar nach R. Meír, welcher sagt, der erste Zehnt sei Gemeinen verboten. –",
"Komm und höre: R. Ḥija b. Rabh aus Diphte lehrte: Dem Unbeschnittenen sind beide Zehnte verboten, der Getreidezehnt und der Viehzehnt!? – Hier ebenfalls der erste Zehnt, nach R. Meír. –",
"Komm und höre: Dem Trauernden ist der Zehnt verboten und die Hebe und die [Herrichtung der roten] Kuherlaubt. Dem am selben Tage Untergetauchten ist die Hebe verboten und die [Herrichtung der roten] Kuh und der Zehnt erlaubt. Dem der Sühne Ermangelndenist die [Herrichtung der roten] Kuh verboten und die Hebe und der Zehnt erlaubt. Wenn dem sowäre, so sollte er auch lehren: dem Unbeschnittenen ist die Hebe verboten und die [Herrichtung der roten] Kuh und der Zehnt erlaubt!? –",
"Hier ist der Autor der Schule R. A͑qibas vertreten, der den Unbeschnittenen gleich dem Unreineneinschließt. Es wird nämlich gelehrt: R. A͑qiba sagte:Jeder Mann, dies schließt den Unbeschnittenen ein. –",
"Wer ist der Autor, der gegen R. A͑qiba streitet? – Es ist der Gegner R. Joseph des Babyloniers, denn es wird gelehrt: Die Verbrennungdurch einen Trauernden oder der Sühne Ermangelnden ist gültig; R. Joseph der Babylonier sagt, die des Trauernden sei gültig und die des der Sühne Ermangelndensei ungültig.",
"Auch R. Jiçḥaq ist der Ansicht, dem Unbeschnittenen sei der Zehnt verboten, denn R. Jiçḥaq sagte: Woher, daß dem Unbeschnittenen der Zehnt verboten ist? Beim Zehntenheißt es von ihm und beim Pesaḥopferheißt es von ihm, wie das Pesaḥopfer, bei dem es von ihm heißt, einem Unbeschnittenen verboten ist, ebenso ist der Zehnt, bei dem es von ihm heißt, einem Unbeschnittenen verboten.",
"Esist entbehrlich, denn wäre es nicht entbehrlich, könnte man erwidern: wohl gilt dies vom Pesaḥopfer, bei dem man wegen des Verwerflichen, des Zurückbleibenden und des Unreinen schuldig ist; aber es ist entbehrlich. –",
"Wieso ist es entbehrlich? Raba erwiderte im Namen R. Jiçḥaqs: Beim Pesaḥopfer heißt es dreimalvon ihm; einmal ist es an sich nötig, einmal zur Wortanalogie und einmal [wegen des folgenden].",
"Nach demjenigen, welcher sagt, die Schrift lasse ein Gebot auf das Verbotfolgen, heißt es [wiederum] von ihm, weil es [wiederum] zurückbleibt heißt; und nach demjenigen, welcher sagt, sie füge für die Verbrennung einen zweiten Morgenhinzu, heißt es [wiederum] von ihm, weil es [wiederum] bis zum Morgen heißt.",
"Ebenso heißt es beim Zehnten dreimal von ihm; einmal ist es an sich nötig, einmal wegen der Lehre R. Abahus im Namen R. Joḥanans, und einmal wegen der Lehre des Reš Laqiš.",
"Reš Laqiš sagte nämlich im Namen R. Simajs: Woher, daß man unrein gewordenen zweiten Zehnten zum Salben verwenden darf? Es heißt: ich habe nichts davon für einen Toten verwandt, für einen Toten nicht, wohl aber für einen Lebenden, wie für einen Toten, und das Salben ist es, das bei Lebenden und bei Toten zugleich zur Anwendung kommt.",
"Mar Zuṭra wandte ein: Vielleicht zur Anschaffung von Sarg und Totengewändern? R. Hona, der Sohn R. Jehošua͑s, erwiderte: Es heißt von ihm, von diesem selbst. R. Aši erwiderte: Nicht verwandt gleich nicht gegessen, wie dies die Sache selbst, ebenso jenes die Sache selbst. –",
"Aber immerhin ist esja nur an einer Stelle entbehrlich!? Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, man könnefolgern und nichts erwidern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, man könne folgern und dagegenerwidern!? –",
"Die Lehre R. Abahus ist aus dem von R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha [angezogenen Schriftverse]zu entnehmen. R. Naḥman sagte nämlich im Namen des Rabba b. Abuha: Es heißt:und ich, siehe, überweise dir, was von meinen Heben aufzubewahren ist; die Schrift spricht von zwei Heben, von einer reinen Hebe und von einer unreinen Hebe, und der Allbarmherzige sagt dir, sie gehören dir, auch unter deinem Kochtopfe zu brennen.",
"UND ALLE UNREINE &C. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte im Namen R. Jišma͑éls: Die Schrift sagt:wer irgend von den Nachkommen Ahrons aussätzig ist oder einen Fluß hat &c., und das, wobei alle Nachkommen"
],
[
"Ahrons einander gleichen, ist die Hebe. – Vielleicht Brust und Schenkel!? – Diese sind der Zurückkehrendenverboten!? –",
"Ebenso ist ja die Hebe der Entweihtenverboten!? – Die Entweihte gehört nicht zu den Nachkommen Ahrons. –",
"Woher, daß [die Worte]bis er rein ist den Sonnenuntergangbedeuten, vielleicht die Darbringung des Sühnopfers!? –",
"Dies ist nicht einleuchtend, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Die Schrift spricht von einem Flußbehafteten, der zweimal [Fluß] gemerkthat, und von einem abgeschlossenen Aussätzigen. Gleich dem Leichenunreinen, wie der Leichenunreine keines Sühnopfers benötigt, ebenso diese, wenn sie keines Sühnopfers benötigen. –",
"Vielleicht nur solche, die überhaupt kein Sühnopfer darzubringen haben, solche aber, die ein Sühnopfer darzubringen haben, erst wenn sie das Sühnopfer dargebracht haben!?",
"Ferner haben wir gelernt: Sobald er untergetaucht und heraufgestiegen ist, darf er vom Zehnten essen, nach Sonnenuntergang darf er Hebe essen, hat er das Sühnopfer dargebracht, darf er Heiliges essen; woher dies?",
"Raba erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Es sind drei Schriftverse vorhanden. Es heißt:und vom Heiligen nicht essen, sie hätte denn den Leib im Wasser gebadet; wenn gebadet, so ist sie rein. Ferner heißt es:wenn die Sonne untergeht, ist er rein, und hernach esse er vom Heiligen. Ferner heißt es: der Priester schaffe ihr Sühne, und sie sei rein. Wie ist dieszu erklären? Das erste hinsichtlich des Zehnten, das andere hinsichtlich der Hebe und das letzte hinsichtlich des Heiligen. –",
"Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß die Hebe bedeutenderist, denn sie ist mit der Todesstrafe und dem Fünftel belegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten. –",
"Im Gegenteil der Zehnt ist ja bedeutender, denn er benötigt der Stätte und des Sündenbekenntnisses, ist Trauernden und in Unreinheit verboten, und ist fortzuschaffen!? –",
"Immerhin ist die Todesstrafe schwerwiegender.",
"Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß die Todesstrafe schwerwiegender ist, kannst du diesnicht sagen, denn die Schrift sagt Person, und der Zehnt ist es, hinsichtlich dessen alle Personen einander gleichen. –",
"Aber immerhin nur solche, die des Sühnopfers nicht benötigen, die aber des Sühnopfers benötigen, nur wenn sie das Sühnopfer dargebracht haben!?",
"Abajje erwiderte: Hinsichtlich der Wöchnerinsind zwei Schriftverse vorhanden: es heißt:bis die Tage ihrer Reinheit voll sind, sobald die Tage ihrer Reinheit voll sind, ist sie rein, und es heißt: der Priester schaffe ihr Sühne, und sie sei rein; wie ist dies zu erklären? Das erste hinsichtlich der Hebe und das andere hinsichtlich des Heiligen. –",
"Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß das Heilige strenger ist, denn bei diesem gibt es Verwerfliches, Zurückbleibendes, Opferung, Veruntreuung, es ist mit der Ausrottung belegt, und es ist einem Trauernden verboten. –",
"Im Gegenteil, die Hebe ist ja strenger, denn sie ist mit der Todesstrafe und mit dem Fünftel belegt, kann nicht ausgelöst werden und ist Gemeinen verboten!? – Jenesind mehr.",
"Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, daß jene mehr sind, kannst du dies nicht sagen; die Schrift sagt: der Priester schaffe ihr Sühne, und sie sei rein, demnach ist sie bis dahin unrein, und wenn man sagen wollte, dies gelte vom Heiligen, so sollte hierbei gelten:und das Fleisch, das irgend etwas Unreines berührt, darf nicht gegessen werden. Dies gilt somit, wie hieraus zu entnehmen, von der Hebe.",
"R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Wieso kannst du sagen, die Schrift spreche von der Hebe, es wird ja gelehrt:Sprich zu den Kindern Jisraél; ich weiß dies nur von den Kindern Jisraél, woher dies von einer Proselytin und einer freigelassenen Sklavin? Es heißt Weib. Wieso kann man sagen, sie spreche von der Hebe, sind etwa Proselytin und Sklavin Hebe zu essen berechtigt!?",
"Raba erwiderte; Etwa nicht,"
],
[
"es heißt ja:nichts Heiliges darf sie berühren, und dies schließt die Hebeein. Vielmehr zählt die Schrift diese Dinge nach einander auf. –",
"Wozu sind drei Schriftverse hinsichtlich der Hebe nötig? – Sie sind nötig. Würde es nur geheißen haben:bis er rein ist, so würde man nicht gewußt haben, wodurch, daher schrieb der Allbarmherzige: wenn die Sonne untergeht, ist er rein.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: wenn die Sonne untergeht, so könnte man glauben, nur wer des Sühnopfers nicht benötigt, wer aber des Sühnopfers benötigt, nur wenn er das Sühnopfer dargebracht hat, daher schrieb der Allbarmherzige: bis voll sind.",
"Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben bis voll sind, so könnte man glauben, auch ohne Untertauchen, daher schrieb der Allbarmherzige: bis er rein ist. –",
"Wozu sind zwei Schriftverse hinsichtlich des Heiligen nötig nach dem Autor, der gegen den Autor der Schule R. Jišma͑élsstreitet und lehrt, die Schrift sprechevon einem Flußbehafteten, der dreimal [Fluß] gemerkthat, und einem entschieden Aussätzigen, und [die Worte] bis er rein ist bedeuten, bis er das Sühnopfer dargebracht hat? –",
"Sie sind nötig. Würde der Allbarmherzige es nur von der Wöchnerin geschrieben haben, so könnte man glauben, weil ihre Unreinheit größerist, nicht aber gelte dies vom Flußbehafteten. Und würde der Allbarmherzige es nur vom Flußbehafteten geschrieben haben, so könnte man glauben, weil [seine Unreinheit] unbegrenztist, nicht aber gelte dies von der Wöchnerin. Daher ist beides nötig. –",
"Ins Wasser werde es getan und sei unrein bis zum Abend; wozu dies? R. Zera erwiderte: Inbetreff des Berührens.",
"Es wird nämlich gelehrt: Und sei unrein; man könnte glauben, in jeder Hinsicht, so heißt es:dann rein. Aus [dem Worte] rein könnte man entnehmen, in jeder. Hinsicht, so heißt es: und sei unrein. Wie ist dies zu erklären? Letzteres hinsichtlich des Zehnten und ersteres hinsichtlich der Hebe. –",
"Vielleicht umgekehrt!? – Es ist einleuchtend, daß, wie das Essen der Hebe strenger ist als das Essen des Zehnten, ebenso das Berühren der Hebe strenger ist als das Berühren des Zehnten.",
"Wenn du aber willst, sage ich: hinsichtlich des Berührens der Hebe ist es aus folgendem zu entnehmen: Nichts Heiliges darf sie berühren, das Verbot bezieht sich auf das Essen. Du sagst, auf das Essen, vielleicht ist dem nicht so, sondern auf das Berühren?",
"Es heißt: nichts Heiliges darf sie berühren und in das Heiligtum soll sie nicht eintreten; er vergleicht das Heilige mit dem Heiligtum, wie beim Heiligtume ein Vergehen, wegen dessen man das Lebenverwirkt, ebenso beim Heiligen ein Vergehen, wegen dessen man das Leben verwirkt, und durch das Berühren verwirkt man das Leben nicht.",
"Der Ausdruck ‘berühren’ wird hier deshalb gebraucht, um anzudeuten, daß das Berühren dem Essen gleicht.",
"DER QUETSCHVERSTÜMMELTE &C. Wer ist der Autor, welcher sagt, an der eine nach der Tora ungültige Beiwohnung vollzogen werdensoll, dürfe essen? R. Elea͑zar erwiderte: Hierüber besteht ein Streit, und hier ist die Ansicht R. Elea͑zars und R. Šimo͑ns vertreten.",
"R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn hierbei ist es anders, da sie bereits gegessenhat.",
"R. Elea͑zar aber sagt, der Umstand, daß sie bereits gegessen hat, sei nichtig, denn demnach dürfte eine Jisraélitin, wenn sie mit einem Priester verheiratet war und er gestorben ist, ebenfalls essen, weil sie bereits gegessen hat. –",
"Und R. Joḥanan!? – Bei dieser ist die Angehörigkeitgeschwunden, bei jener ist die Angehörigkeit nicht geschwunden.",
"QUETSCHVERSTÜMMELTER HEISST DERJENIGE. Die Rabbanan lehrten: Quetschverstümmelter heißt derjenige, dessen Hoden zerquetscht sind, selbst eine von ihnen, auch wenn nur durchlöchert, zerrieben oder defekt. R. Jišma͑él, Sohn des R. Joḥanan b. Beroqa, sagte: Ich hörte aus dem Munde der Weisen in der Akademie zu Jabne, wer nur eine Hode hat, sei nichts weiter als Naturkastrat, und er ist tauglich. –",
"Naturkastrat, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, er gleicht einem Naturkastraten, und er ist tauglich. –",
"Ist denn derjenige, dem [die Hoden] durchlöchert sind, nicht zeugungsfähig, einst ereignete es sich ja, daß jemand auf eine Dattelpalme kletterte"
],
[
"und ein Span ihm in die Hoden drang, sodaß ein [Samen]strahl hervordrang, und dennoch zeugte er Kinder!? – Von diesem ließ ja Šemuél Rabh sagen, daß er über die Herkunft seiner Kinder nachforsche.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Der durch himmlische [Fügung]Quetschverstümmelte ist tauglich. Raba sprach: Deswegen heißt es auch ‘ein Verstümmelter’ und nicht ‘derVerstümmelte’.",
"In einer Barajtha wurde gelehrt: Es heißt:es komme kein Quetschverstümmelter, und es heißt:es komme kein Hurenkind; wie dieser durch Menschen [entstanden ist], ebenso jener, wenn durch Menschen.",
"Raba sagte: Dies gilt beim Verstümmelten von allen, beim Zerquetschten von allen und beim Durchschnittenen von allen. Beim Verstümmelten von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang verstümmelt sind. Beim Zerquetschten von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang zerquetscht sind. Beim Durchschnittenen von allen, einerlei ob das Glied, die Hoden oder der Samenstrang durchschnitten sind.",
"Ein Jünger sprach zu Raba: Woher, daß unter quetschverstümmelt diese Stelle zu verstehen ist, vielleicht der Kopf!? Dieser erwiderte: Bei diesem sind keine [nachfolgende] Generationenangegeben, somit ist diese Stelle zu verstehen. –",
"Vielleicht sind deshalb keine [nachfolgende] Generationen angegeben, weil nur er unzulässig ist, sein Sohn und der Sohn seines Sohnes aber zulässig!?",
"Gleich dem Ergußdurchschnittenen, wie beim Ergußdurchschnittenen an dieser Stelle, ebenso bei diesem an dieser Stelle. –",
"Woher, daß es beim Ergußdurchschnittenen diese Stelle ist, vielleicht die Lippen!? – Es heißt Erguß, wo ein Ergußerfolgt. –",
"Vielleicht die Nase!? – Es heißt nicht ‘am Erguß’, sondern ‘Ergußdurchschnittener’, wenn die Ergießung durch die Durchschneidung erfolgt, undurchschnitten dagegen [der Ausfluß] sich nicht ergießt, sondern spritzt; bei jener aber ergießt er sich in jedemFalle.",
"In einer Barajtha wurde gelehrt: Es heißt: es komme kein Quetschverstümmelter, und es heißt: es komme kein Hurenkind, wie es sich bei diesem um diese Stelle handelt, ebenso bei jenem um diese Stelle.",
"R. Ḥija b. Abba wollte entscheiden, daß, wenn das Loch unterhalb der Eichel ist und gegenüber oberhalb der Eichelmündet, er zulässig ist, da sprach R. Asi zu ihm: Folgendes sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Jede [Durchlöcherung] der Eichel ist ein Hinderungsgrund.",
"IST ETWAS VON DER EICHEL VORHANDEN &C. Rabina saß und warf folgende Frage auf: ist unter Haar breit, wovon sie sprechen, um die ganze [Eichel] oder um den größeren Teil zu verstehen? Raba Tospaáh sprach zu Rabina: Ein Haar breit um den größeren Teil, gegen oben.",
"R. Hona sagte: Wenn schreibrohrartig, so ist er tauglich, wenn rinnenartig, so ist er untauglich, denn in diesem Falle dringt Luft ein und in jenem Falle dringt keine Luft ein. R. Ḥisda aber sagt, wenn rinnenartig, sei er tauglich, wenn schreibrohrartig, sei er untauglich, denn in jenem Falle erfolgt eine Reibungund in diesem Falle erfolgt keine Reibung.",
"Raba sagte: Die Ansicht R. Honas, in dem einen Falle dringe Luft ein und im anderen Falle dringe keine Luft ein, ist einleuchtend. Wollte man die Reibung berücksichtigen, so verhält es sich hierbei wie beim Spunde eines Fasses.",
"Rabina sprach zu Meremar: Folgendes sagte Mar Zuṭra im Namen R. Papas: die Halakha ist, er sei tauglich, einerlei ob schreibrohrartig oder rinnenartig. Fraglich war es ihm jedoch, ob unterhalb oder oberhalb der Eichel. – Selbstverständlich oberhalb der Eichel, unterhalb der Eichel ist er ja [tauglich], selbst wenn es ganz abgeschnitten ist!? – Rabina wollte damit Meremar nur auf die Probe stellen.",
"Einst kam ein solcher Fall in Matha Meḥasja vor; da ließ Mar b. R. Aši [die Eichel]schreibrohrartig abschrägen und erklärte ihn als tauglich. Einst kam in Pumbeditha ein Fall vor, daß einem der Samenkanal verstopft war und der Same durch den Urinkanal hervorkam. R. Bebaj b. Abajje wollte ihn als tauglich erklären; da sprach R. Papi zu ihm: Weil ihr von Gekürztenstammt,"
],
[
"redet ihr gekürzte Worte; aus der richtigen Stelle befruchtet er, aus der unrichtigen Stelle befruchtet er nicht.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: War ein Loch vorhanden, das sich geschlossen hat, so ist er, wenn es beim Samenerguß aufgeht, untauglich, wenn aber nicht, tauglich. Raba wandte ein: Wo, wenn unterhalb der Eichel, so ist er ja [tauglich], auch wenn sie weggeschnitten ist!? – – Vielmehr, an der Eichel seihst. Es wurde auch gelehrt: R. Mari h. Mar sagte im Namen Mar U͑qahas im Namen Šemuéls: Wenn an der Eichel selber ein Loch war, das sich geschlossen hat, so ist er, falls es beim Samenerguß aufgeht, untauglich, wenn aber nicht, tauglich.",
"Raba, der Sohn Rabbas, sandte an R. Joseph: Lehre uns der Meister, wasman mache. Dieser erwiderte: Man hole warmes Gerstenbrot und lege es ihm auf den Anus; er bekommt dann Samenerguß, und man stelle es fest.",
"Abajje sprach: Gleicht denn jeder unserem Vater Ja͑qob, von dem es heißt:meine Kraft und Erstling meiner Stärke, der nie im Leben Samenergußhatte!?",
"Vielmehr, sagte Abajje, führe man ihm farbige Gewändervor. Raba sprach: Gleicht denn jeder Barzilajaus Gilea͑d!? – Richtiger ist es vielmehr, wie wir zuerst gesagt haben.",
"Die Rabbanan lehrten: Ist erdurchlöchert, so ist er untauglich, weil [der Same] fließt; wird [das Loch] geschlossen, so ist er tauglich, weil er zeugungsfähig ist. Dies ist ein Fall, wobei der Untaugliche wieder tauglich wird. – Was schließt [das Wort] ‘dies’ aus? – Dies schließt den Fall aus, wenn an der Lunge über einer Wunde ein Häutchen entstanden ist; dieses gilt nicht als Haut.",
"R. Idi b. Abin ließ Abajje fragen, was man [dagegen]mache. Dieser erwiderte: Man ritze [diese Stelle]mit einer Gerste ein und bestreiche sie mit Talg; sodann drücke man eine große Ameise hinein und trenne ihr den Kopfab. Jedoch nur mit einer Gerste, Eisen aber entzündet. Dies gilt nur von einem kleinen [Loche], ein großes aber geht auf.",
"Rabba b. R. Hona sagte: Wer aus zwei Stellen uriniert, ist untauglich. Raba sagte: Die Halakha ist weder wie der Sohn noch wie der Vater. Wie der Sohn, hinsichtlich des eben gesagten; wie der Vater, denn R. Hona sagte, Frauen, die mit einander Tribadie treiben, seien für Priester untauglich.",
"Denn selbst nach R. Elea͑zar, welcher sagt, wenn ein Lediger einer Ledigen ohne Absicht der Ehelichung beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht, gilt dies nur von einem Manne, bei Frauen [unter einander] aber ist es nichts weiter als eine Zuchtlosigkeit.",
"EINEM QUETSCHVERSTÜMMELTEN UND EINEM ERGUSSDURCHSCHNITTENEN SIND DIE PROSELYTIN UND DIE FREIGELASSENE SKLAVIN ERLAUBT; VERBOTEN IST IHNEN NUR IN DIE GEMEINDEZU KOMMEN, WIE ES HEISST:es komme kein Quetschverstümmelter und kein Ergußdurchschnittener in die Gemeinde des Herrn.",
"GEMARA. Sie fragten R. Šešeth: Ist einem quetschverstümmelten oder ergußdurchschnittenen Priester eine Proselytin oder eine freigelassene Sklavinerlaubt: verbleibt er bei seiner Heiligkeit, und sie sind ihm verboten, oder verbleibt er nicht bei seiner Heiligkeit, und sie sind ihm erlaubt?",
"R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Einem quetschverstümmelten Jisraéliten ist eine Nethinaerlaubt. Wenn man nun sagen wollte, er verbleibe bei seiner Heiligkeit, so sollte doch hierbei gelten:du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern!?",
"Raba erwiderte: Da wird ja nicht Heiligkeit oder Uneinigkeit berücksichtigt, sondern der Umstand, er könnte [von ihr] einen Sohn zeugen und dieser Götzen anbeten. Dies gilt nur von solchen, die sich in ihrer Nichtjudenheit befinden, die sich aber bekehren, sind erlaubt, und nur die Rabbanan haben diesangeordnet; die Anordnung der Rabbanan gilt für Zeugungsfähige, nicht aber für diesen, der nicht zeugungsfähig ist. –",
"Demnach sollte sie einem Hurenkinde verboten sein, der zeugungsfähig ist, und dem widersprechend haben wir gelernt, Hurenkinder und Nethinim dürfen einander heiraten!? – Vielmehr, die Anordnung der Rabbanan gilt nur für Taugliche, nicht aber für Untaugliche.",
"Später sagte Raba: Das, was ich gesagt habe, ist nichts; während ihrer Nichtjudenheit gibt es bei ihnen keine Verschwägerung, haben sie sich bekehrt, so gibt es bei ihnen eine Verschwägerung.",
"R. Joseph wandte ein:Und Šelomo verschwägerte sich mit dem Pareo͑, dem Könige von Miçrajim, und nahm seine Tochter!? – Sie hatte sich bekehrt. – In den Tagen Davids und den Tagen Šelomos nahm man ja keine Proselyten auf!? – Aus dem Grunde, weil sie auf die königliche Tafel[rechneten],"
],
[
"und diese benötigte ihrer nicht. –",
"Sie war ja Miçrith erster Generation!? Wolltest du erwidern, jene seien fort und dieseseien andere,",
"so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Minjamin, ein miçrischer Proselyt, war mein Genosse unter den Schülern R. A͑qibas, und sagte: Ich bin ein Miçri erster Generation und heiratete eine Miçrith erster Generation; ich will meinen Sohn mit einer Miçrith zweiter Generation verheiraten, damit der Sohn meines Sohnes in die Gemeinde kommen dürfe.",
"R. Papa erwiderte: Sollten wir uns denn nach Šelomo richten!? Šelomo heiratete sieüberhaupt nicht, vielmehr heißt es von ihm:von den Völkern, von denen der Herr zu den Kindern Jisraél gesprochen hat, daß nicht ihr unter sie noch sie unter euch kommen sollen, denn sie würden eure Herzen nach ihren Göttern neigen, an diesen hing Šelomo und liebte sie. – Dem widersprechen ja [die Worte] verschwägerte sich!? –",
"Wegen der übermäßigen Liebe, mit der er sie liebte, rechnet ihm dies die Schrift als Verschwägerung an.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Unsere Mišna lehrt ja aber, einem Quetschverstümmelten und einem Ergußdurchschnittenen seien die Proselytin und die freigelassene Sklavin erlaubt, wonach ihnen eine Nethina verboten ist!?",
"Dieser erwiderte: Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: verboten ist ihnen nur in die Gemeinde zu kommen; demnach ist ihnen eine Nethina erlaubt!? Hieraus ist somit nichts zu entnehmen.",
"DER A͑MMONITER UND DER MOABITER SIND VERBOTEN, UND DAS VERBOT IST EIN EWIGES, IHRE FRAUEN ABER SIND SOFORTERLAUBT.",
"DER MIÇRI UND DER EDOMITER SIND NUR BIS ZUR DRITTEN GENERATIONVERBOTEN, SOWOHL MÄNNER ALS AUCH FRAUEN; R. ŠIMO͑N ERLAUBT DIE FRAUEN SOFORT. R. ŠIMO͑N SPRACH: ES IST [EIN SCHLUSS] VOM SCHWEREREN AUF DAS LEICHTERE ZU FOLGERN: WENN BEI SOLCHEN, BEI DENEN HINSICHTLICH DER MÄNNER EIN EWIGES VERBOT BESTEHT, FRAUEN SOFORT ERLAUBT SIND, UM WIEVIEL MEHR SIND BEI SOLCHEN, BEI DENEN MÄNNER NUR BIS ZUR DRITTEN GENERATION VERBOTEN SIND, FRAUEN SOFORT ERLAUBT.",
"SIE ERWIDERTEN IHM: IST [DEINE ANSICHT] EINE ÜBERLIEFERTE HALAKHA, SO ERKENNEN WIR SIE AN, WENN ABER EINE SCHLUSSFOLGERUNG, SO GIBT ES EINE WIDERLEGUNG. ER ERWIDERTE IHNEN: NICHT DOCH, ICH SPRECHE EINE ÜBERLIEFERTE HALAKHA.",
"GEMARA. Woher dies? R. Joḥanan erwiderte: Es heißt:und als Šaúl David gegen den Pelišti ausziehen sah, sprach er zum Heerführer Abner: wessen Sohn ist der Knabe, Abner? Abner antwortete: So wahr du lebst, o König, ich weiß es nicht. Kannte er ihn denn nicht, es heißt ja:und er liebte ihn sehr, und er ward sein Waffenträger!? Vielmehr, er erkundigte sich nach seinem Vater. –",
"Kannte er denn seinen Vater nicht, es heißt ja:und der Mann war in den Tagen Šaúls alt, war unter Menschen gekommen, und Rabh, nach anderen R. Abba, sagte, dies sei Jišaj, der Vater Davids, der mit einem Heere kam und mit einem Heere auszog!? –",
"Šaúl fragte folgendes: stammt er von Pereçoder stammt er von Zeraḥ? Stammt er von Pereç, so wird er König, denn der König bricht [poreç] sich einen Weg, ohne daß jemand ihm wehren kann; stammt er aber von Zeraḥ, so wird er nur ein angesehener Mann. –",
"Weshalb ließ er sich über ihn erkundigen? – Es heißt:und Šaúl ließ David einen Rock nach seinem Maße anlegen, und von Šaúl heißt es: von seiner Schulter an ragte er über das ganze Volkempor. Doég, der Edomiter, sprach dann zu ihm: Anstatt sich zu erkundigen, ob er für die Königswürde geeignet ist oder nicht, erkundige dich lieber, ob er in die Gemeinde zu kommen geeignet ist oder nicht. – Weshalb nicht? Er stammt von der Moabiterin Ruth.",
"Da sprach Abner zu ihm: Es wird gelehrt: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin. – Demnach [deute man] auch: Hurenkind, nicht aber eine Hurentochter!? – Es heißt Hurenkind, bemakelt. –",
"Ein Miçri, nicht aber eine Miçrith!? – Anders ist es bei jenen; die Schrift begründet:weil sie euch nicht mit Brot und Wasser empfangen haben, und nur der Mann pflegt zu empfangen, nicht aber pflegt die Frau zu empfangen. – Es sollten doch Männer die Männer und Frauen die Frauen empfangen haben!? Da schwieg er.",
"Und der König sprach: Frage du wessen Sohn der Jüngling ist. Dort nennt er ihn Knabe und hier nennt er ihn Jüngling!? – Er sprach zu ihm wie folgt: dir ist die Halakha entfallen; geh ins Lehrhaus und frage. Als er da fragte, erwiderte man ihm: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin."
],
[
"[Doég] richtete an sie alle jene Einwände, und sie schwiegen. Hierauf wollte er über ihn eine Bekanntmachungerlassen. Aber:A͑masa war der Sohn eines Mannes namens Jithra der Jisraélit, der gekommen war zu Abigajil, der Tochter des Nahaš, [anderweitig aber] heißt es:Jether der Jišma͑élit; Raba erklärte, dieslehre, daß er wie ein Jišma͑élit sein Schwert umgürtete und sprach: Wer diese Halakha nicht beachtet, wird mit dem Schwerte durchbohrt. Folgendes ist mir vom Gerichtskollegium Šemuéls aus Rama überliefert: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin. –",
"War er denn glaubwürdig, R. Abba sagte ja im Namen Rabhs, daß, wenn ein Gelehrter eine Halakha lehrtund der Falleintritt, man auf ihn höre, falls er sie vor Eintritt des Falles lehrte, wenn aber nicht, man auf ihn nicht höre!? – Anders war es da, wo Šemuél und sein Gerichtskollegium noch bestanden. –",
"Immerhin besteht ja ein Einwand!? – Hier erwiderten sie:Ganz Herrlichkeit weilt die Königstochter drinnen. Im Westen erwiderten sie, und manche sagen es im Namen R. Jiçḥaqs: Die Schrift sagt:und sie sprachen zu ihm: wo ist deine Frau Sara&c.",
"Hierüber streiten auch Tannaím: A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; Moabiter, nicht aber eine Moabiterin – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagte: Weil sie euch nicht mit Brot und Wasser empfangen haben, und nur ein Mann pflegt zu empfangen &c.",
"Raba trug vor: Es heißt:du hast meine Bande gelöst; David sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, zwei Bande, die an mir waren, hast du gelöst: die Moabiterin Ruth und die A͑mmoniterin Noa͑ma.",
"Raba trug vor: Es heißt:viel hast du getan, du mein Herr und Gott, deiner Wundertaten und deiner Absichten für uns. Es heißt nicht: für mich, sondern: für uns; dies lehrt, daß Reḥabea͑mauf dem Schoße Davids saß und dieser zu ihm sprach: meinetwegen und deinetwegen sind jene zwei Schriftversegesprochen worden.",
"Raba trug vor: Es heißt:da sprach ich: siehe, ich komme, in der Buchrolle ist über mich geschrieben. David sprach: ich glaubte, erst jetzt [zur Königswürde] gekommen zu sein, und wußte nicht, daß es in der Buchrolle über mich geschrieben ist. Daheißt es: die sich einfinden, und dort heißt es:ich habe meinen Knecht David gefunden, ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.",
"U͑la sagte im Namen R. Joḥanans: Die Tochter eines a͑mmonitischen Proselyten ist für Priester tauglich. Raba b. U͑la sprach zu U͑la: Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Jehuda, so sagt er ja, die Tochter eines männlichen Proselyten gleiche der Tochter eines männlichen Entweihten, und wenn nach R. Jose, so ist es ja selbstverständlich, denn er sagt, auch wenn ein Proselyt eine Proselytin geheiratet hat, sei seine Tochter für Priester tauglich!?",
"Wolltest du erwidern, nur solche, die in die Gemeinde kommendürfen, nicht aber dieser, der in die Gemeinde nicht kommen darf, – woher dies? –",
"doch wohl vom Hochpriestermit einer Witwe zu folgern. [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Hochpriester mit einer Witwe, bei dem die Beiwohnung eine sündhafte ist,",
"so beweist der Entweihte[das Entgegengesetzte. Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Entweihten, dessen Erschaffung durch eine Sünde erfolgt ist,",
"so beweist der Hochpriester[das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich nun.",
"Die Eigenheit des einen gleicht nicht der des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß keiner der Mehrheit der Gemeindegleicht, und seine Tochter ist untauglich, ebenso gleicht jener nicht der Mehrheit der Gemeinde, und seine Tochter ist untauglich.",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist ja auch, daß bei ihnen eine Sünde vorliegt!?",
"Vielleicht meinst du einen A͑mmoniter, der die Tochter eines Jisraéliten geheiratet hat; obgleich seine Beiwohnung eine sündhafte war, ist seine Tochter tauglich. Dieser erwiderte: Jawohl,",
"denn als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Die Tochter eines a͑mmonitischen Proselytenund die Tochter eines Miçri zweiter Generationist, wie R. Joḥanan sagt, tauglich, und wie Reš Laqiš sagt, untauglich. Reš Laqiš sagt, sie sei untauglich, denn er folgert vom Hochpriester mit einer Witwe; R. Joḥanan sagt, sie sei tauglich,"
],
[
"denn R. Zakkaj lehrte vor R. Joḥanan:Nur eine Jungfrau von seinem Volke soll er zur Frau nehmen, dies schließt die Proselytin von der Entstehungher ein, daß sie für Priester tauglich sei. Da erwiderte jener: Ich lehre: von seinem Volke, diesschließt die von zwei Völkern stammende Jungfrau ein, und du sagst, nur die Proselytin von der Entstehung her, weiter keine.",
"Was heißt ‘von zwei Völkern’: wollte man sagen, wenn ein A͑mmoniter eine A͑mmoniterin geheiratet hat, und er nennt sie deshalb ‘zwei Völker’, weil Männer verboten und Frauen erlaubt sind, so ist dies ja eine Proselytin von der Entstehung her. Doch wohl, wenn ein A͑mmoniter eine Jisraélitin geheiratet hat.",
"Manche lesen: Da erwiderte jener: Ich lehre: von seinem Volke, dies schließt die von zwei Völkern stammende Jungfrau ein, von einem Volke, das aus zwei Völkernbesteht, und du sagst, eine Proselytin von der Entstehung her, weiter keine. –",
"Woher ist nach dieser Lesartzu entnehmen, daß die Tochter eines Miçri zweiter Generationfür Priester tauglich ist? Wolltest du sagen, er folgere es vom A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratethat, so gilt dies vielleicht nur von einem A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratet hat, da die Frauen erlaubt sind!? –",
"Ein Miçri zweiter Generation, der eine Miçrith zweiter Generation geheiratet hat, beweist [das Entgegengesetzte]. –",
"Wohl gilt dies vom Miçri zweiter Generation, der eine Miçrith zweiter Generation geheiratet hat, bei dem die Beiwohnung keine sündhafte ist!? –",
"Der A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratethat, beweist [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sichnun &c.",
"R. Joseph sprach: Deshalb hörte ich auch R. Jehuda [die Worte] von seinem Volke auslegen, und ich wußte nicht, was er meinte.",
"Als R. Šemuél b. R. Jehuda kam, sagte er: Er lehrte vor ihmwie folgt: Ein a͑mmonitisches Weib ist tauglich; ihr Sohn von einem A͑mmoniter ist untauglich; ihre Tochter von einem A͑mmoniter ist tauglich. Dies gilt nur von einem A͑mmoniter und einer A͑mmoniterin, die sich bekehrt haben, ihre Tochter von einem A͑mmoniter aber ist untauglich.",
"Da sprach dieser zu ihm: Geh, lehre dies draußen. Allerdings ist ein a͑mmonitisches Weib tauglich, denn [es heißt:] A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin; ebenso ist ihr Sohn von einem A͑mmoniter untauglich, denn er ist ja A͑mmoniter;",
"wofür aber ist ihre Tochter von einem A͑mmoniter tauglich, wenn für die Aufnahme in die Gemeinde, so ist ja sogar die Mutter tauglich, selbstverständlich diese!? Doch wohl für Priester.",
"«Dies gilt nur von einem A͑mmoniter und einer A͑mmoniterin, die sich bekehrt haben, ihre Tochter von einem A͑mmoniter aber ist untauglich.» Was heißt ‘Tochter von einem A͑mmoniter’; wenn von einem A͑mmoniter, der eine A͑mmoniterin geheiratet hat, so ist sie ja eine Proselytin von der Entstehungher. Doch wohl von einem A͑mmoniter, der eine Jisraélitin geheiratet hat. Hierüber sprach er zu ihm: Geh, lehre dies draußen.",
"DER MIÇRI UND DER E͑DOMITER SIND NUR &C. VERBOTEN. Was ist dies für eine Widerlegung?",
"Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Inzestuösen beweisen [das Entgegengesetzte]: diese sind nur bis zur dritten Generationverboten, und es gilt von Männern und von Frauen.",
"[Entgegnet man:] wohl gilt dies von den Inzestuösen, die mit der Ausrottung belegt sind, so beweist das Hurenkind[das Entgegengesetzte. Entgegnet man:]",
"wohl gilt dies vom Hurenkinde, das ewig in die Gemeinde nicht kommen darf, so beweisen die Inzestuösen [das Entgegengesetzte]. Die Replikation wiederholt sich nun.",
"Die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie verboten sind, und dies gilt von Männern und von Frauen, ebenso alle anderen, die verboten sind, sowohl Männer als auch Frauen. Somit sind der Miçri und die Miçrith im Verbote einbegriffen, Männer und Frauen.",
"Aber das Gemeinsame bei ihnen ist, daß bei ihnen die Ausrottungsstrafe vorliegt. –",
"Und die Rabbanan!? – [Sie folgern] vom von mit einem Gebote belegtenstammenden Entweihten, nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob. –",
"Was heißt: nichtdoch? – Er sprach zu ihnen wie folgt: ich bin nicht der Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, euch aber, die ihr dessen Ansicht seid, [erwidere ich:] ich spreche eine überlieferte Halakha.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu ihnen: Ich spreche eine überlieferte Halakha, außerdem unterstützt mich ein Schriftvers:Söhne, nicht aber Töchter.",
"Die Rabbanan lehrten: Söhne, nicht aber Töchter – so R. Šimo͑n. R. Jehuda sprach zu ihm: Es heißt: Söhne, die ihnen geboren werden, die dritte Generation; die Schrift hat es von der Geburtabhängig gemacht.",
"R. Joḥanan sagte: Hätte R. Jehuda nicht gesagt, die Schrift habe es von der Geburt abhängig gemacht, so würde er im Lehrhause Hände und Füße nicht gefundenhaben. Der Meister sagte ja, die Gemeinschaft der Proselyten gelte als Gemeinschaft,"
],
[
"wieso erlangt nun ein Miçri zweiter Generation Reinigung!? – Vielleicht, wenn er eine Übertretung begeht und heiratet. – Von Übertretungenspricht die Schrift nicht. –",
"Die Schrift spricht ja vom Hurenkinde, bei dem dies der Fall ist!? – Sie spricht von einem durch Übertretung entstehenden Verbote, nicht aber von einer dadurch eintretenden Erlaubnis. –",
"Auch bei der Wiedernahme seiner Geschiedenenerfolgt ja die Erlaubnis durch eine Übertretung, und die Schrift sprichtdavon!? – Von dieser ist es hauptsächlich wegen des Verbotesgeschrieben.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn es Söhne heißt, wozu heißt es Generationen, und wenn es Generationen heißt, wozu heißt es Söhne? Hieße es nur Söhne und nicht Generationen, so könnte man glauben, der erste und der zweite Sohn seien verboten, der dritteaber erlaubt, daher heißt es Generationen;",
"und hieße es nur Generationen und nicht Söhne, so könnte man glauben, dies gelte nur für diejenigen, die am Berge Sinaj standen, daher heißt esSöhne.",
"Ihnen, von ihnenab zähle man; ihnen, man richte sich nach ihrerBemakelung.",
"Und sowohl [das Wort] ihnen als auch [die Worte] die geboren werden sind nötig. Würde der Allbarmherzige nur die geboren werden geschrieben haben, so könnte man glauben, die Zählung beginne mit den Kindern, daher schrieb er ihnen; und würde der Allbarmherzige nur ihnen geschrieben haben, so könnte man glauben, wenn eine schwangere Miçrith sich bekehrt hat, gelte sie mit ihrem Sohne als eine Generation, daher schrieb er die geborenwerden.",
"Und sowohl [das Wort] ihnen hierbei als auch [das Wort] ihm beim Hurenkindeist nötig.",
"Würde der Allbarmherzige es nur hierbei geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er von einem bemakelten Tropfen kommt, nicht aber gelte diesbeim Hurenkinde, das von einem unbemakelten Tropfenkommt;",
"und würde der Allbarmherzige es nur beim Hurenkinde geschrieben haben, so könnte man glauben, weil er niemals in die Gemeinde kommen darf, nicht aber gelte dies von jenem. Daher ist beides nötig.",
"Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist ihr Sohn dritter Generation. Er ist demnach der Ansicht, er folge ihm.",
"R. Joseph wandte ein: R. Tryphon sagte: Hurenkinder können Reinigungerlangen, und zwar: wenn ein Hurenkind eine Sklavin geheiratet hat, so ist der Sohn Sklave; wird er freigelassen, so ergibt es sich, daß der Sohn Freier ist. Demnach folgt er ihr!? – Anders ist es da, denn die Schrift sagt:das Weib und ihre Kindergehören ihrem Herrn.",
"Raba wandte ein: R. Jehuda erzählte: Minjamin, ein miçrischer Proselyt, war mein Genosse unter den Schülern R. A͑qibas, und er sagte: Ich bin ein Miçri erster Generation und habe eine Miçrith erster Generation geheiratet; ich will meinen Sohn mit einer Miçrith zweiter Generation verheiraten, damit der Sohn meines Sohnes in die Gemeinde kommen dürfe. Wenn man sagen wollte, er folge ihm, so gilt dies ja auch von einer erster Generation!? – R. Joḥanan sagte ja zum Jünger, daß er ‘erster’ lese.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, so ist ihr Sohn zweiter Generation. Demnach folgt er der Mutter.",
"Abajje sprach zu ihm: R. Joḥanan sagte, daß, wenn man ein trächtiges [Vieh] als Sündopfer abgesondert und es geworfen hat, man beliebig durch dieses oder durch das Junge Sühne erlangen kann.",
"Allerdings ist dies, wenn der Fötus nicht als Glied der Muttergilt, ebenso, als würde man zur Sicherheit zwei Sündopfer absondern, und R. Oša͑ja sagte, wenn man zur Sicherheit zwei Sündopfer abgesondert hat, erlange man Sühne durch das eine und lasse das andereweiden,",
"wenn du aber sagst, der Fötus gelte als Glied der Mutter, so ist es das Junge eines Sündopfers, und das Junge eines Sündopfers muß man ja verendenlassen!?",
"Jener schwieg. Hierauf sprach dieser: Vielleicht ist es da anders; es heißt: die geboren, werden, somit hat die Schrift es von der Geburt abhängig gemacht. Jener erwiderte: Kopfmensch, ich sah dein Haupt zwischen den Säulen [des Lehrhauses], als R. Joḥanan folgendesvortrug:",
"Nur hierbei, weil es heißt: die geboren werden, sonst aber gehört [die Geburt] zum Vater. – Raba sagte, wenn eine schwangere Nichtjüdin sich bekehrt hat, benötige ihr Sohn nicht des Untertauchens; weshalb benötigt er nicht des Untertauchens!?",
"Wolltest du sagen, wegen der Lehre R. Jiçḥaqs, denn R. Jiçḥaq sagte, beim größeren Teilegelte es als Trennung, wenn man darauf achtet, nicht aber, wenn man darauf nicht achtet,"
],
[
"so sagte ja R. Kahana, dies gelte nur vom größeren Teile, beim ganzen aber gelte es als Trennung. – Anders verhält es sich beim Fötus, dessen Wachstum auf diese Weise erfolgt.",
"Als Rabina kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Bei den [weltlichen] Völkern folgt [das Kind] dem Manne; haben sie sich bekehrt, so folgt es dem bemakelten unter beiden. Bei den weltlichen Völkern folgt [das Kind] dem Manne, wie gelehrt wird: Woher, daß, wenn jemand von den Völkerneiner Kenaa͑niterin beigewohnt und von ihr einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen darf? Es heißt: und auch von den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen mögt ihr erwerben.",
"Man könnte glauben, wenn einer von den Kenaa͑nitern einer [Person] von den Völkern beigewohnt und von ihr einen Sohn gezeugt hat, dürfe man ihn ebenfalls als Sklaven kaufen, so heißt es:die sie in eurem Lande gezeugt haben; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen.",
"«Haben sie sich bekehrt, so folgt es dem bemakelten unter beiden.» In welchem Falle: wollte man sagen, wenn ein Miçri eine Ammoniterin geheiratethat, wieso nach dem bemakelten unter beiden, es heißt ja A͑mmoniter, nicht aber eine A͑mmoniterin!? – Vielmehr, wenn ein A͑mmoniter eine Miçrith geheiratet hat. Ist es ein männliches [Kind], so gehört eszum A͑mmoniter, ist es ein weibliches, so gehört es zur Miçrith.",
"iii,2HURENKINDER UND NETHINIM SIND VERBOTEN, UND DAS VERBOT GILT EWIG, SOWOHL FÜR MÄNNER ALS AUCH FÜR FRAUEN.",
"GEMARA. Reš Laqiš sagte: Eine Hurentochterist nach zehn Generationen erlaubt, denn dies ist durch [das Wort] zehntevon A͑mmoniter und Moabiter zu folgern: wie bei diesen Frauen erlaubt sind, ebenso sind bei jenem Frauen erlaubt. –",
"Demnach sollten, wie die einen es sofort sind, auch die anderen es sofort sein!? – [Der Schluß durch] Wortanalogie ist nur von der zehnten [Generation] ab anwendbar. –",
"Wir haben ja aber gelernt, Hurenkinder und Nethinim seien verboten, und das Verbot gelte für ewig, sowohl für Männer als auch für Frauen!? – Das ist kein Einwand; einer ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man folgere eine Sache in jederHinsicht,",
"und einer ist der Ansicht desjenigen, welcher sagt, man folgere und belasse sie bei ihrer Bestimmung.",
"Man fragte R. Elie͑zer, wie es sich mit einer Hurentochter nach zehn Generationen verhalte. Dieser erwiderte: Wenn mir jemand die dritte Generation vorführt, erkläre ich sie als rein. Er ist nämlich der Ansicht, Hurenkinder pflanzen sich nichtfort. Ebenso sagte R. Hona, Hurenkinder pflanzen sich nicht fort. –",
"Wir haben ja aber gelernt, Hurenkinder seien verboten, und das Verbot gelte für ewig!? R. Zera erwiderte: Mir wurde von R. Jehuda erklärt: von denen man esweiß, pflanzen sich fort, von denen man es nicht weiß, pflanzen sich nicht fort, von denen man es [weiß, jedoch] nicht [sicher] weiß, pflanzen sich drei Generationen fort, mehr aber nicht.",
"Einst war einer in Nachbarschaft R. Amis, und er ließ über ihn bekannt machen, daß er Hurenkind sei. Dieser weinte darüber. Da sprach er zu ihm: Ich habe dir Leben verschafft.",
"R. Ḥana b. Ada sagte: David verhängte das Verbot über die Nethinim, denn es heißt:und der König berief die Gibeo͑nitenund sprach zu ihnen; die Gibeo͑niten aber waren nicht von den Kindern Jisraél &c. –",
"Weshalb verhängte er dies über sie? – Es heißt:und es war eine Hungersnot in den Tagen Davids drei Jahre lang, Jahr auf Jahr. Im ersten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Götzenanbeter? Es heißt nämlich:wenn ihr fremden Göttern dienet und euch vor ihnen niederwerft &c., so verschließt er den Himmel, daß es keinen Regen gibt &c. Sie forschten nach und fanden keine.",
"Im zweiten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Leute der Sünde? Es heißt nämlich:vorenthalten wurde der Regen und Spätregen kam nicht, und die Stirn eines buhlerischen Weibes hattest du &c. Sie forschten nach und fanden keine.",
"Im dritten Jahre sprach er zu ihnen: Vielleicht sind unter euch Leute, die öffentlich Almosen versprechen und nicht geben? Es heißt nämlich:Gewölk und Wind ohne Regen, so ist ein Mann, der sich einer Gabe fälschlich rühmt. Sie forschten nach und fanden keine.",
"Da sprach er: Es liegt also nur an mir. Hierauf:da betete David vor dem Antlitz des Herrn. – Was bedeutet dies? Reš Laqiš erwiderte: Er befragte das Orakel. –",
"Wieso geht dies hieraus hervor? R. Elea͑zar erwiderte: Es ist aus [dem Worte] Antlitz zu entnehmen; hier heißt es: da betete David vor dem Antlitz des Herrn, und dort heißt es:und er befragte das Urteil der Urim vor dem Antlitz des Herrn.",
"Da sprach der Herr: Wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. Wegen Šaúls, weil er nicht nach Gebühr betrauert worden ist; wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat. Wo finden wir, daß Šaúl die Gibeo͑niten getötet hat? Vielmehr, er mordete die Priesterstadt Nob, die sie mit Wasser und Nahrung versorgte, und dies rechnet ihm die Schrift an, als hätte er sie getötet. –",
"Er klagte an, daß Šaúl nicht nach Gebühr betrauert worden ist, und er klagte an, daß dieser die Gibeo͑niten getötet hat!? – Allerdings, denn Reš Laqiš sagte: Es heißt:suchet den Herrn all ihr Demütigen des Landes, die nach seinem Rechte handeln; wo sein Recht, da seine Handlungen.",
"David sprach dann: Über Šaúlsind bereits"
],
[
"zwölf Monate, ein Jahr, verstrichen, und es ist nicht üblich, eine Trauer [so spät] zu veranstalten;",
"wir wollen aber die Gibeo͑niten rufen und sie besänftigen.Und der König berief die Gibeo͑niten und sprach zu ihnen &c. Was soll ich euch tun und womit werde ich Sühne haben, daß ihr das Erbe des Herrn segnet. Die Gibeo͑niten sprachen zu ihm: Es ist uns nicht um Gold und Silber mit Šaúl und seinem Hause, auch ist es uns nicht darum, einen Mann &c. Man gebe uns sieben Männer von seinen Söhnen, wir wollen sie aufhängen vor dem Herrn &c. Er wollte sie besänftigen; sie aber ließen sich nicht besänftigen.",
"Da sprach er: Diese Nationist durch drei Eigenschaften gekennzeichnet: barmherzig, schamhaft und mildtätig. Barmherzig, denn es heißt:er wird dir Barmherzigkeit geben und sich deiner erbarmen und dich mehren. Schamhaft, denn es heißt:damit seine Furcht auf eurem Angesichte sei. Mildtätig, denn es heißt:damit er befehle seinen Söhnen und seinem Hause&c. [Nur] wer diese drei Eigenschaften hat, ist würdig, dieser Nation angeschlossen zu werden.",
"Da nahm der König die beiden Söhne der Riçpa, der Tochter Ajas, die sie dem Šaúl geboren. Armoni und Mephibošeth, und die fünf Söhne der Mikhal, der Tochter Šaúls, die sie geboren dem A͑driél, Sohn Barzilajs, aus Meḥola. Weshalb gerade diese? R. Hona erwiderte: Er ließ sievor die Bundeslade führen; den die Bundeslade aufnahm, war für den Tod bestimmt, und den die Bundeslade nicht aufnahm, blieb leben.",
"R. Ḥana b. Qaṭṭina wandte ein:Und der König hatte Mitleid mit Mephibošeth, dem Sohne Jehonathans, des Sohnes Šau͑ls!? – Er ließ ihn nicht vorführen. –",
"Gab es denn hierbei eine Bevorzugung!? – Vielmehr, er ließ ihn vorführen und sie nahm ihn auch auf, jedoch flehte er für ihn um Erbarmen, und sie gab ihn frei. – Aber auch hierin liegt ja eine Bevorzugung!? – Vielmehr, er flehte um Erbarmen, daß die Bundeslade ihn nicht aufnehme. –",
"Es heißt ja aber:nicht sollen Väter um Kinder getötet werden &c.!? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Lieber werde ein Buchstabe aus der Tora entwurzelt, als daß der Name des Himmlischen öffentlich entweiht werde.",
"Da nahm Ripça, die Tochter Ajas, einen Sack und spannte ihn auf dem Felsen auf, vom Beginne der Ernte, bis vom Himmel Wasser auf sie niederfiel, und ließ des Tages die Vögel des Himmels nicht auf ihnen ruhen, noch des Nachts das Getier des Feldes. Es heißt ja aber:du sollst seine Leiche nicht übernachten lassen an dem Holze!?",
"R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Mag ein Buchstabe aus der Tora entwurzelt werden, damit der Name des Himmlischen öffentlich geheiligt werde. Die Vorübergehenden erkundigten sich, welches Bewenden es mit diesen habe, und [man sagte ihnen,] es seien königliche Prinzen. – Was haben sie getan? – Sie vergriffen sich an eingewandertenFremdlingen. Alsdann sprachen jene: Es gibt keine Nation, die gleich dieser würdig ist, daß man sich ihr anschließe. Wenn es königlichen Prinzen [so erging], um wieviel mehr Gemeinen; wenn wegen eingewanderten Fremdlingen, um wieviel mehr wegen Jisraéliten.",
"Hierauf kamen zu Jisraél hundertfünfzigtausend [Mann] hinzu, wie es heißt: Und Šelomo hatte siebzigtausend Lastträger und achtzigtausend Steinhauer im Gebirge. – Vielleicht waren es Jisraéliten!? – Das ist nicht anzunehmen, denn es heißt:von den Kindern Jisraél aber machte Šelomo niemand zum Knechte. –",
"Vielleicht nur Lohnarbeiter!? – Vielmehr hieraus:und Šelomo zählte alle Fremdlinge, die im Lande Jisraél wohnten &c. und es fanden sich hundertfünfzigtausend &c. und er machte von ihnen siebzigtausend Lastträger und achtzigtausend Steinhauer im Gebirge.",
"War es denn David, der das Verbot über die Nethinim verhängte, dies tat ja Moše, denn es heißt:von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer!? – Moše hatte es nur für jene Generation verhängt, David aber verhängte es für alle Generationen. –",
"Aber immerhin war es ja Jehošua͑, der dies über sie verhängte, denn es heißt:und Jehošua͑ machte sie an diesem Tage zu Holzhauern und Wasserschöpfern für die Gemeinde und für den Altar des Herrn!? – Jehošua͑ verhängte es für die Zeit, da der Tempel bestand, David aber verhängte es auch für die Zeit, da der Tempel nicht besteht."
],
[
"In den Tagen Rabbis wollten sie die Nethinim erlauben, da sprach Rabbi zu ihnen: Wir können wohl auf unseren Anteil verzichten, wer aber soll auf den Anteil des Altarsverzichten!?",
"Er streitet somit gegen R. Ḥija b. Abba, denn R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Der Anteil der Gemeinde ist ewigverboten, der Anteil des Altars ist, wenn der Tempel besteht, verboten, und wenn der Tempel nicht besteht, erlaubt.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGTE: ICH HÖRTE, DER KASTRAT HABE DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN UND DIE ḤALIÇA SEI AN SEINER FRAU ZU VOLLZIEHEN, DER KASTRAT HABE DIE ḤALIÇA NICHT ZU VOLLZIEHEN UND DIE ḤALIÇA SEI AN SEINER FRAU NIGHT ZU VOLLZIEHEN; ICH WEISS DIESNICHT ZU ERKLÄREN.",
"DA SPRACH R. A͑QIBA: ICH WILL DIES ERKLÄREN: DER DURCH MENSCHENHAND KASTRIERTE VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA, AUCH IST DIE ḤALIÇA AN SEINER FRAU ZU VOLLZIEHEN, DA ER SICH EINST IM ZUSTANDE DER TAUGLICHKEIT BEFAND; DER NATURKASTRAT VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA NICHT, AUCH IST AN SEINER FRAU DIE ḤALIÇA NICHT ZU VOLLZIEHEN, DA ER SICH NIE IM ZUSTANDE DER TAUGLICHKEIT BEFAND.",
"R. ELIE͑ZER SPRACH: NICHT DOCH, VIELMEHR VOLLZIEHE DER NATURKASTRAT DIE ḤALIÇA, AUCH IST DIE ḤALIÇA AN SEINER FRAU ZU VOLLZIEHEN, DA ES FÜR IHN EINE HEILUNG GIBT; DER DURCH MENSCHENHAND KASTRIERTE VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA NICHT, AUCH IST DIE ḤALIÇA AN SEINER FRAU NICHT ZU VOLLZIEHEN, DA ES FÜR IHN KEINE HEILUNG GIBT.",
"R. JEHOŠUA͑ B. BETHERA BEKUNDETE, DASS MAN AN DER FRAU DES BEN MEGOSETH, EINES DURCH MENSCHENHAND KASTRIERTEN IN JERUŠALEM, DIE SCHWAGEREHE VOLLZOG, ZUR BESTÄTIGUNG DER WORTE R. A͑QIBAS.",
"vDER KASTRAT VOLLZIEHE WEDER DIE ḤALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE, EBENSO IST AN DER STERILEN WEDER DIE ḤALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"WENN EIN KASTRAT AN SEINER SCHWÄGERIN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO HAT ER SIE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; HAT ER IHR BEIGEWOHNT, SO HAT ER SIE UNTAUGLICH GEMACHT, WEIL ES EINE BEIWOHNUNG DER UNZUCHTIST. EBENSO HABEN DIE BRÜDER, WENN SIE AN EINER STERILEN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HABEN, SIE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; HABEN SIE IHR BEIGEWOHNT, SO HABEN SIE SIE UNTAUGLICH GEMACHT, WEIL ES EINE BEIWOHNUNG DER UNZUCHT IST.",
"GEMARA. Merke, wir wissen ja von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, mit einem Verbote belegtegleichen den mit der Ausrottung belegten, und die mit der Ausrottung belegten haben ja die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen!?",
"R. Ami erwiderte: Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn sein Bruder eine Proselytin geheiratet hat, und R. A͑qiba ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, die Gemeinschaft der Proselyten heiße nicht Gemeinschaft. –",
"Demnach sollte er auch die Schwagerehe vollziehen!? – Dem ist auch so, da aber R. Jehošua͑ nur von der Ḥaliça spricht, spricht er ebenfalls nur von der Ḥaliça.",
"Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: R. Jehošua͑ b. Bethera bekundete, daß man an der Frau des Ben Megoseth, eines durch Menschenhand Kastrierten in Jerušalem, die Schwagerehe vollzog, zur Bestätigung der Worte R. A͑qibas. Schließe hieraus.",
"Rabba wandte ein: Der Quetschverstümmelte, der Ergußdurchschnittene, der durch Menschenhand Kastrierte und der Greis können die Ḥaliça und die Schwagerehe vollziehen. Und zwar: wenn diese gestorben sind und Brüder und Frauen hinterlassen haben, so ist, wenn die Brüder an ihre Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet.",
"Wenn ihre Brüder gestorben sind und diese an ihre Frauen die Eheformel gerichtet, ihnen einen Scheidebrief gegeben oder an ihnen die Ḥaliça vollzogen haben, so ist ihre Handlung gültig; haben sie ihnen beigewohnt, so sind sie ihnen angeeignet, jedoch dürfen sie sie nicht behalten, denn es heißt:es komme kein Quetschverstümmelter und kein Ergußdurchschnittener in die Gemeinde des Herrn. Hier wird also von der Gemeinschaftgesprochen!?",
"Vielmehr, erklärte Rabba, wenn sie ihm zufiel und er nachher verstümmelt wordenist.",
"Abajje sprach zu ihm: Das Verbot des Verstümmelten sollte doch das Gebot der Schwagerehe aufheben!? Wir haben ja gelernt: R. Gamliél sagte: Hat jenedie Weigerung erklärt, so ist es recht,",
"wenn aber nicht, so warte sie, bis jene großjährig ist, sodann ist sie als Schwester seiner Frau frei. Demnach hebt das Verbot der Schwester seiner Frau diesauf, ebenso sollte auch hierbei das Verbot des Verstümmelten dies aufheben.",
"Vielmehr, erklärte R. Joseph, dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, welcher sagt, [der Abkömmling] der wegen Blutsverwandtschaft mit einem Verbote belegten sei Hurenkind und der mit einem gewöhnlichen Verbote belegtensei kein Hurenkind. –",
"Man sollte doch hierauf beziehen:seinem Bruder einen Namen zu erhalten, wofür dieser nicht geeignetist!?",
"Raba erwiderte: Wenn dem sowäre, so gäbe es keine für die Schwagerehe geeignete Frau, deren Mann nicht kurz vor seinem Tode Naturkastratgeworden ist. –",
"Gegen R. Elie͑zerist ja die Erwiderung Rabas einzuwenden!? –",
"Hierbeihat nur das Hinscheiden begonnen.",
"Welcher heißt Naturkastrat? R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte im Namen R. Joḥanans:"
],
[
"Der nie im Zustande der Tauglichkeitwar. Woher weiß man dies? Abajje erwiderte: Wenn er Wasser läßt und keinen Bogen macht. –",
"Woher kommt dies? – Wenn seine Mutter in der Mittagsonne gebackenund verschnittenenMet getrunken hat. R. Joseph sagte: Das ist es, was ich Ami sagen hörte: der schon aus dem Mutterleibe geschlagen ist, und ich wußte nicht, worauf dies sich beziehe. –",
"Es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht ist er inzwischen genesen!? – Da er von Anfang an geschlagen war und auch jetzt es ist, so ist dies nicht zu berücksichtigen.",
"R. Mari wandte ein: R. Ḥanina b. Antigonos sagt, man untersuche es dreimal innerhalb achtzig Tagen!? –",
"Bei einem Gliede berücksichtige man dies, beim ganzen Körper berücksichtige man es nicht.",
"R. ELIE͑ZER SPRACH: NICHT DOCH &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn ermit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können jeneden Beweis antreten, daß er zwanzig Jahre alt ist, und er gilt als Kastrat, der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen kann. Wenn sie mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können dieseden Beweis antreten, daß sie zwanzig Jahre alt ist, und sie gilt als steril, an der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist – so die Schule Hillels. Die Schule Šammajs sagt, bei beiden erfolge dies mit achtzehn Jahren.",
"R. Elie͑zer entscheidet beim Manne nach der Schule Hillels und beim Weibe nach der Schule Šammajs, weil ein Weib sie früher bekommt als ein Mann.",
"Rami b. Diquli erwiderte im Namen Šemuéls: R. Elie͑zer trat davonzurück. Sie fragten: Wovon trat er zurück? – Komm und höre, es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte: Der Naturkastrat vollziehe die Ḥaliça, auch ist die Ḥaliça an seiner Frau zu vollziehen, denn derartigewerden in Alexandrien in Miçrajim geheilt.",
"R. Elea͑zar erwiderte: Tatsächlich trat er davon nicht zurück, und jene Lehrebezieht sich auf die Strafmündigkeit.",
"Es wurde gelehrt: Wenn erim Alter von zwölf bis achtzehn Jahren Talg gegessenhat, und sich an ihm die Merkmale des Kastraten gezeigt haben, nachher aber zwei Haare bekommen hat, so gilt er, wie Rabh sagt, rückwirkendals Kastrat. Šemuél sagt, er war dann Minderjähriger.",
"R. Joseph wandte gegen Rabh ein: Demnach sollte doch nach R. Meír eine Sterile die Bußeerhalten!?",
"Abajje erwiderte: Diese ist aus der Minderjährigkeit in die Mannbarkeitgekommen.",
"Da sprach jener zu ihm: Derartig schöne Dinge mögen in meinem Namen gesagt werden! Es wird auch gelehrt: Der Kastrat wird nicht als mißratener und widerspenstiger Sohngerichtet, weil der mißratene und widerspenstige Sohn nur dann gerichtet werden kann, wenn er unten einen Barthat. Ebenso wird die Sterile nicht als verlobte Jungfraugerichtet, weil sie aus der Minderjährigkeit in die Mannbarkeit gekommenist.",
"R. Abahu sagte: Bei den Merkmalen des Kastraten, der Sterilen und des Achtmonatskindestreffe man eine Entscheidung, erst wenn sie zwanzig Jahre alt sind. –",
"Ist ein Achtmonatskind denn lebensfähig, es wird ja gelehrt, das Achtmonatskind gleiche einem Steine und man dürfe es nichtumhertragen,"
],
[
"wegen der Lebensgefahraber dürfe seine Mutter sich über dieses niederbeugen und es säugen!? – Dies gilt von dem Falle, wenn seine Kennzeichennichtentwickelt sind. Es wird nämlich gelehrt: Ein Achtmonatskind ist dasjenige, dessen [Schwangerschafts]monate nicht voll sind. Rabbi sagt, die Kennzeichen, Haare und Nägel beweisen es, denn sie sind nicht vollständig entwickelt. Nur wenn diese nicht entwickelt sind, wenn sie aber entwickelt sind, sage man, es sei ein Siebenmonatskind, und bei der Geburt verspätet. –",
"Einst erfolgte bei einer Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreist war, eine Verspätung von zwölf Monaten, einem Jahre, und Raba Tospaáh erklärte [das Kind] als legitim; er entschied somit nach Rabbi, welcher sagt, es gebe eine verspätete [Geburt]!? –",
"Da auch R. Šimo͑n b. Gamliél der Ansicht ist, es gebe eine verspätete [Geburt], so entschied er nach der Mehrheit. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was beim Menschendreißig Tage alt wurde, ist keine Fehlgeburt.",
"Die Rabbanan lehrten: Naturkastrat ist derjenige, der mit zwanzig Jahren keine zwei Haarebekommen hat, und selbst wenn er sie später bekommt, gilt er in jeder Hinsicht als Kastrat. Folgende sind seine Kennzeichen: er hat keinen Bart, sein Haar ist weich und seine Haut glatt. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt im Namen des R. Jehuda b. Jaír, dessen Urin nicht schäumt.",
"Manche sagen, der Wasser läßt und keinen Bogen macht. Manche sagen, dessen Same blaßist. Manche sagen, dessen Urin nicht übelriechend wird. Manche sagen, dessen Leib beim Baden in der Regenzeit keine Wärme ausstrahlt. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, dessen Stimme weich und zwischen eines Mannes und eines Weibes nicht zu unterscheiden ist.",
"Eine Sterile ist diejenige, die mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, und selbst wenn sie sie später bekommt, gilt sie in jeder Hinsicht als Sterile. Folgende sind ihre Kennzeichen: sie hat keine Brüste und hat Schmerzen bei der Beiwohnung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die keinen Venusberg wie andere Weiber hat. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, deren Stimme grob und zwischen eines Weibes und eines Mannes nicht zu unterscheiden ist.",
"Es wurde gelehrt: Die Kennzeichen des Kastraten gelten, wie R. Hona sagt, wenn alle vorhanden sind, und wie R. Joḥanan sagt, auch wenn eines von ihnen. Wenn er zwei Haare am Bartebekommen hat, stimmen alle überein, daß er es nur dann ist, wenn sie alle vorhanden sind, sie streiten nur über den Fall, wenn er keine bekommen hat. –",
"Demnach ist Rabba b. Abuha, der zu den Rabbanan sagte, daß sie R. Naḥman untersuchen mögen, ob sein Leib Wärme ausströme, erst dann werde er ihm seine Tochter geben, der Ansicht R. Honas? – Nein, R. Naḥman hatte einzelne Barthaare.",
"DER KASTRAT VOLLZIEHE WEDER DIE ḤALIÇA NOCH DIE SCHWAGEREHE, EBENSO IST AN DER STERILEN &C. Er lehrt hier vom Kastraten wie von der Sterilen, wie die Sterile durch himmlische Fügung, ebenso der Kastrat durch himmlische Fügung: eine anonyme Lehre nach R. A͑qiba, welcher sagt, nur durch Menschenhand, nicht aber durch himmlische Fügung.",
"WENN EIN KASTRAT AN SEINER SCHWÄGERIN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HAT, SO HAT ER SIE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT &C. Nur wenn er ihr beigewohnthat, nicht aber, wenn ein anderer ihr beigewohnt hat;"
],
[
"demnach wäre dies eine Widerlegung des R. Hamnuna, welcher sagte, eine Anwärtern! der Schwagerehe, die gehurt hat, sei ihrem Schwager verboten? – Nein, dasselbe gilt auch von einem anderen, da er aber im Anfangsatze von ihm selbst lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze von ihm selbst.",
"EBENSO HABEN DIE BRÜDER, WENN SIE AN DER STERILEN DIE ḤALIÇA VOLLZOGEN HABEN &C. Nur wenn sie ihr beigewohnthaben, nicht aber, wenn sie ihr nicht beigewohnt haben; nicht nach R. Jehuda, denn R. Jehuda sagt, die Sterile gelte als Hure.",
"viWENN EIN PRIESTER, DER NATURKASTRAT IST, EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO BERECHTIGT ER SIE HEBE ZU ESSEN. R. JOSE UND R. ŠIMO͑N SAGEN, WENN EIN PRIESTER, DER ZWITTER IST, EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, BERECHTIGE ER SIE HEBE ZU ESSEN.",
"R. JEHUDA SAGT, EIN GESCHLECHTSLOSER, DER AUFGERISSENUND ALS MANN BEFUNDEN WIRD, VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA NICHT, WEIL ER EINEM KASTRATEN GLEICHT. DER ZWITTER KANN HEIRATEN, ABER NICHT GEHEIRATET WERDEN. R. ELIE͑ZER SAGT, WEGEN DES ZWITTERSMACHE MAN SICH DER STEINIGUNG SCHULDIG, WIE WEGEN EINES MANNES.",
"GEMARA. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Zeugungsfähige berechtige zu essen, der Zeugungsunfähige berechtige nicht zu essen, so lehrt er uns.",
"R. JOSE UND R. ŠIMO͑N SAGEN &C. DER ZWITTER &C. Reš Laqiš sagte: Er berechtigt sie Hebe zu essen, nicht aber Brust und Schenkelzu essen. R. Joḥanan aber sagt, er berechtige sie auch Brust und Schenkel zu essen. – Nach Reš Laqiš gilt dies wohl von Brust und Schenkel deshalb, weil diese nach der Tora [zu entrichten] sind, und dies gilt ja auch von der Hebe nach der Tora!? –",
"Hier wird von der Hebe in der Jetztzeit gesprochen, die rabbanitischist. – Weshalb lehrt er, wenn dies nicht von der Zeit gilt, wo der Tempel besteht, daß er sie Brust und Schenkel zu essen nicht berechtigt, sollte er doch bei [der Hebe] selbst einen Unterschied machen: dies gilt nur von der rabbanitischen Hebe, nicht aber von der Hebe der Tora!? –",
"Das sagt er auch: er berechtigt sie Hebe zu essen nur in der Jetztzeit, wo sie rabbanitisch ist, nicht aber berechtigt er sie dazu zur Zeit, wo Brust und Schenkel [zu entrichten sind], nicht einmal zur rabbanitischen Hebe, denn er könnte veranlaßt werden, sie Hebe der Tora essen zu lassen.",
"«R. Joḥanan aber sagt, er berechtige sie auch Brust und Schenkel zu essen.» R. Joḥanan sprach zu Reš Laqiš Du bist wohl der Ansicht, die Hebe sei in der Jetztzeit rabbanitisch? Dieser erwiderte: Allerdings, ich lese: ein Feigenkuchen unter Feigenkuchen geht auf.",
"Jener entgegnete: ich lese: ein Stück unter Stücken. Du glaubst wohl, die Lesart sei: wer zu zählen pflegt, die Lesart ist: was man zu zählenpflegt. –",
"Welches Bewenden hat es damit? – Wir haben gelernt: Wenn jemand Bündel Bockshornklee von Mischfrucht eines Weinbergeshat, so müssen alle verbrannt werden; sind sie mit anderen vermischt worden,"
],
[
"so müssen alle verbrannt werden – so R. Meír; die Weisen sagen, sie gehen unter zweihundertundeinemauf. R. Meír sagt nämlich, was man zu zählenpflegt, mache zum Genusse verboten; die Weisen aber sagen, nur sechs Dinge, nach R. A͑qiba sieben.",
"Folgende sind es: Krachnüsse, bedanische Granatäpfel, verspundete Fässer [Wein], Mangoldblätter, Kohltriebe und der griechische Kürbis; R. A͑qiba fügt noch hausbackene Brote hinzu. Das, wobei [das Gesetz] vom UngeweihtenGeltung hat, macht als Ungeweihtes [verboten], und das, wobei [das Gesetz] von der Mischfrucht Geltung hat, macht als Mischfrucht verboten.",
"R. Joḥanan ist der Ansicht, es heiße: was man zu zählen pflegt, und Reš Laqiš ist der Ansicht, es heiße: wer zu zählen pflegt. –",
"Welches Bewenden hat es mit [der Lehre vom] Stücke? – Es wird gelehrt: Wenn ein unreines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Sündopfern vermischt worden ist, ebenso wenn ein unreines Stück vom Schaubrote mit hundert reinen Stücken vom Schaubrote vermischt worden ist, so geht es auf; R. Jehuda sagt, es gehe nicht auf.",
"Wenn aber ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, ebenso wenn ein reines Stück vom Schaubrote mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, stimmen alle überein, daß es nicht aufgehe.",
"Im Anfangsatze lehrt er also, es gehe auf. R. Ḥija, der Sohn R. Honas, erwiderte:",
"Wenn es zerdrücktist. – Was ist demnach der Grund R. Jehudas? –"
],
[
"R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, eine Art gehe in derselben Art nicht auf. –",
"Weshalb lehrt er demnach, wenn es unzerdrückt nicht aufgeht, daß, wenn ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, es nicht aufgehe, sollte er doch den Unterschied bei diesen selbstlehren: dies gilt nur dann, wenn es zerdrückt ist, unzerdrückt aber geht es nicht auf!? –",
"Der Fall von einem reinen mit reinen erscheint ihm bedeutender. –",
"Welchen Unterschied gibt es nach Reš Laqiš zwischen dem Anfangsatze und dem Schlußsatze? R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Der Anfangsatz spricht von der Unreinheit durch Flüssigkeiten, die rabbanitischist, im Schlußsatze aber ist es[ein Verbot] der Tora. –",
"Weshalb lehrt er demnach, wenn es bei Unreinheit durch ein Kriechtiernicht aufgeht,",
"im Schlußsatze, daß, wenn ein reines Stück von einem Sündopfer mit hundert reinen Stücken von Profanem vermischt worden ist, es nicht aufgehe, sollte er doch den Unterschied hei diesem selbstlehren: dies gilt nur von der Unreinheit durch Flüssigkeiten, nicht aber von der Unreinheit durch ein Kriechtier!? – Der Fall von einem reinen mit reinen erscheint ihm bedeutender.",
"Rabba erwiderte: Im Anfangsatze ist es ein mit einem Verbote belegtes Vergehen, im Schlußsatze dagegen ein mit der Ausrottung belegtes. –",
"Aber Rabba ist es ja, welcher sagt, bei einem Vergehen der Tora sei es einerlei, ob es mit einem Verbote oder mit der Ausrottung belegt ist!? – Ein Einwand.",
"R. Aši erwiderte: Im Schlußsatze erfolgt dies aus dem Grunde, weil es eine Sache ist, wofür es ein Erlaubtwerdengibt, und wofür es ein Erlaubtwerden gibt, verliert sich auch im Tausendfachen nicht.",
"Aber das, was R. Aši gesagt hat, ist sinnlos; für wen: für Priester ist es überhaupt erlaubt und für Jisraéliten bleibt es immer verboten. Das, was R. Aši gesagt hat, ist somit sinnlos. –",
"Ist R. Joḥanan denn der Ansicht, die Hebe sei in der Jetztzeit nach der Tora [zu entrichten], es wird ja gelehrt: Wenn vor zwei Körben, einer Profanes und einer Hebe enthaltend, zwei Sea [Früchte] sich befunden haben, eine Profanes und eine Hebe enthaltend, und jene in diese gekommen sind, so sind sie erlaubt, denn man nehme an, die Hebe sei in die Hebe und das Profane in das Profane gekommen.",
"Hierzu sagte Reš Laqiš, nur wenn das Profane mehr istals die Hebe, und R. Joḥanan sagte, auch wenn das Profane nicht mehr ist als die Hebe.",
"Allerdings ist Reš Laqiš der Ansicht, auch bei rabbanitisch [Verbotenem] sei eine Mehrheiterforderlich, gegen R. Joḥanan aber ist ja ein Einwand zu erheben!? –",
"Hier ist die Ansicht der Rabbananvertreten,"
],
[
"während ich nach R. Joselehre.",
"In der Weltchronik wird nämlich gelehrt:Das deine Väter besessen haben, und du wirst es besitzen; es gab eine erste und eine zweite Besitznahme, eine dritte gibt es nichtmehr.",
"Und R. Joḥanan sagte, der Autor der Weltchronik sei R. Jose. –",
"Ist R. Joḥanan denn der Ansicht, bei rabbanitisch [Verbotenem] sei keine Mehrheit erforderlich, wir haben ja gelernt, daß, wenn ein Tauchbad genau vierzig Seaenthält, und man eine Sea hinzufügt und eine Sea fortnimmt, es tauglichsei. Hierzu sagte R. Jehuda b. Šila im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: bis zur größerenHälfte.",
"Doch wohl, daß die größere Hälfte zurückbleibe!? – Nein, die größere Hälfte darf nicht fortgenommen werden.",
"Wenn du aber willst, sage ich: anders ist es da, wo man sagen kann, es sei anzunehmen. –",
"Wir haben gelernt: der Zwitter darf heiraten!? – Sage: wenn er geheiratet hat. –",
"Es heißt ja: darf heiraten!? – Wieso heißt es nach deiner Auffassung: jedoch nicht geheiratet werden!? Wie geheiratet werden, wenn es bereits erfolgt ist, ebenso heiraten wenn es bereits erfolgt ist. –",
"Ich will dir sagen, nein, heiraten, von vornherein; nicht geheiratet werden, nicht einmal, wenn es bereits erfolgt ist. –",
"Wenn es aber im Schlußsatze heißt: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes, so ist es ja dem ersten Autor zweifelhaft!? –",
"Sowohl dem einen als auch dem anderen ist es entschieden, und ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Steinigung wegen beider Stellen; einer ist der Ansicht, man mache sich der Steinigung schuldig wegen beider Stellen, und einer ist der Ansicht, nur wenn wie mit einem Manne.",
"Rabh sagte:"
],
[
"Unsere Mišnaist wegen der folgenden Barajtha nicht aufrecht zu erhalten, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Der Zwitter ist ein Geschöpf für sich, und die Weisen haben nicht entschieden, ob er ein Mann oder ein Weib ist. –",
"Im Gegenteil, die Barajtha sollte wegen unserer Mišna nicht aufrecht erhalten werden!? – Da R. Jose seinen Gefährten verlassenhat, so ist anzunehmen, daß er zurückgetreten ist.",
"Šemuél aber sagt, die Barajtha sei wegen unserer Mišna nicht aufrecht zu erhalten. – Im Gegenteil, unsere Mišna sollte wegen der Barajtha nicht aufrecht erhalten werden, denn wir wissen von Šemuél, daß er die Ansicht eines einzelnen berücksichtigt!? – Dies nur, wenn dadurch keine Mišna aufgehoben wird, wenn aber dadurch eine Mišna aufgehoben wird, berücksichtigt er sie nicht.",
"In der Schule Rabhs sagten sie im Namen Rabhs, die Halakha sei wie R. Jose beim Zwitter und beim Pfropfen; Šemuél sagte, bei der schweren Geburt und bei der Verbotenmachung.",
"Beim Zwitter, wie wir eben gesagt haben. Beim Pfropfen, denn wir haben gelernt: Weniger als dreißig Tage vor Neujahr darf man im Vorsiebentjahrenicht mehr pflanzen noch senken noch pfropfen; hat man gepflanzt, gesenkt oder gepfropft, so reiße man es aus. R. Jehuda sagt, was drei Tage nach dem Pfropfennicht keimt, keime nicht mehr. R. Jose und R. Šimo͑n sagen, in zwei Wochen.",
"Hierzu sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha: Nach demjenigen, der dreißig sagt, sind dreißig und dreißigerforderlich, der drei sagt, sind drei und dreißig erforderlich, und der zwei Wochen sagt, sind zwei Wochen und dreißig [Tage] erforderlich.",
"Šemuél sagt, bei der schweren Geburt und der Verbotenmachung. Bei der schweren Geburt, denn wir haben gelernt:",
"Wie lange wird diesauf die schwere Geburt zurückgeführt? R. Meír sagt, auch vierzig und fünfzig Tage; R. Jehuda sagt, der [letzte] Monat genüge; R. Jose und R. Šimo͑n sagen, es sei nicht mehr als zwei Wochen auf die schwere Geburt zurückzuführen.",
"Bei der Verbotenmachung, denn wir haben gelernt: Wenn jemand mit seinem Weinstocke das Getreide eines anderen bedeckt hat, so hat er es zum Genusse verbotengemacht und ist ersatzpflichtig. R. Jose und R. Šimo͑n sagen,"
],
[
"niemand könne das verboten machen, was nicht ihm gehört.",
"Sie fragten: Was sagte Šemuél hinsichtlich des Zwitters? – Komm und höre: Šemuél sagte zu R. A͑nan, wegen unserer Mišna sei die Barajthanicht aufrecht zu erhalten. –",
"Was sagte Šemuél hinsichtlich des Pfropfens? – Komm und höre: Šemuél sagte zu R. A͑nan: lehre wie derjenige, welcher sagt: drei und dreißig. –",
"Was sagte Rabh hinsichtlich der schweren Geburt? – Dies bleibt unentschieden. –",
"Was [sagte Rabh] hinsichtlich der Verbotenmachung? R. Joseph erwiderte: Komm und höre: R. Hona sagte im Namen Rabhs, die Halakha sei nicht wie R. Jose. Abajje sprach zu ihm: Was veranlaßt dich, dich hierauf zu stützen, stütze dich doch auf das, was R. Ada im Namen Rabhs gesagt hat, daß nämlich die Halakha wie R. Jose sei!? – ‘In der Schule Rabh sagten sie’, das ist R. Hona, und R. Hona sagte, die Halakha sei nicht wie er.",
"R. JEHUDA SAGT, WENN EIN GESCHLECHTSLOSER &C. R. Ami sprach: Was macht R. Jehuda mit dem Geschlechtslosen in Biri, den man auf einen Stuhl gelegt und aufgerissen hat, worauf er sieben Söhnezeugte!? – Und R. Jehuda!? – Forsche man doch nach, von wem seine Kinder sind.",
"Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Der Geschlechtslose vollziehe nicht die Ḥaliça, denn er könnte aufgerissen werden und ein Naturkastrat sein. – Ist denn jeder, der aufgerissen wird, ein Mann!? – Er meint es wie folgt: er könnte aufgerissen werden und ein Weib sein, und selbst wenn ein Mann, könnte er Naturkastrat sein. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Raba erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Untauglichmachung, falls Brüder vorhandensind, und der Vollziehung der Ḥaliça, falls keine Brüder vorhanden sind.",
"R. Šemuél b. Jehuda sagte im Namen R. Abbas, des Bruders des R. Jehuda b. Zabhdi, im Namen R. Jehudas im Namen Rabhs: Wegen des Zwitters macht man sich wegen beider Stellen der Steinigung schuldig. Man wandte ein: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes. Dies nur, wenn an seiner männlichen Stelle, wegen seiner weiblichen aber ist man frei!? –",
"Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Simaj sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wegen beider Stellen. – Was ist der Grund des R. Simaj? Raba erwiderte: Bar Hamduri erklärte es mir:deinen Mann sollst du nicht beschlafen, wie man ein Weib beschläft, und ein Mann, bei dem es zweierlei Beschlafungengibt, ist der Zwitter. –",
"Und die Rabbanan!? – Trotzdem es bei ihm zweierlei Beschlafungen gibt; es heißt: einen Mann. –",
"Woher entnehmen es die Rabbananhinsichtlich eines gewöhnlichen Mannes!? – Aus und einen. – Woher entnehmen sie es hinsichtlich der widernatürlichen Artbei einem Weibe? – Aus [dem Worte] Weib.",
"R. Šezbi sagte im Namen R. Ḥisdas: Nicht in jeder Hinsicht sagt R. Elie͑zer, der Zwitter gelte als richtiger Mann, denn wenn dem so wäre, sollte [ein zwitterhaftes Vieh] als Opfer geheiligt werden können. –",
"Woher, daß ein solches nicht geheiligt werden kann? – Die Rabbanan lehrten: Das zur Bestialität verwandte, für den Götzendienst abgesonderte, angebetete, als Hurengabe oder Hundelohn entrichtete, das geschlechtslose und das zwitterhafte [Geflügel] machtim Schlundedie Kleider unrein.",
"R. Elie͑zer sagte nämlich: Überall, wo es männlich und weiblich heißt, sind Geschlechtslose und Zwitter auszuschließen, beim Geflügel aber heißt es nicht männlich und weiblich, somit sind bei diesem Geschlechtslose und Zwitter nicht auszuschließen.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: R. Elie͑zer sagt,"
],
[
"Mischling, Totverletztes, durch Seitenschnitt Hervorgeholtes, Geschlechtsloses und Zwitter werden nicht heilig und machen nicht heilig.",
"Dies erklärte Šemuél: werden nicht heilig, durch Umtausch; machen nicht heilig, durch Übertragungauf das Eingetauschte. Schließe hieraus.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, MAN MACHE SICH WEGEN DESSEN DER STEINIGUNG SCHULDIG, WIE WEGEN EINES MANNES. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Als ich zu R. Elea͑zar b. Šamua͑ ging, um die Tora zu studieren, taten sich seine Schüler gegen mich zusammen, wie die Hähne von Beth Buqja, und ließen mich nichts lernen, bis auf das eine in unserer Mišna: R. Elie͑zer sagt, wegen des Zwitters mache man sich der Steinigung schuldig, wie wegen eines Mannes.",
"",
"MANCHE [FRAUEN] SIND IHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN, MANCHE IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN, MANCHE DIESEN UND JENEN ERLAUBT, UND MANCHE DIESEN UND JENEN VERBOTEN.",
"FOLGENDE SIND UHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN: WENN EIN GEMEINER PRIESTER EINE WITWE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HOCHPRIESTER IST; WENN EIN ENTWEIHTER EINE UNBEMAKELTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER UNBEMAKELTER IST;",
"WENN EIN JISRAÉLIT EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HURENKIND IST; WENN EIN HURENKIND EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST. DIESE SIND IHREN MÄNNERN ERLAUBT UND IHREN SCHWÄGERN VERBOTEN.",
"iiFOLGENDE SIND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN: WENN EIN HOCHPRIESTER SICH EINE WITWE ANGETRAUT HAT UND SEIN BRUDER GEMEINER PRIESTER IST; WENN EIN UNBEMAKELTER EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER ENTWEIHTER IST; WENN EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT, UND SEIN BRUDER HURENKIND IST; WENN EIN HURENKIND EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST. DIESE SIND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT UND IHREN MÄNNERN VERBOTEN.",
"DIESEN UND JENEN VERBOTEN: WENN EIN HOCHPRIESTER EINE WITWE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HOCHPRIESTER ODER GEMEINER PRIESTER IST; WENN EIN UNBEMAKELTER EINE ENTWEIHTE GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER UNBEMAKELTER IST; WENN EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER JISRAÉLIT IST; WENN EIN HURENKIND EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT UND SEIN BRUDER HURENKIND IST. DIESE SIND DIESEN UND JENEN VERBOTEN. ALLE ANDEREN FRAUEN SIND IHREN MÄNNERN UND IHREN SCHWÄGERN ERLAUBT.",
"VON DEN NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN IST DIE, DIE IHREM MANNE ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, NICHT ABER IHREM SCHWAGER, IHREM MANNE VERBOTEN UND IHREM SCHWAGER ERLAUBT, DIE IHREM SCHWAGER ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, NICHT ABER IHREM MANNE, IHREM SCHWAGER VERBOTEN UND IHREM MANNE ERLAUBT, DIE DIESEM UND JENEM ZWEITGRADIG INZESTUÖS IST, DIESEM UND JENEM VERBOTEN.",
"SIE ERHÄLT WEDER DIE MORGENGABE NOCH DEN FRUCHTGENUSS NOCH UNTERHALT NOCH DIE ABGETRAGENEN KLEIDER; DAS KIND IST UNBEMAKELT, JEDOCH ZWINGT MAN IHN, SIE ZU ENTFERNEN.",
"IST EINE WITWE MIT EINEM HOCHPRIESTER, EINE GESCHIEDENE ODER ḤALUÇA MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER, EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA MIT EINEM JISRAÉLITEN ODER EINE JISRAÉLITIN MIT EINEM NATHIN ODER EINEM HURENKINDE [VERHEIRATET], SO ERHÄLT SIE DIE MORGENGABE.",
"GEMARA. Weshalb lehrt er ‘geheiratet’, sollte er doch ‘angetraut’ lehren!?",
"Wolltest du erwidern: nur wenn geheiratet, wo ein Gebot und ein Verbot übertreten werden, wenn aber nur angetraut, verdränge das Gebot das Verbot, so handelt es sich ja im ganzen Abschnitte um ein Gebot gegen ein Verbot, und das Gebot verdrängt das Verbot nicht!? –",
"Da er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn ein Hochpriester eine Witwe geheiratet hat, nur geheiratet, wodurch er sie zur Entweihten gemacht hat, wenn aber angetraut, sie ihm erlaubt ist, lehrt er auch im Anfangsatze ‘geheiratet’. –",
"Weshalb lehrt er übereinstimmend mit dem Schlußsatze, sollte er es doch übereinstimmend lehren mit dem Mittelsatze: wenn ein Hochpriester sich eine Witwe angetraut hat und sein Bruder gemeiner Priester ist!? – Vielmehr, wegen der Nachbarin. Da er den Fall lehren will: wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat, nur geheiratet, wodurch er sie zur Entweihten gemacht hat, wenn aber angetraut, sie ihm erlaubt ist, lehrt er auch da ‘geheiratet’. –",
"Weshalb lehrt er es von einer Witwe, sollte er es doch von einer Jungfraulehren!?"
],
[
"Wolltest du erwidern, dieser Autor sei der Ansicht, sie falle durch die erste Heiratzu, so [lehrt er ja auch den Fall], wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat, und wir sagen nicht, sie falle durch die erste Heiratzu. –",
"Dies lehrt er entschieden wegen des Schlußsatzes. Da er im Schlußsatze den Fall lehren will, wenn ein Hochpriester eine Witwe geheiratet hat und sein Bruder Hochpriester oder gemeiner Priester ist, nur eine Witwe, während eine Jungfrau für ihn tauglichist, lehrt er es auch da von einer Witwe.",
"R. Papa wandte ein: Sollte er, wenn das, was R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans gesagt hat, Geltung hat, daß nämlich, wenn ein Miçri zweiter Generation eine Miçrith erster Generation geheiratet hat, ihr Sohn zweiter Generation sei, auch den Fall lehren,",
"wenn ein Miçri zweiter Generation zwei Miçrijoth geheiratet hat, eine erster und eine zweiter Generation, und er Söhne von der einen und anderenhat; haben sie entsprechendgeheiratet, so sind [die Frauen] ihren Männern erlaubt und ihren Schwägern verboten,",
"und haben sie umgekehrtgeheiratet, so sind sie ihren Schwägern erlaubt und ihren Männern verboten; beiden erlaubt sind Proselytinnen, beiden verboten sind Sterile!? –",
"Manches lehrt er und manches läßt er fort. – Was läßt er noch außerdem fort? – Er läßt den Quetschverstümmelten fort. –",
"Wenn nur den Quetschverstümmelten, so ist dies keine Fortlassung, denn er nennt die mit einem Verbote belegten. –",
"Nennt er denn nicht die mit einem Verbote belegten besonders, er lehrt ja von einem gemeinen Priester, der eine Witwe geheiratet hat, und von einem Entweihten, der eine Unbemakelte geheiratethat!? –",
"Diesist besonders zu lehren nötig, nach R. Jehuda im Namen Rabhs. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, den unbemakelten [Priesterstöchtern] sei es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten. –",
"Er lehrt ja von einem Entweihten, der eine Unbemakelte geheiratet hat, und von einem Jisraéliten, der eine Jisraélitin geheiratet hat, und sein Bruder Hurenkind ist!? – Auch dies ist keine Wiederholung; er lehrt von einem Verbote, das nicht für jedengilt, und von einem Verbote, das für jeden gilt. –",
"Er lehrt ja von einem Jisraéliten, der eine Jisraélitin geheiratet hat, und sein Bruder Hurenkind ist, und von einem Hurenkinde, das ein Hurenkind geheiratethat!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß er manches lehrt und manches fortläßt. Schließe hieraus.",
"Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Den unbemakelten [Priesterstöchtern] ist es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn ein Entweihter eine Unbemakelte geheiratet hat. Doch wohl eine Priesterstochter, und unter Unbemakelte ist zu verstellen, für Priester unbemakelt. –",
"Nein, eine Jisraélitin, und unter Unbemakelte ist zu verstehen, für die Gemeinde unbemakelt. –",
"Demnach wäre auch unter ‘unbemakelten Bruder’ zu verstehen, für die Gemeinde unbemakelt, während er selber auch für die Gemeinde bemakelt ist!? Doch wohl ein Priester, und wenn er ein Priester ist, ebenso sie, wenn sie Priesterstochter ist. –",
"Wieso denn, er so und sie anders. Rabin b. Naḥman wandte ein:Sollen sie nicht nehmen, sollen sie nicht nehmen; dies lehrt, daß es durch den Mann der Frau verbotenwird!?",
"Raba erwiderte: Wenn es ihm verboten ist, ist es auch ihr verboten, und wenn es ihm nicht verboten ist, ist es auch ihr nicht verboten. –",
"Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies ist ja aus einer Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs zu entnehmen!? R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs, und ebenso wurde es in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt:Wenn ein Mann oder eine Frau irgend eine Sünde der Menschen begeht; die Schrift hat damit die Frau hinsichtlich aller Strafgesetze der Tora dem Manne gleichgestellt. –",
"Hieraus könnte man entnehmen, nur bei Verboten, die für jeden gelten, nicht aber bei Verboten, die nicht für jedengelten. –"
],
[
"Auch die Verunreinigungist ja ein Verbot, das nicht für jeden gilt, dennoch würde man, wenn der Allbarmherzige nicht geschrieben hätte: Söhne Ahrons, nicht aber Töchter Ahrons, gesagt haben, Frauen seien dem unterworfen; doch wohl wegen der Lehre R. Jehudas im Namen Rabhs!? –",
"Nein, dies wäre aus [den Worten] sollen sie nicht nehmen zu folgern.",
"Manche sagen: Von der Heiratist diesnötig; man könnte glauben, es sei von der Verunreinigungzu folgern, so lehrt er uns.",
"Einst kamen R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, nach Hinçebu, der Ortschaft des R. Idi b. Abin, und man fragte sie da: Ist es den unbemakelten [Priesterstöchtern] verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten oder nicht?",
"R. Papa erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Zehn Geburtskasten zogen aus Babylonien herauf. Priester, Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegeneund Findlinge. Priester, Leviten und Jisraéliten dürfen unter einander heiraten; Leviten, Jisraéliten, Entweihte, Proselyten und Freigelassene dürfen unter einander heiraten; Proselyten, Freigelassene, Hurenkinder, Nethinim, Verschwiegene und Findlinge dürfen unter einander heiraten. Er lehrt es aber nicht von Priesterstöchtern mit Entweihten.",
"Da sprach R. Hona, Sohn der R. Jehošua͑, zu ihm: Fälle, wobei diese von jenen und jene von diesen heiraten dürfen, lehrt er, jenen Fall aber lehrt er nicht, da ein Priester, wenn er eine Entweihte heiraten will, dies nicht darf. Als sie hierauf zu R. Idi b. Abin kamen, sprach er zu ihnen: Schulkinder, folgendes sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: den unbemakelten [Priesterstöchtern] ist es nicht verboten, sich mit Bemakelten zu verheiraten.",
"VON DEN NACH DEN SCHRIFTKUNDIGEN ZWEITGRADIG INZESTUÖSEN &C. Die Einwohner von Biri fragten R. Šešeth: Erhält die dem Ehemanne und nicht dem Schwager zweitgradig Inzestuöse vom Schwager die Morgengabe oder nicht: erhält sie sie nicht, da der Meister gesagt hat, ihre Morgengabe belaste die Güter ihres ersten Mannes,",
"oder aber erhält sie sie wohl, da die Rabbanan sie ihr, falls sie vom ersten nicht zu haben ist, vom zweiten zugesprochen haben?",
"R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Ihre Morgengabe belastet die Güter ihres ersten Mannes, und wenn sie diesem zweitgradig inzestuös war, so erhält sie sie auch nicht vom Schwager. –",
"Demnach gibt es solche, die sie vom Schwager zu erhalten haben!? – Diese Lehre ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Ihre Morgengabe belastet die Güter des ersten Mannes, und wenn sie vom ersten nicht zu haben ist, hat man sie ihr vom zweiten zugesprochen; war sie ihrem Ehemanne zweitgradig inzestuös, so erhält sie sie auch nicht vom Schwager.",
"R. Elea͑zar fragte R. Joḥanan: Erhält eine mit einem Hochpriester [verheiratete] Witwe oder mit einem gemeinen Priester [verheiratete] Geschiedene oder Ḥaluça Unterhalt oder nicht? – In welchem Falle: weilt sie bei ihm, so hat er sie sogar zu entfernen, wieso sollte sie Unterhalt erhalten!? – In dem Falle, wenn er nach dem Überseelande verreist war, und sie geborgt und sich ernährt hat.",
"Wie ist es: gehört der Unterhalt zu den Vereinbarungender Morgengabe, und da ihr die Morgengabe zusteht, steht ihr auch Unterhalt zu, oder aber steht ihr nur die Morgengabe zu, die sie erhält und fortgeht, nicht aber Unterhalt, weil sie bei ihm bleiben könnte. Dieser erwiderte: Sie erhält ihn nicht. –",
"Es wird ja aber gelehrt, sie erhalte wohl!? – Diese Lehre spricht [vom Unterhalte] nach seinem Tode.",
"Manche lesen: Dieser erwiderte: Sie erhält ihn. – Er hat sie ja zu entfernen!? – Es gibt eine Lehre, daß sie ihn erhält. – Diese Lehre spricht [vom Unterhalte] nach dem Tode.",
"Die Rabbanan lehrten: Ist eine Witwe mit einem Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça mit einem gemeinen Priester [verheiratet], so erhält sie die Morgengabe, den Fruchtgenuß, Unterhalt und die abgetragenen Kleider; sie ist bemakelt und ihr Kind bemakelt, und man zwinge ihn, sie zu entfernen. Die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuöse erhält weder die Morgengabe noch den Fruchtgenuß noch Unterhalt noch die abgetragenen Kleider; sie ist unbemakelt und ihr Kind unbemakelt, jedoch zwingt man ihn, sie zu entfernen.",
"R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Sie sagten deshalb, daß die mit einem Hochpriester verheiratete Witwe die Morgengabe erhalte, weil er bemakeltund sie bemakeltwird, und in allen Fällen, wo er bemakelt und sie bemakelt wird,"
],
[
"maßregelten sie ihnmit der Morgengabe. Und sie sagten deshalb, daß die nach den Schriftkundigen zweitgradig Inzestuöse die Morgengabe nicht erhalte, weil er unbemakelt und sie unbemakelt ist, und in allen Fällen, wo er unbemakelt und sie unbemakelt ist, maßregelten sie sie mit der Morgengabe.",
"Rabbi erklärte: Das eineist eine Bestimmung der Tora, und eine Bestimmung der Tora bedarf keiner Befestigung, das andere ist eine Bestimmung der Schriftkundigen, und eine Bestimmung der Schriftkundigen bedarf einer Befestigung. Eine andere Erklärung: Im ersten Falle befleckt er sie, im anderen Falle befleckt sie ihn. –",
"Wer lehrte die andere Erklärung? – Manche sagen, R. Šimo͑n b. Elea͑zar lehrte sie, und zwar ist dies eine Begründung: sie sagten deshalb, daß, wenn er bemakelt und sie bemakelt wird, man ihn mit der Morgengabe maßregele, weil er sie befleckt; und sie sagten deshalb, daß, wenn er unbemakelt und sie unbemakelt ist, man sie mit der Morgengabe maßregele, weil sie ihn befleckt.",
"Manche sagen, Rabbi lehrte sie, denn ihm war es hinsichtlich der Ḥaluça unverständlich: die Ḥaluça ist ja rabbanitisch [verboten], und sie erhält die Morgengabe!? Hierauf sagte er: da er sie für die rabbanitische [Hebe]untauglich macht, [erkläre man: im] ersten Falle befleckt er sie, im anderen Falle befleckt sie ihn. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen Rabbi und R. Šimo͑n b. Elea͑zar? R. Ḥisda erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei [der Heirat] eines Hurenkindes oder einer Nethina mit einem Jisraéliten:",
"einer begründet, weil es [ein Verbot] der Toraist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn. –",
"Nach R. Elie͑zer aber, welcher sagt, ersei Sklave und Hurenkind, befleckt sie ihn ja nicht!? Vielmehr, erwiderte R. Joseph, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei der Wiedernahme seiner Geschiedenen, nachdem sie verheiratet war; einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn. –",
"Nach R. A͑qiba aber, welcher sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, befleckt sie ihn ja nicht!? Vielmehr, erklärte R. Papa, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei [der Heirat] eines Hochpriesters mit einer Deflorierten; einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn. –",
"Nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob aber, welcher sagt, [Abkömmlinge] der von mit einem Gebotebelegten seien Entweihte, befleckt sie ihn ja nicht!? Vielmehr, erklärte R. Aši, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei der Wiedernahme seiner zweifelhaften Ehebruchsverdächtigten;",
"einer begründet, weil es [ein Verbot] der Tora ist, und auch hierbei ist es [ein Verbot] der Tora, und einer begründet, weil er sie befleckt, und hierbei befleckt sie ihn. – Nach R. Mathja b. Ḥereš aber, welcher sagt, selbst wenn ihr Mann ihr auf dem Wege, sie trinkenzu lassen, beigewohnt hat, habe er sie zur Hure gemacht, befleckt sie ihn ja nicht!? Vielmehr, erklärte Mar, Sohn des R. Aši, ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einer entschiedenen Ehebrecherin.",
"WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN MIT EINEM PRIESTER VERLOBT, VON EINEM PRIESTER SCHWANGER ODER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE MIT EINEM PRIESTER IST, EBENSO WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IN DIESEM VERHÄLTNISSE ZU EINEM JISRAÉLITEN STEHT, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN. WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN MIT EINEM LEVITEN VERLOBT, VON EINEM LEVITEN SCHWANGER ODER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE MIT EINEM LEVITEN IST, EBENSO WENN DIE TOCHTER EINES LEVITEN IN DIESEM VERHÄLTNISSE ZU EINEM JISRAÉLITEN STEHT, SO DARF SIE DEN ZEHNTENNICHT ESSEN.",
"WENN DIE TOCHTER EINES LEVITEN MIT EINEM PRIESTER VERLOBT, VON EINEM PRIESTER SCHWANGER ODER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE MIT EINEM PRIESTER IST, EBENSO WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IN DIESEM VERHÄLTNISSE ZU EINEM LEVITEN STEHT, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN.",
"GEMARA. Und wenn sie auch Gemeine ist, darf eine Gemeine denn nicht den Zehnten essen!? R. Naḥman erwiderte im Namen Šemuéls: Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, welcher sagt, der erste Zehntsei Gemeinen verboten."
],
[
"Es wird nämlich gelehrt: Die Hebe dem Priester, der erste Zehnt dem Leviten– so R. Meír. R. Elea͑zar b. A͑zarja erlaubt ihn dem Priester. – ‘Erlaubt ihn dem Priester’, demnach gibt es jemand, der ihn diesem verbietet!? – Lies vielmehr: man entrichte ihn [auch] an den Priester.",
"Was ist der Grund R. Meírs? R. Aḥa, der Sohn Rabbas, erwiderte im Namen einer Überlieferung:Denn den Zehnten der Kinder Jisraél, den sie dein Herrn abheben als Hebe; wie die Hebe Gemeinen verboten ist, ebenso ist der erste Zehnt Gemeinen verboten. – Demnach sollte man, wie man sich wegen der Hebe der Todesstrafe und des Fünftelsschuldig macht, sich auch wegen des Zehnten der Todesstrafe und des Fünftels schuldig machen!? –",
"Die Schrift sagt:und deshalb sterben, wenn sie es entweihen,so soll er dazu das Fünftel hinzufügen; deshalb, nicht aber wegen des Zehnten, dazu, nicht aber zum Zehnten. – Und die Rabbanan!? – Wie die Hebe vermischt macht, ebenso macht der Zehnt vermischt.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Jose sagte: Man könnte glauben, man sei wegen des Vermischten nur dann strafbar, wenn überhaupt nichts entrichtet worden ist, woher dies von dem Falle, wenn die große Hebe entrichtet worden ist, aber nicht der erste Zehnt, oder auch dieser und nicht der zweite Zehnt, oder gar der Armenzehnt?",
"Hierbei heißt es:du darfst es in deinen Orfschaften nicht essen, und dort heißt es:sie sollen es in deinen Ortschaften essen und satt sein, wie dort, wo es Ortschaften heißt, vom Armenzehnten gesprochen wird, ebenso hier, wo es Ortschaften heißt, vom Armenzehnten, und der Allbarmherzige sagt: du darfst &c. nicht.",
"Hieraus könnte man nur das Verbot entnehmen, nicht aber die Todesstrafe, so lehrt eruns.",
"Eine andere Lesart. Daß der erste Zehnt eine Vermischung erwirkt, geht ja aus der Lehre R. Joses hervor!? – Hieraus könnte man nur das Verbot entnehmen, nicht aber die Todesstrafe, so lehrt er uns. –",
"Wie ist, wo du es R. Meír addiziert hast, der Schlußsatz zu erklären: wenn die Tochter eines Leviten mit einem Priester oder die Tochter eines Priesters mit einem Leviten verlobt ist, so darf sie weder Hebe noch den Zehnten essen; welche Gemeinhaftigkeit gibt es hierbei!? R. Šešeth erwiderte: Unter nicht essen, von dem er spricht, ist zu verstehen, sie könne nichtden Auftrag zur Abhebungerteilen. –",
"Demnach kann die Verheiratete wohl den Auftrag erteilen? – Allerdings, denn es wird gelehrt:Und ihr dürft es an jedem Orte essen, ihr und euer Haus; dies lehrt, daß die verheiratete Tochter eines JisraélitenAuftrag zur Abhebung erteilen kann.",
"Du sagst, Auftrag zur Abhebung erteilen, vielleicht ist dem nicht so, sondern zu essen berechtigt!? Ich will dir sagen: wenn sie die streng [heilige] Hebe essendarf, um wieviel mehr den leichteren Zehnten; vielmehr lehrt dies, daß die verheiratete Tochter eines Jisraéliten Auftrag zur Abhebung erteilen kann.",
"Mar, der Sohn Rabanas, erklärte: Diesbesagt, daß man ihr nicht den Zehnten in der Tenne verabreiche. – Allerdings nach demjenigen, welcher erklärt, wegen des Alleinseins, nach demjenigen aber, welcher erklärt, wegen der Geschiedenen, [ist ja zu erwidern:] darf denn die geschiedene Tochter eines Leviten den Zehnten nicht essen!? –",
"Darf denn, auch nach deiner Auffassung, die geschiedene Tochter eines Priesterskeine Hebe essen!? Dies erfolgt vielmehr mit Rücksicht auf die geschiedene Tochter eines Jisraéliten. –",
"Wieso demnach nur eine Verlobte, dies sollte doch auch von einer Verheirateten gelten!? – Da er im Anfangsatzevon einer Verlobten lehrt, lehrt er auch im Schlußsatze von einer Verlobten.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Hebe dem Priester und der erste Zehnt dem Leviten – so R. A͑qiba. R. Elea͑zar b. A͑zarja sagt, dem Priester. –"
],
[
"Dem Priester und nicht dem Leviten!? – Lies auch dem Priester. – Was ist der Grund R. A͑qibas? Es heißt:zu den Leviten aber sollst du reden und ihnen sagen; die Schrift spricht von den Leviten. – Und jener!? – Nach R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte: An vierundzwanzig Stellen werden die Priester Leviten genannt, und folgendes ist eine von ihnen:die levitischen Priester, die Söhne Çadoqs. –",
"Und R. A͑qiba!? – Hierbei kannst du dies nicht sagen; es heißt:ihr dürft es an jedem Orte essen, nur wer es an jedem Orte essen darf, ausgenommen ein Priester, der es auf einem Begräbnisplatzenicht essen darf. – Und jener!? Wo er dies wünscht, da hierbei die Stadtmauernicht erforderlich ist, und wenn er es bei Unreinheit des Körpers gegessen hat, erhält er keine Geißelhiebe.",
"Einst nahm R. Elea͑zar b. A͑zarjaden ersten Zehnten von einem Garten. Da ging R. A͑qiba und verlegte die Tür nach einem Begräbnisplatze. Hierauf sprach jener: A͑qiba mit seinem Handsack, und ich soll leben!?",
"Es wurde gelehrt: Weshalb maßregelten sie die Leviten mit dem Zehnten? Hierüber streiten R. Jonathan und Sabja, einer sagt, weil sie zur Zeit E͑zras nicht mit hinaufzogen, und einer sagt, damit die Priester eine Stütze für die Tage ihrer Unreinheithaben. –",
"Einleuchtend ist es, daß man sie gemaßregelt hat, nach demjenigen, welcher sagt, weil sie nicht hinaufzogen, wieso aber hat man, nach demjenigen, welcher sagt, damit die Priester eine Stütze für die Tage ihrer Unreinheit haben, wegen der Priester die Leviten gemaßregelt!? – Vielmehr, alle sind der Ansicht, es sei eine Maßregelung, weil sie in den Tagen E͑zras nicht hinaufzogen, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, die Maßregelung komme den Armen [zugute], und einer ist der Ansicht, die Priester seien in den Tagen ihrer Unreinheit ebenfalls Arme. –",
"Erklärlich ist es nach demjenigen, welcher sagt, die Maßregelung komme den Armen [zugute], daß R. A͑qiba die Tür nach einem Begräbnisplatzeverlegte, weshalb aber verlegte er die Tür nach einem Begräbnisplatze nach demjenigen, welcher sagt, den Priestern!? – Er sprach zu ihm wie folgt: verlangst du es wegen der Maßregelung, so steht es dir zu, wenn aber als Anteil, so steht es dir nicht zu.",
"Woher, daß sie in den Tagen E͑zras nicht hinaufzogen? – Es heißt: ich versammelte sie an dem Strome, der nach Ahava fließt, und wir lagerten dort drei Tage, und ich sah mich um unter dem Volke und den Priestern und fand dort keinen von den Söhnen Levis. R. Ḥisda sagte: Früher stellte man Beamte nur aus den Leviten an, wie es heißt:und Beamte sind von den Leviten bei euch, jetzt aber stelle man Beamte nur aus den Jisraéliten an, denn es heißt: Beamte [aus der] Mehrheitan eurer Spitze.",
"WENN DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN SICH MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATET, SO DARF SIE HEBE ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE HEBE ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM LEVITEN, SO DARF SIE DEN ZEHNTENESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM JISRAÉLITEN, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN.",
"STIRBT IHR KIND VOM JISRAÉLITEN, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT IHR KIND VOM LEVITEN, SO DARF SIE HEBE ESSEN; STIRBT IHR KIND VOM PRIESTER, SO DARF SIE WEDER HEBE NOCH DEN ZEHNTEN ESSEN."
],
[
"WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS SICH MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATET, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM LEVITEN, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE DEN ZEHNTEN ESSEN; VERHEIRATET SIE SICH DARAUF MIT EINEM PRIESTER, SO DARF SIE HEBE ESSEN; STIRBT ER UND HAT SIE VON IHM EIN KIND, SO DARF SIE HEBE ESSEN.",
"STIRBT IHR KIND VOM PRIESTER, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN, STIRBT IHR KIND VOM LEVITEN, SO DARF SIE NICHT DEN ZEHNTEN ESSEN; STIRBT IHR KIND VOM JISRAÉLITEN, SO DARF SIE IN DAS HAUS IHRES VATERS ZURÜCKKEHREN. VON DIESER HEISST ES:und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, wie in ihrer Jugend, vom Brote ihres Vaters darf sie essen.",
"GEMARA. Wenn ihr Kind vom Leviten stirbt, darf sie Hebe essen, wonach sie wegen ihres Kindes wiederum essen darf; woher dies? R. Abba erwiderte im Namen Rabhs:und eine Tochter. –",
"Wohl nach R. A͑qiba, der das und deutet!? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn [der Passus] und eine Tochter ist überhaupt überflüssig.",
"Die Rabbanan lehrten: Wenn sie zurückkehrt, kehrt sie nur zur Hebe zurück, nicht aber zu Brustund Schenkel. R. Ḥisda sagte im Namen des Rabina b. Šila: Hierauf deutet folgender Schriftvers:sie darf von der Hebe des Heiligen nicht essen; sie darf nicht essen von dem, was vom Heiligen abgehobenwird. R. Naḥman entnimmt dies im Namen des Rabba b. Abuha hieraus:vom Brote, nicht aber jedes Brot; ausgenommen Brustund Schenkel.",
"Rami b. Ḥama wandte ein: Vielleicht schließt dies die Aufhebung von Gelübdenaus!? Raba erwiderte: Dies entschied bereits der Autor der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Und das Gelübde einer Witwe oder einer Geschiedenen &c. soll für sie bestehen; was lehrt dies, sie ist ja aus [der Gewalt] des Vaters und der des Ehemannesgekommen?",
"Vielmehr, gehört sie, wenn der Vater sie den Vertretern des Ehemannes, oder die Vertreter des Vaters sie den Vertretern des Ehemannes übergeben haben, und sie unterwegs verwitwet oder geschieden wird, zum Hause ihres Vatersoder zum Hause ihres Ehemannes? Dies besagt nun, daß, sobald sie nur eine Stunde aus der Gewalt des Vaters gekommen ist, er [ihre Gelübde] nicht mehr aufheben könne.",
"R. Saphra erklärte:Vom Brote ihres Vaters darf sie essen, Brot, jedoch kein Fleisch. R. Papa erklärte: Vom Brote ihres Vaters darf sie essen, das Brot, das ihrem Vater gehört, ausgenommen Brust und Schenkel, die ihm vom Tische Gottes zugeeignetsind.",
"Raba erklärte:und die Brust der Schwingung und den Schenkel der Hebe sollt ihr essen &c. du und deine Söhne und deine Töchter mit dir, nur solange sie mit dir sind.",
"R. Ada b. Ahaba sagte: Es wird gelehrt: Wenn sie in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, kehrt sie zur Hebe zurück, nicht aber zu Brust und Schenkel; wenn aber wegen ihres Kindes, kehrt sieauch zu Brust und Schenkel zurück.",
"R. Mordekhaj trug diese Lehre R. Aši vor. Da sprach dieser: Diesewird durch [die Worte] und eine Tochtereinbegriffen, ist sie denn bevorzugter als jene!? – Hinsichtlich jener sind Ausschließungenvorhanden, hinsichtlich dieser sind keine Ausschließungen vorhanden.",
"WENN DIE TOCHTER EINES PRIESTERS SICH MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATET &C. Die Rabbanan lehrten:Und in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, ausgenommen die Anwärterin der Schwagerehe; wie in ihrer Jugend, ausgenommen die Schwangere.",
"Dies ist ja durch einen Schluß zu folgern: wenn da, wobei das Kind vom ersten [Manne] dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, sievon der Schwagerehe zu entbinden, der Fötus dem Geborenengleicht,",
"um wieviel mehr gleicht da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweitengleicht, indem es sie für die Hebe ungeeignet macht, der Fötus dem Geborenen!? –",
"Nein, sollte denn, wenn der Fötus dem Geborenen gleicht bei der Schwagerehe, wobei Tote den Lebendengleichen, der Fötus dem Geborenen gleichen auch bei der Hebe, wobei Tote den Lebenden nicht gleichen!? Daher heißt es: wie in ihrer Jugend, ausgenommen die Schwangere.",
"Und sowohl die [Ausschließung der] Schwangeren als auch [die Worte] und Kinder hat sie nichtsind nötig. Würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: und Kinder hat sie nicht, so könnte man glauben, weil es vorher ein Körper war und jetzt zwei Körper sind, die Schwangere aber, die vorher ein Körper war und jetzt ein Körper ist, dürfe essen; daher ist jenes nötig. Und würde der Allbarmherzige nur die [Ausschließung der] Schwangeren geschrieben haben,"
],
[
"so könnte man glauben, weil ihr Körper vorher leer war und jetzt voll ist, nicht aber gilt dies von der Bekinderten, deren Körper vorher leer war und jetzt leer ist. Daher ist beides nötig.",
"",
"R. Jehuda aus Disqarta sprach zu Raba: Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß bei der Schwagerehe Tote den Lebenden nicht gleichen: wenn da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht, indem es sie für die Hebe untauglich macht, Tote den Lebenden nicht gleichen, um wieviel weniger gleichen Tote den Lebenden da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, sie von der Schwagerehe zu entbinden!? –",
"Es heißt:ihre Wege sind Wege der Anmut und all ihre Pfade sind Friede. –",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, das bei der Hebe Tote den Lebenden gleichen: wenn da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, sie von der Schwagerehe zu entbinden, Tote den Lebenden gleichen, um wieviel mehr gleichen Tote den Lebenden da, wobei das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht, sie für die Hebe untauglich zu machen!? – Es heißt:und Kinder hat sie nicht, und sie hat keine. –",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß bei der Schwagerehe das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht: wenn da, wobei Tote den Lebenden nicht gleichen, bei der Hebe, das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten gleicht, um wieviel mehr gleicht da, wobei Tote den Lebenden gleichen, bei der Schwagerehe, das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten!? – Es heißt:und einen Sohn hat er nicht, und er hat keinen. –",
"Sollte doch [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere gefolgert werden, daß bei der Hebe das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht: wenn da, wobei Tote den Lebenden gleichen, sie von der Schwagerehe zu entbinden, das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten nicht gleicht, um wieviel weniger gleicht das Kind vom ersten dem Kinde vom zweiten bei der Hebe, wobei Tote den Lebenden nicht gleichen!? – Es heißt: hat sie nicht, und diese hat wohl.",
"",
"WENN MAN EINER FRAU, DEREN MANN NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, BERICHTETE, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND SIE SICH VERHEIRATETE, UND DARAUF IHR MANN ZURÜCKKEHRT, SO IST SIE VON DIESEM UND VON JENEM ZU ENTFERNEN UND BENÖTIGT VON DIESEM UND VON JENEM EINES SCHEIDEBRIEFES.",
"WEDER VON DIESEM NOCH VON JENEM STEHEN IHR DIE MORGENGABE, DER FRUCHTGENUSS, DER UNTERHALT UND DIE ABGETRAGENEN KLEIDER ZU; HAT SIE ETWAS DAVON VON DIESEM ODER VON JENEM ERHALTEN, SO MUSS SIE ES ZURÜCKERSTATTEN.",
"DAS KIND VON DIESEM UND JENEM IST HURENKIND; WEDER DIESER NOCH JENER VERUNREINIGE SICH AN IHR; WEDER DIESER NOCH JENER HAT ANRECHT AUF IHREN FUND, IHRE HÄNDEARBEITUND DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE; SIE WIRD UNTAUGLICH,",
"FALLS SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN IST, FÜR DIE PRIESTERSCHAFT, FALLS SIE DIE TOCHTER EINES LEVITEN IST, FÜR DEN ZEHNTEN, UND FALLS SIE DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IST, FÜR DIE HEBE; WEDER DIE ERBEN VON DIESEM NOCH DIE ERBEN VON JENEM ERBEN IHRE MORGENGABE; STERBEN SIE, SO HAT DER BRUDER VON DIESEM UND DER BRUDER VON JENEM AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"R. JOSE SAGT, IHRE MORGENGABE BELASTE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES. R. ELEA͑ZAR SAGT, DER ERSTE HABE ANRECHT AUF IHREN FUND, IHRE HÄNDEARBEIT UND DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE. R. ŠIMO͑N SAGT, DIE BEIWOHNUNG ODER DIE ḤALIÇA DES BRUDERS DES ERSTEN ENTBINDE IHRE NEBENBUHLERIN, UND DAS KIND VON DIESEM SEI KEIN HURENKIND.",
"HAT SIE SICH OHNE ERLAUBNIS VERHEIRATET, SO DARF SIE [ZUM ERSTEN] ZURÜCKKEHREN.",
"HAT SIE SICH AUF DIE ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES HIN VERHEIRATET, SO IST SIE ZU ENTFERNEN UND VOM OPFERFREI; HAT SIE SICH OHNE ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES VERHEIRATET, SO IST SIE ZU ENTFERNEN UND ZU EINEM OPFER VERPFLICHTET. DIE KRAFT DES GERICHTES IST WIRKSAM, SIE VOM OPFER ZU BEFREIEN. WENN DAS GERICHT IHR ENTSCHIEDEN HAT, SICH ZU VERHEIRATEN, UND SIE GEGANGEN IST UND GESÜNDIGT HAT, SO IST SIE ZUM OPFER VERPFLICHTET, DENN ES HAT IHR NUR ZU HEIRATEN ERLAUBT.",
"GEMARA. Im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn sie sich ohne Erlaubnis verheiratet hat, sie [zum ersten] zurückkehren dürfe, wohl ohne Erlaubnis des Gerichtes, sondern nur wegen der Zeugen, wonach der Anfangsatz von der Erlaubnis des Gerichtes durch einen Zeugen spricht: demnach ist ein einzelner Zeuge glaubwürdig.",
"Ferner haben wir gelernt: Es wurde eingeführt, die Heirat zu erlauben auf [die Aussage] eines Zeugen hin aus dem Munde eines Zeugen, einer Frau aus dem Munde einer Frau, einer Frau aus dem Munde eines Sklaven oder einer Sklavin. Demnach ist ein einzelner Zeuge glaubhaft.",
"Ferner haben wir gelernt: Wenn ein einzelner Zeuge zu ihm sagt: du hast Talggegessen, und er sagt: ich habe nicht gegessen, so ist er frei. Nur wenn er sagt, er habe nicht gegessen, wenn er aber schweigt, ist [der Zeuge] glaubhaft. Demnach ist ein einzelner Zeuge nach der Tora glaubhaft;",
"woher dies? – Es wird gelehrt: Und sich seiner Sünde bewußt wird, nicht aber, wenn andere es ihm mitteilen. Man könnte glauben, er sei frei, auch wenn er nicht widerspricht, so heißt es: und sich bewußt wird, auf jede Weise.",
"In welchem Falle: wollte man sagen, wenn zwei gekommen sind und er ihnen nicht widerspricht, so ist ja hiefür kein Schriftvers nötig; doch wohl einer, und wenn jener ihm nicht widerspricht, ist er glaubhaft. Hieraus ist zu entnehmen, daß ein einzelner Zeuge glaubhaft ist. – Woher, daß [es deshalb erfolgt], weil er glaubhaft ist, vielleicht deshalb, weil jener schweigt, und das Schweigen als Zugeständnis gilt!?",
"Dies ist auch zu beweisen, denn im Schlußsatze lehrt er: Wenn zwei zu ihm sagen: du hast Talg gegessen, und er sagt: ich habe nicht gegessen, so ist er frei, und nach R. Meír schuldig. R. Meír sprach: Es ist vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn zwei [Zeugen] jemand für die schwere Todesstrafe überführen können, wie sollten sie ihn nicht für das leichtere Opfer überführen können!?",
"Jene erwiderten ihm: Wie aber, wenn er sagt, er habe es vorsätzlichgetan?"
],
[
"Weshalb ist er nach den Rabbanan im Anfangsatzeschuldig: wollte man sagen, weil [der Zeuge] glaubhaft ist, so ist er ja nach den Rabbanan frei, auch wenn zwei es sagen, die sonst glaubhaft sind, selbst wenn er ihnen widerspricht. Doch wohl deshalb, weil er schweigt und das Schweigen als Zugeständnis gilt. –",
"Vielmehr, diesist einleuchtend. Wie beim Zweifel, ob es ein Stück Talg oder ein Stück Fettwar, und ein einzelner Zeuge kommt und sagt, er wisse bestimmt, daß es Fett war, der glaubhaft ist. –",
"Es gleicht dem nicht; da ist das Verbot nicht festgestellt, hierbei aber ist das Verbot der Ehefrau festgestellt, und bei Unzuchtangelegenheiten sind wenigstens zwei [Zeugen] erforderlich.",
"Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn es sicher ein Stück Talg war, und ein einzelner Zeuge kommt und sagt, er wisse bestimmt, daß es Fett war, der nicht glaubhaft ist. – Es gleicht dem nicht; dasind auch hundert nicht glaubhaft, hierbei aber sind zwei glaubhaft, somit kann auch einer glaubhaft sein. So verhält es sich auch beim Unverzehnteten, dem Heiligenund dem Qonam. –",
"Bei wessen Unverzehntetem: ist es seines, [so ist er deshalb glaubhaft,] weil es in seiner Hand liegt, es brauchbarzu machen, und ist es eines anderen, so liegt es,",
"falls er der Ansicht ist, man könne die Hebe von seinem für fremdes ohne Inkenntnissetzung des Eigentümers entrichten, ebenfalls in seiner Hand, es brauchbar zu machen. Und ist er der Ansicht, es sei eine Inkenntnissetzung des Eigentümers erforderlich, wenn er aber sagt, er wisse, daß dieser es brauchbar gemacht habe; woher dies hiervonselbst!?",
"Ebenso hinsichtlich des Heiligen: ist der Geldwertheilig, [so ist er deshalb glaubhaft,] weil es in seiner Hand liegt, es auszulösen, und ist es an sichheilig, so liegt es ebenfalls in seiner Hand, falls es ihm gehört, [das Gelübde] auflösen zu lassen. Und ist es eines anderen, wenn er aber sagt, er wisse, daß dieser sich [das Gelübde] auflösen ließ: woher dies hiervonselbst!?",
"Ebenso hinsichtlich des Qonam: ist er der Ansicht, beim Qonam gebe es eine Veruntreuungund die Heiligkeit des Geldwertes ruhe darauf, [so ist er deshalb glaubhaft,] weil es in seiner Hand liegt, es auszulösen, und ist er der Ansicht, beim Qonam gebe es keine Veruntreuungund nur etwas Verbotenes laste auf seinen Schultern, so liegt es ebenfalls in seiner Hand, falls es seines ist, es auflösen zu lassen.",
"Und ist es eines anderen, wenn er aber sagt, er wisse, daß der Eigentümer es sich auflösen ließ; woher dies hiervonselbst!?",
"R. Zera erwiderte: Wegen der Erschwerung, die man ihr späterauferlegt, hat man ihr vorerst erleichtert. – Sollte man ihr weder erschweren noch erleichtern!? –",
"Wegen der Verlassenheit haben es ihr die Rabbanan erleichtert.",
"SO IST SIE VON DIESEM UND VON JENEM ZU ENTFERNEN &C. Rabh Sagte: Dies nur, wenn sie auf [die Aussage] eines Zeugen hin geheiratet hat, wenn sie aber auf die zweier Zeugen hin geheiratet hat, ist sie nicht zu entfernen. Im Westen lachten sie hierüber: ihr Mann kommt und steht vor uns, und du sagst, sie sei nicht zu entfernen!? – In dem Falle, wenn man ihn nicht kennt. –",
"Wieso ist sie, wenn man ihn nicht kennt, wegen eines Zeugen zu entfernen!? – In dem Falle, wenn zwei kommen und bekunden: wir waren mit ihm seitdem er fort ist bis jetzt, ihr aber erkennt ihn nicht. So heißt es:Joseph erkannte seine Brüder, sie aber erkannten ihn nicht. Hierzu sagte R. Ḥisda: Dies lehrt, daß er ohne Bart fortging und mit einem Barte zurückkam. –",
"Aber immerhin sind es ja zwei gegen zwei,"
],
[
"und wer ihr beiwohnt, hat ein Schwebeschuldopferdarzubringen!? R. Šešeth erwiderte: Wenn sie sich mit einem von ihren Zeugenverheiratet hat. –",
"Sie selberhat ja ein Schwebeschuldopfer darzubringen!? – Wenn sie sagt, sie wisse essicher. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden!? Auch R. Menaḥem b. R. Jose sagt esnur von dem Falle, wenn Zeugen gekommen sindund sie sich nachher verheiratet hat, nicht aber, wenn sie sich verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind.",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn zwei bekunden, er sei gestorben, und zwei bekunden, er sei nicht gestorben, oder zwei bekunden, sie sei geschieden, und zwei bekunden, sie sei nicht geschieden, so darf sie sich nicht verheiraten; hat sie sich verheiratet, so ist sie nicht zu entfernen; R. Menaḥem b. R. Jose sagt, sie sei zu entfernen. R. Menaḥem b. R. Jose sprach: Nur hinsichtlich des Falles, wenn Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, sage ich, sie sei zu entfernen, wenn sie sich aber verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind, ist sie nicht zu entfernen. –",
"Rabh sagt es eben von dem Falle, wenn Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, zur Ausschließung der Ansicht des R. Menaḥem b. R. Jose. Manche lesen: Nur wenn sie sich verheiratet hat und Zeugen nachher gekommen sind, wenn aber Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, ist sie zu entfernen. Übereinstimmend mit R. Menaḥem b. R. Jose.",
"Raba wandte ein: Woher, daß, wenn ernicht will, man ihn zwinge? Es heißt:du sollst ihn heilig halten, durch Gewalt.",
"In welchem Falle; wollte man sagen, wenn sie sich mit einem verheiratet hat, der nicht zu ihren Zeugen gehört, und auch nicht sagt, sie wisse essicher, so braucht ja nicht gelehrt zu werden, daß man ihn zwinge; doch wohl, wenn sie sich mit einem ihrer Zeugen verheiratet hat und sagt, sie wisse es sicher, und er lehrt, daß man ihn zwinge. Demnach entferne man sie von ihm!? –",
"Anders verhält es sich bei einem Verbote für Priester. Wenn du willst, sage ich: unter ‘zwingen’ ist zu verstehen, man zwinge ihn durch Zeugen. Wenn du aber willst, sage ich: wenn zuerst Zeugen gekommen sind und sie sich nachher verheiratet hat, nach R. Menaḥem b. R. Jose.",
"R. Aši erklärte: Unter ‘nicht zu entfernen’, das Rabh lehrt, ist zu verstehen, man entferne sie nicht aus ihrem früheren [Zustande des] Erlaubtseins. –",
"Dies lehrt ja Rabh bereits einmal!? Es wird nämlich gelehrt, daß, wenn sie sich ohne Erlaubnisverheiratet hat, sie zu jenem zurückkehren dürfe, und hierzu sagte R. Hona im Namen Rabhs, so sei die Halakha. – Eines ist vom anderen gefolgert.",
"Šemuél sagte: Dies wurde nur von dem Falle gelehrt, wenn sie es nicht bestreitet, wenn sie es aber bestreitet, ist sie nicht zu entfernen. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn zwei [es bekunden], so ist es ja belanglos, daß sie es bestreitet; doch wohl einer, und nur wenn sie es bestreitet, wenn sie aber schweigt, ist sie zu entfernen.",
"Nun sagte aber U͑la, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubthat, er als zwei gelte, und die Worte eines einzelnenhaben ja zweien gegenüber keine Geltung!? – Hier wird von unzulässigen Zeugengesprochen, nach R. Neḥemja.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubthat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einem Manne haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne.",
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn zuerst ein einzelner gültiger Zeuge gekommen ist, gelten auch hundert Frauenals ein Zeuge, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst eine Frau gekommen war.",
"Die Worte R. Neḥemjas sind wie folgt zu erklären: R. Neḥemja sagte: Überall wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einer Frau haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne; zwei Frauen aber gegenüber einem Manne gelten als Hälfte gegen Hälfte.",
"UND BENÖTIGT VON DIESEM UND VON JENEM EINES SCHEIDEBRIEFES. Erklärlich ist es, daß sie vom ersten eines Scheidebriefes benötigt, weshalb aber vom zweiten, es war ja nichts weiter als Unzucht!?",
"R. Hona erwiderte: Mit Rücksicht darauf, man könnte sagen, jenerhabe sich von ihr geschieden und dieser sie geheiratet, und eine Ehefraugehe ohne Scheidebrief aus. – Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären, welcher lehrt, daß, wenn man ihr berichtete, ihr Mann sei gestorben, und sie sich antrauen ließ, und darauf ihr Mann gekommen ist, sie zu ihm zurückkehren dürfe. Auch hierbei kann man ja sagen, jener habe sich von ihr geschieden und dieser sie sich angetraut, und eine Ehefrau gehe ohne Scheidebrief aus!? –",
"Tatsächlich benötigt sie eines Scheidebriefes. – Demnachergibt es sich ja, daß dieser seine Geschiedene wiedernimmt, nachdem sie einem anderen angetraut war!? – Nach R. Jose b. Kiper, welcher sagt, nach der Verheiratung sei sieverboten, nach der Antrauung sei sie erlaubt. –",
"Wenn er aber im Schlußsatze lehrt, daß der andere, auch wenn er ihr"
],
[
"einen Scheidebrief gegeben hat, sie für die Priesterschaft nicht untauglich gemachthat, so benötigt sie ja keines Scheidebriefes, denn, wenn sie eines Scheidebriefes benötigen würde, wieso macht er sie für die Priesterschaft nicht untauglich!? – Vielmehr, im Schlußsatze nimmt man an, die Antrauung war eine irrtümliche. –",
"Auch im Anfangsatze kann man ja annehmen, die Heirat war eine irrtümliche!? – Die Rabbanan haben sie gemaßregelt. – Sollten sie sie auch im Schlußsatze maßregeln!? – Im Anfangsatze, wo sie eine verbotene Handlung begangen hat, maßregelten sie sie, im Schlußsatze, wo sie keine verbotene Handlung begangen hat, maßregelten sie sie nicht.",
"WEDER &C. DIE MORGENGABE. Die Rabbanan haben die Morgengabe deshalb eingeführt, damit sie ihm nicht leicht zu entfernen sei, dieseaber mag ihm leicht zu entfernen sein.",
"DER FRUCHTGENUSS, DER UNTERHALT UND DIE ABGETRAGENEN KLEIDER. Die Vereinbarung der Morgengabegleicht der Morgengabe.",
"HAT SIE ETWAS DAVON VON DIESEM ODER VON JENEM ERHALTEN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da sie es bereits erhalten hat, nehme man es ihr nicht ab, so lehrt er uns.",
"DAS KIND IST HURENKIND. Dort haben wir gelernt: Man darf die Hebe nicht von Unreinem für das Reine absondern; hat man abgesondert, so ist es, wenn versehentlich, gültig, wenn aber vorsätzlich, als hätte man nichts getan. Was heißt: nichts getan? R. Ḥisda erklärte: Überhaupt nichts getan, sogar dieses Quantumwird wieder Vermischtes.",
"R. Nathan b. R. Ošaja erklärte: Nichts getan, zur Tauglichmachung des Zurückbleibenden, das Abgesonderte aber ist Hebe. R. Ḥisda erklärt nicht wie R. Nathan b. R. Oša͑ja, denn wenn man sagt, dieses sei Hebe, so kann es vorkommen, daß er aus Fahrlässigkeit sie nicht [wiederum] absondert. –",
"Womit ist es hierbei anders, als bei der Lehre, daß wenn jemand die Hebe von Gurken abgesondert hat, und sie bitter befunden wird, von Melonen, und sie faul befunden wird, die Hebe gültig sei und er sie wiederum entrichte!? – Du weisest auf einen Widerspruch hin zwischen einem Falle des Versehens und einem Falle der Vorsätzlichkeit; versehentlich hat er keine verbotene Handlung begangen, vorsätzlich hat er eine verbotene Handlung begangen. –",
"Aber auch zwischen Fällen des Versehens besteht ja ein Widerspruch: hierbei lehrt er, versehentlich sei die Hebe gültig, und dalehrt er, die Hebe sei gültig und er entrichte sie wiederum!? –",
"Da ist es ein Versehen, das an Vorsätzlichkeit grenzt, denn er sollte sie kosten. –",
"Aber auch zwischen Fällen der Vorsätzlichkeit besteht ja ein Widerspruch: hierbei lehrt er, vorsätzlich habe er nichts getan, und anderweitig wird gelehrt, daß, wenn jemand die Hebe [von Früchten] aus einem undurchlochten [Pflanzentopfe]für solche aus einem durchlochten abgesondert hat, sie gültig sei und er sie wiederum entrichte!? –",
"Bei zwei verschiedenen Gefäßen gehorchter, bei einem Gefäße gehorcht er nicht. –",
"Womit ist es nach R. Nathan b. R. Oša͑ja, welcher erklärt: nichts getan, zur Tauglichmachung des Zurückbleibenden, das Abgesonderte aber sei Hebe,"
],
[
"hierbei anders als bei der Lehre, daß, wenn jemand die Hebe [von Früchten] aus einem durchlochten [Pflanzentopfe] für solche aus einem undurchlochten abgesondert hat, sie gültig sei, aber nicht eher gegessen werden dürfe, als bis für diese die Hebe und der Zehnt von anderem entrichtet worden ist!? –",
"Anders ist es hierbei, wo nach der Tora die Hebe gültig ist. Dies nach R. Elea͑j, denn R. Elea͑j sagte: Woher, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist? Es heißt: ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt,",
"und wenn es nicht heilig wäre, könnte keine Sünde aufgeladen werden; hieraus, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist.",
"Rabba sprach zu R. Ḥisda: Du erklärst: überhaupt nichts getan, sogar dieses Quantum wird wieder Vermischtes, aus dem Grunde, weil er aus Fahrlässigkeit [die Hebe wiederum] nicht absondern könnte. Aber ist es denn denkbar, daß die Hebe nach der Tora gültig ist, und die Rabbanan sie wegen etwaiger Fahrlässigkeit als profan erklärt haben; kann denn das Gericht etwas aus der Tora aufheben!?",
"Dieser erwiderte: Bist du nicht dieser Ansicht? Wir haben gelernt, das Kind von diesem und von jenem sei Hurenkind; allerdings vom zweiten, wieso aber vom ersten, diese ist ja seine Frauund [das Kind] Jisraélit, und wir erlauben ihmein Hurenkind!?",
"Dieser erwiderte: Folgendes sagte Šemuél: ein Hurenkind ist ihm verboten. Ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, ein Hurenkind sei ihm verboten. – Inwiefern ist er Hurenkind? – Indem ihm eine Jisraélitin verboten ist.",
"R. Ḥisda sandte an Rabba durch R. Aḥa b. R. Hona: Kann denn das Gericht nicht beschließen, etwas aus der Tora aufzuheben, es wird ja gelehrt: Von wann ab beerbt man seine minderjährigeFrau? Die Schule Šammajs sagt, sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat; die Schule Hillels sagt, sobald sie unter den Baldachingekommen ist; R. Elie͑zer sagt, sobald sie beschlafen worden ist. Er beerbt sie dann, er verunreinige sich anihr, und sie darf durch ihn Hebe essen.",
"«Die Schule Šammajs sagt, sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat.» Obgleich sie unter den Baldachin nicht gekommenist!? – Sage: sobald sie ihre Entwickelung erlangt hat, nachdem sie unter den Baldachin gekommen ist. Die Schule Šammajs sprach zur Schule Hillels wie folgt: Ihr sagt, sobald sie unter den Baldachin gekommen ist; aber der Baldachin ist nur dann wirksam, wenn sie ihre Entwickelung erlangt hat, wenn aber nicht, ist er unwirksam. –",
"«R. Elie͑zer sagt, sobald sie beschlafen worden ist.» R. Elie͑zer sagt ja aber, die Handlung einer Minderjährigen sei wirkungslos!? – Sage: wenn sie erwachsen und beschlafen worden ist. –",
"Hier lehrt er, daß er sie beerbe. Nach der Tora hat der Vater sie zu beerben, rabbanitisch aber beerbt sie der Ehemann!? – Die Freigebungdes Gerichtes ist gültig.",
"R. Jiçḥaq sagte nämlich: Woher, daß die Preisgebung des Gerichtes gültig ist? Es heißt:und wer nicht binnen drei Tagen kommt, nach Beschluß der Oberen und der Ältesten, dessen ganze Habe soll dem Banne verfallen, und er selbst aus der Gemeinde der Weggeführten ausgestoßen werden.",
"R. Elea͑zar entnimmt dies hieraus:Das sind die Erbteile, die Elea͑zar der Priester und Jehošua͑, der Sohn Nuns, und die Häupter der Stammesväter der Kinder Jisraél verteilten. In welchem Zusammenhange stehen die Häupter mit den Vätern? Dies besagt, wie Väter ihre Kinder beliebig erben lassen können, ebenso können die Häupter das Volk beliebig erben lassen. –",
"«Er verunreinige sich an ihr.» Hierbei hat nach der Tora der Vater sich an ihr zu verunreinigen, rabbanitisch aber verunreinige sich der Ehemann an ihr!? – Weil sie Pflichttoteist. –",
"Ist sie denn Pflichttote, es wird ja gelehrt, Pflichttoter sei derjenige, der niemand hat, der ihn bestattet; wenn er aber ruftund man ihm antwortet, sei er kein Pflichttoter!? – Da jene sie nicht beerben, so ist es ebenso, als würde sie rufen und jene es nicht hören. –"
],
[
"Sie darf durch ihn Hebeessen!? - Rabbanitische Hebe. – Komm und höre: Wenn jemand [versehentlich] unreine Hebe gegessen hat, so muß er reines Profanes ersetzen. Hat er unreines Profanes ersetzt, so ist, wie Symmachos im Namen R. Meírs sagt, wenn versehentlich, der Ersatz gültig, wenn vorsätzlich, der Ersatz ungültig; die Weisen sagen, ob so oder so sei der Ersatz gültig und er müsse wiederum reines Profanes ersetzen.",
"Und auf unseren Einwand, weshalb denn bei Vorsatz der Ersatz ungültigsei, Segen sollte über ihn kommen, denn er aß etwas, das [für den Priester] während der Zeit seiner Unreinheit unbrauchbarwar, und er ersetzte ihm etwas, das für ihn während der Zeit seiner Unreinheit brauchbar ist,",
"erwiderte Raba, wie manche sagen, Kadi, [diese Lehre] sei lückenhaft und müsse wie folgt lauten: hat er unreine Hebe gegessen, so muß er irgend etwasersetzen, hat er reine Hebe gegessen, so muß er reines Profanes ersetzen. Hat er unreines Profanes ersetzt, so ist, wie Symmachos im Namen R. Meírs sagt, wenn versehentlich, der Ersatz gültig, wenn vorsätzlich, der Ersatz ungültig; die Weisen sagen, ob so oder so sei der Ersatz gültig und er müsse wiederum reines Profanes ersetzen.",
"Hierbei ist es ja nach der Tora ein ausreichender Ersatz, und wenn er sich damit eine Frauantraut, die Antrauung gültig, und die Rabbanan sagten, dies sei kein Ersatz, sodaß dadurcheine Ehefrau Fremden erlaubt wird!? –",
"Die Worte R. Meírs, der Ersatz sei ungültig, sind zu verstehen, er müsse wiederum reines Profanes ersetzen. – Demnach lehrt ja Symmachos dasselbe, was die Rabbanan!?",
"R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, ob man ihn bei Versehen wegen des Vorsatzes gemaßregelthat. –",
"Komm und höre: Wenn das [Opfer]blut unrein geworden ist und man es gesprengt hat, so ist es, wenn versehentlich, wohlgefällig, und wenn vorsätzlich, nicht wohlgefällig.",
"Hierbei ist es ja nach der Tora wohlgefällig, denn es wird gelehrt, das Stirnblattmache wohlgefällig, wenn das Blut, das Fleisch oder das Fett unrein geworden ist, ob versehentlich oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig, ob bei einem einzelnen oder bei einer Gemeinde, und die Rabbanan sagten, es sei nicht wohlgefällig, sodaß infolgedessen Profanes in den Tempelhof gebrachtwird!?",
"R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Die Worte ‘nicht wohlgefällig’ beziehen sich auf die Erlaubnis, das Fleischzu essen, der Eigentümer erlangt jedoch Sühne. –",
"Aber immerhin wird ja [die Bestimmung] vom Essen des Fleisches aufgehoben, denn es heißt: sie sollen diese essen, womit Sühne bewirkt wurde, und dies lehrt, daß die Priester es essen und der Eigentümer Sühne erlange!? Dieser erwiderte: Anders verhält es sich bei einer Unterlassung."
],
[
"Hierauf sprach jener: Ich dachte gegen dich Einwendungen zu erheben [aus den Lehren] von dem Unbeschnittenen, der Besprengung,",
"dem Beschneidemesser, den Çiçithan einem Laken,",
"den Lämmern des Wochenfestes, der Posaune",
"und dem Feststrauße, aber du erwidertest, die Unterlassung sei keine Aufhebung, und auch bei diesen allen ist es nur eine Unterlassung.",
"Komm und höre:Ihm sollt ihr gehorchen, selbst wenn er dich ein Gebot der Tora übertreten heißt, wie Elijahu am Karmelberge; alles nach den Umständen gehorche ihm!? –",
"Anders ist es da, wo es heißt: ihm sollt ihr gehorchen. – Sollte man hiervon folgern!? – Anders ist es bei einer Vorbeugung. –",
"Komm und höre: Hat er ihnals nichtig erklärt, so ist er nichtig – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, weder könne er ihn als nichtig erklären noch irgend eine Klausel hinzufügen, denn worin bestände sonst die Machtdes Gerichtes?",
"Hierbei ist ja der Scheidebrief nach der Tora ungültig, und wegen der Macht des Gerichtes erlauben wir eine Ehefrau Fremden!? – Wer sich [eine Frau] antraut, tut dies gestützt auf die Bestimmung der Rabbanan, und die Rabbanan haben seine Antrauung annulliert.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings wenn die Antrauung durch Gelderfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch Beiwohnung erfolgt ist!? – Die Rabbanan haben seine Beiwohnung zu einer außerehelichen gemacht. –",
"Komm und höre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Ich hörte, daß das Gericht auch ohne Vorschrift der Tora befugt sei, Geißelung und [Todes]strafe zu verhängen, nicht etwa als Überschreitung der Worte der Tora, sondern als Umzäunung für die Tora. So ritt einst jemand zur Zeit der Griechen[herrschaft] am Šabbath auf einem Pferde, und man führte ihn vor das Gericht und steinigte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil die Umstände es erheischten.",
"Ferner ereignete es sich einst, daß jemand seiner Frau unter einem Feigenbaume beigewohnt hatte, und man führte ihn vor das Gericht und geißelte ihn. Nicht etwa, weil er es verdient hatte, sondern weil die Umstände es erheischten. – Anders verhält es sich bei einer Vorbeugung.",
"WEDER DIESER NOCH JENER VERUNREINIGE SICH AN IHR. Woher dies? Es heißt:sondern nur an seinen nahen Verwandten, und der Meister sagte, unter ‘Verwandten’ sei seine Frau zu verstehen,",
"dagegen heißt es:nicht soll der Ehemann unter seinem Volke sich verunreinigen, sich zu entweihen; mancher Ehemann verunreinige sich, und mancher Ehemann verunreinige sich nicht, und zwar: er verunreinige sich an seiner unbemakelten Frau, nicht aber verunreinige er sich an seiner bemakelten Frau.",
"WEDER DIESER NOCH JENER HAT ANRECHT AUF IHREN FUND &C. Die Rabbanan sagten deshalb, daß der Fund der Frau ihrem Manne gehöre, damit er gegen sie keine Feindschaft hege, in diesem Falle aber mag er gegen sie Feindschaft über Feindschaft hegen.",
"IHRE HÄNDEARBEIT. Die Rabbanan sagten deshalb, daß ihre Händearbeit ihrem Manne gehöre, weil sie von ihm Unterhalt erhält, in diesem Falle aber, wo sie keinen Unterhalt erhält, gehört ihre Händearbeit nicht ihm.",
"DIE AUFHEBUNG IHRER GELÜBDE. Der Allbarmherzige sagte deshalb, daß er sie ihr aufhebe, damit sie ihm nicht widerwärtigwerde, in diesem Falle aber mag sie ihm widerwärtig und widerwärtig werden.",
"SIE WIRD UNTAUGLICH, FALLS SIE DIE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN IST &C."
],
[
"Selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen der Tochter eines Leviten für den Zehnten. –",
"Wird denn die Tochter eines Leviten durch die außereheliche Beiwohnung für den Zehnten untauglich, es wird ja gelehrt, daß, wenn eine Levitin in Gefangenschaft geratenoder außerehelich beschlafen worden ist, man ihr den Zehnten geben und sie ihn essen dürfe!? R. Šešeth erwiderte: Es ist eine Maßregelung.",
"FALLS SIE DIE TOCHTER EINES PRIESTERS IST, FÜR DIE HEBE. Selbst für die rabbanitische Hebe.",
"WEDER DIE ERBEN VON DIESEM NOCH DIE ERBEN VON JENEM ERBEN IHRE MORGENGABE &C. Wie kommt sie zu einer Morgengabe!? R. Papa erwiderte: Die den männlichen Kindern [verschriebene] Morgengabe. –",
"Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, sie selbst, die eine verbotene Handlung begangen hat, haben die Rabbanan gemaßregelt, ihre Kinder aber haben die Rabbanan nicht gemaßregelt, so lehrt er uns.",
"DER BRUDER VON DIESEM UND DER BRUDER VON JENEM AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. Der Bruder des ersten vollziehe die Ḥaliça, nach der Tora, und nicht die Schwagerehe, rabbanitisch; der Bruder des zweiten vollziehe die Ḥaliça rabbanitisch, und nicht die Schwagerehe, weder nach der Tora noch rabbanitisch.",
"R. JOSE SAGT, IHRE MORGENGABE BELASTE DIE GÜTER IHRES ERSTEN MANNES &C. R. Hona sagte: Die letzteren pflichten den ersterenbei, die ersteren aber pflichten den letzteren nicht bei.",
"R. Šimo͑n pflichtet R. Elea͑zar bei, denn wenn er sie inbetreff der Beiwohnung, worin das hauptsächliche Verbot liegt, nichtmaßregelt, um wieviel weniger inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, einer Geldangelegenheit. R. Elea͑zar pflichtet R. Šimo͑n nicht bei, denn nur inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, einer Geldangelegenheit, maßregelt er sie nicht, inbetreff der Beiwohnung aber, eines kanonischen Verbotes, maßregelt er sie wohl.",
"Beide pflichten sie R. Jose bei, denn, wenn sie sie inbetreff der bei [ihrem Manne] weilenden [Frau] zustehenden Dinge nicht maßregeln, und um wieviel weniger inbetreff der Morgengabe, die sie erhältund fortgeht. R. Jose pflichtet ihnen nicht bei, denn nur inbetreff der Morgengabe, die sie erhält und fortgeht, maßregelt er sie nicht, inbetreff der bei [ihrem Manne] weilenden [Frau] zustehenden Dinge aber maßregelt er sie wohl.",
"R. Joḥanan aber sagte: Die ersteren pflichten den letzteren bei, die letzteren aber pflichten den ersteren nicht bei. R. Jose pflichtet R. Elea͑zar bei, denn, wenn er sie inbetreff der Morgengabe nicht maßregelt, die ihr von ihm zusteht, um wieviel weniger inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, die ihm von ihr zustehen.",
"R. Elea͑zar pflichtet ihm nicht bei, denn nur inbetreff ihres Fundes und ihrer Händearbeit, die ihm von ihr zustehen, maßregelt er sie nicht, inbetreff der Morgengabe aber, die ihr von ihm zusteht, maßregelt er sie wohl.",
"Beide pflichten sie R. Šimo͑n bei, denn, wenn sie sie inbetreff der bei [seinen] Lebzeiten zu leistenden Dinge nicht maßregeln, um wieviel weniger inbetreff der erst nach [seinem] Tode erfolgenden Beiwohnung. R. Šimo͑n pflichtet ihnen nicht bei, denn nur inbetreff der erst nach [seinem] Tode erfolgenden Beiwohnung maßregelt er sie nicht, inbetreff der bei [seinen] Lebzeiten zu leistenden Dinge aber maßregelt er sie wohl.",
"HAT SIE SICH OHNE ERLAUBNIS VERHEIRATET. R. Hona sagte im Namen Rabhs: So ist die Halakha. R. Naḥman sprach zu ihm: Dieb, weshalb sagst du es verstohlen; bist du der Ansicht R. Šimo͑ns, so sage, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, denn deine Lehre stimmt R. Šimo͑n zu!?",
"Wolltest du erwidern: wenn ich sagen würde, die Halakha sei wie R. Šimo͑n, könnte man glauben, auch bei der ersteren[Lehre], so sage doch, die Halakha sei wie R. Šimo͑n bei der letzteren. –",
"Ein Einwand. R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte dies schlummernd und schlafend. Wenn die Halakha so ist, so streiten ja jene gegen ihn; was kann sie dafür, diesist ja ein Unglücksfall!?",
"Ferner wird gelehrt: In allen Unzuchtfällen, von denen siesprechen, braucht sie von ihmkeines Scheidebriefes, ausgenommen eine Ehefrau, die sich durch Entscheidung des Gerichtesverheiratet hat. Nur wenn durch Entscheidung des Gerichtes, benötigt sie eines Scheidebriefes, wenn aber durch [zwei] Zeugen, benötigt sie keines Scheidebriefes.",
"Nach wessen Ansicht; wenn nach R. Šimo͑n, wieso benötigt sie bei einer Entscheidung des Gerichtes eines Scheidebriefes, es wird ja gelehrt, R. Šimo͑n sagte, hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleiche dies der Vorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, und wenn durch Zeugen, so gleiche dies dem Versehenbei einem Manne mit einem Weibe. Demnach ist in beiden Fällen kein Scheidebrief erforderlich.",
"Wahrscheinlich nach den Rabbanan. –",
"Tatsächlich nach R. Šimo͑n, und [diese Lehre] ist wie folgt zu erklären: R. Šimo͑n sagte: Hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleicht dies der Absicht bei einem Manne mit einem Weibe, und wenn durch Zeugen, so gleicht dies der Absichtlosigkeit bei einem Manne mit einem Weibe.",
"R. Aši erklärte: Dies wird hinsichtlich des Verbotenwerdens gelehrt und ist wie folgt zu verstehen: hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleicht dies der Vorsätzlichkeit bei einem Weibe, sodaß sie ihrem Manne verboten ist, und wenn durch Zeugen, so gleicht dies der Unvorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, sodaß sie ihrem Manne nicht verboten ist."
],
[
"Rabina erklärte: Dies wird hinsichtlich des Opfers gelehrt: hat das Gericht es durch seine Entscheidung veranlaßt, so gleicht dies der Vorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, sodaß sie kein Opfer darzubringenhat, und wenn durch Zeugen, so gleicht dies der Unvorsätzlichkeit bei einem Manne mit einem Weibe, sodaß sie ein Opfer darzubringen hat.",
"Wenn du aber willst, sage ich: allerdings vertritt die erste [Lehre die Ansicht] der Rabbanan, nur ist sie wie folgt zu erklären: ausgenommen eine Ehefrau, auchdie sich durch Entscheidung des Gerichtes verheiratet hat.",
"U͑la wandte ein: Sagen wir denn, sie könne nicht dafür, wir haben ja gelernt: Wenn er [den Scheidebrief] nach der Ära eines unwürdigen Reiches datiert hat, nach der Ära des medischen Reiches, nach der Ära des griechischen Reiches, nach der Ära des Tempelbaues, nach der Ära der Tempelzerstörung, oder wenn er im Osten war und ‘im Westen’ oder im Westen war und ‘im Osten’ geschrieben hat,",
"so ist sievon diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungenfinden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.",
"R. Šimi b. Aši sprach: Komm und höre: Wenn jemand seine Schwägerin geheiratet und ihre Nebenbuhlerin sich mit einem anderen verheiratet hat, und darauf jene steril befundenwird, so ist sie von diesem und jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte warten.",
"Abajje sprach: Komm und höre: Wenn die Nebenbuhlerinnen von all den Inzestuösen, von denen sie gesagt haben, daß sie ihre Nebenbuhlerinnen entbinden, sich verheiratet haben, und diese steril befunden werden, so sind sie von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihnen statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie können nicht dafür!? – Sie sollten warten.",
"Raba sprach: Komm und höre: Wenn der Schreiber den Scheidebrief für den Mann und die Quittungfür die Frau geschrieben und irrtümlich den Scheidebrief der Frau und die Quittung dem Manne gegeben hat, und diese sie einander gegeben haben,",
"und späterder Scheidebrief im Besitze des Mannes und die Quittung im Besitze der Frau zum Vorschein kommen, so ist sie von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.",
"R. Aši sprach: Komm und höre: Hat er seinen Namen, ihren Namen, den Namen seiner Stadt oder den Namen ihrer Stadt unrichtig[geschrieben], so ist sie von diesem und von jenem zu entfernen, und all diese Bestimmungen finden bei ihr statt. Weshalb denn, man sollte doch sagen, sie könne nicht dafür!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.",
"Rabina sprach: Komm und höre: Hat er sie auf Grund eines lückenhaften Scheidebriefesgeheiratet, so ist sie von diesem und von jenem zu entfernen &c!? – Sie sollte sich den Scheidebrief vorlesen lassen.",
"R. Papa wollte in einem Falle entscheiden, sie könne nicht dafür, da sprach R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, zu ihm: Es sind ja all jene Lehrenvorhanden!? –",
"Sind sie etwa nicht erklärt worden!? – Und auf Erklärungen sollte man sich stützen!? Da unterließ er es.",
"R. Aši sagte: Ein Gerüchtberücksichtige man nicht. – Was für ein Gerücht, ist das Gerücht nach der Verheiratung [entstanden], so sagte es ja R. Aši bereits einmal, denn R. Aši sagte,"
],
[
"man berücksichtige kein nach der Verheiratung [entstandenes] Gerücht!? – Man könnte glauben, hierbei gleiche es, da sie vor Gericht erscheinenmußte, damit man ihr [die Heirat] erlaube, einem Gerüchte vor der Verheiratung, und sie sei verboten, so lehrt er uns.",
"HAT SIE SICH AUF DIE ENTSCHEIDUNG DES GERICHTES HIN VERHEIRATET, SO IST SIE ZU ENTFERNEN &C. Zee͑ri sagte: Unsere Mišna ist wegen einer im Lehrhause vorgetragenen Lehre nicht aufrecht zu erhalten, denn im Lehrhause wurde vorgetragen: Wenn das Gericht entschieden hat, daß die Sonne untergegangensei, und sie nachher scheint, so ist dies keine Entscheidung, sondern ein Irrtum.",
"R. Naḥman aber sagte, dies sei eine Entscheidung.",
"R. Naḥman sprach: Es ist zu beweisen, daß dies eine Entscheidung ist: in der ganzen Tora ist ein einzelner Zeuge nicht glaubhaft, hierbei aber ist er glaubhaft. Doch wohl deshalb, weil dies eine Entscheidungist. Raba sprach: Es ist zu beweisen, daß dies ein Irrtum ist: wenn das Gericht Talg oder Blut erlaubt hatte, dann einen Grund zu einem Verbote gefunden hat, und darauf es wiederum erlaubt, so beachte man diesnicht;",
"hierbei dagegen wird, wenn ein einzelner Zeuge kommt, [der Frau zu heiraten] erlaubt, wenn darauf zwei kommen, dies verboten, und wenn wiederum ein einzelner Zeuge kommt, dies abermals erlaubt. Doch wohl deshalb, weil dies ein Irrtumist.",
"Auch R. Elie͑zer ist der Ansicht, dies sei ein Irrtum, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, das Recht durchbohre den Berg, und sie bringe ein fettes Sündopferdar. Erklärlich ist es, daß sie ein Sündopfer darbringe, wenn du sagst, es sei ein Irrtum, wieso aber bringe sie ein Sündopfer dar, wenn du sagst, es sei eine Entscheidung!? –",
"Vielleicht ist R. Elie͑zer der Ansicht, wenn ein Einzelner nach einer Entscheidung des Gerichtes [sündhaft] gehandelt hat, sei er schuldig!? – Wieso hieße es demnach, das Recht durchbohre den Berg!?",
"WENN DAS GERICHT IHR ENTSCHIEDEN HAT, SICH ZU VERHEIRATEN &C. Was heißt gesündigt? R. Elie͑zer erklärte: gehurt; R. Joḥanan erklärte: eine Witwe einen Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça einen gemeinen Priester [geheiratet].",
"Einer erklärt: gehurt, und um so mehr, wenn eine Witwe einen Hochpriester [geheiratethat]; einer erklärt: eine Witwe einen Hochpriester [geheiratet], nicht aber, wenn sie gehurt hat, denn es hat sie zur Ledigengemacht.",
"Übereinstimmend mit R. Joḥanan wird gelehrt: Wenn das Gericht ihr entschieden hat, sich zu verheiraten, und sie hingegangen ist und gesündigt hat, zum Beispiel eine Witwe einen Hochpriester oder eine Geschiedene oder Ḥaluça einen gemeinen Priester [geheiratet], so ist sie wegen jeder Beiwohnung ein Opfer schuldig – so R. Elea͑zar;",
"die Weisen sagen, ein Sündopfer wegen aller zusammen. Jedoch pflichten die Weisen R. Elea͑zar bei, daß, wenn sie sich mit fünf Personen verheiratet hat, sie wegen eines jeden besonders ein Opfer schuldig sei, da es getrennte Körper sind.",
"WENN MAN EINER FRAU, DEREN MANN UND SOHN NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST SIND, BERICHTET HATTE, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHERSEI IHR SOHN GESTORBEN, UND SIE SICH VERHEIRATETE, UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET, ES SEI UMGEKEHRTERFOLGT, SO IST SIE ZU ENTFERNEN, UND DAS FRÜHERE UND DAS SPÄTERE KIND SIND HURENKINDER.",
"WENN MAN IHR BERICHTET HATTE, IHR SOHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR MANN GESTORBEN, UND AN IHR DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST, UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET, ES SEI UMGEKEHRT ERFOLGT, SO IST SIE ZU ENTFERNEN, UND DAS FRÜHERE UND DAS SPÄTERE KIND SIND HURENKINDER. WENN MAN IHR BERICHTET HATTE, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND SIE SICH VERHEIRATETE, UND MAN IHR SPÄTER BERICHTET, ER LEBTE DANN UND SEI [ERST SPÄTER] GESTORBEN, SO IST SIE ZU ENTFERNEN, UND DAS FRÜHERE KIND IST HURENKIND, DAS SPÄTERE ABER KEIN HURENKIND.",
"WENN MAN IHR BERICHTET HATTE, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND SIE ANGETRAUT WORDEN, UND DARAUF IHR MANN GEKOMMEN IST, SO DARF SIE ZU IHM ZURÜCKKEHREN; AUCH WENN DER ANDERE IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GIBT, MACHT ER SIE FÜR DIE PRIESTERSCHAFT NICHTUNTAUGLICH. DIES DEDUZIERTE R. ELEA͑ZAR B. MATHJA: Eine von ihrem Manne geschiedene Frau, NICHT ABER VON EINEM, DER NICHT IHR MANN WAR.",
"GEMARA. Was heißt früheres und was heißt späteres, wollte man sagen, früheres, vor der Nachricht, und späteres, nach der Nachricht, so sollte er doch lehren, das Kind sei Hurenkind!? –",
"Da er im Schlußsatze lehren will, daß, wenn man ihr berichtet hatte, ihr Mann sei gestorben, und sie sich verheiratete, und man ihr später berichtet, er lebte dann und sei [erst später] gestorben, das frühere Hurenkind, und das späterekein Hurenkind sei, lehrt er auch im Anfangsatze, das frühere und das spätere seien Hurenkinder.",
"Die Rabbanan lehrten: Dies ist die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, die Antrauung der mit einem Verbote belegten sei ungültig, die Weisen aber sagen, [das Kind] der Schwägerinsei kein Hurenkind. – Sollte er doch sagen, [das Kind] von mit einem Verbote belegten sei kein Hurenkind!? –",
"Dieser Autor ist der Autor der Schule R. A͑qibas, welcher sagt, der von wegen Blutsverwandtschaft mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, und der von mit einem gewöhnlichen Verbote belegten [Erzeugte] sei kein Hurenkind. R. Jehuda sagte"
],
[
"im Namen Rabhs: Woher, daß die Antrauung der Schwägerinungültig ist? Es heißt:so sei nicht die Frau des Verstorbenen außen, bei ihr gibt es kein Seinmit einem Fremden.",
"Šemuél aber sagte: Unserer Unzulänglichkeit wegenbenötigt sie eines Scheidebriefes. Šemuél war es nämlich zweifelhaft, ob [die Worte,] so sei die Frau des Verstorbenen nicht, ein Verbotbedeuten, oder nur besagen, daß bei ihr die Antrauung ungültig ist.",
"R. Mari b. Raḥel sprach zu R. Aši: Folgendes sagte Amemar: die Halakha ist wie Šemuél. R. Aši sprach: Da nun Amemar gesagt hat, die Halakha sei wie Šemuél, so hat der Schwager, wenn er Priesterist, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, sodann ist sie ihmerlaubt. –",
"Dadurch gewinnt er ja, somit ergibt es sich, daß der Sünder einen Gewinn erzielt!? – Vielmehr, ist ihr Schwager Jisraélit, so gebe ihr der andere einen Scheidebrief, sodann ist sie jenemerlaubt.",
"R. Gidel sagte im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen Rabhs: Bei der Schwägerinist die Antrauung ungültig und die Heirat gültig. – Wenn die Antrauung ungültig ist, ist ja auch die Heirat ungültig!? – Sage vielmehr: die Antrauung und die Heirat ungültig.",
"Wenn du aber willst, sage ich: unter Heirat, die gültig ist, ist die Hurerei zu verstehen. Dies nach R. Hamnuna, denn R. Hamnuna sagte, daß, wenn die Anwärterin der Schwagerehe gehurt hat, sie ihrem Schwager verbotensei.",
"Wenn du aber willst, sage ich: tatsächlich wie wir zuerst gesagt haben, bei ihr sei die Antrauung ungültig und die Heirat gültig, weil man sie mit einer Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreistist, verwechseln könnte.",
"R. Jannaj sagte: Im Kollegium stimmten sie ab und beschlossen, daß bei der Schwägerin die Antrauung ungültig sei. R. Joḥanan sprach zu ihm: Meister, dies lehrt ja eine Mišna!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn jemand zu einem Weibe gesagt hat: sei mir angetraut, sobald ich Proselyt geworden bin, sobald du Proselytin geworden bist, sobald ich Freier geworden bin, sobald du Freie geworden bist, sobald dein Mann gestorben ist, sobald deine Schwester gestorben ist, sobald dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nichtangetraut. Dieser erwiderte: Würdest du, wenn ich dir die Scherbe nicht aufgehoben hätte, darunter die Perle gefundenhaben!?",
"Reš Laqiš sprach zu R. Joḥanan: Hätte ein bedeutender Mann dich nicht gelobt, so würde ich dir erwidert haben, diese Mišna vertrete die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, bei den mit einem Verbote belegtensei die Antrauung ungültig. –",
"Nach R. A͑qiba sollte ja, wenn er zu ihr gesagt hat: nachdem dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, die Antrauung gültig sein, denn wir wissen von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!? Wir haben nämlich gelernt:"
],
[
"[Sagte sie:] Qonamsei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er [das Gelübde] nichtaufzuheben.",
"R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt. –",
"Hierzu wurde gelehrt: R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erklärte, wenn sie gesagt hat: meine Händesollen ihrem Schöpfer geweiht sein, und ihre Hände sind auf der Welt vorhanden.",
"Erstreitet somit gegen R. Naḥman b. Jiçḥaq, denn R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: R. Hona ist [derselben Ansicht] wie Rabh, Rabh wie R. Jannaj, R. Jannaj wie R. Ḥija, R. Ḥija wie Rabbi, Rabbi wie R. Meír, R. Meír wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob, und R. Elie͑zer b. Ja͑qob wie R. A͑qiba, welcher sagt, man könne das zueignen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist.",
"R. Hona, denn es wurde gelehrt: Wenn jemand seinem Nächsten die Früchte einer Dattelpalmeverkauft hat, so kann er, wie R. Hona sagt, bevor sie auf die Welt gekommen sind, zurücktreten, nachdem sie aber auf die Welt gekommen sind, nicht mehrzurücktreten,",
"und R. Naḥman sagt, auch nachdem sie auf die Welt gekommen sind, zurücktreten. R. Naḥman sprach: Ich pflichte bei, daß, wenn [der Käufer] sie bereits verzehrt hat, man sieihm nicht abnehmen kann.",
"Rabh, denn R. Hona sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand zu seinem Nächsten spricht: dieses Feld, das ich kaufen will, sei, sobald ich es gekauft habe, dir von jetzt ab zugeeignet, so hat dieser es erworben.",
"R. Jannaj wie R. Ḥija: R. Jannaj hatte einen Pächter, der ihm jeden Vorabend des Šabbaths einen Korb Früchte brachte. Einst wurde es spät und dieser kam nicht, da entrichtete er für dieseden Zehnten von anderen Früchten, die er zuhause hatte. Als er hierauf zu R. Ḥija kam,",
"sprach dieser zu ihm: Du hast recht getan, denn es wird gelehrt: Damit du lernst, den Herrn, deinen Gott, alle Tage zu fürchten, das sind die Šabbatheund die Festtage, In welcher Hinsicht, wenn hinsichtlich der Verzehntung zum Essen, so ist ja kein Schriftvers nötig, das rabbanitisch [verbotene] Umhertragenzu erlauben;"
],
[
"doch wohl in einem solchenFalle. Dieser erwiderte: Im Traume las man mir einen Schriftvers vom geknickten Rohrstabe vor: wahrscheinlich meinte man diesen:siehe, du vertrautest auf diesen geknickten Rohrstab. –",
"Nein, folgenden:der geknickte Rohrstab zerbricht nicht und dunkelnden Docht löscht er nicht aus.",
"Rabbi, denn es wird gelehrt:Du sollst nicht einen Sklaven an seinen Herrn ausliefern. Rabbi sagte: Die Schrift spricht von einem Sklaven, den jemand zur Freilassung gekauft hat. Dies beziehtR. Naḥman b. Jiçḥaq auf den Fall, wenn er ihm geschrieben hat: sobald ich dich gekauft habe, sei dir deine Person von jetzt abzugeeignet.",
"R. Meír, denn wir haben gelernt: Wenn jemand zu einer Frau gesagt hat: sei mir angetraut, sobald ich Proselyt geworden bin, sobald du Proselytin geworden bist, sobald ich Freier geworden bin, sobald du Freie geworden bist, sobald dein Mann gestorben ist, sobald deine Schwester gestorben ist, sobald dein Schwager an dir die Ḥaliça vollzogen hat, so ist sie ihm nicht angetraut; R. Meír sagt, sie sei ihm angetraut.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Selbst wenn er gesagt hat: die Früchte von diesem gepflückten Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem haftenden Beete, oder: die Früchte von diesem haftenden Beete mögen Hebe sein für die Früchte von jenem gepflückten Beete, sobald sie ein Drittel [der Reife] erlangt haben und gepflückt worden sind, und sie ein Drittel [der Reife] erlangt haben und gepflückt worden sind, seien seine Worte gültig.",
"R. A͑qiba, denn wir haben gelernt: [Sagte sie:] Qonamsei meine Arbeit für deinen Mund, so braucht er [das Gelübde] nicht aufzuheben. R. A͑qiba sagt, er müsse es aufheben, weil sie mehr betragen kann, als ihm zukommt.",
"Man fragte R. Šešeth: Wie verhält es sich mit einem einzelnen Zeugenbei der Schwagerehe? Ist der einzelne Zeugeaus dem Grunde [glaubhaft], weil er nicht lügt bei einer Sache, die sich herausstellen kann, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist der einzelne Zeuge aus dem Grunde [glaubhaft], weil [eine Frau] genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aber kann es vorkommen, daß sie [ihrem Schwager] zugetan ist, und ohne zu prüfen sich mit ihm verheiratet.",
"R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Wenn man ihr berichtet hatte, ihr Sohn sei gestorben und nachher sei ihr Mann gestorben, und an ihr die Schwagerehe vollzogen worden ist, und man ihr darauf berichtet, es sei umgekehrt erfolgt, so ist sie zu entfernen, und das frühere und das spätere Kind sind Hurenkinder. In welchem Falle: sind es zweigegen zwei, so sind ja diese nicht zuverlässiger als jene,",
"und wieso ist ferner [das Kind] Hurenkind, es ist ja ein zweifelhaftes Hurenkind!? Wolltest du erwidern, er nehme es nicht genau, so lehrt er ja im Schlußsatze, das frühere sei Hurenkind und das spätere sei kein Hurenkind, wonach er es wohl genau nimmt.",
"Doch wohl, wenn es einerwar, und dies gilt nur, wenn zwei kommen und ihm widersprechen; wenn aber nicht, ist er glaubhaft.",
"Manche sagen, dies sei nicht fraglich, auch sie selbst ist beglaubt, denn wir haben gelernt, daß, wenn eine Frau sagt, ihr Mann sei gestorben, sie heiraten dürfe, ihr Mann sei gestorben, an ihr die Schwagerehe zu vollziehen sei, fraglich ist es vielmehr, ob die Schwägerin Fremden erlaubt ist.",
"Ist der einzelne Zeuge aus dem Grunde [glaubhaft], weil er nicht lügt bei einer Sache, die sich herausstellen kann, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist der einzelne Zeuge aus dem Grunde [glaubhaft], weil [eine Frau] genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aber verheiratet sie sich ohne zu prüfen,"
],
[
"weil sie [ihrem Schwager] animos ist. R. Šešeth erwiderte ihnen: Ihr habt es gelernt: Wenn man ihr berichtet hatte, ihr Mann sei gestorben und nachher sei ihr Sohn gestorben, und sie sich verheiratete, und man ihr darauf berichtet, es sei umgekehrt erfolgt, so ist sie zu entfernen, und das frühere und das spätere Kind sind Hurenkinder.",
"In welchem Falle: sind es zweigegen zwei, so sind ja diese nicht zuverlässiger als jene, und wieso ist ferner [das Kind] Hurenkind, es ist ja ein zweifelhaftes Hurenkind!? Wolltest du erwidern, er nehme es nicht genau, so lehrt er ja im Schlußsatze, das frühere sei Hurenkind und das spätere sei kein Hurenkind, wonach er es wohl genau nimmt.",
"Doch wohl, wenn es einerwar, und dies gilt nur, wenn zwei kommen und ihm widersprechen, wenn aber nicht, ist er glaubhaft. – Tatsächlich, wenn es zwei gegen zwei sind, und wie R. Aḥa b. Minjomi erklärthat, wenn es Zeugen der Überführungsind,",
"ebenso auch hierbei, wenn es Zeugen der Überführung sind.",
"R. Mordekhaj sprach zu R. Aši, und manche sagen, R. Aḥa zu R. Aši: Komm und höre: Eine Frau ist nicht glaubhaft, wenn sie sagt, ihr Schwager sei gestorben, um heiraten zu können, oder ihre Schwester sei gestorben, um in ihr Haus einzuziehen. Nur sie selber ist nicht glaubhaft, ein einzelner Zeuge aber ist glaubhaft. –",
"Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: ein Mann ist nicht glaubhaft, wenn er sagt, sein Bruder sei gestorben, um an dessen Frau die Schwagerehe zu vollziehen, oder seine Frau sei gestorben, um deren Schwester zu heiraten. Ist etwa nur er nicht glaubhaft, wohl aber ein einzelner Zeuge!? Allerdings haben die Rabbanan es bei einem Weibe erleichtert, wegen der Verlassenheit, wieso aber bei einem Manne!?",
"Diesist vielmehr nach R. A͑qiba nötig; da R. A͑qiba sagt, der von mit einem Verbote belegten [Erzeugte] sei Hurenkind, so könnte man glauben, sie fürchte die Schädigung ihrer Kinder und forsche genau nach, so lehrt er uns, daß sie nur ihre eigene Schädigung fürchte, nicht aber die Schädigung ihrer Kinder.",
"Raba erwiderte: [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß bei der Schwagerehe ein einzelner Zeuge glaubhaft ist: wenn du es ihr bei einer mit der Ausrottung belegten Handlung erlaubthast, um wieviel mehr bei einer mit einem Verbote belegten Handlung. Einer von den Jüngern sprach zu Raba: Sie selbst beweist ja [das Entgegengesetzte]: bei einer mit der Ausrottung belegten Handlung hast du esihr erlaubt, bei einer mit einem Verbote belegten Handlung hast du esihr nicht erlaubt!?",
"Sie selbst ist [inbetreff ihres Schwagers] deshalb nicht glaubhaft, weil es vorkommen kann, daß sie ihm animos ist, und ohne zu prüfen sich verheiratet, ebenso kann es bei einem einzelnen Zeugen vorkommen, daß sie ihm animos ist und sich verheiratet.",
"DIES DEDUZIERTE R. ELEA͑ZAR B. MATHJA &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: R. Elea͑zar sollte hierbei eine Perle deduzieren und deduzierte eine Scherbe.",
"Was ist dies für eine Perle? – Es wird gelehrt: Und eine von ihrem Manne geschiedene Frau, selbst wenn sie nur von ihrem Manne geschiedenworden ist, ist sie für Priesteruntauglich. Deshalb heißt es, auch nur der Geruch eines Scheidebriefes mache untauglich für Priester.",
"ivWENN MAN EINEM, DESSEN FRAU NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, BERICHTET HATTE, SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UND ER IHRE SCHWESTER HEIRATETE, UND HIERAUF SEINE FRAU ZURÜCKKOMMT,"
],
[
"SO DARF SIEZU IHM ZURÜCKKEHREN; IHM SIND DIE VERWANDTEN DER ANDEREN ERLAUBT, EBENSO IST DIE ANDERE SEINEN VERWANDTEN ERLAUBT; STIRBT DIE ERSTE, SO IST IHM DIE ANDERE ERLAUBT.",
"WENN MAN EINEM BERICHTET HATTE, SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UND ER IHRE SCHWESTER HEIRATETE, UND MAN IHM DARAUF BERICHTET, SIE LEBTE DANN UND STARB [ERST SPÄTER], SO IST DAS FRÜHEREKIND HURENKIND UND DAS SPÄTERE KEIN HURENKIND. R. JOSE SAGT, WER FÜR ANDERE UNTAUGLICH MACHT, MACHE AUCH FÜR SICH UNTAUGLICH, UND WER FÜR ANDERE NICHT UNTAUGLICH MACHT, MACHE AUCH FÜR SICH NICHT UNTAUGLICH.",
"GEMARA. Auch in dem Falle, wenn seine Frau und sein Schwager nach dem Überseelande verreist waren, sodaß durch diese Heiratdie Frau seines Schwagers seinem Schwager verboten wird; obgleich die Frau seines Schwagers verbotenist, ist ihm seine Frau erlaubt,",
"und wir sagen nicht, da die Frau seines Schwagers seinem Schwager verboten ist, sei ihm auch seine Frauverboten. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. A͑qibas vertritt, denn nach R. A͑qiba ist sieja die Schwester seiner Geschiedenen.",
"Es wird nämlich gelehrt: Bei allen Unzuchtfällen, von denen sie sprechen, ist kein Scheidebrieferforderlich, ausgenommen der Fall, wenn eine Ehefrau auf die Entscheidung des Gerichtes hingeheiratet hat. R. A͑qiba fügt noch die Frau seines Brudersund die Schwester seiner Frauhinzu. Da R. A͑qiba sagt, sie benötige eines Scheidebriefes, so wird jene verboten, denn sie ist die Schwester seiner Geschiedenen. –",
"Hierzu wurde ja gelehrt: R. Gidel sagte im Namen des R. Ḥija b. Joseph im Namen Rabhs: Hinsichtlich der Frau seines Bruders gilt dies von dem Falle, wenn sein Bruder sich eine Frau angetraut hat und nach dem Überseelande verreist ist, und er, als er hörte, sein Bruder sei gestorben, seine Frau heiratete. Die Leute sagendann, der erste hatte bei der Antrauung irgend eine Klausel, und dieser heiratete gesetzmäßig.",
"Und auch hinsichtlich der Schwester seiner Frau gilt dies von dem Falle, wenn er sich eine Frau angetraut hat, und sie nach dem Überseelande verreist ist, und er, als er hörte, sie sei gestorben, ihre Schwester heiratete. Die Leute sagen dann, bei der Antrauung der ersten hatte er irgend eine Klausel, und diese heiratete er gesetzmäßig. Aber kann man etwa bei der Heirat sagen, er hatte dabei irgend eine Klausel!?",
"R. Aši sprach zu R. Kahana: Sollte er, wenn [die Mišna] die Ansicht R. A͑qibas vertritt, es auch von der Schwiegermutterlehren, denn wir wissen von R. A͑qiba, daß er der Ansicht ist, [auf den Verkehr] mit der Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau] sei die Verbrennungsstrafe nichtgesetzt!?",
"Es wird nämlich gelehrt:Im Feuer verbrenne man ihn und sie, ihn und einevon ihnen – so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt: ihn und sie, beide.",
"Allerdings erklärt Abajje, zwischen ihnen bestehe ein Unterschied nur hinsichtlich der Auslegung, nach R. Jišma͑él spreche die Schrift nur von einerund nach R. A͑qiba spreche sie von beiden,",
"nach Raba aber, welcher sagt, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen hinsichtlich der Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau], sollte er es auch von der Schwiegermutter lehren!?",
"Dieser erwiderte: Zugegeben, daß die Schrift sie von der Verbrennungsstrafe ausgeschieden hat, aber hat sie sie etwa vom Verbote ausgeschieden!? –",
"Sollte sie ihm durch die Beiwohnung ihrer Schwester verboten werden, wie die Frau, deren Mann nach dem Überseelande verreistwar!? – Es ist nicht gleich; bei seiner Frau, die bei Vorsätzlichkeitihm nach der Tora verboten ist, haben die Rabbanan bei Versehen ein Verbot angeordnet,"
],
[
"bei der Schwester seiner Frau aber, wobei sie ihmauch bei Vorsätzlichkeit nach der Tora nicht verboten ist, haben die Rabbanan bei Versehen kein Verbot angeordnet. – Woher, daß sie nicht verboten ist? – Es wird gelehrt:ihr, nur ihre eigene Beiwohnung macht sie verboten, nicht aber macht die Beiwohnung ihrer Schwester sie verboten.",
"Man könnte sonst einen Schluß folgern: wenn bei einem leichteren Unzuchtvergehender Verbotenmachende verbotenwird, um wieviel mehr wird bei einem schweren Unzuchtvergehender Verbotenmachende verboten.",
"R. Jehuda sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß, wenn jemand seiner Schwiegermutter beigewohnt hat, er seine Frau [für ihn] untauglich gemacht hat, sie streiten nur über den Fall, wenn er der Schwester seiner Frau beigewohnt hat; die Schule Šammajs sagt, er habe sieuntauglich gemacht, und die Schule Hillels sagt, er habe sie nicht untauglich gemacht. R. Jose sagte: Die Schule Šammajs und die Schule Hillels stimmen überein, daß, wenn jemand der Schwester seiner Frau beigewohnt hat, er seine Frau [für ihn] nicht untauglich gemacht hat, sie streiten nur über den Fall, wenn er seiner Schwiegermutter beigewohnt hat; die Schule Šammajs sagt, er habe sieuntauglich gemacht, und die Schule Hillels sagt, er habe sie nicht untauglich gemacht.",
"Ursprünglich waren ihm alle Frauen der Welt und sie allen Männern der Welt erlaubt, sobald er sie sich antraut, macht er sie und sie ihn verboten, jedoch ist das Verbot, mit dem er sie belegt, größer als das Verbot, mit dem sie ihn belegt: er macht sie verboten für alle Männer der Welt, sie aber macht ihn verboten nur für ihre Verwandten.",
"Nun ist ein Schluß zu folgern: wenn sie, die er allen Männern der Welt verboten gemacht hat, falls sie unvorsätzlich gefehlt hat mit einem, der ihr verboten ist, nicht verbotenist dem, der ihr erlaubt ist, um wieviel weniger ist er, den sie nur ihren Verwandten verboten gemacht hat, falls er mit der, die ihm verbotenist, unvorsätzlich gefehlt hat, verboten der, die ihm erlaubt ist.",
"Dieser Schluß gilt von der Unvorsätzlichkeit, woher dies von der Vorsätzlichkeit? Es heißt: ihr, nur ihre eigene Beiwohnung macht sie verboten, nicht aber macht die Beiwohnung ihrer Schwester sie verboten.",
"R. Ami sagte im Namen des Reš Laqiš: Folgendes ist der Grund R. Jehudas. Es heißt: im Feuer verbrenne man ihn und sie; ist etwa die ganze Familiezu verbrennen? Dies ist daher nicht auf die Verbrennung zu beziehen, und man beziehe es auf das Verbot.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist nicht wie R. Jehuda. Einst beging jemand Unzucht mit seiner Schwiegermutter, und als man ihn vor R. Jehuda brachte, ließ er ihn geißeln und sprach dann zu ihm: Hätte Šemuél nicht gesagt, die Halakha sei nicht wie R. Jehuda, würde ich dir [deine Frau] für ewig verboten haben.",
"Welches heißt ein leichteresUnzuchtvergehen? R. Ḥisda erwiderte: Die Wiedernahme seiner Geschiedenen, nachdem sie verheiratet war;",
"wohnte ihr jenerbei, machte er sie diesem verboten, und wohnte ihr dieser bei, machte er sie jenemverboten. –",
"Wohl gilt diesvon der Wiedernahme seiner Geschiedenen, nachdem sie verheiratet war, wobei der Körper verunreinigt worden unddas Verbotensein ein ewigesist!?",
"Vielmehr, erklärte Reš Laqiš, das der Schwägerin. – Für wen: wenn für Fremde, nach R. Hamnuna, welcher sagt, eine Schwägerin, die gehurt hat, sei ihrem Schwagerverboten,",
"[so ist zu erwidern:] wohl gilt dies von der Schwägerin, wobei der Körper verunreinigt worden und sie der Mehrheit verboten ist!?",
"Wenn aber für die Brüder: richtete einer an sie die Eheformel, machte er sie für den anderen verboten, und wohnte der andere ihr bei, machte er sie für jenen verboten, so gilt dies ja nicht nur von dem Falle, wenn der andere ihr beiwohnte, sondern auch von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel richtete!? –",
"Dies ist kein Einwand; nach R. Gamliél, welcher sagt, es gebe keine Eheformel nach einerEheformel. Vielmehr ist wie folgt zu erwidern: weshalb gerade beigewohnt, dies gilt ja auch von dem Falle, wenn er ihr einen Scheidebrief gegeben oder an ihr die Ḥaliça vollzogen hat!?",
"Vielmehr, erklärte R. Joḥanan, das der Ehebruchsverdächtigten. – Für wen: wenn für den Ehemann, der sie, sobald er ihr beiwohnte, dem Ehebrecher verboten machte, so braucht es ja nicht von der Beiwohnung gelehrt zu werden, dies gilt auch von dem Falle, wenn er ihr einen Scheidebrief gibt, oder er sagt, er wolle sie nicht trinkenlassen,",
"und wenn für den Ehebrecher, so ist es ja kein leichtes Unzuchtvergehen, sondern ein schweres Unzuchtvergehen, denn dies ist ja Ehebruch!?"
],
[
"Vielmehr, erklärte Raba, ist es der Ehebruch, und ebenso sagte Rabin, als er kam, im Namen R. Joḥanans, der Ehebruch. Er nennt dies deshalb ein leichtes Unzuchtvergehen, weil der Verbotenmachende sie nicht lebenslänglich verboten macht. Desgleichen wird gelehrt: Abba Ḥanan sagte im Namen R. Elea͑zars, der Ehebruch.",
"Wenn bei einem leichteren Unzuchtvergehen, wobei der Verbotenmachende sie nicht lebenslänglich verboten macht, der Verbotenmachende verbotenwird, um wieviel mehr sollte bei einem schweren Unzuchtvergehen, wobei der Verbotenmachende sie lebenslänglich verboten macht, der Verbotenmachende verboten werden.",
"Daher heißt es: ihr, ihre eigene Beiwohnung macht sie verboten, nicht aber macht die Beiwohnung ihrer Schwester sie verboten.",
"R. JOSE SAGT, WER &C. UNTAUGLICH MACHT &C. Was sagteR. Jose? Wollte man sagen, der erste Autor spreche von dem Falle, wenn seine Frau und sein Schwager nach dem Überseelande verreist waren; die Frau seines Schwagers ist dannverboten und seine Frau erlaubt,",
"und hierzu sagte R. Jose, wie seine Frau erlaubt ist, ebenso sei die Frau seines Schwagers erlaubt; wieso aber sagte er demnach: wer für andere nicht untauglich macht, mache auch für sich nicht untauglich, er sollte doch sagen: wer für sich nicht untauglich macht, mache auch für andere nicht untauglich!?",
"Und wenn etwa: wie die Frau seines Schwagers verboten ist, ebenso sei seine Frau verboten, so sind allerdings [die Worte:] wer untauglich macht, erklärlich, was aber bedeuten [die Worte:] wer nicht untauglich macht!?",
"R. Ami erklärte: Er bezieht sich auf die vorangehende Lehre: hat sie sich auf die Entscheidung des Gerichtes hin verheiratet, so ist sie zu entfernen und vom Opfer frei; hat sie sich auf die Aussage der Zeugen hin verheiratet, so ist sie zu entfernen und zu einem Opfer verpflichtet; die Kraft des Gerichtes ist wirksam, sie vom Opfer zu befreien.",
"Der erste Autor sagte, einerlei, ob auf die Aussage von Zeugen hin, sodaß die Frau seines Schwagers erlaubtist, oder auf die Entscheidung des Gerichtes hin, sodaß die Frau seines Schwagers verbotenist;",
"hierzu sagte R. Jose, wenn auf die Entscheidung des Gerichtes hin, wobei er für andereuntauglich macht, mache er auch für sichuntauglich, wenn aber auf die Aussage von Zeugen hin, wobei er für andere nicht untauglich macht, mache er auch für sich nicht untauglich.",
"R. Jiçḥaq der Schmied erklärte: Tatsächlich bezieht er sich auf die letzteLehre; das eine, wenn er die Frau seines Schwagers geheiratet hat, und das andere, wenn er die Verlobte seines Schwagers geheiratet hat. [Oder auch:] das eine, wenn seine Verlobte und sein Schwager verreist waren, und das andere, wenn seine Frau und sein Schwager verreist waren. Der erste Autor sagte, einerlei ob seine Frau und sein Schwager oder seine Verlobte und sein Schwager, die Frau seines Schwagers sei verboten und seine Frau sei erlaubt;",
"hierzu sagte R. Jose, wenn es Frau und Schwager sind, wobei man nicht sagen kann, er habe bei der Heirat eine Klausel gehabt, sodaß er für andere nicht untauglich macht, mache er auch für sich nicht untauglich, wenn es aber Verlobte und Schwager sind, wobei man sagen kann, er habe bei der Antrauung eine Klausel gehabt, sodaß er für andere untauglichmacht, mache er auch für sich untauglich.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose. R. Joseph wandte ein: Kann Šemuél dies denn gesagt haben, es wurde ja gelehrt, die Schwägerin gelte, wie Rabh sagt, als Ehefrau, und wie Šemuél sagt, nicht als Ehefrau. Hierzu sagte R. Hona: Wenn beispielsweise sein Bruder sich eine Frau angetraut hat und ins Überseeland verreist ist, und er, als er hörte, sein Bruder sei gestorben, dessen Frau heiratete.",
"Rabh sagt, sie gelte als Ehefrau und seiseinem Schwagerverboten, und Šemuél sagt, sie gelte nicht als Ehefrau und sei ihmerlaubt.",
"Abajje sprach zu ihm: Woher, daß die Lehre Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jose, sich auf die Erklärung R. Jiçḥaq des Schmiedes bezieht, vielleicht auf die des R. Ami!? Und selbst wenn auf die R. Jiçḥaq des Schmiedes, woher, daß sie sich auf die Untauglichmachung bezieht,"
],
[
"vielleicht auf die Nichtuntauglichmachune!? Und woher ferner, daß die Erklärung R. Honaszutrifft, vielleicht trifft sie überhaupt nicht zu, und sie streiten vielmehr über die Lehre R. Ḥamnunas, daß eine Schwägerin, die gehurt hat, ihrem Schwager verboten sei!?",
"Rabh sagt, sie gelte als Ehefrau und sei durch die Unzuchtuntauglich, und Šemuél sagt, sie gelte nicht als Ehefrau und sei durch die Unzucht nicht untauglich. Oder vielleicht streiten sie über die Gültigkeit der Antrauungbei der Schwägerin!? Rabh sagt, sie gelte als Ehefrau, und ihre Antrauung ist ungültig, und Šemuél sagt, sie gelte nicht als Ehefrau, und ihre Antrauung ist gültig. –",
"Hierüber streiten sie ja bereitseinmal!? – Eines ist vom anderen gefolgert.",
" WENN MAN EINEM BERICHTET HATTE, SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UND ER IHRE SCHWESTER VÄTERLICHERSEITS HEIRATETE, DASS [AUCH DIESE] GESTORBEN SEI, UND ER IHRE SCHWESTER MÜTTERLICHERSEITS HEIRATETE, DASS [AUCH DIESE] GESTORBEN SEI, UND ER IHRE SCHWESTER VÄTERLICHERSEITS HEIRATETE, DASS [AUCH DIESE] GESTORBEN SEI, UND ER IHRE SCHWESTER MÜTTERLICHERSEITS HEIRATETE, UND ES SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE ALLE LEBEN, SO SIND IHM DIE ERSTE, DIE DRITTE UND DIE FÜNFTE ERLAUBT, UND SIE ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN,",
"UND DIE ZWEITE UND DIE VIERTEVERBOTEN, UND DIE BEIWOHNUNG DER EINEN VON IHNEN ENTBINDET DIE NEBENBUHLERIN NICHT.",
"HAT ER DER ZWEITEN ERST NACH DEM TODE DER ERSTEN BEIGEWOHNT, SO SIND IHM DIE ZWEITE UND DIE VIERTEERLAUBT, UND SIE ENTBINDEN IHRE NEBENBUHLERINNEN, UND DIE DRITTE UND DIE FÜNFTEVERBOTEN, UND DIE BEIWOHNUNG DER EINEN VON IHNEN ENTBINDET IHRE NEBENBUHLERIN NICHT.",
" DER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTE KANN [DIE SCHWÄGERIN]FÜR SEINE BRÜDER UNTAUGLICH MACHEN, UND EBENSO KÖNNEN DIE BRÜDER SIE FÜR IHN UNTAUGLICH MACHEN, JEDOCH KANN ER SIE NUR VORHER UNTAUGLICH MACHEN, DIE BRÜDER ABER VORHER UND NACHHER.",
"UND ZWAR: WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIWOHNT, SO MACHT ER SIE FÜR DIE BRÜDER UNTAUGLICH, UND WENN DIE BRÜDER IHR BEIWOHNEN, AN SIE DIE EHEFORMEL RICHTEN, IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEBEN ODER AN IHR DIE ḤALIÇA VOLLZIEHEN, SO MACHEN SIE SIE FUR IHN UNTAUGLICH.",
"GEMARA. Handeln denn jene allenicht von dem Falle, wenn es nach dem Tode der ersten erfolgt ist!? R. Šešeth erwiderte: Nach dem festgestellten Tode der ersten.",
"NEUN JAHRE &C. Macht denn der neun Jahre und einen Tag alte nur vorher und nicht nachher untauglich, R. Zebid b. R. Oša͑ja lehrte ja, daß, wenn jemand an seine Schwägerin die Eheformel gerichtet, und darauf sein neun Jahre und einen Tag alter Bruder ihr beigewohnt hat, er sie untauglich gemacht habe!? –",
"Ich will dir sagen, durch Beiwohnung macht er sie auch nachher untauglich, durch die Eheformel aber macht er sie nur vorher untauglich, nachheraber nicht. – Macht er sie denn nachher selbst durch Beiwohnung untauglich, er lehrt ja: jedoch kann er sie nur vorher untauglich machen, jene aber vorher und nachher, und zwar: wenn ein neun Jahre und einen Tag alter seiner Schwägerin beiwohnt&c.!? –",
"[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: der neun Jahre und einen Tag alte kann nur vorher untauglich machen, jene aber vorher und nachher; dies gilt nur von der Eheformel, durch Beiwohnung aber kann er sie auch nachher untauglich machen, und zwar: wenn ein neun Jahre und einen Tag alter seiner Schwägerin beiwohnt, so macht er sie für die Brüder untaugliche. –",
"Ist denn seine Eheformel überhaupt wirksam, es wird ja gelehrt: der neun Jahre und einen Tag alte kann sie für die Brüderdurch eine Handlung untauglich machen, die Brüder aber können sie für ihn durch vier Handlungen untauglich machen; er kann sie für die Brüder durch Beiwohnung untauglich machen, die Brüder aber können sie für ihn durch Beiwohnung, Eheformel, Scheidebrief und Ḥaliça untauglich machen!? –",
"Von der Beiwohnung, wodurch er sie vorher und nachher untauglich macht, spricht er, von der Eheformel, wodurch er sie nur vorher und nicht nachher untauglich macht, spricht er nicht.",
"Es wurde auch gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, sein Scheidebrief seiwirksam. Ebenso sagte R. Taḥlipha b. Abimi, seine Eheformel sei wirksam. Desgleichen wird gelehrt: Sein Scheidebrief und seine Eheformel sind wirksam – so R. Meír. –",
"Ist R. Meír denn der Ansicht, sein Scheidebrief sei wirksam, es wird ja gelehrt, daß sie die Beiwohnung eines Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen, und wie R. Meír sagt, die Ḥaliça eines Neunjährigen dem Scheidebriefe eines Erwachsenen gleichgestellt haben. Wenn dem so wäre, so sollte er lehren: seinem Scheidebriefe!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Er ist wirksam, jedoch weniger.",
"Nach R. Gamliél, welcher sagt, es gebe keinen Scheidebrief nacheinem Scheidebriefe, gilt dies nur von dem eines Erwachsenen nach dem eines Erwachsenen, und dem eines Minderjährigen nach dem eines Minderjährigen, wohl aber ist der eines Erwachsenen nach dem eines Minderjährigen wirksam;",
"und nach den Rabbanan, welche sagen, es gebe einen Scheidebrief nach einen Scheidebriefe, gilt dies nur von dem eines Erwachsenen nach dem eines Erwachsenen, und dem eines Minderjährigen nach dem eines Minderjährigen, der eines Minderjährigen nach dem eines Erwachsenen aber ist unwirksam."
],
[
" WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, UND DARAUF SEIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER BRUDER IHR BEIWOHNT, SO MACHT ER SIE FÜR JENEN UNTAUGLICH; R. ŠIMO͑N SAGT, ER MACHE SIE NICHT UNTAUGLICH. WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, UND DARAUF IHRER NEBENBUHLERIN BEIWOHNT, SO MACHT ER [AUCH JENE]FÜR SICH UNTAUGLICH. R. ŠIMO͑N SAGT, ER MACHE SIE NICHT UNTAUGLICH.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sprach zu den Weisen: Ist die Beiwohnung des ersten wirksam, so ist die Beiwohnung des anderen nichtwirksam, und ist die Beiwohnung des ersten nicht wirksam, so ist auch die Beiwohnung des anderen nicht wirksam.",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Ben A͑zaj, denn es wird gelehrt: Ben A͑zaj sagt, es gebe eine Eheformel nach einer Eheformelbei zwei Schwägern und einer Schwägerin,",
"nicht aber gebe es eine Eheformel nach einer Eheformel bei zwei Schwägerinnen und einem Schwager.",
" WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT UND GESTORBEN IST, SO IST AN DIESER DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN. WENN ER EINE FRAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST SIEENTBUNDEN. WENN EIN NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALTER SEINER SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT UND GROSSJÄHRIG EINE ANDERE FRAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST, SO IST, WENN ER GROSSJÄHRIG DER ERSTEN NICHT BEIGEWOHNT HAT, AN DER ERSTENDIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHAWAGEREHE, UND AN DER ANDEREN DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN.",
"R. ŠIMO͑N SAGT, MAN KÖNNE BELIEBIG AN EINER VON IHNEN DIE SCHWAGEREHE UND AN DER ANDEREN DIE ḤALIÇA VOLLZIEHEN. EINERLEI, OB ER NEUN JAHRE UND EINEN TAG ALT IST, ODER ER ZWANZIG JAHRE ALT IST, JEDOCH KEINE ZWEI HAARE BEKOMMEN HAT.",
"GEMARA. Raba sagte: Die Bestimmung der Rabbanan, bei der Gebundenheit von zwei Schwägernsei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen, gilt nicht nur von dem Falle, wenn eine Nebenbuhlerin vorhandenist, wobei die Nebenbuhlerin zu berücksichtigenist;",
"hierbei ist keine Nebenbuhlerin vorhanden, dennoch ist die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"WENN ER EINE FRAU GEHEIRATET HAT UND GESTORBEN IST &C. Wir lernen hier das, was die Rabbanan gelehrt haben: Wenn ein Blöder und ein Minderjähriger geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden.",
"WENN EIN NEUN JAHRE &C. GROSSJÄHRIG &C. Sollte doch die Beiwohnung des Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen gleichgestellt, und die Nebenbuhlerin von der Schwagerehe verdrängtwerden!? – Rabh sagte, sie haben die Beiwohnung eines Neunjährigen der Eheformel eines Erwachsenen nicht gleichgestellt. Šemuél aber sagte, sie haben wohl gleichgestellt. Ebenso sagte R. Joḥanan, sie haben wohl gleichgestellt. –",
"So sollten sie sie [auch hierbei] gleichstellen!? – Hierüber streiten Tannaím. Jener Autor [der Lehre] von den vier Brüdern berücksichtigt hierbeidie Nebenbuhlerin;",
"er lehrt es von einem Erwachsenen, und dasselbe gilt auch von einem Minderjährigen, und nur weil er von einem Erwachsenen handelt, spricht er von einem Erwachsenen.",
"Unser Autor aber ist zwar der Ansicht, sie haben gleichgestellt, jedoch berücksichtigt er die Nebenbuhlerinnicht; er lehrt es von einem Minderjährigen, und dasselbe gilt auch von einem Erwachsenen, und nur weil er von einem Minderjährigen handelt, spricht er von einem Minderjährigen.",
"R. Elea͑zar trug diese Lehre im Lehrhause vor, ohne zu sagen, daß sie von R. Joḥanan ist, und als R. Joḥanan es erfuhr, war er böse. Hierauf besuchten ihn R. Ami und R. Asi, und diese sprachen zu ihm: Ereignete es sich doch im Lehrhause zu Tiberjas,",
"daß R. Elea͑zar und R. Jose über einen Schieberiegel mit einem Knaufe an einem Endestritten, bis sie in ihrer Erregung eine Torarolle zerrissen. – ‘Zerrissen’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, bis in ihrer Erregung eine Torarolle durchgerissen wurde. R. Jose b. Qisma, der dabei war, sprach: Es würde mich wundern, wenn dieses Lehrhaus nicht ein Götzenhaus werden sollte. Und so geschah es auch.",
"Da wurde er noch böser und sprach: Nun noch die Kollegialität!",
"Hierauf besuchte ihn R. Ja͑qob b. Idi und dieser sprach zu ihm: [Es heißt:]wie der Herr seinem Knechte Moše geboten, so gebot Moše Jehošua͑ und so tat Jehošua͑; er unterließ nichts von allem, was der Herr Moše geboten hat. Sprach etwa Jehošua͑ bei allem, was er sagte: so sagte mir Moše? Vielmehr saß Jehošua͑ und trug ohne Namensnennung vor, und alle wußten, daß es die Lehre Mošes ist. Ebenso trug es dein Schüler R. Elea͑zar ohne Namensnennung vor, und alle wissen, daß es von dir herrührt.",
"Hierauf sprach er zu jenen: Weshalb versteht ihr nicht Abbitte zu leisten, wie unser Kollege Ben Idi? – Weshalb war R. Joḥanan darüber so sehr böse? – R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Es heißt:ich will in deinem Zelte weltenlang wohnen; kann ein Mensch denn in beiden Welten wohnen? Vielmehr sprach David vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, möge es dein Wille sein,"
],
[
"daß man auf dieser Welt eine Lehre in meinem Namen vortrage. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wenn man eine Lehre im Namen eines [verstorbenen] Gelehrten auf dieser Welt vorträgt, so murmeln seine Lippen im Grabe. R. Jiçḥaq b. Ze͑era, nach anderen Šimo͑n der Naziräer, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:und dein Gaumen wie köstlicher Wein, der meinem Geliebten glatt hinunterfließt, er läßt murmeln die Lippen der Schlafenden.",
"Gleich einem Traubenhaufen; wie der Traubenhaufen, sobald man mit dem Finger daran rührt, sofort zischt, ebenso die Schriftgelehrten, sobald man eine Lehre in ihrem Namen auf dieser Welt vorträgt, murmeln ihre Lippen im Grabe.",
"EINERLEI, OB ER NEUN JAHRE &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn er mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können jeneden Beweis antreten, daß er zwanzig Jahre alt ist, und er gilt als Kastrat, der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe vollziehen kann.",
"Wenn sie mit zwanzig Jahren keine zwei Haare bekommen hat, so können dieseden Beweis antreten, daß sie zwanzig Jahre ist, und sie gilt als steril, an der weder die Ḥaliça noch die Schwagerehe zu vollziehen ist!? –",
"Hierzu wurde gelehrt: R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte im Namen Rabhs, nur wenn sich bei ihm Merkmale des Kastraten eingestellthaben. Raba sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: und er giltals Kastrat. Schließe hieraus. –",
"Wie lange, wenn sich bei ihm Merkmale eines Kastraten nicht gezeigt haben? – In der Schule R. Ḥijas wurde gelehrt: Bis zum größeren Teil des Lebensalters.",
"Wenn derartige Fällevor Raba kamen, empfahl er ihnen, falls er mager war, ihn fett werden zu lassen, und falls er fett war, ihn mager werden zu lassen. Die Pubertätszeichen fehlen zuweilen infolge der Magerkeit und zuweilen infolge der Fettleibigkeit.",
"",
" MAN DARF [VERWANDTE] SEINER GENOTZÜCHTIGTEN ODER VERFÜHRTEN HEIRATEN, WER ABER DIE [VERWANDTE] SEINER ANGEHEIRATETEN NOTZÜCHTIGT ODER VERFÜHRT, IST SCHULDIG. MAN DARF DIE GENOTZÜCHTIGTE ODER VERFÜHRTE SEINES VATERS UND DIE GENOTZÜCHTIGTE ODER VERFÜHRTE SEINES SOHNES HEIRATEN. R. JEHUDA VERBIETET DIE GENOTZÜCHTIGTE ODER VERFÜHRTE SEINES VATERS.",
"GEMARA. Wir lernen das, was die Rabbanan gelehrt haben: Hat jemand eine Frau genotzüchtigt, so darf er ihre Tochter heiraten, hat er eine Frau geheiratet, so darf er ihre Tochter nicht heiraten. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn einem [der Umgang] mit einer Frau nachgesagt wird, so sind ihm ihre Mutter, ihre Tochter und ihre Schwester verboten!? – Rabbanitisch. –",
"Wieso lehrt er, wenn ein rabbanitisches Verbot vorliegt, daß er von vornherein heirate!? – Unsere Mišna spricht von [der Heirat] nach dem Tode.",
"Woher dies? – Die Rabbanan lehrten: Bei allen [Unzuchtfällen] wird [der Ausdruck] ‘liegen’, hierbei aber [der Ausdruck] ‘nehmen’ gebraucht, um dir zu sagen, daß die Tora es nur im Woge des Nehmens verboten hat.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Auch von einer Schwester heißt es: wenn jemand seine Schwester nimmt, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutter; ist etwa auch diese nur im Wege des Nehmens verboten, zum Liegen aber erlaubt!?",
"Dieser erwiderte: Die Tora spricht vom Nehmen allgemein; ist sie zum Nehmen geeignet, so gilt dies vom Nehmen, ist sie zum Liegengeeignet, so gilt dies vom Liegen.",
"Raba sagte: Daß man, wenn man die Mutter genotzüchtigt, ihre Tochter heiraten darf, ist aus folgendem zu entnehmen. Es heißt:die Scham, der Tochter deines Sohnes oder der Tochter deiner Tochter sollst du nicht entblößen, wonach die Tochter ihresSohnes oder die Tochter ihrer Tochter erlaubt ist,",
"und es heißt:die Scham einer Frau und ihrer Tochter sollst du nicht entblößen, die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter sollst du nicht nehmen; wie ist dies zu erklären? Jenes gilt von der Genotzüchtigten, dieses von der Angeheirateten. –",
"Vielleicht entgegengesetzt!? – Bei der Unzucht wird die Blutsverwandtschaft genannt, und eine Blutsverwandtschaft gibt es nur bei der Heirat und nicht bei der Notzucht.",
"R. JEHUDA VERBIETET DIE GENOTZÜCHTIGTE &C. SEINES VATERS. R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Folgendes ist der Grund R. Jehudas: es heißt: niemand soll das Weib seines Vaters nehmen und nicht die Decke seines Vaters entblößen; die Decke, die sein Vater gesehen, darf er nicht entblößen. –",
"Woher, daß die Schrift von der Genotzüchtigten spricht? – Aus dem Vorangehenden; vorher heißt es:so gebe der Mann, der sie beschlafen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberstücke. –",
"Und die Rabbanan!? – Wenn sie neben einander stehen würden, würdest du recht haben, da sie aber nicht neben einanderstehen, so deutet dies auf die Lehre R. A͑nans. R. A͑nan sagte nämlich im Namen Šemuéls: Die Schrift spricht von der Anwärterin der Schwagerehe seines Vaters, und unter ‘Decke seines Vaters’ ist die für seinen Vater bestimmte Decke zu verstehen, die man nicht entblößen darf. –",
"Diese ist ja schon als Tante [verboten]!? – Dies wird mit zwei Verboten belegt. –",
"Sie ist ja schon als Schwägerin für Fremde [verboten]!? – Dies wird mit drei Verboten belegt. Wenn du aber willst, sage ich: nach seinem Tode."
],
[
"MeinBruder väterlicherseits und nicht mütterlicherseits ist der Mann meiner Mutter und ich bin die Tochter seiner Frau. Rami b. Ḥama sagte: Nicht nach R. Jehudain unserer Mišna.",
"Den ich auf der Schulter trage, ist mein Bruder und mein Sohn, und ich bin seine Schwester. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude seiner Tochter beigewohnt hat.",
"Heil dir, mein Sohn, ich bin die Tochter deiner Schwester. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude der Tochter seiner Tochterbeigewohnt hat.",
"Ihr Wasserschöpfer, euch fällt die Lösung des folgenden Rätsels zu: Den ich trage, ist mein Sohn, und ich bin die Tochter seines Bruders. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude der Tochter seines Sohnesbeigewohnt hat.",
"Wehe, wehe, er ist mein Bruder, mein Vater, mein Mann, der Sohn meines Mannes, der Mann meiner Mutter, und ich bin die Tochter seiner Frau, und er gibt seinen verwaisten Brüdern, den Kindern seiner Tochter, kein Brot. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude seiner Mutter beigewohnt und von ihr eine Tochter gezeugt, der er beigewohnt hat, und darauf der Alteihr beigewohnt und von ihr Kinder gezeugthat.",
"Ich und du sind Geschwister, ich und dein Vater sind Geschwister, ich und deine Mutter sind Geschwister. Dies kommt in dem Falle vor, wenn ein Nichtjude seiner Mutter beigewohnt und von ihr zwei Töchter gezeugt, dann einer von ihnen beigewohnt und von ihr ein Kind gezeugt hat. Wenn die Schwesteres trägt, spricht sie zu ihm wie folgt:",
"Ich und du sind Geschwister, ich und dein Vater sind Geschwister, ich und deine Mutter sind Geschwister. Dies kann aber auch in erlaubter Weise vorkommen, wenn zum Beispiel Reuben zwei Töchter hat und Šimo͑ndie eine und Levi die andere geheiratet hat; der Sohn Šimo͑ns kann dies dann zum Sohne des Sohnes Levis sagen.",
" WENN MIT EINER PROSELYTIN IHRE SÖHNE SICH BEKEHREN, SO HABEN SIE DIE ḤALIÇA UND DIE SCHWAGEREHE NICHT ZU VOLLZIEHEN, SELBST WENN DIE SCHWANGERSCHAFT DES EINEN NICHT IN ḤEILIGKEIT, SEINE GEBURT ABER UND DIE SCHWANGERSCHAFT UND DIE GEBURT DES ANDEREN IN HEILIGKEIT ERFOLGT IST. DESGLEICHEN AUCH, WENN MIT EINER SKLAVIN IHRE SÖHNE FREIGELASSEN WERDEN.",
"GEMARA. Als die Söhne der Magd Jodan freigelassen wurden, erlaubte R. Aḥa b. Ja͑qob, daß der eine die Frau des anderen heirate. Da sprach Raba zu ihm: R. Šešeth verbietet es ja!? Dieser erwiderte: Er verbietet und ich erlaube.",
"[Bei Brüdern] väterlicherseits und nicht mütterlicherseits stimmen alle überein, daß es erlaubt sei, mütterlicherseits und nicht väterlicherseits, stimmen alle überein, daß es verbotensei,",
"sie streiten nur über solche väterlicherseits und mütterlicherseits; einer erlaubt es, weil sie zum Vatergehören, denn man nennt sie Kinder von diesem, R. Šešeth aber [sagt, man] nennt sie auch Kinder jener.",
"Manche sagen, R. Aḥa b. Ja͑qob streite auch über Brüder mütterlicherseits, weil ein Proselyt, der sich bekehrt, einem neugeborenen Kinde gleicht. –",
"Wir haben gelernt: Wenn mit einer Proselytin ihre Söhne sich bekehren, so haben sie die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen. Doch wohl, weil es ihnen verbotenist!? – Nein, weil sie dem Gesetze von der Ḥaliça und der Schwagerehe nicht unterliegen; [die Witwe] ist Fremden, somit auch ihnen selber erlaubt. –",
"Es heißt ja ‘selbst’!? Erklärlich ist das ‘selbst’, wenn du sagst, es sei ihnen verboten: selbst wenn die Schwangerschaft des einen nicht in Heiligkeit, seine Geburt aber und die Schwangerschaft und die Geburt des anderen in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß sie [Söhnen] zweier Müttergleichen, dennoch ist es ihnen verboten, was aber bedeutet das ‘selbst’, wenn du sagst, es sei ihnen erlaubt!? –",
"Selbst wenn die Geburt beider in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß man sie für Jisraéliten halten könnte, dennoch ist es ihnen erlaubt.",
"Manche lesen: Es ist auch einleuchtend, daß es ihnen erlaubt ist, denn es heißt ‘selbst’. Erklärlich ist das ‘selbst’, wenn du sägst, es sei ihnen erlaubt: selbst wenn die Geburt beider in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß man sie für Jisraéliten halten könnte, dennoch ist es ihnen erlaubt, was aber bedeutet das ‘selbst’, wenn du sagst, es sei ihnen verboten!? –",
"Selbst wenn die Schwangerschaft des einen nicht in Heiligkeit, seine Geburt aber und die Schwangerschaft und die Geburt des anderen in Heiligkeit erfolgt ist, sodaß sie Söhnen zweier Mütter gleichen, dennoch ist es ihnen verboten. –",
"Komm und höre: Zwei Zwillingsbrüder, die Proselyten oder freigelassene Sklaven sind, haben die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen, auch sind sie wegen der Frau seines Bruders nicht schuldig. Ist ihre Schwangerschaft nicht in Heiligkeit und ihre Geburt in Heiligkeit erfolgt, so haben sie die Ḥaliça und die Schwager ehe nicht zu vollziehen, wohl aber sind sie wegen der Frau seines Bruders schuldig; ist ihre Schwangerschaft und ihre Geburt in Heiligkeit erfolgt, so gelten sie in jeder Hinsicht als Jisraéliten. Hier lehrt er, daß sie wegen der Frau seines Bruders nicht schuldig sind;"
],
[
"nur schuldig sind sie nicht, ein Verbotaber liegt vor!? – Tatsächlich liegt auch kein Verbot vor, da er aber im Schlußsatze lehren will, sie seien schuldig, lehrt er entsprechend im Anfangsatze, sie seien nicht schuldig.",
"Raba sagte: Das, was die Rabbanan gesagt haben, ein Nichtjude habe keinen Vater, begründe man nicht, weil sie in Unzucht versunken sind, und man esnicht weiß, wenn man es aber weiß, berücksichtige man dies, vielmehr berücksichtige man dies nicht, auch wenn man es weiß.",
"Zwei Zwillingsbrüder kommen ja von einem Tropfen, der geteilt worden ist, dennoch lehrt er im Schlußsatze, daß sie die Ḥaliça und die Schwagerehe nicht zu vollziehen haben. Schließe hieraus, daß der Allbarmherzige ihren Samen als frei erklärt hat, wie es heißt:deren Fleisch dem Fleische des Esels gleicht, und ihr Samenerguß dem eines Pferdes.",
"Komm und höre: R. Jose erzählte. Der Proselyt Niphatesheiratete die Frau seines Brudersmütterlicherseits, und als die Sache vor die Weisen kam, sagten sie, bei Proselyten gebe es keine Ehelichung. – Demnach ist, wenn ein Proselyt sich eine Frau antraut, die Antrauung ungültig!? – Sage vielmehr, bei Proselyten hat das Verbot der Frau seines Bruders keine Geltung. Wahrscheinlich hatte sie sein Bruder als Proselyt geheiratet!? –",
"Nein, er hatte sie als Nichtjude geheiratete. – Wenn als Nichtjude, wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, beim Zustande als Nichtjude berücksichtige man den Zustand als Proselyt, so lehrt er uns. –",
"Komm und höre: Ben Jasjan erzählte. Als ich in den Seestädten reiste, traf ich einen Proselyten, der die Frau seines Bruders mütterlicherseits geheiratet hatte. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat es dir erlaubt? Dieser erwiderte mir: Da ist eine Fraumit ihren sieben Kindern. Auf dieser Bank saß R. A͑qiba und lehrte zwei Dinge: Ein Proselyt darf die Frau seines Bruders mütterlicherseits heiraten. Ferner sagte er:Das Wort des Herrn erging an Jona zum zweiten Male also; zum zweiten Male sprach die Göttlichkeit mit ihm, ein drittes Mal sprach die Göttlichkeit mit ihm nicht mehr. Hier wird gelehrt, ein Proselyt dürfe die Frau seines Bruders mütterlicherseits heiraten; doch wohl, die sein Bruder als Proselyt heiratete!? –",
"Nein, die er als Nichtjude heiratete. – Wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, beim Zustande als Nichtjude berücksichtige man den Zustand als Proselyt, so lehrt er uns. –",
"War erdenn glaubhaft, R. Abba sagte ja im Namen R. Honas im Namen Rabhs, daß, wenn ein Schriftgelehrter eine Halakhalehrt, und der Falleintritt, man auf ihn, falls er sie vor Eintritt des Falles lehrte, höre, falls aber nicht, nicht höre!? – Wenn du willst, sage ich: er lehrte es vorher.",
"Wenn du willst, sage ich: er berief sich ja auf die Fraumit ihren sieben Kindern. Wenn du aber willst, sage ich: anderes war es da, wo er noch etwas anderesberichtete.",
"Der Meister sagte: Das Wort des Herrn erging an Jona zum zweiten Male also; zum zweiten Male sprach die Göttlichkeit mit ihm, ein drittes Mal sprach sie mit ihm nicht mehr. Es heißt ja aber:er stellte wieder her die Grenze Jisraéls, von der Gegend um Ḥamath bis an das Steppenmeer, nach dem Worte des Herrn, des Gottes Jisraéls, das er durch seinen Knecht, den Propheten Jona, den Sohn Amitajs, gesprochen hatte!?",
"Rabina erwiderte: Er meint, über die Angelegenheit von Ninve. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: nach dem Worte des Herrn &c. das er durch seinen Knecht, den Propheten &c. gesprochen hatte; wie es sich für Ninve Vom Schlechten zum Guten verwandelte, so verwandelte es sich für Jisraél in den Tagen Jerobea͑ms, des Sohnes Joaš, vom Schlechten zum Guten.",
"Komm und höre: Bei einem Proselyten, dessen Geburt in Heiligkeit und dessen Schwangerschaft nicht in Heiligkeit erfolgt ist, gibt es eine Blutsverwandtschaft mütterlicherseits und. nicht väterlicherseits. Und zwar: heiratete er seine Schwester mütterlicherseits, so entferne er sie, väterlicherseits, so behalte er sie; wenn die Schwester des Vaters mütterlicherseits, so entferne er sie,"
],
[
"väterlicherseits, so behalte er sie; wenn die Schwester der Mutter mütterlicherseits, so entferne er sie, väterlicherseits, so entferne er sie nach R. Meír und behalte sie nach den Weisen. R. Meír sagt nämlich, jede durch Blutsverwandschaft mütterlicherseits Inzestuöse müsse er entfernen, väterlicherseits aber dürfe er behalten.",
"Ihm ist die Frau seines Bruders, [sogar] mütterlicherseits, erlaubt, desgleichen die Frau des Bruders seines Vaters, und ebenso sind ihm alle anderen Inzestuösen erlaubt. Dies schließt die Frau seines Vaters ein.",
"Hat er eine Frau und ihre Tochter geheiratet, so behalte er eine und entferne die andere; von vornherein heirate er sie nicht. Stirbt seine Frau, so ist ihm seine Schwiegermutter erlaubt. Ein anderer lehrt: So ist ihm seine Schwiegermutter verboten.",
"Hier lehrt er, die Frau seines Bruders sei ihm erlaubt; doch wohl, die sein Bruder als Proselyt heiratete!? – Nein, die er als Nichtjude heiratete. – Wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, beim Zustande als Nichtjude berücksichtige man den Zustand als Proselyt, so lehrt er uns.",
"Der Meister sagte: Hat er eine Frau und ihre Tochter geheiratet, so behalte er eine und entferne die andere; von vornherein heirate er sie nicht. Wenn er sie sogar entfernen muß, wie sollte er es von vornhereindürfen!? – Er bezieht sich auf jeneund meint es wie folgt: auch jene, von denen die Rabbanan sagten, er dürfe sie behalten, heirate er von vornherein nicht.",
"«Stirbt seine Frau, so ist ihm seine Schwiegermutter erlaubt. Ein anderer lehrt: So ist ihm seine Schwiegermutter verboten.» Einer nach R. Jišma͑él und einer nach R. A͑qiba.",
"Der es verbietet, ist der Ansicht R. Jišma͑éls, welcher sagt, die Schwiegermutter sei nach dem Tode [seiner Frau]verboten, und für einen Proselytenhaben die Rabbanan es verboten, und der es erlaubt, ist der Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, das Verbotensein der Schwiegermutter nach dem Tode [seiner Frau] sei geschwächt, und für einen Proselyten haben es auch die Rabbanan nicht verboten.",
" WENN KINDER VON FÜNF FRAUEN VERMISCHT WURDEN UND DIE VERMISCHTEN, NACHDEM SIE HERAKGEWACHSEN WAREN UND FRAUEN GENOMMEN HATTEN, GESTORBEN SIND, SO VOLLZIEHEN AN EINER VON IHNEN VIERDIE ḤALIÇA, SODANN [DARF] EINER DIE SCHWAGEREHEVOLLZIEHEN, HIERAUF VOLLZIEHEN AN EINER ANDEREN \n",
"DIESER UND NOCH DREI DIE ḤALIÇA, SODANN [DARF] EINER DIE SCHWAGEREHEVOLLZIEHEN. ES ERGIBT SICH, DASS AN JEDER VON IHNEN VIERMAL DIE ḤALIÇA UND EINMAL DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WIRD.",
"GEMARA. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber die Schwagerehe zuerst, weil erauf eine fremde Schwägerin stoßen könnte. –",
"Weshalb vollziehen an der anderen dieser und noch drei die Ḥaliça? – Man sage nicht, einer vollziehe die Schwagerehe an allen, vielmehr vollziehe jeder die Schwagerehe an einer, vielleicht fällt ihm seine [Schwägerin] zu.",
"Wenn sieteils Brüderund teils keine Brüder sind, so vollziehen die Brüder die Ḥaliça, und die keine Brüder sind, [auch] die Schwagerehe. – Wie ist dies zu verstehen? R. Saphra erwiderte: Dies ist wie folgt zu verstehen: wenn es teils Brüder väterlicherseits und teils Brüder mütterlicherseits sind, so vollziehen die Brüder mütterlicherseits die Ḥaliça und die Brüder väterlicherseits [auch] die Schwagerehe.",
"Wenn teils Priester und teils keine Priester, so vollziehen die Priester die Ḥaliça, und die keine Priester sind, [auch] die Schwagerehe. Wenn teils Priester und teils Brüder mütterlicherseits, so vollziehen diese und jene die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Mancher hat des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Mutter zu vollziehen, des Zweifels wegen an seiner Schwester, und des Zweifels wegen an seiner Tochter.",
"Und zwar: wenn seine Mutter und noch eine andere Frau zwei Knaben im Verborgenengeboren haben, und ein Sohnder einen die Mutter des anderen, und ein Sohn der anderen die Mutter des ersten geheiratet hat, und beide kinderlos gestorben sind, so vollziehe der einedes Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Mutter, und der andere des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Mutter. –",
"Wieso an seiner Schwester des Zweifels wegen? – Wenn seine Mutter und noch eine andere Frau zwei Mädchen im Verborgenengeboren haben, und ihreBrüder von einer anderen Mutterdiese geheiratet haben und kinderlos gestorben sind, so vollziehe der eine des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Schwester, und der andere des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Schwester. –",
"Wieso an seiner Tochter des Zweifels wegen? – Wenn seine Frau und noch eine andere Frau zwei Mädchen im Verborgenen geboren haben, und ihreBrüder sie geheiratet haben und kinderlos gestorben sind, so vollziehe der eine des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Tochter, und der andere des Zweifels wegen die Ḥaliça an seiner Tochter.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Es kann vorkommen, daß Mann und Frau fünf Nationalitätenerzeugen,",
"und zwar: wenn ein Jisraélit einen Sklaven und eine Sklavin auf dem Markte kauft und diese zwei Kinder haben, von denen einer Proselyt ist, so sind hierProselyt und Nichtjude vorhanden; wenn er sie zwecks Sklaverei untertauchen läßt, und sie einander begatten, so sind hier Proselyt, Nichtjude und Sklave vorhanden; wenn er darauf die Magd freiläßt und der Sklave ihr beiwohnt, so sind hier Proselyt, Nichtjude, Sklave und Hurenkindvorhanden; wenn er darauf beide freiläßt und sie mit einander verheiratet, so sind hier Proselyt, Nichtjude, Sklave, Hurenkind und Jisraélitvorhanden. –",
"Was lehrt er uns damit? – Daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave einer Jisraélitin beigewohnt hat, das Kind Hurenkind ist.",
"Die Rabbanan lehrten: Mancher verkauft seinen Vater, um die Morgengabe seiner Mutter einzufordern, und zwar: wenn ein Jisraélit einen Sklaven und eine Sklavin, die einen Sohn haben, auf dem Markte kauft, sodann die Sklavin freiläßt und sie heiratet, und all seine Güter ihrem Sohne verschreibt, so ergibt es sich, daß er seinen Vater verkaufen kann, um die Morgengabe seiner Mutter einzufordern. –",
"Was lehrt er uns damit? – Die ganze Lehreist von R. Meír, [und er lehrt, daß] Mobilien, als welche Sklaven gelten, für die Morgengabehaftbar sind. Wenn du aber willst, sage ich: er lehrt uns, daß Sklaven Grundstücken gleichen.",
" WENN DAS KIND EINER FRAU MIT DEM KINDE IHRER SCHWIEGERTOCHTER VERMISCHT WORDEN IST, UND DIE VERMISCHTEN, NACHDEM SIE HERANGEWACHSEN WAREN UND FRAUEN GENOMMEN HATTEN, STERBEN, SO HABEN DIE SÖHNE DER SCHWIEGERTOCHTER DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, WEIL ES ZWEIFELHAFT IST, OB DIESEDIE FRAU DES BRUDERS ODER DIE FRAU DES BRUDERS DES VATERSIST, \n",
"DIE SÖHNE DER ALTENABER DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE, WEIL ES ZWEIFELHAFT IST, OB SIE DIE FRAU DES BRUDERS ODER DIE FRAU DES SOHNES DES BRUDERSIST.",
"STERBEN DIE UNBEMAKELTEN, SO HABEN DIE VERMISCHTEN, WENN EIN SOHN DER ALTEN, DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, WEIL ES ZWEIFELHAFT IST, OB [DIE WITWE] DIE FRAU DES BRUDERS ODER DIE FRAU DES BRUDERS DES VATERS IST, WENN ABER EIN SOHN DER SCHWIEGERTOCHTER, EINER DIE ḤALIÇA UND DER ANDERE [AUCH]DIE SCHWAGEREHE.",
" WENN DAS KIND EINER PRIESTERIN MIT DEM KINDE IHRER SKLAVIN VERMISCHT WORDEN IST, SO DÜRFEN BEIDE HEBEESSEN, SIE ERHALTEN EINEN ANTEIL IN DER TENNE, \n"
],
[
"SIE DÜRFEN SICH AN TOTEN NICHT VERUNREINIGEN UND SIE DÜRFEN KEINE FRAUEN HEIRATEN, WEDER UNBEMAKELTENOCH BEMAKELTE. WENN DIE VERMISCHTEN ERWACHSEN SIND UND SICH GEGENSEITIG FREIGELASSEN HABEN, SO DÜRFEN SIE FÜR PRIESTER GEEIGNETE FRAUEN HEIRATEN; \n",
"SIE DÜRFEN SICH NICHT AN TOTEN VERUNREINIGEN, HABEN SIE SICH VERUNREINIGT, SO ERHALTEN SIE NICHT DIE VIERZIGGEISSELHIEBE; SIE DÜRFEN KEINE HEBEESSEN, HABEN SIE GEGESSEN, SO BRAUCHEN SIE DEN GRUNDWERT UND DAS FÜNFTELNICHTZU ERSETZEN; SIE ERHALTEN KEINEN ANTEIL IN DER TENNE, JEDOCH DÜRFEN SIE HEBEVERKAUFEN UND DER ERLÖS GEHÖRTIHNEN; \n",
"SIE ERHALTEN KEINEN ANTEIL VOM HEILIGEN DES TEMPELS; MAN GEBE IHNEN KEIN GEHEILIGTES, JEDOCH NEHME MAN IHNEN IHRES NICHTAB; \n",
"SIE SIND BEFREIT [VON DER ABGABE] VON VORARM, KINNBACKEN UND MAGEN; IHRERSTGEBORENES [VIEH] WEIDE BIS ES EIN GEBRECHENBEKOMMT. MAN LEGE IHNEN AUF DIE ERSCHWERUNGEN FÜR PRIESTER UND DIE ERSCHWERUNGEN FÜR JISRAÉLITEN.",
"GEMARA. STERBEN DIE UNBEMAKELTEN &C. Sind denn jene, weil sie vermischt worden sind, bemakelt!? – R. Papa erwiderte: Lies: sterben die Unbezweifelten.",
"WENN ABER EIN SOHN DER SCHWIEGERTOCHTER, EINER DIE ḤALIÇA &C. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber zuerst die Schwagerehe, weil er auf eine fremde Schwägerin stoßen könnte.",
"EINER PRIESTERIN &C. VERMISCHT WORDEN IST. Selbstverständlich einen Anteil!? – Lies: zusammen einen Anteil. –",
"Wir lernen hier übereinstimmend mit demjenigen, welcher sagt, man verabreiche einem Sklaven Hebe nur dann, wenn sein Herr bei ihm ist. Es wird nämlich gelehrt: Man verabreiche einem Sklaven Hebe nur dann, wenn sein Herr bei ihm ist – so R. Jehuda. R. Jose sagt, er könne sagen: bin ich Priester, so gebt sie mir meinetwegen, und bin ich Sklave eines Priesters, so gebt sie mir meines Herrn wegen.",
"In der Ortschaft R. Jehudas erhob man auf Grund der Hebein den Priesterstand; in der Ortschaft R. Joses erhob man nicht auf Grund der Hebe in den Priesterstand.",
"Es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. Çadoq sagte: In meinem ganzen Leben habe ich nur einmal Zeugnis abgelegt, und auf Grund meiner Aussage erhob man einen Sklaven in den Priesterstand. –",
"Erhob man, wie ist dies möglich; wenn der Heilige, gepriesen sei er, sogar durch das Vieh der Frommen zu keinem Verstoß kommenläßt, um wieviel weniger durch die Frommen selber!? –",
"Lies vielmehr, man wollte auf Grund meiner Aussage einen Sklaven in den Priesterstand erheben. Er sah esin der Ortschaft R. Joses und bekundete es in der Ortschaft R. Jehudas.",
"Die Rabbanan lehrten: Zehn sind es, denen man keine Hebe in der Tenne verabreiche, und zwar: der Taube, der Blöde, der Minderjährige, der Geschlechtslose, der Zwitter, der Sklave, die Frau, der Unbeschnittene, der Unreine und der, der eine für ihn unwürdige Fraugeheiratet hat. Diesen allen darf man sie ins Haus schicken, ausgenommen der Unreine und der, der eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat. –",
"Erklärlich ist dies vom Tauben, vom Blöden und vom Minderjährigen, weil sie keinen Verstandhaben, ebenso vom Geschlechtslosen und vom Zwitter,"
],
[
"weil sie eigenartige Geschöpfesind, desgleichen vom Sklaven, weil man ihn auf Grund der Hebe in den Priesterstand erheben könnte, auch vom Unbeschnittenen und vom Unreinen, weil sie widerwärtig sind, und ferner von dem, der eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat, als Maßregelung, weshalb aber keiner Frau!? –",
"Hierüber streiten R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑; einer sagt, wegen der Geschiedenen, und einer sagt, wegen des Alleinseins. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn die Tenne nahe der Stadt ist, und Menschen da nicht verkehren, oder sie fern [von der Stadt] ist, und Menschen da verkehren.",
"«Diesen allen darf man sie ins Haus schicken, ausgenommen der Unreine und der, der eine für ihn unwürdige Frau geheiratet hat.» Demnach darf man einem Unbeschnittenen schicken, wohl deshalb,",
"weil es ein Zwangsfall ist, und auch beim Unreinen liegt ja ein Zwangsfall vor!? – Bei jenem ist der Zwang größer, bei diesem ist der Zwang geringer.",
"Die Rabbanan lehrten: Einen Sklaven und einer Frau verabreiche man keine Hebe in der Tenne. In Orten, da man zu verabreichen pflegt, gebe man zuerst der Frau und fertige sie sofort ab. – Wie meint er es? –",
"Er meint es wie folgt: was man [jedem] verabreicht, den Armenzehnten, gebe man zuerst der Frau, wegen der Entwürdigung,",
"Raba sagte: Früher pflegte ich, wenn ein Mann und eine Frauvor mir zu Gericht erschienen, zuerst die Streitsache des Mannes zu schlichten, weil ich mir sagte, ein Mann ist den Gebotenunterworfen; seitdem aber ich dies gehört habe, schlichte ich die Streitsache der Frau zuerst, wegen der Entwürdigung.",
"WENN DIE VERMISCHTEN ERWACHSEN &C. ‘Freigelassen haben’, nur wenn sie es wollen, sonst aber nicht; weshalb denn, sie können ja weder Sklavinnen noch Freieheiraten!? Raba erwiderte: Sage: man zwinge sie, sich gegenseitig freizulassen.",
"MAN LEGE IHNEN AUF DIE ERSCHWERUNGEN &C. In welcher Hinsicht? R. Papa erwiderte: Hinsichtlich ihres Speisopfers; von diesem ist der Haufeabzuheben, gleich dem Speisopfer eines Jisraéliten, und es darf nicht gegessenwerden, gleich dem Speisopfer eines Priesters. – Wie verfahre man? – Der Haufe werde besonders und das Zurückbleibende besonders dargebracht. –",
"Man sollte doch hierbei berücksichtigen, daß alles, wovon ein Teil aufs Feuerkommt, dem Verbote des Aufräuchernsunterliege!?",
"R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Man betrachte es als Brennholz. Dies nach R. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagte:Zum wohlgefälligen Geruche, als solches darfst du es nicht hinaufbringen, wohl aber darfst du es als Brennholz hinaufbringen. –",
"Allerdings nach R. Elea͑zar, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären!? Man verfahre damit nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte, der Haufe werde besonders dargebracht und das Zurückbleibende über den Aschenraum verstreut. Und auch die Rabbanan streiten gegen R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n nur hinsichtlich des Sündspeisopfers eines Priesters, das zur Darbringung geeignet ist, hierbeiaber pflichten auch die Rabbanan bei.",
" WENN EINE [FRAU] OHNE DREI MONATE SEIT [DER TRENNUNG] VON IHREM MANNE ABZUWARTEN SICH VERHEIRATET UND GEBOREN HAT, SODASS MAN NICHT WEISS, OB ES EIN NEUNMONATSKIND VOM ERSTEN ODER EIN SIEBENMONATKIND VOM ZWEITEN IST, UND AUSSERDEM SÖHNE VOM ERSTEN UND SÖHNE VOM ZWEITEN HAT, SO HABEN DIESEDIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, UND EBENSO HAT DIESER AN IHREN [WITWEN] DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN."
],
[
"HAT ER BRÜDER VOM ERSTEN UND VOM ZWEITEN, NICHT VON DIESER MUTTER, SO KANN ER DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHEVOLLZIEHEN, VON IHNEN ABER VOLLZIEHE EINER DIE ḤALIÇA UND DER ANDERE [AUCH] DIE SCHWAGEREHE.",
" WAR EINERJISRAÉLIT UND EINER PRIESTER, SO DARF ER NUR EINE FÜR PRIESTER GEEIGNETE FRAU HEIRATEN; ER DARF SICH AN LEICHEN NICHT VERUNREINIGEN, HAT ER SICH ABER VERUNREINIGT, SO ERHÄLT ER NICHT DIE VIERZIGGEISSELHIEBE; ER DARF KEINE HEBE ESSEN, HAT ER ABER GEGESSEN, SO BRAUCHT ER NICHT DEN GRUNDWERT UND DAS FÜNFTEL ZU ERSETZEN; ER ERHÄLT KEINEN ANTEIL IN DER TENNE, JEDOCH DARF ER DIE HEBE VERKAUFEN UND DER ERLÖS GEHÖRT IHM; \n",
"ER ERHÄLT KEINEN ANTEIL VOM HEILIGENDES TEMPELS; MAN VERABREICHE IHM NICHTS GEHEILIGTES, JEDOCH NEHME MAN IHM SEINES NICHT AB; ER IST FREI [VON DER ABGABE] VON VORARM, KINNBACKEN UND MAGEN; SEIN ERSTGEBORENES [VIEH] WEIDE BIS ES EIN GEBRECHEN BEKOMMT; MAN LEGE IHM AUF DIE ERSCHWERUNGEN FÜR PRIESTER UND DIE ERSCHWERUNGEN FÜR JISRAÉLITEN.",
"WAREN BEIDE PRIESTER, SO MUSS ER TRAUER HALTENÜBER SIE UND SIE MÜSSEN TRAUER HALTEN ÜBER IHN; ER VERUNREINIGE SICH NICHT AN IHNENUND SIE VERUNREINIGEN SICH NICHT AN IHM; ER BEERBT SIENICHT, SIE ABER BEERBENIHN; \n",
"ER IST FREI WEGEN DES SCHLAGENS UND DES FLUGHENSDES EINEN UND DES ANDEREN; ER TRETE ANMIT DER PRIESTERWACHE DES EINEN UND DES ANDEREN, ERHÄLTABER KEINEN ANTEIL; GEHÖREN BEIDE DERSELBEN PRIESTERWACHE AN, SO ERHÄLT ER AUCH EINEN ANTEIL.",
"GEMARA. Nur zuerst die Ḥaliça und nachher die Schwagerehe, nicht aber die Schwagerehe zuerst, weil er auf eine fremde Schwägerin stoßen könnte.",
"Šemuél sagte: Wenn zehn Priester beisammen sind und einer von ihnen sich entfernt und die Beiwohnungvollzieht, so ist das Kind Verschwiegener. – Inwiefern Verschwiegener: wollte man sagen, man bringe ihn zum Schweigen [beim Anspruch] auf die Güter seines Vaters, so ist es ja selbstverständlich, weiß man denn, wer sein Vater ist!? – Vielmehr, mau bringe ihn zum Schweigen [beim Anspruch] auf die priesterlichen Rechte. –",
"Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt: es sei ihm und seinen Nachkommen nach ihm, die Geschlechtsfolge der Nachkommen muß von ihm ausgehen, was hierbei nicht der Fall ist.",
"R. Papa wandte ein: Bei Abraham heißt es:dir ein Gott zu sein und deinen Nachkommen nach dir; was gebot ihm der Allbarmherzige damit!? – Er sprach zu ihm wie folgt: du sollst keine Nichtjüdin und keine Sklavin heiraten, damit nicht deine Nachkommen ihr folgen.",
"Man wandte ein. Der ersteist sogar zum Hochpriester tauglich. Die Geschlechtsfolge der Nachkommen muß ja von ihm ausgehen, was da nicht der Fall ist!? – Die Geschlechtsfolge der Nachkommen ist rabbanitisch, während der Schriftvers nur eine Anlehnung ist, und die Rabbanan haben dies nur bei der Unzucht angeordnet, nicht aber bei der Heirat. –",
"Haben die Rabbanan dies denn bei der Unzucht angeordnet, wir haben ja gelernt: wenn eine [Frau] ohne drei Monate seit [der Trennung] von ihrem Manne abgewartet zu haben sich verheiratet und geboren hat.",
"Was heißt ‘seit [der Trennung] von ihrem Manne’; wollte man sagen, seit dem Tode ihres Mannes, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: er muß Trauer halten über sie und sie müssen Trauer halten über ihn. Allerdings kann es [auch] bei einer Heirat mit dem zweiten vorkommen, daß er über sie Trauer zu halten hat, wenn nämlich die Gebeine des ersten gesammeltwerden, wieso aber kann es vorkommen, daß sie über ihn Trauer zu halten haben, der erste ist ja gestorben!?",
"Und wollte man sagen, dies gelte von einer Geschiedenen, und ‘seit [der Trennung] von ihrem Manne’ sei zu verstehen, seit der Scheidung von ihrem Manne, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: er verunreinige sich nicht an ihnen und sie verunreinigen sich nicht an ihm.",
"Allerdings sie nicht an ihm, für jeden erschwerend, weil dieser vielleicht nicht sein Sohn ist, wieso aber er nicht an ihnen; wohl am zweiten nicht, am ersten aber sollte er sich doch auf jeden Fall verunreinigen dürfen: ist er der Sohn von diesem, so verunreinigt er sich zu Recht, und ist er der Sohn des zweiten, so darf er sich ebenfalls verunreinigen, da er Entweihter ist!",
"Wahrscheinlich gilt dies von der außerehelichen Beiwohnung, und unter Mann ist der Beiwohnende zu verstehen, und im Schlußsatze lehrt er, daß er mit der Priesterwache des einen und des anderen antrete!? Dies ist eine Widerlegung Šemuéls.",
"R. Šema͑ja erwiderte: Bei einer Weigerungserklärenden. –",
"Kann eine Weigerungserklärende denn gebären!? R. Bebaj lehrte ja vor R. Naḥman: Drei Frauen dürfen die Beiwohnung mit WatteVollziehen: die Minderjährige, die Schwangere und die Säugende. Die Minderjährige, weil sie schwanger werden und sterben könnte; die Schwangere, weil sie aus dem Fötus eine Mißgeburt machen könnte; die Säugende, weil sie ihr Kind [vorzeitig] entwöhnen und es sterben könnte. ‘Minderjährige’ heißt sie von ihrem elften Jahre nebst einem Tage bis zu ihrem zwölften Jahre nebst einem Tage; jünger oder älter vollziehe sie den Beischlaf auf gewöhnliche Weise – so R. Meír.",
"Die Weisen sagen, die eine wie die andere vollziehe den Beischlaf auf gewöhnliche Weise, und im Himmel werde man sich ihrer erbarmen, denn es heißt:der Herr behütet die Einfältigen. –",
"Es kann bei einer irrtümlichen Antrauungvorkommen. Dies nach R. Jehuda im Namen Šemuéls, denn R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Jišma͑éls:Und sie nicht ergriffenworden ist, diese ist dann verboten, wenn aber ergriffen, erlaubt;",
"eine andere aber ist erlaubt, auch wenn sie nicht ergriffen wordenist, nämlich diejenige, deren Antrauung eine irrtümliche war; selbst wenn das Kind auf ihrer Schulter sitzt, kann sie ihre Weigerung erklären und fortgehen."
],
[
"WENN BEIDE PRIESTER &C. Die Rabbanan lehrten: Hat er zuerst einen und nachher den anderen geschlagen, zuerst einem und nachher dem anderen geflucht, beiden gleichzeitig geflucht oder beide gleichzeitig geschlagen, so ist er schuldig. R. Jehuda sagt, wenn gleichzeitig, sei er schuldig, wenn nacheinander, sei er frei. –",
"Es wird ja aber gelehrt, R. Jehuda sagt, er sei frei, auch wenn gleichzeitig!? – Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. Jehudas, –",
"Was ist der Grund desjenigen, nach welchem er frei ist? R. Ḥanina erwiderte: Es wird vom Segnen gegen untenund es wird vom Segnen gegen obengesprochen, wie es oben keine Gemeinschaft gibt, ebenso gibt es unten keine Gemeinschaft, und man vergleiche das Schlagen mit dem Fluchen.",
"ER TRETE AN MIT DER PRIESTERWACHE &C. Wozu braucht er, wenn er keinen Anteil erhält, anzutreten!? – Wozu er anzutreten braucht, wenn er sagt, er wolle das Gebot ausüben!? – Vielmehr, es heißt nicht: ist er angetreten, sondern: trete an, wonach man ihm zwinge.",
"R. Aḥa b. Ḥanina erwiderte im Namen Abajjes im Namen R. Asis im Namen R. Joḥanans: Wegen Bemakelung der Familie.",
"GEHÖREN BEIDE DERSELBEN PRIESTERWACHE AN &C. Wenn zwei Priesterwachen wohl deshalb nicht, weil, wenn er zur einen kommt, sie ihn abweisen kann, und wenn er zur anderen kommt, sie ihn ebenfalls abweisen kann, und auch in derselben Priesterwache kann ihn ja jede Tageswache, zu der er kommt, abweisen!?",
"R. Papa erwiderte, Er meint es wie folgt: gehören beide zur selben Priester wache und zur selben Tageswache, so erhält er einen Anteil.",
"",
" DIE ZEREMONIE DER ḤALIÇA MUSS VOR DREI RICHTERN ERFOLGEN, AUCH WENN ALLE DREI LAIEN SIND. VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA MIT EINEM SCHUH, SO IST SIE GÜLTIG; MIT EINER SOCKE, SO IST SIE UNGÜLTIG; MIT EINER SANDALE, DIE EINE HACKE HAT, SO IST SIE GÜLTIG, DIE KEINE HACKE HAT, SO IST SIE UNGÜLTIG; \n",
"UNTERHALB DES KNIES, SO IST SIE GÜLTIG, OBERHALB DES KNIES, SO IST SIE UNGÜLTIG. ii,1 VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA MIT EINER SANDALE, DIE NICHT IHM GEHÖRT, MIT EINER SANDALE AUS HOLZ, ODER MIT DER LINKEN AM RECHTEN [FUSSE], SO IST SIE GÜLTIG. VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA MIT EINER ZU GROSSEN, MIT DER ER JEDOCH GEHEN KANN, ODER MIT EINER ZU KLEINEN, DIE JEDOCH DEN GRÖSSEREN TEIL DES FUSSES BEDECKT, SO IST SIE GÜLTIG.",
"GEMARA. Wenn auch drei Laien zulässig sind, wozu sind Richter erforderlich!? – Folgendes lehrt er uns: es sind drei erforderlich, die vorzulesen verstehen, wie Richter. Unsere Mišna lehrt das, was die Rabbanan gelehrt haben: Die Zeremonie der Ḥaliça muß von drei [Personen] erfolgen, die vorzulesen verstehen, wie Richter. R. Jehuda sagt, vor fünf.",
"Was ist der Grund des ersten Tanna? – Es wird gelehrt:Vor den Ältesten, zwei, und damit das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehe, nehme man noch einen hinzu; das sind also drei. – Und R. Jehuda? – Die Ältesten, zwei, vor den Ältesten, zwei, und damit das Gericht nicht aus einer geraden Zahl bestehe, nehme man noch einen hinzu; das sind also fünf. –",
"Wofür verwendet der erste Autor [das Wort] die Ältesten? – Dies deutet darauf, daß auch drei Laien einbegriffen sind. –",
"Woher entnimmt dies R. Jehuda hinsichtlich Laien? – Er entnimmt dies aus [dem Worte] vor den Augen, Der Meister sagte, [das Wort] vor den Augen schließe Blinde aus,",
"und da eine Ausschließung von Blinden nötig ist, so ist zu entnehmen, daß auch Laien zulässig sind. Wenn man nämlich sagen wollte, es seien [Mitglieder des] Synedriumserforderlich, so wäre zur Ausschließung von Blinden kein Schriftvers nötig, da dies aus einer Lehre R. Josephs hervorgeht. R. Joseph lehrte nämlich: Wie das Gericht hinsichtlich der Gerechtigkeit rein sein muß, ebenso muß es rein von jedem Leibesfehler sein,"
],
[
"denn es heißt:alles an dir ist schön, meine Traute, kein Makel ist an dir. – Wofür verwendet jener [das Wort] vor den Augen? – Dies deutet auf eine Lehre Rabas, denn Raba sagte: Die Richter müssen den Speichel aus dem Munde der Schwägerin kommen sehen, denn es heißt: vor den Augen der Ältesten &c. und sie speie. –",
"Aber auch der andere benötigt dies ja für die Lehre Rabas!? – Dem ist auch so. – Woher entnimmt er es hinsichtlich Laien!? – Er folgert dies aus [dem Worte]in Jisraél, vor jedem Jisraéliten. –",
"Wofür verwendet jener [das Wort] in Jisraél? – Er verwendet dies für eine Lehre des R. Šemuél b. Jehuda: In Jisraél, vor einem Gerichte von Jisraéliten, nicht aber vor einem Gerichte von Nichtjuden. –",
"Und der andere!? – Es heißt zweimal in Jisraél. – Und jener!? – Dies ist für folgende Lehre nötig: R. Jehuda erzählte: Einst saßen wir vor R. Tryphon, und eine Schwägerin kam zur Ḥaliça. Da sprach er zu uns: Ruft alle Entschuhter, Entschuhter. –",
"Und der andere!? – Dies geht hervor aus:werde genannt. –",
"Es heißt ja auch: sie sollen laden, zwei, und sollen sprechen, zwei, demnachsind nach R. Jehuda neun und nach den Rabbanan sieben erforderlich!? –",
"Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig: Sie sollen ihn laden, nicht aber ihre Vertreter; und zu ihm sprechen, dies lehrt, daß man ihm einen für ihn passenden Rat erteile; ist er jung und sie alt oder er alt und sie jung, so spreche man zu ihm: was willst du mit einer Jungen, was willst du mit einer Alten, halte dich an deinesgleichen und bringe nicht Zank in dein Haus.",
"Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist, die Ḥaliça muß vor drei [Personen] erfolgen, da uns der Autor demgemäß anonym gelehrthat. Raba sprach zu R. Naḥman: Demnach sollte dies auch von der Weigerungserklärung gelten, denn wir haben gelernt, die Weigerungserklärung und die Ḥaliça müssen vor drei [Personen] erfolgen!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt: Die Weigerungserklärung muß erfolgen, wie die Schule Šammajs sagt, vor einem autorisierten Gericht, und wie die Schule Hillels sagt, vor Gericht und außer Gericht, jedoch stimmen diese und jene überein, daß drei [Personen] erforderlich seien; nach R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Jose ist es auch vor zwei gültig. Hierzu sagte R. Joseph b. Minjomi im Namen R. Naḥmans, die Halakha sei wie dieses Paar!? –",
"Von dieser wird es nur einmal anonym gelehrt, von jener wird es zweimal anonym gelehrt. – Auch von dieser wird es ja zweimal anonym gelehrt, denn wir haben gelernt, daß, wenn [eine Frau] vor ihmdie Weigerung erklärt oder die Ḥaliça vollzogen hat, er sie heiraten dürfe, weil dies vor einem Gerichte erfolgt!? –",
"Vielmehr, von dieser wird es zweimal anonym gelehrt, von jener wird es dreimal anonym gelehrt. –",
"Merke, es wird von dieser anonym gelehrt und es wird von jener anonym gelehrt, welchen Unterschied gibt es, ob einmal oder zweimal oder dreimal!? Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, weil es neben einem Streiteanonym gelehrt wird,",
"denn wir haben gelernt: Das Stützender Ältesten und das Genickbrechen des Kalbeserfolgt durch drei – so R. Šimo͑n; R. Jose sagt, durch fünf. Die Ḥaliça und die Weigerung vor drei. Da R. Jehuda dagegen nicht streitet, so ist zu entnehmen, daß er davonzurückgetreten ist. Schließe hieraus.",
"Raba sagte: Die Richter müssen einen Ortbestimmen, denn es heißt: so soll seine Schwägerin zum Tore hinaufgehen, zu den Ältesten. R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, trafen eine Entscheidung, [die Ḥaliça] vor fünf zu vollziehen. – Also nach R. Jehuda, und dieser ist ja davon zurückgetreten!? – Damit die Sachebekannt werde.",
"Als R. Aši einst zu R. Kahana kam, sprach dieser zu ihm: Der Meister kommt uns gelegen, um die fünf voll zu machen. R. Kahana erzählte: Einst stand ich vor R. Jehuda, und er sprach zu mir: Komm zum Reisigbündelhinauf, um als fünfter mitgezählt zu werden. Als man ihn fragte, wozu fünf nötig seien, erwiderte er: Damit die Sache bekannt werde.",
"Einst stand R. Šamuél b. Jehuda vor R. Jehuda, und dieser sprach zu ihm: Komm zum Reisigbündel hinauf, um als fünfter mitgezählt zu werden, damit die Sache bekannt werde. Jener erwiderte: Wir haben gelernt: in Jisraél, vor einem Gerichte von Jisraéliten, nicht aber vor einem Gerichte von Proselyten, und ich bin Proselyt.",
"R. Jehuda sagte: Auf Grund der Aussage eines Mannes wie R. Šemuél b. Jehuda würde ich Geld aus dem [bisherigen] Besitzebringen. – ‘Aus dem [bisherigen] Besitze bringen’, wie ist dies möglich, der Allbarmherzige sagt ja.durch die Aussage zweierZeugen!? – Vielmehr, auf Grund seiner Aussage würde ich einen Schuldschein entkräftend.",
"Raba sagte:"
],
[
"Ein Proselyt kann nach der Tora seinen Genossenrichten, denn es heißt:so setze einen König über dich, den der Herr, dein Gott erwählt; aus der Mitte deiner Bruder sollst du einen König über dich setzen; wenn über dich, so muß es einer aus deiner Mitte sein, einen Proselyten aber kann auch sein Genösse, ein Proselyt, richten.",
"Ist seine Mutter aus Jisraél, so kann er auch einen Jisraéliten richten; bei der Ḥaliça aber ist nur der [zulässig], dessen Vater und Mutter aus Jisraél sind, denn es heißt:und sein Name werde in Jisraél genannt.",
"Rabasagte im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Ḥaliça mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es längst beim Volke Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun.",
"R. Joseph aber sagte im Namen R. Kahanas im Namen Rabhs: Wenn Elijahu kommen und sagen sollte, man vollziehe die Ḥaliça nicht mit einem Schuh, so höre man auf ihn, wenn aber, man vollziehe sie nicht mit einer Sandale, so höre man auf ihn nicht, weil es längst beim Volke Brauch ist, dies mit einer Sandale zu tun. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Schuhes von vornherein. –",
"Wieso nach der Ansicht des einen, auch von vornherein, wir haben ja gelernt, daß, wenn sie die Ḥaliça mit einem Schuh vollzogen hat, sie gültig sei; nur wenn es bereits erfolgt ist, von vornherein aber nicht!? –",
"Nein, auch von vornherein; da er aber im Schlußsatze lehren will, mit einer Socke sei sie ungültig, auch wenn es bereits erfolgt ist, lehrt er auch im Anfangsatze den Fall, wenn er bereits erfolgt ist.",
"Über einen Schuh von vornherein streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: R. Jose erzählte: Als ich einst nach Nezibis kam, traf ich einen Greis, den ich fragte, ob er R. Jehuda b. Bethera genau kenne, und er erwiderte mir: Jawohl, er ist stets an meiner Wechselbank. – Hast du ihn einmal die Ḥaliça vollziehen sehen?",
"Dieser erwiderte: Ich sah ihn wiederholt die Ḥaliça vollziehen. – Mit einem Schuh oder mit einer Sandale? Dieser entgegnete: Darf man denn die Ḥaliça mit einem Schuh vollziehen, die Tora sagt ja Riemenschuh, nicht aber ein Schuh!? Ich erwiderte ihm: Wie kommt demnach R. Meír zu sagen, daß, wenn sie die Ḥaliça mit einem Schuh vollzogen hat, sie gültig sei, und",
"R. Ja͑qob sagte in dessen Namen, man dürfe die Ḥaliça sogar von vornherein mit einem Schuh vollziehen!? – Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, von vornherein nicht:",
"wollte man sagen, weil das Oberleder auf [dem Fuße] sitzt und die Schnürriemen darüber, und die Tora sagt ‘vom [Fuße]’, nicht aber von dem, was darüber ist, so sollte es ungültig sein, auch wenn es bereits erfolgt ist!? –",
"Mit Rücksicht auf einen geplatzten",
"oder halben Schuh.",
"Rabh sagte: Hätte ich meinen Oheimnicht die Ḥaliça vollziehen sehen mit einer Sandale, die Schleifen hat, so würde ich sie vollziehen lassen nur mit einer Sandale der Araber, die besser befestigt ist. Die unsrigen aber versehe man, obgleich sie verknotetsind, mit Schnüren, damit die Ḥaliça getreulich erfolge.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Die Erlaubnis der Schwägerin für jedermann erfolgt beim Herunterziehen des größeren Teiles der Hacke.",
"Man wandte ein: Haben sich die Riemen des Schuhes oder der Sandale [von selbst] gelöst, oder hat er sie vom größeren Teile des Fußesheruntergezogen, so ist die Ḥaliça ungültig.",
"Nur wenn er heruntergezogen hat, wenn aber sie, so ist die Ḥaliça gültig; nur wenn vom größeren Teile des Fußes, nicht aber vom größeren Teile der Hacke!? –",
"Unter ‘größeren Teile des Fußes’ ist der größere Teil der Hacke zu verstehen, nur nennt er es deshalb größeren Teil des Fußes, weil die ganze Kraft des Fußes auf dieser ruht.",
"Dies ist eine Stütze für R. Jannaj, denn R. Jannaj sagte: Wenn er [die Riemen] gelöst und sie [die Sandale] heruntergezogen oder sie gelöst und er heruntergezogen hat, so ist die Ḥaliça ungültig; nur wenn sie gelöst und heruntergezogen hat. R. Jannaj fragte: Wie ist es, wenn sie [die Sandale] zerreißt oder verbrennt: ist eine Entblößung des Fußes erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder ist ein Herunterziehen erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Neḥemja fragte Rabba: Wie verhält es sich bei zwei Schuhen übereinander? – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie den oberen herunterzieht und der untere zurückbleibt, so sagt ja der Allbarmherzige ‘vom [Fuße]’, nicht aber von dem, was darüber ist. – In dem Falle, wenn sie den oberen durchreißt und den unteren herunterzieht, sodaß der obere zurückbleibt; ist ein Herunterziehen erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder ist eine Entblößung des Fußes erforderlich, was hierbei nicht der Fall ist? –"
],
[
"Kommt denn so etwas vor? – Freilich, so sahen einst die Jünger R. Jehuda mit fünf PaarÜberschuhen auf die Straße gehen.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn die Schwägerin mit den Brüdern zusammen auf gewachsen ist, so darf sie sich trotzdem mit einem von ihnen verheiraten, und man berücksichtige nicht, sie könnte einem von ihnen eine Sandale heruntergezogenhaben. –",
"Nur weil man es nicht beobachtet hat, wenn man es aber beobachtet hat, berücksichtige man dies, und dem widersprechend wird gelehrt, wenn er es beabsichtigthat und nicht sie, oder sie es beabsichtigt hat und nicht er, sei die Ḥaliça ungültig; nur wenn beide es beabsichtigt haben!? – Er meint es wie folgt: auch wenn man es beobachtet hat, berücksichtige man nicht, sie könnten es beabsichtigt haben.",
"Manche lesen: Nur wenn man es nicht beobachtet hat, wenn man es aber beobachtet hat, berücksichtige man dies; die Lehre aber, hierbei sei eine Beabsichtigung erforderlich, bezieht sich nur auf die Erlaubnis für jedermann, für die Brüder aber ist sie untauglich.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Man vollziehe die Ḥaliça nicht mit einer Sandale, die mit Flachs genähtist, denn es heißt:ich zog dir Schuhe, an aus Taḥašfell. – Vielleicht nur aus Taḥašfell, aus anderem aber nicht!? –",
"Es heißt zweimal Schuh, und dies ist einschließend. – Wenn die Wiederholung [des Wortes] Schuh einschließend ist, so sollte auch alles andere einbegriffen sein!? – Welche Bedeutung hätte demnach [die Bezeichnung] Taḥašfell.",
"R. Elea͑zar fragte Rabh: Wie ist es, wenn [die Sandale] aus Leder und die Schnüre aus Haar sind? Dieser erwiderte: Heißt es etwa von einer solchen nicht: ich zog dir Schuhe aus Taḥašfell an? – Demnach sollte dies auch von einer gelten, die ganz aus Haar ist!? – Eine solche heißt Pantoffel.",
"R. Kahana sprach zu Šemuél: Woher, daß veḥalça, das beim Schuh am Fuße zu verrichten ist, herunterziehen heißt? – Es heißt: man soll die Steine herausziehen, an denen der Aussatz ist. –",
"Vielleicht heißt dies rüsten, wie es heißt:rüsteteuch Männer zum Heere!? – Auch da bedeutet dies aus dem Hause in den Krieg ziehen. –",
"Es heißt ja: er rüstetden Armen in seinem Elend!? – Als Entgelt für sein Elend ziehter ihn aus dem Strafgerichte des Fegefeuers. –",
"Es heißt ja: es lagert ein Engel des Herrn rings um die, die ihn fürchten, und rüstetsie!? – Als Entgelt dafür, daß sie ihn fürchten, ziehter sie aus dem Strafgerichte des Fegefeuers. –",
"Es heißt ja:und deine Gebeine stärken, und hierzu sagte R. Elea͑zar, dies sei das beste unter den Segnungen, und Raba erklärte, dies heiße die Gebeine rüsten!? – Allerdings, es kann dies bedeuten und es kann jenes bedeuten; wenn man aber sagen wollte, hierbei heiße es rüsten, so sollte der Allbarmherzige ‘veḥalça den Schuh an seinen Fuß’ geschrieben haben. –",
"Hätte der Allbarmherzige ‘an seinen Fuß’ geschrieben, so könnte man glauben, nur an den Fuß, nicht aber den Schenkel daher schrieb der Alibarmherzige ‘von seinem Fuße’, auch am Schenkel!? – So sollte der Allbarmherzige ‘über seinem Fuße’ geschrieben haben, wenn es aber ‘von seinem Fuße’ heißt, so bedeutet es abziehen.",
"Ein Minäer sprach zu R. Gamliél: Ihr seid ein Volk, an dem Gott die Ḥaliça vollzogenhat, denn es heißt:mit ihren Schafen und ihren Rindern werden sie hingehen, [das Wort]des Herrn zu suchen, aber ihn nicht finden, er hat sich von ihnen losgesagt.",
"Dieser erwiderte ihm: Tor, heißt es denn: an ihnen Lossagung vollzogen, es heißt: von ihnen losgesagt; hat es denn irgend welche Bedeutung, wenn die Brüder von der Schwägerin die Ḥaliça erhalten!?",
"MIT EINER SOCKE, SO IST SIE UNGÜLTIG &C. Demnach gilt eine Socke nicht als Schuh,",
"desgleichen wird gelehrt, der Abhebendedurfte nicht mit einem aufgekrempelten Gewand oder mit Sockeneintreten, und um so weniger mit Schuhenoder Sandalen, weil man den Tempelhof nicht mit Schuhen oder Sandalen betreten darf,",
"und dem widersprechend wird gelehrt, daß mannicht mit Schuhen, Sandalen oder Socken von einem Hause nach dem anderen oder von einem Bette zum anderen gehen darf!?",
"Abajje erwiderte: Wenn sie gefüttert sind, wegen der Behaglichkeit. Raba sprach zu ihm: Sind sie denn, wenn sie nicht als Schuhe gelten, wegen der Behaglichkeit am Versöhnungstage verboten, Rabba b. R. Hona wickelte ja Tücher um die Füße und ging so!? Vielmehr, erklärte Raba, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von Socken aus Leder und das andere von Socken aus Stoff.",
"Dies ist auch einleuchtend; wenn du nicht so erklärst, so besteht ein Widerspruch auch hinsichtlich des Versöhnungstages, denn es wird gelehrt, daß man im Zimmer nicht in Pantoffelnumhergehe, wohl aber in Socken. Wahrscheinlich gilt das eine von Socken aus Leder und das andere von Socken aus Stoff. Schließe hieraus.",
"Übereinstimmend mit Raba wird gelehrt: Vollzog sie die Ḥaliça mit einem aufgerissenen Stiefel, der den größeren Teil des Fußes bedeckt, mit einer beschädigten Sandale, die den größeren Teil des Fußes faßt, mit einer Sandale aus Kork oder Bast, mit einer Stelze des Beinlosen, mit einer Galosche, mit einer Fußstütze, mit einer Socke aus Leder, und zwar an einem Erwachsenen,"
],
[
"ob er steht, sitzt oder lehnt, oder an einem Blinden, so ist sie gültig; wenn aber mit einem aufgerissenen Schuh, der den größeren Teil des Fußes nicht bedeckt, mit einer beschädigten Sandale, die den größeren Teil des Fußes nicht faßt, mit einer Handstütze, mit einer Socke aus Stoff, oder an einem Minderjährigen, so ist sie ungültig.",
"Der dies von der Stelze des Beinlosenlehrt, ist ja R. Meír, denn wir haben gelernt, der Beinlose dürfe, wie R. Meír sagt, mit seiner Stelze ausgehen, R. Jose verbietet dies,",
"und [das Verbot] mit einer Socke aus Stoffvertritt die Ansicht der Rabbanan!?",
"Abajje erwiderte: Da der Schlußsatz die Ansicht der Rabbanan vertritt, vertritt auch der Anfangsatz die Ansicht der Rabbanan, denn dieser spricht von einer mit Leder überzogenen [Stelze].",
"Raba sprach zu ihm: Weshalb lehrt er, wenn die nicht mit Leder überzogene untauglich ist, im Schlußsatze von einer Socke aus Stoff, sollte er doch bei [der Stelze] selber unterscheiden: dies gilt nur von einer mit Leder überzogenen, eine nicht mit Leder überzogene ist ungeeignet!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, da der Anfangsatz die Ansicht R. Meírs vertritt, vertritt auch der Schlußsatz die Ansicht R. Meírs, denn die eine gewährt einen Schutz, die andereaber nicht.",
"Amemar sagte: Wer die Ḥaliça vollzieht, muß den Fuß anstemmen.",
"R. Aši sprach zu Amemar: Es wird ja gelehrt: ob er steht, sitzt oder lehnt!? – Sage: jedoch nur, wenn er den Fuß anstemmt.",
"Ferner sagte Amemar: Wer auf die Oberseite des Fußesauftritt, kann die Ḥaliça nicht vollziehen. R. Aši sprach zu Amemar: Es wird ja von der Fußstütze gelehrt, doch wohl, wenn ein solcherdamit die Ḥaliça vollzieht!? – Nein, wenn ein anderer, dem er sie gibt, damit die Ḥaliça vollzieht.",
"R. Aši sagte: Nach der Lehre Amemars können Bar Oba und Bar Qiphophdie Ḥaliça nicht vollziehen.",
"UNTERHALB DES KNIES &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Füße, ausgenommen Stelzbeinige!? –",
"Anders ist es hierbei, denn es heißt:von [über] seinemFuße. – Demnach auch in dem Falle, wenn oberhalb des Knies!? – Von über, nicht aber von über über [dem Fuße].",
"R. Papa sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das Sprungbein bis zur Erde reicht, denn wenn man sagen wollte, es werde unterbrochen, so befindet sich ja dieses über, und der Schenkel über über [dem Fuße]. R. Aši erwiderte: Du kannst auch sagen, es werde unterbrochen, denn was zum Fuße gehört, heißt Fuß.",
"OBERHALB DES KNIES. R. Kahana wandte ein:ihre Nachgeburt, die zwischen ihren Füßenvon ihr kommt!? Abajje erwiderte: Wenn sie zum Gebären niederkniet, stemmt sie die Fersen gegen die Hüften. –",
"Komm und höre.Er hatte seine Füße nicht gepflegtund seinen Bart nicht geordnet!? – Eine euphemitische Wendung. – Komm und höre: Und Šaúl ging seine Füße fließen lassen!? – Eine euphemistische Wendung. –",
"Komm und höre:Er läßt seine Füße fließen in der kühlen Kammer!? – Eine euphemistische Wendung. –Zwischen ihren Füßen &c.!? – Eine euphemistische Wendung.",
"R. Joḥanan sagte: Sieben Beschlafungen vollzog dieser Frevleran jenem Tage, denn es heißt: zwischen ihren Füßen kniete er, fiel hin und lag da, zwischen ihren Füßen kniete er und fiel um, wo er niederkniete, fiel er erschlagen hin. – Sie hatte ja einen Genuß von der Sünde!? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Jeder Wohltat der Frevler"
],
[
"gereicht den Frommen zum Übel. So heißt es: hüte dich mit Ja͑qob zu reden, Gutes oder Böses; allerdings nicht Böses, weshalb aber nicht Gutes? Wohl deshalb, weil die Wohltat der Frevler den Frommen zum Übel gereicht. –",
"Allerdings da, weil er den Namen der Götzennannte, wieso aber bei jener!? –",
"Er impfte ihr einen Unflat ein. So sagte R. Joḥanan: Als die Schlange der Ḥava beiwohnte, impfte sie ihr einen Unflat ein. Bei den Jisraéliten, die am Berge Sinajstanden, verlor sich der Unflat, bei den Nichtjuden, die nicht am Berge Sinaj standen, verlor sich der Unflat nicht.",
"VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA MIT EINEM SCHUH, DER NICHT IHM GEHÖRT &C. Die Rabbanan lehrten: Seinen Schuh, ich weiß dies nur von seinem Schuh, woher dies vom Schuh eines anderen? Es heißt zweimal Schuh, mit jedem. –",
"Weshalb heißt es demnach seinen Schuh? Ein Schuh, der für ihn brauchbar ist; ausgenommen ein zu großer, mit dem er nicht gehen kann, ausgenommen ein zu kleiner, der den größeren Teil des Fußes nicht bedeckt, ausgenommen die Sohlensandale ohne Hacke.",
"Einst stand Abajje vor R. Joseph, und als gerade eine Schwägerin zur Ḥaliça kam, sprach er zu ihm: Gib ihm deine Sandale. Da gab er ihm seine linke Sandale. Jener sprach: Allerdings sagten esdie Rabbanan von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, sagten sie es etwa von vornherein!?",
"Dieser erwiderte: Auch von einer fremden Sandale sagten die Rabbanan es nur von dem Falle, wenn es bereits erfolgt ist, sagten sie es etwa von vornherein!? Jener entgegnete: So meinte ich es: gib sie ihm und eigne sie ihm zu.",
"MIT EINER SANDALE AUS HOLZ. Wer ist der Autor dieser Lehre? Šemuél erwiderte: es ist R. Meír, denn wir haben gelernt: Der Beinlose darf, wie R. Meír sagt, mit seiner Stelzeausgehen. R. Jose verbietet dies. Der Vater Šemuéls erklärte: Wenn sie mit Leder überzogen ist, nach aller Ansicht.",
"R. Papi sagte im Namen Rabas: Mit einer abgeschlossenen Sandale darf man die Ḥaliça nicht vollziehen, hat man; sie vollzogen, so ist sie gültig; mit einer entschieden aussätzigen Sandale darf man die Ḥaliça nichtvollziehen, hat man sie vollzogen, so ist sie ungültig.",
"R. Papa sagte im Namen Rabas: Weder mit einer abgeschlossenen noch mit einer entschieden aussätzigen Sandale darf man die Ḥaliça vollziehen, hat man sie vollzogen, so ist sie gültig.",
"Man wandte ein: Ein abgeschlossenes Hausist von innen verunreinigend, ein entschieden aussätziges von innen und von außen; beide verunreinigen beim Eintreten.",
"Hierbei heißt es ja:wer ins Haus kommt, und wenn du sagst, es gelte fiktiv als niedergerissen, so ist diesja nicht möglich!? –",
"Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:man reiße das Haus nieder, auch beim Niederreißen heißt es Haus. –",
"Komm und höre: Ein Läppchenvon drei zu drei [Fingerbreiten], auch wenn es nicht olivengroßist, macht, sobald der größere Teil in ein reines Haus gekommen ist, dieses unrein. Doch wohl ein entschieden aussätziges!? – Nein, ein abgeschlossenes. –",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Hat es einen Umfang von mehrerenOliven, so ist, sobald eine Olivein ein reines Haus gekommen ist, dieses unrein.",
"Einleuchtend ist es, wenn du dies auf ein entschieden aussätziges beziehst, daß es mit einer Leicheverglichen wird, wieso aber wird es mit einer Leiche verglichen, wenn du dies auf ein abgeschlossenen s beziehst!? –",
"Anders ist es hierbei; die Schrift sagt:man soll das Gewand verbrennen, auch beim Verbrennen heißt es Gewand. –",
"Sollte man doch hiervon folgern!? – Wir folgern nicht von der Unreinheit auf ein Verbot.",
"Rabba sagte: Die Halakha ist, sie vollziehe die Ḥaliça nicht mit einer abgeschlossenen Sandale, mit einer entschieden aussätzigen Sandale oder mit einer für den Götzendienst verwandtenSandale; hat sie sie vollzogen, so ist sie gültig. Sie vollziehe die Ḥaliça nicht mit einer Götzen geweihten,"
],
[
"mit einer aus einer abtrünnigenStadt oder mit einer zu Ehren eines Greisesangefertigten; hat sie sie vollzogen, so ist sie ungültig.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Mit einer zu Ehren eines Greises angefertigten wohl deshalb nicht, weil sie nicht zum Tragen gefertigt ist, und auch das des Gerichtesist ja nicht zum Tragen bestimmt!?",
"Dieser erwiderte: Würde denn der Richter etwas dagegen haben, wenn der Gerichtsdiener sie tragen würde!?",
"ii,2 VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA NACHTS, SO IST SIE GÜLTIG, NACH R. ELEA͑ZAR ABER UNGÜLTIG; WENN AM LINKEN [FUSSE], SO IST SIE UNGÜLTIG, NACH R. ELEA͑ZAR ABER GÜLTIG.",
"GEMARA. Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht; einer ist der Ansicht, man vergleiche Streitsachen mit dem Aussatze, und einer ist der Ansicht, man vergleiche Streitsachen nicht mit dem Aussatze. –",
"Nein, alle sind der Ansicht, man vergleiche Streitsachen nicht mit dem Aussatze, denn wenn man sie vergleichen würde, dürfte auch die Beendigung von Gerichtsverhandlungen nicht nachts erfolgen, ihr Streit besteht vielmehr darin: einer ist der Ansicht, die Ḥaliça gleiche dem Beginneeiner Gerichtsverhandlung, und einer ist der Ansicht, die Ḥaliça gleiche der Beendigung einer Gerichtsverhandlung.",
"Rabba b. Ḥija aus Ktesiphon ließ [die Ḥaliça] vollziehen mit einer Galosche, [vor ihm] allein, nachts. Da sprach Šemuél: Wie groß muß seine Bedeutung sein, daß er nach einer Einzelansicht verfuhr!? –",
"Was fiel ihm dabei auf: wenn etwa, daß er es mit einer Galosche zuließ, so gibt es eine anonymeLehre, und wenn etwa, daß er es nachts tat, so gibt es auch diesbezüglich eine anonyme Lehre!? –",
"Vielmehr, daß er es allein tat, fiel ihm auf; wieso vor ihm allein, dies ist ja eine Einzelansicht!? Es wird nämlich gelehrt: Vollzog sie die Ḥaliça vor zweien oder dreien, und einer von ihnen sich als verwandt oder sonst unzulässig erweist, so ist die Ḥaliça ungültig, nach R. Šimo͑n und R. Joḥanan dem Schuster aber gültig. Einst vollzog jemand die Ḥaliça im Gefängnisse zwischen ihm und ihr, und als die Sache vor R. A͑qiba kam, erklärte er sie für gültig.",
"Hierzu sagte R. Joseph b. Minjomi, die Halakha sei nichtwie dieses Paar. Wenn du aber willst, sage ich, auch hinsichtlich jener sind es Einzelansichten, denn es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. R. Jose erzählte, er habe gesehen, wie Jišma͑él b. Eliša͑ die Ḥaliça mit einer Galosche vor ihm allein nachts vollziehen ließ.",
"WENN AM LINKEN [FUSSE], SO IST SIE &C. Was ist der Grund der Rabbanan? U͑la erwiderte: Es ist durch [das Wort] Fußvom Aussätzigen zu folgern; wie bei diesem der rechte, ebenso hierbei der rechte. – Wieso folgert",
"R. Elea͑zar nicht durch [das Wort] Fuß vom Aussätzigen!? Es wird nämlich gelehrt: R. Elea͑zar sagte: Woher, daß das Anbohren am rechten Ohre zu erfolgen hat? Hierbei heißt es Ohr und dortheißt es Ohr, wie da das rechte, ebenso hierbeidas rechte.",
"R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte im Namen R. Joḥanans: Die Lehre ist umzuwenden.",
"Raba erwiderte: Tatsächlich wende man sie nicht um; [das Wort] Ohr ist entbehrlich, [das Wort] Fuß ist nicht entbehrlich. –",
"Und wenn es auch nicht entbehrlich ist, was ist dagegen einzuwenden!? – Wohl gilt dies beim Aussätzigen, bei dem Zederholz, Ysop und Karmesinwolle erforderlichsind.",
" HAT SIE DEN SCHUH ABGEZOGEN, AUSGESPIEEN, ABER NICHT [DIE SCHRIFTWORTE]GESPROCHEN, SO IST DIE ḤALIÇA GÜLTIG; HAT SIE [DIE SCHRIFTWORTE] GESPROCHEN UND AUSGESPIEEN, ABER NICHT DEN SCHUH ABGEZOGEN, SO IST DIE ḤALIÇA UNGÜLTIG; HAT SIE DEN SCHUH ABGEZOGEN UND [DIE SCHRIFTWORTE] GESPROCHEN, ABER NICHT AUSGESPIEEN, SO IST DIE ḤALIÇA, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, UNGÜLTIG, UND WIE R. A͑QIBA SAGT, GÜLTIG."
],
[
"R. ELIE͑ZER SPRACH: [ES HEISST:]so geschehe, JEDE HANDLUNG, DIE ZU GESCHEHENHAT, IST UNERLÄSSLICH. R. A͑QIBA ERWIDERTE IHM: SOLL DIES EIN BEWEIS SEIN? So geschehe dem Manne, ALLES, WAS MIT DEM MANNE ZU GESCHEHENHAT.",
" IST DIE ḤALIÇAAN EINEM TAUBEN, VON EINER TAUBEN ODER AN EINEM MINDERJÄHRIGEN VOLLZOGEN WORDEN, SO IST SIE UNGÜLTIG; WENN VON EINER MINDERJÄHRIGEN, SO WIEDERHOLE SIE DIES, SOBALD SIE GROSSJÄHRIG IST; TUT SIE DIES NICHT, SO IST IHRE ḤALIÇA UNGÜLTIG. v VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA VOR ZWEIEN ODER DREIEN, UND EINER VON IHNEN SICH ALS VERWANDT ODER SONST UNZULÄSSIG ERWEIST, SO IST DIE ḤALIÇA UNGÜLTIG; NACH R. ŠIMO͑N UND R. JOḤANAN DEM SCHUSTER ABER GÜLTIG. EINST VOLLZOG JEMAND DIE ḤALIÇA IM GEFÄNGNISSE ZWISCHEN IHM UND IHR, UND ALS DIE SACHE VOR R. A͑QIBA KAM, ERKLÄRTE ER SIE FÜR GÜLTIG.",
"GEMARA. Raba sagte: Da du nun sagst, das Sprechen [der Schriftworte] sei nicht unerläßlich, so ist, wenn ein Stummer und eine Stumme die Ḥaliça vollzogen haben, diese gültig. –",
"Es wird gelehrt: Ist die Ḥaliça an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen vollzogen worden, so ist sie ungültig. Doch wohl, weil sie [die Schriftworte] nicht sprechenkönnen!? – Nein, weil sie nicht verständigsind. –",
"Demnach sollte dies auch von einem Stummen und einer Stummen gelten!? Raba erwiderte: Ein Stummer und eine Stumme sind verständig, nur schmerzt ihnen der Mund. –",
"In der Schule R. Jannajs erklärten sie ja aber, weil es von diesen nicht heißt: so spreche er, so spreche sie!? – Vielmehr, die Lehre Rabas bezieht sich auf den Schlußsatz: ist die Ḥaliça an einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen vollzogen worden, so ist sie ungültig.",
"Hierzu sagte Raba: Da du nun sagst, das Sprechen [der Schriftworte] sei unerläßlich, so ist, wenn ein Stummer und eine Stumme die Ḥaliça vollzogen haben, diese ungültig. – Unsere Mišna aberist nach R. Zera zu erklären,",
"denn R. Zera sagte: Wenn es zum Einrühren geeignetist, so ist das Einrühren nicht unerläßlich, und wenn es zum Einrühren nicht geeignet ist, so ist das Einrühren unerläßlich.",
"Man sandte an den Vater Šemuéls: Wenn die Schwägerin ausgespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça. Demnach wird sie für die Brüder untauglich.",
"Nach wessen Ansicht; wenn nach R. A͑qiba, so ist ja [das Ausspeien] nach ihm nicht unerläßlich sogar da, wo dies Vorschrift ist, wo man sagen kann, hierbei verhalte es sich wie bei den Opferteilen, [deren Darbringung], wenn sie nicht vorhanden sind, nicht unerläßlichist,",
"und wenn sie vorhanden sind, unerläßlichist,",
"wieso sollte sie dadurchfür die Brüder ungeeignet werden!?",
"Wenn aber nach R. Elie͑zer,",
"so sind es ja zwei Handlungen, die zusammen die Erlaubnis erwirken, und von zwei Handlungen, die zusammen die Erlaubnis erwirken, ist das eine ohne die andere unwirksam. –",
"Nach Rabbi. Es wird nämlich gelehrt: Die Lämmer des Wochenfesteseiligen das Brot nur durch das Schlachten.",
"Zum Beispiel: hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Brot heilig; hat man sie auf einen anderen Namen geschlachtet und das Blut auf ihren Namen gesprengt, so ist das Blut nicht heilig; hat man sie auf ihren Namen geschlachtet und das Blut auf einen anderen Namen gesprengt, so ist das Brot heilig und nicht heilig–",
"so Rabbi. R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagt, es sei nur dann heilig, wenn man sie auf ihren Namen geschlachtet und auf ihren Namen das Blut gesprengt hat. –",
"Ist denn R. A͑qiba der Ansicht, das Ausspeien mache sie nicht untauglich, es wird ja gelehrt, daß, wenn sie den Schuh abgezogen,"
],
[
"aber nicht ausgespieen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça gültig sei, wenn ausgespieen, aber nicht den Schuh abgezogen und nicht [die Schriftworte] gesprochen, die Ḥaliça ungültig sei, und wenn [die Schriftworte] gesprochen, aber nicht ausgespieen und nicht den Schuh abgezogen, dies überhaupt nicht zu beachten sei.",
"Wer ist der Autor: wenn R. Elie͑zer, wieso ist, wenn sie den Schuh abgezogen, aber nicht ausgespieen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça gültig, R. Elie͑zer sagt ja: so geschehe, jede Handlung die zu geschehen hat, sei unerläßlich; doch wohl R. A͑qiba, und er lehrt, daß, wenn sie ausgespieen, aber nicht den Schuh abgezogen und nicht [die Schriftworte] gesprochen hat, die Ḥaliça ungültig sei.",
"Für wen, wenn für Fremde, so ist es ja selbstverständlich, sollte dies etwa als Ḥaliça gelten, um Fremden erlaubt zu sein!? Doch wohl für die Brüder. Schließe hieraus. –",
"Wodurch unterscheidet sich nach R. A͑qiba das Ausspeien vom Sprechen [der Schriftworte]? –",
"Das Sprechen [der Schriftworte] hat am Anfang und am Schlussezu erfolgen, somit entsteht dadurch keine Verwechselung, das Ausspeien dagegen hat nicht am Anfang, sondern nur am Schlüsse zu erfolgen, somit kann eine Verwechselungentstehen, diedazu führt, eine Ḥaluça den Brüdern zu erlauben.",
"Manche sagen, man sandte an ihn wie folgt: Wenn die Schwägerin ausgespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça. Sie braucht nicht wiederumauszuspeien. So kam einst eine Frau vor R. Ami, vor dem R. Abba b. Mamal saß, und spie aus vor der Entschuhung. Da sprach R. Ami zu ihm: Laß sie die Entschuhung vollziehen und fertige sie ab.",
"R. Abba entgegnete: Sie muß ja ausspeien!? – Sie hat bereits ausgespieen. – Mag sie doch [wiederum] ausspeien, was schadet dies!? – Dadurch kann ein Verstoß entstehen. Wenn man sagt, sie müsse wiederum ausspeien, so könnte man glauben, das vorherige Ausspeien sei wirkungslos, und dies dazu führen, eine Ḥaluça den Brüdern zu erlauben. –",
"Es muß ja in der Reihenfolgegeschehen!? – Die Reihenfolge ist nicht unerläßlich. Dieser glaubte, er wolle ihn nur abweisen, als er aber fortging, dachte er nach und fand folgende Lehre: Einerlei ob die Entschuhung vor dem Ausspeien oder das Ausspeien vor der Entschuhung erfolgt ist, ist die Handlung gültig.",
"Levi zog in die Dörfer ausund man fragte ihn folgendes: Kann eine, der die Hand amputiert ist, die Ḥaliçavollziehen? Wie ist es, wenn die Schwägerin Blut gespieen hat? [Es heißt:]jedoch will ich dir berichten, was geschrieben ist in der Schrift der Wahrheit; gibt es denn eine Schrift, die keine Wahrheit ist?",
"Er wußte es nicht. Als er hierauf ins Lehrhaus kam, erwiderte man ihm: Heißt es etwa: sie soll den Schuh mit der Hand abziehen!? Heißt es etwa: sie soll Speichel speien!?",
"Jedoch will ich dir berichten, was in der Schrift der Wahrheit geschrieben ist;",
"auch hierbei ist nichts einzuwenden, denn eines gilt von einer beschworenenUrteilsbesiegelung, und eines gilt von einer nicht beschworenen Urteilsbesiegelung.",
"Dies nach R. Šemuél b. Ami, denn R. Šemuél b. Ami sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß eine beschworene Urteilsbesiegelung nicht mehr zerrissen wird? Es heißt:so habe ich denn der Familie E͑li geschworen, ob je gesühnt wird die Schuld der Familie E͑lis durch Schlachtopfer oder durch Speisopfer bis in alle Ewigkeit.",
"Raba sagte: Durch Schlachtopfer und Speisopfer wird sie allerdings nicht gesühnt, wohl aber wird sie durch die Worte der Tora gesühnt. Abajje sagte: Durch Schlachtopfer und Speisopfer wird sie allerdings nicht gesühnt, wohl aber wird sie durch Liebeswerke gesühnt. Rabba und Abajje stammten aus der Familie E͑lis; Rabba, der sich mit der Tora befaßte, lebte vierzig Jahre, Abajje, der sich mit der Tora und Liebeswerken befaßte, lebte sechzig Jahre.",
"Die Rabbanan lehrten: In Jerušalem war eine Familie, [deren Angehörige] mit ungefähr achtzehn Jahren starben. Sie wandten sich an R. Joḥanan b. Zakkaj, und dieser sprach zu ihnen: Ihr stammt wahrscheinlich aus der Familie E͑lis, von der es heißt:der ganze Zuwachs dieses Hauses soll im Mannesalter sterben; geht und befaßt euch mit der Tora, so werdet ihr leben. Da gingen sie und befaßten sich mit der Tora. Diese nannte man nach ihm ‘Familie des Joḥanan’.",
"R. Šemuél b. Inja sagte im Namen Rabhs: Woher, daß das Verhängnis über eine Gemeinde nicht besiegelt wird? – Wieso nicht besiegelt, es heißt ja:wolltest du dich auch mit Laugensalz waschen und viel Seife an dich wenden, beflecktbleibt deine Sünde vor mir!? –",
"Vielmehr, woher, daß es, auch wenn es bereits besiegelt war, zerrissen wird? Es heißt:denn welches &c. wie der Heer, unser Gott, so oft wir zu ihm rufen. – Es heißt ja aber:sucht den Herrn, wenn er zu finden ist!? – Das ist kein Einwand; dies gilt von einem Einzelnen, jenes von einer Gemeinde. – Wann [findet ihn] ein Einzelner?",
"R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: In den zehn Tagen vom Neujahrsfeste bis zum Versöhnungstage.",
"Man sandte an den Vater Šemuéls: Wenn die Schwägerin Blut gespieen hat, so vollziehe sie die Ḥaliça, weil es nicht möglich ist, daß das Blut ohne Zusatz von Speichel ist.",
"Man wandte ein: Man könnte glauben, auch das Blut, das ihmaus dem Munde oder dem Gliede kommt, sei unrein, so heißt es:sein Fluß ist unrein; dieser ist unrein, das ihm aus dem Munde oder dem Gliede kommende Blut aber ist nicht unrein, sondernrein!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie saugt, das andere, wenn sie es fließen läßt.",
"IST DIE ḤALIÇA AN EINEM TAUBEN &C."
],
[
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die AnsichtR. Meírs, die Weisen aber sagen, die Ḥaliça eines Minderjährigen sei unwirksam.",
"WENN VON EINER MINDERJÄHRIGEN &C. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Meír, welcher sagt, im Abschnitte heiße es Mann, und man vergleiche die Frau mit dem Manne,",
"die Weisen aber sagen, im Abschnitte heiße es Mann, bei der Frau aber sei es einerlei, ob großjährig oder minderjährig.",
"Wer ist unter Weisen zu verstehen? – Es ist R. Jose. Einst saßen nämlich R. Ḥija und R. Šimo͑n b. Rabbi beisamen, und einer von ihnen fing an und sprach: Wer das Gebet verrichtet, richte die Augen nach unten, denn es heißt:meine Augen und mein Herz werden dort alle Tage sein.",
"Der andere aber sprach: [Er richte] das Herz nach oben, denn es heißt:erheben wir unser Herz mit den Händen. Inzwischen kam R. Jišma͑él b. R. Jose zu ihnen heran und fragte sie, womit sie sich befaßten. Sie erwiderten: Mit dem Gebete. Da sprach er zu ihnen: Folgendes sagte mein Vater: wer das Gebet verrichtet, richte die Augen nach unten und das Herz nach oben, sodaß jene beide Schriftverse aufrecht erhalten bleiben.",
"Währenddessen kam Rabbi zur Vorlesung. Jene waren bebende und erreichten ihren Platz, R. Jišma͑él b. R. Jose aber ging wegen seiner Leibesschwereschreitend.",
"Da rief Abdan; Wer ist es, der über die Köpfe des heiligen Volke« schreitet!? Dieser erwiderte: Ich bin Jišma͑él, Sohn des R. Jose; ich bin hergekommen, um beim Meister die Tora zu lernen. Jener entgegnete: Bist du denn würdig, beim Meister die Tora zu lernen!?",
"Dieser erwiderte: War Moše denn würdig, die Tora aus dem Munde der Allmacht zu lernen? Jener entgegnete: Bist du etwa Moše? Dieser erwiderte: Ist dein Meister etwa Gott!? R. Joseph sprach: Rabbihatte seine Strafe weg; er sagte ‘dein Meister’ und nicht ‘der Meister’.",
"Mittlerweile kam eine Schwägerin vor Rabbi, und Rabbi beauftragte Abdan, zu gehen und sie untersuchen zu lassen. Nachdem er hinausgegangen war, sprach R. Jišma͑él: Folgendes sagte mein Vater: im Abschnitte heißt es Mann, bei der Frau aber ist es einerlei, ob großjährig oder minderjährig.",
"Hierauf sprach [Rabbi]: Komm, es ist nicht nötig; ein Greis hat es bereits entschieden. Als dann Abdan schreitend zurückkam, sprach R. Jišma͑él b. R. Jose zu ihm: Den das heilige Volk braucht, mag wohl über die Köpfe des heiligen Volkes schreiten, wieso aber schreitet der, den das heilige Volk nicht braucht, über die Köpfe des heiligen Volkes!?",
"Da sprach Rabbi zu Abdan: Bleibe auf deinem Platze. Es wird gelehrt: An jener Stunde ward Abdanaussätzig, seine beiden Söhne ertranken und seine beiden Schwiegertöchter erklärten die Weigerung. R. Naḥman b. Jiçḥaq sprach: Gepriesen sei der Allbarmherzige, der es Abdan auf dieser Welt vergoltenhat.",
"R. Ami sagte: Aus den Worten Berabbislernen wir, daß Minderjährige auch im Kindesalterdie Ḥaliça vollziehen können. Raba sagte: Wenn sie das Alter des Gelobenserlangt. Die Halakha ist, wenn sie zwei Haare bekommen hat.",
"VOLLZOG SIE DIE ḤALIÇA VOR ZWEIEN &C. R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist nicht wie dieses Paar. – Dies sagte ja R. Naḥman bereits einmal, denn R. Joseph b. Minjomi sagteim Namen R. Naḥmans, die Ḥaliça müsse vor dreien erfolgen!? –",
"Beides ist nötig. Würde er nur das erste gelehrt haben, so könnte man glauben, wenn von vornherein, ist es aber bereits erfolgt, so genügen auch zwei; daher lehrt er uns, die Halakha sei nicht wie dieses Paar. Und würde er nur gelehrt haben, die Halakha sei nicht wie dieses Paar, sondern wie der erste Autor, so könnte man glauben, wenn es bereits erfolgtist, von vornherein aber seien fünferforderlich. Daher ist beides nötig.",
"EINST VOLLZOG JEMAND DIE ḤALIÇA &C. Wenn zwischen ihm und ihr, woher weiß man es!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn Zeugen es draußen sehen.",
"Sie fragten: Ist die Ḥaliça zwischen ihm und ihraußerhalb erfolgt und die Sache vor R. A͑qiba im Gefängnissegekommen, oder ist die Ḥaliça zwischen ihm und ihr im Gefängnisse erfolgt? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Die Sache ereignete sich im Gefängnisse und kam im Gefängnisse zur Entscheidung."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig. Welche heißt eine irrtümliche Ḥaliça? Raš Laqiš erwiderte: Wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie.",
"R. Joḥanan sprach zu ihm: Ich habe eine Lehre, wenn er esbeabsichtigt hat und nicht sie, oder sie es beabsichtigt hat und nicht er, sei die Ḥaliça ungültig, nur wenn beide es beabsichtigt haben, und du sagst, die Ḥaliça sei gültig!?",
"Vielmehr, wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuzgebe. Ebenso wird gelehrt: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig. Welche heißt eine irrtümliche Ḥaliça? Wenn man zu ihm gesagt hat: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuz gebe.",
"Einst ereignete es sich mit einer Frau, die einem für sie unwürdigen Schwager zufiel, daß man zu ihm sagte: vollziehe an ihr die Ḥaliça unter der Bedingung, daß sie dir zweihundert Zuz gebe. Als die Sache vor R. Ḥija kam, erklärte er sie für gültig.",
"Einst kam [eine Schwägerin] vor R. Ḥija b. Abba. Er sprach zu ihr: Meine Tochter, stehauf. Da sprach ihre Mutter zu ihm: Ihr Sitzen ist ihr Bestand. Da fragte er sie: Kennst du ihn? Diese erwiderte: Jawohl; er sah bei ihr Geld und will es verzehren.",
"Hierauf fragte er jene: Willst du ihn nicht? Jene erwiderte: Nein. Da sprach er [zum Schwager]: Vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie. Nachdem dieser an ihr die Ḥaliça vollzogen hatte, sprach er zu ihm: Jetzt ist sie für dich untauglich, vollziehe nun an ihr eine [nach der Tora] gültige Ḥaliça, damit sie Fremden erlaubt werde.",
"Eine Tochter des Schwiegervaters R. Papas fiel einem für sie unwürdigen Schwager zu, und als er vor Abajje kam, sagte dieser zu ihm: Vollziehe an ihr die Ḥaliça, dadurch heiratest du sie. Jener sprach zu ihm: Hält denn der Meister nichts von der Lehre R. Joḥanans!? – Was denn soll ich ihmsagen?",
"Jener erwiderte: [Sage ihm,] er solle an ihr die Ḥaliça vollziehen unter der Bedingung, daß sie ihm zweihundert Zuz gebe. Nachdem er an ihr die Ḥaliça vollzogen hatte, verlangte er von ihr, daß sie sie ihm gebe. Da sprach jener: Sie hat ihn angeführt.",
"Es wird auch gelehrt: Wenn jemand aus einem Gefängnisse flüchtet und an eine Fähre herankommt, und [zum Fährmann] sagt; setze mich hinüber, du erhältst dafür einen Denar, so hat dieser nur seinen Lohn zu beanspruchen.",
"Er kann demnach sagen, er habe ihn nur angeführt, ebenso kann diese sagen, sie habe ihn nur angeführt.",
"Hierauf fragte ihn dieser: Wo istdein Vater? – In der Stadt. – Wo istdeine Mutter? – In der Stadt. Da richtete er auf sie seine Augen, und sie starben.",
"Die Rabbanan lehrten: Die irrtümliche Ḥaliça ist gültig, die irrtümliche Scheidungist ungültig; die erzwungene Ḥaliça ist ungültig, die erzwungene Scheidung ist gültig. – In welchem Falle: sagte er, er wolle, so sollte auch die Ḥaliça [gültig] sein, und sagte er nicht, er wolle, so sollte es auch die Scheidung nicht sein!? –",
"Er meint es wie folgt: [die irrtümliche Ḥaliça ist immer gültig, die irrtümliche Scheidung ist immer ungültig,] die erzwungene Ḥaliça und die erzwungene Scheidung sind zuweilen gültig und zuweilen ungültig; das eine, wenn er sagt, er wolle, und das andere, wenn, er nicht sagt, er wolle.",
"Desgleichen wird gelehrt:Soll er es darbringen, dies lehrt, daß man ihn dazuzwinge; man könnte glauben, durch Gewalt, so heißt es: nach seinem Wunsche auf welche Weise? Man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es. Dies findest du auch bei der Scheidungvon Frauen: man nötige ihn, bis er sagt, er wolle es.",
"Raba sagte im Namen R. Seḥoras im Namen R. Honas: Man vollziehe ihnendie Ḥaliça, auch wenn man sie nicht kennt; man vollziehe ihnen die Weigerungserklärung, auch wenn man sie nicht kennt.",
"Daher schreibe man eine Urkundeüber die Ḥaliça nur dann, wenn man sie kennt, ebenso schreibe man eine Urkunde über die Weigerung nur dann, wenn man sie kennt, weil eine Irreführung des Gerichteszu befürchten ist.",
"In seinem eigenen Namen sagte Raba: Man vollziehe ihnen die Ḥaliça nur dann, wenn man sie kennt, und man vollziehe ihnen die Weigerungserklärung nur dann, wenn man sie kennt; daher schreibe man eine Urkunde über die Ḥaliça, auch wenn man sie nicht kennt, ebenso schreibe man eine Urkunde über die Weigerungserklärung, auch wenn man sie nicht kennt, da eine Irreführung des Gerichtes nicht zu befürchten ist."
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[
" DIE ZEREMONIEDER ḤALIÇA ERFOLGT ALSO. ER UND SEINE SCHWÄGERIN ERSCHEINEN VOR GERICHT, UND [DIE RICHTER] ERTEILEN IHM EINEN FÜR IHN PASSENDENRAT, WIE ES HEISST:die Ältesten seiner Stadt sollen ihn laden und zu ihm sprechen.",
"SIE SPRICHT DANN: Mein Schwager weigert sich, seinem Bruder einen Namen in Jisraél zu erhalten, nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben. HIERAUF SPRICHT ER:Nicht will ich sie nehmen. SIE SPRECHEN DIES IN DER HEILIGENSPRACHE. SODANN TRITT SEINE SCHWÄGERIN VOR DEN AUGEN DER ÄLTESTEN ZU IHM HERAN, ZIEHT IHM DEN SCHUH VOM FUSSE HERUNTER UND SPEIT VOR IHM AUS; SPEICHEL, DEN DIE RICHTER SEHEN. ALSDANN HEBT SIE AN UND SPRICHT:So geschehe dem Manne, der nicht baut das Haus seines Bruders. SOWEIT LAS MAN FRÜHER.",
"NACHDEM ABER R. HYRKANOS EINMAL UNTER DER EICHE ZU KEPHAR E͑ṬAM BEIM VORLESEN DEN GANZEN ABSCHNITT BEENDEN LIESS, WURDE EINGEFÜHRT, DEN ABSCHNITT VOLLSTÄNDIG ZU BEENDEN:Und sein Name werde in Jisraél genannt: das Haus des Entschuhten. DIESES GEBOTGILT FÜR DIE RICHTERUND NICHT FÜR DIE SCHÜLER. R. JEHUDA SAGT, ALLEN ANWESENDEN SEI ES GEBOTEN, ‘ENTSCHUHTER’ ZU RUFEN.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte: Die Zeremonie der Ḥaliça erfolgt also: Sie spricht, er spricht, sie zieht den Schuh herunter, speit aus und spricht wiederum. – Was lehrt er uns damit, dies lehrt ja unsere Mišna!? – Folgendes lehrt er uns: dies ist die Vorschrift, wenn es aber verkehrt erfolgt ist, so schadet es nicht.",
"Desgleichen wird gelehrt: Einerlei, ob die Entschuhung vor dem Ausspeien oder das Ausspeien vor der Entschuhung erfolgt ist, ist die Handlung gültig.",
"Abajje sagte: Wer die Ḥaliçaformel vorliest, trenne nicht zwischen [den Worten] nicht und will er an mir die Schwagerpflicht üben, denn es würdedann heißen: er will an mir die Schwagerpflicht üben; vielmehr [lese er:] nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben.",
"Ferner trenne er nicht, wenn er ihm vorliest, zwischen [den Worten] nicht und will ich, denn es würde dann heißen: ich will sie nehmen; vielmehr [lese er]: nicht will ich sie nehmen. Raba sagte: Es ist nur eine Dehnung und die Dehnung ist belanglos.",
"Einst traf R. Aši den R. Kahana, der sich abquälteund vorlas: nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben, Da sprach er zu ihm: Hält denn der Meister nichts von der Lehre Rabas?",
"Dieser erwiderte: Raba pflichtet bei hinsichtlich [der Formel] nicht will er an mir die Schwagerpflicht üben. Abajje sagte: Wer eine Ḥaliça‐Urkunde schreibt, schreibe also: Wir lasen ihr vor von mein Schwager weigert sich bis will mein Schwager an mir die Schwagerpflicht üben, wir lasen ihm vor von nicht bis sie nehmen, und wir lasen ihr vor von so bis Entschuhter.",
"Mar Zuṭra linierte und schrieb den ganzen Abschnitt. Mar b. Idi wandte ein: Es darf ja nicht geschriebenwerden!? Die Halakha ist jedoch wie Mar Zuṭra.",
"Abajje sagte: Wenn sie ausgespieen und der Wind [den Speichel] aufgenommen hat, so hat sie nichts getan, denn er heißt: sie speie vor ihm aus, vor seinem Gesichte. Somit ist es, wenn er groß und sie klein ist, und der Wind [den Speichel] fortgetragen hat, vor ihm erfolgt; wenn sie aber groß und er klein ist, so muß er bis an sein Gesicht gekommen sein, und erst dann kann er fort.",
"Raba sagte: Wenn sie Knoblauch gegessen und ausgespieen hat, Erde gegessen und ausgespieenhat, so hat sie nichts getan, denn sie muß aus eigenem Antriebe ausspeien, was hierbei nicht der Fall ist. Ferner sagte Raba: Die Richter müssen den Speichel aus dem Munde der Schwägerin kommen sehen, denn es heißt: vor den Augen der Ältesten &c. und ausspeien.",
"Und sein Name werde in Jisraél genannt: das Haus des Entschuhten. DIESES GEBOT GILT FÜR DIE RICHTER UND NICHT FÜR DIE SCHÜLER. Es wird gelehrt: R. Jehuda erzählte: Einst saßen wir vor R. Tryphon, und eine Schwägerin kam zur Ḥaliça. Da sprach er zu uns: Rufet alle: Entschuhter, Entschuhter, Entschuhter."
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" DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR VERLOBTE KÖNNEN DIE WEIGERUNG ERKLÄREN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, VERLOBTE UND VERHEIRATETE.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR DEM EHEMANNE UND NICHT DEM SCHWAGER; DIE SCHULE HILLELS SAGT, DEM EHEMANNE UND DEM SCHWAGER.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR IN SEINER GEGENWART; DIE SCHULE HILLELS SAGT, IN SEINER GEGENWART UND IN SEINER ABWESENHEIT. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR VOR GERICHT; DIE SCHULE HILLELS SAGT, VOR GERICHT UND AUSSER GERICHT.",
"DIE SCHULE HILLELS SPRACH ZUR SCHULE ŠAMMAJS: SIE DARF, SOLANGE SIE MINDERJÄHRIG IST, AUCH VIERUND FÜNFMAL DIE WEIGERUNG ERKLÄREN. DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: DIE TÖCHTER JISRAÉLS SIND KEINE PROSTITUIERTEN; VIELMEHR ERKLÄRE SIE DIE WEIGERUNG UND WARTE BIS SIE GROSSJÄHRIG IST, ERKLÄRE DIE WEIGERUNG UND VERHEIRATE SICH.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: Bei der Heirat gibt es keine Bedingung, und wenn eine Verheiratete die Weigerung erklären dürfte, könnte man glauben, bei der Heirat gebe es eine Bedingung. –",
"Was ist bei der zu berücksichtigen, die unter den Baldachin gekommen, aber nicht beschlafen worden ist!? – Weil es auch bei der Baldachin[übergabe] keine Bedingung gibt. –",
"Was ist zu berücksichtigen bei der, die der Vater den Vertretern des Ehemannes übergeben hat!? – Die Rabbanan haben nicht unterschieden. –",
"Und die Schule Hillels!? – Man weiß, daß die Heirat einer Minderjährigen nur rabbanitisch gültig ist. Rabba und R. Joseph erklärten beide: Folgendes ist der Grund der Schule Šammajs: niemand macht seine Beiwohnung zur Unzucht. –",
"Was ist bei der zu berücksichtigen, die unter den Baldachin gekommen, aber nicht beschlafen worden ist!? – Niemand wünscht, daß der Baldachin zu einem Verboteführe. – Was ist bei der zu berücksichtigen, die der Vater den Vertretern des Ehemannes übergeben hat!? – Die Rabbanan haben nicht unterschieden. – Und die Schule Hillels!? – Da Antrauung und Eheurkunde erforderlich sind, so sagt mau nicht, es sei eine Beiwohnung der Unzucht.",
"R. Papa erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist, wegen des Fruchtgenusses, und der Grund der Schule Hillels ist, wegen des Fruchtgenusses. Der Grund der Schule Šammajs ist, wegen des Fruchtgenusses: wenn du sagen wolltest, die Verheiratetekönne die Weigerung erklären, so könnte er, da sie ihn später verläßt, ihre [Früchte] verzehren. Die Schule Hillels sagt: im Gegenteil, wenn du sagst, sie könne die Weigerung erklären, so melioriert er sie, denn er denkt, ihre Verwandten würden sonst auf sie einreden und sie aus seinem Besitze bringen.",
"Raba erklärte: Der Grund der Schule Šammajs ist, weil niemand sich mit einem Gastmahle abmühtund es verdirbt. – Und die Schule Hillels!? – Beiden ist es lieb, verheiratet zu heißen.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR DEM EHEMANNE &C. R. Oša͑ja sagte: Sie kann die Weigerung erklären gegen die Eheformel, nicht aber gegen die Gebundenheit. R. Ḥisda sagte: Folgendes ist der Grund R. Oša͑jas: die Eheformel, die mit ihrem Willen erfolgt ist, kann sie aufheben, die Gebundenheit, die ohne ihren Willen erfolgt ist, kann sie nicht aufheben. –",
"Die [Aneignung durch] Beiwohnung kann ja auch gegen ihren Willenerfolgen,"
],
[
"und sie kann sie aufheben!? – Vielmehr, die Beiwohnung und die Eheformel, die durch ihn erfolgt, kann sie aufheben, die Gebundenheit aber, die der Allbarmherzige ihr auferlegt hat, kann sie nicht aufheben. U͑la aber sagte: Sie kann die Weigerung erklären auch gegen die Gebundenheit, denn damit hebt sie die frühere Heiratauf.",
"Raba wandte gegen U͑la ein: Wenn einezur Weigerungserklärung berechtigt war, und dies nicht getan hat, so ist an ihrer Nebenbuhlerin die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen. Weshalb denn, sie kann ja die Weigerung jetzt erklären und die frühere Heirat aufheben, sodann darf an ihrer Nebenbuhlerin die Schwagerehe vollzogen werden!? – Anders verhält es sich bei der Nebenbuhlerin einer Inzestuösen. Rami b. Jeḥezqel lehrte: Hat sie dem Ehemanne die Weigerung erklärt, so ist sieseinem Vater erlaubt, wenn aber dem Schwager, so ist sie seinem Vater verboten.",
"Demnach gilt sie schon beim Zufallenals seine Schwiegertochter, ebenso gilt jene schon beim Zufallen als Nebenbuhlerin seiner Tochter.",
"Rabh sagte: Hat sie die Weigerung einemerklärt, so ist sie auch dem anderen verboten, wie dies auch bei der, die einen Scheidebrief erhalten hat, der Fall ist. Ist doch die, die einen Scheidebrief erhalten hat, sobald sie dem einen verboten worden ist, auch allen anderen verboten, ebenso jene.",
"Šemuél sagte: Wenn sie diesem die Weigerung erklärt hat, so ist sie dem anderen erlaubt. Sie ist mit der, die einen Scheidebrief erhalten hat, nicht zu vergleichen; bei der, die einen Scheidebrief erhalten, hat er an ihr die Handlungbegangen, hierbei aber hat sie an ihm die Handlung begangen. Sie sagte zu ihm: ich will dich nicht und ich verlange dich nicht; dich will ich nicht, deinen Genossen aber will ich wohl.",
"R. Asi sagte: Wenn sie einem die Weigerung erklärt hat, so ist sie sogar ihm selber erlaubt. – Es wäre anzunehmen, daß er der Ansicht R. Oša͑jas ist, welcher sagt, sie könne die Weigerung nicht gegen die Gebundenheit erklären? – Bei einem Schwager kann sie sie aufheben, hier aber wird von zwei Schwägern gesprochen, und gegen die Hälfte der Gebundenheit gibt es keine Weigerungserklärung.",
"Als Rabin kam, sagte er im Namen R. Joḥanans, wenn sie einem die Weigerung erklärt hat, sei sie den übrigen Brüdern erlaubt. Man pflichtete ihm aber nicht bei. – Wer ist es, der ihm nicht beipflichtete? – Abajje sagt, es sei Rabh; Raba sagt, es sei R. Oša͑ja; manche sagen, es sei R. Aši.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR IN SEINER GEGENWART &C. Es wird gelehrt: Die Schule Hillels sprach zu der Schule Šammajs: Die Frau Pišon des Kameltreibers erklärte ja die Weigerung in seiner Abwesenheit!? Die Schule Šammajs erwiderte der Schule Hillels: Pišon der Kameltreiber maß mit einem geränderten Korbe, daher maß man ihm ebenfalls mit einem geränderten Korbe. –",
"Wenn er die Früchteverzehrte, war sie wohl verheiratet, und die Schule Šammajs sagt ja, die Verheiratete könne die Weigerung nicht erklären!? – Man band ihm zwei Schlingen.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, NUR VOR GERICHT &C. Dort wird gelehrt: Die Ḥaliça und die Weigerungserklärung müssen vor dreien erfolgen. Wer ist der Autor? Rabba erwiderte: Die Schule Šammajs. Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die Schule Hillels, denn die Schule Hillels sagt nur, es seien keine Autorisierten erforderlich, drei [Personen] aber sind erforderlich.",
"Es wird auch gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, nur vor Gericht, die Schule Hillels sagt, vor Gericht und außer Gericht; diese und jene stimmen jedoch überein, daß drei [Personen] erforderlich sind. Nach R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n ist es auch vor zwei gültig. R. Joseph b. Minjomi sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist wie dieses Paar.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE &C. ERKLÄRE SIE DIE WEIGERUNG &C. Sie hat ja bereits einmal die Weigerung erklärt!? Šemuél erwiderte: Bis sie großjährig ist und sagt, sie billige die frühere Weigerungserklärung.",
"U͑la erwiderte: Er lehrt zweierlei: entweder sie erklärt die Weigerung und verlobt sich erst großjährige, oder sie erklärt die Weigerung und verheiratet sich sofort. –",
"Erklärlich ist es nach U͑la, daß es heißt: bis sie großjährig ist &c. und verheiratet sich, nach Šemuél aber sollte es doch heißen: bis sie großjährig ist und sagt!? – Ein Einwand.",
" WELCHE MINDERJÄHRIGE MUSS DIE WEIGERUNGERKLÄREN? DIE IHRE MUTTER ODER IHRE BRÜDER MIT IHRER WILLIGUNG VERHEIRATETHABEN; HABEN SIE SIE OHNE IHRE WILLIGUNG VERHEIRATET, SO BRAUCHT SIE DIE WEIGERUNG NICHTZU ERKLÄREN. R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, EIN KIND, DAS SEIN ANTRAUUNGS[OBJEKT]NICHT ZU VERWAHRENVERSTEHT, BRAUCHE DIE WEIGERUNG NICHT ZU ERKLÄREN.",
"R. ELIE͑ZER SAGT, DIE HANDLUNG EINER MINDERJÄHRIGEN SEI WIRKUNGSLOS, SIE GELTE NUR ALS VERFÜHRTE. IST SIE EINE MIT EINEM PRIESTER [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE KEINE HEBE ESSEN, UND IST SIE EINE MIT EINEM JISRAÉLITEN [VERHEIRATETE] TOCHTER EINES PRIESTERS, SO DARF SIE HEBE ESSEN.",
"iii R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE: WAR DAS VERBLEIBEN [BEI IHM] VOM EHEMANNE VERANLASST WORDEN, SO GILT SIE ALS SEINE [FRÜHERE] FRAU, UND WAR DAS VERBLEIBEN NICHT VOM EHEMANNE VERANLASST WORDEN, SO GILT SIE NICHT ALS SEINE [FRÜHERE] FRAU.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt: Früher schrieb man die Weigerungsurkunde [wie folgt]: Ich will ihn nicht, ich verlange ihn nicht, und ich will mit ihm nicht verheiratet sein. Als man aber einsah, daß die Formel zu lang ist,"
],
[
"und man sie mit der eines Scheidebriefes verwechseln könnte, redigierte man sie wie folgt: Am Tage … erklärte N., die Tochter des N., vor uns die Weigerung.",
"Die Rabbanan lehrten: Was heißt Weigerungserklärung? Wenn sie sagt: ich will meinen Mann N. nicht, ich will die Antrauung nicht, durch die meine Mutter, oder: meine Brüder, mich angetraut haben. Noch mehr sagte R. Jehuda: Selbst wenn sie, während sie in der Sänfte sitzt und aus dem Hause ihres Vaters in das Haus ihres Ehemannes getragen wird, sagt, sie wolle ihren Mann N. nicht, heißt dieseine Weigerungserklärung.",
"Noch mehr sagte R. Jehuda: Selbst wenn die [Hochzeits]gäste im Hause ihres Ehemannes lagern, und sie neben ihnen steht und kredenzt, und sagt, sie wolle ihren Mann N. nicht, heißt dies eine Weigerungserklärung. Noch mehr sagte R. Jose b. Jehuda: Selbst wenn ihr Ehemann sie zum Krämer schickt, um für ihn etwas zu holen, und sie sagt, sie wolle ihren Mann N. nicht, brauchst du keine deutlichere Weigerungserklärung als dies.",
"R. ḤANINA B. ANTIGONOS SAGT, EIN KIND &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Ḥanina b. Antigonos. Es wird gelehrt: Wenn eine Minderjährige die Weigerung nicht erklärt und sich verheiratet hat, so gilt, wie sie im Namen dies R. Jehuda b. Bethera sagten, ihre Heirat als Weigerungserklärung.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn sie sich antrauenließ? – Komm und höre: Wenn eine Minderjährige ohne Weigerungserklärung sich antrauen ließ, so gilt, wie sie im Namen des R. Jehuda b. Bethera sagten, ihre Antrauung als Weigerungserklärung.",
"Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Jehuda b. Bethera oder nicht? Und streiten sie, wenn du entscheidest, sie streiten gegen ihn, nur hinsichtlich der Antrauungoder auch hinsichtlich der Verheiratung? Und ist, wenn du entscheidest, sie streiten auch hinsichtlich der Verheiratung, die Halakha wie er, oder ist die Halakha nicht wie er? Und gilt, wenn du entscheidest, die Halakha sei wie er, dies nur von der Verheiratung oder auch von der Antrauung? –",
"Komm und höre: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Jehuda b. Bethera. Wenn die Halakha so ist, demnach streiten sie gegen ihn. –",
"Aber immerhin bleibt noch fraglich, ob dies von einer gilt, die verheiratet war, oder die nur angetrautwar. – Komm und höre: Die Schwiegertöchter des Abdan rebellierten, und Rabbi sandte ein Gelehrtenpaar, um dieszu untersuchen. Da sprachen Frauen zu ihnen: Seht, da kommen eure Männer. Jener erwiderten: Mögen sie eure Männer sein!",
"Hierauf entschied Rabbi: Du hast keine deutlichere Weigerungserklärung als dies. Jene waren wahrscheinlich verheiratet. – Nein, sie waren nur angetraut. Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera, selbst bei einer Verheiratung mit dem ersten.",
"R. ELIE͑ZER SAGT &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Ich habe nach allen Übereinstimmungen der Weisen nachgeforscht, und fand niemand [in seinen Lehren] hinsichtlich einer Minderjährigen so übereinstimmen, wie R. Elie͑zer. R. Elie͑zer betrachtet sie, als spaziere sie mit [ihrem Manne] im Hofe umher, dann von seinem Schöße aufsteht und untertaucht, um abends Hebezu essen.",
"Ferner wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, die Handlung einer Minderjährigen sei wirkungslos; ihr Ehemann habe kein Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, er beerbe sie nicht und er verunreinige sich nicht an ihr. Die Norm ist: sie gilt in keiner Hinsicht als seine Frau, nur daß sieder Weigerungserklärung benötigt.",
"R. Jehošua͑ sagt, ihr Ehemann habe Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, er beerbe sie und er verunreinige sich an ihr. Die Norm ist: sie gilt in jeder Hinsicht als seine Frau, nur daß sie durch Weigerungserklärung von ihm fort kann.",
"Rabbi sagte: Die Worte R. Elie͑zers sind einleuchtender als die Worte R. Jehošua͑s; die Ansicht R. Elie͑zers bei der Minderjährigen ist übereinstimmend, die R. Jehošua͑s aber ist geteilt. – Die Teilung besteht wohl darin, sie sollte, wenn sie als seine Frau gilt, eines Scheidebriefes benötigen,",
"aber ebenso sollte sie nach R. Elie͑zer, wenn sie nicht als seine Frau gilt, auch der Weigerungserklärung nicht benötigen!? – Sollte sie denn ohne weiteres fortgehen!?",
"R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGTE &C. Welches Verbleiben war vom Ehemanne veranlaßt worden und welches Verbleiben war nicht vom Ehemanne veranlaßt worden? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn man sie aufforderte, sich [anderweitig] zu verheiraten, und sie dies wegen ihres Ehemannes N. ablehnte, so war das Verbleiben vom Ehemanne veranlaßt worden, wenn aber, weil die Leute ihr nicht paßten, so war das Verbleiben nicht vom Ehemanne veranlaßt worden.",
"Abajje b. Abin und R. Hanina b. Abin erklärten beide: Gab er ihr einen Scheidebrief, so war das Verbleiben vom Ehemanne veranlaßt worden, ihm sind ihre Verwandten und sie seinen Verwandten verboten, und er macht sie für Priester untauglich; erklärte sie ihm die Weigerung, so war das Verbleiben nicht vom Ehemanne veranlaßt worden, ihm sind ihre Verwandten und sie seinen Verwandten erlaubt, und er macht sie für Priester nicht untauglich. –",
"Aber dies lehrt er ja weiter: erklärte sie ihrem Ehemanne die Weigerung, so sind ihm ihre Verwandten und sie seinen Verwandten erlaubt, und er macht sie für Priester nicht untauglich; gab er ihr einen Scheidebrief, so sind ihm ihre Verwandten und sie seinen Verwandten verboten, und er macht sie für Priester untauglich. – Dies ist eine Erklärung.",
"ERKLÄRTE SIE IHREM EHEMANNE DIE WEIGERUNG, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND SIE SEINEN VERWANDTEN ERLAUBT, UND ER MACHT SIE FÜR PRIESTER NICHT UNTAUGLICH; GAB ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF, SO SIND IHM IHRE VERWANDTEN UND SIE SEINEN VERWANDTEN VERBOTEN, UND ER MACHT SIE FÜR PRIESTER UNTAUGLICH.",
" WENN ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GEGEBEN UND SIE WIEDERGENOMMEN HATTE, WORAUF SIE IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRTE UND SICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATETE, UND DARAUF VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD, SO DARF SIE ZU IHMZURÜCKKEHREN. WENN SIE IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRT UND ER SIE WIEDERGENOMMEN HATTE, WORAUF ER IHR EINEN SCHEIDEBRIEF GAB UND SIE SICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATETE, UND DARAUF VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD, SO DARF SIE ZU IHM NICHT ZURÜCKKEHREN."
],
[
"DIE REGEL IST: ERFOLGTE DIE SCHEIDUNG NACH DER WEIGERUNGSERKLÄRUNG, SO DARF SIE ZU IHM NICHT ZURÜCKKEHREN, ERFOLGTE DIE WEIGERUNGSERKLÄRUNG NACH DER SCHEIDUNG, SO DARF SIE ZU IHM ZURÜCKKEHREN.",
"WENN SIE IHREM EHEMANNE DIE WEIGERUNG ERKLÄRTE, SICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATETE UND ER SICH VON IHR SCHEIDEN LIESS, DARAUF MIT EINEM ANDEREN, UND SIE IHM DIE WEIGERUNG ERKLÄRTE, UND DARAUF MIT EINEM ANDEREN, UND ER SICH VON IHR SCHEIDEN LIESS, SO DARFSIE ZU DEM NICHT ZURÜCKKEHREN, VON DEM SIE DURCH SCHEIDUNG, UND ZU DEM ZURÜCKKEHREN, VON DEM SIE DURCH WEIGERUNGSERKLÄRUNG FORT IST.",
"GEMARA. Demnachhebt die Weigerungserklärung die Scheidung auf,",
"und dem widersprechend wird gelehrt, daß, wenn, sie ihrem Ehemanne die Weigerung erklärte, sich mit einem anderen verheiratete und er sich von ihr scheiden ließ, darauf mit einem anderen, und sie ihm die Weigerung erklärte, darauf mit einem anderen und er sich von ihr scheiden ließ, und darauf mit einem anderen, und sie ihm die Weigerung erklärte, sie zu dem nicht zurückkehren dürfe, von dem sie durch Scheidung, und zu dem zurückkehren dürfe, von dem sie durch Weigerung fort ist, wonach die einem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung nicht aufhebt!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht.",
"Raba sprach: Was ist dies für ein Einwand, vielleicht hebt die ihm selbst erklärte Weigerung seine Scheidung auf, und die einem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung nicht auf!? – Die einem anderen erklärte Weigerung hebt seine Scheidung wohl deshalb nicht auf, weil er sie, da sie sein Winken und Zwinkern versteht, beeinflussenund wiedernehmen könnte, somit sollte auch die ihm selbst erklärte Weigerung seine Scheidung nicht aufheben, weil er sie, da sie sein Winken und Zwinkern versteht, beeinflussen und wiedernehmen könnte!? –",
"Er hat bereits sie zu beeinflussen versucht, und sie ließ sich nicht beeinflussen.",
"Vielmehr, wenn hier auf einen Widerspruch hingewiesen werden sollte, so besteht einer hinsichtlich [der Weigerungserklärung] des anderen: Wenn sie ihm die Weigerung erklärt und er sie wiedergenommen hatte, worauf er ihr einen Scheidebrief gab, und sie sich mit einem anderen verheiratete, und darauf verwitwet oder geschieden wird, so darf sie zu ihm nicht mehr zurückkehren. Nur wenn sie verwitwet oder geschieden wird, wenn sie aber die Weigerung erklärt, darf sie zu ihm zurückkehren. Demnach hebt die dem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung auf,",
"und dem widersprechend wird gelehrt, daß, wenn sie ihrem Ehemanne die Weigerung erklärte, sich mit einem anderen verheiratete und er sich von ihr scheiden ließ, darauf mit einem anderen, und sie ihm die Weigerung erklärte, sie zu dem nicht zurückkehren dürfe, von dem sie durch Scheidung, und zu dem zurückkehren dürfe, von dem sie durch Weigerung fort ist, wonach die dem anderen erklärte Weigerung seine Scheidung nicht aufhebt!?",
"R. Elea͑zar erwiderte: Geteilt, wer das eine lehrte, lehrte das andere nicht. U͑la erwiderte: Wenn die Scheidung dreimal wiederholt worden ist, sodaß sie als Erwachsene erscheint. –",
"Wer sind die Autoren? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Hierüber heißt es :Unser Wasser trinken wir für Geld, unser Holz erlangen wir gegen Zahlung. Nach folgender Halakha wurde zur Zeit der Gefahrgeforscht. Darf sie, wenn sie vom ersten durch Scheidung und vom anderen durch Weigerung fort ist, zum ersten zurückkehren?",
"Sie mieteten einen Mann um vierhundert Zuz und ließen R. A͑qiba im Gefängnisse fragen, und er verbot es. Ebenso R. Jehuda b. Bethera in Nezibis, und er verbot es.",
"R. Jišma͑él b. R. Jose sagte: Dies brauchte nicht [gefragt zu werden]; wenn dies in einem mit der Ausrottungsstrafe belegten Falle erlaubt ist, um wieviel mehr in einem mit einem Verbote belegten.",
"Sie fragten vielmehr wie folgt. Darf sie, wenn sie die Frau des Bruders seiner Mutter war, die ihm somit zweitgradig inzestuösist, und sein Bruder väterlicherseits sie geheiratet hat und gestorben ist, jetzt die Weigerungerklären und die frühere Heirat aufheben, sodaß an ihrer Nebenbuhlerin die Schwagerehe zu vollziehenist. Ist im Falle eines Gebotes eine Weigerung nach dem Tode zulässig oder nicht?",
"Sie mieteten zwei Männer um vierhundert Zuz und ließen R. A͑qiba im Gefängnisse fragen, und er verbot es. Ebenso R. Jehuda b. Bethera in Nezibis, und er verbot es.",
"R. Jiçḥaq b. Ašjan sagte: Rabh pflichtet bei, daß sie den Brüdern dessen, dem sie verboten ist, erlaubt sei.",
"Selbstverständlich, nur er ist es, dessen Winken und Zwinkern sie versteht, nicht aber die Brüder!? – Man könnte glauben, sie sei mit Rücksicht auf diesen auch den anderen verboten, so lehrt er uns.",
"Manche lesen: R. Jiçḥaq b. Ašjan sagte: Wie sie ihm verboten ist, ebenso ist sie den übrigen Brüdern verboten. – Sie versteht ja ihr Winken und Zwinkern nicht!? – Mit Rücksicht auf diesen ist sie auch den Brüdern verboten.",
"W ENN JEMAND SICH VON SEINER FRAU GESCHIEDEN UND SIE WIEDERGENOMMEN HAT SO IST SIEDEM SCHWAGER ERLAUBT, \n"
],
[
"UND NACH R. ELEA͑ZAR VERBOTEN. EBENSO IST, WENN JEMAND SICH VON EINER WAISEGESCHIEDEN UND SIE WIEDERGENOMMEN HAT, DIESE DEM SCHWAGER ERLAUBT, UND NACH R. ELEA͑ZAR VERBOTEN. WENN EINE MINDERJÄHRIGE VON IHREM VATER VERHEIRATET UND GESCHIEDEN WORDENIST, SODASS SIE ALS WAISE BEI LEBZEITEN DES VATERSGILT, UND [IHR MANN] SIE WIEDERGENOMMEN HAT, SO IST SIE NACH ALLER ANSICHT DEM SCHWAGER VERBOTEN.",
"GEMARA. E͑pha sagte: Der Grund R. Elea͑zars ist, weil sie ihm eine zeitlang verbotenwar. Die Jünger sprachen zu E͑pha: DemnachSollte sie auch der Ḥaliça nicht benötigen!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so wird ja gelehrt, im Namen R. Elea͑zars sagten sie, sie benötige der Ḥaliça. Vielmehr, sagte E͑pha, den Grund R. Elea͑zars kenne ich nicht.",
"Abajje sagte: Folgendes ist der Grund R. Elea͑zars: ihm ist es zweifelhaft, ob sie ihmdurch den Tod oder durch die frühere Heirat zufällt. Erfolgt es durch den Tod, so fällt sie ihm zur Schwagerehezu, erfolgt es durch die frühere Heirat, so war sie ihm eine zeitlang verboten.",
"Raba sagte: Tatsächlich ist es R. Elea͑zar entschieden, daß sie ihm durch den Tod zufällt, aber jedem ist die Scheidung bekannt, nicht aber ist jedem die Wiedernahme bekannt. –",
"Im Gegenteil, gerade die Wiedernahme ist ja bekannt, da sie bei ihm weilt!? – Es kann auch vorkommen, daß er sie abends wiedemimmt und morgensstirbt.",
"R. Aši sagte: Folgendes ist der Grund R. Elea͑zars: er berücksichtigt bei jenendie Wiedernahme einer Waise bei Lebzeiten des Vaters. Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze lehrt er, daß, wenn eine Minderjährige von ihrem Vater verheiratet und geschieden worden ist, sodaß sie als Waise bei Lebzeiten des Vaters gilt, und [ihr Mann] sie wiedergenommen hat, sie nach aller Ansicht dem Schwager verboten sei.",
"Wozu braucht dies gelehrt zu werden, es ist ja selbstverständlich? Wahrscheinlich lehrt er folgendes: der Grund R. Elea͑zars ist, bei jenen sei diese zu berücksichtigen. Schließe hieraus.",
"Übereinstimmend mit R. Aši wird gelehrt: Die Weisen pflichten R. Elea͑zar bei, daß, wenn eine Minderjährige vom Vater verheiratet und geschieden worden ist, sodaß sie als Waise bei Lebzeiten des Vaters gilt, und [ihr Mann] sie wiedergenommen hat, sie dem Schwager verboten sei, weil ihre Scheidung eine vollständige Scheidung, ihre Wiedemahme aber keine vollständige Wiedernahme ist.",
"Dies gilt nur von dem Falle, wenn er sich von ihr geschieden hat, als sie minderjährig war, und sie minderjährig wiedergenommen hat, wenn er sich aber von ihr geschieden hat, als sie minderjährig war, und sie großjährig wiedergenommenhat, oder auch minderjährig und sie bei ihm großjährigwurde, so ist, wenn er stirbt, an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe zu vollziehen. Im Namen R. Elea͑zars sagten sie, an ihr sei die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Raba fragte R. Naḥman: Wie verhält es sich mit ihrer Nebenbuhlerin? Dieser erwiderte: Hinsichtlich dieser selbst ist es nur eine Maßregel, und wir sollten eine Maßregel für eine Maßregeltreffen!? –",
"Es wird ja aber gelehrt, im Namen R. Elea͑zars sagten sie, an ihr und an ihrer Nebenbuhlerin sei die Ḥaliça zu vollziehen. Doch wohl nicht an ihr und ihrer Nebenbuhlerin, sondern entweder an ihr oder an ihrer Nebenbuhlerin sei die Ḥaliça zu vollziehen!? – Du hast dies ja berichtigen müssen, berichtige es wie folgt: an ihr ist die Ḥaliça, an ihrer Nebenbuhlerin aber die Ḥa1iça oder die Schwagerehe zu vollziehen.",
" WENN ZWEI BRÜDER MIT ZWEI MINDERJÄHRIGEN SCHWESTERNVERHEIRATET SIND UND DER EHEMANN DER EINEN STIRBT, SO IST SIE ALS SCHWESTER SEINER FRAUFREI. DASSELBE GILT AUCH VON ZWEI TAUBEN. WENN EINE GROSSJÄHRIG UND EINE MINDERJÄHRIG IST, UND DER EHEMANN DER MINDERJÄHRIGEN STIRBT, SO IST SIE ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI; \n",
"STIRBT DER EHEMANN DER GROSSJÄHRIGEN, SO VERANLASSEMAN, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, DIE MINDERJÄHRIGE, IHM DIE WEIGERUNGZU ERKLÄREN.",
"R. GAMLIÉL SAGT, HAT SIE DIE WEIGERUNG ERKLÄRT, SO IST ES RECHT, WENN ABER NICHT, SO WARTE SIE BIS SIE GROSSJÄHRIG IST, SODANN IST JENE ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGTE: WEHE IHM OB SEINER FRAU, WEHE IHM OB DER FRAU SEINES BRUDERS! ER MUSS SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF UND DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCH ḤALIÇA ENTFERNEN.",
"GEMARA. Ist diesdenn erlaubt, Bar Qappara lehrte ja: Stets bevorzuge man drei Dinge und halte sich von drei Dingen fern. Man bevorzuge drei Dinge: die Ḥaliça, die Friendensstiftung und die Aufhebung von Gelübden; man halte sich von drei Dingen fern: von Weigerungserklärungen, von Depositenannahmen und von Bürgschaften. – Anders ist es, wenn die Weigerungserklärung zur Ausübung eines Gebotes erfolgt.",
"Der Text. Bar Qappara lehrte: Stets bevorzuge man drei Dinge. Die Ḥaliça. Dies nach Abba Šaúl, denn es wird gelehrt: Abba Šaúl sagte: Wenn jemand seine Schwägerin wegen ihrer Schönheit, wegen des geschlechtlichen Verkehrs oder aus einem anderen Grunde nimmt, so ist es ebenso, als würde er auf eine Inzestuöse stoßen, und mir scheint es sogar, daß das Kind ein Hurenkind ist.",
"Die Friedensstiftung. Es heißt: suche den Frieden und jage ihm nach."
],
[
"Hierzu sagte R. Abahu: Man folgere esdurch [das Wort] jagen; hierbei heißt es: suche den Frieden und jage ihm nach, und dortheißt es: wer nach Wohltat und Liebe jagt, wird Leben, Wohltat und Ehre finden. Die Auflösung von Gelübden. Dies nach R. Nathan, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Tut jemand ein Gelübde, so ist es ebenso, als würde er eine Opferhöheerrichten, und erfüllt er es, so ist es ebenso, als würde er darauf ein Opfer darbringen.",
"Man halte sich fern von drei Dingen. Von Weigerungserklärungen. Sie könnte, wenn sie großjährig ist, es bereuen. Von Depositenannahmen. Von einem Mitbürger, der sein Haus wie sein eigenes betrachtet. Von Bürgschaften. Von den šelaçjonischenBürgschaften.",
"R. Jiçḥaq sagte nämlich: Es heißt :schlecht, ganz schlecht ergeht es dem, der sich für einen Fremden verbürgt; Unglück auf Unglück kommt über die, die Proselytenaufnehmen, die šelaçjonische Bürgschaft übernehmen, und der sich an die Lehre herandrängt. Die Proselyten aufnehmen, nach R. Ḥelbo, denn R. Ḥelbo sagte, Proselyten seien für die Jisraéliten wie ein Ausschlagunangenehm.",
"Die šelaçjonische Bürgschaft, von der es heißt: ausziehenund stoßen. Der sich an die Lehre herandrängt, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: Wenn jemand sagt, er habe keine Tora, so hat er nichts von der Tora. –",
"Selbstverständlich!? – Vielmehr, wenn jemand sagt, er habe nur die Tora, so erhält er [Lohn] nur für die Tora. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Vielmehr, er erhält auch nichts für die Tora. – Aus welchem Grunde? R. Papa erwiderte: Die Schrift sagt:daß ihr lernt und danach handelt; wer danach handelt, lerne auch, wer nicht danach handelt, lerne auch nicht.",
"Wenn du willst, sage ich: tatsächlich, wie wir zuerst gesagt haben: wenn jemand sagt, er habe nur die Tora, so erhält er [Lohn] nur für die Tora. Dies ist wegen des Falles nötig, wenn er andere lehrt, die danach handeln; man könnte glauben, er erhalte dieserhalb einen Lohn, so lehrt er uns.",
"Wenn du aber willst, sage ich: [der Passus,] der sich an die Lehre herandrängt, bezieht sich auf einen Richter, der bei einer Rechtsfrage, die vor ihn kommt, eine Sache mit einer Sachevergleicht, und nicht zu seinem Lehrer geht und ihn fragt.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Der Richter stelle sich stets vor, als liege ihm ein Schwert zwischen den Hüften und sei die Hölle unter ihm offen, denn es heißt: siehe, das ist das Bett Šelomos, sechzig Helden von den Helden Jisraéls umringen dasselbe &c. wegen nächtlichen Grauens; wegen des Grauens vor der Hölle, die der Nacht gleicht.",
"R. GAMLIÉL SAGT, HAT SIE DIE WEIGERUNG ERKLÄRT &C. – R. Elea͑zar fragte Rabh: Was ist der Grund R. Gamliéls: weil er der Ansicht ist, die Antrauung einer Minderjährigen befinde sich in der Schwebe, und mit ihrem Heranwachsen wachse auchdiese, somit auch dann, wenn er ihr nicht beigewohnthat,",
"oder weil er der Ansicht ist, sobald er sich die Schwester der Schwägerinantraut, werde die Schwägerin entbunden, somit nur dann, wenn er ihr beigewohnt hat, nicht aber, wenn er ihr nicht beigewohnt hat?",
"Dieser erwiderte: Folgendes ist der Grund R. Gamliéls : weil er der Ansicht ist, sobald er sich die Schwester der Schwägerin antraut, werde die Schwägerin entbunden, somit nur dann, wenn er ihr beigewohnt hat, nicht aber, wenn er ihr nicht beigewohnt hat.",
"R. Šešeth sprach: Ich glaube, Rabh sagte diese Lehre schlummernd und schlafend. Es wird gelehrt: Wenn jemand sich eine Minderjährige angetraut hat, so befindet sich die Antrauung in der Schwebe, und unter Schwebe ist wohl zu verstehen, mit ihrem Heranwachsen wachse auch diese; also auch dann, wenn er ihr nicht beigewohnt hat.",
"Rabin, Sohn des R. Naḥman, sprach zu ihm: Der Zustand der Minderjährigen befindet sich in der Schwebe, denn wenn er ihr beiwohnt, ist [die Antrauung] gültig, sonst abernicht. Sie kann [bis dahin] sagen : er ist mir überlegen und ich bin ihm überlegen. –",
"Ist Rabh denn der Ansicht, nur wenn er ihr beigewohnt hat, sonst aber nicht, es wurde ja gelehrt, daß, wenn eine Minderjährige die Weigerung nicht erklärt, und nachdem sie herangewachsen ist, sich [mit einem anderen] verheiratet hat, sie, wie Rabh sagt, eines Scheidebriefes vom anderen nichtbenötige, und wie Šemuél sagt, eines Scheidebriefes vom anderen benötige."
],
[
"Doch wohl, wenn erihr nicht beigewohnt hat!? – Nein, wenn er ihr beigewohnt hat. – Was ist, wenn er ihr beigewohnt hat, der Grund Šemuéls!? – Er ist der Ansicht, wer die Beiwohnung vollzieht, tue dies auf Grund der ersten Antrauung. –",
"Hierüber streiten sie ja bereits!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand [sich eine Frau] unter einer Bedingungangetraut und sie ohne Bedingung genommen hat, so benötigt sievon ihm, wie Rabh sagt, eines Scheidebriefes, und wie Šemuél sagt, keines Scheidebriefes.",
"Rabh sagt, sie benötige von ihm eines Scheidebriefes, denn er hat, da er sie genommen hat, auf die Bedingungverzichtet; Šemuél sagt, sie benötige von ihm keines Scheidebriefes, denn wer die Beiwohnung vollzieht, tut dies auf Grund der ersten Antrauung. –",
"Beides ist nötig. Würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Rabh vertrete seine Ansicht nur hierbei, wo es sich um eine Bedingung handelt, auf die er, da er die Beiwohnung vollzogen hat, verzichtet hat, bei jener Lehre aber pflichte er Šemuél bei. Und würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél vertrete seine Ansicht nur da, hierbei aber pflichte er Rabh bei. Daher ist beides nötig. –",
"Kann Rabh denn gesagt haben, nur wenn er ihr beigewohnthat, sonst aber nicht, einst ereignete es sich ja in Nareš, daß jemand sich eine Minderjährige angetraut hatte, und als sie großjährig wurde und er sie auf die Sänftesetzte, kam jemand und raubte sie ihm, und R. Beruna und R. Ḥananél, die Schüler Rabhs, die da anwesend waren, benötigten sie keines Scheidebriefesvom anderen!?",
"R. Papa erwiderte: In Nareš pflegten sie zuerst zu heiratenund nachher auf die Sänfte zu setzen. R. Aši erwiderte: Er handelteungebührlich, daher verfuhr man mit ihm ungebührlich und annullierte seine Antrauung.",
"Rabina sprach zu R. Aši: Allerdings wenn die Antrauung durch Gelderfolgt ist, wie ist es aber, wenn sie durch Beiwohnung erfolgt ist!? – Die Rabbanan haben seine Beiwohnung zu einer außerehelichen gemacht. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. Ebenso sagte R. Elea͑zar, die Halakha sei wie R. Elie͑zer.",
" WENN JEMAND MIT ZWEI MINDERJÄHRIGEN WAISEN VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN IST, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG ODER DIE HALIÇA DER EINEN VON IHNEN IHRE NEBENBUHLERIN. DASSELBE GILT VON ZWEI TAUBEN. IST EINE MINDERJÄHRIG UND DIE ANDERE TAUB, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG DER EINEN IHRE NEBENBUHLERINNICHT.",
"IST EINE VOLLSINNIG UND DIE ANDERE TAUB, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG DER VOLLSINNIGEN DIE TAUBE, NICHT ABER DIE DER TAUBEN DIE VOLLSINNIGE. IST EINE ERWACHSEN UND DIE ANDERE MINDERJÄHRIG, SO ENTBINDET DIE BEIWOHNUNG DER ERWACHSENEN DIE MINDERJÄHRIGE, NICHT ABER DIE DER MINDERJÄHRIGEN DIE ERWACHSENE.",
"GEMARA. Ist denn eine Taube zur Ḥaliça fähig, wir haben ja gelernt, daß, wenn die Ḥaliçaan einem Tauben, von einer Tauben oder an einem Minderjährigen erfolgt ist, sie ungültig sei!?",
"R. Gidel erwiderte im Namen Rabhs: Diesbezieht sich auf die Beiwohnung. Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, auf die Ḥaliça, denn das eine gilt von einer Tauben von früher her, und das andere gilt von einer Tauben, die vollsinnigwar.",
"Eine von früher her Taube geht wie sie gekommenist, nicht aber eine Taube, die vollsinnig war, da bei ihr das Lesen [der Schriftworte]hinderndist.",
"Abajje wandte gegen ihn ein: Ist denn eine von früher her Taube zur Ḥaliça fähig, wir haben ja gelernt: Wenn zwei Brüder, ein Vollsinniger und ein Tauber, mit zwei einander fremden [Frauen], einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Er heiratetesie, und wenn er will, entferne ersie.",
"Was tue der mit der Tauben verheiratete Taube, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er heirate sie und kann sie nimmerentfernen. Dies gilt wohl von einer von früher her Tauben, und er lehrt, daß er sie nehme;"
],
[
"nur dies und nicht die Ḥaliçavollziehen!? – Nein, von einer Tauben, die vollsinnig war. –",
"Komm und höre: Wenn zwei vollsinnige Brüder mit zwei einander fremden [Frauen], einer Vollsinnigen und einer Tauben verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Er heirate sie, und wenn er will, entferne ersie. Was tue der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er vollziehe an ihr die Ḥaliça oder die Schwagerehe.",
"Da dies von einem Vollsinnigen von früher her gilt, so gilt dies wohl auch von einer Tauben von früher her, und er lehrt, daß er sie heirate; nur dies und nicht die Ḥaliça vollziehen!? – Wieso denn, er so und sie anders.",
"Er wandte gegen ihn ein: Wenn zwei Brüder, ein Vollsinniger und ein Tauber, mit zwei Schwestern, einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester der Frau frei.",
"Was tue der mit der Tauben verheiratete Taube, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebriefund die Frau seines Bruders ist für immerverboten.",
"Wolltest du sagen, dies gelte ebenfalls von einem Tauben, der vollsinnig war, so kann ja ein solcher [seine Frau durch Scheidung] nicht entfernen, denn wir haben gelernt, daß, wenn sie taub geworden ist, er sie entfernen, wenn sie blödsinnig geworden ist, er sie nicht entfernen, und wenn er taub oder blödsinnig geworden ist, er sie nimmer entfernen könne.",
"Dies gilt somit von einem von früher her Tauben, und ihm entsprechend, von einer von früher her Tauben, und wenn dies bei den Schwestern von Tauben von früher her gilt, so gilt dies auch bei den einander fremden von Tauben von früher her, und bei den einander fremden lehrt er, daß er sie heirate; nur dies und nicht die Ḥaliça vollziehen!? Jener schwieg.",
"Als er hierauf zu R. Joseph kam, sprach dieser zu ihm: Weshalb hast du ihm einen Einwand hieraus erhoben, sodaß er dir erwidern kann, bei den Schwestern gelte es von Tauben von früher her, und bei den einander fremden von Tauben, die vollsinnig waren,",
"du solltest ihm den Einwand aus der folgenden Lehre erheben: Wenn zwei taube Brüder mit zwei vollsinnigen Schwestern, oder mit zwei tauben Schwestern, oder mit zwei Schwestern, von denen eine vollsinnig und eine taub ist, verheiratet sind, ebenso wenn zwei taube Schwestern mit zwei vollsinnigen Brüdern, oder mit zwei tauben Brüdern, oder mit zwei Brüdern, von denen einer vollsinnig und einer taub ist, verheiratet sind, so sind sie von der Ḥaliça und Schwagereheentbunden ; sind [die Frauen] einander fremd, so müssen sie sieheiraten, und wenn sie wollen, entfernen sie sie.",
"In welchem Falle: sind es Taube, die vollsinnig waren, so können sie ja [die Frauen durch Scheidung] nicht entfernen, denn wir haben gelernt, daß, wenn sie blödsinnig geworden ist, er sie nicht entfernen, und wenn er taub oder blödsinnig geworden ist, er sie nimmer entfernen könne;",
"doch wohl Taube von früher her, und ihnen entsprechend, taube [Frauen] von früher her, und er lehrt von den einander fremden, daß sie sie heiraten müssen; nur heiraten und nicht die Ḥaliça vollziehen!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung.",
"IST EINE MINDERJÄHRIG UND DIE ANDERE TAUB &C. R. Naḥman sagte: Ich traf R. Ada b. Ahaba und seinen Schwiegersohn R. Ḥana auf dem Marktplatze von Pumbeditha sitzen und folgendes erörtern. Wir haben gelernt, daß, wenn eine minderjährig und die andere taub ist, die Beiwohnung der einen ihre Nebenbuhlerin nicht entbinde. Dies gilt nur von dem Falle, wenn sie ihm von einem vollsinnigen Bruder zugefallen sind, da man nicht weiß, ob ihm die Minderjährige oder die Taube lieber war;",
"vielleicht war ihm die Minderjährige lieber, da sie zu Verstand kommt, vielleicht aber war ihm die Taube lieber, da sie erwachsen und für die Beiwohnung geeignet ist. Wenn sie ihm aber von einem tauben Bruder zugefallen sind, so war ihm entschieden die Taube lieber, da sie für die Beiwohnung geeignet und seiner Art ist.",
"Ich sprach dann zu ihnen: Auch wenn sie ihm von einem tauben Bruder zugefallen sind, ist es zweifelhaft.",
"Welches Mittel gibt es für sie? R. Ḥisda erwiderte im Namen Rabhs: Er heirate die Taube und entferne sie durch einen Scheidebrief, und sobald die Minderjährige großjährig ist, vollziehe er an ihr die Ḥaliça.",
"R. Ḥisda sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß Rabh der Ansicht ist, die Taube sei unvollständigangeeignet, und die Minderjährige sei unentschiedenangeeignet. Wenn man nämlich sagen wollte, die Taube sei unentschieden angeeignet, und die Minderjährige sei unvollständig angeeignet, wozu braucht er die Taube zu heiraten und durch einen Scheidebrief zu entfernen,"
],
[
"sie kann ja auf jeden Fall bei ihm verbleiben: ist sie ihm angeeignet, so ist sie ihm ja angeeignet, und ist sie ihm nicht angeeignet, so ist sie ihm ja eine Fremde.",
"Wolltest du dies auch hinsichtlich der Minderjährigen einwenden: wozu warte sie, bis sie großjährig ist, und vollziehe er an ihr die Ḥaliça, sie sollte doch bei ihm verbleiben: ist sie ihm angeeignet, so ist sie ihm ja angeeignet, und ist sie ihm nicht angeeignet, so ist sie ja eine Fremde, so [ist zu erwidern:] wodurch sollte die Taubeentbunden werden!?",
"R. Šešeth sagte: Dies, wie R. Ḥisda die Ansicht Rabhs erklärt, ist auch einleuchtend,",
"denn es wird gelehrt: Wenn zwei Brüder mit zwei verwaisten Schwestern, einer Minderjährigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der Ehemann der Minderjährigen stirbt, so ist die Taube durch einen Scheidebrief zu entfernen, und sobald die Minderjährige großjährig ist, vollziehe er an ihr die Ḥaliça;",
"stirbt der Ehemann der Tauben, so ist die Minderjährige durch einen Scheidebrief zu entfernen, und die Taube ist für immerverboten. Hat er der Taubenbeigewohnt, so gebe er ihr einen Scheidebrief und sie ist frei.",
"Einleuchtend ist es, wenn du sagst, die Taube sei unvollständig angeeignet und die Minderjährige sei zweifelhaft angeeignet, daß, wenn er der Tauben beigewohnt hat, er ihr einen Scheidebrief gebe und sie frei ist, denn entweder war die Minderjährige angeeignet, sodann ist diese als Schwester seiner Frau frei, oder sie war nicht angeeignet, sodann vollzog er die Schwagerehe zu Recht;",
"wenn du aber sagst, die Taube sei zweifelhaft angeeignet und die Minderjährige sei unvollständig angeeignet, wieso ist die Taube, wenn er ihr beigewohnt und einen Scheidebrief gegeben hat, frei, die Beiwohnung ist jaungültig, und die ungültige Beiwohnung entbindet nicht!? –",
"Hier ist die Ansicht R. Neḥemjas vertreten, welcher sagt, die ungültige Beiwohnung entbinde von der Ḥaliça. –",
"Wie ist, wenn hier die Ansicht R. Neḥemjas vertreten ist, der Schlußsatz zu erklären: Wenn jemand mit zwei Waisen, einer Minderjährigen und einer Tauben, verheiratet war und gestorben ist, und der Schwager der Minderjährigen und nachher der Tauben beigewohnt hat, oder sein Bruder der Tauben beigewohnt hat, so sind ihm beide verboten. Welches Mittel gibt es für sie? Die Taube ist durch einen Scheidebrief zu entfernen, und sobald die Minderjährige großjährig ist, vollziehe er an ihr die Ḥaliça.",
"Einleuchtend ist es, wenn du sagst, die Taube sei unvollständig angeeignet und die Minderjährige sei zweifelhaft angeeignet, und hier sei die Ansicht der Rabbananvertreten, daß sie warte, bis sie großjährig ist, und er an ihr die Ḥaliça vollziehe, denn er könnte vorher der Tauben beigewohnt haben, sodann ist die Beiwohnung der Minderjährigenungültig,",
"wenn du aber sagst, hier sei die Ansicht R. Neḥemjas vertreten, so entbindet ja nach ihm auch die ungültige Beiwohnung!?",
"Vielmehr ist hier die Ansicht der Rabbanan vertreten. Schließe hieraus.",
"R. Aši sagte : Auch aus dem Anfangssatzeist zu entnehmen, daß hier die Ansicht der Rabbanan vertreten ist; dieser lehrt, daß, wenn er der Tauben beigewohnt hat, er ihr einen Scheidebrief gebe und sie erlaubt ist, und er lehrt nicht, daß, wenn er der Minderjährigen beigewohnt hat, er ihr einen Scheidebrief gebe und sie erlaubtist. –",
"Wenn nur dies, so ist dies kein Beweis; bezüglich der Tauben, für die es kein erlaubtes Mittelgibt, lehrt er ein verbotenes Mittel, bezüglich der Minderjährigen aber, für die es ein erlaubtes Mittelgibt, lehrt er kein verbotenes Mittel.",
"ix WENN JEMAND MIT ZWEI MINDERJÄHRIGEN WAISEN VERHEIRATET WAR UND GESTORBEN IST, UND DER SCHWAGER DER EINEN UND NACHHER DER ANDEREN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER ANDEREN BEIGEWOHNT HAT, \n"
],
[
"SO HAT ER DIE ERSTE NICHT UNTAUGLICHGEMACHT. DASSELBE GILT VON ZWEI TAUBEN.",
"WENN EINE MINDERJÄHRIG UND EINE TAUB IST, UND DER SCHWAGER DER MINDERJÄHRIGEN UND NACHHER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE MINDERJÄHRIGE UNTAUGLICH GEMACHT ; \n",
"WENN DER SCHWAGER DER TAUBEN UND NACHHER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE TAUBE UNTAUGLICH GEMACHT.",
"x WENN EINE VOLLSINNIG UND DIE ANDERE TAUB IST, UND DER SCHWAGER DER VOLLSINNIGEN UND NACHHER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER TAUBEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE VOLLSINNIGE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; \n",
"WENN DER SCHWAGER DER TAUBEN UND NACHHER DER VOLLSINNIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER VOLLSINNIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE TAUBE UNTAUGLICH GEMACHT.",
"xi WENN EINE GROSSJÄHRIG UND DIE ANDERE MINDERJÄHRIG IST, UND DER SCHWAGER DER GROSSJÄHRIGEN UND NACHHER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER MINDERJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE GROSSJÄHRIGE NICHT UNTAUGLICH GEMACHT; WENN DER SCHWAGER DER MINDERJÄHRIGEN UND NACHHER DER GROSSJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, ODER SEIN BRUDER DER GROSSJÄHRIGEN BEIGEWOHNT HAT, SO HAT ER DIE MINDERJÄHRIGE UNTAUGLICH GEMACHT. R. ELEA͑ZAR SAGT, MAN VERANLASSE DIE MINDERJÄHRIGE, IHM DIE WEIGERUNG ZU ERKLÄREN.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer. Ferner sagte R. Elea͑zar: Die Halakha ist wie R. Elea͑zar.",
"Und beide Lehren sind nötig. Würde nur die erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Šemuél lehre nur hinsichtlich jenesFalles, die Halakha sei wie R. Elee͑zer, weil das Gebot der Schwagerehe nicht ausgeübt wordenist, hierbei aber, wo das Gebot der Schwagerehe ausgeübt worden ist, seien beide durch Scheidung zu entfernen.",
"Und würde nur die andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, weil die Großjährige ihm zugefallenist, nicht aber gilt dies von jenemFalle. Daher ist beides nötig.",
"WENN EIN MINDERJÄHRIGER SCHWAGER EINER MINDERJÄHRIGEN SCHWÄGERIN BEIGEWOHNT HAT, SO MÜSSEN SIE ZUSAMMEN GROSSJÄHRIG WERDEN; HAT ER EINER GROSSJÄHRIGEN BEIGEWOHNT, SO LASSE SIE IHN GROSSJÄHRIGWERDEN.",
" WENN DIE SCHWÄGERIN INNERHALB DREISSIG TAGENSAGT, ER HABE IHR NICHT BEIGEWOHNT, SO ZWINGE MAN IHN, AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN; WENN NACH DREISSIG TAGEN, SO ERSUCHE MAN IHN, AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN. GIBT ER DIESZU, SO ZWINGE MAN IHN AUCH NACH ZWÖLF MONATEN, AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN.",
"HAT SIE SICH BEI LEBZEITEN IHRES EHEMANNES DEN GENUSS VON IHREM SCHWAGER ABGELOBT, SO ZWINGE MAN IHN, AN IHR DIE ḤALIÇAZU VOLLZIEHEN; WENN NACH DEM TODE IHRES EHEMANNES, SO ERSUCHE MAN IHN, AN IHR DIE ḤALIÇAZU VOLLZIEHEN. BEABSICHTIGTE SIE DIES, SO KANN MAN, AUCH WENN SIE ES BEI LEBZEITEN IHRES EHEMANNES GETAN HAT, IHN NUR ERSUCHEN, AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Es ist anzunehmen, daß unsere Mišna nicht die Ansicht R. Meírs vertritt, denn es wird gelehrt: Ein Minderjähriger hat und an einer Minderjährigen ist weder die Ḥaliça noch die Schwagerehezu vollziehen – so R. Meír. –",
"Du kannst auch sagen, daß sie die Ansicht R. Meirs vertritt, denn R. Meír sagt dies nur von einer Großjährigen mit einem Minderjährigen und einer Minderjährigen mit einem Großjährigen, wobei für einen von beiden [vielleicht] eine verbotene Beiwohnungerfolgt, nicht aber von einem Minderjährigen mit einer Minderjährigen, wobei beide einandergleichen. –",
"Er lehrt ja aber, daß, wenn er einer großjährigen Schwägerin beigewohnt hat, sie ihn großjährig werden lasse!? R. Ḥanina aus Hozäa erwiderte: Anders ist es, wenn er ihr bereits beigewohnt hat. – Es heißt ja, daß sie ihn großjährig werdenlasse, und jede einzelne Beiwohnung ist eine verbotene!? – Am richtigsten ist es vielmehr, unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht R. Meírs. –",
"Lese man doch hierbei :seinem Bruder einen Namen zu erhalten, wofür dieser nicht geeignetist!? Abajje erwiderte: Die Schrift sagt:ihr Schwager komme zu ihr, wer er auch ist.",
"Raba erwiderte: Auch abgesehen davon, kannst du diesnicht sagen; gibt es denneinen Fall, daß es zuerst verboten und später erlaubt ist, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, eine Schwägerin, von der es beim Zufallen nicht heißt: ihr Schwager komme zu ihr, gleiche der Schwester eines Bruders, die Kinder hat, und sei verboten. –",
"Vielleicht ist dem auchso!? – Die Schrift sagt :wenn Brüder beisammen weilen, auch einen Tag alt.",
"WENN DIE SCHWÄGERIN INNERHALB DREISSIG TAGEN SAGT &C. Wer ist der Autor, welcher sagt, bis zu dreißig Tagen enthalte mansich?",
"R. Joḥanan erwiderte: Es ist R. Meír, denn es wird gelehrt: Die Jungfemschaftsanklage besteht dreißig Tage– so R. Meír.",
"R. Jose sagt, war er mit ihr isoliert, dann nur sofort, wenn aber nicht, auch nach vielen Jahren.",
"Rabba sagte: Du kannst auch sagen, es sei R. Jose, denn R. Jose spricht nur von seiner Angetrauten, mit der man vertrautist, vor der Frau seines Bruders"
],
[
"aber geniert man sich. –",
"Anstatt ihn zu zwingen, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, zwinge man ihn doch an ihr die Schwagerehe zu vollziehen!? Rabh erwiderte: Wenn sein Scheidebrief aus ihrer Handkommt.",
"Man wandte ein: Wenn die Schwägerin innerhalb dreißig Tagen sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, so zwinge man ihn, einerlei ob er sagt, er habe ihr beigewohnt, oder er sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen; wenn nach dreißig Tagen, so ersuche man ihn, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen.",
"Wenn sie sagt, er habe ihrbeigewohnt, und er sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, so ist siedurch einen Scheidebrief zu entfernen; wenn er sagt, er habe ihr beigewohnt, und sie sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, so benötigt sie, auch wenn er darauf sagt, er habe ihr nicht beigewohnt, eines Scheidebriefesund der Ḥaliça.",
"R. Ami erwiderte: Sie benötigt der Ḥaliça nebenihrem Scheidebriefe. R. Aši erwiderte: Dort [spricht er] von einem Scheidebriefe wegen der Gebundenheit, hier aber von einem wegen seiner Beiwohnung.",
"Einst kam Vor Raba ein Fall, wobei beide eszugaben; da sprach Raba: Vollzieht ihr die Ḥaliça und fertigt sie ab. R. Šerebja sprach zu Raba: Es wird ja gelehrt, sie benötige eines Scheidebriefes und der Ḥaliça!? Dieser erwiderte: Ist es gelehrt worden, so ist es gelehrt worden.",
"Hon, Sohn des R. Naḥman, fragte R. Naḥman: Wie verhält es sich mit ihrer Nebenbuhlerin?",
"Dieser erwiderte: Sollte denn, weil wir ihn zwingen oder bitten, die Nebenbuhlerinverboten sein!?",
"HAT SIE SICH &C. ABGELOBT &C. Dort haben wir gelernt: Früher sagte man, drei Frauen seien [durch Scheidung] zu entlassenund erhalten ihre Morgengabe;",
"wenn sie sagt: ich bin für dichunrein, oder: der Himmel ist zwischen mirund dir, oder: ich mag den Juden entzogen sein.",
"Damit aber nicht eine Frau zum Schaden ihres Ehemannes ihre Augen auf einen anderen werfe, bestimmten sie folgendes. Sagt sie: ich bin für dich unrein, so trete sie den Beweis für ihre Behauptung an; [sagt sie:] der Himmel ist zwischen mir und dir, so strebe man eine Verständigung an;",
"[sagt sie:] ich mag den Juden entzogen sein, so löse er den ihn betreffenden Teil [ihres Gelübdes] auf, sodann steht sie ihm zu Diensten, während sie allen anderen Juden entzogen bleibt.",
"Sie fragten: Wie steht sie zum Schwager, wenn sie gesagt hat: ich mag den Juden entzogen sein? Dachte sie daran, daß ihr Ehemann sterben und sie ihrem Schwager zufallenkönnte, oder nicht? –",
"Rabh sagte, der Schwager gleiche nichtdem Ehemanne, und Šemuél sagte, der Schwager gleiche dem Ehemanne. Abajje sagte: Die Ansicht Rabhs ist einleuchtend; wir haben gelernt, daß, wenn sie sich bei Lebzeiten ihres Ehemannes den Genuß von ihrem Schwager abgelobt hat, man ihn zwinge, an ihr die Ḥaliça zu vollziehen, und wenn man sagen wollte, sie dachte daran, so sollte man ihn darum nur ersuchenkönnen!? –"
],
[
"Hier wird von einer Frau gelehrt, die Kinder hatte, und so weitkann sie daran nicht denken. –",
"Weshalb lehrt er, wenn man ihn demnach, falls sie keine Kinder hatte, nur ersuchen kann, daß, wenn sie dies beabsichtigte, man ihn nur ersuchen könne, auch wenn sie es bei Lebzeiten ihres Ehemannes getan hat, sollte er doch hinsichtlich desselben Falles einen Unterschied lehren: diesgilt nur von dem Falle, wenn sie Kinder hatte, wenn sie aber keine Kinder hatte, so kann man ihn nur ersuchen!?",
"Hieraus ist somit zu entnehmen, daß man ihn zwingen kann, ob sie Kinder hatte oder nicht, nach Rabh. Schließe hieraus.",
"",
"WENN EIN TAUBER EINE VOLLSINNIGE ODER EIN VOLLSINNIGER EINE TAUBE GEHEIRATET HAT, SO KANN ER, WENN ER WILL, SIE ENTFERNEN, UND WENN ER WILL, SIE BEHALTEN; WIE ER SIE DURCH ZEICHEN GENOMMEN HAT, SO KANN ER SIE DURCH ZEICHEN ENTFERNEN.",
"i WENN EIN VOLLSINNIGER EINE VOLLSINNIGE GEHEIRATET HAT UND SIE TAUB GEWORDEN IST, SO KANN ER, WENN ER WILL, SIE ENTFERNEN, UND WENN ER WILL, SIE BEHALTEN; IST SIE BLÖDSINNIG GEWORDEN, SO KANN ER SIE NICHT ENTFERNEN; IST ER TAUB ODER BLÖDSINNIG GEWORDEN, SO KANN ER SIE NIMMER ENTFERNEN.",
"R. JOḤANAN B. NURI SPRACH: WESHALB SOLL EINE TAUB GEWORDENE FRAU ENTFERNT WERDEN, EIN TAUB GEWORDENER MANN ABER NICHT ENTFERNEN KÖNNEN!? MAN ERWIDERTE IHM: DER MANN, DER DIE SCHEIDUNG AUSBRINGT, GLEICHT NICHT DER FRAU, DIE GESCHIEDEN WIRD; DIE FRAU WIRD ENTFERNT MIT IHREM WILLEN UND GEGEN IHREN WILLEN, DER MANN ABER ENTFERNT SIE NUR MIT SEINEM WILLEN.",
"R. JOḤANAN B. GUDGADA BEKUNDETE, DASS EINE DURCH IHREN VATER VERHEIRATETE TAUBE DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF ENTFERNT WERDEN KANN. SIE SPRACHEN ZU IHM: MIT JENER VERHÄLT ES SICH EBENSO.",
"WENN ZWEI TAUBE BRÜDER MIT ZWEI TAUBEN SCHWESTERN, ZWEI VOLLSINNIGEN SCHWESTERN, ODER ZWEI SCHWESTERN, VON DENEN EINE TAUB UND EINE VOLLSINNIG IST, VERHEIRATET SIND, ODER WENN ZWEI TAUBE SCHWESTERN MIT ZWEI VOLLSINNIGEN BRÜDERN, ZWEI TAUBEN BRÜDERN, ODER ZWEI BRÜDERN, VON DENEN EINER TAUB UND EINER VOLLSINNIG IST, VERHEIRATET SIND, SO SIND SIE VON DER ḤÀLIÇA UND DER SCHWAGEREHE ENTBUNDEN; SIND SIE EINANDER FREMD, SO MÜSSEN SIE SIE NEHMEN, UND WENN SIE WOLLEN, ENTFERNEN SIE SIE.",
" WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI VOLLSINNIGEN SCHWESTERN VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? SIE IST ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI.",
" WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF, UND DIE FRAU SEINES BRUDERS IST FÜR IMMER VERBOTEN.",
"WENN ZWEI VOLLSINNIGE BRÜDER MIT ZWEI SCHWESTERN, EINER TAUBEN UND EINER VOLLSINNIGEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? SIE IST ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI. WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF UND DIE FRAU SEINES BRUDERS DURCH ḤALIÇA.",
"WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI SCHWESTERN, EINER TAUBEN UND EINER VOLLSINNIGEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? SIE IST ALS SCHWESTER SEINER FRAU FREI.",
"WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER ENTFERNE SEINE FRAU DURCH EINEN SCHEIDEBRIEF, UND DIE FRAU SEINES BRUDERS IST FÜR IMMER VERBOTEN.",
"WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI EINANDER FREMDEN VOLLSINNIGEN VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? ER VOLLZIEHE DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE. WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER MUSS SIE NEHMEN UND KANN SIE NIMMER ENTFERNEN.",
"WENN ZWEI VOLLSINNIGE BRÜDER MIT ZWEI EINANDER FREMDEN, EINER VOLLSINNIGEN UND EINER TAUBEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? ER MUSS SIE NEHMEN, UND WENN ER WILL, ENTFERNE ER SIE. WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER VOLLZIEHE AN IHR DIE ḤALIÇA ODER DIE SCHWAGEREHE.",
"WENN ZWEI BRÜDER, EIN TAUBER UND EIN VOLLSINNIGER, MIT ZWEI EINANDER FREMDEN, EINER TAUBEN UND EINER VOLLSINNIGEN, VERHEIRATET SIND, UND DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE STIRBT, WAS TUE DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE? ER MUSS SIE NEHMEN, UND WENN ER WILL, ENTFERNE ER SIE. WAS TUE DER MIT DER TAUBEN VERHEIRATETE TAUBE, WENN DER MIT DER VOLLSINNIGEN VERHEIRATETE VOLLSINNIGE STIRBT? ER MUSS SIE NEHMEN UND KANN SIE NIMMER ENTFERNEN.",
"GEMARA. Rami b. Ḥama sagte: Weshalb haben die Rabbanan für einen Tauben und eine Taube eine Verheiratungangeordnet, für einen Blödsinnigen und eine Blödsinnige aber keine Verheiratung angeordnet? Es wird nämlich gelehrt: Wenn ein Blödsinniger und ein Minderjähriger Frauen geheiratet haben und gestorben sind, so sind ihre Frauen von der Ḥaliça und der Schwagerehe entbunden. –",
"Für einen Tauben und eine Taube, bei denen die Anordnung der Rabbanan bestehen kann, haben die Rabbanan eine Verheiratung angeordnet, für einen Blödsinnigen und eine Blödsinnige, bei denen die Anordnung der Rabbanan nicht bestehen kann, denn niemand kann mit einer Schlange in einem Korbe wohnen, haben die Rabbanan keine Verheiratung angeordnet. –",
"Weshalb haben die Rabbanan für einen Minderjährigen keine Verheiratung angeordnet, für einen Tauben aber eine Verheiratung angeordnet? – Für einen Tauben, der keine Heiratsfähigkeiterlangt, haben die Rabbanan eine Verheiratung angeordnet, für einen Minderjährigen, der Heiratsfähigkeit erlangt, haben die Rabbanan keine Verheiratung angeordnet. –",
"Auch eine Minderjährige erlangt ja Heiratsfähigkeit, und die Rabbanan haben für sie eine Verheiratung angeordnet!? – Bei dieser deshalb, damit man sie nicht als preisgegeben behandle. –",
"Weshalb kann eine Minderjährige die Weigerung erklären und eine Taube die Weigerung nicht erklären? –"
],
[
"Man würde dann vermeiden, sie zu heiraten. –",
"Weshalb darf eine Minderjährige Hebe essen und eine Taube keine Hebe essen? Wir haben nämlich gelernt: R. Joḥanan b. Gudgada bekundete, daß eine durch ihren Vater verheiratete Taube durch einen Scheidebrief entfernt werden könne, und daß eine mit einem Priester verheiratete Minderjährige Hebe essen dürfe. Eine Taube aber darf nicht essen. –",
"Mit Rücksicht darauf, ein Tauber könnte sie einer Tauben zu essen geben. – Mag er doch, dies ist ja ebenso, als würde ein MinderjährigerAas essen!? –",
"Mit Rücksicht darauf, ein Tauber könnte sie einer Vollsinnigen zu essen geben. – Aber der Taube kann ja auch einer Vollsinnigen rabbanitische Hebe zu essengeben!? – Mit Rücksicht darauf, er könnte ihr Hebe der Tora geben. –",
"Weshalb erhält eine Minderjährige die Morgengabe und eine Taube nicht? – Man würde dann vermeiden, sie zu heiraten. –",
"Woher, daß die Minderjährige die Morgengabe erhält? – Wir haben gelernt: Die Weigerungserklärende, die zweitgradig Inzestuöseund die Sterile erhalten nicht die Morgengabe, sind aber durch Scheidebrief zu entfernen; die Minderjährige dagegen erhält die Morgengabe. –",
"Woher, daß eine Taube die Morgengabe nicht erhält? – Es wird gelehrt: Wenn ein Tauber oder ein Blödsinniger Vollsinnige geheiratet haben, so haben diese, selbst wenn der Taube vollsinnig und der Blödsinnige vernünftig geworden ist, an sie keinerleiAnsprüche. Wollen sie sie weiter behalten, so erhalten diese die Morgengabe.",
"Wenn aber ein Vollsinniger eine Taube oder eine Blödsinnige geheiratet hat, so besteht ihre Morgengabe, selbst wenn er ihr hundert Minen verschrieben hat, weil er eingewilligthat, sie von seinem Vermögen zu ernähren. Nur deshalb, weil er eingewilligt hat, wenn er aber nicht eingewilligt hat, erhält sie sie nicht, denn sonst würde man vermeiden, sie zu heiraten. –",
"Demnach sollten sie auch für die mit einem Tauben [verheiratete] Vollsinnige die Morgengabe anordnen, damit sie nicht vermeide, sich mit diesem zu verheiraten!? – Mehr als der Mann heiraten will, will die Frau geheiratet werden.",
"In der Nachbarschaft R. Malkijus war ein Tauber, den er eine Frau heiraten und ihr vierhundert Zuz von seinem Vermögen verschreiben ließ. Da sprach Raba: Wer ist so weise, wie R. Malkiju, der ein bedeutender Mann ist! Er dachte nämlich wie folgt: würde man ihm doch, wenn er es wollte, auch eine Magd zur Bedienung gekauft haben, und um so mehr dies, wo beides vorhanden ist.",
"R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Šemuéls: Wegen der Frau eines Taubenist man kein Schwebe-Schuldopferschuldig.",
"Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. Fünf dürfen die Hebe nicht absondern, haben sie abgesondert, so ist das von ihnen Abgesonderte keine Hebe, und zwar: der Taube, der Blöde der Minderjährige, wer die Hebe von Fremdemabsondert, und ein Nichtjude, der die Hebe für einen Jisraéliten absondert; selbst wenn es im Auftrage des Jisraéliten erfolgt, ist seine Absonderung ungültig. –",
"Er ist der AnsichtR. Elea͑zars, denn es wird gelehrt: R. Jiçḥaq sagte im Namen R. Elea͑zars, die Hebe eines Tauben sei nicht profan, weil es zweifelhaftist. – Wenn er der Ansicht R. Elea͑zars ist, so sollte man hierbei ein Schwebe-Schuldopfer schuldig sein!? –",
"Hierfür ist eines von zwei Stückenerforderlich. –",
"Ist denn nach R. Elea͑zar eines von zwei Stücken erforderlich, es wird ja gelehrt: R. Elea͑zar sagt, wegen des Talges eines Kojsei man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig!? –",
"Šemuél ist der Ansicht R. Elea͑zars hinsichtlich des einen und streitet gegen ihn hinsichtlich des anderen.",
"Manche lesen: R. Ḥija b. Abba sagte im Namen Šemuéls: Wegen der Frau eines Tauben ist man ein Schwebe-Schuldopfer schuldig. Man wandte ein: Fünf dürfen die Hebe nicht abheben!? – Er ist der Ansicht R. Elea͑zars.",
"R. Aši fragte: Was ist der Grund R. Elea͑zars: ist es ihm entschieden, daß das Verständnis des Tauben schwach ist, jedoch zweifelhaft, ob es geklärt istoder nicht, aber immer im gleichen Zustande,"
],
[
"oder aber ist es ihm entschieden, daß sein Verständnis schwach und nicht geklärt ist, aber aus dem Grunde, weil er zuweilen normal und zuweilen blöde ist? –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Ob er seine Frau durch einen Scheidebrief entfernen kann; wenn du sagst, sein Verständnis schwanke nicht, so gleicht die Scheidung der Antrauung,",
"und wenn du sagst, er sei zuweilen normal und zuweilen blöde, so kann er wohl die Antrauung vollziehen, nicht aber die Scheidung. Wie ist es? – Dies bleibt unentschieden.",
"IST SIE BLÖDSINNIG GEWORDEN &C. R. Jiçḥaq sagte: Nach der Tora kann eine Blödsinnige geschiedenwerden, gleich einer Vollsinnigen gegen ihren Willen, und nur deshalb sagten sie, sie könne nicht geschieden werden, damit man sie nicht als preisgegeben behandle. –",
"In welchem Falle: versteht sie ihren Scheidebrief zu verwahren und sich selbst zu behüten, wieso sollte man sie als preisgegeben behandeln, und versteht sie nicht, ihren Scheidebrief und sich selbst zu verwahren,",
"wieso kann sie nach der Tora geschieden werden, in der Schule R. Jannajs sagten sie ja:er gebe ihr in die Hand, die eine Handhat, ihre Scheidung in Empfang zu nehmen, ausgenommen diese, die keine Hand hat, ihre Scheidung in Empfang zu nehmen.",
"Ferner lehrten sie in der Schule R. Jišmaéls:Er schicke sie aus seinem Hause, die, wenn man sie fortschickt, nicht zurückkehrt, ausgenommen diese, die, wenn man sie fortschickt, zurückkehrt!? –",
"In dem Falle, wenn sie ihren Scheidebrief zu verwahren versteht, nicht aber sich selbst. Nach der Tora kann sie geschieden werden, da sie ihren Scheidebrief zu verwahren versteht, nur sagten die Rabbanan, sie sei nicht zu entfernen, damit man sie nicht als preisgegeben behandle.",
"Abajje sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn von ihr lehrt er: ist sie blödsinnig geworden, so kann er sie nicht entfernen, von ihm aber: so kann er sie nimmer entfernen; weshalb heißt es von ihm ‘nimmer’ und von ihr nicht? Wohl deshalb, wenn er, nach der Tora, wenn sie, rabbanitisch.",
"R. JOHANAN B. NURI SPRACH &C. Sie fragten: War es R. Joḥanan b. Nuri hinsichtlich des Mannes entschieden, und seine Frage bezog sich auf die Frau, oder war es ihm hinsichtlich der Frau entschieden, und seine Frage bezog sich auf den Mann? –",
"Komm und höre: Sie erwiderten ihm: der Mann, der die Scheidung ausbringt, gleicht nicht der Frau, die geschieden wird; die Frau wird entfernt mit ihrem Willen und gegen ihren Willen, der Mann aber entfernt sie nur mit seinem Willen. Schließe hieraus, daß es ihm hinsichtlich des Mannes fraglich war. – Im Gegenteil, sieerwiderten : jene gleiche dieser, demnach war es ihm ja hinsichtlich der Frau fraglich.",
"Vielmehr sprach R. Joḥanan b. Nuri zu ihnen nach ihrer Ansicht: nach meiner Ansicht kann, wie der Mann nicht scheiden kann, die Frau nicht geschieden werden; welchen Unterschied aber gibt es nach euerer Ansicht zwischen der Frau und dem Manne? Sie erwiderten ihm: Der Mann, der die Scheidung ausbringt, gleicht nicht der Frau, die geschieden wird.",
"R. JOḤANAN &C. BEKUNDETE &C. Raba sagte: Aus der Bekundung des R. Joḥanan b. Gudgada [geht hervor], daß, wenn jemand zu Zeugen gesagt hat: seht diesen Scheidebrief, den ich ihr geben will, und darauf zu ihr gesagt hat: nimm diesen Schuldschein, sie geschieden ist.",
"R. Joḥanan b. Gudgada sagte, ihr Wissensei nicht nötig, ebenso ist hierbei ihr Wissen nicht nötig. – Selbstverständlich!? –",
"Man könnte glauben, da er zu ihr gesagt hat: nimm diesen Schuldschein, habe er ihn als nichtig erklärt, so lehrt er uns, daß, wenn er ihn als nichtig erklären wollte, er es zu den Zeugen gesagt haben würde; da er es nicht zu den Zeugen sagte, so hat er ihn nicht als nichtig erklärt, und ihr sagte er es nur deshalb, weil es ihm genannt war.",
"Einst verlor R. Jiçḥaq b. Bisna am Šabbath auf öffentlichem Gebiete die Schlüsseldes Lehrhauses, und als er zu R. Pedath kam, sprach dieser zu ihm: Geh,"
],
[
"führe da Knaben und Mädchen umher, und wenn sie sie finden, bringen sie sie. Er ist demnach der Ansicht, wenn ein Minderjähriger Aasißt, brauche das Gericht es nicht daran zu hindern. Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Man darf zu einem Kinde nicht sagen: hole mir den Schlüssel, hole mir den Siegelring, jedoch darf man es pflücken oder werfenlassen.",
"Abajje entgegnete: Pflücken, aus einem undurchlochten Pflanzentopfe; werfen, auf Neutralgebiet, wo dies nur rabbanitisch [verboten] ist. –",
"Komm und höre: Wenn ein Nichtjude löschenwill, so heiße man ihn weder löschen noch nicht löschen, weil sein Feiern anderen nicht obliegt; wenn ein Minderjähriger löschen will, so sage man ihm: lösche nicht, weil sein Feiern anderen obliegt!?",
"R. Joḥanan erwiderte: Wenn er es im Sinne seines Vaterstut. – Dementsprechend bei einem Nichtjuden, wenn er es im Sinne des Jisraéliten tut: ist dies denn erlaubt!? – Ein Nichtjude handelt aus eigenem Ermessen. –",
"Komm und höre: Wenn das Kind eines Genossenzu verkehren pflegt beim Vater seiner Mutter, einem Menschen aus dem gemeinen Volke, so befürchte er nicht, dieser könnte ihm unfertige Dingezu essen geben; findet er bei ihm Früchte, so braucht er nicht einzuschreiten. R. Joḥanan erwiderte: Beim Demaj haben sie es erleichtert. –",
"Demnach gilt dies nur vom Demaj, von sicher [Unverzehntetem] aber ist der Zehnt zu entrichten, und [dem widersprechend] erklärte R. Joḥanan, wenn er es im Sinne seines Vaterstut!? – R. Joḥanan war es zweifelhaft; entschied man so, wies er es zurück, entschied man entgegengesetzt, wies er es zurück. –",
"Komm und höre: Wenn das Kind eines Priesters, der Genosse ist, zu verkehren pflegt beim Vater seiner Mutter, einem Priester aus dem gemeinen Volke, so befürchte er nicht, dieser könnte ihm unreine Hebe zu essen geben; findet er bei ihm Früchte, so braucht er nicht einzuschreiten. – Dies gilt von rabbanitischer Hebe. –",
"Komm und höre: Man darf ein Kind von einer Nichtjüdin und einem unreinen Vieh saugen lassen, ohne dabei das Saugen von Ekeltierenzu berücksichtigen, jedoch darf man ihm nicht Aas, Totverletztes, ekelhafte und Kriechtiere zu essen geben. Von diesen allen darf es saugen, selbst am Šabbath; einem Erwachsenen ist es verboten. Abba Šaúl sagte: Bei uns war es Brauch, an Festtagen von einem reinen Vieh zu saugen.",
"Hier lehrt er, daß man das Saugen von Ekeltieren nicht berücksichtige. – Dies wegen der Lebensgefahr. – Demnach sollte es auch ein Erwachsener [dürfen]!? –",
"Bei einem Erwachsenen ist eine Schätzungerforderlich. – Sollte auch bei einem Minderjährigen eine Schätzung erforderlich sein!? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Für ein Kind ist die [Entziehung der] Milch gemeiniglich gefährlich.",
"«Abba Šaúl sagte: Bei uns war es Brauch, an Festtagen von einem reinen Vieh zu saugen.» In welchem Falle: liegt Lebensgefahr vor, so ist es ja auch am Šabbath erlaubt, und liegt keine Lebensgefahr vor, so ist es ja auch an Festtagen verboten!? – In dem Falle, wenn nur eine Quälereivorliegt,",
"und er ist der Ansicht, dies sei ein indirektesAblösen; am Šabbath, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, haben die Rabbanan es verboten, an Festtagen, [deren Entweihung] nur mit einem Verbote belegt ist, haben die Rabbanan es nicht verboten. –",
"Komm und höre:Ihr sollt sie nicht essen, denn ekelhaft sind sie, ihr sollt sie nicht essenlassen ; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen das Essen verbiete. – Nein, daß man ihnen nicht mit den Händen gebe. –",
"Komm und höre: Keine Seele von euch darf Blut essen; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen das Essen verbiete. – Nein, daß man ihnen nicht mit den Händen gebe. –",
"Komm und höre :Sprich, und du sollst sprechen; eine Warnung an Erwachsene hinsichtlich der Minderjährigen. Doch wohl, daß man ihnen die Verunreinigung verbiete. – Nein, daß man sie nicht mit den Händen unrein mache.",
"Und diese allesind nötig. Würde er es nur von den Ekeltieren gelehrt haben, so könnte man glauben,"
],
[
"weil das Verbot sich schon auf ein Minimum erstreckt, nicht aber gelte dies vom Blute, bei dem es sich nur auf ein Viertel[log] erstreckt. Und würde er es nur vom Blute gelehrt haben, so könnte man glauben, weil darauf die Ausrottung gesetzt ist, nicht aber gelte dies von den Ekeltieren.",
"Und würde er es nur von diesen beiden gelehrt haben, so könnte man glauben, weil das Verbot für jeden gilt, nicht aber gelte dies von der Verunreinigung. Und würde er es nur von der Verunreinigung gelehrt haben, so könnte man glauben, bei Priestern sei es anders, da ihnen mehr Gebote auferlegt worden sind, nicht aber gelte dies von jenen. Daher sind alle nötig. –",
"Komm und höre: Wenn zwei Brüder, ein Vollsinniger und ein Tauber, mit zwei vollsinnigen Schwestern verheiratet sind, und der mit der Vollsinnigen verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester seiner Frau frei. Was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Taube,",
"wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief, und die Frau seines Bruders ist für immer verboten.",
"Weshalb entferne er seine Frau durch einen Scheidebrief, mag sie doch bei ihm verbleiben, da dies ebenso ist, als ob ein Minderjähriger Aas ißt!? – Wegen des für sie geltenden Verbotes. –",
"Komm und höre: Wenn zwei vollsinnige Brüder mit zwei Schwestern, einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester seiner Frau frei. Was tue der mit der Tauben verheiratete Vollsinnige, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief und die Frau seines Bruders durch Ḥaliça.",
"Weshalb entferne er seine Frau durch einen Scheidebrief, mag sie doch bei ihm verbleiben, da dies ebenso ist, als ob ein Minderjähriger Aas ißt!? – Wegen des für ihn geltenden Verbotes.",
"Raba sprach: Komm und höre: Wenn zwei Brüder, ein Tauber und ein Vollsinniger, mit zwei Schwestern, einer Vollsinnigen und einer Tauben, verheiratet sind, und der mit der Tauben verheiratete Taube stirbt, was tue der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige? Sie ist als Schwester seiner Frau frei. Was tue der mit der Tauben verheiratete Taube, wenn der mit der Vollsinnigen verheiratete Vollsinnige stirbt? Er entferne seine Frau durch einen Scheidebrief, und die Frau seines Bruders ist für immer verboten.",
"Hierbei gilt ja das Verbot weder für sie noch für ihn, und er lehrt, daß er seine Frau durch einen Scheidebrief entferne!? R. Šema͑ja erwiderte: Mit Rücksicht auf die Erlaubnis der Schwägerin für Fremde.",
"",
"i WENN EINE FRAU MIT IHREM MANNE NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST IST, UND SOWOHL ZWISCHEN IHM UND IHR ALS AUCH IN DER WELT FRIEDEN HERRSCHTE, UND SIE ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN; IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF AN IHR DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WERDEN.",
"WENN FRIEDEN ZWISCHEN IHM UND IHR, ABER KRIEG IN DER WELT, ODER ZANK ZWISCHEN IHM UND IHR, ABER FRIEDEN IN DER WELT HERRSCHTE, UND SIE ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT. R. JEHUDA SAGT, SIE SEI ÜBERHAUPT NUR DANN GLAUBHAFT, WENN SIE WEINEND UND MIT ZERRISSENEN KLEIDERN ZURÜCKKOMMT. MAN ERWIDERTE IHM! OB SO ODER SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN.",
"GEMARA. Er lehrt den Fall, wenn Frieden zwischen ihm und ihr herrschte, weil er den Fall lehren will, wenn Zank zwischen ihm und ihr herrschte, und er lehrt den Fall, wenn Frieden in der Welt herrschte, weil er den Fall lehren will, wenn Krieg in der Welt herrschte.",
"Raba sagte: Wenn Krieg herrschte, aus dem Grunde, weil sie es aus Vermutung sagt: [sie denkt:] wieso sollte er unter allen, die getötet worden sind, entkommen sein? Wenn man aber erwidert: da Frieden zwischen ihm und ihr herrschte, warte sie, bis sie ihn sieht, so kann es Vorkommen, daß er durch einen Pfeil oder eine Lanze verwundet worden ist; sie glaubt, er sei entschieden gestorben, während mancher sich ein Pflaster bereitet und leben bleibt.",
"Raba wollte sagen, Hungersnot gleiche nicht einem Kriege, und sie sage es nicht aus Vermutung, später aber entschied Raba, Hungersnot gleiche einem Kriege. Einst kam nämlich eine Frau vor Raba und sagte, ihr Mann sei Hungers gestorben. Da sprach erzu ihr: Du hast recht getan, daß du dich gerettet hast ; es ist nicht denkbar, daß er mit dem bißchen Mehl, das du ihm zurückgelassen hast, sein Leben erhalten haben sollte. Sie erwiderte: Auch der Meister ist überzeugt, daß er damit nicht sein Leben erhalten haben kann.",
"Hierauf entschied Raba: Bei der Hungersnot ist es noch strenger als beim Kriege; herrschte Krieg, so ist sie nur dann nicht glaubhaft, wenn sie sagt, ihr Mann sei im Kriege getötet worden, jedoch glaubhaft, [wenn sie sagt,] er sei in seinem Bette gestorben, bei der Hungersnot aber nur dann, wenn sie sagt, er sei gestorben und sie habe ihn bestattet.",
"Ein Einsturz gleicht einem Kriege, denn sie sagt es ebenfalls aus Vermutung. Schlangen und Skorpione gleichen einem Kriege, denn sie sagt es ebenfalls aus Vermutung.",
"Eine Seuche gleicht, wie manche sagen, einem Kriege, und wie manche sagen, nicht einem Kriege. Manche sagen, sie gleiche einem Kriege, denn sie sagt es ebenfalls aus Vermutung; manche sagen, sie gleiche nicht einem Kriege, denn sie stützt sich auf den Spruch der Leute: sieben Jahre herrscht die Seuche, doch geht niemand vor seiner Zeit.",
"Sie fragten: Wie ist es: wenn sie selbst vom in der Welt herrschenden Kriege berichtete: sagen wir, sie habe keine Veranlassung zu lügen,"
],
[
"denn wenn sie wollte, könnte sie sagen, Frieden habe in der Welt geherrscht, oder aber kann, da es feststeht, sie sage es aus Vermutung, [der Umstand,] sie habe keine Veranlassung zu lügen, diese Feststellung nicht entkräften? –",
"Komm und höre: [Sagt sie:] sie haben über uns das Haus in Brand gesteckt, sie haben über uns die Höhle in Brand gesteckt, er ist gestorben und ich bin entkommen, so ist sie nicht glaubhaft. – Anders ist es da, wo ihr zu erwidern ist: wie dir ein Wunder geschehen ist, kann auch ihm ein Wunder geschehen sein. –",
"Komm und höre: [Sagt sie:] Nichtjuden überfielen uns, er ist getötet worden und ich bin entkommen, so ist sie glaubhaft. – Hierbei nach R. Idi, denn R. Idi sagte, eine Frau habe ihre Waffen bei sich.",
"Einst ereignete es sich, daß einem bei Beendigung der Antrauung der Hochzeitsbaldachin im Brand geriet. Da rief seine Frau: Seht meinen Mann! Als man herankam, fand man einen versengten Menschen und eine versengte Handliegen.",
"R. Ḥija b. Abin wollte entscheiden, dies gleiche [dem Falle, wenn sie sagt:] sie haben über uns das Haus in Brand gesteckt, sie haben über uns die Höhle in Brand gesteckt. Da sprach Raba: Wieso denn, da sagte sie nicht: seht meinen Mann, seht meinen Mann, hierbeiaber fand man einen versengten Menschen und eine versengte Hand. –",
"Und R. Ḥija b. Abin!? – Der versengte Mensch, der da lag, war vielleicht ein anderer, der ihn retten wollte und verbrannt wurde, und die Hand, die da lag, von [ihrem Manne], der vom Feuer erfaßt wurde, und aus Scham über sein Gebrechen in die Welt ausgewandert ist.",
"Sie fragten: Wie verhält es sich bei einem einzelnen Zeugen, wenn Krieg herrschte: ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil er bei einer Sache, die sich heraussteilen kann, nicht lügt, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil sie selber genau prüft und sich erst dann verheiratet, hierbei aberverheiratet sie sich ohne genau zu prüfen.",
"Rami b. Ḥama erwiderte : Komm und höre: R. A͑qiba erzählte: Als ich nach Nehardea͑ zur Interkalation des Schaltjahres kam, traf ich Neḥemja aus Bedali, und er sagte mir, er habe gehört, mit Ausnahme von R. Jehuda b. Baba erlaube niemand im Jisraéllande auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten. Ich erwiderte ihm: So ist es. Hierauf sprach er zu mir: Sage ihnen in meinem Namen: Ihr wisset, daß in diesem Lande Kriegsbanden streifen ; von R. Gamliél dem Älteren ist es mir überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten erlaube.",
"[Die Worte,] in diesem Lande Kriegsbanden streifen, sind wohl wie folgt zu verstehen: obgleich in diesem Lande Kriegsbanden streifen, dennoch ist es mir überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin zu heiraten erlaube. Demnach ist ein einzelner Zeuge glaubhaft.",
"Raba erwiderte: Wieso demnach gerade dieses Land, er sollte doch gesagt haben: überall, wo Kriegsbanden sich befinden!? Vielmehr, erklärte Raba, sagte er wie folgt: ihr wisset, daß in diesem Lande Kriegsbanden streifen, sodaß es mir nicht möglich ist, meine Familie zu verlassen und vor den Gelehrten zu erscheinen; von R. Gamliél dem Älteren ist es mir aber überliefert, daß man auf die Aussage eines einzelnen Zeugen hin einer Frau zu heiraten erlaube. –",
"Komm und höre: Einst reisten zwei Schriftgelehrte mit Abba Jose b. Simaj zu Schiff, und dieses ging unter; und auf die Aussage von Frauen hin erlaubte Rabbi ihren Frauen zu heiraten. Ein Gewässer gleicht ja einem Kriege, und Frauen, auch hundert, gleichen ja einem einzelnen Zeugen, und er lehrt, daß er ihnen zu heiraten erlaubte. –",
"Glaubst du, es war ja ein unumgrenztesGewässer und bei einem unumgrenzten Gewässer ist ja die Frauverboten!?"
],
[
"Da bekundeten sie vielmehr, daß man sie aus dem Wasser geholt und sie sie sofort an Zeichen erkannt haben, sodaß man sich gar nicht auf sieverließ.",
"Einst gab jemand seinem Genossen Sesam in Verwahrung, und als jener ihn zurück verlangte, erwiderte er ihm: Du hast ihn bereits erhalten. – Es war ja so und so viel und befindet sich nochim Fasse. Dieser erwiderte: Deinen hast du bereits erhalten, und dieser ist ein anderer.",
"R. Ḥisda wollte entscheiden, dies gleiche jenem Falle von den zweiSchriftgelehrten, wobei man nicht sagte, jene seien fort und diese seienandere.",
"Da sprach Raba zu ihm: Es ist nicht gleich; da gaben sie Kennzeichen an, welche Kennzeichen aber gibt es beim Sesam!? [Die Übereinstimmung] des Quantums aber, die er angibt, kann Zufall sein.",
"MarQašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Ist denn zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleerthaben, wir haben ja gelernt, daß, wenn jemand ein Gefäß findet mit Q gezeichnet, dies ‘Qorban’ [Opfer], mit M, dies ‘Maa͑ser’ [Zehnt], mit D, dies ‘Demaj’, mit Ṭ, dies ‘Ṭebel’ [Unverzehntetes], und mit T, dies ‘Teruma’[Hebe] heiße, denn zur Zeit der Gefahrschrieb man T statt ‘Teruma’!?",
"Rabbina sprach zu R. Aši : Ist etwa nicht zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, im Schlußsätze wird ja gelehrt: R. Jose sagt, selbst wenn man ein Faß findet und ‘Teruma’ darauf geschriebenist, gelte [der Inhalt] als profan, denn man nehme an, im Vorjahre war zwar Hebe darin, jedoch sei es geleert worden!?",
"Vielmehr stimmen alle überein, es sei zu berücksichtigen, er kann [den Inhalt] geleert haben, und ihr Streit besteht in folgendem: einer ist der Ansicht, wenn er [den Inhalt] geleert hätte, würde er [das Signum] abgekratzt haben, und einer ist der Ansicht, er kann dies vergessen oder zur Abschreckung zurückgelassen haben.",
"Jiçḥaq der Exilarch, ein Schwesterssohn R. Bebajs, reiste von Cordova nach Spanienund starb da. Hierauf berichteten sie von dort: Jiçḥaq der Exilarch, der Schwesterssohn R. Bebajs, reiste von Cordova nach Spanien und starb da. Berücksichtige man zwei [Personen namens] Jiçḥaq oder nicht? Abajje erwiderte, man berücksichtige dies, Raba erwiderte, man berücksichtige dies nicht.",
"Abajje sprach: Ich entnehme es aus folgendem. Einst wurde in Nehardea͑ ein Scheidebrief gefunden, in dem geschrieben stand: Neben der Stadt Colonia. Ich David, Sohn Nehilajs, aus Nehardea͑, habe meine Frau N. entlassenund verabschiedet. Der Vater Šemuéls sandte ihn zu R. Jehuda dem Fürsten, und dieser ließ ihm sägen, ganz Nehardea͑ sei zu untersuchen. –",
"Und Raba!? – Demnach sollte die ganze Welt untersuchtwerden. Er erwiderte dies nur aus Achtungvor dem Vater Šemuéls.",
"Raba sprach: Ich entnehme es aus folgendem. Einst wurden in Mahoza Urkunden präsentiert, die auf Ḥabi b. Nanaj und Nanaj b. Ḥabi lauteten, und Rabba b. Abuba ließ durch diese Geld einfordern; und in Mahoza waren ja mehrere [Personen namens]Ḥabi b. Nanaj und Nanaj b. Ḥabi. – Und Abajje!? –"
],
[
"Was war da zu befürchten: wenn das Verlieren, so ist man mit solchen vorsichtig, wenn Verwahrung, so gibt man solche nicht einem, der denselben Namen führt, zur Verwahrung,",
"und wenn etwa, er könnte sie ihm nur übergebenhaben, so werden Buchstaben durch Übergabe erworben.",
"Einst wurde in Sura ein Scheidebrief gefunden, in dem geschrieben stand: In der Stadt Sura. Ich A͑nan, Sohn Ḥijas, aus Nehardea͑, habe meine Frau entlassen und verabschiedet. Die Rabbanan forschten von Sura bis Nehardea͑ nach, und fanden keinen zweiten A͑nan, Sohn Ḥijas, außer A͑nan, Sohn Ḥijas, aus Ḥagra, der in Nehardea͑ weilte, und Zeugen kamen und bekundeten, daß an jenem Tage, an dem der Scheidebrief geschrieben wurde, jener A͑nan, der Sohn Ḥijas, aus Ḥagra, mit ihnen zusammenwar.",
"Abajje sprach: Auch nach meiner Ansicht, dies sei zu berücksichtigen, ist hierbei nichts zu berücksichtigen; von jenem bekundeten Zeugen, daß er in Nehardea͑ war, wie sollte er in Sura gewesensein.",
"Raba sprach: Auch nach meiner Ansicht, dies sei nicht zu berücksichtigen, ist es hierbeizu berücksichtigen, denn er kann mit einem Rennkamel oder durch einen [Wunder]sprunghingekommen sein, ebenso kann er einen Auftrag erteilthaben.",
"So sagte Rabh zu den Schreibern, und ebenso sagte R. Hona zu den Schreibern: Wenn ihr euch in Šili befindet, so schreibt Šili, auch wenn der Auftrag euch in Hini erteilt worden ist, und wenn ihr euch in Hini befindet, so schreibt Hini, auch wenn der Auftrag euch in Šili erteilt worden ist. –",
"Wie bleibt es mit dem Sesam? R. Jemar sagte, man berücksichtige diesnicht, Rabina sagte, man berücksichtige dies wohl. Die Halakha ist, man berücksichtige dies wohl.",
"ZANK ZWISCHEN IHM UND IHR &C. Was heißt Zank zwischen ihm und ihr? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn sie zu ihrem Manne sagt: laß uns scheiden. – Dies sagen ja alle!? – Vielmehr, wenn sie zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden. –",
"Sie sollte doch wegen einer Lehre R. Hamnunas glaubhaft sein, denn R. Hamnuna sagte, daß, wenn eine Frau zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden, sie glaubhaft sei, weil es feststeht, eine Frau erkühne sich nicht vor ihrem Manne!? –",
"Wenn sie sagte: du hast dich von mir vor dem und dem geschieden, und diese, als man sie fragte, sagten, es sei nicht wahr. –",
"Weshalb, wenn Zank zwischen ihnen herrschte? R. Ḥananja erwiderte: Weil sie dannlügt. R. Šimi b. Aši erwiderte: Weil sie es dann aus Vermutungsagt. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –"
],
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"Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn er den Zank herbeiführt.",
"Sie fragten: Ist ein einzelner Zeuge [glaubhaft], wenn Zank zwischen ihnen herrschte: ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil er bei einer Sache, die sich herausstellen kann, nicht lügt, somit lügt er auch hierbei nicht, oder ist ein einzelner Zeuge deshalb glaubhaft, weil sie selber genau prüft und sich erst dann verheiratet, und hierbei, wo Zank zwischen ihnen herrschte, verheiratet sie sich ohne zu prüfen? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. JEHUDA SAGT, SIE SEI ÜBERHAUPT NUR DANN GLAUBHAFT &C. Es wird gelehrt: Sie sprachen zu R. Jehuda: Nach deiner Ansicht kann eine Schlauesich verheiraten und eine Närrin nicht!? Vielmehr, darf sowohl die eine als auch die andere sich verheiraten.",
"Einst kam eine vor das Gericht R. Jehudas, und sie sprachen zu ihr: Klage über deinen Mann, zerreiße deine Kleider und zause dein Haar. – Sie lehrten sie simulieren!? – Sie waren der Ansicht der Rabbanan, und damit er ihr [zu heiraten] erlaube, veranlaßten sie sie dazu.",
" DIE SCHULE HILLELS SAGTE: WIR HÖRTEN DIESNUR VON DEM FALLE, WENN SIE VON DER GETREIDEERNTE KOMMT, UND ZWAR GILT DIES NUR IM SELBEN LANDE, WIE BEI JENEM EREIGNISSE.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS ERWIDERTE: EINERLEI, OB SIE VON DER GETREIDEERNTE, VON DER OLIVENLESE ODER VON DER WEINLESE KOMMT, AUCH WENN VON EINEM LANDE NACH DEM ANDEREN; DIE WEISEN SPRECHEN NUR DESHALB VON DER GETREIDEERNTE, WEIL JENER FALL SICH DANN EREIGNETE. DIE SCHULE HILLELS TRAT ZURÜCK UND BEKANNTE SICH ZUR ANSICHT DER SCHULE ŠAMMAJS.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sprach zur Schule Hillels : Nach euerer Ansicht gilt dies nur von der Weizenernte, woher dies von der Gerstenernte; ferner nur von der Getreideernte, woher dies von der Wein-, Oliven-, Dattel- und Feigenlese!?",
"Vielmehr ereignete sich jener Fall bei der Getreideernte, und dasselbe gilt auch von allen, und ebenso geschah es in jenem Falle im selben Lande, und dasselbe gilt auch von anderen. –",
"Und die Schule Hillels? – Im selben Lande, wo Menschenvorhanden sind, fürchtetsie, aus einem Lande in einem anderen aber, wo solche nicht vorhanden sind, fürchtet sie nicht. – Und die Schule Šammajs!? – Sie fürchtet auch dann, da Karawanen verkehren.",
"Was war es für ein Ereignis? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Einst gingen gegen Ende der Weizenernte zehn Personen zur Weizenernte, und eine Schlange biß einen von ihnen, worauf er starb. Hierauf ging seine Frau aufs Gericht und meldete dies, und als man es untersuchte, bestätigten sich ihre Worte. In jener Stunde lehrten sie: Wenn eine Frau sagt, ihr Mann sei gestorben, so darf sie sich verheiraten, ihr Mann sei gestorben, so ist an ihr die Schwagerehe zu vollziehen.",
"Es wäre anzunehmen, daß R. Ḥananja b. A͑qabja und die Rabbanan denselben Streit führen wie die Schule Šammajs und die Schule Hillels. Es wird nämlich gelehrt: Man darf das Entsündigungswasserund die Entsündigungsaschenicht in einem Schiffe über den Jarden führen,",
"noch an einem Ufer stehen und sie nach dem anderen Ufer werfen, noch auf dem Wasser schwimmen lassen, noch auf einem Tiere oder seinem Nächsten reitend [bei sich tragen], es sei denn, daß seine Füße den Boden berühren; wohl aber darf man sie anstandslos über eine Brücke tragen, sowohl über den Jarden als auch über jeden anderen Fluß. R. Ḥananja b. A͑qabja sagt, sie haben es nur in einem Schiffe auf dem Jarden verboten, wie bei jenem Ereignisse.",
"Es wäre anzunehmen, die Rabbanan seien der Ansicht der Schule Šammajs und R. Ḥananja b. A͑qabja der Ansicht der Schule Hillels. –",
"Die Rabbanan können dir erwidern: Unsere Ansicht gilt auch nach der Schule Hillels, denn die Schule Hillels vertritt da ihre Ansicht, weil sie fürchtet, und nur in einer nahen Gegend fürchtet sie, nicht aber in einer fernen Gegend, hierbei aber ist es einerlei, ob auf dem Jarden oder auf anderen Flüssen.",
"Desgleichen kann R. Ḥananja b. A͑qabja dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach der Schule Šammajs, denn die Schule Šammajs vertritt da ihre Ansicht, weil [die Frau] selbst prüft und sich erst dann verheiratet, somit ist es einerlei, ob in einer nahen Gegend oder in einer fernen Gegend, hierbei aber, wo es nur wegen jenes Ereignisses [verboten]ist, haben die Rabbanan es nur in einem Schiffe und auf dem Jarden verboten, wo das Ereignis geschah, auf anderen Flüssen aber, auf denen solches sich nicht ereignete, haben sie es nicht verboten. –",
"Was war es für ein Ereignis? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Einst führte jemand Entsündigungswasser und Entsündigungsasche in einem Schiffe auf dem Jarden, und darauf fand man ein olivengroßes Stück von einer Leiche im Boden des Schiffes stecken. In jener Stunde lehrten sie: Man darf das Entsündigungswasser und die Entsündigungsasche nicht in einem Schiffe über den Jarden führen.",
" DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGTE, SIEDÜRFE SICH VERHEIRATEN UND ERHALTE IHRE MORGENGABE; DIE SCHULE HILLELS SAGTE, SIE DÜRFE SICH VERHEIRATEN UND ERHALTE NICHT IHRE MORGENGABE. DIE SCHULE ŠAMMAJS SPRACH ZU JENER: WENN IHR DIE SCHWERE UNZUCHT FREIGEGEBENHABT, WIE SOLLTEN WIR DEN LEICHTEREN GELDBETRAG NICHT FREIGEBEN!? DIE SCHULE HILLELS ERWIDERTE :\n"
],
[
"WIR FINDEN, DASS AUF IHRE AUSSAGE HIN DIE BRÜDER DIE ERBSCHAFT NICHT ANTRETEN.",
"DIE SCHULE ŠAMMAJS ENTGEGNETE: DIESGEHT AUCH AUS DER URKUNDE IHRER MORGENGABE HERVOR, DENN [IN DIESER] SCHRIEB ER IHR: WENN DU DICH MIT EINEM ANDEREN VERHEIRATEST, SO ERHÄLTST DU, WAS DIR VERSCHRIEBEN IST. DIE SCHULE HILLELS TRAT ZURÜCK UND BEKANNTE SICH ZUR ANSICHT DER SCHULE ŠAMMAJS.",
"GEMARA. R. Ḥisda sagte: Ist an ihr die Schwagerehe vollzogen worden, so tritt auf ihre Aussage hin ihr Schwagerdie Erbschaft an. Jene stützten sich auf eine Deutungder Urkunde, und wir sollten uns auf eine Deutung der Tora nicht stützen!?",
"Der Allbarmherzige sagt:soll auf den Namen seines Bruders eintreten, und er ist eingetreten.",
"R. Naḥman sagte: Wenn sie vor Gericht kommt und sagt: mein Mann ist gestorben, erlaubt mir zu heiraten, so erlaubt man ihr zu heiraten und gibt ihr ihre Morgengabe; [sagt sie:] gebt mir meine Morgengabe, so erlaubt man ihr nicht einmal zu heiraten, denn sie kam nur wegen der Morgengabe.",
"Sie fragten: Wie ist es, [wenn sie sagt:] erlaubt mir zu heiraten und gebt mir meine Morgengabe; ist sie, da sie ihre Morgengabe verlangt, wegen der Morgengabe gekommen, oder aber pflegt man all seine Ansprüche vor Gericht vorzutragen? Und wie ist es, [wenn sie sagt:] gebt mir meine Morgengabe und erlaubt mir zu heiraten;",
"ist sie in diesem Falleentschieden wegen der Morgengabe gekommen, oder weiß sie nicht, wodurch sie erlaubtwird? – Dies bleibt unentschieden.",
"ALLE SIND GLAUBHAFT, FÜR SIE ZEUGNIS ABZULEGEN, AUSGENOMMEN IHRE SCHWIEGERMUTTER, DIE TOCHTER IHRER SCHWIEGERMUTTER, IHRE NEBENBUHLERIN, IHRE SCHWÄGERINUND DIE TOCHTER IHRES MANNES.",
" WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN SCHEIDUNGUND TOD? DIE URKUNDE BEWEIST ES.",
"GEMARA. Sie fragten: Wie verhält es sich mit der Tochter ihres Schwiegervaters; erfolgt dies bei der Tochter ihrer Schwiegermutter aus dem Grunde, weil, da ihre Mutter sie haßt, auch diese sie haßt, und hierbei ist keine sie hassende Mutter vorhanden,",
"oder aber erfolgt dies bei der Tochter ihrer Schwiegermutter aus dem Grunde, weil diese sich sagt, sie verzehre den Erwerb ihrer Mutter, und auch jene sagt sich, sie verzehre den Erwerb ihrer Eltern? –",
"Komm und höre: Alle sind glaubwürdig, für sie Zeugnis abzulegen, ausgenommen fünf Frauen. Demnach wären es sechs. – Vielleicht die Tochter ihrer Schwiegermutter aus dem Grunde, weil diese sich sagt, sie verzehre den Erwerb ihrer Eltern, somit ist es einerlei, ob die Tochter ihrer Schwiegermutter oder die Tochter ihres Schwiegervaters. –",
"Wir haben ja eine Lehre: ausgenommen siebenFrauen!? – Dies nach R. Jehuda, denn wir haben gelernt: R. Jehuda fügt noch die Frau [ihres] Vaters und die Schwiegertochter hinzu.",
"Jene erwiderten ihm: Die Frau ihres Vaters ist unter Tochter ihres Mannes und die Schwiegertochter ist unter Schwiegermutter einbegriffen. –",
"Und R. Jehuda!? – Allerdings haßt eine Schwiegermutter ihre Schwiegertochter, weil sie sich sagt, diese verzehre ihren Erwerb, weshalb aber sollte eine Schwiegertochter ihre Schwiegermutter hassen; ebenso haßt die Tochter des Ehemannes die Frau ihres Vaters, weil sie sich sagt, diese verzehre den Erwerb ihrer Mutter, weshalb aber sollte die Frau des Vaters die Tochter ihres Ehemannes hassen!? –",
"Wieso fügt er demnach beide hinzu!? – Eine Schwiegertochter haßt ihre Schwiegermutter vielmehr deshalb, weil diese alles, was sie tut, ihrem Sohne erzählt, und die Frau des Vaters haßt die Tochter ihres Ehemannes deshalb, weil diese alles, was sie tut, ihrem Vater erzählt. –",
"Und die Rabbanan!? –Wie im Wasser das Angesicht dem Angesichte entspricht, so des Menschen Herz dem des anderen. – Und R. Jehuda!? – Dieser Schriftvers spricht vom Gesetzesstudium.",
"R. Aḥa b. A͑vja sagte: Im Westen fragten sie, wie es mit einer später hinzukommenden Schwiegermuttersei. Denkt sie daran, ihr Ehemann könnte sterben und sie dem Schwager zufallen, und haßt sie, oder nicht? –"
],
[
"Komm und höre: Sagt sie, zuerst sei ihr Mann und nachher ihr Schwiegervater gestorben, so darf sie sich verheiraten und erhält ihre Morgengabe, während ihre Schwiegermutterverboten ist. Die Schwiegermutter ist wohl deshalb verboten, weil wir sagen, weder ist ihr Mann gestorben noch ist ihr Schwiegervatergestorben, und sie sagt dies nur zur Schädigung ihrer Schwiegermutter,",
"damit diese sie nicht später wiederum kränke. –",
"Vielleicht ist es da anders, wo sie die Kränkung bereits gefühlt hat.",
"iv,2 WENN EIN ZEUGE BEKUNDET HATTE, ER SEI GESTORBEN, WORAUF SIE SICH VERHEIRATETE, UND DARAUF EIN ANDERER KOMMT UND SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO IST SIE NICHT ZU ENTFERNEN. WENN EIN ZEUGE SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND ZWEI [ZEUGEN] SAGEN, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO IST SIE, SELBST WENN SIE SICH BEREITS VERHEIRATET HAT, ZU ENTFERNEN. WENN ZWEI SAGEN, ER SEI GESTORBEN, UND EINER SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF SIE, SELBST WENN SIE SICH NOCH NICHT VERHEIRATET HAT, SICH VERHEIRATEN.",
"GEMARA. Nur wenn sie sich bereits verheiratet hat, wenn aber nicht, darf sie sich nicht verheiraten; aber U͑la sagte ja, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubthat, er als zwei gelte, und die Worte des einzelnenhaben ja zweien gegenüber keine Geltung!? –",
"Er meint es wie folgt: wenn ein Zeuge bekundet, er sei gestorben, und man ihr zu heiraten erlaubt, und darauf ein anderer kommt und sagt, er sei nicht gestorben, so ist sie aus ihrem früheren Zustande des Erlaubtseins nicht zu entfernen.",
"WENN EIN ZEUGE SAGT, ER SEI GESTORBEN. Selbstverständlich, die Worte des einen haben ja zweien gegenüberkeine Geltung!? – In dem Falle, wenn es unzulässige Zeugensind, nach R. Neḥemja.",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Naḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einem Manne haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne.",
"Wenn du aber willst, sage ich: wenn zuerst ein einzelner gültiger Zeuge kommt, gelten auch hundert Frauen wie ein Zeuge, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst eine Frau gekommenwar.",
"Die Worte R. Neḥemjas sind wie folgt zu erklären: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen, und zwei Frauen gegenüber einer Frau haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne; zwei Frauen aber gegenüber einem Manne gelten wie Hälfte gegen Hälfte.",
"WENN ZWEI SAGEN, ER SEI GESTORBEN &C. Was lehrt er unsdamit!? – Wenn es unzulässige Zeugen sind, nach R. Neḥemja, der sich nach der Mehrheit der Personen richtet. – Dies ist ja dasselbe!? –",
"Man könnte glauben, man richte sich nach der Mehrheit der Personen nur erschwerend und nicht erleichternd, so lehrt er uns.",
"WENN EINESAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE SAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF DIE, DIE ER SEI GESTORBEN SAGT, SICH VERHEIRATEN UND SIE ERHÄLT IHRE MORGENGABE, UND DIE, DIE ER SEI NICHT GESTORBEN SAGT, DARF SICH NICHT VERHEIRATEN UND SIE ERHÄLT NICHT IHRE MORGENGABE.",
" WENN EINE SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE SAGT, ER SEI ERSCHLAGEN WORDEN, SO DÜRFEN SIE, WIE R. MEÍR SAGT, DA SIE EINANDER WIDERSPRECHEN, SICH NICHT VERHEIRATEN; R. JEHUDA UND R. ŠIMO͑N SAGEN, DA BEIDE ÜBEREINSTIMMEN, DASS ER NICHT LEBE, SO DÜRFEN SIE SICH VERHEIRATEN. WENN EIN ZEUGE SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EIN ZEUGESAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, \n"
],
[
"ODER EINE FRAU SAGT, ER SEI GESTORBEN, UND EINE FRAUSAGT, ER SEI NICHT GESTORBEN, SO DARF SIE SICH NICHT VERHEIRATEN.",
"GEMARA. Nur wenn siesagt, er sei nicht gestorben, wenn sie aber schweigt, darf sie sich verheiraten; aber eine Nebenbuhlerin darf ja für ihre Genossin kein Zeugnis ablegen!? –",
"[Der Fall, wenn sie sagt,] er sei nicht gestorben, istnötig; man könnte glauben, er sei gestorben, und sie sage es nur zur Schädigung ihrer Nebenbuhlerin, [wie es heißt:] ich will samt den Pelištim sterben, so lehrt er uns.",
"WENN EINE SAGT, ER SEI GESTORBEN &C. Sollte doch R. Meír auch über den ersten Fallstreiten!? R. Elea͑zar erwiderte: Sie streiten auch über jenen, nur wird er nach R. Jehuda und R. Šimo͑n gelehrt. R. Joḥanan erwiderte: Du kannst auch sagen, nach R. Meír, denn auch R. Meír pflichtet bei, daß bei der Bekundung der Frau [die Aussage], er sei nicht gestorben, nicht als Widerspruchgilt. –",
"Wir haben gelernt: Wenn ein Zeuge sagt, er sei gestorben, und ein Zeuge sagt, er sei nicht gestorben, wenn eine Frau sagt, er sei gestorben, und eine Frausagt, er sei nicht gestorben, so darf sie sich nicht verheiraten. Allerdings lehrt nach R. Elea͑zar diese anonyme Lehre die Ansicht R. Meírs, gegen R. Joḥanan aber ist dies ja ein Einwand!? – Ein Ein wand.",
" WENN EINE FRAU, DIE MIT IHREM EHEMANNE NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN UND ERHÄLT IHRE MORGENGABE, WÄHREND IHRE NEBENBUHLERIN VERBOTENIST. IST DIESE EINE MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIEHEBE ESSEN – SO R. TRYPHON.",
"R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BEWAHRE SIE VOR SÜNDE, VIELMEHR SEI IHR DIE VERHEIRATUNG, ABER AUCH DAS ESSEN VON HEBE VERBOTEN.",
"vii,1SAGT SIE, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SCHWIEGERVATER GESTORBEN, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN UND ERHÄLT IHRE MORGENGABE, WÄHREND IHRE SCHWIEGERMUTTER VERBOTEN IST. IST DIESE EINE MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETE TOCHTER EINES JISRAÉLITEN, SO DARF SIE HEBE ESSEN – SO R. TRYPHON. R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BEWAHRE SIE VOR SÜNDE, VIELMEHR IST IHR DIE VERHEIRATUNG, ABER AUCH DAS ESSEN VON HEBE VERBOTEN.",
"GEMARA. Und [beide Fälle] sind nötig. Würde nur der erste gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Tryphon vertrete seine Ansicht nur hierbei, wo eine körperliche Quälerei vorliegt, bei der Schwiegermutter aber, bei der nur eine äußerliche Quälereivorliegen kann, pflichte er R. A͑qiba bei.",
"Und würde nur der andere gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Tryphon bei. Daher sind beide nötig.",
"R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Tryphon. Abajje sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: [Sagt sie,] siehätte im Überseelande einen Sohnbekommen, und ihr Sohn sei gestorben und nachher ihr Mann, so ist sie glaubhaft; wenn aber: ihr Mann und nachher ihr Sohn, so ist sie nicht glaubhaft,",
"jedoch berücksichtige man ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwager ehe. Nur ihre Worte berücksichtige man, die Worte ihrer Nebenbuhlerin aber berücksichtige man nicht. Schließe hieraus."
],
[
"vii,2 WENN JEMAND SICH EINE FRAU VON FÜNF ANGETRAUT, UND NICHT WEISS, WELCHE ER SICH ANGETRAUT HAT, UND JEDE SAGT: MICH HAT ER SICH ANGETRAUT, SO GEBE ER JEDER EINEN SCHEIDEBRIEF, LEGE DIE MORGENGABE IN IHRE MITTE UND ENTFERNE SICH – SO R. TRYPHON.",
"R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BEWAHRE IHN VOR SÜNDE, VIELMEHR GEBE ER JEDER EINEN SCHEIDEBRIEF UND DIE MORGENGABE. WENN JEMAND EINEN VON FÜNF BERAUBT, UND NICHT WEISS, WEN ER BERAUBT HAT, UND JEDER SAGT: MICH HAT ER BERAUBT, SO LEGE ER DAS GERAUBTE IN IHRE MITTE UND ENTFERNE SICH – SO R. TRYPHON. R. A͑QIBA SAGT, NICHT DIESER WEG BE- FREIE IHN VON DER SÜNDE, VIELMEHR ERSETZE ER DAS GERAUBTE JEDEM.",
"GEMARA. Er lehrt ‘angetraut’ und nicht ‘beigewohnt’, er lehrt ‘beraubt’ und nicht ‘gekauft’, somit vertritt unsere Mišna weder die Ansicht des ersten Autors noch die des R. Šimo͑n b. Elea͑zar!?",
"Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: R. Tryphon und R. A͑qiba stimmen überein, daß, wenn jemand sich eine von fünf Frauen angetraut, und nicht weiß, welche er sich angetraut hat, er die Morgengabe in ihre Mitte lege und sich entferne, sie streiten nur über den Fall, wenn er ihr beigewohnt hat. R. Tryphon sagt, er lege die Morgengabe in ihre Mitte und entferne sich, und R. A͑qiba sagt, er müsse [die Morgengabe] an jede zahlen.",
"Ferner stimmen R. Tryphon und R. A͑qiba überein, daß, wenn jemand etwas von einem unter fünf gekauft, und nicht weiß, von wem er gekauft hat, er das Kaufgeld in ihre Mitte lege und sich entferne, sie streiten nur über den Fall, wenn er einen von fünf beraubt hat. R. Tryphon sagt, er lege das Geraubte in ihre Mitte und entferne sich, und R. A͑qiba sagt, er müsse das Geraubte jedem ersetzen.",
"Wenn nun R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, sie streiten nicht über Antrauung und Kauf, so ist wahrscheinlich der erste Autor der Ansicht, sie streiten wohl.",
"Wessennun: nach dem ersten Autor sollte er ‘angetraut’ und ‘gekauft’ lehren, und nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar sollte er ‘beigewohnt’ und ‘beraubt’ lehren!? –",
"Tatsächlich die des R. Šimo͑n b. Elea͑zar, und unter ‘angetraut’ ist angetraut durch Beiwohnung zu verstehen. Er lehrt ‘angetraut’, um die Ansicht R. A͑qibas hervorzuheben,",
"der auch bei Begehung eines rabbanitischen Verbotesmaßregelt, und er lehrt ‘beraubt’, um die Ansicht R. Tryphons hervorzuheben, der auch bei Begehung eines Verbotes der Tora nicht maßregelt.",
" WENN EINE FRAU, DIE MIT IHREM MANNE UND IHREM SOHNE NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR, ZURÜCKKOMMT UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SOHN GESTORBEN, SO IST SIEGLAUBHAFT; WENN ABER: IHR SOHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR MANN GESTORBEN, SO IST SIE NICHTGLAUBHAFT, JEDOCH BERÜCKSICHTIGE MAN IHRE WORTE, UND VOLLZIEHE AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.",
"ix [SAGT SIE,] SIE HÄTTE IM ÜBERSEELANDE EINEN SOHN BEKOMMEN, UND IHR SOHN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR MANN GESTORBEN, SO IST SIE GLAUBHAFT; WENN ABER: IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SOHN GESTORBEN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT, JEDOCH BERÜCKSICHTIGE MAN IHRE WORTE, UND VOLLZIEHE AN IHR DIE ḤALIÇA UND NICHT DIE SCHWAGEREHE.",
"x SAGT SIE, SIE HÄTTE IM ÜBERSEELANDE EINEN SCHWAGER BEKOMMEN, UND UHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER SEI IHR SCHWAGER GESTORBEN, ODER IHR SCHWAGER UND NACHHER IHR MANN, SO IST SIE GLAUBHAFT.",
"WENN SIE MIT IHREM MANNE UND IHREM SCHWAGER NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST WAR UND SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN UND NACHHER IHR SCHWAGER, ODER IHR SCHWAGER UND NACHHER IHR MANN, SO IST SIE NICHT GLAUBHAFT, DENN EINE FRAU IST NICHT GLAUBHAFT, WENN SIE SAGT, IHR SCHWAGER SEI GESTORBEN, UM SICH ZU VERHEIRATEN, ODER IHRE SCHWESTER SEI GESTORBEN, UM IN IHR HAUSEINZUZIEHEN. DESGLEICHEN IST EIN MANN NICHT GLAUBHAFT, WENN ER SAGT, SEIN BRUDER SEI GESTORBEN, UM AN DESSEN FRAU DIE SCHWAGEREHE ZU VOLLZIEHEN, ODER SEINE FRAU SEI GESTORBEN, UM IHRE SCHWESTER ZU HEIRATEN.",
"GEMARA. Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, wenn jemand seiner Frau einen Scheidebriefzueignet, und ein Schwager vorhandenist : ist dies, da sie ihnhaßt, für sie eine Bevorteilung, und bevorteilen kann man einen auch in seiner Abwesenheit, oder ist es für sie, da es vorkommt, daß sie ihn liebt, eine Benachteilung, und man kann niemand in seiner Abwesenheit benachteilen?",
"Dieser erwiderte: Wir haben es gelernt: Man berücksichtige ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe.",
"Rabina sprach zu Raba: Wie ist es, wenn jemand seiner Frau, wenn Zank [zwischen ihnen herrscht], einen Scheidebrief zueignet: ist dies, da Zank zwischen ihnen herrscht, für sie eine Bevorteilung, oder ist ihr die Befriedigung des Körperslieber? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Lieber zu zweien sitzen als verwitwet weilen.",
"Abajje sagte: Gleicht ihr Mann auch einer Ameise, ihr Stuhl wird unter die Vornehmengesetzt. R. Papa sagte: Ist ihr Mann auch wie eine Rübe, sie ruft ihn heran und sitzt mit ihm an derTürschwelle.",
"R. Aši sagte: Ist ihr Mann auch wie ein Stengel, sie verlangt dennoch keine Linsen in den Kochtopf. Es wird gelehrt: Sie allehuren und hängen es ihren Männern an."
],
[
" WENN MAN EINER FRAU, DEREN MANN UND NEBENBUHLERIN NACH DEM ÜBERSEELANDE VERREIST SIND, BERICHTET, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO DARF SIE SICH NICHT EHER VERHEIRATEN ODER DIE SCHWAGEREHE EINGEHEN, ALS BIS SIE ERFAHREN HAT, OB NICHT DIESE IHRE NEBENBUHLERIN SCHWANGER IST.",
"HATTE SIE EINE SCHWIEGERMUTTER, SO BRAUCHT SIE NICHTS ZU BERÜCKSICHTIGEN; VERREISTE DIESE SCHWANGER, SO BERÜCKSICHTIGE SIE ES; R. JEHOŠUA͑ SAGT, SIE BRAUCHE ES NICHT ZU BERÜCK SICHTIGEN.",
"GEMARA. Was heißt: diese ihre Nebenbuhlerin? – Folgendes lehrt er uns: nur diese Nebenbuhlerin ist zu berücksichtigen, eine andere Nebenbuhlerin braucht nicht berücksichtigt zu werden.",
"SICH NICHT EHER VERHEIRATEN ODER DIE SCHWAGEREHE EINGEHEN &C. Allerdings die Schwagerehe nicht eingehen, weil jene schwanger sein und er auf die nach der Tora verbotene Frau seines Bruders stoßen könnte, weshalb aber sich nicht verheiraten, man sollte sich doch nach den meisten Frauen richten, und die meisten Frauen werden schwanger und gebären!?",
"Es wäre also anzunehmen, daß hier die Ansicht R. Meírs vertreten ist, der die Minderheit berücksichtigt. –",
"Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn die Rabbanan richten sich nur bei einer konkreten Mehrheit nach dieser, beispielsweise bei den neun Läden oder [der Entscheidung] des Synedriums, bei einer abstrakten Mehrheit aber richten sich die Rabbanan nicht nach dieser. –",
"Beim Minderjährigen und der Minderjährigen handelt es sich ja um eine abstrakte Mehrheit, und die Rabbanan richten sich nach dieser!? Es wird nämlich gelehrt: Der Minderjährige hat und an der Minderjährigen ist die Ḥaliça und die Schwager ehe nicht zu vollziehen – so R. Meír. Sie sprachen zu R. Meír: Du hast allerdings recht, daß die Ḥaliça nicht zu vollziehen ist, denn im Abschnitteheißt es Mann, und man vergleiche die Frau mit dem Manne, weshalb aber nicht die Schwagerehe vollziehen!?",
"Dieser erwiderte: Beim Minderjährigen kann es sich her ausstellen, daß er impotent, und bei der Minderjährigen kann es sich her ausstellen, daß sie steril ist, sodaß sieauf ein Inzestverbot stoßen würden. Die Rabbanan aber sind der Ansicht, man richte sich bei den Knaben nach der Mehrheit, und die meisten sind nicht impotent, und desgleichen bei den Mädchen nach der Mehrheit, und die meisten sind nicht steril. – Das richtige ist vielmehr, unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Meírs. –",
"Wie ist, wenn sie die Ansicht R. Meírs vertritt, der Schlußsatz zu erklären ; hatte sie eine Schwiegermutter, so braucht sie nichts zu berücksichtigen. Weshalb denn, wenn man die Mehrheit berücksichtigt, so werden die meisten Frauen schwanger und gebären und die wenigsten abortieren, da aber von der Mehrheit die Hälfte Knaben und die Hälfte Mädchen gebären, so vereinige man die Minderheit der Abortierenden mit der Hälfte der Mädchen, sodann befinden sich die Knaben in der Minderheit, und diese sollte berücksichtigt werden!? –",
"Vielleicht berücksichtigt er deshalb nicht, weil [die Frau] sich im Zustande [des Erlaubtseins] für Fremde befand. – Sollte doch im Anfangssatze, wenn sie sich im Zustande [der Verpflichtung zur] Schwagerehebefand, an ihr die Schwagerehe vollzogen werden!?",
"R. Naḥman erwiderte im Namen des Rabba b. Abuha: Im Anfangsatze, bei einem mit der Ausrottung belegtenVergehen, berücksichtigten sie dies, im Schlußsätze, bei einem mit einem Verbote belegten Vergehen, berücksichtigten sie dies nicht.",
"Raba sprach: Merke, das eine ist [ein Vergehen] der Tora und das andere ist eines der Tora, was ist nun der Unterschied, ob es mit der Ausrottung oder mit einem Verbote belegt ist!? Vielmehr, erklärte Raba,"
],
[
"im Anfangssatze spricht der bisherige Zustand für die Schwagereheund die Mehrheit für [die Verheiratung mit] Fremden; der bisherige Zustand ist zwar nicht so entscheidend wie die Mehrheit, jedoch ist die Minderheit der Abortierenden mit dem bisherigen Zustande zu vereinigen, sodaß sie als Hälfte gegen Hälftegelten, somit darf sie weder sich verheiraten noch die Schwagerehe eingehen.",
"Im Schlußsatze dagegen spricht der bisherige Zustand für [die Verheiratung] mit Fremdenund auch die Mehrheit für [die Verheiratung] mit Fremden, somit besteht nur eine Minderheit der Minderheit, und die Minderheit der Minderheit berücksichtigt R. Meír nicht.",
"SICH NICHT VERHEIRATEN ODER DIE SCHWAGEREHE EINGEHEN &C. Ewig?",
"Zee͑ri erwiderte: Für sich [warte sie] drei Monateund für ihre Genossin neun, sodann ist an ihr auf jeden Fall die Haliça zu vollziehen.",
"R. Ḥanina erwiderte: Für sich drei Monate und für ihre Genossin ewig. – Mag doch an ihr die Ḥaliça auf jeden Fall vollzogenwerden!?",
"Abajje b. Abin und R. Ḥanina b. Abin erklärten beide: Es wird berücksichtigt, [ihre Nebenbuhlerin] könnte ein lebensfähiges Kind haben, sodann benötigt sie einer Kundmachung für Priester. –",
"Benötige sie doch!? – Vielleicht war jemand bei der Ḥaliça und nicht bei der Kundmachung zugegen, und er würde glauben, man habe eine Ḥaluça für Priester erlaubt. –",
"Wir haben gelernt: [Sagt sie,] sie hätte im Überseelande einen Sohn bekommen, und ihr Sohn sei gestorben und nachher sei ihr Mann gestorben, so ist sie glaubhaft; wenn aber: ihr Mann und nachher ihr Sohn, so ist sie nicht glaubhaft, jedoch berücksichtige man ihre Worte, und vollziehe an ihr die Ḥaliça und nicht die Schwagerehe.",
"Sollte doch berücksichtigt werden, es könnten Zeugen kommen und ihre Worte bestätigen, sodann benötigt sie der Kundmachung für Priester!? R. Papa erwiderte: Bei einer Geschiedenen. R. Ḥija, Sohn des R. Hona, erwiderte: Wenn sie sagt, sie war mit ihm zusammen in einer Höhle verborgen.",
" WENN VON ZWEI SCHWÄGERINNEN DIE EINE SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, UND DIE ANDERE SAGT, IHR MANN SEI GESTORBEN, SO IST DIE EINE VERBOTENWEGEN DES MANNES DER ANDEREN, UND DIE ANDERE VERBOTEN WEGEN DES MANNES JENER.",
"HAT EINE ZEUGENUND EINE KEINE ZEUGEN, SO IST, DIE ZEUGEN HAT, VERBOTEN, UND DIE KEINE ZEUGEN HAT, ERLAUBT. HAT EINE KINDER UND EINE KEINE KINDER, SO IST, DIE KINDER HAT, ERLAUBT, UND DIE KEINE KINDER HAT, VERBOTEN.",
"WENN AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST UND DIE SCHWÄGER GESTORBEN SIND, SO DÜRFEN SIE SICH NICHT VERHEIRATEN. R. ELIE͑ZER SAGT, DA SIE DEN SCHWÄGERN ERLAUBTWURDEN, SIND SIE JEDERMANN ERLAUBT.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Wenn die eine Zeugen und Kinder hat, und die andere keine Zeugen und keine Kinder hat, so sind beide erlaubt.",
"WENN AN IHNEN DIE SCHWAGEREHE VOLLZOGEN WORDEN IST UND DIE SCHWÄGER GESTORBEN SIND, SO DÜRFEN SIE SICH NICHT VERHEIRATEN. R. ELIE͑ZER SAGT, DA SIE DEN SCHWÄGERN ERLAUBT WURDEN, SIND SIE JEDERMANN ERLAUBT.",
"Raba fragte: Was ist der Grund R. Elie͑zers: ist er der Ansicht, eine Nebenbuhlerin dürfe für die andere Zeugnis ablegen, oder aber, weil sie sich selbst nicht schädigenwill? –",
"In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? –"
],
[
"Ob die Nebenbuhlerin sich vor ihr verheiraten darf: wenn du sagst, eine Nebenbuhlerin dürfe für ihre Genossin Zeugnis ablegen, darf diese sich verheiraten, auch wenn jene sich nicht verheiratet hat, und wenn du sagst, weil sie sich selbst nicht schädigen will, darf, wenn jene sich verheiratet hat, auch diese sich verheiraten, und wenn jene sich nicht verheiratet hat, auch diese sich nicht verheiraten.",
"Wie ist es damit? – Komm und höre: R. Elie͑zer sagt, da sie den Schwägern erlaubt wurden, sind sie jedermann erlaubt. Einleuchtend ist es, wenn du erklärst, weil sie sich selbst nicht schädigen will, daß sie nur dann heiraten darf, wenn jene sich verheiratet hat;",
"wenn du aber erklärst, weil eine Nebenbuhlerin für ihre Genossin Zeugnis ablegen darf, sollte sie [sich verheiraten dürfen], auch wenn jene sich nicht verheiratet!? Hieraus ist somit zu entnehmen, der Grund R. Elie͑zers ist, weil sie selbst heiraten und sich nicht schädigen will. –",
"R. Elie͑zer erwiderte ihnen nach ihrer Ansicht: nach meiner Ansicht kann eine Nebenbuhlerin für ihre Genossin Zeugnis ablegen, und sie darf sich verheiraten, auch wenn jene sich nicht verheiratet, aber auch ihr solltet mir beipflichten, daß, wenn jene sich verheiratet hat, diese sich verheiraten darf, weil jene sich nicht selbst schädigt. – Und die Rabbanan!? – Sie denkt :ich will samt den Pelištim sterben. –",
"Komm und höre: Wenn eine Frau, die mit ihrem Manne nach dem Überseelande verreist war, zurückkommt und sagt, ihr Mann sei gestorben, so darf sie sich verheiraten und erhält ihre Morgengabe, während ihre Nebenbuhlerin verboten ist. R. Elie͑zer sagt, da sie erlaubt ist, ist auch ihre Nebenbuhlerin erlaubt!? – Lies: da sie erlaubt ist und sich verheiratet hat. –",
"Sollte dochberücksichtigt werden, vielleicht hat sie einen Scheidebrief und sagt diesnur deshalb, um ihre Nebenbuhlerin zu schädigen!? –",
"Wenn sie sich mit einem Jisraéliten verheiratet, ist dem auch so, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn sie sich mit einem Priesterverheiratet.",
" MAN KANN BEKUNDENNUR AUF GRUND DES GESICHTES MIT DER NASE, SELBST WENN KENNZEICHEN AN SEINEM KÖRPER ODER SEINEN KLEIDERN VORHANDEN SIND. MAN KANN BEKUNDEN, NUR WENN IHM DIE SEELE AUSGESGHIEDEN IST, SELBST WENN MAN IHN ZERSCHNITTEN, GEKREUZIGT ODER VON EINEM WILDEN TLERE GEFRESSEN GESEHENHAT. MAN KANN BEKUNDEN NUR INNERHALB DREIERTAGE.",
"R. JEHUDA B. BABA SAGT, NICHT ALLE MENSCHEN, NICHT ALLE ORTE UND NICHT ALLE ZEITEN GLEICHEN EINANDER.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man kann nicht bekunden auf Grund der Stirn ohne Gesicht oder des Gesichtes ohne Stirn, nur wenn beide mit der Nase vorhanden sind. Abajje, nach anderen R. Kahana, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:die Züge ihres Angesichtes zeugen gegen sie.",
"Die Leute des Exilarchen hatten eine Geldforderung an Abba b. Martha, das ist Abba b. Minjorni. Da bestrich er einen Lappen mit Wachs und klebte ihn über die Stirn, und als er an ihnen vorüberging, erkannten sie ihn nicht.",
"SELBST WENN KENNZEICHEN VORHANDEN &C. Demnach sind Kennzeichen nicht nach der Tora [maßgebend],",
"und dem widersprechend [wird gelehrt], daß, wenn er ihnan einer Tasche, einem Geldbeutel oder einem Ringe angebunden oder unter seinen Geräten findet, selbst nach längerer Zeit, er gültigsei!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Elea͑zarb. Mahebaj und das andere nach den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Man kann nicht bekundenauf Grund einer Warze; R. Elea͑zar b. Mahebaj sagt, man könne wohl bekunden. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, Kennzeichen seien nach der Tora [maßgebend], und einer ist der Ansicht, Kennzeichen seien rabbanitisch [maßgebend].",
"Raba erwiderte: Alle stimmen überein, Kennzeichen seien nach der Tora [maßgebend], und hierbei streiten sie, ob eine Warze bei einem Wahlverwandtenzu finden ist: einer ist der Ansicht, sie sei bei einem Wahlverwandten zu finden, und einer ist der Ansicht, sie sei bei einem Wahlverwandten nicht zu finden.",
"Manche sagen: Hierbei streiten sie, ob eine Warze sich nach dem Tode verändert: einer ist der Ansicht, sie verändere sich nach dem Tode, und einer ist der Ansicht, sie verändere sich nach dem Tode nicht.",
"Manche lesen: Raba erwiderte: Alle stimmen überein, Kennzeichen seien rabbanitisch [maßgebend], und hierbei streiten sie, ob eine Warze"
],
[
"ein zuverlässiges Kennzeichenist : einer ist der Ansicht, sie sei ein zuverlässiges Kennzeichen, und einer ist der Ansicht, sie sei kein zuverlässiges Kennzeichen. –",
"Gegen die Lesart, nach der Raba sagt, Kennzeichen seien nach der Tora [maßgebend, ist ja einzuwenden:] er lehrt ja: selbst wenn Kennzeichen an seinem Körper oder seinen Kleidern vorhanden sind!? –",
"Am Körper: [die Bekundung,] ob er groß oder kleinist; an den Kleidern: weil das Verleihen berücksichtigt wird. – Wieso gebe man, wenn das Verleihen berücksichtigt wird, einen Eselauf Grund der Kennzeichen am Sattel ab!? –",
"Einen Sattel pflegt man nicht zu leihen, weil er den Esel verwundenwürde. – Wieso gebe man [einen Scheidebrief] ab, wenn man ihn an einer Tasche, einem Geldbeutel oder einem Ringe angebundenfindet!? –",
"Bei einem Ringebefürchtet man Fälschungen, bei einer Tasche und einem Geldbeutel ist man abergläubisch, daher verleiht man sie nicht. Wenn du aber willst, sage ich: an den Kleidern, ob sie weiß oder rot sind.",
"SELBST WENN MAN IHN ZERSCHNITTEN &C. GESEHEN HAT &C. Demnach kann [ein Mensch] zerschnitten leben, und dem widersprechend [wird gelehrt], ein Mensch sei auch zerschnitten oder sterbend nicht eher verunreinigend, als bis ihm die Seele ausgeschieden ist; nur verunreinigend ist er nicht, leben aber kann er nicht!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine nach R. Šimo͑n b. Elea͑zar und das andere nach den Rabbanan, denn es wird gelehrt: Man kann bekunden über einen Zerschnittenen, nicht aber über einen Gekreuzigten; R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch über einen Zerschnittenen könne man nicht bekunden, weil man [die Wunde] ausbrennen und er leben bleiben kann. –",
"Wieso kannst du dies R. Šimo͑n b. Elea͑zar addizieren, im Schlußsatze wird ja gelehrt: Einst ereignete es sich in A͑sja, daß man jemand ins Meer hinunterließ und darauf nur dessen Bein hervorzog, und die Weisen entschieden: wenn vom Knie aufwärts, so darf [seine Frau] heiraten, wenn vom Knie abwärts, so darf sie nicht heiraten. –",
"Anders ist es im Wasser, da es die Wunde ätzt. –",
"Rabba b. Bar Ḥana erzählte ja, er habe gesehen, wie ein Araber ein Schwert nahm und sein Kamel zerschnitt, ohne daß es das Schreien unterbrochen hätte!? Abajje erwiderte: Dieses war mager.",
"Raba erwiderte: Mit einem glühenden Messer, nach aller Ansicht.",
"VON EINEM WILDEN TIERE GEFRESSEN &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn an einer Stelle, da die Seele nicht ausscheidet, wenn aber an einer Stelle, da die Seele ausscheidet, bekunde man.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: Wenn man einem beide [Halsorgane]oder den größeren Teil beider durchgeschnitten hat und er fortgelaufen ist, so bekunde manüber ihn. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls, daß, wenn man einem beide Halsorgane oder den größeren Teil beider durchgeschnitten, und er durch Zeichen gesagt hat, daß man seiner Frau einen Scheidebrief schreibe, man ihn schreibe und ihr gebe!? – Er lebt, muß aber sterben. –",
"Demnach sollte man dieserhalbverbannt werden, während gelehrt wird, daß, wenn jemand einem beide [Halsorgane] oder den größeren Teil beider [unvorsätzlich] durchgeschnitten hat, er dieserhalb nicht verbannt werde!? – Hierzu wurde ja gelehrt: R. Hoša͑ja erklärte, hierbei werde berücksichtigt, ein Luftzug kann ihn verwirrt, oder er selber seinen Tod genäherthaben. –"
],
[
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? –",
"Wenn er ihn in einem Marmorhause geschlachtet und er gezappelt, oder er ihn draußen geschlachtet und er nicht gezappelt hat.",
"R. JEHUDA SAGT, NICHT ALLE &C. Sie fragten: Streitet R. Jehuda b. Baba erleichterndoder streitet er erschwerend? –",
"Komm und höre: Einst ertrank jemand in Karmi, und nach drei Tagen wurde er bei Be Hedja [aus dem Wasser] gezogen, und R. Dimi aus Nehardea͑ ließ seine Frau heiraten. Ferner ertrank einst jemand im Tigris, und nach fünf Tagen wurde er an der Brücke von Šebistana [aus dem Wasser] gezogen, und auf die Aussage eines Hochzeitskameraden hin ließ Raba seine Frau heiraten.",
"Allerdings entschieden sie, wenn du sagst, er streite erleichternd, nach R. Jehuda b. Baba, nach wem aber entschieden sie, wenn du sagst, er streite erschwerend!? – Anders ist es, wenn im Wasser, da es konservierendwirkt. –",
"Du sagtest ja aber, Wasser ätze die Wunde!? – Nur dann, wenn eine Wunde vorhanden, ist, wenn aber nicht, wirkt es konservierend. Dies nur, wenn man ihn sofort beim Herausziehen sieht, wenn aber später, so schwillt er an.",
"WENN JEMAND IN EIN GEWÄSSER GEFALLEN IST, EINERLEI OB ES UMGRENZT ODER NICHT UMGRENZT IST, SO IST SEINE FRAU VERBOTEN. iv R. MEÍR SAGTE : EINST FIEL JEMAND IN EINEN GROSSEN BRUNNEN, UND NACH DREI TAGEN KAM ER HERAUF.",
"R. JOSE SAGTE: EINST STIEG EIN BLINDER IN EINE HÖHLE HINAB, UM ZU BADEN, UND NACH IHM STIEG SEIN FÜHRER HINAB, UND NACHDEM MAN SO LANGE GEWARTET HATTE, BIS IHNEN DAS LEBEN AUSGING, ERLAUBTE MAN IHREN FRAUEN ZU HEIRATEN. FERNER EREIGNETE ES SICH IN A͑SJA, DASS MAN JEMAND INS MEER HINABLIESS UND DARAUF NUR SEIN BEIN HERAUFZOG, UND DIE WEISEN ENTSCHIEDEN: WENN VOM KNIE AUFWÄRTS, SO DARF SIE SICH VERHEIRATEN, WENN VOM KNIE ABWÄRTS, SO DARF SIE SICH NICHT VERHEIRATEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand in ein Gewässer gefallen ist, einerlei ob es umgrenzt oder nicht umgrenzt ist, so ist seine Frau verboten – so R. Meír. Die Weisen sagen, ist das Gewässer umgrenzt, so ist seine Frau erlaubt, ist es nicht umgrenzt, so ist seine Frau verboten. –",
"Welches Gewässer heißt umgrenzt? Abajje erwiderte: Wenn man daneben steht und alle vier Seiten sieht.",
"Einst ertrank jemand im Teiche von Samqe, und R. Šila erlaubte seiner Frau zu heiraten. Da sprach Rabh zu Šemuél: Komm, wir wollen ihn in den Bann tun. Dieser erwiderte: Wollen wir zuerst an ihn eine Frage richten.",
"Sie ließen ihn dann fragen: Ist, wenn das Gewässer nicht umgrenzt ist, seineFrau verboten oder erlaubt? Er ließ ihnen erwidern: Seine Frau ist verboten. – Ist der Teich von Samqe ein umgrenztes Gewässer oder ein nicht umgrenztes Gewässer? Er ließ ihnen erwidern: Es ist ein nicht umgrenztes Gewässer. – Weshalb entschied der Meister so. –",
"Ich habe mich geirrt, indem ich glaubte, er gleiche, da sein Wasser angesammelt ist und stillsteht, einem nicht umgrenzten Gewässer; dem ist aber nicht so, da er Wellen schlägt, können die Wellen ihn fortgeschwemmt haben.",
"Da las: Šemuél über Rabh:Dem Gerechten begegnet keine Untat. Rabh dagegen las über Šemuél :Hilfe durch die Größe des Ratgebers.",
"Es wird gelehrt: Rabbi erzählte: Einst warfen zwei Leute Fischergarne im Jarden aus; einer von ihnen stieg in eine Fischhöhle hinab, und als die Sonne unterging, sah er den Eingang der Höhle nicht mehr. Da wartete sein Gefährte so lange, bis ihm das Lebenausging, alsdann ging er und berichtete es seiner Familie. Am folgenden Tage, als die Sonne aufging, fand er den Eingang der Höhle und ging nach Hause, wo er eine große Trauer vorfand. Da sprach Rabbi: Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei seine Frau erlaubt, ist es nicht umgrenzt, sei seine Frau verboten. –",
"Demnach sollte man auch bei einem umgrenzten Gewässer eine Fischhöhle berücksichtigen!? – In einem umgrenzten Gewässer ist eine Fischhöhle ungewöhnlich.",
"R. Aši sagte: Das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem nicht umgrenzten Gewässer sei seine Frau verboten, gilt nur von einem gewöhnlichen Menschen, nicht aber von einem Gelehrten, denn wenn ein solcher gerettet wird, ist dies bekannt. – Dem ist aber nicht so; ob ein gewöhnlicher Mensch oder ein Gelehrter, nur wenn es bereits erfolgt ist, nicht aber von vornherein.",
"Es wird gelehrt: R. Gamliél erzählte: Einst sah ich, als ich zu Schiff reiste, ein Schiff Bruch erleiden, und grämte mich über einen Gelehrten, der sich auf diesem befand, das war R. A͑qiba. Als ich das Festland betrat, kam er und setzte sich nieder, und erörterte vor mir eine Halakha. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat dich heraufgebracht!? Er erwiderte mir: Ich stieß auf ein Brett vom Schiffe, und gegen jede Welle, die über mich kam, nickte ich den Kopf.",
"Hieran anlehnend sagten die Weisen: Wenn Bösewichter über einen Menschen herfallen, so nicke er ihnen den Kopf. An jener Stunde sprach ich; Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei [seine Frau] erlaubt, ist das Gewässer nicht umgrenzt, sei sie verboten.",
"Es wird gelehrt: R. A͑qiba erzählte: Einst sah ich, als ich zu Schiff reiste, ein Schiff im Meere untergehen, und grämte mich über einen Gelehrten, der sich auf diesem befand, das war R. Meír. Als ich in Kappadokien landete, kam er und setzte sich nieder, und erörterte vor mir eine Halakha. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, wer hat dich heraufgebracht? Er erwiderte mir: Eine Welle warf mich auf die nächste und die nächste auf die nächste, bis [das Meer] mich auf das Festland spie. An jener Stunde sprach ich: Wie bedeutend sind doch die Worte der Weisen, die gesagt haben, ist das Gewässer umgrenzt, sei seine Frau erlaubt, ist das Gewässer nicht umgrenzt, sei seine Frau verboten.",
"Die Rabbanan lehrten: Ist jemand in eine Löwengrube gefallen, so bekunde man über ihn nicht, wenn in einen Graben voll Schlangen und Skorpionen, so bekunde man über ihn. R. Jehuda b. Bethera sagt, auch wenn in einen Graben voll Schlangen und Skorpione, bekunde man über ihn nicht, denn es ist zu berücksichtigen,"
],
[
"er ist vielleicht Schlangenbeschwörer. – Und der erste Autor!? – Wegen des Druckes beschädigen sie ihn.",
"Die Rabbanan lehrten: Ist jemand in einen Schmelzofen gefallen, so bekunde man über ihn, wenn in einen [siedenden] Kessel voll Wein oder Öl, so bekunde man über ihn. Im Namen R. Aḥas sagten sie: Wenn in einen voll Öl, so bekunde man über ihn, weil es zündet, wenn in einen voll Wein, so bekunde man über ihn nicht, weil erlöscht. Man erwiderte ihm: Anfangs löscht er, nachher aber brennt er.",
"R. MEÍR SAGTE : EINST FIEL JEMAND IN EINEN GROSSEN BRUNNEN &C. Es wird gelehrt : Sie sprachen zu R. Meír : Man berufe sich nicht auf Wundertaten. – Worin besteht das Wunder: wenn etwa, weil er nicht essen und nicht trinken kann, so heißt es ja:fastet um mich, weder esset noch trinket!? –",
"Vielmehr, weil er nicht schlafen kann. R. Joḥanan sagte nämlich: [Sagt jemand:] ich schwöre, daß ich drei Tage nicht schlafen werde, so geißele man ihnund er schlafe sofort. –",
"Was ist der Grund R. Meírs? R. Kahana erwiderte : Da waren Gewölbe über Gewölbe. – Und die Rabbanan!? – Sie waren aus Marmor. – Und R. Meír!? – Dennoch war es nicht unmöglich, daß er sich ein wenig anlehnen und schlafen konnte.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst fiel die Tochter R. Neḥunja des Brunnengräbers in einen großen Brunnen, und man berichtete es R. Ḥanina b. Dosa. In der ersten Stunde sprach er zu ihnen: Friede. In der zweiten sprach er zu ihnen: Friede. In der dritten sprach er zu ihnen: Sie ist bereits emporgekommen.",
"Er sprach zu ihr: Meine Tochter, wer hat dich heraufgebracht? Diese erwiderte: Ein Schafbock, den ein Greis führte, kam zu mir. Hierauf sprachen sie zu ihm: Bist du ein Prophet? Dieser erwiderte : Ich bin weder ein Prophet noch eines Propheten Sohn ; aber sollte denn an einem Werke, mit dem dieser Fromme sich befaßt, sein Kind verunglücken!?",
"R. Abba sagte: Trotzdem starb sein Sohn vor Durst. Es heißt:rings um ihn stürmt es gewaltig; dies lehrt, daß der Heilige, gepriesen sei er, es mit seiner Umgebung haargenaunimmt. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem :Gott ist schrecklich im Rate der Heiligen und furchtbar für alle, die ihn umgeben.",
" AUGH WENN MAN NUR FRAUEN SAGEN HÖRT, N. SEI GESTORBEN, SO GENÜGTDIES. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN MAN NUR KINDER SAGEN HÖRT, SIE GEHEN N. BETRAUERN UND BEGRABEN, GENÜGE DIES. EINERLEI, OB SIE DIESBEABSICHTIGT HABEN ODER NICHT.",
"R. JEHUDA B. BABA SAGT, EIN JISRAÉLIT, [AUCH] WENN ER ES BEABSICHTIGT HAT; DAS ZEUGNIS EINES NICHTJUDEN ABER SEI, WENN ER ES BEABSICHTIGT HAT, UNGÜLTIG.",
"GEMARA. Vielleicht sind sienicht hingegangen!? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Wenn sie sagen: wir kommen von der Betrauung und der Beerdigung des N. –",
"Vielleicht starb nur eine Heuschrecke, die sie nach ihmbenennen!? – Wenn sie angeben: die und die Gelehrten waren da, die und die Trauerredner waren da.",
"DAS ZEUGNIS EINES NICHTJUDEN SEI, WENN ER ES BEABSICHTIGT &C. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Dies nur, wenn er ihre Erlaubnis beabsichtigt, wenn er aber nur Zeugnis ablegen will, ist seine Aussage gültig. – Woher weiß man dies? R. Joseph erwiderte: Wenn er aufs Gericht kommt und sagt: N. ist gestorben, laßt seine Frau heiraten, so beabsichtigt er die Erlaubnis, wenn er aber nur sagt: er ist gestorben, so will er nur Zeugnis ablegen.",
"Es wurde auch gelehrt: Reš Laqiš sagte: Dies nur, wenn er die Erlaubnis beabsichtigt, wenn er aber nur Zeugnis ablegen will, ist seine Aussage gültig. R. Joḥanan sprach zu ihm: Ereignete es sich doch, daß R. Oša͑ ja Berabbigegen fünfundachtzig Gelehrte stritt, indem er sagte, dies gelte nur, wenn er die Erlaubnis beabsichtigt, wenn er aber nur Zeugnis ablegen will, sei seine Aussage gültig, und die Weisen pflichteten ihm nichtbei. –",
"In welchem Falle kann diesvorkommen nach unserer Mišna, die lehrt, daß das Zeugnis eines Nichtjuden, wenn er es beabsichtigt, ungültig sei!? – Wenn er es harmloserzählt. So rief einst jemand: Wer von der Familie des Hivaj ist hier, wer von der Familie des Ḥivaj ist hier? Ḥivaj ist gestorben! Daraufhin erlaubte R. Joseph seiner Frau zu heiraten. Einst rief jemand: Wehe um den hurtigen Reiter von Pumbeditha, der gestorben ist! Daraufhin erlaubte R. Joseph, nach anderen Raba, seiner Frau zu heiraten.",
"Einst rief jemand: Wer von der Familie des Ḥasa ist hier? Ḥasa ist ertrunken! Da sprach R. Naḥman: Bei Gott, die Fische haben Ḥasa gefressen. Auf diesen Ausspruch R. Naḥmans hin verheiratete sich die Frau Ḥasas, und sie sagten ihr nichts. R. Aši sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß das, was die Rabbanan gesagt haben, wenn das Gewässer nicht umgrenzt ist, sei seine Frau verboten, nur von vornherein gilt, wenn sie sich aber verheiratet hat, entferne man sie von ihmnicht.",
"Manche lesen: R. Naḥman erlaubte seiner Frau zu heiraten, indem er sagte: Ḥasa war ein bedeutender Mann, und wenn er gerettet worden wäre, würde es bekannt geworden sein. Dies ist aber nichts; ob ein bedeutender Mann oder ein unbedeutender Mann, nur wenn es bereits erfolgt ist, von vornherein aber nicht.",
"Einst sagte ein Nichtjude zu einem Jisraéliten: Schneide am Šabbath Futtergras und wirf es meinem Vieh vor, sonst erschlage ich dich, wie ich jenen Jisraéliten erschlagen habe, den ich für mich eine Speise am Šabbath kochen hieß und er es nicht getan hat. Seine Frau hörte es und kam zu Abajje."
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"Nachdem er dies drei Festversammlungenaufschob, sprach R. Ada b. Ahaba zu ihm: Wende dich an R. Joseph, dessen Messer scharfist.",
"Er wandte sich an ihn, und dieser entschied es aus folgender Lehre: Wenn ein Nichtjude Früchte auf dem Markt verkauft und sagt, die Früchte seien von Ungeweihtem, von einem umgrabenenFelde, von Vierjährigem, so hat er nichts gesagt, denn er wollte nur seine Ware preisen.",
"Abba Jodan aus Çajdan erzählte: Einst gingen ein Jisraélit und ein Nichtjude zusammen auf dem Wege, und der Nichtjude kam und sagte: Schade um den Juden, der sich mit mir auf dem Wege befand; er starb und ich begrub ihn. Daraufhin erlaubte man seiner Frau zu heiraten.",
"Ferner ereignete es sich, daß eine Gruppe Menschen nach Antiochien ging, und ein Nichtjude kam und sagte: Schade um jene Gruppe Menschen; sie starben und ich begrub sie. Daraufhin erlaubte man ihren Frauen zu heiraten. Ferner ereignete es sich, daß sechzig Leute nach dem Kriegslager Bitther gingen, und ein Nichtjude kam und sagte: Schade um jene sechzig Leute, die sich auf dem Wege nach Bitther befanden; sie starben und ich begrub sie. Daraufhin erlaubte man ihren Frauen zu heiraten.",
" MAN KANN BEKUNDEN, AUCH WENN MAN IHN NUR BEIM LICHTSCHEIN ODER MONDSCHEIN [GESEHEN HAT], UND MAN ERLAUBE ZU HEIRATEN AUF GRUND EINES WIDERHALLS. EINST HÖRTE MAN JEMAND, DER [ANSCHEINEND] AUF DEM GIPFEL EINES BERGES STAND, RUFEN: N., SOHN DES N., AUS DEM ORTE N. IST GESTORBEN. ALS MAN DA HINGING, FAND MAN NIEMAND. HIERAUF ERLAUBTE MAN SEINER FRAU ZU HEIRATEN.",
"FERNER EREIGNETE ES SICH EINST IN ÇALMON, DASS JEMAND RIEF: ICH BIN N., SOHN DES N., EINE SCHLANGE BISS MICH UND ICH STERBE. ALS MAN DA HINGING, ERKANNTE MAN IHN NICHT. HIERAUF ERLAUBTE MAN SEINER FRAU ZU HEIRATEN.",
"GEMARA. Rabba b. Šemuél sagte: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man erlaube nicht zu heiraten auf Grund eines Widerhalls, und die Schule Hillels sagt, man erlaube zu heiraten auf Grund eines Widerhalls. Was lehrt er uns damit, dieslehrt ja unsere Mišna!? – Folgendes lehrt er uns: wenn sich eine anonyme Lehre finden sollte, daß man nicht zu heiraten erlaube, so ist dies die Ansicht der Schule Šammajs.",
"ALS MAN DA HINGING, FAND MAN NIEMAND. Vielleicht war es ein Dämon!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Sie saheneine menschliche Gestalt. – Jene sehen ja ebenso aus!? – Sie sahen an ihm einen Schatten. –",
"Jene haben ja ebenfalls einen Schatten!? – Sie sahen an ihm einen Widerschatten. – Vielleicht haben auch jene einen Widerschatten!? R. Ḥanina erwiderte: Der Dämon Jonathan sagte mir, sie haben einen Schatten, aber keinen Widerschatten, –",
"Vielleicht war es eine Nebenbuhlerin!? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt, in einer Stunde der Gefahr schreibe und gebe man einen Scheidebrief, auch wenn man ihnnicht kennt.",
"R.A͑QIBA ERZÄHLTE: ALS ICH NACH NEHARDEA͑ ZUR INTERKALATION DES SCHALTJAHRES KAM, TRAF ICH NEḤEMJA AUS BEDALI, UND DIESER SAGTE MIR, ER HABE GEHÖRT, MIT AUSNAHME VON JEHUDA B. BABA ERLAUBE NIEMAND IM JISRAÉLLANDE EINER FRAU AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN ZU HEIRATEN. ICH SPRACH ZU IHM: SO IST ES. HIERAUF SPRACH ER ZU MIR: SAGE IHNEN IN MEINEM NAMEN: IHR WISSET, DASS IN DIESEM LANDE KRIEGSBANDEN STREIFEN; VON R. GAMLIÉL DEM ÄLTEREN IST ES MIR ÜBERLIEFERT, DASS MAN AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN EINER FRAU ZU HEIRATEN ERLAUBE.",
"ALS ICH DIES R. GAMLIÉL UNTERBREITETE, FREUTE ER SICH ÜBER MEINE WORTE UND SPRACH: WIR HABEN INR. JEHUDA B. BABA EINEN GENOSSENGEFUNDEN.",
"DURCH DIESE UNTERHALTUNG ERINNERTE SICH R. GAMLIÉL, DASS LEUTE IN TEL A͑RZAGETÖTET WURDEN, UND R. GAMLIÉL [DER ÄLTERE] AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN IHREN FRAUEN ZU HEIRATEN ERLAUBTE. ES WURDE DANN EINGEFÜHRT, DIE HEIRAT ZU ERLAUBEN AUF [GRUND DER AUSSAGE] EINES ZEUGEN AUS DEM MUNDEEINES ZEUGEN, AUS DEM MUNDE EINES SKLAVEN, AUS DEM MUNDE EINER FRAU ODER DEM MUNDE EINER SKLAVIN. R. ELIE͑ZER UND R. JEHOŠUA͑ SAGEN, MAN ERLAUBE EINER FRAU NICHT, AUF DIE AUSSAGE EINES EINZELNEN ZEUGEN HIN ZU HEIRATEN. R. A͑QIBA SAGT, WEDER AUF GRUND DER AUSSAGE EINER FRAU NOCH EINES SKLAVEN NOCH EINER SKLAVIN NOCH EINES VERWANDTEN.",
"GEMARA. Ist R. A͑qiba denn der Ansicht, nicht auf die Aussage einer Frau hin, es wird ja gelehrt : R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt im Namen R. A͑qibas; [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß eine Frau glaubhaft ist, einen Scheidebriefzu überbringen: wenn die Frauen, von denen die Weisen gesagt haben, sie seien nicht glaubhaft, den Tod ihres Mannes zu bekunden, glaubhaft sind, ihr einen Scheidebriefzu überbringen, um wieviel mehr sind diejenigen, die glaubhaft sind, den Tod ihres Mannes zu bekunden, glaubhaft, ihr einen Scheidebrief zu überbringen.",
"Nur die Frauen, von denen die Weisen es gesagthaben, sind nicht glaubhaft, andere aber sind glaubhaft!? – Das ist kein Einwand; das eine, bevor dieseingeführt wurde, das andere, nachdem dies eingeführt wurde.",
" SIE SPRACHEN ZU IHM: EINST GINGEN LEVITEN NACH DER PALMENSTADT ÇOA͑R, UND ALS EINER VON IHNEN ERKRANKTE, BRACHTEN SIE IHN IN EIN GASTHAUS. AUF IHRER RÜCKKEHR FRAGTEN SIE DIE GASTWIRTIN, WO IHR GEFÄHRTE SEI, UND DIESE ERWIDERTE, ER SEI GESTORBEN UND SIE HABE IHN BEGRABEN. HIERAUF ERLAUBTE MAN SEINER FRAU ZU HEIRATEN. SOLLTE EINE PRIESTERINNICHT EBENSO [GLAUBHAFT] SEIN WIE JENE GASTWIRTIN!?",
"ER ERWIDERTE IHNEN: IN EINEM FALLE, WIE BEI DER GASTWIRTIN, IST SIE AUCH GLAUBHAFT. DIE GASTWIRTIN ÜBERREICHTE IHNEN SEINEN STAB, SEINEN REISESACK UND DIE TORAROLLE, DIE ER BEI SICH GEFÜHRT HATTE."
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"GEMARA. Worin besteht der Minderwert der Gastwirtin? R. Kahana erwiderte: Es war eine nichtjüdische Gastwirtin, und sie berichtete harmlos: da ist sein Stab, da ist sein Reisesack und da ist das Grab, in dem ich ihn begraben habe. Ebenso lehrte Abba, Sohn des R. Minjomi b. Ḥija, es war eine nichtjüdische Gastwirtin, und sie berichtete harmlos: da ist sein Stab, da ist sein Reisesack und da ist das Grab, in dem ich ihn begraben habe. –",
"Jene fragten sie ja, wo ihr Gefährtesei!? – Als sie sie sah, begann siezu weinen, und darum fragten sie sie, wo ihr Gefährte sei, und sie erwiderte ihnen, er sei gestorben und sie habe ihn begraben.",
"Die Rabbanan lehrten: Einst kam jemand vor R. Tryphon, um Zeugnis für eine Frauabzulegen. Dieser sprach zu ihm: Mein Sohn, was weißt du in der Sache dieser Frau zu bekunden? Jener erwiderte: Ich ging mit ihm auf dem Wege, und als eine Horde uns verfolgte, hing er sich an einen Olivenast, riß ihn ab und trieb die Horde zurück.",
"Ich sprach zu ihm: Löwe, heil deiner Kraft! Er erwiderte mir: Woher weißt du, daß ich Löwe heiße? So nennt man mich in meiner Stadt: Joḥanan, Sohn des R. Jehonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Nach einigen Tagen erkrankte er und starb. Hierauf erlaubte R. Tryphon seiner Frau zu heiraten. –",
"Ist denn nach R. Tryphon ein Ausfragen und Ausforschennicht nötig, es wird ja gelehrt: Einst kam jemand vor R. Tryphon, um Zeugnis für eine Frau abzulegen. Dieser sprach zu ihm: Mein Sohn, was weißt du in dieser Sache zu bekunden? Jener erwiderte: Ich ging mit ihm auf dem Wege, und als eine Horde uns verfolgte, hing er sich an einen Feigenast, riß ihn ab und trieb die Horde zurück. Ich sprach zu ihm: Heil deiner Kraft, Löwe! Er erwiderte mir: Du hast meinen Namen richtig erraten; so nennt man mich in meiner Stadt: Joḥanan, Sohn des Jonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Nach einigen Tagen erkrankte er und starb.",
"Dieser entgegnete: Hast du nicht wie folgt gesagt: Joḥanan, Sohn des Jonathan aus Kephar Šiḥja, der Löwe? Jener erwiderte: Nein, ich sagte wie folgt: Joḥanan, Sohn des Jonathan, der Löwe aus Kephar Šiḥja. Er subtilisierte mit ihm zwei- dreimal, und seine Worte stimmten immer überein. Hierauf erlaubte R. Tryphon seiner Frau zu heiraten. –",
"Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Man braucht die Zeugen über eine Frauenangelegenheit nicht durch Ausfragen und Ausforschen zu untersuchen – so R. A͑qiba. R. Tryphon sagt, man untersuche wohl.",
"Sie streiten über eine Lehre R. Ḥaninas, denn R. Ḥanina sagte: Nach der Tora ist sowohl bei Geldsachen als auch bei Strafsachen ein Ausfragen und Ausforschen erforderlich, denn es heißt:einerlei Recht soll unter euch gelten,",
"nur deshalb sagten sie, bei Geldsachen sei ein Ausfragen und Ausforschen nicht erforderlich, um den Darlehnsuchenden die Tür nicht zu verschließen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, diese gelte, da [die Frau] die Morgengabe erhält, als Geldsache, und einer ist der Ansicht, sie gelte, da dadurch eine Ehefrau Fremden erlaubt wird, als Strafsache.",
"R. Elea͑zar sagte im Namen R. Ḥaninas: Die Schriftgelehrten mehren den Frieden in der Welt, denn es heißt :all deine Söhne sind Gottesgelehrte, und groß ist der Friede deiner Kinder."
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