{ "language": "en", "title": "Nedarim", "versionSource": null, "versionTitle": "Talmud Bavli. German trans. by Lazarus Goldschmidt, 1929 [de]", "shortVersionTitle": "Lazarus Goldschmidt, 1929", "actualLanguage": "de", "languageFamilyName": "german", "isBaseText": false, "isSource": false, "direction": "ltr", "heTitle": "נדרים", "categories": [ "Talmud", "Bavli", "Seder Nashim" ], "text": [ [], [], [ "i,1ALLE UMSCHREIBUNGEN VON GELÜBDEFORMELN1Cf. Num. 30,1ff. GLEICHEN DEN GELÜBDEFORMELN,", "VON BANNFORMELN2Cf. Lev. 27,28. DEN BANNFORMELN, VON EIDFORMELN DEN EIDFORMELN UND VON NAZIRFORMELN3Cf. Num. 6,1ff. DEN NAZIRFORMELN.", "SPRICHT JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN: ICH SEI DIR ABGELOBT4Dh. jeder Genuß von dir sei mir wie durch Gelübde verboten., ICH SEI DIR ABGESONDERT, ICH SEI DIR ENTFERNT, DAS5Dh. das deinige sei mir durch Gelübde, Eid &c. zu essen &c. verboten. So nach unserer Lesart; manche Texte haben שאיני (weiter in allen Texten abwechselnd): daß ich nicht, dh. das genannte Gelübde, Eid &c. habe Geltung, falls ich esse &c. ICH DEINES ESSE, DAS ICH DEINES KOSTE, SO IST ES IHM VERBOTEN.", "[SAGT JEMAND:] ICH WILL FÜR DICH AUSGESTOSSEN6Dh. ich will für dich als Exkommunizierter gelten, mit dem jeder Verkehr, u. dem einen Genuß zu gewähren verboten ist; od. auch zu ergänzen: falls ich deines esse &c. נדױ (v. נרה verstoßen, ausstoßen) ist die leichtere Form des Bannspruches (חרם); cf. Mq. Fol. 15a. SEIN, SO MEINT7Das im Texte gebrauchte Wort heißt eigentl. reiben, kratzen, wohl wegen der Gebärde des Kopfkratzens beim intensiven Nachdenken od. Überlegen. R. A͑QIBA HIERBEI ERSCHWEREND ZU ENTSCHEIDEN." ], [ "GEMARA. ALLE UMSCHREIBUNGEN VON GELÜBDEFORMELN GLEICHEN DEN GELÜBDEFORMELN. Weshalb werden bei [der Lehre vom] Nazirat nicht alle8Arten von Gelöbnisformeln; cf. Naz. Fol. 2a. aufgezählt und bei [der Lehre von den] Gelübden alle aufgezählt? –", "Gelübde und Eid werden in der Schrift nebeneinander behandelt9Cf. Num. Kap. 30., daher nennt er beide, und da er diese beiden nennt, nennt er auch alle übrigen. –", "Sollte er doch die Umschreibungen der Eidesformeln nach denen der Gelübde10Neben einander, wie in der Schrift.nennen!? – Da er Gelübde nennt, wodurch die Sache [der Person] verboten wird, nennt er [anschließend] Bannformeln, wodurch ebenfalls die Sache [der Person] verboten wird, während durch den Eid die Person der Sache verboten11Bei den erstgenannten Formeln bezieht sich die Enthaltung auf die Sache: sie solle dem Gelobenden als Verbotenes gelten, beim Eide hingegen bezieht sie sich auf die Person: die an sich erlaubte Sache solle dem Gelobenden verboten sein.wird. –", "Er beginnt mit den Umschreibungen: alle Umschreibungen von Gelübdeformeln, und zählt die Ansätze12Die unvollständigen Gelübdeformeln, die Anfänge derselben.auf: spricht jemand zu seinem Nächsten: ich sei dir abgelobt!? Und ferner: vergaß er denn die Ansätze13Er lehrt überhaupt nicht, daß diese den vollständigen Formeln gleichen.!? –", "Er handelt von diesen, nur ist [unsere Mišna] lückenhaft und muß wie folgt lauten: alle Umschreibungen von Gelübdeformeln gleichen den Gelübdeformeln und Ansätze von Gelübdeformeln den Gelübdeformeln. –", "Sollte er doch die Umschreibungen14Mit denen er beginnt.zuerst aufzählen!? –", "Womit er schließt, zählt er zuerst auf. So wird auch gelehrt: Was man als Brennstoff15Zur Beleuchtung am Šabbath; cf. Sab. Fol. 20b.verwenden darf und was man als Brennstoff nicht verwenden darf. Man darf kein &c. brennen.", "Worin man warmstellen16Speisen für den Šabbath, an dem das Kochen verboten ist; cf. ib. Fol. 47b.darf und worin man nicht warmstellen darf. Man darf nicht warmstellen &c. Womit eine Frau ausgehen darf17Am Šabbath, an dem das Tragen jeder Last verboten ist; cf. ib. Fol. 57a.und womit sie nicht ausgehen darf. Eine Frau darf nicht ausgehen &c. –", "Zählt er denn immer später auf, womit er beginnt, es wird ja gelehrt: manche [Verwandte] erben und vererben, [manche] erben und vererben nicht; folgende erben und vererben.", "Manche [Frauen] sind ihren Männern erlaubt und ihren Schwägern verboten18Zur Vollziehung der Schwagerehe., manche ihren Schwägern erlaubt und ihren Männern verboten; folgende sind ihren Männern erlaubt und ihren Schwägern verboten.", "Manche [Speisopfer] benötigen des Öls19Cf. Lev. Kap. 2.und des Weihrauchs, [manche] des Öls und nicht des Weihrauchs; folgende benötigen des Öls und des Weihrauchs. Manche [Opfer] benötigen des Heranbringens20Zum Altar.und nicht des Schwingens, [manche] des Schwingens und nicht des Heranbringens; folgende benötigen des Heranbringens.", "Mancher ist Erstgeborener hinsichtlich der Erbschaft21Von der er doppelten Anteil erhält; cf. Dt. 17.und nicht Erstgeborener hinsichtlich des [Lösegeldes22Vgl. S. 323 Anm. 11.an den] Priester, [mancher] ist Erstgeborener hinsichtlich des [Lösegeldes an den] Priester und nicht Erstgeborener hinsichtlich der Erbschaft; folgender ist Erstgeborener hinsichtlich der Erbschaft und nicht Erstgeborener hinsichtlich des [Lösegeldes an den] Priester. –", "Diese zählt er deshalb zuerst auf, weil sie mehr sind. –", "Bei [der Lehre], womit man ein Vieh austreiben23Am Šabbath; cf. Sab. Fol. 51b.darf und womit man es nicht austreiben darf, sind ja die [zuerst genannten Fälle] nicht mehr, dennoch lehrt er [zuerst:] man darf ein Kamel austreiben!? –" ], [ "Vielmehr, er nimmt es nicht genau; zuweilen zählt er zuerst auf, womit er beginnt, und zuweilen zählt er zuerst auf, womit er schließt. Wenn du aber willst, sage ich: die Ansätze zählt er deshalb zuerst auf, weil sie durch eine Schriftauslegung gefolgert24Er bevorzugt sie, weil sie ein Produkt eigener Forschung sind.werden.", "Sollte er mit diesen auch beginnen!? – Er beginnt mit den Umschreibungen, weil sie aus der Tora sind, nachher aber zählt er die Ansätze [zuerst] auf, weil sie aus einer Schriftauslegung gefolgert werden. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Umschreibungen seien fremdsprachliche25Auch Gelübde in solchen Sprachen sind im Gesetze einbegriffen.Ausdrücke, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es seien von den Weisen ersonnene26Die im Gesetze nicht einbegriffen sind, demnach sind auch diese gleich den Ansätzen aus einer Schriftauslegung gefolgert.Ausdrücke, deren man sich beim Geloben bediene!? –", "Er nennt ja die Ansätze überhaupt nicht, vielmehr mußt du [unsere Mišna] als lückenhaft [erklären], somit setze ‘Ansätze’ vor und lehre wie folgt: alle Ansätze von Gelübdeformeln gleichen den Gelübdeformeln und alle Umschreibungen von Gelübdeformeln gleichen den Gelübdeformeln. Folgende sind Ansätze: spricht jemand zu seinem Nächsten &c. Folgende sind Umschreibungen: Qonam, Qonaḥ, Qonas27Nach dem T. Umschreibungen u. Verstümmelungen des W.s קרבן, Opfer, Opfergelübde, das für die Umgangssprache als zu heilig galt, als Schwüre od. Verwünschungen gebraucht; die Versuche zur etymolog. Erklärung sind gewagt u. gänzlich unnötig.. –", "Wo sind die Ansätze in der Schrift angedeutet? – [Es heißt:]28Num. 6,2.wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein, und hierzu wird gelehrt: ein Nazirgelübde, gesondert zu sein, dies29Die W.e ‘gesondert zu sein’, die überflüssig sind, da schon das W. Nazir diese Bedeutung hat.zur Gleichstellung der Umschreibungen von ‘Nazir’ mit ‘Nazir’ und der Ansätze des Nazirgelübdes mit dem Nazirgelübde.", "Ich weiß dies nur von den Nazirformeln, woher dies von den Gelübdeformeln? Es heißt: wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein; er vergleicht das Nazirat mit dem Gelübde und das Gelübde mit dem Nazirat: wie beim Nazirat die Ansätze der Nazirformel der Naziratformel gleichen, ebenso gleichen beim Gelübde die Ansätze von Gelübdeformeln den Gelübdeformeln;", "und wie ferner beim Gelübde ein Verbot des Entweihens30Cf. Num. 3. und des Versäumens31Cf. Dt. 23,22.besteht, ebenso besteht beim Nazirat ein Verbot des Entweihens und des Versäumens; und wie ferner beim Gelübde der Vater das Gelübde seiner Tochter und der Ehemann das Gelübde seiner Frau aufheben32Cf. Num. 30,4ff.kann, ebenso kann beim Nazirat der Vater das Nazirat seiner Tochter und der Ehemann das Nazirat seiner Frau aufheben. –", "Beim Nazirat wohl deshalb33Gleichen die Ansätze der vollständigen Formel., weil es heißt: ein Nazirgelübde, gesondert29Die W.e ‘gesondert zu sein’, die überflüssig sind, da schon das W. Nazir diese Bedeutung hat. zu sein, und auch beim Gelübde heißt es ja:28Num. 6,2.ein Gelübde gelobt34So der Wortlaut des angezogenen Schriftverses, die Wiederholung sollte auf die Gleichstellung der Ansätze deuten.; wozu die [Folgerung durch] Vergleichung!? –", "Hieße es: ein Gelübde zu geloben, wie es auch heißt: ein Nazirgelübde, abgesondert zu sein, so würdest du recht haben, und die Vergleichung wäre nicht nötig, da es aber heißt: ein Gelübde gelobt, so gebraucht die Tora nur eine landläufige Redewendung35Die unnötige Nennung des Nomens od. des Infinitivs.. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche eine landläufige Redewendung, wofür aber sind nach demjenigen, welcher sagt, die Tora gebrauche keine landläufige36Der anscheinend überflüssige Gebrauch des Infinitivs ist stets exegetisch zu verwenden; vgl. beispielsweise Bm. Fol. 31a.Redewendung, [die Worte] ein Gelübde gelobt zu verwenden!? – Hieraus entnimmt er, daß die Ansätze von Gelübdeformeln den Gelübdeformeln gleichen; er vergleicht diesbezüglich das Nazirat mit dem Gelübde, und aus [den Worten] ein Nazirgelübde, gesondert zu sein entnimmt er," ], [ "daß das Nazirat das Nazirat erfasse37Wenn, ein Nazir ein Nazirat gelobt, so ist er nach Ablauf der Frist wiederum Nazir.. –", "Woher entnimmt derjenige, welcher sagt, die Tora gebrauche eine landläufige Redewendung, und [die Worte] ein Nazirgelübde, gesondert zu sein deuten darauf, daß die Ansätze von Gelübdeformeln den Gelübdeformeln gleichen, daß das Nazirat das Nazirat erfasse!? Einleuchtend ist es, wenn er der Ansicht desjenigen ist, welcher sagt, das Nazirat erfasse nicht das Nazirat, woher aber entnimmt er dies, wenn er der Ansicht desjenigen ist, welcher sagt, das Nazirat erfasse das Nazirat!?", "Die Schrift könnte ja lizor sagen, wenn es aber lehazir38Die kausative Hiphi͑lform, die auf jeden Fall unnötig ist. heißt, so ist beides zu entnehmen.", "Im Westen erklärten sie: Mancher folgert hinsichtlich der Ansätze aus [den Worten] ein Gelübde gelobt, und mancher folgert es aus [den Worten]39Num. 30,3.alles, was aus seinem Munde kam, soll er tun.", "Der Meister sagte: Und wie ferner beim Gelübde ein Verbot des Entweihens und des Versäumens besteht. Allerdings kann beim Gelübde das Verbot des Entweihens vorkommen, wenn er nämlich [gelobt] hat: er werde diesen Leib essen, und ihn nicht gegessen hat, so übertrat er das Verbot, sein Wort zu entweihen;", "wieso aber kann beim Nazirat das Verbot des Entweihens vorkommen: sobald er sagt, er wolle Nazir sein, ist er Nazir, und verstößt, wenn er ißt40Dinge, die dem Nazir verboten sind; cf. Num. 6,3ff., gegen das Verbot des Essens, und wenn er trinkt40Dinge, die dem Nazir verboten sind; cf. Num. 6,3ff., gegen das Verbot des Trinkens41Und nicht des Entweihens seines Gelübdes.!? Raba erwiderte: Er übertritt beides42Neben dem Verbote des Trinkens besteht auch das Verbot des Entweihens.. –", "Wieso kann beim Nazirat das Verbot des Versäumens vorkommen; sobald er sagt, er wolle Nazir sein, ist er Nazir, und verstößt, wenn er ißt, gegen das Verbot des Essens43Durch das Gelübde wird er sofort Nazir, sodaß ein Versäumen nicht eintreten kann.!? – Wenn er gesagt hat, er wolle Nazir sein, sobald er es wünschen wird. – Wenn er ‘sobald er es wünschen wird’ gesagt hat, kann ja das Verbot des Versäumens nicht erfolgen!?", "Raba erwiderte: Wenn er gesagt hat, er wolle aus der Welt nicht scheiden, ohne Nazir gewesen zu sein; er ist von dieser Stunde an Nazir [zu sein verpflichtet]. Wie in folgendem Falle. Wenn [ein Priester] zu seiner Frau sagt: da hast du deinen Scheidebrief, auf daß er eine Stunde vor meinem Tode [Gültigkeit erlange], so darf sie fortan keine Hebe mehr essen. Wir sagen also, er kann jede Stunde sterben, ebenso ist er hierbei sofort Nazir, denn wir sagen, er kann jetzt sterben." ], [ "R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Wenn er [das Nazirat] auf einem Begräbnisplatze43Der verunreinigend, u. das Nazirat somit während des Aufenthaltes auf diesem ungültig ist.gelobt hat. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, er werde dann vom Nazirat nicht sofort erfaßt, wieso aber kann das Verbot des Versäumens nach demjenigen vorkommen, welcher sagt, er werde sofort44Sobald er den Begräbnisplatz verläßt.erfaßt!? Und ferner sagte ja Mar b. R. Aši, das Nazirat erfasse ihn sofort, und ihr Streit bestehe nur über die Geißelung45Wegen der dem Nazir verbotenen rituellen Verunreinigung; nach dem er erfaßt wird, ist er zu geißeln, u. nach dem er nicht erfaßt wird, ist er nicht zu geißeln, jed. wird er beim Verlassen des Begräbnisplatzes vom Nazirat erfaßt.!? –", "Er begeht dennoch das Verbot des Versäumens, denn er versäumt das Nazirat in Reinheit. R. Aši sagte: Da dem so ist, so übertritt ein Nazir, der sich vorsätzlich verunreinigt, das Verbot des Versäumens inbetreff des in Reinheit zu haltenden Nazirates.", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Das Verbot des Versäumens kommt beim Haarscheren46Der Nazir muß bei Beendigung des Nazirates den Kopf scheren u. ein Opfer darbringen; cf. Num. 6,18.vor.", "Selbstverständlich nach demjenigen, welcher sagt, das Haarscheren sei47Um das Opfer darbringen zu dürfen.unerläßlich, aber dies gilt auch nach demjenigen, welcher sagt, das Haarscheren sei nicht unerläßlich, denn immerhin unterläßt er das Gebot des Haarscherens.", "Mar Zuṭra, Sohn des R. Mari, erwiderte: Das Verbot des Versäumens kommt bei der Darbringung seines Opfers vor. –", "Ist dies denn hieraus zu entnehmen, dies geht ja hervor aus folgendem:48Dt. 23,22.denn fordern wird er es, das sind die Sündopfer und die Schuldopfer!? –", "Man könnte glauben, beim Nazir sei es anders, da die Tora bei diesem ein Novum geschaffen49Die strenge Vorschrift über die Opfer im angezogenen Schriftverse beziehe sich nicht auf diesen. hat. –", "Wieso ein Novum: wollte man sagen, weil das Nazir-Sündopfer von einem Gelübde nicht erfaßt50Wenn jemand ein Nazir-Sündopfer gelobt, so ist dies nichts.wird, so wird ja auch das Sündopfer wegen Talg[genusses]51Wer unvorsätzlich das Verbot des Talggenusses (cf. Lev. 7,23ff.) übertritt, ebenso irgend ein anderes Verbot, hat ein Sündopfer darzubringen; freiwillig kann man ein solches Opfer nicht geloben.von einem Gelübde nicht erfaßt, dennoch gilt bei diesem das Verbot des Versäumens? –", "Vielmehr, das Novum besteht darin, daß man Nazir in jeder Hinsicht ist, auch wenn man nur ein Nazirat inbezug auf [das Essen von] Traubenkernen52Die zu den Dingen gehören, die dem Nazir zum Genusse verboten sind.gelobt hat. Man könnte glauben, hierbei gelte nicht das Verbot des Versäumens, so lehrt er uns. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, ein Nazir inbezug auf Traubenkerne sei Nazir in jeder Hinsicht, wie ist es aber nach R. Šimo͑n zu erklären, welcher sagt, er sei nur dann Nazir, wenn er sich durch das Nazirgelübde alles53Was dem Nazir verboten ist; cf. Num. 6,3ff.entzogen hat!? Und ferner ist ja dieses Novum erschwerend54Dies kann nicht als Begründung zur Erleichterung angeführt werden.!? –", "Vielmehr, das Novum besteht darin, daß er sich seiner Pflicht entledigt," ], [ "auch wenn er sich bei einem der drei [Opfer]55Die er nach Ablauf des Nazirates beim Haarscheren darzubringen hat; cf. Num. 6,13ff.das Haar46Wegen der dem Nazir verbotenen rituellen Verunreinigung; nach dem er erfaßt wird, ist er zu geißeln, u. nach dem er nicht erfaßt wird, ist er nicht zu geißeln, jed. wird er beim Verlassen des Begräbnisplatzes vom Nazirat erfaßt.schert. Man könnte glauben, hierbei gelte nicht das Verbot des Versäumens, so lehrt er uns.", "Wenn du aber willst, sage ich, das Novum bestehe darin, daß [das Opfer] von einem Gelübde nicht erfaßt50Die strenge Vorschrift über die Opfer im angezogenen Schriftverse beziehe sich nicht auf diesen.wird. Wenn du aber vom Sündopfer wegen Talg[genusses]56Das man ebenfalls nicht freiwillig geloben kann.einwendest, so [ist zu erwidern:] das Sündopfer wegen Talg[genusses] wird als Sühne57Deshalb besteht bei diesem das Verbot des Versäumens.dargebracht, wozu aber wird das Sündopfer des Nazirs dargebracht58Es ist ja ein freiwilliges Opfer.!? –", "Das Sündopfer der Wöchnerin wird ja nicht zur Sühne dargebracht, dennoch besteht bei diesem das Verbot des Versäumens!? – Dieses berechtigt sie, Heiliges zu essen.", "Der Meister sagte: Und wie ferner beim Gelübde der Vater das Gelübde seiner Tochter und der Ehemann das Gelübde seiner Frau aufheben kann, ebenso kann beim Nazirat der Vater das Nazirat seiner Tochter und der Ehemann das Nazirat seiner Frau aufheben. Wozu ist die Vergleichung nötig, dies ist ja durch Ausdehnung des Gesetzes vom Gelübde59Das bezügliche Gesetz gilt nicht nur beim Gelübde, sondern auch beim Nazirat.zu folgern!? –", "Vielleicht kann er nur das Gelübde aufheben, wofür keine Dauer festgesetzt ist, nicht aber das Nazirat, wofür eine Dauer festgesetzt ist, denn es wird gelehrt, das unbefristete Nazirat währe dreißig Tage; daher lehrt er uns60Daß man es vom Gelübde durch Vergleichung folgere..", "SPRICHT JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN: ICH SEI DIR ABGELOBT &C. Šemuél sagte: In all [diesen Fällen] nur dann, wenn er sagt: das61Dies ist der Nachsatz zu den vorher genannten Formeln.ich deines esse, das ich deines koste.", "Man wandte ein: [Sagte er:] ich sei dir abgelobt, ich sei dir abgesondert, ich sei dir entfernt, so ist es62Von ihm etwas zu genießen.ihm verboten; [sagte er:] das ich deines esse, das ich deines koste, so ist es ihm verboten!? – Er meint es wie folgt: dies nur dann, wenn er [auch] sagt: das ich deines esse, das ich deines koste. –", "Es wird ja aber [auch] umgekehrt63Die 2. Formel zuerst, sodaß sie keine Ergänzung der anderen sein kann.gelehrt: [sagte er:] das ich deines esse, das ich deines koste, so ist es ihm verboten; [sagte er:] ich sei dir abgelobt, ich sei dir abgesondert, ich sei dir entfernt, so ist es ihm verboten!? – Lies wie folgt: falls er vorher gesagt hat: ich sei dir abgelobt. –", "Demnach ist dies ja mit dem vorangehenden identisch!? Und wozu heißt es64Wenn die eine Formel eine Ergänzung der anderen ist.zweimal ‘verboten’!?", "Vielmehr, sagte Šemuél, nur dann ist es ihm verboten, jenem aber erlaubt, falls er gesagt hat: das ich deines esse, das ich deines koste," ], [ "wenn er aber nur gesagt hat: ich sei dir abgelobt, so ist es beiden verboten. So sagte auch R. Jose b. R. Ḥanina: [Sagte jemand:] ich sei dir abgelobt, so ist es beiden verboten. –", "Wir haben gelernt: [Sagte er:] ich sei dir Banngut65Was mir gehört, sei dir wie Banngut verboten., so ist es dem vom Gelübde betroffenen verboten; dem Gelobenden aber nicht66Auch wenn er nicht gesagt hat: das ich deines esse.!? – Wenn er ausdrücklich sagte: nicht aber du mir. –", "[Sagte er:] Sei du mir Banngut, so ist es dem Gelobenden verboten; dem vom Gelübde betroffenen aber nicht!? – Wenn er ausdrücklich sagte: nicht aber ich dir. –", "Demnach ist es, wenn er nichts ergänzt hat, beiden verboten, und im Schlußsatze lehrt er, daß, [wenn er] ‘ich dir und du mir’ gesagt hat, es beiden verboten sei, wonach es nur dann beiden verboten ist, wenn er aber nicht ergänzt, dem einen verboten und dem anderen erlaubt!? –", "Vielmehr, die Lehre des R. Jose b. R. Ḥanina lautet wie folgt: [Sagte er:] ich sei dir mit einem Gelübde67Dies heißt: sowohl einen Genuß zu empfangen als auch einen solchen zu gewähren.behaftet, so ist es beiden verboten, wenn aber: ich sei dir abgelobt, so ist es ihm verboten, jenem aber erlaubt. –", "In unserer Mišna heißt es ja ‘dir abgelobt’, und wir erklärten sie nach Šemuél, in [all diesen Fällen] sei es nur dann ihm verboten und jenem erlaubt, wenn er gesagt hat: das ich deines koste, das ich deines esse, wenn aber nur: ich sei dir abgelobt, sei es beiden verboten!? –", "Vielmehr, die Lehre Šemuéls lautet (ursprünglich) wie folgt: nur wenn er sagt: das ich deines esse, das ich deines koste, ist ihm das Essen allein verboten, wenn aber: ich sei dir abgelobt, so ist ihm jeder Genuß verboten. –", "Demnach sollte es Šemuél wie folgt gelehrt haben: sagt er nur: das ich deines esse, das ich deines koste, so ist ihm das Essen allein verboten!? –", "Vielmehr, die Lehre lautet wie folgt: nur wenn er sagt: das ich deines esse, das ich deines koste, ist ihm dies verboten, wenn er aber sagt: ich sei dir abgelobt, so ist nicht erwiesen, daß er sich davon enthalten will, denn ‘ich sei dir abgelobt’ heißt: ich will mit dir nicht sprechen, ‘ich sei dir abgesondert’ heißt: ich will mit dir keine Geschäfte haben, ‘ich sei dir entfernt’ heißt: ich will in deinen vier Ellen nicht stehen. –" ], [ "Demnach wäre Šemuél der Ansicht, Ansätze, die nichts68Wenn aus dem Formelansatz der Sinn nicht klar hervorgeht, wie beispielsweise hierbei ohne den Nachsatz nicht als erwiesen gilt, daß er das Essen meinte.beweisen, gelten nicht als Ansätze? – Freilich, Šemuél erklärt unsere Mišna nach R. Jehuda, welcher sagt, Ansätze, die nichts beweisen, gelten nicht als Ansätze.", "Wir haben nämlich gelernt: Der Text des Scheidebriefes lautet: du bist nun jedem Menschen erlaubt. R. Jehuda sagt, [man schreibe auch:] dies diene dir von mir als Scheidungsschrift und Entlassungsbrief69Es muß ausdrücklich hervorgehoben werden, daß die Scheidung durch diese Urkunde erfolge.. –", "Was veranlaßte Šemuél unsere Mišna nach R. Jehuda zu erklären, sollte er sie doch nach den Rabbanan70Da nach der Mehrheit zu entscheiden ist.erklären, auch wenn es71Daß er vom Essen sprach; dem Gelobenden sei der Genuß verboten, auch wenn er davon nicht sprach, nach den Rabbanan.aus dem Ansatz nicht erwiesen ist!?", "Raba erwiderte: Ihm war unsere Mišna schwierig; weshalb heißt es: das ich deines esse, das ich deines koste, sollte es doch heißen: das ich esse, das ich koste!? Hieraus ist somit zu entnehmen, daß die Ansätze beweisend sein müssen.", "Es wurde gelehrt: Ansätze, die nichts beweisen, gelten, wie Abajje sagt, als Ansätze, und wie Raba sagt, nicht als Ansätze. Raba sagte: R. Idi erklärte es mir; die Schrift sagt:28Num. 6,2.ein Nazirgelübde, dem Herrn gesondert zu sein, womit sie die Ansätze des Nazirgelübdes72Die aus den W.n ‘gesondert zu sein’ gefolgert werden; ob. Fol. 3a.mit dem Nazirgelübde vergleicht: wie das Nazirgelübde deutlich ausgesprochen73Die bezügl. Schriftstelle lautet: wenn jemand ausspricht. sein muß, ebenso muß der Ansatz des Nazirgelübdes deutlich ausgesprochen sein.", "Es wäre anzunehmen, daß sie denselben Streit wie R. Jehuda und die Rabbanan führen, denn wir haben gelernt: Der Text des Scheidebriefes lautet: du bist nun jedem Menschen erlaubt. R. Jehuda sagt, [man schreibe auch:] dies diene dir von mir als Scheidungsschrift, Befreiungsurkunde und Entlassungsbrief. Abajje ist der Ansicht der Rabbanan und Raba der Ansicht R. Jehudas. –", "Abajje kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Jehuda, denn R. Jehuda benötigt deutlicher Ansätze nur beim Scheidebriefe, wobei eine vollständige Trennung erforderlich ist, die sonst fehlt, aber sagt er dies etwa auch anderweitig?", "Und Raba kann erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn nur beim Scheidebriefe benötigen die Rabbanan keiner deutlichen Ansätze," ], [ "weil niemand sich von der Frau eines anderen scheiden74Auch aus dem undeutlichen Formelansatz geht hervor, daß die Scheidung für die betreffende Frau gilt.läßt, aber sagen sie dies etwa auch anderweitig!?", "Man wandte ein: [Sagt jemand:] es75Irgend ein eßbarer Gegenstand, der vor ihm liegt.sei für mich, dieses sei für mich, so ist es ihm verboten, weil dies der Ansatz eines Opfergelübdes76Das Opfergelübde lautet: es [oder dies] sei auf mich ein Opfer, dh. ich nehme auf mich die Verpflichtung, ein bezw. dieses Vieh als Opfer darzubringen; mit dem Formelansatze bezeichnete er den Gegenstand als opferheilig, u. er ist ihm zum Genusse verboten. ist. Es ist ihm nur dann verboten, wenn er ‘für mich’ sagt, nicht aber, wenn er nicht ‘für mich’ sagt. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!? –", "Abajje kann dir erwidern: wenn er ‘für mich’ sagt, ist es ihm verboten, wenn er aber nur ‘es sei’ und nicht ‘für mich’ sagt, so kann dies heißen: es sei Freigut, es sei Armengut. – Es heißt ja aber: weil dies der Ansatz eines Opfergelübdes ist!? –", "Sage vielmehr wie folgt: wenn er ‘für mich’ sagt, ist es ihm verboten und für seinen Nächsten erlaubt, wenn er aber nur ‘es sei’ sagt, ist es beiden verboten, weil dies heißen kann: es sei Geheiligtes.", "Man wandte ein: [Sagt jemand:] dies sei ein Sündopfer, dies sei ein Schuldopfer, so hat er, selbst wenn er ein Sünd- oder Schuldopfer schuldig ist, nichts gesagt; [sagt er:] dies sei mein Sündopfer, dies sei mein Schuldopfer, so sind, wenn er ein solches schuldig ist, seine Worte gültig. Dies ist eine Widerlegung Abajjes!? –", "Abajje kann dir erwidern: hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten. – Abajje sagte ja aber, seine Ansicht gelte auch nach R. Jehuda!? – Er ist davon abgekommen. –", "Demnach wäre Raba der Ansicht R. Jehudas77Während die Halakha nach den Rabbanan zu entscheiden ist.? –", "Raba kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn nur beim Scheidebriefe benötigen die Rabbanan keiner deutlichen Ansätze, weil niemand sich von der Frau eines anderen scheiden läßt, anderweitig aber müssen die Ansätze beweisend sein." ], [ "R. Papa fragte: Gilt der Ansatz bei der Antrauungsformel78Wenn jemand nicht die vollständige Antrauungsformel spricht, sondern auf diese Bezug nimmt.oder nicht. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut, und zu einer anderen sagt: und du auch, so ist es ja selbstverständlich, denn dies ist die eigentliche Antrauungsformel79Die zur ersten gesprochene Antrauungsformel wird auf die andere ausgedehnt.!? – Vielmehr, wenn jemand zu einer Frau sagt: sei mir angetraut, und zu einer anderen sagt: und du. Sagen wir, er meinte zur anderen: und auch du, somit bezieht sich die Antrauung auch auf die andere, oder aber meinte er bei der anderen: und du siehst es, und die Antrauung bezieht sich nicht auf die andere? –", "Wieso ist dies R. Papa fraglich, R. Papa sprach ja zu Abajje: ist Šemuél denn der Ansicht, Ansätze80Der Antrauungsformel; cf. Qid. Fol. 5b., die nichts beweisen, gelten als Ansätze!? Demnach ist R. Papa der Ansicht, bei der Antrauungsformel gelte der Ansatz81Nur muß er deutlich u. beweisend sein.. – Er richtete an Abajje eine von [zwei Fragen] über die Ansicht Šemuéls82Ob nach Š. der Ansatz gültig ist, u. ob er beweisend sein muß..", "R. Papa fragte: Gilt der Ansatz beim Eckenlasse83Cf. Lev. 19,9.oder nicht. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: dieses Beet sei Eckenlaß, und84Auf ein anderes Feld zeigend.dieses auch, so ist es ja richtig Eckenlaß!? – Er fragt hinsichtlich des Falles, wenn jemand sagt: und dieses, nicht aber: auch. Wie ist es nun? –", "Demnach ist, wenn jemand ein ganzes Feld als Eckenlaß bestimmt, dieses Eckenlaß!? –", "Freilich, denn es wird gelehrt: Woher, daß man, wenn man es will, sein ganzes Feld als Eckenlaß bestimmen kann? Es heißt:85Lev. 19,9.dein Eckfeld86Das W. שרך wird nicht als Genitiv aufgefaßt, sondern als Status constructus zu (שרה פאה) פאה..", "Sagen wir, da der Eckenlaß mit den Opfern verglichen wird, so ist, wie bei diesen der Ansatz gültig89Ob. Col. a.ist, auch beim Eckenlaß der Ansatz gültig, oder werden sie nur hinsichtlich des Verbotes des Versäumens miteinander verglichen? – Wo werden sie miteinander verglichen? – Es wird gelehrt:" ], [ "90Dt. 23,22.Von dir, das sind Nachlese, Vergessenes91Cf. Dt. 24,19ff.und Eckenlaß92Der angezogene Schriftvers enthält das Verbot des Versäumens..", "Gilt der Ansatz beim Almosen oder nicht93Cf. Anm. 78 mut. mut.. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: dieser Zuz sei Almosen und dieser auch, so ist er ja bestimmt Almosen!? – Vielmehr, wenn er sagt: und dieser, nicht aber: auch. Wie ist es nun; meinte er: auch dieser sei Almosen, oder meinte er: und dieser zu anderweitiger Verwendung, nur hat er den Satz nicht beendet?", "Sagen wir, da es mit den Opfern verglichen wird, denn es heißt:94Dt. 23,24.mit deinem Munde, das ist das Almosen, so ist, wie bei den Opfern der Ansatz gültig ist, auch beim Almosen der Ansatz gültig, oder werden sie nur hinsichtlich des Verbotes des Versäumens miteinander verglichen?", "Gilt der Ansatz beim Freigut95Auch dieses wird an Fremde verschenkt.oder nicht? – Das ist ja dasselbe, wie Almosen95Auch dieses wird an Fremde verschenkt.!? –", "Es ist eine Unterfrage: wenn du entscheidest, beim Almosen gelte der Ansatz, da es keine Vergleichung zur Hälfte96Es gleicht den Opfern in jeder Hinsicht.gibt, [so ist es fraglich hinsichtlich des] Freigutes; sagen wir, es sei dasselbe, was Almosen97Auch dieses wird an Fremde verschenkt., oder ist es beim Almosen anders, da dieses nur für Arme bestimmt ist, das Freigut aber für Arme und für Reiche?", "Rabina fragte: Gilt der Ansatz bei einem Aborte98Wenn man einen Raum nicht ausdrücklich, sondern nur auf einen Abort bezugnehmend zu einem solchen bestimmt. In einem dazu bestimmten Raume sind religiöse Handlungen verboten.oder nicht. – In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: dieses Haus sei ein Abort, und auch dieses, so ist es ja das andere ebenfalls!? – Vielmehr, wenn jemand sagt: und dieses, nicht aber: auch. Wie ist es nun; meinte er: auch dieses ein Abort, oder aber meinte er: und dieses zu anderweitiger Benutzung? –", "Demnach ist es Rabina entschieden, bei einem Aborte gelte die99Ist ein Raum für diesen Zweck bestimmt worden, so sind darin religiöse Handlungen verboten, auch wenn er hierfür nicht benutzt worden ist.Bestimmung; aber Rabina fragte ja, wie es denn sei, wenn man [einen Raum] als Abort oder als Badehaus bestimmt hat, ob die Bestimmung wirksam oder nicht wirksam sei? –", "Rabina fragte eines und als Unterfrage ein anderes: ist die Bestimmung wirksam oder ist die Bestimmung nicht wirksam, und gilt, wenn du entscheidest, die Bestimmung sei wirksam, hierbei der Ansatz oder nicht. – Dies bleibt unentschieden.", "ICH WILL FÜR DICH AUSGESTOSSEN SEIN &C. Abajje sagte: R. A͑qiba pflichtet hinsichtlich der Geißelung bei, daß er100Wer dies gelobt u. es übertreten hat.dieserhalb nicht zu geißeln sei, denn sonst sollte er gelehrt haben: R. A͑qiba entscheidet erschwerend.", "R. Papa sagte: [Sagte jemand:] ich sei101Dies ist ein bedingungslos ausgesprochenes Gelübde.für dich ausgestoßen, so ist es ihm nach aller Ansicht verboten, [sagte er:] ich will dir ausgeschlossen102Das im Texte gebrauchte שמתא ist der leichteste Ausdruck der Bannformel.sein, so ist es ihm nach aller Ansicht erlaubt, sie streiten nur" ], [ "über [die Formel]: ich will für dich ausgestoßen sein: R. A͑qiba ist der Ansicht, dies sei ein Ausdruck des Bannes, und die Rabbanan sind der Ansicht, dies sei ein Ausdruck der Ausschließung102Ex. 4,19..", "Er streitet gegen R. Ḥisda. Einst sagte nämlich jemand: ich will ausgeschlossen sein inbetreff der Güter des Sohnes des R. Jirmeja b. Abba, und als er hierauf vor R. Ḥisda kam, sprach dieser: Niemand beachtet, was R. A͑qiba [hierzu gesagt hat]. Er ist somit der Ansicht, sie streiten über [die Formel]: ich will ausgeschlossen sein.", "R. Ila sagte im Namen Rabhs: Hat er ihn in seiner Gegenwart in den Bann getan, so kann er ihn nur in seiner Gegenwart befreien, hat er ihn in seiner Abwesenheit in den Bann getan, so kann er ihn sowohl in seiner Gegenwart als auch in seiner Abwesenheit befreien.", "R. Ḥanin sagte im Namen Rabhs: Wer von einem die Nennung des Gottesnamens hört, muß ihn in den Bann tun; tut er ihn nicht in den Bann, so ist er selber im Banne. Wo nämlich die Nennung des Gottesnamens häufig ist, ist die Armut häufig,", "und die Armut gleicht dem Tode, denn es heißt:103Ex. 4,19.denn tot104Nach einer Erklärung des T.s waren sie in Armut geraten; cf. Az. Fol. 5a.sind die Leute. Ferner wird gelehrt: Alles, worauf die Weisen ihre Augen105Wenn sie einen mit dem Banne belegen.richten, [verfällt] dem Tode oder der Armut.", "R. Abba erzählte: Einst stand ich vor R. Hona, und er hörte eine Frau die Nennung des Gottesnamens unnötig hervorbringen; da tat er sie in den Bann und befreite sie sofort in ihrer Gegenwart. Hieraus ist dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, daß, wenn jemand die Nennung des Gottesnamens aus dem Munde seines Nächsten hört, er ihn in den Bann tun müsse; es ist zu entnehmen, daß, wenn er ihn in seiner Gegenwart in den Bann getan hat, er ihn nur in seiner Gegenwart befreien könne; und es ist zu entnehmen, daß zwischen dem [Aussprechen des] Bannes und der Aufhebung keine [Zwischenzeit zu verstreichen] braucht.", "R. Gidel sagte im Namen Rabhs: Ein Schriftgelehrter kann über sich selber den Bann aussprechen und ihn selber auflösen. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, kein Gefangener befreit sich selber aus dem Gefängnisse, so lehrt er uns. –", "In welchem Falle? – Wie es Mar Zuṭra der Fromme tat; wenn ein Jünger den Bann verdiente, tat er sich zuerst selber in den Bann, sodann tat er den Jünger in den Bann, und als er nach Hause ging, befreite er sich selber, sodann befreite er jenen.", "R. Gidel sagte [ferner] im Namen Rabhs:" ], [ "Woher, daß man schwören darf, ein Gebot auszuüben? Es heißt:106Ps. 119,106.ich habe geschworen und halte es, deine gerechten Gebote zu beobachten. –", "[Diesbezüglich] war er ja bereits vom Berge Sinaj her107Beim Empfange der Tora.mit einem Schwure belegt!? – Vielmehr, er lehrt uns folgendes: es ist jedem erlaubt, sich hierzu anzuspornen.", "R. Gidel sagte [ferner] im Namen Rabhs: Sagt jemand: ich will früh aufstehen und diesen Abschnitt lernen, diesen Traktat lernen, so hat er dem Gott Jisraéls ein großes Gelübde getan. – Er ist ja bereits mit einem Schwure107Da man damit der Pflicht des Torastudiums genügt; cf. Men. Fol. 99b.belegt, und ein Schwur erstreckt sich ja nicht auf einen Schwur!? Er lehrt uns somit, daß dies nur eine Anspornung ist, und dies ist ja mit der vorangehenden [Lehre] R. Gidels identisch!? –", "Folgendes lehrt er uns: weil er, wenn er wollte, durch das Lesen des Šema͑ morgens und abends sich davon befreien109Da man damit der Pflicht des Torastudiums genügt; cf. Men. Fol. 99b.könnte, durch den Schwur aber ist er gebunden.", "R. Gidel sagte [ferner] im Namen Rabhs: Sagt jemand zu seinem Nächsten; wir wollen früh aufstehen und diesen Abschnitt lernen, so muß er110Er muß den Anlaß geben.aufstehen, denn es heißt:111Ez. 3,22,23.und er sprach zu mir: auf, geh in das Tal hinaus, dort will ich mit dir reden. Da machte ich mich auf und ging in das Tal hinaus, und siehe, da stand die Herrlichkeit des Herrn.", "R. Joseph sagte: Hat man einen im Traume in den Bann getan, so braucht er zehn Personen, um ihn ihm aufzulösen, und zwar solche, die Halakha gelernt, nicht aber solche, die nur [Mišna] gelernt112Richtige Schriftgelehrte, die dazu befugt sind.haben. Sind keine anwesend, die Halakha gelernt, dann auch solche, die [nur Mišna] und nicht Halakha gelernt haben.", "Sind keine anwesend, so setze er sich an einen Scheideweg und begrüße113Durch ihre Erwiderung des Grußes ist er vorläufig gedeckt.zehn Personen, bis er zehn findet, die Halakha gelernt haben.", "Rabina fragte R. Aši: Kann, wenn er weiß, wer ihn in den Bann getan hat, dieser ihn ihm auflösen? Dieser erwiderte: Man machte ihn zum Vertreter, über ihn den Bann zu verhängen, nicht aber machte man ihn zum Vertreter, ihn ihm aufzulösen.", "R. Aḥa fragte R. Aši: Wie ist es, wenn man einen im Traume in den Bann getan und ihn ihm aufgelöst hat? Dieser erwiderte: Wie kein Getreide ohne Spreu," ], [ "so kein Traum ohne Albernheit114Es ist möglich, daß nur der Bann u. nicht seine Auflösung ernst zu nehmen ist..", "Die Frau des Rabina tat ein Gelübde. Da kam er zu R. Aši und fragte ihn, ob der Ehemann Vertreter inbetreff des Bereuens115Wer sein Gelübde auflösen will, muß erklären, daß er dieses bereut u. aus welchen Gründen.seiner Frau sein könne. Dieser erwiderte: Sind sie116Drei Gelehrte, die das Gelübde auflösen können.beisammen, dann wohl, sonst aber nicht.", "Hieraus ist dreierlei zu entnehmen; es ist zu entnehmen, der Ehemann könne Vertreter inbetreff des Bereuens seiner Frau sein; es ist zu entnehmen, es sei ungehörig, in der Ortschaft seines Lehrers ein Gelübde117Dies würde als Ehrverletzung gelten; R. war ein Schüler RA.s und löste daher das Gelübde seiner Frau nicht selber auf.aufzulösen; und es ist zu entnehmen, daß, wenn sie116Mal. 3,20.beisammen sind, es erlaubt sei.", "Eine Ausschließung aber auch in der Ortschaft seines Lehrers. Ferner darf eine Ausschließung auch von einer anerkannten Einzelperson auf gehoben werden.", "R. Šimo͑n b. Zebid sagte im Namen des R. Jiçḥaq b. Ṭabla im Namen R. Ḥija des Großen, aus der Schule R. Aḥas, im Namen R. Zeras im Namen R. Elea͑zars im Namen R. Ḥaninas im Namen R. Mejašas im Namen des R. Jehuda b. Ilea͑j: Es heißt:118Mal. 3,20.es soll euch scheinen, die ihr meinen Namen fürchtet; das sind Menschen, die fürchten, den Namen Gottes unnötig hervorzubringen.118Mal. 3,20.Die Sonne der Gerechtigkeit und der Genesung. Abajje sagte: Hieraus, daß die Staubsäule des Tageslichtes heilsam ist.", "Er streitet somit gegen Reš Laqiš, welcher sagt, in der zukünftigen Welt gebe es kein Fegefeuer, vielmehr werde der Heilige, gepriesen sei er, die Sonne aus ihrem Futteral hervorkommen lassen, und durch sie werden die Frommen geheilt und die Frevler gerichtet werden. Denn es heißt: und es wird euch scheinen, die ihr meinen Namen fürchtet &c. die Sonne. Und noch mehr, sie werden sich an ihr ergötzen, denn es heißt:118Mit einem solchen Gelübde sei ihm das vor ihm liegende Brot belegt.und ihr werdet hervorkommen und wie Mastkälber hüpfen.", "Und die Frevler gerichtet werden, denn es heißt:119Mal. 3,19.siehe, ein Tag kommt, brennend wie ein Ofen &c." ], [ "i,2SAGT JEMAND:] WIE DAS GELOBTE DER FREVLER120Mit einem solchen Gelübde sei ihm das vor ihm liegende Brot belegt., SO IST DIES EIN GELÜBDE DES NAZIRATES, DES OPFERS UND DES EIDES121Ißt er das Brot, so hat er ein Nazirat von 30 Tagen abzuhalten, wegen der Übertretung (cf. Lev. Kap. 5) ein Opfer darzubringen u. einen Eid gebrochen. Frevler pflegen bei Nazirat u. Opfer zu geloben u. zu schwören.. [SAGT ER:] WIE DAS GELOBTE DER REDLICHEN, SO HAT ER NICHTS122Diese geloben, u. schwören nicht.GESAGT. WENN ABER: WIE IHR GESPENDETES, SO IST DIES EIN GELÜBDE DES NAZIRATES UND DES OPFERS123Sie spenden freiwillige Opfer, aber geloben u. schwören nicht..", "GEMARA. Vielleicht meinte er124Wer die in der Mišna genannte Formel ohne Nachsatz spricht.es wie folgt: wie das Gelobte der Frevler gelobe ich nicht!? Šemuél erwiderte: Wenn er sagt: wie das Gelobte der Frevler, ich will sein, [nehme] auf mich, davon. ‘Ich will sein’, im Nazirat; ‘[nehme] auf mich’, ein Opfer [darzubringen]; ‘davon’, mir abgeschworen. –", "«‘Ich will sein’, im Nazirat.» Vielleicht meinte er: ich will sein, im Fasten125Er gelobt zu fasten, falls er das vor ihm liegende Brot essen sollte.!? Šemuél erwiderte: Wenn ein Nazir vor ihm vorübergeht126Er will diesem gleich sein.. –", "«’Davon’, mir abgeschworen.» Vielleicht meinte er: daß ich davon essen werde!? Raba erwiderte: Wenn er sagt: daß ich davon nicht essen werde. –", "Wozu braucht dies127Daß er durch die Übertretung eidbrüchig wird.demnach gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben: er hat ja keinen Schwur aus dem Munde hervorgebracht, so lehrt er uns128Daß dies als Schwur gilt..", "[SAGT ER:] WIE DAS GELOBTE DER REDLICHEN, SO HAT ER NICHTS GESAGT. WENN ABER: WIE IHR GESPENDETES, SO IST DIES EIN GELÜBDE &C. Welcher Autor unterscheidet zwischen Gelobtem und Gespendetem, doch wohl weder R. Meír noch R. Jehuda!?", "Es wird nämlich gelehrt: 129Ecc. 5,4.Besser, du gelobst nicht &c. Besser als das eine und130Als geloben u. halten u. geloben u. nicht halten.das andere, überhaupt nicht geloben – so R. Meír; R. Jehuda sagt: besser als das eine und das andere131Als nicht geloben u. geloben u. nicht halten., man gelobe und halte132Sie unterscheiden nicht zwischen Gelübde u. freiwilliger Gabe eines Opfers.es. –", "Du kannst auch sagen, es sei R. Meír," ], [ "denn R. Meír sagt es133Es sei zu unterlassen.nur vom Gelobten, nicht aber vom Gespendeten. – Es heißt ja: wenn aber: wie ihr Gespendetes, so ist dies ein Gelübde134Wenn er also den Ausdruck des Gelobens gebraucht hat.des Nazirates und des Opfers!? – Lies: so ist dies ein freiwilliges Nazirat und Opfer.", "Geloben wohl deshalb nicht, weil man zu einem Verstoße135Man könnte versäumen, das gelobte Opfer darzubringen.kommen könnte, somit sollte dies auch vom Spenden136Wenn man nicht die Darbringung eines Opfers gelobt, sondern ein bestimmtes Vieh als solches bezeichnet; es gilt sofort als Eigentum Gottes.gelten, wobei man ebenfalls zu einem Verstoße137Man könnte es zur profanen Arbeit verwenden od. die Darbringung allzulange hinausschieben.kommen kann!? –", "Man verfahre nach Hillel dem Älteren. Es wird nämlich gelehrt: Man erzählt von Hillel dem Älteren, niemand habe während seines Lebens eine Veruntreuung an seinem Brandopfer begangen; er brachte [das Vieh] profan in den Tempelhof, weihte es da, stützte darauf die Hand138Of. Lev. 1,4.und schlachtete es. –", "Allerdings beim freiwilligen Opfer, wie ist es aber beim freiwilligen Nazirat zu erklären!? – Er ist der Ansicht Šimo͑n des Gerechten.", "Es wird nämlich gelehrt: Šimo͑n der Gerechte sagte: Nie im Leben aß ich vom Schuldopfer eines unreinen139Wird ein Nazir rituell unrein, so hat er ein Schuldopfer darzubringen (Num. 6,12) u. muß das Nazirat neu beginnen.Nazirs, außer im folgenden Falle. Einst kam zu mir ein Nazir, ein Mann aus dem Süden, und ich sah, daß er hübschäugig war, von gutem Aussehen, die Locken in Krausen herabwallend. Ich sprach zu ihm: Mein Sohn, was veranlaßte dich, dieses schöne Haar zu verunstalten?", "Er erwiderte mir: Hirte war ich daheim bei meinem Vater. Als ich einst Wasser schöpfen ging und in der Quelle mein Spiegelbild betrachtete, überfiel mich der böse Trieb und wollte mich aus der Welt verstoßen. Da sprach ich zu ihm: Frevler, weshalb stolzierst du mit einer Welt, die nicht dein, mit dem, was dereinst Moder wird und Gewürm. Beim Kult, ich schere dich für den Himmel.", "Hierauf stand ich auf, küßte ihn aufs Haupt und sprach zu ihm: Mein Sohn, viele mögen der Naziräer deinesgleichen in Jisraél sein! Deinethalben spricht die Schrift:140Num. 6,2.Wenn jemand ein Nazirgelübde ausspricht, dem Herrn gesondert zu sein.", "R. Mani wandte ein: Vom Schuldopfer eines unreinen Nazirs aß er wohl deshalb nicht, weil es wegen einer Sünde dargebracht wird, demnach durfte er auch von allen anderen Schuldopfern nicht essen, da sie wegen einer Sünde dargebracht werden!?", "R. Jona erwiderte ihm: Aus folgendem Grunde: in der Aufregung geloben sie ein Nazirat, und wenn infolge der Verunreinigung ihnen die Tage des Nazirats zuviel139Das Nazirat ist nicht vollgültig, somit auch nicht das Opfer.werden, bereuen sie es, sodaß sie Profanes141Das Nazirat ist nicht vollgültig, somit auch nicht das Opfer.in den Tempelhof bringen. –", "Demnach sollte dies auch von einem reinen Nazir142Er könnte das Nazirat aus anderem Grunde bereuen.gelten!? – Von einem reinen Nazir nicht, weil er sich einschätzt, sein Gelübde halten143Er bereute es nur dann, wenn durch die Verunreinigung die Dauer des Nazirates ausgedehnt wird.zu können.", "Wenn du aber willst, sage ich:" ], [ "du kannst auch sagen, es sei R. Jehuda, denn R. Jehuda sagt es144Geloben u. halten sei zu bevorzugen.nur vom Gespendeten, nicht aber vom Gelobten. –", "Er lehrt ja aber: besser als das eine und das andere, man gelobe und halte!? – Lies: man spende und halte. –", "Geloben wohl deshalb nicht, weil man zu einem Verstoße135Man könnte es zur profanen Arbeit verwenden od. die Darbringung allzulange hinausschieben.kommen könnte, somit sollte dies auch vom Gespendeten gelten, wobei man ebenfalls zu einem Verstoße137Wird ein Nazir rituell unrein, so hat er ein Schuldopfer darzubringen (Num. 6,12) u. muß das Nazirat neu beginnen.kommen kann!? –", "R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn er sagt, man bringe sein Lamm in den Tempelhof, weihe es da, stütze darauf die Hand138Num. 6,2.und schlachte es. –", "Allerdings beim freiwilligen Opfer, wie ist es aber beim freiwilligen Nazirat zu erklären!? –", "R. Jehuda vertritt hierbei seine Ansicht, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Die früheren Frommen lüsteten, ein Sündopfer darzubringen, während der Heilige, gepriesen sei er, es zu keinem Verstoße145Dieses Opfer ist nur wegen einer wirklichen Sünde darzubringen, die sie aber nicht begingen.durch sie kommen ließ. Was taten sie nun? Sie verpflichteten sich Gott zu einem freiwilligen Nazirat, um Gott ein Sündopfer zu schulden.", "R. Šimo͑n sagt, sie gelobten kein Nazirat; vielmehr, wer ein Brandopfer darbringen wollte, spendete freiwillig und brachte es dar; wer ein Heilsopfer, spendete freiwillig und brachte es dar, wer ein Dankopfer samt seinen vier146Cf. Lev. 7,12.Brotarten, spendete freiwillig und brachte es147Ein Sündopfer aber kann nicht freiwillig dargebracht werden.dar; zu einem Nazirat aber verpflichteten sie sich nicht, um nicht Sünder zu heißen, denn es heißt:148Num. 6,11.er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat.", "Abajje sagte: Šimo͑n der Gerechte, R. Šimo͑n und R. Elea͑zar ha Qappar sind alle der gleichen Ansicht, der Nazir sei ein Sünder. Šimo͑n der Gerechte und R. Šimo͑n, wie wir eben149Vorangehend u. ob. Fol. 9b.gesagt haben,", "und R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi in folgender Lehre: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Er schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat; an welcher Seele hat er sich vergangen? Weil er sich dem Weingenusse entzogen hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich nur die Entziehung des Weingenusses auferlegt, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt. Hieraus daß, wer im Fasten verweilt, Sünder heiße. –", "Der Schriftvers spricht ja vom unreinen Nazir!? – Dieser sündigte zwiefach150Durch das Nazirat u. durch die Verunreinigung, jed. ist auch das erste allein sündhaft..", "iiSAGT JEMAND: QONAM, QONAḤ, QONAS27Nach dem T. Umschreibungen u. Verstümmelungen des W.s קרבן, Opfer, Opfergelübde, das für die Umgangssprache als zu heilig galt, als Schwüre od. Verwünschungen gebraucht; die Versuche zur etymolog. Erklärung sind gewagt u. gänzlich unnötig., SO SIND ES UMSCHREIBUNGEN FÜR QORBAN151Opfer. Wenn jemand beispielsweise sagt: dieses Brot sei für mich Q., so ist ihm der Genuß desselben verboten, als wäre es Opfergut.. WENNEREQ, ḤEREKH, ḤEREPH, SO SIND ES UMSCHREIBUNGEN FÜREREM152Bann, Banngelöbnis; cf. Anm. 151 mut. mut.. WENN NAZIQ, NAZIḤ, PAZIḤ, SO SIND ES UMSCHREIBUNGEN FÜR NAZIR153Nahm er ein solches auf sich, so muß er ein 30tägiges Nazirat absolvieren.. WENN ŠEBUTHA, ŠEQUQA, ODER WENN JEMAND BEI MOHI154Dieses Wort ist eine Kürzung od. Nebenform v. מומתא, Schwur, Eid, nach anderer Erklärung v. משה, bei dem er schwört. GELOBT, SO SIND ES UMSCHREIBUNGEN FÜR ŠEBUA͑155Schwur, Eid. Die als Umschreibungen angeführten Worte sind offenbare Verstümmelungen, die wohl im Gebrauche waren, u. die Versuche etymologischer Erklärung (cf. Krochmal, Scholien p. 228) sind müßig..", "GEMARA. Es wurde gelehrt: Die Umschreibungen sind, wie R. Joḥanan sagt, fremdsprachliche Ausdrücke, und wie R. Šimo͑n b. Laqiš sagt, von den Weisen ersonnene Ausdrücke, deren man sich beim Geloben bediene. So heißt es auch:156iReg. 12,33.in dem Monat, den er in seinem Herzen ersonnen. –", "Weshalb führten die Rabbanan die Umschreibungen ein? – Damit man nicht ‘Opfer’ spreche. – Mag man doch ‘Opfer’ sprechen!? – Man könnte ‘Opfer dem Herrn’ sprechen. – Mag man doch ‘Opfer dem Herrn’ sprechen!? – Man könnte ‘dem Herrn’ und nicht ‘Opfer’ sprechen, somit den Gottesnamen unnötig hervorbringen.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n sagte:" ], [ "Woher, daß man nicht ‘dem Herrn ein Brandopfer’, ‘dem Herrn ein Speisopfer’, ‘dem Herrn ein Heilsopfer’ sagen darf? Es heißt:157Lev. 1,2.ein Opfer158Wenn man aber die W.e ‘dem Herrn’ zuerst spricht, könnte man unterbrochen werden u. den Gottesnamen unnötig ausgesprochen haben.dem Herrn.", "Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn die Tora hierbei, wo man den Gottesnamen nur wegen des Opfers erwähnen will, sagt, daß man ‘ein Opfer159Daß man nicht zuerst den Gottesnamen spreche.dem Herrn’ spreche, um wieviel mehr ist dies unnötig [verboten]. –", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: Die Schule Šammajs sagt, Umschreibungen von Umschreibungen seien verboten160Dh. bindend, das bei der Umschreibung der Umschreibung gesprochene Gelübde muß eingelöst werden., und die Schule Hillels sagt, Umschreibungen von Umschreibungen seien erlaubt161Cf. Anm. 160 mut. mut..", "Wahrscheinlich ist der, welcher sagt, Umschreibungen von Umschreibungen seien verboten, der Ansicht, die Umschreibungen seien fremdsprachliche162Und die Umschreibung gleicht dem Gelübde.Ausdrücke, und derjenige, welcher sagt, sie seien erlaubt, der Ansicht, sie seien von den Weisen ersonnene Ausdrücke163Andere als von den Weisen ersonnene sind nicht bindend.. –", "Nein, alle sind der Ansicht, die Umschreibungen seien fremdsprachliche Ausdrücke, nur ist die Schule Šammajs der Ansicht, auch diese164Die (weiter aufgezählten) Umschreibungen der Umschreibungen.seien fremdsprachliche Ausdrücke, und die Schule Hillels der Ansicht, diese seien keine fremdsprachlichen Ausdrücke.", "Wenn du aber willst, sage ich: die Schule Šammajs ist der Ansicht, bei den Umschreibungen von Umschreibungen seien die Umschreibungen165Damit man mit diesen vorsichtig sei, sind auch jene bindend.zu berücksichtigen, und die Schule Hillels ist der Ansicht, bei den Umschreibungen von Umschreibungen seien die Umschreibungen nicht zu berücksichtigen.", "Welche sind Umschreibungen von Umschreibungen der Gelübdeformeln? R. Joseph lehrte: Maqnamna, Maqnahna, Maqnasna166Derivata der sog. Umschreibungen.. – Welche sind Umschreibungen von Umschreibungen der Bannformel? – Maphšaá167Nach den Kommentaren, Gelehrtenname, der Form nach adjektivischer Beiname: viell, vom syr. פש, auflösen zerlegen, dh. irgend ein Analytiker.lehrte: Ḥeraqim, Ḥerakhim, Heraphim. – [Welche sind] Umschreibungen von Umschreibungen der Nazirformel? R. Joseph lehrte: Meḥazqana, Menazḥana, Mephiḥana.", "Sie fragten: Wie ist es mit Mephaḥzana, Mithḥazana, Mitha͑zana? Rabina fragte R. Aši: Wie ist es mit Qinama: heißt dies Qonam, oder Qinmon [Zimmt]168Cf. Ex. 30,23.?", "R. Aḥa, Sohn des R. Ḥija, fragte R. Aši: Wie ist es mit Qina: heißt dies Hühnerschlag [qina] oder heißt dies soviel wie Qonam? – Dies bleibt unentschieden.", "Welche sind Umschreibungen von Umschreibungen der Eidesformel [šebua͑]? – Šebuél, Šebuthiél, Šequqaél. – Unter Šebuél ist ja Šebuél, der Sohn Geršons, zu verstehen169Der iChr. 26,24 genannt wird, dh. dies ist ein wirklicher Eigenname.!? – Vielmehr Šebubaél, Šebuthiél, Šequqaél. Šemuél sagte: Sagt jemand Ašibatha, so ist dies nichts; wenn Ašqiqa, so ist dies nichts; wenn Qurnasa, so ist dies nichts170Es sind nur sinnlose Worte, obgleich sie wie Variationen der genannten Umschreibungen klingen..", "ODER WENN JEMAND BEI MOHI GELOBT, SO SIND ES UMSCHREIBUNGEN. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Sagt er: bei Mohi, so ist dies nichts, wenn aber: beim Eid, den Mohi sprach, so ist dies eine Umschreibung der Eidesformel171Lesart u. Erklärung schwanken bei den Kommentatoren..", "iiiSAGT JEMAND: NICHT SEI PROFAN, WAS ICH DEINES172Es soll wie Geopfertes gelten u. ihm zum Genüsse verboten sein.ESSE, NICHT TAUGLICH, NICHT ERLAUBT, [NICHT] REIN, UNREIN, ÜBRIGGEBLIEBENES, VERWERFLICHES173Was vom Opferfleische nach der Essensfrist übrig bleibt, ist zum Genusse verboten (Lev. 7,17); was außerhalb des Ortes u. der Frist gegessen werden soll, ist ‘verwerflich’ u. ebenfalls verboten., SO IST ES IHM VERBOTEN.", "[SAGT JEMAND:] WIE DAS LAMM174Das als tägliches Opfer dargebracht wird; Ex. 29,39ff., WIE DIE SCHUPPEN175Des Tempels zur Aufbewahrung der Opfertiere u. des Holzes., WIE DAS HOLZ, WIE DIE FEUEROPFER, WIE DER ALTAR, WIE DER TEMPEL, WIE JERUŠALEM, ODER WENN ER BEI EINEM DER DIENSTGERÄTE DES ALTARS GELOBT, AUCH OHNE [DAS WORT] ‘OPFERZU ERWÄHNEN, SO HAT ER BEIM OPFER GELOBT. R. JEHUDA SAGT, WER ‘JERUŠALEM176Ohne die Vergleichspartikel ‘wie’. SAGT, HABE NICHTS GESAGT." ], [ "GEMARA. Sie glaubten, ‘nicht profan’ heiße, es sei nicht Profanes, sondern Opfer;", "wessen Ansicht vertritt nun unsere Mišna: wenn die des R. Meír, so ist er ja nicht der Ansicht, daß aus der Verneinung die Bejahung zu entnehmen sei, denn wir haben gelernt, R. Meír sagt, eine Bedingung, die nicht der Bedingung der Gaditen und der Reúbeniten177Bei dieser wurde die Leistung für die Erfüllung u. die Unterlassung der Leistung bei Nichterfüllung vereinbart (cf. Num. 32,29,30), da von der Bejahung in dem einen Falle nicht die Verneinung im entgegengesetzten Falle zu folgern ist. gleicht, gelte nicht als Bedingung,", "und wenn die des R. Jehuda, so lehrt ja der Schlußsatz: R. Jehuda sagt, wer ‘Jerušalem’ sagt, habe nichts gesagt; wenn der Schlußsatz die Ansicht R. Jehudas lehrt, so ist ja im Anfangsatze nicht R. Jehuda vertreten!? –", "Die ganze [Lehre] ist von R. Jehuda, und der [Schlußsatz] wie folgt zu verstehen: denn R. Jehuda sagt, wer ‘Jerušalem’ sagt, habe nichts gesagt. –", "Ist es denn nach R. Jehuda verboten, wenn man ‘wie Jerušalem’ sagt, es wird ja gelehrt, R. Jehuda sagt, wer ‘wie Jerušalem’ sagt, habe nichts178Weil die Stadt an sich nicht heilig ist.gesagt, nur wenn er bei einer Sache gelobt, die in ganz Jerušalem dargebracht werden kann!? –", "Die ganze [Lehre] ist von R. Jehuda, nur streiten zwei Tannaím179Der Verfasser unserer Mišna u. der der angezogenen Lehre.über die Ansicht R. Jehudas." ], [ "Es wird gelehrt: [Sagt jemand:] Profanes, das Profane, wie Profanes, einerlei ob [er sagt:] das ich deines esse, oder: das ich deines nicht180Aus dieser Wendung könnte man nach RJ. folgern: was er wohl ißt, soll als Opfer gelten. esse, so ist es erlaubt. [Anderweitig] haben wir gelernt: [Sagt jemand:] es verboten, wenn: nicht sei profan, was ich deines nicht esse, so ist es erlaubt.", "Der Anfangsatz vertritt die Ansicht R. Meírs, der nicht der Ansicht ist, aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen,", "dagegen aber lehrt der Schlußsatz: [sagt er:] nicht sei profan, was ich deines nicht esse, so ist es erlaubt. [Anderweitig] haben wir gelernt: [Sagt jemand:] nicht sei Opfer, was ich deines nicht esse, so ist es ihm nach R. Meír verboten, und auf unseren Einwand, R. Meír sei ja nicht der Ansicht, aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen,", "erwiderte R. Abba, es sei ebenso, als würde er sagen: es sei Opfer, darum esse ich deines nicht. Demnach sollte es auch hierbei heißen: es sei nicht profan, darum esse ich deines nicht!? –", "Dieser Autor ist der Ansicht R. Meírs in einer Hinsieht und streitet gegen ihn in einer Hinsicht. Er ist seiner Ansicht in einer Hinsicht, indem er nicht der Ansicht ist, aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen, und er streitet gegen ihn in einer Hinsicht, hinsichtlich [der Bezeichnung] ‘Opfer’180Im in der 2. Lehre genannten Falle ist es nicht verboten..", "R. Aši erklärte: Das eine, wenn er sagt: als profan, und das andere, wenn er sagt: nicht profan; dies heißt: es sei nicht profan, sondern Opfer181Diese Erklärung, sowie die übrigen spitzfindigen Deutungen der Gelübdeformeln sind nur im Texte verständlich, in dem durch eine einzige Änderung des Vokalzeichens, den der Text gar nicht hat, die Formel einen ganz anderen Sinn bekommt..", "REIN, UNREIN, ZURÜCKGEBLIEBENES, VERWERFLICHES, SO IST ES IHM VERBOTEN. Rami b. Ḥama fragte: Wie ist es, wenn jemand sagt: dies gelte für mich wie Heilsopferfleisch nach der Blutsprengung!? –", "Wenn er diese Wendung gebraucht, läßt er es ja von Erlaubtem182Nach der Blutsprengung ist der Genuß auch Gemeinen erlaubt.erfassen!? – Vielmehr, wenn Heilsopferfleisch und profanes Fleisch vor ihm liegen, und er sagt: das eine sei wie das andere; wird es vom ersten Zustande183Des Heilsopferfleisches, das vor dem Blutsprengen zum Essen verboten war. erfaßt oder wird es vom erlaubten Zustande erfaßt?", "Raba erwiderte: Komm und höre: Übriggebliebenes, Verwerfliches." ], [ "Beim Übriggebliebenen: und Verwerflichen erfolgt es184Das Verbot des Essens; vor dem Blutsprengen ist es erlaubt; demnach richte man sich nach dem gegenwärtigen Zustand.erst nach dem Blutsprengen.", "R. Hona, Sohn des R. Nathan, entgegnete ihm: Dies gilt vom Übriggebliebenen eines Brandopfers185Das niemals zum Essen erlaubt war..", "Jener erwiderte: Demnach sollte es heißen: Brandopferfleisch!? – Dies ist selbstverständlich; selbstverständlich ist es verboten, wenn er Brandopferfleisch sagt, da er es vom Opfer erfassen läßt, lehren muß er es nur vom Übriggebliebenen und vom Verwerflichen des Brandopfers.", "Man könnte glauben, dies heiße: wie das als Übriggebliebenes verbotene oder als Verwerfliches verbotene, und es sei ebenso als hätte er es von Verbotenem erfassen lassen186Bei einer derartigen Formel muß eine Sache genannt werden, die nicht an sich, sondern durch das Gelübde verboten ist; weit. Fol. 13a.und nicht verboten, so lehrt er uns.", "Man wandte ein: Was heißt eine Enthaltung, von der die Tora187Cf. Num. 30,3ff.spricht? Wenn er sagt: ich nehme auf mich, kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken, wie an dem Tage, an dem mein Vater gestorben ist, wie an dem Tage, an dem mein Lehrer gestorben ist, wie an dem Tage, an dem Gedalja, der Sohn Aḥiqams, getötet worden188Cf. iiReg. 25,25.ist, wie an dem Tage, an dem ich Jerušalem in seiner Zerstörung gesehen habe. Hierzu sagte Šemuél: Dies nur, wenn er am gleichen Tage gelobt hat.", "Doch wohl in dem Falle, wenn es [beispielsweise] ein Sonntag war, und sein Vater an einem solchen gestorben ist. Er lehrt, daß es ihm verboten ist, obgleich [dazwischen]189Seit dem Tode seines Vaters bis zum Geloben.viele erlaubte Sonntage liegen. Schließe hieraus, daß es vom ersten Zustande erfaßt wird!? –", "Die Lehre Šemuéls lautet wie folgt: Šemuél sagte: Dies nur, wenn er von jenem Tage ab durch das Gelübde gebunden war.", "Rabina sprach: Komm und höre: [Sagt jemand:] wie die Teighebe Ahrons190Dh. die dem Priester zukommt; cf. Num. 15,20.und seine Hebe, so ist es ihm191Da diese nicht gelobt werden können.erlaubt. Demnach ist es verboten, wenn [er sagt:] wie die Hebe vom Dankopferbrote192Cf. Lev. 7,11ff.," ], [ "und die Hebe vom Dankopferbrote wird ja nach dem Blutsprengen abgehoben. –", "Folgere: wenn [er sagt:] wie die Hebe der Schatzkammer193Cf. Seq. III,1., so ist es ihm verboten. –", "Sollte er doch, wenn es ihm erlaubt ist, falls er sagt: wie die Hebe vom Dankopferbrote, lehren: [sagt er:] wie die Hebe vom Dankopferbrote, und um so mehr gilt dies von seiner194Des Priesters.Hebe!? – Folgendes lehrt er uns: die Hebe vom Dankopferbrote gilt als seine Hebe.", "Wenn du aber willst, sage ich: auch die Hebe vom Dankopferbrote kann vor dem Blutsprengen abgehoben sein, wenn man sie nämlich beim Kneten abgesondert hat.", "So lehrte R. Tobi b. Qisana im Namen Šemuéls: Wenn man die Dankopferbrote in vier Kuchen195Einen von jeder Art.gebacken hat, so hat man der Pflicht genügt. – Es sind ja vierzig erforderlich!? – Als Gebot196So soll es erfolgen, jed. ist es nicht unerläßlich.. –", "Er muß ja die Hebe197Einen von zehn. entnehmen!? Wolltest du erwidern, er entnehme einen [Kuchen] für alle, so haben wir ja gelernt: eines, von jedem Opfer; man darf sie nicht von einem Opfer für ein anderes198Die Hebe ist von jeder Art zu entrichten.entnehmen. Wolltest du erwidern, er breche von jedem ein Stück ab, so haben wir ja gelernt: eines, er darf nicht ein abgebrochenes Stück nehmen!? –", "Vielmehr, wenn er sie beim Kneten abgesondert hat, vom Gesäuerten besonders, von den Kuchen besonders, von den Fladen besonders und vom Eingerührten besonders. –", "Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: [Sagt jemand:] es sei mir wie das Erstgeborene, so ist es ihm nach R. Ja͑qob verboten und nach R. Jehuda erlaubt.", "In welchem Falle: wenn vor dem Blutsprengen, wieso ist es ihm nach dem einen erlaubt, und wenn nach dem Blutsprengen, wieso ist es ihm nach dem anderen verboten?" ], [ "Doch wohl in dem Falle, wenn Fleisch vom Erstgeborenen und das Fleisch des anderen vor ihm liegen, und er sagt: dieses sei für mich wie jenes; und hierüber streiten Tannaím199Ob Erstgeborenenfleisch vor dem Blutsprengen od. solches nach dem Blutsprengen zu verstehen ist.. –", "Nein, alle sind der Ansicht, vor dem Blutsprengen, und erlaubt ist es nach dem einen, weil die Schrift sagt: 199Num. 30,3.wenn jemand gelobt, wenn das Gelübde sich auf etwas bezieht, das gelobt werden kann, während das Erstgeborene an sich verboten ist,", "und nach dem anderen, denn die Schrift sagt:199Num. 30,3.dem Herrn, und dies schließt das an sich verbotene ein. –", "Wofür verwendet derjenige, der es erlaubt, [das Wort] dem Herrn!? – Dieses verwendet er für den Fall, wenn man es von Sündopfer und Schuldopfer erfassen läßt200Durch das Gelübde.. –", "Was veranlaßt dich, Sündopfer und Schuldopfer einzuschließen und das Erstgeborene auszuschließen? – Ich schließe Sündopfer und Schuldopfer ein, die vom Gelübde erfaßt werden, und ich schließe das Erstgeborene aus, das vom Mutterleibe aus heilig ist. –", "Weshalb ist es ihm nach dem anderen verboten? – Auch das Erstgeborene kann vom Gelübde erfaßt werden, denn es wird gelehrt: Im Namen Rabbis sagten sie: Woher, daß, wenn einem ein Erstgeborenes in seinem Hause geboren wird, es Gebot sei, es zu weihen? Es heißt:201Dt. 15,19.das Männliche sollst du heiligen. –", "Wieso ist es nach jenem erlaubt? – Ist es denn, wenn man es nicht weiht, nicht heilig!?", "WIE DAS LAMM, WIE DIE SCHUPPEN.", "Es wird gelehrt: [Sagt jemand:] Lamm, als Lamm, wie das Lamm, Schuppen, als Schuppen, wie die Schuppen, Holz, als Holz, wie das Holz, Feueropfer, als Feueropfer, wie Feueropfer, Altar, als Altar, wie der Altar, Tempel, als Tempel, wie der Tempel, Jerušalem, als Jerušalem, wie Jerušalem, so ist es ihm in all diesen Fällen, wenn er sagt: das ich deines esse, verboten, wenn aber: daß ich deines nicht202Diese Wendung ist zu verstehen: nur wenn er es nicht ißt, gleiche es den genannten Gegenständen.esse, erlaubt.", "Der Autor, der zwischen ‘Lamm’, ‘als Lamm’, ‘wie ein Lamm’ nicht unterscheidet, ist ja R. Meír,", "wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: in all diesen Fällen ist es ihm erlaubt, wenn er sagt: daß ich deines nicht esse; wir haben ja gelernt: [sagt jemand:] nicht sei Opfer, was ich deines nicht esse, so ist es ihm nach R. Meír verboten, und R. Abba erklärte, es sei ebenso als würde er sagen: es sei Opfer, darum esse ich deines nicht!? –", "Das ist kein Widerspruch; eines, wenn er sagt: nicht als Lamm, und eines, wenn er sagt: als Lamm203Vgl. Anm. 181..", "iv,1SAGT JEMAND: [OPFER,] BRANDOPFER, SPEISOPFER, SÜNDOPFER, DANKOPFER, FRIEDENSOPFER SEI, WAS ICH DEINES ESSE, SO IST ES IHM VERBOTEN; R. JEHUDA ERLAUBT204Wenn er nicht ‘wie’ sagt.ES. [SAGT ER:] DAS OPFER, WIE OPFER, OPFER SEI, WAS ICH DEINES ESSE, SO IST ES IHM VERBOTEN. [SAGT JEMAND:] NIGHT OPFER, WAS ICH DEINES NICHT ESSE, SO IST ES IHM NACH R. MEÍR VERBOTEN.", "GEMARA. Er lehrt: Opfer, das Opfer, wie Opfer sei, was ich deines esse, so ist es ihm verboten; er lehrt somit anonym nach R. Meír, der zwischen ‘Lamm’ und ‘zum Lamm’ nicht unterscheidet;", "wieso lehrt er nach R. Meír, daß es ihm verboten sei, [wenn er sagt:] das Opfer sei, was ich deines esse, es wird ja gelehrt, die Weisen pflichten R. Jehuda bei, daß es ihm erlaubt sei, wenn er sagt: das Opfer, das Brandopfer, das Speisopfer, das Sündopfer, was ich deines esse, weil er nur beim Leben des Opfers gelobt hat!? –" ], [ "Das ist kein Einwand; das eine, wenn er sagt: dies Opfer, und das andere, wenn er sagt: das Opfer; [ersteres] bedeutet: beim Leben des Opfers. –", "Er lehrt: [sagt jemand:] nicht Opfer, was ich deines nicht esse, so ist es ihm nach R. Meír verboten. R. Meír ist ja nicht der Ansicht, daß aus der Verneinung die Bejahung zu entnehmen sei!? R. Abba erwiderte: Es ist ebenso, als würde er sagen: es sei Opfer, darum esse ich es nicht.", "iv,2WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: QONAM, WAS MEIN MUND MIT DIR SPRICHT, WAS MEINE HAND MIT DIR TUT, WAS MEIN FUSS MIT DIR GEHT, SO IST ES IHM VERBOTEN.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Bei Schwüren ist es strenger als bei Gelübden und bei Gelübden ist es strenger als bei Schwüren. Strenger ist es bei Gelübden, denn Gelübde erstrecken sich sowohl auf Gebote als auch auf freigestellte Dinge, was bei Schwüren nicht der Fall ist; strenger ist es bei Schwüren, denn Schwüre erstrecken sich sowohl auf konkrete Dinge als auch auf abstrakte, was bei Gelübden nicht der Fall205Demnach sollte der Qonam sich nicht auf Wort u. Tat beziehen.ist!?", "R. Jehuda erwiderte: Wenn er sagt: mein Mund sei mir zum Sprechen verboten, meine Hände zum Tun, meine Füße zum Gehen. Dies ist auch zu beweisen, denn er lehrt: was mein Mund mit dir spricht, er lehrt aber nicht: was ich mit dir spreche.", "", "i,1FOLGENDE [GELÜBDE] SIND ERLAUBT1Dh. nichtig u. nicht bindend.: [WENN JEMAND SAGT]: PROFANES, WAS ICH DEINES ESSE, WIE SCHWEINEFLEISCH, WIE GÖTZENWERK, WIE AUSGEHERZTE FELLE2Zu götzendienstlichem Zwecke in der Herzgegend durchlocht; cf. Az. Fol. 32a., WIE AAS, WIE TOTVERLETZTES, WIE EKELTIERE UND KRIECHTIERE, WIE DIE TEIGHEBE AHRONS UND SEINE HEBE3Die dem Priester zukommen., SO IST ES IHM ERLAUBT.", "WENN JEMAND ZU SEINER FRAU SAGT: SEI MIR WIE MEINE MUTTER [VERBOTEN], SO ÖFFNE MAN IHM EINEN AUSWEG4Zur Auflösung des Gelübdes. VON ANDERER SEITE, DAMIT ER HIERBEI5Bei der Entsagung des ehelichen Umganges mit seiner Frau. NICHT LEICHTFERTIG SEI.", "GEMARA. Nur dann, wenn er sagt: Profanes, was ich deines esse, wenn er aber sagt: nicht Profanes, was ich deines esse, so heißt dies: es sei nicht Profanes, sondern Opfer;", "wessen Ansicht vertritt demnach unsere Mišna: wenn die des R. Meír, so ist er ja nicht der Ansicht," ], [ "aus der Verneinung sei die Bejahung zu entnehmen, und wenn die des R. Jehuda, so ist dies ja mit der ersteren Lehre6Ob. Fol. 10b.; diese wird RJ. addiziert. identisch!? –", "Da er es vom Schweinefleische und vom Götzenwerke lehrt, so lehrt er es auch vom Profanen.", "Rabina erwiderte: Er meint es wie folgt: folgende [Gelübde] sind wie Profanes7Wie bei der Bezugnahme auf Profanes. erlaubt: [wenn jemand sagt:] wie Schweinefleisch, wie Götzenwerk. Wenn er nämlich Profanes nicht genannt hätte, könnte man glauben, er benötige des Nachsuchens8Bei einem Gelehrten zur Auflösung des Gelübdes.. –", "Wieso sollte man darauf kommen, im Schlußsatze lehrt er ja, daß, wenn jemand zu seiner Frau sagt: sei mir wie meine Mutter [verboten], man ihm einen Ausweg von anderer Seite öffne, wonach im Anfangsatze ein Nachsuchen nicht erforderlich ist!? – Am richtigsten ist vielmehr, daß er es vom Profanen nur nebenher lehrt. –", "Woher dies9Daß es in den genannten Fällen nicht als bindendes Gelübde gilt.? – Die Schrift sagt:10Nm. 30,3.wenn jemand dem Herrn ein Gelübde gelobt, wenn das Gelübde sich auf etwas bezieht, das gelobt werden kann11Die genannten Dinge aber sind an sich verboten.. –", "Demnach sollte es auch von einer verbotenen Sache gelten, denn es heißt:10Nm. 30,3.sich eine Enthaltung aufzuerlegen!? – [Die Worte] sich eine Enthaltung aufzuerlegen sind wegen der folgenden Lehre nötig: Was heißt eine Enthaltung, von der die Tora spricht &c.12Cf. supra Fol. 12a.", "WENN JEMAND ZU SEINER FRAU SAGT: SEI MIR WIE MEINE MUTTER &C. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: [Sagt jemand:] sei mir wie der Leib meiner Mutter, wie der Leib meiner Schwester, wie Ungeweihtes, wie Mischfrucht (des Weinberges), so hat er nichts gesagt!?", "Abajje erwiderte: Nach der Tora hat er nichts gesagt, rabbanitisch aber benötigt er des Nachsuchens. Raba erwiderte: Das eine gilt von Schriftgelehrten13Bei denen Leichtfertigkeit nicht zu berücksichtigen ist. und das andere von Leuten aus dem gemeinen Volke.", "Es wird auch gelehrt: Wenn jemand bei der Tora14Beim Buche od. der Rolle.gelobt, so hat er nichts gesprochen. Hierzu sagte R. Joḥanan, er benötige jedoch des Nachsuchens bei einem Gelehrten, und R. Naḥman sagte, ein Gelehrter benötige nicht des Nachsuchens." ], [ "Es wird gelehrt: Wenn jemand bei der Tora gelobt, so hat er nichts gesprochen; wenn bei dem, was darin geschrieben ist, so sind seine Worte gültig; wenn bei ihr und bei dem, was darin geschrieben ist, so sind seine Worte gültig.", "Er lehrt ja: wenn bei dem, was darin geschrieben ist, so sind seine Worte gültig, wozu braucht er es von dem Falle zu lehren, wenn bei ihr und bei dem was darin geschrieben ist!?", "R. Naḥman erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine, wenn die Tora-[rolle] auf der Erde liegt, und das andere, wenn er sie in der Hand hält. Liegt sie auf der Erde, so denkt er an die Pergamentrollen15Er nimmt an, daß sie unbeschrieben sind, das Gelübde ist daher nichtig., hält er sie in der Hand, so denkt er an die darin vorkommenden Gottesnamen.", "Wenn du aber willst, sage ich: [beides,] wenn sie auf der Erde liegt, nur lehrt er uns folgendes: sobald er sagt: bei dem, was darin geschrieben ist, so ist es gültig, obgleich sie auf der Erde liegt. Er lehrt: das eine und um so mehr das andere.", "Wenn du aber willst, sage ich: auch der mittlere Fall, wenn er sie in der Hand hält, und er lehrt uns folgendes: da er sie in der Hand hält, so ist es, auch wenn er nur ‘bei ihr’ sagt, ebenso, als würde er gesagt haben: bei dem, was darin geschrieben steht.", "i,2SAGT JEMAND:] QONAM, WENN ICH SCHLAFE, WENN ICH SPRECHE, WENN ICH GEHE, ODER SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM, WENN ICH DIR BEIWOHNE, SO GILT HIERBEI:16Num. 30,3.er soll sein Wort nicht entweihen.", "GEMARA. Es wurde gelehrt: [Sagt jemand:] Qonam sei heute mein Auge für den Schlaf, wenn ich morgen schlafe, so darf er, wie R. Jehuda im Namen Rabhs sagt, heute nicht schlafen, weil er morgen schlafen könnte; R. Naḥman sagt, er dürfe heute schlafen, und man berücksichtige nicht, er könnte morgen17Er braucht sich erst morgen des Schlafes zu enthalten.schlafen. R. Jehuda pflichtet bei, daß, wenn jemand sagt: Qonam sei morgen mein Auge für den Schlaf, wenn ich heute schlafe, er heute schlafen dürfe," ], [ "denn, wenn man auch bei der Bedingung18Wie im 1. Falle, wobei das Verbot des heutigen Tages von der Einhaltung am folgenden Tage abhängig ist.nicht achtsam ist, so ist man beim Verbote19Im 2. Falle besteht event, am 2. Tage das Verbot, u. ein solches übertritt man nicht. achtsam. –", "Wir haben gelernt: Qonam, wenn ich schlafe, wenn ich gehe, wenn ich spreche &c. In welchem Falle: wollte man sagen, wie gelehrt wird, wieso gilt es als Gelübde, [wenn er sagt:] wenn ich schlafe, wir haben ja gelernt: strenger ist es beim Schwur, denn der Schwur erstreckt sich sowohl auf konkrete Dinge als auch auf abstrakte, was bei den Gelübden nicht der Fall ist, und der Schlaf ist ja abstrakt!? Und wenn etwa, wenn er sagt: Qonam sei mein Auge für den Schlaf,", "wieso läßt man ihn, wenn er keine Dauer angibt, das Verbot, [das Gelübde] zu entweihen, übertreten, R. Joḥanan sagte ja, wer drei Tage nicht zu schlafen schwört, den geißele20Wegen falschen Schwörens, da er diesen Schwur nicht halten kann.man, und er schlafe sofort!?", "Und wenn etwa, wenn er sagt: Qonam sei morgen mein Auge für den Schlaf, wenn ich heute schlafe, so sagtest du ja, beim Verbote sei man achtsam21Er darf somit am 1. Tage schlafen.!?", "Sicherlich doch in dem Falle, wenn er sagt: Qonam sei heute mein Auge für den Schlaf, wenn ich morgen schlafe. Falls er aber heute nicht schläft, so hat er ja, wenn er morgen schläft, sein Wort nicht entweiht; doch wohl, wenn er [heute] schläft. Demnach darf er [heute] schlafen, und dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? –", "Er lehrt den Fall, wenn er geschlafen22Von vornherein darf er es nicht.hat.", "Rabina erwiderte: Tatsächlich, wie gelehrt23Wenn er das Qonam nicht auf der Auge, sondern auf den Schlaf bezieht. wird, und das Verbot der Entweihung ist [hierbei] rabbanitisch. –", "Gibt es denn ein rabbanitisches Verbot24Worauf die Geißelung gesetzt ist.der Entweihung? – Freilich, es wird auch gelehrt: Erlaubte Dinge, hinsichtlich welcher manche ein Verbot eingeführt haben, darfst du in ihrer Gegenwart nicht erlauben, denn es heißt: er soll sein Wort nicht entweihen. –", "Wir haben gelernt: [Sagt jemand zu seiner Frau: Qonam] sei, was du von mir bis zum Pesaḥfeste genießest, wenn du vor dem [Hütten]feste25Das nach dem Pesaḥfeste stattfindet.in das Haus deines Vaters gehst, so ist ihr, wenn sie vor dem Pesaḥfeste gegangen ist, der Genuß von ihm bis zum Pesaḥfeste verboten.", "Nur wenn sie vor dem Pesaḥfeste gegangen ist, ist er ihr verboten, nicht aber, wenn sie nicht gegangen26Man berücksichtigt nicht, sie könnte nach dem Pesaḥfeste gehen.ist!?", "R. Abba erwiderte: Ist sie vor dem Pesaḥfeste gegangen, so ist er ihr verboten und sie ist27Wegen der Übertretung des Verbotes.zu geißeln, ist sie nicht gegangen, so ist er ihr nur verboten28Weil sie viell. gehen wird.. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn nach dem Pesaḥfeste, so übertritt sie [das Verbot:] er soll sein Wort nicht entweihen. Wenn sie [von ihm] vor dem Pesaḥfeste nichts genossen hat, erfolgt ja keine Entweihung; doch wohl, wenn sie genossen hat. Demnach darf sie genießen," ], [ "und dies ist eine Widerlegung R. Jehudas!? –", "Er lehrt, daß, wenn sie genossen hat, sie das Verbot der Entweihung seiner Worte übertreten29Es ist ihr aber auch von vornherein verboten.hat. –", "Wir haben gelernt: [Sagt er: Qonam] sei, was du von mir bis zum [Hütten]feste genießest, wenn du vor dem Pesaḥfeste in das Haus deines Vaters gehst, so ist ihr, wenn sie vor dem Pesaḥfeste gegangen ist, der Genuß von ihm bis zum [Hütten]feste verboten, und nach dem Pesaḥfeste darf sie gehen.", "Nur wenn sie gegangen ist, ist er ihr verboten, nicht aber, wenn sie nicht gegangen30Sie darf somit vor dem Pesaḥfeste von ihm genießen, ohne zu befürchten, sie könnte zu ihrem Vater gehen.ist!?", "Raba erwiderte: Verboten ist er ihr, auch wenn sie nicht gegangen ist; ist sie gegangen, so ist er ihr verboten und sie ist zu geißeln, und ist sie nicht gegangen, so ist er ihr nur verboten.", "Man wandte ein: [Sagt jemand:] dieser Laib sei mir heute [Qonam], wenn ich morgen nach jenem Orte gehe, so darf er, wenn er ihn gegessen31Wonach er ihn von vornherein essen darf.hat, nicht gehen!? –", "Es heißt nicht, er dürfe ihn essen, sondern: wenn er gegessen hat; hat er ihn gegessen, so darf er nicht gehen. –", "[Er lehrt weiter:] ist er gegangen, so übertritt er das Verbot, sein Wort zu entweihen; es heißt aber nicht: geht32Woraus zu schließen wäre, daß er ihn am vorangehenden Tage nicht essen sollte.er. Dies ist ein Einwand gegen R. Jehuda!? –", "R. Jehuda kann dir erwidern: er könnte ebensogut ‘geht er’ lehren, da er aber im Anfangsatze ‘gegessen hat’ lehrt, denn er kann nicht ‘ißt33Dies würde heißen, er dürfe von vornherein essen.er’ lehren, so lehrt er auch im Schlußsatze ‘ist er gegangen’.", "SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM, WENN ICH DIR BEIWOHNE, SO GILT HIERBEI: er soll sein Wort nicht entweihen. Er ist ihr ja nach der Tora verpflichtet, denn es heißt:34Ex. 21,10.er darf ihr Kost, Kleidung und Beiwohnung nicht mindern!? –", "Wenn er sagt: [Qonam] sei mir der Genuß deiner Beiwohnung, denn er kann den Genuß der Beiwohnung ablehnen.", "R. Kahana sagte nämlich: [Sagt sie: der Genuß] meiner Beiwohnung sei dir [Qonam], so zwinge er sie zur Beiwohnung, weil sie ihm verpflichtet ist, wenn aber: der Genuß deiner Beiwohnung mir, so ist es ihm35Wenn er ihr das Gelübde nicht aufhebt.verboten, da man niemand veranlassen darf, ihm Verbotenes zu essen.", "i,3SAGT JEMAND:] EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT SCHLAFEN WERDE, NICHT SPRECHEN, NICHT GEHEN, SO IST ES IHM36Da ein Schwur auch abstrakte Dinge erfaßt.VERBOTEN. ii,1[SAGT JEMAND:] OPFER, WAS ICH DEINES NICHT ESSE, DIES OPFER, WAS ICH DEINES ESSE, NICHT OPFER, WAS ICH DEINES NICHT ESSE, SO IST ES IHM ERLAUBT." ], [ "GEMARA. Unsere Mišna37Die zwischen ‘Opfer’ u. ‘dies Opfer’ unterscheidet.vertritt somit die Ansicht R. Meírs, denn R. Jehuda unterscheidet ja nicht zwischen ‘Opfer’ und ‘das Opfer’;", "wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: nicht Opfer, was ich deines nicht esse, so ist es ihm erlaubt. Wir haben ja gelernt, daß, wenn [jemand sagt:] nicht Opfer, was ich deines nicht esse, es ihm nach R. Meír verboten sei, und R. Abba erklärte, es sei ebenso, als würde er sagen: es sei Opfer, darum esse ich es nicht!? –", "Das ist kein Einwand; das eine, wenn er ‘als Opfer’ sagt, und das andere, wenn er ‘nicht Opfer’ sagt; er meinte: es sei nicht Opfer38Vgl. S. 390 Anm. 181..", "ii 2SAGT JEMAND:] EIN SCHWUR, DASS ICH DEINES NICHT ESSE, DIESER SCHWUR, WENN ICH DEINES ESSE, KEIN SCHWUR, WENN ICH DEINES NICHT ESSE, SO IST ES IHM VERBOTEN.", "GEMARA. [Die Wendung] ‘dieser Schwur, wenn ich deines esse’ heißt demnach: ich werde nicht essen; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Es gibt zwei Arten Schwüre, die in vier zerfallen: daß ich essen werde, und: daß ich nicht essen werde, daß ich gegessen habe, und: daß ich nicht gegessen habe. Wenn es heißt: daß ich nicht essen werde, (daß ich gegessen habe,) und: daß ich nicht gegessen habe, so ist ja unter ‘wenn ich deines esse’ zu verstehen: ich werde essen!?", "Abajje erwiderte: [Die Wendung] ‘wenn ich esse’ hat zwei Deutungen. Wenn man einen zu essen nötigt, und er sagt: ich esse, ich esse, und weiter sagt: ein Schwur, wenn ich esse, so heißt dies: ich werde essen; wenn er aber sagt: ich esse nicht, ich esse nicht, und weiter sagt: ein Schwur, wenn ich esse, so heißt dies: ich werde nicht essen.", "R. Aši erklärte: ‘Wenn ich esse’, falls er sagt: ein Schwur, daß ich nicht39Auch hier ist der entgegengesetzte Sinn bei Beibehaltung des Wortlautes nur im Texte verständlich, in dem die Negation durch eine Vokalsilbe erfolgt.esse. – Demnach ist dies ja selbstverständlich, wozu braucht dies gelehrt zu werden!? – Man könnte glauben, es40Der verneinende Laut vor dem W. ‘essen’.sei nur eine Zungenentgleisung, so lehrt er uns.", "Abajje erklärt nicht wie R. Aši, denn es heißt nicht ‘daß ich nicht esse’,", "und R. Aši lehnt die Erklärung Abajjes ab, denn er ist der Ansicht, auch [die Wendung] ‘wenn ich nicht esse’ habe zwei Deutungen. Wenn man einen zu essen nötigt, und er sagt: ich esse nicht, ich esse nicht, und weiter sagt: ein Schwur, einerlei ob [er dazu sagt:] wenn ich esse, oder: wenn ich nicht esse, so ist dies zu verstehen: ich werde41Der 1. Satz ist als Frage aufzufassen: werde od. sollte ich nicht essen?essen.", "Ebenso ist die Wendung ‘ein Schwur, wenn ich nicht esse’ zu verstehen: ein Schwur, daß ich nicht esse. Der Autor aber normiert: ‘wenn ich esse’ heiße: ich werde essen, und ‘wenn ich nicht esse’ heiße: ich werde nicht essen.", "ii,3HIERIN IST ES BEI SCHWÜREN STRENGER ALS BEI GELÜBDEN; IN MANCHEM ABER IST ES BEI GELÜBDEN STRENGER ALS BEI SCHWÜREN, UND ZWAR: [SAGT JEMAND:] QONAM SEI DIE FESTHÜTTE, DIE ICH MACHEN, DER FESTSTRAUSS, DEN ICH NEHMEN, DIE TEPHILLIN, DIE ICH ANLEGEN SOLLTE, SO IST ES IHM, WENN ALS GELÜBDE, VERBOTEN, UND WENN ALS SCHWUR, ERLAUBT, WEIL MAN NICHT SCHWÖREN KANN, GEBOTE ZU ÜBERTRETEN." ], [ "GEMARA. Wenn es [beim Schwur] strenger ist, so ist das Gelübde immerhin gültig, dagegen lehrt er, es sei erlaubt43In der 1. Mišna dieses Abschnittes, wonach das Gelübde überhaupt nicht bindend ist.!? –", "Dies bezieht sich auf den Schlußsatz jenes Falles44Ob. Fol. 15b.: ein Schwur, wenn ich schlafe, wenn ich spreche, wenn ich gehe, so ist es ihm verboten; hierbei ist es bei Schwüren strenger als bei Gelübden45Wie Fol. 15b. erklärt wird, ist es ihm rabb. verboten, beim Schwure aber nach der Tora..", "IN MANCHEM IST ES BEI GELÜBDEN STRENGER ALS BEI SCHWÜREN, UND ZWAR &C. R. Kahana lehrte: R. Gidel sagte im Namen Rabhs, und R. Tabjomi lehrte: R. Gidel sagte im Namen Šemuéls: Woher, daß man nicht schwören kann, ein Gebot zu übertreten? Es heißt:46Num. 30,3.er soll sein Wort nicht entweihen; sein Wort darf er nicht entweihen, wohl aber entweihe er es wegen göttlicher Angelegenheiten. –", "Das Gelübde [gilt hierbei] wohl deshalb, weil es heißt: wenn jemand dem Herrn ein Gelübde gelobt, so soll er sein Wort nicht entweihen, auch vom Schwure heißt es ja: oder dem Herrn einen Schwur schwört, so soll er sein Wort nicht entweihen!?", "Abajje erwiderte: Das eine, wenn er sagt, der Genuß der Festhütte sei mir47Das Gelübde bezieht sich auf den Genuß, u. er kann sich jeden Genuß abgeloben.[verboten], und das andere, wenn er sagt: ein Schwur, daß ich von der Festhütte nicht genießen48Der Schwur bezieht sich auf seine Person, u. da er dazu verpflichtet ist, so ist der Schwur nicht gültig.werde.", "Raba entgegnete: Sind denn die Gebote zum Genusse gegeben worden!? Vielmehr erklärte Raba, das eine, wenn er sagt: der Aufenthalt in der Festhütte sei mir [verboten], und das andere, wenn er sagt: ein Schwur, daß ich in der Festhütte nicht weilen werde. –", "Ist denn, daß man Gebote zu übertreten nicht schwören könne, hieraus zu entnehmen, dies wird ja aus einer anderen [Schriftstelle] entnommen!? Es wird gelehrt: Man könnte glauben, er sei schuldig, wenn er ein Gebot zu unterlassen geschworen und es nicht unterlassen hat," ], [ "so heißt es:49Lev. 5,4.Böses oder Gutes zu tun, wie das Gute freigestellt ist, ebenso das Böse, wenn es freigestellt ist, ausgenommen der Fall, wenn er ein Gebot zu unterlassen geschworen und es nicht unterlassen hat, was ihm nicht freigestellt war. –", "Ein Schriftvers50Der andere, der vom Opfer handelt.zur Befreiung vom Opfer des Schwörens, und einer zur Befreiung vom Verbote des Schwörens.", "iiiES GIBT EIN GELÜBDE IN EINEM GELÜBDE, NICHT ABER EINEN SCHWUR IN EINEM SCHWURE. UND ZWAR: WENN JEMAND SAGT: ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ICH ESSE, ICH WILL NAZIR SEIN, WENN ICH ESSE, UND DARAUF ISST, SO IST ER DURCH JEDES [GELÜBDE] VERPFLICHTET51Er muß 2mal das vorschriftsmäßige Nazirat von 30 Tagen absolvieren.; WENN ABER: EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSE, EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSE, UND DARAUF ISST, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG52Zur Darbringung eines Opfers verpflichtet..", "GEMARA. R. Hona sagte: Dies nur, wenn er sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, denn ein Tag kommt noch hinzu, somit trifft das eine Nazirat53Es gibt kein Nazirat auf einen Tag, vielmehr muß die ganze Dauer von 30 Tagen absolviert werden.das andere Nazirat, wenn er aber sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will heute Nazir sein, so trifft das eine Nazirat nicht54Es ist nichts weiter als eine Wiederholung.das andere Nazirat. Šemuél aber sagte: Auch wenn er sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will heute Nazir sein, wird er vom [anderen] Nazirat betroffen. –", "Weshalb lehrt er nach R. Hona, es gebe keinen Schwur in einem Schwure, sollte er doch lehren, [in manchen Fällen] gebe es ein Gelübde in einem Gelübde und [in manchen] gebe es kein Gelübde in einem Gelübde. [Sagt er:] ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, so gibt es ein Gelübde in einem Gelübde, wenn aber: ich will heute Nazir sein, dann: ich will heute Nazir sein," ], [ "so gibt es kein Gelübde in einem Gelübde!? – Ein Einwand. –", "Wir haben gelernt: Es gibt ein Gelübde in einem Gelübde, nicht aber einen Schwur in einem Schwure. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, und dem entsprechend beim Schwure, [wenn jemand sagt: ein Schwur,] daß ich keine Feigen essen werde, dann sagt: ein Schwur, daß ich keine Trauben essen werde, wieso trifft der eine Schwur nicht den anderen55Es sind 2 von einander getrennte Schwüre, u. beide sollten gültig sein.Schwur!?", "Daß der eine Schwur nicht den anderen Schwur trifft, gilt also nur in dem Falle, wenn jemand sagt: ein Schwur, daß ich keine Feigen essen werde, und dann sagt: ein Schwur, daß ich keine Feigen essen werde, und dem entsprechend beim Nazirat, wenn jemand sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will heute Nazir sein, und er lehrt: es gebe ein Gelübde in einem Gelübde. Dies ist eine Widerlegung R. Honas!? –", "R. Hona kann dir erwidern: unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn er sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, und dem entsprechend beim Schwure, wenn er sagt: [ein Schwur,] daß ich keine Feigen essen werde, und dann sagt: ein Schwur, daß ich nicht Feigen und Trauben essen werde, wobei [der Schwur ihn] nicht trifft. –", "Rabba sagte ja aber, daß, wenn jemand sagt: ein Schwur, daß ich keine Feigen essen werde, und dann sagt: ein Schwur, daß ich nicht Feigen und Trauben essen werde, und darauf Feigen gegessen und dieserhalb ein Opfer abgesondert hat, und später Trauben ißt, die Trauben nur ein halbes Quantum56Der 2. Schwur bezog sich auf Feigen und Trauben.sind, und man bringe kein Opfer dar wegen eines halben Quantums.", "Demnach trifft, wenn jemand sagt: ein Schwur, daß ich keine Feigen esse, und dann sagt: ein Schwur, daß ich nicht Feigen und Trauben esse, der Schwur, da er die Trauben trifft, auch die Feigen!? – R. Hona ist nicht der Ansicht Rabbas.", "Man wandte ein: Wenn jemand zwei Nazirate gelobt, und nachdem er das erste absolviert und das Opfer57Das bei Beendigung des Nazirates darzubringen ist; cf. Num. 6,14ff.abgesondert hat, darum nachsucht58Bei einem Gelehrten, der ihm das Gelübde auflöst., so wird das erste für das andere59Das Opfer gilt für das 2. Nazirat.angerechnet.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, wieso wird ihm das erste für das andere angerechnet, ein Tag bleibt ja60Das andere Nazirat wird erst einen Tag später beendet.zurück; doch wohl, wenn er sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will heute Nazir sein." ], [ "Dies61Nach dieser Lehre sind auch bei dieser Wendung beide Nazirate gültig. ist somit eine Widerlegung R. Honas!? –", "Nein, tatsächlich, [wenn er sagt:] ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, und angerechnet wird es ihm mit Ausnahme des übersteigenden62Über das 1. Nazirat; nur das andere Nazirat, das mit dem folgenden Tage beginnt, ist gültig.Tages. Oder auch, wenn er zwei Nazirate gleichzeitig63Nicht nach einander; beide sind dann gültig u. nach einander abzuhalten.gelobt hat.", "R. Hamnuna wandte ein:64Num. 6,2.Ein Nazirgelübde, gesondert zu sein, hieraus, daß das Nazirat das Nazirat treffe. Man könnte einen Schluß folgern: wenn beim strengeren Schwure ein Schwur nicht einen Schwur trifft, um wieviel mehr gilt dies beim leichteren Nazirat, daher heißt es: ein Nazirgelübde, gesondert zu sein, woraus65Für Nomen u. Verbum wird im Texte derselbe Ausdruck gebraucht, was als Wiederholung betrachtet wird.zu entnehmen, daß das Nazirat das Nazirat treffe.", "In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will morgen Nazir sein, so ist ja hierfür kein Schriftvers66Ein Tag wird vom 1. Nazirat nicht betroffen.nötig; doch wohl, wenn er sagt: ich will heute Nazir sein, dann: ich will heute Nazir sein, und er lehrt, das Nazirat treffe das Nazirat!? –", "Nein, hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zwei Nazirate gleichzeitig gelobt hat. –", "Wieso ist der Schwur strenger als das Gelübde: wollte man sagen, indem es sich auch auf abstrakte Dinge erstreckt, so ist ja auch das Gelübde strenger, indem es sich auf ein Gebot wie auf Freigestelltes67Cf. supra Fol. 16a.erstreckt!? – Vielmehr, weil es beim Schwure heißt:68Ex. 20,7.nicht ungestraft läßt.", "EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSE, EIN SCHWUR, DASS ICH NICHT ESSE, UND DARAUF ISST, SO IST ER NUR EINMAL SCHULDIG. Rabba sagte: Sucht er58Bei einem Gelehrten, der ihm das Gelübde auflöst. wegen des ersten nach, so trifft ihn der andere. – Woher dies? – Da er nicht lehrt: so ist es nur ein [Schwur], sondern: so ist er nur einmal schuldig; für [den anderen] ist kein Raum69Weil der 1. schon besteht.vorhanden, wenn er aber wegen des ersten nachsucht, trifft ihn [der andere].", "Eine andere Lesart: Eine Strafbarkeit ist nicht vorhanden, der Schwur aber wohl. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich einer Lehre Rabas, denn Raba sagte: Sucht er wegen des ersten nach, so tritt der andere an seine Stelle.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: Wenn jemand zwei Nazirate gelobt, und nachdem er das erste absolviert und das Opfer abgesondert hat, dieserhalb nachsucht, so wird ihm das erste für das andere angerechnet. –", "In dem Falle, wenn er zwei Nazirate gleichzeitig gelobt hat." ], [ "ivBEI UNBESTIMMTEN GELÜBDEN IST ZU ERSCHWEREN, BEI NÄHER BEZEICHNETEN ZU ERLEICHTERN. ZUM BEISPIEL: SAGT JEMAND: ES70Irgend eine Speise, die vor ihm liegt.SEI MIR WIE GESALZENES FLEISCH, WIE GUSSOPFERWEIN, SO IST ES IHM, WENN ER SOLCHE FÜR GOTT71Opferfleisch, das gesalzen werden muß (cf. Lev. 2,13), od. Wein, der auf dem Altar als Gußopfer verwendet wird.MEINTE, VERBOTEN,", "UND WENN SOLCHE FÜR DEN GÖTZENDIENST, ERLAUBT72Weil man bei verbotenen Dingen nicht geloben kann; ob. Fol. 13b.; IST ES UNENTSCHIEDEN, SO IST ES IHM VERBOTEN.", "[SAGT JEMAND:] ES73Irgend ein Gegenstand.SEI MIR WIE BANNGUT, SO IST ES IHM, WENN ER GOTT GEWEIHTES BANNGUT MEINTE, VERBOTEN, UND WENN DEN PRIESTERN GEWEIHTES74Das im Besitze der Priester profan ist. BANNGUT, ERLAUBT; IST ES UNENTSCHIEDEN, SO IST ES IHM VERBOTEN.", "[SAGT JEMAND:] ES SEI MIR WIE ZEHNT, SO IST ES IHM, WENN ER DEN VIEHZEHNTEN75Cf. Lev. 27,32; dieser wird erst durch die Bezeichnung als solcher geweiht.MEINTE, VERBOTEN, UND WENN DEN VON DER TENNE76Dieser ist an sich verboten (Fol. 13b) u. das zurückbleibende Getreide erst nach Absonderung desselben zum Genusse erlaubt., ERLAUBT; IST ES UNENTSCHIEDEN, SO IST ES IHM VERBOTEN.", "[SAGT JEMAND:] ES SEI MIR WIE HEBE, SO IST ES IHM, WENN ER DIE HEBE DER TEMPELKAMMER77Cf. Seq. III,1.MEINTE, VERBOTEN, UND WENN DIE DER TENNE, ERLAUBT; IST ES UNENTSCHIEDEN, SO IST ES IHM VERBOTENSO R. MEÍR.", "R. JEHUDA SAGT, WENN ‘HEBESCHLECHTHIN, SEI ES IHM IN JUDÄA VERBOTEN UND IN GALILÄA ERLAUBT, WEIL DIE LEUTE VON GALILÄA78Die fern vom Tempel wohnten.DIE HEBE DER TEMPELKAMMER NICHT KENNEN; WENN ‘BANNGUTSCHLECHTHIN, SEI ES IHM IN JUDÄA ERLAUBT UND IN GALILÄA VERBOTEN, WEIL DIE LEUTE VON GALILÄA PRIESTERN GEWEIHTES BANNGUT NICHT KENNEN.", "GEMARA. Wir haben ja aber gelernt, beim Nazirat sei es im Zweifel zu erleichtern!?", "R. Zera erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Elie͑zer und das andere nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: wenn jemand sein Wild und sein Vieh geweiht hat, so hat er auch den Koj79Bastard von Hirsch u. Ziege, hinsichtl. dessen ein Zweifel besteht, ob er zum Wilde od. zum Vieh gehört; cf. Hol. Fol. 80a.geweiht; R. Elie͑zer sagt, er habe den Koj nicht80Des Zweifels wegen wurde er nicht einbegriffen.geweiht.", "Nach dem man bei einem Zweifel sein Vermögen einbegreift, begreift man auch seine Person ein, und nach dem man bei einem Zweifel sein Vermögen nicht einbegreift," ], [ "begreift man seine Person erst recht nicht ein.", "Abajje sprach zu ihm: Du hast also die Ansicht, beim Nazirat sei es im Zweifel zu erleichtern, R. Elie͑zer addiziert, wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: bei einem Zweifel hinsichtlich des Erstgeborenen, ob das Erstgeborene von Menschen oder das Erstgeborene von Vieh, ob von unreinem oder reinem, hat der, der vom anderen81Vor der Entrichtung ist es der Priester.fordert, den Beweis anzutreten", "und hierzu wird gelehrt: jedoch ist [das Vieh] zu Schur und Arbeit verboten82Des Zweifels wegen; nach RE. sollte es erlaubt sein.!?", "Dieser erwiderte: Wieso vergleichst du die von selbst entstehende Heiligkeit83Wie dies beim Erstgeborenen der Fall ist.mit der durch Menschen hervorgerufenen Heiligkeit!?", "Wenn du einen Einwand erheben willst, ist vielmehr folgendes einzuwenden: Flüssigkeiten sind im Zweifel84Ob sie rituell unrein sind; cf. Lev. 11,32.verunreinigungsfähig, um unrein zu sein, nicht aber anderes unrein zu machen – so R. Meír, und derselben Ansicht ist auch R. Elie͑zer.", "Ist R. Elie͑zer denn der Ansicht, sie seien verunreinigungsfähig, um unrein zu sein,", "es wird ja gelehrt: R. Elie͑zer sagt, für die Unreinheit von Flüssigkeiten gebe es [in der Tora] keinen Anhalt. Dies ist zu beweisen, denn Jose b. Joe͑zer aus Çereda bekundete, daß die Widderheuschrecke85Cf. Az. Fol. 37a.rein sei, und daß die Flüssigkeiten im Schlachthause86Des Tempels.rein seien.", "Richtig ist es nach Šemuél, welcher sagt, sie seien rein, indem sie anderes nicht unrein machen, sie selber aber seien verunreinigungsfähig,", "wie ist es aber nach Rabh zu erklären, welcher sagt, sie seien überhaupt nicht verunreinigungsfähig87Im Zweifel ist es hierbei erschwerend, beim Nazirat hingegen erleichternd.!? –", "Vielmehr, das eine nach R. Jehuda und das andere nach R. Šimo͑n.", "Es wird nämlich gelehrt: [Sagt jemand:] ich will Nazir sein, wenn in diesem Getreidehaufen hundert Kor sind, und er hingeht und findet, daß er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, so ist er nach R. Jehuda nicht gebunden und nach R. Šimo͑n gebunden88Im Zweifel ist es nach dem einen erleichternd u. nach dem anderen erschwerend zu entscheiden.. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Jehuda sich befindet: kann R. Jehuda denn gesagt haben, man gebe sich nicht hin im Falle eines Zweifels, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: R. Jehuda sagt, wenn ‘Hebe’ schlechthin, sei es ihm in Judaä verboten und in Galiläa erlaubt, weil die Leute von Galiläa die Hebe der Tempelkammer nicht kennen. Nur deshalb, weil sie sie nicht kennen, würden" ], [ "sie sie aber kennen, so wäre es ihm89Obgleich ein Zweifel vorliegt.verboten!?", "Raba erwiderte: Beim Getreidehaufen ist er der Ansicht, daß man sich im Falle eines Zweifels nicht hingebe, weil da beim Zweifel schwerer ist als beim Entschiedenen. Der entschiedene Nazir schere sich das Haar90Beim Ablauf seines Nazirates.und bringe das Opfer dar, das gegessen wird, bei einem Zweifel aber darf er sich das Haar nicht91Weil dies nur bei Darbringung des Opfers erfolgen darf, u. dieses darf er nicht darbringen, weil das Nazirat viell, ungültig u. das Opfer profan ist.scheren.", "R. Hona b. Jehuda sprach zu Raba: Wie ist es, wenn [jemand sagt:] ich will lebenslänglich Nazir92Er darf sich nie das Haar scheren, obgleich er entschieden Nazir ist.sein!?", "Dieser erwiderte: Auch beim lebenslänglichen Nazir ist es beim Zweifel schwerer als beim Entschiedenen; der entschiedene darf, wenn das Haar ihm lästig wird, es mit einem Schermesser stutzen und die drei Opfertiere93Cf. Num. 6,14. darbringen, der zweifelhafte aber nicht. –", "Wie ist es aber, wenn [jemand sagt:] ich will Nazir wie Šimšon94Der bekannte Richter Jisraéls, der schon bei seiner Geburt als Nazir bezeichnet wurde (cf. Jud. 13,5); dieser darf sich das lästig werdende Haar nicht stutzen; cf. Naz. Fol. 4a.sein!?", "Dieser erwiderte: Hinsichtlich eines Nazirates wie des Šimšon wird nirgends gelehrt. Jener entgegnete: R. Ada b. Ahaba sagte ja, es gebe eine Lehre hinsichtlich eines Nazirates wie des Šimšon!? Dieser erwiderte: Ist solches gelehrt worden, so ist es gelehrt worden95Da ist weiter nichts zu erklären..", "R. Aši erwiderte: In jener Lehre96Nach der RJ. bei einem Zweifel erleichtert.lehrt R. Jehuda die Ansicht R. Tryphons, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt im Namen R. Tryphons, keiner von beiden97Bei einem Zweifel, wer von 2 Personen richtig gelobt hat; cf. Naz. Fol. 32b.sei Nazir, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werden muß. –", "Wieso gilt dies demnach nur von dem Falle, wenn der Getreidehaufe gestohlen worden oder abhanden gekommen98Auch wenn er noch vorhanden ist, wußte er beim Geloben nicht bestimmt, ob er das genannte Quantum enthält.ist!? – Um die weitergehende Ansicht R. Šimo͑ns hervorzuheben: selbst wenn er gestohlen worden oder abhanden gekommen ist, denn er ist der Ansicht, man gebe sich nicht hin im Falle eines Zweifels.", "R. JEHUDA SAGT, WENN ‘HEBESCHLECHTHIN, SEI ES IHM IN JUDÄA &C. Wenn sie aber [die Hebe] kennen würden, würde es ihm verboten sein, wonach bei einem Zweifel zu erschweren ist,", "dagegen aber lehrt der Schlußsatz: wenn ‘Banngut’ schlechthin, sei es ihm in Judäa erlaubt und in Galiläa verboten, weil die Leute von Galiläa Priestern geweihtes Banngut nicht kennen; demnach würde es ihm erlaubt sein, wenn sie es kennen würden, wonach bei einem Zweifel zu erleichtern ist!?", "Abajje erwiderte: [Der Schlußsatz] vertritt die Ansicht des R. Elea͑zar b. R. Çadoq, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagt, wenn ‘Hebe’ schlechthin, sei es ihm in Judäa verboten; R. Elea͑zar b. R. Çadoq sagt, wenn ‘Banngut’ schlechthin, sei es ihm in Galiläa verboten." ], [ "vWENN JEMAND BEIEREM [BANN] GELOBT99Wenn er beispielsweise sagt: dieser Gegenstand soll mir Ḥerem gelten.HAT UND SAGT, ER HABE NUR EIN SEENETZ [ḤEREM] GEMEINT, ODER BEI QORBAN [OPFER] UND SAGT, ER HABE NUR EIN KÖNIGLICHES GESCHENK [QORBAN] GEMEINT,", "ODER [ER GESAGT HAT:] MEIN EÇEM [EIGENE PERSON] SEI OPFER, UND SAGT, ER HABE NUR DEN KNOCHEN [EÇEM] GEMEINT, DEN ER SICH HINGELEGT HAT, UM DAMIT100Bei anderen den Anschein zu erwecken, er habe ein wirkliches Gelübde getan.ZU GELOBEN, ODER [ER GESAGT HAT:] QONAM SEI MIR DER GENUSS VON MEINER FRAU, UND SAGT, ER HABE NUR SEINE FRÜHERE FRAU GEMEINT, VON DER ER GESCHIEDEN IST,", "SO IST IN ALL DIESEN FÄLLEN NICHT NACHZUSUCHEN101Bei einem Gelehrten, zur Auflösung des Gelübdes; es war nach seiner eigenen Erklärung kein ernst gemeintes Gelübde.. WENN SIE NACHSUCHEN, SO BESTRAFE MAN SIE UND ENTSCHEIDE IHNEN ERSCHWERENDSO R. MEÍR.", "DIE WEISEN SAGEN, MAN ÖFFNE IHNEN EINEN AUSWEG VON ANDERER SEITE UND BELEHRE SIE, DAMIT SIE NICHT LEICHTFERTIG MIT GELÜBDEN UMGEHEN.", "GEMARA. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, man brauche dieserhalb nicht nachzusuchen, und darauf lehrt er, daß, wenn sie nachsuchen, man sie bestrafe und ihnen erschwerend entscheide!?", "R. Jehuda erwiderte: Er meint es wie folgt: in all diesen Fällen ist ein Nachsuchen nicht erforderlich; dies gilt jedoch nur von einem Gelehrten102Der wohl zufällig diese Wendung gebraucht hat, sicherlich aber in Zukunft mit Gelübden nicht leichtfertig umgehen wird., wenn aber ein Mann aus dem gemeinen Volke103Cf. Sot. Fol. 22a.nachsuchen kommt, so bestrafe man ihn und entscheide ihm erschwerend. –", "Allerdings erschwerend, man gebe ihm keinen Ausweg zum Widerrufe, wieso aber bestrafen? –", "Wie gelehrt wird: Wenn jemand ein Nazirat gelobt und es übertreten104Durch Handlungen, die einem Nazir verboten sind, im Glauben, sein Gelübde sei nicht gültig.hat, so erfülle man seinen Wunsch105Ihm das Gelübde aufzulösen.nicht eher, als bis er ebensoviele Tage gehalten, wie er solche übertreten106Diese Tage werden ihm nicht angerechnet.hat – so R. Jehuda. R. Jose sagt, dies gelte nur von einem kurzen107Mindestens 30 Tage.Nazirat, bei einem längeren Nazirat aber genügen dreißig108Auch wenn er ein solches von längerer Dauer gelobt hat.Tage.", "R. Joseph sprach: Da nun die Rabbanan sagen, man erfülle seinen Wunsch nicht, so handelt ein Gericht nicht recht, wenn es seinen Wunsch erfüllt. R. Aḥa b. Ja͑qob sagte: Man belege ihn mit dem Banne.", "DIE WEISEN SAGEN, MAN ÖFFNE IHM EINEN AUSWEG &C. Es wird gelehrt: Pflege nicht zu geloben, denn schließlich brichst du noch Schwüre. Pflege keinen Umgang mit einem Manne aus dem gemeinen Volke, denn schließlich veranlaßt er dich, Unverzehntetes zu essen. Pflege keinen Umgang mit einem Priester aus dem gemeinen Volke, denn schließlich veranlaßt er dich, Hebe zu essen. Unterhalte dich nicht viel mit einem Weibe, denn schließlich kommst du zur Hurerei.", "R. Aḥa b. R. Jošija sagte: Wer nach Weibern schaut, kommt schließlich zur Sünde, und wer die Ferse eines Weibes betrachtet, bekommt ungeratene Kinder. R. Joseph sagte: [Dies gilt auch von] der eigenen Frau während ihrer Menstruation. R. Šimo͑n b. Laqiš sagte: Unter Ferse, von der er lehrt, ist die Schmutzstelle zu verstehen, die sich gegenüber der Ferse befindet.", "Es wird gelehrt:109Ex. 20,20.Damit seine Furcht vor euch sei, das ist die Schamhaftigkeit,109Ex. 20,20.auf daß ihr nicht sündiget, dies lehrt, daß die Schamhaftigkeit zur Sündenscheu bringt. Hierauf bezugnehmend sagten sie, es sei beim Menschen ein gutes Zeichen, wenn er schamhaft ist. Andere sagten: Ein Mensch, der schamhaft ist, sündigt nicht leicht, und wer keine Schamhaftigkeit besitzt, dessen Eltern standen sicherlich nicht am Berge Sinaj110Cf. Ex. 20,20..", "R. Joḥanan b. Dahabaj sagte: Vier Dinge sagten mir die Dienstengel. Lahm sind [Kinder] deshalb, weil [die Eltern] ihren Tisch111Dh. den Beischlaf in umgekehrter Lage vollziehen.umdrehen; stumm sind sie deshalb, weil sie die betreffende Stelle küssen; taub sind sie deshalb, weil sie sich beim Beischlafe unterhalten; blind sind sie deshalb, weil sie die betreffende Stelle anschauen. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Sie fragten Emma Šalom112Frau des R. Elie͑zer b. Hyrkanos; cf. Bm. Fol. 59b., weshalb" ], [ "ihre Kinder so überaus schön seien, und sie erwiderte ihnen: Er unterhält sich mit mir weder bei Beginn der Nacht noch am Ende der Nacht, sondern nur um Mitternacht, und wenn er sich mit mir abgibt, entblößt er eine Handbreite und verhüllt eine Handbreite, und er benimmt sich so, als zwänge ihn ein Dämon dazu.", "Als ich ihn nach dem Grunde fragte, erwiderte er mir, damit er sein Auge nicht auf eine andere Frau richte, und seine Kinder zu Hurenkindern mache113Er unterhielt sich somit während des Geschlechtsaktes mit seiner Frau.!? –", "Das ist kein Einwand; das eine gilt von Angelegenheiten der Beiwohnung und das andere von anderen Angelegenheiten.", "R. Joḥanan sagte: Dies ist die Ansicht des Joḥanan b. Dahabaj; die Weisen aber sagten, die Halakha sei nicht wie Joḥanan b. Dahabaj, vielmehr könne jeder mit seiner Frau machen, was ihm beliebt. Dies ist ebenso, als wenn man Fleisch vom Schlächter holt; will man es mit Salz essen, esse man es so, wenn gebraten, esse man es so, wenn gekocht, esse man es so, wenn gesotten, esse man es so. Oder ebenso, als wenn man einen Fisch vom Fänger holt.", "Amemar sagte: Unter Dienstengel sind die Rabbanan zu verstehen, denn wieso würde, wenn man wirkliche Dienstengel sagen wollte, R. Joḥanan gesagt haben, die Halakha sei nicht wie R. Joḥanan b. Dahabaj, diese sind ja in der Entwicklung des Embryos kundiger!? Er nennt sie deshalb Dienstengel, weil sie wie Dienstengel ausgezeichnet sind.", "Einst kam [eine Frau] vor Rabbi und sprach zu ihm: Meister, ich richtete ihm den Tisch her, und er drehte111Dh. den Beischlaf in umgekehrter Lage vollziehen.ihn um. Er erwiderte ihr: Meine Tochter, die Tora hat dich ihm freigegeben, was kann ich dir helfen? Einst kam [eine Frau] vor Rabh und sprach zu ihm: Meister, ich richtete ihm den Tisch her, und er drehte ihn um. Er erwiderte ihr: Damit ist nicht anders als mit einem Fische114Wie oben erklärt wurde..", "115Num. 15,39.Ihr sollt nicht nach eurem Herzen umherspähen. Hierauf bezugnehmend sagte Rabbi: Man soll nicht aus einem Becher trinken und die Augen auf einen anderen116Beim Vollzug des Beischlafs an ein anderes Weib denken.richten. Rabina sagte: Dies ist wegen des Falles nötig, wenn sogar beide seine Frauen sind.", "117Ez. 20,38.Und ich will von euch die Empörer und die Frevler ausscheiden. R. Levi sagte: Das sind die in folgenden neun118Es werden aber 10 Fälle aufgezählt; in einer Handschrift fehlt בני אנוסה.Fällen Erzeugten:", "in Angst Erzeugte, in Notzucht Erzeugte, im Haß119Wenn man während des Aktes an eine andere denkt.Erzeugte, im Banne Erzeugte, in Verwechselung120Wenn er mehrere Frauen hat.Erzeugte, im Streite Erzeugte, im Rausche Erzeugte, in beabsichtigter Scheidung Erzeugte, in Mischung121Von mehreren Männern.Erzeugte und in Schamlosigkeit122Wenn die Frau den Mann auffordert.Erzeugte. –", "Dem ist ja aber nicht so, R. Šemuél b. Naḥmani sagte ja im Namen R. Jonathans, daß, wenn einen seine Frau auffordert, er Kinder bekomme, wie solche sogar im Zeitalter unseres Meisters Moše nicht waren, denn es heißt:123Dt. 1,13.schafft euch Männer weise und einsichtig, und darauf folgt:124Ib. V. 15.und ich nahm euere Stammeshäupter, und es heißt nicht ‘einsichtig’,", "ferner heißt es:125Gen. 49,14.Jissakhar ist ein knochiger Esel, und es heißt:126iChr. 12,33.von den Söhnen Jissakhars solche, die Einsicht hatten in die Zeiten127Zur Zeit Mošes waren auch unter den Söhnen Jissakhars keine Einsichtigen; bei der Geburt Jissakhars hatte Lea den Ja͑qob aufgefordert (cf. Gen. 30,16ff.). Unverständlich erscheint die Heranziehung des Verses Gen. 49,14 (cf. Geiger, אוצר נחמד Bd. IV p. 97).!? –", "Dies gilt von einer, die sich einschmeichelt128Jedoch nicht direkt auffordert..", "", "i,1VIER GELÖBNISSCHWÜRE ERKLÄRTEN DIE WEISEN FÜR AUFGELÖST: ANSPORNUNGSGELÜBDE1Wenn es affektiv erfolgt ist., ÜBERTREIBUNGSGELÜBDE, IRRTÜMLICHE GELÜBDE UND ZWANGSGELÜBDE. WAS HEISST ANSPORNUNGSGELÜBDE? WENN JEMAND, DER EINE SACHE VERKAUFEN WILL, SAGT: QONAM, DASS ICH DIR VON EINEM SELA͑21 S = 2 Š. zu 2 D. NICHTS NACHLASSE, UND DER ANDERE SAGT: QONAM, DASS ICH DIR NICHT MEHR ALS EINEN ŠEQEL GEBE," ], [ "SO SIND BEIDE MIT DREI DENAREN EINVERSTANDEN.", "GEMARA. VIER GELÖBNISSCHWÜRE ERKLÄRTEN DIE WEISEN FÜR AUFGELÖST &C. R. Abba b. Mamal sprach zu R. Ami: Du sagtest uns im Namen R. Jehuda des Fürsten, der Autor [der Lehre] von den vier Gelöbnisschwüren sei R. Jehuda, der im Namen R. Tryphons lehrte, keiner von beiden sei Nazir3Vgl. S. 404 Anm. 97., weil das Nazirgelübde ausgesprochen werden4Ernst gemeint. muß.", "Raba sagte: Du kannst auch sagen, es seien die Rabbanan, denn es heißt nicht: waren beide, sondern: sind beide5Auch jetzt bei der Nennung eines anderen Preises; der Schwur war überhaupt nicht ernst gemeint..", "Rabina sprach zu R. Aši: Ist es, wenn der eine ‘mehr als einen Sela͑’ und der andere ‘weniger als einen Šeqel’ sagt, ein [gültiges] Gelübde6Sie sind weit mehr auseinander, u. es ist anzunehmen, daß keiner mit 3 Denaren einverstanden war. oder nur eine Anspornung?", "Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: Wenn jemand seinen Nächsten nötigt, bei ihm zu essen, und dieser zu ihm spricht: Qonam, daß ich dein Haus nicht betrete, daß ich keinen Tropfen kaltes Wasser bei dir koste, so darf er zu ihm ins Haus gehen und bei ihm kaltes Wasser trinken, weil er7Wer einen auffordert, bei ihm einen Tropfen kaltes Wasser zu trinken. nur das Essen und das Trinken meinte.", "Wieso denn, er sagte ja: [keinen] Tropfen kaltes Wasser!? Vielmehr ist dies nur eine übliche Redensart8Man spricht zwar von einem Tropfen Wasser, meint aber eine wirkliche Mahlzeit., ebenso ist es auch hierbei nur eine übliche Redensart9Die W.e ‘mehr’ u. ‘weniger’ sind nicht genau zu nehmen..", "Jener entgegnete:" ], [ "Es ist nicht gleich; hierbei sagen wir, Fromme versprechen wenig10Der Auffordernde meinte mit ‘Tropfen’ eine wirkliche Mahlzeit u. in diesem Sinne gelobte der andere.und tun viel,", "da aber ist es wirklich zweifelhaft, ob weniger als einen Sela͑ und mehr als einen Šeqel gemeint war, sodaß es nur als Anspornung gilt, oder es wörtlich gemeint war, sodaß es ein [gültiges] Gelübde ist. – Dies bleibt unentschieden.", "R. Jehuda sagte: R. Asi sagte, diese vier Gelöbnisschwüre benötigen des Nachsuchens bei einem Gelehrten. Als ich dies Šemuél vortrug, sprach er zu mir: Der Autor lehrt: vier Gelöbnisschwüre erklärten die Weisen für aufgelöst, und du sagst, sie benötigen des Nachsuchens bei einem Gelehrten!?", "R. Joseph lehrte diese Lehre wie folgt: R. Jehuda sagte im Namen R. Asis: Ein Gelehrter darf nur Gelübde wie diese vier auflösen. Er ist nämlich der Ansicht, man gebe ihm keine Anleitung zum Bereuen11Wenn der Gelobende selber einen Grund angibt, weshalb er das Gelübde bereut, so löse man es ihm auf, dagegen aber belehre ihn das Gericht nicht, eine Veranlassung dazu zu finden..", "Einst kam jemand zu R. Hona, und als dieser ihn fragte, ob er noch mit dem Herzen dabei12Beim Gelübde.sei, sagte er: nein; da löste er es ihm auf.", "Einst kam jemand zu Rabba b. R. Hona. Da fragte er ihn: Würdest du, wenn zehn Leute dich dann beruhigt13Er hatte in seinem Ärger ein Gelübde getan, das er später bereute.hätten, gelobt haben? Dieser erwiderte: Nein. Da löste er es ihm auf.", "Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man frage ihn, ob er noch mit dem Herzen dabei sei, und wenn er ‘nein’ sagt, löse man es ihm auf. R. Jišma͑él b. R. Jose sagte im Namen seines Vaters: Man frage ihn, ob er, wenn zehn Personen ihn dann beruhigt hätten, gelobt haben würde, und wenn er ‘nein’ sagt, löse man es ihm auf.", "--", "Einst kam jemand zu R. Asi, und dieser sprach zu ihm: Du bereuest es nun? Jener erwiderte: Ob nicht! Da löste er es ihm auf. Einst kam jemand zu R. Elea͑zar, und dieser sprach zu ihm: Wolltest14Ob es willig geschehen ist.du geloben? Jener erwiderte: Hätte man mich nicht geärgert, würde ich nichts gewollt haben. Da sprach er zu ihm: Wie du [jetzt] willst. Einst kam eine Frau, die ihrer Tochter den Genuß abgelobt hatte, zu R. Joḥanan. Dieser sprach zu ihr: Würdest du deiner Tochter den Genuß abgelobt haben, wenn du gewußt hättest, daß die Nachbarinnen über sie sagen würden:" ], [ "hätte ihre Mutter nicht an ihr zu unterlassende Dinge gesehen, so würde sie ihr nicht grundlos den Genuß abgelobt haben15Die Tochter kam dadurch in üblen Ruf.? Diese erwiderte: Nein. Da löste er es ihr auf.", "Einst kam der Sohn der Tochter R. Jannaj des Greisen zu R. Jannaj dem Großen16So (רבה od. רבא) in der Erstausgabe und Handschriften (cf. Meg. Fol. 32a); die Korrektur des Prädikates beruht auf Mißverständnis., und dieser sprach zu ihm: Würdest du gelobt haben, wenn du gewußt hättest, daß man dein Buch aufschlagen und deine Werke untersuchen17Dh. das himmlische Gericht wird ob seines Gelübdes seine Werke prüfen.wird? Jener erwiderte: Nein. Da löste er es ihm auf.", "R. Abba sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:18Pr. 20,25.nach Gelübden zu untersuchen. Aber obgleich R. Jannaj diesem damit einen Ausweg geöffnet19Sein Gelübde zu bereuen.hat, tun wir dies nicht mit diesem20Dem Hinweis auf den angezogenen Schriftvers.", "und nicht mit jenem anderen. Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Mit folgendem [Schriftverse] öffnete R. Gamliél jenem Greis einen Ausweg:21Pr. 12,18.Mancher stößt Worte wie Schwertstiche aus, aber die Zunge der Weisen ist Heilung; wer Worte22Gelübde ausspricht; hier wird dasselbe Verbum (בטא) gebraucht, wie beim Gesetze vom Gelübde, Num. 30,7.ausstößt, den sollte man mit einem Schwerte niederstechen. Die Zunge der Weisen aber ist Heilung23Sie lösen das Gelübde auf..", "Man öffne auch keinen Ausweg mit folgender Lehre: R. Nathan sagte: Wenn jemand gelobt, so ist es ebenso, als würde er eine Opferhöhe bauen, und wenn er es einlöst, so ist es ebenso, als würde er darauf ein Opfer darbringen. Mit dem Anfangsatze24Dem Hinweis, das Geloben gleiche dem Bau einer Opferhöhe.öffne man ihm, mit dem Schlußsatze25Dies gleiche der Darbringung eines Opfers auf einer Opferhöhe; die Sünde ist bedeutender u. die Drohung größer.öffne man ihm, wie Abajje sagt, wohl, und wie Raba sagt, nicht.", "So trug R. Kahane diese Lehre vor; R. Tabjomi trug sie wie folgt vor: Mit dem Schlußsatze öffne man ihm nicht, mit dem Anfangsatze öffne man ihm, wie Abajje sagt, wohl, und wie Raba sagt, nicht. Die Halakha ist, man öffne ihm weder mit dem Anfangsatze noch mit dem Schlußsatze.", "Man öffne ihm auch nicht mit der folgenden Lehre Šemuéls, denn Šemuél sagte: Auch wenn man [das Gelübde] einlöst, heiße man Frevler. R. Abahu sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers: 26Dt. 23,23.wenn du zu geloben vermeidest, so wird an dir keine Sünde sein, und es ist aus [dem Ausdrucke] ‘vermeiden’ zu folgern: hier heißt es: wenn du zu geloben vermeidest, und dort27Ij. 3,17.heißt es: da vermieden die Frevler zu toben.", "R. Joseph sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: [Sagt jemand:] wie das Gelobte der Redlichen, so hat er nichts gesagt, [sagt er:] wie das Gelobte der Frevler, so ist dies ein Gelübde des Nazirates, des Opfers und des Eides28Erstere pflegen nicht zu geloben, letztere wohl..", "R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Wer in Zorn gerät, über den haben alle [Strafarten] des Fegefeuers Gewalt, denn es heißt:29Ecc. 11,10.entferne Zorn von deinem Herzen und schaffe Unheil von deinem Leibe, und unter Unheil ist das Fegefeuer zu verstehen, denn es heißt: 30Pr. 16,4.alles schuf der Herr zu seiner Bestimmung, auch den Frevler für den Tag des Unheils.", "Und noch mehr, auch Unterleibschmerzen haben Gewalt über ihn, denn es heißt:31Dt. 28,65.der Herr wird dir da ein zürnendes Herz geben, Hinschmachten der Augen und Seelenschmerz, und Unterleibschmerzen sind es, die die Augen hinschmachten machen und der Seele Schmerz bereiten.", "Als U͑la nach dem Jisraéllande hinaufzog, schlossen sich ihm zwei Ḥozäer an. Da schlachtete einer den anderen und fragte U͑la, ob er recht getan habe. Dieser erwiderte: Freilich, reiße ihm auch die Schlachtstelle32Er fürchtete sich, ihm Vorwürfe zu machen.auseinander. Als er später zu R. Joḥanan kam, sprach er zu ihm: Vielleicht habe ich, behüte und bewahre, die Hände der Sünder unterstützt!? Dieser erwiderte: Du hast [dadurch] dein Leben gerettet.", "Da wunderte sich R. Joḥanan: [der Schriftvers:] der Herr wird dir ein zürnendes Herz geben, gilt ja von Babylonien33Während dieser in Palästina so sehr in Zorn geriet, daß er seinen Nächsten ermordete.!? Jener erwiderte: In jener Stunde" ], [ "hatten wir den Jarden noch nicht überschritten34Sie waren noch nicht auf paläst. Gebiete..", "Rabba b. R. Hona sagte: Wer in Zorn gerät, dem gilt auch die Göttlichkeit nichts, denn es heißt:35Ps. 10,4.der Frevler in36So (בנבה) in der Erstausgabe, auch in vielen Handschriften bei Kennicott u. de Rossi.seines Zornes Hochmut, er ahndet nicht, es ist kein Gott, das sind all seine Gedanken. R. Jirmeja aus Diphte sagte: Er vergißt auch sein Studium und nimmt an Torheit zu, denn es heißt:37Ecc. 7,9.denn Zorn ruht im Busen der Toren; ferner heißt es: 38Pr. 13,16.der Tor legt Narrheit dar. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Es ist sicher, daß seine Sünden mehr sind als seine Verdienste, denn es heißt:39Ib. 29,22.ein Mann von Grimm ist an Missetaten reich.", "R. Ada b. R. Ḥanina sagte: Hätten die Jisraéliten nicht gesündigt, so würden ihnen nur die fünf Bücher der Tora verliehen worden sein und das Buch Jehošua͑, weil dieses die Wertschätzung des Jisraéllandes ist40Sie brauchten keine weiteren Belehrungen mehr.. – Weshalb? – 41Ecc. 1,18.Denn bei viel Weisheit ist viel Gram42Dies wurde ihnen durch die übrigen Bücher der hl, Schrift zuteil..", "R. Asi sagte: Man komme seinem Wunsche43Sein Gelübde aufzulösen.nicht nach, wenn er beim Gott Jisraéls [gelobt hat], ausgenommen [das Gelübde:] Qonam sei mir der Genuß meiner Frau, die mir meinen Geldbeutel gestohlen hat, oder: die mein Kind geschlagen hat, und es sich herausstellt, daß sie ihn nicht gestohlen, daß sie es nicht geschlagen hat.", "Einst kam [eine Frau] zu R. Asi, und er fragte sie, wobei sie gelobt habe. – Beim Gott Jisraéls. Da sprach er zu ihr: Hättest du bei Mohi gelobt, das nur eine Umschreibung ist, so würde ich dir deinen Wunsch erfüllt haben, da du aber nicht bei Mohi, sondern beim Gott Jisraéls gelobt hast, so kann ich dir deinen Wunsch nicht erfüllen.", "Einst kam R. Kahana zu R. Joseph, und dieser sprach zu ihm: Möge der Meister etwas kosten. Jener erwiderte: Nein, beim Herrn des [Welt]alls, ich koste nichts. Da sprach er zu ihm: Nein, beim Herrn des [Welt]alls, du darfst nichts kosten. – Erklärlich ist es von R. Kahana, daß er sagte: nein, beim Herrn des [Welt]alls44Er gelobte, die Einladung nicht anzunehmen., wozu aber sagte R. Joseph: nein, beim Herrn des [Welt]alls? – Er sprach zu ihm wie folgt: Hast du nicht gesagt: beim Herrn des [Welt]alls? Du darfst daher nichts kosten.", "Raba sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist, man öffne [einen Ausweg] zur Reue45Um das Gelübde aufzulösen, wenn der Gelobende nicht selber darauf kommt. 45. Mit irgend einem Umstand, der ihn viell. veranlaßt haben würde, das Gelübde zu unterlassen., und man komme seinem Wunsche nach auch beim [Gelübde:] beim Gott Jisraéls.", "Raba lobte R. Seḥora vor R. Naḥman, daß er ein bedeutender Mann sei. Da sprach dieser zu ihm: Wenn du ihn triffst, bringe ihn zu mir. Jener hatte gerade ein Gelübde aufzulösen und kam deshalb zu R. Naḥman.", "Dieser fragte ihn: Hast du damit rechnend gelobt? Jener erwiderte: Jawohl. – Damit rechnend? – Jawohl. [Dies wiederholte sich] viele Male, bis R. Naḥman ärgerlich wurde und zu ihm sprach: Geh heim.", "Nachdem R. Seḥora fortgegangen war, fand er selber folgenden Ausweg: Rabbi sagte: Welches ist der rechte Weg, den der Mensch sich wähle? Der zur Ehre gereicht dem, der ihn einschlägt, und ihm Ehre bringt bei den Menschen. Damit rechnend, daß R. Naḥman dadurch46Durch die besondere Verschärfung seines Gelübdes.ärgerlich sein könnte, habe ich nicht gelobt. Da löste er es sich selber47Dh. er fand selber eine Veranlassung, das Gelübde auflösen zu lassen.auf.", "R. Šimo͑n b. Rabbi hatte ein Gelübde aufzulösen und kam zu den Rabbanan. Sie fragten ihn: Hast du damit rechnend gelobt? Er erwiderte: Jawohl. – Damit rechnend? – Jawohl. [Dies wiederholte sich] viele Male" ], [ "und die Rabbanan quälten48Eine Veranlassung zur Auflösung des Gelübdes zu finden.sich, von der Sonne nach dem Schatten und vom Schatten nach der Sonne [gehend].", "--", "Da sprach Boṭnith, Sohn des Abba Šaúl b. Boṭnith zu ihm: Hast du auch damit rechnend gelobt, daß die Rabbanan sich dadurch vom Schatten nach der Sonne und von der Sonne nach dem Schatten [gehend] abquälen könnten? Dieser erwiderte: Nein. Da lösten sie es ihm auf.", "R. Jišma͑él b. R. Jose hatte ein Gelübde aufzulösen und kam zu den Rabbanan. Sie fragten ihn: Hast du damit rechnend gelobt? Er erwiderte ihnen: Jawohl. – Hast du damit rechnend gelobt? Er erwiderte ihnen: Jawohl. [Dies wiederholte sich] viele Male. Als nun ein Walker sah, daß die Rabbanan sich abquälten, schlug er ihn mit einem Walkerkorbe. Hierauf sprach er: Damit rechnend, daß ein Walker mich schlagen wird, habe ich nicht gelobt. Da löste er es sich selber47Dh. er fand selber eine Veranlassung, das Gelübde auflösen zu lassen.auf.", "R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Dies ist ja Unvermutetes, denn er konnte ja nicht daran denken, daß ihn ein Walker schlagen wird, und es wird gelehrt, man öffne ihm keinen Ausweg mit Unvermutetem!? Dieser erwiderte: Dies ist nicht Unvermutetes, denn Ruchlose, die die Rabbanan quälen, sind nicht selten.", "Die Frau Abajjes hatte eine Tochter, die er an seinen Verwandten und sie an ihren Verwandten [verheiraten] wollte. Da sprach er zu ihr: Jeder Genuß von mir sei dir verboten, wenn du meinen Willen übertrittst, und sie an deinen Verwandten verheiratest. Sie aber übertrat seinen Willen und verheiratete sie an ihren Verwandten. Als er hierauf zu R. Joseph kam, sprach er zu ihm: Würdest du ihn ihr abgelobt haben, wenn du gewußt hättest, daß sie deinen Willen übertreten und sie an ihren Verwandten verheiraten wird? Er erwiderte: Nein. Da löste R. Joseph es ihm auf. –", "Ist es denn in einem solchen Falle erlaubt? – Allerdings, es wird auch gelehrt: Einst gelobte jemand seiner Frau die Festwallfahrt ab, sie aber übertrat seinen Willen und zog zur Festwallfahrt hinauf. Als er hierauf zu R. Jose kam, sprach er zu ihm: Würdest du es ihr abgelobt haben, wenn du gewußt hättest, daß sie deinen Willen übertreten und zur Festwallfahrt hinaufziehen wird? Er erwiderte: Nein. Da löste R. Jose es ihm auf.", "i,2R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, AUCH49Dies gilt als Gelübde der Anspornung.WENN JEMAND SEINEN NÄCHSTEN MIT EINEM GELÜBDE BELEGT, BEI IHM ZU ESSEN, SPRECHE ER: JEDES GELÜBDE, DAS ICH TUN WERDE, SEI NICHTIG; NUR MUSS ER BEIM GELOBEN DARAN DENKEN.", "GEMARA. Wenn er ihn sagen [hört]: jedes Gelübde, das ich tun werde, sei nichtig, so hört er ja nicht auf ihn und kommt nicht50Dies ist ja keine Anspornung, seiner Aufforderung Folge zu leisten.zu ihm!? –" ], [ "[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn jemand seinen Nächsten bei ihm zu essen nötigt und ihn mit einem Gelübde belegt, so ist dies ein Anspornungsgelübde. Und51Dies ist ein neuer Satz u. bezieht sich nicht auf das Vorangehende.wenn jemand wünscht, daß seine Gelübde des ganzen Jahres nichtig seien, so spreche er am Beginne des Jahres: jedes Gelübde, daß ich tun werde, sei nichtig; nur muß er beim Geloben daran denken. –", "Wenn er daran denkt, hebt er ja seine Erklärung auf und bestätigt52Da er trotzdem gelobt.sein Gelübde!? Abajje erwiderte: Lies: nur darf er beim Geloben nicht daran denken.", "Raba erwiderte: Tatsächlich nach dem ursprünglichen Wortlaute, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn er dies am Beginne des Jahres erklärt hat, und nun beim Geloben nicht weiß, worauf die Erklärung sich bezogen hat; wenn er beim Geloben daran53Daß er derartiges erklärt hat.denkt und sagt, er gelobe unter der früheren54Sollte sich seine Erklärung auf ein solches Gelübde bezogen haben, so sei es nichtig.Erklärung, so ist sein Gelübde nichtig, wenn er nicht sagt, er gelobe unter der früheren Erklärung, so hebt er seine Erklärung auf und bestätigt sein Gelübde.", "R. Hona b. Ḥenana wollte dies55Daß man seine Gelübde vorher als nichtig erklären kann.bei der Vorlesung vortragen, da sprach Raba zu ihm: Der Tanna hat es verheimlicht, damit man mit Gelübden nicht leichtfertig umgehe, und du willst es in der Vorlesung vortragen!", "Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R. Elie͑zer b. Ja͑qob oder nicht? Und ist, wenn du sagst, sie streiten, die Halakha wie er oder nicht? – Komm und höre: Wir haben gelernt: Sagt jemand zu seinem Nächsten:" ], [ "Qonam, daß ich von dir nichts genieße, wenn du [von mir] nicht ein Kor Weizen und zwei Faß Wein für deinen Sohn annimmst, so kann dieser das Gelübde ohne einen Gelehrten [zu befragen] auflösen, denn er kann zu ihm sagen: du hast dies nur zu meiner Ehrung gesagt, und dies56Nichts von Fremden anzunehmen.ist meine Ehrung.", "Nur deshalb, weil er sagen kann, dies sei seine Ehrung, sonst aber wäre das Gelübde gültig. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist dies ja ein Anspornungsgelübde57Und auf jeden Fall ungültig., doch wohl nach den Rabbanan, und hieraus ist zu entnehmen, daß sie gegen ihn streiten. –", "Tatsächlich nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn R. Elie͑zer b. Ja͑qob pflichtet bei, daß dies ein Gelübde ist, weil er damit zu ihm sagen will: ich bin kein Hund, von dir zu genießen, ohne daß du von mir genießest. –", "Komm und höre: Sagt jemand zu seinem Nächsten: Qonam sei dir jeder Genuß von mir, wenn du nicht meinem Sohne ein Kor Weizen und zwei Faß Wein gibst, so darf er es58Etwas von ihm genießen., wie R. Meír sagt, nur dann, wenn er sie ihm gibt; die Weisen sagen, auch dieser könne sein Gelübde ohne einen Gelehrten [zu befragen] auflösen, denn er kann zu ihm sagen: ich betrachte es als erhalten59Der Verzicht gleicht dem Empfange..", "Nur deshalb, weil er sagen kann, er betrachte es als erhalten, sonst aber wäre das Gelübde gültig. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist dies ja ein Anspornungsgelübde, doch wohl nach den Rabbanan, und sie streiten [gegen ihn]. –", "Nein, tatsächlich nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, denn R. Elie͑zer pflichtet bei, daß dies ein Gelübde ist, weil er damit zu ihm sagen will: ich bin kein König, dir einen Genuß zu gewähren, ohne daß du mir einen Genuß gewährest.", "Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu Aši: Komm und höre: Ein Zwangsgelübde ist es, wenn sein Nächster ihn mit einem Gelübde belegt hat, bei ihm zu essen, und er oder sein Kind erkrankt ist oder ein Fluß ihn gehindert60Wenn er durch Zwang verhindert wird, das Gelübde zu erfüllen.hat. Sonst aber ist das Gelübde gültig. Nach wessen Ansicht: wenn nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, so ist dies ja ein Anspornungsgelübde, doch wohl nach den Rabbanan, und sie streiten [gegen ihn]. –", "Tatsächlich nach R. Elie͑zer b. Ja͑qob, aber nicht wie du glaubst, wenn der Ladende den Geladenen mit einem Gelübde belegt hat, sondern der Geladene den Ladenden mit einem Gelübde belegt hat. Wenn er ihn nämlich gefragt hat, ob er ihn zur Mahlzeit laden wolle, und dieser es bejaht, und als er ihn mit einem Gelübde belegt, dieser es gelobt hat; wenn jener darauf erkrankt ist oder sein Sohn erkrankt ist oder ein Fluß ihn gehindert hat, so ist dies ein Zwangsgelübde. –", "Komm und höre: Noch mehr sagte R. Elie͑zer b. Ja͑qob: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: Qonam, daß ich von dir nichts genieße, wenn du nicht mein Gast bist, mit mir warmes Brot ißt und mit mir einen Becher Warmes trinkst, und dieser dem widerspricht, so ist es ebenfalls ein Anspornungsgelübde. Die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. [Die Worte:] die Weisen pflichten ihm nicht bei," ], [ "beziehen sich wohl auch auf die vorangehenden [Lehren], somit ist hieraus zu entnehmen, daß die Rabbanan gegen ihn streiten. Schließe hieraus. –", "Wie bleibt es damit61Mit der 2. Frage, ob die Halakha nach RE. zu entscheiden ist oder nicht.? – Komm und höre: R. Hona sagte, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob, ebenso sagte R. Ada b. Ahaba, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob.", "ii,1EIN ÜBERTREIBUNGSGELÜBDE IST ES, WENN JEMAND SAGT: QONAM, WENN ICH NICHT AUF DIESEM WEGE [EINE MENGE] WIE DIE AUSZÜGLER AUS MIÇRAJIM GESEHEN HABE, ODER: WENN ICH NICHT EINE SCHLANGE WIE EIN ÖLPRESSBALKEN GESEHEN HABE.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Übertreibungsgelübde sind erlaubt, Übertreibungsschwüre sind verboten62Dh. ungültig bezw. gültig..", "Welche heißen Übertreibungsschwüre: wollte man sagen, wenn er sagt: ein Schwur, wenn ich nicht auf diesem Wege gesehen habe, so hat er ja nichts gesagt63Es ist ein unvollständiger Satz, der nichts besagt.!?", "Abajje erwiderte: Wenn er sagt: ein Schwur, daß ich gesehen habe. Raba sprach zu ihm: Wozu braucht dies demnach64Es ist ja ein Falscheid u. selbstverständlich verboten.gelehrt zu werden!? Ferner lehrt er ja von einem [Schwure] gleich einem Gelübde65Wenn man sich etwas abschwört.!? Vielmehr, erklärte Raba, wenn er sagt: alle Früchte der Welt mögen mir durch Schwur verboten werden, wenn ich nicht auf diesem Wege [eine Menge] wie die Auszügler aus Miçrajim gesehen habe.", "Rabina sprach zu R. Aši: Vielleicht sah dieser Mann einen Haufen Ameisen, die er mit den Auszüglern aus Miçrajim66Er meinte überhaupt keine Menschenmenge; eine derartige Zahl von Ameisen ist keine Übertreibung. verglich, und beschwor somit Wahres!?" ], [ "Dieser erwiderte: Wer schwört, schwört in unserem Sinne, und wir denken dabei nicht an Ameisen. –", "Schwört man etwa nicht in seinem eigenen Sinne, es wird ja gelehrt: Wenn [das Gericht] einen schwören läßt, spricht man zu ihm: Wisse, daß wir dich nicht auf Grund eines Vorbehaltes in deinem Herzen schwören lassen, sondern in unserem Sinne und im Sinne des Gerichtes. Dies schließt wohl den Fall aus, wenn er an Spielmarken denkt und sie Geld68Wenn er beispielsweise schwört, an jemand einen Geldbetrag gezahlt zu haben, in Wirklichkeit aber ihm nur Spielmarken gegeben hat.nennt.", "Wenn er nun ‘in unserem Sinne’ sagt, so kann ja mancher in seinem eigenen Sinne schwören!? –", "Nein, dies schließt den vor Raba [sich ereigneten Fall] mit dem Rohrstabe69Irgend einen Nebengedanken, dagegen kann man nicht eine Sache anders als üblich benennen.aus. Einst kam jemand, der von seinem Nächsten Geld forderte, vor Raba, und er sprach zum Schuldner: Geh, bezahle es ihm. Dieser erwiderte: Ich habe es bereits bezahlt. Da sprach Raba zu ihm: So komm und schwöre, daß du es ihm bezahlt hast.", "Da ging er fort und tat das Geld in einen Rohrstab, und auf diesen gestützt kam er vor das Gericht. Alsdann sagte er zum Gläubiger, daß er ihm den Rohrstab halte, und nahm die Torarolle und schwor, daß er ihm alles zurückgezahlt, was er von ihm erhalten hatte.", "Als der Gläubiger darüber in Zorn geriet und den Rohrstab zerbrach, wurde das Geld auf die Erde geschüttet, und es stellte sich heraus, daß er die Wahrheit beschwor70Mit dem Stabe hatte er ihm das Geld übergeben.. –", "Aber kann man denn nicht in seinem eigenen Sinne schwören, es wird ja gelehrt: Ebenso finden wir bei unserem Meister Moše, der, als er Jisraél in A͑rboth Moab schwören71Die Tora zu halten.ließ, zu ihnen sprach: Wisset, daß ich euch nicht in eurem Sinne schwören lasse, sondern in meinem Sinne und im Sinne Gottes, denn es heißt:72Dt. 29,13.aber nicht euch allein73Dh. nicht in eurem Sinne allein. &c.", "Moše sprach wohl zu Jisraél wie folgt: vielleicht tut ihr etwas und sagt, ihr habt in eurem Sinne [geschworen]? Daher sagte er zu ihnen: in meinem Sinne. Dies schließt wohl die Möglichkeit aus, sie könnten Götzen mit dem Namen Gott74Den zu verehren sie schworen.belegt haben. Demnach kann man in seinem eigenen Sinne schwören!? –", "Nein, Götzen werden tatsächlich Gott genannt, denn es heißt:75Ex. 12,12.und an allen Göttern von Miçrajim &c. –", "Er hätte sie doch sollen schwören lassen, die Gebote zu halten!? – Es könnten die Gebote des Königs verstanden werden. –", "Er hätte sie doch sollen schwören lassen, alle Gebote zu halten!? – Es könnte das Gebot der Çiçith verstanden werden, denn der Meister sagte, das Gebot der Çiçith wiege alle Gebote der Tora auf. –", "Er hätte sie doch sollen schwören lassen, die Tora zu halten!? – Es könnte eine Lehre77Während sein Schwur sich auf die schriftliche u. die mündliche Lehre bezog. verstanden werden. – Er hätte sie doch sollen schwören lassen, die Lehren zu halten. – Es könnte verstanden werden: die Lehre vom Speisopfer, die Lehre vom Sündopfer und die Lehre vom Schuldopfer78Bei diesen Opfern wird das W. ‘Lehre’ gebraucht; cf. Lev. 7,37.. – Er hätte sie doch sollen schwören lassen, die Lehren und die Gebote zu halten!? – Unter Lehre könnte man die Lehre über das Speisopfer und unter Gebote die Gebote des Königs verstehen. –", "Er hätte sie doch sollen schwören lassen, die ganze Tora zu halten!? – Unter ‘ganze Tora’ könnte man [die Unterlassung] des Götzendienstes verstehen, denn es wird gelehrt, der Götzendienst ist so streng, daß, wenn jemand ihn verleugnet, es ebenso sei, als würde er sich zur ganzen Tora bekennen. –", "Er hätte sie doch sollen schwören lassen, [das Verbot] des Götzendienstes und die ganze Tora zu halten!? Oder auch, die sechshundertdreizehn Gesetze79Die in der Tora enthalten sind; cf. Mak. Fol. 23b.zu halten!? – Vielmehr unser Meister Moše wählte eine einfachere Wendung80Statt so viele Worte zu gebrauchen, ließ er sie in seinem Sinne schwören..", "WENN ICH NICHT EINE SCHLANGE WIE EIN ÖLPRESSBALKEN GESEHEN HABE. Gibt es denn so etwas nicht, zur Zeit des Königs Sapor war ja eine Schlange, der man dreizehn Säcke81So besser nach einer anderen Lesart.Stroh vorwarf, die sie verschlang!? Šemuél erwiderte: Eine gerippte. – Alle Schlangen sind ja gerippt!? – Wir meinen eine, deren Rücken gerippt82Von dieser Art gibt es nicht so große.ist. –", "Sollte er doch lehren: eine gerippte!? – Er lehrt etwas nebenbei, daß nämlich ein Ölpreßbalken oben gerippt ist. – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Beim Kauf und Verkaufe, wenn jemand seinem Nächsten einen Ölpreßbalken verkauft, so ist [der Kauf] gültig, wenn er oben gerippt ist, sonst aber nicht." ], [ "ii,2IRRTÜMLICHE GELÜBDE SIND ES, [WENN JEMAND SAGT:] WENN ICH GEGESSENHABE, WENN ICH GETRUNKEN HABE, UND SICH ERINNERT, DASS ER GEGESSEN ODER GETRUNKEN83Er glaubte wahr gelobt zu haben.HAT, ODER [JEMAND SAGT:] OB ICH ESSEN WERDE, OB ICH TRINKEN WERDE, UND VERGESSENTLICH GEGESSEN ODER GETRUNKEN HAT. [ODER] JEMAND SAGT: QONAM SEI MIR DER GENUSS MEINER FRAU, DIE MIR MEINEN GELDBEUTEL GESTOHLEN HAT, DIE MEIN KIND GESCHLAGEN HAT, WORAUF SICH HERAUSSTELLT, DASS SIE ES NICHT GESCHLAGEN HAT, DASS SIE IHN NICHT GESTOHLEN HAT.", "WENN JEMAND, DER [FREMDE SEINE] FEIGEN ESSEN SIEHT, SAGT: SIE SOLLEN FÜR EUCH WIE OPFER GELTEN, WORAUF SICH HERAUSSTELLT, DASS ES SEIN VATER UND SEINE BRÜDER UND MIT IHNEN FREMDE WAREN, SO IST ES IHNEN, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, ERLAUBT UND DEN FREMDEN VERBOTEN, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, DIESEN UND JENEN ERLAUBT.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wie es bei irrtümlichen Gelübden erlaubt ist, ebenso ist es bei irrtümlichen Schwüren erlaubt. – Welche heißen irrtümliche Schwüre? – Wie [beim Falle von] R. Kahana und R. Aši. Der eine sagte: ein Schwur, daß Rabh so lehrte, und der andere sagte, ein Schwur, daß Rabh so lehrte; jeder schwor nach seiner Meinung richtig.", "WENN JEMAND, DER [FREMDE] &C. ESSEN SIEHT. Dort haben wir gelernt: Man öffne einen Ausweg [durch den Hinweis auf] Festtage84Wenn jemand beispielsweise gelobt hat, eine Reihe von Tagen zu fasten, u. auf den Hinweis, dies sei am Šabbath u. am Feste nicht angebracht, erwidert, er habe daran nicht gedacht, so löse man ihm das Gelübde auf.und Šabbathe. Anfangs sagten sie, an diesen Tagen sei es ihm erlaubt, an allen übrigen aber verboten, bis R. A͑qiba kam, und lehrte, ein Gelübde, das teilweise aufgelöst worden ist, sei vollständig aufgelöst.", "Rabba sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß mein Vater unter euch85Im Falle unserer Mišna, wenn jemand Fremden den Genuß seiner Feigen abgelobt.ist, so würde ich gesagt haben: euch allen sei es verboten, außer meinem Vater, es allen verboten86Sein Vater war im Gelübde überhaupt nicht einbegriffen, sodaß er durch die spätere Erklärung das Gelübde nicht teilweise auflöst.und seinem Vater erlaubt ist, sie streiten nur [über den Fall], wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß mein Vater unter euch ist, so würde ich gesagt haben: diesem und diesem sei es verboten87Er gebraucht bei der Erklärung eine andere Wendung u. löst sein Gelübde teilweise auf.und meinem Vater sei es erlaubt." ], [ "Raba aber sagte: Alle stimmen überein, daß, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß mein Vater unter euch ist, so würde ich gesagt haben: diesem und diesem sei es verboten und meinem Vater erlaubt, es allen erlaubt ist, sie streiten nur über den Fall, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß mein Vater unter euch ist, so würde ich gesagt haben: euch allen sei es verboten, außer meinem Vater.", "Die Schule Šammajs ist der Ansicht R. Meírs, welcher sagt, der erste Satz sei88Bei seiner Erklärung sagte er: allen sei es verboten, u. dies wurde nicht aufgelöst.maßgebend,", "und die Schule Hillels ist der Ansicht R. Joses, welcher sagt, erst der Schluß des Satzes89Da er seinen Vater ausschließt, so löst er einen Teil des Gelübdes auf. sei maßgebend.", "R. Papa wandte gegen Raba ein: In welchem Falle sagte R. A͑qiba, ein Gelübde, das teilweise aufgelöst worden ist, sei vollständig aufgelöst? [Sagte jemand:] Qonam, daß ich euch alle nichts von mir genießen lasse, so ist es, wenn es inbetreff des einen aufgelöst worden ist, für alle aufgelöst; [sagte er:] daß ich nichts genießen lasse diesen und jenen, so ist es, wenn es inbetreff des ersten aufgelöst worden ist, für alle aufgelöst, und wenn es inbetreff des letzten aufgelöst worden ist, dem letzten erlaubt und allen übrigen verboten.", "Allerdings kann Rabba90Nach dem sie über den Fall streiten, wenn er bei seiner Erklärung die Wendung geändert hat.den Anfangsatz auf den Fall beziehen, wenn er gesagt hat: diesen und jenen,", "und den Schlußsatz auf den Fall, wenn er gesagt hat: euch91Bei der widerrufenden Erklärung; er hat die Wendung geändert. alle,", "nach deiner Erklärung aber ist allerdings der Anfangsatz auf den Fall zu beziehen, wenn er gesagt hat: euch alle;" ], [ "wieso aber streiten die Rabbanan gegen R. A͑qiba im Schlußsatze, wenn er gesagt hat: diesen und jenen, du sagst ja, alle stimmen überein, es sei erlaubt!?", "Raba erwiderte ihm: Stimmt etwa der Schlußsatz R. A͑qibas nach Rabba? Er bezieht ihn auf den Fall, wenn er gesagt hat: euch alle; wer ist demnach erster und wer ist letzter!?", "Vielmehr gilt der Anfangsatz von dem Falle, wenn er gesagt hat: euch alle, und der Schlußsatz von dem Falle, wenn er einen auf den anderen bezogen und gesagt hat: diesen wie jenen, und jenen wie jenen.", "Dies ist auch zu beweisen, denn es wird gelehrt: wird es inbetreff des mittelsten aufgelöst, so ist es den ihm folgenden92Auf die das Verbot durch Bezugnahme ausgedehnt wird.erlaubt und den ihm vorangehenden verboten.", "R. Ada b. Ahaba wandte gegen Raba ein: [Wenn jemand sagt:] Qonam, daß ich keine Zwiebel kosten werde, weil die Zwiebel dem Herzen schädlich ist, und man ihm erklärt: die dörfische ist ja dem Herzen zuträglich, so ist ihm die dörfische erlaubt; und nicht nur die dörfische ist ihm erlaubt, sondern auch alle anderen Zwiebeln. Einst ereignete sich ein solcher Fall, und R. Meír erlaubte ihm alle Zwiebeln.", "Doch wohl, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß die dörfische dem Herzen zuträglich ist, so würde ich gesagt haben; alle Zwiebeln sollen [mir] verboten sein und die dörfische erlaubt93Übertragen auf die obige Lehre Rabbas (Fol. 25b) gleicht dies dem Falle, wenn er sagt: allen anderen soll es verboten sein, ausgenommen meinem Vater, dennoch ist es auch allen anderen erlaubt.!? –", "Nein, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß die dörfische dem Herzen zuträglich ist, so würde ich gesägt haben: diese und jene Zwiebeln sollen [mir] verboten sein und die dörfische erlaubt. R. Meír [lehrt es] sowohl nach R. A͑qiba als auch nach den Rabbanan.", "Rabina wandte gegen Raba ein: R. Nathan sagte: Es gibt Gelübde, bei denen es teilweise erlaubt und teilweise verboten ist. Zum Beispiel: wenn er sich einen Korb Früchte abgelobt hat," ], [ "darunter Šuaḥ-Feigen94Az. Fol. 14a mit תאיני חיוראתא, weiße Feigen, erklärt, dagegen weiter von תאנים לבנות unterschieden.sind, und er sagt: hätte ich gewußt, daß Šuaḥ-Feigen darunter sind, so würde ich sie mir nicht abgelobt haben, so ist ihm der Korb Früchte verboten und die Šuaḥ-Feigen erlaubt. Als R. A͑qiba kam, lehrte er, wenn ein Gelübde teilweise aufgelöst worden ist, sei es vollständig aufgelöst. Doch wohl, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß Šuaḥ-Feigen darunter sind, so würde ich gesagt haben: schwarze und weiße Feigen sollen [mir] verboten sein und Šuaḥ-Feigen erlaubt. Dies nach R. A͑qiba, und die Rabbanan streiten gegen95Dies gleicht dem Fol. 26a genannten Falle, über welchen nach R. alle übereinstimmen, daß es allen erlaubt sei.ihn!? –", "Nein, wenn er sagt: hätte ich gewußt, daß Šuaḥ-Feigen darunter sind, so würde ich gesagt haben: der ganze Korb soll [mir] verboten sein und die Šuaḥ-Feigen erlaubt96Dies gleicht dem anderen oben genannten Falle, über den nach R. ein Streit besteht.. –", "Wer ist der Autor der folgenden Lehre der Rabbanan: Hat jemand sich gleichzeitig [den Genuß] von fünf Personen abgelobt, so ist es ihm, wenn es inbetreff des einen von ihnen aufgelöst worden ist, für alle aufgelöst. [Sagte er:] ausgenommen einer von ihnen, so ist es ihm von diesem erlaubt und von den übrigen verboten? –", "Nach Rabba gilt der Anfangsatz nach R. A͑qiba und der Schlußsatz nach aller Ansicht, und nach Raba der Schlußsatz nach den Rabbanan und der Anfangsatz nach aller Ansicht.", "iiiEIN ZWANGSGELÜBDE IST ES, WENN SEIN NÄCHSTER IHN MIT EINEM GELÜBDE BELEGT HAT, BEI IHM ZU ESSEN, UND ER ODER SEIN KIND ERKRANKT IST ODER EIN FLUSS IHN GEHINDERT HAT. DIES IST EIN ZWANGSGELÜBDE97Er wurde unverschuldet zur Übertretung gezwungen..", "GEMARA. Einst hinterlegte jemand Beweisstücke bei Gericht und sprach: Wenn ich in dreißig Tagen nicht komme, mögen diese meine Beweisstücke ihre Gültigkeit verlieren. Als er darauf durch einen Zwangsfall verhindert wurde und nicht kam, entschied R. Hona, seine Beweisstücke seien ungültig.", "Da sprach Raba zu ihm: Es ist ja ein Zwangsfall, und bei einem Zwangsfall hat die Tora befreit, denn es heißt: 98Dt. 22,26.dem Mädchen aber tue nichts!?", "Wolltest du erwidern, bei der Todesstrafe99Von der der angezogene Schriftvers spricht.verhalte es sich anders, so haben wir ja gelernt: Zwangsgelübde ist es, wenn sein Nächster ihn mit einem Gelübde belegt, bei ihm zu essen, und er oder sein Kind erkrankt ist oder ein Fluß ihn gehindert hat. Dies ist ein Zwangsgelübde. –", "Womit ist es nach Raba hierbei anders als bei der folgenden Lehre: [Wenn jemand gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief von jetzt100Mit event. rückwirkender Gültigkeit von jetzt ab.ab, falls ich von heute bis nach zwölf Monaten nicht komme, und innerhalb der zwölf Monate gestorben ist, so ist der Scheidebrief gültig. Weshalb denn, er ist ja durch einen Zwangsfall verhindert worden!? – Ich will dir sagen, vielleicht ist es da anders," ], [ "da er, wenn er gewußt hätte, daß er sterben werde, ihr den Scheidebrief mit sofortiger Wirkung gegeben haben würde. –", "Womit ist es hierbei anders als im folgenden Falle: Einst sagte jemand: Wenn ich innerhalb dreißig Tagen nicht komme, sei der Scheidebrief gültig. Als er kam, verhinderte ihn die Fähre101Über das Wasser zu setzen, da die Fähre nicht anwesend war.. Da rief er: Seht, ich bin gekommen, seht, ich bin gekommen. Da entschied Šemuél, dies heiße kein Kommen. Weshalb denn, er war ja durch einen Zwangsfall verhindert!? –", "Vielleicht ist es bei einem offensichtlichen Zwangsfalle anders, und bei der Fähre war es ein offensichtlicher Zwangsfall102Er sollte daran denken, trotzdem behielt er sich hinsichtl. dieses Falles nichts vor.. –", "Gegen R. Hona [ist ja einzuwenden:] merke, es103Seine Erklärung, daß, falls er nicht kommt, seine Beweisstücke ungültig sein sollten; er war überzeugt, innerhalb der genannten Frist kommen zu können.war ja nur eine Zusage, und durch eine Zusage erfolgt ja keine Zueignung!? – Anders war es da, wo er seine Beweisstücke hinterlegt hatte. –", "Ist es denn, wenn er sie hinterlegt, keine bloße Zusage, wir haben ja gelernt: Wenn jemand einen Teil seiner Schuld bezahlt und den Schuldschein bei einem dritten hinterlegt und zu ihm spricht: wenn ich innerhalb dreißig Tagen [den Rest] nicht bezahle, gib [dem Gläubiger] seinen Schuldschein zurück,", "und die Frist heranreicht und er nicht bezahlt, so gebe er ihn, wie R. Jose sagt, [dem Gläubiger], und R. Jehuda sagt, er gebe ihn ihm nicht. Hierzu sagte R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha im Namen Rabhs, die Halakha sei nicht wie R. Jose, welcher sagt, durch die Zusage erfolge eine Zueignung!? –", "Anders war es da, wo er sagte, seine Beweisstücke mögen ungültig104Dies ist mehr als das Einverständnis, den Schuldschein dem Gläubiger auszuhändigen.sein.", "Die Halakha ist, durch die Zusage erfolge eine Zueignung. Dies nur dann, wenn er nicht durch einen Zwangsfall gehindert wird, und nur dann, wenn er es ihm vor einem würdigen Gerichte zugeeignet hat.", "ivMAN DARF MÖRDERN, RÄUBERN UND ZÖLLNERN GELOBEN, DASS ES105Die Früchte, bezw. sonst etwas, das diese ihm wegnehmen wollen.HEBE IST, AUCH WENN ES KEINE HEBE IST, DASS ES KÖNIGLICHES GUT IST, AUCH WENN ES KEIN KÖNIGLICHES GUT IST. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE BEI ALLEM GELOBEN," ], [ "NUR NICHT MIT EINEM SCHWURE; DIE SCHULE HILLELS SAGT, AUCH MIT EINEM SCHWURE.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MAN DÜRFE IHM106Dem Räuber, falls er nicht verlangt, daß man seine Behauptung durch Gelübde bekräftige.NICHT MIT EINEM GELÜBDE ZUVORKOMMEN, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, MAN DÜRFE IHM AUCH ZUVORKOMMEN. DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, [ER GELOBE] NUR DAS, WAS DIESER IHN ZU GELOBEN ZWINGT, UND DIE SCHULE HILLELS SAGT, AUCH DAS, WAS ER IHN NICHT ZU GELOBEN ZWINGT.", "ZUM BEISPIEL: WENN DIESER ZU IHM SAGT: SPRICH: QONAM SEI MIR DER GENUSS VON MEINER FRAU, UND ER SPRICHT: QONAM SEI MIR DER GENUSS VON MEINER FRAU UND MEINEN KINDERN, SO IST ES IHM, WIE DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, VON SEINER FRAU ERLAUBT UND VON SEINEN KINDERN VERBOTEN, UND WIE DIE SCHULE HILLELS SAGT, VON DIESEN UND JENER ERLAUBT.", "GEMARA. Šemuél sagte ja aber, das Gesetz der Regierung sei Gesetz107Demnach darf man einem Zöllner nicht falsch geloben.!?", "R. Ḥenana erwiderte im Namen R. Kahanas im Namen Šemuéls: Dies gilt von einem Zöllner ohne Begrenzung108Des Zolles seitens der Regierung, der vielmehr nimmt, was er nur kann.. In der Schule R. Jannajs erklärten sie: Von einem Freibeute-Zöllner.", "DASS ES KÖNIGLICHES GUT IST, AUCH WENN ES KEIN KÖNIGLICHES GUT IST. Wie gelobe er? R. A͑mram erwiderte im Namen Rabhs: Er sage: Mögen mir alle Früchte der Welt verboten sein, wenn es nicht königliches Gut ist. –", "Sobald er sagt: verboten sein, sind ihm ja alle Früchte der Welt verboten109Er hat beim Geloben keinerlei List angewandt, u. das Gelübde ist gültig.!? – Er sage: heute. – Wenn er ‘heute’ sagt, hört ja der Zöllner nicht auf ihn!? –", "Er sage ‘heute’ im Herzen, mit den Lippen aber ohne Vorbehalt. Obgleich wir sonst der Ansicht sind, im Herzen [gedachte] Worte gelten nicht, ist es bei einem Zwange anders.", "DIE SCHULE ŠAMMAJS SAGT, MIT ALLEM &C. Die Schule Sammajs sagt, [er gelobe] nur das, was dieser ihn zu geloben zwingt, und die Schule Hillels sagt, auch das, was er ihn nicht zu geloben zwingt. Zum Beispiel: wenn dieser zu ihm sagt: [sprich:] qonam sei mir der Genuss von meiner Frau, und er spricht: qonam sei mir der Genuss von meiner Frau und meinen Kindern, so ist es ihm, wie die Schule Sammajs sagt, von seiner Frau erlaubt und von seinen Kindern verboten, und wie die Schule Hillels sagt, von diesen und jener erlaubt.", "R. Hona sagte: Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, er dürfe ihm nicht mit einem Schwure zuvorkommen, und die Schule Hillels sagt, er dürfe ihm auch mit einem Schwure zuvorkommen. Demnach darf er ihm nach der Schule Šammajs nur mit einem Schwure nicht zuvorkommen, wohl aber mit einem Gelübde, und wir haben gelernt, die Schule Šammajs sagt, er dürfe ihm nicht mit einem Gelübde zuvorkommen!?", "Ferner: nur zuvorkommen darf er ihm nicht mit einem Schwure, wohl aber darf er ihm mit einem Schwure geloben, und dem widersprechend wird gelehrt, die Schule Šammajs sagt, man dürfe bei allem geloben, nur nicht mit einem Schwure!? –", "Unsere Mišna spricht von einem Gelübde, um die Ansicht der Schule Šammajs hervorzuheben, und die Barajtha spricht von einem Schwure, um die Ansicht der Schule Hillels110Beide Lehren gelten von Gelübde u. Schwur.hervorzuheben.", "R. Aši erwiderte: Er meint es wie folgt: die Schule Šammajs sagt, beim Schwure gebe es kein Nachsuchen und die Schule Hillels sagt, beim Schwure gebe es ein Nachsuchen111Bei einem Gelehrten zum Zwecke der Auflösung. Die angezogene Lehre spricht überhaupt nicht von Gewalttätern, sondern vom Gerichte, ob es einem mit einem Auswege zur Auflösung eines Schwures zuvorkommen soll..", "vSAGT JEMAND:] DIESE PFLANZUNGEN SOLLEN OPFERGABE SEIN, WENN SIE NICHT GEBROCHEN WERDEN, DIESES GEWAND SOLL OPFERGABE SEIN, WENN ES NICHT VERBRANNT WIRD, SO GIBT ES112Wenn die Bedingung erfüllt wird u. sie vom Heiligtume erfaßt werden; durch die Auslösung werden sie profan u. das Geld heilig.FÜR SIE EINE AUSLÖSUNG; WENN ABER: DIESE PFLANZUNGEN SOLLEN OPFERGABEN SEIN, BIS SIE GEBROCHEN WERDEN, DIESES GEWAND SOLL OPFERGABE SEIN, BIS ES VERBRANNT WIRD," ], [ "SO GIBT ES FÜR SIE KEINE AUSLÖSUNG113Sie bleiben heilig, auch wenn sie ausgelöst werden; die Wendung ‘bis’ bedeutet, daß sie unter allen Umständen heilig bleiben sollen..", "GEMARA. Sollte er doch lehren: so sind sie heilig114Da dies doch mit dem Gelübde bezweckt werden soll.(und nicht heilig)!? – Da er im Schlußsatze lehren will, es gebe für sie keine Auslösung, so lehrt er entsprechend im Anfangsatze, es gebe für sie eine Auslösung. –", "Wie gelobte115Endlich müssen sie ja auf jeden Fall gebrochen werden.er? Amemar erwiderte: Wenn er sagt: wenn sie heute nicht gebrochen werden, und der Tag vorüber ist, ohne daß sie gebrochen worden sind. – Wozu braucht dies demnach gelehrt zu werden, es ist ja selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn ein starker Wind116Sie sind heilig, obgleich er damit rechnet, daß der Wind sie bestimmt brechen werde.herrscht. –", "Er lehrt es ja auch von einem Gewande, und ein Gewand ist ja nicht der Verbrennung verfallen!? – Wenn beispielsweise eine Feuersbrunst herrscht, und desgleichen, wenn ein starker Wind herrscht. Man könnte glauben, er habe nur deshalb gelobt, weil er damit gerechnet hat, sie würden nicht gerettet werden, so lehrt er uns.", "DIESE PFLANZUNGEN SOLLEN OPFERGABEN SEIN &C. Ewig117Nach dem Wortlaute, auch wenn sie gebrochen werden.!? Bar Pada erwiderte: Löst er sie aus, so werden sie wieder heilig, löst er sie abermals aus, so werden sie wieder heilig, bis sie gebrochen werden; werden sie gebrochen, so löse er sie einmal aus118Sie werden dann profan.und dies genügt. U͑la erwiderte: Werden sie gebrochen, so braucht er sie nicht mehr auszulösen." ], [ "R. Hamnuna sprach zu ihm: Wo kommt die ihnen anhaftende Heiligkeit hin!? Geht denn eine Frau, zu der jemand sagt: sei heute meine Frau, morgen aber sei nicht mehr meine Frau, frei ohne Scheidebrief119Die Antrauung ist gültig, u. um geschieden zu sein, benötigt sie eines Scheidebriefes.aus!?", "Raba erwiderte ihm: Wieso vergleichst du die Heiligkeit des Geldwertes120Die Pflanzungen sind auszulösen, somit sind nicht sie selber, sondern ihr Geldwert heilig. mit der Heiligkeit des Körpers; die Heiligkeit des Geldwertes kann von selbst schwinden, die Heiligkeit des Körpers kann nicht von selbst schwinden.", "Abajje sprach zu ihm: Kann denn die Heiligkeit des Körpers nicht von selbst schwinden, es wird ja gelehrt, daß, [wenn jemand sagt:] dieses Rind sei dreißig Tage Brandopfer und nach dreißig Tagen121Dh. falls es innerhalb 30 Tagen bezw. nach 30 Tagen dargebracht wird.Heilsopfer, es dreißig Tage Brandopfer und nach dreißig Tagen Heilsopfer sei. Auch hierbei handelt es sich um die Heiligkeit des Körpers, und es schwindet von selbst!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er vom Geldwerte spricht. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: [Sagt er:] nach dreißig Tagen Brandopfer und von jetzt ab122Bleibt es ebenfalls bei seiner Bestimmung.Heilsopfer. Erklärlich ist es, daß der Autor beides zu lehren braucht, wenn du sagst, das erste gelte von der Heiligkeit des Körpers und das andere von der Heiligkeit des Geldwertes," ], [ "denn man könnte glauben, nur die Heiligkeit des Geldwertes schwinde von selbst, die Heiligkeit des Körpers aber schwinde nicht von selbst, wozu aber braucht beides gelehrt zu werden,", "wenn du sagst, beides gelte von der Heiligkeit des Geldwertes: wenn sogar die strenge Heiligkeit in eine leichte übergeht, um so mehr die leichte in eine strenge!?", "Dies wäre somit eine Widerlegung Bar Padas, welcher sagt, die Heiligkeit schwinde nicht von selbst.", "R. Papa erwiderte: Bar Pada kann dir erwidern, [der Schlußsatz] sei wie folgt zu verstehen: wenn er nicht gesagt hat: von jetzt ab sei es Heilsopfer, so ist es [auch] nach dreißig Tagen123Beide Sätze handeln von dem Falle, wenn es innerhalb 30 Tagen Brandopfer u. nachher Friedensopfer sein sollte, jed. gilt dies nach dem 2. Satze nur dann, wenn er sagt: von jetzt ab nach 30 Tagen sei es Brandopfer, sodaß die Heiligkeit des Friedensopfers ihm anhaftet.Brandopfer.", "Wie auch in dem Falle, wenn jemand zu einer Frau spricht: sei mir nach dreißig Tagen angetraut, die ihm angetraut ist, auch wenn inzwischen das [Antrauungs]geld124Durch das die Antrauung erfolgt.verzehrt worden ist. –", "Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn er zurücktritt. –", "Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, sie könne125Im angezogenen Falle von der Trauung.nicht zurücktreten, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, sie könne zurücktreten!? –", "Auch nach demjenigen, welcher sagt, sie könne zurücktreten, ist es hierbei anders, da Gott gegenüber das Versprechen der Übergabe bei einem Gemeinen gleicht.", "R. Abin und R. Jiçḥaq b. [Joseph] saßen vor R. Jirmeja, und R. Jirmeja war eingenickt. Sie saßen und trugen vor: Aus der Lehre Bar Padas, daß, wenn er sie auslöst, sie wieder heilig werden," ], [ "ist ja die Frage R. Hoša͑jas zu entscheiden, wie es denn sei, wenn jemand einer Frau zwei Peruṭas126Eine P. ist der Mindestbetrag des Antrauungsgeldes.gibt und zu ihr spricht: mit der einen sei mir heute angetraut, und mit der anderen sei mir angetraut, nachdem du von mir geschieden sein wirst; daß nämlich auch hierbei die Antrauung gültig sei.", "Da erwachte R. Jirmeja und sprach zu ihnen: Wieso vergleicht ihr den Fall, wenn er selber sie ausgelöst hat, mit dem Falle, wenn andere sie ausgelöst haben!? Folgendes sagte R. Joḥanan: löst er sie aus, so werden sie wieder heilig, lösen andere sie aus, so werden sie nicht wieder heilig. Der Fall von der Frau gleicht der Auslösung127Durch die Scheidung erwirbt sie ihre Person u. die 2. Antrauung gleicht der Auslösung durch andere.durch andere.", "Es wurde auch gelehrt: R. Ami sagte im Namen R. Joḥanans: Dies nur in dem Falle, wenn er selber sie auslöst, wenn aber andere sie auslösen, werden sie nicht wieder heilig.", "viWER SICH DEN GENUSS VON SEEFAHRERN ABGELOBT, DEM IST ER VON BEWOHNERN DES FESTLANDES ERLAUBT, UND WER VON BEWOHNERN DES FESTLANDES, DEM IST ER VON SEEFAHRERN VERBOTEN, DENN AUCH SEEFAHRER GEHÖREN ZU DEN BEWOHNERN DES FESTLANDES. DIES GILT NICHT VON SOLCHEN, DIE ZWISCHENKKO UND JAPHO128Küstenfahrer, die nur kleine Strecken fahren.VERKEHREN, SONDERN VON BERUFSMÄSSIGEN SEEFAHRERN.", "GEMARA. R. Papa und R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, [streiten hierüber;] einer bezieht es129Den letzten Passus der Mišna.auf den Anfangsatz und einer bezieht es auf den Schlußsatz. Der es auf den Anfangsatz bezieht, lehrt wie folgt: wer sich den Genuß von Seefahrern abgelobt, dem ist er von Bewohnern des Festlandes erlaubt, von Seefahrern aber verboten, jedoch nicht von solchen," ], [ "die zwischen A͑kko und Japho verkehren, diese sind Bewohner des Festlandes, sondern von berufsmäßigen Seefahrern.", "Und der es auf den Schlußsatz bezieht, lehrt wie folgt: wer sich den Genuß von Bewohnern des Festlandes abgelobt, dem ist er von Seefahrern verboten, und nicht nur von solchen, die zwischen A͑kko und Japho verkehren, sondern auch von berufsmäßigen Seefahrern, weil sie schließlich das Festland aufsuchen.", "viiWER SICH DEN GENUSS VON ‘SONNENSCHAUENDENABGELOBT, DEM IST ES AUCH VON BLINDEN VERBOTEN, DENN ER MEINTE, AUF DIE DIE SONNE SCHAUT.", "GEMARA. Weshalb? – Weil er nicht sagte: von den Sehenden; er wollte nur Fische und Ungeborene ausschließen.", "viiiWER SICH DEN GENUSS VON SCHWARZKÖPFIGEN ABGELOBT, DEM IST ER AUCH VON KAHLKÖPFIGEN UND GRAUHAARIGEN VERBOTEN, VON FRAUEN UND KINDERN ABER ERLAUBT, DENN NUR MÄNNER WERDEN SCHWARZKÖPFIGE GENANNT.", "GEMARA. Weshalb? – Weil er nicht ‘von Haarigen’ sagte.", "VON FRAUEN UND KINDERN ABER ERLAUBT, DENN NUR MÄNNER WERDEN SCHWARZKÖPFIGE GENANNT. Weshalb? – Männer haben zuweilen den Kopf bedeckt und zuweilen den Kopf entblößt, Frauen haben ihn immer bedeckt, Kinder hingegen immer entblößt130Hätte er diese gemeint, so würde er die Wendung Kopfverhüllte, bezw. Bloßköpfige gebraucht haben..", "ixWER SICH DEN GENUSS VON ‘GEBORENENABGELOBT, DEM IST ER VON DENEN ERLAUBT, DIE ERST GEBOREN WERDEN; WER VON ‘GEBORENWERDENDEN’, DEM IST ER [AUCH] VON GEBORENEN VERBOTEN. R. MEÍR ERLAUBT ES IHM AUCH VON GEBORENEN; DIE WEISEN SAGEN, DIESER MEINTE NUR [GESCHÖPFE], DIE GEBOREN WERDEN.", "GEMARA. Nach R. Meír gilt es ja um so mehr von denen, die geboren werden: von wem ist es ihm demnach verboten!? –", "[Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wer sich den Genuß von ‘Geborenen’ abgelobt, dem ist er von denen, die erst geboren werden, erlaubt, wer von ‘Geborenwerdenden’, dem ist er [auch] von Geborenen verboten. R. Meír sagt, auch wer sich den Genuß von ‘Geborenwerdenden’ abgelobt, dem sei er von Geborenen erlaubt, wie er dem, der sich den Genuß von ‘Geborenen’ abgelobt, von denen, die geboren werden, erlaubt ist.", "R. Papa sprach zu Abajje: Demnach ist unter ‘Geborenwerdende’ zu verstehen, die erst geboren werden, es heißt ja: 131Gen. 48,5.deine beiden Söhne, die dir im Lande Miçrajim geboren worden132Dieselbe Flexion, die in der Mišna als Imperfekt gebraucht wird.sind; ist dies etwa zu verstehen, die später geboren werden!? –", "Sollte dies denn bedeuten: die bereits geboren sind, es heißt ja:133iReg. 13,2.siehe, ein Sohn wird dem Hause Davids geboren, Jošija ist sein Name; heißt dies etwa bereits geboren, wo noch nicht einmal Menaše134Des Genannten Großvater.da war!? Vielmehr ist dies so zu verstehen und so zu verstehen, und bei Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Leute135Das Volk gebraucht diese Flexion als Imperfekt..", "DIE WEISEN SAGEN, DIESER MEINTE NUR [GESCHÖPFE], DIE GEBOREN WERDEN. Was schließt dies aus? – Dies schließt Fische und Vögel aus." ], [ "xWER SICH DEN GENUSS VON ‘ŠABBATHFEIERNDENABGELOBT, DEM IST ER VON JISRAÉLITEN UND VON SAMARITANERN VERBOTEN; WER VON ‘KNOBLAUCHESSERN’, DEM IST ER VON JISRAÉLITEN136Cf. Bq. Fol. 82a.UND SAMARITANERN VERBOTEN; WER VONNACH JERUŠALEM ZIEHENDEN’, DEM IST ER VON JISRAÉLITEN VERBOTEN UND VON SAMARITANERN ERLAUBT.", "GEMARA. Was heißt ‘Šabbathfeiernden’: wollte man sagen, die den Šabbath halten, wieso gilt dies gerade von Samaritanern, dies sollte ja auch von Nichtjuden136Die den Šabbath halten.gelten!? – Vielmehr, denen die Beobachtung des Šabbaths geboten ist. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wer von ‘nach Jerušalem ziehenden’, dem ist er von Jisraéliten verboten und von Samaritanern erlaubt. Weshalb denn, diesen ist es ja geboten!?", "Abajje erwiderte: Er spricht von solchen, denen es geboten ist und die es halten. In den ersten zwei Fällen ist es Jisraéliten und Samaritanern geboten, und sie halten es, während es Nichtjuden, die es halten, nicht geboten ist; die Wallfahrt nach Jerušalem ist Jisraéliten geboten, und sie halten es, den Samaritanern aber geboten, und sie halten es nicht.", "xi,1SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH VON NOAḤIDEN NICHTS GENIESSEN WERDE, SO IST ES IHM VON JISRAÉLITEN ERLAUBT UND VON DEN [WELTLICHEN] VÖLKERN VERBOTEN.", "GEMARA. Ist denn Jisraél aus der Gesamtheit der Noaḥiden ausgeschlossen!? – Da Abraham geheiligt wurde, so werden sie nach ihm benannt.", "xi,2SAGT JEMAND: QONAM,] DASS ICH VON DEN NACHKOMMEN ABRAHAMS NICHTS GENIESSEN WERDE, SO IST ES IHM VON JISRAÉLITEN VERBOTEN UND VON DEN WELTLICHEN VÖLKERN ERLAUBT.", "GEMARA. Da ist ja noch Jišma͑él137Die Jišma͑éliten sind Nachkommen Abrahams, jed. keine Jisraéliten.!? – Es heißt:138Gen. 21,12.denn von Jiçḥaq soll dir ein Same genannt werden. – Da ist ja noch E͑sav!? – Von Jiçḥaq, nicht ganz Jiçḥaq.", "xi,3SAGT JEMAND: QONAM,] DASS ICH VON JISRAÉL NICHTS GENIESSEN WERDE, SO KAUFE ER ÜBER DEM WERTE UND VERKAUFE UNTER DEM WERTE. [SAGT ER:] DASS JISRAÉL [NICHTS] VON MIR GENIESSEN WIRD, SO KAUFE ER UNTER DEM WERTE UND VERKAUFE ÜBER DEM WERTE, WENN MAN AUF IHN HÖRT. [SAGT ER:] DASS ICH NICHTS VON IHNEN GENIESSEN WERDE UND SIE NICHTS VON MIR, SO GENIESSE ER VON DEN WELTLICHEN VÖLKERN.", "GEMARA. Šemuél sagte: Wenn jemand eine Sache von einem Handwerker zur Ansicht nimmt und sie bei ihm von einem Unfall betroffen wird, so ist er ersatzpflichtig. Demnach liegt der Nutzen auf Seiten des Käufers,", "dagegen haben wir gelernt, daß, [wenn jemand sagt:] daß ich von Jisraél nichts genießen werde, er unter dem Werte verkaufe; zum richtigen Werte aber nicht. Wenn der Nutzen auf Seiten des Käufers liegt, so sollte er es auch zum richtigen Werte dürfen!? – Unsere Mišna spricht von einer Ware, die ihm auf dem Halse139Wörtl. auf dem Gesichte; bei einer schwer zu verkaufenden Ware erfolgt der Verkauf zum Nutzen des Verkäufers.liegt. –", "Wie ist demnach der Anfangsatz zu erklären: so kaufe er über dem Werte140Eine schwer verkäufliche Ware sollte er auch zum richtigen Werte kaufen dürfen, da der Nutzen auf Seiten des Verkäufers liegt.!? Und wie ist ferner der Schlußsatz zu erklären: daß Jisraél nichts von mir genießen &c. und141Die Einschiebung der W.e לוקח בפחות in den kursierenden Ausgaben beruht auf Irrtum, da ihm in diesem Falle der Kauf zum richtigen Werte erst recht verboten ist.verkaufe über dem Werte; bei einer Ware, die [dem Verkäufer] auf dem Halse liegt, sollte er es auch zum richtigen Werte dürfen!? –", "Der Schlußsatz spricht von einer gesuchten Ware. – Wieso darf er demnach [nur] unter dem Werte kaufen, er sollte es auch zum richtigen Werte dürfen!? –" ], [ "Vielmehr, unsere Mišna spricht von einer durchschnittlichen Ware, und Šemuél spricht von einer gesuchten Ware.", "Übereinstimmend mit Šemuél wird gelehrt: Wenn jemand Sachen vom Händler kauft, um sie in das Haus seines Schwiegervaters142Als Brautgeschenke.zu senden, und mit ihm vereinbart: wenn man sie von mir annimmt, so zahle ich dir den Preis, wenn aber nicht, so vergüte ich dir einen Dankeswert143Für die seinen Schwiegereltern erwiesene Aufmerksamkeit., so ist er, wenn sie auf dem Hinwege von einem Unfall betroffen werden, ersatzpflichtig,", "und wenn auf dem Rückwege, ersatzfrei, weil er einem Lohnhüter144Der in solchem Falle ersatzpflichtig ist; cf. Bm. Fol. 93a u. Seb. Fol. 49a.gleicht.", "Einst erhielt ein Makler Wein zum Verkaufe, der aber nicht verkauft und auf der Rücksendung von einem Unfalle betroffen wurde. Da verurteilte ihn R. Naḥman Ersatz zu leisten. Raba wandte gegen R. Naḥman ein: So ist er, wenn sie auf dem Hinwege von einem Unfall betroffen werden, ersatzpflichtig, und wenn auf dem Rückwege, ersatzfrei!?", "Dieser erwiderte: Bei einem Makler gilt der Rückweg als Hinweg; würde er denn, auch wenn er einen Käufer an der Tür seines Hauses145Des Eigentümers; er erhält seine Provision event. auch dann, somit gilt er als Lohnhüter.gefunden hätte, ihn nicht verkauft haben!?", "xi,4SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH VON UNBESCHNITTENEN NICHTS GENIESSEN WERDE, SO IST ES IHM VON UNBESCHNITTENEN JISRAÉLITEN ERLAUBT UND VON BESCHNITTENEN DER WELTLICHEN VÖLKER VERBOTEN;", "[SAGT ER: QONAM,] DASS ICH VON BESCHNITTENEN NICHTS GENIESSEN WERDE, SO IST ES IHM VON UNBESCHNITTENEN JISRAÉLITEN VERBOTEN UND VON BESCHNITTENEN DER WELTLICHEN VÖLKER ERLAUBT. ‘UNBESCHNITTENEHEISSEN NUR DIE NICHTJUDEN, WIE ES HEISST:146Jer. 9,25.denn alle Völker sind unbeschnitten, und das ganze Haus Jisraél ist unbeschnittenen Herzens. FERNER HEISST ES: 147iSam. 17,36.dieser unbeschnittene Pelišti da. FERNER HEISST ES:148iiSam. 1,20.es könnten sich freuen die Töchter der Pelištim, frohlocken die Töchter der Unbeschnittenen.", "R. ELEA͑ZAR B. A͑ZARJA SAGTE: WIE WIDERWÄRTIG IST DIE UNBESCHNITTENHEIT, DASS DIE FREVLER DAMIT GESCHMÄHT WERDEN, WIE ES HEISST: denn alle Völker sind unbeschnitten. R. JIŠMA͑ÉL SAGTE: BEDEUTEND IST DIE BESCHNEIDUNG, DASS DARÜBER DREIZEHN BÜNDNISSE149Im bezüglichen Schriftabschnitte (Gen. Kap. 17) kommt das W. ‘Bündnis’ 13mal vor.GESCHLOSSEN WORDEN SIND.", "R. JOSE SAGTE: BEDEUTEND IST DIE BESCHNEIDUNG, DASS SIE SOGAR DEN STRENGEN ŠABBATH150An dem jede andere Arbeit verboten ist.VERDRÄNGT.", "R. JEHOŠUA͑ B. QORḤA SAGTE: BEDEUTEND IST DIE BESCHNEIDUNG, DASS IHRETHALBEN DEM GERECHTEN MOŠE NICHT EINMAL EINE STUNDE AUFSCHUB GEWÄHRT151Er geriet in Lebensgefahr, weil er seinen Sohn nicht rechtzeitig beschnitten hatte; cf. Ex. 4,24ff. WURDE.", "R. NEḤEMJA SAGTE: BEDEUTEND IST DIE BESCHNEIDUNG, DASS SIE SOGAR [DAS GESETZ ÜBER] DEN AUSSATZ152Cf. Lev. Kap. 13; dieser darf nicht operativ entfernt werden, wohl aber bei der Beschneidung, cf. Neg. VII,5.VERDRÄNGT. RABBI SAGTE: BEDEUTEND IST DIE BESCHNEIDUNG, DASS UNSER VATER ABRAHAM, TROTZ ALLER GEBOTE, DIE ER AUSGEÜBT, NICHT EHERVOLLKOMMENGENANNT WURDE, ALS BIS ER SICH BESCHNITTEN HATTE, WIE ES HEISST:153Gen. 17,1.wandle vor mir und sei vollkommen.", "EINE ANDERE AUSLEGUNG: BEDEUTEND IST DIE BESCHNEIDUNG, DENN WENN NICHT SIE, WÜRDE DER HEILIGE, GEPRIESEN SEI ER, SEINE WELT NICHT ERSCHAFFEN HABEN, WIE ES HEISST:154Jer. 33,25.so spricht der Herr: wenn nicht mein Bund bei Tage und bei Nacht, würde ich die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht haben.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jehošuá b. Qorḥa sagte: Bedeutend ist die Beschneidung, daß sogar alle Verdienste unseres Meisters Moše ihm nicht beistanden, als er die Beschneidung vernachlässigte, wie es heißt: 155Ex. 4,24.da fiel ihn der Herr an und wollte ihn töten.", "Rabbi sagte: Behüte und bewahre, daß unser Meister Moše die Beschneidung vernachlässigt hätte, vielmehr sprach er wie folgt: Vollziehe ich die Beschneidung und gehe, so besteht156Für das beschnittene Kind.Lebensgefahr, wie es heißt:157Gen. 34,25.und es geschah am dritten Tage, als sie Schmerzen litten &c. Vollziehe ich die Beschneidung und warte drei Tage, so sagte ja der Heilige, gepriesen sei er, zu mir:158Ex. 4,19.geh, kehre nach Miçrajim zurück. Moše wurde vielmehr deshalb bestraft," ], [ "weil er sich zuerst159Vor der Beschneidung.mit der Herberge befaßte, wie es heißt:155Ex. 4,24.und es geschah auf dem Wege in der Herberge.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Nicht unseren Meister Moše wollte der Satan160In anderen Texten: jener Engel.töten, sondern das Kind, denn es heißt:161Ex. 4,25.ein Blut-Sohn bist du mir; geh und sieh, wer Sohn heißt, doch wohl das Kind.", "R. Jehuda b. Bizna trug vor: Als unser Meister Moše die Beschneidung vernachlässigt hatte, kamen Zorn und Grimm und verschlangen ihn bis zu den Füßen. Hierauf:161Ex. 4,25.da nahm Çipora einen scharfen Stein und beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes. Alsdann:162Ib. V. 26.da ließ er von ihm ab.", "In jener Stunde wollte unser Meister Moše sie töten, denn es heißt: 163Ps. 37,8.lasse ab von Zorn und verlasse Grimm. Manche sagen, er habe Grimm getötet, denn es heißt:164Jes. 27,4.Grimm habe ich nicht. – Es heißt ja aber: 165Dt. 9,19.denn ich fürchtete Zorn und Grimm!? – Es waren zwei [Geister namens] Grimm. Wenn du aber willst, sage ich: die Schar des Grimm [blieb zurück].", "Es wird gelehrt: Rabbi sagte: Bedeutend ist die Beschneidung, denn du hast niemand, der sich so sehr mit den Geboten befaßte, wie unser Vater Abraham, dennoch wurde er erst wegen der Beschneidung ‘vollkommen’ genannt, denn es heißt: wandle vor mir und sei vollkommen, und es heißt:166Gen. 17,2.ich werde meinen Bund geben zwischen mir und dir.", "Eine andere Auslegung: Bedeutend ist die Beschneidung, daß sie alle Gebote aufwiegt, denn es heißt:167Ex. 34,27.denn durch diese Worte168Das in diesem Schriftverse gebrauchte W. ‘Bund’ bezeichnet die Beschneidung.&c. Eine andere Auslegung: Bedeutend ist die Beschneidung, denn wenn nicht die Beschneidung, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: 154Jer. 33,25.wenn nicht mein Bund bei Tage und bei Nacht &c.", "Er streitet somit gegen R. Elie͑zer, denn R. Elie͑zer sagte: Bedeutend ist die Tora, denn wenn nicht die Tora, würden Himmel und Erde nicht bestehen, denn es heißt: wenn nicht mein Bund bei Tage und bei Nacht, würde ich die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht haben &c.", "R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Als der Heilige, gepriesen sei er, zu Abraham sprach: wandle vor mir und sei vollkommen, ergriff ihn ein Beben, denn er dachte: vielleicht ist Schändliches an mir. Als er aber zu ihm sagte: ich werde meinen Bund geben zwischen mir und dir, beruhigte er sich.", "169Gen. 15,5.Und er ließ ihn draußen hinausgehen. Er hatte vor ihm gesprochen: Herr der Welt, ich habe in mein Sternbild geschaut, [und sah,] daß ich nur einen Sohn haben werde. Da erwiderte er ihm: Geh aus deiner Sterndeuterei; Jisraél unterliegt nicht dem Sternbilde.", "R. Jiçḥaq sagte: Wer redlich ist, mit dem verfährt der Heilige, gepriesen sei er, redlich, denn es heißt:170iiSam. 22,26.dem Guten bist du gütig und dem redlichen Manne bist du redlich.", "R. Hoša͑ja sagte: Wer redlich ist, dem glückt die Stunde, denn es heißt: 171Gen. 17,1.wandle vor mir und sei vollkommen [redlich], und darauf heißt es: und du wirst zum Vater einer Volksmenge sein.", "R. [Levi] sagte: Wer Zauberei nachgeht, dem hat die Zauberei an, denn es heißt:172Num. 23,23.denn keine173Das im Schriftverse gebrauchte לא, nicht, keine, wird wie לו, ihm, gelesen.Zauberei in Ja͑qob. – Es ist ja mit Lamed-Aleph174Vgl. Anm. 173.geschrieben!? – Vielmehr, nur Maß um175Sie hat ihm an, weil er daran glaubt, u. nicht deshalb, weil dies aus der Schrift entnommen wird.Maß.", "Ahaba, Sohn des R. Zera, lehrte: Wer keine Zauberei treibt, den bringt man in eine Friedigung, in die nicht einmal die Dienstengel Einlaß finden, denn es heißt: denn keine Zauberei in Ja͑qob, keine Wahrsagerei in Jisraél176Weiter folgt: zur Zeit spricht man zu Ja͑qob, was Gott zu Werke hat; dh. selbst die Dienstengel holen Auskunft von Ja͑qob..", "R. Abahu sagte im Namen R. Elea͑zars: Unser Vater Abraham wurde deshalb bestraft und seine Kinder zweihundertzehn Jahre von den Miçrijim geknechtet, weil er Schriftgelehrte zum Frondienste anhielt, denn es heißt:177Gen. 14,14.da wappnete er seine Leute, die in seinem Hause geborenen.", "Šemuél sagte, weil er die Eigenschaften des Heiligen, gepriesen sei er, zu sehr in Anspruch nahm, denn es heißt:178Ib. 15,8.woran erkenne ich, daß ich es erben werde? R. Joḥanan sagte, weil er die Leute hinderte, unter die Fittige der Göttlichkeit zu kommen, denn es heißt:179Ib. 14,21.gib mir die Seelen und die Habe nimm dir180Er sollte dies nicht gewähren, sondern sie zu seinem Glauben bekehren..", "Da wappnete er seine Leute, die in seinem Hause geborenen. Rabh erklärte, er wappnete sie mit der Tora, und Šemuél erklärte, er wappnete181Er zahlte ihnen einen Sold. Das W. ױרק wird von ירק od. ירקרק, die gelbgrünliche Farbe des Goldes, abgeleitet.sie mit Gold.", "177Gen. 14,14.Dreihundertundachtzehn. R. Ami b. Abba sagte: Elie͑zer wog sie alle auf. Manche sagen: Es war tatsächlich nur Elie͑zer, dessen Zahlenwert soviel beträgt.", "Ferner sagte R. Ami b. Abba: Im Alter von drei Jahren erkannte Abraham seinen Schöpfer, denn es heißt:182Gen. 26,5.weil Abraham auf meine Stimme hörte, und der Zahlenwert183Des W.s עקב. A. lebte 175 Jahre, von denen er 172 Gott ergeben war.beträgt hundertzweiundsiebzig.", "Ferner sagte R. Ami b. Abba:" ], [ "[Das Wort] ha-Šaṭan beträgt in seinem Zahlenwerte dreihundertvierundsechzig184Die Tage des Jahres betragen 365, von denen er an einem, am Versöhnungstage, keine Gewalt hat.. Ferner sagte R. Ami b. Abba: Es heißt Abram185Cf. Gen. 17,5.und es heißt Abraham. Zuerst setzte ihn der Heilige, gepriesen sei er, zum Könige über zweihundertdreiundvierzig186Zahlenwert des Namens אברם bezw. ׳אברהם Nach dem T. (Ahiluth I,8) besteht der menschliche Körper aus 248 Gliedern; von manchen als ‘anatomischer Schnitzer’ bezeichnet (Bergel, Stud. üb. die naturwiss. Kenntn. der Talmudisten p. 7), von anderen hingegen mit dem damaligen Stande der mediz. Wissenschaft in Übereinstimmung gebracht (Kazenelson, Osteologie der Talmudisten).Glieder ein, später aber setzte er ihn zum Könige über zweihundertachtundvierzig186Zahlenwert des Namens אברם bezw. ׳אברהם Nach dem T. (Ahiluth I,8) besteht der menschliche Körper aus 248 Gliedern; von manchen als ‘anatomischer Schnitzer’ bezeichnet (Bergel, Stud. üb. die naturwiss. Kenntn. der Talmudisten p. 7), von anderen hingegen mit dem damaligen Stande der mediz. Wissenschaft in Übereinstimmung gebracht (Kazenelson, Osteologie der Talmudisten).Glieder ein;", "das sind die beiden Augen, die beiden Ohren und die Körperspitze187Das männliche Glied. Durch die Beschneidung kamen letztere hinzu..", "Ferner sagte R. Ami b. Abba: Es heißt:188Ecc. 9,14,15.eine kleine Stadt, und Menschen &c. Eine kleine Stadt, das ist der Körper. Menschen sind wenig darin, das sind die Glieder. Da kam gegen sie ein großer König und umringte sie, das ist der böse Trieb. Und baute um sie Bollwerke und189In einer Handschrift, wie im masor. Texte: große Bollwerke; es fand &c. Netze, das sind die Sünden.", "Es fand sich darin ein armer Mann und weiser, das ist der gute Trieb. Und rettete die Stadt durch seine Weisheit, das sind Buße und gute Werke. Doch niemand dachte jenes armen Mannes, zur Zeit des bösen Triebes gedenkt niemand des guten Triebes.", "190Ecc. 7,19.Die Weisheit gibt Schutz dem Weisen mehr als zehn Gewaltige. Die Weisheit gibt Schutz dem Weisen, das sind Buße und gute Werke. Mehr als zehn Gewaltige, die beiden Augen, die beiden Ohren, die beiden Hände, die beiden Füße, die Körperspitze und der Mund.", "R. Zekharja sagte im Namen R. Jišma͑éls: Der Heilige, gepriesen sei er, wollte die Priesterschaft von Šem hervorgehen lassen, denn es heißt: 191Gen. 14,18.und er war Priester dem höchsten Gott; als dieser aber den Segen Abrahams dem Segen Gottes vorangehen ließ, ließ er sie von Abraham hervorgehen.", "Es heißt nämlich:192Ib. VV. 19,20.und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram dem höchsten Gott, dem Eigner des Himmels und der Erde, und gepriesen sei der höchste Gott. Abraham sprach zu ihm: Läßt man denn den Segen des Knechtes dem Segen seines Herrn vorangehen? Da gab er sie Abraham, denn es heißt:193Ps. 110,1.Spruch Gottes zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, bis ich hinlege deine Feinde, einen Schemel zu deinen Füßen. Und hierauf heißt es:194Ib. V. 4.der Herr hat geschworen und bereut nicht, du bist Priester ewiglich, auf mein Wort, Malkiçedeq; wegen des Wortes des Malkiçedeq195Daß er Abraham zuerst segnete..", "Deshalb heißt es: und er war Priester dem höchsten Gott; er war Priester, nicht aber waren seine Nachkommen Priester.", "", "i,1ZWISCHEN DEM, DEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST, UND DEM, DEM NUR DIE SPEISE ABGELOBT IST, BESTEHT KEIN ANDERER UNTERSCHIED ALS DER ZUTRITT1Zum Gebiete des anderen, das Durchgangsrecht. UND [DIE BENUTZUNG] VON GERÄTEN, DIE NICHT ZUR ZUBEREITUNG VON LEBENSMITTELN VERWENDET WERDEN.", "WENN EINEM VON SEINEM NÄCHSTEN DIE SPEISE ABGELOBT IST, SO DARF ER IHM SCHWINGE, SIEB, MÜHLE UND BACKOFEN NICHT LEIHEN, WOHL ABER DARF ER IHM HEMD, RING, GEWAND UND OHRRINGE LEIHEN.", "GEMARA. Wer ist der Autor? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Es ist R. Elie͑zer, denn es wird gelehrt: R. Elie͑zer sagt, einem des Genusses abgelobten ist sogar das Wertlose2Von ותר, schenken; nach anderen Überschuß, יתר, den die Verkäufer beim Messen hinzuzufügen pflegten, obgleich dies allgemeiner Brauch u. gar nicht als Gewährung eines Geschenkes anzusehen ist. verboten.", "WENN EINEM VON SEINEM NÄCHSTEN DIE SPEISE ABGELOBT IST, SO DARF ER IHM &C. NICHT LEIHEN." ], [ "Er hat ja nur die Speise abgelobt!? R. Šimo͑n b. Laqiš erwiderte: Wenn er sagt: der Genuß3Er hat nicht nur die Speise, sondern auch die damit zusammenhängende Nutznießung abgelobt. deiner Speise sei mir [verboten]. –", "Vielleicht, daß er nicht Weizen kaue und auf seine Wunde lege!? Raba erwiderte: Wenn er sagt: die zum Essen beitragende Nutznießung sei mir von dir verboten.", "R. Papa sagte: Ein Sack zum Holen von Früchten, ein Esel zum Holen von Früchten oder auch nur ein Korb ist eine zum Essen beitragende Nutznießung, aber folgendes fragte R. Papa: Wie verhält es sich mit einem Pferde zum Reiten4Um ein Gastmahl zu besuchen., einem Ringe, sich damit zu zeigen4Um ein Gastmahl zu besuchen., oder mit der Abkürzung eines Weges durch sein Grundstück4Um ein Gastmahl zu besuchen.? –", "Komm und höre: Wohl aber darf er ihm Hemd, Gewand, Ohrringe und Ringe leihen. In welchem Falle: wenn nicht, um sich damit zu zeigen, so braucht es ja nicht gelehrt zu werden, doch wohl, auch sich damit zu zeigen, und er lehrt, daß er ihm leihen darf. –", "Nein, tatsächlich, nicht um sich damit zu zeigen, da er aber im Anfangsatze lehrt, er dürfe ihm nicht leihen, lehrt er im Schlußsatze, er dürfe ihm leihen.", "i,2EBENSO ALLES ANDERE, WAS NICHT ZUR ZUBEREITUNG VON LEBENSMITTELN DIENT. IN ORTEN, WO DERGLEICHEN VERMIETET WIRD, IST ES VERBOTEN5Die ersparte Miete könnte zur Anschaffung von Lebensmitteln verwandt werden..", "GEMARA. Demnach spricht der Anfangsatz auch von Orten, wo dergleichen nicht vermietet wird; wer lehrte dies? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Es ist R. Elie͑zer6In der ob. Fol. 32b angezogenen Lehre..", "iiWENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST, SO DARF DIESER FÜR IHN DEN ŠEQEL7Den jährlichen Opferbeitrag. ENTRICHTEN, SEINE SCHULD BEZAHLEN UND IHM EINE VERLORENE SACHE WIEDERBRINGEN. IN ORTEN, WO MAN DAFÜR EINE BELOHNUNG ERHÄLT, FÄLLT DER NUTZEN DEM HEILIGTUME ZU.", "GEMARA. Demnach ist dies nur ebenso, als würde man einen Löwen8Von fremdem Gute; dh. man gibt ihm nichts, sondern wendet nur einen Schaden von ihm ab. verscheuchen, und es ist erlaubt;", "wer lehrte dies? R. Hoša͑ja erwiderte:" ], [ "Es ist die Ansicht Ḥanans.", "Raba erwiderte: Du kannst auch sagen, dies gelte nach aller Ansicht, denn beim des Genusses abgelobten gilt dies von dem Falle, wenn jener ihm unter der Vereinbarung gegeben hat, es nicht zurückzahlen9Er hat von der Bezahlung seiner Schuld keinen Nutzen. [zu müssen]. –", "Was ist dies [für eine Lehre] Ḥanans? – Wir haben gelernt: Wenn einer nach dem Überseelande gegangen ist und jemand seine Frau unterhalten hat, so hat er, wie Ḥanan sagt, sein Geld verloren10Der Ehemann hat ihn hierzu nicht beauftragt..", "Die Hochpriesterssöhne streiten gegen ihn und sagen, er schwöre, wieviel er ausgegeben hat, und erhalte es zurück. R. Dosa b. Archinos pflichtet ihnen bei. R. Joḥanan b. Zakkaj sagte: Ḥanan hat Recht: er hat sein Geld auf das Rehgeweih11Vgl. S. 347 Anm. 87.gelegt.", "Raba erklärt nicht wie R. Hoša͑ja, weil er unsere Mišna nach aller Ansicht erklären will, und R. Hoša͑ja erklärt nicht wie Raba, weil beim Nichtbezahlen das Bezahlen zu berücksichtigen ist12Auch in dem Falle, wenn der Schuldner die Schuld nicht zu bezahlen braucht, ist es verboten, für ihn eine Schuld zu bezahlen, weil es auch in dem Falle erfolgen könnte, wenn er sie bezahlen muß..", "IHM EINE VERLORENE SACHE WIEDERBRINGEN. Hierüber streiten R. Ami und R. Asi: einer sagt, dies gelte nur von dem Falle, wenn das Vermögen des Wiederbringenden dem Eigentümer der verlorenen Sache verboten ist, denn wenn er sie ihm wiederbringt, bringt er ihm seine eigene13Er gibt ihm nichts. Sache, wenn aber das Vermögen des Eigentümers der verlorenen Sache dem Wiederbringenden verboten ist, darf er sie ihm nicht wiederbringen, weil er einen Nutzen hat, nämlich die Peruta14Wer einen Fund aufbewahrt, gilt nach RJ. als Lohnhüter, weil er sich dadurch in der Ausübung einer gottgefälligen Handlung befindet u. von jeder anderen entbunden ist, sodaß er einem Armen keine Münze (Peruṭa) zu schenken braucht; cf. Bq. Fol. 56b.des R. Joseph;", "und einer sagt, auch wenn das Vermögen des Eigentümers der verlorenen Sache dem Wiederbringenden verboten ist, dürfe er sie ihm wiederbringen, denn der Fall von der Peruṭa R. Josephs15Daß jemand sich dadurch der Almosenpflicht entzieht.ist selten. –" ], [ "Wir haben gelernt: In Orten, wo man dafür eine Belohnung erhält, fällt der Nutzen dem Heiligtume zu. Einleuchtend ist es, daß er lehrt, in Orten, wo man dafür eine Belohnung erhält, falle der Nutzen dem Heiligtume zu, nach demjenigen, welcher sagt, auch wenn das Vermögen des Eigentümers der verlorenen Sache dem Wiederbringenden verboten ist, dürfe er sie ihm wiederbringen,", "wieso aber fällt der Nutzen dem Heiligtume zu nach demjenigen, welcher sagt, wenn das Vermögen des Eigentümers der verlorenen Sache dem Wiederbringenden verboten ist, dürfe er sie ihm nicht16Wenn er sie ihm nicht wiederbringen darf, ist ja kein Nutzen vorhanden.wiederbringen!? –", "Dies bezieht sich auf den einen17Wenn das Vermögen des Wiederbringenden dem Eigentümer der Sache verboten ist.Fall.", "Manche lehren es folgenderweise: [Hierüber streiten] R. Ami und R. Asi: einer sagt, dies gelte nur von dem Falle, wenn das Vermögen des Eigentümers der verlorenen Sache dem Wiederbringenden verboten ist, denn der Fall von der Peruṭa des R. Joseph ist18Der Wiederbringer hat keinen Nutzen.selten, wenn aber das Vermögen des Wiederbringenden dem Eigentümer der verlorenen Sache verboten ist, darf er sie ihm nicht wiederbringen, weil er ihm einen Nutzen gewährt;", "und einer sagt, auch wenn das Vermögen des Wiederbringenden dem Eigentümer der verlorenen Sache verboten ist, sei es erlaubt, weil er ihm nur seine eigene Sache wiederbringt13Er gibt ihm nichts.. –", "Wir haben gelernt: In Orten, wo man dafür eine Belohnung erhält, fällt der Nutzen dem Heiligtume zu. Allerdings gilt dies von einem solchen Orte nach demjenigen, welcher sagt, auch wenn das Vermögen des Wiederbringenden dem Eigentümer der verlorenen Sache verboten ist, bringe er sie ihm wieder,", "wieso aber gilt dies von einem solchen Orte nach demjenigen, welcher sagt, wenn das Vermögen des Wiederbringenden [dem Eigentümer] verboten ist, dürfe er sie ihm nicht wiederbringen16Wenn er sie ihm nicht wiederbringen darf, ist ja kein Nutzen vorhanden.!? – Ein Einwand." ], [ "Raba sagte: Wenn vor einem ein herrenloser Laib liegt, und er spricht: dieser Laib sei Geheiligtes, so hat er, wenn er ihn zum Essen genommen19Wodurch er ihn sich aneignet.hat, eine Veruntreuung20Am Geheiligten; cf. Lev. 5,14ff.im ganzen Werte, und wenn zur Vererbung an seine Kinder, eine Veruntreuung im Werte des Dankes21Des Kindes, dem er ihn vererbt. begangen.", "R. Ḥija b. Abin fragte Raba: Wie ist es, wenn [jemand zu einem sagt:] mein Laib sei dir [verboten], und ihn ihm schenkt; ist er ihm, da er ‘mein Laib’ sagt, verboten nur solange er in seinem Besitze ist, oder aber meint er, da er ‘dir’ sagt: er gelte für dich als Geheiligtes?", "Dieser erwiderte: Selbstverständlich ist er ihm verboten, auch wenn er ihn ihm schenkt. Sollten etwa [die Worte] ‘mein Laib sei dir [verboten]’ den Fall ausschließen, wenn er ihm gestohlen wird!? Jener entgegnete: Nein, sie schließen den Fall aus, wenn er ihn vorher dazu22Von diesem Laib zu essen; er wollte damit sagen, daß er die Einladung widerrufe u. der Laib sei ihm verboten; wenn er ihn ihm aber schenkt, ist er ihm erlaubt. eingeladen hatte." ], [ "Er wandte gegen ihn ein: Wenn er zu ihm sagt: leihe mir deine Kuh, und dieser ihm erwidert: Qonam sei dir diese Kuh, die ich für mich brauche23Wenn auch die Sprache im Traktate Nedarim von der des übrigen babyl. Talmuds ganz abweichend ist, so ist der hier gebrauchte Satz so ungewöhnlich, daß die Erklärungen der Kommentare, denen ich hier nicht folge, unbefriedigend sind., mein Vermögen sei dir [verboten], wenn ich noch eine Kuh außer dieser habe, oder wenn er zu ihm sagt: leihe mir deine Axt, und dieser ihm erwidert: Qonam sei dir diese Axt, die ich für mich brauche, mein Vermögen sei dir24So nach Handschriften.[verboten], wenn ich noch eine Axt außer dieser habe, und es sich herausstellt, daß er eine hat, so ist es ihm bei seinen Lebzeiten verboten, und wenn er stirbt oder sie ihm geschenkt25Sodaß sie nicht mehr seine ist.wird, erlaubt!?", "R. Aḥa, Sohn des R. Iqa, erwiderte: Wenn sie ihm von einem anderen26Wenn der Eigentümer sie einem anderen u. dieser sie ihm geschenkt hat.geschenkt wird.", "R. Aši sagte: Dies ist auch zu beweisen, denn es heißt: sie ihm geschenkt wird, und es heißt nicht: er sie ihm schenkt.", "Raba fragte R. Naḥman: Gibt es eine Veruntreuung20Am Geheiligten; cf. Lev. 5,14ff.beim Qonam27Bei einer mit dem Q. belegten Sache, ob sie einer dem Heiligtume geweihten gleicht. oder nicht.", "Dieser erwiderte: Du hast es gelernt: in Orten, wo man dafür eine Belohnung erhält, fällt der Nutzen dem Heiligtume zu. Demnach gleicht es dem Geheiligten, und wie es beim Geheiligten eine Veruntreuung gibt, ebenso gibt es beim Qonam eine Veruntreuung.", "Hierüber streiten folgende Tannaím. [Wenn jemand sagt:] Qonam, dieser Laib sei Geheiligtes28Und ebenso, wenn er den Ausdruck Geheiligtes nicht gebraucht., und ihn ißt, einerlei ob er selber oder ein anderer, so begeht er eine Veruntreuung. Daher29Da es dabei eine Veruntreuung gibt.gibt es bei diesem eine Auslösung. [Wenn er sagt:] dieser Laib sei mir Geheiligtes, und ihn ißt, so begeht er eine Veruntreuung, ein anderer aber nicht. Daher gibt es bei diesem keine Auslösung – so R. Meír.", "Die Weisen sagen, ob so oder so, begehe er keine Veruntreuung, da es beim Qonam keine Veruntreuung gibt.", "R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Wer begeht die Veruntreuung, wenn [jemand zu einem sagt]: mein Laib sei dir [Qonam], und ihn ihm dann30Und der Empfänger ihn ißt. Die Frage besteht nach demjenigen, nach dem an einer mit dem Q. belegten Sache eine Veruntreuung begangen werden kann.schenkt: sollte der Schenkende sie begehen, so ist er ihm ja nicht verboten, und sollte der Empfänger sie begehen, so kann er ja sagen: ich habe ihn als Erlaubtes angenommen und nicht als Verbotenes? Dieser erwiderte: Der Empfänger begeht die Veruntreuung, sobald er ihn gebraucht. Auch jeder andere, der Geld des Heiligtums ausgibt, glaubt, es sei profan, dennoch begeht er eine Veruntreuung, ebenso begeht auch dieser eine Veruntreuung." ], [ "iii,1FERNER DARF ER AUF SEINEN WUNSCH FÜR IHN DIE HEBE UND DEN ZEHNTENABSONDERN, DIE VOGELOPFER EINES FLUSSBEHAFTETEN MANNES ODER EINER FLUSSBEHAFTETEN FRAU31Cf. Lev. 15,14,29., DAS VOGELOPFER EINER WÖCHNERIN32Cf. Ib. 12,6., sOWIE SÜNDOPFER UND SCHULDOPFER DARBRINGEN. EBENSO DARF ER IHN MIDRAŠ, HALAKHA UND AGADA LEHREN. JEDOCH NICHT DIE SCHRIFT; WOHL ABER DARF ER SEINE SÖHNE UND TÖCHTER DIE SCHRIFT LEHREN.", "GEMARA. Sie fragten: Sind die Priester33Die für das Publikum die Opfer darbringen.unsere Vertreter oder Vertreter des Himmels? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich eines des Genusses Abgelobten. Wenn du sagst, sie seien unsere Vertreter, so gewährt er ihm34Der Priester dem, für den er das Opfer darbringt.einen Nutzen, und es ist verboten, und wenn du sagst, sie seien Vertreter des Himmels, so ist er erlaubt. Wie ist es? –", "Komm und höre: Wir haben gelernt: Er darf für ihn die Vogelopfer eines Flußbehafteten &c. darbringen. Wenn du sagst, sie seien unsere Vertreter, gewährt er ihm ja einen Nutzen!? –", "Nach deiner Auffassung sollte er doch lehren, er dürfe für ihn Opfer darbringen!? Vielmehr verhält es sich bei den der Sühne Benötigenden35Wie dies bei den Flußbehafteten u. der Wöchnerin der Fall ist.anders. R. Joḥanan sagte nämlich: Bei allen [Opfern] ist36Wenn sie vom Priester dargebracht werden.die Kenntnis [des Eigentümers] erforderlich, ausgenommen das des Sühne Benötigenden, denn solche Opfer bringt man dar auch für seine minderjährigen Söhne und Töchter, wie es heißt:37Lev. 15,32.dies ist das Gesetz über den Flußbehafteten, ob erwachsen oder minderjährig. –", "Es heißt ja auch:38Ib. 12,7.dies ist das Gesetz über die Wöchnerin &c. Demnach wäre nach R. Joḥanan zu erklären: ob minderjährig oder erwachsen: ist denn die Minderjährige geburtsfähig, R. Bebaj lehrte ja vor R. Naḥman, drei Frauen dürfen die Beiwohnung mit Watte39Vgl. S. 117 Anm. 312.vollziehen: die Minderjährige, die Schwangere und die Säugende, die Minderjährige, weil sie schwanger werden und sterben könnte!? –", "Da sind [die Worte:] dies ist das Gesetz über die Wöchnerin, zu deuten: sowohl die vollsinnige als auch die blöde, denn nach R. Jehuda bringe man ein Opfer dar auch für seine blöde Frau.", "Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Der Ehemann muß für seine Frau40Die ein Opfer darzubringen hat.das Opfer eines Reichen41Falls er reich u. sie besitzlos ist; in Fällen, wo das Opfer nach dem Vermögen des Opfernden darzubringen ist; cf. Lev. 5,7ff.darbringen, ebenso alle anderen Opfer, zu denen sie verpflichtet ist,", "denn er schrieb ihr42In der Urkunde über die Morgengabe.folgendes: jeden Anspruch, den du an mich von früher her43Auch Opfer aus der Zeit vor der Ehe.hast." ], [ "R. Šimi b. Abba wandte ein: Ist er44Der einem den Genuß abgelobt hat.Priester, so darf er für ihn das Blut seines Sündopfers und das Blut seines Schuldopfers45Auch anderer Opfer.sprengen!? –", "Das Blut des Sündopfers eines Aussätzigen und das Blut des Schuldopfers eines Aussätzigen, denn es heißt:46Lev. 14,2.dies ist das Gesetz über den Aussätzigen, ob erwachsen oder minderjährig47Diese haben die genannten Opfer darzubringen.. –", "Wir haben gelernt: Wenn Priester im Tempel [ein Opfer] vorsätzlich verwerflich48Durch beabsichtigte od. erfolgte Herrichtung in unvorschriftsmäßiger Weise (cf. Lev. 7,18); das Opfer ist dann untauglich.gemacht haben, so sind sie haftbar. Wenn versehentlich, sind sie demnach zwar ersatzfrei, jedoch ist ihre Verwerflichmachung gültig.", "Erklärlich ist es, daß ihre Verwerflichmachung gültig ist, wenn du sagst, sie seien Vertreter des Himmels, wieso aber ist ihre Verwerflichmachung gültig, wenn du sagst, sie seien unsere Vertreter, [der Eigentümer] kann ja zu ihm sagen: ich habe dich zum Vertreter gemacht zum Nutzen und nicht zum Schaden!? –", "Ich will dir sagen: anders verhält es sich bei der Verwerflichmachung, denn die Schrift sagt:49Lev. 7,18.es wird ihm nicht angerechnet, in keinem Falle50Obgleich der Priester dazu gar nicht berechtigt war..", "Der Text. R. Joḥanan sagte: Bei allen [Opfern] ist die Kenntnis [des Eigentümers] erforderlich, ausgenommen das des Sühne Benötigenden, denn solche Opfer bringt man dar auch für seine minderjährigen Söhne und Töchter. Demnach sollte man für seinen Nächsten ein Sündopfer wegen Talgessens51Wegen Begehung irgend einer Sünde, derentwegen man der Sühne benötigt.darbringen können, da man nach R. Jehuda52In der vorangehenden Lehre.ein solches auch für seine blöde Frau darbringe, während doch R. Elea͑zar sagte, wer für seinen Nächsten ein Sündopfer wegen Talgessens abgesondert hat, habe nichts getan!? –", "Wie kann dies bei einer blöden Frau vorkommen: aß sie es als Blöde, so hat sie kein Opfer darzubringen,", "und aß sie es als Vollsinnige und wurde blöde, so sagte ja R. Jirmeja im Namen R. Abahus im Namen R. Joḥanans, wenn jemand Talg gegessen und dieserhalb ein Opfer reserviert hat, dann blöde und wieder gesund wurde, dieses, da es einmal verdrängt53Er war blöde u. das Opfer somit ungültig. Demnach ist, wenn sie blöde geworden, für sie kein Opfer darzubringen.war, verdrängt bleibe. –", "Vielmehr, demnach sollte man für seinen Nächsten das Pesaḥopfer darbringen können, da man dieses auch für seine minderjährigen Söhne und Töchter darbringt, während doch R. Elea͑zar sagte, wer für seinen Nächsten das Pesaḥopfer abgesondert hat, habe nichts getan!?", "R. Zera erwiderte: [Die Darbringung des] Pesaḥlammes für die Familie54Für seine minderjährigen Kinder.ist nicht aus der Tora. –", "Woher dies? – Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seinen Söhnen spricht, er schlachte das Pesaḥopfer für denjenigen, der von ihnen in Jerušalem55Zur Wallfahrt; cf. Ex. 23,17.zuerst anlangt, so hat derjenige, der mit dem Kopfe und dem größeren Teile des Körpers zuerst darin ist, seinen Anteil erworben und läßt auch seine Brüder mit ihm erwerben. Wieso kann dieser sie erwerben lassen, wenn [die Darbringung des] Lammes für die Familie aus der Tora ist, wo er schon beim Fleische56Dh. wo das P. schon geschlachtet ist; der Beitritt zur Beteiligung muß vor dem Schlachten erfolgen.ist!? –", "Wozu braucht demnach der Vater dies ihnen zu sagen? – Um sie zur Ausübung der Gebote anzuspornen. Ebenso wird auch gelehrt: Einst ereignete es sich, daß die Töchter früher da waren als die Söhne; die Töchter waren hurtig, die Söhne aber lässig57Es heißt nicht, daß sie sich ihrer Pflicht nicht entledigten, demnach sind sie dazu nicht verpflichtet..", "FÜR IHN HEBE &C. ABSONDERN." ], [ "Sie fragten: Ist, wenn man von seinem für seinen Nächsten die Hebe absondert, seine Kenntnis erforderlich oder nicht: sagen wir, da es zu seinem Vorteile58Er spart dadurch.erfolgt, sei die Kenntnis nicht erforderlich, oder aber wünscht er, da dies eine gottgefällige Handlung ist, es selber auszuüben? –", "Komm und höre: Er darf für ihn auf seinen Wunsch die Hebe und den Zehnten absondern. In welchem Falle: wenn vom Getreidehaufen des Besitzers für den Besitzer, und zwar auf seinen eigenen Wunsch, so hat ihn ja niemand zum Vertreter gemacht,", "und wenn auf Wunsch des Besitzers des Getreidehaufens, so gewährt er ihm ja einen Nutzen, indem er seinen Auftrag erfüllt. Doch wohl von seinem eigenen [Getreide] für den Besitzer des Getreidehaufens. Auf wessen Wunsch: wenn auf Wunsch des Besitzers des Getreidehaufens, so gewährt er ihm ja einen Nutzen, doch wohl, wenn er auf seinen eigenen Wunsch von seinem [Getreide] für seinen Nächsten die Hebe absondert. Wenn man sagen wollte, seine Kenntnis sei erforderlich, gewährt er ihm ja einen Nutzen; wahrscheinlich ist seine Kenntnis nicht erforderlich. –", "Tatsächlich von dem des Besitzers des Getreidehaufens für den Besitzer des Getreidehaufens, und wie Raba erklärte: wenn er sagte: wer die Hebe absondern will, komme und sondere sie ab, ebenso auch hierbei, wenn er sagte &c.", "R. Jirmeja fragte R. Zera: Wem gehört der Dankeswert59Für den Empfang der Hebe. Da dem Priester jede Gegenleistung verboten ist, so wird hier nach den Kommentaren vom Danke eines jisraélit. Angehörigen des Priesters gesprochen., wenn jemand von seinem [Getreide] für das eines anderen entrichtet; sagen wir: wenn nicht die Früchte von diesem, würde der Getreidehaufe des anderen nicht [genuß]fertig sein, oder aber, wenn nicht der Getreidehaufe des anderen, würden die Früchte von diesem nicht Hebe sein?", "Dieser erwiderte: Die Schrift sagt:60Wohl gekürzt aus Dt. 26,12; die Korrektur der kursierenden Ausgaben beruht auf einem Irrtum.den ganzen Zehnten deines Ertrages &c. sollst du geben61Der Besitzer ist der Gebende..", "Er wandte gegen ihn ein: Er darf für ihn auf seinen Wunsch die Hebe und den Zehnten absondern. Wenn du sagst, der Dankeswert gehöre dem Besitzer des Getreidehaufens, gewährt er ihm ja einen Nutzen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Dankeswert ihm gehört. – Ich will dir sagen, nein, von dem des Besitzers des Getreidehaufens für den Besitzer des Getreidehaufens, auf Wunsch des Besitzers des Getreidehaufens; wenn er nämlich sagte: wer die Hebe absondern will, komme und sondere sie ab62Da sonst andere dies getan haben würden, so hat er ihm keine Gefälligkeit erwiesen.. –", "Komm und höre: R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans: Der es dem Heiligtume geweiht hat, füge das Fünftel63Das bei der Auslösung hinzuzufügen ist; cf. Ley. 27,11ff.hinzu, der Sühnebedürftige kann umtauschen64Wenn jemand für den Sühnebedürftigen das Opfertier abgesondert u. dieses ein Gebrechen bekommen hat, sodaß es zur Opferung ungeeignet ist; dieser u. nicht der Absondernde ist nun Eigentümer., und wenn jemand von seinem [Getreide] für das eines anderen die Hebe absondert, so gehört der Dankes wert ihm.", "EBENSO DARF ER IHN MIDRAŠ, HALAKHA UND AGADA LEHREN, JEDOCH NICHT DIE SCHRIFT. Die Schrift darf er ihn wohl deshalb nicht lehren, weil er ihm einen Nutzen65Indem er von ihm keine Belohnung nimmt.gewährt, und auch durch den Midraš gewährt er ihm ja einen Nutzen!? Šemuél erwiderte: In Orten, wo man für [den Unterricht] in der Schrift eine Belohnung erhält, nicht aber für den des Midraš. – Wieso ist dies ausgemacht66Daß er gerade von solchen Orten lehrt.!? –" ], [ "Folgendes lehrt er uns: selbst in Orten, wo man [für den Unterricht] eine Belohnung erhält, darf man eine solche nur für den der Schrift67Deshalb darf er ihn nicht unentgeltlich unterrichten.nehmen, nicht aber für den des Midraš. –", "Für Midraš wohl deshalb nicht, weil es heißt: 68Dt. 4,14.und mir gebot der Herr in selbiger Zeit, euch zu lehren, und ferner heißt es:69Ib. V. 5.siehe, ich habe euch gelehrt Satzungen und Vorschriften, wie mir der Herr geboten hat, wie ich umsonst, ebenso ihr umsonst; demnach auch die Schrift umsonst!? –", "Rabh erklärte, es sei eine Belohnung für die Beaufsichtigung70Der Kinder während des Unterrichtes; solche lernen aber nur die Schrift u. nicht den Midraš., und R. Joḥanan erklärte, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre. –", "Wir haben gelernt: Jedoch nicht die Schrift lehren. Allerdings darf er ihn die Schrift nicht lehren nach der Erklärung, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre, ist denn aber, nach der Erklärung, es sei eine Belohnung für die Beaufsichtigung, ein Erwachsener zu beaufsichtigen!? – Er lehrt dies von einem Minderjährigen. –", "Wie ist, wenn von einem Minderjährigen, der Schlußsatz zu erklären: wohl aber darf er seine Söhne die Schrift lehren. Hat denn ein Minderjähriger Kinder!? – [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: er darf ihn die Schrift nicht lehren, einen Minderjährigen; einen Erwachsenen aber und seine Kinder darf er die Schrift lehren.", "Man wandte ein: Kinder dürfen am Šabbath nicht erstmalig in der Schrift unterrichtet werden, wohl aber dürfen sie erstmalig wiederholen. Einleuchtend ist es, daß sie nicht erstmalig in der Schrift unterrichtet werden dürfen, nach der Erklärung, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre71Man könnte verleitet werden, am Š. Belohnung zu nehmen, was bei der Wiederholung nicht zu berücksichtigen ist., weshalb aber dürfen sie nach der Erklärung, die Belohnung erfolge für die Beaufsichtigung, nicht erstmalig in der Schrift unterrichtet werden, wohl aber erstmalig wiederholen, [die Belohnung für] die Beaufsichtigung am Šabbath erfolgt ja [bei beidem]!? –", "Ist denn, auch nach deiner Auffassung, die Belohnung für die Versteilungslehre am Šabbath verboten, sie ist ja einbegriffen72Im Lohne für die ganze Woche; man zahlt nicht für den Šabbath besonders., und dies ist erlaubt!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand einen Tagelöhner mietet, ein Kind zu bewachen, eine Kuh zu bewachen oder Pflanzen zu bewachen, so darf er ihm keinen Lohn für den Šabbath zahlen; daher ist er," ], [ "wenn sie [am Šabbath] abhanden kommen, nicht haftbar. Ist er aber auf eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder ein Septennium gemietet, so zahle er ihm Lohn auch für den Šabbath73Auch wenn auf jeden Tag eine runde Summe entfällt, sodaß der Š.lohn ersichtlich ist.; daher ist er, wenn sie abhanden kommen, haftbar.", "Vielmehr dürfen sie deshalb nicht am Šabbath erstmalig in der Schrift unterrichtet werden, weil die Eltern der Kinder sich dem Šabbathgebote widmen74Wovon sie durch die Einführung der Kinder in eine neue Lehre abgehalten werden könnten.müssen. Wenn du aber willst, sage ich: weil sie am Šabbath essen und trinken, wodurch ihnen die Welt schwer75Sie haben keine Geduld für die Einführung in eine neue Lehre. wird. Šemuél sagte nämlich, die Änderung der Lebensweise sei der Leibschmerzen Anfang. –", "Weshalb erklärt derjenige, welcher sagt, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre, nicht, es sei eine Belohnung für die Beaufsichtigung? – Er ist der Ansicht: brauchen etwa Töchter76Die das Haus nicht verlassen. beaufsichtigt zu werden!? –", "Weshalb erklärt derjenige, welcher sagt, es sei eine Belohnung für die Beaufsichtigung, nicht, es sei eine Belohnung für die Versteilungslehre? – Er ist der Ansicht, (die Belohnung für) die Versteilung sei aus der Tora.", "R. Iqa b. Abin sagte nämlich im Namen R. Ḥananéls im Namen Rabhs: Es heißt:77Neh. 8,8.und sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, deutlich mit Angabe des Sinnes, sodaß sie das Gelesene verstanden. Sie lasen in dem Buche der Lehre Gottes, das ist die Schrift; deutlich, das ist die Übersetzung; mit Angabe des Sinnes, das sind die Absätze; das Gelesene verstanden, das ist die Versteilung, wie manche sagen, die Überlieferungen78Über Schreib- u. Lesarten des Bibeltextes..", "R. Jiçḥaq sagte: Die Lesung der Schriftschreiber, die Auslassungen der Schriftschreiber, die zu lesenden und nicht zu schreibenden und die zu schreibenden und nicht zu lesenden [Worte] sind sämtlich Moše am Sinaj überliefert worden.", "Die Lesung der Schriftschreiber: Erde, Himmel, Miçrajim79Nach den Erklärern: diese Worte (aber ebenso auch alle anderen) werden in der Mitte des Satzes mit kurzem Vokale, am Schlusse hingegen mit langem gelesen..", "Die Auslassungen der Schriftschreiber: 80Gen. 18,5.nachher sollt ihr vorübergehen;81Ib. 24,55.nachher soll sie gehen;82Num. 12,14.nachher werde sie aufgenommen;83Ps. 68,26.voran ziehen Sänger, nachher Saitenspieler;84Ib. 36,7. In all diesen Schriftversen soll im masoret. Texte ein Verbindungs-Vav ausgelassen worden sein, was auch durch den Samaritaner u. manche Handschriften bestätigt wird.deine Gerechtigkeit gleich den Bergen Gottes.", "Zu lesende und nicht geschriebene [Worte: das Wort] Perath im [Verse:]85iiSam. 8,3.als er ging; [das Wort] jemand im [Verse:] 86Ib. 16,23.wie wenn [jemand] das Wort Gottes befragt; [das Wort] kommen im [Verse]87Jer. 31,37. wird erbaut; [das Wort] ihr im [Verse:]88Ib. 50,29.Entkommen; [das Wort] ihr im [Verse:]89Rut. 2,11.erzählt worden ist; [das Wort] mir im [Verse:] 90Ib. 3,5.die Tenne; [das Wort] mir im [Verse:]91Ib. V. 17.die Gerste. Diese Worte werden gelesen und nicht geschrieben;", "folgende werden geschrieben und nicht gelesen: [das Wort] doch im [Verse:]92iiReg. 5,18.vergeben;" ], [ "[das Wort] dieses im [Verse:]93Dt. 6,1.das Gebot; [das Wort] spannen im [Verse:]94Jer. 51,3.spannt; [das Wort] fünf im [Verse:]95Ez. 48,16.in der Südseite; [das Wort] wenn im [Verse:]96Rut. 3,12.wenn ein Löser. Diese geschrieben und nicht gelesen.", "R. Aḥa b. Ada sagte: Im Westen teilen sie folgenden Schriftvers in drei Verse:97Ex. 19,9.Und der Herr sprach zu Moše: Siehe, ich komme zu dir in dichtem Gewölke.", "R. Ḥama b. Ḥanina sagte: Moše wurde nur von den Abfällen der Tafeln reich, denn es heißt:98Ib. 34,1.haue dir zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten, was abgehauen wird, sei dein.", "R. Jose b. Ḥanina sagte: Die Tora wurde nur Moše und seinen Nachkommen verliehen, denn es heißt: 99Ib. V. 27.schreibe dir und haue dir, wie das, was abgehauen wird, dein ist, ebenso ist die Tora dein; Moše aber war damit wohlwollend und schenkte sie Jisraél. Über ihn spricht die Schrift: 100Pr. 22,9.wer wohlwollenden Auges ist, der wird gesegnet &c.", "R. Ḥisda wandte ein:101Dt. 4,14.Und mir gebot der Herr in selbiger Zeit, euch Satzungen und Vorschriften zu lehren!? – Er gebot mir, und ich euch. – [Es heißt ja:]102Ib. V. 5.siehe, ich habe euch Satzungen und Vorschriften gelehrt, wie der Herr, mein Gott, mir geboten hat!? – Er gebot mir, und ich euch. –", "[Es heißt ja:]103Ib. 31,19.und nun denn, schreibt euch diesen Gesang!? – Nur den Gesang. – [Es heißt ja:] auf daß mir dieser Gesang zum Zeugen sei gegen die Kinder Jisraél!? – Vielmehr, nur die Disputation104Diese wurde nur Moše verliehen..", "R. Joḥanan sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, läßt seine Göttlichkeit nur auf dem ruhen, der kräftig und reich und weise und demütig ist. Dies alles ist von Moše [zu entnehmen]. Er war kräftig, denn es heißt:105Ex. 40,19.er breitete das Zelt über die Wohnung, hierzu sagte der Meister, Moše breitete es [ganz allein] aus, und es heißt:106Ib. 26,16.zehn Ellen die Länge des Brettes &c. – Vielleicht [war er] lang und schwach!? –", "Vielmehr, aus folgendem Schriftverse:107Dt. 9,17.da ergriff ich die zwei Tafeln und warf sie aus meinen beiden Händen und zerschlug sie, und es wird gelehrt: die Tafeln waren sechs [Handbreiten] lang, sechs breit und drei dick.", "Er war reich, [denn es heißt:] haue dir zurecht; was abgehauen wird, sei dein. Er war weise, denn Rabh und Šemuél sagten beide: Fünfzig Pforten der Weisheit sind in der Welt erschaffen worden, und außer einer sind sie alle Moše anvertraut worden, denn es heißt:108Ps. 8,6.und lässest ihn um ein Geringes Gott nachstehen. Er war demütig, denn es heißt:109Num. 12,3.und der Mann Moše war sehr demütig.", "R. Joḥanan sagte: Alle Propheten waren reich, wie dies von Moše, Šemuél, A͑mos und Jona zu entnehmen ist.", "Moše, denn es heißt:110Ib. 16,15.nicht einem von ihnen habe ich seinen Esel genommen; wenn ohne Bezahlung, so würde dies den ausschließen, der ohne Bezahlung111Es ist ja kein besonderes Verdienst, daß er nicht geraubt hat.nimmt!? Vielmehr, auch nicht gegen Bezahlung. – Vielleicht deshalb, weil er arm112Nicht weil er nicht brauchte, sondern weil er nicht bezahlen konnte. war!? – Vielmehr, aus [folgendem]: haue dir zurecht, was abgehauen wird, sei dein.", "Šemuél, denn es heißt:113iSam. 12.3.hier bin ich, zeuget gegen mich gegenüber dem Herrn und gegenüber seinem Gesalbten: wessen Ochsen habe ich genommen oder wessen Esel habe ich genommen; wenn umsonst, so würde dies den ausschließen, der umsonst111Es ist ja kein besonderes Verdienst, daß er nicht geraubt hat.nimmt!? Vielmehr, auch nicht gegen Bezahlung. – Vielleicht deshalb, weil er arm112Nicht weil er nicht brauchte, sondern weil er nicht bezahlen konnte. war!? – Vielmehr, aus folgendem:114Ib. 7.17.und seine Heimkehr war nach Rama, denn dort war sein Haus, und hierzu sagte Raba: wo er hinging, führte er sein Haus mit.", "Raba sagte: Bedeutender ist das, was von Šemuél gesagt wird, als das, was von Moše gesagt wird. Von unserem Meister Moše heißt es: nicht einem von ihnen habe ich seinen Esel genommen, auch nicht gegen Bezahlung, Šemuél aber mietete auch nicht mit Willigung, denn es heißt:115Ib. 12.4.und sie sprachen: du hast uns nichts vorenthalten und uns nicht gedrückt116Das W. רצותנו wird nicht von רצץ, bedrücken, sondern von רצה, willig sein, abgeleitet, dh. zur willigen Abtretung veranlaßt.&c.", "A͑mos, denn es heißt:117Am. 7,14.da antwortete A͑mos und sprach zu Amaçja: ich bin nicht Prophet, ich bin nicht eines Propheten Sohn, sondern Rinderhirt bin ich und der Sykomoren mischt, und dies übersetzt R. Joseph: denn ich bin Kelterbesitzer, und Sykomoren habe ich in der Niederung &c.", "Jona, denn es heißt:118Jon. 1,3.und er gab seinen Lohn und stieg hinein; hierzu sagte R. Joḥanan, er zahlte den Preis des ganzen Schiffes, und R. Romanos sagte, der Preis des Schiffes betrug viertausend Golddenare.", "Ferner sagte R. Joḥanan: Anfangs hatte Moše die Tora gelernt und es vergessen, bis sie ihm als Geschenk gegeben wurde, denn es heißt: 119Ex. 31,18.und er gab es Moše, wie er mit ihm ausgeredet hatte.", "iii,2FERNER DARF ER SEINE FRAU UND SEINE KINDER VERPFLEGEN, OBGLEICH JENER ZU IHRER VERPFLEGUNG VERPFLICHTET120Der Nutzen ist nur indirekt.IST; JEDOCH DARF ER SEIN VIEH121Das dadurch im Werte steigt.NICHT FÜTTERN, OB EIN REINES ODER EIN UNREINES. R. ELIÉZER SAGT, ER DÜRFE DAS UNREINE FÜTTERN, NIGHT ABER DAS REINE. SIE SPRACHEN ZU IHM: WELCHEN UNTERSCHIED GIBT ES ZWISCHEN EINEM UNREINEN UND EINEM REINEN? ER ERWIDERTE IHNEN: VON EINEM REINEN GEHÖRT DIE SEELE DEM HIMMEL UND DER KÖRPER IHM, VON EINEM UNREINEN GEHÖREN122Da der Genuß verboten ist." ], [ "SEELE UND KÖRPER DEM HIMMEL. JENE ENTGEGNETEN IHM: AUCH VON EINEM UNREINEN GEHÖRT DIE SEELE DEM HIMMEL UND DER KÖRPER IHM, DENN WENN ER WILL, KANN ER ES AN NICHTJUDEN VERKAUFEN ODER HUNDEN ZUM FRESSEN GEBEN.", "GEMARA. R. Jiçḥaq b. Ḥananja sagte im Namen R. Honas: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist, so darf er an ihn seine Tochter verheiraten. R. Zera wandte ein: In welchem Falle: wollte man sagen, wenn das Vermögen des Vaters der Braut dem Bräutigam verboten ist, so gibt er ihm ja eine Magd zur Bedienung123Dies sollte verboten sein.,", "und wollte man sagen, wenn das Vermögen des Bräutigams dem Vater der Braut verboten ist, so sagten sie ja noch mehr, daß er nämlich seine Frau und seine Kinder verpflegen darf, obgleich jener zu ihrer Verpflegung verpflichtet ist, und du sagst, er dürfe an ihn seine Tochter124Dies ist ja selbstverständlich.verheiraten!? –", "Tatsächlich, wenn das Vermögen des Vaters der Braut dem Bräutigam verboten ist, dies gilt aber von einer mannbaren, auf ihren125Sie kann selber über sich verfügen, sodaß er sie noch vom Vater erhält.Wunsch.", "Desgleichen wird gelehrt: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist, so darf er an ihn seine Tochter nicht verheiraten, wohl aber darf er an ihn seine mannbare Tochter auf ihren Wunsch verheiraten.", "R. Ja͑qob sagte: Wenn jemand seinem Sohne zum Torastudium den Genuß126Nach manchen Erklärern: wenn er seinem Sohne den Genuß abgelobt, falls er sich nicht mit dem Torastudium befaßt, nach anderen hingegen, wenn der Vater sich den Genuß abgelobt, damit sein Sohn sich ungehindert mit dem Torastudium befassen könne.abgelobt, so darf er ihm ein Faß Wasser füllen und ein Licht anzünden; R. Jiçḥaq sagt, auch einen kleinen Fisch braten127Es sind geringfügige Dienstleistungen.. R. Jirmeja sagte im Namen R. Joḥanans: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist, so darf dieser ihm einen Friedensbecher zum Trinken reichen. – Was ist dies? – Hier erklärten sie: ein Becher beim Trauer[mahle], im Westen erklärten sie: ein Becher im Badehause.", "JEDOCH DARF ER SEIN VIEH NIGHT FÜTTERN, OB &C. Es wird gelehrt: Jehošua͑ aus U͑za sagte: Er darf seine kenaa͑nitischen Sklaven und Sklavinnen verpflegen, nicht aber sein Vieh füttern, ob ein unreines oder ein reines. – Weshalb? – Kenaa͑nitische Sklaven und Sklavinnen sind zur Dienstleistung bestimmt, ein Vieh aber ist zur Mast bestimmt121Das dadurch im Werte steigt..", "iv,1WENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST UND ER IHM EINEN KRANKENBESUCH MACHT, SO DARF ER BEI IHM STEHEN UND NICHT SITZEN; ER DARF IHM EINE SEELISCHE HEILUNG ANGEDEIHEN LASSEN, ABER KEINE GELDLICHE HEILUNG." ], [ "GEMARA. Von welchem Falle wird hier gesprochen: ist das Vermögen des Besuchenden dem Kranken verboten, so sollte auch das Sitzen [erlaubt] sein, und ist das Vermögen des Kranken dem Besuchenden verboten, so sollte auch das Stehen nicht [erlaubt]128Er hat eine Nutznießung durch die Betretung seiner Wohnung.sein!? Šemuél erwiderte: Tatsächlich, wenn das Vermögen des Besuchenden dem Kranken verboten ist, und zwar in Orten, wo man eine Belohnung für das Sitzen129Bei einem Kranken, um ihn zu unterhalten. und nicht für das Stehen erhält. –", "Wieso ist dies ausgemacht130Daß die Lehre gerade für solche Orte festgesetzt wird.!? – Er lehrt uns folgendes: auch in Orten, wo eine Belohnung gezahlt wird, darf man sie nur für das Sitzen annehmen, nicht aber für das Stehen. Wenn du aber willst, sage ich: wie R. Šimo͑n b. Eljaqim erklärt hat: weil er beim Stehen verweilen131Cf. infra Fol. 42b.könnte, ebenso hierbei, weil er beim Sitzen verweilen könnte.", "U͑la erwiderte: Tatsächlich, wenn das Vermögen des Kranken dem Besuchenden verboten ist, wenn er es ihm aber nicht bis aufs Leben abgelobt hat132Wie in diesem Falle, wo der Besuch für ihn Lebensbedürfnis ist.. – Demnach sollte auch das Sitzen [erlaubt] sein!? – Es ist auch stehend möglich.", "Man wandte ein: Ist er erkrankt, so darf er ihn besuchen, ist sein Sohn erkrankt, so darf er sich [nach ihm] auf der Straße erkundigen. Erklärlich ist dies nach U͑la, welcher erklärt, wenn das Vermögen des Kranken dem Besuchenden verboten ist, und er es ihm nicht bis aufs Leben abgelobt hat,", "welchen Unterschied gibt es aber nach Šamuél, welcher erklärt, wenn das Vermögen des Besuchenden dem Kranken verboten ist, zwischen ihm und seinem Sohne!? – Er kann dir erwidern: unsere Mišna [spricht von dem Falle], wenn das Vermögen des Besuchenden dem Kranken verboten ist, und die Barajtha [von dem Falle], wenn das Vermögen des Kranken dem Besuchenden verboten ist. –", "Wieso ist dies ausgemacht133Daß diese Lehre gerade von diesem u. die andere von jenem Falle spricht.!? Raba erwiderte: Šemuél" ], [ "war unsere Mišna schwierig: weshalb nur stehen und nicht sitzen? Doch wohl in dem Falle, wenn das Vermögen des Besuchenden dem Kranken verboten ist.", "Reš Laqiš sagte: Wo ist der Krankenbesuch in der Tora angedeutet? Es heißt:134Num. 16,29.wenn, wie alle Menschen sterben, diese sterben, und das Verhängnis aller Menschen &c. – Wieso geht dies hieraus hervor? Raba erwiderte: Wenn diese wie alle anderen Menschen sterben, die nämlich krank auf ihrem Bette liegen, und alle Menschen sie besuchen, dann werden die Leute sagen, nicht der Herr hat mich zu diesen gesandt.", "Raba trug vor:135Ib. V. 30.Wenn aber der Herr Neues schafft. Ist das Fegefeuer bereits erschaffen, so ist es recht, wenn aber nicht, so schafft es der Herr. –", "Dem ist ja aber nicht so, es wird ja gelehrt: Sieben Dinge wurden früher als die Welt erschaffen, und zwar: die Tora, die Buße, der E͑dengarten, das Fegefeuer, der Thron der Herrlichkeit, der Tempel und der Name des Messias.", "Die Tora, denn es heißt:136Pr. 8,22.der Herr schuf mich als den Erstling seines Weges &c.", "Die Buße, denn es heißt:137Ps. 90,2,3.ehe die Berge geboren wurden, und kreiste &c. führtest du den Sterblichen bis zur Zerknirschung &c.", "Der E͑dengarten, denn es heißt:138Gen. 2,8.der Herr, Gott, hatte einen Garten in E͑den gepflanzt von früher139So nach dieser Auslegung.her &c.", "Das Fegefeuer, denn es heißt:140Jes. 30,33.denn gerüstet seit gestern ist eine Brandstätte.", "Der Thron der Herrlichkeit, denn es heißt:141Ps. 93,2.fest ist dein Thron von jeher.", "Der Tempel, denn es heißt:142Jer. 17,12.ein Thron der Herrlichkeit, eine Höhe von Anbeginn.", "Der Name des Messias, denn es heißt:143Ps. 72,17.es sei sein Name von ewig her &c. –", "Vielmehr, er meinte es wie folgt: ist ihm eine Öffnung bereits erschaffen worden, so ist es recht, wenn aber nicht, so schafft sie der Herr. – Es heißt ja aber:144Ecc. 1,9.nichts Neues gibt es unter der Sonne!? – Er meinte es wie folgt: ist die Öffnung nicht in dieser Nähe, so bringt er sie nahe.", "Raba trug vor, manche sagen, im Namen R. Jiçḥaqs: Es heißt: 145Hab. 3,11.Sonne und Mond blieben stehen in ihrer Wohnung. Was wollen Sonne und Mond in der Wohnung, sie sind ja in die Veste146Wohnung u. Veste sind Spezialnamen von 2 der sieben übereinander befindlichen Himmel; cf. Hg. 12b.gesetzt? Dies lehrt, daß Sonne und Mond von der Veste in die Wohnung stiegen und vor ihm sprachen: Herr der Welt, willst du dem Sohne A͑mrams Recht schaffen, so leuchten wir, wenn aber nicht, so leuchten wir nicht.", "In dieser Stunde schleuderte er gegen sie Pfeile und Wurfspieße und sprach zu ihnen: Tagtäglich bückt man sich vor euch, und ihr leuchtet; für meine Ehrung tretet ihr nicht ein, für die Ehrung eines [Menschen aus] Fleisch und Blut aber tretet ihr ein! Darum werden tagtäglich Pfeile und Wurfspieße gegen sie geschleudert, und erst dann leuchten sie, wie es heißt: 145Hab. 3,11.gegen das Licht gehen deine Pfeile &c.", "Es wird gelehrt: Für den Krankenbesuch gibt es keine Grenze. Was heißt: keine Grenze? R. Joseph wollte erklären, es gebe keine Grenze für die Belohnung, da sprach Abajje zu ihm: Gibt es denn eine Grenze für die Belohnung aller anderen Gebote, es wird ja gelehrt: sei behutsam mit einem leichten Gebote, wie mit einem schweren, denn du kennst nicht die Belohnung für die Gebote!? Vielmehr, erklärte Abajje, auch der Große147Es gibt keine Ranggrenze, auch der Hochgestellte muß den Niedrigen besuchen.den Kleinen. Raba erklärte: Auch hundertmal täglich.", "R. Aḥa b. Ḥanina sagte: Wer einen Kranken besucht, nimmt ihm den sechzigsten Teil seines Leidens ab. Sie sprachen zu ihm: Demnach können ihn ja sechzig Personen besuchen und ihn herstellen!? Dieser erwiderte: Wie beim Zehntel Rabbis, und zwar gilt dies von einem Wahlverwandten.", "Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Eine Tochter, die148Nach der Erstausgabe: die Tochter ist u. s. w. zu erhalten. vom Vermögen der Brüder unterhalten wird, erhält149Bei ihrer Verheiratung.ein Zehntel des Vermögens150Den der Vater hinterlassen hat.. Sie sprachen zu Rabbi: Nach deiner Ansicht erhält, wenn jemand zehn Töchter und einen Sohn hinterlassen hat, der Sohn neben den Töchtern überhaupt nichts!? Dieser erwiderte: Die erste erhält ein Zehntel des Vermögens, die andere von dem, was zurückbleibt, die dritte, von dem, was zurückbleibt, sodann teilen sie gleichmäßig.", "Einst erkrankte R. Ḥelbo, da ging R. Kahana hinaus und ließ ausrufen:" ], [ "Mit R. Ḥelbo steht es schlimm; ist niemand da, der ihn besucht!? Er sprach dann zu ihnen: Hat es sich ja ereignet, daß einst einer der Schüler R. A͑qibas erkrankte, und da niemand der Weisen ihn besuchen ging, ging R. A͑qiba ihn besuchen, und da man ihn betraute und wartete, genas er. Da sprach er zu ihm: Meister, du hast mir das Leben erhalten. Hierauf ging R. A͑qiba hinaus und trug vor: Wenn jemand keinen Kranken besucht, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen.", "Als R. Dimi kam, sagte er: Wer den Kranken besucht, verursacht, daß er lebe, und wer den Kranken nicht besucht, verursacht, daß er sterbe. – Wieso verursacht: wollte man sagen, wer den Kranken besucht, bittet für ihn um Erbarmen, daß er lebe, und wer den Kranken nicht besucht, bittet für ihn, daß er sterbe; wieso, daß er sterbe!? – Vielmehr, wer den Kranken nicht besucht, bittet auch für ihn nicht um Erbarmen, weder daß er lebe noch daß er sterbe.", "Wenn Raba erkrankte, befahl er ihnen am ersten Tage, es niemand zu sagen, damit sein Glücksstern nicht geschwächt151Durch das Herumsprechen. werde; später aber sprach er zu ihnen: Geht und macht dies auf der Straße bekannt; wer mir Feind ist, freue sich, und es heißt:152Pr. 24,17.wenn dein Feind fällt, freue dich nicht153Weiter folgt: Gott wird seinen Grimm von ihm wenden.&c., und wer mir Freund ist, flehe für mich um Erbarmen.", "Rabh sagte: Wer einen Kranken besucht, wird vom Strafgerichte des Fegefeuers errettet, denn es heißt:154Ps. 41,2.heil dem, der sich des Dürftigen annimmt, am Tage des Unglücks wird der Herr ihn retten, und unter Dürftigen ist ein Kranker zu verstehen, denn es heißt:155Jes. 38,12.vom Trumme156Nach dem T. bedeutet דלה Dürftigkeit, Armut. schneidet er mich. Oder aus folgendem Schriftverse:157iiSam. 13,4. Warum bist du so dürftig, Sohn des Königs, einen Morgen wie den anderen &c. Und unter Unglück ist das Fegefeuer zu verstehen, denn es heißt:158Pr. 16,4.alles schuf der Herr zu seiner Bestimmung, auch den Frevler für den Tag des Unglücks.", "Was ist seine Belohnung, wenn er ihn besucht? – ‘Was ist seine Belohnung’, wir sagten ja eben, er werde vom Strafgerichte des Fegefeuers errettet!? – Vielmehr, was ist seine Belohnung auf dieser Welt? –", "159Ps. 41,3.Der Herr wird ihn behüten und erhalten, und glücklich gepriesen wird er im Lande, und du gibst ihn nicht hin der Rachgier seiner Feinde. Der Herr wird ihn behüten, vor dem bösen Triebe; und erhalten, vor Züchtigungen [schützen]; gepriesen wird er im Lande, alle rühmen sich seiner; du gibst ihn nicht hin der Rachgier seiner Feinde, es gesellen sich ihm Freunde, wie die des Naa͑man, die seinen Aussatz160Cf. iiReg. Kap. 5. heilten, nicht aber gesellen sich ihm Freunde, wie die des Reḥabea͑m, die sein Königreich aufteilten161Cf. iReg. Kap. 12..", "Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: Wenn Junge dich bauen heißen und Greise dich niederreißen heißen, so höre auf die Greise und nicht auf die Jungen, denn das Bauen der Jungen ist ein Niederreißen und das Niederreißen der Greise ist ein Bauen. Als Merkzeichen diene dir Reḥabea͑m, der Sohn Šelomos161Cf. iReg. Kap. 12..", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, sagte: Man besuche einen Kranken weder in den ersten drei Stunden noch in den letzten drei Stunden des Tages, damit man nicht unterlasse, um Erbarmen [zu flehen]. In den ersten drei Stunden fühlt er sich wohl, und in den letzten ist seine Krankheit am schwersten162Entweder man nimmt seine Krankheit nicht ernst u. betet für ihn nicht od. man gibt ihn auf..", "Rabin sagte im Namen Rabhs: Woher, daß der Heilige, gepriesen sei er, den Kranken pflegt? Es heißt:163Ps. 41,4.der Herr stützt ihn auf dem Schmerzenslager &c.", "Ferner sagte Rabin im Namen Rabhs: Woher, daß die Göttlichkeit über dem Lager des Kranken weilt? Es heißt: der Herr stützt ihn auf seinem Schmerzenslager. Ebenso wird gelehrt: Wer einen Kranken besucht, setze sich nicht auf ein Bett noch auf eine Bank noch auf einen Stuhl, sondern hülle sich ein und setze sich auf die Erde, weil die Göttlichkeit über dem Lager des Kranken weilt, denn es heißt: der Herr stützt ihn auf dem Schmerzenslager.", "Ferner sagte Rabin im Namen Rabhs: Der Euphrat ist ein bedeutender Zeuge des Regens164Wenn es im höher liegenden Palästina regnet, schwillt er an.im Westen. Er streitet gegen Šemuél, denn Šemuél sagte, der Fluß werde von seinen eigenen Felsen165Aus denen seine Quelle entspringt, nicht vom Regenwasser.gesegnet. Aber Šemuél befindet sich im Widerspruch mit sich selbst, denn Šemuél sagte, das fließende Wasser sei nicht166Weil sich im Flußbette mehr Regenwasser angesammelt haben kann, das für das rituelle Tauchbad untauglich ist (cf. Miq. V,5); demnach kommt das meiste Wasser nicht aus der Quelle.reinigend," ], [ "ausgenommen der Euphrat in den Tagen des Tišri167Weil in dieser Jahreszeit Regen- u. Schneeschmelze aufgehört haben..", "Der Vater Šemuéls errichtete für seine Töchter Tauchbäder in den Tagen des Nisan168Weil die Flüsse dann mehr Regen- u. Schmelzwasser enthalten.und [besorgte] Matten in den Tagen des Tišri169In denen sie im Flusse badeten; die Matten sollten wohl vor Schmutz schützen, von dem der Körper beim rituellen Untertauchen vollständig frei sein muß..", "R. Ami sagte im Namen Rabhs: Es heißt:170Ez. 12,3.und du Menschensohn, mache dir Auswanderungsgeräte; das sind Leuchte, Schüssel und Lederdecke." ], [ "171Dt. 28,48.Und Mangel an allem. R. Ami sagte im Namen Rabhs: Ohne Leuchte und ohne Tisch. R. Ḥisda sagte: Ohne Frau. R. Šešeth sagte: Ohne Diener172Er war blind u. konnte keinen Diener entbehren.. R. Naḥman sagte: Ohne Verstand. Es wird gelehrt: Ohne Salz und ohne Fettmasse.", "Abajje sagte: Es ist uns überliefert, unter arm sei nur einer an Verstand zu verstehen. Im Westen sagten sie: Bei wem dies ist, bei dem ist alles, bei wem dies nicht ist, was ist bei ihm? Wer dies erworben hat, was fehlt ihm, wer dies nicht erworben hat, was hat er?", "R. Alexandri sagte im Namen des R. Ḥija b. Abba: Der Kranke steht nicht eher von seiner Krankheit auf, als bis man ihm all seine Sünden vergeben hat, denn es heißt:173Ps. 103,3.der all deine Sünden vergibt, der all deine Krankheiten heilt. R. Hamnuna sagte: Er erlangt seine Jugend zurück, denn es heißt:174Ij. 33,25.feist wird sein Fleisch von Jugendfrische, er kehrt in die Tage seiner Jugend zurück. 175Ps. 41,4.Sein ganzes Bett kehrst du um in seiner Krankheit. R. Joseph sagte: Dies besagt, daß er sein Studium vergißt.", "R. Joseph war nämlich krank gewesen und hatte sein ganzes Studium vergessen, und Abajje wiederholte es vor ihm. Deshalb heißt es an vielen Stellen: R. Joseph sprach: Ich hörte diese Lehre nicht. Und Abajje sprach zu ihm: Du selbst sagtest sie uns, und du hast sie aus folgender Barajtha entnommen.", "Als Rabbi seine Lehre auf dreizehn Arten studiert hatte, lehrte er sieben von ihnen R. Ḥija. Nachdem Rabbi erkrankt war, wiederholte ihm R. Ḥija die sieben Arten, die er ihn lehrte, sechs aber gingen verloren. Nun war da ein Walker, der Rabbi bei seinem Studium zuzuhören pflegte; an diesen wandte sich R. Ḥija und lernte sie bei ihm, dann wiederholte er sie vor Rabbi. Als Rabbi jenen Walker sah, sprach Rabbi zu ihm: Du hast mich und Ḥija hergestellt176Eigentl. gemacht, erschaffen; cf. Syn. Fol. 19b.. Manche sagen, er sprach zu ihm wie folgt: Du hast Ḥija hergestellt und Ḥija mich.", "Ferner sagte R. Alexandri im Namen des R. Ḥija b. Abba: Größer ist das Wunder, das einem Kranken geschieht, als das Wunder, das Ḥananja, Mišaél und A͑zarja geschehen war. Bei Ḥananja, Mišaél und A͑zarja war es ein gemeinsames177In das sie geworfen wurden; cf. Dan. Kap. 3.Feuer, und jeder konnte es löschen, das [Fieber] des Kranken aber ist ein himmlisches, und wer kann es löschen?", "Ferner sagte R. Alexandri im Namen des R. Ḥija b. Abba, und wie manche sagen, im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Sobald des Menschen Ende heranreicht, hat jeder Gewalt über ihn, denn es heißt:77Gen. 4,14.und wer mich trifft, wird mich töten. Rabh entnimmt dies aus folgendem Schriftverse:178Ps. 119,91.vor deinem Gerichte standen sie heute, denn alle sind deine Knechte179Jeder kann das Urteil am Gerichteten vollziehen..", "Einst erzählte man Rabba b. Šila, ein hochgewachsener Mann sei ums Leben gekommen; er ritt auf einem kleinen Füllen, und als er an eine Brücke herankam, scheute es und warf ihn ab, infolgedessen er starb. Da las er über ihn: vor deinem Gerichte standen sie heute.", "Einst sah Šemuél einen Skorpion auf einem Frosche sitzen, und dieser brachte ihn über einen Fluß, wo er einen Menschen biß, der infolgedessen starb. Da las er über ihn: vor deinem Gerichte standen sie heute.", "Šemuél sagte: Man soll einen Kranken nur dann besuchen, wenn er vom Fieber ergriffen ist. – Was schließt dies aus? – Dies schließt den Fall der folgenden Lehre aus: R. Jose b. Proṭo sagte im Namen des R. Elea͑zar: Man besuche keinen Kranken, der an Leibschmerzen, Augenschmerzen oder Kopfschmerzen leidet. – Allerdings an Leibschmerzen, weil es ihm genannt180Wegen der häufigen Entleerung.ist, weshalb aber, wenn an Augenschmerzen oder an Kopfschmerzen? –", "Wegen einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte, das Sprechen sei bei Augen[schmerzen] schädlich und bei Fieber zuträglich. Raba sagte: Wäre das Fieber nicht ein Vorbote des Todesengels," ], [ "so würde es einmal in dreißig Tagen einen Schutz gewähren, wie die Dornen181Die die Dattelpalme umgeben u. sie so schützen; nach anderer Erklärung: Rinde, Bast.der Dattelpalme oder wie Theriak dem Körper. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Weder er selbst noch seinen Theriak.", "Rabba b. Jonathan sagte im Namen R. Jeḥiéls: A͑rsan ist der Heilung des Kranken zuträglich. – Was ist A͑rsan? R. Jonathan erklärte: Alte Graupen aus alter Gerste, die am Siebe182Wohl infolge der Fettigkeit.zurückbleiben. Abajje sagte: Sie benötigen des Kochens wie Rindfleisch. R. Joseph erklärte: Feinmehl aus alter Gerste, das am Siebe zurückbleibt. Abajje sagte: Es benötigt des Kochens wie Rindfleisch.", "R. Joḥanan sagte: Den Ruhrkranken besuche man nicht und man nenne nicht seinen Namen. – Weshalb? R. Elea͑zar erwiderte: Weil er einer sprudelnden Quelle183Leicht übertragbar.gleicht. Ferner sagte R. Elea͑zar: Er heißt deshalb Burdos184Nach unserem Texte Burdam od. Bordam (nach Raschi בור דם, Blutgrube); Etymologie unbekannt, die Erklärungen der Lexikographen absurd., weil er einer sprudelnden Quelle gleicht.", "ER DARF IHM EINE SEELISCHE HEILUNG ANGEDEIHEN LASSEN, NICHT ABER EINE GELDLICHE HEILUNG. Wie ist dies zu verstehen: wollte man sagen, seelische Heilung heiße umsonst und geldliche Heilung heiße gegen Belohnung, so sollte er doch wie folgt lehren: er heile ihn umsonst, nicht aber gegen Belohnung!? – Vielmehr, seelische Heilung heißt: seinen Körper, geldliche Heilung heißt: sein Vieh. R. Zuṭra b. Ṭobija sagte im Namen Rabhs: Er darf ihm jedoch sagen, diese Mixtur sei ihm zuträglich, jene Mixtur sei ihm schädlich.", "iv,2ER DARF MIT IHM ZUSAMMEN IN EINER GROSSEN WANNE BADEN, NICHT ABER IN EINER KLEINEN185Weil durch die Verdrängung das Wasser ansteigt.; AUCH DARF ER MIT IHM ZUSAMMEN IN EINEM BETTE SCHLAFEN.", "R. JEHUDA SAGT, NUR IM SOMMER, NICHT ABER IN DER REGENZEIT, WEIL ER IHM EINE ANNEHMLICHKEIT BEREITET. FERNER DARF ER MIT IHM ZUSAMMEN AN EINEM LAGER LEHNEN UND MIT IHM ZUSAMMEN AN EINEM TISCHE ESSEN, JEDOCH NICHT AUS DERSELBEN SCHÜSSEL; WOHL ABER AUS EINER HERUMGEREICHTEN SCHÜSSEL.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Er darf nicht mit ihm zusammen in einer Wanne baden noch mit ihm zusammen in einem Bette schlafen, ob groß oder klein – so R. Meír. R. Jehuda sagt, in einem großen in der Regenzeit und in einem kleinen im Sommer sei es erlaubt. Er darf mit ihm zusammen in einer großen Wanne nur baden und in einer kleinen nur schwitzen. Wohl aber darf er mit ihm zusammen an einem Lager lehnen und mit ihm zusammen am selben Tische essen. JEDOCH NICHT AUS DERSELBEN SCHÜSSEL, WOHL ABER AUS EINER HERUMGEREICHTEN SCHÜSSEL. R. Jose b. R. Ḥanina sagte: Aus der Schüssel, die zurück an den Hausherrn gereicht wird186Es bleibt noch in der Schüssel zurück, sodaß das Essen des einen ohne Bedeutung für den anderen ist..", "iv,3ER DARF NICHT MIT IHM ZUSAMMEN AUS DEMSELBEN KÜBEL ESSEN, DER VOR DEN TAGELÖHNERN STEHT, AUCH NICHT MIT IHM ZUSAMMEN AN EINER FELDREIHE ARBEITENSO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, ER DÜRFE MIT IHM ZUSAMMEN ARBEITEN, JEDOCH ETWAS ENTFERNT.", "GEMARA. Sie stimmen überein, daß es nahe verboten ist, sie streiten nur, wenn entfernt. R. Meír ist der Ansicht, man berücksichtige bei der Ferne die Nähe, weil er ihm die Erde lockert, und die Rabbanan sind der Ansicht, man berücksichtige dies nicht." ], [ "vWENN EINEM VOR DEM SIEBENTJAHRE187Cf. Lev. 25,2ff.DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT WORDEN IST, SO DARF ER188Auch im Siebentjahre, wo der Eigentümer des Feldes oder Gartens über die Früchte gar nicht verfügen kann.SEIN FELD NICHT BETRETEN, AUCH NICHT VON DEN ÜBERRAGENDEN FRÜCHTEN189Die über den Gartenzaun ragen u. ohne das Gebiet des anderen zu betreten, erreichbar sind.ESSEN, WENN ABER IM SIEBENTJAHRE, SO DARF ER SEIN FELD NICHT BETRETEN, JEDOCH DARF ER VON DEN ÜBERRAGENDEN FRÜCHTEN190Da die Früchte dann nicht Eigentum des Besitzers sind, sodaß er sie anderen nicht abgeloben kann.ESSEN. IST IHM VOR DEM SIEBENTJAHRE DIE SPEISE ABGELOBT WORDEN, SO DARF ER SEIN FELD BETRETEN, JEDOCH NICHT VON DEN FRÜCHTEN ESSEN; WENN ABER IM SIEBENTJAHRE, SO DARF ER ES BETRETEN UND VON DEN FRÜCHTEN ESSEN.", "GEMARA. Rabh und Šemuél sagten beide: [Gelobte jemand] vor dem Siebentjahre: (diese) [meine] Güter seien dir verboten, so darf er, auch wenn das Siebentjahr herangereicht ist, sein Feld nicht betreten, auch von den überragenden Früchten nicht essen; gelobte er im Siebentjahre, so darf er sein Feld nicht betreten, jedoch darf er von den überragenden Früchten essen.", "R. Joḥanan und Reš Laqiš sagten beide: [Gelobte jemand] vor dem Siebentjahre: meine Güter seien dir verboten, so darf er sein Feld nicht betreten, auch von den überragenden Früchten nicht essen; ist das Siebentjahr herangereicht, so darf er sein Feld nicht betreten, jedoch darf er von den überragenden Früchten essen.", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: Rabh und Šemuél sind der Ansicht, man könne das, was in seinem Besitze ist, [für andere] verboten machen auch [für die Zeit], wo es aus seinem Besitze kommt, und R. Joḥanan und Reš Laqiš sind der Ansicht, man könne das, was in seinem Besitze ist, nicht [für andere] verboten machen [für die Zeit], wo es aus seinem Besitze kommt. –", "Glaubst du: gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, man könne das, was in seinem Besitze ist, nicht [für andere] verboten machen [für die Zeit], wo es aus seinem Besitze kommt? Wenn dem so wäre, so sollte sie über [die Wendung] ‘diese Güter’191Dies heißt: auch wenn sie nicht mehr in meinem Besitze sind; selbst in diesem Falle sind RJ. u. RL. der Ansicht, man könne nicht verboten machen.streiten, und um so mehr würde dies von [der Wendung] ‘meine Güter’ gelten!?", "Ferner wird ausdrücklich gelehrt, man könne das, was in seinem Besitze ist, [für andere] verboten machen auch [für die Zeit], wo es aus seinem Besitze kommt. Wir haben nämlich gelernt: Sagte jemand zu seinem Sohne: Qonam sei, was du von mir genießest, so beerbe er ihn, wenn er stirbt; [sagte er:] bei meinen Lebzeiten und nach meinem Tode," ], [ "so darf er ihn, wenn er stirbt, nicht beerben. – Anders ist es hierbei, wo er ausdrücklich sagt: bei meinen Lebzeiten und nach meinem Tode. –", "Aber immerhin besteht ja ein Einwand192Sie sollten doch über den Fall streiten, wenn er ‘diese Güter’ sagt.!? – Vielmehr, über [die Wendung] ‘diese Güter’ streitet niemand193Sie bleiben ihm für immer verboten., sie streiten nur über [die Wendung] ‘meine Güter’.", "Rabh und Šemuél sind der Ansicht, man könne sie [für andere] verboten machen, einerlei ob man ‘diese Güter’ oder man ‘meine Güter’ sagt, und R. Joḥanan und Reš Laqiš sind der Ansicht, man könne sie verboten machen, wenn man ‘[diese] Güter’ sagt, man könne sie aber nicht verboten machen, wenn man ‘meine Güter’ sagt. –", "Gibt es denn jemand, der der Ansicht wäre, es sei einerlei, ob man ‘diese Güter’ oder ‘meine Güter’ sagt, wir haben ja gelernt: Wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: Qonam sei mir dein Haus, wenn ich es betrete, dein Feld, wenn ich es kaufe, so ist es ihm, wenn dieser stirbt oder er es einem anderen verkauft, erlaubt; wenn aber: dieses Haus, wenn ich es betrete, dieses Feld, wenn ich es kaufe so ist es ihm, auch wenn dieser stirbt oder es einem anderen verkauft, verboten. –", "Vielmehr, R. Joḥanan und Reš Laqiš lehren es von [der Wendung] ‘meine Güter’, und Rabh und Šemuél von [der Wendung] ‘diese Güter’, und sie streiten nicht.", "WENN ABER IM SIEBENTJAHRE, SO DARF ER SEIN FELD NICHT BETRETEN &C. Von den überragenden Früchten darf er wohl deshalb essen, weil sie Freigut sind, und auch der Boden194Den man für die Dauer des Siebentjahres freigeben muß.ist ja Freigut!?", "U͑la erwiderte: Wenn die Bäume an der Grenze195Sodaß man, um die Früchte zu erreichen, den Boden nicht zu betreten braucht; die Freigabe des Bodens erfolgt nur, um die Früchte sammeln zu können.stehen. R. Šimo͑n b. Eljaqim erwiderte: Dies ist eine Maßregel, weil er da stehen bleiben könnte196Nachdem er von den Früchten gegessen hat; dies ist ihm verboten..", "vi,1WENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST, SO DARF ER IHM NICHTS LEIHEN NOCH VON IHM LEIHEN, IHM KEIN GELD BORGEN NOCH VON IHM BORGEN, IHM NICHTS VERKAUFEN NOCH VON IHM KAUFEN." ], [ "GEMARA. Allerdings ihm nichts borgen, weil er ihm einen Nutzen gewährt, weshalb aber von ihm nichts borgen, welchen Nutzen gewährt er ihm denn!? Ferner ist es erklärlich, daß er von ihm kein [Geld] borgen und nichts kaufen darf, weil er ihm einen Nutzen197Die Rückzahlung des Darlehens kann mit besserer Münze erfolgen.gewähren könnte, weshalb aber nicht von ihm leihen, welchen Nutzen hat er von ihm!?", "R. Jose b. R. Ḥanina erwiderte: Wenn sie einander jeden Genuß abgelobt haben. Abajje erwiderte: Beim Leihen ist das Verleihen berücksichtigt worden. Ebenso ist es bei allem nur eine Maßregel198Er darf von ihm keine Gefälligkeit verlangen, damit er ihm keine erweise..", "vi,2WENN JEMAND ZU EINEM SAGT: LEIHE MIR DEINE KUH, UND DIESER IHM ERWIDERT: SIE IST NICHT FREI, WORAUF JENER SAGT: QONAM SEI MIR DAS FELD, WENN ICH JE MIT IHR PFLÜGE, SO IST ES, WENN ER SELBER ZU PFLÜGEN PFLEGT, IHM VERBOTEN UND JEDEM ANDEREN199Mit dieser Kuh sein Feld zu pflügen, da er das Gelübde nur auf seine Person bezogen hat.ERLAUBT, UND WENN ER NICHT SELBER ZU PFLÜGEN PFLEGT, IHM UND JEDEM ANDEREN VERBOTEN.", "viiWENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST UND ER NICHTS ZU ESSEN HAT, SO GEHE DIESER ZUM KRÄMER UND SPRECHE ZU IHM: JENEM IST DER GENUSS VON MIR ABGELOBT, UND ICH WEISS NICHT, WIEICH IHM HELFEN SOLL. ER KANN DANN JENEM GEBEN UND VON DIESEM [ZAHLUNG] NEHMEN.", "WENN SEIN HAUS AUFZURICHTEN, SEIN ZAUN HERZUSTELLEN UND SEIN FELD ZU ERNTEN IST, SO GEHE DIESER ZU DEN LOHNARBEITERN UND SPRECHE ZU IHNEN: JENEM IST DER GENUSS VON MIR ABGELOBT, UND ICH WEISS NICHT, WIE ICH IHM HELFEN SOLL. SIE KÖNNEN DANN BEI JENEM DIE ARBEIT VERRICHTEN UND IHREN LOHN VON DIESEM NEHMEN.", "WENN SIE ZUSAMMENviii UNTERWEGS SIND UND JENER NICHTS ZU ESSEN HAT, SO GEBE ER ES SCHENKUNGSWEISE EINEM ANDEREN, SODANN IST ES DIESEM ERLAUBT; IST NIEMAND MIT IHNEN, SO LEGE ER ES AUF EINEN FELSBLOCK ODER AUF EINE MAUER UND SPRECHE: DIES SEI JEDEM, DER ES WÜNSCHT, PREISGEGEBEN, SODANN KANN JENER ES NEHMEN UND ESSEN; R. JOSE VERBIETET DIES.", "GEMARA. R. Joḥanan sagte: Folgendes ist der Grund R. Joses: er ist der Ansicht, die Preisgabe gleiche der Schenkung, wie die Schenkung erst dann [erfolgt], wenn sie aus dem Besitze des Gebers in den Besitz des Empfängers kommt, ebenso die Preisgabe, erst wenn sie in den Besitz des Erwerbenden199Es ist somit ebenso, als würde er ihm direkt geben.kommt.", "R. Abba wandte ein: Sodann kann jener es nehmen und essen; R. Jose verbietet dies. R. Jose sprach: Nur dann, wenn das Gelübde vor der Preisgabe getan worden ist," ], [ "wenn aber die Preisgabe vor dem Gelübde erfolgt ist, so ist es200Da er ihm das, was gar nicht mehr in seinem Besitze ist, nicht abgeloben kann.erlaubt. Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Falle, wenn das Gelübde der Preisgabe voranging, und dem Falle, wenn die Preisgabe dem Gelübde voranging, wenn du sagst, erst wenn die Sache in den Besitz des Erwerbenden kommt!?", "Er richtete den Einwand und er selbst erwiderte: Wer [solches] gelobt, denkt nicht an das, was er preisgegeben hat.", "Raba wandte ein: Wenn er201Ein Sterbenskranker, der seine Güter verteilt.dem ersten einen Teil und dem anderen alles gegeben hat, so hat der erste es erworben", "und der andere nicht202Der Schenkende kann, wenn er genesen ist, von der Schenkung des anderen zurücktreten, da er, wenn er mit seiner Genesung gerechnet hätte, sicherlich nicht sein ganzes Vermögen verschenkt haben würde; cf. Bb. Fol. 146b. Wenn die Schenkung erst beim Empfange Gültigkeit erlangt, sollte er auch von der Schenkung des ersteren zurücktreten können.erworben!?", "Vielmehr, erwiderte Raba, ist folgendes der Grund R. Joses: man berücksichtige die Schenkung von Beth Ḥoron203Wo dies in unzulässiger Weise erfolgt war; cf. infra Fol. 48a.. –", "Es wird gelehrt: Wer sein Feld freigibt, kann innerhalb dreier Tage zurücktreten, von da ab kann er nicht mehr zurücktreten." ], [ "Sagt er: dieses Feld sei freigegeben auf einen Tag, eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder ein Septennium, so kann er, solange ein anderer oder er selber es sich nicht angeeignet hat, zurücktreten und sobald ein anderer oder er selber es sich angeeignet hat, nicht mehr zurücktreten. Der Anfangsatz204Daß er nach 3 Tagen nicht zurücktreten kann, auch wenn niemand es sich angeeignet hat.nach den Rabbanan und der Schlußsatz205Daß er zurücktreten kann, solange niemand es sich angeeignet hat.nach R. Jose!?", "U͑la erwiderte: Auch der Schlußsatz nach den Rabbanan206Nach der Tora kann er nicht zurücktreten, u. nur aus dem weiter genannten Grunde kann er dies.. – Wieso kann er demnach, solange weder er noch ein anderer es sich angeeignet hat, zurücktreten!? – Anders verhält es sich bei der [Preisgabe] auf ein Jahr oder ein Septennium, da dies ungewöhnlich ist.", "Reš Laqiš erwiderte: Da der Schlußsatz die Ansicht R. Joses vertritt, so vertritt auch der Anfangsatz die Ansicht R. Joses, denn im Anfangsatze erfolgt es204Daß er nach 3 Tagen nicht zurücktreten kann, auch wenn niemand es sich angeeignet hat.aus dem Grunde, damit das Gesetz der Preisgabe nicht in Vergessenheit gerate. –", "Demnach sollte es schon vom ersten Tage an Freigut207Und er nicht zurücktreten könne.sein!? Rabba erwiderte: Wegen der Schwindler, die preisgeben208Um die priesterl. Abgaben nicht entrichten zu müssen.und zurücktreten.", "Wenn es demnach nach der Tora kein Freigut ist," ], [ "kann es ja vorkommen, daß der Zehnt vom Pflichtigen für Unpflichtiges209Früchte, von denen die priesterl. Abgaben nicht nach der Tora, sondern nur rabban. zu entrichten sind.und vom Unpflichtigen für Pflichtiges entrichtet210Wenn man ihm sagt, er habe den Zehnten zu entrichten, glaubt er, dies sei rabbanitisch.wird!? –", "Man spreche zu ihm: Wenn du den Zehnten entrichtest, entrichte ihn von diesem für dieses.", "Man wandte ein: Wenn jemand seinen Weinberg preisgibt und am folgenden Morgen sich aufmacht und ihn abwinzert, so ist er zur [Zurücklassung von] Abfall, Nachlese, Vergessenem und Eckenlaß211Cf. Lev. 19,9,10 u. Dt. 24,19.verpflichtet, und vom Zehnten frei.", "Allerdings lehrt er es nach U͑la rabbanitisch und nach der Tora212Nach der es Freigut ist, weshalb er vom Zehnten befreit ist., wieso aber ist er nach Res Laqiš vom Zehnten frei!? –", "Er kann dir erwidern: ich sage es nach R. Jose, während hier die Rabbanan vertreten sind." ], [ "Wenn du aber willst, sage ich: das213Die Lehre RJ.s in unserer Mišna, daß es verboten sei, gilt von dem Falle, wenn keine drei anwesend sind.eine, wenn er es vor zweien preisgibt, und das andere, wenn er es vor dreien preisgibt. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Jehoçadaq: Wenn jemand etwas vor dreien preisgibt, so ist es Freigut, wenn vor zweien, so ist es kein Freigut.", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Nach der Tora ist es Freigut, auch wenn es vor einem erfolgt, nur deshalb sagten sie, vor dreien, damit, wenn einer es sich aneignet, zwei es bekunden können." ], [ "i WENN TEILHABER1Eines gemeinsamen Hofes. SICH DEN GENUSS VON EINANDER ABGELOBEN, SO DÜRFEN SIE DEN [GEMEINSAMEN] HOF2Da der Hof nicht geteilt ist, so ist es leicht möglich, daß der eine das Gebiet des anderen betritt. NICHT BETRETEN. R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, DER EINE BETRETE DAS SEINE UND DER ANDERE BETRETE DAS SEINE; \n" ], [ "BEIDEN IST ES VERBOTEN, DA EINE MÜHLE ODER EINEN OFEN AUFZUSTELLEN ODER HÜHNER ZU HALTEN3Weil auch sonst jeder Teilhaber dies dem anderen verbieten kann (cf. Bb. Fol. 57a), u. schon die Unterlassung des Einspruches gilt als Gewährung einer Nießung..", "IST EINEM VON IHNEN DER GENUSS VOM ANDEREN ABGELOBT, SO DARF ER DEN HOF NICHT BETRETEN. R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, ER KÖNNE ZUM ANDEREN SAGEN: ICH BETRETE DAS MEINE UND NICHT DAS DEINE. MAN ZWINGE DEN GELOBENDEN, SEINEN TEIL ZU VERKAUFEN4Er ist nicht berechtigt, das Benutzungsrecht des anderen zu beschränken..", "ii IST EINEM [FREMDEN] VON DER STRASSE VON EINEM VON IHNEN DER GENUSS ABGELOBT, SO DARF ER DEN HOF NICHT BETRETEN. R. ELIE͑ZER B. JA͑QOB SAGT, ER KÖNNE ZU IHM SAGEN: ICH BETRETE DEN TEIL DEINES NÄCHSTEN UND NICHT DEINEN.", "iii WENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST UND DIESER IN DER STADT EIN BAD ODER EINE KELTER HAT, DIE VERPACHTET5Vor dem Geloben. SIND, SO IST JENEM [DIE BENUTZUNG], WENN DIESER NOCH EIN ANRECHT6Indem er einen dazu gehörenden Teil nicht verpachtet hat. DARAUF HAT, VERBOTEN, UND WENN ER KEIN ANRECHT DARAUF HAT, ERLAUBT.", "SAGT JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN: QONAM SEI MIR DEIN HAUS, WENN ICH ES BETRETE, DEIN FELD, WENN ICH ES KAUFE, SO IST ES IHM, WENN DIESER STIRBT ODER ES EINEM ANDEREN VERKAUFT, ERLAUBT; WENN ABER: QONAM SEI MIR DIESES HAUS, WENN ICH ES BETRETE, DIESES FELD, WENN ICH ES KAUFE, SO IST ES IHM, WENN DIESER STIRBT ODER ES EINEM ANDEREN VERKAUFT, VERBOTEN.", "GEMARA. Sie fragten: Sie streiten über den Fall, wenn sie sich abgeloben, wie ist es aber, wenn sie einander abgeloben: sagen wir, sie streiten nur über den Fall, wenn sie sich selber abgeloben, wenn sie aber einander abgeloben, pflichten die Rabbanan R. Elie͑zer b. Ja͑qob bei, weil sie gezwungenen7Keiner von beiden hat das Verbot selber verschuldet. gleichen, oder aber streiten die Rabbanan auch über den Fall, wenn sie einander abgeloben? –", "Komm und höre: Ist einem von ihnen der Genuß vom anderen abgelobt; und die Rabbanan streiten. – Lies: [hat] sich den Genuß von seinem Nächsten abgelobt. –", "Dies ist auch einleuchtend, denn im Schlußsatze wird gelehrt, man zwinge den Gelobenden, seinen Teil zu verkaufen; einleuchtend ist es, daß er lehrt, man zwinge ihn, wenn du sagst, er selber habe gelobt, wieso aber zwinge man ihn, wenn du sagst, der andere habe ihm abgelobt, er wurde ja gezwungen!?", "Rabba sagte im Namen Zee͑ris:" ], [ "Ihr Streit besteht nur über den Fall, wenn genügend zur Teilung8Wenn für jeden 4 Ellen zurückbleiben. vorhanden ist, wenn aber nicht genügend zur Teilung vorhanden ist, stimmen alle überein, daß es erlaubt9Da sie gar kein Mittel haben. sei.", "R. Joseph sprach zu ihm: Ein Bethaus gleicht ja dem, was nicht genügend zur Teilung ist, und wir haben gelernt, bei Dingen dieser Stadt10Zu denen das Bethaus gehört.sei [die Benutzung] beiden11Die sich gegenseitig als Banngut erklären; weit. Fol. 48a.verboten!? –", "Vielmehr, sagte R. Joseph im Namen Zee͑ris, ihr Streit besteht nur über den Fall, wenn nicht genügend zur Teilung vorhanden ist, wenn aber genügend zur Teilung vorhanden ist, stimmen alle überein, daß es verboten sei.", "R. Hona sagte: Die Halakha ist wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob. Ebenso sagte R. Elea͑zar, die Halakha sei wie R. Elie͑zer b. Ja͑qob.", "WENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT IST, UND DIESER DA EIN BAD HAT &C. Wieviel heißt Anrecht? R. Naḥman erwiderte: Die Hälfte, ein Drittel oder ein Viertel12Wenn der Eigentümer mit diesem Anteil am Ertrage beteiligt ist., nicht aber, wenn weniger13Dies ist sehr auffallend, da doch die Höhe des Nutzens u. nicht die der Beteiligung maßgebend sein sollte, u. aus diesem Grunde haben manche Texte בביצשן (st. בבציר), an den Eiern, den eierförmigen Tongefäßen, die in den Öfen der Badehäuser getrocknet wurden.. Abajje sagte, auch wenn weniger, sei es ihm verboten, und erlaubt nur in dem Falle, wenn [der Mieter] es in Pacht hat14Und der Eigentümer überhaupt nicht beteiligt ist.." ], [ "SAGT JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN &C. Abimi fragte: Wie ist es, [wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat:] Qonam sei dieses Haus, wenn du es betrittst, und gestorben ist oder er es an einen anderen verkauft hat: kann man das, was in seinem Besitze ist, [anderen] verboten machen für [die Zeit], wo es aus seinem Besitze kommt, oder nicht?", "Raba erwiderte: Komm und höre: Sagte jemand zu seinem Sohne: Qonam, daß du von mir nicht genießest, und stirbt, so beerbe er ihn; [sagte er:] bei meinen Lebzeiten und nach meinem Tode, und stirbt, so beerbe er ihn nicht. Schließe hieraus, daß man das, was in seinem Besitze ist, [anderen] verboten machen kann für [die Zeit], wo es aus seinem Besitze kommt. Schließe hieraus.", "Dort haben wir gelernt: [Sagt jemand:] Qonam seien mir diese Früchte, Qonam seien sie für meinen Mund, Qonam seien sie meinem Munde, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse verboten.", "Rami b. Ḥama fragte: Wie verhält es sich, wenn er sagt: Qonam seien diese Früchte für jenen, mit ihrem Eingetauschten: sagen wir, da man, wie man die Früchte seines Nächsten für sich verboten machen kann, auch das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, für sich verboten machen kann, so kann man, wie man die Früchte seines Nächsten für einen anderen nicht verboten machen kann, auch das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, für einen anderen nicht verboten machen," ], [ "oder aber gibt es hierbei, da das Eingetauschte den Erzeugnissen gleicht, keinen Unterschied zwischen ihm selbst und einem anderen?", "R. Aḥa b. Minjomi erwiderte: Komm und höre: Wenn jemand zu seiner Frau sagt: Qonam, daß ich dich nichts von mir genießen lasse, so borge sie, und die Gläubiger kommen und erhalten [von ihm] Zahlung. Die Gläubiger erhalten wohl deshalb [von ihm] Zahlung, weil das Eingetauschte nicht den Erzeugnissen15Das Verbot des Genusses erstreckt sich nicht auf dieses, u. ebenso nicht auf das, was sie von anderen erhält.gleicht.", "Raba erwiderte: Vielleicht von vornherein nicht, und nur wenn es geschehen ist, bleibe es dabei. –", "Vielmehr, komm und höre: Wenn jemand sich [eine Frau] mit Ungeweihtem16Vgl. S. 257 Anm. 54.antraut, so ist sie ihm nicht17Da dies mit einer Wertsache erfolgen muß, u. das U. zum Genusse verboten ist.angetraut; wenn er es verkauft und sie sich mit dem Erlöse antraut, so ist sie ihm angetraut. – Auch hierbei von vornherein nicht, und nur wenn es geschehen ist, ist es gültig.", "iv SAGT JEMAND ZU EINEM:] ‘ICH SEI DIR BANNGUT’, SO IST ES DEM LOBTEN VERBOTEN18Von jenem zu genießen.; [SAGT ER:] ‘SEI DU MIR BANNGUT’, SO IST ES DEM GELOBENDEN VERBOTEN18Von jenem zu genießen.; [SAGT ER:] ICH DIR UND DU MIR, SO IST ES BEIDEN VERBOTEN. BEIDEN IST [DIE BENUTZUNG] VON DINGEN, DIE DEN AUSZÜGLERN19Die Gemeingut des gesamten jisraélit. Volkes sind, das unter E͑zra aus Babylonien nach Palästina zog. GEHÖREN, ERLAUBT, \n" ], [ "UND VON DINGEN, DIE [DEN BÜRGERN] DIESER STADT GEHÖREN20Solche sind Privatbesitz der Stadtbürger, zu denen die beiden gehören, die von einander nichts genießen dürfen., VERBOTEN. v WELCHES SIND DINGE, DIE DEN AÜSZÜGLERN AUS BABYLONIEN GEHÖREN? BEISPIELSWEISE DER TEMPELBERG, DIE [TEMPEL]-VORHÖFE UND DIE ZISTERNE21Zur Benutzung der Wallfahrer.IN DER MITTE DES WEGES. WELCHES SIND DINGE, DIE [DEN BÜRGERN] DER STADT GEHÖREN? BEISPIELSWEISE DER MARKTPLATZ, DAS BAD, DAS BETHAUS, DIE LADE22Od. Betpult, worin die Torarolle verwahrt wird; cf. Sot. Fol. 39b.UND DIE BÜCHER. WER SEINEN ANTEIL DEM FÜRSTEN VERSCHREIBT23Wird weiter erklärt..", "R. JEHUDA SAGT: EINERLEI OB MAN IHN DEM FÜRSTEN VERSCHREIBT ODER EINEM GEMEINEN. EIN UNTERSCHIED ZWISCHEN DEM, DER IHN DEM FÜRSTEN VERSCHREIBT, UND DEM, DER IHN EINEM GEMEINEN VERSCHREIBT, BESTEHT NUR DARIN: WER IHN DEM FÜRSTEN VERSCHREIBT, BRAUCHT IHN IHM NICHT ZUZUEIGNEN, UND WER EINEM GEMEINEN, MUSS IHN IHM ZUEIGNEN24Durch einen Dritten, der ihn für ihn in Empfang nimmt.. DIE WEISEN SAGEN, DER EINE WIE DER ANDERE BENÖTIGE DER ZUEIGNUNG, UND NUR DESHALB SPRECHEN SIE VOM FÜRSTEN, WEIL DIES DAS GEWÖHNLICHE IST. R. JEHUDA SAGT, DIE LEUTE VON GALILÄA BRAUCHEN IHN NICHT ERST ZU VERSCHREIBEN, DENN BEREITS HABEN IHRE VORFAHREN IHN FÜR SIE VERSCHRIEBEN.", "GEMARA. Weshalb ist es verboten25Wenn er seinen Anteil dem Fürsten verschreibt.? R. Šešeth erwiderte: Er meint es wie folgt: welches Mittel gibt es26Um die der Stadt gehörenden Dinge benutzen zu dürfen.für sie? Sie verschreiben ihren Anteil dem Fürsten.", "R. Jehuda sagt, einerlei ob man ihn dem Fürsten verschreibt oder einem Gemeinen. Ein Unterschied zwischen dem, der ihn dem Fürsten verschreibt, und dem, der ihn einem Gemeinen verschreibt, besteht nur darin: wer ihn dem Fürsten verschreibt, braucht ihn ihm nicht zuzueignen, und wer ihn einem Gemeinen verschreibt, muß ihn ihm zueignen. Die Weisen sagen, der eine wie der andere benötige der Zueignung, und nur deshalb sprechen sie vom Fürsten, weil dies das gewöhnliche ist.", "R. JEHUDA SAGT, DIE LEUTE VON GALILÄA BRAUCHEN IHN NICHT ZUZUEIGNEN, DENN BEREITS HABEN IHRE VORFAHREN IHN FÜR SIE VERSCHRIEBEN. Es wird gelehrt: Die Leute von Galiläa waren zänkisch und gelobten einander den Genuß ab, deshalb traten ihre Vorfahren auf und verschrieben ihren Anteil dem Fürsten.", "vi WENN EINEM DER GENUSS VON SEINEM NÄCHSTEN ABGELOBT 1ST UND ER NICHTS ZU ESSEN HAT, SO GEBE DIESER EINEM ANDEREN ETWAS SCHENKUNGSWEISE, SODANN IST ES JENEM ERLAUBT. EINST EREIGNETE ES SICH IN BETHORON, DASS JEMAND, DER SEINEM VATER DEN GENUSS VON IHM ABGELOBT HATTE, ALS ER SEINEN SOHN VERHEIRATETE, ZU SEINEM NÄCHSTEN SPRACH: HOF UND GASTMAHL SEIEN DIR GESCHENKT, NUR DAMIT MEIN VATER KOMME UND MIT UNS AM GASTMAHLE TEILNEHME.", "DA SPRACH DIESER: WENN SIE MEIN SIND, SO SOLLEN SIE DEM HIMMEL GEWEIHT SEIN. JENER ERWIDERTE: HABE ICH DIR MEINES ETWA DAZU GEGEBEN, DAMIT DU ES DEM HIMMEL WEIHEST? DIESER ENTGEGNETE: DU HAST MIR WOHL DEINES DESHALB GEGEBEN, DAMIT DU UND DEIN VATER ZUSAMMEN ESSEN UND TRINKEN UND IHR EUCH MIT EINANDER AUSSÖHNEN KÖNNET UND DIE SÜNDE AUF MEINEM27So besser auch im jerušalemischen Talmud.HAUPTE RUHE! HIERAUF SAGTEN DIE WEISEN: JEDE SCHENKUNG, DIE NICHT DERART IST, DASS, WENN MAN SIE HEILIGT, SIE HEILIG IST, GILT NICHT ALS SCHENKUNG.", "GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung28Zuerst wird die Schenkung als Mittel empfohlen, im folgenden Ereignisse dagegen verboten.!? – Unsere Mišna ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn das Ende für den Anfang29Wenn die Schenkung unter der Bedingung erfolgt, daß der Beschenkte es einem anderen gebe. zeugt, so ist es verboten, und einst ereignete sich in Beth Ḥoron ein Fall, bei dem das Ende für den Anfang zeugte.", "Raba sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er sagt: sie seien dir [geschenkt], nur damit mein Vater komme, wenn er aber sagt: sie seien dein, auf daß mein Vater komme, so heißt dies: auf deinen Wunsch.", "Sie lehrten auch eine andere Fassung: Raba sagte: Man sage nicht, es sei nur dann verboten, wenn er sagt: sie seien nur dann dein, wenn er aber sagt: sie seien dein, auf daß mein Vater komme und esse, sei es erlaubt, vielmehr ist es auch dann verboten, wenn er sagt: sie seien dein, auf daß mein Vater komme und esse, denn das Gastmahl beweist dies30Daß die Schenkung nur zu diesem Zwecke erfolgt ist.." ], [ "Einst hatte jemand einen Sohn, der Flachsbündel unterschlug31Nach anderer Erklärung: der sich damit befaßte u. daher das Studium der Tora vernachlässigte. Die Lesart שביט im A͑rukh ist ein Lapsus, wie schon aus der Erklärung zu ersehen., und sein Vater machte ihm32Durch Gelübde.sein ganzes Vermögen verboten. Da sprachen sie zu ihm: Wie nun, wenn deines Sohnes Sohn Gelehrter wird?", "Er erwiderte ihnen: Dies33Bestimmte Vermögensstücke, die er bezeichnete.sei ihm zugeeignet, und wenn meines Sohnes Sohn Gelehrter sein sollte, erwerbe er es. – Wie ist es damit? – Die Pumbedithenser sagten, dies heiße: es sei dir zugeeignet, um anderen zuzueignen, und durch [die Formel] es sei dir zugeeignet, um anderen zuzueignen, erwirbt man nicht,", "und R. Naḥman sagt, er erwerbe wohl, denn auch die Zueignung durch ein Sudarium34Wodurch die Übergabe der zugeeigneten Sache versinnbildlicht wird. Der eine erhält das Sudarium nur zu dem Zwecke, damit er dem anderen sein Grundstück zueigne.heißt: es sei dir zugeeignet, um anderen zuzueignen.", "R. Aši sprach: Wer sagt uns, daß man bei [der Zueignung durch] ein Sudarium, wenn man es will, nicht einbehalten35Die zugeeignete Sache; die Zueignung kann widerrufen werden.kann!? Ferner heißt dies zwar bei [der Zueignung durch] ein Sudarium: es sei dir zugeeignet, um anderen zuzueignen, jedoch eignet er es ihm sofort zu, dagegen aber sollen ihm in jenem Falle die Güter zugeeignet sein, erst wenn sein Sohn Gelehrter ist, und wenn er es ist, befindet sich das Sudarium36Dh. der Gegenstand der Zueignung.wieder im Besitze seines Eigentümers37Zur Zeit der Zueignung war der andere, dem es zugeeignet werden soll, noch gar nicht geboren, u. wenn es geschehen soll, ist die Zueignung längst verstrichen.!?", "Raba sprach zu R. Naḥman: Auch die Schenkung von Beth Ḥoron war ja eine Zueignung, um anderen zuzueignen, und er erwarb es nicht!?", "Oftmals erwiderte er ihm: da bewies es30Daß die Schenkung nur zu diesem Zwecke erfolgt ist.sein Gastmahl, und oftmals erwiderte er ihm: dort geschah es nach R. Elie͑zer, welcher sagt, beim des Genusses Abgelobten sei sogar das Wertlose38Vgl. S. 433 Anm. 2.verboten. –", "Wir haben gelernt: Hierauf sagten die Weisen: Jede Schenkung, die nicht derart ist, daß, wenn man sie heiligt, sie heilig ist, gilt nicht als Schenkung. [Das Wort] ‘jede’ schließt wohl jenen Fall von den Flachsbündeln ein!? – Nein, es schließt die andere Fassung der Lehre Rabas39Ob. Col. a; nur in diesem Falle ist die Zueignung ungültig.ein." ], [ "i WER SICH GEKOCHTES ABGELOBT, DEM SIND GEBRATENES UND GESOTTENES ERLAUBT. SAGT JEMAND: QONAM, DASS ICH KEIN GEKOCHTES GERICHT ESSEN WERDE, SO IST IHM DIE DÜNNE TOPFSPEISE VERBOTEN UND DIE DICKE ERLAUBT; FERNER IST IHM DAS SCHLUCK EI UND DER ASCHENKÜRBIS1Nach jer. T. (Kil. I,2) eine bittere Kürbisart, die erst durch das Rösten in heißer Asche genießbar werden muß. ERLAUBT. ii WER SICH TOPFGERICHTE ABGELOBT, DEM IST NUR DAS BRODELNDE VERBOTEN. SAGT JEMAND: QONAM, DASS ICH NICHT KOSTEN WERDE, WAS IN DEN TOPF KOMMT, SO IST IHM ALLES VERBOTEN, WAS IM TOPFE GEKOCHT WIRD.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Jošija verbietet es2Auch das Gebratene u. das Gesottene.. Und obgleich es keinen Beweis dafür gibt, so gibt es eine Andeutung, denn es heißt: 3iiChr. 35,13.und sie kochten das Pesaḥ[lamm]4Hier wird der Ausdruck kochen gebraucht, obgleich das Pesaḥlamm nur gebraten gegessen werden durfte; cf. Ex. 12,9. im Feuer nach Vorschrift.", "Es wäre anzunehmen, daß ihr Streit in folgendem besteht: R. Jošija ist der Ansicht, man richte sich nach dem Sprachgebrauche der Tora, und unser Autor ist der Ansicht, bei Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Leute5Die unter ‘Gekochtes’ nur solches verstehen.. –", "Nein, alle sind der Ansicht, bei Gelübden richte man sich nach dem Sprachgebrauche der Leute, jedoch einer nach seiner Ortschaft und der andere nach seiner Ortschaft. In der Ortschaft unseres Autors nannte man das Gebratene ‘Gebratenes’ und das Gekochte ‘Gekochtes’, und in der Ortschaft R. Jošijas nannte man auch das Gebratene ‘Gekochtes’. –", "Er bezieht sich ja auf einen Schriftvers!? – Dies ist nur eine Anlehnung.", "QONAM &C. GEKOCHTES GERICHT. Er hat sich ja das gekochte Gericht6Einerlei ob dick od. dünn. abgelobt!?", "Abajje erwiderte: Unser Autor nennt all das, womit Brot gegessen wird, gekochtes Gericht. Es wird auch gelehrt: Wer sich das gekochte Gericht abgelobt, dem ist jede Art gekochtes Gericht verboten; ihm sind Gebratenes, Gesottenes und Gekochtes verboten, auch sind ihm die weichen Kürbisse verboten, weil Kranke damit ihr Brot essen. –", "Dem ist ja aber nicht so, als einst R. Jirmeja erkrankt war und ein Arzt zu ihm kam und einen Kürbis in seinem Zimmer liegen sah, verließ er ihn und ging fort, indem er sprach: Dieser hat den Todesengel im Hause, und ich soll ihn heilen kommen!? –", "Das ist kein Einwand; das eine gilt von weichen und das andere gilt von harten. Raba b. U͑la erwiderte: Das eine gilt vom Kürbisse selber und das andere vom Inneren des Kürbisses. R. Jehuda sagte nämlich: Kürbismark mit Mangold, Leinsamenmark mit Molkenbrei7Sc. ist dem Körper zuträglich.. Dies darf man vor einem Menschen aus dem gemeinen Volke nicht sagen8Um ihm keinen Nutzen zukommen zu lassen; nach anderer Erklärung, weil er die Verordnungen der Gelehrten verspottet..", "Raba sagte: Unter ‘Kranke’ sind die Gelehrten zu verstehen. Raba vertritt hierbei seine Ansicht, denn Raba sagte:" ], [ "Nach wessen Ansicht beten wir9Im täglichen Gebete. für die Siechen und die Kranken? Wenn er von Siechen und Kranken spricht, so sind unter ‘Siechen’ die wirklich Kranken und unter ‘Kranken’ die Gelehrten zu verstehen.", "UND DIE DICKE ERLAUBT. Unsere Mišna stimmt nicht mit den Babyloniern überein, denn R. Zera sagte: die törichten Babylonier essen Brot mit Brot10Mit dickem Brei; unsere Mišna unterscheidet zwischen der dünnen u. der dicken Speise, weil erstere mit Brot gegessen wird..", "R. Ḥisda sagte: Man sollte die Feinschmecker von Huçal fragen, wie man den Brei am besten esse: den aus Weizen zum Weizenbrote und den aus Gerste zum Gerstenbrote, oder den aus Weizen zum Gersten-[brote] und den aus Gerste zum Weizen[brote].", "Raba aß es mit [Brei aus] gerösteten Körnern. Einst traf Rabba b. R. Hona R. Hona Brei mit den Fingern essen; da sprach er zu ihm: Weshalb ißt der Meister mit der Hand? Dieser erwiderte: Folgendes sagte Rabh: Brei schmeckt mit dem Finger, besser mit zwei, und um so besser mit drei.", "Rabh sprach zu seinem Sohne Ḥija, und ebenso sprach R. Hona zu seinem Sohne Rabba: Lädt man dich zum Essen von Brei, [so gehe] bis zu einer Parasange, wenn zum Essen von Rindfleisch, [so gehe] bis drei Parasangen. Rabh sprach zu seinem Sohne Ḥija, und ebenso sprach R. Hona zu seinem Sohne Rabba: Nichts spucke vor deinem Lehrer11Cf. Er. Fol. 99a.aus, außer Kürbis12Wenn sich nach dem Essen derselben Speichel im Munde bildet.und Brei, weil sie einem [flüssigen] Bleistrahle13Cf. Syn. Fol. 52a.gleichen, und sogar vor dem Könige Sapor spucke sie aus.", "Von R. Jose und R. Jehuda aß einer den Brei mit dem Finger und einer mit einem Stäbchen. Da sprach der, der ihn mit einem Stäbchen aß, zu dem, der ihn mit dem Finger aß: Wie lange noch wirst du mich deinen Schmutz14Der an den Fingernägeln haftet.essen lassen? Hierauf sprach der, der ihn mit dem Finger aß, zu dem, der ihn mit dem Stäbchen aß: Wie lange noch wirst du mich deinen Speichel15Der am Stäbchen haften bleibt.essen lassen?", "Einst setzte man R. Jehuda und R. Šimo͑n Beluphsi-Feigen16Wohl eine minderwertige Feigenart; nach den Kommentaren, schlechte od. überreife Feigen.vor; R. Jehuda aß sie und R. Šimo͑n aß sie nicht. Da sprach R. Jehuda zu ihm: Weshalb ißt der Meister nicht? R. Šimo͑n erwiderte: Diese kommen nicht ganz aus den Därmen17Sie sind schwer verdaulich.. Hierauf sprach R. Jehuda zu ihm: Um so mehr können wir uns auf sie morgen verlassen18Da sie schwer verdaulich sind, kann man die nächste Mahlzeit ausfallen lassen..", "Einst saß R. Jehuda vor R. Tryphon, und R. Tryphon sprach zu ihm: Dein Gesicht glänzt heute. Dieser erwiderte: Gestern gingen deine Knechte aufs Feld und brachten uns Mangold, den wir ohne Salz aßen, und hätten wir ihn mit Salz gegessen, so würden unsere Gesichter noch mehr geglänzt haben.", "Einst sprach eine Matrone zu R. Jehuda: Lehrer und Säufer19Er hatte ein gerötetes, glänzendes Gesicht. מורה ורוי dürfte wohl eine Kakophonie von מורי ורבי sein.!? Da sprach er zu ihr: Meine Treue in der Hand dieser Frau, wenn ich etwas gekostet habe außer dem Weih[becher]20Der Becher Wein, über den beim Eintritt des Šabbaths u. des Festtages der Weihsegen gesprochen wird; cf. Er. Fol. 100b., dem Becher des Unterscheidungssegens21Der beim Ausgange des Šabbaths gesprochen wird; cf. Ber. Fol. 51b.und den vier Bechern am Pesaḥfeste22Cf. Pes. Fol. 108b., [wegen welcher] ich mir vom Pesaḥfeste bis zum Wochenfeste die Schläfen23Wegen der Kopfschmerzen, weil er den Wein nicht vertragen konnte.verbinde, aber:24Ecc. 8,1.die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Angesicht.", "Ein Minäer sprach zu R. Jehuda: Dein Gesicht sieht aus wie das der Wucherer oder Schweinezüchter. Dieser erwiderte: Bei Juden ist beides verboten, aber vom Hause bis zum Lehrhause habe ich vierundzwanzig Aborte, und jede Stunde gehe ich in einen.", "Wenn R. Jehuda ins Lehrhaus ging, nahm er einen Krug auf die Schulter25Als Sitzgelegenheit im Lehrhause.und sprach: Bedeutend ist das Handwerk, daß es seinen Meister ehrt26Sie befaßten sich wohl mit der Anfertigung dieser Dinge; viell, aber ist unter מלאכה die Arbeit des Tragens zu verstehen.. R. Šimo͑n nahm einen Korb auf die Schulter25Als Sitzgelegenheit im Lehrhause.und sprach: Bedeutend ist das Handwerk, daß es seinen Meister ehrt26Sie befaßten sich wohl mit der Anfertigung dieser Dinge; viell, aber ist unter מלאכה die Arbeit des Tragens zu verstehen..", "Die Frau R. Jehudas ging fort und holte Wolle, woraus sie einen bunten Mantel27Statt דהוטבי muß es דהטכא od. דחוטכא heißen; כתנת הפסים (iiSam. 13,19) übersetzt der Syrer .fertigte; wenn sie auf die Straße ging, hüllte sie sich darin, und wenn R. Jehuda beten ging, hüllte er sich darin und betete, und beim Anlegen desselben sprach er folgenden Segen: Gepriesen sei er, der mich in einen Mantel hüllt.", "Einst ordnete R. Šimo͑n b. Gamliél ein Fasten an, und R. Jehuda kam nicht zum Fasten[gebete]; da sprachen sie zu ihm: Er hat kein Kleid. Hierauf sandte er ihm ein Kleid, dieser aber nahm es nicht an," ], [ "und indem er die Matte hochhob, sprach er zum Boten: Sieh, was alles da28Nach den Kommentaren kamen durch ein Wunder viele Kostbarkeiten zum Vorschein.ist, jedoch will ich von dieser Welt nichts genießen.", "Die Tochter des Bar Kalba Sabua͑29Einer der Reichsten Jerušalems zur Zeit des jüd.-röm. Krieges; cf. Git. Fol. 56a.ließ sich von R. A͑qiba30Er war dessen Hirte.antrauen, und als Bar Kalba Sabua͑ es erfuhr, gelobte er ihr jeden Genuß seines ganzen Vermögens ab. Da ging sie fort und verheiratete sich mit ihm;", "sie schliefen im Winter im Stroh, und er las sich das Stroh aus seinen Haaren. Einst sprach er zu ihr: Wenn ich hätte, würde ich dir ein goldenes Jerušalem31Wohl eine Art Schmuck; vgl. Bd. I S. 603 Anmm. 1 u. 5.schenken. Da kam Elijahu, der ihnen wie ein Mensch erschien, rief an der Tür und sprach zu ihnen: Gebt mir ein wenig Stroh, denn meine Frau hat ein Kind geboren, und ich habe nichts, worauf sie zu legen. Da sprach R. A͑qiba zu seiner Frau: Sieh, da ist ein Mann, der nicht einmal Stroh hat.", "Hierauf sprach sie zu ihm: Geh, besuche das Lehrhaus. Da ging er fort und verblieb zwölf Jahre bei R. Elie͑zer und R. Jehošua͑. Nach zwölf Jahren kehrte er heim und hörte hinter seinem Hause einen Bösewicht zu seiner Frau sagen: Dein Vater hat recht gegen dich gehandelt, denn erstens ist er dir nicht gleich, und zweitens [ließ er dich] all die Jahre als Witwe bei Lebzeiten. Sie aber sprach zu ihm: Würde er auf mich hören, so könnte er noch zwölf Jahre fortbleiben. Da sprach er: Da sie es mir erlaubt, will ich umkehren. Hierauf blieb er abermals zwölf Jahre fort", "und kehrte mit vierundzwanzig Schülern32Das W. ist zu streichen; cf. Ket. Fol. 63a.zurück. Als alle Welt ihm entgegenging, stand sie auf, um ihm ebenfalls entgegenzugehen; da sprach jener Bösewicht zu ihr: Wo willst du denn hin? Sie erwiderte: Der Fromme kennt die Seele seines Viehs. Alsdann kam sie heran, um sich ihm zu zeigen, die Schüler aber stießen sie zurück. Da sprach er zu ihnen: Laßt sie, meines und eures ist ihres. Als nun Bar Kalba Sabua͑ [von ihm] hörte, kam er zu ihm und befragte ihn ob seines Gelübdes, und er löste es ihm inbetreff seines Vermögens auf.", "Durch sechs Ereignisse ward R. A͑qiba reich. Durch Bar Kalba Sabua͑33Der ihm die Hälfte seines Vermögens schenkte; cf. ib. ib.. Durch einen Schiffsbock. Auf jedem Schiffe befindet sich eine Art Bock34Aus Holz od. Metall als Behälter für kostbare Wertgegenstände., und als einst ein solcher auf einem Meeresfelsen vergessen worden war, kam er und fand ihn.", "Durch eine Kiste. Einst gab er Schiffern vier Zuz und beauftragte sie, für ihn etwas zu bringen; sie aber fanden nichts weiter als eine Kiste auf dem Meeresfelsen und brachten sie ihm, indem sie sprachen: Benutze sie zur Aufbewahrung35Syr. מרנא Verwahrungsort, Raum od. Behälter zur Aufbewahrung. מדנא als Titel ist hier nicht angebracht, auch wäre der Satz unvollständig u. korrupt.. Hierauf stellte es sich heraus, daß sie voll mit Denaren war. Ein Schiff war nämlich untergegangen, und die ganze Habe lag in jener Kiste, die sich dann darin vorfand.", "Ferner durch eine Karawane, durch eine Matrone36Die ihn nach einer sagenhaften, von den Kommentaren angeführten Erzählung reich beschenkte.," ], [ "durch die Frau des Tyrannus Rufus37Das W. טורנוס ist wahrscheinl. eine absichtliche od. fahrlässige Verdrehung des Namens eines röm. Feldherrn (nach Rappoport כרס חמד VII p. 205, contrahiert aus Titus Annius Rufus). RA͑. heiratete seine Witwe, die ihm ein großes Vermögen mitbrachte; cf. Az. Fol. 20a.und durch Qetia͑ b. Šalom38Gf. Az. Fol. 10b. Hier werden 7 Ereignisse aufgezählt, weshalb manche den Passus von der Karawane, von dem die Kommentare schweigen, streichen od. ihn mit dem vorangehenden vereinen; Kobak (ישרון VIII p. 165) glaubt den letzten streichen zu müssen..", "Einst gab R. Gamda Schiffern vier Zuz, damit sie ihm etwas mitbringen, und da sie nichts fanden, brachten sie ihm dafür einen Affen; dieser aber lief fort und verkroch sich in ein Loch. Da gruben sie nach ihm und fanden ihn auf Perlen liegen, die sie alle holten.", "Die Tochter des Kaisers sprach zu R. Jehošua͑ b. Ḥananja: Die herrliche Gesetzeskunde in so einem häßlichen Gefäße! Er entgegnete ihr: Lerne dies im Hause deines Vaters: worin tut man Wein hinein? Sie erwiderte: In irdene Gefäße. Er entgegnete: Alle Welt in irdene Gefäße, und auch ihr in irdene Gefäße! Ihr solltet ihn in silberne und goldene Gefäße tun.", "Hierauf ging sie und tat Wein in silberne und goldene Gefäße, und er verdarb. Da sprach er zu ihr: Mit der Gesetzeskunde ist es ebenso. – Es gibt ja aber Schöne, die gelehrt sind!? Er erwiderte ihr: Wären sie häßlich, so wären sie noch gelehrter.", "Einst kam eine Frau aus Nehardea͑ vor R. Jehuda zu Gericht und wurde vom Gerichte verurteilt. Da sprach sie zu ihm: Würde mir etwa dein Lehrer Šemuél so geurteilt haben!? Er fragte sie: Kennst du ihn? Sie erwiderte: Freilich, er ist klein, mit einem großen Bauche, schwarz und hat große Zähne. Da sprach er zu ihr: Du kommst ihn verächtlich machen! Diese Frau sei im Banne. Hierauf platzte sie und starb.", "DAS SCHLUCK-EI ERLAUBT. Was heißt Schluck-Ei? Šemuél erwiderte: Ein Knecht, der solches zubereitet, ist tausend Denare wert. Man legt es tausendmal in heißes Wasser und tausendmal in kaltes Wasser, bis es so klein wird, daß man es herunterschlucken kann. Hat man Schmerzen, so bleiben sie daran haften, und wenn es herauskommt, weiß der Arzt, welches Heilmittel nötig ist, und wodurch [der Kranke] zu heilen ist.", "Šemuél versuchte es an sich selber mit einem Strunke, bis seine Hausleute sich darüber39Über die Schmerzen, die er bei der purgierenden Wirkung hatte.die Haare ausrauften.", "Dort haben wir gelernt: Arbeitet er40Der Arbeiter, der von den Früchten, bei denen er arbeitet, essen darf.bei ihm bei Beluphsifeigen, so darf er nicht von den weißen Feigen essen, wenn bei weißen Feigen, so darf er nicht von Beluphsifeigen essen. Was sind Beluphsifeigen? – Eine Feigenart, aus der man Tiegelspeisen zubereitet.", "Einst gab jemand seinem Nächsten einen Sklaven, daß er ihn tausend Arten Tiegelspeisen lehre, und dieser lehrte ihn achthundert. Da lud er ihn zu Gericht vor Rabbi, und Rabbi sprach: Unsere Väter sagten, sie hätten das Gute vergessen, wir haben dies nie mit unseren Augen gesehen.", "Als Rabbi seinen Sohn R. Šimo͑n verheiratete, schrieb man über das Hochzeitshaus: vierundzwanzigtausend Myriaden Denare sind für dieses Hochzeitshaus verausgabt worden. Da sprach Bar Qappara, den er nicht geladen hatte: Wenn es denen, die seinen Willen übertreten, so geht, um wieviel mehr denen, die seinen Willen tun. Als er ihn darauf lud, sprach er: Wenn es denen, die seinen Willen tun, auf dieser Welt so geht, um wieviel mehr in der zukünftigen Welt.", "An einem Tage, an dem Rabbi lachte, kam Verhängnis41Er litt viel Schmerzen, wodurch er der Welt Sühne schaffte; cf. Bm. Fol. 85a.über die Welt. Da sprach er zu Bar Qappara42Der ihn durch Scherze zu erheitern pflegte.: Mache mich nicht lachen, so gebe ich dir vierzig Maß Weizen. Dieser erwiderte: Möge der Meister zusehen," ], [ "daß ich jedes Maß, das mir beliebt, nehmen darf. Da nahm er einen großen Korb, den er mit Pech überstrich, stülpte ihn auf den Kopf und kam zu ihm, indem er sprach: Messe mir vierzig Maß Weizen ein, den ich von dir zu fordern habe. Da lachte Rabbi und sprach zu ihm: Ich sagte dir doch, daß du mich nicht zum Lachen bringen sollst. Dieser erwiderte: Ich will nur den Weizen holen, den ich zu fordern habe.", "Bar Qappara sprach zur Tochter Rabbis: Morgen will ich Wein trinken beim Tanze deines Vaters und dem Reigen43Kommentare u. Lexikographen wissen mit קירקני nichts anzufangen u. erklären nach dem Zusammenhang Einschenken od. Singen; wahrscheinl. ϰίϱϰος, Circen, Kreistanz, Rundtanz.deiner Mutter. Nun hatte Rabbi seinen Schwiegersohn Ben Elea͑šar, der sehr reich war, zur Hochzeit seines Sohnes R. Šimo͑n geladen,", "und Bar Qappara sprach dann zu Rabbi: Was heißt toe͑ba [Gräuel]44Das Lev. 20,13 vom widernatürlichen Geschlechtsverkehre gebraucht wird.? Was auch Rabbi alles zur Erklärung von toe͑ba anführte, widerlegte Bar Qappara. Hierauf sprach er zu ihm: Erkläre du es. Dieser erwiderte: Mag deine Frau kommen und mir einen Becher einschenken. Da kam sie und schenkte ihn ihm ein. Alsdann sprach er zu Rabbi: Komm, tanze mir vor, dann sage ich es dir: Der Allbarmherzige sagt toe͑ba: toe͑ ata ba [du irrst45Dh. es ist eine Verirrung, den natürlichen Geschlechtsverkehr zu lassen u. den widernatürlichen zu üben.dabei].", "Beim zweiten Becher sprach er zu ihm: Was heißt tebel [Schandlaster]46Das Lev. 18,23 von der Sodomie gebraucht wird.? Und es geschah, wie zuvor, bis er zu ihm sprach, daß er etwas tue, damit er es ihm sage, was er auch tat. Dann sprach er: Tebel heißt: ist tablin [Geschmack] daran? Ist diese Beiwohnung mehr als jede [erlaubte] Beiwohnung?", "Hierauf sprach er zu ihm: Was heißt zima [Unzucht]47Das Lev. 18,17 vom Inzeste gebraucht wird.? Und wie zuvor forderte er ihn auf, etwas zu tun, was er auch tat. Dann sprach er: [Dies heißt:] zu ma [welche ist diese]48Die Unzucht führt dazu, daß man sich in den Familienverhältnissen nicht mehr auskeimt.? Nun konnte Ben Elea͑ša es nicht mehr ertragen, und ging mit seiner Frau von dort fort. –", "Wer war Ben Elea͑ša? – Es wird gelehrt: Nicht nutzlos verschwendete Ben Elea͑ša sein Geld49Für kostspielige Frisuren., sondern nur um damit die Frisur des Hochpriesters zu zeigen.", "Es heißt nämlich:50Ez. 44,20.ihr Haupthaar sollen sie stutzen. Es wird gelehrt: Eine Art julianische [Frisur]. – Was heißt julianisch? R. Jehuda erwiderte: Eine ganz besondere Frisur. – Wie ist diese? Raba erwiderte: Die Spitze des einen [Haares] an der Wurzel des anderen, und dies ist die Frisur des Hochpriesters.", "UND DER ASCHENKÜRBIS. Was ist dies für ein Aschenkürbis? Šemuél erwiderte: Kürbisse aus Qarquza51Die durch Kochen nicht schmackhaft werden.. R. Aši erklärte: Kürbisse, die in heiße Asche gelegt werden.", "Rabina wandte gegen R. Aši ein: R. Neḥemja sagt, der aramäische Kürbis, das ist der ägyptische Kürbis, gilt als Mischfrucht52Cf. Lev. 19,19.mit dem griechischen und mit dem Aschenkürbis53Demnach ist רמוצה eine besondere Kürbisart u. nach dem Zusammenhange Ortsname.!? – Ein Einwand.", "WER SICH TOPFGERICHTE ABGELOBT, DEM IST NUR DAS BRODELNDE VERBOTEN. SAGT JEMAND: QONAM, DASS ICH NICHT KOSTEN WERDE, WAS IN DEN TOPF KOMMT, SO IST IHM ALLES VERBOTEN, WAS IM TOPFE ZUBEREITET WIRD.", "Es wird gelehrt: Wer sich abgelobt, was in den Topf kommt, dem ist verboten, was in die Schmorpfanne54Wie aus verschiedenen Stellen in der t.schen Literatur hervorgeht, war das ein Deckelgefäß, in dem die gekochte Speise nachgeschmort, u. das zugleich als Tafelgefäß benutzt wurde.kommt, denn bevor es in die Schmorpfanne kommt, war es in den Topf gekommen; wenn das, was in die Schmorpfanne kommt, so ist ihm erlaubt, was in den Topf kommt. Wer das, was im Topfe zubereitet55Gänzlich, u. nicht nachgeschmort wird.wird, dem ist erlaubt, was in der Schmorpfanne zubereitet wird; wer das, was in der Schmorpfanne zubereitet wird, dem ist erlaubt, was im Topfe zubereitet wird.", "Wer sich abgelobt, was in den Backofen kommt, dem ist nur das Brot verboten; sagte er: jedes Ofengericht sei mir [verboten], so ist ihm alles verboten, was im Ofen zubereitet wird." ], [ "iii,1 WER SICH EINGELEGTES [ABGELOBT], DEM IST NUR EINGELEGTES GRÜNKRAUT VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS EINGELEGTES KOSTEN AVERDE, SO IST IHM ALLES EINGELEGTE VERBOTEN. WER SICH GESOTTENES [ABGELOBT], DEM IST NUR DAS GESOTTENE FLEISCH VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS GESOTTENES KOSTE, SO IST IHM ALLES GESOTTENE VERBOTEN.", "GEMARA. R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Wie ist es, wenn er sagt: was eingelegt ist, was gesotten ist, was gebraten ist, was gesalzen ist; wie ist dies zu verstehen? – Dies bleibt unentschieden.", "iii,2 WER SICH GEBRATENES [ABGELOBT], DEM IST NUR DAS GEBRATENE FLEISCH VERBOTEN – SO R. JEHUDA; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS GEBRATENES KOSTEN WERDE, SO IST IHM ALLES GEBRATENE VERBOTEN. WER SICH EINGESALZENES [ABGELOBT], DEM IST NUR DER EINGESALZENE FISCH VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH NICHTS EINGESALZENES KOSTEN WERDE, SO IST IHM ALLES EINGESALZENE VERBOTEN.", "iv [SAGT JEMAND: QONAM,] DASS ICH FISCH UND FISCHE56Soll wohl heißen: die einzeln u. die in Mengen verkauft oder zubereitet werden.NICHT KOSTEN WERDE, SO SIND IHM [ALLE] VERBOTEN, OB GROSSE ODER KLEINE, OB GESALZENE ODER UNGESALZENE, OB ROHE ODER GEKOCHTE, JEDOCH SIND IHM DER ZERHACKTE TERITH57Eine Fischart, die zerhackt in den Handel kam, viell. Triton. UND DIE FISCHLAKE ERLAUBT. WER SICH DEN FISCHSALAT ABGELOBT, DEM IST DER ZERHACKTE TERITH VERBOTEN UND DIE FISCHLAKE UND DIE FISCHTUNKE ERLAUBT; WER SICH DEN ZERHACKTEN TERITH ABGELOBT, DEM SIND DIE FISCHLAKE UND DIE FISCHTUNKE VERBOTEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte: [Sagt jemand: Qonam,] daß ich keinen Fisch kosten werde, so sind ihm große verboten und kleine erlaubt; [sagt er: Qonam,] daß ich kein Gefisch58So ist hier das Kollektivum דגה zu übertragen.kosten werde, so sind ihm kleine verboten und große erlaubt; [sagt er: Qonam,] daß ich Fisch und Gefisch nicht kosten werde, so sind ihm große und kleine verboten.", "R. Papa sprach zu Abajje: Woher, daß unter ‘Fisch, (den ich koste)’ ein großer zu verstehen ist? – Es heißt:59Jon. 2,1.und Gott bereitete einen großen Fisch vor, Jona zu verschlingen. – Es heißt ja aber:60Ib. V. 2.und Jona betete zum Herrn, seinem Gott, aus dem Eingeweide des Fisches61Hier wird das Kollektivum דגה gebraucht.!? –", "Das ist kein Einwand; vielleicht hatte ihn der große Fisch ausgespien und ein kleiner [wiederum] verschluckt. – Es heißt ja aber:62Ex. 7,21.das Gefisch<endnote1>58</endnote1>im Flusse starb; starben etwa nur die kleinen und nicht die großen!? – Vielmehr, unter Gefisch sind sowohl große als auch kleine zu verstehen, nur richte man sich bei Gelübden nach dem Sprachgebrauche der Leute63Die darunter kleine verstehen..", "WER SICH DEN FISCHSALAT ABGELOBT &C. Rabina sprach zu R. Aši: Wie ist es, wenn jemand sagt: çiḥin64Ob dies nur die Mehrzahl der einzelnen Fischchen bezeichnet u. nicht die aus diesen hergestellte Masse.sollen mir verboten sein? – Dies bleibt unentschieden.", "v WER SICH MILCH ABGELOBT, DEM IST MOLKE ERLAUBT, R. JOSE VERBIETET SIE; WER MOLKE, DEM IST MILCH ERLAUBT. ABBA ŠAÚL SAGT, WER SICH DEN KÄSE ABGELOBT, DEM SEI ER OB GESALZEN ODER UNGESALZEN VERBOTEN. vi WER SICH DAS FLEISCH ABGELOBT, \n" ], [ "DEM SIND BRÜHE UND GALLERT ERLAUBT; R. JEHUDA VERBIETET SIE.", "R. JEHUDA SPRACH: EINST VERBOT UNS R. TRYPHON [SOGAR] EIER, DIE DAMIT65Dem Fleische od. der Brühe, weil sie Fleischgeschmack annehmen.GEKOCHT WAREN. SIE SPRACHEN ZU IHM: DIES STIMMT, ABER NUR DANN, WENN MAN SAGT: DIESES FLEISCH66Alles, was sich im Topfe befindet.SEI MIR [VERBOTEN], DENN, WENN JEMAND SICH ETWAS ABGELOBT UND ANDERES DAMIT VERMISCHT WIRD, SO IST ES IHM, WENN EIN GESCHMACK ÜBERTRAGEN WIRD, VERBOTEN.", "vii,1 WER SICH DEN WEIN ABGELOBT, DEM IST DAS GERICHT, IN DEM WEINGESCHMACK IST, ERLAUBT; SAGT ER: QONAM, DASS ICH DIESEN WEIN NICHT KOSTE, UND KOMMT DIESER IN EIN GERICHT, SO IST ES IHM, WENN EIN GESCHMACK ÜBERTRAGEN WIRD, VERBOTEN." ], [ "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer sich Linsen [abgelobt], dem ist Linsenkuchen verboten, nach R. Jose erlaubt67In unserer Mišna sind sie entgegengesetzter Ansicht.!? –", "Das ist kein Einwand; der eine nach seiner Ortschaft und der andere nach seiner Ortschaft. In der Ortschaft der Rabbanan nannte man die Milch Milch und die Molke Molke, und in der Ortschaft R. Joses nannte man die Molke Milchmolke68Und vice versa inbetreff des Linsenkuchens..", "Es wird gelehrt: Wer sich Milch abgelebt, dem ist Molke erlaubt, wer Molke, dem ist Milch erlaubt; wer Milch, dem ist Käse erlaubt, wer Käse, dem ist Milch erlaubt; wer Brühe, dem ist Gallert erlaubt, wer Gallert, dem ist Brühe erlaubt. Sagt jemand: dieses Fleisch sei mir [verboten], so ist es ihm verboten nebst seiner Brühe und seinem Gallert.", "Wer sich Wein abgelobt, dem ist das Gericht, in dem Weingeschmack ist, erlaubt; sagt er: Qonam, daß ich diesen Wein nicht kosten werde, und kommt dieser in ein Gericht, so ist es ihm, wenn Weingeschmack darin ist, verboten.", "vii,2 WER SICH TRAUBEN ABGELOBT, DEM IST DER WEIN ERLAUBT, WER OLIVEN, DEM IST DAS ÖL ERLAUBT; SAGT ER: QONAM, DASS ICH DIESE OILVEN ODER TRAUBEN NICHT KOSTE, SO SIND IHM DIESE VERBOTEN UND DAS, WAS DARAUS GEWONNEN WIRD.", "GEMARA. Rami b. Ḥama fragte: Kommt es auf [das Wort] ‘diese’ an oder kommt es auf [die Worte] ‘nicht koste’ an? –", "Wenn es auf [das Wort] ‘diese’ ankäme, brauchte es ja nicht ‘nicht koste’ zu heißen!? – Folgendes lehrt er uns: obgleich er ‘daß ich nicht koste’ sagt, ist es ihm nur dann verboten, wenn er ‘diese’ sagt, sonst aber nicht.", "Raba sprach: Komm und höre: [Sagt jemand:] Qonam seien mir diese Früchte, Qonam seien sie meinem Munde, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse verboten. Was aber daraus gewonnen wird, ist ihm erlaubt69Obgleich er ‘diese’ sagt.!? –", "Auch was daraus gewonnen wird, ist ihm verboten, nur will er lieber lehren, daß ihr Eingetauschtes70Obgleich es eine ganz andere Sache ist.ihrem Erzeugnisse gleiche. –", "Komm und höre: [Sagt er: Qonam,] daß ich nicht essen werde, daß ich nicht kosten werde, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse erlaubt. Was aber daraus gewonnen wird, ist ihm verboten71Obgleich er nicht ‘diese’ sagt.. – Da er im Anfangsatze nicht von dem lehrt, was daraus gewonnen wird, so lehrt er auch im Schlußsatze nicht von dem, was daraus gewonnen wird. –", "Komm und höre: R. Jehuda sprach: Einst verbot mir R. Tryphon [sogar] Eier, die damit gekocht waren. Sie sprachen zu ihm: Nur dann, wenn er sagt: dieses Fleisch sei mir [verboten], denn, wenn jemand sich etwas abgelobt und anderes damit vermischt wird, so ist es ihm, wenn ein Geschmack übertragen wird, verboten. –", "Hinsichtlich [des Wortes] ‘diese’ ist es uns nicht fraglich, ob es darauf ankomme, fraglich ist es uns nur hinsichtlich [der Worte] ‘nicht koste’, ob es darauf ankomme oder nicht. –", "Komm und höre: [Sagte er: Qonam,] daß ich Fisch und Fische nicht kosten werde, so sind ihm [alle] verboten, ob große oder kleine, ob rohe oder gekochte, jedoch sind ihm72Obgleich er ‘nicht koste’ sagt.der zerhackte Terith und Fischlake erlaubt.", "Raba erwiderte: Wenn es bereits daraus gewonnen war73Vor dem Geloben, sodaß das Gelübde sich darauf nicht erstreckt.." ], [ "viii WER SICH DATTELN ABGELOBT, DEM IST DER DATTELHONIG ERLAUBT, WER WINTERTRAUBEN74Die nicht richtig reifen u. zur Essigbereitung verwendet werden., DEM IST DER WINTERTRAUBENESSIG ERLAUBT. R. JEHUDA B. BETHERA SAGT, BEI ALLEM, WAS DEN NAMEN DES URSPRUNGS FÜHRT, DEN ER SICH ABGELOBT, SEI IHM [AUCH] DAS VERBOTEN, WAS DARAUS HERVORGEHT; DIE WEISEN ERLAUBEN ES.", "GEMARA. Dies75Daß ihm beispielsweise Essig erlaubt ist, der den Namen des Ursprungs führt.lehrt ja auch der erste Autor!? –", "Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagte eine Regel: wenn die Sache selbst gegessen zu werden pflegt, und das, was daraus gewonnen wird, gegessen zu werden pflegt, beispielsweise Datteln und Dattelhonig, so ist, wenn man sich die Sache abgelobt, [auch] das verboten, was daraus gewonnen wird, und wenn man sich das abgelobt, was daraus gewonnen wird, [auch] die Sache selbst verboten,", "und wenn die Sache selbst nicht gegessen zu werden pflegt, und das, was daraus gewonnen wird, gegessen zu werden76Wie dies beim Essig aus Wintertrauben der Fall ist; der 1. Autor hält nichts von dieser Regel, daher ist dem Gelobenden der Essig erlaubt, die Weisen hingegen halten wohl von dieser Regel, denn das W. ‘erlauben’ bezieht sich auf die Wintertrauben u. nicht auf den Essig.pflegt, so ist, wenn man sie sich abgelobt, nur das verboten, was daraus gewonnen wird, denn dieser meinte nur das, was daraus gewonnen wird.", "ix WER SICH WEIN ABGELOBT, DEM IST DER APFELWEIN ERLAUBT; WER ÖL, DEM IST DAS SESAMÖL ERLAUBT; WER HONIG, DEM IST DER DATTELHONIG ERLAUBT; \n", "WER ESSIG, DEM IST DER WINTERTRAUBENESSIG ERLAUBT; WER LAUCH, DEM IST KOPFLAUCH ERLAUBT; WER KRAUT, DEM SIND FELDKRÄUTER ERLAUBT, WEIL DIES EIN BEINAME77Zum Hauptnamen, u. da er ihn nicht nannte, so sind diese nicht einbegriffen.IST.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wer sich Öl im Jisraéllande abgelobt, dem ist das Sesamöl erlaubt und das Olivenöl verboten, und wer in Babylonien, dem ist das Sesamöl verboten und das Olivenöl erlaubt; in Orten, wo beides gebraucht wird, ist beides verboten.", "Selbstverständlich!? – Nötig ist dies hinsichtlich des Falles, wenn die meisten eines gebrauchen; man könnte glauben, man richte sich nach der Mehrheit, so lehrt er uns, daß bei einem Verbote der Zweifel erschwerend zu entscheiden ist. –", "Wer sich Kraut während der gewöhnlichen Jahre des Septenniums abgelobt, dem sind Gartenkräuter verboten und Feldkräuter erlaubt; wer im Siebentjahre78In dem das Säen u. Pflanzen verboten ist., dem sind Feldkräuter verboten und Gartenkräuter erlaubt. R. Abahu sagte im Namen des R. Ḥananja79Meist הנינה; חני נא in der Erstausgabe ist fehlerhafte Umstellung.b. Gamliél:" ], [ "Dies80Daß ihm im Jisraéllande im Siebentjahre Gartenkräuter erlaubt sind.nur in Orten, wo man kein Kraut aus dem Auslande nach dem Jisraéllande einführt, in Orten aber, wo man Kraut aus dem Auslande nach dem Jisraéllande einführt, ist es ihm verboten.", "[Hierüber streiten] Tannaím: Man führe kein Kraut81Im Siebentjahre gepflanzt.ein aus dem Auslande nach dem Jisraéllande. R. Ḥananja b. Gamliél sagt, man dürfe Kraut aus dem Auslande nach dem Jisraéllande einführen. – Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, man dürfe nicht einführen? R. Jirmeja erwiderte: Wegen der Erdscholle82Die man mit dem Kraute einführen könnte; diese ist rituell verunreinigend..", "x WER SICH KOHL ABGELOBT, DEM IST DER SPARGEL VERBOTEN, WER SPARGEL, DEM IST DER KOHL ERLAUBT; \n", "WER GRAUPEN, DEM IST DER BREI VERBOTEN, NACH R. JOSE ERLAUBT; WER BREI, DEM SEND GRAUPEN ERLAUBT; WER BREI, DEM IST DER KNOBLAUCH83Der in den Brei getan wird.VERBOTEN, NACH R. JOSE ERLAUBT; WER KNOBLAUCH, DEM IST DER BREI ERLAUBT; \n", "WER LINSEN, DEM IST DER LINSENKUCHEN VERBOTEN, NACH R. JOSE ERLAUBT; WER LINSENKUCHEN, DEM SIND LINSEN ERLAUBT.", "[SAGT JEMAND: QONAM], DASS ICH NICHT WEIZEN UND WEIZENKÖRNER KOSTEN WERDE, SO IST ES IHM VERBOTEN, OB MEHL ODER BROT. [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH GRAUPEN UND GRAUPENKÖRNER NICHT KOSTEN WERDE, SO IST ES IHM VERBOTEN, OB ROH ODER GEKOCHT. R. JEHUDA SAGTE: [SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH GRAUPEN, ODER WEIZEN, NICHT KOSTEN AVERDE, SO DARF ER SIE ROH KAUEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: [Sagt jemand: Qonam,] daß ich Weizen nicht kosten werde, so darf er sie nicht backen, wohl aber kauen; [sagt er: Qonam,] daß ich Weizenkörner nicht kosten werde, so darf er sie nicht kauen, wohl aber backen; [sagt er: Qonam,] daß ich Weizen und Weizenkörner nicht kosten werde, so darf er sie weder kauen noch backen.", "[Sagt jemand:] Qonam, daß ich keine Graupen kosten werde, so darf er sie nicht kochen, wohl aber kauen; [sagt er: Qonam,] daß ich keine Graupenkörner kosten werde, so darf er sie nicht kauen, wohl aber kochen; [sagt er: Qonam,] daß ich nicht Graupen und Graupenkörner kosten werde, so darf er sie weder kochen noch kauen." ], [ "i WER sich KRAUT ABGELOBT, DEM SIND KÜRBISSE ERLAUBT, NACH R. A͑QIBA VERBOTEN. SIE SPRACHEN ZU R. A͑QIBA: ES KOMMT JA VOR, DASS JEMAND ZU SEINEM BEAUFTRAGTEN SPRICHT: HOLE MIR KRAUT, UND DIESER ERWIDERT: ICH HABE NUR KÜRBISSE GEFUNDEN1Wonach dieser nicht zum Kraute zählt..", "DIESER ERWIDERTE: EBEN DESHALB; ERWIDERT ER ETWA: ICH HABE NUR HÜLSENFRÜCHTE GEFUNDEN!? ALSO SIND KÜRBISSE UNTER KRAUT EINBEGRIFFEN, UND HÜLSENFRÜCHTE NICHT UNTER KRAUT EINBEGRIFFEN. FERNER SIND IHM FRISCHE ÄGYPTISCHE BOHNEN VERBOTEN UND GETROCKNETE ERLAUBT.", "GEMARA. WER SICH KRAUT ABGELOBT &C. Er gelobte sich ja nur das Kraut ab2Wenn auch nach RA͑. Kürbisse dazu gehören, so hat er ja nur Kraut im engeren Sinne genannt.!? U͑la erwiderte: Wenn er sagt: Topfkräuter3Die im Topfe gekocht werden.sollen mir [verboten] sein. – Vielleicht meinte er Kraut, das mit Topfgerichten gegessen4Zum Würzen der Speisen. wird!? – Wenn er sagt: Kraut, das im", "Topfe gekocht5Als selbständiges Gericht u. nicht als Würze. wird, soll mir [verboten] sein. – Worin besteht ihr Streit? – Die Rabbanan sind der Ansicht, alles, bezüglich dessen der Beauftragte anzufragen6Bei seinem Auftraggeber, ob es seinem Auftrage entspricht. hat, gehöre nicht zur selben Art, und R. A͑qiba ist der Ansicht, alles, bezüglich dessen der Bote anfragt, gehöre zur selben Art. Abajje sagte: R. A͑qiba pflichtet jedoch hinsichtlich der Geißelung7Wegen Übertretung des Verbotes, das Gelübde zu brechen. bei, daß er nicht zu geißeln sei.", "Dort haben wir gelernt: Wenn der Beauftragte seinem Auftrage gemäß8Etwas zu tun, wodurch eine Veruntreuung am Geheiligten (cf. Lev. 5,14) begangen wird. gehandelt hat, so hat der Hausherr die Veruntreuung begangen, und wenn er nicht seinem Auftrage gemäß gehandelt hat, so hat der Beauftragte die Veruntreuung begangen.", "Wer ist der Autor? R. Ḥisda erwiderte: Die Mišna vertritt nicht die Ansicht R. A͑qibas, denn wir haben gelernt: Zum Beispiel: Wenn er zu ihm gesagt hat, daß er den Gästen Fleisch9Vom Geheiligten, dessen Genuß ihnen verboten ist. gebe, und er ihnen Leber gegeben hat, daß er ihnen Leber gebe, und er ihnen Fleisch gegeben hat, so hat der Beauftragte die Veruntreuung begangen. Wenn die des R. A͑qiba, so sagt er ja, alles, bezüglich dessen der Bote anzufragen10Dies ist auch bei Fleisch u. Leber der Fall, wenn man das eine nicht hat, frägt man den Auftraggeber, ob ihm das andere recht ist.hat, gehöre zur selben Art, somit sollte der Eigentümer die Veruntreuung begehen und nicht der Beauftragte.", "Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. A͑qiba," ], [ "denn pflichtet etwa R. A͑qiba nicht bei, daß er anzufragen10Da der Beauftragte es unterlassen hat, tut er dies selbständig u. begeht die Veruntreuung.hat? Als diese Lehre Raba vorgetragen wurde, sprach er: Naḥmani11Rufname A.s, der ihm von seinem Pflegevater Rabba b. Naḥmani zum Andenken seines Vaters beigelegt wurde.hat recht. –", "Wer ist der Autor, der gegen R. A͑qiba streitet? – Es ist R. Šimo͑n b. Gamliél, denn es wird gelehrt: Wer sich Fleisch abgelobt, dem ist jede Fleischart verboten, auch sind ihm Kopf, Füße, Schlund, Leber, Herz und Geflügel verboten; erlaubt ist ihm nur das Fleisch von Fischen und Heuschrecken.", "R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wer sich Fleisch abgelobt, dem sei jede Fleischart verboten, Kopf, Füße, Schlund, Leber, Herz und Geflügel aber erlaubt, und selbstverständlich Fleisch von Heuschrecken und Fischen. Ebenso sagte R. Šimo͑n b. Gamliél, das Geweide sei kein Fleisch, und wer dieses ißt, sei kein Mensch. Wer sie wie Fleisch ißt, ist hinsichtlich des Einkaufens12Wer für sein Geld dieses statt Fleisch kauft.kein Mensch. –", "Nach dem ersten Autor ist ihm Geflügelfleisch deshalb verboten, weil der Beauftragte13Der den Auftrag hat, Fleisch zu besorgen.diesbezüglich anfragt, und dies tut er ja auch inbetreff des Fischfleisches, denn wenn er kein Fleisch findet, fragt er an, ob er, [wenn er kein Fleisch findet,] Fische bringen solle; somit sollten sie ihm verboten sein!?", "Abajje erwiderte: Wenn er sich14Zur Zeit des Gelobens. zur Ader gelassen hat und keine Fische ißt15Weil sie ihm schädlich sind; sie sind daher im Gelübde überhaupt nicht einbegriffen.. – Demnach ißt er ja auch kein Geflügel, denn Šemuél sagte, wer sich zur Ader gelassen hat und Vogelfleisch ißt, dem entflieht das Herz wie ein Vogel. Ferner wird gelehrt, man lasse sich nicht zur Ader nach [dem Genusse von] Fischen, Geflügel und gesalzenem Fleische. Ferner wird gelehrt, wer sich zur Ader gelassen, hat, esse kein Fett, keinen Käse, keine Eier, keine Kresse, kein Geflügel und kein gesalzenes Fleisch!? – Anders verhält es sich beim Geflügel, das gesotten gegessen werden16Es ist ihm dann nicht schädlich u. daher im Gelübde einbegriffen.kann.", "Abajje17Hier ist ein anderer Name zu erwarten; die Parallelstelle Mei. 20b hat רב פפא.erklärte: Wenn ihm14Zur Zeit des Gelobens.die Augen schmerzten, und Fische sind für die Augen schädlich. – Demnach sollte er [erst recht] Fische essen, denn Šemuél sagte [ein Merkzeichen]: Nun, Samakh, A͑jin18Die 3 im Alphabeth auf einander folgenden Buchstaben.bedeutet: Fisch [Nuna] ist Heilmittel [Sama]19Besser wäre סמך, stützt.für das Auge [A͑jin]!? – Dies nach Beendigung des Leidens." ], [ "ii WER SICH KORN ABGELOBT, DEM SIND GETROCKNETE ÄGYPTISCHE BOHNEN VERBOTEN – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, NUR DIE FÜNF GETREIDEARTEN20Weizen, Gerste, Dinkel, Hafer u. Roggen; cf. Hal. I,1.SEIEN IHM VERBOTEN. R. MEÍR SAGTE: WER SICH GETREIDE ABGELOBT, DEM SIND NUR DIE FÜNF ARTEN VERBOTEN, WER SICH ABER KORN ABGELOBT, DEM IST ALLES VERBOTEN, UND NUR BAUMFRÜCHTE UND KRAUT ERLAUBT.", "GEMARA. Demnach wäre unter Korn alles zu verstehen, was gehäuft wird, dagegen wandte R. Joseph ein:21iiChr. 31,5.Und als die Sache ruchbar wurde, mehrten die Kinder Jisraél die Erstlinge von Korn, Most, Öl und allem Feldgetreide in Fülle &c. Wieso mehrten sie, als die Sache ruchbar wurde, wenn du sagst, unter Korn sei alles zu verstehen was gehäuft wird22Zur Verzehntung des ‘Getreides’ waren sie schon nach der Tora verpflichtet.!? Abajje erwiderte: Dies schließt Baumfrüchte und Kraut ein.", "R. MEÍR SAGTE: WER SICH GETREIDE ABGELOBT &C. R. Joḥanan sagte: Alle pflichten bei, daß, wenn jemand sich Getreide abgelobt, ihm nur die fünf Arten verboten sind. Ebenso wird gelehrt: Sie stimmen überein, daß, wenn jemand sich Getreide abgelobt, ihm nur die fünf Arten verboten sind. – Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, unter Getreide sei alles zu verstehen, so lehrt er uns, daß darunter nicht alles zu verstehen ist.", "R. Joseph wandte ein: Und als die Sache ruchbar wurde, mehrten die Kinder Jisraél &c.23Weiter folgt: u. allem Feldertrage, wonach darunter alles zu verstehen ist.!? Raba erwiderte: Getreide ist etwas anderes und Feldgetreide ist etwas anderes.", "Der Sohn des Mar Šemuél verfügte [letztwillig], daß man von [seinem] Ertrage in Nehar Panja Raba dreizehntausend Zuz gebe. Da ließ Raba R. Joseph fragen: Was heißt Ertrag? R. Joseph sprach: Dies lehrt eine Barajtha: Sie stimmen überein, daß, wenn jemand sich Getreide24Etymologisch: Ertrag, Feldertrag.abgelobt, ihm nur die fünf Arten verboten sind. Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich; unter Getreide sind wohl nur die fünf Arten zu verstehen, unter Ertrag hingegen ist alles zu verstehen.", "Als man dies Raba berichtete, sprach er: Es ist mir nicht fraglich, ob unter Ertrag alles25Was der Boden hervorbringt.zu verstehen ist, folgendes nur ist mir fraglich: wie verhält es sich mit dem Mietzins für Häuser und Schiffe: sagen wir, da diese abgenutzt werden, gelte er nicht als Ertrag, oder gilt er wohl als Ertrag, da die Abnutzung nicht merkbar26Sie erfolgt nach u. nach.ist. Die Jünger erzählten es R. Joseph wieder, und R. Joseph ward ärgerlich und sprach: Wenn er uns nicht braucht, wozu fragt er uns!?", "Als Raba dies hörte, kam er zu ihm am Vorabend des Versöhnungstages und traf seinen Diener für ihn einen Becher Wein mischen. Da sprach er zu ihm: Gib ihn mir, ich will ihn ihm mischen. Da gab er ihn ihm, und er mischte ihm einen Becher Wein. Als jener ihn trank, sprach er: Diese Mischung gleicht der Mischung27Cf. Sab. Fol. 77a.Rabas, Sohnes des R. Joseph b. Ḥama. Als man ihm erwiderte, er sei es,", "sprach er zu ihm: Du setzest dich nicht28Cf. Bd. II S. 163 Anm. 48.nieder, bis du mir die Erklärung des folgenden gesagt hast. Es heißt:29Num. 21,18,19.Und von der Wüste nach Matana, von Matana nach Naḥliél und von Naḥliél nach Bamoth. –", "Wenn ein Mensch sich wie eine Wüste macht, die jedem preisgegeben30Dh. bescheiden ist, RJ. wollte wohl R. auf die Bescheidenheit hinweisen.ist, so wird ihm die Tora zum Geschenke [matana] gegeben, denn es heißt: und von der Wüste nach Matana; sobald sie ihm zum Geschenke gegeben wird, ist er ein Erbe Gottes [naḥlo él], denn es heißt: und von Matana nach Naḥliél; und sobald er ein Erbe Gottes ist, steigt er zur Würde, denn es heißt: und von Naḥliél nach Bamoth [Höhen]. Wenn er sich aber überhebt, erniedrigt ihn der Heilige, gepriesen sei er, denn es heißt:31Num. 21,20.und von Bamoth nach dem Tale. Und noch mehr, man senkt32Andere Texte haben besser ששוקפין, stoßen, schlagen, niederdrücken, was mit dem im angezogenen Schriftverse gebrauchten ונשקפה sprachl. identifiziert wird.ihn sogar in die Erde, denn es heißt:31Num. 21,20.und ragt hervor über die Fläche der Einöde. Wenn er aber umkehrt, so erhöht ihn der Heilige, gepriesen sei er," ], [ "denn es heißt:33Jes. 40,4.jedes Tal wird erhoben werden.", "Es wird gelehrt: wer sich Korn abgelobt, dem sind auch getrocknete ägyptische Bohnen verboten, die frischen aber erlaubt; ferner sind ihm Reis, Speltgraupe, Weizengraupe und Gerstengraupe erlaubt. Wer sich Früchte des Jahres abgelobt, dem sind alle Früchte des Jahres verboten, aber Ziegenlämmer, Schaflämmer, Milch, Eier und Jungtauben erlaubt; sagt er aber: die Erzeugnisse des Jahres sollen mir [verboten] sein, so ist ihm dies alles verboten.", "Wer sich Bodenfrüchte abgelobt, dem sind alle Bodenfrüchte verboten, aber Schwämme und Morcheln erlaubt; sagt er aber: die Erzeugnisse des Bodens sollen mir [verboten] sein, so ist ihm alles verboten. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Über das, was nicht aus dem Erdboden wächst, spreche man [den Segen]34Ein solcher ist über jedes Nahrungs- u. Genußmittel zu sprechen; cf. Ber. Fol. 35a.‘durch dessen Wort alles entstanden35Dieser Segen wird nur über Dinge gesprochen, die nicht aus dem Boden wachsen.ist’. Ferner wird gelehrt: Über Salz, Salztunke, Schwämme und Morcheln spreche man [den Segen] ‘durch dessen Wort alles entstanden ist’!? Abajje erwiderte: Sie wachsen aus dem Erdboden, ihre Nahrung aber saugen sie aus der Luft und nicht aus dem Erdboden. – Er lehrt ja aber: über das, was nicht aus dem Erdboden wächst!? – Lies: das [seine Nahrung] nicht aus dem Erdboden saugt.", "iii WER SICH KLEIDUNG ABGELOBT, DEM SIND SACKGEWAND, UMSCHLAGETUCH UND ÜBERWURF ERLAUBT. SAGT JEMAND: QONAM SEI MIR DIE WOLLE, DIE AUF MICH KOMMT, SO DARF ER SICH MIT SCHURWOLLE BEDECKEN; [SAGT ER:] DER FLACHS, DER AUF MICH KOMMT, SO DARF ER SICH MIT FLACHSBÜNDELN BEDECKEN.", "R. JEHUDA SAGT, ALLES NACH DEM GELOBENDEN: WENN EINEM, DER BELADEN36Mit Wolle u. Flachs.IST UND SCHWITZT, DER GERUCH LÄSTIG WIRD UND ER SAGT: QONAM SEIEN MIR WOLLE UND FLACHS, DIE AUF MICH KOMMEN, SO DARF ER SICH DAMIT BEDECKEN, SIE ABER NICHT ÜBER DEN RÜCKEN WERFEN37Als Traglast, da er beim Geloben offenbar nur Wolle u. Flachs als Traglast meinte..", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wer sich Kleidung abgelobt, dem sind Sack, Umschlagetuch und Überwurf erlaubt, aber Geldkatze, Gurt, Skortea, Lederdecke, Socke, Schurzhose, Hose und Mütze verboten. Was ist Skortea? Rabba b. Bar Ḥana erwiderte: Ein Lederkittel.", "Es wird gelehrt: Man darf38Am Šabbath, an dem man auf öffentlichem Gebiete bis auf die Kleidung nichts tragen darf; cf. Sab. Fol. 57a.wegen des Regens mit einem groben Sackgewande, einem groben Mantelsacke, einem Umschlagetuche oder einem Überwurfe ausgehen, nicht aber darf man wegen des Regens mit einer Kiste39Die man über den Kopf stülpt., einem Korbe oder einer Matte ausgehen. Die Hirten dürfen mit Sackgewändern ausgehen. Sie sagten es nicht nur von Hirten, sondern von jedem Menschen, nur sprechen die Weisen vom gewöhnlichen.", "R. JEHUDA SAGT, ALLES NACH DEM GELOBENDEN &C. Es wird gelehrt: In welchem Falle sagte R. Jehuda, alles nach dem Gelobenden? – Wenn einer in Wolle gekleidet ist, die ihm lästig ist, und sagt: Qonam die Wolle, die auf mich kommt, so darf er sie nicht anziehen, wohl aber auf sich laden; wenn einer mit Flachs beladen ist und schwitzt, und sagt: Qonam der Flachs, der auf mich kommt, so darf er sich darin kleiden, nicht aber auf sich laden." ], [ "iv WER SICH DAS HAUS ABGELOBT, DEM IST DER SÖLLER ERLAUBT – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, DER SÖLLER SEI UNTER HAUS EINBEGRIFFEN. WER SICH DEN SÖLLER ABGELOBT, DEM IST DAS HAUS ERLAUBT.", "GEMARA. Wer lehrte, [das Wort]40Lev. 14,34.am Hause schließe den Anbau41Die Korrektur הצבוע, das gefärbte, überstrichene Haus, ist logisch u. sprachlich ganz unbegründet.ein, am Hause schließe den Söller ein? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Meír, denn die Rabbanan sagen ja, der Söller sei unter Haus einbegriffen, wonach [das Wort] am Hause zur Einschließung unnötig wäre.", "Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, es seien die Rabbanan, dennoch ist der Schriftvers nötig. Da es heißt: am Hause im Lande eures Erbbesitzes, so könnte man glauben, nur was am Lande haftet heiße Haus, während der Söller nicht am Lande haftet. –", "Wessen Ansicht vertritt folgende Lehre des R. Ḥona b. Ḥija im Namen U͑las: [Sagte jemand zu einem:] ich verkaufe dir einen Raum in meinem Hause, so kann er ihn auf den Söller verweisen. Nur deshalb, weil er zu ihm sagte: ich verkaufe dir einen Raum in meinem Hause, wenn er aber nur ‘Haus’ sagt, kann er ihn nicht auf den Söller verweisen. Es wäre anzunehmen, daß dies nach R. Meír gilt? – Du kannst auch sagen, nach den Rabbanan, denn unter a͑lija42Das von U͑. gebraucht u. mit Söller übersetzt wird.ist das beste [meu͑la], das er besitzt, zu verstehen43Dagegen aber ist unter ‘Haus’ schlechthin auch Söller zu verstehen..", "v,1 WER SICH DAS BETT ABGELOBT, DEM IST DAS DARGEŠ44Ruhebett, Divan, Sofa; wird weiter erklärt.ERLAUBT – SO R. MEÍR; DIE WEISEN SAGEN, DAS DARGEŠ SEI UNTER BETT EINBEGRIFFEN. WER SICH DAS DARGEŠ ABGELOBT, DEM IST DAS BETT ERLAUBT.", "GEMARA. Was ist Dargeš? U͑la erwiderte: Ein Glücksbett45Ein Zierbettchen zum Schmucke, das wohl dem Schutzgeiste des Hauses geweiht war.. Die Rabbanan sprachen zu U͑la: Wir haben gelernt: Wenn man ihm46Dem Könige bei der Trauerfeier; cf. Syn. Fol. 20a.das Trauermahl reicht, sitze das ganze Volk auf der Erde, er aber sitze auf einem Dargeš. Das ganze Jahr sitzt er nicht darauf, und an diesem Tage sollte er darauf sitzen!? Rabina wandte dagegen ein: Ebenso verhält es sich ja mit dem Fleische und dem Weine: das ganze Jahr ißt er es, wenn er will, und ißt nicht, wenn er [nicht] will, an diesem Tage aber verabreichen wir sie ihm!?", "Vielmehr ist aus folgender Lehre ein Einwand zu erheben: Das Dargeš legte er47Der Leidtragende, der das Bett nicht benutzen darf u. es mit den Füßen nach oben umkehren muß; cf. Mq. Fol. 15a.nicht um, sondern stellte es [senkrecht] hin. Wieso kannst du nun sagen, es sei ein Glücksbett, es wird ja gelehrt, wer das Bett umlegen muß, lege nicht nur sein eigenes Bett um, sondern alle Betten, die er im Hause hat48Auch das Glücksbett.. – Das ist kein Einwand;" ], [ "ebenso49Daß man es nicht umzulegen braucht.verhält es sich auch mit einem [zur Aufbewahrung] von Sachen bestimmten Bette, denn es wird gelehrt: ist es zur [Aufbewahrung von] Sachen bestimmt, so braucht man es nicht umzulegen.", "Wenn man aber einen Einwand erheben will, so ist aus folgender Lehre ein Einwand zu erheben: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, am Dargeš löse man50Bei einem Trauerfalle.die Gurte, und es fällt von selber zusammen. Wenn Dargeš ein Glücksbett ist, so hat es ja keine Gurte!? Als Rabin kam, sagte er: Ich fragte einen von den Jüngern, R. Taḥlipha aus dem Westen51Vgl. Bd. II S. 167 Anm. 69.sein Name, der oft auf dem Gerbermarkte verkehrte, und er sagte mir, Dargeš sei ein Lederbett.", "Es wurde gelehrt: Welches heißt Bett und welches heißt Dargeš? R. Jirmeja erwiderte: Beim Bette wird das Matratzengeflecht oben52Die Enden werden um das Holzgestell gewickelt u. befestigt.befestigt, beim Dargeš geht es aus ihm selber aus. Man wandte ein: Wann werden Holzgeräte verunreinigungsfähig53Für die rit. Unreinheit (cf. Lev. 11,32ff.); dies erfolgt bei der endgültigen Fertigstellung des Gerätes.? Das Bett und die Wiege, sobald man sie mit Fischhaut geglättet hat. Wozu ist, wenn beim Bette das Matratzengeflecht oben befestigt wird, das Glätten mit der Fischhaut54Die Holzteile sind ja nicht sichtbar.nötig!? –", "Vielmehr, bei beiden geht es aus ihnen selbst aus, nur werden sie55Die Schnüre zur Befestigung der Matratze.beim Bette durch Löcher56An der Bettstelle.und beim Dargeš durch Schlingen56An der Bettstelle.gezogen.", "R. Ja͑qob b. Aḥa sagte im Namen Rabbis: Ein Bett, das auslaufende Träger57Am Kopf- u. am Fußende, wohl zur Anbringung eines Betthimmels; ein solches Bett läßt sich nicht umkehren.hat, stelle man [senkrecht], und dies genügt. R. Ja͑qob b. Idi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél.", "v,2 WER SICH DIE STADT ABGELOBT, DARF DAS STADTGEBIET58Zweitausend Ellen rings um die Stadt; cf. Num. 35,5.BETRETEN, JEDOCH NICHT DAS WEICHBILD59Innerhalb des um die äußersten Häuser gezogenen Kreises; cf. Er. Fol. 52b.;WER SICH ABER DAS HAUS ABGELOBT, DEM IST ES NUR VON DER TÜRFUGE EINWÄRTS60An der inneren Seite des Türrahmens, sodaß das Betreten des Türrahmens selber erlaubt ist.VERBOTEN.", "GEMARA. Woher, daß das Weichbild der Stadt der Stadt selber gleicht? R. Joḥanan erwiderte: Die Schrift sagt:61Jos. 5,13.und als Jehošua͑ in Jeriḥo war &c.; was heißt ‘in Jeriḥo’: wollte man sagen, in Jeriḥo selber, so heißt es ja:62Ib. 6,1.und Jeriḥo war geschlossen und gesperrt, doch wohl in seinem Weichbilde. –", "Vielleicht auch im Stadtgebiete? – Hinsichtlich des Stadtgebietes heißt es ja:63Num. 35,5.ihr sollt außerhalb der Stadt messen.", "WER SICH ABER DAS HAUS ABGELOBT, DEM IST ES NUR VON DER TÜRFUGE EINWÄRTS VERBOTEN. Nicht aber von der Türfuge auswärts. R. Mari wandte ein:64Lev. 14,38.So gehe der Priester aus dem Hause; man könnte glauben, er gehe nach Hause und lasse65Durch andere; er brauche nicht selber das Haus zu betreten.abschließen, so heißt es:64Lev. 14,38.zur Tür des Hauses. Wenn zur Tür des Hauses, so könnte man glauben, er stehe unter der Oberschwelle und schließe ab, so heißt es: aus dem Hause, wenn er ganz aus dem Hause ist.", "Wie mache er es? Er stehe vor der Oberschwelle und schließe ab. Woher, daß, wenn er nach Hause geht und abschließen läßt, oder unter der Oberschwelle steht und abschließt, sein Abschließen gültig ist? Es heißt:64Lev. 14,38.er schließe das Haus ab, in jeder Weise66Der Türrahmen gehört somit zum Hause.. – Anders verhält es sich beim [aussätzigen] Hause, denn es heißt: aus dem Hause, wenn er vollständig aus dem Hause ist." ], [ "vi SAGT JEMAND:] QONAM SEIEN MIR DIESE FRÜCHTE, QONAM SEIEN SIE FÜR MEINEN MUND, QONAM SEIEN SIE MEINEM MUNDE, SO SIND IHM IHR EINGETAUSCHTES67Was darauf eingetauscht od. für den Erlös derselben gekauft wird.UND IHRE ERZEUGNISSE68Was von diesen hervorwächst.VERBOTEN; [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH SIE NICHT ESSE, DASS ICH SIE NICHT KOSTE, SO SIND IHM IHR EINGETAUSCHTES UND IHRE ERZEUGNISSE ERLAUBT. DIES NUR BEI DINGEN, DEREN SAAT [IN DER ERDE] ZERGEHT, BEI DINGEN ABER, DEREN SAAT [IN DER ERDE] NICHT ZERGEHT69Dinge, die in die Erde gesteckt werden u. weiter wachsen., SIND IHM SOGAR DIE ERZEUGNISSE DER ERZEUGNISSE VERBOTEN.", "vii SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM SEI MIR DEINER HÄNDE ARBEIT, QONAM SEI SIE FÜR MEINEN MUND, QONAM SEI SIE MEINEM MUNDE, SO SIND IHM IHR EINGETAUSCHTES UND IHRE ERZEUGNISSE70Wenn sie etwas gepflanzt hat od. für den Erlös ihrer Arbeit Früchte gekauft, die gepflanzt worden sind.VERBOTEN, [SAGT ER: QONAM,] DASS ICH SIE NICHT ESSE, DASS ICH SIE NICHT KOSTE, SO SIND IHM IHR EINGETAUSCHTES UND IHRE ERZEUGNISSE ERLAUBT. DIES NUR BEI DINGEN, DEREN SAAT [IN DER ERDE] ZERGEHT, BEI DINGEN ABER, DEREN SAAT [IN DER ERDE] NICHT ZERGEHT, SIND IHM SOGAR DIE ERZEUGNISSE DER ERZEUGNISSE VERBOTEN.", "viii [SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM], DASS ICH BIS ZUM PESAḤFESTE NICHT ESSE, WAS DU BEREITEST, DASS ICH BIS ZUM PESAḤFESTE NICHT ANZIEHE, WAS DU FERTIGST, SO DARF ER NACH DEM PESAḤFESTE ESSEN ODER ANZIEHEN, WAS SIE VOR DEM PESAḤFESTE GEMACHT HAT; [SAGT ER: QONAM], DASS ICH NICHT ESSE, WAS DU BIS ZUM PESAḤFESTE BEREITEST, DASS ICH NICHT ANZIEHE, WAS DU BIS ZUM PESAḤFESTE FERTIGST, SO DARF ER NACH DEM PESAḤFESTE NICHT ESSEN UND NICHT ANZIEHEN, WAS SIE VOR DEM PESAḤFESTE GEMACHT HAT. ix [SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM] SEI, WAS DU VON MIR BIS ZUM PESAḤFESTE GENIESSEST, WENN DU VOR DEM [HÜTTEN]FESTE71Nach dem Pesaḥfeste.IN DAS HAUS DEINES VATERS GEHST, SO IST IHR, WENN SIE VOR DEM PESAḤFESTE GEGANGEN IST, DER GENUSS VON IHM BIS ZUM PESAḤFESTE VERBOTEN;" ], [ "[GEHT SIE] NACH DEM PESAḤFESTE72Während sie vorher einen Genuß von ihm gehabt hat., SO ÜBERTRITT SIE DAS VERBOT73Cf. Num. 30,3., SEIN WORT ZU ENTWEIHEN. [SAGT ER: QONAM] SEI, WAS DU VON MIR BIS ZUM [HÜTTEN]FESTE GENIESSEST, WENN DU VOR DEM PESAḤFESTE IN DAS HAUS DEINES VATERS GEHST, SO IST IHR, WENN SIE VOR DEM PESAḤFESTE GEGANGEN IST, DER GENUSS VON IHM BIS ZUM [HÜTTEN]FESTE VERBOTEN, UND NACH DEM PESAḤFESTE DARF SIE GEHEN.", "GEMARA. SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: QONAM SEI MIR DEINER HÄNDE ARBEIT, QONAM SEI SIE FÜR MEINEN MUND, QONAM SEI SIE MEINEM MUNDE &C. Jišma͑él aus Kephar Jama, manche sagen, aus Kephar Dima, brachte in der Hand eine Zwiebel74Wohl bildlich: er brachte folgende Frage hinsichtl, der Zwiebel., die er im Siebentjahre75In dem das Säen u. Pflanzen verboten ist.entwurzelt und im achten Jahre wiederum gepflanzt hatte, bei der der Zuwachs mehr war als der Stamm. Er fragte also: Der Zuwachs ist erlaubt und der Stamm ist verboten; verliert sich nun das Verbotene im erlaubten Zuwachs, da der Zuwachs mehr ist als der Stamm, oder nicht? Er kam vor R. Ami, und er wußte es nicht,", "hierauf kam er zu R. Jiçḥaq dem Schmied, und er entschied es ihm aus dem, was R. Ḥanina Tirtaá im Namen R. Jannajs sagte: Wenn man eine Zwiebel von Hebe gepflanzt hat und der Zuwachs mehr ist als der Stamm, so ist sie76Zum Genusse für Gemeine; demnach verliert sich der verbotene Stamm im erlaubten Zuwachs.erlaubt. R. Jirmeja, manche sagen, R. Zeriqa, sprach zu ihm: Der Meister übergeht zwei und entscheidet nach einem!? –", "Wer sind die zwei? – R. Abahu sagte im Namen R. Joḥanans, daß, wenn man einen jungen [Baum]77Unter 3 Jahren, der zum Genusse verboten ist; cf. Lev. 19,23ff., an dem Früchte sind, auf einen alten gepfropft hat, [die Früchte] verboten78Sie verlieren sich nicht unter den erlaubten.seien, auch wenn sie zweihundertfach79Cf. Ori. I,6.zugenommen haben.", "Ferner sagte R. Šemuél b. Naḥmani im Namen R. Jonathans, daß, wenn man eine Zwiebel in einem Weinberge80Dies ist verboten; cf. Dt. 22,9.gepflanzt und der Weinberg entwurzelt worden ist, sie verboten81In der Parallelstelle ergänzt: auch wenn sie 200fach zugenommen hat.sei.", "Als er hierauf wiederum zu R. Ami kam, entschied er es ihm aus dem, was R. Jiçḥaq im Namen R. Joḥanans gesagt hat: Wenn man eine Litra Zwiebeln zubereitet82Davon die priesterl. Abgaben entrichtet.und gepflanzt hat, so ist der Zehnt dem ganzen entsprechend zu entrichten. Demnach verliert sich der Stamm83Von dem der Zehnt bereits entrichtet worden ist.im Zuwachs. –", "Vielleicht ist es erschwerend anders!? –", "Vielmehr, [er entschied schied es] aus folgender Lehre: R. Šimo͑n sagte:" ], [ "Bei allem, wofür es eine Erlaubtmachung84Das durch irgend eine Manipulation zum Genusse erlaubt wird.gibt, beispielsweise das Unverzehntete85Dieses wird durch die Entrichtung des Zehnten erlaubt., der zweite Zehnt, das Geheiligte86Beide werden durch die Auslösung für Laien erlaubt.und das Neue87Das heurige Getreide, das erst nach der Darbringung der Schwingegarbe (cf. Lev. 23,14ff.) zum Genusse erlaubt wird., haben die Rabbanan kein Maß88Das Verbotene verliert sich überhaupt nicht, da man es erlaubt machen kann.festgesetzt; und bei allem, wofür es eine Erlaubtmachung nicht gibt, beispielsweise Hebe, Zehnthebe, Teighebe, Ungeweihtes und Mischfrucht (des Weinberges), haben die Rabbanan ein Maß89In welchem Quantum des Erlaubten das Verbotene sich verliert.festgesetzt.", "Sie sprachen zu ihm: Für die Siebentjahrs[frucht] gibt es ja keine Erlaubtmachung, und die Rabbanan haben dabei kein Maß festgesetzt!? Wir haben nämlich gelernt: Die Siebentjahrs[frucht] macht dieselbe Art90Mit der sie vermischt wird.in jedem Quantum verboten. Er erwiderte ihnen: Auch ich spreche nur von der Fortschaffung93Wenn beispielsweise eine Zwiebel des 6. Jahres im Siebentjahre gepflanzt worden u. gewachsen ist, so muß sie am Ende des Siebentjahres fortgeschafft werden.,", "hinsichtlich des Essens aber, wenn der Geschmack übertragen94Wenn die bereits verbotene Siebentjahrsfrucht (nach der Fortschaffungsfrist) mit anderen Früchten vermischt wird, sind diese nur dann verboten. Hier wird gelehrt, daß der Stamm sich im Zuwachs verliere.wird. – Vielleicht ist es auch hierbei erschwerend anders!? –", "Vielmehr, er entschied es aus folgender Lehre: Wenn auf Zwiebeln95Aus dem 6. Jahre, die im 7. Jahre stehen geblieben sind u. durch den Regen weiter wachsen.Regen gekommen ist und sie gewachsen sind, so sind sie, wenn ihre Blätter dunkel96Dies beweist, daß sie noch gewachsen sind.sind, verboten, und wenn gelblich, erlaubt.", "R. Ḥananja b. Antigonos sagt, wenn sie an ihren Blättern herausgezogen werden96Dies beweist, daß sie noch gewachsen sind.können, seien sie verboten, und dem entsprechend am Ausgange des Siebentjahres97Zwiebeln aus dem Siebentjahre im 1. Jahre des Septenniums.erlaubt. Demnach verliert sich das Verbotene im erlaubten Zuwachs. – Vielleicht gilt dies von zerdrückten98Die nachher gewachsen sind; nur solche verlieren sich.!? –", "Vielmehr, [er entschied es] aus folgender Lehre:" ], [ "Wer bei einem Samaritaner Gewürzkräuter jätet, esse davon gelegentlich99Wie sonst von unverzehnteten Früchten.und verzehnte sie als entschieden100Sie sind kein Demaj.[Unverzehntetes].", "R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, wenn am Ausgange des Siebentjahres bei einem hinsichtlich des Siebentjahres verdächtigen101Daß er sie in diesem Jahre gepflanzt hat. Jisraéliten, so sind sie ihm erlaubt. Demnach verliert sich das Verbotene im erlaubten Zuwachs. – Vielleicht nur bei Dingen, deren Saat [in der Erde] zergeht!? – Es wird ja gelehrt: Folgende sind beispielsweise Gewürzkräuter: Lauch, Knoblauch und Zwiebeln. –", "Vielleicht gilt dies von zerdrückten!? – Er lehrt es von einem hinsichtlich des Siebentjahres verdächtigen102Der gewiß nicht darauf achtet, sie zu zerdrücken.. – Vielleicht gilt dies von vermischten103Wenn die genannten Kräuter mit anderen Kräutern vermischt sind, die erlaubt sind.!? – Er lehrt: wer jätet104Wenn er beim Jäten von derselben Art ißt.. –", "Dies wäre somit eine Widerlegung R. Joḥanans105Ob. Fol. 57b.und R. Jonathans!? R. Jiçḥaq erwiderte: Anders verhält es sich beim Siebentjahre; da das Verbot durch den Boden entsteht, erfolgt auch die Aufhebung durch den Boden. –", "Auch beim Zehnten erfolgt ja das Verbot durch den Boden, dennoch erfolgt durch den Boden keine Aufhebung!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn man eine Litra unverzehnteten Zehnten106Eines Leviten, der davon den Zehnten an den Priester nicht entrichtet hat.in den Boden gesät hat, und er zugenommen hat und auf zehn Litra gestiegen ist, so unterliegt er [dem Gesetze von] der Verzehntung und dem Siebentjahre, und für die ursprüngliche Litra entrichte er den Zehnten von anderer Stelle107Von anderem Getreide, da nach der Tora der Zuwachs nicht pflichtig ist, u. man von solchem nicht den Zehnten für das pflichtige entrichten kann.nach Verhältnis. –" ], [ "Ich will dir sagen: beim Zehnten erfolgt es durch das Häufen108Das Getreide wird erst beim Aufschichten des Haufens zehntpflichtig, somit entsteht das Verbot nicht durch den Boden..", "Rami b. Ḥama wandte ein: [Sagt jemand:] Qonam seien mir diese Früchte. Qonam seien sie für meinen Mund, Qonam seien sie meinem Munde, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse verboten; [sagt er: Qonam,] daß ich sie nicht esse, daß ich sie nicht koste, so sind ihm ihr Eingetauschtes und ihre Erzeugnisse erlaubt. Dies nur bei Dingen, deren Saat [in der Erde] zergeht, bei Dingen aber, deren Saat nicht [in der Erde] zergeht, sind ihm sogar die Erzeugnisse der Erzeugnisse109Das Verbotene verliert sich nicht im erlaubten Zuwachs.verboten.", "R. Abba erwiderte: Anders verhält es sich beim Qonam; da man dieserhalb nachsuchen110Bei einem Gelehrten, der ihm das Gelübde auflöst.kann, gleicht es Dingen, für die es eine Erlaubtmachung111Vgl. Anm. 84.gibt, die sich in der Mehrheit nicht verlieren. –", "Auch bei der Hebe kann man ja112Wenn man sie irrtümlich aus einem anderen Gefäße, als man beabsichtigt, abgehoben hat; in diesem Falle ersuche man einen Gelehrten, u. er erkläre die Abhebung als ungültig.nachsuchen, dennoch verliert sie sich in der Mehrheit!? Wir haben nämlich gelernt: Wenn ein Seá unreine Hebe in weniger als hundert Profanes gefallen ist, so lasse man sie113Da weder ein Priester noch ein Gemeiner die Mischung essen darf.verfaulen. Wenn aber in hundert, verliert sie sich!? – Ich will dir sagen, hier wird von Hebe in der Hand des Priesters gesprochen, wegen der man nicht mehr nachsuchen kann. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Ist sie rein, so ist sie an einen Priester zu verkaufen!? – Vielmehr, wenn sie einem Jisraéliten von priesterlichem Hause, vom Vater seiner Mutter, zugefallen ist. –", "Wieso lehrt er demnach im Schlußsatze, sie sei mit Ausnahme des Wertes der einen Seá114Wenn sie ihm erblich zufällt, ist auch diese Seá sein Eigentum.an einen Priester zu verkaufen!? –", "Vielmehr, allerdings ist das Nachsuchen beim Qonam Gebot, wegen der Lehre R. Nathans, denn R. Nathan sagte, wenn jemand etwas gelobt, sei es ebenso als würde er eine Opferhöhe bauen, und wenn er es einlöst, als würde er darauf opfern, welches Gebot des Nachsuchens aber gibt es bei der Hebe115Niemand sucht nach, somit gleicht es Dingen, für die es keine Erlaubtmachung gibt.!?", "Der Text. R. Joḥanan sagte: Wenn man eine Litra Zwiebeln zubereitet82Davon die priesterl. Abgaben entrichtet.und gepflanzt hat, so ist der Zehnt dem ganzen entsprechend zu entrichten. Raba saß und trug diese Lehre vor, da sprach R. Ḥisda zu ihm: Wer wird auf dich und deinen Lehrer R. Joḥanan hören, wo ist denn das Erlaubte an ihnen hingekommen!? Dieser erwiderte: Haben wir etwa nicht desgleichen gelernt? Wenn auf Zwiebeln95Aus dem 6. Jahre, die im 7. Jahre stehen geblieben sind u. durch den Regen weiter wachsen.Regen gekommen ist und sie gewachsen sind," ], [ "so sind sie, wenn ihre Blätter dunkel sind, verboten, und wenn gelblich, erlaubt. Wieso sind sie, wenn dunkel, verboten, man sollte doch sagen: wo ist das Erlaubte an ihnen hingekommen!? Jener entgegnete: Du glaubst wohl, daß er dies vom Stamme lehrt, er lehrt dies vom Hinzugekommenen, daß es verboten ist. – Was lehrt uns demnach R. Šimo͑n b. Gamliél!? Es wird nämlich gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Was in Pflichtigkeit gewachsen ist, ist pflichtig, und was in Freiheit gewachsen116Der Stamm vom 6. Jahre.ist, ist frei. Der erste Autor sagt ja dasselbe!? –", "Die ganze Mišna117Der 2. Absatz ist eine Begründung des ersten.lehrte R. Šimo͑n b. Gamliél. R. Šimo͑n b. Gamliél ist jedoch dieser Ansicht nur in dem Falle, wo man sich mit [dem Zuwachs] nicht118Wie in der Lehre von den Zwiebeln, die durch den Regen ohne sein Zutun gewachsen sind.befaßt, wo man sich aber damit119Wenn man sie pflanzt.befaßt, verliert es sich in der Mehrheit. –", "Verliert es sich denn, wenn man sich damit befaßt, immer in der Mehrheit, auch bei der Litra unverzehnteten120Von dem der Levite den Zehnten für den Priester nicht entrichtet hat; ob. Fol. 58b.Zehnten, wobei man sich damit befaßt, lehrt er ja, für diese Litra sei der Zehnt von anderer Stelle nach Verhältnis zu entrichten!? – Anders verhält es sich beim Zehnten, denn die Schrift sagt:121Dt. 14,22.verzehnten sollst du &c., und die Leute pflegen Erlaubtes zu säen und nicht Verbotenes122Dies ist eine Maßregelung, weil er Verbotenes gesät hat..", "Der Text. R. Ḥanina Tirtaá sagte im Namen R. Jannajs: Wenn man eine Zwiebel von Hebe gepflanzt hat und der Zuwachs mehr ist als der Stamm, so ist sie erlaubt." ], [ "Demnach verliert sich das Verbotene im erlaubten Zuwachs, und [dem widersprechend] haben wir gelernt, der Ertrag der Hebeaussaat sei Hebe!? – Er spricht vom Ertrage des Ertrages. – Auch dies haben wir ja bereits gelernt: der Ertrag des Ertrages ist profan!? – Folgendes lehrt er uns: selbst bei Dingen, deren Saat nicht [in der Erde] zergeht. –", "Wir haben ja aber gelernt: Der Ertrag des Unverzehnteten ist erlaubt bei Dingen, deren Saat [in der Erde] zergeht, bei Dingen aber, deren Saat [in der Erde] nicht zergeht, ist sogar der Ertrag des Ertrages verboten!? – Er lehrt uns, daß der Überschuß des Ertrages über den Stamm erlaubt sei.", "", "i SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH DIESEN TAG KEINEN WEIN KOSTEN WERDE, SO IST ER IHM VERBOTEN NUR BIS ES FINSTER WIRD. [SAGT ER:] DIESE WOCHE, SO IST ER IHM DIE GANZE WOCHE VERBOTEN, UND DER ŠABBATH1An dem er gelobt, u. ebenso weiter mut. mut. GEHÖRT ZUR VERGANGENEN. [SAGT ER:] DIESEN MONAT, SO IST ER IHM DEN GANZEN MONAT VERBOTEN, UND DER NEUMOND GEHÖRT ZUM KOMMENDEN.", "[SAGT ER:] DIESES JAHR, SO IST ER IHM DAS GANZE JAHR VERBOTEN, UND DER NEUJAHRSTAG GEHÖRT ZUM KOMMENDEN. [SAGT ER:] DIESES SEPTENNIUM, SO IST ER IHM DAS GANZE SEPTENNIUM VERBOTEN, UND DAS SIEBENTJAHR GEHÖRT ZUM VERGANGENEN.", "SAGT ER ABER: EINEN TAG, EINE WOCHE, EINEN MONAT, EIN JAHR, EIN SEPTENNIUM, SO IST ER IHM VON TAGESZEIT BIS ZUR GLEICHEN TAGESZEIT2Von der Stunde des Gelobens bis zur gleichen Stunde des nächsten Tages bezw. Monats usw.VERBOTEN.", "[SAGT ER:] BIS ZUM PESAḤ, SO IST ER IHM VERBOTEN, BIS DIESES HERANREICHT. ii [SAGT ER:] BIS ES [PESAḤ] IST, SO IST ER IHM VERBOTEN, BIS ES ZUENDE IST; [SAGT ER:] BIS DAS PESAḤ ZUGEGEN IST, SO IST ER IHM VERBOTEN, WIE R. MEÍR SAGT, BIS ES HERANREICHT, UND WIE R. JOSE SAGT, BIS ES ZUENDE IST.", "GEMARA. QONAM, DASS ICH &C. KEINEN WEIN KOSTE. R. Jirmeja sagte: Ist es finster geworden, so ist das Nachsuchen bei einem Gelehrten nötig3Obgleich nach unserer Mišna das Verbot nur bis zum Finsterwerden reicht..", "Weshalb? R. Joseph erwiderte: Bei [der Wendung] ‘diesen Tag’ ist [die Wendung] ‘einen Tag’4In welchem Falle das Verbot bis zur gleichen Stunde des nächsten Tages reicht. zu berücksichtigen." ], [ "[Abajje] sprach zu ihm: Demnach sollte man bei [der Wendung] ‘einen Tag’ [die Wendung] ‘diesen Tag’ berücksichtigen5Auch bei der 1. Wendung sollte das Verbot nicht nur bis zur gleichen Stunde des nächsten Tages, sondern, wie bei der 2. Wendung, bis zum Eintritt der Dunkelheit reichen.!?", "Dieser erwiderte: Durch [die Wendung] ‘diesen Tag’ kann ein Irrtum hinsichtlich [der Wendung] ‘einen Tag’ entstehen6Man könnte glauben, mit Ablauf des Tages höre das Verbot auf., nicht aber durch ‘einen Tag’ hinsichtlich ‘diesen Tag’.", "Rabina sagte: Meremar sprach zu mir: Folgendes sagte dein Vater im Namen R. Josephs: die Lehre des R. Jirmeja b. Abba7Nach der hierbei erschwert u. das Nachsuchen bei einem Gelehrten benötigt wird. vertritt die Ansicht R. Nathans, denn es wird gelehrt: R. Nathan sagte: Wenn jemand etwas gelobt, so ist es ebenso, als würde er eine Opferhöhe bauen, und wenn er es einlöst, so ist es ebenso, als würde er darauf [Opfer] verrauchen lassen.", "DIESE WOCHE, SO IST ER IHM DIE GANZE WOCHE VERBOTEN. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe nur die Wochentage gemeint, so lehrt er uns.", "DIESEN MONAT, SO IST ER IHM DEN GANZEN MONAT VERBOTEN, UND DER NEUMOND GEHÖRT ZUM KOMMENDEN. Selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen des unvollzähligen8Die Monate haben im jüd. Kalender abwechselnd 29 u. 30 Tage; erstere heißen unvollzählige u. letztere vollzählige. Monats;", "man könnte glauben, der Neumond gehöre zum vergangenen und es sei ihm an diesem nicht verboten, so lehrt er uns, denn die Leute nennen ihn Neumond.", "DIESES JAHR, SO IST ER IHM DAS GANZE JAHR VERBOTEN.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn jemand sagt: Qonam, daß ich den Tag keinen Wein kosten werde: gilt dies wie ‘diesen Tag’ oder wie ‘einen Tag’? –", "Komm und höre aus unserer Mišna: [sagt er:] Qonam, daß ich diesen Tag keinen Wein koste, so ist er ihm verboten nur bis es finster wird; demnach gilt ‘den Tag’ wie ‘einen Tag’. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: sagt er aber: einen Tag &c., so ist er ihm von Tageszeit bis zur Tageszeit verboten; demnach gilt ‘den Tag’ wie ‘diesen Tag’. Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen.", "R. Aši erwiderte: Komm und höre: [Sagt er:] Qonam, daß ich dieses Jahr keinen Wein kosten werde, so ist er ihm, wenn das Jahr Schaltjahr9Das Schaltjahr hat 13 Monate; dem letzten Monat Adar wird ein zweiter hinzugefügt. wird, in diesem und im Schaltmonate verboten. In welchem Falle:" ], [ "wollte man sagen, wie gelehrt10Wenn er ‘dieses Jahr’ sagt.wird, so braucht dies ja nicht gesagt11Selbstverständlich gehört der Schaltmonat zum Jahre.zu werden; doch wohl, wenn er ‘das Jahr’ sagt, somit gilt ‘das Jahr’ wie ‘dieses Jahr’, und ebenso ‘den Tag’ wie ‘diesen Tag’. –", "Nein, tatsächlich, wenn er ‘dieses Jahr’ sagt, denn man könnte glauben, man richte sich nach den meisten Jahren, die keinen Schaltmonat12Er meinte ein einfaches Jahr von 12 Monaten.haben, so lehrt er uns.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn jemand sagt: [Qonam,] daß ich [dieses] Jobel keinen Wein kosten werde: gleicht das fünfzigste Jahr den vorangehenden13Es gehört zum Jobelzyklus, in dem er sich befindet, somit ist es ihm auch in diesem verboten.oder den folgenden? –", "Komm und höre: Es wird ein Streit zwischen R. Jehuda und den Rabbanan gelehrt:14Lev. 25,10.ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen, du hast das fünfzigste Jahr zu zählen, nicht aber hast du das einundfünfzigste Jahr zu zählen. Hieraus folgerten sie, das Jobeljahr gehöre nicht in die Zahl15Dh. das neue Septennium beginnt nicht mit dem 50. Jahre, sondern erst mit dem folgenden.des Septenniums. R. Jehuda sagt, das Jobeljahr gehöre in die Zahl16Es gilt als letztes des Jobelzyklus u. zugleich als erstes des neuen Septenniums.des Septenniums.", "Sie sprachen zu R. Jehuda: Es heißt:17Lev. 25,3.sechs Jahre bestelle dein Feld, und demnach sind es ja nur fünf18Das 1. Jahr des 1. Septenniums ist ein Jobeljahr, in dem das Bestellen der Felder ebenfalls verboten ist.!?", "Er erwiderte ihnen: Es heißt ja auch:19Lev. 25,21.daß es den Ertrag bringe für drei Jahre, und nach eurer Ansicht20Daß das 50. Jahr nicht mitgezählt werde.sind es ja vier!?", "Vielmehr beziehe man dies auf die übrigen Septenniumsjahre, ebenso ist [jenes] nach mir auf die übrigen Septenniumsjahre zu beziehen.", "BIS ZUM PESAḤ VERBOTEN &C. Demnach ist R. Meír der Ansicht, man begreife sich bei einem Zweifel nicht21Da es hinsichtl. der Festzeit selbst zweifelhaft ist, so hat er seine Person in das Gelübde nicht einbegriffen.ein," ], [ "und R. Jose der Ansicht, man begreife sich bei einem Zweifel ein;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand zwei Klassen von Töchtern von zwei Frauen22Die er nacheinander geheiratet hat.hat, und sagt, er habe einem seine große Tochter angetraut, wisse aber nicht, ob die große unter den größeren, ob die große unter den kleineren, oder die kleine unter den größeren, die größer ist als die große unter den kleineren, so sind alle verboten23Für einen anderen Mann., ausgenommen die kleine unter den kleineren – so R. Meír.", "R. Jose sagt, alle seien erlaubt, ausgenommen die große unter den größeren.", "R. Ḥanina b. Evdämi erwiderte im Namen Rabhs: Die Lehre ist umzuwenden. Es wird auch gelehrt: Die Regel hierbei ist: wenn [für etwas] eine Zeit festgesetzt ist und er gesagt hat: bis sie zugegen ist, so gilt es, wie R. Meír sagt, bis sie zuende ist, und wie R. Jose sagt, bis sie heranreicht.", "iii SAGT ER:] BIS ZUR ERNTE, BIS ZUR WEINLESE, BIS ZUR OLIVENLESE, SO IST ER IHM VERBOTEN NUR BIS DIESE HERANREICHT. DIE REGEL HIERBEI IST: WENN [FÜR ETWAS] EINE ZEIT FESTGESETZT IST UND ER GESAGT HAT: BIS SIE HERANREICHT, SO IST ES IHM VERBOTEN, BIS SIE HERANREICHT, UND WENN ER GESAGT HAT: BIS SIE IST, SO IST ES IHM VERBOTEN, BIS SIE ZUENDE IST; WENN ABER KEINE ZEIT FESTGESETZT IST, SO IST ES IHM, EINERLEI OB ER ‘BIS SIE IST’ GESAGT HAT ODER ER ‘BIS SIE HERANREICHT’ GESAGT HAT, VERBOTEN NUR BIS SIE HERANREICHT.", "iv,1 [SAGT ER:] BIS ZUR DÖRRZEIT24Eigentl. Sommer, hauptsächl. aber in diesem Sinne zu verstehen., BIS ES DÖRRZEIT IST, [SO GILT DIES] BIS DAS VOLK [DIE FRÜCHTE] IN KÖRBEN EINZUBRINGEN ANFÄNGT; [SAGT ER:] BIS DIE DÖRRZEIT VORÜBER IST, [SO GILT DIES] BIS DIE FEIGENMESSER25Das W. מקצוע wird auch auf die gepreßte Feigenmasse selbst übertragen, auch auf die Matte, worauf sie getrocknet u. gepreßt werden, u. dem entsprechend variieren auch die Erklärungen der Kommentare.EINGEWICKELT WERDEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Unter Korb, von dem sie sprechen, ist der Korb mit Feigen26Von diesen wird der angewandte Ausdruck קוץ gebraucht.und nicht der Korb mit Trauben zu verstehen. Es wird gelehrt: Wer sich Dörrfrüchte abgelebt, dem sind nur Feigen verboten. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, unter Feigen seien auch Trauben27Es ist ihm verboten, bis auch diese in Körben eingebracht werden.einbegriffen.", "Was ist der Grund des ersten Autors? – Er ist der Ansicht, Feigen werden mit der Hand gepflückt26Von diesen wird der angewandte Ausdruck קוץ gebraucht., Trauben werden nicht mit der Hand gepflückt. R. Šimo͑n b. Gamliél aber ist der Ansicht, auch Trauben werden, wenn sie überreif sind, mit der Hand gepflückt.", "BIS DIE DÖRRZEIT VORÜBER IST, [SO GILT DIES] BIS DIE FEIGENMESSER EINGEWICKELT WERDEN. Es wird gelehrt: Bis die meisten Feigenmesser eingewickelt sind." ], [ "Es wird gelehrt: Sind die meisten Feigenmesser eingewickelt, so sind sie28Was dann noch an den Bäumen zurückbleibt; die Eigentümer haben sich davon losgesagt u. sie gelten als Freigut.nicht mehr wegen Raubes verboten und frei von der Verzehntung.", "Einst trafen Rabbi und R. Jose b. R. Jehuda in einem Orte ein zur Zeit, da die meisten Feigenmesser eingewickelt waren; Rabbi aß29Von den Feigen an den Bäumen ohne Erlaubnis des Eigentümers.und R. Jose b. R. Jehuda aß nicht. Da kam der Eigentümer heran und sprach zu ihnen: Warum essen die Gelehrten nicht, die meisten Feigenmesser sind bereits eingewickelt? Trotzdem aß R. Jose b. R. Jehuda nicht, denn er war der Ansicht, jener habe es nur in Bosheit [ironisch] gesagt.", "Einst traf R. Ḥama b. R. Ḥanina in einem Orte ein zur Zeit, da die meisten Feigenmesser eingewickelt waren; er aß und gab auch seinem Diener, der aber nicht aß. Da sprach er zu ihm: Iß doch, folgendes sagte mir R. Jišma͑él b. R. Jose im Namen seines Vaters: sind die meisten Feigenmesser eingewickelt, so sind sie nicht mehr wegen Raubes verboten und frei von der Verzehntung.", "Einst traf ein Mann zur Zeit, da die [meisten] Feigenmesser eingewickelt waren, R. Tryphon [von seinen Früchten] essen; da steckte er ihn in einen Sack und trug ihn fort, um ihn in den Fluß zu werfen. Da rief er: Wehe dir Tryphon, den dieser töten will! Als jener es30Daß es R. Tryphon war.hörte, ließ er ihn und lief fort. R. Abahu sagte im Namen des R. Ḥananja b. Gamliél: All seine Tage grämte sich dieser Fromme darüber, indem er sprach: Wehe mir, daß ich mich der Krone der Tora bedient31Er hatte sich durch die Nennung seines Namens gerettet.habe!", "Rabba b. Bar Ḥana sagte nämlich im Namen R. Joḥanans: Wer sich der Krone der Tora bedient, wird aus der Welt gerissen. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: Wenn Belšaçar, der die heiligen Geräte32Cf. Dan. Kap. 5.benutzte, die entweiht worden waren, wie es heißt:33Ez. 7,22.und es kommen Wüteriche hinein und entweihen es, sobald sie damit wüteten, wurden sie entweiht, aus der Welt gerissen wurde, wie es heißt:34Dan. 5,30.in jener Nacht wurde Belšaçar getötet, um wieviel mehr gilt dies von dem, der sich der Krone der Tora bedient, die ewig besteht. –", "Wenn R. Tryphon davon aß, so war es ja zur Zeit, da die meisten Feigenmesser eingewickelt waren, weshalb nun tat ihm jener Mann zuleide? – Jenem waren das ganze Jahr Trauben gestohlen worden, und als er R. Tryphon erwischte, glaubte er, er sei es, der sie gestohlen hat. – Weshalb grämte er sich35Wenn jener ihn für den Dieb hielt, war er ja tatsächlich der Todesgefahr ausgesetzt u. durfte sich durch jedes Mittel retten.demnach!? – R. Tryphon war sehr reich und sollte ihn durch Geld besänftigen.", "Es wird gelehrt:36Dt. 30,20.Deinen Gott, den Herrn, zu liehen, auf seine Stimme zu hören und ihm anzuhangen. Ein Mensch sage nicht, ich will die Schrift lesen, damit man mich einen Weisen nenne, ich will lernen, damit man mich Meister nenne, ich will studieren, damit ich Ältester sei und im Kollegium sitze.", "Er lerne vielmehr aus Liebe, und endlich kommt die Ehrung, wie es heißt:37Pr. 7,3.binde sie auf deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. Ferner heißt es:38Ib. 3,17.ihre Wege sind freundliche Wege. Ferner heißt es:39Ib. V. 18.ein Baum des Lebens ist sie denen, die an ihr festhalten, und die sie erfassen, sind selig.", "R. Elie͑zer b. R. Çadoq sagte: Tue die Dinge um ihres Schöpfers willen und rede davon ihrethalben; mache sie nicht zur Krone, damit zu prunken, und benutze sie nicht als Axt, damit zu hacken. Es ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn Belšaçar, der die heiligen Geräte benutzte, die entweiht worden waren, aus der Welt gerissen wurde, um wieviel mehr derjenige, der sich der Krone der Tora bedient.", "Raba sagte: Wo man einen nicht kennt, darf man sich zu erkennen geben, denn es heißt:40iReg. 18,12.und dein Knecht ist gottesfürchtig von Jugend auf. – Demnach ist ja von R. Tryphon41Der sich darüber grämte.ein Einwand zu erheben!? – Er war sehr reich, und sollte ihn durch Geld besänftigen.", "Raba wies auf einen Widerspruch hin. Es heißt: und dein Knecht ist gottesfürchtig von Jugend auf, und es heißt:42Pr. 27,2.es lobe dich ein Fremder und nicht dein Mund!? – Das eine, wo man ihn kennt, und das andere, wo man ihn nicht kennt.", "Raba sagte: Ein Gelehrten jünger darf sagen: ich bin Gelehrtenjünger, schlichtet mir meinen Streitfall zuerst, denn es heißt:43iiSam. 8,18.und die Söhne Davids waren Priester; wie der Priester zuerst erhält, ebenso erhält der Gelehrte zuerst. – Woher dies vom Priester? – Es heißt:44Lev. 21,8.du sollst ihn heilig halten, denn er opfert das Brot deines Gottes. Hierzu wurde in der Schule R. Jišma͑éls gelehrt: Heilige ihn, bei jeder heiligen Handlung;" ], [ "er beginne45Bei der Rezitation aus der Tora.zuerst, er spreche zuerst den Segen46Über die Mahlzeit.und er erhalte eine gute Portion zuerst47Bei jeder Verteilung..", "Raba sagte: Ein Gelehrtenjünger darf sagen, er wolle keine Kopfsteuer zahlen, denn es heißt:48Ezr. 7,24.Tribut, Steuer und Wegegeld ihnen aufzuerlegen, soll niemand berechtigt sein, und R. Jehuda sagte: Tribut, das sind die Abgaben für den König; Steuer, das ist die Kopfsteuer; Wegegeld, das sind die Naturalabgaben49Für die durchziehenden Truppen..", "Ferner sagte Raba: Ein Gelehrtenjünger darf sagen, er sei Feuerdiener50Priester bei den Feueranbetern, die wohl bei den Parsen von der Kopfsteuer befreit waren. Die erste Lehre spricht von dem Falle, wenn er dazu von Juden angehalten wird, die andere von dem Falle, wenn von Nichtjuden., er brauche keine Kopfsteuer zu zahlen, denn er sagt es nur, um einen Löwen von sich zu51Um sich vor dem Schaden zu schützen; dies ist kein Zugeständnis zum Götzendienste.verscheuchen.", "R. Aši hatte einen Wald, den er an Feueranbeter verkaufte. Da sprach Rabina zu R. Aši: Es heißt ja: 52Lev. 19,14.vor einem Blinden lege keinen Anstoß53Sie könnten ihn für ihren Feuerdienst verwenden.!? Dieser erwiderte: Das meiste Holz wird zum Heizen verwandt.", "iv,2 SAGT ER:] BIS ZUR ERNTE, [SO GILT DIES] BIS DAS VOLK ZU ERNTEN ANFÄNGT, DIE WEIZENERNTE54Die später beginnt.UND NICHT DIE GERSTENERNTE, JEDOCH ALLES NACH DEM ORTE55Wenn im betreffenden Orte mehr Gerste gebaut u. unter Ernte die Gerstenernte verstanden wird, so hat er diese gemeint.SEINES GELÜBDES: GESCHAH ES IM GEBIRGE, SO RICHTE ER SICH NACH DEM GEBIRGE56Auch wenn er nach dem Geloben sich in der Ebene aufhält, wo die Ernte früher beginnt., UND WENN IN DER EBENE, NACH DER EBENE.", "v,1 [SAGT ER:] BIS ZUR REGENZEIT, ODER: BIS ES REGENZEIT IST, [SO GILT DIES] BIS DER ZWEITE FRÜHREGEN FÄLLT; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT, BIS DIE ZEIT DES FRÜHREGENS57Obgleich er noch nicht gefallen ist.HERANREICHT. [SAGT ER:] BIS DIE REGENZEIT AUFHÖRT, [SO GILT DIES] BIS DER GANZE MONAT NISAN ZUENDE IST – SO R. MEÍR; R. JEHUDA SAGT, BIS DAS PESAḤFEST VORÜBER IST.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wer sich in Galiläa etwas bis zur Dörrzeit abgelobt und nach den Tälern hinabsteigt, dem ist es, obgleich in den Tälern die Dörrzeit herangereicht ist, verboten, bis die Dörrzeit in Galiläa heranreicht,", "BIS ZUR REGENZEIT, ODER: BIS ES REGENZEIT IST, [SO GILT DIES] BIS DER ZWEITE FRÜHREGEN FÄLLT; R. ŠIMO͑N B. GAMLIÉL SAGT &C R. Zera sagte: Ihr Streit besteht nur über den Fall, wenn er ‘bis zur Regenzeit58Im Texte durch die Mehrzahl ausgedrückt, worunter der 2. Regen verstanden wird.’ sagt, wenn er aber ‘bis zum Regen’ sagt, so meint er die Zeit des Regens59In der der 1. Regen einsetzt.." ], [ "Man wandte ein: Wann ist die Zeit des Frühregens? Des frühen am dritten, des mittleren am siebenten und des späten am dreiundzwanzigsten [Marḥešvan] – so R. Meír. R. Jehuda sagt, am siebenten, am siebzehnten und am dreiundzwanzigsten.", "R. Jose sagt, am siebzehnten, am dreiundzwanzigsten und am [ersten] Kislev. Ebenso sagte R. Jose, einzelne fasten60Wegen Ausbleibens des Regens.erst dann, wenn der erste des Kislev [regenlos] heranreicht.", "Hierzu fragten wir: allerdings der erste61Sc. wird die Zeit desselben angegeben.Frühregen, wegen der [Regen]-bitte62Man beginnt dann um Regen zu bitten., und der dritte, wegen des Fastens63Wenn er bis dann ausbleibt, wird ein Fasten angeordnet., von welcher Bedeutung aber ist der zweite? Und R. Zera erwiderte, hinsichtlich des Gelobens64Wenn jemand etwas bis zur Regenzeit gelobt, so gilt dies bis zum zweiten Frühregen..", "Hierzu sagten wir, die Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél, wenn sieben Tage hintereinander Regen gefallen ist, dies der erste und zweite Frühregen sei, vertrete die Ansicht R. Joses65Nach dem es zwischen beiden 7 Tage sind; nach RM. sind es 5 u. nach R. Jehuda 10 Tage. Demnach ist zwischen ‘Regen’ u. ‘Regenzeit’ (Einzahl u. Mehrzahl) nicht zu unterscheiden.!? –", "Dies66Daß es bei einem Gelübde bis zum 2. Frühregen gilt., wenn er ‘bis zur Regenzeit’ sagt.", "v,2 SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH DIESES JAHR KEINEN WEIN KOSTE, SO IST ER IHM, WENN DAS JAHR SCHALTJAHR WIRD, IN DIESEM UND IM SCHALTMONATE VERBOTEN. [SAGT ER:] BIS ANFANG ADAR, SO GILT ES BIS ZUM ANFANGE DES ERSTEN ADAR; [SAGT ER:] BIS ENDE ADAR, SO GILT ES BIS ZUM ENDE DES ERSTEN67Vgl. S. 487 Anm. 9.ADAR.", "GEMARA. Demnach ist unter Adar ohne Bezeichnung der erste zu verstehen,", "somit wäre anzunehmen, daß unsere Mišna die Ansicht R. Jehudas vertritt. Es wird nämlich gelehrt: Den ersten Adar schreibe man68In Urkunden.ersten Adar, den zweiten Adar schreibe man schlechthin Adar – so R. Meír; R. Jehuda sagt, den ersten Adar schreibe man schlechthin, den zweiten schreibe man zweiten.", "Abajje erwiderte: Du kannst auch sagen, die des R. Meír, denn das eine gilt, wenn man weiß, daß es ein Schaltjahr ist, und das andere, wenn man es nicht69In diesem Falle, von dem unsere Mišna spricht, denkt man nur an den ersten. weiß." ], [ "Es wird auch gelehrt: [Sagt jemand:] bis zum Neumonde Adar, so ist es ihm bis zum ersten Adar verboten, und wenn es ein Schaltjahr ist, bis zum Neumonde des zweiten Adar.", "Demnach gilt der Anfangsatz nicht von einem Schaltjahre. Schließe hieraus, daß das eine von dem Falle gilt, wenn er wußte, daß es ein Schaltjahr ist, und das andere von dem Falle, wenn er es nicht wußte.", "v,3 R. JEHUDA SAGTE: [SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH KEINEN WEIN KOSTEN WERDE, BIS ES PESAḤ IST, SO MEINTE ER NUR DIE NACHT ZUM PESAḤFESTE, BIS ZUR ZEIT, DA DIE MENSCHEN WEIN ZU TRINKEN70Die 4 Becher; cf. Pes. Fol. 99b.PFLEGEN.", "vi [SAGT ER:] QONAM, DASS ICH KEIN FLEISCH KOSTEN WERDE, BIS ES FASTTAG IST, SO IST ES IHM NUR BIS ZUR NACHT ZUM FASTTAGE VERBOTEN, DENN ER MEINTE NUR BIS ZUR ZEIT, DA DIE MENSCHEN FLEISCH ZU ESSEN PFLEGEN71Dies war bei der Mahlzeit vor dem Fasten Brauch, um sich zu kräftigen.. SEIN SOHN R. JOSE SAGTE: [SAGT JEMAND:] QONAM, DASS ICH KEINEN KNOBLAUCH KOSTEN WERDE, BIS ES ŠABBATH IST, SO IST ES IHM NUR BIS ZUR NACHT ZUM ŠABBATH VERBOTEN, DENN ER MEINTE NUR BIS ZUR ZEIT, DA DIE MENSCHEN KNOBLAUCH ZU ESSEN72Gf. Bq. Fol. 82a.PFLEGEN.", "vii SAGT JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN: QONAM, DASS ICH VON DIR NICHTS GENIESSE, WENN DU NICHT KOMMST UND EIN KOR WEIZEN UND ZWEI FASS WEIN FÜR DEINE KINDER ANNIMMST, SO KANN ER SEIN GELÜBDE OHNE BEI EINEM GELEHRTEN [NACHZUSUCHEN] AUFHEBEN, INDEM ER ZU IHM SAGE: DU HAST ES NUR ZU MEINER EHRUNG GESAGT, UND DIES73Keine Geschenke anzunehmen.IST MEINE EHRUNG.", "DESGLEICHEN AUCH, WENN JEMAND ZU SEINEM NÄCHSTEN SAGT: QONAM SEI DIR JEDER GENUSS VON MIR, WENN DU NICHT KOMMST UND MEINEN KINDERN EIN KOR WEIZEN UND ZWEI FASS WEIN GIBST. R. MEÍR SAGT, ES SEI IHM VERBOTEN, BIS ER SIE GIBT, UND DIE WEISEN SAGEN, AUCH HIERBEI KÖNNE ER SEIN GELÜBDE OHNE BEI EINEM GELEHRTEN [NACHZUSUCHEN] AUFHEBEN, INDEM ER ZU IHM SAGE: ICH BETRACHTE ES ALS ERHALTEN.", "WENN MAN EINEN NÖTIGT, DIE TOCHTER SEINER SCHWESTER ZU HEIRATEN, UND ER SAGT: QONAM, DASS SIE NIE EINEN GENUSS VON MIR HABEN SOLL, ODER WENN JEMAND SICH VON SEINER FRAU SCHEIDEN LÄSST UND SAGT: QONAM, DASS MEINE FRAU NIE EINEN GENUSS VON MIR HABEN SOLL, SO DÜRFEN SIE VON IHM GENIESSEN, DENN DIESER MEINTE ES NUR VON DER EHE.", "WENN JEMAND SEINEN NÄCHSTEN NÖTIGT, BEI IHM ZU ESSEN, UND DIESER SAGT: QONAM, DASS ICH DEIN HAUS NICHT BETRETE, DASS ICH KEINEN TROPFEN KALTES WASSER BEI DIR KOSTE, SO DARF ER SEIN HAUS BETRETEN UND BEI IHM KALTES WASSER TRINKEN, DENN DIESER MEINTE ES NUR VOM ESSEN UND TRINKEN74Er wollte nur die Einladung zur Mahlzeit ablehnen.." ], [ "i R. ELIE͑ZER SAGT, MAN DÜRFE EINEM EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF DIE EHRUNG VON VATER UND MUTTER1Daß diese das Gelübde nicht gebilligt haben würden.; DIE WEISEN VERBIETEN DIES.", "R. ÇADOQ SPRACH: STATT IHM EINEN AUSWEG ZU ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF DIE EHRUNG VON VATER UND MUTTER, KÖNNTE MAN IHM JA EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF DIE EHRUNG GOTTES2Daß es sündhaft ist, zu geloben., DEMNACH GÄBE ES ÜBERHAUPT KEINE GELÜBDE! DIE WEISEN PFLICHTEN JEDOCH R. ELIE͑ZER BEI, DASS MAN BEI ZWISCHEN IHM UND SEINEM VATER ODER SEINER MUTTER VORGEHENDEN DINGEN IHM EINEN AUSWEG ÖFFNE [DURCH DEN HINWEIS] AUF DIE EHRUNG VON VATER UND MUTTER.", "ii FERNER SAGTE R. ELIE͑ZER, MAN DÜRFE EINEM EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF UNVERMUTETES; DIE WEISEN VERBIETEN DIES. WENN JEMAND ZUM BEISPIEL SAGTE: QONAM, DASS ICH VON JENEM MANNE KEINE NIESSUNG HABEN WERDE, UND JENER SCHREIBER3Von dem er eine Urkunde haben muß; nach anderer Erklärung, in der übertragenen Bedeutung: Schriftgelehrter. WIRD ODER [KURZ DARAUF] SEINEN SOHN VERHEIRATET4Und dieser Veranlassung hat, an der Hochzeitsfeier teilzunehmen., UND DANN SAGT: HÄTTE ICH GEWUSST, DASS ER SCHREIBER WERDEN ODER DASS ER KURZ DARAUF SEINEN SOHN VERHEIRATEN WIRD, SO WÜRDE ICH NICHT GELOBT HABEN;", "[ODER JEMAND SAGTE:] QONAM, DASS ICH DIESES HAUS NICHT BETRETEN WERDE, UND ES EIN BETHAUS WIRD, UND DANN SAGT: HÄTTE ICH GEWUSST, DASS ES EIN BETHAUS WERDEN WIRD, SO WÜRDE ICH NICHT GELOBT HABEN, SO IST ES NACH R. ELIE͑ZER ERLAUBT5Ihm das Gelübde aufzulösen. UND NACH DEN WEISEN VERBOTEN.", "GEMARA. Was heißt: keine Gelübde? Abajje erwiderte: Demnach gäbe es keine Gelübde, die richtig aufgelöst6Es kann vorkommen, daß er in Wirklichkeit das Gelübde gar nicht bereut, jedoch durch den genannten Hinweis dies zu sagen veranlaßt wird. werden." ], [ "Raba erwiderte: Demnach gäbe es keine Gelübde, derentwegen man bei einem Gelehrten nachsuche7Gestützt auf diesen Hinweis betrachtet jeder sein Gelübde als aufgelöst.. –", "Wir haben gelernt: Die Weisen pflichten jedoch R. Elie͑zer bei, daß man bei zwischen ihm und seinem Vater oder seiner Mutter vorgehenden Dingen ihm einen Ausweg öffne [durch den Hinweis] auf die Ehrung von Vater und Mutter. Einleuchtend ist dies nach Abajje, welcher erklärt, demnach gäbe es keine Gelübde, die richtig aufgelöst werden, denn hierbei war er unwirsch8Gegen seine Eltern; hinsichtl. eines solchen Falles pflichten die Weisen bei. geworden und bleibt auch unwirsch9Wenn er sein Gelübde nicht wirklich bereut, sagt er es offen.,", "weshalb aber öffne man ihm hierbei einen Ausweg nach Raba, welcher erklärt, demnach gäbe es keine Gelübde, derentwegen man bei einem Gelehrten nachsuche10Wenn man wegen des genannten Hinweises nicht befragt, tut man es auch nicht im angeführten Falle.!? – Ich will dir sagen: da andere Gelübde ohne einen Gelehrten nicht [aufgelöst werden], so öffne man ihm [einen Ausweg] auch hierbei11Er wird auch in diesem Falle nicht veranlaßt, das Nachsuchen bei einem Gelehrten zu unterlassen..", "FERNER SAGTE R. ELIE͑ZER, MAN DÜRFE EINEM EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF UNVERMUTETES &C. Was ist der Grund R. Elie͑zers? R. Ḥisda erwiderte: Die Schrift sagt:12Ex. 4,19.denn gestorben sind all die Männer, und der Tod13Moše, der seinem Schwiegervater gelobt hatte, nicht nach Miçrajim zurückzukehren (weit. Fol. 65a), wurde mit diesem Hinweise aufgefordert, dahin zurückzukehren.ist Unvermutetes. Hieraus, daß man einen Ausweg öffne [durch den Hinweis] auf Unvermutetes. –", "Was ist der Grund der Rabbanan14Der angezogene Fall spricht ja wider sie.? – Sie sind der Ansicht, jene waren gar nicht gestorben. R. Joḥanan sagte nämlich im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Überall, wo es hadern15Dieser Ausdruck wird bei den Feinden Mošes, von denen die angezogene Schriftstelle spricht, gebraucht; cf. Ex. 2,13 u. ib. 5,20.und stehen15Dieser Ausdruck wird bei den Feinden Mošes, von denen die angezogene Schriftstelle spricht, gebraucht; cf. Ex. 2,13 u. ib. 5,20.heißt, waren es Dathan und Abiram16Die dann noch lebten.. Vielmehr, sagte Reš Laqiš, hatten sie ihr Vermögen verloren17Und galten daher als tot..", "R. Jehošua͑ b. Levi sagte nämlich: Wer keine Kinder hat, gleicht einem Toten, denn es heißt:18Gen. 30,1.schaffe mir Kinder, sonst sterbe ich. Ferner wird gelehrt: Vier gleichen einem Toten: ein Armer, ein Aussätziger, ein Blinder und ein Kinderloser. Ein Armer, denn es heißt: denn gestorben sind all die Leute; ein Aussätziger, denn es heißt:19Num. 12,12.daß sie nicht wie eine Tote sei; ein Blinder, denn es heißt:20Thr. 3,6.er setzte mich in Finsternis gleich ewig Toten; ein Kinderloser, denn es heißt: schaffe mir Kinder, sonst sterbe ich." ], [ "Es wird gelehrt: Wenn einem der Genuß von seinem Nächsten abgelobt ist, so löse man ihm [das Gelübde] nur in seiner Gegenwart auf. Woher dies? R. Naḥman erwiderte: Es heißt:12Ex. 4,19.und der Herr sprach zu Moše in21Nach der t.schen Auslegung gehört das W. במדין zur Rede Gottes: Geh nach Midjan u. kehre nach Miçrajim zurück.Midjan: Geh und kehre nach Miçrajim zurück, denn gestorben sind all die Leute. Er sprach zu ihm: Du hast22Nach dem T. hatte ihn sein Schwiegervater mit einem Gelübde belegt, nicht nach Miçrajim zurückzukehren.in Midjan gelobt, geh und löse dein Gelübde in Midjan auf. Es heißt:23Ex. 2,21.und Moše willigte [vajoél], und unter ‘ala’ ist ein Schwur zu verstehen, denn es heißt:24Ez. 17,13.er verpflichtete ihn mit einem ala,", "[und es heißt:]25iiChr. 36,13.auch gegen den König Nebukhadneçar empörte er sich, der ihn beim lebenden Gott hat schwören lassen. – Worin bestand seine Empörung? – Çidqijahu traf Nebukhadneçar einen rohen26Viell, in der gewöhnl. Bedeutung: lebenden.Hasen essen; da sprach dieser zu ihm: Schwöre mir, daß du es nicht verraten wirst, damit dies nicht bekannt werde. Da schwor er es.", "Später grämte sich Çidqijahu darüber, ließ seinen Schwur auflösen und erzählte es. Als nun Nebukhadneçar erfuhr, daß man ihn verachte, ließ er das Synedrium und Çidqijahu holen und sprach zu ihnen: Seht doch, was Çidqijahu getan hat: hat er doch beim Namen des Himmels geschworen, es nicht zu verraten! Dieser erwiderte: Ich ließ mir den Schwur auflösen.", "Jener fragte: Kann man einen Schwur auflösen? Sie erwiderten: Jawohl. Jener fragte: Nur in seiner27Den der Schwur betrifft.Gegenwart oder auch in seiner Abwesenheit? Sie erwiderten: Nur in seiner Gegenwart. Da sprach er zu ihnen: Was habt ihr nun getan? Weshalb habt ihr es Çidqijahu nicht gesagt? Alsdann geschah:28Thr. 2,10.sie sitzen zur Erde verstummt, die Greise der Tochter Çijons. R. Jiçḥaq sagte: Man zog die Polster unter ihnen fort.", "iii R. MEÍR SAGTE: ES GIBT UMSTÄNDE, DIE DEM UNVERMUTETEN GLEICHEN, ABER DOCH NICHT UNVERMUTETES SIND, DIE WEISEN ABER PFLICHTEN IHM NICHT BEI. WENN JEMAND ZUM BEISPIEL SAGT: QONAM, DASS ICH JENE NICHT HEIRATE, WEIL IHR VATER SCHLECHT IST, UND MAN IHM BERICHTET, ER SEI GESTORBEN, ODER ER HABE BUSSE GETAN, ODER WENN JEMAND SAGT: QONAM, DASS ICH IN DIESES HAUS NICHT GEHE, WEIL EIN BÖSER HUND DARIN IST, ODER WEIL EINE SCHLANGE DARIN IST, UND MAN IHM BERICHTET, DER HUND SEI TOT, ODER DIE SCHLANGE GETÖTET, SO GLEICHT DIES DEM UNVERMUTETEN, JEDOCH IST ES NICHT UNVERMUTETES29Da er sein Gelübde damit begründet hat, so ist das Gelübde bedingt, u. man öffne damit einen Ausweg zur Auflösung.; DIE WEISEN ABER PFLICHTEN IHM NICHT BEI.", "GEMARA. QONAM, DASS &C. Wenn gestorben, so ist es ja Unvermutetes!? R. Hona erwiderte: Es ist ebenso, als hätte er sein Gelübde davon abhängig29Da er sein Gelübde damit begründet hat, so ist das Gelübde bedingt, u. man öffne damit einen Ausweg zur Auflösung.gemacht. R. Joḥanan erwiderte: Wenn man ihm berichtet, er sei längst30Vor dem Geloben; das Gelübde beruht auf einem Irrtum.gestorben, er habe längst Buße getan." ], [ "R. Abba wandte ein: Wenn [jemand sagt:] Qonam, daß ich die häßliche N. nicht heirate, und sie hübsch ist, die schwarze, und sie weiß ist, die kleine, und sie groß ist, so ist sie ihm erlaubt; nicht weil sie häßlich war und hübsch geworden, schwarz war und weiß geworden, klein war und groß geworden31Weil ein neuer, unvermuteter Umstand eingetreten ist.ist, sondern weil das Gelübde auf einem Irrtum beruht. Allerdings lehrt er nach R. Hona, der erklärt, es sei ebenso, als hätte er sein Gelübde davon abhängig gemacht, den Fall, wenn er sein Gelübde von etwas abhängig macht, und den Fall von einem irrtümlichen Gelübde, wozu aber lehrt er nach R. Joḥanan, der erklärt, wenn man ihm berichtet, er sei längst gestorben, er habe längst Buße getan, zweimal von einem irrtümlichen Gelübde!? – Ein Einwand.", "iv FERNER SAGTE R. MEÍR: MAN DÜRFE IHM EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF DAS, WAS IN DER TORA GESCHRIEBEN IST, UND ZU IHM SPRECHEN: WENN DU ABER GEWUSST HÄTTEST, DASS DU ÜBERTRITTST [DAS GESETZ]:32Lev. 19,18.du sollst nicht rachsüchtig sein, ODER:32Lev. 19,18.du sollst nicht nachtragen, ODER:33Ib. V. 17.du sollst deinen Bruder nicht in deinem Herzen hassen, ODER:34Ib. V. 18.du sollst deinen Bruder wie dich selbst lieben, ODER:35Ib. 25,36.dein Bruder soll neben dir leben, ODER: DASS DU, WENN ER VERARMT, IHN NICHT ERNÄHREN KANNST? SAGT ER, ER WÜRDE, WENN ER GEWUSST HÄTTE, DASS DEM SO IST, NICHT GELOBT HABEN, SO IST ES ERLAUBT<endnote1>5</endnote1>.", "GEMARA. R. Hona b. R. Qaṭṭina sprach zu Raba: Er kann ja sagen: nicht jeder, der verarmt, braucht mir [zur Last] zu fallen; soweit ich ihn mit jedem anderen zu ernähren habe, ernähre ich ihn!? Dieser erwiderte: Ich sage: wer herunterkommt, fällt nicht sofort auf den Almosenverwalter36Zunächst wird ein Angehöriger herangezogen, von dem hier gesprochen wird..", "v MAN DARF EINEM EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF DIE MORGENGABE SEINER FRAU.", "EINST GELOBTE SICH JEMAND DEN GENUSS SEINER FRAU AB, UND IHRE MORGENGABE37Die er ihr bei der Scheidung auszuzahlen hatte.BETRUG VIERHUNDERT DENARE. ALS ER VOR R. A͑QIBA KAM, UND DIESER IHN VERURTEILTE, IHR IHRE MORGENGABE ZU ZAHLEN, SPRACH ER ZU IHM: MEISTER, ACHTHUNDERT DENARE HINTERLIESS MEIN VATER, VIERHUNDERT ERHIELT MEIN BRUDER UND VIERHUNDERT ERHIELT ICH; GENÜGT ES NICHT, DASS SIE ZWEIHUNDERT ERHÄLT UND ICH ZWEIHUNDERT BEHALTE? R. A͑QIBA ERWIDERTE: SELBST WENN DU DAS HAAR AUF DEINEM KOPFE VERKAUFEN MÜSSTEST, HAST DU IHR IHRE MORGENGABE AUSZUZAHLEN. HIERAUF SPRACH JENER: HÄTTE ICH GEWUSST, DASS DEM SO IST, SO WÜRDE ICH NICHT GELOBT HABEN. DA ERLAUBTE SIE IHM R. A͑QIBA.", "GEMARA. Sind denn bewegliche Sachen38Die Mišna spricht von 800 Denaren, wohl Bargeld.für die Morgengabe haftbar? Abajje erwiderte: Grundbesitz im Werte von achthundert Denaren. – Er spricht ja vom Haare39Das er abschneiden u. verkaufen müßte.auf seinem Kopfe, und das Kopfhaar ist ja eine bewegliche Sache!? – Er meint es wie folgt: Selbst wenn du dein Kopfhaar verkaufen müßtest, um zum Essen zu haben. –", "Hieraus wäre demnach zu entnehmen, daß man einem Schuldner nichts zurücklasse40Während anderweitig gelehrt wird, daß man ihm die notwendigsten Gebrauchsgegenstände u. für einen Monat Nahrungsmittel zurücklasse; cf. Bm. Fol. 113b.? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte:" ], [ "Dies besagt, daß man die Urkunde über die Morgengabe nicht zerreiße41Die genannte Wendung besagt nicht, daß man ihm auch die zum Leben notwendigen Sachen abnehme, sondern daß er, auch wenn er seinen ganzen Besitz abgibt, keinen Anspruch auf Rückgabe od. Vernichtung der Urkunde hat, vielmehr bis zur vollständigen Bezahlung ihr Schuldner bleibt..", "vi MAN DARF EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF FESTTAGE42Vgl. S. 417 Anm. 84. UND ŠABBATHE. ANFANGS SAGTEN SIE, AN DIESEN TAGEN SEI ES IHM ERLAUBT, AN ALLEN ÜBRIGEN TAGEN VERBOTEN, BIS R. A͑QIBA KAM UND LEHRTE, EIN GELÜBDE, DAS TEILWEISE AUFGELÖST WORDEN IST, SEI VOLLSTÄNDIG AUFGELÖST.", "vii ZÜM BEISPIEL: SAGTE JEMAND: QONAM, DASS ICH EUCH ALLE NICHTS GENIESSEN LASSE, SO IST ES, WENN ES INBETREFF DES EINEN AUFGELÖST WORDEN IST, FÜR ALLE AUFGELÖST;", "[SAGTE ER:] DASS ICH NICHTS GENIESSEN LASSE DIESEN UND DIESEN, SO IST ES, WENN ES INBETREFF DES ERSTEN AUFGELÖST WORDEN IST, FÜR ALLE AUFGELÖST, UND WENN ES INBETREFF DES LETZTEN AUFGELÖST WORDEN IST, DEM LETZTEN ERLAUBT UND ALLEN ANDEREN VERBOTEN.", "[SAGTE ER:] WAS ICH VON DIESEM GENIESSE, SEI OPFER, UND WAS VON JENEM, SEI OPFER, SO IST EIN AUSWEG ERFORDERLICH FÜR JEDEN BESONDERS.", "viii [WENN JEMAND SAGT:] QONAM, DASS ICH KEINEN WEIN KOSTEN WERDE, WEIL DER WEIN DEM LEIBE SCHÄDLICH IST, UND MAN IHM ERKLÄRT: DER ALTE IST JA DEM LEIBE ZUTRÄGLICH, SO IST IHM DER ALTE ERLAUBT; UND NICHT NUR DER ALTE IST IHM ERLAUBT, SONDERN AUCH JEDER WEIN. [WENN JEMAND SAGT:] QONAM, DASS ICH KEINE ZWIEBEL KOSTEN WERDE, WEIL DIE ZWIEBEL DEM HERZEN SCHÄDLICH IST, UND MAN IHM ERKLÄRT: DIE DÖRFISCHE IST JA DEM HERZEN ZUTRÄGLICH, SO IST IHM DIE DÖRFISCHE ERLAUBT; UND NICHT NUR DIE DÖRFISCHE IST IHM ERLAUBT, SONDERN AUCH ALLE ANDEREN ZWIEBELN. EINST EREIGNETE SICH EIN SOLCHER FALL, UND R. MEÍR ERLAUBTE IHM ALLE ZWIEBELN.", "GEMARA. WENN ES INBETREFF DES LETZTEN AUFGELÖST WORDEN IST, DEM LETZTEN ERLAUBT, UND ALLEN ANDEREN VERBOTEN. Wer lehrte dies?", "Raba erwiderte: Es ist R. Šimo͑n welcher sagt: nur wenn er den Schwur bei jedem besonders gesprochen hat43Ist er wegen eines jeden besonders schuldig, falls er mehreren Personen ein Depositum ableugnet u. falsch schwört; cf. Seb. Fol. 36b..", "QONAM, DASS ICH KEINEN WEIN KOSTEN WERDE &C. Sollte doch schon der Umstand genügen, daß er nicht schädlich44Das Gelübde beruht auf einem Irrtum.ist!? R. Abba erwiderte: Dies heißt: und er ist sogar zuträglich45Abgesehen davon, daß er nicht schädlich ist..", "QONAM, DASS ICH KEINE ZWIEBEL KOSTEN WERDE, WEIL DIE ZWIEBEL &c. Sollte doch schon der Umstand genügen, daß sie nicht schädlich ist!? R. Abba erwiderte: Dies heißt: und sie ist sogar zuträglich.", "ix MAN DARF EINEM EINEN AUSWEG ÖFFNEN [DURCH DEN HINWEIS] AUF SEINE EIGENE EHRE UND DIE EHRE SEINER KINDER. MAN SPRECHE46Falls er gelobt hat, sich von seiner Frau scheiden zu lassen.ZU IHM: AUCH WENN DU GEWUSST HÄTTEST, DASS MAN MORGEN ÜBER DICH SAGEN WIRD: DAS IST DIE ART DES N., DASS ER SICH VON SEINEN FRAUEN SCHEIDEN LÄSST, DASS MAN VON DEINEN TÖCHTERN SAGEN WIRD: SIE SIND TÖCHTER EINER GESCHIEDENEN; WESHALB WOHL IST DIE MUTTER VON DIESEN GESCHIEDEN WORDEN? SAGT ER, ER WÜRDE, WENN ER GEWUSST HÄTTE, DASS DEM SO IST, NICHT GELOBT HABEN, SO IST ES ERLAUBT", "<endnote1>5</endnote1>. x [WENN JEMAND SAGT:] QONAM, DASS ICH DIE HÄSSLICHE N. NICHT HEIRATE, UND SIE HÜBSCH IST, DIE SCHWARZE, UND SIE WEISS IST, DIE KLEINE, UND SIE GROSS IST, SO IST SIE IHM ERLAUBT; NICHT WEIL SIE HÄSSLICH WAR UND HÜBSCH GEWORDEN, SCHWARZ WAR UND WEISS GEWORDEN, KLEIN WAR UND GROSS GEWORDEN IST, SONDERN WEIL DAS GELÜBDE AUF EINEM IRRTUM BERUHT.", "EINST HATTE SICH JEMAND DEN GENUSS DER TOCHTER SEINER SCHWESTER ABGELOBT; DA BRACHTE MAN SIE IN DAS HAUS DES R. JIŠMA͑ÉL UND PUTZTE SIE AUS. HIERAUF SPRACH R. JIŠMA͑ÉL ZU IHM: MEIN SOHN, DIESE HAST DU DIR ABGELOBT? ER ERWIDERTE: NEIN. DA ERLAUBTE SIE IHM R. JIŠMA͑ÉL.", "IN JENER STUNDE WEINTE R. JIŠMA͑ÉL UND SPRACH: DIE TÖCHTER JISRAÉLS SIND SCHÖN, DIE ARMUT NUR VERUNSTALTET SIE. ALS R. JIŠMA͑ÉL STARB, STIMMTEN DIE JISRAÉLITISCHEN TÖCHTER EIN KLAGELIED AN UND SPRACHEN: WEINET, TÖCHTER JISRAÉLS, UM R. JIŠMA͑ÉL! EBENSO HEISST ES BEI ŠAÚL:47iiSam. 1,24.Weinet, Töchter Jisraéls, um Šaúl!", "GEMARA. Ein Tatfall zur Widerlegung48Gelehrt wird, daß man nur bei einem auf einem Irrtum beruhenden Gelübde einen Ausweg öffne, was aber beim angeführten Ereignisse nicht der Fall war.!? – [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: R. Jišma͑él sagt, auch wenn sie häßlich war und schön geworden, schwarz war und weiß geworden, klein war und groß geworden ist. Einst hatte sich jemand den Genuß der Tochter seiner Schwester abgelobt; da brachte man sie in das Haus des R. Jišma͑él und putzte sie aus &c." ], [ "Es wird gelehrt: Sie hatte einen eingesetzten Zahn, und R. Jišma͑él ließ ihr auf seine Kosten einen goldenen Zahn anfertigen. Als R. Jišma͑él starb, begann ein Trauerredner über ihn also: Weinet, Töchter Jisraéls, um R. Jišma͑él, der euch kleidete &c49Cf. iiSam. 1,24..", "Einst sagte jemand zu seiner Frau: Qonam, daß du von mir nichts genießest, bis du dein Gericht R. Jehuda und R. Šimo͑n hast kosten lassen. R. Jehuda kostete, denn er sagte: Es ist [ein Schluß] vom Schwereren auf das Leichtere zu folgern: wenn die Tora sogar vom in Heiligkeit geschriebenen [Gottes]namen gesagt hat, er sei des Zweifels wegen durch das Fluchwasser50Cf. Num. 5,23.zu verwischen, um Frieden zu stiften zwischen Mann und Frau, um wieviel mehr ich.", "R. Šimo͑n aber kostete nicht, denn er sagte: Mögen alle Kinder der Witwe51Dh. vorher auch der Mann.sterben, Šimo͑n aber weicht nicht von seiner Stelle, und [zwar,] damit man sich nicht zu geloben gewöhne.", "Einst sagte jemand zu seiner Frau: Qonam, daß du nichts von mir genießest, bis du R. Šimo͑n b. Gamliél angespuckt hast. Da ging sie und spuckte auf sein Gewand. R. Aḥa aus Diphte sprach zu Rabina: Jener beabsichtigte ja eine Beleidigung52Sie sollte ihm ins Gesicht spucken.!? Dieser erwiderte: R. Šimo͑n b. Gamliél auf das Gewand spucken ist eine große Beleidigung.", "Einst sagte jemand zu seiner Frau: Qonam, daß du von mir nichts genießest, bis du deinen schönsten Fehler53Eine Ironie auf ihre Häßlichkeit; manche lesen מאום statt מום: etwas Schönes.R. Jišma͑él b. Jose gezeigt hast.", "Da sprach er zu ihnen: Vielleicht ist ihr Kopf schön? Man erwiderte ihm: Er ist rund. – Vielleicht ist ihr Haar schön? – Es gleicht Flachsbüscheln. – Vielleicht sind ihre Augen schön? – Sie sind matt54Od. triefend; nach anderen Erklärern: rund.. – Vielleicht sind ihre Ohren schön? – Sie sind gefaltet. – Vielleicht ist ihre Nase schön? – Sie ist plump. – Vielleicht sind ihre Lippen schön? – Sie sind dick. – Vielleicht ist ihr Hals schön? – Er ist kurz. – Vielleicht ist ihr Bauch schön? – Er ist gedunsen. – Vielleicht sind ihre Füße schön? – Sie sind platt, wie die einer Gans. – Vielleicht ist ihr Name schön? – Sie heißt Schmutze. Da sprach er zu ihnen: Das ist das Schöne an ihr, daß sie Schmutze heißt, denn sie ist mit Fehlern beschmutzt. Hierauf löste er ihm [das Gelübde] auf.", "Einst sagte ein Babylonier, der nach dem Jisraéllande hinaufzog und da eine Frau nahm, zu ihr, daß sie ihm ein paar Linsen koche. Da kochte sie ihm ein Paar55Aus Dummheit nahm sie seinen Auftrag wörtlich u. kochte ihm 2 Linsen; ebenso weiter.Linsen. Da wurde er zornig und am folgenden Tage sagte er zu ihr, daß sie ihm ein Maß56Als Übertreibung, dh. eine richtige Mahlzeit u. nicht wiederum 2 Linsen.koche. Da kochte sie ihm ein ganzes Maß. Einst sagte er zu ihr, daß sie ihm zwei Gurken hole, und als sie ihm zwei Lichter57Für beides hat die aram. Sprache das gleiche Wort; viell, gab auch die Verschiedenheit des Dialektes zu Mißverständnissen Anlaß.holte,", "sprach er58Aus Ärger.zu ihr: Geh, schlage sie an den Kopf der Tür [baba]. An der Tür aber saß gerade Baba b. Buṭa und verhandelte in einer Rechtssache, und sie ging hin und schlug sie ihm an den Kopf. Da sprach er zu ihr: Was tust du da? Sie erwiderte: So gebot mir mein Mann. Hierauf sprach er: Du hast den Wunsch deines Mannes erfüllt; so möge Gott von dir zwei Söhne wie Baba b. Buṭa hervorgehen lassen.", "", "i DIE GELÜBDE EINER VERLOBTEN1Im Texte überall verlobtes Mädchen, dh. eine im Mädchenalter, nach dem T. die 1. Hälfte des 13. Lebensjahres, worauf das Alter der Mannbarkeit beginnt; vgl. auch S. 117 Anm. 316. KÖNNEN IHR VATER UND IHR MANN2Dh. Verlobter. [NUR ZUSAMMEN] AUFHEBEN3Dieser Ausdruck (הפר) wird von der Auflösung des Gelübdes der Frau od. der Tochter durch den Ehemann bezw. Vater gebraucht; cf. infra Fol. 77b.." ], [ "HEBT DER VATER ES AUF UND NICHT DER EHEMANN ODER DER EHEMANN UND NICHT DER VATER, SO IST ES NICHT AUFGEHOBEN, UND SELBSTVERSTÄNDLICH, WENN EINER VON IHNEN ES BESTÄTIGT HAT.", "GEMARA. Dies4Die Lehre des Schlußsatzes, daß, wenn einer von ihnen das Gelübde aufhebt, es bestehen bleibe.ist ja der Anfangsatz: können ihr Vater und ihr Ehemann aufheben!? – Man könnte glauben, dies heiße: entweder5Im Texte fehlen die W.e ‘nur zusammen’.ihr Vater oder ihr Ehemann, so lehrt er uns.", "UND SELBSTVERSTÄNDLICH, WENN EINER VON IHNEN ES AUFGEHOBEN HAT. Wozu braucht dies gelehrt zu werden: wenn es ungültig ist, falls einer ohne den anderen es aufhebt, wozu lehrt er dies von dem Falle, wenn einer von ihnen es bestätigt!? –", "Dies muß wegen des Falles gelehrt werden, wenn es einer von ihnen aufgehoben und einer bestätigt hat, und der Bestätigende darauf ob seiner Bestätigung [bei einem Gelehrten] nachsucht6Die Bestätigung auflösen läßt.. Man könnte glauben: was er bestätigt hat, hat er ja widerrufen7Die Aufhebung der Bestätigung gilt als Aufhebung des Gelübdes., so lehrt er uns, daß beide es gleichzeitig aufheben müssen.", "Woher, daß die Gelübde einer Verlobten der Vater und der Ehemann [nur zusammen] aufheben können? Rabba erwiderte: Die Schrift sagt: 8Num. 30,7.und wenn sie einem Manne wird und Gelübde auf sieh hat; hieraus9Aus der Verbindungspartikel ‘und’, die es mit dem vorangehenden Schriftverse verbindet, der vom Vater spricht., daß die Gelübde einer Verlobten der Vater und der Ehemann [nur zusammen] aufheben können. – Vielleicht spricht dieser Schriftvers von einer Verheirateten!? –", "Von einer Verheirateten spricht ein anderer Schriftvers:10Num. 30,11.wenn sie im Hause ihres Mannes gelobt. – Vielleicht sprechen beide von einer Verheirateten? Wolltest du erwidern, es seien nicht zwei Schriftverse von der Verheirateten nötig, so lehrt [einer], daß der Ehemann nicht Vorheriges1Gelübde aus der Zeit vor der Ehe.aufheben kann. –" ], [ "Ist dies etwa nicht selbstverständlich?", "Wenn du aber willst, sage ich: unter sein11Vgl. Bd. IV S. 347 Anm. 246; im angezogenen Schriftverse durch ‘wird’ wiedergegeben.ist die Antrauung zu verstehen12Dieser Schriftvers ist daher auf die Angetraute, die Verlobte, zu beziehen.. –", "Vielleicht kann der Vater allein oder der Verlobte allein es aufheben!? – Wozu hieße es demnach, daß, wenn sie sich im Hause ihres Vaters befindet, er es hindern kann: wenn neben dem Verlobten der Vater allein es aufheben kann, um wieviel mehr, wenn kein Verlobter da ist!? –", "Vielleicht benötigt der Vater des Verlobten, der Verlobte aber kann es allein aufheben!? Wolltest du erwidern, demnach brauchte der Allbarmherzige es nicht vom Vater zu schreiben13Die Verbindung (Anm. 9) ist unnötig., so ist dies nötig, um zu lehren, daß, wenn [der Vater] es bestätigt hat, es bestätigt sei14Wenn aber nicht, so ist die Aufhebung des Verlobten allein ausreichend.. –", "Wozu schrieb demnach der Allbarmherzige: wenn sie im Hause ihres Mannes gelobt: wenn neben dem Vater der Verlobte allein es aufheben kann, um wieviel mehr wenn kein Vater da ist!? –", "Vielleicht besagt [der Schriftvers:] wenn sie im Hause ihres Mannes gelobt, daß der Ehemann nicht Vorheriges10Num. 30,11.aufheben kann,", "und hieraus eben, daß der Verlobte Vorheriges aufheben kann!?", "Wahrscheinlich vielmehr wegen des Anteils des Vaters15In dessen Gewalt sie sich noch befindet, kann der Verlobte allein es nicht aufheben.." ], [ "In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt:16Num. 30,17.Zwischen einem Manne und seiner Frau, zwischen einem Vater und seiner Tochter; hieraus17Nach dem T. spricht die Schrift von ein u. derselben Person, die einen Vater u. einen Mann, dh. einen Verlobten hat., daß die Gelübde einer Verlobten ihr Vater und ihr Ehemann [nur zusammen] aufheben können. – Wofür verwendet der Autor der Schule R. Jišma͑éls [die Worte:] wenn sie einem Manne wird18Aus denen oben dies ebenfalls gefolgert wird.? –", "Diese verwendet er für die Lehre Rabbas19Weit. Fol. 70a.. – Wofür verwendet Rabba [den Schriftvers] der Schule R. Jišma͑éls? – Dieser ist nötig, um zu lehren, daß der Ehemann Gelübde über zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge aufheben kann20Die Schrift spricht nur von Dingen, die eine Kasteiung des Leibes betreffen..", "Sie fragten: Durchschneidet21Wenn der Verlobte seinerseits das Gelübde aufhebt, so wird seine Hälfte durchschnitten, dh. der auf ihn entfallende Teil ist vollständig aufgehoben u. der auf den Vater entfallende Teil bleibt unberührt, bis ihn auch dieser seinerseits aufhebt.es der Ehemann oder lockert22Seine Aufhebung erstreckt sich auf das ganze Gelübde, das er nicht allein aufheben kann, jedoch wird es dadurch geschwächt, dh. es ist damit nicht mehr so streng zu verfahren.er es. Unsere Frage gilt von dem Falle, wenn sie sich zwei Oliven abgelobt, der Verlobte es gehört und es aufgehoben, und sie sie gegessen hat:", "wenn wir sagen, er durchschneide es, so ist sie23Wegen der Übertretung des Gelübdes; die auf den Verlobten entfallende Olive war ihr zwar vollständig erlaubt, jed. bestand das Verbot hinsichtl. der auf den Vater entfallenden vollständig unberührt.zu geißeln, und wenn wir sagen, er lockere es, so war es nur Verbotenes24Das Gelübde ist zwar nicht aufgehoben u. sie durfte die Oliven nicht essen, jed. ist es durch die Aufhebung des einen geschwächt, sodaß wegen der Übertretung nicht zu geißeln ist.. Wie ist es damit? –", "Komm und höre: Nur dann sagten sie, wenn der Ehemann gestorben ist, gehe seine Gewalt auf den Vater über, wenn der Ehemann es vor seinem Tode nicht gehört hat, oder gehört und aufgehoben25So richt. in Handschriften u. weiter.hat, oder gehört und geschwiegen hat und am selben Tage gestorben ist. Das ist der Fall, worüber wir gelernt haben: stirbt der Ehemann, so geht seine Gewalt auf den Vater über." ], [ "Wenn er es aber gehört und bestätigt hat, oder gehört und geschwiegen hat und erst am folgenden Tage gestorben ist, kann [der Vater] es nicht aufheben.", "Wenn ihr Vater es gehört und aufgehoben hat, und bevor noch der Ehemann es zu hören bekam der Vater gestorben ist, so ist dies der Fall, worüber wir gelernt haben: stirbt der Vater, so geht seine Gewalt nicht auf den Ehemann über. Wenn ihr Mann es gehört und aufgehoben hat, und bevor noch der Vater es zu hören bekam ihr Mann gestorben ist, so ist dies der Fall, worüber wir gelernt haben: stirbt der Ehemann, so geht seine Gewalt auf den Vater über.", "Wenn ihr Mann es gehört und aufgehoben hat, und der Vater bevor er es zu hören bekam gestorben ist, kann der Ehemann es nicht aufheben, denn der Ehemann kann es nur zusammen aufheben." ], [ "Wenn ihr Vater es gehört und aufgehoben hat, und der Ehemann bevor er es zu hören bekam gestorben ist, kann dann der Vater den Anteil des Ehemannes26Seine eigene Aufhebung besteht von früher her u. er braucht sie nicht zu wiederholen.aufheben. R. Nathan sagte: Das sind eben die Worte der Schule Šammajs, die Schule Hillels aber sagt, er könne nicht27Den Anteil des Ehemannes allein, vielmehr muß er es auch für sich selber wiederholen.aufheben.", "Schließe hieraus, daß er es nach der Schule Šammajs durchschneidet und nach der Schule Hillels lockert. Schließe hieraus.", "Raba fragte: Gibt es bei der Bestätigung ein Nachsuchen28Bei einem Gelehrten, der diese gleich dem Gelübde auflöse.oder gibt es bei der Bestätigung kein Nachsuchen? Und gibt es, wenn du entscheidest, bei der Bestätigung gebe es ein Nachsuchen, bei der Aufhebung ein Nachsuchen29Daß sie dann ungültig wird u. das Gelübde bestehen bleibt. So nach den Tosaphoth, die Erklärung Raschis ist zu sehr kompliziert.oder gibt es bei der Aufhebung kein Nachsuchen? –", "Komm und höre: R. Joḥanan sagte, man suche nach inbetreff der Bestätigung und man suche nicht nach inbetreff der Aufhebung.", "Rabba fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] es sei dir bestätigt, es sei dir bestätigt, und inbetreff der ersten Bestätigung nachsucht? –", "Komm und höre: Raba sagte, sucht er30Wer ein Gelübde wiederholt; ob. Fol. 18a.wegen des ersten nach, treffe ihn das andere. Rabba fragte: Wie ist es, [wenn er sagt:] es sei dir bestätigt, es sei dir aufgehoben, und die Bestätigung erfolge nur dann, wenn die Aufhebung erfolgt31Ob die Bestätigung dadurch aufgehoben ist.? –" ], [ "Komm und höre einen Streit zwischen R. Meír und R. Jose. Wir haben gelernt: [Sagt jemand:] dieses [Vieh] sei eingetauscht für das Brandopfer, eingetauscht für das Heilsopfer, so ist es eingetauscht für das Brandopfer32Mit dem 1. Satze ist es Brandopfer geworden, das nicht mehr auf ein Heilsopfer eingetauscht werden kann. – so R. Meír; R. Jose sagt, hat er dies33Es auf beide einzutauschen.von vornherein beabsichtigt, so sind, da man nicht zwei Namen gleichzeitig aussprechen34Nur deshalb nannte er zuerst das eine u. nachher das andere.kann, seine Worte35Für den Erlös sind beide Opfer darzubringen.gültig.", "Und auch R. Meír sagt dies36Daß der 1. Satz gültig ist.nur von dem Falle, wenn er nicht sagt, das eine erfolge nur dann, wenn das andere erfolgt, hierbei aber, wo er sagt, die Bestätigung erfolge nur dann, wenn die Aufhebung erfolgt, pflichtet auch R. Meír bei, daß die Aufhebung platzgreift.", "Rabba fragte: Wie ist es, wenn er in einem Satze [sagt:] es sei dir bestätigt und aufgehoben? – Komm und höre: Rabba sagte, was nacheinander nicht gilt, gelte auch gleichzeitig nicht37Wenn er das Gelübde zuerst bestätigt u. nachher aufhebt, so ist die Aufhebung unwirksam..", "Rabba fragte: Wie ist es, [wenn er sagt:] heute sei es dir bestätigt; sagen wir dies sei ebenso, als würde er zu ihr sagen: morgen sei es dir aufgehoben, oder aber, er sagt es ja nicht?" ], [ "Und wie ist es, falls du entscheidest, er sagt es nicht, [wenn er sagt:] morgen sei es dir aufgehoben; sagen wir, morgen könne er das Gelübde nicht aufheben, da er38Indem er es für morgen aufschiebt.es heute bestätigt, oder aber, da er zu ihr nicht sagt: heute sei es dir bestätigt, so meint er, wenn er zu ihr sagt, morgen sei es dir aufgehoben, von heute ab?", "Und wie ist es, falls du entscheidest, da er es heute bestätigt, bestehe es morgen, [wenn er sagt:] es sei dir eine Stunde bestätigt; sagen wir, dies sei ebenso, als würde er zu ihr sagen: nach einer Stunde sei es dir aufgehoben, oder aber, er sagt es ja nicht?", "Und wie ist es, falls du entscheidest, er sagt es nicht, wenn er es sagt; sagen wir, da er [das Gelübde] bestätigt hat, bleibe es bestätigt, oder aber, da Bestätigung und Aufhebung am ganzen Tage erfolgen kann, so ist es wirksam, wenn er sagt: nach einer Stunde sei es dir aufgehoben? –", "Komm und höre: Wenn [eine Frau sagt:] ich will Naziräerin sein, und ihr Mann es hört und sagt: auch ich, so kann er es nicht aufheben. Weshalb denn, man sollte doch sagen, das ‘auch ich’ beziehe er auf sich, daß er Nazir sei, ihr Nazirgelübde aber lasse er39Um darauf sein eigenes Nazirat zu beziehen.eine Stunde bestehen, und wenn er will, hebe er es nach einer Stunde auf. Er kann es wohl deshalb nicht mehr aufheben, weil es, da er es bestätigt, bestätigt bleibe. – Nein, er ist der Ansicht, wenn jemand ‘auch ich’ sagt, so ist es ebenso, als würde er sagen: es sei dir für immer bestätigt.", "ii STIRBT DER VATER, SO GEHT SEINE GEWALT NICHT AUF DEN EHEMANN ÜBER: STIRBT DER EHEMANN, SO GEHT SEINE GEWALT AUF DEN VATER ÜBER. IN DIESER HINSICHT IST DAS RECHT DES VATERS BEDEUTENDER ALS DAS DES EHEMANNES, \n", "IN ANDERER HINSICHT ABER IST DAS RECHT DES EHEMANNES BEDEUTENDER ALS DAS DES VATERS: DER EHEMANN KANN [IHRE GELÜBDE] AUFHEBEN, WENN SIE MANNBAR40Vgl. Anm. 1.IST, DER VATER KANN SIE NICHT AUFHEBEN, WENN SIE MANNBAR IST.", "GEMARA. Aus welchem Grunde? – Die Schrift sagt:41Num. 30,17.in ihrer Mädchenzeit im Hause ihres Vaters42In diesem Alter kommt sie nicht aus der Gewalt ihres Vaters, u. auch wenn er stirbt, kommt sie nicht in die Gewalt des Verlobten..", "STIRBT DER EHEMANN, SO GEHT SEINE GEWALT AUF DEN VATER ÜBER. Woher dies? Rabba erwiderte: Die Schrift sagt43Num. 30,7.wenn sie einem Manne wird und Gelübde auf sich hat," ], [ "er vergleicht die Vorzeit des zweiten Seins44Sc. die Frau eines anderen (cf. Dt. 24,2); dh. die Zeit nach dem Tode ihres Verlobten, wo sie zum 2. Male Ehefrau ‘sein’ soll.mit der Vorzeit des ersten Seins45Die Zeit vor ihrer Verlobung.: wie während der Vorzeit des ersten Seins der Vater allein es aufheben kann, ebenso kann während der Vorzeit des zweiten Seins der Vater allein es aufheben. –", "Vielleicht nur Gelübde, die der Verlobte nicht wahrgenommen46Wörth sichtbar, wenn er gestorben ist ohne sie gehört zu haben.hat, Gelübde aber, die der Verlobte wahrgenommen hat, kann der Vater [allein] nicht aufheben!? –", "Hinsichtlich Gelübde, die der Verlobte nicht wahrgenommen hat, geht es hervor aus [dem Schriftverse:] in ihrer Mädchenzeit im Hause ihres Vaters.", "IN DIESER HINSICHT IST DAS RECHT DES VATERS BEDEUTENDER ALS DAS DES EHEMANNES &C. In welchem Falle:", "wollte man sagen, wenn er sie sich im Mädchenalter angetraut hat und sie darauf mannbar geworden ist, so sollte doch, da der Tod sie aus der Gewalt [des Vaters] bringt und die Mannbarkeit sie aus der Gewalt des Vaters bringt, wie durch den Tod die Gewalt nicht auf den Ehemann übergeht, auch durch die Mannbarkeit die Gewalt nicht auf den Ehemann übergehen.", "Und wenn er sie sich angetraut hat, als sie bereits mannbar47Sie war nicht mehr in der Gewalt ihres Vaters, sondern konnte selber über sich verfügen.war, so wurde dies ja bereits einmal gelehrt: wenn eine Mannbare zwölf Monate zugebracht48Nach der Verlobung (cf. Ket. Fol. 57a); der Verlobte kann ihre Gelübde aufheben; weit. Fol. 73b.hat.", "Da dagegen einzuwenden ist: wieso heißt es, wenn eine Mannbare zwölf Monate zugebracht hat, bei der Mannbaren sind ja keine zwölf Monate erforderlich, vielmehr genügen dreißig Tage, so lese man: eine Mannbare, und die dreißig Tage zugebracht hat.", "Nun besteht ja ein Einwand49Wozu 2mal gelehrt zu werden braucht, daß der Verlobte die Gelübde der Mannbaren auflösen könne.!? – Wenn du willst, sage ich: hier ist die Hauptlehre und dort lehrt er es von der Mannbaren nur deshalb, weil er den Streit zwischen R. Elie͑zer und den Rabbanan lehren will.", "Wenn du aber willst sage ich: [die Lehre] von der Mannbaren ist die Hauptlehre, da er aber im50In unserer Mišna.Anfangsatze ‘in dieser Hinsicht’ lehrt, lehrt er51Von der Mannbaren, obgleich dies von dieser an anderer Stelle gelehrt wird.im Schlußsatze ‘in anderer Hinsicht’." ], [ "iii WENN SIE ALS VERLOBTE GELOBT HAT UND AM SELBEN TAGE GESCHIEDEN WORDEN IST UND SICH AM SELBEN TAGE WIEDERUM VERLOBT HAT, SELBST HUNDERTMAL, SO KÖNNEN IHR VATER UND IHR LETZTER MANN [NUR ZUSAMMEN] IHRE GELÜBDE AUFHEBEN. DIE REGEL HIERBEI IST: SOLANGE SIE NICHT EINE STUNDE IN IHRER EIGENEN GEWALT WAR, KÖNNEN IHR VATER UND IHR LETZTER MANN [NUR ZUSAMMEN] IHRE GELÜBDE AUFHEBEN.", "GEMARA. Woher, daß der letzte Verlobte Gelübde auflösen kann, die der frühere Verlobte wahrgenommen hat? Šemuél erwiderte: Die Schrift sagt:52Num. 30,7.wenn sie einem Manne wird und Gelübde auf sich hat, Gelübde, die sie längst auf sich hatte. – Vielleicht nur [Gelübde], die der frühere Verlobte nicht wahrgenommen hatte, Gelübde aber, die der frühere Verlobte wahrgenommen hatte, kann der letzte Verlobte nicht aufheben!? –", "[Das Wort] auf sich ist überflüssig53Und deutet auf Gelübde, die jener wahrgenommen hatte..", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit Šemuél: Die Gelübde einer Verlobten können ihr Vater und ihr Mann [nur zusammen] auflösen. Zum Beispiel: wenn ihr Vater es gehört und aufgehoben hat, und ihr Ehemann bevor er es zu hören bekam gestorben ist, und sie sich am selben Tage verlobt hat, selbst hundertmal, so können ihr Vater und ihr letzter Mann [zusammen] ihre Gelübde aufheben. Wenn der Ehemann es gehört und aufgehoben hat, und bevor ihr Vater es zu hören bekam der Ehemann gestorben ist, so kann dann der Vater den Anteil des Ehemannes aufheben.", "R. Nathan sagte: Das sind eben die Worte der Schule Šammajs, die Schule Hillels aber sagt, er könne nicht aufheben. – Worin besteht ihr Streit? –" ], [ "Die Schule Šammajs ist der Ansicht, auch bei Gelübden, die der Verlobte wahrgenommen hat, gehe die Gewalt auf den Vater über, und er durchschneide54Vgl. Anm. 21.es, und die Schule Hillels ist der Ansicht, ihr Vater und ihr letzter Ehemann können [nur zusammen] ihre Gelübde aufheben, und er durchschneide es nicht.", "Sie fragten: Gleicht die Scheidung dem Schweigen oder gleicht sie der Bestätigung. –", "In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Wenn sie gelobt und ihr Ehemann es gehört, sich von ihr geschieden, und sie am selben Tage wiedergenommen hat. Wenn der Meister sagt, sie gleiche dem Schweigen, so kann er es ihr aufheben, und wenn der Meister sagt, sie gleiche der Bestätigung, so kann er es ihr nicht aufheben. –" ], [ "Komm und höre: Nur dann sagten sie, wenn der Ehemann gestorben ist, gehe die Gewalt auf den Vater über, wenn der Ehemann es nicht gehört hat, oder gehört und aufgehoben hat, oder gehört und geschwiegen hat und am selben Tage gestorben ist. Wenn man sagen wollte, die Scheidung gleiche dem Schweigen, so sollte er doch auch lehren: oder gehört und sich von ihr geschieden hat. Da er dies nicht lehrt, so ist hieraus zu entnehmen, die Scheidung gleiche der Bestätigung. –", "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: wenn er es aber gehört und bestätigt hat, oder gehört und geschwiegen hat und am folgenden Tage gestorben ist, so kann er es nicht aufheben. Wenn man sagen wollte, die Scheidung gleiche der Bestätigung, so sollte er doch auch lehren: oder gehört und sich von ihr geschieden hat. Da er dies nicht lehrt, so ist hieraus zu entnehmen, die Scheidung gleiche dem Schweigen.", "Vielmehr ist hieraus nichts zu entnehmen; entweder ist der Anfangsatz genau zu nehmen und lehrt er den Schlußsatz wegen des Anfangsatzes, oder ist der Schlußsatz genau zu nehmen, und lehrt er den Anfangsatz wegen des Schlußsatzes. –", "Komm und höre: Wenn sie als Verlobte gelobt hat und am selben Tage geschieden worden ist und sich wiederum verlobt hat, selbst hundertmal, so können ihr Vater und ihr letzter Mann [nur zusammen] ihre Gelübde aufheben. Schließe hieraus, daß die Scheidung dem Schweigen gleicht, denn wenn sie der Bestätigung gleichen würde, wieso könnte der letzte Verlobte die Gelübde aufheben, die der frühere Verlobte bestätigt hat!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn der frühere Verlobte es nicht gehört hat. – Wieso gilt dies demnach nur vom selben Tage, dies sollte auch nach hundert Tagen gelten!? –", "Wenn es der Verlobte nicht gehört, der Vater aber gehört hat, sodaß er es nur am selben Tage aufheben kann, nicht aber später. –", "Komm und höre: Wenn sie gelobt hat und er sich am selben Tage von ihr geschieden und sie am selben Tage wiedergenommen hat, so kann er es nicht mehr aufheben. Schließe hieraus, daß die Scheidung der Bestätigung gleicht. –", "Ich will dir sagen, hier wird von einer Verheirateten gesprochen, und er kann es deshalb nicht aufheben, weil der Ehemann Vorheriges nicht aufheben kann." ], [ "iv ES IST BEI DEN GELEHRTEN BRAUCH, DASS [DER VATER], BEVOR SEINE TOCHTER VON IHM GEHT, ZU IHR SPRICHT: ALLE GELÜBDE, DIE DU IN MEINEM HAUSE GETAN HAST, SEIEN AUFGEHOBEN. EBENSO SPRICHT DER EHEMANN, BEVOR SIE IN SEINE GEWALT KOMMT, ZU IHR: ALLE GELÜBDE, DIE DU, BEVOR DU IN MEINE GEWALT KOMMST, GELOBT HAST, SEIEN AUFGEHOBEN. SOBALD SIE NÄMLICH IN SEINE GEWALT GEKOMMEN IST, KANN ER SIE NICHT MEHR AUFHEBEN.", "GEMARA. Rami b. Ḥama fragte: Kann der Ehemann [das Gelübde] aufheben, wenn er es nicht gehört hat: sind [die Worte]55Num. 30,12.und ihr Mann es hört genau zu nehmen, oder nicht?", "Raba erwiderte: Komm und höre: Es ist bei den Gelehrten Brauch, daß [der Vater], bevor seine Tochter von ihm geht, zu ihr spricht: alle Gelübde, die du in meinem Hause getan hast, seien aufgehoben. Er hat sie ja nicht gehört. –", "Wenn er sie hört, sollen sie aufgehoben sein. – Wozu braucht er es demnach56Wenn sie aufgehoben sind, erst wenn er es hört.zu sagen, bevor er es hört!? – Folgendes lehrt er uns: es ist der Brauch eines Gelehrten, darauf zu achten57Daß die Tochter nicht Gelübde auf sich habe, darum hebt er sie schon im Voraus auf.. –", "Komm und höre aus dem Schlußsatze: ebenso spricht der Ehemann, bevor sie in seine Gewalt kommt, zu ihr58Sie seien aufgehoben, obgleich er sie nicht gehört hat.. – Auch er spricht zu ihr: wenn ich es höre. –", "Komm und höre: Sagt jemand zu seiner Frau: alle Gelübde, die du bis ich aus jenem Orte komme tust, sollten bestehen, so hat er nichts gesagt; [sagt er:] sollen aufgehoben sein, so sind sie, wie R. Elie͑zer sagt, aufgehoben. Er hat sie ja nicht gehört. –", "Auch hierbei, wenn er zu ihr sagt: wenn ich es höre. – Wozu jetzt schon, mag er doch aufheben, erst wenn er es hört!? – Er denkt, er könnte dann beschäftigt59Und es vergessen.sein. –", "Komm und höre: Man könnte glauben, daß, wenn jemand zum Pfleger gesagt hat: hebe alle Gelübde meiner Frau auf, die sie von jetzt ab, bis ich aus jenem Orte komme tut, und er sie aufgehoben hat, sie aufgehoben seien, so heißt es:60Num. 30,14.ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf – so R. Jošija.", "R. Jonathan sprach zu ihm: Wir finden in der ganzen Tora, daß der Vertreter eines Menschen ihm selbst gleiche.", "Auch R. Jošija sagt dies61Daß der Pfleger nicht aufheben könne.nur deshalb, weil es eine Bestimmung der Schrift ist: ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, sonst aber gleicht der Vertreter eines Menschen ihm selbst. Er62Der Ehemann.hört es ja nicht. –" ], [ "Auch hierbei, wenn er zu ihm sagt: wenn ich es höre, hebe es ihr auf. – Wenn er es hört, kann er es ja selber aufheben!? – Er denkt, er könnte dann beschäftigt59Und es vergessen.sein.", "Rami b. Ḥama fragte: Kann ein Tauber seiner Frau [das Gelübde] aufheben? Wenn du sagst, der Ehemann könne ohne es zu hören aufheben, da er zu hören fähig ist, während der Taube zu hören nicht fähig ist, so verhält es sich hierbei, wie bei der Lehre R. Zeras,", "denn R. Zera sagte, wenn es63Das Speisopfer, das nicht so groß sein darf, daß das Einrühren behindert wird; cf. Men. Fol. 103b.zum Einrühren geeignet ist, sei das Einrühren nicht unerläßlich, und wenn es zum Einrühren nicht geeignet ist, sei das Einrühren unerläßlich.", "Oder aber ist das Hören des Ehemannes nicht unerläßlich? Raba erwiderte: Komm und höre: Und ihr Mann es hört, ausgenommen die Frau eines Tauben. Schließe hieraus.", "Sie fragten: Kann der Ehemann [die Gelübde] zweier Frauen gleichzeitig aufheben? Ist [das Wort] sie64Ihr Mann hindere sie, Num. 30,9.genau zu nehmen oder nicht?", "Rabina erwiderte: Komm und höre: Man lasse nicht zwei Ehebruchsverdächtigte zusammen65Das sog. Fluchwasser; cf. Num. 5,11ff.trinken, weil das Herz der einen durch die andere ermutigt wird.", "R. Jehuda sagt, nicht aus diesem Grunde, sondern weil es heißt:66Num. 5,24.er lasse trinken67In der Einzahl. In der Parallelstelle Sot. Fol. 8a wird dies aus dem W. sie, Num. 5,16 od. 5,19 gefolgert, ebenso fehlt in Handschriften das W. והאקה, wonach das W. אותה zur Schriftstelle gehört. Möglicherweise hieß es ursprünglich והשי ]והשביע=[ אותה u. wurde fälschlich in והשקה aufgelöst., sie allein." ], [ "v WENN EINE MANNBARE ZWÖLF MONATE68Seit der Aufforderung des Gatten zur Hochzeit; cf. Ket. Fol. 57a.ODER EINE WITWE DREISSIG TAGE68Seit der Aufforderung des Gatten zur Hochzeit; cf. Ket. Fol. 57a.ZUGEBRACHT HAT, SO KANN, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, IHR MANN, DA ER ZU IHREM UNTERHALTE VERPFLICHTET IST, [IHRE GELÜBDE] AUFHEBEN; DIE WEISEN SAGEN, DER EHEMANN KÖNNE SIE NICHT EHER AUFHEBEN, ALS BIS SIE IN SEINE GEWALT GEKOMMEN IST.", "GEMARA. Rabba sagte: R. Elie͑zer und die ursprüngliche Mišna lehren das gleiche. Wir haben nämlich gelernt: Man gebe einer Jungfrau [eine Frist von] zwölf Monaten68Seit der Aufforderung des Gatten zur Hochzeit; cf. Ket. Fol. 57a., um sich auszustatten; sind die zwölf Monate verstrichen, so ist sie auf seine69Des Verlobten, auch wenn er sie nicht heimgeführt hat.Kosten zu unterhalten und sie darf70Wenn er Priester ist.Hebe essen; der Schwager71Der an der kinderlosen Witwe seines Bruders die Schwagerehe (cf. Dt. 25,5ff) zu vollziehen hat.berechtigt nicht Hebe zu essen.", "Verbrachte sie sechs Monate unter dem Ehemanne72Als Verlobte.und sechs Monate unter dem Schwager, und selbst alle unter dem Ehemanne mit Ausnahme eines Tages, oder alle unter dem Schwager mit Ausnahme eines Tages, so darf sie keine Hebe essen. So die ursprüngliche Mišna. Ein späteres Gericht aber lehrte, eine Frau dürfe nicht eher Hebe essen, als bis sie unter den Baldachin73Vgl. Bd. IV S. 512 Anm. 171.gekommen ist.", "Abajje sprach zu ihm: Vielleicht ist dem nicht so; die ursprüngliche Mišna lehrt dies vielleicht nur vom Essen der Hebe, die rabbanitisch74In der Jetztzeit; nach der Tora gilt dieses Gesetz nur zur Zeit des Tempels.ist, nicht aber von den Gelübden, die aus der Tora sind.", "Oder aber R. Elie͑zer lehrt es nur von Gelübden, wegen der Lehre des R. Pinḥas, der im Namen Rabas sagte, die Gelobende gelobe im Sinne ihres Ehemannes75Und als solcher gilt er sobald die genannte Frist verstrichen ist., Hebe aber darf sie nicht essen, auch wenn sie rabbanitisch ist." ], [ "vi DIE GELÜBDE EINER ANWÄRTERIN DER SCHWAGEREHE, EINERLEI OB EIN SCHWAGER [VORHANDEN IST] ODER ZWEI, KANN DER SCHWAGER76Jeder von ihnen., WIE R. ELIE͑ZEF SAGT, AUFHEBEN; R. JEHOŠUA͑ SAGT, NUR EINER UND NICHT ZWEI; R. A͑QIBA SAGT, WEDER EINER NOCH ZWEI.", "R. ELIE͑ZER SPRACH: WENN MAN DIE GELÜBDE EINER FRAU, DIE MAN SICH SELBER ANGEEIGNET HAT, AUFHEBEN KANN, WIE SOLLTE MAN DIE GELÜBDE EINER FRAU, DIE EINEM VOM HIMMEL ZUGEEIGNET IST, NICHT AUFHEBEN KÖNNEN?", "R. A͑QIBA SPRACH ZU IHM: NEIN, WENN DIES VON EINER FRAU GILT, DIE MAN SICH SELBER ANGEEIGNET HAT, ÜBER DIE ANDERE KEINE GEWALT HABEN, SOLLTE DIES AUCH VON EINER FRAU GELTEN, DIE EINEM VOM HIMMEL ZUGEEIGNET IST, ÜBER DIE ANDERE GEWALT77Bevor die Schwagerehe vollzogen ist, liegt die Pflicht jedem der Brüder ob, u. selbst durch die bereits an die Witwe gerichtete Eheformel ist sie noch nicht effektiv seine Frau; cf. Jab. Fol. 50a.HABEN!?", "DA SPRACH R. JEHOŠUA͑ ZU IHM: A͑QIBA, DEINE WORTE [SIND ZUTREFFEND] BEI ZWEI SCHWÄGERN, WAS ABER HAST DU BEI EINEM SCHWAGER78Wo andere keine Gewalt über sie haben.ZU ERWIDERN? DIESER ERWIDERTE: DIE SCHWÄGERIN IST DEM SCHWAGER NICHT GANZ SO EIGEN, WIE DIE VERLOBTE DEM EHEMANNE79Auf den Ehebruch der Verlobten ist die Steinigung gesetzt (Dt. 22,24), während auf den Verkehr der Schwägerin mit einem Fremden nur ein gewöhnl. Verbot (Dt. 25,5) gesetzt ist.EIGEN IST.", "GEMARA. Allerdings ist R. A͑qiba der Ansicht, es bestehe keine Gebundenheit80Zwischen der Schwägerin u. dem Schwager, erst wenn er sie heiratet, ist sie seine Frau., und R. Jehošua͑ der Ansicht, es bestehe eine Gebundenheit81Wenn daher 2 Schwäger vorhanden sind, läßt sich nicht entscheiden, an wen sie gebunden ist., was aber ist der Grund R. Elie͑zers: besteht auch eine Gebundenheit, so gibt es ja keine Entscheidung82Wer von beiden Schwägern sie später heiraten wird.!?", "R. Ami erwiderte: In dem Falle, wenn einer an sie die Eheformel gerichtet hat, und R. Elie͑zer ist der Ansicht der Schule Šammajs, welche sagt, die Eheformel erwirke die vollständige Aneignung84Der betreffende Schwager gilt dadurch als ihr Ehemann.. –", "Und R. Jehošua͑!? – Er kann dir erwidern: dies gilt nur bei einem Schwager, nicht aber bei zwei Schwägern; ist es denn denkbar, daß er [ihre Gelübde] aufhebe, wo doch sein Bruder sie ihm durch Beiwohnung oder Scheidebrief verboten machen85Wenn einer der Brüder an sie die Eheformel richtet u. der andere ihr darauf beiwohnt od. einen Scheidebrief gibt, so ist sie jenem verboten.kann!? R. A͑qiba aber ist der Ansicht, es gebe keine Gebundenheit. –", "Wie ist es nach R. Elea͑zar zu erklären, welcher sagt, nach der Schule Šammajs eigne sie ihm die Eheformel nur soweit zu, um die Nebenbuhlerin zu verdrängen86Wenn der kinderlose Verstorbene 2 Frauen hinterlassen u. der Bruder an eine von ihnen die Eheformel gerichtet hat, so ist die Nebenbuhlerin verdrängt, dh. sie darf einen Fremden heiraten; dagegen aber ist ihm jene noch immer nicht gänzlich angeeignet, denn noch kann ein anderer Bruder sie ihm durch Beiwohnung od. Scheidebrief verboten machen.!? –", "Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er vor Gericht gestanden und sie zu unterhalten verurteilt worden87Er kann daher auch ihre Gelübde aufheben.ist. Dies nach R. Pinḥas, der im Namen Rabas sagte, die Gelobende gelobe im Sinne ihres Ehemannes. –" ], [ "Wir haben gelernt: R. Elie͑zer sprach: Wenn man die Gelübde einer Frau, die man sich selber angeeignet hat, aufheben kann, wie sollte man die Gelübde einer Frau, die einem vom Himmel zugeeignet ist, nicht aufheben können? Wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat,, so hat er sie ja sich selber angeeignet!? – Er hat sie sich selber durch den Himmel angeeignet. –", "Demnach ist ja hieraus die Frage Rabbas zu entscheiden, ob nämlich nach der Schule Šammajs durch die Eheformel eine Verlobung oder eine Verheiratung erfolge; es ist zu entnehmen, daß dadurch Verheiratung erfolgt, denn wenn eine Verlobung, so wird ja gelehrt, daß die Gelübde einer Verlobten nur ihr Vater und ihr Ehemann [zusammen] aufheben können.", "R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Unter aufheben ist zu verstehen: gemeinsam.", "Übereinstimmend mit R. Ami88Daß sie über den Fall streiten, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.wird auch gelehrt: Die Gelübde einer Anwärterin der Schwagerehe, einerlei ob ein Schwager [vorhanden ist] oder zwei, kann der Schwager, wie R. Elie͑zer sagt, aufheben; R. Jehošua͑ sagt, nur einer und nicht zwei; R. A͑qiba sagt, weder einer noch zwei.", "R. Elie͑zer sprach: Wenn eine Frau, auf die man bevor sie in seine Gewalt kommt, kein Anrecht hat, sobald sie in seine Gewalt kommt, ihm ganz eigen ist, wie sollte eine Frau, auf die man Anrecht hat bevor sie in seine Gewalt kommt, ihm nicht ganz eigen sein, sobald sie in seine Gewalt kommt?", "R. A͑qiba sprach zu ihm: Nein, wenn dies von einer Frau gilt, die man sich selber angeeignet hat, auf die, wie er kein Anrecht auf sie hat, auch andere kein Anrecht haben, sollte dies auch von einer Frau gelten, die ihm vom Himmel zugeeignet ist, auf die, wie er Anrecht auf sie hat, auch andere89Die übrigen Brüder des Verstorbenen.Anrecht haben!?", "Da sprach R. Jehošua͑ zu ihm: A͑qiba, deine Worte [sind zutreffend] bei zwei Schwägern, was aber hast du bei einem Schwager zu erwidern? Dieser erwiderte. Unterscheiden wir etwa, einerlei ob er an sie die Eheformel gerichtet hat oder er an sie die Eheformel nicht gerichtet hat, zwischen einem Schwager90Das Ausnahmegesetz bei der Schwägerin, daß auf den Ehebruch nicht die Steinigung gesetzt ist, gilt in jedem Falle.und zwei Schwägern? Was von anderen Dingen gilt, gilt auch von Gelübden.", "Folgende Worte sprach dann Ben A͑zaj: Schade um dich, Ben A͑zaj, daß du nicht bei R. A͑qiba famuliert hast! –", "Wieso" ], [ "wird hier übereinstimmend mit R. Ami gelehrt? – Er lehrt: einerlei ob er an sie die Eheformel gerichtet hat oder er an sie die Eheformel nicht gerichtet91Demnach spricht RE. von dem Falle, wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat.hat.", "Oder auch im vorangehenden, wo er lehrt: sobald sie in seine Gewalt gekommen ist, ihm ganz eigen ist; wieso ist sie ihm, wenn er sie sich nicht angetraut hat, ganz eigen!? Schließe hieraus, [daß er von dem Falle spricht,] wenn er an sie die Eheformel gerichtet hat. –", "Was heißt: was von anderen Dingen gilt, gilt auch von Gelübden, (das er lehrt)? Raba erwiderte: Er meint es wie folgt: pflichtest du etwa nicht bei, daß man sich ihrethalben nicht der Steinigung schuldig92Selbst wenn der Schwager an sie die Eheformel gerichtet hat, die der Antrauung entspricht.macht, wie wegen einer Verlobten?", "R. Aši sprach: Dies geht auch aus unserer Mišna hervor, [denn es heißt:] die Schwägerin ist dem Schwager nicht ganz so eigen, wie die Verlobte dem Ehemanne eigen ist93Er spricht von der Verlobten u. dieser entspricht die Schwägerin, an die die Eheformel gerichtet worden ist..", "vii SAGT JEMAND ZU SEINER FRAU: ALLE GELÜBDE, DIE DU VON JETZT AB BIS ICH VON JENEM ORTE ZURÜCKKOMME TUST, SOLLEN BESTEHEN, SO HAT ER NICHTS GESAGT; [SAGT ER:] SOLLEN AUFGEHOBEN SEIN, SO SIND SIE, WIE R. ELIE͑ZER SAGT, AUFGEHOBEN, UND AVIE DIE WEISEN SAGEN, NICHT AUFGEHOBEN. R. ELIE͑ZER SPRACH: WENN ER GELÜBDE AUFHEBEN KANN, DIE BEREITS DIE EIGENHEIT DES VERBOTES ERLANGT HABEN94Die bereits geleistet worden sind., WIE SOLLTE ER GELÜBDE, DIE DIE EIGENHEIT DES VERBOTES NOCH NICHT ERLANGT HABEN, NICHT AUFHEBEN KÖNNEN!?", "SIE ERWIDERTEN IHM: ES HEISST:95Num. 30,14.ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, WAS DEN ZUSTAND DER BESTÄTIGUNG ERLANGT HAT, UNTERLIEGT AUCH DER AUFHEBUNG, UND WAS DEN ZUSTAND DER BESTÄTIGUNG NICHT ERLANGT HAT, UNTERLIEGT AUCH NICHT DER AUFHEBUNG.", "GEMARA. Sie fragten: Haben sie nach R. Elie͑zer bestanden und werden annulliert96Durch die vorherige Aufhebung.oder haben sie überhaupt nicht97Es ist ebenso, als würde sie überhaupt nicht gelobt haben.bestanden? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? –" ], [ "Wenn ein anderer durch das Gelübde erfaßt98Wenn sie etwas gelobt u. jemand sich dem Gelübde anschließt.wird: sagst du, sie haben bestanden, so erfolgt eine Erfassung, und sagst du, sie haben nicht bestanden, so ist überhaupt nichts daran. –", "Komm und höre: R. Elie͑zer sprach: Wenn er Gelübde aufheben kann, die bereits die Eigenheit des Verbotes erlangt haben, wie sollte er Gelübde, die die Eigenheit des Verbotes noch nicht erlangt haben, nicht aufheben können. Schließe hieraus, daß sie nicht bestanden haben. –", "Heißt es etwa: nicht erlangen? Es heißt: noch nicht erlangt<fn></fn> haben, jetzt99Wo sie noch nicht gelobt hat.noch nicht erlangt haben. –", "Komm und höre: R. Elie͑zer sprach zu ihnen: Wenn man seine eigenen Gelübde, die man, nachdem man sie getan hat, nicht aufheben100Man kann seine Gelübde nur durch einen Gelehrten auflösen lassen, nicht aber selber als nichtig erklären.kann, aufheben kann, bevor man sie getan101Durch vorherige Erklärung, cf. supra Fol. 23b.hat, wie sollte man die Gelübde seiner Frau, die man aufheben kann, nachdem sie sie getan hat, nicht aufheben können, bevor sie sie getan hat!?", "Die seiner Frau gleichen wohl seinen: wie seine101Durch vorherige Erklärung, cf. supra Fol. 23b., daß sie nicht bestehen sollen, ebenso die seiner Frau, daß sie nicht bestehen sollen. – Nein, diese so und jene anders. –", "Komm und höre: Sie sprachen zu R. Elie͑zer: Wenn das Tauchbad, das die Unreinen ihrer Unreinheit102Cf. Lev. Kap. 15.enthebt, die Reinen vor Unreinheit nicht103Man kann nicht im Voraus ein Tauchbad nehmen, um gegen rit. Unreinheit immun zu bleiben.schützt, wie sollte nicht ein Mensch, der die Unreinen ihrer Unreinheit nicht enthebt, die Reinen vor Unreinheit nicht104Auf die Aufhebung von Gelübden übertragen soll dies wohl heißen: um wieviel weniger kann man die Gelübde seiner Frau im voraus aufheben. Die Erklärungen der Kommentare sind gezwungen, auch variiert der Text.schützen!?", "Schließe hieraus, daß sie nicht bestanden haben105Hier wird von einem Schutze gegen die Unreinheit gesprochen, daß sie unwirksam bleibe.. –" ], [ "Wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Sie sprachen zu R. Elie͑zer: Kann man etwa, weil man ein unreines Gefäß zur Reinigung untertaucht, auch ein reines Gefäß untertauchen, damit es rein werde, sobald es unrein ist!? Hieraus ist zu schließen, daß sie bestanden haben106Hier wird von der Reinigung nach dem Unreinwerden gesprochen.. –", "Ich will dir sagen, die Rabbanan waren über die Meinung R. Elie͑zers im Unklaren und sprachen zu ihm wie folgt: Welcher Ansicht bist du: bist du der Ansicht, sie haben bestanden und werden annulliert, so ist das [unreine] Gefäß deine Widerlegung, und bist du der Ansicht, sie haben nicht bestanden, so ist das Tauchbad deine Widerlegung. –", "Komm und höre: R. Elie͑zer sprach zu ihnen: Wenn unreine Saat rein wird, sobald man sie in den Boden säet, um wieviel mehr, die bereits gesäet106Sc. daß sie nicht verunreinigungsfähig ist.ist. Schließe hieraus, daß sie nicht bestanden haben107Entsprechend der Verunreinigungsfähigkeit, von der er spricht.. –", "Folgern etwa die Rabbanan nicht [durch einen Schluß] vom Leichteren108Womit RE. seine Ansicht begründet.auf das Schwerere, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, man könne seine Tochter im Mädchenalter109Zur Magd; cf. Ex. 21,7.verkaufen, so ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: die bereits verkaufte geht frei110Sobald sie das Mädchenalter (das 12. Lebensjahr) erreicht; cf. Qid. Fol. 4a.aus, wie sollte nicht die unverkaufte nicht verkauft werden können. –" ], [ "Allerdings; sonst folgern sie [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, hierbei aber ist es anders, denn die Schrift sagt:111Num. 30,14.ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, was den Zustand der Bestätigung erlangt hat, unterliegt auch der Aufhebung, und was den Zustand der Bestätigung nicht erlangt hat, unterliegt auch nicht der Aufhebung.", "viii DIE AUFHEBUNG VON GELÜBDEN KANN DEN GANZEN TAG ERFOLGEN. DIES GILT ERLEICHTERND UND112Dh. zuweilen ist die Aufhebungsfrist eine längere u. zuweilen eine kürzere.ERSCHWEREND, \n", "UND ZWAR: GELOBT SIE [BEISPIELSWEISE] IN DER NACHT ZUM ŠABBATH, SO KANN ER ES IN DER NACHT ZUM ŠABBATH AUFHEBEN UND AM ŠABBATH BIS ES DUNKEL IST; GELOBT SIE BEI EINTRETENDER DUNKELHEIT, SO KANN ER ES AUFHEBEN, SOLANGE ES NICHT DUNKEL IST, IST ES DUNKEL GEWORDEN, OHNE DASS ER ES AUFGEHOBEN HAT, SO KANN ER ES NICHT MEHR AUFHEBEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Die Aufhebung von Gelübden kann den ganzen Tag erfolgen; R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, von der Stunde bis zur gleichen113Des folgenden Tages.Stunde. Was ist der Grund des ersten Autors? – Die Schrift sagt:114Num. 30,13.am Tage, da er es hört. –", "Was ist der Grund der Rabbanan? – Es heißt:115Ib. V. 15.von Tag zu Tag116Dh. bis zur gleichen Stunde des nächsten Tages.. –", "Und der erste Autor, es heißt ja: von Tag zu Tag!? – Dies ist nötig; aus [den Worten] am Tage, da er es hört, könnte man entnehmen, nur am Tage, nicht aber nachts, so heißt es: von Tag zu Tag117Die ganze Zeit zwischen beiden Tagen.. –", "Und der es aus [den Worten] von Tag zu Tag folgert, es heißt ja: am Tage, da er es hört!? – Dies ist nötig; würde es nur von Tag zu Tag geheißen haben, so könnte man glauben, er könne es ihr von einem Sonntag zum anderen Sonntag118Bis zum gleichen Tage der folgenden Woche.aufheben, so heißt es: am Tage, da er es hört.", "R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi: Die Halakha ist nicht wie jenes Gelehrtenpaar. Als Levi nach jenen Tannaím entscheiden wollte, sprach Rabh zu ihm: Folgendes sagte mein Freund119Od. Oheim, R. Ḥija.: die Halakha ist nicht wie jenes Gelehrtenpaar.", "Ḥija b. Rabh untersuchte120Das Gelübde, das er auflösen sollte.es, während er einen Pfeil121Während er sich mit anderen Dingen befaßte (viell, gebräuchliche Redensart), dh. er nahm es mit der Prüfung des Falles nicht genau.abschoß. Rabba b. R. Hona blieb sitzen oder stehen122Vgl. Anm. 121.." ], [ "Dort haben wir gelernt: Man darf Gelübde am Šabbath aufheben und wegen der Gelübde nachsuchen, soweit sie Bedürfnisse des Šabbaths betreffen. Sie fragten: Darf man am Šabbath nur Gelübde aufheben, die Bedürfnisse des Šabbaths betreffen, oder auch solche, die keine Bedürfnisse des Šabbaths123Die Frage ist, ob der einschränkende Nachsatz in der vorangehenden Lehre sich nur auf den 2. Passus, das Nachsuchen bei einem Gelehrten, bezieht, od. auch auf den ersten, die Aufhebung.betreffen? –", "Komm und höre: R. Zuṭi aus der Schule R. Papis lehrte: Man darf nur Gelübde aufheben, die Bedürfnisse des Šabbaths betreffen. R. Aši sprach: Wir haben ja aber anders gelernt: Gelobt sie bei eintretender Dunkelheit, so kann er es ihr aufheben, solange es nicht dunkel ist. Wieso kommt es auf die Dunkelheit an, wenn du sagst, nur Bedürfnisse des Šabbaths betreffende und keine Bedürfnisse des Šabbaths nicht betreffende, solche, die Bedürfnisse des Šabbaths nicht betreffen, kann man ja auch während des Tages124Die Mišna spricht von Gelübden, die sie am Ausgange des Š.s getan hat, doch wohl solche, die keine Bedürfnisse des Š.s betreffen.nicht aufheben!? –", "Hierüber streiten Tannaím. Die Aufhebung von Gelübden kann den ganzen Tag erfolgen; R. Jose b. R. Jehuda und R. Elea͑zar b. R. Šimo͑n sagen, von der Stunde bis zur gleichen Stunde.", "Nach demjenigen, der den ganzen Tag und nicht länger sagt, kann man auch Bedürfnisse des Šabbaths nicht betreffende125Da mit dem Ausgange des Š.s die Frist zur Aufhebung verstreicht.auflösen, und nach demjenigen, der von der Stunde bis zur gleichen Stunde sagt, kann man nur Bedürfnisse des Šabbaths betreffende [aufheben], nicht aber Bedürfnisse des Šabbaths nicht betreffende126Man kann sie nach Ausgang des Š.s aufheben..", "«Und wegen Gelübde nachsuchen, soweit sie Bedürfnisse des Šabbaths betreffen.» Sie fragten: Wenn dafür [vorher] keine Zeit war, oder [auch] wenn dafür Zeit war? – Komm und höre: Die Rabbanan befaßten sich mit R. Zuṭra127Ihm am Š. Gelübde aufzulösen., dem Sohne des R. Zee͑ri, bei Gelübden, für die noch am Tage128Vor Eintritt des Š.s.Zeit war.", "R. Joseph wollte sagen, man suche nach am Šabbath inbetreff der Gelübde nur bei einem einzelnen Autorisierten, nicht aber bei drei Gemeinen, weil dies den Anschein einer Gerichtssitzung129Die am Š. nicht stattfinden darf.hat.", "Da sprach Abajje zu ihm: Da wir der Ansicht sind, dies dürfe auch stehend erfolgen, auch durch Verwandte und auch nachts, so hat es nicht den Anschein einer Gerichtssitzung.", "R. Abba sagte im Namen R. Honas im Namen Rabhs: Die Halakha ist, man dürfe Gelübde nachts aufheben. – Dies [lehrt ja bereits] unsere Mišna: gelobt sie in der Nacht zum Šabbath130So kann der Ehemann es sofort aufheben.!? – Sage vielmehr: die Halakha ist, man dürfe nachts nachsuchen131Um Auflösung von Gelübden..", "R. Abba sprach zu R. Hona: Sagte Rabh dies? Dieser erwiderte: Er schwieg. Da sprach jener: Meinst du: er schwieg132Als jemand dies vor ihm lehrte, u. dies gilt als Zustimmung.dann, oder er trank133Als man es vor ihm lehrte; er war dann verhindert, sich dazu zu äußern. Statt אי שתי od. או שתי dürfte es wohl heißen או אישתי, was mit dem undeutlich gesprochenen אישתיק zu verwechseln ist. Eine Handschrift hat hier die Lesart der Parallelstelle (Ket. Fol. 104b), die von den Erklärern anders ausgelegt wird.dann?", "R. Iqa b. Abin sagte: Rabh befaßte sich mit Rabba134Ihm ein Gelübde aufzulösen.in" ], [ "einer Kammer des Lehrhauses stehend und nachts.", "Rabba sagte im Namen R. Naḥmans: Die Halakha ist, die Auflösung von Gelübden kann erfolgen stehend, durch einen einzelnen, nachts, am Šabbath, durch Verwandte, und [am Šabbath], auch wenn dafür am Tage Zeit war. –", "Wieso stehend, es wird ja gelehrt: Da stieg R. Gamliél vom Esel, hüllte sich ein, setzte sich nieder und löste ihm sein Gelübde135Cf. Er. Fol. 64b.auf!? – R. Gamliél ist der Ansicht, man gebe ihm keine Anleitung136Vgl. S. 409 Anm. 11.zum Bereuen, vielmehr muß das Gelübde annulliert werden, und dies erfordert ein Nachdenken, daher setzte er sich nieder; R. Naḥman aber ist der Ansicht, man gebe ihm eine Anleitung zum Bereuen, somit kann es auch stehend erfolgen.", "Raba sprach zu R. Naḥman: Hat der Meister jenen Jünger gesehen, der aus dem Westen kam und erzählte, die Rabbanan hätten sich mit dem Sohne des R. Hona b. Abin befaßt und ihm sein Gelübde aufgelöst, indem sie zu ihm sprachen: geh, bete um Erbarmen für deine Seele, denn du hast137Durch das Geloben; dies sollte ihm Veranlassung geben, sein Gelübde zu bereuen.gesündigt. R. Dimi, der Bruder R. Saphras, lehrte nämlich: Wer ein Gelübde tut, auch wenn er es hält, heißt Sünder. R. Zebid sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:138Dt. 23,23.wenn du zu geloben vermeidest, wird an dir keine Sünde sein; wenn du aber nicht vermeidest, ist eine Sünde vorhanden.", "Es wird gelehrt: Wenn jemand zu seiner Frau sagt: jedes Gelübde, das du tust: ich will nicht, daß du gelobest, [oder:] es sei kein Gelübde, so hat er nichts gesagt; [sagt er:] du hast recht getan, ich139Diese Lesart (ואני) hat auch die Tosephta, obgleich die Kommentare die Lesart der kursierenden Ausgaben (ואין) haben.hätte es ebenso getan, hättest du nicht gelobt, so würde ich dich mit dem Gelübde belegt haben, so sind seine Worte gültig140Dies ist eine Bestätigung..", "Man sage am Šabbath nicht zu seiner Frau: es sei dir aufgehoben, es sei nichtig, wie man zu ihr am Wochentage sagt, vielmehr sage man ihr: nimm141Beispielsweise, wenn sie sich das Essen od. das Trinken abgelobt hat.und iß, nimm und trink, und das Gelübde wird von selbst nichtig. R. Joḥanan sagte: Jedoch muß man im Herzen [das Gelübde] als nichtig erklären.", "Es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, am Šabbath erkläre man es im Herzen als nichtig, am Wochentage bringe man es mit den Lippen hervor; die Schule Hillels sagt, an diesem und an jenem erkläre man es im Herzen als nichtig, und man brauche es nicht mit den Lippen hervorzubringen.", "R. Joḥanan sagte: Wenn der Gelehrte142Der einem das Gelübde auflöst.die Formel des Ehemannes143‘Das Gelübde sei aufgehoben (מופד)’. oder der Ehemann die Formel des Gelehrten144‘Das Gelübde sei aufgelöst (מותר)’.gebraucht, so hat er nichts gesagt.", "Es wird nämlich gelehrt:145Num. 30,2.Das ist das Wort; der Gelehrte kann [ein Gelübde] auflösen, nicht aber kann der Ehemann es146Das bereits bestehende Gelübde; er kann es nur aufheben, dh. als von vornherein nicht bestehend erklären.auflösen. Man könnte nämlich [folgern:] wenn der Gelehrte, der es nicht aufheben kann, es auflösen kann, wie sollte der Ehemann, der es aufheben kann, es nicht auflösen können!? Daher heißt es:" ], [ "das ist das Wort, der Gelehrte kann es auflösen, nicht aber kann der Ehemann es auflösen. Ein Anderes lehrt: Das ist das Wort, der Ehemann kann [das Gelübde] aufheben, nicht aber kann der Gelehrte es aufheben. Man könnte nämlich [folgern:] wenn der Ehemann, der es nicht auflösen kann, es aufheben kann, wie sollte der Gelehrte, der es auflösen kann, es nicht aufheben können!? Daher heißt es: das ist das Wort, der Ehemann kann es aufheben, nicht aber kann der Gelehrte es aufheben.", "Hierbei heißt es: das ist das Wort, und dort beim außerhalb147Beim Verbote, außerhalb des Tempelhofes Heilsopfer zu schlachten; cf. Lev. Kap. 17.Geschlachteten heißt es:148Lev. 17,2.das ist das Wort, wie beim außerhalb Geschlachteten Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél, ebenso im Abschnitte von den Gelübden Ahron, seine Söhne und ganz Jisraél, und wie hierbei die Stammeshäupter149Die beim Gesetze von den Gelübden genannt werden (Num. 30,2); nur Gelehrte können das Gelübde aufheben., ebenso dort die Stammeshäupter. –", "Von welcher Bedeutung ist dies150Die Nennung von Ahron, seinen Söhnen u. ganz Jisraél.beim Abschnitte von den Gelübden? R. Aḥa b. Ja͑qob erwiderte: Daß drei Laien zulässig151Zur Auflösung von Gelübden; Ahron u. seine beiden Söhne sind drei Personen, u. ihnen wird ganz Jisraél gleichgestellt.sind. – Es heißt ja aber: 152Num. 30,2.die Stammeshäupter!? R. Ḥisda, nach anderen R. Joḥanan, erwiderte: Ein einzelner Autorisierter. –", "Von welcher Bedeutung sind die Stammeshäupter beim außerhalb Geschlachteten? R. Šešeth erwiderte: Dies besagt, daß es beim Heiligen ein Nachsuchen153Wenn ein Grund vorliegt, die Heiligung einer Sache zu widerrufen, so suche man bei einem Gelehrten nach, u. er löse sie auf.gibt. –", "Worauf deutet nach der Schule Šammajs, welche sagt, beim Heiligen gebe es kein Nachsuchen, [das Wort] die Stammeshäupter beim außerhalb Geschlachteten? – Die Schule Šammajs hält nichts von der Wortanalogie. –", "Wozu heißt es im Abschnitte von den Gelübden: das ist das Wort? – Um zu sagen, nur der Gelehrte könne [das Gelübde] auflösen, nicht aber könne der Ehemann es auflösen; nur der Ehemann könne es aufheben, nicht aber könne der Gelehrte es aufheben. –", "Wozu heißt es beim außerhalb Geschlachteten dies ist das Wort? – Um zu sagen, man sei schuldig nur wegen des Schlachtens, nicht aber wegen des Abkneifens154Des Kopfes, wie dies bei der Herrichtung des Geflügelopfers zu erfolgen hat; cf. Lev. 1,15.. –", "Woher ist nach der Schule Šammajs155Die von der Wortanalogie nichts hält.zu entnehmen, daß drei Laien zulässig156Zur Auflösung von Gelübden.sind? – Sie entnimmt dies aus einer Lehre des R. Asi b. Nathan:", "Es heißt:157Lev. 23,44.und Moše sagte den Kindern Jisraél die Feste des Herrn. Hierzu wird gelehrt: R. Jose der Galiläer sagte: Die Feste sind ihnen gesagt worden, nicht aber der gewöhnliche Šabbath158Dh. der allwöchentliche Šabbath (als Ggs. zum Festtage, der ebenfalls ein Šabbath, ein Ruhetag, ist; cf. Men. Fol. 65b), der nicht erst bei der Gesetzgebung, sondern schon seit der Welterschaffung zum Feiertage bestimmt worden war.mit ihnen. Ben A͑zaj sagte: Die Feste sind ihnen gesagt worden, nicht aber der Abschnitt von den Gelübden mit ihnen.", "R. Asi b. Nathan war diese Barajtha schwierig; da ging er zu R. Šešeth nach Nehardea͑, wo er ihn nicht traf, und folgte ihm nach Maḥoza. Er sprach zu ihm: Wieso heißt es, die Feste des Herrn seien ihnen gesagt worden, nicht aber der gewöhnliche Šabbath mit ihnen, der Šabbath wird ja mit ihnen159Cf. Lev. 23,3.genannt!?", "Und wieso heißt es ferner, die Feste des Herrn seien ihnen gesagt worden, nicht aber der Abschnitt von den Gelübden mit ihnen, er steht ja daneben160Num. Kap. 29 behandelt die Feste, u. Kap. 30 das Gesetz von den Gelübden.geschrieben!? Dieser erwiderte: Er meint es wie folgt:" ], [ "die Feste des Herrn benötigen der Weihung161Sie hatten keinen im Voraus berechneten Kalender, vielmehr wurden die Feste durch das oberste Gericht nach dem Erscheinen des Neumondes festgesetzt. durch das Gericht, der gewöhnliche Šabbath benötigt nicht der Weihung durch das Gericht;", "die Feste des Herrn benötigen eines Autorisierten, nicht aber benötigt [die Auflösung von] Gelübden eines Autorisierten, vielmehr genügt auch ein Laiengericht. –", "Im Abschnitte von den Gelübden heißt es ja aber die Stammeshäupter!? R. Ḥisda, nach anderen R. Joḥanan, erwiderte: Ein einzelner Autorisierter.", "R. Ḥanina sagte: Schweigt er, um sie zu kränken, so kann er es auch von jetzt ab bis nach zehn Tagen162Da er es in seinem Innern nicht bestätigt hat.aufheben. Raba wandte ein: Nur dann sagten sie, wenn der Ehemann gestorben ist, gehe die Gewalt auf den Vater über, wenn der Ehemann es nicht gehört hat, oder gehört163In dieser Reihenfolge richtiger.und aufgehoben hat, oder gehört und geschwiegen hat und am selben Tage gestorben ist, wenn er es aber gehört und bestätigt hat, oder gehört und geschwiegen hat und am folgenden Tage gestorben ist, so kann er es nicht aufheben.", "Doch wohl, wenn er geschwiegen hat, um sie zu kränken!? – Nein, wenn er geschwiegen hat, um es zu bestätigen. – Demnach ist dies ja dasselbe, was gehört und bestätigt!? – Vielmehr, wenn er ohne Absicht geschwiegen hat.", "R. Ḥisda wandte ein: Strenger ist die Bestätigung als die Aufhebung und die Aufhebung als die Bestätigung. Strenger ist die Bestätigung," ], [ "denn das Schweigen bestätigt, aber das Schweigen hebt nicht auf; hat er es im Herzen bestätigt, so ist es bestätigt, hat er es im Herzen aufgehoben, so ist es nicht aufgehoben. Hat er es bestätigt, so kann er es nicht mehr aufheben, hat er es aufgehoben, so kann er es nicht mehr bestätigen. Er lehrt also, das Schweigen bestätige; doch wohl, wenn er schweigt, um sie zu kränken!? –", "Nein, wenn er schweigt, um es zu bestätigen. – Dies ist ja dasselbe, was im Herzen bestätigt!? – Vielmehr, wenn er ohne Absicht schweigt. –", "Wir finden nun, daß die Bestätigung strenger ist als die Aufhebung, wieso die Aufhebung als die Bestätigung? – R. Joḥanan sagte, man suche nach wegen der Bestätigung und man suche nicht nach wegen der Aufhebung.", "R. Kahana wandte ein:164Num. 30,15.Wenn ihr Mann dazu schweigt &c.; die Schrift spricht von dem Falle, wenn er schweigt, um sie zu kränken. Du sagst, wenn er schweigt, um sie zu kränken, vielleicht ist dem nicht so, sondern wenn er schweigt, um es zu bestätigen?", "Wenn es heißt:164Num. 30,15.denn er hat dazu geschwiegen, so spricht ja die Schrift von dem Falle, wenn er schweigt, um es zu bestätigen, worauf beziehe ich nun [die Worte] wenn ihr Mann dazu schweigt? Wenn er schweigt um sie zu kränken. – Eine Widerlegung. –", "Sollte er doch das eine auf den Fall beziehen, wenn er schweigt, um es zu bestätigen, und das andere auf den Fall, wenn er ohne Absicht schweigt!? – Es sind überflüssige Schriftworte165Der Infinitiv החרש im angezogenen Schriftverse ist überflüssig u, deutet auf diesen 3. Fall.vorhanden.", "Raba wandte ein: Gelobt sie bei einbrechender Dunkelheit, so kann er es aufheben, solange es nicht dunkel ist; ist es dunkel geworden, ohne daß er es aufgehoben hat, so kann er es nicht mehr aufheben. Weshalb denn, dies sollte doch166Da er es nicht bestätigen wollte, sondern keine Zeit mehr da war, um es aufzuheben.ebenso sein, wie wenn er schweigt, um sie zu kränken!? – Eine Widerlegung.", "R. Aši wandte ein: [Sagt er167Wer unterlassen hat, das Gelübde seiner Frau aufzuheben.:] ich wußte wohl, daß man Gelübde tun kann, wußte aber nicht, daß man sie aufheben kann, so kann er es168Es ist ebenso, als würde er es nicht gehört haben.aufheben; [sagt er:] ich wußte wohl, daß man [Gelübde] aufheben kann, wußte aber nicht, daß dies ein Gelübde ist, so kann er es, wie R. Meír sagt, nicht aufheben, und wie die Weisen sagen, aufheben.", "Weshalb denn, dies sollte doch169Cf. Anm. 166 mut. mut.ebenso sein, wie wenn er schweigt, um sie zu kränken!? – Eine Widerlegung.", "", "i FOLGENDE GELÜBDE KANN ER AUFHEBEN: DINGE [BETREFFEND], DIE EINE KASTEIUNG DES LEIBES1In weitestem Sinne: die Wohlbefinden u. Behagen mindern. SIND: WENN ICH BADE, ODER: WENN ICH NICHT BADE, WENN ICH MICH SCHMÜCKE, ODER: WENN ICH MICH NICHT SCHMÜCKE." ], [ "R. JOSE SPRACH: DIES SIND KEINE GELÜBDE DER KASTEIUNG DES LEIBES. ii FOLGENDES [VIELMEHR] SIND GELÜBDE DER KASTEIUNG DES LEIBES. SAGT SIE: QONAM SEIEN MIR DIE FRÜCHTE DER WELT, SO KANN ER ES AUFHEBEN; [SAGT SIE: QONAM] SEIEN MIR DIE FRÜCHTE DIESER PROVINZ, SO HOLE ER SIE IHR AUS EINER ANDEREN PROVINZ2Er kann das Gelübde nicht aufheben, da sie dieses einhalten u. trotzdem Früchte genießen kann.. [SAGT SIE: QONAM] SEIEN MIR DIE FRÜCHTE DIESES KRÄMERS, SO KANN ER ES NICHT AUFHEBEN<endnote1>2</endnote1>; ERHÄLT ER ABER SEINEN UNTERHALT3Wenn er beispielsweise nicht bar bezahlen kann u. nur dieser ihm borgt. NUR VON DIESEM, SO KANN ER ES AUFHEBEN – SO R. JOSE.", "GEMARA. Er kann somit nur Gelübde der Kasteiung des Leibes aufheben, die aber keine Kasteiung des Leibes betreffen, kann er nicht aufheben, dagegen aber wird gelehrt: 4Num. 30,17.Zwischen einem Manne und seinem Weibe, zwischen einem Vater und seiner Tochter, dies lehrt, daß der Ehemann Gelübde über zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge aufheben kann!? –", "Ich will dir sagen, aufheben kann er diese und jene, jedoch kann er [Gelübde] der Kasteiung des Leibes für immer aufheben, für die keine Kasteiung des Leibes betreffenden aber besteht die Aufhebung nur solange sie bei ihm ist, und sobald sie von ihm geschieden wird, wird sie vom Gelübde erfaßt. Zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge, nur wenn sie keine Kasteiung des Leibes sind, sind sie aber eine Kasteiung des Leibes, wird sie vom Gelübde überhaupt nicht erfaßt. –", "Wird sie denn [von Gelübden], die keine Kasteiung des Leibes sind, sobald sie von ihm geschieden wird, erfaßt, wir haben ja gelernt; R. Joḥanan b. Nuri sagt, er hebe es auf, denn er könnte sich von ihr scheiden lassen und sie ihm verboten bleiben. Demnach bleibt, wenn er es ihr aufhebt und sich von ihr scheiden läßt, die Aufhebung bestehen!? –", "Ich will dir sagen, die Aufhebung bleibt bei diesen und jenen bestehen, nur kann er Gelübde der Kasteiung des Leibes [für immer] aufheben, sowohl für sich als auch für andere5Einerlei ob er sie nach der Scheidung wiedernimmt od. sie sich mit einem anderen verheiratet., die keine Kasteiung des Leibes betreffenden aber kann er nur für sich6Wenn er sich von ihr scheiden läßt u. sie wiedernimmt. aufheben und nicht für andere. Er lehrt wie folgt: Folgende Gelübde kann er aufheben, sowohl für sich als auch für andere: Gelübde, die eine Kasteiung des Leibes sind.", "WENN ICH BADE. Wie soll sie gesagt haben: wollte man sagen, wenn sie gesagt hat: Qonam seien mir die Früchte der Welt, falls ich bade, so ist ja keine Aufhebung nötig7Dies sollte nicht zulässig sein, da die Aufhebung nur als ultima ratio zulässig ist., bade sie nicht, so werden ihr die Früchte der Welt nicht verboten sein!?", "Und wieso sagt ferner R. Jose, dies sei keine Kasteiung des Leibes, wenn sie badet, sind ihr ja die Früchte der Welt verboten!?" ], [ "Und wenn sie gesagt hat: Qonam sei mir der Genuß des Badens für immer, falls ich bade, und er hebe es ihr auf, weil sie sonst nichts machen kann: badet sie, so wird ihr der Genuß des Badens verboten, badet sie nicht, so ist sie der Verwahrlosung ausgesetzt. R. Jose aber ist der Ansicht, mag sie nicht baden, und man berücksichtige die Verwahrlosung nicht,", "so sollte er doch wie folgt lehren: R. Jose sagt, in dieser Bedingung liege keine Kasteiung des Leibes. –", "Vielmehr, wenn sie gesagt hat: [Qonam] sei mir der Genuß des Badens für immer, falls ich heute bade, und R. Jose ist der Ansicht, die Verwahrlosung für den einen Tag sei keine Verwahrlosung. –" ], [ "Du lehrest: wenn ich bade, oder: wenn ich nicht bade. In welchem Falle: wollte man sagen, wenn sie gesagt hat: der Genuß des Badens sei mir für immer verboten, wenn ich heute nicht bade, so ist ja keine Aufhebung nötig, bade sie doch!? R. Jehuda erwiderte: Wenn sie gesagt hat: der Genuß des Badens sei mir für immer verboten, wenn ich nicht im Weichwasser8Wasser od. ein Teich, worin Wäsche od. Flachs geweicht od. gewaschen wird; das Baden in solchem übelriechenden Wasser ist eine Kasteiung. bade. –", "Dem entsprechend: wenn ich mich schmücke, oder: wenn ich mich nicht schmücke, nämlich mit Naphta, – dies ist ja eine Sudelung9Hierbei kann ja nicht der Ausdruck schmücken gebraucht werden.!?", "R. Jehuda erwiderte: Wenn sie gesagt hat: [Qonam] sei mir der Genuß des Badens für immer, wenn ich heute bade, und ein Schwur, daß ich nicht bade; [Qonam] sei mir der Genuß des Schmückens für immer, wenn ich mich heute schmücke, und ein Schwur, daß ich mich nicht schmücke.", "Rabina sprach zu R. Aši: Hiervon müßte er ja lehren: folgende sind Gelübde und Schwüre!? Dieser erwiderte: Lies: folgende sind Gelübde und Schwüre. Wenn du aber willst, sage ich: auch Schwüre heißen Gelübde, denn wir haben gelernt: [Sagt jemand:] wie die Gelobte der Frevler, so ist dies ein Gelübde des Nazirates, des Opfers und des Eides10Vgl. S. 384 Anm. 121.. –", "Sagten denn die Rabbanan vom Baden, die Unterlassung desselben sei eine Kasteiung des Körpers, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Obgleich dies alles11Verschiedene Annehmlichkeiten am Versöhnungstage; cf. Jom. Fol. 73b.verboten ist, so ist mit der Ausrottungsstrafe12Die auf die Unterlassung der Kasteiung am Versöhnungstage gesetzt ist; cf. Lev. 23,29.nur das Essen und Trinken und die Arbeitsleistung belegt. Wenn du nun sagst, nicht baden sei eine Kasteiung, so sollte man doch, wenn man am Versöhnungstag badet, sich der Ausrottung schuldig machen!?", "Raba erwiderte: Es ist auf das Thema der Schrift zu achten; beim Versöhnungstage heißt es:13Lev. 16,29.ihr sollt eure Leiber kasteien, eine Kasteiung, die dann zu merken14Wie es das Essen ist, da man jeden Tag ißt, an diesem aber nicht. ist, während [die Unterlassung des] Badens eine Kasteiung ist, die dann nicht zu merken15Da man auch sonst nicht jeden Tag baden muß.ist, bei den Gelübden aber heißt es: irgend ein Gelübde oder ein Schwur der Enthaltung, den Leib zu kasteien, was zur Kasteiung gereicht, und wenn sie nicht badet, so gereicht es ihr zur Kasteiung. –", "Ich will auf einen Widerspruch hinweisen, in dem R. Jose sich befindet: Von einer den Stadtleuten gehörenden Quelle16Die sich in die Nachbarstadt hineinzieht, aber für beide Gemeinden nicht ausreicht; die Stadtleute wollen sie daher absperren.[gilt folgendes]: von ihrem Leben und dem Leben anderer geht ihr Leben dem Leben anderer vor; von ihrem Vieh und dem Vieh anderer geht ihr Vieh dem Vieh anderer vor; von ihrer Wäsche und der Wäsche anderer geht ihre Wäsche der Wäsche anderer vor; vom Leben anderer und ihrer Wäsche geht das Leben anderer ihrer Wäsche vor.", "R. Jose sagt, ihre Wäsche gehe dem Leben anderer vor. Wenn R. Jose sogar von der Wäsche sagt, es sei17Wenn das Wasser hierzu fehlt.eine Qual," ], [ "um wieviel mehr gilt dies vom Körper selbst!? – Ich will dir sagen, nach R. Jose ist die Wäsche [zu entbehren] tatsächlich schwerer. Šemuél sagte nämlich: Der Kopf schmutz bringt zur Blindheit, der Kleiderschmutz bringt zum Irrsinn, der Körperschmutz bringt zu Ausschlägen und Blattern18Von denen der Irrsinn am schlimmsten ist..", "Von dort ließen sie sagen: Seid vorsichtig mit dem Schmutze; seid vorsichtig mit der Gesellschaft19Dh. man achte darauf, das Gesetz in Gesellschaft zu studieren.; seid vorsichtig mit den Kindern der Armen, denn von diesen geht die Tora aus, wie es heißt:20Num. 24,7.Wasser fließt aus seinem Eimer, von ihnen21Das W. מדליו wird מִדַּלָּיו, von seinem Armen, gelesen.geht die Tora aus. –", "Weshalb pflegen von Schriftgelehrten nicht Kinder hervorzugehen, die Schriftgelehrte sind? R. Joseph erwiderte: Damit man nicht sage, die Tora sei ihr Erbe. R. Šiša, Sohn des R. Idi, erwiderte: Damit sie sich nicht über die Gemeinde erheben. Mar Zuṭra erwiderte: Weil sie sich über die Gemeinde erheben. R. Aši erwiderte: Weil sie die Leute Esel22Das Volk mißachten u. beleidigen.nennen.", "Rabina erwiderte: Weil sie nicht vorher23Bevor sie sich mit dem Studium der Tora befassen; cf. Ber. Fol. 11b.den Segen über die Tora sprechen. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Es heißt:24Jer. 9,11.Wer ist der weise Mann, der dies begreife. Über diese Sache wurden die Weisen befragt und die Propheten, und sie beantworteten es nicht,", "bis der Heilige, gepriesen sei er, es selber beantwortete, denn es heißt:25Ib. V. 12.und der Herr sprach: weil sie meine Lehre verlassen haben &c.25Ib. V. 12.Nicht auf meine Stimme gehört und ihr nicht gefolgt ist ja dasselbe!? Dies erklärte R. Jehuda im Namen Rabhs, sie sprachen nicht vorher den Segen über die Tora.", "Isi b. Jehuda kam drei Tage nicht ins Lehrhaus R. Joses. Da traf ihn Vardimos b. R. Jose und sprach zu ihm: Weshalb kam der Meister seit drei Tagen nicht in das Lehrhaus des Vaters? Dieser erwiderte: Ich verstehe die Begründung [der Lehren] deines Vaters nicht, wie sollte ich kommen!? Jener sprach: Sage mir doch der Meister, was ihm unverständlich26In den kursierenden Ausgaben verballhornisiert.ist, vielleicht kenne ich die Begründung. Dieser erwiderte: Es wird gelehrt: R. Jose sagt, ihre Wäsche gehe dem Leiben anderer vor; welcher Schriftvers deutet27Diese Lehre ist so auffallend, daß sie ohne Beleg aus der Schrift nicht anzuerkennen ist.darauf?", "Da sprach jener: Es heißt:28Num. 35,3.und ihre Vorplätze für ihr Vieh &c., was ist unter ḥajjatham29Im angezogenen Schriftverse, das die weiter folgenden Begriffe hat.zu verstehen; wollte man sagen, Tiere, so sind ja Tiere unter ‘Vieh’ einbegriffen, und wollte man sagen, darunter sei ihre eigene Nahrung zu verstehen, so ist dies ja selbstverständlich!? Wahrscheinlich die Wäsche30Dafür sind die Gewässer der Vorplätze zu benutzen; die Schrift nennt sie חייתם, ihr Leben, u. bei Wassermangel geht sie dem Leben anderer vor., wegen der Qual des Schmutzes.", "R. JOSE SPRACH: DIES SIND KEINE GELÜBDE DER KASTEIUNG DES LEIBES. Sie fragten: Kann er es nach R. Jose als [Gelübde] über zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge31Das Schmücken des Körpers, auch intimer Stellen, gehört zu diesen Dingen.aufheben32RJ. sagt nicht, daß er es nicht aufheben kann, sondern nur, daß es keine Kasteiungen des Leibes sind, dh. aus diesem Grunde kann er es nicht aufheben, wohl aber aus dem hier genannten Grunde.? – Komm und höre: R. Jose sprach: Dies sind keine Gelübde der Kasteiung des Leibes. Wohl aber sind es zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge33Die er ebenfalls aufheben kann, allerdings mit der ob. Fol. 79b genannten Einschränkung.. –", "Vielleicht sagte er es nur nach ihrer Ansicht: nach mir gehört dies auch nicht zu den zwischen ihm und ihr vorgehenden Dingen, ihr aber, die ihr sagt, es seien Gelübde der Kasteiung des Leibes, solltet mir beipflichten, daß diese keine Gelübde der Kasteiung des Leibes sind. –", "Wie bleibt es damit? – R. Ada b. Ahaba sagte, er könne sie aufheben, R. Hona sagte, er könne sie nicht aufheben," ], [ "denn wir finden keinen Fuchs tot im Schutte34Er hat genügend Schleichwege zum Entkommen; ebenso finden die Eheleute Mittel zur Befriedigung ihrer Wünsche, auch wenn das Gelübde nicht aufgehoben wird.seiner Grube.", "Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Ada b. Ahaba: [Gelübde] über Dinge, die eine Kasteiung des Leibes sind, kann er aufheben, einerlei ob sie ihn und sie oder sie und andere35Dh. für immer, auch wenn sie von ihm geschieden wird u. einen anderen heiratet.betreffen, und die keine Kasteiung des Leibes sind, kann er aufheben, wenn sie ihn und sie betreffen, nicht aber, wenn sie und andere. Zum Beispiel: sagte sie: Qonam seien mir die Früchte, so kann er es aufheben; sagte sie: Qonam, daß ich nichts mache für meinen Vater, für deinen Bruder, für deinen Vater, oder: für meinen Bruder, daß ich deinem Vieh kein Stroh gebe und deinem Rind kein Wasser, so kann er es nicht36Es sind keine Kasteiungen, auch keine Dinge, die ihn u. sie betreffen.auf heben;", "daß ich mir die Augen nicht schminke, daß ich mir den Körper nicht schminke, daß ich meine Bettpflicht nicht tue, so kann er es aufheben, weil es zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge sind.", "[Sagte sie:] daß ich dir dein Bett nicht mache, daß ich dir keinen Becher einschenke, daß ich dir Hände und Füße nicht wasche, so braucht er es nicht37Es sind Dinge, denen sie sich gesetzlich nicht entziehen kann, u. das Gelübde ist ungültig.aufzuheben.", "R. Gamliél sagt, er müsse es aufheben, denn es heißt:38Num. 30,3.er soll sein Wort nicht entweihen. Eine andere Auslegung: Er soll sein Wort nicht entweihen, hieraus, daß ein Gelehrter sich nicht seine eigenen Gelübde auflösen darf.", "Derjenige, welcher sagt, die Unterlassung des Schminkens der Augen und des Körpers gehöre zu den Dingen, die zwischen ihm und ihr vorgehen, ist ja R. Jose39Nach den Rabbanan gehört dies gleich der Unterlassung des Badens zu den Dingen, die eine Kasteiung des Leibes sind., und er lehrt, daß er es aufheben könne, weil es zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge sind.", "Der Meister sagte: Daß ich meine Bettpflicht nicht tue, so kann er es aufheben, weil es zwischen ihm und ihr vorgehende Dinge sind. In welchem Falle: sagte sie: [Qonam] sei dir der Genuß meiner Beiwohnung, so ist ja keine Aufhebung erforderlich, sie ist ihm ja verpflichtet!? – Vielmehr, wenn sie sagte: [Qonam] sei mir der Genuß deiner Beiwohnung. Dies nach R. Kahana,", "denn R. Kahana sagte: [Sagt sie: Qonam] sei dir der Genuß meiner Beiwohnung, so zwinge er sie zur Beiwohnung, wenn aber: [Qonam] sei mir der Genuß deiner Beiwohnung, so muß er es aufheben, weil man niemand veranlassen darf, ihm Verbotenes zu essen. –", "Wer ist der Autor folgender Lehre: Erlaubte Dinge, hinsichtlich welcher manche ein Verbot eingeführt haben, darfst du in ihrer Gegenwart nicht erlauben, um es abzuschaffen, denn es heißt: er soll sein Wort nicht entweihen. Eine andere Auslegung. Er soll sein Wort nicht entweihen, hieraus, daß ein Gelehrter nicht seine eigenen Gelübde auflösen darf. Wer ist es? – Es ist R. Gamliél40Nach dem er ihr das Gelübde betreffend Dienstleistungen, zu denen sie verpflichtet ist, die ihr somit gar nicht verboten sind, auflösen muß..", "Raba fragte R. Naḥman: Gilt nach den Rabbanan die [Unterlassung der] Beiwohnung als Kasteiung des Leibes oder gehört sie zu den zwischen ihm und ihr vorgehenden Dingen? Er erwiderte ihm: Ihr habt es gelernt: [Sagte sie:] ich will den Juden entzogen41Ein Gelübde, mit keinem Juden geschlechtlichen Umgang zu pflegen.sein," ], [ "so hebe er den ihn betreffenden Teil auf und wohne ihr bei, und sie bleibe [anderen] Juden entzogen. Wieso bleibt sie [anderen] Juden entzogen, wenn du sagst, es sei ein Gelübde der Kasteiung42Solche werden ja für immer aufgehoben.des Leibes? Schließe hieraus, daß es zu den zwischen ihm und ihr vorgehenden Dingen gehört. –", "Fraglich ist dies nach den Rabbanan, während die Lehre [vom Gelübde:] ich will den Juden entzogen sein, von R. Jose ist. R. Hona sagte nämlich, den ganzen Abschnitt43Die anonymen Lehren desselben.lehrte R. Jose. – Woher dies? – Da er lehrt: R. Jose sagt, dies seien keine Gelübde der Kasteiung des Leibes, so brauchte er ja nicht weiter44Bei den Fällen, die er als Kasteiung des Leibes bezeichnet.zu lehren: so hebe er es auf – so R. Jose. Hieraus ist somit zu entnehmen, was von hier ab folgt, sei von R. Jose.", "Šemuél sagte im Namen Levis: Der Ehemann kann jedes Gelübde45Der Kasteiung.seiner Frau aufheben, ausgenommen [das Gelübde: Qonam] sei jenem der Genuß von mir, das er nicht aufheben kann, wohl aber kann er aufheben [das Gelübde: Qonam] sei mir der Genuß von jenem. –", "Wir haben gelernt: [Sagte sie: Qonam] seien mir die Früchte dieser Provinz, so hole er sie ihr aus einer anderen Provinz46Er kann es ihr nicht aufheben, obgleich dies ebenso ist, als würde sie sich den Genuß von jenem abgeloben.!? R. Joseph erwiderte: Wenn sie gesagt hat: die du47Nicht aber, die andere bringen od. sie selber.bringst. –", "Komm und höre: [Qonam] seien mir die Früchte dieses Krämers, so kann er es nicht aufheben. – Auch hierbei, wenn sie gesagt hat: die du bringst. –", "«Erhält er seinen Unterhalt nur von diesem, so hebe er es auf.» Wieso kann er es aufheben, wenn du sagst, falls sie gesagt hat: die du bringst!? Wenn nun der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn es nicht der Ehemann holt, so spricht auch der Anfangsatz von dem Falle, wenn sie es holt. –", "Vielmehr, im Anfangsatze kann er es nicht aufheben, auch wenn sie es holt," ], [ "und unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Joses, denn R. Hona sagte, den ganzen Abschnitt lehrte R. Jose; nur als [Gelübde der] Kasteiung kann er es nicht aufheben, wohl aber kann er es als zwischen ihm und ihr vorgehende Sache aufheben.", "R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Wenn sie sich zwei Laibe abgelobt und durch den einen eine Kasteiung erfolgt und durch den anderen keine Kasteiung48Wenn sie keinen von beiden ißt, leidet sie Hunger, wenn sie aber einen ißt, leidet sie keinen Hunger. Nach anderer Erklärung: wenn einer schmackhaft ist, sodaß die Enthaltung eine Kasteiung ist, der andere aber nicht.erfolgt, so kann er, da er es wegen des kasteienden aufheben kann, es auch wegen des nicht kasteienden aufheben. R. Asi aber sagte im Namen R. Joḥanans, er könne es inbetreff des kasteienden aufheben, nicht aber inbetreff des nicht kasteienden.", "Manche lesen: R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn sie sich zwei Laibe abgelobt und durch den einen eine Kasteiung erfolgt und durch den anderen keine Kasteiung erfolgt? Dieser erwiderte: Er kann es inbetreff des kasteienden aufheben, nicht aber inbetreff des nicht kasteienden.", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt hat," ], [ "so erhält sie die vierzig [Geißelhiebe]. Wenn ihr Mann es ihr aufgehoben hat, und sie, ohne zu wissen, daß ihr Mann es ihr aufgehoben hat, Wein getrunken oder sich an Toten verunreinigt hat, so erhält sie nicht die vierzig [Geißelhiebe].", "Wenn du sagst, er könne es ihr inbetreff des kasteienden und nicht inbetreff des nicht kasteienden aufheben, so hat er es ihr vielleicht nur inbetreff des Weines aufgehoben, da [die Enthaltung] für sie eine Kasteiung ist, nicht aber inbetreff der Kerne und Schlauben, da [die Enthaltung] für sie keine Kasteiung ist, und sie sollte die vierzig [Geißelhiebe] erhalten?", "R. Joseph erwiderte: Es gibt kein Nazirat zur Hälfte49Nach der Schrift ist dem Nazir beides verboten; cf. Naz. Fol. 11a..", "Abajje sprach zu ihm: Gibt es etwa ein Opfer wegen eines halben Nazirates50Wenn beispielsweise der Ehemann ihr Nazirat aufgehoben hat, nachdem sie bereits die Hälfte absolviert hatte. RJ. sollte richtiger sagen: es gibt keine Halbheiten beim Nazirate.!? Vielmehr, sagte Abajje, es gibt kein Nazirat zur Hälfte und es gibt kein Opfer wegen der Hälfte.", "Man wandte ein: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt und ihr [Opfertier] abgesondert51Das Schuldopfer des Nazir; cf. Num. 6,12., und ihr Mann es ihr aufgehoben hat, so bringe sie52Wenn sie vorher unrein geworden war.das Geflügelsündopfer dar, nicht aber das Geflügelbrandopfer. Wieso bringe sie das Geflügelsündopfer dar, wenn du sagst, es gebe kein Opfer wegen eines halben Nazirates!? –", "Wäre wegen eines halben Nazirates ein Opfer darzubringen, so müßte sie ja drei Tiere darbringen, ein Sündopfer, ein Brandopfer und ein Heilsopfer!? Vielmehr gibt es tatsächlich kein Opfer wegen eines halben Nazirates, und das Geflügelsündopfer bringe sie nur deshalb dar, weil das Sündopfer auch wegen des Zweifels darzubringen53Schon die Entziehung des Weingenusses wird als Sünde bezeichnet; cf. supra Fol. 10a.ist.", "Er wandte gegen ihn ein: Wenn eine Frau ein Nazirat gelobt hat und unrein geworden ist, und ihr Mann es ihr darauf aufhebt, so bringe sie das Geflügelsündopfer dar, nicht aber das Geflügelbrandopfer. Wenn du sagst, er löse es inbetreff des kasteienden auf, nicht aber inbetreff des nicht kasteienden," ], [ "so hat er es ihr vielleicht nur inbetreff des Weines aufgehoben, da [die Enthaltung] für sie eine Kasteiung ist, nicht aber inbetreff der Verunreinigung an einem Toten, da [die Enthaltung] für sie keine Kasteiung ist!? –", "Ich will dir sagen, auch die [Entziehung der] Verunreinigung an einem Toten ist für sie eine Kasteiung, denn es heißt:54Ecc. 7,2.und der Lebende nehme es sich zu Herzen. Es wird nämlich gelehrt: R. Meír sagte: Was heißt: und der Lebende nehme es sich zu Herzen? Wer [andere] betrauert, wird betrauert, wer [andere] beweint, wird beweint, wer [andere] bestattet, wird bestattet.", "iii SAGT SIE:] QONAM, DASS ICH VON DEN MENSCHEN NICHTS GENIESSE, SO KANN EU ES NICHT AUFHEBEN, UND SIE KANN VON DER NACHLESE, DEM VERGESSENEN UND DEM ECKENLASSE55Cf. Lev. 19,9 u. Dt. 24,19.GENIESSEN.", "[SAGT JEMAND:] QONAM, DASS PRIESTER ODER LEVITEN VON MIR NICHTS GENIESSEN, SO KÖNNEN SIE56Die priesterl. bezw. levit. Abgaben.GEGEN SEINEN WILLEN NEHMEN; WENN ABER: DASS DIESE PRIESTER ODER DIESE LEVITEN VON MIR NICHTS GENIESSEN, SO ERHALTEN ES ANDERE.", "GEMARA. Demnach kann sie von seinem Vermögen unterhalten werden, wonach unter ‘Menschen’ der Ehemann nicht einbegriffen ist; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: und sie kann von der Nachlese, dem Vergessenen und dem Eckenlasse genießen; dennoch darf sie vom Vermögen des Ehemannes nicht genießen, wonach unter ‘Menschen’ auch der Ehemann einbegriffen ist!?", "U͑la erwiderte: Tatsächlich ist er unter ‘Menschen’ nicht57Er kann es schon aus dem Grunde nicht aufheben, weil sie von ihm genießen darf.einbegriffen, und außerdem kann er es deshalb nicht aufheben, weil sie von der Nachlese, dem Vergessenen und dem Eckenlasse genießen kann.", "Raba erwiderte: Tatsächlich ist unter ‘Menschen’ der Ehemann einbegriffen, und er lehrt die Begründung: er kann es deshalb nicht aufheben, weil sie von der Nachlese, dem Vergessenen und dem Eckenlasse genießen kann.", "R. Naḥman erwiderte: Tatsächlich ist unter ‘Menschen’ der Ehemann nicht einbegriffen, und er meint es wie folgt: wird sie geschieden, so kann sie von der Nachlese, dem Vergessenen und dem Eckenlasse genießen." ], [ "Raba wandte gegen R. Naḥman ein: Ist etwa unter ‘Menschen’ der Ehemann nicht einbegriffen, wir haben ja gelernt: [Sagt sie:] ich will den Juden entzogen sein, so hebe er den ihn betreffenden Teil auf und wohne ihr bei, und sie bleibe [anderen] Juden entzogen.", "Wenn du nun sagst, unter ‘Menschen’ sei der Ehemann58Es ist ja einerlei, ob sie Menschen od. Juden sagt.nicht einbegriffen, so ist es ja ein Gelübde der Kasteiung59Da sie, wenn sie geschieden od. verwitwet wird, niemand heiraten darf.des Leibes, und er sollte es ihr für immer aufheben!? –", "Ich kann dir erwidern, hierbei ist es anders, denn es ist zu ersehen, daß sie sich das Erlaubte60Den ehelichen Umgang mit ihrem Manne.abgelobt hat.", "UND SIE KANN VON DER NACHLESE, DEM VERGESSENEN UND DEM ECKENLASSE GENIESSEN. Er lehrt nicht: vom Armenzehnten, dagegen aber lehrt eine Barajtha: und vom Armenzehnten!?", "R. Joseph erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach R. Elie͑zer und das andere nach den Rabbanan. Wir haben nämlich gelernt: R. Elie͑zer sagte, man brauche den Armenzehnten vom Demaj nicht mit dem Namen61Da man ihn nicht zu entrichten braucht.zu bezeichnen," ], [ "und die Weisen sagen, man müsse ihn bezeichnen, jedoch brauche man ihn nicht62Man bezeichne einen Teil des Getreides als solchen, jed. braucht man ihn nicht zu entrichten, da der Arme nachzuweisen hat, daß der Zehnt nicht entrichtet worden ist.abzusondern. Der der Ansicht ist, wegen des Zweifels gelte [das Getreide] als unverzehntet, ist wohl auch der Ansicht, [der Eigentümer] habe Anspruch auf den Dank63Vom Empfänger, wenn er auch sonst davon nichts hat., und da er Anspruch auf den Dank hat, darf diese davon nicht64Da ihr der Genuß von den Menschen verboten ist.genießen,", "und der der Ansicht ist, er brauche ihn nicht mit Namen zu bezeichnen, ist der Ansicht, wegen des Zweifels gelte es nicht als unverzehntet, und wenn es wegen des Zweifels nicht als unverzehntet gilt, hat [der Eigentümer] keinen Anspruch auf den Dank, somit darf sie auch davon genießen.", "Abajje sprach zu ihm: Alle sind der Ansicht, es gelte wegen des Zweifels als unverzehntet, und der Streit zwischen R. Elie͑zer und den Rabbanan besteht in folgendem: R. Elie͑zer ist der Ansicht, die Leute aus dem gemeinen Volke sind hinsichtlich des Armenzehnten nicht verdächtig65Ihn nicht zu entrichten., denn jeder kann sein Vermögen preisgeben, Armer sein und ihn selber behalten, somit hat er66Durch die Entrichtung des Armenzehnten.keinen Schaden,", "und die Rabbanan sind der Ansicht, man gebe sein Vermögen nicht preis, denn man fürchtet, andere könnten es sich aneignen; daher sind sie verdächtig.", "Raba erwiderte: Das eine gilt vom Armenzehnten, der im Hause verteilt67Der schon eingebracht worden ist; da er verteilt wird, hat der Eigentümer Anspruch auf einen Dank.wird, von dem es ‘geben’ heißt: 68Dt. 26,12.du sollst dem Leviten und dem Fremdling geben &c., daher darf sie davon nicht genießen,", "und das andere gilt vom Armenzehnten, der in den Tennen verteilt wird, von dem es heißt:69Ib. 14,28.du sollst es in deinen Toren lassen70Die Armen nehmen ihn selber, u. der Eigentümer hat keinen Anspruch auf einen Dank., daher darf sie davon genießen.", "DASS PRIESTER ODER LEVITEN VON MIR NICHT GENIESSEN, SO &C. NEHMEN. Demnach hat der Dank71Den der Eigentümer vom Priester zu beanspruchen hat, da er die Gaben einem anderen Priester geben könnte.keinen Geldwert,", "wie ist nun der Schlußsatz zu erklären: wenn aber: daß diese Priester oder diese Leviten von mir nichts genießen, so erhalten es andere; diese aber nicht, demnach hat der Dank Geldwert!?", "R. Hoša͑ja erwiderte: Das ist kein Einwand; das eine nach Rabbi und das andere nach R. Jose b. R. Jehuda. Es wird nämlich gelehrt: Wer das Unverzehntete seines Nächsten gestohlen und gegessen hat, ersetze ihm den Wert seines Unverzehnteten – so Rabbi; R. Jose b. R. Jehuda sagt, er ersetze ihm nur das darin enthaltene Profane72Während die darin enthaltenen priesterl. Abgaben nicht ihm gehören.. Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem:" ], [ "Rabbi ist der Ansicht, der Dank habe Geldwert73Der Eigentümer kann daher Ersatz verlangen., und R. Jose b. R. Jehuda ist der Ansicht, der Dank habe keinen Geldwert. –", "Nein, alle sind der Ansicht, der Dank habe keinen Geldwert, und sie streiten über Priestergaben, die noch nicht abgehoben worden74Nach RJ. gelten sie als bereits abgehoben u. der Eigentümer hat keinen Anspruch darauf.sind. –", "Wenn der Dank keinen Geldwert hat, so ist es ja einerlei, ob sie abgehoben worden sind oder nicht!? –", "Vielmehr, folgendes ist der Grund Rabbis: die Rabbanan haben den Dieb gemaßregelt, damit er nicht stehle; R. Jose b. R. Jehuda aber ist der Ansicht, die Rabbanan haben den Eigentümer gemaßregelt, damit er kein Unverzehntetes halte.", "Raba erwiderte: Anders verhält es sich bei der Hebe; sie können sie deshalb gegen seinen Willen nehmen, weil sie nur für Priester geeignet ist, und da er sie ihnen verboten machen will, wertet er sie nicht mehr als Staub75Sodaß er keinen Dank zu beanspruchen hat, u. sie können die Hebe gegen seinen Willen nehmen..", "iv SAGT sie:] QONAM, DASS ICH NICHTS MACHE FÜR MEINEN VATER, FÜR DEINEN VATER, FÜR MEINEN BRUDER, ODER: FÜR DEINEN BRUDER, SO KANN ER ES NICHT AUFHEBEN; [SAGT SIE:] DASS ICH FÜR DICH NICHTS MACHE, so BRAUCHT ER ES NICHT AUFZUHEBEN.", "R. A͑QIBA SAGT, ER HEBE ES AUF, WEIL SIE MEHR LEISTEN KANN, ALS IHM76Cf. Ket. Fol. 64b. Ihr Gelübde ist bezügl. des Überschusses gültig.ZUKOMMT.", "R. JOḤANAN B. NURI SAGT, ER HEBE ES AUF, WEIL ER SICH VON IHR SCHEIDEN LASSEN UND SIE IHM VERBOTEN WERDEN KANN.", "GEMARA. Šemuél sagte: Die Halakha ist wie R. Joḥanan b. Nuri. Demnach ist Šemuél der Ansicht, man könne heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen77Da hierbei ihr Gelübde sich auf ihre Arbeitsleistung nach der Scheidung erstreckt, während sie noch gar nicht geschieden ist.ist; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand die Händearbeit seiner Frau heiligt," ], [ "so darf sie arbeiten und [den Ertrag]78Der, wenn sie auf Unterhalt verzichtet, gar nicht ihm gehört.verzehren, wenn den Überschuß79Über das, was sie zu leisten verpflichtet ist., so ist er, wie R. Tryphon sagt, heilig, und wie R. Joḥanan der Schuster sagt, profan. Hierzu sagte Šemuél, die Halakha sei wie R. Joḥanan der Schuster. Demnach kann man nicht heiligen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist!?", "Wolltest du erwidern, seine Worte, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Nuri, beziehen sich nur auf den Überschuß,", "so sollte er doch sagen, die Halakha sei wie R. Joḥanan b. Nuri inbetreff des Überschusses, oder aber, die Halakha sei wie der erste Autor, oder auch, die Halakha sei nicht wie R. A͑qiba!?", "Vielmehr, erwiderte R. Joseph, anders verhält es sich beim Qonam: wie man die Früchte eines anderen für sich verboten machen kann, so kann man für sich auch das verboten machen, was noch nicht auf die Welt gekommen ist.", "Abajje sprach zu ihm: Allerdings kann man die Früchte eines anderen für sich verboten machen, wie man auch seine Früchte für andere verboten machen kann, wieso aber sollte man das, was noch nicht auf die Welt gekommen ist, für andere verboten machen80Die Arbeitsleistung der Frau gehört nicht ihr, sondern ihrem Manne.können, wo man die Früchte eines anderen für andere nicht verboten machen kann!?", "Vielmehr, erwiderte R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, wenn sie sagt: meine Hände sollen ihrem Schöpfer geheiligt sein, und die Hände sind auf der Welt vorhanden. –", "Wieso ist die Heiligung gültig, auch wenn sie so sagt, ihre Hände sind ja ihrem Manne verpflichtet!? – Wenn sie sagt: sobald sie geschieden wird. – Jetzt aber ist sie ja nicht geschieden, woher nun, daß es wirksam ist, wenn sie so spricht?" ], [ "R. Ila erwiderte: Ist etwa, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: dieses Feld, daß ich dir verkaufe, sei geheiligt, sobald ich es von dir zurückkaufe, dieses nicht heilig?", "R. Jirmeja wandte ein: Ist es denn gleich; das Feld, das er ihm verkaufen will, ist immerhin jetzt in seiner Hand, aber hat es denn eine Frau in ihrer Hand, ihre Handarbeit81Die Scheidung hängt vom Willen des Ehemannes ab.zu heiligen!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verkauft habe, sei geheiligt, sobald ich es von dir zurückgekauft habe; ist es etwa heilig!?", "R. Papa wandte ein: Ist es denn gleich; beim Verkaufe ist die Sache abgeschlossen, ist sie aber bei der Frau82Beim Verkaufe des Feldes befinden sich das Feld u. die Früchte im Besitze des Käufers, dagegen aber befindet sich der Anspruch auf die Arbeitsleistung der Frau im Besitze des Ehemannes.abgeschlossen!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt: das Feld, das ich dir verpfändet habe, sei geheiligt, sobald ich es von dir ausgelöst habe; ist es etwa nicht heilig!?", "R. Šiša, Sohn des R. Idi, wandte ein: Ist es denn gleich; beim Felde liegt es ja in seiner Hand, es auszulösen, aber liegt es denn in der Hand der Frau, geschieden zu werden!? Dies gleicht vielmehr dem Falle, wenn jemand zu seinem Nächsten sagt; das Feld, das ich dir auf zehn Jahre verpfändet habe, sei geheiligt, sobald ich es von dir ausgelöst habe; ist es etwa nicht heilig?", "R. Aši wandte ein: Ist es denn gleich; da ist [eine Frist] festgesetzt, bei der Frau aber ist ja nichts festgesetzt!?" ], [ "Vielmehr, erwiderte R. Aši, anders verhält es sich beim Qonam, denn es gleicht der Heiligkeit des Körpers83Die Sache an sich wird heilig, während beim geheiligten Felde nur der Erlös heilig wird.. Dies nach Raba,", "denn Raba sagte: Heiligung, Säuerung und Freilassung heben das Anrecht84Vgl. S. 184 Anmm. 140, 141,142.auf. –", "Wozu heißt es demnach: weil er sich von ihr scheiden lassen85Die Heiligung sollte sofort gültig sein.kann!? – Lies: auch86Wenn man entgegnen wollte, der Anspruch des Ehemannes sei größer als der eines Gläubigers.kann er sich von ihr scheiden lassen.", "v WENN SEINE FRAU GELOBT HAT, UND ER GEGLAUBT HAT, SEINE TOCHTER HABE GELOBT87Und das Gelübde im Irrtum aufgehoben hat., ODER SEINE TOCHTER GELOBT HAT, UND ER GEGLAUBT HAT, SEINE FRAU HABE GELOBT, ODER SIE EIN NAZIRAT GELOBT HAT, UND ER GEGLAUBT HAT, SIE HABE EIN OPFER GELOBT, ODER SIE EIN OPFER GELOBT HAT, UND ER GEGLAUBT HAT, SIE HABE EIN NAZIRAT GELOBT, ODER SIE SICH FEIGEN ABGELOBT HAT, UND ER GEGLAUBT HAT, SIE HABE SICH TRAUBEN ABGELOBT, ODER SIE SICH TRAUBEN ABGELOBT HAT, UND ER GEGLAUBT HAT, SIE HABE SICH FEIGEN ABGELOBT, SO HEBE ER ES WIEDERUM AUF.", "GEMARA. Demnach sind [die Worte]88Num. 30,9.es ihr wehrt genau89Die Aufhebung muß auf den Namen der richtigen Person erfolgen.zu nehmen," ], [ "aber auch beim Einreißen90Des Gewandes über den Tod eines nahen Verwandten.heißt es ja ebenfalls wiederholt über, denn es heißt:91iiSam 1,17.über Šaúl und über seinen Sohn Jehonathan,", "dennoch wird gelehrt, daß, wenn man jemand berichtet, sein Vater sei gestorben, und er darüber [sein Gewand] eingerissen hat, und es sich herausstellt, daß es sein Sohn ist, er der Pflicht des Einreißens genügt habe!? –", "Ich will dir sagen, das ist kein Einwand; das eine, wenn es unbestimmt erfolgt92Wenn das Einreißen nicht wegen seines Vaters erfolgt ist, sondern unbestimmt, wegen seines Toten.ist, und das andere, wenn er [die Gelobende] genannt hat.", "Es wird auch gelehrt: Wenn man einem berichtet, sein Vater sei gestorben, und er darüber [sein Gewand] eingerissen hat, und es sich herausstellt, daß es sein Sohn ist, so hat er der Pflicht des Einreißens nicht genügt. (Wenn93Der eingeklammerte Satz, der in Handschriften u. bei den Kommentaren fehlt, ist zu streichen.man ihm aber berichtet, ihm sei jemand gestorben, und er im Glauben, es sei sein Vater, [sein Gewand] eingerissen hat, und es sich herausstellt, daß es sein Sohn ist, so hat er der Pflicht des Einreißens genügt.)", "R. Aši erwiderte: Das eine, wenn es erfolgt ist innerhalb [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann], und das andere, wenn nach [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann].", "Die Lehre, er habe der Pflicht des Einreißens genügt, gilt von dem Falle, wenn es sich herausstellt, innerhalb [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann], daß es sein Sohn ist, und die Lehre, er habe der Pflicht des Einreißens nicht genügt, gilt von dem Falle, wenn es erfolgt ist nach [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann].", "Es wird auch gelehrt: Wenn jemand, der im Hause einen Kranken hat, der ohnmächtig wird und anscheinend tot ist, über ihn [das Gewand] einreißt, und dieser später wirklich stirbt, so hat er der Pflicht des Einreißens nicht genügt. R. Šimo͑n b. Pazi sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Levi im Namen Bar Qapparas: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er gestorben ist, nach [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann], wenn aber innerhalb [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann], braucht er nicht94So richtig nach Handschriften u. den Kommentaren. In der Erstausgabe fehlen hier einige Worte, u. die kursierenden Ausgaben haben eine falsche Berichtigung durch Mißverständnis einer erklärenden Ergänzung im Pseudo-Raschi erfahren.wiederum einzureißen.", "Die Halakha ist, was innerhalb [der Zeit], in der man einen Satz [aussprechen kann, gesprochen wird], gilt als ein95Das innerhalb dieser Zeit widerrufene Wort gilt nicht.Satz, ausgenommen die Gotteslästerung, der Götzendienst, die Antrauung und die Scheidung96In diesen Fällen kann das gesprochene Wort auch sofort nicht zurückgenommen werden..", "vi WENN SIE SAGT: QONAM DASS ICH DIESE FEIGEN UND TRAUBEN NICHT KOSTEN WERDE, SO IST, WENN ER ES INBETREFF DER FEIGEN BESTÄTIGT, DAS GANZE BESTÄTIGT, UND WENN ER ES INBETREFF DER FEIGEN AUFHEBT, ES NICHT EHER AUFGEHOBEN, ALS BIS ER ES AUCH INBETREFF DER TRAUBEN AUFHEBT. SAGT SIE: QONAM, DASS ICH KEINE FEIGE KOSTEN WERDE, DASS ICH KEINE TRAUBE KOSTEN WERDE, SO SIND ES ZWEI GELÜBDE.", "GEMARA. Wessen Ansicht vertritt unsere Mišna? – Die des R. Jišma͑él, denn es wird gelehrt:97Num. 30,14.Ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf. Wenn sie sagt: Qonam, daß ich diese Feigen und Trauben nicht kosten werde, so ist, wenn er es inbetreff der Feigen bestätigt, das ganze bestätigt," ], [ "und wenn er es inbetreff der Feigen aufhebt, es nicht eher aufgehoben, als bis er es auch inbetreff der Trauben aufhebt – so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sagte: Es heißt: ihr Mann bestätige es und ihr Mann hebe es auf, wie die Bestätigung, wenn [einen Teil]98Wenn ein Teil des Gelübdes bestätigt wird. Das W. יקימני wird als Compositum von יקים ]מ[מנו (bestätige etwas davon) aufgefaßt.davon, ebenso die Aufhebung, wenn [einen Teil] davon. – Und R. Jišma͑él!? – Heißt es etwa: hebe davon99Die genannte Auslegung ist nur beim W.e יקימני u. nicht beim W.e יפידני möglich.auf? – Und R. A͑qiba!? – Er vergleicht die Aufhebung mit der Bestätigung: wie die Bestätigung, wenn [einen Teil] davon, ebenso die Aufhebung, wenn [einen Teil] davon.", "R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Dies sind die Ansichten R. Jišma͑éls und R. A͑qibas; die Weisen aber sagen, man vergleiche die Bestätigung mit der Aufhebung: wie (bei der Aufhebung) ein Teil nicht100So besser nach einer Handschrift, in Übereinstimmung mit dem Wortlaute der Mišna.aufgehoben werden kann, ebenso kann (bei der Bestätigung) ein Teil nicht bestätigt werden.", "SAGT SIE: QONAM, &C. FEIGE &C. Raba sagte: Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. Šimo͑ns, welcher sagt, nur wenn er bei jedem besonders den Schwur gesprochen hat101Vgl. S. 498 Anm. 43. Auch hierbei sind es nur dann 2 von einander getrennte Gelübde, wenn sie die W.e ‘daß ich nicht koste’ von jedem besonders gebraucht..", "vii SAGT ER,] ER HABE GEWUSST, DASS ES GELÜBDE GEBE, JEDOCH NICHT GEWUSST, DASS MAN ES AUFHEBEN KÖNNE, SO KANN ER ES [SPÄTER] AUFHEBEN; [SAGT ER,] ER HABE GEWUSST, DASS MAN ES AUFHEBEN KÖNNE, JEDOCH NICHT GEWUSST, DASS DIES EIN GELÜBDE SEI, SO KANN ER ES [SPÄTER], WIE R. MEÍR SAGT, NICHT AUFHEBEN, UND WIE DIE WEISEN SAGEN, AUFHEBEN.", "GEMARA. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen:102Num. 35,23.Ohne es zu sehen, ausgenommen ein Blinder – so R. Jehuda; R. Meír sagt, dies schließe einen Blinden103RM. richtet sich nach dem Sinne der Worte, daß hier nicht das physische sehen, sondern das geistige zu verstehen ist; dem entsprechend sollte er im 2. Falle unserer Mišna das Gelübde später auflösen können, da er es nicht bestätigen wollte, worauf es nach dem Sinne der Schrift ankommt.ein." ], [ "Raba erwiderte: Da richte man sich nach dem Zusammenhange des Schriftverses (und hier nach dem Zusammenhange des Schriftverses). R. Jehuda ist der Ansicht, beim Totschläger heißt es:104Dt. 19,5.der mit seinem Nächsten in den Wald geht, wer nur in den Wald gehen kann, und auch ein Blinder kann in den Wald gehen, und wenn man sagen wollte, [die Worte]105Ib. V. 4.ohne es zu sehen schließen einen Blinden ein, so geht dies ja schon aus [dem Worte] Wald hervor; vielmehr schließen [die Worte] ohne es zu sehen einen Blinden aus.", "R. Meír aber ist der Ansicht, es heißt: ohne Wissen, wer dies weiß, und ein Blinder weiß es106Wohin der geworfene Stein fällt.nicht, und wenn man sagen wollte, [die Worte] ohne es zu sehen schließen einen Blinden aus, so geht dies ja schon aus [dem Worte] ohne Wissen hervor; vielmehr schließen [die Worte] ohne es zu sehen einen Blinden ein.", "viii WENN JEMAND SEINEM SCHWIEGERSOHNE DEN GENUSS ABGELOBT HAT UND SEINER TOCHTER GELD GEBEN WILL, SO SPRECHE ER ZU IHR: DIESES GELD SEI DIR GESCHENKT, JEDOCH DARF DEIN MANN KEIN RECHT DARAN HABEN; NUR FÜR DAS, WAS DU IN DEINEN MUND TUST.", "GEMARA. Rabh sagte: Dies nur, wenn er zu ihr sagt: für das, was du in deinen Mund tust, wenn er aber sagt: mache damit, was du willst, erwirbt es der Ehemann. Šemuél aber sagte, auch wenn er sagt: tu damit, was du willst, erwerbe der Ehemann es nicht. R. Zera wandte ein:" ], [ "Die Lehre Rabhs gilt also nach R. Meír, welcher sagt, die Han der Frau gleiche der Hand ihres Mannes;", "ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wie erfolgt die Verbindung107Damit da den Anwohnern das Umher tragen ihrer Sachen am Šabbath erlaubt sei; cf. Er. Fol. 79b.für die Durchgangsgasse? Einer lege das Faß [Wein]108An dem nun alle Anwohner beteiligt werden.nieder und spreche: ‘dies sei für alle Anwohner der Durchgangsgasse’, und eigne es ihnen zu durch seinen hebräischen Knecht, seine hebräische Magd, seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter oder seine Frau.", "Wenn du nun sagst, der Ehemann erwerbe es, so kommt ja der E͑rub nicht aus dem Besitze109Diese anonyme Lehre ist von RM.; cf. Syn. Fol. 86a.des Ehemannes!?", "Raba erwiderte: Obgleich R. Meír sagt, die Hand der Frau gleiche der Hand ihres Mannes, pflichtet R. Meír dennoch bei hinsichtlich der Verbindung, daß sie es von der Hand ihres Mannes erwerben könne, weil es anderen zugeeignet110Es soll gar nicht in ihrem Besitze verbleiben.werden soll.", "Rabina richtete an R. Aši eine Einwand: Durch folgende [Personen] kann die Zueignung erfolgen: durch seinen erwachsenen Sohn, seine erwachsene Tochter, seinen hebräischen Knecht oder seine hebräische Magd, und durch folgende kann keine Zueignung erfolgen: durch seinen minderjährigen Sohn, seine minderjährige Tochter, seinen kenaa͑nitischen Knecht, seine kenaa͑nitische Magd oder seine Frau!?", "Vielmehr, erwiderte R. Aši, jene Mišna spricht von dem Falle, wenn sie in der Durchgangsgasse einen Hof hat, und da sie für sich erwerben kann, kann sie auch für andere erwerben.", "ix Und das Gelübde einer Witwe und einer Geschiedenen &c. soll für sie bestehen bleiben. WENN SIE ZUM BEISPIEL SAGT: ICH WILL NACH DREISSIG TAGEN NEZIRA SEIN, SO KANN ER, AUCH WENN SIE INNERHALB DREISSIG TAGEN HEIRATET, ES NICHT AUFHEBEN." ], [ "GELOBT SIE, WÄHREND SIE IN DER GEWALT DES EHEMANNES IST, SO KANN ER ES IHR AUFHEBEN. WENN SIE ZUM BEISPIEL SAGT: ICH WILL NACH DREISSIG TAGEN NEZIRA SEIN, SO IST ES111Wenn der Ehemann es aufgehoben hat.AUFGEHOBEN, AUCH WENN SIE INNERHALB DER DREISSIG TAGE VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD. WENN SIE AM GLEICHEN TAGE GELOBT, GESCHIEDEN WIRD UND ER SIE WIEDERNIMMT, SO KANN ER ES NICHT AUFHEBEN. DIE REGEL HIERBEI IST: SOBALD SIE AUCH NUR EINE STUNDE IN IHRER EIGENEN GEWALT WAR, KANN ER ES NICHT AUFHEBEN.", "GEMARA. Es wird gelehrt: Wenn eine Witwe oder eine Geschiedene [ein Gelübde] spricht: ich will Nezira sein, sobald ich verheiratet bin, und heiratet, so kann er es, wie R. Jišma͑él sagt, aufheben, und wie R. A͑qiba sagt, nicht aufheben. Wenn eine Ehefrau sagt: ich will Nezira sein, sobald ich geschieden bin, und geschieden wird, so kann er es, wie R. Jišma͑él sagt, nicht112Da sie bei Fälligkeit des Gelübdes nicht mehr in seiner Gewalt ist.aufheben, und wie R. A͑qiba sagt, aufheben.", "R. Jišma͑él sprach: Es heißt:113Num. 30,10.und das Gelübde einer Witwe und einer Geschiedenen &c. Nur wenn das Gelübde dann erfolgt, wenn sie Witwe oder Geschiedene ist. R. A͑qiba aber ist der Ansicht, es heißt:113Num. 30,10.alles, womit sie sich gebunden hat, wenn die Gebundenheit durch das Gelübde zur Zeit der Witwenschaft und der Scheidung erfolgt.", "R. Ḥisda sagte: Unsere Mišna vertritt die Ansicht R. A͑qibas. Abajje sagte: Du kannst auch sagen, die des R. Jišma͑él, denn im Falle unserer Mišna macht sie es von den Tagen114Sie denkt dabei nicht an eine Verheiratung bezw. Scheidung u. hierbei gilt nicht die Regel, eine Frau gelobe im Sinne ihres Mannes.abhängig, im Falle der Barajtha hingegen macht sie es von der Verheiratung abhängig.", "Die Tage können verstreichen, ohne daß sie geschieden wird, die Tage können verstreichen, ohne daß sie heiratet.", "Die Regel, die bei der Verlobten gelehrt115Ob. Fol. 71a.wird, schließt den Fall ein, wenn der Vater mit den Vertretern des Ehemannes gegangen ist oder die Vertreter des Vaters mit den Vertretern des Ehemannes, daß nämlich auch dann der Vater und der Ehemann der Verlobten [nur zusammen] ihre Gelübde aufheben können.", "Die Regel, die bei diesen Gelübden116In unserer Mišna.gelehrt wird, schließt den Fall ein, wenn der Vater sie den Vertretern des Ehemannes übergeben hat oder die Vertreter des Vaters den Vertretern des Ehemannes, daß nämlich der Ehemann nicht Vorheriges117Was sie vor der Verlobung gelobt hat; cf. supra Fol. 67a.aufheben kann.", "x NEUN MÄDCHEN118Dh. weibliche Personen, die im Mädchenalter (vgl. S. 501 Anm. 1) angetraut worden sind.SIND ES, DEREN GELÜBDE BESTEHEN BLEIBEN: DIE MANNBAR WAR119Beim Geloben.UND VERWAIST120Von der väterlichen Gewalt; wenn sie nach ihrer Mannbarkeit verwitwet od. geschieden wird.IST; DIE MÄDCHEN119Beim Geloben.WAR UND MANNBAR WURDE UND VERWAIST IST; \n" ], [ "DIE MÄDCHEN WAR UND NICHT MANNBAR WURDE UND VERWAIST IST; DIE MANNBAR WAR, DEREN VATER GESTORBEN IST; DIE MÄDCHEN WAR UND MANNBAR WURDE, DEREN VATER GESTORBEN IST; DIE MÄDCHEN WAR UND NICHT MANNBAR WURDE, DEREN VATER GESTORBEN IST; DIE MÄDCHEN WAR, DEREN VATER GESTORBEN IST UND NACH DEM TODE IHRES VATERS MANNBAR WURDE; DIE MANNBAR WAR, DEREN VATER LEBT; DIE MÄDCHEN WAR UND MANNBAR WURDE, DEREN VATER LEBT. R. JEHUDA SAGT, AUCH WENN JEMAND SEINE MINDERJÄHRIGE TOCHTER VERHEIRATET UND SIE VERWITWET ODER GESCHIEDEN WIRD UND ZU IHM ZURÜCKKEHRT, GELTE SIE NOCH ALS JUNGFRAU.", "GEMARA.. R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Dies ist die Ansicht R. Jehudas, die Weisen aber sagen, drei Mädchen sind es, deren Gelübde bestehen bleiben: die Mannbare, die Waise und die Waise bei Lebzeiten des Vaters121Die in unserer Mišna als ‘verwaist’ bezeichnet wird, die durch ihre Heirat aus der Gewalt des Vaters gekommen ist. Hier kann natürl. von einer anderen Ansicht keine Rede sein, vielmehr sind es tatsächlich 3 Klassen, die in je 3 Unterklassen zerfallen..", "xi SAGT SIE:] QONAM, DASS ICH VON MEINEM VATER ODER DEINEM VATER NICHTS GENIESSEN WERDE, WENN ICH ETWAS FÜR DICH TUE, DASS ICH VON DIR NICHTS GENIESSEN WERDE, WENN ICH ETWAS FÜR MEINEN VATER ODER DEINEN VATER TUE, SO HEBE ER ES AUF.", "GEMARA. Es wird gelehrt: [Sagte sie: Qonam,] daß ich von meinem Vater oder deinem Vater nichts genießen werde, wenn ich etwas für dich tue, so braucht er, wie R. Nathan sagt, es nicht122Da das Gelübde dann noch gar nicht fällig ist, sondern erst wenn sie es tut.aufzuheben; die Weisen sagen, er müsse es aufheben.", "[Sagt sie:] ich will den Juden entzogen sein, wenn ich mir von dir beiwohnen lasse, so braucht er, wie R. Nathan sagt, es nicht122Da das Gelübde dann noch gar nicht fällig ist, sondern erst wenn sie es tut.aufzuheben; die Weisen sagen, er müsse es aufheben.", "Einst gelobte sich jemand jeden Genuß der Welt ab, falls er eine Frau nehmen sollte, solange er nicht Halakha gelernt123Das Gelübde konnte erst bei seiner Heirat fällig werden.hat. Er lief mit Leiter und Strick124Die zur Obsternte gebraucht werden; stehende Redensart, wenn jemand alles anwendet, um etwas zu erlangen.umher, doch gelang es ihm nicht, dies zu lernen. Da kam R. Aḥa b. R. Hona und verleitete ihn, eine Frau zu nehmen;" ], [ "alsdann beschmierte er ihn mit Lehm und brachte ihn vor R. Ḥisda125Damit RḤ. ihn nicht erkenne; nach anderer Erklärung, damit er zur Säuberung fremder Hilfe benötige.. Da sprach Raba: Wer ist solches zu tun so weise, außer R. Aḥa b. R. Hona, der ein bedeutender Mann ist. Er ist der Ansicht, wie die Rabbanan und R. Nathan über die Aufhebung streiten, ebenso streiten sie über das Nachsuchen126Über die Auflösung von Gelübden fremder Personen; auch hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Gelübde erst bei Nichterfüllung der Bedingung fällig wird..", "R. Papi aber sagte: Sie streiten nur über die Aufhebung; R. Nathan ist der Ansicht, der Ehemann könne das Gelübde nicht eher aufheben, als bis es fällig ist, denn es heißt:127Jes. 24,23.verblassen128Auch die Kommentare geben zu, nicht zu verstehen, wieso dies hieraus hervorgeht. Manche finden in וחפדה das W. הפר (Aufhebung) u. in הלבנה die W.e חל בנה, (ist das Bauen fällig) unter Bezugnahme auf die W.e RN.s. (ah. Fol. 22a), das Geloben gleiche dem Bauen einer Anhöhe.wird der Mond, und die Rabbanan sind der Ansicht, der Ehemann könne das Gelübde aufheben, auch wenn es noch nicht fällig ist, denn es heißt:129Ij. 5,12.er hebt die Gedanken130Auch nur die Gedanken werden aufgehoben.der Listigen auf;", "hinsichtlich des Nachsuchens aber sind alle der Ansicht, der Gelehrte könne nicht eher auflösen, als bis das Gelübde fällig ist, denn es heißt:38Num. 30,3.er soll sein Wort nicht entweihen.", "Ihm wäre eine Stütze zu erbringen. [Sagt jemand:] Qonam, daß ich von jenem nichts genießen werde, und nicht von dem, bei dem ich darüber nachsuche, so suche er wegen des ersten nach und nachher erst suche er wegen des anderen nach. Wenn du sagen wolltest, man suche nach, auch wenn das Gelübde noch nicht fällig ist, so sollte er doch nach Belieben zuerst wegen des einen oder zuerst wegen des anderen nachsuchen dürfen. –", "Weiß man denn, ob dieser erster oder anderer131Aus dem Wortlaute der angezogenen Lehre geht nicht hervor, wer von den beiden als erster u. wer als anderer bezeichnet wird.ist? –", "Vielmehr, ihm wäre folgendes als Stütze zu erbringen: [Sagt jemand:] Qonam, daß ich von jenem nichts genießen werde, und ich will Nazir sein, wenn ich dieserhalb nachsuche, so suche er nach zuerst wegen seines Gelübdes und nachher suche er nach wegen seines Nazirates.", "Wenn du sagen wolltest, man suche nach, auch wenn das Gelübde noch nicht fällig ist, so sollte er doch nach Belieben zuerst wegen seines Gelübdes oder zuerst wegen seines Nazirates nachsuchen dürfen. – Hier ist R. Nathan132Nach dem das Gelübde erst nach der Fälligkeit aufgelöst werden kann. vertreten.", "Rabina sagte: Meremar sprach zu mir: Folgendes sagte dein Vater im Namen R. Papis: Sie streiten nur über die Aufhebung, hinsichtlich des Nachsuchens aber sind alle der Ansicht, man könne das Gelübde auflösen, auch wenn es noch nicht fällig ist, denn es heißt: er soll sein Wort133Das W. heißt Gelübde u. kann somit aufgelöst werden. nicht entweihen. –" ], [ "Demnach ist hierbei keinerlei Handlung nötig.", "Man wandte ein: [Sagt jemand:] Qonam, daß ich von jenem nichts genießen werde, und nicht von dem, bei dem ich dieserhalb nachsuche, so suche er nach wegen des ersten und nachher suche er nach wegen des anderen. Weshalb denn, er sollte doch nach Belieben zuerst wegen des einen oder zuerst wegen des anderen nachsuchen dürfen!? –", "Weiß man denn, wer erster ist und wer anderer131Aus dem Wortlaute der angezogenen Lehre geht nicht hervor, wer von den beiden als erster u. wer als anderer bezeichnet wird.ist?", "Man wandte ein: [Sagt jemand:] Qonam, daß ich [von jenem] nichts genießen werde, und ich will Nazir sein, wenn ich dieserhalb nachsuche, so suche er nach zuerst wegen seines Gelübdes und nachher suche er nach wegen seines Nazirates. Weshalb denn, er sollte doch nach Belieben zuerst wegen seines Gelübdes oder zuerst wegen seines Nazirates nachsuchen dürfen!? – Ein Einwand.", "xii FRÜHER SAGTE MAN, DREI FRAUEN SEIEN ZU ENTLASSEN UND ERHALTEN IHRE MORGENGABE: WENN SIE SAGT: ICH BIN FÜR DICH134Wenn sie die Frau eines Priesters ist u. behauptet genotzüchtigt worden zu sein, dem sie dann verboten ist.UNREIN, ODER: DER HIMMEL IST ZWISCHEN MIR135Wir kommen nicht zusammen; wenn er impotent ist. Oder auch: der Himmel allein weiß, was zwischen uns vorgeht.UND DIR, ODER: ICH WILL DEN JUDEN ENTZOGEN136Sie könne den geschlechtl. Umgang nicht vertragen. SEIN.", "DAMIT ABER EINE FRAU NICHT ZUM SCHADEN IHRES MANNES IHRE AUGEN AUF EINEN ANDEREN WERFE, BESTIMMTEN SIE FOLGENDES: SAGT SIE: ICH BIN FÜR DICH UNREIN, SO BRINGE SIE EINEN BEWEIS FÜR IHRE BEHAUPTUNG; [SAGT SIE:] DER HIMMEL IST ZWISCHEN MIR UND DIR, SO ERFOLGE DIES IN DER FORM EINER BITTE137Man bitte ihn, sie durch Scheidung freizugeben, jed. kann man ihn nicht zwingen.; [SAGT SIE:] ICH WILL DEN JUDEN ENTZOGEN SEIN, SO HEBE ER DEN IHN BETREFFENDEN TEIL AUF UND WOHNE IHR BEI, UND SIE BLEIBT [ANDEREN] JUDEN ENTZOGEN.", "GEMARA. Sie fragten: Darf sie, wenn sie zu ihrem Manne sagt, sie sei unrein134Wenn sie die Frau eines Priesters ist u. behauptet genotzüchtigt worden zu sein, dem sie dann verboten ist., Hebe essen? R. Šešeth sagte, sie dürfe essen, um keine Nachrede über ihre Kinder138Die, wenn es wahr ist, für die Priesterschaft unzulässig sind.auszubringen, und Raba sagte, sie dürfe nicht essen, denn sie kann ja auch Profanes139Fremde wissen nicht, daß sie Hebe deshalb nicht ißt, weil sie diese nicht essen darf.essen.", "Raba sprach: R. Šešeth pflichtet jedoch bei, daß, wenn sie verwitwet wird, sie keine essen darf. Der Grund ist ja, damit man keine Nachrede über ihre Kinder ausbringe, und wenn sie verwitwet oder geschieden wird, so sagt man, sie sei erst jetzt genotzüchtigt worden.", "R. Papa sagte: Raba prüfte uns [durch folgende Frage:] Erhält die genotzüchtigte Frau eines Priesters140Wenn Zeugen vorhanden sind.die Morgengabe oder nicht: erhält sie sie nicht, da bei einem Priester die Notzucht der Willigkeit bei einem Jisraéliten141Die Frau eines Jisraéliten, die willig die Ehe bricht, erhält die Morgengabe nicht.gleicht, oder aber kann sie zu ihm sagen: ich bin ja intakt," ], [ "dem Manne nur ist sein Feld überschwemmt142Sie ist unschuldig, es ist nur ein Mißgeschick ihres Mannes, daß er Priester u. sie ihm dadurch verboten ist.worden. Wir erwiderten ihm: Dies lehrt folgende Mišna: Wenn sie sagt: ich bin für dich unrein, so erhält sie die Morgengabe.", "Von wem wird hier gesprochen: wenn von der Frau eines Jisraéliten, so erhält sie ja, falls willig, keine Morgengabe, und falls genotzüchtigt, ist sie ja ihrem Manne nicht verboten, und wenn von der Frau eines Priesters, so erhält sie ja, falls willig, keine Morgengabe, da sie nicht bevorzugter ist als die Frau eines Jisraéliten, bei der es willig erfolgt; doch wohl von der genotzüchtigten, und er lehrt, sie erhalte die Morgengabe.", "Sie fragten: Wie ist es, wenn sie zu ihrem Manne sagt: du hast dich von mir geschieden? R. Hamnuna erwiderte: Komm und höre: Wenn sie sagt: ich bin für dich unrein. Auch nach der letzten Lehre, nach der sie nicht glaubhaft ist, lügt sie nur da, wo sie weiß, daß ihr Mann es nicht wissen kann, bei [der Behauptung] der Scheidung aber, wo er es weiß, ist sie glaubhaft, da es feststehend ist, keine Frau erkühne sich soweit vor ihrem Manne.", "Raba erwiderte: Im Gegenteil, selbst nach der ersten Lehre, nach der sie glaubhaft ist, gilt dies nur da, weil [eine Frau] sich nicht der Schande143Fälschlich zu sagen, sie sei genotzüchtigt worden.aussetzt, hierbei aber kann sie sich, da es ihr vor ihrem Manne graut, [zu lügen] erkühnen.", "R. Mešaršeja wandte ein: [Der Fall, wenn sie sagt:] der Himmel ist zwischen mir und dir, ist ja nach der ersten Lehre eine Widerlegung Rabas: hierbei setzt sie sich nicht der Schande aus, und er lehrt, sie sei glaubhaft!? – Raba ist der Ansicht, da sie hierbei nicht zu bekunden vermeiden kann, ob es wie ein Pfeil schießt144Der Samenstrahl; sie muß sich vor Gericht über seine Impotenz ausführlich äußern, u. dies ist für sie sehr genannt.oder nicht, so würde sie, wenn es nicht wahr wäre, es nicht behauptet haben. –", "[Der Fall, wenn sie sagt:] der Himmel ist zwischen mir und dir, ist ja nach der letzten Lehre eine Widerlegung R. Hamnunas: hierbei weiß sie, daß ihr Mann es weiß, und er lehrt, sie sei nicht glaubhaft!? –", "R. Hamnuna ist der Ansicht, auch hierbei sagt sie sich: zugegeben, daß er von der Beiwohnung weiß, ob es aber wie ein Pfeil schießt, weiß er nicht; daher lügt sie auch.", "Einst war eine Frau, die an jedem Tage der Beiwohnung sich früh aufmachte und ihrem Manne die Hände wusch. Als sie ihm eines Tages Wasser zum Waschen brachte, sprach er zu ihr: Heute ist es ja gar nicht geschehen! Sie erwiderte: Dann war es einer von den nichtjüdischen" ], [ "Aloeleuten, die jetzt hier sind; warst du es nicht, so war es einer von ihnen. Da entschied R. Naḥman: Sie hat wohl ihr Auge auf einen anderen geworfen, und an ihren Worten ist nichts.", "Einst fragte ein Mann seine Frau, die mürrisch gegen ihn war, was dies zu bedeuten habe, und sie erwiderte ihm: Noch nie hast du mir beim Verkehr so weh getan wie heute. Da sprach er zu ihr: Heute ist es ja gar nicht geschehen! Sie erwiderte: Dann war es einer von den nichtjüdischen Naphtaleuten, die jetzt hier sind; warst du es nicht, so war es einer von ihnen. Da entschied R. Naḥman: Achtet nicht darauf, sie hat wohl ihr Auge auf einen anderen geworfen.", "Einst Schloß sich jemand mit einer Frau in einem Hause ein, und als der Hausherr kam, durchbrach der Ehebrecher den Zaun und floh. Da entschied Raba, die Frau sei erlaubt, denn wenn er Verbotenes begangen hätte, würde er sich versteckt haben145Damit der Ehemann überhaupt nichts merke..", "Einst begab sich ein Ehebrecher zu einer Frau, und als ihr Mann kam, versteckte sich der Ehebrecher hinter dem Vorhange der Tür, wo gerade Kresse lag und eine Schlange davon fraß. Als nun der Mann ohne Wissen der Frau von der Kresse essen wollte, rief der Ehebrecher ihm zu: Iß nicht davon, eine Schlange hat davon gefressen.", "Da entschied Raba, die Frau sei erlaubt, denn wenn er Verbotenes begangen hätte, so wäre es ihm lieb, daß jener davon esse und sterbe, Wie es heißt:146Ez. 23,37.sie huren, und Blut an ihren Händen. –", "Selbstverständlich? – Man könnte glauben, jener habe tatsächlich Verbotenes begangen, nur sagte er es ihm deshalb, weil er wünschte, daß der Ehemann nicht sterbe und die Frau bei ihm bleibe, denn:147Pr. 9,17.gestohlenes Wasser ist süß und heimliches Brot schmeckt gut, so lehrt er uns." ] ], "sectionNames": [ "Daf", "Line" ] }