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"language": "en",
"title": "Sotah",
"versionSource": "https://www.nli.org.il/he/books/NNL_ALEPH001042448/NLI",
"versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]",
"shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929",
"actualLanguage": "de",
"languageFamilyName": "german",
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"direction": "ltr",
"heTitle": "סוטה",
"categories": [
"Talmud",
"Bavli",
"Seder Nashim"
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"text": [
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" WENN JEMAND SEINE FRAU VERWARNT, SO VERWARNE ER SIE, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, VOR ZWEI ZEUGEN UND LASSE SIE TRINKEN AUF GRUND EINES ZEUGEN ODER EIGENER WAHRNEHMUNG. R. JEHOŠUA͑ SAGT, ER VERWARNE SIE VOR ZWEI ZEUGEN UND LASSE SIE TRINKEN AUF GRUND ZWEIER ZEUGEN.",
" WIE VERWARNT ER SIE? WENN ER IHR VOR ZWEI [ZEUGEN] GESAGT HAT, DASS SIE MIT JENEM MANNE NICHT SPRECHE, UND SIE MIT IHM GESPROCHEN HAT, SO IST SIE IHREM MANNE NOCH ERLAUBT, AUCH DARF SIE HEBE ESSEN.",
"GING SIE MIT IHM IN EINEN VERBORGENEN RAUM UND VERWEILTE DA DIE DAUER EINER VERUNREINIGUNG, SO IST SIE IHREM MANNE VERBOTEN, AUCH DARF SIE KEINE HEBE ESSEN. STIRBT ER, SO IST AN IHR DIE ḤALIÇAUND NICHT DIE SCHWAGEREHEZU VOLLZIEHEN.",
"GEMARA. Merke, der Autor schließt ja mit [dem Traktate vom] Nazirate, weshalb lehrt er [im Anschluß daran den Traktat von der] Ehebruchsverdächtigten? —",
"Nach einer Lehre Rabbis. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Weshalb ist der Abschnitt vom Nazir dem Abschnitte von der Ehebruchsverdächtigten angeschlossen worden? Um dir zu sagen, daß, wenn jemand eine Ehebruchsverdächtigte in ihrem Unglimpf sieht, er den Wein abgelobe. —",
"Sollte er doch zuerst [den Traktat] von der Ehebruchsverdächtigten und nachher den vom Nazirlehren!? — Da er [vorher den Traktat von der] Ehelichunglehrte, in dem vom Abgelobengelehrt wird, und daran [den Traktat] von den Gelübden anschließt, so läßt er darauf [den Traktat] vom Nazirate folgen, das den Gelübden gleicht, und hierauf [den Traktat] von der Ehebruchsverdächtigten, wegen der Lehre Rabbis.",
"WENN JEMAND VERWARNT. Nur wenn es bereits erfolgtist, von vornherein aber nicht, somit ist unser Autor der Ansicht, die Verwarnung sei verboten.",
"R. Šemuél b. R. Jiçḥaq sagte: Wenn Reš Laqiš [den Traktat] von der Ehebruchsverdächtigten begann, sprach er wie folgt: Man gesellt einem Menschen eine Frau zu, nur nach Gebühr seiner Taten, denn es heißt: denn das Szepter des Gottlosen wird über dem Lose der Frommen nicht ruhen. Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Und ihre Paarung ist so schwierig, wie die Spaltungdes Schilfmeeres, denn es heißt:Gott bringt die Einsamen heim, er fährt die Gefesselten ins Freie. —",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, daß vierzig Tage vor der Bildung der Geburt eine Hallstimme ertöne und spreche: die Tochtervon jenem für diesen, das Haus von jenem für diesen, das Feld von jenem für diesen!? — Das ist kein Einwand; das eine gilt von der ersten Verheiratung und das andere gilt von der zweiten Verheiratung.",
"SO VERWARNE ER SIE, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, VOR ZWEI ZEUGEN &C. Sie streiten also nur über die Verwarnung unddas Sichverbergen, hinsichtlich der Verunreinigung aber ist auch ein einzelner Zeugeglaubhaft.",
"Ferner haben wir auch gelernt, daß, wenn ein einzelner Zeuge bekundet, er habe gesehen, daß sie sich verunreinigt hat, sie nichttrinke.",
"Woher, daß nach der Tora ein einzelner Zeuge glaubhaft ist? — Die Rabbanan lehrten:Und ein Zeuge gegen sie nicht da ist; die Schrift spricht von zweien.",
"Vielleicht ist dem nicht so, sondern auch von einem? Es heißt:ein einzelner Zeuge soll nicht gegen jemand auftreten;"
],
[
"schon aus den Worten: ein Zeuge soll nicht gegen jemand auftreten, weiß ich ja, daß von einem gesprochen wird, wenn es aber auch einzelner heißt, so ist dies eine Hauptnorm, daß überall, wo es ‘Zeuge’ heißt, zwei zu verstehen seien, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich einzelner sagt.",
"Die Schrift sagt nun, daß, wenn zwei [Zeugen] nicht vorhanden sind, sondern nur einer, und sie nicht ertappt worden ist, sie [ihrem Manne] verboten sei. —",
"Demnach erfolgt dies nur aus dem Grunde, weil der Allbarmherzige geschrieben hat: ein einzelner Zeuge soll nicht gegen jemand auftreten, sonst aber würde man gesagt haben, unter ‘Zeuge’ bei der Ehebruchsverdächtigten sei einer zu verstehen; wodurch sollte sie denn, wenn auch einer nicht vorhanden ist, verbotenwerden!? —",
"Dies ist nötig; unter: ein Zeuge gegen sie nicht da ist, könnte man verstehen, er sei nicht glaubhaft. —",
"Dies würde also heißen, ein Zeuge sei nicht glaubhaft,",
"vielmehr seien zwei erforderlich; demnach sollte die Schrift davon geschwiegen haben, und ich würde durch [das Wort] Sachevom Zivilrechte gefolgert haben, daß dieses allen anderen Zeugnissen in der Tora gleiche!? —",
"Dies ist nötig; man könnte glauben, bei einer Ehebruchsverdächtigten verhalte es sich anders, weil die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, da er sie verwarnt und sie sich verborgen hat, somit sei auch ein einzelner Zeuge glaubhaft. —",
"Wieso kannst du sagen, [man würde verstehen:] er sei nicht glaubhaft und sie sei erlaubt, es heißt ja:und sie nicht ertappt worden ist, demnach ist sie ja verboten!? —",
"Dies ist nötig; man könnte glauben, nur zwei seien glaubhaft, und sie durch zwei nicht ertappt worden ist, so lehrt er uns.",
"R. JEHOŠA͑ SAGT, ER VERWARNE SIE VOR ZWEI &C. Was ist der Grund R. Jehošua͑s? — Die Schrift sagt: gegen sie, gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung, gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen.",
"R. Eliézer aber erklärt: gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung. —",
"Vielleicht aber: gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen!? — Das Sichverbergen wird mit der Verunreinigung verglichen, denn es heißt:und sie sich verborgen und verunreinigt hat. —",
"Auch die Verwarnung wird ja mit der Verunreinigung verglichen, denn es heißt:und er gegen seine Frau eifert, und sie sich verunreinigt hat!? — Diese hat der Allbarmherzige durch [das Wort] gegen sie ausgeschlossen. — Was veranlaßt dich dazu!? —",
"Es ist einleuchtend, daß das Sichverbergen strengerist, denn dies macht sie gleich der Verunreinigung verboten. —",
"Im Gegenteil, die Verwarnung ist ja strenger, denn diese ist die hauptsächliche Veranlassung!? —",
"Wenn nicht das Sichverbergen, gäbe es keine Verwarnung. — Welche Wirkung hat denn das Sichverbergen ohne Verwarnung!? —",
"Dennoch ist das Sichverbergen strenger, denn dies ist der Beginn der Verunreinigung.",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Jose b. R. Jehuda sagte im Namen R. Elie͑zers: Wenn jemand seine Frau verwarnt, so verwarne er sie vor einem Zeugen oder ganz alleinund lasse sie auf Grund zweier Zeugentrinken. Die Weisen erwiderten: Nach der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda hat die Sache keinen Zweck. —",
"Was ist der Grund des R. Jose b. R. Jehuda? — Die Schrift sagt: gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen. —",
"Vielleicht aber: gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung!? — Die Verwarnung wird mit der Verunreinigung verglichen, denn es heißt: und er gegen seine Frau eifertund sie sich verunreinigt hat. —",
"Auch das Sichverbergen wird ja mit der Verunreinigung verglichen, denn es heißt: und sie sich verborgen und verunreinigt hat!? — Dies deutet darauf, daß das Sichverbergen die Dauer der Verunreinigung betragen müsse. —",
"«Die Weisen erwiderten: Nach der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda hat die Sache keinen Zweck.» Wieso dies? — Es kann vorkommen, daß er sie tatsächlich nicht verwarnt hat, jedoch behauptet, er habe sie verwarnt. —",
"Demnach hat dies nach unserer Mišnawohl einen Zweck; es kann ja vorkommen, daß sie sich nicht verborgen hat, er aber behauptet, sie habe sich wohl verborgen!?",
"R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte im Namen R. Joḥanans: Auch nach der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda hat die Sache keinen Zweck. —",
"‘Auch nach der Ansicht des R. Jose b. R. Jehuda’, und um so weniger nach unserer Mišna; im Gegenteil, nach unserer Mišna ist ja die Grundlage vorhanden, während nach jener Lehre die Grundlage nicht vorhandenist!? —",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten. R. Jiçḥaq b. Joseph erwiderte im Namen R. Joḥanans: Nach R. Jose b. R. Jehuda und auch nach unserer Mišna hat die Sache keinen Zweck.",
"R. Ḥanina aus Sura sagte: In der Jetztzeit sage man nicht zu seiner Frau, daß sie sich mit jemandem nicht verberge, denn vielleicht ist nach R. Jose b. R. Jehuda zu entscheiden, welcher sagt, die Verwarnung könne durch ihn allein erfolgen, und wenn sie sich mit jenem verbirgt, ist sie ihm, da es in der Jetztzeit kein Untersuchungswasser zur Prüfung gibt, für ewig verboten.",
"Reš Laqiš sagte: Was heißt Qinnuj? Ein Vorgang, der Haß [Qináh] stiftet zwischen ihr und anderen. Er ist der Ansicht, die Verwarnung könne durch ihn allein erfolgen, und da die Leute nicht wissen, daß er sie verwarnt hat, so sagen sie: Was hat diese, daß sie sich absondert!? Deshalb hegen sie Haß gegen sie.",
"R. Jemar b. Šelemja erklärte im Namen Abajjes: Ein Vorgang, der zwischen ihm und ihr Haß stiftet. Er ist der Ansicht, die Verwarnung müsse vor zwei Zeugen erfolgen; jeder weiß somit, daß er sie verwarnt habe, und er selbst ist es, der den Haß gegen siehervorruft."
],
[
"Demnachsind beide der Ansicht, die Verwarnung sei verboten.-",
"Was bedeutet Qinnuj nach demjenigen, welcher sagt, die Verwarnung sei erlaubt? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Qinnuj ist nichts weiter als ein Ausdruck der Verwarnung, wie es heißt:der Herr eifert für sein Land.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Wenn ein Mensch heimlich eine Sünde begeht, so macht dies der Heilige, gepriesen sei er, öffentlich bekannt, denn es heißt:und über ihn ein Geist der Eifersucht geht, und unter ‘gehen’ ist eine Bekanntmachung zu verstehen, wie es heißt:da gebot Moše und man ließ einen Ruf durch das Lager gehen.",
"Reš Laqiš sagte: Ein Mensch begeht nur dann eine Sünde, wenn ein Geist der Torheit in ihn fährt, denn es heißt:wenn irgend eines Mannes Frau sich vergeht, und geschrieben ist: eine Torheitbegeht.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Weshalb glaubte die Tora bei der Ehebruchsverdächtigten einem einzelnen Zeugen? Weil die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, denn er hat sie verwarnt, sie sich verborgen, und ein Zeuge bekundet, daß sie sich verunreinigt habe.",
"R. Papa sprach zu Abajje: Die Verwarnung wird ja in der Schrift nach dem Verbergen und der Verunreinigunggenannt!?",
"Dieser erwiderte:Und geht, wenn es bereits vorher gegangenwar. —",
"[Es heißt ja auch:]und es gehejeder Gerüstete von euch, demnach wäre auch hierbei ebenso zu verstehen!? —",
"Da heißt es: und wenn das Land vor dem Herrn unterworfen ist, und ihr darauf umkehrt, demnach bezieht es sich auf die Zukunft; wenn man aber hierbei nach der Reihenfolge der Schrift, kommenwird, auslegen wollte, so wäre ja, nach der Verunreinigung und dem Sich verbergen, die Verwarnung nicht nötig.",
"In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Ein Mensch verwarnt seine Frau nur dann, wenn ein Geist in ihn gefahren ist, denn es heißt: und über ihn ein Geist der Eifersucht geht und er gegen seine Frau eifert. — Was ist dies für ein Geist?",
"Die Rabbanan erklärten, ein Geist der Unreinheit. R. Aši erklärte, ein Geist der Reinheit.",
"Einleuchtend ist die Ansicht desjenigen, der ein Geist der Reinheit sagt, denn es wird gelehrt: Und er gegen seine Frau eifert, dies ist freigestellt — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht. Erklärlich ist dies, wenn du ein Geist der Reinheit sagst, ist es denn aber, wenn du ein Geist der Unreinheit sagst, Pflicht oder freigestellt, daß ein Mensch einen Geist der Unreinheit in sich bringe!?",
"Der Text. Und er gegen seine Frau eifert, dies ist freigestellt — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht. An ihr verunreinige er sich, dies ist freigestellt — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht.",
"Ewig haltet sie zur Arbeit, dies ist freigestellt — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht.",
"R. Papa sprach zu Abajje, manche sagen, R. Mešaršeja zu Raba: Demnach wäre anzunehmen, daß R. Jišma͑él und R. A͑qiba diesen Streit in der ganzen Tora führen; einer sagt, es sei freigestellt, und der andere sagt, es sei Pflicht!? Dieser erwiderte: Sie streiten nur über [diese] Schriftverse.",
"«Und er gegen seine Frau eifert, dies ist freigestellt — so R. Jišma͑él: R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht.»",
"Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Er ist der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Die Tora sagt:du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen, somit konnte man glauben, dies sei auch hierbeizu berücksichtigen, so heißt es: und über ihn ein Geist der Eifersucht geht und er gegen seine Frau eifert. —",
"Und R. A͑qiba!? — [Der Ausdruck] ‘eifern’ wird zweimal gebraucht. —",
"Und R. Jišma͑él!? — Da er schreiben will: und sie sich verunreinigt hat, und sie sich nicht verunreinigt hat, so heißt es auch [wiederum]: und er gegen seine Frau eifert.",
"Dies nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Jeder Abschnitt, der gelehrt und wiederholt worden ist, ist nur wegen einer darin vorkommenden Neuerung wiederholt worden.",
"«An ihr verunreinige er sich, dies ist. freigestellt — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht.»",
"Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Es heißt: rede zu den Priestern, den Kindern Ahrons, und sprich zu ihnen: er darf sich an keiner Seele in seinem Volke verunreinigen, daher heißt es: an ihr verunreinige er sich. —",
"Und R. A͑qiba!? Diesgeht hervor aus [den Worten:]nur an seinen Blutsverwandten, und wenn es noch heißt: an ihr verunreinige er sich, so deutet dies auf die Pflicht. —",
"Und R. Jišma͑él!? — An ihr verunreinige er sich, nicht aber an einzelnen Gliedern von ihr. —"
],
[
"Und R. A͑qiba!? — Der Allbarmherzige sollte doch an ihr geschrieben haben und nichts weiter, wenn es aber auch heißt: verunreinige er sich, so ist auch dieszu entnehmen. —",
"Und R. Jišma͑él!? — Da er an ihr geschrieben hat, so schrieb er auch: verunreinige er sich. Dies nach einer Lehre R. Jišma͑éls, denn in der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Jeder Abschnitt, der gelehrt und wiederholt worden ist, ist nur wegen einer darin vorkommenden Neuerung wiederholt worden.",
"«Ewig haltet sie zur Arbeit, dies ist freigestellt — so R. Jišma͑él; R. A͑qiba sagt, es sei Pflicht.»",
"Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Da es heißt:du sollst keine Seele am Leben lassen, so muß er auch schreiben: ewig haltet sie zur Arbeit, um zu lehren, daß, wenn jemand von den übrigen Völkerneine Kenániterinbeschlafen und von ihr einen Sohn gezeugt hat, man ihn [als Sklaven] kaufen dürfe.",
"Es wird nämlich gelehrt: Woher, daß, wenn jemand von den übrigen Völkern eine Kena͑niterin beschlafen und von ihr einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufendürfe? Es heißt:und auch aus den Kindern der Beisassen, die bei euch weilen, aus ihnen möget ihr erwerben.",
"Man könnte glauben, daß, auch wenn ein Kena͑niter eine von den übrigen Völkern beschlafen und von ihr einen Sohn gezeugt hat, man diesen als Sklaven kaufen dürfe, so heißt es:die sie in eurem Lande gezeugt haben; von denen, die in eurem Lande gezeugt worden sind, nicht aber von denen, die in eurem Lande wohnen. —",
"Und R. A͑qiba!? — Dies geht hervor aus [den Worten]: aus ihnen möget ihr erwerben, und wenn es noch heißt: ewig haltet sie zur Arbeit, so deutet dies auf die Pflicht. —",
"Und R. Jišma͑él!? — Sie, nicht aber eure Brüder. —",
"Und R. A͑qiba!? — Hinsichtlich der Brüder geht dies aus dem Schlüsse des Schriftverses hervor:aber bei euren Brüdern, den Kindern Jisraél, darf nicht einer den anderen mit schwerer Arbeit knechten. —",
"Und R. Jišma͑él!? — Da es sieheißt, so heißt es auch euren Brüdern. Dies nach einer Lehre der Schule R. Jišma͑éls, denn m der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Jeder Abschnitt, der gelehrt und wiederholt worden ist, ist nur wegen einer darin vorkommenden Neuerung wiederholt worden.",
"R. Ḥisda sagte: Hurerei im Hause ist wie Fäulnisfür den Mohn. Ferner sagte R. Ḥisda: Zank im Hause ist wie Fäulnis für den Mohn. Beides gilt jedoch nur von der Frau, beim Manne aber ist nichts dabei.",
"Ferner sagte R. Ḥisda: Zuerst, bevor die Jisraéliten gesündigt haben, ruhte die Göttlichkeit über jedem einzelnen besonders, denn es heißt: denn der Herr, dein Gott, zieht in deinem Lager einher; nachdem sie aber gesündigt haben, wich die Göttlichkeit von ihnen, denn es heißt: daß er nicht etwas Schändliches an dir sehe und sich von dir zurückziehe.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer ein Gebot auf dieser Welt ausübt, den empfängt es in der zukünftigen Welt und geht vor ihm einher, wie es heißt:deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen. Wer ein Verbot auf dieser Welt übertritt, den umschlingt es am Tage des Gerichtes und geht vor ihm einher, wie es heißt:es krümmen sich die Pfade ihres Laufes, sie steigen auf in die Öde und kommen um.",
"R. Elie͑zer sagt: Es hängt sich an ihn wie ein Hund, denn es heißt:er war ihr nicht zuwillen, sich mit ihr zu legen und mit ihr zusammen zu sein; sich mit ihr zu legen, auf dieser Welt, und mit ihr zusammen zu sein, in der zukünftigen Welt.",
"Dort haben wir gelernt: Man könnte folgern: wenn das",
"ersteZeugnis, das sie nicht für immer verbotenmacht, nicht durch weniger als zwei Zeugen gültig ist, um wieviel weniger ist das letzteZeugnis, das sie für immer verboten macht, durch weniger als zwei Zeugen gültig,",
"daher heißt es:und ein Zeuge gegen sie nicht da ist, irgend [ein Zeugnis]gegen sie.",
"Demnach könnte man [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere folgern: wenn das letzte Zeugnis, das sie für immer verboten macht, durch einen Zeugen gültig ist, um wieviel mehr ist das erste Zeugnis, das sie nicht für immer verboten macht, durch einen Zeugen gültig,",
"daher heißt es:denn er hat an ihr etwas Schändliches gefunden, und dortheißt es: durch zwei Zeugen oder durch drei Zeugen soll etwas bestätigt werden; wie dort das etwas durch zwei Zeugen [bestätigt werden muß], ebenso auch hierbei durch zwei. —",
"Ist dies denn aus [den Worten:] denn er hat an ihr etwas Schändliches gefunden, zu entnehmen, dies wird ja gefolgertaus gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung, gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen!? —",
"Dies sagt er auch: so heißt es gegen sie, gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung, gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen.",
"Woher, daß bei einer sonstigen Verunreinigung, ohne Verwarnung und ohne Sichverbergen, ein einzelner Zeuge nicht glaubwürdig sei? Hierbei heißt es: denn er hat an ihr etwas Schändliches gefunden, und dort heißt es: durch zwei Zeugen oder durch drei Zeugen soll etwas bestätigt werden, wie dort das etwas durch zwei Zeugen [bestätigt werden muß], ebenso auch hierbei durch zwei Zeugen.",
"Die Rabbanan lehrten: Das erste Zeugnis ist das Zeugnis über das Sichverbergen, das letzte Zeugnis ist das Zeugnis über die Verunreinigung. —"
],
[
"Wieviel beträgt die Dauer des Sichverbergens? — Die Dauer der Verunreinigung, das ist die Dauer des Beischlafes, das ist die Dauer der Anschmiegung,",
"das ist die Dauer der Umkreisung einer Dattelpalme — so R. Jišma͑él. R. Elie͑zer sagt, die Dauer des Einschenkens eines Bechers. R. Jehošua͑ sagt, als man ihn trinken kann.",
"Ben A͑zaj sagt, als man ein Ei backen kann. R. A͑qiba sagt, als man ein solches schlürfen kann. R. Jehuda b. Bethera sagt, als man drei Eier hinter einander schlürfen kann. R. Elea͑zar b. Jirmeja sagt, als ein Weber einen Faden zusammenknotet.",
"Ḥanin b. Pinḥas sagt, als sie die Hand in den Mund stecken und ein Spänchenentfernen kann. Pelemo sagt, als sie mit der Hand in den Korb langen und ein Brot nehmen kann. Und obgleich es keinen Beweis dafür gibt, so gibt es dennoch eine Andeutung:denn durch ein Hurenweib [kommt man herunter] bis auf einen Laib Brot.",
"Wozu ist dies allesnötig? —",
"Dies ist nötig. Würde er nur gelehrt haben: die Dauer der Verunreinigung, so könnte man glauben, die Dauer der Verunreinigung und der Liebkosung; daher lehrt er: die Dauer des Beischlafes.",
"Und würde er nur gelehrt haben: die Dauer des Beischlafes, so könnte man glauben, die Dauer bis zur Beendigung des Beischlafes; daher lehrt er: die Dauer der Anschmiegung.",
"Und würde er nur gelehrt haben: die Dauer der Anschmiegung, so könnte man glauben, der Anschmiegung und der Liebkosung, daher lehrt er: die Dauer der Verunreinigung. — Beträgt denn die Verunreinigung die Dauer der Umkreisung einer Dattelpalme,",
"ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Und sie sich verborgen hat; wir würden die Dauer des Sichverbergens nicht gekannt haben, wenn es aber heißt: und sie sich verunreinigt hat, so sage man, es betrage die Dauer der Verunreinigung, das ist die Dauer des Beischlafes, das ist die Dauer der Anschmiegung, das ist die Dauer des Rückganges einer Dattelpalme — so R. Elie͑zer.",
"R. Jehošua͑ sagt, die Dauer des Einschenkens eines Bechers. Ben A͑zaj sagt, als man ihn trinken kann. R. A͑qiba sagt, als man ein Ei backen kann. R. Jehuda b. Bethera Sagt, als man ein solches schlürfen kann.",
"Er glaubte, ‘Umkreisung einer Dattelpalme’ und ‘Rückgang einer Dattelpalme’ sei dasselbe, [somit ist einzuwenden:] dort sagt R. Jišma͑él, die Dauer der Umkreisung einer Dattelpalme, und R. Elie͑zer streitet gegen ihn, und hier sagt R. Elie͑zer, die Dauer des Rückganges einer Dattelpalme!?",
"Abajje erwiderte: Umkreisung: mit den Füßen, Rückgang: durch den Wind.",
"R. Aši fragte: Ist dies zu verstehen, wie sie durch den Wind hin und her bewegt wird, oder aber, wie sie hin und her bewegt wird und zurück in ihre frühere Stellung gelangt? — Dies bleibt unentschieden. —",
"Dort sagt R. Elie͑zer, die Dauer des Einschenkens eines Bechers, und hier sagt er, die Dauer des Rückganges einer Dattelpalme!? — Beides ist von gleicher Dauer. —",
"Dort sagt R. Jehošua͑, als man ihn trinken kann, und hier sagt er, die Dauer des Einschenkens eines Bechers!? — Lies: als man einen einschenken und trinken kann. — Sollte er doch erwidert haben. beides sei von gleicher Dauer!? — Demnach wäre dies identisch mit [der Ansicht] R. Elie͑zers. —",
"Dort sagt Ben A͑zaj, als man ein Ei backen kann, und hier sagt er, als man [einen Becher] trinken kann!? — Beides ist von gleicher Dauer. —",
"Dort sagt R. A͑qiba, als man [ein Ei] schlürfen kann, und hier sagt er, als man ein Ei backen kann!? — Lies: als man ein Ei backen und schlürfen kann. — Sollte er doch erwidert haben, beides sei von gleicher Dauer!? — Demnach wäre dies identisch mit [der Ansicht] Ben A͑zajs. —",
"Dort sagt R. Jehuda b. Bethera, als man drei Eier hinter einander schlürfen kann, und hier sagt er, als man [ein Ei] schlürfen kann!? — Er sagt es nach der Ansicht R. A͑qibas; dieser sagt: die Dauer des Backens und Schlürfens, und hierzu sagt er: wenn nur schlürfen, als man drei Eier hinter einander schlürfen kann; es ist dies die Dauer von Backen und Schlürfen.",
"«R. Elie͑zer b. Jirmeja sagt, als ein Weber einen Faden zusammenknotet.» R. Aši fragte: Entferntoder nahe? — Dies bleibt unentschieden.",
"«Ḥanin b. Pinḥas sagt, als sie die Hand in den Mund stecken und ein Spänchen entfernen kann.» R. Aši fragte: Ein eingepreßtes oder ein loses? — Dies bleibt unentschieden.",
"«Pelemo sagt, als sie mit der Hand in den Korb langen und ein Brot nehmen kann.» R. Aši fragte: Ein eingepreßtes oder ein loses? Ein neueroder ein alter? Ein warmesoder ein kaltes?"
],
[
"Aus Weizen oder aus Gerste? Ein weichesoder ein hartes? — Dies bleibt unentschieden.",
"R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Joḥanans: Jeder von ihnen hat esaus eigener Erfahrung bemessen. — Unter ihnen ist ja auch Ben A͑zaj, der unverheiratet war!? —",
"Wenn du willst, sage ich: er hatte geheiratet und ließ sich scheiden; wenn du willst, sage ich; er hörte es von seinem Lehrer; und wenn du willst, sage ich:das Geheimnis des Herrn denen, die ihn fürchten.",
"R. A͑vira trug vor, manchmal im Namen R. Amis und manchmal im Namen R. Asis: Wenn jemand Brot ißt ohne die Hände gewaschen zu haben, so ist dies ebenso, als würde er ein Hurenweib beschlafen, denn es heißt:denn durch ein Hurenweib [kommt man herunter] bis auf einen Laib Brot.",
"Raba sprach: Wieso heißt es demnach: denn durch ein Hurenweib [kommt man herunter] bis auf einen Laib Brot, es müßte ja heißen: durch ein Laib Brot bis auf ein Hurenweib!? Vielmehr, sagte Raba, wer ein Hurenweib beschläft, endet damit, daß er nach einem Laibe Brot sucht.",
"R. Zeriqa sagte im Namen R. Elea͑zars: Wer das Händewaschen vernachlässigt, wird aus der Welt gerissen. R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Beim vorangehenden Waschenhebe man die Hände nach oben, beim nachfolgenden Waschensenke man die Hände nach unten. Ebenso wird gelehrt: Wer die Hände wäscht, hebe sie nach oben, weil das Wasser über das Gelenkzurücklaufen und die Hände unrein machen könnte.",
"R. Abahu sagte: Wenn jemand Brot mit ungereinigten Händen ißt, so ist es ebenso, als würde er unreines Brot essen, denn es beißt:und der Herr sprach: so essen die Kinder Jisraél ihr Brot unrein &c.",
"Washeißt:und ein Eheweib erjagt eine edle Seele? R. Ḥija b. Abba erwiderte im Namen R. Joḥanans: Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt, so endet er damit, daß er durch ein Eheweib zu Falle kommt, denn es heißt: und ein Eheweib erjagt eine edle Seele.",
"Raba sprach: Wieso heißt es demnach edle Seele, es sollte ja ‘hochmütige Seele’ heißen!? Ferner sollte es heißen: sieerjagt!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn jemand ein Eheweib beschläft, so erjagt es ihn, selbst wenn er die Tora gelernt hat, von dem es heißt:kostbarer ist es als Korallen [peninim], als der Hochpriester, der in das Allerinnerste[penim] eintritt, für das Gericht des Fegefeuers.",
"R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt, so ist es ebenso, als würde er Götzendienst treiben, denn von jenem heißt es:ein Gräuel ist dem Herrn ein stolzes Herz, und von diesem heißt es:du sollst keinen Gräuel in dein Haus bringen.",
"In seinem eigenen Namen sagte R. Joḥanan: Es ist ebenso, als würde er Gott verleugnet haben, denn es heißt:und dein Herz hochmütig wird, und du den Herrn, deinen Gott, vergißt &c.",
"R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Es ist ebenso, als würde er alle Inzestverbrechenbegangen haben; von jenem heißt es: ein Gräuel ist dem Herrn ein stolzes Herz, und von diesen heißt es:denn alle diese Gräuel &c.",
"Ula sagte: Es ist ebenso, als würde er eine Opferhöhe errichtet haben, denn es heißt:lasset ab vom Menschen, der Odem in der Nasehat, denn wofür ist er geachtet, und man lese nicht bamme [wofür], sondern bama [Opferhöhe].",
"Was heißt:Hand zu Hand bleibt nicht verschont? Rabh erklärte: Wenn jemand eine Ehefrau beschläft, so bleibt er, selbst wenn er dem Heiligen, gepriesen sei er, Himmel und Erde zugeeignethat, gleich unserem Vater Abraham, von dem es heißt:ich erhebe meine Hand zum Herrn, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, vom Gerichte des Fegefeuers nicht verschont.",
"Die Jünger der Schule R. Šilas wandten ein: Wieso heißt es demnach: Hand zu Hand bleibt nicht verschont, es sollte ja heißen: meineHand!?",
"Vielmehr, erklärten sie in der Schule R. Šilas, er bleibt, selbst wenn er die Tora in Empfang genommen hatte, gleich unserem Meister Moše, von dem es heißt:in seiner Rechten das Feuergesetz für sie, vom Gerichte des Fegefeuers nicht verschont.",
"R. Joḥanan wandte ein: Wieso heißt es demnach: Hand zu Hand, es sollte ja heißen: Hand von Hand!?",
"Vielmehr, erklärte R. Joḥanan,"
],
[
"er bleibt, selbst wenn er heimlich Wohltätigkeit, wovon es heißt:eine heimliche Gabe besänftigt den Zorn &c., vom Gerichte des Fegefeuers nicht verschont.",
"Wo ist das Verbot des Hochmutes zu finden? Raba erwiderte im Namen Zee͑ris:Höret und merkt auf, seid nicht hochmütig. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Hieraus:und dein Herz hochmütig wird und du vergißt, und daneben heißt es:achte darauf, daß du nicht vergißt den Herrn, deinen Gott.",
"Dies nach R. Abin im Namen R. Ilea͑s, denn R. Abin sagte im Namen R. Ilea͑s, daß überall, wo es achte, daß nicht und nicht heißt, ein Verbot ausgedrückt sei.",
"R. E͑zra trug vor, manchmal im Namen R. Asis und manchmal im Namen R. Amis: Jeder Mensch, dem Hochmut innewohnt, wird am Ende herabgesetzt, denn es heißt:hoch sind sie, ein wenig. Vielleicht glaubst du, er bleibe auf der Welt, so heißt es:und er ist nicht mehr.",
"Wenn er umkehrt, so wird er hochbetagt hingerafft, gleich unserem Vater Abraham, denn es heißt:gebeugt, wie alle eingerafft, wie Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, bei denen es mit allem, von allem und allesheißt. Wenn aber nicht:wie die Ährenspitze abgeschnitten. —",
"Was heißt Ährenspitze? R. Hona und R. Ḥisda [erklärten es]; einer erklärt, die Fasern der Ähre, und einer erklärt, die Ähre selbst. — Erklärlich ist es nach demjenigen, der die Fasern der Ähre erklärt, daß es heißt: wie die Ährenspitze, wieso aber heißt es Ährenspitze nach demjenigen, der die Ähre selbst erklärt!? R. Asi erwiderte, und ebenso wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Wie wenn jemand in sein Feld kommt und nach und nach das Höherragende abliest.",
"Dem Niedrigen und dem, der demütigen Geistes ist. R. Hona und R. Ḥisda [erklärten es]; einer erklärte, bei mir ist der Niedrige, und einer erklärte, ich bin beim Niedrigen.",
"Einleuchtender aber ist die Ansicht desjenigen, der ich bin beim Niedrigen erklärt, denn der Heilige, gepriesen sei er, überging alle Berge und Hügel und ließ seine Göttlichkeit auf dem Berge Sinaj ruhen, nicht aber hob er den Berg Sinaj in die Höhe.",
"R. Joseph sagte: Stets lerne der Mensch von der Handlungsweise seines Schöpfers; der Heilige, gepriesen sei er, überging alle Berge und Hügel und ließ seine Göttlichkeit auf dem Berge Sinaj ruhen. Ferner überging er alle schönen Bäume und ließ seine Göttlichkeit im Dornbusche ruhen.",
"R. Elea͑zar sagte: Jeder Mensch, dem Hochmut innewohnt, verdient, daß man ihn wie einen Götzenbaum niederhaue. Von jenem heißt es: die Hochragenden niedergehauen, und von diesem heißt es:ihre Götzenbäume sollt ihr niederhauen.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt, so wird sein Staubnicht aufgewirbelt, denn es heißt:erwachet und jauchzet, ihr Staubruhenden; es heißt nicht: die ihr im Staube liegt, sondern Staubruhende [šokhne], die sich bei Lebzeiten dem Staube benachbart [šakhen] haben.",
"Fernei sagte R. Elea͑zar: Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt, so klagt die Göttlichkeit über ihn, denn es heißt:er erkenntden Stolzen aus der Ferne.",
"R. E͑zra, nach anderen R. Elea͑zar trug vor: Komm und sieh, wie verschieden die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, von der Handlungsweise eines [Menschen aus] Fleisch und Blut ist. Die Handlungsweise eines [Menschen aus] Fleisch und Blut ist, daß der Hohe den Hohen beachtet, nicht aber beachtet der Hohe den Niedrigen, anders aber ist die Handlungsweise des Heiligen, gepriesen sei er, er ist hoch und beachtet den Niedrigen, denn es heißt:denn erhaben ist der Herr und sieht auf den Niedrigen.",
"R. Ḥisda, nach anderen Mar U͑qaba, sagte: Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: Ich und er können nicht zusammen auf der Welt wohnen. Es heißt:wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vernichte ich, wer stolzen Blickes und aufgeblasenen Sinnes ist, den mag ich nicht, und man lese nicht: den mag ich nicht, sondern: mit demmag ich nicht. Manche beziehen dies auf die Verleumder, denn es heißt: wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vernichte ich.",
"R. Alexandri sagte: Wenn einem Menschen Hochmut innewohnt, so trübt ihn sogar der geringsteWind, denn es heißt:die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer. Wenn das Meer, das viele Viertel[log] enthält, von einem kleinen Wind getrübt wird, um wieviel mehr ein Mensch, der nur ein Viertel[log]hat.",
"R. Ḥija b. Aši sagte im Namen Rabhs: Ein Schriftgelehrter muß davon ein Achtel eines Achtelshaben. R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, sagte: Das ziert ihn, wie die Fasern die Ähre. Raba sagte: Im Banne sei, wer ihn hat, und im Banne sei, wer davon nichts hat.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Nichts davon und auch nicht einen Teil davon. Nicht gering ist das, was geschrieben steht:ein Gräuel ist dem Herrn ein stolzes Herz.",
"R. Ḥizqija sagte: Das Gebet eines Menschen wird nur dann erhört, wenn er sein Herz zu Fleischmacht, denn es heißt:und je von Neumond zu Neumond &c. wird alles Fleisch kommen, um sich niederzuwerfen &c.",
"R. Zera sagte: Vom Fleische heißt esund heilt, vom Menschen aber heißt es nicht und heilt.",
"R. Joḥanan sagte: Mensch [bedeutet]Staub, Blut, Galle, Fleisch [bedeutet]Scham, Gestank, Gewürm. Manche sagen: Unterwelt, denn eswird mit einem Sin geschrieben.",
"R. Aši sagte: Jeder Mensch, dem Hochmut innewohnt, wird am Ende entwürdigt, denn es heißt:"
],
[
"Hochfleck und Ansatzfleck; unter seéth [Hochfleck] ist eine Erhöhung zu verstehen, wie es heißt:über all die hohen Berge und über all die hochragenden [nisoath] Hügel, und unter sapaḥath [Ansatzfleck] ist etwas Angeschlossenes zu verstehen, wie es heißt:füge mich doch [sapḥeni] einem deiner Priesterämter hinzu, daß ich ein Stück Brot zu essen habe.",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Komm und sieh, wie angesehen die Demütigen beim Heiligen, gepriesen sei er, sind. Wenn zur Zeit, wo der Tempel noch bestand, jemand ein Brandopfer darbrachte, so hatte er das Verdienst eines Brandopfers, wenn ein Speisopfer, so hatte er das Verdienst eines Speisopfers; wenn jemand aber seinen Sinn demütigt, so rechnet es ihm die Schrift an, als hätte er alle Opfer zusammen dargebracht, denn es heißt:die Schlachtopfer Gottes sind ein gebrochenes Gemüt. Und noch mehr, sein Gebet wird nicht mißachtet, denn es heißt: ein gebrochenes und zerdrücktes Herz, Gott, verschmähst du nicht.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wer seine Handlungen auf dieser Welt schätzt, dem ist es beschieden, das Heil des Heiligen, gepriesen sei er, zu sehen, denn es heißt:wer seine Wege richtet, den will ich das Heil Gottes sehen lassen, und man lese nicht, vesam [richtet], sondern vešam [schätzt].",
"WIE VERWARNT ER SIE &C. Dies widerspricht sich ja selbst, zuerst heißt es: wenn er ihr vor zwei [Zeugen] gesagt hat, daß sie mit jenem Manne nicht spreche, demnachgilt das Sprechen als Sichverbergen,",
"und darauf heißt es, daß, wenn sie mit ihm gesprochen hat, sie ihrem noch Manne erlaubt sei und Hebe essen dürfe, wonach das Sprechen bedeutungslos ist!?",
"Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: [wenn er ihr gesagt hat,] daß sie mit ihm nicht spreche, und sie gesprochen hat, daß sie mit ihm nicht spreche, und sie sich mit ihm verborgen hat, so ist dies bedeutungslos; wenn aber, daß sie sich mit ihm nicht verberge, und sie mit ihm gesprochen hat, so ist sie noch ihrem Manne erlaubt und darf Hebe essen, war sie aber mit ihm in einem verborgenen Räume und verweilte sie da die Dauer der Verunreinigung, so ist sie ihrem Manne verboten und darf keine Hebe essen.",
"STIRBT ER, SO IST AN IHR DIE ḤALIÇA ZU VOLLZIEHEN. Weshalb denn, sollte an ihr auch die Schwagerehe vollzogen werden!?",
"R. Joseph erwiderte: Die Schrift sagt:sie verlasse sein Haus und gehe und werde eines anderen Mannes [Frau]; eines anderen Mannes, nicht aber des Schwagers.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte sie auch der Haliça nicht benötigen!? Dieser erwiderte: Würde sie denn, wenn ihr Mann da wäre, nicht der Scheidung benötigt haben!? Somit benötigt sie auch jetzt der Ḥaliça.",
"Manche lesen: R. Joseph erwiderte: Der Allbarmherzige sagt: sie verlasse sein Haus und gehe und werde eines anderen Mannes [Frau], damit sie sein Haus nichtzerstöre, und du sagst, daß an ihr die Schwagerehe vollzogen werde!?",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte sie auch ein anderer nicht heiraten dürfen, damit sie sein Haus nicht zerstöre!?",
"Dieser erwiderte:"
],
[
"Zwingt ihn denn jemanddazu!?",
"Manche lesen: R. Joseph erwiderte: Die Schrift nennt ihneinen anderen, weil er nicht jenem gleicht, denn jener hat das Böse aus seinem Hause entfernt, er aber hat das Böse in sein Haus gebracht, und du sagst, daß an ihr die Schwagerehe vollzogenwerde!?",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte an ihr, wenn ein anderer sie geheiratet hat und kinderlos gestorben ist, die Schwagerehe nicht vollzogen werden, denn die Schrift nennt ihn einenanderen!? — Bei diesem hat sie immerhin einen guten Namengeführt.",
"Raba erwiderte: Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn sie dem, dem sie erlaubt war, verboten wird, um wieviel mehr dem, dem sie verbotenwar.",
"Abajje sprach zu ihm: Demnach sollte doch, wenn ein Hochpriester sich eine Witwe angetraut hat und gestorben ist, sein Bruder, ein gemeiner Priester, an ihr die Schwagerehe nicht vollziehen, denn wenn sie dem, dem sie erlaubt war, verboten wird, um wieviel mehr dem, dem sie verboten war. —",
"Wieso verboten wird, sie ist ihm ja verboten, erlaubt ist, sie ist ihm ja verboten!? —",
"Vielmehr, wenn die Frau eines Priesters genotzüchtigt worden ist und er gestorben ist und einen entweihtenBruder hinterläßt, so sollte an ihr die Schwagerehe vollzogen werden, denn wenn sie dem, dem sie erlaubt war, verbotenwird, um so mehr dem, dem sie verbotenwar!?",
"— Einem Jisraéliten ist die Genotzüchtigte erlaubt und für diesen gilt das Verbot nicht.",
" FOLGENDEDÜRFEN KEINE HEBE ESSEN: DIE SAGT! SIE SEI FÜR IHNUNREIN, ÜBER DIE ZEUGEN BEKUNDEN, DASS SIE SICH VERUNREINIGT HABE, DIE SAGT, SIE WOLLE NICHT TRINKEN, DIE IHR MANN NICHT TRINKEN LASSEN WILL, UND DIE IHR MANN UNTERWEGSBESCHLAFEN HAT.",
"GEMARA. R. A͑mram sagte: Folgendes sagte uns R. Šešeth und erleuchtete uns die Augen aus unsererMišna: Wenn gegen eine Ehebruchsverdächtigte Zeugen in überseeischen Ländernvorhanden sind, so prüft das Wasser sie nicht, denn die Schrift sagt:und sie sich verborgen und verunreinigt hat, und ein Zeuge gegen sie nicht da ist, nur wenn niemand da ist, der es von ihr weiß, während hierbei jemand da ist, der es von ihr weiß.",
"Er öffnete uns die Augen aus unserer Mišna, denn diese lehrt: über die Zeugen bekunden, daß sie sich verunreinigt habe. Wann sollen die Zeugen bekundet haben, wollte man sagen, vor dem Trinken, so ist sie jaeine Hure, doch wohl nach dem Trinken.",
"Erklärlich ist es nun, wenn du sagst, das Wasser prüfe sienicht, wenn du aber sagst, das Wasser prüfe sie, so kann es sich ja herausstellen, daß es falsche Zeugensind!?",
"R. Joseph sprach zu ihm: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, prüft sie das Wasser wohl, jedoch kann ihr ein Verdienst beigestandenhaben. —",
"Worüber streiten sie? — Über die Hinsiechung nach der Lehre Rabbis. Wir haben nämlich gelernt: Rabbi sagte: Das Verdiensthält [die Wirkung] des Fluchwassers auf; sie gebiert nicht, gedeiht nicht, vielmehr verkümmert sie allmählich, bis sie schließlich daran stirbt.",
"R. Šešeth ist der Ansicht, sowohl nach Rabbi als auch nach den Rabbanan verkümmeresie, und R. Joseph ist der Ansicht, nach Rabbi verkümmere sie, nach den Rabbanan verkümmere sie nicht.",
"R. Šimi b. Aši wandte ein: R. Šimo͑n sagte: Das Verdienst wirkt auf das Fluchwasser nicht, denn wenn du sagst, das Verdienst wirke auf das Fluchwasser, so diskreditierst du das Wasser bei allen Frauen, die es zu trinken haben, und bringst die reinen, die es getrunken haben, in einen schlechten Ruf, denn man könnte sagen, sie seien unrein, nur habe ihnen ein Verdienst beigestanden.",
"Wenn dem nun sowäre, so bringst du ja auch durch die Zeugen in überseeischen Ländern die Reinen, die getrunken haben, in einen schlechten Ruf, denn man könnte sagen, sie seien unrein, nur sind Zeugen in überseeischen Ländern vorhanden!? —",
"Du sprichst von R. Šimo͑n; wie nach R. Šimo͑n das Verdienst wirkungslos ist, ebenso sind auch die Zeugen wirkungslos.",
"Rabh wandte ein: In folgenden [Fällen] wird ihr Speisopferverbrannt:"
],
[
"wenn sie sagt, sie habe sich verunreinigt, und wenn Zeugen bekunden, daß sie sich verunreinigt habe.",
"Wann sollen die Zeugen bekundet haben, wollte man sagen, bevor es geheiligtworden ist, so sollte es doch profan werden, doch wohl nachdem es geheiligt worden ist.",
"Einleuchtend ist es, wenn du sagst, das Wasser prüfe sie, denn [ihr Opfer] ist zu heiligen und darzubringen, und da die Heiligung von vornherein gültig war, so muß es verbrannt werden;",
"wenn du aber sagst, das Wasser prüfe sie nicht, so stellt es sich ja rückwirkend heraus, daß die Heiligung von vornherein ungültig war, und es sollte profan werden!?",
"R. Jehuda aus Disqarta erwiderte: Wenn sie im Tempelhofe gehurt hat; die Heiligung war von vornherein gültig.",
"R. Mešaršeja wandte ein: Die jungen Priester begleiten sie ja!? — Wenn sie mit den jungen Priestern seihst gehurt hat.",
"R. Aši erwiderte: Wenn sie austreten mußte, und die jungen Priester hängen ihr ja nicht am Kopftuche.",
"R. Papa erwiderte: Tatsächlich wie wir zuerst erklärthaben, wenn du aber einwendest, es sollte profan werden, so [ist zu erwidern:] dieserfolge rabbanitisch, weil zu berücksichtigen ist, man könnte sagen, das Heilige dürfe aus den Dienstgefäßen heraus profan werden.",
"R. Mari wandte ein: Ist ihr Speisopfer bevor es durch das Gefäß geheiligt worden ist unrein geworden, so ist es gleich allen anderen Speisopfernauszulösen, und wenn, nachdem es durch das Gefäß geheiligt worden ist, gleich allen anderen Speisopfern zu verbrennen.",
"Wenn die Handvoll geheiligt ist, und bevor sie zur Darbringung gekommen ist, er oder sie gestorbenist, so ist sie wie bei allen anderen Speisopfern zu verbrennen.",
"Wenn die Handvoll dargebracht ist, und bevor es zum Essen des Zurückbleibendengekommen ist, er oder sie gestorben ist, so darf es gleich allen anderen Speisopfern gegessen werden, denn es wurde von vornherein wegen eines Zweifels dargebracht, und der Zweifel ist gesühnt und vorüber.",
"Wenn Zeugen kommen [und bekunden], daß sie unrein ist, so ist ihr Speisopfer zu verbrennen; werden die Zeugen als Falschzeugenüberführt, so ist ihr Speisopfer profan. —",
"Du sprichst von überführten Falschzeugen, Falschzeugen sindbekannt.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Šešeth, aber nicht wegen des von ihm angegebenen Grundes:",
"Rein, nicht aber, wenn gegen sie Zeugen in überseeischen Ländern vorhandensind:",
"und rein, nicht aber, wenn ihr ein Verdienst beigestandenhat;",
"sie, nicht aber, wenn Mondspinnerinnen sich mit ihr befassen. —",
"Und R. Šimo͑n, zugegeben, daß er das und nicht auslegt,"
],
[
"aber es gibt ja noch den Fall, wenn Zeugen in überseeischen Ländern vorhandensind!? —",
"Dies ist selten.",
" WIE VERFÄHRT ER MIT IHR? ER BRINGT SIE ZUM GERICHTE DES BETREFFENDEN ORTES, WO MAN IHM ZWEI SCHRIFTGELEHRTE MITGIBT, DAMIT ER IHR NICHT UNTERWEGSBEIWOHNE. R. JEHUDA SAGT, IHR MANN IST INBEZUG AUF SIE VERTRAUENSWÜRDIG.",
"GEMARA. Zwei und er selbst, das sind drei. Dies wäre somit eine Stutze für Rabh, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, dieslehrten sie nur, wenn in der Stadt, unterwegs aber müssen es drei sein, denn, wenn einer austreten muß, würde der andere mit der Unzucht allein bleiben. —",
"Nein, hierbei erfolgt dies aus dem Grunde, damit Zeugen vorhanden seien. —",
"Nur Schriftgelehrte, andere aber nicht, dies wäre somit eine Stütze für eine andere Lehre Rabhs, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, diesgelte nur von keuschen, mit ausgelassenen aber [nicht], selbst wenn es zehn sind. Einst ereignete es sich, daß zehn Männer [eine Frau] in einem Bette hinaustrugen. —",
"Nein, hierbei erfolgt es aus dem Grunde, weil diese ihn zu warnen wissen.",
"R. JEHUDA SAGT, IHR MANN &C. Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß ihr Mann inbezug auf sie vertrauenswürdig sei: wenn der Mann inbezug auf eine Menstruierende, woraufdie Ausrottungsstrafe gesetzt ist, vertrauenswürdigist, um wieviel mehr inbezug auf eine Ehebruchsverdächtigte, wobei nur ein Verbot vorliegt. —",
"Und die Rabbanan!? — Eben deshalb; bei der Menstruierenden liegt die Ausrottungsstrafe vor, und da dies streng ist, ist er vertrauenswürdig, bei der Ehebruchsverdächtigten aber liegt nur ein Verbot vor, und da dies nicht streng ist, ist er nicht vertrauenswürdig. —",
"Folgert R. Jehuda dies denn [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere, er entnimmt es ja aus der Schrift!? Es wird nämlich gelehrt:Der Mann bringe seine Frau zum Priester; nach der Tora hat der Mann seine Frau zu bringen, die Weisen sagten jedoch, daß man ihm zwei Schriftgelehrte mitgebe, damit er ihr unterwegs nicht beiwohne.",
"R. Jose sagte: [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß ihr Mann inbezug auf sie vertrauenswürdig ist: wenn der Mann inbezug auf eine Menstruierende, worauf die Ausrottungsstrafe gesetzt ist, vertrauenswürdig ist, um wieviel mehr inbezug auf eine Ehebruchsverdächtigte, wobei nur ein Verbot zu berücksichtigen ist.",
"Sie erwiderten ihm: Nein, sollte dies, wenn es von der Menstruierenden gilt, die ihm später erlaubt ist, auch von der Ehebruchsverdächtigten gelten, die ihm nicht mehr erlaubt ist!? Ferner heißt es:Gestohlenes Wasser ist süß &c.",
"R. Jehuda sagte: Nach der Tora hat der Mann seine Frau zum Priester zu bringen, denn es heißt: der Mann bringe seine Frau. —",
"Zuerst begründete er es ihnen [durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere, als sie ihn aber widerlegten, nannte er ihnen den Schriftvers. —",
"R. Jehuda sagt ja dasselbe, was der erste Autor!? — Sie streiten über die Bestimmung.",
" MAN FÜHRT SIE VOR DAS HOHE GERICHT IN JERUŠALEM, UND DA SCHÜCHTERT MAN SIE EIN, WIE MAN ZEUGEN IN TODESSTRAFSACHENEINSCHÜCHTERT.",
"MAN SPRICHT ZU IHR: MEINE TOCHTER, VIEL TUT DER WEIN, VIEL TUT DAS SCHERZEN, VIEL TUT DIE JUGEND, VIEL TUN BÖSENACHBARN.",
"TU ES DOCHUM SEINES GROSSEN NAMENS WILLEN, DER IN HEILIGKEIT GESCHRIEBEN WORDEN IST, DASS ER NICHT DURCH DAS FLUCHWASSER VERWISCHT WERDE. MAN TRÄGT IHR DINGEVOR, DIE ZU HÖREN SIE UND IHR GANZES VÄTERLICHES HAUS NICHT WÜRDIG IST.",
" SAGT SIE, SIE SEI UNREIN, SO QUITTIERT SIE IHRE MORGENGABE UND GEHT LEER AUS; ",
"SAGT SIE ABER, SIE SEI REIN, SO BRINGT MAN SIE NACH DEM OSTTORE AN DER PFORTE DES NIKANORTORES. DA LIESS MAN DIE EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN TRINKEN UND REINIGTE MAN DIE WÖCHNERINNEN UND DIE AUSSÄTZIGEN.",
"DER PRIESTER ERFASST SIE AM GEWÄNDE, WENN ES ZERREISST, SO IST NICHTS DABEI, WENN ES SICH AUFTRENNT, SO IST NICHTS DABEI, SODASS ER IHR DEN BUSEN ENTBLÖSST, UND LÖST IHR DAS HAAR AUF. R. JEHUDA SAGT, WENN SIE EINEN SCHÖNEN BUSEN HAT, ENTBLÖSSE ER IHN NICHT, UND WENN SIE SCHÖNES HAAR HAT, SO LÖSE ER ES NICHT AUF.",
"vi IST SIE WEISS GEKLEIDET, SO KLEIDE ER SIE SCHWARZ, HAT SIE GOLDENEN SCHMUCK AN,"
],
[
"HALSKETTE,OHRRINGE, FINGERRINGE, SO NIMMT ER SIE IHR AB, UM SIE ZU VERUNZIEREN. HIERAUF HOLT ER EINEN BASTSTRICKUND BINDET IHN IHR OBERHALB DER BRÜSTE UM.",
"WER SIE ANSCHAUEN WILL, KOMME UND SCHAUE SIE AN, AUSGENOMMEN IHRE SKLAVEN UND IHRE MÄGDE, WEIL DURCH SIE IHR HERZ ERMUTIGT WIRD. ALLE FRAUEN DÜRFEN SIE ANSCHAUEN, DENN ES HEISST:alle Frauen sollen sich warnen lassen und nicht wie ihr Unzucht treiben.",
"GEMARA. Woher dies? R. Ḥija b. Gamda erwiderte im Namen des R. Jose b. R. Ḥanina: Dies ist aus [dem Worte] Gesetz zu entnehmen; hierbeiheißt es: der Priester tue mit ihr ganz nach dem Gesetze, und dortheißt es: nach dem Gesetze das sie dich lehren; wie dort einundsiebzig, ebenso hierbei einundsiebzig.",
"DA SCHÜCHTERT MAN SIE EIN &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wie man sie einschüchtert, damit sie nichttrinke, so schüchtere man sie ein, daß sie wohl trinke. Man spreche zu ihr: Meine Tochter, wenn du dessen sicher bist, daß du rein bist, so verlasse dich auf deine Reinheit und trinke. Das Fluchwasser gleicht nur einem trockenen [Gift]pulver, das man auf das lebende Fleisch legt; ist da eine Wunde vorhanden, so dringt es zerstörend ein, wenn da aber keine Wunde vorhanden ist, so ist es wirkungslos. —",
"Das ist kein Widerspruch, das eine bevor die Rolleverwischt worden ist, das andere nachdem die Rolle verwischt worden ist.",
"MAN TRÄGT IHR VOR &C. Die Rabbanan lehrten: Man trägt ihr Erzählungen und Ereignisse aus den alten Schriften vor. Zum Beispiel: Was die Weisen von ihren Vätern her unverhohlen berichten.",
"Jehuda schämte sich nichtund bekannte, und das Ende war, daß er das Leben der zukünftigen Welt erbte. Reúben schämte sich nichtund bekannte, und das Ende war, daß er das Leben der zukünftigen Welt erbte. Was war ihr Lohn? — Was ihr Lohn war, wie wir eben gesagt haben!? — Vielmehr, was war ihr Lohn auf dieser Welt?Ihnen allein war das Land gegeben, und nie kam ein Fremdling in ihre Mitte. —",
"Allerdings finden wir, daß Jehuda bekannt hat, denn es heißt:da erkannte sie Jehuda und sprach: sie ist in ihrem Rechte gegen mich, woher aber, daß Reúben bekannt hat? —",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Es heißt:es lebe Reúben und sterbe nicht; und dies über Jehuda.",
"All die Jahre, während welcher die Jisraéliten in der Wüste waren, wälzten sich die Gebeine Jehudas im Sarge herum; da kam Moše und flehte für sie um Erbarmen. Er sprach vor ihm: Herr der Welt, Jehuda ist es ja, der Reúben veranlaßt hat, seine Sünde zu bekennen, [wie es heißt:] dies über Jehuda.",
"Erhöre, Herr, das Rufen Jehudas. Hierauf setzten sich seine Gebeine zusammen, jedoch wollte man ihn nicht in das himmlische Kollegium hineinlassen, [da sprach Moše:]zu seinem Volke bringe ihn. Er verstand aber nicht, sich mit den Rabbanan in der Halakha zu unterhalten, [da sprach Moše:]seine Hände seien kräftig. Noch aber vermochte er nicht, die Entscheidung einer Lehre zu eruieren, [da sprach Moše:]und sei ihm Hilfe gegenüber seinen Bedrängern. —",
"Allerdings bekannte Jehuda, damit Tamar nicht verbrannt werde, weshalb aber bekannte Reúben, R. Šešeth sagte ja, ihm erscheine derjenige schamlos, der seine Sünden aufzählt!? — Damit seine Brüder nicht in Verdacht geraten.",
"SAGT SIE, SIE SEI UNREIN &C. Hieraus wäre somit zu entnehmen, daß man eine Quittungschreibe?",
"Abajje erwiderte: Lies: sie zerreiße. Raba sprach zu ihm: Er lehrt ja aber: so quittiert sie!? Vielmehr, erklärte Raba, hier wird von Ortschaften gesprochen, wo eine [Urkunde über] die Morgengabe nicht geschriebenwird.",
"SAGT SIE ABER, SIE SEI REIN, SO BRINGT MAN SIE NACH DEM OSTTORE. ‘Man bringt sie’, da befindet sie sich ja!? —"
],
[
"Man bringt sie hinauf und hinunter, um sie zu ermüden. Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte; Das Gericht läßt die Zeugen von Ort zu Ort umherführen, damit sie verwirrt werden und zurücktreten.",
"DA LIESS MAN DIE EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN TRINKEN &C. Allerdings die Ehebruchsverdächtigten, denn es heißt:der Priester stelle das Weib vor den Herrn, ebenso auch die Aussätzigen, denn es heißt:der reinigende Priester stelle &c., weshalb aber die Wöchnerinnen!?",
"Wolltest du sagen, sie kommen da hin, um neben ihren Opfern zu stehen, denn es wird gelehrt, das Opfer werde für einen nur dann dargebracht, wenn er daneben steht, so sollte dies auch von den männlichen und weiblichen Samenflußbehaftetengelten!? — Dem ist auch so, nur nennt der Autor die einen von diesen.",
"Die Rabbanan lehrten: Man Iasse nicht zwei Ehebruchsverdächtigte zusammen trinken, damit nicht das Herz der einen durch die andere ermutigt werde. R. Jehuda sagte: Nicht aus diesem Grunde, sondern weil die Schrift sagt:sie, nur sie allein. —",
"Und der erste Autor, es heißt ja sie!? — Der erste Autor ist R. Šimo͑n, der den Grund der Schrift erklärt; er gibt auch hierbei eine Begründung an: weshalb nur sie allein, damit nicht ihr Herz durch die andere ermutigt werde. —",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? — Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn sie zittert. —",
"Läßt man sie denn zusammen trinken, selbst wenn sie zittern, man darf ja die Gebote nicht bündelweise ausüben!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Man darf nicht zwei Ehebruchsverdächtigte zusammen trinken lassen, nicht zwei Aussätzige zusammen reinigen, nicht zweien Sklaven zusammen das Ohr bohren und nicht zwei Kälbernzusammen das Genick brechen, weil man die Gebote nicht bündelweise ausüben darf.",
"Abajje, nach anderen R. Kahana, erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine durch einen Priester, das andere durch zwei Priester.",
"DER PRIESTER ERFASST SIE AM GEWANDE. Die Rabbanan lehrten:Er entblöße den Kopf des Weibes; ich weiß dies nur vom Kopfe, woher dies vom Körper? Es heißt des Weibes. Weshalb heißt es demnach: er entblöße den Kopf? Dies lehrt, daß der Priester ihr Haar auseinanderlöst.",
"R. JEHUDA SAGT, WENN SIE EINEN [SCHÖNEN] BUSEN HAT &C. Demnach berücksichtigt R. Jehuda [sündhafte] Gedanken, die Rabbanan aber nicht,",
"und wir wissen ja von ihnen, daß sie entgegengesetzter Ansicht sind!? Es wird nämlich gelehrt: Einem Manne bedecke manvorn einen Körperteil, einem Weibe zwei Körperteile, einen vorn und einen hinten, weil es ganz Scham ist — so R. Jehuda; die Weisen sagen, ein Mann werde nackt gesteinigt, ein Weib werde nicht nackt gesteinigt.",
"Raba erwiderte: Hierbei ist zu berücksichtigen, sie könnte das Gericht freigesprochen verlassen, und die jungen Priester würden durch sie in Lüsternheit geraten, da aber wird sie ja gesteinigt. Wolltest du erwidern: auch da könnte durch sie die Lüsternheit zu einer anderen aufgestachelt werden, so sagte ja Raba, es sei bekannt, daß der böse Trieb nur über das Gewalt habe, was man mit den Augen sieht!? Raba entgegnete: Befindet sich etwa nur R. Jehuda mit sich selbst in einem Widerspruche und nicht auch die Rabbanan!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, R. Jehuda befindet sich nicht mit sich selbst in einem Widerspruche, wie wir bereits erklärt haben, und die Rabbanan befinden sich ebenfalls nicht mit sich selbst in einem Widerspruche,"
],
[
"denn hierbei erfolgt es aus dem Grunde, [weil es heißt:] alle Frauen sollen sich warnen lassen fand nicht wie ihr Unzucht treiben], da aber gibt es ja keine größere Warnung als dies.",
"Wolltest du erwidern, man sollte sie mit beidem bestrafen, so sagte ja R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, die Schrift sagt:du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, wähle für ihn einen leichten Tod. —",
"Es wäre anzunehmen, daß über die Lehre R. Naḥmans Tannaímstreiten? — Nein, alle halten sie von der Lehre R. Naḥmans, und hierbei besteht ihr Streit in folgendem; einer ist der Ansicht, die Schande sei mehr als die körperliche Qual, und einer ist der Ansicht, die körperliche Qual sei mehr als die Schande.",
"IST SIE WEISS GEKLEIDET &C. Es wird gelehrt: Wenn ihr schwarz besser steht, so kleide man sie in häßliche Gewänder.",
"HAT SIE GOLDENEN SCHMUCK AN &C. Selbstverständlich, wenn man sie sogar verunziert, um wieviel mehr dies!? — Man könnte glauben, mit diesem wird sie noch mehr beschämt, wie die Leute zu sagen pflegen: nackt ausgezogen und mit Schuhen bekleidet, so lehrt er uns.",
"HIERAUF HOLT ER EINEN BASTSTRICK &C. R. Abba fragte R. Hona: Ist der Baststrick bei der Ehebruchsverdächtigten unerläßlich? Erfolgt dies deshalb, damit ihr die Kleider nicht herabgleiten, somit ist auch ein kleines Bändchen ausreichend, oder aus dem Grunde, weil der Meister sagte: sie hat sich für ihn mit einem Gürtel umgürtet, daher holt der Priester einen Baststrick und bindet ihn ihr oberhalb der Brüste um, somit ist er unerläßlich.",
"Dieser erwiderte: Ihr habt es gelernt: Hierauf holt er einen Baststrick und bindet ihn ihr oberhalb der Brüste um, damit ihr die Kleider nicht abgleiten.",
"WER SIE ANSCHAUEN WILL, KOMME &C. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, daß, wer sie anschauen will, sie anschaue, einerlei ob Männer oder Frauen, und darauf heißt es, daß alle Frauen sie anschauen dürfen, nur Frauen, Männer aber nicht!?",
"Abajje erwiderte: Dies ist auf Frauen zu beziehen. Raba sprach zu ihm: Er lehrt ja, daß jeder, der sie anschauen will, sie anschaue!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, wer sie anschauen will, schaue sie an, einerlei ob Männer oder Frauen, und Frauen müssensie sogar anschauen, denn es heißt: alle Frauen sollen sich warnen lassen und nicht wie ihr Unzucht treiben.",
" MIT DEM MASSE, MIT DEM EIN MENSCH MISST, MISST MAN IHM. SIE HAT SICH ZUR SÜNDE GEPUTZT, DAHER HAT GOTT SIE VERUNZIERT; SIE HAT SICH ZUR SÜNDE ENTBLÖSST, DAHER HAT GOTT SIE BLOSSGESTELLT; SIE HAT DIE SÜNDE MIT DER HÜFTE BEGONNEN UND MIT DEM BAUCHE FORTGESETZT, DAHER WIRD ZUERST DIE HÜFTE UND NACHHER DER BAUCHGESCHLAGEN, UND DER GANZE ÜBRIGE KÖRPER ENTGEHT DEM NICHT.",
"GEMARA. R. Joseph sagte: Obgleich das gleiche Maßaufgehört hat so hat das entsprechende Maß nicht aufgehört.",
"R. Joseph sagte nämlich, und ebenso lehrte R. Ḥija: Obgleich seit dem Tage der Zerstörung des Tempels das Synedrium aufgehoben worden ist, so sind dennoch die vier Todesstrafennicht aufgehoben worden. — Sie sind ja aufgehoben worden!? — Vielmehr, das Gesetz von den vier Todesstrafen ist nicht aufgehoben worden.",
"Wer sich die Steinigung zuschulden kommen ließ, fällt entweder von einem Dache herunter oder ein wildes Tier zertritt ihn; wer sich die Verbrennung zuschulden kommen ließ, kommt entweder in eine Feuersbrunst oder eine Schlange beißt ihn; wer sich die Enthauptung zuschulden kommen ließ, wird entweder der Regierung ausgeliefert oder Räuber überfallen ihn; wer sich die Erdrosselung zuschulden kommen ließ, ertrinkt entweder in einem Flusse oder er stirbt an der Bräune.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Woher, daß man einem Menschen mit dem Maße mißt, mit dem er mißt? Es heißt:je nach dem Maße rechnest du mit ihr bei ihrer Entlassung.",
"Ich weiß dies nur von einer Seá, woher dies von einem Trikab, einem halben Trikab, einem Kab, einem halben Kab, einem Viertel [Kab], einem halben Viertel [Kab], einem Achtel und einem U͑kla? Es heißt:denn all die Rüstung der Gerüstetenmit Getöse.",
"Woher, daß alle einzelnen Perutas zu einem großen Betrage zusammengezähltwerden?",
"Es heißteines zum anderen, um die Berechnung zu finden. So finden wir auch bei der Ehebruchsverdächtigten, daß man ihr mit dem Maße mißt, mit dem sie gemessen hat. Sie stand an der Tür ihres Hauses, um sich ihm zu zeigen, daher stellt sie der Priester neben das Nikanortor und zeigt allen ihre Schande. Sie wickelte für ihn schöne Tücher um ihr Haupt, daher nimmt der Priester ihr das Kopftuch vom Haupte und wirft es unter ihre Füße."
],
[
"Sie putzte für ihn ihr Gesicht, daher verfärbt sichihr Gesicht gelb. Sie schminkte für ihn ihre Augen, daher stehen ihr die Augen hervor. Sie flocht für ihn ihr Haar, daher löst der Priester ihr das Haar auseinander. Sie winkte ihm mit dem Finger, daher fallen ihr die Nägel ab. Sie umgürtete sich für ihn mit einem Gürtel, daher holt der Priester einen Baststrick und bindet ihn ihr oberhalb der Brüste um. Sie streckte ihm die Hüfte vor, daher fällt ihr die Hüfte zusammen.",
"Sie nahm ihn auf den Bauch, daher schwillt ihr Bauch an. Sie gab ihm Leckereien zu essen, daher besteht ihr Opfer aus Viehfutter. Sie gab ihm kostbaren Wein in kostbaren Bechern zu trinken, daher läßt der Priester sie das bittere Wasser aus einer irdenen Schale trinken.",
"Sie tat es im Verborgenen, daher wendet der Höchste, der im Verborgenen sitzt, sein Gesicht gegen sie, wie es heißt:das Auge des Ehebrechers erwartet die Dämmerung, indem er denkt, kein Auge werde ihn sehen &c.",
"Eine andere Auslegung: Sie tat es heimlich, daher macht Gott es öffentlich bekannt, wie es heißt:mag sich der Haß in Täuschung hüllen, seine Bosheit wird in der Versammlung enthüllt werden. —",
"Wenn dieshervorgeht schon aus [dem Schriftverse:] eines zum anderen um die Berechnung zu finden, wozu heißt es: denn all die Rüstung der Gerüsteten mit Getöse!? — Daß es mit gleichem Maße erfolgt. —",
"Wenn dies hervorgeht schon aus [dem Schriftverse:] denn all die Rüstung der Gerüsteten mit Getöse, wozu heißt es: je nach dem Maße rechnest du mit ihr bei ihrer Entlassung!? —",
"Wegen einer Lehre des R. Ḥanina b. Papa, denn R. Ḥanina b. Papa sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, übt Vergeltung an einer Nation erst bei ihrer Entlassung, denn es heißt: nach dem Maße &c. bei ihrer Entlassung. —",
"Dem ist ja aber nicht so, Raba sagte ja, die drei Becher, die bei Miçrajim genanntwerden, deuten auf den, den es in den Tagen Mošes getrunken hat, auf den, den es in den Tagen des Pareo͑ Neko getrunkenhat, und auf den, den es dereinst mit seinen Genossen trinken wird!?",
"Wolltest du erwidern, jene seien fortund diese seien andere, so wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Minjamin, ein miçrischer Proselyt, war mein Genösse von den Schülern R. A͑qibas, und dieser sprach zu mir: Ich bin ein Miçri erster Generationund heiratete eine Miçrith erster Generation; ich will meinen Sohn mit einer Miçrith zweiter Generation verheiraten, damit der Sohn meines Sohnes in die Gemeinde kommen dürfe. —",
"Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Ḥanina b. Papa sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, übt Vergeltung an einem Könige erst bei seiner Entlassung, denn es heißt: nach Maß rechnest du mit ihr bei ihrer Entlassung &c.",
"Amemar bezog die Lehre des R. Ḥanina b. Papa auf das folgende: Es heißt: denn ich der Herr habe nicht wiederholt, und ihr, Kinder Ja͑qobs, habt nicht aufgehört. Denn ich der Herr habe nicht wiederholt, ich habe nicht eine Nation geschlagen und es an ihr wiederholt; und ihr, Kinder Ja͑qobs, habt nicht aufgehört, wie es heißt:meine Pfeile werde ich an ihnen verbrauchen, meine Pfeile werden aufhören, sie aber werden nicht aufhören.",
"R. Hamnuna sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, übt Vergeltung an einem Menschen erst dann, wenn sein Maß voll ist, denn es heißt: wenn sein Genüge voll ist, trifft ihn die Not &c.",
"R. Ḥanina b. Papa trug vor: Es heißt:Jubelt ihr Frommen, über den Herrn, den Rechtschaffenen ziemt Lobgesang; man lese nicht nave [ziemt] Lobgesang, sondern neve [wegen der Wohnung] Lobgesang. Dies ist auf Moše und David zu beziehen, über deren Werkeihre Feinde keine Gewalt hatten.",
"David, denn es heißt:ihre Tore senkten sich in die Erde. Moše, denn der Meister sagte, daß nach der Erbauung des ersten Tempels das Offenbarungszelt, seine Bretter, Haken, Riegel, Säulen und Schwellen versteckt worden seien. — Wo? R. Ḥisda erwiderte im Namen Abimis: In den Höhlungen unter dem Tempel.",
"Die Rabbanan lehrten: Die Ehebruchsverdächtigte richtete ihre Augen auf das, was ihr nicht zukommt; das, was sie begehrte, wurde ihr nicht gewährt, und auch das, was sie hatte, wurde ihr genommen. Wer sein Auge auf das richtet, was nicht ihm gehört, dem wird das, was er begehrt, nicht gewährt, und auch das, was er hat, wird ihm genommen."
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"Dies finden wir auch bei der Urschlange, die ihr Auge warf auf das, was nicht ihrzukam; was sie wünschte, wurde ihr nicht gewährt, und auch das, was siehatte, ward ihr genommen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich hatte gesagt, daß sie König sei über alles Vieh und Getier, nun aber soll sie verflucht sein vor allem Vieh und vor allem Getiere des Feldes.",
"Ich hatte gesagt, daß sie mit aufgerichteter Statur einhergehe, nun aber soll sie auf ihrem Bauche gehen. Ich hatte gesagt, daß ihre Nahrung Menschenspeise sei, nun aber soll sie Erde essen. Sie sagte, sie werde Adam töten und Ḥava nehmen, nun aber will ich Feindschaft stiften zwischen ihr und der Frau, zwischen ihren Nachkommen und den Nachkommen jener.",
"Dasselbe finden wir bei Qajin, Qoraḥ, Bilea͑m, Doég, Aḥitophel, Geḥzi, Abšalom, Adonijahu, U͑zijahu und Haman; sie richteten ihre Augen auf das, was nicht ihnen gebührte; das, was sie begehrten, wurde ihnen nicht gewährt, und auch das, was sie hatten, wurde ihnen genommen.",
"SIE HAT DIE SÜNDE MIT DER HÜFTE BEGONNEN &C. Wieso dies, wollte man sagen, weil es heißt:indem der Herr deine Hüfte zusammenfallen und deinen Bauch anschwellen läßt, so heißt es ja auch:ihr Bauch wird anschwellen und ihre Hüfte zusammenfallen!?",
"Abajje erwiderte: Bei der Verfluchung nennt er zuerst die Hüfte und nachher den Bauch, die Wirkung des Wassers aber erfolgt auf gewöhnliche Weise, zuerst beim Bauche und nachher bei der Hüfte. — Auch bei der Verfluchung heißt es ja:zur Anschwellung des Bauches und zum Zusammenfallen der Hüfte!? — Dies teilt ihr der Priester mit, daß es zuerst auf den Bauch und nachher auf die Hüfte [wirken werde], um nicht das Fluchwasser in Verdacht zu bringen.",
" ŠIMŠON FOLGTE SEINEN AUGEN, DAHER STACHEN IHM DIE PELIŠTIM DIE AUGEN AUS, WIE ES HEISST:da ergriffen ihn die Pelištim und stachen ihm die Augen aus.",
"ABŠALOM WAR STOLZ AUF SEIN HAAR, DAHER BLIEB ER AN SEINEM HAARE HÄNGEN. UND WEIL ER DIE ZEHN KEBSWEIBER SEINES VATERS BESCHLIEF, STIESS MAN IHM ZEHN LANZEN [IN DEN LEIB], WIE ES HEISST:da umgaben ihn zehn Männer, Waffenträger Joabs. UND WEIL ER DREI HERZEN STAHL, DAS HERZ SEINES VATERS, DAS HERZ DES GERICHTES UND DAS HERZ JISRAÉLS, WIE ES HEISST:da stahl Abšalom das Herz der Männer Jisraéls, WURDEN IHM DREI SPIESSE [INS HERZ] GESTOSSEN, WIE ES HEISST:er nahm drei Spieße in die Hand und stieß sie Abšalom ins Herz.",
"EBENSO HINSICHTLICH DES GUTEN. MIRJAM WARTETE EINE WEILE FÜR Moše, WIE ES HEISST:seine Schwester stellte sich von fern, DAHER WARTETEN DIE JISRAÉLITEN IN DER WÜSTE SIEBEN TAGE AUF SIE, WIE ES HEISST:das Volk aber zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen war.",
"JOSEPH WAR ES BESCHIEDEN, SEINEN VATER ZU BEGRABEN, UND UNTER SEINEN BRÜDERN GAB ES KEINEN BEDEUTENDEREN ALS IHN, WIE ES HEISST:da zog Joseph hin, um seinen Vater zu begraben, und es zogen mit ihm Wagen und Reiter, UND AUCH DARIN GAB ES KEINEN BEDEUTENDEREN ALS JOSEPH, INDEM KEIN ANDERER ALS MOŠE SELBST SICH MIT IHMBEFASSTE.",
"MOŠE WAREN DIE GEBEINE JOSEPHS BESCHIEDEN, UND IN JISRAÉL GAB ES KEINEN BEDEUTENDEREN ALS IHN, WIE ES HEISST:da nahm Moše die Gebeine Josephs mit, UND AUCH DARIN GAB ES KEINEN BEDEUTENDEREN ALS MOŠE, INDEM GOTT SELBST SICH MIT IHMBEFASSTE, WIE ES HEISST:und er begrub ihn im Tal. UND NICHT VON MOŠE ALLEIN SAGTEN SIE ES, SONDERN AUCH VON ALLEN ANDEREN FROMMEN, DENN ES HEISST:deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, die Herrlichkeit des Herrn deinen Zug beschließen.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Šimšon widersetzte sich mit den Augen, denn es heißt:da sprach Šimšon zu seinem Vater: diese nimm mir, denn sie ist recht in meinen Augen, daher stachen die Pelištim ihm die Augen aus, wie es heißt:da ergriffen ihn die Pelištim und stachen ihm die Augen aus. —",
"Dem ist ja aber nicht so, es heißt ja:sein Vater und seine Mutter wußten aber nicht, daß dies vom Herrn ausging!? — Immerhin folgte er bei seiner Wahl seinem eigenen Triebe.",
"Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Der Beginn seiner Entartung erfolgte in A͑za, daher wurde er in A͑za geschlagen. Der Beginn seiner Entartung erfolgte in A͑za, wie es heißt:da ging Šimšon nach A͑za und sah dort ein Hurenweib &c. Daher wurde er in A͑za geschlagen, wie es heißt: sie brachten ihn nach A͑za. —",
"Es heißt ja aber:Šimšon ging nach Timna hinab!? — Seine Entartung begann jedoch in A͑za.",
"Darauf liebte er ein Weib im Tale Šoreq namens Delila. Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Wenn sie nicht wirklich Delila hieße, müßte sie Delilabenamst werden; sie schwächte seine Kraft, sie schwächte sein Herz, sie schwächte seine Handlungen. Sie schwächte seine Kraft, wie es heißt:da wich seine Kraft von ihm.",
"Sie schwächte sein Herz, wie es heißt:und Delila merkte, daß er ihr sein ganzes Herz offenbart hat. Sie schwächte seine Handlungen, denn die Göttlichkeit wich von ihm, wie es heißt:und er wußte nicht, daß der Herr von ihm gewichen war.",
"Und Delila merkte, daß er ihr sein ganzes Herz offenbart hat. Woher wußte sie es? R. Ḥanin erwiderte im Namen Rabhs: Worte der Wahrheit sind zu erkennen. Abajje erwiderte: Sie wußte, daß dieser Fromme den Namen Gottes nicht fälschlich ausspreche; als er zu ihr sagte:ich bin ein Geweihter Gottes, sagte sie: jetzt spricht er entschieden die Wahrheit.",
"Als sie ihm aber tagtäglich mit ihren Reden zusetzte und quälte. Was heißt ‘quälte’? R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis erklärte: Bei Beendigung des Beischlafesentwand sie sich ihm.",
"Und nun nimm dich in acht und trinke weder Wein noch Rauschtrank und iß nichts Unreines. Was heißt ‘nichts Unreines’, sollte sie denn bis dahin unreine Dinge gegessen haben!? R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis erklärte: Dinge, die einem Nazir verboten sind.",
"Da spaltete Gott die Vertiefung im Kinnbacken. R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis sagte: Er hatte Verlangen nach Unreinen, daher hing sein Leben an Unreinem.",
"Und der Geist Gottes begann &c. R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Die Prophezeiung unseres Vaters Ja͑qob begann [sich zu erfüllen], denn es heißt: Dan wird eine Schlange am Wege sein.",
"Ihn zu treiben im Lager Dans. R. Jiçḥaq aus der Schule R. Amis sagte: Dies lehrt, daß die Göttlichkeit vor ihm wie mit einer Schelle klingelte. Hierbei heißt es lepaa͑mo [zu treiben], und dort heißt es:Paa͑mon [Schelle] und Granatapfel.",
"Zwischen Çorea͑ und Eštaol. R. Asi sagte: Çorea͑ und Eštaol waren zwei große Berge, und Šimšon entwurzelte sie und zermalmte sie an einander.",
"Er wird anfangen, Jisraél zu retten. R. Ḥama b. Ḥanina sagte:"
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[
"Der Schwur Abimelekhs wurde dann entweiht, denn es heißt:daß du nicht trüglich handelst gegen mich, mein Kind und meinen Enkel.",
"Der Knabe wuchs heran und der Herr segnete ihn. Womit segnete er ihn? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Er segnete ihn mit seinem Gliede; sein Glied glich dem aller anderen Menschen und sein Same war wie ein reißender Bach.",
"Da rief Šimšon den Herrn an und sprach: Herr, Gott, gedenke doch meiner und verleih mir nur noch das eine Mal Kraft, damit ich, o Gott, für meine beiden Augen eine einmalige Rache an den Pelištim nehme. Rabh sagte: Šimšon sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, gedenke mir der zwanzigJahre, die ich in Jisraél Recht gesprochen habe, während welcher ich nie zu jemand sagte, daß er mir meinen Stock aus einer Stelle nach einer anderen bringe.",
"Da ging Šimšon und fing dreihundert Füchse. Weshalb gerade Füchse? R. Ajbu b. Nagari erwiderte im Namen des R. Ḥija b. Abba: Šimšon sagte: Möge der kommen, der sich rückwärts dreht, und Vergeltung üben an den Pelištim, die von ihrem Schwurezurückgetreten sind.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n der Fromme sagte: Die Schulterbreite Šimšons betrug sechzig Ellen, denn es heißt: Šimšon blieb bis Mitternacht liegen &c. und er erfaßte die Flügel &c. und es ist überliefert, daß die Torflügel von A͑za nicht weniger als sechzig Ellen maßen.",
"Und er mußte im Gefängnisse mahlen. R. Joḥanan sagte: Unter ‘mahlen’ ist die [fleischliche] Sünde zu verstehen, denn so heißt es: so möge meine Frau einem anderen mahlen. Dies lehrt, daß jeder seine Frau zu ihm ins Gefängnis brachte, damit sie von ihm geschwängert werde. R. Papa sagte: Das ist es, was die Leute sagen: dem Weintrinker [setzt man] Wein vor, dem Ackergräber einen KorbGrünkraut.",
"Ferner sagte R. Joḥanan: Wer die Ehe bricht, dem bricht seine Frau die Ehe, denn es heißt:wenn sich mein Herz nach einer Frau betören ließ &c. und darauf folgt: so möge meine Frau einem anderen mahlen &c. Das ist es, was die Leute sagen: er mit Kürbissen und seine Frau mit Gurken.",
"Ferner sagte R. Joḥanan: Šimšon richtete Jisraél wie ihr Vater im Himmel, denn es heißt:Dan wird sein Volk richten wie einer &c.Ferner sagte R. Joḥanan: Šimšon wurde nach dem Namen des Heiligen, gepriesen sei er, benannt, denn es heißt:denn Sonne [šemeš] und Schutz ist Gott der Herr &c. — Demnach sollte er nicht ausradiertwerden dürfen!? — Vielmehr, ähnlich dem Namen des Heiligen, gepriesen sei er; wie der Heilige, gepriesen sei er, die ganze Welt beschützt, ebenso beschützte Šimšon während seines Zeitalters die Jisraéliten.",
"Ferner sagte R. Joḥanan: Bilea͑m war lahm an einem Beine, denn es heißt:und er ging allein [šephi], Šimšon war lahm an beiden Beinen, denn es heißt:eine Viper [šephiphon]am Wege.",
"Die Rabbanan lehrten: Fünf wurden nach dem Ebenbilde des Höchsten erschaffen, und sie alle sind darangeschlagen worden. Šimšon an seiner Kraft, Šaúlan seinem Halse, Abšaloman seinem Haare, Çidqijahuan seinen Augen und Asaan seinen Füßen.",
"Šimšon an seiner Kraft, wie es heißt:da wich seine Kraft von ihm.",
"Šaúl an seinem Halse, wie es heißt:da ergriff Šaúl das Schwert und stürzte sich darauf.",
"Abšalom an seinem Haare, wie wir weiter erklären werden. Çidqijahu an seinen Augen, wie es heißt:und Çidqijahu ließ er die Augen blenden.",
"Asa an seinen Füßen, wie es heißt:nur zur Zeit seines Alters krankte er an seinen Füßen. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Er war vom Podagra befallen worden. Mar Zuṭra, Sohn des R. Naḥman, fragte R. Naḥman: Wie ist das Podagra? Dieser erwiderte: Wie eine Nadel im lebenden Fleische. — Woher wußte er es? Manche sagen, er litt daran, manche sagen, er hatte es von seinem Lehrergehört, und manche sagen:das Geheimnis des Herrn denen, die ihn fürchten, und seinen Bund tut er ihnen kund.",
"Raba trug vor: Asa wurde deshalb bestraft, weil er den Schriftgelehrten Frondienst auferlegte, denn es heißt:der König Asa bot das ganze Land Jehuda auf, niemand war frei. Was heißt: niemand war frei? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Selbst ein Bräutigam aus seinem Gemache und eine Braut aus ihrem Baldachin.",
"Es heißt:Šimšon ging nach Timna hinab, und es heißt:siehe dein Schwiegervater geht nach Timna hinauf!? R. Elea͑zar erwiderte: Šimšon wurde dadurch herabgesetzt, daher heißt es bei ihm ‘hinabgehen’. Jehuda wurde dadurch erhöht, daher heißt es bei ihm ‘hinaufgehen’.",
"R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte: Es gab zwei [Orte namens] Timna, einer hinabsteigend und der andere hinaufsteigend [zu erreichen].",
"R. Papa erwiderte: Es gab nur ein Timna; wer aus der einen Seite kam, mußte hinabsteigen, und wer aus der anderen Seite kam, mußte hinaufsteigen, wie dies beispielsweise bei Vardina, Be Bari und dem Marktplatze von Nereš der Fall ist.",
"Sie setzte sich vor das Tor von E͑najim. R. Alexandra sagte: Dies lehrt, daß sie hinging und sich vor das Tor unseres Vaters Abraham setzte, ein Ort, den zu sehen alle Augen [e͑najim] ausschauten. R. Ḥanin erklärte im Namen Rabhs: Es gab einen Ort, der E͑najim hieß, wie es heißt:Tapuaḥ und E͑najim.",
"R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Sie gab ihren Worten Augen. Sie sprach zu ihm: Ich bin Proselytin, unverheiratet, Waise, und rein. ",
"Er pflanzte eine Tamariske in Beér Šeba͑. Reš Laqiš sagte: Dies lehrt, daß er einen Obstgarten baute und darin allerhand köstliche Früchte pflanzte.",
"R. Jehuda und R. Neḥemja [streiten hierüber]; einer sagt, einen Obstgarten, und einer sagt, eine Herberge. — Erklärlich ist der Ausdruck pflanzte nach demjenigen, der einen Obstgarten sagt, wieso aber heißt es pflanzte nach demjenigen, der eine Herberge sagt!? — So heißt es auch:er wird seine Palastzelte pflanzen &c.",
"Er nannte dort den Namen des Herrn, des ewigen Gottes. Reš Laqiš sagte: Man lese nicht er nannte, sondern er machte nennen."
],
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"Dies lehrt, daß Abraham den Namen des Heiligen, gepriesen sei er, im Munde aller Hin- und Herreisenden nennen machte. Nachdem sie gegessen und getrunken hatten, erhoben sie sich, um ihn zu preisen, da sprach er zu ihnen: Ihr habt nicht meines gegessen, sondern des ewigen Gottes; danket, lobet und preiset den, durch dessen Wort die Welt erschaffen worden ist.",
"Da sah sie Jehuda und hielt sie für eine Hure, denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt. Mußte er sie deshalb für eine Hure halten, weil sie ihr Gesicht bedeckt hatte?",
"R. Elea͑zar erwiderte: Sie hatte ihr Gesicht im Hause ihres Schwiegervatersbedeckt. R. Šemuél b. Naḥmani sagte nämlich im Namen R. Jonathans: Wenn eine Schwiegertochter keusch im Hause ihres Schwiegervaters ist, so ist es ihr beschieden, daß Könige und Propheten aus ihr hervorgehen. Dies ist von Tamar zu entnehmen. Propheten, denn es heißt:die Offenbarung Ješa͑jahus, des Sohnes des Amoç. Könige von David. R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Es ist uns von unseren Vorfahren überliefert, daß Amoç und Amaçja Brüder waren.",
"Sie ward hinausgeführt. Es sollte doch hinausgebrachtheißen!? R. Elea͑zar sagte: Nachdem ihre Beweisstückesich eingefunden hatten, kam Sammaélund entfernte sie; hierauf kam Gabriélund brachte sie zurück.",
"Hierauf bezieht sich der Schriftvers:Dem Sangmeister, von der stummen Taube in der Ferne, ein Miktam Davids. R. Joḥanan sagte: Zur Stunde, wo ihre Beweisstücke entfernt worden waren, war sie wie eine stumme Taube. Ein Miktam Davids, ihr entstammte David, der jedem gegenüber geduldig [makh] und fromm [tam] war, Eine andere Auslegung: Miktam, seine Wunde [maka] war heil [tam], denn er ward beschnittengeboren. Eine andere Auslegung: Miktam, wie er sich in seiner Kleinheit einem größeren gegenüber klein machte, um die Tora zu lernen, so tat er dies auch in seiner Größe.",
"Da schickte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: Von dem Manne, dem diese Sachen gehören, bin ich schwanger. Sollte sie es ihm ausdrücklich gesagt zu haben!? R. Zuṭra b. Tobija sagte im Namen Rabhs, wie manche sagen, R. Ḥana b. Bizna im Namen R. Šimo͑n des Frommen, und wie manche sagen, R. Joḥanan im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Lieber lasse sich ein Mensch in einen Schmelzofen werfen, als das Gesicht seines Nächsten öffentlich zu beschämen. Dies ist von Tamar zu entnehmen.",
"Erkenne doch. R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Mit ‘erkenne’ berichtete er(seinem Vater) und mit ‘erkenne’ berichtete manihm. Mit ‘erkenne’ berichtete er, [wie es heißt:]erkenne doch, ob es der Rock deines Sohnes ist. Mit ‘erkenne’ berichtete man ihm: erkenne doch, wem.",
"Doch. Doch ist nichts anderes als ein Ausdruck der Bitte; sie sprach zu ihm: Ich bitte dich, erkenne das Antlitz deines Schöpfers und verbirg dein Auge nicht vor mir.",
"Und Jehuda erkannte sie und sprach: Sie ist in ihrem Rechte gegen mich. Das ist es, was R. Ḥanin b. Bizna im Namen R. Šimo͑n des Frommen gesagt hat: Joseph heiligte den Namen des Himmelsim Verborgenen, und es war ihm beschieden, daß man ihm einen Buchstaben vom Namen des Heiligen, gepriesen sei er, hinzugefügt hat, denn es heißt: als Zeugnis in Jehosephsetzte er es ein.",
"Jehuda heiligte den Namen des Himmels öffentlich, und es war ihm beschieden, daß er ganz nach dem Namen des Heiligen, gepriesen sei er, benanntwurde. Als er bekannte und sprach: sie ist in ihrem Rechte gegen mich, ertönte eine Hallstimme und rief: Du hast Tamar und ihre beiden Kinder vor dem Feuer gerettet, bei deinem Leben, daß ich durch dein Verdienst drei deiner Kinder vor dem Feuer retten werde. — Wer sind es? — Ḥananja, Mišaél und A͑zarja.",
"Sie ist in ihrem Rechte gegen mich. Woher wußte eres? — Eine Hallstimme ertönte und sprach: von mir gehen die Geheimnisse aus.",
"Aber er setzte nicht fort, ihr fernerhin beizuwohnen. Šemuél der Greise, der Schwiegervater des R. Šemuél b. Ami, sagte im Namen des R. Šemuél b. Ami: Nachdem er ihr einmal beigewohnt hatte, trennte er sich nicht mehr von ihr. Hierbei heißt es: aber er setzte nicht fort, ihr fernerhin beizuwohnen, und dortheißt es: eine gewaltige Stimme ohne Aufhör.",
"ABŠALOM WAR STOLZ AUF SEIN HAAR &C. Die Rabbanan lehrten: Abšalom widersetzte sich mit seinem Haare, denn es heißt:wie Abšalom schön war kein Mann &c. und wenn er sein Haupthaar schor, und es geschah je nach Ablauf eines Jahres, daß er sich schor, weil es ihm lästig war, so schor er es ab, so wog sein Haupthaar zweihundert Šeqel nach königlichem [Gewicht]steine. Es wird gelehrt: Der [Gewicht]stein, mit dem die Leute von Tiberjas und die Leute von Sepphoris wiegen.",
"Daher blieb er an seinem Haare hängen, wie es heißt:Abšalom begegnete den Knechten Davids, Abšalom ritt auf einem Maultiere, und das Maultier kam unter das Zweiggeflecht einer großen Terebinthe, da blieb er mit dem Kopfe an der Terebinthe hängen, so daß er zwischen Himmel und Erde schwebte, während das Maultier unter ihm davonlief. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: In jener Stunde spaltete sich die Unterwelt unter ihm.",
"Da erbebte der König und ging auf den Söller des Tores hinauf und weinte und im Gehen sprach er also: Mein Sohn Abšalom, o mein Sohn, mein Sohn Abšalom, daß ich an deiner Stelle gestorben wäre, Abšalom mein Sohn, mein Sohn. Und der König verhüllte sein Angesicht und der König schrie mit lauter Stimme: Mein Sohn Abšalom, Abšalom mein Sohn, mein Sohn. Weshalb heißt es achtmal mein Sohn? — Siebenmal, wodurch er ihn aus den sieben Abteilungen des Fegefeuersbrachte, und einmal, wie manche erklären, wodurch er seinen Kopf mit seinem Rumpfe zusammenbrachte, und wie manche erklären, wodurch er ihn in die zukünftige Welt brachte.",
"Abšalom aber hatte genommen und bei Lebzeiten aufgestellt. Was hatte er genommen? Reš Laqiš erwiderte: Er hatte einen schlechten Kauf für sich genommen.Die Standsäule im Königstale &c. R. Ḥanina b. Papa sagte: Infolge des tiefenBeschlusses des Königs der Welt,"
],
[
"denn es heißt:siehe, ich lasse über dich Unheil aus deinem Hause erstehen.Desgleichen heißt es:er sandte ihn aus dem Tale Ḥebron. R. Ḥanina b. Papa sagte: Infolge des tiefen Beschlusses jenes Frommen, der in Ḥebron begrabenist, denn es heißt:wissen sollst du, daß Fremdlinge sein werden deine Kinder.",
"Denn er sprach: Ich habe keinen Sohn. Hatte er denn keine Söhne, es heißt ja:und Abšalom wurden drei Söhne und eine Tochter geboren!? R. Jiçḥaq b. Evdämi erwiderte: Er hatte keinen für die Königswürde geeigneten Sohn. R. Ḥisda sagte: Es ist uns überliefert, daß, wenn jemand das Getreide eines anderen verbrennt, er keinen Sohn hinterlasse, der ihn beerbt, und er hatte das des Joab verbrannt, wie es heißt:da sprach Abšalom zu seinen Knappen: Sehet den Acker Joabs an meiner Seite; er hat daselbst Gerste, gehet und zündet ihn mit Feuer an. Da zündeten die Knechte Abšaloms den Acker mit Feuer an.",
"EBENSO HINSICHTLICH DES GUTEN. MIRJAM &C. Ist es denn gleich, da war es nur eine Weile und dortsieben Tage!? Abajje erwiderte: Lies: anders ist es aber hinsichtlich des Guten.",
"Raba sprach zu ihm: Es heißt ja aber: ebenso hinsichtlich des Guten!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: ebenso hinsichtlich des Guten, daß mit gleichem Maße gemessen wird, jedoch ist das Maß des Guten größer als das Maß der Vergeltung.",
"Und seine Schwester stellte sich von fern. R. Jiçḥaq sagte: Dieser ganze Schriftvers bezieht sich auf die Göttlichkeit. Stellte sich, denn es heißt:da kam der Herr und stellte sich hin &c. Seine Schwester, denn es heißt:sprich zur Weisheit: du bist meine Schwester. Von fern, denn es heißt:aus der Ferne erschien mir der Herr. Um zu wissen, denn es heißt:denn ein Gott des Wissens ist der Herr. Was, denn es heißt:was der Herr, dein Gott, von dir verlangt. Geschehen, denn es heißt:denn Gott, der Herr, wird nichts geschehen lassen. Mit ihm, denn es heißt:und er nannte ihn: der Herr ist Frieden.",
"Und es trat ein neuer König auf &c. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, ein wirklich neuer, und einer sagt, dessen Verordnungen neu waren. Einer sagt, ein wirklich neuer, denn es heißt neuer; einer sagt, dessen Verordnungen neu waren, denn es heißt nicht: er starb und es regierte. — Wieso heißt es:der Joseph nicht kannte!? — Er tat so, als kannte er ihn nicht.",
"Und er sprach zu seinem Volke: Siehe, das Volk der Kinder Jisraél. Es wird gelehrt: Er begann mit dem Ratschlag, daher wurde er auch zuerst geschlagen. Er begann mit dem Ratschlag, wie es heißt: und er sprach zu seinem Volke; daher wurde er zuerst geschlagen, wie es heißt: über dich, über dein Volk und über all deine Diener.",
"Wohlan, wir wollen klug gegen ihn verfahren. Es sollte ja ‘gegen sie’ heißen!? R. Ḥama b. R. Ḥanina erwiderte: [Er sprach:] Kommt, wir wollen den Retter Jisraéls überlisten.",
"Womit richten wir sie? Richten wir sie mit Feuer, so heißt es:siehe, der Herr kommt im Feuer daher; ferner heißt es:denn mit Feuer rechtet der Herr &c. Wenn mit dem Schwerte, so heißt es:und ein gezücktes Schwert in seiner Hand.",
"Wollen wir sie vielmehr mit Wasser richten, denn der Heilige, gepriesen sei er, hat bereits geschworen, daß er keine Sintflut mehr über die Welt bringen werde, wie es heißt:denn eine Noaḥflut ist mir dies &c. Sie wußten aber nicht, daß er nur über die ganze Welt eine solche nicht bringen werde, wohl aber bringt er eine über eine einzelne Nation.",
"Oder auch: er wird nicht [die Flut über sie] bringen, sondern sie kommen und stürzen in diese, wie es auch heißt:und die Miçrijim flohen ihm entgegen. Das ist es, was R. Elea͑zar gesagt hat: Es heißt:denn das, womit sie frevelten [zadu], kam über sie; in dem Topfe, in dem sie kochten, wurden sie gekocht. — Woher ist es erwiesen, daß zadu den Begriff ‘Topf’ hat? — Es heißt:da kochte Ja͑qob eine Topfspeise [nazid].",
"R. Ḥija b. Abba sagte: Drei waren an diesem Ratschlage beteiligt. Bilea͑m, Ijob und Jithro.",
"Bilea͑m, der den Rat erteilte, wurdeerschlagen; Ijob, der schwieg, wurde durch Züchtigungen bestraft; Jithro, der floh, war es beschieden, daß Enkelkinder von ihm in der Quaderhalle saßen, denn es heißt:und die Geschlechter der Schriftgelehrten, die Ja͑baç bewohnen, die Tirea͑tim, die Šimea͑tim und die Sukatim; das sind die Qinim, die von Ḥamath, dem Stammvater des Hauses Rekhabhs, abstammen, und ferner heißt es:und die Söhne des Qeni, des Schwiegervaters Mošes &c.",
"Er wird gegen uns streiten und aus dem Lande ziehen. Es sollte ja heißen: und wir werdenziehen!? R. Abba b. Kahana erwiderte: Wie wenn jemand einen Fluch über sich selbst sprechen will, ihn aber einem anderen anhängt.",
"Und sie setzten über ihn Fronvögte. Es sollte ja heißen: über sie!? In der Schule des R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n wurde gelehrt: Dies lehrt, daß sie eine Ziegelform holten und sie dem Pareo͑ an den Hals hängten, und wenn jemand von Jisraél sagte, er seiempfindlich, erwiderten sie ihm: Bist du etwa empfindlicher als der Pareo͑!?",
"Fronvögte [missim], etwas zum Fertigen[mesim].",
"Um ihn mit Fronarbeiten zu drücken; um den Pareo͑ wegen der Fronarbeiten Jisraéls zu drücken.",
"Und sie bauten Vorratsstädte [miskenoth] für den Pareo͑. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer erklärt, die die Besitzer in Gefahr bringen[mesaknoth], und einer erklärt, die die Besitzer zur Armut bringen [memaskenoth]. Der Meister sagte nämlich: wer sich mit Bauerei abgibt, verarmt.",
"Pithom und Ramses. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, sein eigentlicher Name war Pithom, und Ramses wird es deshalb genannt, weil es nach und nach abbröckelte[mithroses], und einer sagt, sein eigentlicher Name war Ramses, und Pithom wird es deshalb genannt, weil es nach und nach von der Mündung des Abgrundes [pi tehom] verschlungen wurde.",
"Je mehr sie ihn aber drücken, desto mehr nimmt er zu und breitet sich aus. Es sollte ja heißen: nahmen sie zu und breiteten sich aus!? Reš Laqiš erwiderte: Der heilige Geist verkündete ihnen: desto mehr wird er zunehmen, desto mehr wird er sich ausbreiten.",
"Und es graute ihnen [vajaquçu] vor den Kindern Jisraél. Dies lehrt, daß sie ihnen wie Dornen [qoçim] in den Augen waren."
],
[
"Und die Miçrijim hielten die Kinder Jisraél zur harten Arbeit [perekh] an. R. Elea͑zar erklärte: Mit sanftem Munde[pe rakh]. R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: mit aufreibender Arbeit [perikha].",
"Und sie verbitterten ihnen das Leben mit schwerer Arbeit in Lehm und in Ziegeln &c. Raba sagte: Anfangs in Lehm und in Ziegeln, nachher aber: mit allerlei Arbeit auf dem Felde.",
"Alle Arbeit, zu der sie sie anhielten, mit Härte. R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Sie gaben den Frauen Männerarbeit und den Männern Frauenarbeit. Und auch derjenige, der oben [das Wort perekh] erklärt: mit sanftem Munde, erklärt es hier: mit aufreibender Arbeit.",
"R. E͑zra trug vor: Durch das Verdienst der frommen Frauen jenes Zeitalters wurden die Jisraéliten aus Miçrajim erlöst. Wenn sie Wasser schöpfen gingen, fügte der Heilige, gepriesen sei er, kleine Fische in ihre Krüge, und sie schöpften die Hälfte Wasser und die Hälfte Fische. Sie setzten dann zwei Töpfe auf, einen mit warmem Wasser und einen mit Fischen,",
"und brachten sie ihren Männern aufs Feld. Sodann wuschen sie sie, salbten sie sie, gaben ihnen zu essen und zu trinken und begatteten sich mit ihnen zwischen den Hürden, wie es heißt:wenn ihr zwischen den Hürden lagert &c. Als Belohnung für das Lagern zwischen den Hürden war Jisraél die Beute von Miçrajim beschieden, denn darauf heißt es:Taubenflügelmit Silber bedeckt, die Schwingen mit grünlichem Golde.",
"Nach ihrer Schwängerung kehrten sie heim, und als die Zeit ihrer Niederkunft heranreichte, gingen sie wiederum aufs Feld und gebaren unter den Apfelbäumen, wie es heißt:unter dem Apfelbaume weckte ich dich &c.",
"Der Heilige, gepriesen sei er, sandte ihnen dann jemand aus den himmlischen Höhen, der sie reinigte und putzte, wie die Hebamme das Kind putzt, wie es heißt:und deine Geburt, am Tage, an dem du geboren wurdest &c. Er besorgte ihnen dann zwei Kugeln, eine aus Öl und eine aus Honig, wie es heißt:er ließ ihn Honig saugen aus einem Felsen und Öl &c.",
"Sobald die Miçrijim sie bemerkten und sie töten wollten, geschah ihnen ein Wunder, und die Erde verschlang sie, worauf jene Rinder holten und [die Erde] über ihnen pflügten, wie es heißt:auf meinem Rücken haben die Pflüger gepflügt &c. Nachdem jene fortgegangen waren, schössen sie heraus und kamen hervor, wie das Kraut des Feldes, wie es heißt:zu Myriaden, wie die Sprößlinge des Feldes, machte ich dich.",
"Waren sie herangewachsen, so kamen sie herdenweise nach Hause, denn es heißt:du vermehrtest dich und wurdest groß, und gingest umher in höchstem Reize, und man lese nicht a͑di a͑dajim [höchstem Reize], sondern e͑dre a͑darim [vielen Herden].",
"Als der Heilige, gepriesen sei er, sich ihnen am Meere offenbarte, erkannten sie ihn zuerst, wie es heißt:dieser ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen.",
"Da sprach der König von Miçrajim zu den hebräischen Hebammen &c. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, es war eine Frau und ihre Tochter, und einer sagt, eine Schwiegertochter und ihre Schwiegermutter. Nach demjenigen, welcher sagt, eine Frau und ihre Tochter, waren es Jokhebed und Mirjam, und nach demjenigen, welcher sagt, eine Schwiegertochter und ihre Schwiegermutter, waren es Jokhebed und Elišeba͑.",
"Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit demjenigen, der eine Frau und ihre Tochter sagt, denn es wird gelehrt: Šiphraist Jokhebed, und sie wird deshalb Šiphra genannt, weil sie das Kind putzte [mešapereth]. Eine andere Erklärung: Šiphra [hieß sie deshalb], weil in ihren Tagen die Kinder Jisraél sich fruchtbarten [šeparu] und mehrten.",
"Pua͑ist Mirjam, und sie wird deshalb Pua͑ genannt, weil sie redete [poa͑] und das Kind hervorbrachte. Eine andere Erklärung: Pua͑ [hieß sie deshalb], weil sie durch den heiligen Geist redete und sprach: Meine Mutter wird ein Kind gebären, das Jisraél erlösen wird.",
"Er sprach: Wenn ihr den Hebräerinnen Geburtshilfe leistet &c. Was ist abnajim? R. Ḥanin erwiderte: Er übergab ihnen ein wichtiges Zeichen und sprach zu ihnen: Wenn [die Frau] zum Gebären niederkniet, werden ihre Schenkel kalt wie Steine [abanim].",
"Ein anderer erklärt: Wie geschrieben steht:Ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er machte ein Werk auf den Steinen; wie der Töpfer einen Schenkel auf der einen Seite, einen Schenkel auf der anderen Seite und den Block in der Mitte hält, so auch die Frau: ein Schenkel auf der einen Seite, ein Schenkel auf der anderen Seite und das Kind in der Mitte.",
"Wenn es ein Knabe ist, so tötet ihn. R. Ḥanina sagte: Er übergab ihnen ein wichtiges Zeichen: bei einem Knaben ist das Gesicht nach unten, bei einem Mädchen ist das Gesicht nach obengerichtet.",
"Die Hebammen aber fürchteten Gott und taten nicht, wie zu ihnen [alehen] gesprochen &c. Es sollte ja lahenheißen!? R. Jose b. R. Ḥanina erklärte: Dies lehrt, daß er sie zur Sündeaufgefordert hatte, sie aber sich nicht erbitten ließen.",
"Sie erhielten die Kinder am Leben. Es wird gelehrt: Nicht genug, daß sie sie nicht töteten, sondern sie versorgten sie auch mit Wasser und Nahrung.",
"Da sprachen die Hebammen zum Pareo͑: Nicht wie die Frauen &c. Was heißt ḥajoth: wollte man sagen, dem Wortlaute gemäß, Hebammen, so benötigt ja auch eine Hebamme bei der Geburt einer anderen Hebamme!?",
"Sie sprachen zu ihm: Diese Nation wird mit dem Wilde [ḥaja] verglichen. Jehuda:ein junger Löwe. Dan:eine Schlange wird Dan sein. Naphtali:er ist eine freischweifende Hinde. Jissakhar:ein knochiger Esel. Joseph:ein erstgeborener Stier. Binjamin:ein reißender Wolf.",
"Bei denen dies geschrieben ist, ist es ja geschrieben, und von denen dies nicht geschrieben ist, heißt es:was war deine Matter für eine Löwin, zwischen jungen Löwen lagernd &c.",
"Und weil die Hebammen Gott fürchteten, machte er ihnen Häuser. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer erklärt, Häuser des Priestertums und Levitentums, und einer erklärt, Häuser des Königtums. Einer erklärt, Häuser des Priestertums und Levitentums: Ahron und Moše; einer erklärt, Häuser des Königtums, denn auch David stammte von Mirjam ab, denn es heißt:und als A͑zuba, die Frau Kalebs, gestorben war, nahm Kaleb die Ephrath, die ihm den Ḥur gebar, und ferner heißt es:David war der Sohn eines Mannes von Ephrath &c.",
"Kaleb, der Sohn Ḥeçrons, zeugte mit A͑zuba, seiner Frau, und mit Jerio͑th; und das sind deren Söhne: Ješer, Šobab und Ardon. Wieso der Sohn Ḥeçrons, er war ja der Sohn Jephunnes!? — Ein Sohn, der sich vom Ratschlage der Kundschafterabwandte [pana]. —",
"Aber immerhin war er ja der Sohn des Qenaz, denn es heißt:und O͑thniél, der Sohn des Qenaz, der Bruder Kalebs, nahm es ein!? Raba erwiderte: Er war ein Stiefsohn des Qenaz."
],
[
"Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt:der Qenizite. Schließe hieraus.",
"A͑zuba, das ist Mirjam, und sie wird deshalb A͑zuba genannt, weil sie anfangs von allen verlassen [a͑zbuha]war. Zeugte; er hatte sie ja geheiratet!? R. Joḥanan erwiderte: Wer eine Frau im Namen Gottesnimmt, dem rechnet es die Schrift an, als hätte er sie gezeugt.",
"Jerio͑th, ihr Gesicht glich den Vorhängen [Jerio͑th].",
"Das sind deren Söhne; man lese nicht baneha [Söhne], sondern boneha [Erbauer]. Ješer, er richtete sich gerade [jišer]. Šobebh, er brach [šibeb] seinen Trieb. Ardon, er überwand [rada] seinen Trieb. Manche erklären: Ihr Gesicht glich einer Rose [vered].",
"Ašḥur, der Vater Teqoa͑s, hatte zwei Frauen, Ḥelá und Naa͑ra. Ašḥur, das ist Kaleb, und er wird deshalb Ašḥur genannt, weil sein Gesicht durch Fastenschwarz [hušḥaru] geworden war. Der Vater, er war ihr ein Vater geworden. Teqoa͑, sein Herz preßte sich [taqa͑] an seinen Vater im Himmel.",
"Hatte zwei Frauen, Mirjam war wie zwei Frauengeworden. Ḥelá und Naa͑ra, sie war nicht Ḥelá und Naa͑ra, sondern zuerst Ḥelá [kränkelnd] und nachher Naa͑ra [jugendlich].",
"Und die Söhne Ḥelás waren Çereth, Çohar und Ethnan. Çereth, sie war die Rivalin [çara] ihrer Genossinnengeworden. Çohar, ihr Gesicht glich dem Mittage [çaharajim]. Ethnan, wer sie sah, brachte seiner Frau ein Geschenk [ethnan].",
"Der Pareo͑ befahl seinem ganzen Volke. R. Jose b. Ḥanina sagte: Auch über sein Volk verhängte er dies. Ferner sagte R. Jose b. R. Ḥanina: Drei Befehle erließ er. Zuerst: wenn es ein Knabe ist, so sollt ihr ihn töten; hierauf: jeden neugeborenen Sohn sollt ihr in den Fluß werfen; und zuletzt verhängte er dies auch über sein Volk.",
"Da ging ein Mann aus dem Stamme Levi. Wohin ging er? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Er ging nach dem Rate seiner Tochter.",
"Es wird gelehrt: A͑mram war der Bedeutendste seines Zeitalters, und als der ruchlose Pareo͑ befohlen hatte, jeden Knaben, der geboren wird, in den Fluß zu werfen, sprach er: Wir mühen uns nun vergeblich ab. Da stand er auf und schied sich von seiner Frau. Hierauf standen alle auf und schieden sich von ihren Frauen.",
"Da sprach seine Tochter zu ihm: Vater, dein Befehl ist schlimmer als der des Pareo͑. Der Pareo͑ erließ ihn nur über Knaben, du aber über Knaben und Mädchen. Der Pareo͑ erließ es nur für diese Welt, du aber für diese und für die zukünftige Welt.",
"Der Pareo͑ ist gottlos, und es ist zweifelhaft, ob sein Befehl befolgt wird oder nicht, du aber bist ein Frommer, und dein Befehl wird sicher befolgt, denn es heißt:wenn du aussprichst, so wird es vollbracht. Da stand er auf und nahm seine Frau wieder. Hierauf standen alle auf und nahmen ihre Frauen wieder.",
"Er nahm. Es sollte ja heißen: er nahm wieder!? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Er behandelte sie wie bei der [erstmaligen] Heirat; er setzte sie in eine Sänfte, während Ahron und Mirjam vor ihr tanzten, und die Dienstengel sprachen:die Mutter der Kinder freut sich.",
"Die Tochter Levis. Wieso nennt er sie, wo sie bereits hundertdreißig Jahre alt war, noch ‘Tochter’!? R. Ḥama b. Ḥanina sagte nämlich, es war Jokhebed, die unterwegskonzipiert und zwischen den Mauern geboren wurde, denn es heißt:die Levi in Miçrajim geboren ward;",
"nur ihre Geburt war in Miçrajim erfolgt, nicht aber ihre Konzeption. R. Jehuda erwiderte: Es stellten sich bei ihr Merkmale der Jugend ein.",
"Die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn. Sie war ja bereits drei Monate vorherschwanger!? R. Jehuda b. Zebina erwiderte: Er vergleicht ihre Geburt mit ihrer Schwängerung; wie die Schwängerung schmerzlos war, ebenso die Geburt schmerzlos. Hieraus, daß die frommen Frauen in der Besiegelung der Ḥavanicht einbegriffen waren.",
"Und sie sah, daß er gut war. Es wird gelehrt: R. Meír erklärte: Sein Name war Ṭob [gut]. R. Jehuda erklärte: Sein Name war Ṭobija [Gottesgüte]. R. Neḥemja erklärte: Er war für die Prophetie würdig. Manche erklären: Er wurde beschnittengeboren. Die Weisen erklären: Als Moše geboren wurde, füllte sich das ganze Haus mit Licht, denn hierbei heißt es: und sie sah, daß er gut war, und dortheißt es: und Gott sah das Licht, daß es gut war.",
"Sie verbarg ihn drei Monate. Die Miçrijim zählten seit der Zeit, wo er sie wiedernahm, während sie bereits drei Monate mit ihm schwanger war.",
"Sie konnte ihn aber nicht länger verbergen. Weshalb denn, sie hätte ihn noch weiter verbergen sollen!? — Wenn die Miçrijim erfahren hatten, daß irgendwo ein Kind geboren wurde, brachten sie da Kinder hin, damit jenes sie höre und mit ihnen schreie. [Hierauf deutet] der Schriftvers: fangt uns Füchse, kleine Füchse &c.",
"Da nahm sie eine Kiste aus Rohr. Weshalb aus Rohr? R. Elea͑zar erwiderte: Hieraus, daß den Frommen ihr Geld lieber ist als ihr Körper. — Weshalb dies? — Weil sie ihre Hände nicht nach Raub ausstrecken.",
"R. Šemuél b. Naḥmani erwiderte: Etwas Weiches, das sowohl Weichem als auch Hartem widerstehen kann.",
"Und sie verstrich sie mit Lehm und mit Pech. Es wird gelehrt: Innen Lehm und außen Pech, damit dieser Fromme nicht Übles rieche.",
"Sie tat darin das Kind und setzte sie ins Schilf. R. Elea͑zar erklärte: Ins Schilfmeer. R. Šemuél b. Naḥmani erklärte:"
],
[
"In das Schilf, wie es heißt: Rohr und Schilfverwelken.",
"Da stieg die Tochter des Pareo͑ hinab, um sich im Flusse zu waschen. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Dies lehrt, daß sie hinabgestiegen war, um sich vom Götzenschmutze ihres Vaterhauses zu reinigen, denn es heißt:wenn der Herr den Unflat der Töchter Çijons gewaschen &c.",
"Und ihre Mädchen gingen &c. R. Joḥanan sagte: Unter ‘gehen’ ist hier das Sterben zu verstehen, wie es heißt:siehe, ich gehe sterben.",
"Da sah sie die Kiste im Schilfe. Als jene sahen, daß sie Moše retten wollte, sprachen sie: Herrin, in der Welt ist es üblich, daß, wenn ein König aus Fleisch und Blut einen Befehl erläßt, selbst wenn die ganze Welt ihn nicht befolgt, seine Kinder und seine Familienangehörigen ihn befolgen, du aber willst den Befehl deines Vaters übertreten. Da kam [der Engel] Gabriél und schlug sie zu Boden.",
"Sie schickte ihre Magd und ließ sie holen. R. Jehuda und R. Neḥemja [streiten hierüber]; einer erklärt Arm, und einer erklärt Magd. Einer erklärt Arm, denn es heißt amatha; einer erklärt Magd, denn es heißt nicht Hand. —",
"Nach demjenigen, der Magd erklärt, [ist ja einzuwenden,] du sagtest doch, Gabriél kam und schlug sie zu Boden!? — Er ließ ihr eine zurück, weil es für eine Königstochter nicht schicklich ist, allein zu sein. —",
"Sollte es doch nach demjenigen, welcher Arm erklärt, Hand heißen!? — Damit lehrt er uns, daß [ihr Arm] sich ausgedehnt hatte. Der Meister sagte nämlich: Dies findest du auch beim Arme der Tochter des Pareo͑. Ferner findest du es auch bei den Zähnender Frevler, denn es heißt:die Zähne der Frevler hast du zerschmettert, und Reš Laqiš sagte, man lese nicht šibarta [zerschmettert], sondern širbabta [ausgedehnt].",
"Da öffnete sie sie und sah es, das Kind. Es sollte ja nur heißen: und sah!? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Sie sah die Göttlichkeit bei ihm.",
"Und siehe, es war ein weinender Knabe. Er nennt ihn Kind und er nennt ihn Knabe? — Es wird gelehrt: Es war ein Kind, dessen Stimme aber glich der eines Knaben — so R. Jehuda. R. Neḥemja sprach zu ihm: Demnach hast du ja unseren Meister Moše zu einem fehlerbehaftetengemacht!? Vielmehr lehrt dies, daß seine Mutter ihm in der Kiste einen Kinderbaldachin machte, denn sie sagte: vielleicht ist es mir nicht beschieden, seinen Hochzeitsbaldachin [zu sehen].",
"Und sie erbarmte sich seiner und sprach: Eines von den Kindern der Hebräer ist dieses. Woher wußte sie es? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Sie sah, daß er beschnitten war. Dieses.",
"R. Joḥanan sagte: Dies lehrt, daß sie, ohne es zu wissen, weissagte: dieses ist hineingefallen, aber kein anderes wirdhineinfallen.",
"Das ist es, was R. Elea͑zar sagte: Es heißt:Und wenn sie zu euch sprechen: Befragt doch die Totenbeschwörer und die Wahrsager, die da flüstern und murmeln; sie flüsternund wissen nicht, was sie flüstern, sie murmeln und wissen nicht, was sie murmeln.",
"Sie sahen, daß der Erlöser Jisraéls durch Wasser geschlagen werden werde, da standen sie auf und befahlen:jeden neugeborenen Sohn sollt ihr in den Fluß werfen. Nachdem Moše hineingeworfen worden war, sprachen sie: Wir sehen jenes Zeichen nicht mehr. Hierauf hoben sie diesen Befehl auf. Sie wußten aber nicht, daß er wegen des Haderwassersgeschlagen werden werde.",
"Das ist es, was R. Ḥama b. R. Ḥanina gesagt hat: Es heißt:das ist das Haderwasser, wo sie haderten; das ist es, das die Sternkundigen des Pareo͑ gesehen und sich geirrt haben. Darauf bezugnehmend sagte Moše:sechshunderttausend Mann Fußvolk &c. Moše sprach zu den Jisraéliten: Durch mich seid ihr alle gerettet worden.",
"R. Ḥanina b. Papa sagte: Jener Tag war der einundzwanzigste Nisan, und die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, der dereinst an diesem Tage am Meere einen Lobgesang anstimmenwird, sollte an diesem Tage geschlagen werden!?",
"R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Es war der sechste Sivan, und die Dienstengel sprachen vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, der dereinst an diesem Tage das Gesetz am Berge Sinaj in Empfang nehmen wird, sollte an diesem Tage geschlagen werden!? —",
"Allerdings waren es drei Monatenach demjenigen, welcher sagt, es war der sechste Sivan, denn der Meister sagte, Moše starb am siebenten Adar und ward am siebenten Adar geboren, und vom siebenten Adar bis zum sechsten Sivan sind es drei Monate, wieso aber stimmt dies nach demjenigen, welcher sagt, es war der einundzwanzigsteNisan!? —",
"Jenes Jahr war ein Schaltjahr; die größere Hälfte des ersten, die größere Hälfte des letzten und der mittelstevollständig.",
"Da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pareo͑: Soll ich gehen und dir eine Amme von den Hebräerinnen rufen? Weshalb gerade von den Hebräerinnen? —",
"Dies lehrt, daß man Moše allen miçrischen Frauen herumreichte, er aber nicht saugen wollte. Er sagte: Soll etwa der Mund, der dereinst mit der Göttlichkeit reden wird, Unreines saugen!? Hierauf deutet der Schriftvers:Wen will er Erkenntnislehren, wen mit seiner Predigt unterrichten? Von der Milch Entwöhnte, von der Brust Genommene.",
"Da sprach die Tochter des Pareo zu ihr: Geh &c. R. Elea͑zar erklärte: Dies lehrt, daß sie schnell wie eine Jungfrauging. R. Šemuél b. Naḥmani erklärte: Jungfrau, weil sie die Sacheverheimlichte.",
"Da sprach die Tochter des Pareo͑ zu ihr: Da hast du das Kind. R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Sie weissagte, ohne zu wissen, was sie weissagte: da hast du, da hast du deines.Und ich werde dir deinen Lohn geben. R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Nicht genug, daß man den Frommen ihren Verlust zurückgibt, sondern man gibt ihnen noch einen Lohn.",
"Da nahm Mirjam die Prophetin, die Schwester Ahrons &c. Die Schwester Ahrons und nicht die Schwester Mošes? R. A͑mram sagte im Namen Rabhs, und wie manche sagen, R. Naḥman im Namen Rabhs: Dies lehrt, daß sie, als sie noch nur die Schwester Ahronswar, weissagte"
],
[
"und sprach: Meine Mutter wird einen Sohn bekommen, der Jisraél erlösen wird. Als Moše geboren ward, füllte sich das ganze Haus mit Licht, da stand ihr Vater auf, küßte sie aufs Haupt und sprach zu ihr: Meine Tochter, deine Weissagung ist in Erfüllung gegangen. Als man ihn aber in den Fluß warf, stand ihr Vater auf, schlug sie aufs Haupt und sprach zu ihr: Meine Tochter, wo ist nun deine Weissagung!? Das ist es, was geschrieben steht: Seine Schwester stellte sich von ferne, um zu erfahren, was mit ihm geschehen wird; um zu erfahren, was endlich aus ihrer Weissagung geschehen wird.",
"JOSEPH WAR ES BESCHIEDEN &C. Weshalb heißt es zuerst:und Joseph ging hinauf, um seinen Vater zu begraben, und alle Diener des Pareo͑ zogen mit ihm hinauf &c., sodann:das ganze Haus Josephs und seine Brüder und das Haus seines Vaters, später aber:und Joseph kehrte nach Miçrajim zurück, er und seine Brüder, sodann:und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, um seinen Vater zu begraben?",
"R. Joḥanan erwiderte: Anfangs, bevor sie die Ehrung der Jisraélitengesehen hatten, erwiesen sie ihnen keine Hochachtung, später aber, nachdem sie ihre Ehrung gesehen hatten, erwiesen sie ihnen Hochachtung.",
"Es heißt:und sie kamen bis zur Dornentenne; gibt es denn eine Tenne für Dornen? R. Abahu erwiderte: Dies lehrt, daß sie die Bahre Ja͑qobs mit Kronen umringten, wie man eine Tenne mit Dornen umringt, denn auch die Söhne E͑savs, Jišma͑éls und Qeṭuras waren da hingekommen.",
"Es wird gelehrt: Sie kamen, um Kriegzu führen, als sie aber die Krone Josephs an der Bahre Ja͑qobs hängen sahen, nahmen sie alle ihre Kronen ab und hängten sie ebenfalls an die Bahre Ja͑qobs. Es wird gelehrt: Sechsunddreißig Kronen hingen an der Bahre Ja͑qobs.",
"Sie hielten da eine große und sehr schwere Trauer. Es wird gelehrt: Selbst Pferde und sogar Esel.",
"Als sie zur , Doppelhöhleherankamen, trat E͑sav vor und hinderte sie, indem er zu ihnen sprach:Mamre, Vierstadt, das ist Ḥebron. R. Jiçḥaq sagte nämlich: Vierstadt, da waren vier Paare [begraben:] Adam und Ḥava, Abraham und Sara, Jiçḥaq und Ribqa, Ja͑qob und Lea. Er begrub Lea auf seinem Platze, und was zurückbleibt, gehörtmir. Sie sprachen zu ihm: Du hast ihnihm verkauft.",
"Er erwiderte ihnen: Zugegeben, daß ich ihm meinen Erstgeburtsanteil verkauft habe, aber habe ich ihm etwa auch meinen einfachen Anteil verkauft!? Sie entgegneten ihm: Freilich. Es heißt:in meinem Grabe, daß ich mir gekauft [karithi] habe. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq, ‘kira’ heißt Verkauf, denn in den überseeischen Ländern sagt man ‘kira’ für Verkauf.",
"Hierauf sprach er zu ihnen: Zeigt mir den Kaufbrief. Sie erwiderten ihm: Der Kaufbrief befindet sich im Lande Miçrajim. Wer geht nun hin? — Es gehe Naphtali, da er behend wie eine Hinde ist. Es heißt:Naphtali ist eine freischweifende Hinde, schöne Worte bringend, und R. Abahu sagte, man lese nicht imre šepher [schöne Worte] sondern imre sepher [Worte des Briefes].",
"Unter ihnen befand sich Ḥušim, der Sohn Dans, der schwerhörigwar, und er fragte: Was ist los? Man erwiderte ihm: Dieser hindert uns solange, bis Naphtali aus dem Lande Miçrajim zurückgekehrt ist. Da sprach er zu ihnen: Und bis Naphtali aus dem Lande Miçrajim zurückgekommen ist, soll der Großvater mißächtlich daliegen!? Hierauf nahm er eine Keule und schlug ihm auf den Kopf, sodaß ihm die Augen ausfielen und zu den Füßen Ja͑qobs rollten. Da öffnete Ja͑qob die Augen und lächelte. Hierauf bezieht sich der Schriftvers:es freue sich der Fromme, wenn er Rache sieht.",
"An jener Stunde ging in Erfüllung die Weissagung Ribqas:weshalb soll ich eurer beider an einem Tage beraubt werden. Und obgleich beide nicht an einem Tage gestorben sind, so erfolgte ihr Begräbnis an einem Tage. —",
"Würden denn, wenn Joseph sich mit ihm nicht befaßt hätte, seine Brüder sich mit ihm nicht befaßthaben, es heißt ja:seine Söhne trugen ihn nach dem Lande Kenaa͑n!? — Sie sprachen: Laßt ihn gewähren, es ist für ihn mehr Ehrung, wenn es durch Könige erfolgt, als wenn durch Gemeine.",
"UND AUCH DARIN GAB ES KEINEN BEDEUTENDEREN ALS JOSEPH &C. Die Rabbanan lehrten: Komm und sieh, wie beliebt die Gebote unserem Meister Moše waren. Während ganz Jisraél sich mit Beutemachenbefaßte, befaßte er sich mit [der Ausübung]der Gebote, wie es heißt:wer weisen Herzens ist, nimmt Gebote an &c.",
"Woher wußte Moše, wo Joseph begraben war? — Man erzählt, daß Serah, die Tochter Ašers, aus jener Generation zurückgeblieben war, und Moše wandte sich an sie und fragte sie, ob sie nicht wisse, wo Joseph begraben liege. Sie erwiderte ihm: Die Miçrijim fertigten für ihn einen Sarg aus Metall und versenkten ihn in den Nilfluß, damit sein Wasser gesegnet werde. Hierauf ging Moše hin, stellte sich an das Ufer des Nils und sprach: Joseph, Joseph, es ist die Zeit herangereicht, hinsichtlich welcher der Heilige, gepriesen sei er, geschworen hat: ich werde euch erlösen, und es ist die Zeit herangereicht, hinsichtlich welcher du Jisraél beschworenhast; wenn du jetzt erscheinest, so ist es recht, wenn aber nicht, so sind wir von deinem Schwure entbunden. Da schwamm der Sarg Josephs sofort herauf.",
"Es darf dich aber nicht wundern, wieso Eisen obenauf schwimmen kann. Es heißt:Und es geschah, als einer einen Balken fällte, da fiel das Eisen ins Wasser &c. Da sprach der Mann Gottes: Wohin ist es gefallen? Und als er ihm die Stelle zeigte, hieb er ein Holz ab und warf es hinein; da schwamm das Eisen herauf. Nun ist ein Schluß von einem Kleineren auf einen Größeren zu folgern: wenn für Eliša͑, der ein Schüler Elijahus und Elijahu wiederum ein Schüler Mošes war, das Eisen heraufgeschwommen ist, um wieviel mehr für unseren Meister Moše selbst.",
"R. Nathan sagte: Er war in der Königsgruft begraben, und Mošeging hin, stellte sich an die Königsgruft und sprach: Joseph, es ist die Zeit herangereicht, hinsichtlich welcher der Heilige, gepriesen sei er, geschworen hat: ich werde euch erlösen, und es ist die Zeit herangereicht, hinsichtlich welcher du Jisraél beschworen hast; wenn du jetzt erscheinest, so ist es recht, wenn aber nicht, so sind wir von deinem Schwure entbunden. In dieser Stunde erbebte der Sarg Josephs und Moše nahm ihn und führte ihn mit.",
"Während aller Jahre, wo die Jisraéliten in der Wüste wanderten, zogen beide Laden, die des Toten und die der Göttlichkeit, neben einander, und die Wanderer fragten nach der Bedeutung dieser beiden Laden. Man erwiderte ihnen, die eine ist die eines Toten und die andere ist die der Göttlichkeit. — Ist es denn schicklich, daß ein Toter neben der Göttlichkeit ziehe? Man erwiderte ihnen:"
],
[
"Der eine hat alles gehalten, was in der anderen geschrieben steht. —",
"Würden denn, wenn Moše sich mit ihm nicht befaßt hätte, die Jisraéliten sich mit ihm nicht befaßthaben, es heißt ja: und die Gebeine Josephs, die die Kinder Jisraél aus Miçrajim brachten, begruben sie in Šekhem!? —Sie sprachen: laßt ihn gewähren, es ist für ihn mehr Ehrung, wenn es durch Große erfolgt, als wenn es durch Geringe erfolgt. — Würden denn, wenn die Jisraéliten sich mit ihm nicht befaßt hätten, seine Söhne sich mit ihm nicht befaßthaben, es heißt ja:und sie blieben den Söhnen Josephs zum Besitztume!? —",
"Sie sagten: laßt sie gewähren, es ist für ihn mehr Ehrung, wenn es durch viele erfolgt, als wenn es durch wenige erfolgt.",
"Begruben sie in Šekhem. Weshalb gerade in Šekhem? R. Ḥama b. R. Ḥanina erwiderte: [Sie sagten:] aus Šekhem stahlensie ihn und nach Šekhem wollen wir das Verlorene zurückbringen. —",
"Die Schriftverse widersprechen ja einander, es heißt:und Moše nahm die Gebeine Josephs mit, und es heißt: und die Gebeine Josephs, die die Kinder Jisraél mitnahmen!?",
"R. Ḥama b. R. Ḥanina erwiderte: Wenn jemand etwas tut und es nicht beendigt und ein anderer kommt und es beendigt, so rechnet die Schrift es dem an, der es beendigt hat, als bitte er es allein getan.",
"R. Elea͑zar sagte: Man setzt ihnauch von seiner Würde ab, denn es heißt:und es geschah in jener Zeit, da zog Jehudahinab.",
"R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Er begräbt auch Frau und Kinder, denn es heißt:da starb die Tochter Šua͑s, die Frau Jehudas &c. Ferner heißt es: da starben E͑r und Onan.",
"R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Weshalb wird Joseph schon bei Lebzeiten Gebeinegenannt? Weil er nicht für die Ehrung seines Vaters eintrat. [Seine Brüder] sprachen zu ihm:dein Knecht unser Vater, und er sagte ihnen dazu nichts.",
"Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs, nach anderen R. Ḥama b. R. Ḥanina: Weshalb starb Joseph früher als seine Brüder? Weil er sich herrisch benahm.",
"Und Joseph wurde nach Miçrajim hinabgebracht. R. Elea͑zar sagte: Man lese nicht hinabgebracht, sondern brachte hinab, denn er brachte die Sterndeuter des Pareo͑ von ihrer Würdehinab.",
"Da kaufte ihn Poṭiphar, ein Hofbedienter des Pareo͑. Rabh sagte: Er kaufte ihn für seine Person, da kam Gabriél und kastrierte ihn, und hierauf kam Gabriél wieder und verstümmelte ihn. Zuerst wird er Poṭiphar, nachher aber Poṭiphera͑genannt.",
"UND AUCH DARIN GAB ES KEINEN BEDEUTENDEREN ALS MOŠE &C.Der Herr sprach zu mir: Laß genug sein. R. Levi sagte: Mit ‘genug’ redete er an und mit ‘genug’ redete man ihn an; mit ‘genug’ redete er an, denn es heißt:genug euch, mit ‘genug’ redete man ihn an, wie es heißt: laß genug sein.",
"Eine andere Erklärung: Laß genug [rabh] sein, du hast einen Meister[rabh], das ist Jehošua͑.",
"Eine andere Erklärung: Laß genug sein, damit man nicht sage: wie hart ist der Meister und wie zudringlich ist der Schüler. — Weshalb dies alles? In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Entsprechend dem Kamele die Last.",
"Und er sprach zu ihnen: Hundertundzwanzig Jahre bin ich heute. Wozu heißt es heute? — Heute sind meine Tage und Jahre voll geworden. Dies lehrt dich, daß der Heilige, gepriesen sei er, die Jahre der Frommen (vom Tag) bis auf den Tag und (vom Monat) bis auf den Monat voll werden läßt, wie es heißt:die Zahl deiner Tage werde ich voll machen.",
"Ich vermag nicht mehr auszuziehen und einzuziehen. Was heißt auszuziehen und einzuziehen, wollte man sagen, wörtlich, ausziehenund einziehen, so heißt es ja:hundertundzwanzig Jahre war Moše alt, als er starb&c. Ferner heißt es:Moše stieg hinauf von A͑rboth Moab auf den Berg Nebo, und hierzu wird gelehrt, daß da zwölf Stufen waren und Moše sie mit einem Schritte bestieg!?",
"R. Šemuél h. Naḥmani erwiderte im Namen R. Jonathans: Auszuziehen und einzuziehen in den Angelegenheiten der Tora. Dies lehrt, daß die Pforten der Weisheit sich ihm geschlossen hatten.",
"Da gingen Moše und Jehošua͑ hin und stellten sich in das Offenbarungszelt. Es wird gelehrt: Es war ein Zwei-Lehrer-Šabbath, und das Amt wurde dem einen genommen und dem anderen übertragen.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn es nicht ein geschriebener Schriftvers wäre, dürfte man es nicht sagen. Gestorben ist Moše im Gebiete Reúbens, denn es heißt: Moše stieg hinauf von A͑rboth Moab auf den Berg Nebo, und Nebo lag im Gebiete Reúbens, wie es heißt:und die Söhne Reúbens, sein Sohn &c. und Nebo &c.",
"(Es heißt Nebo, weil da drei Propheten [nebiím], Moše, Ahron und Mirjam, starben).",
"Begraben worden ist Moše im Gebiete Gads, denn es heißt:er hat das erste sich ersehen&c. [Die Entfernung] vom Gebiete Reúbens bis zum Gebiete Gads beträgt vier Mil; wer hat ihn nun die vier Mil getragen?",
"Dies lehrt, daß Moše auf den Fittigen der Göttlichkeit lag. Die Dienstengel sprachen:Das Recht des Herrn führt er aus, seine Gerichte mit Jisraél. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach:Wer tritt für mich gegen die Bösewichter, wer stellt sich für mich gegen die Übeltäter.",
"Šemuél sagte: [Er sprach:]Wer ist wie der Weise, wer versteht die Deutung der Dinge? R. Joḥanan sagte: [Er sprach:]Die Weisheit, woher kommt sie? R. Naḥman sagte:Und Moše starb daselbst &c. Semaljonsprach: Und Moše starb daselbst, der große Gelehrte Jisraéls.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Durch zwölf zu zwölf Mil, entsprechend dem jisraélitischen Lager, ertönte eine Hallstimme und sprach: Und Moše starb daselbst, der große Gelehrte Jisraéls. Manche sagen: Moše starb überhaupt nicht. Hier heißt es: starb daselbst, und dortheißt es: er blieb daselbst mit dem Herrn; wie dort [zu verstehen ist], er stand und tat Dienst, ebenso auch hier, er stand und tat Dienst.",
"Und er begrub ihn im Tale im Lande Moab, gegenüber Bet Peo͑r. R. Berekhja sagte: ein Zeichen zu einem Zeichen, dennoch kennt niemand sein Grab.",
"Einst sandte die ruchlose Regierung an"
],
[
"den Befehlshabervon Beth Peo͑r, daß er ihr zeige, wo Moše begraben ist. Standen sie oben, so erschien ihnen [das Grab] unten, und wenn unten, so erschien es ihnen oben. Hierauf teilten sie sich in zwei Abteilungen; denen aber, die oben standen, erschien es unten, und denen, die unten standen, erschien es oben. Es ging in Erfüllung, was geschrieben steht:kein Mann kannte seine Grabstätte.",
"R. Ḥama b. R. Ḥanina sagte: Auch Moše selbst wußte nicht, wo er begraben wird; hier heißt es: kein Mann kannte seine Grabstätte, und dort heißt es:dies ist der Segen, mit welchem gesegnet hat Moše, der Mann Gottes.Ferner sagte R. Ḥama b. R. Ḥanina: Moše wurde deshalb gegenüber Beth Peo͑r begraben, um das Ereignis von Peo͑rzu sühnen.",
"Ferner sagte R. Ḥama b. R. Ḥanina: Es heißt:dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen; ist es denn einem Menschen möglich, der Göttlichkeit zu folgen, es heißt ja:denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer!?",
"Vielmehr [lehrt dies], daß man den Handlungen des Heiligen, gepriesen sei er, folge. Wie er die Nackten kleidet, wie es heißt:und Gott der Herr machte Adam und seinem Weibe Hautröcke und bekleidete sie, so kleide auch du die Nackten. Wie der Heilige, gepriesen sei er, Kranke besucht, wie es heißt:und der Herr erschien ihm unter den Terebinthen Mamres, so besuche auch du die Kranken. Wie der Heilige, gepriesen sei er, Trauernde tröstet, wie es heißt:und es geschah nach dem Tode Abrahams, da segnete Gott seinen Sohn Jiçḥaq, so tröste auch du die Trauernden. Wie der Heilige, gepriesen sei er, Tote begräbt, wie es heißt:und er begrub ihn im Tale, so begrabe auch du die Toten.",
"Hautröcke. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer erklärt, etwas, das von der Haut kommt, und einer erklärt, etwas, wovon die Haut einen Genuß hat.",
"R. Šimlaj trug vor: Die Tora beginnt mit Wohltätigkeit und schließt mit Wohltätigkeit. Sie beginnt mit Wohltätigkeit, denn es heißt: und Gott der Herr machte Adam und seinem Weibe Hautröcke und bekleidete sie; sie schließt mit Wohltätigkeit, denn es heißt: er begrub ihn im Tale.",
"R. Šimlaj trug vor: Weshalb begehrte Moše, in das Jisraélland zu kommen; brauchte er etwa von seinen Früchten zu essen, oder etwa sich von seinem Gute zu sättigen? Vielmehr sprach Moše also: Viele Gebote sind den Jisraéliten auferlegt worden, die nur im Jisraéllande ausgeübt werden können, ich möchte daher in das Land kommen, damit sie alle durch mich ausgeübt werden können.",
"Da sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm: Du möchtest ja nur die Belohnung erhalten, und ich rechne es dir an, als hättest du sie ausgeübt. Daher heißt es:Ich will ihm einen Anteil geben unter Vielen, und mit Mächtigen soll er Beute teilen, weil er sich dem Tode hingab und unter die Frevler zählen ließ, während er doch die Sünden vieler getragen hat und für die Frevler herantrat. \n",
"Ich will ihm einen Anteil geben unter vielen; man könnte glauben, unter den letzteren und nicht unter den ersteren, so heißt es: und mit den Mächtigen soll er Beute teilen, mit Abraham, Jiçḥaq und Ja͑qob, die in der Tora und guten Werken mächtig waren. Weil er sich dem Tode hingab, er gab sich dem Tode preis, wie es heißt:wenn aber nicht, lösche mich doch aus &c. \n",
"Unter die Frevler zählen ließ, er wird unter die in der Wüste Verstorbenen gezählt. Während er doch die Sünde vieler getragen hat, er sühnte das Ereignismit dem Kalbe. Und für die Frevler herantrat, er flehte um Erbarmen für die Frevler Jisraéls, daß sie in Buße zurückkehren, denn unter ‘herantreten’ ist die Fürbitte zu verstehen, wie es heißt:du sollst für dieses Volk nicht bitten, keine Klage und kein Gebet für sie erheben, und an mich nicht herantreten.",
"",
"ER BRINGT DANN IHR SPEISOPFER IN EINEM WEIDENKORBE UND LEGT ES IHR IN DIE HÄNDE, UM SIE ZU ERMÜDEN.",
"ALLE SPEISOPFER BEGINNEN UND ENDEN IN DIENSTGEFÄSSEN, DIESES ABER BEGINNT IN EINEM WEIDENKORBE UND ENDET IN EINEM DIENSTGEFÄSSE.",
"ALLE SPEISOPFER BENÖTIGEN DES ÖLS UND DES WEIHRAUCHS, DIESES ABER BENÖTIGT WEDER DES ÖLS NOCH DES WEIHRAUCHS. ALLE SPEISOPFER WERDEN AUS WEIZEN DARGEBRACHT, DIESES ABER AUS GERSTE. DAS SPEISOPFER DER SCHWINGEGARBE WURDE ZWAR [EBENFALLS] AUS GERSTE DARGEBRACHT, JEDOCH AUS GESIEBTEM FEINMEHL, DIESES ABER AUS GROBMEHL. R. GAMLIÉL SAGTE: WIE IHR BETRAGEN DEM EINES VIEHS GLEICHT, EBENSO BESTEHT AUCH IHR OPFER AUS VIEHFUTTER.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Abba Ḥanin sagte im Namen R. Elie͑zers: Um sie zu ermüden, damit sie zurücktrete. Wenn die Tora diejenigen, die seinen Willen übertreten, so sehr schont, um wieviel mehr diejenigen, die seinen Willen tun. —",
"Woher, daß dies aus Schonung erfolgt, vielleicht deshalb, damit die Rolle nicht verwischt werde!? —"
],
[
"Er ist der Ansicht, daß man sie vorher trinken lasse und nachher ihr Opfer darbringe; wenn wegen der Rolle, so ist sie ja bereits verwischt worden.",
"ALLE SPEISOPFER &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen; Bei den Speisopfern besteht folgende Ordnung. Man bringe sein Speisopfer aus der Wohnung in einem silbernen oder goldenen Korbe, lege es in ein Dienstgefäß, heilige es im Dienstgefäße, tue dazu das Öl und den Weihrauch und reiche es dem Priester. Der Priester bringt es zum Altar und stellt es auf den südwestlichen Winkel, gegen die Kante des Horns, und dies genügt.",
"Sodann schiebt er den Weihrauch nach der Seite, hebt eine Handvoll ab von einer Stelle, wo das meiste Öl sich befindet, legt sie in ein Dienstgefäß und heiligt sie im Dienstgefäße; den Weihrauch klaubt er zusammen, legt ihn darauf und räuchert ihn in einem Dienstgefäße auf. Hierauf salzt er [die Handvoll] und legt sie auf das Feuer.",
"Ist die Handvoll dargebracht worden, so darf das Zurückbleibende gegessen werden. Die Priester dürfen darin Wein, Öl und Honig hineintun, nur säuern dürfen sie es nicht.",
"Hier wird nun gelehrt: in einem silbernen oder goldenen Korbe!? R. Papa erwiderte: Lies: in Gefäßen, die als Dienstgefäße geeignet sind. —",
"Demnach ist ein Weidenkorb ungeeignet, also nicht wie R. Jose b. R. Jehuda, denn es wird gelehrt: Hat man Dienstgefäße aus Holz gefertigt, so sind sie nach Rabbi untauglich und nach R. Jose b. R. Jehuda tauglich. —",
"Du kannst auch sagen, nach R. Jose b. R. Jehuda, denn R. Jose b. R. Jehuda sagt es nur von wertvollen, sagt er es etwa auch von minderwertigen!? Hält er etwa nichts [vom Schriftverse:] reiche es doch deinem Statthalter!?",
"«Lege es in ein Dienstgefäß, heilige es im Dienstgefäße.» Hieraus ist demnach zu entnehmen, daß die Dienstgefäße nur beabsichtigt heiligen? — Lies: lege es in ein Dienstgefäß, um es durch das Dienstgefäß zu heiligen.",
"«Tue dazu das Öl und den Weihrauch.» Denn es heißt:er gieße darüber Öl und lege dazu Weihrauch.",
"«Und reiche es dem Priester.» Denn es heißt:und bringe es zu den Söhnen Ahrons &c.",
"«Der Priester bringt es zum Altar.» Denn es heißt:und dieser bringe es zum Altar heran.",
"«Und stellt es auf den südwestlichen Winkel gegen die Spitze des Horns, und dies genügt.» Woher dies? —",
"Es heißt:dies ist das Gesetz des Speisopfers; die Söhne Ahrons sollen es vor den Herrn bringen, an die Vorderseite des Altars. Hierzu wird gelehrt: Vor den Herrn, man könnte glauben, in der Westseite, so heißt es: an die Vorderseitedes Altars; wenn an die Vorderseite des Altars, so könnte man glauben, in der Südseite, so heißt es: vor den Herrn. Wie ist dies nun zu erklären? Er bringe es zum südwestlichen Winkel, gegen die Kante des Horns, und dies genügt.",
"R. Elea͑zar sagte: Man könnte glauben, daß man es zur westlichen oder zur südlichen Seite des Horns bringe, so ist zu erwidern: wenn du zwei Schriftverse findest, von denen der eine sich selbst und auch einen anderen aufrecht erhält, und der andere sich selbst aufrecht erhält und jenen aufhebt, so lasse man den, der sich selbst aufrecht erhält und den anderen aufhebt, und halte sich an den, der sich und den anderen aufrecht erhält. Wenn du sagst: vor den Herrn, in der Westseite, so hast du aufgehoben [die Worte:] an die Vorderseite des Altars, in der Südseite; wenn du aber sagst: an die Vorderseite des Altars, in der Südseite, so hältst du aufrecht [die Worte:] vor den Herrn, in der Westseite. [Wie mache er es? Er bringe es zur Südseite des Horns.] —",
"Wieso hältst du sie aufrecht? R. Aši erwiderte: Dieser Autor ist der Ansicht, der ganze Altar habe auf der Nordseitegestanden. —",
"Was heißt: dies genügt? R. Aši erwiderte: Dies ist nötig; man könnte glauben, es sei das Heranbringen des Speisopfers selbstnötig, so lehrt er uns. —",
"Vielleicht ist dem auch so!? — Die Schrift sagt:er reiche es dem Priester und dieser bringe es zum Altar heran; wie das Reichen dem Priester in einem Gefäße, ebenso das Heranbringen zum Altar in einem Gefäße.",
"«Sodann schiebt er den Weihrauch nach einer Seite.» Damit er nicht mit dem Haufen abgehoben werde, denn wir haben gelernt, daß, wenn ihm beim Abheben des Haufens ein Steinchen, ein Salzkorn oder ein Stück Weihrauch in die Hand gekommen ist, er untauglich sei.",
"«Hebt eine Handvoll ab von einer Stelle, wo das meiste Öl sich befindet.» Woher dies? — Es heißt:von seinem Mehl und seinem Öl, von seinem Schrote und seinem Öl.",
"«Legt sie in ein Dienstgefäß und heiligt sie im Dienstgefäße.» Wozu dies, er hat sie ja bereits einmalgeheiligt!? — Wie beim Blute; das Blut wird im Halse des Viehs durch das Messergeheiligt, dennoch ist es wiederum durch das Dienstgefäß zu heiligen, ebenso auch dieses.",
"«Den Weihrauch klaubt er zusammen, legt ihn darauf.» Denn es heißt:und den ganzen Weihrauch, der sich auf dem Speisopfer befindet.",
"«Und räuchert ihn in einem Dienstgefäße auf.»"
],
[
"Räuchert er ihn denn im Dienstgefäße auf!? — Lies vielmehr: er bringt ihn in einem Dienstgefäße hinauf, um ihn aufzuräuchern.",
"«Salzt er [die Handvoll] und legt sie auf das Feuer.» Denn es heißt: und all deine Speisopfer sollst du mit Salz salzen &c.",
"«Ist die Handvoll dargebracht worden, so darf das Zurückbleibende gegessen werden.» Woher dies? — Es heißt:der Priester lasse den Erinnerungsteil aufräuchern &c. und ferner: und was vom Speisopfer zurückbleibt, gehört Ahron und seinen Söhnen.",
"«Ist die Handvoll dargebracht worden.» Nach dem einen, nach seiner Ansicht, und nach dem anderen nach seiner Ansicht Es wurde nämlich gelehrt: Von wann ab macht die Hand voll das Zurückbleibende zum Essen erlaubt? R. Ḥanina sagt, sobald das Feuer sie erfaßt hat, R. Joḥanan sagt, sobald das Feuer die größere Hälfte angebrannt hat.",
"«Die Priester dürfen darin Wein, Öl und Honig hineintun.» Aus welchem Grunde? — Die Schrift sagt:zum Salben, zur Würde; wie die Königeessen.",
"«Nur säuern dürfen sie es nicht.» Denn es heißt:es darf nicht gesäuert gebacken werden, als ihren Anteil &c. und R. Šimo͑n b. Laqiš erklärte, auch ihr Anteil dürfe nicht gesäuert gebacken werden.",
"ALLE SPEISOPFER &C. Benötigen denn alle Speisopfer des Öls und des Weihrauchs, es gibt ja das Sünderspeisopfer, von dem der Allbarmherzige sagt:nicht soll er Öl darauf tun noch Weihrauch dazu geben!? —",
"Er meint es wie folgt: alle Speisopfer benötigen des Öls und des Weihrauches, und sind aus Weizen und Feinmehl darzubringen; das Sünderspeisopfer benötigt zwar des Öls und des Weihrauchs nicht, jedoch wird es aus Weizen und Feinmehl dargebracht, das Speisopfer der Schwingegarbe wird zwar aus Gerste dargebracht, jedoch benötigt es des Öls und des Weihrauchs, auch wird es aus feinem Mehl dargebracht: dieses aber benötigt nicht des Öls und des Weihrauchs, auch wird es aus Gerste und aus Grobmehl dargebracht.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Eigentlich sollte das Sünderspeisopfer des Öls und des Weihrauchs benötigen, damit der Sünder nichtgewinne, nur benötigt es dieser deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei.",
"Ferner sollte eigentlich das Talgsündopferdes Trankopfers benötigen, damit der Sünder nicht gewinne, nur benötigt es dessen deshalb nicht, damit sein Opfer nicht üppig sei.",
"Das Sündopfer des Aussätzigen aber und dessen Schuldopfer benötigen wohl des Trankopfers, weil sie nicht wegen einer Sünde dargebracht werden. — Dem ist ja aber nicht so, R. Šemuél b. Naḥmani sagte ja im Namen R. Jonathans, daß wegen sieben Dingen&c. der Aussatz komme!? — Die Sühne erfolgt durch den Aussatz, und das Opfer bringt er nur deshalb dar, damit ihm Heiliges erlaubt sei. —",
"Demnach sollte doch das Sündopfer eines Nazirs des Trankopfers benötigen, da es nicht wegen einer Sünde dargebracht wird!? — Er ist der Ansicht des R. Elea͑zar ha Qappar, welcher sagt, der Nazir sei ebenfalls ein Sünder.",
"R. GAMLIÉL SAGTE: WIE &C. Es wird gelehrt: R. Gamliél sprach zu den Weisen: Gelehrte, laßt mich, ich will es wie eine Perleauslegen."
],
[
"Er hörte R. Meír folgendes sagen: Sie gab ihm alle Leckereien der Welt zu essen, daher soll ihr Opfer aus Viehfutter bestehen. Da sprach er zu ihm: Allerdings eine Reiche, wie ist es aber hinsichtlich einer Armen zu erklären!? Vielmehr, wie ihr Betragen dem eines Viehs gleicht, ebenso besteht auch ihr Opfer aus Viehfutter.",
" ER HOLT EINEN IRDENEN BECHER UND SCHÜTTET DARIN EIN HALBES LOG WASSER AUS DEM WASCHBECKEN; R. JEHUDA SAGT, EIN VIERTEL[LOG]. WIE ER HINSICHTLICH DES SCHRIFTSTÜCKES VERMINDERNDIST, SO IST ER VERMINDERND AUCH HINSICHTLICH DES WASSERS.",
"HIERAUF TRITT ER IN DEN TEMPEL UND WENDET SICH NACH RECHTS; DA IST EINE EINE ELLE ZU EINER ELLE GROSSE STELLE, AUF DER EINE MARMORPLATTE SICH BEFINDET, IN DIE EIN RING EINGELASSEN IST. DIESE HEBT ER HOCH, NIMMT ETWAS ERDE HERAUS UND TUT SOVIEL HINEIN, DASS SIE AUF DEM WASSER ZU SEHEN IST, WIE ES HEISST:der Priester nehme von der Erde, die sich am Fußboden des Zeltes befindet, und tue es in das Wasser.",
"GEMARA. Es wird gelehrt: Einen neuen irdenen Becher—so R. Jišma͑él. Was ist der Grund R. Jišma͑éls? — Er folgert es aus [dem Worte] Gefäß, das auch beim Aussätzigen gebraucht wird; wie da ein neues irdenes Gefäß, ebenso auch hierbei ein neues irdenes Gefäß. —",
"Woher dies von jenem? — Es heißt:und er schlachte den einen Vogel in ein irdenes Gefäß über lebendigem Wasser; wie das lebendige Wasser nicht zur Arbeit verwandt worden ist, ebenso auch ein Gefäß, das nicht zur Arbeit verwandt worden ist —",
"Demnach sollte doch, wie da lebendiges Wasser erforderlich ist, auch hierbei lebendiges Wasser erforderlich sein!? —",
"Nach R. Jišma͑él ist dem auch so, denn R. Johanan sagte: Das Wasser im Waschbecken war, wie R. Jišma͑él sagt, Quellwasser, und wie die Weisen sagen, gewöhnliches Wasser. —",
"Es ist ja aber zu erwidern: wohl gilt dies von einem Aussätzigen, da bei diesem auch Zedernholz, Ysop und Karmesinwolleerforderlich sind!?",
"Raba erwiderte: Die Schrift sagt: in ein irdenes Gefäß, ein Gefäß, von dem ich dir bereits gesagt habe.",
"Raba sagte: Diesgilt nur von dem Falle, wenn sein Aussehen nicht geschwärzt ist, wenn aber sein Aussehen geschwärzt ist, so ist es untauglich. — Aus welchem Grunde? — Gleich dem Wasser; wie [das Aussehen] des Wassers unverändert sein muß, ebenso muß auch das des Gefäßes unverändert sein.",
"Folgendes aber fragte Raba: Wie ist es, wenn es geschwärzt war und man es in einen Schmelzofen getan und es wieder weiß geworden ist: bleibt es, da es einmal untauglich war, untauglich, oder aber ist es wieder [tauglich]!? —",
"Komm und höre: R. Elea͑zar sagte: Wenn man mit dem Zedernholz, dem Ysop und der Karmesinwolle einen Korb über den Rücken gehängt hat, so sind sie untauglich.",
"Diese werden ja wiederum glatt. — Wenn etwas abgeschlossen ist.",
"HIERAUF TRITT ER IN DEN TEMPEL UND WENDET SICH NACH RECHTS &C. Aus welchem Grunde? — Der Meister sagte, alle Wendungen, die zu machen sind, haben nur nach rechts zu erfolgen.",
"DA IST EINE EINE ELLE &C. STELLE. Die Rabbanan lehrten: Von der Erde, die sich befindet; man könnte glauben, er besorge sie außerhalb und bringe sie hinein,",
"so heißt es: am Fußboden des Zeltes. Wenn am Fußboden des Zeltes, so könnte man glauben, er grabe mit einer Axt, so heißt es: die sich befindet. Wie ist dies zu erklären? Ist da eine solche vorhanden, so hole man sie, ist keine vorhanden, so tue man hin.",
"Ein Anderes lehrt: Von der Erde, die sich befindet &c. Dies lehrt, daß er sie außerhalb besorgte und hineinbrachte; am Fußboden des Zeltes."
],
[
"Isi b. Jehuda sagte: Dies schließt die Fußböden der [Offenbarungszelte] zu Šilo, Nobh und Gibeo͑n und des stetigen Tempelsein.",
"Isi b. Menaḥem sagte: Dies ist nicht nötig; wenn die Schrift bei einer leichten Unreinheitnicht unterschiedenhat, um wieviel weniger bei der schweren Verunreinigung einer Ehefrau. Wenn es aber dennoch heißt: am Fußboden des Zeltes, [so lehrt dies,] daß er keine Erde vom Haufen hole.",
"Sie fragten: Darf man, wenn da keine Erde vorhanden ist, Asche hineintun? Nach der Schule Šammajs ist dies nicht fraglich, denn diese sagt, wir finden nicht, daß Asche Erde genannt werde,",
"fraglich ist es nur nach der Schule Hillels, welche sagt, wir finden, daß Asche Erde genanntwerde. Wie ist es nun: obgleich auch diese Erde genannt wird, so heißt es hierbei dennoch: am Fußboden des Zeltes, oder aber deuten [die Worte] am Fußboden des Zeltes auf die Lehren des Isi b. Jehuda und des Isi b. Menaḥem? —",
"Komm und höre: R. Joḥanan sagte im Namen R. Jišma͑éls: An drei Stellen verdrängt die Halakha das Schriftwort.",
"Die Tora sagt: mit Erde, die Halakha aber lautet: mit jedem Gegenstande; die Tora sagt Schermesser, die Halakha aber lautet: mit jedem Geräte; die Tora sagt Brief, die Halakha aber lautet: jeder Gegenstand.",
"Wenn dem nun sowäre, so sollte er auch dies mitzählen. —",
"Manches lehrt er und manches läßt er fort. — Was läßt er noch außerdem fort? — Er läßt [das Scheren] des Aussätzigen fort. Es wird nämlich gelehrt:Und am siebenten Tage schere er sein ganzes Haar, generell; seinen Kopf, seinen Bart und seine Augenbrauen, speziell; sein ganzes Haar soll er scheren, wiederum generell; und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung und wiederum eine Generalisierung folgt, so richte man sich nach dem Speziellen: wie das Spezielle eine Stelle ist, auf der Haare sich ansammeln und gesehen wird, ebenso auch jede andere Stelle, auf der Haare sich ansammeln und gesehen wird.",
"Dies schließt das Haar [zwischen] den Füßen ein und schließt das Haar unter den Achselhöhlen und am ganzen Körper aus.",
"Die Halakha aber ist, daß er sich wie ein Kürbisschere, denn wir haben gelernt: Wenn er den Aussätzigen scheren geht, so lasse er das Schermesser über seinen ganzen Körper gehen, denn es heißt: und am siebenten Tage schere er, das zweite Scheren gleicht dem ersten.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Er zählt nur Fälle auf, wobei die Halakha einen Schriftvers verdrängt, hierbei aber verdrängt sie ja nur eine rabbanitische Auslegung.",
"R. Papa erwiderte: Er zählt nur Fälle auf, wobei die Halakha verdrängt und aufhebt, hierbei aber verdrängt sie und fügthinzu.",
"R. Aši erwiderte: Diese Lehreist nach R. Jišma͑él, der [die Regel von der] Generalisierung und Spezialisierung anwendet,"
],
[
"während die Lehre ‘wie ein Kürbis’nach R. A͑qiba ist, der[die Regel von der] Einschließung und Ausschließung anwendet. Es wird nämlich gelehrt: Und am siebenten Tage schere er sein ganzes Haar, einschließend; seinen Kopf, seinen Bart und seine Augenbrauen, ausschließend; sein ganzes Haar soll er scheren, wiederum einschließend; und wenn auf eine Einschließung eine Ausschließung und wiederum eine Einschließung folgt, so ist alles einbegriffen.",
"Einbegriffen ist [das Haar] am ganzen Körper und ausgeschlossen ist das Haar in der Nase.",
"Wie bleibt es damit? – Komm und höre: R. Hona b. Aši sagte im Namen Rabhs: Ist da keine Erde vorhanden, so hole er Moder von Kräutern und heilige ihn.",
"Dies ist aber nichts; Moder von Kräutern ist Erde, Asche aber ist keine Erde.",
"DASS SIE AUF DEM WASSER ZU SEHEN IST. Die Rabbanan lehrten: Drei Dinge müssen zu sehen sein: die Erde der Ehebruchsverdächtigten, die Asche von der [roten] Kuhund der Speichel der Eheschwägerin.",
"Im Namen R. Jišma͑éls sagten sie, auch das Blut des Vogels. Was ist der Grund R. Jišma͑éls? – Es heißt:er tauche sie &c. in das Blut des Vogels &c. Und hierzu wird gelehrt: In das Blut; man könnte glauben, in das Blut, und nicht in das Wasser, so heißt es Wasser; aus [dem Worte] Wasser könnte man entnehmen, in das Wasser und nicht in das Blut, so heißt es in das Blut. Wie ist dies zu erklären? Er hole soviel Wasser, daß das Blut des Vogels darin zu merken sei. – Wieviel ist dies? – Ein Viertel[log]. –",
"Und die Rabbanan!? – Dies ist an sich nötig; der Allbarmherzige sagt damit, daß er sie in das Blut und in das Wasser tauche. –",
"Und R. Jišma͑él!? – Demnach sollte der Allbarmherzige geschrieben haben: er tauche sie in diese, wenn er aber das Blut und das Wasser nennt, [so lehrt dies,] daß es kenntlich sein müsse. –",
"Und die Rabbanan!? – Würde der Allbarmherzige geschrieben haben: er tauche sie in diese, so könnte man glauben, in das eine besonders und in das andere besonders, daher nennt er das Blut und das Wasser, daß man sie mische. –",
"Und R. Jišma͑él!? – Daß man sie mische, lehrt ein anderer Schriftvers:er schlachte den einen Vogel &c. – Und die Rabbanan!? –",
"Aus diesem Schriftverse könnte man entnehmen, man schlachte ihn in der Nähe des Gefäßes, halte die Schlagadern fest und nehme das Blut in ein anderes Gefäß auf, so lehrt er uns.",
"R. Jirmeja fragte R. Zera: Wie ist es, wenn er groß ist und [sein Blut] das Wasser verdrängt, oder klein ist und es vom Wasser verdrängt wird?",
"Dieser erwiderte: Sagte ich dir etwa nicht, daß du nicht über die Halakha hinaus grübeln sollst!? Die Rabbanan berechneten dies bei einer Schwalbe, und diese ist weder so groß, das Wasser zu verdrängen, noch so klein, vom Wasser verdrängt zu werden.",
"Die Rabbanan lehrten: Hat er die Erde früher als das Wasser hineingetan, so ist es untauglich, nach R. Šimo͑n aber tauglich. Was ist der Grund R. Šimo͑ns? –",
"Es heißt:man nehme für den Unreinen von der Erde des verbrannten Sündopfers, und hierzu wird gelehrt: R. Šimo͑n sagte: Ist es denn Erde, es ist ja Asche!? Die Schrift hat deshalb einen unrichtigen Ausdruck gewählt, damit man [einen Schluß durch] Wortanalogie folgere: hierbei heißt es Erde und dortheißt es Erde, wie dort die Erde auf das Wasser, ebenso hierbei die Erde auf das Wasser;",
"und wie es ferner hierbei tauglich ist, wenn er die Erde früher als das Wasser [hineingeschüttet hat], ebenso ist es auch dort tauglich, wenn er die Erde früher als das Wasser [hineingeschüttet hat]. –",
"Woher dies hierbei? – Es sind da zwei Schriftverse vorhanden; es heißt:darauf, wonach die Asche zuerst hineinkommt, und es heißt:lebendiges Wasser in ein Gefäß, wonachdas Wasser zuerst hineinkommt; wie ist dies nun zu erklären? Er kann nach Belieben das eine oder das andere [zuerst] hineintun. –",
"Und die Rabbanan!? – In ein Gefäß, nurso; darauf, daß man sie mische. –",
"Vielleicht aber: darauf, nurso; in ein Gefäß, daß es im Gefäße lebendigsein müsse!? –",
"Wie wir sonst überall finden, daß das Tauglichmachende sich oben befindet, ebenso auch hierbei das Tauglichmachendeoben."
],
[
"WENN ER ZUM SCHREIBEN DER ROLLEKOMMT, SO BEGINNT ER MIT FOLGENDER Stelle:",
" wenn kein Mann bei dir gelegen hat &c. falls du aber ausgeschweift bist unter deinem Manne.",
"ER SCHREIBE ABER NICHT [DIE WORTE:]der Priester beschwöre die Frau. FERNER SCHREIBE ER:der Herr mache dich zum Fluche und zum Schwure &c.und es komme dieses fluchbringende Wasser in deinen Leib, daß der Bauch anschwelle und die Hüfte schwinde. ER SCHREIBE ABER NICHT [DIE WORTE:]und die Frau spreche: Amen, Amen.",
"R. JOSE SAGT, ER UNTERBRECHENICHT.",
"R. JEHUDA SAGT, ER SCHREIBE DIES ALLES ÜBERHAUPT NICHT, SONDERN NUR: der Herr mache dich zum Fluche und zum Schwure &c. und es komme dieses fluchbringende Wasser in deinen Leib &c. ER SCHREIBE ABER NICHT: und die Frau spreche: Amen, Amen.",
"GEMARA. Worin besteht ihr Streit? – Sie streiten über folgenden Schriftvers:der Priester schreibe diese Flüche auf ein Blatt.",
"R. Meír erklärt: Flüche, das sind die Flücheselbst; dieFlüche, dies schließt die aus den Segnungen hervorgehendenFlüche ein; diese, dies schließt die Flüche im Deuteronomiumaus; die, diese, dies schließt die Vorschriftenund die Bestätigungenaus.",
"R. Jose erklärt alles nach dieser Auslegung, nur schließt das diedie Vorschriften und die Bestätigungen ein,",
"während R. Meír das die nicht zur Schriftforschung verwendet.",
"R. Jehuda erklärt sie alle ausschließend: Flüche, das sind die eigentlichen Flüche; die Flüche, dies schließt die Flüche aus, die aus den Segnungen hervorgehen; diese, dies schließt die Flüche im Deuteronomium aus; die, diese, dies schließt die Vorschriften und die Bestätigungen aus. –",
"Wieso erklärt R. Meír [den Artikel] die an der einen Stelle einschließend und an der anderen Stelle ausschließend!? –",
"Bei der Einschließung ist auch [der Artikel] die einschließend, bei der Ausschließung ist auch [der Artikel] die ausschließend. –",
"R. Meír ist ja aber nicht der Ansicht, daß aus der Bejahung die Verneinung zu folgernsei!?",
"R. Tanḥum erwiderte: Es heißt: ersticke.",
"R. A͑qiba trug vor: Wenn Mann und Frau würdig sind, so weilt die Göttlichkeit zwischen ihnen, wenn sie nicht würdig sind, so werden sie vom Feuerverzehrt.",
"Raba sagte: Das [Feuer] der Frau ist stärker als das des Mannes, denn bei dieser ist es verbunden, bei jenem aber nicht.",
"Raba sagte: Weshalb sagte die Tora, daß man für die Ehebruchsverdächtigte Erde hole? Ist sie würdig, so entstammt ihr ein Sohn wie unser Vater Abraham, von dem es heißt:Erde und Asche, ist sie nicht würdig, so kehrt sie zur Erde zurück.",
"Raba trug vor: Als Belohnung dafür, daß unser Vater Abraham gesagt hat: ich bin Erde und Asche, sind seinen Kindern zwei Gebote beschieden worden, die Asche der [roten] Kuh und die Erde der Ehebruchsverdächtigten. –",
"Es gibt ja noch die Erde zum Bedecken des Blutes!? –",
"Durch diese erfolgt nur eine Vervollkommnung des Gebotes, jedoch kein Nutzen.",
"Raba trug vor: Als Belohnung dafür, daß unser Vater Abraham gesagt hat:ob von Faden bis Schuhriemen, sind seinen Kindern zwei Gebote beschieden worden, der purpurblaue Fadenund der Riemen der Tephillin. –",
"Erklärlich ist dies vom Riemen der Tephillin, denn es heißt:damit alle Völker der Erde sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist, und es wird gelehrt, R. Elie͑zer der Große sagte, das seien die Tephillindes Kopfes,",
"welches Bewenden aber hat es mit dem purpurblauen Faden!? – Es wird gelehrt: R. Merí sagte: Womit ist das Purpurblau anders als alle anderen Farben?",
"Weil das Purpurblau dem Meere, das Meer der Himmelsveste, und die Himmelsveste dem Throne der Herrlichkeit gleicht, denn es heißt:sie sahen den Gott Jisraéls, und unter seinen Füßen war es wie eine Art Saphirstein, und wie der Himmel selbst an Klarheit, und es heißt:wie das Aussehen des Saphirsteines ist das Aussehen des Thrones.",
"ivMAN SCHREIBE ES WEDER AUF EINE TAFEL NOCH AUF PAPIER NOCH AUF"
],
[
"DIPHTHERA, SONDERN AUF EINE PERGAMENTROLLE, DENN ES HEISST:",
"auf ein Blatt. MAN SCHREIBE WEDER MIT GUMMI NOCH MIT VITRIOL NOCH MIT SONST ETWAS EINDRINGENDEM, SONDERN NUR MIT TINTE, DENN ES HEISST:und verwische, EINE SCHRIFT, DIE VERWISCHT WERDEN KANN.",
"GEMARA. Raba sagte: Wenn man die Rolle der Ehebruchsverdächtigten nachts geschrieben hat, so ist sie untauglich. Dies ist aus [dem Worte] Gesetz zu folgern; hierbei heißt es:der Priester verfahre mit ihr nach diesem Gesetze, und dort heißt es:gemäß dem Gesetze, das sie dich lehren, und dem Rechte; wie der Rechtsspruch am Tage erfolgenmuß, ebenso ist die Rolle der Ehebruchsverdächtigten am Tage [zu schreiben].",
"Hat man sie rückwärts geschrieben, so ist sie untauglich, denn es heißt:er schreibe diese Flüche, wie sie geschrieben sind.",
"Hat man sie geschrieben, bevor sie den Eid auf sich genommen hat, so ist sie untauglich, denn es heißt: es beschwöre, und nachher: es schreibe.",
"Hat man sie wie einen Briefgeschrieben, so ist sie untauglich, denn der Allbarmherzige sagt: auf ein Blatt."
],
[
"Hat man sie auf zwei Blätter geschrieben, so ist sie untauglich, denn der Allbarmherzige spricht von einem Blatte, nicht aber von zwei oder drei Blättern.",
"Hat man die Buchstaben einen nach dem anderen geschrieben und verwischt, so ist sie untauglich, denn es heißt: der Priester verfahre mit ihr nach diesem Gesetze.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn man zwei Rollen für zwei Ehebruchsverdächtigte geschrieben und sie in einem Gefäße verwischt hat: ist nur das Schreiben auf den richtigen Namen erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder muß auch das Verwischenauf den Namen erfolgen?",
"Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, auch das Verwischen müsse auf den richtigen Namen erfolgen, wenn man sie in zwei Gefäßen verwischt und [das Wasser] vermischt hat: ist nur das Verwischen auf den richtigen Namen erforderlich, was hierbei der Fall ist, oder aber, die eine trinkt nicht ihres und die andere trinkt nicht ihres?",
"Und wie ist es ferner, wenn du entscheidest, die eine trinke nicht ihres und die andere trinke nicht ihres, wenn man es wieder geteilt hat: gibt es hierbei eine fiktive Sonderungoder gibt es hierbei keine fiktive Sonderung? – Dies bleibt unentschieden.",
"Raba fragte: Wie ist es, wenn man sie durch Bastfasernoder durch ein Rohr trinken ließ: ist dies die Art des Trinkens oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Aši fragte: Wie ist es, wenn davon verschüttet worden oder zurückgeblieben ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"R. Zera sagte im Namen Rabhs: Weshalb werden bei der Ehebruchsverdächtigten zwei Schwüregenannt? Einer vor dem Verwischen der Rolle und einer nach dem Verwischen.",
"Raba wandte ein: Die Schrift nennt ja beide vor dem Verwischen der Rolle!? Vielmehr, erklärte Raba, mit einem Schwureist die Verfluchung verbunden, und mit einem Schwure ist die Verfluchung nicht verbunden. –",
"Wie lautet der Schwur, mit dem die Verfluchung verbunden ist? R. A͑mram erwiderte im Namen Rabhs: Ich beschwöre dich, ob du dich nicht verunreinigt hast, denn wenn du dich verunreinigt hast, trifft sie dich.",
"Raba entgegnete: Der Fluch wird ja besonders und der Schwur besonders[gesprochen]!? Vielmehr, erklärte Raba, [spricht er:] ich beschwöre dich, daß wenn du dich verunreinigt hast, sie dich treffe.",
"R. Aši entgegnete: Dies ist ja nur eine Verfluchung und kein Schwur!? Vielmehr, erklärte R. Aši, [spricht er:] ich beschwöre dich, ob du dich nicht verunreinigt hast, und wenn du dich verunreinigt hast, so treffe sie dich.",
"WORAUF SPRICHT SIE ZWEIMAL AMEN? AMEN AUF DIE VERFLUCHUNG, AMEN AUF DEN SCHWUR; AMEN INBEZUG AUF DIESENMANN, AMEN INBEZUG AUF EINEN ANDEREN MANN; AMEN, DASS ICH NICHT ALS VERLOBTE, ALS VERHEIRATETE,"
],
[
"ALS ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE ODER ALS HEIMGEFÜHRTEABGESCHWEIFT BIN; AMEN, DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGT HABE, UND WENN ICH MICH VERUNREINIGT HABE, SO TREFFE SIE MICH.",
"R. MEÍR ERKLÄRTE: AMEN, DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGT HABE, AMEN, viDASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGEN WERDE.",
"ALLE STIMMEN ÜBEREIN, DASS ER NICHT AUF DIE ZEIT VOR DER VERLOBUNG UND NACH DER SCHEIDUNG BEZUG NEHME.",
"WENN SIE SICHMIT JEMANDEM VERBORGEN UND VERUNREINIGT HAT, UND ER SIE WIEDER HEIRATET, SO NIMMT ER DARAUFNICHT BEZUG.",
"DIE REGEL IST: WENN SIE DURCH DEN BEISCHLAF [IHREM EHEMANNE] NICHT VERBOTEN WIRD, SO NEHME ER DARAUF NICHT BEZUG.",
"GEMARA. R. Hamnuna sagte: Wenn eine Anwärterin der Schwagerehe gehurt hat, so ist sie ihrem Schwager verboten. – Woher dies? – Er lehrt: als Anwärterin der Schwagerehe oder als Heimgeführte;",
"erklärlich ist es, daß er darauf Bezug nimmt, wenn du sagst, sie sei ihm verboten, wieso aber nimmt er darauf Bezug, wenn du sagst, sie sei ihm nicht verboten, wir haben ja gelernt, die Regel sei, daß, wenn sie wegen des Beischlafes [ihrem Ehemanne] nicht verboten wird, er darauf nicht Bezug nehme!?",
"Im Westen sagten sie, die Halakha sei nicht wie R. Hamnuna. –",
"Wessen Ansicht vertritt die Lehre, nach der die Anwärterin der Schwagerehe und die Heimgeführte [einbegriffen sind]!? – Diese vertritt die Ansicht R. A͑qibas, welcher sagt, die mit einem Verbote belegte Antrauungsei ungültig, da er sie mit der inzestuösen vergleicht.",
"R. Jirmeja fragte: Darf er die Bezugnahme auf die erste Heiratoder auf die Heirat seines Brudersausdehnen? –",
"Komm und höre: Die Regel ist: wenn sie durch den Beischlaf [ihrem Ehemanne] nicht verboten wird, so nehme er darauf nicht Bezug; demnach nehme er darauf Bezug, wenn sie ihm verboten wird. Schließe hieraus.",
"R. MEÍR ERKLÄRTE: AMEN, DASS ICH MICH NICHT VERUNREINIGT HABE &C. Es wird gelehrt: Wenn R. Meír sagt: daß ich mich nicht verunreinigen werde, so ist dies nicht zu verstehen, daß, wenn sie sich später verunreinigen wird, das Wasser schon jetzt wirkend sei, sondern erst, wenn sie dies getan hat, stößt das Wasser auf und wirkt auf sie.",
"R. Aši fragte: Darf er auf eine später folgende Heirat Bezugnehmen? [Sagen wir,] jetzt ist sie ihm nicht verboten, oder aber, es kann ja vorkommen, daß er sich von ihr scheiden läßt und sie wieder nimmt!? –",
"Komm und höre: Alle stimmen überein, daß er nicht auf die Zeit vor der Verlobung und nach der Scheidung Bezug nehme. Wenn sie sich mit jemandem verborgen und verunreinigt hat, und er sie darauf wieder heiratet, so nimmt er darauf nicht Bezug. Demnach nimmt er Bezug auf den Fall, wenn er sie wieder heiratet und sie sich nachher verunreinigt. Schließe hieraus.",
"Die Rabbanan lehrten:Dies ist das Gesetz über die Eifersucht; dies lehrt, daß die Frau trinke und eswiederhole.",
"R. Jehuda sagt, dies, daß eine Frau, die getrunken hat, es nichtwiederhole. R. Jehuda sagte: Einst bekundete Neḥunja der Brunnengräber vor uns, daß eine Frau, die getrunken hat, es wiederhole. Wir erkannten seine Bekundung an hinsichtlich zweier Ehemänner, nicht aber hinsichtlich desselben Ehemannes.",
"Die Weisen aber sagen, eine Frau, die getrunken hat, wiederhole es nicht, einerlei ob beim selben Ehemanne oder bei zwei Ehemännern. –",
"Wie erklärt der erste Autor [das Wort] dies, und wie erklären die Rabbanan der anderen Lehre [das Wort] Gesetz!?",
"Raba erwiderte: Hinsichtlich desselben Ehemannes und desselben Ehebrechers stimmen alle überein, daß eine Frau, die getrunken hat, es nicht wiederhole,"
],
[
"denn es heißt dies; hinsichtlich zweier Ehemänner und zweier Ehebrecher stimmen alle überein, daß eine Frau trinke und es wiederhole, denn es heißt Gesetz;",
"sie streiten nur über denselben Ehemann und zwei Ehebrecher, und über zwei Ehemänner und denselben Ehebrecher.",
"Der erste Autor ist der Ansicht, [das Wort] Gesetz schließe alles ein und [das Wort] dies schließe den Fall von demselben Ehemanne und demselben Ehebrecher aus.",
"Die Rabbanan der anderen Lehre sind der Ansicht, [das Wort] dies schließe alles aus und [das Wort] Gesetz schließe den Fall von zwei Ehemännern und zwei Ehebrechern ein.",
"Und R. Jehuda ist der Ansicht, [das Wort] dies schließe zwei Fälle aus und [das Wort] Gesetz schließe zwei Fälle ein. [Das Wort] dies schließt zwei aus, den von demselben Ehemanne und demselben Ehebrecher und den von demselben Ehemanne und zwei Ehebrechern; [das Wort] Gesetz schließt zwei ein, den von zwei Ehemännern und demselben Ehebrecher und den von zwei Ehemännern und zwei Ehebrechern.",
"",
"ER NIMMT IHR SPEISOPFER AUS DEM WEIDENKORBE, LEGT ES IN EIN DIENSTGEFÄSS UND GIBT ES IHR IN DIE HAND, SODANN LEGT DER PRIESTER SEINE HÄNDE UNTER IHRE UND SCHWINGT ES. ER SCHWINGT ES, BRINGT ES HERAN, HEBT EINE HANDVOLL AB UND RÄUCHERT SIE AUF; DAS ZURÜCKBLEIBENDE WIRD VON DEN PRIESTERN GEGESSEN.",
"ZUERST LÄSST ER SIE TRINKEN UND NACHHER BRINGT ER IHR SPEISOPFER DAR; R. ŠIMO͑N SAGT, ZUERST BRINGE ER IHR SPEISOPFER DAR, UND NACHHER LASSE ER SIE TRINKEN, DENN ES HEISST: und nachher lasse er die Frau das Wasser trinken, JEDOCH SEI ES TAUGLICH, WENN ER SIE ZUERST TRINKEN LIESS UND NACHHER IHR SPEISOPFER DARBRINGT.",
"GEMARA. R. Elea͑zar sprach zu seinem Altersgenossen R. Jošija: Du setzt dich nicht hin, bis du mir folgendes erklärt hast. Woher, daß das Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten des Schwingens benötigt? – Woher, es heißt ja: er schwinge!? – Woher, daß es durch die Eigentümerin erfolgen müsse? –",
"Dies ist aus [dem Worte] Hand zu folgern, das auch beim Heilsopfer gebraucht wird; hierbei heißt es:der Priester nehme aus ihrer Hand, und dort heißt es: seine Hände sollen bringen;",
"wie hierbei der Priester, ebenso auch dort der Priester, und wie dort der Eigentümer, ebenso auch hierbei die Eigentümerin. Wie erfolgt dies? Er lege seine Hände unter die Hände der Eigentümerin und schwinge.",
"ER SCHWINGT ES, BRINGT ES HERAN, HEBT DEN HAUFEN AB &C. Zuerst läßt er sie trinken und nachher bringt er ihr Speisopfer dar. Er hat es ja bereits dargebracht!? –",
"Er meint es wie folgt: welches ist die Reihenfolge bei der Darbringung des Speisopfers? Er schwingt es, bringt es heran, hebt eine Handvoll ab und räuchert sie auf; das Zurückbleibende wird von den Priestern gegessen.",
"Hinsichtlich des Trinkenlassens selbst streiten R. Šimo͑n und die Rabbanan; die Rabbanan sind der Ansicht, er lasse sie zuerst trinken und bringe nachher ihr Speisopfer dar, und R. Šimo͑n ist der Ansicht, er bringe zuerst ihr Speisopfer dar und lasse sie nachher trinken, denn es heißt: und nachher lasse er trinken.",
"JEDOCH SEI ES TAUGLICH, WENN ER SIE ZUERST TRINKEN LIESS UND NACHHER IHR SPEISOPFER DARBRINGT."
],
[
"Die Rabbanan lehrten: Er lasse trinken; was lehrt dies, es heißt ja bereits vorher:er lasse sie trinken? Wenn die Rolle verwischt worden ist und sie nachher sagt, sie wolle nicht trinken, so wende man Gewalt an und zwinge sie zu trinken – so R. A͑qiba.",
"R. Šimo͑n erklärte: Und nachher lasse er trinken; was lehrt dies, es heißt ja bereits: er lasse trinken? Daß dies von drei Dingen abhängigist: die Handvoll muß dargebracht worden sein, die Rolle muß verwischt worden sein und sie muß den Schwur auf sich genommen haben.",
"Die Handvoll muß dargebracht worden sein, denn R. Šimo͑n vertritt hierbei seine Ansicht, daß er zuerst ihr Speisopfer darbringen und sie nachher trinken lassen müsse. –",
"«Die Rolle muß verwischt worden sein.» Was sollte er sie denn sonst trinkenlassen!? R. Aši erwiderte: Dies bezieht sich auf die Spurender Schrift. –",
"«Sie muß den Schwur auf sich genommen haben.» Nur trinken läßt man sie demnach nicht vorher, wohl aber ist [die Rolle] zu schreiben, und dem widersprechend sagte ja Raba, daß, wenn man die Rolle der Ehebruchsverdächtigten geschrieben hat, bevor sie den Schwur auf sich genommen hat, dies ungültig sei!? – Dieslehrt er umsonst. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Es sind drei Schriftverse vorhanden; einmal: er lasse trinken, ferner: nachher lasse er trinken, und wiederum: er lasse trinken.",
"Die Rabbanan sind der Ansicht, das erste [Mal sind die Worte] er lasse trinken an sich nötig, daß er sie zuerst trinken lasse und nachher ihr Speisopfer darbringe; [die Worte] nachher lasse er trinken deuten auf die Spuren der Schrift; das andere [Mal lehren die Worte] lasse er trinken, daß, wenn sie, nachdem die Rolle verwischt worden ist, sagt, sie wolle nicht trinken, man Gewalt anwende und sie zu trinken zwinge.",
"R. Šimo͑n ist der Ansicht, [die Worte] nachher lasse er trinken seien an sich nötig, daß er zuerst ihr Speisopfer darbringe und nachher sie trinken lasse; das erste [Mal lehren die Worte] er lasse trinken, daß, wenn er sie zuerst trinken ließ und ihr Speisopfer nachher darbringt, es tauglich sei; das andere [Mal lehren die Worte] er lasse trinken, daß, wenn sie nachdem die Rolle verwischt worden ist sagt, sie wolle nicht trinken, man Gewalt anwende und sie zu trinken zwinge.",
"Die Rabbanan aber sind der Ansicht, die Schrift beginne nicht mit dem bereits erfolgten. –",
"Ist R. A͑qiba denn der Ansicht, daß man sie zu trinken zwinge, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Man steckte ihr einen eisernen Sperrhaken in den Mund, und wenn sie nachdem die Rolle verwischt worden ist sagt, sie wolle nicht trinken, wende man Gewalt an und zwinge sie zu trinken. R. A͑qiba sagte: Wir wollen sie ja nur untersuchen, und sie istbereits untersucht. Vielmehr kann sie solange die Handvoll noch nicht dargebracht worden ist zurücktreten; ist aber die Handvoll dargebracht worden, so kann sie nicht mehr zurücktreten. –",
"Nach deiner Auffassung ist ja gegen diese Lehre selbst einzuwenden: weshalb kann sie nicht zurücktreten nachdem die Handvoll dargebracht worden ist, sie ist ja bereits untersucht!?",
"Vielmehr besteht hier kein Einwand; das eine, wenn sie aus Angst zurücktritt, und das andere, wenn sie aus Mutwillen zurücktritt.",
"Er meint es wie folgt: wenn aus Mutwillen, so trinke sie überhaupt nicht, wenn aber aus Angst, so kann sie, solange die Handvoll noch nicht dargebracht worden ist, da dann die Rolle noch nicht verwischt worden ist, und wenn sie bereits verwischt worden ist, die Priester es gesetzwidrig getan haben, zurücktreten, und nachdem die Handvoll dargebracht worden ist, nicht mehr zurücktreten, da die Priester sie dann gesetzmäßig verwischt haben."
],
[
"R. A͑qiba befindet sich ja aber mit sich selbst in einem Widerspruche: dort sagt er, daß esvom Verwischen abhängig sei, und hier sagt er, daß es von [der Darbringung] der Handvoll abhängig sei!? –",
"Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R. A͑qibas.",
"Sie fragten: Wie ist es, wenn sie zuerst aus Mutwillen gesagt hat, sie wolle nicht trinken, und später zurücktritt und sagt, sie wolle trinken? Ist es, wenn sie gesagt hat, sie wolle nicht trinken, ebenso als würde sie gesagt haben, sie habe sich verunreinigt, und da sie sich als unrein bekannt hat, kann sie nicht mehr zurücktreten, oder aber bekundet sie durch den Willen zu trinken, daß sie es vorher nur aus Angst gesagt hatte? – Dies bleibt unentschieden.",
"Der Vater Šemuéls sagte: Man muß etwas Bitteres in das Wasser tun, denn die Schrift sagt:das bittere Wasser, das bereits vorher bitter war.",
"iiiWENN SIE BEVOR DIE ROLLE VERWISCHT WORDEN IST SAGT, SIE WOLLE NICHT TRINKEN, SO WIRD DIE ROLLE VERSTECKT UND IHR SPEISOPFER AUF DIE ASCHE GESTREUT. IHRE ROLLE IST NICHT MEHR BRAUCHBAR, DAMIT EINE ANDERE EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTE TRINKEN ZU LASSEN. WENN DIE ROLLE BEREITS VERWISCHT WORDEN IST UND SIE SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, SO WIRD DAS WASSER AUSGESCHÜTTET UND IHR SPEISOPFER AUF DIE ASCHE GESTREUT. WENN DIE ROLLE BEREITS VERWISCHT WORDEN IST UND SIE SAGT, SIE WOLLE NICHT TRINKEN, SO WENDE MAN GEWALT AN UND ZWINGE SIE ZU TRINKEN.",
"ivKAUM IST SIE MIT DEM TRINKEN FERTIG, SO WIRD IHR GESICHT GELB, DIE AUGEN TRETEN HERVOR UND DIE ADERN SCHWELLEN IHR AN. MAN LÄSST SIE HINAUSBRINGEN, DAMIT SIE DEN TEMPELHOF NICHT VERUNREINIGE.",
"HAT SIE EIN VERDIENST, SO HÄLT ES [DIE WIRKUNG] ZURÜCK; MANCHES VERDIENST HÄLT SIE EIN JAHR ZURÜCK, MANCHES ZWEI JAHRE UND MANCHES DREI JAHRE. HIERAUS FOLGERTE BEN A͑ZAJ, DASS MAN VERPFLICHTET SEI, SEINE TOCHTER DIE TORA ZU LEHREN, DAMIT SIE, WENN SIE TRINKEN MUSS, WISSE, DASS DAS VERDIENST IHR BEISTEHE. R. ELIE͑ZER SAGTE: WER SEINE TOCHTER DIE TORA LEHRT, LEHRT SIE AUSSCHWEIFUNG.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGTE: EINER FRAU IST EIN KABUND AUSSCHWEIFUNG LIEBER ALS NEUN KAB UND ENTHALTSAMKEIT. ER PFLEGTE ZU SAGEN: EIN DUMMER FRÖMMLING, EIN LISTIGER BÖSEWICHT, EINE PHARISÄISCHEFRAU UND DIE SCHLÄGEDER PHARISÄER, DAS SIND DIEJENIGEN, DIE DIE WELT ZUGRUNDE RICHTEN.",
"GEMARA. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls im Namen R. Meírs: Als ich die Tora bei R. A͑qiba lernte, pflegte ich Vitriol in die Tinte zu tun, und er sagte mir nichts. Als ich aber [später] zu R. Jišma͑él kam, fragte er mich: Mein Sohn, was ist deine Beschäftigung? Ich erwiderte ihm: Ich bin [Tora]schreiber. Da sprach er zu mir: Mein Sohn, sei vorsichtig bei deiner Arbeit, denn sie ist eine Gottesarbeit; wenn du einen Buchstaben ausläßt oder einen Buchstaben zuviel [schreibst], zerstörst du die ganze Welt.",
"Ich erwiderte ihm: Ich habe etwas, das ich in die Tinte tue, es ist Vitriol. Hierauf sprach er zu mir: Darf man denn Vitriol in die Tinte tun, die Tora sagt ja: er verwische, eine Schrift, die sich verwischenläßt!? –",
"Was sagte ihm jener und was erwiderte ihm dieser? –",
"Er sprach zu ihm wie folgt: selbstverständlich bin ich kundig im Schreiben der defekten und vollenWorte, aber ich brauche auch nicht zu befürchten, eine Fliege könnte sich auf das Häkchen des Daleth setzen, es verwischen und daraus ein Rešmachen, denn ich habe etwas, das ich in die Tinte tue, nämlich Vitriol. –",
"Dem widersprechend wird ja aber gelehrt: R. Meír sagte: Als ich die Tora bei R. Jišma͑él lernte, pflegte ich Vitriol in die Tinte zu tun, und er sagte mir nichts. Als ich aber [später] zu R. A͑qiba kam, verbot er es mir.",
"Hier besteht also ein Widerspruch sowohl hinsichtlich des Lernensals auch hinsichtlich des Verbotes!?",
"Allerdings ist der Widerspruch hinsichtlich des Lernens zu erklären: er kam zuerst zu R. A͑qiba, und da er ihn nichtverstand, ging er zu R. Jišma͑él, bei dem er die Tora lernte, und er kehrte dann zu R. A͑qiba zurück, dessen Erläuterungen er dann verstand;",
"aber hinsichtlich des Verbotes besteht ja ein Widerspruch!? – Dem ist auch so.",
"Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: R. Meír sagt, man dürfe zu jedem Behufe Vitriol in die Tinte tun,"
],
[
"nur nicht zum Abschnitte der Ehebruchsverdächtigten. R. Jáqob sagt in dessen Namen, nur nicht zum Abschnitte der Ehebruchsverdächtigten im Tempel. – Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Jirmeja erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen, ob man ihn aus einer Torarolle verwischendarf.",
"Diese Tannaím führen denselben Streit wie die Tannaím der folgenden Lehre: Ihre Rolleist zum Trinkenlassen einer anderen Ehebruchsverdächtigten nicht brauchbar. R. Aḥi b. Jošija sagt, ihre Rolle sei zum Trinkenlassen einer anderen Ehebruchsverdächtigten wohl brauchbar.",
"R. Papa erwiderte: Vielleicht ist dem nicht so; der erste Autorist dieser Ansicht nur in diesem Falle, denn da [die Rolle] für Raḥel [geschrieben] worden ist, ist sie für Lea nicht brauchbar, [der Abschnitt] aus der Tora aber, der ohne Bestimmung geschrieben worden ist, darf wohl verwischtwerden.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Vielleicht ist dem nicht so; R. Aḥi b. Jošija ist dieser Ansicht nur in diesem Falle, wo die Rolle immerhin zur Verfluchung geschrieben wordenist, der Abschnitt aus der Tora aber, der nur zum Studium geschrieben worden ist, ist zum Verwischen nicht brauchbar. –",
"Hält denn R. Aḥi b. Jošija nichts von folgender Lehre? Wenn jemand einen Scheidebrief für seine Frau geschrieben hat und [von der Scheidung] abgekommen ist, und darauf ein Mitbürger ihn trifft und zu ihm spricht: du heißt wie ich und deine Frau heißt wie meineFrau, so ist der Scheidebrief für diesen unbrauchbar. –",
"Ich will dir sagen, da sagt der Allbarmherzige:er schreibe ihr, wonach das Schreiben auf ihren Namen erfolgen muß, hierbei aber heißt es:er tue mit ihr, und unter tun ist das Verwischenzu verstehen.",
"KAUM IST SIE MIT DEM TRINKEN FERTIG, SO WIRD IHR GESICHT &C. Der Autor dieser Lehre ist wohl R. Šimo͑n, welcher sagt, zuerst bringe er ihr Speisopfer dar und nachher lasse er sie trinken, da bevor ihr Speisopfer dargebracht worden ist, das Wasser sie nicht prüft, denn es heißt: ein Speisopfer der Erinnerung, eine Erinnerung der Sünde.",
"Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: hat sie ein Verdienst, so hält es [die Wirkung] zurück; dies vertritt ja die Ansicht der Rabbanan, denn R. Šimo͑n sagt, das Verdienst halte [die Wirkung] des Fluchwassers nicht zurück!?",
"R. Ḥisda erwiderte: Hier ist die Ansicht R. A͑qibas vertreten, welcher ebenfalls sagt, zuerst bringe er ihr Speisopfer dar und nachher lasse er sie trinken, und hinsichtlich des Verdienstes ist er der Ansicht der Rabbanan.",
"MAN LÄSST SIE HINAUSBRINGEN &C. Wohl aus dem Grunde, weil sie sterben könnte, somit darf demnach eine Leiche nicht in das levitische Lagerkommen,",
"und [dem widersprechend] wird gelehrt, daß der an einem Toten Verunreinigte in das levitische Lager kommen dürfe, und daß sie dies nicht nur von einem an einem Toten Verunreinigten gesagt haben, sondern auch vom Toten selbst, denn es heißt:und Moše nahm die Gebeine Josephs mit sich, mit sich in sein Gebiet!?",
"Abajie erwiderte: Sie könnte Menstruation bekommen. – Demnach schwächt der Schreck? – Freilich, denn es heißt:und die Königin wurde von einem heftigen Schreck befallen, und Rabh erklärte, sie bekam Menstruation. – Wir haben ja aber eine Lehre, daß die Angst das Blut zurückhalte!? – Die Angst hält es zurück, der [plötzliche] Schreck schwächt.",
"HAT SIE EIN VERDIENST, SO &C. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna, weder die des Abba Jose b. Ḥanan noch die des R. Elea͑zar b. Jiçḥaq aus Kephar Darom noch die des R. Jišma͑él!?",
"Es wird nämlich gelehrt: Wenn sie ein Verdienst hat, so hält es [die Wirkung] drei Monate zurück, bis die Schwangerschaft zu merken ist – so Abba Jose b. Ḥanan. R. Elea͑zar b. Jiçḥaq aus Kephar Darom sagt, neun Monate, denn es heißt:so wird sie ungestraft bleiben und Samen empfangen, und dort heißt es:Samen wird ihm dienen, erzählt wird &c.; wie es dort ein Samen ist, der zu erzählen geeignet ist, ebenso auch hierbei ein Samen, der zu erzählen geeignet ist.",
"R. Jišma͑él sagt, zwölf Monate, und obgleich es keinen Beweis dafür gibt, so gibt es eine Andeutung, denn es heißt:darum, o König, lasse dir meinen Rat gefallen und mache deine Sünden gut durch Frömmigkeit und deine Missetaten durch Barmherzigkeit gegen die Armen; \n"
],
[
"vielleicht wird dein Frieden von Dauer sein, darauf heißt es:all dies erfüllte sich am König Nebukhadneçar, ferner:nach Ablauf von zwölf Monaten. –",
"Tatsächlich die des R. Jišma͑él, denn wir finden einen Schriftvers, der [diese Dauer] nennt und verdoppelt. Es heißt:so spricht der Herr: wegen der drei Schandtaten Edoms.",
"Wieso sagt er: wenn es auch dafür keinen Beweis gibt, so gibt es eine Andeutung!? – Vielleicht ist es bei Nichtjuden anders, da über sie das Gericht nicht wacht.",
"UND MANCHES DREI JAHRE &C. Welches Verdienst, wollte man sagen, das Verdienst der Tora, so ist sie ja, wenn sie sich damit befaßt, dazu nicht verpflichtet!? –",
"Vielmehr, das Verdienst einer gottgefälligen Handlung. – Gewährt denn eine gottgefällige Handlung einen solchen Schutz!? Es wird nämlich gelehrt: Folgendes trug R. Jose b. Menaḥem vor:Denn eine Leuchte ist das Gebot und das Gesetz das Licht; die Schrift vergleicht das Gebot mit einer Leuchte und das Gesetz mit dem Lichte. Das Gebot mit einer Leuchte, um dir zu sagen, wie die Leuchte nur für die Stunde [leuchtet], ebenso schützt das Gebot nur für die Stunde;",
"das Gesetz mit dem Lichte, um dir zu sagen, wie das Licht ewig leuchtet, ebenso schützt das Gesetz ewig. Ferner heißt es:wenn du gehst, wird sie dich geleiten &c. Wenn du gehst, wird sie dich geleiten, auf dieser Welt; wenn du dich legst, wird sie über dich wachen, nach dem Tode; wenn du aufwachst, wird sie dich unterhalten, in der zukünftigen Welt.",
"Ein Gleichnis. Wenn ein Mensch in Nacht und Finsternis wandert, so fürchtet er sich vor Dornen, Gruben, Brennesseln, wilden Tieren und Räubern, auch weiß er nicht, welchen Weg er gehe. Gelangt er zu einer Feuerfackel, so ist er vor Dornen, Gruben und Brennesseln gerettet, aber immerhin fürchtet er sich noch vor wilden Tieren und Räubern, auch weiß er nicht, welchen Weg er gehe.",
"Ist die Morgenröte aufgegangen, so ist er auch vor wilden Tieren und Räubern gerettet, aber immerhin weiß er nicht, welchen Weg er gehe. Erreicht er einen Scheideweg, so ist er vor allem gerettet.",
"Eine andere Erklärung; Eine Sünde löscht [das Verdienst] eines Gebotes aus, nicht aber löscht eine Sünde das der Tora aus, wie es heißt:viele Wasser können nicht die Liebe auslöschen.",
"R. Joseph erwiderte: Während man sich mit dem Gebote befaßt, schütztund rettetes, und während man sich damit nicht befaßt, schützt es wohl, rettet aber nicht, die Tora aber schützt und rettet sowohl zur Zeit, in der man sich mit ihr befaßt, als auch zur Zeit, in der man sich mit ihr nicht befaßt.",
"Rabba wandte ein: Auch Doég und Aḥitophel befaßten sich ja mit der Tora, weshalb beschütztesie sie nicht!? Vielmehr, sagte Raba, die Tora schützt und rettet zur Zeit, in der man sich mit ihr befaßt, und zur Zeit, in der man sich mit ihr nicht befaßt, schützt sie nur, rettet aber nicht; das Gebot aber schützt nur und rettet nicht, sowohl zur Zeit, in der man sich damit befaßt, als auch zur Zeit, in der man sich damit nicht befaßt.",
"Rabina erklärte: Tatsächlich das Verdienst der Tora, wenn du aber einwendest, sie ist ja, wenn sie sich damit befaßt, dazu nicht verpflichtet, [so ist zu erwidern:] zugegeben, daß [die Tora den Frauen] nicht geboten ist, aber sollten sie denn als Belohnung dafür, daß sie ihre Kinder die Schrift und die Mišna lernen lassen und auf ihre Männer warten, bis sie aus dem Lehrhause kommen, nicht [das Verdienst] mit ihnen teilen!? –",
"Was ist dies für ein Scheideweg? R. Ḥisda erwiderte: Das ist der Todestag für einen Schriftgelehrten. R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Das ist die Sündenscheu für einen Schriftgelehrten. Mar Zuṭra erwiderte: Das ist der Fall, wenn einem Schriftgelehrten eine Lehre nach der Halakha gelingt.",
"Eine andere Auslegung: Eine Sünde löscht [das Verdienst] eines Gebotes aus, nicht aber löscht eine Sünde das der Tora aus. R. Joseph sagte: R. Menaḥem b. R. Jose gab zum folgenden Schriftverse eine Auslegung, wie vom Berge Sinaj, und wenn Doég und Aḥitophel ihn ebenso ausgelegt hätten, würden sie David nicht verfolgt haben, wie es heißt:sie sprechen: Gott hat ihn verlassen &c.",
"Sie bezogen sich auf den Schriftvers:es soll nichts Schändliches an dir gesehen werden &c., wußten aber nicht, daß eine Sünde [das Verdienst] eines Gebotes auslösche, nicht aber das der Tora. –",
"Was heißt:man würde ihn verachten? U͑la erwiderte: Nicht wie Šimo͑nund sein Bruder A͑zarja, nicht wie R. Joḥananund das Haus des Fürsten,",
"sondern wie Hillelund Šebhna. Als R. Dimi kam, erzählte er: Hillel und Šebhna waren Brüder, Hillel befaßte sich mit der Tora und Šebhna trieb Handel. Einst sprach er zu ihm: Wollen wir Gemeinschaft machen und teilen. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Wenn einer allen Reichtum seines Hauses hingeben wollte &c."
],
[
"FOLGERT BEN A͑ZAJ, DASS MAN VERPFLICHTET SEI, ZU LEHREN &C. R. ELIE͑ZER SAGTE: WER SEINE TOCHTER DIE TORA LEHRT, LEHRT SIE AUSSCHWEIFUNG. Ausschweifung, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, es ist ebenso, als würde er sie Ausschweifung lehren.",
"R. Abahu sagte: Folgendes ist der Grund R. Elie͑zers; es heißt:ich, Weisheit, wohne mit der Schlauheit, sobald Weisheit in den Menschen kommt, kommt damit auch Schlauheit. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] ich, Weisheit? – Sie verwenden sie für eine Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina. R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich: Die Worte der Tora bleiben nur dem erhalten, der ihretwegen nackt bleibt, denn es heißt: ich, Weisheit, wohne mit der Nacktheit, R. Joḥanan sagte: Die Worte der Tora bleiben nur dem erhalten, der sich für ein Nichts hält, denn es heißt:die Weisheit wird aus dem Nichts gefunden.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGTE: EINER FRAU IST LIEBER &C. Wie meint er es? – Er meint es wie folgt: Einer Frau ist lieber ein Kab verbunden mit Ausschweifung, als zehn Kab und verbunden mit Enthaltsamkeit",
"ER PFLEGTE ZU SAGEN: EIN DUMMER FRÖMMLING &C. Wer heißt ein dummer Frömmling? – Wer beispielsweise, wenn eine Frau im Wasser ertrinkt, sagt, es sei unschicklich, sie anzuschauen und zu retten. –",
"Wer heißt ein listiger Bösewicht? R. Joḥanan erklärte: Wer dem Richter seine Worte unterbreitet, bevor sein Prozeßgegner anwesend ist. R. Abahu erklärte: Wer einem Armen einen Denar gibt, um ihm die zweihundert Zuz zu ergänzen. Wir haben nämlich gelernt: Wer zweihundert Zuz besitzt, darf nicht Nachlese, Vergessenes, den Eckenlaß und den Armenzehntennehmen; hat er zweihundert weniger einen Denar, so darf er auch tausend nehmen, wenn man sie ihm mit einem Male gibt. R. Asi erklärte im Namen R. Joḥanans: Wer den Rat erteilt, geringen Besitzzu verkaufen.",
"R. Asi sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wenn die Waisen zuvorgekommen sind und den geringen Besitz verkauft haben, so ist der Verkauf gültig.",
"Abajje erklärte: Wer den Rat erteilt, Güter zu verkaufen. Dies nach R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: [Wenn jemand gesagt hat:] meine Güter sollen dir gehören und nach dirjenem, und der erste sie verkauft und verzehrt hat, so kann der andere sie den Käufern abnehmen – so Rabbi. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, der zweite erhalte nur das, was der erste zurückgelassen hat.",
"R. Joseph b. Ḥama erklärte im Namen R. Šešeths: Wer andere in seine Wegeleitet R. Zeriqa erklärte im Namen R. Honas: Wer für sich erleichternd und für andere erschwerendist, U͑la erklärte: Wer"
],
[
"zwar die Schrift gelesen und die Mišna studiert, jedoch nicht bei Schriftgelehrten famuliert hat.",
"Es wurde gelehrt: Wenn jemand die Schrift gelesen, die Mišna studiert und nicht bei Schriftgelehrten famuliert hat, so ist er, wie R. Elea͑zar sagt, ein Mensch aus dem gemeinen Volke, wie R. Šemuél b. Naḥmani sagt, ein leererMensch, wie R. Jannaj sagt, ein Samaritaner,",
"und wie R. Aḥa b. Ja͑qob sagt, ein Magier. R. Naḥman b. Jicḥaq sagte: Die Ansicht des R. Aḥa b. Ja͑qob ist einleuchtend, denn die Leute pflegen zu sagen: Der Magier murmelt und weiß nicht, was er redet, der Jüngerlehrt und weiß nicht, was er spricht.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein Mensch aus dem gemeinen Volkeist derjenige, der nicht morgens und abends das Šema͑ mit den dazu gehörigen Segenssprüchenliest – so R. Meír. Die Weisen sagen, der keine Tephillin anlegt. Ben A͑zaj sagt, der keine Çiçith an seinem Gewande hat. R. Jonathan b. Joseph sagt, der Söhne hat und sie nicht für das Studium der Tora erzieht. Manche sagen, selbst wenn einer die Schrift gelesen, die Mišna studiert, aber nicht bei Schriftgelehrten famuliert hat, sei er ein Mensch aus dem gemeinen Volke.",
"Wer die Schrift gelesen, aber die Mišna nicht studiert hat, ist ein leerer Mensch. Wer aber weder die Schrift gelesen noch die Mišna studiert hat, über den spricht die Schrift:ich will das Haus Jisraél und das Haus Jehuda säen. Menschensamen und Viehsamen.",
"Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König; mit Veränderlichen laß dich nicht ein. R. Jiçḥaq sagte: Dassind diejenigen, die [nur] Halakhoth lernen. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, die eine Sünde wiederholen, und zwar nach einer Lehre R. Honas, denn R. Hona sagte, wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, erscheine sie ihm als erlaubt, so lehrt er uns.",
"Es wird gelehrt: Die Tannaím richten die Welt zugrunde. – ‘Richten die Welt zugrunde’, wie kommst du darauf!? Rabina erwiderte: Sie lehren die Halakha auf Grund ihres eigenen Studiums. Ebenso wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Richten sie denn die Welt zugrunde, sie besiedeln ja die Welt, wie es heißt:die Bahnen der Weltfür ihn!? Vielmehr, sie lehren die Halakha auf Grund ihres eigenen Studiums.",
"EINE PHARISÄISCHE FRAU &C. Die Rabbanan lehrten: Eine betende Jungfer, eine herumschweifende Witwe und ein Kind, dessen Monate noch nicht voll sind, richten die Welt zugrunde. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Joḥanan sagte ja, Sündenscheu sei von einer [betenden] Jungfer und [Zuversicht auf] Belohnungvon einer Witwe zu lernen!? Sündenscheu von einer Jungfer, denn R. Joḥanan sah einst, wie eine Jungfer aufs Gesicht fiel und betete: Herr der Welt, du hast den E͑dengarten und das Fegefeuer erschaffen, du hast Fromme und Frevler erschaffen; möge es dein Wille sein, daß die Menschen durch mich nicht straucheln.",
"[Zuversicht auf] Belohnung von einer Witwe, denn einst sprach R. Joḥanan zu einer Witwe, die ein Bethaus in ihrer Nachbarschaft hatte, jedoch täglich zu ihm ins Bethaus zu kommen pflegte: Meine Tochter, hast du denn nicht ein Bethaus in deiner Nachbarschaft!? Sie erwiderte ihm: Meister, erhalte ich etwa nicht eine Belohnung für die Schritte!? –",
"Er spricht von solchen wie Joḥani, Tochter der Reṭibi. –",
"Was heißt ‘ein Kind, dessen Monate nicht voll sind’? – Hier erklärten sie, das sei ein Jünger, der gegen seine Lehrer ausschlägt.",
"R. Abba erklärte, das sei ein Jünger, der ohne für die Entscheidung mündig zu sein Entscheidungen trifft. R. Abahu sagte nämlich im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Es heißt:Viel sind der Erschlagenen, die sie gefällt, hat, zahlreich ihre Hingemordeten, Viel sind der Erschlagenen, die sie gefällt hat, das ist ein Jünger, der ohne für die Entscheidung mündig zu sein Entscheidungen trifft; zahlreich ihre Hingemordeten, das ist ein Jünger, der für die Entscheidung mündig ist, und keine Entscheidungen trifft. –"
],
[
"Mit wieviel? – Mit vierzig Jahren. – Dem ist ja aber nicht so, Rabbatraf ja Entscheidungen!? – Wenn sie gleich sind.",
"DIE SCHLÄGE DER PHARISÄER &C. Die Rabbanan lehrten: Es gibt siebenerlei Pharisäer: der Šekhemitische Pharisäer, der schlagende Pharisäer, der blutlassende Pharisäer, der Mörser-Pharisäer, der seiner Pflicht nachkommende Pharisäer, der Pharisäer aus Liebe und der Pharisäer aus Furcht.",
"Der Šekhemitische Pharisäer, der nach der Handlungsweise Šekhemsverfährt. Der schlagende Pharisäer, der die Füße an einanderschlägt. Der blutlassende Pharisäer, der, wie R. Nahman b. Jiçḥaq erklärte, die Wände mit Blutbeschmutzt. Der Mörser-Pharisäer, der, wie Rabba b. Šila erklärte, gekrümmt wie eine Mörser[keule] ist.",
"Der seiner Pflicht nachkommende Pharisäer. Dies ist ja lobenswert!? – Vielmehr, der da spricht: welche Pflicht obliegt mir noch, ich will sieerfüllen.",
"Der Pharisäer aus Liebe und der Pharisäer aus Furcht. Abajje und Raba sprachen zum [vortragenden] Schüler: Erwähne nicht den Pharisäer aus Liebe und den Pharisäer aus Furcht, denn R. Jehuda sagte im Namen Rabhs, daß der Mensch sich stets mit der Tora und mit guten Werken befasse, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch wird man veranlaßt, es um ihrer selbst willen zu tun.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Was verborgen ist, ist verborgen, was offen ist, ist offen; das große Gericht aber wird an denjenigen Vergeltung üben, die sich in Kaftane hüllen. Der König Jannajsprach zu seiner Frau: Fürchte weder die Pharisäer noch die Nichtpharisäer, sondern die Heuchler, die sich als Pharisäer ausgeben; sie begehen Handlungen wie die des Zimri und verlangen Belohnung wie Pinḥas.",
"vR. ŠIMO͑N SAGTE: DAS VERDIENST HÄLT [DIE WIRKUNG] DES FLUCHWASSERS NICHT ZURÜCK, DENN WENN DU SAGST, DAS VERDIENST HALTE [DIE WIRKUNG] DES FLUCHWASSERS ZURÜCK, SO TRÜBST DU [DIE BEDEUTUNG] DES FLUCHWASSERS BEI ALLEN FRAUEN, DIE ES TRINKEN MÜSSEN, UND BRINGST DIE REINEN, DIE ES GETRUNKEN HABEN, IN SCHLECHTEN RUF, DENN MAN WÜRDE SAGEN, SIE SEIEN UNREIN, NUR HALTE EIN VERDIENST [DIE WIRKUNG] ZURÜCK. RABBI SAGTE: DAS VERDIENST HÄLT [DIE WIRKUNG] DES FLUCHWASSERS ZURÜCK; SIE GEBIERT NICHT UND GEDEIHT NICHT, VIELMEHR VERKÜMMERT SIE ALLMÄHLICH, BIS SIE ENDLICH DARAN STIRBT.",
"viIST IHR SPEISOPFER VOR DER HEILIGUNG DURCH DAS GEFÄSS UNREIN GEWORDEN, SO IST ES GLEICH ALLEN ANDEREN SPEISOPFERN AUSZULÖSEN, UND WENN NACHDEM ES DURCH DAS GEFÄSS GEHEILIGT WORDEN IST, GLEICH ALLEN ANDEREN SPEISOPFERN ZU VERBRENNEN. IN FOLGENDEN [FÄLLEN] IST IHR SPEISOPFER ZU VERBRENNEN:"
],
[
"WENN SIE SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, WENN ZEUGEN KOMMEN UND BEKUNDEN, DASS SIE SICH VERUNREINIGT HABE, WENN SIE SAGT, SIE WOLLE NICHT TRINKEN, WENN IHR MANN SIE NICHT TRINKEN LASSEN WILL, UND WENN IHR MANN SIE UNTERWEGSBESCHLAFEN HAT;",
"FERNER SIND DIE SPEISOPFER DERER,DIE MIT PRIESTERN VERHEIRATET SIND, ZU VERBRENNEN. viiDAS SPEISOPFER EINER MIT EINEM PRIESTER VERHEIRATETEN JISRAÉLITIN IST ZU VERBRENNEN, UND DAS SPEISOPFER EINER MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETEN PRIESTERSTOCHTER IST ZU ESSEN. \n",
"WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM PRIESTER UND EINER PRIESTERSTOCHTER? DAS SPEISOPFER EINER PRIESTERSTOCHTER WIRD GEGESSEN UND DAS SPEISOPFER EINES PRIESTERS WIRD NICHT GEGESSEN; EINE PRIESTERSTOCHTER WIRDENTWEIHT UND EIN PRIESTER WIRD NICHTENTWEIHT;",
"EINE PRIESTERSTOCHTER DARF SICH AN TOTEN VERUNREINIGEN UND EIN PRIESTER DARF SICH AN TOTEN NICHT VERUNREINIGEN; EIN PRIESTER DARF HOCHHEILIGES ESSEN UND EINE PRIESTERSTOCHTER DARF HOCHHEILIGES NICHT ESSEN.",
"WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM MANNE UND EINER FRAU? EIN MANN ENTBLÖSST DAS HAAR UND REISST DAS GEWANDEIN, NICHT ABER ENTBLÖSST EINE FRAU DAS HAAR UND REISST DAS GEWAND EIN; EIN MANN KANN SEINEM SOHNE EIN GELÜBDEAUFERLEGEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHREM SOHNE EIN GELÜBDE AUFERLEGEN; EIN MANN SCHERE SICHFÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS, NICHT ABER SCHERE SICH EINE FRAU FÜR DAS NAZIRAT IHRES VATERS; EIN MANN KANN SEINE TOCHTER VERKAUFEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERKAUFEN;",
"EIN MANN RANN SEINE TOCHTER VERLOBEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERLOBEN; EIN MANN WIRD NACKT GESTEINIGT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU NACKT GESTEINIGT; EIN MANN WIRDAUFGEHÄNGT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU AUFGEHÄNGT; EIN MANN WIRD UM SEINEN DIEBSTAHL[ALS SKLAVE] VERKAUFT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU UM IHREN DIEBSTAHL VERKAUFT.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die Speisopfer aller, die mit einem Priester verheiratet sind, sind zu verbrennen. Wenn zum Beispiel die Tochter eines Priesters, eines Leviten oder eines Jisraéliten mit einem Priester verheiratet ist, so darf ihr Speisopfer nicht gegessen werden, weil er daran beteiligtist, auch nicht als Ganzopferdargebracht werden, weil sie daran beteiligt ist, vielmehr ist die Handvoll besonders und das Zurückbleibende besonders darzubringen. –",
"Man sollte doch hierbei berücksichtigen, daß alles, wovon ein Teil aufs Feuerkommt, dem Verbote des Aufräucherns unterliege!? R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Man verbrenne es als Brennholz. Dies nach R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagte:Zum wohlgefälligen Geruche, als solches darfst du esnicht hinaufbringen, wohl aber darfst du es als Brennholz hinaufbringen. –",
"Einleuchtend ist es nach R. Elie͑zer, der dieser Ansicht ist, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären, die nicht dieser Ansicht sind!? – Man verfahre damit nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagte, die Hand voll werde besonders dargebracht und das Zurückbleibende über den Aschenraum verstreut."
],
[
"Und auch die Rabbanan streiten gegen R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n nur hinsichtlich des Sünderspeisopfers eines Priesters, das zur Darbringung geeignetist, hierbei aber pflichten auch die Rabbanan bei.",
"EINER &C. VERHEIRATETEN JISRAÉLITIN &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:und jedes Speisopfer eines Priesters ist ein Ganzopfer, es darf nicht gegessen werden; eines Priesters, nicht aber einer Priesterstochter.",
"EINE PRIESTERSTOCHTER WIRD ENTWEIHT UND EIN PRIESTER WIRD NICHT ENTWEIHT. Woher dies? – Die Schrift sagt:Damit er seinen Samen unter seinem Volke nicht entweihe, sein Samen wirdentweiht, nicht aber wird er selbst entweiht.",
"EINE PRIESTERSTOCHTER DARF SICH VERUNREINIGEN &C. Aus welchem Grunde? Die Schrift sagt:sprich zu den Priestern, den Söhnen Ahrons; den Söhnen Ahrons, nicht aber den Töchtern Ahrons.",
"EIN PRIESTER DARF HOCHHEILIGES ESSEN. Denn es heißt:jedes Männliche unter den Kindern Ahrons.",
"WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM MANNE &C. Die Rabbanan lehrten:Mann, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Es heißt:und der Aussätzige, an dem,",
"somit wird hier von zweiengesprochen. Das Wort Mann bezieht sich auf das folgende: nur ein Mann entblößt &c.",
"EIN MANN KANN SEINEM SOHNE EIN GELÜBDE AUFERLEGEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHREM SOHNE EIN GELÜBDE AUFERLEGEN. R. Joḥanan sagte: Dies ist eine überlieferte Halakha beim Nazir. EIN MANN SCHERE SICH FÜR DAS NAZIRAT SEINES VATERS, NICHT ABER SCHERE SICH EINE FRAU FÜR DAS NAZIRAT IHRES VATERS. R. Joḥanan sagte: Dies ist eine überlieferte Halakha beim Nazir.",
"EIN MANN KANN SEINE TOCHTER VERLOBEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERLOBEN. Denn es heißt: meine Tochter habe ich diesem Manne gegeben. EIN MANN KANN SEINE TOCHTER VERKAUFEN, NICHT ABER KANN EINE FRAU IHRE TOCHTER VERKAUFEN. Denn es heißt:wenn ein Mann seine Tochter verkauft.",
"EIN MANN WIRD NACKT GESTEINIGT &C. Aus welchem Grunde? – [Es heißt:]sie sollen ihn steinigen. Was ist unter ihn zu verstehen: wollte man sagen, ihn und nicht sie, so heißt es ja:so sollst du jenen Mann oder jene Frau hinausführen!? Vielmehr, ihn ohne Kleidung, nicht aber sie ohne Kleidung.",
"EIN MANN WIRD AUFGEHÄNGT, NICHT ABER &C. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:und man ihn auf einem Galgen aufgehängt hat; ihn und nicht sie.",
"EIN MANN WIRD UM SEINEN DIEBSTAHL VERKAUFT, NICHT ABER WIRD EINE FRAU UM IHREN DIEBSTAHL VERKAUFT. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:so werde er um seinen Diebstahl verkauft; um seinen Diebstahl, nicht aber um ihren Diebstahl.",
"",
"DIE VERLOBTE UND DIE ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE TRINKEN NICHT UND ERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE, DENN ES HEISST: wenn eine Frau unter ihrem Manne abschweift; AUSGENOMMEN DIE VERLOBTE UND DIE ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE.",
"DIE MIT DEM HOCHPRIESTER VERHEIRATETE WITWE, DIE MIT EINEM GEMEINEN PRIESTER VERHEIRATETE GESCHIEDENE ODER ḤALUÇA, DAS MIT EINEM JISRAÉLITEN VERHEIRATETE HURENKIND \n"
],
[
"ODER DIE NETHINA UND DIE MIT EINEM HURENKINDE ODER EINEM NATHIN VERHEIRATETE JISRAELITIN TRINKEN NICHT UND ERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE.",
"iiFOLGENDE TRINKEN NICHT UND ERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE: DIE SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, VON DER ZEUGEN KOMMEN UND BEKUNDEN, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, UND DIE SAGT, SIE WOLLE NICHT TRINKEN.",
"WENN IHR MANN SAGT, ER WOLLE SIE NICHT TRINKEN LASSEN, UND WENN IHR MANN SIE UNTERWEGS BESCHLAFEN HAT, SO ERHÄLT SIE DIE MORGENGABE UND BRAUCHT NICHT ZU TRINKEN.",
"STARBEN IHRE MÄNNER BEVOR SIE GETRUNKEN HABEN, SO ERHALTEN SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, DIE MORGENGABE UND BRAUCHEN NICHT ZU TRINKEN; DIE SCHULE HILLELS SAGT, ENTWEDER SIE TRINKEN ODER SIE ERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE.",
"DIE VON EINEM ANDEREN SCHWANGERE ODER VON EINEM ANDEREN SÄUGENDE TRINKT NICHT UND ERHÄLT NICHT DIE MORGENGABE– SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, ER KÖNNE SICH VON IHR TRENNEN UND SIE SPÄTER WIEDER NEHMEN.",
"EINE ZWITTERHAFTE, ALTE UND ZUM GEBÄREN UNGEEIGNETEERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE UND TRINKENNICHT. R. ELEA͑ZAR SAGT, ER KÖNNE EINE ANDERE FRAU NEHMENUND MIT IHR DIE FORTPFLANZUNG AUSÜBEN.",
"ALLE ANDEREN FRAUEN MÜSSEN ENTWEDER TRINKEN ODER SIE ERHALTEN NICHT DIE MORGENGABE. DIE FRAU EINES PRIESTERS MUSS TRINKEN UND ISTIHREM MANNE ERLAUBT. DIE FRAU EINES KASTRATENMUSS TRINKEN.",
"DIE VERWARNUNG KANN INBEZUG AUF JEDEN INZESTUÖSEN ERFOLGEN, AUSGENOMMEN EIN MINDERJÄHRIGER UND EINER, DER KEIN MANN IST.",
"vIN FOLGENDEN FÄLLEN VERWARNT DAS GERICHT: WENN DER EHEMANN TAUBSTUMM, BLÖDSINNIG ODER IM GEFÄNGNISSE EINGESPERRT IST. SIE SAGTEN DIES NICHT, UM SIE TRINKEN ZU LASSEN, SONDERN UM SIE DER MORGENGABE VERLUSTIG ZU MACHEN. R. JOSE SAGT, AUCH UM SIE TRINKEN ZU LASSEN, DENN WENN DER EHEMANN DAS GEFÄNGNIS VERLÄSST, LASSE ER SIE TRINKEN.",
"GEMARA. Nur trinken lassen kann er sienicht, wohl aber kann er sie verwarnen; woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Rede zu den Kindern Jisraél und sprich, diesschließt die Verlobte und die Anwärterin der Schwagerehe hinsichtlich der Verwarnung ein.",
"Unsere Mišna vertritt somit die Ansicht R. Jonathans, denn es wird gelehrt:Unter deinem Manne, ausgenommen die Verlobte; man könnte glauben, auch die Anwärterin der Schwagerehe sei ausgenommen, so heißt es zweimal Mann – so R. Jošija.",
"R. Jonathan erklärte: Unter deinem Manne, ausgenommen die Anwärterin der Schwagerehe: man könnte glauben, nur die Anwärterin der Schwagerehe sei auszuschließen, nicht aber die Verlobte, so heißt es: wenn eine Frau unter ihrem Manne abschweift, ausgenommen die Verlobte.",
"Einer hält die Verlobte für gebundener, da die Antrauung durch ihn erfolgt ist und seinetwegen die Steinigungerfolgt,",
"und einer hält die Anwärterin der Schwagerehe für gebundener, da bei dieser die Übergabe nicht fehlt. –",
"Wofür verwendet R. Jonathan die Wiederholung [des Wortes] Mann? – Dies ist dazu nötig, um die Frau eines Tauben, eines Blöden und eines Schwachsinnigen einzuschließen. –"
],
[
"Wofür verwendet R. Jošija [die Worte] unter ihrem Manne? – Diese sind dazu nötig, den Mann mit der Frau und die Frau mit dem Manne zu vergleichen. –",
"Nur aus dem Grunde, weil diese Schriftverse geschrieben sind, sonst aber würde man geglaubt haben, die Verlobte müsse trinken; aber als R. Aḥa b. Ḥanina aus dem Süden kam, brachte er ja folgende Lehre mit:Außer deinem Manne, nur wenn der Beischlaf des Ehemannes dem des Ehebrechers vorangegangen ist, nicht aber wenn der Beischlaf des Ehebrechers dem des Ehemannes vorangegangenist!? –",
"Rami b. Ḥama erwiderte: In dem Falle, wenn er sie als Verlobter im Hause ihres Vaters beschlafen hat. –",
"Dementsprechend bei der Anwärterin der Schwagerehe in dem Falle, wenn der Schwager sie im Hause ihres Schwiegervatersbeschlafen hat, und eine solche ist ja nicht mehr Anwärterin der Schwagerehe, sondern seine richtige Frau, denn Rabh sagte, sie gehöre ihmin jeder Hinsicht!? –",
"Nach Šemuél, welcher sagt, sie gehöre ihmnur hinsichtlich der im Abschnitte genannten Dinge. –",
"Demnach wäre Rabh der Ansicht R. Jošijas und Šemuél der Ansicht R. Jonathans? – Rabh kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jonathan, denn wenn die Schrift sieauszuschließen für nötig findet, so ist sie wohl seine richtige Frau."
],
[
"Und ebenso kann dir Šemuél erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jošija, denn wenn die Schrift sie einzuschließen für nötig findet, so ist sie wohl nicht seine Frau.",
"Sie fragten: Ist bei einer, die [jüdische] Sitteübertritt, die Warnung erforderlich, um sie der Morgengabe verlustig zu machen, oder ist dies nicht erforderlich: sagen wir, bei dieser sei, da sie [jüdische] Sitte übertritt, die Warnung nicht erforderlich, oder aber ist die Warnung wohl erforderlich, da sie sich bessern kann? –",
"Komm und höre. Die Verlobte und die Anwärterin der Schwagerehetrinken nicht und erhalten nicht die Morgengabe. Nur trinken brauchen sie nicht, wohl aber benötigen sie der Verwarnung; doch wohl zu dem Zwecke, um sie der Morgengabe verlustig zu machen.",
"Abajje entgegnete: Nein, um sie ihm verboten zu machen. R. Papa entgegnete: Um sie nach der Heirat trinken zu lassen. Es wird nämlich gelehrt: Man kann die Verlobte nicht verwarnen, um sie als Verlobte trinken zu lassen, wohl aber kann man die Verlobte verwarnen, um sie nach der Heirat trinken zu lassen.",
"Raba erwiderte: Komm und höre: Die mit einem Hochpriester verheiratete Witwe, die mit einem gemeinen Priester verheiratete Geschiedene oder Ḥaluça, das mit einem Jisraéliten verheiratete Hurenkind oder die Nethina und die mit einem Hurenkinde oder einem Nathin verheiratete Jisraélitin trinken nicht und erhalten nicht die Morgengabe.",
"Nur trinken brauchen sie nicht, wohl aber benötigen sie der Verwarnung. Zu welchem Zwecke: wenn etwa, um sie ihm verboten zu machen, so sind sie ihm javerboten, wahrscheinlich also, um sie der Morgengabe verlustig zu machen.",
"R. Jehuda aus Disqarta entgegnete: Nein, um sie dem Ehebrecher wie dem Ehemanne verboten zu machen, denn wir haben gelernt: Wie sie dem Ehemanne verboten ist, so ist sie auch dem Ehebrecher verboten.",
"R. Ḥanina aus Sura erwiderte: Komm und höre: In folgenden Fällen verwarnt das Gericht: wenn der Ehemann taubstumm, blödsinnig oder im Gefängnisse eingesperrt ist. Sie sagten es nicht, um sie trinken zu lassen, sondern um sie der Morgengabe verlustig zu machen. Schließe hieraus, daß sie der Warnung benötigt. Schließe hieraus. –",
"Weshalb entschieden es jene alle nicht hieraus? – Vielleicht ist es hierbei anders, wo sie den Ehemann nicht zu fürchten hat.",
"Sie fragten: Darf der Ehemann, wenn sie [jüdische] Sitte übertritt und er sie behalten will, sie behalten oder nicht: sagen wir, der Allbarmherzige hat dies von der Anstoßnahme des Ehemannes abhängig gemacht, und dieser nimmt daran keinen Anstoß, oder aber, allgemein wird daran Anstoß genommen. –",
"Komm und höre: In folgenden Fällen verwarnt das Gericht: wenn der Ehemann taubstumm, blödsinnig oder im Gefängnis eingesperrt ist. Wieso dürfte, wenn man sagen wollte, daß, wenn der Ehemann sie behalten will, er sie behalten dürfe, das Gericht etwas tun, was dem Ehemanne vielleicht nicht erwünschtist!? – Allgemein ist man, da sie [jüdische] Sitte übertritt, damit einverstanden.",
"Sie fragten: Ist, wenn der Ehemann die Verwarnung zurückgenommen hat, die Verwarnung aufgehoben oder nicht: sagen wir, der Allbarmherzige hat dies von der Verwarnung des Ehemannes abhängig gemacht, und der Ehemann hat ja die Verwarnung zurückgenommen, oder aber kann er, da er sie bereits verwarnt hat, es nicht mehr zurücknehmen? –",
"Komm und höre: In folgenden Fällen verwarnt das Gericht: wenn der Ehemann taubstumm, blödsinnig oder im Gefängnisse eingesperrt ist. Wieso dürften wir, wenn man sagen wollte, daß, wenn der Ehemann die Verwarnung zurücknimmt, die Verwarnung aufgehoben sei, etwas tun, das der Ehemann kommen und aufheben kann!? – Allgemein ist man mit der gerichtlichen Handlung einverstanden. –",
"Komm und höre: Man gibt ihm zwei Schriftgelehrte mit, damit er ihr nicht unterwegs bei wohne. Mag er doch, wenn man sagen wollte, daß, wenn der Ehemann die Verwarnung zurücknimmt, die Verwarnung aufgehoben sei, die Verwarnung zurücknehmen und ihr beiwohnen!? –",
"Schriftgelehrte deshalb, weil sie kundig sind, und wenn er ihr beiwohnen will, sie zu ihm sprechen: nimm deine Verwarnung zurück und wohne ihr bei. –",
"Komm und höre: R. Jošija sagte: Drei Dinge sagte mir Zee͑ra im Namen der Leute von Jerušalem: wenn der Ehemann die Verwarnung zurücknimmt, so ist die Verwarnung aufgehoben, wenn das Gericht dem sich widersetzenden Gelehrtenverzeihen will, so ist es verziehen, und wenn die Eltern eines mißratenen und widerspenstigen Sohnesihm verzeihen wollen, so ist es verziehen.",
"Als ich zu meinen Genossen im Süden kam, pflichteten sie mir hinsichtlich zweier bei, nicht aber hinsichtlich des sich widersetzenden Gelehrten, damit sich keine Streitigkeiten in Jisraél mehren. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß, wenn der Ehemann die Verwarnung zurückgenommen hat, die Verwarnung aufgehoben sei. Schließe hieraus.",
"Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina: einer sagt, vor dem Sichverbergen könne er [die Verwarnung] zurücknehmen, nach dem Sichverbergen könne er sie nicht mehr zurücknehmen, und einer sagt, auch nach dem Sichverbergen könne er sie zurücknehmen. Die Ansicht desjenigen, welcher sagt, er könne sie nicht zurücknehmen, ist einleuchtend. –",
"Woher dies? – Aus der Erwiderung der Rabbanan an R. Jose, denn es wird gelehrt: R. Jose sagte: [Durch einen Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere ist zu folgern, daß ihr Mann inbezug auf sie vertrauenswürdig ist: wenn der Mann inbezug auf eine Menstruierende, woraufdie Ausrottungsstrafe gesetzt ist, vertrauenswürdigist, um wieviel mehr inbezug auf eine Ehebruchsverdächtigte, wobei nur ein Verbot vorliegt.",
"Sie erwiderten ihm: Nein, sollte dies, wenn es von einer Menstruierenden gilt, die ihm später erlaubt wird, auch von einer Ehebruchsverdächtigten gelten, die ihm später nicht erlaubtwird!?",
"Wenn du nun sagen wolltest, daß er nach dem Sichverbergen die Verwarnung zurücknehmen könne, so kann ihm ja auch diese erlaubt werden, denn wenn er will, kann er die Verwarnung zurücknehmen und ihr beiwohnen!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß er nach dem Sichverbergen [die Verwarnung] nicht mehr zurücknehmen könne. Schließe hieraus.",
"WENN IHR MANN GESTORBEN IST BEVOR SIE GETRUNKEN HAT, SO ERHALT SIE, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS &C. Worin besteht ihr Streit? – Die Schule Šammajs ist der Ansicht, der zur Einlösung stehende Schuldschein gelte als eingelöst,"
],
[
"und die Schule Hillels ist der Ansicht, der zur Einlösung stehende Schuldschein gelte nicht als eingelöst.",
"DIE VON EINEM ANDEREN SCHWANGERE &C. R. Naḥman sagte im Namen des Rabba b. Abuha: Sie streiten nur über eine Unfruchtbare und eine Alte,",
"hinsichtlich einer Zwitterhaften aber stimmen alle überein, daß sie nicht trinke und nicht die Morgengabe erhalte, denn es heißt:so wird sie ungestraft bleiben und von Samen besamt werden; nur eine, deren Art es ist, besamt zu werden, ausgenommen diese, deren Art es nicht ist, besamt zu werden.",
"Man wandte ein: Wenn jemand seine Verlobte oder seine Anwärterin der Schwagerehe verwarnt hat und sie sich vor der Heirat verborgenhat, so trinkt sie nicht und erhält nicht die Morgengabe."
],
[
"Die von einem anderen Schwangere oder von einem anderen Säugende trinkt nicht und erhält nicht die Morgengabe – so R. Meír.",
"R. Meír sagt nämlich, daß man die Schwangere eines anderen oder die Säugende eines anderen nicht heiraten dürfe, und wenn man sie geheiratet hat, man sich von ihr scheiden lasse und sie niemals mehr heiraten dürfe. Die Weisen sagen, man lasse sich von ihr scheiden, und wenn die Zeitheranreicht, heirate man sie wieder.",
"Wenn ein Unverheirateter eine Unfruchtbare oder eine Alte heiratet, und von früher her keine Kinder hat, so trinkt sie nichtund erhält nicht die Morgengabe. R. Elea͑zar sagt, er könne eine andere Frau nehmen und mit dieser die Fortpflanzung ausüben.",
"Wenn jemand aber seine Verlobte oder seine Anwärterin der Schwagerehe verwarnt hat und sie sich nach der Heirat verborgen hat, so muß sie entweder trinken oder sie erhält die Morgengabe nicht. Die von ihm selbst Schwangere oder Säugende muß entweder trinkenoder sie erhält nicht die Morgengabe. Wenn ein Unverheirateter eine Unfruchtbare oder eine Alte geheiratet hat, und [außer dieser] Frau und Kinder hat, so muß sie entweder trinken oder sie erhält nicht die Morgengabe.",
"Das mit einem Hurenkinde verheiratete Hurenkind, die mit einem Nathin verheiratete Nethina, die Frau eines Proselyten oder eines freigelassenen Sklaven und die Zwitterhafte müssen entweder trinken oder sie erhalten die Morgengabe nicht. Hier wird esvon der Zwitterhaften gelehrt, somit ist dies eine Widerlegung der Lehre R. Naḥmans. –",
"R. Naḥman kann dir erwidern: hierüber streiten Tannaím, und ich bin der Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Die Zwitterhafte trinkt nicht und erhält nicht die Morgengabe, denn es heißt: so wird sie ungestraft bleiben und von Samen besamt werden, nur eine, deren Art es ist, besamt zu werden, ausgenommen diese, deren Art es nicht ist, besamt zu werden. –",
"Wofür verwenden die Rabbanan [die Worte] so wird sie ungestraft bleiben und von Samen besamt werden!? – Diese verwenden sie für folgende Lehre: So wird sie ungestraft bleiben und von Samen besamt werden; wenn sie kinderlos ist, wird sie bedacht – so R. A͑qiba. R. Jišma͑él sprach zu ihm: Demnach könnten alle Kinderlosen sich verbergen und bedacht werden, und die sich nicht verbirgt, ist im Nachteile!?",
"Vielmehr deuten [die Worte] so wird sie ungestraft bleiben und von Samen besamt werden hierauf: wenn sie mit Schmerzen gebiert, so wird sie schmerzlos gebären, wenn Mädchen, so wird sie Knaben gebären, wenn Kleine, so wird sie Große gebären, wenn Schwarze, so wird sie Weiße gebären.",
"«Das mit einem Hurenkinde verheiratete Hurenkind.» Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, man mehre keine Bemakelten, so lehrt er uns.",
"«Die Frau eines Proselyten oder eines freigelassenen Sklaven und die Zwitterhafte.» Selbstverständlich!? –",
"Man könnte glauben, [die Worte] rede zu den Kindern Jisraél schließen Proselyten aus, so lehrt er uns. – Vielleicht ist dem auch so!? – [Die Worte] und sprich sind einschließend.",
"DIE FRAU EINES PRIESTERS MUSS TRINKEN &C. Selbstverständlich muß die Frau eines Priesters trinken!? – Man könnte glauben, es heißt:und sie nicht ergriffen worden ist, wonach sie [ihrem Manne] erlaubt ist, wenn sie ergriffen wordenist, während dieseverboten ist, auch wenn sie ergriffen worden ist, somittrinke sie nicht, so lehrt er uns.",
"UND IST IHREM MANNE ERLAUBT. Selbstverständlich!? R. Hona erwiderte: Wenn sie verkümmert. – Wenn sie verkümmert, so hat das Wasser sie ja geprüft!? –",
"Wenn sie an anderen Gliedernverkümmert. Man könnte glauben, diese habe Hurerei getrieben, und das Wasser prüfte sie deshalb nicht auf gewöhnliche Weise, weil es durch Gewalt erfolgt ist, somit ist sie einem Priester verboten, so lehrt er uns.",
"DIE FRAU EINES KASTRATEN MUSS TRINKEN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, der Allbarmherzige sagt: außer deinem Manne, und dieser ist dazu unfähig, so lehrt er uns.",
"DIE VERWARNUNG KANN INBEZUG AUF JEDEN INZESTUÖSEN ERFOLGEN. Selbstverständlich!? –"
],
[
"Es heißtzweimal verunreinigt, einmal wegen des Ehemannes und einmal wegen des Ehebrechers, somit könnte man glauben, [nur in dem Falle,] wenn sie letzterem durch diesen Ehebruch verboten wird, nicht aber, wenn sie ihm ohnehin verboten ist, so lehrt er uns.",
"AUSGENOMMEN EIN MINDERJÄHRIGER &C. Der Allbarmherzige sagt Mann, nicht aber ein Minderjähriger.",
"DER KEIN MANN IST. Was schließt dies aus, wollte man sagen, es schließe den Schwindsüchtigenaus, so lehrte ja Šemuél folgendes: Die Verwarnung kann inbezug auf einen Schwindsüchtigen erfolgen, auch macht erfür die Hebe untauglich. Selbstverständlich kann inbezug auf ihn die Verwarnung erfolgen!? Der Allbarmherzige sagt:und ein Mann sie mit Samenerguß beschlafen hat, somit könnte man folgern, dieser sei dazu unfähig, so lehrt er uns.",
"Selbstverständlich macht er für die Hebe tauglich!? Der Allbarmherzige sagt:daß er nicht seinen Samen entweihe, somit könnte man folgern, wer Samen hat, könne entweihen, wer keinen Samen hat, könne nicht entweihen, so lehrt er uns.",
"Wollte man sagen, dies schließe einen Nichtjuden aus, so lehrte ja R. Hamnuna folgendes: Die Verwarnung kann inbezug auf einen Nichtjuden erfolgen, auch macht erfür die Hebe untauglich.",
"Selbstverständlich kann inbezug auf ihn die Verwarnung erfolgen!? Es heißt zweimal verunreinigt, einmal wegen des Ehemannes und einmal wegen des Ehebrechers, somit könnte man glauben, [nur in dem Falle,] wenn sie letzterem durch diesen Ehebruch verboten wird, nicht aber, wenn sie ihm ohnehin verboten ist, so lehrt er uns.",
"Selbstverständlich macht er für die Hebe untauglich!? Der Allbarmherzige sagt:wenn die Tochter eines Priesters an einen Gemeinen verheiratet ist, somit könnte man folgern, dies gelte nur von einem Geeigneten, nicht aber von einem Ungeeigneten, so lehrt er uns, daß er untauglich mache. Dies nach R. Joḥanan,",
"denn R. Joḥanan sagte im Namen R. Jišma͑éls: Woher, daß, wenn ein Nichtjude oder ein Sklave eine Priesterstochter, eine Levitentochter oder eine Jisraélitin beschlafen hat, er sie untauglich gemachthabe? Es heißt:wenn die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden wird, nurvon einem, bei dem es Witwenschaft und Scheidung gibt, ausgenommen sind Nichtjude und Sklave, bei denen es keine Witwenschaft und Scheidung gibt. –",
"Was schließt dies demnach aus? R. Papa erwiderte: Dies schließt ein Vieh aus, da es bei einem Vieh keine Hurerei gibt.",
"Raba aus Parziqa fragte R. Aši: Woher das, was die Rabbanan gesagt haben, bei einem Vieh gebe es keine Hurerei? - Es heißt:Du sollst keinen Hurenlohn und kein Hundegeld bringen &c.",
"Hierzu wird gelehrt: Der Hundelohnund das Hurengeldsind erlaubt, denn es heißt: sie beide, beide und nicht vier.",
"Wozu heißt es demnachmit Samenerguß!? – Dies ist wegen der folgenden Lehre nötig. Mit Samenerguß, ausgenommen etwas anderes. –",
"Was heißt etwas anderes? R. Šešeth erwiderte: Ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf den widernatürlichen Beischlaf verwarnt hat. Raba sprach zu ihm: Hinsichtlich des widernatürlichen Beischlafes heißt es ja:die Beschlafung eines Weibes!?",
"Vielmehr, erklärte Raba, ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf [Perversitäten] an den Gliedern verwarnt hat. Abajje sprach zu ihm: Dies ist ja nichts weiter als eine Ausgelassenheit; hat der Allbarmherzige sie denn wegen der Ausgelassenheit [ihrem Manne] verboten!?",
"Vielmehr, erklärte Abajje, ausgenommen der Fall, wenn er sie inbezug auf die Berührungverwarnt hat. Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, unter Anschmiegungsei das Hineinstecken der Eichel zu verstehen, während die Berührung belanglos sei, daß die Schrift die Berührung ausschließt, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, unter Anschmiegung sei die Berührung zu verstehen!? –",
"Tatsächlich [schließt dies den Fall aus,] wenn er sie inbezug auf [Perversitäten] an den Gliedern verwarnt hat, denn man könnte glauben, der Allbarmherzige habe dies von der Anstoßnahme des Ehemannes abhängig gemacht, und dieser nimmt ja daranAnstoß, so lehrt er uns.",
"Šemuél sagte: Man heirate lieber"
],
[
"eine Verrufene, nicht aber die Tochter einer Verrufenen, denn jene kommt von einem reinen Tropfen, diese aber von einem bemakelten Tropfen.",
"R. Joḥanan aber sagte: man heirate lieber die Tochter einer Verrufenen, nicht aber eine Verrufene, denn jene befindet sich im Zustande der Reinheit, diese aber befindet sich nicht im Zustande der Reinheit.",
"Man wandte ein: Man heirate eine Verrufene!? Raba erwiderte: Glaubst du etwa, daß man sie von vornherein heirate!? Vielmehr [ist zu berichtigen:] wenn man geheiratet hat, ebenso berichtige auch: die Tochter einer Verrufenen.",
"Die Halakha ist, man heirate lieber die Tochter einer Verrufenen, nicht aber eine Verrufene. R. Taḥlipha aus dem Westen lehrte nämlich vor R. Abahu, daß die Kinder eines hurenden Weibes als legitim gelten, weil die meisten Beschlafungen auf den Ehemann zurückzuführen sind.",
"R. A͑mram fragte: Wie ist es, wenn [die Frau] besonders ausgelassen ist!? Nach demjenigen, welcher sagt, eine Frau werde nur nahe der Periode schwanger, ist dies nicht fraglich, denn [der Ehemann] weiß dies nicht, um sie bewachenzu können,",
"fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, eine Frau werde nur nahe dem Reinigungsbadeschwanger. Wie ist es nun: bewacht er sie dann, da er [diese Zeit] kennt, oder vermag er dies nicht, da sie besonders ausgelassen ist? – Dies bleibt unentschieden.",
"IN FOLGENDEN FÄLLEN &C. DAS GERICHT &C. Die Rabbanan lehrten: Mann, wozu heißt es zweimal Mann? Dies schließt die Frau eines Tauben, die Frau eines Blöden, die Frau eines Schwachsinnigen, die Frau dessen, der in überseeischen Ländern verreist ist, und die Frau dessen, der im Gefängnisse eingesperrt ist, ein, daß für diese die Verwarnung durch das Gericht erfolge, um sie der Morgengabe verlustig zu machen.",
"Man könnte glauben, auch um sie trinken zu lassen, so heißt es:der Mann bringe seine Frau. R. Jose sagt, auch um sie trinken zu lassen, denn wenn der Mann das Gefängnis verläßt, kann er sie trinken lassen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, Verwarnung und Bringenmüssen durch ihn selbsterfolgen, und R. Jose ist der Ansicht, Verwarnung und Bringen brauchen nicht durch ihn selbst zu erfolgen.",
"Die Rabbanan lehrten:Wenn eine Frau abschweift unter ihrem Manne, dies vergleicht den Mann mit der Frau und die Frau mit dem Manne. – In welcher Hinsicht? R. Šešeth erwiderte: Wie sie nicht trinkt, wenn er blind ist, denn es heißt:und dies vor den Augen ihres Mannes verborgen geblieben ist, ebenso trinkt sie nicht, wenn sie blind ist. R. Aši erwiderte: Wie sie nicht trinkt, wenn sie lahm oder armlos ist, denn es heißt:"
],
[
"der Priester stelle die Frau vor den Herrn &c. und lege ihr in die Hände, ebenso trinkt sie nicht, wenn er lahm oder armlos ist. Mar, Sohn des R. Aši, erwiderte: Wie sie nicht trinkt, wenn sie stumm ist, denn es heißt:die Frau spreche: Amen, Amen ebenso trinkt sie nicht, wenn er stumm ist.",
"",
"WIE DAS WASSER SIE PRÜFT, EBENSO PRÜFT DAS WASSER IHN, DENN ES HEISST ZWEIMAL und es komme.",
"WIE SIE DEM EHEMANNE VERBOTEN IST, EBENSO IST SIE DEM EHEBRECHER VERBOTEN, DENN ES HEISST: verunreinigt, und verunreinigt – SO R. A͑QIBA.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGTE: SO LEGTE ES ZEKHARJA B. HAQAÇAB AUS. RABBI SAGTE: IN DIESEM ABSCHNITTE HEISST ES ZWEIMAL verunreinigt, EINMAL WEGEN DES EHEMANNES UND EINMAL WEGEN DES EHEBRECHERS.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. A͑QIBA VOR: Jedes irdene Gefäß, in dessen Inneres etwas von ihnen hineinfällt, alles was im Inneren ist, sei unrein; ES HEISST NICHT wird unrein, SONDERN sei unrein, DASS ES ANDERES UNREIN MACHE; DIES LEHRT, DASS EIN ZWEIT[GRADIG UNREINES] BROT EIN ANDERES DRITTGRADIG UNREIN MACHE.",
"R. JEHOŠUA͑ SPRACH: WER NIMMT DIR, R. JOḤANAN B. ZAKKAJ, DEN STAUB VON DEINEN AUGEN! DU SAGTEST, DEREINST WERDE EINE KOMMENDE GENERATION DAS DRITT[GRADIG UNREINE] BROT ALS REIN ERKLÄREN, DA ES KEINEN BELEG IN DER TORA GIBT, DASS ES UNREIN SEI, WÄHREND NUN DEIN SCHÜLER R. A͑QIBA EINEN SCHRIFTVERS ANFÜHRT, DASS ES UNREIN SEI, DENN ES HEISST: alles, was in seinem Inneren ist, sei unrein.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. A͑QIBA VOR:Und messet außerhalb der Stadt die östliche Seite zweitausend Ellen &c.; DAGEGEN LAUTET EIN ANDERER SCHRIFTVERS:von der Mauer der Stadt nach außen hin tausend Ellen ringsum.",
"MAN KANN JA NICHT TAUSEND ELLEN SAGEN, DA ES ZWEITAUSEND ELLEN HEISST, UND MAN KANN NICHT ZWEITAUSEND ELLEN SAGEN, DA ES TAUSEND ELLEN HEISST; WIE IST DIES ZU ERKLÄREN? TAUSEND ELLEN VORPLATZUND ZWEITAUSEND ELLEN ŠABBATHGEBIET.",
"R. ELIE͑ZER, SOHN R. JOSE DES GALILÄERS, ERKLÄRTE: TAUSEND ELLEN VORPLATZ UND ZWEITAUSEND ELLEN FELDER UND WEINBERGE.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. A͑QIBA VOR:Damals sangen Moše und die Kinder Jisraél dem Herrn dieses Lied und sprachen also; [DAS WORT] also IST JA ÜBERFLÜSSIG, UND WENN ES DENNOCH GESCHRIEBEN STEHT, SO LEHRT DIES, DASS JISRAÉL NACH JEDEM SATZE, DEN MOŠE VOM LIEDE SPRACH, EINFIEL, WIE BEIM LESEN DES LOBLIEDES. DAHER HEISST ES also.",
"R. NEḤEMJA SAGTE: WIE BEIM LESEN DES ŠEMA͑UND NICHT WIE BEIM LESEN DES LOBLIEDES.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. JEHOŠUA͑ B. HYRKANOS VOR: IJOB DIENTE DEM HEILIGEN, GEPRIESEN SEI ER, NUR AUS LIEBE, DENN ES HEISST: wenn er mich auch tötet, zu ihm hoffe ich. WENN ES ABER NOCH IMMER ZWEIFELHAFT SEIN SOLLTE, OB DIES ‘ZU IHM HOFFE ICH’ ODER ‘HOFFE ICH NICHT’ BEDEUTE, SO HEISST ES:bis ich verscheide, lasse ich von meiner Unschuld nicht. DIES LEHRT, DASS ER AUS LIEBE HANDELTE.",
"R. JEHOŠUA͑ SPRACH: WER NIMMT DIR, R. JOḤANAN B. ZAKKAJ, DEN STAUB VON DEINEN AUGEN!? WÄHREND DEINES GANZEN LEBENS LEHRTEST DU, IJOB DIENTE GOTT NUR AUS FURCHT, DENN ES HEISST:ein unschuldiger Mann, redlich, gottesfürchtig, und das Böse meidend, UND NUN LEHRT JEHOŠUA͑, EIN SCHÜLER DEINES SCHÜLERS, DASS ER DIES AUS LIEBE TAT.",
"GEMARA. ‘Ihn’, wenn den Ehemann, was hat er denn getan!? Wolltest du sagen,"
],
[
"daß, wenn an ihm eine Sündehaftet, das Wasser ihn prüfe, so prüft ja, wenn eine Sünde an ihm haftet, das Wasser sie nicht. Es wird nämlich gelehrt:Und der Mann ist frei von Schuld, die Frau aber trägt ihre Schuld; ist der Mann frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau, ist der Mann nicht frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau nicht.",
"Und wenn etwa den Ehebrecher, so sollte er dieslehren, wie er im Schlußsatze lehrt: wie sie dem Ehemanne verboten ist, ebenso ist sie dem Ehebrecher verboten!? –",
"Tatsächlich dem Ehebrecher, jedoch gebraucht er im Anfangsatze, wo es ‘sie’ heißt, [den Ausdruck] ‘ihn’, im Schlußsatze aber, wo es ‘Ehemann’ heißt, [den Ausdruck] ‘Ehebrecher’.",
"DENN ES HEISST ZWEIMAL und es komme. Sie fragten: Meint er komme und komme, oder: und komme und und komme? –",
"Komm und höre: Wie sie dem Ehemanne verboten ist, ebenso ist sie dem Ehebrecher verboten, denn es heißt verunreinigt, und verunreinigt. –",
"Aber immerhin ist es ja noch fraglich, ob er hierbei meint verunreinigt, verunreinigt, oder aber: verunreinigt, und verunreinigt!? –",
"Komm und höre: Im Schlußsatze lehrt er: Rabbi sagte: In diesem Abschnitte heißt es zweimal verunreinigt, einmal wegen des Ehemannes und einmal wegen des Ehebrechers. Demnach folgert R. A͑qiba aus [der Partikel] ‘und’.",
"Somit sind nach R. A͑qiba sechs Wiederholungenvorhanden;",
"eine wegen des Befehlesfür sie, eine wegen des Befehles für ihn,",
"eine wegen der Wirkungfür sie, eine wegen der Wirkung für ihn,",
"eine wegen der Mitteilungfür sie und eine wegen der Mitteilung für ihn.",
"Nach Rabbi aber sind drei Wiederholungen vorhanden; eine wegen des Befehles, eine wegen der Wirkung und eine wegen der Mitteilung. –",
"Woher entnimmt Rabbi, daß das Wasser, wie es sie prüft, auch ihn prüfe? –",
"Er entnimmt es aus folgender Lehre:Zur Anschwellung des Bauches und zum Zusammenfallen der Hüfte; Bauch und Hüfte des Ehebrechers. Du sagst, Bauch und Hüfte des Ehebrechers, vielleicht ist dem nicht so, sondern Bauch und Hüfte der Ehebrecherin? Wenn es heißt:ihr Bauch wird anschwellen und ihre Hüfte zusammenfallen, so ist dies ja von Bauch und Hüfte der Ehebrecherin schon gesagt, somit beziehen sich [die Worte:] zur Anschwellung des Bauches und zum Zusammenfallen der Hüfte, auf Bauch und Hüfte des Ehebrechers. –",
"Und jener!? – Dies besagt, daß der Priester ihr mitteile, daß es zuerst beim Bauche und nachher bei der Hüfte [wirken werde], um nicht das Fluchwasser in Verdacht zu bringen. –",
"Und der andere!? – Demnach sollte es heißen: ihres Bauches und ihrer Hüfte, wenn es aber heißt: des Bauches und der Hüfte, so bezieht es sich auf den Ehebrecher. –",
"Vielleicht deutet es nur hierauf!? – Demnach sollte es doch heißen: seines Bauches und seiner Hüfte, wenn es aber des Bauches und der Hüfte heißt, so ist beides zu entnehmen.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGTE: SO LEGTE ES ZEKHARJA &C. AUS &C.",
"Die Rabbanan lehrten: Wozu heißt es im Abschnitte dreimal verunreinigt? Einmal wegen des Ehemannes, einmal wegen des Ehebrechers, und einmal wegen der Hebe – so R. A͑qiba.",
"R. Jišma͑él sprach: Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn eine Geschiedene, der die Hebe erlaubt ist, für die Priesterschaft verbotenist, um wieviel mehr ist diese, der die Hebe verboten ist, für die Priesterschaft verboten.",
"Wozu heißt es: und sie sich verunreinigt hat, und: und sie sich nicht verunreinigt hat; wenn sie sich verunreinigt hat, so ist ja das Trinken nicht nötig, und wenn sie sich nicht verunreinigt hat, so braucht sie ja nicht zu trinken!? Damit sagt dir die Schrift, daß sie ihm im Falle eines Zweifels verboten sei.",
"Hiervon ist ein Schluß auf [die Unreinheit] durch ein Kriechtierzu folgern; wenn bei der Ehebruchsverdächtigten, bei der die Fahrlässigkeit der Absicht und der Zwang dem Willennicht gleicht, ein Zweifel der Entschiedenheit gleicht, um wieviel mehr gleicht bei einem Kriechtiere, bei dem die Fahrlässigkeit der Absicht und der Zwang dem Willen gleicht,"
],
[
"ein Zweifel der Entschiedenheit.",
"Und hiervon ausgehend: wie diesbei der Ehebruchsverdächtigten nur auf Privatgebietgilt, ebenso auch beim Kriechtiere nur auf Privatgebiet;",
"und wie es sich ferner bei der Ehebruchsverdächtigten um ein vernünftiges Wesen handelt, das befragt werden kann, ebenso gilt dies beim Kriechtiere, wenn ein vernünftiges Wesen vorhanden ist, das befragtwerden kann.",
"Hieraus folgerten sie, daß die zweifelhafte [Unreinheit], wenn ein vernünftiges Wesen zum Befragen vorhanden ist, auf Privatgebiet unrein und auf Öffentlichem Gebiete rein, und wenn kein vernünftiges Wesen zum Befragen vorhanden ist, sowohl auf Privatgebiet als auch auf öffentlichem Gebiete rein sei. –",
"R. A͑qiba spricht von der Hebe, und R. Jišma͑él erwiderte ihm hinsichtlich der Priesterschaft!?",
"Und woher entnimmt es ferner R. A͑qiba hinsichtlich der Priesterschaft? Wolltest du erwidern, hinsichtlich der Priesterschaft sei kein Schriftvers nötig,"
],
[
"da diesbezüglich die zweifelhafte Hure der Huregleicht, so ist ja auch hinsichtlich der Hebe kein Schriftvers nötig, da diesbezüglich die zweifelhafte Hure der Hure gleicht!? –",
"Vielmehr, nach R. A͑qiba sind vier Wiederholungenvorhanden; einmal wegen des Ehemannes, einmal wegen des Ehebrechers, einmal wegen der Priesterschaftund einmal wegen der Hebe.",
"Nach R. Jišma͑él abersind drei Wiederholungen vorhanden; einmal wegen des Ehemannes, einmal wegen des Ehebrechers und einmal wegen der Hebe; hinsichtlich der Priesterschaft aber folgert er es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere. –",
"Woher weiß R. Jišma͑él, daß die Wiederholung wegen der Hebe vorhanden sei, wonach hinsichtlich der Priesterschaft[ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern ist, vielleicht ist sie wegen der Priesterschaft vorhanden, während die Hebe ihr erlaubt ist!? –",
"Er kann dir erwidern: dies ist einleuchtend; gleich dem Ehemanne und dem Ehebrecher; wie [das Verbot] bezüglich des Ehemannes und des Ehebrechers bei Lebzeiten erfolgt, ebenso erfolgt es bezüglich der Hebe bei Lebzeiten, während es bezüglich der Priesterschaft erst nach dem Todeerfolgt.",
"R. A͑qiba aber hält nichts von der Vergleichung mit [dem Verbote] bezüglich des Ehemannesund des Ehebrechers.",
"Und auch wenn er davon halt, so hat die Schrift sich dennoch bemüht, auch das niederzuschreiben, was [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern wäre.",
"R. Gidel sagte im Namen Rabhs: [Die Unterscheidung], ob ein vernünftiges Wesen zum Befragen vorhanden ist oder kein vernünftiges Wesen zum Befragen vorhanden ist, ist aus folgendem Schriftverse zu entnehmen:Und das Fleisch, das etwas Unreines berührt, darf nicht gegessen werden. Es darf demnach nur dann nicht gegessen werden, wenn es sicher unrein ist, wenn aber ein Zweifel obwaltet, ob es unrein oder rein ist, darf es gegessen werden.",
"Wie ist nun der Schluß zu erklären:und was sonst das Fleisch betrifft, so darf jeder Reine Fleisch essen, wonach nur der entschieden Reine das Fleisch essen darf, derjenige aber, hinsichtlich dessen ein Zweifel obwaltet, ob er unrein oder rein ist, es nicht essen darf!?",
"Wahrscheinlich ist zu erklären, das eine, wenn ein vernünftiges Wesen zum Befragenda ist, und das andere, wenn kein vernünftiges Wesen zum Befragenda ist.",
"Und sowohl die Lehre R. Gidels im Namen Rabhs als auch die Folgerung von der Ehebruchsverdächtigten ist nötig. Aus der Lehre Rabhs könnte man entnehmen, einerlei ob auf Privatgebiet oder auf öffentlichem Gebiete; daher ist die Folgerung von der Ehebruchsverdächtigten nötig;",
"und aus der Folgerung von der Ehebruchsverdächtigten könnte man entnehmen, nur wenn der Berührte und der Berührendevernünftige Wesen sind. Daher sind beide nötig.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. A͑QIBA VOR: Jedes irdene Gefäß &c.",
"Weshalb ist es, wenn es hiefür keinen [Schriftvers] gibt, unrein!?",
"R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: In der Tora findet sich dies nicht, wohl aber ist es [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn der am selben Tage Untergetauchte, dem Profanes erlaubt ist, die Hebe untauglichmacht, um wieviel mehr macht das zweit[gradig unreine] Brot, das als Profanes untauglich ist, bei der Hebe drittgradig unrein.",
"Es ist zu erwidern: wohl gilt dies vom am selben Tage Untergetauchten, weil er erstgradig unrein ist!? –",
"Vom wegen"
],
[
"der Verunreinigung an einem Kriechtiere am selben Tage Untergetauchten. [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom wegen der Verunreinigung an einem Kriechtiere",
"am selben Tage Untergetauchten, weil es bei dessen Art eine Urunreinheitgibt,",
"so beweist das Tongefäß",
"[das Entgegengesetzte] [Entgegnet man:] wohl gilt dies vom Tongefäße, weil es durch seinen Luftinhaltverunreinigt,",
"so beweist der am selben Tage Untergetauchte [das Entgegengesetzte],",
"Die Replikation wiederholt sich nun: die Eigenheit des einen gleicht nicht der Eigenheit des anderen und die Eigenheit des anderen gleicht nicht der Eigenheit des einen; das Gemeinsame bei ihnen ist, daß sie bei Profanem erlaubt sind und die Hebe untauglich machen,",
"um so mehr macht das zweit[gradig unreine] Brot, das Profanes untauglich macht, die Hebe untauglich. Die kommende Generationaber erwidert, das Gemeinsame bei ihnen sei, daß sie eine erschwerende Seite haben.",
"R. Johanan b. Zakkaj aber berücksichtigt die erschwerende Seite nicht.",
"Es wird gelehrt: R. Jose sagte: Woher, daß bei Heiligem das Viertgradige untauglich ist?",
"Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn der der SühneErmangelnde, dem die Hebe erlaubt ist, für das Heilige untauglich ist, um wieviel mehr macht das Drittgradige, das bei der Hebe untauglich ist, beim Heiligen viertgradig.",
"Wir wissen dies hinsichtlich des Heiligen vom Drittgradigen aus der Tora und vom Viertgradigen [aus einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere.",
"Vom Drittgradigen aus der Tora, denn es heißt:das Fleisch, das etwas Unreines berührt, darf nicht gegessen werden; dies gilt ja auch von dem Falle, wenn es Zweitgradiges berührt, und der Allbarmherzige sagt, daß es nicht gegessen werden dürfe. Vom Viertgradigen [aus einem Schlusse] vom Leichteren auf das Schwerere, wie wir bereits gesagt haben.",
"R. Joḥanan sprach: Ich verstehe den Grund des Berabbinicht; die Widerlegung befindet sich ja daneben, denn die von einem am selben Tage Untergetauchten berührte Speise beweist [das Entgegengesetzte]: sie ist bei der Hebe untauglich und macht bei Heiligem nicht viertgradig. Es wird nämlich gelehrt:",
"Abba Šaúl sagte: Der am selben Tage Untergetauchte gilt beim Heiligen als erstgradig unrein, indem er zweimal unreinund einmal untauglich macht.",
"R. Meír sagt, er mache einmal unrein und einmal untauglich. Die Weisen sagen, wie er bei der Hebe Speisen und Getränke nur untauglichmacht, ebenso mache er beim Heiligen Speisen und Getränke nur untauglich.",
"R. Papa wandte ein: Woher, daß R. Jose der Ansicht der Rabbanan ist, vielleicht ist er der Ansicht des Abba Šaúl, welcher sagt, er mache zweimal unrein und einmal untauglich!? –",
"Wenn man sagen wollte, er sei der Ansicht des Abba Šaúl, so sollte er doch hinsichtlich des Viertgradigen beim Heiligen von der von einem am selben Tage Untergetauchten berührten Speise folgern: wenn die von einem am selben Tage Untergetauchten",
"berührte Speise beim Heiligen viertgradig macht, wo doch dem am selben Tage Untergetauchten Profanes überhaupt erlaubtist, um wieviel mehr macht die von der"
],
[
"zweitgradigen berührte drittgradige Speise, wo doch die zweitgradige bei Profanem verbotenist, beim Heiligen viertgradig.",
"Wolltest du erwidern, man könnte entgegnen: wohl gilt dies vom am selben Tage Untergetauchten, weil er eine Urunreinheit ist, so ist ja dasselbe auch hinsichtlich des der Sühne Ermangelnden, von dem er folgert, zu erwidern, und er erwiderte dies nicht.",
"R. Asi sagte im Namen Rabhs, und wie manche sagen, Rabba b. Isi im Namen Rabhs: R. Meír, R. Jose, R. Jehošua͑, R. Elea͑zar und R. Elie͑zer sind alle der Ansicht, daß bei Profanem das Zweitgradige nicht mehr drittgradig mache.",
"R. Meír, denn wir haben gelernt: Der nach den Schriftkundigen des Untertauchensbenötigt, macht Heiliges unrein und die Hebe untauglich, Profanes und der Zehnt sind ihm erlaubt – so R. Meír; die Weisen verbieten ihm den Zehnten.",
"R. Jose lehrte das, was wir angeführthaben, denn sonstmüßte es noch Viertgradiges bei der Hebe und Fünftgradiges beim Heiligen geben.",
"R. Jehošua͑, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagt, wenn jemand eine erstgradig [unreine] Speise gegessen hat, sei er erstgradig, wenn eine zweitgradige, zweitgradig, und wenn eine drittgradige, drittgradig [unrein]. R. Jehošua͑ sagt, wer eine erstgradige oder eine zweitgradige Speise gegessen hat, sei zweitgradig, und wenn eine drittgradige, zweitgradig [unrein] hinsichtlich des Heiligen, nicht aber zweitgradig hinsichtlich der Hebe,",
"und zwarbei Profanem, das in Reinheit der Hebe zubereitet worden ist.",
"Nur in Reinheit der Hebe, nicht aber in Reinheit des Geheiligten.",
"Somit ist er der Ansicht, das Zweitgradige mache bei Profanem nicht drittgradig [unrein].",
"R. Elea͑zar, denn es wird gelehrt: R. Elea͑zar sagt, sie seien alle drei gleich: das erstgradige beim Heiligen, beim Profanen und bei der Hebe;",
"sie machen beim Heiligen zweimal unrein und einmal untauglich,",
"bei der Hebe einmal unrein und einmal untauglich, und",
"beim Profanen einmal untauglich.",
"R. Elie͑zer, denn wir haben gelernt: R. Elie͑zer sagte: Die Teighebekann vom Reinen für das Unreine entrichtet werden. Wenn es zwei [Stücke] Teig sind, eines rein und eines unrein, so nehme man das erforderliche Quantum Teighebe von dem Stücke, von dem diese noch nicht genommen worden ist, lege aber ein [Stückchen Teig] unterEigröße in die Mitte, damit sie vom Zusammenliegenden genommen werde."
],
[
"Die Weisen verbieten dies.",
"Ein Anderes lehrt: in Eigröße.",
"Sie glaubten, beide Lehren handeln von erstgradig [unreinem] Teige, auch gleicht das Profane, von dem die Teighebe noch abzuheben ist, nicht der Teighebe,",
"somit besteht ihr Streitwahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht macht bei Profanem das Zweitgradige nicht drittgradig,",
"und nach der anderen Ansichtmacht bei Profanem das Zweitgradige wohl drittgradig.",
"R. Mari, Sohn des Kahana, erwiderte: Alle sind der Ansicht, bei Profanem mache das Zweitgradige nicht drittgradig, und hierbei streiten sie über das Profane, von dem die Teighebe noch nicht entrichtet ist: nach der einen Ansicht gleicht es der Teighebe, und nach der anderen Ansicht gleicht es nicht der Teighebe.",
"Wenn du willst, sage ich: alle sind der Ansicht, das Profane, von dem die Teighebe noch nicht entrichtet ist, gleiche nicht der Teighebe, ferner auch, daß bei Profanem das Zweitgradige nicht drittgradig mache, und hierbei streiten sie, ob man das Profane im Jisraéllande der Unreinheit aussetzen dürfe:",
"einer ist der Ansicht, man dürfe das Profane im Jisraéllande der Unreinheit aussetzen, und einer ist der Ansicht, man dürfe das Profane im Jisraéllande nicht der Unreinheit aussetzen.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. A͑QIBA VOR &C.",
"Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, das Šabbathgebietsei aus der Tora, und einer ist der Ansicht, es sei rabbanitisch.",
"Die Rabbanan lehrten: An jenem Tage trug R. A͑qiba vor: Als die Jisraéliten aus dem Meere stiegen, wünschten sie einen Gesang anzustimmen. Wie trugen sie den Gesang vor? Wie ein Erwachsener das Loblied vorliest, während die anderendie Strophenanfängeeinwerfen. Moše sprach:ich will dem Herrn singen, und sie warfen ein: ich will dem Herrn singen. Moše sprach:denn sehr erhaben ist er, und sie warfen ein: ich will dem Herrn singen.",
"R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, sagte: Wie ein Minderjähriger das Loblied vorträgt, wobei die anderen alles nachsprechen, was er vorliest. Moše sprach: ich will dem Herrn singen, und sie sprachen nach: ich will dem Herrn singen. Moše sprach: denn sehr erhaben ist er, und sie sprachen nach: denn sehr erhaben ist er.",
"R. Neḥemja sagte: Wie ein Schullehrerdas Šema͑ im Bethause vorträgt, wobei er zuerst beginnt und die anderen mitsprechen. –",
"Worin besteht ihr Streit? – R. A͑qiba bezieht [das Wort]also auf das Vorangehende.",
"R. Elie͑zer, Sohn R. Jose des Galiläers, bezieht [das Wort] also auf jeden Satz, und R. Neḥemja erklärt: sie sprachen, siesprachen gleichzeitig; also, Moše begann zuerst.",
"Die Rabbanan lehrten: R. Jose der Galiläer trug vor: Als die Jisraéliten aus dem Meere stiegen, wünschten sie einen Gesang anzustimmen. Wie stimmten sie den Gesang an? Das Kind lag auf dem Schöße seiner Mutter und der Säugling hing an der Brust seiner Mutter; als sie aber die Göttlichkeit sahen, reckte das Kind den Hals und der Säugling ließ die Brustwarze aus dem Munde gleiten und sie sprachen:Das ist mein Gott, ich will ihn verherrlichen. Denn es heißt:durch den Mund von Kindern and Säuglingen hast du dir Sieg gegründet.",
"R. Meír sagte: Woher, daß sogar die Geburten im Mutterleibe einen Gesang anstimmten? Es heißt:"
],
[
"in Versammlungen preiset Gott den Herrn, ihr aus derQuelle Jisraéls. –",
"Sie konnten ja nichts sehen!? R. Tanḥum erwiderte: Der Bauch ward ihnen wie ein helleuchtender Spiegel und sie sahen.",
"AN JENEM TAGE TRUG R. JEHOŠUA͑ B. HYRKANOS VOR: IJOB DIENTE &C. Sollten sie doch sehen, wie [das Wort] lo geschrieben ist, wenn Lamed Aleph, so heißt es nicht, und wenn Lamed Vav, so heißt es zu ihm!? –",
"Heißt es denn überall, wo es Lamed Aleph geschrieben ist, nicht, es heißt ja:bei all ihrer Bedrängnis war lo [ihm] leid, mit Lamed Aleph geschrieben; ist hier etwa nicht zu verstehen!?",
"Wolltest du sagen, dem sei auch so, so heißt es ja:und der Engel seines Antlitzes half ihnen!? Vielmehr hat es sowohl diesen Sinn als auch jenen Sinn.",
"Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Von Ijob heißt es gottesfürchtig und von Abrahamheißt es gottesfürchtig, wie bei Abraham die Gottesfurcht aus Liebe war, ebenso war auch bei Ijob die Gottesfurcht aus Liebe. –",
"Woher dies von Abraham selbst? – Es heißt:Kinder Abrahams, meines Liebenden. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen dem, der aus Liebe handelt, und dem, der aus Furcht handelt? – Es gibt den der folgenden Lehre: R. Simo͑n b. Elea͑zar sagte: Bedeutender ist der, der aus Liebe handelt, als der, der aus Furcht handelt, denn bei diesem hält estausend Generationen an, bei jenem aber hält es Tausende Generationen an.",
"Von jenem heißt es:auf Tausende hinaus denen, die mich lieben und meine Gebote beobachten; von diesem aber heißt es: und die seine Gebote beobachten, auf tausend Generationen. –",
"Aber auch hierheißt es ja: denen, die ihn lieben und seine Gebote beobachten, auf tausend Generationen!? –",
"Da bezieht es sich auf das anschließende und dort bezieht es sich auf das anschließende.",
"Einst saßen zwei Jünger vor Raba, und der eine sprach: Mir las man im Traume vor:wie groß ist dein Gut, das du geborgen hast denen, die dich fürchten. Hierauf sprach der andere: Mir las man im Traume vot:freuen sollen sich alle, die sich bergen bei dir, ewiglich jauchzen und in dir jubeln, die deinen Namen lieben. Da sprach er zu ihnen: Ihr seid beide vollkommen fromme Jünger, jedoch einer aus Liebe und einer aus Furcht.",
"",
"WENN JEMAND SEINE FRAU VERWARNT UND SIE SICH DARAUF VERBORGEN HAT, SO LASSE ER SICH, SELBST WENN ER ES VON EINEM FLIEGENDEN VOGEL ERFAHREN HAT, VON IHR SCHEIDEN UND GEBE IHR DIE MORGENGABE – SO R. ELIE͑ZER.",
"R. JEHOŠUA͑ SAGT, NUR WENN MONDSPINNERINNEN SICH ÜBER SIE UNTERHALTEN.",
"WENN EIN EINZELNER ZEUGE BEKUNDET, ER HABE GESEHEN, DASS SIE SICH VERUNREINIGT HAT, SO TRINKE SIE NICHT. UND NOCH MEHR, SELBST EIN SKLAVE UND SELBST EINE MAGD SIND GLAUBWÜRDIG, AUCH SIE IHRER MORGENGABE VERLUSTIG ZU MACHEN.",
"IHRE SCHWIEGERMUTTER, DIE TOCHTER IHRER SCHWIEGERMUTTER, IHRE NEBENBUHLERIN, IHRE SCHWÄGERIN UND DIE TOCHTER IHRES MANNES SIND GLAUBWÜRDIG, JEDOCH NICHT SIE IHRER MORGENGABE VERLUSTIG ZU MACHEN, SONDERN DASS SIE NICHT TRINKE.",
"MAN KÖNNTE FOLGERN: WENN DAS ERSTE ZEUGNIS, DAS SIE NICHT FÜR IMMER VERBOTEN MACHT, DURCH WENIGER ALS ZWEI ZEUGEN NICHT GÜLTIG IST, UM WIEVIEL WENIGER IST DAS LETZTE ZEUGNIS, DAS SIE FÜR IMMER VERBOTEN MACHT, DURCH WENIGER ALS ZWEI ZEUGEN GÜLTIG,",
"DAHER HEISST ES:und ein Zeuge gegen sie nicht da ist, IRGEND EIN ZEUGNIS GEGEN SIE.",
"DEMNACH KÖNNTE MAN [EINEN SCHLUSS] VOM SCHWEREREN AUF DAS LEICHTERE HINSICHTLICH DES ERSTENZEUGNISSES FOLGERN:"
],
[
"WENN DAS LETZTE ZEUGNIS, DAS SIE FÜR IMMER VERBOTEN MACHT, DURCH EINEN ZEUGEN GÜLTIG IST, UM WIEVIEL MEHR IST DAS ERSTE ZEUGNIS, DAS SIE NICHT FÜR IMMER VERBOTEN MACHT, DURCH EINEN ZEUGEN GÜLTIG,",
"DAHER HEISST ES:denn er hat an ihr etwas Schändliches gefunden, UND DORTHEISST ES: durch zwei Zeugen &c. soll etwas bestätigt werden, WIE DORT DURCH ZWEI, EBENSO AUCH HIER DURCH ZWEI.",
"ivWENN EIN ZEUGE SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, UND EINER SAGT, SIE HABE SICH NICHT VERUNREINIGT, WENN EINE FRAU SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, UND EINE FRAU SAGT, SIE HABE SICH NICHT VERUNREINIGT, SO MUSS SIE TRINKEN;",
"WENN EINER SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, UND ZWEI SAGEN, SIE HABE SICH NICHT VERUNREINIGT, SO MUSS SIE TRINKEN; WENN ZWEI SAGEN, SIE HABE SICH VERUNREINIGT, UND EINER SAGT, SIE HABE SICH NICHT VERUNREINIGT, SO TRINKE SIE NICHT.",
"GEMARA. Weshalb folgert er es aus dem Schriftverse: denn er hat an ihr etwas Schändliches gefunden,",
"dies geht ja aus [dem Worte] gegen sie hervor, gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung, gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen!? –",
"Dies sagt er auch: so heißt es gegen sie, gegen sie, nicht aber bei der Verwarnung, gegen sie, nicht aber beim Sichverbergen.",
"Woher, daß bei einer sonstigen Verunreinigung, ohne Verwarnung und ohne Sichverbergen, ein einzelner Zeuge nicht glaubwürdig ist? Hierbei heißt es etwas und dort heißt es etwas, wie dort durch zwei Zeugen, ebenso auch hierbei durch zwei Zeugen.",
"WENN EIN ZEUGE SAGT, SIE HABE SICH VERUNREINIGT. Nur aus dem Grunde, weil jener ihm widerspricht, wenn aber ein anderer ihm nicht widerspricht, so ist ein einzelner Zeuge glaubwürdig;",
"woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Und ein Zeuge gegen sie nicht da ist; die Schrift spricht von zwei [Zeugen].",
"Du sagst, von zwei, vielleicht ist dem nicht so, sondern von einem? Es heißt:ein einzelner Zeuge soll nicht gegen jemand auftreten &c.;",
"schon aus den Worten: ein Zeuge soll nicht auftreten, weiß ich ja, daß von einem gesprochen wird, wenn es aber auch einzelner heißt, so ist dies eine Hauptnorm, daß überall, wo es ‘Zeuge’ heißt, zwei zu verstehen sind, es sei denn, daß die Schrift ausdrücklich einzelner sagt.",
"Der Allbarmherzige sagt nun, daß, wenn zwei [Zeugen] nicht vorhanden sind, sondern nur einer, und sie nicht ertappt worden ist, sie [ihrem Manne] verboten sei. –",
"Wieso kann, wenn der einzelne Zeuge nach der Tora glaubwürdig ist, der andere ihm widersprechen, U͑la sagte doch, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, er als zwei gilt, und die Worte eines einzelnen sind ja zweien gegenüber ungültig!?",
"Vielmehr, sagte U͑la, lese man: trinkt sienicht. Ebenso liest R. Jiçḥaq: trinkt sie nicht. R. Ḥija aber sagt, sie trinke wohl. –",
"Gegen R. Ḥija ist ja ein Einwand aus der Lehre U͑las zu erheben!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn gleichzeitig, das andere, wenn nacheinander. –",
"Wir haben gelernt: Wenn einer sagt, sie habe sich verunreinigt, und zwei sagen, sie habe sich nicht verunreinigt, so muß sie trinken. Demnach trinkt sie nicht, wenn es einer und einer sind; dies ist eine Widerlegung R. Ḥijas!? –",
"R. Ḥija kann dir erwidern: wie ist nach deiner Ansicht der Schlußsatz zu erklären: wenn zwei sagen, sie habe sich verunreinigt, und einer sagt, sie habe sich nicht verunreinigt, so trinkt sie nicht. Demnach muß sie trinken, wenn es einer und einer sind!?",
"Vielmehr spricht die ganze Lehre von unzulässigenZeugen, und zwar nach R. Neḥemja, denn es wird gelehrt: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen. Zwei Frauen gegenüber einem Manne haben somit dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne.",
"Manche sagen: Wenn der einzelne Zeuge zuerst gekommen ist, gelten auch hundert Frauen als ein Zeuge,"
],
[
"und hier wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst eine Frau gekommen ist.",
"Die Lehre R. Neḥemjas ist wie folgt zu erklären: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen. Zwei Frauen gegenüber einer Frau haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne; zwei Frauen aber gegenüber einem Manne gelten als Hälfte gegen Hälfte. –",
"Wozu sind zwei Lehrenvon unzulässigen Zeugen nötig!? – Man könnte glauben, nur erschwerend richte man sich nach der Mehrheit der Personen, nicht aber erleichternd, so lehrt er uns.",
"",
"FOLGENDES DARF IN JEDER SPRACHE GESPROCHEN WERDEN: DER ABSCHNITT VON DER EHEBRUCHSVERDÄCHTIGTEN, DAS BEKENNTNIS DES ZEHNTEN, DAS ŠEMA͑, DAS [TÄGLICHE] GEBET, DER TISCHSEGEN, DER ZEUGNISEID UND DER DEPOSITENEID.",
"FOLGENDES MUSS IN DER HEILIGENSPRACHE GESPROCHEN WERDEN: DER ABSCHNITT VON DEN ERSTLINGEN, DIE ḤALIÇA, DIE SEGEN UND DIE FLÜCHE, DER PRIESTERSEGEN, DER SEGEN DES HOCHPRIESTERS, DER KÖNIGSABSCHNITT, DER ABSCHNITT VOM GENICKBROCHENEN KALBE, UND DIE REDE DES FELDPRIESTERS AN DAS VOLK.",
"DER ABSCHNITT VON DEN ERSTLINGEN, [DENN ES HEISST:]du sollst anheben und sprechen vor dem Herrn, deinem Gott, UND DORTHEISST ES: die Leviten sollen anheben und sprechen; WIE DORT IN DER HEILIGENSPRACHE, EBENSO HIERBEI IN DER HEILIGENSPRACHE.",
"DIE ḤALIÇA, [DENN ES HEISST:]sie soll anheben und sprechen, UND DORT HEISST ES: die Leviten sollen anheben und sprechen; WIE DORT IN DER HEILIGENSPRACHE, EBENSO HIERBEI IN DER HEILIGENSPRACHE.",
"R. JEHUDA ERKLÄRTE: [ES HEISST:] sie soll anheben und sprechen: also, SIE MUSS DIESEN WORTLAUTSPRECHEN.",
"DIE SEGEN UND DIE FLÜCHE. ALS DIE JISRAÉLITEN DEN JARDEN ÜBERSCHRITTEN UND ZUM BERGE GERIZIM UND DEM BERGE ÉBAL IN ŠOMRON KAMEN. DIESE BEFANDEN SICH BEI ŠEKHEM NEBEN DEM TEREBINTHENHAIN MORE, DENN VON DIESEM HEISST ES:sie sind jenseits des Jarden&c. UND DORTHEISST ES: und Abram durchzog das Land bis an den Ort Šekhem, bis an den Terebinthenhain More; WIE DORT MIT TEREBINTHENHAIN MORE ŠEKHEM BEZEICHNET IST, EBENSO IST AUCH HIER MIT TEREBINTHENHAIN MORE ŠEKHEM BEZEICHNET.",
"SECHS STÄMME STIEGEN AUF DIE SPITZE DES BERGES GERIZIM UND SECHS STÄMME STIEGEN AUF DIE SPITZE DES BERGES ÉBAL, WÄHREND DIE PRIESTER UND DIE LEVITEN MIT DER [BUNDES]LADE UNTEN IN DER MITTE STEHEN BLIEBEN. DIE PRIESTER UMGABEN DIE [BUNDES]LADE, DIE LEVITEN DIE PRIESTER, UND GANZ JISRAÉL BEFAND SICH AN DER EINEN UND AN DER ANDEREN SEITE, WIE ES HEISST:und ganz Jisraél, seine Ältesten, seine Beamten und seine Richter standen zu beiden Seiten der Lade &c.",
"SIE WANDTEN DAS GESICHT GEGEN DEN BERG GERIZIM UND BEGANNEN MIT DEM SEGEN: GESEGNET SEI DER MANN, DER KEIN GESCHNITZTES UND KEIN GEGOSSENES GÖTZENBILD MACHT. UND DIESE UND JENE ANTWORTETEN: AMEN. HIERAUF WANDTEN SIE DAS GESICHT GEGEN DEN BERG ÉBAL UND BEGANNEN MIT DEM FLUCHE:Verflucht sei der Mann, der ein geschnitztes oder gegossenes Götzenbild macht. UND DIESE UND JENE ANTWORTETEN: AMEN. UND SO BEENDETEN SIE DIE SEGEN UND DIE FLÜCHE.",
"ALSDANN HOLTEN SIE DIE STEINE, ERRICHTETEN DEN ALTAR, BESTRICHEN IHN MIT KALK UND SCHRIEBEN DARAUF DIE WORTE DER TORA IN DEN SIEBZIG SPRACHEN, WIE ES HEISST:deutlich und gut. HIERAUF NAHMEN SIE DIE STEINEUND KAMEN\n"
],
[
"UND ÜBERNACHTETEN AUF IHREM PLATZE.",
"GEMARA. Woher dies vom Abschnitte der Ehebruchsverdächtigten? – Es heißt:der Priester spreche zum Weibe, in jeder Sprache, die er spricht.",
"Die Rabbanan lehrten: Man erkläre ihr in irgend einer Sprache, die sie versteht, weshalb sie trinken muß, woraus sie trinken muß, wodurch sie sich verunreinigt hat und wieso sie sich verunreinigt hat.",
"Weshalb sie trinken muß: wegen der Verwarnung und des Sichverbergens; woraus sie trinken muß: aus einem irdenen Becher;",
"wodurch sie sich verunreinigt hat: durch Scherz und Kinderei; wieso sie sich verunreinigt hat: ob fahrlässig oder vorsätzlich, ob gezwungen oder willig. – Weshalb dies alles? – Um nicht das Fluchwasser in Verdacht zu bringen.",
"DAS BEKENNTNIS DES ZEHNTEN. Woher dies? – Es heißt:du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen: ich habe das Geheiligte aus dem Hause geräumt, und [durch das Wort] sprechenist von der Ehebruchsverdächtigten zu folgern, daß es ebenfalls in jeder beliebigen Sprache erfolgen dürfe.",
"R. Zebid sprach zu Abajje: Soll doch [durch das Wort] sprechen, das bei den Levitengebraucht wird, gefolgert werden: wie bei diesen in der Heiligensprache, ebenso auch hierbei in der Heiligensprache!? –",
"Man folgere von [den Worten] anheben und sprechenhinsichtlich [der Worte] anheben und sprechen, nicht aber folgere man von [den Worten] anheben und sprechen hinsichtlich [des Wortes] sprechen allein.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: Ein Mensch spreche sein Lob mit leiser Stimme und seinen Tadel mit lauter Stimme.",
"Sein Lob mit leiser Stimme, wie dies beim Bekenntnisse des Zehnten der Fallist; seinen Tadel mit lauter Stimme, wie dies beim Lesen des Erstlingsabschnittes der Fallist. –",
"Wieso seinen Tadel mit lauter Stimme, R. Joḥanan sagte ja im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj, daß sie deshalb angeordnet haben, das Gebet leise zu sprechen, um die Sündernicht zu beschämen, denn die Schrift hat auch zwischen einem Sündopfer und einem Brandopfer nicht unterschieden!? –",
"Lies nicht: seinen Tadel, sondern: sein Leid. So wird auch gelehrt:Unrein! unrein! rufe er, [der Aussätzige] muß sein Leid dem Publikum kund tun, damit das Publikum für ihn um Erbarmen flehe. Ebenso soll jeder, dem etwas passiert ist, sein Leid dem Publikum kund tun, damit das Publikum für ihn um Erbarmen flehe.",
"Der Text. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Man ordnete deshalb an, das Gebet leise zu sprechen, um die Sünder nicht zu beschämen, denn die Schrift hat auch zwischen einem Sündopfer und einem Brandopfer nicht unterschieden.",
"Etwa nicht, [ein Unterschied] erfolgt ja beim Blut[sprengen]: das Blut des Sündopfers wird obenund das Blut des Brandopfers wird unten[gesprengt]!? – Da weiß es nur der Priester. –",
"Es gibt ja noch folgenden: als Sündopfer wird ein Weibchen und als Brandopfer wird ein Männchen dargebracht!? – Siewerden mit dem Fettschwanz bedeckt. –",
"Allerdings bei einem Lamme, wieso aber bei einer Ziege!? – Er selber ist es, der sich beschämt; er könnte ein Lamm darbringen, und bringt eine Ziege dar. –",
"Wie ist es aber hinsichtlich des Sündopfers wegen Götzendienstes zu erklären, als welches er nichts anderes als eine Ziege darbringen kann!? – In diesem Falle soll er auch beschämt werden, damit ihm vergeben werde.",
"DAS ŠEMA͑. Woher dies? – Es heißt:höre Jisraél, in jeder Sprache, die du verstehst.",
"Die Rabbanan lehrten: Das Šema͑lesen hat in der Urschrift[zu erfolgen] – so Rabbi; die Weisen sagen, in jeder Sprache.",
"Was ist der Grund Rabbis? – Die Schrift sagt:sie sollen sein, sie müssen bei ihrem Sein verbleiben. –",
"Und der der Rabbanan? – Die Schrift sagt: höre, in jeder Sprache, die du verstehst. –",
"Und die Rabbanan, es heißt ja auch: sie sollen sein!? – Dies besagt, daß man es nicht rückwärts lese. –",
"Woher entnimmt Rabbi, daß man es nicht rückwärts lese? – Er folgert es aus diese Worte. – Und die Rabbanan!? – Sie folgern nichts aus diese Worte. –",
"Und Rabbi, es heißt ja auch höre!? – Dies besagt, daß man seine Ohren hören lasse, was der Mund spricht. – Und die Rabbanan!? – Sie sind der Ansicht desjenigen, welcher sagt, daß, wenn man das Šema gelesen und es seine Ohren nicht hat hören lassen, man seiner Pflicht genügt habe. –",
"Es wäre anzunehmen, daß Rabbi der Ansicht ist,"
],
[
"die ganze Tora dürfe in jeder Sprache vorgetragenwerden, denn, wenn man sagen wollte, nur in der Heiligensprache, so brauchte ja der Allbarmherzige [das Wort] sein nicht geschrieben zu haben. –",
"Dieses ist nötig, da es höre heißt. –",
"Es wäre anzunehmen, daß die Rabbanan der Ansicht sind, die ganze Tora dürfe nur in der Heiligensprache vorgetragen werden, denn, wenn man sagen wollte, in jeder Sprache, so brauchte ja der Allbarmherzige [das Wort] höre nicht geschrieben zu haben. –",
"Dieses ist nötig, da es sie sollen sein heißt.",
"DAS GEBET. Es ist nur ein Flehen, und man tue es in jeder beliebigen Sprache. –",
"Darf das Gebet denn in jeder Sprache verrichtet werden, R. Jehuda sagte ja, daß man seine Wünsche nicht in aramäischer Sprache vortrage, denn R. Joḥanan sagte, daß, wenn man seine Wünsche in aramäischer Sprache vorträgt, die Dienstengelihm nicht zur Verfügung stehen, weil die Dienstengel die aramäische Sprache nicht verstehen!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine gilt von einem einzelnen und das andere von einer Gemeinschaft. –",
"Verstehen denn die Dienstengel nicht die aramäische Sprache, es wird ja gelehrt: Joḥanan der Hochpriester hörte eine Hallstimme aus dem Allerheiligsten ertönen: Gesiegt haben die Jünglinge, die nach Antiochien in den Krieg gezogen sind. Ferner hörte einst Šimo͑n der Gerechte folgende Hallstimme aus dem Allerheiligsten ertönen: Aufgehoben worden ist die Götzenanbetung, die der Feind in den Tempel bringen wollte. Damals wurde Caius Caligulaerschlagen und seine Verordnungen wurden aufgehoben. Sie schrieben die Stunde auf, und es stimmte genau. Dies wurde in aramäischer Sprache gesprochen!? –",
"Wenn du willst, sage ich, bei einer Hallstimme sei es anders, da man sie verstehensoll; wenn du aber willst, sage ich, es sei Gabriél gewesen, denn der Meister sagte: Gabriél kam und lehrte ihndie siebzig Sprachen.",
"DER TISCHSEGEN. Denn es heißt:du wirst essen und satt sein, und sollst den Herrn, deinen Gott, preisen; in jeder Sprache, in der du preisest.",
"DER ZEUGNISEID. Denn es heißt:wenn jemand gesündigt, indem er die Stimme einer Beeidigung gehört hat; in jeder Sprache, die er gehört hat.",
"DER DEPOSITENEID. Dies ist durch [das Wort] vergehenvom Zeugniseide zu folgern.",
"FOLGENDES MUSS IN DER HEILIGENSPRACHE GESPROCHEN WERDEN: DER ERSTLINGSABSCHNITT, DIE ḤALIÇA &C BIS: DER ABSCHNITT DER ERSTLINGE, [DENN ES HEISST:] du sollst anheben und vor dem Herrn, deinem Gott, sprechen, UND DORT HEISST ES: die Leviten sollen anheben und zum ganzen Volke Jisraél sprechen; WIE DORT DAS ANHEBEN IN DER HEILIGENSPRACHE ERFOLGT IST, EBENSO AUCH HIERBEI IN DER HEILIGENSPRACHE.",
"Woher dies von den Leviten selbst? – Dies ist aus [dem Worte] Stimme zu folgern, das auch bei Moše gebraucht wird; hierbei heißt es:mit lauter Stimme, und dort heißtes: Moše redete und Gott antwortete ihm mit der Stimme; wie dort in der Heiligensprache, ebenso auch hierbei in der Heiligensprache.",
"DIE ḤALIÇA, [DENN ES HEISST:] &C. Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] also? – Hieraus entnehmen sie, daß jede der Handlungen unerläßlich sei. –",
"Und R. Jehuda!? – [Er folgert es] aus so, also. – Und die Rabbanan!? – Ihnen leuchtet [die Auslegung von] so, also nicht ein. –"
],
[
"Wofür verwendet R. Jehuda [die Worte] sie hebe an und spreche? – Diese sind nötig, um daraus zu folgern, daß die Leviten in der Heiligensprache sprachen. –",
"Dies ist ja durch [das Wort] Stimme von Moše zu folgern!? – [Die Wortanalogie durch das Wort] anheben ist ihm überliefert worden, nicht aber die [durch das Wort] Stimme.",
"Ebenso wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Überall, wo esso, also, anheben und sprechen heißt, hat es in der Heiligensprache zu erfolgen. So, [es heißt:]so sollt ihr segnen. Also, bei der Haliça, anheben und sprechen, bei den Leviten.",
"DIE SEGEN UND DIE FLÜCHE, ALS DIE JISRAÉLITEN DEN JARDEN ÜBERSCHRITTEN &C. Die Rabbanan lehrten:Siehe, sie sind jenseits des Jarden, über ‘jenseits des Jarden‘ hinaus – so R. Jehuda.Hinter dem Wege des Sonnenganges, wo die Sonneaufgeht.",
"Im Lande des Kenaa͑ni, der in der Ebene wohnt, das sind der Berg Gerizim und der Berg E͑bal, wo die Samaritaner wohnen.Gegenüber Gilgal, in der Nähe von Gilgal.Beim Terebinthenhaine More, das ist Šekhem. Dort heißt es: und Abram durchzog das Land bis an den Ort Šekhem, bis an den Terebinthenhain More; wie dort mit Terebinthenhain More Šekhem bezeichnet ist, ebenso ist es auch hier Šekhem.",
"(Es wird gelehrt:) R. Elea͑zar b. R. Jose erzählte: Durch das Folgende habe ich die Bücher der Samaritaner als gefälschtnachgewiesen. Ich sprach zu ihnen: Ihr habt eure Tora gefälscht, ohne dadurch etwas gewonnen zu haben. Ihr sagt, der Terebinthenhain More sei Šekhem, auch wir geben zu, daß der Terebinthenhain More Šekhem sei; wir lernen dies durch eine Wortanalogie, woher wißt ihr es!?",
"R. Elea͑zar erklärte: Siehe, sie sind jenseits des Jarden, in der Nähe des Jarden, nicht über ‘jenseits des Jarden’ hinaus, denn es heißt: sobald ihr den Jarden überschritten habt. \n",
"Hinter dem Wege des Sonnenganges, wo die Sonne untergeht. Im Lande des Kenaa͑ni, das ist das Land des Ḥivi.",
"Der in der Ebene wohnt; sie wohnen ja zwischen Bergen und Hügeln!? Gegenüber Gilgal; sie sahen ja Gilgal nicht!?",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärte: Die Schrift will ihnen damit nur den Weg für die zweite [Wanderung] zeigen, wie sie ihn innen bei der erstengezeigt hat. Weg, geht den Weg, nicht über Felder und Weinbeige; der wohnt, geht durch bewohnte Gegenden, nicht durch Wüsten; in der Ebene, geht durch die Ebene, nicht über Berge und Hügel.",
"Die Rabbanan lehrten: Wie überschritten die Jisraéliten den Jarden? An jedem anderen Tage zog die Lade hinter zwei Kohorten, an jenem Tage aber zog sie voran, wie es heißt:siehe, die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde zieht vor euch her. An jedem anderen Tage trugen die Leviten die Lade, an jenem Tage aber trugen sie die Priester, wie es heißt:und es wird geschehen, wie die Fußballen der Priester, die die Lade des Herrn tragen &c. Es wird gelehrt:",
"R. Jose sagte: Bei drei Gelegenheiten trugen die Priester die Lade: als sie den Jarden überschritten, als sie Jeriḥo umzingeltenund als sie ihn auf seinen Platzbrachten. A"
],
[
"ls die Füße der Priester ins Wasser traten, wich das Wasser zurück, wie es heißt:und wie die Träger der Lade bis zum Jarden kamen &c. und das von oben herabfließende Wasser blieb stehen, aufrecht stand es, wie ein Damm. Wieviel betrug die Höhe des Wassers? Zwölf Mil zu zwölf Mil, entsprechend dem Lager Jisraéls– so R. Jehuda.",
"R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sprach zu ihm: Wer ist leichter, ein Mensch oder das Wasser? Doch wohl das Wasser, somitmüßte, nach deiner Ansicht, das Wasser gekommen sein und sie mitgerissen haben!?",
"Dies lehrt vielmehr, daß das Wasser sich Schicht über Schicht ansammelte und mehr als dreihundert Mil in die Höhe stieg, so daß alle Könige des Ostens und des Westens es sahen, wie es heißt:und als es hörten alle Könige des Emori, westseits des Jarden, und alle Könige des Kena͑ani, die am Meere, daß der Herr vor den Kindern Jisraél das Wasser des Jarden ausgetrocknet hat, bis sie hinüber waren, da schmolz ihr Herz und es war kein Mut mehr in ihnen vor den Kindern Jisraél.",
"Auch das Buhlweib Raḥabh sprach zu den Boten Jehošua͑s:denn wir hörten, daß der Herr das Wasser des Schilfmeeres vertrocknen ließ &c. Ferner heißt es:und wir hörten und unser Herz schmolz und es blieb nicht mehr &c.",
"Als sie sich noch im Jarden befanden, sprach Jehošua͑ zu ihnen: Wisset, weshalb ihr den Jarden überschreitet: damit ihr die Bewohner des Landes vor euch austreibet, wie es heißt:ihr sollt alle Bewohner des Landes vor euch austreiben &c. Wenn ihr danach handelt, so ist es recht, wenn aber nicht, so wird das Wasser kommen und euch mitreißen. – Was heißt ‘euch’? – Mich und euch.",
"Als sie sich noch im Jarden befanden, sprach Jehošua͑ zu ihnen: Jeder von euch nehme einen Stein auf die Schulter, entsprechend der Anzahl der Stämme Jisraél &c. Ferner heißt es:damit dieses ein Wahrzeichen unter euch sei, wenn eure Söhne künftig fragen und sprechen: was bedeuten diese Steine &c. Dies soll ein Denkmal für die Söhne sein, daß die Väter den Jarden überschritten haben.",
"Als sie sich noch im Jarden befanden, sprach Jehošua͑ zu ihnen: Nehmet euch von hier, mitten aus dem Jarden, von da, wo die Füße der Priester festgestanden haben, zwölf Steine und führet sie mit euch hinüber und leget sie in dem Nachtlager nieder, wo ihr diese Nacht übernachten werdet &c. Man könnte glauben, in jedem Nachtlager, so heißt es: wo ihr diese Nacht übernachten werdet.",
"R. Jehuda sagte: Abba Ḥalaphta, R. Elie͑zer b. Mathja und Ḥananja b. Ḥakhinaj standen an diesen Steinen und sie schätzten jeden auf ein Gewicht von vierzig Seá. Es ist überliefert, daß ein Mensch nur ein Drittel von dem, was er tragen kann, auf die Schulter heben kann,",
"somit kannst du hiervon[das Gewicht] des Traubenkammesberechnen. Es heißt:sie trugen ihn zu zweien an einer Stange, und da schon aus den Worten an einer Stange zu entnehmen ist, daß sie ihn zu zweien trugen, so besagen die Worte zu zweien, daß sie ihn an zwei Stangentrugen,",
"und R. Jiçḥaq erklärte: eine Trage auf einerTrage. Acht trugen die Rebe, einer trug einen Granatapfel und einer trug eine Feige. Jehošua͑ und Kaleb trugen nichts. Wenn du willst, sage ich: weil sie die geachtetsten waren, und wenn du willst, sage ich: weil sie an jenem Ratschlage nicht beteiligt waren.",
"R. Ami und R. Jiçḥaq der Schmied [streiten]; einer sagt, nach R. Jehuda"
],
[
"überschritten sie [den Jarden] wie bei ihrer Lagerungund nach R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n überschritten sie ihn hintereinander,",
"und einer sagt, sowohl nach dem einen als auch nach dem anderen überschritten sie ihn wie bei ihrer Lagerung, nur ist einer der Ansicht, ein Mensch sei leichter, während der andere der Ansicht ist, das Wasser sei leichter.",
"Entsende dir Männer. Reš Laqiš sagte: Entsende sie nach eigenem Gutdünken. Sucht sich denn jemand einen schlechten Teil aus? Das ist es, was geschrieben steht:die Sache war recht in meinen Augen, und Reš Laqiš erklärte: in meinen Augen, nicht aber in den Augen Gottes.",
"Daß sie uns das Land auskundschaften. R. Ḥija b. Abba sagte: Die Kundschafter bezweckten nur die Blöße des Landes, denn hierbei heißt es: daß sie uns das Land auskundschaften, und dortheißt es: der Mond wird errötenund die Sonne sich schämen &c.",
"Dies sind ihre Namen: für den Stamm Reúbens Šammua͑, Sohn Zakurs. R. Jiçḥaq sagte: Es ist uns von unseren Vorfahren überliefert, daß die Kundschafter nach ihren Handlungen benannt worden seien, wir aber wissen nur [die Erklärung] des einen [Namens] Setur, Sohn Mikhaéls. Setur, weil er die Worte des Heiligen, gepriesen sei er, umstieß [satar]; Mikhaél, weil ersich schwach [makh]machte.",
"R. Joḥanan sagte: Auch wir wollen einen erklären: Naḥbi, Sohn Vaphsis. Naḥbi, weil er die Worte des Heiligen, gepriesen sei er, versteckt [heḥbi]hat; Vaphsi, weil er über die Eigenschaften des Heiligen, gepriesen sei er, geschritten [pasa͑] ist.",
"Sie zogen nach Süden und er kam bis Ḥebron. Es sollte ja heißen: sie kamen!? Raba erwiderte: Dies lehrt, daß Kaleb sich vom Ratschlage der Kundschafter trennte, sich auf die Gräber der Väterhinstreckte und zu ihnen sprach: Meine Väter, flehet für mich um Erbarmen, daß ich vom Ratschlage der Kundschafter verschont bleibe.",
"Für Jehošua͑ hatte bereits Moše um Erbarmen gefleht, denn es heißt:und Moše nannte Hošea͑, den Sohn Nuns, Jehošua͑; Jah [Gott] schütze dich [jošia͑kha] vor dem Ratschlage der Kundschafter. Deshalb heißt es:aber mein Knecht Kaleb, weil mit ihm ein anderer Geist war&c.",
"Dort befanden sich Aḥiman, Šešaj und Talmaj &c. Aḥiman, der vorzüglichsteunter seinen Brüdern; Šešaj, der die Erde zu Graben machte; Talmaj, der die Erde in Beete [telamim] zerstückelte.",
"(Eine andere Erklärung:) Aḥiman erbaute A͑nath, Šešaj erbaute Alaš und Talmaj erbaute Talbuš. Die Sprößlinge des A͑naq, sie überragten [maa͑niqin] mit ihrer Höhe die Sonne.",
"Ḥebron war sieben Jahre [vor Çoa͑n] erbaut worden. Was heißt erbaut worden: wollte man sagen, wirklich erbaut worden, so ist es ja nicht anzunehmen, daß jemand seinem jüngeren Sohne ein Haus früher baut als seinem älteren Sohne, denn es heißt:und die Söhne Ḥams waren Kuš, Miçrajim &c.!?",
"Vielmehr, es war siebenmal besser als Çoa͑n bebaut. Im ganzen Jisraéllande gibt es nicht soviel Felsboden wie in Ḥebron, weshalb man da auch die Toten begrub; unter allen Ländern gibt es kein fruchtbareres als Miçrajim, wie es heißt:wie der Garten des Herrn, wie das Land Miçrajim; im ganzen Lande Miçrajim gibt es keinen fruchtbareren Ort als Çoa͑n, wie es heißt:denn zu Çoa͑n waren seine Fürsten; und dennoch war Ḥebron siebenmal besser bebaut als Çoa͑n. –",
"Hatte denn Ḥebron Felsboden, es heißt ja:nach Verlauf von vierzig Jahren sprach Abšalom zum Könige: Ich möchte gehen &c. und R. Ivja, nach anderen Rabba b. R. Ḥanan, sagte, er ging Lämmer aus Ḥebronholen!? Ferner wird gelehrt: Widder aus Moa͑b, Lämmer aus Ḥebron. – Eben deshalb, weil der Boden mager war, hatte es Weideland, und das Vieh gedieh.",
"Sie kehrten zurück von der Kundschaftung des Landes \n"
],
[
"und gingen und kamen. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Er vergleicht das Gehen mit dem Kommen; wie das Kommen mit bösem Ratschlage erfolgt war, ebenso war auch das Gehen mit bösem Ratschlage erfolgt.",
"Sie erzählten ihm und sprachen: Wir kamen &c. Ferner heißt es: nur ist das Volk stark. R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Eine Verleumdung, der nicht eine Wahrheit zugrunde liegt, bleibt nicht für die Dauer bestehen.",
"Kaleb beschwichtigte das Volk gegen Moše. Rabba sagte: Er verleitetesie durch Worte.",
"Als nämlich Jehošua͑ zu sprechen angefangen hatte, riefen sie: Auch dieser Kastratenhäuptlingwill reden!?",
"Da dachte er: Wenn ich sie zurechtweise, antworten sie mir ebenso und bringen mich zum Schweigen. Daher sprach er: Hat uns der Sohn A͑mrams etwa nur dies angetan!? Sie glaubten dann, er wolle zu seiner Beschimpfung sprechen, und schwiegen.",
"Hierauf sprach er zu ihnen: Er führte uns aus Miçrajim, spaltete uns das Meer und speiste uns mit dem Manna. Sollten wir etwa auf ihn nicht hören, selbst wenn er zu uns sagen würde, daß wir Leitern machen und in den Himmel steigen!?Wir wollen hinaufziehen und es erobern &c.",
"Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir können nicht &c. R. Ḥanina b. Papa sagte: Ein starkes Wort sprachen die Kundschafter in jener Stunde:er ist stärker als wir, und man lese nicht als wir, sondern als er; selbst der Hausherr kann, als ob dies denkbar wäre, seine Geräte von dort nicht holen.",
"Es ist ein Land, das seine Bewohner verzehrt. Raba trug vor: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Ich habe Gutes beabsichtigt, sie aber legten es zum Bösen aus. Ich habe Gutes beabsichtigt, denn wo sie hinkamen, starb das Oberhaupt, damit jene in der Verwirrung nicht nach ihnenfragen. Manche sagen: Ijob starb dann und alle Welt war mit der Trauer beschäftigt. Sie aber legten es zum Bösen aus: es ist ein Land, das seine Bewohner verzehrt.",
"Und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken und so waren wir &c. R. Mešaršeja sagte: Die Kundschafter waren Lügner. Allerdings konnten sie in ihren eigenen Augen wie Heuschrecken sein, wieso aber wußten sie, daß sie es in den Augen jener waren!?",
"Dies ist aber nichts. Jene hielten ein Trauermahl unter den Zedern ab, und als diese sie sahen, kletterten sie auf die Bäume und ließen sich da nieder. Da hörten sie, wie jene sagten: Auf den Bäumen sind Menschen wie Heuschrecken zu sehen.",
"Da erhob die ganze Gemeinde ein lautes Geschrei und jammerte. Rabba sagte im Namen R. Joḥanans: Es war der Neunte Ab, und der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Sie haben ohne Anlaß gejammert, ich aber werde ihn ihnen zum dauernden Jammer[tage] machen.",
"Und die ganze Gemeinde dachte daran, sie mit Steinen zu bewerfen, und hierauf folgt: und die Herrlichkeit des Herrn erschien im Offenbarungszelte. R. Ḥija b. Abba sagte: Dies lehrt, daß sie Steine nahmen und sie nach dem Höchsten warfen.",
"Und es starben die Männer, die üble Nachrede über das Land ausgebracht hatten, durch die Plage. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Sie starben eines unnatürlichen Todes. R. Ḥanina b. Papa sagte: R. Šila aus Kephar Temarta trug vor, dieslehre, daß ihre Zunge sich dehnte und ihnen über den Nabel hing, und Würmer krochen ihnen aus der Zunge in den Nabel und aus dem Nabel in die Zunge. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Sie starben an der Bräune.",
"Als der letzte der Jisraéliten aus dem Jarden gestiegen war, kehrte das Wasser an seinen Platz zurück, wie es heißt:und als die Priester, die die Bundeslade des Herrn trugen, aus dem Jarden heraufkamen and die Fußballen der Priester auf das Trockene entrückt waren, da kehrte das Wasser an seinen Platz zurück und floß wie gestern und vorgestern über all seine Ufer.",
"Es ergibt sich somit, daß die Lade mit ihren Trägern und die Priester auf der einen Seite und die Jisraéliten auf der anderen Seitesich befanden. Die Lade trug ihre Träger und zoghinüber, wie es heißt:und als das ganze Volk vollends hinübergezogen war, da zog die Lade des Herrn und die Priester vor dem Volke.",
"Dieserhalb wurde U͑za bestraft, denn es heißt:und als sie zur Tenne Kidon kamen, da streckte U͑za seine Hand aus, um die Lade Gottes zu erfassen. Der Heilige gepriesen sei er, sprach zu ihm: U͑za, sie hat ihre Träger getragen, um wieviel mehr sich selbst.",
"Und der Zorn des Herrn entbrannte gegen U͑za und er schlug ihn daselbst um das Vergehen &c. R. Joḥanan und R. Elie͑zer [streiten hierüber]; einer erklärt, wegen des Vergehens, und einer erklärt, weil er ein Bedürfnisin ihrer Gegenwart verrichtet hatte.",
"Und er starb daselbst neben der Lade Gottes. R. Joḥanan sagte: U͑za kam in die zukünftige Welt, denn es heißt: neben der Lade Gottes; wie die Lade ewig besteht, so kam auch U͑za in die zukünftige Welt.",
"Und David erglühte wegen des Risses, den der Herr an U͑za gerissen hat. R. Elea͑zar sagte: Sein Gesicht veränderte sich und glich einem Kohlenkuchen. –",
"Demnach ist überall, wo es erglühen heißt, ebenso zu verstehen!? – Sonst heißt es auch Zorn, hierbei aber heißt es nicht Zorn.",
"Raba trug vor: David wurde deshalb bestraft, weil er die Worte der Tora Gesänge nannte, wie es heißt:Gesänge sind mir deine Satzungen im Hause meiner Pilgerschaft.",
"Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu ihm: Von den Worten der Tora heißt es:laß deine Augen darüber hinfliegen, und es ist nicht mehr da, und du nennst sie Gesänge!? Ich will dich bei einer Sache straucheln lassen, die sogar Schulkinder wissen. Es heißt:aber den Söhnen Qehaths gab er nichts, denn der Dienst des Heiligtums &c., er aber ließ [die Lade] auf einem Wagen bringen.",
"Und er schlug die Leute von Beth-Šemeš, weil sie die Lade besahen. Sollte sie Gott deshalb geschlagen haben, weil sie sie besahen!? R. Abahu und R. Elea͑zar [erklärten es]; einer erklärt, sie mähtenund warfen sich nieder, und einer erklärt, sie gebrauchten auch [despektierliche] Worte:"
],
[
"wer hat dich geärgert, daß du so erbost warst, und wer ist es, der dich nun beruhigt hat?",
"Er schlug vom Volke fünfzigtausendundsiebzig Mann. R. Abahu und R. Elea͑zar [streiten hierüber]; einer sagt, es waren siebzig Mann, und jeder einzelne wog fünfzigtausend auf, und einer sagt, es waren fünfzigtausend, und jeder einzelne wog die siebzig [Mitglieder des] Synedriums auf.",
"Und als die Träger der Lade des Herrn sechs Schritte taten, schlachtete er einen Stier und ein Mastvieh, dagegen heißt es:sieben Farren und sieben Widder. R. Papa b. Šemuél erklärte: Auf jeden Schritt einen Stier und ein Mastvieh, und auf je sechs Schritte sieben Farren und sieben Widder.",
"R. Ḥisda sprach zu ihm: Demnach hast du das ganze Jisraél-land mit Opferhöhen ausgefüllt!? Vielmehr, erklärte R. Ḥisda, auf je sechs Schritte einen Stier und ein Mastvieh, und auf je sechs Reihen von je sechs Schritten sieben Farren und sieben Widder.",
"Es heißt Kidon und es heißt Nakhon? R. Joḥanan erwiderte: Zuerst Kidon und nachher Nakhon.",
"Es ergibt sich also, daß es dreierlei Steine waren. Die einen stellte Moše im Lande Moáb auf, denn es heißt: jenseits des Jarden, im Lande Moáb, begann Moše zu erklären, und dortheißt es: und schreibe auf diese Steine alle Worte dieser Lehre [erklärlich] &c., und man folgere esaus [dem Ausdrucke] erklären.",
"Die einen stellte Jehošua͑ in der Mitte des Jarden auf, wie es heißt:und zwölf Steine ließ Jehošua͑ in der Mitte des Jarden aufrichten. Und die einen stellte er in Gilgal auf, wie es heißt:und diese zwölf Steine, die sie nahmen &c.",
"Die Rabbanan lehrten: Wie schrieben die Jisraéliten die Tora nieder? R. Jehuda sagte: Sie schrieben sie auf Steine, wie es heißt: und schreibe auf die Steine alle Worte dieser Lehre &c., und hierauf überstrichen sie diese mit Kalk.",
"R. Šimo͑n sprach zu ihm: Wie konnten nach deiner Ansichtdie weltlichen Völker die Tora lernen!? Dieser erwiderte: Der Heilige, gepriesen sei er, verlieh ihnen außergewöhnlichen Verstand; sie sandten ihre Schreiber, und diese schälten den Kalk ab und übertrugen es. In jener Stunde ward ihr Urteil für die Unterwelt besiegelt, denn sie sollten sie lernen, und haben sie nicht gelernt.",
"R. Šimo͑n sagte: Sie schrieben es auf den Kalk, und unten schrieben sie: damit sie euch nicht lehren, dies alles zu tun &c. Du lernsthieraus, daß, wenn sie sich bekehrt hätten, man sie aufgenommen haben würde.",
"Raba b. Šila sagte: Folgendes ist der Grund R. Šimo͑ns: es heißt: und Völker werden zu Kalk verbrannt, wegen der Angelegenheit des Kalkes. –",
"Und R. Jehuda!? – Gleich dem Kalke; wie es für den Kalk keine andere Zubereitung als das Brennen gibt, ebenso gibt es für die weltlichen Völker kein anderes Mittel als das Brennen.",
"Es wird gelehrt:Und du von ihm Gefangene machst; dies schließt die Kenaa͑niter außerhalb des Landes ein, daß, wenn sie sich bekehren, man sie aufnehme."
],
[
"Also nach R. Šimo͑n.",
"Komm und sieh, wie viele Wunder an jenem Tage sich ereigneten. Die Jisraéliten überschritten den Jarden. Sie kamen zum Berge Gerizim und dem Berge E͑bal, [eine Strecke von] mehr als sechzig Mil. Kein Geschöpf vermochte vor ihnen zu bestehen, und wer gegen sie auftrat, bekam sofort den Durchfall, denn es heißt:meinen Schrecken werde ich vor dir hersenden und jedes Volk verwirren, zu dem du kommst &c.",
"Ferner heißt es:es falle über sie Schrecken und Angst, bis hinübergezogen ist dein Volk, o Herr; das ist der erste Einzug. Bis hinübergezogen ist das Volk, das du dir geeignet hast; das ist der zweiteEinzug.",
"Schließe hieraus, daß die Jisraéliten würdig waren, daß ihnen beim zweiten Einzuge ebensolche Wunder geschehen, wie beim ersten Einzuge, nur hat die Sünde es vereitelt.",
"Alsdann holten sie die Steine, errichteten den Altar, bestrichen ihn mit Kalk und schrieben darauf alle Worte der Tora in den siebzig Sprachen, denn es heißt:deutlich und gut.",
"Hierauf brachten sie Brandopfer und Heilsopfer dar, aßen und tranken und freuten sich. Sodann sprachen sie die Segen und die Flüche, nahmen die Steine auseinander und kamen nach Gilgal, wo sie übernachteten, wie es heißt :und führt sie mit euch hinüber und legt sie im Nachtlager nieder.",
"Man könnte glauben, in jedem Nachtlager, so heißt es: wo ihr diese Nacht übernachtet. Ferner heißt es:und diese zwölf Steine, die sie genommen hatten &c.",
"Es wird gelehrt: Die Horniszog nicht mit ihnen hinüber. – Etwa nicht, es heißt ja:ich werde die Hornis vor dir senden!?",
"R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte: Sie blieb am Ufer des Jarden stehen und warf Gift unter sie, womit sie ihnen oben die Augen blendete und sie unten kastrierte, denn es heißt:und ich habe vor ihnen den Emori vertilgt, dessen Höhe der Höhe der Zedern glich und der gleich den Terebinthen mächtig war; ich tilgte seine Frucht oben und seine Wurzel unten &c.",
"R. Papa erwiderte: Es waren zwei Arten Hornisse, eine zur Zeit Mošes und eine zur Zeit Jehošua͑s; die aus der Zeit Mošes zog nicht hinüber, und die aus der Zeit Jehošua͑s aber zog. hinüber.",
"SECHS STÄMME STIEGEN AUF DEN BERG GERIZIM. Was heißt :und die eine Hälfte? R. Kahana erwiderte: Wie sie hierbei verteilt waren, so waren sie auch auf den Steinen des Schulterkleidesverteilt.",
"Man wandte ein: Der Hochpriester hatte zwei Edelsteine auf seinen Schultern, einen auf der einen und einen auf der anderen, und auf diesen waren die Namen der zwölf Stämme geschrieben, sechs auf dem einen Steine und sechs auf dem anderen Steine, wie es heißt:sechs ihrer Namen auf dem einen Steine &c. \n",
"nach ihrer Geburt; nur auf dem zweiten nach ihrer Geburtsfolge, nicht aber auf dem ersten nach ihrer Geburtsfolge, weil Jehuda vorangestellt war. Es waren fünfzig Buchstaben, fünfundzwanzig auf dem einen Steine und fünfundzwanzig auf dem anderen Steine.",
"R. Ḥanina b. Gamliél sagte:"
],
[
"Auf dem Schulterkleide waren sie nicht so verteilt, wie sie im Buche Numeriaufgezählt werden, sondern wie sie im zweiten Bucheaufgezählt werden;",
"die Söhne Leas in ihrer Reihenfolge, von den Söhnen Raḥels einer zuerst und einer zuletzt, und die Söhne der Mägde in der Mitte.",
"Wie erkläre ich aber [die Worte] nach ihrer Geburt? Nach den Namen, wie ihr Vater sie nannte, nicht aber nach den Namen, wie Moše sie nannte: Reúben und nicht Reúbeni, Šimo͑n und nicht Šimo͑ni, Dan und nicht Dani, Gad und nicht Gadi. Dies ist somit eine Widerlegung der Ansicht R. Kahanas. Eine Widerlegung. –",
"Was heißt demnach: und die eine Hälfte? – Es wird gelehrt: Die Hälfte am Berge Gerizim war größer als die Hälfte am Berge E͑bal, weil [der Stamm] Levi unten war. –",
"Im Gegenteil, wenn Levi unten war, so waren sie ja weniger!? – Er meint es wie folgt: obgleich Levi unten war, denn mit ihnen waren auch die Nachkommen Josephs, von denen es heißt :da sprachen die Nachkommen Josephs zu Jehošua͑ also: Warum hast du mir nur ein Los und einen Teil als Erbbesitz gegeben, da ich doch viel Volkes bin &c.Da sprach Jehošua͑ zu ihnen: Wenn du viel Volkes bist, so ziehe in den Wald hinauf. \n",
"Er sprach zu ihnen: Geht, versteckt euch in die Wälder, damit das böse Auge über euch keine Gewalt habe. Sie erwiderten ihm: Über die Nachkommenschaft Josephs hat das böse Auge keine Gewalt. Es heißt:ein fruchttragendes Reis ist Joseph, ein fruchttragendes Reis an der Quelle [a͑le a͑jin], und R. Abahu sagte, man lese nicht a͑le a͑jin sondern o͑le a͑jin [das Auge übersteigend]. \n",
"R. Jose b. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem :sie mögen sich fischähnlich auf Erden vermehren; wie die Fische im Meere das Wasser bedeckt und das Auge über sie keine Gewalt hat, ebenso hat über den Samen Josephs das Auge keine Gewalt. –",
"Wieso fünfzig Buchstaben, es sind ja fünfzig weniger einen!? R. Jiçḥaq erwiderte: Joseph wurde ein Buchstabe hinzugefügt, denn es heißtals Zeugnis in Jehoseph setzte er ihn ein, als er nach dem Lande Micrajim auszog.",
"R. Nahman b. Jiçḥaq wandte ein: Es mußte ja nach ihrer Geburterfolgen!? – Vielmehr, in der ganzen Tora heißt es Binjam‘n, hier aber Binjamin, wie es auch heißt:und sein Vater nannte ihn Binjamin.",
"R. Ḥanan b. Bizna sagte im Namen R. Šimo͑n des Frommen: Joseph heiligte den Namen des Himmels im Verborgenen, und man fügte ihm einen Buchstabenvom Namen des Heiligen, gepriesen sei er, hinzu, Jehuda heiligte den Namen des Himmels öffentlich, und er wurde ganz nach dem Namen des Heiligen, gepriesen sei er, benannt. –",
"Was ist es, was Joseph tat? – Es heißt:da geschah es eines Tages, daß er ins Haus kam, um seine Geschäfte zu verrichten. R. Joḥanan sagte, dies lehre, daß beide eine Sünde beabsichtigt hatten. Daß er ins Haus kam, um seine Geschäfte zu verrichten. Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer erklärt, seine Geschäfte zu verrichten, wörtlich, und einer erklärt, er ging hinein, um das Bedürfniszu verrichten.",
"Niemand von den Leuten des Hauses &c. Ist es denn möglich, daß in einem so großen Hause, wie es das Haus jenes Frevlers war, niemand da war? – In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: Jener Tag war ein Festtag, und alle gingen in den Götzentempel; sie aber sagte, sie sei krank, denn sie dachte, es gebe für sie keinen geeigneteren Tag als diesen, um mit Joseph zusammenzukommen.",
"Und sie erfaßte ihn bei seinem Gewande und sprach &c. In jener Stunde erschien ihm im Fenster die Gestalt seines Vaters und sprach zu ihm: Joseph, dereinst werden deine Brüder auf die Steine des Schulterkleides aufgeschrieben werden und auch du unter ihnen; ist es dein Wunsch, daß dein Name aus ihrer Mitte gelöscht werde und du Hurengenosse genannt werdest!? So heißt es auch:der Hurengenosse verschwendet Vermögen.",
"Hierauf;es blieb in Stärke sein Bogen. R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Sein Bogenerlangte seine Stärke wieder.Arme und Hände spreizten sich; er stemmte die Händegegen den Boden, daß ihm der Same aus seinen Fingernägeln hervorkam.",
"Aus den Händen des Gewaltigen Ja͑qobs; die Gewalt Ja͑qobs war es, die veranlaßt hat, daß er auf die Steine des Schulterkleides eingegraben wurde.Von dort der Hirte, der Stein Jisraéls; von da ab war es ihm beschieden, ein Hirte zu werden, wie es heißt:Hirte Jisraéls, horch doch auf, der du (wie) die Schafe Josephs leitest.",
"Es wird gelehrt: Joseph war würdig, daß ihm zwölf Stämme entstammen sollten, wie solche seinem Vater Ja͑qob entstammt sind, denn es heißt:dies sind die Nachkommen Ja͑qobs, Joseph, nur ist ihm der Same aus den Fingernägeln abgegangen. Immerhin entstammten solche seinem Bruder Binjamin, und alle wurden sie nach ihm benannt, wie es heißt:und die Söhne Binjamins waren Belo͑ Bekher, A͑šbel &c.",
"Belá, weil er unter die Völker geraten [bala͑] ist; Bekher, weil er der Erstgeborene [bekhor] seiner Mutter war; Ašbe1, weil Gott ihn in die Gefangenschaft geraten ließ [šabo el]; Gera, weil er in Gastschaft wohnte [gar];",
"Naa͑man, weil er besonders lieb [nai͑m] war; Eḥi und Roš, er ist mein Bruder [aḥi] und mein Haupt [roš]; Mupimund Ḥupim, er sah nicht meine Hochzeit [ḥupa] und ich sah nicht seine Hochzeit; Ard, er stieg [jarad] unter die weltlichen Völker hinab. Manche erklären: Ard, sein Gesicht gleich einer Rose [vered].",
"R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: In der Stunde, wo der Pareo͑ zu Joseph sprach :ohne dich soll niemand seine Hand heben &c., sprachen die Sterndeuter des Pareo͑ [zu ihm:] Einen Sklaven, den sein Herr für zwanzig Silberlinge gekauft hat, willst du über uns herrschen lassen!? Er erwiderte ihnen: Ich sehe an ihm königliche Eigenschaften.",
"Sie sprachen zu ihm: Demnach müßte er die siebzig Sprachen verstehen. Hierauf kam Gabriél und lehrte ihn die siebzig Sprachen, er aber begriff nicht; da fügte er ihm einen Buchstabenvom Namen des Heiligen, gepriesen sei er, hinzu, und er lernte sie. Daher heißt es:als Zeugnis in Jehoseph setzte er ihn ein, als er nach dem Lande Miçrajim auszog; eine Sprache, die ich nicht kannte, vernahm ich. Am folgenden Tage antwortete er dem Pareo͑ in jeder Sprache, in der er mit ihm redete;",
"als er aber diesen in der Heiligensprache anredete, verstand er ihn nicht. Hierauf bat er ihn, daß er ihn diese Sprache lehre. Da lehrte er sie ihn, er aber begriff sie nicht. Hierauf sprach er zu ihm: Schwöre mir, daß du dies nicht verrätst. Da schwor er es ihm.",
"Als er später zu ihm sagte :mein Vater hat mich schwören lassen, erwiderte er ihm: Geh, laß dir deinen Schwur auflösen. Er entgegnete dann: So will ich mir auch den dir geleisteten Schwur auflösen lassen. Daher sprach er zu ihm, obgleich es ihm nicht lieb war:Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater, wie er dich hat schwören lassen.",
"Was ist das, was Jehuda getan hat? – Es wird gelehrt: R. Meír sagte: Als die Jisraéliten am Meere standen, wetteiferten die Stämme mit einander; der eine sagte, er wolle zuerst ins Meer hinabsteigen, und der andere sagte, er wolle zuerst ins Meer hinabsteigen."
],
[
"Da sprang der Stamm Binjamin heran und stieg zuerst ins Meer hinab, denn es heißt:da ist Binjamin, der jüngste, sie beherrschend, und man lese nicht rodem [sie beherrschend] sondern rad jam [der ins Meer stieg]. Die Fürsten Jehudas aber warfen nach ihnen mit Steinen, wie es heißt :die Fürsten Jehudas, ihre Steinigenden.",
"Daher war es dem frommen Binjamin beschieden, ein Hauswirt der Allmachtzu werden, wie es heißt:und zwischen seinen Schultern ruhte er.",
"R. Jehuda sprach zu ihm: Nicht so trug sich die Sache zu. Vielmehr sagte der eine, er wolle nicht zuerst ins Meer hinabsteigen, und der andere, er wolle nicht zuerst ins Meer hinabsteigen. Da sprang Naḥšon, Sohn des A͑minadab, heran und stieg zuerst ins Meer hinab, denn es heißt :mit Lüge umgeben hat mich Ephrajim und mit Falschheitdas Haus Jisraél, Jehuda aber steigt noch mit Gott hinab..",
"Über ihn heißt es in den Propheten :hilf mir, Gott, denn das Wasser geht mir bis an die Seele, ich versinke im Schlamme der Tiefe und es gibt keinen Standort &c.Nicht reiße mich der Wasserstrom fort und nicht verschlinge mich die Tiefe &c.",
"In jener Stunde verweilte Moše lange im Gebete, und der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu ihm: Meine Lieblinge ertrinken im Meere, und du verweilest vor mir lange im Gebete. Da sprach er vor ihm: Herr der Welt, was soll ich nun tun? Er erwiderte :Sprich zu den Kindern Jisraél, daß sie weiter ziehen; und du erhebe deinen Stab und strecke deine Hand aus &c.",
"Daher war es Jehuda beschieden, Herrschaft in Jisraél zu erlangen, wie es heißt :Jehuda ward sein Heiligtum, Jisraél sein Herrschaftsbereich. Weshalb ward Jehuda sein Heiligtum, Jisraél sein Herrschaftsbereich? Weil :das Meer sah and floh.",
"Es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Man kann nicht sagen, daß Levi untenwar, da es obenheißt, und ebenso kann man nicht sagen, daß er oben war, da es unten heißt. Wie ist dies nun zu erklären?",
"Die Ältesten der Priester und der Leviten befanden sich unten und alle übrigen oben. R. Jošija sagte: Wer für den Dienst geeignetwar, befand sich unten, und alle übrigen oben.",
"Rabbi sagte: Diese und jenestanden unten; sie wandten das Gesicht gegen den Berg Gerizim und begannen mit den Segen, dann gegen den Berg E͑bal und begannen mit den Flüchen, denn unter aufist die Nähe zu verstehen.",
"Es wird auch gelehrt:Und lege auf jede Schicht reinen Weihrauch. Rabbi sagte, unter auf sei die Nähe zu verstehen. Du sagst, unter auf sei die Nähe zu verstehen, vielleicht ist dem nicht so, sondern wörtlich auf? Es heißt:du sollst [den Vorhang] auf die Lade breiten, demnachist unter auf die Nähe zu verstehen.",
"SIE WANDTEN DAS GESICHT GEGEN DEN BERG GERIZIM UND BEGANNEN MIT dem SEGEN: GESEGNET SEI &C. Die Rabbanan lehrten: Die Segen allgemeinund die Segen besonders, die Flüche allgemein und die Flüche besonders; ferner heißt es],zu lernen, zu lehren, zu beobachten und auszuüben,"
],
[
"das sind [ebenfalls] vier; zweimal vier sind acht und zweimal achtsind sechzehn. Dasselbegeschah auch am Berge Sinaj und dasselbe auch in der Wüste von Moab, denn es heißt :das sind die Worte des Bündnisses, die der Herr Moše geboten hat &c., und ferner heißt es :ihr sollt die Worte dieses Bündnisses beobachten &c.Es ergeben sich somit achtundvierzig Bündnisse für jedes einzelne Gebot.",
"R. Šimo͑n scheidet den Berg Gerizim und den Berg E͑bal ausund setzt statt dieser das Offenbarungszelt in der Wüste.",
"Sie führen denselben Streit, wie die Autoren der folgenden Lehre: R. Jišma͑él sagte: Das Allgemeine wurde am Sinaj und die Einzelheiten im Offenbarungszelte angeordnet. R. A͑qiba sagte: Das Allgemeine und die Einzelheiten wurden am Sinaj angeordnet, im Offenbarungszelte wiederholt und in A͑rboth Moab verdreifacht.",
"Du hast somit kein in der Tora geschriebenes Gebot, über das nicht achtundvierzig Bündnisse geschlossen worden wären.",
"R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar A͑kko sagte im Namen R. Šimo͑ns: Du hast kein in der Tora geschriebenes Gebot, über das nicht sechshundertdreitausendfünfhundertundfünfzig Mal achtundvierzig Bündnisse geschlossen wordenwären.",
"Rabbi sprach: Nach der Ansicht des R. Šimo͑n b. Jehuda aus Kephar A͑kko im Namen R. Šimo͑ns gibt es kein Gebot in der Tora, über das nicht sechshundertdreitausendfünfhundertundfünfzig Mal achtundvierzig Bündnisse geschlossen worden wären; es ergibt sich somit, daß für jeden einzelnen Jisraéliten eine sechshundertdreitausendfünfhundertundfünfzigfache [Verpflichtung] besteht. –",
"Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? R. Mešaršeja erwiderte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen hinsichtlich der Bürgschaft für die Bürgschaft der anderen.",
"R. Jehuda b. Naḥmani, der Dolmetsch des R. Šimo͑n b, Laqiš, trug vor: Dieser ganze Abschnittbezieht sich nur auf den Hurenden und die Hurende.",
"[Es heißt:]verflucht sei der Mann, der ein geschnitztes oder gegossenes Götzenbild fertigt &c. Ist etwa hierfür ein Fluchausreichend!? Dies bezieht sich vielmehr auf den, der sich mit der Unzucht verbindet und einen Sohn zeugt, der unter die weltlichen Völker geht und Götzendienst treibt. Verflucht sind Vater und Mutter von diesem, die dies veranlaßt haben.",
"Die Rabbanan lehrten :Du sollst den Segen erteilen auf dem Berge Gerizim und den Fluch &c. Was lehrt dies, wenn etwa, daß der Segen auf dem Berge Gerizim und der Fluch auf dem Berge E͑bal zu erteilen sei, so heißt es ja bereits:diese sollen dastehen auf dem Berge Gerizim, das Volk zu segnen, und ferner :und diese sollen dastehen auf dem Berge E͑bal, wegen des Fluches!? Vielmehr, daß der Segen dem Fluche vorangehe.",
"Man könnte glauben, daß alle Segen den Flüchen vorangehen, so heißt es Segen und Fluch, ein Segen geht einem Fluche voran, nicht aber gehen alle Segen den Flüchen voran.",
"Ferner auch, daß der Segen mit dem Fluche zu vergleichen sei. Dies besagt, wie der Fluchvon den Leviten gesprochen wurde, ebenso auch der Segen von den Leviten; wie der Fluch mit lauterStimme, ebenso auch der Segen mit lauter Stimme; wie der Fluch in der Heiligensprache, ebenso auch der Segen in der Heiligensprache; wie der Fluch allgemein und besonders, ebenso auch der Segen allgemein und besonders; und wie beim Fluche diese und jeneAmen antworteten, ebenso antworteten auch beim Segen diese und jene Amen.",
"DER PRIESTERSEGEN WIRD IN DER PROVINZ IN DREI VERSENGESPROCHEN, IM TEMPEL ABER IN EINEM VERSE. vi IM TEMPEL SPRECHEN SIE DEN GOTTESNAMEN SO AUS, \n"
],
[
"WIE ER GESCHRIEBEN IST, IN DER PROVINZ ABER IN DERUMNENNUNG. IN DER PROVINZ ERHEBEN DIE PRIESTERDIE HÄNDE BIS GEGEN DIE SCHULTERN, IM TEMPEL ABER ÜBER DEN KOPF, AUSGENOMMEN DER HOCHPRIESTER, WEIL ER DIE HÄNDE NICHT ÜBER DAS STIRNBLATT ERHEBEN DARF. R. JEHUDA SAGT, AUCH DER HOCHPRIESTER ERHEBE DIE HÄNDE ÜBER DAS STIRNBLATT, DENN ES HEISST :und Ahron erhob seine Hände gegen das Volk und segnete es.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten :So sollt ihr segnen, in der Heiligensprache. Du sagst, in der Heiligensprache, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch in jeder anderen Sprache? Hier heißt es: so sollt ihr segnen, und dortheißt es: diese sollen dastehen, das Volk zu segnen, wie dort in der Heiligensprache, ebenso auch hierbei in der Heiligensprache.",
"R. Jehuda sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt so, sie müssen denselben Wortlaut gebrauchen.",
"Ein Anderes lehrt: So sollt ihr segnen, stehend. Du sagst stehend, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch sitzend? Hier heißt es: so sollt ihr segnen, und dort heißt es: diese sollen dastehen, das Volk zu segnen, wie dort stehend, ebenso auch hierbei stehend.",
"R. Nathan sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt:Dienst zu tun und in seinem Namen zu segnen, wie der Dienst stehend erfolgt, ebenso auch das Segnen stehend. – Woher dies vom Dienste selbst? – Es heißt: zu stehen und Dienst zu tun.",
"Ein Anderes lehrt: So sollt ihr segnen, mit erhobenen Händen. Du sagst, mit erhobenen Händen, vielleicht ist dem nicht so, sondern ohne die Hände zu erheben? Hierbei heißt es: so sollt ihr segnen, und dortheißt es: und Ahron erhob seine Hände gegen das Volk und segnete es, wie dort mit erhobenen Händen, ebenso auch hierbei mit erhobenen Händen.",
"R. Jonathan wandte dagegen ein: Demnach sollte doch, wie es dortdurch den Hochpriester, am Neumond und beim Gemeindedienste erfolgt war, auch hierbei durch den Hochpriester, am Neumond und beim Gemeindedienste erfolgen!?",
"R. Nathan sagte: Dies sei nicht nötig; es heißt:er und seine Söhne alle Tage; er vergleicht seine Söhne mit ihm, wie er mit erhobenenHänden, ebenso auch seine Söhne mit erhobenen Händen; fernerheißt es: alle Tage, und der Segen ist mit dem Dienstezu vergleichen.",
"Ferner lehrt ein Anderes: So sollt ihr die Kinder Jisraél segnen, mit dem deutlichenGottesnamen. Du sagst, mit dem deutlichen Gottesnamen, vielleicht ist dem nicht so, sondern mit der Umnennung? Es heißt :und sie sollen meinen Namen legen, meinen mir eigenen Namen.",
"Man könnte glauben, dies gelte auch in der Provinz, so heißt es hierbei : sie sollen meinen Namen legen, und dortheißt es : um da seinen Namen zu legen; wie dies dort vom Tempel gilt, ebenso auch hierbei vom Tempel.",
"R. Jošija sagte: Dies ist nicht nötig; es heißt: an jedem Orte, wo ich meinen Namen erwähnen lasse, komme ich zu dir, An jedem Orte, wie ist diesmöglich!? Vielmehr ist dieser Schriftvers versetzt und wie folgt zu verstehen: an jedem Orte, wo ich zu dir komme und dich segne, da will ich meinen Namen erwähnen lassen. Wo komme ich zu dir und segne dich? Im Tempel. Da will ich meinen Namen erwähnen lassen, im Tempel.",
"Ein Anderes lehrt: So sollt ihr die Kinder Jisraél segnen;ich weiß dies nur von den Kindern Jisraél, woher dies von Proselyten, Frauen und freigelassenen Sklaven? Es heißt: sprich zu ihnen, zu allen.",
"Ein Anderes lehrt: So sollt ihr segnen, Gesicht gegen Gesicht. Du sagst, Gesicht gegen Gesicht, vielleicht ist dem nicht so, sondern auch Gesicht gegen Nacken? Es heißt: sprich zu ihnen, wie man mit seinem Nächsten spricht.",
"Ein Anderes lehrt: So sollt ihr segnen, mit lauter Stimme. Vielleicht ist dem nicht so, sondern auch leise? Es heißt: sprich zu ihnen, wie man mit seinem Nächsten spricht.",
"Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß erzwei mit ‘Priester’ anrufe, einen aber nicht, denn es heißt: sprich zu ihnen, zu zweien. Ferner sagte R. Ḥisda: Es ist uns überliefert, daß nur ein Priester‘Priester’ rufe, nicht aber rufe ein Jisraélit ‘Priester’, denn es heißt: sprich zu ihnen,"
],
[
"das Sprechen erfolgt durch die ihrigen. Die Halakha ist wie Abajje, nicht aber ist die Halakha wie R. Ḥisda.",
"",
"R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, nach dem Priestersegen verlangt? Es heißt :sie sollen meinen Namen auf die Kinder Jisraél legen, und ich werde sie segnen. Ferner sagte R. Jehošua͑ b, Levi: Ein Priester, der segnet, wird gesegnet, und der nicht segnet, wird nicht gesegnet, denn es heißt:ich werde segnen, die dich segnen.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Ein Priester, der nicht auf die Estradesteigt, übertritt drei Gebote: so sollt ihr segnen, sprich zu ihnen, und: sie sollen meinen Namen legen.",
"Rabh sagte: Es ist auch zu berücksichtigen, er ist vielleicht der Sohn einer Geschiedenenoder einer Ḥaluça.",
"Sie streiten aber nicht; einer spricht von dem Falle, wenn er zuweilen auf diese steigt, und einer spricht von dem Falle, wenn er niemals auf diese steigt.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wenn ein Priester nicht [beim Segen vom] Tempeldienstehinaufgestiegen ist, so steige er nicht mehr hinauf, denn es heißt :und Ahron erhob seine Hände gegen das Volk und segnete es, und kam herab nach der Herrichtung des Sündopfers, des Brandopfers und des Heilsopfers; wie es da beim Tempeldienste erfolgt ist, ebenso auch sonst beim Tempeldienste. –",
"Dem ist ja aber nicht so, R. Ami und R. Asi stiegen ja hinauf!? – R. Ami und R. Asi hatten schon vorher die Füße in Bewegung gesetzt, nur gingen sie nicht hinauf. So lehrte auch R. Oša͑ja: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er die Füße noch nicht in Bewegung gesetzt hat, wenn er aber die Füße in Bewegung gesetzt hat, so gehe er hinauf.",
"Ferner wird auch gelehrt, daß, wenn erdessen sicher ist, er werde die Hände erhebenund das Gebet fortsetzen können, er dies dürfe, und auf unseren Einwand, er verläßt ja seinen Platznicht, [wurde erklärt,] er bewege sich ein wenig; ebenso auch hierbei, wenn er sich ein wenig bewegt hat.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Man reiche den Becher, über den der Tischsegen gesprochen wird, nur einem Menschen wohlwollenden Auges, denn es heißt:wer wohlwollenden Auges ist, wird gesegnet, denn von seinem Brote gibt er dem Armen, und man lese nicht wird gesegnet, sondern segnet.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Woher, daß sogar die Vögel Menschen mißgönnenden Auges erkennen? Es heißt:denn umsonst wird das Netz ausgespannt vor den Augen aller Beschwingten.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Wer von einem Menschen mißgönnenden Auges genießt, übertritt ein Verbot, denn es heißt:iß nicht das Brot eines Menschen mißgönnenden Auges &c., denn wie einer, der etwas erwägt, wo es ums Leben geht, so ist er; iß und trink! spricht er zu dir &c. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Er übertritt zwei Verbote: iß nicht undgelüste nicht.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Das genickbrochene Kalb wird nur wegen der Leute mißgönnenden Auges dargebracht,",
"denn es heißt:sie sollen anheben und sprechen: Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen. Könnte es uns denn in den Sinn kommen, daß die Ältesten des Gerichtes Blut vergießen!? Vielmehr: nicht ist er an uns herangetreten und haben wir ihn abgewiesen, nicht haben wir ihn gesehen und gelassen. Nicht ist er an uns herangetreten und haben wir ihn abgewiesen, ohne Nahrung; nicht haben wir ihn gesehen und gelassen, ohne Geleit.",
"Ada sagte im Namen des R. Šimlaj: Wenn im Bethause nur Priester vorhanden sind, so steigen alle auf die Estrade. – Wen segnen sie? R. Zera erwiderte: Ihre Brüder auf den Feldern. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Abba, Sohn des R. Minjamin b. Ḥija, lehrte ja, daß die Leute hinter den Priestern im Segen nicht einbegriffenseien!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn sie verhindert sind, das andere, wenn sie nicht verhindertsind. –",
"R. Šimi aus der Burg Šiḥore lehrte ja aber, daß, wenn im Bethause nur Priester anwesend sind, ein Teil auf [die Estrade] steige und ein Teil Amen antworte!? –",
"Das ist kein Einwand; das eine, wenn zehn zurückbleiben, das andere, wenn keine zehn zurückbleiben.",
"Der Text. Abba, Sohn des R. Minjamin b. Ḥija, lehrte: Das Volk hinter den Priestern ist im Segen nicht einbegriffen.",
"Selbstverständlich bilden die Großen vor den Kleinenkeine Trennung, ebenso bildet die Lade keine Trennung; wie verhält es sich aber mit einer Scheidewand? – Komm und höre: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Selbst eine eiserne Scheidewand trennt nicht zwischen Jisraél und seinem Vater im Himmel.",
"Sie fragten: Wie verhält es sich mit den seitwärts Stehenden!? Abba Mar b. R. Aši erwiderte: Komm und höre, wir haben gelernt: Wenn er vombesprengen wollte"
],
[
"und hinten besprengt hat oder hinten besprengen wollte und vom besprengt hat, so ist die Besprengung ungültig; wenn er vom besprengen wollte und seitwärts nach vom besprengt hat, so ist die Besprengung gültig.",
"Raba b. R. Hona sagte: Sobald die Torarolle geöffnet worden ist, darf man nicht mehr sprechen, nicht einmal über eine Halakha, denn es heißt:und als er es öffnete, stand das ganze Volk, und unter ‘stehen’ ist das Schweigen zu verstehen, denn es heißt :ich wartete, ob sie nicht reden würden, sie standen und antworteten nicht. R. Zera entnimmt dies im Namen R. Ḥisdas hieraus :Und die Ohren des ganzen Volkes waren auf das Buch der Tora gerichtet.",
"Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Ein Priester, der die Hände nicht gewaschen hat, darf die Hände nicht erheben, denn es heißt :erhebt eure Hände in Heiligkeit und preiset den Herrn.",
"Seine Schüler fragten R. Elea͑zar b. Šamua͑: Wodurch hast du dein langes Leben? Er erwiderte ihnen: Nie habe ich das Bethaus als Durchgang benutzt, nie schritt ich über die Köpfe des heiligen Volkes, und nie habe ich meine Hände ohne Segensspruch erhoben.",
"Wie lautet der Segensspruch? R. Zera erwiderte im Namen R. Ḥisdas: [Gepriesen sei,] der uns mit der Heiligkeit Ahrons geheiligt und uns befohlen hat, sein Volk Jisraél in Liebezu segnen. –",
"Was spricht er, wenn er die Füße in Bewegung setzt? – ‘Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, daß diesem Segen, mit dem dein Volk Jisraél zu segnen du uns befohlen hast, kein Anstoß und keine Sünde entgegentrete.’ – Was spricht er, wenn er sein Gesicht von der Gemeindeabwendet? R. Ḥisda führte R. U͑qaba umher und trug ihm vor: [Er spreche:] Herr der Welt, wir haben getan, was du uns befohlen hast, übe an uns,"
],
[
"was du uns versprochen hast.Blicke herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel &c.",
"R. Ḥisda sagte: Die Priester dürfen die Fingergelenkeerst dann biegen, wenn sie das Gesicht vom Publikum abgewandt haben. R. Zera sagte im Namen R. Ḥisdas: Der Vorbeter darf nicht eher ‘Priester’ rufen, als bis die Gemeinde das Amenbeendet hat;",
"die Priester dürfen nicht eher den Segen beginnen, als bis der Vorbeter das Wort [Priester] beendet hat; die Gemeinde darf nicht eher das Amen sprechen, als bis die Priester den Segen beendet haben; endlich dürfen die Priester nicht eher einen anderen Segen beginnen, als bis die Gemeinde das Amenbeendet hat.",
"Ferner sagte R. Zera im Namen R. Ḥisdas: Die Priester dürfen nicht eher das Gesicht von der Gemeinde abwenden, als bis der Vorbeter den Segen ‘Setze Frieden’begonnen hat; ferner dürfen sie ihre Füße nicht eher in Bewegung setzen und fortgehen, als bis der Vorbeter den Segen ‘Setze Frieden’ beendet hat.",
"Ferner sagte R. Zera im Namen R. Ḥisdas: Die Gemeinde darf nicht eher das Amensprechen, als bis der Vorlesende den Segen beendet hat; der Vorlesende darf nicht eher mit dem Vorlesen aus der Schrift beginnen, als bis die Gemeinde das Amen beendet hat; der Übertragende darf nicht eher mit der Übertragung beginnen, als bis der Vorlesende den Vers beendet hat; endlich darf der Vorlesende nicht eher einen neuen Schriftvers beginnen, als bis der Übertragende die Übertragung beendet hat.",
"R. Tanḥum sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Wer die Haphṭara aus dem Prophetenbuche vorliest, muß vorher auch aus dem Torabuche vorlesen. Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Der Vorlesende der Haphṭara darf nicht eher mit der Haphṭara aus dem Prophetenbuche beginnen, als bis die Torarolle zusammengerollt ist.",
"Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Der Vorbeter darf die Lade nicht in Gegenwart der Gemeinde entblößen, aus Achtung vor der Gemeinde.",
"Ferner sagte R. Tanḥum im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Gemeinde darf nicht eher fortgehen, als bis die Torarolle fortgenommen und auf ihren Platz gelegt worden ist. Šemuél aber sagt, erst wenn erhinausgegangen ist.",
"Sie streiten aber nicht; das eine, wenn noch eine andere Tür vorhanden ist, das andere, wenn eine andere Tür nicht vorhanden ist. Raba sagte: Bar Ahina erklärte mir [den Grund; es heißt:]nach dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr gehen.",
"Was spricht das Volk, während die Priester es segnen? R. Zera erwiderte im Namen R. Ḥisdas :Preiset den Herrn, ihr, seine Engel, Helden der Kraft &c. Preiset den Herrn, ihr, all sein Heer, seine Diener, Vollzieher seines Willens. Preiset den Herrn, alle seine Werke, in allen Orten seiner Herrschaft. Preise, meine Seele, den Herrn. –",
"Was spricht es beim Zusatzgebete am Šabbath? R. Asi erwiderte:Ein Stufenlied. Auf, preiset den Herrn, alle Diener des Herrn &c. Erhebet eure Hände zum Heiligtume und preiset den Herrn.Gepriesen sei der Herr von Çijon aus, der in Jerušalem wohnt. Preiset den Herrn. \n",
"Sollte es doch sprechen [den Vers:]es segne dich der Herr von Çijon aus, der sich im selben Psalmbefindet!? R. Jehuda, Sohn des R. Šimo͑n b. Pazi, erwiderte: Da mit den Preisungen des Heiligen, gepriesen sei er, begonnen wird, so ist mit diesem auch zu schließen. –",
"Was spricht es beim Vespergebete eines Fasttages? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte:Wenn unsere Sünden wider uns zeugen, o Herr, so handle um deines Namens willen. Hoffnung Jisraéls, sein Retter in der Zeit der Not, warum bist du wie ein Fremdling im Lande &c. Warum bist du wie ein bestürzterMann, wie ein Held, der nicht zu helfen vermag &c. –"
],
[
"Was spricht es beim Schlußgebete am Versöhnungstage? Mar Zuṭra erwiderte, und wie manche sagen, wurde es in einer Barajtha gelehrt :Siehe, also ist der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet. Es segne dich der Herr von Çijon aus; schaue das Glück Jerušalems all deine Lebenstage, und siehe Kinder von deinen Kindern. Friede über Jisraél. –",
"Wo spricht man diese [Verse]? R. Joseph erwiderte: Zwischen dem einen Segen und dem anderen. R. Šešeth erwiderte: Bei der Nennungdes Gottesnamens.",
"Hierüber streiten R. Mari und R. Zebid; einer sagt, einen Verszu einem Verse, und einer sagt, sie sind alle zu jedem Verse zu sprechen.",
"R. Ḥija b. Abba sagte: Wer sie in der Provinz spricht, befindet sich in einem Irrtum. R. Ḥanina b. Papa sagte: Es ist einleuchtend, daß man sie auch im Tempel nicht spreche; gibt es denn einen Diener, den man segnet und er darauf nicht hinhört!?",
"R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Es ist einleuchtend, daß man sie auch in der Provinz spreche; gibt es denn einen Diener, den man segnet und er dazu kein anerkennendes Gesicht macht!? R. Abahu sagte: Früher sprach ich sie, seitdem ich aber gesehen habe, daß R. Abba aus A͑kko sie nicht spricht, spreche ich sie ebenfalls nicht.",
"Ferner sagte R. Abahu: Früher glaubte ich, ich sei demütig, als ich aber sah, wie R. Abba aus A͑kko eine Meinung sagte und sein Dolmetsch eine andere Meinung sagte und er es ihm nicht übel nahm, fand ich, daß ich nicht demütig bin. –",
"Wie weit reichte die Demut R. Abahus? – Einst sagte die Frau des Dolmetschers R. Abahus zur Frau R. Abahus: Meiner braucht deinen nicht, und wenn er sich nach ihm bücktund sich aufrichtet, so will er ihm damit nur Ehrungerweisen. Hierauf ging seine Frau und erzählte es R. Abahu. Da sprach er zu ihr: Was liegt dir daran; durch mich und ihn wird der Allerhöchste verherrlicht.",
"Einst beschlossen ferner die Rabbanan, R. Abahu als Oberhaupt einzusetzen; als er aber erfuhr, daß R. Abba aus A͑kko von Gläubigern bedrängt werde, sprach er zu ihnen: Es gibt einen Bedeutenderen.",
"Einst kamen R. Abahu und R. Ḥija b. Abba in eine Ortschaft, wo R. Abahu Agada und R. Ḥija b. Abba Halakha vortrug, und alle Welt ließ R. Ḥija b. Abba unbeachtet und ging zu R. Abahu, worüber jener sich grämte. Da sprach er zu ihm: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist; wenn von zwei Menschen einer Edelsteine und einer allerlei Nähgeräte verkauft, so hat doch wohl derjenige mehr Zulauf, der allerlei Nähgeräteverkauft.",
"Jeden Tag pflegte R. Ḥija b. Abba den R. Abahu bis zu seinem Gasthause zu begleiten, wegen seines Ansehens bei der Regierung, an jenem Tage aber begleitete R. Abahu den R. Ḥija b. Abba bis zu seinem Gasthause, dennoch beruhigte ihn dies nicht.",
"Was spricht das Publikum, während der Vorbeter [den Segen] ‘Wir danken’ spricht? Rabh sagte: Wir danken dir, o Herr, unser Gott, dafür, daß wir dir danken. Šemuél sagte: Gott allen Fleisches, dafür, daß wir dir danken. R. Simaj sagte: Unser Schöpfer, Schöpfer der Schöpfung, dafür, daß wir dir danken. Die Nehardee͑nser sagten im Namen R. Simajs: Preis und Dank deinem großen Namen, daß du uns hast leben und bestehen lassen, daß wir dir danken können. R. Aḥa b. Ja͑qob beendete noch wie folgt: So erhalte uns am Leben, sei uns gnädig, vereinige uns und sammle unsere Vertriebenen in die Höfe deines Heiligtums, damit wir deine Gesetze beobachten und deinen Willen mit ganzem Herzen ausführen; daß wir dir danken.",
"R. Papa sagte: Daher spreche man sie alle.",
"R. Jiçḥaq sagte: Stets sei die Ehrfurcht vor der Gemeinde über dir, denn die Priester wenden das Gesicht gegen das Publikum und den Rücken gegen die Göttlichkeit.",
"R. Naḥman entnimmt dies hieraus:Da erhob sichder König David (auf seine Füße) und sprach: Hört mich an, meine Brüder und mein Volk. – Wenn meine ‘Brüder’, wozu ‘mein Volk’, und wenn ‘mein Volk’, wozu ‘meine Brüder’? R. Elea͑zar erwiderte: David sprach zu den Jisraéliten: wenn ihr mich anhört, so seid ihr meine Brüder, wenn aber nicht, so seid ihr mein Volk, und ich lenke euch mit dem Stocke. –",
"Die Rabbanan entnehmen dies hieraus: Die Priester dürfen die Estrade nicht mit den Sandalen betreten. Dies ist eine von den neun Anordnungen, die R. Joḥanan b. Zakkaj getroffen hat. Doch wohl wegen der Ehrung der Gemeinde. R. Aši erwiderte: Nein, weil einem ein Riemen an der Sandale aufgehen und er umkehren könnte, um ihn zu verknoten; man würde dann sagen, er sei der Sohn einer Geschiedenen oder einer Ḥaluça.",
"IM TEMPEL, ABER IN EINEM VERSE &C."
],
[
"Weshalb dies? – Weil man im Tempel nicht Amen antwortet.",
"Die Rabbanan lehrten: Woher, daß man im Tempel nicht Amen antwortet? – Es heißt :auf, preiset den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Woher, daß auf jeden einzelnen Segen eine Lobpreisung folgt? – Es heißt :sie segnen deinen herrlichen Namen, der erhaben ist über jeden Segen und jedes Lob; auf jeden einzelnen Segen spreche man ihm eine Lobpreisung.",
"vii WIE ERFOLGEN DIE SEGENSSPRÜCHE DES HOCHPRIESTERS? DER SYNAGOGENDIENER NIMMT DIE TORAROLLE UND REICHT SIE DEM SYNAGOGENVORSTEHER, DER SYNAGOGENVORSTEHER REICHT SIE DEM PRIESTERPRÄSES, DER PRIESTERPRÄSES REICHT SIE DEM HOCHPRIESTER, \n",
"UND DER HOCHPRIESTER STEHT AUF, NIMMT SIE IN EMPFANG UND LIEST VOR [DIE ABSCHNITTE‘NACH DEM TODE’ UND‘ABER AM ZEHNTEN’. DARAUF ROLLT ER DIE TORAROLLE ZUSAMMEN, NIMMT SIE AN SEINEN BUSEN UND SPRICHT: MEHR ALS ICH EUCH VORGELESEN HABE, STEHT DARIN GESCHRIEBEN. [DEN ABSCHNITT]‘AM ZEHNTEN’ IM BUCHE NUMERI LIEST ER AUSWENDIG \n",
"UND SPRICHT DARAUF ACHT SEGENSSPRÜCHE: ÜBER DIE TORA, ÜBER DEN TEMPELDIENST, EINEN DANKSEGEN, ÜBER DIE SÜNDENVERGEBUNG, ÜBER DEN TEMPEL, ÜBER JISRAÉL, FÜR DIE PRIESTER, FÜR JERUŠALEMUND ÜBER DAS ÜBRIGE GEBET.",
"GEMARA. Hierauswäre also zu entnehmen, daß man einem Schüler in Gegenwart des Lehrers Ehrung erweisen dürfe?",
"Abajje erwiderte: Alles erfolgt zur Ehrung des Hochpriesters.",
"DER HOCHPRIESTER STEHT AUF, NIMMT SIE IN EMPFANG UND LIEST &C. Wenn er aufsteht, so sitzt er wohl [bis dahin], während der Meister sagte, daß nur den Königen aus dem Davidischen Hause das Sitzen im Tempelhofe erlaubt war, denn es heißt:da kam König David, setzte sich vor den Herrn and sprach: Wer bin ich &c.!? –",
"Wie R. Ḥisda erklärt hat, im Frauenvorhofe, ebenso auch hierbei, im Frauenvorhofe.",
"Man wandte ein: Wo las man vor? Im Vorhofe; R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagt, auf dem Tempelberge, denn es heißt :"
],
[
"und er las daraus vor, angesichts des freien Platzes vor dem Wassertore. R. Ḥisda erwiderte: Im Frauenvorhofe.",
"UND LIEST VOR [DIE ABSCHNITTE] ‘NACH DEM TODE’ UND ‘ABER AM ZEHNTEN’. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man darf in einem Propheten [Abschnitte] überspringen, nicht aber darf man in der Tora überspringen!?",
"Abajje erwiderte: Dies ist kein Widerspruch; das eine, daß der Dolmetsch unterbrechen muß, das andere, daß der Dolmetsch nicht zu unterbrechen braucht. –",
"Hierzu wird ja aber gelehrt, man dürfe in einem Propheten überspringen, nicht aber dürfe man in der Tora überspringen, jedoch dürfe man nur soviel überspringen, daß der Dolmetsch nicht zu unterbrechen braucht. Demnach in der Tora überhaupt nicht!?",
"Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch; das eine gilt von einem Thema, und das andere gilt von zwei Themen.",
"Es wird auch gelehrt: Man darf in der Tora bei einem Thema überspringen, in einem Propheten auch bei zwei Themen; in diesem und jenem nur so lange, als der Dolmetsch nicht zu unterbrechen braucht.",
"Man darf nicht von einem Propheten zu einem anderen überspringen; bei den zwölf [kleinen] Prophetenist dies erlaubt, jedoch darf man nicht vom Ende des Buches zum Anfangspringen.",
"DARAUF ROLLT ER DIE TORAROLLE ZUSAMMEN, NIMMT SIE AN SEINEN BUSEN &C. Weshalbdies? – Um nicht die Torarolle in Verdacht zu bringen.",
"[DEN ABSCHNITT] ‘AM ZEHNTEN’ IM BUCHE NUMERI LIEST ER AUSWENDIG. Er kann ja die Torarolle wiederum aufrollen und vorlesen!? R. Ḥona b. Jehuda erwiderte im Namen R. Šešeths: Man rolle die Tora nicht in Gegenwart der Gemeinde. –",
"Er kann ja eine andere holen und aus dieser vorlesen!? R. Hona b. Jehuda erwiderte: Wegen der Bemakelungder ersten. R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte: Weil man keinen Segen unnötig sprechen darf. –",
"Berücksichtigen wir denn die Bemakelung, R. Jiçḥaq der Schmied sagte ja, daß, wenn der Neumond des Ṭebeth auf einen Šabbath fällt, man drei Torarollen hole und aus einer den laufenden Wochenabschnitt, aus einer [den Abschnitt] vom Neumonde und aus einer [den Abschnitt] vom Ḥanukafestevorlese!? –",
"Wenn drei Personen aus drei Torarollen [lesen], so ist dies keine Bemakelung, wenn aber eine Person aus zwei Torarollen [liest], so ist dies eine Bemakelung.",
"UND SPRICHT DARÜBER ACHT SEGENSSPRÜCHE &C. Die Rabbanan lehrten: Über die Tora, wie man im Bethause spricht; über den Tempeldienst, Danksegen über die Sündenvergebung, wie gewöhnlich, für den Tempel besonders, für die Priester besonders, für Jisraél besonders und für Jerušalem besonders.",
"DAS ÜBRIGE GEBET. Die Rabbanan lehrten: Das übrige Gebet, Flehen, Preisgesang und Fürbitte für das Volk Jisraél, das der Hilfe benötigt. Er schließt [mit dem Segen] ‘Der das Gebet erhört’. Von da ab liest jeder aus dem von ihm selbst aus seiner Wohnung mitgebrachten Torabuche. – Weshalb dies? – Um das Schaugepränge öffentlich zu zeigen.",
" WIE DER KÖNIGSABSCHNITT? AM AUSGANGE DES ERSTEN TAGES DES [HÜTTEN]FESTES, [BEI BEGINN DES] ACHTEN, AM ENDE DES SIEBENTEN, ERRICHTET MAN FÜR IHN IM TEMPELHOFE EINE TRIBÜNE AUS HOLZ, AUF DER ER PLATZ NIMMT, WIE ES HEISST:nach Ablauf von sieben Jahren, zur Zeit &c.",
"DER SYNAGOGENDIENER NIMMT DIE TORAROLLE UND REICHT SIE DEM SYNAGOGENVORSTEHER, DER SYNAGOGENVORSTEHER REICHT SIE DEM PRIESTERPRÄSES, DER PRIESTERPRÄSES REICHT SIE DEM HOCHPRIESTER UND DER HOCHPRIESTER REICHT SIE DEM KÖNIGE; DER KÖNIG STEHT DANN AUF, NIMMT SIE IN EMPFANG UND LIEST SITZEND VOR.",
"DER KÖNIG AGRIPPA STAND AUF, NAHM SIE IN EMPFANG UND LAS STEHEND VOR, UND DIE WEISEN LOBTEN IHN DIESERHALB. ALS ER HERANREICHTE [ZUM SCHRIFTVERSE:]du darfst über dick keinen Fremdling [zum Könige] einsetzen, FOLSSEN TRÄNEN AUS SEINEN AUGEN. DA SPRACHEN SIE ZU IHM: SEI GETROST, AGRIPPA, DU BIST UNSER BRUDER, DU BIST UNSER BRUDER.",
"ER LIEST VOM BEGINNE DES DEUTERONOMIUMS BIS [ZUM ABSCHNITTE]‘Höre’, [DIE ABSCHNITTE] ‘HÖRE’, ‘WENN DU HÖREN WIRST’,‘DEN ZEHNTEN SOLLST DU ENTRICHTEN’,‘WENN DU BEENDET HAST DEN ZEHNTEN ZU ENTRICHTEN’, DEN KÖNIGSABSCHNITT UND DIE SEGEN UND DIE FLÜCHE, UND BEENDET DEN GANZEN ABSCHNITT.",
"DIE SEGENSSPRÜCHE, DIE DER HOCHPRIESTER SPRICHT, SPRICHT AUCH DER KÖNIG, NUR ERWÄHNT ER DES FESTES ANSTATT DER SÜNDENVERGEBUNG.",
"GEMARA. Wieso des achten!? Lies des achten [Jahres]. –",
"Wozu diesalles? – Dies ist nötig.",
"Würde der Allbarmherzige nur nach Ablauf geschrieben haben, so könnte man glauben, die Zählung sollte dannbeginnen, selbst wenn es kein Erlaßjahr ist, daher heißt es Erlaßjahr.",
"Würde der Allbarmherzige nur Erlaßjahr geschrieben haben, so könnte man glauben, am Ende des Erlaßjahres, daher heißt es zurZeit.",
"Würde er nur zur Zeit geschrieben haben, so könnte man glauben, am Beginnendes Jahres, daher heißt es am Hüttenfeste.",
"Und würde der Allbarmherzige nur am Hüttenfeste geschrieben haben, so könnte man glauben, auch am letzten Tage des Festes, daher heißt es: wenn ganz Jisraél kommt,"
],
[
"am Beginne des Festes.",
"DER SYNAGOGENDIENER NIMMT DIE TORAROLLE UND REICHT SIE DEM SYNAGOGENVORSTEHER. Hierauswäre zu entnehmen, daß man einem Schüler in Gegenwart seines Lehrers Ehrung erweisen dürfe? Abajje erwiderte: Alles erfolgt zur Ehrung des Königs.",
"DER KÖNIG STEHT DANN AUF, NIMMT SIE IN EMPFANG UND LIEST SITZEND VOR. DER KÖNIG AGRIPPA STAND AUF, NAHM SIE IN EMPFANG UND LAS STEHEND VOR. Wenn er auf steht, so sitzt er ja wahrscheinlich, und dem widersprechend sagte ja der Meister, daß nur den Königen aus dem Davidischen Hause das Sitzen im Tempelhofe erlaubt war!? So heißt es: da kam der König David, setzte sich vor den Herrn und sprach &c. Wie R. Ḥisda erklärt hat: im Frauenvorhofe, ebenso auch hierbei im Frauenvorhofe.",
"DIE WEISEN LOBTEN IHN. Wenn sie ihn lobten, so hat er ja wahrscheinlich recht getan, und dem widersprechend sagte ja R. Aši, daß selbst nach demjenigen, welcher sagt, daß, wenn ein Fürst auf seine Ehrung verzichtet, der Verzicht gültig sei, der Verzicht eines Königs auf seine Ehrung ungültig sei, denn es heißt :du sollst über dich einen König setzen, daß du Ehrfurcht vor ihm hast!? –",
"Anders verhält es sich bei einem Gebote.",
"ALS ER HERANREICHTE [ZUM SCHRIFTVERSE:] du darfst nicht einsetzen &c. Im Namen R. Nathans wird gelehrt: In jener Stunde hatten sich die Feinde Jisraélsder Vernichtung schuldig gemacht, weil sie Agrippa schmeichelten.",
"R. Šimo͑n b. Ḥalaphta sagte: Seit dem Tage, wo die Faust der Schmeichelei an Macht gewann, ist das Recht verdreht und sind die Werke verderbt worden; keiner kann zum anderen sagen: meine Werke sind besser als deine.",
"R. Jehuda aus dem Westen, nach anderen R. Šimo ͑n b. Pazi, trug vor: Es ist erlaubt, den Frevlern auf dieser Welt zu schmeicheln, denn es heißt:nicht soll mehr der Ruchlose edel genannt werden, noch der Geizige vornehm heißen; demnach ist dies auf dieser Welt erlaubt.",
"R. Šimo͑n b. Laqiš entnimmt dies hieraus :[Ja͑qob sprach &c.]: wie man das Antlitz Gottes schaut, und da warst zu mir gütig.",
"Er streitet somit gegen R. Levi, denn R. Levi sagte: Das Ereignis von Ja͑qob und E͑sav ist mit folgendem zu vergleichen. Einst lud jemand seinen Nächsten zu einer Mahlzeit, und als dieser merkte, daß jener ihn umbringen wolle, sprach er: Dieses Gericht schmeckt wie das Gericht, das ich im Hause des Königs gegessen habe. Hieraus folgerte jener, daß der König ihn kenne, und fürchtete sich, ihn zu töten.",
"R. Elea͑zar sagte: Ein Mensch, dem Schmeichelei innewohnt, bringt Zorn über die Welt, denn es heißt:die schmeichlerischen Herzens sind, bringen Zorn. Und noch mehr, auch sein Gebet wird nicht erhört, denn es heißt :sie flehen nicht, wenn er sie züchtigt.",
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"Ferner sagte R. Elea͑zar: Einen Menschen, dem Schmeichelei innewohnt, verfluchen sogar Kinder im Leibe ihrer Mutter, denn es heißt:wer zum Frevler spricht: du bist gerecht, den verfluchen [jiqbuhu] Völker, verwünschen Nationen [leúmim]. Qob bedeutet fluchen, wie es heißt:wenn Gott nicht flucht [qaba], und leóm bedeutet Geburt, wie es heißt :und ein Volksstamm [leóm]wird dem anderen überlegen sein.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Ein Mensch, dem Schmeichelei innewohnt, stürzt ins Fegefeuer, denn es heißt :wehe denen, die das Böse gut und das Gute bös nennen &c., und hierauf folgt :daher wird, wie die Feuerzunge Stoppeln frißt und Heu vor der Flamme zusammensinkt &c.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Wer seinem Nächsten schmeichelt, fällt zuletzt in seine Hand, und wenn er nicht in seine Hand fällt, so fällt er in die Hand seiner Kinder, und wenn er nicht in die Hand seiner Kinder fällt, so fällt er in die Hand der Kinder seiner Kinder, denn es heißt: da sprach Jirmejahuzu Ḥananja: Amen, also tue der Herr; bestätigenmöge der Herr deine Worte. Hierauf folgt:"
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[
"und als er an das Binjamintor kam, da ergriff der Aufseher der Wachen, namens Jiríja, Sohn Šelemjas, Sohn Ḥananjas, den Propheten Jirmejahu mit den Worten: du läufst zu den Kasdäern über. Jirmejahu aber sprach: Lüge, ich laufe nicht zu den Kasdäern über &c. Und hierauf folgt: da ergriff Jiríja den Jirmejahu und brachte ihn vor die Fürsten.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Eine Gemeinde, in der Schmeichelei zu finden ist, ist wie eine Menstruierende widerwärtig, denn es heißt :denn eine schmeichlerische Gemeinde ist gemieden [galmud], und in den überseeischen Ländern wird die Menstruierende Galmuda genannt. – Was heißt Galmuda? – Von ihrem Manne entwöhnt.",
"Ferner sagte R. Elea͑zar: Eine Gemeinde, in der Schmeichelei zu finden ist, gerät zuletzt in die Verbannung, denn hier heißt es: denn eine schmeichlerische Gemeinde ist gemieden, und dortheißt es: du wirst in deinem Herzen sprechen: wer hat mir diese geboren, ich bin kinderlos und gemieden, verbannt und verstoßen &c.",
"R. Jirmeja b. Abba sagte: Vier Menschenklassen werden von der Göttlichkeit nicht empfangen: die der Spötter, die der Schmeichler, die der Lügner und die der Verleumder.",
"Die der Spötter, denn es heißt :er zieht seine Hand von den Spöttern. Die der Schmeichler, denn es heißt: vor sein Angesicht kommt kein Schmeichler. Die der Lügner, denn es heißt:wer Lügen redet, soll vor meinen Augen nicht bestehen.",
"Die der Verleumder, denn es heißt :denn du bist nicht ein Gott, der an Frevel Wohlgefallen findet; Böses darf nicht bei dir weilen. Du bist gerecht, o Herr, nicht darf in deiner Wohnung das Böse weilen.",
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"WENN DER FELDPRIESTER ZUM VOLKE REDET, SO REDET ER IN DER HEILIGENSPRACHE, DENN ES HEISST : wenn ihr zum Kampfe hintretet, so trete der Priester vor, DAS IST DER FELDPRIESTER; und rede zum Volke, IN DER HEILIGENSPRACHE.",
"Er spreche zu ihnen: Höre, Jisraél &c. gegen eure Feinde; NICHT ETWA GEGEN EURE BRÜDER. NICHT JEHUDA GEGEN ŠIMO͑N ODER ŠIMO͑N GEGEN BINJAMIN, DIE, WENN EINER IN DIE HÄNDE DES ANDEREN FÄLLT, MIT EINANDER ERBARMEN HABEN, WIE ES HEISST :da erhoben sich die namentlich genannten Männer und nahmen sich der Gefangenen an und kleideten all die Nackten unter ihnen aus der Beute; sie bekleideten sie, beschuhten sie, speisten sie, tränkten sie, salbten sie und brachten sie, die Matten auf Eseln, nach Jeriḥo, der Palmenstadt, zu ihren Brüdern, und kehrten nach Šomron zurück &c. IHR ZIEHT GEGEN EURE FEINDE, UND WENN IHR IN IHRE HÄNDE FALLET, HABEN SIE KEIN ERBARMEN MIT EUCH.",
"Es werde euer Herz nicht zag, fürchtet euch nicht, seid nicht bestürzt &c. Es werde euer Herz nicht zag, VOR DEM GEWIEHER DER ROSSE UND DEM BLINKEN DER SCHWERTER; fürchtet euch nicht, VOR DEM GERASSEL DER SCHILDE UND DEM HERANSTRÖMEN DER KRIEGER; seid nicht bestürzt, VOR DEM SCHALL DER BLASHÖRNER; zittert nicht, VOR DER STIMME DES GELÄRMS.",
"Denn es ist der Herr, euer Gott, der mit euch zieht; SIE KOMMEN [GESTÜTZT] AUF DEN SIEG EINES [MENSCEHN AUS] FLEISCH UND BLUT, IHR ABER KOMMT [GESTÜTZT] AUF DEN SIEG GOTTES. DIE PELIŠTIM KAMEN [GESTÜTZT] AUF DEN SIEG GOLIATHS, UND DAS ENDE WAR, DASS ER DURCH DAS SCHWERT FIEL UND SIE MIT IHM FIELEN. DIE A͑MMONITER KAMEN [GESTÜTZT] AUF DEN SIEG ŠOBAKHS, UND DAS ENDE WAR, DASS ER DURCH DAS SCHWERT FIEL UND SIE MIT IHM FIELEN; NICHT SO ABER IHR. Denn es ist der Herr, euer Gott, der mit euch zieht, um für euch zu streiten &c., DAS IST DIE ABTEILUNG DER BUNDESLADE.",
"GEMARA. Wie ist dies zu verstehen? – Dies ist wie folgt zu verstehen; es heißt: und rede, und dort heißt es: Moše redete und Gott antwortete ihm mit der Stimme; wie dort in der Heiligensprache, ebenso hierbei in der Heiligensprache.",
"Die Rabbanan lehrten: So trete der Priester vor und rede zum Volke; man könnte glauben, jeder beliebige Priester, so heißt es :die Beamten sollen reden; wie die Beamten ernannt sind, ebenso auch ein Priester, der ernannt ist. – Vielleicht der Hochpriester!? – Gleich dem Beamten, wie der Beamte einen Vorgesetzten über sich hat, ebenso auch ein Priester, der einen Vorgesetzten über sich hat. –",
"Auch der Hochpriester hat ja den König über sich!? – Er spricht von seinem Dienste. – Vielleicht der Priesterpräses!? – Der Priesterpräses ist kein Beamter. Es wird nämlich gelehrt: R. Ḥanina der Priesterpräses sagte: Der Priesterpräses ist dazu da, damit, wenn der Hochpriester von einer Untauglichkeit betroffen wird, er an seinerstatt eintrete und den Dienst verrichte.",
"Er spreche zu ihnen: Höre, Jisraél. Weshalb gerade: höre, Jisraél? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Jisraél: selbst wenn ihr nur das Lesen [des Abschnittes] ‘Höre, Jisraél’ morgens und abends beobachtet, werdet ihr nicht in ihre Hände ausgeliefert.",
"Es werde euer Herz nicht zag, fürchtet euch nicht &c. Die Rabbanan lehrten: Zweimal hält er an sie eine Ansprache, einmal an der Grenze und einmal auf dem Kriegsplatze. An der Grenze spricht er folgendes:"
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"Höret meine Worte von der Kriegsordnung und kehretum. Auf dem Kriegsplatze spricht er also: Es werde euer Herz nicht zag, fürchtet euch nicht, seid nicht bestürzt und zittert nicht. Entsprechend den vier Verfahren, die die weltlichen Völkeranwenden: sie rasseln, stoßen in die Trompeten, lärmen und traben.",
"DIE PELIŠTIM KAMEN [GESTÜTZT] AUF DEN SIEG GOLIATHS &C. [Er hieß] Goljath, wie R. Joḥanan erklärte, weil er mit frechem Gesicht [giluj] vor Gott gestanden hat, denn es heißt :wählet unter euch einen Mann, der zu mir herabkomme, und unter Mann ist der Heilige, gepriesen sei er, zu verstehen, wie es heißt :der Herr ist ein Mann des Krieges. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: ich lasse ihn fallen durch die Hand des Sohnes eines Mannes, wie es heißt:David war der Sohn eines Mannes aus Ephrath.",
"R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: An drei Stellen verfingsich dieser Frevler durch seinen eigenen Mund; einmal: wählet unter euch einen Mann, der zu mir herabkomme, ferner:wenn er mit mir zu kämpfen vermag und mich erschlägt &c., und wiederum, als er zu David sprach:bin ich denn ein Hund, daß du zu mir mit Stöcken kommst!? – David sagte ja zu ihm ebenfalls:du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Spieß!? – Hierauf aber sprach er zu ihm:21Ich aber komm zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Jisraéls, den du beschimpft hast.",
"Und der Pelešti trat morgens und abends vor. R. Joḥanan sagte: Um sie beim Šema͑lesen morgens und abends zu stören. Und er stellte sich vierzig Tage hin. R. Johanan sagte: Entsprechend den vierzig Tagen, an denen die Tora verliehen wordenist.",
"Da trat aus den Lagern der Pelištim ein Mittelsmann hervor. Was heißt Mittelsmann? Rabh erklärte: Der frei war von jedem Leibesfehler. Šemué1 erklärte: Ein mittelmäßiger unter seinen Brüdern. In der Schule R. Šilas erklärten sie: Er war wie ein Bauwerkgebaut. R. Joḥanan erklärte: Ein Sohn von hundert Vätern und einer Mutter.",
"Mit Namen Goljath aus Gath. R. Joseph lehrte: Alle droschen seine Mutter wie eine Kelter [gath]. Es heißt :maa͑roth und wir lesen maa͑rkhoth [Kriegsreihen]? R. Joseph lehrte: Alle haben bei seiner Mutter die Geschlechtsorgane angeschlossen [hee͑ru].",
"Es heißt Harapha und es heißt O͑rpa? Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, sie hieß Harapha und wird deshalb O͑rpa genannt, weil alle sie von hinten beschliefen, und einer sagt, sie hieß O͑rpa und wird deshalb Harapha genannt, weil alle sie wie Graupen [hariphoth] stampften. So heißt es auch :da nahm das Weib eine Decke und breitete sie über den Brunnen und streute Graupen [hariphoth] darauf. Wenn du willst, entnehme ich es aus folgendem :wenn du einen Narren auch unter den Graupen [hariphoth] in einem Mörser mit einer Keule stampfst.",
"Diese vier wurden Harapha in Gath geboren und sie fielen durch die Hand Davids und seiner Knappen. Wer waren diese? R. Ḥisda erwiderte: Saph, Madon, Goljath und Jišbi Benobh.",
"Und sie fielen durch die Hand Davids und seiner Knappen, ferner heißt es :da küßte O͑rpa ihre Schwiegermutter, Ruth aber schloß sich ihr an. R. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Mögen die Kinder der Küssenden kommen und durch die Hände der Sichanschließenden fallen. Raba trug vor: Ais Belohnung für die vier Tränen, die O͑rpa über ihre Schwiegermutter fließen ließ, ward es ihr beschieden, daß vier Helden aus ihr hervorgingen, denn es heißt :sie erhoben ihre Stimme und weinten sehr.",
"Es heißt:Der ḥeç [Pfeil] seines Speeres, und wir lesen: e͑ç [der Schaft] seines Speeres? R. Elea͑zar erklärte: Wir sind noch nicht zur Hälfte [ḥaçi] des Lobes jenes Frevlers herangereicht. Hieraus, daß man das Lob der Frevler nicht erzählen dürfe. – Sollte er damit überhaupt nicht begonnen haben!? – Um das Lob Davids hervorzuheben.",
"DIE A͑MMONITER KAMEN [GESTÜTZT] AUF DEN SIEG ŠOBAKHS &C. Er heißt Šobakh und er heißt Šophakh? Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, sein Name war Šophakh, und er wird nur deshalb Šobakh genannt, weil er wie ein Taubenschlag [šobakh] war, und einer sagt, sein Name war Šobakh, und er wird deshalb Šophakh genannt, weil jeder, der ihn sah, vor ihm wie ein Wasserkrug zerfloß [šaphakh].",
"Sein Köcher gleich einem offenen Grabe, lauter Helden sind sie. Rabh und Šemuél, manche sagen, R. Ami und R. Asi, [streiten hierüber]; einer sagt, wenn sie einen Pfeil abschossen, machten sie ganze Haufen von Erschlagenen, und wenn man glauben wollte, daß sie im Kriege nur kunstfertig waren, so heißt es: lauter Helden sind sie, und einer erklärt, wenn sie ihre Notdurft verrichteten, warfen sie ganze Haufen Kot, und wenn man glauben wollte, weil sie darmkrank waren, so heißt es: lauter Helden sind sie.",
"R. Mari sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß, wenn jemand viel Kot entleert, er darmkrank sei. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Daß er etwas dagegen tue.",
"Ist Kummer im Herzen eines Menschen, so drücke er ihn nieder. R. Ami und R. Asi [streiten hierüber]; einer erklärt, man schlage ihn aus dem Sinne, und einer erklärt, man erzähle ihn anderen.",
"NICHT SO ABER IHR &C. Weshalb dies alles? – Weil der Gottesname mit all seinen Attributen"
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"sich in der Ladebefandern. So heißt es auch: Moše sandte sie, je tausend vom Stamme zum Heere; sie und Pinḥas. Sie, das sind [die Mitglieder des] Synedriums; Pinḥas, das ist der Feldpriester; die heiligen Geräte, das sind die Bundeslade und die darin befindlichen Tafeln; und die Lärmtrompeten, das sind die Blashömer.",
"Es wird gelehrt: Nicht umsonst zog Pinḥas in den Krieg, sondern um das dem Vater seiner Mutter widerfahrene Unrecht zu rächen, denn es heißt: und die Midjanim verkauften ihn an die Miçrijim &c. – Demnach stammt Pinḥas von Joseph ab, und [dem widersprechend] heißt es:und Elea͑zar, der Sohn Ahrons, nahm eine von den Töchtern Puṭiéls zum Weibe; wahrscheinlich stammt er von Jithro ab, der Kälber für den Götzendienst mästete [piṭem]!? – Nein, von Joseph, der seinen bösen Trieb bekämpfte [piṭpeṭ]. –",
"Aber die übrigen Stämme beschimpften ihn ja: seht diesen Puṭi-Sohn, dessen Großvater mütterlicherseits Kälber für die Götzen gemästet hat, er hat einen Fürstenin Jisraél getötet!? – Vielmehr, stammte der Vater seiner Mutter von Joseph, so stammte die Mutter seiner Mutter von Jithro, und stammte die Mutter seiner Mutter von Joseph, so stammte der Vater seiner Mutter von Jithro. Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: von den Töchtern Puṭiéls, wonach es zweiwaren: Schließe hieraus.",
" Uund die Beamten sollen zum Volke also reden: jeder Mann, der ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat, gehe und kehre heim &c. EINERLEI OB ER EINEN STROHSTALL, EINEN RINDERSTALL, EINEN HOLZSTALL ODER EINEN SPEICHER GEBAUT HAT; EINERLEI OB GEBAUT, GEKAUFT, GEERBT ODER ALS GESCHENK ERHALTEN.",
"Und jeder Mann, der einen Weinberg gepflanzt und ihn noch nicht ausgeweiht hat &c. EINERLEI OB ER EINEN WEINBERG ODER FÜNF OBSTBÄUME GEPFLANZT HAT, ODER SOGAR ETWAS VON DEN FÜNF ARTEN; EINERLEI OB GEPFLANZT, GESENKT ODER GEPFROPFT; EINERLEI OB GEKAUFT, GEERBT ODER ALS GESCHENK ERHALTEN.",
"Und jeder Mann, der sich eine Frau verlobt hat &c. EINERLEI OB EINE JUNGFRAU ODER EINE WITWE ODER AUCH NUR EINE EHESCHWÄGERIN; UND SELBST WENN ER NUR GEHÖRT HAT, DASS SEIN BRUDER IM KRIEGE GEFALLENSEI, KEHRE ER HEIM. DIESE ADLE HÖREN VOM PRIESTER DIE KRIEGSBESTIMMUNGEN UND KEHREN UM; SIE LIEFERN WASSER UND PROVIANT UND BAUEN DIE STRASSEN.",
" FOLGENDE KEHREN NICHT UM: WER EIN TORHÄUSCHEN, EINE HALLE ODER EINE VERANDA GEBAUT, VIER OBSTBÄUME ODER FÜNF LEERE BÄUME GEPFLANZT, ODER SEINE GESCHIEDENE WIEDERUM GEHEIRATET HAT. WENN DER HOCHPRIESTER EINE WITWE, EIN GEMEINER PRIESTER EINE GESCHIEDENE ODER EINE ḤALUÇA, EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA, ODER EIN HURENKIND ODER EIN NATHIN EINE JISRAÉLITIN GEHEIRATET HAT, SO KEHRE ER NICHTUM. R. JEHUDA SAGT, AUCH WER EIN HAUS WIEDERAUFGEBAUT HAT, KEHRE NICHT UM. R. ELIÉZER SAGT, AUCH WER EIN HAUS AUS ZIEGELSTEINEN IN ŠARONGEBAUT HAT, KEHRE NICHT UM.",
"FOLGENDE VERLASSEN IHREN PLATZ ÜBERHAUPT NICHT: WER EIN HAUS GEBAUT UND EINGEWEIHT, WER EINEN WEINBERG GEPFLANZT UND AUSGEWEIHT, WER SEINE VERLOBTE GEHEIRATET, UND WER SEINE SCHWÄGERIN HEIMGEFÜHRT HAT, DENN ES HEISST:frei sei er für ein Jahr für sein Haus. Für sein Haus, WEGEN SEINES HAUSES; sei er, WEGEN SEINES WEINBERGES; und erfreue seine WEGEN SEINER FRAU; die er genommen hat, DIES SGHLIESST DIE EHESGHWÄGERIN EIN. iv DIESE BRAUCHEN WEDER WASSER UND PROVIANT ZU LIEFERN NOCH DIE STRASSEN ZU BAUEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die Beamten sollen reden; man könnte glauben, ihre eigene Ansprache, so heißt es:die Beamten sollen fortfahren, und da darunter ihre eigene Ansprache zu verstehen ist, so ist unter [den Worten] die Beamten sollen reden die Ansprache des Feldpriesters zu verstehen. Wie erfolgt dies? – Der Feldpriester redet und der Beamte verkündet es. – Eines lehrt, der Priester rede und der Beamte verkünde es,",
"ein Anderes lehrt, der Priester rede und der Priester verkünde es, und ein Anderes lehrt, der Beamte rede und der Beamte verkünde es!? Abajje erwiderte: Dies erfolgt also: von so trete vor bis es redenrede der Priester und verkünde der Priester, von es reden bis sollen fortfahrenrede der Priester und verkünde der Beamte, und von sollen fortfahren ab rede der Beamte und verkünde der Beamte.",
"Wer ein neues Haus gebaut hat &c. Die Rabbanan lehrten: Der gebaut hat; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn gebaut, woher dies von dem Falle, wenn gekauft, geerbt oder als Geschenk erhalten? Es heißt: jeder Mann, der ein Haus gebaut hat.",
"Ich weiß dies nur von einem Wohnhause, woher, daß auch ein Strohstall, ein Rinderstall, ein Holzstall und ein Speicher einbegriffen sind? Es heißt: der gebaut hat, alles mögliche. Man könnte glauben, auch wer ein Torhäuschen, eine Halle oder eine Veranda gebaut hat, sei einbegriffen, so heißt es Haus; wie ein Haus zum Wohnen geeignet ist, ebenso alles andere, was zum Wohnen geeignet ist.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Haus, dem Wortlaute gemäß; nicht eingeweiht, e snicht eingeweiht, ausgenommen der Räuber. – Es wäre anzunehmen, daß hier nicht die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten ist, denn R. Jose der Galiläer sagt, unterzaghaften Herzens sei der zu verstehen,"
],
[
"der sich vor seinen Sündenfürchtet? –",
"Du kannst auch sagen, R. Jose des Galiläers, wenn er Buße getan und den Wert ersetzt hat. – Demnach ist er ja Käufer und sollte umkehren!? – Da es von vornherein als Raub in seinen Besitz gekommen ist, so [kehre er] nicht um.",
"Und jeder Mann, der einen Weinberg gepflanzt hat &c. Die Rabbanan lehrten: Der gepflanzt hat; ich weiß dies nur von dem Falle, wenn gepflanzt, woher dies von dem Falle, wenn gekauft, geerbt oder als Geschenk erhalten? Es heißt: jeder Mann, der einen Weinberg gepflanzt hat.",
"Ich weiß dies nur von einem Weinberge, woher, daß auch fünf Obstbäume und sogar andere Arten einbegriffen sind? Es heißt: der gepflanzt hat. Man könnte glauben, auch wer vier Obstbäume oder fünf leere Bäume gepflanzt hat, sei einbegriffen, so heißt es Weinberg.",
"R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: Weinberg, dem Wortlaute gemäß; nicht ausgelöst, ihnnicht ausgelöst, ausgenommen das Senken und das Pfropfen. – Wir haben ja aber eine Lehre: einerlei ob gepflanzt, gesenkt oder gepfropft!? R. Zera erwiderte im Namen R. Ḥisdas: Das ist kein Einwand; das eine gilt von einer verbotenen Pfropfungund das andere von einer erlaubten Pfropfung. –",
"Von welchem Falle der erlaubten Pfropfung wird hier gesprochen: wenn junge [Bäume] auf junge, so sollte er schon wegen der ersten jungen umkehren, und wenn junge auf alte, so sagte ja R. Abahu, daß, wenn man einen jungen auf einen alten gepfropft hat, der junge sich durch den alten verliere und dabei das Gesetz vom Ungeweihtenkeine Geltung habe!?",
"R. Jirmeja erwiderte: Tatsächlich, wenn junge auf junge, und zwar, wenn er die ersten als Hecke oder zu Balken gepflanzt hat. Wir haben nämlich gelernt: Wenn man [Bäume] als Hecke oder zu Balken gepflanzt hat, so unterliegen sie nicht dem Gesetze vom Ungeweihten. –",
"Weshalb verliert sich ein junger auf einem alten, ein junger auf einem jungen aber nicht? –",
"Bei jenem kann er von seiner ursprünglichen Bestimmung nicht zurücktreten, da er ursprünglich wegen der Früchte [gepflanzt worden] ist, bei diesemaber kann ervon seiner ursprünglichen Bestimmung zurücktreten. Diesist an dem Falle zu sehen, wenn [Bäume] von selbst gewachsen sind, denn wir haben gelernt, daß, wenn sie von selbst gewachsen sind, sie dem Gesetze vom Ungeweihten unterliegen. –",
"Sollte er es doch auf den Fall beziehen, wenn der Weinberg zwei Personen gehört, sodaß der eine wegen des seinen und der andere wegen des seinenumkehre!? R. Papa erwiderte: Dies besagt, daß man wegen eines gemeinschaftlichen Weinberges vom Kriegsplatze nicht umkehre. –",
"Womit ist es hierbei anders als in dem Falle, wenn von fünf Brüdern einer im Kriege gefallen ist, wobei alle umkehren!? – Da gelten von jedem besonders[die Worte] seine Frau, hierbei aber gelten nicht von jedem besonders [die Worte] seinenWeinberg.",
"R. Naḥman b. Jiçḥaq erklärte: Wenn er einen Baum auf Kraut gepfropft hat, und zwar nach dem Autor der folgenden Lehre: Der auf Kraut gepfropfte Baum ist nach R. Šimo͑n b. Gamliél im Namen des R. Jehuda b. Gamda aus Kephar A͑kko erlaubt, und nach den Weisen verboten.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Hierist die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob vertreten. R. Elie͑zer b. Ja͑qob erklärt ja [das Wort] Weinberg dem Wortlaute gemäß, ebenso ist hierbei [das Wort] pflanzen dem Wortlaute gemäß zu erklären, nur wenn gepflanzt, nicht aber, wenn gesenkt oder gepfropft.",
"Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Ein junger [Weinstock], der keine Handbreite groß ist, ist während seiner ganzen Dauer dem Gesetze vom Ungeweihtenunterworfen, weil er wie ein einjährigeraussieht. Dies gilt nur von dem Falle, wenn es zwei [Stöcke] gegenüber zwei sind und einer schwanzartighervorragt, wenn aber der ganze Weinberg so ist, so ist dies bekannt.",
"Ferner sagte R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Ein Toter erfaßt vier Ellen hinsichtlich des Šema͑lesens, denn es heißt:wer den Armen verhöhnt, lästert seinen Schöpfer.",
"R, Jiçḥaq sagte im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Eine unter den Brüdern erzogene Stiefschwester darf von den Brüdern nicht geheiratet werden, weil sie als ihre Schwester angesehen wird. Dies ist aber nichts, denn das Verhältnis ist bekannt.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Wenn Nachlese, Vergessenes und Eckenlaßin eine Tenne eingesammelt worden sind, so sind sie zehntpflichtig. U͑la sagte: Dies gilt nur auf dem Felde, in der Stadt aber ist es bekannt.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Ein junger [Weinstock], der keine Handbreite groß ist, macht Sämereiennicht verboten. Dies jedoch nur dann, wenn es zwei gegenüber zwei sind und einer schwanzartig hervorragt, wenn es aber ein ganzer Weinberg ist, so macht er sie verboten.",
"Ferner sagte R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans im Namen des R. Elie͑zer b. Ja͑qob:"
],
[
"Ein Toter erfaßt vier Ellen hinsichtlich der Unreinheit. Und ein Tanna lehrt dasselbe: Wenn jemand sich im Vorraume eines [Familien]grabesbefindet, so ist errein, jedoch nur dann, wenn er vier Ellen hat – so die Schule Šammajs; die Schule Hillels sagt, vier Handbreiten. Dies nur in dem Falle, wenn der Eingang sich oben befindet, wenn aber an der Seite, so sind alle der Ansicht, daß es vier Ellen sein müssen. –",
"Wohin dies, im Gegenteil, wenn an der Seite, so kann er kletterndhinausgehen, wenn aber oben, so ist ja die Bezeltung unvermeidlich!? – Vielmehr, dies gilt nur von dem Falle, wenn die Öffnung sich an der Seite befindet, wenn aber oben, so sind vier Ellen erforderlich. Dies gilt also nur von einem Gräbervorhofe, wo [das Grab] abgegrenzt ist, sonst ein Toter aber erfaßt wohl.",
"Jeder Mann, der sich eine Frau verlobt hat &c. Die Rabbanan lehrten: Der sich verlobt hat; einerlei ob er sich eine Jungfrau oder eine Witwe verlobt hat, oder auch nur die Anwärterin der Schwagerehe; und selbst wenn von fünf Brüdern einer im Kriege gefallen ist, kehren alle um. Nicht heimgeführt, sienicht heimgeführt, ausgenommen der Fall, wenn der Hochpriester eine Witwe, ein gemeiner Priester eine Geschiedene oder eine Ḥaluça, ein Jisraélit ein Hurenkind oder eine Nethina, und ein Hurenkind oder ein Nathin eine Jisraélitin [geheiratet hat]. –",
"Es wäre anzunehmen, daß hier nicht die Ansicht R. Jose des Galiläers vertreten ist, denn R. Jose der Galiläer sagt, unterder furchtsam und zaghaften Herzens ist sei der zu verstehen, der sich vor seinen Sünden fürchtet? –",
"Du kannst auch sagen, R. Jose des Galiläers, und zwar nach Rabba, denn Rabba sagte, er sei nicht eher schuldig, als bis er sie beschlafen hat. Die Heirat ist deshalb verboten, damit man [die Nachkommen] nicht entweihe, somit erhält er Geißelhiebe nur dann, wenn er sie beschlafen hat.",
"Die Rabbanan lehrten: Der gebaut hat, der gepflanzt hat, der verlobt hat. Die Tora lehrt damit eine Lebensregel, daß ein Mensch zuerst ein Haus baue, einen Weinberg pflanze und erst dann eine Frau nehme. Auch Šelomo sagte in seiner Weisheit:verrichte dein Werk draußen, bestelle es auf deinem Felde, darnach baue dein Haus. Verrichte dein Werk draußen, das ist das Wohnhaus; bestelle es auf deinem Felde, das ist der Weinberg; darnach baue dein Haus, das ist die Frau.",
"Eine andere Auslegung: Verrichte dein Werk draußen, das ist die Schrift; bestelle es auf deinem Felde, das ist die Mišna; darnach baue dein Haus, das ist der Talmud. Eine andere Auslegung; Verrichte dein Werk draußen, das ist die Schrift und die Mišna; bestelle es auf deinem Felde, das ist der Talmud; darnach baue dein Haus, das sind die guten Werke. R. Eliézer, Sohn R. Jose des Galiläers, erklärte: Verrichte dein Werk draußen, das ist die Schrift, die Mišna und der Talmud; bestelle es auf deinem Felde, das sind die guten Werke; darnach baue dein Haus, forscheund erhalte den Lohn.",
"FOLGENDEI KEHREN NICHT UM: WER EIN TORHÄUSCHEN &C. GEBAUT. Es wird gelehrt: Wenn er nur eine Schichthinzugefügt hat, kehre er um. R. ELIÉZER SAGT, AUCH WER EIN HAUS AUS ZIEGELSTEINEN IN ŠARON GEBAUT HAT, KEHRE NICHT UM. Es wird gelehrt: Weil man da ein solches zweimal im Septennium umbauen muß.",
"FOLGENDE VERLASSEN IHREN PLATZ ÜBERHAUPT NICHT: WER EIN NEUES HAUS GEBAUT UND ES EINGEWEIHT &C. Die Rabbanan lehrten:Eine neue Frau; ich weiß dies nur von einer neuen Frau, woher dies von einer Witwe und einer Geschiedenen? Es heißt Frau, in jedem Falle. Weshalb heißt es demnach neue Frau? Nur wenn sie für ihn neu ist, ausgenommen derjenige, der seine Geschiedene wieder nimmt, die für ihn nicht neu ist.",
"Die Rabbanan lehrten :Er ziehe nicht mit dem Heere aus; man könnte glauben, nur mit dem Heere ziehe er nicht aus, wohl aber müsse er Wasser und Proviant liefern und die Straßen bauen, so heißt es:und irgend eine Leistung soll ihm nicht obliegen. Man könnte glauben, daß auch der einbegriffen sei, der ein Haus gebaut und es nicht eingeweiht, einen Weinberg gepflanzt und ihn nicht ausgeweiht oder eine Frau verlobt und sie nicht geheiratet hat, so heißt es: ihm, ihm obliegt nichts, wohl aber anderen. – Wenn es schon heißt: nicht obliegen, wozu heißt es: er ziehe nicht mit dem Heere aus!? – Daß er dieserhalb zwei Verbote begehe.",
"Die Beamten sollen fortfahren und zum Volke reden &c. R. A͑QIBA ERKLÄRTE:Der furchtsam und zaghaften Herzens ist, DEM WORTLAUTE GEMÄSS, DER NICHT IN DEN SCHLACHTREIHEN STEHEN UND EIN GEZÜCKTES SCHWERT SEHEN KANN. R. JOSE DER GALILÄER ERKLÄRTE : Der furchtsam und zaghaften Herzens ist, DER SICH VOR SEINEN SÜNDEN FÜRCHTET; DIE TORA HAT IHM DAMITEINEN VORWAND GEGEBEN, UMKEHREN ZU KÖNNEN.",
"R. JOSE SAGTE : WENN EIN HOCHPRIESTER EINE WITWE, EIN GEMEINER PRIESTER EINE GESCHIEDENE ODER EINE HALUÇA, EIN JISRAÉLIT EIN HURENKIND ODER EINE NETHINA, ODER EIN HURENKIND ODER EIN NETHIN EINE JISRAÉLITIN [GEHEIRATET HAT,] SO HEISSTDIES : der furchtsam und zaghaften Herzens ist.",
" viUnd wenn die Beamten fertig sind mit ihrer Ansprache an das Volk, so sollen die Truppenführer Musterung halten an der Spitze des Volkes. AM NACHTRABE DES VOLKES STELLT MAN VORN UND HINTEN TAPFERE LEUTE AUF MIT EISERNEN ÄXTEN IN IHREN HÄNDEN, UND WENN JEMAND UMKEHRENWILL, SO HABEN SIE DAS RECHT, IHM DIE SCHENKEL ZU ZERSCHLAGEN, \n"
],
[
"DENN DIE NIEDERLAGE IST DER BEGINN DER FLUCHT, WIE ES HEISST:Jisraél ist vor den Pelištim geflohen, und auch eine große Niederlage traf das Volk; FERNER HEISST ES:und die Männer Jisraéls flohen vor den Pelištim und Erschlagene fielen &\n",
"c. vii DIES GILT NUR VON FREIWILLIGEN KRIEGEN, BEI KRIEGEN DES GEBOTES ABER MÜSSEN ALLE AUSZIEHEN, SELBST DER BRÄUTIGAM AUS SEINEM GEMACHE UND DIE BRAUT AUS IHREM BALDACHIN. R. JEHUDA SAGTE: DIES GILT NUR VON DEN KRIEGEN DES GEBOTES, BEI KRIEGEN DER PFLICHT ABER MÜSSEN ALLE AUSZIEHEN, SELBST DER BRÄUTIGAM AUS SEINEM GEMACHE UND DIE BRAUT AUS IHREM BALDACHIN.",
"GEMARA. Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose und R. Jose dem Galiläer? – Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen bei einer rabbanitischenÜbertretung.",
"Die Lehre, daß, wenn jemand zwischen [dem Anlegen] der einen Tephilla und der anderen gesprochenhat, dies eine Sünde sei und er dieserhalb vom Kriegsplatze umkehre, vertritt somit die Ansicht R. Jose des Galiläers. –",
"Es wäre anzunehmen, daß die Lehre der Rabbanan, daß, wenn er den Schall der Blashörner hört und erbebt, das Geklirr der Schilde und erbebt, das Blinken der Schwerter und [aus Angst] ihm das Wasser über die Schenkel rinnt, er umkehre, die Ansicht R. A͑qibas vertritt und nicht R. Josedes Galiläers? – In einem solchen Falle pflichtet auch R. Jose der Galiläer bei, denn es heißt :damit er nicht das Herz seiner Brüder so schmelzen mache wie sein Herz.",
"Wenn die Beamten fertig sind &c. Wieso heißt es: denn die Niederlage ist der Beginn der Flucht, es sollte ja heißen: denn die Flucht ist der Beginn der Niederlage!? –",
"Lies: denn die Flacht ist der Beginn der Niederlage. DIES GILT NUR VON DEN FREIWILLIGEN KRIEGEN &C. R. Joḥanan sagte: Die nach den Rabbanan freiwilligen entsprechen den nach R. Jehuda gebotenen, und die nach den Rabbanan gebotenen entsprechen den nach R. Jehuda pflichtigen.",
"Raba sagte: Die Eroberungskriege Jehošua ͑s sind nach aller Ansicht pflichtige, die Erweiterungskriege des Davidischen Hauses sind nach aller Ansicht freiwillige, sie streiten nur über die [Kriege] gegen die Nichtjuden, damit sie sie nicht überfallen; einer nennt sie gebotene und einer nennt sie freiwillige. Dies ist insofern von Bedeutung, da, wer sich mit einem Gebote befaßt, von einem anderen Gebote befreit ist.",
"",
"DER ABSCHNITT VOM] GENICKBROCHENEN KALBE IN DER HEILIGENSPRACHE, DENN ES HEISST:wenn ein Erschlagener gefunden wird auf der Erde &c., so sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen. i Es GEHEN DREI VOM HOHEN GERICHTE IN JERUŠALEM HINAUS; R. JEHUDA SAGT, FÜNF, DENN ES HEISST: deine Ältesten, ZWEI, und deine Richter, ZWEI, UND DA DAS GERICHT NICHT AUS EINER GERADEN ZAHL [ZUSAMMENGESETZT] SEIN DARF, SO KOMMT NOCH EINER HINZU.",
"WIRD ER IN EINEM STEINHAUFEN VERSTECKT, AN EINEM BAUME HÄNGEND ODER AUF DEM WASSER SCHWIMMEND GEFUNDEN, SO ERFOLGT DAS GENICKBRECHEN NICHT, DENN ES HEISST: auf der Erde, NICHT ABER IN EINEM STEINHAUFEN VERSTECKT; liegend, NICHT ABER AN EINEM BAUME HANGEND; auf dem Felde. ii,1 NICHT ABER IM WASSER SCHWIMMEND.",
"WIRD ER NAHE DER GRENZE, NEBEN EINER STADT, DEREN MEISTE [EINWOHNER] NICHTJUDEN SIND, ODER NEBEN EINER STADT, IN DER KEIN GERICHT VORHANDEN IST, GEFUNDEN, SO ERFOLGT DAS GENICKBRECHEN NICHT. MAN MESSE NUR NACH EINER STADT, IN DER EIN GERICHT VORHANDEN IST.",
"GEMARA. Wie meint er es? R. Abahu erwiderte: Er meint es wie folgt: hierbei heißt es: sie sollen anheben und sprechen, und dort heißt es: die Priester sollen anheben &c.; wie dort das Anheben in der Heiligensprache erfolgt ist, ebenso auch hierbei in der Heiligensprache.",
"Und dies ist die Reihenfolge beim genickbrochenen Kalbe: wenn ein Erschlagener gefunden wird auf der Erde, so sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen. ES GEHEN DREI VOM HOHEN GERICHTE IN JERUŠALEM HINAUS; R. JEHUDA SAGT, FÜNF &C.",
"Die Rabbanan lehrten: So sollen deine Ältesten und deine Richter hinausgehen. Deine Ältesten, zwei, und deine Richter, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl [zusammengesetzt] sein darf, so kommt noch einer hinzu, das sind somit fünf – so R. Jehuda. R. Šimo͑n sagte: Deine Ältesten, zwei, und da das Gericht nicht aus einer geraden Zahl [zusammengesetzt] sein darf, so kommt noch einer hinzu, das sind somit drei. –",
"Und R. Šimo͑n, es heißt ja und deine Richter!? – Dies deutet darauf, daß sie von den auserwählten der Richter sein müssen. – Und R. Jehuda!? – Dies geht aus [dem Worte] deine Ältesten hervor. –",
"Und R. Šimo͑n!?.– Wenn der Allbarmherzige die Ältesten geschrieben hätte, könnte man glauben, auch Alte von der Straße, daher schrieb er: deine Ältesten. Und würde der Allbarmherzige nur deine Ältesten geschrieben haben, so könnte man glauben, auch vom kleinen Synedrium, daher schrieb er deine Richter, von den auserwählten deiner Richter. –",
"Und R. Jehuda!? – Er folgert dies aus [dem Worte] Ältesten, das auch bei den Ältesten der Gemeindegebraucht wird; wie da von den auserwählten der Gemeinde, ebenso auch hierbei von den auserwählten der Gemeinde. –",
"Wenn er hiervon folgert, so sollte er doch allesfolgern, wozu heißt es deine Ältesten und deine Richter!? – Vielmehr, deine Ältesten und deine Richter, diesdeutet auf die Anzahl. – Und R. Šimo͑n!? –"
],
[
"Die Auslegung des und leuchtet ihm nicht ein; der Allbarmherzige sagt damit nur, daß sie von den auserwählten der Richter sein müssen. – Es heißt ja aber auch: es sollen hinausgehen, zwei, es sollen messen, zwei, demnach müßten es nach R. Jehuda neun und nach R. Šimo͑n sieben sein!? –",
"Dies deutet auf folgende Lehre: Es sollen hinausgehen, sie selbst und nicht ihre Vertreter; und sollen messen, selbst wenn [der Erschlagene] direkt an derStadt gefunden wird, muß gemessen werden, denn es ist Gebot, sich mit dem Messen zu befassen.",
"Unsere Mišna vertritt nicht die Ansicht des R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer b. Ja͑qob sagte: deine Ältesten, das ist das Synedrium; deine Richter, das sind der König und der Hochpriester. Der König, denn es heißt:ein König erhält das Land durch Recht, der Hochpriester, denn es heißt:du sollst zu den Priestern, den Leviten kommen,dem Richter, der sein wird &c. –",
"Sie fragten: Streitet R. Elie͑zer b. Ja͑qob nur hinsichtlich des Königs und des Priesters, hinsichtlich des Synedriums aber ist er der Ansicht R. Jehudas oder der Ansicht R. Šimo͑ns, oder aber streitet er auch hinsichtlich des Synedriums, daß nämlich das ganze Synedrium anwesend sein müsse?",
"R. Joseph erwiderte: Komm und höre: Man könnte glauben, daß, wenn der sich widersetzende Gelehrtesiein Beth Phage trifft und sich ihnen widersetzt, dies als Widersetzlichkeit gelte, so heißt es:du sollst dich aufmachen und nach der Stätte gehen; dies lehrt, daß die StätteBedingung sei.",
"Wieviel sollen hinausgegangen sein: wenn ein Teil, so können ja die anderen, die sich innenbefinden, seiner Ansicht sein, doch wohl, wenn alle hinausgegangen sind.",
"Wozu: wenn zu einer freigestellten Handlung, so dürfen sie ja nicht hinausgehen, denn es heißtdein Schoß ein gerundetes Becken, dem der Mischweinnicht fehlt, wenn einer hinausgehen will, so darf er es nur dann, wenn dreiundzwanzig zurückbleiben, entsprechend dem kleinen Synedrium, sonst aber nicht,",
"doch wohl zur Ausübung eines Gebotes. Wahrscheinlich zur Messung beim [Genickbrechen des] Kalbes, und zwar nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob!? Abajje erwiderte: Nein, vielleicht zur Erweiterung der Stadt oder der Tempelhöfe. Wir haben nämlich gelernt: Man darf die Stadt und die Tempelhöfe nur durch das Gericht von einundsiebzig [Mitgliedern] erweitern.",
"Übereinstimmend mit R. Joseph wird gelehrt: Man könnte glauben, daß, wenn er sie in Beth Phage trifft, wenn sie beispielsweise zur Messung beim [Genickbrechen des] Kalbes oder zur Erweiterung der Stadt oder der Tempelhöfe hinausgegangen sind, und sich ihnen widersetzt, dies als Widersetzlichkeit gelte, so heißt es: du sollst dich aufmachen und gehen; dies lehrt, daß die Stätte Bedingung sei.",
"WIRD ER IN EINEM STEINHAUFEN VERSTECKT ODER AN EINEM BAUME HANGEND GEFUNDEN. Es wäre anzunehmen, daß unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas vertritt und nicht die der Rabbanan, denn es wird gelehrt: Und du eine Garbe auf dem Felde vergissest, ausgenommen die verborgene – so R. Jehuda; die Weisen erklären: auf dem Felde, einbegriffendie verborgene.",
"Rabh erwiderte: Du kannst auch sagen, die der Rabbanan, denn hier ist der Zusammenhang des Schriftverses zu berücksichtigen und dort ist der Zusammenhang des Schriftverses zu berücksichtigen.",
"Hierbei heißt es: wenn ein Erschlagener gefunden wird, wo er auch gefunden wird, auf der Erde, ausgenommenim Verborgenen. Dort ist der Zusammenhang des Schriftverses zu berücksichtigen, denn es heißt:wenn du deine Ernte auf deinem Felde mähest und eine Garbe auf dem Felde vergissest, das Vergessen gleich dem Mähen, wie das Mähen im Freien erfolgt, ebenso auch das Vergessen im Freien, und wenn der Allbarmherzige noch auf dem Felde schreibt, so schließt dies die verborgene ein. –",
"Demnach sollte esauch R. Jehuda durch Vergleichung des Vergessenen mit dem Mähen folgern!? – Dem ist auch so. –",
"Wozu heißt es demnach auf dem Felde!? – Dies ist dazu nötig, um das Vergessene des Halmgetreideseinzuschließen. – Woher wissen es die Rabbanan vom Vergessenen des Halmgetreides? – Sie entnehmen es aus [dem Schriftverse:] wenn du deine Ernte auf deinem Felde mähest. –",
"Und R. Jehuda!? – Dies ist wegen einer Lehre R. Abahus im Namen R. Elea͑zars nötig, denn R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars, ausgenommen sei der Fall, wenn seine Garben in das Feld eines anderen hineingeweht worden waren. – Und die Rabbanan!? – Dies geht hervor aus [dem Worte] deinemFelde. – Und R. Jehuda!? – Ihm leuchtet [die Folgerung aus] deinem Felde nicht ein.",
"R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn auf seinem Felde Garben sich in der Schwebebefinden: gleicht der Luftraum des Feldes dem Felde, oder gleicht er ihm nicht?",
"R. Kahana sprach zu R. Papi, und wie manche sagen, R. Kahana zu R. Zebid: Dies ist aus der Lehre R. Abahus im Namen R. Elea͑zars zu entscheiden: ausgenommen sei der Fall, wenn seine Garben in das Feld eines anderen hineingeweht worden waren; nur wenn in das Feld eines anderen, nicht aber, wenn in sein eigenes Feld. –",
"Nach deiner Auffassung wäre zu folgern: auch auf dem Felde eines anderen nur dann, wenn sie sich schwebend befinden, nicht aber, wenn sie [am Boden] liegen, und dagegen heißt es ja: auf deinem Felde, nicht aber im Felde eines anderen!?",
"Vielmehr: in das Feld eines anderen, selbst wenn sie [am Boden] liegen, nur gebraucht er deshalb [den Ausdruck] ‘hineingeweht’, weil es nur auf diese Weise Vorkommen kann. –",
"Komm und höre: Wenn er eine Garbe angefaßt hat, um sie in die Stadt zu bringen, und sie auf eine andere gelegt und vergessen hat, so ist die untere Vergessenes und die obere kein Vergessenes. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, beide seien kein Vergessenes, die untere nicht, weil sie verborgen ist, die obere nicht, weil sie schwebend ist. Sie streiten nur über die untere, hinsichtlich der oberen aber stimmen alle überein, daß sie kein Vergessenes sei. –",
"Anders ist es da, wo er sie bereits angefaßt hatte, denn dadurch hat er sie erworben. – Wieso heißt esdemnach: auf eine andere, dies sollte ja auch von dem Falle gelten, wenn er sie aufs Feld [gelegt hat]!? – Dem ist auch so, und nur wegen der unterenlehrt er: auf eine andere. –",
"Er begründet ja aber: weil sie schwebend ist!? – Lies: weil sie wie schwebend ist.",
"Einst sprach Abajje: Ich fühle michwie Ben A͑zaj in den Straßen von Tiberjas. Da sprach einer von den Jüngern zu Abajje: Von welchem ist, wenn zwei Erschlagene sich aufeinanderbefinden, zu messen:",
"gibt es bei Dingen derselben Art ein Verbergen und kein Schweben, somitist vom oberen zu messen, oder gibt es bei Dingen derselben Art ein Schweben und kein Verbergen, somitist vom unteren zu messen,",
"oder aber gibt es bei Dingen derselben Art ein Verbergen und ein Schweben, somitist weder vom unteren noch vom oberen zu messen?",
"Dieser erwiderte:"
],
[
"Ihr habt es gelernt: Wenn er eine Garbe angefaßt hat, um sie in die Stadt zu bringen, und sie auf eine andere gelegt und dann vergessen hat, so ist die untere Vergessenes und die obere kein Vergessenes. R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, beide seien kein Vergessenes, die untere nicht, weil sie verborgen ist, die obere nicht, weil sie schwebend ist. Sie glaubten, daß diese Autoren der Ansicht R. Jehudas sind, welcher erklärt: auf dem Felde, ausgenommen die verborgene,",
"somit besteht ihr Streit wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, hei Dingen derselben Art gebe es ein Verbergen, und einer ist der Ansicht, bei solchen gebe es kein Verbergen. –",
"Nein, wären sie der Ansicht R. Jehudas, so würden sie übereinstimmen, daß es bei Dingen derselben Art ein Verbergen gebe, hier aber führen sie denselben Streit wie R. Jehuda und die Rabbanan; die Rabbanan sind der Ansicht jener Rabbananund R. Šimo͑n b. Jehuda ist der Ansicht R. Jehudas. –",
"Wieso heißt esdemnach ‘auf eine andere’, dies sollte ja auch von dem Falle gelten, wenn er sie auf Erde oder Geröll [gelegt hat]!? – Dem ist auch so, nur hebt er die Ansicht R. Jehudas hervor, daß es sogar bei Dingen derselben Art ein Verbergen gebe.",
"Die Rabbanan lehrten: Ein Erschlagener, nicht aber ein Erdrosselter; ein Erschlagener, nicht aber ein Zuckender; auf dem Boden, nicht aber in einem Steinhaufen verborgen; liegend, nicht aber an einem Baume hangend; auf dem Felde, nicht aber auf dem Wasser schwimmend. R. Elea͑zar sagt, ist es ein Erschlagener, so erfolge in all diesen Fällen das Genickbrechen.",
"Es wird gelehrt: R. Jose b. R. Jehuda sagte: Sie sprachen zu R. Elea͑zar: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn ein Erdrosselter auf dem Misthaufen liegend aufgefunden wird, das Genickbrechen nicht zu erfolgen habe!? Man sage also: ein Erschlagener, nicht aber ein Erdrosselter, ebenso auch: auf dem Boden, nicht aber in einem Steinhaufen verborgen; liegend, nicht aber an einem Baume hangend; auf dem Felde, nicht aber auf dem Wasser schwimmend. – Und R. Elea͑zar!? – Es heißt überflüssigerweise Erschlagener.",
"WIRD ER NAHE DER GRENZE, NEBEN EINER STADT, DEREN MEISTEN EINWOHNER NICHTJUDEN SIND, GEFUNDEN &C. Denn es heißt: wenn gefunden wird, ausgenommen das Gewöhnliche.",
"ODER NEBEN EINER STADT, IN DER KEIN GERICHT VORHANDEN IST. Denn es heißt: die Ältesten der Stadt, die da nicht vorhanden sind. MAN MESSE NUR NACH EINER STADT &C. Selbstverständlich, er lehrte ja bereits: neben einer Stadt, in der kein Gericht vorhandenist, somit weiß ich ja, daß das Messen nur nach einer Stadt erfolge, in der ein Gericht vorhanden ist!? –",
"Er lehrt uns das, was in der folgenden Lehre gelehrt wird: Woher, daß, wenn er nahe einer Stadt, in der kein Gericht vorhanden ist, gefunden wird, man diese lasse, und nach einer Stadt, in der ein Gericht vorhanden ist, messe? Es heißt: die Ältesten der Stadt sollen nehmen, in jedem Falle.",
"ii,2 WIRD ER GENAU ZWISCHEN ZWEI STÄDTEN GEFUNDEN, SO BRINGEN BEIDE ZWEI KÄLBER – SO R. ELIE͑ZER. JERUŠALEM BRINGT DAS GENICKBROCHENE KALB NICHT. iii WENN DER KOPF AN EINER STELLE UND DER RUMPF AN EINER ANDEREN STELLE GEFUNDEN WIRD, SO BRINGE MAN DEN KOPF ZUM RUMPFE – so R. ELIE͑ZER; R. A ͑QIBA SAGT, DEN RUMPF ZUM KOPFE. VON WO AUS MISST MAN? R. ELIE͑ZER SAGT, VON SEINEM NABEL, R. A͑QIBA SAGT, VON SEINER NASE, R. ELIE͑ZER B. JA ͑QOB SAGT, VON DER STELLE, AN DER ER ERSCHLAGENER WORDEN IST, VON SEINEM HALSE. iv",
"GEMARA. Was ist der Grund R. Elie͑zers? – Er ist der Ansicht, man könne esgenau feststellen, und dies gilt sowohl von einer nahen [Stadt] als auch von mehreren.",
"JERUŠALEM BRINGT DAS GENICKBROCHENE KALB NICHT. Denn die Schrift sagt :zum Erbbesitze, und er ist der Ansicht, Jerušalem sei an die Stämme nicht verteilt worden.",
"WENN DER KOPF AN EINER STELLE GEFUNDEN WIRD &C. Worüber streiten sie, wenn etwa über das Messen, so spricht ja, wenn der Schlußsatz [die Frage] erörtert, von welcher Stelle zu messen ist, der Anfangsatz nicht vom Messen!? R. Jiçḥaq erwiderte: Sie streiten über die Besitznahme des Platzes durch einen Pflichttoten.",
"Er meint es wie folgt: ein solcher erwirbt seinen Platz hinsichtlich der Bestattung, wenn aber der Kopf an einer Stelle und der Rumpf an einer anderen Stelle gefunden wird, so bringe man, wie R. Elie͑zer sagt, den Kopf zum Rumpfe, und wie R. A͑qiba sagt, den Rumpf zum Kopfe. – Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, der Rumpf bleibe auf der Stelle liegen, der Kopf aber rolle fort, und einer ist der Ansicht, der Kopf bleibe da liegen, wo er fällt, der Rumpf aber falle weiter.",
"VON WO AUS MISST MAN. Worin besteht ihr Streit? – Einer ist der Ansicht, das Leben sitze hauptsächlich in der Nase, und einer ist der Ansicht, es sitze hauptsächlich im Nabel. –",
"Es wäre anzunehmen, daß sie [denselben Streit führen], wie die folgenden Tannaím. Womit beginnt die Bildung des Embryos? Mit dem Kopfe, denn es heißt:vom Mutterschoße an warst du meine Zuflucht, ferner heißt es:scheredeinen Hauptschmuck und wirf ihn fort &c. Abba Šaúl sagt, mit dem Nabel, und die Wurzeln verbreiten sich nach allen Richtungen. –",
"Du kannst auch sagen, auch Abba Šaúl sei dieser Ansicht, denn Abba Šaúl vertritt seine Ansicht nur hinsichtlich der Bildung, weil der Embryo von der Mitte aus sich entwickelt, hinsichtlich des Lebens aber stimmen alle überein, daß es hauptsächlich in der Nase sitze, wie es heißt:alles, was Lebensodem in seiner Nase trug &c.",
"R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, VON DER STELLE, AN DER ER ERSCHLAGENER WORDEN IST, VON SEINEM HALSE. Was ist der Grund des R. Elie͑zer b. Ja͑qob? – Es heißt:dich zu legen auf den Hals erschlagener Frevler.",
"v SOBALD DIE ÄLTESTEN VON JERUŠALEM SICH VERABSCHIEDET HABEN UND FORTGEGANGEN SIND, HOLEN DIE ÄLTESTEN DER BETREFFENDEN STADT EIN RINDERKALB, DAS NOCH NICHT AM JOCHE GEZOGEN HAT, DAS ABER DURCH EIN GEBRECHEN NICHT UNTAUGLICH WIRD, UND BRINGEN ES IN EIN FELSIGES TAL HINAB. ‘FELSIG’, SINNGEMÄSS: HART; JEDOCH IST ES ZULÄSSIG, AUCH WENN ES NICHT FELSIG IST. DA BRICHT MAN IHM VON HINTEN DAS GENICK MIT EINEM HACKEMESSER. DIESE STELLE DARF NICHT MEHR BESÄT UND BEARBEITET WERDEN, WOHL ABER DARF MAN DA FLACHS HECHELN UND STEINE HAUEN. vi",
"DIE ÄLTESTEN DIESER STADT WASCHEN DIE HÄNDE MIT WASSER AN DER STELLE, WO DAS GENICKBRECHEN DES KALBES ERFOLGT IST, UND SPRECHEN :Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen und unsere Augen haben nichts gesehen. KÖNNTE ES UNS DENN IN DEN SINN KOMMEN, DASS DIE ÄLTESTEN DES GERICHTES BLUT VERGIESSEN!? VIELMEHR: NICHT IST ER AN UNS HERANGETRETEN UND HABEN WIR IHN OHNE NAHRUNG ABGEWIESEN, NICHT HABEN WIR IHN GESEHEN UND OHNE GELEIT GELASSEN."
],
[
"DIE PRIESTER SPRECHEN DANN:Vergib deinem Volke Jisraél, das du erlöst hast, o Herr, und gib nicht unschuldiges Blut in die Mitte deines Volkes Jisraél. [DIE WORTE :]das Blut soll ihnen vergeben werden, BRAUCHEN SIE NICHT ZU SPRECHEN, VIELMEHR VERKÜNDET ES IHNEN DER HEILIGE GEIST: WENN IHR DIES TUT, SO WIRD EUCH DAS BLUT VERGEBEN.",
"GEMARA. Sollte doch [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere gefolgert werden, daß ein Gebrechen das Kalb untauglich mache: wenn die [rote] Kuh, die durch das Alter nicht untauglich wird, durch ein Gebrechen untauglich wird, um wieviel mehr wird das Kalb, das durch das Alteruntauglich wird, durch ein Gebrechen untauglich!? – Anders ist es bei jener; die Schrift sagt:an der kein Gebrechen ist, ein Gebrechen macht nur diese untauglich, nicht aber macht es das Kalb untauglich. –",
"Demnachsollte sie auch durch andere Arbeiten nicht untauglich werden,",
"während doch R. Jehuda im Namen Rabhs sagte, daß, wenn man auf sie ein Bündel Säcke gelegt hat, sie untauglich sei, und das Kalb erst dann, wenn es [an der Last] gezogen hat!? – Anders verhält es sich bei der [roten] Kuh, da bezüglich dieser dies durch [das Wort] Joch vom Kalbe zu folgern ist. –",
"Sollte auch hinsichtlich des Kalbes durch [das Wort] Joch von der [roten] Kuh gefolgertwerden!? – Der Allbarmherzige hat es durch [das Wort] an der ausgeschlossen. –",
"Auch beim Kalbe heißt es ja an dem!? – Dies ist dazu nötig, um Opfertiere auszuschließen, daß sie durch [Verwendung zur] Arbeit nicht untauglich werden. Man könnte nämlich glauben, es sei vom Kalbe [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das Kalb, das durch ein Gebrechen nicht untauglich wird, durch [Verwendung zur] Arbeit untauglich wird, um wieviel mehr werden Opfertiere, die durch ein Gebrechen untauglich werden, durch [Verwendung zur] Arbeit untauglich. –",
"Man könnte dies ja aber widerlegen: wohl gilt dies vom Kalbe, das auch durch das Alter untauglich wird, während Opfertiere durch das Alter nicht untauglich werden!? – Gibt es denn unter den Opfertieren nicht solche, die durch das Alter untauglich werden!? – Der Schriftvers ist wegen solcher Opfertiere nötig, die durch das Alter untauglich werden. –",
"Braucht denn hieraus gefolgert zu werden, daß Opfertiere durch [Verwendung zur] Arbeit nicht untauglich werden, dies geht ja aus folgendem hervor!? Blindes, Gebrochenes, Verstümmeltes, mit Geschwür, Krätze oder Flechten behaftetes, diese alle sollt ihr dem Herrn nicht darbringen; diese darfst du nicht darbringen, wohl aber darfst du Opfertiere darbringen, die zur Arbeit verwandt worden sind. – Dies ist nötig. Man könnte glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn sie zu erlaubten Arbeiten verwandt worden sind, wenn aber zu verbotenen, seien sie untauglich, so lehrt er uns. –",
"Aber auch dies geht ja aus folgendem hervor!?Auch aus der Hand eines Fremdlings sollt ihr das Brot eures Gottes von all diesem nicht darbringen; diese darfst du nicht darbringen, wohl aber darfst du Opfertiere darbringen, die zur Arbeit verwandt worden sind. –",
"Dies ist nötig. Man könnte glauben, dies gelte nur dann, wenn sie zur Arbeit verwandt worden sind, als sie noch profan waren, wenn aber nachdem sie geheiligt worden sind, seien sie untauglich, so lehrt er uns.",
"Der Text. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Hat man auf sie ein Bündel Säcke gelegt, so ist sie untauglich, das Kalb aber erst dann, wenn es [an der Last] gezogen hat. Man wandte ein:Joch; ich weiß dies nur vom Joche, woher dies von anderen Arbeiten? Ich will dir sagen, es ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn das Kalb, das durch ein Gebrechen nicht untauglich wird, durch [Verwendung zur] Arbeit untauglich wird, um wieviel mehr wird die [rote] Kuh, die durch ein Gebrechen untauglich wird, durch andere Arbeiten untauglich.",
"Wenn du aber dagegen einwenden willst, so heißt es bei dieser Joch und bei jenemheißt es Joch, wie jenes auch durch andere Arbeiten untauglich wird, ebenso wird diese auch durch andere Arbeiten untauglich. –",
"Was heißt: wenn du dagegen einwenden willst? – Man könnte einwenden, es sei zu erwidern: wohl gilt dies vom Kalbe, das auch durch das Alter untauglich wird. Oder auch: von den Opfertieren sei ein Gegenbeweis zu erbringen: diese werden durch ein Gebrechen untauglich, nicht aber werden sie durch [Verwendung zur] Arbeit untauglich.",
"Daher: bei dieser heißt es Joch und bei jenem heißt es Joch, wie jenes auch durch andere Arbeiten [untauglich wird], ebenso diese auch durch andere Arbeiten. – Hiervon ausgehend: wie jenes nur dann [untauglich ist], wenn es [an der Last] gezogen hat, ebenso auch diese, nur wenn sie gezogen hat!? –",
"Hierüber streiten Tannaím. Manche folgern es vom Kalbe, manche aber von der Kuh selbst.",
"Es wird nämlich gelehrt: Joch; ich weiß dies nur vom Joche, woher dies von anderen Arbeiten? Es heißt: auf die kein Joch gekommen ist, nichts derartiges. Weshalb heißt es demnach Joch? Das Joch macht sie untauglich, einerlei ob sie damit Arbeit verrichtet hat oder damit keine Arbeit verrichtet hat, anderes aber macht sie nur dann untauglich, wenn sie damit Arbeit verrichtet hat. –",
"Vielleicht aber: auf die gekommen ist, generell, ein Joch, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das Spezielle, nur ein Joch, anderes aber nicht!? – [Das Wort] auf die ist einschließend.",
"Desgleichen wird auch hinsichtlich des Kalbes gelehrt: Joch; ich weiß dies nur vom Joche, woher dies von anderen Arbeiten? Es heißt: mit dem nicht gearbeitet worden ist, nichts derartiges. Weshalb heißt es demnach Joch? Das Joch macht es untauglich, einerlei ob es damit Arbeit verrichtet hat oder damit keine Arbeit verrichtet hat, anderes aber macht es nur dann untauglich, wenn es damit Arbeit verrichtet hat. –",
"Vielleicht aber: mit dem nicht gearbeitet worden ist, generell, Joch, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung felgt, so umfaßt die Generalisierung nur das Spezielle, nur ein Joch, anderes aber nicht!? – [Das Wort] mit dem ist einschließend.",
"R. Abahu sagte: Ich fragte R. Joḥanan, wieviel es am Joche gezogen habenmuß, und er erwiderte mir, den Umfang des Joches. Sie fragten: Die Länge oder die Breite? Einer von den Jüngern, namens R. Ja͑qob, erwiderte: Mir wurde von R. Joḥanan erklärt, das Anziehen des Joches in der Breite, eine Handbreite. – Sollte er doch gesagt haben: eine Handbreite!? –",
"Folgendes lehrt er uns: [die Breite] des Joches beträgt eine Handbreite. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Beim Kaufe und Verkaufe.",
"R.Joḥanan b. Šaúl sagte: Weshalb sagt die Tora, daß man ein Kalb im Tale darbringe? Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: möge das kommen, das keine Früchte gebracht hat, genickbrochen werden an einer Stelle, die keine Früchte bringt, und den sühnen, den man Früchte zu bringen gehindert hat. – Was ist unter Früchte zu verstehen, wenn etwa die Fortpflanzung, so müßte demnach wegen eines Greisen oder eines Kastraten das Genickbrechen unterbleiben!? – Vielmehr, die [Ausübung der] Gebote.",
"UND BRINGEN ES IN EIN FELSIGES TAL HINAB. ‘FELSIG’, SINNGEMÄSS: HART. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß ethan die Bedeutung hart hat? Es heißt:"
],
[
"fest[ethan] ist dein Wohnsitz und auf Felsen gestellt deinNest. Ferner heißt es:Höret, ihr Berge, den Rechtsstreit des Herrn, ihr Mächtige [ethanim], Grundvesten der Erde. Manche sagen: Woher, daß ethan die Bedeutung alt hat? Es heißt:ein altes [ethan] Volk, ein Volk von Ewigkeit her.",
"DA BRICHT MAN IHM VON HINTEN DAS GENICK MIT EINEM HACKEMESSER. Weshalb? – Er folgert dies durch [den Ausdruck] ‘Genickbrechen’, das auch beim Geflügelsündopfergebraucht wird.",
"DIESE STELLE DARF NICHT MEHR BESÄT UND BEARBEITET WERDEN. Die Rabbanan lehrten :Das nicht bearbeitet und nicht besät sein darf, bisher – so R. Jošija; R. Jonathan sagt, künftig.",
"Raba sagte: Niemand streitet, ob künftig, denn es heißt: und nicht besät sein darf, sie streiten nur, ob früher. R. Jošija ist der Ansicht, es heißt ja nicht: es sollnicht bearbeitet werden, und R. Jonathan ist der Ansicht, es heißt ja nicht: das nicht bearbeitet worden ist. – Und R. Jošija!? – [Das Wort] das bezieht sich auf die Vergangenheit. – Und R. Jonathan!? – [Das Wort] das ist eine Einschließung.",
"WOHL ABER DARF MAN DA FLACHS HECHELN UND STEINE MEISSELN. Die Rabbanan lehrten: Das nicht bearbeitet und nicht besät sein darf; ich weiß dies nur vom Säen, woher dies von anderen Arbeiten? Es heißt: nicht bearbeitet, alles mögliche.",
"Weshalb heißt es demnach nicht besät? Um dir zu sagen, wie das Säen sich auszeichnet., indem es mit dem Boden selbst erfolgt, ebenso alles andere, was mit dem Boden selbst erfolgt, ausgenommen ist das Hecheln von Flachs und das Hauen von Steinen, die nicht mit dem Boden selbst erfolgen. –",
"Vielleicht aber wie folgt: nicht bearbeitet, generell, nicht besät, speziell, und wenn auf eine Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so umfaßt die Generalisierung nur das Spezielle, nur das Säen, anderes aber nicht!? – [Das Wort] das ist einschließend.",
"DIE ÄLTESTEN DIESER STADT WASCHEN DIE HÄNDE &C. Die Rabbanan lehrten :Und alle Ältesten jener Stadt, die dem Erschlagenen die Nächsten sind, sollen ihre Hände waschen über dem Kalbe, dem im Tale das Genick gebrochen worden ist; die Worte dem das Genick gebrochen sind ja nicht nötig, und wenn sie dennoch stehen, so heißt dies: auf der Stelle, da das Genickbrechen des Kalbes erfolgt ist. \n",
"Sie sollen sprechen: Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen und unsere Augen haben nichts gesehen. Könnte es uns denn in den Sinn kommen, daß das Gericht Blut vergieße!? Vielmehr: nicht ist er an uns herangetreten und haben wir ihn ohne Nahrung abgewiesen, nicht haben wir ihn gesehen und ohne Geleit gelassen.",
"Es wird gelehrt: M. Meír sagte: Man kann zur Begleitung zwingen, denn die Belohnung für die Begleitung hat keine Grenze. So heißt es: als die Wächter einen Mann aus der Stadt kommen sahen, sprachen sie zu ihm: Zeige uns doch den Eingang zur Stadt, und wir werden dir Güte erweisen. Hierauf heißt es:da zeigte er ihnen den Eingang zur Stadt. Welche Güte erwiesen sie ihm? –Sie erschlugen die ganze Stadt mit dem Schwerte, diesen Mann aber und seine Familie ließen sie ziehen.",
"Und der Mann ging in das Land der Ḥittim und baute eine Stadt und nannte sie Luz; das ist ihr Name bis auf den heutigen Tag. Es wird gelehrt: Das ist das Luz, da man die purpurblaue Wollefärbt. Das ist das Luz, das Sanḥerib, als er da hinkam, nicht verwirrt und Nebukhadneçar nicht zerstört hat. Selbst der Todesengel hat keine Gewalt, durch diese zu ziehen, vielmehr gehen die Greise, wenn ihnen das Leben zuwider ist, außerhalb der Stadtmauer und sterben da.",
"Nun ist [ein Schluß] vom Unwichtigen auf das Wichtige zu folgern: wenn jener Kenaa͑nite, der weder mit dem Mund geredet noch mit den Füßen gegangen ist, eine Rettung für sich und für seine Nachkommen bis ans Ende aller Geschlechter erwirkt hat, um wieviel mehr derjenige, der bei der Begleitung mit den Füßen tätig ist. –",
"Womit zeigte er ihnen [den Weg]? Ḥizqija erwiderte: Er verzog den Mund. R. Joḥanan erwiderte: Er zeigte ihn ihnen mit dem Finger. Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Der Kenaa͑nite erwirkte dafür, daß er ihnen mit dem Finger zeigte, eine Errettung für sich und für seine Nachkommen bis ans Ende aller Geschlechter.",
"R.Jehošua͑ b. Levi sagte: Wenn jemand sich auf der Reise befindet und keine Begleitung hat, so befasse er sich mit der Tora, denn es heißt: denn eine angenehme Begleitungsind sie für dein Haupt und Geschmeide für deinen Hals.Ferner sagte R. Jehošua͑ b. Levi: Für die vier Schritte, die der Pareo͑ den Abraham begleitete, wie es heißt :und der Pareo͑ entbot Männer &c., knechtete er seine. Kinder vierhundert Jahre, wie es heißt :und sie werden sie knechten und drücken vierhundert Jahre. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Wenn jemand seinen Nächsten vier Ellen in der Stadt begleitet, so kommt er nicht zu Schaden. Rabina begleitete Raba b. Jiçḥaq vier Ellen in der Stadt, und als ihm später eine Gefahr drohte, wurde er gerettet.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Lehrer [begleite] den Schüler bis an die Grenze der Stadt, ein Kollege den Kollegen bis zu einem Šabbathgebiete, der Schüler den Lehrer ohne Begrenzung. – Wieviel? – R. Šešeth erwiderte: Bis zu einer Parasange. Dies gilt jedoch nur von einem, der nicht sein Hauptlehrer ist, seinen Hauptlehrer aber drei Parasangen.",
"Einst begleitete R. Kahana den R. Šimi b. Aši von Pum Nahara bis Be Çinjatain Babylonien. Als sie da angelangt waren, sprach er zu ihm: Ist es wahr, was ihr sagt, daß diese Steinpalmen Babyloniens seit der Zeit Adams des Urmenschen bestehen?",
"Dieser erwiderte: Du hast mich an etwas erinnert, was R. Jose b. R. Ḥanina gesagt hat: Es heißt:in einem Lande, das niemand durchzogen, darin kein Mensch gewohnt hat; wenn niemand es durchzogen hat, wie sollte jemand da gewohnt haben, und wenn niemand da gewohnt hat, wie sollte jemand es durchzogen haben!? Vielmehr, das Land, über das Adam der Urmensch bestimmt hat, daß es bewohnt werde, wurde bewohnt, und das Land, über das Adam der Urmensch dies nicht bestimmt hat, wurde nicht bewohnt.",
"R. Mordekhaj begleitete R. Aši von Hagronja bis Be Kephe, und wie manche sagen, bis Be Dura.",
"R. Joḥanan sagte im Namen R. Meírs: Wenn jemand andere nicht begleitet und sich nicht begleiten läßt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen, denn hätten die Leute von Jeriho Eliša͑ begleitet, so würde er nicht Bären auf die Kinder gehetzt haben, denn es heißt :er ging von dort nach Bethel hinauf, und als er den Weg hinaufstieg, kamen kleine Knaben aus der Stadt und verhöhnten ihn, indem sie zu ihm sprachen: komm herauf, Kahlkopf, komm herauf, Kahlkopf!",
"Sie sprachen nämlich zu ihm: Komm herauf, der du uns den Ort kahl gemacht hast. – Was heißt kleine Knaben? R. Elea͑zar erwiderte: Leute, die bar warenvon guten Werken; kleine, weil sie kleingläubigwaren. Es wird gelehrt, es waren Knabenund gebärdeten sich wie Kinder.",
"R. Joseph wandte ein: Vielleicht werden sie sonach ihrer Ortschaft benannt!? Es heißt auch :die Aramäer gingen auf Streifzüge aus und nahmen ein kleines Mädchen aus dem Lande Jisraél gefangen; und auf unsere Frage, wieso er es Kleines und Mädchennennt, erwiderte R. Pedath, sie war aus der Ortschaft Naa͑ran [Mädchen]!? – Da ist die Ortschaft nicht angegeben, hier aber ist die Ortschaft angegeben.",
"Als er sich umwandte, sah er sie an und fluchte ihnen im Namen des Herrn. Was sah er? Rabh erwiderte: Er sah sie an, wörtlich, wie gelehrt wird: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Alles, worauf die Weisen ihre Augen richten, wird von Tod oder Armut [befallen]. Šemuél erwiderte: Er sah, daß die Mütter von diesen allen mit ihnen am Versöhnungstage geschwängert worden waren.",
"R. Jiçḥaq der Schmied erwiderte: Er sah, daß sie Haarschöpfewie Nichtjuden hatten. R. Joḥanan erwiderte: Er sah, daß in ihnen auch nicht der Saft einer guten Handlung war. – Vielleicht würde eine solche in ihren Nachkommen gewesen sein!? R. Elea͑zar erwiderte: Weder in ihnen noch in ihren Nachkommen bis ans Ende aller Geschlechter.",
"Da kamen zwei Bären aus dem Walde und zerrissen von ihnen zweiundvierzig Kinder."
],
[
"Rabh und Šemuél [streiten hierüber]; einer sagt, [dies war] ein Wunder, und einer sagt, ein Wunder in einem Wunder. Einer sagt, ein Wunder, denn da war ein Wald, jedoch keine Bären; einer sagt, ein Wunder in einem Wunder, denn vorher waren da weder Wald noch Bären. – Sollten doch nur die Bären [gekommen] sein, wozu der Wald!? – Sie wären scheu.",
"R. Ḥanina sagte: Wegen der zwei und vierzig Opfer, die Balaq, der König von Moab, darbrachte, wurden zweiundvierzig Kinder von Jisraél zerrissen. – Dem ist ja aber nicht so,",
"R. Jehuda sagte doch im Namen Rabhs, daß man sich stets mit der Tora und guten Handlungen befasse, auch nicht um ihrer selbst willen, weil man dadurch veranlaßt wird, es um ihrer selbst willen zu tun, denn als Belohnung für die zweiundvierzig Opfer, die Balaq, der König von Moab, darbrachte, war es ihm beschieden, daß ihm Ruth entstammte, der Šelomo entstammte, von dem es heißt:tausend Opfer brachte Šelomo dar!? Ferner sagte R. Jose b. Ḥoni, daß Ruth die Tochter E͑glons, des Sohnes Balaqs, war!? – Immerhin war es seine Absicht, sie zu verfluchen.",
"Da sprachen die Männer der Stadt zu Eliša: Siehe doch, die Lage der Stadt ist gut, wie der Herr sieht &c. Worin bestand, wenn das Wasser schlecht und das Land verheerend war, ihre Güte!? R. Ḥanina erwiderte: Es war der Liebreiz des Ortes bei seinen Bewohnern. R. Joḥanan sagte nämlich: Es gibt drei Liebreize: der Liebreiz des Ortes bei seinen Bewohnern, der Liebreiz einer Frau bei ihrem Manne und der Liebreiz der Ware bei ihrem Käufer.",
"Die Rabbanan lehrten: An drei Krankheiten erkrankte Eliša; an einer, weil er Bären auf Kinder hetzte, an einer, weil er Gehzi mit beiden Händen fortstieß, und an einer, an der er starb, wie es heißt:und Eliša͑ erkrankte an einer Krankheit, an der er starb.",
"Die Rabbanan lehrten: Stets stoße man fort mit der Linken und ziehe man heran mit der Rechten. Nicht wie Eliša͑, der Geḥzi mit beiden Händen fortstieß, und nicht wie Jehošua͑ b. Peraḥja, der Jesus den Nazarener mit beiden Händen fortstieß. –",
"Welches Bewenden hat es mit Eliša͑? – Es heißt:Da sprach Nadman: Beliebe doch zwei Talente zu nehmen. Ferner heißt es:Er aber sprach: Wandelte nicht mein Herz, als sich jemand auf seinem Wagen nach dir umdrehte? War es an der Zeit, Silber zu nehmen oder Kleider zu nehmen oder Ölgarten, Weinberge, Schafe, Rinder, Sklaven und Sklavinnen? –",
"Hatte er denn dies alles erhalten, er hatte ja nur Silber und Kleider erhalten!? – R. Jiçḥaq erwiderte: Eliša͑ befaßte sich dann mit [der Lehre von] den achtKriechtieren, und er sprach zu ihm: Bösewicht, es ist die Zeit herangereicht, daß du die Belohnung für die acht Kriechtiereerhältst.Der Aussatz Naa͑mans soll dir und deinen Nachkommen anhaften in Ewigkeit. Es waren vier aussätzige Männer. R. Joḥanan sagte: Es waren Geḥzi und seine drei Söhne.",
"Da ging Eliša͑ nach Damešeq. Wozu ging er dahin? R. Joḥanan erwiderte: Um Geḥzi zur Buße zu veranlassen; dieser tat es aber nicht. Er sprach zu ihm: Kehre um! Dieser erwiderte: Es ist mir von dir überliefert, daß, wenn jemand gesündigt und das Publikum zur Sünde verleitet hat, man ihm nicht gelingen lasse, Buße zu tun. –",
"Was tat er? – Manche sagen, er errichtete einen Magnetstein für das Sündenbild Jerobea͑msund ließ es zwischen Himmel und Erde schweben. Manche sagen, er grub ihm den Gottesnamen in den Mund ein, und es sprach: ichbin [dein Gott], und: du sollst keinen anderen haben.",
"Und manche sagen, er stieß die Jünger von ihm fort. Es heißt: da sprachen die Prophetenjünger zu Eliša͑: Siehe, der Ort, auf dem wir weilen, ist uns zu eng. Demnach war er bis dahin nicht eng.",
"Welches Bewenden hat es mit R. Jehošua͑ b. Peraḥja? – Als der König Jannaj die Gelehrten tötete, wurde Šimo͑n b. Šaṭah von seiner Schwesterverborgen, und R. Jehošua͑ b. Peraḥja floh nach Alexandrien in Ägypten. Nachdem Friede eingetreten war, schrieb Šimo͑n b. Šaṭaḥ an ihn: Von mir Jerušalem, der heiligen Stadt, an dich Alexandrien in Ägypten. Meine Schwester, mein Mann weilt in deiner Mitte, und ich sitze verlassen da. Da sagte er: Es scheint also, daß Friede eingetreten ist.",
"Auf der Reise kehrten sie in ein Gasthaus ein, wo ihm [die Wirtin] viel Ehrung erwies, und er lobte sie: Wie brav ist diese Gastwirtin! Jeneraber sprach: Meister, ihre Augen sind matt. Da sprach er zu ihm: Bösewicht, damit befassest du dich! Alsdann brachte er vierhundert Posaunenstöße hervor und tat ihn in den Bann. Hierauf kam er jeden Tag zu ihm, er empfing ihn aber nicht.",
"Eines Tages kam er zu ihm, als er gerade beim Šema͑lesen war, und da er ihn nunmehr empfangen wollte, winkte er ihm mit der Hand; jener aber glaubte, er weise ihn wiederum ab. Da ging er fort, stellte einen Ziegelstein hin und betete ihn an. Hierauf sprach er zu ihm: Tu Buße! Jener erwiderte: Es ist mir von dir überliefert, daß, wenn jemand gesündigt und das Publikum zur Sünde verleitet hat, man ihm nicht gelingen lasse, Buße zu tun.",
"Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Auch den [Geschlechts]trieb, ein Kind und ein Weib stoße man fort mit der Linken und ziehe heran mit der Rechten.",
"WIRD DER TOTSCHLÄGER ENTDECKT, BEVOR MAN DEM KALBE DAS GENICK GEBROCHEN HAT, SO KOMME ES WIEDER IN DIE HERDE UND WEIDE, WENN ABER NACHDEM IHM DAS GENICK GEBROCHEN WORDEN IST, SO IST ES AN DER STELLE ZU BEGRABEN, DENN ES WURDE VON VORNHEREIN WEGEN DES ZWEIFELS DARGEBRACHT, UND DIE SÜHNE DES ZWEIFELS IST NUN VOLLZOGEN. vii WENN DEM KALBE DAS GENICK GEBROCHEN WORDEN IST UND DARAUF DER TOTSCHLÄGER ENTDECKT WIRD, SO IST ER HINZURICHTEN.",
"WENN EIN ZEUGE SAGT: ICH HABE DEN TOTSCHLÄGER GESEHEN, UND EINER SAGT: DU HAST IHN NICHT GESEHEN, WENN EINE FRAU SAGT: ICH HABE IHN GESEHEN, UND EINE ANDERE SAGT: DU HAST IHN NICHT GESEHEN, SO ERFOLGT DAS GENICKBRECHEN. viii WENN EIN ZEUGE SAGT: ICH HABE IHN GESEHEN, UND ZWEI SAGEN: DU HAST IHN NICHT GESEHEN, SO ERFOLGT DAS GENICKBRECHEN.",
"WENN ZWEI SAGEN: WIR HABEN IHN GESEHEN, UND EINER SAGT: IHR HABT IHN NICHT GESEHEN, SO ERFOLGT DAS GENICKBRECHENNICHT. ALS DIE MÖRDER SICH MEHRTEN, WURDE DAS GENICKBRECHEN DES KALBES ABGESCHAFFT. [DIES ERFOLGTE] ALS ELIE͑ZER, SOHN DINAJS, DER AUCH TEHINA, SOHN PERIŠAS GENANNT WURDE, AUFTRAT; SPÄTER ABER NANNTE MAN IHN DEN MÖRDERSOHN.",
"ALS DIE EHEBRECHER SICH MEHRTEN, WURDE DAS FLUCHWASSER ABGESCHAFFT, UND ZWAR SCHAFFTE ES R. JOḤANAN B. ZAKKAJ AB, DENN ES HEISST :ich ahnde es nicht mehr an euren Töchtern, wenn sie huren, und nicht an euren jungen Weibern, wenn sie ehebrechen, denn &c. \n",
" MIT DEM TODE DES JOSE B. JOE͑ZER AUS ÇEREDA UND DES JOSE B. JEHUDA AUS JERUŠALEM HÖRTEN DIE TRAUBENAUF, DENN ES HEISST :es ist keine Traube da zum Essen, nach einer reifen Frucht verlangt meine Seele. JOḤANAN DER HOCHPRIESTER SCHAFFTE DAS ZEHNTBEKENNTNISAB. DIESER SCHAFFTE AUCH DIE WECKENDEN UND DIE BETÄUBENDEN AB."
],
[
" BIS ZU SEINENTAGEN WAR IN JERUŠALEM DER HAMMERIN TÄTIGKEIT, AUCH BRAUCHTE MAN IN SEINEN TAGEN NICHT WEGEN DES DEMAJZU FRAGEN.",
"GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Woher, daß, wenn dem Kalbe das Genick gebrochen worden ist und darauf der Totschläger gefunden wird, dieses ihm keine Sühne schaffe? Es heißt :und dem Lande wird keine Sühne für das Blut, das darin vergossen worden ist, es sei denn durch das Blut dessen, der es vergossen hat.",
"WENN EIN ZEUGE SAGT: ICH HABE DEN MÖRDER GESEHEN &C. Nur wenn ein anderer ihm widerspricht, wenn aber ein anderer ihm nicht widerspricht, so ist der einzelne Zeuge glaubhaft;",
"woher dies? – Die Rabbanan lehrten:Und es nicht bekannt ist, wer ihn erschlagen hat; wenn es aber bekannt ist, wer ihn erschlagen hat, selbst einem am Ende der Welt, so erfolge das Genickbrechen nicht. R. A͑qiba sagte: Woher, daß, wenn das Synedrium gesehen hat, wie jemand einen Menschen erschlagen bat, ihn aber nicht kennt, das Genickbrechen nicht erfolge? Es heißt: und unsere Augen haben nicht gesehen, sie aber haben es ja gesehen. –",
"Wieso kann, wenn du sagst, ein einzelner Zeuge sei glaubwürdig, der andere ihm widersprechen, U͑la sagte ja, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, er als zwei gelte, und die Worte des einen sind ja zweien gegenüber ungültig!? – U͑la kann dir erwidern, man lese: so erfolgt das Genickbrechen nicht. Ebenso sagte auch R. Jiçḥaq man lese: so erfolgt das Genickbrechen nicht.",
"R. Ḥija aber sagt, man lese: so erfolgt das Genickbrechen. – Nach R. Ḥija ist ja ein Einwand von der Lehre U͑las zu erheben!? – Das ist kein Einwand; das eine, wenn gleichzeitig, das andere, wenn hintereinander. –",
"Wir haben gelernt: Wenn ein Zeuge sagt: ich habe den Totschläger gesehen, und zwei sagen: du hast ihn nicht gesehen, so erfolgt das Genickbrechen. Demnach erfolgt es nicht, wenn es einer und einer sind; dies ist eine Widerlegung der Lehre R. Ḥijas!? –",
"Wie ist nach deiner Auffassung der Schlußsatz zu erklären: wenn zwei sagen: wir haben ihn gesehen, und einer sagt: ihr habt ihn nicht gesehen, so erfolgt das Genickbrechen nicht. Demnach erfolgt das Genickbrechen, wenn es einer und einer sind!?",
"Vielmehr spricht unsere ganze Mišna von unzulässigenZeugen, und zwar nach der Lehre R. Neḥemjas, welcher sagt, daß überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, man sich nach der Mehrheit der Personen richte. Zwei Frauen gegenüber einem Manne haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne.",
"Manche sagen: Wenn ein einzelner tauglicher Zeuge zuerst gekommen ist, so gelten auch hundert Frauen als einZeuge, hier aber wird von dem Falle gesprochen, wenn zuerst eine Frau gekommen ist. Die Lehre R. Nehemjas ist wie folgt zu erklären: R. Neḥemja sagte: Überall, wo die Tora einem einzelnen Zeugen geglaubt hat, richte man sich nach der Mehrheit der Personen. Zwei Frauen gegenüber einer Frau haben dieselbe Bedeutung wie zwei Männer gegenüber einem Manne; zwei Frauen aber gegenüber einem Manne gelten als Hälfte gegen Hälfte. –",
"Wozu sind zwei Lehrenvon den unzulässigen Zeugen nötig!? – Man könnte glauben, nur erschwerend richte man sich nach der Mehrheit der Personen, nicht aber erleichternd, so lehrt er uns.",
"ALS DIE MÖRDER SICH MEHRTEN &C. Die Rabbanan lehrten: Als die Mörder sich mehrten, wurde das Genickbrechen des Kalbes abgeschafft. Dies hat nur wegen eines Zweifels zu erfolgen, daher wurde, als die öffentlichen Mörder sich mehrten, das Genickbrechen des Kalbes abgeschafft.",
"ALS DIE EHEBRECHER SICH MEHRTEN &C. Die Rabbanan lehrten :Und der Mann ist frei von Schuld; ist der Mann frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau, ist der Mann nicht frei von Schuld, so prüft das Wasser seine Frau nicht. Ferner heißt es:ich ahnde es nicht mehr an eueren Töchtern, wenn sie huren &c. –",
"Wozu ist das ‘femer’nötig? – Man könnte glauben, nur seineSchuld, nicht aber die seiner Söhne und seiner Töchter, so heißt es auch: ich ahnde es nicht mehr an eueren Töchtern, wenn sie huren, und nicht an eueren jungen Weibern, wenn sie ehebrechen.",
"Man könnte ferner glauben, dies gelte nur von der Sünde mit einer verheirateten Frau, nicht aber mit einer Ledigen, so heißt es :da sie selbst mit den Huren abseits gehen und mit den Lustdirnen opfern &c. –",
"Was heißt :und das unverständige Volk müht sich ab? R. Elea͑zar erwiderte: Der Prophet sprach zu Jisraél: wenn ihr auf euch selbst achtet, so prüft das Wasser eure Frauen, wenn aber nicht, so prüft das Wasser eure Frauen nicht.",
"Seitdem die Genußsüchtigensich mehrten, beugte sich die Rechtssprechung, entarteten die Handlungen und an der Welt ist keine Befriedigung mehr. Seitdem das Ansehen der Person vor Gericht sich mehrte, hörte auf [das Verbot :]fürchte niemand, gilt nicht mehr: ihr sollt nicht erkennen. Man wirft das Joch des Himmels ab und nimmt das Joch der [Menschen aus] Fleisch und Blut auf sich.",
"Seitdem die Flüsterer bei Gericht sich mehrten, wächst der Zorn gegen Jisraél und die Göttlichkeit ist gewichen, denn es heißt :in der Mitte der Richter wird er richten. Seitdem sich diejenigen mehrten, [von denen es heißt :]ihr Herz geht ihrem Gewinne nach, mehrten sich diejenigen, [von denen es heißt :]die das Böse gut und das Gute bös heißen. Seitdem sich diejenigen mehrten, [von denen es heißt:] die das Böse gut und das Gute bös heißen, mehrten sich Wehrufein der Welt.",
"Seitdem die Speichelzieher sich mehrten, mehrten sich die Hochmütigen, verminderten sich die Schüler und die Tora sucht nach solchen, die sie studieren. Seitdem die Hochmütigen sich mehrten, begannen die Töchter Jisraéls sich mit diesen zu verheiraten, denn unser Zeitalter sieht nur auf das äußere. –",
"Dem ist ja aber nicht so, der Meister sagte ja, wer hochmütig ist, werde nicht einmal von seinen eigenen Hausleuten gelitten, denn es heißt:ein prahlerischer Mann, er wohnt nicht, er wohnt nichteinmal in seiner eigenen Wohnung!? – Anfangs reißen sie sich um ihn, später aber wird er ihnen verächtlich.",
"Seitdem sich diejenigen mehrten, die den Hausherren Warenaufbürden, mehrten sich Bestechung und Rechtsbeugung und das Gute hat aufgehört. Seitdem die Gefälligkeitsnehmer und Dankverpflichtetensich mehrten, mehrte sich: jeder tat, was recht war in seinen Augen. Die Niedrigen werden erhoben und die Hohen erniedrigt, und die Nationverkümmert fortgesetzt. Seitdem die Geizigen und Plünderer sich mehrten, mehrten sich die Hartherzigen und die ihre Hände beim Leihen verschließen. Sie übertreten das, was in der Tora geschrieben steht:hüte dich, daß &c.",
"Seitdem sich diejenigen mehrten, [von denen es heißt :]die Hälse gestreckt und die Augen umherwerfend, mehrte sich [die Veranlassung zum] Fluchwasser, nur ist es abgeschafft worden. Seitdem sich diejenigen mehrten, die Geschenke nehmen, wurden die Tage vermindert und die Jahre gekürzt, denn es heißt:wer Geschenke haßt, wird leben. Seitdem die Hochmütigen sich mehrten, mehrte sich Streit in Jisraél. Seitdem die Schüler Šammajs und Hillels sich mehrten, die nicht genügend famuliert haben, mehrte sich Streit in Jisraél, und die Tora ist wie zwei Toroth geworden. Seitdem sich diejenigen mehrten, die von den Nichtjuden Almosen annehmen, kam Jisraél obenund jene unten, Jisraél vorwärts und jene zurück.",
"MIT DEM TODE DES JOSE B. JOÉZER &C. Was heißt Trauben? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Männer, in denen alles ist. JOḤANAN DER HOCHPRIESTER SCHAFFTE AB &C. Aus welchem Grunde? R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Weil man ihn nicht nach Vorschrift entrichtete; die Tora sagt, daß man ihn an die Leviten entrichte,"
],
[
"während man ihn an die Priesterentrichtete. –",
"Man kann es ja über die übrigen Zehntesprechen!? Reš Laqiš erwiderte: Wenn in einem Hause das Bekenntnis nicht über den ersten Zehnten gesprochen worden ist, so spricht man es auch nicht über die übrigen. – Aus weichem Grunde? Abajje erwiderte: Weil die Schrift mit diesem begonnen hat. –",
"Demnach entrichtete man ihn, und dem widersprechend wird gelehrt: Er schaffte ferner das Bekenntnis ab und er erließ eine Verfügung über das Demaj. Er ließ nämlich im ganzen jisraélitischen Gebiete inspizieren und stellte fest, daß man nur die große Hebeentrichtete, während den ersten Zehnten und den zweiten Zehnten manche entrichteten und manche nicht entrichteten.",
"Da sprach er zu ihnen: Meine Kinder, kommt, ich will euch sagen: wie an der großen Hebe eine mit dem Tode bedrohte Sündehaftet, ebenso haftet an der Zehnthebe und [am Genüsse] von Unverzehntetem eine mit dem Tode bedrohte Sünde.",
"Hierauf ordnete er an, daß, wenn jemand Früchte von einem Menschen aus dem gemeinen Volke kauft, er von diesen den ersten Zehnten und den zweiten Zehnten entrichte. Vom ersten Zehnten ist die Zehnthebe abzusondern und dem Priester zu geben, und den zweiten Zehnten bringe man nach Jerušalemund esse ihn da. Bezüglich des ersten Zehnten und des Armenzehntenaber hat derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis anzutreten. –",
"Er erließ zwei Verordnungen; er hob das Bekenntnis auf für Genossenund verbot das Demaj der Leute aus dem gemeinen Volke.",
"DIESEIR SCHAFFTE AUCH DIE WECKENDEN AB. Wer waren die Weckenden? Reḥaba erwiderte: Die Leviten betraten täglich die Estrade und sprachen:Erwache, warum schläfst du, o Herr! Er sprach zu ihnen: Gibt es denn bei Gott ein Schlafen, es heißt ja:siehe, nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Jisraéls. Vielmehr bezieht sich [der Schriftvers:] wache auf, warum schläfst du, o Herr, auf die Zeit, wo Jisraél in Not ist, die weltlichen Völker aber in Wonne und Frieden.",
"DIE BETÄUBENDEN. Wer waren die Betäubenden? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Sie ritzten dem [Opfer]kalbezwischen die Hörner, damit ihm das Blut in die Augen fließe. Er trat auf und schaffte es ab, weil dies den Anschein eines Gebrechens hat.",
"In einer Barajtha wurde gelehrt: Sie schlugen es mit Stöcken, wie dies beim Götzendienste zu erfolgen pflegt. Da sprach er zu ihnen: Wie lange noch werdet ihr den Altar Aas verzehren lassen. – Wieso Aas, es wurde ja geschlachtet!? – Vielmehr Totverletztes, denn die Hirnhaut kann verletzt worden sein. Er trat dann auf und ließ Ringe in den Boden einlassen.",
"BIS ZU SEINEN TAGEN WAR DER HAMMER IN JERUŠALEM IN TÄTIGKEIT. Am Halbfeste.",
"AUCH BRAUCHTE MAN IN SEINEN TAGEN NICHT WEGEN DES DEMAJ ZU FRAGEN. Wie wir bereits gesagt haben.",
" MIT DEM AUFHÖREN DES SYNEDRIUMS HÖRTE DER GESANG BEI DEN FESTMÄHLERN AUF, WIE ES HEISST:nicht mehr wird bei Gesang Wein getrunken &c.",
" MIT DEM TODE DER ERSTEN PROPHETEN HÖRTEN URIM UND TUMMIMAUF. MIT DER ZERSTÖRUNG DES [ZWEITEN]TEMPELS VERSCHWAND DER ŠAMIR, AUCH DER SÜSSE SEIM, UND MÄNNER DES VERTRAUENS HABEN AUFGEHÖRT, WIE ES HEISST :hilf, Herr, denn es gibt keinen Frommen mehr &c.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE IM NAMEN R. JEHOŠUA͑S: SEIT DEM TAGE, AN DEM DER TEMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, GIBT ES KEINEN TAG OHNE FLUCH, DER TAU FÄLLT NICHT ZUM SEGEN UND DEN FRÜCHTEN IST DER GESCHMACK GENOMMEN. R. JOSE SAGTE: AUCH DAS MARK DER FRÜCHTE IST DAHIN. xiii R. ŠIMO͑N B. ELEA͑ZAR SAGTE: MIT DER REINHEIT VERSCHWANDEN AUCH GESCHMACK UND GERUCH, UND MIT DEM ZEHNTEN DAS MARK DES GETREIDES. DIE WEISEN SAGEN: HUREREI UND ZAUBEREI HABEN ALLES ZUGRUNDE GERICHTET.",
"GEMARA. Woher, daß dieser Schriftvers sich auf das Aufhören des Synedriums bezieht? R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, erwiderte: Es heißt: verscheucht sind die Ältesten aus den Toren, Jünglinge von ihren Liedern.",
"Rabh sagte: Das Ohr, das Gesang hört, möge ausgerissen werden. Raba sagte: Gesang im Hause, Zerstörung an der Schwelle, denn es heißt: ertönt die Stimme im Fenster, so ist Zerstörung an der Schwelle, das Zedergetäfel ist bloßgelegt.",
" Was heißt: das Zedergetäfel ist bloßgelegt? R. Jiçḥaq erwiderte: Ist etwa ein mit Zedern überbälktes Haus eine Stadl!? Vielmehr, selbst ein mit Zedern überbälktes Haus wird zerstört. R. Aši sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Zerstörung eines Hauses mit der Schwelle beginne, denn es heißt: Zerstörung an der Schwelle. Wenn du aber willst, entnehme ich es hieraus.Verwüstung zertrümmert das Tor. Mar b. R. Aši sagte: Ich habe ihngesehen, er stößt wie ein Ochs.",
"R. Hona sagte: Der Gesang der Schiff erund Pflüger ist erlaubt, der der Weber ist verboten. Einst verbot R. Hona das Singen, da [fiel der Preisvon] hundert Gänsen auf einen Zuz und von hundert Seá Weizen auf einen Zuz, und doch wurde danach nicht verlangt. Als aber hierauf R. Ḥisda [das Verbot] vernachlässigte, war eine Gans auch nicht für einen Zuz zu haben.",
"R. Joseph sagte: Wenn Männer singen und Frauen einstimmen, so ist dies schon eine Ausgelassenheit, wenn aber Frauen singen und Männer einstimmen, so ist dies wie Feuer im Werg. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Daß das eine eher als das andere zu vermeiden sei.",
"R. Joḥanan sagte: Wer bei den vier Musikinstrumententrinkt, bringt fünf Heimsuchungen über die Welt, denn es heißt:wehe denen, die früh am Morgen aufstehen und nach Rauschtrank jagen, die spät am Abend sitzen und der Wein sie erhitzt. Zither und Harfe, Pauke und Flöte und Wein macht ihr Zechgelage, aber auf das Werk des Herrn blicken sie nicht.",
" Hierauf folgt:Darum wandert mein Volk unversehens in Verbannung, sie bringen Verbannung über die Welt; seine Vornehmen werden Hungerleider, sie bringen Hunger über die Welt; seine Menge verschmachtet vor Durst, sie bewirken, daß die Tora bei ihren Studierenden in Vergessenheit gerät.Gebeugt ist der Mensch und niedrig der Mann, sie bewirken Erniedrigung für den Feinddes Heiligen, gepriesen sei er, denn unter Mann ist der Heilige, gepriesen sei er, zu verstehen, wie es heißt:der Herr ist ein Mann des Krieges.Die Augen der Stolzen werden erniedrigt, sie bewirken die Erniedrigung Jisraéls. \n",
"Hierauf heißt es:Darum \n"
],
[
"weitet die Hölle ihren Rachen undsperrt ihr Maul unermeßlich auf, daß hinabfährt ihre Pracht, ihr Reichtum, ihr Gebrause und was darin frohlockt.",
"MIT DEM TODE DER ERSTEN PROPHETEN. Wer sind die ersten Propheten? R. Hona erwiderte: Das sind David, Šemuél und Šelomo. R. Naḥman sagte: Zur Zeit Davids ist es zuweilen gelungenund zuweilen nicht gelungen; Çadoq fragte, und es gelang ihm, Ebjathar fragte und es gelang ihm nicht, denn es heißt :und Ebjathar ginghinauf.",
"Rabba b. Šemuél wandte ein: [Es heißt:]und er war beflissen, Gott zu suchen in den Tagen Zekharjas, der ihn in der Furcht Gottesunterwies; doch wohl durch die Urim und Tummim!? – Mein, durch die Propheten.",
"Komm und höre: Mit der Zerstörung des ersten Tempels hörten die Freistädteauf, die Urim und Tummim verschwanden und die Davidische Dynastie erlosch!?",
"Wenn jemand aber erwidert, [es heißt ja:]und der Vorsteher sprach zu ihnen, daß sie vom Hochheiligen nicht essen sollten, bis wieder ein Priester den Urim und Tummim vorstehen würde, so ist dies so zu verstehen, als wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: bis die loten auferstanden sind und der Messias, der Sohn Davids, gekommen ist.",
"Vielmehr, erklärte R. Naḥman b. Jiçḥaq, die [Bezeichnung] ‘erste Propheten’ schließt Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi aus, die die letzten waren. Die Rabbanan lehrten nämlich: Mit dem Tode von Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi wich die Prophetie von Jisraél, aber immerhin bedienten sie sich noch der Hallstimme.",
"Einst waren sie im Söller des Hauses des Gorja in Jeriho versammelt, da ertönte über ihnen eine Hallstimme vom Himmel und sprach: Einer ist unter euch, der würdig ist, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dessen nicht würdig. Da richteten sie ihre Augen auf Hillel den Älteren. Als er starb, hielten sie über ihn folgende Trauerrede: O Frommer, o Sanftmütiger, Schüler des E͑zra!",
"Abermals waren sie in einem Söller in Jabne versammelt, da ertönte über ihnen eine Hallstimme vom Himmel und sprach: Einer ist unter euch, der würdig ist, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, nur ist sein Zeitalter dessen nicht würdig. Da richteten sie ihre Augen auf Šemuél den Kleinen. Als er starb, hielten sie über ihn folgende Trauerrede: O Frommer, o Sanftmütiger, Schüler des Hillel!",
"Er sprachauch bei seinem Sterben: Šimo͑n und Jišma͑él werden dem Schwerte [verfallen], ihre Genossen der Hinrichtung und das übrige Volk der Plünderung, und viele Leiden werden über das Volk kommen. Auch über R. Jehuda b. Baba wollten sie sagen: o Frommer, o Sanftmütiger, nur war es eine Unglückszeit, denn man durfte über die von der Regierung Hingerichteten keine Trauerrede halten.",
"MIT DER ZERSTÖRUNG DES [ZWEITEN] TEMPELS VERSCHWAND DER ŠAMIR &C. Die Rabbanan lehrten: Mit dem Šamir baute Selomo den Tempel, denn es heißt:und das Gebäude, als es erbaut wurde, aus ganzen Steinen aus dem Bruche; die Worte sind wörtlichzu verstehen – so R. Jehuda.",
"R. Neḥemja sprach zu ihm: Ist dies denn möglich, es heißt ja: alles dieses aus kostbaren Steinen &c. mit dem Meißel gemeißelt!? Wenn es aber dennoch heißt :es wurde bei der Errichtung des Gebäudes nichts gehört,[so ist zu erklären, die Steine] wurden außerhalb hergerichtet und nach innen gebracht. Rabbi sagte: Die Worte R. Jehudas sind einleuchtend bei den Steinen für den Tempel, und die Worte R. Neḥemjas bei den Steinen für sein eigenes Haus. –",
"Wofür wurde nach R. Neḥemja der Šamir verwendet? – Wie gelehrt wird: Auf diese Steine durfte man nicht mit Tinte schreiben, denn es heißt:Siegelgravierung, auch durfte man darauf nicht mit einem Stichel gravieren, denn es heißt:in ihrer Vollständigkeit.",
"Vielmehr schrieb man auf diese zuerst mit Tinte und legte den Šamir hinauf, wodurch sie sich von selbst spalteten, wie eine Feige, die im Sommer platzt, ohne daß von ihr etwas fehlt, oder wie die Ebene in der Regenzeit sich spaltet, ohne daß etwas sich verliert.",
"Die Rabbanan lehrten: Der Šamir ist ein gerstengroßes Wesen, das in den sechs Schöpfungstagen erschaffenwurde, und es gibt nichts Hartes, das vor ihm bestehen könnte. – Worin wird er verwahrt? – Man wickelt ihn in Charpie und legt ihn in eine mit Gerstenkleie gefüllte Bleidose.",
"R. Ami sagte: Seit der Zerstörung des ersten Tempels verschwanden feine Seide und weißes Krystall. Ebenso wird gelehrt: Seit der Zerstörung des ersten Tempels verschwanden feine Seide, weißes Krystall und die eisernenKriegswagen. Manche sagen, auch der aus Šenir herrührende geronnene Wein, der einem Feigenkuchen glich.",
"DER SÜSSE SEIM. Was ist süßer Seim? Rabh erklärte: Mehl, das auf dem Siebe schwimmtund einem aus Honig und Öl gekneteten Teige gleicht. Levi erklärte: Zwei an den Ofen geklebte Brote, die so anschwellen, daß sie einanderberühren. R. Jehošua͑ b. Levi erklärte: Das ist der Honig, der von den Bergen kommt. – Wo ist diesangedeutet? – Nach der Übersetzung des R. Šešeth: Wie die Bienen abspringen und in der Weltenhöhe herumschwirren und aus den Gebirgsgräsern Honig bringen.",
"Dort haben wir gelernt: Alles, was durch den Strahl verbundenwird, ist rein, ausgenommen der Ziphim-Honig und Capahath. Was ist Ziphim? R. Joḥanan erwiderte: Ein Honig, an dem man Fälschungen begeht. Reš Laqiš erwiderte: Er wird so nach seiner Herkunft benannt, wie es heißt:Ziph, Ṭelem, und Bea͑loth.",
"Desgleichen heißt es:als die Ziphim kamen und zu Šaúl sprachen: siehe, der David &c. Warum [hießen sie] Ziphim? R. Joḥanan erwiderte: Leute, die ihre Worte fälschten. R. Elea͑zar erwiderte: Sie werden so nach ihrer Herkunft benannt, wie es heißt: Ziph, Ṭelem und Bea͑loth.",
"UND MÄNNER DES VERTRAUENS HABEN AUFGEHÖRT. R. Jiçḥaq sagte: Es sind die Männer, die auf den Heiligen, gepriesen sei er, [nicht] vertrauen. Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer der Große sagte: Wer Brot im Korbe hat und sagt: was werde ich morgen essen, gehört zu denen, die klein im Vertrauen sind.",
"Das ist es, was R. Elea͑zar gesagt hat: Es heißt :wer raubt den Tag, die Kleinheit; was veranlaßte, daß die Tafel der Frommen in der zukünftigen Welt beraubt wird? Ihre Kleinheit, denn sie vertrauten nicht auf den Heiligen, gepriesen sei er. Raba erklärte: Das sind die Kleinender jisraélitischen Frevler,"
],
[
"die in der zukünftigen Welt das Urteil über ihre Väter beraubenwerden. Sie werden vor ihm sprechen: Herr der Welt, weshalb hast du, wenn du an ihnen später Vergeltung üben wolltest, ihnen die Zähne durch uns stumpf gemacht!?",
"R. Ilea͑ b. Jeberekhja sagte: Wenn nicht das Gebet Davids, wären alle Jisrae͑liten Müllhändler, denn es heißt:verleihe ihnen, Herr, Achtung. Ferner sagte R. Ilea͑ b. Jeberekhja: Wenn nicht das Gebet Ḥabaquqs, würden zwei Schriftgelehrte sich mit einem Gewande gekleidetund die Tora studiert haben, denn es heißt :Herr, ich habe deinen Ruf vernommen und fürchte mich; dein Werk beim nahen der Jahre [beqereb šanim] erhalte es, und man lese nicht: beqereb šanim, sondern beqirub šenajim [in zweier Nähe].",
"Ferner sagte R. Ilea͑ b. Jeberekhja: Wenn zwei Schriftgelehrte auf dem Wege geben und sich nicht über Worte der Tora unterhalten, so verdienen sie im Feuer verbrannt zu werden, denn es heißt:und während sie nun in solcher Unterhaltung gingen, erschien ein feuriger Wagen &c. Nur wegen der Unterhaltung, ohne Unterhaltung aber würden sie verbrannt zu werden verdient haben.",
"Ferner sagte R. Ilea͑ b. Jeberekhja: Wenn zwei Schriftgelehrte in einer Stadt wohnen und sich in der Halakha nicht vertragen, so stirbt der eine und der andere wird verbannt, denn es heißt:dahin flüchte der Mörder, der einen anderen ohne Wissen erschlagen hat, und Wissen ist nichts anderes als die Tora, denn es heißt:vertilgt ist mein Volk ohne Wissen.",
"R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Wenn ein Schriftgelehrter sich in Armut mit der Tora befaßt, so wird sein Gebet erhört, denn es heißt: o Volk, das auf Çijon zu Jerušalem wohnt, du wirst nicht mehr weinen, er wird dich begnadigen bei der Stimme deines Rufens, wie er es vernimmt, erhört er dich; hierauf folgt :der Herr wird euch Brot der Not und Wasser der Drangsal geben.",
"R. Abahu sagte: Man sättigt ihn auch mit dem Glanze der Göttlichkeit, denn es heißt:deine Augen werden deinen Meister sehen. R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Auch der Vorhangwird vor ihm nicht geschlossen, denn es heißt:nicht wird sich ferner dein Meister verbergen.",
"R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGTE IM NAMEN R. JEHOŠUA͑S: SEIT DEM TAGE, AN DEM OEK TEMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, GIBT ES KEINEN &C. Raba sagte: Eines jeden Tages Fluch ist größer als der des vorangehenden. Es heißt: morgens wirst du sagen: wenn es doch Abend wäre, und abends wirst du sagen: wenn es doch Morgen wäre. Welcher Morgen, wenn etwa des folgenden Tages, so weiß man ja nicht, was kommen wird; doch wohl der des vorangehenden. –",
"Wodurch wird demnach die Welt erhalten? – Durch den täglichen Heiligungssegenund [die Formel] ‘Es sei sein großer Name’ der Agada, denn es heißt:ein Land verschleiert wie das Dunkel, Totenschatten sonder Ordnung; wenn aber Ordnung vorhanden ist, so leuchtet es aus dem Dunkel hervor.",
"DER TAU FÄLLT NICHT ZUM SEGEN UND DEN FRÜCHTEN IST DER GESCHMACK GENOMMEN &C. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Mit der Reinheit verschwandenauch Geschmack und Geruch und mit dem Zehnten das Mark des Getreides.",
"Einst fand R. Hona eine Edeldattel, da nahm er sie auf und wickelte sie in sein Gewand. Als hierauf sein Sohn Rabba zu ihm kam, sprach dieser zu ihm: Ich rieche den Duft einer Edeldattel. Jener erwiderte: Mein Sohn, an dir ist Reinheit. Da gab er sie ihm. Währenddessen kam Abba, der Sohn [Rabbas], heran und er gab sie ihm. Jener sprach: Mein Sohn, du hast mein Herz erfreut und meine Zähne stumpfgemacht. Das ist es, was die Leute sagen: die Liebe des Vaters zu den Kindern, die Liebe der Kinder aber zu ihren eigenen Kindern.",
"R. Aba b. Ja͑qob erzog R. Ja͑qob, den Sohn seiner Tochter. Einst sprach jener, als dieser herangewachsen war, zu ihm: Reiche mir etwas Wasser. Dieser erwiderte: Ich bin nicht deinSohn! Das ist es, was die Leute sagen: Ziehe mich nur groß, dann bin ich nur der Sohn deiner Tochter.",
" BEI DER INVASION DES VESPASIAN VERBOT MAN DIE BRÄUTIGAMSKRÄNZE UND DIE HANDTROMMEL.",
"BEI DER INVASION DES QUIETUSVERBOT MAN DIE BRAUTKRÄNZE UND SEINEN SOHN GRIECHISCH ZU UNTERRICHTEN. \n",
"BEI DER LETZTEN INVASIONVERBOT MAN, DIE BRAUT UNTER EINEM BALDACHIN DURCH DIE STADT ZU FÜHREN ; UNSERE MEISTER ABER ERLAUBTEN, DIE BRAUT UNTER EINEM BALDACHIN DURCH DIE STADT ZU FÜHREN.",
" MIT DEM TODE R. MEÍRS HÖRTEN DIE FABELDICHTER AUF. MIT DEM TODE BEN ÁZAJS HÖRTEN DIE FLEISSIGENAUF. MIT DEM TODE BEN ZOMAS HÖRTEN DIE SCHRIFTAUSLEGER AUF. MIT DEM TODE R. ÁQIBAS HÖRTE DIE EHRUNG DER TORA AUF. MIT DEM TODE DES R. ḤANINA B. DOSA HÖRTEN DIE MÄNNER DER TATAUF. MIT DEM TODE DES R. JOSE QEṬUNTA HÖRTEN DIE FROMMEN AUF. ER HIESS DESHALB QEṬUNTA, WEIL ER DER JÜNGSTE [QEṬUNTA] UNTER DEN FROMMEN WAR.",
"MIT DEM TODE DES R. JOḤANAN B. ZAKKAJ HÖRTE DER GLANZ DER WEISHEIT AUF. MIT DEM TODE R. GAMLIÉL DES ÄLTEREN HÖRTE DIE EHRUNG DER TORA AUF UND REINHEIT UND ENTHALTSAMKEIT ERLOSCH. MIT DEM TODE DES R. JIŠMA͑ÉL B. PHABI HÖRTE DER GLANZ DER PRIESTERSCHAFT AUF. MIT DEM TODE RABBIS HÖRTEN DEMUT UND SÜNDENSCHEU AUF.",
"R. PINḤAS B. JAÍR SAGTE: SEITDEM DER TEMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, SIND DIE GELEHRTEN UND VORNEHMEN BESCHÄMT UND VERHÜLLTEN HAUPTES; DIE MÄNNER DER TAT SIND VERKÜMMERT, UND DIE FAUSTMENSCHEN UND ZUNGENMENSCHEN NEHMEN ÜBERHAND. NIEMAND FORSCHT, NIEMAND SUCHT UND NIEMAND FRAGT.",
"AUF WEN ANDERS SOLLTEN WIR UNS VERLASSEN, ALS AUF UNSEREN VATER IM HIMMEL!?",
"R. ELIÉZER DER GROSSE SAGTE: SEITDEM DER TEMPEL ZERSTÖRT WORDEN IST, GLEICHEN DIE WEISEN DEN KINDERLEHRERN, DIE KINDERLEHRER DEN SYNAGOGENDIENERN, DIE SYNAGOGENDIENER DEM GEMEINEN VOLKE, UND DAS GEMEINE"
],
[
"VOLK VERKÜMMERT FORTWÄHREND. NIEMAND FRAGT UND NIEMAND SUCHT. AUF WEN ANDERS SOLLTEN WIR UNS VERLASSEN, ALS AUF UNSEREN VATER IM HIMMEL!?",
"AN DEN FUSSPUREN DES MESSIASWIRD FRECHHEIT WACHSEN UND ACHTUNG SCHWINDEN. DER WEINSTOCK WIRD SEINE FRÜCHTE GEBEN, DOCH WIRD DER WEIN TEUER SEIN. DIE REGIERUNG WIRD SICH IN HÄRESIE VERWANDELN, EINE ZURECHTWEISUNG WIRD ES NICHT GEBEN, UND DAS VERSAMMLUNGSHAUS WIRD ZUM HURENHAUSE WERDEN. GALILÄA WIRD ZERSTÖRT WERDEN, GABLAN VERWÜSTET, UND DIE GRENZBEWOHNER WERDEN VON STADT ZU STADT WANDERN, OHNE MITLEID ZU FINDEN.",
"DIE WEISHEIT DER GELEHRTEN WIRD ENTARTEN, DIE SÜNDENSCHEUEN VERACHTET, UND DIE WAHRHEIT WIRD VERMISST WERDEN. KNABEN WERDEN GREISE BESCHÄMEN UND GREISE WERDEN VOR KNABEN AUFSTEHEN; DER SOHN WIRD DEN VATER BESUDELN, DIE TOCHTER GEGEN IHRE MUTTER SICH AUFLEHNEN, UND GEGEN IHRE SCHWIEGERMUTTER DIE SCHWIEGERTOCHTER; DIE FEINDE EINES MENSCHEN WERDEN SEINE HAUSGENOSSEN SEIN. DAS GESICHT DES ZEITALTERS WIRD DEM GESTCHTE EINES HUNDES GLEICHEN, UND DER SOHN WIRD SICH VOR SEINEM VATER NICHT SCHÄMEN. AUF WEN ANDERS SOLLTEN WIR UNS VERLASSEN, ALS AUF UNSEREN VATER IM HIMMEL!?",
"GEMA RA. Rabh sagte: Dies gilt nur von [Kränzen] aus Salz und Schwefel, solche aus Myrten und Rosen aber sind erlaubt. Šemuél sagte: Auch solche aus Myrten und Rosen sind verboten, und nur solche aus Rohr und Schilf sind erlaubt. Levi sagte: Auch solche aus Rohr und Schilf sind verboten. Ebenso lehrte Levi in seiner Barajtha: auch solche aus Rohr und Schilf sind verboten.",
"DIE HANDTROMMEL. Was ist Irus? R. Elea͑zar erwiderte: Eine Trommel mit einer Mündung. Rabba b. R. Hona machte für seinen Sohn ein Tamburin, da kam sein Vater und zerbrach es, indem er zu ihm sprach: Dieses kann mit einer Handtrommel verwechselt werden; mache ihm eine solche über die Mündung eines Kruges oder eines Kapiz.",
"BEI DER INVASION DES QUIETUS VERBOT MAN DIE BRAUTKRÄNZE &C. Was sind es für Brautkränze? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Ein Kranzaus Gold. Ebenso wird gelehrt: Unter Brautkranz ist ein Kranz aus Gold zu verstehen, wohl aber ist ein Turban aus feiner Wolle erlaubt.",
"Es wird gelehrt: Auch den Hochzeitsbaldachinverboten sie. – Was ist dies für ein Hochzeitsbaldachin? - Aus vergoldetem Purpur. Ebenso wird auch gelehrt: Unter Hochzeitsbaldachin ist einer aus vergoldetem Purpur zu verstehen, wohl aber darf man einen Stangenbaldachin machen und daran alles Beliebige hängen.",
"UND SEINEN SOHN GRIECHISCH ZU UNTERRICHTEN. Die Rabbanan lehrten: Als die Könige des Ḥasmonäischen Hauses einander bekämpften, befand sich Hyrkanos außerhalb und Aristobulos innerhalb. Täglich ließen sie ihnen Denare in einem Korbe herab und zogen dafür [Vieh für] das beständige Opfer herauf.",
"Unter ihnen befand sich ein Greis, der in der griechischen Weisheit kundig war; da verständigte sich dieser mit jenen vermittelst der griechischen Weisheit und sprach zu ihnen: Solange sie den Opferdienst üben, geraten sie nicht in eure Hände. Als sie ihnen am folgenden Tage wiederum Denare in einem Korbe herabließen, zogen sie ein Schwein herauf, das, als es die Mitte der Mauer erreichte, die Klauen dagegen stemmte, und das Jisraélland wurde vierhundert Parasangen erschüttert.",
"In jener Stunde sprachen sie: Verflucht sei, wer Schweine züchtet, und verflucht sei, wer seinen Sohn griechische Weisheit lehrt. Auf dieses Jahr bezieht sich das, was wir gelernt haben, daß einst die Schwingegarbeaus Gagoth Çeriphin und die zwei Broteaus dem Tale Én Sokher geholt wurden. –",
"Dem ist ja aber nicht so, Rabbi sagte ja: Wozu Jargonim Jisraéllande, entweder die Heiligensprache oder die griechische Sprache!? Ferner sagte R. Joseph: Wozu ist in Babylonien die aramäische Sprache nötig, entweder die Heiligensprache oder die persische Sprache!? –",
"Die griechische Sprache ist etwas anderes und die griechische Weisheit ist etwas anderes. –",
"Ist denn die griechische Weisheit verboten, R. Jehuda sagte ja im Namen Šemuéls im Namen des R. Šimo͑n b. Gamliél: Es heißt:mein Auge tut meiner Seele weh um alle Töchter meiner Stadt; tausend Kinder befanden sich in meinem Vaterhause, von denen fünfhundert die Tora und fünfhundert die griechische Weisheit lernten, und von allen zurückgeblieben sind nur ich hier und der Sohn des Bruders meines Vaters in Asja!? –",
"Anders das Haus R. Gamliéls, das der Regierung nahe stand. Es wird nämlich gelehrt: Das Qomischerenist eine heidnische Sitte; Avtilos, dem Sohne Reúbens, haben sie jedoch das Qomischeren erlaubt, weil er der Regierung nahe stand. Dem Hause R. Gamliéls haben sie die griechische Weisheit erlaubt, weil es der Regierung nahe stand.",
"BEI DER LETZTEN INVASION VERBOT MAN, DIE BRAUT UNTER &C. Aus welchem Grunde? – Aus Keuschheit.",
"MIT DEM TODE R. JOḤANANS HÖRTE DIE WEISHEIT AUF. Die Rabbanan lehrten: Mit dem Tode R. Elie͑zers ist das Buch der Tora verborgenworden. Mit dem Tode R. Jehošua͑s hörten Rat und Überlegungauf. Mit dem Tode R. A͑qibas verschwanden die Arme der Toraund versiegten die Quellen der Weisheit.",
"Mit dem Tode des R. Elea͑zar b. A͑zarja verschwand die Krone der Weisheit, denn :die Krone der Weisen ist ihr Reichtum. Mit dem Tode des R. Ḥanina b. Dosa hörten die Männer der Tat auf. Mit dem Tode des Abba Jose Ben Qeṭunta hörten die Frommen auf. Er hieß deshalb Abba Jose Ben Qeṭunta, weil er der Jüngste unter den Frommen war.",
"Mit dem Tode Ben A͑zajs hörten die Fleißigen auf. Mit dem Tode Ben Zomas hörten die Schriftausleger auf. Als R. Šimo͑n b. Gamliél starb, kamen die Steuereintreiberund die Leiden nahmen zu. Als Rabbi starb, verdoppelten sich die Leiden.",
"MIT DEM TODE RABBIS HÖRTEN DEMUT UND SÜNDENSCHEU AUF. R. Joseph sprach zum [vortragenden] Jünger: Trage nicht [den Passus] von der Demut vor, denn ichbin da, R. Naḥman sprach zum [vortragenden] Jünger: Trage nicht [den Passus] von der Sündenscheu vor, denn ich bin da."
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